Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Bayer AG Management Reports 2022

Apr 26, 2023

Preview isn't available for this file type.

Download source file

A Zusammengefasster Lagebericht von Bayer-Konzern und Bayer AG zum 31. Dezember 2022

1. Der Bayer-Konzern im Überblick

1.1 Unternehmensprofil und Konzernstruktur

Wir fördern Gesundheit und sichern Ernährung. Unsere Strategie vereint wirtschaftliches Wachstum und Nachhaltigkeit.

1.1.1 Unternehmensprofil

Wir sind ein Life-Science-Unternehmen mit weltweit führenden Geschäften auf den Gebieten Gesundheit und Ernährung. Unsere innovativen Produkte tragen zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung bei. Wir helfen, Krankheiten vorzubeugen, zu lindern und zu heilen. Ebenso wollen wir eine zuverlässige Versorgung mit qualitativ hochwertigen Nahrungs- und Futtermitteln sowie pflanzlichen Rohstoffen sicherstellen – stets mit dem Ziel, die natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll zu nutzen. Unsere Vision lautet: „Health for all, hunger for none“ – Hunger beenden, ein gesundes Leben für alle ermöglichen und dabei Ökosysteme schützen. Dazu wollen wir beitragen, und dafür steht der Unternehmenszweck „Science for a better life“. Wir wollen die Ertragskraft des Unternehmens kontinuierlich stärken und Wert für unsere Kunden, Patienten, Aktionäre, Beschäftigten und die Gesellschaft schaffen. Dabei sind Innovationen, Wachstum und Nachhaltigkeit integrale Bestandteile unserer Strategie. Unsere Unternehmenswerte Leadership (Führung), Integrität, Flexibilität und Effizienz (kurz LIFE) sind Basis unseres Handelns. Sie prägen unsere Kultur und sorgen im gesamten Konzern für eine gemeinsame Identität.

1.1.2 Konzernstruktur

Konzernstruktur zum 31. Dezember 2022

Die Bayer AG ist Obergesellschaft des Konzerns und nimmt, vertreten durch ihren Vorstand, die wesentlichen Leitungsfunktionen des Gesamtunternehmens wahr. Hierzu gehören vor allem die strategische Ausrichtung des Konzerns, die Ressourcenallokation, das Führungskräfte- und Finanzmanagement sowie die Leitung des konzernweiten operativen Geschäfts der Divisionen Crop Science, Pharmaceuticals und Consumer Health. Die Querschnittsfunktionen (Enabling Functions) unterstützen das operative Geschäft.

Innerhalb unserer Organisation ergaben sich die folgenden Änderungen: Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde Rodrigo Santos in den Vorstand berufen und hat die Leitung der Division Crop Science übernommen. Sein Vorgänger, Liam Condon, schied zum 31. Dezember 2021 aus dem Vorstand aus. Der Aufsichtsrat der Bayer AG hat Bill Anderson mit Wirkung zum 1. Juni 2023 zum Vorstandsvorsitzenden von Bayer bestellt. Er wird bereits am 1. April 2023 als Mitglied des Vorstands in das Unternehmen eintreten. Werner Baumann, der derzeitige Vorstandsvorsitzende, wird Ende Mai 2023 in den Ruhestand gehen.

Unsere Divisionen sind in den folgenden Bereichen aktiv:

  • Crop Science ist auf den Gebieten Pflanzenschutz, Saatgut und Pflanzeneigenschaften sowie digitale Landwirtschaft führend. Wir bieten eine breite Produktpalette mit hochwertigem Saatgut und verbesserten Pflanzeneigenschaften an, innovativen chemischen und biologischen Pflanzenschutzmitteln und digitalen Lösungen sowie einen umfassenden Kundenservice für die nachhaltige Landwirtschaft. Wir vertreiben unsere Produkte hauptsächlich über Groß- und Einzelhändler oder auch direkt an den Landwirt. Produkte und Dienstleistungen zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung vermarkten wir auch an professionelle Anwender außerhalb der Landwirtschaft. Unsere Pflanzenschutzmittel werden überwiegend in eigenen Produktionsstätten hergestellt. Zahlreiche dezentrale Formulier- und Abfüllstandorte ermöglichen es, schnell auf die Bedürfnisse der lokalen Märkte zu reagieren. Das Züchten, Vermehren, Produzieren bzw. Aufbereiten von Saatgut einschließlich Beizung erfolgen kundennah, entweder in eigenen Betrieben oder über Vertragsanbau.
  • Pharmaceuticals konzentrieren wir uns auf verschreibungspflichtige Produkte, insbesondere in den Bereichen Herz-Kreislauf und Frauengesundheit, sowie auf Spezialtherapeutika mit Fokus auf den Bereichen Onkologie, Hämatologie, Augenheilkunde und mittelfristig Zell- und Gentherapie. Für den Bereich Zell- und Gentherapie haben wir eine strategische Einheit geschaffen, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung über die Entwicklung und die Vermarktung bis zum Patienten umfasst. Zu der Division zählt zudem das Geschäftsfeld Radiologie mit Medizingeräten und digitalen Lösungen zum Einsatz in der diagnostischen Bildgebung sowie mit hierfür benötigten Kontrastmitteln. Einige wichtige Produkte unseres Portfolios gehören in ihren Indikationsgebieten zu den weltweit führenden Arzneimitteln. Unsere verschreibungspflichtigen Produkte vertreiben wir primär über Großhändler, Apotheken und Krankenhäuser.
  • Consumer Health ist ein führender Anbieter verschreibungsfreier Medikamente (OTC = Over the Counter), von Nahrungsergänzungsmitteln, medizinischen Hautpflegeprodukten und anderen Self-Care-Lösungen in den Kategorien Schmerz und kardiovaskuläre Risikovorsorge (Schmerz und Kardio), Dermatologie, Magen-Darm-Gesundheit sowie Allergie und Erkältung. Die Produkte werden in der Regel über Apotheken und Apothekenketten, Supermärkte, Online- sowie weitere Klein- und Großhändler verkauft.

Die Enabling Functions, wie z. B. Group Finance, Information Technology oder Human Resources, fungieren als konzernweite Kompetenzzentren und bündeln die geschäftsunterstützenden Prozesse und Leistungen für die Divisionen. Hierunter fällt auch unsere Einheit „Leaps by Bayer“, durch die wir in disruptive Innovationen investieren.

In der folgenden Tabelle sind nähere Informationen zu den Produkten und Aktivitäten der Divisionen aufgeführt.

Produkte und Aktivitäten der Divisionen Indikation/Anwendung/Bereich Kernaktivitäten und -märkte Wichtige Produkte und Marken¹
Crop Science
Herbizide Chemische Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Unkräutern Adengo™, Alion™, Atlantis™, Conviso™, Laudis™, Roundup™, SakuraTM, XtendiMax™
Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften Saatgut und Pflanzeneigenschaften (Traits) für Mais DekalbTM, RIB Complete™, SmartStaxTM, VitalaTM, VT DoubleTM PRO, VT TripleTM PRO, VTPRO4™
Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften Saatgut und Pflanzeneigenschaften (Traits) für Sojabohnen Asgrow™, Intacta RR2PRO™, Intacta 2 Xtend™, Roundup Ready 2 Xtend™, Roundup Ready 2 Yield™, XtendFlex™
Fungizide Biologische und chemische Mittel zum Schutz von Kulturpflanzen vor Pilzbefall Antracol™, Delaro Complete™, FoxTM, Infinito™, LunaTM, NativoTM, Prosaro™, SerenadeTM, Xivana™, XproTM
Insektizide Biologische und chemische Mittel zum Schutz von Kulturpflanzen vor schädlichen Insekten bzw.

1.1.1 Produkte und Marken

Pharmaceuticals

Crop Science

  • Feldfrüchte: BioActTM, ConfidorTM, Curbix™, MoventoTM, SivantoTM, Vayego™, Velum/Verango™, Vynyty Citrus™
  • Umweltwissenschaften2: Produkte zur professionellen Schädlingsbekämpfung, zur Vektorkontrolle, für die Forstwirtschaft, Golf- und Grünflächen, Gleisanlagen sowie für Rasen und Gartenpflege. EsplanadeTM, FicamTM, FludoraTM Fusion, K‑OthrineTM, MaxforceTM
  • Gemüsesaatgut: DeRuiterTM, SeminisTM
  • Digitale Landwirtschaft: Digitale Anwendungen für die Landwirtschaft. Climate FieldViewTM, ForGround
  • Sonstiges: Saatgut und Pflanzeneigenschaften (Traits) für Baumwolle, Raps, Reis und Weizen sowie biologische und chemische Saatgutbehandlungsmittel zum Schutz vor Pilzbefall und Schädlingen. BollgardTM 3 XtendFlexTM, DeltapineTM, GauchoTM, TruFlex™, ThryvOn™

Pharmaceuticals

Herz-Kreislauf

  • Indikationen: Bluthochdruck, Lungenhochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall, Thrombose, koronare Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit, symptomatische chronische Herzinsuffizienz, chronische Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes.
  • Produkte: XareltoTM, AdalatTM, AspirinTM Cardio, AdempasTM, VerquvoTM, KerendiaTM

Onkologie

  • Indikationen: Leberkrebs, Nierenzellkarzinom, Schilddrüsenkarzinom, Prostatakrebs, Kolorektalkarzinom, gastrointestinaler Stromatumor (GIST), follikuläres Lymphom, solide Tumore mit einer NTRK-Genfusion.
  • Produkte: NexavarTM, NubeqaTM, XofigoTM, StivargaTM, AliqopaTM, VitrakviTM

Augenheilkunde

  • Indikationen: Visusbeeinträchtigung aufgrund von altersabhängiger Makuladegeneration (AMD), diabetischem Makulaödem (DMO) oder retinalem Venenverschluss (RVV).
  • Produkte: EyleaTM

Hämatologie

  • Indikationen: Hämophilie A.
  • Produkte: KogenateTM /KovaltryTM /JiviTM

Frauengesundheit

  • Indikationen: Empfängnisverhütung, gynäkologische Therapie.
  • Produkte: Mirena™-Produktfamilie, YAZ™-Produktfamilie, Visanne™

Infektionskrankheiten

  • Indikationen: Bakterielle Infektionen.
  • Produkte: AvaloxTM /AveloxTM, CiproTM, CiprobayTM

Radiologie

  • Indikationen: Kontrastmittel; Medizingeräte zum Einsatz in der kontrastmittelunterstützten diagnostischen Bildgebung.
  • Produkte: GadovistTM, UltravistTM, Medrad Spectris SolarisTM, Medrad StellantTM

Neurologie

  • Indikationen: Multiple Sklerose.
  • Produkte: BetaferonTM/BetaseronTM

Consumer Health

Dermatologie

  • Indikationen: Wundheilung, Hautpflege, Intim- und Hautgesundheit.
  • Produkte: BepanthenTM, CanestenTM

Nahrungsergänzung

  • Produkte: Multivitaminpräparate, Nahrungsergänzungsmittel. One A DayTM, ElevitTM, BeroccaTM, SupradynTM, RedoxonTM

Schmerz und Kardio

  • Indikationen: Schmerz allgemein, kardiovaskuläre Risikovorsorge.
  • Produkte: AspirinTM, AleveTM

Magen-Darm-Gesundheit

  • Indikationen: Magen-Darm-Erkrankungen.
  • Produkte: Alka-Seltzer™, MiraLAXTM, RennieTM, IberogastTM

Allergie und Erkältung

  • Indikationen: Allergien, Erkältung.
  • Produkte: ClaritinTM, AspirinTM, Alka-SeltzerTM, AfrinTM

1 Die Reihenfolge der aufgeführten Produkte lässt nicht auf deren Bedeutung schließen.
2 Anfang Oktober haben wir die Veräußerung des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden an die internationale Beteiligungsgesellschaft Cinven abgeschlossen. Wir sind weltweit präsent. Zum 31. Dezember 2022 waren wir mit 354 konsolidierten Gesellschaften in 83 Ländern vertreten.

A 1.1.2/3 Ausgewählte Bayer-Standorte 2022

Auswahl der Standorte gemäß Mitarbeiterzahl in Vollzeitäquivalenten (FTE)

1.2 Strategie, Steuerung und Management

Nachhaltiges profitables Wachstum im Fokus

Innovative Geschäftsaktivitäten leisten Beitrag zu „Health for all, hunger for none“
Ambitionierte Nachhaltigkeitsziele für den Gesamtkonzern

1.2.1 Strategie und Ziele

Konzernstrategie

Das Wachstum und das zunehmende Altern der Weltbevölkerung sowie die steigende Belastung der natürlichen Ökosysteme stellen die Menschheit vor große Herausforderungen. Als eines der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung können wir maßgeblich dazu beitragen, Lösungen zu finden. Die COVID-Krise und die Invasion Russlands in die Ukraine haben uns die Bedeutung von Gesundheit und Ernährung vor Augen geführt und unsere systemische Relevanz unterstrichen. Gemäß unserem Unternehmenszweck „Science for a better life“ entwickeln wir bahnbrechende Innovationen in der medizinischen Versorgung und in der Landwirtschaft. Dadurch tragen wir zu einer Welt bei, in der Krankheiten nicht nur behandelt, sondern wirksam vorgebeugt oder geheilt werden. Wir arbeiten daran, dass sich die Menschen besser um ihre eigene Gesundheit kümmern können. Außerdem tragen wir dazu bei, dass genügend Agrarprodukte produziert und dabei die natürlichen Ressourcen geschont werden. Deshalb gehen bei uns Wachstum und Nachhaltigkeit Hand in Hand. Kurz gesagt: Wir wollen unsere Vision „Health for all, hunger for none“ realisieren. Unsere Strategie operationalisiert unsere Vision, um langfristig profitables Wachstum und einen positiven Beitrag für Gesellschaft und Umwelt zu erwirtschaften. Wir konzentrieren uns auf vier strategische Werthebel:
// Wir entwickeln innovative Produkte und Lösungen und nutzen Spitzenforschung, um bisher ungelöste gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen.
Wir treiben die Digitalisierung entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette weiter voran.
// Wir steigern die operative Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens durch Optimierung unserer Ressourcenallokation und Kostenbasis.
Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil unserer Geschäftsstrategie, unserer Geschäftstätigkeit und unseres Vergütungssystems. Mit unseren Geschäftsaktivitäten tragen wir wesentlich zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) bei. Wir verfolgen stringente, wissenschaftsbasierte Klimaschutzmaßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
// Wir entwickeln ein in den Bereichen Gesundheit und Ernährung global führendes Unternehmen weiter. Dabei schaffen wir Wert durch strategische Kapitalallokation mit Fokus auf profitablem Wachstum. Wir sind in innovationsgetriebenen und regulierten Geschäften mit hoher Rentabilität aktiv, in denen wir überdurchschnittlich wachsen wollen.
Unsere Divisionen richten ihre Strategien an diesen vier Werthebeln aus.

Strategien der Divisionen

Crop Science

Der Agrarsektor durchlebt eine Zeit der Veränderung. Im Zuge des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums steigt für unsere Kunden der Druck, die Versorgung mit Lebensmitteln, Kraftstoffen und Textilfasern sicherzustellen. Gleichzeitig muss die Menschheit lernen, innerhalb der planetaren Grenzen zu leben. Diese Herausforderungen haben zu schnellen, disruptiven Veränderungen in der Branche geführt, die den Wettbewerb in der gesamten Wertschöpfungskette verschärfen, neue Marktakteure hervorbringen und neue Absatzmöglichkeiten eröffnen. Unser Leitbild besteht darin, die Landwirtschaft zu transformieren und ein nachhaltigeres Produktionssystem für Lebensmittel zu schaffen. In diesem dynamischen Marktumfeld liegen die Alleinstellungsmerkmale auf der Hand: Geschwindigkeit und Breite der Innovation sowie die Konzentration auf nachhaltige Ergebnisse für unsere Kunden. Mit einer führenden Innovations-Pipeline für Saatgut und Pflanzeneigenschaften, Pflanzenschutz und Digital-Farming-Lösungen, einem weitreichenden digitalen Ökosystem, einer weltweiten Präsenz und einer Vielzahl von Partnerschaften sind wir als Marktführer für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Zugleich bewerten wir Möglichkeiten zur Expansion in attraktive Neugeschäfte. Unsere digitale Konnektivität stärkt die Nähe zu unseren Kunden. Sie beschleunigt Innovationen, automatisiert Prozesse und erhöht die Produktivität unserer F&E-Pipeline. Wir vernetzen landwirtschaftliche Betriebe, optimieren den Ressourceneinsatz und schaffen ein branchenweites Ökosystem, das unseren Kunden und unserem eigenen Unternehmen neue Einnahmequellen eröffnet. Dabei setzen wir auf neue und nachhaltige Geschäftsmodelle.Wir bieten unseren Kunden intelligente, integrierte Systeme an, um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Unser Ziel ist es, mit maßgeschneiderten Ansätzen wie dem „Smart Corn System“ schneller als der Markt zu wachsen und im Wettbewerb führende Renditen zu erzielen. Darüber hinaus wollen wir bis Ende dieses Jahrzehnts unsere Umsätze digital unterstützt erwirtschaften. Wir verfolgen ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Bis 2030 wollen wir die Umweltbelastung durch Pflanzenschutzmittel von Bayer um weltweit 30 % verringern, den Treibhausgasausstoß der emissionsstärksten Anbaukulturen in den Absatzregionen des Unternehmens um 30 % verringern und die wirtschaftliche Situation von 100 Millionen Kleinbauern verbessern. Unterstützt durch unsere digitale FieldViewTM-Applikation entlohnt die „Bayer Carbon Initiative“ bspw. Landwirte, die klimafreundliche Verfahren anwenden, um dabei in großem Umfang Kohlenstoff aus der Luft zu binden, und erschließt damit neue Einnahmequellen für ihre Betriebe. Wir entwickeln unseren Ansatz für ein nachhaltigeres Ökosystem weiter – etwa mit der Einführung von „ForGround“ in den USA. „ForGround“ bietet eine Reihe von Ressourcen und Entscheidungshilfen zur Einführung oder Ausweitung regenerativer landwirtschaftlicher Methoden, um Felder wetterbeständiger und produktiver zu machen. Kleinbauern sind ein schnell wachsender Abnehmermarkt für uns und zugleich ein entscheidender Hebel zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit und der Lebensqualität in ihren Gemeinden. Aus diesem Grund werden wir das „Better Life Farming“-Programm weiter ausbauen: In den etwa 2.500 Zentren in Indien, Bangladesch, Indonesien, Mexiko und Honduras erhalten die Kleinbauern Produkte, Bildungsangebote, Finanzierungen und Unterstützung, die sie für ihren wirtschaftlichen Erfolg benötigen. Die Fortsetzung unserer Arbeit mit Kleinbauern wird unser wachsendes Geschäft mit diesem Kundensegment unterstützen.

Pharmaceuticals

Die zunehmende Alterung der Bevölkerung führt weiterhin weltweit zu einem Anstieg von chronischen Krankheiten und einem vermehrten Auftreten von Mehrfacherkrankungen, die die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen. Das Verschmelzen von Biologie und Data Sciences wird ein wichtiger Ansatzpunkt für Innovationen im Pharmabereich sein. Dabei können digitale Technologien die Art und Weise der Gesundheitsversorgung revolutionieren.Mit Zell- und Gentherapien könnten selbst schwere Krankheiten geheilt werden. Wir tragen zum medizinischen Fortschritt bei, indem wir uns auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung innovativer Medikamente konzentrieren. Kurz- bis mittelfristig wird unser Wachstum durch wichtige Produkte, wie EyleaTM, Nubeqa™, Verquvo™ und Kerendia™ und durch Arzneimittelkandidaten in der späten Phase der Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline, darunter Elinzanetant und Asundexian, weiter angetrieben. Mit einer Reihe von Lebenszyklusmanagement-Aktivitäten, wie etwa der Entwicklung einer hochdosierten Formulierung für Eylea™, steigern wir den Patientennutzen und schaffen Mehrwert in unserem Produktportfolio. Um das langfristige Wachstum zu sichern, investieren wir fortlaufend in Forschung und Entwicklung. Wir stärken kontinuierlich unsere Technologie-Plattformen. Anknüpfend an unsere Übernahmen der beiden US-Unternehmen BlueRock Therapeutics LP und Asklepios BioPharmaceutical, Inc. (AskBio), bauen wir unsere Aktivitäten im Bereich der Zell- und Gentherapie weiter aus. Die Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Mammoth Biosciences, Inc., hat uns den Zugang zur neuartigen Gen-Editierungs-Technologie gesichert, die unsere bestehenden Technologie-Plattformen ergänzen. Die im Vorjahr vollzogene Akquisition von Vividion Therapeutics, Inc., ebenfalls ein US-Unternehmen, stärkt unsere Fähigkeiten in der Wirkstoffforschung. Wir erweitern unsere technologischen Möglichkeiten auch durch den gezielten Ausbau unserer digitalen Infrastruktur für Forschung und Entwicklung. Außerdem konzentrieren wir uns verstärkt auf den Zugang zu externen Innovationen durch Forschungskooperationen und Einlizenzierungen, um nachhaltige Wachstumspotenziale in den Bereichen Biologika und neuartige Technologien zu realisieren. In der Onkologie entwickeln wir unsere integrierte „Research & Early Development“-Organisation weiter. Mit unserem neuen Forschungszentrum für molekulare Präzisionsonkologie in Boston-Cambridge werden wir die Entwicklung neuartiger zielgerichteter Krebstherapien für Menschen mit ungedecktem medizinischen Bedarf vorantreiben. Das neue Zentrum wird die enge Zusammenarbeit mit der Forschung fördern und unser globales Netzwerk von akademischen, klinischen und industriellen Partnern am bedeutenden Wissenschaftsstandort Boston ausbauen. Unsere ambitionierte Nachhaltigkeitsagenda schließt einen besseren Zugang zu Medikamenten ein. Im Berichtsjahr konnten wir auf Platz 9 des Access to Medicine Index vorrücken (Vorjahr: Platz 13) und unsere Anstrengungen für einen gerechteren Zugang zu Medikamenten unter Beweis stellen. Ein weiterer Schwerpunkt ist, die Gesundheit und die gesellschaftliche Rolle der Frau im Sinne der Gleichberechtigung und ökonomischen Teilhabe zu stärken. Hierfür nutzen wir unsere führende Position in der Frauengesundheit, um bis 2030 in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommensniveau 100 Millionen Frauen den Zugang zu moderner Empfängnisverhütung zu ermöglichen. Zusätzlich engagieren wir uns in der Bekämpfung vernachlässigter tropischer Erkrankungen und nicht übertragbarer Krankheiten.

Consumer Health

Steigende Gesundheitskosten, der demografische Wandel und das zunehmende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher sorgen für ein langfristig attraktives Wachstum des Consumer-Health-Marktes. Der gestiegene Fokus der Verbraucher auf Selbstmedikation, Prävention und Komfort, der sich während der Pandemie noch verstärkt hat, dürfte weiterhin den Konsum in allen Kernkategorien von Consumer Health erhöhen und die Verlagerung zugunsten von E-Commerce beschleunigen. Wir bieten den Verbrauchern Produkte, Dienstleistungen und Informationen, die sie in die Lage versetzen, ihre tägliche Gesundheit zu verbessern. Unsere Strategie ist auf unsere Kernkategorien und die Überführung von bislang verschreibungspflichtigen in rezeptfreie Medikamente ausgerichtet. Unser profitables Wachstum beruht auf erstklassigen, wissenschaftlich fundierten Innovationen mit unseren bewährten, von den Verbrauchern bevorzugten Marken sowie neuen Produkteinführungen. Wir verbessern laufend die Kosten- und Cash-Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir treiben die digitale Transformation unserer Marketing-, Vertriebs-, Supply-Chain- sowie Forschungs- und Entwicklungsprozesse weiter voran, um den Dialog mit Konsumenten, Kunden und medizinischem Fachpersonal zu verbessern und zugleich produktiver, effizienter und resilienter in unserer gesamten Wertschöpfungskette zu werden. Wir nutzen ein agiles Innovationsmodell und arbeiten mit externen Partnern zusammen, um den Konsumenten innovative Lösungen bieten zu können, mit denen sie sich bestmöglich um ihre tägliche Gesundheit kümmern können. Mit unseren Akquisitionen und Partnerschaften haben wir Zugang zu neuen Geschäftsmodellen und Fähigkeiten, mit denen wir personalisierte Diagnose- und Behandlungslösungen anbieten können. Wir verfolgen ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Bis 2030 wollen wir 100 Millionen Menschen in wirtschaftlich oder medizinisch unterversorgten Regionen Zugang zur alltäglichen Gesundheitsversorgung ermöglichen. Wir setzen diese Ambition um, indem wir Nachhaltigkeit fest in unserem gesamten Geschäftsbetrieb verankern, um den Verbrauchern bestmögliche Lösungen anbieten zu können, insbesondere denjenigen, für die die Selbstmedikation das vorrangige Mittel der Gesundheitsversorgung ist.

Klimaschutz und Dekarbonisierung

Wir haben ein umfangreiches, konzernweites Dekarbonisierungsprogramm auf den Weg gebracht und wollen auf diese Weise dazu beitragen, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Die Ziele und Maßnahmen unseres Dekarbonisierungsprogramms wurden von der „Science Based Targets initiative“ bestätigt. Um unsere Emissionen bis Ende 2029 gegenüber dem Basisjahr 2019 um mehr als 42 % zu verringern, wollen wir die Energieeffizienz an unseren Standorten steigern und unseren Strom dann zu 100 % aus erneuerbaren Energien beziehen. Um die Dekarbonisierung zu unterstützen, sind wir 2022 der EV100-Initiative beigetreten mit dem Ziel, unseren Fuhrpark bis 2030 auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Bis 2030 wollen wir ein klimaneutrales Unternehmen werden, indem wir alle weiteren Emissionen durch den Erwerb von Zertifikaten aus geprüften Klimaschutzprojekten kompensieren, die extern anerkannte Qualitätsstandards erfüllen. Wir haben die Transparenz weiter verbessert, indem wir klimabezogene Risiken und Chancen im Rahmen unserer TCFD-Berichterstattung offenlegen und einen detaillierten Bericht dazu veröffentlichen. Auch entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sollen die Treibhausgas-Emissionen durch die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden bis 2029 gegenüber dem Basisjahr 2019 um mindestens 12,3 % sinken. Die zuvor beschriebenen Dekarbonisierungsmaßnahmen sowie Innovationen für mehr Klimaresilienz unserer Division Crop Science kommen zu diesen Zielen hinzu und sollen weitere erhebliche Beiträge in den Wertschöpfungsketten der Agrarindustrie leisten.

Ziele und Leistungskennzahlen

Zur messbaren Umsetzung unserer Strategie verfolgen wir ambitionierte Konzernziele.

A 1.2.1/1 Konzernfinanzziele
Ziel (jeweils zu Stichtagskursen zum 30.06.2022) Zielerreichung 2022 Ziel 2023 währungsbereinigt Ziel 2023 zu Stichtagskursen
Konzernumsatz (wpb. Veränderung); Angepasste Prognose 2022: Anstieg wpb. ~ +8 % auf 50–51 Mrd. € 50,7 Mrd. €
8,7 %
51–52 Mrd. €
wpb. +2–3 %
50–51 Mrd. €
wpb. +2–3 %
Um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge; Angepasste Prognose 2022: 26–27 % 26,6 %
Bereinigtes Ergebnis je Aktie; Angepasste Prognose 2022: ~ 7,70 € 7,94 € 7,20–7,40 € 7,20–7,40 €
Free Cashflow Angepasste Prognose 2022: ~ 2,5 Mrd. € 3,1 Mrd. € ~3,0 Mrd. € ~3,0 Mrd. €

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt

Weitere Ausführungen zur Erreichung unserer Konzernfinanzziele sowie unserer Finanzziele für 2023 siehe A 2.1.1 „Wirtschaftliche Lage und Zielerreichung“ und A 3.1.2 „Unternehmensausblick“.

A 1.2.1/2 Nichtfinanzielle Konzernziele bis 2030
Kennzahl1 Ausgangs- jahr 2021 2022 Ziel 2030
Anzahl an Kleinbauern in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommensniveau, die durch Produkte und Dienstleistungen sowie über Partnerschaften unterstützt werden 42 Millionen 49 Millionen 52 Millionen 100 Millionen
Anzahl an Frauen in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommens- niveau mit Zugang zu moderner Empfängnisverhütung aufgrund von Maßnahmen, die durch Bayer unterstützt werden 38 Millionen 41 Millionen 44 Millionen 100 Millionen
Anzahl der Menschen in unterversorgten2 Regionen, deren alltägliche Gesundheitsversorgung durch Interventionen von Bayer unterstützt wird 41 Millionen 46 Millionen 49 Millionen 100 Millionen
Scope-1- und -2-Treibhausgasemissionen3 in Mio. t CO2 Äquivalente (% Veränderung zum Ausgangsjahr) 3,76 3,17 (–15,7 %) 3,03 (–19,5 %) –42 %4, 6
Scope-3-Treibhausgasemissionen relevanter7, 8 Kategorien in Mio. t CO2 Äquivalente (% Veränderung zum Ausgangsjahr) 8,82 7,91 (–10,2 %) 8,90 (+1,0 %) –12,3 %5, 6
Kompensation verbleibender Scope-1-und-2-Treibhausgasemissionen in Mio. t CO2 Äquivalente (% Zielerreichung) 0 0,30 (9,5 %) 0,45 (14,9 %) 100%

1Eine detailliertere Beschreibung der Berechnungsmethoden ist auf unserer Website unter www.bayer.com/de/nachhaltigkeit zu finden.# Ökonomisch oder medizinisch

Umfasst Scope-1- und -2-Emissionen (marktbasiert) von Standorten mit einem Energieverbrauch größer als 1,5 Terajoule

In Übereinstimmung mit dem Nachhaltigkeitsziel, die globale Erderwärmung auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen

In Übereinstimmung mit dem Nachhaltigkeitsziel, die globale Erderwärmung auf 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen

Bis Ende 2029

In Bezug auf das Nachhaltigkeitsziel sind für Bayer gemäß den Kriterien der „Science Based Targets Initiative“ die folgenden Scope-3-Kategorien relevant: (1) Eingekaufte Güter und Dienstleistungen, (2) Kapitalgüter, (3) Brennstoff- und energiebezogene Emissionen, (4) Transport und Verteilung (vorgelagert) und (6) Geschäftsreisen.

Werte für 2020 und 2021 wurden aufgrund neuer Erkenntnisse in den Kategorien 3.1, 3.2 und 3.4 angepasst. Dies beinhaltete die Anpassung der Methodik zur Inflationsbereinigung sowie die Verbesserung des Klassifikationssystems im Einkauf.

In unserer Division Crop Science unterstützen wir Kleinbauern mit hochwertigem Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, unseren Technologien und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr förderte bspw. die Bayer Foundation zusammen mit der Bill & Melinda Gates Foundation weiterhin das „Digital-Farmer-II“-Programm von Mercy Corps AgriFin, über das bis 2025 Kleinbauern in Afrika Zugang zu digitalen Angeboten, wie z. B. Informations- und Finanzprodukte sowie -dienstleistungen, erhalten sollen. Wir haben im Berichtsjahr 52 Millionen Kleinbauern (Vorjahr: 49 Millionen) in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommensniveau unterstützt.

In unserer Division Pharmaceuticals ergänzen wir unsere lokalen Verkaufsaktivitäten für moderne Verhütungsmittel maßgeblich durch globale Hilfsprogramme (wie z. B. United Nations Population Fund, UNFPA), denen wir unsere Produkte zu günstigen Konditionen anbieten. Über den Vertrieb unserer Produkte hinaus engagieren wir uns in Partnerschaften mit dem Bill & Melinda Gates Institut an der Johns Hopkins University im Rahmen der „The Challenge Initiative“ und in einem nationalen Projekt der UNFPA in Ägypten. Die von uns gefördertenPartnerschaftsprogramme unterstützen zahlreiche Frauen in Asien und Afrika dabei, Zugang zu moderner Empfängnisverhütung zu erhalten, unabhängig von der gewählten Methode oder deren Hersteller. Die Anzahl der erreichten Frauen konnten wir auf 44 Millionen steigern (Vorjahr: 41 Millionen).

In unserer Division Consumer Health erweitern wir den Zugang zur alltäglichen Gesundheitsversorgung für Menschen in unterversorgten Regionen, die einen begrenzten Zugang zu wichtigen Gesundheitsdienstleistungen haben. Wir nutzen unsere globalen Marken und Partnerschaften, um Self-Care-Lösungen für Konsumenten mit geringem Einkommen zu entwickeln und anzupassen, gezielte gesundheitliche Aufklärung in die Regionen zu bringen, die sie am dringendsten benötigen, wichtige Vertriebskanäle für die letzte Meile zu etablieren und uns weltweit für eine wissenschaftlich fundierte und zugängliche Selbstmedikation einzusetzen. Unser Leuchtturmprogramm, die „Nutrient Gap Initiative“, soll gegen Mangelernährung vorgehen, die durch den weitverbreiteten Mikronährstoffmangel in unterversorgten Regionen auf der ganzen Welt verursacht wird, und dabei irreversible Gesundheitsschäden vermeiden sowie den Kreislauf von Armut durchbrechen. Unsere globale Partnerschaft mit Vitamin Angels richtet sich vornehmlich an unterversorgte schwangere Frauen und ihre Babys und soll die Versorgung dieser besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen mit Mikronährstoffen in zwölf Ländern verbessern. Im Jahr 2022 konnten wir mit unseren direkten Maßnahmen und Partnerschaften 49 Millionen Menschen erreichen (Vorjahr: 46 Millionen) und zusätzliche 21 Millionen in Indien.

Im Rahmen unserer Klimastrategie haben wir im Geschäftsjahr den Ausstoß von Treibhausgas-Emissionen in Scope 1 und 2 um 0,14 Mio. t CO2-Äquivalente (–4,5%) zum Vorjahr reduziert. Wesentlicher Grund für die Minderung ist der gestiegene Anteil an eingekauftem Strom aus erneuerbaren Energiequellen. In den für uns relevanten Scope-3-Science-Based-Targets (SBT-)Kategorien sind unsere Emissionen um 0,99 Mio. t CO2-Äquivalente gestiegen, dies entspricht einem Anstieg von 12,5 % gegenüber 2021. Der Anstieg der Scope-3-Emissionen ist in den SBT-relevanten Scope-3-Kategorien im Wesentlichen auf Geschäftswachstum, das Auffüllen von Lagerbeständen sowie einen Anstieg bei Luftfracht und Geschäftsreisen zurückzuführen. Zusätzlich haben wir, zur Erreichung der Klimaneutralität an den eigenen Standorten 0,45 Mio. t CO2-Äquivalente durch externe Projekte kompensiert.

EU-Taxonomie

Unsere Nachhaltigkeitsziele (Kapitel 1.2.1/2) unterstützen uns bei unserer Vision „Health for all, hunger for none“. Darüber hinaus berichten wir weitere nichtfinanzielle Aspekte. Gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 sowie den ergänzenden delegierten Rechtsakten sind für das Berichtsjahr sowohl der Anteil taxonomiefähiger als auch taxonomiekonformer Umsatzerlöse, Investitionsausgaben (CapEx) sowie Betriebsausgaben (OpEx) in Bezug auf die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zu berichten.

Als taxonomiefähig im Sinne des Artikels 1 Nr. 5 des delegierten Rechtsakts vom 6. Juli 2021 zum Artikel 8 der VO (EU) 2020/852 sind nur jene Wirtschaftstätigkeiten zu verstehen, die in den Anhängen 1 und 2 zum delegierten Rechtsakt vom 4. Juni 2021 definiert sind. Unternehmensaktivitäten, die in diesen beiden Anhängen nicht beschrieben sind, gelten nicht als taxonomiefähig. Unsere eigenen Nachhaltigkeitsziele können somit als zusätzlicher Nachhaltigkeitsbeitrag gesehen werden, fallen jedoch nicht unter die EU-Taxonomie.

Die taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten sind im Berichtsjahr erstmalig auf ihre ökologische Nachhaltigkeit (Taxonomie-Konformität) zu prüfen. Eine Wirtschaftsaktivität gilt gemäß Artikel 3 der VO (EU) 2020/852 als taxonomiekonform, sofern sie einen substanziellen Beitrag zu mindestens einem der folgenden Umweltziele leistet: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme. Darüber hinaus darf die Wirtschaftsaktivität die anderen Umweltziele nicht erheblich beeinträchtigen (DNSH = do no significant harm) und wird unter Einhaltung des Mindestschutzes, wie bspw. der Menschenrechte, ausgeübt.

Die Taxonomie-Konformität wird anhand der technischen Bewertungskriterien je Wirtschaftsaktivität überprüft. Diese sind für Wirtschaftsaktivitäten, die einen substanziellen Beitrag zu den Umweltzielen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel leisten können, in den Anhängen 1 und 2 zum delegierten Rechtsakt vom 4. Juni 2021 definiert. Für die verbleibenden vier Umweltziele wurde nach wie vor kein delegierter Rechtsakt erlassen. Infolge der bislang noch ausstehenden Definitionen sowie unklarer Formulierungen erfordert die Anwendung der EU-Taxonomie unsere Interpretation und Auslegung. Dabei wurden die von der EU-Kommission veröffentlichten FAQ-Dokumente entsprechend berücksichtigt.

Berichterstattung zu Umsätzen

Aufgrund der unveränderten Gesetzgebung sind weiterhin keine unserer Kerngeschäftsaktivitäten taxonomiefähig, und somit wird derzeit keine umsatzgenerierende Aktivität im Sinne der EU-Taxonomie erbracht.

A 1.2.1/3 Taxonomie-Berichterstattung Umsätze

Kriterien für einen wesentlichen Beitrag¹ Wirtschaftstätigkeiten Code(s) Absoluter Umsatz Umsatzanteil Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0 0%
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) (A.2) 0 0%
Gesamt A.1 + A.2 0 0%
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten Umsatz nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 50.739 100%
Gesamt A + B 50.739 100%

¹ Die Darstellung enthält nur die für 2022 von der EU zur Anwendung gestellten Umweltziele.

A 1.2.1/3 Fortsetzung Taxonomie-Berichterstattung Umsätze

DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Wirtschaftstätigkeiten Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel Wasser- und Meeresressourcen Kreislauf-wirtschaft Umweltverschmutzung Biologische Vielfalt und Ökosysteme Mindestschutz Taxonomie-konformer Umsatzanteil 2022 Taxonomie-konformer Umsatzanteil 2021 Kategorie ermöglichende Tätigkeiten Kategorie Übergangs-tätigkeiten
J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) (A.2)
Gesamt A.1 + A.2

Berichterstattung zu Investitionen

Die Investitionen des Berichtsjahres umfassen Zugänge in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens vor Abschreibungen, Wertminderungen und Neubewertungen. Weiterhin enthalten sind Zugänge von materiellen und immateriellen Vermögensgegenständen aufgrund von Unternehmenszusammenschlüssen. Weitere Detailinformationen hierzu finden sich in den Anhangangaben [14] und [15]. Alle wesentlichen Projekte im Sachanlagevermögen sowie in den immateriellen Vermögenswerten wurden hinsichtlich ihrer Taxonomie-Fähigkeit untersucht und entsprechend entlang der Aktivitäten der EU-Taxonomie klassifiziert.# A 1.2.1/4 Taxonomie-Berichterstattung Investitionen

Im Anschluss wurden die taxonomiefähigen Investitionen anhand der technischen Bewertungskriterien je Aktivität auf ihre Taxonomie-Konformität überprüft. Die Detailanalyse wurde durch die Fachabteilungen der jeweiligen Geschäftseinheiten durchgeführt, um eine korrekte Klassifizierung zu gewährleisten. Die für uns im Berichtsjahr relevanten Wirtschaftstätigkeiten können sowohl einen Beitrag zum Klimaschutz als auch zur Anpassung an den Klimawandel leisten. Zur Vermeidung von Doppelzählungen innerhalb einer Kennzahl wurde die Taxonomie-Konformität unter dem Umweltziel Klimaschutz geprüft. Den substanziellen Beitrag zum Klimaschutz haben wir je Wirtschaftsaktivität auf Basis des einzelnen Vermögenswerts überprüft. Um eine erhebliche Beeinträchtigung der anderen Umweltziele ausschließen zu können, wurden die jeweiligen Kriterien auf unterschiedlichen Ebenen untersucht. Die Kriterien zur Anpassung an den Klimawandel konnten auf Standortebene bewertet werden, während die teils sehr granularen Anforderungen für die anderen Umweltziele am individuellen Vermögenswert geprüft wurden. Die Prüfung der Einhaltung des Mindestschutzes erfolgte auf Konzernebene. Dabei wurden bereits vorhandene Unternehmensrichtlinien sowie Risikomanagementprozesse zu u. a. Menschenrechten, Compliance und Antikorruption berücksichtigt. Die im Rahmen der Investitionsprojekte nicht aktivierungsfähigen Aufwendungen haben wir nach detaillierter Analyse als unwesentlich eingestuft. Die insgesamt identifizierten taxonomiefähigen sowie taxonomiekonformen Investitionsausgaben stellt die folgende Tabelle dar:

Kriterien für einen wesentlichen Beitrag¹
Wirtschaftstätigkeiten Code(s) Absoluter CapEx Anteil CapEx Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel
Mio. € % % %
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungssystemen 5.3 9,0 0,2
Erneuerung von Abwassersammel- und -behandlungs-systemen 5.4 11,1 0,3
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen 6.5 22,3 0,6
Renovierung bestehender Gebäude 7.2 116,4 3,2
Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten 7.3 42,4 1,2
Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamten- ergieeffizienz von Gebäuden 7.5 17,5 0,5
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden 7.7 171,2 4,7
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) 389,9 10,7
Gesamt A.1 + A.2 389,9 10,7
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 3.250,1 89,3
Gesamt A + B 3.640,0 100

¹ Die Darstellung enthält nur die für 2022 von der EU zur Anwendung gestellten Umweltziele.

A 1.2.1/4 Fortsetzung Taxonomie-Berichterstattung Investitionen

DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Klima-schutz Anpassung an den Klimawandel Wasser- und Meeresressourcen Kreislauf-wirtschaft Umwelt-verschmut-zung Biologische Vielfalt und Ökosysteme Mindest-schutz Taxonomiekonformer CapEx-Anteil 2022 Taxonomiekonformer CapEx-Anteil 2021 Kategorie ermöglichende Tätigkeiten Kategorie Übergangs-tätigkeiten
Wirtschaftstätigkeiten J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungssystemen
Erneuerung von Abwassersammel- und -behandlungs-systemen
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
Renovierung bestehender Gebäude
Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten
Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamt- energieeffizienz von Gebäuden
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2)
Gesamt A.1 + A.2

Im Geschäftsjahr haben wir taxonomiefähige Investitionen (CapEx) in Höhe von 389,9 Mio. € (Vorjahr: 276,1 Mio. €) getätigt. Die nicht taxonomiefähigen Investitionen belaufen sich auf 3.250,1 Mio. € (Vorjahr: 2.849,9 Mio. €). Der Anteil taxonomiefähiger Investitionen beträgt somit 10,7 % (Vorjahr: 8,8 %). Die taxonomiefähigen Investitionen umfassten im Wesentlichen drei Taxonomie-Aktivitäten. Unter „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“ fielen Investitionen in Höhe von 171,2 Mio. € an. Diese entfielen zu einem Großteil auf unsere Division Pharmaceuticals, bspw. in ein Produktionszentrum für Zell- und Gen-Therapie in Berkeley, USA. Unter „Renovierung bestehender Gebäude“ wurden Investitionen in Höhe von 116,4 Mio. € getätigt, bspw. für die IUS Facility am Pharmaceuticals-Standort Turku, Finnland. Des Weiteren fielen unter „Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“ Investitionen in Höhe von 42,4 Mio. € an, davon der Großteil bei unserer Division Pharmaceuticals. Wesentlich waren hier die Installationen neuer Heiz-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Zusätzlich gab es kleinere Investitionsmaßnahmen in den Bereichen Abwassersysteme, Transportmittel sowie Geräte zur Messung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Höhe von insgesamt 59,9 Mio. €. Im Rahmen der Taxonomiekonformitätsprüfung sind die wesentlichen physischen Klimarisiken für die Wirtschaftstätigkeiten zu identifizieren (DNSH-Kriterium „Anpassung an den Klimawandel“). Bevor eine Investition genehmigt wird, werden umfangreiche Risiken aus u. a. Klimabedingungen sowie Sturm- und Hochwassergefahren am Investitionsstandort geprüft und bewertet. Dies geschieht zurzeit jedoch noch nicht in einem Umfang, die alle für die EU-Taxonomie nachzuweisenden Kriterien ausreichend berücksichtigt. Da die Klimarisikoanalyse für unsere gesamten taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten von Relevanz ist, weisen wir im Berichtsjahr keine der taxonomiefähigen Investitionsausgaben als taxonomiekonform aus. Des Weiteren berichten wir taxonomiefähige Investitionen unter „Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“, deren Prüfung auf Taxonomiekonformität nicht ausschließlich durch uns erfolgen kann. Es liegen uns u. a. keine Informationen zur Wiederverwendbarkeit oder Recyclingfähigkeit der Fahrzeugteile vor (DNSH-Kriterium „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“). Da bisher noch kein Prozess zum gesicherten Nachweis des Erwerbs von taxonomiekonformen Produkten besteht, berichten wir den gesamten Investitionsbetrag als taxonomiefähig, jedoch nicht taxonomiekonform.

Berichterstattung zu Betriebsausgaben

Weiterhin konnten wir keine wesentlichen taxonomiefähigen Betriebsausgaben (OpEx) identifizieren. Unsere Betriebsausgaben in Bezug auf Forschungs- und Entwicklungskosten, kurzfristiges Leasing sowie Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten belaufen sich im Berichtsjahr auf 7.460 Mio. € (Vorjahr: 6.757 Mio. €).

A 1.2.1/5 Taxonomie-Berichterstattung Betriebsausgaben

Kriterien für einen wesentlichen Beitrag¹
Wirtschaftstätigkeiten Code(s) Absoluter OpEx Anteil OpEx Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel
Mio. € % % %
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten)
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) (A.2) 0 0
Gesamt A.1 + A.2 0 0
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 7.460 100
Gesamt A + B 7.460 100

¹ Die Darstellung enthält nur die für 2022 von der EU zur Anwendung gestellten Umweltziele.

A 1.2.1/5 Fortsetzung Taxonomie-Berichterstattung Betriebsausgaben

DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Klima-schutz Anpassung an den Klimawandel Wasser- und Meeres-ressourcen Kreislauf-wirt-schaft Umwelt-ver-schmut-zung Biologische Vielfalt und Ökosysteme Mindest-schutz Taxonomiekonformer OpEx-Anteil 2022 Taxonomiekonformer OpEx-Anteil 2021 Kategorie ermöglichende Tätig-keiten Kategorie Übergangs-tätig-keiten
Wirtschaftstätigkeiten J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten)
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) (A.2)
Gesamt A.1 + A.2

1.2.2 Nachhaltigkeitsmanagement

Nachhaltigkeit ist für uns ein strategischer Schwerpunkt; dies bedeutet eine konsequente Ausrichtung unseres wirtschaftlichen Handelns auf positive Beiträge für Mensch und Umwelt. Für ein effektives Nachhaltigkeitsmanagement in der gesamten Organisation sorgen klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten. Der Vorstandsvorsitzende in seiner Funktion als Chief Sustainability Officer (CSO) sowie der gesamte Vorstand sind die erste Verantwortungsebene. Der Vorstand wird von einem externen Nachhaltigkeitsrat in allen Belangen der Nachhaltigkeit mit einer kritisch-konstruktiven Perspektive beraten. Zu Beginn des Jahres 2022 hat der Aufsichtsrat einen separaten Ausschuss für die Bereiche Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG) eingesetzt.# ESG-Ausschuss und Nachhaltigkeitsmanagement

Der ESG-Ausschuss berät das Management hinsichtlich der Integration von Nachhaltigkeit in die Geschäftsstrategie und Unternehmensführung sowie zu Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit, einschließlich reputativer Implikationen. Die Enabling Function Public Affairs, Science and Sustainability; Health, Safety, Environment (PASS & HSE) unterstützt darüber hinaus den CSO und den Vorstand dabei, Risiken und Chancen zu erkennen, Strategien zu entwickeln sowie Ziele und Richtlinien für das Nachhaltigkeitsmanagement zu definieren. Sie stellt auch die Governance aller Nachhaltigkeitsthemen sicher. Dabei ist das Nachhaltigkeitsmanagement in die bestehenden Management- und Governance-Strukturen sowie die Kernprozesse der Organisation eingebettet. Unser Bekenntnis zum „UN Global Compact“ und zur „Responsible Care™“-Initiative der chemischen Industrie sowie unser Engagement im „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) unterstreichen unser Selbstverständnis als nachhaltig handelndes Unternehmen.

Materialitätsanalyse und Stakeholderdialog

Die Erwartungen und Anforderungen unserer verschiedenen Stakeholder ermitteln wir anhand einer Materialitätsanalyse, bei der weltweit externe Stakeholder und Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens befragt werden. Ihre Ergebnisse zeigen aktuelle Entwicklungen sowie nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken auf. Die Handlungsfelder mit sehr hoher Relevanz aus interner und externer Perspektive werden im strategischen Schwerpunkt Nachhaltigkeit aufgegriffen und gehen in unsere nichtfinanziellen Konzernziele ein. Die aktuelle Materialitätsanalyse umfasst folgende wesentliche Handlungsfelder:

  • Innovation
  • Zugang zu Gesundheitsversorgung
  • Nachhaltige Ernährungssicherheit
  • Produktverantwortung
  • Klimaschutz und Umweltschutz
  • Geschäftsethik

Zu unserem durch eine Leitlinie gestützten Stakeholder-Engagement-Prozess gehört, dass wir bspw. bei strategischen Entscheidungsprozessen, wie Investitionsprojekten und neuen Produkteinführungen, bereits zu Beginn eines neuen Projekts auf gesellschaftliche und politische Akteure zugehen und den Dialog suchen.

Achtung der Menschenrechte

Die Achtung der Menschenrechte ist eine wesentliche Grundlage unseres Handelns. Unsere Haltung haben wir in einer weltweit verbindlich geltenden Konzernregelung, der Bayer-Position für Menschenrechte, dokumentiert. Im Berichtsjahr haben wir unsere entsprechende Strategie weiterentwickelt und aktualisieren derzeit unsere Menschenrechtsposition. Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht ist ein kontinuierlicher Prozess, den wir stetig anpassen und verbessern. Um die Achtung der Menschenrechte in der Wertschöpfungskette gezielt umzusetzen, arbeiten wir mit einem Sorgfaltspflichten-Ansatz, basierend auf den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Maßnahmen zur Achtung der Menschenrechte ergreifen wir sowohl innerhalb unseres eigenen Unternehmens als auch entlang der Wertschöpfungskette. Konzernregelungen, Prozesse sowie Management- und Überwachungssysteme regeln die Umsetzung von Menschenrechtsstandards. Wir sensibilisieren unsere Belegschaft kontinuierlich für die Bedeutung der Menschenrechte im beruflichen Alltag durch spezielle Schulungsangebote. Ein 2021 in Englisch veröffentlichtes spezifisches Menschenrechtstraining wurde im Berichtsjahr in acht weiteren Sprachen der Belegschaft zur Verfügung gestellt. Auch von unseren Geschäftspartnern, insbesondere Lieferanten, fordern wir die uneingeschränkte Achtung der Menschenrechte ein. Wir gehören zu den Gründungsmitgliedern des „UN Global Compact“ und bekennen uns zur Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen sowie dem UN-Zivil- und UN-Sozialpakt, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie zu einer Reihe weltweit anerkannter Erklärungen für multinationale Unternehmen, u. a. den „OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen“, der „Dreigliedrigen Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik“ sowie den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Im Rahmen unseres Risikomanagementprozesses führen wir eine Risikoanalyse zu potenziell negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Menschenrechte durch. Auf die im Berichtsjahr für diesen Bereich identifizierte Risikolage gehen wir im Chancen- und Risikobericht ein. Es wurden keine nach CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz berichtspflichtigen potenziell negativen Auswirkungen identifiziert.

Spenden und Stiftungsarbeit

Gemeinsam mit unserem Netzwerk führender Partner, wie den Bayer-Stiftungen und anderen gemeinnützigen Organisationen, unterstützen wir soziale Projekte in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wissenschaft und Umwelt sowie Nachbarschaftshilfe. Humanitäre Hilfen im Katastrophenfall spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in unserem gesellschaftlichen Engagement. Mit unseren Programmen zur Katastrophenhilfe unterstützen wir bei Naturkatastrophen und Gesundheitskrisen. Im Berichtsjahr stellten wir weltweit finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 37 Mio. € für wohltätige Zwecke und gemeinnützige Projekte zur Verfügung. Zudem haben wir eigene Produkte mit Kosten in Höhe von rund 16 Mio. € an Organisationen in notleidenden Ländern und Gemeinden gespendet. 66 % unserer Unterstützung (Geld- und Sachspenden) gingen in Länder mit geringem und mittlerem Einkommen. Im Berichtsjahr wurden über 400 soziale Projekte weltweit von Partnerorganisationen durchgeführt, u. a. auch durch Bayer-Stiftungen (Bayer Cares Foundation, Bayer Science & Education Foundation, Bayer Fund [USA], Bayer Foundation India), die einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag im Einklang mit unserer Vision und unserem Unternehmenszweck leisten. Schwerpunkte unserer Spendenarbeit im Berichtsjahr waren die humanitäre Unterstützung der Ukraine und osteuropäischer Nachbarländer, unser Engagement beim Zugang zu Wasser und die Förderung sozialer Innovationen in der Landwirtschaft. Für unsere Leistungen für soziale Zwecke – in Form von Geld-, Produkt- oder sonstigen Sachspenden – gilt die globale Konzernregelung „Gemeinnützige Spenden“, die Ende 2020 überarbeitet wurde. Diese gibt klare Kriterien für die Förderfähigkeit der Empfänger und die Auswahl der Projekte vor und legt unsere Strategie fest, um im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitszielen einen langfristigen gesellschaftlichen Beitrag zu erzielen. Unsere Spenden werden zentral erfasst und genehmigt, und somit wird ein transparenter Überblick über unsere Leistungen für soziale Zwecke weltweit ermöglicht.

1.2.3 Steuerungssysteme

Planung und Steuerung

Die wirtschaftliche Planung und Steuerung des Unternehmens erfolgen über die vom Vorstand im Laufe des strategischen Planungsprozesses verabschiedeten Rahmenvorgaben für den Konzern und die Divisionen, die in der operativen Planung in konkrete Ziele übersetzt werden. Der Planungs- und Steuerungsprozess wird durch die laufende Überprüfung der Geschäftsentwicklung mit regelmäßig aktualisierten Einschätzungen wesentlicher finanzieller und nichtfinanzieller Steuerungs- und Leistungskennzahlen vervollständigt. Die folgenden finanziellen und nichtfinanziellen Größen werden zur Planung, Steuerung und Kontrolle unserer Geschäftsentwicklung verwendet:

Operative Steuerungsgrößen

Die maßgeblichen operativen Steuerungselemente, die gleichzeitig die Basis der kurzfristigen variablen Vergütung (STI) darstellen, sind Umsatzwachstum, Ergebnis- und Kapitalflussgrößen. Umsatzwachstum wird mittels der währungs- und portfoliobereinigten (wpb.) Umsatzveränderung gemessen, um die operative Geschäftsentwicklung des Konzerns und der Divisionen zu reflektieren. Eine wesentliche Ergebnisgröße zur Messung der Profitabilität ist die um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge, die sich aus dem Verhältnis von EBITDA vor Sondereinflüssen zu den Umsatzerlösen ergibt. Als weitere maßgebliche Profitabilitätskennzahl des Konzerns wird das bereinigte Ergebnis je Aktie verwendet, welches das auf die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Aktien entfallende bereinigte Konzernergebnis darstellt. Der Free Cashflow als absolute Kennzahl zeigt die Generierung freier Mittel an und bildet gleichermaßen die Finanz- und Ertragskraft des Unternehmens ab.

ROCE als strategischer wertorientierter Indikator

Der Return on Capital Employed (ROCE) wird als strategischer Indikator verwendet und setzt das operative Ergebnis nach Steuern ins Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Kapital. Der auf jährlicher Basis getätigte Vergleich des ROCE mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital) zeigt die Wertgenerierung des Unternehmens an. Er ist Teil der langfristigen aktienbasierten Barvergütung (LTI).

Total Shareholder Return

Wir streben danach, Unternehmenswert zu generieren und damit eine attraktive Aktienrendite zu erwirtschaften. Der Total Shareholder Return wird dabei durch die Veränderung des jeweiligen Start- und Endwerts der Bayer-Aktie im zugrunde liegenden Bemessungszeitraum zuzüglich der zwischenzeitlich gezahlten Dividenden berechnet. Er ist ebenfalls Teil der langfristigen aktienbasierten Barvergütung (LTI).

Nachhaltigkeit

Mit unseren Produkten wollen wir das Leben von Menschen verbessern. Außerdem wollen wir unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern. Unsere Nachhaltigkeitsziele steuern und messen wir mithilfe nichtfinanzieller Kennzahlen. Als Steuerungsgröße berücksichtigten wir die erreichten Menschen in den divisionalen 100 Mio. Zielen sowie die emittierten Treibhausgase, um unser Geschäft nachhaltig zu steuern und unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern (siehe A 1.2.1/2). Unsere Nachhaltigkeitskennzahlen sind ebenfalls in der langfristigen aktienbasierten Barvergütung (LTI) reflektiert.

Integriertes Managementsystem

Wir verfügen über ein in einer Konzernregelung festgeschriebenes integriertes und konzernweit implementiertes Managementsystem (IMS).# Bayer AG

Integrated Management System (IMS)

Das IMS stellt ein Rahmenwerk für alle Managementsysteme bei Bayer dar, um Konformität mit den Gesetzen, mit externen und internen Anforderungen sowie effizientes Arbeiten sicherzustellen. Dies wird durch interne Regelungen und geltende Prozesse mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten sichergestellt. Das IMS liefert daher einen wesentlichen Beitrag, um die „License to Operate“ sicherzustellen.

Innovation im Fokus

Mit neuen Lösungen schaffen wir einen Mehrwert für unsere Kunden und die Gesellschaft. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt auf Produktinnovationen, die sich auf unsere Forschungs- und Entwicklungskompetenzen (F&E) stützen. Sie werden ergänzt durch neue Ansätze bei Prozessen, Dienstleistungs- und Geschäftsmodellen. Des Weiteren setzen wir auf soziale Innovationen, um die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern und für benachteiligte Menschen in unserer Gesellschaft zu verbessern. Mit den Ergebnissen unserer Forschung und Entwicklung leisten wir einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen in der medizinischen Versorgung und in der Landwirtschaft. Wir setzen hierbei neben der starken Innovationskompetenz unserer Beschäftigten in allen Unternehmensbereichen auf ein breites Open-Innovation-Netzwerk und den Einsatz von neuen, bahnbrechenden Technologien, insbesondere auch durch Einbeziehung von Erkenntnissen aus den Data Sciences. Um Zugang zu komplementären Technologien und Know-how zu gewährleisten, sind Partnerschaften ein fester Bestandteil unserer Innovationsstrategie. Wir schließen strategische Allianzen mit diversen Partnern, wie Universitäten, Behörden, Start-ups, Zulieferern und anderen Industrieunternehmen. Wir verfügen über ein globales Netzwerk von F&E-Standorten, an denen etwa 16.200 Bayer-Beschäftigte tätig sind. Im Geschäftsjahr lag der Aufwand für Forschung und Entwicklung bereinigt um Sondereinflüsse bei 6.168 Mio. € (Vorjahr: 5.326 Mio. €).

Exzellenz in Forschung und Entwicklung

Die Schwerpunkte unserer Aktivitäten richten sich nach den Innovationsstrategien unserer Divisionen und dienen der Verbesserung der Gesundheit von Menschen und Pflanzen sowie der nachhaltigen Sicherung stabiler Ernten in der Landwirtschaft entsprechend unserer Vision „Health for all, hunger for none“. In unseren F&E-Projekten der drei Divisionen setzen wir verstärkt Data-Science-Methoden ein, strategisch koordiniert durch ein divisionsübergreifendes Digital Transformation Board (DTB).

Bei Crop Science haben wir die Weiterentwicklung innovativer Produkte und Services vorangetrieben, die auf den individuellen Bedarf von Landwirten zugeschnitten sind. Mit branchenführenden Investitionen in Forschung und Entwicklung wurden modernste Technologien und Innovationen entwickelt, die die Produktivität unserer Kunden und damit die Ernährungssicherheit erhöhen und den Landwirten helfen, die Belastung der Umwelt durch die Landwirtschaft weiter zu reduzieren. Die neu gezüchteten kurzwüchsigen Mais-Hybride stellten im Berichtsjahr ihre Fähigkeit unter Beweis, extremen Wetterbedingungen standzuhalten. Durch die in 2023 geplante Einführung des „Smart Corn Systems“ mit integrierter digitaler Plattform „Climate FieldView™“ werden Landwirte befähigt, während der gesamten Saison Dünge- und Pflanzenschutzmitteln präzise und damit ressourcen- und umweltschonend einzusetzen. Bayers digitale Plattform wurde 2022 weltweit in über 23 verschiedenen Ländern auf 80 Mio. ha angewendet. Im Bayer „PRO Carbono“-Programm, dem größten CO2-Programm Brasiliens, liegen die Kohlenstoff-Emissionswerte pro hergestellter Tonne Sojabohnen um 70 % unter dem nationalen Durchschnitt in Brasilien. Das „Bayer-Carbon-Programm“ wurde im Berichtsjahr in zehn Ländern weiter ausgebaut.

Unsere Division Pharmaceuticals hat ihren Transformationsprozess 2022 im Bereich Forschung und Entwicklung weiter vorangetrieben. So wurden durch den Einsatz neuartiger Technologien neue Möglichkeiten erschlossen, traditionell nicht behandelbare Targets mit Präzisionstherapeutika für schwerwiegende Krebserkrankungen und Immunstörungen zu entwickeln. Im Jahr 2022 haben wir über unser Tochterunternehmen Vividion Therapeutics, Inc., USA, eine strategische Partnerschaft mit Tavros Therapeutics, Inc., USA, zur Entdeckung und Verbesserung zielgerichteter Onkologie-Programme aufgenommen. Über die Plattformen von Tavros und Vividion werden funktionale und computergestützte Genomik-Technologien genutzt, um spezifische Schwachstellen in Tumoren zu identifizieren, neue Zielmoleküle und Biomarker in Bereichen mit hohem ungedeckten klinischen Bedarf zu entdecken und neue klinische Positionierungsstrategien für bestehende Moleküle zu definieren. Unsere Zell- und Gentherapie-Plattform wurde im Berichtsjahr wesentlich durch die Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Unternehmen Mammoth Bioscience, Inc., im Bereich innovativer Gen-Editierungs-Technologie (CRISPR-Systeme) verstärkt. Unser Tochterunternehmen BlueRock Therapeutics LP, USA, das bisher ausschließlich in den USA und Kanada geforscht hatte, hat 2022 damit begonnen, seinen europäischen Standort für Zelltherapie-Innovationen in Berlin aufzubauen. BlueRock stärkt damit wesentlich unsere Präsenz und Kompetenz im Bereich Zelltherapie. Zudem haben wir in Boston-Cambridge, USA, ein neues Bayer Research & Innovation Center (BRIC) eröffnet. Es ist weltweit eines der modernsten Forschungszentren für molekulare Präzisionsonkologie und verfolgt das Ziel, die Entwicklung neuartiger personalisierter Krebstherapien voranzutreiben. Der Standort des Zentrums am Kendall Square in Cambridge wird die enge Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern fördern und den Ausbau des globalen Netzes von Partnern aus dem akademischen Bereich sowie mit Krankenhäusern und der Biotech-Industrie weiter vorantreiben.

Um das Vertrauen der Öffentlichkeit in unsere Innovationen, unsere wissenschaftlichen Prozesse sowie unsere F&E-Organisation zu stärken, wurde im Berichtszeitraum die im Jahr 2021 in Deutschland gestartete divisionsübergreifende Initiative „Bayer Science Collaboration Explorer“ auch in den USA eingeführt. Diese Initiative zielt darauf ab, mehr Transparenz über die wissenschaftlichen Kooperationen von Bayer zu schaffen. Zudem werden durch moderne Forschung und Innovation auch zahlreiche komplexe ethische Fragen aufgeworfen. Daher hat Bayer Ende 2021 das „Bayer Bioethics Council“ gegründet, ein externes Beratungsgremium, das sich aus unabhängigen Experten zusammensetzt. Das erste persönliche Treffen des Councils fand im Juni 2022 in Berlin statt. Das Council hat die Aufgabe, relevante bioethische Fragen zu identifizieren und Bayer bei deren Beantwortung zu beraten. Die thematischen Schwerpunkte sind ethische Aspekte im Zusammenhang mit Gesundheit und Landwirtschaft, einschließlich der Auswirkungen der Digitalisierung auf diese Bereiche.

Leaps by Bayer

Über unsere Risikokapital-Einheit „Leaps by Bayer“ investieren wir in disruptive Innovationen in den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft. „Leaps by Bayer“ konzentriert sich in seinen Investitionsaktivitäten auf die Anwendung und Weiterentwicklung neuer Technologien, die das Potenzial besitzen, einige der drängendsten Probleme der Menschheit zu lösen und damit auch einen wichtigen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen zu leisten.

Der bewährte Rahmen zur Aufnahme neuer Aktivitäten wird durch die „10 Leaps“ definiert:

  • Heilung genetisch bedingter Krankheiten
  • Nachhaltige Verfügbarkeit von Organen und Gewebe schaffen
  • Reduzierung der Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft
  • Krebs verhindern und heilen
  • Gehirn und Geist schützen
  • Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen aufhalten
  • Gesunde, zukunftsweisende Pflanzen entwickeln
  • Alternative, nachhaltige Proteinquellen erschließen
  • Ernte- und Nahrungsmittelverluste verhindern
  • Gesundheit mithilfe von Daten revolutionieren

Das „Leaps by Bayer“-Portfolio umfasste zum Jahresende 2022 Beteiligungen an mehr als 50 Biotech- und Tech-Start-ups. Beispiele für die vielfältigen Aktivitäten von „Leaps by Bayer“ im Bereich Gesundheit waren im Berichtszeitraum die Entwicklung innovativer Therapieansätze zur Behandlung von Krebs- und genetischen Erkrankungen. Einhergehend mit Leap „Krebs verhindern und heilen“ beteiligte sich Leaps in einer Finanzierungsrunde von Capstan Therapeutics Inc., USA. Capstan Therapeutics versucht, mittels ihrer präzisen In-vivo-cell-engineering-Technologie aktuell bestehende Herausforderungen in der Entwicklung von Zelltherapien, wie z. B. Hürden in der Herstellung, Kostenminimierung und in der Zugänglichkeit, zu adressieren. Zusätzlich investierte Leaps auch in Affini-T Therapeutics, Inc., USA – ein Start-up, das an Therapien für einige bisher schwer zu behandelnde solide Tumore mit hohen Sterblichkeitsraten wie Lungenkrebs, Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs arbeitet. Außerdem beteiligte sich Leaps an einer Finanzierungsrunde von Indapta Therapeutics Inc., USA, die an der Entwicklung einer allogenen Zelltherapie arbeiten. Auch wurde eine Investition in ReCode Therapeutics, Inc., USA, getätigt. Dabei handelt es sich um die „Selective Organ Targeting (SORT) Lipid Nanopartikel Technologie-(LNP)Plattform“ des Unternehmens, ein nicht viraler Transportansatz, mithilfe dessen die Entwicklung neuer Gentherapeutika vorangetrieben werden soll. Zusätzlich investierte Leaps in diesem Jahr das erste Mal in eine Lösung für die mentale Gesundheit durch die Beteiligung an einer Finanzierungsrunde für Woebot Labs, Inc., USA (Woebot Health), ein Unternehmen, welches einen KI-gestützten, chatbasierten „digitalen Therapeuten“ entwickelt hat. Im Landwirtschaftssektor gab es im Berichtsjahr größere Projekte zwischen einigen Leaps-Portfoliofirmen und unserer Division Crop Science.# Bayer AG

Crop Science

We are developing a broad range of tailored solutions with the help of digital applications and expert teams. This enables farmers to achieve higher productivity in a sustainable way. Our R&D organization comprises around 7,700 employees (previous year: 7,300) in more than 60 countries worldwide. In addition, we work with a wide variety of external partners within our open innovation model to strengthen our innovation power.

Research and Development Capabilities

Our R&D division focuses on developing cross-indication solutions for farmers and customers, utilizing several technology platforms that enable sustainable increases in agricultural productivity and better protection of natural resources. By specifically bundling expertise in the following areas, we can bring innovations to market faster.

Our innovations in plant breeding are aimed at increasing yields, making plants more resistant to pests, diseases, and the effects of climate change, and improving quality. By combining genomic, phenotypic, and ecological data with modern breeding methods and artificial intelligence (AI), we are developing novel seed products. Our product design centers in Petrolina (Brazil), Marana (USA), and Juana Diaz (Puerto Rico), among others, accelerate the development of seed products for our largest markets by utilizing the latest technologies in our large-scale, automated greenhouses in a controlled environment. Through this advanced global breeding program, we developed over 500 new seed varieties and hybrids for corn, soybeans, cotton, and vegetables in the reporting year.

Using biotechnology and gene editing techniques, we are developing plant traits in corn, soybeans, cotton, and rapeseed, for example, that specifically increase plants' resistance to insects, diseases, weeds, and other environmental stresses such as drought or strong winds. This can protect or increase yields and, in some cases, even reduce the use of insecticides. The use of biotechnologically produced plant traits enables sustainable cultivation that uses fewer crop protection products and aims to preserve topsoil and reduce CO2 emissions through gentler cultivation methods. We are a global leader in "plant biotechnology" and have twelve next-generation plant traits in development.

In our chemical crop protection program, we discover, develop, and optimize new, safe, and sustainable products with herbicidal, insecticidal, and fungicidal effects. We are working on tailored solutions to more effectively combat threats to harvests and achieve better yields. Our lifecycle management program enables us to achieve hundreds of new crop protection product registrations annually, expanding the reach of our products to new crops and regions. The discovery of new modes of action is one of our main concerns, as it helps us find better solutions for our customers' needs and achieve our sustainability goals, with a focus on reducing the environmental impact of crop protection products.

Our strategy for biologicals encompasses a broad range of solutions with a focus on microorganisms and their derived substances, as well as plant extracts. Biologicals can help reduce the use of chemical crop protection products, lower residue levels, and implement resistance management strategies. By incorporating biological products into programs with conventional chemical crop protection products, we create an integrated application system. We are further realigning our activities in this area by entering into partnerships with innovation leaders and strengthening our internal R&D activities in product development and launch support.

From farmer to consumer, digital solutions and data science are accelerating technology in agriculture and improving decision-making along the entire value chain. We are further expanding our digital capabilities and offering tailored solutions, digital platforms, and solutions for the entire value chain worldwide. Our digital farming platform "Climate FieldView™" provides field-specific information that we use to provide farmers with product recommendations based on novel models. These recommendations are precisely tailored to the needs of the fields. With this information, we can maximize the benefits of our seed and crop protection portfolio, help farmers participate more in CO2 markets and value chains for food, feed, textile fibers, and fuels, and lead Bayer to digital business models and new growth opportunities.

Research and Development Pipeline

Our product pipeline contains a variety of new chemical crop protection products, seed varieties, digital products, and biologicals that enable sustainable agriculture and higher productivity. In the following table, we show new products from late development phases¹ that are expected to be launched by 2024.

Product Group / Digital Application Core Crop / Indication Product / Plant Trait / Number of Hybrids or Varieties First Market Introduction
Plant Breeding Crop Efficiency > 250 new corn seed hybrids in 2022 2022
Plant Breeding Crop Efficiency Short Stature Corn/short-stalked corn 2024
Biotechnology Pest Control VT4PRO
Plant Breeding Crop Efficiency ~ 150 new soybean seed varieties in 2022 2023
Plant Breeding Crop Efficiency > 10 new cotton seed varieties in 2022 2022
Biotechnology Pest Control ThryvOn Technology 2023
Biologicals/Chemical Crop Protection Crop Efficiency, Disease Management, Pest Control, Weed Control 10 new formulations of crop protection products in 2022 2022
Crop Protection Pest Control Plenexos (Spidoxamat) 2024
Plant Breeding Crop Efficiency, Disease Management > 90 new varieties in 2022 2023
Digital Applications
Digital Platforms Microsoft partnership offers B2B services in agritechnology 2023
Value Chain Solutions CO2 Markets Methods for CO2 integration and reduction in North America - pilot projects in other regions 2024
Tailored Solutions Crop Efficiency Recommendations for plant density and corn seed selection in Brazil and Europe

As of December 2022
¹ Planned market introductions of a selection of new products, subject to regulatory approvals.
² Lifecycle Management

In the reporting year, we initiated field studies to demonstrate the technical feasibility of two new chemical or biological active ingredients or plant traits².# Neue Produkte und Zulassungen im Berichtsjahr (Beispiele)

Im Berichtsjahr haben wir SmartStaxTM PRO, die dritte Generation unserer Pflanzeneigenschaft zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, in den USA auf den Markt gebracht. Diese Technologie kombiniert die Vorteile von SmartStaxTM mit einem neuartigen Wirkmechanismus auf Basis von RNAi-Technologie, der den Landwirten einen größtmöglichen Schutz vor dem Maiswurzelbohrer in Gebieten mit mittlerem bis sehr hohem Befallsdruck bietet.

Unser neuestes Maisprodukt VT4PRO™ wurde im Berichtsjahr in den USA zugelassen. Diese biotechnologische Pflanzeneigenschaft enthält ebenfalls einen Wirkmechanismus auf RNAi-Basis und kombiniert diesen mit unserer TreceptaTM-Technologie für oberirdische Insektenbekämpfung. Es ergänzt andere Produkte wie SmartStaxTM PRO in Regionen mit geringem bis mittlerem Befallsdruck durch den Maiswurzelbohrer und einem potenziell höheren Risiko durch den Baumwollkapselbohrer oder den Westlichen Bohnenschneider. Vorbehaltlich der Zulassungen in den Bundesstaaten rechnen wir mit einer Markteinführung bereits im Jahr 2024.

ThryvOn™ ist die erste biotechnologische Pflanzeneigenschaft der Industrie, die der gesamten Baumwollpflanze einen eingebauten Schutz vor Blattwanzen und Thripsen bietet. Sie könnte helfen, die Anzahl der Insektizidanwendungen zur Bekämpfung dieser Insekten zu reduzieren. Nach der begrenzten Einführung im Jahr 2022 ist die Technologie nun in den USA für die Baumwollsaison 2023 verfügbar.

Im Berichtsjahr wurde das neue Maisherbizid TriVolt™ in den USA zugelassen und verstärkt unser breites Pflanzenschutz-Portfolio. Diese neue Maisherbizidformulierung wirkt gegen ein breites Spektrum von breitblättrigen Unkräutern und Gräsern, sorgt für sichtbar saubere Felder und bietet eine Residualwirkung von bis zu acht Wochen. TriVolt™ bietet ein integriertes Resistenzmanagement und einen gleichbleibend hohen Schutz vor Unkraut im Maisanbau.

In Australien haben wir im Berichtsjahr MatenoTM Complete, ein Vorauflauf- und frühes Nachauflaufherbizid gegen Gräser und breitblättrige Unkräuter im Weizen- und Gerstenanbau auf den Markt gebracht. Das Herbizid enthält einen für Australien neuen Wirkungsmechanismus auf Basis des Wirkstoffs Aclonifen in einer ergänzenden Co-Formulierung mit Pyroxasulfon- und Diflufenican-Herbiziden.

Darüber hinaus haben wir XivanaTM, ein Blattfungizid im Obst- und Gemüseanbau, auf den Markt gebracht. Sein Wirkstoff Fluoxapiprolin bietet den australischen Weinbauern einen neuen fungiziden Wirkmechanismus mit einer hohen Wirksamkeit bei sehr geringer Dosierung und einem überzeugenden Sicherheitsprofil für Bestäuber und nützliche Insekten.

Wir haben unser neues Fungizid FoxTM Supra3 2022 in Brasilien und Paraguay erstmalig für ausgewählte Kunden auf den Markt gebracht. Der neue Wirkstoff Indiflin hilft Landwirten, ihre Ernte zu schützen, und stärkt zugleich unsere führende Position in diesem Marktsegment. FoxTM Supra bietet zwei sich ergänzende Wirkmechanismen, die eine Kontrolle des asiatischen Sojarosts ermöglichen, und wird unser Breitbandfungizid FoxTM Xpro in saisonalen Spritzanwendungen ergänzen, sodass die Landwirte höhere Erträge erzielen können.

FieldView™️ wurde im Berichtsjahr in Australien eingeführt und ist damit das erste Angebot der digitalen Plattform im asiatisch-pazifischen Raum. Die Plattform wird den Baumwoll-, Raps- und Getreidelandwirten des Landes bessere Einblicke in ihren Betrieb und eine bessere Entscheidungsfindung ermöglichen und darüber hinaus die zukünftige Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle unterstützen.

Patente

Wir beantragen grundsätzlich Patentschutz für unsere Innovationen im chemischen Pflanzenschutz und im Saatgut-/Biotechnologie-Bereich. Der Zusammenhang zwischen Patenten und Produkten ist verhältnismäßig komplex, da Produkte häufig mehrere Technologien vereinen, die in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedlich geschützt sind. Außerdem werden Patente oft erst spät im Produktlebenszyklus erteilt.

Für einige unserer Pflanzenschutzwirkstoffe wie Glyphosat, Trifloxystrobin, Prothioconazol4 oder Imidacloprid ist der Patentschutz zwar abgelaufen, aber wir verfügen weiterhin über eine Vielzahl von Patenten für Formulierungen, Mischungen und/oder Herstellungsverfahren für diese Wirkstoffe.

Einige neuere Wirkstoffe wie etwa Fluopyram und Bixafen sind zudem noch bis mindestens 2023 in den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Brasilien, Kanada und anderen Ländern patentgeschützt, Fluopyram in den USA sogar bis 2024 und in Brasilien bis 20255.

Tetraniliprole genießt in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Brasilien, Kanada und anderen Ländern noch Patentschutz bis 2029, in den USA sogar bis 2030.

Unser Patentschutz für die erste Generation von Roundup Ready™-Soja ist abgelaufen, einige Sorten unterliegen aber z. B. in den USA noch einem Sortenpatent. Unsere aktuelle Generation von Sojabohneneigenschaften (Roundup Ready 2 Xtend™, XtendFlex™ und Intacta 2 Xtend™) ist noch bis mindestens Ende dieses Jahrzehnts patentgeschützt.

Im Bereich Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften haben die meisten Landwirte bereits auf die nächste Generation geschützter Maissorten umgestellt. Patente für SmartStax™ und SmartStax™ PRO haben noch bis mindestens 2028 Bestand.

Im Bereich Baumwollsaatgut und Pflanzeneigenschaften ist Bollgard™ 3 XtendFlex™ noch bis mindestens Mitte der 2030er-Jahre patentgeschützt.

Partnerschaften und Kooperationen

Als bevorzugter Partner in der landwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung stellen wir unseren Partnern Fachwissen, Ressourcen und erweiterte Expertise zur Verfügung, damit Landwirte weltweit von einem globalen Netzwerk lösungsorientierter Innovatoren profitieren können.

Neue Geschäftsmodelle

Im September kündigten wir eine Zusammenarbeit mit Perdue AgriBusiness, USA, im Bereich der regenerativen Landwirtschaft an. Sie soll dazu beitragen, die CO2-Emissionen in großem Umfang zu reduzieren und ein Modell für eine nachhaltigere Lebensmittelwertschöpfungskette im gesamten Getreide-Netzwerk von Perdue zu schaffen. Die Stärken und die Größe beider Partner werden genutzt, um ein Konzept zu erstellen, mit dem Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck bewerten und ihre Fähigkeit zur Reduzierung von Scope-3-Emissionen verbessern können. Es ist die erste Zusammenarbeit dieser Art im Rahmen unserer neuen, im August eingeführten ForGround-Plattform, die den Übergang zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken für Betriebe jeder Größe erleichtern wird.

Im Oktober gaben wir zudem eine Zusammenarbeit zum Ausbau des Marktplatzes von Nori für die CO2-Kompensation bekannt. Somit können wir eigene CO2-Kompensationen beisteuern und das Angebot innerhalb unserer Plattform verbessern, damit noch mehr Landwirte die Möglichkeit haben, von umweltschonenden Anbaumethoden zu profitieren.

Nachhaltigkeit

Wir erwarben im August eine Mehrheitsbeteiligung an CoverCress Inc., deren gleichlautendes rotierendes Saatgut die Ölsaatproduktion mit den Umweltvorteilen einer Zwischenfrucht verbindet, ohne andere Anbaukulturen zu verdrängen. Das aus CoverCressTM gewonnene Öl soll zu einer geringeren Kohlenstoffintensität beitragen und kann u. a. zu erneuerbarem Diesel verarbeitet werden. Mit uns sowie den Miteigentümern Bunge Ltd., USA, und Chevron Corp., USA, als Vertragspartner ist die gesamte Wertschöpfungskette bei CoverCress Inc. vertreten, womit das große Potenzial dieser neuen Nutzpflanze für Landwirte unterstrichen wird.

Mit unserer Unterstützung haben Forscher der University of California, Davis, vielversprechende Ansätze entwickelt, um die Menge an Stickstoffdünger zu reduzieren, die für den Anbau von Getreide benötigt wird. Die Forschung könnte den Landwirten eine jährliche finanzielle Ersparnis einbringen und die Umwelt schonen.

Pflanzenschutz

Im Oktober haben wir eine mehrjährige strategische Partnerschaft mit Ginkgo Bioworks, Inc., USA, geschlossen, um die Forschung und Entwicklung biologischer Produkte für die Landwirtschaft zu beschleunigen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die innovative Technologie-Plattform von Joyn Bio zur Stickstofffixierung weiterentwickelt wird und wir das exklusive Recht erhalten, die Technologie in Zukunft zu vermarkten..

Mit Targenomix GmbH, Deutschland, arbeiten wir seit 2014 erfolgreich zusammen. So hat die Kooperation u. a. die Entdeckung und Entwicklung des branchenweit ersten neuen Nachauflaufherbizids für die Unkrautbekämpfung im Ackerbau seit 30 Jahren hervorgebracht. Das neue Herbizid hat sich in der Forschung als wirksam gegen die wichtigsten resistenten Gräser gezeigt und wird voraussichtlich gegen Ende dieses Jahrzehnts auf den Markt kommen. Im Jahr 2019 wurde die Kooperation auf die Identifizierung von Biomarkern durch die Targenomix-Plattform für Computational Life Sciences ausgeweitet, die eine Vorhersage der Sicherheit von Pflanzenschutzkandidaten in einem frühen Stadium des F&E-Prozesses ermöglicht.

Das im November 2022 übernommene Biotechnologie-Start-up wird mit seinem Know-how, seinen Fachkräften und Plattformen entscheidend zur Zielsetzung von Bayer beitragen, sichere und effektive Wirkstoffe zu entwickeln, die helfen können, die landwirtschaftliche Produktion nachhaltiger zu gestalten.

