AI assistant
Baader Bank AG — Annual Report 2020
Oct 18, 2021
4539_rns_2021-10-18_30e5342d-61fd-4484-9ad3-b48560059461.html
Annual Report
Open in viewerOpens in your device viewer
Finanzbericht: 29065606

Baader Bank Aktiengesellschaft
Unterschleißheim
Jahresabschluss 2020 der Baader Bank Aktiengesellschaft
Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020
1 Grundlagen des Baader Bank Konzerns
1.1 Organisatorische und rechtliche Struktur
Die Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank oder Baader Bank AG) ist eine familiengeführte Investmentbank. Sie verfügt über eine Vollbanklizenz, ist Mitglied des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. und gehört dessen Einlagensicherungseinrichtung an.
Zum Baader Bank Konzern (nachfolgend Baader Bank Konzern) gehörten zum Bilanzstichtag neben der Konzernmutter sechs vollkonsolidierte Gesellschaften, davon drei Tochter- und drei Enkelunternehmen. Die Konzernzentrale der Institutsgruppe befindet sich in Unterschleißheim bei München. Weitere deutsche Standorte der Baader Bank sind Frankfurt am Main, Stuttgart und bis zum 1. Dezember 2020 Düsseldorf.
Die 100 %-ige schweizerische Tochtergesellschaft der Baader Bank, die Baader Helvea AG, hat ihren Hauptsitz in Zürich. Die Baader Helvea AG ist jeweils zu 100 % an der Baader Helvea Ltd. mit Sitz in London und der Baader Helvea Inc. mit Sitz in New York beteiligt. Gemeinsam mit der Baader Helvea AG bilden diese Gesellschaften die Baader Helvea Gruppe.
Die Baader Bank ist zu 100 % an der Selan Holding GmbH mit Sitz in Unterschleißheim beteiligt. Dieses Unternehmen hält alle Anteile an der kroatischen Windparkbetreiberin Selan d.o.o. sowie an der Vjetropark Vrataruša d.o.o., die gemeinsam mit der Selan Holding GmbH die Selan Gruppe bilden. Wegen des geringen Geschäftsvolumens der Vjetropark Vrataruša d.o.o. und fehlender Geschäftsaktivitäten erfolgt weiterhin keine Einbeziehung dieser Gesellschaft in den Konzernabschluss.
Die Tochtergesellschaft Baader & Heins Capital Management AG (Baader & Heins AG), an der die Baader Bank mit 75 % beteiligt ist, hat ihren Sitz im Gebäude der Konzernzentrale in Unterschleißheim.
Die Baader Bank hatte ihre Anteile an der Conservative Concept Portfolio Management AG (CCPM AG oder CCPM) zum 31. März 2019 auf 19,9 % reduziert. Diese wird seit dem Geschäftsjahr 2020 unter den Beteiligungen ausgewiesen, nachdem sie zuvor als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wurde. Die CCPM AG hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Die Baader Bank ist weiter mit 5,39 % am Research-Anbieter AlphaValue S.A., Frankreich (AlphaVaule) beteiligt. Die Beteiligung an AlphaValue wurde in 2019 aus strategischen Gründen eingegangen. Alpha-Value ist der Exklusivpartner bei der Marktaufstellung des Research-Angebots der Baader Bank.
Zum Jahresende 2020 waren insgesamt 420 Mitarbeiter im Baader Bank Konzern und 388 Mitarbeiter in der Baader Bank AG beschäftigt.
Im Berichtszeitraum wurde vorab angekündigt, dass zum 1. Januar 2021 Dietmar von Blücher als Generalbevollmächtigter das Führungsteam der Baader Bank verstärkt. Damit wird frühzeitig die Nachfolge von Dieter Brichmann (CFO) geregelt, der im Laufe des Jahres 2021 nach über 20-jähriger Tätigkeit aus Altersgründen aus der Unternehmensführung ausscheiden wird. Nach Zustimmung der Bankenaufsicht wird Dietmar von Blücher bestimmte Verantwortungsbereiche von Dieter Brichmann zum 01.07.2021 als Mitglied des Vorstands und Chief Financial Officer übernehmen.
Im Aufsichtsrat der Baader Bank haben sich im Berichtszeitraum keine Änderungen ergeben.
Die Aktien der Baader Bank sind im Freiverkehr der Börse München und dort im Marktsegment m:access sowie im Freiverkehr der Börsenplätze Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover und Stuttgart handelbar.
Die Baader Beteiligungs GmbH, München, hält 63,4 % der Anteile an der Baader Bank, 5,43 % hält die Ubtrend GmbH & Co. KG, 0,30 % sind im unmittelbaren Besitz des Unternehmensgründers und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Uto Baader, die weiteren 30,87 % der Anteile befinden sich im Streubesitz.
1.2 Geschäftsmodell des Baader Bank Konzerns
Das Kerngeschäft der Baader Bank umfasst die Erbringung von Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Market Making, Capital Markets und Multi Asset Brokerage. Diese Kerngeschäftsfelder werden durch die Unterstützungsgeschäftsfelder Banking Services, Asset Management Services und Research Services ergänzt, welche der komplementären Aufgabenerfüllung und Bedienung der Kundengruppen aus den jeweiligen Kerngeschäftsfeldern dienen. Diese Grundstruktur aus sechs kunden- und marktfokussierten Geschäftsfeldern wurde in strukturell unveränderter Form im Geschäftsjahr 2020 fortgeführt.
1.2.1 Kerngeschäftsfelder
1.2.1.1 Geschäftsfeld Market Making
Als Market Maker übernimmt die Baader Bank Intermediärsaktivitäten an regulierten Börsen, auf außerbörslichen Handelsplattformen sowie im außerbörslichen Wertpapierhandel.
Das Market Making umfasst jene Geschäftsaktivitäten, die gemäß dem Handelsmodell am jeweiligen Börsenplatz als Skontroführer, Specialist- bzw. Quality-Liquidity-Provider oder als Spezialist definiert werden. Ausgeführt wird das Market Making von der Baader Bank an insgesamt sechs regulierten Börsen in Deutschland (Börse Berlin, Frankfurter Wertpapierbörse, Börse Stuttgart, Börse München und gettex sowie Börse Frankfurt Zertifikate) und der Börse Wien in Österreich. Die Baader Bank übernimmt in Abhängigkeit des jeweiligen Marktmodells die Preisstellung und Orderausführung für börsengehandelte inländische und ausländische Aktien, Anleihen, Fonds, Genussscheine, Exchange Traded Products (ETPs) und verbriefte Derivate. Die Dienstleistungserbringung orientiert sich dabei sowohl an einheitlichen internen Standards als auch an börsen- und aufsichtsrechtlichen Vorgaben. Es ist das erklärte Ziel der Baader Bank, eine grundsätzlich gleichartige Aufgabenerfüllung mit konstant hohem Qualitätsanspruch an allen Handelsplätzen und in allen betreuten Wertpapiergattungen zu gewährleisten.
Im außerbörslichen Wertpapierhandel kooperiert die Baader Bank mit Partnerbanken, meist Direktbanken oder Onlinebrokern, quotiert in ihrer Funktion als Market Maker zu den jeweiligen Handelszeiten Preise auf außerbörslichen Handelsplattformen und tritt in bilateralen Handelsverhältnissen als Gegenpartei ein. Die Endkunden der Handelspartner, hauptsächlich Privatanleger, generieren Handelsumsätze in Aktien, Anleihen, Fonds und ETPs.
1.2.1.2 Geschäftsfeld Equity Capital Markets
Das Dienstleistungsportfolio im Bereich Equity Capital Markets (ECM) umfasst eine unabhängige Beratung bei Kapitalmarkttransaktionen, sowie die Durchführung von Eigenkapitaltransaktionen oder hybriden Finanzierungsvarianten. Das ergänzend angebotene Dienstleistungspaket Corporate Brokerage fasst die ganzheitliche Begleitung des Kapitalmarktauftritts börsennotierter Unternehmen sowie deren Betreuung im Rahmen des Designated Sponsoring zusammen.
Zu den im Rahmen der Wertpapiertechnik angebotenen Leistungen gehören die Durchführung von Kapitalmaßnahmen, Kapitalerhöhungen und -herabsetzungen, die Begleitung von Übernahme- oder Erwerbsangeboten im Hinblick auf börsennotierte Unternehmen sowie von Squeeze-Out-Verfahren, als auch die Übernahme der Zahlstellenfunktion.
1.2.1.3 Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage
Das Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage umfasst sämtliche für Kunden auf dem Sekundärmarkt erbrachten Dienstleistungen sowie die Platzierung und Vertrieb von (eigenen) Primärmarkttransaktionen. Zu den wesentlichen Leistungen der Baader Bank zählen in diesem Bereich der Vertrieb und Handel für institutionelle Investoren. Dies umfasst insbesondere das Brokerage, d.h. die Auftragsausführung in Aktien, Anleihen, ETPs und Derivaten für Kunden an nationalen und internationalen Börsenplätzen, sowie außerbörslichen Handelsplattformen, an die die Baader Bank direkt oder über Partnerinstitute angeschlossen ist. Weiterhin erfolgen im Rahmen von Sales-Tätigkeiten eine aktive Ansprache von institutionellen Endkunden sowie der Vertrieb von Research-Produkten und Trading-Ideen. Ziel ist die Generierung von Kundenorders in Finanzinstrumenten sowie die Platzierung im Zuge von Primärmarkttransaktionen. Die Services im Bereich Execution/Sales Trading beinhalten die Entgegennahme von Kundenaufträgen, die Betreuung und Beratung beispielsweise im Portfolio-Trading und das Erbringen weiterer handelsnaher Dienstleistungen wie etwa Clearing-Services.
1.2.2 Unterstützungsgeschäftsfelder
1.2.2.1 Geschäftsfeld Banking Services
Unter dem Geschäftsfeld Banking Services subsumiert die Baader Bank das Einlagen- und Depotgeschäft, wobei alle originären Bankfunktionen und Dienstleistungen ausschließlich im Rahmen von B2B2C-Kooperationen mit klassischen Vermögensverwalterkunden oder FinTechs erbracht werden.
Vermögensverwalter profitieren von den globalen Handelsanbindungen, der modernen Infrastruktur und der ganzheitlichen Abbildung von Asset Management-Prozessen unter Einbeziehung regulatorischer Expertise und einem bankrechtlichen Blickwinkel.
Die Baader Bank verfolgt als Vollbank und Plattformanbieter einen Schnittstellenansatz und agiert als Partner für Vermögensverwalter bei der Konto- und Depotführung, sowie der systemtechnischen Abbildung sämtlicher Order Management- und Reporting-Prozesse unter Einhaltung der MiFID II-Vorgaben und der Anbindung an ein breites internationales Handelsnetzwerk.
1.2.2.2 Geschäftsfeld Asset Management Services
Im Geschäftsfeld Asset Management Services erbringt die Baader Bank Dienstleistungen im Bereich der Finanzportfolioverwaltung im aufsichtsrechtlichen Sinne, sowie weitere Services für Kapitalsammelstellen. Als Bankpartner für Kapitalverwaltungsgesellschaften unterstützt sie das Portfoliomanagement von Fondsprodukten wie UCITS-Fonds, Spezialfonds, Offshore Fonds und Derivate-Overlay-Mandate. Ferner übernimmt die Baader Bank die Buy Side Trading Desk-Funktion, zahlreiche Services im Order Management sowie in administrativen Pre- und Post-Trade-Prozessen.
1.2.2.3 Geschäftsfeld Research Services
Im Rahmen eines fundamentalen, technischen und quantitativen Top-Down-Ansatzes entwickelt das Equity-Research-Team der Baader Bank Indexziele, analysiert relevante makroökonomische Themen, definiert volkswirtschaftliche Szenarien, trifft Aussagen zum Market Timing (Strategy Research) und zu europäischen Sektortrends.
Auf Einzelwertebene erstellen Sektor-Spezialisten des Baader Bank Konzerns, bzw. der Kooperationspartner, regelmäßig umfangreiche Studien für Investoren und liefern Meinungen und Einschätzungen zu Anlagewerten. Der Fokus liegt auf der Analyse von Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Coverage wurde um ein paneuropäisches Produktuniversum im Zuge der Kooperation mit dem französischen Research-Anbieter AlphaValue sukzessive ausgebaut.
Ergänzend zum Aktien-Research unterstützt das ETF-Researchprodukt der Baader Bank institutionelle Investoren bei Entscheidungen zur Asset-Allokation und der Umsetzung ihrer Anlagestrategien.
Das Research-Angebot bildet die Schnittstelle zwischen zwei für die Baader Bank besonders relevanten Kundengruppen, - die größtenteils aus der DACH-Region stammenden Unternehmenskunden sowie internationale institutionelle Investoren, die aus den Analysen ihre Investmentideen generieren und Anlageentscheidungenableiten.
1.2.3 Geschäftsfelder der Tochtergesellschaften
Abgerundet wird das Angebot des Baader Bank Konzerns durch das Produkt- und Leistungsspektrum der Tochtergesellschaften. Dieses umfasst im Wesentlichen die Research- und Brokerage-Aktivitäten am deutschsprachigen Kapitalmarkt für angelsächsische und deutschsprachige Investoren durch die Baader Helvea Gruppe und die Vermittlung von Schuldscheindarlehen, Namenstiteln und Geldmarktanlagen durch die Baader & Heins AG.
Die Selan Gruppe generiert Erträge aus dem Einspeisen von Windenergie durch den Betrieb der in Kroatien ansässigen Windkraftanlagen der Selan d.o.o. und entwickelt Konzepte für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Standortes Vrataruša/Senj zur Nutzung von Wind- und Solarenergie.
1.3 Weiterentwicklung der Geschäftsfelder
Die Kern- und Unterstützungsgeschäftsfelder bilden die Hauptertragsquellen der Bank. Übergeordnete Teilstrategien, wie die Risiko-, IT-, Personal- und Vergütungs- sowie Beteiligungsstrategie, ermöglichen die kontinuierliche Analyse und Anpassung von Geschäftsprozessen. Die bereits in 2018 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen wurden sowohl in 2019 als auch in 2020 fortgesetzt. An der grundsätzlichen Ausrichtung der sechs Kern- und Unterstützungsgeschäftsfelder wurde weiterhin festgehalten. Insgesamt standen im Jahr 2020 die Zurückgewinnung der Profitabilität und die Optimierung der Prozesse im Vordergrund. Insbesondere wurde über alle Geschäftsfelder hinweg die Profitabilitätsschwelle der Baader Bank nachhaltig gesenkt. Strukturelle und teilstrategische Maßnahmen innerhalb der betreffenden Geschäftsfelder werden in Abschnitt 2.2 sowie in den jeweiligen Prognosen unter 3.2 näher beleuchtet.
2 Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
2.1.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Geschäftsjahr 2020
Das Jahr 2020 war geprägt von der globalen Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und den zahlreichen Maßnahmen, die von den internationalen Regierungen zu ihrer Eindämmung ergriffen wurden. Insbesondere der ab Mitte März in vielen europäischen Ländern angeordnete "harte" Lockdown führte zu deutlichen Wachstumseinbußen. Zwar konnte sich die Wirtschaft im Zuge der teilweisen Rücknahme einschränkender Vorschriften ab Mai wieder erholen, was auch durch die im Frühjahr eingeleiteten, koordinierten Stützungsmaßnahmen von Seiten der Geld- und Fiskalpolitik massiv unterstützt wurde. Nach einem sehr starken Wachstum im 3. Quartal kam es aufgrund neuerlicher und schrittweise verschärfter Aktivitätsbeschränkungen jedoch ab dem Spätherbst abermals zu Einbußen bei der Wirtschaftsleistung.
In Summe verzeichnete die deutsche Volkswirtschaft in 2020 einen Rückgang des realen BIP um 5 %, welcher in den letzten Jahrzehnten lediglich im Jahr 2009 übertroffen worden war, als es im Zuge der Finanzkrise zu einem Einbruch um 5,7 % gekommen war. In vielen anderen europäischen Ländern fiel der Wachstumseinbruch sogar noch massiver aus, da sie von der Infektionswelle größtenteils stärker betroffen waren als Deutschland.
Im Zuge der globalen Ausbreitung der Pandemie kam es zu deutlichen Kursrückgängen an den internationalen Finanzmärkten. Diese waren bereits im Vorfeld des Lockdowns von der Sorge getrieben, dass es aufgrund der Pandemie sowie deren Bekämpfung zu einer massiven Beeinträchtigung der Wirtschaftsentwicklung kommen würde. Zudem lösten Befürchtungen über eine drohende Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen infolge der Krise deutliche Verwerfungen an den Kreditmärkten und bei der Verfügbarkeit von Liquidität aus.
Dies veranlasste die Notenbanken ab Mitte März zu deutlichen Gegenmaßnahmen. Die EZB weitete ihre schon im Herbst 2019 wieder aufgenommenen Anleihekäufe zunächst aus und kündigte danach zudem ein neues Kaufprogramm im Volumen von EUR 750 Mrd. an, das Anfang Juni um weitere EUR 600 Mrd. und im Dezember schließlich um weitere EUR 500 Mrd. aufgestockt wurde. Zudem lockerte sie die Refinanzierungsbedingungen für den Bankensektor erheblich. Auch die US-Notenbank ergriff sehr weitreichende Maßnahmen, wie etwa die Rückkehr zu einer Nullzinspolitik sowie den neuerlichen Beginn von Anleihekäufen, die erstmals auch auf Unternehmensanleihen ausgeweitet wurden.
Zusätzlich zu der weitreichenden geldpolitischen Stimulierung legten viele Staaten massive Hilfsprogramme für Haushalte und Unternehmen auf. Diese umfassten unter anderem Zuwendungen, Steuererleichterungen, Förderprogramme, Kreditgarantien sowie Beteiligungen an in Schieflage geratenen Unternehmen. In Deutschland, vielen Ländern Europas und auch in den USA ging das Volumen dieser fiskalischen Maßnahmen deutlich über die im Zuge der globalen Finanzkrise vergebenen Staatshilfen hinaus.
Nachdem die globalen Frühindikatoren im Zuge der Corona-Krise bis April auf historische Tiefs eingebrochen waren, bewirkten die massiven geld- und fiskalpolitischen Impulse sowie die schrittweise Rücknahme der Lockdown-Maßnahmen schließlich eine deutliche Erholung in den wirtschaftlichen Stimmungsindikatoren. Von ihrem im April erreichten Tief erholten sich die Frühindikatoren bis in den Herbst hinein deutlich, bevor sie zum Jahresende hin teilweise wieder etwas nachgaben. Die schnelle und deutliche Stimmungsaufhellung war auch getrieben von frühzeitig einsetzenden Erholungstendenzen in China und der Hoffnung auf einen Impfstoff. Gegen Ende des Jahres kam es dann nach der erfolgten, EU-weiten Zulassung tatsächlich bereits zur Verabreichung erster Impfdosen.
Nach einem freundlichen Jahresauftakt kam es im Zuge dieser Entwicklungen insbesondere an den Aktienmärkten zu einer beispiellosen V-Entwicklung. So verlor der DAX von seinem Mitte Februar markierten Allzeithoch bis Mitte März knapp 40 % an Wert, konnte aber gegen Ende des Jahres seinen bisherigen Höchststand sogar noch leicht übertreffen. Lediglich im Oktober kam es aufgrund der Unsicherheit über den Ausgang der am 3. November abgehaltenen Präsidentschaftswahlen in den USA sowie angesichts zunehmender Anzeichen einer massiven zweiten Infektionswelle zu einer nochmaligen, temporären Korrektur, in deren Verlauf der DAX um mehr als 10 % nachgab.
Per Saldo legte der DAX in 2020 jedoch um 3,5 % zu. Diese Entwicklung ist vor allem angesichts der deutlich nach unten revidierten Gewinnschätzungen für 2020 und 2021, sowie den im zweiten Halbjahr erneut stark ansteigenden Infektionszahlen äußerst bemerkenswert. Im Vergleich zum DAX verlief die Erholung in den meisten europäischen Aktienindizes zwar etwas moderater, in den USA erreichte der NASDAQ Composite jedoch bereits im Juni ein neues Allzeithoch. Auch in anderen konjunktursensitiven Assetklassen kam es zu extremen Kursschwankungen. So brach der Ölpreis von Januar bis April um mehr als 70 % auf unter USD 20 ein, aber notierte zum Jahresende bereits wieder über USD 50. Der Euro konnte sich im Jahresverlauf deutlich gegenüber dem US-Dollar erholen. Während er im Frühjahr phasenweise leicht nachgab und unter 1,10 US-Dollar notierte, konnte er sich bis zum Jahresende auf über 1,20 US-Dollar befestigen. Demgegenüber konnte der Goldpreis insbesondere bis in den Sommer hinein deutlich zulegen, bevor es ab August zu einer Konsolidierung kam, die bis zum Jahresende anhielt.
2.1.2 Der Umgang der Baader Bank mit möglichen Auswirkungen des Brexit
Der Austritt Großbritanniens (UK) aus der Europäischen Union (EU) wurde am 31. Januar 2020 beschlossen. Damit einhergehend haben die EU und Großbritannien in einem Austrittsabkommen eine Übergangsphase vereinbart, in der weiterhin EU-Recht galt und Großbritannien ungehinderten Zugang zum EU-Binnenmarkt hatte. Diese Übergangsphase endete mit Ablauf des 31. Dezember 2020.
Die Baader Bank setzte das in 2019 initiierte bereichsübergreifende Projekt zu dem bis dato noch ungewissen Austrittsszenario Großbritanniens im Berichtszeitraum 2020 fort. Im Zuge dessen wurden sämtliche Geschäftsaktivitäten in und aus Großbritannien heraus analysiert, um die Handlungsfähigkeit der Baader Bank auch für den Fall eines Hard Brexit sicher zu stellen.
Im Jahr 2020 waren die Baader Bank und auch ihre Londoner Tochtergesellschaft Baader Helvea Ltd., die überwiegend britische Kunden betreut, in Besitz eines Europäischen Passes, der die freie Dienstleistungsausübung im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ermöglichte. In Vorbereitung auf einen möglichen Wegfall des Europäischen Passes im Zuge des Brexits, wurden die Auswirkungen auf die bestehenden Geschäftsbeziehungen, sowohl mit der Baader Bank als auch mit der Baader Helvea Ltd., überprüft und bereits Anpassungen vorgenommen, um die Fortführung der Geschäfte in den jeweiligen Distriktionen weiterhin zu ermöglichen.
Ende Dezember 2020 ist nach monatelangen Verhandlungen über einen Brexit-Handelspakt eine Einigung zwischen Großbritannien und der EU beschlossen worden. Dennoch ist Großbritannien seit dem 1. Januar 2021 als Drittland zu behandeln.
Die Baader Bank sieht sich über ihre Aufstellung mit der Londoner Tochtergesellschaft Baader Helvea Ltd. gut positioniert und die aus dem geregelten Brexit resultierenden Rahmenbedingungen stellen aus Sicht des Vorstandes keinerlei nennenswerte Risiken für die Baader Bank dar.
2.1.3 Branche, Marktstellung und Veränderung der Wettbewerbsposition
Orderbuchführende Market Maker im deutschsprachigen Raum, zu denen die Baader Bank zählt, agieren in einem wettbewerbsintensiven und zunehmend fragmentierten Marktumfeld. Neben den an deutschen Präsenzbörsen betriebenen Marktmodellen geschlossener Orderbücher, in denen nur jeweils ein Spezialist für die Quotierung der Wertpapierorders zuständig ist, gibt es aus Sicht des Vorstandes international fast nur noch so genannte Multi Market Maker-Modelle. Letztere schaffen innerhalb der Betreuung eines Orderbuches eine offene Konkurrenzsituation zwischen mehreren preisstellenden Market Makern, die permanent hinsichtlich Schnelligkeit und möglichst enger Spreads in der Preisstellung im Wettbewerb miteinander stehen.
Innerhalb der deutschen Börsenlandschaft sind gebührenoptimierte Best Execution-Plattformen weiterhin präsent und mit ihren flexiblen Preisstrategien hauptursächlich für die Marktanteilsverluste der klassischen Regionalbörsen (siehe 2.2.2.1). In diesem Umfeld konnte die Baader Bank in 2020 von den steigenden Handelsaktivitäten im Bereich sogenannter "Mobile Broker" und "Robo-Advisor" profitieren und die eigene Marktstellung nachhaltig ausbauen. Hieraus ergibt sich sowohl ein hinsichtlich der Kundenanzahl steigender B2B2C-Kundenpool und daraus resultierende Effekte, die sich positiv auf die Geschäftstätigkeiten der Baader Bank im Bereich als Order-Flow-Provider auswirken.
Im Segment der Kapitalmarktdienstleistungen hält dieselbe Wettbewerbssituation wie in den vergangenen Jahren an. Ein preis- und servicegetriebener Wettbewerb um Kapitalmarktmandate, der Einfluss auf die Margen hat, prägt das Marktbild. Im Zusammenspiel mit den zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geht die Baader Bank von einer weiterhin schwierigen Wettbewerbssituation aus, die durch die Covid-19-Pandemie vorerst weiter verschärft wurde.
Im Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit Vermögensverwaltern, Family Offices und FinTechs sieht die Baader Bank ein nachhaltig hohes Potenzial. Mit ihrer IT-Infrastruktur und ihrem vollumfänglichen Bankdienstleistungsangebot, von Konto- und Depotgeschäften bis zu Handelsanbindungen, Ordermanagement und Reporting, steht die Baader Bank nicht in Konkurrenz, sondern ergänzt das Leistungsspektrum der Vermögensverwalter, Family Offices und FinTechs. Die Baader Bank fungiert in diesem Segment als leistungsfähiger Geschäftspartner und Plattformanbieter für die jeweiligen Kundengruppen.
Hinsichtlich umfassender Dienstleistungen im Bereich von Asset Management-Funktionen und Trading Desk-Services, entscheiden sich Kapitalverwaltungsgesellschaften nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden regulatorischen Anforderungen seit dem Inkrafttreten von MiFID II und des steigenden Kostendrucks immer häufiger für eine Auslagerung der Services. Aus Sicht des Vorstands bietet diese Entwicklung nachhaltige Wettbewerbsvorteile für die Baader Bank, die mit ihrem breiten Dienstleistungsspektrum die passenden Leistungen bereitstellt.
2.2 Geschäftsverlauf
2.2.1 Entwicklung der wesentlichen Leistungs- und Ergebnistreiber
Die wesentlichen Leistungs- und Ergebnistreiber der Baader Bank sind das Handels- und Provisionsergebnis, die den überwiegenden Teil des Gesamtbankergebnisses ausmachen. Diese sind sowohl bestimmt durch die im Folgenden beschriebenen exogenen Entwicklungen an den relevanten Märkten als auch den dort herrschenden Stimmungsbildern und Volatilitäten.
Neben zahlreichen geopolitischen Unsicherheitsfaktoren, wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, die bis zum Jahresende anhaltende Ungewissheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU sowie die politischen Unruhen rund um die US-Wahl am 3. November 2020 stellt die Covid-19-Pandemie mit Abstand die größte Herausforderung im globalen Kontext im Jahr 2020 dar. Der Virus-Ausbruch fällt mitsamt den noch immer andauernden globalen Schutzmaßnahmen, den Einschränkungen im wirtschaftlichen und öffentlichen Leben und dem "Corona-Börsentief" am 18. März 2020 in den Berichtszeitraum.
Insbesondere zu Beginn des 1. Halbjahres 2020 nahm die Volatilität, gemessen anhand des CBOE Volatility Index (VIX), zunächst spürbar moderat im Januar und dann sprunghaft im März zu. Das deutliche Ansteigen der Handelsaktivitäten wirkte sich unmittelbar auf den Wertpapierhandel der Baader Bank und bei nahezu unveränderten Kosten auf den Unternehmensgewinn aus. Insbesondere der Handel mit Aktien im Retail-Anlegersegment nahm deutlich zu. Insgesamt stieg das Handelsergebnis, getrieben durch die beschriebenen Effekte, um mehr als 250 % im relativen Vergleich zum Vorjahr an.
Als wesentlicher Treiber des Provisionsergebnisses stellte sich konzernweit die Entwicklung im Multi Asset Brokerage dar, ergänzt um die Provisionseinnahmen des Equity Capital Markets-, des Asset Management Service- und des Research-Geschäfts. Zudem werden im Konto- und Depotgeschäft nicht nur Cross Selling-Effekte auf das Handelsergebnis, sondern auch Provisionsbeiträge erwirtschaftet. Insgesamt konnte die Baader Bank ihre Marktstellung in allen Geschäftsbereichen ausbauen.
Das Provisionsergebnis verblieb trotz den Unwägbarkeiten der Covid-19-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr auf einem nahezu konstanten Niveau und verzeichnete eine entsprechende Veränderung um -4 % auf Konzernebene (Baader Bank AG: -17 %) im Vergleich zum Vorjahr. Steigende Provisionseinnahmen aus dem Kundengeschäft wurden durch einen höheren Provisionsaufwand aus der Abwicklung von Handelsgeschäften teilweise kompensiert.
2.2.2 Geschäftsverlauf der Kerngeschäftsfelder
2.2.2.1 Geschäftsfeld Market Making
Die anhaltende Verlagerung von Umsatzvolumina - weg von den klassischen Börsen mit Entgeltmodellen, hin zu entgeltfreien Handelsplätzen - ist im Jahr 2020 deutlich vorangeschritten. Ausgehend von den USA hat sich das Anlegerverhalten auch in Deutschland im Sinne eines Strukturwandels im nationalen Brokergeschäft verändert. Bereits zum Jahresbeginn - vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie - haben sich erste Volatilitäten an den Märkten bemerkbar gemacht. Zwar wirkte der "Corona-Effekt" in 2020 mittelfristig deutlich verstärkend, doch zum Jahresende 2020 hat sich eine nachhaltige Entwicklung manifestiert, die auch im Jahr 2021 zum Jahresstart weiterhin beobachtet werden kann.
Insbesondere war der Privatkunden- bzw. Retail-Anleger-Anteil am Umsatz im deutschen Aktiensegment deutlich höher als im Vorjahr. Die Effekte betreffen maßgeblich neuere Börsenplätze, sodass die Baader Bank sich mit ihrem OTC- (,Over the Counter') Angebot und dem Market Making am Handelsplatz gettex von der Abhängigkeit rein etablierter Börsen weiter gelöst hat. Diese Entwicklung fußt auf der nachhaltig ausgelegten Strategieausrichtung und ist richtungsweisend für die weitere angestrebte Diversifikation in diesem Geschäftsfeld. Insgesamt haben sich im Gesamtmarkt die Handelsumsätze auf allen deutschen Börsen hinsichtlich aller Assetklassen in 2020 um 39,7 % erhöht; im gleichen Zeitraum ist die Anzahl an Trades um 90 % gestiegen.
Als profitabel erwiesen sich im vergangenen Geschäftsjahr erneut so genannte Best Execution-Plattformen mit anlegerfreundlichen Gebührenmodellen. Auch in diesem Zusammenhang hat die Baader Bank über das Market Making auf gettex und die dort stattfindende Kundengewinnung hinsichtlich entsprechender Best Execution Policies von der Entwicklung profitiert und die eigene Marktposition gestärkt. So nahm das Handelsvolumen der Baader Bank auf gettex im Geschäftsjahr 2020 insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um rund 350 % zu. Die gewählte Fokussierung der Baader Bank erweist sich somit aus Sicht des Vorstandes als konsequent und richtig. Nichtsdestotrotz herrscht weiterhin ein spürbarer Wettbewerb unter den Handelsplätzen. Um weiterhin am Umsatzwachstum von Best Execution-Anbietern zu partizipieren, forcierte die Baader Bank weiterhin ihre Vertriebsaktivitäten und ging langfristige Handelskooperationen ein. Diese fortgeführte, vertriebsstrategische Ausrichtung zeigte im Berichtszeitraum anknüpfende Erfolge mit nachhaltigen Entwicklungspotenzialen.
Das Segment ATF- (Algorithmic Trading Facility) Handel verzeichnet einen Zuwachs des Marktumsatzes auf XETRA für gehandelte Exchange Traded Funds (ETFs) von über 50 % und hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres grundsätzlich profitabel entwickelt. Dies betrifft insbesondere die starke Zunahme an Market Maker und Designated Sponsor-Mandaten bei ETFs um rund 360 % und eine starke Ausdehnung des Handelsuniversums. Auch bilden sich bei Erhöhung der Profitabilität für 2020 ein steigender Marktanteil des Handels am Xetra-Gesamtmarkt und erste positive Effekte auf die Handelstätigkeit ab. Mit den ATF-Geschäftsaktivitäten löst die Baader Bank sich weiter von etablierten Börsenplätzen, um die Unabhängigkeit des Geschäftsmodells zu stärken und nachhaltig diversifizierte Erträge auch auf Multi-Market-Maker-Plattformen zu generieren.
Im außerbörslichen Handel bewegten sich die Umsätze im Aktien-Segment über dem Vorjahresniveau und verzeichneten zum Ende des Geschäftsjahres 2020 einen deutlichen Anstieg. Hierfür sind die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zusätzlich verstärkten Volatilitäten am Markt einer der wesentlichen Gründe. Das Orderflow-Potenzial aus bestehenden und neu gewonnenen Kooperationen mit Online- und Direktbanken, die an den Quote-, Handels- und Abwicklungssystemen der Baader Bank partizipieren, ist erfolgreich vorangeschritten, aber aus Sicht des Vorstands nach wie vor nicht ausgeschöpft, sodass der Ausbau der OTC-Aktivitäten für die Baader Bank auch zukünftig ein langfristiges Ziel darstellt.
Am Rentenmarkt, dessen Entwicklung maßgeblich von der europäischen Zinspolitik abhängt, kam es auch in 2020 zu keiner Marktbelebung. Während sich in den USA im Kontext der Covid-19-Pandemie das Niedrigzinsumfeld manifestierte - wodurch die Fed ("Federal Reserve", US-Notenbank) eine Unterstützung des US-Arbeitsmarktes strategisch fokussiert hat - stand eine frühzeitige Zinserhöhung jedoch nicht im Raum, um vielmehr ein Abwürgen der Konjunktur und Belastungen des Arbeitsmarktes abzuwehren. Entsprechend hat auch der EZB-Rat seine geldpolitischen Beschlüsse zum Jahresende 2020 der wirtschaftlichen Sondersituation im Kontext der Covid-19-Pandemie angepasst. Das niedrige Zinsniveau wurde als weiterhin angemessen beschlossen und das Pandemie-Notfallprogramm (PEPP, "Pandemic Emergency Purchase Programme"), wurde zuletzt im Dezember um EUR 500 Mrd. auf in Summe EUR 1.850 Mrd. ausgeweitet und bis März 2022 festgesetzt.
