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AXA — Annual Report 2008
Feb 25, 2010
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Annual Report
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Publication

AXA Konzern AG
Köln
Konzernabschluss der AXA Konzern AG zum 31. Dezember 2008
Inhaltsverzeichnis
Vorstand
Mitglieder des Vorstandes
Aufsichtsrat
Bericht des Aufsichtsrats
Mitglieder des Aufsichtsrats
Konzernlagebericht 2008
Der AXA Konzern in Deutschland
Aktuelle Entwicklungen im Konzern 2008
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Wirtschaft und Versicherungsmarkt 2008
Geschäftsentwicklung des AXA Konzerns
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Vermögenslage: Kapitalanlagenbestand durch Finanzmarktkrise leicht rückläufig
Finanzlage: Eigenkapitalbasis weiter gestärkt
Mitarbeiter: Großes Engagement in Zeiten großer Herausforderungen
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Risiken und Chancen der zukünftigern Entwicklung
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Ausblick
Konzernjahresabschluss 2008
Konzern-Bilanz zum 31.12.2008
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern- Anhang
Bestätigung des Konzernabschlussprüfers
Vorstand
Mitglieder des Vorstandes
Dr. Frank Keuper
Vorsitzender
Konzernkommunikation, Konzernrevision, Konzernstrategie und Portfoliosteuerung, Konzernorganisation und Prozessmanagement, Kundendienst/COO
Dr. Patrick Dahmen
stellv. bis 31. August 2008
Planung/Bilanzierung/Reporting, Cash, Corporate Finance, Value- & Risk-Management, Controlling, Procurement, Steuern
Thomas Gerber (seit 27. Mai 2009)
Vorsorge, Bank, AXA Privatanlagen
Wolfgang Hanssmann
Vertrieb, Consumer Marketing
Dr. Markus Hofmann
Schaden- und Unfallversicherungen, Rückversicherung, Fachbereich Schaden
Ulrich C. Nießen
Personal, Recht und Compliance, Verwaltung
Dr. Heinz-Peter Roß (bis 30. April 2009)
Vorsorge, Bank, AXA Privatanlagen
Gernot Schlösser
Krankenversicherung, Ärzteversicherung
Dr. Heinz-Jürgen Schwering
Kapitalanlagen, Asset Liability Management
Jens Wieland
Informationstechnologie, Logistik
Aufsichtsrat
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Vorstandes entsprechend den ihm nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben überwacht und sich während des gesamten Jahres 2008 fortlaufend von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Durch vierteljährliche Berichte und in drei Sitzungen, einer Telefonkonferenz sowie fünf schriftlichen Abstimmungen wurde er eingehend mündlich und schriftlich gemäß § 90 des Aktiengesetzes über die allgemeine Geschäftsentwicklung, über grundlegende Angelegenheiten sowie die strategischen Ziele der Geschäftsführung unterrichtet. Die vom Vorstand beabsichtigte Geschäftspolitik sowie die Lage und Entwicklung der Gesellschaft wurden ausführlich besprochen. Geschäfte und Maßnahmen des Vorstandes, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedurften, sind in den Sitzungen vor der Beschlussfassung vom Vorstand eingehend erläutert worden.
In seiner Sitzung im März 2008 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Bericht des Vorstandes zum Jahresabschluss 2007 sowie mit der Geschäftsentwicklung 2008. Ferner wurde der Aufsichtsrat über Spezialrisiken informiert.
In der Sitzung im Mai 2008 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit dem vorgelegten Jahresabschluss sowie mit der endgültigen Planung für das Geschäftsjahr 2008, die vertiefend erörtert wurde. In der Telefonkonferenz im Oktober 2008 wurde der Aufsichtsrat ausführlich über die Finanzkrise informiert. In seiner Sitzung im November 2008 informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über den bisherigen Geschäftsverlauf im laufenden Jahr und gab einen Kurzbericht über die vorläufige Planung 2009. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat zeitnah und ausführlich über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Gesellschaft und über die damit verbundenen Maßnahmen. Weiterhin gab er einen Überblick zu Spezialrisiken, Arzthaftpflicht und über die allgemeine Risikosituation. Im Zuge der Integration der AXA mit der DBV-Winterthur wurden die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrates und des Vorstandes mit Zustimmung des Aufsichtsrates angepasst. In allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat ausführlich über besondere Projekte und Entwicklungen der Gesellschaft informiert. Der Aufsichtsrat wurde ebenfalls ausführlich über die Sitzungen des Audit Committee informiert.
Darüber hinaus hat der Vorsitzende des Aufsichtsrates mit dem Vorstand in zahlreichen Einzelgesprächen geschäftspolitische Fragen sowie die Lage und Entwicklung der Gesellschaft behandelt. Über hierdurch zur Kenntnis des Vorsitzenden gelangte wichtige Angelegenheiten wurde der Aufsichtsrat jeweils unterrichtet.
Der Aufsichtsrat hat neben dem gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz vorgeschriebenen Vermittlungsausschuss zwei weitere Ausschüsse eingerichtet. Das aus drei Mitgliedern bestehende Präsidium befasst sich vornehmlich mit den dienstvertraglichen Angelegenheiten der Mitglieder des Vorstandes. Das aus fünf Mitgliedern bestehende Audit Committee widmet sich im Wesentlichen der Überwachung des Risikomanagements des Vorstandes und der Kontrollmechanismen der Gesellschaft, der Behandlung des Jahresabschlusses, sowie Fragen zur Abschlussprüfung und legt auch die Prüfungsschwerpunkte des Geschäftsjahres fest. Das Präsidium ist in 2008 dreimal zusammengetreten und hat einmal eine Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren durchgeführt. Das Audit Committee hat in 2008 viermal getagt und hierüber den Aufsichtsrat umfassend unterrichtet. Der Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden.
Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und Lagebericht, der Konzernabschluss sowie der entsprechende Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2008 sind von der durch die Hauptversammlung gewählten PricewaterhouseCoopers AG, Düsseldorf, geprüft worden. Der Abschlussprüfer hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die Abschlüsse und Lageberichte lagen dem Aufsichtsrat unverzüglich nach der Aufstellung vor. Ebenso wurden die Berichte des Abschlussprüfers allen Mitgliedern des Aufsichtsrates fristgerecht vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat den Prüfungsbericht und das Prüfungsergebnis zum Jahresabschluss und Lagebericht dem Aufsichtsrat in der bilanzfeststellenden Sitzung am 27. Mai 2009 zusätzlich mündlich erläutert und Fragen des Aufsichtsrates beantwortet. Der Abschlussprüfer hat den Prüfungsbericht und das Prüfungsergebnis zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht dem Aufsichtsrat in der Sitzung am 13. November 2009 mündlich erläutert und Fragen des Aufsichtsrates beantwortet. Der Aufsichtsrat hat die Berichte und die weiteren Erläuterungen des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen.
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht sowie den Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Die Prüfung hat keine Beanstandungen ergeben. Der Aufsichtsrat hat den den Jahresabschluss, der damit gemäß § 172 AktG festgestellt wurde, am 27. Mai 2009 gebilligt und sich dem Vorschlag für die Gewinnverwendung angeschlossen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht ebenfalls geprüft. Es sind keine Beanstandungen erfolgt. Der Aufsichtsrat billigt den Konzernabschluss
Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand gemäß § 312 AktG aufgestellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen, der allen Mitgliedern rechtzeitig vorgelegen hat, ebenfalls geprüft und hat keinerlei Beanstandungen erhoben.
Der Abschlußprüfer hat nach Prüfung des Berichts des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2008 den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
| „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass |
| 1. | die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, |
| 2. | bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaften nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind, |
| 3. | bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“ |
Der Aufsichtsrat hat sich dem Urteil des Abschlußprüfers angeschlossen und nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärungen des Vorstandes am Schluss des Berichtes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erhoben.
Im Vorstand der Gesellschaft gab es eine personelle Veränderung nach Aufstellung des Jahresabschlusses 2008. Der Aufsichtsrat hat dem Wunsch von Herrn Dr. Heinz-Peter Roß entsprochen, sein Vorstandsmandat zum 30. April 2009 niederzulegen. An seiner Stelle wurde Herr Thomas Gerber mit Wirkung zum 27. Mai 2009 zum Mitglied des Vorstands berufen.
Für die im Berichtsjahr geleistete Arbeit spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch ihre tatkräftige Unterstützung mit zum Erfolg der Gesellschaft beigetragen haben, seinen Dank aus.
Unser Dank gilt auch den betriebsrätlichen Gremien sowie dem Unternehmens-Sprecherausschuss der Leitenden Angestellten für die sehr engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Köln, den 13. November 2009
Für den Aufsichtsrat
Alfred Bouckaert, Vorsitzender
Mitglieder des Aufsichtsrats
Claas Kleyboldt
Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats
Vorsitzender des Vorstandes i.R. der AXA Konzern AG
Köln
Alfred Bouckaert
Vorsitzender
Mitglied des Management Board der AXA und Chief Executive Officer for Northern, Central and Eastern Europe der AXA
Brüssel, Belgien
Herbert Mayer *)
stellv. Vorsitzender
Angestellter
Pfinztal
Uwe Beckmann *)
Angestellter
Sarstedt
Harry Clemens *)
Leitender Angestellter
Köln
Kurt Döhmel
Vorsitzender der Geschäftsführung i.R. der Deutsche Shell Holding GmbH
Hamburg
Leonhard Fischer
Geschäftführer der RHJI Swiss Management LLC
Zürich, Schweiz
Dr. Michael Frenzel
Vorsitzender des Vorstands der TUI AG
Hannover
Michael Garrecht *)
Angestellter
Maikammer
Peter Heesen
Bundesvorsitzender dbb beamtenbund und tarifunion
Berlin
Hans-Peter Lenssen *)
Gewerkschaftssekretär ver.di
Berlin
Friedrich Merz
Rechtsanwalt Mayer Brown LLP
Arnsberg
Frank D. Meyer *)
Angestellter
Saulheim
Dr. Eckkehard D. Schulz
Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG
Düsseldorf
Emmanuel de Talhouët (ab 3. April 2008)
Director Business Support & Development for Northern, Central and Eastern Europe der AXA
Paris, Frankreich
Klaus Weber *)
Gewerkschaftssekretär ver.di
Berlin
Manfred Weyrich *)
Angestellter
Overath
Konzernlagebericht
AXA in Deutschland – Teil einer globalen Gruppe
Der deutsche AXA Konzern steht für nahezu 11 % des Umsatzes der internationalen AXA Gruppe und bildet damit einen bedeutenden Teil des globalen Unternehmens. In Deutschland kommt er auf einen Marktanteil von 6 %. Damit liegt er auf Rang vier unter den deutschen Erstversicherungsgruppen. In allen Segmenten zählt das Unternehmen zu den größten Anbietern im Markt.
In der Schaden- und Unfallversicherung, in der der Konzern mit den Gesellschaften AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG und DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und tätig ist, belegt die AXA Deutschland mit einem Marktanteil von 6,1 % Rang 4. Im Bereich Vorsorge (Gesellschaften: AXA Lebensversicherung AG, DBV Deutsche Beamten Versicherung Lebensversicherung AG (vormals DBV-Winterthur Lebensversicherung AG), Deutsche Ärzteversicherung AG, Pro bAV Pensionskasse AG, winsecura Pensionskasse AG und Rheinisch-Westfälische Sterbekasse Lebensversicherung AG) nimmt sie mit einem Anteil von 5,2 % am Gesamtmarkt Platz 6 ein. Im Segment der Krankenversicherung zählt der Konzern mit der AXA Krankenversicherung AG und ihrer für das Geschäft mit dem Öffentlichen Dienst errichteten Zweigniederlassung DBV Deutsche Beamten-Versicherung Krankenversicherung in Wiesbaden bei einem Marktanteil von 6,9 % zu den Top 5. In allen Geschäftssegmenten bietet die AXA Deutschland sowohl Industrie- und Firmen- als auch Privatkunden eine breite Produktpalette in den Bereichen Vorsorge, Vermögensmanagement und Versicherung an. Rund 6,78 Millionen Kunden vertrauen derzeit auf die Leistungen der AXA Deutschland.
Die AXA Deutschland ist eingebettet in die internationale AXA Gruppe, einen der führenden Versicherer und Vermögensverwalter weltweit. Die AXA Gruppe beschäftigte Ende 2008 insgesamt rund 109.300 Mitarbeiter. Mit Schwerpunkten in Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum erzielte sie 2008 einen Umsatz von 91,2 Milliarden Euro, ein bereinigtes Ergebnis (nach Steuern) von 923 Mio. Euro sowie ein operatives Ergebnis (Underlying Earnings) von 4,0 Milliarden Euro. 52 Millionen Kunden vertrauen weltweit auf AXA.
Aktuelle Entwicklungen im Konzern 2008
Unsere Strategie: AXA – Unternehmen erster Wahl werden
Der AXA Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, künftig Partner erster Wahl für Kunden, Vertriebspartner und Mitarbeiter zu werden. Dieses Ziel kann ein Unternehmen nur erreichen, wenn es aus Sicht des Kunden denkt und den Kunden ernsthaft in den Mittelpunkt seines unternehmerischen Handelns stellt. Der AXA Konzern hat sich intensiv damit beschäftigt, welche Erwartungen ein Kunde wirklich an seine Versicherung hat und welche Unterstützung er tatsächlich bei der Beantwortung seiner teilweise existentiellen Fragen erwartet. Neben der Abdeckung seiner Risiken erwartet der Kunde vor allem, dass der Versicherer erster Wahl für ihn erreichbar, aufmerksam und zuverlässig sein soll.
Mit der Entwicklung und Umsetzung einer neuen Unternehmensstrategie, die genau auf die Erfüllung dieser Kundenerwartungen und -bedürfnisse ausgerichtet ist, will sich AXA auf den ersten Platz in der deutschen Versicherungswirtschaft bringen und neue Qualitätsmaßstäbe in der Beratung, im Service und im Angebotsportfolio für den Kunden erlebbar machen. Obwohl die Versicherungswirtschaft jährlich Millionen von Schäden und Leistungen in den meisten Fällen zur Zufriedenheit von Kunden und Geschädigten reguliert, steht sie vielfach im Ruf, ihre Versprechen nicht immer vollständig zu erfüllen und nicht so kundenorientiert zu sein wie andere Branchen.
AXA setzt hier an:
| ― | mit mehr Kundennähe bei Service, Produkten und Beratung, |
| ― | als verlässlicher Partner, der nicht nur Produkte sondern bedarfsgerechte Lösungen anbietet, |
| ― | mit der Zusicherung, die für den Schaden- und Leistungsfall gegebenen Versprechen zügig und unbürokratisch zu erfüllen, |
| ― | als wirtschaftlich gesundes Unternehmen, auf das sich Kunden verlassen können. |
Unser Ziel ist, neue Maßstäbe in unserer Branche zu definieren und besser zu sein als andere. Nur so gelingt es uns, dass Kunden, Vertriebspartner und Mitarbeiter AXA tatsächlich als Unternehmen erster Wahl wahrnehmen.
Im Rahmen seiner strategischen Zielsetzung, zum Unternehmen erster Wahl zu werden, richtet der AXA Konzern seine Aktivitäten nunmehr nach vier Kundensegmenten aus. Von den Beitragseinnahmen des Konzerns, die den vier Kundensegmenten zuzuordnen sind – Ausnahmen sind beispielsweise die Kunstversicherung, Industrieversicherung und das übernommene Rückversicherungsgeschäft – ,entfallen 38,2 % auf das Segment Privatkunden und 32,7 % auf das Segment Firmenkunden. 16,9 % des Beitragsvolumen stammen aus dem Kundensegment Öffentlicher Dienst, an das sich der AXA Konzern mit der Marke DBV Deutsche Beamten-Versicherung richtet, und 12,2 % aus dem Kundensegment Ärzte/Heilwesen, das vor allem durch die Deutsche Ärzteversicherung repräsentiert wird.
Integration der DBV-Winterthur im Mai 2009 abgeschlossen
Die Integration der DBV-Winterthur in den AXA Konzern ist im Geschäftsjahr 2008 planmäßig fortgeführt und mit der großen Migration der Datenverarbeitungssysteme Ende Mai 2009 erfolgreich abgeschlossen worden. Damit ist eine der größten Fusionen in der deutschen Versicherungswirtschaft in nur zweieinhalb Jahren durchgeführt worden.
Am 1. Januar 2008 sind die Mitarbeiter der DBV-Winterthur im Wege von Betriebsübergängen zu den AXA Gesellschaften gewechselt. Zuvor waren die Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern von DBV-Winterthur und AXA erfolgreich abgeschlossen worden – eine wesentliche Voraussetzung für die Betriebsübergänge. Beide Seiten erzielten Einigkeit über die künftige Zielstruktur der neuen AXA und einigten sich auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Darüber hinaus wurde vereinbart, bis mindestens Ende 2012 auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu verzichten. Im Gegenzug unterstützt der Betriebsrat zahlreiche Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitswelt. Die für alle Beteiligten sehr zufrieden stellenden Verhandlungsergebnisse ermöglichen es, die DBV-Winterthur mit möglichst geringen Reibungsverlusten in den AXA Konzern zu integrieren und die Stärken beider Unternehmen zu vereinen.
Im Rahmen der Integration wurden bis Mitte 2009 rund 550 Hauptverwaltungsfunktionen von Wiesbaden nach Köln verlagert – rund 460 Stellen sind bereits im Geschäftsjahr 2008 verlagert worden, 90 weitere im ersten Halbjahr 2009. Aufgrund der für beide Seiten zufrieden stellenden Verhandlungsergebnisse erfolgte dies – im Gegensatz zu ähnlichen Maßnahmen bei anderen Versicherungsunternehmen – ohne Protestveranstaltungen oder ähnliche Aktionen seitens der Mitarbeiter.
Wichtige Meilensteine auf dem Weg der Integration waren im Geschäftsjahr 2008 die Zusammenführung der Finanzsysteme von DBV-Winterthur und AXA auf einheitliche Systeme im April 2008, der Umzug des Großrechners der DBV-Winterthur von Wiesbaden nach Köln im Mai 2008 und die Vorbereitung der IT-Zielsysteme auf die Aufnahme der Daten der „Altsysteme“, die im September 2008 erfolgreich gemeistert werden konnte. Dazwischen lag die Anpassung der IT-Systeme der Krankenversicherer von AXA und DBV-Winterthur, die am 2. Juli 2008 auch juristisch fusioniert wurden.
Mit der Integration der DBV-Winterthur, einem der traditionsreichsten Versicherer für den Öffentlichen Dienst, hat die AXA einen großen Kundenstamm in diesem attraktiven Bereich hinzugewonnen. Dieser wird als eigenständige Kundengruppe bzw. -segment weitergeführt und ausgebaut. Die neue Positionierung der DBV Deutsche Beamten-Versicherung lautet nun „DBV – Spezialist für den Öffentlichen Dienst“.
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Bezüglich des Konsolidierungskreises gab es in 2008 keine wesentlichen Änderungen.
Mitte des Jahres 2008 wurde die DBV-Winterthur Krankenversicherung AG, Wiesbaden, auf die AXA Krankenversicherung AG, Köln, verschmolzen. Die Verschmelzung hatte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AXA Konzerns.
Im Rahmen des Integrationsprozesses der Gesellschaften des DBV-Winterthur Teilkonzerns in den AXA Konzern wurde im Geschäftsjahr 2009 in den jeweiligen Hauptversammlungen der Gesellschaften des DBV-Konzerns beschlossen, die Firmierung an den Konzernstandard des AXA Konzerns anzupassen, insbesondere den Firmenzusatz "Winterthur" entfallen zu lassen. So firmiert die DBV-Winterthur Lebensversicherung AG nun unter "DBV Deutsche Beamten Versicherung Lebensversicherung AG" und die DBV-Winterthur Holding AG unter "DBV Holding AG". Im Geschäftsbericht werden ausschließlich die neuen Firmenbezeichnungen verwendet.
Wirtschaft und Versicherungsmarkt 2008
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland verlief bis Ende des dritten Quartals positiv, ehe sie aufgrund der Finanzmarktkrise einen starken Einbruch erleiden musste. Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ergaben nur noch ein geringes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 % (Vorjahr 2,5 %). Der geschwächte Außenhandel als Folge der Krise am US-Immobilienmarkt zeigte sich dabei als Hauptgrund für diese Entwicklung.
Positiv ist dagegen, dass die Erwerbstätigenzahl trotz des moderaten Wirtschaftswachstums einen Rekordstand erreicht hat und der Staat einen nahezu ausgeglichenen Finanzierungssaldo ausweist. Arbeitnehmer profitieren dabei zusätzlich vom größten Zuwachs der Bruttoentgelte seit 1995 (2,3%), bei den Nettoentgelten war es mit 1,4% der stärkste seit 2004.
Laut Bundesagentur für Arbeit sank die Arbeitslosenquote 2008 auf 7,8% (Vorjahr 9,0%). Allerdings zeigte sich in den Daten für Dezember bereits, dass die Wirtschaftskrise allmählich den Arbeitsmarkt erreicht. Infolgedessen fielen die privaten Konsumausgaben, die in der ersten Jahreshälfte fast unverändert blieben, im vierten Quartal um 0,6%. Die zunehmende Verunsicherung über die weitere Konjunkturentwicklung der Verbraucher führte zu einer Angst vor langfristigen finanziellen Bindungen, die sich in einer vorsichtigen und eher kurzfristig orientierten Anlageweise ausdrückte.
Auf Basis veröffentlichter Daten und Hochrechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) blieb das Beitragsaufkommen der deutschen Versicherungswirtschaft 2008 gegenüber dem Vorjahr mit rund +1% fast unverändert. Zentrale Ursachen dieser Entwicklungen sind nahezu stagnierende Beiträge in der Lebensversicherung ebenso wie in der Schaden- und Unfallversicherung.
Die deutschen Lebensversicherer (ohne Pensionskassen und Pensionsfonds) konnten ihre Beitragseinnahmen im Jahr 2008 um 1,1% erhöhen und erreichten damit ein Volumen von 76,3 Mrd. Euro. Trotz der sich im vierten Quartal verschärfenden Finanzmarktkrise trug das Neugeschäft in diesem Quartal doch erheblich zum erfolgreichen Wachstum bei.
Positiv beeinflusst wurden die Beitragseinnahmen im Jahr 2008 durch die Erhöhung des erforderlichen Grundbeitrags für die Erlangung der vollen staatlichen Förderung bei der Riester-Rente. Der Absatz neuer Verträge ging hingegen mit 24,1% auf 1,6 Millionen deutlich zurück.
In der privaten Krankenversicherung verlangsamte sich das Beitragswachstum im Jahr 2008 verglichen mit 2007 von 3,4% auf 2,9%. Hier machten sich die Auswirkungen der Gesundheitsreform bemerkbar. Aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung zur Modifizierung der Tarifwelt kam es im vierten Quartal 2008 zu einer verstärkten Nachfrage.
Der leichte Beitragsanstieg in der Schaden- und Unfallversicherung in Höhe von +0,2 % (Vorjahr - 0,4 %) wurde besonders von den privaten Sachversicherungen beeinflusst, während der starke Preiswettbewerb in der Kraftfahrtversicherung und der industriellen Sachversicherung dort weiterhin zu rückläufigen Beitragseinnahmen führt.
Geschäftsentwicklung des AXA Konzerns
Trotz Krisenjahr positives Konzernergebnis
| 2008 Mio. Euro |
2007 Mio. Euro |
|
|---|---|---|
| Gebuchte Bruttobeiträge | 9.584 | 9.612 |
| Verdiente Beiträge f.e.R. | 8.694 | 8.661 |
| Kapitalanlageergebnis | 438 | 2.858 |
| Versicherungsleistungen f.e.R. | -7.171 | -8.853 |
| Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. | -1.591 | -1.641 |
| Sonstige Aufwendungen / Erträge | -244 | -235 |
| Finanzierungsaufwendungen | -21 | -57 |
| Steuern | 8 | -168 |
| Konzernergebnis | 114 | 570 |
Unter dem Einfluss der Finanzmarktkrise fiel das Ergebnis des AXA Konzern im Geschäftsjahr 2008 deutlich geringer aus als in 2007. Mit 114 Mio. Euro lag das nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen ermittelte Konzernergebnis um 456 Mio. Euro unter dem Vorjahresresultat. Der starke Rückgang des Konzernergebnisses spiegelt zum überwiegenden Teil die Marktwertänderungen der Kapitalanlagen infolge der Finanzmarktkrise und deren bilanzielle Auswirkungen wider.
Den größten Beitrag zum Konzernergebnis leistete mit 128 Mio. Euro (2007: 439 Mio. Euro) einmal mehr der Schaden- und Unfallversicherungsbereich. Dennoch hat sich auch dort das Ergebnis um 311 Mio. Euro auf 128 Mio. Euro beträchtlich verschlechtert. Der Rückgang beruht insbesondere auf dem im Zuge der Kapitalmarktkrise gesunkenen Kapitalanlageergebnis.
Der Gewinn des Geschäftsbereiches Lebensversicherung ist im Jahr 2008 mit einem Segmentergebnis von 11 Mio. Euro um -89,8 % deutlich rückläufig gegenüber dem Geschäftsjahr 2007. Der Hauptgrund liegt auch in diesem Fall in der negativen Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses.
Das Segment Krankenversicherung war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 sowohl von der Finanzkrise als auch von den Auswirkungen der Gesundheitsreform 2007 betroffen. Durch das deutlich reduzierte Kapitalanlageergebnis konnte lediglich ein ausgeglichenes Segmentergebnis erzielt werden.
Beitragsentwicklung:
Einnahmen steigen um 0,6 % - Wachstum der Beiträge in der Schaden- und Unfallversicherung sowie in der Krankenversicherung, Lebensversicherung rückläufig
Der AXA Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2008 Beitragseinnahmen von insgesamt 9,58 Mrd. Euro, die damit im Vergleich zum Vorjahr um -0,3 % gefallen sind. Unter Berücksichtigung der aus dem TwinStar-Geschäft resultierenden Beitragseinnahmen wuchs das in Deutschland insgesamt erzielte Beitragsaufkommen der AXA Gesellschaften um 0,6 % auf 9,81 Mrd. Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung gelang es uns, die Beiträge stabil zu halten, in der Krankenversicherung hingegen stiegen die Beiträge analog zum Markttrend. Rückläufig waren hingegen das bei der AXA Deutschland bilanzierte Lebensversicherungsgeschäft, allerdings sind die unserer Schwestergesellschaft AXA Life Europe zuzuordnenden Beitragseinnahmen aus dem Verkauf von TwinStar-Policen um 59,7 % gewachsen.
| Konzernbeiträge | 2008 Mio. Euro |
2007 Mio. Euro |
+/- (%) |
|---|---|---|---|
| Gebuchte Bruttobeiträge gesamt | 9.584 | 9.612 | -0,3 |
| Inland direkt | |||
| - Schaden- und Unfallversicherung | 3.330 | 3.340 | -0,3 |
| - Lebensversicherung | 3.909 | 4.004 | -2,4 |
| - Krankenversicherung | 2.090 | 2.048 | 2,1 |
| Ausland direkt | 106 | 104 | 1,9 |
| Indirekt (Inland und Ausland) | 148 | 116 | 27,6 |
| TwinStar-Geschäft | 230 | 144 | 59,7 |
| Gebuchte Bruttobeiträge gesamt (inklusive TwinStar) | 9.814 | 9.756 | 0,6 |
In der Schaden- und Unfallversicherung sanken die Beitragseinnahmen im direkten Inlandsgeschäft im Geschäftsjahr um -0,3 % auf 3,33 Mrd. Euro.
Die gesamten Bruttobeitragseinnahmen des Segments Schaden- und Unfallversicherung sind jedoch gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % gestiegen. Mit dem direkten Auslandsgeschäft und dem übernommenen Geschäft belaufen sich die Beiträge in der Schaden- und Unfallversicherung auf 3,58 Mrd. Euro und liegen damit um 24 Mio. Euro über dem Vorjahr. Dieser Anstieg war vor allem wegen der guten Entwicklung in der Technischen Versicherung und des starken indirekten Geschäfts, insbesondere mit Roland Rechtschutz möglich.
Die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung gingen um 2,4 % auf 3,91 Mrd. Euro leicht zurück, was überwiegend aus geringeren laufenden Beiträgen aus traditionellen Kapital-Lebensversicherungen resultierte. Die Einmalbeiträge dagegen stiegen im Geschäftsjahr um 34 Mio. Euro auf 411 Mio. Euro.
Das Neugeschäft, gemessen in Annual Premium Equivalent (Neugeschäft an laufenden Beiträgen plus 10 % der Einmalbeiträge), nahm im Jahr 2008 um 2 Mio. Euro geringfügig ab und weist nun einen Wert von 296 Mio. Euro aus. Das über die Vertriebswege des AXA Konzerns generierte Neugeschäft im Bereich Lebensversicherung (einschließlich TwinStar mit einem Volumen von 90 Mio. Euro) zeigte wiederum ein Wachstum um 5 Mio. Euro (+1,3 %) und wurde zu 31 Mio. Euro durch die letztmalig in die Produktionswerte einfließende Riester-Treppe 2008 getragen.
Die strategische Ausrichtung der AXA Krankenversicherung auf eine hohe Beitragsstabilität führte dazu, dass aufgrund lediglich moderater Beitragsanpassungen die gebuchten Bruttobeiträge nur um 2,1 % auf 2,09 Mrd. Euro stiegen. Durch die hohe Serviceorientierung sowie die ausgezeichneten zielgruppenspezifischen Versicherungslösungen konnten in der Vollversicherung jedoch auch im Jahr der Verschmelzung der DBV-Winterthur Krankenversicherung auf die AXA Krankenversicherung der Kundenkreis um 8.422 Personen ausgebaut werden.
Für das um 1,9 % gestiegene Beitragsvolumen im direkten Auslandsgeschäft sorgten die ausländischen Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen unseres Kunstversicherers AXA Art Versicherung mit erfreulichen Wachstumsraten. Im indirekten Geschäft führten höhere Einnahmen der AXA Versicherung im Pool-Geschäft sowie der Abschluss neuer Verträge im fakultativen Geschäft zu einer Ausweitung des Beitragsvolumens um 27,6 %.
Kapitalanlageergebnis um 85 % gesunken
Der AXA Konzern verzeichnete im Berichtsjahr einen Rückgang seines gesamten Kapitalanlageergebnisses – inklusive außerordentlicher Gewinne und Verluste sowie erfolgswirksamer Marktwertveränderungen – um 2.420 Mio. Euro (85 %) von 2.858 Mio. Euro auf 438 Mio. Euro.
Das laufende Kapitalanlageergebnis, bestehend aus laufenden Erträgen abzüglich Verwaltungsaufwendungen und planmäßigen Abschreibungen auf fremdgenutzten Grundbesitz, verbesserte sich moderat um 0,4 % auf 2.662 Mio. Euro (2007: 2.653 Mio. Euro).
Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis verringerte sich von 192 Mio. Euro auf -1.680 Mio. Euro. Dies ist im Wesentlichen auf die Kapitalmarktkrise und den daraus resultierenden Wertminderungen der Kapitalanlagen des AXA Konzerns zu erklären. Der Rückgang des Saldos aus den Gewinnen und Verlusten aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von -59 Mio. Euro (2007: 480 Mio. Euro) ist größtenteils auf Verluste aus der Veräußerung von Aktien zur Reduktion des Exposures im Finanzsektor sowie aus der Veräußerung von Asset Backed Securities zu erklären. Die im Vorjahresvergleich um 265 % auf 936 Mio. Euro (2007: 256 Mio. Euro) gestiegenen außerplanmäßigen Abschreibungen auf Kapitalanlagen resultieren vorwiegend aus Aktien und Asset Backed Securities. Aus den Marktwertveränderungen der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente entstanden Gewinne und Verluste von saldiert -661 Mio. Euro (2007: 55 Mio. Euro). Die deutliche Verschlechterung im Vorjahresvergleich resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen Marktwerten von strukturierte Kreditprodukten und hochverzinslichen Unternehmensanleihen.
Aus Kapitalanlagen der fondsgebundenen Lebensversicherung erzielten wir im Geschäftsjahr 2008 ein nicht realisiertes Ergebnis von -544 Mio. Euro (2007: 12 Mio. Euro), das vollständig von Versicherungsnehmern getragen wurde.
Kostenentwicklung positiv beeinflusst durch Synergieeffekte aus der DBV-Integration
Die Gesamtkosten des AXA Konzerns lagen im Geschäftsjahr 2008 mit 2,34 Mrd. Euro um 1,0 % unter dem Vorjahreswert (2,36 Mrd. Euro). Die hierin enthaltenen Provisionen erhöhten sich entsprechend der Neugeschäftsentwicklung um 0,6 % auf 0,95 Mrd. Euro (Vorjahr: 0,94 Mrd. Euro).
Die Kosten (ohne Provisionen) lagen mit 1,39 Mrd. Euro um rd. 2,1 % unter den Vorjahreskosten (1,42 Mrd. Euro). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen verursacht durch den Rückgang der Integrationskosten auf 82 Mio. Euro (Vorjahr: 134 Mio. Euro). Des Weiteren wurden die Kosten im Geschäftsjahr durch einen Sondereffekt in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen (30 Mio. Euro) und durch eine einmalige Steuerrückstellung (5 Mio. Euro) negativ beeinflusst. Bleiben diese Sondereffekte außer Betracht lagen die Kosten (ohne Provisionen) mit 1,27 Mrd. Euro um 1,1 % unter den Vorjahreskosten (1,28 Mrd. Euro). Dies bedeutet, dass auch in 2008 die inflations- und tarifbedingten Kostensteigerungen durch steigende Synergieeffekte aus der DBV-Integration und weitere Kosteneinsparungen mehr als ausgeglichen werden konnten.
Die Realisierung von nachhaltigen Synergieeffekten fielen im Geschäftsjahr höher aus als erwartet und trugen zudem, neben der nach wie vor im Konzern gelebten Kostendisziplin, maßgeblich dazu bei, dass auch in 2008 das Kostenziel unterschritten werden konnte.
Ertragsteuern: Ertrag von 17 Mio. Euro
Das Konzernergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2008 von 97 Mio. Euro lässt einen Ertragsteueraufwand von ca. 31 Mio. Euro erwarten. Es ist jedoch bei den Ertragsteuern ein Ertrag von 17 Mio. Euro im Konzernabschluss zu verzeichnen. Die Hauptursache für den Unterschied zwischen erwartetem Steueraufwand und tatsächlichem Steuerertrag liegt darin, dass eine Verständigung über den Abschluss der Betriebsprüfung für den Teilkonzern DBV Winterthur für den Zeitraum 1997 bis einschließlich 2006 erzielt werden konnte. Hierdurch konnten sowohl im Konzernabschluss als auch in den Einzelabschlüssen des DBV-Teilkonzerns die gebildeten Steuerrückstellungspositionen erfolgswirksam aufgelöst werden. Dies gilt insbesondere für die Behandlung der früheren Investments in Irland, die durch die Finanzverwaltung inzwischen anerkannt worden ist. Des Weiteren konnte man sich für die Bewertung der Schadenrückstellungen in der Steuerbilanz verständigen. Der gesamte Steuerertrag für Vorjahre von rund 92 Mio. Euro wurde durch gegenläufige Effekte bei der Neubewertung von latenten Steuerpositionen im Konzern auf Basis der verringerten Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz von rund 33 Mio. Euro sowie von anderen Einmaleffekten von rund 7 Mio. Euro teilweise kompensiert.
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Schaden- und Unfallversicherung: Segmentergebnis geschmälert
| Segment Schaden- und Unfallversicherung | 2008 Mio. Euro |
2007 Mio. Euro |
|---|---|---|
| Gebuchte Bruttobeiträge | 3.581 | 3.557 |
| Verdiente Beiträge f.e.R. | 2.733 | 2.667 |
| Kapitalanlageergebnis | 108 | 516 |
| Versicherungsleistungen f.e.R. | -1.721 | -1.777 |
| Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. | -903 | -857 |
| Sonstige Aufwendungen / Erträge | -75 | -84 |
| Finanzierungsaufwendungen | 0 | 0 |
| Steuern | -14 | -26 |
| Segmentergebnis | 128 | 439 |
| Kapitalanlagebestand | 9.533 | 10.120 |
| Schaden-Kostenquote (Net Combined Ratio) | 95,4% | 99,9% |
| Brutto-Schadenquote | 62,5% | 68,3% |
| Brutto-Kostenquote | 31,0% | 30,6% |
Im Geschäftsfeld Schaden- und Unfallversicherung reduzierte sich das Segmentergebnis im Geschäftsjahr 2008 von 439 Mio. Euro auf 128 Mio. Euro. Der Rückgang beruht im Wesentlichen auf dem im Zuge der Kapitalmarktkrise stark gesunkenen Kapitalanlageergebnis, welches durch Abschreibungen und Verlustrealisierungen belastet wurde.Die gesamten Bruttobeitragseinnahmen des Segmentes stiegen im Berichtszeitraum um 0,7 % auf 3,58 Mrd. Euro. Ungeachtet der weiterhin schwierigen Marktsituation und des Preiskampfes in der Kraftfahrtversicherung konnte somit eine Beitragssteigerung um 24 Mio. Euro erreicht werden. Dieser Anstieg war vor allem wegen der guten Entwicklung in der Technischen Versicherung und des starken indirekten Geschäfts möglich. Damit erzielte die AXA eine Beitragsentwicklung über Marktniveau, welches im vergangenen Jahr beim Beitragsaufkommen lediglich marginal um 0,2 % anstieg.
Die Brutto-Schadenquote verbesserte sich im Segment Schaden- und Unfallversicherung um 5,8 Prozentpunkte auf 62,5 %. Diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf die starken Auswirkungen der ‚Kyrill'-Sturmschäden 2007 und das Ausbleiben von Großschäden in 2008 zurückzuführen.
Die Brutto-Kostenquote stieg aufgrund höherer Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb bei gleichzeitig leicht gestiegenen Beitragseinnahmen auf 31,0 %.
Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen lag die Schaden-Kostenquote (Net Combined Ratio) mit 95,4 % um 4,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau von 99,9 %. Diese Verbesserung ist im Wesentlichen auf eine gegenüber dem Vorjahr stark gesunkene Schadenquote (5,8%-Punkte), bei nur leicht gestiegener Kostenquote zurückzuführen.
Das Rückversicherungsergebnis verschlechterte sich in 2008 auf 68,6 Mio. Euro zu Gunsten der Rückversicherungsgesellschaften, maßgeblich beeinflusst durch hohe Einmaleffekte aufgrund von Kyrill-Sturmschäden in 2007.
Das Kapitalanlageergebnis des Segmentes reduzierte sich von 516 Mio. Euro im Vorjahr auf 108 Mio. Euro im Jahr 2008. Dieser Rückgang beruht insbesondere auf den negativen Auswirkungen der Finanzkrise, die im Wesentlichen durch stark gefallene Aktienkurse, sowie einer volatilen Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus gekennzeichnet ist. Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung wirkten sich insbesondere hohe Veräusserungsverluste aus festverzinslichen Wertpapieren, sowie Abschreibungen auf Aktien und strukturierte Produkte negativ auf das Kapitalanlageergebnis aus.
Die Steueraufwendungen gingen insgesamt um 46,2% (12 Mio. Euro) auf 14 Mio. Euro zurück, insbesondere bedingt durch den Rückgang des Vorsteuerergebnisses. Bedingt durch Einmaleffekte aufgrund der Unternehmenssteuerreform fiel die Verminderung unterdurchschnittlich im Vergleich zu der Ergebnisentwicklung aus, da diese die Steueraufwendungen in 2007 positiv begünstigten.
Ergebnisrückgang in der Lebensversicherung
| Segment Lebensversicherung | 2008 Mio. Euro |
2007 Mio. Euro |
|---|---|---|
| Gebuchte Bruttobeiträge | 3.914 | 4.010 |
| Verdiente Beiträge f.e.R. | 3.871 | 3.946 |
| Kapitalanlageergebnis | 145 | 1.977 |
| Versicherungsleistungen f.e.R. | -3.467 | -5.030 |
| Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. | -486 | -561 |
| Sonstige Aufwendungen / Erträge | -54 | -50 |
| Finanzierungsaufwendungen | -3 | -13 |
| Steuern | 5 | -161 |
| Segmentergebnis | 11 | 108 |
| Neugeschäft (Annual Premium Equivalent) | 296 | 298 |
| Kapitalanlagebestand | 41.222 | 42.264 |
| Stornoquote | 5,1 % | 4,9 % |
| Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb in % der Bruttobeiträge | 12,4 % | 14,0 % |
Der Gewinn des Geschäftsbereiches Lebensversicherung ist im Jahr 2008 mit einem Segmentergebnis von 11 Mio. um -89,8 % deutlich rückläufig gegenüber dem Geschäftsjahr 2007. Dieser Rückgang resultiert insbesondere aus der Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses als Folge der Finanzmarktkrise.
Die Beitragseinnahmen gingen um 2,4 % auf 3,9 Mrd. Euro leicht zurück, was überwiegend aus geringeren laufenden Beiträgen aus traditionellen Kapital-Lebensversicherungen resultierte. Die Einmalbeiträge dagegen stiegen im Geschäftsjahr um 34 Mio. Euro auf 411 Mio. Euro.
Das Neugeschäft, gemessen in Annual Premium Equivalent (Neugeschäft an laufenden Beiträgen plus 10 % der Einmalbeiträge), nahm im Jahr 2008 um 2 Mio. Euro geringfügig ab und weist nun einen Wert von 296 Mio. Euro aus. Das über die Vertriebswege des AXA Konzerns generierte Neugeschäft im Bereich Lebensversicherung (einschließlich TwinStar mit einem Volumen von 90 Mio. Euro) zeigte wiederum ein Wachstum um 5 Mio. Euro (+1,3 %) und wurde zu 31 Mio. Euro durch die letztmalig in die Produktionswerte einfließende Riester-Treppe 2008 getragen.
Das Kapitalanlageergebnis des Segmentes ging im Berichtsjahr um 1,8 Mrd. Euro auf 145 Mio. Euro deutlich zurück. Der Rückgang resultierte ausschließlich aus dem negativen außerordentlichen Ergebnis als Folge der Finanzmarktkrise. Dies zeigt sich einerseits in ergebniswirksamen Marktwertveränderungen („Change in Fair Value“) im Bereich der Aktienwerte und Beteiligungen sowie unrealisierten, aber erfolgswirksamen Verlusten innerhalb der strukturierten Produkte. Andererseits sind Verluste aus dem Verkauf von Rentenpapieren sowie entsprechende Abschreibungen auf Rentenpapiere aber auch auf Aktienwerte zu verzeichnen. Ein leicht positives Ergebnis konnte aufgrund realisierter Gewinne aus dem Verkauf von Aktien (Strategie der Aktienquotenreduzierung) sowie positiven Effekten aus Absicherungsgeschäften erzielt werden.
In Folge der Finanzmarktkrise entwickelten sich auch die nicht realisierten Ergebnisse aus dem Geschäft mit fondsgebundenen Versicherungen negativ.
Der Bestand an Kapitalanlagen verminderte sich im Jahr 2008 um 2,5% leicht auf 41,2 Mrd. Neben der Entwicklung am Kapitalmarkt ist dies auch auf die ablaufbedingte Minderung des Versicherungsbestandes an Kapital-Lebensversicherungen zurückzuführen.