Wir haben gemeinsam mit dem Agrarbiotechnologie-Unternehmen Oerth Bio eine neue Forschungskooperation zur Entwicklung der nächsten Generation von nachhaltigeren Pflanzenschutzmitteln gestartet. PROTACTM (PROteolysis TArgeting Chimera), die patentierte Proteinabbau-Technologie von Oerth Bio, wurde ursprünglich zur Bekämpfung von Krebs und anderen schwer zu behandelnden Krankheiten entwickelt. Sie eröffnet innovative Möglichkeiten für komplett neuartige Lösungen im Pflanzenschutz und für eine klimaresilientere Landwirtschaft.# Oerth Bio ist das erste und einzige Unternehmen, das landwirtschaftliche Lösungen auf der Grundlage der PROTACTM-Technologie erforscht. Wir sind Teil eines weltweiten Netzwerks von Partnern aus den verschiedensten Bereichen der Agrarwirtschaft und arbeiten mit vielen öffentlich-privaten Institutionen, NGOs, Universitäten sowie anderen Einrichtungen zusammen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige laufende Kooperationen:

A 1.3/2 Wichtige Kooperationen

Crop Science Partner Ziel der Kooperation
AbacusBio Limited Beschleunigung des weltweiten Züchtungsprogramms von Bayer durch das Know-how von AbacusBio in der Priorisierung und Bewertung von Pflanzeneigenschaften, um anhand der antizipierten Bedürfnisse von Landwirten und Märkten gezielt neue Produkte zu entwickeln
Andes Ag, Inc. Das von Andes entwickelte Verfahren integriert Mikroben, die die Wurzelstruktur des Saatguts bevölkern und einen Prozess in Gang setzen, der als biologische Stickstofffixierung bekannt ist. Die Pflanze kann mithilfe der Mikroben Stickstoff aus der Luft aufnehmen und verwerten. Damit verringert sich der Bedarf an synthetischen Düngemitteln, bei deren Produktion Treibhausgasemissionen entstehen
BASF SE Gemeinsam finanzierter Kooperationsvertrag über die Entwicklung transgener Produkte mit erhöhter Ertragsstabilität in Mais und Sojabohnen
Brazilian Agricultural Research Corporation - Embrapa Zusammenarbeit im F&E-Bereich, um spezifische Herausforderungen der brasilianischen Landwirtschaft anzugehen, z. B. die integrierte Unkrautbekämpfung und die Kohlenstoffdynamik im Boden sowie Messmethoden für tropische Umgebungen
2Blades Foundation Forschungskooperation zur Identifizierung von Genen in Hülsenfrüchten, die für Resistenzen gegen den Asiatischen Sojarost verantwortlich sind, und anderer hergestellter Gene für die Bekämpfung dieser wichtigen Pilzkrankheit bei Sojabohnen
Citrus Research Development Foundation, Inc. Suche nach Lösungen für die Krankheit „Citrus Greening“, die weltweit den Anbau von Zitrusfrüchten und die Fruchtsaftindustrie bedroht
Elemental Enzymes Ag and Turf LLC Nutzung von Bodenmikroben zur Verbesserung der Pflanzengesundheit für produktivere Pflanzen
Grains Research and Development Corporation (GRDC) Partnerschaft zur Entdeckung und Entwicklung innovativer Lösungen in der Unkrautbekämpfung (Herbizide)
Ginkgo Bioworks, Inc. Mehrjährige strategische Partnerschaft mit Ginkgo als Hauptpartner für die erweiterte Plattform von Ginkgo für landwirtschaftliche Biologika, die auf Stickstofffixierung, Pflanzenschutz und Kohlenstoffbindung ausgerichtet ist
KWS SAAT SE Gemeinsamer Kooperations- und Vertriebsvertrag für herbizidtolerante Zuckerrüben
Microsoft Corp. Strategische Partnerschaft zur Entwicklung und Lizenzierung neuer Cloud-basierter Möglichkeiten für Unternehmen in die Landwirtschaft und angrenzende Branchen
National Resources Institute Finland (Luke) Computergestützte Instrumente zur Integration von Genetik und genomischer Bewertung zur Verbesserung von Feldfrüchten
Oerth Bio LLC Oerth Bio LLC wurde zusammen mit dem Biotechnologieunternehmen Arvinas gegründet und nutzt deren PROTAC™-Technologie zum gezielten Proteinabbau, um neue, innovative Agrarprodukte für höhere Erträge zu entwickeln
Pairwise Plants, LLC Forschungspartnerschaft zur Entwicklung von Werkzeugen für die Genom-Editierung und Produkten in Mais, Sojabohnen, Baumwolle, Raps und Weizen
RAGT SEMENCES S.A.S RAGT und Bayer haben eine exklusive Zusammenarbeit vereinbart, um gemeinsam neue und bessere Hybridweizensorten zu entwickeln die den sich wandelnden Bedürfnissen der Landwirte in Europa gerecht werden
Rantizo, Inc. Präzise Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mithilfe unbemannter luftgestützter Systeme (Drohnen) zur Verringerung der Bodenverdichtung. Die gezielte Ausbringung geeigneter Mittel in der richtigen Dosierung für die jeweilige Pflanze verringert nicht nur die Menge an Pflanzenschutzmitteln, sondern senkt auch den CO2-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen
Sentera, Inc. Visualisierung und Bestellung von Bilddaten über FieldViewTM
Sound Agriculture Co. Die Plattform von Sound mit zwei Technologien nutzt die natürlichen Fähigkeiten der Pflanze und des Mikrobioms, um mithilfe biochemischer Ansätze die Landwirtschaft schneller und effizienter zu machen
UC Davis-Eduardo Blumwald Identifizierung von Stoffwechselvorgängen in Getreidekulturen zur Verbesserung der biologischen Stickstofffixierung und zur Verringerung des Bedarfs an chemischen Düngemitteln

Pharmaceuticals

Bei unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Division Pharmaceuticals konzentrieren wir uns auf Erkrankungen mit hohem medizinischen Bedarf auf den Gebieten Herz-Kreislauf, Onkologie und Frauengesundheit. Im Rahmen unserer Zell- und Gentherapie-Plattform entwickeln wir Therapien für Indikationen mit ebenfalls hohem medizinischen Bedarf, bei denen eine Zell- und Gentherapie erfolgversprechend ist, unabhängig von bestimmten Therapiegebieten. Beispiele hierfür sind neurodegenerative Erkrankungen, Muskeldystrophien, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- oder Augenerkrankungen. Im Bereich Radiologie fokussieren wir uns auf die Entwicklung von digitalen Lösungen, Kontrastmitteln und Injektionssystemen.

Weltweit arbeiten rund 7.900 (Vorjahr: 7.400) Beschäftigte in unserem F&E-Bereich an mehreren Zentren, vor allem in Deutschland, den USA, Japan, China, Finnland und Norwegen. Im Juni 2022 eröffneten wir, wie eingangs unter „Exzellenz in Forschung und Entwicklung“ erwähnt, unser neues Bayer Research and Innovation Center (BRIC) in Boston-Cambridge (MA, USA). Dieses beherbergt unser Forschungszentrum für molekulare Präzisionsonkologie inklusive eines neu gegründeten Forschungsteams, das mithilfe chemisch-biologischer Technologien die Entwicklung von neuartigen zielgerichteten Krebsmedikamenten weiter vorantreibt. Außerdem stärken wir somit die Zusammenarbeit zwischen unseren bewährten F&E-Teams, unseren US-Tochterunternehmen wie BlueRock Therapeutics, Inc., Asklepios Biopharmaceutical Inc. (AskBio) und Vividion Therapeutics, Inc., sowie externen Partnern. Mit einer Gesamtinvestition von 140 Mio. USD und aktuell 100 Beschäftigten haben wir damit unsere Präsenz an einem der weltweit innovativsten Standorte für pharmazeutische F&E weiter ausgebaut und sind jetzt in vier der größten Biotechnologiezentren der USA vertreten: Boston, San Francisco, San Diego und Research Triangle Park.

In unseren F&E-Aktivitäten kombinieren wir tiefgreifende Erkenntnisse der Krankheitsbiologie mit einer Vielzahl von Therapieformen und setzen auf konsequente Implementierung digitaler Technologien und den Einsatz von Datenwissenschaften. Dadurch gestalten wir F&E-Prozesse schneller, zuverlässiger und effektiver. Unser Ziel ist es, auf Basis der Präzisionsmedizin Patienten wirkungsvolle, individuelle Lösungen anzubieten, die Krankheiten verhindern, diagnostizieren, behandeln oder sogar heilen. Mit den Akquisitionen der zwei Biotechfirmen BlueRock in 2019 und AskBio in 2020 sowie des Chemtech-Unternehmens Vividion in 2021 investierten wir konsequent in neue Technologie-Plattformen. Damit erweiterten wir einerseits unsere Expertise auf dem Gebiet neuer Modalitäten um Kompetenzen in der Zelltherapie (BlueRock) und Gentherapie (AskBio) andererseits verstärkten wir unsere vorhandenen Kompetenzen im Bereich niedermolekularer Substanzen (Vividion). Die drei Firmen operieren weitgehend selbständig, aber als interne Partner in enger Zusammenarbeit mit unserer Forschung und Entwicklung in der Division Pharmaceuticals, und leisten einen entscheidenden Beitrag, unsere Forschungs-Pipeline mit neuartigen, erstklassigen Entwicklungskandidaten nachhaltig auszubauen. Im Jahr 2022 haben die Firmen ihr Entwicklungs-Portfolio weiter vorangetrieben und Kompetenzen in bestimmten Gebieten weiter ausgebaut. Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel „Zell- und Gentherapie“ sowie „Externe Innovationen“.

Aussichtsreiche neue Wirkstoffe aus unserer frühen Forschungs-Pipeline werden in die präklinische Entwicklung überführt. Dabei definieren wir einen neuen Wirkstoff (NME = new molecular entity) als aktive Substanz, die bislang nicht zur Anwendung am Menschen zugelassen ist. In der präklinischen Entwicklung werden die Wirkstoffe in verschiedenen Modellen auf ihre Eignung für die Erprobung in klinischen Studien und die damit verbundene Erstanwendung am Menschen weiter untersucht. Klinische Studien sind ein unentbehrliches Instrument zur Bestimmung der Wirksamkeit und Sicherheit neuer Medikamente, bevor sie zur Diagnostik oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden können. Nutzen und Risiken neuer medizinischer Produkte müssen stets wissenschaftlich belegt und gut dokumentiert werden. Alle unsere klinischen Studien entsprechen strengen internationalen Richtlinien und Qualitätsstandards sowie den jeweils gültigen nationalen Gesetzen und Normen. Auch die Veröffentlichung von Informationen über klinische Studien erfolgt bei Bayer in Übereinstimmung mit den jeweils gültigen nationalen Gesetzen und nach den Prinzipien des europäischen (EFPIA) und des US-amerikanischen (PhRMA) Pharmaverbands, die in Positionspapieren definiert wurden. Informationen über eigene klinische Studien sind sowohl im öffentlich zugänglichen Register www.ClinicalTrials.gov als auch in unserer eigenen „Trial Finder“-Datenbank verfügbar. Weitere Informationen zu unseren global einheitlich Standards, der Überwachung von Studien und der Rolle der Ethikkommissionen finden Sie auf unserer Homepage.

Zell- und Gentherapie

Zell- und Gentherapien sind neue, transformative Therapieformen, durch die wir unsere Kompetenzen in der Arzneimittelentwicklung erweitert haben, um Zielstrukturen bei Krankheiten adressieren und Krankheiten behandeln zu können. Sie haben das Potenzial, in Krankheitsmechanismen einzugreifen und in Zukunft sogar heilend zu sein. Robuste Herstellungsprozesse sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Zell- und Gentherapien.Wir investieren in das Know-how und die Infrastruktur, um diese Produkte letztlich weltweit für Patienten bereitzustellen. Mit der Übernahme von AskBio verfügen wir nun auch über erstklassige GMP-Produktionsanlagen, die nicht nur für den internen Bedarf produzieren können, sondern darüber hinaus auch über eine eigene Contract Development and Manufacturing Organization (CDMO) Leistungen für Dritte in Form von Auftragsentwicklung und -fertigung erbringen.

Im Jahr 2022 haben wir unser Entwicklungs-Portfolio der Zell- und Gentherapie weiter ausgebaut. Es umfasst derzeit sieben Projekte in unterschiedlichen Stadien der klinischen Entwicklung. Diese decken mehrere Therapiegebiete mit hohem medizinischen Bedarf ab, mit führenden Programmen in den Bereichen Parkinson-Krankheit, Pompe-Krankheit und kongestive Herzinsuffizienz.

A. 1.3/3 Zell- und Gentherapie-Projekte in der klinischen Entwicklung

Projekte Indikation (Modalität, Klinische Phase)
AB-1005 (vormals AAV2_GDNF_PD)¹ Parkinson-Krankheit (Gentherapie, Phase Ib)
ACTUS-101 Morbus Pompe (Gentherapie, Phase I/II)
AB-1002 (vormals NAN-101)² Kongestive Herzinsuffizienz (Gentherapie, Phase I)
AB-1005 (vormals AAV2_GDNF_MSA)³ Multisystematrophie (Gentherapie, Phase I/II)
Bemdaneprocel (BRT-DA01)⁴ Parkinson-Krankheit (Zelltherapie, Phase I)
BV-1015 Huntington-Krankheit (Gentherapie, Phase I/II)
LION-1016 Gliedergürtel-Muskeldystrophie Typ 2I/R9 (Gentherapie, Start Phase-I für 2023 geplant)

Stand: 6. Februar 2023
¹Registrierungsnummer NCT04167540, Rekrutierung abgeschlossen
²Registrierungsnummer NCT04179643, Rekrutierung gestartet
³Registrierungsnummer NCT04680065, Rekrutierung gestartet
⁴Registrierungsnummer NCT04802733, Rekrutierung abgeschlossen
⁵Registrierungsnummer NCT05541627; Rekrutierung gestartet
⁶Registrierungsnummer NCT05230459, Rekrutierung noch nicht gestartet

Im Jahr 2022 ergaben sich die folgenden wesentlichen Entwicklungen:

  • Im Mai schloss BlueRock die Patientenaufnahme für die klinische Phase-I-Studie mit BRT-DA01, einer neuartigen Zelltherapie zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, ab.
  • Ebenfalls im Mai stellten wir die Zusammenarbeit basierend auf einer Lizenzvereinbarung für auf Mesothelin gerichtete CAR-T-Zelltherapien zur Behandlung von soliden Tumoren mit Atara Biotherapeutics, Inc., USA, ein.
  • Im Juni gaben wir die Gründung des BlueRock-Standorts für Zelltherapie-Innovationen auf unserem Campus in Berlin bekannt. Dies soll die Ausweitung und Beschleunigung der klinischen Studien des Unternehmens in Europa ermöglichen.
  • Im August erhielt BrainVectis, ein Tochterunternehmen von AskBio, die Genehmigung zur Durchführung einer klinischen Phase-I/II-Studie in Frankreich für seine neuartige Gentherapie zur Behandlung der Huntington-Krankheit im Frühstadium (BV-101).
  • Im Oktober haben wir entschieden, die Entwicklungsaktivitäten für den Entwicklungskandidaten Peboctocogene Camaparvovec in der Phase I/II nicht weiterzuverfolgen. Die Gentherapie wurde für die Behandlung von Erwachsenen mit Hämophilie A geprüft. Alle lizenzierten Rechte für Peboctocogene Camaparvovec sind an Ultragenyx Pharmaceutical, Inc., USA, zurückgegangen.
  • Im Januar 2023 gab Viralgen, eine Tochtergesellschaft von AskBio, den Erhalt der cGMP-Lizenz (Zertifizierung für gute Herstellungspraxis) für die Herstellung von Gentherapieprodukten in einer neuen Produktionsanlage in San Sebastian in Spanien bekannt.

Projekte der klinischen Prüfungsphasen II und III

Einer der wichtigsten Wirkstoffe der klinischen Entwicklung in den Phasen II und III ist unser Faktor-XIa-Inhibitor Asundexian. Im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen wollen wir damit weiterhin Innovationen in der Thrombosebehandlung fördern. Trotz der großen Fortschritte, die in den letzten 15 Jahren bei der Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen erzielt wurden, werden viele Patienten, die für eine Antikoagulationstherapie infrage kommen, derzeit nicht ausreichend behandelt, sei es aus Angst vor den damit verbundenen möglichen Blutungskomplikationen oder weil die derzeitigen Therapien für bestimmte Patientengruppen nicht geeignet sind. Durch die Hemmung von Faktor-XI(a) kann das Gerinnungssystem selektiv moduliert und dadurch die Bildung von pathologischen Thromben (z. B. solchen, die zu einem Schlaganfall führen können) blockiert werden, ohne dass die physiologische Gefäßheilung (z. B. nach einer Verletzung) verhindert wird. Mit Fokus auf die Faktor-XI(a)-Hemmung streben wir einen weiteren Paradigmenwechsel an und untersuchen deshalb eine neue Klasse von Antithrombotika, die das Potenzial eines verbesserten Nutzen-Risiko-Profils im Vergleich zu aktuellen Behandlungsoptionen hat.

Die wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase II sind:

A. 1.3/4 Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase II)

Projekte Indikation
Adrenomedullin Pegol (PEG-ADM Inhale) Akutes Atemnotsyndrom
Asundexian (FXIa Inhibitor) Prävention schwerer kardialer Ereignisse (MACE)
Gadoquatrane (MRT Kontrastmittel) Magnetresonanztomografie
BAY 2395840 (BDKRB1 Antagonist) Neuropathische Schmerzen
Regorafenib + Nivolumab Kombination¹ Rezidivierende oder metastasierende solide Tumore
Runcaciguat (sGC Aktivator) Chronische Nierenkrankheit
Runcaciguat (sGC Aktivator) Nicht proliferative diabetische Retinopathie
Zabedosertib (IRAK4 Inhibitor) Atopische Dermatitis

Stand: 6. Februar 2023
¹In Zusammenarbeit mit Bristol-Myers Squibb Company Co., USA, und Ono Pharmaceutical Co., Ltd., Japan

Die folgende Tabelle enthält unsere wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase III:

A. 1.3/5 Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase III)

Projekte Indikation
Asundexian (FXIa Inhibitor) Prävention von Schlaganfall in Patienten mit Vorhofflimmern
Asundexian (FXIa Inhibitor) Sekundäre Prävention von Schlaganfall
Copanlisib (PI3K-Inhibitor) + Chemotherapie Kombination Zweitlinien-Therapie bei indolentem Non Hodgkin‘s Lymphom (NHL)
Darolutamid (ODM-201, AR-Antagonist) Hormonsensitives, metastasiertes Prostatakarzinom
Darolutamid (ODM-201, AR-Antagonist) / ADT ohne Chemotherapie Adjuvante Behandlung bei lokalisiertem Prostatakrebs mit sehr hohem Rezidivrisiko
Elinzanetant (Neurokinin-1,3 Rezeptor-Antagonist) Vasomotorische Symptome
Finerenon (MR-Antagonist) Herzinsuffizienz mit mittlerer oder erhaltener Ejektionsfraktion
Finerenon (MR-Antagonist) Nicht-diabetische chronische Nierenerkrankung
Vericiguat (sGC Stimulator)¹ Stabile chronische Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF)

Stand: 6. Februar 2023
¹In Zusammenarbeit mit Merck & Co., Inc., USA

Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und/oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.

Im Jahr 2022 ergaben sich die folgenden wesentlichen Entwicklungen:

Asundexian

  • Im Februar haben wir bekannt gegeben, dass die U.S. Food and Drug Administration (FDA) unserem Prüfpräparat Asundexian den Fast-Track-Status für den potenziellen Einsatz zur Sekundärprävention bei Patienten mit nicht kardioembolischem ischämischem Schlaganfall erteilt hat.
  • Im April präsentierten wir Ergebnisse der Phase-IIb-Studie PACIFIC-AF zur Sicherheit von Asundexian bei Patienten mit Vorhofflimmern.
  • Im August stellten wir Ergebnisse der Phase-IIb-Studien PACIFIC-STROKE und PACIFIC-AMI mit Asundexian in den Indikationen sekundäre Schlaganfallprävention bzw. akuter Myokardinfarkt vor.
  • Ebenfalls im August starteten wir das Studienprogramm „OCEANIC“ mit zwei Phase-III-Studien zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Asundexian zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern sowie bei Patienten mit nicht kardioembolischem ischämischem Schlaganfall oder einem hohen Risiko für eine transitorische ischämische Attacke.

Aflibercept

  • Im September erreichte Aflibercept 8 mg den primären Endpunkt in zwei zulassungsrelevanten Phase-III-Studien bei Patienten mit neovaskulärer (feuchter) altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) und diabetischem Makulaödem (DMÖ) nach 48 Wochen⁶. Die Studie PULSAR bei nAMD und die Studie PHOTON bei DMÖ untersuchten die Nicht-Unterlegenheit von zwei verlängerten Dosierungsintervallen (12 und 16 Wochen) mit Aflibercept 8 mg hinsichtlich einer Verbesserung der bestkorrigierten Sehschärfe gegenüber einem 8-wöchigen Dosierungsintervall mit EyleaTM (Aflibercept 2 mg) nach initialen monatlichen Dosierungen. In diesen Studien war das Sicherheitsprofil von Aflibercept 8 mg vergleichbar mit dem gut etablierten Sicherheitsprofil von EyleaTM. Wir werden diese Daten bei Gesundheitsbehörden außerhalb der USA einreichen.

Elinzanetant

  • Im Oktober starteten wir OASIS 4, die Erweiterung des klinischen Phase-III-Entwicklungsprogramms OASIS mit Elinzanetant. OASIS 4 ist eine Phase-III-Studie und untersucht Elinzanetant als nicht hormonelle Behandlung bei vasomotorischen Symptomen, die durch eine endokrine Therapie bei Brustkrebspatientinnen sowie Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko verursacht werden.

Fesomersen und Osocimab

  • Im November haben wir bekannt gegeben, die Entwicklung von zwei parenteralen Prüfkandidaten, Fesomersen, ein Faktor-XI-Liganden-konjugiertes Antisense, lizenziert von Ionis Pharmaceuticals, Inc., USA, und Osocimab, ein Anti-Faktor-XIa(FXIa)-Antikörper, einzustellen.# Dies folgt der Entscheidung des Unternehmens, sich auf die Weiterentwicklung von Asundexian, einem in der Erprobung befindlichen oralen Faktor-XIa(FXIa)-Hemmer, zu konzentrieren. Die Rechte und Lizenzen für Fesomersen, die Bayer von Ionis im Rahmen der Kooperation erworben hat, werden an Ionis zurückgegeben.

TASK-Kanal-Inhibitor

Im April haben wir aufgrund der Ergebnisse der Spray-Smart-Studie beschlossen, die Entwicklungsaktivitäten für den TASK-Kanal-Inhibitor (TWIK-related Acid-Sensitive K+) zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe nicht weiterzuverfolgen.

Pecavaptan

Im März beschlossen wir, die Entwicklungsaktivitäten für Pecavaptan, einem dualen Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten, zur Behandlung von Herzinsuffizienz aus wissenschaftlichen Gründen nicht weiterzuverfolgen.

Regorafenib- und Pembrolizumab-Kombination und Regorafenib (Multi-Kinase-Inhibitor)

Im November haben wir beschlossen, zwei Entwicklungsaktivitäten für Regorafenib nicht weiterzuverfolgen. Dabei handelte es sich um die Behandlung von inoperablem Leberkarzinom bei Zweitbehandlungen in Kombination mit Pembrolizumab sowie die Behandlung von diagnostizierten oder rezidivierten Glioblastomen.

Einreichungen und Zulassungen

Die wichtigsten noch im Zulassungsprozess befindlichen Arzneimittelkandidaten sind:

Wesentliche Einreichungen

Projekte Region Indikation
Aflibercept 8mg (VEGF-Inhibitor)¹ USA², EU Diabetisches Makulaödem
Aflibercept 8mg (VEGF-Inhibitor)¹ USA², EU Neovaskuläre Altersabhängige Makuladegeneration (nAMD)
Darolutamid (ODM-201, AR-Antagonist) / ADT mit Chemotherapie EU, Japan, China Hormonsensitives, metastasiertes Prostatakarzinom

Stand: 6. Februar 2023

¹In Zusammenarbeit mit Regeneron Pharmaceuticals, Inc., USA
²Eingereicht von Regeneron Pharmaceuticals, Inc., USA

Finerenon

Im Februar erhielten wir, basierend auf den positiven Ergebnissen der Phase-III-Studie FIDELIO-DKD, die EU-Zulassung für KerendiaTM (Finerenon) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (Stadium 3 und 4 mit Albuminurie) in Verbindung mit Typ-2-Diabetes. Im März folgte, basierend auf Daten der beiden Phase-III-Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD, die Zulassung in Japan zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes, ausgenommen sind Patienten mit Nierenversagen bzw. Dialysepatienten. Im Juni erhielten wir die Marktzulassung für KerendiaTM in China zur Behandlung der chronischen Nierenerkrankung (eGFR von ≥ 25 bis 75 ml/min/1,73 m² mit Albuminurie) in Verbindung mit Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen, um das Risiko eines anhaltenden Abfallens des eGFR-Werts und des Nierenversagens zu verringern. Diese Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie FIDELIO-DKD.
Im September erhielten wir von der US-Gesundheitsbehörde die Genehmigung für eine Aktualisierung der Produktinformation zu Kerendia™, um Erkenntnisse aus der kardiovaskulären Phase-III-Studie FIGARO-DKD bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes aufzunehmen.
Im Februar 2023 erteilte die Europäische Kommission für KerendiaTM die Zulassung in der EU für eine Indikationserweiterung auf frühe Stadien der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes.

Rivaroxaban (FXa-Inhibitor)

Im März erhielt der orale Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (XareltoTM) in China die Zulassung zur Behandlung venöser Thromboembolien (VTE) sowie für die Prophylaxe erneut auftretender VTE bei Neugeborenen, Kindern und Heranwachsenden unter 18 Jahren. Die Suspension zur oralen Einnahme wurde im Mai ebenfalls zugelassen.
Im Juni erhielt Rivaroxaban in Japan die Zulassung in der Indikation periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) nach Revaskularisierung zweimal täglich (2,5 mg) in Kombination mit Acetylsalicylsäure. Die Zulassung beruht auf Daten der Phase-III-Studie VOYAGER PAD. Im September wurde die Zulassung für die Indikation pAVK in China erteilt.

Vericiguat

Im Mai wurde Vericiguat unter dem Markennamen VerquvoTM in China zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz und verminderter Ejektionsfraktion (weniger als 45 %), die nach einem kürzlich aufgetretenen Dekompensationsereignis mit intravenöser Therapie stabilisiert wurden, um das Risiko einer herzinsuffizienzbedingten Krankenhauseinweisung oder Notfallbehandlung mit intravenösen Diuretika zu verringern.

Aflibercept

Im September erteilte uns das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales in Japan die Indikationserweiterung für EyleaTM zur Behandlung der Frühgeborenen-Retinopathie (ROP). Die Zulassung für die Europäische Union erfolgte im Dezember. Beide Zulassungen basierten auf Daten der Phase-III-Studie FIREFLEYE und den Ergebnissen aus der Follow-up-Studie FIREFLEYE NEXT.
Im Februar 2023 haben wir bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) einen Antrag auf Marktzulassung für Aflibercept 8 mg bei zwei häufigen Netzhauterkrankungen des Auges, der neovaskulären (feuchten) altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) und dem diabetischen Makulaödem (DMÖ), eingereicht.

Darolutamid

Basierend auf den positiven Daten der Phase-III-Studie ARASENS haben wir im März eine Zulassungserweiterung für den oralen Androgenrezeptor-Inhibitor Nubeqa™ bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs (mHSPC) in den USA beantragt, und es wurde der Status der vorrangigen Prüfung (Priority-Review) gewährt. Weitere Anträge zur Zulassungserweiterung in dieser Indikation haben wir in der EU, Japan und China eingereicht. In der ARASENS-Studie hat die Anwendung von Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) in Kombination mit Docetaxel bei Patienten mit mHSPC das Gesamtüberleben verbessert im Vergleich zu Patienten, die nur ADT plus Docetaxel bekamen.
Im August erteilte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde die Zulassungserweiterung von Darolutamid in Kombination mit Docetaxel bei metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs.
Im Januar 2023 erhielt Darolutamid die EU-Zulassungsempfehlung zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs.

Larotrectinib

Im April erhielt das präzisionsonkologische Medikament Vitrakvi™ (Larotrectinib) in China die Zulassung. Das Medikament dient der Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, die eine neurotrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase-(NTRK-)Genfusion aufweisen.

MirenaTM

Im August haben wir für das Langzeitkontrazeptivum Mirena™ die Genehmigung für eine verlängerte Anwendungsdauer zur Verhütung von bis zu acht Jahren in den USA erhalten und im Oktober das diesbezügliche Zulassungsverfahren in Europa positiv abgeschlossen, sodass erste nationale Zulassungen im 4. Quartal 2022 erfolgt sind. Die regulatorische Freigabe basiert auf den Ergebnissen des Mirena™ Extension Trial, welcher die Effektivität und Sicherheit von Mirena™ untersuchte und zeigen konnte, dass die kontrazeptive Effektivität mit mehr als 99 % in den Jahren sechs bis acht weiterhin hoch ist.

Radiologie

Im Bereich digitaler Gesundheitslösungen haben wir 2022 die Markteinführung von Calantic™ Digital Solutions bekannt gegeben – eine neue Plattform, die Zugang zu digitalen und auf künstlicher Intelligenz basierenden Anwendungen für die medizinische Bildgebung bietet. Das Angebot umfasst Tools, die Radiologen und ihren Teams die Priorisierung, Erkennung von Läsionen und Quantifizierungen erleichtern und die Produktivität steigern können. Durch die Neueinführung von Calantic™ Digital Solutions erweitern wir unser Radiologie-Portfolio, das bereits Kontrastmittel, Injektionssysteme, Software und Dienstleistungen enthält. Zu den ersten Märkten, in denen die Plattform verfügbar ist, gehören die USA und mehrere europäische Länder.
Im August haben wir die Zulassung des CT-Injektionssystems MEDRADTM Centargo in den USA beantragt, dem neuesten Produkt in unserem Computertomografie-Portfolio zur Optimierung von Arbeitsabläufen in der Radiologie.
Im Januar 2023 haben wir für unser Kontrastmittel UltravistTM-300 und -370 auf EU-Ebene die Indikationserweiterung für die Anwendung in der kontrastmittelverstärkten Mammografie erhalten. Die Indikationserweiterung umfasst die Erkennung und Beurteilung von Brusttumoren ergänzend zur Mammografie oder als Alternative, wenn eine Magnetresonanztomografie (MRT) kontraindiziert oder nicht verfügbar ist.

Patente

Die folgende Tabelle zeigt die Ablaufzeit der wesentlichen Patente des Bayer-Konzerns im Bereich Pharmaceuticals.

Produkte Markt Deutschland Frankreich Italien Schweiz Spanien UK China Japan Brasilien Kanada USA
Adempas™ Wirkstoff 2028 2028 2028 2028 2028 2028 2023 2027–2028d 2023 2023 2026
Eylea™ Wirkstoff 2025 2025 2025 2025 2025 2025 2021–2025e, d
Jivi™ Wirkstoff 2025a, g 2031h 2031h 2030g 2031 2025a 2025 2027 2025 2027 2025a
Kerendia™ Wirkstoff 2028a 2028a 2033e 2033e 2028a 2028a 2028a 2028a 2028 2028f 2028a
Nexavar™ Wirkstoff 2021–2025d
NubeqaTM Wirkstoff 2035e 2035e 2035e 2030a 2035 2030a 2030 2035 2030 2032 2030a
Stivarga™ Wirkstoff 2028 2028 2028 2028 2028 2028 2024 2026d 2024 2024 2031
VerquvoTM Wirkstoff 2031a 2036e 2036e 2036e 2036e 2031a 2031a 2031a 2031b 2031f 2031a
VitrakviTM Wirkstoff 2034e 2034 2034 2034 2034 2029a 2029a 2034e 2029 2031 2029a
Xarelto™ Wirkstoff 2024 2024h 2024 2024 2024h 2024h 2022–2025d 2020 2025i
Xofigo™ Verwendung 2024 2024 2024 2024 2024 2024 2022 2022

aDerzeitiger Patentablauf; Patentlaufzeitverlängerung beantragt
bPatentanmeldung anhängig
cPatentlaufzeit aktualisiert
dVerwendungsspezifische Patentlaufzeitverlängerung(en)
ePatentlaufzeitverlängerung erteilt
fDerzeitiger Patentablauf; Patentlaufzeitverlängerung wird fristgerecht beantragt.# gPädiatrische SPC-Verlängerung beantragt

hPädiatrische SPC-Verlängerung erteilt

iEinschließlich erteilter sechsmonatiger arzneimittelrechtlicher pädiatrischer Exklusivität im Anschluss an den Patentablauf 2024

Ergänzend zu den Angaben in der Tabelle ist anzumerken, dass in Europa unsere XareltoTM 10-, 15- und 20-mg-Tabletten durch ein vom Europäischen Patentamt erteiltes Patent auf deren einmal tägliche Verabreichung bis 2026 geschützt sind. Dieses Patent wurde erfolgreich auf europäischer Ebene verteidigt, wird aber auf nationaler Ebene in einer Reihe von Ländern erneut angegriffen. Wir sind zuversichtlich, auch solche Angriffe abwehren zu können. Bei solchen Sekundärpatenten besteht darüber hinaus das Risiko eines Umgehungsversuchs. Wir werden jedoch entschieden gegen jegliche Verletzung dieses Patents vorgehen.

In den USA sind unsere XareltoTM 10-, 15- und 20-mg-Tabletten ebenfalls durch ein Patent auf deren einmal tägliche Verabreichung über 2025 hinaus geschützt. Hierzu gab es bereits patentrechtliche Auseinandersetzungen, die durch Vergleiche beigelegt wurden, u. a. mit Unichem, Inc., und Unichem Pharmaceuticals (USA), Inc. (zusammen „Unichem“). Dem Vergleich mit Unichem zufolge, erhält Unichem unter den relevanten Patenten eine Lizenz zur Vermarktung einer generischen Version von XareltoTM 10-, 15- und 20-mg-Tabletten ab 2027 oder früher unter bestimmten Umständen, was wir derzeit jedoch nicht erwarten. In den USA besteht ab 2025 wie in Europa das Risiko von Umgehungsversuchen sowie von Angriffen bisher unbeteiligter Wettbewerber auf dieses Patent.

Externe Innovationen

Als strategische Grundpfeiler unserer F&E-Strategie konnten wir im Jahr 2022 im Bereich der externen Innovationen wesentliche Fortschritte erzielen. Dazu gehören für uns auch Akquisitionen von Unternehmen, die im Bereich unserer Kerngebiete forschen:

  • Im Februar sicherte sich AskBio 100 % der Anteile an TAAV Biomanufacturing Solutions, SL, mit Sitz in San Sebastian, Spanien. TAAV ist Hersteller von doggybone DNA (dbDNA™), einem synthetischen DNA-Material, das für die Produktion Adeno-assoziierter Viren (AVV) für die Forschung sowie für klinische und kommerzielle Anwendungen verwendet wird. Im Vergleich zu anderen, herkömmlichen Methoden könnte dbDNA eine schnellere und leichter skalierbare DNA-Produktion ermöglichen. Außerdem hat die mit dbDNA hergestellte DNA ein besseres Sicherheitsprofil als Plasmid-DNA, die oft durch Proteine verunreinigt ist.
  • Im Januar 2023 gaben wir die Akquisition von Blackford Analysis Ltd., Großbritannien, bekannt, einem globalen Anbieter von Plattform-Technologie für künstliche Intelligenz (KI) in der Radiologie. Mit der Übernahme wollen wir Innovationen in der medizinischen Bildgebung voranbringen, einschließlich der Entwicklung von KI-gestützten Angeboten für den klinischen Arbeitsablauf.

Zudem ergaben sich folgende Entwicklungen bei unseren Kooperationen:

  • Im Oktober gab Vividion eine Kooperation mit Tavros Therapeutics, Inc, USA, bekannt, um Vulnerabilitäten von Tumoren im Kontext bestimmter Mutationen zu erforschen. Damit sollen Grundlagen gelegt werden für die Entwicklung neuer onkologischer Präzisionstherapien sowie für die klinische Positionierung bereits bestehender Substanzen.
  • Im Januar 2023 haben wir die Zusammenarbeit mit Google Cloud EMEA Limited, Irland, bekannt gegeben. Ziel der Kooperation ist, quantenchemische Berechnungen mit den Tensor Processing Units (TPUs) von Google Cloud zu beschleunigen und zu skalieren, um die vollständige quantenmechanische Modellierung von Protein-Ligand-Interaktionen zu demonstrieren und damit die Wirkstoffforschung und Entwicklung zu beschleunigen.
  • Ebenfalls im Januar 2023 gab AskBio die strategische Zusammenarbeit mit ReCode Therapeutics, Inc., USA, bekannt, um gemeinsam eine Single-Vector-Gene-Editing-Plattform für neuartige genetische Präzisionsmedikamente zu entwickeln. Damit baut AskBio seine Kompetenzen auf dem Gebiet der Gen-Editierung und anderer nicht viraler Technologien weiter aus.

Eine Übersicht weiterer wesentlicher laufender und im Jahr 2022 neu geschlossener Partnerschaften ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

A 1.3/8 Wesentliche Kooperations- und Lizenzpartner

Partner Ziel der Partnerschaft
Arvinas, Inc. Forschungskooperation auf dem Gebiet der Life Sciences mit Nutzung der neuartigen PROTAC™ (Proteolysis-Targeting Chimeras)-Technologie von Arvinas für die Entwicklung neuer Arzneimittel zur Behandlung kardiovaskulärer, onkologischer und gynäkologischer Krankheiten
Bill & Melinda Gates Foundation Fördervereinbarung, um Innovationen in der nicht-hormonellen Empfängnisverhütung voranzutreiben
Brigham and Women’s Hospital und Massachusetts Hospital Zusammenarbeit und gemeinsames Labor zur Erforschung neuer Arzneimittelkandidaten für die Behandlung chronischer Lungenerkrankungen
Bristol-Myers Squibb Co. und Ono Pharmaceutical Co., Ltd. Klinische Kollaboration zur Beurteilung neuer Kombinationsmöglichkeiten von StivargaTM (Regorafenib) mit Immuno-Onkologika
Broad Institute Strategische Partnerschaft zur Erforschung und Entwicklung neuer Therapieoptionen auf dem Gebiet der Kardiologie und Onkologie, sowie Gründung und Betreiben eines gemeinsamen Forschungslabors im Bereich Kardiologie
Curadev Pvt. Ltd. Forschungskooperation zur Identifizierung und Entwicklung neuer Arzneimittelkandidaten zur Behand- lung von Lungen-, Herz-Kreislauf- und anderen entzündlichen Erkrankungen sowie eine Lizenzverein- barung für Curadevs STING(Stimulator of Interferon Genes)-Antagonisten-Programm
Daré Bioscience, Inc. Lizenzvereinbarung über künftige Vermarktungsrechte für das hormonfreie Verhütungsmittel Ovaprene™ in den USA
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Strategische Partnerschaft zur Erforschung und Entwicklung neuer Therapieoptionen auf dem Gebiet der Onkologie, insbesondere der Immuntherapie, und Gründung eines gemeinsamen Forschungslabors
Dewpoint Therapeutics, Inc. Options-, Forschungs- und Lizenzvereinbarung zur Entwicklung neuer Therapien in den Bereichen Herz-Kreislauf- und gynäkologische Erkrankungen unter Nutzung von Dewpoints-Plattform für biomolekulare Kondensate sowie der Wirkstoffbibliothek von Bayer
Editas Medicine, Inc. Lizenzvereinbarung über die Nutzung der CRISPR-Technologien von Editas zur Genom-Editierung als Unterstützung für das Portfolio von BlueRock in der Neurologie, Kardiologie und Immunologie
Evotec SE Kooperations- und Lizenzverträge zur Identifizierung von Entwicklungskandidaten für die Behandlung von Endometriose, Nierenerkrankungen und des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS)
Foundation Medicine, Inc. Kollaboration zur Entwicklung und globalen Vermarktung therapiebegleitender diagnostischer Tests, sogenannter Companion Diagnostics (CDx), auf der Basis von Next-Generation-Sequenzierung für neue, von Bayer entwickelte Krebsmedikamente
Fujifilm Cellular Dynamics, Inc. & Opsis Therapeutics, LLC Kooperations- und Optionsvereinbarung für BlueRock mit Schwerpunkt auf der Entdeckung und Ent- wicklung von iPSC-Therapien zur Behandlung von Augenkrankheiten, einschließlich erblicher Netzhauterkrankungen und trockener AMD
F. Hoffmann-La Roche Ltd. Hoffmann-La Roche Inc. Multi-Target-Kollaboration unter Nutzung der Screening-Technologie von Vividion zur Entwicklung neuer Medikamente für ausgewählte Onkologie- und Immunologie-Zielstrukturen (Targets)
Google Cloud EMEA Limited Kooperation zur Beschleunigung von quantenchemischen Berechnungen mit Google Clouds Tensor Processing Units (TPUs), um Protein-Liganden-Interaktionen zu modellieren
Informed Data Systems, Inc. (One Drop) Kollaboration zur gemeinsamen Entwicklung digitaler Gesundheitsprodukte für verschiedene Therapiegebiete
Janssen Research & Development, LLC of Johnson & Johnson Entwicklung und Vermarktung von Xarelto™ (Rivaroxaban) zur Behandlung von Gerinnungsstörungen
Mammoth Biosciences, Inc. Strategische Partnerschaft im Bereich Gen-Editierung mit Entwicklungsfokus im Bereich In-vivo- Therapien mit Zielstrukturen in der Leber und nicht exklusiver Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Ex-vivo-Gen-Editierung
MD Anderson Cancer Center Entwicklungskollaboration auf dem Gebiet der Onkologie
Merck & Co., Inc. Entwicklungs- und Vermarktungskollaboration auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-cyklase (sGC)
Orion Corporation Entwicklung und Vermarktung von Darolutamid (bisher ODM-201) zur Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs
Peking University Forschungskollaboration und Gründung eines Forschungszentrums für gemeinsame Projekte
ReCode Therapeutics, Inc. Strategische Forschungskooperation für AskBio zur gemeinsamen Entwicklung einer Single-Vector-Gene-Editing-Plattform für neuartige genetische Präzisionsmedikamente
Recursion Pharmaceuticals Inc. Strategische Partnerschaft zur Erforschung neuer Therapien für fibrotische Erkrankungen von Lunge, Nieren, Herz und anderen Organen
Regeneron Pharmaceuticals, Inc. Zusammenarbeit und Lizenzvereinbarung im Bereich der Marke EyleaTM sowie gemeinsame Entwicklung von Aflibercept 8 mg
Schrödinger, Inc. Entwicklung einer auf Künstlicher Intelligenz basierten Plattform zum Design von chemischen Verbindungen
Senti Biosciences, Inc. Die Kooperations- und Optionsvereinbarung zielt vorwiegend auf die Anwendung der genetischen Schaltkreistechnologie von SentiBio zur Verbesserung der Zell- und Gen-Plattform von BlueRock, um Zelltherapien der nächsten Generation in unterschiedlichen Therapiebereichen zu entwickeln.

Strategische Forschungskooperation zur Identifizierung und Optimierung zielgerichteter Onkologie-Programme für Vividion

Tsinghua University Forschungskollaboration und Gründung eines Forschungszentrums für gemeinsame Projekte

University of Oxford Strategische Forschungspartnerschaft und Lizenzvereinbarung für die Entwicklung neuartiger Therapien in der Frauenheilkunde

Vanderbilt University Medical Center Strategische Forschungsallianz zur Identifizierung und Entwicklung neuer potenzieller Wirkstoffe zur Behandlung von Nierenerkrankungen

Consumer Health

Consumer Health konzentriert sich auf die Entwicklung neuer verschreibungsfreier (OTC = Over the Counter) Produkte und Lösungen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden von Verbrauchern verbessern. Wir verfügen über ein weltweites Netz von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen mit bedeutenden Standorten in den USA, Frankreich, Spanien, Deutschland und China, an denen rund 700 Beschäftigte (Vorjahr: 600) arbeiten. Unsere Aktivitäten umfassen die Bereiche Schmerz und kardiovaskuläre Risikovorsorge, Dermatologie, Nahrungsergänzung, Magen-Darm-Gesundheit sowie Allergien und Erkältung. Unser Schwerpunkt liegt auf Produktentwicklungen, die auf Erkenntnissen über Verbraucher basieren und deren bisher ungedeckten Bedarf adressieren. Unsere Innovationen reichen von neuen Produktformulierungen, Geräten und Verpackungen hin zu erweiterten Produktversprechen und -kommunikation für Verbraucher und medizinische Fachkräfte. Des Weiteren haben wir im Berichtsjahr rund 50 neue konsumentenvalidierte Konzepte entwickelt. In unserer Innovations-Pipeline sind rund 170 Entwicklungsprojekte aus allen Kategorien enthalten. Hierin berücksichtigt sind Innovationen im Kerngeschäft, Innovationen in angrenzenden Geschäften und transformative Innovationen, mit denen die Self-Care-Produktpalette für Konsumenten weltweit erweitert wird. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Innovationsstrategie ist die Überführung von bislang verschreibungspflichtigen und für die Selbstmedikation geeigneten Arzneimitteln in den OTC-Status. Wir steigerten unseren Umsatz und Marktanteil auf wichtigen Online-Plattformen durch weitere Fortschritte im Online-Handel in den USA, China und Deutschland sowie in weiteren Kernmärkten. Zudem setzten wir unsere 2021 eingeführte, als „Innovation mit Partnern“ bezeichnete Strategie fort, um neue Wachstumschancen zu identifizieren. Darüber hinaus führten wir im Geschäftsjahr 2022 eine Reihe von Produktlinienerweiterungen unserer bestehenden Marken in verschiedenen Ländern ein, bspw.:

  • In den USA erweiterten wir unser Produkt-Portfolio im Bereich der Nahrungsergänzung um One A Day™ Multi+, eine neu eingeführte Produktlinie mit Multivitaminkomplex-Fruchtgummis zur täglichen Nahrungsergänzung mit wahlweise zusätzlicher Unterstützung der Immunabwehr (jeweils für Erwachsene oder Jugendliche), für das Gehirn oder für gesunde Haare, Haut und Nägel.
  • In unserer Kategorie Schmerz und Kardio erweiterten wir unsere Midol™-Produktlinie zur Linderung von Menstruationssymptomen um Midol™ Heat Relief. Die medikamentenfreien Wärmepflaster zur Wärmetherapie fördern die Durchblutung, reduzieren Muskelverspannungen und lindern Schmerzen und Krämpfe.
  • In der Region Europa/Nahost/Afrika erweiterten wir die Produktlinie Bepanthen™ Derma für trockene Haut in Deutschland und Griechenland um Bepanthen™ Derma Handbalsam und in Italien um Bepanthen™ Tattoo Waschgel und Bepanthen™ Tattoo Sonnencreme für die Tattoo-Pflege.
  • In Großbritannien und Frankreich haben wir Berocca™ mit der Einführung von Berocca™ Immuno (britischer Name) bzw. Immunité Flash (französischer Name) auf den Bereich der Immunstärkung ausgeweitet, um uns in dieser Kategorie breiter aufzustellen.
  • In der Region Asien/Pazifik ergänzten wir in China unsere Redoxon™-Produktlinie im Bereich der Nahrungsergänzung um Redoxon™ Immunity+ zur Stärkung des Immunsystems und der Knochenentwicklung für Erwachsene und Kinder. Ebenfalls in China ergänzten wir zudem unsere Elevit™-Produktlinie um ein Kalzium- und Vitamin-D-Präparat für Säuglinge.
  • In Indien erweiterten wir unsere Supradyn™-Produktlinie im Bereich der Nahrungsergänzung um das neu eingeführte Supradyn™ Immuno+ in Form von Filmtabletten.
  • In den USA erfolgte die Markteinführung von Astepro™ als OTC-Produkt, nachdem die Food and Drug Administration (FDA) in 2021 die Überführung des zuvor verschreibungspflichtigen Medikaments in ein rezeptfreies genehmigt hatte. Astepro™ lindert eine verstopfte, laufende oder juckende Nase sowie Niesen aufgrund von Heuschnupfen oder anderen Allergien der oberen Atemwege. Es ist in den USA das erste und einzige steroidfreie Antihistamin-Nasenspray für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren, das rezeptfrei erhältlich ist und dessen Wirkung innerhalb von 30 Minuten einsetzt und bis zu 24 Stunden anhält.

1.4. Engagement für Beschäftigte

Der wirtschaftliche Erfolg von Bayer beruht wesentlich auf dem Wissen und dem Engagement unserer Belegschaft. Als Arbeitgeber bieten wir unseren Beschäftigten attraktive Rahmenbedingungen sowie vielfältige individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Neben der fachlichen Fortbildung steht die Förderung einer dialog- und feedbackorientierten Kultur im Vordergrund. Diese wird von Vertrauen, einer integrativen Grundhaltung und Respekt für Vielfalt und Chancengerechtigkeit geprägt, was u. a. auch in unserer Konzernregelung „Fairness und Respekt am Arbeitsplatz“ zusammengefasst ist. Unsere Beschäftigten werden weltweit zur Einhaltung dieser Richtlinie geschult. Das Engagement und die Zufriedenheit unserer Belegschaft messen wir mithilfe systematischer Feedbackgespräche und regelmäßiger Mitarbeiterbefragungen. Die Personalstrategie für den Gesamtkonzern wird dabei vom Vorstand mit Unterstützung der Enabling Function Human Resources verantwortet und im Rahmen bindender Richtlinien global umgesetzt. Seit mehr als zehn Jahren geben uns die LIFE-Werte (Leadership, Integrität, Flexibilität und Effizienz) Orientierung bei der Ausrichtung unseres Handelns. Sie stehen für unsere Werte und Führungsprinzipien. Die Attribute definieren die praktische Bedeutung der einzelnen Werte und damit verbundener Verhaltensweisen, auf deren Grundlage unsere Belegschaft arbeitet. An allen Bayer-Standorten weltweit haben die Beschäftigten das Recht, ihre eigenen Interessenvertretungen zu wählen. Sogenannte kollektive Regelungen, wie Tarifverträge oder betriebliche Vereinbarungen, galten im Berichtsjahr weltweit für rund 53 % (Vorjahr: 54 %) unserer Belegschaft.

Beschäftigungsentwicklung

Am 31. Dezember 2022 arbeiteten bei uns weltweit 101.369 Beschäftigte (Vorjahr: 99.637). In Deutschland waren 22.569 Beschäftigte (Vorjahr: 23.116) für uns tätig, dies entspricht einem Anteil von 22,3 % (Vorjahr: 23,2 %) am Gesamtkonzern. Im Jahr 2022 wurden konzernweit 12.433 neue Beschäftigte eingestellt (dies entspricht 12,3 % unserer Beschäftigten). Zum Bilanzstichtag waren unsere Beschäftigten durchschnittlich 11,0 Jahre (Vorjahr: 11,2) im Bayer-Konzern beschäftigt. Unter unseren Beschäftigten sind nur wenige Beschäftigte mit befristeten Verträgen (3,4 %).

Restrukturierungsmaßnahmen

Bei erforderlichen Veränderungen und Restrukturierungsmaßnahmen handeln wir mit sozialer Verantwortung. In allen Ländern ist es unser Ziel, die Folgen für die Beschäftigten so gering wie möglich zu halten und im Falle eines Stellenabbaus einvernehmliche Lösungen zu finden. Das gilt auch für Deutschland, wo betriebsbedingte Beendigungskündigungen in den Gesellschaften des Personalverbunds durch Vereinbarungen mit den Arbeitnehmervertretern bis Ende 2025 grundsätzlich ausgeschlossen sind. Hinsichtlich der 2020 verkündeten Beschleunigung unserer Transformation befinden wir uns in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Wir erwarten, dass alle wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen bis Ende 2024 umgesetzt sein werden. Hierfür werden flexible Modelle mit attraktiven Konditionen für Beschäftigte verschiedener Altersgruppen angeboten.

Angabe der Mitarbeiterzahl in Vollzeitäquivalenten (FTE) Angabe nach Division entfällt im Sinne der Vereinheitlichung mit der Anhangangabe [9], welche die Mitarbeiter nach Funktion ausweist.

Vergütung und Erfolgsbeteiligung

Unsere Vergütung kombiniert ein leistungs- und verantwortungsbezogenes Grundgehalt mit erfolgsabhängigen Bestandteilen sowie Zusatzleistungen, u. a. Aktien-Beteiligungsprogrammen. Für das obere Management besteht mit dem Aspire-Programm außerdem ein konzernweit einheitliches, langfristig an der Aktienkursentwicklung orientiertes Vergütungsprogramm. Anpassungen auf Basis kontinuierlicher Analysen sorgen dafür, dass unsere Vergütung international wettbewerbsfähig ist. Neben einer attraktiven Vergütung während der aktiven Beschäftigungsphase übernehmen wir Verantwortung für die Altersabsicherung der aktuellen und ehemaligen Beschäftigten. Weltweit können 79 % (Vorjahr: 75 %8) aller Beschäftigten die Möglichkeiten zur betrieblichen Altersversorgung nutzen, die zusätzlich zu staatlichen Rentensystemen angeboten werden.

A 1.4/2 Personalaufwand und Pensionsverpflichtungen in Mio. €

2021 2022
Personalaufwand 11.798 12.619
davon Aufwendungen für Altersversorgungssysteme 904 999
Pensionsverpflichtungen¹ 25.734 19.139
Gezahlte Versorgungsleistungen² 1.073 1.125

¹Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen für Pensionen und andere pensionsähnliche Leistungszusagen zum 31. Dezember
² Vorjahreswerte angepasst

Der Anstieg des Personalaufwands ist u. a. auf Währungseffekte sowie eine erhöhte Vergütung zurückzuführen. Des Weiteren haben wir im Geschäftsjahr rund 1.400 Mio. € (Vorjahr: 1.570 Mio. €) im Rahmen variabler Einmalzahlungen für das konzernweite Short-Term-Incentive-Programm (STI) und STI-ähnliche Programme zurückgestellt. Darüber hinaus wurde 2022 ein Budget von ca. 109 Mio. € (Vorjahr: 100 Mio. €) für besondere individuelle Leistungen zur Verfügung gestellt (Top Performance Award).Unsere Vergütungsgrundsätze bestehen darin, alle Beschäftigten fair zu vergüten. Wir gehen bei der Bezahlung der befristeten und unbefristeten Beschäftigten über den in den jeweiligen Ländern geltenden gesetzlichen Mindestlohn hinaus und zahlen mindestens einen existenzsichernden Lohn („Living Wage“), der von der Non-Profit-Organisation Business for Social Responsibility (BSR) jährlich weltweit überprüft und festgelegt wird.

Aus- und Weiterbildung
Um den Bedarf an Facharbeitskräften zu decken, bieten wir in Deutschland fundierte Ausbildungen in mehr als 29 verschiedenen Berufen an. Insgesamt beschäftigten wir im Berichtsjahr 1.286 Auszubildende. Zudem bieten wir weltweit in unterschiedlichen Bereichen Traineeprogramme für Berufseinsteiger und Praktika für Studenten an. Unseren Beschäftigten stehen vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten sowohl in Form von E-Learning als auch Präsenztrainings zur Verfügung. Im Geschäftsjahr entfielen auf jeden Beschäftigten durchschnittlich rund 26 Aus- und Weiterbildungsstunden.

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
Wir unterstützen unsere Beschäftigten dabei, berufliche und private Interessen zu vereinbaren. Daher bieten wir ihnen verschiedene Möglichkeiten wie eine flexible Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie haben wir diese Flexibilität dauerhaft erweitert und damit eine neue Arbeitsnormalität („Next Normal“) für geeignete Aufgabenprofile geschaffen. Darüber hinaus bieten wir unseren Beschäftigten Elternzeit sowie Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder der Pflege naher Angehöriger im Rahmen der sozialen und gesetzlichen Vorgaben an. Unser Engagement geht dabei in vielen Ländern über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. Im Berichtsjahr waren konzernweit rund 6,4 % unserer Angestellten (davon 51,7 % Frauen und 48,3 % Männer) in Teilzeit beschäftigt, insbesondere in Europa.

Gesundheitsförderung
Rund 97 % (Vorjahr: 97 %) unserer Beschäftigten weltweit sind entweder gesetzlich krankenversichert oder können entsprechende Angebote unseres Unternehmens nutzen. Zur Förderung der Gesundheit und Lebensqualität der Beschäftigten haben wir unser globales Rahmenkonzept „BeWell@Bayer“ im Berichtsjahr fortgeführt. Es erweitert den Kernaspekt Gesundheit zu einem ganzheitlichen Ansatz, zielt auf gesundheitsfördernde Verbesserungen im beruflichen Alltag und soll zur Ausgewogenheit von Berufs- und Privatleben beitragen. Dabei sind Vorsorgeuntersuchungen ein wesentlicher Bestandteil unserer Initiativen zur Gesundheitsförderung.

Inklusion und Vielfalt
Unser Ziel ist es, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich alle Beschäftigten willkommen fühlen und sich bestmöglich einbringen können. Wir möchten die besten Talente einstellen und fördern und eine Belegschaft haben, die sowohl für hohe Qualität und Fähigkeiten steht als auch unseren starken Fokus auf Inklusion und Vielfalt widerspiegelt. Wir legen großen Wert darauf, keine Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen mit ähnlicher Erfahrung zu machen. Die ersten Ergebnisse einer weltweiten Untersuchung zeigen geringe geschlechtsspezifische Unterschiede von weniger als 2 %. Ob festgestellte Gehaltsunterschiede auf andere Faktoren als das Geschlecht zurückzuführen sind, wird 2023 Gegenstand weiterer Analysen sein, um im Anschluss gezielte Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Unsere Strategie im Bereich Inklusion und Vielfalt stellt integratives Verhalten und integrative Entscheidungsfindung aller Beschäftigten des Konzerns in den Mittelpunkt. Dazu haben wir auf verschiedenen Führungsebenen Gremien zu Inklusion und Vielfalt etabliert. Jede unserer Mitarbeitergruppen mit diversem Hintergrund (Business Resource Groups) hat einen Sponsor aus dem Vorstand und wird in der Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds intensiv unterstützt. Zusätzlich arbeiten wir daran, Inklusion und Vielfalt in Kernprozesse der Personalarbeit zu integrieren, bspw. in Talentgewinnung und -management.
Der Frauenanteil in der Belegschaft blieb mit 42.128 Frauen nahezu konstant bei 41,6 % (Vorjahr: 41,1 %). Wir setzen uns gezielt für eine ausgewogenere Geschlechterbalance im Management ein. Der Anteil der Frauen im Management betrug im Geschäftsjahr 42,9 % (Vorjahr: 41,9 %9) und bei den Fachkräften 40,6 % (Vorjahr: 40,5 %). Der Anteil an Frauen im Topmanagement, der die höchsten Führungsebenen inklusive des Vorstands umfasst, hat sich weiter gegenüber den Vorjahren erhöht. Ende 2022 waren dort 27,8 % Frauen (Vorjahr: 26,8 %10) und 72,2 % Männer (Vorjahr: 73,2 %11). Das Topmanagement umfasst aktuell 37 Nationalitäten (Vorjahr: 37). Rund 67 % (Vorjahr: 65 %) seiner Mitglieder stammen aus dem Land, in dem sie tätig sind. Zur Diversität auf Ebene des Vorstands und des Aufsichtsrats berichten wir im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung.
Unsere Belegschaft ist durchschnittlich 42 (Vorjahr: 42) Jahre alt. In Bezug auf die Altersstruktur gab es keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Beschäftigte mit Behinderungen sind ein integraler Bestandteil unserer Belegschaft. Nach einer freiwilligen Angabe sind uns ca. 2.150 Beschäftigte mit Behinderung bekannt, davon 44 % Frauen und 56 % Männer. Dies entspricht ungefähr 2,1 % der Gesamtbelegschaft.
In 2021 haben wir unsere Commitments für eine ausgewogene Geschlechterverteilung im Bayer-Konzern bekannt gegeben. Wir wollen den Frauenanteil im gesamten Topmanagement bis 2025 jeweils auf 33 % erhöhen. Alle Managementebenen sollen bis 2025 einen Frauenanteil von 50 % haben. Bis 2030 wollen wir dann auch im Topmanagement den Frauenanteil auf 50 % erhöhen. Darüber hinaus haben wir für 2025 und 2030 zusätzliche Commitments für weitere Dimensionen von Vielfalt definiert, darunter Altersstruktur, Nationalität, Erfahrung, LGBTQ+ und Menschen mit Behinderung. In unseren regionalen Organisationen werden weitere Aspekte von Vielfalt, wie ethnische Herkunft, in die Commitments integriert.

1.5 Einkauf und Lieferantenmanagement
Durch unsere Einkaufsaktivitäten und Lieferantenbeziehungen beeinflussen wir Gesellschaft und Umwelt. Daher sind neben wirtschaftlichen auch ethische, soziale und ökologische Grundsätze in unserer weltweit gültigen Einkaufsrichtlinie verankert. Diese ist für alle Beschäftigten bindend. Der Einkauf ist eine divisionsübergreifende Enabling Function und ermöglicht Synergien durch die Bündelung von Know-how und Einkaufsvolumina. Im Geschäftsjahr wurden wir insgesamt von 91.149 (Vorjahr: 93.844) Lieferanten beliefert. Unser Einkaufsvolumen betrug 23,3 Mrd. € (Vorjahr: 18,9 Mrd. €). Zu unseren wesentlichen direkten Einkaufsmaterialien zählen Wirkstoffe, Rohstoffe, Zwischen- und Fertigprodukte sowie Saatgut. Technische Güter und Dienstleistungen, Bedarfe für den Bereich Forschung und Entwicklung (F&E), Marketing- und IT-Dienstleistungen sind wichtige Bestandteile des indirekten Einkaufs-Portfolios. Der Einkauf agiert nach fortschrittlichen Einkaufs- und Lieferantenmanagementprozessen. Dabei sind langfristige Verträge und ein dediziertes Lieferantenmanagement von strategisch wichtigen Waren und Dienstleistungen von großer Bedeutung. Sie dienen dazu, einkaufsspezifische Risiken, wie Lieferengpässe oder größere Preisschwankungen, zu minimieren, aber auch die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns sowie reibungslose Produktionsabläufe sicherzustellen.
Während der anhaltenden COVID-19-Pandemie hat sich unsere Lieferkette als stabil und widerstandsfähig erwiesen. Dies ist auch auf das Engagement in den Initiativen „Together for Sustainability“ (TfS) und „Pharmaceutical Supply Chain Initiative“ (PSCI) zurückzuführen. Seit vielen Jahren arbeiten wir hier gemeinsam mit unseren Lieferanten an nachhaltigen Lösungen, um Risiken zu vermeiden. Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele ergreift und unterstützt der Einkauf geeignete Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen in unserer Lieferkette (Scope 3). Wir haben unsere Aktivitäten aus dem Vorjahr weiterentwickelt und im Berichtsjahr neue Aktivitäten auf den Weg gebracht. Innerhalb der TfS-Initiative leiten wir weiterhin eine Arbeitsgruppe, die sich speziell mit Scope-3-Emissionen von Treibhausgasen befasst. Außerdem haben wir mit dem World Business Council for Sustainable Development und der CDP (ehemals das Carbon Disclosure Project) Supply Chain zusammengearbeitet. Im Hinblick auf nachhaltig produziertes Palmöl hat der Einkauf im Jahr 2021 beschlossen, vom „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ (RSPO) Book & Claim Modell (Credits) auf das RSPO-Mass-Balance-Modell umzusteigen. Die Umstellung auf den neuen Prozess erfolgte Anfang 2022. Seither kaufen wir Palmöl ein, das nach RSPO Mass Balance zertifiziert ist. Im Jahr 2022 haben wir uns darauf konzentriert, die Kenntnisse unserer Beschäftigten im Einkauf und unserer Lieferanten zum Thema Menschenrechte in der Lieferkette zu verbessern und unsere Beschaffungsprozesse zu optimieren, um das deutsche Lieferkettengesetz zu erfüllen.
Unsere globalen Teams haben weitreichende Maßnahmen ergriffen, um die Widerstandsfähigkeit unserer Lieferkette zu erhöhen und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine abzufedern. So haben wir bspw. an einigen deutschen Standorten die Eigenerzeugung von Strom aus Erdgas reduziert und stattdessen externen deutschen Windstrom bezogen, um unseren Erdgasverbrauch zu reduzieren. Des Weiteren prüfen wir alternative Lieferanten für bestimmte Rohstoffe.

Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Für unsere Lieferkette gelten auf globaler wie regionaler Ebene klare nachhaltigkeitsbezogene Kriterien und Standards. Konzernweit ist ein vierstufiger Managementprozess zur Verbesserung der Nachhaltigkeitspraktiken in der Lieferkette etabliert, der aus den Elementen Bewusstseinsbildung, Lieferantenauswahl, -bewertung und -entwicklung besteht. Basierend auf einer Matrix der Nachhaltigkeitsrisiken, die sich auf Einkaufsländer und -kategorien bezieht, wird die Auswahl an zu bewertenden Lieferanten ermittelt.# Bayer AG

1.2.3 Supply Chain Responsibility

We strive to ensure responsible and sustainable practices throughout our entire supply chain. This commitment is also reflected in our efforts to identify and mitigate risks associated with human rights and environmental protection within our supplier network. By promoting transparency and by ensuring that our suppliers adhere to our standards, we aim to contribute to a more sustainable and responsible global economy.

Sustainable Procurement

Our procurement processes are guided by our "Sustainable Procurement Framework," which defines our expectations for suppliers regarding environmental protection, social responsibility, and good corporate governance. This framework is aligned with international standards such as the UN Global Compact and the OECD Guidelines for Multinational Enterprises.

Supplier Code of Conduct

The Bayer Supplier Code of Conduct outlines our minimum requirements for all suppliers. It covers areas such as:

  • Human Rights and Labor Standards: Prohibition of forced labor, child labor, discrimination, and ensuring fair working conditions and freedom of association.
  • Health and Safety: Ensuring a safe and healthy working environment for employees.
  • Environmental Protection: Minimizing environmental impact, responsible waste management, and efficient use of resources.
  • Business Ethics: Prohibition of corruption and bribery, fair competition, and protection of intellectual property.
  • Risk Management: Identifying and managing risks related to human rights and environmental protection in the supply chain.

The Code of Conduct is a fundamental part of our supplier relationships and is integrated into our supplier selection and evaluation processes. We require all suppliers to acknowledge and commit to complying with its provisions.

Risk-Based Due Diligence

We employ a risk-based approach to manage sustainability risks in our supply chain. This allows for a more targeted analysis based on individual risk criteria (e.g., human rights violations), thereby increasing transparency in our supply chain. Our sustainability requirements are laid down in the Bayer Supplier Code of Conduct, which is based on our Human Rights Position and the principles of the "UN Global Compact." The Code forms the basis for the selection and evaluation of our suppliers and is integrated group-wide into the electronic ordering systems. Furthermore, our standard supply contracts include a clause that entitles us to audit suppliers for compliance with sustainability requirements. The Bayer Supplier Code of Conduct was revised in 2022 and now also includes a direct reference to the requirements of the German Supply Chain Due Diligence Act (Lieferkettengesetz). We check compliance with the Code's provisions using an online supplier assessment or through audits. We assess suppliers of significant importance as well as suppliers with an increased sustainability risk, which combines country and category risk – these together represent approximately 35.4% of our total procurement volume. In addition, we review suppliers with an increased sustainability risk as part of our due diligence process to ensure compliance with our sustainability standards. We also accept supplier assessments within the framework of the two industry initiatives to which we have joined. In total, 1,145 (previous year: 802) suppliers were assessed by our service provider EcoVadis in the reporting year. In the reporting year, we had 113 (previous year: 67) of our suppliers audited by internal and/or external, independent auditors. In cases of critical findings, where a supplier receives a severe violation or significant deficiencies in the assessment of their sustainability performance, specific improvement measures are defined collaboratively. In the reporting year, critical findings occurred for 26 suppliers (2% of all assessed and audited suppliers; previous year: 22 suppliers [3%]). In these cases, we require suppliers to rectify the identified weaknesses. We monitor the implementation through re-assessments or follow-up audits. If no sufficient improvements can be identified during re-audits, we reserve the right to terminate the supplier relationship. In 2022, we did not have to terminate any supplier relationship solely based on sustainability performance. However, we have taken measures to reduce business with suppliers who could not sufficiently improve their sustainability performance. In the reporting year, 676 (previous year: 508) of our total 1,258 (previous year: 879) assessed and audited suppliers improved their sustainability performance.

1.6 Product Responsibility

Product responsibility means for us that our products meet the highest quality standards and are safe for people and the environment when used as intended. We comply with legal provisions and go beyond them with our voluntary commitments and internal standards in various areas. To implement the regulatory and voluntary requirements for product responsibility, we have issued corresponding guidelines and established management systems, which are managed by our Enabling Function Sustainability, Safety, Health, Environment (SSHE) and the quality functions of the divisions.

Assessment and Testing of Active Ingredients and Products

Our substances and finished products undergo numerous assessments and tests along the entire value chain. We derive measures to minimize health and environmental risks from these. Our divisions have quality management systems based on industry-specific international standards. Through binding company-wide quality assurance, we aim to ensure that our products and services are of high quality, safe, and effective, and comply with all internal and external regulations as well as customer expectations. This also helps us to prevent customer complaints and product recalls. For all chemical substances, we provide safety data sheets for professional users. For end-consumer products, there is corresponding information in the packaging, such as the package insert in the pharmaceutical sector. We also conduct environmental risk assessments and take risk management measures even after market approval. In Crop Science, responsibility for product responsibility lies with the Strategy and Sustainability function. In accordance with our Group regulation "Product Stewardship Commitment, Principles and Key Requirements," we pursue a life-cycle-oriented approach and align ourselves with internationally recognized standards – such as the "International Code of Conduct on Pesticide Management" of the Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) and the World Health Organization (WHO), the guidelines of the plant protection association CropLife International, and the guidelines of the industry initiative "Excellence Through Stewardship" (ETS) for seeds and plant traits. Since 2021, our internal product safety standards have been publicly accessible on our website. Transparency is intended to strengthen the trust of all stakeholders in our products. For example, we were one of the first companies in the industry to make safety-relevant data on plant protection products and genetically modified crops publicly available. Summaries of scientific studies submitted to the European Food Safety Authority for the approval of 32 of our active ingredients are available on an online platform. These reports include, among other things, information on toxicological and ecotoxicological studies as well as investigations into the degradation behavior of plant protection products. Furthermore, summaries of scientific studies on 16 traits of our genetically modified crops, which have been evaluated by US authorities, are available. Study reports from our registration studies for the approval of our plant protection products and genetically modified crops are available upon specific request. During the production, packaging, storage, and transport phases, we rely on an established and globally valid management system for health, safety, and environmental protection. In sales and in the regulations for the use of plant protection products and technologies, we also follow the International Code of Conduct on Pesticide Management (FAO/WHO, 2014). The principles of our product responsibility are laid down in our "Product Stewardship Guidelines" and are implemented through our specialized department, its programs and initiatives, as well as a network of other relevant functions such as toxicology and research. We have not sold plant protection products classified as acutely toxic (WHO Tox Class I) according to WHO classification since 2012. Furthermore, since 2016, we have only marketed plant protection products whose active ingredients are registered in at least one OECD country, or for new active ingredients, for which an OECD data package has been prepared. In doing so, we have set voluntary standards that exceed many national regulatory requirements. We place great importance on the safe use of our products. Our customers are informed comprehensively, transparently, and reliably about our products. As part of a variety of extensive programs, we train farmers, seed processors, distributors, and other users in the safe handling and use of our products, as well as in the correct use of personal protective equipment (PPE). Pharmaceuticals assesses the medical benefit-risk ratio of our medicinal products and medical devices over the entire product lifecycle. For medicinal products, efficacy, safety, and tolerability are already investigated in preclinical and clinical studies of phases I–III. As part of the approval procedures for medicinal products, these results and the benefit-risk assessment are submitted to the relevant authorities. After product launch, we collect safety-relevant information in a dedicated database. In addition, post-authorization safety studies (PASS) are conducted. The results are entered into the PASS register in accordance with EU pharmacovigilance legislation. The marketing authorization for our over-the-counter (OTC) medicines at Consumer Health is granted by the competent authorities only after efficacy and safety, as well as consumers' ability for self-selection, have been proven. We continue to monitor the safety of our products even after market launch by collecting scientific findings throughout the entire life cycle, thus ensuring a permanently favorable benefit-risk ratio for our medications. In addition to OTC products, Consumer Health also markets medical devices, cosmetics, and dietary supplements. We ensure safety and efficacy as well as compliance with worldwide regulatory requirements through continuous controls and measurements. We also monitor the ingredients in all product categories and investigate all concerns to offer our patients and consumers products of the highest quality. Animal Welfare in Active Ingredient Testing Animal testing is legally required and scientifically necessary for assessing the safety and efficacy of our products.# Hierzu gelten über die gesetzlichen Anforderungen hinaus die Bayer-Grundsätze zu Tierschutz und Tierversuchen. Das gilt auch für die von uns beauftragten Forschungsinstitute sowie unsere Lieferanten, die wir regelmäßig auf die Einhaltung des Tierschutzes überprüfen. Zu diesen Grundsätzen haben wir im Jahr 2020 eine Konzernregelung veröffentlicht. Unser Ziel ist es, den Einsatz von Versuchstieren so gering wie möglich zu halten und alternative Methoden zu verwenden, wann immer es möglich ist. Bereits in der frühen Wirkstoff-Forschung werden bei Bayer verschiedene In-silico- oder In-vitro-Verfahren eingesetzt, die helfen, die Zahl der Tierversuche zu verringern, wie z. B. „Organ-on-a-Chip“.

Auswirkungen auf die Umwelt

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit wollen wir die Auswirkungen unserer Produkte auf die Umwelt so gering wie möglich halten.

Biodiversität

Die Landwirtschaft ist auf Biodiversität angewiesen und profitiert in hohem Maße von Arten, die wichtige Ökosystemdienstleistungen wie Bodengesundheit, Bestäubung oder Schädlingsbekämpfung erbringen und erhalten. Gleichzeitig besteht der eigentliche Zweck der Landwirtschaft in der sicheren Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln, was zu einem Verlust oder einer Verringerung der Biodiversität führen kann, z. B. durch Landnutzungsänderung, Degradierung oder Fragmentierung von Lebensräumen. Zur Förderung einer Produktion, die sich positiv auf die Natur auswirkt, erforschen und entwickeln wir daher Anbausysteme, die zu einer besseren Balance zwischen Produktivität und dem Erhalt von Bodengesundheit und Lebensräumen beitragen. In vielen unserer Feldversuche untersuchen wir, wie unsere Lösungen in Kombination mit Praktiken wie pflugloser Bodenbearbeitung, dem Anbau von Zwischenfrüchten oder weiteren Fruchtfolgen die Bodengesundheit verbessern, ohne die Rentabilität für die Landwirte zu beeinträchtigen. Wie diese Balance in den verschiedenen Ländern und Regionen aussehen kann, erproben wir außerdem in verschiedenen Kooperationsprojekten unter Mitwirkung der Bayer Forward-Farmen und Naturschutzexperten. Wir entwickeln effiziente Produktionssysteme, die die Biodiversität miteinbeziehen, schlagen diese unseren Kunden und Vertriebspartnern vor, und beginnen nun gemeinsam mit der operativen Umsetzung dieser Systeme in die Praxis. Darüber hinaus unterstützen und fördern wir die Entwicklung von Verfahren der Integrierten Schädlingskontrolle (IPM) und des Bestäubermanagements, die den Bestand und die Vielfalt von Nutzinsekten erhalten, Bestäuber schützen und den Einsatz von Pestiziden reduzieren oder Verbindungen mit einem ungünstigeren Umweltverträglichkeitsprofil durch moderne, umweltfreundlichere Lösungen ersetzen. Daher führen wir umfassende Feldversuche unter agronomischen Bedingungen in verschiedenen Kulturen rund um den Globus durch, um daraus Empfehlungen für die beste Positionierung unserer Produkte innerhalb von IPM-Systemen zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen abzuleiten. Wir fördern die verantwortungsvolle Nutzung natürlicher Ressourcen. Wir halten uns dabei an internationale und nationale Gesetzgebung und achten die biologische Vielfalt. Unsere Prinzipien zur Biodiversität sind sowohl in einer Konzernregelung niedergelegt als auch in einem eigenen Positionspapier. Darin bekennen wir uns zu den Zielen der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen, die die gerechte und ausgewogene Aufteilung der sich aus der Nutzung von genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile beinhaltet. Zusätzlich soll eine ergänzende Konzernregelung die Einhaltung internationaler und nationaler Gesetzgebung zum Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechtem Vorteilsausgleich gewährleisten. Wir unterstützen den Erhalt und die nachhaltige Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen durch Finanz- und Sachleistungen zum Aufbau neuer Genbanken, die der Bewahrung der genetischen Vielfalt von Kulturpflanzen dienen. Zusätzlich beteiligen wir uns an verschiedenen Projekten mit Partnern der öffentlichen Hand, um den Anbau verbesserter lokaler Feldfrüchte zu ermöglichen, den Aufbau von Kapazitäten zur Züchtung besserer Kulturpflanzen zu fördern und unterstützen weltweit weitere Bemühungen zum Erhalt von Biodiversität. Darüber hinaus setzen wir kontinuierlich Innovationen in der Pflanzenzüchtung ein, die zur Verbesserung der genetischen Vielfalt von Kulturpflanzen sowie der Ernährungssicherheit und ökologischen Nachhaltigkeit beitragen.

Bienensicherheit von Pflanzenschutzmitteln

Zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern engagieren wir uns in zahlreichen Projekten und Forschungsaktivitäten. Um Risiken unserer Pflanzenschutzmittel für Bienen und andere Nichtzielarten zu minimieren, führen wir umfangreiche Sicherheitstests, Risikobewertungen sowie Maßnahmen zur Produktverantwortung durch. Dazu zählen die Zertifizierung von Saatgutbehandlungseinrichtungen, Wissensaustausch und Anwenderschulungen, bei denen der Nutzen von Bestäubern für Erntequalität und Ernteertrag sowie die Notwendigkeit des Bestäuberschutzes vermittelt werden. Darüber hinaus entwickeln wir bienenfreundliche Pflanzenschutzmittel und beteiligen uns auch an der Entwicklung von innovativen und bestäuberfreundlichen Anwendungsverfahren. Darüber hinaus haben wir uns an der Erstellung eines neuen Piktogramms beteiligt, das zur Kennzeichnung von Pflanzenschutzmitteln verwendet werden soll. Das vom Industrieverband CropLife International gestaltete und von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) publizierte Piktogramm soll als Warnhinweis auf Pflanzenschutzmitteln dazu dienen, Bestäuber vor unbeabsichtigten Nebenwirkungen zu schützen. Wir haben damit begonnen, dieses Piktogramm für unsere Pflanzenschutzmittel zu übernehmen.

Biotechnologie

Biotechnologische Verfahren werden bei uns in der biopharmazeutischen Produktion (u. a. Kogenate™, KovaltryTM, Jivi™) und der Entwicklung innovativer Biopharmazeutika, Zell- und Gentherapien eingesetzt. Darüber hinaus setzen wir biotechnologische Verfahren im Bereich Saatgut ein (u. a. SmartStax™ PRO mit RNAi Technology Mais, Intacta 2 Xtend™ Sojabohne, Bollgard™ 3 mit XtendFlex™ Baumwolle). In der Pflanzenzüchtung setzen wir eine Vielzahl von Methoden ein, zu denen konventionelle und auch gentechnische Züchtungsmethoden gehören. Gentechnisch veränderte Pflanzen können zu einer nachhaltigeren Nahrungsmittelproduktion beitragen, da sie den Landwirten ermöglichen, mehr Nahrungsmittel bei geringeren Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen zu produzieren. Die Sicherheit für Mensch und Umwelt hat beim Einsatz von Biotechnologie für uns immer Priorität. Zusätzlich zu rechtlichen und regulatorischen Vorschriften haben wir in entsprechenden Konzernregelungen den verantwortungsvollen Umgang mit Gentechnik und unsere global gültigen, konsequenten Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit biologischen Stoffen festgelegt. Die Entwicklung und Vermarktung von gentechnisch verändertem Saatgut unterliegen ebenfalls strengen Gesetzen und Vorschriften. Darüber hinaus haben wir interne Verfahren festgelegt, die für einen verantwortungsvollen Einsatz biotechnologisch hergestellter Produkte über den gesamten Produktlebenszyklus sorgen. Des Weiteren haben wir bei Crop Science die Mitgliedschaft in der „Excellence Through Stewardship“-(ETS-)Organisation auch im Berichtsjahr fortgesetzt.

Spurenstoffe in der Umwelt

Wir engagieren uns, um Emissionen von Produktrückständen (z. B. Wirkstoffe und ihre Abbaustoffe) auf die Umwelt zu verhindern oder dort, wo sie unvermeidbar sind, ihre Risiken so gering wie möglich zu halten. Unser Fokus liegt auf allen Schritten des Produktzyklus – von der Herstellung über die sichere Anwendung bis hin zur Entsorgung. An unseren Produktionsstandorten weltweit wird die Einhaltung von Abwasser-Schwellenwerten durch Aufsichtsbehörden und externe Gutachter überwacht. Auch finden in regelmäßigen Abständen entsprechende Auditierungen der Produktionsstandorte durch interne Fachleute statt. Um Emissionen aus der Produktion, wie z. B. Einträge von Arzneimittelspuren, in die Umwelt zu verhindern oder zu reduzieren, ergreifen wir geeignete Maßnahmen. Zusätzlich zu regulatorischen Standards können dies auch eigene weitergehende Umweltstandards sein, wie sie z. B. auch in unseren „Health, Safety and Environment Key Requirements“ (HSE KR) beschrieben sind. Darüber hinaus arbeiten wir in verschiedenen Forschungsprojekten an der Entwicklung weiterer effektiver Maßnahmen zur Risikominimierung. Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln werden bereits während der Entwicklung und vor einer behördlichen Produktzulassung mögliche Umweltauswirkungen in ökotoxikologischen Studien untersucht. Die zuständigen Behörden erhalten eine umfassende Umweltrisikobewertung und können ggf. Maßnahmen zur Risikominimierung vorgeben. Auch für die behördliche Zulassung von Humanarzneimitteln erfolgt in Europa und den USA eine Umweltrisikobewertung.

1.7 Umweltschutz und Sicherheit

Wir arbeiten daran, die Belastungen für die Umwelt durch unsere Geschäftstätigkeit weiter zu verringern und Lösungsansätze zu entwickeln, welche die Umwelt entlasten. Verantwortlich ist die Enabling Function Nachhaltigkeit, Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (SSHE), die die Rahmenbedingungen u. a. in Form von Konzernregelungen festlegt. Mithilfe von Managementsystemen regeln wir die operative Umsetzung in den Divisionen.

Energieeinsatz

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gesamtenergieeinsatz des Bayer-Konzerns um 1,8 % auf 35,5 Petajoule (Vorjahr: 34,8 Petajoule). Hierin eingeschlossen ist sowohl der Primärenergieeinsatz, der zumeist fossile Energieträger betrifft, als auch der Sekundärenergieeinsatz. Dieser leichte Anstieg ist überwiegend durch einen Produktionsanstieg an den Standorten Soda Springs und Luling, USA, bedingt. Die als Verhältnis der eingesetzten Energie zum Außenumsatz berichtete Energieeffizienz hat sich im Vergleich zum Jahr 2021 von 220 kWh/T € auf 194 kWh/T € verbessert.# Treibhausgas-Emissionen

Klimaschutz und die damit einhergehende Reduktion von Treibhausgas-Emissionen ist für uns von hoher Bedeutung. Daher haben wir uns in diesem Bereich ambitionierte Ziele gesetzt, die wir im Kapitel 1.2.1 „Strategie und Ziele“ näher erläutert haben. Einen Überblick über die Entwicklung im Geschäftsjahr gibt die folgende Tabelle:

2021 2022
Scope 1: Direkte Emissionen¹ 1,93 1,91
Scope 2: Indirekte Emissionen² nach der marktorientierten Methode 1,24 1,12
Gesamte Treibhausgas-Emissionen nach der marktorientierten Methode 3,17 3,03
Scope 3: Indirekte Emissionen aus unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (nach Wesentlichkeit)³, ⁴, ⁷ 8,69 9,64
davon indirekte Emissionen aus unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette zur Erreichung des SBT ⁴, ⁵, ⁶, ⁷ 7,91 8,90

¹Direkte Emissionen resultieren aus eigenen Kraftwerken, Fahrzeugen, Abfallverbrennungs- und Produktionsanlagen (Scope 1). Gemäß GHG-Protokoll berichten wir hier auch die direkten Emissionen, die bei der Erzeugung von Energie für andere Firmen entstehen und als Standort-Dienstleistung verkauft werden. Dadurch liegen die direkten Emissionen des Bayer-Konzerns höher als die Emissionen, die sich aus der reinen Geschäftstätigkeit von Bayer ergeben. In 2022 bestanden die direkten Treibhausgas-Emissionen zu 96,9 % aus Kohlendioxid. Andere Treibhausgase wie z. B. Lachgas, teilfluorierte Kohlenwasserstoffe oder Methan trugen nur geringfügig zu den direkten Treibhausgas-Emissionen bei.
²Indirekte Emissionen resultieren aus dem Bezug von Strom, Dampf und Kälte (Scope 2).
³Die Scope-3-Emissionen wurden einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit („limited assurance“) unterzogen.
⁴Für Bayer sind die Emissionen aus acht Scope-3-Kategorien wesentlich und stellen zusammen unser Gesamtinventar an Scope-3-Emissionen dar: (1) Eingekaufte Güter und Dienstleistungen, (2) Kapitalgüter, (3) Brennstoff- und energiebezogene Emissionen, (4) Transport und Verteilung (vorgelagert), (5) Abfall, (6) Geschäftsreisen, (7) Pendeln der Arbeitnehmer sowie (12) Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebenszyklusende.
⁵Science Based Target
⁶Für unser Reduktionsziel für Scope-3-Emissionen berücksichtigen wir, gemäß den SBTi-Kriterien, folgende wesentliche Scope-3-Kategorien, welche 88 % der Scope-3-Emissionen des Basisjahres ausmachen: (1) Eingekaufte Güter und Dienstleistungen, (2) Kapitalgüter, (3) Brennstoff- und energiebezogene Emissionen, (4) Transport und Verteilung (vorgelagert), (6) Geschäftsreisen.
⁷Werte für 2020 und 2021 wurden aufgrund neuer Erkenntnisse in den Kategorien 3.1, 3.2 und 3.4 angepasst. Dies beinhaltete die Anpassung der Methodik zur Inflationsbereinigung sowie die Verbesserung des Klassifikationssystems im Einkauf.

Im Geschäftsjahr haben wir den Ausstoß von Treibhausgas-Emissionen in Scope 1 und 2 um 0,14 Mio. t CO2-Äquivalente reduziert. Dies entspricht einem Rückgang um 4,5 %. Wesentlicher Grund für die Minderung ist, trotz gestiegenem Energieverbrauch, der gestiegene Anteil an eingekauftem Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Scope 2). In den für uns relevanten Scope 3 Science Based Targets-(SBT-)Kategorien sind unsere Emissionen um 0,99 Mio. t CO2-Äquivalente gestiegen, dies entspricht einem Anstieg von 12,5 % gegenüber 2021. Der Anstieg der Scope-3-Emissionen ist in den SBT-relevanten Scope-3-Kategorien im Wesentlichen durch Geschäftswachstum, das Auffüllen von Lagerbeständen sowie einen Anstieg bei Luftfracht und Geschäftsreisen zurückzuführen. In den nicht SBT-relevanten Kategorien konnten die Emissionen durch verringerte Abfallmengen aus unseren Produktionstätigkeiten (Kategorie 3.5) sowie unseren Produktverpackungen (Kategorie 3.12) um insgesamt 0,03 Mio. t CO2-Äquivalente reduziert werden. Zur Erreichung der Klimaneutralität an den eigenen Standorten haben wir bspw. in Brasilien, Indonesien, Kambodscha, Nicaragua, Peru, Uruguay, Sambia und Simbabwe Projekte zur Wiederaufforstung und zum Waldschutz finanziert. Mit den daraus generierten Klimaschutzzertifikaten kompensierten wir Treibhausgas-Emissionen in Höhe von 0,45 Mio. t CO2-Äquivalenten.