Dennoch konnte der Bereich Rentenhandel in 2020 eine deutliche Ertragssteigerung erzielen. Hierbei konnte sich, trotz eines anhaltenden Niedrigzinsumfeldes und weiterlaufender Zentralbankmaßnahmen, aus einem Vier-Jahres-Tal herausgearbeitet werden. Entsprechend besser zeigten sich die Tradezahlen mit einem Anstieg um rund 7 %, bei nahezu konstanter Umsatzentwicklung (-5 %) an den deutschen Börsen. Der Handelsbereich Renten wurde im Geschäftsjahr 2020 mit der Schließung des Standortes Düsseldorf, an dem ausschließlich Rentengeschäfte betrieben wurden, weiter optimiert und auf Wirtschaftlichkeit getrimmt.
Wie auch in den letzten Jahren konnte die Baader Bank abermals neue Orderbrücher gewinnen. Sie wurde im Berichtszeitraum bei sechs Börsengängen im Prime Standard der Börse Frankfurt als Spezialist mandatiert. Sie übernahm die Orderbuchführung der PharmaSGP Holding SE, der Brockhaus Capital Management AG, der Knaus Tabbert AG, der Hensoldt AG, der Siemens Energy AG und der Nagarro SE.
2.2.2.2 Geschäftsfeld Equity Capital Markets
Die hohen Volatilitäten am Markt im Geschäftsjahr 2020, welche durch die mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie verbundenen Unsicherheiten ab März 2020 verstärkt wurden, stellen einen spürbaren Nachteil für die Planung und Vorbereitung eines Börsengangs dar. In der Folge kam es mitunter zu Verschiebungen und Absagen von Börsengängen seitens der Unternehmen, wodurch sich der intensive Wettbewerb um Mandate bei klassischen Eigenkapitaltransaktionen im vergangenen Jahr weiter verschärfte. Zwar wurden die Geschäftsaktivitäten im Bereich Equity Capital Markets im Jahr 2020 merklich gedämpft, doch die Baader Bank nutzte das herausfordernde Umfeld, um die Prozesse hinter ihrer strategischen Neuausrichtung im Bereich Equity Capital Markets (ECM) nachhaltig zu optimieren. Zusätzlich wurde der Auf- und Ausbau von Geschäftsbeziehungen im deutschsprachigen Raum, einschließlich des bislang weniger fokussierten schweizerischen Kapitalmarktes, weiter aktiv vorangetrieben.
Im Geschäftsjahr 2020 begleitete die Baader Bank die erfolgreiche Kapitalerhöhung der Deutsche Industrie REIT-AG. Diese erfolgte gegen Bareinlagen aus genehmigtem Kapital und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. Mit einem beschleunigten Platzierungsverfahren (Accelerated Bookbuilding) wurde die Maßnahme bei institutionellen Investoren platziert und umfasste 10 % des bisherigen Grundkapitals.
Die Rangliste der Equity League Tables, die in den Vorjahren als Gradmesser für die Marktpositionierung des Hauses im Transaktionsgeschäft diente, wurde aufgrund der geschilderten Umstände im Berichtszeitraum und im Zuge der Neuausrichtung des Geschäftsfeldes nicht herangezogen. Diese Betrachtung wäre aus Sicht des Vorstands unverhältnismäßig.
Der Bereich Corporate Brokerage, in dem die Baader Bank Dienstleistungen in der Kapitalmarktbearbeitung - unter anderem Designated Sponsoring und Research - anbietet, fungiert als strategisches Bindeglied zur längerfristigen Anbahnung von Sell-Side-Kontakten, wovon auch der Bereich Equity Capital Markets insgesamt profitiert. Zum Geschäftsjahresende 2020 nutzten 74 Unternehmenskunden die Corporate Brokerage-Services der Baader Bank (Vorjahr: 59 Kunden), was eine Steigerung um über 25 % gemessen an der Anzahl an Mandaten im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Aufgrund der ungebrochenen Nachfrage nach Wertpapiertechnik-Dienstleistungen, die einer deutlich geringeren Abhängigkeit von Marktschwankungen unterliegen als das Equity Capital Markets-Geschäft, konnte der Bereich Special Execution die Umsätze in 2020 über das gesamte Portfolio an Dienstleistungen hinweg steigern. Es wurden im Geschäftsjahr insgesamt 58 Transaktionen begleitet, was einerseits einen leichten Rückgang kennzeichnet (Vorjahr: 65), andererseits aber in einem herausfordernden Marktumfeld eine konstante Entwicklung darstellt.
Neben der Anzahl der Zahlstellenmandate erhöhte sich auch die Anzahl der Anleiheemissionen, mit einer erneuten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von über 10 %, wonach sich in diesem Geschäft eine nachhaltige Tendenz abzeichnet. Für großes Interesse sorgte die Umstrukturierung der Modemarke Gerry Weber International AG im Rahmen der Insolvenzabwicklung. Es wurden erfolgreich u.a. zwei Kapitalerhöhungen durchgeführt. Weiterhin erhielten Gläubiger, im Gegenzug für offene Verbindlichkeiten der Gesellschaften, Inhaberschuldverschreibungen im Gesamtnennwert von rund TEUR 31.000. Weitere Kapitalerhöhungen wurden im Geschäftsjahr 2020 unter anderem für die ABO Wind AG und die JUMIA Technologies AG durchgeführt.
Bereits seit 2018 ist die Baader Bank die Zahlstelle bei der EQS Group AG. Diese Kundenbeziehung wurde im 4. Quartal 2020 durch eine 10 %-Kapitalerhöhung, die die Baader Bank wertpapiertechnisch begleitet und gezeichnet hat, gefestigt. Hierdurch erlöste die Gesellschaft (EQS) einen Liquiditätszufluss in Höhe von rund TEUR 9.100. Des Weiteren konnte die Baader Bank in der Funktion als Co-Applicant im Bereich der ETF-Zulassungen neben bestehenden Mandaten wie BlackRock, Vanguard, J.P. Morgan und Goldman Sachs auch die DWS ("Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen", börsennotierter Vermögensverwalter, der Deutschen Bank zugehörig) für eine Zusammenarbeit gewinnen.
2.2.2.3 Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage
Auch das Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage war im Berichtszeitraum maßgeblich von den volkswirtschaftlichen Entwicklungen und den Marktvolatilitäten im Zuge der Covid-19-Pandemie geprägt. Zudem mussten Geschäftsaktivitäten, bzw. der Kundenkontakt rein digital stattfinden, was durchaus herausfordernd für die Gewinnung weiterer Marktanteile im Multi Asset Brokerage anzusehen ist. Dennoch zeichnete sich im Low- und High-Touch-Trading innerhalb des Geschäftsfeldes eine positive Entwicklung des Handelsvolumens ab. Im Vergleich zum Vorjahr steigerten sich die gehandelten Volumina um 52 %, bzw. 44 %. Weiterhin wurde beobachtet, inwieweit sich innerhalb der Brokerage-Aktivitäten das so genannte "Unbundling" der getrennt von der Orderausführung zu bepreisenden Research-Leistungen negativ in Form einer Kunden- und Auftragsreduzierung niederschlägt. Die Baader Bank hat diesbezüglich entgegenwirkende Maßnahmen in Form einer international angelegten Verstärkung der Akquise-Tätigkeit angestoßen, mit der Absicht, die Gesamtzahl an Brokerage-Kunden zu erhöhen. So gelang es einerseits die Anzahl an Research-Kunden weiter zu steigern (siehe 2.2.3.3) und andererseits neu entstandene Potenziale im Execution-Bereich zu nutzen.
Trotz dem anspruchsvollen Umfeld, sowie den regulatorischen Rahmenbedingungen lag der Fokus innerhalb des Geschäftsfelds auf der Profitabilität. Die Auswahl neuer Projekte wurde gezielt durchgeführt, um eine Kosteneffizienz zu gewährleisten.
Gleichermaßen konnte die Handelsinfrastruktur mithilfe neuer Technologien gezielt ausgebaut werden, wodurch zusätzliche Marktanbindungen etabliert werden sollen. Die Automatisierung befindet sich allerdings noch im Umsetzungsprozess, der hinter dem Plan läuft und innerhalb des Berichtszeitraumes nicht abgeschlossen werden konnte.
Da sich die Bewertungsgrundlage bislang herangezogener Auszeichnungen bei international anerkannten Rankings für Brokerage- und Research-Leistungen im Berichtszeitraum von Seiten der vergebenden Institutionen verändert hat, sieht die Baader Bank zunächst davon ab, sich in diesem Kontext zu positionieren, da hier nunmehr globale Broker berücksichtigt werden. Doch in Bezug auf die regionale Fokussierung versteht sich die Baader Bank weiterhin als lokaler Broker für die deutschsprachige Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und für globale Investorenkunden.
2.2.3 Geschäftsverlauf der Unterstützungsgeschäftsfelder
2.2.3.1 Geschäftsfeld Banking Services
Trotz der erheblichen Schwankungen, welche die Märkte im Jahr 2020 prägten, konnte die Baader Bank innerhalb des Geschäftsfelds Banking Services ein außerordentliches Wachstum hinsichtlich der Depotkunden erreichen. Dieser Anstieg bezieht sich sowohl auf die Anzahl als auch auf das resultierende Depotvolumen.
In den Berichtszeitraum fällt unter anderem der Start des Scalable Capital Brokers als neue Marke von Scalable Capital, einem langjährigen Geschäftspartner der Baader Bank. Hierüber können Kunden Aktien, ETFs und Fonds handeln und von einem Preismodell Gebrauch machen, das eine Trading-Flatrate für den Handel von Wertpapieren bietet. Mit dieser Kooperation sowie mit der Zusammenarbeit mit Gratisbroker festigt die Baader Bank ihre Marktstellung im Geschäftsfeld der sogenannten "Neobroker". Im zweifachen Sinne partizipiert die Baader Bank einerseits als Depotbank und andererseits als Market Maker durch die Abwicklung der Kundenaufträge über gettex, die elektronische Handelsplattform der Börse München. Aufgrund der sich in 2020 verstärkenden Handelsaffinität im Retail-Segment sorgen die Neobroker-Kooperationen vermehrt für steigende Transaktionsaktivitäten. Insbesondere das um ETF-Sparpläne ergänzte Sortiment der Neobroker steht für einen langfristigen Anlagehorizont der Nutzer.
Neben den Neobroker-Modellen konnte auch durch B2B-Partnerschaften mit bereits am Markt etablierten digitalen Vermögensverwaltern ein solides Wachstum in 2020 weiter vorangetrieben werden. Insgesamt hat sich die Anzahl der Depots im Zuge der Funktion der Baader Bank als depotführende Bank im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 179 % gesteigert. Das geführte Depotvolumen ist entsprechend im Jahresverlauf um 38 % angestiegen. Dieses Wachstum geht unter anderem einher mit der Umsetzung von insgesamt acht neuen B2B-Kooperationspartnerschaften, sowohl im Bereich der Vermögensverwalter als auch im Bereich der Banken.
Die in 2020 als Neukunden gewonnenen Vermögensverwalter und FinTechs stammen überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum. Zum Geschäftsjahresende 2020 betreut die Baader Bank insgesamt 72 Finanzdienstleister (Vorjahr: 66), etwa die Hälfte davon sind digitale Vermögensverwalter.
2.2.3.2 Geschäftsfeld Asset Management Services
Im Geschäftsverlauf 2020 verzeichnete das bei den als Finanzportfolioverwalter für Kapitalverwaltungsgesellschaften betreute Vermögen im Bereich der Asset Management Services einen leichten Rückgang um ca. 10,5 % auf EUR 6,3 Mrd. (Gesamtvolumen zum 31.12.2019: EUR 7,1 Mrd.). Die Zahl der Fondsmandate sank im Vergleich zum Vorjahr von 58 auf 55 Mandate, was unter anderem auf die Konsolidierung von Einzelfonds zurückzuführen ist. Schwankungen dieser Größenordnung sind aus Sicht des Vorstands unwesentlich. Im Zeitverlauf über mehrere Jahre betrachtet, bewegen sich genannte Vergleichsgrößen auf konstantem Niveau.
2.2.3.3 Geschäftsfeld Research Services
Die Baader Bank befindet sich als Anbieter von Equity Research in einem stark preisgetriebenen Wettbewerbsumfeld, welches durch das Inkrafttreten der MiFID II-Richtlinie zusätzlich unter Druck geraten ist. Nach wie vor muss den Research-Anbietern der Spagat gelingen, ein Preismodell anzubieten, das erstens die Anforderungen der Kunden erfüllt, zweitens wettbewerbsfähig gegenüber anderen Anbietern ist und drittens den regulatorischen Anforderungen gerecht wird. Infolgedessen haben vereinzelte Häuser inzwischen sogar ihre Research-Sparte geschlossen.
Im Berichtszeitraum wurde die Kooperation mit dem französischen Analyse-Anbieter AlphaValue im Sinne der Erweiterung des Baader Helvea eigenen Produktspektrums weiter vorangetrieben und entsprechend im August die neue gemeinsame Research-Plattform Baader Europe gestartet. Dort können Kunden die Research-Produkte des Baader Bank Konzerns über eine einheitliche, interaktive Plattform nutzen. Die Plattform konsolidiert alle Research-Produkte des Baader Bank Konzerns und bietet Zugang zu über 600 europäischen Titeln, zu Equity-, Credit- und ESG-Research, zu Strategy- sowie Macro-Research, zu ETF-Research und zu den Top Picks der Baader Bank.
Das Geschäftsfeld Research Services hält weiterhin an seinem fundamentalen, nach Sektoren ausgerichteten Ansatz, der durch eine gezielte Selektion und die qualitative Analyse von Geschäftsmodellen einen hohen Spezialisierungsgrad aufweist, fest. Die Coverage der analysierten Titel wurde ausgebaut und nachhaltig optimiert, sodass auch künftig ein größeres Angebot entstehen soll. Mit dieser Strategie konnte die Anzahl der Research-Kunden im Geschäftsjahr 2020 bereits um 34 % gesteigert werden.
2.2.4 Geschäftsverlauf der Tochtergesellschaften
Wesentlicher Bestandteil des Baader Bank Konzerns ist die schweizerische Baader Helvea Gruppe. Zusammen mit dem Brokerage der Baader Bank konnte hier einer der größten lokalen Broker in deutschen, österreichischen und schweizerischen Aktien erfolgreich am Markt etabliert werden. Seit über zehn Jahren steht Baader Helvea für zuverlässiges Brokerage und Research für institutionelle Anleger weltweit, mit einem Fokus auf Investoren in Großbritannien, der Schweiz, den USA und Kanada.
In 2020 wurde die positive Entwicklung der Baader Helvea weiter vorangetrieben. Neben dem Ausbau der Kooperation im SIX Stage-Programm mit der schweizerischen Börse konnte die Kundenbasis sukzessive erweitert werden. Zusammen mit der französischen AlphaValue, an der die Baader Bank beteiligt ist, wird eine vollumfängliche Research-Plattform angeboten. Das Angebot erstreckt sich mittlerweile auf über 600 pan-europäische Analysetitel.
Haupttreiber des Baader Helvea-Ergebnisses sind Provisionseinnahmen aus Sales- und Research-Aktivitäten. Der Markterfolg der Baader Helvea Gruppe in 2020 spiegelt sich in einem positiven Ergebnisbeitrag zum Baader Bank Konzern für das Geschäftsjahr 2020 wider, der in 2019 noch leicht negativ ausfiel.
Mit den Markterfolgen sind dafür zum einen die kosten- und prozessseitige Optimierung beim schweizerischen Research- und Brokerhaus, zum anderen die Adjustierung der Dienstleistungs- und Produktpalette nach den Bedürfnissen und Potenzialen der einzelnen Kundengruppen ursächlich. Die weltweite Covid-19-Pandemie in 2020 hatte keine direkt ableitbare positive oder negative Ergebnisauswirkung auf Baader Helvea.
Die wesentlichen Ergebnistreiber der Selan Gruppe sind die von der Windparkbetreiberin Selan d.o.o. erzielten Einspeisevergütungen für Windenergie, die in wesentlichem Maße von den Windverhältnissen sowie der technischen Verfügbarkeit der Windkraftanlagen im Verlauf eines Geschäftsjahres abhängig sind.
Das Windaufkommen für den an der kroatischen Küste stehenden Windpark lag in 2020 im Vergleich zu 2019 nahezu gleichbleibend hoch. Die Windernte verzeichnete eine leicht rückläufige Entwicklung im Jahresvergleich.
Die technische Verfügbarkeit der Windanlage war in 2020, trotz einzelner Schäden insgesamt sehr zufriedenstellend. Von besonderer Wichtigkeit für das Engagement war der Eintritt der Rechtskraft der Baugenehmigung für eine zweite Ausbaustufe des Windparks. So lag auch die Erarbeitung eines Finanzierungskonzepts für den Ausbau im Fokus der Tätigkeit. Zudem hat das zuständige Landwirtschaftsministerium der Nutzung des Geländes für weitere 30 Jahre zugestimmt. Die herrschende Covid-19-Pandemie hatte keinen sichtbaren Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und Ergebnisentwicklung der Selan Gruppe.
Insgesamt erwirtschaftete die Selan Gruppe einen positiven Ergebnisbeitrag zum Baader Bank Konzern in 2020, der gegenüber dem Jahr 2019, v.a. durch einzelne Sonderkosten, leicht geringer ausfiel.
Die Baader & Heins Capital Management AG ist ein Finanzdienstleistungsinstitut, das auf die Vermittlung vorwiegend illiquider, verzinslicher Finanzprodukte zwischen Emittenten und institutionellen Investoren spezialisiert ist. Zum Kundenkreis gehören institutionelle Großanleger aus dem Versicherungsbereich, dem öffentlichen Sektor sowie dem Bankenbereich im In- und Ausland. Der Geschäftsverlauf der Baader & Heins wird im Wesentlichen vom Provisionsergebnis bzw. von der zugrundeliegenden Vermittlungsprovision, der Anzahl der Geschäftsabschlüsse sowie dem vermittelten Volumen bestimmt.
Der Wettbewerb zwischen den auf institutionelle Investoren fokussierten freien Finanzmaklern wie der Baader & Heins war und ist intensiv und darüber hinaus stark von den an den internationalen Kapitalmärkten herrschenden Rahmenbedingungen geprägt. Für Gegenwind sorgten in 2020 weiterhin insbesondere das anhaltende Niedrigzinsumfeld und Negativzinsen, geringe Risikoaufschläge auf Rententitel und der zunehmende Konsolidierungsdruck bei wichtigen Marktakteuren im Zuge von Fusionen und Übernahmen und darüber hinaus die Covid-19-Pandemie und die mit ihr einhergehenden wirtschaftlichen Unwägbarkeiten.
Im Geschäftsjahr 2020 ist es Baader & Heins gelungen im Vergleich zum Vorjahr sowohl bei der Anzahl der Geschäftsabschlüsse als auch bei dem vermittelten Volumen zuzulegen. Das Provisionsergebnis konnte im Zuge dessen gegenüber dem Vorjahr nennenswert gesteigert werden. Das Betriebsergebnis lag mit einem wesentlichen Zuwachs ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres 2020 von Baader & Heins kann somit als überaus zufriedenstellend bezeichnet werden.
2.2.5 Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung in 2020 mit den im Vorjahr abgegebenen Prognosen
Der Vorstand der Baader Bank hat für das Geschäftsjahr 2020 anfänglich die Prognose ausgegeben, unter normalen Marktgegebenheiten, d.h. bei einem Marktniveau der letzten fünf bis sieben Jahre, wieder ein positives operatives Ergebnis auf Konzernebe erwirtschaften zu können. Diese Erwartung spiegelte im Vergleich v.a. zu den beiden vorhergegangenen Geschäftsjahren eine stetige positive Verbesserung der Geschäfts- und Finanzzahlen wider.
Die Erwartung einer Ergebnisverbesserung unter konstanten und normalen Gegebenheiten begründete sich darin, dass es der Baader Bank ab 2020 möglich war, mit einem neuen strategischen Setup zu starten.
Nach einer intensiven Phase der Überprüfung und Adjustierung der Gesamtausrichtung, der Gesamtbankstrategie aber auch der einzelnen Geschäftsfelder und Geschäftsfeldstrategien, bei der die Entwicklung und Durchführung von organisatorischen und prozessualen Verbesserungen, von Kostenoptimierungsmaßnahmen sowie von Marktbearbeitungs- und Vertriebsoptimierungsmaßnahmen enthalten war, hatte und hat die Baader Bank die Weichen für ein profitables und nachhaltiges Wachstum gestellt.
Im Ergebnis führen die Maßnahmen dazu, die Bankengruppe, die Gesellschaft selber und die Geschäftsaktivitäten der Baader Bank als Ganzes auf die richtige Größe zu reduzieren und die Profitabilitätsschwelle insgesamt abzusenken. Die Maßnahmen sind also darauf ausgelegt, das Geschäft der Baader Bank beständiger und skalierbarer zu machen und ein gutes Profitabilitätsniveau sogar unter ungünstigen Rahmenbedingungen zu erreichen. Dies mit einer deutlichen Chance zur überproportionalen Ertrags- und Ergebnissteigerung bei günstigen Marktbedingungen.
Die Markt- und Geschäftsentwicklung in und für die Baader Bank im Geschäftsjahr 2020 verlief hingegen positiver als erwartet und anfänglich prognostiziert.
Bereits im ersten Quartal 2020 war ein wesentlicher Anstieg der Geschäftsaktivitäten bei der Baader Bank zu verzeichnen. Hier stiegen Handels- und Provisionsergebnis im Vergleich zur Vorjahresperiode um rund 250 % bzw. 50 % an. Die Ertrags- und Ergebnisstärke der Baader Bank setzte sich auch im zweiten Quartal 2020 fort. Zum Halbjahr hatte sich das Handelsergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 bereits vervierfacht. Die Entwicklung des Provisionsergebnisses schwächte sich auf einen Gesamtertragsanteil von 15 % ab. Das Provisionsergebnis beinhaltet auch Provisionsaufwendungen, die bei zunehmenden Handelsaktivitäten ansteigen. Insofern belasten höhere Handelsvolumina das Provisionsergebnis.
Ein operatives Ergebnis zum Halbjahr 2020 von bereits positiven TEUR 51.891 veranlasste den Vorstand, die Prognose für das Gesamtjahr 2020 anzuheben. Ab diesem Zeitpunkt kommunizierte die Baader Bank, für 2020 insgesamt von einem nun deutlich positiven operativen Ergebnis auszugehen. Mit TEUR 66.178 für die ersten neun Monate 2020 setzte sich die überproportionale Entwicklung des operativen Ergebnisses, wie auch aller anderen Ergebniskennzahlen, auch tatsächlich weiter fort. Letztendlich erwirtschaftete die Baader Bank im Geschäftsjahr 2020 mit einem operativen Ergebnis von TEUR 81.529 insgesamt ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 56.019 auf Konzernebene. Die Geschäftsentwicklung im Abschlussquartal war also ungebrochen.
Im Wesentlichen sind für die Geschäftsentwicklung der Baader Bank in 2020 die folgenden Treiber auszumachen:
Zum einen, die Ertrags- und Kosteneffekte aus der Strategieadjustierung der Baader Bank, deren Wirkung bereits einführend in diesem Kapitel beschrieben wurde.
Zum anderen, die Marktentwicklungen im Wertpapierhandel, bei denen sich die hohen Volatilitäten und Umsatzvolumina über das gesamte Jahr fortgesetzt haben. Die überproportionale Zunahme mit den teilweise historisch hohen Umsatzvolumina begründet sich im Wesentlichen auf einer enormen Handelsaktivität vorwiegend von Privatanlegern sowie in den bereits jetzt wirkenden strategischen Maßnahmen, die aus Sicht des Vorstandes zu einer langfristigen strukturellen Weiterentwicklung des Handelssetups und der Handelsqualität im Market Making führen.
Zum dritten die ungebrochenen Wachstumsraten im Konto- und Depotgeschäft der Baader Bank. Bei den Banking Services, namentlich dem Konto- und Depotgeschäft mit Vermögensverwaltern, knüpft die Baader Bank nahtlos an die Wachstumsraten der Vorjahre an. Der überproportionale Anstieg der Depotvolumina als auch der Depotanzahl im Jahr 2020 ist sowohl auf die Gewinnung weiterer Online- und klassischer Vermögensverwalter als auch auf den Start von neuen, gebührenoptimierten Brokerangeboten zurückzuführen, bei denen die Baader Bank Kooperationspartner ist. Der signifikante Anstieg des Ergebnisbeitrages aus dem Market Making wird folglich durch Markterfolge im Kunden- und Bestandsgeschäft unterstützt.
Die hohen Umsatzvolumina beruhen auf einem neuen Kundenstamm an v.a. privaten, aber sehr aktiven Anlegern. Beginnend in 2020 ist eine Transformation und eine neue Börsenkultur in Deutschland zu beobachten. Aktive Selbstentscheider, die über einen einfachen technischen Zugang via Mobile-Apps verfügen und diesen für ein kostenoptimiertes, aktives Trading nutzen. Zudem ist sie geprägt von mittlerweile etablierten Robo-Advisorn, die ebenfalls kostenoptimiert für Private Anlagestrategien umsetzen.
Technisch geschieht diese neue Börsenkultur praktisch ohne Kosten und über einen einfachen Marktzugang, über Online-Anwendungen auf mobilen Endgeräten in Echtzeit.
Dies gilt auch für die digitale Art der Konto- und Depotführung. Diese neue Börsenkultur wird begleitet durch sich anpassende Börsen- und Handelsplattformbetreiber, die mit Partnern wie der Baader Bank, innovative, teilweise exklusive Kooperationen aufsetzen.
Die Baader Bank vereint diese Marktentwicklungen und profitiert als unabhängiger Anbieter einer Handels-, Abwicklungs- und Bankinfrastrukturüberproportional von dieser Entwicklung und dem neu gewonnenen Anlegerstamm.
Zu notieren bleibt, dass auch alle drei Tochtergesellschaften der Baader Bank Gruppe, die schweizerische Baader Helvea Gruppe, die Baader & Heins Capital Management AG sowie die Selan Gruppe, mit positiven, teilweise überplanmäßigen Abschlüssen zum Konzernergebnis beitrugen.
2.3 Wirtschaftliche Lage des Baader Bank Konzerns
2.3.1 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Baader Bank AG als Muttergesellschaft des Baader Bank Konzerns bestimmt maßgeblich die wirtschaftliche Gesamtentwicklung des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die für den Baader Bank Konzern getroffenen Aussagen lassen sich grundsätzlich auch auf die Baader Bank AG übertragen. Dementsprechend werden der Lagebericht der Baader Bank AG und der des Baader Bank Konzerns gemäß § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Soweit sich wesentliche Abweichungen zwischen dem Jahresabschluss der Baader Bank AG und dem Konzernabschluss ergeben sowie ergänzende quantitative Angaben zu machen sind, werden diese in den sich anschließenden Berichtspassagen erläutert und dargestellt.
Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Baader Bank AG wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches ("HGB") und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") sowie unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes ("AktG") aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Die Bekanntmachung für das Geschäftsjahr 2020 erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger.
2.3.2 Ertragslage
Die Ertragslage des Baader Bank Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich mit einem positiven Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 56.019 (Vorjahr TEUR 68) deutlich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Im Einzelnen stellt sich die Ertragslage des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG im Geschäftsjahr 2020, im Vergleich zu den Vorjahren 2018 und 2019, wie folgt dar:
scrollen
| Baader Bank Konzern - Ertragslage - | 2018 | 2019 | 2020 | Veränderung zum Vorjahr | |
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR / % | TEUR / % | TEUR / % | absolut TEUR |
relativ % |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erträge | 98.121 | 104.336 | 212.661 | 108.325 | >100% |
| davon Zinsergebnis 1 und laufende Erträge | 527 | -799 | -2.634 | -1.835 | >-100% |
| darunter Zinsergebnis | -445 | -1.537 | -3.217 | -1.680 | >-100% |
| darunter laufende Erträge | 972 | 738 | 583 | -155 | -21% |
| Anteil an den Erträgen | 1% | -1% | -1% | ||
| davon Provisionsergebnis 1 | 40.518 | 32.111 | 30.976 | -1.135 | -4% |
| Anteil an den Erträgen | 41% | 31% | 15% | ||
| davon Handelsergebnis 1, 2 | 40.976 | 46.149 | 168.215 | 122.066 | >100% |
| Anteil an den Erträgen | 42% | 44% | 79% | ||
| davon Umsatzerlöse | 13.095 | 12.808 | 11.962 | -846 | -7% |
| Anteil an den Erträgen | 13% | 12% | 6% | ||
| davon Sonstige Erträge | 3.005 | 14.014 | 4.142 | -9.872 | -70% |
| darunter sonstige betriebliche Erträge | 3.005 | 3.514 | 4.142 | 628 | 18% |
| darunter Erträge aus der Auflösung des Fonds für allgemeine Bankrisiken | 0 | 10.500 | 0 | -10.500 | -100% |
| Anteil an den Erträgen | 3% | 13% | 2% | ||
| davon Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen | 0 | 53 | 0 | -53 | -100% |
| Anteil an den Erträgen | 0% | 0% | 0% | ||
| Aufwendungen | 117.496 | 104.268 | 156.642 | 52.374 | 50% |
| davon Personalaufwand | 54.686 | 46.522 | 71.239 | 24.717 | 53% |
| Anteil an den Aufwendungen | 47% | 45% | 45% | ||
| davon anderer Verwaltungsaufwand und sonstige betriebliche Aufwendungen | 45.385 | 44.604 | 48.141 | 3.537 | 8% |
| darunter andere Verwaltungsaufwendungen | 43.735 | 42.763 | 44.603 | 1.840 | 4% |
| darunter sonstige betriebliche Aufwendungen | 1.650 | 1.841 | 3.538 | 1.697 | 92% |
| Anteil an den Aufwendungen | 39% | 43% | 31% | ||
| davon Abschreibungen | 17.391 | 13.142 | 20.425 | 7.283 | 55% |
| darunter Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen | 10.916 | 9.001 | 11.148 | 2.147 | 24% |
| darunter sonstige Abschreibungen und Wertberichtigungen 3 sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft | 6.475 | 4.141 | 9.277 | 5.136 | >100% |
| Anteil an den Aufwendungen | 15% | 13% | 13% | ||
| davon Sonstige Aufwendungen | 0 | 0 | 16.837 | 16.837 | 100% |
| darunter Aufwendungen aus der Zuführung des Fonds für allgemeine Bankrisiken | 0 | 0 | 16.837 | 16.837 | 100% |
| Anteil an den Aufwendungen | 0% | 0% | 11% | ||
| davon Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen | 34 | 0 | 0 | 0 | 0% |
| Anteil an den Aufwendungen | 0% | 0% | 0% | ||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | -19.375 | 68 | 56.019 | 55.951 | >100% |
| Steuern | 1.649 | 483 | 9.177 | 8.694 | >100% |
| Steuerquote | 9% | > 100% | 16% | ||
| Konzernergebnis vor Anteilen anderer Gesellschafter | -21.024 | -415 | 46.842 | - | - |
| Minderheitsgesellschaftern zustehendes Ergebnis | -286 | -176 | -313 | -137 | -78% |
| Konzernjahresergebnis | -21.310 | -591 | 46.529 | - | - |
| Gewinn- / Verlustvortrag des Mutterunternehmens | -11.036 | -33.644 | -6.792 | 26.852 | 80% |
| Einstellungen in / Entnahmen aus Gewinnrücklagen | -1.298 | 27.443 | -20.494 | - | - |
| Konzernbilanzgewinn / -verlust | -33.644 | -6.792 | 19.243 | - | - |
| Kennzahlen | |||||
| Rohertrag (Umsatz) 4 | 95.116 | 90.269 | 208.519 | 118.250 | >100% |
| Operatives Ergebnis 5 | -14.221 | -8.017 | 81.529 | - | - |
| Aufwand-Ertrag-Relation | 120% | 100% | 74% | ||
| Personalintensität 6 | 57% | 52% | 34% | ||
| Verwaltungsintensität 7 | 46% | 47% | 21% | ||
| Eigenkapitalrendite vor Steuern 8 | -25% | 0% | 46% |
1 Korrespondierende Erträge und Aufwendungen sind saldiert ausgewiesen
2 Nettoertrag des Handelsbestands
3 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Beteiligungen, Wertpapiere des AV
4 Entspricht dem Rohertrag, der sich aus den Posten Zinsergebnis und laufende Erträge, Provisionsergebnis, Handelsergebnis und Umsatzerlöse zusammensetzt
5 Rohertrag abzgl. Personal- und anderer Verwaltungsaufwand sowie Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
6 Personalaufwand in % vom Umsatz bzw. Rohertrag
7 Verwaltungsaufwand in % vom Umsatz bzw. Rohertrag
8 EBT in % vom Eigenkapital
Tabelle 1: Indikatoren zur Ertragslage des Baader Bank Konzerns
scrollen
| Baader Bank AG - Ertragslage - | 2018 | 2019 | 2020 | Veränderung zum Vorjahr | |
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR / % | TEUR / % | TEUR / % | absolut TEUR |
relativ % |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erträge | 74.344 | 83.990 | 188.523 | 104.533 | >100% |
| davon Zinsergebnis 1 und laufende Erträge | 3.679 | 1.847 | -1.103 | - | - |
| darunter Zinsergebnis | 1.227 | 360 | -2.248 | - | - |
| darunter laufende Erträge | 2.452 | 1.487 | 1.145 | -342 | -23% |
| Anteil an den Erträgen | 5% | 2% | -1% | ||
| davon Provsionsergebnis 1 | 24.727 | 20.511 | 17.014 | -3.497 | -17% |
| Anteil an den Erträgen | 33% | 24% | 9% | ||
| davon Handelsergebnis 1, 2 | 40.976 | 46.149 | 168.215 | 122.066 | >100% |
| Anteil an den Erträgen | 55% | 55% | 89% | ||
| davon Sonstige Erträge | 4.962 | 15.483 | 4.397 | -11.086 | -72% |
| darunter sonstige betriebliche Erträge | 4.962 | 4.983 | 4.397 | -586 | -12% |
| darunter Erträge aus der Auflösung des Fonds für allgemeine Bankrisiken | 0 | 10.500 | 0 | -10.500 | -100% |
| Anteil an den Erträgen | 7% | 18% | 2% | ||
| Aufwendungen | 96.805 | 86.480 | 134.705 | 48.225 | 56% |
| davon Personalaufwand | 45.042 | 40.043 | 64.097 | 24.054 | 60% |
| Anteil an den Aufwendungen | 47% | 46% | 48% | ||
| davon anderer Verwaltungsaufwand und sonstige betriebliche Aufwendungen | 39.424 | 38.299 | 40.810 | 2.511 | 7% |
| darunter andere Verwaltungsaufwendungen | 38.474 | 37.520 | 38.907 | 1.387 | 4% |
| darunter sonstige betriebliche Aufwendungen | 950 | 779 | 1.903 | 1.124 | >100% |
| Anteil an den Aufwendungen | 41% | 44% | 30% | ||
| davon Abschreibungen | 12.339 | 8.138 | 12.976 | 4.838 | 59% |
| darunter Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen | 5.673 | 4.284 | 3.659 | -625 | -15% |
| darunter sonstige Abschreibungen und Wertberichtigungen 3 sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft | 6.666 | 3.854 | 9.317 | 5.463 | >100% |
| Anteil an den Aufwendungen | 13% | 9% | 10% | ||
| davon Sonstige Aufwendungen | 0 | 0 | 16.822 | 16.822 | 100% |
| darunter Aufwendungen aus der Zuführung des Fonds für allgemeine Bankrisiken | 0 | 0 | 16.822 | 16.822 | 100% |
| Anteil an den Aufwendungen | 0% | 0% | 12% | ||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | -22.461 | -2.490 | 53.818 | - | - |
| Steuern | 147 | 28 | 8.583 | 8.555 | >100% |
| Steuerquote | 1% | 1% | 16% | ||
| Jahresüberschuss (JÜ) / -fehlbetrag | -22.608 | -2.518 | 45.235 | - | - |
| Gewinn- / Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -11.036 | -33.644 | -6.792 | 26.852 | 80% |
| Einstellungen in / Entnahmen aus Gewinnrücklagen | 0 | 29.370 | -19.200 | - | - |
| Bilanzgewinn / -verlust | -33.644 | -6.792 | 19.243 | - | - |
| Kennzahlen | |||||
| Rohertrag (Umsatz) 4 | 69.382 | 68.507 | 184.126 | 115.619 | >100% |
| Operatives Ergebnis 5 | -19.807 | -13.340 | 77.463 | - | - |
| Aufwand-Ertrag-Relation | 130% | 103% | 71% | ||
| Personalintensität 6 | 65% | 58% | 35% | ||
| Verwaltungsintensität 7 | 55% | 55% | 21% | ||
| Eigenkapitalrendite vor Steuern 8 | -31 % | -4% | 46% |
1 Korrespondierende Erträge und Aufwendungen sind saldiert ausgewiesen
2 Nettoertrag des Handelsbestands
3 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und Wertpapiere des AV
4 Entspricht dem Rohertrag, der sich aus den Posten Zinsergebnis und laufende Erträge, Provisionsergebnis und Handelsergebnis zusammensetzt
5 Rohertrag abzgl. Personal- und anderer Verwaltungsaufwand sowie Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
6 Personalaufwand in % vom Umsatz bzw. Rohertrag
7 Verwaltungsaufwand in % vom Umsatz bzw. Rohertrag
8 EBT in % vom Eigenkapital
Tabelle 2: Indikatoren zur Ertragslage der Baader Bank AG
Die laufenden Erträge sind aufgrund geringerer Dividendenzahlungen um TEUR 155 auf TEUR 583 niedriger als im Vorjahr ausgefallen (Baader Bank AG: um TEUR 342 auf TEUR 1.145). Darin enthalten sind bei der Baader Bank AG Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaft Baader & Heins in Höhe von TEUR 563. Das Zinsergebnis war im abgelaufenen Geschäftsjahr mit TEUR 2.634 erneut negativ (Baader Bank AG: - TEUR 2.248). Geprägt war das Zinsergebnis unverändert durch Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren mit einem deutlichen Rückgang um TEUR 2.863 auf TEUR 2.188, denen korrespondierend Zinsaufwendungen aus der Begebung eigener Schuldscheindarlehen (TEUR 4.313) und der Refinanzierung der Konzernzentrale am Standort Unterschleißheim (Baader Bank AG: TEUR 460) gegenüberstanden. Hinzu kamen im Konzern, wie bereits im Vorjahr, vor allem die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 725 aus der Fremdfinanzierung des Windparks bei der Windparkbetreiberin Selan d.o.o. Mit einem negativen Anteil an den Gesamterträgen von insgesamt -1 % (Baader Bank AG: -1 %) sind das Zinsergebnis und die laufenden Erträge - unverändert zum Vorjahr - für die Ertragslage des Konzerns und der Baader Bank AG von untergeordneter Bedeutung.