Die gesamten Versicherungsleistungen für eigene Rechnung, die sich im Wesentlichen aus Zahlungen für Abläufe, Rückkäufe, Todesfall- und Rentenleistungen an unsere Kunden sowie den dafür zu bildenden Rückstellungen zusammensetzen, beliefen sich im Jahr 2008 auf 3,5 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 31,1 %. Hier machten sich unter anderem die Auswirkungen der Finanzkrise auf die entsprechend geringer werdenden Leistungsverpflichtungen sowie die niedrigere Zuführung zur Deckungsrückstellung aufgrund des Beitragsrückganges in der Kapital-Lebensversicherung bemerkbar. Die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung ging ebenfalls bedingt durch das geringere Kapitalanlageergebnis zurück. Den gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Leistungszahlungen, insbesondere für höhere Ablaufleistungen an unsere Kunden, standen entsprechende Erträge aus der Auflösung der für diese Leistungszahlungen gebildeten versicherungstechnischen Rückstellungen – nach Abzug der Anteile der Rückversicherer – gegenüber.
Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 75 Mio. Euro auf 486 Mio. Euro. Dadurch ging die Kostenquote von 14,0 % im Vorjahr auf 12,4 % im Geschäftsjahr 2008 zurück.
Die Finanzierungsaufwendungen konnten im Geschäftsjahr aufgrund der Rückzahlung von nachrangigen Verbindlichkeiten deutlich auf 3 Mio. Euro gesenkt werden.
Die Steuern verringerten sich um 166 Mio. Euro auf einen Steuerertrag von +5 Mio. Euro aufgrund des Rückgangs im Ergebnis vor Steuern, der Auflösung von Steuerrückstellungen nach Abschluss einer Betriebsprüfung und der Übertragung von Pensionsrückstellungen der DBV Lebensversicherung AG im Rahmen der Integration in den AXA Konzern zu einem steuerlich geringeren Wert.
Krankenversicherung: Beitragswachstum trotz Finanzkrise und Gesundheitsreform
| Segment Krankenversicherung | 2008 Mio. Euro |
2007 Mio. Euro |
|---|---|---|
| Gebuchte Bruttobeiträge | 2.091 | 2.048 |
| Verdiente Beiträge f.e.R. | 2.090 | 2.048 |
| Kapitalanlageergebnis | 143 | 313 |
| Versicherungsleistungen f.e.R. | -1.983 | -2.046 |
| Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. | -202 | -223 |
| Sonstige Aufwendungen / Erträge | -32 | -30 |
| Finanzierungsaufwendungen | -1 | -1 |
| Steuern | -16 | -15 |
| Segmentergebnis | 0 | 46 |
| Neugeschäft (Annual Premium Equivalent/APE) | 110 | 118 |
| Kapitalanlagebestand | 9.138 | 8.519 |
| Schadenquote | 80,9 % | 78,0 % |
| Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb in % der Bruttobeiträge | 9,7 % | 10,9 % |
Das Segment Krankenversicherung war im abgelaufenen Geschäftjahr 2008 sowohl von der Finanzkrise als auch von den Auswirkungen der Gesundheitsreform 2007 betroffen. Durch das deutlich reduzierte Kapitalanlageergebnis konnte lediglich ein ausgeglichenes Segmentergebnis erzielt werden.
Das Neugeschäft, gemessen in Annual Premium Equivalent, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6,3% auf 110 Mio. Euro Jahresbeitrag. Diese Entwicklung war insbesondere auf die Auswirkungen aus der Reform des Gesundheitssystems im Februar 2007 zurückzuführen. Seitdem ist für Angestellte der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung erschwert. Vor dem Hintergrund des im Jahresverlauf konkretisierten Wettbewerbsstärkungsgesetzes war im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres jedoch ein deutlicher Anstieg des Neuzugangs zu verzeichnen.
Die strategische Ausrichtung der AXA Krankenversicherung auf eine hohe Beitragsstabilität führte dazu, dass aufgrund lediglich moderater Beitragsanpassungen die gebuchten Bruttobeiträge nur um 2,1% auf 2,1 Mrd. Euro stiegen. Durch die hohe Serviceorientierung sowie die ausgezeichneten zielgruppenspezifischen Versicherungslösungen konnten in der Vollversicherung jedoch auch im Jahr der Verschmelzung der DBV-Winterthur Krankenversicherung auf die AXA Krankenversicherung der Kundenkreis um 8.422 Personen ausgebaut werden.
Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich um 170 Mio. Euro auf 143 Mio. Euro insbesondere getrieben durch außerordentliche Abschreibungen aufgrund der Entwicklung auf den Kapitalmärkten in Folge der Immobilienkrise in den USA. Entsprechend der Anlagestrategie des AXA Konzerns wurden Anfang des Jahres Aktienanteile veräußert, um die Aktienquote zu reduzieren.
Der Bestand an Kapitalanlagen stieg im Jahr 2008 um 7,3 % auf 9,1 Mrd. Euro.
Die Versicherungsleistungen für eigene Rechnung sanken um 3,0 % auf 2,0 Mrd. Euro insbesondere wegen einer geringeren Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung aufgrund der Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses. Dies wurde zum Teil kompensiert durch gestiegene Leistungsauszahlungen sowie eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Dotierung der Deckungs- und der Schadenrückstellung.
Die Schadenquote – berechnet nach der Formel des Verbandes der privaten Krankenversicherung – stieg durch die Dotierung der Rückstellung und die stärker als die Beiträge gestiegenen Leistungsauszahlungen um 2,9 Prozentpunkte auf 80,9%.
Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb gingen um 11,0 % auf 202 Mio. Euro zurück. Haupttreiber für den Kostenrückgang waren mehrere Einmaleffekte, die sich aus der Zusammenführung der beiden Krankenversicherungsgesellschaften ergeben sowie aus den im Vorjahr angefallenen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz.
Die Steuern blieben nahezu unverändert und liegen mit 16 Mio. Euro um 1 Mio. Euro über dem Vorjahr.
AXA Bank
| AXA Bank | 2008 Mio. Euro |
2007 Mio. Euro |
|---|---|---|
| Kapitalanlageergebnis | 53 | 40 |
| Sonstige Erträge | 21 | 27 |
| Sonstige Aufwendungen | -78 | -69 |
| Steuern | ||
| Segmentergebnis | -4 | -2 |
| Cost-Income Ratio | 121,1 % | 93,7 % |
| Forderungen an Kunden | 460 | 488 |
| Kundeneinlagen | 913 | 350 |
| Vermögensmanagement | 105 | 222 |
| Depotverwaltung | 212 | 308 |
Insgesamt erzielte die Bank aus der normalen Geschäftstätigkeit, trotz der sehr positiven Entwicklung des Anlagegeschäfts und geringerer Verwaltungskosten, wegen des Rückgangs im Provisionsergebnis sowie 2,5 Mio. Euro Abschreibungen auf Wertpapiere ein negatives Segmentergebnis von 3,6 Mio. Euro. Die AXA Bank AG ist Bestandteil des Vorsorge- und Vermögensmanagements des AXA Konzerns und Plattform für die vom deutschen AXA Konzern angebotenen Bankprodukte. Im Berichtsjahr hat die Bank ihre Strategie hin zu der Gewinnung von vermögenden Privatkunden und der damit verbundenen Beratung der Kunden in Anlageprodukten erfolgreich weiterverfolgt.
Das Kapitalanlageergebnis lag mit 53 Mio. Euro über Vorjahresniveau. Ein weiter rückläufiges Ergebnis im Baufinanzierungsbereich konnte durch gestiegene Margenerträge bei der Anlage von liquiden Mitteln aus dem Kundeneinlagengeschäft am Geldmarkt kompensiert werden. Der Rückgang in den sonstigen Erträgen resultiert im Wesentlichen aus den signifikant rückläufigen Provisionen im Investmentgeschäft. Die sonstigen Aufwendungen lagen mit 78 Mio. Euro über Vorjahresniveau. Der Anstieg der Zinsaufwendungen bedingt durch höhere Kundeneinlagen wurde teilweise durch insgesamt geringere Verwaltungsaufwendungen kompensiert. Insgesamt verschlechterte sich dadurch die Cost-Income Ratio gegenüber dem Vorjahr von 93,7% auf 121,1%. Mit der Cost-Income Ratio messen wir unseren operativen Erfolg aus dem Bankgeschäft. Dabei wird insbesondere der im Geschäftsjahr angefallene Verwaltungsaufwand ins Verhältnis zu den wesentlichen Ertragsgrößen der AXA Bank wie dem Zins- und Provisionsüberschuss gesetzt.
Zum Jahresende 2008 beliefen sich die Forderungen an Kunden auf 460 Mio. Euro (2007: 488 Mio. Euro). Die Forderungen bestehen im Wesentlichen mit 271 Mio. Euro (2007: 289 Mio. Euro) aus Immobilienkrediten. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf geplante Forderungsverkäufe und eine verhaltene Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten zurückzuführen. Die von der Bank vergebenen Privatdarlehen mit 57 Mio. Euro (2007: 62 Mio. Euro) sowie Policendarlehen mit 139 Mio. Euro (2007: 146 Mio. Euro) waren rückläufig. Die Kundeneinlagen haben fast ausschließlich kurzfristigen Charakter und lagen zum Jahresende mit 913 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 350 Mio. Euro. Wesentliche Zuwächse waren dabei vor allem im Bereich der Festgelder in Höhe von 443 Mio. Euro zu verzeichnen. Die fondsgebundene Vermögensverwaltung sank um 52,9 % auf 105 Mio. Euro; im klassischen Depotgeschäft ermäßigten sich die verwalteten Bestände um 31,1 % auf 212 Mio. Euro.
Holding Gesellschaften
Das Segmentergebnis verschlechterte sich geringfügig um 1 Mio. Euro auf -22 Mio. Euro.
Insbesondere aufgrund der Ablösung von Darlehensverbindlichkeiten der erstmals in 2007 in den Konzernabschluss einbezogenen Winterthur Holdinggesellschaften verminderten sich die Finanzierungsaufwendungen auf 21 Mio. Euro. Die Finanzierungsaufwendungen umfassen dabei in 2008 ausschließlich Nachrangdarlehen.
Der Gesamtsaldo der sonstigen Erträge und Aufwendungen verringerte sich um 33 Mio. Euro auf -56 Mio. Euro. Dies resultiert im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen.
Das Kapitalanlageergebnis verminderte sich insbesondere aufgrund von Abschreibungen auf Aktien i.H.v. 25 Mio. Euro auf 23 Mio. Euro.
Der Steuerertrag in Höhe von 33 Mio. Euro blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.
Vermögenslage: Kapitalanlagenbestand durch Finanzmarktkrise leicht rückläufig
Das Jahr 2008 war durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten geprägt. Die Ausweitung der Immobilienkrise in den USA führte zur weltweiten Bankenkrise sowie Einbrüchen an den Aktien- und Zinsmärkten.
Von der Entwicklung an den Finanzmärkten waren gleichermaßen Aktientitel als auch Rohstoffe (Öl und Gold) betroffen. Der Ölpreis bewegte sich bis zur Mitte des Jahres 2008 zuerst auf fast 150 US-Dollar/Barrel und brach zum Jahresende auf unter 40 US-Dollar/Barrel ein. Am 15. Juli erreichte die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,6038 Dollar einen neuen Rekord. Trotz einiger kurzfristiger Erholungsphasen haben die Aktienmärkte das Jahr 2008 mit deutlichen Verlusten abgeschlossen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) notierte am Jahresende einen Rückgang von -40 %. Der für den europäischen Aktienmarkt repräsentative Index EuroStoxx 50 wies sogar einen leicht stärkeren Verlust von -44 % aus. Im amerikanischen Wirtschaftsraum wurden ähnliche Kursverluste verzeichnet - der S&P 500 Index ging um -38% zurück.
Im vergangenen Geschäftsjahr war ein Sinken der Zinsen im US-Raum sowie im Euro-Raum zu beobachten. Während die US-Notenbank Fed die Leitzinsen kontinuierlich insgesamt auf Null bis 0,25 % gesenkt hatte, erfolgte die Zinssenkung in Europa erst in der zweiten Jahreshälfte. Im Laufe des Jahres 2008 erhöhte zuerst die Europäische Zentralbank im Juli die Leitzinsen von 4,00 % auf 4,25 %. Angesicht der zunehmend eintrübenden Konjunkturaussichten sowie der vor diesem Hintergrund wachsenden Zurückhaltung der internationalen Anleger sanken die Leitzinsen im Euro-Raum in drei Schritten von 4,25 % auf insgesamt 2,50 %. Auch der Zinssatz für 10-jährige Bundesanleihen fiel unter Schwankungen von 4,31 % Anfang 2008 auf 2,95 % Ende Dezember.
In diesem krisenhaften Umfeld haben die Gesellschaften des AXA Konzern durch ein ausgewogenes Kapitalanlagenportfolio die an ihre Kunden gegebenen Leistungsversprechen – trotz des deutlichen Rückgangs des Kapitalanlageergebnisses - erfüllt.
Ziel unserer Kapitalanlagestrategie ist, durch die Ausrichtung unseres Portfolios einen möglichst guten Abgleich zwischen den Kapitalanlagen einerseits und den unseren Kunden gegebenen Leistungsversprechen andererseits zu erreichen. Darüber hinaus nutzen wir die Chancen der Kapitalmarktentwicklung, um die Gelder des AXA Konzerns zu attraktiven Konditionen zu investieren.
Der Buchwert der Kapitalanlagen des AXA Konzerns – einschließlich der gesondert ausgewiesenen Kapitalanlagen aus den fondsgebundenen Lebensversicherungen in Höhe von 1,161 Mio. Euro (2007: 1.444 Mio. Euro) – belief sich Ende 2008 auf 61.901 Mio. Euro gegenüber 62.749 Mio. Euro zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt. Insgesamt dominieren im Kapitalanlagebestand weiter die Rentenpapiere (Renten und Rentenfonds) mit einem Anteil von 72,5 % (2007: 70,5 %).
| Kapitalanlagen: Anteile (IFRS-Buchwerte) (in %) | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Renten | 72,5 | 70,5 |
| Darlehen/Ausleihungen | 12,6 | 11,9 |
| Aktien und Beteiligungen | 6,0 | 10,0 |
| Fremdgenutzter Grundbesitz | 2,1 | 2,4 |
| Sonstige | 6,8 | 5,2 |
Deutlich erhöhte Neubewertungsrücklage aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus
Der Saldo der unrealisierten Gewinne und Verluste der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere betrug zum Jahresende 428 Mio. Euro (2007: -843 Mio. Euro). Der starke Zugang gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus dem gesunkenen Zinsniveau und den damit verbundenen Kurssteigerungen von Staatsanleihen. Die unrealisierten Gewinne/Verluste bei den Rentenpapieren erhöhten sich dadurch deutlich um 1.843 Mio. Euro auf 112 Mio. Euro per Ende 2008. Bei Aktien und Publikumsfonds verzeichneten wir einen Rückgang der unrealisierten Gewinne um 630 Mio. Euro auf 290 Mio. Euro.
Unrealisierte Gewinne und Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren, assoziierten Unternehmen und Sicherungsinstrumenten (Cash Flow Hedges) werden als Bestandteil des Eigenkapitals in der Neubewertungsrücklage erfasst. Unter Berücksichtigung von latenten Rückstellungen für Beitragsrückerstattung und latenten Steuern führte die Veränderung dieser unrealisierten Gewinne und Verluste im Berichtsjahr zu einem moderaten Anstieg der Neubewertungsrücklage von 187 Mio. Euro auf 199 Mio. Euro.
Finanzlage: Eigenkapitalbasis weiter gestärkt
Das Konzerneigenkapital (inklusive Minderheitenanteile) belief sich zum 31. Dezember 2008 auf 3,9 Mrd. Euro (2007: 3,8 Mrd. Euro). Zur Stärkung der Liquiditätssituation der AXA Konzern AG wurde auf die Zahlung einer Dividende über die Pflichtdividende auf Vorzugsaktien i.H.v. 550 Tsd. Euro hinaus verzichtet. Im Geschäftsjahr 2008 lag der Fokus auf der Rückzahlung von Darlehen, die von Gesellschaften aufgenommen wurden, die in den Konsolidierungskreis der AXA Gruppe fallen. Hierunter fällt auch das Nachrangdarlehen in Höhe von insgesamt 350 Mio. Euro, welches die AXA Konzern AG von der AXA SA (235 Mio. Euro) und zwei spanischen AXA Gesellschaften erhalten hatte (115 Mio. Euro). Die Rückzahlung wurde möglich, da sich die Gruppensolvabilität des AXA Konzerns in den vergangenen Jahren seit 2003 sehr positiv entwickelt hat. Ebenfalls getilgt wurde ein Darlehen, welches die Gesellschaft Finance Solutions S.A.R.L., Luxemburg, der „Winterthur“ Beteiligungsgesellschaft mbH, Wiesbaden, im Geschäftsjahr 2004 gewährt hatte. Vom ursprünglichen Darlehensbetrag von 498,7 Mio. Euro bestand im Geschäftsjahr 2008 noch ein Restbetrag von 141 Mio. Euro, welcher plangemäß auf die AXA Konzern AG im Wege einer befreienden Schuldübernahme übertragen und anschließend getilgt wurde. Darüber hinaus hat die AXA Konzern AG Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 200 Mio. Euro gegenüber den Gesellschaften der AXA Winterthur (Schweiz) getilgt. Diese hatte sie ebenfalls vorher im Wege einer befreienden Schuldübernahme von der „Winterthur“ Beteiligungsgesellschaft mbH übernommen. Insgesamt hat damit die AXA Konzern im Geschäftsjahr 2008 konzernexterne Verbindlichkeiten in Höhe von 691 Mio. Euro zurückgeführt.
Die AXA Lebensversicherung hatte im Geschäftsjahr 2003 von der AXA Konzern AG zur Stärkung der Einzelsolvabilität ein Nachrangdarlehen in Höhe von 250 Mio. Euro erhalten. Im Geschäftsjahr 2008 zahlte die AXA Lebensversicherung dieses Darlehen an die AXA Konzern AG entsprechend den Planungen zurück. Ebenfalls zur Stärkung der Einzelsolvabilitäten erhielten die DBV-Winterthur Versicherung AG ein Nachrangdarlehen in Höhe von 40 Mio. Euro (Darlehensgeber AXA Versicherung AG) und die Rheinisch-Westfälische Sterbekasse AG ein Nachrangdarlehen in Höhe von 2 Mio. Euro (Darlehensgeber AXA Konzern AG). Durch die Verschmelzung der DBV-Winterthur Versicherung AG mit der AXA Versicherung AG in 2009 ist dieses Darlehen zwischenzeitlich wieder untergegangen.
Die Eigenkapitalposition der Deutschen Ärzteversicherung AG wurde über eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 30 Mio. Euro gestärkt. Aus Konzernsicht hat dies jedoch keine Auswirkungen.
Der AXA Konzern verfügt mit seinen drei Kerngesellschaften AXA Versicherung AG, AXA Lebensversicherung AG und AXA Krankenversicherung AG über ein hervorragendes „AA“-Rating von Standard & Poor's. Erstmalig erhielt die Deutsche Ärzteversicherung AG ein eigenes Rating von Standard & Poor's und wurde mit „A+“ ausgezeichnet. Auch das Risikomanagement-Programm der AXA Gruppe beurteilt die Ratingagentur mit „exzellent“ – eine Bewertung, wie sie nur die besten 5 % der von ihr untersuchten Versicherer erhielten. Die Agentur Moody's bestätigte Anfang 2009 ihr Rating mit „Aa3“ und unterstreicht damit die gute Finanzlage des Konzerns. Die Ratingagentur Fitch bewertete im März 2009 die AXA Gruppe mit dem sehr guten „AA-“. Sie brachte dabei ihre generelle Einschätzung des Versicherungssektors in einem negativen Ausblick zum Ausdruck.
Für die Solo-Solvabilität der Einzelgesellschaften wurden alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Die Bedeckungssätze für 2008 betragen zwischen 136,7% und 401,7% (Vorjahr 104,6 %und 562,8%). Bezüglich Nachrangdarlehen, die im Rahmen der Solvabilitätsberechnung berücksichtigt wurden, verweisen wir auf die Seiten 114 und 140 im Anhang.
Die auf Basis des konsolidierten Abschlusses ermittelte so genannte bereinigte Solvabilität 2008 (Gruppensolvabilität) zeigt gemäß den vorläufigen Berechnungen wiederum eine deutliche Überdekkung. Diese beruht im Wesentlichen auf der Anerkennung der Teile des Eigenkapitals, die insbesondere aus der Schwankungsrückstellung resultieren. Nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen besitzt die Schwankungsrückstellung im Gegensatz zu den Rechnungslegungsgrundsätzen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) den Charakter von Eigenkapital, da die bilanzglättende Funktion von Schwankungsrückstellungen der Darstellung neutraler Informationen widerspricht. Im Unterschied zu der Summe der Eigenmittel aus den Solvabilitätsberechnungen der Einzelgesellschaften ist bei der Berechnung zur Gruppensolvabilität zu berücksichtigen, dass auf Konzernebene gebildete Firmenwerte als immaterielle Vermögensgegenstände vom Konzerneigenkapital abgezogen werden müssen.
Die Liquiditätsplanung ist in unserem Konzern fest etabliert und spielt eine bedeutende Rolle bei der Liquiditätssteuerung innerhalb des Unternehmens. Zweimal jährlich findet eine mittelfristige Drei-Jahres-Liquiditätsplanung statt, die die Basis für die laufende Liquiditätsprognose bildet. Die laufende Liquiditätsprognose findet zum jeweiligen Monatsende für die nächsten zwölf Monate statt. Eventuell auftretender Liquiditätsbedarf wird konzernintern zur Verfügung gestellt.
Bezüglich der Analyse der Kapitalflussrechnung verweisen wir auf den Konzernjahresabschluss.
Die Hauptversammlung der DBV Holding AG (vormals DBV-Winterthur Holding AG) hat am 3. Juli 2008 die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär beschlossen (sog. Squeeze-out der Minderheitsaktionäre). Dieser Übertragungsbeschluss wurde am 9. April 2009 in das Handelsregister der DBV Holding AG eingetragen. Damit sind kraft Gesetzes sämtliche Aktien der Minderheitsaktionäre der DBV Holding AG auf die AXA Konzern AG übergegangen.
Die Notierung der Aktien der DBV Holding AG im regulierten Markt wurde mit Ablauf des 14. April 2009 eingestellt.
Mitarbeiter: Großes Engagement in Zeiten großer Herausforderungen
11.668 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 498 Auszubildende
Per 31. Dezember 2008 waren 11.668 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2007: 12.359) für den AXA Konzern tätig. Die natürliche Fluktuation im Geschäftsjahr 2008 betrug 3,3%. Diese Quote ist stark beeinflusst durch viele Mitarbeiter am Standort Wiesbaden, für die ein Umzug nach Köln nicht infrage kam und die deshalb außerhalb der AXA neue Arbeitstellen gesucht haben. Zum Jahresende beschäftigte der AXA Konzern darüber hinaus 498 Auszubildende. Erfreulicherweise konnten in diesem Jahr 85,2% der Azubis mit abgeschlossener Ausbildung übernommen werden. Im Ausbildungsjahr 2008 traten 219 neue Auszubildende ihre Ausbildungsplätze im Innen- und Außendienst des Konzerns an. Zudem bot der AXA Konzern insgesamt rund 222 jungen Menschen über Praktika und Stipendien die Möglichkeit, wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln.
Integration der DBV-Winterthur
Auch das Jahr 2008 stand weiterhin stark im Zeichen der Integration der DBV-Winterthur. Nach den Ende 2007 nach nur acht Monaten erfolgreich abgeschlossenen, sehr konstruktiven Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern konnten die Arbeitsverhältnisse der knapp 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DBV-Winterthur Gesellschaften im Rahmen des konzernweiten Betriebsübergangs per 1. Januar 2008 auf die AXA Gesellschaften übergehen. Darüber hinaus gingen ca. 670 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AXA Krankenversicherung AG auf die AXA Service AG über. Die intensive Begleitung des Integrationsprozesses mit internen Kommunikationsmaßnahmen wurde in 2008 durch gezielte Onboarding-Veranstaltungen ergänzt, bei denen an verschiedenen Standorten die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über relevante Personalthemen informiert wurden. Darüber hinaus wurde zur Einführung der neuen Kollegen eigens das AXApedia entwickelt: eine Übersicht relevanter Stichworte, Abkürzungen, FAQs etc. nebst Erläuterungen und weiterführenden Informationen, die für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Intranet zugänglich ist.
Wie in den Vorjahren wurde auch in 2008 die regelmäßige Mitarbeiterbefragung „Puls-Check“ weitergeführt. So ist die Unternehmensführung weiterhin jederzeit über die Wahrnehmung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Fortgang des Integrationsprozesses informiert und kann gegebenenfalls reagieren. Erfreulicherweise konnten auch im zweiten Jahr der arbeitsintensiven Integration die Ergebnisse des „Puls-Checks“ auf einem konstant hohen Niveau gehalten werden: Zum Ende des Jahres fühlten sich 81% der AXA Mitarbeiter über den Integrationsprozess gut informiert, mehr als 70% erlebten die Zusammenarbeit von AXA und DBV-Winterthur als offen und unvoreingenommen, und 79% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind überzeugt, dass die Integration erfolgreich verlaufen wird. Ein erstes positives Beispiel in punkto Systemmigration stellte hierbei die überaus erfolgreiche technische Migration der Personalsysteme zu Beginn des Jahres dar: Insgesamt 24.250 Pensionäre, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhielten im Januar die erste gemeinsame Entgeltabrechnung aus dem migrierten Personalsystem der AXA.
Förderkreise zur gezielten Personal- und Organisationsentwicklung
Der AXA Konzern betrachtet seine Mitarbeiter als wertvollste Ressource und legt daher großen Wert auf die kontinuierliche Weiterbildung und Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Bereich der Personalentwicklung sind besonders die sog. Förderkreise hervorzuheben, deren Ziel nicht nur die Förderung einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, sondern auch der Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie die Bearbeitung strategisch wichtiger Fragestellungen.
Die zwölf am Konzernförderkreis (KFK) „2008-2010“ teilnehmenden Führungskräfte widmen sich beispielsweise dem Thema „Nachhaltiges Wachstum im gesättigten SUHK-Privat-Markt" (SUHK: Sach-, Unfall-, Haftpflicht- und Kraftfahrtversicherungsgeschäft für Privatkunden). Ergänzt wird die Arbeit an diesem Projekt durch regelmäßige Seminare sowie gezielte Trainings und Expertenvorträge.
Ebenfalls auf ca. zwei Jahre angelegt ist auch der Nachwuchsförderkreis (NFK), der leistungsstarken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne Führungserfahrung eine Plattform zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung bietet. Hier beschäftigen sich derzeit zehn Teilnehmer intensiv mit dem Ausbau des Kollektivgeschäfts der AXA Krankenversicherung, insbesondere mit der Entwicklung eines arbeitgeberfinanzierten Krankheitskostenzusatzprodukts.
Rückblickend betrachtet hat sich der Nachwuchsförderkreis als effektive Entwicklungsmaßnahme bewährt. Beispielsweise haben aus dem Zyklus 2006-2008 bereits fünf der insgesamt zehn Teilnehmer eine weiterführende Aufgabe übernommen. Auch knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Konzernförderkreises „2006-2008“ haben bereits weiterführende Aufgaben im Unternehmen übernehmen können.
Neben den Förderkreisen bietet der AXA Konzern mit dem Vorstandsassistenten-Programm zwölf jungen Nachwuchsführungskräften die Möglichkeit, während der zweijährigen Assistenzzeit den jeweiligen Vorstand bei seinen Aufgaben zu unterstützen. Ergänzt wird diese Tätigkeit durch zahlreiche Informationsveranstaltungen und Seminare sowie einer Vertriebshospitation. So soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, über das eigene Ressort hinaus unterschiedliche Konzernbereiche und Ressorts näher kennenzulernen.
Die Förderkreise sowie das Vorstandsassistenten-Programm ermöglichen also die gezielte Förderung von Management-Potenzial und sichern somit den langfristigen Erfolg der AXA.
Mitarbeiterbeteiligung: AXA Shareplan und AXA Miles
Im Rahmen des AXA Shareplans können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits seit 1998 jedes Jahr zu günstigen Konditionen AXA Aktien erwerben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren somit direkt vom Unternehmenserfolg: der persönliche Einsatz jedes Einzelnen summiert sich zu einem hervorragenden Gesamtergebnis des Konzerns – Leistung zahlt sich aus. In 2008 machten konzernweit 3.437 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von diesem Angebot Gebrauch: Mit dieser Zahl wurde erneut eine erfreuliche hohe Beteiligungsquote erzielt. Die teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern investierten insgesamt 4.772.766 Euro in den AXA Shareplan und drückten somit ihr Vertrauen in den künftigen Unternehmenserfolg aus. Dies ist insbesondere in Anbetracht der Finanzmarktkrise, die parallel zum Zeichnungsbeginn des Shareplans immer größere Ausmaße annahm und somit verstärkt in den Medien diskutiert wurde, ein hervorragendes Ergebnis und ein deutliches Zeichen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in schwierigeren Zeiten an den Erfolg unseres Unternehmens glauben.
Scope – die weltweite Mitarbeiterbefragung der AXA Gruppe
Mit Blick auf das sehr arbeitsintensive Jahr 2008 in einem immer schwieriger werdenden Umfeld war die Mitarbeiterbefragung Scope auch im vergangenen Jahr wieder ein voller Erfolg. Insbesondere der entscheidende Indikator „Mitarbeiter-Engagement“ stieg mit insgesamt 79% positiver Zustimmung im Vergleich zum Vorjahresergebnis erneut an. So sind beispielsweise 95% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit, sich trotz hoher Arbeitsbelastung in einigen Bereichen überdurchschnittlich für den Erfolg des Unternehmens einzusetzen, und 82% würden AXA als guten Arbeitgeber weiterempfehlen.
AXA – A Great Place to Work
Die Bewertung, dass AXA ein hervorragender Arbeitgeber ist, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem im Rahmen einer anonymen Mitarbeiterbefragung zum Arbeitgeberwettbewerb “Deutschlands beste Arbeitgeber 2009” eindeutig bestätigt. Erstmals nahm auch die AXA Deutschland an dem bundesweiten Wettbewerb teil. In Anwesenheit von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz wurden Mitte Februar 2009 in Berlin die TOP 100 Arbeitgeber in Deutschland ausgezeichnet. AXA erreichte hierbei auf Anhieb in der Kategorie der Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitern den 5. Platz.
Das mit dieser Platzierung verbundene Gütesiegel „Beste Arbeitgeber 2009“ steht für eine glaubwürdige, respektvolle und faire Zusammenarbeit des Managements mit den Beschäftigten, für eine hohe Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Tätigkeit und für einen starken Teamgeist im Unternehmen. Durchgeführt wird die jährliche Studie und der Wettbewerb „Deutschlands beste Arbeitgeber“ vom Great Place to Work Institute Deutschland in Kooperation mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Neben AXA hatten sich weitere 256 Unternehmen aller Größen und Branchen einer unabhängigen Untersuchung ihrer Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber gestellt. Über 77.000 Beschäftigte wurden dabei anonym zu zentralen Arbeitsplatzthemen wie Qualität der Führung, Zusammenarbeit, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und Arbeitszufriedenheit befragt. Zusätzlich wurden die Maßnahmen und Konzepte der Personalarbeit des Unternehmens bewertet. Als Fünfter avancierte AXA Deutschland hierbei auf Anhieb zum bestplatzierten Finanzdienstleister. Für uns ist diese Auszeichnung eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges und zugleich Ansporn, weiter an der Entwicklung von AXA zum Arbeitgeber erster Wahl zu arbeiten.
Dank
Dank des engagierten Einsatzes und der Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte AXA in 2008 trotz der weltweiten Wirtschafts- und Kapitalmarktkrise ein gutes operatives Ergebnis erzielen. Die Belegschaft des Konzerns zeichnet sich nach wie vor durch hohe Flexibilität, Kollegialität und hohen Arbeitseinsatz aus, wofür wir ihr an dieser Stelle nochmals besonders danken möchten. Unser Dank gilt im besonderen Maße den betriebsrätlichen Gremien sowie dem Unternehmens-Sprecher-Ausschuss der leitenden Angestellten für ihre sehr engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir sind davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft alle Herausforderungen gemeinsam erfolgreich meistern werden und das Unternehmen erster Wahl für Mitarbeiter, Vermittler und Kunden werden.
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
AXA von Herz zu Herz: 17.000 Mitarbeiter helfen weltweit mit
Soziale Verantwortung zu übernehmen ist für viele Mitarbeiter von AXA seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Das macht die ständig wachsende Mitgliederzahl des Vereins AXA von Herz zu Herz deutlich, der mit zahlreichen und ganz vielfältigen Aktionen und Sachspenden Hilfsbedürftige unterstützt.
Bereits seit 1991 bietet die AXA Gruppe allen Mitarbeitern mit dem Verein AXA von Herz zu Herz eine Plattform für ihr ehrenamtliches Engagement, vermittelt freiwillige Helfer in soziale Institutionen und unterstützt diese finanziell und logistisch. Ziel ist es, Bedürftigen wirksam und nachhaltig zu helfen. Weltweit engagieren sich mittlerweile 17.000 ehrenamtliche Helfer in 1.300 sozialen Organisationen. Und auch in Deutschland hat AXA von Herz zu Herz viele engagierte Helfer. Den im Jahr 2000 gegründeten deutschen Verein unterstützen mehr als 700 registrierte ehrenamtliche Helfer und viele andere Mitarbeiter an allen AXA Standorten mit großem persönlichem Einsatz. Im Vordergrund steht nicht die finanzielle Förderung von Verbänden, Projekten und Institutionen, sondern die aktive, wirksame und nachhaltige Hilfe für sozial benachteiligte und kranke Mitmenschen. Rein finanzielle Unterstützung wird nur in Ausnahmefällen gewährt. Gemeinsam mit den Mitarbeitern will AXA den sozialen Gedanken aktiv leben. Daher unterstützt das Unternehmen die bundesweiten Aktionen des Vereins jährlich mit einer sechsstelligen Summe.
AXA fördert Prävention und belohnt sicheres Verhalten im Straßenverkehr
Verkehrssicherheit hat in der AXA Gruppe einen hohen Stellenwert. Schließlich versichert AXA weltweit rund 20 Millionen Fahrzeuge, davon drei Millionen in Deutschland. Kaum ein anderes Versicherungsunternehmen fördert mit vergleichbar vielen internationalen Initiativen und öffentlichkeitswirksamen Kampagnen so gezielt die Verkehrssicherheit. So veranstaltet AXA Roadshows zur Sicherheit auf den Straßen in irischen Schulen und Verkehrssicherheitsaktionen in einem von der AXA in Frankreich gegründeten Motorrad-Club mit 300.000 Mitgliedern. Moderne Unfallforschung betreibt AXA bei den renommierten Crashtests in Wildhaus in der Schweiz.
Mit dem AXA Verkehrssicherheits-Report hat die AXA Gruppe im Jahr 2008 erstmals eine länderübergreifende, repräsentative Studie zur Verkehrssicherheit vorgelegt, deren Ergebnisse auch in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Die Untersuchung ermittelt das Verkehrssicherheits-Bewusstsein der Europäer, zeigt Verbesserungspotenziale auf und gibt Impulse für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Europaweit hat das Marktforschungs-Unternehmen Ipsos 7.224 Autofahrer aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, Luxemburg, Portugal, Spanien und der Schweiz befragt, davon 800 aus Deutschland.
Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung
Einschätzungen der zukünftigen Entwicklung unseres Unternehmens beruhen in erster Linie auf Planungen, Prognosen und Erwartungen. Dementsprechend kommen insbesondere in der Berichterstattung über die Risiken, Chancen und die künftige Entwicklung des AXA Konzerns allein unsere Annahmen und subjektiven Ansichten zum Ausdruck.
Wie vom Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) gefordert, verfügen wir über ein Risikomanagementsystem, „damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden“.
Als Risiko wird gemäß den Mindestanforderungen an das Risikomanagement für Versicherungsunternehmen (MaRisk VA) die Möglichkeit des Nichterreichens eines explizit formulierten oder sich implizit ergebenden Zieles verstanden. Dies schließt die Risikodefinition des Deutschen Rechnungslegungs-Standards zur Risikoberichterstattung (DRS 5) ein, innerhalb dessen Risiken als negative künftige Entwicklung der wirtschaftlichen Lage im Vergleich zur Situation am Bilanzstichtag definiert sind.
Grundsätzlich kann zwischen folgenden Risiken unterschieden werden:
| • | versicherungstechnische Risiken, |
| • | Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, |
| • | Risiken aus Kapitalanlagen, |
| • | operationale und sonstige Risiken |
Chancen stellen entsprechende positive Entwicklungen dar. Bei den versicherungstechnischen Risiken und den Kapitalanlagerisiken sind Risiken und Chancen in vielen Fällen direkt miteinander verbunden. Aufgrund der zu ergreifenden Risikosteuerungsmaßnahmen stehen die Risiken hier im Vordergrund. Gleichzeitig nutzen wir jedoch die sich bietenden Chancen.
Im Folgenden werden unsere Organisationseinheiten des Risikomanagements und der Risikomanagementprozess aufgezeigt. Darüber hinaus wird unsere Risikosituation insbesondere entsprechend dem Deutschen Rechnungslegungsstandard zur Risikoberichterstattung von Versicherungsunternehmen (DRS 5-20) und den International Financial Reporting Standards 4 und 7 (IFRS 4 und 7) dargestellt.
Organisationseinheiten des Risikomanagements
Aufgrund der Komplexität des Versicherungsgeschäfts ist die Risikomanagement-Funktion des AXA Konzerns auf verschiedene Organisationseinheiten und Gremien verteilt. Kontrollgremien sind der Aufsichtsrat und das Audit Committee als den Vorstand überwachende Organe. Das in 2008 für alle Gesellschaften eingerichtete Risikokomitee ist als Gremium des Gruppenvorstandes zuständig für die risikopolitische Ausrichtung des AXA Konzerns sowie die Implementierung eines funktionierenden angemessenen Risikomanagements und dessen Weiterentwicklung. Darüber hinaus existiert die in 2008 für alle Gesellschaften eingerichtete Risikorunde als zentrales Kommunikationsgremium für Risikothemen auf Geschäftsbereichsebene und das Compliance and Operational Risk Committee als zentrales Kommunikationsgremium für Themen zu Compliance- und operationalen Risiken. Zusätzlich werden risikorelevante Themen in diversen Spezialgremien, wie z.B. dem Business Continuity Management Committee und Asset Liability Committee, besprochen.
Zur Risikomanagement-Funktion gehörende Organisationseinheiten sind
| • | der Bereich Value & Risk Management (zentrales Risikomanagement), |
| • | die Risikoverantwortlichen für die Steuerung und Kontrolle der Risiken in ihrem jeweiligen Unternehmensbereich (dezentrales Risikomanagement), |
| • | der dezentrale Risikomanager pro Ressort für die Koordination aller risikorelevanter Themen innerhalb des Ressorts und |
| • | die Verantwortlichen Aktuare sowie |
| • | die Interne Revision als unabhängige Prüfinstanz. |
Der Chief Risk Officer der AXA Deutschland stellt die zeitnahe Kommunikation risikorelevanter Themen durch regelmäßige Berichterstattung an das Risikokomitee innerhalb der Gremiensitzungen bzw. ad-hoc sicher.
Risikomanagementprozess
Das Risikomanagement des AXA Konzerns erfolgt unter Beachtung gesetzlicher, aufsichtsrechtlicher und innerbetrieblicher Vorgaben. Der Risikomanagementprozess des AXA Konzerns setzt sich aus Risikoidentifikation, Analyse und Bewertung, Risikosteuerung und Überwachung sowie Risikokommunikation/Berichterstattung zusammen.
Risikoidentifikation: Die vollständige Erfassung aller Risiken erfolgt in Form von Risikopolicen. Hierbei werden die identifizierten wesentlichen Risiken inkl. deren aufbau- und ablauforganisatorischen Regelungen dokumentiert. Die regelmäßige Risikoidentifikation erfolgt innerhalb der mindestens quartalsweise stattfindenden Risikogremiensitzungen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der ad-hoc Berichterstattung direkt an das zentrale Risikomanagement. Risiken neuer Kapitalmarkt- und Versicherungsprodukte werden im Rahmen des standardisierten Product Approval Process (PAP) von dem Bereich Value & Risk Management unabhängig auf alle wesentlichen internen und externen Risikoeinflussfaktoren untersucht sowie deren Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil bewertet. Darüber hinaus gibt es zur Identifikation operationaler Risiken einen regelmäßigen Risikoerhebungsprozess auf Basis einer Befragung ausgesuchter Mitarbeiter.
Risikoanalyse und Bewertung: Qualitative Beurteilung und quantitative Bewertung aller wesentlichen Risiken erfolgt mithilfe des ökonomischen Risikokapitalmodells. Für nicht quantifizierbare Risiken werden qualitative Ansätze verfolgt.
Risikosteuerung: Unter Risikosteuerung wird die Umsetzung von konkreten Maßnahmen zur Bewältigung der Risikosituation des AXA Konzerns zusammengefasst. Dazu zählen Risikovermeidung, - minderung, -absicherung/-weitergabe und Tragen/bewusste Inkaufnahme. Die Entscheidung, welche Maßnahme im speziellen Fall durchgeführt wird, erfolgt durch Abwägung des Risikos/Ertragsprofils sowie Beachtung der Risikotragfähigkeit bzw. der Bereitschaft des Vorstandes, bestimmte Risiken zu übernehmen.
Risikoüberwachung und Kommunikation: Die Risikoüberwachung erfolgt im Rahmen des Risikomanagements, z.B. durch Nachverfolgung von Frühwarnindikatoren. Neben der Ergebnisberichterstattung des ökonomischen Risikokapitals wird auf Konzernebene regelmäßig ein Risikobericht verfasst, der den Vorständen der Versicherungsgesellschaften vorgelegt und an das dezentrale Risikomanagement, das Audit Committee und die Aufsichtsbehörde übermittelt wird. Zusätzlich sind sofortige Berichterstattungspflichten bei Erreichen definierter Schwellenwerte implementiert. Risikorelevante Themen werden darüber hinaus im Rahmen des Risikokomitees besprochen, die zuvor innerhalb der ebenfalls quartalsweise stattfindenden Risikogremiensitzungen Risikorunde und Compliance and Operational Risk Committee diskutiert worden sind.
Mit der Integration der DBV-Winterthur in die AXA wurde eine Vereinheitlichung des Risikomanagements des Konzerns vollzogen.
Versicherungstechnische Risiken und Chancen
Schaden- und Unfallversicherung
Der AXA Konzern betreibt im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft insbesondere die Sparten Kraftfahrt-, Haftpflicht-, Unfall-, Sach-, Transport- und Luftfahrt- sowie Rechtsschutzversicherung. Diese werden im direkten wie auch teilweise im indirekten Geschäft gezeichnet.
Die primären Risiken aus der Schaden- und Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr sind das Prämien- und Schadenrisiko sowie das Reserverisiko. Ferner besteht in der Unfallversicherung noch das Zinsgarantierisiko.
Prämien- und Schadenrisiko
Unter dem Prämien-/Schadenrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen endgültigen Schadenzahlungen des Versicherungsbestandes die erwarteten, in der Prämie berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Es wird somit durch die zufällige Schadenanzahl und die zufällige Schadenhöhe der einzelnen Schäden bestimmt. Für eine risikoadäquate Tarifierung werden versicherungsmathematische Modelle auf Basis empirischer Schadendaten verwendet. Die regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs gewährleistet eine zeitnahe Anpassung der Tarifierungs- und Annahmepolitik an signifikante Veränderungen. Daher ist die AXA in der Lage, im Neugeschäft die Beiträge an eine geänderte Schadensituation kurzfristig anzugleichen. Das Bestandsgeschäft wird durch Beitragsanpassung der Einjahresverträge mit Verlängerungsoption und durch vertraglich festgelegte Beitragsanpassungsklauseln risikoadäquat gehalten.
