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Bayer AG — Annual Report 2017
Apr 16, 2018
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Annual Report
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Publication

Bayer Aktiengesellschaft
Leverkusen
Jahresabschluss 2017 der Bayer AG
Der Lagebericht der Bayer AG ist mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst; der zusammengefasste Lagebericht ist im Bayer-Geschäftsbericht 2017 veröffentlicht. Jahresabschluss und zusammengefasster Lagebericht von Bayer-Konzern und Bayer AG für das Geschäftsjahr 2017 werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseiten des Unternehmensregisters zugänglich.
Zusammengefasster Lagebericht zum 31. Dezember 2017
von Bayer-Konzern und Bayer AG
1. Der Bayer-Konzern im Überblick
1.1 Unternehmensprofil und Konzernstruktur
| ― | Unsere Innovationskraft ist Basis unseres Erfolgs |
| ― | Bayer leistet Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele |
| ― | Covestro nicht mehr Teil des operativen Geschäfts |
1.1.1 Unternehmensprofil
Bayer ist ein Life-Science-Unternehmen mit einer über 150-jährigen Geschichte und Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit unseren innovativen Produkten tragen wir zur Lösung von grundlegenden Herausforderungen unserer Zeit bei: einerseits der Erhaltung der Lebensqualität von immer mehr Menschen bei weiter steigender Lebenserwartung, indem wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Vorbeugung, Linderung und Heilung von Krankheiten konzentrieren. Ebenso leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer zuverlässigen Versorgung mit qualitativ hochwertigen Nahrungs- und Futtermitteln sowie pflanzlichen Rohstoffen.
Wir wollen Wert schaffen für unsere Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter und gleichzeitig die Ertragskraft des Unternehmens stärken. Wir arbeiten nachhaltig und stellen uns der Verantwortung als sozial und ethisch handelndes Unternehmen. Mitarbeiter mit einer Leidenschaft für Innovation finden bei Bayer hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten. All dies ist Bestandteil unseres Unternehmenszwecks: "Bayer: Science for a better life".
Unsere Unternehmenswerte leiten uns im täglichen Handeln. Wir haben diese unter dem Namen LIFE zusammengefasst: Leadership (Führung), Integrität, F lexibilität und Effizienz. Diese Werte sind für alle Mitarbeiter verbindlich und darüber hinaus fest in unser globales Performance-Management-System integriert. Unsere Wertekultur sorgt im gesamten Konzern für eine gemeinsame Identität über Landesgrenzen, Hierarchien und kulturelle Unterschiede hinweg.
Bayer weltweit 2017
A 1.1.1/1

Nordamerika
| Umsatz | 10.143 (Vorjahr: 10.066) Mio. € |
| Mitarbeiter | 13.001 (Vorjahr: 13.212) |
| F&E1 | 1.015 (Vorjahr: 1.009) Mio. € |
Lateinamerika
| Umsatz | 3.847 (Vorjahr: 4.402) Mio. € |
| Mitarbeiter | 11.587 (Vorjahr: 12.120) |
| F&E1 | 63 (Vorjahr: 70) Mio. € |
Europa/Nahost/Afrika
| Umsatz | 13.388 (Vorjahr: 13.062) Mio. € |
| Mitarbeiter | 52.380 (Vorjahr: 50.970) |
| F&E1 | 3.295 (Vorjahr: 3.182) Mio. € |
Asien/Pazifik
| Umsatz | 7.637 (Vorjahr: 7.413) Mio. € |
| Mitarbeiter | 22.852 (Vorjahr: 23.290) |
| F&E1 | 131 (Vorjahr: 144) Mio. € |
1.1.2 Konzernstruktur
Konzernstruktur zum 31.12.2017
Der Bayer-Konzern wird als Life-Science-Unternehmen über die drei Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science sowie die Geschäftseinheit Animal Health geführt. Diese vier operativen Bereiche entsprechen unseren berichtspflichtigen Segmenten. Die Corporate Functions (Konzernfunktionen), die Business Services und die Servicegesellschaft Currenta unterstützen das operative Geschäft. Der Konzern war 2017 mit 237 konsolidierten Gesellschaften in 79 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Wie unten näher ausgeführt, betrug unser Anteil an der Covestro AG zum Bilanzstichtag 24,6 %. Covestro ist kein berichtspflichtiges Segment des Bayer-Konzerns mehr und wird seit Beginn des 4. Quartals nach der Equity-Methode bilanziert.
Struktur des Bayer-Konzerns 2017
A 1.1.2/1

Im Segment Pharmaceuticals konzentrieren wir uns auf verschreibungspflichtige Produkte, insbesondere in den Bereichen Herz-Kreislauf und Frauengesundheit, sowie auf Spezialtherapeutika in den Bereichen Onkologie, Hämatologie und Augenheilkunde. Zu der Division zählt auch das Geschäftsfeld Radiologie mit Medizingeräten zum Einsatz in der diagnostischen Bildgebung sowie mit hierfür benötigten Kontrastmitteln.
Das Segment Consumer Health bietet verschreibungsfreie Medikamente (OTC = Over the Counter), Medizinprodukte sowie Kosmetika in den Kategorien Dermatologie, Nahrungsergänzungsmittel, Schmerz, Magen-Darm-Gesundheit, Allergie, Erkältung sowie Fußpflege und Sonnenschutz an.
Crop Science gehört zu den weltweit führenden Agrarwirtschaftsunternehmen und ist auf den Gebieten Pflanzenschutz, Saatgut und Schädlingsbekämpfung tätig. Die Geschäftseinheit Crop Protection / Seeds bietet eine breite Produktpalette mit hochwertigem Saatgut, innovativen Pflanzenschutzlösungen sowie einen umfassenden Kundenservice für die nachhaltige Landwirtschaft. Die Geschäftseinheit Environmental Science bietet Produkte und Dienstleistungen für professionelle Anwender außerhalb der Landwirtschaft, beispielsweise für die Vektorkontrolle, zur Schädlingsbekämpfung oder zum Einsatz in der Forstwirtschaft.
Animal Health zählt zu den international führenden, innovativen Unternehmen im Bereich Tiergesundheit. Es entwickelt und vertreibt Produkte und Lösungen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen bei Haus- und Nutztieren.
Die Konzernfunktionen und die Business Services fungieren als konzernweite Kompetenzzentren und bündeln die geschäftsunterstützenden Dienstleistungen. Die Servicegesellschaft Currenta ist mit dem Management und dem Betrieb der Chempark-Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen betraut.
Leitungsfunktionen der Bayer AG
Die Bayer AG ist Obergesellschaft des Konzerns und nimmt, vertreten durch ihren Vorstand, die wesentlichen Leitungsfunktionen des Gesamtunternehmens wahr. Hierzu gehören vor allem die strategische Ausrichtung des Konzerns, die Ressourcenallokation, das Führungskräfte- und Finanzmanagement sowie die Leitung des konzernweiten operativen Geschäfts der Segmente. Seit Beginn des Jahres 2017 bestehen zwischen der Bayer AG einerseits und der Bayer Pharma AG und der Bayer CropScience AG andererseits, den früheren Obergesellschaften der entsprechenden Divisionen, Betriebspachtverträge, durch die deren operatives Geschäft auf die Bayer AG übergegangen ist. Damit nimmt die Bayer AG neben der schon bislang ausgeübten Holding-Tätigkeit nunmehr in Bezug auf Pharmaceuticals und Crop Science auch die entsprechenden Stammhausfunktionen wahr.
Konzernstrukturveränderungen im Zusammenhang mit Covestro
Den Anteil an der Covestro AG haben wir im Geschäftsjahr von 64,2 % auf 24,6 % reduziert: Über das Jahr hinweg veräußerten wir in vier Tranchen insgesamt 35,6 % der Anteile und erzielten damit einen Gesamterlös von rund 4,7 Mrd. €. Zusätzlich legten wir weitere 4 % der Anteile in den Bayer Pension Trust e. V. ein, der nun 8,9 % der Anteile hält.
Darüber hinaus veräußerten wir im Januar 2018 weitere 10,4 % an Covestro-Aktien, wodurch unser derzeitiger direkter Anteil bei 14,2 % liegt. Aus der Transaktion resultierte ein Gesamterlös von 1,8 Mrd. €.
Aufgrund der bis Ende September vorgenommenen Reduzierung der Anteile sowie eines zusätzlich abgeschlossenen Entherrschungsvertrags gab Bayer zum Ende des 3. Quartals die faktische Kontrolle über Covestro auf. Entsprechend erfolgten die Entkonsolidierung von Covestro und die erstmalige Einbeziehung der Covestro-Gruppe als assoziiertes Unternehmen. Covestro ist kein berichtspflichtiges Segment des Bayer-Konzerns mehr und wird bis zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen. Die Finanzinformationen für die Zeiträume vor der Entkonsolidierung, einschließlich der Vorjahreswerte, wurden entsprechend angepasst.
Konzernstrukturveränderungen im Zusammenhang mit der geplanten Akquisition von Monsanto
Am 14. September 2016 haben wir eine bindende Vereinbarung zur Übernahme der Monsanto Company unterzeichnet. Die Aktionäre von Monsanto haben dem Zusammenschluss am 13. Dezember 2016 im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung zugestimmt. Im Jahr 2017 hat Bayer die Hälfte der beantragten behördlichen Freigaben erhalten, darunter Kolumbien, Ecuador, Israel, Paraguay, Philippinen und Südafrika. Wir kooperieren mit den Behörden und arbeiten weiter darauf hin, die Transaktion im 2. Quartal 2018 abschließen zu können.
Im Oktober 2017 unterzeichnete Bayer im Rahmen der geplanten Übernahme von Monsanto eine Vereinbarung zum Verkauf von bestimmten Crop-Science-Geschäften an BASF für 5,9 Mrd. €. Verkaufsgegenstand ist das weltweite Glufosinat-Ammonium-Geschäft von Bayer und die dazugehörige LibertyLinkTM-Technologie zur Herbizidtoleranz sowie ein wesentlicher Teil des Geschäfts mit Saatgut in Feldkulturen, einschließlich der entsprechenden Forschung und Entwicklung. Die Transaktion muss von den Regulierungsbehörden genehmigt werden und wird erst wirksam, wenn die Übernahme von Monsanto durch Bayer erfolgreich abgeschlossen ist. Bis zum Abschluss der Veräußerung wird Bayer als Eigentümer die Geschäfte weiterführen. Die betroffenen Aktiva und Passiva werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert. Die Lage des Unternehmens wird, davon abgesehen, im Folgenden einschließlich der betroffenen Crop-Science-Geschäfte erläutert. Mögliche Auswirkungen der Desinvestition auf bestimmte Sachverhalte werden nicht näher herausgestellt.
Im Zuge der geplanten Übernahme von Monsanto und in Vorbereitung auf das künftig kombinierte Geschäft wurde die Struktur des Segments Crop Science zum 1. Januar 2018 angepasst. In der neuen Struktur befinden sich alle strategischen Geschäftseinheiten organisatorisch direkt unter dem Segment Crop Science, hierunter auch die Bereiche Herbizide, Fungizide, Insektizide und SeedGrowth. Crop Protection / Seeds entfällt, einschließlich der darunter liegenden Zwischenebene Crop Protection. Auch die Geschäftseinheiten von Seeds (inklusive Traits) werden von nun an grundsätzlich einzeln und nicht mehr in Summe betrachtet. In diesem Sinne wird Vegetable Seeds gesondert berichtet. Die übrigen Seeds-Bereiche, einschließlich Corn Seed & Traits, Soybean Seed & Traits, Cotton Seed & Traits, Oilseeds & Traits und Other Seeds & Traits werden aufgrund ihrer derzeitigen Größe unter Sonstige (Seeds & Traits) subsummiert. Environmental Science wird auf einer Ebene mit den anderen strategischen Geschäftseinheiten separat ausgewiesen. Die neue Berichtsstruktur wird bei Abschluss der Monsanto-Übernahme erneut überprüft und an die dann aktuellen Rahmenbedingungen angepasst.
Eine Gegenüberstellung der bisherigen und der neuen Berichtsstruktur von Crop Science gibt Abb. A 1.1.2/2:
Gegenüberstellung der bisherigen und der neuen Crop-Science-Struktur
A 1.1.2/2
| Berichtsstruktur bis zum 31.12.2017 | Berichtsstruktur ab dem 01.01.2018 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Crop Protection / Seeds | - | ||||
| Crop Protection | - | ||||
| Herbicides | Herbicides | ||||
| Fungicides | Fungicides | ||||
| Insecticides | Insecticides | ||||
| SeedGrowth | SeedGrowth | ||||
| Seeds | - | ||||
| - | Vegetable Seeds | ||||
| Environmental Science | Environmental Science | ||||
| - | Sonstige (Seeds & Traits) | ||||
| Crop Science gesamt | Crop Science gesamt |
Die Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2017 erfolgt in der noch bis zum 31. Dezember 2017 gültigen Struktur.
1.1.3 Wertschöpfung
Bayer schafft mit innovativen Produkten und Lösungen Wert für seine Stakeholder. Dies geschieht entlang aller Stufen der Wertschöpfungskette. Wir betreiben weltweit Produktionsstandorte, investieren in Forschung und Entwicklung, arbeiten mit internationalen sowie lokalen Lieferanten und leisten einen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Entwicklung in unseren Zielmärkten. Als Arbeitgeber sorgen wir außerdem für Arbeitsplätze in Industrie- ebenso wie in Schwellen- und Entwicklungsländern sowie für Kaufkraft durch Löhne und Gehälter. Durch die Zahlung von Steuern und Abgaben leisten wir einen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens und stützen damit auch die öffentliche Infrastruktur.
Stufen der Wertschöpfungskette
A 1.1.3/1

Die Wertschöpfungsrechnung zeigt, welchen direkten finanziellen Wert wir mit unserem wirtschaftlichen Handeln für unsere Stakeholder schaffen. Wir definieren die Wertschöpfung als die von Bayer im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Leistung abzüglich der Kosten der bezogenen und verbrauchten Güter und Leistungen sowie Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.
Wertschöpfung des Konzerns 2017
A 1.1.3/2

1 Unternehmensleistung = Umsatzerlöse + sonstige betriebliche Erträge + finanzielle Erträge / Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen
2 Dividendenvorschlag Bayer AG für das Geschäftsjahr
1.2 Strategie, Steuerung und Management
| ― | Unternehmensstrategie zielt auf langfristiges profitables Wachstum ab |
| ― | Konzernziele bilden unseren integrierten Geschäftsansatz ab |
| ― | Nachhaltiges Handeln in allen Geschäftsaktivitäten verankert |
1.2.1 Konzernstrategie und Ziele
Eine stetig wachsende und älter werdende Weltbevölkerung führt zu grundlegenden Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung. Wie sichern wir in Zeiten des Klimawandels die Nahrungsversorgung von bis zu zehn Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050? Wie sichern wir die Lebensqualität von immer mehr älteren Menschen?
Diesen Herausforderungen wollen wir uns stellen und gemäß unserem Unternehmenszweck "Bayer: Science for a better life" innovative Lösungen für bessere Medikamente und hochwertige Nahrungsmittel entwickeln. Neben der Ausrichtung auf wirtschaftlichen Erfolg wollen wir im Rahmen unserer unternehmerischen Möglichkeiten einen verantwortungsbewussten Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen "Gesundheit und Wohlergehen" und "Kein Hunger" leisten.
Wir wollen unserer ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden, unsere Geschäfte kontinuierlich weiterentwickeln und führende Positionen in ihren jeweiligen Industrien und Segmenten besetzen, um den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens zu sichern. Wir investieren in ein diversifiziertes Portfolio starker, wertschöpfender Geschäftsfelder. Hierfür bauen wir auf unsere Mitarbeiter und unsere Kernkompetenzen Innovation, Kundenorientierung, Qualität, Prozessexzellenz und Portfoliomanagement.
Strategien der Segmente
Pharmaceuticals
Der demografische Wandel führt global zu einem deutlichen Anstieg von chronischen Krankheiten und Mehrfacherkrankungen. Dies stellt die Gesundheitssysteme vor erhebliche Herausforderungen.
Wir wollen zum medizinischen Fortschritt beitragen, indem wir uns auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von innovativen Medikamenten mit signifikantem klinischem Nutzen und Mehrwert in den Therapiegebieten Herz-Kreislauf, Onkologie, Frauengesundheit, Hämatologie und Augenheilkunde konzentrieren.
Mittelfristig beruht unser Wachstum im Wesentlichen auf den am Markt eingeführten Produkten XareltoTM, EyleaTM, StivargaTM, XofigoTM und AdempasTM. Um das langfristige Wachstum zu sichern, investieren wir kontinuierlich in Forschung und Entwicklung. Dabei fokussieren wir uns auf die Gebiete, in denen ein erheblicher Innovationsbedarf besteht und in denen wir durch die Kompetenz unserer Forscherinnen und Forscher einen wesentlichen Beitrag leisten können. Dies gilt insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und ausgewählte Anwendungsgebiete in der Frauengesundheit. Um unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu ergänzen, werden wir unser Portfolio weiterhin gezielt durch Zukäufe, Lizenzvereinbarungen und Kooperationen mit externen Partnern erweitern.
Für einen verbesserten Zugang zu unseren Produkten in Entwicklungs- und Schwellenländern (Access to Medicine = ATM) setzen wir neben unseren gemeinnützigen Aktivitäten auch auf wirtschaftliche Konzepte. Außerdem entwickeln wir Wirkstoffe zum Einsatz gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten weiter.
Consumer Health
Mit dem zunehmenden Kostendruck der öffentlichen Gesundheitssysteme und stärkerer Eigenverantwortung der Konsumenten gewinnt das Thema Selbstmedikation immer mehr an Bedeutung. Des Weiteren erfordert die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitsmarkt einen verstärkten Fokus auf digitale Produkte und Dienstleistungen.
Diesem Wandel begegnen wir, indem wir unsere Kernmarken ClaritinTM, AspirinTM, AleveTM, BepanthenTM, CanestenTM, Alka-SeltzerTM, Dr. Scholl'sTM, One A DayTM, CoppertoneTM, ElevitTM und BeroccaTM it Investitionen in Innovation stärken. Zudem erweitern wir unsere digitalen Serviceangebote sowie E-Commerce-Aktivitäten.
Darüber hinaus streben wir eine gezielte Erweiterung unserer Markenpräsenz in wichtigen Märkten wie den USA, Deutschland, Brasilien, Russland und China sowie in weiteren Ländern an und verfolgen die Überführung von bislang verschreibungspflichtigen in für die Selbstmedikation geeignete rezeptfreie Wirkstoffe und Arzneimittel. Wir wollen damit den Verbrauchern einen besseren Zugang zu Medikamenten gewährleisten sowie ihnen die Möglichkeit bieten, mehr Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und ihre Lebensqualität zu verbessern.
Crop Science
Weltweit steigt der Bedarf an Lebensmitteln, Futtermitteln und nachwachsenden Rohstoffen. Gleichzeitig sind die Anbauflächen begrenzt und durch die Auswirkungen des Klimawandels zunehmend gefährdet. Hinzu kommen steigende gesellschaftliche Anforderungen an nachhaltige Anbaumethoden, die innovative Lösungen erfordern, mit denen die Produktivität der Landwirtschaft gesteigert und die Ernährungssicherheit gewährleistet werden kann.
Im Rahmen unserer Strategie zur Entwicklung ganzheitlicher Lösungen wollen wir unsere Expertise bei der Integration von Saatguttechnologie und chemischem sowie biologischem Pflanzenschutz weiter ausbauen. Zudem setzen wir auf Digitalisierung: Wir wollen im Bereich "Digital Farming" ein eigenes Angebot mit spezifischen Datenmodellen aufbauen, die u. a. Risiken für den Krankheitsbefall von Pflanzen simulieren. Unser Ziel ist es, die Landwirte mit maßgeschneiderten Empfehlungen zu unterstützen, unsere Produkte gezielt und exakt einzusetzen und damit ihre Ernteerträge zu verbessern.
Im Zuge unseres Engagements für eine nachhaltige Landwirtschaft setzen wir uns für Ressourceneffizienz, Umweltschonung, Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit ein. Wir wollen Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern mit speziell auf sie abgestimmten Lösungen helfen, ihre landwirtschaftliche Produktion zu optimieren und ihren Lebensstandard zu verbessern. Zudem entwickeln und fördern wir im Rahmen unserer Initiative Bayer ForwardFarming in Zusammenarbeit mit Landwirten innovative Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft. Unser Netzwerk an ForwardFarms weiten wir dabei weiter aus.
Wie kommuniziert, streben wir die Übernahme der Monsanto Company an. Gemeinsam sehen wir uns in der Lage, über ein umfassenderes und innovatives Produktangebot den vielfältigen Herausforderungen und individuellen Bedürfnissen der Landwirte besser gerecht zu werden. Mittel- bis langfristig würde das gemeinsame Unternehmen innovative Lösungen schneller bereitstellen und seinen Kunden bessere Lösungen und ein optimiertes Produktangebot auf Basis landwirtschaftlicher Analyse sowie unterstützender Anwendungen aus der digitalen Landwirtschaft anbieten können.
Animal Health
Die Entwicklung im Animal-Health-Markt wird primär durch eine wachsende Weltbevölkerung sowie höhere Durchschnittseinkommen bestimmt. Im Haustierbereich führt dies zu einem vermehrten Haustierbesitz. Im Nutztierbereich wirkt sich darüber hinaus die fortschreitende Anpassung der Bevölkerung an westliche Nahrungsgewohnheiten aus, die zu einem erhöhten Fleischkonsum führt. In beiden Bereichen werden daher zunehmend effektive und anwendungssichere Tierarzneimittel benötigt.
Animal Health besetzt im Haustierbereich eine führende Position im globalen Parasitizidgeschäft. Wir konzentrieren uns darauf, die starke Geschäftsentwicklung des innovativen Halsbands SerestoTM fortzusetzen, neue Vertriebswege zu erschließen und den Markenwert der AdvantageTM-Produktfamilie weiter zu steigern.
Im Nutztiergeschäft fokussieren wir uns auf Antiparasitika und Antiinfektiva zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Neben eigenen Entwicklungen ziehen wir auch Akquisitionen in Betracht, um unser Geschäft zu stärken. So haben wir beispielsweise durch die erfolgreiche Integration des erworbenen CydectinTM-Portfolios im Januar 2017 unser Antiparasitika-Geschäft in den USA ausgebaut.
Ziele und Leistungskennzahlen
Unsere Strategie ist auf wirtschaftliches Wachstum ausgerichtet, im Einklang mit unserer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Zur konsequenten Umsetzung unserer Strategie haben wir uns ambitionierte Konzernziele gesetzt, die an wesentlichen Bereichen entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet sind: Wachstum und Profitabilität, Innovation, Nachhaltigkeit und Mitarbeiter.
Der aktuelle Fortschritt unserer Konzernziele und Leistungskennzahlen ist in der nachfolgenden Tabelle und den entsprechenden Kapiteln dokumentiert.
Bayer-Konzernziele
A 1.2.1/1
| Ziel | Zielerreichung (Stand 2017) | Neues oder angepasstes Ziel |
|---|---|---|
| Wachstum und Profitabilität | ||
| Konzernumsatz (wpb. Veränderung); angepasste Prognose Oktober 2017: Anstieg im unteren einstelligen Prozentbereich auf 35-36 Mrd. € | Anstieg um 1,5 % auf 35,0 Mrd. € | Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich auf etwa 35 Mrd. € |
| EBITDA vor Sondereinflüssen; angepasste Prognose Oktober 2017: leicht über Vorjahr | Auf Vorjahresniveau (- 0,3 %) | Auf Vorjahresniveau |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie; angepasste Prognose Oktober 2017: Rückgang im unteren einstelligen Prozentbereich | Anstieg um 1,0 % | Auf Vorjahresniveau |
| Innovation | ||
| Konzern: Erhöhung der F&E-Investitionen auf 4,8 Mrd. € (2017) | 4,5 Mrd. € | F&E-Investitionen von etwa 4,1 Mrd. € (2018) |
| Pharmaceuticals: Überführung von zehn neuen Wirkstoffen in die Entwicklung (2017) | Zehn neue Wirkstoffe überführt | Überführung von neun neuen Wirkstoffen sowie einer neuen Indikation oder eines neuen Formulierungsprojekts in die Entwicklung (2018) |
| Consumer Health: Überführung von 25 konsumentenvalidierten Konzepten in die frühe Entwicklung (2017) | 47 neue Konzepte überführt | Überführung von 25 konsumentenvalidierten Konzepten in die frühe Entwicklung (2018) |
| Crop Science: Start von Feldstudien zum Nachweis der technischen Machbarkeit bei drei neuen Wirkstoffen, Pflanzeneigenschaften oder Biologika (2017) | Feldstudien zu zwei neuen Wirkstoffen gestartet | Start von Feldstudien zum Nachweis der technischen Machbarkeit bei drei bis vier neuen Wirkstoffen, Pflanzeneigenschaften oder Biologika |
| Nachhaltigkeit | ||
| Lieferantenmanagement | ||
| Bewertung aller strategisch bedeutenden Lieferanten (2017) | 99,5 % Ziel abgeschlossen | Bayer wird 2018 eine neue Stakeholder-Befragung und Materialitätsanalyse durchführen. Auf dieser Grundlage werden neue Konzernziele definiert. |
| Bewertung aller potenziell risikobehafteten Lieferanten mit signifikantem Bayer-Einkaufsvolumen (2020) | 93 % | Zielgröße unverändert |
| Entwicklung und Einführung eines neuen Nachhaltigkeitsstandards für unsere Lieferanten (2020) | In Umsetzung | Zielgröße unverändert |
| Ressourceneffizienz | ||
| Verbesserung der Energieeffizienz um 10 % (2020). Basiswert 2015: 143 kWh / T € Außenumsatz | 125 kWh / T € Außenumsatz (Verbesserung um 12,6 %) | Zielgröße unverändert |
| Reduktion spezifischer Treibhausgas-Emissionen um 20 % (2020). Neuer Basiswert 2015: 55,7 kg CO2 e / T € Außenumsatz | 46,3 kg CO2 e / T € Außenumsatz (- 16,9 %) | Zielgröße unverändert |
| Einführung eines Wassermanagements an allen Standorten in wasserarmen Regionen (2017) | 100 % Ziel abgeschlossen | Bayer wird 2018 eine neue Stakeholder-Befragung und Materialitätsanalyse durchführen. Auf dieser Grundlage werden neue Konzernziele definiert. |
| Sicherheit | ||
| Verringerung der Arbeitsunfallquote (Recordable Incident Rate - RIR) um 35 % (2020). Basiswert 2012: 0,50 | RIR 0,45 (- 10 %) | Zielgröße unverändert |
| Verringerung der Ereignisse im Bereich der Verfahrens- und Anlagensicherheit (Loss of Primary Containment Incident Rate - LoPC-IR) um 30 % (2020). Basiswert 2012: 0,21 | LoPC-IR 0,13 (- 38 %) | Zielgröße unverändert |
| Produktverantwortung | ||
| Abschluss der Bewertung des Gefahrenpotenzials aller Substanzen (> 99 %), die in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr verwendet werden (2020) | 76 % | Zielgröße unverändert |
| Compliance | ||
| Jährliches Compliance-Training für nahezu 100 % der Bayer-Manager | 97 % | Zielgröße unverändert |
| Mitarbeiter | ||
| Kontinuierliche Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit. Basiswert 2012: 85 % | 79 %1 | Kontinuierliche Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit. Neuer Basiswert 2017: 79 % |
| Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte im oberen Management auf 35 % (2020). Basiswert 2010: 21 % | 32 % | Zielgröße unverändert |
| Erhöhung des Anteils von Führungskräften, die von außerhalb der EU, den USA oder Kanadas kommen, auf 25 % (2020). Basiswert 2013: 18 % | 21 % | Zielgröße unverändert |
1 Werte nicht vergleichbar aufgrund der geänderten Methodik in der Mitarbeiterbefragung.
1.2.2 Steuerungssysteme
Ein vorrangiges Ziel des Bayer-Konzerns ist profitables Wachstum. Hierdurch wollen wir den Wert des Unternehmens kontinuierlich steigern und den langfristigen Fortbestand des Geschäfts sicherstellen. Die wirtschaftliche Planung und Steuerung des Unternehmens erfolgt über vom Vorstand im Laufe des strategischen Steuerungsprozesses verabschiedete Rahmenvorgaben für die Segmente, die in der operativen Planung in konkrete Ziele übersetzt werden. Der Planungs- und Steuerungsprozess wird durch die laufende Überprüfung der Geschäftsentwicklung mit regelmäßig aktualisierten Einschätzungen wesentlicher Steuerungs- und Leistungskennzahlen vervollständigt. In diesem Rahmen werden die strategischen Ziele umgesetzt und bei Planabweichungen Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet. Darüber hinaus steuert der Vorstand mithilfe definierter Ziele und Leistungskennzahlen die nachhaltige Ausrichtung des Konzerns.
Zur Planung, Steuerung und Kontrolle unserer Geschäftsentwicklung verwenden wir folgende Steuerungsgrößen:
Operative Steuerungsgrößen
Operativ sind Umsatz-, Ergebnis- und Kapitalbindungsgrößen die maßgeblichen wirtschaftlichen Steuerungselemente innerhalb des Bayer-Konzerns. Sie stellen dementsprechend auch bedeutende Komponenten der kurzfristigen variablen Vergütung dar.
Wachstum wird hauptsächlich mittels der währungs- und portfoliobereinigten (wpb.) Umsatzveränderung gemessen, um die operative Geschäftsentwicklung des Konzerns und der Segmente zu reflektieren. Eine wesentliche Ergebnisgröße zur Messung der Profitabilität des Bayer-Konzerns und der Segmente ist das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA. Hierbei dient die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen, die sich aus dem Verhältnis von EBITDA vor Sondereinflüssen zu den Umsatzerlösen ergibt, als relative Kennzahl zum internen und externen Vergleich der operativen Ertragskraft. Als weitere maßgebliche Profitabilitätskennzahl des Konzerns dient das bereinigte Ergebnis je Aktie, welches das auf die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien entfallende bereinigte Konzernergebnis darstellt.
Return on Capital Employed (ROCE) als strategischer wertorientierter Indikator
Die operativen Steuerungsgrößen werden um den Return on Capital Employed (ROCE) ergänzt, welcher den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens in Verhältnis zum eingesetzten Kapital bringt. Als strategischer Indikator misst der ROCE die periodische Kapitalrentabilität, welche mit den Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital) verglichen werden kann. Übersteigt der ROCE die Kapitalkosten, ist dies ein Indiz für einen Beitrag zur Unternehmenswertsteigerung, da die Erwartungen des Kapitalmarkts übertroffen wurden. Somit unterstützt die Betrachtung des ROCE im Zeitverlauf die Analyse der langfristigen Geschäftsentwicklung, während ein Vergleich des ROCE zwischen Geschäftsfeldern der Portfolioanalyse dient.
1.2.3 Nachhaltigkeitsmanagement
Für uns bedeutet Nachhaltigkeit, unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit zu sichern. In diesem Verständnis und als Teil der Konzernstrategie ist Nachhaltigkeit in unsere täglichen Arbeitsabläufe integriert. Unser Bekenntnis zum "UN Global Compact" (UNGC), zur "Responsible CareTM"-Initiative sowie unser Engagement im "World Business Council for Sustainable Development" (WBCSD), dem Weltwirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung, unterstreichen unser Selbstverständnis als nachhaltig handelndes Unternehmen. In unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung folgen wir seit vielen Jahren den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI).
Bayer bekennt sich zu den UN-Nachhaltigkeitszielen ("Sustainable Development Goals", SDGs) und hat dazu eine Unternehmensposition veröffentlicht. Mit unseren Innovationen, Produkten und Dienstleistungen leisten wir einen Beitrag zur Bewältigung einiger der größten globalen Herausforderungen: Dazu zählen insbesondere die Ziele "Kein Hunger" (SDG 2) und "Gesundheit und Wohlergehen" (SDG 3).
Klare Verantwortlichkeiten und Strukturen definiert
Nachhaltigkeit als Teil der Konzernstrategie ist bei Bayer auf Vorstandsebene fest verankert. Für die nachhaltige Ausrichtung des Konzerns sind der Konzernvorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit in seiner Funktion als Chief Sustainability Officer und das Sustainable Development Committee (SDC) unter der Leitung der Konzernfunktion Health, Safety und Sustainability verantwortlich. Das SDC legt Ziele, Initiativen, Managementsysteme und Konzernregelungen fest und verantwortet deren Umsetzung. Die operative Umsetzung erfolgt mithilfe nicht finanzieller Ziele und Leistungskennzahlen entlang der Wertschöpfungskette. Grundlage dafür sind die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten in der Konzernstruktur und die Ermittlung wesentlicher Handlungsfelder durch eine Materialitätsanalyse. Konzernregelungen sorgen für die Verankerung unserer Nachhaltigkeitsprinzipien im operativen Geschäft, die durch entsprechende Managementsysteme, Gremien und Prozesse umgesetzt werden. Die Überprüfung und Anpassung dieser Regelungen sowie interne Audits stellen sicher, dass unsere Managementsysteme kontinuierlich verbessert und den jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements
A 1.2.3/1

Materialitätsanalyse und Handlungsfelder
Wir analysieren regelmäßig die Erwartungen und Anforderungen unserer maßgeblichen Stakeholder und gleichen diese mit unserer Einschätzung ihrer Relevanz für Bayer ab. So können wir aktuelle Entwicklungen und nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken frühzeitig erkennen und in unsere Strategie integrieren. Die dabei ermittelten Themen dokumentieren wir in einer Materialitätsmatrix und leiten daraus die für Bayer wesentlichen Handlungsfelder ab. Vor dem Hintergrund der Trennung von Covestro und der geplanten Akquisition von Monsanto werden wir im Jahr 2018 unsere Handlungsfelder anhand einer umfassenden Materialitätsanalyse erneut überprüfen.
In der Online-Ergänzung veranschaulichen wir in einer Grafik unsere derzeitigen Handlungsfelder und ihre Zuordnung zu den Wertschöpfungsstufen.
Auf unserer Nachhaltigkeitswebseite stellen wir in einer Übersichtstabelle unsere Handlungsfelder mit Definition sowie die entsprechenden Konzernziele und GRI-Aspekte dar. Einen ausführlichen GRI-Content-Index mit korrespondierenden UNGC-Prinzipien finden Sie unter "C Weitere Informationen".
Stakeholderdialog fördert Akzeptanz und Unternehmenserfolg
Bayer ist als Unternehmen Teil der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens. Durch den offenen Austausch mit unseren Stakeholdern wollen wir Vertrauen in unser Handeln, unsere Produkte und den gesellschaftlichen Wert unserer Leistungen schaffen, denn die Erwartungen und Perspektiven unserer Stakeholder beeinflussen die gesellschaftliche Akzeptanz von Bayer und damit unseren Geschäftserfolg. Der Stakeholderdialog hilft uns, frühzeitig wichtige Trends und Entwicklungen in der Gesellschaft und unseren Märkten zu erkennen und bei der Gestaltung unseres Geschäfts zu berücksichtigen. Die Einbindung der verschiedenen Stakeholdergruppen wird im Rahmen unseres Stakeholder-Engagement-Prozesses geplant. Zu diesem Prozess gehört auch ein Monitoring der Ergebnisse einzelner Dialogmaßnahmen. Bei strategischen Entscheidungsprozessen, wie z. B. Investitionsprojekten und neuen Produkteinführungen, geht Bayer bereits zu Beginn eines neuen Projekts auf gesellschaftliche und politische Akteure zu und wirbt um Unterstützung. Der offene Dialog ermöglicht dabei, Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Dieser Prozess entspricht unserer Stakeholder-Engagement-Leitlinie und wird durch eine interne Informationsplattform ergänzt.
Grundsätzlich unterscheiden wir vier Stakeholdergruppen, mit denen wir in unterschiedlichen Gesprächsformaten im Austausch stehen.
Unsere wichtigsten Stakeholdergruppen
A 1.2.3/2

1.3 Innovation im Fokus
| ― | Bayer und Ginkgo Bioworks gründen ein neues Unternehmen im Bereich der nützlichen Mikroben für Pflanzen |
| ― | LifeHub in Boston, USA, stärkt unser Open-Innovation-Netzwerk |
| ― | Pharmaceuticals mit weiteren Zulassungen erfolgreich; Kooperation mit Loxo Oncology trägt zum weiteren Ausbau des Onkologiebereichs bei |
| ― | Crop-Science-Kooperationsnetzwerk mit vielen strategischen Partnern ausgebaut |
Innovation ist eine unserer Kernkompetenzen und damit ein Grundpfeiler unserer Konzernstrategie. Wir definieren Innovationen als neue Lösungen, die einen Mehrwert für unsere Kunden und die Gesellschaft schaffen. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt auf Produktinnovationen, die sich auf unsere starken Forschungs- und Entwicklungskompetenzen (F&E) stützen. Sie werden ergänzt um gezielte Innovationen von Prozessen, Dienstleistungs- und Geschäftsmodellen.
Mit unseren Innovationen leisten wir einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen in der medizinischen Versorgung und der Ernährungssicherung. Wir setzen hierbei neben der starken Innovationskompetenz unserer Mitarbeiter in allen Unternehmensbereichen auch auf Exzellenz in Forschung und Entwicklung, den Einsatz neuer bahnbrechender Technologien sowie ein breites Open-Innovation-Netzwerk.
Um die Innovationkompetenz der gesamten Organisation weiterzuentwickeln, haben wir uns 2017 zum Ziel gesetzt, unsere Mitarbeiter in neuen Methoden zu schulen, eine zentrale Plattform für Innovationsthemen zu schaffen und eine agile Organisationsstruktur zu etablieren, die die Mitarbeiter beim Entwickeln neuer Ideen und Innovationsprojekte unterstützt. Dieses haben wir erfolgreich umgesetzt und rund 950 Mitarbeiter in neue Methoden wie "Design Thinking" oder "Systematic Inventive Thinking" eingeführt. Des Weiteren haben wir eine Innovationsplattform etabliert, auf der die Mitarbeiter über neue Trends sowie aktuelle Projekte informiert werden und sich weltweit zu Innovationsthemen vernetzen und austauschen können. Ein agiles, weltweites, cross-divisionales Netzwerk mit Innovationscoaches unterstützt unsere Mitarbeiter darin, neue Ideen zu entwickeln und Projekte voranzutreiben. Unsere Aktivitäten wurden mit dem "Learning 100! Excellence Award 2017" für Innovation ausgezeichnet, bei dem wir weltweit unter den Top-100-Unternehmen auf Rang 16, als bestes Life-Science-Unternehmen, platziert wurden.
Exzellenz in Forschung und Entwicklung
Der Unternehmenserfolg von Bayer beruht seit jeher auf Exzellenz in Forschung und Entwicklung. Unsere Forscher entwickeln neue Moleküle und Technologien auf den forschungsintensiven Gebieten zur Verbesserung der Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze. Die Schwerpunkte der F&E-Aktivitäten richten sich nach den Innovationstrategien unserer Segmente. Bei Pharmaceuticals, Crop Science und Animal Health fokussieren sich diese auf die Erforschung und Entwicklung von sicheren und nachhaltigen Wirkstoffen zur Deckung des Bedarfs an neuen Arznei- bzw. Pflanzenschutzmitteln sowie von neuem Saatgut. Consumer Health hingegen konzentriert sich zum einen auf die Entwicklung neuer verschreibungsfreier Produkte und Lösungen, wie beispielsweise verbesserte Produktformulierungen, Verpackungen, technische Anwendungen und Medizinprodukte.
Zum anderen ist die Überführung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in den OTC-Status ein wesentliches Instrument, um den wachsenden Wunsch der Kunden nach Selbstmedikation zu decken.
Bayer verfügt über ein globales Netzwerk von F&E-Standorten, an denen mehr als 14.000 Forscher tätig sind. Im Geschäftsjahr 2017 steigerten wir unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung um wb. 3,1 % auf 4.504 Mio. €. 2018 planen wir etwa 4,1 Mrd. € in F&E zu investieren.
Angaben zu Forschung und Entwicklung 2017
A 1.3/1
| F&E-Kosten in Mio. € 2016 | F&E-Kosten in Mio. € 2017 | Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kosten 2016 | Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kosten in Mio. € 2017 | Anteil an Konzern-F&E in % 2016 | Anteil an Konzern-F&E in % 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pharmaceuticals | 2.787 | 2.888 | 2.736 | 2.724 | 63,3 | 64,1 |
| Consumer Health | 259 | 240 | 234 | 228 | 5,9 | 5,3 |
| Crop Science | 1.164 | 1.166 | 1.156 | 1.120 | 26,4 | 25,9 |
| Animal Health | 140 | 155 | 140 | 145 | 3,2 | 3,4 |
| Überleitung | 55 | 55 | 55 | 55 | 1,2 | 1,2 |
| Gesamt | 4.405 | 4.504 | 4.321 | 4.272 | 100 | 100 |
| Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kostenquote in % vom Umsatz 2016 | Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kostenquote in % vom Umsatz 2017 | Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung in FTE 2016 | Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung in FTE 2017 | |
|---|---|---|---|---|
| Pharmaceuticals | 16,7 | 16,2 | 7.934 | 8.138 |
| Consumer Health | 3,9 | 3,9 | 331 | 368 |
| Crop Science | 11,7 | 11,7 | 5.631 | 5.174 |
| Animal Health | 9,2 | 9,2 | 308 | 333 |
| Überleitung | 5,2 | 4,7 | 9 | 28 |
| Gesamt | 12,4 | 12,2 | 14.213 | 14.041 |
Vorjahreswerte angepasst
Weltweites Open-Innovation-Netzwerk
Partnerschaften sind ein fester Bestandteil unserer Innovationsstrategie. Wir schließen strategische Allianzen mit diversen Partnern wie beispielsweise Universitäten, Behörden, Start-ups, Zulieferern und der Industrie. Dadurch erhalten wir Zugang zu komplementären Technologien und Know-how, die unsere Rahmenbedingungen für Innovationen erweitern.
Unser Open-Innovation-Netzwerk umfasst alle Unternehmensbereiche entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unser Open-Innovation-Portal bietet eine Plattform für interdisziplinäre Kooperationen der Unternehmensbereiche. Darüber hinaus investieren wir in Venture-Capital-Fonds, die u. a. Start-up-Firmen aus dem Bereich der Life Sciences finanzieren. Mit unserem neu etablierten, segmentübergreifenden LifeHub in Boston, USA, stärken wir unsere Möglichkeiten, gemeinsam mit führenden Partnern neue Lösungen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung zu gestalten.
Einsatz wegweisender Technologien
Ein weiteres wesentliches Instrument zur Erreichung unserer strategischen Ziele ist die Nutzung neuer bahnbrechender Technologien. Wir adressieren dies durch die Aktivitäten von "Leaps by Bayer" (vormals Life Science Center) und unser Life-Science-Kooperationsprogramm.
"Leaps by Bayer" verfolgt das strategische Ziel, Zugang zu neuen Technologien über ein neues Innovations- und Kooperationsmodell zu etablieren. Nach Investitionen in definierte Forschungsanwendungen der CRISPR-Cas9-Technologie (Casebia) und in die Entwicklung von hocheffizienten Therapien auf Basis von induzierten pluripotenten Stammzellen (BlueRock Therapeutics) in den vorigen zwei Jahren schlossen wir im September 2017 die erste Vereinbarung im landwirtschaftlichen Bereich. Gemeinsam mit Ginkgo Bioworks, Inc., USA, gründete Bayer ein neues Unternehmen, das im Bereich des pflanzlichen Mikrobioms tätig sein wird. Primärer Fokus der Forschung liegt auf dem Mechanismus der Stickstoff-Fixierung zur Verringerung der Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt. Der Einstieg in die Mikrobiom-Forschung ist Teil der Innovationsstrategie von Bayer. Das Unternehmen wird Standorte in Boston und in Sacramento, USA, haben.
Darüber hinaus evaluieren wir mithilfe unseres "Life Science Collaboration Program" divisionsübergreifend Innovationen im Bereich der Biologie und Technologie wie beispielsweise Optogenetik und künstliche Intelligenz.
Patente schützen geistiges Eigentum von Bayer
Für ein Innovationsunternehmen wie Bayer ist der weltweit zuverlässige Schutz seines geistigen Eigentums besonders relevant. Abhängig von den rechtlichen Rahmenbedingungen streben wir daher Patentschutz für unsere Produkte und Technologien in bedeutenden Märkten an. Dies ermöglicht uns bei erfolgreicher Vermarktung von Produkten, die durch Patente geschützt werden, die Gewinne in nachhaltige Forschung und Entwicklung zu reinvestieren. Da zwischen der Einreichung einer Produktzulassung und der Markteinführung eines Produkts mehrere Jahre vergehen können, bleiben nur wenige Jahre, um die Rentabilität der Investition in das geistige Eigentum zu sichern. Ende 2017 besaßen wir weltweit etwas mehr als 4.700 geschützte Erfindungen mit den dazugehörigen etwa 48.100 in Kraft befindlichen Patentanmeldungen und Patenten. Die folgende Tabelle zeigt die Ablaufzeiten der wesentlichen Patente des Bayer-Konzerns.
Patentablaufdaten Pharmaceuticals
A 1.3/2
| Markt Deutschland | Markt Frankreich | Markt Italien | Markt Schweiz | Markt Spanien | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Produkte | ||||||
| AdempasTM | ||||||
| Wirkstoff | 2028 | 2028 | 2028 | 2028 | 2028 | |
| Herstellungsverfahren / Intermediat | 2030 | 2030 | 2030 | 2030 | 2030 | |
| EyleaTM | ||||||
| Wirkstoff | 2025 | 2025 | 2025 | 2025 | 2025 | |
| Formulierung | 2027 | 2027 | 2027 | 2027 | 2027 | |
| KogenateTM | ||||||
| Wirkstoff | - | - | - | - | - | |
| Formulierung | 2017 | 2017 | 2017 | 2017 | 2017 | |
| KovaltryTM | ||||||
| Wirkstoff | - | - | - | - | - | |
| Formulierung | 2017 | 2017 | 2017 | 2017 | 2017 | |
| Herstellungsverfahren | 2018 | 2018 | 2018 | 2018 | 2018 | |
| Herstellungsverfahren (Zelllinie / Chaperone) | 2029e | 2024a | 2029e | - | 2024a | |
| MirenaTM | ||||||
| Applikator | 2029 | 2029 | 2029 | 2029 | 2029 | |
| NexavarTM | ||||||
| Wirkstoff | 2021 | 2021 | 2021 | 2021 | 2021 | |
| Salzform | 2022 | 2022 | 2022 | 2022 | 2022 | |
| Polymorph | 2025 | 2025 | 2025 | 2025 | 2025 | |
| TM | Formulierung | 2026 | 2026 | 2026 | 2026 | 2026 |
| StivargaTM | ||||||
| Wirkstoff | 2028 | 2028 | 2028 | 2028 | 2028 | |
| Formulierung | 2025 | 2025 | 2025 | 2025 | 2025 | |
| Herstellungsverfahren | 2031 | 2031 | 2031 | 2031 | 2031 | |
| XareltoTM | ||||||
| Wirkstoff | 2023 | 2023 | 2023 | 2023 | 2023 | |
| Formulierung | 2024 | 2024 | 2024 | 2024 | 2024 | |
| XofigoTM | ||||||
| Verwendung | 2024 | 2024 | 2024 | 2024 | 2024 | |
| Herstellungsverfahren | 2031 | 2031 | 2031 | 2031 | 2031 |
| Markt UK | Markt China | Markt Japan | Markt Brasilien | Markt Kanada | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Produkte | ||||||
| AdempaTM | ||||||
| Wirkstoff | 2023a | 2023 | 2027-2028d | 2023b | 2023 | |
| Herstellungsverfahren / Intermediat | 2030 | 2030 | 2030 | 2030b | 2030 | |
| EyleaTM | ||||||
| Wirkstoff | 2020a | 2020 | 2021-2023d | 2020b | 2020 | |
| Formulierung | 2027 | 2027b | 2028-2029d | 2027b | 2027 | |
| KogenateTM | ||||||
| Wirkstoff | - | - | - | - | 2021 | |
| Formulierung | 2017 | 2017 | 2020 | 2020 | 2017 | |
| KovaltryTM | ||||||
| Wirkstoff | - | - | - | - | 2021 | |
| Formulierung | 2017 | 2017 | 2023e | 2020 | 2017 | |
| Herstellungsverfahren | 2018 | 2018 | 2023e | 2023 | 2018 | |
| Herstellungsverfahren (Zelllinie / Chaperone) | 2024a | - | 2028e | - | 2024 | |
| MirenaTM | ||||||
| Applikator | 2029 | 2029 | 2029 | 2029b | 2029 | |
| NexavarTM | ||||||
| Wirkstoff | 2021 | 2020 | 2021-2025d | 2025 | 2020 | |
| Salzform | 2022 | - | - | - | - | |
| Polymorph | 2025 | 2025 | 2025-2026d | 2025b | 2025 | |
| Formulierung | 2026 | 2026 | 2026-2027d | 2026b | 2026 | |
| StivargaTM | ||||||
| Wirkstoff | 2024a | 2024 | 2026d | 2024b | 2024 | |
| Formulierung | 2025 | 2025 | 2026d | 2025b | 2025 | |
| Herstellungsverfahren | 2031 | 2031 | 2031 | 2031b | 2031 | |
| XareltoTM | ||||||
| Wirkstoff | 2023 | 2020 | 2022-2025d | 2022 | 2020 | |
| Formulierung | 2024 | 2024 | 2025-2028d | 2024b | 2024 | |
| XofigoTM | ||||||
| Verwendung | 2024 | 2019 | 2019a | - | 2019 | |
| Herstellungsverfahren | 2031 | 2031 | 2031 | 2031b | 2031b |
| Markt USA | ||
|---|---|---|
| Produkte | ||
| AdempasTM | ||
| Wirkstoff | 2023a | |
| Herstellungsverfahren / Intermediat | 2030 | |
| EyleaTM | ||
| Wirkstoff | - | |
| Formulierung | - | |
| KogenateTM | ||
| Wirkstoff | - | |
| Formulierung | - | |
| KovaltryTM | ||
| Wirkstoff | - | |
| Formulierung | - | |
| Herstellungsverfahren | 2018a | |
| Herstellungsverfahren (Zelllinie / Chaperone) | 2024 | |
| MirenaTM | ||
| Applikator | 2031c | |
| NexavarTM | ||
| Wirkstoff | 2020 | |
| Salzform | - | |
| Polymorph | 2027 | |
| Formulierung | 2028c | |
| StivargaTM | ||
| Wirkstoff | 2031 | |
| Formulierung | 2031 | |
| Herstellungsverfahren | 2031 | |
| XareltoTM | ||
| Wirkstoff | 2024 | |
| Formulierung | 2024 | |
| XofigoTM | ||
| Verwendung | 2022e | |
| Herstellungsverfahren | 2031 |
a Derzeitiger Patentablauf; Patentlaufzeitverlängerung beantragt
b Patentanmeldung anhängig
c Patentlaufzeit aktualisiert
d Verwendungsspezifische Laufzeitverlängerung(en)
e Patentlaufzeitverlängerung erteilt
Pharmaceuticals
Pharmaceuticals konzentriert sich auf Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf auf den Gebieten Herz-Kreislauf, Onkologie, Frauenheilkunde, Hämatologie und Augenheilkunde. Wir betreiben Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an mehreren Zentren, vor allem in Deutschland, den USA, Japan, China, Finnland und Norwegen.
Im Berichtsjahr haben wir unser Ziel erreicht und konnten zehn neue Wirkstoffe aus unserer Forschungspipeline in die präklinische Entwicklung überführen. Dabei definieren wir einen neuen Wirkstoff (NME = new molecular entity) als neue chemische oder biologische Substanz, die sich bislang nicht in der Entwicklung befindet. In der präklinischen Entwicklung werden die Wirkstoffe in verschiedenen Modellen auf ihre Eignung für die Erprobung in klinischen Studien und der damit verbundenen Erstanwendung am Menschen weiter untersucht. Mehrere Arzneimittelkandidaten aus unserer Forschungs- und Entwicklungspipeline durchliefen 2017 klinische Studien. Unsere bereits zugelassenen Produkte stärkten wir durch weitere Entwicklungsaktivitäten, um ihre Anwendung weiter zu verbessern bzw. das Indikationsspektrum zu erweitern.
Klinische Studien sind ein unentbehrliches Instrument zur Bestimmung der Wirksamkeit und Sicherheit neuer Medikamente, bevor sie zur Diagnostik oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden können. Nutzen und Risiken neuer medizinischer Produkte müssen stets wissenschaftlich belegt und gut dokumentiert werden. Alle klinischen Studien bei Bayer entsprechen strengen internationalen Richtlinien und Qualitätsstandards sowie den jeweiligen gültigen nationalen Gesetzen und Normen.
Pharmaceuticals publiziert Informationen über eigene klinische Studien sowohl im öffentlich zugänglichen Register www.ClinicalTrials.gov als auch in der eigenen "Trial Finder"-Datenbank.
Fortschritte in den klinischen Prüfungsphase-II-Projekten
Die folgende Tabelle enthält unsere wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase-II-Projekte:
Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase II)1
A 1.3/3
| Projekte | Indikation |
|---|---|
| Anetumab Ravtansine (Mesothelin ADC) | Malignes Mesotheliom des Brustfells |
| BAY 1128688 (AKR1C3 Inhibitor) | Endometriose |
| BAY 1142524 (Chymase-Inhibitor) | Herzinsuffizienz |
| BAY 1193397 (AR alpha 2c Rec Ant.) | Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) |
| BAY 1213790 (Anti-FXIa Antibody) | Prävention von Thrombosen |
| BAY 2306001 (IONIS-FXIRx) | Prävention von Thrombosen2 |
| Copanlisib (PI3K-Inhibitor) | Rezidivierendes / resistentes diffuses, großzelliges B-Zell-Lymphom |
| Larotrectinib (LOXO-101, TRK Inhibitor) | Solide Tumore3 |
| Neladenoson bialanate | Chronische Herzinsuffizienz |
| Nesvacumab (bisher: Ang2-Antikörper) + Aflibercept | Schwere Augenerkrankungen4 |
| Radium-223-Dichlorid | Brustkrebs mit Knochenmetastasen |
| Radium-223-Dichlorid | Multiples Myelom |
| Riociguat | Systemische Sklerose |
| Vilaprisan (S-PRM) | Endometriose |
1 Stand: 26. Januar 2018
2 Durchgeführt von Ionis Pharmaceuticals, Inc.
3 Durchgeführt von Loxo Oncology, Inc.
4 Durchgeführt von Regeneron Pharmaceuticals, Inc.
Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.
Im Berichtsjahr 2017 ergaben sich im Wesentlichen folgende Änderungen gegenüber dem Vorjahr:
Regorafenib Phase-II-Studien, die primär von Investigatoren gesponsert werden, wurden aus der Übersicht der wichtigsten Phase-II-Projekte herausgenommen. Die Studien werden aber weitergeführt.
Im Februar 2017 entschied unser Partner Regeneron Pharmaceuticals, Inc., USA, basierend auf den Ergebnissen der klinischen Phase-II-CAPELLA-Studie nach 28 Wochen, die Weiterentwicklung von Rinucumab, einem PDGFR-Antikörper, in Kombination mit Aflibercept (Handelsname: EyleaTM ) zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration abzubrechen. Die Studie verfehlte den klinischen Endpunkt einer statistisch signifikanten Verbesserung der Sehschärfe nach 12 oder 28 Wochen.
Basierend auf den Ergebnissen der von Janssen Research & Development, LLC, durchgeführten GEMINI-Studie, die Rivaroxaban (Handelsname: XareltoTM ) in Verbindung mit einer anti-thrombozytären Einzeltherapie (SAPT) zur Sekundärprophylaxe des akuten Koronarsyndroms (ACS) untersuchte, wurde im 2. Quartal 2017 die Entscheidung getroffen, die Entwicklung von Rivaroxaban in dieser Indikation nicht weiter zu verfolgen.
Im Juli 2017 meldete Bayer, dass eine klinische Phase-II-Studie mit dem onkologischen Entwicklungskandidaten Anetumab Ravtansine (BAY 949343) von Bayer als Monotherapie den primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens in vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem malignen Mesotheliom des Brustfells (MPM) nicht erreicht hat. Die Sicherheit und Verträglichkeit von Anetumab Ravtansine entsprachen den Beobachtungen aus früheren Studien. Anetumab Ravtansine wird momentan in weiteren klinischen Studien der Phase I sowohl als Monotherapie als auch in Kombination geprüft, darunter in einer Phase-Ib-Multi-Indikationsstudie bei sechs unterschiedlichen Arten fortgeschrittener solider Tumore sowie in einer Phase-Ib-Kombinationsstudie mit Patientinnen mit wiederaufgetretenem Platin-resistenten Eierstockkrebs.
Bayer begann 2014 eine klinische Phase-II-Studie zur Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Riociguat bei erwachsenen Patienten mit zystischer Fibrose mit der Delta-F508-Genmutation. Die vorläufige Auswertung ausgewählter Daten aus dem ersten Teil der Studie ergab, dass sich kein positiver Trend im Hinblick auf die Wirksamkeit von Riociguat zeigte. Eine Weiterführung der Studie wurde zu diesem Zeitpunkt nicht als sinnvoll erachtet. Im August 2017 entschied Bayer, die Studie vorzeitig zu beenden. Es gab keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Riociguat.
Im November 2017 gab unser Partner Regeneron Pharmaceuticals, Inc., USA, Daten von zwei Phase-II-Studien bekannt, in denen der Angiopoietin2(Ang2)-Antikörper Nesvacumab in Kombination mit Aflibercept (Handelsname: EyleaTM ) gegen die Aflibercept-Monotherapie getestet wurde. Die eine Studie untersuchte Patienten mit diabetischem Makulaödem, die andere Patienten mit feuchter altersbedingter Makula-Degeneration. Regeneron teilte mit, dass die Unterschiede in der Verbesserung der Sehschärfe zwischen den Behandlungsgruppen eine Phase-III-Entwicklung mit dem Ziel der Zulassung in den USA nicht rechtfertigen. Gleichzeitig konnte die Wirksamkeit der Aflibercept-Monotherapie in beiden Indikationen bestätigt werden. Die Studienergebnisse werden weiter analysiert und zur Präsentation auf einem zukünftigen medizinischen Kongress eingereicht.
Fortschritte in den klinischen Prüfungsphase-III-Projekten
Die folgende Tabelle enthält unsere wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase-III-Projekte:
Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase III)1
A 1.3/4
| Projekte | Indikation |
|---|---|
| Copanlisib (PI3K-Inhibitor) | Verschiedene Arten von Non Hodgkin's Lymphomen (NHL) |
| Darolutamide (bisher: ODM-201, AR-Antagonist) | Kastrationsresistentes, nicht metastasiertes Prostatakarzinom |
| Darolutamide (bisher: ODM-201, AR-Antagonist) | Hormonsensitives, metastasiertes Prostatakarzinom |
| Finerenone (MR-Antagonist) | Diabetische Nierenerkrankung |
| Molidustat (HIF-PH-Inhibitor) | Renale Anämie |
| Radium-223-Dichlorid | Kombinationsbehandlung von kastrationsresistentem Prostatakrebs |
| Regorafenib | Darmkrebs, adjuvante Therapie |
| Rivaroxaban | Anti-Koagulation in Patienten mit chronischem Herzversagen2 |
| Rivaroxaban | VTE-Prävention bei Hochrisikopatienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus2 |
| Rivaroxaban | Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) |
| Rivaroxaban | VTE-Behandlung bei Kindern |
| Tedizolid | Lungenentzündung |
| Vericiguat (sGC-Stimulator) | Chronische Herzinsuffizienz3 |
| Vilaprisan (S-PRM) | Symptomatische Gebärmuttermyome |
1 Stand: 26. Januar 2018
2 Durchgeführt von Janssen Research & Development, LLC
3 Durchgeführt von Merck & Co., Inc., USA
Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.
Im Berichtsjahr 2017 ergaben sich im Wesentlichen folgende Änderungen gegenüber dem Vorjahr:
Im Juli 2017 startete Bayer das klinische Phase-III-Studienprogramm ASTEROID, das den Entwicklungskandidaten Vilaprisan bei Frauen mit symptomatischen Gebärmuttermyomen untersucht. Vilaprisan ist ein neuartiger oral einzunehmender und selektiver Progesteron-Rezeptormodulator aus der Bayer-Forschung, der eine Langzeitbehandlung von Gebärmuttermyomen ermöglichen soll.
Im Oktober 2017 gaben Bayer und Entwicklungspartner Janssen Research & Development, LLC, bekannt, dass die Phase-III-Studie NAVIGATE ESUS vorzeitig beendet wurde. Die Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban (Handelsname: XareltoTM ) zur Sekundärprävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Patienten, die vor Kurzem einen embolischen Schlaganfall unbekannter Ursache erlitten hatten. Nach einer planmäßigen Zwischenanalyse durch das unabhängige Data Monitoring Committee (DMC) empfahl dieses die vorzeitige Beendigung der Studie, da die Wirksamkeit von Rivaroxaban gegenüber Acetylsalicylsäure (ASS) in den Behandlungsgruppen vergleichbar war und es nur geringe Aussichten auf einen klinischen Zusatznutzen für die Patienten bei Fortsetzung der Studie gab.
Im November 2017 wurden Ergebnisse des globalen Phase-III-Studienprogramms INHALE bekannt gegeben, das Amikacin Inhale bei intubierten und mechanisch beatmeten Patienten mit gram-negativer Pneumonie zusätzlich zur Standardtherapie untersuchte. Amikacin zeigte keine klinische Überlegenheit gegenüber der Standardtherapie in Kombination mit inhaliertem Placebo. Der primäre Endpunkt sowie die sekundären Endpunkte wurden nicht erreicht. Amikacin Inhale ist der Entwicklungsname eines integrierten Medikament-Medizinprodukt-Systems, bestehend aus einer speziell formulierten Lösung von Amikacin zur Inhalation sowie einem patentgeschützten, synchronisierten Inhalationssystem mit einem Vibrationsnetzvernebler. Bayer beendete die Forschungsaktivitäten mit Amikacin Inhale und die darauf bezogene Kooperation mit Nektar Therapeutics, Inc.
Ebenfalls im November 2017 folgte Bayer der Empfehlung eines unabhängigen Datenüberwachungsgremiums und entblindete vorzeitig die Phase-III-Studie mit Radium-223-Dichlorid in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison / Prednisolon für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs. Grund für diese Empfehlung war ein beobachtetes Ungleichgewicht in Bezug auf vermehrte Knochenbrüche und Todesfälle im Behandlungsarm mit Radium-223 in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison / Prednisolon.
Im Dezember 2017 startete Bayer auf Basis positiver Phase-II-Daten ein klinisches Phase-III-Studienprogramm in Japan, das den Entwicklungskandidaten Molidustat in Patienten mit renaler Anämie untersucht. Molidustat ist ein Inhibitor des Enzyms Hypoxie-induzierbarer Faktor-Prolylhydroxylase (HIF-PH), das die Produktion von Erythropoietin und die Bildung roter Blutkörperchen anregt.
Zurzeit läuft ein Studienprogramm, welches die Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban zur Behandlung und Sekundärprävention von venösen Thromboembolien bei Kindern untersucht. Im Fall einer erfolgreichen und rechtzeitigen Fertigstellung des Studienprogramms verlängert sich der Patentschutz für XareltoTM in Europa und den USA um ein weiteres halbes Jahr.
Einreichungen und Zulassungen
Wir überprüfen unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaprojekte mit Priorität voranzutreiben. Für einige Arzneimittelkandidaten haben wir nach Abschluss der erforderlichen Studien Anträge auf Zulassung bzw. auf Erweiterung der bestehenden Zulassung bei einer oder mehreren Behörden gestellt. Die wichtigsten noch im Zulassungsprozess befindlichen Arzneimittelkandidaten sind:
Wesentliche Einreichungen1
A 1.3/5
| Projekte | Indikation |
|---|---|
| Damoctocog alpha pegol (long-acting rFVIII) | Europa, USA, Japan: Hämophilie A |
| Rivaroxaban | Europa, USA: Prävention schwerer kardialer Ereignisse (MACE), COMPASS-Studie |
| Rivaroxaban2 | USA: Sekundärprophylaxe des akuten Koronarsyndroms (ACS), Rivaroxaban in Verbindung mit dualer antithrombozytärer Therapie (DAPT), ATLAS-Studie |
1 Stand: 26. Januar 2018
2 Eingereicht von Janssen Research & Development, LLC
Im August 2017 erhielt Bayer von der Europäischen Kommission die Genehmigung zur Anpassung der Verschreibungsinformation des oralen Faktor-Xa-Inhibitors XareltoTM (Wirkstoff: Rivaroxaban) auf Basis der PIONEER-Phase-III-Studiendaten. In die Information wurde eine Dosierungsempfehlung für Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern, die eine perkutane Koronarintervention mit Platzierung eines Stents erhalten und eine orale Antikoagulation benötigen, aufgenommen.
Auch im August 2017 ließ die Europäische Kommission den oralen Multi-Kinase-Inhibitor StivargaTM (Wirkstoff: Regorafenib) für eine weitere Indikation zu. Die Zulassung bezieht sich auf die Behandlung von erwachsenen Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (HCC), die zuvor mit NexavarTM (Wirkstoff: Sorafenib) behandelt worden waren. StivargaTM ist das erste Medikament, das eine signifikante Verbesserung im Gesamtüberleben in der Zweitlinienbehandlung von Patienten mit HCC zeigen konnte, für die es zuvor keine weiteren Behandlungsoptionen gab. Das Produkt hatte im April 2017 auch in den USA und im Juni 2017 in Japan die Zulassung für die Zweitlinienbehandlung des HCC erhalten.
Anfang September 2017 beantragte Bayer die Zulassung für den länger wirksamen spezifisch PEGylierten rekombinanten humanen Faktor VIII (Damoctocog alfa pegol) zur Behandlung von Patienten mit Hämophilie A bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Die Einreichung basiert auf den Daten der PROTECT-VIII-Studie. In dieser Studie bot Damoctocog alfa pegol bei prophylaktischer Gabe einmal alle sieben Tage, alle fünf Tage oder zweimal pro Woche Patienten einen Schutz vor Blutungen. Bayer reichte einen Antrag auf Genehmigung zur Herstellung von biopharmazeutischen Produkten (Biologics License Application, BLA) für Damoctocog alfa pegol bei der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA bereits im August 2017 ein. Im Oktober 2017 reichte Bayer Damoctocog alfa pegol auch in Japan zur Zulassung ein.
Ebenfalls im September 2017 erteilte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA Bayer für den Wirkstoff Copanlisib - der zukünftig unter dem Markennamen AliqopaTM vertrieben wird - die Zulassung zur Behandlung des wiederkehrenden follikulären B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms bei vorbehandelten Patienten. Die beschleunigte Zulassung erfolgte auf Basis der Ergebnisse der Phase-II-Studie CHRONOS-1 mit 142 Patienten mit indolentem Non-Hodgkin-Lymphom (iNHL), von denen 104 follikuläre B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome hatten und deren Erkrankung nach zwei vorherigen Behandlungen wieder aufgetreten war. Die Zulassung wurde auf Grundlage der Gesamtansprechrate erteilt und muss noch durch eine weitere Studie bestätigt werden. Copanlisib ist ein intravenöser pan-Klasse-I-Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-Kinasen (PI3K), der vorwiegend die beiden PI3K-Isoformen PI3K-α und PI3K-δ blockiert.
Im Oktober 2017 erhielten Bayer und sein Entwicklungspartner Janssen Research & Development, LLC, basierend auf den Daten der Phase-III-Studie EINSTEIN CHOICE von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine weitere Zulassung für den oralen Faktor-Xa-Inhibitor XareltoTM (Wirkstoff: Rivaroxaban) in den USA. Zugelassen wurde eine Dosierung von einmal täglich 10 mg Rivaroxaban zur Langzeitprävention rezidivierender venöser Thromboembolien. Die Zulassung gilt für Patienten mit einem anhaltenden Risiko für eine tiefe Venenthrombose und / oder Lungenembolie, die bereits mindestens sechs Monate lang die gerinnungshemmende Standardtherapie erhalten haben. Die Europäische Kommission hatte eine entsprechende Zulassung für XareltoTM ebenfalls im Oktober 2017 erteilt.
Im November 2017 reichte Bayer bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA einen weiteren Zulassungsantrag für XareltoTM ein. Es geht um die vaskuläre Dosierung von Rivaroxaban in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) zur Behandlung der chronischen koronaren Herzkrankheit (KHK) oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Der Zulassungsantrag basiert auf den Ergebnissen der klinischen Phase-III-Studie COMPASS. Diese zeigte für Patienten mit KHK oder pAVK eine bisher nicht erreichte Verminderung des kombinierten Risikos für Schlaganfälle, kardiovaskuläre Todesfälle und Herzinfarkte um 24 % (relative Risikoreduktion) unter der Medikation mit Rivaroxaban zweimal täglich 2,5 mg in Kombination mit einmal täglich 100 mg ASS im Vergleich zur einmal täglichen Gabe von 100 mg ASS. In den USA wurde der Zulassungsantrag bei der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA im Dezember 2017 eingereicht.
Im Dezember 2017 begann unser Kooperationspartner Loxo Oncology, Inc., USA, mit der Einreichung der Zulassungsunterlagen für Larotrectinib in den USA (Rolling NDA). Der Zulassungsantrag bezieht sich auf die Behandlung von nicht resezierbaren oder metastasierenden soliden Tumoren mit NTRK-Fusionsproteinen bei Erwachsenen und Kindern, die eine systemische Therapie benötigen und deren Krankheit nach Vorbehandlung fortgeschritten ist und für die es keine akzeptablen Behandlungsalternativen gibt. Bayer und Loxo Oncology entwickeln Larotrectinib gemeinsam. Der Wirkstoff befindet sich in klinischer Entwicklung bei Krebsarten, bei denen sich Tropomyosin-Rezeptor-Kinase(TRK)-Gene mit anderen, nicht zusammenhängenden Genen verbunden haben (Genfusionen). Der Abschluss der Einreichung wird zu Beginn des Jahres 2018 erwartet.
Ebenfalls im Dezember 2017 erhielt Bayer in China die Zulassung für StivargaTM (Wirkstoff: Regorafenib) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (hepatocellular carcinoma, HCC), die zuvor mit NexavarTM (Wirkstoff: Sorafenib) behandelt worden waren. In der Phase-III-Studie RESORCE (REgorafenib after SORafenib in patients with hepatoCEllular carcinoma) konnte Regorafenib eine signifikante und klinisch relevante Verbesserung im Gesamtüberleben in der Zweitlinienbehandlung von Patienten mit HCC gegenüber Placebo zeigen. Regorafenib ist die erste zugelassene Behandlung in China in der Zweitlinienbehandlung des Leberzellkarzinoms.
Außerdem teilte die FDA Bayer im Dezember 2017 in einem "Complete Response Letter" bezüglich des Zulassungsverfahrens für das Entwicklungspräparat Ciprofloxacin DPI (Dry Powder for Inhalation) zur Behandlung erwachsener Patienten mit Bronchiektasen, die nicht durch eine Mukoviszidose bedingt sind, mit, dass der Antrag in seiner jetzigen Form nicht zugelassen werden kann. Bayer entschied, Ciprofloxacin DPI in der Indikation Bronchiektasen, die nicht durch eine zystische Fibrose bedingt sind (non-cystic fibrosis bronchiectasis, NCFB), zunächst nicht weiterzuentwickeln. Mögliche Optionen für dieses Projekt werden geprüft.
Kooperationen
Wir ergänzen unsere eigene Forschung um Kooperationen und strategische Allianzen mit Partnern aus der industriellen und akademischen Forschung. Dadurch erhalten wir Zugang zu komplementären Technologien und zusätzliches Potenzial für Innovationen.
Im August 2017 unterzeichneten Bayer und das Vanderbilt University Medical Center in Nashville, USA, eine fünfjährige strategische Forschungsallianz zur Bekämpfung von Nierenerkrankungen. Beide Partner werden gemeinsam an der Identifizierung und Entwicklung neuer potenzieller Wirkstoffe zur Behandlung von Nierenerkrankungen arbeiten. Ziel ist die schnelle Übertragung innovativer Ansätze vom Labor in die präklinische Entwicklung.
Im November 2017 schlossen Bayer und PeptiDream, Inc., ein börsennotiertes japanisches biopharmazeutisches Unternehmen, eine Kooperationsvereinbarung auf dem Gebiet der Wirkstoffforschung ab. Die Zusammenarbeit erstreckt sich über verschiedene Therapiegebiete wie beispielsweise Onkologie und Kardiologie sowie Klassen von Zielstrukturen (Targets). Mithilfe der "Peptide Discovery Platform System"-Technologie von PeptiDream werden die Partner gemeinsam an der Identifizierung neuartiger Arzneimittelkandidaten für schwierig zu adressierende Zielstrukturen arbeiten.
Ebenfalls im November 2017 vereinbarte Bayer mit dem biopharmazeutischen Unternehmen Loxo Oncology, Inc., Stamford, USA, eine globale Exklusivkooperation für die Entwicklung und Vermarktung von Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195. Beide Wirkstoffe werden derzeit in weltweiten Studien für die Behandlung von Krebspatienten, bei denen sich das Tropomyosin-Rezeptor-Kinase(TRK)-Gen genetisch verändert hat, untersucht. Diese Veränderung des TRK-Gens, die ein Merkmal vieler Krebserkrankungen ist, bewirkt eine unkontrollierte Zellkommunikation und Tumorwachstum.
Beispiele wesentlicher Kooperationen finden Sie in der folgenden Tabelle:
Wesentliche Kooperationen 2017
A 1.3/6
| Partner | Ziel der Kooperation |
|---|---|
| Broad Institute | Strategische Partnerschaft auf dem Gebiet der Genom- und Arzneimittelforschung in der Kardiologie zur Nutzung von Erkenntnissen aus der Humangenetik für die Entwicklung neuer kardiovaskulärer Therapien und im Bereich der Onkologie zur Entdeckung und Entwicklung von Wirkstoffen, die gezielt bei tumorspezifischen Genveränderungen ansetzen |
| Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) | Strategische Partnerschaft für die Erforschung und Entwicklung neuer Therapieoptionen auf dem Gebiet der Onkologie, insbesondere der Immuntherapie |
| Evotec AG | Kooperation zur Identifizierung von Entwicklungskandidaten für die Behandlung von Endometriose und Nierenerkrankungen |
| ImmunoGen, Inc. | Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) für neuartige Tumortherapien |
| Janssen Research & Development, LLC of Johnson & Johnson | Entwicklung von XareltoTM (Rivaroxaban) |
| Loxo Oncology, Inc. | Entwicklung und Vermarktung von Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195 zur Behandlung von Krebspatienten mit einer Mutation des TRK-Gens |
| Merck & Co., Inc. | Entwicklungs- und Vermarktungskooperation auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC) |
| MorphoSys AG | Entwicklung von Antikörperwirkstoffen unter Verwendung der MorphoSys-HuCAL-Technologie |
| Orion Corporation | Entwicklung von Darolutamide (bisher ODM-201) zur Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs |
| PeptiDream, Inc. | Wirkstoffforschung in verschiedenen Therapiegebieten und Klassen von Zielstrukturen mithilfe der "Peptide Discovery Platform System"-Technologie von PeptiDream |
| Regeneron Pharmaceuticals, Inc. | Entwicklung von EyleaTM (Aflibercept) zur Behandlung von verschiedenen Augenkrankheiten Entwicklung einer Kombinationstherapie mit dem Angiopoietin2(Ang2)-Antikörper Nesvacumab und Aflibercept zur Behandlung von schweren Augenerkrankungen |
| Vanderbilt University Medical Center | Strategische Forschungsallianz zur Identifizierung und Entwicklung neuer potenzieller Wirkstoffe zur Behandlung von Nierenerkrankungen |
Im April 2017 entschied Bayer, sein Optionsrecht auf die weitere Entwicklung und Vermarktung der Wnt-Signalweg-Inhibitoren Vantictumab (OMP-18R5) und Ipafricept (OMP-54F28) aus der Klasse der Biopharmazeutika im Rahmen der Zusammenarbeit von Bayer und OncoMed Pharmaceuticals, Inc., USA, nicht auszuüben. Die Zusammenarbeit im Rahmen des Programms für kleine Moleküle läuft unverändert weiter.
Consumer Health
Consumer Health konzentriert sich auf die Entwicklung neuer verschreibungsfreier (OTC) Produkte und Lösungen, die das Wohlbefinden und die Gesundheit von Verbrauchern verbessern. Unsere Aktivitäten umfassen die Bereiche Schmerz, Dermatologie, Nahrungsergänzung, Magen-Darm-Gesundheit, Allergie und Erkältung sowie Fußpflege und Sonnenschutz. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Produktentwicklungen, die sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher ausrichten. Unsere Innovationen reichen von neuen Produktformulierungen und Verpackungen hin zu technischen Anwendungen und Medizinprodukten. Im Berichtsjahr 2017 haben wir rund 50 neue konsumentenvalidierte Konzepte weiterentwickelt und damit das von uns gesetzte Ziel deutlich übertroffen. Wir verfügen über ein weltweites Netz an Standorten zur Entwicklung unserer Produkte in den USA, Frankreich, Deutschland und China. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Strategie ist die Überführung von bislang verschreibungspflichtigen und für die Selbstmedikation geeigneten Arzneimitteln in den OTC-Status.
Crop Science
Im Bereich Pflanzenschutz (Crop Protection) verfolgen wir das Ziel, innovative, sichere und nachhaltige Wirkstoffe für den Einsatz als Insektizide, Fungizide und Herbizide zur Blatt- und Bodenanwendung oder als Saatgutbehandlungsmittel zu erforschen und zu entwickeln. Diese Substanzen werden auch für professionelle Anwendungen außerhalb der Landwirtschaft (Environmental Science) weiterentwickelt, etwa zur Schädlingsbekämpfung, zur Vektorkontrolle bei von Mücken übertragenen Erkrankungen sowie zur Unkrautbekämpfung und Pflege von Sport- oder Grünanlagen. Daneben forschen wir im Saatgut-Geschäft (Seeds) an der Optimierung neuer Pflanzeneigenschaften und entwickeln neue Sorten für Baumwolle, Raps, Sojabohnen, Reis, Weizen und Gemüse. Unsere Forscher arbeiten daran, die Ertragskraft von Nutzpflanzen zu steigern und die Pflanzenqualität zu verbessern. Darüber hinaus entwickeln wir neue Pflanzeneigenschaften (Traits) für Herbizidtoleranz und Insektenresistenz auf Basis neuartiger Wirkmechanismen und einer größeren Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und extremen Wetterbedingungen.
Crop Science verfügt über ein weltweites Netz von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Während die Forschung an einigen spezialisierten Standorten gebündelt ist, finden die Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzeneigenschaften sowie die Saatgutzüchtung sowohl in zentralen Einrichtungen als auch in zahlreichen Feldversuchs- und Zuchtstationen weltweit statt. Unsere Wissenschaftler arbeiten in den Bereichen Saatguteigenschaften, Saatguttechnologie, Saatgutzüchtung, Agrarchemie und Biologika im Rahmen eines integrierten Forschungsansatzes eng zusammen. Die sich ergänzenden Kompetenzen aus Chemie und Biologie werden so optimal gebündelt.
Um Landwirten nachhaltige agronomische Empfehlungen aussprechen zu können, entwickeln wir digitale Produkte und Serviceleistungen, die sie u. a. mittels spezifischer Datenmodelle unterstützen, die Bedingungen auf dem Feld zu bewerten. Unser langfristiges Ziel ist es, Landwirten mit maßgeschneiderten Empfehlungen zu helfen, ihre Ernteerträge zu verbessern.
Forschungs- und Entwicklungspipeline
Unsere Produktpipeline enthält eine Vielzahl an neuen Pflanzenschutzprodukten, Saatgutsorten und Weiterentwicklungen (Life Cycle Management). Insgesamt schätzen wir das Spitzenumsatzpotenzial für die Produkte, die zwischen 2015 und 2020 auf den Markt gebracht werden bzw. wurden, auf über 5 Mrd. €. 2017 starteten wir Feldstudien zum Nachweis der technischen Machbarkeit von zwei neuen Wirkstoffen. Für das Jahr 2018 setzen wir uns das Ziel, Feldstudien zur technischen Machbarkeit von drei bis vier neuen chemischen / biologischen Wirkstoffen oder Pflanzeneigenschaften1 zu starten. In der folgenden Tabelle zeigen wir ausgewählte neue Produkte, die bis zum Jahr 2020 eingeführt werden sollen.
Produktinnovationspipeline1
A 1.3/7
| Markteinführung | Produktgruppe | Indikation / Kultur | Produkt / Pflanzeneigenschaft |
|---|---|---|---|
| 2018 | Chemischer und biologischer Pflanzenschutz | Insektizid / SeedGrowth | Poncho / VOTiVO 2.0 |
| 2019 | Saatgut | Reis | Salz- und Überflutungstoleranz (arteigene Eigenschaft) |
| 2019 | Chemischer Pflanzenschutz | Insektizid | Tetraniliprole |
| 2019 | Chemischer Pflanzenschutz | Fungizid | TiviantTM |
| 2019 | Saatgut | Raps | Herbizidtoleranz |
| 2019 | Saatgut | Raps | Neues Ölprofil (arteigene Eigenschaft) |
| 2019 | Saatgut | Reis | Doppelte Krankheitstoleranz (arteigene Eigenschaft) |
| 2019 | Saatgut | Sojabohnen | Dreifache Herbizidtoleranz |
| 2020 | Saatgut | Raps | Doppelte Herbizidtoleranz (1) |
| 2020 | Saatgut | Raps | Doppelte Herbizidtoleranz (2) |
1 Geplante Markteinführungen einer Auswahl neuer Produkte
Stand: 11. September 2017
1 Als neue Pflanzeneigenschaft definieren wir ein spezifisches Merkmal, das bislang bei Bayer noch nicht für diese Kulturpflanzen vorhanden ist.
Neue Produkte und Zulassungen
2017 bekam Crop Science in zahlreichen Ländern Zulassungen für neue Mischungen, Formulierungen oder Erweiterungen der Einsatzbereiche bestehender Produkte.
Das chinesische Landwirtschaftsministerium hat im Januar 2017 eine Einfuhrgenehmigung für Sojabohnen mit der neuen Herbizidtoleranz-Eigenschaft BalanceTM GT erteilt. Crop Science und MS Technologies LLC, die die Rechte an BalanceTM GT besitzen, entwickeln diese gemeinsam im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung. Die Markteinführung des gesamten Balance GT- / Balance BeanTM-Systems, inklusive des entsprechenden Herbizids, ist in den USA als Hauptproduktionsland für Sojabohnen für 2018 geplant und hängt von der Zulassung für Balance BeanTM als Handelsmarke durch die US-Umweltschutzbehörde EPA ab, mit der 2018 gerechnet wird.
Darüber hinaus wurde 2017 die neue Technologie TwinLink PlusTM für Baumwolle auf dem US-Markt eingeführt. Sie kombiniert eine doppelte Herbizidtoleranz mit drei Wirkmechanismen gegen Schadinsekten und sorgt damit für einen durchgängigen Schutz und ein besseres Resistenzmanagement. Im April 2017 hat Bayer für das biologische Nematizid BioActTM Prime DC eine Zulassung in Griechenland erhalten. Die neue Substanz kann in einer Reihe von Obst- und Gemüsekulturen eingesetzt werden und wirkt gezielt gegen Eier und Larven schädlicher Nematoden. Weitere Marktzulassungen in anderen europäischen Ländern sind geplant.
Im Mai 2017 konnten wir unser neues Reissaatgut mit Schädlingsresistenz und Krankheitstoleranz in Indien in den Markt einführen. Dieser Schritt ist auf den Philippinen für das Jahr 2018 geplant. Ein weiteres Reissaatgut mit Überflutungstoleranz führten wir zudem im Juni 2017 in Bangladesch ein.
Bei Gemüse und vielen Ackerbaukulturen können mit konventionellen und molekularen Züchtungsmethoden große Erfolge erzielt werden. Da Gemüse insbesondere für die Frischvermarktung und den Frischverzehr vorgesehen ist, haben Handel und Verbraucher hier besonders hohe Anforderungen und Erwartungen bezüglich Geschmack, Aussehen, Nährstoffgehalt und Haltbarkeit. Neue Gemüsesaatgutsorten mit diesen Qualitätsmerkmalen bringen wir kontinuierlich auf den Markt, etwa die Melonensorte Sweet Spark, die wir gemeinsam mit dem US-Handelsunternehmen Walmart, Inc. entwickelt haben. Daneben führen wir jedes Jahr eine ganze Reihe neuer Sorten für den Ackerbau ein.
Auch Environmental Science hat im Jahr 2017 neue Produkte eingeführt. Hierzu gehören das Fungizid ExterisTM zur Pflege von Golfanlagen sowie AltusTM zum Schutz von Zierpflanzen vor schädlichen Insekten. Zudem erweiterten wir unsere Produktpalette MaxforceTM um Insektizide zur Schädlingsbekämpfung. Mit Bayer BEYOND, einer neuen digitalen Serviceplattform, wird die Arbeit von Schädlingsbekämpfern automatisiert und durch prädiktive Analysen die Überwachung von Nagetieren verbessert.
Kooperationen
Crop Science ist Teil eines weltweiten Netzwerks von Partnern aus den verschiedensten Bereichen der Agrarwirtschaft und der akademischen Forschung. Im Geschäftsjahr 2017 konnten wir die folgenden ausgewählten neuen Forschungspartnerschaften abschließen bzw. bestehende Kooperationen verlängern:
Im Juni 2017 schloss Bayer mit der Sumitomo Chemical Company Ltd. mit Sitz in Tokio, Japan, eine Vereinbarung über Fungizid-Mischungen zur Bekämpfung von Sojakrankheiten in Brasilien. Durch die Kombination eines neuen Fungizids von Sumitomo Chemical mit etablierten Bayer-Fungiziden soll ein wirksames Mittel zur Bekämpfung weit verbreiteter Pflanzenkrankheiten wie Sojarost entwickelt werden. Die Produktregistrierungsanträge wurden wie erwartet im Geschäftsjahr 2017 eingereicht.
Außerdem hat Bayer im Juni 2017 einen zweijährigen Forschungsvertrag mit den Shanghai Institutes for Biological Sciences (SIBS) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) geschlossen. Mithilfe neuer mathematischer Modelle und Computersimulationen für eine effizientere Fotosynthese sollen Weizenerträge gesteigert werden.
Daneben haben Bayer und KWS SAAT SE, Deutschland, im Rahmen ihrer Forschungskooperation im Juni 2017 eine langfristige Lizenz für ihr neues CONVISOTMSMART-Anbausystem für Zuckerrüben an die belgische Firma SESVanderHave N. V. vergeben. Die Technologie beruht auf konventionell gezüchteten Zuckerrübensorten mit einer Toleranz gegenüber bestimmten Herbiziden und hilft, das Unkrautmanagement zu erleichtern.
Im Juli 2017 schlossen Bayer und das israelische Unternehmen Netafim Ltd. mit Sitz in Tel Aviv eine Kooperation für eine verbesserte und effizientere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ab. Mit dem neuartigen Ansatz "DripByDrip", einer Tröpfchenbewässerungstechnologie von Netafim, sollen Felder zukünftig bewässert und gleichzeitig mit Pflanzenschutzmitteln versorgt werden. Wir gehen nun davon aus, dass die Lösung Mitte 2018 in Mexiko eingeführt wird.
Bayer und die Citrus Research and Development Foundation (CRDF), eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung der Zitrusfrüchteproduzenten in Florida, USA, haben im August 2017 einen Kooperationsvertrag über die gemeinsame Erforschung von Lösungen zur Bekämpfung der Pflanzenkrankheit "Citrus Greening", die weltweit den Anbau von Zitrusfrüchten und die Fruchtsaftindustrie bedroht, unterzeichnet.
Ebenfalls im August 2017 gingen Bayer und Rothamsted Research mit Sitz in Harpenden, Großbritannien, eine strategische Allianz zur Entwicklung digitaler Lösungen mit dem Ziel ein, Schädlinge, Krankheitserreger und Unkräuter zu entdecken und nachhaltig zu bekämpfen.
Auch im August 2017 haben Bayer und die gemeinnützige Organisation Quantified Planet mit Sitz in Vaxholm, Schweden, eine Lizenz- und Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Bayer stellt eigene, per Crowdsourcing erfasste Daten aus mehr als 70 Ländern zu bestimmten Pflanzenarten zur Verfügung sowie deren Standorte, Vorkommen und Verbreitung, die von Quantified Planet zur wissenschaftlichen Forschung im Bereich Biodiversität weltweit zugänglich gemacht werden.
Bayer und die Robert Bosch GmbH, Deutschland, haben im September 2017 eine dreijährige Forschungskooperation geschlossen. Ziel ist die Entwicklung einer "Smart Spraying"-Technologie, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln effizienter machen und so einen gezielteren Einsatz von Herbiziden ermöglichen soll.
Auch im September 2017 haben Bayer und das griechische Institute of Molecular Biology and Biotechnology der Foundation for Research and Technology Hellas (IMBB-FORTH) den Abschluss einer fünfjährigen Forschungskooperation verkündet. Erforscht werden soll die Darmphysiologie von Insekten zur Entwicklung neuer Insektizide.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über derzeit bestehende strategisch wichtige Langfristkooperationen:
Wichtige Kooperationen Crop Science
A 1.3/8
| Partner | Ziel der Kooperation |
|---|---|
| Citrus Research Development Foundation | Suche nach Lösungen für die Krankheit "Citrus Greening", die weltweit den Anbau von Zitrusfrüchten und die Fruchtsaftindustrie bedroht |
| Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) | Ertragssteigerung von Weizen durch native Pflanzeneigenschaften - Entdeckung, Validierung und Integration |
| Elemental Enzymes AG | Nutzung von Bodenmikroben zur Verbesserung der Pflanzengesundheit für produktivere Pflanzen |
| Embrapa | Zusammenarbeit bei mehreren F&E-Zielen in verschiedenen Bereichen, die für die brasilianische Landwirtschaft relevant sind, z. B. Asiatischer Sojarost |
| Forschungszentrum Jülich | Forschungszusammenarbeit in der Phänotypisierung für die Pflanzenzüchtung, die Erforschung von Pflanzeneigenschaften und die Entwicklung von Biologika |
| Grains Research and Development Corporation (GRDC) | Entwicklungspartnerschaft für innovative Herbizide zur Entdeckung und Entwicklung innovativer Lösungen in der Unkrautbekämpfung |
| Innovative Vector Control Consortium (IVCC) | Gemeinsames Entwickeln von neuen Substanzen gegen Moskitos, die Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber übertragen |
| Quantified Planet | Lizenz- und Kooperationsvereinbarung, in deren Rahmen wir eigene, per Crowdsourcing erfasste Daten aus über 70 Ländern zu bestimmten Pflanzenarten sowie deren Standorten, Vorkommen und Verbreitung frei zur Verfügung stellen |
| Robert Bosch GmbH | Forschungskooperation zur Entwicklung intelligenter Spritztechnik für eine noch gezieltere und somit effizientere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln |
| Rothamsted Research | Strategische Rahmenvereinbarung, um eine digitale Revolution bei der Entdeckung und nachhaltigen Bekämpfung von Schädlingen, Krankheitserregern und Unkräutern anzustoßen |
| Targenomix GmbH | Entwicklung und Anwendung von Verfahren der Systembiologie, um die Steuerung von Stoffwechselprozessen in Pflanzen besser zu verstehen und neue Herbizide und Safener entwickeln zu können |
Details zu unseren Open-Innovation-Initiativen "Grants4TargetsTM" und "Grants4TraitsTM" finden Sie unter A 1.3 "Weltweites Open-Innovation-Netzwerk".
Animal Health
Bei Animal Health konzentrieren wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Bereiche Antiparasitika und Antibiotika, auf Arzneimittel zur Behandlung nicht infektiöser Krankheiten sowie nicht antibiotische Alternativen für Infektionskrankheiten. Die Gesundheit und das Wohlergehen von Haus- und Nutztieren verbessern wir durch Innovationen. Im Sinne des One-Health-Gedankens bieten wir Tierarzneimittel an, die das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern auf den Menschen reduzieren, z. B. Endoparasitizide für Katzen und Hunde sowie Ektoparasitizide, insbesondere zum Schutz vor Flöhen und Zecken. Mit unserer Initiative zum Thema Companion-Vector-Borne-Diseases (CVBDTM) und den darin zusammengeschlossenen, weltweit führenden Wissenschaftlern setzen wir Trends für die Grundlagenforschung und die Bekämpfung von Vektorenkrankheiten. Bei unseren zentralen Forschungsaktivitäten kooperieren wir eng mit der Pharma- und der Crop-Science-Forschung.
Neue Produkte und Zulassungen
Die im Januar 2017 erteilte Zustimmung europäischer Zulassungsbehörden zu PolyVarTM yellow, einem neuen Produkt zum Schutz von Honigbienen gegen die Varroa-Milbe, wurde im Laufe des Jahres von mehr als 20 Ländern in nationale Zulassungen überführt.
Kooperationen
Animal Health stärkt sein Geschäft auch durch die kontinuierliche Identifizierung weiterer Produktentwicklungskandidaten im Rahmen existierender und neuer Kooperationen. Mit unseren Partnern arbeiten wir dabei eng, u. a. an der Entwicklung von innovativen Technologien, Anwendungsinnovationen sowie Leitstrukturoptimierungen, zusammen.
1.4 Nachhaltiges Handeln
1.4.1 Engagement für Mitarbeiter und Gesellschaft
| ― | Die besten Mitarbeiter gewinnen, entwickeln und halten |
| ― | Dialog, Vielfalt, Innovation bestimmen unsere Unternehmenskultur |
| ― | Förderung von Wissen und Führungskompetenz |
| ― | Uneingeschränktes Bekenntnis zur Wahrung der Menschenrechte |
| ― | Breites gesellschaftliches Engagement |
1.4.1.1 Mitarbeiter
Der wirtschaftliche Erfolg von Bayer beruht ganz wesentlich auf dem Wissen, Können, Engagement und der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter. Als Arbeitgeber bieten wir unseren Beschäftigten attraktive Rahmenbedingungen sowie vielfältige individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, u. a. durch ein leistungsstarkes System der Aus- und Weiterbildung. Neben der fachlichen Fortbildung stehen die Vermittlung unserer Unternehmenswerte (LIFE) und die Etablierung einer dialogorientierten Unternehmenskultur im Vordergrund. Diese wird von Vertrauen und Respekt für Vielfalt und Chancengerechtigkeit geprägt. Zur verantwortungsbewussten Gestaltung der Arbeitsbedingungen zählen auch ein fairer Umgang am Arbeitsplatz, ein gerechtes und transparentes Vergütungssystem, die betriebliche Altersversorgung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeiten und ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld.
Dies sind die Eckpfeiler unserer globalen Personalstrategie, die der Sicherung und dem Ausbau unserer Geschäftstätigkeit dienen. Sie stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit, sind Ausdruck unserer sozialen Verantwortung für sichere Arbeitsplätze, stabiles Einkommen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir wollen so für Bayer die besten Mitarbeiter gewinnen und im Unternehmen halten. Verantwortet wird die Personalstrategie vom obersten Human-Resources-Gremium, das bindende Richtlinien vorgibt und regionen- und organisationsübergreifend Prioritäten abstimmt.
Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter mit Bayer als Arbeitgeber messen wir mithilfe institutionalisierter Feedbackgespräche und Analysen sowie der im Durchschnitt alle zwei Jahre stattfindenden konzernweiten Mitarbeiterbefragung. Damit prüfen wir die Wirksamkeit unserer Maßnahmen und leiten notwendige Verbesserungsschritte ab. Für die Mitarbeiterbefragung 2017 haben wir mit IBM als neuem Dienstleister das Konzept sowie den Aufbau und Inhalt des Fragenkatalogs überarbeitet. Aufgrund dessen sind die Ergebnisse nicht mit Vorjahren vergleichbar. An der aktuellen Befragung haben 80 % aller Mitarbeiter weltweit teilgenommen. Der dabei erreichte "Engagement-Index", der sich aus den Komponenten Zufriedenheit, Bindung an das Unternehmen, Empfehlung an Dritte und Stolz zusammensetzt, liegt bei 79 % und damit acht Prozentpunkte über dem globalen Vergleichswert des Dienstleisters IBM.
Beschäftigungsentwicklung
Zahl der Mitarbeiter im Konzern leicht gestiegen
Am 31. Dezember 2017 beschäftigte der Bayer-Konzern weltweit 99.820 (Vorjahr: 99.592) Mitarbeiter. In Deutschland waren 31.620 Mitarbeiter (Vorjahr: 30.603) für Bayer tätig, dies entspricht einem Anteil von 31,7 % (Vorjahr: 30,7 %) am Gesamtkonzern.
In den Regionen Lateinamerika, Asien / Pazifik und Nordamerika sank die Mitarbeiterzahl, wohingegen sie in Europa / Nahost / Afrika anstieg. Bezogen auf die Segmente ging sie zurück, während sie in der Überleitung1 anstieg. Diese Veränderung stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit der 2016 eingeleiteten Neuorganisation des Konzerns. Mitarbeiter in Servicefunktionen, die zuvor organisatorisch den Segmenten angehörten, wurden 2017 in den entsprechenden Bereichen in den Konzernfunktionen und den Länderplattformen ausgewiesen. Aufgeschlüsselt nach Funktionen erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter dementsprechend in der Verwaltung, während sie im Bereich Produktion und F&E leicht rückläufig war. Der Frauenanteil in der Belegschaft stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 40,2 %. Bei der Altersstruktur gab es keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr.
1 In der Überleitung werden alle Geschäftsaktivitäten - insbesondere von segmentübergreifenden Servicefunktionen - berücksichtigt, die keinem unserer berichtspflichtigen Segmente zugeordnet sind.
Mitarbeiter in Zahlen
A 1.4.1.1/1
| 2016 | 2017 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Gesamt | 99.592 | 99.820 | 0,2 |
nach Regionen