Mit TEUR 30.976 (Baader Bank AG: TEUR 17.014) leistet das Provisionsergebnis erneut einen wesentlichen Beitrag und stellt 15 % der Konzernerträge (Baader Bank AG: 9 %). Insgesamt fällt das Provisionsergebnis im Konzern um 4 % bzw. TEUR 1.135 niedriger als im Vorjahr (Baader Bank AG: um 17 % bzw. TEUR 3.497) aus. Wesentlicher Treiber des gesunkenen Provisionsergebnisses sind bedingt durch die stark angestiegenen Handelsaktivitäten die höher ausgefallenen Abwicklungs- und Börsengebühren um TEUR 13.774 auf TEUR 27.484 (Baader Bank AG: - TEUR 13.772 auf TEUR 27.448). Niedriger war auch das Ergebnis aus Vermittlungsprovisionen (- TEUR 4.347) (Baader Bank AG: -TEUR 5.525) sowie das Ergebnis aus Management- und Performancefees (- TEUR 1.338) (Baader Bank AG: - TEUR 1.338). Ertragssteigerungen im Vergleich zum Vorjahr konnten dagegen im Cash Equity Geschäft einschließlich des Verkaufs von Research-Produkten sowohl auf Ebene der Baader Bank AG als auch der Baader Helvea Gruppe erzielt werden. Insgesamt erfuhr das Provisionsergebnis aus Orderrouting- und Kundenkommissionsgeschäft sowie das sonstige Provisionsergebnis einen signifikanten Anstieg um TEUR 13.660 auf TEUR 45.344 (Baader Bank AG: um TEUR 12.406 auf TEUR 37.236). Ebenfalls höher lagen um TEUR 4.512 auf TEUR 14.660 (Baader Bank AG: + TEUR 4.512) das Courtage- und Transaktionsergebnis sowie das Provisionsergebnis aus Kapitalmarktdienstleistungen mit TEUR 152 auf TEUR 3.220 (Baader Bank AG: um TEUR 220 auf TEUR 3.168).
Das Handelsergebnis auf Konzernebene ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 122.066 auf TEUR 168.215 sehr stark angestiegen und resultiert vollständig aus der Baader Bank AG als Handelsbuchinstitut. Es leistet einen Ergebnisbeitrag an den Gesamterträgen des Konzerns von 79 % (Baader Bank AG: 89 %). Insgesamt hat das sehr gute Handelsergebnis den positiven Geschäftsabschluss wesentlich geprägt.
Die durch die Selan Gruppe ausgewiesene Position Umsatzerlöse entfällt in voller Höhe auf die durch den Windpark generierte Einspeisevergütung für Strom. Diese liegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 7 % bzw. TEUR 846 auf TEUR 11.962 leicht unter Vorjahresniveau. Die Höhe der Umsatzerlöse an den Gesamterträgen beträgt 6 %. Dagegen stehen die Betriebskosten für den Betrieb des Windparks (TEUR 2.710), Refinanzierungskosten (TEUR 725) sowie Abschreibungen auf diesen in Höhe von TEUR 3.452.
Die sonstigen Erträge weisen einen deutlichen Rückgang um TEUR 9.872 auf TEUR 4.142 auf (Baader Bank AG: um TEUR 11.086 auf TEUR 4.397). Im Vorjahr hatte der Vorstand von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht, negative Ergebnisentwicklungen in Übereinstimmung mit § 340g HGB in Höhe von TEUR 10.500 auszugleichen.
Der Gesamtaufwand ist im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich um TEUR 52.374 auf TEUR 156.642 gestiegen (Baader Bank AG: TEUR 48.225 auf TEUR 134.705).
Die Personalaufwendungen sind auf Konzernebene aufgrund höherer variabler Vergütungsbestandteile mit insgesamt TEUR 71.239 um 53 % bzw. TEUR 24.717 höher ausgefallen (Baader Bank AG um 60% bzw. TEUR 24.054 auf TEUR 64.097).
Der andere Verwaltungsaufwand und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 3.537 auf TEUR 48.141 ebenfalls höher ausgefallen (Baader Bank AG: um TEUR 2.511 auf TEUR 40.810).
Infolge der beschriebenen Faktoren hat sich der Rohertrag um TEUR 118.250 auf TEUR 208.519 (Baader Bank AG: TEUR 115.619 auf TEUR 184.126) mehr als verdoppelt. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern fällt auf Konzern- als auch Einzelabschlussebene mit TEUR 81.529 bzw. TEUR 77.463 ebenfalls deutlich positiv aus.
Die Abschreibungen sind im Baader Bank Konzern um TEUR 7.283 auf TEUR 20.425 höher ausgefallen. Diese entfallen mit TEUR 11.148 auf Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sowie mit TEUR 9.277 auf Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere. Von den Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen entfallen TEUR 4.967 auf Sachanlagen (Grundstücke und Bauten TEUR 763, Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR 4.134, geringwertige Wirtschaftsgüter TEUR 70) und TEUR 6.181 auf immaterielle Anlagewerte (Geschäfts- und Firmenwerte TEUR 3.971, Skontren TEUR 607, Software TEUR 1.532, Lizenzen und gewerbliche Schutzrechte TEUR 71). Daneben wurde aufgrund einer dauerhaften Wertminderung unter Heranziehung anerkannter Bewertungsmethoden eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Geschäfts- und Firmenwert bei der Selan d.o.o. in Höhe von TEUR 2.839 vorgenommen. Abschließend sind Bewertungs- und Abgangsverluste im Anlagebuch in Höhe von TEUR 9.277 entstanden, die im Wesentlichen auf wie Anlagevermögen behandelte sowie der Liquiditätsreserve zugeordnete Wertpapiere entfallen.
In der Baader Bank AG sind die Abschreibungen insgesamt um TEUR 4.838 auf TEUR 12.976 ebenfalls höher ausgefallen. Neben einem Rückgang aus vollständig ausgelaufenen Abschreibungen einzelner Skontren und Firmenwerte sowie Abschreibungen auf das Firmengebäude in Höhe von insgesamt TEUR 3.659 verzeichnen die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie die Abschreibungen auf Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere einen Anstieg um TEUR 5.463 auf TEUR 9.317.
Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde im Geschäftsjahr 2020 in Übereinstimmung mit § 340e Absatz 4 HGB TEUR 16.837 (Baader Bank AG: TEUR 16.822) zugeführt.
Der Steueraufwand im Konzernabschluss resultiert vor allem aus dem deutlich positiven Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Zudem macht der Konzern von dem Wahlrecht Gebrauch, Aktivüberhänge aus latenten Steuern nicht zu bilanzieren.
Infolge der beschriebenen Faktoren war das Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 56.019 (Vorjahr TEUR 68) als auch das Konzernjahresergebnis mit TEUR 46.529 positiv (Vorjahr TEUR - 591) und konnte somit auf ein Vielfaches gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In der Baader Bank AG wird ein Jahresüberschuss von TEUR 45.234 (Vorjahr TEUR - 2.518) ausgewiesen.
2.3.3 Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 888.578 und ist mit einem Anstieg um TEUR 271.203 höher als im Vorjahresvergleich (Baader Bank AG: um TEUR 275.271 auf TEUR 865.891). Die Bilanzstruktur des Baader Bank Konzerns hat dabei sowohl auf der Aktiv- als auch der Passivseite Veränderungen erfahren. Die Veränderungen der Aktiva resultieren im Wesentlichen aus einem Rückgang der Aktien und Schuldverschreibungen um TEUR 63.710 auf TEUR 45.651 bei gleichzeitig deutlichem Anstieg der Barreserve um TEUR 251.072 auf TEUR 488.841 sowie der Forderungen an Kreditinstitute um TEUR 84.412 auf TEUR 163.003. Korrespondierend sind auf der Passivseite die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Kreditinstituten aufgrund höherer Sichteinlagen deutlich um TEUR 170.376 auf TEUR 676.286 gestiegen.
Im Einzelnen stellen sich die Vermögenslage und die Veränderungen der Bilanzposten des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG zum Abschlussstichtag wie folgt dar:
scrollen
| Baader Bank Konzern - Finanz- und Vermögenslage - | 2018 | 2019 | 2020 | Veränderung zum Vorjahr | |
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR / % | TEUR / % | TEUR / % | absolut TEUR |
relativ % |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kurzfristiges Vermögen | 598.398 | 509.896 | 787.503 | 277.607 | 54% |
| Anteil des kfr. Vermögens an der Bilanzsumme | 84% | 83% | 89% | ||
| davon Barreserve | 209.096 | 237.769 | 488.841 | 251.072 | >100% |
| davon Forderungen an Kreditinstitute | 99.195 | 78.591 | 163.003 | 84.412 | >100% |
| darunter täglich fällig | 89.748 | 69.098 | 161.794 | 92.696 | >100% |
| darunter andere Forderungen | 9.447 | 9.493 | 1.209 | -8.284 | -87% |
| davon Forderungen an Kunden | 26.780 | 38.525 | 47.261 | 8.736 | 23% |
| davon Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 192.276 | 94.947 | 43.735 | -51.212 | -54% |
| davon Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 15.442 | 14.414 | 1.916 | -12.498 | -87% |
| davon Handelsbestand | 49.407 | 37.869 | 36.800 | -1.069 | -3% |
| davon sonstige Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten | 6.202 | 7.781 | 5.947 | -1.834 | -24% |
| Langfristiges Vermögen | 114.792 | 107.479 | 101.075 | -6.404 | -6% |
| Anteil des lfr. Vermögens an der Bilanzsumme | 16% | 17% | 11% | ||
| davon Beteiligungen und Anteile an assoziierten Unternehmen | 7.986 | 7.288 | 9.605 | 2.317 | 32% |
| davon immaterielle Anlagewerte | 17.596 | 14.199 | 9.278 | -4.921 | -35% |
| davon Sachanlagen | 81.708 | 77.412 | 74.524 | -2.888 | -4% |
| davon aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 7.502 | 8.580 | 7.668 | -912 | -11% |
| darunter Pensionsverpflichtungen | -11.127 | -11.704 | -12.153 | -449 | -4% |
| darunter beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens 1 | 18.629 | 20.284 | 19.821 | -463 | -2% |
| Bilanzsumme | 713.190 | 617.375 | 888.578 | 271.203 | 44% |
| Fremdfinanzierung | 599.560 | 514.963 | 689.112 | 174.149 | 34% |
| Fremdfinanzierungsmittel in % der Bilanzsumme | 84% | 83% | 78% | ||
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 98.814 | 61.816 | 82.642 | 20.826 | 34% |
| darunter täglich fällig | 28.890 | 19.987 | 54.006 | 34.019 | >100% |
| darunter mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 69.924 | 41.829 | 28.636 | -13.193 | -32% |
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 487.155 | 444.094 | 593.644 | 149.550 | 34% |
| darunter täglich fällig | 333.847 | 313.249 | 491.991 | 178.742 | 57% |
| darunter mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 153.308 | 130.845 | 101.653 | -29.192 | -22% |
| davon sonstige Verbindlichkeiten | 13.591 | 9.053 | 12.826 | 3.773 | 42% |
| Sonstige Refinanzierungsmittel | 37.601 | 27.649 | 78.498 | 50.849 | >100% |
| Sonstige Refinanzierungsquote | 5% | 4% | 9% | ||
| davon Handelsbestand | 1.803 | 3.325 | 4.934 | 1.609 | 48% |
| davon Rechnungsabgrenzungsposten | 426 | 366 | 253 | -113 | -31% |
| davon Rückstellungen | 13.252 | 12.338 | 44.854 | 32.516 | >100% |
| davon Fonds für allgemeine Bankrisiken | 22.120 | 11.620 | 28.457 | 16.837 | >100% |
| Bilanzielles Eigenkapital | 76.029 | 74.763 | 120.968 | 46.205 | 62% |
| Bilanzielle EK-Quote | 11% | 12% | 14% | ||
| davon gezeichnetes Kapital | 45.632 | 45.632 | 45.632 | 0 | 0% |
| davon Kapitalrücklage | 31.431 | 31.431 | 31.431 | 0 | 0% |
| davon Gewinnrücklagen | 30.920 | 3.666 | 23.711 | 20.045 | >100% |
| davon Anteile anderer Gesellschafter | 1.690 | 826 | 951 | 125 | 15% |
| davon Bilanzgewinn/-verlust | -33.644 | -6.792 | 19.243 | - | - |
| Außerbilanzielle Verpflichtungen | 7.792 | 2.273 | 737 | -1.536 | -68% |
| davon Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen | 208 | 208 | 208 | 0 | 0% |
| davon Verpflichtungen aus Kreditzusagen | 7.584 | 2.065 | 529 | -1.536 | -74% |
| Kennzahlen | |||||
| Liquide Mittel 2 | 298.844 | 306.867 | 650.635 | 343.768 | >100% |
| Bilanzieller Liquiditätsüberschuss 3 | 191.763 | 139.649 | 212.466 | 72.817 | 52% |
| Modifizierte EK-Quote 4 | 14% | 14% | 17% |
1 Deckungsvermögen setzt sich aus beizulegendem Zeitwert folgender Bilanzpositionen zusammen: Forderungen an KI, Aktien und andere nicht testverzinsliche Wertpapiere, Rückdeckungswerte aus Versicherungen
2 Liquide Mittel setzen sich per Definition aus den Bilanzpositionen Barreserve und täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute zusammen
3 Bilanzieller Liquiditätsüberschuss entspricht der Summe kurzfristiger Forderungen, jederzeit veräußerbarer Wertpapiere sowie kurzfristiger Verbindlichkeiten
4 bilanzielle EK-Quote inklusive Fonds für allgemeine Bankrisiken
Tabelle 3: Indikatoren zur Finanz- und Vermögenslage des Baader Bank Konzern
scrollen
| Baader Bank AG -Finanz- und Vermögenslage - | 2018 | 2019 | 2020 | Veränderung zum Vorjahr | |
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR / % | TEUR / % | TEUR / % | absolut TEUR |
relativ % |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kurzfristiges Vermögen | 588.316 | 502.995 | 776.447 | 273.452 | 54% |
| Anteil des kfr. Vermögens an der Bilanzsumme | 87% | 85% | 90% | ||
| davon Barreserve | 209.094 | 237.769 | 488.840 | 251.071 | >100% |
| davon Forderungen an Kreditinstitute | 84.259 | 66.332 | 149.086 | 82.754 | >100% |
| darunter täglich fällig | 75.988 | 58.062 | 149.086 | 91.024 | >100% |
| darunter andere Forderungen | 8.271 | 8.270 | 0 | -8.270 | -100% |
| davon Forderungen an Kunden | 33.695 | 46.748 | 52.044 | 5.296 | 11% |
| davon Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 192.276 | 94.947 | 43.736 | -51.211 | -54% |
| davon Aktien und andere nicht festverzinsliche | 14.422 | 14.414 | 1.916 | -12.498 | -87% |
| Wertpapiere davon Handelsbestand | 49.407 | 37.869 | 36.800 | -1.069 | -3% |
| davon sonstige Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten | 5.163 | 4.916 | 4.025 | -891 | -18% |
| Langfristiges Vermögen | 91.384 | 87.625 | 89.444 | 1.819 | 2% |
| Anteil des lfr. Vermögens an der Bilanzsumme | 13% | 15% | 10% | ||
| davon Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen | 35.290 | 33.728 | 36.559 | 2.831 | 8% |
| davon immaterielle Anlagewerte | 10.307 | 8.044 | 7.105 | -939 | -12% |
| davon Sachanlagen | 38.285 | 37.273 | 38.112 | 839 | 2% |
| davon aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 7.502 | 8.580 | 7.668 | -912 | -11% |
| darunter Pensionsverpflichtungen | -11.127 | -11.704 | -12.153 | -449 | -4% |
| darunter beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens 1 | 18.629 | 20.284 | 19.821 | -463 | -2% |
| Bilanzsumme | 679.700 | 590.620 | 865.891 | 275.271 | 47% |
| Fremdfinanzierung | 571.641 | 494.321 | 674.433 | 180.112 | 36% |
| Fremdfinanzierungsmittel in % der Bilanzsumme | 84% | 84% | 78% | ||
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 70.017 | 40.641 | 69.115 | 28.474 | 70% |
| darunter täglich fällig | 28.888 | 19.987 | 54.006 | 34.019 | >100% |
| darunter mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 41.129 | 20.654 | 15.109 | -5.545 | -27% |
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 489.528 | 446.286 | 594.427 | 148.141 | 33% |
| darunter täglich fällig | 338.072 | 317.423 | 496.469 | 179.046 | 56% |
| darunter mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 151.456 | 128.863 | 97.958 | -30.905 | -24% |
| davon sonstige Verbindlichkeiten | 12.096 | 7.394 | 10.891 | 3.497 | 47% |
| Sonstige Refinanzierungsmittel | 34.545 | 25.303 | 75.227 | 49.924 | >100% |
| Sonstige Refinanzierungsquote | 5% | 4% | 9% | ||
| davon Handelsbestand | 1.803 | 3.325 | 4.934 | 1.609 | 48% |
| davon Rechnungsabgrenzungposten | 426 | 365 | 253 | -112 | -31% |
| davon Rückstellungen | 10.181 | 9.978 | 41.583 | 31.605 | >100% |
| davon Fonds für allgemeine Bankrisiken | 22.135 | 11.635 | 28.457 | 16.822 | >100% |
| Bilanzielles Eigenkapital | 73.514 | 70.996 | 116.231 | 45.235 | 64% |
| Bilanzielle EK-Quote | 11% | 12% | 13% | ||
| davon gezeichnetes Kapital | 45.632 | 45.632 | 45.632 | 0 | 0% |
| davon Kapitalrücklage | 31.431 | 31.431 | 31.431 | 0 | 0% |
| davon Gewinnrücklagen | 30.095 | 725 | 19.925 | 19.200 | >100% |
| davon Bilanzgewinn/-verlust | -33.644 | -6.792 | 19.243 | - | - |
| Außerbilanzielle Verpflichtungen | 7.792 | 2.273 | 737 | -1.536 | -68% |
| davon Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen | 208 | 208 | 208 | 0 | 0% |
| davon Verpflichtungen aus Kreditzusagen | 7.584 | 2.065 | 529 | -1.536 | -74% |
| Kennzahlen | |||||
| Liquide Mittel 2 | 285.082 | 295.831 | 637.926 | 342.095 | >100% |
| Bilanzieller Liquiditätsüberschuss 3 | 181.218 | 134.320 | 201.997 | 67.677 | 50% |
| Modifizierte EK-Quote 4 | 14% | 14% | 17% |
1 Deckungsvermögen setzt sich aus beizulegendem Zeitwert folgender Bilanzpositionen zusammen: Forderungen an KI, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Rückdeckungswerte aus Versicherungen
2 Liquide Mittel setzen sich per Definition aus den Bilanzpositionen Barreserve und täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute zusammen
3 Bilanzieller Liquiditätsüberschuss entspricht der Summe kurzfristiger Forderungen, jederzeit veräußerbarer Wertpapiere sowie kurzfristiger Verbindlichkeiten
4 bilanzielle EK-Quote inklusive Fonds für allgemeine Bankrisiken
Tabelle 4: Indikatoren zur Finanz- und Vermögenslage der Baader Bank AG
2.3.3.1 Kurzfristiges Vermögen
Die Forderungen an Kreditinstitute stiegen um TEUR 84.412 auf TEUR 163.003 (Baader Bank AG: um TEUR 82.754 auf TEUR 149.086) bei gleichzeitigem deutlichen Anstieg der Barreserve um TEUR 251.072 auf TEUR 488.841 (Baader Bank AG: um TEUR 251.071 auf TEUR 488.840). Die Forderungen an Kunden sind ebenfalls leicht um TEUR 8.736 auf TEUR 47.261 (Baader Bank AG: um TEUR 5.296 auf TEUR 52.044) gestiegen. Im Zuge des weiteren Abbaus von Risikopositionen sowie der Wahrung und Aufrechterhaltung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) ist der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowohl bei den öffentlichen Emittenten um TEUR 1.441 bzw. 5 % als auch bei den anderen Emittenten in Höhe von TEUR 49.771 bzw. 73 % deutlich zurückgeführt worden. Im Berichtsjahr sind die neu erworbenen Bestände an Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren der Liquiditätsreserve zugeordnet worden. Der Handelsbestand ist stichtagsbedingt um TEUR 1.069 bzw. 3 % auf TEUR 36.800 gesunken.
Nach deutlichem Abbau enthielt der Wertpapierbestand zum 31. Dezember 2020 in geringem Umfang Anleihen und Schuldverschreibungen von in den sogenannten GIIPS-Staaten (Griechenland, Italien, Irland, Portugal, Spanien) ansässigen Emittenten. Diese entfallen mit TEUR 51 auf Griechenland (öffentliche Emittenten).
Die sonstigen Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten sind stichtagsbedingt um TEUR 1.834 auf TEUR 5.947 (Baader Bank AG: um TEUR 891 auf TEUR 4.025) niedriger.
2.3.3.2 Beteiligungen und Anteile an assoziierten/verbundenen Unternehmen
Der Buchwert der Beteiligungen sowie der Anteile an assoziierten Unternehmen ist im Berichtsjahr im Konzern um TEUR 2.317 auf TEUR 9.605 gestiegen. Veränderungen ergaben sich durch weitere Einzahlungen in den Fonds Earlybird DWES Fund VI GmbH & Co. KG des Venture Capital Investors Earlybird und durch die Entkonsolidierung der CCPM AG. Der Vorstand hat sich aufgrund des künftigen Umfangs der Einflussnahme auf die Geschäfts- und Finanzpolitik bei der CCPM AG dazu entschieden, die Gesellschaft fortan unter den Beteiligungen zu führen.
2.3.3.3 Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
Die immateriellen Anlagewerte sind im Berichtsjahr im Konzern insgesamt um TEUR 4.921 auf TEUR 9.278 zurückgegangen. Die Sachanlagen sind mit TEUR 2.888 auf TEUR 74.524 ebenfalls leicht rückläufig. Die immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen sind im Berichtsjahr im Konzern insgesamt um TEUR 7.809 auf TEUR 83.802 zurückgegangen.
Die Zugänge inkl. Umbuchungen bei den immateriellen Anlagewerten entfielen im Wesentlichen auf Investitionen in EDV-Software (TEUR 1.244), die vollständig in der Baader Bank AG getätigt wurden. Des Weiteren haben sich die immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen um planmäßige und eine außerplanmäßig vorgenommene Abschreibung eines Geschäfts- und Firmenwertes reduziert.
In der Baader Bank AG waren die Sachanlagen und immateriellen Anlagewerte um TEUR 100 auf TEUR 45.217 leicht rückläufig. Dies ist bedingt durch die im Geschäftsjahr planmäßig vorgenommenen Abschreibungen in Höhe TEUR 3.659, denen Investitionen inkl. Umbuchungen aus geleisteten Anzahlungen in Höhe von TEUR 3.559 gegenüberstanden.
Weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt der Berichtserstellung waren weitere wesentliche Investitionen, die außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegen, geplant.
2.3.3.4 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Einen Rückgang verzeichnete der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung um TEUR 912 auf insgesamt TEUR 7.668. Ursächlich hierfür war das auf TEUR 19.821 rückläufige Deckungsvermögen, welches zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Das Deckungsvermögen setzte sich mit TEUR 9.976 aus Forderungen an Kreditinstituten sowie mit TEUR 9.845 aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren zusammen.
2.3.3.5 Fremdfinanzierung
Die Fremdfinanzierungsmittel setzten sich ausschließlich aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie sonstigen Verbindlichkeiten zusammen. Insgesamt liegen die Fremdfinanzierungsmittel über Vorjahresniveau (Anstieg um TEUR 174.149) und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 689.112 (Baader Bank AG: Anstieg um TEUR 180.112 auf TEUR 674.433). Ursächlich für den starken Anstieg sind im Wesentlichen höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus Sichteinlagen um TEUR 149.550 (Baader Bank AG: TEUR 148.141) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 20.826 (Baader Bank AG: TEUR 28.474).
Stichtagsbedingt ergab sich bei den sonstigen Verbindlichkeiten ein Anstieg in Höhe von TEUR 3.773 auf TEUR 12.826 (Baader Bank AG: um TEUR 3.497 auf TEUR 10.891).
2.3.3.6 Sonstige Refinanzierungsmittel
Die sonstigen Refinanzierungsmittel sind im Berichtsjahr um TEUR 50.849 auf TEUR 78.498 (Baader Bank AG: TEUR 49.924 auf TEUR 75.227) angestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Zuführung des Sonderpostens in Höhe von TEUR 16.837 auf TEUR 28.457 (Baader Bank AG: um TEUR 16.822 auf TEUR 28.457), höher dotierten Rückstellungen um TEUR 32.516 auf TEUR 44.854 (Baader Bank AG: um TEUR 31.605 auf TEUR 41.583) sowie stichtagsbedingt höheren passiven Handelsbeständen der Baader Bank AG (um TEUR 1.609 auf TEUR 4.934).
2.3.3.7 Bilanzielles Eigenkapital
Im laufenden Geschäftsjahr 2020 ergaben sich keine Veränderungen des gezeichneten Kapitals und der Kapitalrücklagen. Der deutliche Anstieg des Eigenkapitals um TEUR 46.205 auf TEUR 120.968 ist im Wesentlichen bedingt durch das Konzernergebnis vor Anteilen anderer Gesellschafter (TEUR 46.842), Dividendenausschüttungen (TEUR - 187) sowie Effekten aus der Währungsumrechnung (TEUR - 450). In der Baader Bank AG stieg das Eigenkapital um TEUR 45.235 auf TEUR 116.231 aufgrund des Jahresüberschusses an. Aus dem Jahrsüberschuss wurden TEUR 19.200 in die frei verfügbaren Gewinnrücklagen eingestellt. Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt 14 % (Baader Bank AG: 13 %), die modifizierte Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung des Fonds für allgemeine Bankrisiken 17 % (Baader Bank AG: 17 %). Die aufsichtsrechtliche Gesamtkapitalquote der Baader Bank AG beträgt rund 17 % (Vorjahr: 14 %).
Für die Angaben gem. § 315 Abs. 2 HGB i.V.m. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG wird auf den Konzernanhang des Jahresabschlusses der Baader Bank AG als Mutterunternehmen für das Geschäftsjahr 2020 verwiesen.
2.3.3.8 Außerbilanzielle Verpflichtungen
Die außerbilanziellen Verpflichtungen resultierten zum Stichtag aus Eventualverbindlichkeiten (Bürgschaften) in Höhe von TEUR 208 sowie aus unwiderruflichen Kreditzusagen an Kunden in Höhe von TEUR 529.
2.3.3.9 Liquidität
Die Steuerung der täglichen Zahlungen, die Planung der erwarteten Zahlungsströme sowie die Lenkung der freien Liquidität im Rahmen des operativen Liquiditätsmanagements sichern die jederzeitige Fähigkeit zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen des Baader Bank Konzerns.
Die schon in den Vorjahren solide Liquiditätsausstattung des Konzerns konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr auf hohem Niveau gehalten werden. Der bilanzielle Liquiditätsüberschuss zum Bilanzstichtag ist um 52 % bzw. TEUR 72.817 auf TEUR 212.466 gestiegen (Baader Bank AG: Steigerung um 50 % bzw. TEUR 67.677 auf TEUR 201.997).
Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) der Baader Bank AG betrug zum 31. Dezember 2020 281,10 % (Vorjahr: 175,20 %). Der LCR ist erfüllt, wenn das Institut stets über liquide Aktiva (Liquiditätspuffer) verfügt, deren Gesamtwert den Liquiditätsabflüssen abzüglich der Liquiditätszuflüsse innerhalb der nächsten 30 Tage unter Stressbedingungen mindestens entspricht. Dies impliziert eine LCR-Mindestquote von 100 %.
Zum Bilanzstichtag bestehen nicht genutzte Kreditrahmenvereinbarungen bei inländischen Kreditinstituten.
2.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
2.4.1 Mitarbeiter
Im Berichtsjahr ist die Anzahl der Mitarbeiter im Baader Bank Konzern zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr von 403 auf 420 Beschäftigte gestiegen. Die Konzern-Belegschaft setzt sich aus 105 Arbeitnehmerinnen und 315 Arbeitnehmern zusammen, die aus 35 Nationen stammen.
In der Baader Bank AG ist die Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahr von 370 auf 388 gestiegen. Die 388 Mitarbeiter, davon 93 Arbeitnehmerinnen und 295 Arbeitnehmer, stammen aus 30 Nationen.
Der Baader Bank Konzern legt besonderen Wert auf die hohe Qualifikation und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Dabei bildeten auch im Jahr 2020 die Förderung von Fach- und Nachwuchsführungskräften sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen Schwerpunkt der Personalarbeit.
Im Zentrum des Arbeitsschutzes standen in 2020 die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Sehr frühzeitig wurde für den Großteil der Mitarbeiter die Möglichkeit eines Homeoffice-Arbeitsplatzes geschaffen. Dank der strengen internen Regelungen zum Schutz der Mitarbeiter und des umsichtigen und verantwortungsvollen Verhaltens unserer Mitarbeiter konnte ein Infektionsgeschehen innerhalb der Betriebsstätten verhindert werden.
Mit einer eigenen Unterstützungskasse, der Baader Unterstützungskasse e.V., besteht eine eigenständige soziale Einrichtung, um Versorgungsleistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewähren zu können.
2.4.2 Umweltbericht
Die Baader Bank und ihre Tochterunternehmen betreiben keinerlei nennenswerte umweltbelastende Geschäftsaktivitäten. Unternehmensintern wird größter Wert auf einen ressourcenschonenden Umgang mit Produktions- (Kopierer, Drucker und andere Geräte der Büroausstattung) und Verbrauchsmitteln gelegt. Die Baader Bank hat durch Umstrukturierungen ihre Produktivität angehoben. Durch Prozessoptimierungsprojekte wurden die Effektivität und Effizienz der wesentlichen Abläufe mit dem Fokus auf Automatisierung und Digitalisierung weiter vorangetrieben. Entsprechend trägt die Baader Bank der fortschreitenden Digitalisierung im Finanzsektor mit einer gezielten und nachhaltigen Weiterentwicklung ihrer Prozesse Rechnung.