Die Risikosteuerung der AXA erfolgt durch eine gezielte Risikoselektion, Produktgestaltung und risikogerechte Kalkulation sowie ertragsorientierte Zeichnungsrichtlinien. Durch Zeichnungsrichtlinien können bereits bei Abschluss Deckungszusagen für unerwünschte Risiken und Risikokonzentrationen vermieden werden. Darüber hinaus werden bestehende Versicherungsverträge unter bestimmten Umständen aufgrund des Schadenverlaufs der Vergangenheit gar nicht oder nur unter Erhöhung der Selbstbeteiligung oder der Beiträge verlängert. Im Rahmen der Steuerung von Versicherungsrisiken werden außerdem die Mechanismen der Rückversicherungspolitik sowie des aktiven Schadenmanagements eingesetzt. Die Rückversicherung orientiert sich an den unterschiedlichen Brutto-Kapazitäten der Sparten. Großrisiken und Kumulexposure werden auf vertraglicher Basis rückversichert. Ausnahmeakzepte innerhalb der Zeichnungskapazitäten der Sparten, die außerhalb der obligatorischen Rückversicherungskapazitäten liegen, werden durch Einzelrückversicherung rückgedeckt. Im Rahmen eines in 2007 neu eingeführten Rückversicherungskonzepts hat die AXA Versicherung AG einen Quoten-Rückversicherungsvertrag über ihr Privat-Kraftfahrt-Versicherungsgeschäft abgeschlossen. Das übernommene Risiko wurde vom Rückversicherer anschließend über eine Verbriefung am Kapitalmarkt platziert. Zur Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern werden stochastische Szenarien verwendet.
Einen besonderen Stellenwert innerhalb des Prämien-/Schadenrisikos nimmt das Großschadenrisiko ein. Hierbei handelt es sich um das unerwartete Eintreten von Großschäden, insbesondere auch durch Ereignisse wie z.B. Naturkatastrophen, die zu einer großen Anzahl von Schäden führen. Neben Naturkatastrophen können auch durch Menschen verursachte Schadenereignisse, wie zum Beispiel Terroranschläge, hohe Großschäden hervorrufen. Zusätzlich könnte der Trend zu höheren Schadenersatzansprüchen in der Haftpflichtversicherung, zum Beispiel bei neu aufkommenden Risiken, Veränderungen der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer oder Umweltschäden, den durchschnittlichen Schadenaufwand erhöhen.
Zur Bewertung dieser Risiken führen wir eine Kumulkontrolle durch, in der durch regelmäßige Erhebungen aus den Datenbankbeständen die genauen Kumulwerte (pro Sparte wie auch spartenübergreifend) ermittelt werden. Diese Werte werden unter Berücksichtigung echter Schadenszenarien der Vergangenheit zu möglichen künftigen Szenarien modelliert (z. B. Sturm, Flut, Erdbeben). Zur Reduktion des Großschadenrisikos wird der entsprechende Rückversicherungsbedarf ermittelt und eingekauft. Durch gute geografische Diversifikation und Zeichnungsverbote für bestimmte Risiken wird das Risiko weiter minimiert. Insgesamt ist somit sichergestellt, dass Einzelrisiken sowie Kumulrisiken gleichermaßen beherrscht werden.
Selbstverständlich wird auch die Entwicklung in Untersegmenten analysiert. Beispielsweise liegt ein besonderes Augenmerk auf der Entwicklung der Schadenquoten in der Arzt-Haftpflichtversicherung. Die hier vorliegenden neuen Erkenntnisse ergeben, dass ein trendartiger Schadenanstieg in Folge der Veränderung der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer nicht ausgeschlossen werden kann.
Zu unserer Risikosteuerungsstrategie gehört die ausgewogene Verteilung von Versicherungsrisiken in unseren Geschäftsfeldern. Es zeigt sich in der Übersicht der gebuchten Beiträge, dass in keiner der von uns betriebenen Sparten eine auffällige Risikokonzentration besteht. Geographisch ist unser Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft auf Deutschland konzentriert.
| Gebuchte Beiträge * | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| (in Mio. Euro) Versicherungszweige | Privatkunden | Industrie- und Firmenkunden | Insgesamt 2008 | Insgesamt: 2007 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Unfall | Brutto | 237,2 | 36,4 | 273,6 | 279,3 |
| Netto | 227,5 | 35,9 | 263,4 | 268,9 | |
| Haftpflicht | Brutto | 200,7 | 454,2 | 654,9 | 651,0 |
| Netto | 191,1 | 429,1 | 620,2 | 616,2 | |
| Kraftfahrt | Brutto | 1.019,6 | 194,8 | 1.214,4 | 1.251,4 |
| Netto | 375,3 | 172,0 | 547,3 | 533,9 | |
| Sach/Feuer | Brutto | 471,9 | 399,5 | 871,4 | 865,4 |
| Netto | 454,4 | 375,5 | 829,9 | 809,0 | |
| Transport/Luftfahrt | Brutto | 0,0 | 119,9 | 119,9 | 122,8 |
| Netto | 0,0 | 115,0 | 115,0 | 117,3 | |
| Sonstige | Brutto | 102,7 | 133,5 | 236,2 | 209,7 |
| Netto | 55,1 | 119,6 | 174,7 | 174,1 | |
| Selbst abgeschlossenes Geschäft | Brutto | 2.032,1 | 1.338,2 | 3.370,3 | 3.379,7 |
| Netto | 1.303,4 | 1.247,1 | 2.550,5 | 2.519,4 | |
| In Rückdeckung übernommenes Geschäft | Brutto | 186,9 | 142,7 | ||
| Netto | 144,5 | 96,9 | |||
| Insgesamt | Brutto | 3.557,2 | 3.522,4 | ||
| Netto | 2.695,0 | 2.616,3 |
* einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG, AXA Art, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG.
Die Vorjahreswerte sind an das Geschäftsjahr 2008 angepasst. Im Vorjahr waren die Gesellschaften Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Darstellung zeigt die Beiträge vor Konsolidierung.
Die Schadenquoten nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:
| Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1999 * | 2000 * | 2001 * | 2002 * | 2003 * |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 90,2 | 89,9 | 89,8 | 86,0 | 74,4 |
| Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2004 * | 2005 * | 2006 * | 2007 * | 2008 * |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 76,5 | 72,1 | 75,8 | 80,9 | 78,0 |
* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".
ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG.
ab 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art.
Die regional aufgetretenen Naturereignisse in 2008 mit einer Häufung von Hagelstürmen belasten den Schaden im Kaskobereich. Insgesamt allerdings nicht ganz so stark wie im Vorjahr durch Kyrill.
Der Schadenaufwand vor Rückversicherung für das selbst abgeschlossene Geschäft hat sich in den letzten 10 Jahren wie folgt entwickelt:
| Eintrittsjahr * in Mio. Euro |
1998+früher | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr später | 3.018,2 | 4.047,2 | 4.220,2 | 4.439,2 | 4.043,6 |
| 2 Jahre später | 3.375,5 | 3.788,6 | 4.162,6 | 4.069,8 | 3.973,4 |
| 3 Jahre später | 3.264,7 | 3.910,9 | 3.983,0 | 4.115,6 | 3.924,8 |
| 4 Jahre später | 3.407,9 | 3.733,8 | 4.005,8 | 4.078,0 | 3.856,3 |
| 5 Jahre später | 3.253,0 | 3.739,7 | 3.969,6 | 4.040,3 | 3.823,5 |
| 6 Jahre später | 3.251,7 | 3.710,1 | 3.956,9 | 4.013,8 | 3.758,5 |
| 7 Jahre später | 3.233,5 | 3.704,7 | 3.925,3 | 3.957,3 | |
| 8 Jahre später | 3.233,4 | 3.695,0 | 3.886,2 | ||
| 9 Jahre später | 3.220,3 | 3.662,7 | |||
| 10 Jahre später | 3.195,3 | ||||
| Aktueller Aufwand | 3.195,3 | 3.662,7 | 3.886,2 | 3.957,3 | 3.758,5 |
| Kumulierte Zahlungen | 2.449,3 | 2.779,7 | 2.825,6 | 2.692,1 | 2.277,2 |
| Aktuelle Rückstellungen | 746,0 | 883,0 | 1.060,5 | 1.265,2 | 1.481,3 |
| Eintrittsjahr * in Mio. Euro |
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr später | 4.047,6 | 4.243,4 | 4.211,9 | 4.425,6 | 4.436,0 |
| 2 Jahre später | 3.940,4 | 3.932,3 | 3.995,4 | 4.083,0 | |
| 3 Jahre später | 3.809,2 | 3.906,6 | 3.880,3 | ||
| 4 Jahre später | 3.767,2 | 3.795,3 | |||
| 5 Jahre später | 3.690,7 | ||||
| 6 Jahre später | |||||
| 7 Jahre später | |||||
| 8 Jahre später | |||||
| 9 Jahre später | |||||
| 10 Jahre später | |||||
| Aktueller Aufwand | 3.690,7 | 3.795,3 | 3.880,3 | 4.083,0 | 4.436,0 |
| Kumulierte Zahlungen | 1.980,4 | 1.787,5 | 1.508,1 | 1.261,9 | 878,9 |
| Aktuelle Rückstellungen | 1.710,3 | 2.007,7 | 2.372,2 | 2.821,1 | 3.557,1 |
* Einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG, AXA Art Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG
Reserverisiko
Zur Abdeckung zukünftiger Schadenzahlungen sind von der AXA Schadenreserven zu bilden. Die Höhe der Schadenzahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet. Das so genannte Reserverisiko entsteht durch die unbekannte Schadenhöhe gemeldeter und noch nicht abgewickelter Schäden sowie bereits eingetretener, aber von den Versicherungsnehmern noch nicht gemeldeter Schäden (Spätschäden). Die Bewertung der künftigen Schadenzahlungen erfolgt anhand einer aktuariellen Schätztechnik, bei der der in der Vergangenheit beobachtete Schadenverlauf herangezogen wird. Großschäden werden separat geschätzt. Mit Hilfe von stochastischen Szenarien erfolgt eine Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern.
In der Sparte Arzt-Haftpflichtversicherung haben wir die Schadenreserven weiter gestärkt, da vorliegende neue Erkenntnisse ergeben, dass ein trendartiger Schadenanstieg infolge der Veränderung der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer nicht ausgeschlossen werden kann. Gegebenenfalls kann eine weitere zusätzliche Dotierung der Schadenreserven in den Folgejahren erforderlich werden.
Die Abwicklungsergebnisse nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:
| Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1999 * | 2000 * | 2001 * | 2002 * | 2003 * | 2004 * |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 10,9 | 4,8 | 3,1 | 7,9 | 6,0 | 4,1 |
| Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar | |||
|---|---|---|---|
| 2005 * | 2006 * | 2007 * | 2008 * |
| --- | --- | --- | --- |
| 4,4 | 5,0 | 3,7 | 4,2 |
* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".
ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG.
ab 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art.
Zinsgarantierisiko
In der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr wird für den Sparanteil der Beiträge eine garantierte Zinsleistung zwischen 2,25 % und 3,50 % vereinbart. Dies führt zu einem Zinsgarantierisiko getrieben durch die unbekannte Entwicklung der Marktzinsen. Aufgrund des geringen Beitragsvolumens dieser Versicherungsart ist das Zinsgarantierisiko von untergeordneter Bedeutung.
Chancen
Die in diesem Abschnitt dargestellten versicherungstechnischen Risiken korrespondieren mit den Chancen wie folgt: Insbesondere wenn Schadenhäufigkeit und/oder -höhe unter den erwarteten Werten liegen, können sich versicherungstechnische Risikogewinne ergeben. Dies gilt auch für eventuelle Überschüsse, die aus der Abwicklung der Schadenrückstellung entstehen können.
Wir gehen davon aus, dass die Finanzmarktkrise die wirtschaftliche Rezession verstärken und deutliche Umsatzrückgänge zur Folge haben wird. Für die Versicherungswirtschaft erwarten wir infolgedessen verminderte Beitragseinnahmen aus dem Industrie- und Firmenkundengeschäft. Untermauert wird diese Tendenz durch den weiterhin intensiven Preiswettbewerb infolge des hohen Angebots. Neben geringeren Beitragseinnahmen ist von höheren Rückversicherungskosten auszugehen, die von den Erstversicherern nicht vollständig weitergegeben werden können. Nicht zuletzt werden am Markt unserer Ansicht nach gestiegene Schadenaufwendungen nach der günstigen konjunkturellen Entwicklung in den vorangegangenen Jahren zu verzeichnen sein.
Entgegen dieser Marktentwicklung sehen wir unser Industrie- und Firmenkundengeschäft weiterhin auf profitablem Wachstumskurs. Grund für die insgesamt positive Prognose sind unser gut diversifiziertes Portfolio sowie die vielen innovativen und lösungsorientierten Konzepte in Verbindung mit unserer Lösungs- und Beratungskompetenz. Hiermit begegnen wir den gestiegenen Anforderungen unserer Kunden proaktiv, so beispielsweise im Bereich der Umweltrisiken. Neben internationalen Deckungskonzepten bieten wir auch Versicherungslösungen für neue wachstumsstarke Branchen, wie zum Beispiel den Markt für regenerative Energien. Auf Basis dieser konsequenten Ausrichtung an den Bedürfnissen unserer Kunden und Vermittler werden wir auch im Jahr 2009 erstklassigen Service bieten. Insgesamt rechnen wir mit einer Stärkung unserer Position als einer der führenden Industrie- und Firmenversicherer in Deutschland.
Im Privatkundengeschäft rechnen wir trotz verhaltener Marktentwicklungsprognosen insgesamt mit einem leichtem Beitrags- und Marktanteilswachstum. Die Finanzmarktkrise wird sich im ersten Schritt auf das Privatkundengeschäft voraussichtlich weniger stark auswirken. Allerdings wird der anhaltend aggressive Preiswettbewerb in der Kraftfahrtversicherung ein profitables Wachstum stark erschweren. Zum Ausgleich sollen neue Wachstumsfelder im Kooperationsbereich angegangen werden, wofür bereits erste Partner gewonnen werden konnten. Maßgeblich gestützt wird das Ergebnis durch die Einführung eines innovativen Bündelproduktes (Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherung) zur Jahresmitte, die durch breit angelegte Werbekampagnen und gezielte Cross-Selling-Aktivitäten begleitet wird. Wir werden auch in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik unverändert fortsetzen und zugleich die Qualität und Effizienz unserer Prozesse weiter nachhaltig verbessern.
Im ersten Halbjahr 2009 wurden die DBV-Winterthur Versicherung AG und die DBV-WinSelect Versicherung AG rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf die AXA Versicherung AG verschmolzen und deren Bestände in unsere Gesellschaft migriert. Gleichzeitig wurden die Bestände des Öffentlichen Dienstes der DBV-Winterthur Versicherung AG auf die Schwestergesellschaft DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG sowie das Rechtsschutzgeschäft der DBV-Winterthur Versicherung AG und DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG auf die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2009 rückwirkend übertragen. Durch die Zusammenführung der gut diversifizierten Bestände und der umfangreichen Vertriebskapazitäten erwarten wir positive Impulse für die Entwicklung unseres Privat-, Industrie- und Firmenkundengeschäftes. Trotz der schwierigen Situation an den Kapitalmärkten erwarten wir auf Grund unserer risiko- und ertragsoptimierten Kapitalanlagestrategie eine Stabilisierung unseres ordentlichen Kapitalanlageergebnisses auf Vorjahresniveau und ein versicherungstechnisches Ergebnis, das auf dem sehr guten Niveau des Vorjahres liegen wird.
Lebensversicherung
Der AXA Konzern betreibt im Lebensversicherungsgeschäft hauptsächlich konventionelle und fondsgebundene Kapital-, Risikolebens- und Rentenversicherungen sowie Sterbegeld-, Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen.
Die spezifischen Risiken aus dem Lebensversicherungsgeschäft aus Unternehmenssicht sind biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten sowie Kosten- und Zinsgarantierisiken. Ferner bestehen noch spartenspezifische Risiken aus Rechtssprechung und Gesetzgebung.
Biometrische Risiken
Biometrische Risiken entstehen aus Veränderungen biometrischer Annahmen wie Sterblichkeit und Berufsunfähigkeit. Sinkende Sterblichkeiten, bewirkt durch verbesserte medizinische Versorgung, führen bei Kapital- und Risikoversicherungen zu einer Erhöhung der Marge, andererseits erzwingt dieser Trend bei Rentenversicherungen zusätzliche Leistungen. Eine Erhöhung der Sterblichkeit, hervorgerufen durch Epidemien, hat wiederum einen gegenläufigen Effekt. Das Risiko in der Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung besteht darin, dass sich die Invalidisierungswahrscheinlichkeiten durch Veränderungen der Berufsunfähigkeitsgründe oder die Verstärkung bestehender Ursachen erhöhen. Die Leistungen unterliegen neben medizinischen und juristischen Veränderungen zusätzlich sozialen und konjunkturellen Entwicklungen, die sich als Belastungen oder Entlastungen realisieren können.
Die AXA steuert biometrische Risiken durch ihre Produktgestaltung, Zeichnungspolitik und Rückversicherungsverträge. Im Rahmen des Prozesses zur Gestaltung neuer bzw. Anpassung bestehender Produkte werden Risiken identifiziert, bewertet und es wird, sofern notwendig, eine Anpassung der Produktkalkulation vorgenommen. Durch die Zeichnungspolitik wird eine risikogerechte Tarifierung sichergestellt. Je nach Ergebnis der medizinischen und finanziellen Risikoprüfungen wird dem Kunden nur unter Akzeptanz eines Beitragszuschlages bzw. eines Risikoausschlusses ein Versicherungsvertrag angeboten. Zusätzlich werden bei hohen Einzel- und Kumulrisiken sowie konzernübergreifend bei Katastrophenrisiken Rückversicherungsverträge zur Beschränkung der Leistungsbelastung abgeschlossen. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen wird das biometrische Risiko durch die Leistungsprüfung auf die vertraglichen Zusagen beschränkt. Hierbei wird zum einen ausführlich geprüft, ob der Leistungsfall eingetreten ist, zum anderen werden Hilfestellungen für eine schnelle Rückkehr des Versicherungsnehmers in das Berufsleben erteilt.
Für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden im Wesentlichen die bei Vertragsabschluss aktuellen von der Aufsichtsbehörde bzw. der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) empfohlenen Sterbetafeln verwendet. Alle in den Versicherungsverträgen zugesagten Leistungen werden dem Grundsatz der Vorsicht entsprechend berücksichtigt. Durch regelmäßige Überprüfung der Deckungsrückstellungen wird ein möglicher Anpassungsbedarf frühzeitig erkannt. Mit Ausnahme folgender Teilbestände werden die verwendeten Wahrscheinlichkeitstafeln von der Aufsichtsbehörde und der DAV als ausreichend für die Berechnung der Deckungsrückstellung angesehen. Sie enthalten nach Einschätzung des verantwortlichen Aktuars für die Gesellschaft angemessene Sicherheitsspannen. Für den Bestand an Rentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Sterbetafel DAV 2004 R kalkuliert sind, wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Empfehlungen der DAV im Jahr 2008 die Deckungsrückstellungen verstärkt. Für den kleinen Bestand an Pflegerentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Tafel DAV 2008 P kalkuliert sind, wurde die Deckungsrückstellung entsprechend den Empfehlungen der DAV verstärkt. Die Deckungsrückstellung des Bestands an Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen, die nicht nach den aktuellen Tafeln DAV 1997 I, TI und RI kalkuliert wurden, musste nicht weiter gestärkt werden. Die Entwicklung der Sterblichkeit und Invalidisierungswahrscheinlichkeiten wird auch weiterhin laufend analysiert.
Risiken aus Kundenverhalten
Risiken aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern resultieren vor allem aus dem Stornorisiko und dem Risiko aufgrund des Kapitalwahlrechts bei Rentenversicherungen.
Das Stornorisiko wird vom Verhalten der Versicherungsnehmer beeinflusst, da sie zum Beispiel ihre Beitragszahlung einstellen oder den Vertrag kündigen können. Rationales Verhalten vorausgesetzt, werden Lebensversicherungskunden mit einer Kapital- oder Risikoversicherung, deren Gesundheit sich während der Vertragslaufzeit verschlechtert, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit kündigen. Hierdurch könnte die Gefahr einer negativen Risikoselektion entstehen. Andererseits kann eine Kapitalmarktentwicklung zu verstärkten Rückkäufen führen, um den ausgezahlten Betrag mit einer höheren Rendite zu reinvestieren. Das sich bei unerwartet hohen Storni ergebende Risiko von Mittelabflüssen kann bei großem Volumen zu Liquiditätsengpässen, einer Beeinträchtigung der Kapitalanlagenstruktur und der Erträge aus den Kapitalanlagen führen.
Die Stornoquoten in der AXA Gruppe und in der Branche werden permanent beobachtet. Insbesondere wird derzeit eine Überwachung des Stornoverhaltens als Folge der Finanzmarktkrise verstärkt durchgeführt. Die Veränderung der Stornoquoten war in der Vergangenheit jedoch begrenzt, so dass das resultierende Risiko als niedrig einzuschätzen ist. Jedoch kann ein höheres oder niedrigeres Storno in realistischem Ausmaß bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen einen Einfluss auf die Jahresergebnisse haben. So erzielen die Lebensversicherungsunternehmen bei fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen Kostendeckungsbeiträge und Gewinnmargen auch aus der Vergütung von Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaften. Diese sind nur dann ausreichend, wenn sich die Fondsvermögen entsprechend der kalkulierten Bestandsfestigkeit entwickeln. Im Falle eines deutlich erhöhten Stornos könnten sich die Fondsguthaben so verringern, dass die angestrebten Gewinnmargen und Kostendeckungsbeiträge nicht mehr erreicht werden.
Bei anwartschaftlichen Rentenversicherungen hat der Kunde zum Zeitpunkt der Verrentung ein Kapitalwahlrecht. Dieses Risiko wird durch die Produktgestaltung beschränkt. Das angenommene Kundenverhalten wird bei der Verstärkung der Deckungsrückstellung bei Rentenversicherungen mit älteren Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Derzeit wird das Risiko aufgrund des Kapitalwahlrechtes als gering betrachtet. Es könnte aber steigen, falls sich herausstellt, dass sich das Kundenverhalten systematisch ändert. Aus diesem Grund erfolgt eine regelmäßige Überwachung des Kundenverhaltens.
Kostenrisiko
Das Kostenrisiko besteht darin, dass die tatsächlichen Kosten durch die einkalkulierten Kosten dauerhaft nicht finanziert werden können. Die Überwachung des Kostenrisikos erfolgt durch ein umfassendes Kostencontrolling.
Zinsgarantierisiko
Das professionelle Management der Zinsgarantien stellt eine Kernherausforderung im Rahmen des Asset Liability Managements dar. Sowohl die derzeitige Nettoverzinsung der Kapitalanlagen als auch die im Rahmen der Unternehmensplanung erwartete Rendite für die Folgejahre im Sinne von § 5 Abs. 3 der Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) liegen über dem durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes. Sollte die künftig erwartete Nettoverzinsung unter den durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes sinken, wäre die Deckungsrückstellung unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Nettoverzinsung aufzufüllen. Es wird zunehmend schwieriger einen Nettozins mindestens in Höhe des Rechnungszinses zu erwirtschaften.
Bei fondsgebundenen Versicherungen ohne Garantieteile bemisst sich die Versicherungsleistung an der Entwicklung des zugrundeliegenden Fonds. Hieraus ergibt sich für die Lebensversicherer kein Kapitalanlagerisiko, da die Höhe der Verpflichtung gegenüber den Versicherungsnehmern stets mit dem Wert des Fondsvermögens übereinstimmt. Für fondsgebundene Versicherungen mit Garantien gelten die Aussagen zu Zinsgarantien konventioneller Produkte.
Die folgende Tabelle stellt die Konzentration von versicherungstechnischen Risiken nach Versicherungsarten in Bezug auf Versicherungssummen und Brutto-Deckungsrückstellung dar:
| in Mio. Euro ** | Versicherungssummen * | Brutto-Deckungsrückstellung | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Kapitalversicherungen | 45.607 | 48.784 | 19.213 | 19.808 |
| Risikoversicherungen | 7.321 | 7.458 | 66 | 63 |
| Rentenversicherungen | 33.775 | 32.429 | 7.553 | 7.476 |
| Sonstige Einzelversicherungen | 12.655 | 10.750 | 1.515 | 1.677 |
| Kollektivversicherungen | 26.641 | 28.009 | 6.166 | 6.042 |
| Zusatzversicherungen | 93.227 | 94.634 | 1.700 | 1.622 |
| Selbst abgeschlossene Versicherungen | 219.226 | 222.064 | 36.213 | 36.688 |
* bei Rentenversicherungen: zwölffache Jahresrente.
** dargestellte Gesellschaften: AXA Lebensversicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung AG und Pro bAV Pensionskasse AG sowie DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG, Winsecura Pensionskasse AG und Rheinisch-Westfälische Sterbekasse AG.
Risiken aus Gesetzesänderungen
Die Deckungsrückstellung eines Versicherungsvertrages muss mindestens der Höhe des Rückkaufswertes entsprechen. Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung, die eine Erhöhung des Rückkaufswertes bewirken, führen daher auch zu einer Erhöhung der Deckungsrückstellung für den betroffenen (Teil-)Bestand. So ist nicht auszuschließen, dass sich aus Gesetzgebung und Rechtsprechung eine extensive Interpretation der vom Bundesgerichtshof zu den Rückkaufswerten am 12. Oktober 2005 und 26. September 2007 ergangenen Urteile entwickeln könnte, woraus zusätzliche, bisher nicht berücksichtigte Leistungen resultieren würden. Für möglicherweise sich hieraus ergebende Aufwendungen unter Abschätzung der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wurden angemessene Rückstellungen gebildet.
Durch eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes München vom 15. März 2007 wurde eine Diskussion über die in der Kalkulation betrieblicher Altersvorsorgeprodukte angewandten marktüblichen Verrechnungsverfahren von Abschlusskosten ausgelöst. Das Landesarbeitsgericht Köln hat am 13.August 2008 gegenteilig entschieden. Gegen dieses Urteil wurde Revision eingelegt. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung unserer ohnehin vorhandenen Produkthaftung hatten wir zur Stärkung des Vertrauens in unsere Produktpalette im Juni 2007 eine Garantieerklärung abgegeben und diese im Geschäftsjahr 2008 auf die aktuelle Produktpalette erweitert. Durch diese Erklärung werden die Arbeitgeber von allen Zahlungen freigestellt, falls sie aufgrund einer Entgeltumwandlung im Rahmen unserer Produkte der aktuellen Tarifgeneration im Wege der Klage eines/einer ausgeschiedenen Arbeitnehmers/ Arbeitnehmerin zur Auffüllung des Rückkaufswertes gerichtlich verurteilt werden. Dies erfolgt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Antragsformulare und Entgeltumwandlungsvereinbarungen verwandt werden, der/die Arbeitnehmer/ Arbeitnehmerin umfassend darüber aufgeklärt wird, welche Auswirkungen die in seiner/ihrer Lebensversicherung vorgesehene Abschlusskostenverrechnung auf die Höhe des Rückkaufswertes hat, und diese Beratung entsprechend protokolliert wird. Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 15.09.2009 wird die Verteilung der Abschlusskosten auf 5 Jahre, wie wir dies ab der Tarifgeneration 2008 vornehmen, für Versicherungen in der betrieblichen Altersvorsorge als möglicherweise angemessen angesehen . Eine Einschätzung der Zulässigkeit auch für die nach älteren Tarifwerken abgeschlossenen Versicherungen kann erst erfolgen, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt.
Mögliche anderslautende gerichtliche Einschätzungen unserer Umsetzung der VVG Reform könnten rückwirkende Auswirkungen auf unsere Leistungsverpflichtungen haben.
Chancen
Die in diesem Abschnitt dargestellten versicherungstechnischen Risiken korrespondieren mit den Chancen wie folgt: Den Risiken aus Biometrie, Kundenverhalten, Kosten und Zinsgarantie stehen die Chancen aus einem gegenüber den Kalkulationsannahmen günstigeren Verlauf gegenüber. Ein günstigerer Verlauf würde zu Überschüssen führen, an denen Aktionäre und Versicherte im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorschriften beteiligt werden.
Der Lebensversicherungsmarkt ist kurz- und mittelfristig von den Auswirkungen der Kapitalmarktkrise betroffen. Insoweit ist die Entwicklung der Branche insgesamt nur schwer vorherzusagen. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern ist einerseits zwar spürbar angestiegen, jedoch hat sich andererseits gerade in den letzten Monaten immer mehr das Geschäftsmodell der Lebensversicherer als in solchen Krisen tragfähig erwiesen. Die AXA Gruppe hat eine weit über dem Marktdurchschnitt liegende Kapitalkraft und Stabilität. Deshalb sehen wir diese Krise als Chance an, uns bei unseren Kunden und am Markt als sicherer Partner zu positionieren und somit als Gewinner aus der Kapitalmarktkrise hervorzugehen.
Für uns repräsentieren die nächsten Jahre einen weiteren Schritt in Richtung der Erreichung der anspruchsvollen Wachstums- und Ertragsziele.
Ein wichtiger Meilenstein war die Bündelung der IT-Systeme von AXA und DBV-Winterthur Mitte 2009. Gemäß der Markenstrategie des Konzerns wird dann die AXA Lebensversicherung maßgeblicher Anbieter für das gesamte Firmenkundengeschäft der Gruppe werden. Durch die Verbindung der starken internationalen Markenpositionierung der AXA und die weit überdurchschnittlichen Services des DBV-Winterthur-IT-Systems erwarten wir nachhaltige Wachstumsimpulse vor allem im komplexen Firmenkundengeschäft.
Der Fokus auf das wachsende und profitable Kundensegment der Privatkunden ab 50 Jahren wird weiter ausgebaut. Durch den innovativen und von der BAGSO zertifizierten Beratungsansatz „360 Grad“ setzt die AXA hier neue Maßstäbe auf dem Markt. Begleitet durch das neue Produkt „Portfolio Plus Police“, das speziell für diese Zielgruppe konzipiert wurde, sehen wir in diesem Segment große Wachstumschancen.
Im Fokus unseres Programms „My Choice“ steht die noch stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes und die Stärkung unserer Marktstellung in diesem Segment. Da sich die Anforderungen an die Versorgung und Versicherung der Beamten und Arbeitnehmer grundlegend von anderen Berufsgruppen unterscheiden, haben wir unsere Produktlinien auf diesen besonderen Bedarf des Öffentlichen Dienstes entwickelt. Zu den einzelnen Zielgruppen innerhalb dieses Geschäftssegmentes verfügen wir über spezielles Know-how und über maßgeschneiderte Produkte. Mit der Dienstanfänger-Police für Beamte auf Widerruf und Probe haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem wir unsere Position in diesem Segment deutlich ausbauen konnten. Ab Mai 2009 bieten alle Vertriebe des deutschen AXA Konzerns die Produkte der DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG im Segment des Öffentlichen Dienstes an. Dadurch erwarten wir eine deutliche Steigerung des Neugeschäfts in diesem Kernsegment.
Unsere Anstrengungen, die Angehörigen der akademischen Heilberufe optimal mit unseren Vorsorge- und Versicherungsprodukten zu bedienen, werden wir auch im Jahr 2009 intensiv fortführen. Wir sehen, dass die Veränderungsprozesse im gesamten Gesundheitsmarkt einen enormen Innovationsbedarf mit sich bringen. Diesen Prozessen werden wir uns stellen mit der Bereitstellung von arztspezifischen Produkten und Services begleitet durch eine intensive Unterstützung unserer Vertriebskanäle. Vor dem Hintergrund dieser Anstrengungen erwarten wir auch weiterhin ein gesundes Wachstum des Neugeschäftes.
Wir erwarten somit weiterhin eine stabile Entwicklung oberhalb des Marktes sowohl hinsichtlich der Neugeschäfts- als auch der Beitragseinnahmen, dies insbesondere im Einmalbeitragsgeschäft.
Krankenversicherung
Die mit der DBV-Winterthur Krankenversicherung AG verschmolzene AXA Krankenversicherung AG betreibt insbesondere die Krankenvollversicherung sowie die Pflegeversicherung und verschiedene Arten der Zusatzversicherung für Angestellte und Beihilfeempfänger.
Die primären versicherungstechnischen Risiken aus dem Krankenversicherungsgeschäft sind Krankheitskosten-/Leistungsrisiken, biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten und Reserverisiken. Ferner bestehen noch Risiken aus dem Rechnungszins sowie Risiken aus möglichen weiteren regulatorischen Eingriffen des Gesetzgebers.
Versicherungstechnische Risiken können dazu führen, dass zu zahlende Leistungen und Kostenaufwendungen die Beitragseinnahmen und Anlageerträge übersteigen. Ein mindestens jährlich durchzuführender, gesetzlich vorgeschriebener Vergleich der tatsächlichen mit den kalkulierten Leistungen ermöglicht jedoch ein zeitnahes Erkennen von Abweichungen in den erwarteten Leistungen. Bei Bedarf erfolgt eine Beitragsanpassung. Bei der hierfür notwendigen Neukalkulation werden sämtliche Rechnungsgrundlagen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich bestehen für den Versicherungsbestand der Krankenversicherung Zeichnungsrichtlinien, um Deckungszusagen für unerwünschte Risiken zu vermeiden. Darüber hinaus enthalten viele Tarife Elemente zur Steuerung der Leistungsinanspruchnahme wie zum Beispiel Selbstbehalte. Trotz aller Maßnahmen lassen sich versicherungstechnische Risiken jedoch nicht vollständig vermeiden.
Krankheitskosten-/Leistungsrisiken
Unter dem Krankheitskosten-/Leistungsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen Krankheits- und Pflegekosten die erwarteten, in der Prämie berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Im Falle eines unerwarteten Krankheits- und Pflegekostenanstiegs oder einer Pandemie können jedoch die Leistungen plötzlich sehr stark steigen, so dass gegebenenfalls erst mit einer zeitlichen Verzögerung auf die erhöhten Ausgaben durch Beitragsanpassung reagiert werden kann.
Biometrische Risiken
Biometrische Risiken entstehen in der Krankenversicherung aus einer sinkenden Sterblichkeit, wodurch mit einer Erhöhung der Versicherungsleistungen zu rechnen ist. Die Sterbetafeln werden jährlich von der Deutschen Aktuarvereinigung auf ausreichende Sicherheit überprüft. Soweit sich ein Aktualisierungsbedarf ergibt, verwenden wir die neuen Werte unverzüglich bei der Kalkulation neuer Tarife bzw. von Beitragsanpassungen.
Risiken aus Kundenverhalten
Risiken aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern stellen insbesondere das Stornorisiko dar. Die in der Tarifierung angesetzten Stornowahrscheinlichkeiten basieren sowohl auf eigenen als auch auf Verbandserfahrungen und sind aktuariell ausreichend vorsichtig bemessen. Die Stornoquoten der AXA Krankenversicherung und in der Branche werden permanent beobachtet, sodass frühzeitig eine Veränderung erkannt und gegebenenfalls in Beitragsanpassungen und Neukalkulationen berücksichtigt wird. Darüber hinaus treten Risiken im Kundenverhalten derzeit in Zusammenhang mit der Gesundheitsreform auf (siehe unten).
Reserverisiken
Zur Abdeckung zukünftiger Krankheitskosten-/Leistungszahlungen sind Alterungsrückstellungen zu bilden. Die Höhe der Zahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet, insbesondere aufgrund steigender Krankheitskosten-/Leistungszahlungen und einer sinkenden Sterblichkeit. Aufgrund der Möglichkeit von Beitragsanpassungen ist jedoch auch das Reserverisiko als gering einzuschätzen. Als Berechnungsgrundlagen für die Alterungsrückstellung dienten – Restkreditversicherungen ausgenommen – die Sterbetafeln PKV 2001, PKV 2004, PKV 2007 und PKV 2008. Die Alterungsrückstellung wurde entsprechend den Vorschriften in den Technischen Berechnungsgrundlagen ermittelt. Diese wurden für alle Tarife von einem unabhängigen Treuhänder geprüft und der Aufsichtsbehörde vorgelegt.
Risiken aus dem Rechnungszins
Krankenversicherungsprodukte werden derzeit mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Höchstrechnungszins von 3,5% kalkuliert. Die aktuelle Nettoverzinsung der AXA Krankenversicherung von 3,8 % liegt knapp 10% darüber. Die unternehmensindividuelle Zinserwartung wird mit Hilfe des aktuariellen Rechnungszinses (AUZ) nach einem brancheneinheitlichen Verfahren prognostiziert, welches zwischen der Deutschen Aktuarvereinigung und der Aufsichtsbehörde abgestimmt ist.
Risikoverteilung nach Versicherungsarten
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der Beiträge und der Anzahl der Versicherten nach Versicherungsarten:
| in Mio. Euro | Gebuchte Bruttobeiträge (in Mio Euro) | Anzahl der versicherten natürlichen Personen (in Tausend) | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Krankheitskostenvollversicherungen | 1.641,4 | 1.605,5 | 706,6 | 697,8 |
| Krankentagegeldversicherungen | 85,1 | 86,8 | 213,4 | 214,1 |
| Krankenhaustagegeldversicherungen | 39,2 | 42,6 | 464,3 | 467,9 |
| Krankheitskostenteilversicherungen | 120,8 | 121,5 | 471,7 | 464,9 |
| Pflegepflichtversicherungen | 157,8 | 150,8 | 768,0 | 760,0 |
| Ergänzende Pflegezusatzversicherung | 31,0 | 26,3 | 108,5 | 102,8 |
| Sonstige Versicherungen | 15,5 | 14,4 | 0,8 | 0,9 |
| Selbst abgeschlossene Versicherungen | 2.090,8 | 2.047,9 | 1.429,4 | 1.422,5 |
Gesundheitsreform
Die als Wettbewerbsstärkungsgesetz bezeichnete letzte Gesundheitsreform birgt für die Private Krankenversicherung weiterhin Risiken. Der Basistarif wird durch die versicherungsfremden Elemente Kontrahierungszwang, Verbot von Risikozuschlägen und Höchstbeiträge von den PKV-Kunden der anderen Tarife subventioniert werden müssen. Das Ausmaß des zukünftigen Subventionsbedarfs und der dafür zusätzlich erforderlichen Beitragsanpassung ist weiterhin nicht solide vorhersehbar. Daher kann auch noch nicht die Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung eingeschätzt werden. Außerdem besteht für die gesamte PKV-Branche ein Risiko in den Wahltarifen, die der Gesetzgeber den Krankenkassen als Möglichkeit eingeräumt hat.
Die neue Vorschrift, nach der die Versicherungspflicht für Angestellte erst endet, wenn die Versicherungspflichtgrenze für mindestens drei zusammenhängende Jahre überschritten wird, führte zu einer Einschränkung des Neukundenpotenzials im Segment der Angestellten.
Im ersten Halbjahr 2009 hatten vollversicherte PKV-Kunden im Bestand das Recht, bei einem Wechsel zu einem anderen PKV-Unternehmen den auf den Basistarif entfallenden Teil ihrer Alterungsrückstellung zum neuen Versicherer mitzunehmen. Durch die Entscheidung des Gesetzgebers, Kunden, die dieses Wechselrecht in Anspruch nehmen, eine mindestens 18-monatige Verweildauer im unattraktiven Basistarif aufzuerlegen, gab es allerdings kaum diesen zusätzlichen Bestandswettbewerb. Ab dem 1. Januar 2009 geschlossene PKV-Vollversicherungsverträge beinhalten unbefristet ein solches Wechselrecht.
Nichtversicherte, die dem PKV-System zuzuordnen sind, konnten schon seit dem 1. Juli 2007 in den bisherigen Standardtarif und dann ab dem 1. Januar 2009 in den Basistarif wechseln. Die versicherungsfremden Elemente (Kontrahierungszwang, Verbot von Risikozuschlägen, Höchstbeiträge und Sozialbeitrag) erzeugen noch nicht einschätzbaren Subventionsbedarf, zumal die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass überwiegend Personen mit vorhandenen Erkrankungen und überdurchschnittlich schlechter Zahlungsmoral auf diese Weise in das PKV-System zurückkehren. Hier werden die nicht gedeckten Kosten auf alle PKV-Unternehmen verteilt.
Chancen
Die in diesem Abschnitt dargestellten versicherungstechnischen Risiken korrespondieren mit den Chancen wie folgt: Den Risiken aus Biometrie, Storno und Zinsgarantie stehen die Chancen aus einem gegenüber den Kalkulationsannahmen günstigeren Verlauf gegenüber. Ein günstigerer Verlauf führt zu höheren Überschüssen, an denen Aktionäre und Versicherte im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorschriften beteiligt werden.
Die neue Stärke, die wir durch die Verschmelzung mit der AXA Krankenversicherung im deutschen Markt zum Beispiel im Beihilfegeschäft erreichten, wird es uns ermöglichen, unseren Marktanteil insbesondere bei Vollversicherungen auszubauen.
Die schwierigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden in der GKV voraussichtlich zu einer Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds führen. Kommt es dadurch zu einer Leistungseinschränkung, werden Erwerbstätige in von der Rezession weniger betroffenen Branchen verstärkt private Versicherungen nachfragen. So ist der öffentliche Dienst von Konjunkturschwankungen weniger betroffen. Dank unserer Vertriebsstärke und unserer attraktiven Produkte erwarten wir daher in diesem Segment eine weitere Steigerung unserer Verkaufserfolge.
Unsere schon früh eingeführten und weiter ausgebauten Steuerungsinstrumente, die dem Kunden als Patienten Unterstützung bieten und zur Beitragsstabilität beitragen, finden weiterhin bei unseren Kunden großen Anklang. Beispielhaft erwähnt seien hier das Hausarztprinzip und unsere Chroniker-Programme. Auch die weiteren Maßnahmen im Rahmen des Aktiven Gesundheits-Services mit dem Ziel, eine höhere Beitragsstabilität zu erreichen, werden wir in gewohnt enger Abstimmung mit unseren Kunden und Vertriebspartnern sowie der Ärzteschaft konsequent fortführen.
Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft
Die fälligen Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern (insbesondere Beitragsforderungen) sowie die Ansprüche gegenüber Versicherungsvermittlern (vor allem aus Provisionsrückforderungen) betrugen zum Bilanzstichtag 420 Mio. Euro (ohne noch nicht verdiente Provisionen aus dem Geschäft mit fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen). Davon entfielen 45 Mio. Euro auf Forderungen, die älter als 90 Tage sind. Zur Risikovorsorge wurden die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kunden und Vermittler um Wertberichtigungen von 84 Mio. Euro vermindert. Diese wurden anhand der Mahnstufen ermittelt.
Die Risiken aus dem Ausfall von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern werden durch ein IT-unterstütztes Inkasso- und Mahnsystem gesteuert. Zeitnahe Provisionsabrechnungen stellen sicher, dass Provisionsrückforderungen an Versicherungsvermittler kurzfristig ausgeglichen werden.
Das maximale Risiko aus dem Ausfall der Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft wird durch die in der Bilanz angesetzten Buchwerte wiedergegeben (75 Mio. Euro).