| 2016 | 2017 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Europa / Nahost / Afrika | 50.970 | 52.380 | 2,8 |
| Nordamerika | 13.212 | 13.001 | - 1,6 |
| Asien / Pazifik | 23.290 | 22.852 | - 1,9 |
| Lateinamerika | 12.120 | 11.587 | - 4,4 |
nach Segmenten

| 2016 | 2017 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Pharmaceuticals | 40.093 | 38.295 | - 4,5 |
| Consumer Health | 12.821 | 11.760 | - 8,3 |
| Crop Science | 22.399 | 20.736 | - 7,4 |
| Animal Health | 3.957 | 3.527 | - 10,9 |
| Überleitung1 | 20.322 | 25.502 | 25,5 |
nach Funktion

| 2016 | 2017 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Produktion | 40.288 | 39.669 | - 1,5 |
| Marketing & Vertrieb | 36.783 | 36.622 | - 0,4 |
| F&E | 14.213 | 14.041 | - 1,2 |
| Verwaltung | 8.308 | 9.488 | 14,2 |
nach Geschlecht

| Frauen | Frauen | Männer | Männer | |
|---|---|---|---|---|
| 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Europa / Nahost / Afrika | 20.577 | 21.366 | 30.393 | 31.014 |
| Nordamerika | 5.645 | 5.620 | 7.567 | 7.381 |
| Asien / Pazifik | 8.804 | 8.758 | 14.486 | 14.094 |
| Lateinamerika | 4.477 | 4.354 | 7.643 | 7.233 |
| Gesamt | 39.503 | 40.098 | 60.089 | 59.722 |
nach Altersstruktur in %