Die Konzernzentrale in Unterschleißheim wurde nach ökologischen Erkenntnissen insbesondere in den Bereichen Wasser, Wärme und Klimatisierung errichtet und wird entsprechend bewirtschaftet. Unter anderem wird auf die Nutzung von Grauwasser im Sanitärbereich und für die Pflanzenbewässerung zurückgegriffen. Zudem konnte durch die fortlaufende Modernisierung der Gebäudetechnik der Stromverbrauch seit 2013 signifikant reduziert werden. Ebendies gilt für den Fernwärmebezug.
Ab dem 1. Januar 2021 speisen die Standorte Unterschleißheim und Frankfurt ihre Stromversorgung aus 100 %-igem regionalem Ökostrom aus der DACH-Region.
2.5 Gesamtaussage zum Wirtschaftsbericht
Der Geschäftsverlauf des Baader Bank Konzerns für das Geschäftsjahr 2020 war geprägt durch sehr hohe Umsätze an den Börsen, einer strukturellen und nachhaltigen Weiterentwicklung im Bereich Market Making und einer daraus resultierenden Vervielfachung der Handelsergebnisse. Dies hat dazu geführt, dass das Konzernergebnis vor Steuern deutlich gesteigert werden konnte. Der Baader Konzern schließt das Geschäftsjahr mit einem deutlich positiven Ergebnis ab.
Auch alle Tochtergesellschaften konnten einen positiven, überaus zufriedenstellenden Konzernbeitrag leisten. Die zusammenfassende Ergebnisdarstellung der Tochtergesellschaften der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2020 ist dem Kapitel 2.2.4 zu entnehmen.
Die Vermögens- und Finanzverhältnisse des Baader Bank Konzerns sind für das Geschäftsjahr 2020 geordnet, wodurch die Zahlungsfähigkeit im Berichtszeitraum jederzeit gewährleistet war.
3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht
3.1 Risikobericht
Im nachfolgenden Abschnitt wird die Risikolage der Baader Bank Gruppe sowie der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020 dargestellt. Aufgrund der gegebenen Vergleichbarkeit der bestehenden Risiken beziehen sich die nachfolgenden Erläuterungen in erster Linie auf das Risikomanagement der Baader Bank Gruppe. Die Kennzahlen der Baader Bank AG werden immer ergänzend zu denen der Gruppe dargestellt. Im Fall von inhaltlichen Abweichungen bei den Verfahren und Prozessen wird jeweils gesondert darauf hingewiesen.
3.1.1 Das Risikomanagementsystem des Baader Bank Konzerns
Die Geschäftsaktivitäten des Baader Bank Konzerns sind ihrem Wesen nach mit Risiken behaftet. Demzufolge hat der Vorstand ein umfassendes Risikomanagementsystem installiert, welches sich einerseits an den vorgegebenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen der nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden sowie andererseits an internen wirtschaftlichen Erfordernissen orientiert.
3.1.2 Ziele des Risikomanagements
Das übergeordnete Ziel des Risikomanagements des Baader Bank Konzerns ist die permanente Sicherstellung der Risikotragfähigkeit und damit der Schutz des Unternehmensfortbestandes. Demzufolge stellen die frühzeitige Identifikation, das aktive Management und die laufende Überwachung von Risiken die Kernelemente der Geschäfts- und Risikosteuerung des Baader Bank Konzerns dar. Hierdurch können kalkulierbare Risiken unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit wohlüberlegt eingegangen und existenzgefährdende Risiken kategorisch ausgeschlossen werden.
Um diesem Grundsatz gerecht zu werden, verschafft sich der Vorstand im Rahmen einer umfassenden Risikoberichterstattung täglich einen Überblick über die Ausprägung aller wesentlichen Risiken.
3.1.3 Risikotragfähigkeit
Die Risikotragfähigkeit wird von der Einheit Risk Strategy & Management des übergeordneten Instituts, der Baader Bank AG, regelmäßig überprüft. Diese ist auch für das Risikomanagement auf Konzernebene zuständig. Die Berechnung der Risikotragfähigkeit erfolgt gemäß dem aufsichtsrechtlichen Leitfaden zur Neuausrichtung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) in der normativen und der ökonomischen Perspektive. Hierbei sind beide Perspektiven gleichermaßen steuerungsrelevant.
Die normative Perspektive wird dabei als Gesamtheit der regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen verstanden. Um die Risikotragfähigkeit zu überprüfen, werden die zur Verfügung stehenden Eigenmittel den aufsichtsrechtlichen Anforderungen gegenübergestellt. Nachfolgend wird die Situation per 31. Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Eigenmittel | 72.265 | 73.290 | 67.573 | 67.557 |
| Eigenmittelanforderungen | 55.038 * | 60.847 * | 57.393 * | 55.702 * |
* Die Zahlen berücksichtigen die Eigenmittelanforderungen nach CRR (inkl. möglicher SREP-Gesamtkapitalanforderung) sowie die kombinierte Kapitalpufferanforderung und einen Managementpuffer.
Tabelle 5: Übersicht Eigenmittel und Eigenmittelanforderungen zum 31. Dezember 2020
Da der Jahresabschluss noch nicht festgestellt wurde, erfolgt die Berücksichtigung der Ergebnisse aus 2020 in den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln erst zum 31.03.2021. Die Eigenmittel sind daher im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, trotz eines äußerst erfolgreichen Geschäftsjahres.
Die Kapitalplanung wird gemäß den Bestimmungen der Aufsicht für die Baader Bank und den Konzern sowohl in einem Basis- als auch in einem adversen Szenario berechnet. Dabei wird kontinuierlich die Angemessenheit der Kapitalausstattung sowie die Einhaltung aller relevanten Kapitalquoten überprüft. Damit wird die Risikotragfähigkeit des Unternehmens auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft sichergestellt. Der Betrachtungszeitraum erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Erwartete Veränderungen der eigenen Geschäftstätigkeit oder der strategischen Ziele, Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie bindende oder bereits beschlossene regulatorische Änderungen werden in der Planung berücksichtigt. Risiken aus der ökonomischen Perspektive werden in den adversen Szenarien berücksichtigt.
Sowohl die CRR Quote als auch alle anderen aufsichtsrechtlichen Anforderungen inklusive der Zielkennziffer für die Baader Bank und den Konzern werden sowohl im Plan- als auch im adversen Szenario eingehalten.
Die ökonomische Perspektive hingegen dient dem Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus wirtschaftlicher Sicht. Dabei wird das Ziel einer langfristigen Sicherung der Substanz des Instituts verfolgt. Das Risikodeckungspotenzial wird durch eine barwertnahe Berechnungsmethodik bestimmt. Diese bezieht sich auf bilanzielle Positionen, wobei jedoch bspw. stille Lasten negativ in der Berechnung berücksichtigt werden. Um die Risikotragfähigkeit zu überprüfen, wird das zur Verfügung stehende Risikodeckungspotenzial den unerwarteten Verlusten (Risikopotenzial), berechnet zu einem Konfidenzniveau von 99,9 %, gegenübergestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Risikotragfähigkeit für die Baader Bank Gruppe und die Baader Bank AG nach dem ökonomischen Ansatz per 31. Dezember 2020:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Risikodeckungspotenzial | 66.395 | 127.745 | 62.410 | 128.845 |
| Risikopotenzial | 25.730 | 18.626 | 23.698 | 16.019 |
Tabelle 6: Übersicht Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zum 31. Dezember 2020
In der ökonomischen Perspektive wird, im Gegensatz zur normativen Perspektive, der in 2020 erzielte Jahresüberschuss bereits angesetzt. Daraus resultiert ein deutlich höheres Risikodeckungspotenzial.
Für die Steuerung und Limitierung sind sowohl der normative als auch der ökonomische Ansatz relevant. Für den normativen Ansatz wird im Baader Bank Konzern ein Ampelsystem eingesetzt, mit Hilfe dessen die Einhaltung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive überwacht wird.
Im ökonomischen Ansatz kommt ein Limitsystem zur Anwendung. Das Gesamtrisiko des Baader Bank Konzerns wird hierbei durch das verfügbare Risikodeckungspotenzial begrenzt. Grundsätzlich stellt zur dauerhaften Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Vorstand nur einen Teil des Risikodeckungspotenzials als sogenanntes Risikokapital zur Verfügung. Dieses wird "top down" auf die einzelnen Risikoarten bzw. die jeweiligen Geschäftsbereiche verteilt und hat als Risikolimit eine begrenzende Funktion. Das Risikodeckungspotenzial, das Risikopotenzial und das Risikokapital werden mindestens quartalsweise überprüft.
Um zu gewährleisten, dass selbst in hypothetischen Krisenzeiten (Stressszenarien) das Risikodeckungspotenzial ausreicht, um die eintretenden Verluste zu decken, stellt das Risk Management die größten Verluste aus den durchgeführten Stressszenarien für alle relevanten Risikoarten dem verfügbaren Risikodeckungspotenzial gegenüber.
Zusammenfassend kann für das Geschäftsjahr 2020 sowohl für den Baader Bank Konzern als auch die Baader Bank AG festgestellt werden, dass die Risikotragfähigkeit zu keiner Zeit gefährdet und selbst im Falle des Eintretens des schlechtesten Stressszenarios der Unternehmensfortbestand weiterhin gegeben war.
3.1.4 Risikoinventur und -strategie
Im Rahmen der jährlich stattfindenden Strategiesitzung des Vorstands wird die Geschäftsstrategie mit den Zielen für die wesentlichen Geschäftsfelder des Baader Bank Konzerns definiert. Dabei werden externe Einflussfaktoren, die ihnen zugrundeliegenden Annahmen sowie interne Größen wie die Risikotragfähigkeit, die Ertragslage, die Liquidität etc. in die strategischen Überlegungen miteinbezogen.
Aufbauend auf der Geschäftsstrategie beschließt der Vorstand unter Berücksichtigung von wesentlichen Einflussfaktoren eine zur Geschäftsstrategie konsistente Risikostrategie für das kommende Geschäftsjahr. Hierzu wird eine Risikoinventur vorgenommen, die relevante Aspekte aus der Geschäftsstrategie einbezieht. Diese wird im Baader Bank Konzern mindestens jährlich durch das Risk Management der Baader Bank AG durchgeführt. Darüber hinaus kann es z.B. aufgrund von Änderungen hinsichtlich der Wesentlichkeit von Risiken oder durch die Aufnahme der Geschäftstätigkeit in neuen Produkten oder auf neuen Märkten zu einer außerordentlichen Überprüfung kommen. Um zu gewährleisten, dass das Risk Management unverzüglich Kenntnis von solchen Änderungen erhält, ist es in alle "Neue Produkte, neue Märkte"-Prozesse und Projekte einzubeziehen sowie über Änderungen der strategischen Ausrichtung, Beteiligungsstruktur, Markterwartungen etc. unverzüglich zu informieren. Identifizierte Änderungen im Risikoprofil sind zeitnah zu berücksichtigen und an den Vorstand zu berichten. Die im Anschluss festgelegte Risikostrategie wird in Teilstrategien nach den wesentlichen Risikoarten dargestellt. Grundbestandteil der risikopolitischen Strategie ist, dass die Risikotragfähigkeit der Bank jederzeit gegeben ist. Demzufolge wird für alle wesentlichen Risikoarten vom Vorstand ein bestimmter Betrag an Risikokapital bereitgestellt, der als Limit für Verluste aus der jeweiligen Risikoart dient.
3.1.5 Strukturen und Prozesse des Risikomanagements
Das Risikomanagementsystem des Baader Bank Konzerns umfasst die Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken. Diese Prozesse gestalten sich wie folgt:
Im Rahmen der Identifizierung von neuen Risiken werden alle risikobehafteten Geschäfte bzw. daraus entstehende Positionen unverzüglich in den bestandsführenden Systemen erfasst. Darüber hinaus wird das Risk Management im Rahmen des Prozesses "Aktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten" über mögliche Änderungen im bestehenden Risikoprofil zeitnah informiert. Hierbei wird eine Prüfung der geplanten Aktivitäten durchgeführt und der entsprechende Risikogehalt identifiziert. Bestehende Aktivitäten werden einer laufenden Überprüfung unterzogen. Darüber hinaus findet mindestens jährlich eine Risikoinventur für den Baader Bank Konzern und dessen Einzelinstitute durch das Risk Management der Baader Bank AG statt.
Die Beurteilung der Risiken erfolgt anhand von detaillierten Analysen im Risk Management, welches ein Konzept zur Steuerung und Überwachung dieser Risiken entwickelt hat. Die identifizierten Risiken werden (soweit möglich) anhand eines Value at Risk-Konzepts quantifiziert und dem Risikokapital gegenübergestellt. Dabei wird immer ein rollierender 12-Monats-Horizont zugrunde gelegt. Die detaillierte Beschreibung der Verfahren ist im Kapitel zu den Risiken des Baader Bank Konzerns nachzulesen.
Die Steuerung der Risiken des Baader Bank Konzerns erfolgt über ein System von Limiten zur Begrenzung der jeweiligen wesentlichen Risiken. Die Limite werden mindestens jährlich auf Grundlage der Risikotragfähigkeit durch den Vorstand per Beschluss festgelegt. Unabhängig davon können diese Limite angepasst werden, wenn die Geschäftstätigkeit oder die Ertragslage des Baader Bank Konzerns dies erforderlich machen.
Durch die permanente Anrechnung der Risiken auf die Limite wird dem Risk Management eine adäquate Überwachung ermöglicht. Liegt eine Limitüberschreitung vor, so wird diese unmittelbar durch das Risk Management erkannt und entsprechende Maßnahmenempfehlungen wie bspw. Positionsrückführung an den verantwortlichen Marktvorstand und den Überwachungsvorstand kommuniziert. Der Vorstand beschließt dann eine zu ergreifende Maßnahme und teilt diese dem betroffenen Marktbereich sowie dem Risk Management mit. Das Risk Management überwacht die Ausführung der beschlossenen Maßnahme und leitet ggf. einen Eskalationsprozess ein, falls die Maßnahme nicht umgesetzt wurde. Ergänzend hat das Risk Management zur Überwachung ein Risikofrüherkennungssystem installiert.
Der Vorstand ist für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich. Diese Verantwortung umfasst u.a. alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements inkl. der Festlegung der Risikopolitik. Damit der Vorstand dieser Verantwortung gerecht werden kann, existiert ein umfassendes Berichtswesen des Risk Managements, welches die Kommunikation in Form täglicher, turnusmäßiger und - soweit erforderlich - Ad Hoc-Berichte an den Vorstand vorsieht.
Darüber hinaus führt das Risk Management mindestens quartalsweise Stresstests für alle wesentlichen Risikoarten durch. Im Rahmen der Stresstests definiert das Risk Management verschiedene außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Szenarien und überprüft deren Wirkung auf das bestehende Portfolio. Das Szenario mit dem größten Verlust wird als Worst-Case-Szenario bezeichnet. Die Ergebnisse der Stresstests werden im Rahmen eines Stresstest-Berichts dem Vorstand dargelegt und gegebenenfalls mit diesem diskutiert. Ferner finden die Ergebnisse aus den Stresstests im Rahmen der Überprüfung der Risikotragfähigkeit Berücksichtigung. Per 31. Dezember 2020 ergaben sich im jeweils schlechtesten Szenario folgende Verluste:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| Stresstest (Worst-Case-Szenario) | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 48.470 | 45.205 | 45.801 | 45.778 |
Tabelle 7: Ergebnisse der Stresstests zum 31. Dezember 2020
Die dargelegten Prozesse sollen sicherstellen, dass die wesentlichen Risiken frühzeitig erkannt, vollständig erfasst und in angemessener Weise gesteuert und überwacht werden. Weiterhin werden die Prozesse regelmäßig überprüft und zeitnah an sich ändernde Bedingungen angepasst. Ebenso findet für die angewandten Methoden und Verfahren regelmäßig eine Validierung statt, in der die Angemessenheit der Verfahren sowie die zugrundeliegenden Annahmen überprüft und ggf. Anpassungsbedarf identifiziert wird. Die Ergebnisse der Validierungen werden dem Vorstand in Form gesonderter Berichte zur Kenntnis gebracht.
Die technische Ausstattung der Risikoüberwachungs- und -steuerungssysteme ist im Hinblick auf das Risikomanagementsystem geeignet. Darüber hinaus wird für die Sicherung einer angemessenen Qualifikation des Personals permanent Sorge getragen. Die Prüfung des Risikomanagementprozesses durch die Interne Revision ist mindestens jährlich vorgesehen.
3.2 Wesentliche Änderungen im Vergleich zum Vorjahr
In 2020 wurden folgende wesentliche Änderungen in den im Risk Management eingesetzten Modellen vorgenommen:
Marktpreisrisiko
Im Marktpreisrisiko wurden im vergangenen Geschäftsjahr Modellvalidierungen durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen hat das Risk Management einzelne Korrekturfaktoren für die Marktpreisrisikoberechnung, die Haltedauern von Positionen in einzelnen Profit Centern sowie die zugrundeliegende Zuordnung der Risikofaktoren zu den Einzelpositionen angepasst.
Adressenausfallrisiko
In Folge der Modellvalidierung im Adressenausfallrisiko wurde auch für täglich fällige Forderungen in der Risikoberechnung eine einheitliche Laufzeit von einem Jahr festgesetzt.
Operationelles Risiko
Das Reputationsrisiko wurde bisher als Bestandteil des operationellen Risikos betrachtet. Im Rahmen der Risikoinventur wurde das Reputationsrisiko als eigenständige Risikoart eingeführt. Das Reputationsrisiko wurde allerdings als derzeit noch nicht wesentlich eingeschätzt. Darüber hinaus wurde, basierend auf den Validierungsergebnissen, die Berechnungslogik in der OpVaR-Berechnung homogenisiert.
Liquiditätsrisiko
Die Berechnungslogik des strukturellen Liquiditätsrisikos wurde in 2020 einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. Die bisher verwendete Liquidity-Value at Risk-Methode wurde durch einen szenariobasierten Ansatz ersetzt. Im neuen Modell wird ein potenzieller Refinanzierungsschaden auf Basis marktweiter sowie Instituts-spezifischer Szenarien simuliert.
3.2.1.1 Die Risiken des Baader Bank Konzerns
Als wesentliche Risiken wurden im vergangenen Geschäftsjahr unverändert das Marktpreisrisiko, das Adressenausfallrisiko, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko sowie das Geschäftsrisiko identifiziert. Bestandsgefährdende Risiken bestehen hierbei nicht.
Nachfolgend werden diese Risikoarten detailliert erläutert, beurteilt (Quantifizierung im Rahmen einer Nettobetrachtung unter Berücksichtigung risikoreduzierender Effekte) und die zur Risikobegrenzung eingesetzten Maßnahmen veranschaulicht.
3.2.1.2 Marktpreisrisiko
Allgemein versteht die Baader Bank unter Marktpreisrisiken alle Risiken, die aus der Veränderung des Marktpreises eines Finanzinstruments über eine bestimmte Zeitperiode resultieren. Dabei unterscheidet die Bank je nach Einflussparameter das Aktienkursrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Rohstoffrisiko und das Währungsrisiko. Das Aktienkursrisiko bezeichnet hierbei das Risiko aus der Preisänderung von Aktien. Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko einer durch Marktzinsänderungen induzierten Verringerung des Barwertes eines zinssensitiven Finanzinstruments. Unter dem Wechselkursrisiko versteht die Baader Bank das Risiko eines Verlustes aufgrund sich negativ für die eigene Position entwickelnder Wechselkurse. Ebenso sind Rohstoffpositionen, einschließlich derivativer Instrumente auf Rohstoffe, dem Risiko sich ändernder Preise ausgesetzt.
Darüber hinaus wird durch die jeweils angenommenen Haltedauern im Modell das Marktliquiditätsrisiko im Marktpreisrisiko berücksichtigt. Das Marktliquiditätsrisiko kann sich insbesondere bei wenig liquiden Wertpapieren konkretisieren. Eine geringe Marktliquidität in einzelnen Handelsprodukten führt dazu, dass Transaktionen in diesen Produkten beeinträchtigt sind.
Die beschriebenen Marktpreisrisiken resultieren grundsätzlich nur aus dem Eigenhandel und nicht aus dem Vermittlungsgeschäft. Demzufolge sind hier die Bestände insbesondere aus dem Market Making und dem Anlagebuch betroffen. Zum Jahresende bestanden folgende Exposures (Marktwerte) an mit Marktpreisrisiko behafteten Positionen:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktien | 15.799 | 15.609 | 15.799 | 15.609 |
| Renten | 93.853 | 48.265 | 93.853 | 48.265 |
| Verbriefte Derivate | 88 | 123 | 88 | 123 |
| Fonds, Index- und fondsähnliche Zertifikate | 17.499 | 21.447 | 17.499 | 21.447 |
| Optionen | 151 | 3 | 151 | 3 |
| Futures | 312 | 182 | 312 | 182 |
Tabelle 8: Bestandsübersicht des Baader Bank Konzerns / der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020
Insgesamt ist ein deutlicher Rückgang in den Beständen im Vergleich zum Vorjahr festzustellen, welcher insbesondere auf den Abbau von Anleihen des Anlagebuchs zurückzuführen ist.
Die Kursänderungsrisiken werden durch ein Value at Risk (VaR)-Modell basierend auf Monte-Carlo-Simulationen im zentralen Handels- und Überwachungssystem der Baader Bank AG gemessen. Der VaR wird bei einem gewählten Konfidenzniveau von 99,9 % für die angesetzte Halteperiode bestimmt. Per 31. Dezember 2020 stellte sich die Risikosituation wie folgt dar:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Value at Risk | 6.987 | 4.101 | 7.468 | 4.189 |
| Limitauslastung | 68,40 % | 23,92 % | 72,75 % | 24,43 % |
Tabelle 9: Marktpreisrisiko zum 31. Dezember 2020
Der Rückgang des Marktpreisrisikos im Vergleich zum Vorjahr ist mit der rückläufigen Volatilität des Marktzinses zu begründen. Die Differenz im VaR zwischen der Baader Bank AG und der Baader Bank Gruppe ist auf das Zinsrisiko aus konzerninternen Krediten zurückzuführen.
Die Güte des VaR-Modells wird im Rahmen des Backtestings (Clean Backtesting) anhand des Verhältnisses zwischen den VaR-Werten und Marktwertveränderungen einer Position auf Grundlage tatsächlicher Kursänderungen permanent überprüft. In dem Fall, dass die Anzahl der sogenannten Ausreißer aus dem Backtesting über der als kritisch definierten Grenze liegt, werden - soweit erforderlich - entsprechende Anpassungen im VaR-Modell durch das Risk Management vorgenommen. Hierdurch wird eine Abbildung der tatsächlichen Verluste durch den Value at Risk erreicht und somit die Anzahl der Ausreißer im Zeitablauf wieder reduziert.
Zur Risikobegrenzung der Marktpreisrisiken wurde in der Baader Bank Gruppe ein umfassendes Limitsystem im zentralen Handels- und Überwachungssystem installiert. In diesem System werden permanent alle Positionen der Handelseinheiten auf die jeweiligen Limite angerechnet. Die Verteilung der Limite innerhalb der einzelnen Handelseinheiten obliegt dem hierfür zuständigen Handelsvorstand.
Im Falle von Limitüberschreitungen, die unmittelbar im Überwachungssystem angezeigt werden, ist eine unverzügliche Meldung des Risk Managements an den Marktbereichsverantwortlichen und im Rahmen des täglichen Berichts an den Vorstand vorgesehen. Die einzuleitenden Maßnahmen sind dem Risk Management mitzuteilen und deren Umsetzung von diesem zu überwachen.
Im vergangenen Geschäftsjahr kam es, insbesondere im ersten Halbjahr 2020 in Folge der Marktverwerfungen durch die "Corona-Krise", zu einem deutlichen Anstieg des Marktpreisrisikos. Im zweiten Halbjahr gingen die Risiken wieder zurück auf ein Vorkrisenniveau. Unter Berücksichtigung der verfügbaren Risikodeckungsmasse sowie der Auslastung dieser durch das Risikopotenzial, kann das Marktpreisrisiko aber nach wie vor als gering beurteilt werden.
3.2.1.3 Adressenausfallrisiko
Unter dem Adressenausfallrisiko versteht die Baader Bank allgemein die Gefahr, dass ein Kreditnehmer bzw. Kontrahent die geschuldete Leistung aufgrund des Ausfalls nicht oder nicht vollständig erbringen kann. Dies umfasst im weiteren Sinne auch das Migrations- und Credit-Spread-Risiko, wodurch sich eine Änderung der Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls in der Zukunft bereits auf den heutigen Wert des Exposures auswirkt.
Bei den Adressenausfallrisiken wird zur Risikobegrenzung das gesamte Adressenausfallrisiko anhand des vom Vorstand bereitgestellten Risikokapitals limitiert und überwacht. Beabsichtigt der Marktbereich ein Adressenausfallrisiko bei einer noch unbekannten Kreditnehmereinheit (KNE) einzugehen, so muss er dies beim Risk Management schriftlich beantragen. Das Risk Management ermittelt dann eine Bonitätsklasse anhand eines internen Ratingverfahrens für die neue KNE. Kommt es für einen Handelstag zu einer Überschreitung des Limits für Adressenausfallrisiken, so ist eine Meldung des Risk Managements an den verantwortlichen Marktvorstand und den Überwachungsvorstand mit einem entsprechenden Maßnahmenvorschlag vorgesehen. Der Vorstand beschließt daraufhin eine einzuleitende Maßnahme und informiert den Marktbereich und das Risk Management darüber. Das Risk Management überwacht dann die Umsetzung. Ergänzend werden Überschreitungen des Adressenausfallrisikolimits im Rahmen des Reportings an den Vorstand berichtet.
Jede interne Bonitätsklasse ist einer externen Ratingklasse und somit einer entsprechenden Ausfallwahrscheinlichkeit für erwartete Verluste (PD = probability of default) zugeordnet. In Anlehnung an den Internal Rating Based Approach (IRBA) der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Artikel 142 ff.) werden gemäß dem bankeigenen Verfahren für jede dieser Bonitätsklassen die sogenannten IRBA-Risikogewichte ermittelt. Dabei findet auch der sogenannte Herfindahl-Hirschman-Index, der die Granularität des Portfolios und somit Risikokonzentrationen misst, Berücksichtigung. Auf Basis dieser Risikogewichte wird der VaR berechnet. Dieser umfasst sowohl die erwarteten als auch die unerwarteten Verluste. Dabei wird sowohl die Verlustquote beim Ausfall der jeweiligen KNE (LGD = loss given default) als auch die tatsächliche Restlaufzeit der Position berücksichtigt. Das gesamte Risiko über alle KNE ergibt sich dann aus der Addition der Einzelrisiken.
Bei den Wertpapieren der Liquiditätsreserve entstehen darüber hinaus noch zusätzliche Migrations- und Credit-Spread-Risiken. Für diese kommen somit - ergänzend zu dem oben beschriebenen Default-Risk-Modell - weiter Migrations- und Credit-Spread-Modelle zur Risikoquantifizierung zur Anwendung. Das Migrationsrisiko stellt dabei die Gefahr von Abweichungen von der erwarteten Ratingmigration eines Schuldners dar. Da die Ratingmigration Einfluss auf den Wert des Zahlungsstroms und damit auf den Barwert des Instruments hat, kann eine negative Ratingmigration zu entsprechenden Bewertungsverlusten führen. Die Credit-Spread-Risiken berücksichtigen hingegen die Gefahr, dass sich die Renditedifferenz zwischen einer risikolosen und einer kreditrisikobehafteten Anleihe auch bei gleichbleibendem Rating verändern kann. Somit wird der theoretische Marktwertverlust durch Credit-Spread-Veränderungen anhand eines Modells quantifiziert.
Die einzeln ermittelten Risikowerte werden entsprechend zu einem Gesamtrisiko aggregiert, welches das vom Vorstand für Adressenausfallrisiken bereitgestellte Risikokapital nicht überschreiten darf. Das Limit für das Adressenausfallrisiko wird im Zuge des Beschlusses zur Festlegung der Risikolimite und Risikotragfähigkeit mindestens jährlich festgelegt.
Die Baader Bank Gruppe unterscheidet hinsichtlich der Adressenausfallrisiken zwischen Kredit-, Kontrahenten-, Emittenten- und Beteiligungsrisiken, welche nachfolgend genauer erläutert werden.
Kreditrisiko
Im Rahmen des Kundenkreditgeschäftes im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 KWG werden Privat- und Firmenkunden (unechte) Lombardkredite gegen Sicherheiten gewährt. Bei diesen Sicherheiten handelt es sich i.d.R. um börsennotierte Wertpapiere, deren Beleihungswert nach einem konservativen Bewertungsverfahren ermittelt wird, oder um Bankgarantien. Ein Risiko resultiert hierbei aus unbesicherten Überziehungen bzw. unbesicherten Krediten zum Stichtag. Des Weiteren werden im Rahmen des Kreditgeschäftes nur noch Geldmarktanlagen bei Kreditinstituten durch den Bereich Treasury getätigt.
Kontrahentenrisiko
Für die Baader Bank Gruppe tritt darüber hinaus beim Derivatehandel ein Kontrahentenrisiko in Form eines Wiedereindeckungsrisikos auf. Das Wiedereindeckungsrisiko stellt hierbei das Risiko des Ausfalls der jeweiligen Gegenpartei dar, der eine Nichterfüllung der abgeschlossenen Geschäfte zur Folge hat. Die Baader Bank handelt zwar Derivate ausschließlich über Derivatebörsen, da sie aber kein Clearing Member an diesen Börsen ist, müssen die Geschäfte zwischen der Baader Bank und dem entsprechenden Clearing Member abgerechnet werden. Aus dem Erfüllungsanspruch gegenüber dem Clearing Member für die getätigten Eigen- und Kundengeschäfte entsteht dementsprechend ein Adressenausfallrisiko in Form eines Wiedereindeckungsrisikos.
Emittentenrisiko
Unter dem Emittentenrisiko wird das Risiko der Bonitätsverschlechterung bzw. des Ausfalls eines Emittenten verstanden. Ein Verlust aus dem Emittentenrisiko realisiert sich in einer Wertminderung der jeweiligen Wertpapiere dieses Emittenten. Im Rahmen des Emittentenrisikos werden die Anleihebestände der Liquiditätsreserve, für die eine längerfristige Halteabsicht besteht, betrachtet.
Beteiligungsrisiko
Unter Beteiligungen werden sowohl Beteiligungen als auch Anteile an verbundenen Unternehmen nach § 271 HGB verstanden. Das Adressenausfallrisiko bei Beteiligungen resultiert aus der dauerhaften Bonitätsverschlechterung bzw. dem Ausfall des jeweiligen Beteiligungsunternehmens, was sich in einer entsprechenden Wertminderung realisiert.
Nachfolgend wird die Risikosituation im Adressenausfallrisiko per 31. Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahr tabellarisch dargestellt:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Kreditrisiko KU | 924 | 633 | 93 | 230 |
| Kreditrisiko KI | 2.348 | 2.215 | 2.625 | 2.691 |
| Kontrahentenrisiko | 686 | 347 | 686 | 347 |
| Emittentenrisiko | 6.487 | 1.443 | 6.487 | 1.443 |
| Beteiligungsrisiko | 3.563 | 4.902 | 1.109 | 1.619 |
| SUMME | 14.008 | 9.540 | 11.000 | 6.329 |
| Limitauslastung | 88% | 60% | 85% | 49% |
| Risikovorsorge für Kundenkredite | 80 | 235 | 80 | 235 |
Tabelle 10: Adressenausfallrisiko Baader Bank Konzern / der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020
Zusätzlich wurden im Risikomanagement des Adressenausfallrisikos zur Vermeidung von Konzentrationsrisiken Limite bzgl. Einzeladressen, Bonitäten, Branchen und Ländern implementiert. Diese werden täglich überwacht und im Rahmen der täglichen Risikoberichterstattung an den Vorstand gemeldet.
Im Jahr 2020 ging das Adressenausfallrisiko der Baader Bank Gruppe sowie der Baader Bank AG bedingt durch Fälligkeiten und Veräußerungen eines wesentlichen Anteils an Anleihen erheblich zurück. Die leicht gestiegene Risikovorsorge resultiert nicht aus drohenden Corona-bedingten Kreditausfällen.
3.2.1.4 Operationelles Risiko
Operationelles Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch den Eintritt von externen Ereignissen entstehen. Dies schließt auch Rechtsrisiken oder Risiken aus Auslagerungen und Cyberrisiken mit ein.
Die Einschätzung des Risikopotenzials, d.h. die konzernweite Identifizierung und Bewertung von operationellen Risiken, wird anhand der jährlich von den OpRisk Managern auszufüllenden Fragebögen bzw. in Form spezieller Self Assessments durch das Risk Management der Baader Bank AG vorgenommen. Die aus den Erhebungen resultierenden Ergebnisse werden dem Sicherheitsausschuss des Baader Bank Konzerns zur Diskussion vorgelegt. Der Ausschuss dient als organisatorisches und thematisches Gremium für alle sicherheitsrelevanten Fragestellungen und beschäftigt sich in regelmäßigen Sitzungen mit entsprechenden Themen. Er hat bei entscheidungsrelevanten Fragestellungen ein Vorschlags- und Empfehlungsrecht an den Vorstand.
Ergänzend besteht für die OpRisk Manager auch jederzeit die Möglichkeit, umgehend Meldungen von neu identifiziertem Risikopotenzial vorzunehmen. Der Sicherheitsausschuss prüft den vom Risk Management vorgeschlagenen Handlungsbedarf hinsichtlich der Notwendigkeit an zusätzlichen Maßnahmen und unterbreitet dem Vorstand einen entsprechenden Vorschlag. Dieser entscheidet letztlich über dessen Umsetzung und gibt gegebenenfalls den Auftrag an den Sicherheitsausschuss. Im MaRisk-Bericht werden die Ergebnisse aus den Fragebögen an den Vorstand und den Aufsichtsrat der Baader Bank AG berichtet.
Neben der Einbindung in die Erhebung des Risikopotenzials ist es Aufgabe der OpRisk Manager, eingetretene Schäden aus operationellen Risiken zu melden. Hierfür steht eine Anwendung zur Verfügung, in der Schäden ab einer Höhe von TEUR 1 zu erfassen sind. Ein Schaden ist dabei ein finanzieller Verlust, der unmittelbar mit dem operationellen Risiko verbunden ist. Bedeutende Schadensfälle werden unverzüglich hinsichtlich ihrer Ursachen analysiert.