Der Rückversicherer für unsere wichtigsten obligatorischen Rückversicherungsverträge ist die AXA Versicherung AG, die diese Verträge wiederum komplett in ihre eigenen Rückversicherungsverträge implementiert und anschließend an die französische Gruppengesellschaft AXA Cessions retrozediert. Die AXA Cessions platziert diese Verträge teilweise am internationalen Rückversicherungsmarkt und teilweise innerhalb der AXA Gruppe. Sowohl bei der über die AXA Cessions retrozedierten Vertragsrückversicherung als auch bei der direkt von uns abgegebenen fakultativen und vertraglichen Rückversicherung wird nur mit erstklassigen Rückversicherern zusammengearbeitet. Grundlage hierfür sind Richtlinien für die Auswahl der Rückversicherer sowie eine von der AXA Cessions permanent aktualisierte Bonitätsliste, basierend auf den Ratings renommierter Ratingagenturen. Bei der Rückversicherung von langfristigen Verbindlichkeiten gelten dabei besonders hohe Anforderungen an die finanzielle Ausstattung der Rückversicherungspartner.
Risiken und Chancen aus Kapitalanlagen
Der AXA Konzern verwaltet rund 60,7 Mrd. Euro (Vorjahr 61,3 Mrd. Euro) Kapitalanlagen. Diese werden unter strikter Beachtung der gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen und innerbetrieblichen Richtlinien in einem strukturierten Prozess angelegt. Unter Gesamtrisikobetrachtung soll eine gleichzeitige Sicherstellung der Anlageziele Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und Streuung der Kapitalanlagen erreicht werden.
Mit der Kapitalanlage sind unvermeidbar signifikante Risiken verbunden, die trotz der im Anlageprozess eingebauten Kontrollen und anderer risikomindernder Maßnahmen bewusst eingegangen werden. Zum Erhalt bzw. Ausbau der notwendigen Risikotragfähigkeit werden die Risiken der Kapitalanlagen aktiv gesteuert und an das jeweilige Kapitalmarktumfeld angepasst.
Die Kapitalanlagestrategie des AXA Konzerns wurde in diesem Jahr stark von der Kapitalmarktkrise beeinflusst.
Die unrealisierten Gewinne und Verluste der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere betragen per Saldo 428 Mio. Euro. Im Rentenbereich wurde der Marktwertrückgang aufgrund der Ausweitung der Risiko- und Liquiditätsaufschläge im Bereich risikobehafteter Unternehmensanleihen und Kreditprodukte durch einen Marktwertanstieg aufgrund gesunkener risikofreier Zinsen mehr als kompensiert. Die Marktwerte des Aktienportfolios sind als Folge der Finanzkrise deutlich zurückgegangen. Die per Saldo positiven Bewertungsreserven der übrigen Kapitalanlagen betragen rund 503 Mio. Euro (Vorjahr 79 Mio. Euro).
Die Kapitalanlagerisiken werden in Markt-, Kredit-, Konzentrations- und Liquiditätsrisiken unterteilt:
Marktrisiken
Die Marktpreisrisiken des AXA Konzerns beruhen fast ausschließlich auf potenziellen Aktienkurs- und Zins- und Spreadänderungen sowie Änderungen im Wert des Immobilienbestandes.
Die Auswirkungen auf die Marktwerte der Kapitalanlagen sowie des Embedded Values bzw. des marktwertbasierten Eigenkapitals werden in möglichen Risikoszenarien analysiert. Hierfür werden die. Marktwertschwankungen von Aktien (ohne Beteiligungen und verbundene Unternehmen), Zinsprodukten und Währungen unter Berücksichtigung der bestehenden Währungssicherungen simuliert. Somit werden die tatsächlichen Sensitivitäten unserer Kapitalanlagen verdeutlicht.
Bei den größeren Lebens- und Krankenversicherungsgesellschaften (AXA Lebens- und Krankenversicherung, DBV Deutsche Beamten Versicherung Lebensversicherung, DBV-Winterthur Krankenversicherung (2007), Deutsche Ärzteversicherung sowie der Pro bAV Pensionskasse) würde sich der Marktwert der Kapitalanlagen sowie der European Embedded Value (EEV) um die nachstehend angegebenen Werte verändern, wenn sich die Preise von Aktien und Renten im dort angeführten Ausmaß langfristig nach oben oder unten bewegen:
| in Mio. Euro bzw. in % des Embedded Value am 31.12. des Geschäftsjahres | Veränderung des Marktwertes der Kapitalanlagen | Veränderung des European Embedded Value (EEV) | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 2008 | 2008 | 2007 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Änderung Aktien: | |||||
| Anstieg um 10 % | 213,6 | 45,3 | 2,2% | 65,0 | 2,4% |
| Sinken um 10 % | - 207,0 | -32,2 | - 1,6% | -69,3 | -2,5% |
| Änderung risikofreier Zins: | |||||
| Anstieg um 100 Basispunkte | -3.202,4 | 311,8 | 15,1% | 165,1 | 6,0% |
| Sinken um 100 Basispunkte | 3707,4 | -484,5 | -23,5% | -285,2 | -10,4% |
| Anstieg um 50 Basispunkte | - 1601,2 | 151,1 | 7,3% | 97,6 | 3,6% |
| Sinken um 50 Basispunkte | 1853,7 | -234,0 | -11,3% | -127,6 | - 4,7% |
| Änderung Aktienvolatilität +25% | - | - 204,1 | - 9,9% | -42,0 | - 1,5% |
| Änderung Zinsvolatilität +25% | - | - 238,1 | - 11,5% | -64,8 | - 2,4% |
Der Embedded Value setzt sich zusammen aus dem Barwert der erwarteten künftigen Netto-Erträge aus dem Versicherungsbestand einschließlich der Kapitalerträge, dem Eigenkapital und Bewertungsreserven (Stillen Reserven) abzüglich der Kapitalkosten (Cost of Capital).
Bei den übrigen Gesellschaften des Konzerns (insbesondere den Schaden- und Unfallversicherungsgesellschaften AXA Versicherung, DBV-Winterthur Versicherung, DBV Deutsche Beamten-Versicherung, AXA Art Versicherung) werden die Marktwertrisiken anhand von Sensitivitätsanalysen überwacht. Die folgende Übersicht zeigt auf, wie sich bei diesen Gesellschaften eine Änderung der Aktienkurse bzw. der Marktzinsen kurzfristig auswirken würde:
| in Mio Euro | Veränderung des Marktwertes der Kapitalanlagen | |||
|---|---|---|---|---|
| vor Steuern | nach Steuern | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2008 | 2007 | 2008 | 2007 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Änderung Aktien: | ||||
| Anstieg um 10 % | 75,5 | 141,3 | 73,2 | 136,0 |
| Sinken um 10 % | -71,6 | -141,3 | -69,6 | -136,0 |
| Änderung risikofreier Zins: | ||||
| Anstieg um 100 Basispunkte | -419,1 | -432,7 | -285,0 | -293,8 |
| Sinken um 100 Basispunkte | 449,8 | 456,9 | 305,9 | 310,2 |
Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass ein großer Teil des Aktienexposures des AXA Konzerns über Futures und Optionen gegen Marktwertverluste abgesichert ist. Gleichwohl können bei anhaltend schwachen Aktienmärkten außerplanmäßige Abschreibungen nicht ausgeschlossen werden.
Im Bereich Private Equity können aufgrund der Verschlechterung des Marktumfeldes Wertrückgänge der Beteiligungen nicht ausgeschlossen werden.
Währungsrisiken bestehen nur in wirtschaftlich unbedeutendem Umfang, da der AXA Konzern hauptsächlich im europäischen Raum investiert und Fremdwährungsinvestitionen begrenzt und kontrolliert werden. Dies erfolgt durch den Einsatz von Fremdwährungsderivaten (z.B. Devisentermingeschäfte). Das verbleibende Risiko nach Absicherungsmaßnahmen resultiert aus Aktienfonds in britischem Pfund, die zum Zwecke der Diversifikation nur teilweise abgesichert sind. Zur Risikoquantifizierung werden Simulationen von Stressszenarien durchgeführt. Nach Absicherungsgeschäften würde sich bei einer angenommenen Währungskursveränderung von +/- 10% der Marktwert der in Fremdwährung gehaltenen Kapitalanlagen (ohne Beteiligungen und verbundene Unternehmen) des AXA Konzerns um 15,9 Mio. Euro erhöhen bzw. um 13,4 Mio. Euro vermindern. Unter Berücksichtigung von Steuern und Überschussbeteiligung würde sich damit eine erfolgswirksame Auswirkung von 0,7 Mio. Euro bzw. -0,4 Mio. Euro ergeben.
Der AXA Konzern verfolgt die krisenhafte Entwicklung der Kapitalmärkte sehr genau. Sollten sich die zuvor gezeigten negativen Szenarien im laufenden Geschäftsjahr ganz oder teilweise einstellen oder an künftigen Bilanzstichtagen vorliegen, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen. Diese beinhalten unter Anderem mögliche Abschreibungen auf die nachhaltigen Werte einzelner Kapitalanlagen, den selektiven Verkauf einzelner Titel und den optionalen Einsatz von Wertsicherungsmaßnahmen, um die Portfolios kurzfristig gegen weitere Wertverluste abzusichern.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko umfasst die Insolvenz, den Zahlungsverzug und die Bonitätsverschlechterung des Schuldners bzw. Emittenten von festverzinslichen Wertpapieren, Darlehen und Derivaten.
Das maximale Kreditrisiko der Kapitalanlagen wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten festverzinslichen Wertpapiere, Derivate, Kredite und Forderungen wiedergegeben (53 Mrd. Euro). Des Weiteren bestehen Kreditrisiken aus der Gewährung finanzieller Garantien (siehe Seite 109 ff des Anhangs).
Zur Reduktion des Kreditrisikos werden hauptsächlich Investitionen bzw. Darlehensvergaben bei Emittenten und Schuldnern mit einer guten bis sehr guten Bonität getätigt. Die Einstufung der Bonität von Emittenten festverzinslicher Wertpapiere erfolgt entweder mit Hilfe von Ratingagenturen oder nach einheitlichen internen Maßstäben und wird mit kontinuierlichen Kontrollprozessen überprüft.
Zusätzlich zur Überwachung der Ratings nimmt der AXA Konzern in Zusammenarbeit mit den von ihm mandatierten Vermögensverwaltern Detailanalysen zu potenziell ausfallgefährdeten Wertpapieren vor, auf deren Basis dann über risikomindernde Maßnahmen entschieden wird. Für diese Analysen werden alle im Markt vorhandenen Informationen herangezogen.
Für die Vergabe von Hypotheken- und Refinanzierungsdarlehen gelten Vergaberichtlinien und strenge Vorschriften bezüglich der Bonität. Als Sicherheit von Hypothekendarlehen bestehen Pfandrechte an Grundstücken und/oder Versicherungsverträgen. Die Vergaberichtlinien knüpfen eine Finanzierung im Regelfall an private Nutzung und erstrangige Absicherung. Einlagen bei Kreditinstituten erfolgen ausnahmslos bei Banken, die über ein Investment Grade Rating verfügen.
Das Einzelengagement unterliegt der regelmäßigen Überwachung. Mit Hilfe unserer Kontrollverfahren für den Zins- und Tilgungsdienst sowie unseres Mahnverfahrens erhalten wir einen detaillierten Überblick über ausstehende Zahlungen.
Die jederzeit veräußerbaren Wertpapiere bzw. erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente verteilen sich auf die Ratingklassen wie folgt:
| jederzeit veräußerbare Wertpapiere | |||
|---|---|---|---|
| Ratingklassen in Tsd. € |
AAA | AA | A |
| --- | --- | --- | --- |
| 2008 | 19.108.231 | 11.052.894 | 6.810.092 |
| 2007 | 20.483.735 | 11.310.437 | 5.669.504 |
| jederzeit veräußerbare Wertpapiere | ||||
|---|---|---|---|---|
| Ratingklassen in Tsd. € |
BBB | BB und niedriger | Kein Rating | Gesamtbetrag (Beizulegender Zeitwert) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2008 | 1.857.145 | 105.414 | 1.400.568 | 40.334.344 |
| 2007 | 2.662.718 | 0 | 469.691 | 40.596.084 |
| erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente | |||
|---|---|---|---|
| Ratingklassen in Tsd. € |
AAA | AA | A |
| --- | --- | --- | --- |
| 2008 | 178.058 | 925.959 | 1.410.584 |
| 2007 | 159.895 | 920.236 | 870.067 |
| erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente | ||||
|---|---|---|---|---|
| Ratingklassen in Tsd. € |
BBB | BB und niedriger | Kein Rating | Gesamtbetrag (Beizulegender Zeitwert) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2008 | 894.297 | 620.003 | 496.532 | 4.525.433 |
| 2007 | 655.035 | 771.873 | 402.391 | 3.779.497 |
Circa 14 % dieser Rentenpapiere entfallen auf Staatsanleihen.
Die Kontrahenten der Derivatepositionen verfügen ausnahmslos über ein Investment Grade Rating , sofern die Geschäfte nicht über die Terminbörse Eurex abgewickelt wurden. Das Gegenparteirisiko der Derivategeschäfte wird fortlaufend durch die Stellung von Sicherheiten (Collateral) abgesichert.
Durch die Krise an den Finanzmärkten und die Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage hat sich das Kreditrisiko signifikant erhöht. Auch der AXA Konzern hält Kapitalanlagen, deren Bonität in den letzten Monaten vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise in der Öffentlichkeit diskutiert wurde und die teilweise von signifikanten Spreadausweitungen betroffen waren.
Der AXA Konzern hält über Spezialfonds verschiedene strukturierte Produkte mit spezifischen Ausfallrisiken, so z.B. ein ungesichertes Exposure im Marktwert von 306 Mio. Euro in US-RMBS (Residential Mortgage Backed Securities), die mit Krediten aus dem sogenannten „Subprime-Segment“ besichert sind. Dies entspricht 0,5 % der gesamten Kapitalanlagen des Konzerns. Auf das RMBS-Portfolio wurden im Geschäftsjahr 189 Mio. Euro außerplanmäßige Abschreibungen durchgeführt und 145 Mio. Euro Veräußerungsverluste realisiert. Die verbleibende stille Last wurde zum Jahresende als nicht nachhaltig bewertet, da unsere internen Prognoserechnungen eine vollständige Einbringlichkeit des Nominalwertes der Anlagen zeigen. In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des US-Immobilienmarktes werden die Sicherungsmechanismen fortlaufend überprüft, um einen möglichen zusätzlichen Abschreibungsbedarf frühzeitig zu erkennen. Bei anhaltender Marktverschlechterung sind weitere außerplanmäßige Abschreibungen nicht ausgeschlossen.
Neben dem US-RMBS Exposure ist ein synthetisches CDO (Collateralized Debt Obligation) enthalten, das durch die Entwicklungen an den Kreditmärkten bezüglich der für die Bewertung relevanten Annahmen und durch konkrete Ausfälle im Referenzportfolio deutliche Marktwertverluste erlitten hat. Der Nominalwert beträgt 510 Mio. Euro bei einem Marktwert des Kreditderivats von -345 Mio. Euro. Im IFRS-Abschluss ist diese Wertminderung vollständig erfolgswirksam berücksichtigt. Eine tatsächliche Realisierung der Verluste kann aber nur im Fall von mehreren weiteren Ausfällen in signifikanter Höhe innerhalb des CDO-Portfolios eintreten. Dieses Ausfallrisiko wird fortlaufend überwacht.
Ferner zählen zu diesem Exposure noch CLO (Collateralized Loan Obligations) mit einem Nominalwert von 966 Mio. Euro (Zeitwert 819 Mio. Euro). Abschreibungen sind nicht berücksichtigt, können aber für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.
Ebenso hält der AXA Konzern ein größeres Volumen von Fremdkapitalinstrumenten, die von nationalen und internationalen Banken sowie sonstigen privatwirtschaftlichen Unternehmen emittiert wurden. Dieses Exposure wird entweder direkt oder über Fonds, Derivate und strukturierte Produkte gehalten und enthält auch Instrumente von niedriger Seniorität wie nachrangige Darlehen und Genussscheine. Das Portfolio der nachrangigen Darlehen und Genussscheine (Marktwert von 2,9 Mrd. Euro) enthält zu einem großen Teil Papiere von Sparkassen und Landesbanken. Aufgrund der schwierigen Situation einiger Landesbanken besteht bei deren Genussscheinen das Risiko, dass ergebnisabhängige Kupons nicht ausgezahlt werden bzw. Abschreibungen auf das Nominal erforderlich werden können.
Von der Insolvenz der Lehman Brothers ist der AXA Konzern mit einem Ausfall von 42 Mio. Euro nur in relativ geringem Maße betroffen. Das darüber hinausgehende Exposure ist durch den Einlagensicherungsfond abgesichert.
Der größte Teil unserer Rentenbestände ist besichert bzw. von öffentlichen Emittenten ausgegeben und daher nur einem minimalen Ausfallrisiko ausgesetzt. Unsere Analysen ergeben zur Zeit keine Anhaltspunkte, dass über die in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchten Wertminderungen hinaus Ausfälle zu verzeichnen sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich in der Zukunft die Bonität einzelner Emittenten verschlechtert und damit wesentlicher Abschreibungsbedarf entstehen könnte.
Konzentrationsrisiken
Durch Konzentrationsrisiken wird die Diversifizierung des Portfolios vermindert, wodurch das Risiko hoher Verluste aufgrund von Einzelpositionen steigt. Sie stehen daher im engen Zusammenhang mit Markt- und Kreditrisiken. Konzentrationsrisiken werden durch Definition von Limiten auf Einzelpositionen und den Einsatz von Derivaten gesteuert und regelmäßig überwacht.
Liquiditätsrisiken
Aufgrund der vorab vereinnahmten sowie verzinslich und liquide angelegten Beiträge ist das Liquiditätsrisiko für Versicherungsunternehmen grundsätzlich gut steuerbar. Wir tragen dem Risiko unzureichender Liquidität durch eine mehrjährige Planung der Zahlungsströme Rechnung. Zusätzlich erfolgt für einen rollierenden Zwölfmonatszeitraum eine Prognose auf Monatsbasis. Für die Überwachung des Liquiditätsrisikos wird darüber hinaus ein Liquiditätsstresstest durchgeführt.
Generell hat sich in diesem Jahr die Liquititätssituation am Kapitalmarkt verschlechtert, da in verschiedenen Marktsegmenten nur sehr wenige Transaktionen stattfinden. Auch der AXA Konzern ist hiervon betroffen.
Insgesamt wird bei der Kapitalanlage auf einen hohen Anteil liquider und fungibler Kapitalanlagen geachtet, damit wir trotz der Kapitalmarktskrise den Verpflichtungen gegenüber unseren Versicherungskunden jederzeit nachkommen können. Ein eventuell auftretender unvorhergesehener Liquiditätsbedarf wird konzernintern ausgeglichen.
Risikosteuerung der Kapitalanlagen
Innerhalb des AXA Konzerns sind umfassende Governance-Strukturen, Steuerungsmaßnahmen und Richtlinien zur Risikosteuerung der Kapitalanlagen implementiert. Das Asset Liability Management Komitee schlägt die Kapitalanlagestrategie vor, der Vorstand entscheidet hierüber. Der Kapitalanlageausschuss implementiert und überwacht die strategische Aufteilung der Kapitalanlagen nach Kapitalanlagearten (Asset Allocation) und die Einhaltung vorgegebener Limits und Limitsysteme. Darüber hinaus gilt eine umfassende interne Richtlinie (Investment Guidelines) für alle Kapitalanlagen. Die aufsichtsrechtlichen Vorschriften zur Mischung und Streuung werden genau eingehalten. Darüber hinaus werden Konzentrationsrisiken durch das gruppenweite Risikomanagement monatlich ausgewertet und überwacht.
Ziel des strukturierten Anlageprozesses ist es, die Risiken in den Portfolios durch systematische und kontrollierte Abläufe zu steuern. Anlageentscheidungen werden auf Basis von Asset Liability Management (ALM)-Analysen vor dem Hintergrund der versicherungstechnischen Verpflichtungen, der Bewertungsreserven und der Eigenkapitalausstattung getätigt. Im Rahmen der strategischen und taktischen Asset-Allocation bestehen prozentuale Begrenzungen für die einzelnen Anlageklassen. Zusätzlich werden Limite für Bonität, Einzelemittenten und die Duration des festverzinslichen Portfolios definiert und überwacht. Bei der Risikoeinschätzung wird dabei von einem dem jeweiligen Risiko adäquaten Prognosezeitraum ausgegangen. Zur Bewertung der Anlagerisiken steht eine Vielzahl von Risikomanagementinstrumenten zur Verfügung.
Zum Zwecke der effizienten Portfolioverwaltung und -steuerung wird der Einsatz derivativer Finanzinstrumente regelmäßig geprüft. Mit diesen Instrumenten werden verschiedene Motive der Portfoliosteuerung umgesetzt: Absicherung, Erwerbsvorbereitung und Ertragssteigerung. Das Hauptmotiv beim Einsatz von derivativen Instrumenten der Kapitalanlagen ist die Absicherung, wodurch das im Portfolio liegende wirtschaftliche Risiko reduziert wird (Hedging). Die Motive Erwerbsvorbereitung und Ertragssteigerung werden aktuell nur begrenzt verfolgt.
Die besonderen Kapitalanlagerisiken durch die aktuelle Finanzkrise hat das Unternehmen frühzeitig erkannt und zeitnah darauf reagiert. So wurde bereits im Vorjahr die Aktienposition deutlich reduziert und Absicherungsmaßnahmen auf Aktien und US-RMBS implementiert. Diese Absicherungen wurden im Geschäftsjahr noch weiter ausgebaut.
Seit Januar 2008 wird monatlich im Kreditkomitee auf Vorstandsebene das Kreditrisiko des Gesamtportfolios sowie einzelner Anlageklassen und kritischer Emittenten besprochen.
Als Reaktion auf die Verschärfung der Finanzkrise nach der Lehman-Insolvenz berät regelmäßig ein Expertengremium aus den Bereichen Asset Liability Management, Risikomanagement und Accounting sowie den Mitgliedern des Kapitalanlageausschusses – Kapitalanlagevorstand, Finanzvorstand und Chief Risk Officer der AXA Konzern AG – über Maßnahmen zur Krisenbewältigung.
Das Audit Committee wird regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen und die Risikosituation des Konzerns und der Einzelgesellschaften informiert.
Chancen
Den in diesem Abschnitt dargestellten Risiken aus Kapitalanlagen stehen die Chancen auf eine Erhöhung der Marktwerte der Kapitalanlagen gegenüber, die insbesondere aus einem Anstieg der Aktienkurse, (in gewissem Rahmen) noch weiter sinkenden risikofreien Zinsen oder einer günstigen Wechselkursentwicklung resultieren können. Aus einer Verbesserung der Risikoaufschläge unserer Anlagen in Unternehmensanleihen können sich weitere Chancen ergeben.
Operationale und sonstige Risiken
Operationale Risiken beinhalten Verluste aufgrund von unzulänglichen oder fehlgeschlagenen internen Prozessen sowie aus mitarbeiter- und systembedingten oder externen Vorfällen.
Die wesentlichen Prozessrisiken und die Sicherheit der internen Kontrollsysteme werden regelmäßig von unserer Konzernrevision gemeinsam mit den verantwortlichen Linienmanagern identifiziert und bewertet. Die sich hieraus ergebenden Kennzahlen sind eine wesentliche Grundlage für die mehrjährige risikoorientierte Prüfungsplanung der Konzernrevision. Um die Anforderungen des Sarbanes-Oxley-Acts zu erfüllen, wurden umfangreiche Prozessdokumentationen erstellt und zahlreiche Kontrollen implementiert.
Darüber hinaus werden die operationalen Risiken in unserem Risikomanagementsystem erfasst und bewertet und Maßnahmen getroffen, um diese Risiken zu verringern. Die Koordination unseres umfangreichen Projektportfolios erfolgt durch das Konzern-Projektmanagement, das sich auf ein umfassendes Berichtswesen mit Vorwarnelementen stützt.
Im Mai 2009 wurde die finale technische Integration der DBV-Winterthur in den AXA-Konzern durchgeführt. Damit bestehen nun für die gesamte AXA Deutschland einheitliche IT-Systeme. Noch vorhandene Nacharbeiten im Rahmen der technischen Integration wurden in den Ressorts definiert und werden im Wesentlichen in 2009 abgearbeitet. Zeitgleich zur technischen Integration wurde die finale rechtliche Integration durchgeführt. Zugehörige Verschmelzungen von Konzernunternehmen, Bestandsübertragungen und Umfirmierungen wurden von der BAFIN genehmigt und in den Handelsregistern eingetragen. Aus den noch ausstehenden Nacharbeiten zur Integration sind keine wesentlichen Risiken zu erwarten.
Risiken aus strategischen Geschäftsentscheidungen werden durch einen regelmäßigen systematischen Strategieentwicklungs- und -umsetzungsprozess reduziert.
Reputationsrisiken ergeben sich aufgrund einer möglichen Beschädigung des Rufes des Unternehmens. Insbesondere mit Hilfe eines aktiven Reputations-Managements und von Medien-Resonanzanalysen wird dieses Risiko gemindert.
Im März 2009 wurde das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) verabschiedet. Das BilMoG stellt die umfangreichste Modernisierung des Handelsbilanzrechts seit 1985 dar. Das deutsche Handelsrecht soll damit zu einer vollwertigen aber einfacheren Alternative zu den IFRS entwickelt werden. Insbesondere soll die Aussagekraft des handelsrechtlichen Jahresabschlusses erhöht werden. Wir haben die Auswirkungen des Gesetzes auf unsere Gesellschaft analysiert. Die anstehenden Änderungen des Bilanzrechts werden im Wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen, latenten Steuern, sonstigen Rückstellungen und ggf. selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten haben. Neben den Bilanzierungsvorschriften beinhaltet das BilMoG umfangreiche zusätzliche Anhangangabe- und Lageberichtspflichten sowie neue Vorgaben zur Corporate Governance. Die Neuregelungen sind erstmals im Geschäftsjahr 2010 anzuwenden. Wir erwarten keine wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung des BilMoG.
Bezüglich Haftungsverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen (Eventualschulden) verweisen wir auf Seite 155 des Anhangs.
Kapitalmanagement und Solvabilität
Die Steuerung der Kapitalbasis erfolgt nach den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen. Ziel ist, die jederzeitige Erfüllung der versicherungsvertraglichen Verpflichtungen sicherstellen zu können – selbst wenn im Extremfall die hierfür gebildeten versicherungstechnischen Rückstellungen unzureichend wären. Für die Bereitstellung des entsprechenden Eigenkapitals wird eine angemessene Verzinsung angestrebt.
Zum 31. Dezember 2008 betrug das Eigenkapital der AXA Gruppe 3,9 Mrd. Euro. Davon entfallen 79,8 Mio. Euro auf das gezeichnete Kapital sowie 3,6 Mrd. Euro auf die Kapital- und die sonstigen Rücklagen. Darüber hinaus haben die Bewertungsreserven auf Kapitalanlagen sowie die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung in der Lebensversicherung Risikokapitalcharakter. Über das Risikomanagement wird sichergestellt, dass die AXA Risiken nur im Rahmen der über ihr Risikokapital definierten Risikotragfähigkeit eingeht.
Für die Solo-Solvabilität der Einzelgesellschaften wurden alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Die Bedeckungssätze für 2008 betragen zwischen 136,7% und 401,7% (Vorjahr 104,6 %und 562,8%). Bezüglich Nachrangdarlehen, die im Rahmen der Solvabilitätsberechnung berücksichtigt wurden, verweisen wir auf die Seiten 114 und 140 im Anhang.
Die auf Basis des konsolidierten Abschlusses ermittelte so genannte bereinigte Solvabilität 2008 (Gruppensolvabilität) zeigt gemäß den vorläufigen Berechnungen wiederum eine deutliche Überdekkung. Diese beruht im Wesentlichen auf der Anerkennung der Teile des Eigenkapitals, die aus der Schwankungsrückstellung stammen und auch aus Teilen des Eigenkapitals, die aus den Bewertungsreserven der Kapitalanlagen resultieren. Im Gegensatz zum Handelsgesetzbuch (HGB) besitzt die Schwankungsrückstellung nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen den Charakter von Eigenkapital, da die bilanzglättende Funktion von Schwankungsrückstellungen der Darstellung neutraler Informationen widerspricht. Im Unterschied zu der Summe der Eigenmittel aus den Solvabilitätsberechnungen der Einzelgesellschaften ist bei der Berechnung zur Gruppensolvabilität zu berücksichtigen, dass auf Konzernebene gebildete Firmenwerte als immaterielle Vermögensgegenstände vom Konzerneigenkapital abgezogen werden müssen.
Ziel des Projektes Solvency II der EU-Kommission ist es, das Versicherungsaufsichtsrecht auf europäischer Ebene neu und einheitlich zu regeln. Hierzu gehört zum einen die Neuregelung der Solvenzanforderungen auf Basis risikoorientierter Kapitalmodelle (Säule I). Zum anderen wird ein prinzipienbasierter Anforderungskatalog an das Risikomanagement der Versicherungsunternehmen definiert, sodass die neuen Regelungen zur risikobasierten Eigenmittelvorschrift durch qualitative Anforderungen ergänzt werden (Säule II). Darüber hinaus werden Veröffentlichungspflichten definiert (Säule III). Die Solvency II Regelungen sollen voraussichtlich 2010 in Kraft treten. Die nationale Umsetzung von Solvency II wurde bereits durch die zum Jahresbeginn 2008 in Kraft getretene VAG Novelle (§64a VAG und §55c VAG) vorangetrieben. Innerhalb §64a VAG werden die Komponenten eines angemessenen Risikomanagements definiert. Das Rundschreiben „Mindestanforderungen an das Risikomanagement VA (MaRisk VA)“ der BaFin stellt die Durchführungsverordnung des §64a VAG dar. Mit dem Inkraftsetzen des §55c VAG haben Versicherungsunternehmen den an den Vorstand gerichteten Risikobericht in gleicher Form und Inhalt der Aufsichtsbehörde vorzulegen.
Zur Vorbereitung auf Solvency II hat die AXA Gruppe am europaweiten Feldtest QIS4 teilgenommen. Die Quantitative Impact Study (QIS) ist eine von der europäischen Versicherungsaufsicht (CEIOPS) geleitete Übung, die der Kalibrierung des Standardmodells im Sinne von Solvency-II dient. Die an dem Feldtest teilgenommenen Gesellschaften weisen, wie bei den vorangegangenen Feldtests, eine sehr gute Überdeckung auf. Derzeit entwickelt die AXA Gruppe ein Modell der ökonomischen Risikokapitalberechnung, das voraussichtlich unter Solvency II als internes Modell dienen wird. Neben den Anforderungen aus Säule I bereitet sich AXA Deutschland derzeit ebenfalls intensiv auf die Anforderung aus Säule II und Säule III vor. Zur Umsetzung der Anforderungen durch Solvency II wurde in 2008 ein Projekt gestartet.
Rechtliche Risiken und Garantierisiken
Aufgrund der Mitgliedschaft im Verein Verkehrsopferhilfe e.V. sind wir verpflichtet, dem Verein die für die Durchführung des Vereinszwecks erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Diese bemessen sich an unserem Anteil an den Beitragseinnahmen, die die Mitgliedsunternehmen und die übrigen nach § 8 Abs. 1 Pflichtversicherungsgesetz beitragspflichtigen Versicherungsunternehmen aus dem selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgeschäft jeweils im vorletzten Kalenderjahr erzielt haben. Wenn sich die Leistungen des Vereins auf einen Insolvenzfall beziehen, sind die von allen beitragspflichtigen Versicherungsunternehmen aufzubringenden Mittel pro Kalenderjahr auf 0,5% der direkten Beitragseinnahmen des vergangenen Kalenderjahrs in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung begrenzt.
Als Mitglied der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft haben wir uns für den Fall, dass eines der übrigen Poolmitglieder ausfällt, verpflichtet, dessen Leistungsverpflichtungen im Rahmen der quotenmäßigen Beteiligung zu übernehmen. Eine ähnliche Verpflichtung besteht bezüglich unserer Mitgliedschaft bei der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft.
Bei den beendeten Mitgliedschaften beim Deutschen Luftpool und bei der continentale Valoren-Versicherungs-Gemeinschaft trifft dies nur noch für die Abwicklung früherer Jahre zu.
Zum Schutz der Ansprüche aus Versicherungsverträgen im Fall einer Unternehmenskrise sind Lebens- und Krankenversicherer zur Mitgliedschaft in einem Sicherungsfonds gesetzlich verpflichtet.
Für die Lebensversicherer erhebt der Sicherungsfonds auf der Grundlage der Sicherungsfonds-Finanzierungs-Verordnung (Leben) jährliche Beiträge von maximal 0,2 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen, bis ein Sicherungsvermögen von 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen aufgebaut ist. Für die Lebensversicherer des Konzerns und die Pensionskasse des Konzerns ergeben sich hieraus keine zukünftigen Verpflichtungen (2007:19 Mio. Euro).
Der Sicherungsfonds kann darüber hinaus Sonderbeiträge in Höhe von weiteren 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen erheben; dies entspricht einer Verpflichtung von 37 Mio. Euro (2007: 48 Mio. Euro). Sofern die Mittel des Sicherungsfonds bei einem Sanierungsfall nicht ausreichen, haben sich die teilnehmenden Versicherungsunternehmen verpflichtet, dem Sicherungsfond oder alternativ der Protektor Lebensversicherungs- AG weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Verpflichtung beträgt 1 % der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen unter Anrechnung der zu diesem Zeitpunkt bereits an den Sicherungsfonds geleisteten Beiträge. Unter Einschluss der oben genannten Einzahlungsverpflichtungen aus den Beitragszahlungen an den Sicherungsfonds beträgt die Gesamtverpflichtung zum Bilanzstichtag 331 Mio. Euro (2007: 449 Mio. Euro).
Die AXA Krankenversicherung AG ist nach §§ 124 ff. VAG – über die Mitgliedschaft im Verband der privaten Krankenversicherung e.V. – dem gesetzlichen Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen angeschlossen. Inzwischen wurde die Auffanggesellschaft Medicator AG gegründet, der das Bundesministerium für Finanzen mit Verordnung vom 11. Mai 2006 die Aufgaben und Befugnisse eines Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen übertragen hat. Im Krisenfall ist die AXA Krankenversicherung AG verpflichtet, der Medicator AG die erforderlichen Mittel bis zur Höhe von maximal 2 ‰ der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung zu stellen.
Für die AXA Bank AG wurde gemäß § 5 Abs. 10 des Statuts des Einlagensicherungsfonds seitens der AXA Konzern AG sowie der AXA, Paris, eine so genannte Freistellungserklärung gegenüber dem Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin, abgegeben. Die Freistellungserklärung dient zur vorsorglichen Absicherung für den eventuellen Fall einer zugunsten der Bank erfolgten Hilfestellung, falls diese wegen entstandener Verluste erforderlich sein sollte.
Mit der Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG, die 1999 durch die Verschmelzung mit der AXA Versicherung AG erloschen ist, bestand seit 1994 ein Beherrschungsvertrag. Die Angemessenheit der aufgrund des Beherrschungsvertrages den außen stehenden Aktionären der Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG zustehenden Abfindungen und Ausgleichszahlungen wird in einem Spruchstellenverfahren gemäß § 306 AktG überprüft, das beim Oberlandesgericht Düsseldorf anhängig ist. In einem weiteren Spruchstellenverfahren haben mehrere außen stehende Aktionäre der Deutschen Ärzteversicherung AG beim Landgericht Köln gemäß § 306 AktG die Prüfung der Angemessenheit der den außen stehenden Aktionären nach dem 1997 abgeschlossenen Beherrschungsvertrag zu gewährenden Abfindung und Ausgleichszahlung beantragt. Im November 1999 haben mehrere außen stehende Aktionäre der Albingia Versicherungs-AG gemäß § 306 AktG ein weiteres Spruchstellenverfahren beim Landgericht Hamburg beantragt, in dem die Angemessenheit der den außen stehenden Aktionären nach dem Beherrschungsvertrag zu gewährenden Abfindung und Ausgleichszahlung überprüft wird.
Im Jahr 2002 wurde ein weiteres Spruchstellenverfahren von mehreren außen stehenden Aktionären der AXA Versicherung AG beim Landgericht Köln gemäß § 306 AktG in die Wege geleitet, um die Angemessenheit der den außen stehenden Aktionären nach dem 2000 abgeschlossenen Beherrschungsvertrag zu gewährenden Abfindung und Ausgleichszahlung zu überprüfen. Außen stehende Aktionäre der AXA Versicherung AG haben darüber hinaus im Jahr 2005 weitere Spruchstellenverfahren beim Landgericht Köln eingeleitet. In ihnen sollen die Barabfindungsangebote und Ausgleichzahlungen aus dem im Berichtsjahr abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag mit der AXA Konzern AG sowie die Barabfindungsangebote überprüft werden, die aus der ebenfalls im Berichtsjahr erfolgten Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die AXA Konzern AG resultieren.
In 2007 wurden weitere Spruchstellenverfahren von mehreren außen stehenden Aktionären der AXA Lebensversicherung AG und der Deutsche Ärzteversicherung AB beim Landgericht Köln gemäß § 306 AktG in die Wege geleitet, um die Barabfindungsangebote zu überprüfen, die aus der am 5. Juli 2007 wirksam gewordenen Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die AXA Konzern AG resultierten. Ferner haben mehrere Aktionäre der AXA Konzern AG ein Spruchstellenverfharen beim Landgericht Köln zur Überprüfung der Angemessenheit des Barabfindungsangebotes, das aus der ebenfalls am 5. Juli 2007 wirksam gewordenen Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der AXA Konzern AG auf die AXA, Paris, resultierte, eingeleitet.
Die auf die AXA Lebensversicherung AG verschmolzene Nordstern Lebensversicherung AG wurde zusammen mit zahlreichen anderen europäischen Versicherungsgesellschaften vor einem Bundesgericht in New York von Opfern des Holocaust und ihren Erben verklagt. Mit diesen Sammelklagen fordern die Kläger Entschädigungen für angeblich nicht ausgezahlte Versicherungsleistungen. Das Gericht hat diese Klagen am 8. Dezember 2000 abgewiesen. Eine Entschädigung von moralischen Ansprüchen der Opfer und ihrer Erben erfolgt über die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, der der AXA-Konzern beigetreten ist.
Durch eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes München vom 15. März 2007 wurde eine Diskussion über die in der Kalkulation betrieblicher Altersvorsorgeprodukte angewandten marktüblichen Verrechnungsverfahren von Abschlusskosten ausgelöst. Das Landesarbeitsgericht Köln hat am 13.August 2008 gegenteilig entschieden. Gegen dieses Urteil wurde Revision eingelegt. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung unserer ohnehin vorhandenen Produkthaftung hatten wir zur Stärkung des Vertrauens in unsere Produktpalette im Juni 2007 eine Garantieerklärung abgegeben und diese im Geschäftsjahr 2008 auf die aktuelle Produktpalette erweitert. Durch diese Erklärung werden die Arbeitgeber von allen Zahlungen freigestellt, falls sie aufgrund einer Entgeltumwandlung im Rahmen unserer Produkte der aktuellen Tarifgeneration im Wege der Klage eines/einer ausgeschiedenen Arbeitnehmers/ Arbeitnehmerin zur Auffüllung des Rückkaufswertes gerichtlich verurteilt werden. Dies erfolgt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Antragsformulare und Entgeltumwandlungsvereinbarungen verwandt werden, der/die Arbeitnehmer/ Arbeitnehmerin umfassend darüber aufgeklärt wird, welche Auswirkungen die in seiner/ihrer Lebensversicherung vorgesehene Abschlusskostenverrechnung auf die Höhe des Rückkaufswertes hat, und diese Beratung entsprechend protokolliert wird. Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 15.09.2009 wird die Verteilung der Abschlusskosten auf 5 Jahre, wie wir dies ab der Tarifgeneration 2008 vornehmen, für Versicherungen in der betrieblichen Altersvorsorge als möglicherweise angemessen angesehen. Eine Einschätzung der Zulässigkeit auch für die nach älteren Tarifwerken abgeschlossenen Versicherungen kann erst erfolgen, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt.
Aus dem Verkauf von Grundstücken besteht gegenüber den Käufern, für den Fall von Sach- und Rechtsmängeln oder wegen Verletzung von Garantien, eine Nachhaftungsverpflichtung.
Aus dem Verkauf einer Immobilie besteht gegenüber der derzeitigen Mieterin die Verpflichtung zur Durchführung etwaiger Schönheitsreparaturen, wenn diese von der Mieterin eingefordert werden. Der Käufer der Immobilie wurde von dieser Verpflichtung freigestellt.
Mit dem Verkauf der AXA Bausparkasse, der AXA Österreich, der DARAG Deutsche Versicherungs- und Rückversicherungs-Aktiengesellschaft sowie im Rahmen des Immobilienpaketverkaufs sind für solche Kaufverträge übliche Gewährleistungen übernommen worden. Eine Inanspruchnahme aus diesen Gewährleistungsklauseln ist bis heute nicht erfolgt. Weiter hat die AXA Konzern AG für die DARAG Deutsche Versicherungs- und Rückversicherungs-Aktiengesellschaft gegenüber verschiedenen Maklern Garantien herausgegeben. Eine Inanspruchnahme wird nicht mehr erwartet.
Die Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG ist durch den Verkauf des Heilzentrums Landshut-Geisenhausen in der Rechtsform der GbR in ihrer Eigenschaft als Gesellschafterin ausgeschieden, woraus Verpflichtungen aus der persönlichen Haftung als GbR-Gesellschafterin erwachsen bzw. nachfolgen können.
Es bestehen Verpflichtungen aus gesamtschuldnerischer Haftung der Konzerngesellschaften für einen Barkredit in Höhe von 25 Mio. Euro sowie für einen Avalkredit in Höhe von 1 Mio. Euro.
Hinsichtlich bereits platzierter Fondsanteile enthalten die Übertragungsverträge mit der AXA Merkens Fonds GmbH weitere Gewährleistungsverpflichtungen, unter anderem für Steuern, Prospekte, Ansprüche ehemaliger Mitarbeiter, Vermittler und Lieferanten. Eine Inanspruchnahme ist bis heute nicht erfolgt.
Zugunsten von Banken waren Wertpapiere mit einem Nominalwert von 72 Mio. Euro (2007:0,5 Mio. Euro) und Festgelder in Höhe von 16 Mio. Euro (2007: 19 Mio. Euro) verpfändet.
Es bestanden Bankbürgschaften in Höhe von 1 Mio. Euro (2007: 1 Mio. Euro) und zwei „Letters of Credit“ aus übernommener Rückversicherung von 0,8 Mio. Euro (2007: 0,9 Mio. Euro) bzw. 2,1 Mio. Euro (2007: 5,4 Mio. Euro). Weiter bestehen Patronatserklärungen über 12,5 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Gewährung von Schuldscheindarlehen.
Staatsanleihen in Höhe von 346 Mio. Euro wurden zugunsten der Deutschen Bank als Sicherheit für die negativen Marktwerte der Bespoke Swaps verpfändet.
Aufgrund der Finanzmarktkrise wurde für die Hypo Real Estate (HRE) ein Rettungspaket der Finanzwirtschaft (Versicherungen und Banken) verabschiedet. Dieses Paket dient der Ablösung von Liquiditätszuschüssen des Bundes gegenüber HRE. Die Gewährung der Zuschüsse erfolgte über die Zeichnung von Anleihen, die von HRE ausgegeben wurden. Hieran hat sich der AXA Konzern mit 80 Mio. Euro beteiligt. Zusätzlich wurden gegenüber der Bundesrepublik Deutschland Garantien in Höhe von rund 64 Mio. Euro übernommen.