Fluktuation in %
| Freiwillig | Freiwillig | Gesamt | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|
| In % | 2016 | 2017 | 2016 | 2017 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Frauen | 5,2 | 5,2 | 13,3 | 10,1 |
| Männer | 4,5 | 4,5 | 13,1 | 10,7 |
| Gesamt | 4,8 | 4,8 | 13,2 | 10,4 |
Vorjahreswerte angepasst; Angabe der Mitarbeiterzahl in Vollzeitäquivalenten (FTE)
1 In der Überleitung werden alle Geschäftsaktivitäten - insbesondere von segmentübergreifenden Servicefunktionen - berücksichtigt, die keinem unserer berichtspflichtigen Segmente zugeordnet sind.
Zum Bilanzstichtag waren unsere Mitarbeiter durchschnittlich zehn Jahre im Bayer-Konzern beschäftigt. Der Anteil arbeitnehmerseitiger Kündigungen (freiwillige Fluktuation) lag 2017 mit 4,8 % auf dem Vorjahresniveau. Die Gesamt-Fluktuationsquote betrug 10,4 % und sank damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozentpunkte. Sie schließt alle arbeitnehmer- und arbeitgeberseitigen Kündigungen sowie Pensionierungen und Todesfälle ein. Dies zeigt, dass es uns auch im Berichtsjahr gelungen ist, unsere Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Unter unseren Mitarbeitern sind nur wenige befristete Beschäftigte (4,4 %) und kaum Zeitarbeitskräfte. Bayer setzt Zeitarbeitskräfte vorrangig bei kurzfristigem Personalbedarf, Auftragsschwankungen, befristeten Projekten oder aufgrund längerer Erkrankungen ein.
Die besten Führungskräfte und Mitarbeiter gewinnen, entwickeln und halten
Arbeitgebermarke spricht Bewerber und Mitarbeiter gleichermaßen an
Innovationen, sich ändernde Kundenwünsche und ein starkes Wettbewerbsumfeld sind nur einige Gründe, warum wir auf Mitarbeiter setzen, die den Status quo infrage stellen und offen für Neues sind. Unsere weltweit etablierte Arbeitgebermarke "Passion to Innovate | Power to Change" beschreibt unsere Arbeitskultur und macht deutlich, was wir von unseren Beschäftigten erwarten, und gleichzeitig, was wir ihnen als Unternehmen bieten.
Wir nutzen die Arbeitgebermarke nach innen, um das Mitarbeiterengagement zu erhöhen, sowie nach außen, um uns auf dem Bewerbermarkt zu positionieren. Eine Vielzahl externer Preise und Bewertungen in Umfragen belegen unsere hohe Attraktivität als Arbeitgeber. Dazu gehören auch unsere Auszeichnungen als bester Arbeitgeber 2017 in Deutschland, Brasilien und China.
Im Jahr 2017 wurden konzernweit 11.731 neue Mitarbeiter eingestellt.
Hohes Niveau bei Aus- und Weiterbildung
Um den Bedarf an Facharbeitskräften zu decken, bietet Bayer fundierte Ausbildungen in mehr als 20 verschiedenen Berufen an und bildet über den eigenen Bedarf hinaus aus. 2017 haben allein in Deutschland 746 Jugendliche bei uns eine Ausbildung begonnen. Ebenso bietet Bayer weltweit in unterschiedlichen Bereichen Trainee-Programme für Berufseinsteiger und Praktika für Studenten an.
Darüber hinaus stehen den Beschäftigten aller Fachbereiche umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Unser unternehmensweites Weiterbildungsprogramm bündeln wir in der mehrfach international ausgezeichneten "Bayer Academy", die sowohl den Besuch von berufsorientierten Schulungen als auch die systematische Führungskräfteentwicklung anbietet.
An unseren Hauptgeschäftsstandorten entfielen im Berichtsjahr durchschnittlich 23,4 Aus- und Weiterbildungsstunden auf jeden Mitarbeiter. Die durchschnittlichen Weiterbildungskosten betrugen 2017 pro Mitarbeiter 418 €.
Feedback zu Mitarbeiterleistungen
Konkretes und differenziertes Feedback ist die Grundlage für eine positive persönliche Entwicklung. Bayer pflegt eine offene Feedbackkultur, die den Mitarbeitern das Erreichen ihrer individuellen Ziele ermöglichen soll. Dies wird durch ein konzernweites System zur Leistungsbeurteilung unterstützt.
In Feedbackgesprächen erhalten unsere Beschäftigten die Möglichkeit, von ihren Vorgesetzten eine Rückmeldung zur Erfüllung ihrer beruflichen und verhaltensbezogenen Ziele zu erhalten, die zugleich zu einem Drittel über die Höhe des variablen Einkommens entscheidet. Im Berichtsjahr nahmen 70,6 % unserer Gesamtbelegschaft an den Gesprächen teil. Von den Teilnehmern waren 45 % weiblich und 55 % männlich.
Vielfältige Karrierechancen
Durch unser breites Geschäftsportfolio bieten wir unseren Mitarbeitern innerhalb des Konzerns gute Entwicklungsmöglichkeiten. Regelmäßige Entwicklungsdialoge zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten dienen dazu, Perspektiven für die weitere Karriereentwicklung der Mitarbeiter zu erörtern. 2017 wurden 36.112 Dialoge geführt und dokumentiert. Insgesamt nahmen 34 % unserer Mitarbeiter an den Entwicklungsdialogen teil. In einer weltweit zugänglichen Stellenbörse werden offene Stellen vom Tarifbereich bis hin zu Führungspositionen konzernweit ausgeschrieben. Eine wichtige Komponente der Mitarbeiterentwicklung sind internationale Entsendungen, an denen im Berichtsjahr rund 940 Mitarbeiter weltweit teilnahmen.
Unternehmenskultur: Dialog, Vielfalt, Innovation
Ethische Standards
Fairness und Respekt sind wesentliche Bestandteile unserer Unternehmenskultur. Dazu gehört, dass konzernweite Verhaltensstandards eingehalten werden und jeder Mitarbeiter vor Diskriminierung, Belästigung oder Vergeltung geschützt wird. Die Konzernregelung "Fairness & Respekt am Arbeitsplatz" fasst diese Standards zusammen. Unsere Mitarbeiter werden weltweit mithilfe von Trainings, Videos und unseren internen Webseiten zur Einhaltung dieser Richtlinie geschult.
Bei Bayer gilt ein striktes Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit gemäß den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Unsere Konzernregelung zum Thema Menschenrechte legt dieses Verbot weltweit verbindlich fest.
Kommunikation auf allen Ebenen
Über die interne Crowdsourcing-Plattform "WeSolve" können unsere Mitarbeiter Bayer-interne Fragen stellen. Diese werden dann gemeinsam mit anderen Mitarbeitern gelöst, mit denen der Fragesteller üblicherweise nicht in Kontakt ist.
Wir binden die Belegschaft durch aktiven Dialog in die unternehmerischen Prozesse ein. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass unsere Beschäftigten über bevorstehende betriebliche Veränderungen frühzeitig und umfassend sowie unter Einhaltung der jeweiligen nationalen und internationalen Informationspflichten unterrichtet werden. Mit den Arbeitnehmervertretungen pflegen wir den offenen und vertrauensvollen Austausch.
Diversität: Vielfalt und Internationalität prägen Bayer
Wir fördern die Vielfalt in unserer Mitarbeiterstruktur. Dadurch gewinnt Bayer ein besseres Verständnis von sich verändernden Märkten und Konsumentengruppen, erhält Zugang zu einem größeren Talent-Pool und profitiert von steigender Kreativität und Innovationskraft.
Für uns ist daher ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Kulturen und Geschlechter ein wichtiger Erfolgsfaktor. Insgesamt sind im Konzern Menschen aus rund 150 Nationen beschäftigt. Im oberen Management stammen rund 21 % der Führungskräfte aus Ländern außerhalb von Westeuropa, den USA und Kanada. Entsprechend unserem Konzernziel wollen wir diesen Anteil bis 2020 auf 25 % anheben. An unseren Hauptgeschäftsstandorten stellten wir im Berichtsjahr 330 neue Mitarbeiter für das obere Management ein. Über 70 % von ihnen stammen aus dem Land, in dem sie beschäftigt sind. Der Konzernführungskreis umfasst aktuell 29 Nationalitäten. Rund 66 % seiner Mitglieder stammen aus dem Land, in dem sie tätig sind.
Bayer engagiert sich seit Jahren für eine ausgewogenere Geschlechterbalance im Management. 2017 konnte der Anteil von Frauen im oberen Management auf über 32 % (Vorjahr: 31 %) gesteigert werden. Gemäß unserem Konzernziel wollen wir diesen Anteil bis 2020 auf 35 % erhöhen. Zu Diversität auf Ebene des Vorstands und des Aufsichtsrats berichten wir im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung.
Als Unterzeichner der "Women's Empowerment Principles" der Vereinten Nationen und der Unternehmensinitiative "Charta der Vielfalt" verfolgen wir einen integrativen Ansatz, bei dem das Thema Vielfalt direkt in die entsprechenden Personalprozesse einbezogen und vom Management vorangetrieben wird.
Wir setzen uns als verantwortlich handelndes Unternehmen auch für die Belange behinderter Menschen ein. In 29 Ländern beschäftigten wir insgesamt ca. 2.300 Menschen mit Behinderung, davon 40 % Frauen und 60 % Männer. Dies entspricht ungefähr 2 % unserer Gesamtbelegschaft. Die meisten Schwerbehinderten sind in den Konzerngesellschaften in Deutschland angestellt, wo die Schwerbehindertenquote im Berichtsjahr 5,1 % betrug.
Gestaltung attraktiver Arbeitsbedingungen
Wettbewerbsfähige Vergütung und Erfolgsbeteiligung
Unsere Vergütung kombiniert ein leistungs- und verantwortungsbezogenes Grundgehalt mit erfolgsabhängigen Bestandteilen sowie umfangreichen Zusatzleistungen. Anpassungen auf Basis kontinuierlicher Analysen sorgen dafür, dass unsere Vergütung international wettbewerbsfähig ist. Hierzu zählt u. a. die personenunabhängige Stellenbewertung im leitenden Bereich.
Wir legen großen Wert darauf, keine Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern zu machen, fair zu vergüten sowie unsere Mitarbeiter transparent über die Zusammensetzung ihrer Gesamtvergütung zu informieren. Bayer geht bei der Bezahlung der befristeten und unbefristeten Mitarbeiter in vielen Ländern freiwillig über den jeweiligen gesetzlichen Mindestlohn hinaus.
Variable Einmalzahlungen sind ein Teil unseres Vergütungskonzepts. Beim konzernweiten Short-Term-Incentive-Programm sind für das Geschäftsjahr 2017 ca. 640 Mio. € für unsere Beschäftigten vorgesehen (Vorjahr: für die Mitarbeiter im fortzuführenden Geschäft ca. 1.070 Mio. €). Aktien-Beteiligungsprogramme in vielen Ländern ermöglichen unseren Mitarbeitern den vergünstigten Erwerb von Unternehmensanteilen. Für das obere Management besteht mit dem "Aspire"-Programm außerdem ein konzernweit einheitliches, langfristig an der Aktienkursentwicklung orientiertes Vergütungsprogramm.
Unser Personalaufwand belief sich im Berichtsjahr für das fortzuführende Geschäft auf 9.528 Mio. € (Vorjahr: 9.459 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit Gehaltsanpassungen zurückzuführen, während die variable Beteiligung am Unternehmenserfolg deutlich geringer ausfiel.
Neben einer attraktiven Vergütung während der aktiven Beschäftigungsphase übernimmt Bayer Verantwortung für die Altersabsicherung der aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter. Im Jahr 2017 waren im Personalaufwand Aufwendungen für Altersversorgungssysteme in Höhe von 933 Mio. € enthalten. Derzeitige Anspruchsberechtigte erhielten im aktuellen Geschäftsjahr Zahlungen in Höhe von 1.051 Mio. €. Zum Bilanzstichtag bestanden Anwartschaften mit einem Barwert von insgesamt 24.492 Mio. €.
Personalaufwand und Pensionsverpflichtungen
A 1.4.1.1/2
| in Mio. € | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|
| Personalaufwand | 9.459 | 9.528 | |
| davon Aufwendungen für Altersversorgungssysteme | 880 | 933 | |
| Pensionsverpflichtungen1 | 28.995 | 24.492 | |
| Gezahlte Versorgungsleistungen2 | 1.041 | 1.051 |
Vorjahreswerte angepasst
1 Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen für Pensionen und andere pensionsähnliche Leistungszusagen zum 31.12.; zum 31.12.2016 einschließlich Covestro
2 Bis zur Entkonsolidierung einschließlich Covestro
Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
Wir bieten unseren Beschäftigten eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten und Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder der Pflege naher Angehöriger. Unser Engagement geht dabei in vielen Ländern über gesetzliche Verpflichtungen hinaus.
Im Berichtsjahr waren konzernweit rund 9.100 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, insbesondere in Europa. Dies entspricht einer Quote von 9 %.
Bei Bayer haben Frauen und Männer die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Da die nationalen Regelungen zur Elternzeit weltweit stark differieren, erheben wir die Daten an unseren Hauptgeschäftsstandorten. Im Berichtsjahr nahmen dort 1.639 Frauen und 950 Männer Elternzeit. Im selben Jahr kehrten 1.977 Mitarbeiter aus der Elternzeit zurück.
In Deutschland sind gemeinsam mit dem Betriebsrat in einer Gesamtbetriebsvereinbarung einheitliche Rahmenbedingungen zum mobilen Arbeiten (Homeoffice) festgelegt. Darüber hinaus kann im Rahmen des Langzeitkontos "BayZeit" in Deutschland Bruttoentgelt für eine spätere Freistellung angesammelt werden, u. a. zur Erziehung von Kindern, Pflege von nahen Angehörigen oder der Teilnahme an einer Weiterbildung. Das Programm ist im Berichtsjahr um Angebote für Auszubildende und zur Familienzeit erweitert worden.
Die Gesamtbetriebsvereinbarung "Pflege von nahen Angehörigen" bei Bayer in Deutschland ermöglicht den Mitarbeitern durch angepasste Arbeitszeitmodelle und begrenzte bezahlte Freistellungen, Beruf und Pflege naher Angehöriger leichter miteinander zu verbinden.
Initiativen zur Gesundheitsförderung und sichere Arbeitsbedingungen
Bayer hat im Berichtsjahr ein neues, globales Rahmenkonzept zur Förderung der Gesundheit und Lebensqualität der Mitarbeiter verabschiedet ("BeWell@Bayer"). Es erweitert den Kernaspekt Gesundheit zu einem ganzheitlichen Ansatz, zielt auf weitere Verbesserungen im beruflichen Alltag und soll insbesondere zur Ausgewogenheit von Berufs- und Privatleben beitragen. Wir streben in allen Ländern an, unseren Mitarbeitern den Zugang zu bezahlbaren und zielgerichteten Gesundheitsdiensten wie regelmäßigen medizinischen Check-ups, Sportprogrammen, Rehabilitation oder Versorgung vor Ort im Unternehmen zu ermöglichen.
In Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bieten wir auch zahlreiche und regelmäßige Programme zur Prävention an, die von ergonomischen Arbeitsplätzen über Stressmanagement bis hin zu Anreizsystemen für ein gesundheitsförderndes Verhalten reichen. Etablierte Angebote wie die Belastungsreduzierung im Alter werden bis 2020 fortgeführt. Unsere Arbeitnehmervertreter sind in das betriebliche Gesundheitsmanagement eingebunden und arbeiten aktiv an seiner Weiterentwicklung mit. Wir schaffen sichere Arbeitsbedingungen und damit ein Umfeld, in dem unsere Mitarbeiter angstfrei arbeiten und ohne Risiko dienstlich international unterwegs sein können.
Soziale Verantwortung für Mitarbeiter weltweit
Weltweit können 75 % aller Mitarbeiter die Möglichkeiten zur betrieblichen Altersvorsorge nutzen. Die Leistungen richten sich nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes sowie nach Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter. Nahezu 98 % unserer Beschäftigten weltweit sind entweder gesetzlich krankenversichert oder können entsprechende Angebote unseres Unternehmens nutzen.
Unsere soziale Verantwortung wird auch im Umgang mit Restrukturierungsmaßnahmen deutlich, bei denen wir den Ausgleich mit den Interessen unserer Mitarbeiter suchen. In Deutschland, dem mit 31.620 Mitarbeitern größten Land für den Konzern, sind betriebsbedingte Kündigungen für den Großteil der Beschäftigten durch eine Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern bis Ende 2020 ausgeschlossen.
An allen Bayer-Standorten weltweit haben die Arbeitnehmer das Recht, ihre eigenen Interessenvertreter zu wählen. Sogenannte kollektive Regelungen wie Tarifverträge oder betriebliche Vereinbarungen galten im Berichtsjahr für rund 63 % unserer weltweit tätigen Mitarbeiter. In verschiedenen Landesgesellschaften nehmen gewählte Mitarbeitervertreter die Interessen der Beschäftigten wahr und besitzen bei bestimmten personalbezogenen Unternehmensentscheidungen ein Mitspracherecht. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit unserer Beschäftigten übersteigt in keinem Land 48 Stunden in der Woche.
1.4.1.2 Einhaltung der Menschenrechte auf globaler Ebene
Bayer bekennt sich uneingeschränkt zur Wahrung der Menschenrechte und hat seine Haltung in einer weltweit verbindlich geltenden Konzernregelung, der Bayer-Position für Menschenrechte, niedergelegt. Wir verpflichten uns, die Menschenrechte in unserem Einflussbereich zu achten, zu fördern und transparent zu den Ergebnissen unseres Handelns zu berichten. Auch von unseren Geschäftspartnern, insbesondere Lieferanten, erwarten wir die uneingeschränkte Achtung der Menschenrechte. Darüber hinaus verpflichten unsere LIFE-Werte und die Corporate-Compliance-Policy alle Beschäftigten weltweit, sich gegenüber Kollegen, Geschäftspartnern und Nachbarn fair und regelkonform zu verhalten.
Verantwortlichkeiten und Management
Die Achtung der Menschenrechte ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsmanagements und der Human-Resources-Strategie. Die Verantwortung für das Thema liegt beim Konzernvorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit. Unterstützt wird er vom Sustainable Development Committee (SDC) und ab 2018 durch ein dem SDC zugeordnetes, konzernweites Human Rights Panel. Richtlinien, Prozesse sowie Management- und Überwachungssysteme regeln die Umsetzung von Menschenrechtsstandards im Geschäftsbetrieb.
Im Berichtsjahr haben wir eine aktuelle Bestandsaufnahme unserer Aktivitäten zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in unseren wichtigsten Geschäftsprozessen vorgenommen und Handlungsempfehlungen, insbesondere in der Berichterstattung, erarbeitet. Die Einhaltung der Menschenrechte bei Bayer ist ein Querschnittsthema, das sehr unterschiedliche unserer Einflussbereiche und Prozesse erfasst, wie:
―
Mitarbeiter:
| ― | Diversity, Vergütung, Fairness und Respekt am Arbeitsplatz |
| ― | Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Recht auf Vereinigungsfreiheit |
―
Sicherheit:
| ― | Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz |
| ― | Anlagensicherheit zum Schutz unserer Mitarbeiter und der Menschen in der Nachbarschaft unserer Produktionsstandorte |
―
Produktverantwortung, auch bei klinischen Studien und Biodiversität
―
Einkauf:
| ― | nachhaltiges Lieferantenmanagement, insbesondere Kampf gegen Kinderarbeit in der Saatgutlieferkette und bei Konfliktmineralien |
Detailliert berichten wir zu den unterschiedlichen Facetten unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in den jeweils thematisch relevanten Kapiteln.
Schulungen und Beschwerdemechanismen
Wir sensibilisieren unsere Mitarbeiter für die Bedeutung der Menschenrechte im beruflichen Alltag durch kontinuierlich verfügbare Schulungsangebote. Im Berichtsjahr haben wir mehr als 47 % unserer Belegschaft in rund 190.000 Stunden zu Inhalten unserer Menschenrechtsposition geschult. Auch in die Schulungsangebote für Lieferanten sind Menschenrechtsaspekte integriert.
Die Einhaltung unserer Konzernregelungen wird von den Compliance-Organisationen des Konzerns und den Länderorganisationen überwacht. Bei Anhaltspunkten für Verstöße gegen die Menschenrechtsposition können sich die Beschäftigten sowie die allgemeine Öffentlichkeit jederzeit - auch anonym - an die Compliance-Officer bei Bayer wenden oder bei der weltweiten Compliance-Hotline melden.
Engagement
Wir tauschen uns mit anderen Stakeholdern zum Thema Menschenrechte aus und engagieren uns aktiv in Gremien und Initiativen zu deren Einhaltung, wie z. B. den entsprechenden Arbeitsgruppen von econsense, durch die Beteiligung am Dialog zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans (NAP) - Wirtschaft und Menschenrechte und in der Lieferkette über unsere Industrieinitiativen "Together for Sustainability" (TfS) und "Pharmaceutical Supply Chain Initiative" (PSCI).
Darüber hinaus gehören wir zu den Gründungsmitgliedern des "UN Global Compact" und bekennen uns zur Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen sowie einer Reihe weltweit anerkannter Erklärungen für multinationale Unternehmen. Dazu gehören u. a. die "OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen", die "Dreigliedrige Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik" sowie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).
Wir unterstützen außerdem die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die globale Standards zur Vorbeugung und Bekämpfung möglicher Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Unternehmenstätigkeiten setzen. Bayer hat auch den "WASH at the workplace Pledge" des WBCSD ("World Business Council For Sustainable Development") unterzeichnet, womit wir uns verpflichten, all unseren Mitarbeitern weltweit den Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene zu gewährleisten.
1.4.1.3 Gesellschaftliches Engagement
Im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Engagements von Bayer stehen Menschen, die sich auf den Gebieten Bildung und Wissenschaft sowie Gesundheit und soziale Innovation für nachhaltig bessere Lebensverhältnisse einsetzen. Gleiches gilt für den weiteren Förderschwerpunkt Sport- und Kulturarbeit. Im Jahr 2017 investierten wir weltweit insgesamt rund 49 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €) in gemeinnützige Aktivitäten. Das Engagement im Profifußball zählt nicht zu unserer gemeinnützigen Unterstützung.
Sein Stiftungsengagement gestaltet Bayer über zwei unternehmensverbundene Stiftungen: die Bayer Science & Education Foundation mit Schwerpunkt auf Spitzenforschung und Talentförderung in den Life Sciences und der Medizin sowie die Bayer Cares Foundation mit Schwerpunkt im Bereich soziale Innovationen und nachhaltige Entwicklung.
Für die strategische Ausrichtung und Koordination unseres gesellschaftlichen Engagements ist eine bereichsübergreifende Funktionseinheit verantwortlich. Grundlage der Stiftungs- und Spendenarbeit sind konzernweite Vergabe- und Managementregelungen. Der Konzernvorstand sowie international führende Experten als unabhängige Jury werden in wesentliche Förderentscheidungen eingebunden. Bei der Umsetzung unserer Initiativen arbeiten wir weltweit mit führenden Nichtregierungsorganisationen, Patientengruppen, Stiftungen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Bildungspartnern und Expertennetzwerken zusammen.
1.4.2 Verantwortung in der Wertschöpfung
| ― | Nachhaltigkeitskriterien konsequent in Lieferkette verankert |
| ― | Effizienz und Flexibilität in Produktion und Logistik gestärkt |
| ― | Ethisches Handeln prägt Dialog und Partnerschaft mit unseren Kunden |
Wir wollen unseren Kunden innovative Produkte und qualitativ hochwertige Lösungen zur Verfügung stellen. Dafür benötigen wir eine effiziente und verantwortungsbewusste Steuerung der Prozesse in allen Wertschöpfungsstufen: im Einkauf, in der Produktion, in der Logistik und im Vertrieb.
1.4.2.1 Einkauf und Lieferantenmanagement
Der Einkauf versorgt das Unternehmen weltweit mit Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen. Durch unsere Einkaufsaktivitäten und Lieferantenbeziehungen üben wir Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt aus. Daher sind sowohl wirtschaftliche als auch ethische, ökologische und soziale Grundsätze in unserer global gültigen Einkaufsrichtlinie verankert, die für alle Mitarbeiter bindend ist.
Der Einkauf ist eine Konzernfunktion, dessen Leiter direkt an den Finanzvorstand berichtet. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Segmente verfügt Bayer über ein vielfältiges Einkaufsportfolio. Der Einkauf ist zentral für alle Segmente tätig und ermöglicht Synergien durch die Bündelung von Know-how und Einkaufsvolumina.
Die nachfolgende Tabelle zeigt einige Hauptdaten unserer Einkaufsaktivitäten.
Einkaufsaktivitäten
A 1.4.2.1/1
| 2016 | 2017 | |
|---|---|---|
| Einkaufsvolumen in Mrd. € | 14,8 | 14,9 |
| Ausgaben in OECD-Staaten (überwiegend Deutschland und USA) in Mrd. € | 12,2 | 12,2 |
| Ausgaben in Nicht-OECD-Staaten (überwiegend Brasilien, Indien, China) in Mrd. € | 2,6 | 2,7 |
| Anzahl Lieferanten | 97.270 | 93.330 |
| Anzahl Länder | 151 | 148 |
Vorjahreswerte angepasst
In unserer Lieferkette berücksichtigen wir sowohl alle Arten von Lieferanten als auch ihre Vielfalt (Supplier Diversity).
Der Einkauf agiert nach einheitlich festgelegten Einkaufs- und Lieferantenmanagementprozessen. Langfristige Verträge und ein aktives Lieferantenmanagement für strategisch bedeutsame Waren und Dienstleistungen sind dabei wichtige Elemente. Dadurch minimieren wir nicht nur einkaufsspezifische Risiken wie Lieferengpässe oder größere Preisschwankungen, sondern stellen auch die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und reibungslose Produktionsabläufe sicher. Die enge Zusammenarbeit und gezielte Einbindung ausgewählter Lieferanten in Innovationsprozesse ermöglichen Bayer den Zugang zu neuartigen Lösungen.
Um zeitnah auf die Anforderungen unserer Standorte reagieren zu können, kauft Bayer nach Möglichkeit lokal ein. Damit wird zugleich die regionale Wirtschaft gestärkt. Dies traf im Berichtsjahr auf 71 % (2016: 71 %) des Einkaufsvolumens an unseren Hauptgeschäftsstandorten und bezogen auf alle Länder weltweit auf 71 % (2016: 71 %) der Einkäufe zu. Einen Überblick über die im Berichtsjahr beschafften direkten und produktionsbezogenen Haupteinkaufsmaterialien finden Sie online.
Nachwachsende Rohstoffe spielen bei Bayer aufgrund des Portfolios eine untergeordnete Rolle. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo es unter technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist.
Bayer-Nachhaltigkeitsanforderungen im Verhaltenskodex für Lieferanten definiert
Unsere Lieferkette gestalten wir auf globaler wie regionaler Ebene nach klaren, nachhaltigkeitsbezogenen Kriterien und Standards. Für Bayer ist die Einhaltung dieser Standards ein elementarer Wertschöpfungsfaktor und wichtiger Hebel zur Risikominimierung. Daher ist konzernweit ein vierstufiger Prozess zur Verbesserung der Nachhaltigkeitspraktiken in der Lieferkette etabliert, der aus den Elementen Bewusstseinsbildung, Lieferantenauswahl, -bewertung und -entwicklung besteht. Er ist in einer Handlungsanweisung definiert und wird zentral von der Nachhaltigkeitsabteilung des Einkaufs gesteuert. Die Umsetzung des Prozesses erfolgt durch eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit der Konzernfunktionen Einkauf sowie "Health, Safety und Sustainability".
Unsere Nachhaltigkeitsanforderungen sind im Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten festgelegt, der auf den Prinzipien des UN Global Compact sowie unserer Menschenrechtsposition beruht. Er ist in 14 Sprachen verfügbar und umfasst die Bereiche Ethik, Umgang mit Mitarbeitern, Gesundheitsschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität sowie Managementsysteme. Der Kodex stellt die grundsätzliche Basis der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten dar und findet Anwendung bei ihrer Auswahl und Bewertung.
Der Lieferantenkodex ist konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge integriert. In unseren Standard-Lieferverträgen sind außerdem Klauseln enthalten, die Bayer berechtigen, Lieferanten auf Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen zu überprüfen.
Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferanten
Bayer überprüft die Einhaltung der Kodex-Vorgaben mittels Online-Bewertungen und durch Audits von externen Auditoren bei Lieferanten vor Ort. Die Auswahl der zu bewertenden Lieferanten erfolgt durch eine Kombination aus Länder- und Kategorierisiko sowie nach ihrer strategischen Bedeutung entsprechend unseren Konzernzielen.
Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, alle strategisch bedeutenden Lieferanten bis Ende 2017 zu bewerten. Zu dieser Gruppe gehören Lieferanten mit großem Einfluss auf das Geschäft, u. a. in Bezug auf Einkaufsvolumen und Langfristigkeit in der Zusammenarbeit (3-5 Jahre). Erreicht wurde eine Bewertung von 99,5 % (2016: 98 %) dieser Lieferanten. Ursache für die fehlende Abdeckung waren geschäftsinhärente Fluktuationen. Die ausstehenden Bewertungen sind für das erste Quartal 2018 terminiert. Bis 2020 wollen wir außerdem alle Lieferanten mit einem signifikanten Einkaufsvolumen (> 1 Mio. € p. a.) bewerten, die aufgrund des kombinierten Länder- und Kategorierisikos als potenziell risikobehaftet gelten. Im Berichtsjahr liegen wir bei 93 % (2016: 83 %). Bei neuen Lieferanten dieser Kategorie räumt sich Bayer das Recht ein, ihre Nachhaltigkeitsleistung mittels Online-Bewertung oder einem Audit vor Ort zu überprüfen.
Die Online-Bewertungen führt der Dienstleister EcoVadis für Bayer durch. Die Bewertungskriterien entsprechen unseren Kodex-Anforderungen und berücksichtigen Länder- und Branchen-Spezifika sowie die Größe der Lieferanten. 2017 haben wir 622 (2016: 649) Lieferanten über EcoVadis bewerten lassen.
Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr 57 (2016: 52) unserer Lieferanten vor Ort durch externe, unabhängige Auditoren überprüft. Die Überprüfungskriterien decken sowohl unsere Kodex-Vorgaben als auch branchenspezifische Anforderungen ab, die wir in den Industrieinitiativen "Together for Sustainability" (TfS) und "Pharmaceutical Supply Chain Initiative" (PSCI) gemeinsam erarbeitet haben. Diese Initiativen sollen zu einer Standardisierung der Nachhaltigkeitsanforderungen von Lieferanten in der Chemie- und Pharmaindustrie beitragen. Außerdem entstehen durch den Austausch der Bewertungs- und Auditergebnisse Synergien innerhalb der jeweiligen Initiativen. Dies trägt zur Erfüllung unseres Konzernziels bei, bis zum Jahr 2020 für unsere Lieferanten einen neuen Nachhaltigkeitsstandard zu entwickeln und einzuführen.
Innerhalb der TfS-Initiative wurden 2017 insgesamt 1.794 (2016: 1.773) Nachhaltigkeitsbewertungen ebenfalls über EcoVadis und 441 (2016: 241) Audits, u. a. in China, Japan, Indien und Brasilien, durchgeführt. Über PSCI waren es im Berichtsjahr 67 (2016: 51) Audits, u. a. in Indien, China und Russland.
Darüber hinaus überprüfen auch Bayer-Auditoren ausgewählte neue und bestehende Lieferanten, insbesondere mit Schwerpunkt auf Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz. Diese Audits finden u. a. bei Lieferanten der Lohn- und Auftragsfertigung mit erhöhtem Risikopotenzial statt. 2017 wurden insgesamt 115 (2016: 168) Lieferanten durch Bayer-Auditoren bewertet.
Liegen bei der Online-Bewertung oder einem Audit vor Ort besonders kritische Nachhaltigkeitsschwächen vor und kann in einer erneuten Überprüfung keine Verbesserung festgestellt werden, behält sich Bayer vor, die Lieferantenbeziehung zu beenden. 2017 waren wir nicht veranlasst, eine Lieferantenbeziehung allein aufgrund der Nachhaltigkeitsleistung zu beenden.
Die Online-Bewertungen und Audits werden analysiert und dokumentiert, um bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen mit den Lieferanten konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu definieren. Dies betraf im Berichtsjahr vor allem die Bereiche Nachhaltiger Einkauf sowie Gesundheitsschutz und Sicherheit. Bei kritischen Ergebnissen werden die Lieferanten von Bayer aufgefordert, die festgestellten Schwachpunkte auf der Basis von konkreten Aktionsplänen innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu beseitigen. Unser regelmäßiges Monitoring zeigt, dass im Berichtsjahr 348 unserer insgesamt 679 überprüften Lieferanten ihre Nachhaltigkeitsleistung verbessert haben.
Zusätzlich wurden Prüfprozesse zur Erfüllung weiterer internationaler Regularien etabliert, wie u. a. für die Vorschriften, die Unternehmen zur Offenlegung der Herkunft bestimmter Rohstoffe auffordern. Dies betrifft z. B. die sogenannten Konfliktmineralien aus Regionen wie der Demokratischen Republik Kongo oder deren Nachbarstaaten. Alle 101 (2016: 117) potenziell von dieser Thematik betroffenen Lieferanten der ersten Stufe wurden überprüft. Bei 60 % (2016: 53 %) konnte ein "conflict-free"-Status bestätigt werden. Mit den restlichen Lieferanten wurde die Einhaltung der Vorgaben vereinbart.
Schulungen und Dialog zum Thema Nachhaltigkeit
Mit gezielten konzernweiten Trainings unterstützen wir unsere Einkaufs-Mitarbeiter bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen. Auch unseren Lieferanten bieten wir vielfältige Entwicklungs- und Austauschmöglichkeiten zu diesem Thema an.
Kampf gegen Kinderarbeit in der Saatgutlieferkette
Eine wesentliche Herausforderung stellt die Bekämpfung von Kinderarbeit in der Saatgutlieferkette unseres Segments Crop Science dar. Unsere Position zu Kinderarbeit ist unmissverständlich: Bei Bayer gilt ein striktes Verbot von Kinderarbeit gemäß den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Wir verpflichten deshalb auch unsere Lieferanten, konsequent auf Kinderarbeit zu verzichten.
Bayer engagiert sich seit Jahren in Indien, Bangladesch, China, Thailand und auf den Philippinen mit seinem "Child Care Program" systematisch gegen Kinderarbeit in der Baumwoll-, Reis- und Gemüsesaatgutlieferkette und führt Kontrollen vor Ort durch. Dieses Programm wird in den Ländern aufgebaut, in denen es aufgrund unserer Risikobewertung Fälle von Kinderarbeit in der Saatgutproduktion geben könnte. Dabei sensibilisieren wir unsere Zulieferer für diese Problematik und machen unsere Anforderungen deutlich. Im Berichtsjahr wurden Risikobewertungen für Länder wie Paraguay, Uruguay, Argentinien, Peru und Chile durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass das Risiko von Kinderarbeit in unserer Saatgutlieferkette in diesen Ländern aufgrund staatlicher Kontrollen oder des hohen Einsatzes mechanisierter Prozesse gering ist. Die Lieferanten werden aber auch in diesen Ländern von Bayer auditiert und unsere Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert.
Die meisten Fälle von Kinderarbeit stellen wir in Indien fest. Daher findet dort auch die Mehrzahl unserer Maßnahmen und Kontrollen statt. Bei Baumwoll-Saatgutproduzenten in vier indischen Distrikten werden zusätzlich unangekündigte Besuche von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (vormals Ernst & Young), Indien, durchgeführt.
Die absolute Anzahl der Kinderarbeitsfälle war bis 2016 rückläufig. Allerdings haben wir für das Berichtsjahr einen Anstieg bei Lieferanten für Baumwoll-Hybrid-Saatgut in Indien zu verzeichnen. Diese Fälle wurden überwiegend bei neuen Lieferanten in Regionen festgestellt, in denen Bayer bisher nicht aktiv war. Bayer hat die Aktivitäten des "Child Care Program" im Umfeld der betroffenen Betriebe ausgebaut und Nachfolge-Audits durchgeführt. Aufgrund unseres Engagements erwarten wir für das kommende Jahr wieder eine Reduzierung der Kinderarbeitsfälle.
Dank eines strikten Kontrollsystems, unterstützt durch lokale Aufklärungs- und Bildungsinitiativen, ist die Anzahl von Fällen mit Kinderarbeit bei unseren Kontraktoren gering. Wir beenden sie gleichwohl unmittelbar und verfolgen sie durch Maßnahmen im Rahmen unseres "Child Care Program" intensiv nach.
Beim Schutz von Kinderrechten und dem Ziel einer Saatgutproduktion ohne Kinderarbeit wird Bayer durch das mit internationalen Experten und anerkannten Fachleuten besetzte "Child Care Program Advisory Council" unterstützt. Den Erfolg unseres umfassenden Programms messen wir anhand des Indikators: Kinderarbeitsfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der überprüften Arbeitskräfte in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer.
1.4.2.2 Produktion und Logistik
Produktion
Bayer betreibt Produktionsanlagen an mehr als 130 Standorten in 34 Ländern. Sicherheit beim Betrieb unserer Anlagen, für unsere Beschäftigten, die Umwelt und die Nachbarschaft unserer Werke hat dabei hohe Priorität. Zur Steuerung der entsprechenden Prozesse nutzen wir unsere Managementsysteme für die Bereiche Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität (HSEQ). Dabei gehen wir in unserem Engagement über gesetzliche Vorgaben hinaus. Bei Investitionsvorhaben von mehr als 10 Mio. € nehmen wir eine freiwillige ökologische Beurteilung vor. Bei Unternehmenszukäufen überprüfen wir, ob an den Produktionsstandorten die geltenden Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen sowie grundlegende Arbeitnehmerrechte eingehalten werden. Neue Produktionsstandorte dürfen nicht in Gebieten errichtet werden, die hinsichtlich natürlicher Eigenart, biologischer Vielfalt oder anderer Aspekte gesetzlich geschützt sind.
Im Rahmen des konzernweiten Krisenmanagements verfügt Bayer über ein weltweit gültiges Frühwarnsystem: das Notfall-Meldesystem "Bayer Emergency Response System".
Wir arbeiten an unseren Produktionsstandorten kontinuierlich daran, durch höhere Flexibilität und den Ausbau von Kapazitäten schneller auf Marktentwicklungen zu reagieren. Dafür investieren wir in unser weltweites Produktionsnetzwerk.
Pharmaceuticals und Consumer Health
Beide Segmente betreiben weltweit eigene Produktionsstätten, an denen Wirkstoffe hergestellt sowie Formulierungs- und Verpackungsleistungen für das Produktportfolio erbracht werden.
Sowohl Pharmaceuticals als auch Consumer Health investieren kontinuierlich in ihr globales Produktionsnetzwerk. Durch das aktuell mit insgesamt rund 800 Mio. € größte Investitionsprogramm von Pharmaceuticals werden an den deutschen Standorten Wuppertal und Leverkusen Produktionskapazitäten zur Herstellung von Hämophilie-A-Präparaten aufgebaut. Das größte Investitionsprojekt von Consumer Health ist mit ca. 50 Mio. € im Jahr 2017 der mehrjährige Um- und Ausbau des Produktionsstandorts Majinpu, China.
Strategische Investitionen in Sachanlagen Pharmaceuticals & Consumer Health
A 1.4.2.2/1
| 2017 | |
| Pharmaceuticals | Herstellkapazitäten für rFaktor-VIII-Therapien in Wuppertal (Elberfeld) und Leverkusen, Deutschland |
| Erweiterung von Laborkapazitäten für Forschung und Entwicklung in Wuppertal, Deutschland | |
| Modernisierung von Forschungseinrichtungen in Berlin, Deutschland | |
| Modernisierung der Standort-Infrastruktur in Wuppertal, Deutschland | |
| Modernisierung der Produktion in Leverkusen, Deutschland | |
| Neubau eines Forschungsgebäudes in Wuppertal (Aprath), Deutschland | |
| Erweiterung der Herstellkapazitäten für EyleaTM in Berlin, Deutschland | |
| Consumer Health | Umbau und Ausbau des Produktionsstandorts in Majinpu, China |
| 2016 | |
| Pharmaceuticals | Herstellkapazitäten für neue rFaktor-VIII-Therapien in Wuppertal (Elberfeld) und Leverkusen, Deutschland |
| Erweiterung von Laborkapazitäten für Forschung und Entwicklung in Wuppertal, Deutschland | |
| Modernisierung von Forschungseinrichtungen in Berlin, Deutschland | |
| Modernisierung der Standort-Infrastruktur in Wuppertal und Leverkusen, Deutschland | |
| Erweiterung der Produktionskapazitäten in Beijing, China | |
| Erweiterung Qualitätskontrolle Biologika in Berkeley, USA | |
| Consumer Health | Umbau und Ausbau des Produktionsstandorts in Majinpu, China |
Crop Science
Die Pflanzenschutzprodukte von Crop Science werden überwiegend in eigenen Produktionsstätten hergestellt. Zahlreiche dezentrale Formulier- und Abfüllstandorte ermöglichen es, schnell auf die Bedürfnisse der lokalen Märkte zu reagieren. Dort werden die Wirkstoffe entsprechend den lokalen Anforderungen und den Anwendungsgebieten weiterverarbeitet, konfektioniert und verpackt. Die Produktion von Saatgut erfolgt kundennah in Europa, Asien, Nord- und Südamerika, entweder in eigenen landwirtschaftlichen Betrieben oder über Vertragsanbau.
Zwischen 2014 und 2017 investierten wir insgesamt rund 2,5 Mrd. € in Sachanlagen, um der höheren Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln und Saatgut gerecht zu werden. Dazu gehörten Investitionen sowohl in den Ersatz und die Erweiterung von Produktionskapazitäten als auch in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Hier lag der Schwerpunkt vor allem auf den USA, Deutschland und Indien und bei der Ausweitung unseres Netzwerks von Zuchtstationen für verschiedene Kulturen insbesondere auf den Niederlanden und Brasilien.
Strategische Investitionen in Sachanlagen Crop Science
A 1.4.2.2/2
2017
Kapazitätserweiterungen für die Herbizid-Produktion in Muskegon, Michigan, und Mobile, Alabama, USA, sowie Frankfurt und Knapsack, Deutschland
Aufbau einer Produktionsanlage für Insektizide in Dormagen, Deutschland
Ausbau der Produktionskapazitäten für Fungizide in Dormagen, Deutschland
Ausbau von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Monheim, Deutschland
Aufbau von Zuchtstationen für verschiedene Pflanzenarten weltweit
Ausbau von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Raleigh, USA
Erweiterung der Produktions- und Forschungs-Gewächshäuser in Nunhem, Niederlande
Aufbau einer Produktionsanlage für Fungizide in Kansas City, USA
Erweiterung der Produktionskapazität für Insektizide in Vapi, Indien
2016
Kapazitätserweiterungen für die Herbizid-Produktion in Muskegon, Michigan, und Mobile, Alabama, USA, sowie Frankfurt und Knapsack, Deutschland
Aufbau einer Produktionsanlage für Insektizide in Dormagen, Deutschland
Ausbau der Produktionskapazitäten für Fungizide in Dormagen, Deutschland
Ausbau von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Monheim, Deutschland
Aufbau von Zuchtstationen für verschiedene Pflanzenarten weltweit
Ausbau von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Raleigh, USA
Animal Health
Die Wirkstoffe für Animal-Health-Produkte beziehen wir sowohl von internen als auch weltweit von externen Lieferanten. Die Herstellung unserer global vermarkteten Tierarzneimittel erfolgt überwiegend an den Standorten in Kiel, Deutschland, und Shawnee, USA.
Im Geschäftsjahr gab es am Standort Kiel erste Investitionen im Zusammenhang mit einem größeren, mehrjährigen Standortausbau über insgesamt rund 90 Mio. € bis zum Jahr 2021. In Kiel stellen wir etwa 60 % aller unserer weltweit vertriebenen Animal-Health-Produkte her.
Effiziente Logistikkonzepte umgesetzt
Logistik bei Bayer umfasst neben Transport und Lagerhaltung von Waren die gesamte Steuerung und Kontrolle aller Güterflüsse und Logistikdaten für den Konzern. Wir arbeiten kontinuierlich an der Entwicklung von Logistikkonzepten, die Sicherheit- und Umweltaspekte sowie Kosten berücksichtigen. Zu den Schwerpunkten im ökologischen Bereich gehört die Reduzierung der CO2 -Emissionen, beispielsweise durch eine Verringerung der Lufttransporte sowie die Nutzung von Logistikkonzepten, die Schienen- und Wasserwege einbeziehen.
Die Logistikorganisation arbeitet nach weltweit gültigen Managementsystemen und Richtlinien. Für Lager- und Transportleistungen nutzen wir sowohl interne Kapazitäten als auch externe Logistikpartner. Diese werden von Bayer anhand strenger Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätskriterien ausgewählt. Neben der Konzernfunktion "Corporate Supply Chain" verfügt jedes Segment über eigene Logistikbereiche, die auf die Besonderheiten des jeweiligen Geschäftsmodells und der Produkte ausgerichtet sind.
1.4.2.3 Marketing und Vertrieb
Ziel unserer Aktivitäten in Marketing und Vertrieb ist es, neue Kunden zu gewinnen und bestehende langfristig an unser Unternehmen zu binden.
Unsere Kunden im Gesundheitssektor, in der Landwirtschaft, in der Industrie und im privaten Bereich versorgen wir je nach Marktbedingungen über den Groß- und Facheinzelhandel oder über Direktvertriebsorganisationen. Entsprechend dem jeweiligen Bedarf hat Bayer markt- und kundenspezifische Vertriebskanäle.
Wir analysieren in den einzelnen Segmenten systematisch die Zufriedenheit der Kunden mit unserer Leistung, nehmen ihre Beschwerden auf und sichern mithilfe der daraus abgeleiteten Optimierungsmaßnahmen unseren langfristigen Geschäftserfolg.
Verpflichtung zu ethischem Handeln
Bei Entwicklung, Verkauf und Vermarktung unserer Produkte dulden wir keinerlei Bestechung oder andere Formen der unzulässigen Einflussnahme auf unsere Geschäftspartner. Unsere Mindeststandards leiten sich aus Gesetzen und anderen staatlichen Vorschriften, Industriekodizes sowie internen Regelungen ab. In der Bayer-Konzernregelung "Responsible Marketing & Sales" sind unsere Verhaltensregeln festgelegt. Darüber hinaus verpflichten wir uns zur ethischen Werbung und Kommunikation für alle unsere Produkte und Leistungen.
Jegliche Verdachtsfälle eines Verstoßes gegen unsere Grundsätze zu verantwortungsvollem Marketing werden im Rahmen unseres Compliance-Managements aufgenommen und verfolgt. Dies gilt für Beschwerden, unabhängig davon, ob sie intern oder extern an uns herangetragen werden.
Die Umsetzung unserer Konzernregelung sowie entsprechende Trainingsprogramme erfolgen dezentral in den Segmenten.
1.4.3 Sicherheit für Menschen und Umwelt
| ― | Produktverantwortung geht über gesetzliche Vorgaben hinaus |
| ― | Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz haben oberste Priorität |
| ― | Energieeffizienz weiter verbessert |
Die Qualität und Sicherheit unserer Erzeugnisse, der sichere und verantwortungsvolle Betrieb unserer Anlagen sowie der umfassende Schutz unserer Mitarbeiter und der Menschen in der Nachbarschaft unserer Werke sind uns besonders wichtig. Zugleich misst Bayer dem Umweltschutz sowie dem verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen große Bedeutung zu.
Die Verantwortung für die Bereiche Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität (HSEQ) ist beim Konzernvorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit angesiedelt. Konzernweit geltende HSEQ-Managementsysteme sind eingerichtet und in die Geschäftsprozesse integriert. Steuerung und Kontrolle obliegt den beiden Konzernfunktionen "Health, Safety und Sustainability" sowie "Quality", die Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen u. a. durch Konzernregelungen sowie Ziele und Leistungskennzahlen festlegen.
Die operative Verantwortung liegt bei den einzelnen Segmenten, die HSEQ durch Managementsysteme, Gremien und Arbeitsgruppen steuern. Alle relevanten HSEQ-Leistungskennzahlen unserer Produktionsstandorte werden in einem konzernweiten Bayer-Standort-Informationssystem (BaySIS) zusammengeführt. Die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Richtlinien durch die Konzernfunktionen sowie verpflichtende, regelmäßige interne Audits und externe Zertifizierungen sorgen dafür, dass die Systeme an allen Produktionsstandorten wirksam den jeweiligen spezifischen Anforderungen entsprechen.
Durch eine hohe Leistungsfähigkeit unserer HSEQ-Managementsysteme senken wir auch laufende Kosten, indem wir Schäden sowie Arbeits- und Produktionsunterbrechungen vermeiden.
Standards und Zertifizierungen
Die Managementsysteme von Bayer im HSEQ-Bereich orientieren sich an anerkannten internationalen Standards. Den Abdeckungsgrad stellen wir bezogen auf den Energieeinsatz dar: 2017 verfügten mehr als 99 % unserer Produktionsstandorte über ein durch Bayer auditiertes HSE-Managementsystem. Unser konzernweiter Zertifizierungsplan sah vor, bis 2017 im Umwelt- sowie im Arbeitssicherheitsmanagement eine nahezu vollständige Abdeckung nach externen Standards zu erreichen. Eine 100-prozentige Abdeckung ist wegen Änderungen in unserem Standortportfolio nicht realisierbar. 93 % unserer gesamten Geschäftstätigkeit waren im Berichtsjahr nach mindestens einem international anerkannten Standard für Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement extern zertifiziert. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und jeweiligen Standards wird in regelmäßigen Abständen über Audits von internen Fachleuten, aber auch von Aufsichtsbehörden und externen Gutachtern geprüft.
Standards und Zertifizierungen
A 1.4.3/1
| in % der Geschäftstätigkeit (in Bezug auf Energieeinsatz) | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zertifizierungen nach externen Standards | ||||||
| ISO 14001 / EMAS-validiert | 67 | 86 | 88 | 92 | 92 | |
| OHSAS 18001 | 54 | 72 | 72 | 78 | 91 | |
| ISO 500011 | - | 53 | 58 | 70 | 74 | |
| Abdeckungsgrad nach mindestens einem der o. g. Standards | 78 | 90 | 89 | 93 | 93 | |
| Durch Bayer intern auditierte HSE-Managementsysteme | 100 | 100 | 99 | 96 | 99 |
Werte der Vorjahre angepasst
1 Konzernwerte erstmals ab 2014 erfasst
Unsere Segmente verfügen über Qualitätsmanagementsysteme, die auf branchenspezifischen internationalen Standards basieren. Der Abdeckungsgrad durch solche Zertifizierungen beträgt konzernweit bezogen auf den Energieeinsatz 75 %.
1.4.3.1 Produktverantwortung
Produktverantwortung bedeutet für uns, dass unsere Produkte höchsten Qualitätsstandards entsprechen und bei sachgerechter Anwendung für Mensch, Tier und Umwelt sicher sind. Alle Stoffe und fertigen Produkte durchlaufen im Interesse der Produktsicherheit zahlreiche Bewertungen und Prüfungen. Wir bewerten mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette und leiten daraus Maßnahmen zur Minimierung von Risiken ab.
Wir halten konsequent die gesetzlichen Bestimmungen ein und gehen mit unserem freiwilligen Engagement und internen Standards in vielen Bereichen noch darüber hinaus.
Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtungen
Für alle Bayer-Produkte gelten umfassende gesetzliche Regulierungen. Chemische Stoffe unterliegen der europäischen Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) und der CLP (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures)-Verordnung. Die Registrierungspflicht gemäß REACH gilt unabhängig von der Vermarktung für alle Stoffe, die wir in einer Menge von über einer Tonne produzieren oder importieren. Durch die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien werden Anwender in der Europäischen Union (EU) über die mit Chemikalien verbundenen Gefahren informiert. Bayer bewertet alle vermarkteten Produkte und setzt das "Globally Harmonized System" (GHS) der CLP zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien weltweit um.
Behörden überprüfen im Rahmen von regelmäßigen Inspektionen die Umsetzung von REACH. Bisher führte keine der Inspektionen bei Bayer zu Beanstandungen. Wir verpflichten unsere Lieferanten zu einer Bestätigung der REACH-Konformität für alle an uns gelieferten Stoffe.
Vor der Markteinführung prüfen wir unsere Produkte zunächst selbst auf ihre Sicherheit. Die Endprodukte wie Arzneimittel, Pflanzenschutzmittel oder Biozide unterliegen darüber hinaus spezifischen und ausführlichen Zulassungsverfahren.
Freiwilliges Engagement von Bayer
Bayer unterstützt seit 1994 die freiwillige "Responsible CareTM"-Initiative der chemischen Industrie und die damit verbundene "Responsible CareTM Global Charter". Wir decken alle wesentlichen Elemente der Charta an allen Standorten des Konzerns durch unsere HSEQ-Managementsysteme ab. In Verbänden und Initiativen beteiligen wir uns an der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Risikobewertung.
Bereits in der Forschung und Entwicklung bewerten wir die Eigenschaften unserer Stoffe. Produkte mit unerwünschten Eigenschaften werden unter Anwendung des Vorsorgeprinzips, wie es in Grundsatz 15 der Rio-Deklaration der Vereinten Nationen und der Mitteilung COM (2000) 1 der EU-Kommission erläutert ist, von uns nicht weiterentwickelt. Dabei sollte der Schwerpunkt der Betrachtung aus unserer Sicht nicht einseitig auf dem Gefährdungspotenzial, sondern vielmehr auf einer ausgewogenen Chancen- und Risikobewertung liegen.
In Europa arbeitet Bayer unter hohen gesetzlichen Auflagen. Unabhängig von der jeweiligen Landesgesetzgebung wenden wir weltweit freiwillig vergleichbare Standards an. Damit stellen wir sicher, dass ähnliche Stoffbewertungen wie unter REACH auch an allen nicht europäischen Bayer-Standorten zur Anwendung kommen. Dies unterstützen wir durch unser Konzernziel zur Produktverantwortung: Wir werden bis zum Jahr 2020 das Gefahrenpotenzial aller verwendeten Substanzen (> 99 %) bewerten, die in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr verwendet werden. Bis Ende 2017 haben wir 76 % dieser Substanzen bewertet.
Wir führen unsere Risikobewertungen bei Chemikalien anhand anerkannter wissenschaftlicher Methoden durch, z. B. entlang der Leitlinien zu Informationsanforderungen und zur Stoffsicherheitsbeurteilung der ECHA (Europäische Chemikalienagentur). Sollte die Analyse ergeben, dass die Verwendung einer Chemikalie nicht sicher ist, ergreifen wir Maßnahmen zur Risikominderung. Die maßgeblichen Schritte und Maßnahmen zur Bewertung sind in unserer Konzernregelung festgelegt. Im Rahmen vertrauensvoller Zusammenarbeit unterstützen wir unsere Kunden bei der sicheren Handhabung und Nutzung unserer Produkte. Bayer erstellt für alle Produkte Sicherheitsdatenblätter, auch wenn sie gesetzlich nicht gefordert sind. Für alle Endverbraucherprodukte gibt es entsprechende Informationen in der Verpackung, wie etwa den Beipackzettel im Arzneimittelbereich.
Gemäß den jeweiligen Produktsicherheits- und Informationspflichten erfassen wir die Produktinformationen sowohl für Rohstoffe als auch für Zwischen- oder Endprodukte und stellen diese innerhalb von Bayer weltweit zur Verfügung, z. B. zur Produktkennzeichnung.
Risikobewertung der am Markt verfügbaren Produkte
Zu unserer Verantwortung zählen wir auch die Überwachung aller bereits am Markt verfügbaren Produkte. Wir haben unternehmensweit Prozesse etabliert, um Anfragen zur Produktsicherheit oder zu Problemen mit unseren Produkten aufzugreifen. Diese Rückmeldungen fließen kontinuierlich in unsere Risikobewertung ein. In diese beziehen wir auch Stoffe mit ein, die von Behörden und unabhängigen Institutionen als potenziell risikobehaftet betrachtet werden.
Wir übernehmen auch für die Wirkstoffe in unseren Produkten Verantwortung. Wir führen die Bewertung von Umweltrisiken oder Maßnahmen zum Risikomanagement auch nach der Marktzulassung durch. Wir tragen außerdem dazu bei, dass Fragen zu Wirkstoffen in der Umwelt aufgegriffen werden und Bedenken durch fundierte Risikobewertungen und Analysen adressiert werden. Hierzu haben wir einen ausgewogenen Risiko- und Nutzenbewertungsprozess für Wirkstoffe etabliert, der die Kundenbedürfnisse im Vergleich zu potenziellen oder bekannten Umweltrisiken angemessen berücksichtigt.
Verantwortungsbewusster Einsatz von Biotechnologie
Biotechnologie wird bei Bayer sowohl in der pharmazeutischen Produktentwicklung und Produktion (u. a. KogenateTM und KovaltryTM) als auch im Bereich Pflanzenschutz eingesetzt. Weitere biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe befinden sich in der klinischen Entwicklung. In der Pflanzenbiotechnologie setzen wir neben konventionellen auch gentechnische Züchtungsmethoden ein, um bei gleichem Ressourceneinsatz den Ernteertrag, die Ertragssicherheit und Stresstoleranz von Pflanzen zu erhöhen.
Die Sicherheit für Mensch und Umwelt hat beim Einsatz von Biotechnologie für uns Priorität. Zusätzlich zu rechtlichen und regulatorischen Vorschriften haben wir in entsprechenden Konzernregelungen den verantwortungsvollen Umgang mit Gentechnik und unsere strengen Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit biologischen Stoffen festgelegt. Unsere Stakeholder informieren wir gemäß unserer Konzernregelung zum verantwortungsvollen Marketing umfassend über unsere Produkte und Dienstleistungen.
Unser Einsatz zur Erhaltung von Biodiversität
Wir wollen im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit die natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll nutzen und dabei die Artenvielfalt und die Verschiedenartigkeit der Ökosysteme achten. Unsere Prinzipien zur Biodiversität haben wir in unsere Konzernregelung zu Menschenrechten aufgenommen und in einer eigenen Position niederlegt. Darin bekennt sich Bayer zur Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen und dem zugehörigen Nagoya-Protokoll, das die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung von genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile vorschreibt. Die Umsetzung erfolgt durch segmentspezifische Maßnahmen.
Bekenntnis zum Tierschutz
Um die Sicherheit und Wirksamkeit unserer Produkte zu bewerten, sind Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben und wissenschaftlich notwendig. Unser Ziel ist es, den Einsatz von Versuchstieren so gering wie möglich zu halten und - wann immer realisierbar - alternative Methoden zu verwenden. Hierzu zählt der von Bayer mitentwickelte Phototoxizitäts-Test, der einen Teil der Tierversuche bei der Erforschung möglicher phototoxischer Wirkungen von Arzneimittelkandidaten ersetzt. Wir respektieren alle rechtlichen Anforderungen des Tierschutzes, deren Einhaltung sowohl durch staatliche Aufsichtsbehörden als auch interne Audits geprüft wird. Darüber hinaus gelten die Bayer-Grundsätze zu Tierschutz und Tierversuchen. Das Bayer-interne Tierschutz-Komitee (Global Animal Welfare Committee) überwacht deren Einhaltung im Konzern und bei externen Studien. Unsere Prinzipien gelten auch für die von uns beauftragten Forschungsinstitute sowie unsere Lieferanten, die wir regelmäßig auf die Einhaltung des Tierschutzes überprüfen.
Schutz vor Produktfälschungen
Gefälschte Medikamente und Pflanzenschutzprodukte bergen erhebliche Gefahren für Patienten und Konsumenten. Produktfälschungen können nur länderübergreifend durch ein gemeinsames Vorgehen von Industrie, Verbänden, staatlichen Stellen und nicht staatlichen Organisationen bekämpft werden. Bayer setzt sich kontinuierlich für eine konsequente Anwendung und, wo erforderlich, für eine Verschärfung und Erweiterung bestehender Gesetze und Bestimmungen ein, die der Erkennung und Beschlagnahme illegaler Produkte dienen. Durch umfangreiche eigene Maßnahmen wollen wir Kunden und Produkte zusätzlich schützen.
Pharmaceuticals und Consumer Health
Nutzen-Risiko-Management von Arzneimitteln und Medizinprodukten
Die Segmente Pharmaceuticals und Consumer Health bewerten kontinuierlich das medizinische Nutzen-Risiko-Verhältnis ihrer Arzneimittel und Medizinprodukte sowie Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika über den gesamten Produktlebenszyklus. Bei Arzneimitteln wird ihre Wirksamkeit, Sicherheit und die Verträglichkeit bereits in präklinischen und klinischen Studien der Phasen I-III untersucht. Die bei den Zulassungsbehörden eingereichte Dokumentation enthält die Ergebnisse dieser Studien sowie eine umfassende Nutzen-Risiko-Bewertung des Arzneimittels. Die Erfüllung behördlicher Sicherheitsanforderungen ist eine zwingende Voraussetzung für die Zulassung eines neuen Medikaments. Dies gilt auch für Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika.
Gemäß den Bestimmungen sammeln die Segmente auch nach der Einführung der Produkte auf dem Markt sicherheitsrelevante Informationen in einer eigenen Datenbank. Diese werden in der globalen Abteilung für Pharmakovigilanz von medizinischen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen kontinuierlich ausgewertet, und das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Arzneimittel, Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika wird regelmäßig evaluiert. Bayer arbeitet dabei eng mit den Zulassungs- und Überwachungsbehörden auf internationaler und nationaler Ebene zusammen. Weitere sicherheitsrelevante Informationen werden durch Unbedenklichkeitsstudien nach Zulassung, sogenannten Post-Authorization Safety Studies (PASS), gesammelt. Die Ergebnisse werden in Übereinstimmung mit der Pharmakovigilanz-Gesetzgebung der EU in das PASS-Verzeichnis eingetragen.
Untersuchung von Arzneimittelrückständen in der Umwelt
Arzneimittelwirkstoffe können über Ausscheidungen von Menschen oder Tieren, durch falsche Entsorgung oder während der Herstellung in die Umwelt gelangen. Hier sind vor allem die Oberflächengewässer relevant. Für ihre Wirkstoffe führen Pharmaceuticals und Consumer Health ökotoxikologische Untersuchungen zu pharmazeutischen Rückständen und Abbauprodukten durch, um mögliche Umweltauswirkungen der Produkte beurteilen zu können. Im Rahmen der rechtlichen Zulassung von Human- und Tierarzneimitteln in Europa und den USA erfolgt für alle neuen Wirkstoffe eine sogenannte Umweltrisikobewertung. Darüber hinaus haben nach unserem Kenntnisstand die vorhandenen Konzentrationen einzelner pharmazeutischer Wirkstoffe im Trinkwasser keine relevanten nachteiligen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. Die WHO sieht aufgrund ihres 2017 erschienenen Berichts "Mischungen von Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser" derzeit keine unmittelbaren Gefahren für die Gesundheit und damit keinen kurzfristigen Handlungsbedarf. Um die Unbedenklichkeit von Trinkwasserressourcen weiter zu gewährleisten, empfiehlt die WHO eine längerfristige und ganzheitliche Betrachtung des Themas, auch vor dem Hintergrund einer möglicherweise zunehmenden Nutzung von Arzneimitteln. Bayer beteiligt sich aktiv am Stakeholderdialog.
An unseren Produktionsstandorten weltweit gelten unterschiedliche Vorgaben zu Abwasser-Schwellenwerten. Deren Einhaltung wird von Aufsichtsbehörden und externen Gutachtern sowie in regelmäßigen Abständen auch durch Audits von internen Fachleuten vor Ort überprüft. Um Einträge von Arzneimittelspuren in die Umwelt weiter zu reduzieren oder ganz auszuschließen, ergreifen wir eigene Maßnahmen in der Produktion. Wir beteiligen uns außerdem an verschiedenen Forschungsprojekten zur Entwicklung von weiteren Reduktionsmaßnahmen, wie z. B. als Koordinator des europäischen Projekts "Intelligence-led Assessment of Pharmaceuticals in the Environment", das nach neuen Möglichkeiten für eine verbesserte Umweltrisikobewertung sucht.
Crop Science
Produktsicherheit im Zentrum
Produktsicherheit und Umweltverträglichkeit spielen bei der Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln und -technologien eine zentrale Rolle, damit sie unbedenklich für Mensch und Tier sowie ohne unvertretbare ökologische Belastungen angewandt werden können. Dafür benötigen sie eine amtliche Zulassung, die von zahlreichen internationalen und nationalen Gesetzen und Bestimmungen geregelt wird. Crop Science erfüllt alle regulatorischen Anforderungen der Länder, in denen unsere Produkte vertrieben werden.
Schon während der Entwicklungsphase überprüft Crop Science seine Produkte in behördlich vorgeschriebenen Tests auf ihre Wirkungsweise, ihre (umwelt-)toxikologischen Eigenschaften und den Umfang von möglichen Rückständen auf Pflanzen und in der Umwelt. Jeder neue Pflanzenschutzwirkstoff und jede neue Technologie muss diese Versuche und Prüfungen durchlaufen. Darüber hinaus hat sich Bayer selbst verpflichtet, nur Pflanzenschutzprodukte zu vertreiben, deren Wirkstoffe in mindestens einem OECD-Land registriert sind, oder neue Wirkstoffe, für die ein OECD-Datenpaket erarbeitet wurde.
Seit 2017 machen wir sicherheitsrelevante Daten zu unseren Pflanzenschutzmitteln transparent. Auf einer Online-Plattform sind bereits mehr als 200 frei zugängliche Zusammenfassungen wissenschaftlicher Studien verfügbar, die im Rahmen der Zulassungsverfahren unserer Wirkstoffe in der EU eingereicht wurden. Die Dokumente umfassen u. a. Informationen zu toxikologischen und ökotoxikologischen Studien sowie Untersuchungen zum Abbauverhalten. Ab Anfang 2018 erhalten nicht kommerzielle Nutzer auf Anfrage den Zugriff zu den vollständigen Studienberichten.
Bei Vertrieb und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und -technologien folgt Crop Science dem Internationalen Verhaltenskodex der Welternährungsorganisation (FAO). Die Grundsätze unserer verantwortungsvollen Produkthandhabung sind in unserer "Product Stewardship Policy" festgelegt und werden im "Product Stewardship"-Programm umgesetzt.
Die gezielte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist wesentlich, um den Austrag außerhalb der zu behandelnden Kulturen so gering wie möglich zu halten. Zur sicheren Anwendung unserer Produkte in der landwirtschaftlichen Praxis engagiert sich Crop Science v. a. für den Schutz der Anwender, der Bienengesundheit und von Gewässern.
Schulungen von Kunden und Partnern
Wir unterstützen weltweit unsere Kunden und Partner beim fachgerechten und sicheren Umgang mit unseren Saatgut- und Pflanzenschutzprodukten. Gezielte Schulungsangebote wenden sich insbesondere an Landwirte und Händler. Sie dienen vor allem der Sicherheit der Anwender, der Umwelt und damit auch den Verbrauchern. Ziel ist es, die Reichweite unserer Schulungsaktivitäten weltweit zu erhöhen.
Anwender unserer Produkte können sich bei Reklamationen, Rückfragen oder Vorfällen über unterschiedliche Kommunikationskanäle an Crop Science wenden. Dazu gehören u. a. der direkte Kontakt zu unseren Vertriebsmitarbeitern, unsere Hotline, die auf allen Produktverpackungen angegeben ist, sowie z. B. in Deutschland das Agrartelefon.
Bayer Bee Care: Stärkung der Bienengesundheit
Gesunde Bienen und andere Bestäuber sind wichtig für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion. Daher ist für unser Geschäft die Förderung der Gesundheit von Bestäubern und einer nachhaltigen Landwirtschaft von großer Bedeutung. In unserem "Bee Care"-Programm versuchen wir in diesem Sinne, einen Ausgleich zu schaffen zwischen der Förderung von Bienengesundheit und Bestäuber-Biodiversität auf der einen und einer optimierten landwirtschaftlichen Produktion auf der anderen Seite. Zu diesem Zweck betreiben wir in Deutschland und in den USA zwei "Bee Care"-Center und haben ein weltweites "Bee Care"-Netzwerk aufgebaut. Bayer engagiert sich in zahlreichen Projekten und Partnerschaften mit örtlichen Wissenschaftlern und Forschungsinstitutionen in der ganzen Welt, um die Bienengesundheit und -sicherheit zu stärken.
Im Rahmen der Forschung zur Kontrolle der Varroa-Milbe, eines gefährlichen Parasiten der Honigbiene, hat das Segment Animal Health ein neues Produkt entwickelt, einen mit einem Wirkstoff präparierten Kunststoffstreifen, der die Bienenstöcke vor Milbenbefall schützt. Das Produkt steht seit 2017 den Imkern in vielen EU-Ländern zur Verfügung. Für weitere Länder läuft das Zulassungsverfahren.
Um Risiken für Bienen zu minimieren, führen wir umfangreiche Sicherheitstests, Risikobewertungen, Maßnahmen zur Produktverantwortung sowie die Entwicklung von bienenfreundlichen Pflanzenschutzmitteln und Verfahren durch.
Laufende Re-Evaluation der Neonikotinoide
Bayer ist der Überzeugung, dass Neonikotinoide anwendungssichere Insektizide sind, ein günstiges Umweltsicherheitsprofil haben und keine Gefahr für Bienenvölker darstellen, wenn sie sachgerecht eingesetzt werden. Dies wurde im Rahmen von Marktzulassungsprüfungen durch zuständige Behörden außerhalb Europas bestätigt. In Europa sind hingegen seit 2013 Bayer-Produkte, die zwei unserer Neonikotinoide enthalten, für die Anwendung in bienenattraktiven Anbaukulturen verboten. Die Europäische Kommission lässt zurzeit alle neuen verfügbaren Daten und Berichte der letzten vier Jahre von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überprüfen. Das Ergebnis wird für Frühjahr 2018 erwartet. Bayer hat die Einschränkung der Neonikotinoid-Verwendung in der EU im August 2013 vor den Europäischen Gerichtshof gebracht, um die Rechtsgrundlage der Kommissionsentscheidung zu klären. Diese beruht auf einer Bewertung der EFSA, die ihrerseits weder auf einem validierten noch offiziell anerkannten Risikobewertungssystem basiert. Mit Blick auf künftige Investitionsentscheidungen verlangt das Unternehmen vom Gericht in erster Linie Klarheit über den Regelungsrahmen.
Modellprojekte für Gewässerschutz in der Landwirtschaft
Crop Science entwickelt Strategien und Lösungsansätze, um die landwirtschaftliche Praxis im nachhaltigen Umgang mit Wasser zu unterstützen.
Animal Health
Sicherheitsstandards für Produkte zur Tiergesundheit
Für Tierarzneimittel, Futtermittel und Futterzusatzstoffe gelten entsprechend den gesetzlichen Anforderungen ebenfalls hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards. Im Rahmen der behördlichen Zulassungsverfahren führt Animal Health detaillierte Produktstudien durch, um die Sicherheit sowohl für das zu behandelnde Tier und den Menschen als auch für die Umwelt zu gewährleisten.
Der besondere Fokus liegt auf der Überwachung der Tierarzneimittelsicherheit und dem Engagement für eine verantwortungsbewusste Produktnutzung. Im Rahmen unserer "Prudent Use Policy" unterstützen wir die verantwortungsbewusste Nutzung von Antibiotika und fördern deren sachgemäße Anwendung, beispielsweise durch strikte Leitlinien. Darüber hinaus arbeiten wir an Alternativstrategien zu antimikrobiellen Behandlungen. Hier haben wir mit ZelnateTM seit 2015 ein nicht antibiotisches Immunstimulanz-Produkt auf dem Markt.
1.4.3.2 Sicherheit
Im Rahmen unserer Verantwortung für Sicherheit hat die Prävention von Unfällen und Ereignissen im Arbeitsalltag, beim Betrieb der Produktionsanlagen und auf Arbeits- und Transportwegen, bei denen Mensch und Umwelt zu Schaden kommen können, für Bayer höchste Priorität. Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen sind in entsprechenden Richtlinien und Konzernregelungen definiert. Es gilt das oberste Prinzip: Safety First!
Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
Eine unserer Kernaufgaben ist die Arbeitssicherheit und der Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter sowie der Mitarbeiter von Kontraktoren und Lieferanten, die auf unserem Werksgelände und unter Bayer-Aufsicht arbeiten. Dies beinhaltet die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, die Beurteilung von Gefährdungspotenzialen, ein umfassendes Risikomanagement sowie die Gestaltung eines gesunden Arbeitsumfelds.
Grundlage unserer Berichterstattung zu Arbeitsunfällen ist die sogenannte Recordable Incident Rate (RIR). In diese fließen alle Arbeitsunfälle von Mitarbeitern ein, die Ursache für eine medizinische Behandlung sind und über Erste-Hilfe-Maßnahmen hinausgehen. Dies umfasst Unfälle und berufsbedingte Erkrankungen sowohl mit als auch ohne Ausfalltage. Die RIR-Quote stieg 2017 auf 0,45 Unfälle pro 200.000 Arbeitsstunden an, was weltweit 493 Arbeitsunfällen entspricht. Statistisch gesehen ereignete sich jeweils ein berichtspflichtiger Arbeitsunfall nach mehr als 440.000 geleisteten Arbeitsstunden. Ausschließlich berichtspflichtige Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen waren 302 der insgesamt 493 Arbeitsunfälle. Die entsprechende Quote Lost Time Recordable Incident Rate, LTRIR, stieg 2017 auf 0,28.
Erfreulicherweise ereigneten sich 2017 keine tödlichen Arbeitsunfälle.
Berichtspflichtige Arbeitsunfälle
A 1.4.3.2/1
| 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle (RIR1) | 0,49 | 0,44 | 0,43 | 0,40 | 0,45 | |
| Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen (LTRIR2) | 0,26 | 0,23 | 0,21 | 0,23 | 0,28 | |
| Tödliche Arbeitsunfälle (gesamt) | 2 | 4 | 2 | 4 | 0 | |
| Davon Bayer-Mitarbeiter | 1 | 3 | 2 | 2 | 0 | |
| Davon Kontraktoren-Mitarbeiter3 | 1 | 1 | 0 | 2 | 0 |
Werte der Vorjahre angepasst
1 RIR = Recordable Incident Rate
2 LTRIR = Lost Time Recordable Incident Rate
3 Mitarbeiter beauftragter Drittfirmen, deren Unfall sich auf unseren Werksgeländen und unter Bayer-Aufsicht ereignet hat
Wie in den Vorjahren verzeichneten wir auch 2017 kaum Unfälle (weniger als 5 %) mit Chemikalienkontakt. Ein erheblicher Teil der Unfälle und Verletzungen unserer Mitarbeiter hat verhaltensbedingte Ursachen. Diese Herausforderung greift unsere Initiative "Behavioral Safety" zur Förderung sicherheitsbewussten Verhaltens mit entsprechenden Trainingsprogrammen auf. Fast 8.500 Mitarbeiter wurden seit 2015 weltweit an 120 Standorten ausgebildet. In Bereichen, in denen das Programm bereits implementiert ist, kam es zu signifikanten Verhaltensverbesserungen, sodass mittelfristig konzernweit mit einer Senkung der Arbeitsunfallquote zu rechnen ist.
Verfahrens- und Anlagensicherheit
Unser Ziel ist es, unsere Verfahren und Produktionsanlagen so sicher zu gestalten und zu betreiben, dass keine unvertretbaren Risiken für die Beschäftigten, die Umwelt und die Nachbarschaft entstehen. Daher arbeitet Bayer kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Sicherheitskultur, der Kompetenz der Mitarbeiter und den weltweit gültigen Konzernregelungen zur Verfahrens- und Anlagensicherheit. Diese schreiben einheitliche Verfahren und Standards für die Gefahrenidentifikation und das Festlegen von Sicherheitsmaßnahmen vor und gewährleisten damit an allen Produktionsstandorten ein gleiches Sicherheitsniveau. Die Einhaltung interner und externer Sicherheitsvorgaben wird in internen Audits von einem Team aus Anlagensicherheitsexperten überprüft.
Bayer verfügt über ein zentrales Kompetenzzentrum für Verfahrens- und Anlagensicherheit in Deutschland sowie regionale Zentren in Asien und Nord-, Mittel- und Südamerika, die Sicherheitsfachleute aller Produktionsstandorte vernetzen. Als wesentliche Maßnahme zur weiteren Standardisierung hat das zentrale Kompetenzzentrum ein global gültiges Qualifikations- und Zertifizierungsprogramm für Sicherheitsfachleute eingeführt.
Als Frühindikator für Anlagensicherheitsereignisse wird bei Bayer die weltweit einheitliche Kennzahl Loss of Primary Containment (LoPC-Stofffreisetzung / Leckagen) verwendet, die in das konzernweite Sicherheits-Berichtswesen integriert ist. Unter LoPC-Ereignissen versteht man den Austritt von chemischen Substanzen oder Energie oberhalb definierter Schwellenwerte aus ihrer ersten Umhüllung, wie Rohrleitungen, Pumpen, Tanks oder Fässern. Die LoPC-Incident-Rate (LoPC-IR) stellt die Anzahl der LoPC-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden dar. Diese lag 2017 bei 0,13 (Vorjahr 0,17). Bayer berichtet diese Kennzahl nach den Vorgaben des europäischen Chemieverbands (CEFIC), die für ganz Europa einheitlich gelten.
Quote der Anlagensicherheits-Ereignisse (LoPC-IR)
A 1.4.3.2/2
| 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Loss of Primary Containment Incident Rate (LoPC-IR)1 | 0,16 | 0,13 | 0,11 | 0,17 | 0,13 |
Werte der Vorjahre angepasst
1 Anzahl der LoPC-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden
Transportsicherheit
Die Transportsicherheit spielt eine große Rolle, sowohl für den Transport unserer Produkte im öffentlichen Verkehrsraum als auch beim Be- und Entladen, der Klassifizierung, Kennzeichnung und Verpackung, insbesondere von Gefahrgütern. Mit der Umsetzung einer speziellen Konzernrichtlinie stellen wir sicher, dass alle Materialien entsprechend den einzuhaltenden Vorschriften und ihrem jeweiligen Gefährdungspotenzial gehandhabt und befördert werden. Im Rahmen unserer freiwilligen "Responsible CareTM"-Aktivitäten werden auch für Nicht-Gefahrgüter Transportsicherheitsanweisungen erstellt und weltweit Transportsicherheits-Audits durchgeführt. Zusätzlich zu gesetzlich geforderten Schulungen nutzen wir spezielle elektronische Trainings zur Vermittlung von fachspezifischem Wissen, die auch Dienstleistern offen stehen. Die Transport- und Lagersicherheit sind Teil des HSE-Managements und werden von einem Netzwerk aus Experten und praxiserfahrenen Anwendern geführt, die divisions- und regionsübergreifend kooperieren. Details sind in den Konzernregelungen "Transportsicherheit" und "Gesundheits-, Sicherheits-, Umweltschutz- und Qualitäts(HSEQ)-Audits" festgelegt. Zugrundeliegende Standards sind neben Bayer-internen Vorgaben die internationalen Regelwerke der WHO bzw. von Crop Life International.
Im Berichtsjahr wurde die Datenerhebung zu den Lieferungen auf alle Segmente erweitert. Insgesamt wurden 2017 fast sechs Millionen Lieferungen transportiert. Trotz unserer vorbeugenden und umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings kann es aufgrund von Restrisiken dabei zu Transportereignissen kommen. Dazu zählen wir bei Bayer Unfälle mit Personen- oder erheblichem Sachschaden, die Beeinträchtigung der Umwelt durch frei werdende Stoffe oder den Austritt gefährlicher Güter, die nach festgelegten Kriterien detailliert aufgenommen und bewertet werden. Alle neun Transportereignisse im Berichtsjahr sind auf Unfälle beim Straßentransport zurückzuführen. Bei zwei der Transportereignisse handelt es sich gleichzeitig um Umweltereignisse.
1.4.3.3 Umweltschutz
Unsere Verantwortung für den Schutz der Umwelt nehmen wir auf vielfältige Weise wahr: Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Belastungen für die Umwelt durch unsere Geschäftstätigkeit zu verringern und Produktlösungen zu entwickeln, die der Umwelt zugutekommen. Auch als reines Life-Science-Unternehmen engagiert sich Bayer weiterhin für den Klimaschutz.
Für uns ist der ressourcenschonende und emissionsarme Umgang mit Rohstoffen und Energie sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll und effizient. Diese Maßnahmen dienen der Entlastung der Umwelt und senken gleichzeitig die Kosten für Material, Energie, Emissionen und Entsorgung.
Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen sind auf Konzernebene, u. a. durch Konzernregelungen sowie Ziele und Leistungskennzahlen, festgelegt. Mithilfe zertifizierter HSEQ-Managementsysteme regeln wir die operative Umsetzung. Unsere ökologischen Standards gelten dabei weltweit.
Energieeinsatz
Bedingt durch die Entkonsolidierung von Covestro stellen wir den Energieeinsatz im Bayer-Konzern nunmehr zweigeteilt dar: mit und ohne unsere Servicegesellschaft Currenta. Currenta betreibt an den Chemparks in Deutschland eigene Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke und verkauft den dabei erzeugten Strom und Dampf überwiegend an andere Unternehmen mit energieintensiver Produktion (u. a. Covestro). Die Aufteilung ermöglicht eine transparente Darstellung der Energienutzung im Bayer-Konzern.
Gesamtenergieeinsatz im Vergleich zum Vorjahr gesunken
Im Vergleich zum Vorjahr sank der Gesamtenergieeinsatz des Bayer-Konzerns um 1,6 % auf 25,8 Petajoule. Beim Gesamtenergieeinsatz unterscheiden wir zwischen dem Primärenergieeinsatz und dem Sekundärenergieeinsatz. Zum Primärenergieeinsatz zählen meist fossile Energieträger für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf. Der Sekundärenergieeinsatz umfasst den Zukauf von Strom, Dampf und Kälte.
Der Gesamtenergieeinsatz von Bayer ohne Currenta sank im Berichtsjahr um 4,1 % auf 15,4 Petajoule. Der Primärenergieeinsatz von Bayer ohne Currenta sank um 15,1 %, der Sekundärenergieeinsatz stieg um 10,2 %. Auswirkungen hatte der Verkauf der Chemiepark-Infrastruktur und des damit verbundenen Kraftwerks am Crop-Science-Standort Institute, USA. Dadurch sank der Primärenergieeinsatz, im Gegenzug stieg der standortbezogene Sekundärenergieeinsatz.
Energieeinsatz im Bayer-Konzern
A 1.4.3.3/1
| in TJ | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Primärenergieeinsatz Bayer ohne Currenta | 11.647 | 10.555 | 11.347 | 9.028 | 7.661 | |
| Erdgas | 7.410 | 7.587 | 7.822 | 6.590 | 6.447 | |
| Kohle | 2.616 | 2.092 | 2.535 | 1.400 | 285 | |
| Flüssigbrennstoffe | 202 | 202 | 165 | 253 | 175 | |
| Abfall | 1.142 | 455 | 571 | 556 | 539 | |
| Andere1 | 277 | 219 | 254 | 229 | 215 | |
| Sekundärenergieeinsatz Bayer ohne Currenta | 5.628 | 5.467 | 5.991 | 7.022 | 7.739 | |
| Strom2 | 4.009 | 4.028 | 4.323 | 4.064 | 4.075 | |
| Dampf | 540 | 498 | 657 | 2.008 | 2.547 | |
| Dampf aus Abwärme (Prozesswärme) | 256 | 77 | 176 | 72 | 70 | |
| Kälte | 823 | 864 | 835 | 878 | 1.047 | |
| Gesamtenergieeinsatz Bayer ohne Currenta | 17.275 | 16.022 | 17.338 | 16.050 | 15.400 | |
| Gesamtenergieeinsatz Currenta | 10.697 | 10.266 | 7.339 | 10.193 | 10.432 | |
| Gesamtenergieeinsatz Bayer-Konzern | 27.972 | 26.288 | 24.677 | 26.243 | 25.832 |
Werte der Vorjahre angepasst
1 z. B. Wasserstoff
2 Der Anteil der verschiedenen Primärenergieträger am eingesetzten Strom ist abhängig vom jeweiligen nationalen Strommix.
Durch den Betrieb der Kraftwerke setzt Currenta Primärenergie ein. Der damit erzeugte Dampf und Strom wird überwiegend an Unternehmen mit energieintensiver Produktion geliefert, mit denen Versorgungsverträge bestehen. Die Nachfrage durch diese Unternehmen unterliegt Schwankungen, die Currenta als Energiedienstleister nicht beeinflussen kann. Dies erklärt die Differenzen im Gesamtenergieeinsatz von Currenta (2017: 10,4 Petajoule, ein Anstieg um 2,3 %).
Energieeffizienz weiter verbessert
Bayer berichtet ab dem Berichtsjahr die Energieeffizienz als Verhältnis der eingesetzten Energie zum Außenumsatz - anstatt wie bisher zur produzierten Verkaufsmenge. Durch die Entkonsolidierung von Covestro ist dies die aussagekräftigere Bezugsgröße für unser Produktportfolio.
Unser Konzernziel ist es, die Energieeffizienz von Bayer ohne Currenta - ausgehend vom Basisjahr 2015 - bis zum Jahr 2020 um 10 % zu verbessern. Der Außenumsatz von Bayer ohne Currenta sank im Jahr 2017 um 0,3 %, während der Energieeinsatz um 4,1 % sank. Damit verbesserte sich unsere Energieeffizienz gegenüber dem Vorjahr um rund 3,8 %. Im Vergleich zum Basisjahr 2015 konnte die Energieeffizienz um insgesamt 12,6 % verbessert werden.
Energieeffizienz
A 1.4.3.3/2
| in kWh / T € Außenumsatz | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|
| Energieeffizienz Bayer ohne Currenta | 170,75 | 154,01 | 143,46 | 130,35 | 125,39 |
| Energieeffizienz Bayer-Konzern | 268,68 | 245,97 | 199,60 | 208,62 | 204,93 |
Werte der Vorjahre angepasst
Hoher Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung an der Eigenenergieerzeugung
In unserer Eigenenergieerzeugung setzen wir zu über 90 % die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung ein. Diese wandelt ca. 80 % der eingesetzten Brennstoffenergie in die Nutzenergien Strom und Wärme um. Darüber hinaus beschaffen wir Strom am Markt, beispielsweise über Strombörsen. Die erzeugte und zugekaufte Elektrizität und Wärme werden in unseren Produktionsanlagen sowie in den Anlagen Dritter eingesetzt. Der Anteil erneuerbarer Energien wird durch den jeweiligen Energiemix unserer Energieversorger bestimmt. In unserem CDP(vormals Carbon Disclosure Project)-Bericht nehmen wir zu diesen Themen detailliert Stellung.
Emissionen in die Luft
Klimaschutz
Emissionen in die Luft stammen bei Bayer größtenteils aus der Erzeugung und dem Verbrauch von Strom, Dampf und Prozesswärme. Im Rahmen unseres Bayer-Klimaprogramms konnten wir vor allem durch die Fokussierung auf Produktions- und Prozessinnovationen sowie die Einführung von Energiemanagementsystemen unsere Energieeffizienz kontinuierlich verbessern. Trotz der erheblichen Ausweitung unserer Produktion gelang uns (Bayer einschließlich der energieintensiven Produktion von Covestro) zwischen 1990 und 2015 eine signifikante Minderung der absoluten Treibhausgas-Emissionen um etwa 30 %. Unsere Erfolge haben wir in den CDP-Berichten dokumentiert und erhielten 2017 dafür erneut den Leadership-Status, womit wir die Topbewertung der Vorjahre bestätigen konnten.
Auch als reines Life-Science-Unternehmen wollen wir weiterhin auf mehreren Ebenen positive Beiträge zum Klimaschutz und zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels leisten. Dazu gehört die Reduzierung unserer produktionsbedingten Emissionen mit Zielen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung der spezifischen Treibhausgas(THG)-Emissionen. In Zukunft wollen wir unser Engagement stärker auf die Emissionsminderung in Nicht-Produktionsbereichen richten. Hierzu zählen für uns u. a. unsere Fahrzeugflotte (Sustainable-Fleet-Initiative), die Prüfung des Einsatzes von Elektrofahrzeugen (E-Mobility-Programme) sowie die Optimierung der Logistik und die Weiterentwicklung unserer Informations- und Kommunikationstechnologien unter Umweltgesichtspunkten (Green-IT). Darüber hinaus prüfen wir weitere Einsparpotenziale bei THG-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, so z. B. bei der Frage, ob hochmoderne Züchtungstechniken und innovative Lösungen für Präzisionslandwirtschaft zu einem geringeren CO2 -Fußabdruck in der Landwirtschaft beitragen können.
Transparenz bei Treibhausgas-Emissionen
Bayer berichtet alle Treibhausgas(THG)-Emissionen nach den Vorgaben des "Greenhouse Gas Protocol" (GHG-Protokoll). Die direkten Emissionen aus eigenen Kraftwerken, Abfallverbrennungs- und Produktionsanlagen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus dem Bezug von Strom, Dampf und Kälte (Scope 2) werden an allen Produktionsstandorten sowie an relevanten Forschungs- und Verwaltungsstandorten erhoben.
Bayer berichtet nach der aktualisierten Richtlinie des GHG-Protokolls zu Scope 2, nach der die indirekten Emissionen sowohl nach der standortbezogenen als auch der marktorientierten Methode angegeben werden müssen.
Treibhausgas-Emissionen des Bayer-Konzerns
A 1.4.3.3/3
| in Mio. t CO2-Äquivalenten | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|
| Direkte Emissionen1 | 3,16 | 2,95 | 3,16 | 2,97 | 2,50 |
| Bayer ohne Currenta | 0,73 | 0,69 | 0,91 | 0,73 | 0,61 |
| Indirekte Emissionen2 nach der standortbezogenen Methode | 1,65 | 0,97 | 1,86 | 1,53 | 1,28 |
| Bayer ohne Currenta | 0,76 | 0,58 | 0,97 | 0,88 | 1,05 |
| Indirekte Emissionen2 nach der marktorientierten Methode | 1,25 | 1,11 | 1,46 | 1,67 | 1,13 |
| Bayer ohne Currenta | 0,74 | 0,66 | 0,96 | 0,93 | 0,97 |
| Gesamte Treibhausgas-Emissionen nach der marktorientierten Methode3 | 4,40 | 4,06 | 4,62 | 4,64 | 3,63 |
| Bayer ohne Currenta | 1,47 | 1,35 | 1,87 | 1,66 | 1,58 |
| Spezifische Treibhausgas-Emissionen Bayer ohne Currenta (kg CO2e / T € Außenumsatz), marktorientierte Methode3,4 | 52,18 | 46,84 | 55,70 | 48,45 | 46,26 |
Werte der Vorjahre angepasst
1 2017 waren 94,86 % der Emissionen CO2 -Emissionen, 3,69 % N2 O-Emissionen, knapp 0,64 % teilfluorierter Kohlenwasserstoff sowie 0,08 % Methan.
2 Typischerweise macht CO2 bei Verbrennungsprozessen mehr als 99 % aller Treibhausgas-Emissionen aus. Daher beschränken wir uns bei der Berechnung der indirekten Emissionen auf CO2 und weisen die direkten Emissionen in CO2 -Äquivalenten aus.
3 Die marktorientierte Methode des Scope-2-GHG-Protokolls spiegelt die indirekten Emissionen sowie den Erfolg von Emissionsreduktionsmaßnahmen am verlässlichsten wider, darum haben wir für die Berechnungen der gesamten und spezifischen Treibhausgas-Emissionen die nach der marktorientierten Methode berechneten Emissionsvolumina benutzt.
4 Die spezifischen Konzernemissionen errechnen sich aus der Gesamtmenge an direkten und nach der marktorientierten Methode des Scope-2-GHG-Protokolls berechneten indirekten Emissionen sowie Emissionen aus der Fahrzeugflotte dividiert durch den Außenumsatz. Von den direkten und indirekten Emissionen werden dabei die Mengen abgezogen, die aus Energielieferungen an dritte Firmen stammen.
Entsprechend dem GHG-Protokoll nehmen wir alle THG-Emissionen aus der Umwandlung von Primärenergieträgern in Strom, Dampf oder Kälte in unsere Energiebilanz auf. Dies gilt auch für Emissionen unserer Servicegesellschaft Currenta, die Energie auch für andere Firmen in den deutschen Chemparks Leverkusen, Uerdingen und Dormagen erzeugt und auf die damit ein wesentlicher Anteil unserer direkten Emissionen entfällt. Die THG-Emissionen des Bayer-Konzerns liegen dadurch deutlich höher als die Emissionen, die sich aus der reinen Geschäftstätigkeit von Bayer ohne Currenta ergeben.
Der Bayer-Konzern verzeichnete 2017 einen Rückgang der gesamten THG-Emissionen um 21,8 %. Die gesamten THG-Emissionen von Bayer ohne Currenta sanken 2017 um 4,8 %.
Die direkten Emissionen reduzierten sich konzernweit um 15,8 %. Dies war hauptsächlich bedingt durch die Revision eines Kohlekessels am Standort Uerdingen, Deutschland, sowie durch den Verkauf der Chemiepark-Infrastruktur (inkl. des zugehörigen Kraftwerks) am Crop-Science-Standort Institute, USA. Die indirekten Emissionen (marktorientierte Methode) sanken um 32,4 %.
Analog der Berichterstattung über unsere Energieeffizienz haben wir 2017 auch die Berechnungsmethodik für unsere spezifischen Treibhausgas-Emissionen angepasst. Wir stellen sie als Verhältnis der THG-Emissionen von Bayer ohne Currenta zum entsprechenden Außenumsatz dar. Bis 2020 wollen wir unsere spezifischen Treibhausgas-Emissionen verglichen mit 2015 um 20 % senken.
Im Jahr 2017 sanken die spezifischen THG-Emissionen von Bayer ohne Currenta gegenüber dem Vorjahr um 4,5 %.
Mit dem GHG-Protokoll "Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting & Reporting Standard" wird das Reporting für alle relevanten indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette verbindlich geregelt. Bayer hat acht wesentliche Scope-3-Kategorien identifiziert, die wir im CDP-Bericht ausführlich darstellen.
2017 nahm der Bayer-Konzern mit insgesamt elf Anlagen am europäischen Emissionshandel teil. Die CO2 -Emissionen dieser Anlagen beliefen sich auf ca. 1,85 Mio. t.
Weitere direkte Emissionen in die Luft gesunken
Der Ausstoß an ozonabbauenden Substanzen ("Ozone Depleting Substances", ODS) sank 2017 um 3,1 %, die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan ("Volatile Organic Compounds", VOC) um 5,0 %. Dies ist im Wesentlichen auf den Verkauf eines Standorts in Frankreich zurückzuführen sowie auf unsere Maßnahmen zur Abluftreinigung in Vapi, Indien.
Zahl der Umweltereignisse gesunken
Die Zahl der Umweltereignisse - also Vorkommnisse, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kommt - ist im Berichtsjahr von drei auf zwei gesunken. Bei einem Ereignis kam es zu Personenschaden. Faktoren für die Berichtspflicht sind insbesondere Art und Menge des Stoffs, die entstandene Schadenshöhe oder etwaige Folgen für die Anwohner. Gemäß unserer internen Selbstverpflichtung berichten wir bei austretenden Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial ab einer Menge von 100 kg.
Bei den Umweltereignissen handelt es sich in beiden Fällen um Transportereignisse. Details zu den Umwelt- und Transportereignissen 2017 finden Sie im Kapitel Transportereignisse unter der Online-Ergänzung A 1.4.3.2-5.
Wassernutzung und Emissionen in das Wasser
Sauberes Wasser in ausreichenden Mengen ist eine Voraussetzung für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Deshalb ist es entscheidend, dass industrielle Wassernutzung auch künftig nicht zu lokalen Problemen führt, wie z. B. Wasserknappheit für die Bevölkerung vor Ort. In unserer Position zum Thema Wasser verpflichten wir uns zur Einhaltung internationaler und lokaler Gesetze, um die Ressource Wasser zu schützen und effizient zu nutzen. Derzeit finalisieren wir unsere "Water Stewardship"-Strategie, in der wir unsere Maßnahmen zum Thema Wasser bündeln und weiterentwickeln.
An allen Bayer-Standorten in wasserarmen bzw. von Wasserknappheit bedrohten Regionen, die anhand des WBCSD Global Water ToolsTM identifiziert wurden, haben wir gemäß unserem Konzernziel zwischen 2013 und 2017 ein Wassermanagement eingeführt. Mithilfe einer bei Bayer entwickelten Methode haben wir die Standortdaten zur Wassernutzung, -qualität und -ableitung jährlich analysiert und daraus standortspezifische Maßnahmen zur Einführung und Verbesserung des Wassermanagements abgeleitet.
Bayer unterstützt das "CEO Water Mandate" des UN Global Compact, um in Zusammenarbeit mit wesentlichen Stakeholdern nachhaltige Lösungsansätze im Umgang mit Wasser zu entwickeln. Über unseren Umgang mit Wasser und den unternehmensbezogenen "Water Footprint" berichten wir ausführlich in unserer jährlichen Antwort zum "CDP Water Disclosure", die einer Fortschrittsmitteilung für das "CEO Water Mandate" entspricht.
Wassereinsatz
Der Gesamtwassereinsatz betrug 2017 im Bayer-Konzern 98 Mio. m3 (2016: 93 Mio. m3). Etwa 50 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers wird als Kühlwasser verwendet, das sich in diesem Prozess ausschließlich erwärmt, aber nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich.
An unseren Produktionsstandorten sind wir bestrebt, Wasser mehrfach zu nutzen und wiederaufzubereiten. An 17 Standorten, die für 48 % des gesamten Wassereinsatzes stehen, wird derzeit Wasser recycelt. Dies beinhaltet z. B. geschlossene Kühlwasserkreisläufe, die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Berichtsjahr konnten insgesamt 6,9 Mio. m3 Wasser wiederverwendet werden.
Die Wassermengen je Bezugsquelle bewegten sich in den letzten fünf Jahren in den üblichen Schwankungsbreiten.
Abwasser
Die Gesamtmenge der Abwässer, die Prozess- und Hygieneabwasser enthält, betrug im Berichtsjahr 23 Mio. m3 und stieg damit um 5,1 % gegenüber dem Vorjahr. Alle Abwässer unterliegen einer strengen Kontrolle, bevor sie in die unterschiedlichen Entsorgungswege geleitet werden. Weltweit wurden 75,9 % aller Abwässer in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt. Der Rest wurde nach sorgfältiger Prüfung entsprechend behördlichen Vorgaben als umweltverträglich eingestuft und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.
Wir wollen unsere Emissionen in das Abwasser so gering wie möglich halten. 2017 sanken die meisten unserer Wasseremissionen. Am Standort Dormagen, Deutschland, stieg allerdings die Einleitung von Stickstoff aufgrund eines geänderten Produktionsportfolios um 32 %. Wir nutzten im Berichtsjahr auch andere Wege für die Entsorgung von produkthaltigem Abwasser, wie Verbrennung, Destillierung oder chemische Behandlung.
Emissionen ins Wasser
A 1.4.3.3/6
| in 1.000 t | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|
| Phosphor | 0,08 | 0,06 | 0,06 | 0,05 | 0,04 |
| Stickstoff | 0,40 | 0,48 | 0,38 | 0,30 | 0,40 |
| TOC1 | 0,91 | 0,58 | 0,54 | 0,54 | 0,39 |
| Schwermetalle | 0,0043 | 0,0028 | 0,0021 | 0,0021 | 0,0019 |
| Anorganische Salze | 233 | 178 | 202 | 184 | 188 |
| CSB2 | 2,73 | 1,74 | 1,63 | 1,62 | 1,17 |
Werte der Vorjahre angepasst
1 Total Organic Carbon (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)
2 Chemischer Sauerstoffbedarf, rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)
Abfall und Recycling
Durch systematisches Abfallmanagement halten wir Materialverbräuche und Entsorgungsmengen auf einem möglichst geringen Niveau. Dazu tragen nach Abfallarten getrennte, sichere Entsorgungswege und ökonomisch sinnvolle Recyclingverfahren bei. Einfluss auf die Abfallmengen und Verwertungswege haben außerdem Produktionsschwankungen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen. Entsprechend den Konzernregelungen sind alle Produktionsstandorte verpflichtet, Abfälle zu vermeiden, zu recyceln, zu reduzieren sowie sicher und umweltgerecht zu entsorgen.
Abfallmengen erhöht
2017 stieg die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls um 9,9 %. Durch diverse Bauaktivitäten am Standort Wuppertal, Deutschland, nahm die Menge des nicht gefährlichen Abfalls um 5,5 % zu. Die Menge des gefährlichen Abfalls stieg um 13,3 %, insbesondere aufgrund von Abrissarbeiten am Standort Belford Roxo, Brasilien. Die Menge an gefährlichem Abfall aus der Produktion stieg um rund 5,7 %, hauptsächlich bedingt durch Änderungen im Produktionsportfolio am Standort Dormagen, Deutschland.
Erzeugter1 Abfall
A 1.4.3.3/7
| in 1.000 t | 2013 | 2014 | 2015 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtabfallerzeugung | 729 | 718 | 759 | ||
| davon gefährlicher Abfall2 | 363 | 377 | 431 | ||
| davon gefährlicher Abfall aus der Produktion2 | 316 | 335 | 381 |
| in 1.000 t | 2016 | 2017 | ||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtabfallerzeugung | 770 | 846 | ||
| davon gefährlicher Abfall2 | 428 | 485 | ||
| davon gefährlicher Abfall aus der Produktion2 | 394 | 417 |
Werte der Vorjahre angepasst
1 Nur von Bayer erzeugter Abfall
2 Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung
Die Menge der entsorgten Abfälle ist insgesamt um 9,3 % gestiegen. Die Mengenverteilung in den drei Hauptentsorgungsarten (Deponie, Verbrennung, Verwertung) ist in den vergangenen fünf Jahren ähnlich geblieben. 25 % der entsorgten Abfälle konnten wiederverwertet werden.
Recycling
Bei einem Großteil unserer Materialien sind Wiederverwertung und Aufbereitung aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht möglich, insbesondere bei Arznei- und Pflanzenschutzmitteln. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens nutzen wir in unseren Unternehmensbereichen Möglichkeiten für die Wiederverwertung.
1.4.4 Nichtfinanzielle und sonstige Angaben der Bayer AG
Die Bedeutung der Bayer AG innerhalb des Konzerns ist durch die in A 1.1.2 genannten Betriebspachtverträge gestiegen. Durch den Übergang des operativen Geschäfts der Bayer Pharma AG und Bayer CropScience AG in Deutschland und des damit verbundenen Anstiegs der Mitarbeiterzahl auf 17.072 (Vorjahr: 2.322) in der Bayer AG sind weitere Angaben notwendig. Dies betrifft insbesondere die Berichterstattung von wesentlichen nichtfinanziellen Informationen, die durch das 2017 in Kraft getretene CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz auch für die Bayer AG als Mutterunternehmen verpflichtend wurden.
Für die erstmals im Berichtsjahr abzugebende nichtfinanzielle Erklärung gem. § 289 b bis e HGB wurde im Lagebericht die integrierte Darstellung gewählt. Bei den vorstehenden Ausführungen im Lagebericht gelten alle Angaben, Regelungen, dargestellten Prozesse und Kennzahlen stets für den Bayer-Konzern einschließlich der Bayer AG. Es wurden keine zusätzlichen Aspekte nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz identifiziert, die ausschließlich für die Bayer AG gelten.
Nachfolgend finden Sie eine Tabelle wesentlicher nichtfinanzieller und weiterer Kennzahlen der Bayer AG. Weitere Informationen zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Gesellschaft sind in A 2.3 "Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Bayer AG" angegeben.
Nichtfinanzielle und weitere Kennzahlen der Bayer AG
A 1.4.4/1
| 2017 | ||
|---|---|---|
| F&E-Aufwand (in Mio. €) | 2.186 | |
| Mitarbeiter1 | 17.072 | |
| Mitarbeiter nach Funktion1 | ||
| Produktion | 8.858 | |
| Vertrieb | 936 | |
| F&E | 5.468 | |
| Verwaltung | 1.810 | |
| Mitarbeiter nach Geschlecht1 | ||
| Frauen | 6.104 | |
| Männer | 10.968 | |
| Personalaufwand (in Mio. €) | 2.045 | |
| Pensionsverpflichtungen (in Mio. €) | 4.251 | |
| Short-Term-Incentive-Programm (in Mio. €) | 194 | |
| Einkaufsvolumen (in Mrd. €) | 3,9 | |
| Sicherheit | ||
| Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle (RIR2) | 0,52 | |
| Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen (LTRIR3) | 0,34 | |
| Quote der Anlagensicherheits-Ereignisse (LoPC-IR4) | 0,21 | |
| Umweltschutz | ||
| Gesamtenergieeinsatz (in Terajoule) | 7.878 | |
| Gesamte Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalente in Mio. t) | 0,69 | |
| Wassereinsatz (in Mio. m3) | 4,74 | |
| Gesamtabfallerzeugung (in 1.000 t) | 302 |
1 Angabe der Mitarbeiterzahl in Vollzeitäquivalenten (FTE)
2 Recordable Incident Rate
3 Lost Time Recordable Incident Rate
4 Loss of Primary Containment
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Überblick über den Geschäftsverlauf
2.1.1 Zielerreichung 2017
Zielerreichung 2017
A 2.1.1/1
| Prognose 2017 inkl. Covestro1 | Überleitung auf neue Prognose 2017 exkl. Covestro2 | Zielerreichung | |
|---|---|---|---|
| Konzernumsatz | Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich3 | Anstieg im unteren einstelligen Prozentbereich3 | Anstieg um 1,5 %3 |
| Mehr als 49 Mrd. € | 35 - 36 Mrd. € | 35,0 Mrd. € | |
| EBITDA vor Sondereinflüssen | Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich | Leicht über Vorjahr | Auf Vorjahr |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich | Rückgang im unteren einstelligen Prozentbereich | Anstieg um 1,0 % |
1 Veröffentlicht im Februar 2017
2 Veröffentlicht im Oktober 2017
3 währungs- und portfoliobereinigt
2.1.2 Wirtschaftliche Lage des Konzerns
Der Bayer-Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2017 operativ das Vorjahresniveau. Der Umsatz erhöhte sich währungs- und portfoliobereinigt um 1,5 %. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA lag trotz negativer Währungseffekte auf dem Niveau des Vorjahres. Pharmaceuticals überzeugte erneut mit Umsatz- und Ergebnissteigerungen, die primär auf die starke Entwicklung unserer Hauptwachstumsprodukte XareltoTM, EyleaTM, XofigoTM, StivargaTM und AdempasTM zurückzuführen sind. Unser Consumer-Health-Geschäft verzeichnete eine rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung, vor allem aufgrund der schwachen Geschäftsentwicklung in den USA. Bei Crop Science lagen der wpb. Umsatz und das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA unter Vorjahr. Dies ist auf die Anpassung der Lagerbestände im Vertriebskanal in Brasilien zurückzuführen. Animal Health verzeichnete ein Umsatzplus und konnte das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA deutlich steigern. Das bereinigte Ergebnis je Aktie des Bayer-Konzerns verbesserte sich um 1,0 % auf 6,74 €. Unsere angepasste Konzernprognose für das Gesamtjahr haben wir bei Umsatz erfüllt, das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA lag knapp unter unseren Erwartungen. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie haben wir unsere Erwartungen übertroffen.
2.1.3 Wesentliche Ereignisse
Bei unseren strategischen Zielen haben wir im Geschäftsjahr 2017 entscheidende Fortschritte erzielt. Unseren Anteil an der Covestro AG reduzierten wir deutlich von 64,2 % zum 31. Dezember 2016 auf 24,6 % zum 31. Dezember 2017, wodurch wir einen Erlös von rund 4,7 Mrd. € generierten. Weitere 4 % der Anteile legten wir in den Bayer Pension Trust e. V. ein, der zum Bilanzstichtag 8,9 % der Anteile hält. Im Zuge der Reduzierung der Anteile sowie eines zusätzlich abgeschlossenen Entherrschungsvertrags mit der Covestro AG gab Bayer im 3. Quartal 2017 die faktische Kontrolle über Covestro auf. Nach der Entkonsolidierung zum 30. September 2017 erfolgte die erstmalige Einbeziehung der Covestro-Gruppe als assoziiertes Unternehmen. Das fortzuführende Geschäft setzt sich nun allein aus den Life-Science-Bereichen zusammen.
Im Januar 2018 veräußerten wir weitere 10,4 % an Covestro-Aktien, wodurch unser derzeitiger direkter Anteil bei 14,2 % liegt. Bayer will sich weiterhin vollständig von Covestro trennen.
Im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Monsanto und den damit verbundenen üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der Genehmigung durch relevante Kartell- und andere Behörden, hat Bayer im Geschäftsjahr 2017 die Hälfte der beantragten behördlichen Freigaben erhalten. Bei den noch laufenden Verfahren, u. a. in den USA und in Europa, kooperieren wir mit den Behörden, um die Transaktion im 2. Quartal 2018 abzuschließen.
Des Weiteren unterzeichneten wir im Oktober 2017 eine Vereinbarung zum Verkauf von bestimmten Crop-Science-Geschäften an BASF SE. Die Transaktion unterliegt einem Genehmigungsverfahren der Regulierungsbehörden und wird erst wirksam, wenn die Übernahme von Monsanto durch Bayer erfolgreich abgeschlossen wird. Das Transaktionsvolumen beträgt 5,9 Mrd. €.
2.1.4 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Weltweites Wachstum über Vorjahr
Das Wachstum der Weltwirtschaft lag im Berichtsjahr 2017 über dem Niveau des Vorjahrs. In den USA kamen vor allem von der Investitionstätigkeit kräftige Impulse. Auch in Europa nahm die wirtschaftliche Dynamik zu, trotz der Unsicherheit über die Gestaltung des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die Wachstumsrate der Schwellenländer legte ebenfalls deutlich zu. Die chinesische Wirtschaft verzeichnete ein Wachstum auf dem hohen Niveau des Vorjahrs.
Wirtschaftliches Umfeld
A 2.1.4/1
| Wachstum12016 | Wachstum12017 | ||
|---|---|---|---|
| Welt | 2,5 % | 3,2 % | |
| EU | 1,9 % | 2,5 % | |
| davon Deutschland | 1,9 % | 2,6 % | |
| USA | 1,5 % | 2,2 % | |
| Schwellenländer2 | 3,9 % | 4,8 % |
Vorjahreswerte angepasst
1 Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: IHS Markit
2 Darin enthalten sind rund 50 Länder, die Global Insight in Anlehnung an die Weltbank als Schwellenländer definiert.
Stand: Januar 2018
Währungsentwicklung
Im Berichtsjahr 2017 waren im Umsatz des Bayer-Konzerns negative Währungseffekte von 490 Mio. € (- 1,4 %) und im um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA von 195 Mio. € (- 2,1 %) enthalten. Die Marge für unser Geschäft wurde durch diesen Währungseffekt mit - 0,2 Prozentpunkten belastet.
Währungsentwicklung Bayer-Konzern
A 2.1.4/2
| in Mio. € | 2016 | 2017 | Delta FX-Effekt Umsatz | Delta FX-Effekt bereinigtes EBITDA | Davon Delta FX-Effekt Hedging |
|---|---|---|---|---|---|
| CAD | 1,47 | 1,46 | 26 | - 3 | - 21 |
| CNY | 7,36 | 7,61 | - 84 | - 42 | - 13 |
| GBP | 0,82 | 0,88 | - 74 | - 53 | - 15 |
| JPY | 120,06 | 126,39 | - 119 | 5 | 67 |
| RUB | 73,79 | 65,71 | 103 | 47 | - 29 |
| USD | 1,11 | 1,13 | - 125 | 26 | 41 |
| Alle Währungen | - 490 | - 195 | - 11 |
Quelle: Bloomberg, Tagesendkurs im Jahresdurchschnitt
2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Bayer-Konzern
2.2.1 Ertragslage Bayer-Konzern
Gewinn- und Verlustrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)
A 2.2.1/1
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | Veränderung in % |
2016 | 2017 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 8.823 | 8.596 | - 2,6 | 34.943 | 35.015 | 0,2 |
| Herstellungskosten | 3.148 | 3.047 | - 3,2 | 11.756 | 11.382 | - 3,2 |
| Vertriebskosten | 3.198 | 3.074 | - 3,9 | 11.148 | 11.116 | - 0,3 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 1.245 | 1.234 | - 0,9 | 4.405 | 4.504 | 2,2 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 553 | 588 | 6,3 | 1.804 | 2.026 | 12,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen (-) und Erträge (+) | - 93 | - 28 | - 69,9 | - 92 | - 84 | - 8,7 |
| EBIT 1 | 586 | 625 | 6,7 | 5.738 | 5.903 | 2,9 |
| Finanzergebnis | - 224 | - 258 | 15,2 | - 965 | - 1.326 | 37,4 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 362 | 367 | 1,4 | 4.773 | 4.577 | - 4,1 |
| Ertragsteuern | - 63 | - 435 | . | - 1.017 | - 1.329 | 30,7 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführendem Geschäft | 299 | - 68 | - 122,7 | 3.756 | 3.248 | - 13,5 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortgeführtem Geschäft | 208 | 218 | 4,8 | 1.070 | 4.846 | . |