Die Quantifizierung unerwarteter Verluste aus dem operationellen Risiko erfolgt quartalsweise auf Basis historisch beobachteter Schäden ergänzt um potenzielle Verluste im Baader Bank Konzern. Das Vorgehen orientiert sich am Loss Distribution Approach, wonach die Parameter einer Höhenverteilung sowie einer Häufigkeitsverteilung nach dem Maximum-Likelihood-Verfahren geschätzt werden, um einen Gesamtverlust pro Jahr zu ermitteln. Hierbei gehen die Annahmen ein, dass die Schadenhöhe lognormalverteilt ist, die Schadenanzahl einem Poissonprozess folgt und die Schäden unabhängig und identisch verteilt sind. Die Gesamtschadenverteilung wird mit Hilfe einer Statistiksoftware auf Basis der Monte-Carlo-Simulation geschätzt. Zur Ermittlung des Betrages, der mit Risikokapital zu unterlegen ist, wird für den unerwarteten Verlust das 99,9 %-Quantil herangezogen. Per 31. Dezember 2020 stellte sich die Risikosituation wie folgt dar:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Value at Risk | 4.736 | 4.985 | 5.230 | 5.502 |
| Limitauslastung | 79% | 62% | 87% | 69% |
| Schadensumme pro Jahr | 1.675 | 1.789 | 1.675 | 1.790 |
Tabelle 11: Operationelles Risiko zum 31. Dezember 2020
Zur Risikolimitierung der operationellen Risiken wird auch hierfür vom Vorstand ein bestimmter Betrag an Risikokapital zur Verfügung gestellt. Die Überprüfung, ob das zur Verfügung gestellte Risikokapital (maximales Verlust-Limit) ausreicht, um unerwartete Verluste aus operationellen Risiken zu decken, erfolgt im Risk Management und ist Bestandteil des täglichen Berichts an den Vorstand.
Im Geschäftsjahr 2020 war ein leichter Anstieg an Schäden aus operationellen Risiken zu verzeichnen, welcher insbesondere auf einen Schadenfall in der Kategorie "Falscheingabe" zurückzuführen ist. Der Schadenfall wurde im Sicherheitsausschuss ausführlich diskutiert und Maßnahmen zur künftigen Vermeidung in die Wege geleitet. Schäden aus Cyberrisiken aufgrund von Homeoffice-Tätigkeiten im Zuge der Covid-19-Pandemie konnten keine verzeichnet werden. Im Hinblick darauf beurteilt der Vorstand das operationelle Risiko weiterhin als unkritisch. Darüber hinaus war das zur Verfügung gestellte Risikokapital zu jeder Zeit ausreichend. Die technische Ausstattung an Risikosystemen konnte im vergangenen Geschäftsjahr als angemessen bewertet werden.
3.2.1.5 Liquiditätsrisiko
Im Rahmen des Liquiditätsrisikos ist sicherzustellen, dass Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllt werden können. Hierbei wird grundsätzlich zwischen dem dispositiven und dem strukturellen Liquiditätsrisiko unterschieden.
Das dispositive (kurzfristige) Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass Kreditzusagen unerwartet in Anspruch genommen bzw. Einlagen unerwartet abgezogen werden (Abrufrisiko). Neben unerwarteten Abflüssen können zudem Verzögerungen bei Zahlungseingängen auftreten, was bedeutet, dass sich die Kapitalbindungsdauer von Aktivgeschäften unplanmäßig verlängert (Terminrisiko). Dies kann Auswirkungen auf die Erfüllung eigener Zahlungsverpflichtungen haben, z.B. in Form von "Margin-Verpflichtungen" an den Börsen aus der dortigen Handelstätigkeit der Baader Bank.
Die Sicherstellung der Zahlungsverpflichtungen obliegt dem Bereich Treasury. Zwischen den Marktbereichen, dem Bereich Treasury und der Abteilung Custody & Payment Services ist eine enge Abstimmung vorgesehen, um die täglichen Zahlungsströme aus diesen Bereichen zu koordinieren. Besondere Liquiditätsbelastungen aus anderen Bereichen sind Treasury und Custody & Payment Services unverzüglich anzuzeigen. Zur Sicherung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs des Baader Bank Konzerns bestehen diverse Kreditlinien und die Teilnahme am GC-Pooling-Markt.
Für die Überwachung des dispositiven Liquiditätsrisikos des Baader Bank Konzerns ist das Risk Management verantwortlich. Um diese Aufgabe adäquat zu erfüllen und zeitnah Gegenmaßnahmen einzuleiten, wurden verschiedene Überwachungsmechanismen installiert. Zur Steuerung und Überwachung der LCR (Liquidity Coverage Ratio) -Kennziffer ist ein Limitsystem für die Marktbereiche eingerichtet, welches zum einen alle verrechneten Zu- und Abflüsse und zum anderen das gesamte gebundene Kapital je Valutatag und Profit Center limitiert. Diese Liquiditätslimite ermöglichen eine untertägige Steuerung der Liquidität und somit auch der LCR-Kennziffer durch den Bereich Treasury. Darüber hinaus wird täglich die Einhaltung der LCR-Kennziffer im Rahmen des Risikoreports an den Vorstand überwacht. Ergänzend erhält das Risk Management täglich vom Bereich Treasury einen Liquiditätsstatus mit der aktuellen Liquiditätssituation, der vom Risk Management entsprechend plausibilisiert und überprüft wird. Sofern ein drohender Liquiditätsengpass identifiziert wird, werden die verantwortlichen Entscheidungsträger umgehend informiert. Aufgrund der Art der Ausprägung des dispositiven Liquiditätsrisikos ist eine Begrenzung dieses Risikos durch Risikodeckungspotenzial nicht möglich und somit eine Quantifizierung nicht zielführend (MaRisk AT 4.1 Tz. 4).
Das strukturelle Liquiditätsrisiko (Refinanzierungsrisiko) beschreibt die Gefahr, dass sich die Refinanzierungskosten durch eine mögliche Verteuerung des institutsindividuellen Spreads erhöhen. Nach einer Bonitätsverschlechterung können Passivgeschäfte nur zu schlechteren Konditionen abgeschlossen werden. Zudem können marktbedingte Veränderungen einen großen Einfluss haben. Steigt der Marktzins, wird tendenziell die Refinanzierung teurer. Die somit gewonnene Liquidität wird im Wesentlichen in EZB-fähige Anleihen investiert, welche wiederum im Rahmen der Offenmarktpolitik bei der Deutschen Bundesbank als Refinanzierungsfazilitäten oder im GC-Pooling-Markt hinterlegt werden können.
Durch die Erstellung von Liquiditätsablaufbilanzen und die Ermittlung potenzieller Liquiditätsunterdeckungen wird ein möglicher Refinanzierungsschaden quantifiziert. Es wird quartalsweise die Refinanzierung zu aktuell gültigen Marktkonditionen der Refinanzierung im unerwarteten Fall gegenübergestellt. Hierbei fließen zum einen eine deutlich teurere Refinanzierung und zum anderen unerwartete Mittelabflüsse ein. Die Differenz stellt dann den entsprechenden Refinanzierungsschaden dar; diese wird im Zuge der Ermittlung der Risikotragfähigkeit für den Baader Bank Konzern berücksichtigt und ggf. mit Risikokapital unterlegt. Die Überprüfung, ob das zur Verfügung gestellte Risikokapital ausreicht, um unerwartete Verluste aus Liquiditätsrisiken zu decken, erfolgt täglich im Risk Management. Die Risikosituation stellte sich per 31. Dezember 2020 wie folgt dar:
scrollen
| In TEUR | Baader Bank AG | Baader Bank Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Value at Risk | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Limitauslastung | 0% | 0% | 0% | 0% |
Tabelle 12: Liquiditätsrisiko zum 31. Dezember 2020
Im Geschäftsjahr 2020 bestand - wie auch schon im Vorjahr - aufgrund fehlender Liquiditätslücken kein Risikopotenzial. Deshalb beurteilt das Risk Management das Liquiditätsrisiko als unkritisch.
3.2.1.6 Geschäftsrisiko
Das Geschäftsrisiko bezeichnet die Gefahr von unerwarteten Verlusten, die sich aus Managemententscheidungen zur geschäftspolitischen Positionierung des Baader Bank Konzerns ergeben. Die Risiken resultieren des Weiteren aus unerwarteten Veränderungen der Markt- und Umfeldbedingungen mit negativen Auswirkungen auf die Ertragslage. Demzufolge sind hier unerwartete Ergebnisrückgänge und negative Planabweichungen, die ihre Ursache nicht in anderen definierten Risikokategorien haben, zu betrachten. Da die Geschäftstätigkeit des Baader Bank Konzerns insbesondere von der Entwicklung des allgemeinen Börsenumfeldes abhängig ist, ist diese Risikoart als wesentlich einzustufen. Als bedeutende, das Börsenumfeld bestimmende Faktoren sind hier beispielsweise die Börsenumsätze, die Entwicklung der Aktienindizes und deren Volatilitäten sowie das Zinsniveau zu nennen.
Eine Quantifizierung des Geschäftsrisikos auf Basis komplexer mathematischer Modelle ist hier jedoch nicht sinnvoll. Im Rahmen des RTF-Konzepts findet das Geschäftsrisiko des Baader Bank Konzerns, welches exemplarisch in einigen Stressszenarien der ökonomischen Perspektive zum Ausdruck kommt, in der normativen Perspektive im Rahmen der Kapitalplanung im adversen Szenario Eingang. Hierbei wird ein Szenario gewählt, welches institutsspezifische konjunkturelle Aspekte berücksichtigt und hinreichend vorsichtig und konservativ ist. Das adverse Szenario wird einmal jährlich im Zuge des Planungsprozesses entwickelt und wurde Anfang Dezember vom Vorstand verabschiedet.
Die äußert positiven Ergebnisse im vergangenen Geschäftsjahr zeigen nach wie vor die erhebliche Abhängigkeit des Baader Bank Konzerns vom Börsenumfeld. Die in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen sowie der Anstieg der Börsenumsätze führte zu einer deutlichen Verbesserung der Ergebnisse. Die Entwicklung ist weiterhin sorgfältig zu beobachten und das Geschäftsrisiko als entscheidend für den Erfolg der Bank zu beurteilen.
3.2.2 Zusammenfassende Darstellung der Risikolage des Baader Bank Konzerns
Der Baader Bank Konzern steuert die wesentlichen Risiken durch einen Risikosteuerungs- und -controllingprozess sowie Risikomanagementtools. Der proaktive Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung der mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen dieser Risiken auf die finanziellen Ergebnisse sowie die langfristigen strategischen Ziele frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen abzuschwächen. Durch die zentrale Einheit Risk Management, in der alle im Baader Bank Konzern bestehenden Risiken quantifiziert und überwacht werden, ist jederzeit sichergestellt, dass Interdependenzen zwischen den Risikoarten erkannt und unmittelbar Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.
Im Rahmen der Risikostrategie wurde vom Vorstand der Baader Bank auch im Geschäftsjahr 2020 nur ein Teil des verfügbaren Risikokapitals zur Deckung unerwarteter Verluste zur Verfügung gestellt. Die Aufteilung und deren unterjährige Reallokation auf die einzelnen Risikoarten berücksichtigt insbesondere das aktuell bestehende Risikopotenzial in den einzelnen Risikoarten, die Geschäftsstrategie für die folgenden Jahre sowie die Markterwartungen. Die Risikotragfähigkeit für die Baader Bank war im vergangenen Geschäftsjahr auch unter der Berücksichtigung des Worst-Case-Szenarios aus den Stresstests in der ökonomischen Perspektive jederzeit gewährleistet. In der normativen Perspektive wurden die Vorgaben der Aufsicht hinsichtlich der Eigenmittelanforderungen eingehalten. Die Kapitalplanung der Baader Bank zeigt, dass die Sicherstellung der langfristigen Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen auch unter adversen Bedingungen sichergestellt ist.
Das Marktumfeld in 2020 war insbesondere durch die "Corona-Krise" und steigende Umsätze an den betreuten Märkten geprägt. Die Baader Bank konnte ihre Wettbewerbsposition ausbauen und von der positiven Marktentwicklung profitieren. Erwartungsgemäß wird auch das kommende Geschäftsjahr von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie geprägt sein. Kreditausfälle sind in der Baader Bank Gruppe nicht zu erwarten, da nahezu ausschließlich das ausreichend besicherte Lombardkreditgeschäft und kein klassisches Kreditgeschäft betrieben wird. Darüber hinaus besitzt das Anlagebuch eine gute Kreditqualität.
3.3 Prognose- und Chancenbericht
3.3.1 Erwartete Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen
Die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie die mit ihrer Bekämpfung einhergehenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität dürften auch in 2021 einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Finanzmärkte ausüben. Weiterhin hohe Infektionszahlen in vielen Ländern sowie die offene Frage, welche Komplikationen sich durch die Mutation des Virus ergeben werden, lassen eine Lockerung bzw. Beendigung der aktuell in vielen Ländern gültigen Lockdown-Beschränkungen vorerst noch nicht erwarten. Trotz der großen Erleichterung darüber, dass mit einer steigenden Zahl geimpfter Personen weniger Beschränkungen notwendig sein werden, bleibt daher und auch angesichts der nur langsam anlaufenden Auslieferung des Impfstoffs weiter unklar, wie schnell eine derartige Entlastung einsetzen wird.
Vor diesem Hintergrund dürfte sich die Unsicherheit über den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung sowie deren Nachhaltigkeit fortsetzen. Zwar haben sich die Konsensprognosen für das Wirtschaftswachstum nach den erfolgten, heftigen Abwärtsrevisionen zuletzt trotz der neuerlichen Einschränkungen stabil gezeigt. Die Frage, wie schnell das Vorkrisenniveau in der Wirtschaftsleistung wieder erreicht werden kann, bleibt somit aber weiterhin abhängig von einer Vielzahl unklarer Rahmenbedingungen. Aktuellen Bloomberg-Konsensprognosen zufolge wird die Wirtschaft der Eurozone in diesem und im nächsten Jahr um 4,3 % bzw. 3,9 % wachsen, nachdem sie in 2020 um 7,3 % geschrumpft sein dürfte. Sollten die aktuellen Lockdown-Maßnahmen weiter ausgedehnt bzw. nochmals verschärft werden, könnten diese Prognosen jedoch abermals nach unten angepasst werden.
Wie die jüngst notwendig gewordene Regierungsumbildung in Italien gezeigt hat, ist selbst trotz der weitgehend reibungslosen Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden davon auszugehen, dass politische Themen auch in 2021 phasenweise stärkere Beachtung an den Finanzmärkten finden werden. Dazu ist auch die am 26. September 2021 stattfindende Bundestagswahl in Deutschland zu zählen. Zudem könnte in einigen Ländern die Frage nach der Finanzierbarkeit weiterer fiskalischer Hilfspakete aufkommen, falls aufgrund neuerlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zusätzliche finanzielle Hilfen für die Wirtschaft notwendig werden sollten.
Angesichts der bislang intakten Perspektive auf eine weitere wirtschaftliche Erholung dürfte der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten zwar grundsätzlich anhalten, allerdings könnte die inzwischen recht hohe Bewertung bei vielen Aktien das Aufwärtspotenzial begrenzen. Das gilt insbesondere, wenn der derzeit verstärkend wirkende Wachstumsimpuls durch eine Wiederauffüllung von Lagerbeständen sowie eine Normalisierung bei der Investitionstätigkeit auslaufen wird. Eine solche Entwicklung ist ab dem zweiten Halbjahr durchaus wahrscheinlich, was auch eine Anzweiflung der erwarteten, hohen Gewinnsteigerungsraten nach sich ziehen könnte. So wird für den DAX derzeit ein Gewinnwachstum von 30 % in diesem Jahr und von 16 % im nächsten Jahr erwartet. Im Herbst ist daher durchaus mit einem erneuten Anstieg der Volatilitäten zu rechnen.
Auch die weitere Entwicklung der Kapitalmarktzinsen stellt in diesem Jahr möglicherweise einen Risikofaktor dar. Sowohl die starke Konjunkturerholung, eine aufgrund deutlich steigender Rohstoffpreise wieder anziehende Inflationsrate sowie die massive Ausweitung der Staatsverschuldung könnten zwischenzeitlich einen deutlicheren Anstieg in den Anleiherenditen auslösen.
Sollte die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich ansteigen, wäre an den Aktienmärkten zudem mit einer deutlichen Branchenrotation zu rechnen, da hoch gewichtete Qualitätstitel mit defensiven Geschäftsmodellen dann aufgrund ihrer starken Zinsabhängigkeit unter Druck kommen könnten. Temporär war eine derartige Entwicklung bereits im 4. Quartal 2020 erkennbar. Demgegenüber dürften sich zyklische Sektoren dann über weite Abschnitte besser entwickeln, wobei in den Sommer hinein insbesondere spätzyklische Titel stärker in den Fokus rücken dürften.
3.3.2 Ausblick auf die Kerngeschäftsfelder
3.3.2.1 Geschäftsfeld Market Making
Die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsfeldes Market Making wird in 2021 weiterhin maßgeblich vom Marktverlauf, den Handelsvolumina in den einzelnen Wertpapiergattungen und der Marktvolatilität bestimmt sein. Diese Ergebnistreiber unterliegen stets dem Einfluss von exogenen, nicht vom Institut beeinflussbaren geokonjunkturellen und geldpolitischen Rahmendaten, sodass Prognosen nur sehr eingeschränkt im Rahmen der erwarteten Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkung auf die Handelserträge der Baader Bank abgegeben werden können.
Eine Verlagerung der Wertpapiervolumina auf alternative Handelsplattformen ist weiterhin zu beobachten. Im Berichtszeitraum hat die Baader Bank ihre strukturellen und vertriebsstrategischen Maßnahmen fortgesetzt sowie erste Erfolge verzeichnet. Über alle Börsen und Assetklassen hinweg konnte die Baader Bank ihre Marktanteile im Jahr 2020 weiter nachhaltig steigern. Das insgesamt sich verbessernde Umfeld wirkte hierbei unterstützend.
Die Baader Bank wird sich ihre verhältnismäßig hohen Marktanteile als Market Maker an deutschen Präsenzbörsen zu Nutze machen und konsequent bestehende und neue Kooperation mit Betreibern von börslichen und außerbörslichen Best Execution-Handelsplattformen weiterhin in den Fokus rücken. Das Jahr 2020 markiert den nachhaltigen Erfolg dieser Vertriebspraxis und festigt die Basis für längerfristigen Kundenzuwachs, steigende Orderflow-Volumina und damit eine sich fortsetzende positive Umsatzpartizipation an diesen neu zu erschließenden Wertpapiermärkten.
Im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr ist in 2021 mit vergleichbaren bzw. zeitweise auch geringeren volatilen Schwankungen im Wertpapierhandel zu rechnen. Die Entwicklung zum Jahresanfang 2021 markierte zunächst eine nahtlose Fortsetzung der hohen Umsatzaktivitäten aus 2020. Eine Begründung bietet neben den bekannten Effekten der Covid-19-Pandemie auch die zunehmende Attraktivität und Beliebtheit insbesondere der Aktie aber auch hinsichtlich anderer Anlageinstrumente. Hieraus resultierten in 2020 und unmittelbar auch zu Beginn in 2021 ungebrochene Zuströme auf Seiten der Anlegerschaft sowohl weltweit als auch in Deutschland.
Strategisch reagiert die Baader Bank im Bereich Market Making mit dem Onboarding neuer Kunden sowohl im außerbörslichen Handel sowie auf gettex, dem Handelsplatz der Börse München. Dabei kommt der Baader Bank der Trend der "Mobile Broker" und Online-Vermögensverwalter in besonderem Maße zu Gute, den Zugang zu den entscheidenden Handelsplätzen einfacher darstellen und zu nutzen.
Auch wenn die beschriebenen Effekte sicherlich mit dem Börsentief im März 2020 und der resultierenden Aufschwungsbewegung einen gewissen Höhepunkt markierten, so kann über die vergangenen 15 Monate hinweg nicht von einem simplen Einmaleffekt gesprochen werden. Zusammenfassend kann der Ausbruch der Covid-19-Pandemie sicherlich als Katalysator für die nachfolgenden Effekte betrachtet werden, wodurch die Entwicklung und Digitalisierung der gesamten Branche einen deutlichen Schub erfahren hat.
Nichtsdestotrotz befinden sich Market Maker angesichts steigender technischer und regulatorischer Anforderungen innerhalb der deutschen Börsenlandschaft weiterhin in einer Konsolidierungsphase, die zu einer neuen Wettbewerberkonstellation führen könnte und das Fortbestehen kleinerer, weniger kapitalstarker Marktteilnehmer gefährdet. Gleichwohl hält die Baader Bank an ihrem mittel- und längerfristigen strategischen Ziel des Geschäftsfeldes Market Making fest, die aktuelle Marktposition an deutschsprachigen Börsenplätzen zu sichern und ihre Präsenz an außerbörslichen Handelsplätzen auszuweiten.
3.3.2.2 Geschäftsfeld Equity Capital Markets
Maßgeblicher Treiber der Auftragslage im Kapitalmarktbereich sind der allgemeine Aktienmarktverlauf mit seinen Wertpapierumsätzen sowie die vorherrschende Volatilität an den Sekundärmärkten in Verbindung mit der allgemeinen Wettbewerbssituation. Hinzu kommen die verstärkenden Effekte in Folge der Covid-19-Pandemie sowie auch die in 2021 anstehende Bundestagswahl in Deutschland, die neu gewählte US-Regierung unter Präsident Joe Biden und die aus dem Brexit-Abkommen resultierenden Konsequenzen.
Im Wettbewerb um Mandate, insbesondere bei großvolumigen Transaktionen mit Garantiekomponenten, stellt die in Relation zu größeren Häusern geringere Bilanzsumme der Baader Bank weiterhin einen limitierenden Faktor dar. Nach Neustrukturierung des Bereichs ECM im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 und 2020 strebt der Vorstand der Baader Bank weitere Kooperationen mit global agierenden Geschäftsbanken an, um innerhalb von Konsortialkonstrukten ihre Präsenz am Kapitalmarkt aufrecht zu erhalten und daraus zunehmendes Ertragspotenzial zu generieren.
Auf längere Sicht soll der Bereich ECM im neu formierten Setup die Anzahl der Mandatierungen wieder steigern und seine Profitabilität und Ertragsstärke zurückgewinnen. Dabei soll ihre Expertise als regionaler DACH-Broker mit exzellenter Research-Abdeckung der Baader Bank dazu verhelfen, sich als kompetenter Partner in der Begleitung von anspruchsvollen Kapitalmarkttransaktionen, aber auch als Outsourcing-Partner für internationale Marktakteure zu profilieren. Ebenso wird dem Bereich Corporate Brokerage weiterhin die Rolle eines strategischen Angelpunktes im Produktspektrum für Unternehmenskunden der Baader Bank zuerkannt.
Ein weiteres Ziel ist die Aufrechterhaltung der gefestigten Marktpositionierung im Bereich Special Execution. Bei Wertpapiertechnik-Dienstleistungen agiert die Baader Bank weitgehend unabhängig von der volkswirtschaftlichen Grundstimmung und will dies auf konstant hohem Qualitäts- und Ertragsniveau fortsetzen. So konnten als Zahlstelle im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Kunden akquiriert werden, wodurch die Anzahl der betreuten Wertpapiere bei fast 300 lag.
Für das Geschäftsjahr 2021 sieht die Baader Bank positive Tendenzen und hat im Bereich Wertpapiertechnik bereits erste Maßnahmen begleitet und abgeschlossen. Somit lässt sich auf das bevorstehende Jahr 2021 als ein erfolgsversprechendes Jahr blicken.
3.3.2.3 Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage
In weitgehender Übereinstimmung mit den Geschäftsbereichen Market Making und Equity Capital Markets sind die volkswirtschaftliche Grundstimmung, der allgemeine Aktienmarktverlauf sowie volatile Bewegungen an den Sekundärmärkten maßgebliche Ergebnistreiber des Geschäftsfeldes Multi Asset Brokerage.
Nach wie vor stellen auch in 2021 die preissensiblen Mechanismen innerhalb des MiFID II-Regimes, die sich unter anderem in fallenden Transaktionsgebühren äußern, sowie weiter sinkende Budgets für Research-Leistungen potenziell hemmende Faktoren dar. Neue Marktanteile im Multi Asset Brokerage sollen künftig verstärkt und ausschließlich der Prämisse der Profitabilität folgend, hinzugewonnen werden.
So kann für das Jahr 2021 im Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage insgesamt ein moderat steigender Ergebnisbeitrag erwartet werden, wenngleich die positiven Auswirkungen, die für andere Geschäftsfelder gelten, hier weniger starke Effekte zeigen.
Im Vordergrund steht für das Geschäftsjahr 2021 der nachhaltig optimierte Ausbau und die Digitalisierung der Handelsinfrastruktur, um die Marktanbindungen der Baader Bank auszuweiten. Dieser Prozess befindet sich weiterhin in Umsetzung und bietet eine wichtige Perspektive für das Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage.
3.3.3 Ausblick auf die Unterstützungsgeschäftsfelder
3.3.3.1 Geschäftsfeld Banking Services
Die Baader Bank erwartet sich durch den anhaltenden "Börsen-Boom" und den nachhaltigen Ausbau der Kooperationen mit klassischen und digitalen Vermögensverwaltern erneut ein spürbares Wachstum der Marktanteile in einem wachsenden Markt, speziell im Geschäft mit Konto- und Depot-Kunden sowie Handelsdienstleistungen für Vermögensverwalter und deren Endkunden. Neben Geschäftsanbindungen im deutschsprachigen Raum werden auch internationale Partner mit Bedarf an Komplettlösungen für deren Zielmärkte innerhalb Deutschlands oder Europas an Bedeutung gewinnen. An ihrem Wachstumskurs im Bereich Banking Services, der sich in seiner Querschnittsfunktion mit ertragssteigernder Wirkung in weiteren Handelseinheiten etabliert hat, hält die Baader Bank weiterhin fest. Mit der fokussierten Auswahl an Geschäftspartnern und deren hauptsächlich digitalen Kooperationsmodellen will die Baader Bank die Anzahl an Konten und Depots sowie das Gesamtdepotvolumen auch im Jahr 2021 signifikant steigern.
Neben der Kooperation mit dem Scalable-Broker, der bereits in kurzer Zeit sein Angebot erweitern konnte, sind auch für 2021 weitere Ergänzungen geplant. Für das laufende Jahr ist die Umsetzung von zahlreichen neuen Kooperationen anvisiert.
Entsprechend der hohen Erwartungen für das Jahr 2021 für den Bereich Banking Services stellt insbesondere auch die Prozessoptimierung und Digitalisierung der Konto- und Depotführung, bzw. -Eröffnung eine wesentliche Aufgabe für das bevorstehende Geschäftsjahr dar.
3.3.3.2 Geschäftsfeld Asset Management Services
Hinsichtlich der Geschäftsaktivitäten im Bereich Asset Management Services bestehen für die Baader Bank aufgrund ihres diversifizierten Geschäftsmodells entscheidende Wettbewerbsvorteile. Diese liegen unter anderem in der Schnelligkeit und Qualität des Handels sowie im Spektrum der Ausführungsplätze und der handelbaren Werte. Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet die Baader Bank, unter Einbezug der anhaltend erhöhten Marktschwankungen, an das in 2020 erreichte und tendenziell hohe Niveau der betreuten Vermögen über Fondsmandatierungen anknüpfen zu können. Mit der gelegentlichen Konsolidierung von Einzelfonds muss durchaus gerechnet werden. Nichtsdestotrotz ist weiterhin von einer aus Sicht der Baader Bank günstigen Bedarfssituation auf Kundenseite auszugehen, da die Regulierung des Finanzsektors zu erhöhtem Kostendruck und anhaltenden Auslagerungstendenzen innerhalb der Kapitalverwaltungsgesellschaften führt.
Mit ihrer Expertise im Handel und der Regulatorik kommt die Baader Bank weiterhin ihrem Bestreben nach, über komplementäre Bankservices einen nachhaltigen Mehrwert für Kunden zu schaffen und gleichzeitig für eine effiziente Auslastung der vorhandenen Infrastruktur in ihren Grundlagengeschäftsfeldern zu sorgen.
3.3.3.3 Geschäftsfeld Research Services
Weiterhin bleibt das Equity Research der Baader Bank ein wichtiges Bindeglied zwischen den deutschsprachigen Unternehmenskunden und internationalen Investoren. Die starke Präsenz auf internationalen Investorenkonferenzen soll beibehalten und durch die Abhaltung weiterer Konferenzen in kleinerem Format ergänzt werden. Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat jegliche Veranstaltungskonzepte im Research-Segment in die digitale Welt verlagert. Vereinzelt hat die Baader Bank ihre Veranstaltungsreihen hybrid umgesetzt, mehrheitlich jedoch vollständig als Online-Events. Nichtsdestotrotz konnte der Erfolg aus der Vergangenheit in diesem Bereich weiter fortgesetzt werden. Somit steht auch einer etwaigen sich manifestierenden Entwicklung hin zu rein virtuellen Roadshows aus Sicht der Baader Bank nichts im Wege.
Durch die Kooperation mit dem französischen Anbieter AlphaValue und der daraus neu entstandenen Research-Plattform "Baader Europe" verfügt die Baader Bank über ein wesentlich breiteres Angebot gemessen an der Anzahl gecoverter Titel, das künftig auch eine paneuropäische Werteauswahl einschließt und in dieser Kombination neue Anreize in der Neukundenakquise schaffen soll. Durch das Nutzen von nachhaltigen Synergien soll das Spektrum an internationalen Titeln - auch hinsichtlich der Unternehmensgröße - weiter ausgebaut werden.
Im Jahr 2020 konnten wesentliche Maßnahmen im Research-Geschäft effizienter gestaltet und zusätzliche Einkünfte generiert werden. Nicht zuletzt macht die Entscheidung der Commerzbank, ihr Aktien-Research nicht mehr selbst betreiben zu wollen, deutlich, wie intensiv der Wettbewerb ist. Einige Häuser wenden sich ab, stattdessen sollen Research-Dienste durch Kooperationen mit anderen Anbietern abgedeckt werden. Andere Häuser - wie auch die Baader Bank - fokussieren das Research auch in 2021 verstärkt.
3.3.4 Ausblick auf die Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaften
Als elementarer Bestandteil der Baader Bank Gruppe und in enger Verzahnung im Research, dem Multi Asset Brokerage und den Equity Capital Markets, ist die Baader Helvea Gruppe für internationale institutionelle Investoren und Unternehmenskunden Hauptansprechpartner. Dabei wird der Kundenfokus auf Großbritannien, der Schweiz und Nordamerika weiter bestehen bleiben. Die Gruppe liefert das organisatorische und vertriebliche Setup, diese Investoren- und Kundengruppen in den jeweiligen Destinationen bedienen zu können. Die Baader Helvea Gruppe wird deshalb auch in 2021 einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Betreuung des internationalen Kundenkreises in der Baader Bank Gruppe leisten.
Die weiter voranzutreibende Optimierung des Research-Angebotes in der gesamten Baader Bank Gruppe, aber auch der Investitionsbedarf des Baader Helvea-Kundenstamms lassen für das Geschäftsjahr 2021 im schweizerischen Unternehmen einen merklich positiveren, stetig steigenden Ergebnisbeitrag zum Gesamtergebnis des Baader Bank Konzerns erwarten. An den Standorten Zürich, London und Nordamerika (New York) wird auch in 2021 festgehalten.
Mit ihrer kroatischen Windkraftanlage wird die Selan Gruppe wie in den vergangenen Jahren einen deutlich positiven Beitrag zum Konzernergebnis der Baader Bank in Form von Umsatzerlösen leisten können. Wesentliche Ertragssteigerungen sind jedoch nicht zu erwarten. Bei gleichbleibendem Windaufkommen und gleichbleibendem Windertrag wird von einem höheren Gesamtergebnis im Geschäftsjahr 2021 der Selan Gruppe ausgegangen.
Verantwortlich dafür sind die stabile Infrastruktur sowie der nach wie vor gegebene hohe technische Standard. Mögliche sinkende Strompreise und niedrigere Windernten können dabei durch eine Reduzierung der Kostenbasis in gewissen Bandbreiten abgefangen werden. Letztlich ist das Gesamtjahresergebnis der Selan Gruppe stark von den Windverhältnissen und den daraus zu erwirtschaftenden Winderträgen abhängig, deren Prognostizierbarkeit Grenzen gesetzt sind. Hauptaugenmerk des Windkraftanlagenbetreibers wird die weitere Bearbeitung der zweiten Ausbaustufe des Windparks sein. Aktivierungsfähige Aufwände für den Beginn des Ausbaus können bereits in einem merklichen Umfang in 2021 anfallen, grundsätzlich ist die Gesamtplanung jedoch noch nicht belastbar aufgestellt.
Unverändertes Ziel der Baader & Heins Capital Management AG wird in 2021, wie in 2020 auch, in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld die Sicherung der starken Marktposition bei der Vermittlung von Schuldtiteln und im Geldmarkthandel sein.
Die erschwerten Marktverhältnisse werden dabei im neuen Geschäftsjahr bestehen bleiben. Weiter zunehmende regulatorische Anforderungen und regulatorisch-gesetzliche Einflussfaktoren auf die Vermittlungsumsätze und das Provisionsergebnis sowie das ungünstige Zinsumfeld mit anhaltenden Negativzinsen sind hier zu nennen.
Die Niedrigzinspolitik der EZB wird zwar etwas an Dynamik verlieren, jedoch noch länger Bestand haben, die Anlagealternativen in Zinsprodukten für die Kunden der Baader & Heins werden weiterhin weniger werden und wenig attraktiv bleiben. Zudem bestehen weiterhin wirtschaftliche Unwägbarkeiten auf Grund der Covid-19-Pandemie, die die Märkte von Baader & Heins beeinflussen können.
Mit einer gestaltbaren und auf einem niedrigeren Niveau liegenden Kostenbasis könnten Ertragsschwankungen abgefangen werden. Insofern erwartet die Baader Bank einen nach wie vor positiven und soliden Ergebnisbeitrag von Baader & Heins zum Gesamtergebnis des Konzerns für 2021. Dieser wird aber wahrscheinlich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in 2020 liegen.