Zusammenfassende Darstellung der Risikolage
In der Schaden- und Unfallversicherung werden die Risiken insbesondere in einer Häufung nicht rückversicherter mittelgroßer Schäden, einem Anstieg von Großschäden, z.B. aus Naturkatastrophen sowie einem Rückgang des Beitragsniveaus gesehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Untersegment Arzthaftpflichtversicherung, da die hier vorliegenden neuen Erkenntnisse ergeben, dass ein trendartiger Schadenanstieg nicht ausgeschlossen werden kann. In der Lebens- und Krankenversicherung stellen das Zinsgarantierisiko und die biometrischen sowie Schaden/Leistungsrisiken die größten versicherungstechnischen Risiken dar. Neben den versicherungstechnischen Risiken beinhalten die Markt- und Bonitätsrisiken der Kapitalanlagen das größte Risikopotenzial. Bei einer weiteren Verschlechterung der Finanzmärkte können zusätzliche Abschreibungen auf unser Kapitalanlagenportfolio nicht ausgeschlossen werden.
Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Risiken bekannt, die den Fortbestand des deutschen AXA Konzerns gefährden könnten. Ein in der Zukunft möglicherweise bei unseren Konzerngesellschaften auszuweisender Fehlbetrag würde von der AXA Konzern AG im Rahmen der Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge ausgeglichen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Erwerb Schuldverschreibung von AXA Paris
Im Januar 2009 wurde in Ergänzung zum bestehenden Engagement von 750 Mio. Euro eine weitere von unserer Muttergesellschaft, AXA Paris, ausgegebene Schuldverschreibung in Höhe von 250 Mio. Euro erworben. Der Bilanzausweis erfolgt unter Ausleihungen an verbundene Unternehmen.
Verschmelzungen bzw. Bestandsübertragungen
Mit Wirkung zum 1. Januar 2009 wurde die DBV-Winterthur Versicherung AG (DWS) und die DBV-Winselect AG (WinSel) auf die AXA Versicherung AG verschmolzen.
Weiter wurden zum einen ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2009 das gesamte Rechtsschutzgeschäft der Deutsche Beamten-Versicherung AG (DBVS) und der DWS sowie sämtliche Geschäftsanteile der DBV Holding AG an der RSG auf die ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG (ROLAND) übertragen. Zum anderen wurden die Bestände des öffentlichen Dienstes der DWS auf die DBVS und der sonstigen Sparten der DBVS (Reisegepäck- und gewerbliche Haftpflichtversicherung) auf die AXA Versicherung veräußert und übertragen.
Die Anteile der Deutsche Ärzteversicherung Leben in Höhe von 70,37 Prozent an der Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG wurden mit Kaufvertrag vom 25. Juni 2009 auf die AXA Versicherung AG übertragen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2009 wurde die Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG auf die AXA Versicherung AG sowie die DBV-Winterthur Service GmbH auf die DBV Holding AG verschmolzen.
Im Rahmen der Integration der Gesellschaften des DBV-Winterthur Konzerns in den deutschen AXA Konzern wurde zum 30. September 2009 die DBV-Vermittlungsgesellschaft mbH für Versicherungen & Vermögensbildung (DVV), eine 100 %ige Tochtergesellschaft der DBV Holding AG, auf die AXA Bank AG verschmolzen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit der DVV liegt in der Beratung und Vermittlung von Investmentprodukten externer Kapitalanlagegesellschaften und Banken, sie bietet den Exklusivvermittlern der DBV-Winterthur hierzu ein Haftungsdach.
Die DVV ist ein Wertpapierhandelsunternehmen im Sinne des § 1 Abs. 3 d Satz 2 KWG.
Transaktionen
Mit Kaufvertrag vom September 2009 hat der AXA Konzern die Anteile an der dänischen Vertriebsgesellschaft K. Rerup & Co. A/S, Kopenhagen erworben. Die Anteile sollen mit dinglicher Wirkung zum Dezember 2009 übertragen werden. Weiter wurden 25 Prozent der Anteile des AXA Konzerns an der Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG im Juli 2009 an die Deutsche Apotheker- und Ärztebank e.G. verkauft.
Squeeze-out: Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre
In der ordentlichen Hauptversammlung der DBV Holding AG am 3. Juli 2008 wurde der Beschluss gefasst, die Aktien der Minderheitsaktionäre gegen eine entsprechende Barabfindung an die AXA Konzern AG zu übertragen. Dieser Übertragungsbeschluss wurde am 9. April 2009 in das Handelsregister der DBV Holding AG eingetragen. Damit sind kraft Gesetzes sämtliche Aktien der Minderheitsaktionäre der DBV Holding AG auf die AXA Konzern AG übergegangen. Die Übertragung der Aktien erfolgt gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung von 70,71 Euro je Aktie der DBV Holding AG. Zusätzlich zu der Barabfindung erhalten die Minderheitsaktionäre, die aufgrund der erfolgten Eintragung des Übertragungsbeschlusses aus der DBV Holding AG ausgeschieden sind, von der AXA Konzern AG einen Betrag in Höhe des zeitanteiligen Ausgleichs (Garantiedividende) aus dem im September 2008 wirksam gewordenen Beherrschungsvertrag zwischen der zum AXA Konzern gehörenden WinCom Versicherungs-Holding AG und der DBV Holding AG. Die ausgeschiedenen Minderheitsaktionäre erhalten damit zusätzlich zur Barabfindung einen weiteren Betrag von 5,80 Euro je Aktie (vor Abzug gegebenenfalls anfallender Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag).
Die Notierung der Aktien der DBV Holding AG im regulierten Markt wurde mit Ablauf des 14. April 2009 eingestellt.
Ausblick
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Auf Basis der Entwicklungen des ersten Halbjahres 2009 ist davon auszugehen, dass das gesamte Jahr deutlich von der aktuellen Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft geprägt sein wird. Insbesondere wird erwartet, dass die Folgen am Arbeitsmarkt deutlich spürbar werden. Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft wird das Bruttoinlandsprodukt 2009 um ca. 6,0 % sinken. Für die zweite Jahreshälfte wird, ausgelöst durch staatliche Konjunkturprogramme sowie durch weiterhin relativ niedrige Öl- und Rohstoffpreise, ein leichter Anstieg der Produktion und damit einhergehend eine Stabilisierung der deutschen Wirtschaft prognostiziert. Auch für 2010 wird allenfalls ein Wachstum leicht über Null erwartet.
Hintergrund für diese Entwicklung ist ein Einbruch des Exports, der wiederum insbesondere aus der Rezession in den Abnehmerländern resultiert. Die Binnennachfrage erwies sich bislang als stabilisierender Faktor, nicht zuletzt wegen der Konjunkturprogramme wie der Umweltprämie. Allerdings wird für das Jahr 2009 erwartet, dass im schlimmsten Falle bis zu 750.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren und die Zahl der Arbeitslosen auf über 4 Millionen steigt. Die Anzahl der Kurzarbeiter hat sich mittlerweile auf 1,3 Millionen erhöht, was einer Vervierfachung des Wertes von Dezember 2008 entspricht. Andere Unternehmen bauen ihre Zeitkonten aus konjunkturellen Hochphasen ab. Dies alles wird trotz Lohnerhöhungen in der Gesamtwirtschaft (2009: +2,5%, 2010: +1,5%) zu einer Belastung der privaten Konsumnachfrage führen.
Auf den Kapitalmärkten hat sich die weltweite Kreditkrise in den ersten Monaten des Jahres 2009 deutlich verschärft und zu einer erheblichen Ausweitung der Risikoaufschläge sämtlicher Kreditprodukte gegenüber Staatsanleihen geführt. Selbst einzelne Staaten auch innerhalb der Eurozone wie Ungarn, Rumänien oder Lettland konnten nur durch massive internationale Hilfe ihren vollständigen Verlust der Kreditwürdigkeit vermeiden. Einzelne systemrelevante Emittenten wie Hypo Real Estate erforderten massive staatliche Stützungsmaßnahmen. Auch an den Aktienmärkten kam es infolgedessen weiterhin zu teilweise starken Kursrückgängen, wodurch die Indizes auf das Niveau von 2003 und in den USA sogar von 1997 fielen. Die weitere Entwicklung der Kapitalmärkte wird davon abhängen, ob neue Negativmeldungen die Anleger verunsichern und zusätzliche Kursrückgänge verursachen. Die Aktienmärkte haben sich mittlerweile aber wieder deutlich erhöht.
Vor diesem Hintergrund wird für 2009 nicht erwartet, dass vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld positive Impulse auf die Beitragsentwicklung der deutschen Versicherungswirtschaft ausgehen.
Versicherungswirtschaft
Nach leichtem Anstieg im Jahr 2008 (+1,0%) wird das Beitragsvolumen der deutschen Versicherungswirtschaft für 2009 laut einer Schätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vom Juni 2009 nur um 0,5% steigen. Der Grund hierfür liegt vornehmlich in der Entwicklung in der Lebensversicherung. Es wird insgesamt mit einer Beitragsstagnation gerechnet. Ein stagnierendes bis leicht steigendes Beitragsaufkommen wird für die Schaden- und Unfallversicherung erwartet, wobei die Entwicklung in den einzelnen Zweigen und Sparten stark unterschiedlich verläuft. Lediglich in der Krankenversicherung wird eine unverändert positive Entwicklung erwartet, so dass mit einer Steigerung der Beitragseinnahmen in Höhe des Vorjahresniveaus von 3% gerechnet wird.
Die Entwicklung der Lebensversicherung wird von gegenteiligen Effekten beeinflusst. Einerseits endet die Beitragszahlung für auf 5 Jahre abgeschlossene Verträge, die noch 2004 unter Nutzung der damals bestehenden steuerlichen Anreize geschlossen wurden. Alleine dadurch ist bei den laufenden Beiträgen ein Rückgang von 2% zu erwarten. Auch das Storno wird sich im Jahresverlauf leicht erhöhen. Gleichzeitig ist eine unverändert hohe Nachfrage nach Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag zu verzeichnen, die 2009 nochmals anstieg. Insgesamt ergibt sich somit für die Lebensversicherung eine Beitragsstagnation.
Für die private Krankenversicherung wird - in erster Linie aufgrund von Beitragsanpassungen - ein Beitragswachstum in Höhe von 3% erwartet. Insgesamt ist allerdings die zukünftige Entwicklung mit einer hohen Unsicherheit über die Auswirkungen der neuen gesetzlich erzwungenen Tarifwelt verbunden.
In der Schaden- und Unfallversicherung wird für das Jahr 2009 insgesamt eine Stagnation bis hin zu einem leichten Beitragszuwachs (0,2%) erwartet. Getragen wird dieses Wachstum insbesondere von gewerblichen und privaten Sachversicherungen, bei denen teilweise deutliche Beitragsanpassungen am Markt durchgesetzt werden konnten. In den besonders konjunkturabhängigen Zweigen wie Transportversicherung und Teile der Haftpflichtversicherung werden 2009 nur eingeschränkt Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren sein, so dass hier eine Entwicklung ähnlich der Gesamtsparte zu erwarten ist. In der Kraftfahrtversicherung wird der anhaltende Anbieterwettbewerb zu einem weiteren Rückgang der Beitragseinnahmen von voraussichtlich -1,4% führen. Bei standardisierten Pflichtversicherungen im gewerblichen und industriellen Bereich zeichnet sich eine Wende weg vom Trend zum „weichen“ Markt ab, so dass z.B. in der industriellen Sachversicherung (inkl. All Risks und Extended Coverage) ein Anstieg in Höhe von 0,8% erwartet wird.
Aussichten und Chancen der AXA
In der Lebensversicherung wird auch die AXA kurz- und mittelfristig von den Auswirkungen der Kapitalmarktkrise betroffen sein. Insoweit ist die Entwicklung der Branche insgesamt nur schwer vorherzusagen. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern ist einerseits zwar spürbar angestiegen, jedoch hat sich andererseits gerade in den vergangenen Monaten immer mehr das Geschäftsmodell der Lebensversicherer als in solchen Krisen tragfähig erwiesen. Die AXA Lebensversicherungsunternehmen als Mitglied der AXA Gruppe sehen sich hier in einer günstigen Ausgangslage. Die AXA Gruppe hat eine weit über dem Marktdurchschnitt liegende Kapitalkraft und Stabilität. Deshalb sehen wir die Krise auch als Chance an, uns bei unseren Kunden und am Markt als sicherer Partner zu positionieren und somit als Gewinner aus der Kapitalmarktkrise hervorzugehen.
Für unsere Lebensgesellschaften repräsentieren die nächsten Jahre einen weiteren Schritt in Richtung der Erreichung unserer anspruchsvollen Wachstums- und Ertragsziele. Ein wichtiger Meilenstein ist die Bündelung der IT-Systeme von AXA und DBV-Winterthur, die wir Mitte 2009 angestoßen haben. Gemäß der Markenstrategie des Konzerns wird die AXA Lebensversicherung AG maßgeblicher Anbieter für das gesamte Firmenkundengeschäft der Gruppe werden. Durch die Verbindung der starken internationalen Markenpositionierung der AXA und die weit überdurchschnittlichen Services des IT-Systems der DBV-Winterthur erwarten wir hier nachhaltige Wachstumsimpulse vor allem im komplexen Firmenkundengeschäft.
Der Fokus auf das wachsende und profitable Kundensegment der Privatkunden ab 50 Jahre wird weiter ausgebaut. Durch den innovativen und von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) zertifizierten Beratungsansatz „plan360°“, der im vergangenen Jahr durch ein ressortübergreifendes Projektteam für den deutschen Markt entwickelt wurde und der nunmehr in die Breite getragen wird, setzt die AXA hier neue Maßstäbe auf dem Markt. Begleitet durch das neue Produkt „Portfolio Plus Police“, das speziell für diese Zielgruppe konzipiert wurde, sehen wir in diesem Segment große Wachstumschancen.
Die DBV Deutsche Beamten Versicherung Lebensversicherung AG ist im AXA Konzern in Deutschland der Spezialversicherer für den Öffentlichen Dienst. Dieses traditionelle Hauptgeschäftsfeld der früheren Deutschen Beamten Lebensversicherung wird zunehmend von den Strukturen im AXA Konzern als einem der größten Lebensversicherer in Deutschland begünstigt. Das Segment Öffentlicher Dienst wird als eines von vier Geschäftssegmenten der AXA weiter ausgebaut werden, womit insbesondere auch die DBV Deutsche Beamten Versicherung Lebensversicherung eine besondere Rolle in der Zukunftsstrategie der AXA erhält.
Zu den einzelnen Zielgruppen innerhalb dieses Geschäftssegmentes verfügen wir über spezielles Know-how und über maßgeschneiderte Produkte. Mit der Dienstanfänger-Police für Beamte haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem wir unsere Position in diesem Segment deutlich ausbauen konnten. Die Altersversorgung der Beamten und Beschäftigten im Öffentlichen Dienst wurde in den letzten Jahren erheblich verändert. So steht nun auch Beamten die Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zur Verfügung. Mit unseren hoch qualifizierten Mitarbeitern und Verwaltungssystemen, über die wir in der betrieblichen Altersversorgung verfügen, bieten wir erfolgreich attraktive Lösungen an. Damit bündeln wir unsere Kompetenz und erzielen deutliche Synergien zwischen unseren Geschäftsfeldern Öffentlicher Dienst und Firmenkunden.
Seit Mai 2009 bieten alle Vertriebe des deutschen AXA Konzerns die Produkte der DBV Deutsche Beamten Versicherung Lebensversicherung AG im Segment des Öffentlichen Dienstes an. Dadurch erwarten wir eine Steigerung des Neugeschäftes in diesem Kernsegment. Einen besonderen Zugangsweg bieten uns dabei die Kooperationen mit Gewerkschaften und Berufsverbänden, da die Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Sektor gewerkschaftlich organisiert ist. Kompetenz und Zuverlässigkeit sind die Basis für eine gemeinsame langfristige Zusammenarbeit.
Im Bereich der betrieblichen Altersversorgung sind wir mit der Pro bAV und winsecura Pensionskasse am Markt vertreten. Auch hier wird die aktuelle Wirtschaftskrise, die zunehmend den deutschen Arbeitsmarkt erreicht, nicht ohne Auswirkungen bleiben. Allerdings bleibt der demographische Wandel und dessen Einfluss auf die Altersvorsorge weiter in der öffentlichen Diskussion. Deshalb erwarten wir, dass die betriebliche Altersversorgung ein wachsendes Segment des Vorsorgegeschäftes darstellt und die Pensionskassen als ein möglicher Durchführungsweg ein bedeutender Faktor bleiben. Neben der reinen Entgeltumwandlung rechnen wir damit, dass zukünftig vor allem auch mischfinanzierte Modelle, die partnerschaftlich von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert werden, zusätzlich an Bedeutung gewinnen werden.
In der Krankenversicherung wird uns die neue Stärke, die wir durch die Verschmelzung der DBV-Winterthur Krankenversicherung mit der AXA Krankenversicherung im deutschen Markt beispielsweise im Beihilfegeschäft erreicht haben, ermöglichen, unseren Marktanteil insbesondere bei Vollversicherungen auszubauen.
Auch wenn unser Neugeschäft insbesondere kurz vor dem Jahreswechsel sehr erfreulich war, wird es wegen staatlicher Maßnahmen in diesem Jahr für die ganze PKV und damit auch für uns schwieriger, Vollversicherungen zu verkaufen. Die erschwerten Zugangsregeln für Angestellte gelten weiter. In dieser Situation reagiert der Gesetzgeber auf die Konjunkturlage mit einer kreditfinanzierten staatlichen Absenkung des GKV-Beitrags, wodurch unsere Kunden vielfach belastet werden. PKV-Kunden gehören überproportional zu dem Teil der Bevölkerung, der Einkommensteuer zahlt, und finanzieren also zu einem großen Teil diese Maßnahme und die darauf entfallenden Zinsen. Andererseits profitieren sie davon nicht und müssen als Arbeitnehmer vielfach auch noch einen verminderten Zuschuss (maximal die Hälfte des GKV-Höchstbeitrags) ihres Arbeitgebers verkraften.
2009 wird voraussichtlich ein konjunkturell schwieriges Jahr. Die Wirtschaftsforscher gehen vom schärfsten Rezessionseinbruch seit Jahrzehnten aus. Das Potenzial an wirtschaftlich gesunden Selbstständigen wird daher kleiner. Außerdem belasten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Verkauf von Zusatzversicherungen. Andererseits führen aber genau diese Rahmenbedingungen voraussichtlich zu einer Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds, also der neuen finanziellen Basis der GKV. Kommt es dadurch zu einer Leistungseinschränkung, werden Erwerbstätige in von der Rezession weniger betroffenen Branchen verstärkt private Versicherungen nachfragen. Der Öffentliche Dienst ist von Konjunkturschwankungen weniger betroffen. Dank unserer Vertriebsstärke und unserer attraktiven Produkte erwarten wir daher in diesem Segment eine weitere Steigerung unserer Verkaufserfolge.
Die Entwicklung der Aktienkurse ist weiterhin kaum verlässlich vorhersagbar. Angesichts unserer inzwischen sehr niedrigen Aktienquote sind wir davon allerdings kaum betroffen. Die Zinssätze der Notenbanken liegen in wichtigen Wirtschaftsnationen wie den USA und Japan nahe null und werden bis Jahresende voraussichtlich nicht steigen. Staatsanleihen sind daher für die Kapitalanlage aktuell weniger geeignet. Aussichten auf einen höheren Kapitalertrag bieten in erster Linie Unternehmensanleihen bester Qualität, die allerdings in konjunkturell schwächeren Zeiten knapper werden. Die AXA Krankenversicherung wird sich dieser Entwicklung nicht entziehen können. Daher wird es anhaltend schwieriger, einen Nettozins mindestens in Höhe des Rechnungszinses zu erwirtschaften.
Unsere schon früh eingeführten und weiter ausgebauten Steuerungsinstrumente, die dem Kunden als Patienten Unterstützung bieten und zur Beitragsstabilität beitragen, finden weiterhin großen Anklang. Beispielhaft erwähnt seien hier das Hausarztprinzip und unsere Chroniker-Programme im Rahmen des Aktiven Gesundheits-Service. Auch die weiteren Maßnahmen im Rahmen des Aktiven Gesundheits-Service mit dem Ziel, eine höhere Beitragsstabilität zu erreichen, werden wir in gewohnt enger Abstimmung mit unseren Kunden und Vertriebspartnern sowie der Ärzteschaft konsequent fortführen.
Unsere Produkte sind weiterhin erfolgreich. Da außerdem unsere Beitragsanpassung zum 1. Januar 2009 wie schon in den Vorjahren moderat blieb und sich die Verteuerung durch die neuen Kalkulationsvorschriften für das Neugeschäft im Marktrahmen bewegt, erwarten wir auch für das laufende Jahr insgesamt ein gutes Neugeschäft und weiteres Beitragswachstum.
Bezogen auf die finanzielle Geschäftsentwicklung erwarten wir für das Jahr 2009 für den Schaden- und Unfallversicherungsmarkt ein Beitragsvolumen auf Vorjahresniveau. Als Ursache für die weiterhin anhaltende Stagnation in diesem Bereich sind vor allem die hohe Marktdurchdringung in zahlreichen Sparten und der bereits seit mehreren Jahren bestehende und auch 2009 weiter anhaltende starke Preiswettbewerb in der Kraftfahrtversicherung zu sehen. Auch zum Jahreswechsel 2009 wurden von vielen Wettbewerbern die Kraftfahrtversicherungstarife nochmals abgesenkt, so dass noch im laufenden Jahr mit einem weiteren marktweiten Beitragsrückgang in dieser Sparte zu rechnen ist. Darüber hinaus wird die Finanzmarktkrise die wirtschaftliche Rezession nach unserer Einschätzung verstärken und insbesondere im Firmenkundengeschäft voraussichtlich zu verminderten Beitragseinnahmen führen.
Für das Industrie- und Firmenkundengeschäft rechnen wir im Jahr 2009 mit einer rückläufigen Entwicklung im Markt. Wir gehen davon aus, dass die Finanzmarktkrise die wirtschaftliche Rezession verstärken und deutliche Umsatzrückgänge zur Folge haben wird. Diese Entwicklung wird insbesondere das produzierende Gewerbe betreffen. Für die Versicherungswirtschaft erwarten wir infolgedessen verminderte Beitragseinnahmen aus dem Firmenkundengeschäft. Untermauert wird diese Tendenz durch den weiterhin intensiven Preiswettbewerb infolge des hohen Angebots. Neben geringeren Beitragseinnahmen ist von höheren Rückversicherungskosten auszugehen, die von den Erstversicherern nicht vollständig weitergegeben werden können. Nicht zuletzt wird der Markt unserer Ansicht nach gestiegene Schadenaufwendungen nach der günstigen konjunkturellen Entwicklung in den vorangegangenen Jahren zu verzeichnen haben.
Entgegen dieser Marktentwicklung sehen wir unser Industrie- und Firmenkundengeschäft weiterhin auf profitablem Wachstumskurs. Grund für die insgesamt positive Prognose sind unser gut diversifiziertes Portfolio sowie die vielen innovativen und lösungsorientierten Konzepte in Verbindung mit unserer Lösungs- und Beratungskompetenz. Hiermit begegnen wir den gestiegenen Anforderungen unserer Kunden proaktiv, so beispielsweise im Bereich der Umweltrisiken. Neben internationalen Deckungskonzepten bieten wir auch Versicherungslösungen für neue wachstumsstarke Branchen, wie zum Beispiel den Markt für regenerative Energien. Auf Basis dieser konsequenten Ausrichtung an den Bedürfnissen unserer Kunden und Vermittler werden wir auch im Jahr 2009 erstklassigen Service bieten. Insgesamt rechnen wir mit einer Stärkung unserer Position als einer der führenden Industrie- und Firmenversicherer in Deutschland.
Unsere Sparte Garantie- und Kautionsversicherung wird hingegen von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am stärksten betroffen sein. Wir gehen jedoch davon aus, auf Basis unserer Expertise auch in diesem Geschäftsfeld weiterhin profitabel zu wachsen.
Im Privatkundengeschäft rechnen wir trotz verhaltenen Marktentwicklungsprognosen insgesamt mit stagnierenden bis leicht steigenden Beitragseinnahmen und Marktanteilen. So ist es uns zumindest teilweise gelungen, zum Jahreswechsel wieder einen Nettozuwachs an Verträgen in der Kraftfahrtversicherung zu erzielen. Allerdings wird hier der anhaltend aggressive Preiswettbewerb ein profitables Wachstum stark erschweren. Zum Ausgleich sollen neue Wachstumsfelder im Kooperationsbereich angegangen werden, wofür bereits erste Partner gewonnen werden konnten. Maßgeblich unterstützt wird unser Wachstumspotenzial durch die Einführung des überarbeiteten Bündelprodukts BOXplus (Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherung) zur Jahresmitte, das durch breit angelegte Werbekampagnen und gezielte Cross-Selling-Aktivitäten begleitet wird. Die Finanzmarktkrise wird sich im ersten Schritt auf das Privatkundengeschäft voraussichtlich weniger stark auswirken.
Für den deutschen AXA Konzern insgesamt wird aus operativer Sicht in 2009 die Fortführung der Integration der ehemaligen DBV-Winterthur Gesellschaften im Vordergrund stehen. Mit der Umstrukturierung im Segment Schaden- und Unfallversicherung haben wir diesbezüglich weitere Schritte bereits planmäßig umgesetzt. Insgesamt sehen wir uns dank unserer gesunden und soliden Kapitalbasis, unseres attraktiven Produkt- und Serviceangebots sowie unserer hohen Qualität in der Geschäftsabwicklung für den Wettbewerb hervorragend gerüstet.
Allerdings wird die angespannte Wirtschaftslage auch auf die AXA deutliche Auswirkungen zeigen. Bezogen auf die Beitragseinnahmen rechnen wir insgesamt mit einem stagnierenden Niveau bzw. geringen Anstieg. Dabei wird die Krankenversicherung vermutlich deutlicher wachsen als die Segmente Schaden/Unfall bzw. Leben.
Darüber hinaus werden auch wir uns einer weiteren Verschärfung der Finanzmarktkrise nicht entziehen können. Die bisherige Entwicklung des Jahres 2009 hat gezeigt, dass die Erholung der Aktienmärkte sowie die allgemein rückläufigen Risikoaufschläge (credit spreads) zu einer gewissen Entspannung auf Seiten der Kapitalanlagen geführt haben. Wesentliche und systematische Ausfälle auf unser Kreditportfolio waren bisher nicht zu verzeichnen – trotz zum Teil deutlicher Ratingherabstufungen. Allerdings zeigt sich auch, dass Einnahmen aus Dividenden und kurzfristigen Zinsen sinken. Hinsichtlich der Schaden-Kostenquote ergab sich bisher eine leichte Verbesserung.
Somit ist derzeit insbesondere aufgrund der hohen Volatilität der Kapitalmärkte und der damit verbundenen Unsicherheiten eine valide Aussage zu der künftigen Ertragsentwicklung nicht möglich. Bei anhaltender Wirtschaftskrise kann insbesondere bezogen auf nachrangige Darlehen und Genussscheine sowie strukturierte Produkte nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren Abschreibungen, rückläufigen Marktwerten und verminderten Erträgen kommt.
Köln, den 19. Oktober 2009
Der Vorstand
Konzernjahresabschluss
Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2008
Aktiva
| in Tsd. Euro | Anhang | 2008 | 2007 |
|---|---|---|---|
| A. Immaterielle Vermögensgegenstände | 1 | ||
| I. Geschäfts- oder Firmenwert | 973.768 | 944.162 | |
| II. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände | 535.723 | 549.715 | |
| 1.509.491 | 1.493.877 | ||
| B. Kapitalanlagen | |||
| I. Fremdgenutzte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 2 | 1.300.156 | 1.281.480 |
| II. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 3 | 84.184 | 35.922 |
| III. Finanzinstrumente | 4 | ||
| 1. Darlehen und Ausleihungen | 7.789.493 | 7.485.530 | |
| 2. Jederzeit veräußerbare Wertpapiere | 43.109.632 | 45.824.292 | |
| 3. Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente | 5.707.642 | 4.980.085 | |
| IV. Einlagen bei Kreditinstituten | 2.677.654 | 1.634.321 | |
| V. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft | 72.016 | 63.919 | |
| 60.740.777 | 61.305.549 | ||
| C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen | 1.160.508 | 1.443.950 | |
| D. Forderungen | |||
| I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft | 5 | 546.282 | 508.175 |
| II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft | 74.708 | 69.825 | |
| III. Steuerforderungen | 502.400 | 527.022 | |
| IV. Sonstige Forderungen | 6 | 485.583 | 689.756 |
| 1.608.973 | 1.794.778 | ||
| E. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen | 14 | 1.389.458 | 1.554.833 |
| F. Sonstige Vermögensgegenstände | |||
| I. Eigengenutzter Grundbesitz | 7 | 895 | 1.632 |
| II. Sachanlagen und Vorräte | 8 | 51.308 | 47.051 |
| III. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand | 9 | 373.706 | 336.135 |
| IV. Andere Vermögensgegenstände | 94.188 | 127.409 | |
| 520.097 | 512.227 | ||
| G. Rechnungsabgrenzungsposten | 10 | 388.868 | 268.654 |
| H Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände | 11 | 2.317 | 0 |
| 67.320.489 | 68.373.868 | ||
| Passiva | |||
| in TSD. EURO | Anhang | 2008 | 2007 |
| A. Eigenkapital | 12 | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 79.840 | 79.840 | |
| II. Kapitalrücklage | 1.295.721 | 1.278.197 | |
| III. Gewinnrücklagen | 2.135.772 | 1.571.693 | |
| IV. Neubewertungsrücklage | 198.733 | 186.708 | |
| V. Rücklage aus der Währungsumrechnung | -13.622 | -11.164 | |
| VI. Konzernergebnis, den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend | 112.801 | 563.973 | |
| VII. Ausgleichsposten für die Anteile der anderen Gesellschafter | 57.601 | 114.125 | |
| 3.866.846 | 3.783.372 | ||
| B. Nachrangige Verbindlichkeiten | 13 | 0 | 491.375 |
| C. Versicherungstechnische Rückstellungen | 14 | ||
| I. Beitragsüberträge | 754.450 | 790.840 | |
| II. Deckungsrückstellung | 43.865.475 | 43.266.079 | |
| III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | 6.116.358 | 6.132.409 | |
| IV. Rückstellung für Beitragsrückerstattung | 2.709.866 | 2.619.259 | |
| V. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen | 35.837 | 32.725 | |
| 53.481.986 | 52.841.312 | ||
| D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung | 1.160.508 | 1.443.950 | |
| E. Andere Rückstellungen | |||
| I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 15 | 1.470.558 | 1.439.448 |
| II. Steuerrückstellungen | 429.661 | 674.568 | |
| III. Sonstige Rückstellungen | 16 | 610.543 | 640.259 |
| 2.510.762 | 2.754.275 | ||
| F. Andere Verbindlichkeiten | |||
| I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft | 17 | 2.740.462 | 2.959.427 |
| II. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft | 803.486 | 937.115 | |
| III. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft | 226.305 | 249.613 | |
| IV. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 18 | 342.213 | 415.001 |
| V. Sonstige Verbindlichkeiten | 19 | 2.115.708 | 2.401.369 |
| 6.228.174 | 6.962.525 | ||
| G. Rechnungsabgrenzungsposten | 9.360 | 7.081 | |
| H. Steuerabgrenzung | 20 | 62.853 | 89.978 |
| 67.320.489 | 68.373.868 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2008
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Anhang | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Gebuchte Bruttobeiträge | 21 | ||||
| a) Leben/Kranken | 6.005.223 | 6.058.509 | |||
| b) Schaden/Unfall | 3.578.323 | 3.553.060 | |||
| 9.583.546 | 9.611.569 | ||||
| 2. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung | |||||
| a) Leben/Kranken | 5.963.645 | 5.998.093 | |||
| b) Schaden/Unfall | 2.730.044 | 2.663.217 | |||
| 8.693.689 | 8.661.310 | ||||
| 3. Kapitalanlageergebnis | 22 | ||||
| a) Leben/Kranken | 259.759 | 2.288.308 | |||
| b) Schaden/Unfall / Übrige | 178.363 | 569.341 | |||
| 438.122 | 2.857.649 | ||||
| davon: Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | -2.628 | 5.728 | |||
| 4. Versicherungsleistungen für eigene Rechnung | 23 | ||||
| a) Leben/Kranken | 5.452.489 | 7.080.182 | |||
| b) Schaden/Unfall | 1.718.561 | 1.772.638 | |||
| 7.171.050 | 8.852.820 | ||||
| 5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung | 24 | ||||
| a) Leben/Kranken | 687.915 | 785.421 | |||
| b) Schaden/Unfall | 902.644 | 856.056 | |||
| 1.590.559 | 1.641.477 | ||||
| 6. Sonstige Erträge | 25 | 692.804 | 638.954 | ||
| 7. Sonstige Aufwendungen | 26 | 936.338 | 874.170 | ||
| 8. Finanzierungsaufwendungen | 27 | 20.996 | 56.769 | ||
| 9. Steuern | 28 | ||||
| a) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -16.658 | 163.397 | |||
| b) Sonstige Steuern | 8.726 | 4.426 | |||
| -7.932 | 167.823 | ||||
| Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach | |||||
| 10. Steuern | 29 | 0 | 5.443 | ||
| 11. Konzernergebnis | 30 | 113.604 | 570.297 | ||
| davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend | 112.801 | 563.973 | |||
| davon Anteile anderer Gesellschafter | 804 | 6.324 | |||
| 12. Ergebnis je Aktie (unverwässert; in Euro) | 31 | 3,35 | 21,48 | ||
| Dividende je Stammaktie (in Euro) | 4,93 | - | |||
| Dividende je Vorzugsaktie (in Euro) | 4,99 | 0,11 |
Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 113.604 | 570.297 |
| Währungsschwankungen | -2.458 | -4.111 |
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren und assoziierten Unternehmen | 2.451 | -422.382 |
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten | 11.856 | -6.637 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen | 11.539 | 137.515 |
| Gesamtertrag für die Periode | 136.992 | 274.682 |
| davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend | 133.967 | 271.227 |
| davon Anteile anderer Gesellschafter | 3.025 | 3.455 |
Konzern-Kapitalflussrechnung
| in Mio. Euro | Bilanz, GuV | 2008 | 2007 |
|---|---|---|---|
| 1 Betriebliche Geschäftstätigkeit | |||
| Konzernergebnis | 30 | 113 | 570 |
| Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen (netto) | -614 | 1.129 | |
| Reduzierung des Rückdeckungsvertrages mit der Hamburger / Berliner Ärztekammer | 255 | 333 | |
| Veränderung von Depotforderungen/-verbindlichkeiten | -142 | -50 | |
| Veränderung von Abrechnungsforderungen/-verbindlichkeiten | -28 | 155 | |
| Marktwertänderungen der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente | 661 | -55 | |
| Veränderung der sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten | -187 | 255 | |
| Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen | 59 | -480 | |
| Veränderung sonstiger Bilanzposten | -419 | 635 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen | 997 | 300 | |
| Kapitalfluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | 695 | 2.792 | |
| 2 Investitionstätigkeit | |||
| Reduzierung des Rückdeckungsvertrages mit der Hamburger Ärztekammer | -255 | -333 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf bzw. Auszahlungen aus dem Erwerb von Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen | 235 | -100 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf der niederländischen Geschäftseinheiten | 0 | 78 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von übrigen Kapitalanlagen | 10.421 | 16.649 | |
| Auszahlungen aus dem Erwerb von übrigen Kapitalanlagen | -10.269 | -18.833 | |
| Sonstige Ein- und Auszahlungen | -91 | 134 | |
| Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit | 41 | -2.405 | |
| 3 Finanzierungstätigkeit | |||
| Dividendenzahlungen | |||
| der AXA Konzern AG | -1 | -50 | |
| der Tochterunternehmen an Gesellschafter außerhalb des Konzerns | -4 | -4 | |
| Einzahlungen/Auszahlungen aus sonstiger Finanzierungstätigkeit | -691 | -374 | |
| Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit | -696 | -428 | |
| 4 Zahlungsmittel und -äquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres | 9 | 335 | 378 |
| 5 Liquiditätswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und -äquivalente | 40 | -42 | |
| 6 Währungskursbedingte Veränderungen der Zahlungsmittel | -1 | -1 | |
| 7 Zahlungsmittel und -äquivalente zum Ende des Geschäftsjahres | 9 | 374 | 335 |
Die Kapitalflussrechnung des AXA Konzerns erläutert den Stand der Zahlungsmittel (laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestände) zu Beginn und zum Ende des Geschäftsjahres; die Ermittlung erfolgt somit wie in den Vorjahren nach der indirekten Methode.
Im Geschäftsjahr 2008 erhöhten sich die Zahlungsmittel um 39 Mio. Euro auf 374 Mio. Euro. Der Kapitalfluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (1) verminderte sich auf 695 Mio. Euro. Wie im Vorjahr beeinflußte die Rückführung des Rückdeckungsvertrages mit der Hamburger Ärztekammer einzelne Teile der Kapitalflussrechnung. Die Verminderung insbesondere der versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe von 255 Mio. Euro (2007: 333 Mio. Euro) sowie hierzu korrespondierend des Kapitalanlagebestandes war zwar nicht zahlungswirksam, wirkt sich jedoch in der Kapitalflussrechnung sowohl auf den Kapitalfluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit als auch auf den Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit aus.
Der mit der Inverstitionstätigkeit verbundene Zahlungsmittezufluss beträgt 41 Mio. Euro; der Zahlungsmittelabfluss hinsichtlich der Finanzierungstätigkeit betrifft im Wesentlichen die Tilgung eines Nachrangdarlehens in Höhe von 491 Mio. Euro sowie weitere 200 Mio. Euro Darlehensverbindlichkeiten der AXA Beteiligungs Gesellschaft mbh.
Die erhaltenen Zinsen betragen 2.200 Mio. Euro (2007: 2.337 Mio. Euro).
Die Zinsaufwendungen einschließlich Finanzierungsaufwendungen belaufen sich auf 76 Mio. Euro (2007:129 Mio. Euro). Hiervon entfallen 21 Mio. Euro auf in der AXA Gruppe genommene Nachrangdarlehen. 41 Mio. Euro (2007: 25 Mio. Euro) betreffen zu Refinanzierungszwecken und zur Liquiditätssteuerung aufgenommene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten seitens der AXA Bank AG.
Die erhaltenen Dividenden betragen 289 Mio. Euro (2007: 295 Mio. Euro). Die gezahlten Dividenden beliefen sich auf 5 Mio. Euro (2007: 54 Mio. Euro).
Die gezahlten Ertragsteuern betragen 386 Mio. Euro (2007: 257 Mio. Euro).
Konzern-Anhang
Aufstellungsgrundsätze und Rechtsvorschriften
Die AXA Konzern AG und ihre Konzernunternehmen betreiben Geschäfte in den Bereichen Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und Krankenversicherung, Pensionskassengeschäft, Bankgeschäft, Asset Management. Die Hauptverwaltung des AXA Konzerns befindet sich in Köln, Deutschland. Der Sitz der AXA Konzern AG ist Colonia-Allee 10–20, 51067 Köln, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Köln unter HRB 672. Muttergesellschaft des Konzerns ist die AXA, Paris. Die AXA ist direkt und über die Vinci B.V., Utrecht, sowie die Kölnische Verwaltungs-Aktiengesellschaft für Versicherungswerte, Köln, indirekt mit Mehrheit am Grundkapital der AXA Konzern AG beteiligt.
Der Konzernabschluss wird von der AXA Konzern AG gemäß der Verordnung (EG) 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendungen internationaler Rechnungslegungsstandards in Verbindung mit § 315 a HGB nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), so wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Vorstand der AXA Konzern AG hat am 19. Oktober 2009 den Konzernabschluss zur Veröffentlichung freigegeben. Es ist vorgesehen, dass der Aufsichtsrat der AXA Konzern AG mit Datum vom 13. November 2009 den Konzernabschluss billigt. Die Möglichkeit der Änderung des Konzernabschlusses durch die Hauptversammlung besteht nicht.
Seit 2002 gilt die Bezeichnung IFRS für das Gesamtkonzept der vom IASB verabschiedeten Standards. Die bisher vorhandenen Standards werden weiterhin als International Accounting Standards (IAS) bezeichnet. Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden alle Standards und Interpretationen angewendet, deren Anwendung für das Geschäftsjahr verpflichtend ist und wie sie von der Europäischen Union (EU) übernommen wurden.
Am 31. März 2004 hat das IASB IFRS 4 (Versicherungsverträge) veröffentlicht, welcher erstmals die Bilanzierung und Bewertung von Versicherungsverträgen regelt. Die AXA hat diesen Standard wie vorgeschrieben ab dem 1. Januar 2005 angewendet. Nach IFRS 4.13 besteht für Versicherungsunternehmen während der so genannten Phase I übergangsweise das Recht, die versicherungstechnischen Posten grundsätzlich nach den vorher angewandten Rechnungslegungsvorschriften zu bilanzieren und zu bewerten. Die AXA hat von diesem Recht Gebrauch gemacht und im Einklang mit IFRS 4.25 die unter Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) zum 31. Dezember 2004 entwickelten Bilanzierungsmethoden angewandt. Daneben gelten die Bestimmungen des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (VAG), der auf dieser Grundlage erlassenen Verordnungen und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV). Gemäß IFRS 4.14 gelten jedoch Ausnahmevorschriften für die unter IFRS nicht erlaubten Schwankungs- und Großrisikorückstellungen sowie für Rückversicherungsbeziehungen, die im Abschluss brutto darzustellen sind. Die Schwankungsrückstellungen wurden demnach in der IFRS-Eröffnungsbilanz unter Berücksichtigung latenter Steuern aufgelöst. Rückversicherungsbeziehungen sind in der Bilanz und im Anhang separat ausgewiesen.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt.
Der Risikobericht im Konzernlagebericht auf den Seiten 34 bis 64 enthält auch die gemäß IFRS 7 und IFRS 4 zu machenden Risikoangaben.
Folgende neu erlassene bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen sind erst für zukünftige Geschäftsjahre anzuwenden und wurden daher noch nicht berücksichtigt. Teilweise bedarf es noch der Übernahme durch die EU.
| • | IAS 1 – Revised – Presentation of Financial Statements |
| • | IAS 23 – Revised – Borrowing Costs |
| • | IAS 27 - Consolidated and Separate Financial Statements |
| • | IAS 32 - Financial Instruments: Presentation |
| • | IAS 39 - Financial Instruments: Recognition and Measurement |
| • | IFRS 2 - Share-based Payment |
| • | IFRS 3 - Business Combinations |
| • | IFRS 7 – Financial Instruments: Disclosures |
| • | IFRS 8 – Operating Segments |
| • | IFRIC 9 - Reassesment of Embedded Derivatives |
| • | IFRIC 13 - Customer Loyalty Programms |
| • | IFRIC 15 – Agreements for the construction of Real Estate |
| • | IFRIC 16 – Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation |
| • | IFRIC 17 – Distruibutions of Non-Cash Assets to Owners |
| • | IFRIC 18 - Transfers of Assets from Customers |
Gemäß des am 6. September 2007 veröffentlichten IAS 1 (Revised – Presentation of Financial Statements) erfolgt zukünftig eine andere Darstellung und Bezeichnung von Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung. Darüber hinaus ergeben sich Änderungen bezogen auf die Darstellung des Eigenkapitalspiegels und der Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen bei Veränderungen des Eigenkapitals, die nicht aufgrund der Eigentümerstellung erfolgen.