| Ergebnis nach Ertragsteuern (gesamt) | 507 | 150 | - 70,4 | 4.826 | 8.094 | 67,7 |
| davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend | 54 | 2 | - 96,3 | 295 | 758 | 157,0 |
| davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend (Konzernergebnis) | 453 | 148 | - 67,3 | 4.531 | 7.336 | 61,9 |
Vorjahreswerte angepasst
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Konzernumsatz wpb. um 1,5 % erhöht
Der Umsatz des Bayer-Konzerns erhöhte sich 2017 wpb. um 1,5 % auf 35.015 Mio. € (nominal +0,2 %), davon entfielen 3.392 Mio. € auf Deutschland.
Der Umsatz von Pharmaceuticals stieg wpb. um 4,3 % auf 16.847 Mio. €. Unsere Hauptwachstumsprodukte erzielten dabei erneut einen starken Zuwachs. Consumer Health verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang von wpb. 1,7 % auf 5.862 Mio. €. Auch der wpb. Umsatz von Crop Science verringerte sich leicht um 2,2 % auf 9.577 Mio. €. Bei Animal Health erhöhte sich der Umsatz wpb. um 2,0 % auf 1.571 Mio. €.
Umsatzveränderung
A 2.2.1/2
| in % | Bayer-Konzern 2016 | Bayer-Konzern 2017 |
|---|---|---|
| Menge | 3,9 | 2,3 |
| Preis | 0,8 | - 0,8 |
| Währung | - 2,2 | - 1,4 |
| Portfolio | 0,0 | 0,1 |
| Gesamt | 2,5 | 0,2 |
Vorjahreswerte angepasst
Die Herstellungskosten sanken im Geschäftsjahr 2017 um 3,2 % auf 11.382 Mio. €. Der Anteil der Herstellungskosten am Gesamtumsatz ist damit im Vergleich zum Vorjahr auf 32,5 % (Vorjahr: 33,6 %) zurückgegangen. Die Vertriebskosten beliefen sich auf 11.116 Mio. € (- 0,3 %). Dies entspricht einem Vertriebskostenanteil von 31,7 % (Vorjahr: 31,9 %). Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) stiegen um 2,2 % auf 4.504 Mio. €. Bezogen auf den Umsatz ergab sich eine F&E-Quote von 12,9 % (Vorjahr: 12,6 %). Bei den allgemeinen Verwaltungskosten verzeichneten wir einen Anstieg von 12,3 % auf 2.026 Mio. €, insbesondere durch die zusätzlichen Aufwendungen für die Monsanto-Akquisition. Damit stieg der Anteil der allgemeinen Verwaltungskosten am Gesamtumsatz auf 5,8 % (Vorjahr: 5,2 %). Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen lag mit - 84 Mio. € (Vorjahr: - 92 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres.
EBITDA vor Sondereinflüssen auf Vorjahr
Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Bayer-Konzerns lag mit einer Veränderung um - 0,3 % auf 9.288 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 9.318 Mio. €; wb. +1,8 %). Bei Pharmaceuticals stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen erfreulich um 8,8 % auf 5.711 Mio. € (Vorjahr: 5.251 Mio. €). Dieser Zuwachs ist im Wesentlichen auf die gute Geschäftsentwicklung unserer Hauptwachstumsprodukte bei gleichzeitig niedrigeren Herstellungskosten zurückzuführen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health verringerte sich deutlich um 12,8 % auf 1.231 Mio. €, vor allem aufgrund von geringeren Absatzmengen und höheren Herstellungskosten. Einen merklichen Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen um 15,6 % auf 2.043 Mio. € verzeichneten wir auch bei Crop Science. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die Effekte aus der Anpassung der Lagerbestände im Vertriebskanal in Brasilien zurückzuführen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Animal Health verbesserten wir deutlich um +9,2 % auf 381 Mio. €.
Abschreibungen
Im Geschäftsjahr 2017 sanken die Abschreibungen und Wertminderungen um 13,2 % auf 2.660 Mio. € (Vorjahr: 3.063 Mio. €). Sie setzten sich aus Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte von 1.679 Mio. € (Vorjahr: 2.193 Mio. €) sowie Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen von 981 Mio. € (Vorjahr: 870 Mio. €) zusammen. Wertminderungen in Höhe von 474 Mio. € (Vorjahr: 566 Mio. €) sowie beschleunigte Abschreibungen in Höhe von 28 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) wurden als Sondereinflüsse berücksichtigt. Das EBITDA belief sich im Berichtsjahr auf 8.563 Mio. €.
EBIT und Sondereinflüsse
Das EBIT stieg 2017 um 2,9 % auf 5.903 Mio. €. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 1.227 Mio. € (Vorjahr: 1.088 Mio. €). Diese resultierten im Wesentlichen aus außerplanmäßigen Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte von 450 Mio. € sowie Aufwendungen in Verbindung mit der geplanten Übernahme von Monsanto von 304 Mio. €. Weitere Sonderaufwendungen entfielen auf Effizienzsteigerungsprogramme von 227 Mio. € sowie auf Rückstellungen für Rechtsfälle und rechtliche Risiken von 188 Mio. €. Das EBIT vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 4,5 % auf 7.130 Mio. € (Vorjahr: 6.826 Mio. €).
Zur Ermittlung von EBIT und EBITDA vor Sondereinflüssen haben wir 2017 folgende Sondereffekte berücksichtigt:
Überleitung Sondereinflüsse nach Segmenten1
A 2.2.1/3
| in Mio. € | EBIT Q4 2016 | EBIT Q4 2017 | EBIT 2016 | EBIT 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Vor Sondereinflüssen | 1.173 | 1.257 | 6.826 | 7.130 | |
| Pharmaceuticals | - 310 | - 187 | - 558 | - 340 | |
| Consumer Health | - 199 | - 258 | - 292 | - 300 | |
| Crop Science | - 39 | - 155 | - 143 | - 408 | |
| Animal Health | - 5 | - 23 | - 7 | - 31 | |
| Überleitung | - 34 | - 9 | - 88 | - 148 | |
| Restrukturierung | - 34 | - 15 | - 83 | - 57 | |
| Rechtsfälle / Rechtliche Risiken | - | 37 | - 5 | - 60 | |
| Akquisitionskosten | - | - 31 | - | - 31 | |
| Summe Sondereinflüsse | - 587 | - 632 | - 1.088 | - 1.227 | |
| Wertminderung / Wertaufholung | - 330 | - 304 | - 561 | - 450 | |
| Rechtsfälle / Rechtliche Risiken | - 85 | - 88 | - 94 | - 188 | |
| Akquisitionskosten | - 64 | - 134 | - 186 | - 304 | |
| Restrukturierung | - 104 | - 103 | - 242 | - 227 | |
| Desinvestitionen | - 4 | - 3 | - 5 | - 58 | |
| Nach Sondereinflüssen | 586 | 625 | 5.738 | 5.903 |
| in Mio. € | EBITDA Q4 2016 | EBITDA Q4 2017 | EBITDA 2016 | EBITDA 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Vor Sondereinflüssen | 1.806 | 1.783 | 9.318 | 9.288 | |
| Pharmaceuticals | - 152 | - 128 | - 167 | - 135 | |
| Consumer Health | - 38 | - 54 | - 115 | - 86 | |
| Crop Science | - 37 | - 111 | - 141 | - 327 | |
| Animal Health | - 4 | - 21 | - 6 | - 29 | |
| Überleitung | - 34 | - 9 | - 88 | - 148 | |
| Restrukturierung | - 34 | - 15 | - 83 | - 57 | |
| Rechtsfälle / Rechtliche Risiken | - | 37 | - 5 | - 60 | |
| Akquisitionskosten | - | - 31 | - | - 31 | |
| Summe Sondereinflüsse | - 265 | - 323 | - 517 | - 725 | |
| Wertminderung / Wertaufholung | - 12 | - 2 | - 12 | - 3 | |
| Rechtsfälle / Rechtliche Risiken | - 85 | - 88 | - 94 | - 188 | |
| Akquisitionskosten | - 64 | - 134 | - 186 | - 304 | |
| Restrukturierung | - 100 | - 97 | - 220 | - 197 | |
| Desinvestitionen | - 4 | - 2 | - 5 | - 33 | |
| Nach Sondereinflüssen | 1.541 | 1.460 | 8.801 | 8.563 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Überleitung Sondereinflüsse nach Funktionskosten1
A 2.2.1/4
| in Mio. € | EBIT Q4 2016 | EBIT Q4 2017 | EBIT 2016 | EBIT 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Summe Sondereinflüsse | - 587 | - 632 | - 1.088 | - 1.227 | |
| davon Herstellungskosten | - 193 | - 48 | - 412 | - 163 | |
| davon Vertriebskosten | - 221 | - 249 | - 317 | - 305 | |
| davon Forschungs- und Entwicklungskosten | - 18 | - 116 | - 84 | - 232 | |
| davon Allgemeine Verwaltungskosten | - 69 | - 131 | - 185 | - 339 | |
| davon Sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen | - 86 | - 88 | - 90 | - 188 |
| in Mio. € | EBITDA Q4 2016 | EBITDA Q4 2017 | EBITDA 2016 | EBITDA 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Summe Sondereinflüsse | - 265 | - 323 | - 517 | - 725 | |
| davon Herstellungskosten | - 53 | - 44 | - 93 | - 105 | |
| davon Vertriebskosten | - 39 | - 47 | - 99 | - 71 | |
| davon Forschungs- und Entwicklungskosten | - 17 | - 13 | - 50 | - 22 | |
| davon Allgemeine Verwaltungskosten | - 69 | - 131 | - 185 | - 339 | |
| davon Sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen | - 87 | - 88 | - 90 | - 188 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortgeführtem Geschäft
Das Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortgeführtem Geschäft stieg auf 4.846 Mio. € (Vorjahr: 1.070 Mio. €). Hiervon entfiel mit 4.468 Mio. € (Vorjahr: 802 Mio. €) der Großteil auf Covestro. Dieser Betrag setzt sich insbesondere aus dem Ertrag aus der Entkonsolidierung und aus der Neubewertung der verbleibenden Anteile zum Ende des 3. Quartals sowie dem operativen Ergebnis der ersten neun Monate im Jahr 2017 zusammen. Covestro erhöhte den Umsatz im Dreivierteljahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wpb. um 19,9 % auf 10.556 Mio. € (Vorjahr 2016: 8.829 Mio. €) insbesondere aufgrund deutlich gestiegener Verkaufspreise und höherer Absatzmengen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Covestro verbesserte sich in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum um 56,2 % auf 2.517 Mio. € (Vorjahr 2016: 1.611 Mio. €). Deutlich gestiegene Verkaufspreise konnten höhere Rohstoffkosten überkompensieren.
Konzernergebnis gesteigert
Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von - 1.326 Mio. € (Vorjahr: - 965 Mio. €) lag das Ergebnis vor Ertragsteuern bei 4.577 Mio. € (Vorjahr: 4.773 Mio. €). Das Finanzergebnis beinhaltete u. a. ein Zinsergebnis von - 413 Mio. € (Vorjahr: - 504 Mio. €), Kurssicherungskosten in Höhe von 326 Mio. € (Vorjahr: 121 Mio. €) sowie Aufwendungen für die Aufzinsung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen von 189 Mio. € (Vorjahr: 251 Mio. €) sowie übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge von - 428 Mio. € (Vorjahr: - 87 Mio. €). Innerhalb des Finanzergebnisses sind negative Sondereinflüsse von 611 Mio. € (Vorjahr: positive Sondereinflüsse von 105 Mio. €) ausgewiesen, die im Wesentlichen in Verbindung mit der geplanten Übernahme von Monsanto sowie der im Juni 2017 begebenen Umtauschanleihe stehen.
Der Ertragsteueraufwand belief sich auf 1.329 Mio. € (Vorjahr: 1.017 Mio. €). Darin enthalten ist ein negativer Einmaleffekt in Höhe von 455 Mio. €, der im Zusammenhang mit der US-Steuerreform steht und aus der Umbewertung latenter Steuerpositionen sowie der Erfassung einer zusätzlichen Steuer auf nicht repatriierte Gewinne resultiert. Nach Abzug des Ertragsteueraufwands sowie unter Berücksichtigung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführtem Geschäft und Anteilen anderer Gesellschafter ergab sich für das Jahr 2017 ein Konzernergebnis von 7.336 Mio. € (Vorjahr: 4.531 Mio. €).
Bereinigtes Konzernergebnis je Aktie um 1,0 % erhöht
Das Ergebnis je Aktie (gesamt) verbesserte sich 2017 von 5,44 € auf 8,41 €. Hierin enthalten ist die im 3. Quartal 2017 erfolgte Neubewertung der Anteile der Covestro AG, die sich im Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft widerspiegelt. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft erhöhte sich um 1,0 % auf 6,74 € (Vorjahr: 6,67 €). Hierbei wirkt sich die unterschiedliche Aktienzahl aus, die sich aufgrund der im November 2016 ausgegebenen Pflichtwandelanleihe im Jahr 2017 signifikant erhöht hat. Bei gleicher Aktienanzahl hätte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft um 5,8 % auf 7,06 € erhöht.
Bereinigtes Ergebnis je Aktie "Core EPS"1
A 2.2.1/5
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | 2016 | 2017 |
|---|---|---|---|---|
| EBIT (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) | 586 | 625 | 5.738 | 5.903 |
| Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten | 717 | 602 | 2.193 | 1.679 |
| Wertminderungen / Wertaufholungen von Sachanlagen und in den Sondereinflüssen enthaltene beschleunigte Abschreibungen | 12 | 16 | 29 | 84 |
| Sondereinflüsse (ohne Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen) | 265 | 323 | 517 | 725 |
| "Core EBIT" | 1.580 | 1.566 | 8.477 | 8.391 |
| Finanzergebnis (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) | - 224 | - 258 | - 965 | - 1.326 |
| Sondereinflüsse Finanzergebnis | - 61 | 250 | - 105 | 611 |
| Ertragsteuern (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) | - 63 | - 435 | - 1.017 | - 1.329 |
| Sondereinflüsse Ertragsteuern | - | 455 | - | 455 |
| Steuereffekte bezogen auf Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen und Sondereinflüsse | - 293 | - 342 | - 826 | - 922 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern auf nicht beherrschende Anteile entfallend (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) | - 4 | - 2 | - 13 | 1 |
| Auf andere Gesellschafter entfallender Anteil der oben dargestellten Anpassungen | - | - | - 1 | - |
| Bereinigtes Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft | 935 | 1.234 | 5.550 | 5.881 |
| in Stück | ||||
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien | 849.167.808 | 872.467.808 | 832.502.808 | 872.107.808 |
| in € | ||||
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft "Core EPS" | 1,10 | 1,41 | 6,67 | 6,74 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
2.2.2 Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Pharmaceuticals
Weiteres Wachstum im Pharmamarkt
Das Wachstum des Pharmamarkts lag im Jahr 2017 bei 3 % (Vorjahr: 5 %). Verstärkter Preisdruck infolge generischen Wettbewerbs sowie Reformen im Gesundheitswesen wirkten sich gegenüber dem Vorjahr in allen Regionen wachstumsmindernd aus.
Kennzahlen Pharmaceuticals
A 2.2.2/1
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 4.275 | 4.215 | - 1,4 | 3,6 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | 7,2 % | 6,4 % | |||
| Preis | - 0,1 % | - 2,8 % | |||
| Währung | 0,2 % | - 4,8 % | |||
| Portfolio | 0,0 % | - 0,2 % | |||
| nominal | wb. | ||||
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 1.684 | 1.720 | 2,1 | 3,7 | |
| Nordamerika | 1.107 | 1.027 | - 7,2 | - 1,1 | |
| Asien / Pazifik | 1.203 | 1.188 | - 1,2 | 7,1 | |
| Lateinamerika | 281 | 280 | - 0,4 | 2,5 | |
| EBITDA 1 | 1.065 | 1.107 | 3,9 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 152 | - 128 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen 1 | 1.217 | 1.235 | 1,5 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 28,5 % | 29,3 % | |||
| EBIT 1 | 606 | 795 | 31,2 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 310 | - 187 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 916 | 982 | 7,2 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 1.326 | 1.330 | 0,3 |
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2016 | 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 16.420 | 16.847 | 2,6 | 4,3 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | 9,0 % | 5,2 % | |||
| Preis | - 0,3 % | - 0,9 % | |||
| Währung | - 1,4 % | - 1,7 % | |||
| Portfolio | 0,0 % | 0,0 % | |||
| nominal | wb. | ||||
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 6.417 | 6.521 | 1,6 | 2,4 | |
| Nordamerika | 4.194 | 4.229 | 0,8 | 2,1 | |
| Asien / Pazifik | 4.775 | 5.013 | 5,0 | 8,5 | |
| Lateinamerika | 1.034 | 1.084 | 4,8 | 5,1 | |
| EBITDA 1 | 5.084 | 5.576 | 9,7 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 167 | - 135 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen 1 | 5.251 | 5.711 | 8,8 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 32,0 % | 33,9 % | |||
| EBIT 1 | 3.389 | 4.325 | 27,6 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 558 | - 340 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 3.947 | 4.665 | 18,2 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 3.368 | 3.867 | 14,8 |
wpb.= währungs- und portfoliobereinigt; wb.= währungsbereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Umsatz gesteigert
Im Berichtsjahr 2017 stieg der Umsatz von Pharmaceuticals wpb. um 4,3 % auf 16.847 Mio. €. Dabei erzielten unsere Hauptwachstumsprodukte XareltoTM, EyleaTM, StivargaTM, XofigoTM und AdempasTM mit einem Umsatz von 6.196 Mio. € (Vorjahr: 5.413 Mio. €; wb. +16,3 %) erneut einen starken Zuwachs. Die 15 umsatzstärksten Pharmaceuticals-Produkte legten wb. um 6,9 % zu. Im Geschäft mit KogenateTM mussten wir einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen, der insbesondere auf ein geringeres Bestellvolumen des Wirkstoffs durch einen Vertriebspartner zurückzuführen ist. Bereinigt um diesen Effekt belief sich das Umsatzplus von Pharmaceuticals auf wpb. +5,6 %.
Umsatzstärkste Pharmaceuticals-Produkte
A 2.2.2/2
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | nominal | wb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| XareltoTM | 836 | 914 | 9,3 | 12,5 | |
| davon USA2 | 161 | 178 | 10,6 | 10,1 | |
| EyleaTM | 426 | 507 | 19,0 | 24,2 | |
| davon USA3 | 0 | 0 | . | . | |
| XofigoTM | 90 | 101 | 12,2 | 20,0 | |
| davon USA | 59 | 59 | . | 8,4 | |
| StivargaTM | 77 | 80 | 3,9 | 12,4 | |
| davon USA | 42 | 41 | - 2,4 | 7,2 | |
| AdempasTM | 70 | 72 | 2,9 | 8,7 | |
| davon USA | 35 | 30 | - 14,3 | - 3,3 | |
| Zwischensumme Hauptwachstumsprodukte | 1.499 | 1.674 | 11,7 | 16,1 | |
| MirenaTM-Produktfamilie | 268 | 255 | - 4,9 | 2,0 | |
| davon USA | 178 | 161 | - 9,6 | - 1,3 | |
| KogenateTM / KovaltryTM | 288 | 217 | - 24,7 | - 21,2 | |
| davon USA | 106 | 68 | - 35,8 | - 30,4 | |
| NexavarTM | 224 | 204 | - 8,9 | - 3,3 | |
| davon USA | 80 | 67 | - 16,3 | - 8,8 | |
| BetaferonTM / BetaseronTM | 185 | 152 | - 17,8 | - 12,6 | |
| davon USA | 94 | 80 | - 14,9 | - 7,5 | |
| AdalatTM | 147 | 147 | . | . | |
| davon USA | 0 | 0 | . | . | |
| YAZTM / YasminTM / YasminelleTM | 159 | 153 | - 3,8 | - 0,1 | |
| davon USA | 21 | 14 | - 33,3 | - 29,3 | |
| AspirinTM Cardio | 135 | 137 | 1,5 | 7,1 | |
| davon USA | 0 | 0 | . | . | |
| GlucobayTM | 123 | 130 | 5,7 | 12,3 | |
| davon USA | 1 | 0 | . | . | |
| GadavistTM / GadovistTM | 88 | 89 | 1,1 | 6,3 | |
| davon USA | 24 | 25 | 4,2 | 10,7 | |
| AvaloxTM / AveloxTM | 81 | 75 | - 7,4 | - 13,3 | |
| davon USA | 1 | 1 | . | . | |
| Summe umsatzstärkste Produkte | 3.197 | 3.233 | 1,1 | 5,6 | |
| Anteil am Pharmaceuticals-Umsatz | 75 % | 77 % | |||
| Summe umsatzstärkste Produkte USA | 802 | 724 | - 9,7 | - 3,7 |
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2016 | 2017 | nominal | wb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| XareltoTM | 2.928 | 3.298 | 12,6 | 13,9 | |
| davon USA2 | 489 | 519 | 6,1 | 6,0 | |
| EyleaTM | 1.625 | 1.880 | 15,7 | 18,5 | |
| davon USA3 | 0 | 0 | . | . | |
| XofigoTM | 331 | 408 | 23,3 | 25,6 | |
| davon USA | 225 | 242 | 7,6 | 9,6 | |
| StivargaTM | 275 | 315 | 14,5 | 17,2 | |
| davon USA | 142 | 166 | 16,9 | 19,3 | |
| AdempasTM | 254 | 295 | 16,1 | 17,8 | |
| davon USA | 121 | 144 | 19,0 | 21,3 | |
| Zwischensumme Hauptwachstumsprodukte | 5.413 | 6.196 | 14,5 | 16,3 | |
| MirenaTM-Produktfamilie | 1.043 | 1.126 | 8,0 | 9,2 | |
| davon USA | 701 | 746 | 6,4 | 8,1 | |
| KogenateTM / KovaltryTM | 1.166 | 967 | - 17,1 | - 15,9 | |
| davon USA | 394 | 322 | - 18,3 | - 17,0 | |
| NexavarTM | 870 | 834 | - 4,1 | - 2,7 | |
| davon USA | 312 | 294 | - 5,8 | - 4,1 | |
| BetaferonTM / BetaseronTM | 734 | 651 | - 11,3 | - 10,0 | |
| davon USA | 386 | 357 | - 7,5 | - 6,1 | |
| AdalatTM | 624 | 648 | 3,8 | 7,0 | |
| davon USA | 1 | 0 | . | . | |
| YAZTM / YasminTM / YasminelleTM | 678 | 648 | - 4,4 | - 4,2 | |
| davon USA | 128 | 83 | - 35,2 | - 34,7 | |
| AspirinTM Cardio | 538 | 581 | 8,0 | 10,5 | |
| davon USA | 0 | 0 | . | . | |
| GlucobayTM | 515 | 563 | 9,3 | 13,0 | |
| davon USA | 3 | 2 | . | . | |
| GadavistTM / GadovistTM | 346 | 365 | 5,5 | 7,2 | |
| davon USA | 104 | 116 | 11,5 | 12,7 | |
| AvaloxTM / AveloxTM | 353 | 333 | - 5,7 | - 5,1 | |
| davon USA | 5 | 7 | 40,0 | 36,4 | |
| Summe umsatzstärkste Produkte | 12.280 | 12.912 | 5,1 | 6,9 | |
| Anteil am Pharmaceuticals-Umsatz | 75 % | 77 % | |||
| Summe umsatzstärkste Produkte USA | 3.011 | 2.998 | - 0,4 | 0,9 |
wb. = währungsbereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
2 Vermarktungsrechte bei einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, USA
3 Vermarktungsrechte bei Regeneron Pharmaceuticals Inc., USA
Umsatz nach Produkten
| ― | Das Geschäft mit unserem oralen Gerinnungshemmer XareltoTM entwickelte sich 2017 weiterhin erfolgreich. Das deutliche Wachstum ist primär auf höhere Absatzmengen in Europa, Japan und China zurückzuführen. Auch in den USA, wo XareltoTM von einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson vermarktet wird, konnten die als Umsatz erfassten Lizenzeinnahmen weiter gesteigert werden. |
| ― | Starke Zuwächse erzielten wir mit unserem Augenmedikament EyleaTM , im Wesentlichen durch Mengenausweitungen in Europa, Kanada und Japan. |
| ― | Den Umsatz mit unserem Krebsmedikament XofigoTM konnten wir signifikant steigern, vor allem aufgrund der im Jahr 2016 erfolgten Markteinführung in Japan sowie einer erhöhten Nachfrage in den USA. |
| ― | Bei unserem Krebsmedikament StivargaTM verzeichneten wir deutliche Umsatzsteigerungen. Hier profitierten wir von den im Jahr 2017 erfolgten Zulassungen als Zweitlinientherapie bei Patienten mit Leberzellkarzinom, insbesondere in den USA und Japan. |
| ― | Ein starkes Umsatzwachstum erreichten wir mit unserem Medikament zur Behandlung von Lungenhochdruck, AdempasTM , hauptsächlich durch höhere Absatzmengen in den USA. Die Umsätze beinhalteten weiterhin auch die anteilige Erfassung der aus der sGC-Kooperation mit Merck & Co., USA, resultierenden Vorab- und Meilensteinzahlungen. |
| ― | Das Geschäft mit unseren Hormonspiralen der MirenaTM-Produktfamilie (MirenaTM, KyleenaTM und JaydessTM / SkylaTM) konnte merklich ausgebaut werden. Maßgeblich hierfür war die erfolgreiche Vermarktung der Hormonspirale KyleenaTM, die vorrangig in den USA und Europa zu höheren Absätzen führte. Die Umsätze mit MirenaTM wuchsen primär in Lateinamerika und China. |
| ― | Bei unseren Blutgerinnungsmitteln KogenateTM/ KovaltryTM gingen die Umsätze insgesamt deutlich zurück. Dies ist auf ein geringeres Bestellvolumen des Wirkstoffs durch einen Vertriebspartner im Vorfeld der geplanten Vertragsbeendigung zum Jahresende zurückzuführen. Bereinigt um diese Entwicklung lagen die Umsätze auf Vorjahresniveau. |
| ― | Mit unserem Krebsmedikament NexavarTM verzeichneten wir einen leichten Umsatzrückgang. Grund hierfür war eine geringere Nachfrage und ein erhöhter Preisdruck, insbesondere in Deutschland und in den USA. |
| ― | Wie erwartet sank der Umsatz mit unserem Multiple-Sklerose-Präparat BetaferonTM / BetaseronTM weiter. Die Absätze gingen vor allem aufgrund eines sehr kompetitiven Marktumfelds in den USA und Europa zurück. |
| ― | Rückläufige Umsätze verzeichneten wir bei unseren oralen Kontrazeptiva YAZTM / YasminTM / YasminelleTM , primär aufgrund des generischen Wettbewerbs in den USA. Die Umsatzzuwächse in Japan, wo wir von einer Produktlinienerweiterung profitierten, sowie in China konnten diesen Effekt nicht ausgleichen. |
| ― | Die Umsätze mit unserem Produkt gegen Bluthochdruck, AdalatTM , unserem Medikament zur Herzinfarktsekundärprävention, AspirinTMCardio , sowie mit unserem Antidiabetikum GlucobayTM konnten wir merklich ausbauen, hauptsächlich infolge eines weiterhin positiven Geschäftsverlaufs in China. |
| ― | Das Geschäft mit unserem MRT-Kontrastmittel GadavistTM GadovistTM wuchs erfreulich. Dies ist insbesondere auf die positiven Geschäftsentwicklungen in den USA und Japan zurückzuführen. |
| ― | Der Umsatz mit unserem Antibiotikum AvaloxTM/ AveloxTM war vor allem aufgrund geringerer Lizenzeinnahmen in Europa rückläufig. Eine positive Umsatzentwicklung in China konnte diesen Effekt nicht kompensieren. |
Ergebnis
Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich im Berichtsjahr 2017 erfreulich um 8,8 % auf 5.711 Mio. €. Ohne Berücksichtigung der negativen Währungseffekte von 98 Mio. € stieg das Ergebnis um 10,6 %. Der Zuwachs beruhte im Wesentlichen auf gestiegenem Absatzvolumen bei gleichzeitig geringeren Herstellungskosten. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen auf dem Niveau des Vorjahres und beinhalteten einen Ertrag aus einer Entwicklungskooperation im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Darüber hinaus erzielten wir einen positiven Ergebniseffekt aus der Einstellung einer Forderung im mittleren zweistelligen Millionenbereich, da einer unserer Vertriebspartner seine Abnahmeverpflichtung für den Wirkstoff für KogenateTM nicht erfüllt hat.
Das EBIT von Pharmaceuticals erhöhte sich deutlich um 27,6 % auf 4.325 Mio. €. Hierin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 340 Mio. € (Vorjahr: 558 Mio. €). Diese resultierten im Wesentlichen aus Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 207 Mio. € sowie aus Rückstellungen für Rechtsfälle in Höhe von 124 Mio. €.
Sondereinflüsse1 Pharmaceuticals
A 2.2.2/3
| in Mio. € | EBIT Q4 2016 | EBIT Q4 2017 | EBIT 2016 | EBIT 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 51 | - 2 | - 69 | - 9 | |
| Rechtsfälle | - 89 | - 124 | - 88 | - 124 | |
| Wertminderung / Wertaufholung | - 170 | - 61 | - 401 | - 207 | |
| Summe Sondereinflüsse | - 310 | - 187 | - 558 | - 340 |
| in Mio. € | EBITDA Q4 2016 | EBITDA Q4 2017 | EBITDA 2016 | EBITDA 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 51 | - 2 | - 67 | - 8 | |
| Rechtsfälle | - 89 | - 124 | - 88 | - 124 | |
| Wertminderung / Wertaufholung | - 12 | - 2 | - 12 | - 3 | |
| Summe Sondereinflüsse | - 152 | - 128 | - 167 | - 135 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Consumer Health
Marktwachstum unverändert
Die globale Entwicklung des Consumer-Health-Markts lag 2017 leicht unter 4 % (Vorjahr: 4 %). Wichtige Wachstumstreiber waren die anhaltende Nachfrage nach medizinischen Produkten zur Selbstmedikation und eine starke Erkältungssaison in Europa. Dagegen wirkten sich eine schwächere Allergiesaison, der Preisdruck im E-Commerce-Vertrieb und die Wettbewerbsverdichtung negativ auf das Wachstum aus.
Kennzahlen Consumer Health
A 2.2.2/4
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 1.539 | 1.399 | - 9,1 | - 4,2 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | 1,5 % | - 4,2 % | |||
| Preis | 2,9 % | 0,0 % | |||
| Währung | - 2,2 % | - 4,9 % | |||
| Portfolio | 0,0 % | 0,0 % | |||
| nominal | wb. | ||||
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 499 | 491 | - 1,6 | 0,8 | |
| Nordamerika | 649 | 581 | - 10,5 | - 2,5 | |
| Asien / Pazifik | 194 | 145 | - 25,3 | - 19,6 | |
| Lateinamerika | 197 | 182 | - 7,6 | - 6,6 | |
| EBITDA 1 | 334 | 197 | - 41,0 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 38 | - 54 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen 1 | 372 | 251 | - 32,5 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 24,2 % | 17,9 % | |||
| EBIT 1 | 68 | - 110 | . | ||
| Sondereinflüsse1 | - 199 | - 258 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 267 | 148 | - 44,6 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 221 | 297 | 34,4 |
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2016 | 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 6.037 | 5.862 | - 2,9 | - 1,7 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | 0,6 % | - 3,0 % | |||
| Preis | 2,9 % | 1,3 % | |||
| Währung | - 4,1 % | - 1,2 % | |||
| Portfolio | 0,0 % | 0,0 % | |||
| nominal | wb. | ||||
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 1.918 | 1.962 | 2,3 | 2,1 | |
| Nordamerika | 2.627 | 2.480 | - 5,6 | - 4,1 | |
| Asien / Pazifik | 781 | 738 | - 5,5 | - 4,0 | |
| Lateinamerika | 711 | 682 | - 4,1 | - 0,4 | |
| EBITDA 1 | 1.296 | 1.145 | - 11,7 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 115 | - 86 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen 1 | 1.411 | 1.231 | - 12,8 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 23,4 % | 21,0 % | |||
| EBIT 1 | 695 | 518 | - 25,5 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 292 | - 300 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 987 | 818 | - 17,1 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 874 | 1.059 | 21,2 |
wpb. = währungs- und portfoliobereinigt; wb. = währungsbereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Umsatz gegenüber Vorjahr leicht gesunken
Im Berichtsjahr 2017 verringerte sich der Umsatz von Consumer Health wpb. um 1,7 % auf 5.862 Mio. €. Grund hierfür war eine weiterhin schwache Geschäftsentwicklung in den USA. Zudem haben die chinesischen Behörden zwei unserer Marken im Hautgesundheitsbereich von verschreibungsfreien zu rezeptpflichtigen Produkten umklassifiziert. Dies führte im 4. Quartal zu Umsatzeinbußen von etwa 70 Mio. €. Der Umsatz in Lateinamerika erreichte wb. das Vorjahresniveau. In Europa / Nahost / Afrika hingegen konnten wir das Geschäft leicht ausbauen, insbesondere in Deutschland.
Umsatzstärkste Consumer-Health-Produkte
A 2.2.2/5
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | Veränderung in %1nominal | Veränderung in %1wb. |
|---|---|---|---|---|
| ClaritinTM | 122 | 113 | - 7,4 | 3,2 |
| AspirinTM | 126 | 124 | - 1,6 | 4,5 |
| BepanthenTM / BepantholTM | 90 | 96 | 6,7 | 13,6 |
| AleveTTMM | 115 | 103 | - 10,4 | - 2,8 |
| CanestenTM | 64 | 68 | 6,3 | - 12,4 |
| Alka-SeltzerTM-Produktfamilie | 87 | 73 | - 16,1 | - 9,2 |
| One A DayTM | 67 | 63 | - 6,0 | 4,2 |
| Dr. Scholl'sTM2 | 55 | 54 | - 1,8 | 4,4 |
| CoppertoneTM | 17 | 11 | - 35,3 | - 22,7 |
| ElevitTM | 48 | 42 | - 12,5 | - 5,6 |
| Summe | 791 | 747 | - 5,6 | 0,2 |
| Anteil am Consumer-Health-Umsatz | 51 % | 53 % |
| in Mio. € | 2016 | 2017 | Veränderung in %1nominal | Veränderung in %1wb. |
|---|---|---|---|---|
| ClaritinTM | 605 | 585 | - 3,3 | - 2,4 |
| AspirinTM | 463 | 462 | - 0,2 | 1,8 |
| BepanthenTM / BepantholTM | 362 | 379 | 4,7 | 6,6 |
| AleveTM | 416 | 375 | - 9,9 | - 7,9 |
| CanestenTM | 269 | 278 | 3,3 | 3,5 |
| Alka-SeltzerTM-Produktfamilie | 253 | 244 | - 3,6 | - 1,2 |
| One A DayTM | 222 | 222 | . | 2,3 |
| Dr. Scholl'sTM2 | 235 | 211 | - 10,2 | - 8,6 |
| CoppertoneTM | 219 | 208 | - 5,0 | - 6,5 |
| ElevitTM | 182 | 189 | 3,8 | 4,7 |
| Summe | 3.226 | 3.153 | - 2,3 | - 0,9 |
| Anteil am Consumer-Health-Umsatz | 53 % | 54 % |
wb. = währungsbereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
2 Markenrechte und Vertrieb nur in bestimmten Ländern außerhalb der EU
Umsatz nach Produkten
| ― | Der Umsatz unseres Antihistaminikums ClaritinTM war im Vergleich zum Vorjahr, in dem wir von einer Produktlinienerweiterung in den USA profitierten, leicht rückläufig. Dies ist primär auf einen verstärkten Wettbewerb in den USA und Japan zurückzuführen. Positiv entwickelte sich der Umsatz in China. |
| ― | Bei unserem Schmerzmittel AspirinTM verzeichneten wir einen leichten Zuwachs, im Wesentlichen aufgrund eines positiven Geschäftsverlaufs in Nordamerika sowie Europa / Nahost / Afrika. Inklusive des bei Pharmaceuticals ausgewiesenen Geschäfts mit AspirinTM Cardio beliefen sich die Umsätze auf 1.043 Mio. € (Vorjahr: 1.001 Mio. €) und stiegen somit wb. um 6,5 %. |
| ― | Das Geschäft mit unseren Wundheilungs- und Hautpflegemitteln BepanthenTM / BepantholTM konnten wir ausbauen. Erfreuliche Umsatzsteigerungen erzielten wir vor allem in der Region Europa / Nahost / Afrika, insbesondere in Deutschland. |
| ― | Der Umsatz mit unserem Analgetikum AleveTM verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr, in dem wir von einer Produktlinienerweiterung profitiert hatten, deutlich. Grund hierfür war vorrangig ein starker Wettbewerb in den USA. |
| ― | Bei unseren Haut- und Intimgesundheitsprodukten CanestenTM erzielten wir Umsatzzuwächse, die hauptsächlich auf einen positiven Geschäftsverlauf in China und in Großbritannien zurückzuführen sind. |
| ― | Der Umsatz mit unserer Alka-SeltzerTM -Produktfamilie zur Behandlung von Magenbeschwerden und Erkältungskrankheiten lag leicht unter dem Vorjahr. Umsatzrückgänge in Lateinamerika konnten dabei durch Steigerungen in den USA, vor allem aufgrund einer starken Erkältungssaison, teilweise kompensiert werden. |
| ― | Mit unserem Vitaminpräparat One A DayTM konnten wir unsere Umsätze wb. weiter steigern, insbesondere in den USA. Hier profitierten wir von der Ausweitung unserer Distributionswege einschließlich des E-Commerce-Vertriebs. |
| ― | Die Umsätze mit unseren Fußpflegeprodukten Dr. Scholl'sTM gingen merklich zurück, hauptsächlich in den USA, aufgrund der Neupositionierung der Marke. Die damit verbundene Bestandsreduzierung konnte mit Erfolgen im weiteren Jahresverlauf nicht vollständig kompensiert werden. |
| ― | Bei unserem Sonnenschutzmittel CoppertoneTM verringerte sich der Umsatz, primär infolge eines verstärkten Wettbewerbs in den USA und Brasilien. |
| ― | Das Geschäft mit unserem Pränatalvitamin ElevitTM entwickelte sich erfreulich, vor allem aufgrund der anhaltenden Nachfrage in Asien / Pazifik. |
Ergebnis
Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging im Berichtsjahr 2017 deutlich um 12,8 % auf 1.231 Mio. € zurück. Ohne Berücksichtigung der negativen Währungseffekte von 25 Mio. € ging das Ergebnis um 11,0 % zurück. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren geringere Absatzmengen, u. a. infolge der Umklassifizierung in China von rund 50 Mio. € sowie höhere Herstellungskosten, vor allem aufgrund von Abschreibungen auf Warenbestände. Ergebnisbelastend wirkten sich auch höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb aus. Zu positiven Beiträgen führten Einmalerträge, im Wesentlichen aus Verkäufen von kleineren Marken von rund 80 Mio. €.
Das EBIT von Consumer Health sank um 25,5 % auf 518 Mio. €. Die Sonderaufwendungen beliefen sich auf 300 Mio. € (Vorjahr: 292 Mio. €). Diese resultierten aus Aufwendungen für Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 202 Mio. € sowie aus Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 98 Mio. €.
Sondereinflüsse1 Consumer Health
A 2.2.2/6
| in Mio. € | EBIT Q4 2016 | EBIT Q4 2017 | EBIT 2016 | EBIT 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 9 | - 56 | - 32 | - 98 | |
| Integrationskosten | - 30 | - | - 100 | - | |
| Wertminderung / Wertaufholung | - 160 | - 202 | - 160 | - 202 | |
| Summe Sondereinflüsse | - 199 | - 258 | - 292 | - 300 |
| in Mio. € | EBITDA Q4 2016 | EBITDA Q4 2017 | EBITDA 2016 | EBITDA 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 8 | - 54 | - 15 | - 86 | |
| Integrationskosten | - 30 | - | - 100 | - | |
| Wertminderung / Wertaufholung | - | - | - | - | |
| Summe Sondereinflüsse | - 38 | - 54 | - 115 | - 86 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Crop Science
Leicht verbessertes Marktumfeld
Insgesamt entwickelte sich der globale Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt im Jahr 2017 mit etwa + 1 % (Vorjahr: 0 %) leicht positiv. Während die Nachfrage nach hochwertigem Saatgut anstieg, stagnierte der weltweite Absatz von Pflanzenschutzmitteln. Positive Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus den Regionen Nordamerika und Osteuropa. In Lateinamerika ging das Marktvolumen durch hohe Lagerbestände an Pflanzenschutzprodukten sowie ungünstige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen in Brasilien zurück. In Westeuropa war die Marktentwicklung ebenfalls rückläufig, vorrangig bedingt durch einen relativ geringen Pilzbefall.
Kennzahlen Crop Science
A 2.2.2/7
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 2.404 | 2.263 | - 5,9 | 1,1 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | - 0,4 % | 5,3 % | |||
| Preis | - 1,2 % | - 4,2 % | |||
| Währung | 1,6 % | - 7,0 % | |||
| Portfolio | 0,0 % | 0,0 % | |||
| nominal | wb. | ||||
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 431 | 440 | 2,1 | 3,7 | |
| Nordamerika | 527 | 479 | - 9,1 | - 1,1 | |
| Asien / Pazifik | 384 | 358 | - 6,8 | 0,5 | |
| Lateinamerika | 1.062 | 986 | - 7,2 | 1,1 | |
| EBITDA 1 | 314 | 193 | - 38,5 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 37 | - 111 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen1 | 351 | 304 | - 13,4 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 14,6 % | 13,4 % | |||
| EBIT 1 | 153 | 64 | - 58,2 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 39 | - 155 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 192 | 219 | 14,1 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 622 | 552 | - 11,3 |
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2016 | 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 9.915 | 9.577 | - 3,4 | - 2,2 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | - 1,3 % | 0,3 % | |||
| Preis | 1,4 % | - 2,5 % | |||
| Währung | - 2,3 % | - 1,2 % | |||
| Portfolio | 0,1 % | 0,0 % | |||
| nominal | wb. | ||||
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 3.290 | 3.335 | 1,4 | 1,5 | |
| Nordamerika | 2.616 | 2.772 | 6,0 | 5,8 | |
| Asien / Pazifik | 1.548 | 1.563 | 1,0 | 2,0 | |
| Lateinamerika | 2.461 | 1.907 | - 22,5 | - 18,0 | |
| EBITDA 1 | 2.280 | 1.716 | - 24,7 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 141 | - 327 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen1 | 2.421 | 2.043 | - 15,6 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 24,4 % | 21,3 % | |||
| EBIT 1 | 1.755 | 1.235 | - 29,6 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 143 | - 408 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 1.898 | 1.643 | - 13,4 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 2.071 | 1.884 | - 9,0 |
wpb. = währungs- und portfoliobereinigt; wb. = währungsbereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Umsatz leicht unter Vorjahresniveau
Im Berichtsjahr 2017 verringerte sich der Umsatz von Crop Science wpb. um 2,2 % auf 9.577 Mio. €. Ausschlaggebend für den Rückgang war das Pflanzenschutzgeschäft in Brasilien. Hohe Warenbestände im dortigen Markt erforderten Maßnahmen zur Normalisierung der Situation, die zu einer negativen Umsatzentwicklung führten. Ohne Berücksichtigung von Brasilien lag das Geschäft von Crop Science mit einem wpb. Wachstum von 3,0 % über dem Vorjahresniveau. Environmental Science entwickelte sich positiv, auch aufgrund von Produktlieferungen an den Erwerber unseres Konsumentengeschäfts.
Umsatzerlöse nach Geschäftsfeldern
A 2.2.2/8
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Crop Protection / Seeds | 2.224 | 2.080 | - 6,5 | 0,4 | |
| Crop Protection | 1.965 | 1.823 | - 7,2 | - 0,4 | |
| Herbicides | 599 | 526 | - 12,2 | - 6,5 | |
| Fungicides | 679 | 755 | 11,2 | 19,7 | |
| Insecticides | 386 | 268 | - 30,6 | - 24,6 | |
| SeedGrowth | 301 | 274 | - 9,0 | - 2,3 | |
| Seeds | 259 | 257 | - 0,8 | 6,6 | |
| Environmental Science | 180 | 183 | 1,7 | 9,4 |
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2016 | 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Crop Protection / Seeds | 9.317 | 8.906 | - 4,4 | - 3,2 | |
| Crop Protection | 7.961 | 7.403 | - 7,0 | - 5,3 | |
| Herbicides | 2.693 | 2.633 | - 2,2 | - 1,6 | |
| Fungicides | 2.961 | 2.597 | - 12,3 | - 9,9 | |
| Insecticides | 1.357 | 1.246 | - 8,2 | - 6,1 | |
| SeedGrowth | 950 | 927 | - 2,4 | - 0,3 | |
| Seeds | 1.356 | 1.503 | 10,8 | 9,1 | |
| Environmental Science | 598 | 671 | 12,2 | 14,0 |
wpb. = währungs- und portfoliobereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Umsatz nach Regionen
| ― | In Europa / Nahost / Afrika verzeichneten wir einen Umsatzzuwachs um wb. 1,5 % auf 3.335 Mio. €. Sehr erfreulich entwickelte sich das Insektizidgeschäft u. a. durch eine gestiegene Nachfrage sowie Produktneueinführungen. Einen Umsatzanstieg erzielten wir auch im Saatgut-Geschäft, insbesondere für Gemüse. Ein erhöhter Wettbewerbsdruck führte dagegen zu Rückgängen bei SeedGrowth und bei Fungiziden. |
| ― | In der Region Nordamerika erhöhten wir unseren Umsatz um wb. 5,8 % auf 2.772 Mio. €. Ein prozentual zweistelliges Wachstum erreichten wir im Saatgut-Geschäft: Starke Umsatzanstiege mit Raps - aufgrund vergrößerter Anbauflächen in Kanada - sowie mit Sojabohnen konnten Rückgänge bei Baumwolle überkompensieren. Sehr positiv entwickelte sich zudem SeedGrowth aufgrund einer gestiegenen Nachfrage nach Produkten zur Behandlung von Sojabohnen- und Weizensaatgut. Dem Wachstum stand ein rückläufiges Insektizidgeschäft entgegen. Environmental Science verzeichnete einen erheblichen Umsatzanstieg. |
| ― | Die Umsatzerlöse in Asien / Pazifik lagen mit 1.563 Mio. € (wb. +2,0 %) über Vorjahr. Erfreulich verliefen unser Fungizidgeschäft insbesondere in Südostasien sowie das Herbizidgeschäft, hauptsächlich aufgrund von Produktneueinführungen in China und Japan. Einen Umsatzanstieg erzielten wir zudem im Saatgut-Geschäft, insbesondere mit Baumwolle und Ölsaaten. Bei den Insektiziden verzeichneten wir hingegen einen Rückgang. |
| ― | In Lateinamerika sank der Umsatz wb. um 18,0 % auf 1.907 Mio. €. Der Rückgang ist zurückzuführen auf Rücknahmen von Pflanzenschutzprodukten sowie auf geringere Verkäufe in den Vertriebskanal zur Normalisierung der Lagerbestände in Brasilien. Zudem wirkten sich Preisnachlässe aus. In den übrigen Ländern der Region Lateinamerika erzielten wir in Summe wb. Umsatzzuwächse. |
Ergebnis
Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science verringerte sich im Geschäftsjahr 2017 um 15,6 % auf 2.043 Mio. €. Ohne Berücksichtigung der negativen Währungseffekte von 63 Mio. € ging das Ergebnis um 13,0 % zurück. Der Rückgang ist insbesondere auf die beschriebene Situation in Brasilien zurückzuführen, was niedrigere Absatzpreise und -mengen zur Folge hatte. Außerhalb von Brasilien konnten geringere Verkaufspreise durch Mengenausweitungen kompensiert werden. Sonstige betriebliche Erträge wirkten ergebniserhöhend.
Das EBIT verringerte sich um 29,6 % auf 1.235 Mio. €. Hierin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 408 Mio. € (Vorjahr: 143 Mio. €), im Wesentlichen in Verbindung mit der geplanten Akquisition von Monsanto sowie der Abwicklung eines Desinvestitionsprojekts.
Sondereinflüsse1 Crop Science
A 2.2.2/9
| in Mio. € | EBIT Q4 2016 | EBIT Q4 2017 | EBIT 2016 | EBIT 2017 |
|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 5 | - 7 | - 51 | - 32 |
| Rechtsfälle | 4 | - 1 | - 1 | - 4 |
| Akquisitionskosten | - 34 | - 103 | - 86 | - 273 |
| Wertminderung / Wertaufholung | - | - 41 | - | - 41 |
| Desinvestitionen | - 4 | - 3 | - 5 | - 58 |
| Summe Sondereinflüsse | - 39 | - 155 | - 143 | - 408 |
| in Mio. € | EBITDA Q4 2016 | EBITDA Q4 2017 | EBITDA 2016 | EBITDA 2017 |
|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 3 | - 5 | - 49 | - 17 |
| Rechtsfälle | 4 | - 1 | - 1 | - 4 |
| Akquisitionskosten | - 34 | - 103 | - 86 | - 273 |
| Wertminderung / Wertaufholung | - | - | - | - |
| Desinvestitionen | - 4 | - 2 | - 5 | - 33 |
| Summe Sondereinflüsse | - 37 | - 111 | - 141 | - 327 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Animal Health
Abschwächung des Marktwachstums
Der Animal-Health-Markt entwickelte sich mit einem Wachstum von rund 2 % (Vorjahr: 5 %) deutlich schwächer als in den Vorjahren. Neben einem schwierigen Marktumfeld im Nutztiergeschäft in Europa und Nordamerika blieben auch die Wachstumsraten im Haustiergeschäft, speziell im bedeutenden Parasitenmarkt, hinter den vergangenen Jahren zurück. Die leichte Erholung des Nutztiergeschäfts in den Kernmärkten und die Belebung des amerikanischen Haustiergeschäfts zum Ende des Jahres konnten die schwächere Marktentwicklung in der ersten Jahreshälfte nicht ausgleichen.
Kennzahlen Animal Health
A 2.2.2/10
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 329 | 322 | - 2,1 | 1,8 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | - 1,0 % | 2,1 % | |||
| Preis | 4,1 % | - 0,3 % | |||
| Währung | 0,0 % | - 6,1 % | |||
| Portfolio | 0,0 % | 2,2 % | nominal | wb. | |
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 84 | 82 | - 2,4 | - 1,2 | |
| Nordamerika | 129 | 126 | - 2,3 | 5,4 | |
| Asien / Pazifik | 79 | 79 | . | 7,6 | |
| Lateinamerika | 37 | 35 | - 5,4 | 2,7 | |
| EBITDA 1 | 34 | 28 | - 17,6 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 4 | - 21 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen 1 | 38 | 49 | 28,9 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 11,6 % | 15,2 % | |||
| EBIT 1 | 25 | 10 | - 60,0 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 5 | - 23 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 30 | 33 | 10,0 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 85 | 75 | - 11,8 |
| Veränderung in %1 | Veränderung in %1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2016 | 2017 | nominal | wpb. | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 1.523 | 1.571 | 3,2 | 2,0 | |
| Umsatzveränderungen 1 | |||||
| Menge | 2,6 % | 0,4 % | |||
| Preis | 2,2 % | 1,6 % | |||
| Währung | - 2,6 % | - 0,9 % | |||
| Portfolio | 0,0 % | 2,1 % | nominal | wb. | |
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||||
| Europa / Nahost / Afrika | 445 | 442 | - 0,7 | 0,0 | |
| Nordamerika | 621 | 655 | 5,5 | 6,4 | |
| Asien / Pazifik | 300 | 317 | 5,7 | 7,3 | |
| Lateinamerika | 157 | 157 | 0,0 | 0,0 | |
| EBITDA 1 | 343 | 352 | 2,6 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 6 | - 29 | |||
| EBITDA vor Sondereinflüssen 1 | 349 | 381 | 9,2 | ||
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1 | 22,9 % | 24,3 % | |||
| EBIT 1 | 313 | 307 | - 1,9 | ||
| Sondereinflüsse1 | - 7 | - 31 | |||
| EBIT vor Sondereinflüssen 1 | 320 | 338 | 5,6 | ||
| Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit | 193 | 209 | 8,3 |
wpb. = währungs- und portfoliobereinigt; wb. = währungsbereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Umsatzanstieg insbesondere in Asien / Pazifik und den USA
Im Berichtsjahr 2017 erzielte Animal Health einen wpb. Umsatzanstieg von 2,0 % auf 1.571 Mio. €. Aufgrund einer erhöhten Nachfrage sowie Preissteigerungen entwickelte sich unser Geschäft in der Region Asien / Pazifik besonders positiv. Auch in Nordamerika verzeichneten wir wb. Umsatzzuwächse, zu denen das im Januar 2017 von Boehringer Ingelheim Vetmedica, Inc., USA, erworbene CydectinTM-Produktportfolio beigetragen hat. Die Regionen Europa / Nahost / Afrika und Lateinamerika blieben auf dem Niveau des Vorjahres.
Umsatzstärkste Animal-Health-Produkte
A 2.2.2/11
| in Mio. € | Q4 2016 | Q4 2017 | Veränderung in %1nominal | Veränderung in %1wb. |
|---|---|---|---|---|
| AdvantageTM-Produktfamilie | 102 | 87 | - 14,7 | - 10,1 |
| SerestoTM | 28 | 32 | 14,3 | 26,0 |
| DrontaiTM-Produktfamilie | 31 | 30 | - 3,2 | 2,3 |
| BaytrilTM | 34 | 31 | - 8,8 | - 0,6 |
| Summe | 195 | 180 | - 7,7 | - 1,5 |
| Anteil am Animal-Health-Umsatz | 59 % | 56 % |
| in Mio. € | 2016 | 2017 | Veränderung in %1nominal | Veränderung in %1wb. |
|---|---|---|---|---|
| AdvantageTM-Produktfamilie | 535 | 488 | - 8,8 | - 7,8 |
| SerestoTM | 174 | 218 | 25,3 | 25,1 |
| DrontaiTM-Produktfamilie | 128 | 132 | 3,1 | 4,5 |
| BaytrilTM | 113 | 113 | 0,0 | 2,5 |
| Summe | 950 | 951 | 0,1 | 1,1 |
| Anteil am Animal-Health-Umsatz | 62 % | 61 % |
wb. = währungsbereinigt
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
Umsatzerlöse nach Produkten
| ― | Die Umsätze unserer AdvantageTM -Produktfamilie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln blieben unter Vorjahr - hauptsächlich aufgrund eines erhöhten Wettbewerbsdrucks und einer damit verbundenen geringeren Nachfrage in den Regionen Europa / Nahost / Afrika und Nordamerika. |
| ― | Ein anhaltend starkes Wachstum erzielten wir mit unserem Floh- und Zeckenhalsband SerestoTM , im Wesentlichen durch eine gestiegene Nachfrage in den USA und Europa. |
| ― | Das Geschäft mit unseren Entwurmungsmitteln der DrontalTM -Produktfamilie konnten wir erneut ausweiten. Hier profitierten wir insbesondere von Preis- und Mengensteigerungen in den USA und der Region Asien / Pazifik. |
| ― | Der Umsatzanstieg unseres Antibiotikums BaytrilTM resultierte insbesondere aus den USA, u. a. durch einen Einmaleffekt im Zusammenhang mit einer Veränderung des Vetriebsmodells, und aus Mengensteigerungen in Mexiko. |
Ergebnis
Das EBITDA vor Sondereinflüssen konnten wir im Berichtsjahr 2017 um 9,2 % auf 381 Mio. € steigern. Ohne Berücksichtigung der negativen Währungseffekte von 8 Mio. € erhöhten wir das Ergebnis um 11,5 %. Hierzu trugen Preissteigerungen, das akquirierte CydectinTM-Geschäft und geringere Ausgaben für Marketing und Vertrieb bei. Dem gegenüber standen negative Beiträge aus dem sonstigen betrieblichen Ergebnis sowie höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.
Das EBIT von Animal Health sank um 1,9 % auf 307 Mio. €. Hierin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 31 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €) im Zusammenhang mit Effizienzsteigerungsmaßnahmen.
Sondereinflüsse1 Animal Health
A 2.2.2/12
| in Mio. € | EBIT Q4 2016 | EBIT Q4 2017 | EBIT 2016 | EBIT 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 5 | - 23 | - 7 | - 31 | |
| Summe Sondereinflüsse | - 5 | - 23 | - 7 | - 31 |
| in Mio. € | EBITDA Q4 2016 | EBITDA Q4 2017 | EBITDA 2016 | EBITDA 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Restrukturierung | - 4 | - 21 | - 6 | - 29 | |
| Summe Sondereinflüsse | - 4 | - 21 | - 6 | - 29 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
2.2.3 Wertorientierte Performance
ROCE als wertorientierte Kennzahl
Der ROCE (Return on Capital Employed) ist ein Indikator für die Kapitalrentabilität in einer spezifischen Periode. Hierbei wird das operative Ergebnis nach Steuern (NOPAT = Net Operating Profit after Tax) ins Verhältnis zum durchschnittlichen eingesetzten Kapital (Capital Employed) gesetzt. NOPAT bildet sich aus dem EBIT abzüglich Ertragsteuern auf das EBIT, die auf einem gemittelten historischen Steuersatz von 24 % beruhen. Das Capital Employed spiegelt das im Unternehmen operativ eingesetzte Kapital wider. Es basiert auf Buchwerten und berechnet sich aus den operativen Vermögenswerten abzüglich Passiva-Positionen, die im Wesentlichen nicht zinstragend sind (z. B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) oder die operative Kapitalbasis verzerren würden. Zur Abbildung der unterjährigen Veränderung des Capital Employed wird ein Durchschnittswert genutzt, der sich aus den Werten zum Jahresende des Vorjahres und Jahresende des Geschäftsjahres ermittelt. Zur Zusammensetzung des Capital Employed siehe auch Kapitel "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns".
Als Vergleichsgröße wird dem ROCE der Kapitalkostensatz (WACC = Weighted Average Cost of Capital) als Renditeerwartung der Fremd- und Eigenkapitalgeber gegenübergestellt. Entspricht der ROCE dem WACC, so wurden die Renditeerwartungen in der Periode erfüllt, übersteigt er diesen, wurden die Renditeerwartungen übertroffen und somit Wert geschaffen.
Kapitalkostenbestimmung
Der WACC folgt einer Betrachtung nach Steuern und wurde zu Jahresbeginn als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkostensätze berechnet. Der Eigenkapitalkostensatz wird als Renditeerwartung der Aktionäre aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Als Fremdkapitalkostensatz legen wir die Finanzierungskonditionen einer zehnjährigen Euro-Anleihe von Industrieunternehmen mit einem Kreditrating "A-" zugrunde. Hierbei erfolgt eine Glättung durch die Einbeziehung historischer Kapitalmarktdaten, um die notwendige Stabilität für die interne Steuerung zu gewährleisten. Für das Geschäftsjahr 2017 betrug der WACC 6,9 % für den Bayer-Konzern und die Berichtssegmente. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung werden dagegen für die Berichtssegmente individuelle Kapitalkostensätze verwendet, die segmentspezifische Parameter explizit berücksichtigen (vgl. Anhangangabe "Grundlagen und Methoden sowie Unsicherheiten aufgrund von Schätzungen"). Diese werden jedoch nicht für die interne Steuerung herangezogen, da sie stichtagsbezogene Parameter enthalten und somit eine höhere Volatilität aufweisen als für die interne Steuerung erwünscht.
Wertorientierte Geschäftsentwicklung
Im Geschäftsjahr 2017 betrug der ROCE von Bayer 10,8 %. Er übertraf somit die Kapitalkosten um 3,9 Prozentpunkte und ist damit ein Indikator für Wertschaffung. Alle Segmente bis auf Consumer Health übertrafen im abgelaufenen Geschäftsjahr den WACC, obwohl negative Sondereinflüsse einen signifikanten Einfluss auf die Performance aller Segmente hatten. Die Performance von Consumer Health wird weiterhin im Wesentlichen durch den erhöhten Bestand an Capital Employed beeinflusst, welcher aus der 2014 erfolgten Akquisition des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., Inc., USA, resultiert.
Wertorientierte Performance pro Segment
A 2.2.3/1
| in Mio. € | Pharmaceuticals 2016 | Pharmaceuticals 2017 | Consumer Health 2016 | Consumer Health 2017 | Crop Science 2016 | Crop Science 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EBIT | 3.389 | 4.325 | 695 | 518 | 1.755 | 1.235 |
| Ertragsteuern2 | - 813 | - 1.038 | - 167 | - 124 | - 421 | - 296 |
| NOPAT | 2.576 | 3.287 | 528 | 394 | 1.334 | 939 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 15.866 | 15.630 | 15.226 | 14.404 | 10.316 | 9.814 |
| ROCE | 16,2 % | 21,0 % | 3,5 % | 2,7 % | 12,9 % | 9,6 % |
| WACC | 7,5 % | 6,9 % | 7,5 % | 6,9 % | 7,5 % | 6,9 % |
| in Mio. € | Animal Health 2016 | Animal Health 2017 | Konzern12016 | Konzern12017 |
|---|---|---|---|---|
| EBIT | 313 | 307 | 5.738 | 5.903 |
| Ertragsteuern2 | - 75 | - 74 | - 1.377 | - 1.417 |
| NOPAT | 238 | 233 | 4.361 | 4.486 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 375 | 495 | 42.318 | 41.600 |
| ROCE | 63,5 % | 47,1 % | 10,3 % | 10,8 % |
| WACC | 7,5 % | 6,9 % | 7,5 % | 6,9 % |
Vorjahreswerte angepasst
1 Inklusive Überleitung
2 24 % auf EBIT; basierend auf gemitteltem historischem Steuersatz
2.2.4 Finanz- und Vermögenslage Bayer-Konzern
Finanzielle Steuerung des Konzerns
Die finanzielle Steuerung des Konzerns erfolgt durch die Bayer AG. Finanzmittel werden in der Regel als globale Ressource zentral beschafft und konzernintern verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts und die Sicherung der Liquidität sowie der Kreditwürdigkeit des Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements. Hierzu tragen die Optimierung der Kapitalstruktur und ein effektives Risikomanagement bei. Die Steuerung von Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis- und Ausfallrisiken sorgt dabei für die Reduzierung der Ergebnisvolatilität.
Die von uns beauftragten Ratingagenturen stufen Bayer wie folgt ein:
Rating
A 2.2.4/1
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | |
|---|---|---|
| S&P Global Ratings | A- | A-2 |
| Moody's | A3 | P-2 |
Diese Bonitätseinstufung spiegelt die gute Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wider und gewährleistet den Zugang zu einer breiten Investorenbasis für die Finanzierung. Infolge der geplanten Übernahme von Monsanto prüfen derzeit die beiden Agenturen S&P Global Ratings und Moody's eine mögliche Herabstufung der Ratings. Auch nach erfolgreichem Abschluss der Übernahme von Monsanto strebt Bayer ein Investment-Grade-Rating an. Langfristig haben wir unverändert das Ziel eines Ratings in der A-Kategorie.
Grundsätzlich verfolgen wir eine konservative und auf Flexibilität ausgerichtete Verschuldungspolitik mit einem ausgewogen gestalteten Finanzierungsportfolio. Dieses basiert im Kern auf Anleihen in verschiedenen Währungen auf syndizierten Kreditfazilitäten, bilateralen Kreditverträgen sowie einem Global-Commercial-Paper-Programm.
Risiken aus dem operativen Geschäft und aus Finanztransaktionen sichern wir durch Finanzderivate ab. Dabei werden grundsätzlich keine Kontrakte ohne zugrunde liegendes Basisgeschäft eingegangen. Durch die Auswahl erstklassiger Handelspartner wird das Ausfallrisiko reduziert. Sämtliche Transaktionen werden nach konzernweiten Richtlinien vorgenommen und zeitnah überwacht.
Finanzlage und Investitionen Bayer-Konzern
Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)
A 2.2.4/2
| in Mio. € | 2016 | 2017 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit aus fortzuführendem Geschäft | 6.435 | 6.611 | 2,7 |
| Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführtem Geschäft | 2.654 | 1.523 | - 42,6 |
| Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit (Gesamt) | 9.089 | 8.134 | - 10,5 |
| Cashflows aus investiver Tätigkeit (Gesamt) | - 8.729 | - 432 | 95,1 |
| Cashflows aus Finanzierungstätigkeit (Gesamt) | - 350 | - 1.881 | . |
| Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit | 10 | 5.821 | . |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang | 1.859 | 1.899 | 2,2 |
| Veränderung aus Wechselkurs- / Konzernkreisänderungen | 30 | - 139 | . |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende | 1.899 | 7.581 | . |
Vorjahreswerte angepasst
Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit
Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit aus fortzuführendem Geschäft erhöhte sich dank eines verbesserten EBIT und einer verringerten Mittelbindung im Working Capital um 2,7 % auf 6.611 Mio. €. Hierin enthalten war der operative Anteil der von DOW Chemical erhaltenen Zahlungen im Rahmen eines Patentrechtsstreits. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit (gesamt) sank dagegen um 10,5 % auf 8.134 Mio. €, weil im Vorjahr der Zufluss aus dem Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts enthalten war.
Abfluss aus investiver Tätigkeit
Im Rahmen der investiven Tätigkeit flossen im Jahr 2017 insgesamt 432 Mio. € ab. Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sanken um 8,2 % auf 2.366 Mio. € (Vorjahr: 2.578 Mio. €). Davon entfielen auf Pharmaceuticals 915 Mio. € (Vorjahr: 835 Mio. €), auf Consumer Health 178 Mio. € (Vorjahr: 215 Mio. €), auf Crop Science 553 Mio. € (Vorjahr: 757 Mio. €), auf Animal Health 38 Mio. € (Vorjahr: 37 Mio. €) und auf Covestro 283 Mio. € (Vorjahr: 415 Mio. €). Aus Desinvestitionen flossen 453 Mio. € zu. Darin enthalten ist der Erlös aus dem Verkauf von Covestro-Aktien zum 29. September 2017 in Höhe von 999 Mio. €, der zusammen mit dem abgeschlossenen Entherrschungsvertrag zum Verlust der faktischen Kontrolle führte, gekürzt um den abgehenden Kassenbestand von Covestro in Höhe von 637 Mio. €. Die Ausgaben für Akquisitionen in Höhe von 158 Mio. € betrafen den Erwerb des CydectinTM-Produktportfolios in den USA im Segment Animal Health. Aus kurz- und langfristigen finanziellen Vermögenswerten flossen im Saldo 1.230 Mio. € zu (Vorjahr: Abfluss in Höhe von 6.335 Mio. €).
Zu- / Abfluss aus Finanzierungstätigkeit
Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit verzeichneten wir im Jahr 2017 Mittelabflüsse in Höhe von 1.881 Mio. €, darunter Netto-Kreditrückzahlungen in Höhe von 2.479 Mio. € (Vorjahr: 730 Mio. €). Die Netto-Zinsausgaben sanken um 7,8 % auf 732 Mio. € (Vorjahr: 794 Mio. €). Die Auszahlungen für Dividenden lagen bei 2.364 Mio. € (Vorjahr: 2.126 Mio. €).
Aus dem Verkauf von Covestro-Aktien vor dem faktischen Kontrollverlust flossen netto 3.717 Mio. € zu. Im Vorjahr waren aus der Pflichtwandelanleihe netto 3.952 Mio. € zugeflossen, wobei 3.300 Mio. € als Kapitaleinzahlung und 652 Mio. € als Kreditaufnahme erfasst wurden.
Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung
Nettofinanzverschuldung1
A 2.2.4/4
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Anleihen / Schuldscheindarlehen | 15.991 | 12.436 | - 22,2 |
| davon Hybridanleihen2 | 4.529 | 4.533 | 0,1 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.837 | 534 | - 70,9 |
| Leasingverbindlichkeiten | 436 | 238 | - 45,4 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten3 | 587 | 240 | - 59,1 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 730 | 970 | 32,9 |
| Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten3 | - 313 | - 244 | - 22,0 |
| Finanzverschuldung | 19.268 | 14.174 | - 26,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 1.899 | - 7.581 | . |
| Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte4 | - 5.591 | - 2.998 | - 46,4 |
| Nettofinanzverschuldung | 11.778 | 3.595 | - 69,5 |
1 Zur Definition siehe A 2.4 "Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns"
2 Nach IFRS Fremdkapital
3 Darin enthalten sind Marktwerte aus der Zins- und Währungssicherung bilanzieller Risiken.
4 Darin enthalten sind kurzfristige Ausleihungen und Forderungen gegenüber Banken und anderen Unternehmen mit einer Laufzeit > 3 Monate und ≤ 12 Monate sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als kurzfristig ausgewiesen werden.
Im Geschäftsjahr 2017 verringerte sich die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns um 8.183 Mio. €, im Wesentlichen durch Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit und Einnahmen aus der Veräußerung von Covestro-Aktien. Eine weitere Reduktion der Nettofinanzverschuldung resultierte aus der Ausbuchung von Finanzverbindlichkeiten bzw. finanziellen Vermögenswerten, die im Zuge der Entkonsolidierung von Covestro stattgefunden hat.
In der Finanzverschuldung sind drei nachrangige Hybridanleihen mit insgesamt 4.533 Mio. € enthalten, die von Moody's und von S&P Global Ratings zu 50 % als Eigenkapital bewertet werden. Verglichen mit vorrangigem Fremdkapital werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns daher mit den Hybridanleihen entlastet.
Die Bayer Holding Ltd., Japan, hat im Mai 2017 zwei Anleihen von jeweils 10 Mrd. JPY begeben. Darüber hinaus hat die Bayer AG im Juni 2017 Schuldverschreibungen (Umtauschanleihe) im Nominalvolumen von 1,0 Mrd. € mit Fälligkeit im Jahr 2020 ausgegeben. Diese können in Geld, Covestro-Aktien oder einer Kombination aus beidem zurückgezahlt werden. Die jährliche Verzinsung beträgt 0,05 %. Im Geschäftsverlauf 2017 wurden fünf Anleihen in Höhe von insgesamt ca. 2 Mrd. € planmäßig getilgt. Eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 750 Mio. € und Fälligkeit im Jahr 2018 wurde im Oktober 2017 vorzeitig zurückgezahlt.
Der Rückgang bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultierte im Wesentlichen aus der vorzeitigen Rückzahlung eines Bankdarlehens in Höhe von 900 Mio. USD, das im Rahmen der Merck-OTC-Finanzierung aufgenommen wurde.
Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2017 enthielten 525 Mio. €, die auf die im November 2016 begebene Pflichtwandelanleihe entfielen, sowie Commercial Paper in Höhe von 292 Mio. €.
Vermögenslage und Kapitalstruktur Bayer-Konzern
Bilanz Bayer-Konzern (Kurzfassung)
A 2.2.4/5
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 51.791 | 45.014 | - 13,1 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 10 | 2.081 | . |
| Übrige kurzfristige Vermögenswerte | 30.437 | 27.992 | - 8,0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 30.447 | 30.073 | - 1,2 |
| Gesamtvermögen | 82.238 | 75.087 | - 8,7 |
| Eigenkapital | 31.897 | 36.861 | 15,6 |
| Langfristiges Fremdkapital | 31.804 | 24.633 | - 22,5 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 18.537 | 13.482 | - 27,3 |
| Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | - | 111 | . |
| Summe kurzfristiges Fremdkapital | 18.537 | 13.593 | - 26,7 |
| Fremdkapital | 50.341 | 38.226 | - 24,1 |
| Gesamtkapital | 82.238 | 75.087 | - 8,7 |
Deutlich gestiegenes Eigenkapital bei niedrigerer Bilanzsumme
Die Bilanzsumme verminderte sich zum 31. Dezember 2017 - insbesondere durch die Entkonsolidierung von Covestro - um 7,2 Mrd. € auf 75,1 Mrd. €. Im Zuge der Entkonsolidierung wurden Vermögenswerte in Höhe von 11,2 Mrd. € aus den entsprechenden Bilanzpositionen ausgebucht. Die verbleibende Beteiligung an der Covestro-Gruppe wurde stattdessen zum Marktwert in Höhe von 3,6 Mrd. € eingebucht. Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 6,8 Mrd. € auf 45,0 Mrd. € zurück. Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 0,4 Mrd. € auf 30,1 Mrd. €. Die im Rahmen der geplanten Übernahme von Monsanto zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte stiegen um 2,1 Mrd. €.
Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2016 um 5,0 Mrd. € auf 36,9 Mrd. €. Positiv wirkte sich zunächst das Ergebnis nach Ertragsteuern mit 8,1 Mrd. € aus. Erfolgsneutral erfasste Währungsdifferenzen reduzierten das Eigenkapital um 2,2 Mrd. €; ebenso reduzierte die Dividendenzahlung der Bayer AG das Eigenkapital um 2,2 Mrd. €. Eine Steigerung von 0,7 Mrd. € resultierte aus der erfolgsneutralen Verringerung der Pensionsverpflichtungen. Direkt im Eigenkapital erfasste Effekte im Zusammenhang mit der Anteilsreduktion an und der Entkonsolidierung von Covestro erhöhten das Eigenkapital um 0,7 Mrd. €. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich zum 31. Dezember 2017 auf 49,1 % (Vorjahr: 38,8 %).
Das Fremdkapital ging zum 31. Dezember 2017 um 12,1 Mrd. € auf 38,2 Mrd. € zurück. Im Zuge der Entkonsolidierung von Covestro wurde Fremdkapital in Höhe von 6,0 Mrd. € aus den entsprechenden Bilanzpositionen ausgebucht. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen verringerten sich durch die Entkonsolidierung von Covestro um 1,2 Mrd. €, durch versicherungsmathematische Gewinne um weitere 1,2 Mrd. € und durch die Einbringung von Covestro-Aktien in den Bayer Pension Trust e. V. um 0,5 Mrd. € auf insgesamt 8,0 Mrd. €. Die Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich um 5,2 Mrd. € auf 14,4 Mrd. €; ein Rückgang von 1,8 Mrd. € resultierte aus der Entkonsolidierung von Covestro.
2.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Bayer AG
Seit Beginn des Jahres 2017 bestehen zwischen Bayer AG einerseits und Bayer Pharma AG und Bayer CropScience AG andererseits, den früheren Obergesellschaften der entsprechenden Divisionen, Betriebspachtverträge, durch die deren operatives Geschäft auf die Bayer AG übergegangen ist. Damit hat sich das bislang auf die Holding-Funktion beschränkende Geschäft der Bayer AG deutlich erweitert und umfasst nunmehr auch die Stammhausfunktionen der beiden Divisionen. Ein Vergleich des Jahresabschlusses 2017 mit dem des Vorjahres ist daher nur eingeschränkt möglich. Der Jahresabschluss der Bayer AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt.
Die Bayer AG liefert in einzelnen Betriebsstätten Strom und Gas an Fremdunternehmen und ist damit nach § 3 Nr. 18 EnWG als Energieversorgungsunternehmen im Sinne des EnWG einzustufen. Darüber hinaus ist sie mit dem vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen, verbunden und damit ihrerseits ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen nach § 3 Nr. 38 EnWG.
2.3.1 Ertragslage Bayer AG
Gewinn- und Verlustrechnung Bayer AG nach HGB
A 2.3.1/1
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 390 | 14.730 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 353 | - 7.914 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 37 | 6.816 |
| Vertriebskosten | - 39 | - 3.898 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 46 | - 2.186 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 666 | - 908 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 48 | 85 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 227 | - 102 |
| Operatives Ergebnis | - 893 | - 193 |
| Beteiligungsergebnis | 4.647 | 5.794 |
| Zinsergebnis | 54 | - 369 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge | 163 | - 354 |
| Finanzergebnis | 4.864 | 5.071 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 371 | - 335 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss | 3.600 | 4.543 |
| Einstellung in andere Gewinnrücklagen | - 1.367 | - 1.643 |
| Bilanzgewinn | 2.233 | 2.900 |
Ergebnisanstieg durch höheres Beteiligungsergebnis
Die Übernahme des operativen Geschäfts der Bayer Pharma AG und der Bayer CropScience AG hat den Umsatz der Bayer AG deutlich von 0,4 Mrd. € auf 14,7 Mrd. € ansteigen lassen. Der Zuwachs entfiel mit 8,5 Mrd. € auf Pharmaceuticals und mit 6,1 Mrd. € auf Crop Science.
Der Pharma-Umsatz ist im Vergleich zum im Vorjahr noch in der Vorgängergesellschaft erzielten Umsatz von 8,8 Mrd. € um 0,3 Mrd. € zurückgegangen. Dabei standen einer positiven Entwicklung bei unserem Gerinnungshemmer XareltoTM mit einem Wachstum von 234 Mio. € Umsatzrückgänge unter anderem bei AspirinTM Cardio (- 194 Mio. €), bei unserem Multiple-Sklerose-Präparat BetaferonTM / BetaseronTM (-190 Mio. €), bei LevitraTM (- 53 Mio. €) sowie bei dem MRT-Kontrastmittel GadavistTM / GadovistTM (- 48 Mio. €) gegenüber. Vom gesamten Pharma-Umsatz entfielen 90 % auf Geschäfte mit Konzerngesellschaften und 10 % auf Geschäfte mit Dritten.
Gegenüber dem im Vorjahr noch von der Bayer CropScience AG erzielten Umsatz von 6,5 Mrd. € war der Umsatz von Crop Science um 0,4 Mrd. € rückläufig. Die Rückgänge betrafen nahezu alle Bereiche. Im Insektizidbereich ging der Umsatz um 245 Mio. € zurück, bei den Fungiziden um 209 Mio. € und bei den Herbiziden um 150 Mio. €. Aus regionaler Sicht war für den Umsatzrückgang die Region Lateinamerika mit einem Umsatzrückgang um 0,6 Mrd. € verantwortlich. Hier wirkten sich die hohen Lagerbestände in Brasilien negativ aus. Das Umsatzverhältnis zwischen Konzern- und Drittkunden betrug bei Crop Science 96 % zu 4 %.
Vom Umsatz verblieb nach Abzug der Herstellungskosten von 7,9 Mrd. € ein Bruttoergebnis vom Umsatz von 6,8 Mrd. € bzw. 46 %. Dabei stand einer Bruttomarge von 58 % bei Pharma eine solche von 34 % bei Crop Science gegenüber. Die Vertriebskosten von 3,9 Mrd. € beinhalteten mit 3,3 Mrd. € im Wesentlichen Lizenzzahlungen, davon 2,7 Mrd. € an die Bayer Intellectual Property GmbH für die Nutzung von Patenten, Marken und sonstigem geistigen Eigentum. Für Forschung und Entwicklung wurden aufgrund des erweiterten Geschäfts 2,2 Mrd. € im Vergleich zu 46 Mio. € im Vorjahr aufgewendet, davon 1,5 Mrd. € bei Pharma und 0,5 Mrd. € bei Crop Science. Auch der Anstieg der Verwaltungskosten um 0,2 Mrd. € auf 0,9 Mrd. € war Folge des übernommenen Geschäfts. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen - nach Saldierung mit den sonstigen betrieblichen Erträgen - betrugen 17 Mio. € und damit 162 Mio. € weniger als im Jahr zuvor. Im Vorjahr waren Aufwendungen von 198 Mio. € für erstmals bei der Bayer AG angesetzte Drohverlustrückstellungen für Absatz- und Lizenzgeschäfte enthalten, die mit Verpachtung des Geschäfts der Bayer Pharma AG und der Bayer CropScience AG zum 1. Januar 2017 auf die Bayer AG übergegangen waren.
Insgesamt wurde in der Bayer AG im Jahr 2017 mit - 193 Mio. € (Vorjahr: - 893 Mio. €) ein gegenüber dem Vorjahr um 700 Mio. € verbessertes operatives Ergebnis erzielt.
Das Beteiligungsergebnis stieg um 1.147 Mio. € auf 5.794 Mio. €. Die deutliche Verbesserung war insbesondere auf Gewinne von 2.720 Mio. € (Vorjahr: 79 Mio. €) aus der Veräußerung von Anteilen der Covestro AG zurückzuführen. Auch die Beteiligungserträge lagen mit 819 Mio. € (Vorjahr: 329 Mio. €) um 490 Mio. € über Vorjahr. Insbesondere Gewinnausschüttungen der Bayer Hispania, S.L., Spanien (591 Mio. €; Vorjahr: 62 Mio. €), und der Covestro AG (146 Mio. €; Vorjahr: 91 Mio. €) trugen hierzu bei. Rückläufig waren die Organergebnisse, die nach 4.188 Mio. € im Vorjahr noch 2.245 Mio. € betrugen. Ausschlaggebend für den Rückgang war vor allem das Ausscheiden der Bayer CropScience AG aus dem Organkreis; die Gesellschaft hatte im Vorjahr ein Ergebnis von 1.017 Mio. € abgeführt. Deutlich rückläufig war auch das Ergebnis der Bayer Pharma AG, deren Ergebnis sich nun vor allem aus Beteiligungserträgen und dem Ergebnis aus der Betriebsverpachtung speist. Sie erzielte ein Ergebnis von 2.248 Mio. € (Vorjahr: 3.011 Mio. €). Nennenswerte Organergebnisse kamen darüber hinaus mit 130 Mio. € (Vorjahr: - 19 Mio. €) von der Bayer Real Estate GmbH aufgrund vereinnahmter Beteiligungserträge sowie mit 94 Mio. € (Vorjahr: 204 Mio. €) von der Siebte Bayer VV GmbH, die regelmäßige Dividenden einer US-Tochtergesellschaft erhält, die für die Bayer Health Care LLC das US-Export-Geschäft abwickelt. Die Bayer Business Services GmbH wies, unter anderem aufgrund von Projektkosten, mit 201 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €) einen deutlich höheren Verlust aus, der von der Bayer AG ausgeglichen wurde.
Das Zinsergebnis, im Vorjahr mit 54 Mio. € positiv, ist auf - 369 Mio. € zurückgegangen. Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie der Bewertung des Deckungsvermögens resultierte im Berichtsjahr per saldo ein Ertrag von 174 Mio. € (Vorjahr: 303 Mio. €), der im Vorjahr um 129 Mio. € höher lag. Grund des Rückgangs waren vor allem zinsbedingte versicherungsmathematische Verluste, während im Vorjahr aufgrund der Umstellung bei der Ermittlung des anzuwendenden Rechnungszinssatzes noch entsprechende Gewinne anfielen. Der verbliebene Zinsaufwandssaldo von 543 Mio. € (Vorjahr: 249 Mio. €) entfiel mit 297 Mio. € (Vorjahr: 196 Mio. €) auf Dritte, davon mit 186 Mio. € (Vorjahr: 189 Mio. €) auf die Gläubiger der Anleihen und Commercial-Paper-Programme und mit 109 Mio. € (Vorjahr: 25 Mio. €) auf Zinsswaps und -optionen sowie mit 246 Mio. € (Vorjahr: 53 Mio. €) auf Gesellschaften des Konzerns. Der höhere Aufwand im Konzern resultiert vor allem aus einer entsprechend höheren konzerninternen Verschuldung.
Der Saldo aus übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen war im Berichtsjahr mit - 354 Mio. € negativ, nachdem im Vorjahr ein Ertrag von 163 Mio. € erzielt wurde. Hauptgründe für den Rückgang um 517 Mio. € waren ein um 391 Mio. € schlechteres Ergebnis aus der Währungsumrechnung (- 212 Mio. €; Vorjahr: 179 Mio. €) sowie um 164 Mio. € höhere Aufwendungen für Kreditlinien. Hierfür wurden 221 Mio. € (Vorjahr: 57 Mio. €) aufgewendet, wovon 210 Mio. € im Zusammenhang mit der Finanzierung der geplanten Übernahme von Monsanto stehen. Ergebnisverbessernd hat sich der Wegfall einer im Vorjahr enthaltenen Vorfälligkeitsentschädigung von 31 Mio. € für die vorzeitige Ablösung eines konzernintern in Anspruch genommenen Kredits ausgewirkt. Die Erträge aus der Weiterbelastung von Pensionsaufwendungen für die bei der Bayer AG nach Ausgliederung des operativen Geschäfts in den Jahren 2002 und 2003 verbliebenen Pensionäre an sonstige Tochtergesellschaften beliefen sich 2017 auf 115 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Der Anstieg korrespondiert mit ebenfalls gestiegenen Pensionsaufwendungen, die mit ihrem Zinsanteil im Zinsergebnis und ansonsten, mit 41 Mio. € (Vorjahr: 56 Mio. € Ertrag), in den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen erfasst waren.
Insgesamt wurde mit 4.878 Mio. € (Vorjahr: 3.971 Mio. €) ein deutlich über dem Vorjahr liegender Gewinn vor Ertragsteuern erzielt. Aufgrund höherer steuerfreier Beteiligungserträge und Veräußerungsgewinne ging der Steueraufwand gleichwohl von 371 Mio. € auf 335 Mio. € zurück. Nach Abzug der Steuern verblieb ein Jahresüberschuss von 4.543 Mio. € (Vorjahr: 3.600 Mio. €). Nach Einstellung eines Betrags von 1.643 Mio. € in die Gewinnrücklagen ergab sich ein Bilanzgewinn von 2.900 Mio. €.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 25. Mai 2018 vorschlagen, den Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von 2,80 € je Aktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital zu verwenden und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
2.3.2 Vermögens- und Finanzlage Bayer AG
Bilanz Bayer AG nach HGB (Kurzfassung)
A 2.3.2/1
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen | 58 | 152 |
| Finanzanlagen | 49.112 | 47.071 |
| 49.170 | 47.223 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Vorräte | 3 | 2.109 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 77 | 2.002 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 4.092 | 2.585 |
| Sonstige Vermögenswerte und Abgrenzungsposten | 776 | 901 |
| Kassenbestände, Bankguthaben, Wertpapiere | 2.728 | 4.272 |
| 7.676 | 11.869 | |
| Gesamtvermögen | 56.846 | 59.092 |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | 16.565 | 18.875 |
| Rückstellungen | 1.905 | 2.201 |
| Verbindlichkeiten | ||
| Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 6.673 | 7.618 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 86 | 1.750 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 31.197 | 28.078 |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungsposten | 420 | 570 |
| 38.376 | 38.016 | |
| Gesamtkapital | 56.846 | 59.092 |
Vorjahreswerte angepasst
Gesamtvermögen durch Integration von Pharma- und Crop-Science-Geschäft angestiegen
Die Vermögenssituation der Bayer AG ist auch nach der Integration der operativen Stammhausfunktionen der Divisionen Pharma und Crop Science geprägt durch die Leitungsfunktionen des Konzerns. Insbesondere Beteiligungsmanagement und Konzernfinanzierung bestimmen das Bilanzbild. Dies drückt sich vor allem in der Höhe des Beteiligungsbesitzes sowie der gegenüber Konzerngesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus.
Zum 31. Dezember 2017 belief sich das Gesamtvermögen der Bayer AG auf 59,1 Mrd. €. Es ist gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Mrd. € gestiegen, maßgeblich geprägt durch die Übernahme des operativen Geschäfts der Divisionen Pharma und CropScience von Bayer Pharma AG bzw. Bayer CropScience AG, durch die sich vor allem das Umlaufvermögen erhöht hat. Es stieg um 4,2 Mrd. €, während das Anlagevermögen um 1,9 Mrd. € zurückging.
Der Rückgang des Anlagevermögens resultierte nahezu ausschließlich aus der Veräußerung von Anteilen der Covestro AG (1,9 Mrd. €) bzw. der Einbringung in den Bayer Pension Trust e.V. (0,2 Mrd. €). Insgesamt ging der Beteiligungsbesitz um 2,0 Mrd. € zurück, stellte aber mit 46,2 Mrd. € bzw. 78,2 % (Vorjahr: 84,9 %) weiterhin die bei Weitem größte Position des Gesamtvermögens dar. Übrige Finanzanlagen sowie Sachanlagen blieben mit 0,9 Mrd. € bzw. 29 Mio. € betragsmäßig unverändert, die immateriellen Vermögensgegenstände nahmen um 0,1 Mrd. € auf 123 Mio. € zu.
Bedingt durch Übernahme und Integration des Pharma- und Crop-Science-Geschäfts wurden im Umlaufvermögen mit 2,1 Mrd. € (Vorjahr: 0,0 Mrd. €) bzw. 2,0 Mrd. € (Vorjahr: 0,1 Mrd. €) erstmals Vorräte und Kundenforderungen in substantieller Größenordnung ausgewiesen. Letztere bestehen mit 1,6 Mrd. € (Vorjahr: 0,1 Mrd. €) mehrheitlich gegen verbundene Unternehmen. Forderungen gegen verbundene Unternehmen beliefen sich auf 2,6 Mrd. € (Vorjahr: 4,1 Mrd. €) und machten damit 4,4 % des Gesamtvermögens aus. Die übrigen Forderungen des Umlaufvermögens (einschließlich der Abgrenzungsposten) erhöhten sich um 125 Mio. € auf 901 Mio. €; hierin enthalten waren auch an Banken unter Zurückbehaltung wirtschaftlicher Risiken und Chancen veräußerte Aktien der Covestro AG von 284 Mio. €. Die flüssigen Mittel in Form höherer Bankguthaben stiegen um 1,5 Mrd. € auf 4,3 Mrd. €.
Die Bayer AG war in Höhe von 18,9 Mrd. € (Vorjahr: 16,6 Mrd. €) durch Eigenkapital finanziert. Der Anstieg resultierte aus dem Jahresüberschuss von 4.543 Mio. €, dem eine Minderung aufgrund der Dividendenzahlung für 2016 von 2.233 Mio. € gegenüberstand. Aufgrund des in Relation weniger stark gestiegenen Gesamtvermögens verbesserte sich die Eigenkapitalquote auf 31,9 % (Vorjahr: 29,1 %).
Die Rückstellungen erhöhten sich um 0,3 Mrd. € auf 2,2 Mrd. €. Im Zusammenhang mit der Übernahme des operativen Geschäfts von Pharma und Crop Science und den entsprechenden Betriebsübergängen gingen unter anderem Pensionsverpflichtungen von 1,0 Mrd. € und Deckungsvermögen von 0,4 Mrd. €, somit Nettoverpflichtungen von 0,6 Mrd. €, auf die Bayer AG über. Gleichwohl gingen die Pensionsrückstellungen aufgrund der Wertsteigerung des Deckungsvermögens und zusätzlicher Einbringungen um 162 Mio. € zurück. Während die Steuerrückstellungen ebenfalls um 150 Mio. € auf 391 Mio. € abnahmen, kam es bei den sonstigen Rückstellungen zu einem Anstieg um 608 Mio. € auf 1.075 Mio. €. Maßgeblich waren vor allem um 319 Mio. € höhere Personalverpflichtungen, vor allem aufgrund der gestiegenen Mitarbeiterzahl, sowie um 220 Mio. € höhere Drohverluste, insbesondere aus Sicherungsgeschäften.
Die Verbindlichkeiten (einschließlich der Abgrenzungsposten) sind leicht um 0,4 Mrd. € auf 38,0 Mrd. € zurückgegangen (Nettobetrag nach Saldierung mit aufrechenbaren Forderungen). Lieferantenverbindlichkeiten wurden aufgrund des übernommenen Pharma- und Crop-Science-Geschäfts mit 1,8 Mrd. € erstmals in größerem Umfang auf-, sonstige operative Verbindlichkeiten um 1,7 Mrd. € abgebaut. Die Finanzverschuldung konnte um 0,5 Mrd. € zurückgeführt werden, wobei einem Rückgang der konzerninternen Verschuldung um 1,5 Mrd. € ein Anstieg bei den externen Finanzschulden um 1,0 Mrd. € gegenüberstand. Eine im Jahr 2018 fällige DIP-Anleihe über 750 Mio. € wurde vorzeitig zurückgezahlt, Schuldverschreibungen (Umtauschanleihen) über 1,0 Mrd. €, die auch in Covestro-Aktien beglichen werden können, neu begeben. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Dritten erhöhten sich um 0,7 Mrd. € bzw. 0,1 Mrd. €. Insgesamt belief sich die Finanzverschuldung am Jahresende 2017 auf 36,0 Mrd. € (Vorjahr: 36,5 Mrd. €). Die Nettoverschuldung nach Abzug flüssiger Mittel von 4,3 Mrd. € (Vorjahr: 2,7 Mrd. €) lag mit 31,7 Mrd. € um 2,1 Mrd. € unter dem Vorjahreswert von 33,8 Mrd. €.
2.4 Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns
Der Zusammengefasste Lagebericht und der Abschluss des Bayer-Konzerns werden nach den geltenden Rechnungslegungsstandards aufgestellt. Zusätzlich zu den durch diese Standards geforderten Angaben und Kennzahlen veröffentlicht Bayer alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures = APM), die diesen Regulierungen nicht unterliegen und für die es keinen allgemein akzeptierten Berichtsstandard gibt. Bayer ermittelt die APM mit dem Ziel, die Vergleichbarkeit der Leistungskennzahlen im Zeitablauf bzw. im Branchenvergleich zu ermöglichen. Dies erfolgt durch bestimmte Anpassungen der nach den geltenden Rechnungslegungsstandards aufgestellten Bilanz- oder Gewinn- und Verlustrechnungspositionen. Die Anpassungen können dabei aus unterschiedlichen Berechnungs- und Bewertungsmethoden, uneinheitlichen Geschäftsaktivitäten sowie Sondereffekten resultieren, die sich auf die Aussagekraft dieser Positionen auswirken. Die so ermittelten alternativen Leistungskennzahlen gelten für alle Perioden und werden sowohl intern zur Steuerung des Geschäfts als auch extern zur Beurteilung der Leistung des Unternehmens durch Analysten, Investoren und Ratingagenturen eingesetzt. Bayer ermittelt folgende APM:
| ― | Umsatzveränderung (nominal, währungs- sowie währungs- und portfoliobereinigt) |
| ― | EBIT |
| ― | EBITDA |
| ― | EBIT vor Sondereinflüssen |
| ― | EBITDA vor Sondereinflüssen |
| ― | EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen |
| ― | Bereinigtes Ergebnis je Aktie |
| ― | Nettofinanzverschuldung |
| ― | Return on Capital Employed (ROCE) |
| ― | Net Operating Profit After Tax (NOPAT) |
| ― | Capital Employed |
| ― | Unternehmensleistung |
| ― | Wertschöpfung |
| ― | Materialaufwand / Sonstige Aufwendungen |
| ― | Weitere Bilanz- und Finanzkennzahlen |
Die (nominale) Umsatzveränderung ist eine relative Kennzahl. Sie gibt die prozentuale Veränderung der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr an.
Die währungs- bzw. währungs- und portfoliobereinigte Umsatzveränderung zeigt die prozentuale Veränderung der Umsatzerlöse ohne den Einfluss von Wechselkurseffekten bzw. ebenso ohne die für die jeweilige Geschäftseinheit wesentlichen Akquisitionen und Desinvestitionen. Bei den Wechselkurseffekten wird grundsätzlich die im jeweiligen Land gültige funktionale Währung zur Berechnung herangezogen. Davon abweichend wird in Brasilien und Argentinien, hauptsächlich bei Crop Protection, eine geschäftliche Anpassung der jeweiligen funktionalen Währung an den USD vorgenommen.
Das EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) steht für Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern und dient der Darstellung des operativen Ergebnisses eines Unternehmens ohne den Einfluss von Effekten aus international uneinheitlichen Besteuerungssystemen und unterschiedlichen Finanzierungsaktivitäten. Das EBIT wird wie folgt ermittelt:
Überleitungsrechnung EBIT
A 2.4/1
| Ergebnis vor Ertragsteuern | |
|---|---|
| +/- | Finanzergebnis (Ergebnis aus der nach Equity-Methode bewerteten Beteiligungen, Finanzielle Erträge, Finanzielle Aufwendungen) |
| \= | EBIT |
Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) steht für Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen. Diese Erfolgskennzahl neutralisiert neben dem Finanzergebnis auch verzerrende Effekte auf die operative Geschäftstätigkeit, die aus unterschiedlichen Abschreibungsmethoden und Bewertungsspielräumen resultieren. Das EBITDA wird ermittelt auf Basis des EBIT zuzüglich der in der Periode erfolgswirksam erfassten Abschreibungen und Wertminderungen bzw. abzüglich der Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
Überleitungsrechnung EBITDA
A 2.4/2
| EBIT | |
|---|---|
| +/- | Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (gemäß Kapitalflussrechnung) |
| \= | EBITDA |
Das EBIT vor Sondereinflüssen und das EBITDA vor Sondereinflüssen zeigen die Entwicklung des operativen Ergebnisses ohne den Einfluss von Sondereinflüssen, d. h. für die Steuerung des Konzerns in ihrer Art und Höhe besonderer Effekte. Hierzu zählen u. a. Rechtsfälle, Restrukturierungen, Integrationskosten, Wertminderungen oder Wertaufholungen. Bei der Berechnung dieser Kennzahlen werden EBIT und EBITDA jeweils um Sonderaufwendungen erhöht und um Sondererträge reduziert.
Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen ist eine relative Kennzahl, die Bayer zum internen und externen Vergleich der operativen Ertragskraft verwendet. Zur Ermittlung der Kennzahl wird das EBITDA vor Sondereinflüssen ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen gesetzt.
Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie (Core EPS) ist eine alternative Leistungskennzahl, die auf Basis des nach IAS 33 definierten Konzernergebnisses je Aktie (EPS) berechnet wird. Zur Ermittlung des bereinigten Konzernergebnisses je Aktie werden Effekte aus Sondereinflüssen neutralisiert, um damit die Vergleichbarkeit unserer Performance im Zeitablauf zu ermöglichen. Hierbei werden im Zwischenschritt weitere APM - Core EBIT und das bereinigte Konzernergebnis - berechnet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird anschließend mittels Division des bereinigten Konzernergebnisses je Aktie durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien ermittelt:
Überleitungsrechnung bereinigtes Ergebnis je Aktie
A 2.4/3
| EBIT (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) | |
|---|---|
| +/- | Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte |
| +/- | Wertminderungen / Wertaufholungen von Sachanlagen und in den Sondereinflüssen enthaltene beschleunigte Abschreibungen |
| +/- | Sondereinflüsse (ohne Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen) |
| \= | "Core EBIT" |
| +/- | Finanzergebnis (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) |
| +/- | Sondereinflüsse Finanzergebnis |
| +/- | Ertragsteuern (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) |
| +/- | Sondereinflüsse Ertragsteuern |
| +/- | Steuereffekte bezogen auf Abschreibungen/Wertminderungen / Wertaufholungen und Sondereinflüsse |
| +/- | Ergebnis nach Ertragsteuern auf nicht beherrschende Anteile entfallend (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) |
| +/- | Auf andere Gesellschafter entfallender Anteil der oben dargestellten Anpassungen |
| \= | Bereinigtes Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft |
| / | Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien |
| \= | Bereinigtes Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft "Core EPS" |
Aufgrund der Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie für jede Zwischenberichtsperiode weicht das bereinigte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr oder jede Zwischenberichtsperiode bis zum jeweiligen Stichtag potenziell von den aufsummierten bereinigten Ergebnissen je Aktie für die einzelnen Zwischenberichtsperioden ab.
Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie bildet die Grundlage der Dividendenpolitik des Bayer-Konzerns.
Die Nettofinanzverschuldung ist eine wichtige Steuerungskennzahl des Bayer-Konzerns, die sowohl intern als auch extern zur Bewertung der Liquidität, Kapitalstruktur und finanziellen Flexibilität des Bayer-Konzerns verwendet wird. Diese Kenngröße wird wie folgt ermittelt:
Überleitungsrechnung Nettofinanzverschuldung
A 2.4/4
| Anleihen / Schuldscheindarlehen | |
| + | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
| + | Leasingverbindlichkeiten |
| + | Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten1 |
| + | Sonstige Finanzverbindlichkeiten |
| - | Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten1 |
| \= | Finanzverschuldung |
| - | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
| - | Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte2 |
| \= | Nettofinanzverschuldung |
1 Darin enthalten sind: Marktwerte aus der Zins- und Währungssicherung bilanzieller Risiken
2 Darin enthalten sind: kurzfristige Ausleihungen und Forderungen gegenüber Banken und anderen Unternehmen mit einer Laufzeit > 3 Monate und ≤ 12 Monate und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als kurzfristig ausgewiesen werden.
Der Return on Capital Employed (ROCE) ist das Verhältnis von Net Operating Profit after Tax (NOPAT) zu dem durchschnittlichen Capital Employed und dient als wertorientierter Indikator für langfristige Geschäftsanalysen sowie für Portfoliobetrachtungen. Der NOPAT stellt das operative Ergebnis nach Steuern dar und ist die Differenz zwischen EBIT und Ertragsteuern. Die Ertragsteuern berechnen sich hierbei über Multiplikation des EBIT mit einem uniformen Steuersatz von 24 %, der auf dem Mittelwert historischer Steuersätze basiert. Das Capital Employed bildet das von Bayer eingesetzte Kapital zu Buchwerten und ermittelt sich als Summe des operativen Anlage- und Umlaufvermögens abzüglich Verbindlichkeiten, die im Wesentlichen nicht-zinstragender Natur sind und / oder die operative Kapitalbasis verzerren würden. Zusätzlich zu den im vergangenen Geschäftsjahr berichteten Positionen wurden die Positionen "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" sowie "Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten" in das Capital Employed aufgenommen. Dies ist dadurch begründet, dass diese Positionen zum EBIT des Geschäftsjahrs beigetragen haben. Zur Abbildung der unterjährigen Veränderung des Capital Employed wird ein Durchschnittswert genutzt, der sich aus den Werten zum Jahresende des Vorjahres sowie des Geschäftsjahres ermittelt. Das Capital Employed stellt sich in seinen Komponenten wie folgt dar:
Zusammensetzung des Capital Employed
A 2.4/5
| in Mio € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 16.048 | 14.751 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 13.470 | 11.674 |
| Sachanlagen | 8.475 | 7.633 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte1 | 49 | 47 |
| Vorräte | 6.687 | 6.550 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 9.319 | 8.582 |
| Sonstige Forderungen1 | 1.367 | 1.293 |
| Aktive latente Steuern1 | 2.591 | 2.371 |
| Ertragsteuererstattungsansprüche | 676 | 474 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 10 | 2.081 |
| Brutto Capital Employed | 58.692 | 55.456 |
| Andere Rückstellungen1 | - 6.154 | - 5.602 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 4.991 | - 5.129 |
| Sonstige Verbindlichkeiten1 | -2.488 | - 2.093 |
| Finanzverbindlichkeiten1 | - | - 4 |
| Passive latente Steuern1 | - 1.242 | - 910 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | - 1.307 | - 917 |
| Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | - | - 111 |
| Capital Employed | 42.510 | 40.690 |
| Durchschnittliches Capital Employed 2017 | - | 41.600 |
Vorjahreswerte angepasst
1 Selektierte Positionen der Komponente: Im Wesentlichen nicht-zinstragende oder nicht-operative Positionen wurden im Capital Employed eliminiert
Die Unternehmensleistung ist die Summe aus Umsatzerlösen, sonstigen betrieblichen Erträgen, finanziellen Erträgen sowie dem Ergebnis aus den nach Equity-Methode bewerteten Beteiligungen. Die Unternehmensleistung verteilt sich auf Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Materialaufwand / sonstige Aufwendungen sowie Wertschöpfung. Wertschöpfung ist definiert als Summe aus EBIT zzgl. Personalaufwand und Steueraufwendungen, die keine Ertragsteuern sind, und dem Finanzergebnis zzgl. Zinsaufwendungen. Der Bereich Materialaufwand / Sonstige Aufwendungen wird als Unterschiedsbetrag berechnet und umfasst somit alle Aufwendungen außer Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie denen, die in der Wertschöpfung enthalten sind.
3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
3.1 Prognosebericht
3.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Konjunkturausblick Gesamtwirtschaft
A 3.1.1/1
| Wachstum 1 2017 | Ausblick Wachstum 1 2018 | |
|---|---|---|
| Welt | 3,2 % | 3,3 % |
| EU | 2,5 % | 2,2 % |
| davon Deutschland | 2,6 % | 2,8 % |
| USA | 2,2 % | 2,7 % |
| Schwellenländer2 | 4,8 % | 4,8 % |
Wachstum 2017 angepasst
1 Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: IHS Markit
2 Darin enthalten sind rund 50 Länder, die IHS Markit in Anlehnung an die Weltbank als Schwellenländer definiert.
Stand: Februar 2018
Weiterhin kräftiges Wachstum der Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2018 weiter kräftig wachsen. Insbesondere in den USA erwarten wir eine höhere Dynamik als im Vorjahr. Konjunkturelle Impulse dürften dabei unter anderem von der jüngst erfolgten Steuersenkung ausgehen. Auch die Arbeitslosigkeit dürfte zurückgehen, was den privaten Konsum weiter stärken würde. In Europa ist ebenfalls mit einem robusten Wachstum zu rechnen, allerdings dürfte es etwas geringer ausfallen als im Vorjahr. Weiterhin belasten politische Unwägbarkeiten die Konjunktur, unter anderem das Tauziehen um die Gestaltung des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. Positiv dürfte sich dagegen ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit auswirken. In den Schwellenländern erwarten wir ein kräftiges Wachstum auf dem Niveau des Vorjahrs. Impulse dürften dort angesichts der anhaltend guten Weltkonjunktur insbesondere vom Export kommen. Für China rechnen wir mit einem hohen, aber gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufigen Wachstum.
Konjunkturausblick Segmente
A 3.1.1/2
| Wachstum 1 2017 | Ausblick Wachstum 1 2018 | |
|---|---|---|
| Pharmaceuticals-Markt | 3 % | 4 % |
| Consumer-Health-Markt | 3 - 4 % | 3 - 4 % |
| Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt | 1 % | 3 % |
| Animal-Health-Markt | 2 % | 4 % |
1 Eigene Berechnung, ausgenommen Pharmamarkt: Quelle: IMS Health. IMS Market Prognosis. Copyright 2017. Alle Rechte vorbehalten; währungsbereinigt; Werte 2017 vorläufig
Stand: Februar 2018
Für den Pharmaceuticals-Markt rechnen wir 2018 mit einem etwas höheren Wachstum (4 %) als im Vorjahr. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern dürften vor allem Produktneueinführungen zählen. Negative Impulse erwarten wir durch Patentabläufe, die mit verstärktem generischem Wettbewerb einhergehen könnten. Für die USA, Europa, Lateinamerika und Asien rechnen wir mit positiven Entwicklungen, während wir für den Pharmamarkt in Japan von einem Rückgang des Wachstums ausgehen.
Für den Consumer-Health-Markt rechnen wir im Jahr 2018 mit einem Wachstum von 3 - 4 %. Der Markt dürfte infolge des zunehmenden Preisdrucks durch E-Commerce sowie einer Konsolidierung des Handels weiterhin angespannt bleiben.
Für den weltweiten Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt rechnen wir im Jahr 2018 mit einer positiven Entwicklung (+3 %). Wachstumsimpulse sehen wir insbesondere aus Lateinamerika, vorrangig aufgrund einer zu erwartenden Normalisierung der Pflanzenschutzmittel-Lagerbestände in Brasilien und eines weiteren Ausbaus der Sojabohnenanbauflächen. Auch in der Region Asien / Pazifik sowie in Osteuropa erwarten wir ein Marktwachstum. In Nordamerika und Westeuropa dürfte sich das anhaltend niedrige Preisniveau bei Agrarrohstoffen in einer verhaltenen Wachstumsdynamik widerspiegeln, die insgesamt hinter der weltweiten Entwicklung zurückbleibt.
Nach einer leichten Belebung des Animal-Health-Marktes am Ende des Jahres 2017 erwarten wir für 2018 mit 4 % wieder ein stärkeres Wachstum als im Vorjahr. Dazu dürfte in erster Linie eine Verbesserung des Marktklimas im Nutztiersegment beitragen, gestützt von einer weiterhin robusten Nachfrage im Haustiergeschäft.
3.1.2 Unternehmensausblick
Auf Basis der aktuellen Geschäftsentwicklung und unserer internen Planung ergeben sich die folgenden Prognosen. Die geplante Übernahme von Monsanto ist hierin noch nicht berücksichtigt und wird nachfolgend separat betrachtet.
Unserem Ausblick haben wir die Währungskurse zum 31. Dezember 2017 zugrunde gelegt. Zur besseren Vergleichbarkeit der operativen Performance haben wir die Prognosen auch währungsbereinigt dargestellt.1 Eine Aufwertung (Abwertung) des Euro um 1 % gegenüber allen Währungen führt auf Jahresbasis zu einem Rückgang (Anstieg) des Umsatzes um etwa 250 Mio. € sowie zu einer Verringerung (Steigerung) des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA um etwa 70 Mio. €.
Für das Jahr 2018 erwarten wir einen Umsatz von etwa 35 Mrd. €. Dies entspricht währungs- und portfoliobereinigt einem Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen (währungsbereinigt: Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich). Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft soll sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen (währungsbereinigt: Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich).
Prognose der Konzern-Finanzkennzahlen für 2018
A 3.1.2/1
| Stichtagskurse vom 31.12.2017 | währungsbereinigt | |
|---|---|---|
| Umsatz | Vorjahresniveau | Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich |
| Entwicklung des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA | Vorjahresniveau | Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich |
| Entwicklung des bereinigten Ergebnisses je Aktie | Vorjahresniveau | Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich |
Umsatz- und Ergebnisprognose nach Segmenten
Für Pharmaceuticals planen wir unter Berücksichtigung von Lieferschwierigkeiten im Supply Center Leverkusen einen Umsatz von über 16,5 Mrd. €. Dies entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Zuwachs im unteren einstelligen Prozentbereich. Den Umsatz mit unseren Hauptwachstumsprodukten XareltoTM, EyleaTM, StivargaTM, XofigoTM und AdempasTM wollen wir in Richtung 7 Mrd. € steigern. Wir planen eine Verringerung des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA im unteren einstelligen Prozentbereich (währungsbereinigt: Steigerung im unteren einstelligen Prozentbereich). Wir erwarten einen leichten Rückgang der um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA-Marge.
1 Dabei werden die Monatsdurchschnittskurse aus 2017 verwendet (siehe B 4/1).
Im Segment Consumer Health rechnen wir mit einem Umsatz von über 5,5 Mrd. €. Dies entspricht währungs- und portfoliobereinigt dem Vorjahresniveau. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen erwarten wir einen Rückgang im unteren einstelligen Prozentbereich (währungsbereinigt: Steigerung im unteren einstelligen Prozentbereich).
Für Crop Science gehen wir von einem Umsatz von über 9,5 Mrd. € aus. Dies entspricht einer währungs- und portfoliobereinigten Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Wir erwarten eine Steigerung des EBITDA vor Sondereinflüssen im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich (währungsbereinigt: Anstieg im mittleren Zehner-Prozentbereich).
Im Segment Animal Health erwarten wir eine währungs- und portfoliobereinigte Umsatzsteigerung im unteren einstelligen Prozentbereich. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen planen wir einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich (währungsbereinigt: auf Vorjahresniveau). Sowohl Umsatz als auch EBITDA vor Sondereinflüssen sind von veränderten Rechnungslegungsvorschriften (IFRS 15) negativ betroffen.
Überleitung : Für das Jahr 2018 erwarten wir einen Umsatz von etwa 1,5 Mrd. €. Das EBITDA vor Sondereinflüssen planen wir in einer Größenordnung von -0,2 Mrd. €.
Prognose weiterer Konzernkennzahlen für 2018
A 3.1.2/2
| Stichtagskurse vom 31.12.2017 | ||
|---|---|---|
| Sonderaufwendungen1 | etwa 0,4 Mrd. € | |
| Aufwendungen für Forschung und Entwicklung | etwa 4,1 Mrd. € | |
| Investitionen | etwa 2,2 Mrd. € | |
| davon immaterielle Vermögenswerte | etwa 0,6 Mrd. € | |
| Planmäßige Abschreibungen | etwa 2,2 Mrd. € | |
| davon auf immaterielle Vermögenswerte | etwa 1,2 Mrd. € | |
| Finanzergebnis | etwa - 1 Mrd. € | |
| Steuerquote | 20,0 % | |
| Nettofinanzverschuldung2 | Nettoliquidität |
1 i.W. Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Monsanto bis zum Closing, Restrukturierungs- und Effizienzverbesserungsmaßnahmen
2 Ohne Berücksichtigung von Kapital- und Portfoliomaßnahmen
Ausblick unter Berücksichtigung von Monsanto
Mit der erwarteten Übernahme im 2. Quartal 2018 rechnen wir mit einer deutlichen Steigerung des Umsatzes und des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie erwarten wir auf Basis der gegenwärtigen Annahmen bezüglich der durchzuführenden Eigenkapital- und Finanzierungsmaßnahmen einen moderaten Rückgang. Für das erste volle Jahr nach der Übernahme erwarten wir unverändert eine deutliche Steigerung des Umsatzes und des EBITDA vor Sondereinflüssen sowie einen Zuwachs beim bereinigten Ergebnis je Aktie.
Ausblick für die Bayer AG
Für die Bayer AG erwarten wir Umsatzerlöse von etwa 15 Mrd. € und ein EBIT in der Größenordnung von -1,5 Mrd. €. Enthalten ist dabei das eigene sowie das von der Bayer Pharma AG und der Bayer CropScience AG durch Betriebsverpachtung übernommene operative Geschäft. Zudem vereinnahmt die Bayer AG das Ergebnis der meisten inländischen Gesellschaften über bestehende Gewinnabführungsverträge. Zusätzlich stellen gezielte innerkonzernliche Dividendenmaßnahmen sicher, dass ausreichend ausschüttungsfähiges Kapital zur Verfügung steht. Der Ausblick für den Bayer-Konzern spiegelt somit aufgrund der Verflechtungen zwischen Bayer AG und ihren Tochtergesellschaften größtenteils auch die Erwartungen für die Bayer AG wider. Insgesamt gehen wir auch im kommenden Jahr davon aus, bei der Bayer AG einen Bilanzgewinn zu erzielen, der es ermöglicht, unsere Aktionäre angemessen am Ergebnis des Konzerns zu beteiligen.
3.2 Chancen- und Risikobericht
3.2.1 Konzernweites Chancen- und Risikomanagementsystem
Als international agierendes Life-Science-Unternehmen ist der Bayer-Konzern ständig einer Vielzahl von internen und externen Entwicklungen und Ereignissen ausgesetzt, die das Erreichen unserer finanziellen und nichtfinanziellen Ziele in wesentlichem Maße beeinflussen können. Chancen- und Risikomanagement ist daher ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenssteuerung. Eine Chance verstehen wir als positive, ein Risiko als negative Abweichung von einem Plan- oder Zielwert möglicher künftiger Entwicklungen.
Durch die Entkonsolidierung von Covestro zum Ende des 3. Quartals 2017 wird das Chancen- und Risikomanagement von Covestro nicht mehr betrachtet. Die operativen Risiken von Covestro sind nicht mehr Bestandteil des Bayer-Risikoprofils.
Chancenmanagementsystem
Chancen identifizieren wir im Rahmen des jährlichen strategischen Planungszyklus, in dem die Segmente interne und externe Einflussfaktoren analysieren, welche die Entwicklung unserer Geschäftstätigkeit positiv beeinflussen können. Diese Faktoren können gesellschaftlicher, ökonomischer oder umweltbezogener Art sein. Die Kernphase unseres strategischen Planungsprozesses findet regelmäßig im ersten Halbjahr statt und beginnt mit einer umfassenden Analyse der Märkte. Darauf aufbauend identifizieren die Segmente ihre Chancen durch eine Analyse ihres jeweiligen Marktumfelds. Hierbei werden unterschiedliche Zeiträume zugrunde gelegt, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Trends oder Entwicklungen uns kurz-, mittel- und auch langfristig beeinflussen können. Darüber hinaus erfolgt die Identifikation von Chancen durch das Management und die Mitarbeiter im Rahmen der täglichen Beobachtung der internen Prozesse und Märkte. Chancen, von denen wir mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwarten, dass sie eintreten, haben wir in unserer Planung bereits berücksichtigt.
Risikomanagementsystem
Im Zuge der zu Beginn des Jahres 2016 eingeleiteten Neuorganisation des Konzerns wurde die Koordination der Risikomanagementaktivitäten in der Konzernfunktion Risk Management gebündelt, welche direkt an den Finanzvorstand berichtet, und das Risikomanagement ganzheitlich und umfassend neu aufgestellt. Im Zuge dessen wurde der Risikomanagementprozess (Enterprise-Risk-Management(ERM)-Prozess), u. a. mit einem überarbeiteten Risikokatalog (Bayer Risk Universe) und einer modifizierten Bewertungssystematik, angepasst.
Der Bayer-Konzern hat ein holistisches und integriertes Risikomanagementsystem implementiert, um durch die frühzeitige Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken den Fortbestand und die künftige Zielerreichung des Konzerns sicherzustellen.
Das Risikomanagement des Bayer-Konzerns orientiert sich an international anerkannten Standards und Prinzipien, wie beispielsweise dem Risiko-Management-Standard ISO 31000 der Internationalen Organisation für Normierung (ISO).
Struktur des Bayer-Risikomanagementsystems
Struktur des Risikomanagementsystems
A 3.2.1/1