3.3.5 Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung des Baader Bank Konzerns
Der Banken- und Börsenmarkt ist sowohl international als auch im deutschsprachigen Raum und in besonderem Maße in Deutschland einer tiefgehenden Transformation unterworfen. Diese Transformation eröffnet einen großen Wachstumsmarkt für die Baader Bank, in dem ihr integriertes Geschäftsmodell seine Vorteile gegenüber den Wettbewerbern ausspielen wird.
Zudem begründet die Transformation des Bankensektors und des Wertpapierhandels eine neue Börsenkultur in der Anlegerschaft, mindestens in Deutschland. Aktive Selbstentscheider, die über einen simplen technischen mobilen Zugang zum Wertpapierhandel verfügen und diesen für ein kostenoptimiertes, aktives Trading nutzen. Sie werden unterstützt von mittlerweile etablierten Robo-Advisorn, die ebenfalls kostenoptimiert für Private Anlagestrategien umsetzen.
Für die Baader Bank bedeutet dies ein weiteres Wachstum in den Umsatzvolumina der von ihr betreuten Orderbücher im Market Making und ein weiteres Wachstum der von ihr in Kooperationen geführten Konten und Depots in den Banking Services im Geschäftsjahr 2021. Die Ertrags- und Ergebnisbeiträge aus dem Market Making werden inklusive der Cross-Selling-Effekte aus den Banking Services demnach, auch bei einem natürlichen Abschwächen der Wachstumskurve in beiden Bereichen, auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2020 oder besser liegen. Auch für die Bereiche Brokerage, Equity Capital Markets und Research werden, obgleich hier die Geschäftspotenziale für 2021 nicht das Steigerungspotenzial wie in den anderen Geschäftsbereichen bereithalten, moderat anziehende Ergebnisbeiträge erwartet.
Weiter zunehmende staatliche Regulierung, noch immer wirtschaftlich belastende Markt-Rahmenbedingungen wie Rückgänge der volkswirtschaftlichen Leistung und Niedrigzinsen und vor allem eine nicht absehbare technologische Entwicklung können die antizipierten Wachstumschancen der Baader Bank auf der anderen Seite schmälern.
Für die Gesamtaussage zur zukünftigen Entwicklung der Baader Bank sind zudem die konstante laufende, nun wesentlich niedrigere Kostenbasis, die planbaren Abschreibungen und ein überschaubares Potenzial an Risikovorsorge und Wertberichtigungen mit ins Kalkül einzubeziehen.
Die Erfolge der Baader Bank in 2020 zeigen, dass sie mit ihrem integrierten Geschäftsmodell sowie der Fokussierung auf ihre traditionellen Kernmärkte und auf die FinTech-Wachstumsmärkte, eine gute Ausgangsposition für künftiges, nachhaltiges Ertrags- und Ergebniswachstum hat. Zudem besitzt die Baader Bank damit eine planbare Ertragsquelle aus dem Bestandskundengeschäft, die weit weniger volatil und unabhängiger von den Stimmungen der Wertpapiermärkte ist - ein weiteres Merkmal des nachhaltigen Geschäftsmodells der Baader Bank als Plattformanbieter.
Die beschriebenen positiven Rahmenbedingungen für anhaltend hohe Handelsumsätze und eine weiter stark zunehmende Nachfrage nach den Konto- und Depotdienstleistungen bei der Baader Bank sind ungebrochen. Sollten diese Rahmenbedingungen analog zum vergangenen Geschäftsjahr für das gesamte Jahr 2021 weiter Bestand haben, geht der Vorstand davon aus, dass das Ertrags- und Ergebnisniveau für das Gesamtgeschäftsjahr 2021 das Ergebnis aus 2020 übertreffen wird.
Im Einzelnen bedeutet dies für die Ergebnistreiber und Ergebniskomponenten der Baader Bank:
Die Anzahl der Wertpapiertransaktionen bei der Baader Bank sollte sich, bedingt durch die anhaltend hohen Umsatzvolumina sowie die Marktvolatilität und unterstützt durch den Effekt des hauseigenen Plattform-Geschäftsmodells, in 2021 im Vergleich zu 2020 auf hohem Niveau weiter steigern. Dies geht mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Handelsergebnis der Baader Bank einher, das für 2021 in einer Bandbreite zwischen TEUR 125.000 und TEUR 185.000 liegen sollte. Das Provisionsergebnis, getrieben durch die Anzahl der Geschäftsabschlüsse in den Kundenbereichen der Baader Bank und getrieben durch Depotanzahl und den Depotvolumina, sollte sich mit einer geringen Abweichung um den Mittelwert von TEUR 40.000 bewegen. Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, dass sich bei steigenden Handelsvolumina die im Provisionsergebnis ausgewiesenen Abwicklungskosten ebenfalls erhöhen.
Die anderen Ertragskomponenten (Zinserträge, sonstige Erträge, Umsatzerlöse) sollten planungsgemäß um einen Wert von TEUR 11.000 zu den Gesamterträgen im Geschäftsjahr 2021 beitragen.
Die Baader Bank plant mit Gesamtaufwendungen, die sich im Geschäftsjahr 2021 von TEUR 123.000 bis TEUR 163.000 bewegen sollten. In den Gesamtaufwendungen sind die variablen, von Ergebnisbestandteilen abhängigen Aufwendungen für die variable Vergütung und die Dotierung für den Fonds für allgemeine Bankrisiken entsprechend enthalten. Insgesamt wird ein Ergebnis vor Steuern des Baader Bank Konzerns für das Geschäftsjahr 2021 besser als TEUR 56.000 erwartet.
In Anbetracht von unabwägbaren, exogenen Einflussfaktoren können zuverlässige Prognosen zur Geschäftsentwicklung nach Einschätzung des Vorstands nur unter Einschränkungen erstellt werden. Die in diesem Lagebericht enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen, Erwartungen und Prognosen zur künftigen Entwicklung der Baader Bank beruhen daher auf den zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses im Unternehmen verfügbaren Informationen und Erkenntnissen.
4 Sonstige Angaben
4.1 Erklärung zur Unternehmensführung mit den Festlegungen und Angaben nach § 289f Abs. 2 Nr. 4, Abs. 4 Satz 1 HGB
Der Vorstand hat am 28. September 2015 einen Beschluss zur Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands gem. § 76 Abs. 4 AktG gefasst. Demzufolge sollten bis zum 30. Juni 2017 in der ersten Führungsebene mit der Funktionsbezeichnung "Managing Director" ein Frauenanteil von 3,6 % und in der zweiten Führungsebene ("Executive Director") von 12 % erreicht werden.
Mit einem Frauenanteil von 9,5 % in der ersten Führungsebene im Juni 2017 wurde die erstgenannte Zielgröße erreicht bzw. übertroffen. Der Frauenanteil der zweiten Führungsebene lag zum selben Zeitpunkt bei 8 % und damit unterhalb der festgelegten Zielgröße. Hauptursächlich dafür war der Wechsel von weiblichen Führungskräften von der zweiten in die erste Führungsebene.
Geschilderte Umstände veranlassten den Vorstand zur neuerlichen Beschlussfassung über Zielgrößen der jeweiligen Frauenanteile auf der ersten und zweiten Führungsebene. Für die erste Führungsebene wurde die Zielgröße auf 12 % angehoben, für die zweite Führungsebene wurde die Zielgröße bei 12 % belassen. Als Erreichungszeitpunkt für die beiden Zielgrößen wurde der 30. Juni 2022 festgelegt.
Der Aufsichtsrat hat am 28. September 2015 einen Beschluss zur Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und im Aufsichtsrat gem. § 111 Abs. 5 AktG gefasst, der die Zielgrößen von 0 % für den Frauenanteil im Vorstand und von 16,67 % im Aufsichtsrat der Baader Bank beinhaltet. Zum Zeitpunkt der vorgesehenen Erreichung bis zum 30. Juni 2017 waren beide Zielgrößen erreicht. Nach Neuformierung des Aufsichtsrats im Nachgang der Hauptversammlung der Baader Bank AG am 25. Juni 2018 beträgt der Frauenanteil im Aufsichtsrat 0 %. Mit geplantem Beschluss des Aufsichtsrats am 03. April 2019 werden die Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand auf 0 % und im Aufsichtsrat auf 16,67 % festgelegt. Für beide Zielgrößen wird der Erreichungszeitpunkt bis zum 30. Juni 2022 festgelegt.
4.2 Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gem. § 312 AktG
Die Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank AG) ist ein abhängiges Unternehmen der Baader Beteiligungs GmbH, Unterschleißheim (Baader GmbH). Die Baader Beteiligungs GmbH ist mit 63,4 % an der Baader Bank AG beteiligt. Da kein Beherrschungsvertrag zwischen den Unternehmen besteht, hat der Vorstand der Baader Bank AG gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der mit folgender Erklärung schließt:
"Die Baader Bank AG hat nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte bzw. andere Maßnahmen vorgenommen oder unterlassen wurden, für diese Rechtsgeschäfte bzw. anderen Maßnahmen eine angemessene Gegenleistung erhalten. Sie wurde durch getroffene oder unterlassene Maßnahmen nicht benachteiligt. Alle berichtspflichtigen Vorgänge wurden vom Vorstand beschlossen, soweit nach der Satzung bzw. Geschäftsordnung der Baader Bank AG erforderlich auch vom Aufsichtsrat genehmigt und in diesem Abhängigkeitsbericht aufgestellt."
Unterschleißheim, den 17. März 2021
Baader Bank AG
Der Vorstand
Nico Baader
Dieter Brichmann
Oliver Riedel
Bericht des Aufsichtsrats 2020 für den Jahresabschluss und Geschäftsbericht 2020
Zur Arbeitskultur, Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der Baader Bank hat im Geschäftsjahr 2020 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft wahrgenommen. Er hat dabei die Arbeit des Vorstands überwacht und begleitet. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat stets eingebunden. Sofern auf Grund eines Gesetzes, der Satzung oder der Geschäftsordnung für einzelne Maßnahmen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, wurde hierüber nach gründlicher Prüfung und Beratung Beschluss gefasst. Der Aufsichtsrat der Baader Bank fasst Beschlüsse grundsätzlich in Sitzungen. Bei Bedarf werden auf Anordnung des Aufsichtsratsvorsitzenden Beschlüsse auch außerhalb von Sitzungen im Umlaufverfahren gefasst.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat stets und umfassend auf schriftlichem und mündlichem Wege über grundsätzliche Fragen des Instituts, der Geschäftspolitik und der Gesamtbankstrategie, der aktuellen und künftigen Geschäftsführung, der Geschäftsentwicklung sowie über bedeutsame Geschäftsvorfälle und wichtige Einzelvorkommnisse unterrichtet. Der Aufsichtsrat war demnach regelmäßig über die Lage des Gesamtkonzerns sowie der Konzerngesellschaften unterrichtet. Insbesondere wurde über die gesamtwirtschaftliche und politische Lage und die Auswirkungen auf die Branche, die Entwicklung der Ertrags- und Ergebnissituation des Baader Bank Konzerns und der Einzelunternehmen, über die strategische Weiterentwicklung sowie über die Risikolage und das Risikomanagement eingehend diskutiert. Es wurden Lösungsansätze und Maßnahmen erörtert.
Der Aufsichtsratsvorsitzende und auch die weiteren Aufsichtsratsmitglieder wurden zudem in regelmäßigen Abständen durch Zurverfügungstellung der Protokolle der Vorstandssitzungen sowie in zahlreichen persönlichen Treffen durch den Vorstandsvorsitzenden und einzelner Aufsichtsratsmitglieder informiert. Der Aufsichtsrat führte weiterhin auch Gespräche mit den anderen Vorstandsmitgliedern zur Vertiefung von Fragestellungen innerhalb der jeweiligen Ressortbereiche. Die Mitglieder des Aufsichtsrats setzten sich auch wiederholt zu einem internen Austausch ohne die Teilnahme von Dritten zusammen, um die wichtigen Belange der Gesellschaft aus Sicht des Aufsichtsgremiums zu erörtern.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in seinen monatlichen Berichten fortlaufend und situationsbedingt über alle wesentlichen Kennzahlen zur finanziellen Entwicklung und der Risikosituation der Baader Bank Aktiengesellschaft und des Konzerns. Die Abweichungen der Ergebnisentwicklung von den Finanzplanzahlen wurden umgehend im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat geprüft.
Gegenstand der regelmäßigen Sitzungen waren die Unternehmenszahlen, die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns einschließlich der Tochterunternehmen und Beteiligungen, sowie die Entwicklung sämtlicher Geschäftsbereiche. Die weiteren Themen gestalteten sich anlassbezogen zu den administrativen Bereichen Recht, Risikomanagement, Kredit, Backoffice, Treasury, IT, Rechnungswesen und sonstiger Stabsstellen.
Zudem traten Vorstand und Aufsichtsrat zusammen, um über die Gesamtbank- und Geschäftsfeldstrategien für die kommenden Jahre sowie die damit verbundene Finanzplanung zu beraten. Im Fokus stand hier die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells im Sinne einer wahrscheinlichen Wirtschaftlichkeit und einer angemessenen Profitabilität im Rahmen der erarbeiteten strategischen Positionierung und den Marktpotenzialen.
Der Compliance-Beauftragte legte dem Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils zum Halbjahr seine ausführlichen Berichte, der Leiter der Internen Revision seinen ausführlichen Gesamtjahresbericht vor. Den anderen Aufsichtsratsmitgliedern werden diese Berichte zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf wurden die Berichte im Aufsichtsrat erörtert.
Auswirkungen der Maßnahmen zur Corona-Pandemie, Optimierung der Konzernstruktur sowie CFO-Nachfolgeregelung als thematische Schwerpunkte der Beratung und Überwachung
Im Geschäftsjahr 2020 tagte der Aufsichtsrat der Baader Bank im Rahmen von fünf ordentlichen Sitzungen. Zudem schloss sich der Aufsichtsrat zu vertiefenden Telefonkonferenzen zusammen, um sich bei wichtigen Beschlussfassungen und Themen von größerer Tragweite für die Baader Bank intensiv informieren zu lassen und sich über Beschluss-/Sachverhalte alleine, mit dem Vorstand und/oder mit Fachbereichsvertretern auszutauschen. Einige Beschlüsse wurden, auch bedingt durch notwendige Präventionsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie, als Umlaufbeschlüsse gefasst.
Auf der Agenda der Aufsichtsratstätigkeit standen die regel- und satzungsmäßigen Themen zum Jahresabschluss, zu den Jahresabschlussprüfungen und deren Ergebnisse sowie die Vorbereitung und Durchführung der Hauptversammlung der Baader Bank.
Der Aufsichtsrat ließ sich regelmäßig über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Baader Bank sowie über den Stand und die Wirkung getroffener Organisations-/Schutzmaßmaßnahmen unterrichten.
Zudem wurde intensiv an der weiteren Optimierung der Konzernstruktur und einzelner Beteiligungen gearbeitet. Hier sind ein Projekt mit Verkaufsbemühungen um den kroatischen Windpark der Baader Bank, die strategisch wichtige Erhöhung der Anteile an der französischen Gesellschaft AlphaValue sowie das Abstoßen einer britischen und die Veränderung bei einer indischen Beteiligung zu nennen.
Einen inhaltlichen Fokus der Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats der Baader Bank bildete die stetige Auseinandersetzung mit dem Stand der Umsetzung der entwickelten Maßnahmen aus dem in 2018 angestoßenen Strategieprojekt.
Der Aufsichtsrat erörterte gemeinsam mit dem Vorstand auch Fragestellungen zu Kapitalbedarf und Finanzierung der Baader Bank. Bei Fragestellungen zur operativen und personellen Entwicklung prüften Aufsichtsrat und Vorstand auch den Geschäftsverteilungsplan und die Aufbauorganisation des Kreditinstituts. Darüber hinaus waren wesentliche Projekte und einzelne Kreditengagements maßgebliche Punkte der Erörterungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand im Geschäftsjahr 2020.
Ein weiteres Thema, das vom Aufsichtsrat intensiv durchleuchtet wurde, war die IT-Strategie der Baader Bank, die Belastbarkeit der IT-Systeme bei einem stark zunehmenden Geschäftsvolumen sowie die IT-Struktur betreffende Sicherheitsthemen wie Cybersicherheit.
Ein Sonderthema des Aufsichtsrats in 2020 war die Organisation der Nachfolgeregelung des Finanz- und Personalvorstands und die damit verbundene Neubesetzung. Die Baader Bank verstärkte in diesem Zuge zum 01. Januar 2021 ihr Führungsteam und benannte Herrn Dietmar von Blücher zum Generalbevollmächtigten. Nach Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht wird Herr von Blücher die Funktion des CFO als Mitglied des Vorstands von Herrn Dieter Brichmann übernehmen. Herr Brichmann übergibt sein Amt aus Altersgründen nach über 20-jähriger, erfolgreicher Vorstandstätigkeit in der Baader Bank im Laufe des Geschäftsjahres 2021.
Zur Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2020
Der Vorstand der Baader Bank Aktiengesellschaft hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht jeweils für das Geschäftsjahr 2020 nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, des Aktiengesetzes sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute aufgestellt.
Der von der Hauptversammlung gewählte Abschluss- und Konzernabschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, hat die Abschlüsse und den Lagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat dabei die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen.
Der Aufsichtsrat hat die vorstehenden Unterlagen eingehend geprüft. Alle Abschlussunterlagen sowie die Prüfberichte des Abschlussprüfers lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor. Die Abschlussunterlagen wurden vom Aufsichtsrat in Gegenwart des zuständigen Wirtschaftsprüfers ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Der Abschlussprüfer ging ferner auf den Umfang und die Prüfungsschwerpunkte der Abschlussprüfung ein.
Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Abschlussprüfung zustimmend Kenntnis genommen und nach Beendigung seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind.
Der vom Vorstand aufgestellte und vom Abschlussprüfer geprüfte Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. März 2021 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat schließt sich, unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses aus 2020, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft, dem Vorschlag des Vorstands an, den Aktionären eine Dividende auszuschütten bzw. ihnen die Wahlmöglichkeit in Form einer sogenannten Skript-Dividende anzubieten.
Zum Abhängigkeitsbericht
Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt. Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands entsprechend den gesetzlichen Vorschriften geprüft und folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war und 3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen".
Der Aufsichtsrat hat vom Ergebnis der Prüfung des Abschlussberichts zustimmend Kenntnis genommen und nach seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind.
Zu den Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand der Baader Bank Aktiengesellschaft
Im Geschäftsjahr 2020 ergaben sich im Kreis des Aufsichtsrats keine Veränderungen.
Dank an alle Mitarbeitenden
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeitern des gesamten Baader Bank Konzerns für ihr außerordentliches Engagement und die stets professionelle Leistung im Geschäftsjahr 2020, insbesondere vor dem Hintergrund des großen zu bewältigenden Geschäftsvolumens unter den Einschränkungen von organisatorischen Maßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie einzuhalten waren.
Unterschleißheim, den 26. März 2021
Der Aufsichtsrat
Bilanz zum 31. Dezember 2020
Aktiva
scrollen
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Barreserve | |||||
| a) Kassenbestand | 200.000.000,00 | 50.000.000,00 | |||
| b) Guthaben bei Zentralnotenbanken | 288.840.318,70 | 488.840.318,70 | 187.768.658,77 | 237.768.658,77 | |
| darunter: | |||||
| bei der Deutschen Bundesbank € 288.840.318,70 | |||||
| (Vorjahr: € 187.768.658,77) | |||||
| 2. Forderungen an Kreditinstitute | |||||
| a) täglich fällig | 149.086.257,94 | 58.061.898,25 | |||
| b) andere Forderungen | 0,00 | 149.086.257,94 | 8.270.222,95 | 66.332.121,20 | |
| 3. Forderungen an Kunden | 52.043.873,91 | 46.748.706,97 | |||
| darunter: | |||||
| durch Grundpfandrechte gesichert € 0,00 | |||||
| (Vorjahr: € 0,00) | |||||
| 4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | |||||
| a) Anleihen und Schuldverschreibungen | |||||
| aa) von öffentlichen Emittenten | 25.069.601,70 | 26.509.645,13 | |||
| darunter: | |||||
| beleihbar bei der Deutschen Bundesbank € 23.044.363,61 | |||||
| (Vorjahr: € 23.819.732,73) ab) von anderen Emittenten | 18.665.788,68 | 43.735.390,38 | 68.437.329,50 | 94.946.974,63 | |
| darunter: | |||||
| beleihbar bei der Deutschen Bundesbank € 11.292.959,33 | |||||
| (Vorjahr: € 41.883.744,17) | |||||
| 5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 1.915.850,03 | 14.413.941,85 | |||
| 5a. Handelsbestand | 36.799.650,84 | 37.868.959,40 | |||
| 6. Beteiligungen | 9.604.746,17 | 7.234.746,17 | |||
| darunter: | |||||
| an Finanzdienstleistungsinstituten € 464.052,88 | |||||
| (Vorjahr: € 464.052,88) | |||||
| 7. Anteile an verbundenen Unternehmen | 26.953.678,65 | 26.493.037,79 | |||
| darunter: | |||||
| an Finanzdienstleistungsinstituten € 17.624.418,02 | |||||
| (Vorjahr: € 17.163.777,16) | |||||
| 8. Immaterielle Anlagewerte | |||||
| a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 7.003.370,04 | 7.957.788,04 | |||
| b) Geschäfts- oder Firmenwert | 2,00 | 2,00 | |||
| c) geleistete Anzahlungen | 101.525,34 | 7.104.897,38 | 85.873,98 | 8.043.664,02 | |
| 9. Sachanlagen | 38.112.433,95 | 37.273.244,50 | |||
| 10. Sonstige Vermögensgegenstände | 1.172.905,18 | 2.050.182,25 | |||
| 11. Rechnungsabgrenzungsposten | 2.852.744,87 | 2.866.182,70 | |||
| 12. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 7.668.112,32 | 8.579.899,02 | |||
| Summe der Aktiva | 865.890.860,32 | 590.620.319,27 | |||
| Passiva | |||||
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||||
| € | € | € | € | € | |
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||||
| a) täglich fällig | 54.006.356,75 | 19.986.950,01 | |||
| b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 15.108.661,63 | 69.115.018,38 | 20.653.784,39 | 40.640.734,40 | |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | |||||
| a) andere Verbindlichkeiten | |||||
| aa) täglich fällig | 496.468.696,12 | 317.423.313,88 | |||
| ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 97.958.267,34 | 594.426.963,46 | 128.862.976,53 | 446.286.290,41 | |
| 3. Handelsbestand | 4.933.950,29 | 3.324.694,33 | |||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 10.891.914,11 | 7.394.137,24 | |||
| 5. Rechnungsabgrenzungsposten | 253.247,03 | 365.679,74 | |||
| 6. Rückstellungen | |||||
| a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 2.087.882,64 | 1.956.145,08 | |||
| b) Steuerrückstellungen | 8.511.517,10 | 102.517,20 | |||
| c) andere Rückstellungen | 30.982.799,45 | 41.582.199,19 | 7.918.878,12 | 9.977.540,40 | |
| 7. Fonds für allgemeine Bankrisiken | |||||
| darunter: | |||||
| Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB | 28.457.000,00 | 28.457.000,00 | 11.635.000,00 | 11.635.000,00 | |
| 8. Eigenkapital | |||||
| a) eingefordertes Kapital gezeichnetes Kapital | 45.908.682,00 | 45.908.682,00 | |||
| abzgl. Nennbetrag eigener Aktien | -276.996,00 | 45.631.686,00 | -276.996,00 | ||
| b) Kapitalrücklage | 31.431.265,61 | 31.431.265,61 | |||
| c) Gewinnrücklagen | |||||
| ca) andere Gewinnrücklagen | 19.924.605,67 | 19.924.605,67 | 724.605,67 | ||
| d) Bilanzgewinn/-verlust | 19.243.010,58 | 116.230.567,86 | -6.791.314,53 | 70.996.242,75 | |
| Summe der Passiva | 865.890.860,32 | 590.620.319,27 | |||
| 1. Eventualverbindlichkeiten | |||||
| a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen | 208.070,00 | 208.070,00 | |||
| 2. Andere Verpflichtungen | |||||
| a) Unwiderrufliche Kreditzusagen | 529.125,96 | 2.065.015,89 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
scrollen
| 2020 | 2019 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Zinserträge aus | |||||
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | -272.441,24 | 67.634,38 | |||
| b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen | 2.188.135,15 | 1.915.693,91 | 5.051.284,38 | ||
| 2. Zinsaufwendungen | -4.163.821,79 | -2.248.127,88 | -4.759.267,28 | 359.651,48 | |
| 3. Laufende Erträge aus | |||||
| a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren | 348.964,46 | 679.195,19 | |||
| b) Beteiligungen | 234.024,00 | 58.506,00 | |||
| c) Anteilen an verbundenen Unternehmen | 562.500,00 | 1.145.488,46 | 750.000,00 | 1.487.701,19 | |
| 4. Provisionserträge | 84.694.276,41 | 60.475.193,09 | |||
| 5. Provisionsaufwendungen | -67.680.048,19 | 17.014.228,22 | -39.964.357,13 | 20.510.835,96 | |
| 6. Nettoertrag des Handelsbestands | 168.215.165,14 | 46.148.712,15 | |||
| 7. Sonstige betriebliche Erträge | 4.396.933,55 | 4.982.906,84 | |||
| 8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | |||||
| a) Personalaufwand | |||||
| aa) Löhne und Gehälter | -58.744.122,28 | -34.462.754,32 | |||
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | -5.352.518,03 | -64.096.640,31 | -5.580.255,08 | ||
| darunter: | |||||
| für Altersversorgung € - 771.769,15 (Vorjahr: € - 1.033.091,98) | |||||
| b) andere Verwaltungsaufwendungen | -38.907.355,09 | -103.003.995,40 | -37.520.072,16 | -77.563.081,56 | |
| 9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen | -3.658.564,29 | -4.283.876,43 | |||
| 10. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -1.903.422,62 | -779.029,80 | |||
| 11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft | -6.530.240,33 | -963.127,25 | |||
| 12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere | -2.787.043,20 | -2.890.570,36 | |||
| 13. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken | -16.822.000,00 | 0,00 | |||
| davon: | |||||
| Zuführungen nach § 340e Abs. 4 HGB € - 16.822.000,00 | |||||
| (Vorjahr: € 0,00) | |||||
| 14. Erträge aus der Auflösung des Fonds für allgemeine Bankrisiken | 0,00 | 10.500.000,00 | |||
| davon: | |||||
| Auflösungen nach § 340e Abs. 4 HGB € 0,00 | |||||
| (Vorjahr: € 10.500.000,00) | |||||
| 15. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 53.818.421,65 | -2.489.877,78 | |||
| 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -8.533.516,17 | 22.271,31 | |||
| 17. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 10 ausgewiesen | -50.580,37 | -50.149,37 | |||
| 18. Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 45.234.325,11 | -2.517.755,84 | |||
| 19. Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -6.791.314,53 | -33.643.558,69 | |||
| 20. Entnahmen aus Gewinnrücklagen | |||||
| a) aus anderen Gewinnrücklagen | 0,00 | 0,00 | 29.370.000,00 | 29.370.000,00 | |
| 21. Einstellungen in Gewinnrücklagen | |||||
| a) in andere Gewinnrücklagen | -19.200.000,00 | -19.200.000,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 22. Bilanzgewinn/-verlust | 19.243.010,58 | -6.791.314,53 |
Anhang 2020
I. Grundlagen
Der Jahresabschluss der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2020 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") aufgestellt worden. Die Vorschriften des Aktiengesetzes wurden beachtet.
Die Baader Bank AG erstellt als Muttergesellschaft zum 31. Dezember 2020 für den Baader Konzern einen Konzernabschluss, der beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht wird.
Zum Zweck der Übersichtlichkeit sind die Werte in Tausend € ausgewiesen. Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit entstehen.
Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2020. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Baader Bank Aktiengesellschaft, mit Sitz in Unterschleißheim, wird beim Amtsgericht München unter der Handelsregisternummer HRB 121537 geführt.
II. Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden
Bei der Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden werden die allgemeinen Bewertungsgrundsätze (§§ 252 ff. HGB), die besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie die ergänzenden Vorschriften für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340 ff. HGB) beachtet.
Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, insgesamt im Anhang aufgeführt. Soweit einzelne Posten in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst werden, erfolgt eine Aufgliederung im Anhang.
Im Einzelnen werden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:
Barreserve
Die Bestände der Barreserve sind zum Nennbetrag ausgewiesen.
Forderungen
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sind grundsätzlich mit dem Nominalbetrag oder den Anschaffungskosten ausgewiesen und werden soweit erforderlich um Einzelwertberichtigungen in ausreichendem Maße gekürzt. Von der gemäß § 340f Absatz 3 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht. Um dem Vorsichtsprinzip nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB Rechnung zu tragen werden in Anlehnung an den IDW RS BFA 7 ab dem Geschäftsjahr 2020 Pauschalwertberichtigungen vorgenommen. Aufgrund der Portfoliostruktur mit Fokus auf täglich fällige Bestände wurde als Risikomodell die 12-Monats-Expected Loss Berechnung gewählt. Demnach wird der Verlust auf Basis der Parameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), Verlusthöhe (LGD) und dem erwarteten Kreditbetrag bei Ausfall (EAD) ermittelt. Eine Ausgeglichenheit zwischen Risikoprämien und Risikoerwartung zum Zeitpunkt der Kreditvergabe besteht und das Adressenausfallrisiko hat sich nicht nennenswert zum Bilanzstichtag erhöht.
Wertpapiere (ohne Handelsbestand)
Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, sind als Finanzanlagen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip entsprechend § 253 Absatz 1 und 3 HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung wird berücksichtigt. Sofern erforderlich werden Zuschreibungen nach dem Wertaufholungsgebot (§ 253 Absatz 5 HGB) vorgenommen. Die Ermittlung des beizulegenden Wertes der wie Anlagevermögen zu bewerteten Wertpapieren erfolgt anhand anerkannter Bewertungsmodelle. Von der gemäß § 340c Abs. 2 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht. Das Bewertungswahlrecht gemäß § 340e Abs. 1 Satz 3 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wird nicht in Anspruch genommen.
Wertpapiere, die weder dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, noch dem Handelsbestand zugeordnet sind (Wertpapiere der Liquiditätsreserve), werden als Umlaufvermögen nach dem strengen Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 1 und 4 HGB mit ihren Anschaffungskosten beziehungsweise mit den niedrigeren Börsenwerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert.
Der beizulegende Zeitwert gemäß § 255 Abs. 4 HGB entspricht grundsätzlich dem Marktpreis. Ist zum Bilanzstichtag kein Marktpreis feststellbar, wird der beizulegende Zeitwert mit Hilfe allgemein anerkannter Bewertungsmodelle ermittelt. Sofern kein beizulegender Zeitwert ermittelbar ist, werden die Anschaffungskosten im Sinne des § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB fortgeführt.
Handelsbestand
Die Bewertung der Finanzinstrumente des Handelsbestandes erfolgt bei Zugang mit den Anschaffungskosten. Die Folgebewertung erfolgt entsprechend § 340e Abs. 3 HGB i.V.m. IDW RS BFA 2 und 5 mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bei finanziellen Vermögensgegenständen bzw. zuzüglich eines Risikozuschlags bei finanziellen Verpflichtungen. Sofern für derivative Finanzinstrumente keine tägliche Marktbewertung vorliegt, erfolgt die Ermittlung des Zeitwerts für Optionen mittels des Black-Scholes-Modells und für Futures mittels der arbitragefreien Bewertung. Die Baader Bank AG nimmt die Bewertung amerikanischer Optionen mithilfe der Approximation von Barone-Adesi/Whaley (1987) vor. Fremdwährungsoptionen werden mithilfe des Modells von Garman/Kohlhagen (1983) bewertet.
Ausgangspunkt für die Ermittlung des Risikoabschlags ist der Value at Risk (VaR). Der Value at Risk bezeichnet dabei ein Risikomaß, das angibt, welchen Wert der Verlust des betrachteten Portfolios mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit und in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Zur Ermittlung des Markpreisrisikos verwendet die Baader Bank AG die Monte-Carlo-Simulation. Bei der Berechnung wird ein Konfidenzniveau von 99,9 % unterstellt und die erforderlichen Parameter (insb. Volatilitäten, Korrelationen etc.) auf Basis von historischen Daten geschätzt. Dabei wird die Methode exponentieller Glättung verwendet, so dass bei dem gewählten Decay Factor von 0,97 die letzten ca. 98 Tage den größten Einfluss, unter kumulativer Betrachtung 95%, auf die Parameter haben. Zum 31. Dezember 2020 werden der Berechnung bestandsindividuelle Haltedauern zwischen 0,25 bis 10 Tagen zugrunde gelegt.
Der Risikoabschlag wurde für sämtliche Bestände der Handelsaktiva und -passiva ermittelt. Da es bei einzelnen Gattungen nicht möglich ist, diesen Betrag sachgerecht auf die aktiven bzw. passiven Handelsbestände aufzuteilen, erfolgt die Berücksichtigung des Risikoabschlags generell beim größeren der jeweiligen Bestände. Zum 31. Dezember 2020 erfolgte die Zuordnung bei dem aktiven Handelsbestand.
Wertpapierleihe
Die Baader Bank AG kontrahiert Wertpapierleihegeschäfte nahezu ausschließlich zum Zweck der Erfüllung von Lieferverpflichtungen aus Geschäften im Rahmen des Market Making. Sie werden mit den Anschaffungskosten aktiviert, die sich aus dem, mit dem Verleiher vereinbarten, Kurs ergeben. Die Wertpapiere werden dem Handelsbestand zugeordnet. In gleicher Höhe erfolgt die Passivierung einer Herausgabeverpflichtung.
Umwidmung
Für die Zuordnung von Forderungen und Wertpapieren zum Handelsbestand, zur Liquiditätsreserve oder zu den wie Anlagevermögen bewerteten Vermögensgegenständen ist jeweils die Zweckbestimmung zum Erwerbszeitpunkt maßgebend (§ 247 Abs. 1 und 2 HGB).
Eine Umgliederung in den Handelsbestand ist ausgeschlossen und eine Umgliederung aus dem Handelsbestand erfolgt nur dann, wenn außergewöhnliche Umstände, insbesondere schwerwiegende Beeinträchtigungen der Handelbarkeit der Finanzinstrumente, zu einer Aufgabe der Handelsabsicht führen.
Eine Umwidmung zwischen den Kategorien Liquiditätsreserve und wie Anlagevermögen behandelte Vermögensgegenstände wird vorgenommen, wenn sich die festgelegte Zweckbestimmung seit deren erstmaligem Ansatz geändert hat und dies dokumentiert ist. Die Umwidmung der Forderungen beziehungsweise Wertpapiere erfolgt zum Zeitpunkt der Änderung der Zweckbestimmung.
