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Baader Bank AG AGM Information 2016

Jun 22, 2016

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AGM Information

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Folie 1 (Titelfolie)

Ordentliche Hauptversammlung der Baader Bank Aktiengesellschaft

München, 22. Juni 2016

Rede des Vorstandsvorsitzenden, Herrn Nico Baader

Es gilt das gesprochene Wort. Sendefrist: 22. Juni 2016, Beginn der Rede

Folie 2 (Inhaltsübersicht)

  1. Begrüßung und Einleitung

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Aktionäre und Aktionärsvertreter, liebe Gäste,

Folie 3 (Inhaltsübersicht)

ich begrüße Sie auch von meiner Seite und im Namen des gesamten Vorstandes zur diesjährigen Hauptversammlung. Ich werde ihnen zum einen Rechenschaft ablegen für das Geschäftsjahr 2015 und zum anderen - hierauf werde ich den Schwerpunkt legen – die Strategie der Baader Bank darlegen.

Bevor ich jedoch beginne, möchte ich zunächst einen ganz herzlichen Dank an unseren Aufsichtsrat aussprechen für die investierte Zeit und die große Unterstützung in diesem Jahr des Übergangs. Ebenfalls gilt mein Dank unseren Mitarbeitern. Für die tatkräftige Unterstützung, für ihren unermüdlichen Einsatz und für ihr Vertrauen in uns Vorstände im Jahr 2015.

Wenige Tage nach der letztjährigen Hauptversammlung hat die Baader Bank ihren ersten Generationenwechsel vollzogen. Mein Vater hat sich nach über 30 Jahren unermüdlichen Einsatzes für die Bank ins Privatleben zurückgezogen. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn Sie diese Leistung bei Ihrer Abstimmung entsprechend würdigen würden. Herzlichen Dank.

Nachdem der "neue" Vorstand in Teilen gar nicht so neu war, Herr Brichmann ist über 15 Jahre im Vorstand, ich habe Ihnen in den letzten Jahren an dieser Stelle ebenfalls Fragen beantwortet und die beiden wirklich neuen Vorstandskollegen konnten sich ja auch schon 6 Jahre mit der Bank vertraut machen. Die Übergangsund Einarbeitungszeit war also überschaubar.

Folie 4 (Inhaltsübersicht)

Deshalb komme ich auch gleich zum ersten Teil meiner Ausführungen zum Geschäftsjahr 2015. Abschließen will ich diesen Teil mit den Erläuterungen zu den Tagesordnungspunkten der Verwaltung.

  1. Rechenschaftsbericht über das Geschäftsjahr 2015

Erläuterungen zum Ergebnis 2015:

Folie 5 (Handelsergebnis)

Die entscheidenden Ertragsquellen der Baader Bank sind das Handelsergebnis und das Provisionsergebnis.

Das Handelsergebnis wird vor allem vom Market Making erwirtschaftet. Obwohl wir im zweiten Halbjahr 2015 durch sehr niedrige Wertpapierumsätze Einbußen hinnehmen mussten, konnten wir trotzdem eine Steigerung des Handelsergebnisses um 20% auf sehr gute € Mio. 52,6 im Vergleich zum Vorjahr erzielen.

Folie 6 (Provisionsergebnis)

Das Provisionsergebnis, das vornehmlich im Investment Banking und bei den Tochtergesellschaften erzielt wird, sank um 4% auf € Mio. 50,1 im Vorjahresvergleich. Hier verzerrt ein Sondereffekt das Ergebnis, nämlich die Schließung des Interbankenhandels mit Renten zum Ende 2014. Bereinigt um diesen Sondereffekt konnten wir das Provisionsergebnis sogar steigern. Aus Konzernsicht erfreulich war das Jahresergebnis der Helvea, die nach der Umstrukturierung und Integration erstmals positiv zum Gesamtergebnis beiträgt.

Folie 7 (Personal- und Verwaltungsaufwand)

Der Rückgang des Personalaufwands war maßgeblich von den geringeren variablen Vergütungsbestandteilen verursacht.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen konnten wir trotz der weiterhin steigenden Kosten für Regulatorik ebenfalls senken. Das bereits im letzten Frühjahr eingeleitete Kostensenkungsprogramm trug hier erste Früchte.

Insgesamt konnten die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 8% von über € Mio. 100 auf € Mio. 94,2 gesenkt werden.

Folie 8 (Operatives Ergebnis)

In Summe führte dies zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses um € Mio. 12,7 im Vergleich zum Vorjahr und zeigt, dass wir in diesem sehr herausfordernden Umfeld in der Lage sind Geld zu verdienen.

Folie 9 (Abschreibungen und Wertberichtigungen)

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, liegen so wie in den Vorjahren bei rund € Mio. 11,0.

Der Wertberichtigungsbedarf auf Tochtergesellschaften und Beteiligungen sank auf € Mio. 2,6.