Vorstand / Aufsichtsrat
Der Vorstand der Bayer AG trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems mindestens einmal pro Jahr.
Bayer Risk Committee
Das Bayer Risk Committee unter Vorsitz des Finanzvorstands setzt sich aus Vertretern der Segmente und Konzernfunktionen zusammen. Es stellt sicher, dass auf alle bedeutenden Risiken (mit angemessenen Mitigationsmaßnahmen) reagiert wird. Darüber hinaus diskutiert und überprüft das Committee regelmäßig dieses Risikoportfolio und den Mitigationsstatus.
Operatives Geschäft
Die Verantwortung für Identifikation, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von Risiken liegt bei den operativen Geschäftseinheiten in den Segmenten und Konzernfunktionen.
Kontroll- und Überwachungssysteme
Um die gesetzlich geforderte Überwachung der wesentlichen Geschäftsrisiken durch den Vorstand und den Aufsichtsrat zu gewährleisten, hat der Bayer-Konzern ein Risikofrüherkennungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG, ein Internes Kontrollsystem für (Konzern-)Rechnungslegungsprozesse sowie ein Compliance-Managementsystem implementiert. Diese liegen in der Verantwortung verschiedener Konzernfunktionen.
Als wesentliche Funktion für die Kontroll- und Überwachungssysteme steuert und koordiniert die Konzernfunktion Risk Management das Risikomanagementsystem. Sie stellt übergreifende Standards, Methoden und Tools zur Verfügung und ist darüber hinaus für das Risikofrüherkennungssystem verantwortlich, steuert den jährlichen ERM-Prozess und gewährleistet die Berichterstattung an das Bayer Risk Committee und den Vorstand. Im Folgenden werden die drei Systeme für den Bayer-Konzern näher beschrieben.
Risikofrüherkennungssystem (RFS)
Die Anforderung gemäß § 91 Abs. 2 AktG, alle wesentlichen und / oder den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Entwicklungen durch ein RFS frühzeitig erkennen zu können, erfüllen wir durch den ERM-Prozess. Hierdurch werden einheitliche Rahmenbedingungen und Standards für die Ausgestaltung des RFS im Konzern gesetzt.
Internes Kontrollsystem bezogen auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess
(Bericht gemäß §§ 289 Absatz 4, 315 Absatz 4 HGB)
Als Teil des umfassenden Risikomanagementsystems verfügt Bayer über ein internes Kontrollsystem bezogen auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess (Internal Control System oder kurz ICS), in dem geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Ziel unseres ICS ist die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen und wirksamen Rechnungslegung und Finanzberichterstattung gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB. Das ICS ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Transaktionen auf Basis geltender gesetzlicher Normen, Rechnungslegungsvorschriften sowie der für alle konsolidierten Konzernunternehmen verbindlichen internen Konzernregelungen gewährleistet ist. Risiken werden sowohl identifiziert und bewertet als auch durch geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen begrenzt. Konzernweit verbindliche ICS-Standards, wie z. B. systemtechnische und manuelle Abstimmungsprozesse sowie die Funktionstrennung wurden daraus abgeleitet und von der Konzernfunktion Risk Management im Namen des Finanzvorstandes der Bayer AG vorgegeben. Die ICS-Standards werden von den Konzerngesellschaften umgesetzt und die Einhaltung vom jeweiligen Management verantwortet. Unter Nutzung konzerneigener Shared Service Center erstellen die Konzerngesellschaften ihre Abschlüsse und übermitteln sie über ein konzernweit einheitlich definiertes Datenmodell. Dieses Datenmodell unterliegt der Konzernregelung zur Rechnungslegung und stellt damit die Regelkonformität des Konzernabschlusses sicher. Der Vorstand der Bayer AG hat die Wirksamkeit des ICS und dessen Kriterien für das Geschäftsjahr 2017 als funktionsfähig beurteilt. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein Internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.
Compliance-Managementsystem
Unser Compliance-Managementsystem hat zum Ziel, das rechtmäßige und verantwortungsbewusste Handeln unserer Mitarbeiter sicherzustellen. Potenzielle Zuwiderhandlungen sollen schon im Vorfeld erkannt und systematisch unterbunden werden. Das Compliance-Managementsystem leistet folglich einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Compliance in unseren operativen Geschäftseinheiten und deren Prozessen. Detaillierte Informationen zum Compliance-Managementsystem sind in Abschnitt A 4.2 "Compliance" dargestellt. Dort wird insbesondere der Prozess der Identifikation und Maßnahmenergreifung beschrieben.
Prozessunabhängige Überwachung
Die Konzernfunktion Interne Revision unterstützt den Vorstand unter anderem bei der unabhängigen Überwachung des Risikomanagementsystems. Sie überprüft einzelne Risikobereiche sowie die ergriffenen Maßnahmen.
Zusätzlich beurteilt der Abschlussprüfer als unabhängige externe Instanz im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung.
Grundelemente des Risikomanagementsystems
Grundelemente des Risikomanagementsystems
A 3.2.1/2