Im Geschäftsjahr 2020 erfolgte keine Umwidmung aus dem Handelsbestand in das Anlagevermögen sowie keine Änderung der institutsintern festgelegten Kriterien für die Einbeziehung von Finanzinstrumenten in den Handelsbestand.
Derivative Finanzinstrumente im Handelsbestand
Derivative Finanzgeschäfte werden wie folgt bilanziert und bewertet:
scrollen
| ― | Gezahlte Optionsprämien aus dem Kauf von Kauf- bzw. Verkaufsoptionen werden als aktivischer Handelsbestand bilanziert und mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet. |
| ― | Erhaltene Optionsprämien aus dem Verkauf von Kauf- bzw. Verkaufsoptionen werden als passivischer Handelsbestand bilanziert und mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich eines Risikozuschlags bewertet. |
| ― | Marginforderungen aus Futuregeschäften werden als Sonstige Vermögensgegenstände mit dem Nennbetrag bilanziert. |
| ― | Marginverpflichtungen aus Futuregeschäften werden als Sonstige Verbindlichkeiten mit dem Nennbetrag bilanziert. |
Verlustfreie Bewertung von zinsbezogenen Geschäften im Bankbuch
Der IDW RS BFA 3 regelt die Einzelfragen zur verlustfreien Bewertung des Bankbuchs nach HGB. Die Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute im Rahmen des Bankbuchs lässt regelmäßig keine unmittelbare Zuordnung einzelner Finanzinstrumente zueinander zu. Die Steuerung erfolgt als Gesamtheit im Bankbuch. Für die zinsbezogenen bilanziellen Vermögensgegenstände und Schulden des Bankbuchs wird dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip dadurch Rechnung getragen, dass unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) für einen etwaigen Verpflichtungsüberschuss eine Rückstellung gemäß § 249 HGB zu bilden ist ("Drohverlustrückstellung"). Bei der Abgrenzung des Bankbuchs hat die Baader Bank von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die direkt zugeordnete Refinanzierung von nicht zinstragenden Aktiva sowie die entsprechenden Vermögensgegenstände nicht in den Saldierungsbereich einzubeziehen. Die Baader Bank wendet zur Ermittlung einer Drohverlustrückstellung die periodische Methode an. Danach ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden, wenn die Summe der diskontierten zukünftigen Periodenergebnisse des Bankbuchs negativ ist. Die Risikokosten und Verwaltungskosten werden dabei als Abschlag von den Zahlungsströmen berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag besteht für die Baader Bank AG kein Verpflichtungsüberschuss. Die Notwendigkeit einer Drohverlustrückstellung aus der verlustfreien Bewertung ist somit nicht gegeben.
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind gemäß den für das Anlagevermögen geltenden Regelungen zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern die Gründe, die zu einer Abschreibung geführt haben, nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zur Höhe der Anschaffungskosten. Die Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt unter Verwendung anerkannter Bewertungsmodelle, im Wesentlichen auf DCF-Verfahren. Anteile an verbundenen Unternehmen in Fremdwährung werden zum Devisenkassakurs bewertet.
Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
Die Baader Bank AG weist ihre EDV-Standard-Software unter den Immateriellen Anlagewerten aus. Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.
Die aus Verschmelzungen stammenden Geschäfts- und Firmenwerte sowie erworbene Skontren werden grundsätzlich nach der individuellen Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 250,00 (netto) werden sofort aufwandswirksam erfasst. Darüber hinaus werden geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 1.000,00 in einem jährlichen Sammelposten erfasst und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Die tatsächlichen Nutzungsdauern der im Sammelposten zusammengefassten geringwertigen Wirtschaftsgüter oder deren Abgänge bleiben unberücksichtigt.
Für die Bestimmung der individuellen Nutzungsdauern werden grundsätzlich die steuerlichen AfA-Tabellen herangezogen und auf die technische Abnutzung abgestellt. In Einzelfällen und bei wirtschaftlicher Veranlassung wird eine längere Nutzungsdauer angesetzt.
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sind mit dem Nominalbetrag ausgewiesen und werden gegebenenfalls um erforderliche Wertberichtigungen in ausreichendem Maße gekürzt.
Sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag, vermindert um erforderliche Abschreibungen und Wertberichtigungen, angesetzt.
Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt mittels des ratierlich degressiven Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinses, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren (10-Jahresdurchschnitt) ergibt. Dieser beträgt gemäß der Festsetzung der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag 2,30 %. Der für die geforderten Anhangangaben verwendete Vergleichszinssatz (7-Jahresdurchschnitt) beträgt 1,60 % und wird ebenfalls von der Deutschen Bundesbank festgesetzt.
Vermögensgegenstände, die ausschließlich zur Erfüllung von Altersvorsorgeverpflichtungen dienen, werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit diesen saldiert.
Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe ihres notwendigen Erfüllungsbetrags bemessen, der sich in Übereinstimmung mit § 253 Abs. 1 HGB gemäß den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ergibt. Sofern die voraussichtliche Restlaufzeit der jeweiligen Rückstellung länger als ein Jahr ist, erfolgt eine Abzinsung der Rückstellung mit dem jeweiligen von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz.
Fonds für allgemeine Bankrisiken
Der Fonds für allgemeine Bankrisiken beinhaltet Beiträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Sicherung gegen allgemeine Bankrisiken notwendig sind. Unabhängig davon erfolgt gemäß § 340e Abs. 4 HGB eine Dotierung aus den Nettoerträgen des Handelsbestands.
Latente Steuern
Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, so muss eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerbelastung als passive latente Steuer in der Bilanz angesetzt werden. Eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung kann als latente Steuer aktiviert werden.
Ein entstandener Aktivüberhang wird in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht in der Bilanz ausgewiesen.
Erwerb eigener Anteile
Der Nennwert von erworbenen eigenen Anteilen wird in der Vorspalte offen von dem Posten Gezeichnetes Kapital abgesetzt und ergibt das ausgegebene Kapital. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile wird erfolgsneutral mit den frei verfügbaren Rücklagen (Gewinnrücklagen) verrechnet.
Werden die eigenen Anteile wieder veräußert, entfällt der Abzug in der Vorspalte. Ein den rechnerischen Wert übersteigender Differenzbetrag aus dem Veräußerungserlös wird bis zur Höhe des mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechneten Betrags in die jeweiligen Rücklagen eingestellt. Ein darüber hinausgehender Differenzbetrag wird in die Kapitalrücklage eingestellt, wohingegen ein beim Verkauf entstehender Verlust die Gewinnrücklagen belastet.
Im Geschäftsjahr 2020 gab es keine Änderung hinsichtlich des Erwerbs eigener Anteile.
Währungsumrechnung
Die Behandlung der Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung richtet sich danach, ob die Fremdwährungsgeschäfte dem Handelsbestand zugeordnet oder besonders gedeckt sind. Eine besondere Deckung ist zum Bilanzstichtag nicht gegeben. Im Falle des Handelsbestands werden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst und im Handelsergebnis ausgewiesen. Demgegenüber werden bei Fremdwährungsposten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr nur die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung dem Imparitätsprinzip entsprechend erfolgswirksam berücksichtigt und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei Fremdwährungsposten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr erfolgt der Ausweis von Aufwendungen und Erträge brutto im sonstigen betrieblichen Ergebnis.
Zinsergebnis
Negative Zinsen aus Aktivgeschäften sind im Zinsertrag erfasst. Der Zinsertrag zeigt den aus dem Zinsgeschäft im Laufe des Geschäftsjahres realisierten Zinsertrag, der um negative Zinsen geschmälert wurde. Korrespondierend hierzu schmälern negative Zinsen aus Passivgeschäften den Zinsaufwand entsprechend.
III. Änderungen von Bewertungs-, Bilanzierungs- und Ausweismethoden
Im Geschäftsjahr 2020 ergaben sich Änderungen von Bewertungs-, Bilanzierungs- und Ausweismethoden durch die erstmalige Anwendung von IDW RS BFA 7 und der damit einhergehenden Bildung von Pauschalwertberichtigungen in Höhe von T€ 205.
IV. Erläuterungen zur Bilanz
Fremdwährungsvolumina
Am Bilanzstichtag bestehen Vermögensgegenstände in Fremdwährung in Höhe von umgerechnet T€ 66.123 (Vorjahr: T€ 77.219). Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährung lauten, bestehen in Höhe von T€ 105.265 (Vorjahr: T€ 86.311). Dabei handelt es sich um die folgenden Bilanzposten:
scrollen
| Währung | Forderungen (Kunden und Kreditinstitute) T€ |
Wertpapiere, Beteiligungen und verbundene Unternehmen T€ |
Sonstige Vermögensgegenstände T€ |
Verbindlichkeiten (Kunden und Kreditinstitute) T€ |
Sonstige Verbindlichkeiten T€ |
|---|---|---|---|---|---|
| AUD | 26 | 203 | 0 | 227 | 0 |
| BRL | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| CAD | 0 | 0 | 0 | 43 | 0 |
| CHF | 4.000 | 15.536 | 1 | 4.683 | 166 |
| CZK | 136 | 0 | 0 | 136 | 0 |
| DKK | 0 | 0 | 0 | 105 | 0 |
| GBP | 644 | 726 | 0 | 1.919 | 73 |
| HKD | 74 | 0 | 0 | 76 | 2 |
| HUF | 4 | 0 | 0 | 4 | 0 |
| INR | 473 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| JPY | 2.282 | 0 | 0 | 2.291 | 1 |
| MXN | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| MYR | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| NOK | 518 | 78 | 0 | 595 | 0 |
| NZD | 0 | 0 | 11 | 10 | 0 |
| OMR | 6 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| PLN | 206 | 0 | 0 | 206 | 0 |
| SEK | 88 | 176 | 0 | 180 | 0 |
| SGD | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| THB | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| USD | 39.272 | 1.655 | 2 | 94.304 | 244 |
| ZAR | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 47.735 | 18.374 | 14 | 104.779 | 486 |
Die aus der Währungsumrechnung der Positionen des Anlagebestands mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr resultierenden Erträge betragen T€ 0 (Vorjahr: T€ 0). Die Erträge aus der Währungsumrechnung des Handelsbestands in Höhe von T€ 627 (Vorjahr: T€ 1.068) sind unter dem Nettoertrag des Handelsbestands ausgewiesen.
Barreserve
Die Barreserve besteht neben Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von T€ 288.840 (Vorjahr: T€ 187.769) aus Kassenbeständen in Höhe von T€ 200.000 (Vorjahr: T€ 50.000), die in Form von Bargeld in einem Wertelager bei der Bayerischen Landesbank eingelagert sind.
Forderungen an Kreditinstitute
Die Forderungen an Kreditinstitute bestehen aus täglich fälligen Forderungen in Höhe von T€ 149.086 (Vorjahr: T€ 58.062). Es bestehen keine anderen Forderungen (Vorjahr: T€ 8.270) und keine Forderungen an verbundene Unternehmen (Vorjahr: T€ 0), oder Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).
Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden belaufen sich auf T€ 52.044 (Vorjahr: T€ 46.749). In der Gesamtposition sind Forderungen an verbundene Unternehmen aus täglich fälligen und Forderungen mit vereinbarter Laufzeit in Höhe von insgesamt T€ 7.350 (Vorjahr: T€ 10.890) enthalten. Forderungen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 2.292) sind nachrangig. Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind in Höhe von T€ 11 (Vorjahr: T€ 20) enthalten. Forderungen an Kunden mit unbestimmter Laufzeit bestehen nicht.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere belaufen sich auf insgesamt T€ 43.735 und beinhalten keine Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).
Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere enthalten eine wie Anlagevermögen bewertete Gattung in Höhe von T€ 611. Anzeichen für eine voraussichtlich dauernde Wertminderung lagen nicht vor. Die weiteren Positionen sind der Liquiditätsreserve zugeordnet.
scrollen
| 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|
|---|---|---|
| Anleihen und Schuldverschreibungen | 42.955 | 93.172 |
| Stückzinsen | 780 | 1.775 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 43.735 | 94.947 |
Im Folgejahr werden Anleihen und Schuldverschreibungen in Höhe von T€ 16.029 fällig.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Die Baader Bank AG weist zum 31. Dezember 2020 unter den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren Investmentanteile, welche unter die Kategorie "Wertpapiere der Liquiditätsreserve" fallen in Höhe von T€ 1.916 aus.
Restlaufzeitengliederung
Für die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten gelten die folgenden Restlaufzeiten:
scrollen
| bis 3 Monate T€ |
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr T€ |
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre T€ |
mehr als 5 Jahre T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Forderungen an Kunden | 43.780 | 928 | 7.298 | 38 |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 3.878 | 0 | 0 | 11.231 |
| Andere Verbindlichkeiten ggü. Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 744 | 22.214 | 45.000 | 30.000 |
Aufgliederung der börsenfähigen Wertpapiere nach börsennotierten und nicht börsennotierten Wertpapieren:
scrollen
| börsenfähig | ||||
|---|---|---|---|---|
| nicht börsenfähig T€ |
börsennotiert T€ |
nicht börsennotiert T€ |
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 0 | 43.124 | 611 | 0 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 0 | 1.916 | 0 | 0 |
| Beteiligungen | 8.891 | 0 | 714 | 0 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.329 | 0 | 17.625 | 0 |
Anlagevermögen
Sämtliche im Anlagengitter ausgewiesenen Grundstücke und Gebäude werden von der Baader Bank AG im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzt. Es wurden keine selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände aktiviert.
Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens zeigt im Folgenden das Anlagengitter:
scrollen
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2020 T€ |
Zugänge T€ |
Umbuchungen T€ |
Abgänge T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Anlagewerte | 88.472 | 1.259 | 0 | 0 |
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 65.826 | 1.243 | 0 | 0 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 22.560 | 0 | 0 | 0 |
| Geleistete Anzahlungen auf Immaterielle Anlagewerte | 86 | 16 | 0 | 0 |
| Sachanlagen | 63.394 | 2.299 | 0 | -77 |
| Grundstücke und Bauten | 56.824 | 80 | 0 | 0 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 6.558 | 2.190 | 0 | -77 |
| Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen und Anlagen im Bau | 12 | 29 | 0 | 0 |
| Finanzanlagen | 53.242 | 2.831 | 0 | -16.688 |
| Beteiligungen | 9.450 | 2.370 | 0 | 0 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 26.493 | 461 | 0 | 0 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 17.299 | 0 | 0 | -16.688 |
scrollen
| Aufgelaufene Abschreibungen | Buchwert | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2020 T€ |
Zugänge T€ |
Abgänge T€ |
Stand 31.12.2020 T€ |
Stand 31.12.2020 T€ |
Stand 31.12.2019 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Anlagewerte | -80.428 | -2.198 | 0 | -82.626 | 7.105 | 8.044 |
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | -57.868 | -2.198 | 0 | -60.066 | 7.003 | 7.958 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | -22.560 | 0 | 0 | -22.560 | 0 | 0 |
| Geleistete Anzahlungen auf Immaterielle Anlagewerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 102 | 86 |
| Sachanlagen | -26.120 | -1.461 | 77 | -27.503 | 38.112 | 37.273 |
| Grundstücke und Bauten | -20.978 | -764 | 0 | -21.741 | 35.162 | 35.845 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | -5.142 | -697 | 77 | -5.762 | 2.909 | 1.416 |
| Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 | 41 | 12 |
| Finanzanlagen | -7.352 | -2.787 | 7.924 | -2.215 | 37.170 | 45.890 |
| Beteiligungen | -2.215 | 0 | 0 | -2.215 | 9.605 | 7.235 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 26.954 | 26.493 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | -5.137 | -2.787 | 7.924 | 0 | 611 | 12.162 |
Anteilsbesitz
Der Anteilsbesitz wird unter Ziffer VIII dargestellt.
Sonstige Vermögensgegenstände
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind enthalten:
scrollen
| 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|
|---|---|---|
| Sonstige Steuerforderungen | 413 | 1.332 |
| Umsatzsteuerforderungen | 366 | 384 |
| Forderungen aus Courtagen, Kursdifferenzen und Transaktionsentgelten | 323 | 140 |
| Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen | 55 | 44 |
| Sonstige Forderungen | 16 | 150 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 1.173 | 2.050 |
Es bestehen keine Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.
Aktive Rechnungsabgrenzung
Die aktive Rechnungsabgrenzung betrifft in Höhe von T€ 21 (Vorjahr: T€ 31) die gemäß § 250 Abs. 3 HGB auf der Aktivseite ausgewiesenen Unterschiedsbeträge aus der Ausgabe von Schuldscheindarlehen. Der Unterschiedsbetrag wird zeitanteilig linear über die Restlaufzeit aufgelöst. Darüber hinaus beruht der Gesamtposten auf vorab geleistete Ausgaben für Leistungen künftiger Perioden.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dienen überwiegend zur Finanzierung des Geschäftsgebäudes in Unterschleißheim und zur Refinanzierung des Wertpapierhandelsgeschäftes. Es bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Zum Bilanzstichtag bestanden täglich fällige Kundeneinlagen in Höhe von T€ 496.469 (Vorjahr: T€ 317.423) und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus aufgenommenen Schuldscheindarlehen und Termingeldern in Höhe von T€ 97.958 (Vorjahr: T€ 128.863). Es sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 4.686 (Vorjahr: T€ 4.373) enthalten. Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).
Sonstige Verbindlichkeiten
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind enthalten:
scrollen
| 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Kapitalmarktdienstleistungen | 3.598 | 0 |
| Steuerverbindlichkeiten | 3.178 | 2.628 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.129 | 3.395 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 987 | 1.371 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 10.892 | 7.394 |
Es bestehen keine sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.
Pensionsrückstellungen
Die Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2020 betragen T€ 17.654 (Vorjahr: T€ 16.954) und werden nach dem im Abschnitt "Verbindlichkeiten und Rückstellungen" beschriebenen Verfahren ermittelt. Zur Rückdeckung der Verpflichtungen stehen Bankkonten, Wertpapierdepots sowie Rückdeckungsversicherungen zur Verfügung.
Den versicherungsmathematischen Berechnungen liegen folgende Parameter zugrunde:
scrollen
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Rechnungszins | 2,30 % | 2,71 % |
| Gehaltsentwicklung | 3,00 % | 3,00 % |
| Rentenanpassung | 1,80 % | 1,80 % |
In Übereinstimmung mit § 253 Abs. 6 HGB ergibt sich ein Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren in Höhe von T€ 758. Als Rechnungsgrundlagen wurden darüber hinaus sowohl für die Handels- als auch für die Steuerbilanz zum 31. Dezember 2020 die Klaus Heubeck "Richttafeln 2018 G" verwendet.
Deckungsvermögen
scrollen
| 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|
|---|---|---|
| Anschaffungskosten | 23.334 | 22.882 |
| Beizulegender Zeitwert | 23.234 | 23.578 |
| Verrechnete Schulden | 15.566 | 14.998 |
Die als Deckungsvermögen qualifizierten Bankguthaben, die Rückdeckungsversicherungen sowie die Wertpapierdepots werden mit der Pensionsverpflichtung saldiert. Des Weiteren wird auf der Aktivseite ein Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung in Höhe von T€ 7.668 (Vorjahr: T€ 8.580) ausgewiesen. Dies führt im Saldo zu einem Bilanzausweis der Pensionsrückstellungen von T€ 2.088 (Vorjahr: T€ 1.956). Aufwendungen und Erträge aus dem verrechneten Vermögen werden in Höhe von T€ 1.531 saldiert und in Übereinstimmung mit § 246 Abs. 2 HGB unter dem Posten sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. In Anwendung von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Erträge in Höhe von T€ 245 mit Aufwendungen in Höhe von T€ 1.776 verrechnet.
Andere Rückstellungen
Die anderen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
scrollen
| 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|
|---|---|---|
| Personalrückstellungen | 24.677 | 2.222 |
| Verwaltungs- und Provisionsaufwendungen | 5.160 | 4.561 |
| Sonstige Rückstellungen | 500 | 500 |
| Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten | 489 | 489 |
| Beiträge | 157 | 147 |
| Andere Rückstellungen | 30.983 | 7.919 |
Fonds für allgemeine Bankrisiken
Gemäß § 340e Abs. 4 HGB haben Kreditinstitute einen Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" gemäß § 340g HGB zu bilden. Dem Sonderposten sind jährlich 10 % der aus dem Handelsbestand erzielten Nettoerträge zuzuführen, um den aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultierenden besonderen Risiken Rechnung zu tragen. Der Sonderposten ist jährlich solange mit mindestens 10 % der aus dem Handelsbestand erzielten Nettoerträge zu dotieren, bis mindestens 50 % des Durchschnitts der letzten fünf vor dem Berechnungsstichtag erzielten jährlichen Nettoerträge aus dem Handelsbestand erreicht sind (Mindestbestand).
Der Sonderposten ist aufgrund von Zuführungen in Höhe von T€ 16.822 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 mit T€ 28.457 dotiert.
Handelsbestand
Zum 31. Dezember 2020 gliedern sich Handelsaktiva sowie -passiva wie folgt:
scrollen
| Handelsaktiva | 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|---|---|---|
| Derivative Finanzinstrumente | 98 | 173 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 463 | 1.091 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 36.792 | 37.013 |
| Risikoabschlag | -553 | -408 |
| bilanzielle Handelsaktiva | 36.800 | 37.869 |
scrollen
| Handelspassiva | 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|---|---|---|
| Derivative Finanzinstrumente | 3 | 11 |
| Verbindlichkeiten | 4.931 | 3.314 |
| bilanzielle Handelspassiva | 4.934 | 3.325 |
Bewertungseinheiten
Es wurden im Geschäftsjahr 2020 keine Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet.
Derivative Finanzinstrumente
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 hält die Baader Bank AG indexbezogene derivative Finanzinstrumente im Handelsbestand. Bei diesen Geschäften handelt es sich um Optionen und Futures.
Die Bilanzierung und Bewertung des aktiven bzw. passiven Handelsbestands erfolgt nach dem im separaten Abschnitt "Handelsbestand" beschriebenen Verfahren. Zum Bilanzstichtag wurden alle derivativen Finanzinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert, der dem Marktwert entspricht, bilanziert.
Termingeschäfte
Am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte bestehen ausschließlich im Rahmen von Devisentermingeschäften im Sinne des § 36 Nr. 1 RechKredV.
scrollen
| Laufzeit | Währung | Nominal T€ |
|---|---|---|
| 16. Dezember 2020 bis 11. Januar 2021 | USD | 12.282 |
| 23. Dezember 2020 bis 19. Januar 2021 | USD | 12.281 |
| 29. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | USD | 14.695 |
| 29. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | DKK | 96 |
| 30. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | USD | 3.259 |
| 30. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | USD | 554 |
| 30. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | GBP | 127 |
| 30. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | CHF | 76 |
| 30. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | CAD | 11 |
| 30. Dezember 2020 bis 4. Januar 2021 | USD | -551 |
| 30. Dezember 2020 bis 19. Januar 2021 | USD | 12.214 |
Bei den dargestellten Geschäften handelt es sich ausschließlich um kundeninduzierte Termingeschäfte sowie um noch nicht zum Bilanzstichtag erfüllte Kassageschäfte.
Für mit dem beizulegenden Zeitwert (Marktwert) bewertete derivative Finanzinstrumente stellen sich Umfang und Art jeder Kategorie einschließlich der wesentlichen Bedingungen, welche die Höhe, den Zeitpunkt und die Sicherheit künftiger Zahlungsströme beeinflussen können, wie folgt dar:
Handelsaktiva
scrollen
| Portfolio | Bezeichnung | Kategorie | Fälligkeit | Kontrakte Stück | Währung | Marktpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| JPM FW FB | E-Mini S&P 500 ® Future Option | Aktienindex-Option | März 2021 | 100 | USD | 14,5 |
| JPM FW FH | S&P 500 ® Index Optionen (SPX) | Aktienindex-Option | Februar 2021 | 24 | USD | 1,65 |
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | Aktienindex-Option | Dezember 2020 | 24 | USD | 0,05 |
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | Aktienindex-Option | Januar 2021 | 24 | USD | 1,20 |
| JPM FW FH | Bitcoin Future (BTCH1) | Future | März 2021 | 1 | USD | 30.000,00 |
scrollen
| Portfolio | Bezeichnung | Marktwert | Buchwert | Risikofaktoren | Zahlungsströme |
|---|---|---|---|---|---|
| JPM FW FB | E-Mini S&P 500 ® Future Option | 72.500,00 | 151.840,00 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 | • täglich: Differenzenausgleich • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement) |
| (50 USD pro Indexpunkt) | |||||
| JPM FW FH | S&P 500 ® Index Optionen (SPX) | 3.960,00 | 4.800,00 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 | • täglich: Differenzenausgleich • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement) |
| (100 USD pro Indexpunkt) | |||||
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | 120,00 | 4.819,92 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 | • täglich: Differenzenausgleich • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement) |
| (100 USD pro Indexpunkt) | |||||
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | 2.880,00 | 4.819,92 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 | • täglich: Differenzenausgleich • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement) |
| (100 USD pro Indexpunkt) | |||||
| JPM FW FH | Bitcoin Future (BTCH1) | 150.000,00 | 108.640,02 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Bitcoin | • täglich: Differenzenausgleich • Erfüllung durch Lieferung |
| (5 USD pro Kontrakt) |
Handelspassiva
scrollen
| Portfolio | Bezeichnung | Kategorie | Fälligkeit | Kontrakte | Währung | Marktpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stück | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| JPM FW FH | S&P 500 ® Index Optionen (SPX) | Aktienindex-Option | Februar 2021 | 16 | USD | 1,80 |
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | Aktienindex-Option | Dezember 2020 | 16 | USD | 0,05 |
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | Aktienindex-Option | Januar 2021 | 16 | USD | 0,36 |
scrollen
| Portfolio | Bezeichnung | Marktwert | Buchwert | Risikofaktoren | Zahlungsströme |
|---|---|---|---|---|---|
| JPM FW FH | S&P 500 ® Index Optionen (SPX) | 2.880,00 | 4.786,72 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 | • täglich: Differenzenausgleich • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement) |
| (100 USD pro Indexpunkt) | |||||
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | 80,00 | 4.946,72 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 | • täglich: Differenzenausgleich • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement) |
| (100 USD pro Indexpunkt) | |||||
| JPM FW FH | SPX Weeklys SM Optionen (SPXW) | 576,00 | 4.786,72 | Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 | • täglich: Differenzenausgleich • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement) |
| (100 USD pro Indexpunkt) |
Anteile an Investmentfonds
Die Baader Bank AG ist zum 31. Dezember 2020 mit mehr als 10 % an folgenden inländischen Investmentvermögen im Sinn des § 1 des Investmentgesetzes oder vergleichbaren ausländischen Investmentanteilen im Sinn des § 2 Abs. 9 des Investmentgesetzes beteiligt:
scrollen
| Instrument | Anlageziel | Volumen Stück | Marktwert T€ |
Buchwert T€ |
Ausschüttung 2020 T€ |
|---|---|---|---|---|---|
| ATHENA UI AK I 1) (ISIN: DE000A0Q2SF3) | Derivativ | 17.223 | 1.916 | 1.916 | 0 |
1) Investmentvermögen im Sinne der OGAV-Richtlinie gemäß §§ 192 ff. KAGB; Publikumsfonds
Die Zuordnung der Anteile an den Investmentvermögen erfolgt in voller Höhe (T€ 1.916) zur Liquiditätsreserve.
Die Rückgabe der Investmentfondsanteile ist täglich möglich.
Als Sicherheiten übertragene Vermögensgegenstände
Für die nachfolgenden Verbindlichkeiten wurden zum 31. Dezember 2020 Vermögensgegenstände mit dem angegebenen Beleihungswert als Sicherheiten hinterlegt:
scrollen
| Grundschulden T€ |
Wertpapiere (Liquiditätsreserve) T€ |
Bankguthaben T€ |
|
|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 26.200 | 0 | 44.287 |
Latente Steuern
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Wertunterschiede zwischen Handels- und Steuerrecht, die im Wesentlichen aus dem Ansatz von Pensionsrückstellungen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (aktive latente Steuern) sowie der Nutzungsdauer des Geschäftsgebäudes, Deckungsvermögen und aus der Abzinsung von anderen Rückstellungen (passive latente Steuern) resultieren. Der angewandte Steuersatz beträgt 28,47 %. Der entstandene Aktivüberhang wird in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht in der Bilanz ausgewiesen.
Eigenkapital
1. Grundkapital
Das Grundkapital der Gesellschaft betrug am 31. Dezember 2020 T€ 45.909 (Vorjahr: T€ 45.909). Es ist eingeteilt in 45.908.682 (Vorjahr: 45.908.682) auf den Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien) zu einem rechnerischen Nennwert von je € 1,00.
2. Genehmigtes Kapital
a) Genehmigtes Kapital 2016
Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat durch Beschluss vom 22. Juni 2016 ein Genehmigtes Kapital 2016 mit folgendem Inhalt geschaffen:
Der Vorstand wird ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 21. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt T€ 22.954 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016). Bei der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2016 ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,
a) um Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen;
b) wenn die neuen Aktien gegen Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, der den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich im Sinne des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet, und soweit die insgesamt seit der Ermächtigung gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen. Auf diese 10 %-Grenze sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Wirksamkeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt der Ausübung der jeweiligen Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben oder veräußert wurden. Ebenfalls anzurechnen sind diejenigen Aktien, die von der Gesellschaft aufgrund von zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der Ermächtigung ausgegebenen Wandel-/Optionsschuldverschreibungen ausgegeben wurden beziehungsweise noch ausgegeben werden können, sofern die Wandel-/Optionsschuldverschreibungen nach dem Wirksamwerden dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre durch die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften ausgegeben wurden;
c) um die Aktien gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder Vermögensgegenständen - auch durch Aktientausch - sowie bei Unternehmenszusammenschlüssen auszugeben.
Der Beschluss zur Schaffung des Genehmigten Kapitals 2016 wurde am 29. August 2016 zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet. Die Eintragung erfolgte am 19. Dezember 2016.
Das Genehmigte Kapital 2016 wurde im Berichtsjahr (Vorjahr: T€ 0) nicht in Anspruch genommen.
b) Sonstiges genehmigtes Kapital
Es bestand im Geschäftsjahr 2020 kein sonstiges genehmigtes Kapital.
3. Bedingtes Kapital
a) Bedingtes Kapital 2007
Das von der Hauptversammlung am 26. Juni 2007 beschlossene Bedingte Kapital 2007 wurde durch Beschluss der Hauptversammlung am 11. August 2020 für die Zeit ab Wirksamwerden des neuen Bedingten Kapitals 2020 aufgehoben.
b) Bedingtes Kapital 2012
Das von der Hauptversammlung am 29. Juni 2012 beschlossene Bedingte Kapital 2012 wurde durch Beschluss der Hauptversammlung am 11. August 2020 für die Zeit ab Wirksamwerden des neuen Bedingten Kapitals 2020 aufgehoben.
c) Bedingtes Kapital 2020
Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat durch Beschluss vom 11. August 2020 ein Bedingtes Kapital 2020 mit folgendem Inhalt geschaffen:
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu T€ 22.954 eingeteilt in bis zu 22.954.341 auf den Inhaber lautende Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und anderen hybriden Schuldverschreibungen (mit oder ohne Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. -pflicht), die von der Baader Bank Aktiengesellschaft oder unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften der Baader Bank Aktiengesellschaft (Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG) auf der Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 11. August 2020 (Ermächtigung 2020) bis zum 10. August 2025 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder ihren entsprechenden Wandlungs- oder Optionspflichten nachkommen oder die Gesellschaft von einer Ersetzungsbefugnis Gebrauch macht und nicht andere Erfüllungsformen gewählt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der Ermächtigung 2020 jeweils zu bestimmenden Options - und Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. durch Erfüllung entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Absatz 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
d) Sonstiges bedingtes Kapital
Es bestand im Geschäftsjahr 2020 kein sonstiges ausnutzbares bedingtes Kapital.
4. Eigene Aktien
a) Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien
Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat durch Beschluss vom 1. Juli 2019 folgenden Beschluss gefasst:
(1) Die Gesellschaft wird gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 7 AktG ermächtigt, bis zum 30. Juni 2024 zum Zwecke des Wertpapierhandels eigene Aktien zu erwerben und zu verkaufen. Der Handelsbestand der zu diesem Zweck zu erwerbenden Aktien darf am Ende eines jeden Tages fünf Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen. Der niedrigste Gegenwert, zu dem jeweils eine Aktie erworben werden darf, wird auf den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Handelstagen der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main vor dem jeweiligen Erwerb oder der jeweiligen Eingehung einer Verpflichtung zum Erwerb abzüglich zehn Prozent festgelegt, der höchste Gegenwert auf diesen durchschnittlichen Schlusskurs zuzüglich zehn Prozent. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als zehn Prozent des Grundkapitals entfallen.
(2) a) Der Vorstand wird ermächtigt, bis zum 30. Juni 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zur Höhe von zehn Prozent des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit den ggf. auch aus anderen Gründen erworbenen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zu keinem Zeitpunkt zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen.
Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen.
Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) darf bei einem Erwerb über die Börse den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse (Schlusskurs im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor der Verpflichtung zum Erwerb nicht um mehr als zehn Prozent über- bzw. unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot oder einer an die Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten kann die Gesellschaft entweder einen Preis oder eine Preisspanne festlegen, zu dem sie bereit ist, die Aktien zu erwerben. Der Kaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) darf jedoch - vorbehaltlich einer Anpassung während der Angebotsfrist - den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse (Schlusskurs im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung des Erwerbsangebots um nicht mehr als zwanzig Prozent unter- bzw. überschreiten.