Wenn ein Unternehmen eine Bilanzierungs- oder Bewertungsmethode rückwirkend anwendet, muss es die Darstellung der Bilanz zu Beginn der frühesten Vergleichsperiode zeigen. Die Anwendung ist ab 1. Januar 2009 verpflichtend. IAS 1 hat keine Auswirkung auf die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des Konzernabschlusses der AXA.
Der im November 2006 veröffentlichte IFRS 8 (Operating Segments) verfolgt bei der Segmentberichterstattung einen Management-Ansatz und ersetzt IAS 14. IFRS 8 ist verpflichtend auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. IFRS 8 wird bei der erstmaligen Anwendung durch die AXA im Geschäftsjahr 2009 zu geänderten Angaben in der Segmentberichterstattung führen.
Am 29. März 2007 hat das IASB Änderungen zu IAS 23 (Revised – Borrowing Costs) veröffentlicht. Danach ist ein Unternehmen künftig verpflichtet, Fremdkapitalkosten, die dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines so genannten qualifizierten Vermögenswertes zugerechnet werden können, als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Das Wahlrecht, die Fremdkapitalkosten als sofortigen Aufwand zu erfassen entfällt somit. Der geänderte Standard ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Aufgrund des jährlichen „Improvement projects“ des IASB, veröffentlicht im Mai 2008, wurde der IAS 23 dahingehend geändert, dass der Zinsaufwand nach der Effektivzinsmethode, wie sie in IAS 39 definiert ist, berechnet wird. Die Änderung ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Anwendung des geänderten IAS 23 wird im Konzernabschluss der AXA im Geschäftsjahr 2009 keine wesentlichen Auswirkungen haben, da keine qualifizierten Vermögensgegenstände vorliegen.
Am 10. Januar 2008 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IFRS 3 (Business Combinations) und von IAS 27 (Consolidated and Separate Financial Statements) verabschiedet. Die Neuregelungen bringen maßgebliche Änderungen in Bezug auf Unternehmenszusammenschlüsse, Anteilsveräußerungen sowie im Hinblick auf Zukäufe von Minderheitenanteilen. Die Änderungen betreffen sowohl Bilanzierungs- als auch Bewertungsfragen. Die neue Fassung des IFRS 3 ist für Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden, deren Erwerbszeitpunkt in Berichtsperioden fällt, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die Änderungen des IAS 27 sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen.
Das IASB hat am 17. Januar 2008 Änderungen von IFRS 2 (Share-based Payment) veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Definition und Behandlung von Ausübungsbedingungen (Vesting Conditions) und Nicht-Ausübungsbedingungen (Non-vesting Conditions). Ferner befassen sich die Regelungen mit der Behandlung von Annulierungen (cancellations) einer Zusage durch eine andere Partei als das Unternehmen selbst. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen.
Das IASB hat am 14. Februar 2008 Änderungen einzelner Standards herausgegeben. Die Änderungen betreffen insbesondere IAS 32 (Financial Instruments: Presentation), IAS 1 (Revised – Presentation of Financial Statements), IFRS 7 (Financial Instruments: Disclosures), IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) sowie IFRIC 2 (Members' Shares in Co-operative Entities and Similar Instruments). Die Neuregelungen beinhalten im Wesentlichen Fragen zur Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital. Insbesondere besteht nun unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, kündbare Instrumente als Eigenkapital zu klassifizieren. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Auf den Konzernabschluss der AXA werden sich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.
Das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) hat am 28. Juni 2007 IFRIC 13 (Customer Loyalty Programmes) veröffentlicht. IFRIC 13 ist erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2008 beginnen, und betrifft die Bilanzierung von Kundentreueprogrammen wie Prämiengutschriften (Flugmeilen usw.), die den Kunden des Unternehmens gewährt werden. Die erstmalige Anwendung beider Interpretationen hat voraussichtlich keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der AXA.
Am 3. Juli 2008 wurden IFRIC 15 (Agreements for the Construction of Real Estate) und IFRIC 16 (Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation) veröffentlicht. Die Interpretationen sind erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden die am oder nach dem 1. Januar 2009 bzw. 1. Oktober 2008 beginnen. IFRIC 15 legt hinsichtlich der Erfassung von Erträgen aus dem Verkauf von Immobilien im Zeitraum vor Objektfertigstellung durch die Errichtungsgesellschaft fest, ob IAS 11 (construction contracts) oder IAS 18 (Revenue) anwendbar ist. IFRIC 16 betrifft die bilanzielle Abbildung der Absicherung des Fremdwährungsrisikos aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Beide Interpretationen haben für die AXA voraussichtlich keine wesentliche Relevanz.
Am 31. Juli 2008 hat das IASB Änderungen von IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) veröffentlicht, die verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die Änderungen betreffen die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Rahmen der Regelungen zum so genannten „Hedge Accounting“. Im Einzelnen beinhalten die Änderungen die Bilanzierung der Absicherung von Inflationsrisiken eines finanziellen Grundgeschäftes sowie die Eignung von bedingten Termingeschäften als Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings. Die Änderungen haben für die AXA voraussichtlich keine wesentliche Relevanz.
Das IFRIC hat am 27. November 2008 IFRIC 17 (Distributions of Non-cash Assets to Owners) veröffentlicht. Die Anwendung ist prospektiv verpflichtend für Geschäftsjahre die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. IFRIC 17 behandelt die Bilanzierung von Sachausschüttungen. Aus der Anwendung von IFRIC 17 werden sich im Konzernabschluss der AXA im Geschäftsjahr 2010 voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.
Am 29. Januar 2009 wurde IFRIC 18 (Transfers of Assets from Customers) veröffentlicht. IFRIC 18 gibt zusätzliche Hinweise zur Bilanzierung der Übertragung eines Vermögenswertes durch einen Kunden und ist erstmalig prospektiv auf Vermögensübertragungen anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 erfolgen. Aus der Anwendung von IFRIC 18 werden sich im Konzernabschluss der AXA im Geschäftsjahr 2009 voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.
Das IASB hat am 5. März 2009 Änderungen von IFRS 7 (Financial Instruments: Disclosures) veröffentlicht. Die Änderungen betreffen neben Angaben zur Ermittlung der Zeitwerte und zum Liquiditätsrisiko auch kleinere Änderungen von IFRS 4. Der Umfang der Angabepflichten zur Ermittlung der Zeitwerte wird insbesondere um eine tabellarische Aufgliederung der Finanzinstrumente anhand der aus den US-GAAP Standard SFAS 157 bekannten Fair-Value-Hierachie ergänzt. Die Angabepflichten zum Liquiditätsrisiko werden klargestellt und ergänzt. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind keine Vergleichsangaben darzustellen.
Am 12. März 2009 wurden Änderungen an IFRIC 9 (Reassesment of Embedded Derivatives) und IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) veröffentlicht. Die Änderungen dienen der Klarstellung der Bilanzierung von eingebetteten Derivaten bei der Umklassifizierung von Finanzinstrumenten aus der Kategorie „erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente“. Die Beurteilung von eingebetteten Derivaten hat auf Grundlage der Verhältnisse zum Erwerbszeitpunkt oder - bei späteren Vertragsänderungen - zum entsprechenden Zeitpunkt der Vertragsänderung zu erfolgen. Kann der beizulegende Zeitwert des eingebetteten Derivates nicht verlässlich ermittelt werden, darf keine Umklassifizierung aus der Kategorie „erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente“ erfolgen. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 30. Juni 2009 enden.
Das IASB hat am 26. Juni 2009 die geänderte Fassung von IFRS 2 (share based payments) veröffentlicht. Die Änderungen betreffen vor allem Einarbeitung von IFRIC 8 und IFRIC 11. Die Inhalte von IFRIC 8 (scope of IFRS2) und IFRIC 11 (IFRS 2—Group and Treasury ShareTransactions) wurden in den Standard integriert. Der überarbeitete Standard ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen.
Der Risikobericht enthält auch die gemäß IFRS 7 und IFRS 4 erforderlichen Risikoangaben.
Konsolidierungsgrundsätze und Konsolidierungskreis
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der in- und ausländischen Tochterunternehmen, Investmentfonds und Zweckgesellschaften sind einheitlich auf den Stichtag des Jahresabschlusses der AXA Konzern AG (31. Dezember) erstellt und in Abschlüsse transformiert worden, die dem konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrahmen gemäß den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), so wie sie in der EU anzuwenden sind, entsprechen.
Die im Rahmen von IFRS 1 zulässigen Befreiungsvorschriften bezüglich Unternehmenszusammenschlüssen wurden angewendet. Demnach erfolgte die Kapitalkonsolidierung bis zum 31. Dezember 2003 nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbes oder zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Um das Eigenkapital zu ermitteln, werden die Vermögensgegenstände und Schulden des Tochterunternehmens mit ihren Zeitwerten angesetzt.
Die für die 1999 erworbene ehemalige Albingia-Gruppe ermittelten Unterschiedsbeträge wurden wegen ihrer erheblichen Größenordnung als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und bis zum 31. Dezember 2003 nach HGB ratierlich über 30 Jahre erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Ab 1. Januar 2004 wird der Geschäfts- oder Firmenwert nach IFRS jährlich auf seine Werthaltigkeit geprüft und falls erforderlich außerplanmäßig abgeschrieben.
Der den anderen Gesellschaftern zustehende Gewinn bzw. der auf sie entfallende Verlust wird grundsätzlich von dem jeweiligen Ergebnis der konsolidierten IFRS-Bilanz entsprechend ihrer Beteiligungsquote ermittelt.
Forderungen und Verbindlichkeiten, konzerninterne Zwischenergebnisse sowie Erträge und Aufwendungen wurden eliminiert.
Die Währungsumrechnung in Euro erfolgte für die in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen grundsätzlich mit den Kursen zum Bilanzstichtag.
In den Konzernabschluss sind neben der AXA Konzern AG verbundene Tochterunternehmen, Investmentfonds und Zweckgesellschaften einbezogen worden, über die eine Beherrschungsmöglichkeit besteht.
Unternehmen, auf die die AXA Konzern AG oder ein verbundenes konsolidiertes Tochterunternehmen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), wurden mittels der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Neben der AXA Konzern AG wurden 51 (2007: 53) Tochtergesellschaften voll konsolidiert.
Bezüglich des Konsolidierungskreises gab es in 2008 keine wesentlichen Änderungen.
Mitte des Jahres 2008 wurde die DBV-Winterthur Krankenversicherung AG, Wiesbaden, auf die AXA Krankenversicherung AG, Köln, verschmolzen. Die Verschmelzung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AXA Konzerns.
Im Rahmen des Integrationsprozesses der Gesellschaften des DBV-Winterthur Teilkonzerns in den AXA Konzern wurde im Geschäftsjahr 2009 in den jeweiligen Hauptversammlungen der Gesellschaften des DBV-Konzerns beschlossen, die Firmierung an den Konzernstandard des AXA Konzerns anzupassen, insbesondere den Firmenzusatz "Winterthur" entfallen zu lassen. So firmiert die DBV-Winterthur Lebensversicherung AG nun unter "DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG" und die DBV-Winterthur Holding AG unter "DBV Holding AG". Im Geschäftsbericht werden ausschliesslich die neuen Firmenbezeichnungen verwendet.
Ermittlungs- und Bewertungsmethoden
Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Im Jahr 2005 veröffentlichte das IASB neue Standards, Interpretationen sowie Änderungen zu bestehenden Standards, deren Anwendung für das Geschäftsjahr 2007 verpflichtend ist. Die aus Sicht des AXA Konzern wichtigsten Neuerungen betreffen IAS 39, IFRS 7, IFRIC 11, IFRIC 12 sowie IFRIC 14.
Als Reaktion auf die im Zuge der Finanzmarktkrise eingetretenen erheblichen Wertminderungen an den Kapitalmärkten hat das IASB am 13. Oktober 2008 Änderungen von IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) und IFRS 7 (Financial Instruments: Disclosures) veröffentlicht. Die Änderungen ermöglichen unter bestimmten Bedingungen die Umklassifizierung bestimmter nichtderivativer Finanzinstrumente aus der Kategorie „erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente“ und der Kategorie „jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente“ in die Kategorie „Darlehen und Ausleihungen“ oder „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente“. Für die Unternehmen besteht somit die Möglichkeit bestimmte zum Zeitwert bilanzierte Finanzinstrumente in eine Kategorie umzugliedern, in der die Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Der AXA Konzern hat von den Möglichkeiten der Umklassifizierung keinen Gebrauch gemacht.
Die weltweite Finanzmarktkrise führte in der zweiten Jahreshälfte zu einem erheblichen Rückgang der Liquidität insbesondere auf den Märkten für strukturierte Kreditprodukte (Asset Backed Securities, Collateralized Backed Securities, etc.). In Ermangelung eines aktiven Marktes eignen sich die von Brokern und den emittierenden Banken gestellten Preise im Unterschied zum Vorjahr grundsätzlich nicht zur Ermittlung des Zeitwertes. Aus diesem Grund erfolgt zum Stichtag die Bewertung des überwiegenden Teils der strukturierten Kreditprodukte auf der Grundlage von Barwertverfahren (Discounted Cash Flow Verfahren). Die von der Bewertungsänderung betroffenen strukturierten Kreditprodukte sind in der Kategorie „jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente“ und „erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente“ ausgewiesen. Aus der Umstellung der Bewertungsmethode resultiert nach Abzug von latenter Beitragsrückerstattung, latenter Steuer und Minderheitsanteilen ein positiver Effekt von 95,2 Mio. Euro auf Eigenkapital und Konzernjahresüberschuss.
Am 2. November 2006 wurde IFRIC 11 (IFRS 2 – Group and Treasury Share Transactions) veröffentlicht. Die Interpretation enthält Richtlinien über die Bilanzierung von konzernweiten aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen. Sie befasst sich mit den Auswirkungen von Mitarbeiterwechseln innerhalb eines Konzerns nach IFRS 2 sowie mit der Behandlung von aktienbasierten Vergütungen, bei denen das Tochterunternehmen eigene Aktien an die Arbeitnehmer ausgibt oder von einem Dritten erwerben muss, oder bei denen das Mutterunternehmen an die Arbeitnehmer des Tochterunternehmens die Aktien ausgibt. IFRIC 11 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. März 2007 beginnen.
Aufgrund der Anwendung des IFRIC 11 im Konzernabschluss der AXA wurde für die an Vorstände und Mitarbeiter des AXA Konzerns von der AXA, Paris, ausgegebenen aktienbasierten Vergütungen ein um 6,6 Mio. EUR erhöhter Personalaufwand bzw.erhöhtes Eigenkapital ausgewiesen.
IFRIC 12 (Service Concession Arrangements) wurde am 30. November 2006 veröffentlicht und ist zum 1. Januar 2008 erstmalig anzuwenden. IFRIC 12 regelt Details zur bilanziellen Abbildung von öffentlichen Dienstleistungen, die über entsprechende Konzessionen von der öffentlichen Hand an die Privatwirtschaft vergeben wurden. Die erstmalige Anwendung der Interpretation hatte keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der AXA.
IFRIC 14 (IAS 19 – The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Interaction) widmet sich der Wechselwirkung zwischen Mindestfinanzierungsvorschriften und der durch IAS 19 definierten Bewertungsobergrenze für leistungsorientierte Vermögenswerte und Schulden. IFRIC 14 trat für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2008 beginnen. Die Anwendung von IFRIC 14 hatte im Konzernabschluss der AXA im Geschäftsjahr 2008 keine Auswirkungen.
Annahmen, Schätzungen und Ermessensausübungen
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen, Schätzungen und Ermessensausübungen bei der Bewertung bestimmter Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sowie bei der Beurteilung von Eventualverbindlichkeiten zu treffen.
Posten, die unter Berücksichtigung von Annahmen und Schätzungen bewertet werden, sind:
| ― | Zeitwerte bestimmter Finanzinstrumente |
| ― | erzielbare Beträge zur Bestimmung von Wertminderungen von Vermögenswerten (soweit nicht öffentlich festgestellte Marktpreise zur Verfügung stehen) |
| ― | versicherungstechnische Rückstellungen |
| ― | latente Steuern |
| ― | Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen |
| ― | Übrige Rückstellungen |
| ― | Eventualverbindlichkeiten |
Die der Bewertung zu Grunde liegenden Annahmen und Schätzungen sind in den nachfolgenden Ermittlungs- und Bewertungsmethoden bzw. direkt in den Erläuterungen zu den Werten dargestellt.
Aktiva
Die immateriellen Vermögensgegenstände setzen sich aus dem Geschäfts- oder Firmenwert und den sonstigen immateriellen Vermögensgegenständen zusammen.
Bei dem Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) handelt es sich zum einen um den Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung der 1999 erworbenen ehemaligen Albingia-Gruppe. Nach dem HGB wurde der Unterschiedsbetrag ratierlich über 30 Jahre erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Der hieraus zum 31. Dezember 2003 entstandene Buchwert wurde in der IFRS-Eröffnungsbilanz übernommen. Zum anderen wurde der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts der DBV-Winterthur im Rahmen der Erstkonsolidierung übernommen (Buchwertfortführung). Beide Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich pro zahlungsmittelgenerierende Einheit auf ihre Werthaltigkeit geprüft und falls notwendig erfolgswirksam wertberichtigt. Die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen dabei den Segmenten, da diese jeweils weitgehend unabhängig voneinander Zahlungsmittel erwirtschaften. Für jedes Segment, dem ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, wird der Nutzungswert bestimmt. Der Nutzungswert entspricht dabei den diskontierten Zahlungsströmen, die dem Anteilseigner aus dem Betrieb des Versicherungsgeschäftes verbleiben.
Die Berechnungen des Nutzungswertes basieren auf der internen 3-jährigen Planungsrechnung. Der gesamte Projektionszeitraum beträgt 30 Jahre, wobei die erwartete Abwicklung des Versicherungsbestandes berücksichtigt wird. Wachstum durch Neugeschäft wird nicht für die gesamte Projektionsdauer angenommen. Die verwendete Diskontrate wird für das jeweils modellierte Geschäft je nach Laufzeiten und Versicherungszweigen getrennt festgelegt und beträgt im Segment Schaden/Unfall zwischen 5,6 und 7,2 %. Die erwartete Kapitalanlagerendite wird für das Segment Schaden/Unfall unter Berücksichtigung der Kapitalanlagenallokation und der langfristig erwarteten Renditen der einzelnen Anlageklassen ermittelt. Für das Segment Leben basieren die Diskontrate sowie die Kapitalanlagerendite auf einem risikofreien Zinssatz. Risiken werden im Segment Leben stochastisch simuliert.
Soweit möglich, werden bei der Feststellung des Nutzungswertes zusätzlich externe Wertgutachten berücksichtigt. Liegt der Nutzungswert über dem Wert des bilanzierten Eigenkapitals des Segments, liegt keine Wertminderung vor.
Bei den sonstigen immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich um selbst erstellte und erworbene EDV-Software sowie um erworbene Versicherungsbestände. Sie werden zu Anschaffungskosten / Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und außerplanmäßiger Wertminderungen aufwandswirksam angesetzt. Die Abschreibungen der EDV-Software erfolgen entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer über maximal 10 Jahre linear. Bei erworbenen Versicherungsbeständen handelt es sich um den Barwert der künftigen Überschüsse des erworbenen Versicherungsbestandes nach Abzug von Überschußbeteiligung für die Versicherungsnehmer. Hier erfolgt die Abschreibung auf Basis der zukünftig erwarteten Gewinne über die nächsten 50 Jahre bei regelmäßiger Überprüfung der getroffenen Annahmen. Fremdgenutzte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, die als langfristige Kapitalanlagen gehalten werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen, angesetzt. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über die erwartete Nutzungsdauer von maximal 50 Jahren. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn eine Wertminderung vorliegt. Zur Bestimmung der Wertminderung werden interne und externe Gutachten auf Basis von Ertragswertverfahren herangezogen, die anhand von nachhaltig erwarteten Miet- und Pachterträgen den Zeitwert der Grundstücke und Gebäude ermitteln, der dem erzielbaren Betrag entspricht. Kurzfristige Verkaufsabsichten werden bei der Wertermittlung berücksichtigt.
Eine Zuordnung zum fremdgenutzten bzw. eigengenutzten Grundbesitz erfolgt gemäß dem überwiegenden Grad der Nutzung. Erbbaurechte werden unter Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen und über die Laufzeit des Rechts amortisiert.
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.
Die Finanzinstrumente umfassen Darlehen und Ausleihungen, jederzeit veräußerbare Wertpapiere sowie erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente sind nicht im Bestand.
Darlehen und Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten (at amortized cost) bilanziert. Agien und Disagien werden laufzeitanteilig nach der Effektivzinsmethode amortisiert. Bei einem dauerhaften Absinken des Marktwertes unter die fortgeführten Anschaffungskosten (z. B. bei einer wesentlichen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Emittenten) wird außerplanmäßig erfolgswirksam abgeschrieben. Entfallen die Gründe für die dauerhafte Wertminderung, wird die Wertaufholung erfolgswirksam erfasst, allerdings höchstens bis zu dem Wert der fortgeführten Anschaffungskosten.
Jederzeit veräußerbare Wertpapiere (Aktien, sonstige nicht festverzinsliche Wertpapiere, festverzinsliche Wertpapiere und Publikumsfonds) werden grundsätzlich zum Erfüllungstag erfasst. Die Folgebewertung der Wertpapiere erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value). Nicht realisierte Gewinne oder Verluste, die sich aus dem Vergleich zwischen Zeitwert und Anschaffungskosten bzw. fortgeführten Anschaffungskosten ergeben, werden nach Abzug von latenten Steuern und ggf. latenter Beitragsrückerstattung erfolgsneutral mit dem Eigenkapital (Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente) verrechnet. Agien und Disagien werden bei festverzinslichen Wertpapieren laufzeitanteilig nach der Effektivzinsmethode amortisiert.
Wenn Wertminderungen von jederzeit veräußerbaren Wertpapieren als nicht vorübergehend betrachtet werden, erfolgen erfolgswirksame Abschreibungen. Festverzinsliche Wertpapiere werden als nicht vorübergehend wertgemindert betrachtet, wenn der Gesamtbetrag der aus den Vertragsbedingungen des Wertpapiers hervorgehenden Ansprüche als ganz oder teilweise uneinbringlich betrachtet werden muss, gewöhnlich aufgrund einer wesentlichen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Emittenten. Entfallen die Gründe für die dauerhafte Wertminderung, wird der Betrag der Wertaufholung erfolgswirksam erfasst. Aktien und andere Eigenkapitalinstrumente werden als wertgemindert betrachtet, wenn ihr Zeitwert am Bilanzstichtag signifikant (i.d.R. 20%) oder länger (i.d.R. sechs Monate) anhaltend unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten liegt. Reduziert sich der Betrag der Wertminderung in künftigen Berichtsperioden, wird die Wertaufholung erfolgsneutral im Eigenkapital (Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente) erfasst.
Die erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente umfassen Kapitalanlagen, die durch Ausübung der Fair-Value-Option des IAS 39 in diese Kategorie eingestuft wurden oder zum Zwecke des Handels und der kurzfristigen Gewinnerzielung erworben wurden, sowie derivative Finanzinstrumente, die nicht die Kriterien der Bilanzierung als anerkannte Sicherungsinstrumente (Hedge Accounting) erfüllen. Die im Rahmen der Fair-Value-Option zugeordneten Finanzinstrumente umfassen insbesondere Kapitalanlagen, die im Rahmen unserer Investmentstrategie auf Total Return Basis gesteuert werden. Bei diesen Investments stehen die Marktwertveränderungen und weniger die realisierten Kapitalanlageerträge im Vordergrund. Des Weiteren wurde die Fair-Value-Option für strukturierte (zusammengesetzte) Finanzinstrumente ausgeübt, deren eingebettete Derivate aus diesem Grund nicht von den nicht derivativen Basisverträgen getrennt wurden. Die Wertpapiere werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value). Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus den Marktwertschwankungen werden erfolgswirksam erfasst.
Zur Ertragsmehrung werden Wertpapierleihgeschäfte und echte Wertpapierpensionsgeschäfte abgeschlossen.
Bei Wertpapierleihgeschäften werden Wertpapiere an einen Dritten auf bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen Zahlung einer Gebühr übertragen. Nach Ablauf der vereinbarten Frist ist der Leihnehmer zur Rückgabe von Wertpapieren gleicher Art, Güte und Menge verpflichtet. Das Marktpreisrisiko verbleibt beim AXA Konzern als Leihgeber. Da kein Übergang von Chancen und Risiken erfolgt, werden die verliehenen Wertpapiere unverändert in der Bilanz des AXA Konzerns erfaßt und nach IAS 39 bewertet. Die dem AXA Konzern als Sicherheit gestellten Wertpapiere werden weiterhin vom Leihnehmer bilanziert.
Im Rahmen von echten Wertpapierpensionsgeschäften (Repo-Geschäfte) werden Wertpapiere an einen Dritten veräußert. Gleichzeitig wird vereinbart, diese Wertpapiere zu einem bestimmten Termin und Kurs zurückzuerwerben, so dass die Chancen und Risiken aus einer Martkpreisänderung der Wertpapiere beim AXA Konzern verbleiben. Somit sind die Wertpapiere nicht aus der Bilanz des AXA Konzerns auszubuchen und weiterhin nach IAS 39 zu bilanzieren. Die erhaltenen Geldzahlungen werden als sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Einlagen bei Kreditinstituten sowie Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft werden mit ihrem Nominalwert angesetzt, der den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (fondsgebundene Lebensversicherung) werden mit dem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bilanziert. Die nicht realisierten Gewinne und Verluste aus der Zeitwertermittlung werden erfolgswirksam vereinnahmt und über die Veränderung der entsprechenden Deckungsrückstellung ausgeglichen.
Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sowie Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft und sonstige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungen und notwendigen Wertberichtigungen angesetzt. Der Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst.
Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen wurden den vertraglichen Vereinbarungen entsprechend ermittelt.
Eigengenutzter Grundbesitz wird wie fremdgenutzter Grundbesitz bewertet. Eine Zuordnung zum eigengenutzten bzw. fremdgenutzten Grundbesitz erfolgt gemäß dem überwiegenden Grad der Nutzung. Sachanlagen und Vorräte umfassen technische Anlagen und Maschinen (EDV), Betriebs- und Geschäftsausstattung, Vorräte und Büromaterial. Die Sachanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer, bewertet. Finanzleasinggeschäfte existieren derzeit nicht. Vorräte werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um notwendige Abschreibungen, aktiviert.
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand, Treuhandvermögen und andere Vermögensgegenstände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Passiva
Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage beinhalten die von den Aktionären der AXA Konzern AG eingezahlten Beträge für die ausgegebenen Stamm- und Vorzugsaktien. Das gezeichnete Kapital entspricht dem rechnerischen Nennwert pro Aktie; die Kapitalrücklage enthält die darüber hinaus erhaltenen Beträge (Agien), insbesondere den Gegenwert der zum 01.01.2007 in die AXA Konzern AG eingelegte AXA Beteiligungsgesellschaft mbH (AMBH), ehemals Winterthur Beteiligungsgesellschaft mbH (WMBH).
Die Gewinnrücklagen beinhalten die bisher nicht ausgeschütteten Gewinne des Konzerns. Darüber hinaus wurden bis auf die Neubewertungsrücklage von Finanzinstrumenten die im Rahmen der Umstellung von HGB auf IFRS zum 1. Januar 2004 entstandenen Unterschiedsbeträge sowie die im Rahmen der Einbringung der WMBH entstandenen Unterschiedsbeträge auf die Anpassung der versicherungstechnischen Positionen der DBV-Winterthur in dieser Position ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus der jährlichen Überprüfung der aktuariellen Annahmen der Pensionsverpflichtungen resultieren (Sterblichkeit, Zins), werden ebenfalls direkt in den Gewinnrücklagen verbucht. Der Ausweis erfolgt nach Berücksichtigung von latenter Steuer und ggf. latenter Beitragsrückerstattung.
In der Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente werden die Unterschiedsbeträge ausgewiesen, die sich aus dem Vergleich zwischen beizulegenden Zeitwert und Anschaffungskosten bzw. fortgeführten Anschaffungskosten der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere ergeben. Darüber hinaus werden Wertveränderungen aus Cashflow Hedges in dieser Position erfasst. Der Ausweis erfolgt nach Berücksichtigung von latenter Steuer und ggf. latenter Beitragsrückerstattung.
Die Rücklage aus der Währungsumrechnung beinhaltet die im Rahmen der Umrechnung von ausländischen Tochtergesellschaften seit 1. Januar 2004 angefallenen Währungskursdifferenzen. Die zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS vorhandene Rücklage aus der Währungsumrechnung wurde erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Nachrangige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten passiviert. Agien und Disagien werden laufzeitanteilig nach der Effektivzinsmethode amortisiert.
Die Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen werden gemäß IFRS 4.13 i.V.m. IAS 8.10-12 nach bisher angewendetem Recht berücksichtigt. Alle Verträge erfüllen die Definition von Versicherungsverträgen oder Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung nach IFRS 4. Aus diesem Grunde gelten für die Ermittlung der versicherungstechnischen Rückstellungen die bis Ende 2004 im Konzernabschluss nach HGB angewendeten Grundsätze weiter. Abweichend von der HGB-Rechnungslegung ist gemäß IFRS 4.14 (a) der Ansatz einer Schwankungs- oder Großrisikenrückstellung nicht zulässig. Darüber hinaus wird zu jedem Bilanzstichtag die Angemessenheit der bilanzierten versicherungstechnischen Verpflichtungen unter Verwendung aktueller Schätzungen der künftigen Cashflows überprüft (Liability Adequacy Test). Ein Anpassungsbedarf hat sich daraus für den Berichtszeitraum nicht ergeben.
Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden separat auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen. Der Bilanzausweis auf der Passivseite erfolgt somit brutto, das heißt vor Abzug der Anteile der Rückversicherer.
Im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft folgten wir grundsätzlich den Aufgaben der Zedenten.
Die Beitragsüberträge für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wurden periodengerecht ermittelt. Bei dem in Rückdeckung übernommenen Geschäft wurden die Brutto-Beitragsüberträge anhand der Aufgaben der Vorversicherer unter Berücksichtigung eines Abzuges für nicht übertragsfähige Beitragsteile gestellt. Die Anteile der Rückversicherer an den Beitragsüberträgen wurden aus den Bruttowerten ermittelt.
Die Deckungsrückstellungen für die Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen einzelvertraglich, mit Ausnahme der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung, nach der prospektiven Methode und für beitragspflichtige Lebensversicherungen mit implizierter Berücksichtigung der künftigen Kosten ermittelt. Für die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung erfolgte die Berechnung nach der retrospektiven Methode. In der Lebensversicherung wurden bei Einmalbeitragsversicherungen, tariflich beitragsfreien und beitragsfreigestellten Versicherungen die künftigen Kosten explizit berücksichtigt. Die sich daraus ergebende Verwaltungskostenrückstellung für beitragsfreie Versicherungsjahre wurde ebenfalls in die Deckungsrückstellung eingestellt.
Im Einzelnen wurde für den Altbestand die Deckungsrückstellung nach dem von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht genehmigten Geschäftsplan in der geltenden Fassung bestimmt. Für den Neubestand wurde die Deckungsrückstellung nach den Grundsätzen bestimmt, die der Bundesanstalt mitgeteilt worden sind. Dabei wurden die BGH-Urteile vom 12. Oktober 2005 zu den Mindestrückkaufswerten in der Lebensversicherung berücksichtigt. Zur Berücksichtigung der gestiegenen Lebenserwartung wird für den Bestand an Rentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Sterbetafel DAV 2004 R kalkuliert wurden, die Deckungsrückstellung jährlich überprüft und soweit notwendig verstärkt, um der veränderten Lebenserwartung Rechnung zu tragen. Zur Ermittlung dieser zusätzlichen Deckungsrückstellung erfolgt für die Unternehmen des ehemaligen AXA-Konzerns einzelvertraglich eine Vergleichsrechnung mit dem Wert, der sich aus einer aktuariell angemessenen Interpolation der Deckungsrückstellungen entsprechend der Sterbetafel für Rentenversicherungen „DAV 2004 R – Bestand“ und „DAV 2004 R - B20“ ergibt, für die Unternehmen des ehemaligen DBV-Winterthur-Konzerns über eine einzelvertragliche Vergleichsrechnung entsprechend der Sterbetafel „DAV 2004 R-Bestand“ und angepasstem Sterblichkeitstrend. Positive Differenzen zwischen Vergleichsreserve und ursprünglicher Reserve wurden unter Verwendung unternehmensindividueller Storno- und Kapitalwahlrechtsquoten sowie der unternehmensunabhängigen Storno- und Kapitalwahlrechtsquoten gemäß DAV-Richtlinie aufgefüllt. Für den Bestand an Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen der deutschen Lebensversicherungsgesellschaften, die nicht nach den aktuellen Tafeln DAV 1997 I, TI und RI kalkuliert werden, erfolgte seit dem Jahr 1997 für die Deckungsrückstellung ebenfalls eine Vergleichsrechnung. Die Deckungsrückstellung erwies sich jedoch wie bereits in den Vorjahren auch für das Jahr 2007 als ausreichend. Bei fremdgeführten Konsortialverträgen sind die anteiligen Deckungsrückstellungen von den Konsortialführern nach deren Geschäftsplänen bzw. deren Grundsätzen berechnet worden.
Die noch nicht getilgten rechnungsmäßigen Abschlusskosten sind in den einzelnen Deckungsrückstellungen nur insoweit verrechnet worden, als sich dadurch keine negativen Werte bei den Lebensversicherungsunternehmen ergaben bzw. die geschäftsplanmäßige Deckungsrückstellung nicht unterschritten wurde. Soweit eine Verrechnung zulässig, aber noch nicht möglich war, wurden die noch nicht getilgten Abschlusskosten als Forderungen an Versicherungsnehmer aktiviert.
In der Krankenversicherung wurde die Alterungsrückstellung unter Beachtung der von einem unabhängigen Treuhänder geprüften und der Aufsichtsbehörde vorgelegten technischen Berechnungsgrundlagen errechnet. Als Berechnungsgrundlagen dienten – Restkreditversicherungen ausgenommen – die Sterbetafeln PKV 2001, PKV 2004, PKV 2007, PKV 2008 und PKV 2009 jeweils mit einem Rechnungszins von 3,5 %, und die dem einzelnen Risiko entsprechenden Schadentafeln, Schadenparameter und Grundkopfschäden. Versicherungen gleicher Berechnungsmerkmale wurden zu Gruppen zusammengefasst. Die Errechnung der Gruppenreserve erfolgte nach der prospektiven Methode.
Negative Reserven wurden gegen positive Reserven aufgerechnet.
Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle enthält die Rückstellung für bekannte Versicherungsfälle, die Spätschadenrückstellung, die Rentendeckungsrückstellung und die Rückstellung für Schadenregulierungsaufwendungen sowie für Rückkäufe und Rückgewährbeträge aus der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Unter Wahrung der Grundsätze der Vorsicht werden diese Rückstellungen möglichst realitätsnah bewertet. Die Auskömmlichkeit wird durch regelmäßige aktuarielle Untersuchungen überprüft. Bei der Ermittlung wurden Ansprüche aus Regressen und Provenues abgesetzt, soweit ihre Realisierbarkeit feststand oder zweifelsfrei bestimmbar war.
Die Spätschadenrückstellung für eingetretene, bis zur Schließung des Schadenregisters nicht gemeldete Versicherungsfälle wurde nach den Erfahrungswerten der Vorjahre ermittelt.
Die Ermittlung der Rentendeckungsrückstellung erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Bei der Rückstellung für Beitragsrückerstattung handelt es sich um erzielte Überschüsse, die vertraglich für die Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer bestimmt, aber den einzelnen Versicherungsverträgen noch nicht zugeteilt worden sind. In der Lebensversicherung wurden die innerhalb dieser Rückstellung gebundenen Mittel für Schlussüberschussanteile entsprechend den Bestimmungen des § 28 Abs. 7 RechVersV ermittelt. Die Zuführung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung in der Krankenversicherung richtet sich nach der in § 12 c VAG (Überschussverordnung) erlassenen Rechtsverordnung. Der Verwendung dieser Mittel hat der unabhängige Treuhänder zugestimmt und sie erfolgte nach den vertraglichen Vereinbarungen. In der Unfallversicherung wurde die Rückstellung für Beitragsrückerstattung entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen gebildet. Resultierend aus den temporären Bewertungsunterschieden zwischen HGB und IFRS wird darüber hinaus eine Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung in Höhe der zukünftig erwarteten Überschussbeteiligung gebildet.
Die sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen wurden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften, den vertraglichen Vereinbarungen und den Erfahrungswerten der Vergangenheit gebildet. Die Berechnung der Rückstellung für drohende Verluste im Versicherungsgeschäft erfolgte auf Basis der durchschnittlichen technischen Verluste in einem Dreijahreszeitraum unter Berücksichtigung von Zinserträgen und Restlaufzeiten.
Bei den versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung wird das Deckungskapital jeder einzelnen fondsgebundenen Lebensversicherung nach den Grundsätzen bestimmt, die der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitgeteilt worden sind.
Die versicherungstechnischen Rückstellungen der ausländischen Tochterunternehmen wurden, soweit diese auf lokalen versicherungsspezifischen Wertansätzen beruhen, unverändert übernommen.
Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren) unter Berücksichtigung aktueller Sterblichkeits- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten, zukünftiger Gehalts- und Lohnsteigerungen und Inflationsraten sowie eines laufzeitkongruenten Marktzinses für Anleihen bester Bonität. Als Rechnungsgrundlage für die Sterblichkeits- und Invalidisierungssannahmen dienen die Richttafeln 2005 G der Heubeck-Richttafeln GmbH.
Die Anpassungen aus der jährlichen Überprüfung der versicherungsmathematischen Annahmen werden erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet.
Für die ehemaligen Mitarbeiter der DBV-Winterthur-Gesellschaften bestehen Vermögenswerte in Form von konzerninternen Rückdeckungsversicherungen und liquiden Mittel gehalten durch die DBV-Winterthur Vorsorge e.V., die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionszusagen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind (sogenanntes Planvermögen). Daher sind die Pensionsverpflichtungen unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen.
Der Zinssatz, mit dem die Pensionsrückstellungen abgezinst werden, orientiert sich an Renditen, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden.
Die Gesamtaufwendungen für die Altersversorgung werden vermindert um die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen ausgewiesen. Der erwartete Ertrag aus der Rückdeckungsversicherung wurde gemäß dem Langfristzins für die Bewertung der Deckungsrückstellung bei der Lebensversicherung angenommen.
Für Pensionszusagen gegen Entgeltumwandlung wurden Rückdeckungsversicherungen bei konzerninternen Lebensversicherungsgesellschaften abgeschlossen. Da die Erstattungsansprüche gegenüber diesen Gesellschaften nicht von einer rechtlich eigenständigen Einheit gehalten werden, handelt es sich bei diesen Rückdeckungsversicherungen um nicht saldierbares Planvermögen. Daher werden sowohl eine Verpflichtung als auch ein Vermögenswert in gleicher Höhe ausgewiesen.
Der Wertansatz der sonstigen Rückstellungen erfolgt zur bestmöglichen Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Ausgaben; bei Wesentlichkeit wird diskontiert. Bei der Ermittlung der zurückzustellenden Beträge werden sofern erforderlich interne und externe Rechtsgutachten berücksichtigt. Die Restrukturierungsrückstellung wird für Maßnahmen des Managements gebildet, die zu erheblichen Änderungen in der strategischen Aufstellung des Unternehmens führen. Die entsprechenden Restrukturierungspläne müssen verbindlich beschlossen, umgesetzt und überwacht werden. Die Bewertung basiert auf Annahmen über den zukünftigen Personalbedarf sowie auf den mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarten Sozialplänen. Die Jubiläumsrückstellung beinhaltet u. a. Ansprüche, die sich nach dem Aktienkurs der AXA S.A., Paris, bemessen. Ehemaligen Mitarbeitern der Winterthur Versicherung wurde für je fünf abgeleistete Dienstjahre ein Anspruch in Höhe des Wertes von 3, 5 bzw. 10 Namensaktien der Winterthur zugesagt. An die Stelle einer Winterthur-Namensaktie sind 50,35 AXA-Aktien getreten. Die Vergütung dieser Ansprüche erfolgt in bar und wird entsprechend dem erreichten Dienstalter als Rückstellung erfasst.
Die Depotverbindlichkeiten wurden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Diesen Depotverbindlichkeiten stehen Bardepots in entsprechender Höhe gegenüber, welche in Kapitalanlagen investiert wurden. Verfügugungsbeschränkungen für die Barpedepots bestehen nicht.
Alle übrigen Verbindlichkeiten umfassen neben den Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und den sonstigen Verbindlichkeiten auch die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft. Diese Beträge wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten passiviert.
Die passive Steuerabgrenzung beinhaltet latente Steuern aus temporären unterschiedlichen Wertansätzen eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer Verpflichtung und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz. Die Berechnung der Steuerabgrenzung erfolgt mit dem zum Zeitpunkt der Auflösung wahrscheinlich gültigen Steuersatz.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Unter gebuchte Bruttobeiträge werden insbesondere die für das selbst abgeschlossene und in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft im Geschäftsjahr fällig gewordenen Beiträge und Beitragsraten (einschließlich der Ratenzuschläge) sowie die Einmalbeiträge ausgewiesen.
Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung entsprechen den gebuchten Beiträgen unter Berücksichtigung der Veränderung der Beitragsüberträge abzüglich der Anteile der Rückversicherer.
Das Kapitalanlageergebnis enthält die unter den Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aufgeführten Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen.
Als Versicherungsleistungen für eigene Rechnung werden für das selbst abgeschlossene und übernommene Versicherungsgeschäft Zahlungen für Versicherungsfälle inklusive Regulierungsaufwendungen sowie die Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen ausgewiesen. Der Ausweis erfolgt nach Anteilen der Rückversicherer.
Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung umfassen im Wesentlichen die durch den Abschluss von Versicherungsverträgen unmittelbar und mittelbar anfallenden Aufwendungen sowie die Aufwendungen für den Beitragseinzug, die Bestandsverwaltung und die Bearbeitung der passiven Rückversicherung. Von den Rückversicherern erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen werden hiervon abgesetzt.
Unter aufgegebene Geschäftsbereiche nach Steuern wird das Geschäftsjahresergebnis von aufgegeben Geschäftsbereichen ausgewiesen. In 2007 handelte es sich hierbei um den niederländischen Teilkonzern der DBV-Winterthur Gruppe .
Sonstige Ermittlungs- und Bewertungsmethoden
Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert veräußert werden könnte. Zur Bewertung werden entweder öffentliche Marktpreise (z.B. Börsenkurse) oder interne Berechnungen herangezogen. Interne Berechnungen werden unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Bewertungsverfahren erstellt. Der AXA Konzern nutzt bei der Feststellung der Zeitwerte der einzelnen Bilanzposten die folgenden Methoden, Bezugsgrößen und Annahmen:
Bei fremdgenutzten Grundstücke, grundstücksgleichen Rechten und Bauten wird der beizulegende Zeitwert anhand von nachhaltig erwarteten Miet- und Pachtverträgen mittels eines internen Bewertungsverfahrens, das auf der Discounted-Cashflow-Methode basiert, bestimmt. Zur Ermittlung des Zeitwerts werden zudem externe Gutachten herangezogen.