Leider mussten wir zusätzlich Abschreibungen auf Positionen im Anlagebuch von rund € Mio. 9,6 vornehmen. Hierbei handelt es sich um vorübergehende, am Bilanzstichtag wirksam werdende Wertminderungen.

Folie 10 (Jahresergebnis)

Aus diesem Grund müssen wir zum Jahresende 2015 einen Konzernfehlbetrag von € Mio. 7,6 vor Steuern ausweisen.

Folie 11 (Bilanzielle Eigenkapitalquote)

Die Eigenkapitalquote stieg auf 17%. Unter Berücksichtigung des Fonds für allgemeine Bankrisiken verfügte die Baader Bank Gruppe zum 31. Dezember 2015 über Eigenmittel in Höhe von € Mio. 122. Wir besitzen damit eine äußerst solide Vermögens- und Kapitalstruktur.

Soweit meine Ausführungen zum Jahresabschluss 2015.

Folie 12 (Inhaltsübersicht)

  1. Erläuterungen zu ausgewählten Tagesordnungspunkten

Sehr geehrte Aktionäre,

Vorstand und Aufsichtsrat bitten um die Zustimmung zu allen Tagesordnungspunkten. Gegenanträge liegen keine vor. Einzelne Tagesordnungspunkte will ich jedoch herausgreifen und Ihnen die Intention der Verwaltung erläutern.

Abgesehen davon, dass sich sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat über eine Entlastung freuen würde,

bittet die Verwaltung um Zustimmung zur Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2016. Dies betrifft den ganzen Tagesordnungspunkt 5 unserer heutigen Hauptversammlung. Wir haben in der Einladung zur Hauptversammlung ausführlich begründet, warum ein neues Genehmigtes Kapital geschaffen werden soll. Die vorgeschlagene Ermächtigung zur Ausgabe neuer Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2016 soll den Vorstand in die Lage versetzen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf kurzfristig auftretende Finanzierungserfordernisse im Zusammenhang mit der Umsetzung von strategischen Entscheidungen oder regulatorischen Vorgaben reagieren zu können. Dies ist eine wichtige Notwendigkeit mit Blick insbesondere auf die kommenden regulatorischen Anforderungen für eine Bank in unserer Größenordnung.

Unter Punkt 6 schlagen wir eine generelle Anpassung der Satzung unserer Gesellschaft an die aktuellen regulatorischen und rechtlichen Vorgaben vor.

Tagesordnungspunkt 7 beinhaltet die Heraufstufung der Grenze der möglichen variablen Vergütung für die Vorstandsmitglieder von 100% auf 200% des Fixgehaltes. Auch hierzu wurden umfangreiche Erläuterungen in der Einladung zu heute dokumentiert. Es handelt sich hier um einen einmalig zu fassenden Vorratsbeschluss. Der Vorschlag ist Ausdruck dafür, dass wir im Vorstand optimistisch sind, in absehbarer Zeit wieder nennenswerte Gewinne für die Baader Bank erwirtschaften zu können. Diese Maßnahme ist branchenüblich und aus unserer Sicht auch angemessen. Für die Mitarbeiter wurde dieser Vorratsbeschluss bereits auf der letztjährigen Hauptversammlung gebilligt.

Herzlichen Dank!

Folie 13 (Inhaltsübersicht)

  1. Strategie und Zukunft der Baader Bank

Sehr verehrte Aktionäre,

das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 kann uns nicht zufriedenstellen, ebenso nicht der Verlauf des Aktienkurses und erst recht nicht die Tatsache, dass wir Ihnen in diesem Jahr keine Dividende ausbezahlen können.

Folie 14 (DAX Verlauf und Wertpapierumsatz)

Letztes Jahr schreiben Journalisten beinahe wöchentlich von Liquiditätshaussen an den Börsen. Der DAX stieg um 9,6% in einem Jahr und markierte im April 2015 ein neues All-Time-High bei fast 12.400 Punkten. Was für ein Börsenjahr!

Aber alte Weisheiten gelten seit ein paar Jahren nicht mehr. Genauer gesagt seit der Staatsschuldenkrise gelten sie nicht mehr. Früher gab es einen direkten Zusammenhang: Stieg der DAX, stiegen die Umsätze, fiel der DAX, fielen die Umsätze.

Wie Sie hier sehen können, sind die Wertpapierumsätze an den deutschen Börsen seit dem Beginn der Staatschuldenkrise auf einem All-Time-Low. Die Wertpapierumsätze sind aktuell nur noch halb so groß wie im Jahr 2003. Da war der DAX im Tief bei fast 2.200 Punkten.

Wie Ihnen mein Vater schon auf den letzten Hauptversammlungen mehrfach aufgezeigt hat: In diesem Umfeld geht es weiterhin zu allererst darum, den Fortbestand der Baader Bank zu sichern. Dies ist wahrlich keine leichte Aufgabe.

Folie 15 (Wertpapierumsatz und operatives Ergebnis)

Wir haben es in diesen Zeiten geschafft, die Baader Bank so aufzustellen, dass wir bei den momentanen Umsatzvolumina praktisch einen kostendeckenden Betrieb mit einem operativen Ergebnis um die Null-Linie fahren können.