Im Folgenden werden die Grundelemente des Risikomanagementsystems beschrieben, welche in verbindlichen Dokumenten geregelt sind.
Risikokultur und Ziele des Risikomanagementsystems
Die Grundsätze des Risikomanagementsystems orientieren sich an den strategischen Zielen des Gesamtkonzerns sowie der einzelnen Segmente und schaffen die Basis für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken.
Durch Einbinden aller Unternehmensebenen werden Risikobewusstsein und Risikoverständnis geschärft, was für die Schaffung einer Risikokultur essenziell ist. Darüber hinaus wird mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten, Grundsätzen, Standards, Methoden und Tools sowie Schulungen die Grundlage für ein eigenständiges, proaktives und systematisches Management von Risiken geschaffen.
Risikomanagementprozess
Identifikation: Die Identifikation von Risiken erfolgt durch Risikoverantwortliche in den operativen Gesellschaften oder Funktionen. Zur Unterstützung einer möglichst vollständigen Risikoidentifikation verfügt der Bayer-Konzern über ein Risk Universe, welches die potenziellen Risikokategorien von Bayer als Life-Science-Unternehmen reflektiert. Das Bayer Risk Universe berücksichtigt auch ausdrücklich Risiken nichtfinanzieller Art, die mit unserer Geschäftstätigkeit oder unseren Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind. Dabei kann es sich auch um Risiken gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz in Bezug auf die Aspekte Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange sowie Menschenrechte und Korruption / Bestechung (Compliance) handeln. Das Risk Universe wird regelmäßig geprüft und bei Bedarf aktualisiert.
Bewertung: Gemäß der nachfolgenden Matrix werden die identifizierten Risiken nach ihrem potenziellen Schadensausmaß und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt, nach Berücksichtigung von Mitigationsmaßnahmen. Ab diesem Jahr erfolgt die Einordung in eine 5x5-Matrix, während zuvor eine 3x3-Matrix verwendet wurde.
Risiko-Bewertungsmatrix
A 3.2.1/3

Die Bewertung des Schadensausmaßes erfolgt quantitativ und / oder qualitativ: Die quantitative Beurteilung reflektiert einen möglichen Ausfall von Zahlungsmittelzuflüssen, während zuvor eine Ergebnisgröße verwendet wurde. Eine qualitative Einschätzung des Schadens erfolgt mittels Kriterien wie strategische Auswirkungen, Einfluss auf unsere Reputation, möglicher Vertrauensverlust bei Stakeholdergruppen oder die mögliche Verletzung von Nachhaltigkeitsprinzipien (z. B. in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz und Menschenrechte). Die höchste Bewertung - qualitativ oder quantitativ - bestimmt die Gesamtbeurteilung. Bei der Ermittlung der Eintrittswahrscheinlichkeit liegt grundsätzlich ein Zeitraum von 10 Jahren zugrunde. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit im Gesamtrisikoportfolio werden die Risiken als hoch, mittel oder niedrig klassifiziert.
Risiken mit einem potenziellen Schadensausmaß von über 4.000 Mio. € werden hinsichtlich ihrer möglichen Bestandsgefährdung einer gesonderten Prüfung durch das Bayer Risk Committee unterzogen.
Steuerung: Die Risikoverantwortlichen entscheiden auf Basis einer Kosten- und Nutzenabwägung über das anzustrebende Risikoniveau und definieren eine Strategie sowie Maßnahmen zur Risikosteuerung. Hierzu zählen Risikovermeidung, Risikoverringerung, Risikotransfer sowie Risikoakzeptanz.
Berichterstattung: Die Ergebnisse werden durch die Konzernfunktion Risk Management an das Bayer Risk Committee berichtet. Zusätzlich werden neue Risiken oberhalb einer definierten Wertgrenze ad-hoc an die Konzernfunktion Risk Management berichtet und, sofern relevant, an das Bayer Risk Committee und den Finanzvorstand. Einmal jährlich erfolgt die Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.
Überwachung und Verbesserung
Die Verantwortlichen evaluieren fortlaufend die Angemessenheit und Aktualität der Grundsätze, Standards, Methoden und Tools. Sofern sich z. B. die strategischen Ziele und / oder das Bayer Risk Universe ändern, führt dies zu einer Anpassung.
3.2.2 Chancen- und Risikolage
Als wesentliche zu berichtende Risiken im Sinne von DRS 20 werden im Folgenden alle hohen sowie die mittleren, vom Schadensausmaß her mindestens als signifikant eingestuften, finanziellen und nichtfinanziellen Risiken berichtet. Diese befinden sich innerhalb des schwarzen Rahmens in der Bewertungsmatrix A 3.2.1/3. In der im Vorjahr geltenden Systematik wurden dagegen alle Risiken mit einem Schadensausmaß von über 500 Mio. € betrachtet. Wir berichten des Weiteren bedeutende Risiken, die unter Umständen nicht, nur unzureichend oder wenig aussagekräftig finanziell quantifizierbar sind. Die in diesem Abschnitt ausgewiesenen Risiken beschreiben wir detailliert unter Berücksichtigung der etablierten Mitigationsmaßnahmen (Nettorisiko). Ferner berichten wir über wesentliche Chancen, die im Chancenmanagement identifiziert wurden.
Vergleichbare Risiken aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen werden gegebenenfalls zusammengefasst berichtet. Die Reihenfolge impliziert keine Wertigkeit der Risiken. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Risikomanagementprozesse weiterentwickelt und im Zuge dessen auch die Bewertungsmethodik wie oben beschrieben geändert. Aus diesem Grund ist ein Jahresvergleich der Risiken nur bedingt möglich. Wir haben daher darauf verzichtet, diesen abzubilden. Sofern relevant, gehen wir in der Beschreibung auch auf segmentspezifische Ausprägungen der Chancen und Risiken ein.
Gesondert zu erläuternde Risiken im Zusammenhang mit den Aspekten gemäß der Definition des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes müssten nach unserem Verständnis mindestens das Schadensausmaß "kritisch" und eine mit "sehr wahrscheinlich" eingestufte Eintrittswahrscheinlichkeit haben. Solche wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht identifiziert.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die einzelnen Risikokategorien mit den Risikoklassen und den betroffenen Segmenten. Die Chancen und Risiken, die sich aus der geplanten Akquisition des Unternehmens Monsanto ergeben, werden detailliert im nachfolgenden Kapitel beschrieben.
Wesentliche Risikobereiche im Überblick
A 3.2.2/1
| Risikokategorien | Risikoklasse | Betroffene Segmente oder Konzern1 | |
|---|---|---|---|
| Strategische Risiken | |||
| Externes Netzwerk und Partnerschaften | Mittel | PH, Konzern | |
| Operative Leistungsrisiken | |||
| Geistiges Eigentum | Mittel | PH, CS | |
| Forschung und Entwicklung | Hoch | PH, CS2 | |
| Einkauf und Produktion | Mittel | CS | |
| Personal | Mittel | Konzern | |
| Informationstechnologie | Mittel | Konzern | |
| Finanzen, Rechnungswesen und Steuern | Mittel | Konzern | |
| Sicherheits-, Qualitäts- und Compliance-Risiken | |||
| Produktsicherheit | Mittel | PH, CS | |
| Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz | Mittel | Konzern | |
| Qualitätsanforderungen und behördliche Auflagen | Hoch | CS, PH2 | |
| Recht und Compliance | Siehe A 3.2.2 "Recht und Compliance" | ||
| Externe Risiken | |||
| Geschäftsumfeld und Absatzmärkte | Mittel | PH, CS, CH | |
| Politisches, soziales und makroökonomisches Umfeld | Mittel | CS | |
| Naturkatastrophen und Krisen | Mittel | PH, Konzern |
PH: Pharmaceuticals; CS: Crop Science; CH: Consumer Health
1 Genannt werden die Segmente, die wesentliche Risiken identifiziert haben. Grundsätzlich können auch andere Segmente in geringerem Ausmaß betroffen sein. Bei wesentlichen Risiken, die von Konzernfunktionen berichtet werden, weisen wir den Konzern aus.
2 Risikoklasse: Mittel
Externes Netzwerk und Partnerschaften
Entlang der Wertschöpfungskette unserer Produkte unterhalten wir Partnerschaften. Eine suboptimale Leistung unserer Partner kann die Entwicklung, Herstellung oder Vermarktung unserer Dienstleistungen und Produkte beeinflussen und sich negativ auf unser Geschäft auswirken.
In einigen Ländern werden die Vermarktungsrechte für bestimmte pharmazeutische Produkte von Dritten gehalten. Eine unzureichende Leistung dieser Vertriebspartner kann sich negativ auf unsere Umsatz- und Kostenentwicklung auswirken. Wir haben daher ein "Alliance Management" etabliert, um wesentliche Kooperationen zu überwachen und den operativen Funktionen entsprechende Hilfestellung zu bieten.
Darüber hinaus werden einige Materialien, insbesondere in unserem Segment Pharmaceuticals, von einer nur sehr geringen Anzahl an Lieferanten zur Verfügung gestellt. Durch Lieferverzögerungen kann es zu Produktionsunterbrechungen kommen. Ebenso kann es zu Preisanpassungen kommen, die einen negativen Einfluss auf unsere Marge haben können. Diesen Risiken begegnen wir durch den Aufbau von alternativen Zulieferern, Abschluss von längerfristigen Verträgen, die Ausweitung von Lagerbeständen oder Eigenherstellung. Strategic Material Review Committees (SMRCs) überprüfen und bewerten regelmäßig die Zulieferrisiken.
Aus Gesamtkonzernsicht besteht das Risiko, dass unsere Unternehmenswerte, Anforderungen an Ethik, Compliance und Nachhaltigkeit nicht adäquat durch unser externes Netzwerk sowie unsere Partner berücksichtigt werden. Diesem Risiko begegnen wir durch einen Evaluierungsprozess, einen Verhaltenskodex für Lieferanten sowie Bewertungen und Audits von Lieferanten.
Geistiges Eigentum
Der Bayer-Konzern verfügt historisch wie auch aktuell über ein Portfolio, das zu großen Teilen aus patentgeschützten Produkten besteht. Aufgrund der langen Zeitspanne zwischen der Patentanmeldung und der Markteinführung eines Produkts hat Bayer in der Regel nur wenige Jahre Zeit, um einen angemessenen Ertrag zur Deckung der Entwicklungskosten zu erwirtschaften. Umso wichtiger ist ein wirksamer und sicherer Patentschutz. Insbesondere Generika-Anbieter versuchen, Patente vor ihrem Ablauf anzugreifen. Wir sind derzeit in Gerichtsverfahren involviert, um den Patentschutz für unsere Produkte durchzusetzen. Klagen Dritter aufgrund potenzieller Verletzung von Patenten oder sonstiger Schutzrechte durch Bayer können die Entwicklung oder Herstellung bestimmter Produkte behindern oder gar stoppen und uns zu Schadenersatz- oder Lizenzzahlungen an Dritte verpflichten. Unsere Patentabteilung prüft in Zusammenarbeit mit den jeweiligen operativen Bereichen regelmäßig die aktuelle Patentlage und beobachtet mögliche Patentverletzungsversuche, um bei Bedarf rechtliche Schritte einzuleiten.
Forschung und Entwicklung
Geschäftsübergreifend sehen wir Chancen durch unsere Innovationskraft sowohl in der Weiterentwicklung unserer Marken als auch in der Entwicklung unserer Forschungspipeline.
Im Segment Pharmaceuticals ergeben sich Chancen aus der Digitalisierung und damit verbundener neuer Methoden in der Forschung und Entwicklung, die Zeit sparen und die Entwicklungseffektivität erhöhen.
Um unsere Innovationskraft zu stärken, setzen wir auch auf die Vernetzung außerhalb unserer Unternehmensgrenzen. Daraus entstehen langfristig neue Impulse für die Entwicklung neuer Produkte.
Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass wir hinreichend Forschungskandidaten identifizieren und dass alle Produkte, die sich zukünftig oder derzeit in unserer Entwicklungspipeline befinden, ihre geplante Zulassung / Registrierung erreichen und erhalten bzw. sich auf dem Markt kommerziell erfolgreich behaupten werden. Dies kann u. a. daran liegen, dass bei der Produktentwicklung technische, kapazitative und zeitliche Anforderungen nicht erfüllt oder anvisierte Studienziele verfehlt werden. Dabei kann auch die Leistungsfähigkeit unserer Forschungspartner ein limitierendes Element sein. Bei der Produktzulassung oder -einführung kann es zu Verzögerungen oder Mehrkosten kommen. Der Bayer-Konzern versucht, diesem Risiko über ein ganzheitliches Portfoliomanagement zur Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit und zur Priorisierung seiner Entwicklungsprojekte entgegenzuwirken.
Einkauf und Produktion
An unseren Standorten kann es trotz aller Vorkehrungen zu Betriebsunterbrechungen kommen, z. B. durch Brände, Stromausfälle, Cyber-Angriffe oder Lieferunterbrechungen. Dies schließt auch externe Partner ein. Können wir die Nachfrage nach unseren Produkten nicht bedienen, kann es zu einem strukturellen Umsatzrückgang kommen. Diesem Risiko begegnen wir durch eine Verteilung der Produktion für bestimmte Produkte auf verschiedene Standorte bzw. durch den Aufbau von Sicherheitsbeständen. Zudem ist an allen unseren Produktionsstandorten als verpflichtender Bestandteil unseres HSEQ-Managements ein Sicherheits- und Krisenmanagement auf Grundlage einer entsprechenden Konzernregelung implementiert.
Personal
Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind eine entscheidende Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Schwierigkeiten bei der Rekrutierung, Einstellung, Bindung und Weiterentwicklung von Fachkräften können erhebliche negative Auswirkungen auf die künftige Unternehmensentwicklung haben. Darüber hinaus können eine unangemessene und nicht transparente Firmenkultur und -strategie sowie daraus abgeleitete Ziele und Anforderungen an die Mitarbeiter demotivieren und zu unzureichender Leistung führen und die Attraktivität von Bayer als Arbeitgeber negativ beeinflussen.
Basierend auf Analysen des zukünftigen Bedarfs entwickeln wir entsprechende Maßnahmen zur Personalrekrutierung und -entwicklung. Die Ausrichtung unserer Firmenkultur auf personelle Vielfalt (Diversity) und Mitarbeiterbedürfnisse ermöglicht es uns zudem, das gesamte Arbeitsmarktpotenzial auszuschöpfen. Darüber hinaus ist ein bewusstes und transparentes Veränderungsmanagement fester Bestandteil der Personalführung, um unsere Mitarbeiter dauerhaft zu motivieren.
Informationstechnologie
Die Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die interne bzw. externe Kommunikation des Bayer-Konzerns basieren auf globalen IT-Systemen. In diesem Zusammenhang ist die Vertraulichkeit von internen und externen Daten für Bayer von elementarer Bedeutung. Ein Verlust der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität von Daten und Informationen, z. B. durch (Cyber-)Angriffe, kann zu Manipulationen und / oder zu einem unkontrollierten Abfluss von Daten und Know-how führen. Um diesem Risiko zu begegnen, werden z. B. neu einzusetzende Technologien mit einer hohen Intensität getestet, und es werden Projekte durchgeführt, um die technischen Sicherheitsstandards auf dem neuesten Stand zu halten und proaktiv neue Bedrohungen zu untersuchen (z. B. Informationssicherheit@Bayer, Cyber Security Initiative, User Awareness). Ferner wird die bestehende IT-Infrastruktur durch Schutzmaßnahmen des Corporate Cyber Defense Center vor unerlaubtem Zugriff geschützt.
Finanzen, Rechnungswesen und Steuern
Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiken reflektieren die mögliche Unfähigkeit des Bayer-Konzerns, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Das Liquiditätsrisiko wird von der Konzernfunktion Finanzen im Rahmen unserer taggleichen und mittelfristigen Liquiditätsplanung zentral ermittelt und gesteuert. Um konzernweit sämtliche geplante Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit erfüllen zu können, werden entsprechende liquide Mittel bereitgehalten. Darüber hinaus wird eine Reserve für ungeplante Mindereingänge oder Mehrausgänge vorgehalten, deren Höhe regelmäßig überprüft und angepasst wird. Des Weiteren stehen Bankkreditlinien, insbesondere eine nicht in Anspruch genommene, syndizierte revolvierende Kreditlinie in Höhe von 3,5 Mrd. € mit aktueller Laufzeit bis 2020, zur Verfügung.
Kreditrisiken
Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten des Bayer-Konzerns kann beeinträchtigt werden, wenn Transaktionspartner ihren Verpflichtungen zur Bezahlung oder sonstigen Erfüllung nicht nachkommen. Das maximale Ausfallrisiko wird durch vorhandene Sicherheiten, insbesondere unsere globalen Kreditversicherungsprogramme, reduziert. Zur Steuerung der Kreditrisiken aus Handelsforderungen sind bei den fakturierenden Gesellschaften jeweils verantwortliche Credit Manager benannt, die regelmäßig Bonitätsanalysen der Kunden vornehmen. Sicherheiten liegen für einen Teil dieser Forderungen vor und werden in Abhängigkeit von den lokalen Rahmenbedingungen genutzt, z. B. Kreditversicherungen und Bürgschaften. Grundsätzlich wird Eigentumsvorbehalt mit unseren Kunden vereinbart. Für alle Kunden werden Kreditlimite festgelegt. Darüber hinaus werden alle Limite für Schuldner mit einem Gesamtrisikoexposure von 10 Mio. € und mehr lokal beurteilt und der Zentralfunktion Finanzen vorgelegt. Die Steuerung der Kreditrisiken aus Finanztransaktionen erfolgt zentral im Bereich Finanzen. Zur Risikominimierung werden Finanztransaktionen nur im Rahmen festgelegter Limite mit Banken und Partnern getätigt, die bevorzugt ein "Investment Grade" besitzen.
Chancen und Risiken aus Marktpreisänderungen
Chancen und Risiken aus Änderungen von Marktpreisen im Devisen- und Zinsbereich werden zentral durch die Zentralfunktion Finanzen gesteuert. Im Rahmen der Steuerung werden Risiken durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente vermieden bzw. begrenzt. Art und Ausmaß von Devisen- und Zinsrisiken werden jeweils durch eine Sensitivitätsanalyse dargestellt, bei der durch eine hypothetische Veränderung von Risikovariablen (z. B. Zinskurven) potenzielle Effekte auf das Eigenkapital und die Gewinn- und Verlustrechnung abgeschätzt werden können. Die in den Sensitivitätsanalysen verwendeten Annahmen spiegeln unsere Sicht der Veränderungen von Wechselkursen und Zinssätzen wider, die in einem Zeitraum von einem Jahr und unter Zugrundelegung angemessener Maßstäbe möglich sind. Diese Annahmen werden regelmäßig überprüft.
Devisenchancen und -risiken ergeben sich für den Bayer-Konzern aus Änderungen von Devisenkursen und den damit verbundenen Wertänderungen von Finanzinstrumenten (u. a. Forderungen und Verbindlichkeiten) sowie künftigen geplanten Zahlungseingängen und -ausgängen in funktionaler Währung. Forderungen und Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit und finanziellen Positionen werden in der Regel für liquide Währungen in voller Höhe mit Zins-Währungsswaps währungskursgesichert. Künftig geplante Zahlungseingänge und -ausgänge (antizipiertes Exposure) werden nach Managementvorgaben durch Devisentermingeschäfte und -optionen gesichert.
Zur Ermittlung der Sensitivitäten ist eine hypothetische Auf- bzw. Abwertung des Euro gegenüber allen Währungen um 10 % basierend auf den Jahresendkursen dieser Währungen zugrunde gelegt worden. Zum 31. Dezember 2017 hätte der geschätzte hypothetische Gewinn oder Verlust von Cashflows aus derivativen und nicht-derivativen Finanzinstrumenten auf das Ergebnis und das Eigenkapital (Other Comprehensive Income) 346 Mio. € betragen (31. Dezember 2016: 380 Mio. €). Davon beziehen sich 155 Mio. € auf den US-Dollar (USD), 66 Mio. € auf den chinesischen Renminbi (CNY), 44 Mio. € auf den japanischen Yen (JPY) und 40 Mio. € auf den kanadischen Dollar (CAD). Währungseffekte auf das antizipierte Exposure bleiben hierbei unberücksichtigt. Der Effekt auf das Eigenkapital aus im Rahmen von Hedge Accounting designierten Derivaten zur Absicherung unseres antizipierten Exposures hätte 353 Mio. € betragen.
Zinschancen und -risiken ergeben sich für den Bayer-Konzern durch Änderungen von Kapitalmarktzinsen, die wiederum zu Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von festverzinslichen Finanzinstrumenten sowie zu veränderten Zinszahlungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten führen können. Die Steuerung von Zinschancen und -risiken erfolgt über eine vom Management festgelegte, regelmäßig überprüfte Ziel-Duration für die Konzernverschuldung. Um die angestrebte Zielstruktur für die Konzernverschuldung zu erhalten, werden Zinsswaps abgeschlossen. Eine Sensitivitätsanalyse auf Basis unserer Nettoposition aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten und Forderungen zum Jahresende 2017 unter Berücksichtigung der für unsere Verbindlichkeiten und Forderungen in allen wesentlichen Währungen relevanten Zinssätze ergab: Eine hypothetische Erhöhung dieser Zinssätze ab dem 1. Januar 2017 um einen Prozentpunkt hätte (bei konstanten Wechselkursen) zu einem Anstieg unserer Zinsaufwendungen zum 31. Dezember 2017 in Höhe von 13 Mio. € geführt (31. Dezember 2016: 31 Mio. €).
Finanzrisiken im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen
Der Bayer-Konzern hat Verpflichtungen gegenüber jetzigen und früheren Mitarbeitern aus Pensions- und anderen pensionsähnlichen Leistungszusagen. Veränderungen relevanter Bewertungsparameter wie Zinssatz, Sterbewahrscheinlichkeiten und Gehaltssteigerungsraten können eine Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen bedingen, was zusätzliche Aufwendungen für Pensionspläne erforderlich machen oder infolge der innerhalb der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Verluste zu einem niedrigeren Eigenkapital führen kann. Ein Großteil der Pensionsverpflichtungen ist durch Planvermögen gedeckt, das aus festverzinslichen Wertpapieren, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen besteht. Rückläufige oder gar negative Erträge aus diesen Anlagen können sich ungünstig auf den zukünftig beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken. Beide Effekte können die Entwicklung des Eigenkapitals und / oder die Ertragslage negativ beeinflussen und / oder zusätzliche Zahlungen unseres Unternehmens notwendig machen. Dem Risiko von Marktwertschwankungen des Planvermögens begegnen wir durch eine ausgewogene strategische Anlagenallokation und eine ständige Analyse der Anlagerisiken im Hinblick auf unsere weltweiten Pensionsverpflichtungen.
Steuerrisiken
Die Bayer AG und ihre Tochtergesellschaften operieren weltweit und unterliegen damit vielfältigen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Die Gesellschaften des Bayer-Konzerns werden fortlaufend von Finanzbehörden in verschiedenen Ländern geprüft. Änderungen der Steuergesetze und -regelungen, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die Finanzbehörden sowie Feststellungen der Prüfungsbehörden in diesen Ländern können zu höheren Steueraufwendungen und -zahlungen führen und zudem Einfluss auf die Höhe der Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben. Den sich ergebenden Risiken begegnen wir durch eine fortlaufende Identifikation und Bewertung der steuerlichen Rahmenbedingungen.
Produktsicherheit
Bayer bewertet mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken eines Produkts entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Trotz umfassender Studien vor der Zulassung / Registrierung eines Produkts ist es möglich, dass es zu einer teilweisen oder kompletten Rücknahme vom Markt kommen kann, u. a. bedingt durch das Auftreten von unerwarteten Nebenwirkungen. Ein solcher Vertriebsstopp kann freiwillig erfolgen oder auch durch rechtliche und behördliche Schritte begründet sein. Diesen Risiken begegnen wir mit einer Aufbau- und Ablauforganisation für die Arznei- und Pflanzenschutzmittelsicherheit und -prüfung. Bei Crop Science gibt es zudem ein umfassendes Stewardship-Programm.
Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz
Neben der Sicherheit unserer Produkte hat der Schutz unserer Mitarbeiter und der Umwelt hohe Priorität. Fehlverhalten und die Nichteinhaltung der Anforderungen können Personen-, Sach-, Reputations- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen sowie Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen zur Folge haben. Mit unseren Grundsätzen, Standards und Maßnahmen stellen wir sicher, dass unsere Anforderungen adäquat kommuniziert, verstanden und bestmöglich umgesetzt werden.
Qualitätsanforderungen und behördliche Auflagen
Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt in nahezu allen Ländern umfassenden Regulierungen, Standards und Auflagen sowie Kontrollen. Durch die steigenden Erwartungen von Öffentlichkeit und Aufsichtsbehörden erwarten wir weiterhin deutlich verschärfte Prüfanforderungen, z. B. im Bereich Gesundheit an klinische Studien und in Produktionsprozessen, oder bei Crop Science bei der Kontrolle gentechnisch modifizierter Organismen, insbesondere auch auf Länderebene. Das Auftreten von Spuren unerwünschter gentechnisch modifizierter Organismen in landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Lebensmitteln kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Potenzielle Verstöße gegen aktuelle oder sich verändernde regulatorische Anforderungen können straf- und zivilrechtliche Sanktionen, einschließlich erheblicher monetärer Strafen, eine Einschränkung unserer unternehmerischen Handlungsfreiheit sowie weitere finanzielle Nachteile zur Folge haben. Sie können der Reputation von Bayer schaden und zu Absatz- bzw. Margenrückgängen führen. Darüber hinaus können geänderte Anforderungen zu höheren Produktentwicklungskosten und -zeiten sowie zu einer erforderlichen Anpassung des Produktportfolios führen.
Den Risiken begegnen wir durch verbindlich beschriebene Grundsätze, Standards und implementierte Kontrollmechanismen. Veränderungen in den regulatorischen Anforderungen werden überwacht mit dem Ziel, die Umsetzung sicherzustellen. Qualitätsbezogene Anforderungen werden in globalen Quality-Management-Systemen definiert und implementiert.
Recht und Compliance
Der Bayer-Konzern ist Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt, an denen wir entweder aktuell beteiligt sind oder die sich in Zukunft ergeben könnten. Dazu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, Antikorruptionsrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Datenschutz sowie Umweltschutz. Ermittlungen und Untersuchungen aufgrund möglicher Verletzungen gesetzlicher Vorschriften oder regulatorischer Bestimmungen, wie potenzielle Verstöße gegen Kartellgesetze oder bestimmte Marketing- und Vertriebspraktiken, können straf- und zivilrechtliche Sanktionen zur Folge haben, einschließlich erheblicher monetärer Strafen sowie weiterer finanzieller Nachteile. Sie können der Reputation von Bayer schaden und sich nachteilig auf unseren Unternehmenserfolg auswirken. Um die Einhaltung von Gesetzen und Regeln sicherzustellen, hat der Bayer-Konzern ein globales Compliance-Managementsystem etabliert.
Geschäftsumfeld und Absatzmärkte
Wir sehen das Risiko, dass unser Wachstum und Marktanteil durch den zunehmenden weltweiten Kostendruck auf Gesundheitssysteme sowie Preisregulierungen gebremst werden könnte. Staatliche Preisregulierungen, auch bedingt durch den weltweiten Kostendruck auf die Gesundheitssysteme, können die Renditen unserer pharmazeutischen Produkte schmälern und dazu führen, dass die Markteinführung eines neuen Produkts im Einzelfall unrentabel wird. Darüber hinaus könnten unser Wachstum und unsere Marktanteilsentwicklung durch innovative und aggressive (Preis-)Politik unserer Wettbewerber, auch aus dem Generikabereich, negativ beeinflusst werden.
Nach unserer Einschätzung wird das jetzige Ausmaß der Preisregulierung und des Preisdrucks weiterhin bestehen oder sogar zunehmen. Durch gestärkte eigene F&E-Kapazitäten, Akquisitionsmaßnahmen und Partnerschaften stellen wir uns auf diese Entwicklung ein.
Auch der aktuell stattfindende globale Konsolidierungsprozess in der Saatgut- und Pflanzenschutzindustrie verändert unser Wettbewerbsumfeld. Darüber hinaus sehen wir im Segment Crop Science das Risiko, dass sich die Märkte für Saatgut und Pflanzenschutzmittel durch die Digitalisierung der Landwirtschaft grundlegend wandeln können, mit Auswirkungen auf die Wertschöpfung und den Zugang zu Märkten und Kunden. Können wir nicht durch geeignete Initiativen an diesen Entwicklungen partizipieren oder ihnen entgegenwirken, könnte dies zum Verlust von Kunden, Marktanteilen oder Geschäftswert führen sowie höhere nachträgliche Investitionen erforderlich machen. Diesem Risiko begegnen wir unter anderem durch unsere Digital-Farming-Initiative, bei der wir Ergebnisse aus der Analyse und Interpretation von landwirtschaftlichen Daten nutzen, sowie durch ausgewählte weitere Akquisitionen und breite wissenschaftliche und kommerzielle Partnerschaften.
Auch im Segment Consumer Health besteht das Risiko, dass durch Digitalisierung und neue digitale Produkte bestehende Geschäftsmodelle Verwerfungen unterliegen. Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Hebel für die Erlangung eines Wettbewerbsvorteils. Wenn wir die Entwicklung nicht adäquat in unsere bestehenden Geschäftsmodelle integrieren, könnte dies zum Verlust von Kunden und Marktanteilen führen. Im Rahmen von Initiativen beobachten wir den Markt sehr genau und erarbeiten Strategien, um die Entwicklungen in unseren Geschäftsmodellen abbilden zu können.
Politisches, soziales und makroökonomisches Umfeld
Veränderung der politischen, sozialen und makroökonomischen Faktoren, z. B. Konjunktur, Lebenserwartung, Bevölkerungszahl, Verbraucherverhalten bzw. gesellschaftliche Trends, politische Krisen und Instabilität, bieten für uns Chancen, gehen aber auch mit Risiken einher.
Moderne Landwirtschaftstechniken, der Einsatz bestimmter Klassen von Pflanzenschutzmitteln sowie die Anwendung von Gentechnik sind immer wieder Gegenstand öffentlicher Debatten. In Folge dieser politischen Meinungsbildung können sich gesetzliche und regulatorische Entscheidungen ergeben, die die Anwendbarkeit unserer Produkte erheblich beschränken, bis hin zur freiwilligen oder erzwungenen Einstellung der Vermarktung. Ferner können sich Entscheidungen ebenfalls auf landwirtschaftliche Importe aus anderen Regionen und somit auf unser Geschäft dort auswirken. Um diesen Risiken zu begegnen, verfolgen wir intensiv die regulatorischen und gesetzgeberischen Entscheidungsprozesse und entwickeln unser Produktportfolio im Hinblick auf zu erwartende Veränderungen weiter. Darüber hinaus stehen wir mit Interessengruppen und Behörden in kontinuierlichem Dialog im Sinne wissenschaftlich fundierter, rationaler und verantwortungsvoller Diskussionen und Entscheidungen.
Die Chancen unserer landwirtschaftlichen Geschäfte entstehen durch die wachsende Weltbevölkerung mit erhöhtem Nahrungsmittelbedarf. Darüber hinaus verändert sich zum Teil das Konsumverhalten hin zu einer steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Demzufolge muss die Produktivität der Landwirtschaft steigen, um den sinkenden Pro-Kopf-Anbauflächen, den Herausforderungen durch den Klimawandel und den vermehrten Resistenzen gerecht zu werden. Um bei steigendem Bedarf und limitierten Ackerflächen ausreichend Lebens- und Futtermittel produzieren zu können, erwarten wir eine zunehmende Nachfrage nach hochwertigen Saatgut- und Pflanzenschutzprodukten. So entwickelt Crop Science beispielsweise Verfahren, um Nutzpflanzen effektiver u. a. gegen Klima- und Umwelteinflüsse zu schützen und den Ernteertrag zu steigern.
Als Folge der steigenden Lebensqualität und -erwartung rückt zunehmend auch die medizinische Versorgung älterer Patienten in den Vordergrund. Die Ausrichtung auf die Gesundheit älterer Patienten und den Fokus auf bestimmte, im Alter verstärkt auftretende Erkrankungen, beispielsweise Krebs- oder chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, birgt für uns Chancen. Auf den erhöhten Bedarf an innovativen Gesundheitsprodukten für altersbedingte Krankheiten reagiert Bayer im Segment Pharmaceuticals u. a. mit der Fokussierung seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf entsprechende Therapiegebiete.
Naturkatastrophen und Krisen
Naturkatastrophen, Pandemien bzw. Epidemien, terroristische Aktivitäten oder vergleichbare kritische Vorfälle können Auswirkungen auf unsere Geschäftsaktivitäten haben. So liegen einige unserer Produktionsstätten in Regionen, die von Naturkatastrophen betroffen sein können, z. B. Überschwemmungen oder Erdbeben. Das kann zu einem Stillstand von Produktionsstätten oder zu anderen Produktionsunterbrechungen führen, mit Personen- und Reputationsschäden einhergehen und zu Absatz- bzw. Margenrückgängen führen sowie den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur erforderlich machen.
Diesen Risiken begegnen wir durch unsere lokalen Krisenorganisationen, die unter anderem Reaktionspläne bereitstellen. Wir haben Frühwarnsysteme implementiert und stellen eine kontinuierliche Berichterstattung sicher, auch werden regelmäßig Krisenübungen durchgeführt. Darüber hinaus wurde eine globale Community zum Thema Sicherheit aufgebaut, und die Fachabteilung Business Continuity Management der Konzernfunktion Risk Management bewertet solche Risiken und definiert, gemeinsam mit den verantwortlichen Fachbereichen, entsprechende Maßnahmen.
3.2.3 Chancen und Risiken aus der geplanten Akquisition von Monsanto
Zur Vorbereitung der zukünftigen Integration des Monsanto-Geschäftes hat Bayer ein Projekt aufgesetzt, in dem der Integrationsprozess für alle Arbeitsfelder sorgfältig geplant wird, um ihn nach Vorliegen aller behördlichen Genehmigungen und Abschluss der Transaktion vollziehen zu können. Hierbei wenden wir unsere bestehende Risikomanagementmethodik an, um mögliche Risiken aus der Übernahme und Integration frühzeitig zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen frühzeitig einzuleiten. Der Integrationsprozess wird nach Abschluss der Transaktion beginnen, den wir nun im 2. Quartal 2018 erwarten. Bayer ist erfahren in der wirtschaftlichen, geografischen und kulturellen Integration von Unternehmen und bleibt dabei der starken Kultur der Innovation, Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung verpflichtet.
Chancen
Nach erfolgreicher Integration des Geschäfts von Monsanto sehen wir vor allem weitere Chancen in der Zusammenführung unserer komplementären Innovationskompetenzen. Die Herausforderungen in der Agrarwirtschaft, eine weiterhin wachsende Weltbevölkerung auf ökologisch nachhaltige Art und Weise zu ernähren, erfordert einen neuen Ansatz, der die Expertise in den Bereichen Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz einschließlich Biologika systematischer zusammenführt. Wir sehen über den Zusammenschluss die Chance, den vielfältigen Herausforderungen und individuellen Bedürfnissen der Landwirte über ein umfassenderes und innovatives Produktangebot besser gerecht werden zu können. Die Breite und Tiefe unserer Aktivitäten in Forschung und Entwicklung ermöglichen eine Optimierung verschiedener Technologien, um damit schneller noch bessere Innovationen anbieten zu können. Wir erwarten, dass die Zusammenführung unserer Innovationskapazitäten sowie der Forschungs- und Entwicklungsbudgets unsere Fähigkeit verbessern wird, den Herausforderungen bei der Entwicklung und Einführung von Innovationen in der Agrarwirtschaft effektiv begegnen zu können, wie beispielsweise längere und kostenintensivere Entwicklungszyklen oder höhere regulatorische Anforderungen. Wir beabsichtigen, die Stärke der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsplattform zu nutzen, um mittel- bis langfristig wegweisende Technologien schneller bereitstellen und unseren Kunden fortgeschrittene, individuelle Produktlösungen auf Basis landwirtschaftlicher Analyse sowie unterstützender Anwendungen aus der digitalen Landwirtschaft anbieten zu können. Diese Entwicklungen bedeuten grundlegende und nachhaltige Verbesserungen für die Landwirte: von der einfacheren Beschaffung und Handhabung über den effizienteren Ressourceneinsatz bis hin zu höheren Ernteerträgen sowie mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Wir sehen das kombinierte Unternehmen als sehr gut positioniert, um am Agrarsektor und dessen erheblichem langfristigem Wachstumspotenzial teilzuhaben.
Risiken
Aufgrund der Größe und Bedeutung der Akquisition werden im Folgenden die wesentlichen Risiken vorgestellt, die sich negativ auf das laufende oder künftige Geschäft, die Finanzlage, den Aktienkurs oder Dividendenzahlungen auswirken können. Da Bayer und Monsanto derzeit noch selbstständige und unabhängige Unternehmen sind, sind die Risiken nicht im Rahmen des vorab beschriebenen Enterprise-Risk-Management-Prozesses erhoben, sondern im Rahmen des Projektes zur Vorbereitung der Integration auf Basis verfügbarer Informationen identifiziert und eingeschätzt worden. Die aufgeführten Risiken erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ferner impliziert die Reihenfolge ihrer Nennung keine Wertigkeit der Risiken.
Voraussetzungen für den Abschluss
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden, dass die geplante Akquisition verzögert oder gar nicht abgeschlossen werden wird. Die Transaktion unterliegt noch üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der Genehmigung durch relevante Kartell- und andere Behörden. Notwendige behördliche Zustimmungen könnten verweigert oder an Auflagen, Bedingungen oder sonstige Verpflichtungen unsererseits und / oder seitens Monsanto geknüpft werden, wie den Verkauf von bestimmten Geschäftsteilen. Derartige Maßnahmen könnten unsere strategische Planung negativ beeinflussen und größere Anpassungen an unseren operativen und finanziellen Strukturen erforderlich machen. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass geforderte Maßnahmen gar nicht, nicht zeitgerecht oder nicht zu vertretbaren Konditionen realisiert werden können.
Die Übernahmevereinbarung sieht zudem eine Zahlung von Bayer in Höhe von 2 Mrd. USD insbesondere für den Fall vor, dass die Transaktion nicht bis spätestens zum 14. Juni 2018 vollzogen wird, weil es an einer notwendigen Kartellfreigabe fehlt, und wenn deswegen die Übernahmevereinbarung gekündigt wird (Reverse Break Fee).
Nicht-Erreichung von strategischen oder operativen Zielen
Unsere strategischen und operativen Ziele bezüglich der Übernahme und der Integration des Monsanto-Geschäfts basieren auf unseren Annahmen und Schätzungen, die sich nachträglich als unzutreffend erweisen könnten. Hierzu gehören die Ertragsfähigkeit und Kostenstruktur von Monsanto, das Synergie- und Innovationspotenzial beider Unternehmen sowie zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen und Marktveränderungen.
Risiken im Zusammenhang mit der Integration
Im Zusammenhang mit der Übernahme und der Integration des Monsanto-Geschäfts können sich zudem Schwierigkeiten ergeben, die sich nachteilig auf unser laufendes Geschäft auswirken oder verhindern könnten, dass die erwarteten Vorteile der Akquisition in vollem Umfang realisiert werden.
So können wir nicht ausschließen, dass es, auch aufgrund unterschiedlicher Unternehmenskulturen sowie divergierender interner Kontroll- und Compliance-Systeme, aufwendiger als erwartet wird, Geschäfte, Prozesse und Mitarbeiter wie beabsichtigt unter Beibehaltung mehrerer Unternehmensstandorte zusammenzuführen. Es könnten darüber hinaus durch den Zusammenschluss Kunden, Lieferanten, Partner, Lizenzgeber oder Kontakte zu anderen Stakeholdern verloren gehen.
Belastend auswirken könnte sich insbesondere der mögliche Verlust von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. Für die erfolgreiche Integration und Umsetzung einer gemeinsamen Strategie benötigen wir Führungskräfte und Talente von Bayer und Monsanto. Wenn es uns z. B. wegen der potenziellen Unsicherheit bei den Mitarbeitern in Bezug auf Arbeitsplätze, Standorte oder Kultur nicht gelingen sollte, diese zu halten, könnte dies die effiziente Integration und Nutzung der jeweiligen Stärken der beiden Unternehmen beeinträchtigen. Insbesondere könnte uns das Know-how dieser Führungskräfte und Talente fehlen. Dies könnte einen negativen Einfluss auf unsere Innovationsfähigkeit haben und zu Geschäftsunterbrechungen führen.
Die Erfüllbarkeit der Erwartungen der steuerlichen und bilanziellen Behandlung der Transaktion unterliegen einer künftigen genaueren Prüfung. Vor diesem Hintergrund können unerwartet hohe Transaktions- und Integrationskosten sowie weitere Risiken und Belastungen nicht ausgeschlossen werden. Bei unerwarteten Schwierigkeiten im Rahmen der Integration, bei einem sich schwächer als erwartet entwickelnden Monsanto-Geschäft oder anderen unvorhergesehenen Abweichungen in der Geschäftsentwicklung von Crop Science ist nicht auszuschließen, dass wir gezwungen sein könnten, eine Wertminderung der immateriellen Vermögenswerte von Monsanto und des Crop-Science-Geschäftswertes zu erfassen.
Veränderung des Risikoprofils sowie der regulatorischen und rechtlichen Anforderungen
Unser Risikoprofil wird sich infolge der Übernahme und Integration von Monsanto voraussichtlich verändern. Wir könnten zusätzlichen Risiken in Zusammenhang mit dem kombinierten Landwirtschaftsgeschäft von Bayer und Monsanto ausgesetzt sein, die möglicherweise teilweise noch nicht erkannt wurden oder noch nicht abschließend zu beurteilen sind. So könnten sich zusätzliche oder erhöhte Risiken sowie weitere regulatorische und rechtliche Anforderungen ergeben, die jedoch zum heutigen Zeitpunkt noch nicht transparent sind. Dies kann insbesondere auf Monsantos größeres Geschäft mit Saatgut, modifizierte Pflanzeneigenschaften sowie den Phosphatabbau zurückgeführt werden. Eine Nichteinhaltung dieser Anforderungen könnte Exportbeschränkungen, Produktrückrufe sowie juristische Verfahren zur Folge haben. Die Nichterteilung bzw. die Einschränkung von Zulassungen würde dazu führen, dass davon betroffene Produkte nur eingeschränkt oder nicht mehr vertrieben werden können. Darüber hinaus könnte durch mangelndes öffentliches Verständnis und durch tatsächlich oder vermeintlich fehlende Akzeptanz für Biotechnologie und andere agrarwirtschaftliche Produkte von Monsanto sowie für die Vorteile der anhängigen Transaktion die Reputation von Bayer geschädigt und als Konsequenz das Geschäft und die Ertragslage negativ beeinflusst werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die Übernahme des Monsanto-Geschäfts unter anderem eine Herabstufung in Nachhaltigkeitsratings zur Folge hat. Dieses erhöhte Reputationsrisiko besteht für den Gesamtkonzern und könnte beispielsweise auf regulatorische Entscheidungen einen negativen Einfluss haben.
Risiken aus der Finanzierung der geplanten Akquisition
Ferner sind wir durch die Finanzierung der geplanten Akquisition bestimmten Risiken ausgesetzt. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Notwendigkeit der Refinanzierung der ursprünglichen Akquisitionsfinanzierung, der erhöhten Verschuldung sowie der möglichen Herabstufung unserer Bonität durch die Ratingagenturen. Weiterhin ergeben sich Risiken aus der Entwicklung des USD / EUR-Wechselkurses, des Zinsniveaus sowie aus möglichen Schwierigkeiten, die Transaktion im geplanten Umfang durch (zusätzliches) Eigenkapital zu refinanzieren.
3.2.4 Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken durch den Vorstand
Aus Sicht des Vorstands sind auf Basis der aktuellen Bewertungen keine der zuvor berichteten Risiken bestandsgefährdend. Darüber hinaus konnten wir keine Interdependenzen erkennen, die sich zu einer Bestandsgefährdung unseres Unternehmens aufbauen könnten. Bezogen auf unsere bestehende Geschäftstätigkeit sehen wir keine wesentlichen Veränderungen der Risikolage im Vergleich zum Vorjahr. Unter Einbeziehung der geplanten Akquisition von Monsanto sehen wir hingegen eine Erhöhung der Gesamtrisikolage. Wir sind weiterhin davon überzeugt, aus unserem unternehmerischen Handeln resultierende Chancen realisieren und den Herausforderungen, die sich aus den vorgenannten Risiken ergeben, erfolgreich begegnen zu können.
4. Corporate-Governance-Bericht
| ― | Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wird entsprochen |
| ― | Diversitätskonzepte und neue Ziele für den angestrebten Frauenanteil definiert |
| ― | Nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht integriert |
Der Corporate-Governance-Bericht des Bayer-Konzerns berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) und enthält eine Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f und 315d HGB sowie sämtliche nach den §§ 289a bis e und 315a bis d HGB notwendigen Angaben und Erläuterungen. Die Inhalte des Corporate-Governance-Berichts sind zugleich Bestandteile des Lageberichts. Die Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung sind gemäß § 317 Abs. 2 Satz 4 und Satz 5 HGB in die Prüfung nicht einbezogen.
4.1 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB
Mit der Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB für die Bayer AG und den Bayer-Konzern informiert das Unternehmen über die wesentlichen Elemente der Corporate-Governance-Strukturen des Bayer-Konzerns, relevante Unternehmensführungspraktiken, die Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat und deren Ausschüsse sowie die festzulegenden Ziele und die Konzepte, die bei der Zusammensetzung des Vorstands und Aufsichtsrats verfolgt werden.
Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Bayer AG haben im Dezember 2017 erneut eine uneingeschränkte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben, den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Vergangenheit vollumfänglich entsprochen zu haben und ihnen in Zukunft weiter voll entsprechen zu wollen.
Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Die Bayer AG unterliegt dem deutschen Aktienrecht und verfügt daher über ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Bayer AG führen das Unternehmen auf Basis einer transparenten, auf langfristigen Erfolg unseres Unternehmens ausgerichteten Strategie, die im Einklang mit geltendem Gesetz und ethischen Standards steht.
Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen, leiten sich aus unserer Vision und unseren gemeinsamen Werten ab. Diese sind die Grundlage des respektvollen Umgangs der Mitarbeiter untereinander sowie mit unseren externen Partnern. Für die Praxis der Unternehmensführung ist die Einhaltung verantwortungsvoller Praktiken in jeder Stufe der Wertschöpfungskette maßgeblich. Die wesentlichen Leitlinien sind primär in unseren Corporate Policies zu Compliance, zu Menschenrechten und zu Fairness und Respekt am Arbeitsplatz sowie dem Verhaltenskodex für Lieferanten zusammengefasst. Zur Erfüllung der Organisations- und Aufsichtspflichten von Vorstand und Aufsichtsrat dienen primär Compliance-Management- und Risiko-Management-Systeme.
Vorstand
Zusammensetzung und Ziele (Diversitätskonzept)
Der Vorstand der Bayer AG setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen und leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung mit der Zielsetzung, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die festgelegten Unternehmensziele zu erreichen.
Bei der Zusammensetzung des Vorstands orientiert sich der Aufsichtsrat in erster Linie an fachlichen Kenntnissen und persönlicher Eignung. Daneben berücksichtigt er auch Aspekte wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund. In Bezug auf den Frauenanteil im Vorstand verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, dass dem Vorstand der Gesellschaft mindestens eine Frau angehört. Dies entspricht bei dem siebenköpfigen Vorstand rund 14 %.
In Bezug auf die übrigen Aspekte für die Zusammensetzung des Vorstands hat der Aufsichtsrat beschlossen, Vielfalt (Diversität) anzustreben. Ohne Auswahlentscheidungen im Einzelfall darauf zu stützen, strebt der Aufsichtsrat an, dass unter Berücksichtigung der für ein Vorstandsamt erforderlichen Erfahrungen unterschiedliche Altersgruppen im Vorstand angemessen repräsentiert sind. Unabhängig davon sollen Vorstandsmitglieder in der Regel mit Erreichen des 63. Lebensjahres aus dem Vorstand ausscheiden. Die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll sich angemessen in der Besetzung des Vorstands widerspiegeln. Daher wird angestrebt, dass dem Vorstand mehrere Mitglieder unterschiedlicher Nationalität bzw. mit einem internationalen Hintergrund (z. B. längere berufliche Erfahrungen im Ausland oder Betreuung ausländischer Geschäftsaktivitäten) angehören. Auch in Hinblick auf den Bildungs- und Berufshintergrund der Mitglieder des Vorstands strebt der Aufsichtsrat Diversität an. Neben den erforderlichen spezifischen Fachkenntnissen sowie Management- und Führungserfahrungen für die jeweilige Aufgabe sollen die Vorstände möglichst ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen sowie Bildungs- und Berufshintergründen abdecken.
Mit diesem Konzept für die Zusammensetzung des Vorstands verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, neben der höchstmöglichen individuellen Eignung der einzelnen Mitglieder durch eine ausgewogene, diverse Zusammensetzung des Vorstands möglichst vielfältige Perspektiven in die Leitung des Unternehmens einfließen zu lassen und daneben aus einem möglichst großen Pool von Kandidatinnen und Kandidaten schöpfen zu können.
Darüber hinaus bestehen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben auch Ziele für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der Bayer AG. Der Vorstand hat für die erste Führungsebene der Bayer AG das Ziel gesetzt, einen Frauenanteil von 20 % zu erreichen und für die zweite Führungsebene einen Frauenanteil von 25 %. Die genannten Ziele sollen bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden.
Stand der Umsetzung der Ziele
Dem Vorstand gehört entsprechend dem vom Aufsichtsrat gesetzten Ziel mit Erica Mann eine Frau an. Erica Mann wird allerdings zum 31. März 2018 aus dem Unternehmen ausscheiden. Ihr Nachfolger wird Heiko Schipper, womit dem Vorstand zunächst keine Frau mehr angehören wird. Das Ziel, das dem Vorstand zum Ende der für das Ziel gesetzten Frist am 30. Juni 2022 und möglichst auch früher eine Frau angehört, wird weiter intensiv verfolgt. Das Ziel einer angemessenen Repräsentanz unterschiedlicher Altersgruppen unter Berücksichtigung der für ein Vorstandsamt erforderlichen Erfahrungen konnte erreicht werden. Das Lebensalter der Mitglieder des Vorstands verteilt sich zum Bilanzstichtag relativ gleichmäßig auf die Spanne von 49 bis 61 Jahren. Vier von sieben Vorstandsmitgliedern haben eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Sämtliche Vorstandsmitglieder haben längere berufliche Erfahrungen im Ausland gesammelt. Auch die Bildungs- und Berufshintergründe der Mitglieder des Vorstands sind divers: Ein Teil von ihnen hat unterschiedliche wirtschaftsbezogene Studien bzw. Ausbildungen absolviert, ein anderer Teil unterschiedliche naturwissenschaftliche Studien inklusive Medizin.
Arbeitsweise und Ausschüsse
Der Vorstand führt die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung und der Geschäftsordnung für den Vorstand und arbeitet vertrauensvoll mit den übrigen Organen der Gesellschaft zusammen.
Aufsichtsrat
Zusammensetzung und Ziele (Diversitätskonzept und Kompetenzprofil)
Der Aufsichtsrat besteht aus 20 Mitgliedern, die gemäß dem Mitbestimmungsgesetz jeweils zur Hälfte aus Kreisen der Aktionäre und der Arbeitnehmer stammen.
Der Aufsichtsrat achtet bei seiner Zusammensetzung darauf, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Er strebt insbesondere an, dass Mitglieder des Aufsichtsrats Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrungen in den folgenden Bereichen haben: Steuerung und Führung international tätiger Unternehmen, Geschäftsverständnis bezogen auf die wesentlichen Tätigkeitsbereiche des Unternehmens, Forschung und Entwicklung, Finanzen, Controlling / Risikomanagement, Personal sowie Governance / Compliance.
Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus beschlossen, eine diverse Zusammensetzung anzustreben, etwa im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund. Aufgrund der internationalen Tätigkeit der Bayer AG hat der Aufsichtsrat das Ziel gesetzt, stets mehrere Aufsichtsratsmitglieder mit internationaler Geschäftserfahrung oder sonstigem internationalen Bezug zu haben. Ziel für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist es weiterhin, dass unterschiedliche Altersgruppen im Aufsichtsrat angemessen repräsentiert sind und dass Aufsichtsratsmitglieder vorbehaltlich besonderer Gründe nicht länger amtieren als bis zum Ende der Hauptversammlung, die auf die Vollendung ihres zweiundsiebzigsten Lebensjahres folgt. In Hinblick auf die Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte und die Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder hat sich der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur der Gesellschaft das Ziel gesetzt, dass mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter unabhängig sind. Darüber hinaus strebt er, bezogen auf den gesamten Aufsichtsrat (Anteilseignervertreter und Arbeitnehmervertreter), einen Anteil der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder von mindestens drei Vierteln an. Die Unabhängigkeit seiner Mitglieder beurteilt der Aufsichtsrat entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex. In seine Beurteilung der Unabhängigkeit bezieht der Aufsichtsrat die in der Empfehlung der Europäischen Kommission vom 15. Februar 2005 genannten Kriterien mit ein.1 Schließlich hat der Aufsichtsrat entsprechend der Empfehlung gem. Ziff. 5.4.1 Abs. 2 eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt: Vorbehaltlich besonderer Gründe sollen Aufsichtsratsmitglieder dem Aufsichtsrat nicht mehr als drei volle Amtsperioden angehören. Für zum Zeitpunkt der erstmaligen Festlegung der Regelgrenze (September 2015) amtierende Aufsichtsratsmitglieder, die diese Regelgrenze bereits überschritten haben oder bis zum Ende ihrer laufenden Amtszeit überschreiten werden, findet diese Regelgrenze ab dem Ende ihrer laufenden Amtszeit Anwendung.
Die genannten Ziele beziehen sich, soweit nicht anders bestimmt, auf den Aufsichtsrat insgesamt. Der Aufsichtsrat kann aber nur für die Besetzung der Anteilseignerseite Wahlvorschläge unterbreiten. Daher kann die Zielsetzung nur bei den Wahlvorschlägen für die Zusammensetzung der Anteilseignerseite berücksichtigt werden. Bei Aufsichtsratswahlen ist zu beachten, dass sich der Aufsichtsrat jeweils zu mindestens 30 % aus Frauen bzw. Männern zusammensetzt.
Der Aufsichtsrat verfolgt mit den Zielen für seine Zusammensetzung die Absicht, soweit er darauf Einfluss nehmen kann, eine ausgewogene, diverse Zusammensetzung zu erreichen. Dadurch sollen möglichst vielfältige Perspektiven in die Leitung des Unternehmens einfließen und daneben die Möglichkeit erhalten werden, aus einem möglichst großen Pool von Kandidatinnen und Kandidaten schöpfen zu können.
Stand der Umsetzung der Ziele
Dem Aufsichtsrat gehören mehrere Aufsichtsratsmitglieder mit internationaler Geschäftserfahrung und sonstigem internationalen Bezug an. Das Lebensalter der Mitglieder des Aufsichtsrats verteilt sich zum Bilanzstichtag relativ gleichmäßig auf die Spanne von 47 bis 71 Jahren. Das Ziel, dass Aufsichtsratsmitglieder vorbehaltlich besonderer Gründe bei der auf ihren zweiundsiebzigsten Geburtstag folgenden Hauptversammlung ausscheiden sollten, wird erfüllt. Zwei Aufsichtsratsmitglieder waren zuvor Vorstandsmitglieder der Gesellschaft: Werner Wenning war bis 2010 Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft und Prof. Dr. Wolfgang Plischke war bis 2014 Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Ein Aufsichtsratsmitglied, Dr. Paul Achleitner, gehört dem Aufsichtsrat seit mehr als drei Amtsperioden an. Es bestehen aber keine persönlichen oder geschäftlichen Beziehungen von Werner Wenning, Prof. Dr. Wolfgang Plischke oder Dr. Paul Achleitner zu der Gesellschaft oder ihren Organen, die nach Auffassung des Aufsichtsrats einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen.
1 Anhang 2 zur Empfehlung der Kommission vom 15. Februar 2005 zu den Aufgaben von nicht geschäftsführenden Direktoren / Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Gesellschaften sowie zu den Ausschüssen des Verwaltungs- / Aufsichtsrats (2005 / 162 / EG)
Bei den übrigen Aufsichtsratsmitgliedern gibt es keine Hinweise auf eine möglicherweise fehlende Unabhängigkeit. Der Aufsichtsrat betrachtet daher alle Mitglieder als unabhängig. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat beträgt derzeit für den Gesamtaufsichtsrat 30 % und für die Arbeitnehmerseite und Anteilseignerseite ebenfalls jeweils 30 %. Vier Mitglieder des Aufsichtsrats haben eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Eine Reihe von weiteren Mitgliedern hat langjährige internationale Geschäftserfahrung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben zudem eine Vielzahl von unterschiedlichen Ausbildungen und Studien absolviert.
Arbeitsweise und Ausschüsse
Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und ihn zu beraten. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Er stimmt mit dem Vorstand auch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft ab und erörtert mit ihm regelmäßig den Stand der Umsetzung der Geschäftsstrategie. Der Bericht des Aufsichtsrats in diesem Geschäftsbericht informiert über die Einzelheiten der Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse.
Weitere Angaben
Aktiengeschäfte von Organmitgliedern
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende Personen sind gesetzlich verpflichtet, Eigengeschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Bayer AG oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten der Bayer AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu melden, sobald die Gesamtsumme der getätigten Geschäfte des Mitglieds des Vorstands oder des Aufsichtsrats oder der zu ihnen in enger Beziehung stehenden Person innerhalb des Kalenderjahres einen Schwellenwert von 5.000 € erreicht hat. Die der Bayer AG im Geschäftsjahr 2017 gemeldeten Geschäfte wurden ordnungsgemäß veröffentlicht und sind auf der Internetseite des Unternehmens abrufbar.
4.2 Compliance
Der Bayer-Konzern führt seine Geschäfte verantwortungsvoll und in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und Regeln der Länder, in denen er tätig ist. Unter Compliance verstehen wir das rechtlich und ethisch einwandfreie Handeln unserer Mitarbeiter im geschäftlichen Alltag, denn jeder Mitarbeiter beeinflusst durch sein berufliches Verhalten das Ansehen unseres Unternehmens. Wir dulden keine Verstöße gegen Gesetze, Kodizes sowie interne Regelungen. Compliance ist essenziell für unseren nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.
Der Konzernvorstand bekennt sich uneingeschränkt zu Compliance, ebenso wie zum Verzicht auf jegliches Geschäft, das den konzernweit geltenden Compliance-Grundsätzen entgegensteht.
Das globale Compliance-Managementsystem wird von einer zentralen Compliance-Organisation im Bayer-Konzern gesteuert. Diese wird vom Group Compliance Officer geleitet, der dazu direkt an den Vorstandsvorsitzenden sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet. In der Compliance-Organisation sind spezialisierte Compliance-Manager u. a. für die Konzernfunktionen und die Etablierung geschäfts- und branchenspezifischer Standards in den Divisionen, Geschäftseinheiten und Servicegesellschaften verantwortlich.
Durch unser Compliance-Managementsystem wollen wir das rechtmäßige und verantwortungsbewusste Handeln unserer Mitarbeiter sicherstellen. Um eine systematische und präventive Risikoerkennung und -beurteilung zu erreichen, werden mögliche Compliance-Risiken gemeinsam mit den operativen Geschäftseinheiten identifiziert. Diese Risikoidentifikation erfolgt nicht nur durch die globalen Funktionen (top-down), sondern auch durch die Bayer-Landesorganisationen (bottom-up). Gesammelte Erkenntnisse über Risiken werden in eine weltweite statistische Compliance-Risk-Management-Datenbank eingepflegt. Daraus leiten wir u. a. geeignete Maßnahmen für spezifische Prozesse, Geschäftsaktivitäten oder Länder ab. In gleichem Maße bewerten wir unsere Geschäftspartner in Bezug auf eventuelle Compliance-Risiken.
Corporate Compliance Policy
Unsere konzernweit geltenden Compliance-Grundsätze sind in unserer Corporate Compliance Policy festgelegt. Darin bekennen wir uns zu zehn Prinzipien, insbesondere Anti-Trust und AntiKorruption.
Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, diese Prinzipien zu befolgen und Verletzungen der Policy unverzüglich zu melden. Aufgrund von Besonderheiten der nationalen Rechtslage gilt diese generelle Meldepflicht nicht in Frankreich. Den Führungskräften im Bayer-Konzern kommt bei der Umsetzung der Compliance-Grundsätze entsprechend ihrer Vorbildfunktion eine besondere Bedeutung zu. Sie können ihre Ansprüche auf variable Vergütungsanteile verlieren und müssen mit weiteren disziplinarischen Maßnahmen rechnen, wenn es in ihrem Verantwortungsbereich Verstöße gegen das geltende Recht oder interne Regelungen gab. Regelgerechtes und gesetzestreues Verhalten ist zudem Teil der Leistungsbeurteilung aller leitenden Mitarbeiter.
Die Einhaltung der Corporate-Compliance-Prinzipien ist ein Bestandteil der Prüfungen der Bayer-Konzernrevision. Die Prüfungsplanung folgt einem funktions- und risikoorientierten Ansatz, der auch einen Korruptionswahrnehmungsindex berücksichtigt. In den größten Gesellschaften, deren Anteil zu rund 80 % am Konzernumsatz beiträgt, sind Prüfungen in einem Drei-Jahres-Zyklus vorgesehen. 2017 wurden insgesamt 191 Prüfungen abgeschlossen, 22 davon betrafen präventive oder anlassbezogene Compliance-Audits. Der Leiter der Konzernrevision sowie der Group Compliance Officer nehmen regelmäßig an den Sitzungen des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats teil und stellen ihm mindestens einmal jährlich eine Übersicht über die durchgeführten Prüfungen und deren wichtigste Ergebnisse vor.
Compliance-Schulungen
Um eine positive Compliance-Kultur in unserem Unternehmen zu schaffen, unterstützen wir alle Mitarbeiter darin, bei ihren beruflichen Aktivitäten integer zu handeln und potenzielle Verstöße von vornherein zu vermeiden. Daher führt Bayer konzernweite bedarfs- und zielgruppenorientierte Trainingsmaßnahmen und umfangreiche Kommunikationsaktivitäten zu relevanten Compliance-Themen und -Risiken durch. Bei Fragen zum rechtlich und ethisch korrekten Verhalten in geschäftlichen Situationen stehen den Mitarbeitern neben ihren Vorgesetzten, denen eine besondere Vorbildfunktion in der Compliance-Verantwortung zukommt, weltweit auch die Compliance-Manager als Ansprechpartner zur Verfügung.
Wir haben uns im Konzern zum Ziel gesetzt, dass nahezu alle Bayer-Manager weltweit mindestens ein Compliance-Training pro Jahr absolvieren: 2017 waren dies mit 35.159 Mitarbeitern rund 96,6 %.
Umgang mit Compliance-Verdachtsfällen und Verstößen
Compliance-Verdachtsfälle können bei einer weltweit eingerichteten, zentralen Compliance-Hotline - sofern es das jeweilige nationale Recht erlaubt auch anonym - gemeldet werden. Diese Hotline ist auch der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich. Im Berichtsjahr wurden hier insgesamt 245 Meldungen (davon 157 anonym) durch die Compliance-Organisation registriert, davon sechs aus Deutschland und 239 aus anderen Teilen der Welt. Alternativ können Compliance-Verdachtsfälle auch den jeweiligen Compliance-Funktionen in Deutschland und den Landesorganisationen sowie der Konzernrevision gemeldet werden.
Bei Bayer werden Compliance-Verstöße systematisch geahndet. Die im Einzelfall zu ergreifenden Maßnahmen richten sich u. a. nach der Schwere des Compliance-Vorfalls und dem jeweils anwendbaren Recht. Jeder Fall wird konzernweit nach einheitlichen Kriterien erfasst und gemäß den Vorgaben der Bayer-Konzernregelung "Bearbeitung von Compliance-Vorfällen" behandelt.
Wahrnehmung politischer Interessen
Als Teil unseres Engagements gegen Korruption stellt unser "Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Lobbying" verbindliche Regeln für das Engagement im politischen Raum dar und schafft Transparenz in der Zusammenarbeit mit Repräsentanten politischer Institutionen. Zudem beteiligen wir uns proaktiv an bestehenden Transparenzinitiativen beispielsweise der Europäischen Institutionen oder des US-Kongresses.
Gemäß unserer Konzernregelung zum verantwortungsvollen Lobbying haben wir im Berichtsjahr keine direkten Spenden an politische Parteien, Politiker oder Kandidaten für ein politisches Amt geleistet. Einige Verbände, deren Mitglied wir sind, spenden unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regeln in eigener Verantwortung.
4.3 Angaben gemäß §§ 289b bis e und 315b und c HGB
Der Bayer-Konzern erfüllt die Anforderungen der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 289b bis e und 315b und c HGB. Die relevanten Angaben zur nichtfinanziellen Erklärung gemäß Corporate-Social-Responsibility-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) sind in den Lagebericht integriert.
Der Aufsichtsrat ist der Prüfungspflicht der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 170 Abs. 1, 171 Abs. 1 AktG nachgekommen.
4.4 Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht erläutert die Grundzüge der Vergütungssysteme für die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Bayer AG sowie die Höhe individueller Vergütungen, die den Organmitgliedern im Berichtsjahr 2017 gewährt wurden bzw. zugeflossen sind. Der Bericht entspricht den Anforderungen der geltenden Rechnungslegungsvorschriften für kapitalmarktorientierte Unternehmen (HGB, DRS, IFRS) sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der aktuellen Fassung.
4.4.1 Vergütung des Vorstands
Zielsetzung
Das Gesamtvergütungssystem für den Vorstand der Bayer AG gilt in der durch die ordentliche Hauptversammlung am 29. April 2016 mit großer Mehrheit gebilligten Fassung.
Das Vergütungssystem des Bayer-Konzerns orientiert sich an der Unternehmensstrategie und zielt auf eine erfolgsorientierte und nachhaltige Unternehmensführung sowie eine angemessene Struktur und Höhe der Vergütung. Die Systematik und die Angemessenheit des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder werden auf Vorschlag des Personalausschusses des Aufsichtsrats durch das Aufsichtsratsplenum festgelegt, regelmäßig überprüft und ggf. angepasst. Hierbei werden alle in der Ziffer 4.2.2 des DCGK empfohlenen Beurteilungskriterien berücksichtigt. Die Angemessenheit und Üblichkeit der Vergütung wurde von einem unabhängigen Vergütungsberater bestätigt. Die Vergütungsstruktur des Bayer-Konzerns ist grundsätzlich sowohl für den Vorstand als auch für die übrigen Führungskräfte einheitlich aufgebaut.
Transparente Vergütungsstruktur
Die Vorstandsmitglieder des Bayer-Konzerns erhalten eine Vergütung, die sich zu etwa 30 % aus erfolgsunabhängigen und zu etwa 70 % aus erfolgsbezogenen variablen Vergütungskomponenten zusammensetzt. Bei einer 100-prozentigen Zielerreichung eines Vorstandsmitglieds sieht das System folgende Aufteilung der Vergütungskomponenten vor:
Verhältnis der Vergütungsbestandteile bei 100 %-Zielerreichung
A 4.4.1/1

1 Ohne Sachbezüge, sonstige Leistungen und Aufwand für die Altersvorsorge
Die erfolgsunabhängige Vergütungskomponente besteht aus der jährlichen Festvergütung sowie Sachbezügen und sonstigen Leistungen. Die variablen erfolgsbezogenen Vergütungskomponenten setzen sich aus einer kurzfristigen jährlichen variablen Barvergütung (STI = Short Term Incentive), die entsprechend dem Zielerreichungsgrad in bar im Folgejahr ausbezahlt wird, sowie aus einer langfristigen variablen Barvergütung (LTI = Long Term Incentive) zusammen. Die Systematik des LTI-Programms orientiert sich am "Shareholder Return". Die einzelnen erfolgsbezogenen Komponenten sind bei ihrer Auszahlung auf einen Maximalbetrag (Cap) begrenzt. Darüber hinaus existiert eine Höchstgrenze für die Auszahlung aus der Gesamt-Barvergütung. Diese beträgt das 1,8-Fache der jeweiligen Zielvergütung und wird jährlich mit der Bestimmung der Festvergütung betragsmäßig festgesetzt.
Darüber hinaus erhalten die Vorstandsmitglieder Zusagen für die Alters- und Hinterbliebenenversorgung.
Erfolgsunabhängige Komponenten
Jährliche Festvergütung
In der Höhe der jährlichen erfolgsunabhängigen Festvergütung der Vorstandsmitglieder sind die übertragene Funktion und Verantwortung sowie die Marktbedingungen berücksichtigt. Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Höhe der Festvergütung des Vorstands unter Einbeziehung des Verbraucherpreisindex und nimmt ggf. Anpassungen vor. Die jährliche Festvergütung für den Vorstand wird in zwölf Monatsraten ausgezahlt.
Sachbezüge und sonstige Leistungen
Sachbezüge und sonstige Leistungen enthalten im Wesentlichen Sachleistungen wie Firmenfahrzeuge mit Fahrer oder Fahrbereitschaftsdienst, Zuschüsse zu Sicherheitseinrichtungen sowie die Kostenerstattung einer jährlichen Gesundheitsvorsorgeuntersuchung. Die Sachbezüge und sonstigen Leistungen werden mit ihren Kosten oder in Höhe ihres geldwerten Vorteils berücksichtigt.
Erfolgsbezogene Komponenten
Kurzfristige variable Barvergütung
Die kurzfristige variable Barvergütung (STI) richtet sich nach dem geschäftlichen Erfolg des Unternehmens im Berichtsjahr. Die Höhe des STI hängt von der Zielerreichung von drei Teilkomponenten - der Konzern-, der Divisions- und der individuellen Komponente - ab, die jeweils zu einem Drittel in die Erfolgsmessung einfließen. Bei der Erfolgsmessung werden dabei sowohl die positiven als auch die negativen Entwicklungen berücksichtigt.
| ― | Die Konzernkomponente bemisst sich am bereinigten Ergebnis je Aktie (core EPS) des Konzerns und ist auf 200 % begrenzt. |
| ― | Die Divisionskomponente wird grundsätzlich über den gewichteten Durchschnitt des Erfolgs der drei Divisionen incentiviert und ist auf maximal 300 % begrenzt. Für die Vorstandsmitglieder mit funktionaler Verantwortung wird der durchschnittliche Erfolg anhand folgender Gewichtung ermittelt: Pharmaceuticals mit 50 %, Consumer Health mit 20 % und Crop Science (inklusive Animal Health) mit 30 %. Die Vorstandsmitglieder mit divisionaler Verantwortung werden für dieses Drittel zu 100 % mit dem Ergebnis ihrer Division incentiviert. Die Beurteilung der Divisions-Performance ist zu 70 % an die Zielerreichung der finanzwirtschaftlichen Ziele gekoppelt, gemessen an der um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA-Marge und dem Umsatzwachstum der Division. Zu 30 % ist der Erfolg an die Erreichung der qualitativen Ziele, wie beispielsweise den Innovationsfortschritt oder die Erreichung der Ziele für Sicherheit, Compliance und Nachhaltigkeit, gekoppelt. |
| ― | Die Kriterien für die Zielerreichung in der individuellen Komponente richten sich nach den Aufgaben und den daraus abgeleiteten persönlichen Zielen des jeweiligen Vorstandsmitglieds sowie nach dem individuellen Beitrag zur Erreichung der Konzernziele. Die jährliche Festlegung der individuellen Ziele für die Vorstandsmitglieder sowie die Erfolgsmessung erfolgt durch den Aufsichtsrat. |
Eine Auszahlung des STI erfolgt vollständig in bar im 2. Quartal des Folgejahres. Die maximale Höhe des STI ist auf insgesamt 200 % begrenzt (Cap).
Komponenten der kurzfristigen variablen Barvergütung (STI)
A 4.4.1/2

Langfristige aktienbasierte Barvergütung (LTI)
Mitglieder des Vorstands sind zur Teilnahme an den jährlichen Tranchen des langfristigen aktienbasierten Vergütungsprogramms "Aspire" berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien als Eigeninvestment erwerben und so lange halten, wie sie für den Bayer-Konzern tätig sind.
Für die seit 2016 aufgelegten Aspire 2.0-Tranchen ergeben sich grundsätzlich die Zielbeträge aus dem vertraglich vereinbarten Zielprozentsatz bezogen auf die Festvergütung. Der jeweilige Startwert wird zudem durch den individuellen STI-Auszahlfaktor des jeweiligen Vorstandsmitglieds für das Jahr vor der Auflage der jeweiligen Tranche beeinflusst. Die Erfolgsmessung erfolgt nach vier Jahren auf Basis des über die letzten 30 Handelstage des Geschäftsjahres ermittelten Durchschnittskurses, der relativen Performance der Bayer-Aktie zum EURO STOXX 50 sowie der zwischenzeitlich gezahlten Dividenden ("Total Shareholder Return"-Ansatz). Die Obergrenze bei Aspire 2.0 beträgt analog zu den nachgelagerten Managementebenen 250 %. Für den Vorstand wurde allerdings bezogen auf den LTI-Plan mit dem erwähnten relativen Abgleich zum EURO STOXX 50 eine zusätzliche Performance-Messung eingeführt. Diese erhöht den Auszahlungsbetrag um den Prozentsatz einer Überperformance bzw. vermindert diesen um den Prozentsatz der Unterperformance.
Die bis 2015 aufgelegten Tranchen des Aspire-Programms beruhen bis zu deren Ablauf weiterhin auf dem sogenannten Aspire-Zielbetrag, der als vertraglich vereinbarter Prozentsatz der jährlichen Festvergütung definiert ist. In Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex EURO STOXX 50 wird nach Ablauf der jeweiligen Programme an die Teilnehmer ein Betrag zwischen 0 % und maximal 300 % des Aspire-Zielbetrags ausgezahlt.
Darstellung der Tranchen des Aspire-Programms
A 4.4.1/3