Wasser

Wir verwenden die Ressource Wasser möglichst sparsam und arbeiten daran, Emissionen in das Wasser weiter zu reduzieren. Alle Standorte in wasserarmen bzw. von Wasserknappheit bedrohten Regionen verfügen inzwischen über ein Wassermanagement. Der Gesamtwassereinsatz betrug im Geschäftsjahr 53 Mio. m³ (Vorjahr: 55 Mio. m³). Der um 4,0 % gesunkene Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr ist erneut auf Infrastrukturmaßnahmen am Standort Orizaba Proquina, Mexico, sowie auf einen verbesserten Wassereinsatz am Standort Luling, USA, zurückzuführen. 33,0 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers wird als Kühlwasser verwendet, das sich in diesem Prozess ausschließlich erwärmt, aber nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben möglich. Wir sind bestrebt, an unseren Produktionsstandorten Wasser mehrfach zu nutzen und wiederaufzubereiten. Die Gesamtmenge der Industrie- und Mischabwässer blieb im Berichtsjahr mit 24 Mio. m³ (Vorjahr: 25 Mio. m³) auf dem Niveau des Vorjahres. Alle Abwässer unterliegen einer genauen Kontrolle, bevor sie in die unterschiedlichen Entsorgungswege geleitet werden. All unsere Industrie- und Mischabwässer werden bei Bedarf in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt, entsprechend behördlichen Vorgaben als umweltverträglich eingestuft und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Abfall und Recycling

Durch systematisches Abfallmanagement wollen wir Materialverbräuche und Entsorgungsmengen auf einem möglichst geringen Niveau halten. Entsprechend den Konzernregelungen sind alle Produktionsstandorte verpflichtet, Abfälle zu vermeiden, zu reduzieren, zu recyceln sowie sicher und umweltgerecht zu entsorgen. Die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls ist im Berichtsjahr auf 1.038 Tsd. t (Vorjahr: 1.001 Tsd. t) angestiegen. Dies lag insbesondere daran, dass an mehreren Standorten in Nord- und Südamerika die Produktion erhöht wurde und so größere Mengen an Abfällen entsorgt wurden. Die Menge des gefährlichen Abfalls sank um 12,6 % auf 276 Tsd. t (Vorjahr: 316 Tsd. t) durch abgeschlossene Bau- und Sanierungstätigkeiten an den Standorten Dormagen und Berlin, Deutschland. Der gefährliche Abfall aus der Produktion, einschließlich des gefährlichen Abfalls aus Kläranlagen, ist ebenfalls von 303 Tsd. t auf 273 Tsd. t gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Verfahrens- und Anlagensicherheit

Unser Ziel ist es, unsere Verfahren und Produktionsanlagen so sicher zu gestalten und zu betreiben, dass keine unvertretbaren Risiken für die Beschäftigten, die Umwelt und die Nachbarschaft entstehen. Wir arbeiten an der Weiterentwicklung der Sicherheitskultur und der Kompetenz der Beschäftigten. Grundsätze zur Verfahrens- und Anlagensicherheit werden in unserer weltweit gültigen Konzernregelung ausgeführt. Die Einhaltung interner und externer Sicherheitsvorgaben wird in internen Audits überprüft. Um Stoff- und Energieaustritte zu vermeiden, werden Anlagensicherheitsereignisse hinsichtlich ihrer Ursachen analysiert und relevante Erkenntnisse konzernweit kommuniziert. Als Indikator verwenden wir die weltweit einheitliche Kennzahl „Process Safety Incident Rate“ (PSI-R), die in das konzernweite Meldesystem integriert ist. Die PSI-R stellt die Anzahl der PSI-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden dar. Diese lag 2022 bei 0,11 (Vorjahr: 0,08).

Transportsicherheit

Die Transport- und Lagersicherheit ist Teil des HSE-Managements und wird durch Netzwerke von Supply-Chain-Experten umgesetzt. Zusätzlich zu den gesetzlichen Regelungen haben wir ergänzende Standards und Vorgaben implementiert, die in Konzernregelungen festgelegt werden. Damit stellen wir sicher, dass unsere Materialien entsprechend den geltenden Vorschriften und ihrem jeweiligen Gefährdungspotenzial gehandhabt und befördert werden. Im Berichtsjahr kam es zu insgesamt 17 Transportereignissen (Vorjahr: 32), die primär auf Unfälle beim Straßentransport zurückzuführen sind. Als Transportereignisse zählen wir Unfälle mit Personen- oder erheblichem Sachschaden, die Beeinträchtigung der Umwelt durch freigesetzte Stoffe oder den Austritt gefährlicher Güter.

Sichere und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen

Der Schutz der Gesundheit unserer Beschäftigten sowie der Beschäftigten von Vertragspartnern, die auf unserem Werksgelände arbeiten, hat für uns höchste Priorität. Auch in diesem Geschäftsjahr waren Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz maßgeblich von den Entwicklungen der COVID-19-Pandemie geprägt. Daher wurden die bestehenden Regelungen und Vorschriften den sich ändernden Gefahrenlagen angepasst, wodurch die Risiken für die Beschäftigten am Arbeitsplatz deutlich gesenkt werden konnten. Die Schutzkonzepte und Maßnahmen, die wir global umgesetzt haben, berücksichtigen dabei die unterschiedlichen Tätigkeitsprofile an den einzelnen Standorten. Die „Recordable Incident Rate“-(RIR-)Quote¹² betrug im Berichtsjahr 0,37 Unfälle pro 200.000 Arbeitsstunden (Vorjahr: 0,38¹³). Dies entspricht 413 Arbeitsunfällen weltweit. Die geringe RIR-Rate ist auf einen langfristigen Effekt effektiver Arbeitsschutzmaßnahmen und -programme sowie auf kurz- und mittelfristige Effekte im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zurückzuführen, die sich aus der Verringerung der Bewegungsradien ergeben, wie z. B. Arbeit von zu Hause, und die erhöhte individuelle Aufmerksamkeit für Sicherheit und Gesundheit. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen lassen sich schwere und schwerste Unfälle nicht ganz ausschließen. Im Berichtsjahr hatten wir einen tödlichen Arbeitsunfall eines Bayer-Beschäftigten zu beklagen. Wir werden in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, Risiken oder risikobehaftetes Verhalten weiter zu reduzieren.# Die im Jahr 2021 neu eingeführte Intelex-Unfallmanagement-Plattform wurde weiterhin beworben und wird von der Belegschaft genutzt. Jeder Beschäftigte kann einfach, schnell und anonym einen Sicherheitsvorfall, einen Beinaheunfall oder eine Sicherheitsbeobachtung melden. Durch die Verwendung dieser Plattform als zentrale Quelle für Daten und Erkenntnisse können wir Erfahrungen und Wissen besser austauschen und so künftig das Auftreten von Krankheiten und Verletzungen reduzieren. Darüber hinaus wird in Intelex auch der KPI „Schweregrad der Verletzung“ erfasst, um die Relevanz eines meldepflichtigen Vorfalls in Bezug auf das Verletzungsergebnis zu bewerten und Sicherheitsverbesserungen zu ermöglichen. Da die psychische Gesundheit unserer Beschäftigten und deren Angehörige ein wichtiges und schützenswertes Gut darstellt, haben wir auch im Berichtsjahr durch vielfältige zielgruppengerechte Informationen und Programme versucht, der Entstehung psychischer Erkrankungen aktiv entgegenzuwirken, bspw. durch die Etablierung der zentralen Intranet-Plattform „House of Health“ mit vielzähligen Informations- und Trainingsangeboten u. a. zu den Themen „Psychische Gesundheit“, und „Gesundes Leben“. Darüber hinaus hielten wir im Berichtsjahr für 96 % der Beschäftigten weltweit „Employee Assistance Program“-Angebote vor. Diese werden von externen Anbietern durchgeführt und bieten Unterstützungsdienste und Informationen von Spezialisten im Bereich psychische Gesundheit an.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Überblick über den Geschäftsverlauf

2.1.1 Wirtschaftliche Lage und Zielerreichung

Das Geschäftsjahr 2022 war operativ sehr erfolgreich. Wir konnten einen deutlichen währungs- und portfoliobereinigten Umsatzzuwachs von 8,7 % erzielen. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA stieg um 20,9 %. Hier konnte die gute Geschäftsentwicklung in den Divisionen inflationsbedingte Kostensteigerungen überkompensieren. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 26,6 %. Crop Science erreichte ein prozentual zweistelliges wpb. Umsatzplus – das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 46,2 %. Dabei profitierten wir auch von Beiträgen aus den laufenden Effizienzprogrammen. Der Umsatz bei Pharmaceuticals stieg leicht um wpb. 1,1 %. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 1,6 %. Consumer Health verzeichnete einen erfreulichen Umsatzanstieg um wpb. 8,4 %, das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich entsprechend um 14,9 %. Das Ergebnis je Aktie (gesamt) betrug im Berichtsjahr 4,22 € und wurde vor allem durch Wertminderungen belastet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich deutlich um 22,0 % auf 7,94 €.

Die im März veröffentlichte Prognose für den Konzern sah einen währungsbereinigten Umsatz von etwa 46 Mrd. € vor, was eine wpb. Steigerung von etwa 5 % bedeutete. Die wb. EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen wurde mit etwa 26 % erwartet, welche unter Zugrundelegung der Umsatzprognose einem wb. EBITDA vor Sondereinflüssen von etwa 12 Mrd. € entsprach. Die Prognose sah ein um Sondereinflüsse und Währungseffekte bereinigtes Ergebnis je Aktie von etwa 7,00 € vor sowie einen Free Cashflow von rund 2,0 bis 2,5 Mrd. €.

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung wurde die Prognose im August angepasst. Auf Basis dieser Anpassungen planten wir, den wb. Umsatz auf 47 bis 48 Mrd. € zu erhöhen, entsprechend einem Umsatzanstieg von etwa wpb. 8 %. Die Erwartung für die um Währungs- und Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge wurde mit etwa 26 bis 27 % angegeben. Die angepasste Prognose sah ein um Sondereinflüsse und Währungseffekte bereinigtes Ergebnis je Aktie von etwa 7,30 € vor. Die Erwartung für den Free Cashflow lag bei etwa 2,5 Mrd. €. Diese angepasste Konzernprognose haben wir erreicht und im Hinblick auf das bereinigte Ergebnis je Aktie übertroffen.

2.1.2 Wesentliche Ereignisse

Innovationen und Produktzulassungen

In 2022 erzielten wir mit unseren innovativen Produkten erfreuliche Fortschritte. Bei unseren Projekten der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung gaben wir den Start des klinischen Phase-III-Entwicklungsprogramms „OCEANIC“ zur Schlaganfallprävention mit dem Wirkstoff Asundexian bekannt, eines der größten Phase-III-Projekte, die wir bisher unternommen haben. Im September gab es positive Neuigkeiten für unseren Entwicklungskandidaten Aflibercept 8 mg. In zwei zulassungsrelevanten Studien bei neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration und diabetischem Makulaödem konnte das Dosierungsintervall auf 16 Wochen bei vergleichbarem Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil zu unserem Augenmedikament EyleaTM ausgeweitet werden. Wir haben die Zulassung in der EU in diesen beiden Indikationen beantragt.

Zu unseren in der Markteinführung befindlichen Produkten gab es ebenfalls erfreuliche Neuigkeiten. Im August erhielten wir die Zulassung unseres Krebsmedikaments NubeqaTM für eine zusätzliche Indikation bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) in den USA. Wir haben diese Zulassungserweiterung auch in der EU, in Japan und in China beantragt. Im Januar 2023 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Zulassungserweiterung empfohlen.

Zudem erhielten wir 2022 Zulassungen für unser Medikament KerendiaTM zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes in der EU, in Japan und in China. Im September erhielten wir die Genehmigung für eine Aktualisierung der Produktinformation in den USA. Im Februar 2023 erteilte die Europäische Kommission die Zulassung in der EU für eine Indikationserweiterung auf frühe Stadien der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes.

Invasion Russlands in die Ukraine

Die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine und ihrer Familien hat für uns nach wie vor oberste Priorität. Darüber hinaus haben wir einen Katastrophenhilfefonds eingerichtet und spenden auch Produkte wie Antibiotika und Saatgut für den Anbau von Nahrungsmitteln. Russland und die Ukraine machten zusammen rund 3 % unserer Umsatzerlöse im Jahr 2022 aus. Als Folge des Krieges droht auch weiterhin eine Beeinträchtigung der Energieversorgung sowie der globalen Lieferketten. Bei Bayer lag der Anteil der Energiekosten an den gesamten Herstellungskosten im Jahr 2022 bei lediglich rund 3 %. Um die Auswirkungen einer möglichen Gasverknappung einzudämmen und unsere Abhängigkeit von Erdgas zu reduzieren haben wir bestimmte Prozesse angepasst. Dies beinhaltet sowohl eine teilweise Umstellung auf alternative Energiequellen als auch die Einführung von Energiesparprogrammen. Für das Gesamtjahr 2022 haben sich dadurch keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen ergeben.

ESG-Rating

Wir haben bei einem wichtigen ESG-Rating bedeutende Fortschritte erzielt: MSCI ESG Research hat im Berichtsjahr seinen ESG Controversies Report aktualisiert und die rote Flagge für „Umweltbedenken im Zusammenhang mit genetisch veränderten Nutzpflanzen“ sowie die damit verbundene Behauptung eines Verstoßes gegen die Grundsätze des UN Global Compact aufgehoben. Im August hat MSCI ESG Research unser Rating von BB auf A angehoben.

Portfolioänderungen

Im April haben wir den Verkauf unserer Lormetazepam-Produkte zur Behandlung von Schlafstörungen an Neopharmed Gentili abgeschlossen. Die Produkte werden in Italien unter den Markennamen MiniasTM und NoctamidTM bzw. in Japan unter EvamylTM vertrieben. Anfang Oktober haben wir die Veräußerung des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden an die internationale Beteiligungsgesellschaft Cinven abgeschlossen. Der gezahlte Kaufpreis für das Geschäft, das 2021 einen Umsatz von etwa 600 Mio. € erzielte, beträgt rund 2.299 Mio. € vor transaktionstypischen Anpassungen. Den Verkauf unseres Männergesundheitsprodukts NebidoTM an Grünenthal haben wir Anfang November für einen vorläufigen Kaufpreis von 495 Mio. € abgeschlossen. Der Kaufpreis unterliegt ebenfalls transaktionstypischen Anpassungen.

Finanzierungstätigkeiten

Im März platzierten wir neue Hybridanleihen über 1,3 Mrd. €. Die Erlöse wurden für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet, einschließlich der Finanzierung des vorzeitigen Rückkaufs der Hybridanleihe über 1,3 Mrd. €, die zum 2. Oktober 2022 kündbar war. Im Mai haben wir eine Kreditlinie in Höhe von 3 Mrd. € vereinbart und gezogen. Diese dient zur Risikoabsicherung im Fall einer Verschlechterung der gegenwärtigen geopolitischen Situation.

Vorstand

Rodrigo Santos wurde auf Beschluss des Aufsichtsrats zum 1. Januar 2022 als Mitglied des Vorstands der Bayer AG und neuer Leiter der Division Crop Science berufen. Er folgt auf Liam Condon, der den Aufsichtsrat gebeten hatte, seinen bis 31. Dezember 2023 laufenden Vertrag zum 31. Dezember 2021 aufzulösen. Der Aufsichtsrat der Bayer AG hat Bill Anderson mit Wirkung zum 1. Juni 2023 zum Vorstandsvorsitzenden von Bayer bestellt. Er wird bereits am 1. April 2023 als Mitglied des Vorstands in das Unternehmen eintreten. Werner Baumann, der derzeitige Vorstandsvorsitzende, wird Ende Mai 2023 in den Ruhestand gehen.

2.1.3 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Deutlich geringeres Wachstum der Weltwirtschaft

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Berichtsjahr deutlich abgeschwächt. Dies lag u. a. an den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, steigenden Preisen und anhaltenden Sorgen über die Energieversorgung. Zudem rückten im Jahresverlauf die Finanzierungsbedingungen in den Fokus: Angesichts der hohen Inflationsraten strafften wichtige Zentralbanken die Geldpolitik und erhöhten die Leitzinsen, wodurch das Wachstum weiter gedämpft wurde. Zusätzlich trug das unterdurchschnittliche Wachstum der chinesischen Wirtschaft zur Abschwächung der weltwirtschaftlichen Dynamik bei. Der wichtigste Grund dafür waren die strengen Maßnahmen Chinas zur Eindämmung von COVID-19, die erst gegen Ende des Jahres gelockert wurden.# A 2.1.3/1 Wirtschaftliches Umfeld

Wachstum1 2021 Wachstum1 2022

Welt EU davon Deutschland USA Schwellenländer2
Wachstum1 2021 6,0 % 5,4 % 2,6 % 5,9 % 7,1 %
Wachstum1 2022 3,0 % 3,5 % 1,9 % 2,0 % 3,5 %
  • Vorjahreswerte angepasst
  • 1Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: IHS Markit (Stand: Januar 2023)
  • 2Darin enthalten sind rund 50 Länder, die IHS Markit in Anlehnung an die Weltbank als Schwellenländer definiert.

Währungsentwicklung

Im Berichtsjahr 2022 waren im Umsatz des Bayer-Konzerns positive Währungseffekte von 3.003 Mio. €. Das EBITDA vor Sondereinflüssen beinhaltete positive Währungseffekte in Höhe von 429 Mio. €. Die Effekte entfallen auf folgende Währungsräume:

A.2.1.3/2 Währungsentwicklung Bayer-Konzern

Tagesendkurse im Jahresdurchschnitt gegenüber dem € in Mio. € 2021 2022 FX-Effekt Umsatz FX-Effekt bereinigtes EBITDA
AUD 1,57 1,52 33 18
BRL 6,37 5,42 778 466
CAD 1,48 1,37 138 79
CNY 7,63 7,08 286 200
JPY 129,82 137,76 –115 –69
MXN 23,99 21,13 141 62
RUB 87,11 70,22 152 114
TRY 10,23 17,27 –200 –61
USD 1,18 1,05 1719 4
Sonstige Währungsräume und weitere Effekte1 71 –384
Gesamtsumme 3.003 429
  • 1FX-Hedging inklusive Sicherungskosten

2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Bayer-Konzern

2.2.1 Ertragslage Bayer-Konzern

Geschäftsentwicklung Bayer-Konzern

A 2.2.1/1

Veränderung in % Q4 2021 Veränderung in % Q4 2022 Veränderung in % 2021 Veränderung in % 2022
nominal wpb. nominal wpb.
Umsatzerlöse 11.118 12.000 7,9 4,1
44.081 50.739 15,1 8,7
* Umsatzveränderungen1
* Menge: 3,7 % – 0,6 % 6,8 % 0,8 %
* Preis: 4,3 % 4,7 % 2,1 % 7,9 %
* Währung: 2,9 % 5,5 % – 2,6 % 6,8 %
* Portfolio: 0,3 % – 1,7 % 0,2 % – 0,4 %
in Mio. € Q4 2021 Q4 2022 Veränderung in % 2021 Veränderung in % 2022
nominal wpb. nominal wpb.
Umsatzerlöse 11.118 12.000 7,9 4,1
44.081 50.739 15,1 8,7
Umsatzerlöse nach Regionen
Europa/Nahost/Afrika 3.255 3.068 –5,7 –5,2
13.648 14.429 5,7 6,0
Nordamerika 3.401 3.937 15,8 8,8
14.952 17.571 17,5 7,0
Asien/Pazifik 2.276 2.283 0,3 3,2
8.849 9.451 6,8 3,8
Lateinamerika 2.186 2.712 24,1 11,8
6.632 9.288 40,0 24,4
EBITDA1 1.731 3.276 89,3
6.409 13.515 110,9
Sondereinflüsse1 –664 814
–4.770 2
EBITDA vor Sondereinflüssen1 2.395 2.462 2,8
11.179 13.513 20,9
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 21,5 % 20,5 %
25,4 % 26,6 %
EBIT1 2.021 1.432 –29,1
3.353 7.012 109,1
Sondereinflüsse1 638
21
–3.942
2.245
EBIT vor Sondereinflüssen1 1.383 1.453 5,1
7.295 9.257 26,9
Finanzergebnis –524
562 7,3
–1.307
2.342 79,2
Konzernergebnis (aus fortzuführendem und nicht fortgeführtem Geschäft) 1.161 611 –47,4
1.000 4.150
Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem und nicht fortgeführtem Geschäft (in €) 1,18 0,62 –47,5
1,02 4,22
Bereinigtes Ergebnis je Aktie1 aus fortzuführendem Geschäft (in €) 1,26 1,35 7,1
6,51 7,94 22,0
Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit (aus fort- zuführendem und nicht fortgeführtem Geschäft) 3.046 3.061 0,5
5.089 7.093 39,4
Free Cashflow1 1.535 1.420 –7,5
1.415 3.111 119,9
Nettofinanzverschuldung (Stichtag) 33.137 31.809 –4,0
33.137 31.809 –4,0
Kapitalflusswirksame Investitionen (aus fortzuführendem und nicht fortgeführtem Geschäft) 1.140 1.324 16,1
2.611 2.949 12,9
Forschungs- und Entwicklungskosten 1.012 1.614 59,5
5.412 6.572 21,4
Abschreibungen, Wertminderungen, Wertaufholungen –290 1.844 .
3.056 6.503 112,8
Mitarbeiter (Stichtag) 99.637 101.369 1,7
99.637 101.369 1,7
Personalaufwand (einschl. Altersversorgung) 3.016 3.141 4,1
11.798 12.619 7,0
  • wpb. = währungs- und portfoliobereinigt
  • 1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

Konzernumsatz wpb. signifikant gesteigert

Der Umsatz des Bayer-Konzerns erhöhte sich 2022 auf 50.739 Mio. € (wpb. +8,7 %; nominal +15,1 %), davon entfielen 2.477 Mio. € auf Deutschland. Der Umsatz von Crop Science wuchs wpb. um 15,6 % auf 25.169 Mio. €, hierzu trugen alle Regionen bei. In Lateinamerika und Europa/Nahost/Afrika konnten wir ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum erzielen und auch in Nordamerika und Asien/Pazifik konnten wir den Umsatz deutlich steigern. Der Umsatz von Pharmaceuticals stieg wpb. um 1,1 % auf 19.252 Mio. €. Einer starken Entwicklung bei EyleaTM, unserem Radiologiegeschäft und den neuen Produkten NubeqaTM und KerendiaTM standen Rückgänge unter anderem durch weitere Tenderverfahren in China gegenüber. Consumer Health erzielte einen wpb. Umsatzanstieg um 8,4 % auf 6.080 Mio. € mit Zuwächsen in allen Regionen und Kategorien. Insbesondere das Geschäft mit Erkältungsprodukten profitierte von den anhaltenden Erkältungswellen nach Aufhebung der Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie der zurückkehrenden Mobilität. In der Überleitung stieg der Umsatz um 2,9 % auf 238 Mio. €.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Bayer-Konzerns stieg auf 13.513 Mio. € (Vorjahr: 11.179 Mio. €; +20,9 %). Hierin enthalten waren positive Währungseffekte in Höhe von 429 Mio. €. Bei Crop Science stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um 46,2 % auf 6.867 Mio. € (Vorjahr: 4.698 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die deutlich verbesserte Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Zusätzlich profitierten wir von Beiträgen aus den laufenden Effizienzprogrammen. Bei Pharmaceuticals stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um 1,6 % auf 5.873 Mio. € (Vorjahr: 5.779 Mio. €). Darin spiegelten sich die gestiegenen Umsatzerlöse sowie in geringerem Umfang Erträge aus dem Verkauf von Randgeschäften wider. Consumer Health steigerte das EBITDA vor Sondereinflüssen um 14,9 % auf 1.367 Mio. € (Vorjahr: 1.190 Mio. €) durch die deutliche Umsatzerhöhung sowie Kosten- und Preismanagement. In der Überleitung betrug das EBITDA vor Sondereinflüssen –594 Mio. € (Vorjahr: –488 Mio. €). Das EBITDA betrug im Berichtsjahr 13.515 Mio. € (Vorjahr: 6.409 Mio. €). Die Abschreibungen und Wertaufholungen führten per saldo zu einem Aufwand von 6.503 Mio. € (Vorjahr: 3.056 Mio. €), wovon 4.691 Mio. € (Vorjahr: 1.482 Mio. €) auf immaterielle Vermögenswerte und 1.812 Mio. € (Vorjahr: 1.574 Mio. €) auf Sachanlagen entfielen. Die Wertminderungen und Wertaufholungen führten in Summe zu einem Aufwand von 2.554 Mio. € (Vorjahr: Ertrag von 684 Mio. €). Davon entfiel ein Aufwand von 2.332 Mio. € (Vorjahr: Ertrag von 741 Mio. €) auf immaterielle Vermögenswerte. Die Wertminderungen entfielen mit 2.184 Mio. € im Wesentlichen auf die Division Crop Science. Betroffen waren hier vor allem die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften mit einer Wertminderung von 1.432 Mio. €, Gemüsesaatgut mit 652 Mio.€, Glyphosat mit 349 Mio. € sowie Baumwollsaatgut mit 64 Mio.€. Darüber hinaus ergab sich eine Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 734 Mio.€. Die Wertminderung im Bereich Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften ist insbesondere auf gestiegene Produktionskosten sowie gestiegene gewichtete Kapitalkosten zum Ende des vierten Quartals zurückzuführen. Im Bereich Gemüsesaatgut resultiert die Wertminderung im Wesentlichen aus verschlechterten Geschäftsaussichten. Im Bereich Glyphosat ist die Wertminderung insbesondere auf gestiegene gewichtete Kapitalkosten sowie verschlechterte Geschäftsaussichten zurückzuführen. Daneben ergaben sich Wertaufholungen in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften in Höhe von 1.111 Mio. €. Hier konnten gestiegene gewichtete Kapitalkosten durch verbesserte Geschäftsaussichten überkompensiert werden. Wertminderungen in Höhe von per Saldo 2.226 Mio. € (Vorjahr: Wertaufholungen von 844 Mio. €) sowie beschleunigte Abschreibungen in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) wurden als Sondereinflüsse erfasst. Das EBIT vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 26,9 % auf 9.257 Mio. € (Vorjahr: 7.295 Mio. €). Das EBIT lag 2022 bei 7.012 Mio. € (Vorjahr: 3.353 Mio. €). Darin enthalten waren per saldo Sonderaufwendungen in Höhe von 2.245 Mio. € (Vorjahr: 3.942 Mio. €). Diese resultierten hauptsächlich aus den zuvor genannten Wertminderungen und Wertaufholungen der Division Crop Science. Zur Ermittlung von EBIT und EBITDA vor Sondereinflüssen haben wir 2022 folgende Sondereffekte berücksichtigt:

A 2.2.1/2 Sondereinflüsse1 nach Kategorien

in Mio. € EBIT Q4 2021 EBIT Q4 2022 EBIT 2021 EBIT 2022 EBITDA Q4 2021 EBITDA Q4 2022 EBITDA 2021 EBITDA 2022
Summe Sondereinflüsse 638 – 21 –3.942 – 2.245 –664 814 –4.770 2
Restrukturierung –415 – 350 –1.322 – 697 –407 – 315 –1.304 – 662
davon in der Überleitung –162 – 118 –570 – 233 –162 – 100 –570 – 215
Akquisition/Integration 5 – 2 –19 – 5 –2 –19 –5
davon in der Überleitung – 1 –1 –1 –1
Desinvestitionen –41 1.196 5 1.320 –34 1.196 12 1.320
davon in der Überleitung 10 10
Rechtsfälle/Rechtliche Risiken –99 – 37 –3.310 – 616 –99 –37 –3.310 – 616
davon in der Überleitung –80 – 37 –34 – 744 –80 –37 –34 – 744
Wertminderung / Wertaufholung2 1.309 – 801 841 – 2.215 –8 –1 –12 3
Sonstiges –121 –27 –137 – 37 –121 –27 –137 – 37
davon in der Überleitung – 52 52 –52 –52
  • Vorjahreswerte angepasst
  • 1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“
  • 2Sofern diese nicht bereits in den anderen Sondereinfluss-Kategorien enthalten sind.

Bereinigtes Konzernergebnis

Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie lag mit 7,94 € deutlich über dem Vorjahr (Vorjahr: 6,51 €; +22,0 %). Ausschlaggebend hierfür war der positive Ergebnisbeitrag der Division Crop Science. Gegenläufig wirkte eine negative Entwicklung des Finanzergebnisses vor Sondereinflüssen. Das Ergebnis je Aktie (gesamt) betrug im Berichtsjahr 4,22 € (Vorjahr: 1,02 €) im Vergleich zum bereinigten Konzernergebnis je Aktie wurde dieses vor allem durch die zuvor genannten Wertminderungen belastet.

A 2.2.1/3 Bereinigtes Ergebnis je Aktie „Core EPS“1

| in Mio. € |# Bayer Group

A 2.2.1/4 Statement of Profit and Loss Bayer Group (Condensed)

in Mio. € Q4 2021 Q4 2022 Change in % 2021 2022 Change in %
Sales Revenue 11,118 12,000 7.9 44,081 50,739 15.1
Cost of Goods Sold –3,685 –4,768 29.4 –16,816 –19,871 18.2
Selling Expenses –3,505 –3,706 5.7 –12,363 –14,084 13.9
Research and Development Expenses –1,012 –1,614 59.5 –5,412 –6,572 21.4
General and Administrative Expenses –786 –720 –8.4 –2,962 –2,838 –4.2
Other Operating Expenses (-) and Income (+) –109 240 . –3,175 –362 –88.6
EBIT¹ 2,021 1,432 –29.1 3,353 7,012 109.1
Financial Result –524 –562 7.3 –1,307 –2,342 79.2
Earnings Before Tax 1,497 870 –41.9 2,046 4,670 128.3
Income Taxes –327 –261 –20.2 –1,024 –504 –50.8
Earnings After Tax from Continuing Operations 1,170 609 –47.9 1,022 4,166 .
Earnings After Tax from Discontinued Operations
Earnings After Tax (Total) 1,170 609 –47.9 1,022 4,166 .
of which attributable to non-controlling interests 9 –2 . 22 16 –27.3
of which attributable to the shareholders of Bayer AG (Consolidated Earnings) 1,161 611 –47.4 1,000 4,150 .

¹ For definition, see A 2.3 “Alternative Performance Measures of the Bayer Group”

Functional Costs

The special items included in EBIT and EBITDA were allocated to the functional costs as follows:

A 2.2.1/5 Special Items¹ by Functional Costs

in Mio. € EBIT Q4 2021 EBIT Q4 2022 EBIT 2021 EBIT 2022 EBITDA Q4 2021 EBITDA Q4 2022 EBITDA 2021 EBITDA 2022
Total Special Items 638 – 21 –3,942 – 2,245 –664 814 –4,770 2
Cost of Goods Sold 661 – 118 229 – 985 –66 – 27 –199 – 76
Selling Expenses –99 – 215 –89 – 538 –216 – 184 –315 – 350
Research and Development Expenses 442 45 –86 – 404 –16 7 –260 – 5
General and Administrative Expenses –198 – 115 –705 – 348 –198 – 97 –705 – 330
Other Operating Income (+) / Expenses (-) –168 382 –3,291 30 –168 1,115 –3,291 763

¹ For definition, see A 2.3 “Alternative Performance Measures of the Bayer Group”

The cost of goods sold increased by 18.2% to €19,871 million in the reporting year, and its share of total sales revenue rose to 39.2% (previous year: 38.1%). The cost of goods sold increased primarily due to currency effects and special items in the Crop Science division. Adjusted for special items and currency effects, the increase was 2.6%.

Selling expenses amounted to €14,084 million (+13.9%). The share of selling expenses in sales revenue was 27.8% (previous year: 28.0%). Adjusted for special items and currency effects, selling expenses increased by 5.3%, mainly in Crop Science and Consumer Health, due, among other things, to investments in marketing activities and projects.

Expenses for research and development (R&D) increased by 21.4% to €6,572 million. The R&D ratio relative to sales revenue was 13.0% (previous year: 12.3%). The increase is attributable to higher special expenses in the Crop Science division and to currency effects. Adjusted for special items and currency effects, R&D costs rose by 10.3%, primarily in Crop Science due essentially to inflation effects, and in Pharmaceuticals due, among other things, to acquisitions made.

General and administrative expenses decreased by 4.2% to €2,838 million, mainly due to the reduction in special expenses. The share of general and administrative expenses in total sales revenue fell to 5.6% (previous year: 6.7%). Adjusted for special items and currency effects, general and administrative expenses increased by 2.6%.

The balance of other operating expenses and income decreased significantly by 88.6% to €–362 million (previous year: €–3,175 million). In the previous year, this primarily included provisions related to the glyphosate litigation.

Financial Result and Earnings Before Tax

Taking into account a financial result of €–2,342 million (previous year: €–1,307 million), earnings before tax were €4,670 million (previous year: €2,046 million). The negative development of the financial result was mainly due to an increase in the interest expense for discounting provisions and negative changes in the fair value of financial investments.

A 2.2.1/6 Financial Result¹

in Mio. € Q4 2021 Q4 2022 2021 2022
Income from investments –115 –110 23 –300
Income from securities –194 –211 –930 –1,058
Other financial expenses and income –215 –241 –400 –984
of which interest expense on discounted provisions –27 –80 –71 –420
of which exchange rate result –166 –63 –385 –219
of which other expenses and income –22 –98 56 –345
Total –524 –562 –1,307 –2,342
of which Special Items (net) –137 –156 –95 –408

¹ Further explanations on the financial result are provided in Note [10] to the financial statements.

Income Tax Expense

The income tax expense amounted to €504 million (previous year: €1,024 million). The decrease in tax expense is mainly attributable to a higher recognition of deferred tax assets on temporary differences related to the settlement agreements in the USA.

Consolidated Earnings

After deducting income tax expense and considering non-controlling interests, consolidated earnings for the year 2022 amounted to €4,150 million (previous year: €1,000 million).

2.2.2 Business Development in the Divisions

Crop Science

Positive Market Environment

The global seed and crop protection market grew significantly in 2022 (wppb. +12%; previous year: +7%) due to sustained high global demand for corn and soybeans, as well as the general impact of the war between Russia and Ukraine on all commodities. Growth was also driven by higher prices for agrochemical products, primarily due to high cost inflation and supply bottlenecks. The increased price level and the associated improved income situation of farmers promoted the use of high-quality crop protection products in all regions and indications, especially in herbicides. This had a positive impact on the overall business of Crop Science.

A 2.2.2/1 Key Figures Crop Science

in Mio. € Q4 2021 Q4 2022 Change in %¹ nominal Change in %¹ wppb. 2021 2022 Change in %¹ nominal Change in %¹ wppb.
Sales Revenue 4,690 5,569 18.7 11.4 20,207 25,169 24.6 15.6
Sales Revenue Changes¹
Volume – 1.1 % 2.9 % 5.6 % – 0.1 %
Price 9.9 % 8.5 % 5.5 % 15.7 %
Currency 3.5 % 10.6 % – 3.8 % 9.7 %
Portfolio 0.0 % – 3.3 % 0.0 % – 0.7 %
Sales Revenue by Region
Europe/Middle East/Africa 573 632 10.3 13.6 4,205 4,843 15.2 17.4
North America 1,695 2,014 18.8 14.7 8,721 10,341 18.6 9.0
Asia/Pacific 614 625 1.8 4.5 2,183 2,433 11.5 8.2
Latin America 1,808 2,298 27.1 10.0 5,098 7,552 48.1 28.7
EBITDA¹ 715 1,511 111.3 940 7,546 .
Special Items¹ –46 691 –3,758 679
EBITDA before Special Items¹ 761 820 7.8 4,698 6,867 46.2
EBITDA Margin before Special Items¹ 16.2 % 14.7 % 23.2 % 27.3 %
EBIT¹ 1,435 127 –91.1 –495 2,950 .
Special Items¹ 1,263 –126 –2,915 – 1,460
EBIT before Special Items¹ 172 253 47.1 2,420 4,410 82.2
Cash Flows from Operating Activities 2,335 2,073 –11.2 1,272 3,394 166.8
Capital Expenditures 470 760 61.7 1,019 1,486 45.8
Research and Development Expenses 138 679 . 2,029 2,876 41.7

wppb. = currency and portfolio adjusted
¹ For definition, see A 2.3 “Alternative Performance Measures of the Bayer Group”

Sales Revenue

In the fiscal year 2022, Crop Science recorded a significant increase in sales revenue, supported by all regions, by wppb. 15.6% to €25,169 million. We achieved double-digit percentage sales growth in Latin America and Europe/Middle East/Africa, and also significantly increased sales in North America and Asia/Pacific.

A 2.2.2/2 Sales Revenue by Strategic Business Units

| in Mio. € | Q4 2021 | Q4 2022 | Change in %¹ nominal | Change in %¹ wppb. | 2021 | 2022 | Change in %¹ nominal | Change in %¹ wppb. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|# Crop Science

Crop Science Maissaatgut und Pflanzen- eigenschaften Herbizide Fungizide Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften Insektizide Environmental Science Gemüsesaatgut Sonstige
18,7 38,0 26,6 3,0 42,3 0,5 –52,9 11,7 0,3
11,4 23,6 16,8 –6,1 22,6 –6,5 3,9 7,4 –2,5
20.207 5.162 5.328 2.924 2.164 1.417 1.103 653 1.456
25.169 6.089 8.325 3.273 2.462 1.584 1.130 717 1.589
24,6 18,0 56,3 11,9 13,8 11,8 2,4 9,8 9,1
15,6 8,8 43,9 5,2 –0,2 4,9 8,0 5,3 1,8

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt
1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

// Im Bereich Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften konnten wir unseren Marktanteil ausweiten und verzeichneten entsprechend einen Umsatzanstieg. Dabei überkompensierten Preissteigerungen in allen Regionen geringere Anbauflächen in Nordamerika sowie ausgelaufene Lizenzvereinbarungen. // Bei den Herbiziden erzielten wir erhebliche Zuwächse aufgrund von Preissteigerungen, insbesondere in Latein- und Nordamerika sowie Europa/Nahost/Afrika durch anhaltende Versorgungsengpässe für glyphosathaltige Produkte im Markt. // Auch bei den Fungiziden erhöhte sich der Umsatz aufgrund von Preissteigerungen insbesondere in den Regionen Lateinamerika und Europa/Nahost/Afrika, welche vor allem Mengenrückgänge in Nordamerika überkompensierten. // In der Geschäftseinheit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften bewegte sich der Umsatz auf Vorjahresniveau. In Lateinamerika profitierten wir von höheren Lizenzeinnahmen, wohingegen das Geschäft in Nordamerika aufgrund von geringeren Absatzmengen rückläufig war. // Bei den Insektiziden verzeichneten wir Zuwächse vor allem durch Mengen- und Preissteigerungen bei unserem Produkt CurbixTM in der Region Lateinamerika. In Nordamerika verringerte sich der Umsatz aufgrund von Mengenrückgängen. // Bei Environmental Science steigerten wir unsere Umsätze preisbedingt in Nord- und Lateinamerika sowie in Asien/Pazifik. // Im Bereich Gemüsesaatgut erhöhte sich der Umsatz aufgrund von Preissteigerungen in allen Regionen. Insbesondere in Europa/Nahost/Afrika konnten die höheren Preise Mengenrückgänge mehr als ausgleichen. // In der Berichtseinheit Sonstige konnten wir das Geschäft insbesondere durch Mengen- und Preissteigerungen im Bereich Baumwollsaatgut in der Region Nordamerika ausweiten.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science stieg im Geschäftsjahr 2022 um 46,2 % auf 6.867 Mio. € (Vorjahr: 4.698 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf den erheblichen Umsatzanstieg zurückzuführen. Zusätzlich profitierten wir von Beiträgen aus den laufenden Effizienzprogrammen. Des Weiteren verzeichneten wir einen positiven Währungseffekt in Höhe von 284 Mio. €. Kostenanstiege, insbesondere bei den Herstellungskosten, die hauptsächlich auf die hohe Inflation zurückzuführen sind, belasteten das Ergebnis. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg um 4,1 Prozentpunkte auf 27,3 %. Das EBIT lag im Berichtsjahr bei 2.950 Mio. € (Vorjahr: –495 Mio. €). Hierin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 1.460 Mio. € (Vorjahr: 2.915 Mio. €). Diese resultieren im Wesentlichen aus den bereits beschriebenen Wertminderungen, vor allem in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften. Dem gegenüber stehen Wertaufholungen innerhalb der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften, sowie Sondererträge aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden.

A 2.2.2/3 Sondereinflüsse1

Crop Science in Mio. € EBIT Q4 2021 EBIT Q4 2022 EBIT 2021 EBIT 2022 EBITDA Q4 2021 EBITDA Q4 2022 EBITDA 2021 EBITDA 2022
Restrukturierung –37 –46 –211 –91 –36 –29 –208 –74
Akquisition/Integration –8 –2 –12 4 –8 –2 –12 4
Desinvestitionen –37 734 –77 648 –30 734 –70 648
Rechtsfälle/Rechtliche Risiken 6 –10 –3.466 113 6 –10 –3.466 113
Wertminderung/Wertaufholung 1.317 –801 852 –2.125 –1 –1 3
Sonstiges 22 –1 –1 –9 22 –1 –1 9
Summe Sondereinflüsse 1.263 –126 –2.915 –1.460 –46 691 –3.758 679

1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

4. Quartal 2022

Umsatz

Im 4. Quartal erhöhte sich der Umsatz um wpb. 11,4 % auf 5.569 Mio. €, hierzu trugen alle Regionen bei. In Nordamerika, Europa/Nahost/Afrika und Lateinamerika verzeichneten wir ein prozentual zweistelliges Wachstum. Im Bereich Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften erzielten wir in Latein- und Nordamerika deutliche Zuwächse aufgrund von Preis- und Mengensteigerungen. Bei den Herbiziden stieg der Umsatz aufgrund von Mengen- und Preissteigerungen, insbesondere bei unseren glyphosathaltigen Produkten. Bei den Fungiziden war unser Geschäft rückläufig, vor allem in Lateinamerika aufgrund von Mengenrückgängen in Brasilien sowie Trockenheit in Argentinien. In der Geschäftseinheit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften erhöhten wir den Umsatz erheblich, hierfür waren im Wesentlichen höhere Lizenzeinnahmen in Lateinamerika verantwortlich. Bei den Insektiziden verzeichneten wir Rückgänge in allen Regionen. Insbesondere in Lateinamerika war unser Geschäft durch Trockenheit in Argentinien belastet. Bei Environmental Science stieg der Umsatz aufgrund von Preissteigerungen. Im Bereich Gemüsesaatgut stiegen die Umsätze insbesondere in der Region Europa/Nahost/Afrika aufgrund von Preis- und Mengensteigerungen. In der Berichtseinheit Sonstige war der Umsatz rückläufig, vor allem durch Mengenrückgänge in unserem Geschäft mit Rapssaatgut.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg im 4. Quartal um 7,8 % auf 820 Mio. € (Vorjahr: 761 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die deutlich verbesserte Geschäftsentwicklung sowie auf die Beiträge aus den bestehenden Effizienzprogrammen zurückzuführen. Darüber hinaus verzeichneten wir einen positiven Währungseffekt in Höhe von 64 Mio. €. Kostenanstiege, insbesondere bei den Herstellungskosten, die hauptsächlich auf die hohe Inflation zurückzuführen sind, belasteten das Ergebnis. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank um 1,5 Prozentpunkte auf 14,7 %. Das EBIT sank im 4. Quartal auf 127 Mio. € (Vorjahr: 1.435 Mio. €). Hierin sind Sonderaufwendungen in Höhe von 126 Mio. € (Vorjahr: Sondererträge in Höhe von 1.263 Mio. €) enthalten. Diese entfielen insbesondere auf die oben erläuterten Effekte aus Wertminderungen. Positiv wirkte die Veräußerung des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden.

Pharmaceuticals

Weiteres Marktwachstum

Das Wachstum des Pharmamarktes lag im Jahr 2022 wb. bei 7 % (Vorjahr: 9 %) und basiert weiterhin auf einer generellen Markterholung nach den erheblichen Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie. Wie im Vorjahr gab es einen Volumenanstieg durch Nachholeffekte und eine Normalisierung der Anzahl an Behandlungen und diagnostischen Untersuchungen. Darüber hinaus trugen antivirale Medikamente und Corona-Impfstoffe weiterhin erheblich zum Marktwachstum bei.

A 2.2.2/4 Kennzahlen Pharmaceuticals

Veränderung in %1 Q4 2021 Veränderung in %1 Q4 2022 Veränderung in %1 nominal Veränderung in %1 wpb. in Mio. € 2021 in Mio. € 2022 Veränderung in %1 nominal Veränderung in %1 wpb.
Umsatzerlöse –1,9 –2,8 4,9 1,1 18.349 19.252 4,9 1,1
Umsatzveränderungen1
Menge 8,3 –3,4 9,3 1,3
Preis –0,7 0,6 –1,9 –0,2
Währung 2,4 1,8 –1,4 3,9
Portfolio 0,6 –0,9 0,4 –0,1
Umsatzerlöse nach Regionen
Europa/Nahost/Afrika –11,5 –11,3 –0,2 –0,7 7.438 7.424 –0,2 –0,7
Nordamerika 13,5 4,3 14,8 3,4 4.155 4.772 14,8 3,4
Asien/Pazifik –2,2 1,4 3,7 1,3 5.834 6.051 3,7 1,3
Lateinamerika 12,1 14,7 9,0 4,1 922 1.005 9,0 4,1
EBITDA1 42,0 5.470 6.212 13,6
Sondereinflüsse1 –298 282 –309 339
EBITDA vor Sondereinflüssen1 –4,8 5.779 5.873 1,6
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 30,4 29,5 31,5 30,5
EBIT1 51,9 4.469 4.985 11,5
Sondereinflüsse1 –305 282 –324 249
EBIT vor Sondereinflüssen1 –8,0 4.793 4.736 –1,2
Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit 78,3 3.493 3.588 2,7
Kapitalflusswirksame Investitionen –18,6 1.178 1.045 –11,3
Forschungs- und Entwicklungskosten 5,9 3.139 3.397 8,2

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt
1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2022 stieg der Umsatz von Pharmaceuticals wpb. um 1,1 % auf 19.252 Mio. €. Einer starken Entwicklung bei EyleaTM, unserem Radiologiegeschäft und den neuen Produkten NubeqaTM und KerendiaTM standen Rückgänge unter anderem durch weitere Tenderverfahren in China gegenüber, insbesondere bei XareltoTM und NexavarTM. Mit unserem Krebsmedikament NubeqaTM erzielten wir nahezu eine Verdoppelung der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr mit signifikanten Zuwächsen in allen Regionen. KerendiaTM, unser Medikament zur Behandlung der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes, trug mit 107 Mio. € zum Umsatz bei.

A 2.2.2/5 Umsatzstärkste Pharmaceuticals-Produkte

Veränderung in %1 Q4 2021 Veränderung in %1 Q4 2022 Veränderung in %1 nominal Veränderung in %1 wpb. in Mio. € 2021 in Mio. € 2022 Veränderung in %1 nominal Veränderung in %1 wpb.
Xarelto™ –3,4 –3,8 –4,6 –5,8 4.735 4.516 –4,6 –5,8
Eylea™ 6,2 7,7 10,1 9,2 2.918 3.213 10,1 9,2
Mirena™/Kyleena™/Jaydess™ 6,0 –1,9 9,1 –0,5 1.170 1.277 9,1 –0,5
Kogenate™/Kovaltry™/Jivi™ –5,9 –10,3 2,9 –3,2 823 847 2,9 –3,2
Adalat™ –28,5 –28,0 8,9 1,6 763 831 8,9 1,6
YAZ™/Yasmin™/Yasminelle™ 3,4 3,0 6,8 2,6 740 790 6,8 2,6
Aspirin™ Cardio 18,2 18,4 16,2 11,0 678 788 16,2 11,0
Adempas™ –48,5 –51,3 –11,7 –17,2 738 652 –11,7 –17,2
Stivarga™ 29,2 23,9 28,5 20,2 477 613 28,5 20,2
CT Fluid Delivery 15,8 4,3 10,0 0,3 449 494 10,0 0,3
Gadovist™ - Produktfamilie –5,4 –5,1 12,2 9,0 418 469 12,2 9,0
Nubeqa™ 129,0 116,3 112,8 97,0 219 466 112,8 97,0
Ultravist™ 4,1 5,0 22,1 17,5 357 436 22,1 17,5
Betaferon™/Betaseron™ –17,2 –20,4 –7,7 –12,7 337 311 –7,7 –12,7
Nexavar™ –49,5 –47,9 –38,6 –41,2 435 267 –38,6 –41,2
Summe umsatzstärkste Produkte –2,2 –3,8 4,7 0,8 15.257 15.970 4,7 0,8
Anteil am Pharmaceuticals-Umsatz 83 % 83 % 83 % 83 %

währungs- und portfoliobereinigt

1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

Mit unserem oralen Gerinnungshemmer Xarelto™ verzeichneten wir einen Umsatzrückgang, welcher vor allem auf Tenderverfahren in China, Preisdruck in Großbritannien sowie den Patentablauf in Brasilien zurückzuführen ist. Die als Umsatz erfassten Lizenzeinnahmen in den USA, wo Xarelto™ von einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson vermarktet wird, lagen währungsbereinigt über dem Vorjahr.

Das Geschäft mit unserem Augenmedikament Eylea™ konnten wir stark ausweiten und verzeichneten dabei Zuwächse in allen Regionen. Insbesondere in Europa und Asien/Pazifik erzielten wir deutliche Absatzsteigerungen durch fortlaufende Marktpenetration.

Der Umsatz mit unserem Medikament zur Behandlung von Lungenhochdruck, Adempas™, sank deutlich gegenüber dem Vorjahr, welches durch eine Meilensteinzahlung in Höhe von 190 Mio. € begünstigt war. Wie bisher beinhalten die Umsätze die anteilige Erfassung der Vorab- und Meilensteinzahlungen aus der sGC-Kooperation mit Merck & Co., USA.

Mit unserem Produkt zur Herzinfarktsekundärprävention, AspirinTM Cardio, sowie unserem Krebsmedikament Stivarga™ erzielten wir in China ein kräftiges Volumenwachstum bei stabilen Preisen.

Unser Radiologiegeschäft mit den Produktfamilien Gadovist™ und Ultravist™ konnten wir insbesondere durch Volumenausweitungen in allen Regionen steigern.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg im Berichtsjahr um 1,6 % auf 5.873 Mio. €. Darin spiegelten sich die gestiegenen Umsatzerlöse sowie in geringerem Umfang Erträge aus dem Verkauf von Randgeschäften wider. Wir verzeichneten höhere Investitionen in die Vermarktung neuer Produkte sowie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung für unsere Plattform-Technologien und Projekte der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung. Dem standen Kostenrückgänge bei unseren etablierten Produkten und eingestellten Entwicklungsprojekten gegenüber. Zusätzlich wirkten sich höhere Kosten aufgrund der stark gestiegenen Beschaffungspreise negativ aus. Die positiven Währungseffekte beliefen sich auf 9 Mio. € (Vorjahr: negative Währungseffekte von 77 Mio. €). Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank um 1,0 Prozentpunkte auf 30,5 %. Das EBIT von Pharmaceuticals stieg deutlich um 11,5 % auf 4.985 Mio. €. Hierin enthalten waren per saldo Sondererträge von 249 Mio. € (Vorjahr: Sonderaufwendungen von 324 Mio. €). Positiven Effekten, insbesondere aus den Verkäufen unserer Lormetazepam-Produkte und unseres Männergesundheitsprodukts NebidoTM, standen Aufwendungen vor allem in Zusammenhang mit Restrukturierungen gegenüber.

A 2.2.2/6 Sondereinflüsse1 Pharmaceuticals in Mio. €

EBIT Q4 2021 EBIT Q4 2022 EBIT 2021 EBIT 2022 EBITDA Q4 2021 EBITDA Q4 2022 EBITDA 2021 EBITDA 2022
Restrukturierung –191 –164 –495 –326 –184 –164 –480 –326
Akquisition/Integration 14 –6 –4 14 –6 –4
Desinvestitionen –4 462 82 682 –4 462 82 682
Rechtsfälle/Rechtliche Risiken –25 10 190 15 –25 10 190 15
Wertminderung/Wertaufholung –8 –11 –90 –8 –11
Sonstiges –91 –26 –84 –28 –91 –26 –84 –28
Summe Sondereinflüsse –305 282 –324 249 –298 282 –309 339

1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

4. Quartal 2022

Umsatz

Im 4. Quartal sank der Umsatz von Pharmaceuticals um wpb. 2,8 % auf 4.855 Mio. €. Einem Rückgang bei AdempasTM, bedingt durch einen Vorjahreseffekt, stand eine positive Entwicklung bei EyleaTM, NubeqaTM und KerendiaTM gegenüber. KerendiaTM trug mit 48 Mio. € zum Umsatz bei. Unsere Umsätze mit Xarelto™ entwickelten sich rückläufig, vor allem aufgrund von Tenderverfahren in China sowie merklichen Absatzrückgängen in Europa. Unser Geschäft mit Eylea™ steigerten wir weiter, insbesondere in Europa und Asien/Pazifik. Der Umsatz mit AdempasTM sank deutlich gegenüber dem Vorjahresquartal, welches durch eine Meilensteinzahlung aus der sGC-Kooperation mit Merck & Co., USA, in Höhe von 190 Mio. € begünstigt war. Stark rückläufig infolge von Wettbewerb war das Geschäft mit unseren Blutgerinnungsmitteln Kogenate™/Kovaltry™/Jivi™. Die Rückgänge bei Kogenate™ konnten dabei nur teilweise durch Zuwächse bei Jivi™ kompensiert werden. Bei Adalat™ verzeichneten wir erhebliche Rückgänge als Folge der Einführung von Tenderverfahren in China im 4. Quartal. Unseren Umsatz mit NubeqaTM konnten wir mehr als verdoppeln und erzielten dabei Zuwächse in allen Regionen: Insbesondere in den USA setzten wir unsere Wachstumsdynamik mit signifikanten Absatzsteigerungen fort. Mit AspirinTM Cardio und Stivarga™ erzielten wir in China ein kräftiges Volumenwachstum bei stabilen Preisen.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank im 4. Quartal um 4,8 % auf 1.433 Mio. € (Vorjahr: 1.506 Mio. €), vor allem als Folge der rückläufigen Umsatzerlöse. Wir verzeichneten höhere Investitionen in die Vermarktung neuer Produkte sowie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung für unsere Plattform-Technologien und Projekte der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung. Dem standen Kostenrückgänge bei unseren etablierten Produkten und eingestellten Entwicklungsprojekten gegenüber. Zusätzlich wirkten sich höhere Kosten aufgrund der stark gestiegenen Beschaffungspreise negativ aus. Die negativen Währungseffekte beliefen sich auf 11 Mio. € (Vorjahr: positive Währungseffekte von 19 Mio. €). Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank um 0,9 Prozentpunkte auf 29,5 %. Das EBIT von Pharmaceuticals stieg deutlich um 51,9 % auf 1.425 Mio. €. Darin enthalten waren per saldo Sondererträge von 282 Mio. € (Vorjahr: Sonderaufwendungen von 305 Mio. €). Positiven Effekten, insbesondere aus dem Verkauf unseres Männergesundheitsprodukts NebidoTM, standen Aufwendungen vor allem in Zusammenhang mit Restrukturierungen gegenüber.

Consumer Health

Verbessertes Marktwachstum

Das globale Wachstum des Consumer-Health-Marktes lag 2022 bei rund 8 % (2021: 6 %). Dies ist insgesamt darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage nach Erkältungsprodukten und Produkten für die Magen-Darm-Gesundheit gestiegen ist. Außerdem hat der Inflationsdruck zu Preiserhöhungen geführt.

A 2.2.2/7 Kennzahlen Consumer Health

Q4 2021 Q4 2022 Veränderung in %¹ nominal Veränderung in %¹ wpb. 2021 2022 Veränderung in %¹ nominal Veränderung in %¹ wpb.
in Mio. €
Umsatzerlöse 1.405 1.524 8,5 5,8 5.293 6.080 14,9 8,4
Umsatzveränderungen¹
Menge 4,6 % –0,8 % 3,4 % 2,2 %
Preis 4,0 % 6,6 % 3,1 % 6,2 %
Währung 3,2 % 2,3 % –2,7 % 6,0 %
Portfolio 0,6 % 0,4 % 0,9 % 0,5 %
Umsatzerlöse nach Regionen
Europa/Nahost/Afrika 486 496 2,1 1,3 1.779 1.921 8,0 6,8
Nordamerika 573 638 11,3 0,1 2.075 2.458 18,5 5,7
Asien/Pazifik 200 230 15,0 13,4 829 967 16,6 9,9
Lateinamerika 146 160 9,6 32,5 610 734 20,3 20,1
EBITDA¹ 287 291 1,4 1.144 1.320 15,4
Sondereinflüsse¹ –25 –22 –46 –47
EBITDA vor Sondereinflüssen¹ 312 313 0,3 1.190 1.367 14,9
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen¹ 22,2 % 20,5 % 22,5 % 22,5 %
EBIT¹ 201 195 –3,0 808 957 18,4
Sondereinflüsse¹ –25 –22 –46 –47
EBIT vor Sondereinflüssen¹ 226 217 –4,0 854 1.004 17,6
Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit 316 317 0,3 1.030 1.046 1,6
Kapitalflusswirksame Investitionen 89 74 –16,9 196 173 –11,7
Forschungs- und Entwicklungskosten 61 67 9,8 199 221 11,1

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt
1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2022 steigerten wir den Umsatz bei Consumer Health gegenüber einem starken Vorjahr weiter deutlich um wpb. 8,4 % auf 6.080 Mio. € mit Zuwächsen in allen Regionen und Kategorien. Insbesondere das Geschäft mit Erkältungsprodukten konnten wir aufgrund anhaltender Erkältungswellen nach Aufhebung der Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie der zurückkehrenden Mobilität signifikant ausweiten. Zudem profitierten wir im Bereich Allergie von der Produkteinführung des Antihistamin-Nasensprays AsteproTM. Darüber hinaus stieg der Umsatz in der Kategorie Dermatologie prozentual zweistellig, u. a. aufgrund einer erhöhten Nachfrage nach BepanthenTM. Mit Nahrungsergänzungsmitteln verzeichneten wir ebenfalls einen Zuwachs im Vergleich zu einem sehr starken Vorjahr.

A 2.2.2/8 Umsatzerlöse nach Kategorien

Q4 2021 Q4 2022 Veränderung in %¹ nominal Veränderung in %¹ wpb. 2021 2022 Veränderung in %¹ nominal Veränderung in %¹ wpb.
in Mio. €
Consumer Health 1.405 1.524 8,5 5,8 5.293 6.080 14,9 8,4
Nahrungsergänzung 374 374 0,0 1,2 1.471 1.563 6,3 1,0
Allergie und Erkältung 299 376 25,8 16,0 1.036 1.377 32,9 21,5
Dermatologie 284 317 11,6 8,4 1.122 1.287 14,7 10,5
Schmerz und Kardio 221 222 0,5 2,6 834 905 8,5 3,3
Magen-Darm-Gesundheit 211 223 5,7 0,0 771 895 16,1 8,6
Sonstige 16 12 –25,0 –4,9 59 53 –10,2 –8,1

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt
1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

In Europa/Nahost/Afrika stieg der Umsatz um wpb. 6,8 % auf 1.921 Mio. €. Zum Wachstum trug vor allem die Kategorie Dermatologie bei, insbesondere aufgrund der steigenden Nachfrage nach Bepanthen™ Dry Skin. Die Kategorie Allergie und Erkältung wuchs prozentual zweistellig, vor allem im Bereich Erkältung mit der AspirinTM-Produktfamilie. Ebenfalls erfreulich entwickelte sich die Kategorie Magen-Darm-Gesundheit. Der Umsatz mit Nahrungsergänzungsmitteln stieg leicht gegenüber dem starken Vorjahr. In der Kategorie Schmerz und Kardio verzeichneten wir einen moderaten Rückgang.

In Nordamerika konnten wir den Umsatz um wpb. 5,7 % auf 2.458 Mio. € steigern. In der Kategorie Allergie und Erkältung erzielten wir einen signifikanten Anstieg. Hierzu trugen insbesondere eine starke Nachfrage nach Erkältungsprodukten der Alka-Seltzer™-Produktfamilie sowie die Einführung unseres Antihistamin-Nasensprays AsteproTM im 2. Halbjahr bei. Des Weiteren steigerten wir den Umsatz in den Kategorien Dermatologie und Magen-Darm-Gesundheit, u. a. mit LotriminTM und MiraLAXTM.# 2.2.2 Consumer Health

Die genannten positiven Entwicklungen konnten die merklichen Rückgänge in der Kategorie Nahrungsergänzung im Vergleich zu einem sehr starken Vorjahr sowie die Rückgänge in der Kategorie Schmerz und Kardio mehr als ausgleichen.

In Asien/Pazifik wuchs das Geschäft deutlich um wpb. 9,9 % auf 967 Mio. € mit Umsatzsteigerungen in allen Kategorien. Bei Nahrungsergänzungsmitteln und Dermatologie verzeichneten wir starke Zuwächse, u. a. durch eine gestiegene Nachfrage nach RedoxonTM und CanestenTM. Mit unseren Produkten der Kategorie Schmerz und Kardio konnten wir einen prozentual zweistelligen Anstieg erreichen. Der Umsatz in den Kategorien Allergie und Erkältung sowie Magen-Darm-Gesundheit erhöhte sich ebenfalls.

In Lateinamerika erzielten wir ein deutliches Umsatzplus von wpb. 20,1 % auf 734 Mio. € mit prozentual zweistelligen Zuwächsen in allen Kategorien gegenüber einem sehr starken Vorjahr. Besonders deutlich trugen Umsatzsteigerungen der Kategorien Allergie und Erkältung, u. a. mit TabcinTM, Schmerz und Kardio sowie Nahrungsergänzung zu dieser positiven Entwicklung bei.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen steigerten wir im Berichtsjahr um 14,9 % auf 1.367 Mio. € (Vorjahr: 1.190 Mio. €) durch deutliche Umsatzerhöhungen sowie ein erfolgreiches Kosten- und Preismanagement. Dies erreichten wir in einem Geschäftsumfeld mit deutlichen inflationsbedingten Kostensteigerungen und hoher Investitionen zur Markteinführung innovativer Produkte, insbesondere für AsteproTM. Wir verzeichneten positive Währungseffekte von 85 Mio. € (Vorjahr: negative Währungseffekte von 39 Mio. €). Die um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge lag mit 22,5 % auf dem Niveau des Vorjahres. Das EBIT von Consumer Health betrug 957 Mio. € (Vorjahr: 808 Mio. €). Hierin enthalten sind Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen in Höhe von 47 Mio. € (Vorjahr: 46 Mio. €).

A 2.2.2/9 Sondereinflüsse1

Consumer Health in Mio. € EBIT Q4 2021 EBIT Q4 2022 EBIT 2021 EBIT 2022 EBITDA Q4 2021 EBITDA Q4 2022 EBITDA 2021 EBITDA 2022
Restrukturierung –25 –22 –46 –47 –25 –22 –46 –47
Summe Sondereinflüsse –25 –22 –46 –47 –25 –22 –46 –47

1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

4. Quartal 2022

Umsatz

Der Umsatz von Consumer Health stieg im 4. Quartal 2022 erfreulich um wpb. 5,8 % auf 1.524 Mio. € mit Beiträgen aus allen Regionen. Insbesondere das Geschäft mit Erkältungsprodukten konnten wir aufgrund einer besonders ausgeprägten Erkältungswelle gegenüber dem bereits sehr starken Vorjahresquartal signifikant ausweiten. Bei unseren Allergieprodukten verzeichneten wir starke Zuwächse mit Beiträgen aus der Produkteinführung des Antihistamin-Nasensprays AsteproTM in Nordamerika. Die Kategorie Dermatologie wuchs ebenfalls deutlich mit prozentual zweistelligen Umsatzanstiegen in Nord- und Lateinamerika. Bei Nahrungsergänzungsmitteln konnten wir den Umsatz gegenüber einem starken Vorjahresquartal ausweiten, die Kategorie Schmerz und Kardio zeigte ebenfalls moderates Wachstum. Bei Magen-Darm-Gesundheit lag das Geschäft auf Vorjahresniveau.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag im 4. Quartal 2022 mit 313 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Vorjahr: 312 Mio. €; +0,3 %). Positiven Effekten aus Umsatzerhöhungen sowie unserem kontinuierlichen Kosten- und Preismanagement standen Investitionen im Rahmen der Markteinführung innovativer Produkte, insbesondere für AsteproTM, sowie inflationsbedingt stark gestiegene Kosten gegenüber. Zudem entfielen positive Einmaleffekte aus Verkäufen kleinerer, nicht strategischer Marken im Vergleich zum Vorjahresquartal. Wir verzeichneten positive Währungseffekte von 2 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Die um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 20,5 %. Das EBIT von Consumer Health betrug 195 Mio. € (Vorjahr: 201 Mio. €). Hierin enthalten sind Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen in Höhe von 22 Mio. € (Vorjahr: 25 Mio. €).

2.2.3 Wertorientierte Performance

A 2.2.3/1 Wertorientierte Performance

Crop Science Pharmaceuticals Consumer Health Konzern2
in Mio. € 2021 2022 2021 2022
EBIT1 –495 2.950 4.469 4.985
Ertragsteuern3 119 –708 –1.073 –1.196
NOPAT1 –376 2.242 3.396 3.789
Durchschnittliches Capital Employed1 40.161 41.838 18.275 19.696
ROCE1 –0,9 % 5,4 % 18,6 % 19,2 %
WACC1, 4 6,2 % 6,1 % 6,2 % 6,1 %

1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“
2Inkl. Überleitung
324 % auf EBIT; basierend auf gemitteltem historischen Steuersatz
4Auf divisionaler Ebene vergleichen wir den ROCE mit dem Bayer-Konzern WACC und geben keine divisionsspezifischen WACCs an.

Im Geschäftsjahr 2022 betrug der ROCE von Bayer 7,7 % (Vorjahr: 3,8 %) und lag damit oberhalb der Kapitalkosten von 6,1 %. Zur positiven Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr trugen alle Divisionen bei, insbesondere Crop Science. Durch ein höheres EBIT aufgrund eines gestiegenen operativen Ergebnis und geringeren Sonderaufwendungen erzielte Crop Science ein signifikant höheres operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) und konnte somit den ROCE deutlich steigern. Pharmaceuticals zeigte ebenfalls aufgrund der geringeren Sonderaufwendungen eine Steigerung des ROCE, wenngleich sich die Kapitalbasis unter anderem aufgrund der Akquisition von Vividion Therapeutics, Inc., USA, in 2021 erhöhte. Consumer Health verzeichnete ein höheres EBIT aufgrund eines gestiegenen operativen Ergebnis bei konstanter Kapitalbasis, so dass sich der ROCE verbesserte.

Die folgende Übersicht zeigt die Zusammensetzung des zur Berechnung des ROCE herangezogenen durchschnittlichen Capital Employed:

A 2.2.3/2 Zusammensetzung des Capital Employed1

in Mio. € 31.12.2021 31.12.2022
Geschäfts- oder Firmenwerte 40.106 39.648
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 26.258 24.183
Sachanlagen 12.688 13.674
Sonstige finanzielle Vermögenswerte2 57 172
Vorräte 11.314 13.636
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.047 10.312
Sonstige Forderungen2 1.896 2.066
Aktive latente Steuern2 2.444 4.334
Ertragsteuererstattungsansprüche 1.526 1.507
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 76 3
Brutto Capital Employed 106.412 109.535
Andere Rückstellungen2 –15.321 –13.385
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –6.792 –7.545
Sonstige Verbindlichkeiten2 –3.406 –4.531
Rückerstattungsverbindlichkeiten –4.847 –5.593
Vertragsverbindlichkeiten –4.821 –4.723
Finanzverbindlichkeiten2 –5
Passive latente Steuern2 –814 –606
Ertragsteuerverbindlichkeiten –2.288 –2.728
Capital Employed1 68.123 70.419
Durchschnittliches Capital Employed1 66.449 69.270

1Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“
2Selektierte Positionen der Bilanzposten: Im Wesentlichen nicht zinstragende oder nicht operative Positionen wurden im Capital Employed eliminiert.

2.2.4 Finanz- und Vermögenslage

Bayer-Konzern Finanzielle Steuerung des Konzerns

Die finanzielle Steuerung des Konzerns erfolgt zentral. Finanzmittel werden in der Regel als globale Ressource zentral beschafft und konzernintern verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts und die Sicherung der Liquidität sowie der Kreditwürdigkeit des Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements. Hierzu tragen die Optimierung der Kapitalstruktur und ein effektives Risikomanagement bei. Die Steuerung von Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis- und Ausfallrisiken sorgt dabei für eine Reduzierung der Ergebnisvolatilität.

Die von uns beauftragten Ratingagenturen stufen Bayer wie folgt ein:

A 2.2.4/1 Rating

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
S & P Global Ratings BBB A-2 stabil
Moody's Baa2 P-2 negativ
Fitch Ratings BBB+ F2 stabil

Die Investment-Grade-Ratings von allen drei Agenturen spiegeln eine gute Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wider und gewährleisten den Zugang zu einer breiten Investorenbasis für die Finanzierung. Es ist unser erklärtes Ziel, künftig wieder Langfrist-Ratings in der A-Kategorie zu erlangen. Grundsätzlich verfolgen wir eine konservative und auf Flexibilität ausgerichtete Verschuldungspolitik mit einem ausgewogen gestalteten Finanzierungsportfolio. Dieses basiert im Kern auf Anleihen in verschiedenen Währungen, auf syndizierten Kreditfazilitäten, bilateralen Kreditverträgen sowie einem „Global Commercial Paper“-Programm. Risiken aus dem operativen Geschäft und aus Finanztransaktionen sichern wir durch Finanzderivate ab. Dabei werden grundsätzlich keine Kontrakte ohne zugrunde liegendes Basisgeschäft eingegangen. Durch die Auswahl erstklassiger Handelspartner wird das Ausfallrisiko reduziert. Sämtliche Transaktionen werden nach konzernweiten Richtlinien vorgenommen und zeitnah überwacht.

Finanzlage und Investitionen

Bayer-Konzern

A 2.2.4/2 Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)

in Mio. € Q4 2021 Q4 2022 2021 2022
Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit (Gesamt) 3.046 3.061 5.089 7.093
Cashflows aus investiver Tätigkeit (Gesamt) –988 67 855 –2.381
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit (Gesamt) –1.798 –2.141 –5.645 –4.220
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit 260 987 299 492
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang 4.316 4.365 4.191 4.564
Veränderung aus Wechselkurs- Konzernkreisänderungen –12 –181 74 115
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 4.564 5.171 4.564 5.171

Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit

Im Jahr 2022 betrug der Cashflow aus operativer Tätigkeit 7.093 Mio. € (Vorjahr: 5.089 Mio. €). Die darin enthaltenen Auszahlungen zur Beilegung der Rechtskomplexe zu Glyphosat, Dicamba, PCB und EssureTM beliefen sich auf per saldo 1.165 Mio. € (Vorjahr: 4.232 Mio. €). Dieser Betrag entfällt sowohl auf Vergleichsvereinbarungen als auch auf Urteilssprüche.

Cashflows aus investiver Tätigkeit

Im Rahmen der investiven Tätigkeit sind im Geschäftsjahr 2.381 Mio.# H1 Bayer AG

Cashflows from financing activities

Net cash outflow from financing activities was €4,220 million (previous year: €5,645 million). This includes net debt repayment of €974 million (previous year: €2,452 million). Net interest expense increased to €1,251 million (previous year: €1,200 million). The Bayer Group paid out €1,985 million in dividends (previous year: €1,993 million).

Free Cashflow

Free Cashflow (total), as the sum of operating cashflow (total) less investments plus interest and dividends received less interest paid, amounted to €3,111 million in the reporting year (previous year: €1,415 million).

Investments

A 2.2.4/3 Capital expenditure for property, plant and equipment, and intangible assets in Mio. €

2021 2022
Crop Science 1,019 1,486
Pharmaceuticals 1,178 1,045
Consumer Health 196 173
Other 218 245
Group1 2,611 2,949

1 Group total includes continuing and discontinued operations.

Crop Science is continuously investing in a variety of projects within the global production network for crop protection products and seeds, as well as in research, development, and digital transformation. The largest projects in 2022 included investments in the development of a key raw material for glyphosate production (€117 million) in the USA. In addition, we invested in the expansion of fungicide production in Germany (€19 million). The development of digital solutions for our customers will remain a key investment focus beyond 2022.

The highest expenditures for property, plant and equipment at Pharmaceuticals in the fiscal year included facilities for cell and gene therapy research and production, among others in the USA, Spain, Germany, Great Britain, and Canada (€201 million); modernization programs in the production network of our Product Supply Organization at the sites in Turku, Finland, Leverkusen, Germany, and Garbagnate, Italy (€116 million); the new construction of a production facility for solid dosage forms in Leverkusen, Germany (€78 million); and the establishment of a new production site for medical devices in Costa Rica (€47 million).

In fiscal year 2022, Consumer Health also carried out "GMP14 Upgrade" programs worldwide at several production sites with an investment volume of approximately €16 million.

A 2.2.4/4 Significant investments in property, plant and equipment

2021 2022
Crop Science
Expansion of production capacities for fungicides in Dormagen, Germany ongoing ongoing
Expansion of research and development facilities in Monheim, Germany ongoing ongoing
Expansion of research and development facilities in Petrolina, Brazil ongoing ongoing
IT solutions to support digital transformation ongoing ongoing
Development of a raw material source for glyphosate production in Soda Springs, USA ongoing ongoing
Implementation of sustainability measures in Soda Springs, USA ongoing ongoing
Expansion of maize seed production capacity in Pochuyki, Ukraine started
Optimization of herbicide production at the Luling, USA site started ongoing
Relocation of a production site in Hangzhou, China started
Pharmaceuticals
Modernization of production at various sites in the production network (Leverkusen, Germany; Garbagnate, Italy; Turku, Finland) ongoing ongoing
New construction of a research building (preclinical pharmacology) in Wuppertal (Aprath), Germany ongoing ongoing
Modernization of research facilities in Berlin, Germany ongoing ongoing
Construction of a modular production facility for biologics in Berkeley, USA ongoing completed
Construction of a sterile filling facility for launch products in Berlin, Germany ongoing ongoing
Expansion of active ingredient production for acarbose in Wuppertal, Germany ongoing completed
Expansion of packaging capacity in Beijing, China ongoing ongoing
New construction of a production facility for solid dosage forms in Leverkusen, Germany ongoing ongoing
Construction of research and production facilities for cell and gene therapies, among others in the USA, Spain, Germany, Canada, and Great Britain ongoing ongoing
Construction of a new production site in Costa Rica ongoing ongoing
Construction of a new multipurpose facility for active ingredient production in Wuppertal, Germany started ongoing
Integration of investigational drug manufacturing into the new production facility for solid dosage products in Leverkusen, Germany started ongoing
Modernization of Berlin production with a focus on the radiology portfolio and other parenteral products, Germany started ongoing
Consumer Health
Modernization of production facilities worldwide in line with new GMP standards ongoing ongoing

Cash and Net Financial Debt

A 2.2.4/5 Net financial debt1 in Mio. €

31.12.2021 31.12.2022 Change in %
Bonds 37,593 36,602 –2.6
of which Hybrid bonds2 4,537 4,528 –0.2
Liabilities to banks3 773 3,484 .
Lease liabilities 1,165 1,234 5.9
Liabilities from derivative financial instruments4 69 190 175.4
Other financial liabilities 1,272 142 –88.8
Receivables from derivative financial instruments4 –114 –61 –46.5
Financial debt 40,758 41,591 2.0
Cash and cash equivalents –4,564 –5,171 13.3
Short-term financial assets5 –3,057 –4,611 50.8
Net financial debt1 33,137 31,809 –4.0

1 For definition, see A 2.3 "Alternative performance measures of the Bayer Group"
2 Under IFRS, debt capital
3 In addition to financial liabilities, these also include non-financial liabilities.
4 These include market values from interest and currency hedging of balance sheet risks.
5 These include short-term receivables from banks and other companies with a term > 3 months and ≤ 12 months, as well as financial investments in debt securities and equity securities that are classified as short-term upon initial recognition.

In the fiscal year 2022, the net financial debt of the Bayer Group decreased by €1.3 billion to €31.8 billion. Cash inflows from operating activities and from the sale of the Environmental Science business were offset by cash outflows for dividends and negative currency effects. Financial debt includes five subordinated hybrid bonds totaling €4.5 billion, which are rated 50% as equity by three commissioned rating agencies. Accordingly, the Group's rating-specific debt ratios are eased due to the hybrid bonds.

In fiscal year 2022, Bayer AG repurchased the hybrid bond with a nominal value of €1.3 billion maturing in 2075 (callable on October 2, 2022) ahead of schedule. To finance the repurchase, new hybrid bonds totaling €1.3 billion were placed in March 2022. The issue consisted of two tranches with a term of 60 years each. The first tranche of €500 million has a lock-up period of 5.5 years and a coupon of 4.5%, the second tranche of €800 million has a lock-up period of 8.5 years and a coupon of 5.375%.

Furthermore, in fiscal year 2022, two bonds totaling €250 million USD (€229 million) were repaid ahead of schedule, and two bonds totaling €1,750 million and one bond with a nominal volume of JPY 10 billion (€73 million) were redeemed at maturity.

In May 2022, Bayer AG agreed on and drew a credit line of €3 billion. This serves as risk mitigation in the event of a deterioration of the current geopolitical situation. Other financial liabilities decreased mainly due to the repayment of commercial papers. The increase in short-term financial assets relates primarily to investments in money market funds.# Vermögenslage und Kapitalstruktur Bayer-Konzern

2.2.4/6 Bilanz Bayer-Konzern (Kurzfassung)

in Mio € 31.12.2021 31.12.2022 Veränderung in %
Langfristige Vermögenswerte 87.663 87.117 –0,6
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 76 3 –96,1
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 32.502 37.757 16,2
Kurzfristige Vermögenswerte 32.578 37.760 15,9
Gesamtvermögen 120.241 124.877 3,9
Eigenkapital 33.168 38.926 17,4
Langfristiges Fremdkapital 57.670 50.867 –11,8
Kurzfristiges Fremdkapital 29.403 35.084 19,3
Fremdkapital 87.073 85.951 –1,3
Gesamtkapital 120.241 124.877 3,9

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2021 um 4,6 Mrd. € auf 124,9 Mrd. €. Die langfristigen Vermögenswerte sanken im Jahresverlauf um 0,5 Mrd. € auf 87,1 Mrd. €. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus unterjährigen Wertminderungen sowie Wertaufholungen (per saldo –2,6 Mrd. €) und dem Abgang von Vermögenswerten im Rahmen des Verkaufs des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden (–1,5 Mrd. €). Gegenläufig wirkten Fremdwährungseffekte über alle Positionen (+3,6 Mrd. €).

Die Summe der kurzfristigen Vermögenswerte erhöhte sich um 5,2 Mrd. € auf 37,8 Mrd. €. Hier wirkten vor allem der Aufbau von Vorräten (+2,3 Mrd. €) aufgrund des allgemeinen Preisanstiegs sowie höherer Volumina. Der am 4. Oktober 2022 von der Beteiligungsgesellschaft Cinven beglichene Betrag von rund 2,3 Mrd. € für den Verkauf des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden wurde mit 2,1 Mrd. € in Money-Market-Funds angelegt.

Das Eigenkapital erhöhte sich im Jahresverlauf um 5,8 Mrd. € auf 38,9 Mrd. €. Die Veränderung resultierte überwiegend aus dem positiven Ergebnis nach Ertragsteuern (+4,2 Mrd. €), der ergebnisneutralen Veränderung aus der Neubewertung der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (+1,7 Mrd. €) sowie der Währungsumrechnung von Eigenkapitalpositionen (+1,8 Mrd. €). Gegenläufig wirkte die Dividendenauszahlung (–2,0 Mrd. €). Die Eigenkapitalquote stieg auf 31,2 % (Vorjahr: 27,6 %).

Das Fremdkapital reduzierte sich um 1,1 Mrd. € auf 86,0 Mrd. €. Besonders hervorzuheben sind die Reduktion der Pensionsrückstellungen aufgrund gestiegener Rechnungszinsen und die Entwicklung des Planvermögens (–2,8 Mrd. €) sowie die Rückzahlung von Anleihen (–2,1 Mrd. €) und Commercial Paper (–1,1 Mrd. €). Gegenläufig wirkten die Ziehung einer zusätzlichen Kreditlinie (+3,0 Mrd. €), der Aufbau von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+0,8 Mrd. €) sowie eine Erhöhung der Rückerstattungsverbindlichkeiten (+0,7 Mrd. €).

Im Bayer-Konzern werden Programme zur Lieferkettenfinanzierung (auch als Reverse Factoring oder Supply Chain Financing bezeichnet) genutzt, bei denen Lieferanten entscheiden können, einzelne Rechnungen bereits vor Fälligkeit bezahlt zu bekommen. Der Lieferant schließt hierzu mit einer Bank und ggf. einem Plattform-Betreiber ohne Beteiligung von Bayer eine Finanzierungsvereinbarung ab und erhält auf Wunsch vorzeitig den Rechnungsbetrag abzüglich einer Zinskomponente von der Bank ausgezahlt. Bayer zahlt grundsätzlich den Rechnungsbetrag bei Fälligkeit an die Bank, wobei sich die Zahlungsziele innerhalb des branchenüblichen Rahmens bewegen. Bayer hat diese Programme anhand verschiedener Indikatoren beurteilt und daraus gefolgert, dass die darin enthaltenen Verbindlichkeiten weiterhin den Charakter von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben. Dementsprechend sind die damit verbundenen Zahlungen an die Bank als Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit klassifiziert.

2.3 Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns

Der Zusammengefasste Lagebericht und der Abschluss des Bayer-Konzerns werden nach den geltenden Rechnungslegungsstandards aufgestellt. Zusätzlich zu den darin geforderten Angaben und Kennzahlen veröffentlicht Bayer alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures = APM), die diesen Regulierungen nicht unterliegen und für die es keinen allgemein akzeptierten Berichtsstandard gibt. Bayer ermittelt die alternativen Leistungskennzahlen mit dem Ziel, eine Vergleichbarkeit der Leistung im Zeitablauf bzw. im Branchenvergleich zu ermöglichen. Dies erfolgt durch bestimmte Anpassungen der nach den geltenden Rechnungslegungsstandards aufgestellten Bilanz- oder Gewinn- und Verlustrechnungspositionen. Die Anpassungen können dabei aus unterschiedlichen Berechnungs- und Bewertungsmethoden, uneinheitlichen Geschäftsaktivitäten sowie Sondereffekten resultieren, die sich auf die Aussagekraft dieser Positionen auswirken. Die so ermittelten alternativen Leistungskennzahlen gelten für alle Perioden und werden sowohl intern zur Steuerung des Geschäfts als auch extern zur Beurteilung der Leistung des Unternehmens durch Analysten, Investoren und Ratingagenturen eingesetzt.

Bayer ermittelt folgende alternative Leistungskennzahlen:

  • Umsatzveränderung (nominal, währungs- sowie währungs- und portfoliobereinigt)
  • EBITDA
  • EBITDA vor Sondereinflüssen
  • EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen
  • EBIT
  • EBIT vor Sondereinflüssen
  • Bereinigtes Ergebnis je Aktie
  • Nettofinanzverschuldung
  • Return on Capital Employed (ROCE)
  • Net Operating Profit After Taxes (NOPAT)
  • Capital Employed
  • Durchschnittlicher Kapitalkostensatz (WACC)
  • Free Cashflow
  • Prognostizierte Finanzkennzahlen

Die (nominale) Umsatzveränderung ist eine relative Kennzahl. Sie gibt die prozentuale Veränderung der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr an. Die währungs- bzw. währungs- und portfoliobereinigte Umsatzveränderung zeigt die prozentuale Veränderung der Umsatzerlöse ohne den Einfluss von Wechselkurseffekten bzw. ebenso ohne die wesentlichen Akquisitionen und Desinvestitionen. Bei den Wechselkurseffekten wird grundsätzlich die im jeweiligen Land gültige funktionale Währung zur Berechnung herangezogen. Davon abweichend wird der Währungseffekt im Umsatz in Argentinien insbesondere beim Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln auf Basis des USD anstelle der funktionalen Währung berechnet.

Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) steht für Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern, Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf Sachanlagen, Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte. Diese Erfolgskennzahl neutralisiert neben dem Finanzergebnis auch verzerrende Effekte auf die operative Geschäftstätigkeit, die aus unterschiedlichen Abschreibungsmethoden und Bewertungsspielräumen resultieren. Das EBITDA wird ermittelt auf Basis des EBIT zuzüglich der in der Periode erfolgswirksam erfassten Abschreibungen und Wertminderungen bzw. abzüglich der Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Das EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) steht für Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern und dient der Darstellung der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens ohne den Einfluss von Effekten aus international uneinheitlichen Besteuerungssystemen und unterschiedlichen Finanzierungsaktivitäten.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen und das EBIT vor Sondereinflüssen zeigen die Entwicklung des operativen Ergebnisses ohne Sondereinflüsse, d. h. für die Steuerung des Konzerns in ihrer Art und Höhe besonderer Effekte. Hierzu zählen u. a. Akquisitionskosten, Desinvestitionen, Rechtsfälle, Restrukturierungen, Integrationskosten, Wertminderungen oder Wertaufholungen. Bei der Berechnung dieser Kennzahlen werden EBIT und EBITDA jeweils um Sonderaufwendungen erhöht und um Sondererträge reduziert.

Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen ist eine relative Kennzahl, die Bayer zum internen und externen Vergleich der operativen Ertragskraft heranzieht. Zur Ermittlung der Kennzahl wird das EBITDA vor Sondereinflüssen ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen gesetzt.

Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft (Core EPS) ist eine alternative Leistungskennzahl, die auf dem Konzept des in IAS 33 definierten Konzernergebnisses je Aktie (EPS) beruht. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie bildet die Grundlage der Dividendenpolitik des Bayer-Konzerns. Das Core EPS wird wie folgt berechnet: Basierend auf dem EBIT (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) werden Sondereinflüsse, Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderungen/ Wertaufholungen von Sachanlagen sowie in den Sondereinflüssen enthaltene beschleunigte Abschreibungen neutralisiert, um das Core EBIT zu ermitteln. Damit schaffen wir eine Vergleichbarkeit unserer Performance im Zeitablauf. Ausgehend vom Core EBIT leiten wir auf das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft über. Dazu wird das Core EBIT um das bereinigte Finanzergebnis erweitert. Sondereinflüsse im Finanzergebnis umfassen besondere finanzielle Aufwendungen oder Erträge, die nicht Bestandteil der gewöhnlichen Finanzierungstätigkeiten sind. Es handelt sich dabei vor allem um Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitaltiteln, die nicht für mittel- bzw. langfristige strategische Zwecke gehalten werden, sowie besondere finanzielle Aufwendungen oder Erträge aus Akquisitionen, Desinvestitionen und Rechtsfällen. Zudem werden Ertragsteuern bereinigt um Sondereinflüsse abgezogen. Sondereinflüsse im Zusammenhang mit Ertragsteuern umfassen u. a. materielle Effekte aus Steuerreformen. Nach der Ermittlung des bereinigten Konzernergebnisses wird das Core EPS mittels Division durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien ermittelt. Aufgrund der Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie für jede Zwischenberichtsperiode weicht das bereinigte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr oder jede Zwischenberichtsperiode bis zum jeweiligen Stichtag potenziell von den aufsummierten bereinigten Ergebnissen je Aktie für die einzelnen Zwischenberichtsperioden ab.# 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Prognosebericht

3.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

A 3.1.1/1 Konjunkturausblick

Gesamtwirtschaft Wachstum1 2022 Ausblick Wachstum1 2023
Welt 3,0 % 1,9 %
EU 3,5 % 0,2 %
davon Deutschland 1,9 % 0,3 %
USA 2,0 % 0,5 %
Schwellenländer2 3,5 % 3,5 %

1 Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: IHS Markit
2 Darin enthalten sind rund 50 Länder, die IHS Markit in Anlehnung an die Weltbank als Schwellenländer definiert. Stand: Januar 2023

Inflation dämpft das Wachstum der Weltwirtschaft

Wir erwarten im Jahr 2023 einen Rückgang des weltwirtschaftlichen Wachstums. Der anhaltend hohe Preisauftrieb dürfte den Konsum weiter schwächen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass die Notenbanken die im Vorjahr begonnene Erhöhung der Leitzinsen fortsetzen, um der Inflation entgegenzuwirken. Dadurch dürfte auch die Investitionstätigkeit zurückgehen. Insbesondere in den USA und in Europa dürfte in der ersten Jahreshälfte mit einer leichten Rezession zu rechnen sein. In Europa hat die Gefahr, dass es wegen einer sich zuspitzenden Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs zu einer schwereren Rezession kommt, zuletzt abgenommen. Das Wachstum der Schwellenländer wird sich insgesamt voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres halten. In China ist aufgrund der Ende 2022 erfolgten Lockerung der strengen COVID-19-Maßnahmen mit einer Belebung der Konjunktur zu rechnen.

A 3.1.1/2 Konjunkturausblick Divisionen

Divisionen Wachstum 2022 Ausblick Wachstum 2023
Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt1 12 % 3 %
Pharmaceuticals-Markt2 7 % 6 %
Consumer-Health-Markt3 8 % 4 %

Werte 2022 vorläufig
1 Eigene Berechnung (Stand: Januar 2023) mit Hinzunahme von verschiedenen lokalen Quellen; währungsbereinigt
2 Quelle: IQVIA Market Prognosis (Stand: September 2022); alle Rechte vorbehalten; währungsbereinigt
3 Eigene Berechnung (Stand: November 2022) unter Einbeziehung externer Quellen; währungsbereinigt

Für den weltweiten Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt ist in 2023 mit einem weiteren Wachstum zu rechnen (+3 %), allerdings mit verlangsamter Geschwindigkeit gegenüber dem Vorjahr (+12 %). Wesentlich zum Wachstum beitragen wird nach unserer Erwartung die Preisentwicklung, da die Saatgutpreise aufgrund gestiegener Agrarrohstoffpreise hoch bleiben werden. Bei agrochemischen Produkten ist ebenfalls mit einem Preisanstieg zu rechnen, da der inflationäre Kostendruck anhalten wird. Im Bereich der nicht-selektiven Herbizide dürfte es jedoch zu einer Normalisierung der Glyphosat-Preise kommen. Darüber hinaus wird die Fortsetzung des Krieges in der Ukraine zu anhaltend hohen Energiekosten und Lieferengpässen führen. Im Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften wird ein regionales Wachstum in Nordamerika, Europa/Nahost/Afrika und Lateinamerika erwartet, im Pflanzenschutz dürften starke Wachstumsimpulse von Europa/Nahost/Afrika und Asien/Pazifik ausgehen, vor allem in den Bereichen Fungizide und Insektizide.

Für den Pharmaceuticals-Markt erwarten wir 2023 ein Wachstum von 6 % (Vorjahr: +7 %). Innovative Produkte werden zum weiteren Wachstum beitragen und die Verluste, die durch Patentabläufe entstehen, mehr als ausgleichen. Es besteht aber weiterhin Unsicherheit, in welchem Umfang sich externe Faktoren, wie der Krieg in der Ukraine, die Corona-Pandemie, Inflationsdruck und Reformen im Gesundheitswesen, auf den Pharmamarkt auswirken werden.

Für den Consumer-Health-Markt rechnen wir 2023 mit einem Wachstum von etwa 4 %. Das Wachstum dürfte damit deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen (+8 %), da die wirtschaftliche Lage die gesamte Marktentwicklung dämpft. Allerdings erwarten wir aufgrund des Auftretens immer neuer COVID-Varianten ein steigendes Wachstum im Segment der oberen Atemwegserkrankungen.

3.1.2 Unternehmensausblick

Auf Basis der aktuellen Geschäftsentwicklung und unserer internen Planung ergeben sich die folgenden Prognosen, die wir zur besseren Vergleichbarkeit der operativen Performance währungsbereinigt darstellen. Dabei werden die Monatsdurchschnittskurse aus 2022 verwendet.

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2023 einen währungsbereinigten Umsatz von 51–52 Mrd. €. Dies entspricht einer währungs- und portfoliobereinigten Steigerung um 2–3 %. Wir rechnen mit einem währungsbereinigten EBITDA vor Sondereinflüssen von 12,5-13,0 Mrd. €. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie planen wir währungsbereinigt einen Wert von 7,20–7,40 €.

Auf Basis der Stichtagskurse zum 31. Dezember 2022 ergeben sich im Vergleich zur währungsbereinigten Prognose nur im Hinblick auf den Umsatz wesentliche Währungseffekte. Wir rechnen unter Zugrundelegung dieser Wechselkurse für das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz von 50–51 Mrd. €. Dies entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg von 2–3 %. Insgesamt ist hierbei zu beachten, dass eine Aufwertung (Abwertung) des Euro um 1 % gegenüber allen Währungen auf Jahresbasis zu einem Rückgang (Anstieg) des Umsatzes um etwa 425 Mio. € führt.

A 3.1.2/1 Prognose 2023

Ist 2022 Prognose 2023 währungsbereinigt Prognose 2023 zu Stichtagskursen (31. Dezember 2022)
in Mrd. € wpb. Veränderung in % in Mrd. €
Umsatz 50,7 +8,7 51–52
Crop Science 25,2 +15,6 -
Pharmaceuticals 19,3 +1,1 -
Consumer Health 6,1 +8,4 -
Marge in % Marge in %
EBITDA vor Sondereinflüssen1 13,5 +26,6 12,5–13,0
Crop Science 6,9 +27,3 -
Pharmaceuticals 5,9 +30,5 -
Consumer Health 1,4 +22,5 -
Finanzergebnis ("Core")2 -1,9 ~-1,9
Steuerquote („Core”)3 21,7 % ~23%
Free Cashflow1 3,1 ~3,0
Nettofinanzverschuldung1 31,8 32–33
Sondereinflüsse im EBIT -2,2 ~-1,0
In € In €
Bereinigtes Ergebnis je Aktie „Core EPS“1 7,94 7,20–7,40

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“.
2 Finanzergebnis vor Sondereinflüssen
3 (Ertragsteuern + Sondereinflüsse Ertragsteuern + Steuereffekte auf Anpassungen)/(Core EBIT + Finanzergebnis + Sondereinflüsse Finanzergebnis)

Wir planen für das Jahr 2023 Sonderaufwendungen im EBITDA in Höhe von insgesamt etwa 1,0 Mrd. € (währungsbereinigt) im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. Zu möglichen Einschätzungsrisiken in Hinblick auf Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Rechtsfällen verweisen wir auf Kapitel A 3.2 „Chancen- und Risikobericht“.

3.2 Chancen- und Risikobericht

3.2.1 Konzernweites Chancen- und Risikomanagementsystem

Als international agierendes Life-Science-Unternehmen sind wir einer Vielzahl von internen und externen Entwicklungen und Ereignissen ausgesetzt, die das Erreichen unserer finanziellen und nichtfinanziellen Ziele in wesentlichem Maße beeinflussen können.# Chancen- und Risikomanagement

Chancen- und Risikomanagement ist daher ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenssteuerung. Eine Chance verstehen wir als positive, ein Risiko als negative Abweichung von einem Plan- oder Zielwert möglicher künftiger Entwicklungen. Zusätzlich wird unsere Risikodefinition durch mögliche negative Auswirkungen, die unsere Geschäftstätigkeit bspw. auf Umwelt- oder Sozialbelange haben könnte, ergänzt.

Chancenmanagementsystem

Chancen identifizieren wir im Rahmen des jährlichen strategischen Planungszyklus, in dem wir interne und externe Einflussfaktoren auf unsere Geschäftstätigkeit analysieren. Diese Faktoren können u. a. gesellschaftlicher, ökonomischer oder umweltbezogener Art sein. Die Kernphase unseres strategischen Planungsprozesses findet im ersten Halbjahr statt und beginnt mit einer umfassenden Analyse der Märkte. Darauf aufbauend identifizieren wir Chancen durch eine Analyse des jeweiligen Marktumfelds. Hierbei werden unterschiedliche Zeiträume zugrunde gelegt, weil Trends oder Entwicklungen uns kurz-, mittel- und auch langfristig beeinflussen können. Darüber hinaus identifizieren und ergreifen wir Chancen im laufenden Geschäftsbetrieb sowie im Rahmen der täglichen Beobachtung von internen Prozessen und Märkten. Je nach Ausschlag der Einflussfaktoren bspw. bei Marktrisiken können sich sowohl Risiken als auch Chancen entwickeln.

Risikomanagementsystem

Wir haben ein holistisches und integriertes Risikomanagementsystem implementiert, um durch die frühzeitige Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken den Fortbestand und die künftige Zielerreichung des Konzerns sicherzustellen. Unser Risikomanagement orientiert sich an international anerkannten Standards und Prinzipien, bspw. dem Risikomanagementstandard ISO 31000 der Internationalen Organisation für Normung, und wird mithilfe verbindlicher Konzernregelungen definiert und implementiert.

Struktur des Bayer-Risikomanagementsystems

Der Vorstand der Bayer AG trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems mindestens einmal pro Jahr. Außerdem erfolgt eine entsprechende Berichterstattung an den gesamten Aufsichtsrat. Das Bayer Assurance Committee unter Vorsitz des Finanzvorstands ist ein Ausschuss des Vorstands. Neben dem Finanzvorstand ist stets ein weiteres Vorstandsmitglied auf Rotationsbasis involviert. Das Committee stellt sicher, dass auf alle bedeutenden Risiken – mit angemessenen Risikosteuerungsmaßnahmen – reagiert wird. Darüber hinaus diskutiert und überprüft das Committee regelmäßig das Risiko-Portfolio und den Status der Risikosteuerungsmaßnahmen. Die Verantwortung für Identifikation, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von Risiken liegt bei den operativen Geschäftseinheiten in den Divisionen und Enabling Functions.

Enterprise Risk Management (ERM) inklusive Risikofrüherkennungssystem (RFS)

Die Anforderung gemäß § 91 Absatz 2 AktG, alle wesentlichen und/oder den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Entwicklungen durch ein RFS frühzeitig erkennen zu können, erfüllen wir durch das Enterprise-Risk-Management-System mit einheitlichen Rahmenbedingungen und Standards für die Ausgestaltung des RFS im Konzern. Dabei steuert und koordiniert die Abteilung Enterprise Risk Management das gleichnamige Risikomanagementsystem. Sie stellt übergreifende Standards, Methoden und Tools zur Verfügung, ist für das Risikofrüherkennungssystem verantwortlich, steuert den jährlichen Enterprise-Risk-ManagementProzess und arbeitet an der kontinuierlichen Überwachung und Verbesserung. Zu weiteren Details verweisen wir auf 3.2.1 „Grundelemente des Risikomanagementsystems“, speziell „ERM: Risikomanagementprozess“ sowie „ERM: Überwachung und Verbesserung“. Weiterhin gewährleistet ERM die Berichterstattung an das Bayer Assurance Committee, den Vorstand, den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Internes Kontrollsystem bezogen auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess (Bericht gemäß §§ 289 Absatz 4, 315 Absatz 4 HGB)

Als Teil des umfassenden Risikomanagementsystems verfügen wir über ein Internes Kontrollsystem bezogen auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess (Internal Control System over Financial Reporting, oder kurz ICSoFR), in dem geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Ziel unseres ICSoFR ist die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen und wirksamen Rechnungslegung und (Konzern-)Finanzberichterstattung gemäß den maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen. Das ICSoFR ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Transaktionen auf Basis geltender gesetzlicher Normen, Rechnungslegungsvorschriften sowie der für alle konsolidierten Konzernunternehmen verbindlichen internen Konzernregelungen gewährleistet ist. Risiken werden sowohl identifiziert und bewertet als auch durch geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen begrenzt. Daraus wurden konzernweit verbindliche Standards wie z. B. systemtechnische und manuelle Abstimmungsprozesse sowie die Funktionstrennung abgeleitet und vorgegeben. Diese Standards werden von den Konzerngesellschaften umgesetzt und die Einhaltung vom jeweiligen Management verantwortet. Der Vorstand der Bayer AG hat die Wirksamkeit des ICSoFR und dessen Kriterien für das Geschäftsjahr 2022 als funktionsfähig beurteilt. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein Internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.

Compliance-Management-System

Unser an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtetes Compliance-Management-System hat zum Ziel, das rechtmäßige und verantwortungsbewusste Handeln unserer Beschäftigten sicherzustellen. Potenzielle Zuwiderhandlungen sollen schon im Vorfeld erkannt und systematisch unterbunden werden. Das Compliance-Management-System leistet folglich einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Compliance in unseren operativen Geschäftseinheiten und deren Prozessen. Detaillierte Informationen zum Compliance-Management-System sind in Abschnitt A 4.2 „Compliance“ dargestellt. Dort wird insbesondere der Prozess der Identifikation und Maßnahmenergreifung beschrieben.

Unabhängige interne sowie externe Überwachung

Die Abteilung Internal Audit führt unabhängige, risikoorientierte und objektive Prüfungshandlungen mit einem zielgerichteten und systematischen Ansatz durch, um die Effektivität der Unternehmensführung, des Risikomanagements und der Kontrollprozesse zu bewerten und zu deren Verbesserung beizutragen. Die Aufgabenstellung, die Befugnisse und die Verantwortung von Internal Audit sowie die Stellung innerhalb des Bayer-Konzerns sind in der Geschäftsordnung definiert und festgelegt. Die Leitung der Abteilung richtet sich nach den verbindlichen Elementen aus den Internationalen Grundlagen für die berufliche Praxis der Internen Revision des Institute of Internal Auditors (IIA). Der Chief Audit Executive (CAE) berichtet dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss regelmäßig über die Einhaltung des Ethikkodex und der Standards durch die Interne Revision. Weiterhin unterrichtet er den Vorstand und den Prüfungsausschuss regelmäßig über die Ergebnisse der Prüfaufträge und u. a. auch über das Programm von Internal Audit zur Qualitätssicherung und -verbesserung, etwa über relevante Ergebnisse interner und externer Beurteilungen. Letztere werden mindestens alle fünf Jahre von einem qualifizierten, unabhängigen Beurteiler durchgeführt und wurden zuletzt im 4. Quartal 2022 mit dem bestmöglichen Ergebnis abgeschlossen. Zusätzlich wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer als unabhängige externe Instanz im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung auf seine grundsätzliche Eignung hin beurteilt.

Grundelemente des Risikomanagementsystems

Risikokultur und Ziele des Risikomanagementsystems

Durch Einbinden aller Unternehmensebenen in das Risikomanagement werden Risikobewusstsein und Risikoverständnis geschärft. Wir schaffen die Grundlage für eine Risikokultur mit eigenständigem, proaktivem und systematischem Management von Risiken mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten, Grundsätzen, Standards, Methoden und Tools sowie Schulungen. Die Ziele des Risikomanagementsystems liegen in der Risikotransparenz, die auch die Risikofrüherkennung umfasst, der Unterstützung risikobasierter (Steuerungs-)Entscheidungen und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

ERM: Risikomanagementprozess

Identifikation:

Die Identifikation von Risiken erfolgt durch Risikoverantwortliche in den Divisionen oder Enabling Functions. Zur Unterstützung einer möglichst vollständigen Risikoidentifikation verfügen wir über ein laufend aktualisiertes Risk Universe, welches die potenziellen Risikokategorien des Unternehmens reflektiert. Das Bayer Risk Universe berücksichtigt ausdrücklich auch Risiken nichtfinanzieller Art, die mit unserer Geschäftstätigkeit oder unseren Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind. Risiken gemäß „Corporate-Social-Responsibility“(CSR)-Richtlinie-Umsetzungsgesetz – in Bezug auf die Aspekte Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange sowie Menschenrechte und Korruption/Bestechung (Compliance) – sind abgedeckt. Weitere Informationen zur nichtfinanziellen Erklärung sind in „Über diesen Bericht“ dargestellt.

Bewertung:

Gemäß der nachfolgenden Matrix werden die identifizierten Risiken, sofern möglich, in Bezug auf ihr potenzielles Schadensausmaß und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die Beurteilung erfolgt netto, d. h. unter Berücksichtigung von etablierten Risikosteuerungsmaßnahmen, die sich auf das mögliche Schadensausmaß und/oder die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos abschwächend auswirken.# Unternehmensrisiken

Risikomanagement

In der Beurteilung der Wesentlichkeit im Gesamtrisiko-Portfolio werden die Risiken als hoch, mittel oder niedrig klassifiziert. Die Bewertung des Schadensausmaßes erfolgt quantitativ und/oder qualitativ. Die quantitative Beurteilung reflektiert einen möglichen negativen Einfluss auf den Kapitalfluss. Eine qualitative Einschätzung des Schadens erfolgt mittels Kriterien wie strategische Auswirkung, Einfluss auf unsere Reputation, möglicher Vertrauensverlust bei Stakeholdergruppen oder mögliche unvollständige Einhaltung von Nachhaltigkeitsprinzipien (z. B. in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz oder Menschenrechte). Die höhere Bewertung – qualitativ oder quantitativ – bestimmt die Gesamtbeurteilung. Bei der Ermittlung der Eintrittswahrscheinlichkeit liegt ein Zeitraum von maximal zehn Jahren zugrunde. Als weiteren Aspekt betrachten wir die Geschwindigkeit, mit der sich der Schaden nach Eintritt des Risikos materialisiert. Um sicherzustellen, dass wir Risiken frühzeitig erkennen, die in ihrer Kombination und Korrelation das Potenzial für eine Bestandsgefährdung hätten, führen wir eine Risikoaggregation durch. Unter Verwendung von Methoden wie der Monte-Carlo-Simulation schätzen wir die potenzielle aggregierte Auswirkung unserer Hauptrisiken auf unseren Cashflow ein. Die daraus resultierende aggregierte Risikosituation vergleichen wir mit unserer durch den Vorstand genehmigten Risikotragfähigkeit. Das Vergleichsergebnis geht in die Gesamtbeurteilung der Risikolage durch den Vorstand ein.

Steuerung

Die Risikoverantwortlichen entscheiden auf Basis einer Kosten- und Nutzenabwägung über das anzustrebende Risikoniveau und definieren eine Strategie sowie Maßnahmen zur Risikosteuerung. Hierzu zählen Risikovermeidung, Risikoverringerung, Risikotransfer sowie Risikoakzeptanz.

Berichterstattung

Die Ergebnisse werden durch die Fachabteilung Enterprise Risk Management der Enabling Function Internal Audit & Risk Management an das Bayer Assurance Committee berichtet. Zusätzlich werden neue Risiken oberhalb einer definierten Wertgrenze ad hoc an das Enterprise Risk Management berichtet und, sofern relevant, an das Bayer Assurance Committee. Mindestens einmal jährlich erfolgt die Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

ERM: Überwachung und Verbesserung

Die Fachabteilung Enterprise Risk Management der Enabling Function Internal Audit & Risk Management evaluiert fortlaufend die Angemessenheit und Aktualität der Grundsätze, Standards, Methoden und Tools.

Beurteilung von Risikomanagementsystem und Internem Kontrollsystem nach § 91 Absatz 3 AktG

Die übergeordneten Anforderungen an alle Managementsysteme bei Bayer werden durch das Integrierte Managementsystem (IMS) definiert. Die Kontrollen und Überwachungen erfolgen grundsätzlich im Rahmen des jeweiligen Managementsystems und sind ausgerichtet auf die zu mitigierenden Risiken. Zur Sicherstellung der Vorgaben gemäß § 91 Absatz 3 AktG mit Bezug auf das Risikomanagementsystem (RMS) und das Interne Kontrollsystem (IKS) hat der Vorstand eine Vorgehensweise definiert und implementiert. Diese Vorgehensweise wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.

Der besondere Fokus des Vorstands liegt demnach auf den vier Managementsystemen, namentlich Enterprise Risk Management, Internes Kontrollsystem bezogen auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess, Compliance sowie Internal Audit (Interne Revision). Diese vier Managementsysteme bilden den Kern unseres RMS und IKS. Für weitergehende Informationen zu den Kern-Managementsystemen verweisen wir auf Kapitel 3.2.1, speziell „Enterprise Risk Management (ERM) inklusive Risikofrüherkennungssystem (RFS)“, „ERM: Risikomanagementprozess“ und „ERM: Überwachung und Verbesserung“, „Internes Kontrollsystem bezogen auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess“, „Compliance-Management-System“, sowie auf Kapitel 4.2 „Compliance“ und auf Kapitel 3.2.1, speziell „Unabhängige interne sowie externe Überwachung“.

Die genannten Kern-Managementsysteme werden regelmäßig kontrolliert und überprüft. Instrumente hierfür sind Prüfungen innerhalb des jeweiligen Managementsystems, Prüfungen durch Internal Audit und/oder durch externe Prüfer. Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden regelmäßig an den Vorstand berichtet. Die Überprüfung durch den Vorstand hat keine relevanten Anhaltspunkte identifiziert, die in ihrer Gesamtheit der Angemessenheit und Wirksamkeit der Systeme für das Geschäftsjahr entgegenstehen würden. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass Risikomanagementsysteme und Interne Kontrollsysteme, unabhängig von ihrer Ausgestaltung und Beurteilung, keine absolute Sicherheit liefern können bspw. darüber, dass alle Risiken vor ihrer Materialisierung identifiziert werden oder dass die vorgesehenen Kontrollen alle Schwachstellen aufdecken.

3.2.2 Chancen- und Risikolage

Als wesentliche, zu berichtende Risiken im Sinne von DRS 20 werden im Folgenden alle als hoch sowie als mittel klassifizierten und vom Schadensausmaß her mindestens als signifikant eingestuften finanziellen und nichtfinanziellen Risiken unter Berücksichtigung der etablierten Risikosteuerungsmaßnahmen (Nettorisiko) berichtet. Diese befinden sich innerhalb des schwarzen Rahmens in der Bewertungsmatrix A 3.2.1/2. Wir berichten des Weiteren bedeutende Risiken, die unter Umständen nicht, nur unzureichend oder wenig aussagekräftig (finanziell) einschätzbar sind. Ferner berichten wir über wesentliche Chancen, die im Chancenmanagement identifiziert wurden. Grundsätzlich überprüfen wir, ob sich einzelne Risiken während des Prognosezeitraums signifikant anders auswirken können als berichtet; für unsere derzeitige Bewertung ist dies bis auf die folgende Ausnahme nicht der Fall.

Grundsätzlich unterliegen rechtliche Verfahren zum Teil erheblichen Einschätzungsrisiken. Insbesondere vor dem Hintergrund der Verfahren in Bezug auf die Glyphosat-Thematik sowie in Bezug auf die PCB-Thematiken können unterjährige Ergebnisse aus Mediations- wie auch aus den laufenden Rechtsverfahren zu Anpassungen von den mit den Verfahrenskomplexen in Zusammenhang stehenden Rückstellungen führen. Diese Anpassungen können einen wesentlichen Einfluss auf die getätigte Prognose in Bezug auf die finanzielle Situation wie auch auf den Cashflow haben. Siehe auch B Konzernabschluss, Anhangangabe [30].

Vergleichbare Risiken aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen werden ggf. zusammengefasst berichtet. Gesondert zu erläuternde Risiken im Zusammenhang mit den Aspekten gemäß der Definition des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes müssten nach unserem Verständnis mindestens das Schadensausmaß „kritisch“ in Bezug auf das qualitative Kriterium „mögliche unvollständige Einhaltung von Nachhaltigkeitsprinzipien“ und gleichzeitig eine mit „sehr wahrscheinlich“ eingestufte Eintrittswahrscheinlichkeit haben. Das war im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht der Fall.

Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Risikokategorien und geben deren Klassifizierung¹⁵ und die betroffenen Divisionen an, insoweit sie sich in der Risikomatrix im Bereich „extern zu berichtende Risiken“ befinden. Die Reihenfolge impliziert keine Wertigkeit der Risiken. Sofern relevant, gehen wir in der Beschreibung auch auf divisionsspezifische Ausprägungen der Chancen und Risiken ein. Genannt werden die Divisionen, die wesentliche Risiken identifiziert haben. Grundsätzlich können auch andere Divisionen in geringerem Ausmaß betroffen sein. Bei wesentlichen Risiken, die von Enabling Functions berichtet werden, weisen wir den Konzern aus, wobei diese Risiken auch die Divisionen betreffen können.

Soziale und makroökonomische Trends (Hoch: Konzern, Mittel: Crop Science, Pharmaceuticals)

Geopolitische Risiken zeigen sich aktuell vor allem im Zusammenhang mit Russlands Krieg in der Ukraine. Sowohl der direkte Einfluss des Krieges als auch Einflüsse wegen maßgeblicher Sanktionen können unser Geschäft negativ beeinflussen. Insbesondere die mit dem Krieg zusammenhängende Energiekrise mit all ihren Implikationen stellt uns vor Herausforderungen, die unsere Umsätze, Gewinne und Cashflows negativ beeinflussen können. Wir sehen hier sowohl direkte Risiken für unsere Produktion und unsere Kunden als auch indirekte Risiken über den Einfluss auf unsere Zulieferer sowie die Lieferketten. Siehe hierzu auch Abschnitt „Lieferfähigkeit“. Grundsätzlich sind die Auswirkungen des Krieges unvorhersehbar und sie haben das Potenzial, die Märkte und Finanzmärkte weiterhin signifikant zu beeinflussen, indem sie bspw. zu hoher Volatilität der Währungen, Inflation und einer Konjunkturabschwächung bis hin zur Rezession führen. Verschiebungen in diesen Rahmenbedingungen könnten sich negativ bspw. auf unsere Erlöse oder Margen auswirken. Zudem könnte unser Marktumfeld und in Konsequenz auch unsere geschäftliche Leistung negativ beeinflusst werden. Das grundsätzlich rauer werdende Umfeld kann weiterhin zu vermehrten Angriffen auf kritische Infrastruktur führen. Wir stellen uns mit globalem und lokalem Krisenmanagement, energiebezogenen Taskforces und weiteren interdisziplinären Teams auf diese Herausforderungen ein. Beispiele für Mitigationsmaßnahmen sind die Diversifizierung unserer Energiequellen sowie zusätzliche Puffer an liquiden Mitteln.

Neben dem Krieg sehen wir zunehmend das Risiko geopolitischer Verschiebungen, die unser Geschäft beeinflussen können. Wir beobachten steigende internationale Rivalitäten, die zu einer Entkoppelung in verschiedenen Bereichen (u. a. Kapitalmärkte, Technologiestandards) führen könnten. Die Sicherung des Zugangs zu kritischen Rohstoffen und strategisch wichtigen Technologien rückt bei vielen Staaten verstärkt in den Blick. So könnte es häufiger zur Einführung von restriktiven Handelsmaßnahmen in kritischen Bereichen kommen, die uns direkt oder indirekt betreffen könnten.

Die wachsende Weltbevölkerung mit erhöhtem Nahrungsmittelbedarf eröffnet unserer Division Crop Science Chancen.# Risk Factors

General Risks

Zusätzlich führen verändertes Konsumverhalten und wachsendes öffentliches Bewusstsein für gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit, gepaart mit neuen digitalen Technologien, zum Entstehen neuer Einnahmequellen in der Landwirtschaft. Während hochwertiges Saatgut und Pflanzenschutz unser Kerngeschäft bleiben, sehen wir Chancen, Mehrwert durch die Erschließung neuer Kundensegmente, Vertriebs-Plattformen und digitaler Optionen zu generieren. Als Folge der steigenden Lebensqualität und -erwartung rückt auch die medizinische Versorgung älterer Patienten in den Vordergrund. Auf die daraus resultierenden Chancen durch den erhöhten Bedarf an innovativen Gesundheitsprodukten für altersbedingte Krankheiten reagieren wir in der Division Pharmaceuticals u. a. mit der Fokussierung unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf entsprechende Therapiegebiete. Wir sehen das Risiko einer ablehnenden Wahrnehmung von Bayer seitens der Öffentlichkeit. So sind moderne Landwirtschaftstechniken, wie der Einsatz bestimmter Klassen von Pflanzenschutzmitteln sowie die Anwendung von Biotechnologie, regelmäßig Gegenstand kritischer öffentlicher Debatten, die sich negativ auf unsere Reputation auswirken können. Durch das Risiko einer zunehmend negativen, nicht vorrangig auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden öffentlichen Diskussion können sich z. B. für uns ungünstige gesetzliche und regulatorische Entscheidungen ergeben. Als Ergebnis ist es möglich, dass die Anwendbarkeit unserer Produkte erheblich beschränkt wird, bis hin zur freiwilligen oder erzwungenen Einstellung der Vermarktung. Wir stehen mit Interessengruppen und Behörden in kontinuierlichem Dialog im Sinne wissenschaftlich fundierter, rationaler und verantwortungsvoller Diskussionen und Entscheidungen. Negative Entwicklungen makroökonomischer Natur, wie Krisen in für uns wichtigen Absatzmärkten, können unser Geschäft beeinträchtigen und unseren Gewinn schmälern. Speziell das Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäft hat einen zyklischen Charakter, der geprägt ist von wirtschaftlichen Entwicklungen sowie von Faktoren wie Wetterschwankungen und Schädlingsdruck, die unser Crop-Science-Geschäft ungünstig beeinflussen können. Prognosen über den Klimawandel sagen langfristig eine mögliche Zunahme dieser Risiken voraus. Wir stellen uns diesen Einflüssen mit einem global diversifizierten Geschäft, einer flexiblen Lieferkette, einem umfassenden Monitoring sowie der Bewertung von Marktentwicklungen und einer hohen Anpassungsfähigkeit der Produktionsmengen an die prognostizierte Nachfrage im Rahmen der Absatz- und Vertriebsplanung.

Market Developments (Medium: Crop Science)

In der Division Crop Science kann sich der Wettbewerb in der Saatgut- und Pflanzenschutzindustrie weiter erhöhen. Der Markteintritt neuer Wettbewerber sowie aggressive Marketing- und Preisstrategien, nicht nur bei generischen Produkten, können sich negativ auf unsere Ertragslage auswirken. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Digitalisierung der Landwirtschaft können zudem neue Akteure an Bedeutung gewinnen und den Markt verändern. Durch Weiterentwicklung unserer Geschäftsmodelle, wissenschaftliche und kommerzielle Partnerschaften sowie eigene F&E-Kapazitäten tragen wir diesen Entwicklungen Rechnung.

Market Opportunities (Medium: Pharmaceuticals)

Eine Chance für unsere Division Pharmaceuticals besteht darin, dass neue Entwicklungen wie Zell- und Gentherapie oder die Digitalisierung zu einer gezielteren und nachhaltigeren Patienten-adressierung führen. Zell- und Gentherapie ermöglicht die Behandlung einer Vielzahl derzeit noch nicht behandelbarer Krankheiten mit dem Potenzial, diese vollständig zu heilen. Gleichzeitig führt Digitalisierung zu besseren Diagnosemethoden, sodass Krankheiten gezielter diagnostiziert und behandelt werden können.

Regulatory Changes (High: Group, Medium: Crop Science, Pharmaceuticals)

Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt umfassenden Regulierungen, die sich auch aufgrund politischer Richtungsvorgaben im Wandel befinden und verschärfen können. So können z. B. weitere Restriktionen für den Verkauf und die Anwendung verschiedener Pflanzenschutzmittel erlassen werden, oder bereits erteilte Zulassungen werden bereits und werden wahrscheinlich auch in Zukunft insbesondere von NGOs gerichtlich angefochten, was potenziell zu einem vorübergehenden oder dauerhaften Widerruf von Produktregistrierungen oder Genehmigungen und finanziellen Verlusten durch geringere Verkäufe von Pflanzenschutzmitteln und damit verbundenen Saatgutangeboten führen kann. Das Thema des Erhalts der Biodiversität spielt in diesem Zusammenhang genauso eine Rolle wie die mögliche Einschränkung von Herstellung und Nutzung von bestimmten chemischen Substanzen. Außerdem ist es möglich, dass die Preisgestaltung pharmazeutischer Produkte weitergehend reguliert wird, sowohl in Bezug auf Produkte, die bereits dem generischen Wettbewerb ausgesetzt sind, als auch auf patentgeschützte innovative Produkte. Rückstände von agrochemischen Produkten, pharmazeutischen Wirkstoffen oder von Mikroplastik in der Umwelt werden möglicherweise ebenfalls Gegenstand von schärferen Regulierungen. Ferner können sich regulatorische Änderungen auf landwirtschaftliche Importe aus anderen Regionen und somit auf unser Geschäft dort auswirken. Regulatorische Änderungen können auch mit Unsicherheiten bezüglich unseres Patentschutzes einhergehen, ggf. verbunden mit finanziellen Einbußen bis hin zu Rückzahlungen von Lizenzgebühren, sowie zu höheren Produktentwicklungskosten und längeren -entwicklungszeiten bis hin zu erforderlichen Anpassungen unseres Produkt-Portfolios führen, was auch einen negativen Einfluss auf unsere Reputation haben kann. Wir begegnen diesen Risiken durch die Überwachung von Veränderungen in den regulatorischen Anforderungen mit dem Ziel, diese im Unternehmen adäquat zu adressieren. Eine globale Strategie bündelt unser starkes Produkt-Portfolio und unsere Nachhaltigkeitsverpflichtungen und nutzt unsere globale geschäftliche Präsenz. Außerdem stellen wir uns durch eigene F&E-Kapazitäten, Akquisitionen und Partnerschaften auf diese Entwicklung ein und entwickeln unser Produkt-Portfolio in Hinblick auf zu erwartende Veränderungen weiter. Ein Behördendialog mit dem Ziel von Entscheidungen auf Grundlage von wissenschaftlich fundierten Kriterien und eine angemessene Beteiligung an der Verteidigung gegen Angriffe auf unsere Produktzulassungen sind ebenfalls Maßnahmen zur Adressierung dieser Risiken.

Business Strategy (Medium: Pharmaceuticals, Group)

Unsere Geschäftsstrategie ist auf Innovationen ausgerichtet, die grundsätzlich mit Risiken verbunden sind. In unserer Division Pharmaceuticals sehen wir Herausforderungen sowohl in Bezug auf den Aufbau neuer Therapie-Plattformen wie der Zell- und Gentherapie als auch mit der Weiterentwicklung etablierter Therapiegebiete mit innovativen Lösungen. Übergreifend müssen wir die angestrebte digitale Transformation durch entsprechende informationstechnologische Unterstützung begleiten. Darüber hinaus kann die zeitlich adäquate Umsetzung unserer freiwilligen Selbstverpflichtungen im Bereich der Nachhaltigkeit, auch wegen externer Faktoren, eine Herausforderung darstellen. Wir begegnen diesen Risiken mit der Anpassung unserer Organisation und unserer Prozesse an die bestehenden Herausforderungen. Bspw. werden in der Division Crop Science die Aktivitäten im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Landwirtschaft bei Bedarf um strategische Partnerschaften mit führenden IT-Unternehmen ergänzt. In der Division Pharmaceuticals haben wir z. B. die Organisationseinheit Zell- und Gentherapie etabliert.

Research and Development (High: Pharmaceuticals)

Geschäftsübergreifend sehen wir Chancen durch unsere Innovationskraft sowohl in der Weiterentwicklung unserer Marken als auch in der Entwicklung unserer Forschungs-Pipeline. In der Division Pharmaceuticals ergeben sich Chancen aus der Digitalisierung und damit verbundenen neuen Methoden in der Forschung und Entwicklung, die Zeit sparen und die Entwicklungseffektivität erhöhen. Darüber hinaus ermöglichen neue, einzigartige Screening-Technologien die Identifizierung von Leitstrukturen gegen bislang nicht adressierbare Targets, mit dem Potenzial, neue und innovative Produkte zu entwickeln. Um unsere Innovationskraft zu stärken, setzen wir auch auf die Vernetzung außerhalb unserer Unternehmensgrenzen. Daraus entstehen Impulse für die Entwicklung neuer Produkte. Der technologische Fortschritt bei der Entwicklung pharmazeutischer Produkte kann zugleich auch ein Risiko für uns darstellen, falls wir nicht in der Lage sein sollten, diese Entwicklung mitzugestalten. Der Zugang zu neuen Technologien sowie die Identifikation einer hinreichenden Anzahl von Forschungskandidaten und deren angemessene Entwicklung stellt eine Herausforderung dar. Die Zielsetzung, uns auch durch Einlizenzierungen bzw. Akquisitionen zu verstärken, birgt das Risiko, dass nicht genügend passende Kandidaten zu wirtschaftlich akzeptablen Konditionen identifiziert werden können. Darüber hinaus können wir nicht sicherstellen, dass alle Produkte, die sich derzeit oder künftig in unserer Entwicklungs-Pipeline befinden, ihre geplante Zulassung/Registrierung erhalten und sich auf dem Markt kommerziell erfolgreich behaupten werden. Dies kann u. a. daran liegen, dass bei der Produktentwicklung technische, kapazitative und zeitliche Anforderungen nicht erfüllt, anvisierte Studienziele verfehlt oder finanzielle Ressourcen nicht optimal allokiert werden. Bei der Produktzulassung oder -einführung kann es zu Verzögerungen oder Mehrkosten kommen. Wir wirken diesem Risiko durch ein ganzheitliches Portfoliomanagement mit Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit und mit Priorisierung der Entwicklungsprojekte entgegen.# Bei Crop Science gehen wir davon aus, dass wir durch unsere Innovationskapazitäten und -budgets den Herausforderungen bei der Entwicklung und Einführung von Produktlösungen in der Agrarwirtschaft effektiv begegnen können – etwa längeren und kostenintensiveren Entwicklungszyklen oder höheren regulatorischen Anforderungen. Wir beabsichtigen, die Stärke unserer Forschungs- und Entwicklungs-Plattform weiter zu nutzen, um wegweisende Technologien schneller bereitstellen zu können. Zusätzlich werden wir durch unsere bestehende Expertise sowie mit strategischen Investitionen in neue Fähigkeiten darauf hinarbeiten, neue Marktsegmente zu erschließen und zu nutzen.

Lieferfähigkeit (Einkauf, Produktion, Logistik) (Hoch: Konzern, Mittel: Crop Science, Pharmaceuticals)

An unseren Standorten kann es trotz aller Vorkehrungen zu Betriebsunterbrechungen kommen, z. B. durch Brände, Stromausfälle, Umstellungen von Prozessen auch im Zusammenhang mit Einschränkungen bezüglich des Einsatzes bestimmter chemischer Stoffe, oder Ausfall von Anlagen. Einige unserer Produktionsstätten liegen zudem in Regionen, die von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben betroffen sein können. Diese Risiken können zu Produktionsunterbrechungen oder Produktionsstillstand führen, mit Personen- und Reputationsschäden einhergehen und zu Absatz- bzw. Margenrückgängen führen sowie den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur erforderlich machen. Können wir die Nachfrage nach unseren Produkten nicht bedienen, ist ein struktureller Umsatzrückgang möglich, da Patienten mit Alternativen behandelt werden und ggf. nicht zu unseren Produkten zurückkehren. Wir adressieren diese Risiken für bestimmte Produkte durch den Aufbau von Sicherheitsbeständen und z. B. durch eine Verteilung der Herstellung auf verschiedene Standorte. Zudem ist an allen unseren Produktionsstandorten ein Sicherheits- und Krisenmanagement auf Grundlage einer entsprechenden Konzernregelung implementiert.

Auch Störungen in der Zulieferkette können unsere eigene Lieferfähigkeit negativ beeinflussen. Die bezogenen Stoffe bzw. ihre Hersteller müssen alle notwendigen regulatorischen Anforderungen erfüllen. Die bezogenen Stoffe müssen zudem zur Erfüllung in der Wertschöpfung nachfolgender regulatorischer Anforderungen geeignet sein. Einige Materialien, insbesondere in unserer Division Pharmaceuticals, werden von nur wenigen Lieferanten angeboten. Diesen Risiken begegnen wir durch den Aufbau von alternativen Zulieferern, den Abschluss von längerfristigen Verträgen sowie die Ausweitung von Lagerbeständen oder Eigenherstellung. Zulieferrisiken werden regelmäßig überprüft und bewertet.

Die Bewertung der Risikokategorie hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Geopolitische Risiken, aktuell insbesondere der Krieg in der Ukraine mit den daraus resultierenden internationalen Verwerfungen, haben Risiken wie die Verfügbarkeit von in der Produktion benötigten Materialien oder die Stabilität von Lieferketten verstärkt. Siehe hierzu auch Abschnitt „Soziale und makroökonomische Trends“.

Marketing, Vertrieb und Distribution (Mittel: Pharmaceuticals)

Insbesondere Neueinführungen von Produkten stellen unsere Marketing- und Vertriebsorganisation vor Herausforderungen, da sich Annahmen z. B. über den Markt und seine Gegebenheiten möglicherweise nicht wie erwartet realisieren. Darauf aufbauend könnten sich unsere Konzepte zur Produkteinführung – auch in Bezug auf klinische Studien – sowie die Planung oder Umsetzung der Vertriebsstrategie als zeitlich unangemessen oder ineffizient herausstellen. Wettbewerber, deren Marketingaktivitäten – inklusive des generischen Preiswettbewerbs – oder beworbene Produktcharakteristika unsere Bemühungen übertreffen, stellen ein Risiko für den Umsatz unserer Produkte dar. Diesen Risiken begegnen wir mit einer vorausschauenden Analyse möglicher Szenarien und der Erarbeitung passender Strategien auch für geplante Neueinführungen von Produkten.

Personal (Mittel: Konzern)

Qualifizierte und engagierte Beschäftigte sind eine entscheidende Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Schwierigkeiten bei der Rekrutierung, Einstellung und Bindung von (regional) dringend benötigten Fachkräften auch in Hinblick auf den Wettbewerb unter Arbeitgebern sowie bei der Weiterentwicklung von Beschäftigten können erhebliche negative Auswirkungen auf die künftige Unternehmensentwicklung haben. Entwicklungen wie die steigende Relevanz disruptiver Technologien, der Pandemiekontext und neue Ansätze zu arbeiten werden nach neuen, innovativen Fähigkeiten unserer Beschäftigten verlangen. Darüber hinaus ist es möglich, dass organisatorische Veränderungen das Engagement der Mitarbeitenden verringern oder die Personalfluktuation erhöhen, wenn sie nicht transparent umgesetzt werden oder nicht die erwarteten Vorteile bringen.

Basierend auf Analysen des zukünftigen Bedarfs entwickeln wir entsprechende Maßnahmen zur Personalrekrutierung und -entwicklung, um diesen Risiken entgegenzuwirken. Die Ausrichtung unserer Unternehmenskultur auf personelle Vielfalt (Diversity) und die Bedürfnisse unserer Belegschaft auf der Grundlage von Daten, Analysen und Einblicken ermöglicht es uns zudem, das gesamte Arbeitsmarktpotenzial auszuschöpfen. Zudem ist ein bewusstes und transparentes Veränderungsmanagement fester Bestandteil der Personalführung, um unsere Beschäftigten dauerhaft zu motivieren.

Informationstechnologie (Hoch: Konzern)

Unsere Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die interne bzw. externe Kommunikation basieren auf globalen IT-Systemen. Daher stellt die optimale Ausrichtung unserer IT-Architektur, auch in Bezug auf die Nutzung von cloudbasierten Services und das Management in Anspruch genommener Dienstleister, eine Herausforderung dar. In diesem Zusammenhang ist die zuverlässige Verfügbarkeit der Systeme sowie die Vertraulichkeit von internen und externen Daten für uns von elementarer Bedeutung. Sollte unsere Governance dieses herausfordernde Umfeld suboptimal adressieren, wäre es möglich, dass unsere operative Stabilität das Geschäft beeinflusst und dass unsere Ansprüche an Informationssicherheit unzureichend abgedeckt werden.

Sollte sich das Risiko des Verlusts der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität von Daten und Informationen, z. B. durch (Cyber-)Angriffe, materialisieren, kann es zu Manipulationen und/oder zu einem unkontrollierten Abfluss von Daten und Know-how sowie zu einem Reputationsverlust kommen. Diese Angriffe können auch durch betriebszugehörige Personen erfolgen. (Cyber-)Angriffe können außerdem zu einer vorübergehenden Unterbrechung unserer Geschäfts- bzw. Produktionsprozesse führen. Um diesen Risiken zu begegnen, evaluieren und nutzen wir neue Technologien. Darüber hinaus laufen Projekte und Maßnahmen, um die technischen Sicherheitsvorkehrungen auf dem neuesten Stand zu halten und proaktiv neue Bedrohungen zu identifizieren und zu untersuchen. Ferner wird die IT-Infrastruktur durch Schutzmaßnahmen des Corporate Cyber Defense Center vor unerlaubtem Zugriff geschützt.

Finanzen und Steuern (Mittel: Konzern)

Liquiditätsrisiko

Die mögliche Unfähigkeit des Bayer-Konzerns, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, bezeichnen wir als Liquiditätsrisiko. Dieses wird von der Enabling Function Group Finance im Rahmen unserer taggleichen und mittelfristigen Liquiditätsplanung zentral ermittelt und gesteuert. Um konzernweit sämtliche geplanten Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit zu erfüllen, halten wir entsprechende liquide Mittel bereit. Darüber hinaus wird eine Reserve für ungeplante Mindereingänge oder Mehrausgänge vorgehalten, deren Höhe regelmäßig überprüft und angepasst wird. Zudem stehen Bankkreditlinien zur Verfügung, insbesondere eine nicht in Anspruch genommene, syndizierte revolvierende Kreditlinie in Höhe von 4,5 Mrd. € mit aktueller Laufzeit bis 2025.

Kreditrisiken

Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten des Bayer-Konzerns kann beeinträchtigt werden, wenn Transaktionspartner ihren Verpflichtungen zur Bezahlung oder sonstigen Erfüllung nicht nachkommen. Das maximale Ausfallrisiko wird durch vorhandene Sicherheiten, insbesondere unsere globalen Kreditversicherungsprogramme, reduziert. Zur Steuerung der Kreditrisiken aus Handelsforderungen sind bei den fakturierenden Gesellschaften verantwortliche Credit Manager benannt, die regelmäßig die Bonität der Kunden analysieren. Grundsätzlich wird Eigentumsvorbehalt mit unseren Kunden vereinbart. Für alle Kunden werden Kreditlimite festgelegt. Darüber hinaus werden alle Limite für Schuldner mit einem Gesamtrisikoexposure von 10 Mio. € und mehr lokal und zentral beurteilt.

Die Steuerung der Kreditrisiken aus Finanztransaktionen erfolgt zentral in der Enabling Function Group Finance. Zur Risikominimierung werden Finanztransaktionen nur im Rahmen festgelegter Limite mit Banken und Partnern getätigt, die bevorzugt ein Investment-Grade-Rating besitzen.

Chancen und Risiken aus Marktpreisänderungen

Chancen und Risiken aus Änderungen von Marktpreisen im Devisen-, Zins- und Rohstoffpreisbereich werden durch die Enabling Function Group Finance gesteuert, wobei Risiken durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente vermieden bzw. begrenzt werden. Art und Ausmaß von Devisen-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken werden jeweils durch eine Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 dargestellt, bei der durch eine hypothetische Veränderung von Risikovariablen (z. B. Zinskurven) potenzielle Effekte auf das Eigenkapital und die Gewinn- und Verlustrechnung abgeschätzt werden können. Die Zins- und Rohstoffpreisrisiken berichten wir an dieser Stelle im Einklang mit den Vorschriften des IFRS 7, obwohl deren Bewertung nach unserer Enterprise-Risk-Management-Methodik unterhalb der externen Berichtsgrenze liegt. Devisenchancen und -risiken ergeben sich für uns aus Änderungen von Devisenkursen und den damit verbundenen Wertänderungen von Finanzinstrumenten (u. a.# Forderungen und Verbindlichkeiten) sowie künftigen geplanten Zahlungseingängen und -ausgängen in nicht funktionaler Währung. Forderungen und Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit und finanziellen Positionen werden in der Regel für liquide Währungen in voller Höhe mit Zinswährungsswaps sowie Devisentermingeschäften währungskursgesichert. Künftig geplante Zahlungseingänge und -ausgänge (antizipiertes Exposure) werden nach Managementvorgaben durch Devisentermingeschäfte und -optionen gesichert. Zur Ermittlung der Sensitivitäten ist eine hypothetische Auf- bzw. Abwertung des Euro gegenüber allen Währungen um 10 % basierend auf den Jahresendkursen dieser Währungen zugrunde gelegt worden. Zum 31. Dezember 2022 hätte der geschätzte hypothetische Gewinn oder Verlust von Cashflows aus derivativen und nicht derivativen Finanzinstrumenten auf das Ergebnis 64 Mio. € betragen (31. Dezember 2021: 26 Mio. €). Der Effekt auf das Eigenkapital (Other Comprehensive Income) hätte 471 Mio. € betragen (31. Dezember 2021: 443 Mio. €) und resultiert aus im Rahmen von Hedge Accounting designierten Derivaten zur Absicherung unseres antizipierten Exposures. Währungseffekte auf das antizipierte Exposure bleiben hierbei unberücksichtigt. Dieser Effekt auf das Eigenkapital setzt sich zusammen aus 129 Mio. € auf den chinesischen Renminbi (CNY), 147 Mio. € auf den brasilianischen Real (BRL), 52 Mio. € auf den japanischen Yen (JPY) und 41 Mio. € auf den kanadischen Dollar (CAD).

Zinschancen und -risiken

Zinschancen und -risiken ergeben sich für uns durch Änderungen von Kapitalmarktzinsen, die wiederum zu Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von festverzinslichen Finanzinstrumenten sowie zu veränderten Zinszahlungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten führen können. Um die angestrebte Zielstruktur für die Konzernverschuldung zu erhalten, werden Zinsswaps abgeschlossen. Eine Sensitivitätsanalyse, durchgeführt auf Basis unserer Nettoposition aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten und Forderungen zum Jahresende, ergab: Eine hypothetische Erhöhung dieser Zinssätze ab dem 1. Januar 2022 um einen Prozentpunkt hätte (bei konstanten Wechselkursen) zu einem Anstieg unserer Zinsaufwendungen zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 15 Mio. € geführt (31. Dezember 2021: Zinsaufwendungen von 14 Mio. €).

Rohstoffpreischancen und -risiken

Rohstoffpreischancen und -risiken ergeben sich durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, die für uns zu einer Erhöhung des Einkaufspreises für Saatgut und Energien führen kann. Das Rohstoffpreisrisiko wird durch den Einsatz von Rohstoffpreisderivaten, wie Futures, reduziert, die größtenteils als Hedge Accounting designiert sind. Eine Sensitivitätsanalyse mit einer zehnprozentigen hypothetischen Änderung der Rohstoffpreise auf zur Sicherung eingesetzte Derivate führt zu einem Effekt von 38 Mio. € auf das Eigenkapital (31. Dezember 2021: 37 Mio. €).

Pensionsverpflichtungen

Der Bayer-Konzern hat Verpflichtungen gegenüber jetzigen und früheren Beschäftigten aus Pensions- und anderen pensionsähnlichen Leistungszusagen. Veränderungen relevanter Bewertungsparameter wie Zinssatz, Sterbewahrscheinlichkeiten und Gehaltssteigerungsraten können eine Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen bedingen, was zusätzliche Aufwendungen für Pensionspläne erforderlich machen oder infolge der innerhalb der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Verluste zu einem niedrigeren Eigenkapital führen kann. Ein Großteil der Pensionsverpflichtungen ist durch Planvermögen gedeckt, das aus festverzinslichen Wertpapieren, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen besteht. Rückläufige oder gar negative Erträge aus diesen Anlagen können sich ungünstig auf den zukünftig beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken. Beide Effekte können die Entwicklung des Eigenkapitals und/oder die Ertragslage negativ beeinflussen und/oder zusätzliche Zahlungen unseres Unternehmens notwendig machen. Dem Risiko von Marktwertschwankungen des Planvermögens begegnen wir durch eine ausgewogene strategische Anlagenallokation und eine ständige Analyse der Anlagerisiken in Hinblick auf unsere weltweiten Pensionsverpflichtungen.

Steuerrisiken

Die Bayer AG und ihre Tochtergesellschaften operieren weltweit und unterliegen damit vielfältigen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Die Gesellschaften werden fortlaufend von Finanzbehörden in verschiedenen Ländern geprüft, wo sie steuerlich ansässig sind. Änderungen der Steuergesetze und -regelungen, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die Finanzbehörden sowie Feststellungen der Prüfungsbehörden in diesen Ländern können zu höheren Steueraufwendungen und -zahlungen führen und zudem Einfluss auf die Höhe der Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben. Einflüsse auf solche Positionen können ebenfalls aus wesentlichen Akquisitionen, Desinvestitionen, Restrukturierungen und anderen Reorganisationen, die wir durchgeführt haben, entstehen. Den sich ergebenden Risiken begegnen wir durch eine fortlaufende Identifikation und Bewertung der steuerlichen Rahmenbedingungen. Für – in ihrer Höhe und der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens nach – nicht sichere Verpflichtungen gegenüber den jeweiligen nationalen Finanzbehörden werden Steuerrückstellungen auf Basis von Schätzungen gebildet.

Compliance externer Partner (Mittel: Konzern)

Aus Gesamtkonzernsicht besteht das Risiko, dass unsere Unternehmenswerte, Anforderungen an Ethik, Compliance – u. a. in Bezug auf die Achtung der Menschenrechte – und Nachhaltigkeit nicht adäquat durch unsere Partner, wie bspw. Lieferanten, berücksichtigt werden. Für unsere Lieferkette gelten auf globaler wie regionaler Ebene klare nachhaltigkeitsbezogene Kriterien und Standards. Konzernweit ist ein vierstufiger Managementprozess zur Verbesserung der Nachhaltigkeitspraktiken in der Lieferkette etabliert, der aus den Elementen Bewusstseinsbildung, Lieferantenauswahl, -bewertung und -entwicklung besteht. Die Saatguterzeuger unterliegen einem separaten Menschenrechtsbewertungsprozess, für welchen ein neuer Ansatz im Zusammenhang mit der Ausarbeitung der Menschenrechtsstrategie erarbeitet wird.

Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz (Mittel: Konzern)

Neben der Sicherheit unserer Produkte haben der Schutz unserer Beschäftigten und der Umwelt sowie die Achtung der Menschenrechte innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeiten sowie in Geschäftsbeziehungen entlang der Wertschöpfungskette hohe Priorität. Fehlverhalten und die Nichteinhaltung von gesetzlichen Anforderungen oder konzerneigenen Standards können Auswirkungen wie Personen-, Sach-, Reputations- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen sowie die Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen zur Folge haben. Dazu gehören auch die Risiken der Freisetzung gefährlicher Stoffe durch einen Störfall in der Produktion, die Beseitigungspflicht von Kontaminationen oder Risiken aus dem Bereich der Einhaltung der Menschenrechte und ggf. deren unzureichende Adressierung. Mit unseren Grundsätzen, Standards und Maßnahmen stellen wir sicher, dass unsere Anforderungen adäquat kommuniziert und bestmöglich umgesetzt werden.

Geistiges Eigentum (Mittel: Crop Science, Pharmaceuticals)

Unser Portfolio besteht zu großen Teilen aus patentgeschützten Produkten. Insbesondere Generika-Anbieter versuchen, Patente vor ihrem Ablauf anzugreifen. Wir sind derzeit in Gerichtsverfahren involviert, um den Patentschutz für unsere Produkte durchzusetzen. Andererseits können Klagen Dritter aufgrund potenzieller Verletzung von Patenten oder sonstiger Schutzrechte durch Bayer die Entwicklung oder Herstellung bestimmter Produkte behindern oder gar stoppen. Weiterhin könnten wir zu Schadenersatz- oder Lizenzzahlungen an Dritte verpflichtet werden. Unsere Patentabteilung prüft in Zusammenarbeit mit den jeweiligen operativen Bereichen regelmäßig die aktuelle Patentlage und beobachtet mögliche Patentverletzungsversuche, um bei Bedarf rechtliche Schritte einzuleiten.

Recht/Compliance (Konzern)

Wir sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt, an denen wir entweder aktuell beteiligt sind oder die sich in Zukunft ergeben könnten. Hierzu verweisen wir auf die Anhangangabe [30] zum Jahresabschluss Bayer-Konzern unter „Rechtliche Risiken“. Die dort beschriebenen Rechtsverfahren stellen die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken dar und sind nicht als abschließende Auflistung zu verstehen. Zu den allgemeinen Risiken, denen wir potenziell ausgesetzt sind, gehören etwa die Bereiche Produkthaftung, Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, Antikorruptionsrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Datenschutz sowie Umweltschutz. Ermittlungen und Untersuchungen aufgrund möglicher Verletzungen gesetzlicher Vorschriften oder regulatorischer Bestimmungen können straf- und zivilrechtliche Sanktionen zur Folge haben, einschließlich erheblicher Geldstrafen sowie weiterer finanzieller Nachteile. Darüber hinaus kann es zu Zahlungen im Rahmen außergerichtlicher Vergleiche kommen. Diese Risiken können unserer Reputation schaden und sich nachteilig auf unseren Unternehmenserfolg auswirken. Um die Einhaltung von Gesetzen und Regeln sicherzustellen, haben wir ein globales Compliance-Management-System etabliert.

Glyphosat-Thematik

Monsanto, einer Tochtergesellschaft von Bayer, wurden in den USA zahlreiche Klagen zugestellt. Die Klagenden tragen vor, sie seien mit von Monsanto hergestellten glyphosathaltigen Produkten in Berührung gekommen. Glyphosat ist der in bestimmten Herbiziden von Monsanto einschließlich der Roundup™-Produkte enthaltene Wirkstoff. Die Klagenden tragen vor, ihr Kontakt mit diesen Produkten habe zu Gesundheitsschäden geführt, u. a. zu Erkrankungen wie dem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) und dem multiplen Myelom, und sie verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Die Klagenden behaupten u.# Bayer Aktiengesellschaft and Subsidiaries

Item 1A. Risk Factors

a. The herbicide products containing glyphosate from Monsanto are alleged to be defective, that Monsanto knew or should have known of the risks allegedly associated with such products, and that Monsanto did not adequately warn users of these risks. Further lawsuits are expected. Most of the plaintiffs have filed their lawsuits in state courts in Missouri and California. Cases pending in federal courts have been consolidated in a so-called Multidistrict Litigation (MDL) in California for pre-trial coordination. In 2020, Monsanto reached a master settlement agreement with the plaintiffs without admitting liability to settle most of the claims. As of February 1, 2023, Monsanto has reached or is close to reaching settlement agreements in a considerable number of claims. As the number and validity of the claims made can be clarified to an increasing extent, we assume that out of a total of approximately 154,000 claims filed to date, approximately 109,000 have been settled or do not meet the settlement criteria for various reasons. The three cases decided in favor of Monsanto – Johnson, Hardeman, and Pilliod – were not covered by the settlement. In the Hardeman and Pilliod cases, the company applied for a review by the Supreme Court of the United States (Supreme Court) after unsuccessful appeals in each case. In June 2022, the Supreme Court declined to review the two cases of Hardeman and Pilliod. Future proceedings concerning Roundup™ (or other proceedings not related to this complex) may confront the Supreme Court with questions of the supremacy of federal law over the law of individual states. The company will continue to explore its legal options regarding further proceedings. In the Carson case, the entire panel of judges of the 11th Circuit Federal Court of Appeals is currently considering the plaintiff's appeal – following a motion by Monsanto to that effect. The U.S. District Court in Georgia had initially rejected the plaintiffs' damages claims, which are based on the law of individual U.S. states, due to the supremacy of federal law (so-called preemption), ruling in favor of Monsanto. The oral hearing on the appeal is scheduled for June 2023. In the Schaffner case, the 3rd Circuit Federal Court of Appeals is reviewing Monsanto's appeal against the denial of preemption by the trial court. The parties are currently in the written preliminary proceedings. In November 2022, the jury in the Ferro trial (St. Louis County, Missouri) returned a verdict in favor of Monsanto, finding that Roundup™ had not caused the plaintiff's cancer. This case is the sixth consecutive trial that the company has won. Bayer has made provisions in its financial statements for the costs of settling potential future litigation. As of December 31, 2022, Bayer's provision for the aforementioned settlements of existing and future glyphosate lawsuits amounted to USD 6.4 billion. From Bayer's perspective, there are still no concerns regarding the safety of the products. As of February 1, 2023, Bayer had been served with a total of 31 Canadian lawsuits in connection with Roundup™, including eleven lawsuits in which class action certification is sought in each case. Bayer is convinced that it has strong arguments to defend against the claims made and intends to vigorously defend the safety of glyphosate and its glyphosate-based herbicides. The pending or potential further proceedings could result in substantial financial disadvantages for us, for example, through a judgment ordering us to pay damages and possibly punitive damages or settlement obligations from out-of-court settlements. We may be forced to cover this potential increased financing need by taking on additional debt financing, by increasing our equity, by divesting assets – possibly on unfavorable terms – or by combinations of these instruments. As a result of an increased financing need, the terms of our external financing could deteriorate. These risks could also have a further negative impact on our reputation.

Product Safety and Liability (Segments: Crop Science, Pharmaceuticals)
Despite comprehensive studies prior to the approval/registration of a product, it may be subject to partial or complete withdrawal from the market, e.g., due to the occurrence of unexpected side effects or negative effects of our products. Such a sales stop can be voluntary or may also be based on legal and regulatory steps. Particularly in the agricultural sector, there is also the risk of application errors by our customers. The occurrence of traces of unwanted genetically modified organisms in agricultural products or foodstuffs can also have extensive negative effects. We counteract these risks, which can lead to claims for damages and furthermore harm our reputation, with extensive measures for drug and plant protection product safety and testing, and in the case of seeds, in particular with a comprehensive stewardship program for genetic product integrity and quality. These measures are based on globally defined principles and include, among other things, analysis and control measures, an event reporting system, and training programs.

Quality Requirements and Regulatory Obligations (Segments: Crop Science, Pharmaceuticals, Group)
Our business activities are subject to comprehensive regulations, standards, and obligations, as well as controls in almost all countries, also involving local contract manufacturers. In the healthcare sector, these relate, for example, to clinical trials and production processes. With regard to the Crop Science division, extensive requirements must be observed within the value chain, e.g., in our production activities, also by the external partners involved. Acquisitions are also partly subject to conditions, the compliance with which must be ensured during and after integration. Potential violations of regulatory requirements can result in criminal and civil penalties, including significant fines, as well as restrictions on our corporate freedom of action and further financial disadvantages. They can harm our reputation and lead to declines in sales or margins. We address these risks through bindingly described principles, standards, and implemented control mechanisms. Quality-related requirements are defined and implemented in global quality management systems.

Security (Segment: Group)
Potential criminal activities directed against our employees, our company property, or our business activities represent a risk for us. These include, for example, intellectual property theft, vandalism, physical assault, or sabotage. Furthermore, counterfeits of our products could be put into circulation. There is also the risk of crises such as a pandemic or a prolonged power outage, which could lead to a failure of our critical (information technology) infrastructure and our production. We counteract these risks, which can have negative effects on our reputation in addition to financial impacts, through our (local) crisis organizations, which provide, among other things, response plans. We have implemented early warning systems and ensure continuous reporting, and crisis exercises are regularly conducted. Furthermore, there is a globally operating security organization. The Business Continuity Management department of the Enabling Function Internal Audit & Risk Management assesses business continuity risks and defines corresponding measures – together with the responsible specialist departments.

3.2.3 Overall Assessment of Opportunities and Risks by the Management Board

From the perspective of the Management Board, based on current assessments, none of the risks reported above are life-threatening. Furthermore, we have not identified any potential threat to our existence – also from a comparison of our risk-bearing capacity with our aggregated risk situation. We see an increase in our risk situation compared to our presentation in the 2021 Annual Report due to growing geopolitical risks and currently Russia's war in Ukraine, which is accompanied by increasing volatility and difficult predictability of the future situation. We remain convinced that we can realize opportunities resulting from our entrepreneurial activities and successfully meet the challenges arising from the aforementioned risks.

4. Corporate Governance Report

Bayer in Compliance with All Recommendations of the German Corporate Governance Code

The Corporate Governance Report of the Bayer Group takes into account the recommendations of the German Corporate Governance Code (DCGK) and contains a declaration on corporate governance pursuant to §§ 289f and 315d HGB [German Commercial Code], as well as all information and explanations required by §§ 289a to e and 315a to d HGB. The content of the Corporate Governance Report also forms part of the Management Report. The information in the declaration on corporate governance is not included in the financial statement audit pursuant to § 317 (2) sentence 6 HGB.# Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB

Mit der Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB für die Bayer AG und den Bayer-Konzern informiert das Unternehmen über die wesentlichen Elemente der Corporate-Governance-Strukturen des Bayer-Konzerns, relevante Unternehmensführungspraktiken, die Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat und deren Ausschüssen sowie die festzulegenden Ziele und die Konzepte, die bei der Zusammensetzung des Vorstands und Aufsichtsrats verfolgt werden.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Im Dezember 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Bayer AG die jährliche Entsprechenserklärung abgegeben. Danach hat die Bayer AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner bisherigen Fassung seit der letzten Entsprechenserklärung vollständig entsprochen und beabsichtigt, den Empfehlungen des Kodex in seiner Fassung vom 28. April 2022 in Zukunft vollständig zu entsprechen.

Verfügbarkeit von Vergütungsbericht, Vergütungssystem und Vergütungsbeschluss

Der Vergütungsbericht über das letzte Geschäftsjahr und der Vermerk des Abschlussprüfers sowie das geltende Vergütungssystem und der letzte Vergütungsbeschluss sind unter www.bayer.com/vgb öffentlich zugänglich.

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die Bayer AG unterliegt dem deutschen Aktienrecht und verfügt daher über ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand und der Aufsichtsrat führen das Unternehmen auf Basis einer transparenten, auf langfristigen Erfolg unseres Unternehmens ausgerichteten Strategie, die im Einklang mit geltenden Gesetzen und ethischen Standards steht. Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen, leiten sich aus unserer Vision und unseren gemeinsamen Werten ab. Diese sind die Grundlage des respektvollen Umgangs der Beschäftigten untereinander sowie mit unseren externen Partnern. Für die Praxis der Unternehmensführung ist die Einhaltung verantwortungsvoller Praktiken in jeder Stufe der Wertschöpfungskette maßgeblich. Die wesentlichen Leitlinien sind primär in unseren Corporate Policies zu Compliance, zu Menschenrechten und zu Fairness und Respekt am Arbeitsplatz, im Verhaltenskodex für Lieferanten sowie in den Bayer-Societal-Engagement(BASE)-Prinzipien zusammengefasst. Zur Erfüllung der Organisations- und Aufsichtspflichten von Vorstand und Aufsichtsrat dienen primär Compliance-Management- und Risikomanagementsysteme.

Vorstand

Zusammensetzung, Ziele (Diversitätskonzept) und Nachfolgeplanung

Im Geschäftsjahr 2022 bestand der Vorstand aus sechs Mitgliedern. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung mit der Zielsetzung, die festgelegten Unternehmensziele zu erreichen und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Bei der Zusammensetzung des Vorstands orientiert sich der Aufsichtsrat an fachlichen Kenntnissen und persönlicher Eignung. Daneben berücksichtigt er auch Aspekte wie z. B. Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund. Der Aufsichtsrat hat außerdem gemäß § 76 Abs. 3a AktG sicherzustellen, dass dem Vorstand ab einer Mitgliederzahl von drei Personen mindestens eine Frau und mindestens ein Mann angehören.

In Bezug auf die übrigen Aspekte für die Zusammensetzung des Vorstands hat der Aufsichtsrat beschlossen, Vielfalt (Diversität) anzustreben. Ohne Auswahlentscheidungen im Einzelfall darauf zu stützen, strebt der Aufsichtsrat an, dass unter Berücksichtigung der für ein Vorstandsamt erforderlichen Erfahrungen unterschiedliche Altersgruppen im Vorstand angemessen repräsentiert sind. Unabhängig davon sollen Vorstandsmitglieder in der Regel mit Erreichen des 63. Lebensjahres aus dem Vorstand ausscheiden.

Die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll sich angemessen in der Besetzung des Vorstands widerspiegeln. Daher wird angestrebt, dass dem Vorstand mehrere Mitglieder unterschiedlicher Nationalität bzw. mit einem internationalen Hintergrund (z. B. längere berufliche Erfahrungen im Ausland oder Betreuung ausländischer Geschäftsaktivitäten) angehören. Auch in Hinblick auf den Bildungs- und Berufshintergrund der Mitglieder des Vorstands strebt der Aufsichtsrat Diversität an. Neben den erforderlichen spezifischen Fachkenntnissen sowie Management- und Führungserfahrungen für die jeweilige Aufgabe sollen die Vorstände möglichst ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen sowie Bildungs- und Berufshintergründen abdecken. Diese Ziele werden bei der Auswahl von Kandidaten und Kandidatinnen für zu besetzende Vorstandspositionen in die Entscheidung miteinbezogen.

Mit diesem Konzept für die Zusammensetzung des Vorstands verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, neben der höchstmöglichen individuellen Eignung der einzelnen Mitglieder durch eine ausgewogene, diverse Zusammensetzung des Vorstands möglichst vielfältige Perspektiven in die Leitung des Unternehmens einfließen zu lassen und daneben aus einem möglichst großen Pool von Kandidatinnen und Kandidaten schöpfen zu können. Darüber hinaus bestehen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des Zweiten Führungspositionen-Gesetzes (FüPoG II) auch Ziele für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der Bayer AG. Der Vorstand hat für die erste Führungsebene der Bayer AG das Ziel gesetzt, einen Frauenanteil von 35 % zu erreichen, und für die zweite Führungsebene einen Frauenanteil von 35 %. Die genannten Ziele sollen bis zum 30. Juni 2027 erreicht werden.

Im Rahmen der Nachfolgeplanung für Vorstandspositionen wird der Aufsichtsrat vom Vorstand über die identifizierten Kandidatinnen und Kandidaten mit Potenzial für die Übernahme von Vorstandspositionen informiert. Dabei legt der Aufsichtsrat sein Augenmerk u. a. auf eine intensive Personalentwicklung der nachgeordneten Führungsebene unter den o. g. Diversitätskriterien. Der Aufsichtsrat strebt an, dass die jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten im Aufsichtsrat oder dessen Ausschüssen vortragen. Für jedes Mitglied des Vorstands ist mindestens ein Ersatzkandidat bzw. eine Ersatzkandidatin identifiziert, der oder die die Aufgabe bei Bedarf kurzfristig übernehmen könnte. Bei absehbaren Vakanzen im Vorstand werden in der Regel unter Einschaltung einer Personalberatungsfirma externe Kandidaten und Kandidatinnen identifiziert und interne Kandidaten und Kandidatinnen bewertet.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde Rodrigo Santos in den Vorstand berufen und hat die Leitung der Division Crop Science übernommen. Sein Vorgänger, Liam Condon, schied zum 31. Dezember 2021 aus dem Vorstand aus. Der Aufsichtsrat der Bayer AG hat Bill Anderson mit Wirkung zum 1. Juni 2023 zum Vorstandsvorsitzenden von Bayer bestellt. Er wird bereits am 1. April 2023 als Mitglied des Vorstands in das Unternehmen eintreten. Werner Baumann, der derzeitige Vorstandsvorsitzende, wird Ende Mai 2023 in den Ruhestand gehen.

Stand der Zielumsetzung

Im Vorstand sind entsprechend der Zielsetzung unterschiedliche Altersgruppen unter Berücksichtigung der für ein Vorstandsamt erforderlichen Erfahrungen repräsentiert. Das Lebensalter der Mitglieder des Vorstands verteilt sich zum Bilanzstichtag auf die Spanne von 49 bis 60 Jahren. Drei der sechs zum Bilanzstichtag amtierenden Vorstandsmitglieder haben eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Sämtliche Vorstandsmitglieder haben längere berufliche Erfahrungen im Ausland gesammelt. Auch die Berufshintergründe der Mitglieder des Vorstands sind divers. Die gesetzliche Vorgabe, dass dem Vorstand mindestens eine Frau und mindestens ein Mann angehören müssen, wird erfüllt. Auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug der Frauenanteil in der Bayer AG zum 30. Juni 2022 26,6 % (Zielsetzung 20 %) und auf der zweiten Führungsebene 23,7 %. Bei letzterer wurde das gesetzte Ziel von 25 % nicht erreicht, gegenüber dem vorangegangenen Berichtsturnus konnte der Frauenanteil aber um rund 13 % erhöht werden. Das Verfehlen des angestrebten Frauenanteils auf der zweiten Führungsebene zum 30. Juni 2022 ist auch darauf zurückzuführen, dass im Zielsetzungszeitraum der Frauenanteil bei den Beförderungen von der zweiten auf die erste Führungsebene deutlich höher war (ca. 35 %) als derjenige bei den Beförderungen in die zweite Führungsebene (ca. 27 %). Dies führte auch zu der deutlichen Übererfüllung der Zielsetzung für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands.

Arbeitsweise und Ausschüsse

Der Vorstand führt die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung und der Geschäftsordnung für den Vorstand, die u. a. die Informationsversorgung des Aufsichtsrats regelt, und arbeitet vertrauensvoll mit den übrigen Organen der Gesellschaft zusammen.

Aufsichtsrat

Zusammensetzung und Ziele (Diversitätskonzept und Kompetenzprofil)

Der Aufsichtsrat besteht aus 20 Mitgliedern, die gemäß dem Mitbestimmungsgesetz jeweils zur Hälfte aus Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer bestehen. Der Aufsichtsrat achtet bei seiner Zusammensetzung darauf, dass seine Mitglieder insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlich sind, wie z. B. Steuerung und Führung international tätiger Unternehmen, Geschäftsverständnis bezogen auf die wesentlichen Tätigkeitsbereiche des Unternehmens, Forschung und Entwicklung, Finanzen, Controlling/Risikomanagement, Personal, Governance/Compliance, Digitalisierung und die für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen, wie bspw. im Bereich Klimaschutz. Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus beschlossen, eine diverse Zusammensetzung anzustreben, etwa in Hinblick auf Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund. Aufgrund der internationalen Tätigkeit der Bayer AG hat der Aufsichtsrat das Ziel gesetzt, stets mehrere Aufsichtsratsmitglieder mit internationaler Geschäftserfahrung oder sonstigem internationalen Bezug zu haben.# 4.1 Aufsichtsrat

Ziel für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist es weiterhin, dass unterschiedliche Altersgruppen im Aufsichtsrat angemessen repräsentiert sind und dass Aufsichtsratsmitglieder vorbehaltlich besonderer Gründe nicht länger amtieren als bis zum Ende der Hauptversammlung, die auf die Vollendung ihres 72. Lebensjahres folgt. In Hinblick auf die Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte und die Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder hat sich der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur der Gesellschaft das Ziel gesetzt, dass mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter unabhängig sind. Die Unabhängigkeit seiner Mitglieder beurteilt der Aufsichtsrat entsprechend der Empfehlung in C.7 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat strebt eine ausgewogene Verteilung im Hinblick auf die Dauer der Zugehörigkeit im Aufsichtsrat an, wobei nicht mehr als 20 % der Anteilseignervertreter eine längere Amtszeit als zwölf Jahre haben sollen. Der Nominierungsausschuss und das Aufsichtsratsplenum lassen diese Ziele bei der Auswahl von Kandidaten für zu besetzende Aufsichtsratsposten einfließen. Die genannten Ziele beziehen sich, soweit nicht anders bestimmt, auf den Aufsichtsrat insgesamt. Der Aufsichtsrat kann aber nur für die Besetzung der Anteilseignerseite Wahlvorschläge unterbreiten. Daher kann die Zielsetzung nur bei den Wahlvorschlägen für die Zusammensetzung der Anteilseignerseite berücksichtigt werden. Bei Aufsichtsratswahlen ist gemäß gesetzlicher Vorgabe zu beachten, dass sich der Aufsichtsrat jeweils zu mindestens 30 % aus Frauen bzw. Männern zusammensetzt. Der Aufsichtsrat verfolgt mit den Zielen für seine Zusammensetzung die Absicht, soweit er darauf Einfluss nehmen kann, eine ausgewogene, diverse Zusammensetzung zu erreichen. Dadurch sollen möglichst vielfältige Perspektiven in die Überwachung der Unternehmensleitung einfließen, und daneben soll die Möglichkeit erhalten werden, aus einem möglichst großen Pool von Kandidatinnen und Kandidaten schöpfen zu können.

Stand der Umsetzung der Ziele

Dem Aufsichtsrat gehören mehrere Aufsichtsratsmitglieder mit internationaler Geschäftserfahrung und sonstigem internationalen Bezug an. Das Lebensalter der Mitglieder des Aufsichtsrats verteilt sich zum Bilanzstichtag relativ gleichmäßig auf die Spanne von 41 bis 68 Jahren. Ein Aufsichtsratsmitglied, Dr. Paul Achleitner, gehört dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren an. Er wird daher vom Aufsichtsrat als nicht unabhängig im Sinne von C.7 des Deutschen Corporate Governance Kodex betrachtet. Bedenken des Aufsichtsrats an der Unvoreingenommenheit von Herrn Dr. Achleitner oder in Bezug auf mögliche Interessenkonflikte bestehen aber nicht. Die Anteilseignerseite im Aufsichtsrat betrachtet die Anteilseignervertreter Dr. Simone Bagel-Trah, Horst Baier, Dr. Norbert Bischofberger, Ertharin Cousin, Colleen A. Goggins, Kimberly Mathisen, Alberto Weisser, Prof. Dr. Otmar Wiestler sowie Prof. Dr. Norbert Winkeljohann als unabhängig. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat beträgt derzeit für den Gesamtaufsichtsrat 45 %, für die Arbeitnehmerseite 50 % und für die Anteilseignerseite 40 %. Sieben der 20 Mitglieder des Aufsichtsrats haben eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Eine Reihe von weiteren Mitgliedern hat langjährige internationale Geschäftserfahrung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben zudem eine Vielzahl von unterschiedlichen Ausbildungen und Studien absolviert. Für die Zwecke der nachfolgenden Qualifikationsmatrices nimmt der Aufsichtsrat entsprechende Kompetenzen und Erfahrungen seiner Mitglieder insbesondere an, wenn diese eine entsprechende Berufsausbildung oder langjährige Berufserfahrung (einschließlich einer mehrjährigen Mitgliedschaft im Aufsichtsrat oder eines einschlägigen Ausschusses) haben.

Kompetenzen und Erfahrungen der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat

Die Anteilseignervertreter haben nach Einschätzung des Aufsichtsrats jeweils die folgenden besonderen Kompetenzen und Erfahrungen sowie den folgenden Unabhängigkeitsstatus:

Internationale Geschäfts- erfahrung Forschung und Ent- wicklung Agrar- wirtschaft/ Ernährung Gesund- heit Finanzen Controlling/ Risiko- manage- ment HR Governance/ Com- pliance Digitali- sierung Nachhaltigkeit/ Klima- schutz Unabhängigkeit
Dr. Paul Achleitner X X X X X X X
Dr. Simone Bagel-Trah X X X X X X X X X
Horst Baier X X X X X X X X X
Dr. Norbert W. Bischofberger X X X X X
Ertharin Cousin X X X X X X X
Colleen A. Goggins X X X X X X X X
Kimberly Mathisen X X X X X X X X X
Alberto Weisser X X X X X X X X
Prof. Dr. Otmar D. Wiestler X X X X X X X
Prof. Dr. Norbert Winkeljohann (Vorsitzender) X X X X X X X X X

Horst Baier, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, hat zudem besonderen Sachverstand hinsichtlich der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme. Dieser Sachverstand beruht auf Kenntnissen und Erfahrungen, die er u. a. durch seine frühere Tätigkeit als Leiter des Finanz- und Rechnungswesens sowie als Finanzvorstand eines börsennotierten Unternehmens erworben hat. Norbert Winkeljohann, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied des Prüfungsausschusses, hat besonderen Sachverstand in Hinblick auf die Abschlussprüfung. Dieser Sachverstand beruht auf seiner Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer, wissenschaftlicher Tätigkeit in dem Bereich sowie langjährigen Erfahrungen als Abschlussprüfer börsennotierter Unternehmen sowie als Partner und Sprecher der Geschäftsführung einer international tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Horst Baier und Norbert Winkeljohann verfügen jeweils auch über besonderen Sachverstand hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung bzw. deren Prüfung.

Kompetenzen und Erfahrungen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben nach Einschätzung des Aufsichtsrats die folgenden besonderen Kompetenzen und Erfahrungen:

Internationale Geschäfts- erfahrung Forschung und Ent- wicklung Agrar- wirtschaft/ Ernährung Gesund- heit Finanzen Controlling/ Risiko- manage- ment HR Governance/ Com- pliance Digitali- sierung Nachhaltigkeit/ Klima- schutz
André van Broich X X X X X X
Yasmin Fahimi X X X X X X
Dr. Barbara Gansewendt X X X X X X X X
Francesco Grioli X X X X X X
Heike Hausfeld X X X X
Frank Löllgen X X X X X X
Andrea Sacher X X
Claudia Schade X X X X X
Heinz Georg Webers X X X
Michael Westmeier X X X X X

Arbeitsweise und Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und ihn zu beraten. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Er stimmt mit dem Vorstand auch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft ab und erörtert mit ihm regelmäßig den Stand der Umsetzung der Geschäftsstrategie. Der Bericht des Aufsichtsrats in diesem Geschäftsbericht informiert über die Einzelheiten der Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 hat der Aufsichtsrat einen ESG-Ausschuss eingesetzt. Damit nimmt der Aufsichtsrat die Überwachung und Beratung hinsichtlich Nachhaltigkeitsfragen wahr. Zudem hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Dezember den Personalausschuss auf sechs Mitglieder vergrößert (zuvor vier Mitglieder), in Personal- und Vergütungsausschuss umbenannt und trägt damit den gestiegenen Anforderungen im Bereich der Nachfolgeplanung und Vergütungsaufgaben Rechnung. Der Prüfungsausschuss diskutiert mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauscht sich hierbei regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtet dem Ausschuss. Der Prüfungsausschuss berät regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Diese ist im Internet veröffentlicht. Neue Aufsichtsratsmitglieder werden durch eine Reihe von Einführungsterminen mit den Mitgliedern des Vorstands und Vertretern von internen Funktionen sowie durch schriftliches Informationsmaterial in ihre Aufsichtsratstätigkeit eingeführt. Das Amtsgericht Köln hat Kimberly Mathisen zum Mitglied des Aufsichtsrats der Bayer AG bestellt. Mathisen, die sowohl die US-amerikanische als auch die norwegische Staatsbürgerschaft besitzt, tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Fei-Fei Li an, die ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen zum Ende des Monats August niedergelegt hat.

Weitere Angaben

Aktiengeschäfte von Organmitgliedern

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende Personen sind gesetzlich verpflichtet, Eigengeschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Bayer AG oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten der Bayer AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu melden, sobald die Gesamtsumme der getätigten Geschäfte des Mitglieds des Vorstands oder des Aufsichtsrats oder der zu ihnen in enger Beziehung stehenden Person innerhalb des Kalenderjahres einen Schwellenwert von 20.000 € erreicht hat. Die der Bayer AG im Geschäftsjahr 2022 gemeldeten Geschäfte wurden ordnungsgemäß veröffentlicht und sind auf der Internetseite des Unternehmens abrufbar.