Dies ist der Ausgangspunkt für unsere strategische Ausrichtung.

Folie 16 (Das Leitbild)

Unser Leitbild:

Die Baader Bank als familiengeführte Vollbank hat in ihrer strategischen Ausrichtung seit je her einen Ankerpunkt – den Handel mit Wertpapieren. Das ist ihr Kern, ihre DNA. Damit aber auch die Abhängigkeit nicht vom DAX sondern von den Wertpapierumsätzen.

Mit dem im letzten Jahr vollzogenen Generationenwechsel ist kein grundsätzlicher Strategiewechsel verbunden. Wir bleiben unseren Kernkompetenzen treu, wir bleiben unseren Kerngeschäftsfeldern treu. Weil wir dieses Geschäft verstehen.

Folie 17 (Kerngeschäftsfelder)

Kerngeschäftsfelder:

Wir haben nach wie vor zwei Kerngeschäftsfelder, in denen wir aktiv sind – das Market Making sowie das Investment Banking. In diesen Geschäftsfeldern besitzen wir unsere entscheidenden Kernkompetenzen.

Im Kerngeschäftsfeld Market Making ist die Baader Bank an fast allen deutschen Börsen, der Wiener Börse und der Berner Börse für die Betreuung von über 800.000 Orderbüchern verantwortlich. Im außerbörslichen Handel haben wir fast alle Onlinebroker als Kunden. Wir sind damit einer der führenden, wenn nicht sogar der größte Market Maker im deutschsprachigen Raum.

Das Market Making vor allem an den deutschsprachigen Börsen wird sich strukturell mittelfristig wesentlich verändern. Klassische Modelle für die Preisfeststellung und Orderausführung in geschlossenen Orderbüchern müssen sich zunehmend dem Wettbewerb mit Multi-Market-Maker-Systemen oder Quote-Request-Systemen stellen. Funktionen, die in den neuen Systemen GETTEX der Börse München, Xitaro der Börse Stuttgart oder T7, dem Nachfolgesystem von Xetra der Deutschen Börse in Frankfurt bereits berücksichtigt sind. Sicherlich wird auch der Ausgang der Fusionsabsichten der Börsenbetreiber London und Frankfurt bei Zustandekommen wesentliche Auswirkungen auf den Markt haben.

Wir werden diesen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen annehmen und unsere Wettbewerbsfähigkeit in den zukünftigen Marktmodellen und Handelssystemen sicherstellen.

Das Kerngeschäftsfeld Investment Banking:

Seit 2010 bauen wir mit Herrn Riedel und Herrn Bacherl die Teams im Investment Banking auf. Wir haben mit der Übernahme und Integration des schweizerischen Brokers Helvea einen weiteren Meilenstein beim Ausbau gesetzt. Ziel war es, ein zweites starkes Standbein zu etablieren. Heute können wir mit Fug und Recht behaupten, dies ist uns gelungen.

Im Investment Banking betreuen wir zum einen Unternehmen bei Börsengängen, Kapitalerhöhungen und sonstigen Kapitalmarkttransaktionen, zum anderen stellen wir institutionellen Anlegern und Vermögensverwaltern unser Research und unsere Handelsexpertise zur Verfügung.

Bei der größten, unabhängigen und jährlich durchgeführten Kundenumfrage, der EXTEL Survey, konnten sowohl letztes als auch dieses Jahr wiederum Spitzenplatzierungen erzielt werden.

Die Baader Bank belegte in der Kategorie "Leading Brokerage Firm" jeweils den 2. Platz für Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wir freuen uns darüber sehr, weil dies den Erfolg und die harte Arbeit unserer Mitarbeiter auf der internationalen Ebene widerspiegelt.

Das Fazit lautet: Der Aufbau des zweiten Standbeines ist abgeschlossen Die Kunden sind von unseren Produkten und Dienstleistungen überzeugt.

Unsere strategische Stoßrichtung:

Folie 18 (Die Strategie)

Unsere Handlungsmaxime sind:

    1. Die Konzentration auf die Kernkompetenzen der Baader Bank und auf den weiteren Ausbau des Kerngeschäfts.
    1. Die Konsolidierung der Konzernstruktur, um sich auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können.
    1. Die Bank-Prozesse weiter auf Effektivität und Effizienz zu trimmen.
    1. Konstant positive Eigenkapitalrenditen erwirtschaften und Dividenden ausschütten.

Zusammenfassend: "Wir machen nichts Anderes, aber Vieles anders."

Sehr geehrte Aktionäre,

In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihr langjähriges Vertrauen.

Wir werden weiterhin alles Notwendige unternehmen, dass wir Ihnen bei zukünftigen Hauptversammlungen positive Ergebnisse präsentieren können und Ihnen einen Dividendenvorschlag zur Abstimmung vorlegen können.

Bleiben Sie uns treu und gewogen.

Herzlichen Dank.

Folie 19 (Schlussfolie)