Ergeben sich nach der Veröffentlichung des formellen Kaufangebots bzw. der formellen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Schlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse (im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) am dritten Börsenhandelstag vor der öffentlichen Ankündigung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Sollte das Volumen der angebotenen Aktien das vorgesehene Rückkaufvolumen überschreiten, kann die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien oder nach Quoten (ggf. unter Schaffung übertragbarer Andienungsrechte) erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme kleiner Offerten oder kleiner Teile von Offerten bis zu 50 Stück kann vorgesehen werden.
b) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung oder aufgrund vorangegangener Hauptversammlungsermächtigungen nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden bzw. wurden, - in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre - unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre als (Teil-) Gegenleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder anderen Wirtschaftsgüter zu verwenden, an Dritte gegen Barzahlung zu veräußern, soweit die Veräußerung zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet, oder Personen zum Erwerb anzubieten oder zu übertragen, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen.
c) Darüber hinaus wird der Vorstand ermächtigt, vorbezeichnete Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder die Durchführung der Einziehung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch in der Weise eingezogen werden, dass sich das Grundkapital nicht verändert, sondern durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht wird (vereinfachtes Einziehungsverfahren gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG). Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Einziehungsverfahren, ist der Aufsichtsrat zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.
d) Die Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden.
b) Anzahl eigener Aktien
Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2020 eine Anzahl von 276.996 eigenen Aktien. Der Bestand an eigenen Aktien hat sich im Berichtszeitraum nicht geändert und entspricht 0,60 % des Grundkapitals. Der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt T€ 277.
scrollen
| Bestand 31.12.2019 | Zugänge Anzahl |
Durchschnitt!. Kurs € |
Abgänge Anzahl |
Durchschnitt!. Kurs € |
Bestand 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| 276.996 | 0 | 0 | 0 | 0 | 276.996 |
Der durchschnittliche Kurs der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien beträgt € 2,40.
Bilanzgewinn /-verlust
scrollen
| 31.12.2020 T€ |
31.12.2019 T€ |
|
|---|---|---|
| Jahresergebnis | 45.235 | -2.518 |
| Verlustvortrag | -6.792 | -33.644 |
| Einstellungen in / Entnahmen aus Gewinnrücklagen | -19.200 | 29.370 |
| Bilanzgewinn /-verlust | 19.243 | -6.792 |
Das Jahresergebnis der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2020 beträgt T€ 45.235. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrages aus Vorjahren in Höhe von T€ 6.792 sowie der Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von T€ 19.200 in Übereinstimmung mit § 268 Abs. 1 HGB und § 58 Abs. 2 AktG ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von T€ 19.243. Der Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung von € 0,25 je dividendenberechtigter Stückaktie vor, insgesamt maximal T€ 11.477. Darüber hinaus schlägt der Vorstand der Hauptversammlung vor, weitere T€ 7.300 in die Gewinnrücklagen einzustellen und einen verbleibenden Restbetrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorzutragen.
Eventualverbindlichkeiten
Die Eventualverbindlichkeiten resultieren aus Bürgschaften gegenüber Mitgliedern des Vorstands und bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 203 (Vorjahr: T€ 203) sowie gegenüber einem Mitarbeiter in Höhe von T€ 5 (Vorjahr: T€ 5).
Darüber hinaus besteht eine widerrufliche Kreditzusage gegenüber einem Mitglied des Vorstands in Höhe von T€ 195 (Vorjahr: T€ 195).
Andere Verpflichtungen
Es bestehen offene unwiderrufliche Kreditzusagen an Kunden in Höhe von T€ 529 (Vorjahr: T€ 2.065).
Wesentliche Risiken aus den Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen sind nicht erkennbar. Die Einschätzung des Risikos der Inanspruchnahme leitet sich aus dem Risikomanagement ab. Der überwiegende Teil der Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen beinhaltet Kreditrisiken von Kreditnehmern mit guter Bonität. Akuten und latenten Bonitätsrisiken wird bilanziell gegebenenfalls durch die Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen.
V. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte
Angaben nach § 285 Nr. 3a HGB
Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist die Baader Bank finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die über die in der Bilanz zum 31. Dezember 2020 ausgewiesenen Verbindlichkeiten hinausgehen und sich wie folgt darstellen:
scrollen
| Restlaufzeit Monate | finanzielle Verpflichtung T€ |
|
|---|---|---|
| Zukünftige Zahlungen aus Mietverträgen für Büroräume, Nutzflächen und Pkw-Stellplätze | 12 bis 13 | 1.115 |
| Zukünftige Zahlungen aus Kraftfahrzeugleasingverträgen sowie Leasingverträgen über Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1 bis 48 | 6.314 |
| Zukünftige Zahlungen aus sonstigen Dienstleistungsverträgen | 3 bis 42 | 3.798 |
Wesentliche Risiken aus den nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, welche sich auf die Liquidität bzw. auf die Fähigkeit der Baader Bank AG, in einem absehbaren Zeitraum die vorhandenen Verpflichtungen erfüllen zu können, negativ auswirken, sind nicht erkennbar.
Angaben nach § 285 Nr. 3 HGB
Sonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind und nach § 285 Nr. 3 HGB anzugeben sind, bestehen im Zusammenhang mit einer bisher nicht vollständigen Inanspruchnahme aus einer Kapitalzusage (T€ 1.098) für eine Beteiligung.
VI. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Zinserträge und -aufwendungen
In dem Posten "Zinserträge" aus Kredit- und Geldmarktgeschäften sind negative Zinsen auf Guthaben aus laufenden Konten in Höhe von T€ 1.330 (Vorjahr: T€ 946) sowie aus Termin- und Kundengeldern in Höhe von T€ 30 (Vorjahr: T€ 34) enthalten.
Negative Zinsen in Höhe von T€ 901 (Vorjahr: T€ 1.023), die aus Kundengeld- und Termingeldanlagen resultieren, sind ebenso wie Aufwendungen in Höhe von T€ 3 (Vorjahr: T€ 6) aus der Aufzinsung von anderen Rückstellungen unter dem Posten "Zinsaufwendungen" ausgewiesen.
Sonstige betriebliche Erträge
scrollen
| 2020 T€ |
2019 T€ |
|
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungen an Tochterunternehmen/Beteiligungen | 2.114 | 2.423 |
| Sonstige Erträge | 726 | 1.357 |
| Periodenfremde Erträge | 717 | 48 |
| Erträge aus Sachbezügen | 461 | 482 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 208 | 490 |
| Mieterträge | 171 | 178 |
| Werbeeinnahmen | 0 | 5 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 4.397 | 4.983 |
Die sonstigen Erträge in Höhe von T€ 726 enthalten im Wesentlichen Rückerstattungen von zuvor verauslagten Projektkosten.
Periodenfremde Erträge entfallen im Wesentlichen auf Vorsteuererstattungen in Folge einer abgeschlossenen Betriebsprüfung in Höhe von T€ 596.
VII. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen waren wie im Vorjahr nicht erforderlich. Für die Zusammensetzung der Abschreibungen wird auf das Anlagengitter verwiesen.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 1.903 (Vorjahr: T€ 779) enthalten im Wesentlichen verrechnete Aufwendungen aus der Abzinsung von Pensionsrückstellungen mit den Aufwendungen und Erträgen aus dem Deckungsvermögen in Übereinstimmung mit § 246 Abs. 2 HGB (T€ 1.531) (Vorjahr: sonstige betriebliche Erträge T€ 381), Auslagen für Projektkosten (T€ 313) (Vorjahr: T€ 522) sowie periodenfremde Aufwendungen für im Vorjahr bezogene Leistungen (T€ 46) (Vorjahr: T€ 250).
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die im Geschäftsjahr 2020 ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten Steuernachzahlungen aus Vorjahren in Höhe von T€ 50.
Ausschüttungsgesperrte Beträge
Im Geschäftsjahr 2020 ergibt sich für die Baader Bank AG ein ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von T€ 758. Dieser resultiert gemäß § 253 Abs. 6 HGB in voller Höhe aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren.
VIII. Ergänzende Angaben
Mehrheitsbeteiligung
Die Baader Beteiligungs GmbH, Unterschleißheim, hält an der Baader Bank AG eine Mehrheitsbeteiligung gemäß § 16 Abs. 1 AktG. Eine Mitteilung gemäß § 20 Abs. 4 AktG liegt vor.
Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2020 wurden durchschnittlich 375 (Vorjahr: 374) Angestellte beschäftigt. Davon waren 46 Mitarbeiter leitende Angestellte.
Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats
Den Mitgliedern des Vorstandes wurden für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 3.686 (Vorjahr: T€ 1.410) gewährt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 233 (Vorjahr: T€ 233).
Honorare des Abschlussprüfers
Gemäß § 285 Nr. 17 HGB entfällt diese Angabe, soweit die Angaben in einem das Unternehmen einbeziehenden Konzernabschluss enthalten sind. Die Baader Bank AG als Muttergesellschaft erstellt einen Konzernabschluss. Dort werden die geforderten Angaben zu den Honoraren der Abschlussprüfer gemacht.
Die vom Abschlussprüfer zusätzlich zur Jahresabschlussprüfung erbrachten Leistungen umfassen im Wesentlichen die Prüfung nach § 89 Abs. 1 WpHG und die Depotprüfung für den Zeitraum 1. April 2019 bis 30. April 2020 sowie eine freiwillige prüferische Durchsicht zum 30. Juni 2020.
Organe der Baader Bank AG
Vorstand
Herr Nico Baader, Gräfelfing (Vorsitzender)
Beruf: Bankkaufmann
Verantwortung: Vorstandsassistenz, Group Strategy & Communication, Vorstandsreferat Market Making, Legal & Corporate Finance Execution, Kapitalmarktanalyse, Market Making Equities Stuttgart, Market Making Fonds / ETF / ATF, Equities FFM, Market Making Verbriefte Derivate, Market Making Bonds, Treasury, Informationstechnologien, Capital Markets
Herr Dieter Brichmann, Penzberg (stellv. Vorsitzender)
Beruf: Dipl. Kaufmann
Verantwortung: Risk Management & Regulatory Reporting, Compliance / Geldwäsche, Internal Audit, Datenschutz, Credit, Accounting & Corporate Taxes / Controlling, Human Ressources & Company Organisation, Informationssicherheit, Backoffice, Auslagerung
Herr Oliver Riedel, Lauf
Beruf: Bankkaufmann
Verantwortung: Corporate Brokerage, Distribution, Products, Client Services / Business Development, Business Management Office
Aufsichtsrat
Herr Dr. Horst Schiessl, München (Vorsitzender)
Rechtsanwalt
Herr Helmut Schreyer, München (stellv. Vorsitzender)
ehem. persönlich haftender Gesellschafter, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA
Herr Prof. Dr. Georg Heni, Freudenstadt
Geschäftsführender Gesellschafter der WirtschaftsTreuhand GmbH, Wirtschaftsprüfer
Herr Christoph Mast, Bad Nauheim
Selbständiger Berater, Rechtsanwaltskanzlei
Herr Ali Cavli, Frankfurt am Main (Arbeitnehmervertreter)
Wertpapierhändler im Bereich Market Making Fonds der Baader Bank AG
Herr Thomas Leidel, Bruckmühl (Arbeitnehmervertreter)
Leiter Data & Risk Management der Baader Bank AG
Mandate nach § 340a Abs. 4 Nr. 1 HGB
Zum 31. Dezember 2020 wurden Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien von großen Kapitalgesellschaften wahrgenommen. Diese sowie weitere nennenswerte Mandate werden im Folgenden aufgeführt:
scrollen
| Mandatsinhaber | Mandatsfirma / -institution | Mandat |
|---|---|---|
| Herr Nico Baader | Baader & Heins Capital Management AG, Unterschleißheim | stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| Herr Dieter Brichmann | Baader & Heins Capital Management AG, Unterschleißheim Conservative Concept Portfolio Management AG, Frankfurt am Main | Vorsitzender des Aufsichtsrats stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| Herr Oliver Riedel | Baader Helvea AG, Zürich (Schweiz) Baader Helvea Limited, London (UK) Baader Helvea Inc., New York (USA) | Vorsitzender des Verwaltungsrats Member of the Supervisory Board of Directors Member of the Supervisory Board of Directors |
| Herr Florian Schopf | Baader & Heins Capital Management AG, Unterschleißheim Conservative Concept Portfolio Management AG, Frankfurt am Main | Mitglied des Aufsichtsrats Mitglied des Aufsichtsrats |
| Herr Lukas Burkart | Baader Helvea Limited, London (UK) | Member of the Supervisory Board of Directors |
| Herr Sebastian Niedermayer | Baader Helvea Inc., New York (USA) | Member of the Supervisory Board of Directors |
Aufstellung des Anteilsbesitzes der Baader Bank AG
Die Baader Bank AG ist unmittelbar an folgenden Unternehmen beteiligt:
scrollen
| Name / Sitz | Kapitalanteil % |
Letzter Zwischen-/ Jahresabschluss | Eigenkapital (gesamt) T€ |
Jahresergebnis T€ |
|---|---|---|---|---|
| Baader Helvea AG, Zürich (Schweiz) 1) | 100,00 | 31. Dezember 2020 | 9.004 | 120 |
| Selan Holding GmbH, Unterschleißheim 2) | 100,00 | 31. Dezember 2020 | 8.553 | -7 |
| Baader & Heins Capital Management AG, Unterschleißheim | 75,00 | 31. Dezember 2020 | 3.487 | 1.191 |
| Conservative Concept Portfolio Management AG, Frankfurt am Main | 19,90 | 31. Dezember 2020 | 1.606 | 478 |
| Parsoli Corporation Ltd., Mumbai (Indien) | 21,93 | Zum 31. Dezember 2020 stehen keine aktuellen Daten zur Verfügung. | ||
| Earlybird DWES Fund VI GmbH & Co. KG München | 6,45 | 31. Dezember 2019 | 93.421 | -2.504 |
| AlphaValue SA, Paris (Frankreich) | 5,39 | 31. Dezember 2019 | -523 | -312 |
1) Das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2020 wurden umgerechnet (€/CHF 1,08020).
2) Das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres wurden auf Basis eines ungeprüften Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2020 angegeben.
Im Geschäftsjahr 2020 haben sich innerhalb des Anteilsbesitzes der Baader Bank AG folgende Änderungen ergeben:
Verbundene Unternehmen
Die Baader Bank AG ist unverändert mit unmittelbar 100,00 % der Geschäftsanteile an der Baader Helvea AG, Zürich beteiligt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde eine Kapitalerhöhung vollzogen in Höhe von umgerechnet T€ 461.
Beteiligungen
Veränderungen in den Beteiligungen ergaben sich durch weitere Einzahlungen in den Fonds Earlybird DWES Fund VI GmbH & Co. KG, München, des Venture Capital Investors Earlybird mit einem Beteiligungsbuchwert zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 8.888.
Zusätzlich ist die Baader Bank AG über die Baader Helvea AG, Zürich (Schweiz) und die Selan Holding GmbH, Unterschleißheim, mittelbar an folgenden Gesellschaften beteiligt:
scrollen
| Name / Sitz | Kapitalanteil % |
Letzter Zwischen-/ Jahresabschluss | Eigenkapital (gesamt) T€ |
Jahresergebnis T€ |
|---|---|---|---|---|
| Baader Helvea Inc., New York (Vereinigte Staaten von Amerika) 1) | 100,00 | 31. Dezember 2020 | 2.916 | 225 |
| Baader Helvea Ltd., London (Vereinigtes Königreich) 2) | 100,00 | 31. Dezember 2020 | 1.337 | 810 |
| Selan d.o.o., Senj (Kroatien) 3) | 100,00 | 31. Dezember 2020 | 16.587 | 3.763 |
| Vjetropark Vrataruša d.o.o. Senj (Kroatien) 3) | 100,00 | 31. Dezember 2020 | 445 | 0 |
1) Das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2020 wurden umgerechnet (€/USD 1,22710).
2) Das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2020 wurden umgerechnet (€/GBP 0,89903).
3) Das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2020 wurden umgerechnet (€/HRK 7,55190).
Unterschleißheim, den 17. März 2021
Baader Bank AG
Der Vorstand
Nico Baader
Dieter Brichmann
Oliver Riedel
Anlage zum Jahresabschluss
Länderspezifische Berichterstattung (Country-by-Country-Reporting) zum Stichtag
31. Dezember 2020 der Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank AG)
Nach § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG haben CRR-Institute auf konsolidierter Basis zusätzliche Angaben offenzulegen.
Folgende Angaben aus Sicht der Baader Bank AG sind zum Stichtag 31. Dezember 2020 im Rahmen der Offenlegungsanforderungen im Sinne des § 26a Abs. 1 KWG darzustellen:
scrollen
| ― | Die Firmenbezeichnung, die Art der Tätigkeiten und die geografische Lage der Niederlassungen, |
| ― | der Umsatz, |
| ― | die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten, |
| ― | Gewinn oder Verlust vor Steuern, |
| ― | Steuern auf Gewinn oder Verlust, |
| ― | erhaltene öffentliche Beihilfen. |
Der Umsatz wird nach handelsrechtlichen Vorgaben unter Anwendung der für Kreditinstitute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) ermittelt. Für die länderspezifische Berichterstattung gem. § 26a Abs. Satz 2 KWG werden als Umsatzgröße das Zinsergebnis und laufende Erträge, Provisionsergebnis, Handelsergebnis, Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge herangezogen.
Öffentliche Beihilfen hat weder die Baader Bank AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften erhalten.
Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger wird entsprechend der handelsrechtlichen Regelung gemäß § 267 Abs. 5 HGB angegeben (nach Quartalsabständen berechneter Durchschnittswert).
Aufschlüsselung nach Ländern
scrollen
| Land | Umsatz in TEUR |
Gewinn/Verlust vor Steuern in TEUR |
Steuern auf Gewinn/Verlust in TEUR |
Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland (EU) | 194.355 | 55.460 | -9.041 | 388 |
| Großbritannien (Drittland) | 2.668 | 810 | 0 | 4 |
| Kroatien (EU) | 12.477 | 3.885 | -122 | 2 |
| Schweiz (Drittland) | 5.589 | 128 | -9 | 13 |
| USA (Drittland) | 2.538 | 230 | -5 | 2 |
Vollkonsolidierte Unternehmen
scrollen
| Gesellschaft | Tätigkeit der Gesellschaft | Sitz, Ort | Land |
|---|---|---|---|
| Baader Bank AG | Kreditinstitut | Unterschleißheim | Deutschland (EU) |
| Baader Helvea AG | Finanzunternehmen | Zürich | Schweiz (Drittland) |
| Baader Helvea Ltd. | Finanzunternehmen | London | Großbritannien (Drittland) |
| Baader Helvea Inc. | Finanzunternehmen | New York | USA (Drittland) |
| Baader & Heins Capital Management AG | Finanzunternehmen | Unterschleißheim | Deutschland (EU) |
| Selan d.o.o. | Windparktbetreiberin | Senj | Kroatien (EU) |
| Selan Holding GmbH | Beteiligungsgesellschaft | Unterschleißheim | Deutschland (EU) |
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Baader Bank Aktiengesellschaft, Unterschleißheim
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Baader Bank Aktiengesellschaft, Unterschleißheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Baader Bank Aktiengesellschaft, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
scrollen
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
[1] Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:
(1) Sachverhalt und Problemstellung
(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
(3) Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
[1] Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
(1) Im Jahresabschluss der Baader Bank Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2020 werden unter den Bilanzposten "Beteiligungen" und "Anteile an verbundenen Unternehmen" Unternehmensanteile i.H.v. € 36,6 Mio (4,2 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung dieser Bilanzposten richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Da zur Ermittlung des beizulegenden Werts kein Marktpreis der jeweiligen Finanzanlage herangezogen werden kann, werden die beizulegenden Werte als Barwerte der erwarteten künftigen Ausschüttung, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern der Beteiligungsunternehmen erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Ertragswertverfahren oder anderen geeigneten Bewertungsverfahren ermittelt. Bei der Bewertung werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Auf Basis der ermittelten Werte ergab sich für das Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf. Das Ergebnis der Bewertungen ist in hohem Maße abhängig von den erwarteten Ausschüttungen, den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Angemessenheit des für die Bewertung relevanten internen Kontrollsystems beurteilt. Dabei haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte der Unternehmensanteile sachgerecht mittels Ertragswertverfahren oder anderen geeigneten Bewertungsverfahren (z.B. Discounted Cashflow Modellen) unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Darüber hinaus haben wir die der Bewertung zugrundeliegenden Geschäftsplanungen einer Plausibilitätsbeurteilung unterzogen und die Verlässlichkeit der verwendeten Bewertungsunterlagen gewürdigt. Dabei haben wir uns gem. IDW S 1 i. V. m. IDW RS HFA 10 ein Verständnis von der sachgerechten Ableitung der finanziellen Überschüsse und deren Kapitalisierung, unter anderem vor dem Hintergrund von Risikogehalt, Branche, Unternehmenswachstum und Steuerbelastung verschafft, die Ergebnisse kritisch gewürdigt und beurteilt, ob sie innerhalb einer vertretbaren Bandbreite liegen und dem Bewertungszweck Rechnung tragen. Dabei haben wir uns auch auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Ausschüttungen zugrunde liegen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung sachgerecht vorzunehmen.
(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind im Abschnitt II "Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden" des Anhangs enthalten.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
scrollen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
scrollen
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 11. August 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. November 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2014 als Abschlussprüfer der Baader Bank Aktiengesellschaft, Unterschleißheim, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Heiko Röhrig.
Beschluss des Vorstandes der Baader Bank AG
Der Vorstand beschließt folgende Gewinnverwendung:
Das Jahresergebnis der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2020 beträgt € 45.234.325,11. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrages aus Vorjahren in Höhe von € 6.791.314,53 sowie der Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von € 19.200.000,00 in Übereinstimmung mit § 268 Abs. 1 HGB und § 58 Abs. 2 AktG ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von € 19.243.010,58.
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung von € 0,25 je dividendenberechtigter Stückaktie vor, insgesamt € 11.407.921,50 unter Berücksichtigung der derzeit von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien von Stück 276.996. Den Aktionären soll dabei ein Wahlrecht zwischen einer Dividendenauschüttung in bar ("Bardividende") oder in Form von Aktien ("Aktiendividende") eingeräumt werden.
Darüber hinaus schlägt der Vorstand der Hauptversammlung vor, weitere € 7.300.000,00 in die Gewinnrücklagen einzustellen und einen verbleibenden Restbetrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorzutragen.
Unterschleißheim, 17.03.2021
Nico Baader, Vorsitzender
Dieter Brichmann, Stellvertretender Vorsitzender
Oliver Riedel
Beschluss des Aufsichtsrats
der Baader Bank AG
[ ] Aufsichtsratssitzung vom . Anlage zu Tagesordnungspunkt 3
x Umlaufbeschluss vom 25.02.2021
Beschlussart: Beschluss
Betreff: Jahresabschluss Baader Bank AG per 31. Dezember 2020 - Einstellung in die Gewinnrücklagen
Management Summary:
Der Jahresabschluss der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020 weist ein Jahresergebnis von EUR 45.234.325,11 aus. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren in Höhe von EUR 6.791.314,53 ergibt sich ein vorläufiger Bilanzgewinn in Höhe von EUR 38.443.010,58.
In Anlehnung an § 268 Abs.1 HGB darf die Bilanz unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden.
§ 58 Abs. 2 AktG ermächtigt den Vorstand und Aufsichtsrat im Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses einen Teil des Jahresüberschusses, höchstens jedoch die Hälfte, in andere Gewinnrücklagen einzustellen. Von dem Jahresüberschuss als Ausgangsgröße ist ein Verlustvortrag vorab abzuziehen (§ 58 Abs. 1 Satz 3 AktG).
Um das Eigenkapital mit der Feststellung des Jahresabschlusses zu stärken, wird vorgeschlagen von der Möglichkeit Gebrauch zu machen und EUR 19.200.000,00 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Nach erfolgter Dotierung ergibt sich ein verbleibender Bilanzgewinn in Höhe von EUR 19.243.010,58 über deren Verwendung in der nächsten Hauptversammlung zu entscheiden ist.
Beschlussvorschlag:
Der Aufsichtsrat der Baader Bank AG macht von seiner Möglichkeit Gebrauch, EUR 19.200.000,00 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Beschlussvorschlag:
scrollen
| Verfasser: Timon Hauser Fachbereich: Accounting & Corporate Taxes Durchwahl: 1259 E-Mail: [email protected] | Anlagen: |
scrollen
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Dr. Horst Schiessl |
| x ja | [ ] nein | 2.3.21 Datum / Unterschrift Helmut Schreyer |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Prof. Dr. Georg Heni |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Christoph B. Mast |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Ali Cavli |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Thomas Leidel |
BWS G-5-3 Formular Beschlussvorlage Aufsichtsrat Stand: 01.07.2019
Beschluss des Aufsichtsrats der Baader Bank AG
[ ] Aufsichtsratssitzung vom . Anlage zu Tagesordnungspunkt 3
x Umlaufbeschluss vom 25.02.2021
Beschlussart: Beschluss
Betreff: Jahresabschluss Baader Bank AG per 31. Dezember 2020 - Einstellung in die Gewinnrücklagen
Management Summary:
Der Jahresabschluss der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020 weist ein Jahresergebnis von EUR 45.234.325,11 aus. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren in Höhe von EUR 6.791.314,53 ergibt sich ein vorläufiger Bilanzgewinn in Höhe von EUR 38.443.010,58.
In Anlehnung an § 268 Abs.1 HGB darf die Bilanz unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden.
§ 58 Abs. 2 AktG ermächtigt den Vorstand und Aufsichtsrat im Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses einen Teil des Jahresüberschusses, höchstens jedoch die Hälfte, in andere Gewinnrücklagen einzustellen. Von dem Jahresüberschuss als Ausgangsgröße ist ein Verlustvortrag vorab abzuziehen (§ 58 Abs. 1 Satz 3 AktG).
Um das Eigenkapital mit der Feststellung des Jahresabschlusses zu stärken, wird vorgeschlagen von der Möglichkeit Gebrauch zu machen und EUR 19.200.000,00 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Nach erfolgter Dotierung ergibt sich ein verbleibender Bilanzgewinn in Höhe von EUR 19.243.010,58 über deren Verwendung in der nächsten Hauptversammlung zu entscheiden ist.
Beschlussvorschlag:
Der Aufsichtsrat der Baader Bank AG macht von seiner Möglichkeit Gebrauch, EUR 19.200.000,00 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Beschlussvorschlag:
scrollen
| Verfasser: Timon Hauser Fachbereich: Accounting & Corporate Taxes Durchwahl: 1259 E-Mail: [email protected] | Anlagen: |
scrollen
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Dr. Horst Schiessl |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Helmut Schreyer |
| x ja | [ ] nein | 2.3.21 Datum / Unterschrift Prof. Dr. Georg Heni |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Christoph B. Mast |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Ali Cavli |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Thomas Leidel |
Beschluss des Aufsichtsrats der Baader Bank AG
[ ] Aufsichtsratssitzung vom . Anlage zu Tagesordnungspunkt 3
x Umlaufbeschluss vom 25.02.2021
Beschlussart: Beschluss
Betreff: Jahresabschluss Baader Bank AG per 31. Dezember 2020 - Einstellung in die Gewinnrücklagen
Management Summary:
Der Jahresabschluss der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020 weist ein Jahresergebnis von EUR 45.234.325,11 aus. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren in Höhe von EUR 6.791.314,53 ergibt sich ein vorläufiger Bilanzgewinn in Höhe von EUR 38.443.010,58.
In Anlehnung an § 268 Abs.1 HGB darf die Bilanz unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden.
§ 58 Abs. 2 AktG ermächtigt den Vorstand und Aufsichtsrat im Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses einen Teil des Jahresüberschusses, höchstens jedoch die Hälfte, in andere Gewinnrücklagen einzustellen. Von dem Jahresüberschuss als Ausgangsgröße ist ein Verlustvortrag vorab abzuziehen (§ 58 Abs. 1 Satz 3 AktG).
Um das Eigenkapital mit der Feststellung des Jahresabschlusses zu stärken, wird vorgeschlagen von der Möglichkeit Gebrauch zu machen und EUR 19.200.000,00 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Nach erfolgter Dotierung ergibt sich ein verbleibender Bilanzgewinn in Höhe von EUR 19.243.010,58 über deren Verwendung in der nächsten Hauptversammlung zu entscheiden ist.
Beschlussvorschlag:
Der Aufsichtsrat der Baader Bank AG macht von seiner Möglichkeit Gebrauch, EUR 19.200.000,00 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Beschlussvorschlag:
scrollen
| Verfasser: Timon Hauser Fachbereich: Accounting & Corporate Taxes Durchwahl: 1259 E-Mail Timon [email protected] | Anlagen: |
scrollen
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Dr. Horst Schiessl |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Helmut Schreyer |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Prof. Dr. Georg Heni |
| x ja | [ ] nein | 2.3.21 Datum / Unterschrift Christoph B. Mast |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Ali Cavli |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Thomas Leidel |
Beschluss des Aufsichtsrats der Baader Bank AG
[ ] Aufsichtsratssitzung vom . Anlage zu Tagesordnungspunkt 3
x Umlaufbeschluss vom 25.02.2021
Beschlussart: Beschluss
Betreff: Jahresabschluss Baader Bank AG per 31. Dezember 2020 - Einstellung in die Gewinnrücklagen
Management Summary:
Der Jahresabschluss der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020 weist ein Jahresergebnis von EUR 45.234.325,11 aus. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren in Höhe von EUR 6.791.314,53 ergibt sich ein vorläufiger Bilanzgewinn in Höhe von EUR 38.443.010,58.
In Anlehnung an § 268 Abs.1 HGB darf die Bilanz unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden.
§ 58 Abs. 2 AktG ermächtigt den Vorstand und Aufsichtsrat im Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses einen Teil des Jahresüberschusses, höchstens jedoch die Hälfte, in andere Gewinnrücklagen einzustellen. Von dem Jahresüberschuss als Ausgangsgröße ist ein Verlustvortrag vorab abzuziehen (§ 58 Abs. 1 Satz 3 AktG).
Um das Eigenkapital mit der Feststellung des Jahresabschlusses zu stärken, wird vorgeschlagen von der Möglichkeit Gebrauch zu machen und EUR 19.200.000,00 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Nach erfolgter Dotierung ergibt sich ein verbleibender Bilanzgewinn in Höhe von EUR 19.243.010,58 über deren Verwendung in der nächsten Hauptversammlung zu entscheiden ist.
Beschlussvorschlag:
Der Aufsichtsrat der Baader Bank AG macht von seiner Möglichkeit Gebrauch, EUR 19.200.000,00 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Beschlussvorschlag:
scrollen
| Verfasser: Timon Hauser Fachbereich: Accounting & Corporate Taxes Durchwahl: 1259 E-Mail: [email protected] | Anlagen: |
scrollen
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Dr. Horst Schiessl |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Helmut Schreyer |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Prof. Dr. Georg Heni |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Christoph B. Mast |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Ali Cavli |
| x ja | [ ] nein | 5.3.21 Datum / Unterschrift Thomas Leidel |
Beschluss des Aufsichtsrats der Baader Bank AG
[ ] Aufsichtsratssitzung vom . Anlage zu Tagesordnungspunkt 3
x Umlaufbeschluss vom 25.02.2021
Beschlussart: Beschluss
Betreff: Jahresabschluss Baader Bank AG per 31. Dezember 2020 - Einstellung in die Gewinnrücklagen
Management Summary:
Der Jahresabschluss der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020 weist ein Jahresergebnis von EUR 45.234.325,11 aus. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren in Höhe von EUR 6.791.314,53 ergibt sich ein vorläufiger Bilanzgewinn in Höhe von EUR 38.443.010,58.
In Anlehnung an § 268 Abs.1 HGB darf die Bilanz unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden.
§ 58 Abs. 2 AktG ermächtigt den Vorstand und Aufsichtsrat im Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses einen Teil des Jahresüberschusses, höchstens jedoch die Hälfte, in andere Gewinnrücklagen einzustellen. Von dem Jahresüberschuss als Ausgangsgröße ist ein Verlustvortrag vorab abzuziehen (§ 58 Abs. 1 Satz 3 AktG).
Um das Eigenkapital mit der Feststellung des Jahresabschlusses zu stärken, wird vorgeschlagen von der Möglichkeit Gebrauch zu machen und EUR 19.200.000,00 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Nach erfolgter Dotierung ergibt sich ein verbleibender Bilanzgewinn in Höhe von EUR 19.243.010,58 über deren Verwendung in der nächsten Hauptversammlung zu entscheiden ist.
Beschlussvorschlag:
Der Aufsichtsrat der Baader Bank AG macht von seiner Möglichkeit Gebrauch, EUR 19.200.000,00 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Beschlussvorschlag:
scrollen
| Verfasser: Timon Hauser Fachbereich: Accounting & Corporate Taxes Durchwahl: 1259 E-Mail: [email protected] | Anlagen: |
scrollen
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Dr. Horst Schiessl |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Helmut Schreyer |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Prof. Dr. Georg Heni |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Christoph B. Mast |
| x ja | [ ] nein | 09.03.2021 Datum / Unterschrift Ali Cavli |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Thomas Leidel |
Beschluss des Aufsichtsrats
der Baader Bank AG
[ ] Aufsichtsratssitzung vom Klicken Sie hier, um ein Datum einzugeben. Anlage zu Tagesordnungspunkt 3
x Umlaufbeschluss vom 25.02.2021
Beschlussart: Beschluss
Betreff: Jahresabschluss Baader Bank AG per 31. Dezember 2020 - Einstellung in die Gewinnrücklagen
Management Summary:
Der Jahresabschluss der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2020 weist ein Jahresergebnis von EUR 45.234.325,11 aus. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren in Höhe von EUR 6.791.314,53 ergibt sich ein vorläufiger Bilanzgewinn in Höhe von EUR 38.443.010,58.
In Anlehnung an § 268 Abs.1 HGB darf die Bilanz unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden.
§ 58 Abs. 2 AktG ermächtigt den Vorstand und Aufsichtsrat im Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses einen Teil des Jahresüberschusses, höchstens jedoch die Hälfte, in andere Gewinnrücklagen einzustellen. Von dem Jahresüberschuss als Ausgangsgröße ist ein Verlustvortrag vorab abzuziehen (§ 58 Abs. 1 Satz 3 AktG).
Um das Eigenkapital mit der Feststellung des Jahresabschlusses zu stärken, wird vorgeschlagen von der Möglichkeit Gebrauch zu machen und EUR 19.200.000,00 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Nach erfolgter Dotierung ergibt sich ein verbleibender Bilanzgewinn in Höhe von EUR 19.243.010,58 über deren Verwendung in der nächsten Hauptversammlung zu entscheiden ist.
Beschlussvorschlag:
Der Aufsichtsrat der Baader Bank AG macht von seiner Möglichkeit Gebrauch, EUR 19.200.000,00 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Beschlussvorschlag:
scrollen
| Verfasser: Timon Hauser Fachbereich: Accounting & Corporate Taxes Durchwahl: 1259 E-Mail: [email protected] | Anlagen: |
scrollen
| x ja | [ ] nein | 2.3.21 Datum / Unterschrift Dr. Horst Schiessl |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Helmut Schreyer |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Prof. Dr. Georg Heni |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Christoph B. Mast |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Ali Cavli |
| [ ] ja | [ ] nein | Datum / Unterschrift Thomas Leidel |