4.2 Compliance

Unter Compliance verstehen wir das rechtlich einwandfreie Handeln unserer Beschäftigten im geschäftlichen Alltag, denn jeder Beschäftigte beeinflusst durch sein berufliches Verhalten das Ansehen unseres Unternehmens. Wir dulden keine Verstöße gegen geltende Gesetze, Kodizes sowie interne Regelungen. Compliance ist essenziell für unseren nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Unsere konzernweit gültigen Compliance-Grundsätze lauten wie folgt:

  • Wir bekennen uns zum fairen Wettbewerb auf unseren Märkten.
  • Wir sind in unserem geschäftlichen Handeln stets integer.
  • Wir vereinbaren wirtschaftliches Wachstum mit Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft.# Bayer AG

Wir beachten alle für unser globales Geschäft relevanten Handelskontrollvorschriften. Wir wahren Chancengleichheit im Wertpapierhandel. Wir führen unsere Bücher und Aufzeichnungen ordnungsgemäß. Wir behandeln einander fair und mit Respekt. Wir schützen und respektieren Rechte an geistigem Eigentum. Wir handeln im besten Interesse von Bayer. Wir sorgen für Schutz und Sicherheit personenbezogener Daten. Alle Beschäftigten sind verpflichtet, die Compliance-Grundsätze zu befolgen und Verletzungen der Corporate Compliance Policy unverzüglich zu melden. Zuwiderhandlungen werden sanktioniert. Dies gilt insbesondere für Führungskräfte, die u. a. ihre Ansprüche auf variable Vergütungsanteile verlieren können und mit weiteren disziplinarischen Maßnahmen rechnen müssen, wenn es in ihrem Verantwortungsbereich Verstöße gab, die sie hätten verhindern können. Regelgerechtes und gesetzestreues Verhalten ist zudem Teil der Leistungsbeurteilung aller leitenden Beschäftigten. Das globale Compliance-Management-System wird von einer zentralen Compliance-Organisation im Bayer-Konzern gesteuert, welche an den Finanzvorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet. Der Finanzvorstand ist dabei für die Compliance-Organisation, der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats für die Überwachung der Wirksamkeit und Weiterentwicklung der Compliance im Konzern verantwortlich. Um eine systematische und präventive Risikoerkennung und -beurteilung zu erreichen, werden mögliche Compliance-Risiken (z. B. Korruption) gemeinsam mit den operativen Geschäftseinheiten identifiziert und in globale Datenbanken eingepflegt. Daraus leiten wir u. a. geeignete Maßnahmen für spezifische Prozesse, Geschäftsaktivitäten oder Länder ab. Ferner bewerten wir unsere Geschäftspartner nach Risikokriterien in Bezug auf eventuelle Compliance-Risiken. Die Einhaltung der Corporate-Compliance-Prinzipien ist auch Gegenstand der Prüfungen durch die Bayer-Konzernrevision sowie der Analysen und Untersuchungen der Rechts- und Compliance-Organisation. Die Leiter dieser Organisationen berichten regelmäßig und mindestens einmal jährlich zusammenfassend über die Ergebnisse der Prüfungen und Analysen im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Umgang mit Compliance-Verdachtsfällen und -Verstößen

Bei einer weltweit verfügbaren, durch einen unabhängigen Dienstleister betriebenen Compliance-Hotline können Compliance-Verdachtsfälle gemeldet werden – auch anonym, sofern es das jeweilige nationale Recht erlaubt. Meldungen können entweder über das Internet oder durch einen Anruf eingereicht werden, den geschulte und unabhängige Fachkräfte beantworten. Der Meldende hat dabei die Möglichkeit, seine Meldung in der von ihm bevorzugten Sprache zu übermitteln. Die Hotline ist auch der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich. Im Berichtsjahr wurden auf diese Weise insgesamt 372 Compliance-Meldungen durch die Compliance-Organisation registriert. Außerdem ist ein unternehmensinternes E-Mail-Postfach für die Einreichung von Compliance-Verdachtsfällen eingerichtet (die sogenannte Speak-up Inbox). Alternativ können Verdachtsfälle auch den jeweiligen lokalen Compliance-Funktionen, der Konzernrevision, Human Resources oder direkt dem Vorgesetzten gemeldet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, Compliance-Verdachtsfälle in Form eines sogenannten Incident Requests über eine Plattform zu übermitteln. Darüber hinaus werden im Rahmen von Monitoring-Aktivitäten aufgedeckte Compliance-Verdachtsfälle von der Compliance-Funktion erfasst und bearbeitet. Compliance-Verstöße umfassen alle möglichen Arten von Verstößen gegen interne und externe Vorgaben und werden systematisch geahndet. Die zu ergreifenden Maßnahmen richten sich u. a. nach der Schwere des Compliance-Vorfalls und dem jeweils anwendbaren Recht.

Compliance-Schulungen und Kommunikationsaktivitäten

Wir unterstützen alle Beschäftigten dabei, integer zu handeln und potenzielle Verstöße von vornherein zu vermeiden – mit konzernweiten bedarfs- und zielgruppenorientierten Schulungsmaßnahmen sowie Kommunikationskampagnien. Bei Fragen zum rechtlich korrekten Verhalten stehen sowohl Vorgesetzte als auch die Compliance-Manager als Ansprechpartner zur Verfügung. Im Berichtsjahr haben weltweit rund 96,5 % aller Bayer-Manager an mindestens einem Compliance-Training teilgenommen. Insgesamt haben rund 85,1 % der Beschäftigten am globalen Web-based-Training-Programm zum Thema Interessenkonflikte teilgenommen. Schulungen zu Antikorruption, der Bedeutung des offenen Äußerns von Bedenken („Speak-up“), Kartellrecht, Interessenkonflikten, Fairness und Respekt am Arbeitsplatz, Compliance im Außenwirtschaftsrecht, produktbezogener Kommunikation und Datenschutz sind grundlegende Elemente unseres Compliance-Management-Systems.

Marketing-Compliance und Geltung anerkannter Standards

Wir haben uns zu verantwortungsvollen Marketinggepflogenheiten verpflichtet. Insofern gelten – neben der Corporate Compliance Policy – etwa unsere Antikorruptions-Policy sowie die Verhaltensregeln zum verantwortungsvollen Marketing. Wir haben ferner Richtlinien und Regelungen, die Preisabsprachen verhindern und den Datenschutz gewährleisten sollen. Im Marketing und Vertrieb finden außerdem diverse Industriekodizes Anwendung, wie die Kodizes der „International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations“ (IFPMA) und der „European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations“ (EFPIA). Für die Bewerbung von Humanarzneimitteln gelten bei uns als globaler Mindeststandard die im IFPMA Code of Practice sowie die in den geltenden regionalen und nationalen Kodizes zusammengefassten Anforderungen. Pharmaceuticals beachtet die anwendbaren Transparenzregelungen (z. B. den US Physician Payments Sunshine Act) und nimmt an freiwilligen Programmen wie dem EFPIA-Transparenzkodex teil. Crop Science folgt seinem „Product Stewardship Commitment“ für alle Produkte, Dienstleistungen und Technologien. Hierbei bekennt sich Crop Science u. a. zum „Internationalen Verhaltenskodex für Pestizidmanagement“ der Welternährungsorganisation (FAO) sowie zum „Verhaltenskodex für Pflanzenbiotechnologie“ von CropLife International.

Wahrnehmung politischer Interessen

Als Teil unseres Engagements für transparente politische Arbeit stellt unser „Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Lobbying“ verbindliche Regeln für das Engagement im politischen Raum dar und schafft Transparenz in der Zusammenarbeit mit Repräsentanten politischer Institutionen. Gemäß diesem Verhaltenskodex haben wir als Unternehmen im Berichtsjahr keine Spenden an politische Parteien, Politiker oder Bewerber um ein politisches Amt geleistet. Zum 1. Januar 2022 haben wir zudem die für die USA geltende Ausnahmeregelung abgeschafft, sodass wir nun auch in den Vereinigten Staaten keine direkten Unternehmensspenden mehr leisten. Eine Besonderheit gilt jedoch weiterhin; auf der Ebene des Bundes der USA können Beschäftigte Kandidaten für parlamentarische Ämter durch private Spenden über ein sogenanntes „Political Action Committee“ unterstützen. Es handelt sich dabei ausschließlich um freiwillige Spenden der Beschäftigten und nicht um Spenden des Unternehmens. Über die Verteilung der Spenden bei BAYERPAC, dem „Political Action Committee“ bei Bayer, entscheidet ein unabhängiges Gremium, das sich aus Beschäftigten zusammensetzt. Dabei reflektieren die Vergabekriterien auch gesellschaftliche Herausforderungen. Zulässig sind diese Spenden nur unter engen Voraussetzungen und mit zwingenden Transparenzmaßnahmen. Zudem bestehen die Bayer-Societal-Engagement(BASE)-Prinzipien, die durch ihren Status als globale Konzernregelung unsere Normen und Werte noch stärker kodifizieren.

4.3 Angaben gemäß §§ 289b bis e und 315b und c HGB

Der Bayer-Konzern erfüllt die Anforderungen der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 289b bis e und 315b und c HGB. Die relevanten Angaben zur nichtfinanziellen Erklärung gemäß Corporate-Social-Responsibility-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) sind in den Lagebericht integriert. Als Rahmenwerk nutzen wir die GRI-Standards (§ 289d HGB). Der Aufsichtsrat ist der Prüfungspflicht der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 170 Absatz 1, 171 Absatz 1 AktG nachgekommen.

A 4.3/1 Index zur nichtfinanziellen Erklärung

Themenfelder Kapitel
Geschäftsmodell A 1.1 Unternehmensprofil und Konzernstruktur
Umweltbelange A 1.2.1 Strategie und Ziele
A 1.5 Einkauf und Lieferantenmanagement
A 1.6 Produktverantwortung
A 1.7 Umweltschutz und Sicherheit
Arbeitnehmerbelange A 1.2.2 Nachhaltigkeitsmanagement
A 1.4 Engagement für Beschäftigte
A 1.5 Einkauf und Lieferantenmanagement
A 1.7 Umweltschutz und Sicherheit
Sozialbelange A 1.2.2 Nachhaltigkeitsmanagement
A 1.6 Produktverantwortung
A 1.7 Umweltschutz und Sicherheit
Instrumente zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung A 1.2.2 Nachhaltigkeitsmanagement
A 1.5 Einkauf und Lieferantenmanagement
A 4.2 Compliance
Achtung der Menschenrechte A 1.2.2 Nachhaltigkeitsmanagement
A 1.4 Engagement für Beschäftigte
A 1.5 Einkauf und Lieferantenmanagement
Wesentliche Risiken A 3.2 Chancen- und Risikobericht
Diversitätskonzept A 1.4 Engagement für Beschäftigte
A 4.1 Erklärung zur Unternehmensführung

4.4 Übernahmerelevante Angaben

Erläuternder Bericht gemäß §§ 289a Absatz 1, 315a Absatz 1 HGB

Das Grundkapital der Bayer AG betrug zum 31. Dezember 2022 2.515.005.649,92 € und war eingeteilt in 982.424.082 nennbetragslose Stückaktien, die auf den Namen lauten. Damit blieben Grundkapital und Zahl der Aktien gegenüber dem Ende des Vorjahres unverändert. Jede Aktie hat ein Stimmrecht. Im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme bestehen teilweise zeitliche Verfügungsbeschränkungen für eine geringe Zahl von Aktien, z. B. im Fall von Haltefristen. Der Bayer AG sind im Geschäftsjahr 2022 keine Meldungen hinsichtlich direkter und indirekter Beteiligungen zugegangen, die 10 % der Stimmrechte übersteigen.# 5. Angaben zur Bayer AG

Zwischen der Bayer AG einerseits und der Bayer CropScience AG und der Bayer Pharma AG andererseits, den früheren Obergesellschaften der Divisionen Crop Science und Pharmaceuticals, bestehen Betriebspachtverträge, auf deren Basis die Bayer AG als Pächter ihr operatives Geschäft betreibt. Neben der Holding-Funktion nimmt die Bayer AG in Bezug auf die beiden Divisionen somit auch die Stammhausfunktionen wahr.

Die Bayer AG ist an mehreren Standorten Energieerzeuger und -lieferant und damit Energieversorgungsunternehmen gemäß § 3 Nr. 18 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Da bei einer Tochtergesellschaft Energieversorgungsnetze betrieben werden, ist die Bayer AG zudem ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen im Sinne von § 3 Nr. 38 EnWG. Sie unterliegt mit ihrer eigenen Tätigkeit jedoch nur der Verpflichtung zur Kontentrennung und nicht der Verpflichtung zur Aufstellung von Tätigkeitsabschlüssen.

Der Jahresabschluss der Bayer AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) sowie – aufgrund der Eigenschaft als integriertes Energieversorgungsunternehmen – unter Beachtung von § 6b EnWG aufgestellt.

5.1 Ertragslage Bayer AG

5.1/1 Gewinn- und Verlustrechnung Bayer AG nach HGB in Mio. €

2021 2022
Umsatzerlöse 15.497 16.470
Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 109 5
Andere aktivierte Eigenleistung 7 7
Sonstige betriebliche Erträge 3.207 4.294
Materialaufwand –10.224 –11.597
Personalaufwand –3.003 –3.431
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagenvermögens und Sachanlagen –108 –185
Sonstige betriebliche Aufwendungen –6.923 –8.637
Operatives Ergebnis –1.438 –3.074
Beteiligungsergebnis 5.660 9.257
Zinsergebnis 88 –1.199
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge 81 –27
Finanzergebnis 5.829 8.031
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und sonstige Steuern –281 –193
Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss 4.110 4.764
Einstellung in andere Gewinnrücklagen –2.055 –2.382
Bilanzgewinn 2.055 2.382

Entwicklung des Ergebnisses

Der für das Geschäftsjahr 2022 prognostizierte Umsatz von 16 Mrd. € wurde leicht übertroffen. Zu dieser Entwicklung haben sowohl die beiden Divisionen als auch der Bereich Enabling Functions beigetragen. So übertraf die Division Pharmaceuticals bei einigen Hauptumsatzträgern wie Adempas™ und Adalat™ die Erwartungen deutlich und konnte den leichten Rückgang des umsatzstärksten Produkts Xarelto™ mehr als kompensieren. Im Bereich Crop Science lagen insbesondere die internen Umsätze über den geplanten Erwartungen. Zudem lag der Umsatz aus den internen Leistungsverrechnungen der Enabling Functions leicht über den geplanten Werten.

Belastet wurde das operative Ergebnis durch die substanzielle Erhöhung des Rententrends, Währungseffekte sowie die Inflation, die sich negativ auf die gesamte Kostenstruktur auswirkten. Das operative Ergebnis beläuft sich auf ca. –3 Mrd. € und liegt damit 2 Mrd. € unter Plan.

Bei den Umsatzerlösen verzeichnete die Bayer AG im Jahr 2022 einen Anstieg um rund 6 % auf 16.470 Mio. € (Vorjahr: 15.497 Mio. €). Der Umsatz der Division Crop Science lag mit 4.817 Mio. € über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 4.636 Mio. €). Diese positive Geschäftsentwicklung ist auf vorteilhafte Währungseffekte und höhere Preise für Pflanzenschutzmittel zurückzuführen. Die konzerninternen Umsätze sind leicht auf 4.434 Mio. € (Vorjahr: 4.366 Mio. €) gestiegen. Ebenso stiegen die externen Umsätze, vor allem durch eine Ausweitung des Geschäfts mit Fungiziden, auf 383 Mio. € (Vorjahr: 270 Mio. €). Ein Anstieg wurde sowohl in den Geschäftseinheiten Fungizide auf 1.897 Mio. € (Vorjahr: 1.848 Mio. €), Herbizide auf 1.341 Mio. € (Vorjahr: 1.255 Mio. €) als auch Insektizide auf 843 Mio. € (Vorjahr: 813 Mio. €) verzeichnet. Der Anstieg im Bereich Herbizide ist im Wesentlichen auf eine Umsatzsteigerung bei Gras- und Getreideherbiziden zurückzuführen. Regional betrachtet stieg der Umsatz in Europa/Nahost/Afrika auf 2.021 Mio. € (Vorjahr: 1.703 Mio. €), in Nordamerika auf 1.114 Mio. € (Vorjahr: 1.110 Mio. €) und in Asien/Pazifik auf 1.117 Mio. € (Vorjahr: 1.068 Mio. €).# 5.2 Vermögens- und Finanzlage

Bayer AG

5.2/1 Bilanz Bayer AG nach HGB (Kurzfassung)

in Mio. € 31.12.2021 31.12.2022
AKTIVA
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen 436 361
Finanzanlagen 72.038 82.438
72.474 82.799
Umlaufvermögen und sonstige Aktiva
Vorräte 2.579 2.824
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.057 2.084
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.001 5.388
Sonstige Vermögenswerte und Abgrenzungsposten 1.210 738
Kassenbestände, Bankguthaben, Wertpapiere 3.774 7.273
11.621 18.307
Gesamtvermögen 84.095 101.106
PASSIVA
Eigenkapital 30.450 33.250
Rückstellungen 5.051 6.947
Verbindlichkeiten und Abgrenzungsposten
Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.883 17.559
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.025 2.164
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 29.900 40.579
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungsposten 1.786 607
48.594 60.909
Gesamtkapital 84.095 101.106

Entwicklung der Bilanzpositionen

Wie in den Geschäftsjahren zuvor spiegelt sich die Leitungsfunktion der Bayer AG für den Konzern, insbesondere das Management des Beteiligungsbesitzes sowie die Finanzierung des Konzerns, im Bilanzbild wider. Anteilsbesitz sowie Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften des Konzerns sind die prägenden Größen der Bilanz. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Berichtsjahr auf 101.106 Mio. € (Vorjahr: 84.095 Mio. €). Während das Anlagevermögen insgesamt auf 82.799 Mio. € (Vorjahr: 72.474 Mio. €) stieg, reduzierten sich die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen im Wesentlichen aufgrund der Beendigung von Entwicklungskooperationen auf 361 Mio. € (Vorjahr: 436 Mio. €). Die Finanzanlagen stiegen auf 82.438 Mio. € (Vorjahr: 72.038 Mio. €). Die Änderung der Beteiligungsstruktur im Rahmen einer konzerninternen Sacheinlage gegen Anteilstausch führte in Höhe des erzielten Buchgewinns von 9.592 Mio. € zu einem Anstieg aufgrund von Zugängen durch neue Anteile an der Bayer Pharma AG in Höhe von 11.680 Mio. €, denen per Saldo ein Abgang eines Anteils der Bayer Gesellschaft für Beteiligungen mbH in Höhe von 2.088 Mio. € gegenüberstand. Die Erhöhung der sonstigen Ausleihungen ist im Wesentlichen auf die Einforderung von Gründungsstockteilen der Bayer-Pensionskasse VVaG mit 626 Mio. € bzw. der Rheinischen Pensionskasse VVaG mit 57 Mio. € zurückzuführen. Das Umlaufvermögen und die sonstigen Aktiva erhöhten sich auf 18.307 Mio. € (Vorjahr: 11.621 Mio. €). Die Vorräte stiegen auf 2.824 Mio. € (Vorjahr: 2.579 Mio. €).

In der Region Lateinamerika ist der Umsatzrückgang auf 565 Mio. € (Vorjahr: 755 Mio. €) auf die konzerninterne Auslagerung des Brasiliengeschäfts an die Bayer CropScience Deutschland GmbH Mitte 2021 zurückzuführen. Der Umsatz der Division Pharmaceuticals erhöhte sich auf 10.383 Mio. € (Vorjahr: 9.866 Mio. €). Die konzerninternen Umsätze sowie die externen Umsätze stiegen auf 9.475 Mio. € (Vorjahr: 8.992 Mio. €) bzw. auf 908 Mio. € (Vorjahr: 874 Mio. €). Die Umsatzsteigerung auf 648 Mio. € (Vorjahr: 551 Mio. €) bei Adempas™ ist auf eine erhöhte Nachfrage in den USA zurückzuführen. Der Rückgang bei Xarelto™ auf 3.753 Mio. € (Vorjahr: 3.799 Mio. €) ist vor allem durch den Patentablauf in Brasilien und durch Tenderverfahren in China verursacht. Die Umsätze für Adalat™ stiegen aufgrund einer erhöhten Nachfrage in China auf 674 Mio. € (Vorjahr: 554 Mio. €). Regional betrachtet stieg der Umsatz der Division Pharmaceuticals in Europa/Nahost/Afrika auf 4.937 Mio. € (Vorjahr: 4.500 Mio. €). Dies ist vor allem auf erhöhte konzerninterne Kostenerstattungen für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in den Bereichen Frauen- und Männergesundheit zurückzuführen. Der Anstieg der Umsätze in Nordamerika auf 2.301 Mio. € (Vorjahr: 2.123 Mio. €) ist vor allem durch eine höhere Nachfrage nach Adempas™ und Mirena™ bedingt. Die Umsätze in Asien/Pazifik stiegen auf 2.711 Mio. € (Vorjahr: 2.688 Mio. €), vor allem durch die gestiegene Nachfrage nach Adalat™ in China. Die Verringerung der Umsätze in Lateinamerika auf 434 Mio. € (Vorjahr: 555 Mio. €) ist vor allem auf den Patentablauf für Xarelto™ zurückzuführen. Die Umsatzerlöse im Bereich Enabling Functions stiegen auf 1.270 Mio. € (Vorjahr: 995 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich auf 4.394 Mio. € (Vorjahr: 3.207 Mio. €). Der Zuwachs ist insbesondere bedingt durch eine Erhöhung der Erträge aus der Währungsumrechnung auf 3.852 Mio. € (Vorjahr: 2.535 Mio. €). Dies wird teilweise durch rückläufige Auflösungen von Rückstellungen auf 139 Mio. € (Vorjahr: 530 Mio. €) kompensiert. Mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden für rund 2.299 Mio. € an die internationale Beteiligungsgesellschaft Cinven wurde in der Bayer AG im Rahmen der Kaufpreisallokation ein Ertrag von 127 Mio. € erzielt. Der Materialaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf 11.597 Mio. € (Vorjahr: 10.224 Mio. €) im Wesentlichen aufgrund erhöhter Bezugspreise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Energiepreise sowie gestiegener Lizenzaufwendungen und Betriebspachtentgelte. Der Personalaufwand stieg im Wesentlichen aufgrund höherer Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung bedingt durch eine Rententrendsteigerung auf 3.431 Mio. € (Vorjahr: 3.003 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf 8.637 Mio. € (Vorjahr: 6.923 Mio. €). Die Veränderung zum Vorjahr resultiert aus einem Anstieg der Aufwendungen für Fremdwährungsumrechnung um 1.697 Mio. € (Vorjahr: 2.571 Mio. €), der Werbe- und Vertriebskosten um 156 Mio. € (Vorjahr: 421 Mio. €) und der Logistik- und Informationskosten um 111 Mio. € (Vorjahr: 583 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich ein Rückgang der Aufwendungen für Abfindungen um 234 Mio. € (Vorjahr: 291 Mio. €) aus. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die sich aus den diesbezüglichen innerhalb der jeweiligen Aufwandsart erfassten Personal- und Sachkosten zusammensetzen, betrugen 2.520 Mio. € (Vorjahr: 2.431 Mio. €). Von den Gesamtaufwendungen entfielen 747 Mio. € (Vorjahr: 491 Mio. €) auf die Division Crop Science, deren Anstieg durch höhere Aufwendungen hauptsächlich aus einer neuen Servicevereinbarung im Bereich Digital Farming Solutions resultiert, und 1.773 Mio. € (Vorjahr: 1.940 Mio. €) auf die Division Pharmaceuticals, deren Rückgang auf niedrigere Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen ist. Zum 31. Dezember 2022 waren im Bereich Forschung und Entwicklung 4.679 Vollzeitkräfte tätig. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung entsprachen 15 % (Vorjahr: 16 %) der Umsatzerlöse. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab sich ein operativer Verlust von 3.074 Mio. € (Vorjahr: 1.438 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis lag mit 9.257 Mio. € (Vorjahr: 5.660 Mio. €) um 3.597 Mio. € über dem des Vorjahres. Es wurden mit 291 Mio. € (Vorjahr: 204 Mio. €) höhere Beteiligungserträge erzielt. Ausschlaggebend dafür war im Wesentlichen der Anstieg der Dividendenausschüttungen von der Bayer (China) Ltd. um 77 Mio. € auf 201 Mio. € (Vorjahr: 124 Mio. €). Der Rückgang des Organergebnisses um 2.605 Mio. € auf –601 Mio. € (Vorjahr: 2.004 Mio. €) entfällt im Wesentlichen mit 1.817 Mio. € auf die Bayer Pharma AG, bei der im Vorjahr einmalig Zuschreibungen aufgrund einer Neubewertung des Nordamerika-Geschäfts des Bayer-Konzerns enthalten waren, mit 785 Mio. € auf die Neunte Bayer VV GmbH aufgrund von Abschreibungen einer Beteiligung, deren Wert durch die allgemeine Zinsentwicklung im Jahr 2022 gesunken ist, und mit 113 Mio. € auf die Bayer CropScience AG aufgrund eines bestehenden Beherrschungsvertrags. Das sonstige Beteiligungsergebnis, das Gewinne aus Beteiligungsverkäufen, Abschreibungen von Beteiligungen und Zuschreibungen zu Beteiligungen beinhaltet, erhöhte sich auf 9.567 Mio. € (Vorjahr: 3.452 Mio. €). Im Geschäftsjahr ergaben sich Gewinne von 9.592 Mio. € durch konzerninterne Änderungen der Beteiligungsstruktur (Vorjahr: 3.509 Mio. €), Abschreibungen auf die Bayer Türk Kimya Sanayii Limited Sirketi, Türkei, in Höhe von 53 Mio. € (Vorjahr: 89 Mio. €) und eine Zuschreibung auf die Bayer Capital Corporation B. V., Niederlande, in Höhe von 28 Mio. € (Vorjahr: Abschreibung in Höhe von 16 Mio. €). Im Geschäftsjahr verringerte sich das Zinsergebnis um 1.287 Mio. € auf –1.199 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €), im Wesentlichen bedingt durch einen deutlichen Anstieg der Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensions- und längerfristigen Personalverpflichtungen. Dieser Anstieg auf –1.210 Mio. € (Vorjahr: –198 Mio. €) ergibt sich im Saldo aus Aufwendungen aus dem Planvermögen des Bayer Pension Trust e. V. (BPT) in Höhe von –970 Mio. € (Vorjahr: 381 Mio. €), die auf eine nachteilige Entwicklung des Zeitwertes der Vermögensanlage des BPT zurückzuführen sind, und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von –240 Mio. € (Vorjahr: –579 Mio. €). Die übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträge betrugen –27 Mio. € (Vorjahr: 81 Mio. €). Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus höheren im Finanzergebnis erfassten Aufwendungen für Personalrückstellungen auf 171 Mio. € (Vorjahr: 70 Mio. €). Insgesamt wurde im Berichtsjahr ein Vorsteuerergebnis von 4.957 Mio. € (Vorjahr: 4.391 Mio. €) erzielt. Nach Abzug der Steuern in Höhe von 193 Mio. € (Vorjahr: 281 Mio. €) ergab sich ein Jahresüberschuss von 4.764 Mio. € (Vorjahr: 4.110 Mio. €). Nach Einstellung von 2.382 Mio. € aus dem laufendem Jahresüberschuss in andere Gewinnrücklagen verbleibt ein Bilanzgewinn von 2.382 Mio. €. Der Vorstand wird auf der Hauptversammlung am 28. April 2023 vorschlagen, von dem im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn von 2.382.306.539,65 € einen Betrag von 2.357.817.796,80 € zur Ausschüttung einer Dividende von 2,40 € je dividendenberechtigter Aktie zu verwenden und den verbleibenden Betrag von 24.488.742,85 € in andere Gewinnrücklagen einzustellen.# 5.3 Prognose, Chancen und Risiken der Bayer AG

Die Bayer AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie der Bayer-Konzern. Ergänzend zu den nachfolgenden Ausführungen wird zudem auf das Kapitel zum Prognose-, Chancen- und Risikobericht des Bayer-Konzerns in diesem Bericht verwiesen.

Um die Situation der Bevölkerung in der Ukraine zu verbessern, wurde ein Katastrophenhilfefonds eingerichtet und auch Produkte wie Antibiotika und Saatgut für den Anbau von Nahrungsmitteln gespendet. Russland und die Ukraine machten zusammen rund 3 % der Umsatzerlöse im Jahr 2022 aus. Als Folge des Krieges droht auch weiterhin eine Beeinträchtigung der Energieversorgung sowie der globalen Lieferketten. Bei Bayer AG lag der Anteil der Energiekosten an den gesamten Herstellungskosten im Jahr 2022 bei lediglich rund 3 %. Um die Auswirkungen einer möglichen Gasverknappung einzudämmen und um die Abhängigkeit von Erdgas zu reduzieren, wurden bestimmte Prozesse angepasst. Dies beinhaltet sowohl eine teilweise Umstellung auf alternative Energiequellen als auch die Einführung von Energiesparprogrammen. Für das Gesamtjahr 2022 haben sich keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen ergeben.

Für die Bayer AG werden im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von rund 16 Mrd. € und ein operativer Verlust von rund –2,5 Mrd. € erwartet. Darin enthalten sind das eigene sowie das von der Bayer CropScience AG und der Bayer Pharma AG durch Betriebsverpachtung übernommene operative Geschäft. Das Geschäft der Bayer AG wird sich im Jahr 2023 unter aktuellen Planungsannahmen positiv entwickeln. Ein leichter Umsatzrückgang in der Division Pharmaceuticals bei Adalat™ und Xarelto™ wird kostenseitig kompensiert. Die konzerninternen Weiterbelastungen von Leistungen werden sich leicht über dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres bewegen. Die Bayer AG vereinnahmt zudem das Ergebnis der meisten inländischen Tochtergesellschaften über bestehende Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge. Zusätzlich stellen gezielte konzerninterne Dividendenmaßnahmen und weitere konzerninterne Umstrukturierungen sicher, dass ausreichend ausschüttungsfähiges Kapital zur Verfügung steht. Der Ausblick für den Bayer-Konzern spiegelt somit aufgrund der Verflechtungen zwischen der Bayer AG und ihren Tochtergesellschaften größtenteils auch die Erwartungen für die Bayer AG wider. Insgesamt wird auch im kommenden Jahr davon ausgegangen, bei der Bayer AG einen Bilanzgewinn zu erzielen, der es ermöglicht, die Aktionäre angemessen am Ergebnis des Konzerns zu beteiligen.

5.4 Nichtfinanzielle und sonstige Angaben der Bayer AG

Aufgrund der Bedeutung der Bayer AG innerhalb des Konzerns sind weitere Angaben notwendig. Dies betrifft insbesondere die Berichterstattung von wesentlichen nichtfinanziellen Informationen, die durch das 2017 in Kraft getretene CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz auch für die Bayer AG als Mutterunternehmen verpflichtend wurden. Für die im Berichtsjahr abzugebende nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b bis e HGB wurde im Lagebericht die integrierte Darstellung gewählt. Bei den vorstehenden Ausführungen im Lagebericht gelten alle Angaben, Regelungen, dargestellten Prozesse und Kennzahlen stets für den Bayer-Konzern einschließlich der Bayer AG. Es wurden keine zusätzlichen Aspekte nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz identifiziert, die ausschließlich für die Bayer AG gelten.

Nachfolgend finden Sie eine Tabelle wesentlicher nichtfinanzieller und weiterer Kennzahlen der Bayer AG.

5.4/1 Nichtfinanzielle und weitere Kennzahlen der Bayer AG

2021 2022
F&E-Aufwand (in Mio. €) 2.431 2.520
Mitarbeiter¹ 18.701 18.276
Mitarbeiter nach Funktion¹
Produktion 11.334 11.247
Vertrieb 1.043 938
F&E 4.810 4.679
Verwaltung 1.514 1.412
Mitarbeiter nach Geschlecht¹
Frauen 6.654 6.512
Männer 12.047 11.764
Personalaufwand (in Mio. €) 3.004 3.431
Pensionsverpflichtungen (in Mio. €) 6.840 7.833
Short-Term-Incentive-Programm (in Mio. €) 479 359
Einkaufsvolumen (in Mrd. €) 5,0 5,7
Sicherheit
Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle (RIR²) 0,41 0,37
Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen (LTRIR³) 0,31 0,26
Quote der Anlagensicherheits-Ereignisse (PSI-R) 0,24 0,28
Umweltschutz
Gesamtenergieeinsatz (in Terajoule) 6.188 6.011
Gesamte Treibhausgas-Emissionen (CO2-Äquivalente in Mio. t) 0,39 0,39
Wassereinsatz (in Mio. m³) 4,78 6,66
Gesamtabfallerzeugung (in 1.000 t) 243 178

¹ Angabe der Mitarbeiterzahl in Vollzeitäquivalenten (FTE) zum 31. Dezember 2022
² Recordable Incident Rate
³ Lost Time Recordable Incident Rate

1 Produkte in späten Entwicklungsphasen wurden in umfangreichen Feldstudien auf Machbarkeit überprüft und werden für die regulatorische Zulassung vorbereitet.
2 Als neue Pflanzeneigenschaft definieren wir ein spezifisches Merkmal, das bislang bei Bayer noch nicht für diese Kulturpflanzen vorhanden ist.
3 Gemeinsame Entwicklung mit Sumitomo Chemical Co., Ltd., Japan
4 Die letzten der ergänzenden Schutzzertifikate für Prothioconazol sind in einigen GUS-Staaten 2020 abgelaufen.
5 Patentschutz ohne Berücksichtigung von Patentlaufzeitverlängerungen oder ergänzenden Schutzzertifikaten
6 In Zusammenarbeit mit Regeneron Pharmaceuticals, Inc., USA
7 Eine Kerninnovation bezeichnet die Optimierung bestehender Produkte für Bestandskunden. Angrenzende Innovationen betreffen die Ausweitung von etablierten Marken auf neue Märkte, d. h., es kommen neue Produkte und Vermögenswerte hinzu. Eine transformative Innovation bezeichnet bahnbrechende Neuerungen und die Schaffung neuer, bisher nicht vorhandener Märkte.
8 Vorjahreswert angepasst
9 Vorjahreswert angepasst
10 Vorjahreswert angepasst
11 Vorjahreswert angepasst
12 In die RIR-Quote fließen alle Arbeitsunfälle von Beschäftigten und direkt beaufsichtigten Kontraktoren ein, in deren Folge über Erste-Hilfe-Maßnahmen hinaus eine medizinische Behandlung in Anspruch genommen wurde.
13 Vorjahreswert angepasst
14 Good Manufacturing Practice
15 Die Klassifizierung bezieht sich auf die Risiken.
16 formales Ziel gem.# Bayer‑Konzern B 1 Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio. €

Anhang 2021 2022
Umsatzerlöse [6] 44.081 50.739
Herstellungskosten –16.816 –19.871
Bruttoergebnis vom Umsatz 27.265 30.868
Vertriebskosten –12.363 –14.084
Forschungs- und Entwicklungskosten –5.412 –6.572
Allgemeine Verwaltungskosten –2.962 –2.838
Sonstige betriebliche Erträge [7] 1.500 3.039
Sonstige betriebliche Aufwendungen [8] –4.675 –3.401
EBIT¹ 3.353 7.012
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen [10.1] 49 –150
Finanzielle Erträge 526 450
Finanzielle Aufwendungen –1.882 –2.642
Finanzergebnis [10] –1.307 –2.342
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.046 4.670
Ertragsteuern [11] –1.024 –504
Ergebnis nach Ertragsteuern 1.022 4.166
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend [12] 22 16
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend (Konzernergebnis) 1.000 4.150

in €

2021 2022
Ergebnis je Aktie [13]
unverwässert 1,02 4,22
verwässert 1,02 4,22

¹Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

Bayer‑Konzern B 2 Gesamtergebnisrechnung

in Mio. €

Anhang 2021 2022
Ergebnis nach Ertragsteuern 1.022 4.166
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend [12] 22 16
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend 1.000 4.150
Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen [22] 1.593 2.557
Ertragsteuern [11] –391 –848
Sonstiges Ergebnis aus Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 1.202 1.709
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten 111 –120
Ertragsteuern [11] –10 26
Sonstiges Ergebnis von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten 101 –94
Sonstiges Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 39 9
Sonstiges Ergebnis, das anschließend nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird 1.342 1.624
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivaten [27.3] –143 –181
In die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederter Betrag 26 463
Ertragsteuern [11] 54 –43
Sonstiges Ergebnis aus Cashflow-Hedges –63 239
Veränderung des Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Optionen [17] –1 7
Ertragsteuern [11] –1
Sonstiges Ergebnis aus Optionen –1 6
Veränderung des Ausgleichspostens aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften [21] 2.415 1.869
In die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederter Betrag [21] –126 –38
Sonstiges Ergebnis aus der Währungsumrechnung [21] 2.289 1.831
Sonstiges Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen –6 3
Sonstiges Ergebnis, das anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind 2.219 2.079
Sonstiges Ergebnis¹ 3.561 3.703
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend 13 –9
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend 3.548 3.712
Gesamtergebnis 4.583 7.869
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend 35 7
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend 4.548 7.862

¹Das sonstige Ergebnis wird im Eigenkapital erfolgsneutral erfasst.

Bayer‑Konzern B 3 Bilanz

in Mio. €

Anhang 31.12.2021 31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte [14] 40.106 39.648
Sonstige immaterielle Vermögenswerte [14] 26.258 24.183
Sachanlagen [15] 12.688 13.674
Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen [16] 629 893
Sonstige finanzielle Vermögenswerte [17] 2.026 2.049
Sonstige Forderungen [20] 1.376 1.065
Latente Steuern [11] 4.580 5.605
87.663 87.117
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte [18] 11.314 13.636
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen [19] 10.047 10.312
Sonstige finanzielle Vermögenswerte [17] 3.342 5.208
Sonstige Forderungen [20] 1.709 1.923
Ertragsteuererstattungsansprüche 1.526 1.507
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.564 5.171
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte [5.3] 76 3
32.578 37.760
Gesamtvermögen 120.241 124.877
Eigenkapital [21]
Gezeichnetes Kapital 2.515 2.515
Kapitalrücklagen 18.261 18.261
Sonstige Rücklagen 12.244 17.997
Aktionären der Bayer AG zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 33.020 38.773
Nicht beherrschende Anteile 148 153
33.168 38.926
Langfristiges Fremdkapital
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen [22] 7.175 4.388
Andere Rückstellungen [23] 8.776 8.591
Rückerstattungsverbindlichkeiten [6] 283 10
Vertragsverbindlichkeiten [6] 770 561
Finanzverbindlichkeiten [24] 36.481 33.791
Ertragsteuerverbindlichkeiten 1.601 1.672
Sonstige Verbindlichkeiten [26] 1.653 1.127
Latente Steuern [11] 931 727
57.670 50.867
Kurzfristiges Fremdkapital
Andere Rückstellungen [23] 6.823 5.092
Rückerstattungsverbindlichkeiten [6] 4.564 5.583
Vertragsverbindlichkeiten [6] 4.052 4.163
Finanzverbindlichkeiten [24] 4.391 7.861
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen [25] 6.792 7.545
Ertragsteuerverbindlichkeiten 686 1.056
Sonstige Verbindlichkeiten [26] 2.095 3.784
29.403 35.084
Gesamtkapital 120.241 124.877

Bayer‑Konzern B 4 Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Mio. €

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklagen Sonstige Rücklagen Gewinnrücklagen inkl. Konzernergebnis Währungsänderungen Marktbe-wertung Eigen-kapital- instrumente Aktionären der Bayer AG zurechenbarer Anteil am Eigenkapital Nicht beherr-schende Anteile Eigenkapital
01.01.2021 2.515 18.261 13.057 –3.581 117 30.523 152 30.675
Gesamtergebnis
Ergebnis nach Ertragsteuern 1.000 1.000 22 1.022
Sonstiges Ergebnis 1.203 2.270 140 3.548 13 3.561
Übrige Veränderungen 136 –1 –45 90 –90 0
Eigenkapital-Transaktionen mit Anteilseignern
Dividendenausschüttung –1.965 –1.965 –30 –1.995
Sonstige Veränderungen –86 –86 –9 –95
31.12.2021 2.515 18.261 13.345 –1.312 212 33.020 148 33.168
Gesamtergebnis
Ergebnis nach Ertragsteuern 4.150 4.150 16 4.166
Sonstiges Ergebnis 1.709 1.843 –85 3.712 –9 3.703
Übrige Veränderungen 138 –15 123 –123 0
Eigenkapital-Transaktionen mit Anteilseignern
Dividendenausschüttung –1.965 –1.965 –20 –1.985
Sonstige Veränderungen –144 –144 18 –126
31.12.2022 2.515 18.261 17.233 531 112 38.773 153 38.926

Fortsetzung B 4 in Mio. €

Cashflow- Hedges Sonstige Rücklagen¹ Aktionären der Bayer AG zurechen- barer Anteil am Eigen- kapital Nicht beherr-schende Anteile Eigenkapital
01.01.2021 152 2 30.523 152 30.675
Gesamtergebnis
Ergebnis nach Ertragsteuern 1.000 22 1.022
Sonstiges Ergebnis –63 –2 3.548 13 3.561
Übrige Veränderungen –90 90 –90 0
Eigenkapital-Transaktionen mit Anteilseignern
Dividendenausschüttung –1.965 –30 –1.995
Sonstige Veränderungen –86 –86 –9 –95
31.12.2021 –1 33.020 148 33.168
Gesamtergebnis
Ergebnis nach Ertragsteuern 4.150 16 4.166
Sonstiges Ergebnis 245 3.712 –9 3.703
Übrige Veränderungen –123 123 –123 0
Eigenkapital-Transaktionen mit Anteilseignern
Dividendenausschüttung –1.965 –20 –1.985
Sonstige Veränderungen –144 18 –126
31.12.2022 121 38.773 153 38.926

¹Sonstige Rücklagen beinhalten die Neubewertungsrücklage in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €).

Bayer-Konzern B 5 Kapitalflussrechnung

in Mio. €

Anhang 2021 2022
Ergebnis nach Ertragsteuern 1.022 4.166
Ertragsteuern 1.024 504
Finanzergebnis 1.307 2.342
Gezahlte Ertragsteuern –2.159 –2.034
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen 3.056 6.503
Veränderung Pensionsrückstellungen –295 –129
Gewinne (–)/Verluste (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten –217 –1.692
Zu-/Abnahme Vorräte –173 –2.170
Zu-/Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –61 269
Zu-/Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 854 612
Veränderung übriges Nettovermögen/sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge 731 –1.278
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit 5.089 7.093
Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte –2.611 –2.949
Einnahmen aus dem Verkauf von Sachanlagen und anderen Vermögenswerten 373 1.130
Einnahmen/Ausgaben aus Desinvestitionen abzüglich übertragener Zahlungsmittel –6 2.287
Einnahmen aus langfristigen finanziellen Vermögenswerten 437 32
Ausgaben für langfristige finanzielle Vermögenswerte –400 –1.182
Ausgaben für Akquisitionen abzüglich übernommener Zahlungsmittel –1.340 –89
Zins- und Dividendeneinnahmen 137 218
Einnahmen/Ausgaben aus kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 4.265 –1.828
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit 855 –2.381
Kapitaleinzahlungen/-rückzahlungen –10
Gezahlte Dividenden –1.993 –1.985
Kreditaufnahme 6.592 6.631
Schuldentilgung –9.044 –7.605
Zinsausgaben einschließlich Zinssicherungsgeschäften –1.227 –1.296
Zinseinnahmen aus Zinssicherungsgeschäften 27 45
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit –5.645 –4.220
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit [31] 299 492
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. 4.191 4.564
Veränderung aus Konzernkreisänderungen 39 3
Veränderung aus Wechselkursänderungen 35 112
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. 4.564 5.171

Anhang

1. Allgemeine Angaben

Die Bayer Aktiengesellschaft (Bayer AG), eingetragen beim Amtsgericht Köln, HRB 48248, ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen mit Sitz in der Kaiser-Wilhelm-Allee 1, 51368 Leverkusen. Die wesentlichen Geschäftsaktivitäten des Bayer-Konzerns erfolgen in den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung, die durch die Segmente Crop Science, Pharmaceuticals und Consumer Health berichtet werden. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind in Anhangangabe [4] erläutert. Die nach § 161 des deutschen Aktiengesetzes vorgeschriebenen Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex sind abgegeben und den Aktionären über die Internet-Seite von Bayer (https://www.bayer.com/de/corporate-governance) zugänglich gemacht worden. Der Vorstand der Bayer AG hat den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 in seiner Sitzung am 17. Februar 2023 aufgestellt, den aufgestellten Abschluss dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Billigung vorgelegt und zur Veröffentlichung freigegeben.# 2. Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Folgende Änderungen von Standards wurden erstmalig zum 1. Januar 2022 angewendet. Sie hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage:

Standardänderungen Anwendungspflicht
IFRS 3 Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Verweis auf das Rahmenkonzept 01.01.2022
IAS 16 Änderungen an IAS 16 Sachanlagen: Erträge vor Erreichen des betriebsbereiten Zustands 01.01.2022
IAS 37 Änderungen an IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen: Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen 01.01.2022
Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2018–2020 01.01.2022

Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat nachfolgende Änderungen von Standards sowie einen neuen Standard herausgegeben, deren Anwendung für das Geschäftsjahr 2022 jedoch bislang nicht verpflichtend und deren IFRS-Übernahme durch die EU teilweise noch nicht abgeschlossen ist. Insofern wurden die folgenden Rechnungslegungsvorschriften von Bayer noch nicht angewendet:

Standardänderungen/neue Standards Anweisungspflicht Voraussichtliche Auswirkungen
IFRS 16 Änderungen an IFRS 16 Leasingverhältnisse: Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion 01.01.2024 Auswirkungen werden noch geprüft
IFRS 17 Versicherungsverträge, inkl. Änderungen an IFRS 17 sowie die Änderungen an IFRS 17 Versicherungsverträge: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 Vergleichsinformationen 01.01.2023 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 1 Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses: 'Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig', inkl. Verschiebung des Zeitpunkts des Inkrafttretens, sowie 'Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen' 01.01.2024 Auswirkungen werden noch geprüft
IAS 1 Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses und am IFRS-Leitliniendokument 2: Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 01.01.2023 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 8 Änderungen an IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern: Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 01.01.2023 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 12 Änderungen an IAS 12 Ertragsteuern: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen 01.01.2023 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

3. Grundlagen und Methoden der Bilanzierung sowie Unsicherheiten aufgrund von Schätzungen

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 der Bayer AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, Großbritannien, und den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie zum 31. Dezember 2022 in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie den zusätzlich nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt worden. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt.

Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) gerundet angegeben, sodass das Aufaddieren einzelner Zahlen nicht immer genau zu der angegebenen Summe führt. In der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz, der Kapitalflussrechnung sowie in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Bayer-Konzerns werden einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit zusammengefasst. Sie werden im Anhang erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt worden. Die Bilanzgliederung erfolgt nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres bzw. innerhalb des normalen Geschäftszyklus, der in der Regel ein Jahr nicht überschreitet, fällig sind oder veräußert werden sollen. Der normale Geschäftszyklus beginnt mit der Beschaffung der für den Leistungserstellungsprozess notwendigen Ressourcen und dauert bis zum Erhalt der Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente als Gegenleistung für die Veräußerung der in diesem Prozess erstellten Produkte oder Dienstleistungen. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte werden grundsätzlich als kurzfristige Posten ausgewiesen. Latente Steueransprüche bzw. -verbindlichkeiten werden ebenso wie Pensionsrückstellungen grundsätzlich als langfristig dargestellt.

Den Abschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Ansatz- und Bewertungsmethoden zugrunde. Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Positionen, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie z. B. gehaltene Eigenkapitalinstrumente, gehaltene Schuldtitel, die nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen beinhalten, Derivate und Verbindlichkeiten, die zur zum beilzulegenden Zeitwert ergebniswirksamen Bilanzierung designiert wurden.

Im Konzernabschluss müssen durch das Management in einem bestimmten Umfang Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden, die einen erheblichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben können. Die Hauptanwendungsbereiche für Annahmen, Schätzungen sowie die Ausübung von Ermessensspielräumen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer langfristiger Vermögenswerte, der Ermittlung abgezinster Cashflows im Rahmen von Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen, der Bildung von Rückstellungen, bspw. für Rechtsverfahren, Versorgungsleistungen für Arbeitnehmer und entsprechende Leistungen, Steuern, Umweltschutz, Produkthaftungen sowie Garantien, und der Bildung von Rückerstattungsverbindlichkeiten. In den weiteren Abschnitten dieses Kapitels werden jeweils schätz- und prämissensensitive Bilanzierungsgrundsätze und deren Auswirkungen auf die einzelnen Bereiche thematisiert. Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Sie werden laufend überprüft, können aber von den tatsächlichen Werten abweichen. Neue oder geänderte Bilanzierungsstandards beinhalten häufig Wahlrechte in Bezug auf die Erstanwendung der neuen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Je nach ausgeübtem Wahlrecht werden ggf. die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres und die Eröffnungsbilanz dieser Vergleichsperiode angepasst. Für weitere Angaben zu den seit dem 1. Januar 2022 erstmals angewendeten Standards siehe Anhangangabe [2].

Konsolidierung

Der Konzernabschluss beinhaltet Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen. Die Einzelabschlüsse der konsolidierten Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Sofern die Abschlüsse der Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen einen abweichenden Abschlussstichtag haben, werden Anpassungen für wesentliche Transaktionen oder Ereignisse zwischen diesem Datum und dem Stichtag des Konzernabschlusses vorgenommen.

Tochterunternehmen sind diejenigen Gesellschaften, bei denen die Bayer AG über bestehende Rechte verfügt, die ihr die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten zu lenken. Die maßgeblichen Tätigkeiten sind die Tätigkeiten, die die Profitabilität der Gesellschaft wesentlich beeinflussen. Beherrschung ist somit nur gegeben, wenn die Bayer AG variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einer Gesellschaft ausgesetzt ist und mittels ihrer Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten die Möglichkeit zur Beeinflussung dieser Rückflüsse hat. In der Regel beruht die Beherrschungsmöglichkeit dabei auf einer mittel- oder unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit der Bayer AG. Bei strukturierten Unternehmen ergibt sich die Beherrschungsmöglichkeit aus vertraglichen Vereinbarungen. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht.

Gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) liegen vor, wenn der Bayer-Konzern auf Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung zusammen mit einem Dritten Aktivitäten gemeinschaftlich führt und die Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten Einstimmigkeit der beteiligten Parteien erfordert. Bei einer gemeinschaftlichen Tätigkeit haben die Parteien Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden. Die Vermögenswerte und Schulden sowie Erlöse und Aufwendungen werden anteilig, entsprechend den Rechten und Pflichten des Bayer-Konzerns, in den Konzernabschluss einbezogen. Bei Gemeinschaftsunternehmen besitzen die Parteien, die die gemeinschaftliche Führung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung. Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode bilanziert. Ebenfalls nach der Equity-Methode werden assoziierte Unternehmen bilanziert, bei denen Unternehmen des Bayer-Konzerns einen Anteil zwischen 20 und 50 % der Stimmrechte besitzen oder einschlägige Indikatoren auf maßgeblichen Einfluss hinweisen.Bei Beteiligungen, die at-equity in den Konzernabschluss einbezogen sind, werden die Buchwerte monatlich um die dem Bayer-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt.# Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals einschließlich der Wertminderungen eines Geschäfts- oder Firmenwerts werden im Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen berücksichtigt. Gewinne und Verluste aus der Neubewertung der at-equity bewerteten Beteiligungen aufgrund von Erlangung der erstmaligen Beherrschung oder dem Verlust des maßgeblichen Einflusses werden ebenfalls im at-equity-Ergebnis berücksichtigt. Die Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von at-equity bewerteten Beteiligungen werden im at-equity-Ergebnis ausgewiesen. Anteile an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert, sondern als Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Fremdwährungsumrechnung

Vermögenswerte und Schulden der Tochterunternehmen, die nicht den Euro als funktionale Währung haben, werden mit den jeweiligen Stichtagskursen, sämtlichen Veränderungen während des Jahres sowie Aufwendungen, Erträgen und Zahlungsströmen mit Monatsdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. In Ländern mit Hyperinflation erfolgt die Währungsumrechnung immer zum jeweiligen Stichtagskurs. Eigenkapitalbestandteile werden zu historischen Kursen zu den Zeitpunkten ihrer jeweiligen aus Konzernsicht erfolgten Zugänge umgerechnet. Die sich gegenüber der Umrechnung zu Stichtagskursen ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital sowie in den Anhangtabellen gesondert als „Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen“ bzw. als „Währungsänderungen“ ausgewiesen. Im Eigenkapital während der Konzernzugehörigkeit erfasste Währungsumrechnungsdifferenzen werden beim Ausscheiden von Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträgen erfasst. Bei Reduzierungen der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb bei weiterhin bestehender Beherrschung werden die bisher erfolgsneutral erfassten Währungsumrechnungsdifferenzen anteilig als Kursergebnis in den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen innerhalb des Finanzergebnisses erfolgswirksam aufgelöst.

Die Wechselkurse wichtiger Währungen zum Euro veränderten sich wie folgt:

B 3/1 Wechselkurse wichtiger Währungen

BRL CAD CNY GBP JPY RUB USD
Brasilien
Kanada
China
UK
Japan
Russland
USA
Stichtagskurs 2021 6,31 1,44 7,20 0,84 130,41 85,35 1,13
2022 5,64 1,44 7,37 0,89 140,72 77,92 1,07
Durchschnittskurs 2021 6,37 1,48 7,63 0,86 129,82 87,11 1,18
2022 5,42 1,37 7,08 0,85 137,76 70,22 1,05

B 3/2 Anwendung des IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern)

Folgende Gesellschaften haben eine hochinflationäre funktionale Währung:

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Anwendung seit
Bayer S. A. Buenos Aires, Argentinien 1. Juli 2018
Bayer Türk Kimya Sanayii Limited Sirketi Istanbul, Türkei 1. April 2022
Monsanto Gida Ve Tarim Ticaret Ltd Sirketi Istanbul, Türkei 1. April 2022

Für diese Gesellschaften wurde Hochinflationsbilanzierung nach IAS 29 angewendet. Zum Erstanwendungszeitpunkt wurde die Anpassung der Buchwerte der nicht monetären Vermögenswerte und Schulden anhand des allgemeinen Preisindex im Eigenkapital erfasst. Die Effekte für die erstmalige Bilanzierung sind unwesentlich für den Konzern. Gewinne und Verluste aus der laufenden Hyperinflationierung nicht monetärer Vermögenswerte und Schulden sowie des Eigenkapitals werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Fremdwährungsbewertung

Monetäre Positionen, wie z. B. Forderungen und Verbindlichkeiten, die in einer anderen Währung bestehen als in der funktionalen Währung einer Konzerngesellschaft, werden mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Daraus resultierende Kursdifferenzen werden im Kursergebnis innerhalb der sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträge ausgewiesen.

Umsatzerlöse, Rückerstattungsverbindlichkeiten, Rückgaberechte, Vertragsverbindlichkeiten

Als Umsatzerlöse werden alle Erträge im Zusammenhang mit Produktverkäufen, erbrachten Dienstleistungen und Lizenzeinnahmen erfasst. Grundlage für Umsatzerlöse bilden Kundenverträge und die darin enthaltenen Leistungsversprechen, die jeweils einzeln identifiziert und ggf. gesondert für Zwecke der Umsatzrealisierung abgebildet werden. Umsatzerlöse werden erfolgswirksam, wenn bzw. sobald das Unternehmen die Verfügungsmacht über Waren oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt an einen Kunden überträgt. Die Verfügungsmacht liegt bei dem Kunden, wenn dieser den Gebrauch und die Nutzenziehung aus einem Produkt oder einer Dienstleistung eigenständig bestimmen kann. Im Falle von Produktlieferungen erfolgt eine zeitpunktbezogene Umsatzerfassung, die sich im Rahmen einer Gesamtwürdigung an der Existenz eines Zahlungsanspruchs, der Zuordnung des Eigentumsrechts, der Besitzverschaffung, dem Übergang von Risiken und Chancen sowie Kundenabnahmen ausrichtet. Bei Liefergeschäften des Bayer-Konzerns kommt dabei dem Übergang von Risiken und Chancen sowie des Rechts, das Ziel der Produktbeförderung zu bestimmen, besondere Bedeutung zu. Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden abhängig von der Übertragung der Verfügungsmacht entweder zeitpunktbezogen oder über den Zeitraum der Leistungserbringung und nach Maßgabe des erreichten Leistungsfortschritts erfasst. Umsatzerlöse sind der Höhe nach auf denjenigen Betrag begrenzt, den der Bayer-Konzern für die Erfüllung von Leistungsverpflichtungen zu erhalten erwartet. Für Dritte einzubehaltende Entgeltbestandteile werden abgezogen. Daher ergibt sich eine Minderung der Umsatzerlöse um Umsatzsteuern sowie tatsächliche und erwartete Erlösminderungen aus Rabatten, Skonti und Boni. Umsatzerlöse werden überdies um die bilanzielle Vorsorge für zu erwartende Retouren fehlerhafter Ware oder in Verbindung mit vertraglichen Vereinbarungen über die Rückgabe verkaufsfähiger Produkte gekürzt. Dies geschieht zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung oder zu dem Zeitpunkt, an dem eine verlässliche Schätzung vorliegt. Für zu erwartende Erlösminderungen und Produktretouren werden Rückerstattungsverbindlichkeiten angesetzt. Schätzungen bezüglich der Erlösminderungen sowie der Rückerstattungsverbindlichkeiten basieren vor allem auf Erfahrungen aus der Vergangenheit, spezifischen Vertragsbedingungen, Preisinformationen und diesbezüglich den Erwartungen hinsichtlich der künftigen Umsatzentwicklung. Die zugrunde liegenden Annahmen in Bezug auf die Rückerstattungsverbindlichkeiten werden zu jedem Stichtag überprüft und eventuell angepasst. Die Vermögenswerte aus erwarteten Produktretouren werden als Rückgaberechte in Höhe der vorherigen Buchwerte ggf. abzüglich etwaiger Rückerlangungs- und Aufbereitungskosten sowie potenzieller Wertminderungen in den Vorräten ausgewiesen. Für einseitig erfüllte Kundenverträge, in deren Rahmen Leistung und Gegenleistung mehr als ein Jahr auseinanderfallen, werden signifikante Finanzierungskomponenten gesondert auf der Grundlage von Barwerten und deren Fortschreibung bilanziert. Der zugrunde liegende Diskontierungszinssatz berücksichtigt das individuelle Kreditrisiko derjenigen Vertragspartei, welche den Finanzierungsvorteil erhält. Bei Verträgen mit nicht zahlungswirksamer Gegenleistung (z. B. bei Tauschgeschäften) bemessen sich die Umsatzerlöse nach dem beizulegenden Zeitwert des erhaltenen bzw. des Anspruchs des zu erhaltenden Vermögenswerts. Ein Teil der Erlöse im Bayer-Konzern wird aufgrund von Lizenzverträgen erzielt, durch die Dritten Nutzungs- oder Zugangsrechte an Produkten und Technologien übertragen werden. Nutzungsrechte zeichnen sich dadurch aus, dass die zugrunde liegende Technologie während des Zeitraums der Rechtegewährung im Wesentlichen unverändert bleibt. Demgegenüber ist das Kundeninteresse bei Zugangsrechten auf eine stetige Fort- oder Weiterentwicklung von geistigem Eigentum gerichtet. Während bei der Gewährung von Nutzungsrechten eine zeitpunktbezogene Umsatzerfassung erfolgt, werden die Umsatzerlöse aus der Überlassung von Zugangsrechten zeitraumbezogen auf der Grundlage des Leistungsfortschritts erfasst. Meilensteinzahlungen im Zusammenhang mit Zugangsrechten werden sachgerecht auf bereits erbrachte und künftig noch zu erbringende Leistungen aufgeteilt. Soweit diese auf bereits erbrachte Leistungen entfallen, erfolgt eine Nacherfassung von Umsatzerlösen. Noch zu erdienende Entgeltanteile werden als Vertragsverbindlichkeiten abgegrenzt. Im Rahmen von Auslizenzierungen vereinbarte nutzungs- oder umsatzbasierte Entgelte werden erst dann erfasst, wenn sowohl die Nutzung bzw. der Umsatz hinreichend nachgewiesen ist als auch die zugrunde liegende Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Im Segment Crop Science betreibt Bayer in manchen Regionen Bartergeschäfte, um seinen Kunden längere Zahlungsziele einzuräumen und gleichzeitig das Kreditrisiko zu reduzieren, indem bspw. die Zahlung mittels späterer Lieferung von Soja oder Mais erfolgt oder Getreide als Sicherheit übertragen wird. Sofern Bayer hierbei ein Warenpreisrisiko trägt, werden zu dessen Absicherung Derivate eingesetzt, deren beizulegende Zeitwertänderungen innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge erfasst werden. Wenn Bayer anstelle einer Barzahlung die Verfügungsmacht über Waren (z. B. Soja) erhält, so wird deren Weiterveräußerung als sonstiger betrieblicher Ertrag und deren Ausbuchung als sonstige betriebliche Aufwendung erfasst, da eine solche Transaktion nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erfolgt.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden aufwandswirksam erfasst. Entwicklungskosten werden nur als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn die Ansatzkriterien nach IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) erfüllt sind, d. h. u.# Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden nur aktiviert, wenn die nachfolgend genannten Kriterien erfüllt sind:

  • a., dass die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken.
  • Da eigene Entwicklungsprojekte häufig behördlichen Genehmigungsverfahren und anderen Unwägbarkeiten unterliegen, sind die Bedingungen für eine Aktivierung der vor der Genehmigung entstandenen Kosten in der Regel nicht erfüllt.
  • Bei internen Software-Projekten kann es zu einer Aktivierung von Entwicklungskosten kommen.
  • Kosten im Zusammenhang mit der Implementierung von Cloud-Anwendungen werden in der Regel aufwandswirksam erfasst.
  • Sofern die Definitionen und Ansatzvoraussetzungen des IAS 38 erfüllt werden, was z. B. bei Schnittstellen der Fall sein kann, werden die Kosten als immaterieller Vermögenswert aktiviert.
  • Aktivierte Entwicklungskosten werden mit den Herstellungskosten angesetzt und planmäßig über die zu erwartende Nutzungsdauer abgeschrieben.
  • Darüber hinaus werden jährliche bzw. anlassbezogene Werthaltigkeitsprüfungen vorgenommen.

Ertragsteuern

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die erfolgswirksame Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die ausgewiesenen Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, in der sie voraussichtlich bezahlt werden müssen. Komplexe Steuervorschriften können zu Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung sowie der Höhe und des Zeitpunkts künftiger zu versteuernder Einkünfte führen. Insbesondere vor dem Hintergrund vielfältiger internationaler Verflechtungen sowie der Langfristigkeit und Komplexität bestehender Vertragsbeziehungen können Unterschiede zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und unseren Annahmen oder künftige Änderungen dieser Annahmen Auswirkungen auf zukünftige Steueraufwendungen und -erträge haben. Für in ihrer Höhe und der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens nach nicht sichere Verpflichtungen gegenüber den jeweiligen nationalen Finanzbehörden wird eine Steuerschuld auf Basis angemessener Schätzungen angesetzt. Berücksichtigt werden dabei Faktoren wie Erfahrungen aus früheren Betriebsprüfungen sowie unterschiedliche Rechtsauslegungen zwischen Steuerpflichtigen und Finanzverwaltungen im Hinblick auf den jeweiligen Sachverhalt.

Gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) werden latente Steuern auf zeitlich begrenzte Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz sowie auf wahrscheinlich nutzbare Verlust- und Zinsvorträge und Steuergutschriften ermittelt. Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen, Steuergutschriften und steuerliche Verlust- und Zinsvorträge werden insoweit aktiviert, als es wahrscheinlich ist, dass für deren Nutzung ein zu versteuerndes Ergebnis oder ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen zukünftig verfügbar sein werden. Passive latente Steuern werden gebildet auf zukünftig noch zu versteuernde temporäre Differenzen. Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, sofern ein einklagbares Recht zur Aufrechnung laufender Steuererstattungsansprüche gegen laufende Steuerschulden besteht und diese von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Materielle Auswirkungen von Steuersatz- oder Steuergesetzänderungen auf die aktiven und passiven latenten Steuern werden grundsätzlich in der Periode, in der das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist, berücksichtigt. Im Regelfall erfolgt dies ergebniswirksam. Bei den erfolgsneutral erfassten latenten Steuern erfolgt dies in der Gesamtergebnisrechnung über das sonstige Ergebnis oder direkt im Eigenkapital. Latente und laufende Steuern werden grundsätzlich aufwandswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Sachverhalte. Dann werden sie ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden, Verlust- und Zinsvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.

Auf geplante Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen werden passive latente Steuern angesetzt. Soweit in absehbarer Zeit keine Dividendenausschüttung geplant ist, wird auf den Unterschiedsbetrag zwischen anteiligem IFRS-Eigenkapital und dem steuerlichen Beteiligungswert keine passive latente Steuer gebildet.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses als Vermögenswert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt (siehe Abschnitt „Unternehmenserwerbe“).Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich oder bei Vorliegen entsprechender Hinweise auf Wertminderung geprüft.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Sonstige immaterielle Vermögenswerte werden bei Zugang mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmte Nutzungsdauer haben, werden sonstige immaterielle Vermögenswerte über die folgenden Nutzungsdauern linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Werteverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist:

Nutzungsdauer sonstige immaterielle Vermögenswerte
Patente und Technologien 8 bis 30 Jahre
Marken 10 bis 35 Jahre
Vermarktungs- und Verkaufsrechte, Kundenbeziehungen 5 bis 30 Jahre
Produktionsrechte 14 bis 19 Jahre
Sonstige Rechte 2 bis 12 Jahre

Die Festlegung der voraussichtlichen Nutzungsdauern und der Abschreibungsverläufe beruht auf Schätzungen des Zeitraums der Mittelzuflüsse aus den immateriellen Vermögenswerten. Darüber hinaus wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob es Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswerts gibt, und ggf. werden Werthaltigkeitsprüfungen durchgeführt. Sollten im Rahmen von Einlizenzierungen Gegenleistungen auf den Erwerb von geistigem Eigentum entfallen, werden diese als immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Beinhaltet die Transaktion auch Forschungs- und Entwicklungsleistungen, so wird der auf sie entfallende Anteil der Gegenleistung abgegrenzt und entsprechend der Inanspruchnahme aufwandswirksam als Teil der Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zuzüglich eventueller geschätzter Kosten für Rekultivierungs- und Stilllegungsmaßnahmen erstmals angesetzt. Danach werden sie planmäßig über die erwartete Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben, sofern nicht ein nutzungsbedingter Abschreibungsverlauf geboten ist:

Nutzungsdauer Sachanlagen
Gebäude und andere Baulichkeiten 5 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 40 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 15 Jahre

Darüber hinaus wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob es Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswerts gibt. Wenn Sachanlagen verkauft, stillgelegt oder verschrottet werden, wird der Gewinn bzw. Verlust als Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Von Dritten gewährte Zuwendungen, die der Investitionsförderung dienen, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über die Nutzungsdauer der betreffenden Sachanlage bzw. entsprechend den Förderbedingungen ertragswirksam aufgelöst. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen nicht operativ oder administrativ genutzte Grundstücke und Gebäude. Die Bewertung dieser Immobilien erfolgt gemäß dem Anschaffungskostenmodell. Der im Anhang zusätzlich ausgewiesene beizulegende Zeitwert dieser Immobilien wird im Wesentlichen anhand intern erstellter Bewertungen nach dem Ertragswertverfahren für Gebäude und bebaute Grundstücke sowie anhand des Vergleichswertverfahrens für unbebaute Grundstücke ermittelt.

Werthaltigkeitsprüfungen

Bei Vorliegen eines Hinweises auf eine mögliche Wertminderung bei immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen oder bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, wird eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer (z. B. das „Bayer-Kreuz“), immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht nutzungsbereit sind (z. B. F&E-Projekte), sowie zahlungsmittelgenerierende Einheiten oder Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, werden zudem jährlich auf Wertminderung geprüft. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit stellt die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten dar, die weitestgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten Mittelzuflüsse erzeugt. Im Bayer-Konzern werden insbesondere Produktfamilien und Saatgüter mit den entsprechenden Pflanzeneigenschaften als zahlungsmittelgenerierende Einheiten angesehen und unterliegen Werthaltigkeitsprüfungen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird auf Ebene der Berichtssegmente getestet. Bei einer Werthaltigkeitsprüfung werden die Buchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten bzw. der zu testenden Sachanlagen oder immateriellen Vermögenswerte mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag, d. h. dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert, verglichen. Ist der Buchwert höher als ihr erzielbarer Betrag, liegt in der Höhe der Differenz ein Wertberichtigungsbedarf vor. In diesem Fall wird bei einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw.# Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten im ersten Schritt der Geschäfts- oder Firmenwert abgeschrieben. Ein eventuell verbleibender Restbetrag wird buchwertproportional auf die anderen langfristigen nichtfinanziellen Vermögenswerte verteilt, sofern keine andere Regel dem entgegensteht. Der Wertberichtigungsaufwand wird in dem jeweiligen Funktionsbereich erfasst, in dem auch die planmäßige Abschreibung berichtet wird. Dies gilt analog für Erträge aus einer Wertaufholung. Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Grundsätzlich erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten. Dabei wird der Barwert der künftigen Nettozahlungsmittelzuflüsse zugrunde gelegt, da in der Regel keine Marktpreise für die einzelnen Einheiten vorliegen. Die Prognose der künftigen Nettozahlungsmittelzuflüsse zur Ermittlung des erzielbaren Betrags stützt sich auf die aktuellen Planungen des Bayer-Konzerns, die einen Planungshorizont von bis zu drei Jahren haben und zum Zeitpunkt der Planung Erwartungen über Wechselkurse beinhalten. Hierfür werden vor allem Annahmen über künftige Verkaufspreise und -mengen, Kosten, Wachstumsraten der Märkte und Konjunkturzyklen getroffen. Der Entwicklung dieser Annahmen liegen konzerninterne Einschätzungen sowie auch externe Marktstudien zugrunde. Beim Ansatz des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird die Bewertung aus Sicht eines unabhängigen Marktteilnehmers vorgenommen. Beim Ansatz des Nutzungswerts wird das Bewertungsobjekt in der bisherigen Nutzung bewertet. Nettozahlungsmittelzuflüsse jenseits der Planungsperiode werden für beide Methoden unter Anwendung individuell abgeleiteter Wachstumsraten auf Basis langfristiger Geschäftserwartungen bestimmt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten erfolgt auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3). Die Nettozahlungsmittelzuflüsse werden mit den Kapitalkostensätzen abgezinst. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkostensätze berechnet. Um den unterschiedlichen Rendite-Risiko-Profilen der Tätigkeitsschwerpunkte des Bayer-Konzerns Rechnung zu tragen, werden für die Berichtssegmente und einzelne zahlungsmittelgenerierende Einheiten bzw. Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten unter Berücksichtigung regionaler Tätigkeitsschwerpunkte individuelle Kapitalkostensätze nach Ertragsteuern sowie eine segmentspezifische Kapitalstruktur anhand von Vergleichsunternehmen derselben Branche festgelegt. Die Eigenkapitalkostensätze entsprechen den Renditeerwartungen der Aktionäre. Die verwendeten Fremdkapitalkostensätze stellen die langfristigen Finanzierungskonditionen der Vergleichsunternehmen dar. Beide Komponenten werden aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Die vorgenommenen Schätzungen werden in Bezug auf die voraussichtlichen Nutzungsdauern bestimmter Vermögenswerte, die Annahmen über makroökonomische Rahmenbedingungen und Branchenentwicklungen und die Schätzung der Barwerte künftiger Cashflows für angemessen erachtet. Gleichwohl können geänderte Annahmen oder veränderte Umstände Korrekturen des Buchwerts notwendig machen, die zur Erfassung eines zusätzlichen Wertminderungsaufwands oder zu Wertaufholungen führen können, sofern es sich nicht um Geschäfts- oder Firmenwerte handelt.

Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis wird durch einen Vertrag begründet, der gegen Zahlung eines Entgelts für eine bestimmte Zeit dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts zu kontrollieren. Als Leasingnehmer setzt Bayer grundsätzlich den Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen als Finanzverbindlichkeit an. Die Leasingzahlungen werden nach der Effektivzinsmethode in Tilgungs- und Zinsanteile aufgeteilt.Korrespondierend dazu und unter Berücksichtigung etwaiger weiterer Kostenbestandteile wird zu Beginn des Leasingverhältnisses im Sachanlagevermögen das Nutzungsrecht am geleasten Vermögenswert aktiviert. Dieses wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und linear abgeschrieben. Für einzelne Leasingverhältnisse mit zugrunde liegenden Vermögenswerten von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht, indem die Leasingzahlungen im Rahmen solcher Verträge linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst werden. Angemietete immaterielle Vermögenswerte sind bei Bayer entsprechend der Ausübung eines Wahlrechts vom Anwendungsbereich von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) ausgenommen. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, macht Bayer als Leasingnehmer für gleichartige Sachverhalte von der Möglichkeit Gebrauch, auf eine Trennung dieser Komponenten zu verzichten und diese zusammen als eine Leasingkomponente zu bilanzieren. Zahlungen aus konzerninternen Leasingverhältnissen werden – der internen Steuerung entsprechend – in der Segmentberichterstattung grundsätzlich als Aufwand bzw. Ertrag dargestellt. Leasingverhältnisse, bei denen Bayer als Leasinggeber agiert und die wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasingobjekts auf den Vertragspartner übertragen werden, werden als Finanzierungsleasing klassifiziert. Dabei wird die Nettoinvestition in das Leasingverhältnis als Forderung bilanziert. Im Fall von Operating-Lease-Verhältnissen, bei denen Bayer als Leasinggeber auftritt, werden die Leasinggegenstände weiterhin in der Konzernbilanz ausgewiesen und Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Ertrag erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich aus Forderungen, erworbenen Eigenkapital- und Schuldtiteln, Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten und Derivaten mit positiven beizulegenden Zeitwerten zusammen. Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt am Erfüllungstag zum beizulegenden Zeitwert, in der Regel zuzüglich der Transaktionskosten. Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen jeweils auf Basis des Geschäftsmodells und der Charakteristika der Zahlungsströme.Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und andere Schuldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (z.B. Money-Market-Funds, Gründungsstockdarlehen) bewertet.Eigenkapitalinstrumente werden in der Regel für mittel- bis langfristige strategische Zwecke gehalten. Dementsprechend werden sie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Andernfalls werden sie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wie bspw. die Beteiligung an der Century Therapeutics, Inc., USA, und der Pyxis Oncology, Inc., USA. Für zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode folgebewertete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird im Rahmen des vereinfachten Wertminderungsmodells auf Grundlage portfoliospezifischer Ausfallraten ein über die jeweilige Laufzeit erwarteter Forderungsausfall (Stufe 2 des Wertminderungsmodells) ermittelt. Diese erwarteten Ausfallraten basieren insbesondere auf den durchschnittlichen Forderungsausfällen in den letzten Jahren. Ist künftig mit einer signifikanten Veränderung der Forderungsausfallrate eines Kundenportfolios zu rechnen, erfolgt für das jeweilige Kundenportfolio eine unterjährige Anpassung dieser Ausfallrate. Bei der Ermittlung der erwarteten Ausfallraten wird dem Geschäftsmodell, dem jeweiligen Kunden und dem ökonomischen Umfeld der geografischen Region wie folgt Rechnung getragen: Für die einzelnen Konzerngesellschaften werden spezifische Ausfallraten zugrunde gelegt, wobei für kleinere Gesellschaften eine einheitliche Kalkulation für Länder mit vergleichbarem Kreditrisiko erfolgt. Eine zusätzliche Differenzierung erfolgt durch die Berücksichtigung der unterschiedlichen Kundengruppen der Segmente. In Abhängigkeit von der kundenindividuellen Kreditwürdigkeitsprüfung wird zusätzlich jeder Kunde konzernweit einer Risikoklasse zugeordnet. Jeder Risikoklasse ist eine unterschiedliche erwartete Ausfallrate zugeordnet. Forderungen, über deren Schuldner bspw. ein Insolvenz- oder ein vergleichbares Verfahren eröffnet wurde oder bei denen andere objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen (wie etwa eine deutliche Verschlechterung der Bonität oder eine finanzielle Restrukturierung), werden einzeln auf eine Wertminderung geprüft (Stufe 3 des Wertminderungsmodells). Zusätzlich wird für alle Forderungen, die mehr als 90 Tage überfällig sind, auch unterjährig individuell geprüft, ob die Bildung einer Einzelwertberichtigung erforderlich ist. Für zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertete sonstige finanzielle Vermögenswerte werden bei Zugang und in der Folgebewertung jene erwarteten Kreditverluste erfolgswirksam erfasst, die aus innerhalb der nächsten zwölf Monate möglichen und per Monte-Carlo-Simulation ermittelten Ausfallereignissen resultieren würden (Stufe 1 des Wertminderungsmodells). Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos, das als Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit um mehr als 0,25 % bezogen auf das Ausfallrisiko bei erstmaligem Ansatz definiert ist, erfolgt eine Umgliederung in die Stufe 2 des Wertminderungsmodells. Hierbei werden die über die jeweilige Laufzeit des Vermögenswerts erwarteten Kreditverluste berücksichtigt. Bestehen objektive Hinweise auf eine Wertminderung, erfolgt eine Einzelwertberichtigung. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen wurden.# Anhang

Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ausbuchung von Forderungen

Eine Ausbuchung von Forderungen erfolgt auch, wenn deren Uneinbringlichkeit endgültig feststeht und wir die Bemühungen zum Eintreiben der Forderung eingestellt haben, bspw. nach Abschluss eines Insolvenzverfahrens. Solange Forderungen einer Vollstreckung unterliegen, erfolgt keine Ausbuchung.

Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus auf Basis der Durchschnittsmethode ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (produktionsbezogene Vollkosten) und ihrem Nettoveräußerungswert.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel umfassen den Kassenbestand, erhaltene Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten und Unternehmen. Zahlungsmitteläquivalente sind Finanzinvestitionen mit einer maximalen Laufzeit von drei Monaten zum Anlagezeitpunkt, die nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen und zu einem betragsmäßig feststehenden Zahlungsmittelzufluss führen werden. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen werden als operativer Aufwand in den Funktionsbereichen erfasst.

Alle übrigen Altersversorgungssysteme werden als leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen nach der Projected-Unit-Credit-Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren) bewertet. Dabei werden die bereits erdienten Ansprüche mit dem Barwert (Defined Benefit Obligation, DBO) bewertet. Diesem liegen Annahmen u. a. über die erwartete Gehalts- und Rentenentwicklung, die Entwicklung der Krankheitskosten, Sterberaten und die Berechtigtenstruktur zugrunde.

Die Bestimmung der einheitlichen Abzinsungssätze basiert auf den Stichtagsrenditen währungsspezifischer, hochwertiger Anleiheportfolios AA-eingestufter Unternehmensanleihen bzw. deren Extrapolation für den Langfristzeitraum, für den ein hinreichendes Anleiheportfolio zur Ableitung nicht mehr zur Verfügung steht. Sofern für längerfristige Restlaufzeiten keine hinreichenden empirischen Unternehmensanleiherenditen zur Verfügung stehen, wird die Renditestruktur aus den Staatsanleihenrenditen zuzüglich Spread für das höhere Kreditausfallrisiko abgeleitet. Die Anleiheportfolios bestehen aus Anleihen, deren gewichtete Restlaufzeit der Duration der erwarteten Zahlungsabflüsse aus den Pensionsplänen näherungsweise entspricht.

Der Ermittlung des Dienstzeitaufwands und der Nettozinsen auf die Nettoverpflichtung liegen die Annahmen zum Bilanzstichtag des Vorjahres zugrunde.

Bei fondsfinanzierten Verpflichtungen wird der beizulegende Zeitwert des Planvermögens abgezogen, um die Nettoverpflichtung zu bestimmen. Die Verpflichtungen und das Planvermögen werden in regelmäßigen Abständen bewertet. Sollten für Vermögenswerte keine öffentlich notierten Marktpreise vorliegen, werden die Zeitwerte dieser Vermögenswerte anhand marktüblicher Bewertungsmethoden und unter Zugrundelegung allgemein zugänglicher Daten, wie z. B. Zinsstrukturkurven und Credit Spreads, ermittelt. Anzusetzende Fondsvermögensüberdeckungen werden als sonstige Forderung ausgewiesen.

Laufender und nachträglicher Dienstzeitaufwand sowie Effekte aus Planabgeltungen werden im operativen Ergebnis erfasst. Die Nettozinsen auf die Nettoverpflichtung werden in den sonstigen finanziellen Aufwendungen im Finanzergebnis erfasst. Die Ergebnisse aus Neubewertungen der Nettoverpflichtung werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfasst. Sie setzen sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze abzüglich der bereits in den Nettozinsen berücksichtigten Beträge sowie zugehöriger latenter Steuern zusammen.

Andere Rückstellungen

Andere Rückstellungen werden für gegenwärtige, rechtliche oder faktische Verpflichtungen gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einer künftigen wirtschaftlichen Belastung führen werden und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Sie werden in Höhe des Barwerts der zukünftig erwarteten Mittelabflüsse zulasten des operativen Aufwands des jeweiligen Funktionsbereichs gebildet. Der Aufwand aus der Aufzinsung wird in den sonstigen finanziellen Aufwendungen im Finanzergebnis erfasst. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.

Kosten für Verpflichtungen aus der Stilllegung oder dem Rückbau von Sachanlagen werden – sofern eine zuverlässige Schätzung möglich ist – als Bestandteil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der Sachanlagen sowie als Rückstellung berücksichtigt. Falls Schätzungsänderungen eine Anpassung der Rückstellungen erfordern, wird der Buchwert der zugehörigen Sachanlagen entsprechend vermindert oder erhöht.

Die Schätzung der künftigen Kosten für durchzuführende Umweltschutzmaßnahmen und Ähnliches ist insbesondere mit rechtlichen Unsicherheiten der anzuwendenden Gesetze und Verordnungen sowie mit Unsicherheiten über die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort behaftet. Die Schätzung der Kosten stützt sich insbesondere auf frühere Erfahrungen in ähnlichen Fällen, auf Gutachten, laufende Kosten und neue Entwicklungen mit Einfluss auf die Kosten, die Auslegung der geltenden Umweltvorschriften durch die Unternehmensleitung, die Finanzlage Dritter, die verpflichtet sein könnten, sich gesamtschuldnerisch an eventuellen Sanierungskosten zu beteiligen, und auf die wahrscheinlich zur Anwendung kommenden Sanierungsmethoden. Änderungen dieser Annahmen können sich auf das künftige Ergebnis des Unternehmens auswirken. Unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen und der Kenntnisse und Umstände am Bilanzstichtag geht der Konzern davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen ausreichend sind. Es können aber unter Umständen wesentliche zusätzliche Kosten über die zurückgestellten Beträge hinaus anfallen, die zusätzlichen Aufwand in Folgeperioden verursachen.

Rückstellungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen werden gebildet, wenn verlässliche Schätzungen über die Höhe von Abfindungszahlungen, zu gewährende zusätzliche Altersversorgungsbausteine oder andere Leistungen gemacht werden können. Es können aber unter Umständen wesentliche zusätzliche Kosten über die zurückgestellten Beträge hinaus anfallen, die zusätzlichen Aufwand in Folgeperioden verursachen.

Verpflichtungen, die aus aktienbasierten Programmen mit Barausgleich gemäß IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung) hervorgehen, werden durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe dem beizulegenden Zeitwert der erdienten Anteile der jeweiligen Zusagen zum Bilanzstichtag entspricht. Alle daraus resultierenden Wertänderungen werden ergebniswirksam erfasst.

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten werden für rechtliche Risiken bei Vorliegen bestimmter Bedingungen gebildet. Rechtsstreitigkeiten und andere rechtliche Verfahren werfen oft komplexe Fragen auf und sind mit zahlreichen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten verbunden, u. a. aufgrund des Sachverhalts und der Umstände jedes einzelnen Falls, des Gerichts, bei dem die Klage anhängig ist, sowie aufgrund von Unterschieden im anwendbaren Recht. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind in aller Regel nicht vorhersagbar. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich insbesondere bei der Beurteilung des wahrscheinlichen Ausgangs von Sammelklagen/Massen-Schadenersatzverfahren in den USA, aus welchen signifikante finanzielle Risiken für den Bayer-Konzern entstehen können. Durch das rechtskräftige Urteil in einem Gerichtsverfahren, durch behördliche Entscheidungen oder durch einen Vergleich können dem Bayer-Konzern Aufwendungen entstehen, für die mangels verlässlicher Ermittelbarkeit bisher bilanziell nicht vorgesorgt wurde oder die über die hierfür gebildete Rückstellung und die Versicherungsdeckung hinausgehen.

Bei anhängigen bzw. künftigen juristischen Verfahren wird anhand der der Rechtsabteilung des Bayer-Konzerns vorliegenden Informationen und in enger Abstimmung mit den für den Bayer-Konzern tätigen Rechtsanwälten geprüft, ob und in welcher Höhe der Bayer-Konzern bilanzielle Vorsorge treffen muss. Soweit nach vernünftigem Ermessen eines dieser Verfahren wahrscheinlich zu bereits heute verlässlich messbaren Mittelabflüssen führen wird, wird der Barwert als Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten passiviert. Diese Rückstellungen decken die geschätzten Zahlungen an die Kläger, die Gerichts- und Verfahrenskosten, die Kosten für Rechtsanwälte sowie eventuelle Vergleichskosten ab. Mitunter kann die Existenz einer gegenwärtigen Verpflichtung oder die Wahrscheinlichkeit eines potenziellen Ressourcenabflusses aus einem anhängigen oder künftigen juristischen Verfahren nicht verlässlich eingeschätzt werden.