Bei Finanzinstrumenten werden öffentlich gehandelte Wertpapiere aus den Kategorien „jederzeit veräußerbare Wertpapiere“ und „erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente“ soweit möglich mit an aktiven Märkten notierten Preisen bewertet. Für Wertpapiere besteht ein aktiver Markt, falls der zum Beispiel von einer Börse oder einem Broker zur Verfügung gestellte Preis repräsentativ für regelmäßig stattfindende Transaktionen unter fremden Dritten ist. Bei Wertpapieren aus den genannten Kategorien, für die kein aktiver Markt existiert, sowie bei Wertpapieren der Kategorie „Darlehen und Ausleihungen“ werden die Zeitwerte grundsätzlich unter Zuhilfenahme von anerkannten Bewertungsverfahren mit aktuellen Marktparametern (z.B. Zinsstrukturkurven) ermittelt.
Die weltweite Finanzmarktkrise führte in der zweiten Jahreshälfte zu einem erheblichen Rückgang der Liquidität auf den Märkten für strukturierte Kreditprodukte. In Ermangelung eines aktiven Marktes erfolgt die Bewertung des überwiegenden Teils der strukturierten Kreditprodukte auf der Grundlage von Barwertverfahren (Discounted Cash Flow Verfahren). Die aus den einzelnen strukturierten Kreditprodukten zu erwartenden Zahlungsströme sind mit laufzeit- und risikoäquivalenten Zinssätzen abgezinst. Eine Liquiditätskomponente ist angemessen berücksichtigt. In die Bewertung einfließende Schätzungen beruhen auf allgemein verfügbaren Kapitalmarktdaten. In die Bewertung der strukturierten Kreditprodukte fließen zudem die Preisindikationen externer unabhängiger Dritter ein. Je unsicherer die Einschätzung der zukünftigen Zahlungsströme, desto höher ist der Anteil der niedrigeren externen Preisindikationen an den Zeitwerten der einzelnen strukturierten Kreditprodukte.
Der Zeitwert von Derivaten ergibt sich aus dem Wert der zu Grunde liegenden Vermögenswerte und aus anderen Marktparametern. Öffentlich gehandelte Derivate werden auf Grundlage öffentlich festgestellter Marktpreise bewertet. Außerbörslich gehandelte Derivate werden mit anerkannten Bewertungsmodellen (z.B. Optionspreismodell) auf Grundlage von aktuellen Marktparametern (z.B. Zinsstrukturkurve, Volatilitäten, etc.) bewertet. Der Zeitwert entspricht den finanziellen Mitteln, die zur vollen Abdeckung zukünftiger Rechte und Verpflichtungen aus den betreffenden Finanzverträgen notwendig sind. Die Bewertung eines Kreditderivats, das zur Abbildung einer synthetischen Collateralized-Debt-Obligation abgeschlossen wurde, erfolgt auf Grundlage von Modellberechnungen der emittierenden Bank.
Derivative Finanzinstrumente, die die Kriterien der Bilanzierung als anerkannte Sicherungsinstrumente (Hedge Accounting) erfüllen, werden in der Kapitalanlagenkategorie des besicherten Grundgeschäftes mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bilanziert. Die Wertänderungen beim Fair Value Hedge – Absicherung des Risikos der Veränderung des Zeitwertes eines bilanzierten Vermögensgegenstandes oder einer Verbindlichkeit – werden zusammen mit der anteiligen Veränderung des Zeitwertes des abgesicherten Instrumentes erfolgswirksam erfasst. Beim Cashflow Hedge – Absicherung von zukünftigen Zahlungsströmen aus einem Vermögensgegenstand oder einer Verbindlichkeit – werden die Wertänderungen erfolgsneutral mit dem Eigenkapital (Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente) verrechnet und erst bei Realisierung des Gewinnes oder Verlustes des abgesicherten Instrumentes erfolgswirksam berücksichtigt.
Die Währungsumrechnung bei den in Fremdwährung gehaltenen Kapitalanlagen erfolgt in Abhängigkeit von der Zuordnung der Kapitalanlagen zu monetären oder nicht monetären Positionen.
Monetäre Positionen sind Geldmittel, Vermögenswerte und Schulden, für die das Unternehmen einen festen oder bestimmbaren Betrag erhält oder Geld bezahlen muss. Hierzu zählen die Darlehen und Ausleihungen sowie die festverzinslichen Wertpapiere. Bei nicht monetären Positionen handelt es sich um Realwerte wie Anteile an Unternehmen.
Bei den monetären Positionen werden die aus dem Stichtagskurs ermittelten Währungskursschwankungen erfolgswirksam verbucht. Bei den nicht monetären Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet werden, wird nach der Klassifizierung der Wertpapiere unterschieden. Die gemäß Stichtagskurs ermittelten Währungsunterschiede werden bei einer Klassifizierung als Handelsbestand erfolgswirksam verbucht und bei einer Klassifizierung als jederzeit veräußerbare Wertpapiere in die Neubewertungsrücklage eingestellt.
Segmentberichterstattung
Der AXA Konzern definiert ihre Geschäftstätigkeit mit „Vorsorge, Vermögensmanagement, Versicherung“ und unterteilt ihre Aktivitäten in vier Segmente:
Schaden- und Unfallversicherungen
In diesem Segment stellt der AXA Konzern eine breite Palette von Sach-, Unfall-, Haftpflicht- und Kraftfahrtversicherungen für Privatkunden, Beamte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sowie für Industrie- und Firmenkunden gleichermaßen zur Verfügung. Dabei zielt der Konzern im Privatkundengeschäft mit zwei unterschiedlichen Produktreihen sowohl auf die Gruppe der preiskritischen als auch der serviceorientierten Verbraucher ab. Eine Spezialität ist die Kunstversicherung. Hier gehört der Konzern mit der AXA Art weltweit zu den Marktführern.
Lebensversicherung
Hier bietet der AXA Konzern alle gängigen Formen der Lebens- und privaten Rentenversicherung, auch auf Fondsbasis, überwiegend für Privatkunden, Beamte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sowie – über die Deutsche Ärzteversicherung – für Angehörige der Heilberufe an. Das Angebot wird ergänzt durch die betrieblichen Altersvorsorgelösungen der Pro bAV Pensionskasse sowie winsecura Pensionskasse.
Krankenversicherung
Dieses Segment umfasst die private Absicherung von Krankheitskosten. Den Schwerpunkt bilden innovative Krankheitskostenvollversicherungen, aber auch private Zusatzversicherungen als Ergänzung des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes. Mit darüber hinausgehenden Serviceleistungen wie Beratungs- und Betreuungsprogrammen fördert die AXA Krankenversicherung das Gesundheits- und Kostenbewusstsein ihrer Kunden.
Holding/Bank/Übrige
Der Holdinggesellschaft AXA Konzern AG obliegt die Steuerung und Leitung des deutschen AXA Konzerns. Die AXA Bank ist in der privaten Immobilienfinanzierung tätig und bietet Sparprodukte sowie die depot- und fondsbasierte Vermögensverwaltung an. Zudem sind in diesem Segment die Unternehmen zugeordnet, die insbesondere für die Gesellschaften der DBV-Winterthur Service-, Vermittlungs- und Vertriebsleistungen erbringen sowie die Unternehmen des bis zum 30.06.2007 im Konzernabschluss enthaltenen niederländischen Teilkonzerns.
Auf eine Berichterstattung nach geographischen Regionen wurde verzichtet, da sich das Auslandsgeschäft lediglich geringfügig auf die dargestellten Größen auswirkt und der Konzern nahezu ausschließlich deutschem Recht unterliegt.
In der Bilanz erfolgt die Darstellung der einzelnen Segmente, nachdem die internen Transaktionen innerhalb der Segmente konsolidiert sind, jedoch vor der segmentübergreifenden Konsolidierung.
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt die Darstellung der einzelnen Segmente nach Konsolidierung aller internen Transaktionen innerhalb der Segmente sowie nach Eliminierung aller erfolgswirksamen segmentübergreifenden Transaktionen (z. B. Dividenden- und Zwischengewinneliminierung, Gewinnabführung/Verlustübernahme). Konzerninterne Transaktionen sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.
Konzern-Segmentberichterstattung
Konzern-Bilanz, gegliedert nach Geschäftsbereichen zum 31. Dezember 2008
| in Mio. Euro | Schaden/ Unfall | Leben | Kranken | Holding/ Bank/Übrige | Konsoli- dierungen | 2008 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||||
| A. Immaterielle Vermögensgegenstände | 927 | 260 | 308 | 14 | 1.509 | |
| B. Kapitalanlagen | 9.533 | 41.222 | 9.138 | 4.504 | -3.656 | 60.741 |
| davon Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 37 | 47 | 1 | 84 | ||
| C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen | 1.161 | 1.161 | ||||
| D. Forderungen | 996 | 622 | 157 | 596 | -761 | 1.609 |
| E. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen | 610 | 821 | 0 | -42 | 1.389 | |
| F. Sonstige Vermögensgegenstände | 226 | 186 | 60 | 48 | 520 | |
| G. Rechnungsabgrenzungsposten | 8 | 352 | 28 | 1 | 389 | |
| H. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögensgegenstände | 2 | 2 | ||||
| Summe Segment-Aktiva | 12.300 | 44.626 | 9.692 | 5.163 | -4.460 | 67.320 |
| Passiva | ||||||
| B. Nachrangige Verbindlichkeiten | 10 | 20 | 861 | -891 | 0 | |
| C. Versicherungstechnische Rückstellungen | 6.620 | 37.924 | 8.980 | -42 | 53.482 | |
| D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung | 1.161 | 1.161 | ||||
| E. Andere Rückstellungen | 1.788 | 289 | 39 | 395 | 2.511 | |
| F. Andere Verbindlichkeiten | 924 | 4.384 | 231 | 1.508 | -819 | 6.228 |
| G. Rechnungsabgrenzungsposten | 3 | 3 | 3 | 1 | 9 | |
| H. Passivische Steuerabgrenzung | 75 | -71 | 52 | 7 | 63 | |
| Summe Segment-Passiva | 9.409 | 43.700 | 9.322 | 2.774 | -1.751 | 63.454 |
| Konzerneigenkapital | 3.867 | |||||
| Summe Passiva | 67.320 |
Konzern-Bilanz, gegliedert nach Geschäftsbereichen zum 31. Dezember 2007
| in Mio. Euro | Schaden/ Unfall | Leben | Kranken | Holding/ Bank/Übrige | Konsoli- dierungen | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||||
| A. Immaterielle Vermögensgegenstände | 912 | 263 | 305 | 14 | 1.494 | |
| B. Kapitalanlagen | 10.120 | 42.264 | 8.519 | 4.082 | -3.679 | 61.306 |
| davon Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 35 | 1 | 36 | |||
| C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen | 1.444 | 1.444 | ||||
| D. Forderungen | 702 | 682 | 104 | 606 | -299 | 1.795 |
| E. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen | 655 | 950 | 1 | -51 | 1.555 | |
| F. Sonstige Vermögensgegenstände | 333 | 128 | 31 | 20 | 512 | |
| G. Rechnungsabgrenzungsposten | 7 | 262 | 269 | |||
| H. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögensgegenstände | ||||||
| Summe Segment-Aktiva | 12.729 | 45.993 | 8.960 | 4.723 | -4.030 | 68.375 |
| Passiva | ||||||
| B. Nachrangige Verbindlichkeiten | 260 | 20 | 1.193 | -982 | 491 | |
| C. Versicherungstechnische Rückstellungen | 6.708 | 38.048 | 8.136 | -51 | 52.841 | |
| D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung | 1.444 | 1.444 | ||||
| E. Andere Rückstellungen | 1.658 | 389 | 93 | 615 | 2.755 | |
| F. Andere Verbindlichkeiten | 923 | 5.083 | 305 | 1.012 | -360 | 6.963 |
| G. Rechnungsabgrenzungsposten | 2 | 3 | 2 | 7 | ||
| H. Passivische Steuerabgrenzung | 82 | -51 | 42 | 18 | 91 | |
| Summe Segment-Passiva | 9.373 | 45.176 | 8.596 | 2.840 | -1.393 | 64.592 |
| Konzerneigenkapital | 3.783 | |||||
| Summe Passiva | 68.375 |
Die Darstellung der einzelnen Segmente erfolgt nachdem die internen Transaktionen innerhalb der Segmente konsolidiert sind, jedoch vor der segmentübergreifenden Konsolidierung.
Auf eine Berichterstattung nach geographischen Regionen wurde verzichtet, da sich das Auslandsgeschäft lediglich geringfügig auf die dargestellten Größen auswirkt und der Konzern nahezu ausschließlich deutschem Recht unterliegt.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, gegliedert nach Geschäftsbereichen für die Geschäftsjahre 2008 und 2007
| in Mio. Euro | Schaden/ Unfall | Leben | Kranken | Holding/ Bank/Übrige | Konsolidierungen | 2008 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Gebuchte Bruttobeiträge | 3.581 | 3.914 | 2.091 | -3 | 9.584 | |
| 2. Verdiente Beiträge f.e.R. | 2.733 | 3.871 | 2.090 | 8.694 | ||
| 3. Kapitalanlageergebnis | 108 | 145 | 143 | 76 | -34 | 438 |
| davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | -2 | -2 | ||||
| 4. Versicherungsleistungen f.e.R. | -1.721 | -3.467 | -1.983 | -7.171 | ||
| 5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. | -903 | -486 | -202 | -1.591 | ||
| 6./7. Sonstige Aufwendungen / Erträge | -75 | -54 | -32 | -113 | 30 | -244 |
| 8. Finanzierungsaufwendungen | -3 | -1 | -21 | 4 | -21 | |
| 9. Steuern | -14 | 5 | -16 | 33 | 8 | |
| 10. Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | ||||||
| 11. Konzernergebnis | 128 | 11 | 0 | -25 | 0 | 114 |
| Planmäßige Abschreibungen auf Grundbesitz | 3 | 10 | 1 | 0 | 15 | |
| Außerplanmäßige Abschreibungen auf Grundbesitz | 0 | 3 | 4 | 0 | 7 |
| in Mio. Euro | Schaden/ Unfall | Leben | Kranken | Holding/ Bank/Übrige | Konsolidierungen | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Gebuchte Bruttobeiträge | 3.557 | 4.010 | 2.048 | -3 | 9.612 | |
| 2. Verdiente Beiträge f.e.R. | 2.667 | 3.946 | 2.048 | 8.661 | ||
| 3. Kapitalanlageergebnis | 516 | 1.977 | 313 | 100 | -48 | 2.858 |
| davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | 7 | -1 | 6 | |||
| 4. Versicherungsleistungen f.e.R. | -1.777 | -5.030 | -2.046 | -8.853 | ||
| 5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. | -857 | -561 | -223 | -1.641 | ||
| 6./7. Sonstige Aufwendungen / Erträge | -84 | -50 | -30 | -65 | -6 | -235 |
| 8. Finanzierungsaufwendungen | -13 | -1 | -97 | 54 | -57 | |
| 9. Steuern | -26 | -161 | -15 | 34 | -168 | |
| 10. Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 5 | 5 | ||||
| 11. Konzernergebnis | 439 | 108 | 46 | -23 | 0 | 570 |
| Planmäßige Abschreibungen auf Grundbesitz | 4 | 14 | 1 | 19 | ||
| Außerplanmäßige Abschreibungen auf Grundbesitz | 2 | 3 | 2 | 7 |
Die Darstellung der einzelnen Segmente erfolgt nach Konsolidierung aller internen Transaktionen innerhalb der Segmente sowie nach Eliminierung aller erfolgswirksamen segmentübergreifenden Transaktionen (z. B. Dividenden- und Zwischengewinneliminierung, Gewinnabführung/Verlustübernahme).
Konzerninterne Transaktionen sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.
Erläuterungen zu den Konzern-Aktiva
(1) A. Immaterielle Vermögensgegenstände
A.I. Geschäfts- oder Firmenwert
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Bruttobuchwert 1. Januar | 1.073.310 | 711.056 |
| Kumulierte Abschreibungen 1. Januar | 129.148 | 129.148 |
| Bilanzwert 1. Januar | 944.162 | 581.908 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | – | 348.921 |
| Zugänge | 29.606 | 13.333 |
| Bilanzwert 31. Dezember | 973.768 | 944.162 |
| Bruttobuchwert 31. Dezember | 1.102.916 | 1.073.310 |
| Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember | 129.148 | 129.148 |
Die Zugänge in 2008 entfallen auf die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der DBV Holding AG auf die WinCom Versicherungs-Holding AG im Rahmen des Ausschlusses der Minderheitsaktionäre. Die Zugänge in 2007 betreffen die Erstkonsolidierung der DBV-Winterthur Gruppe (344,3 Mio. Euro) sowie die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der AXA Lebensversicherung AG (9,6 Mio. Euro) und der Deutsche Ärzteversicherung AG (3,7 Mio. Euro) auf die AXA Konzern AG im Rahmen des Ausschlusses der Minderheitsaktionäre in 2007.
A.II. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände
| in Tsd. Euro | Selbst erstellte Software | Entgeltlich erworbene Software | Entgeltlich erworbene Versicherungsbestände | 2008 Insgesamt | 2007 Insgesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttobuchwert 1. Januar | 95.870 | 24.552 | 536.832 | 657.254 | 96.391 |
| Kumulierte Abschreibungen 1. Januar | 84.831 | 11.857 | 10.851 | 107.539 | 80.069 |
| Bilanzwert 1. Januar | 11.039 | 12.695 | 525.981 | 549.715 | 16.322 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 557.781 | ||||
| Zugänge | 2.656 | 2.656 | 5.406 | ||
| Abgänge | -1.152 | -257 | -1.409 | -2.394 | |
| Planmäßige Abschreibungen | -5.567 | -4.662 | -4.957 | -15.186 | -25.310 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | -2.160 | ||||
| Umbuchungen/ Währungskursdifferenzen | -53 | -53 | 70 | ||
| Bilanzwert 31. Dezember | 4.320 | 10.379 | 521.024 | 535.723 | 549.715 |
| Bruttobuchwert 31. Dezember | 94.718 | 26.898 | 536.832 | 658.448 | 657.254 |
| Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember | 90.398 | 16.519 | 15.808 | 122.725 | 107.539 |
B. Kapitalanlagen
(2) B.I. Fremdgenutzte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Bruttobuchwert 1. Januar | 1.720.979 | 1.185.061 |
| Kumulierte Abschreibungen 1. Januar | 439.499 | 375.367 |
| Bilanzwert 1. Januar | 1.281.480 | 809.694 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | – | 596.880 |
| Zugänge | 59.708 | 194.264 |
| Abgänge | -19.095 | -292.547 |
| Planmäßige Abschreibungen | -14.520 | -17.121 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | -7.249 | -6.824 |
| Zuschreibungen | 126 | 550 |
| Erfolgswirksame „At Equity“-Bewertung von Grundstücksgesellschaften | -294 | -3.416 |
| Umbuchungen | ||
| Bilanzwert 31. Dezember | 1.300.156 | 1.281.480 |
| Bruttobuchwert 31. Dezember | 1.801.611 | 1.720.979 |
| Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember | 501.455 | 439.499 |
| Zeitwert 31. Dezember | 1.516.168 | 1.444.684 |
Die Grundschulden auf fremdgenutzen Grundbesitz betragen für 2008 54 Mio. Euro (2007: 55 Mio. Euro). Die außerplanmäßigen Abschreibungen entfallen insbesondere auf Bürogebäude, deren Zeitwert alters- und zustandbedingt gesunken ist. In der Bilanzposition enthalten sind zwei Grunstückbeteiligungsgesellschaften in Höhe von 128.300 Tsd. Euro (2007: eine Grundstücksgesellschaft in Höhe von 103.594 Tsd. Euro), auf die AXA einen maßgeblichen Einfluss ausübt und daher wie ein assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet werden. In 2008 betrug die ausschließlich erfolgwirksame Veränderung des Buchwerts -294 Tsd. Euro (2007: -3.416 Tsd. Euro).
In 2008 sind 8.641 Tsd. Euro (2007: 21.007 Tsd. Euro) nachträglich erfasste Anschaffungs-/Herstellungskosten enthalten, die auf Umbaumaßnahmen entfallen, die den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen der Gebäude erhöhen.
(3) B.II. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Bilanzwert 1. Januar | 35.922 | 32.764 |
| Zugänge | 58.988 | 521 |
| Erfolgswirksame Veränderung des anteiligen Eigenkapitals | -5.080 | 4.691 |
| Erfolgsneutrale Veränderung des anteiligen Eigenkapitals | -5.646 | -2.054 |
| Bilanzwert 31. Dezember | 84.184 | 35.922 |
| Zeitwert 31. Dezember | 112.574 | 48.061 |
Bei den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Anteile am Roland Konzern sowie um Anteile am Aragon Konzern. Der Aragon Konzern erzielte 2008 ein Konzernergebnis von 6.703 Tsd. Euro. Die Bilanzsumme des Aragon Konzerns zum 31.12.2008 beträgt 84.981 Tsd. Euro, das Eigenkapital beläuft sich auf 50.081 Tsd. Euro.
| Wesentliche Kennzahlen des Roland-Konzerns | Brutto- Beiträge in Tsd. Euro |
Bilanz- summe in Tsd. Euro |
Eigen kapital in Tsd. Euro |
Jahresüberschuss in Tsd. Euro |
Kapital anteil in % |
|---|---|---|---|---|---|
| Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG, Köln | 282.840 | 427.248 | 67.601 | 2.012 | 39,88 |
| Roland Schutzbrief-Versicherung AG, Köln | 14.924 | 13.913 | 5.475 | 39,88 | |
| Roland Beteiligungsverwaltung GmbH, Köln | 22.599 | 21.442 | 2.083 | 39,88 | |
| Roland Assistance GmbH, Köln | 11.940 | 3.207 | 441 | 23,74 | |
| Roland AssistancePartner GmbH, Dresden | 747 | 360 | 50 | 23,74 | |
| Roland ProzessFinanz AG, Köln | 4.006 | 2.860 | 104 | 39,88 | |
| Roland Italia s.r.l., Mailand | 189 | 187 | -19 | 39,88 | |
| Assistance Partner Services s.r.l., Mailand | 650 | -47 | -58 | 39,88 | |
| Durendal Inkasso GmbH, Köln | 105 | 103 | 3 | 39,88 | |
| Jurpartner Rechtsschutz-Versicherung AG, Köln | 2.007 | 14.523 | 4.977 | 39,88 | |
| Jurpartner Services Gesellschaft für Rechtsschutz- Schadenregulierung mbH, Köln | 2.161 | 2.040 | 39,88 | ||
| Roland Partner Beteiligungsverwaltung GmbH, Köln | 970 | 965 | 95 | 6,95 | |
| DBF Deutsche Bestattungsfürsorge GmbH & Co. KG, Hamburg4) | 855 | -641 | -525 | 12,26 | |
| Deutsche Bestattungsfürsorge Verwaltungs GmbH, | |||||
| Montabaur4) | 84 | 65 | 11 | 39,88 |
1) Selbst abgeschlossenes und übernommenes Geschäft, ohne Einmalbeiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung.
2) Entsprechend den handelsrechtlichen Einzelabschlüssen.
3) Unmittelbar und mittelbar gehalten von der AXA Konzern AG vor Berücksichtigung von Anteilen anderer Gesellschafter.
4) Werte für 2007
(4) B.III. Finanzinstrumente
B.III.1. Darlehen und Ausleihungen
| 2008 | 2007 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | Bilanzwert | Zeitwert | Nicht realisierter Gewinn/Verlust | Bilanzwert | Zeitwert | Nicht realisierter Gewinn/Verlust |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Hypotheken | 5.892.285 | 6.105.492 | 213.207 | 5.967.497 | 5.906.149 | -61.348 |
| Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine | 466.430 | 467.952 | 1.522 | 117.981 | 118.932 | 951 |
| Übrige Ausleihungen | 1.430.777 | 1.475.245 | 44.468 | 1.400.052 | 1.364.024 | -36.028 |
| Gesamt | 7.789.492 | 8.048.689 | 259.197 | 7.485.530 | 7.389.105 | -96.425 |
B.III.2. Jederzeit veräußerbare Wertpapiere
| 2008 | 2007 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | Fortgeführte Anschaffungskosten | Zeitwert | Nicht realisier- ter Ge- winn/Verlust | Fortgeführte Anschaffungskosten | Zeitwert | Nicht realisier- ter Ge- winn/Verlust |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktien und sonstige | ||||||
| Eigenkapitalinstrumente | 2.013.673 | 2.302.911 | 289.238 | 3.757.447 | 4.629.276 | 871.829 |
| Renten | 40.222.278 | 40.334.344 | 112.066 | 42.326.777 | 40.596.084 | -1.730.693 |
| Publikumsfonds | 417.975 | 419.002 | 1.027 | 539.842 | 588.439 | 48.597 |
| Derivate (Cashflow Hedge) | 27. 662 | 53.376 | 25.714 | 43.010 | 10.493 | -32.517 |
| Gesamt | 42.681.588 | 43.109.633 | 428.045 | 46.667.076 | 45.824.292 | -842.784 |
Nicht realisierte Gewinne und Verluste, die aus der Differenz von Zeitwert und fortgeführten Anschaffungskosten der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere entstehen, werden nach Abzug von latenten Steuern und in der Lebens- und Krankenversicherung zusätzlich nach Abzug von latenter Beitragsrückerstattung im Eigenkapital erfasst. Die latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung beträgt 248 Mio. Euro (2007: -910 Mio. Euro), die passiven latenten Steuern betragen -24 Mio. Euro (2007: -110 Mio. Euro).
Bei den hier ausgewiesenen Derivaten handelt es sich um Zinsswaps zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken aus variablen Zinszahlungen von Wertpapieren sowie um Währungsswaps zur Absicherung von Zinsänderungs- und Währungsrisiken aus variablen Zinszahlungen von Wertpapieren in fremder Währung. Der effektive Teil der Wertänderung dieser Swaps wird erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet und erst bei Eingang der abgesicherten Zinszahlung erfolgswirksam berücksichigt. Bei den einzelnen Sicherungsbeziehungen lagen keine Ineffektivitäten vor.
B.III.3. Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente
| in Tsd. Euro | Bilanzwert 2008 | Bilanzwert 2007 |
|---|---|---|
| Aktien und sonstige Eigenkapitalinstrumente | 947.463 | 1.094.561 |
| Renten | 3.357.261 | 2.646.548 |
| Asset Backed Securities / | ||
| Strukturierte Produkte | 1.168.172 | 1.132.951 |
| Derivate | 234.745 | 106.025 |
| Gesamt | 5.707.641 | 4.980.085 |
Derivate
(Cashflow Hedges und erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Derivate)
| 2008 | 2007 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | Nominalwert | Positive Marktwerte | Negative Marktwerte | Nominalwert | Positive Marktwerte | Negative Marktwerte |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zinsgeschäfte | ||||||
| Swaps | 342.100 | 12.868 | -1.975 | 341.600 | 1.391 | -17.327 |
| Futures/Forwards | ||||||
| Swaption | 2.000.000 | 128.191 | 2.000.000 | 17.910 | ||
| Devisengeschäfte | ||||||
| Swaps | 556.363 | 108.989 | -12.057 | 479.538 | 53.714 | -553 |
| Futures/Forwards | 2.956.362 | 54.757 | -35.538 | 2.421.871 | 1.583 | -22.788 |
| Aktien-/Indexgeschäfte | ||||||
| Optionen | 2.866.000 | 318.436 | -893 | 2.720.000 | 48.312 | |
| Futures/Forwards | 525.400 | 1.526 | -4.872 | 798.872 | 2.909 | -21.315 |
| Übrige | 2.822 | |||||
| Kreditderivate | 2.573.648 | 139.843 | -421.153 | 2.270.915 | 73.379 | -20.697 |
| Gesamt | 11.819.873 | 764.610 | -476.488 | 11.035.618 | 199.198 | -82.680 |
Fremdwährungsrisiko
| In Fremdwährung gehaltene Finanzinstrumente in Tsd. Euro |
Währungskurs in Euro |
Bilanzwert 2008 | Währungskurs in Euro |
Bilanzwert 2007 |
|---|---|---|---|---|
| USD | 1,39 | 3.808.525 | 1,47 | 2.458.791 |
| GBP | 0,93 | 428.332 | 0,73 | 745.032 |
| JPY | 124,74 | 125.038 | 166,13 | 179.446 |
| AUD | 2,05 | 19.015 | 1,67 | 42.166 |
| Übrige | 244.627 | 313.970 | ||
| Gesamt | 4.625.537 | 3.739.405 |
Zinsänderungsrisiko
| Vertragliche Restlaufzeit zum 31.12. | 2008 | 2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzwerte in Tsd. Euro |
bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | bis zu 1Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festverzinsliche Instrumente: | ||||||
| Darlehen und Ausleihungen | 331.184 | 998.805 | 6.244.417 | 680.861 | 2.440.657 | 4.142.932 |
| Jederzeit veräußerbare Wertpapiere | 1.450.285 | 9.697.121 | 27.723.997 | 1.387.431 | 7.445.791 | 29.201.404 |
| Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente | 264.666 | 1.774.299 | 2.181.658 | 211.771 | 1.436.642 | 1.029.785 |
| Variabel verzinsliche Instrumente: | ||||||
| Darlehen und Ausleihungen | 44.170 | 183.644 | -12.727 | 65.000 | 156.080 | |
| Jederzeit veräußerbare Wertpapiere | 0 | 35.301 | 1.427.640 | 23.164 | 27.042 | 2.511.252 |
| Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstru- Mente | 32.824 | 41.205 | 230.781 | 29.998 | 86.044 | 985.259 |
| Gesamt | 2.123.129 | 12.730.375 | 37.795.766 | 2.398.225 | 11.592.256 | 37.870.631 |
Die vertraglichen Restlaufzeiten beziehen sich auf alle Finanzinstrumente mit vertraglich vereinbarter fester Laufzeit. Bei den variabel verzinslichen Instrumenten können die Zinsanpassungstermine vor dem Fälligkeitstermin liegen.
Im Portfolio befinden sich zum 31. Dezember 2008 Rentenpapiere mit einem beizulegenden Zeitwert von 2.009 Mio. Euro (2007: 1.729 Mio. Euro), die ein vorzeitiges Kündigungsrecht seitens des Schuldners einräumen.
Kreditrisiko
| Rentenpapiere nach Ratingklassen | Jederzeit veräußerbare Wertpapiere | Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente | ||
|---|---|---|---|---|
| Bilanzwerte in Tsd. Euro |
2008 | 2007 | 2008 | 2007 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| AAA | 19.108.231 | 20.483.735 | 178.058 | 159.895 |
| AA+ | 3.606.961 | 2.198.250 | 191.702 | 111.972 |
| AA | 3.365.000 | 7.262.687 | 178.372 | 730.722 |
| AA- | 4.080.933 | 1.849.500 | 555.885 | 77.542 |
| A+ | 3.047.028 | 1.777.920 | 419.786 | 303.512 |
| A | 1.967.688 | 2.860.811 | 503.842 | 290.362 |
| A- | 1.795.376 | 1.030.773 | 486.956 | 276.193 |
| BBB+ | 683.951 | 1.011.096 | 374.719 | 329.048 |
| BBB | 971.307 | 1.379.687 | 398.117 | 247.645 |
| BBB- | 201.887 | 271.935 | 121.461 | 78.342 |
| BB+ | 6.909 | 0 | 59.353 | 29.472 |
| BB | 26.910 | 0 | 91.462 | 31.541 |
| BB- | 16.685 | 0 | 108.098 | 47.959 |
| B+ | 3.216 | 0 | 142.460 | 161.242 |
| B | 43.057 | 0 | 89.836 | 292.150 |
| B- | 8.600 | 0 | 76.345 | 132.595 |
| CCC+ | 0 | 0 | 36.728 | 58.378 |
| CCC | 0 | 0 | 13.379 | 18.537 |
| C | 37 | 0 | 785 | 0 |
| D | 0 | 0 | 854 | 0 |
| 703 | ||||
| Übrige | 1.400.568 | 469.691 | 496.532 | 402.391 |
| Gesamt | 40.334.344 | 40.596.085 | 4.525.433 | 3.779.498 |
Circa 14 % unserer Rentenpapiere entfallen auf Staatsanleihen.
D. Forderungen
(5) D. I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft
| in Tsd. Euro | Leben / Kranken | Schaden / Unfall | insgesamt 2008 | insgesamt 2007 |
|---|---|---|---|---|
| Versicherungsnehmer | 276.280 | 46.775 | 323.055 | 327.838 |
| Versicherungsvermittler | 71.745 | 151.482 | 223.227 | 180.337 |
| Gesamt | 348.025 | 198.257 | 546.282 | 508.175 |
Auf die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wurden Wertberichtigungen in Höhe von 59.078 Tsd. Euro (2007: 49.715 Tsd. Euro) vorgenommen. Die Forderungen haben Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Bei den Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sind 44.900 Tsd. Euro (2007: 52.500 Tsd. Euro) seit über 90 Tagen fällig.
(6) D. IV. Sonstige Forderungen
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 268.368 | 153.488 |
| Zins- und Mietforderungen | 37.909 | 23.763 |
| Übrige | 179.305 | 512.505 |
| Gesamt | 485.582 | 689.756 |
Auf die sonstigen Forderungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von 3.997 Tsd. Euro (2007: 695 Tsd. Euro) vorgenommen. 46.347 Tsd. Euro (2007: 38.169 Tsd. Euro) der sonstigen Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
F. Sonstige Vermögensgegenstände
(7) F.I. Eigengenutzter Grundbesitz
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Bruttobuchwert 1. Januar | 13.554 | 9.789 |
| Kumulierte Abschreibungen 1. Januar | 11.922 | 6.520 |
| Bilanzwert 1. Januar | 1.632 | 3.269 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | – | 131.453 |
| Zugänge | ||
| Abgänge | -741 | -131.612 |
| Planmäßige Abschreibungen | -24 | -1.478 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 28 | |
| Umbuchungen | ||
| Bilanzwert 31. Dezember | 895 | 1.632 |
| Bruttobuchwert 31. Dezember Vorjahr | 944 | 13.554 |
| Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember | 49 | 11.922 |
| Zeitwert 31. Dezember | 1.965 | 1.916 |
Im Geschäftsjahr 2007 veräußerten wir unsere eigengenutzten Immobilien in Wiesbaden, Offenbach am Main, Hamburg und Berlin mit einem Verkaufswert von 122.870 Tsd. Euro.
(8) F.II. Sachanlagen und Vorräte
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Bruttobuchwert 1. Januar | 175.135 | 145.256 |
| Kumulierte Abschreibungen 1. Januar | 128.084 | 114.309 |
| Bilanzwert 1. Januar | 47.051 | 30.947 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | – | 18.886 |
| Zugänge | 18.048 | 11.960 |
| Abgänge | -6.080 | -122 |
| Planmäßige Abschreibungen | -9.316 | -13.541 |
| Außerplanmäßige Abschreibung | -1.009 | |
| Umbuchungen | 1.605 | -70 |
| Bilanzwert 31. Dezember | 51.308 | 47.051 |
| Bruttobuchwert 31. Dezember | 187.933 | 175.135 |
| Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember | 136.625 | 128.084 |
(9) F.III. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand
Die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes wird in der Kapitalflussrechnung erläutert.
(10) G. Rechnungsabgrenzungsposten
In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind vorausgezahlte Versicherungsleistungen aus dem Lebensversicherungsgeschäft in Höhe von 320.125 Tsd. Euro enthalten.
(11) I. Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände
Der Ausweis zum 31.12.2008 betrifft die Beteiligung an dem Finanzdienstleister ZSH, dessen Verkauf an den Finanzdienstleister MLP im Geschäftsjahr 2009 abgewickelt wurde.
Erläuterungen zu den Konzern-Passiva
(12) A. Konzerneigenkapital
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
| Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Neubewertungs- rücklage | Rücklage aus der Währungsumrechnung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 31. Dezember 2006 | 79.840 | 264.199 | 1.030.638 | 611.203 | -7.053 |
| Einstellung in die Rücklagen | 433.680 | ||||
| Erhöhung Kapitalrücklage | 1.013.998 | ||||
| Veränderung Konsolidierungskreis/ Minderheitsanteile | 21.784 | ||||
| Gezahlte Dividende | -50.269 | ||||
| Währungsschwankungen | -4.111 | ||||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren und assoziierten Unternehmen | -417.882 | ||||
| erfolgsneutrale Einstellung | |||||
| erfolgswirksame Entnahme | |||||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten | -6.613 | ||||
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen | 135.860 | ||||
| Konzernergebnis | |||||
| Stand 31. Dezember 2007 | 79.840 | 1.278.197 | 1.571.693 | 186.708 | -11.164 |
| Rückwirkende Anpassung aus anteilsbasierter Vergütung | |||||
| 10.944 | -10.944 | ||||
| Stand 01. Januar 2008 | 79.840 | 1.289.141 | 1.560.749 | 186.708 | -11.164 |
| Einstellung in die Rücklagen | 563.973 | ||||
| Veränderung Konsolidierungskreis | |||||
| Gezahlte Dividende | -550 | ||||
| Währungsschwankungen | -2.458 | ||||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren und assoziierten Unternehmen | 240 | ||||
| erfolgsneutrale Einstellung | |||||
| erfolgswirksame Entnahme | |||||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus | |||||
| Sicherungsinstrumenten | 11.785 | ||||
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen | 11.600 | ||||
| Konzernergebnis | |||||
| Anteilsbasierte Vergütung | 6.579 | ||||
| Stand 31. Dezember 2008 | 79.840 | 1.295.721 | 2.135.772 | 198.733 | -13.622 |
| in Tsd. Euro | Konzernergebnis | Anteile anderer Gesellschafter | Eigenkapital gesamt |
|---|---|---|---|
| Stand 31. Dezember 2006 | 433.680 | 10.755 | 2.423.262 |
| Einstellung in die Rücklagen | -433.680 | ||
| Erhöhung Kapitalrücklage | 1.013.998 | ||
| Veränderung Konsolidierungskreis/ Minderheitsanteile | 103.266 | 125.050 | |
| Gezahlte Dividende | -3.351 | -53.620 | |
| Währungsschwankungen | -4.111 | ||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren und assoziierten Unternehmen | -4.500 | -422.382 | |
| erfolgsneutrale Einstellung | -295.558 | ||
| erfolgswirksame Entnahme | -126.824 | ||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten | -24 | -6.637 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen | 1.655 | 137.515 | |
| Konzernergebnis | 563.973 | 6.324 | 570.297 |
| Stand 31. Dezember 2007 | 563.973 | 114.125 | 3.783.372 |
| Rückwirkende Anpassung aus anteilsbasierter Vergütung | |||
| Stand 01. Januar 2008 | 563.973 | 114.125 | 3.783.372 |
| Einstellung in die Rücklagen | -563.973 | ||
| Veränderung Konsolidierungskreis | -55.165 | -55.165 | |
| Gezahlte Dividende | -4.384 | -4.934 | |
| Währungsschwankungen | -2.458 | ||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren und assoziierten Unternehmen | 2.211 | 2.451 | |
| erfolgsneutrale Einstellung | -223.110 | ||
| erfolgswirksame Entnahme | 225.560 | ||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus | |||
| Sicherungsinstrumenten | 71 | 11.856 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen | -61 | 11.539 | |
| Konzernergebnis | 119.380 | 804 | 120.184 |
| Anteilsbasierte Vergütung | -6.579 | ||
| Stand 31. Dezember 2008 | 112.801 | 57.601 | 3.866.846 |
Die Aktien haben einen Nennwert von 2,56 Euro. Die Vorzugsaktien sind ohne Stimmrecht ausgestattet. Im Gegenzug dafür erhalten die Inhaber dieser Aktiengattung gegenüber den Stammaktien eine um 0,06 Euro höhere Dividende pro Stück, mindestens jedoch eine Dividende von 0,11 Euro pro Stück.
| Anzahl der Aktien | Dividende je Aktie | Ausschüttungssumme | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Stück | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stammaktien | 26.231 | 26.231 | 4,93 | 0 | 129.318 | 0 |
| Vorzugsaktien | 5.000 | 5.000 | 4,99 | 0,11 | 24.950 | 550 |
| Gesamt | 31.231 | 31.231 | 154.268 | 550 |
Direkt mit dem Eigenkapital verrechnete Beträge
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerba- ren Wertpapieren und assoziierten Unternehmen in Tsd. Euro |
kumuliert 31.12.2008 | kumuliert 31.12.2007 | Geschäftsjahres- änderung |
|---|---|---|---|
| Brutto | 394.581 | -805.958 | 1.200.539 |
| Latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung | -229.319 | 887.914 | -1.117.233 |
| Latente Steuern | 26.139 | 106.994 | -80.855 |
| Minderheitsanteile | 2.289 | 4.500 | -2.211 |
| Netto | 193.690 | 193.450 | 240 |
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten in Tsd. Euro |
kumuliert 31.12.2008 | kumuliert 31.12.2007 | Geschäftsjahres- änderung |
|---|---|---|---|
| Brutto | 25.714 | -32.517 | 58.231 |
| Latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung | -18.186 | 22.565 | -40.751 |
| Latente Steuern | -2.438 | 3.186 | -5.624 |
| Minderheitsanteile | -47 | 24 | -71 |
| Netto | 5.043 | -6.742 | 11.785 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen in Tsd. Euro |
kumuliert 31.12.2008 | kumuliert 31.12.2007 | Geschäftsjahres- änderung |
|---|---|---|---|
| Brutto | 104.044 | 86.579 | 17.465 |
| Latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung | -50.064 | -49.551 | -513 |
| Latente Steuern | -17.210 | -11.796 | -5.414 |
| Minderheitsanteile | -1.594 | -1.655 | 61 |
| Netto | 35.176 | 23.577 | 11.599 |
(13) B. Nachrangige Verbindlichkeiten
Nachrangige Verbindlichkeiten des AXA Konzerns bestehen zum Abschlussstichtag nicht.
Im Vorjahr bestanden folgende Nachrangverbindlichkeiten zur Stärkung der Gruppensolvabilität. Zum Jahresende 2003 wurde ein verzinsliches nachrangiges Darlehen von der AXA, Paris, in Höhe von 350 Mio. Euro gewährt. 115 Mio. Euro dieses Darlehens wurden im Jahr 2006 von AXA, Paris, an zwei spanische AXA Gesellschaften ohne Änderung der vertraglichen Vereinbarungen übertragen.
Die Gesellschaft Finance Solutions S.A.R.L., Luxemburg, gewährte der „Winterthur“ Beteiligungsgesellschaft mbH im Geschäftsjahr 2004 ein Nachrangdarlehen in Höhe von 498,7 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis 2049. Im Geschaftsjahr 2007 erfolgte eine teilweise Tilgung des Darlehens, so dass zum 31.12.2007 noch eine Verbindlichkeit von 141,4 Mio. Euro bestand. Beide Darlehen sind im Jahr 2008 getilgt worden.