Bei einem unterjährigen Eintritt in den Ruhestand oder einem unterjährigen Ausscheiden aus dem Vorstand wegen Nichtverlängerung des Vorstandsvertrags auf gemeinsamen Wunsch oder Wunsch der Gesellschaft wird die für dieses Jahr gewährte Aspire-Tranche anteilmäßig gekürzt. Die Kürzung orientiert sich an der Dauer der aktiven Vorstandstätigkeit während dieses ersten Jahres der Laufzeit der Tranche. Für frühere Jahre gewährte Tranchen laufen in diesem Fall unverändert fort.
Share Ownership Guidelines
Als Voraussetzung für die Auszahlung aus dem LTI-Programm müssen die Mitglieder des Vorstands sogenannte Eigeninvestment-Anforderungen erfüllen. Seit 2016 gilt, dass innerhalb einer vierjährigen Frist Bayer-Aktien im Wert von 75 % der Festvergütung aufzubauen und bis zum Ablauf der Vorstandsbestellung zu halten sind. Der Nachweis über die Erfüllung dieser Verpflichtung ist von den Vorstandsmitgliedern erstmalig nach Ablauf der vierjährigen Aufbaufrist zu erbringen und jährlich zu erneuern. Der Wert der zu haltenden Aktien ist im Falle signifikanter Änderungen der Festvergütung anzupassen.
Pensionszusagen (Alters- und Hinterbliebenenversorgung)
Der jährliche Pensionsanspruch der Vorstandsmitglieder beruht auf einer beitragsbezogenen Zusage. Bayer stellt jährlich einen fiktiven Beitrag in Höhe von 42 % der jeweiligen Festvergütung zur Verfügung. Dieser Prozentsatz setzt sich zusammen aus einem Grundbeitrag von 6 % und einem Matching-Beitrag von 36 %, dem Vierfachen des Eigenbeitrags des Vorstandsmitglieds von 9 %. Der gesamte jährliche Beitragsaufwand wird nach der Verrentungstabelle eines Versicherungstarifs der Rheinischen Pensionskasse VVaG in einen Rentenbaustein umgewandelt. Der jährliche Pensionsanspruch bei Pensionierung ergibt sich als Summe der angesammelten Rentenbausteine einschließlich einer Überschussbeteiligung. Die Überschussbeteiligung wird jährlich auf Basis der in der Rheinischen Pensionskasse VVaG erzielten Nettorendite abzüglich der im Tarif eingerechneten und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigten Mindestverzinsung ermittelt. Zukünftige Pensionsleistungen werden jährlich überprüft und unter Berücksichtigung der Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst.
Abweichend hierzu existieren zusätzlich besondere individuelle Vereinbarungen für folgende Vorstandsmitglieder:
| ― | Werner Baumann hat eine unverfallbare Pensionszusage über eine jährliche Pensionsleistung von 200 T € ab Vollendung des 60. Lebensjahres erhalten. Diese wird zeitanteilig gekürzt, soweit die Dienstzeit unter bestimmten Bedingungen vor Vollendung des 60. Lebensjahres endet. |
| ― | Dr. Marijn Dekkers hatte für die Auszahlung der Pensionsleistung eine Option auf eine lebenslange monatliche Rente oder eine Kapitalauszahlung. Er hat sich nach Ausscheiden aus dem Bayer-Konzern für die Auszahlung einer monatlichen Rente entschieden. |
| ― | Kemal Malik hat eine unverfallbare Pensionszusage über eine jährliche Pensionsleistung von 80 T € ab Vollendung des 65. Lebensjahres erhalten. Diese wird zeitanteilig gekürzt, soweit die Dienstzeit unter bestimmten Bedingungen vor Vollendung des 65. Lebensjahres endet. |
| ― | Erica Mann nimmt aufgrund ihres gesplitteten Vorstandsvertrags anteilig an den Pensionsplänen in Deutschland (30 %) und der Schweiz (70 %) teil. Bei der Auszahlung der Pensionsleistungen aus beiden Versorgungsplänen hat Frau Mann ein Wahlrecht zwischen einer lebenslangen, monatlichen Rente oder einer Kapitalauszahlung. |
Im Rahmen eines Treuhandvertrages (Contractual Trust Agreement = CTA) werden zur Deckung von aus Direktzusagen resultierenden Pensionszusagen in Deutschland treuhänderisch Vermögenswerte im Bayer Pension Trust e. V. verwaltet. Dies führt zu einer zusätzlichen - über die Leistungen des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSV) hinausgehenden - materiellen Absicherung der betreffenden Pensionsverpflichtungen der Vorstandsmitglieder in Deutschland.
Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit
Nachvertragliche Wettbewerbsverbote
Mit den Vorstandsmitgliedern bestehen nachvertragliche Wettbewerbsverbote, die eine von der Gesellschaft zu zahlende Entschädigung für die Dauer des Bestehens des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots von zwei Jahren vorsehen. Diese Entschädigung beträgt 100 % der durchschnittlichen Festvergütung der letzten zwölf Monate vor dem Ausscheiden.
Change of Control
Für die Mitglieder des Vorstands bestehen Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels, die unter bestimmten Voraussetzungen Abfindungszahlungen vorsehen. Die mögliche Höhe der Abfindungszahlungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels ist entsprechend der Empfehlung in Nummer 4.2.3 des DCGK auf maximal drei Jahresvergütungen begrenzt. Die verbleibende Vergütung bis zum Ablauf des Dienstvertrags wird dabei nicht überschritten.
Arbeitsunfähigkeit
Im Falle einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit werden den Vorstandsmitgliedern die vertraglich festgelegten Bezüge weiter bezahlt. Die Bayer AG kann den Dienstvertrag vorzeitig beenden, wenn das Vorstandsmitglied ununterbrochen mindestens 18 Monate arbeitsunfähig und voraussichtlich auf Dauer nicht mehr in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen (dauernde Arbeitsunfähigkeit). Bei Beendigung des Vertrags mit dem Vorstandsmitglied aufgrund einer dauernden Arbeitsunfähigkeit vor dem 60. Lebensjahr wird eine Invalidenpension gewährt. Für die Vorstandsmitglieder entspricht die Höhe der Invalidenpension aus dem Vorstandsvertrag der zum Zeitpunkt der Beendigung des Vertrags erreichten Anwartschaft, ggf. zuzüglich einer Zurechnungszeit bis zum 55. Lebensjahr.
Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2017
Die Gesamtbezüge für die Vorstandstätigkeit beliefen sich 2017 insgesamt auf 24.324 T € (Vorjahr: 28.445 T €). Davon entfielen 6.414 T € (Vorjahr: 7.049 T €) auf erfolgsunabhängige Komponenten und 17.910 T € (Vorjahr: 21.396 T €) auf erfolgsbezogene Komponenten der Vergütung. Der Dienstzeitaufwand der Pensionszusagen betrug 2.546 T € (Vorjahr: 2.887 T €).
Der Vorstand der Bayer AG setzte sich zum 31. Dezember 2017 aus sieben Mitgliedern zusammen. Im Berichtsjahr 2017 gab es keine Änderungen in der Zusammensetzung des Vorstands.
Mit Wirkung zum 26. April 2018 berief der Aufsichtsrat Wolfgang Nickl in den Vorstand der Bayer AG. Ab dem 1. Juni 2018 tritt er die Nachfolge von Johannes Dietsch als Finanzvorstand der Bayer AG an.
Darüber hinaus berief der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. März 2018 Heiko Schipper in den Vorstand der Bayer AG. Ab dem 1. April 2018 tritt er die Nachfolge für Erica Mann als Leiter der Division Consumer Health an.
Die Gesamtbezüge nach HGB der einzelnen im Jahr 2016 und / oder 2017 tätigen Vorstandsmitglieder sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Gesamtbezüge des Vorstands (HGB)
A 4.4.1/4
| in T€ | Festvergütung 2016 | Festvergütung 2017 | Sachbezüge und sonstige Leistungen 2016 | Sachbezüge und sonstige Leistungen 2017 | Kurzfristige variable Barvergütung 2016 | Kurzfristige variable Barvergütung 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zum 31.12.2017 amtierende Vorstandsmitglieder | ||||||
| Werner Baumann (Vorsitzender) | 1.285 | 1.487 | 47 | 49 | 2.329 | 1.335 |
| Liam Condon | 800 | 806 | 44 | 43 | 1.106 | 519 |
| Johannes Dietsch | 750 | 756 | 83 | 42 | 978 | 679 |
| Dr. Hartmut Klusik | 750 | 756 | 140 | 40 | 1.053 | 565 |
| Kemal Malik | 775 | 781 | 35 | 36 | 1.050 | 604 |
| Erica Mann3 | 750 | 756 | 182 | 24 | 798 | 378 |
| Dieter Weinand | 800 | 806 | 34 | 32 | 1.274 | 810 |
| Ehemaliges Vorstandsmitglied | ||||||
| Dr. Marijn Dekkers4 | 475 | - | 99 | - | 475 | - |
| Gesamt | 6.385 | 6.148 | 664 | 266 | 9.063 | 4.890 |
| in T€ | Langfristige variable Barvergütung (Aspire)12016 | Langfristige variable Barvergütung (Aspire)12017 | Gesamtbezüge 2016 | Gesamtbezüge 2017 | Dienstzeitaufwand Pensionszusagen22016 | Dienstzeitaufwand Pensionszusagen22017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zum 31.12.2017 amtierende Vorstandsmitglieder | ||||||
| Werner Baumann (Vorsitzender) | 1.983 | 3.530 | 5.644 | 6.401 | 764 | 809 |
| Liam Condon | 1.624 | 1.677 | 3.574 | 3.045 | 330 | 320 |
| Johannes Dietsch | 1.522 | 1.483 | 3.333 | 2.960 | 318 | 305 |
| Dr. Hartmut Klusik | 1.522 | 1.597 | 3.465 | 2.958 | 316 | 305 |
| Kemal Malik | 1.573 | 1.591 | 3.433 | 3.012 | 318 | 310 |
| Erica Mann3 | 1.522 | 1.210 | 3.252 | 2.368 | 219 | 257 |
| Dieter Weinand | 1.623 | 1.932 | 3.731 | 3.580 | 240 | 240 |
| Ehemaliges Vorstandsmitglied | ||||||
| Dr. Marijn Dekkers4 | 964 | - | 2.013 | - | 382 | - |
| Gesamt | 12.333 | 13.020 | 28.445 | 24.324 | 2.887 | 2.546 |
1 Bewertung als beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung. Die Aspire-Tranche 2.0 für Dr. Marijn Dekkers wurde 2016 als 4/12 des Gewährungsbetrags angegeben.
2 Inkl. Arbeitgeberaufwand zur Bayer-Pensionskasse bzw. Rheinischen Pensionskasse VVaG und zu einer ausländischen Pensionskasse
3 Mit Erica Mann wurde anlässlich ihres Ausscheidens zum 31. März 2018 eine Abfindung in Höhe von 1.978 T € vereinbart. Diese stellt sie so, als wenn sie bis zum 31. Dezember 2018 arbeiten würde und anschließend in den Ruhestand geht.
4 Dr. Marijn Dekkers erhielt zusätzlich noch eine Abfindung in Höhe von 4.341 T €. Diese stellte ihn so, als wenn er regulär bis zum 31. Dezember 2016 gearbeitet hätte und anschließend in den Ruhestand gegangen wäre.
Jährliche Festvergütung
Im Berichtsjahr 2017 wurde die Festvergütung der Vorstandsmitglieder angepasst und belief sich in Summe auf 6.148 T € (Vorjahr: 6.385 T €).
Kurzfristige variable Barvergütung
Die kurzfristige variable Barvergütung nach Abzug des Solidarbeitrags betrug im Jahr 2017 für alle Vorstandsmitglieder insgesamt 4.890 T € (Vorjahr: 9.063 T €) und wurde für die zum 31. Dezember 2017 amtierenden Vorstandsmitglieder in Höhe von 4.890 T € (Vorjahr: 8.588 T €) zurückgestellt. Den Solidarbeitrag gemäß den Vereinbarungen mit den Arbeitnehmervertretern zur Beschäftigungssicherung leisten alle Mitarbeiter in den betreffenden Gesellschaften zum Erhalt von Arbeitsplätzen an den deutschen Standorten. Für das Geschäftsjahr 2017 beträgt dieser Beitrag 0,25 % (Vorjahr: 0,27 %) der individuellen STI.
Langfristige variable Barvergütung über virtuelle Bayer-Aktien
Im Rahmen der Anpassung des Vergütungssystems für den Vorstand mit Wirkung zum 1. Januar 2016 entfiel diese Vergütungskomponente. Die Umwandlung von 50 % des STI in virtuelle Bayer-Aktien erfolgte letztmalig im Berichtsjahr 2015 unter Zugrundelegung des Durchschnittskurses von 119,17 €. Nach IFRS werden entstandene Wertänderungen bisheriger Ansprüche im Geschäftsjahr in Höhe von 538 T € (Vorjahr: - 1.275 T €) in die Vorstandsvergütung mit einbezogen. Zum 31. Dezember 2017 wurden Rückstellungen in Höhe von 6.841 T € (Vorjahr: 7.777 T €) für die zukünftigen Auszahlungen der auf virtuellen Bayer-Aktien basierten Ansprüche der Vorjahre für die aktiven Vorstandsmitglieder gebildet. In dem Betrag sind auch die jährlichen Dividendenansprüche aus den Vorjahren enthalten.
Langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire)
In den Gesamtbezügen (HGB) ist die langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire) mit dem beizulegenden Zeitwert bei Gewährung in Höhe von 13.020 T € (Vorjahr: 12.333 T €) enthalten.
Nach IFRS umfasst die Gesamtvergütung den beizulegenden Zeitwert des in dem jeweiligen Geschäftsjahr erdienten Teilanspruchs. Dies bedeutet, dass ab dem Jahr der Gewährung bei einem vierjährigen Erdienungszeitraum der jeweilige beizulegende Zeitwert über vier Jahre aufwandswirksam erfasst wird. Zusätzlich wird die Wertänderung bereits erdienter Anteile der noch laufenden Aspire-Tranchen der Vorjahre als aktienbasierte Entlohnung nach IFRS ausgewiesen.
Vorstandsvergütung aufgrund von Aspire (IFRS)
A 4.4.1/5
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | Werner Baumann (Vorsitzender) | Liam Condon | Johannes Dietsch | Dr. Hartmut Klusik | Kemal Malik | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Im laufenden Jahr erdiente aktienbasierte Vergütung1 | 2017 | 1.528 | 871 | 2.038 | 819 | 830 |
| 2016 | 715 | 506 | 413 | 414 | 431 | |
| Wertänderungen bisheriger Ansprüche2 | 2017 | - 120 | - 77 | - 51 | - 42 | - 58 |
| 2016 | - 120 | - 83 | - 57 | - 47 | - 98 | |
| Summe | 2017 | 1.408 | 794 | 1.987 | 777 | 772 |
| 2016 | 595 | 423 | 356 | 367 | 333 |
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | Ehemaliges Vorstandsmitglied | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | Erica Mann | Dieter Weinand | Dr. Marijn Dekkers | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Im laufenden Jahr erdiente aktienbasierte Vergütung1 | 2017 | 2.049 | 947 | - | 9.082 |
| 2016 | 848 | 369 | 1.521 | 5.217 | |
| Wertänderungen bisheriger Ansprüche2 | 2017 | - 240 | - 53 | - | - 641 |
| 2016 | - 165 | - 69 | - 284 | - 923 | |
| Summe | 2017 | 1.809 | 894 | - | 8.441 |
| 2016 | 683 | 300 | 1.237 | 4.294 |
1 Die langfristige variable Vergütung der neu erdienten Ansprüche umfasst die Aspire-Programme aus den Jahren 2014- 2017 (Vorjahr: 2013 - 2016), da diese Vergütungen über einen Zeitraum von vier Geschäftsjahren erdient werden. Sie sind mit dem anteiligen beizulegenden Zeitwert während des Erdienungszeitraums 2016 bzw. 2017 bewertet. Johannes Dietsch und Erica Mann erdienen ihre Ansprüche beschleunigt bis zu ihrem Ausscheiden zum 31. Mai 2018 bzw. 31. März 2018. Entsprechend ist der im Jahr 2017 erdiente Anteil gegenüber Vorjahr gestiegen. Die 2016 und 2017 erdienten Aspire-Ansprüche sowie die Wertänderungen bei Liam Condon, Johannes Dietsch, Dr. Hartmut Klusik, Kemal Malik, Erica Mann und Dieter Weinand beziehen sich zum Teil auf Aspire-Tranchen, die ihnen vor ihrer Vorstandsbestellung gewährt wurden, jedoch noch nicht vollständig erdient sind.
2 Die Wertänderung bisheriger Ansprüche bezieht sich auf die Wertänderungen bereits erdienter Ansprüche in den Jahren 2014, 2015 und 2016 (Vorjahr: 2013, 2014 und 2015).
Für die zum 31. Dezember 2017 amtierenden Vorstandsmitglieder wurden Rückstellungen für die Aspire-Ansprüche in Höhe von 11.747 T € (Vorjahr: 7.288 T €) gebildet. Davon beziehen sich 6.048 T € auf die bis 2016 begebenen Tranchen und 5.699 T € auf die Tranche 2017.
Pensionszusagen
Im laufenden Jahr wurde für die Vorstandsmitglieder ein Dienstzeitaufwand in Höhe von insgesamt 2.546 T € (Vorjahr: 2.887 T €) nach HGB bzw. 3.907 T € (Vorjahr: 3.902 T €) nach IFRS aufwandswirksam berücksichtigt. In der folgenden Übersicht sind der auf die einzelnen Vorstandsmitglieder entfallende Dienstzeitaufwand und der Barwert der Pensionsverpflichtungen dargestellt.
Pensionszusagen nach HGB und IFRS
A 4.4.1/6
| HGB | HGB | HGB | |
|---|---|---|---|
| in T€ | Dienstzeitaufwand Pensionszusagen12016 | Dienstzeitaufwand Pensionszusagen12017 | Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen zum 31.12.22016 |
| --- | --- | --- | --- |
| Zum 31.12.2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||
| Werner Baumann (Vorsitzender) | 764 | 809 | 7.452 |
| Liam Condon | 330 | 320 | 2.151 |
| Johannes Dietsch | 318 | 305 | 2.854 |
| Dr. Hartmut Klusik | 316 | 305 | 4.533 |
| Kemal Malik | 318 | 310 | 1.990 |
| Erica Mann | 219 | 257 | 7.199 |
| Dieter Weinand | 240 | 240 | 468 |
| Ehemaliges Vorstandsmitglied | |||
| Dr. Marijn Dekkers3 | 382 | - | - |
| Gesamt | 2.887 | 2.546 | 26.647 |
| HGB | IFRS | IFRS | |
|---|---|---|---|
| in T€ | Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen zum 31.12.22017 | Dienstzeitaufwand für im laufenden Jahr erdiente Pensionszusagen 2016 | Dienstzeitaufwand für im laufenden Jahr erdiente Pensionszusagen 2017 |
| --- | --- | --- | --- |
| Zum 31.12.2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||
| Werner Baumann (Vorsitzender) | 9.044 | 1.054 | 1.290 |
| Liam Condon | 2.345 | 487 | 563 |
| Johannes Dietsch | 3.951 | 431 | 483 |
| Dr. Hartmut Klusik | 5.302 | 399 | 435 |
| Kemal Malik | 2.186 | 438 | 493 |
| Erica Mann | 7.492 | 288 | 275 |
| Dieter Weinand | 700 | 322 | 368 |
| Ehemaliges Vorstandsmitglied | |||
| Dr. Marijn Dekkers3 | - | 483 | - |
| Gesamt | 31.020 | 3.902 | 3.907 |
| IFRS | IFRS | |
|---|---|---|
| in T€ | Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung zum 31.12. 2016 | Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung zum 31.12. 2017 |
| --- | --- | --- |
| Zum 31.12.2017 amtierende Vorstandsmitglieder | ||
| Werner Baumann (Vorsitzender) | 12.429 | 13.544 |
| Liam Condon | 3.860 | 4.038 |
| Johannes Dietsch | 4.882 | 5.919 |
| Dr. Hartmut Klusik | 6.782 | 7.285 |
| Kemal Malik | 2.507 | 2.697 |
| Erica Mann | 7.232 | 7.532 |
| Dieter Weinand | 735 | 988 |
| Ehemaliges Vorstandsmitglied | ||
| Dr. Marijn Dekkers3 | - | - |
| Gesamt | 38.427 | 42.003 |
1 Inklusive Arbeitgeberbeitrag zur Bayer-Pensionskasse, Rheinischen Pensionskasse VVaG und einer ausländischen Pensionskasse
2 Pensionsansprüche gegenüber ausländischen Tochtergesellschaften und ausländischen Bayer-Pensionskassen werden mit ihrem Barwert der Pensionsverpflichtung gemäß IFRS berücksichtigt.
3 Dr. Marijn Dekkers ist mit Ablauf des 30. April 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden.
Der Dienstzeitaufwand für die Pensionszusagen weicht aufgrund unterschiedlicher Bewertungsansätze für den Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen nach HGB sowie für den Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen nach IFRS voneinander ab.
Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit
Aufgrund der vorzeitigen einvernehmlichen Beendigung zum 31. März 2018 des ursprünglich bis zum 31. Dezember 2018 laufenden Dienstvertrags von Erica Mann wurden mit ihr zu gewährende Abfindungsleistungen in Höhe von 1.978 T € vereinbart. Diese setzten sich im Wesentlichen aus Abfindungen für das Festeinkommen, die kurzfristige variable Einkommenskomponente, Aspire und Zahlungen für Altersversorgungsansprüche, jeweils für den Zeitraum vom 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018, zusammen. Für die Zwecke der betrieblichen Altersversorgung und des Aspire-Programms wurde Erica Mann so gestellt, als wäre sie noch bis zum 31. Dezember 2018 teilnahmeberechtigt gewesen. Die Abfindung für das Festeinkommen und die kurzfristige variable Einkommenskomponente in Höhe von insgesamt 1.172 T € werden im April 2018 ausbezahlt. Die Auszahlung der Aspire-Tranchen erfolgt jeweils nach Ablauf der Programmlaufzeit auf Basis der Programmparameter. Für Erica Mann besteht ein Wettbewerbsverbot bis zum 31. Dezember 2018.
Aufgrund der vorzeitigen einvernehmlichen Beendigung zum 30. April 2016 des bis zum 31. Dezember 2016 laufenden Dienstvertrags von Dr. Marijn Dekkers wurden mit ihm zu gewährende Leistungen in Höhe von 4.341 T € nach HGB bzw. 4.542 T € nach IFRS vereinbart. Diese setzten sich aus dem Festeinkommen, den kurzfristigen variablen Einkommenskomponenten, Aspire und dem Dienstzeitaufwand für Altersversorgung, jeweils für den Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis 31. Dezember 2016, zusammen. Für die Zwecke der betrieblichen Altersversorgung und des Aspire-Programms wurde Herr Dr. Dekkers so gestellt, als wäre er noch bis zum 31. Dezember 2016 teilnahmeberechtigt gewesen. Das Festeinkommen und die kurzfristige variable Einkommenskomponente in Höhe von insgesamt 1.900 T € wurden im Mai 2016 ausbezahlt. Die Auszahlung der Aspire-Tranchen erfolgt jeweils nach Ablauf der Programmlaufzeit auf Basis der Programmparameter.
Die Gesamtvergütung des Vorstands nach IFRS wird in der folgenden Tabelle dargestellt:
Vorstandsvergütung nach IFRS
Tabelle A 4.4.1/7
| in T€ | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Festvergütung | 6.385 | 6.148 |
| Sachbezüge und sonstige Leistungen | 664 | 266 |
| Summe der kurzfristigen erfolgsunabhängigen Vergütung | 7.049 | 6.414 |
| Kurzfristige erfolgsabhängige Barvergütung | 9.063 | 4.890 |
| Summe der kurzfristigen Vergütung | 16.112 | 11.304 |
| Wertänderung bisheriger Ansprüche aus der aktienbasierten Vergütung über virtuelle Bayer-Aktien | - 1.275 | 538 |
| Im laufenden Jahr erdiente aktienbasierte Vergütung Aspire | 5.217 | 9.082 |
| Wertänderung bisheriger Ansprüche aus der aktienbasierten Vergütung Aspire | - 923 | - 641 |
| Summe der aktienbasierten Vergütung (Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung) | 3.019 | 8.979 |
| Dienstzeitaufwand für im laufenden Jahr erdiente Pensionszusagen | 3.902 | 3.907 |
| Summe der langfristigen Vergütung | 6.921 | 12.886 |
| Abfindung im Zusammenhang mit der Beendigung eines Dienstvertrags | 4.542 | 1.978 |
| Gesamtvergütung (nach IFRS) | 27.575 | 26.168 |
4.4.2 Angaben gemäß den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
In den folgenden Tabellen werden gemäß den Anforderungen des DCGK die für das Jahr 2017 gewährten Zuwendungen dargestellt, einschließlich der Nebenleistungen, der erreichbaren Maximal- und Minimalvergütung bei variablen Vergütungskomponenten sowie des Zuflusses für das Berichtsjahr.
Gewährte Zuwendungen für das Berichtsjahr (Teil I)
A 4.4.2/1
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Werner Baumann (Vorsitzender) | Werner Baumann (Vorsitzender) | Werner Baumann (Vorsitzender) | Werner Baumann (Vorsitzender) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.1.2010 | Eintritt 1.1.2010 | Eintritt 1.1.2010 | Eintritt 1.1.2010 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 1.285 | 1.487 | 1.487 | 1.487 | |
| Nebenleistungen | 47 | 49 | 49 | 49 | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 1.332 | 1.536 | 1.536 | 1.536 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 1.475 | 1.487 | 0 | 2.974 | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 1.983 | ||||
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | 3.530 | 0 | 8.826 | ||
| Summe | 4.790 | 6.553 | 1.536 | 13.336 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 764 | 809 | 809 | 809 | |
| Gesamtvergütung | 5.554 | 7.362 | 2.345 | 14.145 |
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Liam Condon (Crop Science) | Liam Condon (Crop Science) | Liam Condon (Crop Science) | Liam Condon (Crop Science) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 800 | 806 | 806 | 806 | |
| Nebenleistungen | 44 | 43 | 43 | 43 | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 844 | 849 | 849 | 849 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 800 | 806 | 0 | 1.613 | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 1.624 | ||||
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | 1.677 | 0 | 4.191 | ||
| Summe | 3.268 | 3.332 | 849 | 6.653 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 330 | 320 | 320 | 320 | |
| Gesamtvergütung | 3.598 | 3.652 | 1.169 | 6.973 |
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Johannes Dietsch (Finanzen) | Johannes Dietsch (Finanzen) | Johannes Dietsch (Finanzen) | Johannes Dietsch (Finanzen) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.9.2014 | Eintritt 1.9.2014 | Eintritt 1.9.2014 | Eintritt 1.9.2014 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 750 | 756 | 756 | 756 | |
| Nebenleistungen | 83 | 42 | 42 | 42 | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 833 | 798 | 798 | 798 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 750 | 756 | 0 | 1.512 | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 1.522 | ||||
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | 1.483 | 0 | 3.708 | ||
| Summe | 3.105 | 3.037 | 798 | 6.018 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 318 | 305 | 305 | 305 | |
| Gesamtvergütung | 3.423 | 3.342 | 1.103 | 6.323 |
Gewährte Zuwendungen für das Berichtsjahr (Teil II)
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Hartmut Klusik (Personal, Technologie & Nachhaltigkeit) | Dr. Hartmut Klusik (Personal, Technologie & Nachhaltigkeit) | Dr. Hartmut Klusik (Personal, Technologie & Nachhaltigkeit) | Dr. Hartmut Klusik (Personal, Technologie & Nachhaltigkeit) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 750 | 756 | 756 | 756 | |
| Nebenleistungen | 140 | 40 | 40 | 40 | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 890 | 796 | 796 | 796 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 750 | 756 | 0 | 1.512 | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 1.522 | ||||
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | 1.597 | 0 | 3.992 | ||
| Summe | 3.162 | 3.149 | 796 | 6.300 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 316 | 305 | 305 | 305 | |
| Gesamtvergütung | 3.478 | 3.454 | 1.101 | 6.605 |
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Kemal Malik (Innovation) | Kemal Malik (Innovation) | Kemal Malik (Innovation) | Kemal Malik (Innovation) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.2.2014 | Eintritt 1.2.2014 | Eintritt 1.2.2014 | Eintritt 1.2.2014 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 775 | 781 | 781 | 781 | |
| Nebenleistungen | 35 | 36 | 36 | 36 | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 810 | 817 | 817 | 817 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 775 | 781 | 0 | 1.562 | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 1.573 | ||||
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | 1.591 | 0 | 3.978 | ||
| Summe | 3.158 | 3.189 | 817 | 6.357 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 318 | 310 | 310 | 310 | |
| Gesamtvergütung | 3.476 | 3.499 | 1.127 | 6.667 |
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Erica Mann2(Consumer Health) | Erica Mann2(Consumer Health) | Erica Mann2(Consumer Health) | Erica Mann2(Consumer Health) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 750 | 756 | 756 | 756 | |
| Nebenleistungen | 182 | 24 | 24 | 24 | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 932 | 780 | 780 | 780 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 750 | 756 | 0 | 1.512 | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 1.522 | ||||
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | 1.210 | 0 | 3.025 | ||
| Summe | 3.204 | 2.746 | 780 | 5.317 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 219 | 257 | 257 | 257 | |
| Gesamtvergütung | 3.423 | 3.003 | 1.037 | 5.574 |
Gewährte Zuwendungen für das Berichtsjahr (Teil III)
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dieter Weinand (Pharmaceuticals) | Dieter Weinand (Pharmaceuticals) | Dieter Weinand (Pharmaceuticals) | Dieter Weinand (Pharmaceuticals) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 800 | 806 | 806 | 806 | |
| Nebenleistungen | 34 | 32 | 32 | 32 | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 834 | 838 | 838 | 838 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 800 | 806 | 0 | 1.613 | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 1.623 | ||||
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | 1.932 | 0 | 4.829 | ||
| Summe | 3.257 | 3.576 | 838 | 7.280 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 240 | 240 | 240 | 240 | |
| Gesamtvergütung | 3.497 | 3.816 | 1.078 | 7.520 |
| Ehemaliges Vorstandsmitglied | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Marijn Dekkers | Dr. Marijn Dekkers | Dr. Marijn Dekkers | Dr. Marijn Dekkers | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Austritt 30.4.2016 | Austritt 30.4.2016 | Austritt 30.4.2016 | Austritt 30.4.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Zielwert 2016 | Zielwert 2017 | Min. 2017 | Max.12017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 475 | - | - | - | |
| Nebenleistungen | 99 | - | - | - | |
| Summe jährliches Festeinkommen | 574 | - | - | - | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 475 | - | - | - | |
| Langfristige aktienbasierte Vergütung (Aspire) | |||||
| 2016 (1.1.2016 - 31.12.2019) | 964 | - | - | - | |
| 2017 (1.1.2017 - 31.12.2020) | - | - | - | - | |
| Summe | 2.013 | - | - | - | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand | 382 | - | - | - | |
| Gesamtvergütung | 2.395 | - | - | - |
1 In der Summe der maximalen Beträge sind geltende Caps noch nicht berücksichtigt. Die Auszahlung in einem Jahr ist auf das 1,8-fache der Zielvergütung begrenzt (vgl. A 4.4.1, Vergütungsstruktur).
2 Erica Mann wurde im Dezember 2017 zusätzlich eine Abfindung in Höhe von 1.978 T € gewährt.
Zufluss für das Berichtsjahr (Teil I)
A 4.4.2/2
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Werner Baumann (Vorsitzender) | Werner Baumann (Vorsitzender) | Liam Condon (Crop Science) | Liam Condon (Crop Science) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.1.2010 | Eintritt 1.1.2010 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 1.285 | 1.487 | 800 | 806 | |
| Nebenleistungen | 47 | 49 | 44 | 43 | |
| Summe | 1.332 | 1.536 | 844 | 849 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | |||||
| für 2016 | 2.329 | 1.106 | |||
| für 2017 | 1.335 | - | 519 | ||
| Langfristige Barvergütung über virtuelle Bayer-Aktien | |||||
| 2012 (1.1.2013 - 31.12.2015) | 1.747 | ||||
| 2013 (1.1.2014 - 31.12.2016) | 911 | 564 | |||
| Langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire) 1 | |||||
| 2012 (1.1.2012 - 31.12.2015) | 789 | ||||
| 2013 (1.1.2013 - 31.12.2016) | 959 | 513 | |||
| Summe | 6.197 | 4.741 | 1.950 | 2.445 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand2 | 764 | 809 | 330 | 320 | |
| Gesamtvergütung | 6.961 | 5.550 | 2.280 | 2.765 |
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Johannes Dietsch (Finanzen) | Johannes Dietsch (Finanzen) | Dr. Hartmut Klusik (Personal, Technologie & Nachhaltigkeit) | Dr. Hartmut Klusik (Personal, Technologie & Nachhaltigkeit) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.9.2014 | Eintritt 1.9.2014 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 750 | 756 | 750 | 756 | |
| Nebenleistungen | 83 | 42 | 140 | 40 | |
| Summe | 833 | 798 | 890 | 796 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | |||||
| für 2016 | 978 | 1.053 | - | ||
| für 2017 | 679 | - | 565 | ||
| Langfristige Barvergütung über virtuelle Bayer-Aktien | |||||
| 2012 (1.1.2013 - 31.12.2015) | |||||
| 2013 (1.1.2014 - 31.12.2016) | |||||
| Langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire) 1 | |||||
| 2012 (1.1.2012 - 31.12.2015) | 301 | ||||
| 2013 (1.1.2013 - 31.12.2016) | 279 | 312 | |||
| Summe | 2.112 | 1.756 | 1.943 | 1.673 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand2 | 318 | 305 | 316 | 305 | |
| Gesamtvergütung | 2.430 | 2.061 | 2.259 | 1.978 |
Zufluss für das Berichtsjahr (Teil II)
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Kemal Malik (Innovation) | Kemal Malik (Innovation) | Erica Mann (Consumer Health) | Erica Mann (Consumer Health) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.2.2014 | Eintritt 1.2.2014 | Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 775 | 781 | 750 | 756 | |
| Nebenleistungen | 35 | 36 | 182 | 24 | |
| Summe | 810 | 817 | 932 | 780 | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | |||||
| für 2016 | 1.050 | 798 | |||
| für 2017 | 604 | 378 | |||
| Langfristige Barvergütung über virtuelle Bayer-Aktien | |||||
| 2012 (1.1.2013 - 31.12.2015) | |||||
| 2013 (1.1.2014 - 31.12.2016) | |||||
| Langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire) 1 | |||||
| 2012 (1.1.2012 - 31.12.2015) | 364 | ||||
| 2013 (1.1.2013 - 31.12.2016) | 303 | 1.596 | |||
| Summe | 2.224 | 1.724 | 1.730 | 2.754 | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand2 | 318 | 310 | 219 | 257 | |
| Gesamtvergütung | 2.542 | 2.034 | 1.949 | 3.011 |
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Vorstandsmitglieder | Ehemaliges Vorstandsmitglied | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dieter Weinand (Pharmaceuticals) | Dieter Weinand (Pharmaceuticals) | Dr. Marijn Dekkers | Dr. Marijn Dekkers | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Eintritt 1.1.2016 | Eintritt 1.1.2016 | Austritt 30.4.2016 | Austritt 30.4.2016 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | 2016 | 2017 | 2016 | 2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 800 | 806 | 475 | - | |
| Nebenleistungen | 34 | 32 | 99 | - | |
| Summe | 834 | 838 | 574 | - | |
| Kurzfristige variable Barvergütung | |||||
| für 2016 | 1.274 | 475 | - | ||
| für 2017 | 810 | - | |||
| Langfristige Barvergütung über virtuelle Bayer-Aktien | |||||
| 2012 (1.1.2013 - 31.12.2015) | 3.039 | - | |||
| 2013 (1.1.2014 - 31.12.2016) | - | ||||
| Langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire) 1 | |||||
| 2012 (1.1.2012 - 31.12.2015) | 1.495 | - | |||
| 2013 (1.1.2013 - 31.12.2016) | - | ||||
| Summe | 2.108 | 1.648 | 5.583 | - | |
| Dienstzeitaufwand / Versorgungsaufwand2 | 240 | 240 | 382 | - | |
| Gesamtvergütung | 2.348 | 1.888 | 5.965 | - |
1 Die Auszahlung aus der Aspire-Tranche 2012 für Johannes Dietsch und Kemal Malik erfolgte für einen Erdienungszeitraum, der in Teilen vor der Aufnahme ihrer Vorstandstätigkeit lag. Diese Tranchen waren zum Zeitpunkt des Beginns der Vorstandstätigkeit noch nicht vollständig erdient. Gleiches gilt für die Auszahlung der Aspire-Tranche 2013 im Jahr 2017 für Johannes Dietsch, Liam Condon, Dr. Hartmut Klusik, Kemal Malik und Erica Mann..
2 Der gesamte Dienstzeitaufwand ist ein Dienstzeitaufwand nach HGB zuzüglich Beiträge an Pensionskassen.
4.4.3 Vergütungssystem des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats richtet sich nach den entsprechenden Satzungsbestimmungen, die durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung am 28. April 2017 mit großer Mehrheit gebilligt wurden. Demnach wurde die Vergütung des Aufsichtsrats mit Wirkung zum 29. April 2017 um 10 % erhöht.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten nun neben dem Ersatz ihrer Aufwendungen eine jährliche feste Vergütung von 132 T € (Vorjahr: 120 T €).
Gemäß den Empfehlungen des DCGK werden Vorsitz und stellvertretender Vorsitz im Aufsichtsrat sowie Vorsitz und Mitgliedschaft in Ausschüssen gesondert berücksichtigt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält ab dem 29. April 2017 eine feste Vergütung von 396 T € (Vorjahr: 360 T €), sein Stellvertreter 264 T € (Vorjahr: 240 T €), womit auch die Übernahme von Mitgliedschaften bzw. Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten ist. Mitgliedern von Ausschüssen steht eine zusätzliche Vergütung zu. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält als zusätzliche Vergütung 132 T € (Vorjahr: 120 T €) und jedes andere Mitglied des Prüfungsausschusses erhält 66 T € (Vorjahr: 60 T €). Der Vorsitzende eines anderen Ausschusses erhält 66 T € (Vorjahr: 60 T €) und jedes Mitglied eines anderen Ausschusses erhält 33 T € (Vorjahr: 30 T €). Für die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss wird unverändert keine zusätzliche Vergütung gewährt. Ausschusstätigkeiten werden für höchstens zwei Ausschüsse berücksichtigt, wobei bei Überschreiten dieser Höchstzahl die zwei höchstdotierten Funktionen maßgeblich sind. Veränderungen im Aufsichtsrat und in seinen Ausschüssen während des Geschäftsjahres führen zu einer zeitanteiligen Vergütung. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für jede persönliche Teilnahme an einer Präsenzsitzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wie bisher ein Sitzungsgeld von 1 T €. Das Sitzungsgeld ist auf 1 T € pro Tag begrenzt.
Die Aufsichtsratsmitglieder haben gegenüber dem Aufsichtsrat im Rahmen einer Selbstverpflichtung erklärt, dass sie für jeweils 25 % der gewährten festen Vergütung einschließlich der Vergütung für Ausschusstätigkeit (vor Abzug von Steuern) Bayer-Aktien kaufen und jeweils während der Dauer ihrer Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Bayer AG halten werden. Dies gilt nicht, wenn die Mitglieder des Aufsichtsrats aufgrund dienst- oder arbeitsvertraglicher Verpflichtungen an diesem Aktienerwerb gehindert sind oder wenn sie ihre feste Vergütung zu mindestens 85 % nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung oder aufgrund einer dienst- oder arbeitsvertraglichen Verpflichtung an den Arbeitgeber abführen. Wird in diesen Fällen ein geringerer Teil als 85 % der festen Vergütung abgeführt, bezieht sich die Selbstverpflichtung auf den nicht abgeführten Teil. Seit 2017 wurde die Verpflichtung zum Kauf von Bayer-Aktien so angepasst, dass nur noch in den ersten fünf Jahren der Mitgliedschaft im Aufsichtsrat Aktien zu kaufen sind, wobei diese Bayer-Aktien dann bis zum Ende der Mitgliedschaft im Aufsichtsrat gehalten werden müssen. Dabei werden auch die bereits vor 2017 im Rahmen der Selbstverpflichtung erworbenen Bayer-Aktien berücksichtigt. Mit dieser Selbstverpflichtung zur Investition in Bayer-Aktien und zum Halten dieser Aktien wollen die Aufsichtsratsmitglieder ein weiteres Element für die Ausrichtung ihres Interesses auf einen langfristigen, nachhaltigen Unternehmenserfolg schaffen.
Vergütung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr
Die folgende Tabelle fasst die Komponenten der Vergütung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 zusammen:
Aufsichtsratsvergütung 2017 der Bayer AG
A 4.4.3/1
| in T€ | Feste Vergütung 2016 | Feste Vergütung 2017 | Sitzungsgeld 2016 | Sitzungsgeld 2017 | Gesamt 2016 | Gesamt 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zum 31. Dezember 2017 amtierende Aufsichtsratsmitglieder | ||||||
| Dr. Paul Achleitner | 180 | 192 | 5 | 5 | 185 | 197 |
| Dr. Simone Bagel-Trah | 120 | 128 | 5 | 3 | 125 | 131 |
| Dr. Norbert W. Bischofberger1 | - | 92 | - | 3 | - | 95 |
| André van Broich | 150 | 170 | 5 | 6 | 155 | 176 |
| Thomas Ebeling | 120 | 128 | 4 | 4 | 124 | 132 |
| Dr. Thomas Elsner1 | - | 134 | - | 7 | - | 141 |
| Johanna W. (Hanneke) Faber | 81 | 128 | 2 | 4 | 83 | 132 |
| Colleen A. Goggins1 | - | 90 | - | 3 | - | 93 |
| Heike Hausfeld1 | - | 112 | - | 4 | - | 116 |
| Reiner Hoffmann | 127 | 128 | 5 | 2 | 132 | 130 |
| Frank Löllgen | 173 | 192 | 8 | 8 | 181 | 200 |
| Prof. Dr. Wolfgang Plischke | 162 | 256 | 5 | 8 | 167 | 264 |
| Petra Reinbold-Knape | 180 | 192 | 5 | 4 | 185 | 196 |
| Detlef Rennings2 | - | 76 | - | 3 | - | 79 |
| Sabine Schaab3 | - | 36 | - | 3 | - | 39 |
| Michael Schmidt-Kießling | 120 | 128 | 4 | 5 | 124 | 133 |
| Dr. Klaus Sturany | 240 | 256 | 9 | 9 | 249 | 265 |
| Werner Wenning (Vorsitzender) | 360 | 384 | 9 | 10 | 369 | 394 |
| Prof. Dr. Otmar D. Wiestler | 150 | 160 | 4 | 6 | 154 | 166 |
| Oliver Zühlke (stellvertretender Vorsitzender) | 240 | 256 | 9 | 8 | 249 | 264 |
| In den Jahren 2016 / 2017 ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglieder | ||||||
| Dr. Clemens Börsig4 | 120 | 39 | 5 | 2 | 125 | 41 |
| Dr. Thomas Fischer4 | 180 | 58 | 9 | 4 | 189 | 62 |
| Yüksel Karaaslan5 | 150 | 65 | 5 | 2 | 155 | 67 |
| Petra Kronen6 | 150 | 105 | 4 | 3 | 154 | 108 |
| Dr. Helmut Panke7 | 59 | - | 4 | - | 63 | - |
| Sue H. Rataj4 | 120 | 39 | 5 | 2 | 125 | 41 |
| Heinz Georg Webers4 | 120 | 39 | 5 | 2 | 125 | 41 |
| Prof. Dr. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker7 | 59 | - | 2 | - | 61 | - |
| Gesamt | 3.361 | 3.583 | 118 | 120 | 3.479 | 3.703 |
1 Aufsichtsratsmitglied seit 28. April 2017
2 Aufsichtsratsmitglied seit 4. Juni 2017
3 Aufsichtsratsmitglied seit 1. Oktober 2017
4 Aufsichtsratsmitglied bis 28. April 2017
5 Aufsichtsratsmitglied bis 4. Juni 2017
6 Aufsichtsratsmitglied bis 30. September 2017
7 Aufsichtsratsmitglied bis 29. April 2016
Über die Aufsichtsratvergütung hinaus erhalten die Arbeitnehmervertreter, die Arbeitnehmer im Bayer-Konzern sind, Entgeltleistungen, die nicht in Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Aufsichtsrat stehen. In Summe erhielten die Arbeitnehmervertreter aus solchen Tätigkeiten 767 T € (Vorjahr: 939 T €).
Vergütungen oder Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, bestanden nicht. Daneben hat die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, die die gesetzliche Haftpflicht aus der Aufsichtsratstätigkeit abdeckt.
4.4.4 Sonstige Angaben
Vorschüsse und Kredite an Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder
Zum 31. Dezember 2017 bestanden, wie im gesamten Jahr und im Vorjahr, keine Vorschüsse und Kredite an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats.
Pensionszahlungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Aktuell erhalten pensionierte Mitglieder des Vorstands monatliche Pensionsleistungen bis maximal 80 % ihrer ehemaligen Festvergütung. Pensionsleistungen an frühere Vorstände bzw. ihre Hinterbliebenen werden jährlich überprüft und unter Berücksichtigung der Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Im laufenden Jahr betrugen die Vorstandspensionsbezüge der früheren Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen 12.758 T € (Vorjahr 12.800 T €). Diese Pensionsleistungen werden in Ergänzung zu Ansprüchen aus früheren Arbeitnehmerpensionszusagen gezahlt. Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen für diese Personengruppe betrug nach IFRS 184.479 T € (Vorjahr: 188.850 T €) und der Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen nach HGB 153.388 T € (Vorjahr: 149.948 T €).
4.5 Übernahmerelevante Angaben
Erläuternder Bericht gemäß §§ 289a Absatz 1, 315a Absatz 1 HGB
Das Grundkapital der Bayer AG betrug zum 31. Dezember 2017 2.117 Mio. € und war eingeteilt in 826.947.808 nennbetragslose Stückaktien, die auf den Namen lauten. Damit blieben Grundkapital und Zahl der Aktien gegenüber dem Ende des Vorjahres unverändert. Jede Aktie hat ein Stimmrecht. Im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme bestehen teilweise zeitliche Verfügungsbeschränkungen für eine geringe Zahl von Aktien, z. B. im Fall von Haltefristen. Der Bayer AG sind im Geschäftsjahr 2017 keine Meldungen hinsichtlich direkter und indirekter Beteiligungen zugegangen, die 10 % der Stimmrechte übersteigen. Damit liegt der Gesellschaft keine Meldung zu einer Beteiligung über 10 % der Stimmrechte vor.
Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 6 der Satzung geregelt. Gemäß § 84 Abs. 1 AktG werden die Mitglieder des Vorstands grundsätzlich durch den Aufsichtsrat bestellt bzw. abberufen. Da die Bayer AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung bzw. Abberufung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung gemäß § 31 Abs. 2 MitbestG mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, erfolgt die Bestellung gemäß § 31 Abs. 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit der Mitglieder maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Abs. 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung der Bayer AG hat der Vorstand aus mindestens zwei Personen zu bestehen; im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat kann gemäß § 84 Abs. 2 AktG bzw. § 6 Abs. 1 der Satzung ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden ernennen.
Änderungen der Satzung erfolgen nach § 179 AktG und §§ 10, 17 der Satzung. Gemäß § 179 Abs. 1 AktG bedürfen Änderungen der Satzung eines Beschlusses der Hauptversammlung, der, soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, gemäß § 179 Abs. 2 AktG eine Mehrheit von drei Vierteln des bei der Abstimmung vertretenen Grundkapitals erfordert. Soweit die Änderung des Unternehmensgegenstands betroffen ist, darf die Satzung jedoch nur eine größere Mehrheit vorsehen. Die Satzung der Bayer AG macht in § 17 Abs. 2 von der Möglichkeit der Abweichung gemäß § 179 Abs. 2 AktG Gebrauch und sieht vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des vertretenen Grundkapitals gefasst werden können. Gemäß § 10 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen.
Im Handelsregister der Bayer AG sind Satzungsbestimmungen zu einem Genehmigten Kapital I und einem Genehmigten Kapital II eingetragen. Durch das Genehmigte Kapital I ist der Vorstand bis zum 28. April 2019 berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital um bis zu 530 Mio. € zu erhöhen. Die Ausgabe neuer Aktien kann dabei gegen Bar- und / oder Sacheinlagen erfolgen, wobei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen insgesamt nur um bis zu 423 Mio. € erfolgen dürfen. Bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen unter Verwendung des Genehmigten Kapitals I ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu gewähren. Von einer Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts bei Ausgabe von Aktien aus dem Genehmigten Kapital I darf der Vorstand maximal in einem Umfang von 20 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 29. April 2014 bestehenden Grundkapitals Gebrauch machen. Vorbehaltlich eines neuen Beschlusses zum Bezugsrechtsausschluss darf der Vorstand auch unter weiteren Ermächtigungen zu Kapitalmaßnahmen (Genehmigtes Kapital II, Options- oder Wandelanleihen, Erwerb und Verwendung eigener Aktien) insgesamt nur maximal in einem Umfang von 20 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 29. April 2014 bestehenden Grundkapitals ein Bezugsrecht der Aktionäre ausschließen.
Durch das Genehmigte Kapital II ist der Vorstand bis zum 28. April 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmal oder mehrmals gegen Bareinlage um bis zu 212 Mio. € zu erhöhen. Den Aktionären ist dabei ein Bezugsrecht zu gewähren, das der Vorstand jedoch mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen kann, soweit die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals II im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt, die 10 % des zum Zeitpunkt der Eintragung dieser Ermächtigung oder des zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien bestehenden Grundkapitals nicht überschreitet und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet.
Im Zusammenhang mit einer Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (zusammen "Schuldverschreibungen") in Höhe eines Nennbetrags von insgesamt 6 Mrd. € bis zum 28. April 2019, von denen nominal 4 Mrd. € bereits durch eine Pflichtwandelanleihe ausgenutzt sind, besteht ein bedingtes Kapital von 212 Mio. €. Das den Aktionären grundsätzlich eingeräumte Recht zum Bezug der Schuldverschreibungen kann vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, sofern u. a. der anteilige Betrag der zur Bedienung vorgesehenen Aktien 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt und zwar weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 29. April 2014 noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung; auf diese Grenze von 10 % sind andere Ausgaben von Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder sinngemäßer Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG anzurechnen.
Außerdem hat der Vorstand in der Hauptversammlung vom 29. April 2014 die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien bis zu einer Höhe von 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals erhalten. Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien umfasst - bis zu einer Höhe von 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals - auch den Erwerb eigener Aktien unter Einsatz von Put- oder Call-Optionen (Derivaten). Auch diese Ermächtigung ist bis zum 28. April 2019 befristet.
Als wesentliche Vereinbarung, welche unter der Bedingung eines Kontrollwechsels (Change of Control) steht, ist die mit der Bayer AG und deren US-Tochtergesellschaft Bayer Corporation vereinbarte syndizierte Kreditlinie über 3,5 Mrd. € zu nennen. Diese Kreditlinie läuft bis Dezember 2020. Bayer hat diesen Kredit bislang nicht in Anspruch genommen. Die kreditgewährenden Banken könnten die Kreditlinie im Falle eines Kontrollwechsels bei Bayer kündigen und alle bis dahin unter dieser Kreditlinie gegebenenfalls in Anspruch genommenen Darlehen fällig stellen.
Eine entsprechende Klausel ist auch in der syndizierten Kreditlinie der Bayer US Finance II LLC und der Bayer AG vom September 2016 über ursprünglich 56,9 Mrd. USD enthalten. Die bis zum 31. Dezember 2017 noch nicht gezogene Kreditlinie dient der Finanzierung der geplanten Monsanto-Akquisition. Diese Kreditlinie wurde 2016 vereinbarungsgemäß um den Nettoerlös aus einer Pflichtwandelanleihe in Höhe von 4,2 Mrd. USD auf 52,7 Mrd. USD und im Juni 2017 um den Nettoerlös aus einer Umtauschanleihe in Höhe von 1,2 Mrd. USD auf 51,5 Mrd. USD reduziert. Die Pflichtwandelanleihe wurde von der Bayer Capital Corporation B.V. begeben, von der Bayer AG garantiert und läuft bis November 2019. Anleihegläubiger können vorzeitig wandeln, im Fall eines Kontrollwechsels zu vorteilhafteren Konditionen als ohne Kontrollwechsel. Die Umtauschanleihe wurde von der Bayer AG begeben, sie läuft bis 2020, und die Bayer AG kann Schuldverschreibungen im Falle des Umtauschs flexibel in Geld, in Aktien der Covestro AG oder einer Kombination aus beidem begleichen. Gläubigern dieser Schuldverschreibungen steht für den Fall eines Kontrollwechsels und einer sich innerhalb von 120 Tagen nach dem Eintritt des Kontrollwechsels anschließenden Verschlechterung des Kreditratings der Bayer AG das Recht zu, von der Bayer AG den Rückkauf nicht umgetauschter Schuldverschreibungen zu verlangen.
Eine entsprechende Regelung für den Fall eines Kontrollwechsels enthalten auch die Anleihebedingungen der in den Jahren 2006 bis 2017 unter dem bestehenden Debt-Issuance-Programm von Bayer begebenen Schuldverschreibungen in Höhe von nominal 2,0 Mrd. € (Stand: 31. Dezember 2017). Gleiches gilt für die Anleihebedingungen einer im Oktober 2014 im 144a / RegS.-Format begebenen Schuldverschreibung über 7 Mrd. USD, von denen noch 5,3 Mrd. USD valutieren (Stand: 31. Dezember 2017).
Für die Mitglieder des Vorstands bestehen für den Fall eines Übernahmeangebots für die Bayer AG Vereinbarungen, die mit den Bestimmungen der Ziffer 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex in Einklang stehen. Danach soll eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels maximal drei Jahresvergütungen betragen und die Vergütung für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags nicht überschreiten.
4.6 CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz: Index zur nichtfinanziellen Erklärung
CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz1 : Index zur nichtfinanziellen Erklärung
A 4.6/1
| Geschäftsmodell | Wir stellen unser Geschäftsmodell gemäß HGB § 289 c und § 315 c im Kapitel A 1.1 Unternehmensprofil und Konzernstruktur dar. | |
|---|---|---|
| Aspekte | Bayer-Handlungsfeld | Konzept: Managementansätze, Konzernziele, Maßnahmen, Ergebnisse, Due-Diligence-Prozesse, nichtfinanzielle Kennzahlen |
| Umweltbelange | Kapitel | |
| Ressourceneffizienz; Umweltschutz (Luft-, Wasser-, Boden-Emissionen); Sicherheit; Produktverantwortung | A 1.2.1 Konzernstrategie und Ziele A 1.4.2.2 Produktion & Logistik A 1.4.3.1 Produktverantwortung A 1.4.3.2 Sicherheit: Anlagensicherheit und Transportsicherheit A 1.4.3.3 Umweltschutz | |
| Lieferantenmanagement | Lieferantenmanagement | A 1.2.1 Ziele und Leistungskennzahlen A 1.4.2.1 Einkauf und Lieferantenmanagement |
| Arbeitnehmerbelange | Kapitel | |
| Mitarbeiterbeziehungen und -entwicklungen; Sicherheit; Menschenrechte | A 1.2.1 Ziele und Leistungskennzahlen A 1.4.1.1 Mitarbeiter A 1.4.1.2 Menschenrechte A 1.4.3.2 Sicherheit: Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz | |
| Lieferantenmanagement | Lieferantenmanagement | A 1.2.1 Ziele und Leistungskennzahlen A 1.4.2.1 Einkauf und Lieferantenmanagement |
| Sozialbelange | Kapitel | |
| Stakeholderengagement+ Partnerschaften; Gesellschaftliches Engagement; Produktion | A 1.2.1 Ziele und Leistungskennzahlen A 1.2.3 Nachhaltigkeitsmanagement - Stakeholderdialog A 1.4.1.3 Gesellschaftliches Engagement A 1.4.2.2 Produktion A 1.4.3.2 Sicherheit: Anlagensicherheit und Transportsicherheit | |
| Bestechung und Korruption | Kapitel | |
| Instrumente zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung | Geschäftsethik | A 1.2.1 Ziele und Leistungskennzahlen A 1.4.1.2 Menschenrechte A 1.4.2.3 Marketing und Vertrieb: Verpflichtung zu ethischem Handeln A 4.2 Compliance |
| Lieferantenmanagement | Lieferantenmanagement | A 1.2.1 Ziele und Leistungskennzahlen A 1.4.2.1 Einkauf und Lieferantenmanagement |
| Achtung der Menschenrechte | Kapitel | |
| Mitarbeiterbeziehungen und -entwicklungen (faire Arbeitsbedingungen); Menschenrechte; Lieferantenmanagement | A 1.2.1 Ziele und Leistungskennzahlen A 1.4.1.1 Mitarbeiter A 1.4.1.2 Menschenrechte A 1.4.2.1 Einkauf und Lieferantenmanagement inkl. Kinderarbeit | |
| Wesentliche Risiken | Zu wesentliche Risiken aus eigener Geschäftstätigkeit, Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen berichten wir im Kapitel A 3.2.1 Konzernweites Chancen- und Risikomanagementsystem, A 3.2.2 Chancen- und Risikolage und B 32. Rechtliche Risiken | |
| Diversitätskonzept | Das Diversitätskonzept stellen wir im Kapitel A 4.1 Erklärung zur Unternehmensführung für die Aufsichtsorgane Vorstand und Aufsichtsrat dar und in Kapitel A 1.4.1.1 für Mitarbeiter im Konzern generell. |
1 §§ 289b bis e HGB, §§ 315b und c HGB; Ergänzende Angaben zur nichtfinanziellen Erklärung der Bayer AG nach §§ 289b bis e HGB sind in Kap. A 1.4.4 angegeben.
Entgeltbericht
Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit von Frauen und Männern für den Lagebericht 2018 (mit Bezugszeitraum 2016!):
Statistische Angaben für 2016:
| Durchschnittliche | Gesamtzahl | weiblicher Beschäftigter: | 641,8 |
| Durchschnittliche | Gesamtzahl | männlicher Beschäftigter: | 1.010,3 |
| Durchschnittliche | Gesamtzahl | weiblicher Beschäftigter in Teilzeit: | 202,9 |
| Durchschnittliche | Gesamtzahl | weiblicher Beschäftigter in Vollzeit: | 436,8 |
| Durchschnittliche | Gesamtzahl | männlicher Beschäftigter in Teilzeit: | 70,6 |
| Durchschnittliche | Gesamtzahl | männlicher Beschäftigter in Vollzeit: | 939,7 |
Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und ihre Wirkung
Bei Bayer wird die Entwicklung von Frauen und Männern gleichermaßen gefördert. Die hierzu statt findenden Personalentwicklungsmaßnahmen mit dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern haben einen hohen Stellenwert bei Bayer. So findet sich im Bayer-Konzern die Gleichstellungspolitik in verschiedenen Maßnahmen, wie beispielsweise in Fach- und Führungs-Seminaren, Workshops, der Besetzung von Projekt-Leitungspositionen, Auslandsaufenthalten und Job-Rotation wieder. Die geschlechterneutrale, stellengerechte Vergütung ist stets Bestandteil von personellen Maßnahmen. Die Unternehmensleitung und die Arbeitnehmervertretung haben sich bereits im Jahr 2001 für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Bayer-Konzern ausgesprochen. In dieser gemeinsamen Erklärung wurde unter anderem die gleiche Bezahlung für gleiche Leistung unabhängig vom Geschlecht als ein Grundsatz formuliert. Die Förderung der Chancengleichheit im Konzern ist darüber hinaus als Aufgabengebiet im personalpolitischen Bereich fest verankert.
Die Vergütungen der Beschäftigten werden im Tarifbereich nach den gültigen Tarifverträgen und im außertariflichen Bereich nach einer allgemeinen Vergütungssystematik vorgenommen, die auf der international anerkannten Stellenbewertungsmethodik nach Hay basiert. Maßgeblich für die Eingruppierung und Einstufung der Beschäftigten in Entgeltgruppen im tariflichen Bereich und in Vertragsstufen im außertariflichen Bereich ist dabei stets und ausschließlich die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit des Beschäftigten unter Berücksichtigung seiner fachlichen Qualifikation sowie persönlichen Eignung und Leistung.
Dabei sind Persönlichkeitsmerkmale wie Alter, Herkunft, Religion, Weltanschauung und sexuelle Orientierung für Bayer ohne Bedeutung.
Zur Förderung der Vereinbarkeit von Berufs- und Lebensplanung werden darüber hinaus verschiedene Maßnahmen angeboten. Dazu zählen flexible Arbeitszeitmodelle, die Einrichtung von Telearbeitsplätzen und die Ermöglichung von Home Offices sowie die Unterstützung der Kinderbetreuung. Hierdurch soll Frauen, die nach dem tradierten Rollenverständnis in den Familien oftmals noch als primär für die Kinderbetreuung zuständig gelten, die Rückkehr in den Beruf nach Mutterschutz und Elternzeit erleichtert werden. Führungskräfte und Mitarbeiter der Personalfunktion werden fortwährend über die bestehenden Regelungen geschult und informiert, so dass die ordnungsgemäße Anwendung sichergestellt ist.
Mit all diesen Maßnahmen wird die Einhaltung des Gebots der Entgeltgleichheit für Frauen und Männer bei Bayer gewährleistet und überprüft.
Gewinn- und Verlustrechnung
| in Mio. € | Anhang | 2016 | 2017 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | [1] | 390 | 14.730 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 353 | - 7.914 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 37 | 6.816 | |
| Vertriebskosten | - 39 | - 3.898 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 46 | - 2.186 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 666 | - 908 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | [2] | 48 | 85 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | [3] | - 227 | - 102 |
| Operatives Ergebnis | - 893 | - 193 | |
| Beteiligungsergebnis | [4] | 4.647 | 5.794 |
| Zinsergebnis | [5] | 54 | - 369 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge | [6] | 163 | - 354 |
| Finanzergebnis | 4.864 | 5.071 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | [7] | - 371 | - 335 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss | 3.600 | 4.543 | |
| Einstellung in andere Gewinnrücklagen | - 1.367 | - 1.643 | |
| Bilanzgewinn | 2.233 | 2.900 |
Bilanz
AKTIVA
| in Mio. € | Anhang | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | [13] | 29 | 123 |
| Sachanlagen | [14] | 29 | 29 |
| Finanzanlagen | [15] | 49.112 | 47.071 |
| 49.170 | 47.223 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Vorräte | [16] | 3 | 2.109 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | [17] | 77 | 2.002 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | [18] | 4.092 | 2.585 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | [19] | 410 | 571 |
| [20] | 4.579 | 5.158 | |
| Wertpapiere | [21] | 305 | 25 |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | [22] | 2.423 | 4.247 |
| 7.310 | 11.539 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | [23] | 226 | 178 |
| Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | [24] | 140 | 152 |
| 56.846 | 59.092 | ||
| PASSIVA | |||
| in Mio. € | Anhang | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
| Eigenkapital | [25] | ||
| Gezeichnetes Kapital | 2.117 | 2.117 | |
| Kapitalrücklage | 6.176 | 6.176 | |
| Andere Gewinnrücklagen | 6.039 | 7.682 | |
| Bilanzgewinn | 2.233 | 2.900 | |
| 16.565 | 18.875 | ||
| Rückstellungen | |||
| Rückstellungen für Pensionen | [26] | 897 | 735 |
| Andere Rückstellungen | [27] | 1.008 | 1.466 |
| 1.905 | 2.201 | ||
| Verbindlichkeiten | |||
| Anleihen, Schuldscheindarlehen | [28] | 6.612 | 6.862 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 61 | 756 | |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 2 | 2 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | [29] | 86 | 1.750 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | [30] | 31.197 | 28.078 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | [31] | 418 | 458 |
| [32] | 38.376 | 37.906 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | [33] | - | 110 |
| 56.846 | 59.092 |
Anhang
Änderung der Unternehmensstruktur
Im Rahmen der Bayer-Neuorganisation zum 1. Januar 2016 wurde die bisherige Organisation mit einer strategischen Management-Holding und operativen Teilkonzernen durch eine integrierte Struktur abgelöst. Organisatorisch wird Bayer seitdem über drei Divisionen und eine Geschäftseinheit gesteuert, von denen mit Pharmaceuticals und Crop Science zwei Divisionen ihre Leitung in der Bayer AG haben.
Ebenfalls im Jahr 2016 wurden die Bayer HealthCare AG und die Bayer Technology Services GmbH, beide zuvor 100-prozentige Tochtergesellschaften der Bayer AG, auf diese verschmolzen. Während die Bayer HealthCare AG im Wesentlichen Holdingfunktionen für den Healthcare-Bereich wahrgenommen hatte und diese mit den Holdingfunktionen der Bayer AG zusammengefasst wurden, übernahm die Bayer AG mit der Bayer Technology Services GmbH den Bereich "Engineering and Technology".
Zum 1. Januar 2017 ist das operative Geschäft der Divisionen Pharma und Crop Science auf die Bayer AG übergegangen. Zu diesem Zweck wurden mit der Bayer Pharma AG und der Bayer CropScience AG, die bisher das Geschäft der Divisionen geführt hatten, Betriebsverpachtungsverträge abgeschlossen. Mit diesen wurde deren Geschäftsbetrieb als Ganzes an die Bayer AG verpachtet und die Betriebsführung auf diese übertragen. Die Verträge wurden zunächst für die Dauer eines Kalenderjahres abgeschlossen und verlängern sich jeweils um ein weiteres Jahr, falls sie nicht durch eine der Parteien mit einer Frist von sechs Monaten zum Ablauf des vorangehenden Kalenderjahres schriftlich gekündigt werden. Im Zusammenhang mit den Betriebsverpachtungen wurde Vorratsvermögen im Gesamtwert von 2,3 Mrd. € an die Bayer AG veräußert und rund 14.500 Arbeitsverhältnisse wurden nach § 613a BGB auf diese übertragen. Der Beteiligungsbesitz verblieb bei den beiden Verpächtergesellschaften und ist nicht Gegenstand der Betriebsverpachtung. Die Neuorganisation des Unternehmens ist mit dieser Maßnahme abgeschlossen.
Die nachstehenden Darstellungen zeigen die Auswirkungen der Betriebsverpachtungen auf den Jahresabschluss der Bayer AG:
Gewinn- und Verlustrechnung
| 2016 | 2017 | |||
|---|---|---|---|---|
| Bayer AG | Bayer AG | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| in Mio. € | Corporate | Corporate | Divisionen Pharma und Crop Science | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 390 | 140 | 14.590 | 14.730 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 353 | - 360 | - 7.554 | - 7.914 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 37 | - 220 | 7.036 | 6.816 |
| Sonstige operative Aufwendungen und Erträge | - 930 | - 1.284 | - 5.725 | - 7.009 |
| Operatives Ergebnis | - 893 | - 1.504 | 1.311 | - 193 |
| Finanzergebnis | 4.864 | 5.280 | - 209 | 5.071 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 371 | - 334 | - 1 | - 335 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss | 3.600 | 3.442 | 1.101 | 4.543 |
Bilanz
| 31.12.2016 | 31.12.2017 | |||
|---|---|---|---|---|
| Bayer AG | Bayer AG | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| in Mio. € | Corporate | Corporate | Divisionen Pharma und Crop Science | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anlagevermögen | 49.170 | 47.127 | 96 | 47.223 |
| Umlaufvermögen / übrige Aktiva | 7.676 | 7.962 | 3.907 | 11.869 |
| Eigenkapital | 16.565 | 18.491 | 384 | 18.875 |
| Rückstellungen | 1.905 | 402 | 1.799 | 2.201 |
| Verbindlichkeiten / RAP | 38.376 | 36.196 | 1.820 | 38.016 |
| Bilanzsumme | 56.846 | 55.089 | 4.003 | 59.092 |
Grundlagen
Der Jahresabschluss der Bayer AG, Leverkusen, (eingetragen beim Amtsgericht Köln, HRB 48248) ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt.
Die Bayer AG liefert auf ihrem in Berlin von der Bayer Pharma AG gepachteten Betriebsgelände Strom und Gas an Fremdunternehmen und ist damit nach § 3 Nr. 18 EnWG als Energieversorgungsunternehmen im Sinne des EnWG einzustufen. Darüber hinaus ist die Bayer AG als Energieversorgungsunternehmen mit dem vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen, verbunden, weshalb die Bayer AG nach § 3 Nr. 38 EnWG ebenfalls als vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen einzustufen ist.
Die bisher mit einem "Davon-Vermerk" unter den sonstigen Vermögensgegenständen bzw. sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Zinsabgrenzungen gegenüber verbundenen Unternehmen werden nun unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Zur Vergleichbarkeit sind die Werte des Vorjahres entsprechend angepasst worden.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz sind einzelne Positionen zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst; sie werden im Anhang gesondert erläutert. Ebenfalls aus Gründen der Klarheit finden sich die zu bestimmten Abschlusspositionen vorgeschriebenen "Davon-Vermerke" ausschließlich im Anhang. Wegen der besonderen Bedeutung der Forschungs- und Entwicklungskosten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie werden diese gesondert ausgewiesen. Aufwendungen und Erträge des Finanzbereichs, deren Ausweis nicht durch einen gesetzlich vorgeschriebenen Posten gedeckt ist, sind unter den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen erfasst.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und im Internet sowie als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht worden. Sie steht auf http://www.bayer.de/de/Corporate-Governance.aspx zum Download bereit.
Als Mutterunternehmen erstellt die Bayer AG gleichzeitig für den größten und für den kleinsten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss. Wie im Vorjahr wurde der Lagebericht der Bayer AG in Anwendung von § 315 Absatz 3 HGB i. V. m. § 298 Absatz 2 HGB mit dem Lagebericht des Bayer-Konzerns zusammengefasst.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear (pro rata temporis) über ihre voraussichtliche individuelle Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, im Falle abnutzbarer Sachanlagen vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen entsprechend der jeweiligen Nutzungsdauer. Dabei kommt grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Bewegliche Sachanlagen werden, soweit sie bis 2007 zugegangen sind, mit den steuerlichen Höchstsätzen degressiv abgeschrieben. Der Wechsel zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt in diesen Fällen, sobald diese zu höheren jährlichen Abschreibungen führt.
Folgende Nutzungsdauern sind den Abschreibungen der einzelnen Gruppen der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen zugrunde gelegt worden:
Nutzungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen
| Software | 3 bis 4 Jahre |
| Produktregistrierungen | max. 10 Jahre |
| Sonstige Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | max. 20 Jahre |
| Geschäftsbauten | 25 bis 40 Jahre |
| Infrastrukturanlagen | 12 bis 20 Jahre |
| Betriebsvorrichtungen | 12 bis 20 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 8 bis 20 Jahre |
| Labor- und Forschungseinrichtungen | 3 bis 5 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 6 bis 12 Jahre |
| Informationstechnik | 3 bis 10 Jahre |
| Fahrzeuge (Anschaffungen bis 30.06.2014) | 5 Jahre |
| Fahrzeuge (Anschaffungen ab 01.07.2014) | 6 Jahre |
| EDV-Anlagen | 3 bis 4 Jahre |
Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre jeweiligen Anschaffungs- oder Herstellungskosten 410 € nicht übersteigen.
Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Entfällt der Grund für eine außerplanmäßige Abschreibung, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den fortgeführten Anschaffungskosten.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Sachanlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen vorgenommen und sind die Gründe für die Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten. Durch Tausch erworbene Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden mit dem Buchwert der hingegebenen Anteile bewertet. Verschmelzungen von Beteiligungen werden unter Buchwertfortführung vorgenommen.
Unverzinsliche oder gering verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert, die übrigen Ausleihungen mit dem Nennwert bilanziert. Die ebenfalls unter den Ausleihungen ausgewiesenen, der Bayer-Pensionskasse VVaG, Leverkusen, gewährten Genussrechtskapitalien sowie Inanspruchnahmen aus einem nachträglichen Gründungsstock sind zum Nennwert angesetzt.
Unter den Vorräten sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren grundsätzlich mit den fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten und die Erzeugnisse mit ihren jeweiligen durchschnittlichen Herstellungskosten angesetzt. Diese enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich des fertigungsbedingten Werteverzehrs des Anlagevermögens. Niedrigere beizulegende Werte werden durch Abschreibungen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko. Unverzinsliche/niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr sind mit dem abgezinsten Wert angesetzt.
Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Tageswerten am Abschlussstichtag angesetzt.
Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks in Euro werden zum Nennwert angesetzt, solche in Fremdwährung mit dem Devisenkassakurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite der Bilanz Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. Zudem sind hier Unterschiedsbeträge zwischen Ausgabe- und Erfüllungsbetrag der von der Bayer AG begebenen Anleihen erfasst; diese werden durch planmäßige Abschreibungen während der Laufzeit der jeweiligen Anleihen getilgt.
Zur Erfüllung von verschiedenen Verpflichtungen aus der Altersversorgung sowie aus Arbeitszeitguthaben der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel unter dem Dach einer belgischen Anlagegesellschaft in der Rechtsform einer SICAV (Société d'investissement à capital variable) über zwischengeschaltete Investmentvehikel indirekt in grundsätzlich liquide internationale festverzinsliche Anleihen, Aktien, Immobilien sowie alternative Investments investiert. Sie werden vom Bayer Pension Trust e. V. (BPT), Leverkusen, treuhänderisch für die Bayer AG verwaltet. Zur Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen hält der BPT zudem unmittelbar Anteile an der Covestro AG. Alle Investments sind im Insolvenzfalle des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser wird aus Börsenkursen und Marktzinsen abgeleitet. Das vom BPT gehaltene Treuhandvermögen wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Wertpapiere die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung auf der Aktivseite der Bilanz. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden in entsprechender Weise die Erträge aus dem BPT-Treuhandvermögen mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen und aus Änderungen des Rechnungszinses verrechnet.
Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Dabei werden bei der Bayer AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzpositionen einbezogen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, an denen die Bayer AG als Gesellschafter beteiligt ist. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden gegebenenfalls steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Bayer AG von aktuell 30,78 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Abweichend hiervon werden latente Steuern aus zeitlichen Bilanzierungsunterschieden bei Beteiligungen in der Rechtsform einer Personengesellschaft auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes ermittelt, der lediglich Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag beinhaltet; dieser beträgt derzeit 15,83 %. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung würde vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht werden. Im Geschäftsjahr ergab sich insgesamt eine - nicht bilanzierte - aktive latente Steuer.
Das Grundkapital der Bayer AG ist aufgeteilt in 826.947.808 auf den Namen lautende Aktien (Stückaktien), die jeweils mit ihrem anteiligen rechnerischen Wert des gesamten Grundkapitals von 2.116.986.388,48 € angesetzt sind.
Die Rückstellungen für Pensionen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei gehen wir derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,75 % (Vorjahr: 2,75 %) bei den Entgelten und von 1,70 % (Vorjahr: 1,50 %) bei den Renten aus. Bei der Bestimmung des Rententrends wurde bis zum Vorjahr jeweils auf ein Viertel Prozent auf- oder abgerundet. Aus Gründen höherer Genauigkeit erfolgt nunmehr eine Rundung auf das nächste Zehntel Prozent. Für ab dem 1. Januar 2000 erfolgte Versorgungszusagen gilt generell eine jährliche Rentenerhöhung von 1,00 %; diese ist den Mitarbeitern fest zugesagt. Der zum 31. Dezember 2017 zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich auf 3,68 % (Vorjahr: 4,01 %); es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank für Dezember 2017 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren.
Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 2,80 % (Vorjahr: 3,24 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristigere Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Frühruhestandsvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst. Diese betrug im Jahr 2017 drei Jahre, der Rechnungszins 1,43 % (Vorjahr: 1,81 %). Es handelt sich jeweils um die von der Deutschen Bundesbank für Dezember 2017 veröffentlichten Zinssätze.
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Handelt es sich um Rentenverpflichtungen, sind diese zum Barwert unter Verwendung eines fristadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre angesetzt.
Die Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie von Devisentermingeschäften und anderen Währungsderivaten erfolgt nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung. Hierzu werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Kassakursen und die zu ihrer Kurssicherung abgeschlossenen Währungsderivate mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Sich ausgleichende Wertänderungen der gesicherten Positionen bleiben im Abschluss gemäß der Einfrierungsmethode unberücksichtigt. Für Verlustüberhänge werden Drohverlustrückstellungen gebildet; Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite der Bilanz Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. Dabei handelt es sich u. a. um Lizenzzahlungen, die überwiegend ab Marktzulassung der entsprechenden Produkte über die voraussichtliche Nutzungsdauer aufgelöst werden.
Die ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien für fremde Verbindlichkeiten entsprechen den am Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kreditbeträgen bzw. Verpflichtungen der Begünstigten.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber 2016 um 14.340 Mio. € erhöht. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass mit Wirkung vom 1. Januar 2017 die Gesellschaften Bayer Pharma AG und Bayer CropScience AG mit Betriebsverpachtungsverträgen ihren Geschäftsbetrieb als Ganzes an die Bayer AG verpachtet und die Betriebsführung auf diese übertragen haben.
Umsatzerlöse nach Geschäftsfeldern
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Pharma | - | 8.478 |
| Crop Science | - | 6.111 |
| Corporate Center | 390 | 141 |
| 390 | 14.730 |
Umsätzerlöse nach Regionen
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Deutschland | 348 | 1.146 |
| Übriges Europa | 14 | 5.067 |
| Nordamerika | 16 | 3.425 |
| Asien / Pazifik | 9 | 2.929 |
| Lateinamerika / Nahost / Afrika | 3 | 2.163 |
| 390 | 14.730 |
2. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzten sich wie folgt zusammen:
Sonstige betriebliche Erträge
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen | 36 | 18 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 8 | 16 |
| Staatliche Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsleistungen | 1 | 11 |
| Auflösung passiver Rechnungsabgrenzungsposten wegen vorzeitiger Beendigung eines Lieferkontrakts | - | 7 |
| Bewertungsgewinne aus der Sicherung des Aktienprogramms "Aspire 2.0" | - | 13 |
| Übrige | 3 | 20 |
| 48 | 85 |
Von den Gewinnen aus dem Abgang von Anlagevermögen entfielen 10 Mio. € auf einen Patenttausch mit FMC Corporation, USA, 5 Mio. € auf einen Patenttausch mit Sumitomo Chemicals Co. Ltd., Japan, und 3 Mio. € auf sonstige Anlagenabgänge. Der im Vorjahr erzielte Gewinn entfiel mit 28 Mio. € auf den konzerninternen Verkauf von Informationstechnik an die Bayer Business Services GmbH sowie mit 8 Mio. € auf den Verkauf eines Patents an Chemetics Inc, Kanada.
Die übrigen Erträge enthielten unter anderem Erträge aus Erstattungen von Mutterschutzleistungen von 9 Mio. €, Rückzahlungen verjährter Dividendenansprüche von 2 Mio. € und Versicherungsentschädigungen von 1 Mio. €.
3. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten im Einzelnen folgende Posten:
Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Projektkosten im Zusammenhang mit der Ausgliederung und Börsenplatzierung von Covestro | 12 | - |
| Zuführungen zu Drohverlustrückstellungen | 198 | - |
| Wertberichtigungen von Forderungen | 2 | 37 |
| Spenden | 2 | 11 |
| Übrige | 13 | 54 |
| 227 | 102 |
Die übrigen Aufwendungen enthielten unter anderem Substanzsteueraufwendungen, Schadenersatzzahlungen, Vorfälligkeitsentschädigungen und Aufwandsabgrenzungen.
Der im Vorjahr ausgewiesene Aufwand aus der Zuführung zu Drohverlustrückstellungen resultierte aus der erstmaligen bilanziellen Berücksichtigung drohender Verluste aus Auslizenzierungsverträgen und Lieferabkommen, die im Rahmen der seit 1. Januar 2017 geltenden Betriebspachtverträge mit Bayer Pharma AG und Bayer CropScience AG auf die Bayer AG übergegangen sind. Wegen der Einmaligkeit erfolgte der Ausweis unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen; eventuelle zukünftige Rückstellungszuführungen werden, den generellen Regeln entsprechend, unter den Funktionskosten erfasst.
4. Beteiligungsergebnis
Beteiligungsergebnis
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Erträge aus Beteiligungen von verbundenen Unternehmen | 329 | 819 |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen | 4.264 | 2.485 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen | - 76 | - 240 |
| Gewinne aus dem Abgang von Beteiligungen | 130 | 2.730 |
| 4.647 | 5.794 |
Zur Entwicklung des Beteiligungsergebnisses wird auf die entsprechenden Erläuterungen im zusammengefassten Lagebericht von Bayer AG und Bayer-Konzern verwiesen.
Die Gewinne von 2.730 Mio. € aus dem Abgang von Beteiligungen entfielen mit 2.720 Mio. € auf den Verkauf von 61,7 Millionen Aktien der Covestro AG und die Einlage von weiteren 8 Millionen Aktien in den Bayer Pension Trust e. V., Leverkusen. 6 Mio. € entfielen auf einen Aktienrückkauf der Bayer CropScience Ltd., Indien, 4 Mio. € auf den Verkauf der Anteile an der Ehrfeld Mikrotechnik BTS GmbH. Der im Vorjahr ausgewiesene Gewinn betraf mit 50 Mio. € den konzerninternen Verkauf von Anteilen an der Bayer Technology Services (Shanghai) Co. Ltd., Volksrepublik China, mit 79 Mio. € die Einlage von 10 Millionen Aktien der Covestro AG in den Bayer Pension Trust e. V., Leverkusen, sowie mit 1 Mio. € den Gewinn aus der Verschmelzung der Bayer HealthCare AG, Leverkusen.
5. Zinsergebnis
Zinsergebnis
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 21 | 17 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 145 | 172 |
| • davon aus verbundenen Unternehmen | 81 | 90 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 415 | - 728 |
| • davon an verbundene Unternehmen | - 134 | - 336 |
| Erträge aus der Aufzinsung von Pensions- und längerfristigen Personalrückstellungen (netto) | 303 | 170 |
| 54 | - 369 |
Erläuterungen zur Entwicklung des Zinsergebnisses finden sich im zusammengefassten Lagebericht von Bayer AG und Bayer-Konzern.
Bei den Erträgen aus der Aufzinsung von Pensions- und längerfristigen Personalrückstellungen handelte es sich um den Nettobetrag des Aufzinsungsaufwands nach Verrechnung mit Erträgen aus der Vermögensanlage des Bayer Pension Trust e. V. (BPT), Leverkusen, und dem Effekt aus der Änderung des Rechnungszinssatzes. Die beim BPT angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionen und Arbeitszeitguthaben; sie sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen.
Die Vermögenserträge wurden mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung wie folgt verrechnet:
Verrechnung Aufzinsungsaufwendungen/Vermögenserträge
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions- und längerfristigen Personalrückstellungen und aus Änderungen des Rechnungszinses (brutto) | - 84 | - 342 |
| Vermögenserträge Bayer Pension Trust e. V. | 387 | 512 |
| 303 | 170 |
6. Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Veränderung von Pensions- und sonstigen längerfristigen Personalrückstellungen (ohne Zinsanteil) | 56 | - 41 |
| An Tochtergesellschaften weiterbelasteter Aufwand aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen | 4 | 115 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | ||
| - Realisierte Kursverluste | - 2.233 | - 2.001 |
| - Unrealisierte Aufwendungen aus der Bewertung | - 278 | - 430 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | ||
| - Realisierte Kursgewinne | 2.689 | 2.182 |
| - Unrealisierte Erträge aus der Bewertung | 1 | 37 |
| Bereitstellungsgebühren für Kreditlinien | - 56 | - 215 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | - 33 | - 13 |
| Sonstige finanzielle Erträge | 13 | 12 |
| 163 | - 354 |
Zuführungen zu den Pensions- und sonstigen längerfristigen Personalrückstellungen sind, soweit sie aus der Aufzinsung der Rückstellungen resultieren, im Zinsergebnis erfasst. Unter den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen sind sonstige, nicht aus der Aufzinsung resultierende Veränderungen von Pensionsrückstellungen, soweit sie Mitarbeiter betreffen, die vor der Ausgliederung der Arbeitsgebiete und Servicebereiche (Stichtag: 1. Juli 2002) aus dem Unternehmen als Rentner oder mit unverfallbaren Anwartschaften ausgeschieden sind. Derartige Rückstellungsveränderungen ergeben sich im Falle sich ändernder versicherungsmathematischer Bewertungsgrundlagen.
Der Aufwand aus Rückstellungszuführungen für die vor dem 1. Juli 2002 ausgeschiedenen Rentner und Anwärter wird grundsätzlich anteilig an die ausgegliederten Tochtergesellschaften weiterbelastet. Die Kostenweitergabe an die Gesellschaften war in den jeweiligen Ausgliederungsverträgen vereinbart worden.
Die sonstigen finanziellen Aufwendungen entfielen mit 2 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) auf Bankgebühren, mit je 5 Mio. € auf Gebühren für die Platzierung einer Anleihe sowie eine Kompensationszahlung an Monsanto und mit 1 Mio. € auf eine Forderungsausbuchung bezüglich Garantiegebühren gegenüber der Bayer (China) Ltd., Volksrepublik China. Im Vorjahr war eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 31 Mio. € für ein vorzeitig zurückgezahltes konzerninternes Darlehen enthalten. Die sonstigen finanziellen Erträge enthielten 10 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €) an vereinnahmten Gebühren für die Gewährung von Garantien.
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Als Ertragsteueraufwendungen werden gezahlte bzw. geschuldete Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag sowie im Ausland entrichtete Ertragsteuern ausgewiesen.
Der zum Ende des Geschäftsjahres bestehende Überhang aktiver latenter Steuern (nach Saldierung mit passiven Beträgen) in Höhe von 877 Mio. € wurde in Ausübung des Wahlrechts aus § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt.
Aktive Steuerlatenzen ergaben sich insbesondere aufgrund des höheren Ansatzes von Pensionsverpflichtungen im handelsrechtlichen Abschluss gegenüber der steuerlichen Bewertung. Zudem führten das Ansatzverbot für Rückstellungen für drohende Verluste und für Pensionsurlaub in der Steuerbilanz sowie wertmäßige Unterschiede, u. a. bei Rückstellungen für Frühruhestand und für Mitarbeiterjubiläen sowie bei Anteilen an Personengesellschaften, zu aktiven Steuerlatenzen. Zusätzlich bestand eine latente Steuerforderung aufgrund bislang nicht genutzter Verlustvorträge.
Passive Steuerlatenzen resultierten im Wesentlichen aus einer im Vergleich zur Steuerbilanz höheren Bewertung von Gegenständen des Anlagevermögens sowie des im Bayer Pension Trust e. V., Leverkusen, zur Absicherung insbesondere von Pensionszusagen angelegten Deckungsvermögens in der Handelsbilanz.
8. Sonstige Steuern
Soweit die sonstigen Steuern den betrieblichen Funktionsbereichen Herstellung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung zugeordnet werden konnten, waren sie in den entsprechenden Aufwandspositionen verrechnet, im Übrigen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Insgesamt beliefen sie sich auf 12 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €).
9. Materialaufwand
Materialaufwand
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 9 | 4.677 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 2 | 558 |
| 11 | 5.235 |
10. Personalaufwand / Mitarbeiter
Personalaufwand
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Entgelte | 366 | 1.708 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | 33 | 215 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 11 | 122 |
| 410 | 2.045 |
Nicht als Personalaufwand erfasst waren Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergaben. Sie waren im Zinsergebnis ausgewiesen.
Im Jahresdurchschnitt waren bei der Bayer AG 16.695 Mitarbeiter beschäftigt, die sich auf folgende Gruppen verteilten:
Mitarbeiter
| 2017 | ||
|---|---|---|
| weiblich | männlich | |
| --- | --- | --- |
| Obere Führungskräfte und leitende Angestellte | 1.024 | 2.515 |
| Tarifmitarbeiter und leitende Mitarbeiter | 4.890 | 8.266 |
| 5.914 | 10.781 |
In diesen Angaben waren auf Teilzeitbasis beschäftigte Mitarbeiter jeweils entsprechend ihrem Beschäftigungsgrad berücksichtigt.
11. Aktienbasierte Vergütung
Als zusätzlichen Vergütungsbestandteil gewährt die Bayer AG ihren Mitarbeitern längerfristig angelegte aktienbasierte Vergütungsprogramme. Sie sind nach Mitarbeitergruppen differenziert und jeweils als Kollektivzusagen ausgestaltet.
Für die Vorstandsmitglieder und Führungskräfte besteht das Programm "Aspire". Bis zum Jahr 2015 wurde es je nach Führungsebene in zwei unterschiedlichen Ausprägungen ("Aspire I" und "Aspire II") gewährt. Seit 2016 wird Aspire in konzeptionell geänderter und für alle berechtigten Mitarbeiter in einheitlicher Form unter der Bezeichnung "Aspire 2.0" angeboten. Alle Aspire-Programme führen bei entsprechender Performance zu Entgeltzahlungen an die Mitarbeiter. Sie haben jeweils eine Laufzeit von vier Jahren.
Positions- und hierarchieunabhängig haben alle Mitarbeiter der Bayer AG zudem die Möglichkeit, nach jährlich neu erfolgender Vorstandsentscheidung am Programm "BayShare" teilzunehmen, das einen Erwerb von Bayer-Aktien zum Vorzugspreis ermöglicht.
Allen zum Abschlussstichtag bestehenden Verpflichtungen, die sich aus den aktienbasierten Programmen ergeben, wird durch entsprechende Rückstellungen Rechnung getragen. Ihre Höhe bemisst sich zum einen am beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der jeweiligen Zusagen und zum anderen an der seit Auflegung vergangenen Zeitdauer im Verhältnis zur Gesamtdauer des jeweiligen Programms. Zuführungen zu den Rückstellungen werden aufwandswirksam erfasst.
Aspire I
Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der oberen Führungsebene waren bis 2015 zur Teilnahme an "Aspire I" berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien erwarben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit gehalten wurde. Bemessungsbasis für "Aspire I" ist ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt (Aspire-Zielwert). Nach Ablauf der jeweiligen Programmtranche erhalten die Teilnehmer in Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex Dow Jones EURO STOXX 50 einen bestimmten, in Prozent des Zielwerts ausgedrückten, Geldbetrag ausgezahlt. Dieser ist auf 300 % begrenzt.
Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen aus den jeweils noch laufenden aktienbasierten Vergütungsprogrammen wurde auf der Grundlage einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt, der folgende wesentliche Parameter zugrunde lagen:
Parameter zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
| 2016 | 2017 | |
|---|---|---|
| Dividendenrendite | 2,90 % | 2,46 % |
| Risikoloser Zinssatz (Laufzeit 4 Jahre) | - 0,67 % | - 0,35 % |
| Volatilität Bayer-Aktie | 22,78 % | 15,49 % |
| Volatilität Dow Jones EURO STOXX 50 | 11,66 % | 9,27 % |
| Korrelation Bayer-Kurs - Dow Jones EURO STOXX 50 | 0,67 | 0,71 |
Der beizulegende Zeitwert der mit Ablauf des Geschäftsjahres 2017 endenden Aspire-Tranche aus dem Jahr 2014 ergab sich aus dem zum Abschlussstichtag bereits feststehenden Auszahlungsbetrag von 20 % des Zielwerts; die Auszahlung erfolgte zu Beginn des Geschäftsjahres 2018. Die zu Jahresbeginn 2017 ausgelaufene Aspire-Tranche aus dem Jahr 2013 kam Anfang 2017 mit 270 % des Zielwerts zur Auszahlung.
Aspire II
Für die übrigen Führungskräfte wurde "Aspire II" bis 2015 angeboten. Es entspricht in seinen Grundzügen "Aspire I". Im Gegensatz zu diesem war ein Eigeninvestment in Bayer-Aktien allerdings nicht erforderlich. Zudem wird die Performance ausschließlich an der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie gemessen. Der maximal erreichbare Ertrag beläuft sich auf 250 % des Aspire-Zielwerts.
Die mit Ablauf des Geschäftsjahres 2017 ausgelaufene Aspire-Tranche aus dem Jahr 2014 hatte einen beizulegenden Zeitwert in Höhe des zum Abschlussstichtag bereits feststehenden Auszahlungsbetrags von 40 % des Zielwerts. Die Tranche aus dem Jahr 2013 wurde zu Beginn des Geschäftsjahres mit 220 % des Zielwerts ausgezahlt.
Aspire 2.0
Seit 2016 wird Aspire in konzeptionell geänderter und in für alle berechtigten Mitarbeiter einheitlicher Form unter der Bezeichnung "Aspire 2.0" angeboten. Für den Vorstand existiert eine zusätzliche Hürde aufgrund des Vergleichs der Performance der Bayer-Aktie zum EURO STOXX. Auch für "Aspire 2.0" ist die Bemessungsbasis ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt. Dieser wird nun mit dem jeweiligen "STI-Auszahlfaktor" des Global-Short-Term-Incentive-Programms (STI) des Mitarbeiters für das Vorjahr multipliziert und ergibt den Aspire-Zielbetrag (Aspire grant value). Der "STI-Auszahlfaktor" spiegelt die individuelle Performance des Mitarbeiters sowie die Geschäftsperformance im Rahmen des STI-Programms wider. Der Aspire-Zielbetrag wird, dividiert durch den Kurs der Bayer-Aktie zu Programmbeginn, in virtuelle Bayer-Aktien umgerechnet. Diese bilden die Basis für die Performance des Programms. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen leitet sich aus dem Kurs der Bayer-Aktie und zusätzlich aus den bis zu diesem Zeitpunkt gezahlten Dividenden ab. Am Ende der Laufzeit einer Tranche kommt ein Betrag zur Auszahlung, der sich als Produkt aus der Zahl der virtuellen Aktien und dem dann maßgebenden Kurs der Bayer-Aktie zuzüglich der während der Laufzeit angefallenen Dividendenäquivalente ergibt. Die maximale Auszahlung ist für "Aspire 2.0" auf 250 % des Zielwerts festgelegt.
BayShare
Im Rahmen von "BayShare" gewährt Bayer den zur Teilnahme berechtigten Mitarbeitern einen Zuschuss zu einem Eigeninvestment in Bayer-Aktien. Die Höhe des Zuschusses, der jährlich neu festgelegt wird, belief sich 2017 wie im Vorjahr auf 20 % des Zeichnungsbetrags. Je nach Position des Mitarbeiters war der Gesamtbetrag für den Aktienerwerb - ebenfalls unverändert zum Vorjahr - auf 2.500 € bzw. 5.000 € begrenzt. Für Auszubildende lag der Höchstbetrag bei 1.800 €. Die erworbenen Aktien werden in gesonderten Depots verwahrt und unterliegen einer Veräußerungssperre. Diese endet jeweils am 31. Dezember des Jahres, das dem Jahr des Aktienerwerbs folgt.
Für alle aktienbasierten Vergütungsprogramme der Bayer AG wurden im Berichtsjahr 36 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) aufgewendet; der Betrag ist Bestandteil des Personalaufwands. Die Rückstellungen für diese Programme beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 63 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €).
12. Abschreibungen
Außerplanmäßige Abschreibungen fielen im Geschäftsjahr nicht an. Im Vorjahr wurden Abschreibungen von 1 Mio. € wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung auf immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen.
Erläuterungen zur Bilanz
13. Immaterielle Vermögensgegenstände
Immaterielle Vermögensgegenstände
| in Mio. € | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Geleistete Anzahlungen | Summe |
|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2016 | 66 | 7 | 73 |
| Zugänge | 111 | 1 | 112 |
| Abgänge | 4 | - | 4 |
| Umbuchungen | 4 | - 4 | - |
| Bruttowerte 31.12.2017 | 177 | 4 | 181 |
| Abschreibungen 31.12.2016 | 44 | - | 44 |
| Abschreibungen 2017 | 14 | - | 14 |
| Abgänge | - | - | - |
| Abschreibungen 31.12.2017 | 58 | - | 58 |
| Nettowerte 31.12.2017 | 119 | 4 | 123 |
| Nettowerte 31.12.2016 | 22 | 7 | 29 |
14. Sachanlagen
Sachanlagen
| in Mio. € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2016 | 60 | 14 | 20 | 5 | 99 |
| Zugänge | - | 4 | 3 | 2 | 9 |
| Abgänge | - | 2 | - | - | 2 |
| Umbuchungen | 2 | 2 | - | - 4 | - |
| Bruttowerte 31.12.2017 | 62 | 18 | 23 | 3 | 106 |
| Abschreibungen 31.12.2016 | 59 | 3 | 8 | - | 70 |
| Abschreibungen 2017 | - | 4 | 3 | - | 7 |
| Abschreibungen 31.12.2017 | 59 | 7 | 11 | - | 77 |
| Nettowerte 31.12.2017 | 3 | 11 | 12 | 3 | 29 |
| Nettowerte 31.12.2016 | 1 | 11 | 12 | 5 | 29 |
15. Finanzanlagen
Finanzanlagen
| in Mio. € | Anteile an verbundenen Unternehmen | Ausleihungen an verbundene Unternehmen | Beteiligungen | Ausleihungen an Beteiligungen | Wertpapiere des Anlagevermögens | Sonstige Ausleihungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2016 | 48.290 | 108 | 28 | 2 | 51 | 753 |
| Zugänge | 5.922 | - | - | 1 | 1 | 2 |
| Abgänge | 7.962 | 4 | 27 | - | - | 2 |
| Umbuchungen | - 1.288 | - | 1.288 | - | - | - |
| Bruttowerte 31.12.2017 | 44.962 | 104 | 1.289 | 3 | 52 | 753 |
| Abschreibungen 31.12.2016 | 82 | 10 | 27 | - | - | 1 |
| Abschreibungen 2017 | 12 | - | - | - | - | - |
| Wertaufholungen | - | - 1 | - | - | - | - |
| Abgänge | 12 | - | 27 | - | - | - |
| Abschreibungen 31.12.2017 | 82 | 9 | - | - | - | 1 |
| Nettowerte 31.12.2017 | 44.880 | 95 | 1.289 | 3 | 52 | 752 |
| Nettowerte 31.12.2016 | 48.208 | 98 | 1 | 2 | 51 | 752 |
| in Mio. € | Summe |
|---|---|
| Bruttowerte 31.12.2016 | 49.232 |
| Zugänge | 5.926 |
| Abgänge | 7.995 |
| Umbuchungen | - |
| Bruttowerte 31.12.2017 | 47.163 |
| Abschreibungen 31.12.2016 | 120 |
| Abschreibungen 2017 | 12 |
| Wertaufholungen | - 1 |
| Abgänge | 39 |
| Abschreibungen 31.12.2017 | 92 |
| Nettowerte 31.12.2017 | 47.071 |
| Nettowerte 31.12.2016 | 49.112 |
Von den Zu- und Abgängen bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen entfielen je 5.786 Mio. € auf die Sacheinbringung unserer 100 %-Anteile an der Bayer US B. V., Niederlande, in die Bayer World Investments B. V., Niederlande, und je 33 Mio. € auf die Verschmelzung der Bayer Innovation GmbH auf die Siebte Bayer VV GmbH. Auf diese Verschmelzung entfielen auch die Zu- und Abgänge von je 12 Mio. € bei den Abschreibungen. Weitere Zugänge entfielen mit 100 Mio. € auf Kapitaleinzahlungen bei Tochtergesellschaften, 95 Mio. € bei der Erste K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH und 5 Mio. € bei der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH. Die übrigen Zugänge von 3 Mio. € resultierten aus dem konzerninternen Erwerb von Anteilen an Bayer Philippines, Inc., Philippinen. Weitere 2.074 Mio. € der Abgänge entfielen auf den Abgang von 80,19 Millionen Aktien der Covestro AG. Hiervon wurden 72,19 Millionen verkauft, davon 13,94 Millionen an Banken unter Zurückbehaltung wirtschaftlicher Risiken und Chancen (die Aktien werden nun unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen; von diesen wurden bis zum Stichtag 3,5 Millionen von den Banken weiterveräußert). Weitere 8 Millionen Aktien wurden in den Bayer Pension Trust e. V. eingebracht. Die Abgänge beinhalteten darüber hinaus eine Kapitalrückzahlung von 69 Mio. € der Bayer (China) Ltd., Volksrepublik China. Die Umbuchungen betrafen den Restbestand der Covestro-Aktien (49,81 Millionen Aktien / 24,6 % Anteil), die nun unter den Beteiligungen ausgewiesen werden. Aufgrund der Verbriefung dieser Anteile wäre auch ein Ausweis unter den Wertpapieren des Anlagevermögens möglich.
Die Angaben zum Anteilsbesitz der Bayer AG gemäß § 285 Nr. 11, 11a und 11b HGB sind Bestandteile des testierten und zur Veröffentlichung im Bundesanzeiger eingereichten Jahresabschlusses. Zudem sind die Angaben zum Anteilsbesitz unter www.bayer.de/anteil17 abrufbar.
Im Jahr 2008 hatte die Bayer AG der Bayer-Pensionskasse VVaG die Bereitstellung eines nachträglichen rückzahlbaren Gründungsstocks von 800 Mio. € zugesagt, der im Jahr 2012 auf 1.600 Mio. € aufgestockt wurde. Hieraus wurden bisher 595 Mio. € an die Pensionskasse ausgezahlt. Das Gründungsstockdarlehen ist verzinslich. Zinsen sind nur zahlbar bei Vorliegen vertraglich vereinbarter Bedingungen. Die Gewährung der Verzinsung ist aufzuschieben, falls und soweit sie zu einem Jahresfehlbetrag der Pensionskasse führen würde. Das Gründungsstockdarlehen ist unter den sonstigen Ausleihungen erfasst.
16. Vorräte
Vorräte
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 1 | 541 |
| Unfertige Erzeugnisse | 2 | 882 |
| Fertige Erzeugnisse | - | 574 |
| Handelswaren | - | 107 |
| Geleistete Anzahlungen | - | 5 |
| 3 | 2.109 |
17. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 65 | 1.646 |
| Forderungen gegen sonstige Kunden | 12 | 356 |
| 77 | 2.002 |
18. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelte es sich im Wesentlichen um Finanzforderungen, beispielsweise aus der Bereitstellung von Krediten oder Tagesgeldern, aus Zinsabgrenzungen sowie um Forderungen aus Gewinnabführungen der Organgesellschaften.
19. Sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalteten im Einzelnen folgende Posten:
Sonstige Vermögensgegenstände
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Forderungen aus der Entgeltabrechnung mit den Mitarbeitern | 12 | 14 |
| Zinsabgrenzungen | 36 | 34 |
| Zum Verkauf weitergereichte Aktien der Covestro AG | - | 284 |
| Steuerforderungen | 125 | 105 |
| Gezahlte Prämien für den Abschluss von Optionsgeschäften | 222 | 45 |
| Übrige | 15 | 89 |
| 410 | 571 |
In den sonstigen Vermögensgegenständen waren 34 Mio. € (Vorjahr: 36 Mio. €) für Vermögensgegenstände enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Bis auf unwesentliche Ausnahmen handelte es sich ausschließlich um Zinsabgrenzungen.
Im Vorjahr noch unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesene Zinsabgrenzungen gegenüber verbundenen Unternehmen von 37 Mio. € wurden zur Herstellung der Vergleichbarkeit in die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umgegliedert. Gleiches gilt für die kurzfristigen Geldanlagen in Commercial Paper bzw. Festgeldeinlagen, die in die Wertpapiere (305 Mio. €) bzw. in die flüssigen Mittel (1.620 Mio. €) umgegliedert wurden.
20. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
Vom Gesamtbetrag der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von 5.158 Mio. € (Vorjahr: 4.579 Mio. €) hatte ein Teilbetrag von 81 Mio. € (Vorjahr: 33 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Er entfiel mit 5 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, mit 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen und mit 73 Mio. € (Vorjahr: 30 Mio. €) auf sonstige Vermögensgegenstände.
21. Wertpapiere
Bei den Wertpapieren handelte es sich um Anlagen in Commercial Paper mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.
22. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks
In den Bankguthaben war ein Betrag von 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) zur Regulierung zivilrechtlicher Schadenersatzansprüche wegen unerlaubter Preisabsprachen bei Kautschuk, Polyester-Polyolen und Urethanen in Kanada enthalten. Der Betrag ist bis zur Annahme der in diesem Zusammenhang angebotenen Vergleiche bzw. bis zu ihrer gerichtlichen Bestätigung auf einem in Kanada verwalteten Treuhandkonto angelegt.
23. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten enthielt die noch nicht amortisierten Disagio-Beträge aus den von der Bayer AG begebenen Anleihen. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 9 Mio. €. Der zu Jahresbeginn ausgewiesene Betrag von 11 Mio. € hat sich durch Abschreibungen um 2 Mio. € vermindert. Darüber hinaus enthielt der Posten die noch nicht amortisierten Disagio-Beträge von 28 Mio. € (Vorjahr: 42 Mio. €) aus der von der Bayer Capital Corporation B.V., Niederlande, begebenen Pflichtwandelanleihe, die zu gleichen Bedingungen konzernintern an die Bayer AG weitergereicht wurde. Ebenfalls hier erfasst waren abgegrenzte Gebühren von 75 Mio. € (Vorjahr: 157 Mio. €) für US-Dollar-Kreditlinien, die Bayer sich für die geplante Übernahme von Monsanto hat einräumen lassen.
Bei den übrigen Rechnungsabgrenzungsposten handelte es sich um vorausgezahlte Gebühren für sonstige Kreditlinien, Betriebsversicherungsprämien sowie sonstige Kostenabgrenzungen.
24. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten sowie aus Pensionszusagen waren ganz bzw. teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die beim Bayer Pension Trust e. V. (BPT), Leverkusen, im Rahmen mehrerer Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch angelegt waren (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände der einzelnen CTA dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus jeweils konkret festgelegten Verpflichtungstatbeständen und sind im Insolvenzfalle des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Soweit sich aus der Verrechnung ein Vermögensüberhang ergab, war dieser als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung erfasst, im Übrigen unter den Rückstellungen ausgewiesen. Aktive Unterschiedsbeträge bestanden zum 31. Dezember 2017 in Höhe von 152 Mio. € (Vorjahr: 140 Mio. €), die mit 32 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) auf Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten und mit 120 Mio. € (Vorjahr: 135 Mio. €) auf Verpflichtungen aus Pensionszusagen entfielen.
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten | 13 | 102 |
| Beizulegender Zeitwert des beim Bayer Pension Trust angelegten Sicherungsvermögens | 18 | 134 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten (aktiver Unterschiedsbetrag) | 5 | 32 |
| Anschaffungskosten des beim Bayer Pension Trust angelegten Sicherungsvermögens | 16 | 129 |
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Pensionszusagen | 389 | 451 |
| Beizulegender Zeitwert des beim Bayer Pension Trust angelegten Sicherungsvermögens | 524 | 571 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Pensionszusagen (aktiver Unterschiedsbetrag) | 135 | 120 |
| Anschaffungskosten des beim Bayer Pension Trust angelegten Sicherungsvermögens | 468 | 524 |
Beim Sicherungsvermögen handelte es sich im Jahr 2017 um grundsätzlich liquide internationale festverzinsliche Anleihen, Aktien, Immobilien sowie alternative Investments, die unter dem Dach einer belgischen Anlagegesellschaft in der Rechtsform einer SICAV (Société d'investissement à capital variable) über zwischengeschaltete Investmentvehikel gehalten werden. Die Anteile an der SICAV können börsentäglich veräußert werden. Daneben beinhaltete das Sicherungsvermögen 18 Millionen Aktien der Covestro AG, wovon 8 Millionen Aktien im Geschäftsjahr von der Bayer AG eingelegt wurden.
Das von der SICAV gehaltene Sicherungsvermögen sowie die Aktien der Covestro AG sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 3.770 Mio. €. Aus der Verrechnung von Sicherungsvermögen in Höhe von 705 Mio. € mit zugrunde liegenden Verpflichtungen kam es zu einem Vermögens-, in Höhe der verbleibenden 3.065 Mio. € zu einem Verpflichtungsüberhang. Abhängig davon erfolgte der Ausweis entweder als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung oder unter den Pensionsrückstellungen. Durch im Geschäftsjahr vorgenommene Ausschüttungen flossen dem BPT aus der SICAV 118 Mio. € zu und über die Dividendenzahlung der Covestro AG 13,5 Mio. €.
25. Eigenkapital
Das Eigenkapital hat sich im Jahr 2017 wie folgt entwickelt:
Eigenkapital
| in Mio. € | 31.12.2016 | Dividende für 2016 | Jahresüberschuss | 31.12.2017 |
|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 2.117 | 0 | 0 | 2.117 |
| Kapitalrücklage | 6.176 | 0 | 0 | 6.176 |
| Andere Gewinnrücklagen | 6.039 | 0 | 1.643 | 7.682 |
| Bilanzgewinn | 2.233 | - 2.233 | 2.900 | 2.900 |
| 16.565 | - 2.233 | 4.543 | 18.875 |
Das gezeichnete Kapital der Bayer AG beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf 2.116.986.388,48 €, ist eingeteilt in 826.947.808 auf den Namen lautende Aktien (Stückaktien) und ist voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt ein Stimmrecht.
Genehmigtes und bedingtes Kapital
Das genehmigte und bedingte Kapital setzte sich wie folgt zusammen:
Genehmigtes und bedingtes Kapital
| Kapital | Beschlussfassung | Betrag / Stückzahl | Befristung bis | Zweck |
|---|---|---|---|---|
| Genehmigtes Kapital I | 29. Apr. 2014 | 530 Mio. € | 28. Apr. 2019 | Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlage. Sacheinlagen sind auf 423 Mio. € begrenzt. |
| Genehmigtes Kapital II | 29. Apr. 2014 | 212 Mio. € | 28. Apr. 2019 | Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlage. |
| Bedingtes Kapital | 29. Apr. 2014 | 212 Mio. € / bis zu 82.694.750 Stück | 28. Apr. 2019 | Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Gewährung von Stückaktien an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen. Die Ermächtigungen zur Ausgabe der Instrumente sind auf einen Gesamtnennbetrag von insgesamt 6 Mrd. € begrenzt. |
Kapitalerhöhungen erfolgen durch Ausgabe neuer, nennwertloser Stückaktien, die auf den Namen lauten. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Ein Bezugsrechtsausschluss ist jedoch unter bestimmten, im Ermächtigungsbeschluss enthaltenen Voraussetzungen möglich. Insgesamt wird der Vorstand - vorbehaltlich einer erneuten Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss durch die Hauptversammlung - die bestehenden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals unter Bezugsrechtsausschluss aus dem genehmigten Kapital und dem bedingten Kapital nur zu Kapitalerhöhungen um maximal 20 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 29. April 2014 bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nutzen. Auf diese 20 %-Grenze sind alle Ausgaben bzw. Veräußerungen von Stückaktien oder von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, die unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre erfolgen, anzurechnen. Details zum genehmigten und bedingten Kapital sind der Einladung zur Hauptversammlung vom 29. April 2014 zu entnehmen und finden sich auch auf der Homepage des Unternehmens.
Am 16. November 2016 hat Bayer eine Pflichtwandelanleihe i. H. v. 4,0 Mrd. € unter Ausschluss der Bezugsrechte bestehender Aktionäre der Gesellschaft platziert. Die Pflichtwandelanleihe mit einer Stückelung von 100.000 € wird durch die Bayer Capital Corporation B.V., Niederlande, begeben und nachrangig von der Bayer AG garantiert. Bei Fälligkeit wird die ausstehende Pflichtwandelanleihe zwingend in nennwertlose Stückaktien der Bayer AG, die auf den Namen lauten, gewandelt. Die zugeflossenen Mittel wurden konzernintern an die Bayer AG weitergereicht. Bis zur Fälligkeit der Pflichtwandelanleihe erfolgt der Ausweis unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Platzierung der Pflichtwandelanleihe stellt eine Inanspruchnahme des bedingten Kapitals dar.
Das genehmigte Kapital wurde bislang nicht in Anspruch genommen.
Angaben zu ausschüttungsgesperrten Beträgen im Sinne der §§ 253 Absatz 6 und 268 Absatz 8 HGB
Die bilanzierten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen (vor Abzug entsprechender Deckungsmittel) wurden auf Basis des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ermittelt. Bei einer Durchschnittsbildung auf Basis von sieben Geschäftsjahren hätten sich um 551 Mio. € höhere Verpflichtungen ergeben.
Zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen und Guthaben aus Arbeitszeitkonten sind im Rahmen mehrerer Contractual Trust Arrangements Mittel zweckgebunden und insolvenzgeschützt in den Bayer Pension Trust e. V. (BPT), Leverkusen, eingebracht worden. Sie sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser belief sich zum Abschlussstichtag auf 3.770 Mio. € und lag damit um 1.164 Mio. € über den Anschaffungskosten von 2.606 Mio. €.
Dem Unterschiedsbetrag zwischen den Pensionsverpflichtungen auf Basis von zehn- und siebenjährigem Durchschnittszinssatz sowie dem Unterschiedsbetrag zwischen beizulegendem Zeitwert und Anschaffungskosten des BPT-Vermögens von zusammen 1.715 Mio. € stehen frei verfügbare Gewinnrücklagen von 7.682 Mio. € gegenüber. Eine Ausschüttungssperre in Bezug auf den Bilanzgewinn von 2.900 Mio. € besteht daher nicht.
Angaben zum Bestehen von nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilten Beteiligungen
Von Beginn des Geschäftsjahres bis zum Abschlussstichtag haben wir die nachstehenden Mitteilungen nach § 33 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) über Beteiligungen an der Bayer AG erhalten. Im Falle eines mehrfachen Erreichens, Über- oder Unterschreitens der in dieser Vorschrift genannten Schwellenwerte durch einen Meldepflichtigen wird grundsätzlich nur die zeitlich jeweils letzte Mitteilung aufgeführt, die zu einer Über- oder Unterschreitung bzw. Erreichung der Schwellenwerte geführt hat:
| ― | Die BlackRock, Inc., Wilmington, Vereinigte Staaten von Amerika, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 9. November 2017 7,09 % betrug. 7,07 % dieser Stimmrechte (entsprechend 58.492.306 Stimmrechten) waren der Gesellschaft gemäß § 22 WpHG (jetzt § 34 WpHG) zuzurechnen. 0,01 % dieser Stimmrechte (entsprechend 69.836 Stimmrechten) waren der Gesellschaft als Instrument i. S. des § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (jetzt § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG) (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,01 % dieser Stimmrechte (entsprechend 45.132 Stimmrechten) waren der Gesellschaft als Instrument i. S. des § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (jetzt § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG) (Call Option bzw. Contract of Difference) zuzurechnen. |
| ― | Die Sun Life Financial Inc., Toronto, Kanada, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. März 2017 die Schwelle von 3 % unterschritten hat und zu diesem Tag 0,001 % (entsprechend 11.589 Stimmrechten) betrug. Alle diese Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 WpHG (jetzt § 34 WpHG) zuzurechnen. |
Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf unsere Einzelveröffentlichungen der erhaltenen Stimmrechtsmitteilungen auf unserer Internetseite www.bayer.de.
26. Rückstellungen für Pensionen
Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab.
Sie umfassen auch Ansprüche ehemaliger Mitarbeiter der in den Jahren 2002 und 2003 rechtlich verselbstständigten Arbeitsgebiete und Servicebereiche, soweit die Mitarbeiter vor dem 1. Juli 2002 als Pensionäre oder mit unverfallbaren Anwartschaften ausgeschieden sind. Die hierfür anfallenden Aufwendungen werden der Bayer AG grundsätzlich von den betreffenden Gesellschaften erstattet.
Verpflichtungen aus Pensionszusagen sind teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die beim Bayer Pension Trust e. V., Leverkusen, im Rahmen mehrerer Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch angelegt sind (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände der einzelnen CTA dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus jeweils konkret festgelegten Verpflichtungstatbeständen und sind im Insolvenzfalle des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Soweit sich aus der Verrechnung ein Vermögensüberhang ergab, war dieser als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung erfasst, im Übrigen unter den Rückstellungen ausgewiesen.
Zu weiteren Erläuterungen zum Sicherungsvermögen wird auf die Ausführungen unter Nr. 24 verwiesen. Das Sicherungsvermögen ist zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Rückstellungen für Pensionen
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Pensionszusagen | 2.578 | 3.800 |
| Beizulegender Zeitwert des beim Bayer Pension Trust angelegten Sicherungsvermögens | 1.681 | 3.065 |
| Nettowert der Verpflichtungen aus Pensionszusagen (Rückstellungen) | - 897 | - 735 |
| Anschaffungskosten des beim Bayer Pension Trust angelegten Sicherungsvermögens | 1.312 | 1.948 |
27. Andere Rückstellungen
Andere Rückstellungen
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | 541 | 391 |
| Sonstige Rückstellungen | 467 | 1.075 |
| 1.008 | 1.466 |
Die sonstigen Rückstellungen bestehen für Verpflichtungen aus Incentivezahlungen, Arbeitnehmerjubiläen, Frühruhestandsregelungen, Urlaubsansprüchen, Aufsichtsratsvergütung, Umweltschutzmaßnahmen, ferner für Kosten der Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Darüber hinaus waren drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, beispielsweise aus Währungsderivaten, Auslizenzierungsverträgen und Verkaufskontrakten, erfasst.
Für Verpflichtungen aus zivilrechtlichen Schadenersatzklagen wegen kartellrechtlicher Verstöße in den Bereichen Kautschuk, Polyester-Polyole und Urethane war per 31. Dezember 2017 wie im Vorjahr ein Betrag von 1 Mio. € zurückgestellt.
28. Anleihen, Schuldscheindarlehen
Neben Schuldscheinen von insgesamt 45 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €) bestanden zum 31. Dezember 2017 Anleihen über 6.817 Mio. € (Vorjahr: 6.567 Mio. €). Sie setzten sich wie folgt zusammen:
Anleihen
| Nominalvolumen | Nominalzins % |
Effektivzins % |
31.12.2016 in Mio. € |
31.12.2017 in Mio. € |
|
|---|---|---|---|---|---|
| DIP-Anleihe 2006 / 2018 | 250 Mio. GBP | 5,625 | 5,774 | 369 | 369 |
| DIP-Anleihe 2006 / 2018 (Aufstockung) | 100 Mio. GBP | 5,625 | 5,541 | 148 | 148 |
| DIP-Anleihe 2014 / 20181 | 750 Mio. EUR | 1,125 | 1,253 | 750 | - |
| DIP-Anleihe 2014 / 2021 | 750 Mio. EUR | 1,875 | 2,086 | 750 | 750 |
| Hybridanleihe 2014 / 20742 | 1.500 Mio. EUR | 3,7505 | 3,811 | 1.500 | 1.500 |
| Hybridanleihe 2014 / 20753 | 1.750 Mio. EUR | 3,0006 | 3,093 | 1.750 | 1.750 |
| Hybridanleihe 2015 / 20754 | 1.300 Mio. EUR | 2,3757 | 2,517 | 1.300 | 1.300 |
| Wandelanleihe 2017 / 2020 (konvertibel) | 1.000 Mio. EUR | 0,050 | - 1,640 | - | 1.000 |
| 6.567 | 6.817 |
1 Vorzeitige Kündigungsmöglichkeit in 2017 genutzt
2 Ab 2024 jährliche Kündigungsmöglichkeit
3 Ab 2020 jährliche Kündigungsmöglichkeit
4 Ab 2022 jährliche Kündigungsmöglichkeit
5 Feste Verzinsung bis 2024, danach variable Verzinsung abhängig vom 5-Jahres-Swap-Satz
6 Feste Verzinsung bis 2020, danach variable Verzinsung abhängig vom 5-Jahres-Swap-Satz
7 Feste Verzinsung bis 2022, danach Verzinsung zum 5-Jahres-Swap-Satz zuzüglich 200,7 Basispunkte
29. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 30 | 648 |
| Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Lieferanten | 56 | 1.102 |
| 86 | 1.750 |
30. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich im Wesentlichen um Finanzverbindlichkeiten, beispielsweise um Kredite oder Tagesgelder, die der Bayer AG von Tochterunternehmen zur Verfügung gestellt wurden, zuzüglich der darauf entfallenden Zinsabgrenzungen. Hierin enthalten ist ein Betrag von 4 Mrd. € aus der von der Bayer Capital Corporation B.V., Niederlande, begebenen Pflichtwandelanleihe, der konzernintern an die Bayer AG weitergereicht wurde.
31. Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalteten im Einzelnen folgende Posten:
Sonstige Verbindlichkeiten
| in Mio. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Zinsabgrenzungen | 153 | 134 |
| Kurzfristige Geldanlagen bei der Bayer AG | 57 | 141 |
| Erhaltene Prämien aus Optionsgeschäften | 163 | 4 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 12 | 2 |
| Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer | 15 | 76 |
| Verbindlichkeiten aus Steuern ggü. Gemeinden und dem Finanzamt | - | 31 |
| Übrige | 18 | 70 |
| 418 | 458 |
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten enthielten unter anderem Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung, Gebühren für die Bereitstellung von Kreditlinien und erhaltene Prämien aus der Ausgabe einer Wandelanleihe.
Im Vorjahr noch unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene Zinsabgrenzungen gegenüber verbundenen Unternehmen von 51 Mio. € wurden zur Herstellung der Vergleichbarkeit in die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umgegliedert.
32. Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gliederten sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten
| 31.12.2016 | 31.12.2017 | |||
|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | bis zu 1 Jahr | über 1 Jahr | bis zu 1 Jahr | über 1 Jahr |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen, Schuldscheindarlehen | - | 6.612 | 517 | 6.345 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 61 | - | 756 | - |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 2 | - | 2 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 86 | - | 1.750 | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 26.697 | 4.500 | 23.333 | 4.745 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 412 | 6 | 404 | 54 |
| 27.258 | 11.118 | 26.762 | 11.144 |
Vom Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten hatte ein Betrag von 5.050 Mio € (Vorjahr: 5.050 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Davon entfielen auf Anleihen 4.550 Mio. € (Vorjahr: 4.550 Mio. €) und auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 500 Mio. € (Vorjahr: 500 Mio. €).
Im Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten waren 134 Mio. € (Vorjahr: 153 Mio. €) für Verbindlichkeiten enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Es handelte sich mit 134 Mio. € (Vorjahr: 153 Mio. €) nahezu ausschließlich um Zinsabgrenzungen.
33. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten
Bei den Rechnungsabgrenzungsposten handelte es sich um vorausgezahlte Gebühren für Lizenz- und Vergleichsvereinbarungen sowie um diverse Abgrenzungen von Zahlungen für Leistungen in der Zukunft.
Sonstige Erläuterungen
34. Haftungsverhältnisse
Verpflichtungen aus Garantien und Bürgschaften bestanden in Höhe von 9.874 Mio. € (Vorjahr: 14.125 Mio. €). Sie wurden zugunsten von Tochtergesellschaften abgegeben. Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können nach unserer Kenntnis der jeweiligen wirtschaftlichen Lage von den betreffenden Gesellschaften in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.
Garantien und Bürgschaften
| 31.12.2016 Nominalbetrag | 31.12.2016 in Mio. € |
31.12.2017 Nominalbetrag | 31.12.2017 in Mio. € |
|
|---|---|---|---|---|
| Garantien für Konzerngesellschaften | ||||
| Bayer Capital Corporation B.V., Niederlande | ||||
| - 1,250 % DIP Notes, fällig 2023 | 500 Mio. EUR | 500 | 500 Mio. EUR | 500 |
| - 5,625 % Pflichtwandelanleihe, fällig spätestens 2019 | 4.000 Mio. EUR | 4.000 | 4.000 Mio. EUR | 4.000 |
| - Bankverbindlichkeiten | 74 Mio. EUR | 74 | 47 Mio. EUR | 47 |
| Bayer World Investments B.V., Niederlande | ||||
| - Variabel verzinslicher Term Loan, fällig 2018 | 1.700 Mio. USD | 1.613 | - | - |
| Bayer Corporation, USA | ||||
| - 6,650 % Notes, fällig 2028 | 350 Mio. USD | 332 | 350 Mio. USD | 292 |
| - Commercial Paper | 20 Mio. USD | 19 | 50 Mio. USD | 42 |
| - Bankverbindlichkeiten | 33 Mio. USD | 31 | 60 Mio. USD | 50 |
| Bayer US Finance LLC, USA | ||||
| - Variabel verzinsliche Notes, fällig 2017 | 400 Mio. USD | 379 | - | - |
| - 1,500 % Notes, fällig 2017 | 850 Mio. USD | 807 | - | - |
| - 2,375 % Notes, fällig 2019 | 2.000 Mio. USD | 1.898 | 2.000 Mio. USD | 1.667 |
| - 3,000 % Notes, fällig 2021 | 1.500 Mio. USD | 1.423 | 1.500 Mio. USD | 1.251 |
| - 3,375 % Notes, fällig 2024 | 1.750 Mio. USD | 1.661 | 1.750 Mio. USD | 1.459 |
| Bayer Holding Ltd., Japan | ||||
| - 1,459 % DIP-Anleihe, fällig 2017 | 10 Mrd. JPY | 81 | - | - |
| - 0,816 % DIP-Anleihe, fällig 2017 | 30 Mrd. JPY | 244 | - | - |
| - 3,575 % DIP-Anleihe, fällig 2018 | 15 Mrd. JPY | 121 | 15 Mrd. JPY | 111 |
| - 0,594 % DIP-Anleihe, fällig 2019 | 10 Mrd. JPY | 81 | 10 Mrd. JPY | 74 |
| - 0,230 % DIP-Anleihe, fällig 2021 | - | - | 10 Mrd. JPY | 74 |
| - 0,260 % DIP-Anleihe, fällig 2022 | - | - | 10 Mrd. JPY | 74 |
| Bayer Nordic SE, Finnland | ||||
| - Variabel verzinsliche DIP-Anleihe, fällig 2017 | 500 Mio. EUR | 500 | - | - |
| Silver Birch Trustees Ltd., Vereinigtes Königreich | ||||
| - Pensionszusagen | 190 Mio. GBP | 222 | 89 Mio. GBP | 100 |
| Bayer Real Estate GmbH, Deutschland | ||||
| - Vertragliche Verpflichtungen gegenüber Bayer-Pensionskasse VVaG | 78 Mio. EUR | 78 | 75 Mio. EUR | 75 |
| Currenta GmbH & Co. OHG | ||||
| - Verbindlichkeiten gegenüber Land Nordrhein-Westfalen | 53 Mio. EUR | 53 | 53 Mio. EUR | 53 |
| Garantien für sonstige Konzerngesellschaften | 4 | 5 | ||
| Bürgschaften für Konzerngesellschaften | 4 | - | ||
| 14.125 | 9.874 |
Im Zusammenhang mit der zwischen Bayer AG und Covestro AG geschlossenen Einlage-, Freistellungs- und Nachgründungsvereinbarung wurden Regelungen zum Ausgleich möglicher steuerlicher Ansprüche getroffen, die gegebenenfalls zu entsprechenden Verbindlichkeiten führen können.
35. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Aus Leasing- und Mietverträgen bestand eine Verpflichtung von insgesamt 3.460 Mio. € (Vorjahr: 2.326 Mio. €). Hiervon entfielen 3.391 Mio. € (Vorjahr: 2.265 Mio. €) auf Leasing- und Mietverträge mit verbundenen Unternehmen. Vom Gesamtbetrag der Leasing- und Mietverpflichtungen sind fällig:
Leasing- und Mietverpflichtungen
| in Mio. € | |
|---|---|
| 2018 | 1.509 |
| 2019 | 183 |
| 2020 | 183 |
| 2021 | 182 |
| 2022 | 183 |
| nach 2022 | 1.220 |
| 3.460 |
Im Jahr 2008 war mit der Bayer-Pensionskasse die Einrichtung eines sogenannten Gründungsstocks von zunächst 800 Mio. € vereinbart worden. Anlass für diesen Schritt war der Anstieg der gegenwärtigen und zukünftigen Lebenserwartung der Versicherten. Der Gründungsstock dient dazu, der Bayer-Pensionskasse bei Bedarf verzinsliche und rückzahlbare Darlehen zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2012 wurde der Gründungsstock um 800 Mio. € auf 1.600 Mio. € aufgestockt. Nach bislang erfolgten Einzahlungen von insgesamt 595 Mio. € bestand eine weitere Einzahlungsverpflichtung von 1.005 Mio. €.
Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben (Bestellobligo) bestanden externe Verpflichtungen in Höhe von 360 Mio. € (Vorjahr: 0 €). Sie reichen bis ins Jahr 2021, von denen 244 Mio. € im Jahr 2018 fällig sind. Weitere Verpflichtungen in Höhe von 7 Mio. € bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen. Die entsprechenden Zahlungen sind fast ausschließlich im Jahr 2018 fällig.
Darüber hinaus sind in den kommenden Jahren im Rahmen von Lizenzverträgen und Forschungskooperationen nach derzeitiger Einschätzung Zahlungen von 2.630 Mio. € (Vorjahr: 2.962 Mio. €) zu leisten. Nach Fälligkeiten verteilt sich der Gesamtbetrag der Verpflichtungen wie folgt:
Kooperationsvereinbarungen
| in Mio. € | |
|---|---|
| 2018 | 1.090 |
| 2019 | 100 |
| 2020 | 63 |
| 2021 | 42 |
| 2022 | 33 |
| nach 2022 | 1.302 |
| 2.630 |
Weiterhin haftet die Gesellschaft für Pensionsverpflichtungen in Höhe von 358 Mio. €, die im Wege eines Schuldbeitritts bzw. durch Ausgliederungen auf eine Tochtergesellschaft übertragen wurden. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen. Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können von der betreffenden Tochtergesellschaft nach unseren Erkenntnissen erfüllt werden.
Bayer hat am 14. September 2016 eine bindende Fusionsvereinbarung mit Monsanto abgeschlossen, nach der sich Bayer verpflichtet, sämtliche Aktien der Monsanto Company, St. Louis, Missouri, USA, zu einem Preis von 128 US-Dollar je Aktie zu übernehmen. Die Finanzierung der Übernahme durch entsprechende Kapitalmaßnahmen ist gesichert.
36. Derivative Finanzinstrumente / Bewertungseinheiten
Bayer AG und Gesellschaften des Bayer-Konzerns sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungs-, Zins-, Kurs- und Preisrisiken ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgt im Wesentlichen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich meist um außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-)Instrumente. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt mit wertmäßig geringen Ausnahmen auf die Absicherung des operativen Geschäfts des Konzerns sowie der damit verbundenen Geldanlagen und Finanzierungsvorgänge beschränkt. Zur Währungssicherung werden vor allem Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte sowie kombinierte Zins-/ Währungsswaps eingesetzt. Bei der Zinssicherung kommen Zinsswaps und Zinsfutures zum Einsatz. Mit Aktienoptionen werden wertmäßige Schwankungen von gegenüber den Mitarbeitern bestehenden Verpflichtungen aus aktienbasierten Vergütungsprogrammen abgesichert.
Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen, Aktienkursen und Marktpreisen zurückgehen.
Ein Preisänderungsrisiko derivativer Finanzinstrumente besteht aufgrund der Schwankungsmöglichkeit der zugrunde liegenden Basisgrößen wie Währungen, Zinssätze, Aktienkurse und Marktpreise. Soweit Derivate zu Sicherungszwecken eingesetzt sind, wird die Möglichkeit von Wertverlusten durch gegenläufige Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften kompensiert.
Für Derivate mit positivem Marktwert besteht ein Bonitäts- oder Ausfallrisiko für den Fall, dass die jeweiligen Vertragspartner ihren Erfüllungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Zur Minimierung dieses Risikos teilen wir Banken bonitätsmäßige Kontrahentenlimite zu.
Das Nominalvolumen der mit externen Vertragspartnern abgeschlossenen Derivate belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 27,6 Mrd. € (Vorjahr: 33,5 Mrd. €). Mit Konzerngesellschaften wurden gegenläufige Derivate von nominal 8,4 Mrd. € (Vorjahr: 13,8 Mrd. €) abgeschlossen. Insgesamt bestanden damit derivative Geschäfte im Nominalvolumen von 36,0 Mrd. € (Vorjahr: 47,3 Mrd. €). Hierin enthalten waren auch solche Geschäfte, die in Bewertungseinheiten einbezogen wurden. Die derivativen Finanzinstrumente setzten sich wie folgt zusammen:
Derivative Finanzinstrumente
| Nominalwerte | Beizulegende Zeitwerte | Buchwerte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 31.12.2016 | 31.12.2017 | 31.12.2016 | 31.12.2017 | 31.12.2016 | 31.12.2017 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Devisenkontrakte | ||||||
| - positive Marktwerte | 15.185 | 7.893 | 543 | 212 | ||
| - negative Marktwerte | 12.392 | 13.990 | - 355 | - 337 | ||
| 27.577 | 21.883 | 188 | - 125 | - 20 | - 190 | |
| Devisenoptionen | ||||||
| - positive Marktwerte | 9.456 | 106 | 276 | 11 | ||
| - negative Marktwerte | 5.250 | 77 | - 75 | - | ||
| 14.706 | 183 | 201 | 11 | - | - | |
| Zins- / Währungsswaps | ||||||
| - positive Marktwerte | 1.588 | 1.465 | 193 | 148 | ||
| - negative Marktwerte | 2.298 | 2.125 | - 311 | - 276 | ||
| 3.886 | 3.590 | - 118 | - 128 | - | - | |
| Zinsswaps | ||||||
| - positive Marktwerte | 200 | 3.118 | 14 | 75 | ||
| - negative Marktwerte | - | 6.168 | - | - 81 | ||
| 200 | 9.286 | 14 | - 6 | - | - 81 | |
| Aktienoptionen | ||||||
| - positive Marktwerte | 512 | 548 | 63 | 29 | ||
| - negative Marktwerte | 462 | 548 | - 56 | - 28 | ||
| 974 | 1.096 | 7 | 1 | - 2 | - 6 | |
| 47.343 | 36.038 | 292 | - 247 | - 22 | - 277 |
Derivative Finanzinstrumente zur Abdeckung von Währungsrisiken
Zur Absicherung von Währungsrisiken setzte die Bayer AG Devisenkontrakte (Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte) sowie Zins- / Währungsswaps ein.
Einen Schwerpunkt der Sicherungsmaßnahmen stellte das bilanzielle Exposure dar. Zur Abdeckung der Währungsrisiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten der Bayer AG sowie der Konzernunternehmen schloss die Bayer AG Devisenkontrakte mit externen Vertragspartnern im Nominalvolumen von 6,4 Mrd. € (Vorjahr: 12,8 Mrd. €) ab; ihr beizulegender Zeitwert betrug 30 Mio. € (Vorjahr: 101 Mio. €). Die Geschäfte wurden teilweise an Konzerngesellschaften weitergereicht; diese internen Gegengeschäfte machten nominal 5,4 Mrd. € (Vorjahr: 6,8 Mrd. €) bei einem beizulegenden Zeitwert von - 43 Mio. € (Vorjahr: 87 Mio. €) aus. Im Einzelnen betraf das bilanzielle Exposure folgende Sachverhalte:
| ― | Zur Absicherung von Grundgeschäften (Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten) der Konzerngesellschaften abgeschlossene Devisenkontrakte werden grundsätzlich über entsprechende interne Geschäfte an die betroffenen Konzerngesellschaften weitergereicht. Mit Fälligkeit gleichen sich die Effekte aus externen und internen Geschäften aus. Es wurden währungsbezogene Bewertungsportfolios gebildet. Die entsprechenden Geschäfte werden im Jahr 2018 fällig. Sie waren bilanziell nicht erfasst. |
| ― | Für die für die Bayer AG verbliebenen Sicherungsgeschäfte wurden ebenfalls währungsbezogene Bewertungsportfolios mit den entsprechenden Grundgeschäften gebildet. Die Geschäfte hatten insgesamt einen negativen beizulegenden Wert von 8 Mio. €. Hiervon resultierten 13 Mio. € aus Devisenkontrakten mit negativen Zeitwerten. Diese wurden als Drohverlustrückstellung unter den sonstigen Rückstellungen erfasst. Die Devisenkontrakte mit positiven Zeitwerten von 5 Mio. € wurden in Verbindung mit § 256a HGB unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst. |
| ― | Die nicht in Bewertungsportfolios einbezogenen Geschäfte hatten insgesamt einen negativen beizulegenden Wert von 3 Mio. € (Vorjahr: positiv 178 Mio. €). Hiervon resultierten -3 Mio. € (Vorjahr: - 19 Mio. €) aus Devisenkontrakten mit negativen Zeitwerten. Diese wurden als Drohverlustrückstellungen unter den sonstigen Rückstellungen erfasst. Die im Vorjahr enthaltenen Devisenkontrakte mit positiven Zeitwerten von 197 Mio. € blieben bilanziell unberücksichtigt. |
| ― | Devisenkontrakte wurden auch zur Absicherung von Währungsdarlehen abgeschlossen, die die Bayer AG bei Konzernunternehmen aufgenommen hatte. Darlehen und Devisenkontrakte wurden jeweils in Bewertungseinheiten (Mikro-Hedges) zusammengefasst. Die gesicherten Darlehen hatten zum Abschlussstichtag einen - negativen - Buchwert von 1.222 Mio. € (Vorjahr: 3.317 Mio. €). Ihr beizulegender Zeitwert war mit 1.208 Mio. € (Vorjahr: 3.393 Mio. €) um 14 Mio. € niedriger (Vorjahr: 76 Mio. € höher). Die korrespondierenden externen Devisenkontrakte wiesen einen beizulegenden Zeitwert von per Saldo - 11 Mio. € (Vorjahr: 80 Mio. €) auf; sie sind im Jahr 2018 fällig. Sie waren bilanziell nicht erfasst. |
Zur Absicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte von Bayer AG und Konzernunternehmen in Fremdwährung bestanden externe Devisenkontrakte im Nominalwert von 9,3 Mrd. € (Vorjahr: 17,5 Mrd. €) mit einem beizulegenden Zeitwert von - 78 Mio. € (Vorjahr: 103 Mio. €). Ihnen standen gegenläufige Geschäfte mit Unternehmen des Konzerns von nominal 0,9 Mrd. € (Vorjahr: 5,0 Mrd. €) gegenüber; ihr beizulegender Zeitwert belief sich auf - 23 Mio. € (Vorjahr: 98 Mio. €).
| ― | Soweit korrespondierende externe und interne Geschäfte in Bewertungsportfolios einbezogen waren, verhielten sich ihre Wertänderungen jeweils gegenläufig und gleichen sich mit Fälligkeit im Jahr 2018 aus. Mit Ausnahme der gezahlten bzw. erhaltenen Optionsprämien von jeweils 4 Mio. € (Vorjahr: 178 Mio. €) wurden sie bilanziell nicht erfasst. |
| ― | Für die nicht in Bewertungsportfolios einbezogenen Devisenkontrakte (nominal 5,7 Mrd. €) mit einem negativen Zeitwert von 179 Mio. € wurden Drohverlustrückstellungen gebildet. |
Sonstige Devisenkontrakte wurden nur in geringem Umfang (unter 0,1 Mrd. €; Vorjahr: 0,1 Mrd. €) abgeschlossen. Der negative Marktwert von -1 Mio. € wurde durch Geschäfte mit positivem Marktwert von 1 Mio. € kompensiert. Bilanziell erfolgte keine Berücksichtigung.
Zins- / Währungsswaps im Nominalwert von 0,5 Mrd. € (Vorjahr: 0,5 Mrd. €) wurden zur Absicherung der Währungsrisiken aus den im Jahr 2006 begebenen GBP-Anleihen eingesetzt. Ihr negativer Marktwert betrug saldiert inklusive entsprechender Zinsabgrenzungen - 128 Mio. € (Vorjahr: - 120 Mio. €). Zins- / Währungsswaps und Anleihen wurden in einer Bewertungseinheit (Mikro-Hedge) zusammengefasst. Die Effektivität der Zins- / Währungsswaps wird prospektiv mit der Critical-Term-Match-Methode und retrospektiv mit der Regressionsmethode überprüft, um sicherzustellen, dass sich gegenläufige Werte und Zahlungsströme jeweils ausgleichen. In Konsequenz wurden die Anleihen unverändert zu ihren ursprünglichen Anschaffungskosten von 517 Mio. € bilanziert und die Zins- / Währungsswaps, die jeweils im Jahr 2018 fällig werden, im handelsrechtlichen Jahresabschluss nicht angesetzt.
Weitere Zins- / Währungsswaps mit einem Nominalwert von 1,5 Mrd. € (Vorjahr: 1,7 Mrd. €) bestehen zur Absicherung von Konzerndarlehen, die von der Bayer NV, Belgien, gewährt wurden. Durch gegenläufige Geschäfte mit Bayer NV über nominal 1,5 Mrd. € (Vorjahr: 1,5 Mrd. €) glichen sich die positiven und negativen Marktwerte innerhalb mehrerer Bewertungsportfolios aus, die entsprechend den unterschiedlichen Fälligkeiten der Zins- / Währungsswaps gebildet wurden. Die im Vorjahr noch enthaltenen sonstigen externen und internen Zins- / Währungsswaps im Nominalvolumen von insgesamt unter 0,1 Mrd. € glichen sich ebenfalls wertmäßig aus; eine bilanzielle Abbildung erfolgte nicht.
Derivative Finanzinstrumente zur Abdeckung von Zinsrisiken
Zinsswaps in der Form von Receiver-Swaps wurden u. a. zur Absicherung von Zinsrisiken aus den von der Bayer AG begebenen Euro-Anleihen abgeschlossen. Sie haben den Anleihen entsprechende Laufzeiten bis 2021. Auf die Zinsswaps entfiel ein Nominalvolumen von 0,2 Mrd. € (Vorjahr: 0,2 Mrd. €) und ein positiver Marktwert von netto 11 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €). Sie standen in einer Sicherungsbeziehung (Mikro-Hedge) zu den bilanzierten Anleihen. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird prospektiv und retrospektiv mit der Testmethode der Regressionsanalyse überprüft. Da sich die gegenläufigen Zahlungsströme jeweils ausgleichen, wurden die Zinsswaps nicht bilanziert.
Weitere Zinsswaps mit einem Nominalwert von 9,1 Mrd. € wurden in Form von Zinssicherungsgeschäften mit in der Zukunft liegendem Startdatum (Forward-Starting-Zinsswaps) abgeschlossen. Ihr beizulegender Zeitwert betrug - 17 Mio. €. Hiervon resultierten - 81 Mio. € aus Zinsswaps mit negativen Zeitwerten. Diese wurden als Drohverlustrückstellungen unter den sonstigen Rückstellungen erfasst. Die Zinsswaps mit positiven Zeitwerten - im Geschäftsjahr 64 Mio. € - blieben bilanziell unberücksichtigt. Die Geschäfte haben unterschiedliche Laufzeiten bis ins Jahr 2038.
Derivative Finanzinstrumente zur Abdeckung von Kurs- und Preisrisiken
Zur teilweisen Sicherung von Verpflichtungen aus den aktienbasierten Vergütungsprogrammen Aspire wurden durch die Bayer AG Aktienoptionsgeschäfte und Customized Forward Trade Contracts mit externen Vertragspartnern abgeschlossen. Die Geschäfte sind in den Jahren 2018 bis 2021 fällig. Ihr saldierter Marktwert belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 5 Mio. €. Die an Konzerngesellschaften intern weitergereichten Geschäfte mit einem Marktwert von saldiert - 4 Mio. € bilden mit den externen Geschäften Bewertungsportfolios und gleichen sich dementsprechend aus. Die in der Bayer AG verbliebenen Geschäfte mit einem Marktwert von 9 Mio. € bilden mit den originären Verpflichtungen aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm ebenfalls ein Bewertungsportfolio (Mikro-Hedge). Die Überprüfung der Sicherungsbeziehung erfolgt prospektiv mit der Critical-Term-Match-Methode und retrospektiv mit der Regressionsmethode. Bilanziell berücksichtigt wurden die gezahlten Optionsprämien von 41 Mio. € (Vorjahr: 59 Mio. €) und die erhaltenen Optionsprämien von 31 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio. €). Von den bilanziell nicht erfassten Geschäften entfielen 6 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) auf Geschäfte mit negativen Zeitwerten. Diese wurden als Drohverlustrückstellungen unter den sonstigen Rückstellungen erfasst.
Die externen Warenkontrakte wurden spiegelbildlich an andere Konzerngesellschaften weitergegeben und waren jeweils in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die Ergebnisse der bis zum Jahresende beendeten Geschäfte glichen sich aus. Warenkontrakte wurden 2017 nur noch in geringem Umfang erworben. Zum Abschlussstichtag waren keine Warenkontrakte mehr im Bestand.
Bewertungsmethoden
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Im Einzelnen gelten dabei folgende Grundsätze:
| ― | Devisenterminkontrakte werden einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet. Die Terminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. |
| ― | Zur Bewertung von Devisenoptionen wird ein Black-Scholes-Modell angewendet. |
| ― | Die Marktwerte von Zinsswaps werden durch Diskontierung der erwarteten zukünftigen Cashflows ermittelt. Die Diskontierung erfolgt anhand der marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Instrumente. Bei Zinsoptionen wird zur Bestimmung des Marktwerts ein Black-Scholes-Modell herangezogen. |
| ― | Die Ermittlung des Marktwerts von Aktienoptionen erfolgte mit einer Monte-Carlo-Simulation. |
| ― | Der Marktwert von Warenterminkontrakten wird auf Basis der von externen Datenprovidern bereitgestellten bzw. am Markt verfügbaren Terminpreise bestimmt. Bestimmte langfristige Commodity-Geschäfte werden aufgrund fehlender Marktdaten anhand von auf internen Fundamentaldaten beruhenden Bewertungsmodellen bewertet. |
37. Rechtliche Risiken
Als Obergesellschaft eines international tätigen Unternehmens mit einem heterogenen Portfolio ist die Bayer AG einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind in aller Regel nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf unser Geschäft und seine Ergebnisse haben können.
Die nachfolgend beschriebenen Rechtsverfahren stellen die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken dar und sind nicht als abschließende Auflistung zu verstehen. Es handelt sich um Rechtsrisiken, denen die Bayer AG entweder unmittelbar ausgesetzt ist oder über Tochtergesellschaften, mit denen ein Gewinnabführungsvertrag und / oder Beherrschungsvertrag besteht. Für weitergehende im Konzern bestehende Risiken wird auf den Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.
Produktbezogene Auseinandersetzungen
Mirena™: Bis zum 30. Januar 2018 wurden Bayer in den USA Klagen von etwa 2.900 Anwenderinnen von Mirena™ zugestellt (ohne nicht mehr anhängige Klagen). Mirena™ ist eine Hormonspirale zur langfristigen Verhütung, die das Hormon Levonorgestrel freisetzt. Die Klägerinnen tragen vor, die Anwendung von Mirena™ habe zu Gesundheitsschäden geführt, insbesondere Perforation des Uterus, ektopischen Schwangerschaften oder idiopathischer intrakranieller Hypertension, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Die Klägerinnen behaupten unter anderem, dass Mirena™ fehlerhaft sei und Bayer die angeblichen Risiken gekannt habe oder hätte kennen müssen und die Anwenderinnen vor diesen Risiken nicht angemessen gewarnt habe. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Im April 2017 wurden die meisten der vor US-Bundesgerichten anhängigen Verfahren, in denen die Klägerinnen eine Erkrankung an idiopathischer intrakranieller Hypertension geltend machen, im Rahmen einer sogenannten Multidistrict Litigation (MDL) zur gemeinsamen vorprozessualen Koordination zusammengeführt. Bis zum 30. Januar 2018 wurden Bayer in den USA Klagen von etwa 400 Anwenderinnen von Mirena™ zugestellt, die eine Erkrankung an idiopathischer intrakranieller Hypertension geltend machen. Eine andere MDL betraf Perforationsfälle und wurde inzwischen abgewiesen. Ein US-Berufungsgericht hat die Entscheidung des Bezirksgerichtes bestätigt, mit der das Bezirksgericht im Jahr 2016 etwa 1.230 bei ihm anhängige Klagen abgewiesen hatte. Im August 2017 hat Bayer mit der Leitung der Klägeranwälte eine grundsätzliche Einigung über den Vergleich aller Perforationsfälle für einen Gesamtbetrag von 12,2 Mio. USD erzielt. Nach Stand vom 30. Januar 2018 wären von diesem Vergleich etwa 4.000 Fälle erfasst. Das MDL-Verfahren, in dem die Klägerinnen eine Erkrankung an idiopathischer intrakranieller Hypertension geltend machen, ist nicht Bestandteil des Vergleichs.
Bis zum 30. Januar 2018 wurden Bayer fünf kanadische Klagen im Zusammenhang mit Mirena™ zugestellt, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.
Xarelto™: Bis zum 30. Januar 2018 wurden Bayer US-Klagen von etwa 22.000 Anwendern von Xarelto™ zugestellt, einem oralen Gerinnungshemmer zur Behandlung und Prävention von Blutgerinnseln. Die Kläger tragen vor, die Anwendung von Xarelto™ habe zu Gesundheitsschäden wie beispielweise zerebralen, gastrointestinalen sowie anderen Blutungen und Todesfällen geführt, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Sie behaupten unter anderem, dass Xarelto™ fehlerhaft sei, dass Bayer diese Risiken der Anwendung von Xarelto™ gekannt habe oder sie hätte kennen müssen und die Anwender vor diesen Risiken nicht angemessen gewarnt habe. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Verfahren, die vor US-Bundesgerichten anhängig waren, wurden im Rahmen einer MDL zur gemeinsamen vorprozessualen Koordinierung zusammengeführt. Im Mai, Juni und August 2017 wurden die Klagen in den ersten drei Fällen, die in der MDL verhandelt wurden, vollumfänglich abgewiesen; die Kläger haben gegen alle drei Urteile Rechtsmittel eingelegt. Nachdem der ersten an einem bundesstaatlichen Gericht in Pennsylvania zur Verhandlung angesetzten Klage zunächst stattgegeben worden war, wurde diese Entscheidung im Januar 2018 durch den zuständigen Richter aufgehoben und die Klage abgewiesen. Weitere Fälle sind derzeit vor dem bundesstaatlichen Gericht in Pennsylvania für das erste und zweite Quartal 2018 zur Verhandlung angesetzt. Bayer erwartet, dass weitere Verfahren zur Verhandlung angesetzt werden.
Bis zum 30. Januar 2018 wurden Bayer zehn kanadische Klagen im Zusammenhang mit Xarelto™ ugestellt, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und wird sich in diesen Verfahren entschieden zur Wehr setzen.
Essure™: Bis zum 30. Januar 2018 wurden Bayer US-Klagen von etwa 16.100 Anwenderinnen von Essure™, einem Medizinprodukt zur permanenten Verhütung ohne operativen Eingriff, zugestellt. Die Klägerinnen machen Gesundheitsschäden im Zusammenhang mit Essure™ geltend, wie beispielsweise Hysterektomie, Perforation, Schmerzen, Blutungen, Gewichtszunahme, Nickelallergie, Depression oder ungewollte Schwangerschaft, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen.
Bis zum 30. Januar 2018 wurden Bayer zwei kanadische Klagen im Zusammenhang mit Essure™ zugestellt, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.
Sammelklagen zu Neonikotinoiden in Kanada: In Quebec und Ontario (Kanada) sind Anträge auf Sammelklagen gegen Bayer zu Pflanzenschutzmitteln eingereicht worden, die die aktiven Substanzen Imidacloprid und Clothianidin (Neonikotinoide) enthalten. Bei den Klägern handelt es sich um Honigproduzenten, die eine landesweite Sammelklage in Ontario und eine auf Quebec beschränkte Sammelklage in Quebec anhängig gemacht haben. Die Kläger verlangen Schaden- sowie Strafschadenersatz und behaupten, Bayer und ein weiterer Produzent von Pflanzenschutzmitteln hätten in Bezug auf die Konzeption, die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb von neonikotinoidhaltigen Pestiziden fahrlässig gehandelt. Die in Ontario anhängig gemachte Sammelklage befindet sich derzeit in einem sehr frühen Stadium. In Quebec hat der Kläger die Zulassung einer über gemeinsame Merkmale definierten Gruppe als potenzielle Anspruchsberechtigte beantragt. Der Antrag wurde im November 2017 vor Gericht verhandelt. Bayer ist überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.
Im Zusammenhang mit den oben genannten Verfahren ist Bayer in jeweils industrieüblichem Umfang gegen gesetzliche Produkthaftungsansprüche gegen Bayer versichert und hat auf Grundlage der derzeit vorliegenden Informationen im Konzern angemessene bilanzielle Vorsorgemaßnahmen für erwartete Verteidigungskosten getroffen. Die bilanziellen Vorsorgemaßnahmen hinsichtlich der Ansprüche zu Essure™ übersteigen allerdings den bestehenden Versicherungsschutz.
Patentrechtliche Auseinandersetzungen
Adempas™: Im Januar 2018 reichte Bayer bei einem US-Bundesgericht Patentverletzungsklagen ein gegen Alembic Pharmaceuticals Limited, Alembic Global Holding SA, Alembic Pharmaceuticals, Inc. und INC Research, LLC (zusammen "Alembic"), gegen MSN Laboratories Private Limited und MSN Pharmaceuticals Inc. (zusammen "MSN") sowie gegen Teva Pharmaceuticals USA, Inc. und Teva Pharmaceutical Industries Ltd. (zusammen "Teva"). Im Dezember 2017 hatte Bayer Mitteilungen über einen abgekürzten Zulassungsantrag für ein neues Arzneimittel (ANDA) erhalten, mit dem Alembic, MSN und Teva jeweils die Genehmigung zur Vermarktung einer generischen Version des Lungenhochdruckmedikaments Adempas™ von Bayer in den USA verfolgen.
Xarelto™: 2015 reichten Bayer und Janssen Pharmaceuticals bei einem US-Bundesgericht eine Patentverletzungsklage ein gegen Aurobindo Pharma Limited, Aurobindo Pharma USA, Inc. (zusammen "Aurobindo"), Breckenridge Pharmaceutical Inc. ("Breckenridge"), Micro Labs Ltd., Micro Labs USA Inc. (zusammen "Micro Labs"), Mylan, Prinston Pharmaceutical Inc. ("Prinston"), Sigmapharm Laboratories, LLC ("Sigmapharm"), Torrent Pharmaceuticals, Limited und Torrent Pharma Inc. (zusammen "Torrent"). Bayer hatte Mitteilungen über einen ANDA-Zulassungsantrag von Aurobindo, Breckenridge, Micro Labs, Mylan, Prinston, Sigmapharm und Torrent erhalten, mit dem jeder der Antragsteller die Genehmigung zur Vermarktung einer generischen Version von Xarelto™ in den USA verfolgt. Xarelto™ ist ein oraler Gerinnungshemmer zur Behandlung und Prävention von Blutgerinnseln. 2016 erhielt Bayer eine weitere Mitteilung über einen solchen ANDA-Zulassungsantrag von InvaGen Pharmaceuticals, Inc. ("InvaGen"). Bayer und Janssen Pharmaceuticals reichten bei demselben US-Bundesgericht eine Patentverletzungsklage gegen InvaGen ein.
In den oben genannten anhängigen patentrechtlichen Auseinandersetzungen ist Bayer überzeugt, gute Argumente zu haben, und beabsichtigt, sich entschieden zur Wehr zu setzen.
38. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Nahestehende Unternehmen und Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Bayer AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Bayer AG unterliegen.
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden insbesondere mit Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen abgeschlossen, ferner mit Versorgungsplänen. Es handelt sich vor allem um Miet-, Dienstleistungs- und Finanzierungsgeschäfte. Derartige Geschäfte werden regelmäßig zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.
Gegenüber der Bayer-Pensionskasse hatte sich die Bayer AG zur Bereitstellung eines Genussrechtskapitals in Höhe von 150 Mio. € verpflichtet, das 2016 und 2017 jeweils in voller Höhe begeben war. Zudem war mit der Bayer-Pensionskasse im Jahr 2008 die Einrichtung eines sogenannten rückzahlbaren Gründungsstocks vereinbart worden, dessen Volumen im Jahr 2012 um 800 Mio. € auf 1.600 Mio. € aufgestockt wurde. Dieser Gründungsstock war zum Abschlussstichtag wie im Vorjahr mit 595 Mio. € in Anspruch genommen.
39. Angaben gem. § 6b Abs. 2 EnWG
Ungewöhnliche Geschäfte im Bereich der Energieversorgungstätigkeit, die nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Bayer AG und nach § 6b Abs. 2 EnWG angabepflichtig sind, lagen nicht vor.
40. Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie gewährte Vorschüsse und Kredite
Die Vergütung der im Geschäftsjahr tätigen Vorstandsmitglieder setzte sich wie folgt zusammen:
Gesamtbezüge des Vorstands
| in Tsd. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Festvergütung | 6.385 | 6.148 |
| Sachbezüge und sonstige Leistungen | 664 | 266 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 9.063 | 4.890 |
| Langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire)1 | 12.333 | 13.020 |
| Gesamtbezüge | 28.445 | 24.324 |
| Dienstzeitaufwand Pensionszusagen2 | 2.737 | 2.356 |
1 Beizulegender Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt
2 Inkl. Arbeitgeberbeitrag zu Bayer-Pensionskasse VVaG bzw. Rheinische Pensionskasse VVaG
Die Vorstandsmitglieder nehmen an aktienbasierten Vergütungsprogrammen teil (Aspire). Es handelt sich hierbei jeweils um vierjährige Programme, die während ihrer Laufzeit ratierlich erdient werden. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Programme zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Gewährung sind Bestandteil der Gesamtbezüge und in der vorstehenden Übersicht als langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire) ausgewiesen. Die im Jahr 2017 erdienten Ansprüche - sowohl aus dem im Jahr 2017 neu gewährten Programm als auch aus den noch laufenden Vorjahresprogrammen - sind in der nachstehenden Übersicht ausgewiesen. Dort werden zudem die Wertänderungen von bisher bestehenden Ansprüchen aus aktienbasierten Vergütungsprogrammen, die vor 2017 erworben wurden, gezeigt.
Bis zum Jahr 2015 erhielten Mitglieder des Vorstands zudem 50 % ihrer kurzfristigen variablen Vergütung in Form von virtuellen Bayer-Aktien. Deren Auszahlung erfolgt nach dreijähriger Sperrfrist abhängig vom dann geltenden Kurs der Bayer-Aktie zusammen mit der Auszahlung des finanziellen Gegenwerts des während der Haltefrist entstandenen Anspruchs auf Dividenden. Die Wertänderungen der virtuellen Aktien bis zum Auszahlungszeitpunkt (einschließlich der Dividendenansprüche während der Haltefrist) sind ebenfalls in der nachstehenden Tabelle dargestellt.
Im Aufwand des Geschäftsjahres sind hinsichtlich langfristiger variabler Barvergütung über virtuelle Bayer-Aktien sowie langfristiger aktienbasierter Barvergütung (Aspire) damit abweichend von der Berücksichtigung in den Gesamtbezügen die folgenden Aufwandskomponenten enthalten:
Mehrjährige variable Vergütung des Vorstands
| in Tsd. € | 2016 | 2017 |
|---|---|---|
| Langfristige variable Barvergütung über virtuelle Bayer-Aktien | ||
| - Wertänderung von in Vorjahren gewährten virtuellen Aktien | - 1.275 | 538 |
| - 1.275 | 538 | |
| Langfristige aktienbasierte Barvergütung (Aspire) | ||
| - Im Geschäftsjahr erdiente Ansprüche | 5.217 | 9.082 |
| - Wertänderung von in Vorjahren erdienten Ansprüchen | - 923 | - 641 |
| 4.294 | 8.441 | |
| Aufwand | 3.019 | 8.979 |
Aufwendungen für Pensionszusagen sind für die während des Geschäftsjahres tätigen Vorstandsmitglieder in Höhe von 2.356 Tsd. € (Vorjahr: 2.737 Tsd. €) angefallen. Es handelt sich dabei um den Dienstzeitaufwand aus den Pensionszusagen sowie die Firmenbeiträge zur Bayer-Pensionskasse bzw. zur Rheinischen Pensionskasse. Daneben haben sich im Ergebnis die Aufzinsung von in Vorjahren bereits erworbenen Ansprüchen sowie versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ausgewirkt. Unter Einbeziehung dieser Komponenten ergibt sich ein Aufwand von 4.261 Tsd. € (Vorjahr: 2.249 Tsd. €). Der Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen belief sich zum Abschlussstichtag auf 22.585 Tsd. € (Vorjahr: 18.346 Tsd. €).
Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen 12.758 Tsd. € (Vorjahr: 12.800 Tsd. €). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene sind im Jahresabschluss der Bayer AG mit 153.388 Tsd. € (Vorjahr: 149.948 Tsd. €) passiviert.
Insgesamt beliefen sich die Bezüge des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr auf 3.703 Tsd. € (Vorjahr: 3.479 Tsd. €). Hierin enthalten sind Sitzungsgelder von 120 Tsd. € (Vorjahr: 118 Tsd. €).
Zum 31. Dezember 2017 bestanden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands bzw. des Aufsichtsrats. Im Geschäftsjahr erfolgten keine Darlehensablösungen.
Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats enthält der im zusammengefassten Lagebericht von Bayer-Konzern und Bayer AG dargestellte Vergütungsbericht.
41. Vorschlag zur Gewinnverwendung
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, von dem im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 ausgewiesenen Bilanzgewinn von 2.900 Mio. € einen Betrag von 2.315 Mio. € zur Ausschüttung einer Dividende von 2,80 € je dividendenberechtigter Aktie zu verwenden und den verbleibenden Betrag von 585 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen. Die angegebenen Beträge, die zur Ausschüttung der Dividende und zum Vortrag auf neue Rechnung vorgeschlagen werden, beruhen auf der Anzahl der dividendenberechtigten Aktien (826.947.808 Stück) am Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses durch den Vorstand.
Wie bereits allgemein angekündigt, plant die Gesellschaft eine Bezugsrechtskapitalerhöhung durchzuführen. Falls die Gesellschaft bis zum Zeitpunkt der Hauptversammlung die angekündigte Bezugsrechtskapitalerhöhung oder andere Kapitalmaßnahmen mit der Ausgabe von für das Geschäftsjahr 2017 dividendenberechtigten neuen Aktien durchgeführt hat und deshalb die Anzahl der zum Zeitpunkt der Hauptversammlung dividendenberechtigten Aktien höher ist als diejenige am Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses, werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung einen entsprechend angepassten Gewinnverwendungsvorschlag unterbreiten. Dabei wird die vorgeschlagene Dividendenhöhe von 2,80 € je Aktie unverändert bleiben und der zum Vortrag auf neue Rechnung vorgeschlagene Teil des Bilanzgewinns um die Summe der auf die neu ausgegebenen Aktien entfallenden Dividende verringert werden.
Falls die Gesellschaft zum Zeitpunkt der Hauptversammlung eigene Aktien hält und deshalb die Anzahl der zum Zeitpunkt der Hauptversammlung dividendenberechtigten Aktien niedriger ist als diejenige am Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses, werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung einen entsprechend angepassten Gewinnverwendungsvorschlag unterbreiten. Dabei wird die vorgeschlagene Ausschüttung einer Dividende von 2,80 € je Aktie unverändert bleiben und vorgeschlagen werden, den verbleibenden Betrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorzutragen.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bayer-Konzerns sowie der Bayer AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Bayer-Konzerns bzw. der Bayer AG beschrieben sind.
Leverkusen, 20. Februar 2018
Bayer Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Werner Baumann
Liam Condon
Johannes Dietsch
Dr. Hartmut Klusik
Kemal Malik
Erica Mann
Dieter Weinand
Anteilsbesitz von Bayer AG und Bayer-Konzern zum 31.12.2017 nach § 285 Nr. 11, 11a, 11b und § 313 HGB
Bei den angegebenen Werten für Eigenkapital bzw. Ergebnis handelt es sich jeweils um die Werte aus den auf Basis des jeweiligen Landesrechts erstellten Jahresabschlüssen; die Werte sind gerundet. Gesellschaften mit Gewinnabführungsvertrag sind entsprechend gekennzeichnet. Aufgrund der in den Jahresabschlüssen berücksichtigten Ergebnisabführung sind dort jeweils Nullergebnisse angegeben.
Vollkonsolidierte Beteiligungsgesellschaften
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
Eigenkapital in Mio. € |
Ergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Europa / Nahost / Afrika | |||||
| Adverio Pharma GmbH | Schönefeld, Deutschland | 100 | 0,1 | 0,0 | 1 |
| AgrEvo Verwaltungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100 | 0,4 | 0,0 | 1, 2 |
| Alcafleu Management GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 99,9 | 724,3 | 123,7 | 1 |
| AO Bayer | Moskau, Russland | 100 | 103,2 | 22,4 | 1 |
| Bayer (Proprietary) Limited | Isando, Südafrika | 100 | 170,9 | 13,0 | 1 |
| Bayer (Schweiz) AG | Zürich, Schweiz | 100 | 67,4 | 8,1 | 1 |
| Bayer 04 Immobilien GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 40,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 200,5 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer A / S | Kopenhagen, Dänemark | 100 | 17,0 | 5,9 | 1 |
| Bayer AB | Solna, Schweden | 100 | 14,3 | 2,7 | 1 |
| Bayer Agriculture Limited | Cambridge, Großbritannien | 100 | 1,5 | 1,2 | |
| Bayer Algerie S. P. A. | Algier, Algerien | 100 | 0,9 | 0,4 | 1 |
| Bayer Altersversorgung GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 82,8 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Animal Health GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 977,2 | 102,4 | 1 |
| Bayer AS | Oslo, Norwegen | 100 | 108,3 | 26,2 | 1 |
| Bayer Austria Gesellschaft m. b. H. | Wien, Österreich | 100 | 20,3 | 7,7 | 1 |
| Bayer B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 1.474,1 | 92,6 | 1 |
| Bayer Beteiligungsverwaltung Goslar GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 491,6 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Bitterfeld GmbH | Bitterfeld-Wolfen, Deutschland | 100 | 235,3 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Bulgaria EOOD | Sofia, Bulgarien | 100 | 9,8 | 3,5 | 1 |
| Bayer Business Services GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 86,7 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Capital Corporation B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 14,0 | 1,9 | 1 |
| Bayer Chemicals Aktiengesellschaft | Leverkusen, Deutschland | 100 | 406,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Consumer Care AG | Basel, Schweiz | 100 | 2.565,7 | 264,9 | 1 |
| Bayer CropScience (Portugal) - Produtos para a Agricultura, Lda | Carnaxide, Portugal | 100 | 15,4 | 1,3 | |
| Bayer CropScience Aktiengesellschaft | Monheim am Rhein, Deutschland | 100 | 3.496,4 | 383,1 | |
| Bayer CropScience Beteiligungsgesellschaft mbH | Monheim am Rhein, Deutschland | 100 | 13,7 | - 2,3 | 1 |
| Bayer CropScience Biologics GmbH | Wismar, Deutschland | 100 | 2,3 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer CropScience Deutschland GmbH | Langenfeld, Deutschland | 100 | 17,4 | - 6,9 | 1 |
| Bayer CropScience Holding SA | Lyon, Frankreich | 100 | 760,5 | - 0,3 | 1 |
| Bayer CropScience Limited | Cambridge, Großbritannien | 100 | 45,1 | 15,6 | 1 |
| Bayer CropScience NV | Diegem, Belgien | 100 | 343,7 | 29,8 | 1 |
| Bayer CropScience S. r. l. | Mailand, Italien | 100 | 81,5 | 5,4 | 1 |
| Bayer CropScience Schweiz AG | Muttenz, Schweiz | 100 | 97,3 | 16,7 | 1 |
| Bayer CropScience Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 79,1 | - 22,2 | 1 |
| Bayer CropScience, S. L. | Paterna, Spanien | 100 | 78,2 | 8,6 | 1 |
| Bayer d. o. o. | Belgrad, Serbien | 100 | 10,5 | 0,0 | 1 |
| Bayer d. o. o. | Ljubljana, Slowenien | 100 | 13,9 | 3,5 | 1 |
| Bayer d. o. o. | Zagreb, Kroatien | 100 | 1,7 | 0,3 | 1 |
| Bayer Direct Services GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,3 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer East Africa Ltd. | Nairobi, Kenia | 55 | 8,2 | - 0,5 | 1 |
| Bayer Gastronomie GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 5,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Gesellschaft für Beteiligungen mbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 6.101,7 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Global Investments B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 13.677,0 | 1.034,5 | 1 |
| Bayer HealthCare Manufacturing S. r. l. | Mailand, Italien | 100 | 341,7 | 11,8 | 1 |
| Bayer HealthCare SAS | Loos, Frankreich | 100 | 61,1 | 8,4 | 1 |
| Bayer Hellas A. G. | Athen, Griechenland | 100 | 28,2 | 6,2 | |
| Bayer Hispania, S. L. | Sant Joan Despí, Spanien | 100 | 2.169,9 | 732,2 | 1 |
| Bayer Hungária Kft. | Budapest, Ungarn | 100 | 27,7 | 3,1 | 1 |
| Bayer Intellectual Property GmbH | Monheim am Rhein, Deutschland | 100 | 1,1 | 0,3 | 1 |
| Bayer Israel Ltd. | Hod HaSharon, Israel | 100 | 8,4 | 1,5 | 1 |
| Bayer Limited | Dublin, Irland | 100 | 4,2 | 2,7 | |
| Bayer Limited | Limassol, Zypern | 100 | 999,9 | - 0,1 | 1 |
| Bayer Limited Egypt | Kairo, Ägypten | 100 | 2,5 | - 0,2 | 1 |
| Bayer Ltd. | Kiew, Ukraine | 100 | 56,1 | 12,8 | 1 |
| Bayer Medical Care B. V. | Maastricht, Niederlande | 100 | 56,4 | 13,7 | 1 |
| Bayer Middle East FZE | Dubai, Vereinigte Arabische Emirate | 100 | 46,6 | 6,5 | 1 |
| Bayer Nordic SE | Espoo, Finnland | 100 | 2.131,8 | 508,9 | 1 |
| Bayer Norway AS | Oslo, Norwegen | 100 | 578,8 | - 39,7 | 1 |
| Bayer NV | Diegem, Belgien | 100 | 11.773,5 | 110,0 | 1 |
| Bayer Oy | Turku, Finnland | 100 | 637,1 | 537,6 | 1 |
| Bayer Parsian AG | Teheran, Iran | 100 | 7,0 | 1,5 | |
| Bayer Pharma Aktiengesellschaft | Berlin, Deutschland | 100 | 5.722,7 | 0,0 | 2 |
| Bayer Portugal, Lda. | Carnaxide, Portugal | 100 | 32,2 | 3,6 | |
| Bayer Public Limited Company | Reading, Großbritannien | 100 | 64,7 | 90,9 | 1 |
| Bayer R&I B. V. | Maastricht, Niederlande | 100 | 4 | ||
| Bayer Real Estate GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 380,6 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer S. A. | Casablanca, Marokko | 100 | 27,2 | - 2,4 | 1 |
| Bayer S. A. S. | Lyon, Frankreich | 100 | 1.109,7 | 186,3 | 1 |
| Bayer S. p. A. | Mailand, Italien | 100 | 676,2 | 69,0 | 1 |
| Bayer s. r. o. | Prag, Tschechische Republik | 100 | 16,3 | 4,0 | 1 |
| Bayer Saudi Arabia LLC | Jeddah, Saudi-Arabien | 75 | 6,6 | 0,6 | 1 |
| Bayer Schering Pharma Aktiengesellschaft | Berlin, Deutschland | 100 | 101,2 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Seeds B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 898,0 | - 2,1 | 1 |
| Bayer Solution B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Bayer Sp. z o. o. | Warschau, Polen | 100 | 78,0 | 23,1 | 1 |
| Bayer Türk Kimya Sanayii Limited Sirketi | Istanbul, Türkei | 100 | 112,0 | 38,0 | 1 |
| Bayer US B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 4.779,4 | 40,8 | 1 |
| Bayer Vital GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 88,5 | 0,0 | 1,2 |
| Bayer Weimar GmbH und Co. KG | Weimar, Deutschland | 100 | 47,1 | 5,0 | 1 |
| Bayer West-Central Africa S. A. | Abidjan, Elfenbeinküste | 100 | 0,3 | 0,0 | 1 |
| Bayer World Investments B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 17.102,5 | 223,6 | 1 |
| Bayer, spol. sr. o. | Bratislava, Slowakei | 100 | 6,4 | 2,6 | 1 |
| Bayer-Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung | Leverkusen, Deutschland | 100 | 14,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Berlimed, S. A. | Madrid, Spanien | 100 | 28,4 | 0,9 | 1 |
| Berlipharm B. V. | Weesp, Niederlande | 100 | 27,3 | 0,0 | 1 |
| Berlis AG | Zürich, Schweiz | 100 | 1,5 | 0,1 | 1 |
| BGI Deutschland GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 4.000,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Biogenetic Technologies B. V. | Rotterdam, Niederlande | 100 | 56,5 | 0,0 | 1 |
| Chemion Logistik GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 10,6 | 0,0 | 1, 2 |
| Conceptus SAS | Versailles, Frankreich | 100 | 4 | ||
| Currenta GmbH & Co. OHG | Leverkusen, Deutschland | 60 | 36,1 | 23,6 | 1 |
| Dritte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 100 | 180,7 | 24,3 | 1 |
| Erste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 100 | 57,9 | 6,7 | 1 |
| Erste K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 175,7 | 0,0 | 1, 2 |
| EuroServices Bayer, S. L. | Sant Joan Despí, Spanien | 100 | 11,3 | 1,2 | 1 |
| Fünfte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 100 | 131,5 | 12,9 | 1 |
| GP Grenzach Produktions GmbH | Grenzach-Wyhlen, Deutschland | 100 | 25,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Hild Samen GmbH | Marbach am Neckar, Deutschland | 100 | 4,8 | 0,0 | 1, 2 |
| Intendis GmbH | Berlin, Deutschland | 100 | 111,9 | 36,1 | 1 |
| Intraserv GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 100 | 52,9 | 24,0 | 1 |
| Jenapharm GmbH & Co. KG | Jena, Deutschland | 100 | 54,4 | 33,4 | 1 |
| KVP Pharma+Veterinär Produkte GmbH | Kiel, Deutschland | 100 | 46,7 | 7,6 | 1 |
| Medrad China B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 4 | ||
| Medrad Europe B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 4 | ||
| Medrad France B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 4 | ||
| Medrad UK Limited | Reading, Großbritannien | 100 | 4 | ||
| MENADIER Heilmittel GmbH | Berlin, Deutschland | 100 | 79,8 | 0,0 | 1, 2 |
| Nunhems B. V. | Haelen, Niederlande | 100 | 84,2 | 38,6 | 1 |
| Nunhems France S.A. R. L. | Beaucouzé, Frankreich | 100 | 1,6 | 0,9 | 1 |
| Nunhems Hungary Kft. | Budapest, Ungarn | 100 | 0,9 | 0,2 | 1 |
| Nunhems Italy S. r. l. | St. Agata Bolognese, Italien | 100 | 10,3 | 0,6 | 1 |
| Nunhems Netherlands B. V. | Haelen, Niederlande | 100 | 90,1 | 16,4 | 1 |
| Nunhems Poland Sp. z o. o. | Warschau, Polen | 100 | 1,1 | 0,2 | 1 |
| Nunhems Spain, S. A. | Valencia, Spanien | 100 | 17,5 | 5,1 | 1 |
| Nunhems Tohumculuk Anonim Sirketi | Antalya, Türkei | 100 | 15,3 | 3,3 | 1 |
| Pallas Versicherung Aktiengesellschaft | Leverkusen, Deutschland | 100 | 44,3 | 1,3 | 1 |
| Pandias Re AG | Luxemburg, Luxemburg | 100 | 70,2 | 0,0 | 1 |
| SC Bayer SRL | Bukarest, Rumänien | 100 | 18,6 | 5,1 | 1 |
| Sechste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 100 | 146,5 | 49,3 | 1 |
| Siebte Bayer VV GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 33,9 | 0,0 | 1, 2 |
| Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH | Darmstadt, Deutschland | 100 | 5,2 | 0,0 | 1, 2 |
| TECTRION GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 7,0 | 0,0 | 1, 2 |
| TOO Bayer KAZ | Astana, Kasachstan | 100 | 14,6 | 3,4 | |
| TravelBoard GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,4 | 0,0 | 1, 2 |
| UAB Bayer | Vilnius, Litauen | 100 | 6,8 | 1,4 | 1 |
| Vierte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 100 | 7,8 | 0,3 | 1 |
| Zweite Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld, Deutschland | 100 | 193,2 | 41,6 | 1 |
| Zweite K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 4.591,1 | 0,0 | 1, 2 |
| Nordamerika | |||||
| AgraQuest, Inc. | Davis, USA | 100 | 4 | ||
| Athenix Corp. | Research Triangle Park, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer Canadian Holdings Inc. | Toronto, Kanada | 100 | 4 | ||
| Bayer Consumer Care Holdings LLC | Whippany, USA | 100 | 5.463,2 | 4,8 | 1 |
| Bayer Corporation | Pittsburgh, USA | 100 | 8.288,2 | 150,6 | 1 |
| Bayer CropScience Holding Inc. | Research Triangle Park, USA | 100 | 13,2 | - 0,1 | |
| Bayer CropScience Holdings Inc. | Calgary, Kanada | 100 | 282,6 | 15,2 | |
| Bayer CropScience Inc. | Calgary, Kanada | 100 | - 166,5 | 124,7 | |
| Bayer CropScience Inc. | Research Triangle Park, USA | 100 | 1.199,3 | 15,4 | |
| Bayer CropScience LLC | Research Triangle Park, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer CropScience LP | Research Triangle Park, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer East Coast LLC | Whippany, USA | 100 | 8.156,9 | 1,8 | 1 |
| Bayer Essure Inc. | Milpitas, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer HealthCare Animal Health Inc. | St. Joseph, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer HealthCare Holdings LLC | Wilmington, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer HealthCare LLC | Whippany, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer HealthCare Pharmaceuticals Inc. | Whippany, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer HealthCare US Funding II LLC | Pittsburgh, USA | 100 | 1.390,2 | 18,8 | 1 |
| Bayer HealthCare US Funding LLC | Pittsburgh, USA | 100 | 2.585,1 | - 27,0 | 1 |
| Bayer Inc. | Mississauga, Kanada | 100 | 667,2 | 41,8 | |
| Bayer International Trade Services Corporation | Weirton, USA | 100 | 5,0 | 57,2 | 1 |
| Bayer Medical Care Inc. | Indianola, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer Overseas Trade Services Corporation | Weirton, USA | 100 | 0,1 | 5,3 | |
| Bayer Puerto Rico Inc. | Guaynabo, Puerto Rico | 100 | 4 | ||
| Bayer U. S. LLC | Whippany, USA | 100 | 4 | ||
| Bayer US Finance LLC | Pittsburgh, USA | 100 | - 2,4 | - 0,3 | 1 |
| Bayer US Holding LP | Wilmington, USA | 100 | 1.713,4 | 51,5 | 1 |
| Bayer West Coast Corporation | Berkeley, USA | 100 | 4 | ||
| Collateral Therapeutics, Inc. | Richmond, USA | 100 | 4 | ||
| Cooper Land Company of New Jersey, Inc. | Whippany, USA | 100 | 4 | ||
| Coppertone LLC | Pittsburgh, USA | 100 | 246,1 | 0,5 | 1 |
| Dr. Scholl's LLC | Whippany, USA | 100 | 583,3 | - 20,2 | 1 |
| Hornbeck Seed Company, Inc. | Research Triangle Park, USA | 100 | 4 | ||
| MiraLAX, LLC | Whippany, USA | 100 | 418,8 | - 4,6 | 1 |
| NippoNex Inc. | Whippany, USA | 100 | 4 | ||
| NOR-AM Agro LLC | Whippany, USA | 100 | 4 | ||
| Nunhems USA, Inc. | Parma, USA | 100 | 45,4 | - 1,8 | 1 |
| Schering Berlin Inc. | Whippany, USA | 100 | 4 | ||
| STWB Inc. | Pittsburgh, USA | 100 | 4 | ||
| Asien / Pazifik | |||||
| Bayer (Cambodia) Co., Ltd. | Phnom Penh, Kambodscha | 100 | 1,1 | 0,7 | 1 |
| Bayer (China) Limited | Schanghai, China | 100 | 781,1 | 210,5 | 1 |
| Bayer (Sichuan) Animal Health Co., Ltd. | Chengdu, China | 100 | 18,7 | 8,3 | 1 |
| Bayer (South East Asia) Pte Ltd | Singapur, Singapur | 100 | 121,4 | 33,3 | 1 |
| Bayer Australia Limited | Pymble, Australien | 100 | 110,0 | 28,3 | 1 |
| Bayer BioScience Pvt. Ltd | Hyderabad, Indien | 100 | 55,1 | - 0,6 | |
| Bayer Business Services Philippines, Inc. | Taguig-Stadt, Philippinen | 100 | 7,8 | 6,1 | 1 |
| Bayer Co. (Malaysia) Sdn Bhd | Petaling Jaya, Malaysia | 100 | 22,3 | 3,3 | 1 |
| Bayer CropScience (China) Company Ltd. | Hangzhou, China | 100 | 60,2 | 15,3 | 1 |
| Bayer CropScience Holdings Pty Ltd | East Hawthorn, Australien | 100 | 18,1 | 0,0 | 1 |
| Bayer CropScience K. K. | Tokio, Japan | 100 | 135,3 | 10,6 | 1 |
| Bayer CropScience Limited | Thane, Indien | 68,7 | 268,6 | 38,0 | |
| Bayer CropScience Ltd. | Dhaka, Bangladesch | 60 | - 5,1 | - 2,0 | 1 |
| Bayer CropScience Ltd. | Seoul, Republik Korea | 100 | 56,9 | 10,9 | 1 |
| Bayer CropScience Pty Limited | East Hawthorn, Australien | 100 | 114,8 | 14,7 | 1 |
| Bayer CropScience, Inc. | Laguna, Philippinen | 100 | 6,2 | 1,5 | 1 |
| Bayer Healthcare (Shanghai) Co., Ltd. | Schanghai, China | 100 | - 13,8 | 0,1 | 1 |
| Bayer Healthcare Co., Ltd. | Peking, China | 100 | 422,6 | 88,2 | 1 |
| Bayer HealthCare Limited | Hongkong, China | 100 | 15,7 | 3,0 | 1 |
| Bayer Holding (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok, Thailand | 100 | 293,5 | 24,2 | 1 |
| Bayer Holding Ltd. | Tokio, Japan | 100 | 844,3 | 170,7 | 1 |
| Bayer Korea Ltd. | Seoul, Republik Korea | 100 | 83,9 | 10,6 | 1 |
| Bayer New Zealand Limited | Auckland, Neuseeland | 100 | 11,9 | - 0,6 | 1 |
| Bayer Pakistan (Private) Limited | Karatschi, Pakistan | 100 | 5,1 | 0,1 | 1 |
| Bayer Pharmaceuticals Private Limited | Thane, Indien | 100 | 9,7 | 3,0 | |
| Bayer Philippines, Inc. | Laguna, Philippinen | 100 | 39,4 | 4,3 | 1 |
| Bayer Seeds Private Limited | Hyderabad, Indien | 100 | 85,1 | - 2,5 | 1 |
| Bayer Taiwan Company Ltd. | Taipeh, Taiwan | 100 | 25,4 | 7,7 | 1 |
| Bayer Technology and Engineering (Shanghai) Company Limited | Schanghai, China | 100 | 6,5 | 0,3 | 1 |
| Bayer Thai Co., Ltd. | Bangkok, Thailand | 100 | 21,4 | 4,8 | 1 |
| Bayer Vapi Private Limited | Vapi, Indien | 100 | 505,4 | 7,3 | |
| Bayer Vietnam Ltd. | Biên-Hòa-Stadt, Vietnam | 100 | 32,2 | 9,6 | 1 |
| Bayer Yakuhin, Ltd. | Osaka, Japan | 100 | 345,5 | 185,2 | 1 |
| Dihon Pharmaceutical Group Co., Ltd. | Kunming, China | 100 | - 48,7 | - 71,2 | 1 |
| Imaxeon Pty. Ltd. | Rydalmere, Australien | 100 | |||
| Kunming Dihon Pharmaceutical Sales Co., Ltd. | Kunming, China | 100 | - 32,1 | - 14,4 | 1 |
| Medipharm (Pvt) Ltd. | Karatschi, Pakistan | 100 | 10,8 | 2,3 | 1 |
| Medrad Asia Pte. Ltd. | Singapur, Singapur | 100 | |||
| Nihon Medrad K. K. | Osaka, Japan | 100 | |||
| Nunhems Beijing Seeds Co., Ltd. | Peking, China | 80 | 9,3 | 2,0 | 1 |
| PT. Bayer Indonesia | Jakarta, Indonesien | 99,8 | 131,0 | 15,6 | 1 |
| Shanghai Dihon Pharmaceutical Co., Ltd. | Schanghai, China | 100 | 6,1 | 1,3 | 1 |
| Sichuan Dihon Pharmaceutical Development Co., Ltd. | Chengdu, China | 100 | - 0,6 | - 0,4 | 1 |
| Lateinamerika | |||||
| Bayer Boliviana Ltda | Santa Cruz de la Sierra, Bolivien | 100 | 9,1 | 1,6 | 1 |
| Bayer de México, S. A. de C. V. | Mexiko-Stadt, Mexiko | 100 | 203,2 | 62,1 | 1 |
| Bayer Finance & Portfolio Management S. A. | Santiago de Chile, Chile | 100 | 35,1 | 0,5 | 1 |
| Bayer Finance Ltda. | Santiago de Chile, Chile | 100 | 9,8 | 0,3 | 1 |
| Bayer Medical S. R. L. | Heredia, Costa Rica | 100 | 7,1 | - 0,1 | 1 |
| Bayer S. A. | Asunción, Paraguay | 100 | 15,8 | 3,2 | 1 |
| Bayer S. A. | Bogotá, Kolumbien | 100 | 124,6 | 18,8 | 1 |
| Bayer S. A. | Buenos Aires, Argentinien | 100 | 113,5 | 26,4 | 1 |
| Bayer S. A. | Caracas, Venezuela | 100 | - 2,2 | - 29,2 | 1 |
| Bayer S. A. | El Dorado, Panama | 100 | 53,8 | 16,9 | 1 |
| Bayer S. A. | Guatemala-Stadt, Guatemala | 100 | 105,1 | 7,5 | 1 |
| Bayer S. A. | Lima, Peru | 96,5 | 95,3 | 12,4 | 1 |
| Bayer S. A. | Managua, Nicaragua | 100 | 6,8 | 0,1 | 1 |
| Bayer S. A. | Quito, Ecuador | 100 | 34,1 | 3,9 | 1 |
| Bayer S. A. | San José, Costa Rica | 100 | 29,5 | 2,5 | 1 |
| Bayer S. A. | Santiago de Chile, Chile | 100 | 45,1 | 2,8 | 1 |
| Bayer S. A. | Santo Domingo, Dom. Republik | 100 | 15,2 | 2,5 | 1 |
| Bayer S. A. | Sao Paulo, Brasilien | 100 | 617,7 | - 117,6 | 1 |
| Bayer S. A. de C. V. | Tegucigalpa, Honduras | 100 | 12,0 | 1,0 | |
| Bayer SA | Montevideo, Uruguay | 100 | 8,2 | 2,1 | 1 |
| Bayer, S. A. | San Salvador, El Salvador | 100 | 9,2 | 3,1 | 1 |
| Corporación Bonima S. A. de C. V. | Ilopango, El Salvador | 99,6 | 17,1 | - 0,3 | 1 |
| Nunhems Mexico S. A. de C. V. | León, Mexiko | 100 | 7,5 | 2,1 | 1 |
| Productos Químicos Naturales, S. A. de C. V. | Orizaba, Mexiko | 100 | 15,2 | 2,1 | 1 |
| Schering do Brasil Química e Farmacêutica Ltda. | São Paulo, Brasilien | 100 | 44,6 | - 3,7 | 1 |
1 Vorläufiges Ergebnis
2 Gewinnabführungsvertrag
4 Vorkonsolidiert
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die im Konzernabschluss nach der Equity-Methode berücksichtigt wurden, sind die folgenden:
Nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
Eigenkapital in Mio. € |
Ergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Assoziierte Unternehmen | |||||
| Bayer Trendlines Ag Innovation Fund, Limited Partnership | Misgav, Israel | 100* | 0,6 | - 0,2 | 1 |
| Covestro AG | Leverkusen, Deutschland | 24,6 | 5.689,8 | 491,5 | |
| Flagship Ventures V Agricultural Fund, L. P. | Cambridge, USA | 99,9 * | 42,4 | - 0,4 | 1 |
| Nanjing Baijingyu Pharmaceutical Co., Ltd. | Nanjing, China | 15* | 32,1 | 7,4 | 1 |
| Gemeinschaftsunternehmen | |||||
| Bayer Zydus Pharma Private Limited | Mumbai, Indien | 50 | 6,8 | - 3,2 | |
| BlueRock Therapeutics Canada ULC | Vancouver, Kanada | 42,9 ** | 4 | ||
| BlueRock Therapeutics GP LLC | San Francisco, USA | 50 | 0,0 | 0,0 | |
| BlueRock Therapeutics LP | San Francisco, USA | 42,9 | 32,2 | - 9,9 | 1 |
| Casebia Therapeutics LLC | Cambridge, USA | 50** | 22,1 | - 32,4 | 1 |
| Casebia Therapeutics LLP | Ascot, Großbritannien | 50 | 58,4 | 0,0 | |
| Cooksonia Opco LLC | Boston, USA | 50 | 23,1 | - 2,1 | 1 |
| DCSO Deutsche Cyber-Sicherheitsorganisation GmbH | Berlin, Deutschland | 25 | - 6,9 | - 4,2 | 1 |
* Gemäß IAS 28,5 i. V. m. 28,6 als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode berücksichtigt
** Entspricht der durchgerechneten Konzernquote
1 Vorläufiges Ergebnis
4 Vorkonsolidiert
Folgende Tochterunternehmen (davon ein strukturiertes Unternehmen) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen:
Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
Eigenkapital in Mio. € |
Ergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Europa / Nahost / Afrika | |||||
| Agreva GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Ausbildungsinitiative Rheinland GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer 04 Leverkusen Sportförderung gGmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,4 | 0,0 | 1 |
| Bayer AEH Limited | Cambridge, Großbritannien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Bayer CropScience (Ethiopia) plc | Addis Abeba, Äthiopien | 100 | - 0,4 | - 0,5 | 1 |
| Bayer CropScience Norwich Limited | Cambridge, Großbritannien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Bayer d. o. o. Sarajevo | Sarajevo, Bosnien und Herzegowina | 100 | 0,7 | 0,1 | 1 |
| Bayer Digital Farming GmbH | Münster, Deutschland | 100 | 1,8 | 0,0 | 1 |
| Bayer Foreign Investments B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Bayer Life Science Tanzania Ltd. | Daressalam, Tansania | 100 | 0,4 | 0,0 | 1 |
| Bayer Middle Africa Ltd. | Lagos, Nigeria | 100 | 0,9 | 0,4 | 1 |
| Bayer Mozambique, Limitada | Maputo, Mosambik | 100 | 0,2 | 0,0 | 1 |
| Bayer OÜ | Tallinn, Estland | 100 | 1,9 | 0,4 | 1 |
| Bayer Real Estate Waltersdorf Verwaltungs-GmbH | Schönefeld, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer US GmbH & Co. KG | Monheim am Rhein, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Bayer US II B. V. | Mijdrecht, Niederlande | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Bayer US II GmbH & Co. KG | Monheim am Rhein, Deutschland | 100 | 0,1 | 0,0 | 1 |
| Bayer US IP GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Bayer Verwaltungsgesellschaft mbH | Weimar, Deutschland | 100 | 0,2 | 0,0 | 1 |
| Bayer WR LLC | Minsk, Weißrussland | 100 | 2,1 | 0,2 | |
| Bayer Zimbabwe (Private) Limited | Harare, Simbabwe | 100 | 0,8 | 0,4 | 1 |
| Bayer-Unterstützungskasse GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 29,2 | - 0,5 | 1 |
| Bayhealth Comercialização de Produtos Farmacêuticos Unipessoal Lda. | Carnaxide, Portugal | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Berlex - Especialidades Farmacêuticas Lda | Carnaxide, Portugal | 100* | 0,0 | 0,0 | |
| Berlifarma - Especialidades Farmacêuticas, Lda | Carnaxide, Portugal | 100* | 0,0 | 0,0 | |
| Berlimed - Especialidades Farmacêuticas, Lda | Carnaxide, Portugal | 100* | 0,0 | 0,0 | |
| CENTROFARMA-Indústria e Comércio de Prod. Farmacêuticos, Lda. | Carnaxide, Portugal | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Chemie-Beteiligungsaktiengesellschaft in Liquidation | Glarus, Schweiz | 100 | 1,1 | 0,0 | 1 |
| Conceptus Medical Limited | Reading, Großbritannien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| CropScience NewCo Germany GmbH | Monheim am Rhein, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Currenta Geschäftsführungs-GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Intendis Derma, S. L. | Sant Joan Despí, Spanien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Intraserv Verwaltungs-GmbH | Schönefeld, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| KWA GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Lilienthalstraße Nr. 4 GmbH | Schönefeld, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Lusal Producão Quimico Farmacêutica Luso-Alema, Lda. | Carnaxide, Portugal | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Neunte Bayer VV GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,0 | 0,0 | 1, 2 |
| Schering Agrochemicals Holdings | Reading, Großbritannien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Schering Health Care Limited | Reading, Großbritannien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| SIA Bayer | Riga, Lettland | 100 | 0,5 | 0,1 | 1 |
| Silver Birch Trustees Limited | Reading, Großbritannien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Startplattan 168532 Aktiebolag | Stockholm, Schweden | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Targenomix GmbH | Potsdam, Deutschland | 0** | |||
| TecArena+ GmbH | Leverkusen, Deutschland | 100 | 0,3 | 0,0 | 1, 2 |
| Nordamerika | |||||
| Bayer US Finance II LLC | Pittsburgh, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Bayer US Holding II LP | Wilmington, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Berlex Canada, Inc. | Toronto, Kanada | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Crop Science Newco 1 Canada Inc. | Calgary, Kanada | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Crop Science Newco 2 Canada Inc. | Calgary, Kanada | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| CropScience NewCo Puerto Rico LLC | Guánica, Puerto Rico | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| CropScience NewCo US I LLC | Wilmington, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| CropScience NewCo US II LLC | Wilmington, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| CropScience NewCo US III LLC | Wilmington, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Delinting and Seed Treating Company | Research Triangle Park, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| KWA Investment Co. | Wilmington, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| NippoNex Holdings LLC | Tarrytown, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Schering-Plough del Caribe, Inc. | Whippany, USA | 100 | 0,1 | 0,0 | |
| The SDI Divestiture Corporation | Pittsburgh, USA | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Asien / Pazifik | |||||
| Bayer (Malaysia) Sdn. Bhd. | Petaling Jaya, Malaysia | 100 | 1,5 | 0,0 | 1 |
| Chemdyes Pakistan (Private) Limited | Karatschi, Pakistan | 100 | 0,3 | 0,0 | 1 |
| CropScience Japan K. K. | Tokio, Japan | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| CropScience NewCo Australia Pty. Ltd. | Pymble, Australien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Myanmar Aventis CropScience Ltd. | Rangun, Myanmar | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Neo CropScience Ltd. | Seoul, Republik Korea | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| Lateinamerika | |||||
| Bayer Business Services Costa Rica, SRL | Heredia, Costa Rica | 100 | 2,2 | -2,5 | 1 |
| Bayer Distribuidora de Produtos Químicos e Farmacêuticos Ltda. | São Paulo, Brasilien | 100 | 0,1 | 0,0 | |
| BF Protecao de Cultivos Ltda. | Belford Roxo, Brasilien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Biagro S. A. | Ushuaia, Argentinien | 100 | -1,7 | -1,4 | 1 |
| Comercial Interamericana, S. A. | Guatemala-Stadt, Guatemala | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| CropScience NewCo Costa Rica S. A. | Liberia, Costa Rica | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| CropScience NewCo de Mexico, S. A. de C. V. | Mexiko-Stadt, Mexiko | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Farmaco Ltda. | São Paulo, Brasilien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Miles, S. A. Guatemala Branch | Guatemala-Stadt, Guatemala | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
| PL Pesquisa e Producao de Sementes Ltda | Primavera do Leste, Brasilien | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Químicas Unidas S. A. | Havanna, Kuba | 100 | 0,0 | 0,0 | |
| Schering Peruana S. A. | Lima, Peru | 100 | 0,0 | 0,0 | 1 |
* Inklusive Kapitalanteil in Höhe von 10 Prozent, der von einem nicht einbezogenen Tochterunternehmen gehalten wird
** Gemäß IFRS 10 strukturiertes Unternehmen (von untergeordneter Bedeutung)
1 Vorläufiges Ergebnis
2 Gewinnabführungsvertrag
Die folgenden assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung zu Anschaffungskosten angesetzt:
Assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen von untergeordneter Bedeutung
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
Eigenkapital in Mio. € |
Ergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Europa / Nahost / Afrika | |||||
| Axxam S. p. A. | Mailand, Italien | 23,2 | 3,5 | 0,6 | 1 |
| Bayer Middle East Limited Liability Company | Dubai, Vereinigte Arabische Emirate | 49 | 0,1 | 0,0 | 3 |
| BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch | Berlin, Deutschland | 20 | 1,1 | 0,1 | |
| Disalfarm, S. A. | Barcelona, Spanien | 33,3 | 4,5 | 0,2 | 1 |
| Healthbox Europe 1 LP | London, Großbritannien | 37 | 1,0 | 0,2 | |
| INVITE GmbH | Köln, Deutschland | 50 | 5,1 | 0,2 | 1 |
| Sauerstoff- und Stickstoffrohrleitungsgesellschaft mbH | Krefeld, Deutschland | 50 | 0,3 | 0,0 | 3 |
| Nordamerika | |||||
| Finistere Ventures II, L. P. | San Diego, USA | 27 | 29,6 | -2,9 | 1 |
| Radicle Seed, LLC | San Diego, USA | 33,3 | 2,0 | -0,3 | 1 |
| Triangle AGTech LLC | Wilmington, USA | 20 | 2,5 | 0,0 | 1 |
| Asien / Pazifik | |||||
| Cotton Growers Services Pty. Limited | Wee Waa, Australien | 50 | 8,1 | 1,4 | 1 |
| Lateinamerika | |||||
| Campo Limpo - Reciclagem e Transformacao de Plastico | Taubate, Brasilien | 20,8 | 0,0 | 0,0 |
1 Vorläufiges Ergebnis
3 Werte 2016
An den folgenden gemäß § 267 Absatz 3 HGB großen Kapitalgesellschaften hielt der Bayer-Konzern zwischen 5 Prozent und 20 Prozent der Stimmrechte:
Übrige Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
|---|---|---|
| CRISPR Therapeutics AG | Basel, Schweiz | 12,8 |
| Hokusan Co. Ltd. | Tokio, Japan | 19,8 |
| Instituto Rosenbusch S. A. | Buenos Aires, Argentinien | 10 |
| PharmLog Pharma Logistik GmbH | Bönen, Deutschland | 16,6 |
| Vincent Medical Manufacturing Co., Limited (Hong Kong) | Hongkong, China | 19,9 |
Folgende inländische Tochterunternehmen machten im Geschäftsjahr 2017 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Absatz 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch
Befreite inländische Tochterunternehmen
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
|---|---|---|
| Adverio Pharma GmbH | Schönefeld | 100 |
| AgrEvo Verwaltungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main | 100 |
| Alcafleu Management GmbH & Co. KG | Schönefeld | 99,9 |
| Bayer 04 Immobilien GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Altersversorgung GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Animal Health GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Beteiligungsverwaltung Goslar GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Business Services GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Chemicals Aktiengesellschaft | Leverkusen | 100 |
| Bayer CropScience Aktiengesellschaft | Monheim am Rhein | 100 |
| Bayer CropScience Biologics GmbH | Wismar | 100 |
| Bayer CropScience Deutschland GmbH | Langenfeld | 100 |
| Bayer Direct Services GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Gastronomie GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Gesellschaft für Beteiligungen mbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer-Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung | Leverkusen | 100 |
| Bayer Intellectual Property GmbH | Monheim am Rhein | 100 |
| Bayer Pharma Aktiengesellschaft | Berlin | 100 |
| Bayer Real Estate GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Schering Pharma Aktiengesellschaft | Berlin | 100 |
| Bayer Vital GmbH | Leverkusen | 100 |
| Bayer Weimar GmbH und Co. KG | Weimar | 100 |
| BGI Deutschland GmbH | Leverkusen | 100 |
| Chemion Logistik GmbH | Leverkusen | 100 |
| Dritte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld | 100 |
| Erste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld | 100 |
| Erste K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH | Leverkusen | 100 |
| Fünfte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld | 100 |
| GP Grenzach Produktions GmbH | Grenzach-Wyhlen | 100 |
| Hild Samen GmbH | Marbach am Neckar | 100 |
| Intendis GmbH | Berlin | 100 |
| Intraserv GmbH & Co. KG | Schönefeld | 100 |
| Jenapharm GmbH & Co. KG | Jena | 100 |
| KVP Pharma+Veterinär Produkte GmbH | Kiel | 100 |
| MENADIER Heilmittel GmbH | Berlin | 100 |
| Sechste Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld | 100 |
| Siebte Bayer VV GmbH | Leverkusen | 100 |
| Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH | Darmstadt | 100 |
| TECTRION GmbH | Leverkusen | 100 |
| TravelBoard GmbH | Leverkusen | 100 |
| Vierte Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld | 100 |
| Zweite Bayer Real Estate VV GmbH & Co. KG | Schönefeld | 100 |
| Zweite K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH | Leverkusen | 100 |
Bericht des Aufsichtsrats
Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,
der Aufsichtsrat hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2017 auf Grundlage der ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstands regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Darüber hinaus fand ein regelmäßiger Informationsaustausch zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Vorstands sowie den übrigen Vorstandsmitgliedern statt. Auf diese Weise war der Aufsichtsrat stets informiert über die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, die Rentabilität der Gesellschaft und den Gang der Geschäfte sowie die Lage der Gesellschaft und des Konzerns.
Soweit für Entscheidungen oder Maßnahmen der Geschäftsführung aufgrund Gesetzes, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, prüften die Mitglieder des Aufsichtsrats - teilweise vorbereitet durch die Ausschüsse - die Beschlussvorlagen in den Sitzungen oder verabschiedeten sie aufgrund von schriftlichen Informationen. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat eingebunden. Die in den Berichten des Vorstands geschilderte wirtschaftliche Lage und die Entwicklungsperspektiven des Konzerns, der Divisionen und der wichtigen Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland waren Gegenstand eingehender Erörterung.
Wechsel im Aufsichtsrat
Mit Ablauf der Hauptversammlung am 28. April 2017 endeten die Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder Werner Wenning, Dr. Paul Achleitner, Dr. Clemens Börsig, Thomas Ebeling, Sue H. Rataj und Dr. Klaus Sturany. Die Hauptversammlung wählte Werner Wenning, Dr. Paul Achleitner, Thomas Ebeling und Dr. Klaus Sturany erneut zu Mitgliedern des Aufsichtsrats, und zwar mit Ausnahme von Dr. Klaus Sturany bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2022. Dr. Klaus Sturany wurde bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2018 gewählt. Zu Nachfolgern von Dr. Clemens Börsig und Sue H. Rataj wählte die Hauptversammlung ebenfalls mit einer Amtszeit bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2022 Dr. Norbert W. Bischofberger und Colleen A. Goggins.
Am 4. Juni 2017 verstarb das Aufsichtsratsmitglied Yüksel Karaaslan. An seine Stelle trat Detlef Rennings als gewähltes Ersatzmitglied. Mit Ablauf des 30. September 2017 schied Petra Kronen aus dem Aufsichtsrat aus. An ihre Stelle trat Sabine Schaab als gewähltes Ersatzmitglied.
Arbeit des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat trat im Jahr 2017 zu neun Sitzungen zusammen und fasste einen schriftlichen Beschluss über eine Nachwahl in den Personalausschuss. Kein Aufsichtsratsmitglied hat nur an der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen er angehört, oder weniger teilgenommen. Die durchschnittliche Teilnahmequote bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse betrug im Geschäftsjahr 2017 rund 95 Prozent. Eine individualisierte Übersicht über die Teilnahme der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist im Kapitel "Organe der Gesellschaft" unter "Weitere Informationen" zu finden.
Die Mitglieder des Vorstands nahmen regelmäßig an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Bei Bedarf tagte der Aufsichtsrat ohne den Vorstand bzw. nur unter Teilnahme des Vorstandsvorsitzenden.
Im Vordergrund der Beratungen des Aufsichtsrats standen Fragen der Strategie, des Portfolios und der Geschäftsentwicklung sowie Personalfragen. Einen besonderen Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats bildete die Monsanto-Transaktion, einschließlich des Fortgangs der Fusionskontrollverfahren, über die in mehreren Sitzungen ausführlich berichtet wurde. Dieses Thema war zudem zwischen den Sitzungen des Aufsichtsrats Gegenstand eines intensiven Informationsaustauschs zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstandsvorsitzenden. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich in seinen einzelnen Sitzungen schwerpunktmäßig mit folgenden Themen:
In seiner Sitzung im Februar behandelte der Aufsichtsrat den Geschäftsbericht 2016, die Tagesordnung für die Hauptversammlung 2017 sowie das Risiko-Managementsystem des Konzerns und fasste Beschlüsse über die Reduktion der Covestro-Beteiligung sowie Fragen der Vorstandsvergütung.
In einer außerordentlichen Sitzung im April fasste der Aufsichtsrat einen Beschluss über die Verlängerung der Bestellung des Finanzvorstands, Johannes Dietsch, bis zum 31. Mai 2018. In einer weiteren Sitzung im April erörterte der Aufsichtsrat den bisherigen Geschäftsverlauf im laufenden Jahr, die Zielsetzung für den Frauenanteil im Vorstand sowie die bevorstehende Hauptversammlung. In seiner konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung führte der Aufsichtsrat die erforderlichen Wahlen des Aufsichtsratsvorsitzenden und seines Stellvertreters sowie der Vorsitzenden und Mitglieder der Aufsichtsratsausschüsse durch.
In einer außerordentlichen Sitzung im Juni befasste sich der Aufsichtsrat mit der weiteren Reduktion der Covestro-Beteiligung und fasste dazu einen Beschluss.
In seiner Sitzung im September bestellte der Aufsichtsrat Wolfgang Nickl mit Wirkung zum 26. April 2018 zum Mitglied des Vorstands. Wolfgang Nickl wird nach dem Ausscheiden von Johannes Dietsch aus dem Vorstand Finanzvorstand. Des Weiteren erörterte der Aufsichtsrat die Entwicklung des Crop-Science-Geschäfts in Brasilien, die zu der im Juni veröffentlichten Ad-hoc-Meldung über eine erwartete Ergebnisbelastung geführt hat. Der Aufsichtsrat verständigte sich auf eine weitere Aufarbeitung der Vorgänge einschließlich deren Behandlung durch den Vorstand. In der Sitzung stimmte der Aufsichtsrat auch dem Abschluss eines Entherrschungsvertrags mit Covestro zur Absicherung der Entkonsolidierung mit Wirkung zum 30. September 2017 zu und beschloss die Vergrößerung des Innovationsausschusses auf acht Mitglieder.
In einer außerordentlichen Sitzung im Oktober befasste sich der Aufsichtsrat detailliert mit dem geplanten Verkauf eines Teils des Crop-Science-Geschäfts im Zusammenhang mit den laufenden Fusionskontrollverfahren für den Erwerb von Monsanto.
In einer weiteren außerordentlichen Sitzung im November bestellte der Aufsichtsrat Heiko Schipper mit Wirkung zum 1. März 2018 zum Mitglied des Vorstands. Heiko Schipper wird nach dem Ausscheiden von Erica Mann aus dem Vorstand Leiter der Division Consumer Health. In dieser Sitzung behandelte er zudem die Einlizenzierung von zwei Entwicklungskandidaten des US-amerikanischen Biotechunternehmens Loxo Oncology und befasste sich mit der Entwicklung weiblicher Führungskräfte im Konzern.
In seiner Sitzung im Dezember überprüfte der Aufsichtsrat turnusgemäß die Festgehälter der Vorstandsmitglieder und die Höhe der Pensionen der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat erklärte sich in der Sitzung einverstanden mit dem Ausscheiden von Erica Mann aus dem Vorstand mit Wirkung zum 31. März 2018. In der Sitzung stellte der Vorstand außerdem seine operative Planung für die Jahre 2018 bis 2020 vor und berichtete über das Finanzierungskonzept für die Monsanto-Transaktion, die Bewertung von Monsanto sowie die Auswirkungen der Transaktion auf das Rating. Der Aufsichtsrat genehmigte den vorgeschlagenen Finanzierungsrahmen für 2018. Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat, vorbereitet durch eine zweimalige detaillierte Berichterstattung und Diskussion im Prüfungsausschuss, erneut und abschließend mit den Entwicklungen bei Crop Science in Brasilien und den in diesem Zusammenhang durch den Vorstand veranlassten Maßnahmen. Schließlich wählte der Aufsichtsrat zwei weitere Mitglieder in den vergrößerten Innovationsausschuss und beschloss, eine uneingeschränkte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abzugeben.
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Als Ausschüsse des Aufsichtsrats bestehen ein Präsidium, ein Prüfungsausschuss, ein Personalausschuss, ein Nominierungsausschuss sowie ein Innovationsausschuss. Die aktuelle Zusammensetzung der Ausschüsse ist in dem Kapitel "Organe der Gesellschaft" unter "Weitere Informationen" zu finden.
Die Sitzungen und Entscheidungen der Ausschüsse, insbesondere die Sitzungen des Prüfungsausschusses, wurden durch Berichte und andere Informationen des Vorstands vorbereitet. Über die Sitzungen der Ausschüsse wurde im Plenum berichtet.
Präsidium: Diesem Ausschuss gehören neben dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seinem Stellvertreter je ein weiterer Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer an. Das Präsidium hat insbesondere die Aufgabe, als Vermittlungsausschuss gemäß dem Mitbestimmungsgesetz tätig zu werden. Dabei soll es dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreiten, wenn im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Aufsichtsratsstimmen nicht erreicht wurde. Daneben sind dem Präsidium bestimmte Entscheidungsbefugnisse im Zusammenhang mit Kapitalmaßnahmen übertragen, einschließlich einer Anpassung der Satzung in diesem Zusammenhang. Weiterhin kann der Aufsichtsrat fallweise bestimmte Zuständigkeiten an das Präsidium übertragen. Schließlich kann das Präsidium bei der Vorbereitung von Aufsichtsratssitzungen tätig werden.
Das Präsidium musste im Jahr 2017 nicht zusammenkommen.
Prüfungsausschuss: Der Prüfungsausschuss besteht aus drei Vertretern der Anteilseigner und drei Arbeitnehmervertretern. Der im Berichtsjahr amtierende Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Dr. Klaus Sturany, erfüllt die gesetzlichen Anforderungen an Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung, die bei einem Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses vorliegen müssen. Der Prüfungsausschuss tagt regelmäßig viermal im Jahr.
Zu seinen Aufgaben gehört insbesondere die Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit und Weiterentwicklung des internen Kontrollsystems, des Risiko-Managementsystems, des internen Revisionssystems und der Compliance sowie der Abschlussprüfung. Er bereitet die Beschlüsse des Aufsichtsrats über den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht sowie die Vereinbarungen mit dem Abschlussprüfer (insbesondere den Prüfungsauftrag, die Festlegung von Prüfungsschwerpunkten und die Honorarvereinbarung) vor. Der Ausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat einen begründeten Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers und trifft geeignete Maßnahmen, um die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers festzustellen und zu überwachen. Seine Prüfung bezieht sich insbesondere darauf, ob die gesetzlichen Anforderungen bei der Erstellung des Jahresabschlusses eingehalten wurden und ob die Darstellungen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns widerspiegeln.
Der Prüfungsausschuss erörtert bei jeder seiner Sitzungen bei Bedarf neue Entwicklungen im Bereich der Compliance.
Der Vorstandsvorsitzende und der Finanzvorstand nahmen an den Ausschusssitzungen regelmäßig teil. Vertreter des Abschlussprüfers nahmen ebenfalls an allen Sitzungen teil und berichteten ausführlich über die Prüfungstätigkeit und die prüferische Durchsicht der Quartalsfinanzberichte.
Es wurden folgende Themen schwerpunktmäßig behandelt: In seiner Sitzung im Februar befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss. Daneben behandelte er intensiv den Risikobericht, der das Risikofrüherkennungssystem, den Bericht über das Interne Kontrollsystem (ICS) und Weiterentwicklungen, insbesondere das integrierte Risiko-Managementsystem, umfasst. Des Weiteren befasste sich der Prüfungsausschuss mit Entwicklungen zu Rechts- und Compliance-Fällen. Schließlich unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Beschlussempfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung. Schwerpunkte der April-Sitzung waren der Jahresbericht des Compliance-Officer, ein Bericht über ein Compliance-Projekt in China, der Jahresbericht der Konzernrevision sowie die Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten für den Jahresabschluss 2017.
In der Juli-Sitzung wurde neben dem Quartalsfinanzbericht insbesondere die Geschäftsentwicklung bei Crop Science in Brasilien detailliert erörtert. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss mit den Themen Informationssicherheit, der CSR-Berichterstattung und dem Stand der laufenden Stichprobenprüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016 und des zusammengefassten Lageberichts des Geschäftsjahres 2016 durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung, die letztlich ohne Feststellung fehlerhafter Rechnungslegung beendet wurde. Außerdem wurden - wie in jeder Sitzung - Rechts- und Compliance-Themen behandelt. In seiner Sitzung im Oktober befasste sich der Prüfungsausschuss außer mit den regelmäßigen Tagesordnungspunkten erneut mit der Geschäftsentwicklung bei Crop Science in Brasilien. Der Vorstand berichtete ergänzend zum Bericht in der Juli-Sitzung über den weiteren Fortgang der Entwicklung und ging auf eine Reihe von Fragen ein, um deren Beantwortung der Prüfungsausschuss im Nachgang zum Bericht bei der vorangegangenen Sitzung gebeten hatte. Des Weiteren befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem Jahresbericht der Steuerabteilung, der durchgeführten Prüfung nach § 20 WpHG (EMIR), dem Prüfungsbudget für 2018 und den Rahmen für Nichtprüfungsleistungen.
Personalausschuss: Auch der Personalausschuss ist paritätisch besetzt und besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und drei weiteren Aufsichtsratsmitgliedern. Der Personalausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsratsplenums vor, das über Bestellung und Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern entscheidet. Der Personalausschuss beschließt anstelle des Aufsichtsrats über die Anstellungsverträge der Mitglieder des Vorstands. Die Beschlussfassung über die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie die einzelnen Vergütungsbestandteile und die regelmäßige Überprüfung des Vergütungssystems liegt jedoch beim Aufsichtsratsplenum, dem der Personalausschuss entsprechende Beschlussempfehlungen unterbreitet. Zudem berät er über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand.
Der Vorstandsvorsitzende nahm regelmäßig an den Sitzungen des Personalausschusses teil, soweit nicht ihn selbst betreffende Themen behandelt wurden.
Der Personalausschuss trat zu fünf Sitzungen zusammen. Gegenstand der Sitzungen waren Fragen der Vorstandsvergütung und der Vorstandsverträge, die Verlängerung der Vorstandsbestellung von Johannes Dietsch, das bevorstehende Ausscheiden von Erica Mann und die Bestellungen von Wolfgang Nickl und Heiko Schipper zu Mitgliedern des Vorstands.
Nominierungsausschuss: Der Nominierungsausschuss wird vorbereitend bei Wahlen der Vertreter der Anteilseigner zum Aufsichtsrat tätig. Er schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschlag an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner vor. Der Ausschuss besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem weiteren Vertreter der Anteilseigner im Präsidium.
Der Nominierungsausschuss musste im Berichtsjahr nicht zusammentreten. Die Empfehlung für die Wahlvorschläge in der Hauptversammlung 2017 hatten die Mitglieder des Nominierungsausschusses bereits im Dezember 2016 erörtert.
Innovationsausschuss: Der Innovationsausschuss befasst sich insbesondere mit der Innovationsstrategie und dem Innovationsmanagement, der Strategie zum Schutz des geistigen Eigentums sowie wichtigen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen von Bayer. In seinem Zuständigkeitsbereich berät und überwacht der Ausschuss die Geschäftsführung und bereitet eventuelle Aufsichtsratsbeschlüsse vor. Der Ausschuss besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und fünf weiteren Aufsichtsratsmitgliedern und ist paritätisch besetzt. An den Sitzungen des Innovationsausschusses nehmen regelmäßig der Vorstandsvorsitzende und der Innovationsvorstand teil.
Der Innovationsausschuss tagte im Berichtsjahr zweimal. Er behandelte in der Sitzung im Februar den Forschungs- und Entwicklungsprozess in der Division Pharmaceuticals und insbesondere die Organisation und Strategie des Bereichs Drug Discovery. In seiner Sitzung im September befasste er sich mit dem Innovationskonzept der Division Consumer Health sowie dem Thema offene Innovation (Open Innovation) bei Pharmaceuticals und Crop Science.
Corporate Governance
Der Aufsichtsrat beschäftigte sich mit den Corporate-Governance-Grundsätzen im Unternehmen. Insbesondere erörterte er in seiner Dezember-Sitzung die Umsetzung der neuen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und beschloss in diesem Zusammenhang Änderungen seiner Geschäftsordnung. Im Dezember wurde von Vorstand und Aufsichtsrat erneut eine uneingeschränkte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Des Weiteren berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende in den Sitzungen des Aufsichtsrats zusammenfassend über seinen Dialog mit Investoren.
Jahres- und Konzernabschluss, Abschlussprüfung
Der Jahresabschluss der Bayer AG wurde nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt, der Konzernabschluss nach HGB sowie entsprechend den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der zusammengefasste Lagebericht nach den Regeln des HGB. Der Abschlussprüfer, die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den Jahresabschluss der Bayer AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht geprüft. Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer war Prof. Dr. Frank Beine. In seinen Prüfungsberichten erläutert der Abschlussprüfer die Prüfungsgrundsätze. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass Bayer die Regeln des HGB, AktG bzw. die International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, eingehalten hat. Der Jahres- und der Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht haben uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erhalten. Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefasster Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Die Abschlussunterlagen wurden im Prüfungsausschuss und in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats - in beiden Gremien in Gegenwart und nach einem Bericht des Abschlussprüfers - ausführlich besprochen.
Den Jahresabschluss, den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht haben wir geprüft. Im Rahmen der Prüfung des zusammengefassten Lageberichts haben wir insbesondere auch die in den Lagebericht voll integrierte nicht finanzielle Erklärung geprüft, die auch durch den Abschlussprüfer geprüft worden ist. Es bestanden keine Einwände. Wir stimmen daher dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu.
Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss billigen wir. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Mit dem zusammengefassten Lagebericht und insbesondere der Beurteilung zur weiteren Entwicklung des Unternehmens sind wir einverstanden. Dies gilt auch für die Dividendenpolitik und die Entscheidungen zu den Rücklagen in der Gesellschaft. Dem Gewinnverwendungsvorschlag, der eine Dividende von 2,80 Euro pro Aktie und den Vortrag des nach dieser Ausschüttung verbleibenden Teils des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorsieht, schließen wir uns an.
Der Aufsichtsrat dankt der Unternehmensleitung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierten Leistungen im Geschäftsjahr 2017.
Leverkusen, 27. Februar 2018
Für den Aufsichtsrat
Werner Wenning, Vorsitzender
Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Die Mitglieder des Aufsichtsrats bekleiden die nachstehenden Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2017; bei Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres beziehen sich die Angaben auf das Datum des Ausscheidens) und nahmen wie aufgeführt an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie jeweils angehörten, teil:
Werner Wenning
Leverkusen
(geb. 21.10.1946)
Vorsitzender des Aufsichtsrats seit Oktober 2012
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bayer AG
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Henkel Management AG |
| ― | Siemens AG (stellv. Vorsitz) |
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| ― | Henkel AG & Co. KGaA (Gesellschafterausschuss) |
Teilnahme an 20 von 20 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Oliver Zühlke
Solingen
(geb. 11.12.1968)
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit Juli 2015
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2007
Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Bayer
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Bayer Pharma AG (bis Januar 2017) |
Teilnahme an 15 von 15 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Dr. Paul Achleitner
München
(geb. 28.9.1956)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2002
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutsche Bank AG
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Daimler AG |
| ― | Deutsche Bank AG (Vorsitz) |
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| ― | Henkel AG & Co. KGaA (Gesellschafterausschuss) |
Teilnahme an 13 von 14 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Dr. rer. nat. Simone Bagel-Trah
Düsseldorf
(geb. 10.1.1969)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2014
Vorsitzende des Aufsichtsrats der Henkel AG & Co. KGaA und der Henkel Management AG sowie des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Henkel AG & Co. KGaA (Vorsitz) |
| ― | Henkel Management AG (Vorsitz) |
| ― | Heraeus Holding GmbH |
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| ― | Henkel AG & Co. KGaA (Gesellschafterausschuss, Vorsitz) |
Teilnahme an 8 von 9 Aufsichtsrats-Sitzungen
Dr. Norbert W. Bischofberger
Hillsborough, USA
(geb. 10.1.1956)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2017
Executive Vice President Forschung und Entwicklung sowie Chief Scientific Officer der Gilead Sciences, Inc.
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| ― | InCarda Therapeutics, Inc. (Board of Directors) |
Teilnahme an 6 von 6 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Dr. Clemens Börsig
Frankfurt am Main
(geb. 27.7.1948)
Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2017
Mitglied verschiedener Aufsichtsräte
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Daimler AG |
| ― | Linde AG |
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| ― | Emerson Electric Co. (Board of Directors) |
Teilnahme an 3 von 3 Aufsichtsrats-Sitzungen
André van Broich
Dormagen
(geb. 19.6.1970)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2012
Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (seit September 2017)
Vorsitzender des Betriebsrats - Standort Dormagen
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Bayer CropScience AG (bis Januar 2017) |
Teilnahme an 14 von 14 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Thomas Ebeling
Muri bei Bern, Schweiz
(geb. 9.2.1959)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2012
Vorsitzender des Vorstands der ProSiebenSat.1 Media SE (bis Februar 2018)
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | GfK SE (seit April 2017) |
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| ― | Cullinan Oncology, LLC (Board of Directors) (seit November 2017) |
| ― | Lonza Group AG (bis April 2017) |
Teilnahme an 7 von 9 Aufsichtsrats-Sitzungen
Dr. Thomas Elsner
Düsseldorf
(geb. 24.4.1958)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2017
Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses Bayer
Vorsitzender des Sprecherausschusses Bayer AG Leverkusen
Teilnahme an 8 von 8 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Johanna W. (Hanneke) Faber
Amstelveen, Niederlande
(geb. 19.4.1969)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2016
Chief E-Commerce and Innovation Officer und Mitglied des Executive Committee von Koninklijke Ahold Delhaize N.V (bis Dezember 2017)
President Europe bei Unilever N.V. / plc (seit Januar 2018)
Teilnahme an 6 von 9 Aufsichtsrats-Sitzungen
Dr.-Ing. Thomas Fischer
Krefeld
(geb. 27.8.1955)
Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2017
Vorsitzender des Sprecherausschusses Covestro Deutschland AG
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Covestro AG |
| ― | Covestro Deutschland AG |
Teilnahme an 5 von 5 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Colleen A. Goggins
Princeton, USA
(geb. 9.9.1954)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2017
Selbstständige Beraterin
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| ― | The Toronto-Dominion Bank (Board of Directors) |
| ― | IQVIA Holdings Inc. (vormals QuintilesIMS Holdings, Inc.) (Board of Directors) (seit Juli 2017) |
Teilnahme an 6 von 6 Aufsichtsrats-Sitzungen
Heike Hausfeld
Leverkusen
(geb. 19.9.1965)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2017
Vorsitzende des Betriebsrats - Standort Leverkusen
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Bayer Business Services GmbH (stellv. Vorsitz) |
Teilnahme an 9 von 9 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Reiner Hoffmann
Wuppertal
(geb. 30.5.1955)
Mitglied des Aufsichtsrats seit Oktober 2006
Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Teilnahme an 8 von 9 Aufsichtsrats-Sitzungen
Yüksel Karaaslan
Hohen Neuendorf
(geb. 1.3.1968, verstorben 4.6.2017)
Mitglied des Aufsichtsrats bis Juni 2017
Vorsitzender des Konzernbetriebsrats
Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Bayer
Vorsitzender des Betriebsrats - Standort Berlin
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Bayer Pharma AG (stellv. Vorsitz) (bis Januar 2017) |
Teilnahme an 6 von 7 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Petra Kronen
Krefeld
(geb. 22.8.1964)
Mitglied des Aufsichtsrats bis September 2017
Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Covestro
Vorsitzende des Betriebsrats Covestro - Standort Uerdingen
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Covestro AG (stellv. Vorsitz) |
| ― | Covestro Deutschland AG (stellv. Vorsitz) |
Teilnahme an 8 von 8 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Frank Löllgen
Köln
(geb. 14.6.1961)
Mitglied des Aufsichtsrats seit November 2015
Landesbezirksleiter Nordrhein der IG Bergbau, Chemie, Energie
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Evonik Industries AG |
| ― | IRR-Innovationsregion Rheinisches Revier GmbH |
Teilnahme an 13 von 13 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Prof. Dr. Wolfgang Plischke
Aschau im Chiemgau
(geb. 15.9.1951)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2016
Selbstständiger Berater
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Evotec AG (Vorsitz) |
Teilnahme an 15 von 15 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Sue H. Rataj
Sebastopol, USA
(geb. 8.1.1957)
Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2017
Mitglied im Board of Directors der Cabot Corporation, Boston, USA
Mitglied im Board of Directors der Agilent Technologies Inc., Santa Clara, USA
Teilnahme an 3 von 3 Aufsichtsrats-Sitzungen
Petra Reinbold-Knape
Gladbeck
(geb. 16.4.1959)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2012
Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG Bergbau, Chemie, Energie
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Lausitz Energie Bergbau AG (stellv. Vorsitz) |
| ― | Lausitz Energie Kraftwerk AG (stellv. Vorsitz seit März 2017) |
Teilnahme an 11 von 11 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Detlef Rennings
Krefeld
(geb. 29.4.1965)
Mitglied des Aufsichtsrats seit Juni 2017
Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats CURRENTA
Vorsitzender des Betriebsrats CURRENTA - Standort Uerdingen
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Currenta Geschäftsführungs-GmbH |
Teilnahme an 4 von 4 Aufsichtsrats-Sitzungen
Sabine Schaab
Wuppertal
(geb. 25.6.1966)
Mitglied des Aufsichtsrats seit Oktober 2017
Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats - Standort Elberfeld
Teilnahme an 3 von 3 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Michael Schmidt-Kießling
Schwelm
(geb. 24.3.1959)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2012
Vorsitzender des Betriebsrats - Standort Elberfeld
Teilnahme an 8 von 9 Aufsichtsrats-Sitzungen
Dr. Klaus Sturany*
Ascona, Schweiz
(geb. 23.10.1946)
Mitglied des Aufsichtsrats seit April 2007
Mitglied verschiedener Aufsichtsräte
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Hannover Rück SE (stellv. Vorsitz) |
Teilnahme an 12 von 13 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
Heinz Georg Webers
Bergkamen
(geb. 27.12.1959)
Mitglied des Aufsichtsrats bis April 2017
Vorsitzender Bayer Europa-Forum
Vorsitzender des Betriebsrats - Standort Bergkamen
Mitgliedschaften in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten:
| ― | Bayer Pharma AG (bis Januar 2017) |
Teilnahme an 3 von 3 Aufsichtsrats-Sitzungen
Prof. Dr. Dr. h.c. Otmar D. Wiestler
Berlin
(geb. 6.11.1956)
Mitglied des Aufsichtsrats seit Oktober 2014
Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Teilnahme an 10 von 11 Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen
* Sachverständiges Mitglied im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG
Ständige Ausschüsse des Aufsichtsrats der Bayer AG (Stand: 31. Dezember 2017)
Präsidium / Vermittlungsausschuss
Wenning (Vorsitz), Achleitner, Reinbold-Knape, Zühlke
Prüfungsausschuss
Sturany* (Vorsitz), Elsner, Löllgen, Plischke, Wenning, Zühlke
Personalausschuss
Wenning (Vorsitz), Achleitner, Hausfeld, van Broich
Nominierungsausschuss
Wenning (Vorsitz), Achleitner
Innovationsausschuss
Plischke (Vorsitz), Bischofberger, van Broich, Reinbold-Knape, Schaab, Wenning, Wiestler, Zühlke
Vorstand
Mitglieder des Vorstands bekleiden die nachstehend genannten Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2017):
Werner Baumann
(geb. 6.10.1962)
Vorsitzender
Mitglied des Vorstands seit 1.1.2010,
bestellt bis 30.4.2021
Liam Condon
(geb. 27.2.1968)
Mitglied des Vorstands seit 1.1.2016,
bestellt bis 31.12.2018
Johannes Dietsch
(geb. 2.1.1962)
Mitglied des Vorstands seit 1.9.2014,
bestellt bis 31.5.2018
| ― | Bayer Business Services GmbH (Vorsitz) |
| ― | Bayer CropScience AG (Vorsitz) (bis Februar 2017) |
| ― | Covestro AG |
| ― | Covestro Deutschland AG |
Dr. Hartmut Klusik
(geb. 30.7.1956)
Mitglied des Vorstands seit 1.1.2016,
bestellt bis 31.12.2018
Arbeitsdirektor
| ― | Bayer Pharma AG (Vorsitz) (bis Februar 2017) |
| ― | Currenta Geschäftsführungs-GmbH (Vorsitz) |
Kemal Malik
(geb. 29.9.1962)
Mitglied des Vorstands seit 1.2.2014,
bestellt bis 31.1.2022
Erica Mann
(geb. 11.10.1958)
Mitglied des Vorstands seit 1.1.2016,
bestellt bis 31.3.2018
Dieter Weinand
(geb. 16.8.1960)
Mitglied des Vorstands seit 1.1.2016,
bestellt bis 31.12.2018
| ― | HealthPrize Technologies LLC (Board of Directors) |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Jahresabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. New Bayer - Betriebsverpachtung
2. New Bayer - Mitarbeiterübergang
3. Derivative Finanzinstrumente - Bilanzierung von Bewertungseinheiten und Sicherungsgeschäften
4. Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss),
b) Prüferisches Vorgehen
1. New Bayer - Betriebsverpachtung
a) Nach dem Börsengang der Covestro AG in 2015 organisierte die Bayer Aktiengesellschaft den Konzern zum 1. Januar 2016 neu und löste die vorherige Organisation mit der Bayer Aktiengesellschaft als einer strategischen Management-Holding und operativen Teilkonzernen durch eine integrierte Struktur unter Führung des Vorstands der Bayer Aktiengesellschaft ab. Das operative Geschäft wird seitdem über die drei Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science, die Geschäftseinheit Animal Health sowie den rechtlich selbständigen Teilkonzern Covestro, an der die Bayer Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2016 mit ca. 64 % beteiligt war, geführt. Damit einhergehend wurden auch die internen Berichtstrukturen im Konzern angepasst. Die Neuorganisation und damit finale Umsetzung der neuen integrierten Struktur wurde zum 1. Januar 2017 durch die Verpachtung der Betriebe der Bayer Pharma AG (BPH AG) und der Bayer CropScience AG (BCS AG) (die Verpächter) an die Bayer Aktiengesellschaft (Pächter) abgeschlossen. Mit Wirkung ab diesem Tag haben die BPH AG und die BCS AG ihre Betriebe an die Bayer Aktiengesellschaft verpachtet und ihr jeweiliges Vorratsvermögen auf den Pächter übertragen, welcher wiederum die Führung der Betriebe übernommen hat. Gegenstand der Verpachtungen sind grundsätzlich sämtliche zur Führung der Betriebe der Verpächter erforderlichen Vermögensgegenstände, Verträge und sonstigen Rechtsverhältnisse. Ausgenommen von der Verpachtung sind alle Beteiligungen und die damit zusammenhängenden Rechte, die sonstigen Finanzanlagen einschließlich stiller Beteiligungen sowie die damit zusammenhängenden Forderungen, sonstigen Rechte und Verbindlichkeiten.
Der Pachtzins für das Geschäftsjahr 2017 wurde gutachterlich ermittelt. Die Betriebsverpachtungsverträge sind zunächst jeweils für die Dauer eines Kalenderjahres abgeschlossen worden. Ihre Laufzeiten verlängern sich jeweils um ein weiteres Kalenderjahr, wenn sie nicht durch eine der Parteien mit einer Frist von sechs Monaten zum Ablauf des vorangehenden Kalenderjahres schriftlich gekündigt werden. Die Bilanzierung wird unter Heranziehung der steuerlichen Leasingerlasse vorgenommen.
Der Sachverhalt wurde von uns als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt bestimmt, weil die vertragliche Gestaltung und die hierauf basierende bilanzielle Abbildung der Betriebsverpachtung komplexer Natur sind. Weiterhin hat die Änderung des Geschäftsmodells wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bayer Aktiengesellschaft.
Die Angaben der Gesellschaft zur Betriebsverpachtung sind im einleitenden Abschnitt des Anhangs "Änderung der Unternehmensstruktur" enthalten.
b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Tax geprüft, inwieweit die Betriebsverpachtungsverträge zwischen der Bayer AG und der BPH AG bzw. der BCS AG handelsrechtlich als operative Leasingverhältnisse zu klassifizieren sind. Dazu haben wir u. a. das von der Bayer Aktiengesellschaft in Auftrag gegebene "Gutachten hinsichtlich des Bilanzansatzes des im Wege einer Betriebsverpachtung überlassenen Anlagevermögens" kritisch analysiert und ausgewertet. Wir haben zudem die organisatorischen und prozessualen Maßnahmen der Bayer Aktiengesellschaft dahingehend analysiert und beurteilt, inwieweit diese sicherstellen, dass die tatsächliche Durchführung des Betriebsverpachtungsvertrags hierdurch gewährleistet wird. Wir haben die Vollständigkeit und Richtigkeit der Übertragung der im Rahmen der Betriebsverpachtungen übergegangenen betrieblich notwendigen Vermögensgegenstände und Schulden geprüft, indem wir stichprobenartig die gemäß Betriebsverpachtungsverträgen zu übertragenden Vermögensgegenstände und Schulden mit den in das ERP-System der Bayer Aktiengesellschaft übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden abgeglichen haben. Weiterhin haben wir die systemtechnischen Vorkehrungen und Maßnahmen im Buchführungssystem der Bayer Aktiengesellschaft zur Gewährleistung der zutreffenden bilanziellen Abbildung der Betriebsverpachtungsmodelle in der Buchführung und im Jahresabschluss der Bayer Aktiengesellschaft unter Hinzuziehung von Spezialisten aus dem Bereich Internal Control Assurance durch Prüfung der Customizing-Einstellungen beurteilt.
2. New Bayer - Mitarbeiterübergang
a) Mit Wirksamwerden der Betriebsverpachtungsverträge mit der Bayer Pharma AG (BPH AG) und der Bayer CropScience AG (BCS AG) zum 1. Januar 2017 sind die Arbeitsverhältnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die den beiden verpachteten Betrieben zugeordnet worden sind, auf den Pächter Bayer Aktiengesellschaft gemäß § 613a BGB mit allen Rechten und Pflichten, wie sie zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Betriebsverpachtungsverträge bestehen, übergegangen, soweit diese dem Übergang ihrer Arbeitsverhältnisse nicht widersprochen hatten. Die Bayer Aktiengesellschaft erhält für die von der BPH AG und der BCS AG übernommenen Verpflichtungen aus den Arbeitsverhältnissen der übergehenden Arbeitnehmer, die bis zum Pachtbeginn entstanden sind, einen finanziellen Ausgleich in Höhe des Werts der für diese Verpflichtungen zum 31. Dezember 2016 in der Bilanz der Verpächterin nach dem deutschen Handelsrecht zu bildenden Rückstellungen. Insgesamt sind rund 10.400 Arbeitnehmer der BPH AG und rund 4.100 Arbeitnehmer der BCS AG zur Bayer Aktiengesellschaft gewechselt. Die übernommenen Pensionsrückstellungen betragen - nach Verrechnung des von der Bayer Aktiengesellschaft ebenfalls übernommenen Deckungsvermögens - 0,6 Mrd. EUR und die übernommenen sonstigen Personalrückstellungen 0,4 Mrd. EUR. Die Bayer Aktiengesellschaft hat dafür von den beiden Gesellschaften insgesamt 1,0 Mrd. EUR als Ausgleich erhalten.
Der Sachverhalt wurde von uns als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt bestimmt, weil der Ansatz und die Bewertung der diesbezüglichen Verpflichtungen sowie des Deckungsvermögens auf diversen Schätzungen beruhen und der daraus abgeleitete finanzielle Ausgleichsanspruch der Bayer Aktiengesellschaft wesentlich für den Jahresabschluss der Gesellschaft ist.
Die Angaben zur Bilanzierung und Bewertung der übernommenen Verpflichtungen sind in der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang enthalten.
b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Betriebsverpachtungsverträge dahingehend ausgewertet, welche Mitarbeiter und zugehörigen Pensions- und sonstigen Personalrückstellungen zum 1. Januar 2017 von der BPH AG und der BCS AG auf die Bayer Aktiengesellschaft übergegangen sind. Für die Pensions- und sonstigen versicherungsmathematisch zu bestimmenden Personalrückstellungen haben wir die von der Bayer Aktiengesellschaft eingeholten versicherungs-mathematischen Gutachten daraufhin geprüft, ob in ihnen für alle betroffenen Mitarbeiter Berechnungen enthalten sind. In diesem Zusammenhang haben wir abgestimmt, ob die vertraglich vereinbarten Parameter für die Berechnung der übernommenen Verpflichtungen gegenüber den übergehenden Arbeitnehmern vollständig und richtig in den Gutachten verarbeitet worden sind. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Gutachten kritisch gewürdigt und verwertet. Dazu haben wir uns von der Kompetenz, den Fähigkeiten und der Objektivität der jeweiligen Gutachter überzeugt. Für die Prüfung der Zeitwerte des übergegangenen Deckungsvermögens lagen uns entsprechende Bank- und Fondsbestätigungen sowie Wertgutachten vor, die wir kritisch gewürdigt haben. Für alle anderen Personalverpflichtungen haben wir nachvollzogen, ob diese übertragen und mit ihrem Erfüllungsbetrag entsprechend § 253 Abs. 2 HGB bewertet worden sind. Wir haben die Bilanzableitungen, Rückstellungsbuchungen und Angaben im Anhang auf Basis der versicherungsmathematischen Berechnungen in den Gutachten nachvollzogen. Zudem haben wir geprüft, ob die steuerlichen Auswirkungen aus unterschiedlichen Wertansätzen der übertragenen Personalrückstellungen und des übertragenen Deckungs-vermögens in Handels- und Steuerbilanz zutreffend im Jahresabschluss der Bayer Aktiengesellschaft adressiert sind.
3. Derivative Finanzinstrumente - Bilanzierung von Bewertungseinheiten und Sicherungsgeschäften
a) Die Bayer Aktiengesellschaft schließt eine Vielzahl unterschiedlicher derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Währungs-, Zins-, Kurs- und Preisrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb mit externen Vertragspartnern und Konzerngesellschaften ab. Basis dafür ist die von den gesetzlichen Vertretern vorgegebene Sicherungspolitik, die in entsprechenden internen Richtlinien dokumentiert ist. Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist es, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, welche auf Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen, Aktienkursen und Marktpreisen zurückzuführen sind.
Das Nominalvolumen der mit externen Vertragspartnern abgeschlossenen Derivate beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 27,6 Mrd. EUR. Mit Konzerngesellschaften sind gegenläufige Derivate von nominal 8,4 Mrd. EUR abgeschlossen. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Diese betragen zum 31. Dezember 2017 netto -247 Mio. EUR und sind in Höhe von netto -277 Mio. EUR bilanziell erfasst. Die gesetzlichen Vertreter beurteilen die Effektivität der Sicherungsbeziehung nach der Critical-Term-Match-Methode und nach der Regressionsmethode.
Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der hohen Komplexität und Anzahl der Geschäfte sowie der umfangreichen Anforderungen an Bilanzierung und Berichterstattung von besonderer Bedeutung.
Die Angaben der Gesellschaft zu der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten sind in Abschnitt 36 des Anhangs enthalten. Die Risikoberichterstattung mit Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten erfolgt im zusammengefassten Lagebericht in Abschnitt 3.2.2.
b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Financial Risk Solutions unter anderem die vertraglichen und finanztechnischen Grundlagen gewürdigt und die Bilanzierung einschließlich der Bildung von Bewertungseinheiten der diversen Sicherungsgeschäfte nachvollzogen. Zusammen mit den Spezialisten haben wir das eingerichtete interne Kontrollsystem der Gesellschaft im Bereich der derivativen Finanzinstrumente einschließlich der internen Überwachung der Einhaltung der Sicherungspolitik gewürdigt und die Kontrollen hinsichtlich Design, Implementierung und Wirksamkeit geprüft. Ferner haben wir bei der Prüfung der Bewertung der Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert die ordnungsmäßige systemseitige Implementierung der Methoden nachvollzogen und die Berechnungsmethoden auf Basis von Marktdaten für repräsentativ ausgewählte Stichproben nachgerechnet. Zur Prüfung der Effektivität der Sicherungsbeziehung haben wir die angewendeten Methoden analysiert und deren ordnungsmäßige systemseitige Implementierung nachvollzogen. Hinsichtlich der erwarteten Zahlungsströme und der Effektivitätsbeurteilung von Sicherungsgeschäften haben wir im Wesentlichen rückblickend die Sicherungsgrade der Vergangenheit beurteilt.
4. Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
a) Zum 31. Dezember 2017 werden im Jahresabschluss der Bayer Aktiengesellschaft Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 44,9 Mrd. EUR (76 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die Bayer Aktiengesellschaft hat zum Abschlussstichtag die Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte durch intern durchgeführte Unternehmensbewertungen überprüft. Für alle wesentlichen Beteiligungen wird durch die Bayer Aktiengesellschaft ein Gesamtunternehmenswert ermittelt, welcher um die Nettofinanzposition korrigiert wird. Der so ermittelte Eigenkapitalwert wird dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert gegenübergestellt. Die Gesamtunternehmenswerte werden als Barwert der von den gesetzlichen Vertretern erwarteten künftigen Zahlungsströme mittels Discounted Cashflow-Modellen ermittelt. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist insbesondere von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter, den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten sowie der Bestimmung der Nettofinanzposition abhängig. Die Bewertungen sind daher mit Unsicherheiten behaftet. Bereits geringfügige Veränderungen des verwendeten Diskontierungssatzes können wesentliche Auswirkungen haben. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Bayer Aktiengesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Die Angaben der Gesellschaft zu den Finanzanlagen und deren Werthaltigkeit sind im Anhang in Kapitel 15 enthalten.
b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir beurteilt, ob das für die Ermittlung des Gesamtunternehmenswerts jeweils herangezogene Bewertungsmodell die konzeptionellen Anforderungen der relevanten Bewertungsstandards zutreffend abbildet und die Berechnungen in dem Modell korrekt erfolgen. Bei den von der Bayer Aktiengesellschaft durchgeführten Bewertungen haben wir uns davon überzeugt, ob die beizulegenden Werte sachgerecht mittels Discounted Cashflow-Verfahren unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Hierzu haben wir überprüft, ob die zugrundeliegenden künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die angesetzten Kapitalkosten insgesamt eine sachgerechte Grundlage darstellen. Bei unserer Einschätzung haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern und Prämissen der Planung gestützt. Wir haben auch die bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter durch Abgleich mit Marktdaten geprüft und das Berechnungsschema sachlogisch und rechnerisch nachvollzogen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | die in Abschnitt 4.1 des zusammengefassten Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB, |
| ― | den in Abschnitt 4.2 des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Abschnitt "Compliance" des Corporate Governance Berichts nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex, |
| ― | alle Online-Ergänzungen, auf die im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird und die in der erweiterten Online-Fassung des Geschäftsberichts enthalten sind und |
| ― | die Versicherung der gesetzlichen Vertreter zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB bzw. § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Abschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Vermerk zur buchhalterischen Entflechtung nach § 6b EnWG
Nach § 6b Abs. 5 EnWG haben wir im Rahmen unserer Abschlussprüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG geprüft, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind.
Die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft.
Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der für die Prüfung nach § 6b EnWG vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b EnWG so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob die Wertansätze und Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 28. April 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1./28. Juni vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht des geprüften Unternehmens angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:
| ― | Nicht-Prüfungsleistungen, die im Berichtsjahr im Wesentlichen auf die Analyse von Finanzinformationen von Geschäftseinheiten entfielen, deren Desinvestition erwogen wurde (Sonstige Leistungen) |
| ― | Prüfung von finanziellen und nichtfinanziellen Informationen außerhalb der Abschlussprüfung (andere Bestätigungsleistungen). |
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Prof. Dr. Frank Beine.
München, den 21. Februar 2018
**Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Kompenhans, Wirtschaftsprüfer
Prof. Dr. Beine, Wirtschaftsprüfer