Über den Stand der wesentlichen „rechtlichen Risiken“ wird in Anhangangabe [30] informiert. Aufgrund der besonderen Natur dieser Verfahren erfolgt regelmäßig die Bildung einer Rückstellung erst dann, wenn erste Vergleiche eine Einschätzung über die potenzielle Höhe erlauben oder Urteile vorliegen. Rückstellungen für Rechtsverteidigungskosten werden dann gebildet, soweit zur Verteidigung der eigenen Rechtsposition eine konzernexterne Unterstützung in materiellem Umfang wahrscheinlich erforderlich werden wird.# Anhangangabe [29] Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Rechtliche Risiken

Zu jedem Bilanzstichtag ermitteln die internen und externen rechtlichen Berater den aktuellen Stand der wesentlichen rechtlichen Risiken des Bayer-Konzerns. Auf dieser Grundlage wird geprüft, ob und ggf. in welcher Höhe eine Rückstellung zu bilden oder anzupassen ist. Wertaufhellende Informationen werden bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses berücksichtigt. Für die Bemessung von Rückstellungen bei Sammelklagen/Massen-Schadenersatzverfahren werden insbesondere im zurückliegenden Geschäftsjahr ggf. geschlossene Vergleiche, aktuell erhobene und zukünftig noch zu erwartende Ansprüche berücksichtigt. Sollten bei den in der Anhangangabe [30] „Rechtliche Risiken“ genannten Verfahren die Interessen des Unternehmens signifikant beeinträchtigt sein, unterbleiben gemäß IAS 37.92 weitergehende Angaben zu Rechtsstreitigkeiten, zu Schätzungen finanzieller Auswirkungen, zu Unsicherheiten, zu Eventualverbindlichkeiten sowie zum Ansatz und zur Höhe einzelner Rückstellungen.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Zum beizulegenden Zeitwert werden Derivate mit negativem beizulegendem Zeitwert, Verbindlichkeiten für bedingte Gegenleistungen im Rahmen von Unternehmenserwerben und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designierte Verbindlichkeiten bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Im Bayer-Konzern werden Programme zur Lieferkettenfinanzierung (auch als Reverse Factoring oder Supply Chain Financing bezeichnet) genutzt, bei denen Lieferanten entscheiden können, einzelne Rechnungen bereits vor Fälligkeit bezahlt zu bekommen. Der Lieferant schließt hierzu mit einer Bank und ggf. einem Plattform-Betreiber ohne Beteiligung von Bayer eine Finanzierungsvereinbarung ab und erhält auf Wunsch vorzeitig den Rechnungsbetrag abzüglich einer Zinskomponente von der Bank ausgezahlt. Bayer zahlt grundsätzlich den Rechnungsbetrag bei Fälligkeit an die Bank, wobei sich die Zahlungsziele innerhalb des branchenüblichen Rahmens bewegen. Bayer hat diese Programme anhand verschiedener Indikatoren beurteilt und daraus gefolgert, dass die darin enthaltenen Verbindlichkeiten weiterhin den Charakter von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben. Dementsprechend sind die damit verbundenen Zahlungen an die Bank als Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit klassifiziert.

Derivate

Derivate werden im Bayer-Konzern zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Warenpreisrisikos (z. B. bei Soja, Mais) wie auch zur Absicherung der bis 2020 ausgegebenen aktienbasierten Vergütungsprogramme eingesetzt. Es werden hierzu z. B. Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Warentermingeschäfte oder Aktientermingeschäfte abgeschlossen. Die Bilanzierung von Derivaten erfolgt zum Handelstag, und sie werden zu jedem Stichtag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit dieser positiv ist, werden sie als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, anderenfalls als finanzielle Verbindlichkeiten.

Verträge über den Kauf und Verkauf von nichtfinanziellen Gütern (z. B. Rohstoffbezugsverträge), die für den eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden wie schwebende Geschäfte behandelt (Own Use Exemption) und nicht als Derivate bilanziert. Andere Verträge über den Kauf und Verkauf von nichtfinanziellen Gütern werden unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. Nichterfüllung der Own Use Exemption) als Derivat erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Sofern eingebettete Derivate in Verträgen identifiziert werden, werden sie auf einen engen wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Basisvertrag untersucht. Sollte dieser Zusammenhang nicht gegeben sein, werden sie separat als Derivate bilanziert. Sind eingebettete Derivate in finanziellen Forderungen enthalten, werden diese nicht separiert, sondern das gesamte Instrument bezogen auf eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert beurteilt. In der Regel werden diese Forderungen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Derivate werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit keine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht. Dies betrifft insbesondere die Effekte aus Währungsabsicherungen bilanzieller Risiken, die im Kursergebnis innerhalb der sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträge ausgewiesen werden.

Bei als Cashflow-Hedges designierten Derivaten wird der effektive Teil zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis gebucht. Ineffektivitäten werden sofort ergebniswirksam erfasst. Erst zu dem Zeitpunkt, zu dem das Grundgeschäft erfolgswirksam erfasst wird, wird auch der effektive Teil des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

  • Bei Warentermingeschäften und -optionen, die Einkaufspreise absichern, erfolgt dies in den Herstellungskosten des Umsatzes.
  • Bei Warentermingeschäften, die Verkaufspreise absichern, erfolgt dies in den Umsatzerlösen.
  • Bei Zinsabsicherungen werden die Ergebnisauswirkungen im Zinsergebnis erfasst.
  • Bei der Absicherung geplanter Umsätze in Fremdwährung werden die Ergebniseffekte zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst.
  • Bei der Absicherung der aktienbasierten Mitarbeitervergütung erfolgt die erfolgswirksame Erfassung über die Laufzeit der Aspire-Programme in den Funktionskosten der „Enabling Functions und Konsolidierung“.

Bei als Fair-Value-Hedges designierten Derivaten wird die Marktwertänderung ebenso wie die Buchwertanpassung der dazugehörigen Grundgeschäfte ergebniswirksam erfasst. Bei Zinsabsicherungen werden die Ergebnisauswirkungen im Zinsergebnis erfasst.

Unternehmenserwerbe

Eine Transaktion oder ein anderes Ereignis stellt einen Unternehmenserwerb dar, wenn ein erworbener Geschäftsbetrieb eine integrierte Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten umfasst, die mindestens einen Ressourceneinsatz und einen substanziellen Prozess beinhalten, die zusammen signifikant zur Fähigkeit beitragen, Leistungen zu produzieren. Die Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs erfolgt mithilfe der Erwerbsmethode, die grundsätzlich eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der erstmaligen Beherrschung vorsieht. Der Unterschiedsbetrag zwischen übertragener Gegenleistung, beizulegendem Zeitwert bereits gehaltener Anteile (sukzessiver Unternehmenserwerb) und beizulegenden Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Fremdwährungssicherungsergebnisse im Rahmen eines Cashflow-Hedges werden hierbei bei der Fremdwährungsumrechnung einer Kaufpreiszahlung berücksichtigt.

Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Akquisitionen erfolgt unter der Mithilfe unabhängiger, externer Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf dem Kenntnisstand zum Erwerbszeitpunkt. Mit dem Unternehmenserwerb in Zusammenhang stehende Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand in den Perioden erfasst, in denen sie anfallen.

Die übertragene Gegenleistung kann bedingte Gegenleistungen enthalten, die nach dem Erwerbszeitpunkt bei Eintritt von bestimmten Ereignissen, z. B. Fortschritt im Studien- oder Zulassungsprozess oder Überschreiten bestimmter Umsatzgrößen, an die bisherigen Eigentümer des erworbenen Unternehmens zu leisten sind. Diese sind mit dem beizulegenden Zeitwert Teil der für das erworbene Unternehmen übertragenen Gegenleistung und in der Regel als finanzielle (Kaufpreis)Verbindlichkeit bilanziert. Sämtliche Änderungen im beizulegenden Zeitwert nach dem Erwerbszeitpunkt werden im Konzernabschluss im EBIT ausgewiesen. Änderungen im Zeitwert der bedingten Gegenleistung, die hingegen auf Gegebenheiten basieren, die bereits zum Erwerbszeitpunkt vorlagen, werden innerhalb des Bewertungszeitraums von zwölf Monaten erfolgsneutral angepasst.

Die Anwendung der Erwerbsmethode erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem in Bezug auf die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipierten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse wesentlich beeinflussen. Insbesondere der Schätzung der abgezinsten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus in Entwicklung befindlichen immateriellen Vermögenswerten, patentierten und nicht patentierten Technologien sowie Markennamen und Kundenbeziehungen liegen Annahmen z. B. in Bezug auf die folgenden Aspekte zugrunde:

  • Ergebnisse der F&E-Aktivitäten in Bezug auf die Wirksamkeit eines Pflanzenschutzmittels, einer Pflanzeneigenschaft, eines Saatguts bzw. eines medizinischen Entwicklungskandidaten, Ergebnisse der klinischen Studien,
  • Wahrscheinlichkeit der Erlangung der behördlichen Zulassung in einzelnen Ländern,
  • langfristige Verkaufsvorhersagen,
  • Antizipation des Verfalls von Verkaufspreisen nach Patentablauf im Zuge eines entsprechenden Angebots unpatentierter Produkte auf dem Markt,
  • allgemeines Wettbewerberverhalten (Einführung von Konkurrenzprodukten, Marketinginitiativen usw.).

Sollte es sich beim Erwerb von Vermögenswerten um keinen Geschäftsbetrieb handeln, werden die einzeln erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und die übernommenen Schulden angesetzt. Die Anschaffungskosten sind den einzelnen Vermögenswerten und Schulden zum Erwerbszeitpunkt auf Grundlage ihrer beizulegenden Zeitwerte zuordnen. Eine solche Transaktion bzw. ein solches Ereignis führt nicht zu einem Geschäfts- oder Firmenwert.Dies gilt auch, wenn der optionale Konzentrationstest zum Ergebnis führt, dass kein Geschäftsbetrieb erworben wurde.

Unternehmensveräußerungen
Veräußerungen von Anteilen an Tochterunternehmen mit der Folge des Verlusts der Beherrschungsmöglichkeit werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Bei sukzessiven Veräußerungen, bei denen Anteile an Tochterunternehmen in mehreren Tranchen verkauft werden, wird eine Abstockung der Mehrheitsanteile ohne Verlust der Beherrschungsmöglichkeit erfolgsneutral abgebildet und führt zu einem Anstieg der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital. Nach dem Verlust der Beherrschungsmöglichkeit wird eine verbleibende Beteiligung zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Auswirkungen von COVID-19 und der russischen Invasion in die Ukraine
Wir sehen derzeit keine wesentlichen Auswirkungen von COVID-19 auf unsere Geschäftsbereiche und damit auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Russland und die Ukraine machten zusammen rund 3 % unserer Umsatzerlöse im Jahr 2022 aus. Konzernumsatz und -ergebnis sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage insgesamt waren im Berichtsjahr nur geringfügig vom Krieg und seinen unmittelbaren Folgen beeinträchtigt. Wir verzeichneten keinen wesentlichen Anstieg der überfälligen Forderungen in Russland oder der Ukraine. Auf Basis einer Risikoanalyse auf Einzelkundenebene haben wir Forderungsabwertungen in Höhe von 7 Mio. € vorgenommen. Als Folge der beiden Ereignisse droht auch weiterhin eine Beeinträchtigung der Energieversorgung sowie der globalen Lieferketten. Die Energiekosten sind im Jahr 2022 um ca. 36 % (162 Mio. €) im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Anteil der Energiekosten an den gesamten Herstellungskosten im Jahr 2022 lag bei lediglich 3 %. Um die Auswirkungen einer möglichen Gasverknappung einzudämmen und unsere Abhängigkeit von Erdgas zu reduzieren, haben wir unsere Prozesse angepasst. Dies beinhaltet sowohl eine Umstellung auf alternative Energiequellen als auch die erweiterte Umsetzung von Energiesparprogrammen. Gleichzeitig erweitern wir unser Lieferantennetzwerk und bauen zusätzliche Vorräte auf, wo es möglich ist. Die auch durch die oben genannten Entwicklungen erhöhte Inflation sowie das damit einhergehende steigende Zinsniveau wirkten sich unter anderem auf die Werthaltigkeitsprüfung unserer immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen (siehe Anhangangabe [14]) sowie auf die Bewertung der Pensionsrückstellungen (siehe Anhangangabe [22]) und anderer langfristiger Verpflichtungen aus. Für das Gesamtjahr 2022 konnten wir darüber hinaus keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen feststellen. Die Stabilität des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs mit Russland unterliegt gegenwärtig starken Unsicherheiten, und wir evaluieren entsprechende Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Zurzeit liegen keine wesentlichen Beschränkungen vor. Künftige unmittelbare wie mittelbare Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklungen und Sanktionen auf die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden werden fortlaufend analysiert. Im Mai haben wir eine Kreditlinie in Höhe von 3 Mrd. € vereinbart und gezogen. Diese dient zur Risikoabsicherung im Fall einer Verschlechterung der gegenwärtigen geopolitischen Situation.

Auswirkungen von Klimarisiken
Im Berichtsjahr haben wir die Auswirkungen der transitorischen und physischen klimabezogenen Risiken aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, um diese noch besser in Bezug auf unser Unternehmen und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beurteilen zu können. Klimabezogene Risiken werden schon heute in unserem konzernweiten Enterprise Risk Management (ERM) miteinbezogen. Wetter- und Klimaeffekte sind insbesondere in der Division Crop Science von Bedeutung und sind sowohl Bestandteil der strategischen Planung als auch des saisonalen Geschäftsrisikos. Durch den Klimawandel verstärken sich diese Effekte und sowohl kurzfristige (Extrem-) Wetterereignisse als auch langfristige klimatische Veränderungen werden weiter zunehmen. Alle Klimamodelle gehen von einem Anstieg sowie zunehmender Intensität extremer Wetterbedingungen (u. a. Dürren, Starkregenereignisse, Sturmereignisse) und einer Verschiebung von klimatischen Zonen aus, die auch ein erhöhtes Risiko für Ernteausfälle und damit Risiken für die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette darstellen. An unseren Standorten oder denen unserer Kunden kann es trotz aller Vorkehrungen zu Betriebsunterbrechungen und Ernteausfällen in Zusammenhang mit extremen Wetterereignissen wie Naturkatastrophen kommen. Wir entwickeln weiterhin innovative und nachhaltige Methoden, um die Risiken zu minimieren, und sehen daher keine grundlegend geänderten Erwartungen im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

4. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden bei Bayer durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen („Management Approach“). Es werden grundsätzlich dieselben Rechnungslegungsvorschriften zugrunde gelegt, wie sie für den Konzern in Anhangangabe [3] beschrieben sind.

Der Bayer-Konzern besteht zum 31. Dezember 2022 aus den drei berichtspflichtigen Segmenten Crop Science, Pharmaceuticals und Consumer Health. Diese umfassen die folgenden Aktivitäten:

B 4/1 Aktivitäten je Segment

| Segment | Aktivitäten # Kennzahlen nach Segmenten

Konzern in Mio. € 2021 2022 2021 2022 2021 2022
Alle sonstigen Segmente
Enabling Functions und Konsolidierung
Konzern
Außenumsatzerlöse 20.207 25.169 18.349 19.252 5.293 6.080
Veränderung, währungs- und portfoliobereinigt¹ 11,1 % 15,6 % 7,4 % 1,1 % 6,5 % 8,4 %
Intersegment-Umsatzerlöse 12 9 22 11 0 0
Umsatzerlöse (Gesamt) 20.219 25.178 18.371 19.263 5.293 6.080
EBIT¹ –495 2.950 4.469 4.985 808 957
EBITDA vor Sondereinflüssen¹ 4.698 6.867 5.779 5.873 1.190 1.367
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen¹ 23,2 % 27,3 % 31,5 % 30,5 % 22,5 % 22,5 %
ROCE¹ –0,9 % 5,4 % 18,6 % 19,2 % 6,4 % 7,5 %
Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit 1.272 3.394 3.493 3.588 1.030 1.046
Investitionen (bilanzielle Zugänge) 1.240 1.786 1.308 1.317 207 200
Abschreibungen, Wertminderungen, Wertaufholungen 1.435 4.596 1.001 1.227 336 364
davon Wertminderungen/Wertaufholungen –822 2.186 130 346 5 2
Abschreibungen vor Sondereinflüssen¹ 2.278 2.456 986 1.137 336 364
Forschungs- und Entwicklungskosten 2.029 2.876 3.139 3.397 199 221

¹ Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"

Fortsetzung B 4/2

Kennzahlen nach Segmenten
Alle sonstigen Segmente
Enabling Functions und Konsolidierung²
Konzern
Außenumsatzerlöse 203 217 29 21 44.081 50.739
Veränderung, währungs- und portfoliobereinigt¹ –11,6 % 2,9 % 8,9 % 8,7 %
Intersegment-Umsatzerlöse 0 2 –34 –22
Umsatzerlöse (Gesamt) 203 219 –5 –1 44.081 50.739
EBIT¹ –27 79 –1.402 –1.959 3.353 7.012
EBITDA vor Sondereinflüssen¹ 95 151 –583 –745 11.179 13.513
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen¹ 25,4 % 26,6 %
ROCE¹ 3,8 % 7,7 %
Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit 144 105 –850 –1.040 5.089 7.093
Investitionen (bilanzielle Zugänge) 93 43 156 293 3.004 3.639
Abschreibungen, Wertminderungen, Wertaufholungen 70 71 214 245 3.056 6.503
davon Wertminderungen/Wertaufholungen 1 –1 2 21 –684 2.554
Abschreibungen vor Sondereinflüssen¹ 70 72 214 227 3.884 4.256
Forschungs- und Entwicklungskosten 4 4 41 74 5.412 6.572

¹ Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
² Hierin ausgewiesen sind die nicht allokierten Bestandteile der Enabling Functions

Überleitungsrechnungen

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitungsrechnung des EBITDA vor Sondereinflüssen, des EBIT vor Sondereinflüssen und des EBIT zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns.

B 4/3

Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns

in Mio. € 2021 2022
EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente 11.762 14.258
EBITDA vor Sondereinflüssen Enabling Functions und Konsolidierung –583 –745
EBITDA vor Sondereinflüssen¹ 11.179 13.513
Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen vor Sondereinflüssen der Segmente –3.670 –4.029
Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen vor Sondereinflüssen Enabling Functions und Konsolidierung –214 –227
Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen vor Sondereinflüssen –3.884 –4.256
EBIT vor Sondereinflüssen der Segmente 8.092 10.229
EBIT vor Sondereinflüssen Enabling Functions und Konsolidierung –797 –972
EBIT vor Sondereinflüssen¹ 7.295 9.257
Sondereinflüsse der Segmente –3.337 –1.258
Sondereinflüsse Enabling Functions und Konsolidierung –605 –987
Sondereinflüsse¹ –3.942 –2.245
EBIT der Segmente 4.755 8.971
EBIT Enabling Functions und Konsolidierung –1.402 –1.959
EBIT¹ 3.353 7.012
Finanzergebnis –1.307 –2.342
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.046 4.670

¹ Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"

Informationen über geografische Gebiete

Die Außenumsätze nach Verbleib sowie die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen teilten sich regional wie folgt auf:

B 4/4

Informationen über geografische Gebiete

in Mio. € 2021 2022 2021 2022
Außenumsatz nach Verbleib Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Europa/Nahost/Afrika 13.648 14.429 24.679 24.624
davon Deutschland 2.545 2.477 15.461 15.167
davon Schweiz 542 600 4.933 4.665
Nordamerika 14.952 17.571 49.587 47.729
davon USA 13.397 15.685 48.004 46.245
Asien/Pazifik 8.849 9.451 1.930 1.878
davon China 3.856 4.259 623 675
Lateinamerika 6.632 9.288 2.856 3.274
davon Brasilien 3.476 5.322 1.632 1.836
Gesamt 44.081 50.739 79.052 77.505

Informationen über wichtige Kunden

Im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Bayer-Konzerns getätigt.

Informationen zu strategischen Geschäftseinheiten, Kategorien und Produkten

Die nachfolgenden Tabellen enthalten eine Unterteilung nach strategischen Geschäftseinheiten im Segment Crop Science, nach Produkten im Segment Pharmaceuticals und nach Kategorien im Segment Consumer Health.

B 4/5

Umsatzerlöse nach strategischen Geschäftseinheiten – Crop Science

in Mio. € 2021 2022
Crop Science 20.207 25.169
Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften 5.162 6.089
Herbizide 5.328 8.325
Fungizide 2.924 3.273
Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften 2.164 2.462
Insektizide 1.417 1.584
Environmental Science 1.103 1.130
Gemüsesaatgut 653 717
Sonstige 1.456 1.589

B 4/6

Umsatzerlöse nach Produkten – Pharmaceuticals

in Mio. € 2021 2022
Pharmaceuticals 18.349 19.252
Xarelto™ 4.735 4.516
Eylea™ 2.918 3.213
Mirena™/Kyleena™/Jaydess™ 1.170 1.277
Kogenate™/Kovaltry™/Jivi™ 823 847
Adalat™ 763 831
YAZ™/Yasmin™/Yasminelle™ 740 790
Aspirin™ Cardio 678 788
Adempas™ 738 652
Stivarga™ 477 613
CT Fluid Delivery 449 494
Gadovist™ - Produktfamilie 418 469
Nubeqa™ 219 466
Ultravist™ 357 436
Betaferon™/Betaseron™ 337 311
Nexavar™ 435 267
Sonstige 3.092 3.282

B 4/7

Umsatzerlöse nach Kategorien – Consumer Health

in Mio. € 2021 2022
Consumer Health 5.293 6.080
Nahrungsergänzung 1.471 1.563
Allergie und Erkältung 1.036 1.377
Dermatologie 1.122 1.287
Schmerz und Kardio 834 905
Magen-Darm-Gesundheit 771 895
Sonstige 59 53

5. Konsolidierungskreis und Beteiligungen

5.1 Entwicklung des Konsolidierungskreises

Der Konsolidierungskreis entwickelte sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt:

B 5.1/1

Veränderung der Anzahl konsolidierter Unternehmen

Bayer AG und konsolidierte Unternehmen
Inland Ausland Gesamt
01.01.2022 46 328 374
Konzernkreisänderungen –2 –12 –14
Zugänge¹ 1 1
Abgänge –7 –7
31.12.2022 44 310 354

*Akquisitionen, Gründungen, Kontrollerwerb

Im Rahmen der Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts des USA-Konzerns Merck & Co., Inc., ist Bayer 2014 in eine strategische Kooperation mit Merck & Co., Inc., eingetreten, die als gemeinschaftliche Tätigkeit in den Konzernabschluss einbezogen wird. Bayer und Merck & Co., Inc., verpflichten sich gegenseitig, bei der Entwicklung, der Produktion, dem Lifecycle-Management und der Vermarktung von Wirkstoffen und Produkten auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC) zusammenzuarbeiten. Zusätzlich wurden Anteile an 43 assoziierten Unternehmen (Vorjahr: 33) sowie fünf Gemeinschaftsunternehmen (Vorjahr: sechs) im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanziert. Diese sind in Anhangan-gabe [16] erläutert. 67 Tochterunternehmen (Vorjahr: 72), davon ein strukturiertes Unternehmen (Vorjahr: eins) und zehn assoziierte bzw. Gemeinschaftsunternehmen (Vorjahr: zehn) von insgesamt untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, wurden nicht konsolidiert bzw. nicht zu ihrem at-equity Wert einbezogen, sondern stattdessen zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Finanzdaten der unwesentlichen Tochterunternehmen machten weniger als 0,1 % des Konzernumsatzes, weniger als 0,1 % des Eigenkapitals und weniger als 0,2 % der Bilanzsumme aus. Die Angaben zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und zum Anteilsbesitz des Bayer-Konzerns gemäß § 313 Absatz 2 HGB sowie die Liste der inländischen Tochterunternehmen, die im Geschäftsjahr 2022 von den Befreiungsvorschriften nach §§ 264 Absatz 3 HGB bzw. 264b HGB Gebrauch machten, sind Bestandteile des testierten und zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelten Konzernabschlusses. Zudem sind diese Informationen unter www.bayer.de/anteilsbesitz2022 abrufbar.

5.2 Akquisitionen und sonstige Erwerbe

Akquisitionen

Am 28. Juni 2022 hat Bayer 30 % der Anteile der Natsana GmbH, Deutschland, für einen Kaufpreis von rund 96 Mio. € erworben. Die erworbenen Anteile werden als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Natsana ist ein reiner Online-Anbieter mit Schwerpunkt auf dem Vertrieb und der Entwicklung von natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminen, Mineralien, Nährstoffen und Probiotika. Das Portfolio umfasst über 100 Produkte unter den drei Hauptmarken: Feel Natural, Nature Love und Natural Elements. Die übrigen 70 % der Anteile werden von Bayer in 2025 aufgrund eines beim Abschluss der Transaktion vereinbarten Buy-out-Mechanismus erworben. Die Gesellschaft wird dem Segment Consumer Health zugeordnet.

Am 1. August 2022 hat Bayer den bestehenden Anteil an der CoverCress Inc., USA, von 5,7 % auf 64,7 % für einen Kaufpreis von rund 111 Mio. € erhöht. Da die Minderheitsaktionäre Bunge und Chevron umfangreiche, für das Geschäfts relevante Entscheidungsrechte behalten, werden die erworbenen Anteile als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Daneben besteht die Option, die übrigen 35,3 % der Anteile voraussichtlich ab 2027 zu erwerben. CoverCress™ ist eine rotierende Marktfrucht, die die Körnerproduktion mit den Umweltvorteilen einer Zwischenfrucht kombiniert, ohne andere Anbaukulturen zu verdrängen. Öl aus CoverCress™-Samen wurde entwickelt, um eine niedrige Kohlenstoffintensität zu erzielen. Die Gesellschaft wird dem Segment Crop Science zugeordnet.

Akquisitionen im Vorjahr

Am 19. August 2021 hat Bayer 100 % der Anteile des biopharmazeutischen Unternehmens Vividion Therapeutics, Inc., USA, übernommen. Die Gesellschaft wird seit dem 1. September 2021 voll konsolidiert. Vividion erschließt mittels neuartiger Forschungstechnologien hochwertige, traditionell nicht adressierbare Zielproteine mit Präzisionstherapeutika. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst in den Bereichen Onkologie und Immunologie.# 5.3 Nicht fortgeführtes Geschäft, zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Desinvestitionen

Nicht fortgeführtes Geschäft

Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr ergaben sich keine als nicht fortgeführtes Geschäft auszuweisenden Sachverhalte.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und damit in direktem Zusammenhang stehenden Schulden belaufen sich zum 31. Dezember 2022 per saldo auf insgesamt rund 3 Mio. € (Vorjahr: 76 Mio. €). Der Ausweis im Vorjahr entfiel mit 48 Mio. € auf immaterielle Vermögenswerte und mit 28 Mio. € auf Sachanlagen. Er betraf im Bereich immaterielle Vermögenswerte die geplante Veräußerung der Marken Marvelon™ und Mercilon™ in China, Hongkong, Macau und Vietnam des Segments Pharmaceuticals und im Bereich Sachanlagen im Wesentlichen den geplanten Verkauf einer Produktionsanlage in Brasilien des Segments Pharmaceuticals. Der Abschluss beider Transaktionen erfolgte im Jahr 2022.

Desinvestitionen

Am 4. Oktober 2022 hat Bayer die Veräußerung des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden (ES) des Segments Crop Science mit der Übertragung des Geschäfts an die Beteiligungsgesellschaft Cinven, Vereinigtes Königreich, abgeschlossen. Environmental Science Professional ist Anbieter von Lösungen zur Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern in nicht landwirtschaftlichen Bereichen – dazu gehören die Bekämpfung von Krankheitsüberträgern, professionelle Schädlingsbekämpfung und Vegetationskontrolle in Forstwirtschaft, auf Rasenflächen und bei Zierpflanzen. Der gezahlte Kaufpreis für das Geschäft, das 2021 einen Umsatz von etwa 600 Mio. € erzielte, beträgt rund 2.299 Mio. € vor transaktionstypischen Anpassungen. Der Veräußerungsgewinn in Höhe von 785 Mio. € enthält Währungseffekte in Höhe von 77 Mio. € und wurde im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasst. Die Transaktion wurde erstmalig zum 31. März 2022 als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden klassifiziert.

Die im Rahmen der Transaktion veräußerten Vermögenswerte und Schulden gehen aus folgender Übersicht hervor:

B 5.3/1 Veräußerte Vermögenswerte und Schulden in Mio. €

2022
Geschäfts- oder Firmenwert 1.496
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 37
Sachanlagen 32
Sonstige Finanzielle Vermögenswerte 33
Vorräte 124
Forderungen auf Lieferungen und Leistungen 7
Sonstige Forderungen 9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen –7
Sonstige Rückstellungen –10
Rückerstattungsansprüche –119
Finanzverbindlichkeiten –10
Sonstige Verbindlichkeiten –4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –1
Veräußertes Nettovermögen 1.591

6. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber 2021 um 6.658 Mio. € bzw. 15,1 % auf 50.739 Mio. €. Die Umsätze wurden im Wesentlichen aus Produktlieferungen (46.412 Mio. €, Vorjahr: 40.111 Mio. €) und Lizenzen (3.504 Mio. €, Vorjahr: 3.230 Mio. €) erzielt. Die Lizenzerlöse beliefen sich für Crop Science auf 2.571 Mio. € (Vorjahr: 2.219 Mio. €), für Pharmaceuticals auf 930 Mio. € (Vorjahr: 1.006 Mio. €) und für Consumer Health auf 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). Die Umsatzentwicklung nach Segmenten sowie nach geografischen Gebieten ist aus der Übersicht in der Anhangangabe [4] ersichtlich.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 1.960 Mio. € (Vorjahr: 1.975 Mio. €) erfasst, die ursächlich mit bereits in Vorjahren erfüllten Leistungsverpflichtungen in Zusammenhang stehen. Diese Umsatzerlöse ergaben sich im Wesentlichen aus der Auslizenzierung von Nutzungsrechten mit umsatzbasierten Entgelten sowie aufgrund von Anpassungen von Rückerstattungsverbindlichkeiten für zu erwartende Produktrückgaben und zu gewährende Rabatte.

Vertraglich vereinbarte Umsatzvolumina, die zum 31. Dezember 2022 auf noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen entfallen, werden unter Berücksichtigung erwarteter Erlösminderungen voraussichtlich wie folgt erfolgswirksam:

B 6/1 Noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordneter Transaktionspreis in Mio. €

2021 2022
Ausstehender Transaktionspreis zum 31.12. 850 723
davon Erfassung in bis zu 1 Jahr 149 152
davon Erfassung zwischen 1 und 2 Jahren 145 138
davon Erfassung zwischen 2 und 3 Jahren 132 135
davon Erfassung zwischen 3 und 4 Jahren 131 133
davon Erfassung zwischen 4 und 5 Jahren 131 132
davon Erfassung nach mehr als 5 Jahren 162 33

In der vorherigen Darstellung werden nur solche Kundenverträge berücksichtigt, die eine ursprüngliche Vertragslaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen. Vertragsverbindlichkeiten ergeben sich im Wesentlichen aus den Vorauszahlungen von Kunden für Produktlieferungen und werden überwiegend innerhalb eines Jahres als Umsatz erfasst. Weitere wesentliche Bestandteile der Vertragsverbindlichkeiten sind bereits erhaltene Meilensteinzahlungen für Auslizenzierungen von Zugangsrechten. Die aus dem letztgenannten Sachverhalt resultierenden Vertragsverbindlichkeiten werden über mehr als fünf Jahre als Umsatz erfasst.

Die Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten ist auf folgende Faktoren zurückzuführen:

B 6/2 Entwicklung Vertragsverbindlichkeiten in Mio. €

2021 2022
Vertragsverbindlichkeiten zum 01.01. 4.314 4.822
Änderungen aufgrund von Unternehmenszusammenschlüssen 96
Zuführung 8.311 11.015
Realisierter Umsatz des lfd. Jahres, der in den Vertragsverbindlichkeiten zum 01.01. enthalten war –3.575 –4.106
Realisierter Umsatz des lfd. Jahres, der nicht in den Vertragsverbindlichkeiten zum 01.01. enthalten war –4.663 –7.211
Sonstiges 68 –23
Währungsänderungen 271 227
Vertragsverbindlichkeiten zum 31.12. 4.822 4.724

Die gesondert als Rückerstattungsverbindlichkeiten ausgewiesenen Beträge für Rabatte beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 9,6 % der gesamten Umsatzerlöse (Vorjahr: 9,8 %). Die Rückerstattungsverbindlichkeiten für Produktrückgaben beliefen sich für das Geschäftsjahr 2022 auf 1,4 % der gesamten Umsatzerlöse (Vorjahr: 1,2 %).

7. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzten sich wie folgt zusammen:

B 7/1 Sonstige betriebliche Erträge in Mio. €

2021 2022
Gewinne aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 244 1.745
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 83 128
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 106 165
Gewinne aus Derivaten 71 144
Verkaufserlöse von über Bartergeschäfte bezogenen Produkten 299 352
Übrige betriebliche Erträge 697 505
Gesamt 1.500 3.039

Gewinne aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Veräußerung der Geschäftseinheit Environmental Science für professionelle Kunden an die internationale Beteiligungsgesellschaft Cinven in Höhe von 785 Mio. €, dem Verkauf der Produktrechte unseres Männergesundheitsproduktes Nebido™ in Höhe von 467 Mio. € sowie dem Verkauf unserer Lormetazepam-Produkte in Höhe von 210 Mio. €. Die genannten Gewinne werden in der Segmentberichterstattung als Sondereinflüsse ausgewiesen. Weiterhin sind ein Gewinn aus der Veräußerung des Supply Center Cancioneiro in Brasilien in Höhe von 38 Mio. € und Gewinne aus anderen Veräußerungen in Höhe von 121 Mio. € berücksichtigt.# 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzten sich wie folgt zusammen:

Sonstige betriebliche Aufwendungen in Mio. € 2021 2022
Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten –26 –54
Verluste aus Ausbuchungen und Wertberichtigungen von Forderungen –128 –125
Aufwendungen für wesentliche Rechtsstreitigkeiten –3.689 –791
Verluste aus Derivaten –113 –643
Herstellungskosten von über Bartergeschäfte bezogenen Produkten –297 –343
Verluste aus Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwert –734
Übrige betriebliche Aufwendungen –422 –711
Gesamt –4.675 –3.401

Die Aufwendungen im Zusammenhang mit wesentlichen Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 791 Mio. € (Vorjahr: 3.689 Mio. €) sind größtenteils auf die Zuführung zu Rückstellungen im zweiten Quartal 2022 für den Rechtsfall polychlorierte Biphenyle (PCB) zurückzuführen (alle sonstigen Segmente). Der Vorjahreswert enthält Aufwendungen für den Rechtskomplex Glyphosat im Segment Crop Science in Höhe von 3,5 Mrd. €. Alle genannten Aufwendungen werden in der Segmentberichterstattung als Sondereinflüsse ausgewiesen.

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen ist ein Betrag in Höhe von 75 Mio. € im Zusammenhang mit der Veräußerung der Geschäftseinheit Environmental Science für professionelle Kunden enthalten. Im Segment Pharmaceuticals führten Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts einer Verbindlichkeit für bedingte Gegenleistungen zu Aufwendungen in Höhe von 78 Mio. €. Die zuvor genannten Aufwendungen werden in der Segmentberichterstattung als Sondereinflüsse ausgewiesen. Darüber hinaus entfallen 69 Mio. € auf Spenden für gemeinnützige Aktivitäten (alle Segmente). Der übrige Betrag setzt sich aus einer Vielzahl im Einzelnen unwesentlicher Sachverhalte in den Tochterunternehmen zusammen. Bezüglich der rechtlichen Risiken und der hierfür gebildeten Rückstellungen verweisen wir auf die Anhangangaben [30] und [23].

9. Personalaufwand und Beschäftigte

Der Personalaufwand erhöhte sich im Jahr 2022 um 821 Mio. € auf 12.619 Mio. € (Vorjahr: 11.798 Mio. €). Der Anstieg ist u. a. auf Währungseffekte sowie eine erhöhte Vergütung zurückzuführen.

B 9/1 Personalaufwand in Mio. €

2021 2022
Löhne und Gehälter 9.662 10.241
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 2.136 2.378
davon für beitragsorientierte Altersversorgungssysteme 517 565
davon für leistungsorientierte und sonstige Altersversorgungssysteme 387 434
Gesamt 11.798 12.619

Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben, sind als Bestandteil des Finanzergebnisses unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen ausgewiesen (Anhangangabe [10.3]).

Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten teilte sich wie folgt auf die Funktionsbereiche auf:

B 9/2 Beschäftigte

2021 2022
Produktion 40.837 41.503
Marketing und Vertrieb 35.332 35.357
Forschung und Entwicklung 15.256 16.035
Verwaltung 8.147 8.191
Gesamt 99.572 101.086
Auszubildende 1.230 1.216

Die Belegschaft (Festanstellungen und befristete Arbeitsverhältnisse) wird in Vollzeitbeschäftigte (FTE) umgerechnet dargestellt. Teilzeitbeschäftigte werden dabei gemäß ihrer vertraglichen Arbeitszeit proportional berücksichtigt.

10. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf –2.342 Mio. € (Vorjahr: –1.307 Mio. €) und setzte sich aus –150 Mio. € Equity-Ergebnis (Vorjahr: 49 Mio. €), –2.642 Mio. € finanziellen Aufwendungen (Vorjahr: –1.882 Mio. €) und 450 Mio. € finanziellen Erträgen (Vorjahr: 526 Mio. €) zusammen. Details zu den einzelnen Kategorien des Finanzergebnisses sind im Folgenden dargestellt.

10.1 Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis setzte sich wie folgt zusammen:

B 10.1/1 Beteiligungsergebnis in Mio. €

2021 2022
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 49 –150
Aufwendungen
Verluste aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Beteiligungen –66 –151
Erträge
Erträge aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Beteiligungen 34
Übrige Erträge aus Beteiligungen 6 1
Gesamt 23 –300

Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen beinhaltete Aufwendungen in Höhe von –148 Mio. € (Vorjahr: –84 Mio. €) aus den „Leaps by Bayer“-Investitionen. Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen im Jahr 2021 beinhaltete das per saldo positive Equity-Ergebnis in Höhe von 106 Mio. € von Century Therapeutics, Inc., USA, sowie 24 Mio. € von Pyxis Oncology, Inc., USA. Darin enthalten war ein Gewinn in Höhe von 122 Mio. € (Century Therapeutics, Inc.) bzw. 28 Mio. € (Pyxis Oncology, Inc.), der aus der Neubewertung der bis zum jeweiligen Börsengang nach der Equity-Methode bilanzierten Anteile resultierte. Durch den Börsengang der Unternehmen hat der Bayer-Konzern den maßgeblichen Einfluss verloren, was zum Wechsel der Bilanzierungsmethode führte. Die gehaltenen Anteile an beiden Beteiligungen werden seitdem erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die Verluste aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Beteiligungen resultierten in Höhe von 124 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €) bzw. 25 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) aus der Bewertung von Century Therapeutics, Inc., bzw. Pyxis Oncology, Inc. Die Erträge aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Beteiligungen im Jahr 2021 resultierten in Höhe von 22 Mio. € bzw. 12 Mio. € aus der Bewertung der Covestro-Beteiligung bzw. Elanco-Beteiligung. Der Bayer-Konzern hatte im Laufe des ersten Halbjahres 2021 die restlichen Anteile an der Covestro AG bzw. der Elanco Animal Health Inc. veräußert. Weitere Erläuterungen zu den at-equity bilanzierten Beteiligungen finden sich in der Anhangangabe [16].

10.2 Zinsergebnis

Das Zinsergebnis setzte sich wie folgt zusammen:

B 10.2/1 Zinsergebnis in Mio. €

2021 2022
Zinsen und ähnliche Aufwendungen –1.276 –1.437
davon Zinsaufwendungen aus nichtfinanziellen Verbindlichkeiten –129 –178
Zinsen und ähnliche Erträge 346 379
davon Zinserträge aus nichtfinanziellen Vermögenswerten 207 114
Gesamt –930 –1.058

10.3 Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge

Die sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträge setzten sich wie folgt zusammen:

B 10.3/1 Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge in Mio. €

2021 2022
Aufwendungen
Aufzinsung diskontierter Rückstellungen¹ –71 –420
Kursergebnis –385 –219
Übrige finanzielle Aufwendungen –84 –415
Erträge
Übrige finanzielle Erträge 140 70
Gesamt –400 –984

¹ Darin enthalten sind auch Effekte aus der Neubewertung der entsprechenden Vermögensüberdeckungen.

Die Aufzinsung diskontierter Rückstellungen beinhaltete Nettozinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von –81 Mio. € (Vorjahr: –81 Mio. €). Darüber hinaus waren Aufzinsungs- und Zinsänderungseffekte aus sonstigen Personalrückstellungen, Effekte aus der Neubewertung der entsprechenden Vermögensüberdeckungen sowie Aufzinsungseffekte aus sonstigen Rückstellungen in Höhe von –339 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) enthalten. Die Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen enthielten –426 Mio. € (Vorjahr: –349 Mio. €) Aufzinsungsaufwand aus Versorgungszusagen und 345 Mio. € (Vorjahr: 268 Mio. €) Zinsertrag aus Planvermögen. Die übrigen finanziellen Aufwendungen enthielten –281 Mio. € (Vorjahr: –39 Mio. €) negative Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der Finanzinvestitionen in Schuldtitel (bspw. Money-Market-Funds in Fremdwährung und Mischfonds) sowie –95 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) Aufwendungen aus der Bezahlung konzerninterner Rechnungen zwischen Argentinien und den USA. Die übrigen finanziellen Erträge enthielten 20 Mio. € (Vorjahr: 82 Mio. €) positive Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der Verpflichtungen für bedingte Gegenleistungen bzw. Verbindlichkeiten zum Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen. Darüber hinaus waren 10 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) positive Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der Finanzinvestitionen in Schuldtitel enthalten.

11. Steuern

Die Steueraufwendungen gliederten sich nach ihrer Herkunft wie folgt:

B 11/1 Steueraufwendungen nach Herkunft

2021 2022
in Mio. € davon Ertrag- steuern davon Ertrag- steuern
Gezahlte bzw. geschuldete Steuern
Laufende Ertragsteuern
Deutschland –604 –604 –912 –912
Übrige Länder –1.022 –1.022 –1.659 –1.659
Sonstige Steuern
Deutschland –17 –56
Übrige Länder –200 –1.843 –175 –2.802
Latente Steuern
aus temporären Unterschieden 334 334 1.703 1.703
aus Verlust- und Zinsvorträgen sowie Steuergutschriften 268 268 364 364
602 602 2.067 2.067
Gesamt –1.241 –1.024 –735 –504

Die sonstigen Steuern enthalten im Wesentlichen Steuern auf Grundstücke, Kraftfahrzeuge sowie andere indirekte Steuern und werden in den jeweiligen Funktionskosten erfasst.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultierten aus den folgenden Bilanzpositionen:

B 11/2 Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten

31.12.2021 31.12.2022
in Mio. € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 1.660 4.663 1.405 4.006
Sachanlagen 305 827 596 683
Finanzielle Vermögenswerte 68 339 65 158
Vorräte 1.946 579 2.023 540
Forderungen 257 199 311 504
Sonstige Vermögenswerte 33 4 4 41
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 2.327 441 1.493 458
Andere Rückstellungen 1.910 11 2.212 53
Verbindlichkeiten 1.494 405 1.950 291
Verlust- und Zinsvorträge 481 524
Steuergutschriften 636 1.029
11.117 7.468 11.612 6.734
Saldierung –6.537 –6.537 –6.007 –6.007
Gesamt 4.580 931 5.605 727

Der Netto-Aktivüberhang der latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1.229 Mio. € erhöht. Davon wurden 2.067 Mio.€ als latenter Steuerertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung und 838 Mio. € als Minderung im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Veränderung im sonstigen Ergebnis bezieht sich im Wesentlichen auf die Neubewertung der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge führte im Jahr 2022 zu einer Minderung der laufenden Ertragsteuern um 422 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €). Durch die Berücksichtigung von Steuergutschriften konnten die laufenden Ertragsteuern um 283 Mio. € (Vorjahr: 56 Mio. €) reduziert werden. Von den gesamten Verlust- und Zinsvorträgen in Höhe von 15.924 Mio. €, davon Zinsvorträge 1.037 Mio. € (Vorjahr: 11.975 Mio. €, davon Zinsvorträge 1.019 Mio. €), können voraussichtlich Beträge von 3.727 Mio. €, davon Zinsvorträge 81 Mio. € (Vorjahr: 3.817 Mio. €, davon Zinsvorträge 65 Mio. €), innerhalb eines angemessenen Zeitraums genutzt werden. Auf die voraussichtlich nutzbaren Verlust- und Zinsvorträge wurden aktive latente Steuern in Höhe von 524 Mio. € (Vorjahr: 481 Mio. €) gebildet. Für Verlust- und Zinsvorträge in Höhe von 12.196 Mio. €, davon Zinsvorträge 956 Mio. € (Vorjahr: 8.158 Mio. €, davon Zinsvorträge 954 Mio. €), bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Deshalb wurden hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Der Zugang der nicht nutzbaren Verlust- und Zinsvorträge resultiert im Wesentlichen aus der Bewertung der Verlustvorträge in den USA auf Bundesstaatenebene. Wäre eine Nutzbarkeit der Verlust- und Zinsvorträge in voller Höhe möglich, hätten zusätzlich theoretisch aktive latente Steuern in Höhe von 1.115 Mio. € (Vorjahr: 766 Mio. €) angesetzt werden müssen. Steuergutschriften in Höhe von 1.029 Mio. € (Vorjahr: 636 Mio. €) wurden als aktive latente Steuern ausgewiesen. Für Steuergutschriften in Höhe von 165 Mio. € (Vorjahr: 410 Mio. €) bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit, weshalb hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden.

B 11/3 Verfallbarkeit nicht nutzbarer Steuergutschriften, steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge

Steuergutschriften Steuerliche Verlust- und Zinsvorträge in Mio. €
31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022
Innerhalb von 1 Jahr 1 1 96 8
Innerhalb von 2 bis 5 Jahren 3 9 211 276
Später 406 155 7.851 11.911
Gesamt 410 165 8.158 12.195

Für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 3.513 Mio. € (Vorjahr: 5.877 Mio. €) bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Deshalb wurden hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine Neubewertung der abzugsfähigen temporären Differenzen im Zusammenhang mit den Vergleichsvereinbarungen in den USA zurückzuführen. Wäre eine Nutzbarkeit der temporären Differenzen in voller Höhe möglich, hätten theoretisch aktive latenten Steuern in Höhe von 857 Mio. € (Vorjahr: 1.442 Mio. €) angesetzt werden müssen. Im Jahr 2022 bestanden in Tochtergesellschaften, die im abgelaufenen Jahr oder im Vorjahr Verluste erwirtschafteten, latente Steuerforderungsüberhänge aus temporären Differenzen, aus Steuergutschriften und aus Verlust- und Zinsvorträgen in Höhe von 2.720 Mio. € (Vorjahr: 1.342 Mio. €). Diese wurden als werthaltig angesehen, da für diese Gesellschaften zukünftig von steuerlichen Gewinnen oder von ausreichend zu versteuernden temporären Differenzen ausgegangen wird. Auf geplante Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen wurden im Berichtsjahr 92 Mio. €(Vorjahr: 72 Mio. €) passive latente Steuern angesetzt. Für Differenzen aus thesaurierten Ergebnissen von Tochterunternehmen in Höhe von 23.838 Mio. € (Vorjahr: 26.038 Mio. €) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen. Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem erwarteten und dem ausgewiesenen Steuerertrag/-aufwand (2022: 558 Mio. €; Vorjahr: –669 Mio. €) sowie dem erwarteten und dem effektiven Steuersatz im Konzern stellten sich wie folgt dar:

B 11/4 Steuerüberleitungsrechnung

2021 2022
in Mio. € in % in Mio. € in %
Erwarteter Steueraufwand1 und erwarteter Steuersatz 355 17,4 1.062 22,8
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge –186 –9,1 –252 –5,4
Ansatz von bisher nicht angesetzten aktiven latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge, sowie Nutzung von Verlust- und Zinsvorträgen, auf die zuvor keine latenten Steuern gebildet worden sind –21 –1,0 –1.411 –30,2
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen aus dem operativen Geschäft 171 8,3 159 3,4
Voraussichtlich nicht nutzbare temporäre Differenzen, Verlust- und Zinsvorträge 683 33,4 197 4,2
Periodenfremde Steueraufwendungen (+) und -erträge (–) 133 6,5 –108 –2,3
Steuereffekt aus Steuersatzänderungen –35 –1,7 –119 –2,6
Sonstige Steuereffekte –76 –3,7 976 20,9
Ausgewiesener Steueraufwand und effektiver Steuersatz 1.024 50,1 504 10,8

1Der erwartete Steueraufwand (+)/-ertrag (–) ergibt sich bei Anwendung eines gewichteten erwarteten Durchschnittssteuersatzes auf das Vorsteuerergebnis des Konzerns. Dieser Durchschnittssatz wurde aus den erwarteten Steuersätzen der einzelnen Konzerngesellschaften ermittelt.

Die Steuerminderung aufgrund des Ansatzes von bisher nicht angesetzten aktiven latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge sowie der Nutzung von Verlust- und Zinsvorträgen in Höhe von –1.411 Mio. €, auf die zuvor keine latenten Steuern gebildet worden sind, resultiert im Wesentlichen aus der Wertaufholung bislang nicht angesetzter aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen, Steuergutschriften und Verlust- und Zinsvorträge im Zusammenhang mit den Vergleichsvereinbarungen in den USA. Die Steuerbelastung aus sonstigen Steuereffekten in Höhe von 976 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus Firmenwert-Abschreibungen und -Abgängen in Höhe von 506 Mio. € sowie in Höhe von 401 Mio. € aus gebildeten Steuerrückstellungen für Hinzurechnungsbesteuerungssysteme, der Anpassung der Rückstellung für Steuerrisiken und aus der erfolgswirksamen, aber steuerneutralen, Neubewertung von Finanzbeteiligungen.

  1. Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis

Die den nicht beherrschenden Anteilen zustehenden Gewinne beliefen sich auf 19 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €), die entsprechenden Verluste auf 3 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Die Gewinne entfielen im Wesentlichen auf die Bayer CropScience Limited, Indien. Die Verluste verteilen sich hingegen auf mehrere Gesellschaften.

  1. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis pro Aktie wird nach IAS 33 (Ergebnis je Aktie) mittels Division des auf die Aktionäre der Bayer AG entfallenden Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien ermittelt. Zum Ende der Berichtsperioden 2021 und 2022 waren keine verwässernden Finanzinstrumente im Umlauf, weshalb das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie entspricht.

B 13/1 Ergebnis je Aktie

2021 2022 2021 2022
in Mio. € in €
Ergebnis nach Ertragsteuern (auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend) 1.000 4.150 1,02 4,22
davon Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführendem Geschäft (auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend) 1.000 4.150 1,02 4,22
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien (in Mio. Stück) 982,42 982,42

Erläuterungen zur Bilanz

  1. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt:

B 14/1 Entwicklung immaterielle Vermögenswerte

Erworbener Geschäfts- oder Firmenwert Patente und Techno-logien Marken Vermark- tungs- und Verkaufs- rechte Produk-tions-rechte For- schungs- und Ent- wicklungs- projekte Sonstige Rechte und geleistete Anzah- lungen Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand: 31.12.2021 44.028 31.649 13.362 3.661 1.728 5.530 3.611 103.569
Akquisitionen 11 11
Investitionen 69 44 2 150 578 843
Abgänge –202 –40 –10 –2 –5 –84 –343
Umbuchungen 430 13 –440 –3
Umbuchungen gemäß IFRS 5 –1.589 –4 –14 –70 –8 –1.685
Desinvestitionen/ Konzernkreisänderungen –4 –4
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 37 21 2 –14 15 61
Währungsänderungen 1.887 1.200 448 86 –2 233 63 3.915
Stand: 31.12.2022 44.374 33.167 13.766 3.778 1.656 5.454 4.172 106.367
Kumulierte Abschreibungen
Stand: 31.12.2021 3.922 19.223 6.874 2.155 1.689 1.230 2.112 37.205
Abgänge –187 –24 –10 –2 –5 –67 –295
Abschreibungen und Wertminderungen 734 3.831 816 213 4 832 406 6.836
Abschreibungen 1.470 391 142 4 397 2.404
Wertminderungen 734 2.361 425 71 832 9 4.432
Wertaufholungen –1.493 –275 –33 –299 –2.100
Umbuchungen 119 –119
Umbuchungen gemäß IFRS 5 –93 –2 –10 –42 –5 –152
Desinvestitionen/ Konzernkreisänderungen –3 –3
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 4 7 2 13 26
Währungsänderungen 159 529 185 63 –2 51 34 1.019
Stand: 31.12.2022 4.726 22.029 7.574 2.377 1.647 1.690 2.493 42.536
Buchwerte 31.12.2022 39.648 11.138 6.192 1.401 9 3.764 1.679 63.831
Buchwerte 31.12.2021 40.106 12.426 6.488 1.506 39 4.300 1.499 66.364

Die Zurechnung der planmäßigen Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten zu den einzelnen Funktionskosten erfolgt grundsätzlich auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts des zugrunde liegenden Vermögenswerts. Planmäßige Abschreibungen auf Marken sowie Vermarktungs- und Verkaufsrechte werden in der Regel in den Vertriebskosten erfasst, Produktionsrechte in den Herstellungskosten. Die planmäßigen Abschreibungen von Patenten und Technologien werden im Wesentlichen in den Herstellungskosten oder den Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Erworbener Geschäfts- oder Firmenwert, Forschungs- und Entwicklungsprojekte und geleistete Anzahlungen unterliegen keinen planmäßigen Abschreibungen.# Zweites Quartal 2022

Im zweiten Quartal 2022 wurde eine außerplanmäßige Werthaltigkeitsprüfung aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zinsumfeld und der damit verbundenen Auswirkungen auf die gewichteten Kapitalkosten erforderlich.

Segment Pharmaceuticals

Im Segment Pharmaceuticals ergaben sich aus der außerplanmäßigen Werthaltigkeitsprüfung Wertminderungen auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Höhe von rund 92 Mio. €, insbesondere aufgrund gestiegener gewichteter Kapitalkosten. Die Wertminderungen wurden jeweils den Forschungs- und Entwicklungskosten zugeordnet.

Segment Consumer Health

Im Segment Consumer Health ergaben sich aus der Werthaltigkeitsprüfung keine wesentlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen.

Segment Crop Science

Im Segment Crop Science ergaben sich im zweiten Quartal 2022 Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1.322 Mio. €. Sie betrafen die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Baumwollsaatgut in Höhe von 851 Mio. € (davon 67 Mio. € auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 696 Mio. € auf Patente und Technologien, 75 Mio. € auf Marken und 13 Mio. € auf Vermarktungs- und Verkaufsrechte), Gemüsesaatgut in Höhe von 269 Mio. € (davon 78 Mio. € auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 157 Mio. € auf Patente und Technologien, 24 Mio. € auf Marken und 10 Mio. € auf Vermarktungs- und Verkaufsrechte) sowie Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften in Höhe von 202 Mio. € (davon 37 Mio. € auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 130 Mio. € auf Patente und Technologien, 30 Mio. € auf Marken und 5 Mio. € auf Vermarktungs- und Verkaufsrechte).

Die Wertminderung in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Baumwollsaatgut resultierte im Wesentlichen aus verschlechterten Geschäftsaussichten und gestiegenen Kapitalkosten. Die Wertminderungen in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Gemüsesaatgut“ sowie „Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften“ waren insbesondere auf deutlich gestiegene gewichtete Kapitalkosten zurückzuführen. Die Wertminderungen auf die Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden den Herstellungskosten, Vertriebskosten sowie Forschungs- und Entwicklungskosten zugeordnet. Die Zu- und Abschreibungen erfolgten jeweils auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Viertes Quartal 2022

Segment Crop Science

Im Rahmen der regulären jährlichen Werthaltigkeitsprüfung im vierten Quartal 2022 ergaben sich im Segment Crop Science per saldo Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 628 Mio. €, wovon 734 Mio. € auf Geschäfts- oder Firmenwerte entfielen. Daneben ergaben sich Wertminderungen auf Sachanlagen in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Glyphosat in Höhe von 170 Mio. €.

Die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte resultieren im Wesentlichen aus gestiegenen gewichteten Kapitalkosten. Daneben wirkten sich erwartete Produktionskostensteigerungen, insbesondere im Bereich Pflanzenschutz, negativ aus.

Wertaufholungen ergaben sich in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften“ in Höhe von 1.313 Mio. € (davon 247 Mio. € auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 836 Mio. € auf Patente und Technologien, 197 Mio. € auf Marken und 33 Mio. € auf Vermarktungs- und Verkaufsrechte) sowie in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Baumwollsaatgut“ in Höhe von 787 Mio. € (davon 52 Mio. € auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 657 Mio. € auf Patente und Technologien und 78 Mio. € auf Marken). Die Wertaufholungen sind insbesondere auf verbesserte Geschäftsaussichten zurückzuführen. Gegenläufig wirken sich dabei gestiegene gewichtete Kapitalkosten aus.

Daneben ergaben sich Wertminderungen in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften“ in Höhe von 1.432 Mio. € (davon 164 Mio. € auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 1.094 Mio. € auf Patente und Technologien, 145 Mio. € auf Marken und 29 Mio. € auf Vermarktungs- und Verkaufsrechte), in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Gemüsesaatgut“ in Höhe von 383 Mio. € (davon 115 Mio. € auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 219 Mio. € auf Patente und Technologien, 35 Mio. € auf Marken und 14 Mio. € auf Vermarktungs- und Verkaufsrechte) sowie in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Glyphosat in Höhe von 349 Mio. € (davon 63 Mio. € auf Patente und Technologien, 115 Mio. € auf Marken und 170 Mio. € auf Sachanlagen).

Die Wertminderung im Bereich Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften ist hierbei insbesondere auf gestiegene Produktionskosten sowie gestiegene gewichtete Kapitalkosten zum Ende des vierten Quartals zurückzuführen. Im Bereich Gemüsesaatgut resultiert die Wertminderung im Wesentlichen aus verschlechterten Geschäftsaussichten. Im Bereich Glyphosat ist die Wertminderung insbesondere auf gestiegene gewichtete Kapitalkosten sowie verschlechterte Geschäftsaussichten zurückzuführen.

Die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte wurden im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Die Wertaufholungen sowie Wertminderungen auf die Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden in den Herstellungskosten, Vertriebskosten sowie Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Die Zu- und Abschreibungen erfolgten jeweils auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

In folgender Tabelle werden die für die Werthaltigkeitsprüfungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Segments Crop Science verwendeten Kapitalkostensätze angegeben:

Parameter Werthaltigkeitsprüfung Nachsteuer-Kapitalkostensatz in %
Q4 2021
Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften 8,5
Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften 8,1
Glyphosat 9,0
Dicamba 6,6
Baumwollsaatgut 6,8
Rapssaatgut 7,1
Gemüsesaatgut 8,5

Segmente Pharmaceuticals und Consumer Health

In den Segmenten Pharmaceuticals und Consumer Health ergaben sich aus der regulären jährlichen Werthaltigkeitsprüfung im vierten Quartal keine wesentlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen.

Im Segment Pharmaceuticals wurden im Geschäftsjahr 2022, neben den Wertminderungen im zweiten Quartal, aufgrund der laufenden unterjährigen Beurteilung einzelne Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Höhe von 246 Mio. € abgeschrieben.

Immaterielle Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2021

Die immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt:

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Erworbener Geschäfts- oder Firmenwert Patente und Technologien Marken Vermarktungs- und Verkaufsrechte Produktionsrechte Forschungs- und Entwicklungsprojekte Sonstige Rechte und geleistete Anzahlungen Gesamt
Stand: 31.12.2020 40.088 29.596 12.848 3.508 1.725 5.646 3.035 96.446
Akquisitionen 1.448 55 6 43 1.552
Investitionen 99 83 103 507 792
Abgänge -157 -35 -49 -34 -38 -313
Umbuchungen 571 1 -571 –1
Umbuchungen gemäß IFRS 5 -75 -75
Desinvestitionen/ Konzernkreisänderungen -4 1 -3
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 52 3 1 3 59
Währungsänderungen 2.444 1.482 618 117 3 343 104 5.111
Stand: 31.12.2021 44.028 31.649 13.362 3.661 1.728 5.530 3.611 103.569
Kumulierte Abschreibungen
Stand: 31.12.2020 3.670 17.778 6.491 1.983 1.680 1.292 1.710 34.604
Abgänge -155 -34 -48 -33 -26 -296
Abschreibungen und Wertminderungen 2.019 631 179 7 309 379 3.524
Abschreibungen 1.292 375 149 7 360 2.183
Wertminderungen 727 256 30 309 19 1.341
Wertaufholungen -1.293 -466 -39 -284 -2.082
Umbuchungen 149 -149
Umbuchungen gemäß IFRS 5 -27 -27
Desinvestitionen/ Konzernkreisänderungen –4 -2 -6
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 47 3 1 3 54
Währungsänderungen 209 722 279 79 2 95 48 1.434
Stand: 31.12.2021 3.922 19.223 6.874 2.155 1.689 1.230 2.112 37.205
Buchwerte 31.12.2021 40.106 12.426 6.488 1.506 39 4.300 1.499 66.364
Buchwerte 31.12.2020 36.418 11.818 6.357 1.525 45 4.354 1.325 61.842

Die für die Werthaltigkeitsprüfungen der Geschäfts- oder Firmenwerte 2021 und 2022 verwendeten langfristigen Wachstumsraten und Kapitalkostensätze können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

Parameter Werthaltigkeitsprüfung Wachstumsrate Nachsteuer-Kapitalkostensatz in %
2021 2022
Crop Science 2,0 2,0
Pharmaceuticals 0,0 0,0
Consumer Health 1,0 1,0

Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen für die Geschäfts- oder Firmenwerte wird der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten berechnet. Im Vorjahr wurden keine Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen.

Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse bei der Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts in den Segmenten Pharmaceuticals und Consumer Health zum Jahresende wurde eine Minderung der zukünftigen Cashflows um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen Prozentpunkt angenommen. Die Sensitivitätsanalyse kam zu dem Ergebnis, dass sich für die Segmente Pharmaceuticals und Consumer Health bei einer Minderung der zukünftigen Cashflows um 10 %, einer Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder einer Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen Prozentpunkt wie im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf ergeben würde.

Im Segment Crop Science führt eine Minderung der zukünftigen Cashflows um 10 % zu einer Wertminderung um rund 4,6 Mrd. €, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % zu einer Wertminderung um rund 5,1 Mrd. € und eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen Prozentpunkt zu einer Wertminderung um rund 4,2 Mrd. €, die jeweils eine zusätzliche Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert zur Folge hätten. Im Vorjahr hätte eine Minderung der zukünftigen Cashflows um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen Prozentpunkt nicht zu einem Wertminderungsbedarf geführt.# Die Sensitivitäten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in Bezug auf eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % und eine Minderung der zukünftigen Cashflows um 10 % gehen aus folgender Übersicht hervor:

B 14/5 Sensitivitäten ZGE in Mio. €

Kapitalkosten +10% Cash Flow -10 %
Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften -708 -1.474
Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften -105 -234
Glyphosat -71 -182
Baumwollsaatgut -50 -148
Rapssaatgut -25 -63
Gemüsesaatgut -80 -137

Die Ebenen, auf denen die Werthaltigkeitsprüfungen durchgeführt werden, sind in Anhangangabe [3] erläutert. Für den Bayer-Konzern wesentliche immaterielle Vermögenswerte ohne reguläre Abschreibung und Geschäfts- oder Firmenwerte sind den folgenden Segmenten zugeordnet:

B 14/6 Immaterielle Vermögenswerte ohne reguläre Abschreibung

Berichtssegment Geschäfts- oder Firmenwert (in Mio. €) Wesentliche Vermögenswerte ohne reguläre Abschreibung (in Mio. €)
2021 2022
Crop Science 24.524 23.623
Pharmaceuticals 11.441 11.670
Consumer Health 4.141 4.278

Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 waren unter den immateriellen Vermögenswerten ohne reguläre Abschreibung nicht nutzungsbereite F&E-Projekte mit einem Betrag von 3.764 Mio. € (Vorjahr: 4.300 Mio. €) enthalten. Im Bereich Geschäfts- oder Firmentwerte sind 77 Mio. € sonstigen Segmenten zugeordnet. Bei F&E-Projekten ist der Zeitraum, ab dem ein aktivierter Vermögenswert erwartungsgemäß einen Nutzenzufluss an das Unternehmen generiert, nicht bestimmbar. Es handelt sich dementsprechend um noch nicht nutzungsbereite Vermögenswerte. Sie unterliegen einem jährlichen Wertminderungstest. Als weiterer immaterieller Vermögenswert ohne reguläre Abschreibung wird das im Jahr 1994 für die Region Nordamerika zurückerworbene „Bayer-Kreuz“ berücksichtigt, das infolge von Reparationsleistungen nach dem Ersten Weltkrieg an die USA und Kanada fiel. Der Zeitraum, über den dieser Firmenname ökonomischen Nutzen stiftet, ist nicht bestimmbar, da die fortwährende Nutzung durch den Bayer-Konzern beabsichtigt ist. Das „Bayer-Kreuz“ ist mit einem Buchwert von 108 Mio. € (Vorjahr: 108 Mio. €) aktiviert.

15. Sachanlagen

Die Sachanlagen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt:

B 15/1 Entwicklung Sachanlagen in Mio. €

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand: 31.12.2021 9.827 10.752 2.483 3.126 26.188
Akquisitionen
Investitionen 551 297 256 1.693 2.797
Abgänge –365 –482 –210 –43 –1.100
Umbuchungen 343 1.244 35 –1.622
Umbuchungen gemäß IFRS 5 –128 –88 –26 4 –238
Desinvestitionen/Konzernkreisänderungen –3 1 –2
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 115 108 18 18 259
Währungsänderungen 135 156 44 98 433
Stand: 31.12.2022 10.478 11.984 2.601 3.274 28.337
Kumulierte Abschreibungen
Stand: 31.12.2021 4.376 6.751 1.711 662 13.500
Abgänge –256 –387 –182 –34 –859
Abschreibungen und Wertminderungen 548 954 313 7 1.822
Abschreibungen 523 759 309 1.591
Wertminderungen 25 195 4 7 231
Wertaufholungen –8 –1 –9
Umbuchungen 4 650 –19 –635
Umbuchungen gemäß IFRS 5 –44 –46 –14 –104
Desinvestitionen/Konzernkreisänderungen 1 1
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 51 80 12 143
Währungsänderungen 33 67 24 45 169
Stand: 31.12.2022 4.704 8.070 1.844 45 14.663
Buchwerte
31.12.2022 5.774 3.914 757 3.229 13.674
31.12.2021 5.451 4.001 772 2.464 12.688

Bei den Sachanlagen wurden Wertminderungen in Höhe von 231 Mio. € vorgenommen(Vorjahr: 106 Mio. €). Sie resultieren mit 170 Mio. € im Wesentlichen aus den Ergebnissen der Werthaltigkeitsprüfung im Segment Crop Science. Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 38 Mio. € als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten qualifizierter Vermögenswerte in den Sachanlagen aktiviert (Vorjahr: 30 Mio. €). Der dabei angewandte Finanzierungskostensatz betrug im Durchschnitt 2,6 % (Vorjahr: 2,6 %). In den Sachanlagen sind Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen in Höhe von 1.225 Mio. € (Vorjahr: 1.145 Mio. €) aktiviert. Zu den Leasingverhältnissen siehe Anhangangabe [28].

Die Sachanlagen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt:

B 15/2 Entwicklung Sachanlagen (Vorjahr) in Mio. €

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand: 31.12.2020 9.083 9.841 2.147 2.575 23.646
Akquisitionen 11 7 18
Investitionen 334 288 257 1.333 2.212
Abgänge –263 –241 –97 –4 –605
Umbuchungen 290 534 76 –900
Umbuchungen gemäß IFRS 5 –22 –11 –7 –40
Desinvestitionen/Konzernkreisänderungen 31 –5 2 2 30
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 38 39 8 4 89
Währungsänderungen 325 307 83 123 838
Stand: 31.12.2021 9.827 10.752 2.483 3.126 26.188
Kumulierte Abschreibungen
Stand: 31.12.2020 3.933 6.046 1.400 544 11.923
Abgänge –164 –196 –51 2 –409
Abschreibungen und Wertminderungen 497 723 300 78 1.598
Abschreibungen 483 711 298 1.492
Wertminderungen 14 12 2 78 106
Wertaufholungen –32 –7 –2 –8 –49
Umbuchungen –4 4
Umbuchungen gemäß IFRS 5 –13 –10 1 –22
Desinvestitionen/Konzernkreisänderungen 30 3 33
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 17 31 7 55
Währungsänderungen 108 165 52 46 371
Stand: 31.12.2021 4.376 6.751 1.711 662 13.500
Buchwerte
31.12.2021 5.451 4.001 772 2.464 12.688
31.12.2020 5.150 3.795 747 2.031 11.723

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Zum 31. Dezember 2022 betrug der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 124 Mio. € (Vorjahr: 136 Mio. €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien betrug 669 Mio. € (Vorjahr: 700 Mio. €). Aus der Vermietung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultierten Mieterträge von 22 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) sowie direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen von 2 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €).

16. Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen

Im Konzernabschluss wurden 43 assoziierte Unternehmen (Vorjahr: 33) und fünf Gemeinschaftsunternehmen (Vorjahr: sechs) nach der Equity-Methode bilanziert. Die Liste der Gesellschaften ist unter www.bayer.de/anteilsbesitz2022 abrufbar. Die folgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der aggregierten Ergebnisdaten und der aggregierten Buchwerte der at-equity bilanzierten assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen:

B 16/1 Ergebnisdaten und Buchwerte at-equity bewerteter Unternehmen

Assoziierte Unternehmen 2021 Assoziierte Unternehmen 2022 Gemeinschaftsunternehmen 2021 Gemeinschaftsunternehmen 2022
in Mio. €
Ergebnis nach Ertragsteuern –293 –586 –42 –62
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 64 16
Gesamtergebnis nach Ertragsteuern –229 –570 –42 –62
Anteiliges Ergebnis nach Ertragsteuern¹ 70 –117 –21 –33
Anteiliges Gesamtergebnis nach Ertragsteuern 121 –104 –21 –33
Buchwert zum 31.12. 496 826 133 67

¹ Beinhaltet auch Gewinne aus der Neubewertung der at-equity bewerteten Beteiligungen aufgrund des Verlusts des maßgeblichen Einflusses und der anschließenden Beendingung der Bilanzierung nach der Equity-Methode.

17. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzten sich wie folgt zusammen:

B 17/1 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

31.12.2021 Gesamt 31.12.2021 davon kurzfristig 31.12.2022 Gesamt 31.12.2022 davon kurzfristig
in Mio. €
AC¹ 731 571 230 32
FVTPL¹ 3.923 2.506 6.359 4.950
davon Schuldtitel 3.714 2.474 6.295 4.947
davon Eigenkapitaltitel 209 32 64 3
FVTOCI¹ 504 98 395
davon Eigenkapitaltitel (kein Recycling) 504 98 395
Forderungen aus Derivaten 181 162 244 221
Leasingforderungen 29 5 29 5
Gesamt 5.368 3.342 7.257 5.208

¹Bewertungskategorie gemäß IFRS 9
AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten)
FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral)
FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam)

Die Kategorie „AC“ enthielt verzinsliche Wertpapiere in Höhe von 129 Mio. € (Vorjahr: 111 Mio. €) sowie Anlagen bei Banken in Höhe von 14 Mio. € (Vorjahr: 552 Mio. €). Im Berichtsjahr wurden ebenso wie im Vorjahr keine wesentlichen Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste erfasst. Die Schuldtitel der Kategorie „FVTPL“ enthielten Anlagen in Money-Market-Funds in Höhe von 4.594 Mio. € (Vorjahr: 2.473 Mio. €). Darüber hinaus waren Gründungsstockdarlehen in Höhe von 1.102 Mio. € (Vorjahr: 644 Mio. €) und Genussrechtskapital in Höhe von 142 Mio. € (Vorjahr: 153 Mio. €) gegenüber der Bayer-Pensionskasse VVaG (Bayer-Pensionskasse) sowie Gründungsstockdarlehen in Höhe von 62 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) gegenüber der Rheinischen Pensionskasse VVaG enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 hat die Bayer-Pensionskasse bzw. die Rheinische Pensionskasse einen Betrag im Nominalvolumen von 500 Mio. € bzw. 57 Mio. € aus der vereinbarten Gründungsstocklinie abgerufen. In diesem Zusammenhang wurde das im Gründungsstockvertrag zwischen der Bayer-Pensionskasse und der Bayer AG vereinbarte Zusagevolumen um 500 Mio. € erhöht. Die Eigenkapitaltitel der Kategorie „FVTPL“ enthielten die Beteiligung an Century Therapeutics, Inc., USA, in Höhe von 61 Mio. € (Vorjahr: 177 Mio. €) sowie an Pyxis Oncology, Inc., USA, in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €).## 18. Vorräte

Die Vorräte setzten sich wie folgt zusammen:

B 18/1
| Name | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2021 | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2022 |
| ---------------------------------------- | ------------------------------------ | ------------------------------------ |
| Pivot Bio, Inc., USA | 58 | 62 |
| Recursion Pharmaceuticals Inc., USA | 98 | 47 |
| Huma Therapeutics Ltd., Großbritannien | 41 | 46 |
| AMR Action Fund L.P., USA | 41 | 44 |
| Flagship Ventures Fund V, L.P., USA | 36 | 22 |
| Innovative Seed Solutions LLC, USA | 42 | 12 |
| Restliche Beteiligungen | 188 | 162 |
| Gesamt | 504 | 395 |

Im Berichtsjahr sind ebenso wie im Vorjahr keine wesentlichen Dividenden eingenommen worden. Nähere Erläuterungen der Forderungen aus Derivaten werden in Anhangangabe [27] gegeben.

B 18/1 Vorräte in Mio. €
| | 31.12.2021 | 31.12.2022 |
| ------------------------------ | ---------: | ---------: |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 2.011 | 2.695 |
| Erzeugnisse und Handelswaren | 9.164 | 10.720 |
| Rückgaberechte | 95 | 180 |
| Geleistete Anzahlungen | 44 | 41 |
| Gesamt | 11.314 | 13.636 |

Die Wertberichtigungen auf Vorräte, die in den Herstellungskosten des Umsatzes ausgewiesen werden, entwickelten sich folgendermaßen:

B 18/2 Wertberichtigungen auf Vorräte in Mio. €
| | 2021 | 2022 |
| :----------------------------------------- | -----: | -----: |
| Kumulierte Wertberichtigungen zum 01.01. | –100 | –136 |
| Wertberichtigungen in der Berichtsperiode | –73 | –13 |
| Wertaufholung/Inanspruchnahme | 37 | 43 |
| Währungsänderungen | – | 4 |
| Kumulierte Wertberichtigungen zum 31.12. | –136 | –102 |

In den Umsatzkosten waren als Aufwand erfasste Anschaffungs- und Herstellungskosten von Vorräten in Höhe von 14.693 Mio. € (Vorjahr: 13.102 Mio. €) enthalten.

19. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen betrugen zum Bilanzstichtag 10.312 Mio. € (Vorjahr: 10.047 Mio. €) und verteilten sich auf folgende Regionen bzw. Länder:

B 19/1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Mio. €
| | 2021 | 2022 |
| :--------------------------------------- | -----: | -----: |
| Nordamerika | 2.727 | 3.072 |
| davon USA | 2.564 | 2.855 |
| EMEA | 3.456 | 3.004 |
| davon Deutschland | 1.148 | 683 |
| Asien/Pazifik | 2.080 | 2.129 |
| Lateinamerika | 2.438 | 2.807 |
| davon Brasilien | 1.282 | 1.446 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (vor Wertberichtigung) | 10.701 | 11.012 |
| Kumulierte Wertberichtigungen | –654 | –700 |
| Buchwert 31.12. | 10.047 | 10.312 |
| davon langfristig | 277 | 216 |

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen im Wesentlichen ausstehende Beträge aus verschiedenen Kundengruppen und Vertriebskanälen (z. B. Händler und Einzelhändler für alle Unternehmensbereiche, Apotheken für Pharmaceuticals und Consumer Health, Landwirte für Crop Science). Der Konzern ist bei seinen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einem Kreditrisiko ausgesetzt, weist jedoch keine wesentlichen Konzentrationen von Kreditrisiken auf, da das Risiko auf eine große Anzahl von Gegenparteien und Kunden verteilt ist. Die nicht einzelwertberichtigten Forderungen wurden auf der Grundlage etablierter Kreditmanagementprozesse und individueller Einschätzungen der Kundenrisiken als einziehbar eingestuft. In den erfassten Wertminderungen war zum Ende des Berichtszeitraums eine angemessene Risikovorsorge enthalten. Die langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthielten Forderungen in Höhe von 124 Mio. € (Vorjahr: 226 Mio. €) aus der Auslizenzierung von Nutzungsrechten an Technologien an einen Kunden, die mit der Akquisition von Monsanto erworben wurden.

Die Bruttobuchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

B 19/2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Bruttobuchwerte in Mio. €
| | Nicht einzel- wertberichtigte Forderungen (vereinfachter Ansatz) | Einzelwert- berichtigte Forderungen | Gesamt |
| :--------------------------------------------------------- | :------------------------------------------------------------- | :--------------------------------- | -----: |
| Bruttobuchwerte zum 01.01.2021 | 9.210 | 526 | 9.736 |
| Veränderung aus in der Berichtsperiode erfassten oder ausgebuchten Forderungen | 202 | 218 | 420 |
| Umgliederung in einzelwertberichtigte Forderungen | –33 | 33 | – |
| Umgliederung von einzelwertberichtigten Forderungen | 38 | –38 | – |
| Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen | – | –35 | –35 |
| Sonstige Veränderungen: aus Währungsänderungen | 189 | 7 | 196 |
| Bruttobuchwerte zum 31.12.2021 | 9.606 | 711 | 10.317 |
| Veränderung aus in der Berichtsperiode erfassten oder ausgebuchten Forderungen | 326 | 93 | 419 |
| Umgliederung in einzelwertberichtigte Forderungen | –23 | 23 | – |
| Umgliederung von einzelwertberichtigten Forderungen | 50 | –50 | – |
| Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen | – | –43 | –43 |
| Sonstige Veränderungen: aus Währungsänderungen | –104 | –8 | –112 |
| Bruttobuchwerte zum 31.12.2022 | 9.855 | 726 | 10.581 |

Beinhaltet nur Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

B 19/3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Wertberichtigungen in Mio. €
| | Erwartete Wert- minderungen (vereinfachter Ansatz) | Einzelwert- berichtigungen | Gesamt |
| :---------------------------------------------------------------- | :------------------------------------------------- | :------------------------- | -----: |
| Kumulierte Wertberichtigungen zum 01.01.2021 | 253 | 368 | 621 |
| Veränderungen durch in der Berichtsperiode erfasste oder ausgebuchte Forderungen und Erhöhungen/Reduzierungen bereits erfasster Wertminderungen und Einzelwertberichtigungen | –159 | 219 | 60 |
| Umgliederung von Einzelwertberichtigungen | 1 | –1 | – |
| Ausbuchungen von uneinbringlichen Forderungen | – | –35 | –35 |
| Sonstige Veränderungen: aus Währungsänderungen | 3 | 5 | 8 |
| Kumulierte Wertberichtigungen zum 31.12.2021 | 98 | 556 | 654 |
| Veränderungen durch in der Berichtsperiode erfasste oder ausgebuchte Forderungen und Erhöhungen/Reduzierungen bereits erfasster Wertminderungen und Einzelwertberichtigungen | –20 | 115 | 95 |
| Umgliederung von Einzelwertberichtigungen | 1 | –1 | – |
| Ausbuchungen von uneinbringlichen Forderungen | – | –43 | –43 |
| Sonstige Veränderungen: aus Währungsänderungen | –2 | –4 | –6 |
| Kumulierte Wertberichtigungen zum 31.12.2022 | 77 | 623 | 700 |

Beinhaltet nur Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Aufteilung nach Wertberichtigungsquoten stellte sich wie folgt dar:

B 19/4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – erwartete Verlustquoten
| | 0 bis 1 % | > 1 bis 5 % | > 5 bis 10 % | > 10 % | Einzelwert- berichtigungen | Gesamt |
| :---------------------------------------- | --------: | --------: | -----------: | -----: | -------------------------- | -----: |
| 2022 | | | | | | |
| Bruttobuchwert | 7.483 | 2.274 | 43 | 55 | 726 | 10.581 |
| Risikovorsorge | 26 | 40 | 3 | 8 | 623 | 700 |

Beinhaltet nur Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten.

B 19/5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – erwartete Verlustquoten (Vorjahr)
| | 0 bis 1 % | > 1 bis 5 % | > 5 bis 10 % | > 10 % | Einzelwert- berichtigungen | Gesamt |
| :---------------------------------------- | --------: | --------: | -----------: | -----: | -------------------------- | -----: |
| 2021 | | | | | | |
| Bruttobuchwert | 7.255 | 2.060 | 261 | 30 | 711 | 10.317 |
| Risikovorsorge | 30 | 45 | 16 | 7 | 556 | 654 |

Beinhaltet nur Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Für die Segmente Pharmaceuticals und Consumer Health besteht im Rahmen eines globalen Kreditversicherungsprogramms durch eine sogenannte Excess-of-Loss-Policy eine Absicherung. Über 80 % der Forderungen dieser Segmente sind bis zu einer maximalen jährlichen Entschädigungszahlung in Höhe von 150 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) abgesichert. Für das Segment Crop Science besteht ebenfalls eine globale Excess-of-Loss-Policy. In diesem globalen Kreditversicherungsprogramm sind über 80 % der Forderungen bis zu einer maximalen jährlichen Entschädigungszahlung in Höhe von 500 Mio. € (Vorjahr: 500 Mio. €) abgesichert. Daneben waren Forderungen durch Anzahlungen, Akkreditive, Bürgschaften und Garantien sowie Pfandrechte auf Grundstücke, Gebäude und Ernteerträge in Höhe von 774 Mio. € (Vorjahr: 802 Mio. €) besichert.

20. Sonstige Forderungen

Die sonstigen Forderungen setzten sich wie folgt zusammen:

B 20/1 Sonstige Forderungen
| | 31.12.2021 | 31.12.2022 |
| :---------------------------------------------- | :------------------- | :------------------- |
| | Gesamt | davon kurzfristig | Gesamt | davon kurzfristig |
| Forderungen aus sonstigen Steuern | 891 | 883 | 988 | 980 |
| Rechnungsabgrenzungen | 319 | 307 | 330 | 297 |
| Vermögenswerte aus überdotierten Pensionsplänen | 800 | – | 596 | – |
| Nettovermögen aus anderen langfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer | 209 | – | 148 | – |
| Ansprüche aus Lebensversicherungsverträgen | 95 | – | 91 | – |
| Forderungen gegenüber Mitarbeitern | 44 | 42 | 47 | 47 |
| Erstattungsansprüche | 126 | 119 | 34 | 28 |
| Übrige Forderungen | 601 | 358 | 754 | 571 |
| Gesamt | 3.085| 1.709 | 2.988| 1.923 |

Die sonstigen Forderungen enthielten Wertberichtigungen in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). In den übrigen Forderungen waren sonstige Vorauszahlungen für Dienstleistungen in Höhe von 130 Mio. € (Vorjahr: 104 Mio. €) enthalten.

21. Eigenkapital

Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals sowie die Entwicklung in den Jahren 2021 und 2022 ergeben sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Bayer-Konzerns.

Kapitalmanagement

Die langfristige Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts, die allen Anspruchsgruppen des Unternehmens zugutekommt, und die Sicherung der Liquidität sowie der Kreditwürdigkeit des Bayer-Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements. Die Reduzierung der Kapitalkosten trägt hierzu ebenso bei wie die Optimierung der Kapitalstruktur und der Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit sowie ein effektives Risikomanagement. Das Kapitalmanagement des Konzerns basiert auf den von den Ratingagenturen verwendeten Verschuldungskennziffern, die (mit unterschiedlicher Ausgestaltung) das Ergebnis einer Periode in Relation zur Verschuldung setzen. Unsere Finanzstrategie zielt darauf ab, wieder ein Langfrist-Rating der A-Kategorie zu erlangen.

Die von uns beauftragten Ratingagenturen stufen Bayer wie folgt ein: S&P Global vergibt eine Langfrist-Ratingnote von BBB und ein Kurzfrist-Rating von A-2. Der Ausblick ist stabil. Moody’s vergibt ein Baa2/P-2 mit negativem Ausblick und Fitch Ratings ein BBB+/F2 mit stabilem Ausblick. Die Investment-Grade-Ratings von allen drei Agenturen spiegeln eine gute Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wider und gewährleisten den Zugang zu einer breiten Investorenbasis für die Finanzierung. Neben der Reduzierung der Nettofinanzverschuldung durch Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft dienen zur Umsetzung der Finanzstrategie u. a. nachrangige Hybridanleihen sowie ein mögliches Aktienrückkaufprogramm.# Net Financial Debt

Net financial debt comprises bonds, liabilities to banks, lease liabilities, liabilities from derivative financial instruments and other financial liabilities less receivables from derivative financial instruments, cash and cash equivalents as well as short-term financial assets. Bayer is not subject to minimum capital requirements from its main financing activities.

Share Capital and Capital Reserves

The share capital of Bayer AG amounted to €2,515 million as of December 31, 2022 (previous year: €2,515 million), divided into 982,424,082 (previous year: 982,424,082) no-par value shares in registered form, and was fully paid up. Each no-par value share grants one vote.

B 21/1 Fully Paid-up Ordinary Shares

Number of Shares 2021 2022
As of January 1 982,424,082 982,424,082
Repurchased and reissued shares
As of December 31 982,424,082 982,424,082

The capital reserves contain premiums from the issuance of shares.

Accumulated Other Comprehensive Income

Accumulated other comprehensive income comprises retained earnings and accumulated other comprehensive income. Retained earnings include the past earnings of companies included in the consolidated financial statements that have not been distributed. Furthermore, all remeasurements of the net obligation from defined benefit pension plans recognized in other comprehensive income are included here. Accumulated other comprehensive income includes the effect on profit or loss from currency translation of financial statements of foreign subsidiaries, changes in the fair values of financial instruments used for hedging purposes (cash flow hedges) and of equity instruments, and the revaluation reserve.

Dividend

Under German stock corporation law, the distributable dividend is based on the profit available for appropriation, which is reported in the annual financial statements of Bayer AG prepared in accordance with the regulations of the German Commercial Code (HGB). For the 2021 fiscal year, a dividend of €2.00 per share was paid from the consolidated net income. The proposed dividend for the 2022 fiscal year is €2.40 per share, which corresponds to a distribution volume of €2,358 million based on the current number of shares. The proposed dividend is subject to shareholder approval at the Annual General Meeting and is therefore not recognized as a liability in the consolidated financial statements.

Non-controlling Interests

The development of non-controlling interests in equity in the years 2021 and 2022 is shown in the following statement.

B 21/2 Development of Non-controlling Interests in Equity in € million

2021 2022
As of January 1 152 148
Non-profit-affecting changes in equity
Adjustment item from currency translation of foreign subsidiaries 13 –9
Other changes –9 18
Dividend distribution –30 –20
Profit after income taxes 22 16
As of December 31 148 153

The non-controlling interests are primarily attributable to the following companies:

B 21/3 Major Subsidiaries with Non-controlling Interests

Bayer CropScience Limited, India Bayer LLC Saudi Arabia, Saudi Arabia Rede Agro Fidelidade e Intermediacao S.A., Brazil
2021 2022 2021
Equity share of non-controlling interests in % 28.6 % 28.6 % 25.0 %
Equity attributable to non-controlling interests in € million 145 133 4
Dividend paid to non-controlling interests in € million 22 20
Long-term assets in € million 534 487 2
Short-term assets in € million 390 423 179
Long-term liabilities in € million 18 28 6
Short-term liabilities in € million 174 193 160
Sales revenue in € million 552 641 145
Profit after income taxes in € million 68 61 4
of which attributable to non-controlling interests in € million 19 18 1
Other comprehensive income in € million 117 28 4
of which attributable to non-controlling interests in € million 33 8 1
Cash flow from operating activities in € million 22 81
Cash flow from investing activities in € million 22 6 –7
Cash flow from financing activities in € million –82 –71 8

Pension Provisions and Similar Obligations

For benefits after termination of employment, provisions for pensions and similar obligations were formed in the case of defined benefit pension commitments. The net obligation was recognized in the balance sheet as follows:

B 22/1 Balance Sheet Presentation of the Net Obligation

Pensions Other Benefit Commitments Total
31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Provisions for pensions and similar obligations (net obligation) in € million 7,071 4,286 104
of which domestic 6,082 3,575
of which foreign 989 711 104
Assets from overfunded pension plans (net asset) in € million 798 596 2
of which domestic 20 61
of which foreign 778 535 2
Recognized net obligation in € million 6,273 3,690 102
of which domestic 6,062 3,514
of which foreign 211 176 102

The expenses for defined benefit pension plans and other benefit commitments included the following components:

B 22/2 Expenses for Defined Benefit Commitments

Pensions Other Benefit Commitments Total
2021 2022 2021
Inland Inland Foreign
Current service cost in € million 269 294 123
Past service cost in € million 4 –24
of which plan curtailments –14
of which plan settlements –2
Plan administration costs, paid from plan assets in € million 2 2 8
Net interest in € million 62 69 12
Total 337 365 117

In addition, net gains from remeasurements of the net obligation from defined benefit pension plans of €2,557 million (previous year: €1,593 million) were recognized in other comprehensive income during the fiscal year. This relates to pension obligations of €2,632 million (previous year: €1,539 million), other benefit commitments of €9 million (previous year: €60 million), and the consideration of the limit on plan assets of –€84 million (previous year: –€6 million). In the reporting year, plan curtailments of –€2 million were carried out (previous year: –€14 million). The net obligation from defined benefit pension plans developed as follows:

B 22/3 Development of the Net Obligation in € million

Defined Benefit Obligation Fair Value of Plan Assets Consideration of the Limit for Plan Assets Recognized Net Obligation
Inland
As of January 1, 2022 –17,433 11,371 –6,062
Acquisitions
Divestitures/Changes in Group Scope 11 –9 2
Current service cost –294 –294
Past service cost
Net interest –205 136 –69
Actuarial gains (+)/losses (–) 4,685 4,685
of which due to changes in financial parameters 4,763 4,763
of which due to changes in demographic parameters
of which experience adjustments –78 –78
Returns on plan assets excluding amounts already recognized as interest income –2,090 –2,090
Change in the recognition limit for plan assets –83 –83 –83
Employer contributions 14 14
Employee contributions –76 29 –47
Payments for plan settlements
Pension benefits paid from plan assets 179 –179
Pension benefits paid by the company 432 432
Plan administration costs, paid from plan assets –2 –2
As of December 31, 2022 –12,701 9,270 –83 –3,514
Foreign
As of January 1, 2022 –8,962 8,666 –17 –313
Acquisitions
Divestitures/Changes in Group Scope 6 –2 4
Current service cost –135 –135
Past service cost 4 4
Gains (+)/losses (–) from plan settlements
Net interest –221 211 –2 –12
Actuarial gains (+)/losses (–) 2,057 2,057
of which due to changes in financial parameters 2,156 2,156
of which due to changes in demographic parameters –21 –21
of which experience adjustments –78 –78
Returns on plan assets excluding amounts already recognized as interest income –2,011 –2,011
Change in the recognition limit for plan assets –1 –1 –1
Employer contributions 40 40
Employee contributions –21 21
Payments for plan settlements 17
Pension benefits paid from plan assets 379 –379
Pension benefits paid by the company 135 135
Plan administration costs, paid from plan assets –6 –6
Currency changes –255 217 –2 –40
As of December 31, 2022 –6,996 6,740 –22 –278
of which other benefit commitments –558 456 –102
Total as of December 31, 2022 –19,697 16,010 –105 –3,792

B 22/4 Development of the Net Obligation (Previous Year) in € million

Defined Benefit Obligation Fair Value of Plan Assets Consideration of the Limit for Plan Assets Recognized Net Obligation
Inland
As of January 1, 2021 –17,966 10,806 –7,160
Acquisitions
Divestitures/Changes in Group Scope
Current service cost –269 –269
Past service cost –4 –4
Net interest –159 97 –62
Actuarial gains (+)/losses (–) 433 433
of which due to changes in financial parameters 550 550
of which due to changes in demographic parameters
of which experience adjustments –117 –117
Returns on plan assets excluding amounts already recognized as interest income 517 517
Change in the recognition limit for plan assets
Employer contributions 100 100
Employee contributions –67 30 –37
Payments for plan settlements
Pension benefits paid from plan assets 177 –177
Pension benefits paid by the company 422 422
Plan administration costs, paid from plan assets –2 –2
As of December 31, 2021 –17,433 11,371 –6,062
Foreign
As of January 1, 2021 –9,311 8,333 –10 –988
Acquisitions
Divestitures/Changes in Group Scope
Current service cost –137 –137
Past service cost
Pensionszusagen Andere Leistungszusagen Gesamt
in Mio. € 2021 2022
Leistungsorientierte Verpflichtung der Versorgungszusagen 25.734 19.139
davon rückstellungsfinanziert 674 586
davon fondsfinanziert 25.060 18.553
Deckungsstatus der fondsfinanzierten Zusagen
Vermögensüberdeckung 825 711
Vermögensunterdeckung 6.408 3.712

Pensionszusagen und andere Leistungszusagen

Für die meisten Beschäftigten wird für die Zeit nach der Pensionierung durch den Konzern direkt oder durch Beitragszahlungen an private und öffentliche Einrichtungen Vorsorge getroffen. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Die Verpflichtungen umfassen sowohl solche aus bereits laufenden Pensionen als auch aus Anwartschaften auf künftig zu zahlende Pensionen.

Der Bayer-Konzern hat für die Belegschaft in verschiedenen Ländern fondsfinanzierte Versorgungspläne eingerichtet. Für Pensionspläne mit Leistungsgarantien innerhalb des Konzerns wird, jeweils basierend auf der Risikostruktur der Verpflichtungen (insbesondere Demografie, aktueller Ausfinanzierungsgrad, Struktur der erwarteten zukünftigen Cashflows, Zinssensitivität, biometrische Risiken etc.), regulatorischen Rahmenbedingungen und allgemein vorhandener Risikotoleranz bzw. Risikotragfähigkeit, eine individuelle Kapitalanlagestrategie, welche hierzu möglichst adäquat ist, abgeleitet. Hierauf basierend wird vor dem Hintergrund der jeweiligen Kapitalmarktentwicklung ein risikoadäquates strategisches Zielportfolio entwickelt. Dabei sind Risikostreuung, Portfolioeffizienz und ein angemessenes Chancen-Risiken-Verhältnis (sowohl landesspezifisch als auch im weltweiten Zusammenhang), das insbesondere die Zahlung sämtlicher zukünftiger Versorgungsleistungen als zentrales Kriterium berücksichtigt, relevante Determinanten der verwendeten Anlagestrategien. Da die Ableitung der Kapitalanlagestrategie für jeden Pensionsplan individuell unter Berücksichtigung der o. g. individuellen Rahmenbedingungen durchgeführt wird, können Anlagestrategien für unterschiedliche Pensionspläne erheblich voneinander abweichen.

Die Kapitalanlagestrategien sind allgemein weniger an einer absoluten Renditemaximierung ausgerichtet, sondern daran, dass die zugesagten Verpflichtungen in langfristiger Perspektive mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit finanziert werden können. Für die Pensionspläne werden mithilfe von Risikomanagementsystemen Stressszenarien simuliert sowie weitere Risikoanalysen (z. B. Value at Risk) durchgeführt.

Einer der bedeutendsten Versorgungspläne stellt die Bayer-Pensionskasse VVaG (Bayer-Pensionskasse), Deutschland, dar. Sie ist für Neueintritte ab 2005 geschlossen. Die rechtlich selbstständige Bayer-Pensionskasse ist ein Lebensversicherungsunternehmen und unterliegt daher dem Versicherungsaufsichtsgesetz. Die zugesagten Leistungen, die über die Bayer-Pensionskasse abgedeckt sind, umfassen Altersrenten, Hinterbliebenenversorgung und Invalidenrenten. Der als Multi-Employer-Plan anzusehende leistungsorientierte Plan finanziert sich über Beiträge der aktiven Mitglieder und über Beiträge der Arbeitgeber. Der Firmenbeitrag wird jeweils festgesetzt als fester Prozentsatz, bezogen auf den Beitrag der Beschäftigten. Er ist für alle beteiligten Arbeitgeber – auch für nicht zum Bayer-Konzern gehörende Mitgliedsunternehmen – gleich und wird unter Berücksichtigung überrechnungsmäßiger Erträge aus Kapitalanlagen und Risikoverlauf auf Vorschlag des verantwortlichen Aktuars im Benehmen mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Kasse festgesetzt. Auch Bayer kann auf Vorschlag des verantwortlichen Aktuars sowie im Benehmen mit Vorstand und Aufsichtsrat der Kasse den Firmenbeitrag anpassen. Hinsichtlich der Haftung gilt aufgrund von § 1 Absatz 1 Satz 3 Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) für deutsche Pensionskassen allgemein: Wenn die Pensionskasse von ihrem satzungsgemäßen Recht zur Leistungskürzung Gebrauch macht, so haftet jeder Arbeitgeber für die sich aufgrund der Leistungskürzung ergebende Differenz. Bayer haftet nicht für Verpflichtungen konzernfremder Mitgliedsunternehmen, dies gilt auch beim Austritt eines Mitgliedsunternehmens aus der Pensionskasse.

Für Neueintritte ab 2005 werden Pensionszusagen über die Rheinische Pensionskasse VVaG, Deutschland, gewährt. Die zukünftigen Pensionszahlungen des Multi-Employer leistungsorientierten Plans orientieren sich bei diesen Zusagen u. a. an den geleisteten Beitragszahlungen und den erwirtschafteten Renditen unter Berücksichtigung einer Garantieverzinsung.

Ein weiteres bedeutendes Finanzierungsvehikel stellt der Bayer Pension Trust e. V. (BPT), Deutschland, dar. Dieser deckt weitere Versorgungskomponenten des Bayer-Konzerns, wie z. B. Deferred Compensation, Pensionsverpflichtungen, die zuvor in der Schering Altersversorgung Treuhand e. V., Deutschland, verwaltet wurden, und Teile anderer Direktzusagen.

Die leistungsorientierten Pensionspläne in den USA sind eingefroren, und es können keine nennenswerten Neuansprüche mehr erworben werden. Das allen amerikanischen Pensionsplänen zugrunde liegende Vermögen wird aus Gründen der Effizienz innerhalb einer Master-Trust-Konstruktion gehalten. Die geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen basieren auf dem Employee Retirement Income Security Act (ERISA). Insbesondere ist ein Mindestfinanzierungsgrad von 80 % gesetzlich erforderlich, um Leistungseinschränkungen (Benefit Restrictions) zu vermeiden. Die versicherungsmathematischen Risiken wie Anlagerisiko, Zinsrisiko und Langlebigkeitsrisiko verbleiben beim Unternehmen.

Im Oktober 2021 wurden sowohl der Bayer Corporation Pension Plan als auch der Monsanto Company Pension Plan geändert und bestimmte leistungsorientierte Verpflichtungen an ein großes US-amerikanisches Versicherungsunternehmen übertragen. Als Gegenleistung wurden etwa 485 Mio. USD an den externen Rentenanbieter aus dem Planvermögen gezahlt. Die Neubewertung erhöhte das Finanzergebnis für den verbleibenden Zeitraum bis zum 31. Dezember 2021 um etwa 1,2 Mio. USD. Das Versicherungsunternehmen hat alle rechtlichen und faktischen Verpflichtungen für die übertragenen Versorgungsleistungen erworben und wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2022 für diese Zahlungen verantwortlich.

Die leistungsorientierten Pensionspläne in Großbritannien sind seit Jahren für Neueintritte geschlossen. Das Planvermögen in Großbritannien wird von unabhängigen Treuhändern (Trustees) verwaltet, die qua Gesetz allein dem Wohl der Begünstigten verpflichtet sind. Auf Basis lokaler Vorschriften wird alle drei Jahre eine technische Bewertung durchgeführt, aus welcher dann auch eine Planung zur Deckung eines potenziell erforderlichen Finanzierungsbedarfs abgestimmt wird. Auch hier verbleiben die versicherungsmathematischen Risiken beim Unternehmen.

Im Ausland betreffen die anderen Leistungszusagen im Wesentlichen Unterstützungsleistungen zur medizinischen Versorgung von Pensionären in den USA.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens zur Deckung der Pensionsverpflichtungen sowie der anderen Leistungszusagen setzte sich wie folgt zusammen:

B 22/6 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember

Pensionszusagen Andere Leistungszusagen
in Mio. € Inland Ausland
31.12.2022 20.037
31.12.2021 8.666
Veränderung
davon andere Leistungszusagen -26.395 19.037
davon andere Leistungszusagen -661 559
Gesamt 31.12.2021 -26.395

Die Versorgungsverpflichtungen entfielen im Wesentlichen auf Deutschland (65 %; Vorjahr: 66 %), die USA (20 %; Vorjahr: 18 %) und Großbritannien (6 %; Vorjahr: 8 %).

Die Verpflichtungen aus den Versorgungsplänen bestanden in Deutschland zu rund 29 % (Vorjahr: 37 %) gegenüber der aktiven Belegschaft, zu rund 62 % (Vorjahr: 53 %) gegenüber Pensionären und Hinterbliebenen sowie zu rund 9 % (Vorjahr: 10 %) gegenüber ausgeschiedenen Beschäftigten mit unverfallbaren Ansprüchen.

In den USA entfielen rund 24 % (Vorjahr: 27 %) der Versorgungsverpflichtungen auf die aktive Belegschaft, rund 60 % (Vorjahr: 56 %) auf Pensionäre und Hinterbliebene und rund 16 % (Vorjahr: 17 %) auf ausgeschiedene Beschäftigte mit unverfallbaren Ansprüchen.

Die tatsächlichen Verluste aus dem Planvermögen, die sich auf Pensionsverpflichtungen und auf andere Leistungszusagen beziehen, beliefen sich auf –3.650 Mio. € (Vorjahr: 1.081 Mio. € Ertrag) bzw. –104 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. € Ertrag).

Die leistungsorientierte Verpflichtung der Versorgungszusagen für Pensionen und der anderen Leistungszusagen sowie der Deckungsstatus der fondsfinanzierten Verpflichtungen werden in der folgenden Tabelle dargestellt:

Gewinne (+)/Verluste (–) aus Planabgeltung Nettozins Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (–) davon aufgrund veränderter finanzieller Parameter davon aufgrund veränderter demografischer Parameter davon erfahrungsbedingte Anpassungen Erträge aus Planvermögen ohne bereits als Zinsertrag erfasste Beträge Veränderung der Ansatzobergrenze für Planvermögen Arbeitgeberbeiträge Arbeitnehmerbeiträge Zahlungen für Planabgeltung Gezahlte Versorgungsleistungen aus dem Planvermögen Gezahlte Versorgungsleistungen vom Unternehmen Planverwaltungskosten, aus dem Planvermögen gezahlt Währungsänderungen
frühere Jahre 32 32 1 1 –190 172 –1 –19 326 326 352 352 31 31 –57
31.12.2021 –8.962 8.666 –17 –313
davon andere Leistungszusagen –661 559 –102
Gesamt 31.12.2021 –26.395 20.037 –17 –6.375 € 2021 2022 2021 2022 2021 2022
Planvermögen auf Basis öffentlich notierter Marktpreise
Immobilien und Immobilienfonds – – 330 321 13 15
Aktien und Aktienfonds 3.182 2.388 1.862 1.206 122 73
Kündbare Schuldtitel – – 62 55 – –
Nicht kündbare Schuldtitel – – 3.195 2.712 380 320
Rentenfonds 4.705 3.590 1.767 1.267 – –
Derivative Finanzinstrumente – – 9 6 – –
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 805 1.023 54 117 9 9
Sonstige – – 7 9 – –
8.692 7.001 7.286 5.693 524 417

Planvermögen, für das keine öffentlich notierten Marktpreise vorliegen
Immobilien und Immobilienfonds 516 544 195 95 – –
Aktien und Aktienfonds 309 319 69 48 – –
Kündbare Schuldtitel 792 608 5 5 – –
Nicht kündbare Schuldtitel 918 675 – – – –
Rentenfonds – – 138 109 – –
Derivative Finanzinstrumente – – – – – –
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – – – – – –
Sonstige 144 123 414 334 35 39
2.679 2.269 821 591 35 39

Planvermögen 11.371 9.270 8.107 6.284 559 456

Innerhalb des Planvermögens sind Vermögenswerte mit einem Buchwert von 2.899 Mio. € (Vorjahr: 3.535 Mio. €) enthalten, deren Zeitwerte nicht anhand öffentlich notierter Marktpreise bestimmt werden. In dem beizulegenden Zeitwert des inländischen Planvermögens waren von Konzerngesellschaften gemietete Immobilien mit ihren Marktwerten in Höhe von 63 Mio. € (Vorjahr: 62 Mio. €) sowie über Fonds gehaltene Bayer-Aktien und Anleihen der Bayer AG mit einem Marktwert in Höhe von 14 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) bzw. 8 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) enthalten. Unter dem sonstigen Planvermögen sind begebene Baudarlehen, sonstige Forderungen und qualifizierte Versicherungspolicen ausgewiesen.

Risiken
Die Risiken aus leistungsorientierten Versorgungszusagen entstehen zum einen aus den leistungsorientierten Verpflichtungen und zum anderen aus der Kapitalanlage in Planvermögen. Aus diesen Risiken können sich u. a. zusätzliche Einzahlungserfordernisse in das Planvermögen ergeben, um laufenden und künftigen Pensionsverpflichtungen nachkommen zu können, sowie negative Effekte auf die Rückstellungen und das Eigenkapital.

Demografische/biometrische Risiken
Da ein großer Teil der leistungsorientierten Versorgungszusagen lebenslange Versorgungsleistungen sowie Hinterbliebenenrenten umfassen, können frühere Inanspruchnahmen oder längere Versorgungszeiträume zu höheren Versorgungsverpflichtungen, höheren Versorgungsaufwendungen und höheren Rentenzahlungen als bisher erwartet führen.

Anlagerisiko
Sollten die tatsächlichen Planerträge niedriger sein als die auf Basis des Abzinsungssatzes angenommenen Planerträge, würde sich die Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen ceteris paribus erhöhen. Dies könnte etwa von einem Sinken der Aktienkurse, von Steigerungen des Marktzinses für bestimmte Anleihen, von Zahlungsausfällen bei einzelnen Schuldnern oder von dem Erwerb risikoarmer, aber niedrig verzinslicher Anleihen herrühren.

Zinsrisiko
Bei einem Rückgang der Kapitalmarktzinssätze, insbesondere der Zinssätze für qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen, würde sich die Verpflichtung erhöhen. Dies würde zumindest teilweise durch die dann steigenden Marktwerte der gehaltenen korrespondierenden Schuldtitel kompensiert.

Bewertungsparameter und deren Sensitivitäten
Die folgenden gewichteten Parameter wurden zur Bewertung der Versorgungsverpflichtungen zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres zugrunde gelegt:

B 22/7 Parameter Versorgungsverpflichtungen Inland Ausland Gesamt
in % 2021 2022 2021 2022 2021 2022
Pensionszusagen
Abzinsungssatz 1,20 3,90 2,30 4,85 1,55 4,20
davon USA 2,80 5,30 2,80 5,30
davon Großbritannien 1,80 4,50 1,80 4,50
Erwartete Lohn-/Gehaltsentwicklung 2,25 2,75 3,30 3,50 2,60 3,00
Erwartete Rentenentwicklung 1,80 2,70 3,00 3,15 2,20 2,85
Andere Leistungszusagen
Abzinsungssatz – – 3,50 5,90 3,50 5,90

In Deutschland wurden hinsichtlich der Sterblichkeit die Heubeck-Richttafeln (RT) 2018 G, in den USA die MP‑2021 Mortality Tables sowie in Großbritannien 100 % von S3NMA und 101 % von S3NFA zugrunde gelegt. Aufgrund der derzeit hohen kurz- und mittelfristigen Inflationserwartung wurde die erwartete Rentenentwicklung in Deutschland gemäß unserer Methodik auf 2,70 % (Vorjahr: 1,80 %) angehoben. Das Vorgehen ist konsistent zur Vorperiode und berücksichtigt neben den kurz- und langfristigen Inflationsprognosen auch die Spezifika der Population sowie den Anpassungsmechanismus von Bayer (Drei-Jahres-Turnus). Die Parametersensitivitäten wurden, basierend auf einer detaillierten Bewertung analog der Ermittlung der Daten in Tabelle B 22/3, durch sachverständige Aktuare berechnet. Eine Änderung der einzelnen Parameter um 0,5 Prozentpunkte bzw. der Sterbewahrscheinlichkeit jedes einzelnen Berechtigten um 10 % hätte bei ansonsten konstant gehaltenen Annahmen folgende Auswirkungen auf die Versorgungsverpflichtungen zum Ende des laufenden Geschäftsjahres:

B 22/8 Sensitivitäten Versorgungsverpflichtungen Inland Ausland Gesamt
in Mio. € Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme
Pensionszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes um 0,5 %-Punkte –799 894 –314 343 –1.113 1.237
Änderung der erwarteten Lohn-/ Gehaltsentwicklung um 0,5 %-Punkte 13 –12 42 –40 55 –52
Änderung der erwarteten Rentenentwicklung um 0,5 %-Punkte 570 –523 77 –51 647 –574
Änderung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10 % –676 656 –145 152 –821 808
Andere Leistungszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes um 0,5 %-Punkte – – –22 23 –22 23
Änderung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10 % – – –13 14 –13 14

B 22/9 Sensitivitäten Versorgungsverpflichtungen (Vorjahr) Inland Ausland Gesamt
in Mio. € Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme
Pensionszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes um 0,5 %-Punkte –1.382 1.580 –512 571 –1.894 2.151
Änderung der erwarteten Lohn-/ Gehaltsentwicklung um 0,5 %-Punkte 29 –27 60 –57 89 –84
Änderung der erwarteten Rentenentwicklung um 0,5 %-Punkte 915 –832 144 –103 1.059 –935
Änderung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10 % –1.056 1.057 –248 268 –1.304 1.325
Andere Leistungszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes um 0,5 %-Punkte – – –31 34 –31 34
Änderung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10 % – – –19 22 –19 22

Wegen ihres Versorgungscharakters werden insbesondere die Verpflichtungen der US-Tochtergesellschaften für die Krankheitskosten der Beschäftigten nach deren Eintritt in den Ruhestand ebenfalls unter den pensionsähnlichen Verpflichtungen ausgewiesen. Für die Krankheitskosten wurde dabei eine Kostensteigerungsrate von 7,0 % (Vorjahr: 6,5 %) unterstellt, die sich bis zum Jahr 2031 (Vorjahr: 2028) schrittweise auf 5,0 % (Vorjahr: 5,0 %) reduziert. Eine Änderung der zugrunde gelegten Kostensteigerungsraten der Krankheitskosten um einen Prozentpunkt hätte folgende Auswirkungen:

B 22/10 Sensitivität Krankheitskosten
Zunahme um 1 %-Punkt Abnahme um 1 %-Punkt
in Mio. € 2021 2022 2021 2022
Auswirkungen auf die anderen Versorgungsverpflichtungen 39 27 –33 –24
Auswirkungen auf den Versorgungsaufwand 2 2 –1 –1

Geleistete und zukünftige Zahlungen
Folgende Auszahlungen bzw. Einbringungen entsprechen den getätigten bzw. erwarteten Arbeitgeberbeiträgen für fondsfinanzierte Versorgungspläne:

B 22/11 Gezahlte und erwartete Arbeitgeberbeiträge Inland Ausland
in Mio. € 2021 2022 2023 erwartet 2021 2022 2023 erwartet
Pensionszusagen 100 14 109 88 66 55
Andere Leistungszusagen – – – –17 –26 3
Gesamt 100 14 109 71 40 58

Bayer war bisher verpflichtet, Beiträge für den Ausgleich bestehender Unterdeckungen (Deficit Contributions) jährlich in Höhe von rund 27 Mio. GBP für seine britischen Pensionspläne zu leisten. Ab dem Jahr 2022 besteht diese feste Verpflichtung nicht mehr. Für die amerikanischen Pensionspläne wurden 2022 keine solchen Defizitbeiträge geleistet (Vorjahr: ebenfalls keine Defizitbeiträge). Im Jahr 2023 wird Bayer voraussichtlich keine oder sehr geringe reguläre Beiträge für seine amerikanischen Pensionspläne leisten, da diese im Wesentlichen geschlossen und eingefroren sind.

Die zukünftig zu zahlenden Versorgungsleistungen für fondsfinanzierte und rückstellungsfinanzierte Versorgungspläne werden wie folgt geschätzt:

B 22/12 Zukünftige Zahlungen für Versorgungsleistungen
Auszahlung aus Planvermögen Auszahlung vom Unternehmen
Pensionen Andere Leistungs- zusagen Pensionen Andere Leistungs- zusagen
in Mio. € Inland Ausland Ausland Gesamt Inland Ausland Ausland Gesamt
2023 187 399 22 608 468 105 26 599
2024 188 405 21 614 473 104 26 603
2025 189 407 22 618 480 108 26 614
2026 189 411 22 622 488 118 26 632
2027 190 415 22 627 491 123 27 641
2028–2032 965 2.113 107 3.185 2.518 726 137 3.381

In Deutschland beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungszusagen für Pensionen 14,2 Jahre (Vorjahr: 17,1 Jahre), im Ausland 11,5 Jahre (Vorjahr: 13,4 Jahre). Für die ausländischen anderen Leistungszusagen liegt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit bei 9,1 Jahren (Vorjahr: 10,7 Jahre).

23.Andere Rückstellungen
Die einzelnen Rückstellungskategorien entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt:

B 23/1 Entwicklung andere Rückstellungen
in Mio. € Sonstige Steuern Umwelt- schutz Restruk- turierung Kunden- und Liefe- ranten- verkehr Rechts- streitig- keiten Personal Sonstige Gesamt
01.01.2022 36 701 1.415 373 9.039 3.240 795 15.599
Zuführung 19 33 402 83 842 3.331 473 5.183
Inanspruchnahme –19 –37 –424 –182 –3.029 –2.711 –348 –6.750
Auflösung –3 –141 –142 –5 –160 –596 –200 –1.247
Umgliederung in das zur Veräußerung gehaltene Fremdkapital – – – – – –8 –2 –10
Aufzinsung – 16 5 1 236 –25 6 239
Währungsänderungen 1 45 4 14 538 52 15 669
31.12.2022 34 617 1.260 284 7.466 3.283 739 13.683
davon kurzfristig 12 76 381 232 1.958 2.249 184 5.092

Den Rückstellungen standen Erstattungsansprüche in Höhe von 22 Mio. € (Vorjahr: 30 Mio. €) gegenüber, die als Forderung aktiviert wurden. Sie bezogen sich überwiegend auf Erstattungsansprüche aus der Produkthaftung. Die Inanspruchnahme der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 3.029 Mio.# H1 - Financial Review

3.3.3.3 Other Provisions

€ represents a reclassification of settlement payments due in the PCB legal case to other liabilities. The obligation amounted to €1,240 million and was settled in January 2023.

Environmental protection Provisions for environmental protection essentially include the expected costs related to the fulfillment of environmental requirements, for remediation of contaminated sites, retrofitting of landfills, and recultivation and water protection measures.

Restructuring Provisions for restructuring include only expenses directly attributable to restructuring measures that are necessary for the restructuring and not related to future operating business. These include, for example, expenses for severance payments to employees and compensation payments for unused leased properties. Restructuring measures include, among others, the sale or termination of a business unit, the closure of sites, the relocation of business activities to another location, or the fundamental reorganization of business units. Of the provisions for restructuring, €1,233 million (previous year: €1,362 million) were for severance payments and €27 million (previous year: €53 million) for other restructuring expenses. The latter essentially include other costs associated with the divestment of research activities and the closure of production facilities. The provision amount was allocated to the segments as follows: Crop Science €170 million (previous year: €249 million), Pharmaceuticals €633 million (previous year: €508 million), Consumer Health €20 million (previous year: €24 million), and Enabling Functions/all other segments €437 million (previous year: €634 million). The decrease in restructuring provisions in the Crop Science segment was particularly due to ongoing severance payments, e.g., in connection with organizational adjustments following the Monsanto integration. In Pharmaceuticals, the announcement of concrete restructuring plans for staff reductions in Japan and France in connection with the ongoing transformation program led to an increase in restructuring provisions. The aim of this global program is the fundamental adaptation and further development of the organization in line with the long-term strategy and the aspiration to offer groundbreaking innovations as a leading science company. The progressive utilization of existing provisions had a counteracting effect. In Consumer Health, further provisions were also formed as a result of the current transformation initiative and advanced internal communication. The aim of the initiative is to become the leading company in the consumer health industry and to enable the transformation of personal health. The utilization of existing provisions also had a counteracting effect here. The significant decrease in the Enabling Functions/all other segments area was largely due to the further utilization of existing provisions for the structural program communicated at the end of 2018.

Customer and supplier dealings Provisions relating to customer and supplier dealings include, in particular, obligations for received, not yet invoiced services and obligations for sales commissions, insofar as they are not recognized in trade payables.

Litigation The material legal risks from today's perspective and their development are presented in Note [30].

Personnel Provisions for personnel are formed, among other things, for variable, performance-related one-time payments to employees, share-based payments, payments due to service anniversaries, early retirement, and partial retirement agreements. Severance payments from restructuring are disclosed under provisions for restructuring.

Share Programs The Aspire 2.0, Aspire 3.0, and BayShare 2022 share programs are collective promises differentiated by employee groups. The accounting for the Aspire 2.0 and Aspire 3.0 programs follows the requirements of IFRS 2 for cash-settled share-based compensation. In contrast, for the BayShare share savings plan, the provisions of IFRS 2 for equity-settled share-based compensation are relevant. For the Aspire 2.0 and Aspire 3.0 programs, all obligations are recognized through provisions, the amount of which at the balance sheet date corresponds to the fair value of the vested shares of the respective promises. All resulting changes in value are recognized in profit or loss. The following table shows the development of provisions formed for Aspire 2.0 and Aspire 3.0:

B 23/2 Development of provisions in € million Aspire 01.01.2022
Additions 730
Utilization –117
Releases –370
Currency changes 20
31.12.2022 842

The value of the Aspire 2.0 program, which was fully vested at the end of 2022 and paid out at the beginning of 2023, amounted to €245 million (previous year: €107 million). The net expense for all share-based compensation programs was €365 million (previous year: €238 million), of which €5 million (previous year: €5 million) were attributable to the BayShare share savings plan. For information on securing the share programs for our workforce and their resulting additional effects on the income statement, see Note [27.3].

Long-Term Incentive Program Aspire 2.0 For Aspire 2.0, the measurement basis is an individual, position-dependent percentage of the annual base salary. This target amount is multiplied by the respective STI payout factor of the previous year per employee, resulting in the Aspire award amount. The STI payout factor reflects business performance within the Global Short-Term Incentive Program (STI). The Aspire award amount, divided by the price of the Bayer share at the beginning of the program, is converted into virtual Bayer shares. These form the basis for the program's performance. The term of a tranche is four years. Share-based compensation for the Board of Management is described in detail in the Remuneration Report (www.bayer.com/vgb). The fair value of the obligations is derived from the price of the Bayer share and additionally from the dividends paid to date. At the end of a tranche's term, an amount is paid out, which is the product of the number of virtual shares and the then applicable price of the Bayer share, plus the dividend equivalents accrued during the term. The maximum payout for Aspire 2.0 is set at 250% of the Aspire award amount. At the beginning of 2023, the tranche issued in 2019 was paid out at 98%.

Long-Term Incentive Program Aspire 3.0 With the introduction of Aspire 3.0 in 2020, Bayer's long-term incentive program now includes a range of additional, strategic performance indicators in line with the corporate strategy. After participation in this program was limited to members of the Board of Management during the first year, it has also been granted to eligible employees below this level since the beginning of 2021. Analogous to Aspire 2.0, annual tranches are granted in the form of virtual shares over a period of four years. Here too, the measurement basis is an individual, position-dependent percentage of the annual base salary, the so-called LTI target amount. The number of virtual shares is calculated as the quotient of the LTI target amount and the price of the Bayer share at the beginning of the program. However, the individual STI payout factor is no longer taken into account in the calculation of the number of virtual shares. The fair value of the obligations continues to be derived from the price of the Bayer share and the dividends already paid. In contrast to Aspire 2.0, however, an additional performance factor must be taken into account, which is composed of the following three weighted performance components: relative capital market performance (40%), return on capital (40%), and sustainability (20%). The final LTI payout is the product of the number of virtual shares, the then applicable price of the Bayer share, and the aforementioned weighted performance factor, plus the dividend equivalents accrued during the performance period. The maximum payout is limited to 250% of the LTI target amount. Share-based compensation for the Board of Management and the three performance components mentioned above are described in detail in the Remuneration Report (www.bayer.com/vgb).

BayShare 2022 Under the name "BayShare," a share savings plan was offered to all management levels and tariff employees in Germany, in which Bayer grants a subsidy for an own investment in Bayer shares. For this purpose, on November 9, 2022, approximately 492,000 shares (previous year: 500,000 shares) were repurchased by Bayer AG in accordance with Section 71 (1) No. 8 AktG at a price of €50.11 per share (previous year: €51.41 per share). This corresponds to a share in the share capital of €1.3 million (previous year: €1.3 million) or 0.05% (previous year: 0.05%). At the time of acquisition, the value of the shares was €25 million (previous year: €26 million). The shares were distributed to the employees' accounts at the end of 2022, so that there were no own shares in inventory as of December 31, 2022. The amount of the subsidy granted was 20% (previous year: 20%) of the subscription amount. Employees specified a fixed amount for which they wanted to subscribe for shares. Depending on the employee's position, the total amount for share acquisition in Germany was limited to €2,500 (previous year: €2,500) or €5,000 (previous year: €5,000).Die erworbenen Aktien unterliegen einer Veräußerungssperre bis zum 31. Dezember 2023.

Sonstige

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Zinszahlungen auf Ertragsteuern und sonstige Steuern, Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten, soweit diese nicht den anderen Rückstellungskategorien zuordenbar sind, sowie Stilllegungs- und ähnliche Verpflichtungen. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse für bestimmte Rückstellungen, bei der die individuell angesetzten Eintrittswahrscheinlichkeiten um jeweils fünf Prozentpunkte verändert wurden, ergaben sich keine wesentlichen Abweichungen zu den zurückgestellten Beträgen.

24. Finanzverbindlichkeiten

Insgesamt setzten sich die Finanzverbindlichkeiten wie folgt zusammen:

B 24/1 Finanzverbindlichkeiten 31.12.2021 31.12.2022
in Mio. € Gesamt davon kurzfristig Gesamt
Anleihen 37.593 2.045 36.602
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 773 772 3.484
Leasingverbindlichkeiten 1.165 236 1.234
Verbindlichkeiten aus Derivaten 69 69 190
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.272 1.269 142
Gesamt 40.872 4.391 41.652

Die Finanzverbindlichkeiten haben nach ihren vertraglichen Bestimmungen die folgenden Fälligkeiten:

B 24/2 Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten in Mio. € 31.12.2021 in Mio. € 31.12.2022
2022 2023 2024
4.391 7.861 3.818
Gesamt 40.872

Folgende Anleihen sind durch den Bayer-Konzern begeben worden:

B 24/3 Anleihen Nominalvolumen zum 31.12.2021 Buchwert zum 31.12.2021 Nominalvolumen zum 31.12.2022 Buchwert zum 31.12.2022
in Mio. €
Hybridanleihen¹
Hybridanleihe 2014/2024²/2074 1.500 Mio. EUR 1.498 1.500 Mio. EUR 1.499
Hybridanleihe 2015/2022²/2075 1.300 Mio. EUR 1.299
Hybridanleihe 2019/2025²/2079 1.000 Mio. EUR 993 1.000 Mio. EUR 995
Hybridanleihe 2019/2027²/2079 750 Mio. EUR 747 750 Mio. EUR 748
Hybridanleihe 2022/2027²/2082 500 Mio. EUR 495
Hybridanleihe 2022/2030²/2082 800 Mio. EUR 791
USD-Anleihen¹, ⁴
Fälligkeit < 1 Jahr 250 Mio. USD 219 3.500 Mio. USD 3.275
Fälligkeit > 1 Jahr < 5 Jahre 9.114 Mio. USD 8.027 5.614 Mio. USD 5.226
Fälligkeit > 5 Jahre 10.800 Mio. USD 9.309 10.800 Mio. USD 9.887
EUR-Anleihen¹, ⁴
Fälligkeit < 1 Jahr 1.750 Mio. EUR 1.749 500 Mio. EUR 500
Fälligkeit > 1 Jahr < 5 Jahre 4.950 Mio. EUR 4.936 5.950 Mio. EUR 5.932
Fälligkeit > 5 Jahre 8.800 Mio. EUR 8.739 7.300 Mio. EUR 7.254
JPY-Anleihen¹
Fälligkeit < 1 Jahr 10 Mrd. JPY 77
Gesamt 37.593 36.602

¹ Die Anleihen sind in der Funktionalwährung des Emittenten ausgegeben und im Wesentlichen mit einem fixen Coupon ausgestattet.
² Erste ordentliche Kündigungsoption, die Anleihe zum Nennwert zurückzuzahlen.
³ Die Hybridanleihe wurde vorzeitig zurückgekauft.
⁴ Anleihen im Nominalvolumen von 1.250 Mio. USD (Vorjahr: 1.250 Mio. USD und 750 Mio. €) werden variabel verzinst.

Hybridanleihen

Die durch die Bayer AG begebenen Hybridanleihen sind nachrangig und werden von drei beauftragten Ratingagenturen zu 50 % als Eigenkapital bewertet. Verglichen mit vorrangigem Fremdkapital werden dadurch die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns entlastet. Im Geschäftsjahr 2022 hat die Bayer AG die Hybridanleihe in Höhe von 1,3 Mrd. € mit Fälligkeit im Jahr 2075 (kündbar zum 2. Oktober 2022) vorzeitig zurückgekauft. Zur Finanzierung des Rückkaufs wurden im März 2022 neue Hybridanleihen über 1,3 Mrd. € platziert. Die Emission bestand aus zwei Tranchen mit einer Laufzeit von jeweils 60 Jahren. Die erste Tranche über 500 Mio. € hat eine Kündigungssperrfrist von 5,5 Jahren und einen Kupon von 4,5 %, die zweite Tranche über 800 Mio. € hat eine Kündigungssperrfrist von 8,5 Jahren und einen Kupon von 5,375 %.

Sonstige Anleihen

Im Geschäftsjahr 2022 wurden zwei Anleihen über insgesamt 250 Mio. USD (229 Mio. €) vorzeitig zurückgezahlt sowie zwei Anleihen über insgesamt 1,75 Mrd. € und eine Anleihe im Nominalvolumen von 10 Mrd. JPY (73 Mio. €) planmäßig getilgt. Die Bayer AG hat im Geschäftsjahr 2021 Anleihen über insgesamt 4 Mrd. € platziert. Die vier Tranchen mit Volumina zwischen 0,8 und 1,2 Mrd. € haben Laufzeiten von 4 Jahren, 8 Jahren, 10,5 Jahren und 15 Jahren. Die Coupons der Tranchen betragen 0,05 %, 0,375 %, 0,625 % und 1,00 %. Im Geschäftsjahr 2021 wurden fünf Anleihen über insgesamt 4,5 Mrd. USD, eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 750 Mio. € sowie eine Anleihe im Nominalvolumen von 10 Mrd. JPY planmäßig getilgt.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultierte im Wesentlichen aus der Ziehung einer Kreditlinie in Höhe von 3 Mrd. €. Diese dient zur Risikoabsicherung im Fall einer Verschlechterung der gegenwärtigen geopolitischen Situation.

Leasingverbindlichkeiten

Nähere Erläuterungen zu den Leasingverbindlichkeiten werden in Anhangangabe [28] gegeben.

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 enthielten Commercial Paper in Höhe von 80 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mrd. €).

Sonstiges

Am 31. Dezember 2022 standen dem Bayer-Konzern insgesamt ungenutzte Kreditlinien über 4,5 Mrd. € (Vorjahr: 4,5 Mrd. €) zur Verfügung. Nähere Erläuterungen zu den Verbindlichkeiten aus Derivaten werden in Anhangangabe [27] gegeben.

25. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7.490 Mio. € (Vorjahr: 6.774 Mio. €) waren innerhalb eines Jahres und 55 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) nach mehr als einem Jahr fällig. Darin enthalten sind Rechnungsbeträge in Höhe von 215 Mio. € (Vorjahr: 181 Mio. €), die im Rahmen von Supply Chain Financing von einer Bank an Lieferanten gezahlt wurden und die Bayer bei Fälligkeit an die Bank zahlen wird.

26. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten teilten sich wie folgt auf:

B 26/1 Sonstige Verbindlichkeiten 31.12.2021 31.12.2022
in Mio. € Gesamt davon kurzfristig Gesamt
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 547 531 558
Verbindlichkeiten aus Derivaten 293 252 157
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung 253 253 272
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 184 184 217
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 156 155 217
Rechnungsabgrenzungen 79 39 76
Übrige Verbindlichkeiten 2.236 681 3.414
Gesamt 3.748 2.095 4.911

In den übrigen Verbindlichkeiten ist eine Verpflichtung in Höhe von 1.240 Mio. € für die im Rahmen des Rechtsfalls PCB fälligen Vergleichszahlungen enthalten, die im Januar 2023 beglichen wurde. Die Beträge wurden im vierten Quartal des Berichtsjahres von den Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in die sonstigen Verbindlichkeiten umgebucht. Darüber hinaus sind Verbindlichkeiten für mögliche zukünftige Meilensteinzahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb des Unternehmens Asklepios BioPharmaceutical, Inc. (AskBio), USA, in Höhe von 1.108 Mio. € (Vorjahr: 1.095 Mio. €) und im Zusammenhang mit dem Erwerb des Unternehmens Vividion Therapeutics, Inc., USA, in Höhe von 453 Mio. € (Vorjahr: 431 Mio. €) ausgewiesen. Von den Rechnungsabgrenzungen entfielen 26 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) auf Zuwendungen der öffentlichen Hand, von denen im Geschäftsjahr 8 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) ertragswirksam aufgelöst wurden.

27. Finanzinstrumente

Das Risikomanagementsystem des Bayer-Konzerns für das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko und die einzelnen Marktpreisrisiken (Zinsrisiken, Währungsrisiken und Rohstoffpreisrisiken) wird einschließlich seiner Ziele, Methoden und Prozesse im Chancen- und Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt. Hier werden auch die einzelnen Marktpreisrisiken näher erläutert.

27.1 Finanzinstrumente nach Kategorien

Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 dar und leiten diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Da die Bilanzpositionen „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“, „Sonstige Forderungen“, „Finanzverbindlichkeiten“ und „Sonstige Verbindlichkeiten“ sowohl Finanzinstrumente als auch nichtfinanzielle Vermögenswerte bzw. nichtfinanzielle Verbindlichkeiten (z. B. sonstige Steuerforderungen) enthalten, dient die Spalte „Nichtfinanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ einer entsprechenden Überleitung.

B 27.1/1 Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente 31.12.2022
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet [Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert⁴] Bewertungskategorien (IFRS 9)¹ Zu fort- geführten Anschaf- fungskosten bewertet Auf Basis öffentlich no- tierter Marktpreise (Stufe 1) Auf Basis be- obachtbarer Marktdaten (Stufe 2) Auf Basis nicht be- obachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) Nichtfinan- zielle Vermö- genswerte/ Verbindlich- keiten
in Mio. € Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.881 177 254 10.312 AC 9.881
FVTPL, verpflichtend² 177
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 254
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 259 1.459 3.746 1.793 7.257
FVTPL, verpflichtend² 1.395
FVTOCI (kein Recycling), designiert³ 55
FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 9
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 126
Leasingforderungen 29 [29]
Sonstige Forderungen 406 33 2.549 2.988
FVTPL, verpflichtend² 33
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 2.549
Zahlungsmittel/-äquivalente 5.171 5.171
Finanzielle Vermögenswerte, gesamt 15.717 1.636 3.746 1.826 22.925
davon: AC 15.688
davon: FVTPL 1.581 3.620 1.486 6.687
Finanzverbindlichkeiten 41.377 190 85 41.652
FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 171
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 19
Leasingverbindlichkeiten 1.234
Bewertungskategorien (IFRS 9)¹ Zu fort- geführten Anschaf- fungskosten bewertet Auf Basis öffentlich no- tierter Marktpreise (Stufe 1) Auf Basis be- obachtbarer Marktdaten (Stufe 2) Auf Basis nicht be- obachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) Nichtfinan- zielle Vermögenswerte/ Verbindlich- keiten in Mio. € Gesamt
31.12.2021 Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.663 188 196 10.047
davon: AC 9.663 9.663
davon: FVTPL, verpflichtend² 188 188
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 196 196
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 760 1.856 1.391 1.361 5.368
davon: AC 731 731
davon: FVTPL, verpflichtend² 1.745 1.236 942 3.923
davon: FVTOCI (kein Recycling), designiert³ 98 406 504
FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 13 119 13 145
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 36 36
Leasingforderungen 29 29
Sonstige Forderungen 303 67 2.715 3.085
davon: AC 303 303
davon: FVTPL, verpflichtend² 67 67
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 2.715 2.715
Zahlungsmittel/-äquivalente 4.564 4.564
davon: AC 4.564 4.564
Finanzielle Vermögenswerte, gesamt 15.290 2.044 1.391 1.428 20.153 20.153
davon: AC 15.261 15.261
davon: FVTPL 1.946 1.355 1.022 4.323
Finanzverbindlichkeiten 40.708 69 95 40.872
davon: AC 39.543 39.543
davon: FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 69 69
Leasingverbindlichkeiten 1.165 1.165
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 95 95
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.792 6.792
davon: AC 6.792 6.792
Sonstige Verbindlichkeiten 771 31 260 1.771 3.748
davon: AC 771 771
davon: FVTPL (nicht derivativ), verpflichtend² 1.769 1.769
FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 31 21 2 54
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 239 239
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 915 915
Finanzielle Verbindlichkeiten, gesamt 48.271 31 329 1.771 50.402 50.402
davon: AC 47.106 47.106
davon: FVTPL 31 90 1.771 1.892

¹AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten), FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral), FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam)
²Eine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert gemäß IFRS 9 ist verpflichtend.
³Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral gemäß IFRS 9.5.7.5
⁴Beizulegender Zeitwert der Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten, unter Anwendung von IFRS 7.29(a)

B 27.1/3 Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3) in Mio. €

31.12.2021 Zum beizulegenden Zeitwert bewertet [Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert⁴]
Bewertungskategorien (IFRS 9)¹ Zu fort- geführten Anschaf- fungskosten bewertet
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.663
davon: AC 9.663
davon: FVTPL, verpflichtend²
Nichtfinanzielle Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 760
davon: AC 731
davon: FVTPL, verpflichtend²
davon: FVTOCI (kein Recycling), designiert³
FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
Leasingforderungen 29
Sonstige Forderungen 303
davon: AC 303
davon: FVTPL, verpflichtend²
Nichtfinanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel/-äquivalente 4.564
davon: AC 4.564
Finanzielle Vermögenswerte, gesamt 15.290
davon: AC 15.261
davon: FVTPL
Finanzverbindlichkeiten 40.708
davon: AC 39.543
davon: FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Leasingverbindlichkeiten 1.165
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.792
davon: AC 6.792
Sonstige Verbindlichkeiten 771
davon: AC 771
davon: FVTPL (nicht derivativ), verpflichtend²
FVTPL – Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten, gesamt 48.271
davon: AC 47.106
davon: FVTPL

¹AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten), FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral), FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam)
²Eine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert gemäß IFRS 9 ist verpflichtend.
³Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral gemäß IFRS 9.5.7.5
⁴Beizulegender Zeitwert der Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten, unter Anwendung von IFRS 7.29(a)

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten weichen die Buchwerte am Bilanzstichtag nicht signifikant von den beizulegenden Zeitwerten ab. Der nachrichtlich angegebene beizulegende Zeitwert der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt unter Anwendung des zum Bilanzstichtag aktuellen laufzeitadäquaten Zinssatzes ggf. unter Berücksichtigung der Bonität des Kontrahenten. Sollte ein börsennotierter Preis vorhanden sein, wird dieser als beizulegender Zeitwert angegeben. Die beizulegenden Zeitwerte von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten entsprechen notierten Preisen auf aktiven Märkten (Stufe 1) oder werden mit Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag (Stufe 2) bzw. als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) ermittelt. Sofern keine öffentlich notierten Marktpreise auf aktiven Märkten (Stufe 1) existieren, werden für Derivate die beizulegenden Zeitwerte mit Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag ermittelt (Stufe 2). Bei der Anwendung von Bewertungstechniken wird das Kreditrisiko der Vertragspartner bzw. unser Kreditrisiko durch die Ermittlung von Credit Value Adjustments bzw. Debt Value Adjustments berücksichtigt. Die Bewertung der Devisen- und Warentermingeschäfte erfolgt einzelfallbezogen und mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte von Instrumenten zur Sicherung von Zinsrisiken sowie von Zinswährungsswaps ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse ggf. unter Berücksichtigung einer Fremdwährungsumrechnung zum Stichtag. Zur Abzinsung dienen Marktzinssätze, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden. Sofern beizulegende Zeitwerte auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren geschätzt wurden, werden sie innerhalb der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie ausgewiesen. Dies betrifft im Wesentlichen bestimmte Schuld- und Eigenkapitaltitel, teilweise die beizulegenden Zeitwerte eingebetteter Derivate sowie die Verpflichtungen für bedingte Gegenleistungen im Rahmen von Unternehmensakquisitionen. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Schuldtitel innerhalb der Kategorie „FVTPL – zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam“ ist häufig das Kreditrisiko der wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktor, der im Discounted-Cashflow-Ansatz zur Anwendung kommt. Hierbei werden Credit Spreads von vergleichbaren Emittenten angewendet. Ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos könnte in einem niedrigeren beizulegenden Zeitwert resultieren, während ein signifikanter Rückgang zu einem höheren beizulegenden Zeitwert führen könnte. Eine relative Veränderung des Credit Spread um 10 % hat jedoch keine wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden Zeitwert. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der bedingten Gegenleistungen innerhalb der Kategorie „FVTPL (nicht-derivativ) – zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam“ ist die Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit bspw. von vorab festgelegten Meilensteinen im Hinblick auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte oder von Umsatzzielen sowie des zeitlichen Anfalls von Auszahlungen der wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktor. Eine Änderung der Einschätzung kann zu einem deutlich höheren oder niedrigeren beizulegenden Zeitwert führen. Eingebettete Derivate werden vom jeweiligen Basisvertrag getrennt, wenn dieser keinen finanziellen Vermögenswert darstellt und mit diesem nicht eng verbunden ist. Bei den Basisverträgen handelt es sich in der Regel um Absatz- oder Bezugsverträge aus dem operativen Geschäft. Die Zahlungsströme aus dem Vertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate bspw. in Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen bzw. Preisschwankungen. Die intern durchgeführte Bewertung von eingebetteten Derivaten erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cashflow-Methode, die auf individuellen nicht beobachtbaren Inputfaktoren – u. a. geplanten Absatz- und Bezugsmengen sowie aus Marktdaten abgeleiteten Preisen – basiert. Basierend auf diesen beizulegenden Zeitwerten erfolgt ein regelmäßiges Monitoring im Rahmen der quartalsweisen Berichterstattung. Das maximale Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und dem Wertminderungsmodell unterliegen, beträgt 15.717 Mio. € (Vorjahr: 15.290 Mio. €). Das maximale Ausfallrisiko aus bestehenden Darlehenszusagen, die dem Wertminderungsmodell unterliegen, beträgt 1.108 Mio. € (Vorjahr: 1.154 Mio. €). In diesem Zusammenhang wurden per saldo 2 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) erwartete Kreditverluste ergebniswirksam aufgelöst. Das maximale Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht dem Wertminderungsmodell unterliegen, beträgt 7.208 Mio. € (Vorjahr: 4.863 Mio. €). Bis Juni 2021 bzw. Oktober 2021 wurde die Beteiligung an Century Therapeutics, Inc., USA, bzw. Pyxis Oncology, Inc., USA, als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Bayer-Konzernabschluss einbezogen. Der im Juni 2021 bzw. Oktober 2021 erfolgte Börsengang führte zum Verlust des maßgeblichen Einflusses und resultierte auch in einem Wechsel der Bilanzierungsmethode. Seitdem werden die gehaltenen Anteile erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Covestro-Beteiligung bzw. Elanco-Beteiligung wurden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet. Der Bayer-Konzern hat im Laufe des ersten Halbjahres 2021 die restlichen Anteile an diesen Beteiligungen veräußert. Die Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3) für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten stellte sich wie folgt dar:# B 27.1/3 Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3)

Vermögens-werte – FVTPL¹ Vermögens-werte – FVTOCI (kein Recycling)¹ Derivate (Saldo) Verbindlich-keiten – FVTPL (nicht derivativ)¹ Gesamt
Buchwert zum 01.01.2022 1.009 406 11 –1.769 –343
Ergebniswirksam erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) –108 –4 –6
davon entfallend auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten –108 –4 –6
Ergebnisneutral erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) –48
Zugänge von Vermögenswerten (+)/Verbindlichkeiten (–) 591 67 658
Abgänge von Vermögenswerten (–)/Verbindlichkeiten (+) –10 –45 140 85
Konzernkreisänderungen –18 –61 –79
Währungsänderungen 9 21 1 –94 –63
Buchwert zum 31.12.2022 1.473 340 8 –1.729 92

¹Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Tabelle B 27.1/1.

B 27.1/4 Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3) (Vorjahr)

Vermögens-werte – FVTPL¹ Vermögens-werte – FVTOCI (kein Recycling)¹ Derivate (Saldo) Verbindlich-keiten – FVTPL (nicht derivativ)¹ Gesamt
Buchwert zum 01.01.2021 1.008 344 11 –1.261 102
Ergebniswirksam erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) –7 –1 –40
davon entfallend auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten –7 –1 –42
Ergebnisneutral erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) 37 37
Zugänge von Vermögenswerten (+)/Verbindlichkeiten (–) 20 48 –419 –351
Abgänge von Vermögenswerten (–)/Verbindlichkeiten (+) –22 68 46
Umgliederung in Stufe 1² –42 –42
Konzernkreisänderungen –1 –1
Währungsänderungen 10 20 1 –117 –86
Buchwert zum 31.12.2021 1.009 406 11 –1.769 –343

¹Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Tabelle B 27.1/2.
²Die Umgliederung betraf die nunmehr börsennotierte Beteiligung an Recursion Pharmaceuticals Inc., USA.

Ergebniswirksame Veränderungen wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sowie im Finanzergebnis in den Zinserträgen, im Kursergebnis und in den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen erfasst.

Die Aufwendungen, Erträge, Verluste und Gewinne aus Finanzinstrumenten lassen sich den folgenden Kategorien zuordnen:

B 27.1/5 Aufwendungen, Erträge, Verluste und Gewinne aus Finanzinstrumenten

2022 in Mio. € Gesamt
Vermögens- werte – AC¹ Vermögens- werte – FVTPL¹ Vermögens- werte – FVTOCI (kein Recycling)¹ Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung – FVTPL¹ Verbindlich- keiten – AC¹ Verbindlich- keiten – FVTPL (nicht derivativ)¹
Zinserträge 141 91 6 27 265
Zinsaufwendungen –5 –1.254 –1.259
Erträge/Aufwendungen aus Beteiligungen 1 1
Fair-Value-Änderungen –434 2 –6 –438
Aufwendungen aus Wertminderungen –126 –126
Erträge aus Zuschreibungen 128 128
Gewinne/Verluste aus Währungsumrechnung –35 –129 –11 –175
Gewinne/Verluste aus Abgängen 3 3
Sonstige finanzielle Erträge/Aufwendungen –55 –15 –70
Nettoergebnis 56 –343 1 –126 –1.253 –6 –1.671

¹Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Tabelle B 27.1/1.

B 27.1/6 Aufwendungen, Erträge, Verluste und Gewinne aus Finanzinstrumenten (Vorjahr)

2021 in Mio. € Gesamt
Vermögens- werte – AC¹ Vermögens- werte – FVTPL¹ Vermögens- werte – FVTOCI (kein Recycling)¹ Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung – FVTPL¹ Verbindlich- keiten – AC¹ Verbindlich- keiten – FVTPL (nicht derivativ)¹
Zinserträge 68 51 12 8 139
Zinsaufwendungen –11 –1.136 –1.147
Erträge/Aufwendungen aus Beteiligungen 6 6
Fair-Value-Änderungen –55 22 –40 –73
Aufwendungen aus Wertminderungen –128 –128
Erträge aus Zuschreibungen 83 83
Gewinne/Verluste aus Währungsumrechnung 27 145 –440 –268
Sonstige finanzielle Erträge/Aufwendungen 31 –5 26
Nettoergebnis 81 –4 6 168 –1.573 –40 –1.362

¹Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Tabelle B 27.1/2.

Die Zinserträge und Zinsaufwendungen aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten innerhalb der Kategorie „AC“ beinhalteten auch die Erträge und Aufwendungen aus Zinsderivaten, die Bestandteil einer bilanziellen Sicherungsbeziehung waren. Außerdem waren hierin auch Erträge und Aufwendungen aus Leasingforderungen bzw. Leasingverbindlichkeiten enthalten. Die Fair-Value-Änderungen aus Vermögenswerten innerhalb der Kategorie „FVTPL“ beinhalteten im Wesentlichen die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der Century- und Pyxis-Beteiligung (Vorjahr enthält auch die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der Elanco- bzw. Covestro-Beteiligung) sowie die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Investitionen in Money-Market-Funds und Mischfonds. Dividendenerträge werden unter den Erträgen aus Beteiligungen ausgewiesen. Zinserträge aus Schuldinstrumenten der Kategorie „FVTPL“ werden in den Zinserträgen erfasst und betreffen im Wesentlichen Zinserträge aus den der Bayer-Pensionkasse gewährten Gründungsstockdarlehen und Zinserträge aus Money-Market-Funds. Die Fair-Value-Änderungen aus Derivaten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung resultierten im Wesentlichen aus Warentermingeschäften sowie eingebetteten Derivaten. Fair-Value-Änderungen aus Verbindlichkeiten innerhalb der Kategorie „FVTPL (nicht derivativ)“ beinhalteten im Wesentlichen die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der Verpflichtungen für bedingte Gegenleistungen im Rahmen von Unternehmensakquisitionen.

Derivate, die einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit darstellen und lediglich unter der Bedingung einer Vertragsverletzung oder der Insolvenz eines der Vertragspartner verrechnet werden können, erfüllen die Kriterien für die Aufrechnung in der Bilanz nach IAS 32 nicht oder nur teilweise. Der Wert dieser Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert belief sich auf 188 Mio. € (Vorjahr: 129 Mio. €) und der mit negativem beizulegenden Zeitwert auf 310 Mio. € (Vorjahr: 308 Mio. €). Davon bestehen positive und negative beizulegende Zeitwerte gegenüber demselben Vertragspartner in Höhe von 152 Mio. € (Vorjahr: 77 Mio. €).

27.2 Fälligkeitsanalyse

Das Liquiditätsrisiko, welchem der Bayer-Konzern aus seinen Finanzinstrumenten ausgesetzt ist, setzt sich aus Verpflichtungen aus zukünftigen Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten und dem Liquiditätsrisiko aus Derivaten zum Bilanzstichtag zusammen. Daneben bestanden Darlehenszusagen aus einem noch nicht eingezahlten Teil des Gründungsstocks bei der Bayer-Pensionskasse VVaG bzw. Rheinischen Pensionskasse VVaG in Höhe von 965 Mio. € (Vorjahr: 965 Mio. €) bzw. 132 Mio. € (Vorjahr: 189 Mio. €), die in den Folgejahren zu weiteren Auszahlungen bei der Bayer AG führen können. Im Geschäftsjahr 2022 hat die Bayer-Pensionskasse bzw. die Rheinische Pensionskasse einen Betrag im Nominalvolumen von 500 Mio. € bzw. 57 Mio. € aus der vereinbarten Gründungsstocklinie abgerufen. Gleichzeitig wurde das im Gründungsstockvertrag zwischen der Bayer-Pensionskasse und der Bayer AG vereinbarte Zusagevolumen um 500 Mio. € erhöht.

B 27.2/1 Fälligkeitsanalyse der Finanzinstrumente 31.12.2022

2023 in Mio. € 2024 in Mio. € 2025 in Mio. € 2026 in Mio. € 2027 in Mio. € nach 2027 in Mio. €
Buchwert
Zinsen und Tilgung
Finanzverbindlichkeiten
Anleihen 4.658 4.813 4.938 2.432 2.150 27.931
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.410 3
Restliche Verbindlichkeiten 470 277 191 144 103 428
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.490 47 2 1 1 8
Sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung 272
Restliche Verbindlichkeiten 2.636 386 575 229 95 37
Verbindlichkeiten aus Derivaten 318 –9 1 1 1
mit Bruttoausgleich –4
Zahlungsabflüsse 9.936 1
Zahlungszuflüsse –9.753 –5
mit Nettoausgleich –5 1 1 1
Zahlungsabflüsse –5 1 1 1
Darlehenszusagen 1.108
Finanzgarantien 25
Gesamt 20.387 5.517 5.707 2.807 2.350 28.404

B 27.2/2 Fälligkeitsanalyse der Finanzinstrumente (Vorjahr)

2022 in Mio. € 2023 in Mio. € 2024 in Mio. € 2025 in Mio. € 2026 in Mio. € nach 2026 in Mio. €
Buchwert
Zinsen und Tilgung
Finanzverbindlichkeiten
Anleihen 2.827 4.566 4.574 4.671 2.340 28.958
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 679 1
Restliche Verbindlichkeiten 1.563 280 202 150 107 436
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.774 15 2 1
Sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung 253
Restliche Verbindlichkeiten 830 556 337 445 216 247
Verbindlichkeiten aus Derivaten 409 40
mit Bruttoausgleich
Zahlungsabflüsse 8.371
Zahlungszuflüsse –8.138
mit Nettoausgleich 40
Zahlungsabflüsse 40
Darlehenszusagen 1.154
Finanzgarantien 1
Gesamt 14.489 5.458 5.115 5.267 2.663 29.642

27.3 Informationen zu Derivaten

Aus sich ändernden Wechselkursen, Zinssätzen und Rohstoffpreisen ergeben sich Risiken für die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie auch für zukünftige Zahlungsmittelzu- und -abflüsse. Zur Reduzierung dieser Risiken werden Derivate eingesetzt, die teilweise als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert werden.

Währungsrisiko

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit Fremdwährungsderivaten gesichert, ohne dass diese in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen. Zusätzlich werden Zinswährungsswaps zur Absicherung von konzerninternen Darlehen abgeschlossen, die im Rahmen von bilanziellen Sicherungsbeziehungen teilweise als Cashflow-Absicherung designiert werden. Schwankungen künftiger Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aufgrund von geplanten zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsmaßnahmen in Fremdwährung werden teilweise durch den Abschluss von Derivaten, die zum Großteil im Rahmen bilanzieller Sicherungsbeziehungen als Cashflow-Hedges designiert sind, vermieden.

Zinsrisiko

Zur Steuerung des Zinsrisikos werden teilweise bei festverzinslichen Finanzschulden Zinsswaps eingesetzt. Zwei Zinsswaps in Höhe von insgesamt 500 Mio. USD wurden als Fair-Value-Sicherung (Fair-Value-Hedge) für die 2,5-Mrd.-USD-Anleihe aus dem Jahr 2018 mit Fälligkeit im Jahr 2025 designiert. Zum 31.# Dezember 2022 betrug der Buchwert dieser Anleihe 2.336 Mio. €. Durch die sicherungsbedingte Fair-Value-Anpassung in Höhe von 18 Mio. € reduzierte sich der Buchwert auf 2.318 Mio. €. Es sind keine wesentlichen Ineffektivitäten ergebniswirksam geworden. Zinsrisiken im Zusammenhang mit der Begebung neuer Anleihen werden teilweise durch Zinsderivate abgesichert, die als Cashflow-Absicherungen designiert sind. Der beizulegende Zeitwert dieser Derivate zum Zeitpunkt der Anleihenbegebung wird aus der Rücklage für Cashflow-Hedges über die Laufzeit der begebenen Anleihen in das Zinsergebnis amortisiert.

Rohstoffpreisrisiko

Auch für Preisänderungsrisiken von Beschaffungs- und Veräußerungsgeschäften für Saatgut und Energie erfolgt eine teilweise Begrenzung von Schwankungen künftiger Zahlungsmittelabflüsse und -zuflüsse durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften, die größtenteils im Rahmen bilanzieller Sicherungsbeziehungen als Cashflow-Hedges designiert sind.

Sicherung von Aktienprogrammen (Aspire)

Ein Teil der künftigen aktienbasierten Zahlungen an Beschäftigte wird gegen Wertschwankungen durch den Abschluss von Derivaten gesichert, die bei Fälligkeit gegen Barzahlung beglichen werden. Die Derivate sind im Rahmen bilanzieller Sicherungsbeziehungen als Cashflow-Hedges designiert.

Weitere Angaben zu Cashflow-Hedges

Das sonstige Ergebnis aus Cashflow-Hedges hat sich durch Veränderungen der beizulegenden Marktwerte von Derivaten um einen Betrag von 181 Mio. € verringert (Vorjahr: um 143 Mio. €). Im Berichtsjahr sind Marktwertänderungen von Derivaten in Höhe von 463 Mio. € als Aufwand (Vorjahr: 26 Mio. €) ergebniswirksam gebucht worden. Folgende Tabelle stellt die Überleitungsrechnung der Cashflow-Hedge-Rücklage (vor Steuern) im Eigenkapital nach Risikokategorien dar:

B 27.3/1 Entwicklung Rücklage (vor Steuern) für Cashflow-Hedges in Mio. €

Währungs- sicherung nicht bilanzieller Risiken Zins- sicherung nicht bilanzieller Risiken Rohstoff- preis- sicherung Sicherung von Aktien-programmen Gesamt
Stand: 01.01.2021 66 170 31 –48 219
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts –260 14 93 10 –143
In die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederter Betrag 45 –37 –1 19 26
In die Vorräte umgebuchter Betrag –89 –89
Stand: 31.12.2021 –149 147 34 –19 13
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts –341 32 96 32 –181
In die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederter Betrag 521 –41 1 –18 463
In die Vorräte umgebuchter Betrag –123 –123
Stand: 31.12.2022 31 138 8 –5 172

Im Berichtsjahr sind wie auch im Vorjahr keine wesentlichen ineffektiven Teile der Sicherungsbeziehungen ergebniswirksam geworden. Zum Jahresende bestanden die folgenden nach wesentlichen Kategorien geordneten Derivate mit den angegebenen beizulegenden Zeitwerten. Soweit Derivate in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung standen, ist dies jeweils als Davon-Vermerk angegeben:

B 27.3/2 Beizulegende Zeitwerte der Derivate

31.12.2021 31.12.2022
Beizulegende Zeitwerte Beizulegende Zeitwerte
in Mio. € in Mio. €
Nominal-wert¹ Positiv Negativ Nominal-wert¹ Positiv Negativ
Währungssicherung bilanzieller Risiken², ³ 11.838 102 –69 13.352 61 –171
Devisentermingeschäfte 11.790 80 –69 13.352 61 –171
Zinswährungsswaps 48 22
Währungssicherung nicht bilanzieller Risiken², ⁴ 5.009 23 –163 5.628 131 –91
Devisentermingeschäfte 4.738 15 –163 5.012 119 –85
davon Cashflow-Hedges 4.345 12 –157 4.567 107 –75
Devisenoptionen 271 8 616 12 –6
davon Cashflow-Hedges 271 8 587 12 –6
Zinssicherung bilanzieller Risiken², ³ 441 12 468 –19
Zinsswaps 441 12 468 –19
davon Fair-Value-Hedges 441 12 468 –19
Rohstoffpreissicherung², ⁴ 868 16 –31 1.094 17 –16
Warentermingeschäfte 860 14 –31 1.088 16 –16
davon Cashflow-Hedges 640 4 –4 807 7 –6
Warenoptionsgeschäfte 8 2 6 1
Sicherung von Aktienprogrammen², ⁴ 341 –78 143 –31
Aktientermingeschäfte 341 –78 143 –31
davon Cashflow-Hedges 341 –78 143 –31
Gesamt 18.497 153 –341 20.685 209 –328
davon Derivate mit Fälligkeit ≤ 12 Monate 17.765 148 –303 19.897 197 –317
für Währungssicherung 16.846 125 –233 18.744 180 –258
für Zinssicherung⁵ 7 –13
für Rohstoffpreissicherung 714 16 –31 1.010 17 –15
für Sicherung von Aktienprogrammen 205 –39 143 –31

¹Der Nominalwert wird als Bruttovolumen ausgewiesen, welches auch wirtschaftlich geschlossene Positionen beinhaltet.
²Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert werden in dem Bilanzposten „Sonstige finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen.
³Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert werden in dem Bilanzposten „Finanzverbindlichkeiten" ausgewiesen.
⁴Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert werden in dem Bilanzposten „Sonstige Verbindlichkeiten" ausgewiesen.
⁵Der anteilige beizulegende Zeitwert langlaufender Zinsswaps, der sich auf kurzfristige Zinszahlungen bezieht, wird als kurzfristig ausgewiesen.

Die Absicherungskurse für die wesentlichen Währungspaare der zum Jahresende bestehenden Derivate zur Währungssicherung, die in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung standen, waren wie folgt:

B 27.3/3 Absicherungskurse der Derivate in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung

31.12.2021 31.12.2022
Derivate mit Fälligkeit ≤ 12 Monate Derivate mit Fälligkeit ≤ 12 Monate
Ø-Sicherungskurs Ø-Sicherungskurs
Währungssicherung nicht bilanzieller Risiken
Devisentermingeschäfte - Cashflow-Hedges
EUR/BRL 6,83 6,04
EUR/CNH 7,85 7,23
EUR/JPY 130,38 136,71

28. Leasingverhältnisse

Die Inanspruchnahme von Wahlrechten ist in Anhangangabe [3] dargestellt. Bayer hat als Leasingnehmer vor allem Verträge über Immobilien, Maschinen und Einrichtungen sowie Fahrzeuge abgeschlossen. Leasingverträge werden individuell verhandelt und weisen jeweils unterschiedliche Vereinbarungen zu bspw. Verlängerungs-, Kündigungs- oder Kaufoptionen auf. Verträge über die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden durch Bayer haben Laufzeiten von durchschnittlich 7,8 Jahren (Vorjahr: 7,6 Jahre). Die für diese Verträge vereinbarten Zahlungen werden in vielen Fällen jährlich auf Basis der Entwicklung des Verbraucherpreisindex des jeweiligen Landes angepasst. Verträge über die Anmietung von Gebäuden enthalten in der Regel Klauseln, die eine Untervermietung ausschließlich nach Erlaubnis des Vermieters gestatten. Leasingverträge über andere Objekte als Grundstücke und Gebäude haben in der Regel Laufzeiten von durchschnittlich 6,8 Jahren (Vorjahr: 7,8 Jahre). Bei ca. der Hälfte aller Verträge (ohne Fahrzeuge) besteht wie im Vorjahr für Bayer als Leasingnehmer eine Kündigungsoption, die zu einem jeweils im Vertrag bestimmten Zeitpunkt ausgeübt werden kann. Bei ca. der Hälfte aller Verträge mit fester Mindestlaufzeit (ohne Fahrzeuge) hat Bayer wie im Vorjahr als Leasingnehmer eine Verlängerungsoption. In der Regel besteht bei Verträgen über die Anmietung von Fahrzeugen ein vorzeitiges Rückgaberecht sowie eine Verlängerungsoption.

In den Sachanlagen sind folgende Nutzungsrechte an Leasinggegenständen ausgewiesen:

B 28/1 Nutzungsrechte an Leasinggegenständen in Mio. €

31.12.2021 31.12.2022
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 774 861
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 5 8
Technische Anlagen und Maschinen 126 87
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 214 224
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 26 45
Gesamt 1.145 1.225

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Zugänge von Nutzungsrechten an Leasinggegenständen in Höhe von 557 Mio. € (Vorjahr: 338 Mio. €) bilanziert.

Die ausstehenden Leasingzahlungen weisen die folgenden Fälligkeiten auf:

B 28/2 Fälligkeiten an Leasingzahlungen in Mio. €

31.12.2021 31.12.2022
Fälligkeit < 1 Jahr 296 330
Fälligkeit > 1 Jahr < 5 Jahre 735 711
Fälligkeit > 5 Jahre 436 428
Gesamt 1.467 1.469

Die planmäßigen Abschreibungen auf Nutzungsrechte an Leasinggegenständen im Geschäftsjahr 2022 entfallen auf folgende Gruppen von Vermögenswerten:

B 28/3 Planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte an Leasinggegenständen in Mio. €

2021 2022
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 196 220
Technische Anlagen und Maschinen 31 28
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 111 117
Gesamt 338 365

Im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen Bayer als Leasingnehmer auftritt, wurden im Geschäftsjahr 2022 darüber hinaus die folgenden Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

B 28/4 GuV-Effekt aus Leasingverhältnissen in Mio. €

2021 2022
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten –53 –62
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von mehr als einem und maximal 12 Monaten –271 –428
Aufwendungen für Leasingverhältnisse mit zugrunde liegenden Vermögenswerten von geringem Wert (ohne kurzfristige Leasingverhältnisse) –2 –3
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen, die nicht in der Bewertung der Leasingverbindlichkeit enthalten sind –13 –16
Erträge aus der Untervermietung von Nutzungsrechten an Leasinggegenständen 4 5
Gewinne und Verluste aus Sale und Leaseback-Transaktionen 86
Gesamt –249 –504

Die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit den Aktivitäten als Leasingnehmer betrugen im Jahr 2022 861 Mio. € (Vorjahr: 665 Mio. €). Für kurzfristige Leasingverhältnisse, die zum Bilanzstichtag noch nicht begonnen haben, bestanden per 31. Dezember 2022 nicht bilanzierte Verpflichtungen in Höhe von 33 Mio. € (Vorjahr: 30 Mio. €). Zum Bilanzstichtag bestanden bereits eingegangene Leasingverhältnisse, die nach dem 31. Dezember 2022 beginnen und keine kurzfristigen Leasingverhältnisse darstellen, in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €).

29. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse aus Gewährleistungsverträgen, Bürgschaften und sonstigen Eventualverbindlichkeiten:

B 29/1 Haftungsverhältnisse/Eventualverbindlichkeiten in Mio. €

31.12.2021 31.12.2022
Gewährleistungsverträge 117 123
Sonstige Eventualverbindlichkeiten 2.965 5.440
Gesamt 3.082 5.563

Zum 31.## 29. Sonstige finanzielle Risiken

Zum 31. Dezember 2022 bestanden sonstige Eventualverbindlichkeiten von 5.440 Mio. € (Vorjahr: 2.965 Mio. €). Im Wesentlichen sind diese auf steuerrechtliche, arbeitsrechtliche, schadenersatzrechtliche und sonstige Sachverhalte u. a. in Deutschland, den USA und Brasilien zurückzuführen. Sowohl die Bewertung der Eventualverbindlichkeiten als auch die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des Ressourcenabflusses sind in einem hohen Maße mit Unsicherheiten behaftet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzten sich wie folgt zusammen:

Sonstige finanzielle Verpflichtungen in Mio. € 31.12.2021 31.12.2022
Bestellobligo für Sachanlagevermögen 1.018 976
Vertragliche Verpflichtung für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten 162 174
Kapitaleinzahlungsverpflichtungen 111 85
Nicht eingezahlter Teil des Gründungsstockdarlehens 1.154 1.097
Verpflichtungen aus Kooperationsvereinbarungen und bedingte Zahlungen aus Akquisitionen, die keine Unternehmenszusammenschlüsse darstellen 4.237 3.458
Umsatzabhängige Meilensteinverpflichtungen 3.187 2.971
Gesamt 9.869 8.761

Die zu erwartende Fälligkeit der Verpflichtungen aus Kooperationsvereinbarungen und umsatzabhängigen Meilensteinverpflichtungen gliedert sich wie folgt auf:

Verpflichtungen aus Kooperationsvereinbarungen und bedingte Zahlungen aus Akquisitionen, die keine Unternehmenszusammenschlüsse darstellen Umsatzabhängige Meilensteinverpflichtungen
in Mio. € in Mio. €
2021 2022
Fälligkeit < 1 Jahr 327 159
Fälligkeit > 1 Jahr < 5 Jahre 1.124 461
Fälligkeit > 5 Jahre 2.786 2.838
Gesamt 4.237 3.458
2021 2022
Fälligkeit < 1 Jahr 952 41
Fälligkeit > 1 Jahr < 5 Jahre 47 648
Fälligkeit > 5 Jahre 2.188 2.282
Gesamt 3.187 2.971

Der Konzern hat Kooperationen mit externen Partnern vereinbart, im Rahmen derer verschiedene Projekte finanziert werden oder – in Abhängigkeit vom Erreichen bestimmter Ziele („Meilensteine“) oder anderer fest vereinbarter Bedingungen – Zahlungen zu leisten sind. Diese Beträge stellen die maximal zu leistenden Zahlungen dar und sind in dieser Höhe unwahrscheinlich. Da das Erreichen der Bedingungen für die Zahlung einer hohen Unsicherheit unterliegt, können die tatsächlichen Zahlungen sowohl in Bezug auf die Höhe als auch in Bezug auf den zeitlichen Anfall deutlich davon abweichen. Der Rückgang der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Kooperationsvereinbarungen ist im Wesentlichen auf Vertragsbeendigungen innerhalb der Division Pharmaceuticals aufgrund veränderter Prioritäten der F&E-Aktivitäten zurückzuführen.

30. Rechtliche Risiken

Als international tätiges Unternehmen mit umfangreichen geschäftlichen Aktivitäten ist der Bayer-Konzern einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Antikorruption, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind in aller Regel nicht vorhersagbar. Es können deshalb aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf unser Geschäft und seine Ergebnisse haben können. Die nachfolgend beschriebenen Rechtsverfahren betrachten wir derzeit als wesentlich. Sie sind nicht als abschließende Auflistung zu verstehen.

Produktbezogene Auseinandersetzungen

  • Essure™: In den USA wurden Bayer zahlreiche Klagen von Anwenderinnen von Essure™ zugestellt. Essure™ ist ein Medizinprodukt zur permanenten Verhütung ohne operativen Eingriff. Die Klägerinnen machen Gesundheitsschäden im Zusammenhang mit Essure™ geltend, wie bspw. Hysterektomie, Perforation, Schmerzen, Blutungen, Gewichtszunahme, Nickelallergie, Depression oder ungewollte Schwangerschaft, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Bayer hat Vereinbarungen mit Anwaltskanzleien der Klägerinnen getroffen, mit denen etwa 99 % der insgesamt fast 40.000 Essure™-Klagen in den USA beigelegt werden sollen, die teilweise schon eingereicht sind und zum Teil noch nicht eingereicht wurden. Die Vergleiche umfassen sämtliche Jurisdiktionen mit einer erheblichen Anzahl von Essure™-Fällen, darunter die Joint Council Coordinated Proceedings (JCCP) im US-Bundesstaat Kalifornien sowie den Federal District Court for the Eastern District of Pennsylvania (EDPA). Nach den bisherigen Auszahlungen sind per 31. Dezember 2022 noch 0,1 Mrd. USD für Vergleiche zurückgestellt. Darin enthalten ist eine Pauschale für Ansprüche, für die noch keine Vergleichsvereinbarungen vorliegen. Das Unternehmen befindet sich hierzu in Vergleichsgesprächen mit Anwaltskanzleien, die die verbliebenen Klägerinnen vertreten. Gleichzeitig stehen wir weiterhin hinter der Sicherheit und Wirksamkeit von Essure™ und werden dieses Medizinprodukt in allen Rechtsstreitigkeiten weiterhin entschieden verteidigen, in denen eine außergerichtliche Einigung nicht erzielt werden kann. Bis zum 1. Februar 2023 wurden Bayer zwei kanadische Klagen im Zusammenhang mit Essure™ zugestellt, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird. Eine dieser Klagen wurde als Sammelklage zertifiziert. In der anderen Klage wurde die Zertifizierung als Sammelklage abgelehnt; gegen diese Entscheidung haben die Klägerinnen Berufung eingelegt. Darüber hinaus wurden Bayer etwa 160 Einzelklagen zugestellt. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.
  • Sammelklagen zu Neonikotinoiden in Kanada: In Quebec und Ontario (Kanada) sind Anträge auf Sammelklagen gegen Bayer zu Pflanzenschutzmitteln eingereicht worden, die die Wirkstoffe lmidacloprid und Clothianidin (Neonikotinoide) enthalten. Bei den Klagenden handelt es sich um Honigproduzenten, die eine landesweite Sammelklage in Ontario und eine auf Quebec beschränkte Sammelklage in Quebec anhängig gemacht haben. Die Klagenden verlangen Schaden- sowie Strafschadenersatz und behaupten, Bayer und ein weiterer Produzent von Pflanzenschutzmitteln hätten in Bezug auf die Konzeption, die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb von neonikotinoidhaltigen Pestiziden fahrlässig gehandelt. Die in Ontario anhängig gemachte Sammelklage befindet sich in einem sehr frühen Stadium. In Quebec hat ein Gericht 2018 dem Antrag der Klagenden auf Zertifizierung einer Sammelklage stattgegeben. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.
  • Roundup™ (Glyphosat): Monsanto, einer Tochtergesellschaft von Bayer, wurden in den USA zahlreiche Klagen zugestellt. Die Klagenden tragen vor, sie seien mit von Monsanto hergestellten glyphosathaltigen Produkten in Berührung gekommen. Glyphosat ist der in bestimmten Herbiziden von Monsanto einschließlich der Roundup™-Produkte enthaltene Wirkstoff. Die Klagenden tragen vor, ihr Kontakt mit diesen Produkten habe zu Gesundheitsschäden geführt, u. a. zu Erkrankungen wie dem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) und dem multiplen Myelom, und sie verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Die Klagenden behaupten u. a., dass die glyphosathaltigen Herbizidprodukte von Monsanto fehlerhaft seien, dass Monsanto die mit solchen Produkten angeblich verbundenen Risiken gekannt habe oder hätte kennen müssen und dass Monsanto die Nutzerinnen und Nutzer vor diesen Risiken nicht angemessen gewarnt habe. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Die meisten der Klagenden haben ihre Klagen bei bundesstaatlichen Gerichten in Missouri und Kalifornien eingereicht. Vor Bundesgerichten anhängige Fälle wurden in einer sogenannten Multidistrict Litigation (MDL) in Kalifornien zur vorprozessualen Koordinierung zusammengefasst. 2020 hat Monsanto ohne Eingeständnis einer Haftung eine Grundsatzvereinbarung mit den Klagenden getroffen, um die meisten der Ansprüche beizulegen. Bis zum 1. Februar 2023 hat Monsanto in einer beträchtlichen Zahl von Ansprüchen Vergleichsvereinbarungen erzielt oder steht kurz davor. Nachdem zunehmend Klarheit über Zahl und Güte der vorgebrachten Ansprüche hergestellt werden kann, gehen wir davon aus, dass von inzwischen insgesamt ca. 154.000 angemeldeten Ansprüchen ca. 109.000 verglichen sind oder aus verschiedenen Gründen nicht die Vergleichskriterien erfüllen. Die drei Fälle, die zulasten von Monsanto entschieden wurden – Johnson, Hardeman und Pilliod –, waren nicht von dem Vergleich umfasst. In den Fällen Hardeman und Pilliod beantragte das Unternehmen nach jeweils erfolglosem Berufungsverfahren beim Obersten Gerichtshof der USA (Supreme Court) eine Überprüfung. Im Juni 2022 lehnte der Supreme Court die Überprüfung der beiden Verfahren zu Hardeman und Pilliod ab. Möglicherweise werden künftige Verfahren zu Roundup™ (oder andere, nicht mit diesem Komplex zusammenhängende Verfahren) den Supreme Court mit Fragen des Vorrangs des Bundesrechts vor dem Recht einzelner Bundesstaaten konfrontieren. Das Unternehmen wird weiterhin seine rechtlichen Möglichkeiten in Bezug auf weitere Verfahren prüfen. Im Fall Carson befasst sich derzeit – nach einem dahingehenden Antrag von Monsanto – das gesamte Richtergremium des 11th Circuit Federal Court of Appeals mit der Berufung des Klägers. Das Bundesbezirksgericht in Georgia hatte erstinstanzlich zugunsten von Monsanto die klägerischen Schadenersatzansprüche, die auf dem Recht einzelner US-Bundesstaaten beruhen, aufgrund des Vorrangs von Bundesrecht zurückgewiesen (sog. Präemption). Die mündliche Verhandlung über die Berufung ist für Juni 2023 angesetzt. Im Fall Schaffner prüft der 3rd Circuit Federal Court of Appeals die Berufung von Monsanto gegen die Verweigerung der Präemption durch das Prozessgericht. Die Parteien befinden sich derzeit im schriftlichen Vorverfahren. Im November 2022 fällten die Geschworenen in dem Gerichtsverfahren Ferro (St.# Louis County, Missouri) ein Urteil zugunsten von Monsanto und stellten fest, dass Roundup™ die Krebserkrankung des Klägers nicht verursacht hat. Dieser Fall ist das sechste Verfahren in Folge, das das Unternehmen gewonnen hat. Für Kosten zur Beilegung möglicher zukünftiger Rechtsstreitigkeiten hat Bayer bilanzielle Maßnahmen getroffen. Per 31. Dezember 2022 belief sich die Rückstellung von Bayer für die o. g. Vergleiche bestehender und künftiger Glyphosat-Klagen auf 6,4 Mrd. USD. Nach wie vor bestehen aus Sicht von Bayer keinerlei Bedenken in Bezug auf die Sicherheit der Produkte. Bis zum 1. Februar 2023 wurden Bayer insgesamt 31 kanadische Klagen im Zusammenhang mit Roundup™ zugestellt, einschließlich elf Klagen, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, die Sicherheit von Glyphosat und seinen glyphosatbasierten Herbiziden entschieden zu verteidigen.

Dicamba: Im November 2016 reichte Bader Peach Farms vor einem Gericht in Missouri Klage gegen Monsanto und BASF ein. In der Folge wurden Klagen von etwa 250 Klagenden sowohl bei US-Bundes- als auch bei einzelstaatlichen Gerichten eingereicht, die Ansprüche auf Ernteschäden gegen Monsanto geltend machen, hauptsächlich für Sojabohnen, und es gab etwa sechs Klagen für andere Nutzpflanzenarten. Allgemein wird behauptet, das Dicamba-Herbizid und/oder das Xtend™-System hätten außerhalb des Zielgebiets nicht-Dicamba-tolerante Sojabohnen und andere Nutzpflanzen geschädigt. Im Jahr 2018 wurde vor einem US-Bundesgericht eine MDL für die Dicamba-Herbizide gebildet; sie ist im Eastern District of Missouri, Southeastern Division, anhängig und umfasst derzeit etwa 30 Fälle. Unabhängig von der MDL gibt es zwei Verfahren vor bundesstaatlichen Gerichten: eines in Tennessee (Tandy Ray King) wegen angeblicher Schäden an der Tabakernte 2018 und eines in Texas (Timmons), das im Namen von etwa 50 Weinbergbesitzern wegen angeblicher Schäden an ihren Weinbergen in den Erntejahren 2017–2022 eingereicht wurde. Der erste Dicamba-Prozess vor einem Geschworenengericht war 2020 der Fall Bader Farms. Die Geschworenen sprachen den Klagenden Schadenersatz in Höhe von 15 Mio. USD und einen Strafschadenersatz in Höhe von 250 Mio. USD zu, und zwar gesamtschuldnerisch gegen die Beklagten Monsanto und BASF. Monsanto reichte nach der mündlichen Verhandlung Anträge ein, die dazu führten, dass der Strafschadenersatz auf 60 Mio. USD reduziert wurde, wodurch sich der Gesamtbetrag auf 75 Mio. USD verringerte. Im Oktober 2022 einigten sich Monsanto und die Klagenden ohne Anerkennung einer Haftung auf einen Vergleich hinsichtlich aller erhobenen Ansprüche. Es werden weiterhin neue Ansprüche im Zusammenhang mit Dicamba geltend gemacht, die als potenzielle künftige Gerichtsverfahren infrage kommen. Zu den wichtigsten gehört ein Anspruch von Frey Farms, einem Erzeuger von Wassermelonen, Kürbissen und anderem Gemüse. In Bezug auf alle anderen Dicamba-Fälle, mit Ausnahme von Frey und einer kleinen Anzahl von neu eingereichten Klagen und Ansprüchen, hat Monsanto eine Vereinbarung zur Beilegung der Verfahren getroffen. Der Vergleich sieht die Zahlung für begründete Ansprüche von Sojabohnenanbauern in den Erntejahren 2015–2020 vor, die einen Ertragsverlust aufgrund der Anwendung von Dicamba-Produkten auf einer XtendTM-Kultur nachweisen können. Dieser Teil des Vergleichs ist auf 300 Mio. USD gedeckelt. Der Vergleich sieht außerdem zusätzliche Mittel in Höhe von bis zu 100 Mio. USD vor für Ansprüche von Landwirten anderer Pflanzenkulturen wegen Dicamba-Schäden sowie für Anwaltsgebühren, Prozesskosten und die Verwaltung der Vergleiche. Ansprüche konnten bis Mai 2021 geltend gemacht werden. Der Vergleichsverwalter ermittelt derzeit die Anspruchsberechtigung und die Beträge, die den Anspruchsberechtigten zugesprochen werden. Nach den bisher erfolgten Auszahlungen beträgt zum 31. Dezember 2022 die verbleibende Rückstellung für Vergleiche 0,3 Mrd. USD.

Versicherung gegen Produkthaftungsansprüche

Im Zusammenhang mit den o. g. produktbezogenen Auseinandersetzungen ist Bayer in jeweils industrieüblichem Umfang gegen gesetzliche Produkthaftungsansprüche versichert und hat auf Grundlage der derzeit vorliegenden Informationen entsprechende bilanzielle Vorsorgemaßnahmen getroffen. Insbesondere die bilanziellen Vorsorgemaßnahmen hinsichtlich der Ansprüche zu Essure™, Dicamba und Roundup™ (Glyphosat) übersteigen allerdings den bestehenden Versicherungsschutz.

Patentrechtliche Auseinandersetzungen

Bollgard II RR Flex™/lntacta™:

In Brasilien reichte der Verband der Baumwollanbauer des Bundesstaats Mato Grosso (AMPA) im Jahr 2019 bei einem Bundesgericht eine Patentnichtigkeitsklage ein. Die Klage richtet sich gegen vier Patente zu Bollgard II RR Flex™, einer Baumwolltechnologie von Bayer. 2020 hat das brasilianische Patentamt in dem Gerichtsverfahren die Gültigkeit aller vier Patente anerkannt. Zwei der Patente werden zudem in administrativen Nichtigkeitsverfahren vor dem brasilianischen Patentamt angegriffen. Eines der Patente, das Promoter-Patent, ist auch Gegenstand einer Patentnichtigkeitsklage zur Sojabohnentechnologie lntacta™, die der Verband der Sojabohnenanbauer des Bundesstaats Mato Grosso (Aprosoja/MT) 2017 bei einem brasilianischen Bundesgericht eingereicht hat. Neben der Nichtigerklärung der Patente wird mit beiden Klagen eine zweifache Erstattung der gezahlten Lizenzgebühren beantragt. Beide Klagen wurden als kollektive Klagen eingereicht und sind vor demselben Bundesrichter anhängig. Die lntacta™-Sojabohnentechnologie von Bayer wird noch durch zwei weitere Patente geschützt, von denen eines in einem administrativen Nichtigkeitsverfahren vor dem brasilianischen Patentamt angegriffen wird – vom Verband der Sojabohnenanbauer des Bundesstaats Rio Grande do Sul (Aprosoja/RS). Zusätzlich zu der 2017 eingereichten Klage in Bezug auf das Promoter-Patent fordert der Verband der Sojabohnenerzeuger des Bundesstaats Mato Grosso (Aprosoja/MT) nun in einer separaten Klage eine Korrektur der Ablaufdaten aller drei Patente, die die Intacta™-Sojabohnentechnologie von Bayer schützen. Der Verband behauptet, dass zwei dieser Patente bereits abgelaufen seien, und fordert außerdem eine entsprechende Rückerstattung von gezahlten Lizenzgebühren und eine Reduzierung laufender Lizenzzahlungen. 2021 entschied das Bundesgericht, den Anträgen weiterer Verbände der Sojabohnenerzeuger und des Verbands der Baumwollanbauer des Bundesstaats Mato Grosso (AMPA) auf Zulassung als Nebenkläger stattzugeben. Eines der beiden Patente, das Promoter-Patent, deckt auch Bollgard II RR Flex™ ab und ist Gegenstand der Streitigkeiten mit AMPA. Aprosoja/MT argumentiert, dass die Laufzeit der Patente verfassungswidrig festgelegt wurde. 2021 wurde eine Entscheidung des brasilianischen Obersten Gerichtshofs rechtskräftig, wonach die Laufzeit von Patenten, die zuvor auf mindestens zehn Jahre ab Patenterteilung festgelegt war, verfassungswidrig ist und stattdessen 20 Jahre ab Einreichung der Patentanmeldung beträgt. Dies wird rückwirkend auf bestimmte Patente angewandt und verkürzt deren Laufzeit. Bayer ist jedoch der Ansicht, dass weder Aprosoja/MT noch andere Verbände Anspruch auf eine Rückerstattung gezahlter Lizenzgebühren oder Reduzierung laufender Lizenzzahlungen haben.

MON 87429:

Im August 2022 hat Corteva Agriscience LLC („Corteva“) Klage bei einem US-Bundesgericht gegen Bayer eingereicht. Corteva behauptet, dass Bayer mit der Herbizidtoleranz-Technologie MON 87429 ein Patent von Corteva verletze. Dagegen macht Bayer geltend, dass seine Technologie keinen gültigen Patentanspruch von Corteva verletze und dass das Patent von Corteva ungültig sei. In den o. g. patentrechtlichen Auseinandersetzungen ist Bayer überzeugt, gute Argumente zu haben, und beabsichtigt, sich entschieden zur Wehr zu setzen.

Weitere rechtliche Verfahren

Trasylol™/Avelox™/Baycol™:

Bei einem US-Gericht in New Jersey war eine sogenannte Qui-Tam-Klage eines ehemaligen Bayer-Mitarbeiters zu Vermarktungspraktiken bei Trasylol™ (Aprotinin) und Avelox™ (Moxifloxacin) anhängig. Bei einem US-Bundesgericht in Minnesota war von demselben Anzeigeerstatter wie bei Trasylol™/Avelox™ eine weitere Qui-Tam-Klage eingereicht worden, in der geltend gemacht wird, dass Bayer in betrügerischer Absicht einen Vertragsabschluss mit dem Verteidigungsministerium herbeigeführt habe. Im Jahr 2022 schlossen die Parteien einen endgültigen Vergleich mit dem Department of Justice (DOJ) und dem ehemaligen Bayer-Mitarbeiter in den Qui-Tam-Angelegenheiten Baycol™, Trasylol™ und Avelox™. Der Anspruch auf Anwaltshonorare ist noch offen und wird im Jahr 2023 verhandelt werden. Bayer ist der Ansicht, dass die verbleibenden Risiken in diesen Angelegenheiten nicht mehr wesentlich sind.

BASF-Schiedsverfahren:

2019 wurde Bayer eine Schiedsklage zugestellt, die von der BASF SE erhoben wurde. BASF macht Schadenersatzansprüche aus den 2017 und 2018 unterschriebenen Kaufverträgen geltend, über die BASF bestimmte Geschäftsbereiche der Division Crop Science erworben hatte. BASF trägt vor, dass Bayer bestimmte Kostenpositionen, insbesondere bestimmte Personalkosten, nicht hinreichend offengelegt und einigen der veräußerten Geschäftsbereiche nicht in angemessener Weise zugerechnet habe. Im August 2022 wies das Schiedsgericht die Ansprüche von BASF vollumfänglich ab und ordnete an, dass BASF etwa zwei Drittel der Verfahrenskosten von Bayer tragen muss. BASF hat im November 2022 einen Aufhebungsantrag gegen den Schiedsspruch eingereicht. Bayer ist der Ansicht, dass der Schiedsspruch rechtmäßig ergangen ist, und beabsichtigt, sich in diesem Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.# Anhang

Rechtliche und behördliche Angelegenheiten

Umweltschutzverfahren

Newark-Bay-Umweltschutzverfahren

In den USA haftet Bayer nachrangig hinter einem nicht mit Bayer verbundenen Unternehmen, das seinen Verpflichtungen nachkommt, für bestimmte Umweltrisiken im Zusammenhang mit dem Lower Passaic River und/oder dem Newark Bay Complex. Bayer kann derzeit den Umfang einer möglichen zukünftigen Haftung nicht bestimmen.

Schürferlaubnis Idaho

2019 erteilte das United States Bureau of Land Management („BLM“) der P4 Production, LLC, einer Tochtergesellschaft von Bayer, die Erlaubnis zum Betrieb einer neuen Phosphat-Mine im US-Bundesstaat Idaho. Phosphor wird für Glyphosat benötigt, das in etlichen Pflanzenschutzmitteln von Bayer enthalten ist, auch in den Roundup™-Herbiziden zur landwirtschaftlichen Nutzung. 2021 haben drei Nichtregierungsorganisationen („NGOs“) vor dem United States District Court for the District of Idaho gegen die Erlaubnis geklagt. P4 Production ist dem Verfahren als Nebenintervenientin beigetreten. Im Januar 2023 entschied das Gericht in vier der zehn von den NGOs vorgetragenen Punkten zu deren Gunsten. Eine Entscheidung über Abhilfemaßnahmen steht noch aus. Sollte das Gericht Maßnahmen anordnen, nach denen die Möglichkeit von P4 zur Nutzung der Mine inakzeptabel beschränkt wäre, werden wir alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, die Interessen von P4 entschieden zu verteidigen.

Asbest

In vielen Fällen behaupten Klagende, Bayer und andere Beklagte hätten Dritte in zurückliegenden Jahrzehnten auf dem eigenen Werksgelände beschäftigt, ohne vor den bekannten Gefahren von Asbest hinreichend gewarnt oder geschützt zu haben. Außerdem ist eine Bayer-Beteiligungsgesellschaft in den USA Rechtsnachfolgerin von Gesellschaften, die bis 1976 Asbestprodukte verkauften. Im Falle einer Haftung besteht insoweit eine vollständige Freistellung durch Union Carbide. In ähnlicher Weise ist ein Tochterunternehmen von Bayer, Monsanto, mit einer Vielzahl von Ansprüchen wegen des Vorwurfs einer Exposition gegenüber Asbest auf Grundstücken von Monsanto ohne ausreichende Warnhinweise oder Schutzmaßnahmen sowie wegen des Vorwurfs der Herstellung und des Verkaufs von asbesthaltigen Produkten konfrontiert. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.

PCB

Monsanto, eine Tochtergesellschaft von Bayer, wurde in Klageverfahren von verschiedenen staatlichen Stellen in den USA benannt. Diese behaupten, Monsanto, Pharmacia und Solutia seien gemeinsam als Produzent von PCB für verschiedene PCB-bedingte Schäden in der Umwelt verantwortlich, u. a. in Gewässern. Es sei gleichgültig, wie die PCB dorthin gelangt seien. PCB sind Chemikalien, die für verschiedene Zwecke weit verbreitet waren, ehe die Herstellung von PCBs von der EPA in den USA 1979 verboten wurde. 2020 traf Bayer eine Vereinbarung für einen Sammelvergleich (Class Settlement) zur Beilegung von Klagen von ca. 2.500 kommunalen Regierungsbehörden in den Vereinigten Staaten gegen eine Gesamtzahlung von ca. 650 Mio. USD, einschließlich Zahlungen für die Mitglieder des Sammelvergleichs und Anwaltskosten. Im November 2022 stimmte das Gericht dem Vergleich endgültig zu. Darüber hinaus hat Bayer 2020 Vereinbarungen zur Beilegung einzelner Klagen der Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten New Mexico und Washington sowie des District of Columbia für einen Gesamtbetrag von ca. 170 Mio. USD getroffen. Klagen der Bundesstaaten Ohio und New Hampshire wurden 2021 für insgesamt ca. 105 Mio. USD beigelegt. Im Juli 2022 wies der Superior Court of Delaware eine Einzelklage des Generalstaatsanwalts von Delaware wegen angeblicher Umweltschäden durch PCB vollständig ab. Der Bundesstaat hat hiergegen Rechtsmittel eingelegt. Im Dezember 2022 hat Bayer mit dem Generalstaatsanwalt von Oregon unter Berücksichtigung der speziellen Umstände in diesem Staat einen Vergleich in Höhe von 698 Mio. USD abgeschlossen. Einzelne Klagen der Generalstaatsanwälte von Pennsylvania, Maryland, New Jersey und Illinois sind derzeit anhängig; ebenfalls anhängig sind im Jahr 2022 erhobene Klagen von mehreren Gemeinden und Städten in Kalifornien (City of Los Angeles, County of Marin, County of San Mateo und County of Contra Costa). Bayer wird sich in allen anhängigen Verfahren weiterhin entschieden verteidigen.

Monsanto ist darüber hinaus mit einer Vielzahl von Klagen wegen des Gebrauchs von und der Exposition gegenüber PCB-Produkten konfrontiert, in denen Gesundheits- und Vermögensschäden geltend gemacht werden. Es gibt eine Gruppe von Fällen mit etwa 200 Klagenden, die eine Vielzahl von Personenschäden geltend machen, die angeblich auf PCB in den Bauprodukten einer Schule (Sky Valley Education Center) in King County, Washington, zurückzuführen sind. Seit 2021 haben in diesen Fällen sechs Gerichtsverfahren stattgefunden, von denen fünf zu Urteilen in Höhe von insgesamt rund 627 Mio. USD an Schadenersatz und Strafschadenersatz geführt haben. Einer der Prozesse endete mit einem Fehlurteil (sog. Mistrial, der wiederholt werden muss), und der letzte Prozess im Dezember 2022 führte zu einem Urteil zugunsten der Verteidigung bei drei der vier Klagenden. Bayer ist mit keinem der abschlägigen Urteile einverstanden und begründet dies mit vielen der gleichen Fehler wie im ersten Verfahren. Die unstreitige Beweislage in diesen Fällen gibt keinen Grund zu der Annahme, dass die Klagenden PCB in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß ausgesetzt gewesen sind oder dass ein Kontakt mit PCB überhaupt die behaupteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen hätte verursachen können. Jedes der negativen Urteile befindet sich aufgrund zahlreicher erheblicher Prozessfehler in unterschiedlichen Stadien der erstinstanzlichen Nachverhandlung (sog. post trial motions) oder Berufung, wobei die erste Berufung voraussichtlich im Jahr 2023 verhandelt und entschieden wird. Die nächste Gerichtsverhandlung soll im Mai 2023 beginnen. Drei weitere Prozesse sind für 2023 geplant. Wir sind davon überzeugt, auch in diesen Angelegenheiten gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigen, uns in diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen. Um Kosten im Zusammenhang mit den PCB-bedingten Rechtsstreitigkeiten erstattet zu bekommen, hat das Unternehmen im August 2022 bei einem Bezirksgericht in dem Bundesstaat Missouri eine Klage eingereicht, um seine Rechte aus bestimmten Freistellungsvereinbarungen durchzusetzen. In diesen Verträgen verpflichteten sich die Unternehmen, die PCB zur Verwendung in ihren Produkten gekauft hatten, Monsanto für PCB-bezogene Rechtskosten zu entschädigen. Die Freistellungsverpflichtung gilt auch für Vergleichszahlungen.

Anlegerklagen wegen Monsanto-Erwerb

In Deutschland und den USA machen Anleger gerichtlich Schadenersatzforderungen wegen Kursverlusten gegen Bayer geltend. Die Klagenden stützen ihre Ansprüche auf eine angeblich fehlerhafte Kapitalmarktkommunikation im Zusammenhang mit dem Erwerb der Monsanto Company. Sie behaupten, Bayer hätte den Kapitalmarkt über die Risiken, insbesondere im Hinblick auf Produkthaftungsklagen zu Glyphosat in den USA, nicht ausreichend aufgeklärt. In Deutschland waren am 31. Dezember 2022 31 Klagen von insgesamt etwa 340 Klagenden rechtshängig. Das Landgericht Köln leitete im Juli 2022 ein Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz ein. Eine Entscheidung in der Sache ist damit nicht verbunden. In dem parallelen Verfahrenskomplex in den USA ist eine Zertifizierung als Sammelklage beantragt. Im Oktober 2021 sowie im Mai 2022 hat ein zuständiges Gericht in Kalifornien, USA, entschieden, das Verfahren mit einem Teil der Vorwürfe der Klagenden fortzusetzen. Bayer ist überzeugt, jederzeit seine kapitalmarktrechtlichen Pflichten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Monsanto Company und seinen Veröffentlichungen hinsichtlich der Glyphosat-Produkthaftungsklagen ordnungsgemäß erfüllt zu haben, und wird sich in allen Anlegerverfahren gegen die Klageforderungen entschieden zur Wehr zu setzen.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Bayer-Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse veränderten. Von den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten waren im Berichtsjahr analog zum Vorjahr keine wesentlichen Beträge aufgrund von Währungsrestriktionen verfügungsbeschränkt. Die von den ausländischen Konzerngesellschaften berichteten Zahlungsströme werden zu Monatsdurchschnittskursen umgerechnet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zum Stichtagskurs angesetzt. Der Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird in einer separaten Zeile als „Veränderung aus Wechselkursänderungen“ ausgewiesen.

31.Zu-/Abfluss aus operativer, investiver sowie aus Finanzierungstätigkeit

Im Jahr 2022 betrug der Cashflow aus operativer Tätigkeit 7.093 Mio. € (Vorjahr: 5.089 Mio. €). Die darin enthaltenen Auszahlungen zur Beilegung der Rechtskomplexe zu Glyphosat, Dicamba, PCB und EssureTM beliefen sich auf per saldo 1.165 Mio. € (Vorjahr: 4.232 Mio. €). Dieser Betrag entfällt sowohl auf Vergleichsvereinbarungen als auch auf Urteilssprüche. Der Gesamtbetrag der gezahlten Ertragsteuern betrug im Berichtsjahr 2.125 Mio. € (Vorjahr: 2.159 Mio. €). Davon konnten 91 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) dem Verkauf des Geschäftsbereichs Environmental Science für professionelle Kunden zugerechnet werden und fanden daher innerhalb der investiven Tätigkeit unter den Desinvestitionen Berücksichtigung.

Im Rahmen der investiven Tätigkeit sind im Geschäftsjahr 2.381 Mio. €abgeflossen (Vorjahr: Mittelzufluss855 Mio. €). Die Investitionsausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 2.949 Mio. € (Vorjahr: 2.611 Mio. €). Aus dem Verkauf von Sachanlagen und anderen Vermögenswerten flossen 1.130 Mio. € (Vorjahr: 373 Mio. €) zu. Diese Zuflüsse resultierten u. a.# 32. Honorare des Abschlussprüfers

Herr Michael Mehren unterzeichnete den Bestätigungsvermerk erstmals zum 31. Dezember 2019 und Herr Andreas Wermelt erstmals zum 31. Dezember 2022. Herr Michael Mehren ist verantwortlicher Wirtschaftsprüfer. Für die erbrachten Dienstleistungen des weltweiten Netzwerks von Deloitte bzw. Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Deloitte GmbH WPG) sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

B 32/1 Honorare des Abschlussprüfers
| Deloitte | | | | | |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| davon Deloitte GmbH WPG | | | | | |
| in Mio. € | | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| Abschlussprüfungsleistungen | | 14 | 15 | 6 | 7 |
| Andere Bestätigungsleistungen | | 4 | 3 | 2 | 1 |
| Steuerberatungsleistungen | | 1 | – | – | – |
| Sonstige Leistungen | | – | – | – | – |
| Gesamt | | 19 | 18 | 8 | 8 |

Die Honorare für Abschlussprüfungsleistungen der Deloitte GmbH WPG umfassen vor allem Vergütungen für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung der Abschlüsse der Bayer AG und ihrer Tochterunternehmen. Die anderen Bestätigungsleistungen, die im Berichtsjahr durch die Deloitte GmbH WPG erbracht wurden, betreffen im Wesentlichen freiwillige Abschlussprüfungen der Combined Financials im Zusammenhang mit der abgeschlossenen Veräußerung des Environmental-Science-Geschäfts.

33. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind juristische oder natürliche Personen sowie deren Angehörige, die auf die Bayer AG und deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle, der gemeinschaftlichen Führung oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Bayer AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Dazu gehören insbesondere nicht konsolidierte, zum beizulegenden Zeitwert bewertete Tochterunternehmen und zum beizulegenden Zeitwert oder at-equity einbezogene Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen sowie Versorgungspläne. Ferner gehören die Organmitglieder der Bayer AG dazu, deren Bezüge der Anhangangabe [34] sowie dem Vergütungsbericht unter www.bayer.com/vgb zu entnehmen sind.

B 33/1 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
| | Erbrachte Leistungen | Empfangene Leistungen | Forderungen | Verbindlichkeiten |
| :----------------------------------- | :----------------------- | :------------------------ | :-------------- | :-------------------- |
| in Mio. € | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| Nicht konsolidierte Tochterunternehmen | 45 | 56 | 1 | 1 | 34 | 102 | 107 | 95 |
| Gemeinschafts- unternehmen | 6 | 8 | – | – | 5 | 7 | 21 | – |
| Assoziierte Unternehmen | 12 | – | – | – | 7 | 8 | – | 2 |
| Versorgungspläne | – | – | – | – | 864 | 1.347 | 127 | 119 |

Zwischengesellschaftliche Gewinne und Verluste bei Gesellschaften, die at-equity in den Konzernabschluss einbezogen wurden, waren in den Jahren 2022 und 2021 unbedeutend. Gegenüber der Bayer-Pensionskasse VVaG hat sich die Bayer AG zur Bereitstellung eines Genussrechtskapitals im Nominalvolumen von 150 Mio. € verpflichtet (Vorjahr: 150 Mio. €), das zum 31. Dezember 2022 weiterhin in voller Höhe begeben war. Der Buchwert betrug 142 Mio. € (Vorjahr: 153 Mio. €). Das der Bayer-Pensionskasse VVaG gewährte Gründungsstockdarlehen hat ein Nominalvolumen zum 31. Dezember 2022 von 1.135 Mio. € (Vorjahr: 635 Mio. €). Der Buchwert betrug 1.102 Mio. € (Vorjahr: 644 Mio. €). Die ausstehenden Forderungen, die sich aus verschiedenen Tranchen zusammensetzen, unterliegen jeweils einem fünfjährigen Zinsanpassungsmechanismus. Für das Geschäftsjahr 2022 wurden 11 Mio. € Zinserträge (Vorjahr: 11 Mio. €) sowie ein Aufwand aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von 85 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. € Aufwand) erfasst. Wie im Vorjahr wurden keine wesentlichen Wertberichtigungen auf Forderungen gegen nahestehende Unternehmen erfasst.

34. Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie gewährte Kredite

Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich die Gesamtvergütung für Vorstand und Aufsichtsrat nach IFRS auf 32.376 T € (Vorjahr: 37.101 T €). Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich dabei auf 5.007 T € (Vorjahr: 4.564 T €) und bestanden ausschließlich aus kurzfristigen erfolgsunabhängigen Komponenten. Die nachfolgende Tabelle stellt die einzelnen Komponenten der Vorstandsvergütung nach IFRS dar:

B 34/1 Vorstandsvergütung nach IFRS
| in T € | 2021 | 2022 |
| :------------------------------------------------------------------ | :------- | :------- |
| Grundvergütung | 5.975 | 6.335 |
| Sachbezüge und sonstige Leistungen | 2.982 | 1.296 |
| Versorgungsentgelt | 303 | 732 |
| Summe der kurzfristigen erfolgsunabhängigen Vergütung | 9.260 | 8.363 |
| Kurzfristige erfolgsabhängige Barvergütung | 11.105 | 7.280 |
| Summe der kurzfristigen Vergütung | 20.365 | 15.643 |
| Im laufenden Jahr erdiente aktienbasierte Vergütung Aspire | 5.261 | 8.909 |
| Wertänderung bisheriger Ansprüche aus der aktienbasierten Vergütung Aspire | –760 | 533 |
| Summe der aktienbasierten Vergütung (Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung) | 4.501 | 9.442 |
| Dienstzeitaufwand für im laufenden Jahr erdiente Pensionszusagen | 3.800 | 2.284 |
| Summe der langfristigen Vergütung | 8.301 | 11.726 |
| Abfindungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverträgen | 3.871 | – |
| Gesamtvergütung (nach IFRS) | 32.537 | 27.369 |

Die Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat nach HGB beliefen sich auf 30.786 T € (Vorjahr: 33.738 T €). Diese entfielen mit 25.779 T € (Vorjahr: 29.174 T €) auf den Vorstand und mit 5.007 T € (Vorjahr: 4.564 T €) auf den Aufsichtsrat. Die Vorstandsbezüge setzten sich zusammen aus der kurzfristigen erfolgsunabhängigen Vergütung von 8.363 T € (Vorjahr: 9.260 T €), der kurzfristigen erfolgsabhängigen Barvergütung von 7.280 T € (Vorjahr: 11.105 T €) sowie der langfristigen aktienbasierten Barvergütung Aspire von 10.136 T € (Vorjahr: 8.809 T €). In den Aufsichtsratsbezügen waren Sitzungsgelder von 435 T € (Vorjahr: 239 T €), Ausschussvergütungen von 900 T € (Vorjahr: 850 T €) und Festvergütungen von 3.672 T € (Vorjahr: 3.475 T €) enthalten. Die Pensionszahlungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen betrugen 12.230 T € (Vorjahr: 11.789 T €). Die Pensionsverpflichtungen nach IFRS für die früheren Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen betrugen 164.428 T € (Vorjahr: 203.347 T €). Zum 31. Dezember 2022 bestanden, wie im gesamten Jahr und im Vorjahr, keine Vorschüsse und Kredite an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats. Es wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieser Personen eingegangen. Für weitere Informationen bezüglich der Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats wird auf den Vergütungsbericht verwiesen. Dieser ist unter www.bayer.com/vgb öffentlich zugänglich.

35. Nachtragsbericht

Einführung der globalen Mindestbesteuerung

Im Dezember 2022 ist die EU-Richtlinie 2022/2523 basierend auf den OECD Mustervorschriften für die nationale Umsetzung der globalen Mindeststeuer von 15 % in Kraft getreten, die in nationales Recht umzusetzen ist. Deutschland hat die Umsetzung mit einer Anwendung ab 2024 angekündigt.# Der Bayer Konzern ist von der Einführung der globalen Mindestbesteuerung betroffen.
Für die Ermittlung der Auswirkungen ist die konkrete Umsetzung in nationales Recht notwendig.

Vorstand

Der Aufsichtsrat der Bayer AG hat Bill Anderson mit Wirkung zum 1. Juni 2023 zum Vorstandsvorsitzenden von Bayer bestellt. Er wird bereits am 1. April 2023 als Mitglied des Vorstands in das Unternehmen eintreten. Werner Baumann, der derzeitige Vorstandsvorsitzende, wird Ende Mai 2023 in den Ruhestand gehen.

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Aufsichtsrats bekleiden die nachstehenden Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022; bei Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres beziehen sich die Angaben auf das Datum des Ausscheidens) und nahmen wie aufgeführt an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie jeweils angehörten, teil:

  • Prof. Dr. Norbert Winkeljohann*
    Osnabrück (geb. 5.11.1957)
    Vorsitzender des Aufsichtsrats seit April 2020
    Mitglied des Aufsichtsrats seit Mai 2018
    Selbstständiger Unternehmensberater
    Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:

    • Bohnenkamp AG (Vorsitz)
    • Deutsche Bank AG (Stellv. Vorsitz seit Juli 2022)
    • Georgsmarienhütte Holding GmbH
    • Sievert SE (Vorsitz)
      Teilnahme an 28 von 28 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Oliver Zühlke
    Solingen (geb. 11.12.1968)
    Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats bis April 2022
    Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2022
    Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Bayer (bis April 2022)
    Teilnahme an 9 von 9 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Heike Hausfeld
    Leverkusen (geb. 19.9.1965)
    Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats seit April 2022
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2017
    Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Bayer (seit April 2022)
    Vorsitzende des Betriebsrats – Standort Leverkusen (bis Mai 2022)
    Teilnahme an 17 von 21 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Dr. Paul Achleitner
    München (geb. 28.9.1956)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2002
    Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutsche Bank AG (bis Mai 2022)
    Investor (seit Juni 2022)
    Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:

    • Deutsche Bank AG (Vorsitz) (bis Mai 2022)
      Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
    • Henkel AG & Co. KGaA (Gesellschafterausschuss)
      Teilnahme an 16 von 17 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Dr. rer. nat. Simone Bagel-Trah
    Düsseldorf (geb. 10.1.1969)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2014
    Vorsitzende des Aufsichtsrats der Henkel AG & Co. KGaA und der Henkel Management AG sowie des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA
    Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:

    • Henkel AG & Co. KGaA (Vorsitz)
    • Henkel Management AG (Vorsitz)
    • Heraeus Holding GmbH
      Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
    • Henkel AG & Co. KGaA (Gesellschafterausschuss, Vorsitz)
      Teilnahme an 18 von 18 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Horst Baier**
    Hannover (geb. 20.10.1956)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2020
    Selbstständiger Berater
    Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

    • DIAKOVERE gGmbH
    • Ecclesia Holding GmbH
    • Whitbread PLC (Board of Directors)
      Teilnahme an 18 von 18 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Dr. Norbert W. Bischofberger
    Hillsborough, USA (geb. 10.1.1956)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2017
    President and Chief Executive Officer bei Kronos Bio, Inc.
    Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

    • Morphic Holding, Inc. (Board of Directors)
      Teilnahme an 14 von 15 AufsRats- und Ausschuss-Sitzungen
  • André van Broich
    Dormagen (geb. 19.6.1970)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2012
    Vorsitzender des Konzernbetriebsrats
    Vorsitzender des Betriebsrats – Standort Dormagen
    Teilnahme an 19 von 21 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Ertharin Cousin
    Chicago, USA (geb. 12.5.1957)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit Oktober 2019
    Selbstständige Beraterin
    Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

    • Camelot North America (Board of Directors)
    • Mondelez International, Inc. (Board of Directors)
      Teilnahme an 17 von 17 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Dr. Thomas Elsner
    Düsseldorf (geb. 24.4.1958)
    Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2022
    Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses Bayer (bis April 2022)
    Vorsitzender des Sprecherausschusses Bayer AG Leverkusen (bis April 2022)
    Teilnahme an 7 von 7 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Yasmin Fahimi
    Hannover (geb. 25.12.1967)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit Oktober 2022
    Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds
    Teilnahme an 1 von 1 Aufsichtsrats-und Ausschuss-Sitzungen

  • Dr. Barbara Gansewendt
    Essen (geb. 29.9.1963)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2022
    Vorsitzende des Konzernsprecherausschusses Bayer (seit April 2022)
    Vorsitzende des Sprecheraus- schusses Bayer AG Wuppertal
    Teilnahme an 11 von 11 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Colleen A. Goggins
    Princeton, USA (geb. 9.9.1954)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2017
    Selbstständige Beraterin
    Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

    • The Toronto-Dominion Bank (Board of Directors)
    • IQVIA Holdings, Inc. (Board of Directors)
    • SIG Combibloc Group AG (Board of Directors)
      Teilnahme an 17 von 17 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Francesco Grioli
    Ronnenberg (geb. 22.4.1972)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2022
    Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG Bergbau, Chemie, Energie
    Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:

    • Continental AG
    • Gerresheimer AG (Stellv. Vorsitz)
      Teilnahme an 7 von 7 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Robert Gundlach
    Velten (geb. 23.11.1957)
    Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2022
    Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats – Standort Berlin
    Teilnahme an 6 von 7 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Reiner Hoffmann
    Wuppertal (geb. 30.5.1955)
    Mitglied des Aufsichtsrats bis September 2022
    Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (bis Mai 2022)
    Mitglied des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses der Europäischen Union
    Teilnahme an 12 von 13 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Dr. Fei-Fei Li
    Palo Alto, USA (geb. 3.7.1976)
    Mitglied des Aufsichtsrats bis August 2022
    Professorin im Bereich Computer Science der Universität Stanford und Co-Director des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence
    Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

    • Nimble Robotics, Inc. (Board of Directors)
    • Twitter, Inc. (Board of Directors)
      Teilnahme an 0 von 9 Aufsichtsrats-Sitzungen
  • Frank Löllgen
    Köln (geb. 14.6.1961)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit November 2015
    Landesbezirksleiter Nordrhein der IG Bergbau, Chemie, Energie
    Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:

    • Evonik Industries AG (bis Mai 2022)
    • Covestro AG (seit April 2022)
    • Covestro Deutschland AG (seit April 2022)
      Teilnahme an 16 von 20 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Kimberly Mathisen
    Oslo, Norwegen (geb. 24.5.1972)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit September 2022
    Chief Executive Officer bei HUB Ocean
    Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

    • Aker BioMarine ASA (Board of Directors)
    • Aize AS (Board of Directors)
      Teilnahme an 4 von 4 Aufsichtsrats-Sitzungen
  • Petra Reinbold-Knape
    Gladbeck (geb. 16.4.1959)
    Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2022
    Gewerkschaftssekretärin IG Bergbau, Chemie, Energie, Vorstandsbereich 1, Gesamtleitung
    Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:

    • Covestro AG
    • Covestro Deutschland AG
      Teilnahme an 6 von 6 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Andrea Sacher
    Berlin (geb. 8.5.1981)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit September 2020
    Vorsitzende des Betriebsrats – Standort Berlin
    Stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Bayer
    Teilnahme an 18 von 18 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Claudia Schade
    Leverkusen (geb. 20.12.1978)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2022
    Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats – Standort Leverkusen (bis Mai 2022)
    Vorsitzende des Betriebsrats – Standort Leverkusen (seit Mai 2022)
    Teilnahme an 7 von 7 Aufsichtsrats-Sitzungen

  • Michael Schmidt-Kießling
    Schwelm (geb. 24.3.1959)
    Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2022
    Vorsitzender des Betriebsrats – Standort Elberfeld
    Teilnahme an 6 von 6 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen

  • Heinz Georg Webers
    Bergkamen (geb. 27.12.1959)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2022
    Vorsitzender des Betriebsrats – Standort Bergkamen
    Teilnahme an 8 von 8 Aufsichtsrats-Sitzungen

  • Alberto Weisser
    Igrejinha, Portugal (geb. 26.6.1955)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2021
    Senior Consultant bei Temasek International Pte. Ltd.
    Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

    • Linde plc (Board of Directors)
    • PepsiCo, Inc. (Board of Directors)
      Teilnahme an 16 von 19 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
  • Michael Westmeier
    Leverkusen (geb. 3.8.1972)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2022
    Vorsitzender des Betriebsrats der Bayer Vital GmbH
    Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats
    Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:

    • Bayer Vital GmbH
      Teilnahme an 7 von 7 Aufsichtsrats-Sitzungen
  • Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Otmar D. Wiestler
    Berlin (geb. 6.11.1956)
    Mitglied des Aufsichtsrats seit Oktober 2014
    Präsident der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V.# Ständige Ausschüsse des Aufsichtsrats der Bayer AG (Stand: 31. Dezember 2022)

  • Präsidium/ Vermittlungsausschuss: Winkeljohann* (Vorsitz), Achleitner, Grioli, Hausfeld

  • Prüfungsausschuss: Baier* (Vorsitz), Gansewendt, Hausfeld, Löllgen, Weisser, Winkeljohann
  • Personal- und Vergütungsausschuss: Winkeljohann (Vorsitz), Bagel-Trah, Baier*, van Broich, Hausfeld, Sacher
  • Nominierungsausschuss: Winkeljohann* (Vorsitz), Bagel-Trah, Goggins, Weisser
  • Innovationsausschuss: Wiestler (Vorsitz), Bischofberger, van Broich, Cousin, Hausfeld, Löllgen, Sacher, Winkeljohann*
  • ESG-Ausschuss: Cousin (Vorsitz), Achleitner, van Broich, Fahimi, Goggins, Hausfeld, Webers, Winkeljohann*

*Sachverständiges Mitglied auf dem Gebiet Abschlussprüfung gemäß § 100 Absatz 5 AktG
**Sachverständiges Mitglied auf dem Gebiet Rechnungslegung gemäß § 100 Absatz 5 AktG

Mitglieder des Vorstands bekleiden die nachstehend genannten Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 17. Februar 2023):

  • Werner Baumann (geb. 6.10.1962)
    • Mitglied des Vorstands seit 1.1.2010, bestellt bis 31.5.2023
    • Vorsitzender
  • Sarena Lin (geb. 9.1.1971)
    • Mitglied des Vorstands seit 1.2.2021, bestellt bis 31.1.2024
    • Transformation and Talent
    • Arbeitsdirektorin
    • •Siemens Healthineers AG (ab Februar 2023)
  • Wolfgang Nickl (geb. 9.5.1969)
    • Mitglied des Vorstands seit 26.4.2018, bestellt bis 25.4.2025
    • Finanzen
  • Stefan Oelrich (geb. 1.6.1968)
    • Mitglied des Vorstands seit 1.11.2018, bestellt bis 31.10.2025
    • Pharmaceuticals
    • •InforMed Data Systems, Inc. (Board of Directors)
  • Rodrigo Santos (geb. 28.5.1973)
    • Mitglied des Vorstands seit 1.1.2022, bestellt bis 31.12.2024
    • Crop Science
  • Heiko Schipper (geb. 21.8.1969)
    • Mitglied des Vorstands seit 1.3.2018, bestellt bis 28.2.2025
    • Consumer Health
    • •Royal FrieslandCampina N.V.

Anteilsbesitz von Bayer AG und Bayer-Konzern zum 31. Dezember 2022 nach § 285 Nr. 11, 11a, 11b und § 313 HGB

Bei den angegebenen Werten für Eigenkapital bzw. Ergebnis handelt es sich jeweils um die Werte aus den auf Basis des jeweiligen Landesrechts erstellten Jahresabschlüssen; die Werte sind gerundet. Gesellschaften mit Gewinnabführungsvertrag sind entsprechend gekennzeichnet. Aufgrund der in den Jahresabschlüssen berücksichtigten Ergebnisabführung sind dort jeweils Nullergebnisse angegeben.

Vollkonsolidierte Tochterunternehmen

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Europa/Nahost/Afrika
1. AB Seeds Ltd. Misgav, Israel 100 11,6 –17,3
2. AB Seeds Sales (2006) Ltd. Hod haSharon, Israel 100 0,8 0,2
3. Adverio Pharma GmbH Leverkusen, Deutschland 100 0,2 1
4. AgrEvo Verwaltungsgesellschaft mbH Frankfurt am Main, Deutschland 100 0,4 1, 2
5. Alcafleu Management GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 99,9 675,7 29,4 1
6. AO Bayer Moskau, Russland 100 100,3 26,4 1
7. Atlantic Breeder S.A.R.L. Agadir, Marokko 100 7,1 2,2 1
8. Bayer (Malawi) Limited Lilongwe, Malawi 100 3
9. Bayer (Proprietary) Limited Isando, Südafrika 100 31,5 –47,5 1
10. Bayer (Schweiz) AG Zürich, Schweiz 100 1.823,8 11,9 1
11. Bayer 04 Immobilien GmbH Leverkusen, Deutschland 100 40,0 1, 2
12. Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH Leverkusen, Deutschland 100 200,5 1, 2
13. Bayer A/S Kopenhagen, Dänemark 100 32,6 4,3 1
14. Bayer AB Solna, Schweden 100 38,0 8,5 1
15. Bayer Agriculture BV Antwerpen, Belgien 100 107,4 9,7 1
16. Bayer Algerie S.P.A. Algier, Algerien 100 1,6 0,2 1
17. Bayer Altersversorgung GmbH Leverkusen, Deutschland 100 153,6 1, 2
18. Bayer AS Oslo, Norwegen 100 41,0 –6,9 1
19. Bayer Austria Gesellschaft m.b.H. Wien, Österreich 100 20,0 7,9 1
20. Bayer B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 1.339,6 622,4 1
21. Bayer Beteiligungen AG Basel, Schweiz 100 3,2 –0,2 1
22. Bayer Beteiligungsverwaltung Goslar GmbH Leverkusen, Deutschland 100 491,6 1, 2
23. Bayer Bitterfeld GmbH Bitterfeld-Wolfen, Deutschland 100 235,3 1, 2
24. Bayer Bulgaria EOOD Sofia, Bulgarien 100 16,3 2,4 1
25. Bayer Capital Corporation B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 33,3 2,4 1
26. Bayer Chemicals GmbH Leverkusen, Deutschland 100 406,0 1, 2
27. Bayer Consumer Care AG Basel, Schweiz 100 2.291,6 468,7 1
28. Bayer CropScience (Portugal)-Produtos para a Agricultura, Lda. Carnaxide, Portugal 100 15,5 1,3 1
29. Bayer CropScience Aktiengesellschaft Monheim am Rhein, Deutschland 100 8.260,1 1
30. Bayer CropScience Beteiligungs- gesellschaft mit beschränkter Haftung Monheim am Rhein, Deutschland 100 95,7 –4,3 1
31. Bayer CropScience Deutschland GmbH Monheim am Rhein, Deutschland 100 87,0 1, 2
32. Bayer CropScience Holding SA Lyon, Frankreich 100 765,3 –0,2 1
33. Bayer CropScience Limited Cambridge, Großbritannien 100 121,2 8,2 1
34. Bayer CropScience NV Machelen, Belgien 100 145,8 12,1 1
35. Bayer CropScience S.r.l. Mailand, Italien 100 97,2 2,8 1
36. Bayer CropScience Schweiz AG Basel, Schweiz 100 1.134,3 553,7 1
37. Bayer CropScience Vermögens- verwaltungsgesellschaft mbH Leverkusen, Deutschland 100 26,5 –0,1 1
38. Bayer CropScience, S.L.U. Sant Joan Despi, Spanien 100 196,1 5,2 1
39. Bayer d.o.o. Belgrad, Serbien 100 13,1 0,7 1
40. Bayer d.o.o. Ljubljana, Slowenien 100 33,5 5,1 1
41. Bayer d.o.o. Zagreb, Kroatien 100 4,5 0,3 1
42. Bayer Direct Services GmbH Leverkusen, Deutschland 100 0,8 1, 2
43. Bayer East Africa Ltd. Nairobi, Kenia 55 8,9 –1,1
44. Bayer Elets Production LLC Lipetsk, Russland 100 9,7 –0,2 1
45. Bayer Gastronomie GmbH Leverkusen, Deutschland 100 5,0 1, 2
46. Bayer Gesellschaft für Beteiligungen mbH Leverkusen, Deutschland 100 6.101,7 1, 2
47. Bayer Global Investments B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 17.921,1 –1.051,5 1
48. Bayer HealthCare Manufacturing S.r.l. Mailand, Italien 100 123,6 2,7 1
49. Bayer HealthCare SAS Loos, Frankreich 100 –56,5 –109,1 1
50. Bayer Hellas A.G. Athen, Griechenland 100 33,4 6,4
51. Bayer Hispania, S.L.U. Sant Joan Despi, Spanien 100 8.064,0 790,2 1
52. Bayer Hungária Kft. Budapest, Ungarn 100 84,8 12,3 1
53. Bayer Intellectual Property GmbH Monheim am Rhein, Deutschland 100 7,8 –1,0 1
54. Bayer Israel Ltd. Hod haSharon, Israel 100 18,5 2,3 1
55. Bayer Life Science Tanzania Limited Arusha, Tansania 100 3,1 2,8
56. Bayer Limited Dublin, Irland 100 9,0 3,2 1
57. Bayer Limited Limassol, Zypern 100 12.222,2 176,9 1
58. Bayer Limited Egypt L.L.C. Kairo, Ägypten 100 3,3 0,9 1
59. Bayer LLC Saudi Arabia Jeddah, Saudi-Arabien 75 19,3 2,4 1
60. Bayer Ltd. Kiew, Ukraine 100 330,4 13,9
61. Bayer Medical Care B.V. Maastricht, Niederlande 100 42,8 19,1 1
62. Bayer Middle East FZE Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100 67,3 9,3 1
63. Bayer Netherlands B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 2.555,8 39,6 1
64. Bayer New Veggie II 3617, 5157 C.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 3
65. Bayer New ZA M3743 Min I B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 348,3 9,8 1
66. Bayer Nordic SE Espoo, Finnland 100 2.402,3 –518,6 1
67. Bayer Norway AS Oslo, Norwegen 100 70,2 –1.025,6 1
68. Bayer NV Machelen, Belgien 100 11.769,4 6,8 1
69. Bayer Oy Turku, Finnland 100 787,3 509,0 1
70. Bayer Pharma Aktiengesellschaft Berlin, Deutschland 100 34.905,3 1, 2
71. Bayer Portugal, Lda. Carnaxide, Portugal 100 45,5 1
72. Bayer Public Limited Company Reading, Großbritannien 100 201,1 43,2 1
73. Bayer Real Estate GmbH Leverkusen, Deutschland 100 380,6 1, 2
74. Bayer S.A. Casablanca, Marokko 100 34,6 0,4 1
75. Bayer S.A.S. Lyon, Frankreich 100 1.259,3 335,3 1
76. Bayer S.p.A. Mailand, Italien 100 476,1 197,0 1
77. Bayer s.r.o. Prag, Tschechische Republik 100 42,8 5,5 1
78. Bayer Schering Pharma GmbH Berlin, Deutschland 100 101,2 1, 2
79. Bayer Seeds B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 3
80. Bayer Seeds SAS Lyon, Frankreich 100 182,8 11,9 1
81. Bayer Solution B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 1
82. Bayer Sp. z o.o. Warschau, Polen 100 118,1 17,2 1
83. Bayer Türk Kimya Sanayii Limited Sirketi Istanbul, Türkei 100 227,3 140,4 1
84. Bayer US IP GmbH Leverkusen, Deutschland 100 1, 2
85. Bayer Vital GmbH Leverkusen, Deutschland 100 60,7 –54,0 1
86. Bayer Weimar GmbH und Co. KG Weimar, Deutschland 100 46,3 4,3 1
87. Bayer West-Central Africa S.A. Abidjan, Elfenbeinküste 100 6,0 1,6 1
88. Bayer World Investments B.V. Mijdrecht, Niederlande 100 43.313,7 553,0 1
89. Bayer Zambia Limited Lusaka, Sambia 100 3
90. Bayer, spol. s r.o. Bratislava, Slowakei 100 14,3 2,4 1
91. Bayer-Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung Leverkusen, Deutschland 100 14,0 1, 2
92. Beeologics Holdings Limited Nicosia, Zypern 100 3
93. Berlimed, S.A.U. Madrid, Spanien 100 40,3 3,5 1
94. Berlis AG Zürich, Schweiz 100 2,2 0,7 1
95. BGI Deutschland GmbH Leverkusen, Deutschland 100 4.000,0 1, 2
96. Biogenetic Technologies B.V. Rotterdam, Niederlande 100 106,5 50,1 1
97. Brainvectis SAS Paris, Frankreich 100 3
98. BUS C.V. Mijdrecht, Niederlande 100 2.416,2 91,4 1
99. Conceptus SAS La Garenne, Frankreich 100 3
100. Dritte Bayer Real Estate VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100 200,9 12,9 1
101. Erste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100 87,8 6,9 1
102. Erste K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH Leverkusen, Deutschland 100 175,7 1, 2
103. EuroServices Bayer, S.L.U. Sant Joan Despi, Spanien 100 15,3 1,7 1
104. Fünfte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100 171,0 34,3 1
105. GLORYFEEL GLOBAL GmbH Hamburg, Deutschland 100 0,1 0,3 1
106. Gloryfeel GmbH Hamburg, Deutschland 90 21,3 –5,3 1

Europa/Nahost/Afrika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
GP Grenzach Produktions GmbH Grenzach-Wyhlen, Deutschland 100 25,0 1, 2
Jenapharm GmbH & Co. KG Jena, Deutschland 100 43,2 22,2 1
MENADIER Heilmittel GmbH Berlin, Deutschland 100 79,8 1, 2
Monsanto Agrar Deutschland GmbH Düsseldorf, Deutschland 100 6,9 –2,2 1
Monsanto Agricoltura Italia S.p.A. Mailand, Italien 100 18,1 0,5 1
Monsanto Burkina Faso SARL Bobo-Dioulasso, Burkina-Faso 100 –0,1 1
Monsanto CR s.r.o. Prag, Tschechische Republik 100 13,2 1,1 1
Monsanto Crop B.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 3
Monsanto Gida Ve Tarim Ticaret Ltd Sirketi Istanbul, Türkei 100 45,8 19,1 1
Monsanto Holding II C.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 3
Monsanto Holding III C.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 3
Monsanto Holland B.V. Enkhuizen, Niederlande 100 177,3 –26,2 1
Monsanto Invest B.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 117,3 46,5 1
Monsanto Ireland Limited Dublin, Irland 100 0,7 0,3 1
Monsanto Kenya Limited Nairobi, Kenia 100 3
Monsanto Operations B.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 1,5 1,5 1
Monsanto Polska Sp. z o.o. Warschau, Polen 100 22,6 –2,2 1
Monsanto Romania S.R.L. Voluntari, Rumänien 100 119,5 3,8 1
Monsanto Seeds LLC Kiew, Ukraine 100 159,4 18,0 1
Monsanto Slovakia s.r.o. Bratislava, Slowakei 100 3
Monsanto Ukraine LLC Kiew, Ukraine 100 49,3 2,6 1
Monsanto Vegetable IP Holding C.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 3
Monsanto Vegetable IP Management B.V. Bergschenhoek, Niederlande 100 2,2 0,1 1
Neunte Bayer VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100 9.122,4 1, 2
Pallas Versicherung Aktiengesellschaft Leverkusen, Deutschland 100 48,9 –4,0 1
Pandias Re AG Luxemburg, Luxemburg 100 70,2 1
SC Bayer SRL Bukarest, Rumänien 100 215,1 2,1 1
Sechste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100 312,5 61,7 1
Siebte Bayer VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100 58,7 1, 2
Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH Darmstadt, Deutschland 100 520,0 1, 2
Synpromics Ltd. Midlothian, Großbritannien 100 3
TAAV Biomanufacturing Solutions, S.L.U. San Sebastian, Spanien 100 3
TAAV Biomanufacturing Solutions Ltd. London, Großbritannien 100 3
TOO Bayer KAZ Almaty, Kasachstan 100 2,5 –1,2 1
UAB Bayer Vilnius, Litauen 100 14,6 0,7 1
Vierte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100 10,3 0,1 1
Viralgen Commercial Therapeutic Vector Core, S.L. San Sebastian, Spanien 100 3
Viralgen Vector Core, S.L. San Sebastian, Spanien 100 3
Zweite Bayer Real Estate VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100 317,8 27,2 1
Zweite K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH Leverkusen, Deutschland 100 6.257,1 1, 2

Nordamerika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Asklepios BioPharmaceutical, Inc. Wilmington, USA 100 3
Athenix Corp. St. Louis, USA 100 3
Bayer Canadian Holdings Inc. Toronto, Kanada 100 3
Bayer Consumer Care Holdings LLC Whippany, USA 100 6.168,0 96,2 1
Bayer Corporation Pittsburgh, USA 100 9.558,8 –564,5 1
Bayer Crop Science Solutions LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer CropScience Holding Inc. St. Louis, USA 100 14,4 0,1 1
Bayer CropScience Holdings Inc. Calgary, Kanada 100 381,1 19,5 1
Bayer CropScience Inc. Calgary, Kanada 100 204,7 –32,3 1
Bayer CropScience Inc. St. Louis, USA 100 1.498,8 32,8 1
Bayer CropScience LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer CropScience LP St. Louis, USA 100 3
Bayer East Coast LLC Whippany, USA 100 7.443,7 –45,5 1
Bayer Essure Inc. Milpitas, USA 100 3
Bayer Great Lakes Production Co., LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer HealthCare Holdings LLC Wilmington, USA 100 3
Bayer HealthCare LLC Whippany, USA 100 3
Bayer HealthCare Pharmaceuticals Inc. Whippany, USA 100 3
Bayer HealthCare US Funding LLC St. Louis, USA 100 2.768,8 –84,9
Bayer Illinois Production Co., LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer Inc. Mississauga, Kanada 100 894,7 44,6
Bayer International Holding LLC Wilmington, USA 100 3
Bayer International Trade Services Corporation Weirton, USA 100 110,6 37,5
Bayer Iowa Production Co., LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer Medical Care Inc. Indianola, USA 100 3
Bayer New AU M1059 USD LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New AU M3650 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New BE M3155 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New CA M5015 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New CH M3868 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New CZ M3204 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New DE M3385 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New Gewas I M3640 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New HU M3440 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New MA M3130 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New MX M3640 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New MY M1455 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New NL M3644 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New Oogst M3648 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New PL M3655 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New RO M3695 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New RU M3708 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New TH M1763 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New TK M3970 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New UA M3702 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New UK M3939 LLC St. Louis, USA 100
Bayer New Veggie M3617, M5157 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New Veggie Mig M3617, M5157 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer New ZA M3743 LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer Northern Production Co., LLC St. Louis, USA 100
Bayer Overseas Trade Services Corporation Weirton, USA 100 147,1 131,7
Bayer Production I LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer Production II LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer Production Supply LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer Puerto Rico Inc. Guaynabo, Puerto Rico 100 3
Bayer Research and Development Services LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer Samson I LLC Pittsburgh, USA 100 254,8 5,5 1
Bayer Samson II LLC Whippany, USA 100 606,3 7,5 1
Bayer Southern Production Co., LLC St. Louis, USA 100 3
Bayer U.S. LLC Whippany, USA 100 3
Bayer US Finance II LLC St. Louis, USA 100 –4,6 18,1
Bayer US Finance LLC St. Louis, USA 100 –2,7 -0,4
Bayer US Holding LP Whippany, USA 100 59.149,9 -291,5
Bayer West Coast Corporation Berkeley, USA 100 3
Bayer Western Production Co., LLC St. Louis, USA 100 3
BCS US Holding LLC St. Louis, USA 100 3
Beeologics, LLC St. Louis, USA 100 3
BlueRock Therapeutics Canada ULC Vancouver, Kanada 100 3
BlueRock Therapeutics LP San Francisco, USA 100 3
Brain Neurotherapy Bio, Inc. Wilmington, USA 100 3
Channel Bio, LLC St. Louis, USA 100 3
Climate LLC St. Louis, USA 100 3
Collateral Therapeutics, Inc. Richmond, USA 100 3
Cooper Land Company of New Jersey, Inc. Whippany, USA 100 3
Corn States LLC St. Louis, USA 100 3
GrassRoots Biotechnology, LLC St. Louis, USA 100 3
Hornbeck Seed Company, Inc. St. Louis, USA 100 3
KWA Investment III LLC Wilmington, USA 100 3
KWA Investment IV LLC Wilmington, USA 100 3
MirageTherapeutics, Inc. Chapel Hill, USA 75 3
MiraLAX, LLC Whippany, USA 100 399,1 0,2 1
Monsanto ACUA MHC LLC St. Louis, USA 100 3
Monsanto Caribe, LLC Juana Díaz, Puerto Rico 100 3
Monsanto Company St. Louis, USA 100 3
Monsanto Inter-America Company St. Louis, USA 100 3
Monsanto MGCV MHC LLC St. Louis, USA 100 3
Monsanto MSCV Holding LLC St. Louis, USA 100 3
Monsanto MYCV MHC LLC St. Louis, USA 100 3
Monsanto Seed Supply LLC St. Louis, USA 100 3
Monsanto Technology LLC St. Louis, USA 100 3
Monsanto Vegetable Seed Holding LLC St. Louis, USA 100 3
NanoCor Therapeutics, Inc. Wilmington, USA 100 3
Nimbus Ceres, LLC Cambridge, USA 100 3
NippoNex Inc. Whippany, USA 100 3
NoHo Health Inc. Wilmington, USA 100 3
NOR-AM Agro LLC Whippany, USA 100 3
Olympia Corp. St. Louis, USA 100 3
P4 Production, L.L.C. Soda Springs, USA 100 3
Petoseed International LLC St. Louis, USA 100 3
PWP Opco, LLC New York, USA 19,5 4,7 –21,2 4
Queeny Holding Company St. Louis, USA 100 3
Renessen Holdings LLC St. Louis, USA 100 3
Renessen Holdings-II LLC St. Louis, USA 100 3
Renessen LLC St. Louis, USA 100 3
Schering Berlin Inc. Whippany, USA 100 3
Seminis Vegetable Seeds, Inc St. Louis, USA 100 3
STWB Inc. Pittsburgh, USA 100 3
The Climate Insurance Agency LLC San Francisco, USA 100 3
The Climate Services Company, LLC San Francisco, USA 100 3
TL DB Investment, LLC Wilmington, USA 100 3
Vividion Therapeutics, Inc. San Diego, USA 100 3

Asien/Pazifik

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Bayer (China) Limited Shanghai, China 100 632,9 19,4 1
Bayer (South East Asia) Pte Ltd Singapur, Singapur 100 121,4 26,1 1
Bayer Australia Limited Pymble, Australien 100 162,8 9,1 1
Bayer BioScience Pvt. Ltd Thane, Indien 100 83,9 20,6
Bayer Business Services Philippines, Inc. Taguig City, Philippinen 100 4,0 1,0 1
Bayer Co. (Malaysia) Sdn Bhd Petaling Jaya, Malaysia 100 138,7 10,9 1
# Bayer CropScience Holdings Pty Ltd East Hawthorn, Australien 100 17,7 – 1
# Bayer CropScience K.K. Tokio, Japan 100 84,0 7,0 1
# Bayer CropScience Limited Thane, Indien 71,4 285,9 78,1 –
# Bayer CropScience Ltd. Dhaka, Bangladesch 60 1,7 2,0 1
# Bayer CropScience Ltd. Seoul, Republik Korea 100 66,8 8,2 1
# Bayer CropScience Pty Limited East Hawthorn, Australien 100 172,4 14,7 1
# Bayer CropScience, Inc. Taguig City, Philippinen 100 7,5 –1,4 1
# Bayer Healthcare (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, China 100 14,1 3,0 1
# Bayer Healthcare Company Limited Beijing, China 100 821,9 130,9 1
# Bayer HealthCare Limited Hongkong, China 100 28,1 5,4 1
# Bayer Holding (Thailand) Co., Ltd. Bangkok, Thailand 100 309,6 –1,6 1
# Bayer Holding Ltd. Tokio, Japan 100 801,1 68,2 1
# Bayer Korea Ltd. Seoul, Republik Korea 100 98,9 6,3 1
# Bayer Life Science Ltd. Osaka, Japan 100 0,5 – 1
# Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
# Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
#--- --- --- --- --- ---
# Asien/Pazifik
# Bayer New Zealand Limited Auckland, Neuseeland 100 26,5 1,4 1
# Bayer Pakistan (Private) Limited Karachi, Pakistan 100 19,0 1,2 1
# Bayer Pharmaceuticals Private Limited Thane, Indien 100 30,6 5,5
# Bayer Philippines Incorporated Taguig City, Philippinen 100 56,5 11,2 1
# Bayer Taiwan Company Ltd. Taipei, Taiwan 100 29,6 11,2 1
# Bayer Thai Co., Ltd. Bangkok, Thailand 100 19,2 9,1 1
# Bayer Vapi Private Limited Vapi, Indien 100 620,1 34,6
# Bayer Vietnam Ltd. Bien Hoa City, Vietnam 100 81,4 14,9 1
# Bayer Yakuhin, Ltd. Osaka, Japan 100 57,2 –83,6 1
# Bayer Zydus Pharma Private Limited Mumbai, Indien 75 13,3 –1,7
# Beijing N.M. Fengrui Crop S&T Co., Ltd. Beijing, Volksrepublik China 100 3
# Dihon Pharmaceutical Group Co., Ltd. Kunming, Volksrepublik China 100 –3,0 164,8 1
# Imaxeon Pty. Ltd. Rydalmere, Australien 100 3
# Kunming Dihon Pharmaceutical Sales Co., Ltd. Kunming, China 100 –6,5 3,7 1
# Mais Makers Holdings, Inc. Taguig City, Philippinen 100 3
# Monsanto (Malaysia) SDN. BHD. Pasir Gudang, Malaysia 100 44,7 20,2
# Monsanto Australia Pty Ltd Hawthorn East, Australien 100 50,7 14,2
# Monsanto Far East Limited Hongkong, China 100 3
# Monsanto Holdings Private Limited Mumbai, Indien 100 3
# Monsanto Investments India Private Limited Mumbai, Indien 100 3
# Monsanto Korea Ltd. Seoul, Republik Korea 100 3
# Monsanto New Zealand Limited Auckland, Neuseeland 100 3
# Monsanto Pakistan (Private) Limited Karachi, Pakistan 100 3
# Monsanto Philippines, Inc. Taguig City, Philippinen 100 3
# Monsanto Thailand Limited Bangkok, Thailand 100 62,9 9,2
# P.T. Branita Sandhini Jakarta, Indonesien 100 3
# P.T. Monagro Kimia Jakarta, Indonesien 100 3
# PT. Bayer Indonesia Jakarta, Indonesien 99,8 179,0 2,7 1
# Seminis Seeds (Beijing) Co., Ltd. Beijing, Volksrepublik China 100 3
# Lateinamerika
# Alkagro do Brasil Ltda São Paulo, Brasilien 100 –0,1 1
# Bayer Boliviana Ltda Santa Cruz de la Sierra, Bolivien 100 23,9 4,2 1
# Bayer Business Services Costa Rica, SRL Heredia, Costa Rica 100 1,7 –1,7 1
# Bayer CropScience Guatemala, Limitada Guatemala, Guatemala 100 3
# Bayer de México, S.A. de C.V. Mexiko-Stadt, Mexiko 100 1.341,4 87,9 1
# Bayer Medical S.R.L. Heredia, Costa Rica 100 125,8 –3,6 1
# Bayer S.A. Asunción, Paraguay 100 20,6 –1,0 1
# Bayer S.A. Bogotá, Kolumbien 100 50,1 17,2 1
# Bayer S.A. Buenos Aires, Argentinien 100 253,2 32,1 1
# Bayer S.A. El Dorado, Panama 100 47,1 12,1 1
# Bayer S.A. Guatemala-Stadt, Guatemala 100 151,2 18,1 1
# Bayer S.A. Lima, Peru 96,6 38,0 6,6 1
# Bayer S.A. Managua, Nicaragua 100 2,8 –0,3 1
# Bayer S.A. Quito, Ecuador 100 45,8 3,2 1
# Bayer S.A. San José, Costa Rica 100 39,0 –1,7 1
# Bayer S.A. Santiago de Chile, Chile 100 98,3 7,5 1
# Bayer S.A. Santo Domingo, Dom. Republik 100 20,7 0,1
# Bayer S.A. São Paulo, Brasilien 100 333,0 –19,4 1
# Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
# Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
#--- --- --- --- --- ---
# Lateinamerika
# Bayer S.A. de C.V. Tegucigalpa, Honduras 100 7,9 –0,9 1
# Bayer SA Montevideo, Uruguay 100 31,7 4,7 1
# Bayer, S.A. San Salvador, El Salvador 100 9,7 0,4 1
# Beeologics, Inc. Road Town, Britische Jungferninseln 100 3
# CDM Mandiyu S.R.L. Resistencia, Argentinien 100 3
# D&PL Brasil Ltda São Paulo, Brasilien 100 32,0 6,9 1
# De Ruiter San Pedro S.A. Guatemala-Stadt, Guatemala 100 3
# Monsanto Agricola Honduras, S.A. Tegucigalpa, Honduras 100 3
# Monsanto Argentina SRL Buenos Aires, Argentinien 100 493,9 259,3 1
# Monsanto Chile, S.A. Santiago de Chile, Chile 100 3
# Monsanto Comercial S de RL de CV Mexiko-Stadt, Mexiko 100 380,3 48,8 1
# Monsanto de Guatemala, S.A. Guatemala-Stadt, Guatemala 100 3
# Monsanto do Brasil Ltda. São Paulo, Brasilien 100 936,0 419,1 1
# Monsanto El Salvador S.A. de C.V. San Salvador, El Salvador 100 3
# Monsanto Paraguay S.A. Asunción, Paraguay 100 20,9 18,5 1
# Monsanto Peru S.A. Callao, Peru 100 3
# MonSure Limited Hamilton, Bermuda 100 3
# PERSEUS INVESTMENT FUND IN NON-STANDARDIZED CREDIT RIGHTS Sao Paulo, Brasilien 0* 3
# Pianosa B.V. Willemstadt, Curacao 100 2,0 –0,2 1
# Productos Químicos Naturales, S.A. de C.V. Ixtaczoquitlán, Mexiko 100 0,5 –6,7 1
# Rede Agro Fidelidade e Intermediacao S.A. São Paulo, Brasilien 68,8 25,5 5,7 1
# Renessen Argentina SRL Buenos Aires, Argentinien 100 3
# Semillas Cristiani Burkard, S.A. Managua, Nicaragua 100 3
# Semillas y Agroproductos Monsanto, S. de R.L. de C.V. Mexiko-Stadt, Mexiko 100 413,9 58,2 1
# Semillas, S.A. de C.V. San Salvador, El Salvador 100 3
# Seminis Vegetable Seeds Mexicana, S. de R.L. de C.V. Mexiko-Stadt, Mexiko 100 30,6 0,4 1
# Seminis, S de RL de CV Mexiko-Stadt, Mexiko 100 89,5 –0,8 1
# Seminium Uruguay S.A. Montevideo, Uruguay 100 0,1 1
# *Gemäß IFRS 10 strukturiertes Unternehmen
# 1Vorläufige Werte
# 2Gewinnabführungsvertrag
# 3Vorkonsolidiert im nach landesrechtlichen Vorschriften erstellten Jahresabschluss der Bayer Corporation, USA
# 4Aufgrund vertraglicher Vereinbarung liegt Kontrolle gemäß IFRS 12.9 (b) i. V. m. IFRS 10 trotz eines Kapitalanteils von weniger als 50 % vor
# Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die im Konzernabschluss nach der Equity-Methode berücksichtigt wurden, sind die folgenden:
# Nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
# Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
#--- --- --- --- --- ---
# Assoziierte Unternehmen
# Ada Health GmbH Berlin, Deutschland 11 16,8 –36,7 1, 6
# Aferna, Inc. St. Louis, USA 14,8 2,4 –1,2 1, 6
# Affini-T Therapeutics, Inc. Needham, USA 12,2 55,5 –34,2 1, 6
# Amfora Inc. Dover, USA 22,0 3,0 –2,3 1
# Andes Ag, Inc. Wilmington, USA 9,5 7,9 –6,9 1, 6
# Azitra Inc. Wilmington, USA 16,5 1,4 –8,4 1, 6
# Bayer Trendlines AG Innovation Fund, Limited Partnership Misgav, Israel 100 * 7,7 –1,9 1
# Bloom Science, Inc San Diego, USA 18,5 2,3 –3,4 1, 6
# Capstan Therapeutics, Inc. Sacramento, USA 7,4 –15,9 –17,2 1, 6
# Cellino Biotech, Inc. Wilmington, USA 11,8 68,1 –14,6 1, 6
# CoverCress Inc. St. Louis, USA 64,6* –0,9 –4,2 1
# DEKA Bioscience Inc. Bethesda, USA 17,1 6,1 –16,0 1, 6
# Dewpoint Therapeutics Inc. Wilmington, USA 13,4 165,4 –61,7 1, 6
# Edifice Health Inc. San Mateo, USA 18,6 1,6 –6,9 1, 6
# eGenesis Inc. Wilmington, USA 24 98,0 –49,1 1
# Flagship Ventures V Agricultural Fund, L.P. Cambridge, USA 99,9 * 188,3 –0,4 1
# FutuRx Ltd. Ness Ziona, Israel 14,3 9,6 –1,5 1, 6
# Gandeeva Therapeutics, Inc. Wilmington, USA 15,1 8,9 –9,3 1, 6
# GRO Biosciences Inc. Dover, USA 12 14,8 –0,8 1, 6
# GroundTruth Ag, Inc. Dover, USA 21,7 8,9 –7,8 1
# Immunitas Therapeutics, Inc. Wilmington, USA 18,4 43,7 –21,3 1, 6
# Indapta Therapeutics Inc. Houston, USA 17,2 5,6 –27,9 1, 6
# InforMed Data Systems Inc. Wilmington, USA 33,2 9,2 –27,5 1
# Khloris Bioscience Inc. Kent, USA 49,7 0,3 –3,5 5
# Kiwi Technologies Inc. Wilmington, USA 13,6 4,9 –5,6 1, 6
# LF-B Incubator Fund, LLC Dover, USA 100* 14,6 –0,7 1
# Lyterian Therapeutics, Inc. Dover, USA 18,3 43,7 1, 6
# Metagenomi Technologies LLC Dover, USA 13,9 180,5 –34,4 1, 6
# Mozart Therapeutics Inc. Seattle, USA 11,1 34,1 –10,5 1, 6
# Nanjing Baijingyu Pharmaceutical Co., Ltd. Nanjing, China 15 40,6 1,4 1, 6
# Natsana GmbH Monheim am Rhein, Deutschland 30 –7,6 –10,9 1
# NextPoint Therapeutics, Inc. Cambridge, USA 13,3 12,8 1, 6
# NuCicer, Inc. Davis, USA 19,6 7,7 –0,3 1, 6
# Pairwise Plants, LLC New York, USA 24,9 59,6 –24,4 1
# Paratus Sciences Corporation Boston, USA 11,5 9,7 –10,1 1, 6
# Rantizo, Inc. Wilmington, USA 14,4 –0,4 –1,6 1, 6
# ReCode Therapeutics Inc. Dallas, USA 13 133,1 –30,0 1, 6
# Soufflé Therapeutics, Inc Cambride, USA 5,7 18,4 –3,3 1, 6
# Sound Agriculture Company Wilmington, USA 12,9 17,2 –22,4 1
# Theonys, Inc. Dover, USA 19,2 –8,5 1, 6
# Triumvira Immunologics Inc. Ontario, Kanada 39 30,9 –22,0 1
# Ukko Inc. Wilmington, USA 17,3 21,2 –11,9 1, 6
# Vesigen Inc. Wilmington, USA 28,5 7,5 –11,7 1
# Nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
# Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
#--- --- --- --- --- ---
# Gemeinschaftsunternehmen
# China Seed International Seed Co., Ltd. Zhangye, China 49 41,8 3,1 1
# DCSO Deutsche Cyber-Sicherheits- organisation GmbH Berlin, Deutschland 25 6,4 0,6 5## Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung
Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Mahyco Monsanto Biotech (India) Private Limited Thane, Indien 50 16,8 –1,1 1
Oerth Bio LLC Wilmington, USA 50 12,2 –21,1 1
Unfold Bio, Inc. Wilmington, USA 50 41,1 –9,7 1

*Gemäß IFRS 12.9 (a) i. V. m. IFRS 10.7 als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode berücksichtigt, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Kontrolle über die relevanten Aktivitäten ausgeübt wird
1Vorläufige Werte
5Werte 2021
6Gemäß IFRS 12.9 (e) i. V. m. IAS 28.6 (a) nach der Equity-Methode bilanziert, da aufgrund der Vertretung im Leitungs- und Kontrollorgan der Beteiligungsunternehmen maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Folgende Tochterunternehmen wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung zum beizulegenden Zeitwert in den Konzernabschluss bzw. zu Anschaffungskosten in den Jahresabschluss der Bayer AG einbezogen:

Europa/Nahost/Afrika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
AskBio GmbH Hamburg, Deutschland 100 –0,1 0,1 1
Bayer 04 Leverkusen Sportförderung gGmbH Leverkusen, Deutschland 100 0,2 1
Bayer AEH Limited Cambridge, Großbritannien 100
Bayer Agriculture Limited Cambridge, Großbritannien 100
Bayer d.o.o. Sarajevo Sarajevo, Bosnien und Herzegowina 100 0,7 1
Bayer Life Science Ethiopia PLC Addis Ababa, Äthiopien 100 1,6 0,2
Bayer Mozambique, Limitada Maputo, Mosambik 100 2,3 –0,6 1
Bayer Nigeria Limited Lagos, Nigeria 100 0,8 0,6 1
Bayer OÜ Tallinn, Estland 100 3,1 0,4 1
Bayer Parsian (Private Joint Stock Company) Teheran, Iran 100 2,7 0,2 1
Bayer Real Estate Waltersdorf Verwaltungs-GmbH Leverkusen, Deutschland 100 1, 2
Bayer Tohumculuk ve Tarim Limited Sirketi Istanbul, Türkei 100 0,1
Bayer WR LLC Minsk, Weißrussland 100 2,8
Bayer Zimbabwe (Private) Limited Harare, Simbabwe 100 –0,2 –0,1 1
Bayer-Unterstützungskasse GmbH Leverkusen, Deutschland 100 25,8 –0,8 1
BlueRock Therapeutics Germany GmbH Frankfurt am Main, Deutschland 100
Conceptus Medical Limited Reading, Großbritannien 100
Hans und Berthold Finkelstein Stiftung gGmbH Leverkusen, Deutschland 100
KaNDy Therapeutics Limited Reading, Großbritannien 100 9,2 –0,1 1
Lilienthalstraße Nr. 4 GmbH Leverkusen, Deutschland 100 0,1 1
Lusal Producão Quimico Farmacêutica Luso-Alema, Lda. Carnaxide, Portugal 100 1
Monsanto Agriculture Nigeria Limited Abuja, Nigeria 100 –0,1 –0,2 1
Monsanto Company - Adana Branch Adana, Türkei 100 0,2 1
Monsanto Jordan LLC Amman, Jordanien 100 1,2 0,1 1
Monsanto South Africa (Proprietary) Limited Fourways, Südafrika 100
Monsanto UK Limited Cambridge, Großbritannien 100 0,3 1
Schering Agrochemicals Holdings Reading, Großbritannien 100
Schering Health Care Limited Reading, Großbritannien 100
SIA Bayer Riga, Lettland 100 1,0 0,2 1
Silver Birch Trustees Limited Reading, Großbritannien 100
Targenomix GmbH Potsdam, Deutschland 100 5,3 1,1 5
TecArena+ GmbH Leverkusen, Deutschland 100 0,3 1, 2

Nordamerika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
640 Labs, LLC St. Louis, USA 100
7WIRE VENTURES FUND II SIDE FUND, L.P. Wilmington, USA 100 –1,5 –0,3 1
7wire Ventures GO Fund 2022 Side Fund, L.P. Wilmington, USA 100
Asgrow Seed Company LLC St. Louis, USA 100
Bayer CM LLC St. Louis, USA 100 1
Bayer CS Technology LLC St. Louis, USA 100
Bayer Production III LLC St. Louis, USA 100
Bayer US Holding II LP Wilmington, USA 100 1
BDGP LLC St. Louis, USA 100
Berlex Canada, Inc. Toronto, Kanada 100
BlueRock Therapeutics GP LLC San Francisco, USA 100
Crop Science NewCo Puerto Rico LLC Guánica, Puerto Rico 100
Matys Healthy Products LLC Pittsford, USA 100 –19,3 –9,2 1
Monsanto Puerto Rico Ag Products LLC Isabela, Puerto Rico 100
PSMA Therapeutics Inc. Boston, USA 100
Schering-Plough del Caribe, Inc. Whippany, USA 100 0,1 1

Asien/Pazifik

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Bayer (Cambodia) Co., Ltd. Phnom Penh, Kambodscha 100 0,4 1
Bayer Myanmar Company Limited Yangon, Myanmar 100 1
CropScience NewCo Taiwan Limited Taipei, Taiwan 100 1
Seminis Vegetable Seeds (Phils.) Inc. Muntinlupa City, Philippinen 100

Lateinamerika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Bayer S.A. Caracas, Venezuela 100 1
Biagro S.A. Ushuaia, Argentinien 100 –1,8 0,3 1
Comercial Interamericana, S.A. Guatemala-Stadt, Guatemala 100
CropScience NewCo de Mexico, S.A. de C.V. Mexiko-Stadt, Mexiko 100 1
Environmental Science do Brasil Ltda. São Paulo, Brasilien 100
Farmaco Ltda. São Paulo, Brasilien 100 –0,1 1
Monsanto Bolivia S.A. Santa Cruz de la Sierra, Bolivien 100
Monsanto Uruguay S.A. Montevideo, Uruguay 100
Nucle Intermediación y Fidelidad, S.A. de C.V. Mexiko-Stadt, Mexiko 99,9 –0,6 –0,2 1
Orbia Argentina SAU Buenos Aires, Argentinien 100 –0,6 –1,1 1
Orbia Colombia SAS Bogota, Kolumbien 100 –1,2 –0,8 1
Químicas Unidas S.A. Havanna, Kuba 100
Renfield S.A. Montevideo, Uruguay 100
Schering Peruana S.A. Lima, Peru 100 1
Stoneville Brasil Ltda. São Paulo, Brasilien 100 1

1Vorläufige Werte
2Gewinnabführungsvertrag
5Werte 2021

Assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen von untergeordneter Bedeutung

Die folgenden assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung zum beizulegenden Zeitwert in den Konzernabschluss bzw. zu Anschaffungskosten in den Jahresabschluss der Bayer AG angesetzt:

Europa/Nahost/Afrika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
CSEBER Csomagoloeszköz Begyüjtesi Rendszer Kht Budapest, Ungarn 25,1 0,1 1
Disalfarm, S.A. Barcelona, Spanien 33,3 5,5 0,2 1
Healthbox Europe 1 LP London, Großbritannien 37 5,0 0,5 1
INVITE GmbH Köln, Deutschland 50 6,5 0,5 1

Nordamerika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Innovative Seed Solutions LLC Zionsville, USA 40 30,2 –1,5 1
Joyn Bio LLC Boston, USA 50
Radicle Seed, LLC San Diego, USA 33,3 3,0 –0,2
Triangle AGTech LLC Wilmington, USA 20

Asien/Pazifik

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Cotton Growers Services Pty. Limited Wee Waa, Australien 50 3,7 0,4 1

Lateinamerika

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Ergebnis in Mio. € Fußnoten
Campo Limpo - Reciclagem e Transformacao de Plasticos S.A. Taubate, Brasilien 20,8 14,9 2,2 1

1Vorläufige Werte

Übrige Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften

Übrige Beteiligungen an nach § 267 Absatz 3 HGB großen Kapitalgesellschaften an denen der Bayer Konzern zwischen 5 % und 20 % der Stimmrechte hielt sowie sonstige wesentliche Beteiligungen:

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in %
Hokusan Co. Ltd. Tokyo, Japan 19,8
PharmLog Pharma Logistik GmbH Bönen, Deutschland 16,7
Century Therapeutics, Inc.1 Philadelphia, USA 21,5

1Gemäß IAS 28.5 i. V. m. IAS 28.6 nicht als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode berücksichtigt, da seit dem Börsengang kein maßgeblicher Einfluss mehr vorliegt

Befreite inländische Tochterunternehmen

Folgende inländische Tochterunternehmen machten im Geschäftsjahr 2022 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Absatz 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch:

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil (in %)
Bayer-Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Real Estate GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Gastronomie GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Gesellschaft für Beteiligungen mbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Vital GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Direct Services GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer 04 Immobilien GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer CropScience Beteiligungsgesellschaft mbH Monheim am Rhein, Deutschland 100
Bayer CropScience Deutschland GmbH Monheim am Rhein, Deutschland 100
Bayer CropScience Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Leverkusen, Deutschland 100
AgrEvo Verwaltungsgesellschaft mbH Frankfurt am Main, Deutschland 100
GP Grenzach Produktions GmbH Grenzach-Wyhlen, Deutschland 100
Erste K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH Leverkusen, Deutschland 100
Zweite K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Chemicals GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Altersversorgung GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Beteiligungsverwaltung Goslar GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer US IP GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Alcafleu Management GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 99.9
Siebte Bayer VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Bayer Intellectual Property GmbH Monheim am Rhein, Deutschland 100
Neunte Bayer VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Erste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100
Zweite Bayer Real Estate VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Dritte Bayer Real Estate VV GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Vierte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100
Fünfte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100
Sechste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG Leverkusen, Deutschland 100
Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH Darmstadt, Deutschland 100
BGI Deutschland GmbH Leverkusen, Deutschland 100
Adverio Pharma GmbH Leverkusen, Deutschland 100
MENADIER Heilmittel GmbH Berlin, Deutschland 100
Jenapharm GmbH & Co. KG Jena, Deutschland 100
Bayer Weimar GmbH und Co. KG Weimar, Deutschland 100
Bayer Schering Pharma GmbH Berlin, Deutschland 100

Leverkusen, 17. Februar 2023

Bayer Aktiengesellschaft

Der Vorstand

  • Werner Baumann
  • Sarena Lin
  • Wolfgang Nickl
  • Stefan Oelrich
  • Rodrigo Santos
  • Heiko Schipper

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bayer-Konzerns sowie der Bayer AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Bayer-Konzerns bzw. der Bayer AG beschrieben sind.

Leverkusen, 17. Februar 2023

Bayer Aktiengesellschaft

Der Vorstand

  • Werner Baumann
  • Sarena Lin
  • Wolfgang Nickl
  • Stefan Oelrich
  • Rodrigo Santos
  • Heiko Schipper

Beteiligungsübersicht

Sitz Beteiligungsquote
Bayer Pharma Aktiengesellschaft Berlin, Deutschland 100
Bayer CropScience Aktiengesellschaft Monheim am Rhein, Deutschland 100
Monsanto Agrar Deutschland GmbH Düsseldorf, Deutschland 100
Gloryfeel GmbH Hamburg, Deutschland 90