(14) C. Versicherungstechnische Rückstellungen
| selbst abgeschlossenes Geschäft | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | Leben / Kranken* | Schaden / Unfall* | übernommenes Geschäft | insgesamt 2008 | insgesamt 2007 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Beitragsüberträge | |||||
| Brutto | 297.039 | 444.688 | 12.723 | 754.450 | 790.839 |
| Rückversicherungsanteil | 31.848 | 14.362 | 2.487 | 48.697 | 45.354 |
| Gesamt | 265.191 | 430.326 | 10.236 | 705.753 | 745.485 |
| II. Deckungsrückstellung | |||||
| Brutto | 43.304.331 | 536.466 | 24.678 | 43.865.475 | 43.266.079 |
| Rückversicherungsanteil | 719.512 | 23.385 | 742.897 | 867.661 | |
| Gesamt | 42.584.819 | 536.466 | 1.293 | 43.122.578 | 42.398.418 |
| III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | |||||
| Brutto | 617.015 | 5.029.982 | 469.361 | 6.116.358 | 6.132.409 |
| Rückversicherungsanteil | 20.379 | 505.461 | 73.104 | 598.944 | 641.794 |
| Gesamt | 596.636 | 4.524.521 | 396.257 | 5.517.414 | 5.490.615 |
| IV. Rückstellung für Beitragsrückerstattung | |||||
| Brutto | 2.646.411 | 63.455 | 2.709.866 | 2.619.260 | |
| Rückversicherungsanteil | 0 | 0 | |||
| Gesamt | 2.646.411 | 63.455 | 0 | 2.709.866 | 2.619.260 |
| V. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen | |||||
| Brutto | 18.562 | 17.275 | 35.837 | 32.726 | |
| Rückversicherungsanteil | 119 | -1.200 | -1.081 | 24 | |
| Gesamt | 18.443 | 18.475 | 0 | 36.918 | 32.702 |
| Summe versicherungstechnische Rückstellungen 2008 | |||||
| Brutto | 46.883.358 | 6.091.866 | 506.762 | 53.481.986 | 52.841.312 |
| Rückversicherungsanteil | 771.858 | 518.623 | 98.976 | 1.389.457 | 1.554.833 |
| Gesamt | 46.111.500 | 5.573.243 | 407.786 | 52.092.529 | 51.286.480 |
| Summe versicherungstechnische Rückstellungen 2007 | |||||
| Brutto | 46.162.151 | 6.150.643 | 528.518 | 52.841.312 | |
| Rückversicherungsanteil | 892.045 | 541.050 | 121.738 | 1.554.833 | |
| Gesamt | 45.270.106 | 5.609.593 | 406.780 | 51.286.479 |
* voll konsolidierte Werte
Im Segment Leben sind im Jahr 2008 Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschußbeteiligung in Höhe von 126.719 Tsd. Euro (2007: 157.505 Tsd Euro) enthalten.
Entwicklung der Deckungsrückstellung
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Deckungsrückstellung Stand 1. Januar | ||
| Brutto | 43.266.079 | 24.835.915 |
| Anteil der Rückversicherer | 867.661 | 784.007 |
| Netto | 42.398.418 | 24.051.908 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | ||
| Brutto | – | 17.106.178 |
| Anteil der Rückversicherer | – | 126.246 |
| Netto | – | 16.979.932 |
| Veränderung Geschäftsjahr selbst abgeschlossenes Geschäft | ||
| Brutto | 602.255 | 1.326.414 |
| Anteil der Rückversicherer | -121.759 | -40.655 |
| Netto | 724.014 | 1.367.069 |
| Veränderung Geschäftsjahr übernommenes Geschäft | ||
| Brutto | -2.859 | -2.428 |
| Anteil der Rückversicherer | -3.005 | -1.937 |
| Netto | 146 | -490 |
| Deckungsrückstellung Stand 31. Dezember | ||
| Brutto | 43.865.475 | 43.266.079 |
| Anteil der Rückversicherer | 742.897 | 867.661 |
| Netto | 43.122.578 | 42.398.418 |
Aus der Bruttodeckungsrückstellung per 31. Dezember ist für die Segmente Leben und Kranken mit folgenden undiskontierten Zahlungen zu rechnen: Weniger als ein Jahr 215 Mio. Euro (2007: 243 Mio. Euro), ein bis fünf Jahre 3.465 Mio. Euro (2007: 3.971 Mio. Euro), mehr als fünf Jahre 73.157 Mio. Euro (2007: 99.801 Mio. Euro).
Entwicklung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (Schadenrückstellung)
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Schadenrückstellung Stand 1. Januar | ||
| Brutto | 6.132.409 | 4.555.532 |
| Anteil der Rückversicherer | 641.794 | 413.546 |
| Netto | 5.490.615 | 4.141.986 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | ||
| Brutto | – | 1.561.159 |
| Anteil der Rückversicherer | – | 90.273 |
| Netto | – | 1.470.886 |
| Zuzüglich Veränderung nicht abgewickelte Versicherungsfälle | ||
| Brutto | 1.418.194 | 1.432.435 |
| Anteil der Rückversicherer | 159.765 | 220.322 |
| Netto | 1.258.429 | 1.212.113 |
| Abzüglich Zahlungen für Schäden der Vorjahre | ||
| Brutto | -1.433.542 | -1.404.241 |
| Anteil der Rückversicherer | -202.455 | -82.754 |
| Netto | -1.231.087 | -1.321.487 |
| Währungsumrechnung | ||
| Brutto | -703 | -12.476 |
| Anteil der Rückversicherer | -160 | 407 |
| Netto | -543 | -12.883 |
| Schadenrückstellung Stand 31.Dezember | ||
| Brutto | 6.116.358 | 6.132.409 |
| Anteil der Rückversicherer | 598.944 | 641.794 |
| Netto | 5.517.414 | 5.490.615 |
Aus der Schadenrückstellung per 31. Dezember ist für das Segment Schaden/Unfall mit folgenden undiskontierten Zahlungen zu rechnen: weniger als ein Jahr 1.864 Mio. Euro (2007: 1.869 Mio. Euro), ein bis fünf Jahre 1.876 Mio. Euro (2007: 1.886 Mio. Euro), mehr als fünf Jahre 1.639 Mio. Euro (2007: 1.311 Mio. Euro).
In der Lebens- und Krankenversicherung werden Leistungen aus der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle überwiegend innerhalb eines Jahres ausgezahlt.
Entwicklung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung | ||
| Stand 1. Januar | 3.131.462 | 1.796.762 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | – | 1.244.227 |
| Geschäftsjahresänderung | 177.195 | 90.473 |
| Stand 31. Dezember | 2.954.267 | 3.131.462 |
| Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung | ||
| Stand 1. Januar | -512.203 | 929.387 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | – | 404.349 |
| Veränderung aufgrund von erfolgsneutralen Zeitwertschwankungen | ||
| der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere | 1.117.233 | -1.957.037 |
| Veränderung aufgrund von erfolgsneutralen Zeitwertschwankungen | ||
| von Sicherungsinstrumenten | 40.751 | -21.631 |
| Veränderung aufgrund von versicherungsmathematischen Gewinnen/ | ||
| Verlusten aus Pensionsverpflichtungen | 512 | 56.408 |
| Veränderungen aufgrund ergebniswirksamer Umbewertungen | -890.694 | 76.321 |
| Stand 31. Dezember | -244.401 | -512.203 |
| Gesamt | 2.709.866 | 2.619.259 |
(15) E.I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Bei leistungsorientierten Pensionsplänen wird dem Begünstigten durch das Unternehmen oder die Versorgungseinrichtung eine bestimmte Leistung zugesagt; dagegen sind die zu zahlenden Beiträge des Unternehmens nicht im Vorhinein festgelegt. Bei beitragsorientierten Pensionsplänen dagegen zahlt der Arbeitgeber festgelegte Beiträge an eine Kasse oder in eine Direktversicherung ein. Die Verpflichtung des Arbeitgebers ist mit der Zahlung der Beiträge abgegolten.
Aufgrund der Einbringung der DBV-Winterthur Gesellschaften in den AXA Konzern ist ab 2007 hinsichtlich Pensionszusagen zwischen AXA- und DBV-Winterthur Versorgungsmodellen zu unterscheiden:
Für AXA- Mitarbeiter haben wir vom Grundsatz her zwei betriebliche Versorgungsmodelle. Das eine Modell umfasst die Altzusagen, die im Allgemeinen auf Dienstzeit und Entgelt der Mitarbeiter basieren und als unmittelbare Pensionszusagen erteilt wurden. Für diese Pensionszusagen werden Pensionsrückstellungen gebildet; separates Planvermögen im Sinne von IAS 19 ist nicht vorhanden. Die Neuzusagen sind beitragsorientierte Zusagen, bei denen der Arbeitgeber lediglich den Beitrag definiert, den er ins Versorgungswerk einzahlt. Die Leistung wird durch die Wertentwicklung der eingezahlten Beiträge definiert. Eigenständige Rückstellungen werden für beitragsorientierte Versorgungsmodelle nicht gebildet. Im Geschäftsjahr wurden Aufwendungen in Höhe von 8,5 Mio. Euro (2007: 8,3 Mio. Euro) für die beitragsorientierten Pensionspläne getätigt.
Für DBV-Winterthur Mitarbeiter bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen der Unternehmen der DBV-Winterthur Gruppe für deren Mitarbeiter, welche im Allgemeinen auf Dienstzeit und Entgelt der Mitarbeiter basieren. 2001 gründeten die Unternehmen der DBV-Winterthur Gruppe gemeinsam den DBV-Winterthur Vorsorge e.V., Wiesbaden, zur Sicherung der Pensionsansprüche der Mitarbeiter aus leistungsorientierten Pensionszusagen. Die durch die Unternehmen unwiderruflich auf den Trust übertragenen Finanzmittel werden ausschließlich zur Bedeckung der von den Mitgliedsunternehmen an deren Mitarbeiter erteilten Pensionszusagen verwendet und sind durch Verpfändung der Ansprüche aus den Vermögenswerten an die Versorgungsberechtigten dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen.
Neben diesen arbeitgeberfinanzierten Versorgungsmodellen bestehen darüber hinaus sowohl bei AXA als auch DBV-Winterthur Pensionszusagen gegen Entgeltumwandlung. Diesen Pensionsverpflichtungen stehen Erstattungsansprüche aus konzerninternen Rückdeckungsversicherungen in gleicher Höhe gegenüber. Der Aufwand für diese Pensionszusagen ist gleich dem Beitragsaufwand zu den Rückdeckungsversicherungen und wird von den Arbeitnehmern getragen. 2008 wurden hierfür 2,7 Mio. Euro (2007: 3,6 Mio. Euro) aufgewendet.
Der Arbeitgeberaufwand zur gesetzlichen Rentenversicherung (beitragsorientierter Pensionsplan) betrug im Geschäftsjahr 55,3 Mio. Euro (2007: 53,6 Mio. Euro).
Entwicklung des Barwerts der leistungsorientierten Pensionspläne
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Barwert 1. Januar | 1.706.328 | 1.393.476 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | -6.636 | 562.244 |
| Entnahme für Pensionszahlungen | -92.896 | -90.042 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 25.312 | 86.567 |
| Kalkulatorischer Zinsaufwand | 91.938 | 37.059 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 138 | - |
| Erträge/Aufwendungen aus Plankürzungen oder Übertragungen | 116 | 172 |
| Bewertungsänderungen | 30.362 | - |
| Erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | -19.039 | -283.368 |
| Sonstige Veränderungen | -905 | 220 |
| Barwert 31. Dezember | 1.734.718 | 1.706.328 |
Vom Barwert am Jahresende 2008 entfallen 470,7 Mio. Euro (2007: 469,9 Mio. Euro) auf Pensionspläne mit Planvermögen. Darüber hinaus sind im Barwert zum 31.12.2008 41,8 Mio. Euro (2007: 39,3 Mio. Euro) für Verpflichtungen aus Entgeltumwandlung enthalten, für die der zugehörige Erstattungsanspruch in gleicher Höhe als Vermögenswert ausgewiesen wird. Der restliche Betrag in Höhe von 1.222,2 Mio. Euro (2007: 1.197,1 Mio. Euro) ist nicht mit Planvermögen bedeckt.
Die Übertragung der Verpflichtungen bzw. Planvermögen durch Betriebsübergänge auf die entsprechenden AXA-Gesellschaften wurde unter Veränderung Konsolidierungskreis berücksichtigt.
Entwicklung des Zeitwerts des Planvermögens
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Zeitwert 1. Januar | 266.880 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | -757 | 260.852 |
| Entnahme für Pensionszahlungen | -12.626 | -12.055 |
| Beiträge des Arbeitgebers | 178 | 11.417 |
| Erwartete Erträge des Planvermögens | 12.052 | 11.840 |
| Erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | -1.568 | -5.174 |
| Zeitwert 31. Dezember | 264.159 | 266.880 |
Zum 31.12.2008 setzte sich das Planvermögen wie folgt zusammen: 243,3 Mio. Euro (2007: 248,8 Mio. Euro) Rückdeckungsversicherungen und 20,9 Mio. Euro (2007: 18,1 Mio. Euro) flüssige Mittel. Der erwartete Ertrag aus der Rückdeckungsversicherung wurde gemäß dem Langfristzins für die Bewertung der Deckungsrückstellung bei der Lebensversicherung angenommen. Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen im Geschäftsjahr 10,5 Mio. Euro (2007: 6,7 Mio. Euro).
Bilanzierte Nettoverbindlichkeit und erfahrungsbedingte Anpassungen
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 |
|---|---|---|---|---|
| Barwert der Pensionsverpflichtungen 31.12. | 1.734.718 | 1.706.328 | 1.393.476 | 1.489.503 |
| Zeitwert des Planvermögens 31.12. | -264.159 | -266.880 | 0 | 0 |
| Bilanzierte Nettoverbindlichkeit 31.12. | 1.470.558 | 1.439.448 | 1.393.476 | 1.489.503 |
| Erstattungsansprüche 31.12. | 41.779 | 38.936 | 12.782 | 14.920 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Pensionsverpflichtungen 31.12. | 14.362 | 8.890 | 5.113 | -10.122 |
Angewandte Berechnungsfaktoren
| 2008 | 2007 | |
|---|---|---|
| Rechnungszinsfuß | 5,9 % | 5,7% |
| Rentenanpassung | 2,0 % | 2,0 % |
| Gehaltsdynamik | 2,5 % | 2,5 % |
| Inflationsrate | 2,0 % | 1,5 % |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | 4,5 % | 4,7% |
Gesamtaufwendungen für die Altersversorgung
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand | 25.312 | 37.059 |
| Zinsaufwand | 91.938 | 86.567 |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | -12.052 | -11.840 |
| Erträge/Aufwendungen aus Plankürzungen oder Übertragungen | 116 | 172 |
| Realisierung von | ||
| Nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand | 138 | - |
| Bewertungsänderung | 30.362 | - |
| Gesamt (Geschäftsjahresaufwand) | 135.814 | 111.958 |
(16) E.III. Sonstige Rückstellungen
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Urlaubsabgeltung, Tantiemen, Ertragsbeteiligung | 62.821 | 66.262 |
| Jubiläumsrückstellungen | 22.689 | 24.356 |
| Restrukturierungsrückstellungen | 79.173 | 93.720 |
| Sonderrisiken aus anhängigen bzw. bevorstehenden Rechtsstreitigkeiten | 77.524 | 107.012 |
| Zinsen gemäß § 233 AO | 78.817 | 97.390 |
| Übrige | 289.519 | 251.519 |
| Gesamt | 610.543 | 640.259 |
Im Rahmen der Integration von DBV-Winterthur und AXA wurden 2007 Restrukturierungsrückstellungen gebildet. Die erwartete Inanspruchnahme erfolgt insbesondere in dem Jahr 2009 und erstreckt sich voraussichtlich bis zum Jahr 2013. Die Höhe und der Zeitpunkt der Inanspruchnahme hängen insbesondere davon ab, inwieweit die Mitarbeiter Leistungen aus dem Sozialplan erhalten. Der angewandte Rechnungszins wurde von 5,0% im Vorjahr auf 5,5% angehoben. Der Zinsaufwand aus der Rückstellung beträgt 3.472 Tsd. Euro.
Die Jubiläumsrückstellung beinhaltet u.a. Ansprüche, die sich nach dem Aktienkurs der AXA S.A., Paris, bemessen; zum Bilanzstichtag sind 428 Mitarbeiter (2007: 471 Mitarbeiter) bezugsberechtigt. Die Vergütung dieser Ansprüche erfolgt in bar und wird entsprechend dem erreichten Dienstalter als Rückstellung erfasst. Die Rückstellung beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 3.147 Tsd. Euro (2007: 6.692 Tsd. Euro).
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Bilanzwert 1. Januar | 640.259 | 428.702 |
| Währungsänderungen | 95 | -26 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | – | 83.634 |
| Inanspruchnahme | -199.600 | -152.595 |
| Auflösungen | -117.088 | -28.968 |
| Zuführungen | 286.877 | 309.512 |
| Bilanzwert 31. Dezember | 610.543 | 640.259 |
(17) F. I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft
| in Tsd. Euro | Leben/ Kranken | Schaden/ Unfall | insgesamt 2008 | insgesamt 2007 |
|---|---|---|---|---|
| Versicherungsnehmer | 2.576.888 | 104.344 | 2.681.232 | 2.907.398 |
| Versicherungsvermittler | 31.504 | 27.726 | 59.230 | 52.028 |
| Gesamt | 2.608.392 | 132.070 | 2.740.462 | 2.959.427 |
Im Wesentlichen sind bei den Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern gutgeschriebene Überschussanteile in Höhe von 2.395 Mio. EUR (2007: 2.565 Mio. Euro) enthalten.
Per 31. Dezember 2008 ist aus diesen Verpflichtungen für das Segment Leben mit folgenden undiskontierten Zahlungen zu rechnen: bis zu einem Jahr 234 Mio. Euro (2007: 258 Mio. Euro), ein bis fünf Jahre 762 Mio. Euro (2007: 749 Mio. Euro), mehr als fünf Jahre 1.399 Mio. Euro (2007: 1.558 Mio. Euro).
(18) F. IV. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Bei der AXA Bank bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 87,6 Mio. Euro (2007: 89,4 Mio. Euro). Diese Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und bis fünf Jahre in Höhe von 30,7 Mio. Euro (2007: 34,5 Mio. Euro) und von mehr als fünf Jahren in Höhe von 54,0 Mio. Euro (2007: 47,1 Mio. Euro). Der beizulegende Zeitwert dieser Verbindlichkeiten beträgt 91,3 Mio. Euro (2007: 87,5 Mio. Euro).
Die restlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 254,6 Mio. Euro (2007: 325,6 Mio. Euro) entfallen insbesondere auf Versicherungsunternehmen und haben Restlaufzeiten von unter einem Jahr.
(19) F.V. Sonstige Verbindlichkeiten
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen/Spareinlagen | 404.274 | 922.773 |
| Darlehens- und Hypothekenverbindlichkeiten | 1.191.053 | 828.367 |
| Noch zuzuordnende Zahlungsvorgänge aufgrund vorgezogener Buchungstermine | - | - |
| Noch abzuführende Steuern | 142.197 | 71.094 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | - | - |
| Übrige | 378.184 | 579.135 |
| Gesamt | 2.115.708 | 2.401.369 |
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr in Höhe von 1.727 Mio. Euro (2007: 2,161 Mio. Euro) sowie Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von 82 Mio. Euro (2007: 89 Mio. Euro).
(20) H. Steuerabgrenzung
| in Tsd. Euro (+) = Aktivisch, (-) = Passivisch | Aktivisch | Passivisch | 2008 | Aktivisch | Passivisch | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Latente Steuern auf erfolgswirksame Umbewertungen | 740.801 | -810.145 | -69.344 | 603.004 | -791.366 | -188.362 |
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren und aus assoziierten Unternehmen | 86.965 | -60.826 | 26.139 | 126.889 | -19.895 | 106.994 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste aus Pensionsplänen | 89 | -17.299 | -17.210 | 3.975 | -15.771 | -11.796 |
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten | -2.438 | -2.438 | 3.186 | 3.186 | ||
| Gesamt | 827.855 | -890.708 | -62.853 | 737.054 | -827.032 | -89.978 |
Auf die Bildung von latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 62 Mio. Euro (2007: 66 Mio. Euro) wurde verzichtet, da ihre Realisierung nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist.
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
(21) 1. Gebuchte Bruttobeiträge
a. nach Art des Versicherungsgeschäft
| in Tsd. Euro | AXA 2008 | AXA 2007 |
|---|---|---|
| Selbst abgeschlossenes Geschäft | ||
| Leben | 3.909.161 | 4.003.788 |
| Kranken | 2.090.176 | 2.047.697 |
| Schaden und Unfall | ||
| Kraftfahrt | 1.214.426 | 1.251.468 |
| Unfall | 273.627 | 279.385 |
| Haftpflicht | 654.826 | 650.802 |
| Transport und Luftfahrt | 119.852 | 122.752 |
| Sach/Feuer | 871.833 | 858.840 |
| Sonstige | 301.827 | 280.496 |
| Summe selbst abgeschlossenes Geschäft | 9.435.728 | 9.495.229 |
| Übernommenes Geschäft | 147.818 | 116.340 |
| Gesamtgeschäft | 9.583.546 | 9.611.569 |
b. nach der Herkunft
| Selbst abgeschlossenes Geschäft | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | Inland | Übrige EWR-Staaten | Dritt- länder | Über- nommenes Geschäft | Insgesamt 2008 | Insgesamt 2007 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Leben | 3.909.161 | 5.033 | 3.914.194 | 4.009.789 | ||
| Kranken | 2.090.176 | 853 | 2.091.029 | 2.048.720 | ||
| Schaden/Unfall | 3.330.137 | 63.117 | 43.137 | 141.932 | 3.578.323 | 3.553.060 |
| Gesamtgeschäft | 9.329.474 | 63.117 | 43.137 | 147.818 | 9.583.546 | 9.611.569 |
(22) 3. Kapitalanlageergebnis
| Leben / Kranken * | Schaden / Unfall / Übrige * | Insgesamt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Laufende Erträge | 2.330.180 | 2.351.868 | 562.671 | 546.044 | 2.892.850 | 2.897.912 |
| - aus fremdgenutzten Grundstücken | 76.889 | 90.092 | 25.601 | 26.554 | 102.489 | 116.646 |
| - aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | -140 | -1.416 | -2.488 | 7.144 | -2.628 | 5.728 |
| - aus Darlehen und Ausleihungen | 311.140 | 344.291 | 56.437 | 47.231 | 367.577 | 391.522 |
| - aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren | 1.647.579 | 1.741.097 | 337.282 | 382.089 | 1.984.862 | 2.123.187 |
| - aus erfolgswirksam zum Fair Value be- werteten Finanzinstrumenten | 248.950 | 148.831 | 89.310 | 50.480 | 338.260 | 199.311 |
| - aus übrigen Kapitalanlagen | 45.762 | 28.973 | 56.528 | 32.547 | 102.290 | 61.520 |
| Laufende Aufwendungen | 175.155 | 189.335 | 55.249 | 55.554 | 230.404 | 244.890 |
| - Aufwendungen für die Verwaltung von Ka- pitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für Kapitalanlagen | 134.458 | 141.917 | 36.456 | 39.107 | 170.914 | 181.025 |
| - Grundbesitzaufwendungen | 29.647 | 33.804 | 15.323 | 12.940 | 44.969 | 46.745 |
| - Planmäßige Abschreibungen von Ge- bäuden | 11.050 | 13.614 | 3.470 | 3.507 | 14.520 | 17.120 |
| - der versicherungstechnischen Rechnung zugeordneter Zins | ||||||
| Ordentliches Kapitalanlageergebnis | 2.155.025 | 2.162.532 | 507.422 | 490.490 | 2.662.447 | 2.653.022 |
| Zuschreibungen | 45.510 | 1.664 | 61 | 89 | 45.572 | 1.753 |
| - auf fremdgenutzte Grundstücke | 110 | 553 | 16 | 71 | 126 | 624 |
| - auf Darlehen und Ausleihungen | 25.259 | 0 | 0 | 0 | 25.259 | 0 |
| - auf jederzeit veräußerbare Wertpapiere | 20.142 | 1.111 | 46 | 18 | 20.188 | 1.129 |
| Gewinne aus dem Abgang | 278.307 | 511.784 | 237.854 | 241.708 | 516.161 | 753.492 |
| - aus fremdgenutzten Grundstücken | 3.918 | 25.834 | 201 | 2.327 | 4.119 | 28.161 |
| - aus Darlehen und Ausleihungen | 0 | 2 | 0 | 86 | 0 | 88 |
| - aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren | 146.676 | 413.895 | 130.751 | 189.251 | 277.427 | 603.146 |
| - aus erfolgswirksam zum Fair Value be- werteten Finanzinstrumenten | 127.712 | 72.053 | 106.902 | 50.044 | 234.614 | 122.096 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 650.539 | 181.386 | 284.988 | 75.006 | 935.527 | 256.392 |
| - auf fremdgenutzte Grundstücke | 7.249 | 5.266 | 0 | 1.557 | 7.249 | 6.824 |
| - auf Darlehen und Ausleihungen | 1.534 | 2.221 | 43 | - | 1.577 | 2.221 |
| - auf jederzeit veräußerbare Wertpapiere | 641.755 | 173.899 | 284.945 | 73.448 | 926.701 | 247.347 |
| Verluste aus dem Abgang | 472.286 | 208.364 | 102.453 | 64.753 | 574.739 | 273.117 |
| - aus fremdgenutzten Grundstücken | 1.597 | 12.828 | 0 | 1.528 | 1.597 | 14.356 |
| - aus Darlehen und Ausleihungen | 5 | 0 | 0 | 1.070 | 5 | 1.070 |
| - aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren | 451.748 | 179.858 | 101.090 | 54.799 | 552.838 | 234.656 |
| - aus erfolgswirksam zum Fair Value be- werteten Finanzinstrumenten | 18.937 | 15.678 | 1.363 | 7.357 | 20.300 | 23.035 |
| Marktwertänderungen der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente | -496.262 | 49.033 | -164.960 | 5.546 | -661.222 | 54.580 |
| Währungskursgewinne/-verluste | -55.928 | -59.166 | -14.573 | -28.734 | -70.501 | -87.900 |
| Außerordentliches Kapitalanlage- ergebnis ** | -1.351.198 | 113.565 | -329.059 | 78.851 | -1.680.257 | 192.416 |
| Nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungs- policen | -544.068 | 12.211 | -544.068 | 12.211 | ||
| Kapitalanlageergebnis | 259.759 | 2.288.308 | 178.363 | 569.341 | 438.122 | 2.857.649 |
* voll konsolidierte Werte,
** entspricht Netto-Gewinnen/Verlusten einschließlich Zu- und Abschreibungen.
Die Aufwendungen aus Zuführungen zu Rückstellungen für nicht vermietete Grundstücke und Bauten betragen 357 Tsd. Euro (2007: 4.867 Tsd. Euro). Die unrealisierten Währungskursgewinne und -verluste auf monetäre Positionen betragen 135.742 Tsd. Euro (2007: -100.398 Tsd. Euro). Der (nach der Effektivzinsmethode berechnete) gesamte Zinsertrag für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt 2.252 Mio. Euro (2007: 2.279 Mio. Euro).
(23) 4. Versicherungsleistungen für eigene Rechnung
Versicherungsleistungen Leben / Kranken
*
| in Tsd. Euro (+) = Aufwand, (-) = Ertrag | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| BRUTTO | ||
| Zahlungen | 5.361.962 | 4.773.609 |
| Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | 56.837 | -14.017 |
| Veränderung der Deckungsrückstellung | 562.061 | 1.586.266 |
| Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen | 5.661 | -886 |
| Aufwendungen für Beitragsrückerstattung | -624.570 | 614.955 |
| Gesamtleistung | 5.361.951 | 6.959.927 |
| ANTEIL DER RÜCKVERSICHERER | ||
| Zahlungen | -197.900 | -103.570 |
| Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | -898 | -1.029 |
| Veränderung der Deckungsrückstellung | -112.458 | -7.741 |
| Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen | ||
| Aufwendungen für Beitragsrückerstattung | ||
| Gesamtleistung | -86.340 | -112.340 |
| NETTO | ||
| Zahlungen | 5.164.062 | 4.670.039 |
| Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | 55.939 | -15.046 |
| Veränderung der Deckungsrückstellung | 674.519 | 1.578.525 |
| Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen | 5.661 | -886 |
| Aufwendungen für Beitragsrückerstattung | -624.570 | 614.955 |
| Gesamtleistung | 5.275.611 | 6.847.587 |
| Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen/Erträge (netto) | 176.878 | 232.595 |
| Gesamt | 5.452.489 | 7.080.182 |
* voll konsolidierte Werte
Versicherungsleistungen Schaden / Unfall
*
| in Tsd. Euro (+) = Aufwand, (-) = Ertrag | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| BRUTTO | ||
| Zahlungen | 2.327.367 | 2.395.529 |
| Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | -81.595 | 40.400 |
| Veränderung der Deckungsrückstellung | -13.345 | -10.505 |
| Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen | -1.198 | -3.224 |
| Aufwendungen für Beitragsrückerstattung | 19.735 | 17.986 |
| Gesamtleistung | 2.250.964 | 2.440.186 |
| ANTEIL DER RÜCKVERSICHERER | ||
| Zahlungen | -560.470 | -505.335 |
| Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | 41.382 | -149.006 |
| Veränderung der Deckungsrückstellung | 2.336 | 1.352 |
| Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen | 0 | 0 |
| Aufwendungen für Beitragsrückerstattung | 0 | 0 |
| Gesamtleistung | -516.752 | -652.989 |
| NETTO | ||
| Zahlungen | 1.766.897 | 1.890.193 |
| Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | -40.213 | -108.606 |
| Veränderung der Deckungsrückstellung | -11.009 | -9.153 |
| Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen | -1.198 | -3.224 |
| Aufwendungen für Beitragsrückerstattung | 19.735 | 17.986 |
| Gesamtleistung | 1.734.212 | 1.787.196 |
| Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen / Erträge (netto) | 18.787 | 19.026 |
| Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung | -34.439 | -33.584 |
| Gesamt | 1.718.560 | 1.772.638 |
* voll konsolidierte Werte
(24) 5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
| in Tsd. Euro | Leben / Kranken | Schaden / Unfall | Insgesamt 2008 | Insgesamt 2007 |
|---|---|---|---|---|
| Abschlussaufwendungen | 517.108 | 484.993 | 1.002.101 | 1.060.964 |
| Verwaltungsaufwendungen | 204.147 | 625.151 | 829.298 | 817.242 |
| davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft | 33.340 | 207.500 | 240.840 | 236.729 |
| Gesamt | 687.915 | 902.644 | 1.590.559 | 1.641.477 |
(25) 6. Sonstige Erträge
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungen für andere Unternehmen | 235.612 | 213.129 |
| Provisionen für Versicherungsvermittlung | 240.664 | 236.723 |
| Provisionserträge Finanzdienstleister | 16.583 | 26.737 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 41.603 | 24.873 |
| Erträge aus eigengenutzten Grundstücken | – | 11.250 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, soweit diese nicht aus Kapitalanlagen herrühren | 35.533 | 16.617 |
| Übrige | 122.809 | 109.625 |
| Gesamt | 692.804 | 638.954 |
(26) 7. Sonstige Aufwendungen
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Sonstige Aufwendungen u.a. im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen | 561.952 | 482.073 |
| Zinszuführungen zu Pensionsrückstellungen | 113.913 | 49.838 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 90.325 | 106.449 |
| Sonstige Abschreibungen und Pauschalwertberichtigungen | 33.112 | 23.667 |
| Aufwendungen aus dem Bankgeschäft | 26.514 | 26.506 |
| Anteilsbasierte Vergütung | 6.579 | 7.327 |
| Aufwendungen aus eigengenutzten Grundstücken | -28 | 14.708 |
| Übrige | 103.971 | 163.602 |
| Gesamt | 936.338 | 874.170 |
Aktienbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente
Im Rahmen der Erstanwendung der IFRIC 11 (IFRS 2 - Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen), wurden die Aufwendungen der folgenden Vergütungstransaktionen mit Eigenkapitalinstrumenten rückwirkend im Konzernabschluss erfasst.
AXA SA Stock Options
Im Rahmen des Stock Option Plans der AXA Paris wird eine Anzahl von Aktienoptionen an die Begünstigten zum Marktwert zugeteilt mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Die Optionen gewähren das Recht, nach Ablauf einer Sperrfrist AXA Aktien zu einem festgelegten Kurs (Bezugspreis) zu erwerben. Bei den Begünstigten handelt es sich in der Regel um Vorstände und leitende Angestellte; der Kreis der Begünstigten wird vom Gruppenvorstand der AXA SA festgelegt.
AXA Performance Units - equity Teil
Performance Units werden im Rahmen des Performance Units Plans der AXA Gruppe an bestimmte Begünstigte (ausschließlich Vorstände und Leitende Angestellte) der AXA Deutschland erteilt, die vom Gruppenvorstand der AXA SA festgelegt werden.
Hierbei handelt es sich um eine mittelfristig orientierte Vergütungskomponente, deren Werthaltigkeit vom Erfolg der AXA in Deutschland, der AXA Gruppe weltweit sowie der AXA Aktie in den nächsten Jahren abhängt. Jedem Begünstigten wird hierbei anfänglich eine Basisanzahl an Performance Units gewährt. Während der zweijährigen Laufzeit werden jeweils 50 Prozent dieser anfänglich gewährten Anteile, gewichtet mit der Erreichung bestimmter Unternehmensziele der AXA Gruppe (ein Drittel) und der AXA Deutschland (zwei Drittel) des jeweiligen Jahres, tatsächlich gutgeschrieben. Nach Ablauf der zwei Jahre werden die Anzahl der in diesem Zeitraum tatsächlich gutgeschriebenen Performance Units mit einem Durchschnittskurs der AXA Aktie multipliziert. Bei Erreichung von mehr als 1000 Performance Units erhält der Begünstigte 30 Prozent der Performance Units als Aktien. Dieser Teil stellt den equity Teil dar.
AXA Shareplan Classic
Bei dem Shareplan Classic kann der berechtigte Mitarbeiter AXA Aktienfondanteile mit einem Nachlass von 20 Prozent erwerben. Maßgeblich für den Zeichnungspreis ist der Referenzkurs der AXA Aktie. Der Mitarbeiter kann bis zu 25 Prozent seines Bruttojahreseinkommens investieren, die Mindestinvestition beträgt 500 Euro. Während der Laufzeit anfallende Dividenden werden in den Fonds reinvestiert und erhöhen damit die Anteile an dem Fonds.
AXA Shareplan Leverage
Bei dem Shareplan Leverage können berechtigte Mitarbeiter des AXA Konzerns AXA Fondsanteile, die ab dem Shareplan 2009 mit einem Rabatt gewährt werden, erwerben. Der Mitarbeiter zeichnet dabei einen bestimmten Betrag an Fondsanteilen, von denen er selbst einen geringen Teil finanziert. Der verbleibende Teil wird von einer konzernfremden Bank finanziert. Die Fondsanteile haben eine Sperrfrist von fünf Jahren, innerhalb derer keine Dividenden an den Mitarbeiter gezahlt werden. Nach Ablauf der Sperrfrist werden die Anteile des Mitarbeiters an den Fonds verkauft. Der Mitarbeiter erhält dann mindestens den von ihm investierten Betrag zurück, falls der Kurs der Aktie gleich geblieben oder gefallen sein sollte. Wenn der Kurs gestiegen ist, erhält der Mitarbeiter ein Vielfaches der Wertsteigerung der Investition bezogen auf den Referenzkurs der AXA Aktie. Alternativ kann der Mitarbeiter nach Ablauf der Sperrfrist das Investment auch in den Shareplan Classic einlegen.
AXA Miles
Durch das Programm AXA Miles werden jedem berechtigten Mitarbeiter je 100 AXA Miles zugeteilt (50 AXA Miles im Juli 2007 sowie weitere 50 AXA Miles im Juli 2009, wenn die AXA Gruppe zu diesem Zeitpunkt bei der Erfüllung ihrer Ziele für die Ambition 2012 im Plan liegt). Nach Ablauf einer Wartefrist von vier Jahren werden die AXA Miles eins zu eins in AXA Aktien umgewandelt.
Berechtigte Mitarbeiter umfassen bei den Plänen AXA Shareplan Classic und Leverage sowie AXA Miles alle Mitarbeiter, die zu einem bestimmten Stichtag bei einem Unternehmen des deutschen AXA Konzerns beschäftigt sind und weitere Kriterien wie bspw. eine bestimmte Betriebszugehörigkeit erfüllen.
Die auf die obengenannten Vergütungskomponenten entfallenden Aufwendungen werden im IFRS-Konzernabschluss mit den Beträgen erfasst, so wie sie auch in dem übergeordneten IFRS-Konzernabschluss der AXA SA enthalten sind. Hinsichtlich weiterer Details verweisen wir auf die dort gemachten Angaben sowie auf Seite 132 für die auf die Vorstandsmitglieder entfallenden Beträge.
(27) 8. Finanzierungsaufwendungen
Bei den Finanzierungsaufwendungen in Höhe von 20,9 Mio. EUR ( 2007: 56,8 Mio. Euro) handelt es sich mit 11,2 Mio. EUR (2007: 11,6 Mio. EUR) um Zinsen für ein verzinsliches nachrangiges Darlehen von der AXA, Paris, an die AXA Konzern AG in Höhe von 235 Mio. EUR (2007: 235 Mio. EUR), sowie mit 4,0 Mio. EUR (2007: 4,1 Mio. EUR) bzw. 1,4 Mio. EUR (2007: 1,5 Mio. EUR) um Zinsen für zwei Darlehen an die AXA Konzern AG von der AXA Aurora Vida S.A. de Seguros y Reaseguros, Bilbao, in Höhe von 85 Mio. Euro (2007: 85 Mio. Euro) sowie von der AXA Aurora Iberica S.A. de Seguros y Reaseguros, Palma de Mallorca, in Höhe von 30 Mio. Euro (2007: 30 Mio. Euro). Mit 4,2 Mio. EUR (2007: 31,1 Mio. EUR) handelt es sich um Zinsen für ein Nachrangdarlehen der Finance Solutions S.A.R.L., Luxemburg, an die AXA Beteiligungsgesellschaft mbH in Höhe von 141,4 Mio. Euro. Sämtliche vorstehend aufgeführte Darlehen sind im Jahr 2008 getilgt worden.
(28) 9. Steuern
| Steueraufwand in Tsd. Euro |
2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Tatsächliche Steuern | 106.366 | 347.394 |
| davon für Geschäftsjahr | 208.367 | 431.039 |
| davon für Vorjahre | -102.001 | -83.645 |
| Latente Steuern | -123.024 | -183.997 |
| davon Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern | 0 | 2.096 |
| Ertragsteuern | -16.658 | 163.397 |
| Sonstige Steuern | 8.726 | 4.426 |
| davon für Geschäftsjahr | 5.403 | 4.135 |
| davon für Vorjahre | 3.323 | 291 |
| Gesamt | -7.932 | 167.823 |
| Überleitungsrechnung in Tsd. Euro |
2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis vor Steuern | 96.946 | 733.694 |
| Erwarteter Ertragsteuersatz | 32 % | 40 % |
| Erwarteter Ertragsteueraufwand | 31.023 | 293.478 |
| Korrigiert um Steuereffekte: | ||
| + nicht abzugsfähige Betriebsausgaben | 5.277 | 4.241 |
| - steuerfreie Erträge aus Kapitalanlagen | 11.508 | -72.873 |
| - Nutzung steuerlicher Verlustvorträge | -3.559 | -23.381 |
| + Abschreibung aktiver latenter Steuer | -5.824 | 2.096 |
| + Eliminierung konzerninterner Transaktionen | 5.724 | 41.409 |
| + Anpassung Steuer Vorjahre | -92.435 | -49.450 |
| + Steuersatzänderung | -5.869 | -30.921 |
| + sonstige Auswirkungen | 37.497 | -1.202 |
| Effektiver Ertragsteueraufwand | -16.658 | 163.397 |
Die gezahlten Ertragsteuern betrugen in 2008 385.548 Tsd. Euro (2007: 257.155 Tsd. Euro).
Der Steuerertrag für Vorjahre in Höhe von rund 92 Mio. EUR resultiert aus der Auflösung von Steuerrückstellungen aufgrund der Verständigung über den Abschluss der Betriebsprüfung für den Teilkonzern DBV Winterthur für den Zeitraum 1997 bis einschließlich 2006. Dies gilt insbesondere für die Behandlung der früheren Investments in Irland, die durch die Finanzverwaltung inzwischen anerkannt worden ist.
Der Ertrag wurde durch gegenläufige Effekte bei der Neubewertung von latenten Steuerpositionen im Konzern auf Basis der verringerten Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz von rund 33 Mio. Euro sowie von anderen Einmaleffekten von rund 7 Mio. Euro teilweise kompensiert.
(29) 10. Aufgegebene Geschäftsbereiche nach Steuern
Im Vorjahr wurde der Verkauf des niederländischen Teilkonzerns an die SNS REAAL N.V., Utrecht, Niederlande zu einem Verkaufspreis von 198.800 Tsd. Euro in bar abgeschlossen. Mit dem Rückzug aus dem niederländischen Markt fokussierte die DBV-Winterthur Gruppe ihre geschäftlichen Aktivitäten auf das Kerngeschäft in Deutschland. Von der Aufgabe war ausschließlich das Segment Holding/Bank/Übrige betroffen. Der niederländische Teilkonzern wurde daher als unmittelbar zur Wiederveräußerung erworbenes Unternehmen behandelt und als aufgegebener Geschäftsbereich dargestellt. Der Ergebnisbeitrag des niederländischen Teilkonzerns bis zum Zeitpunkt des Kontrollverlustes und der Endkonsolidierungserfolg wurden in der Position „Aufgegebene Geschäftsbereiche nach Steuern“ erfasst. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die veräußerten Vermögenswerte und Schulden im Vorjahr:
| in Tsd. Euro | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Vermögenswerte: | ||
| Kapitalanlagen | – | 5.270.232 |
| Zahlungsmittel- und äquivalente | – | 120.956 |
| Sonstige Vermögenswerte | – | 95.727 |
| Schulden: | ||
| Versicherungstechnische Rückstellungen (brutto) | – | 2.208.798 |
| Sonstige Schulden | – | 3.205.527 |
(30) 11. Konzernergebnis
Die Überleitung vom Konzernergebnis zur Veränderung des Zahlungsmittelbestandes wird in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt.
(31) 12. Ergebnis je Aktie
Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das Konzernergebnis nach Abzug der Anteile anderer Gesellschafter und der auf die Vorzugsaktien entfallenden Dividenden durch die Anzahl der Stammaktien der AXA Konzern AG geteilt. Die Anzahl der Stammaktien beträgt unverändert zum Vorjahr 26.230.760 Stück. Daraus ergibt sich ein unverwässertes Ergebnis je Aktie in Höhe von 3,35 Euro (2007: 21,48 Euro). Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht im Geschäftsjahr und im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.
| Ergebnis je Aktie | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 113.604 | 570.297 |
| abzüglich Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis | -804 | -6.324 |
| abzüglich vorgeschlagene Dividenden auf Vorzugsaktien | -24.950 | -550 |
| Zwischensumme | 87.850 | 563.423 |
| Anzahl Stammaktien | 26.231 | 26.231 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie | 3,35 | 21,48 |
Sonstige Erläuterungen und Angaben
| Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter | 2008 | 2007* |
|---|---|---|
| Durchschnittliche Zahl der angestellten Mitarbeiter | 11.703 | 10.253 |
| davon: | ||
| im Innendienst | 10.522 | 9.234 |
| im angestellten Außendienst | 1.181 | 1.020 |
| Durchschnittliche Mitarbeiterzahl der assoziierten Unternehmen | 1.167 | 901 |
| Personalaufwand in Tsd. Euro |
2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 630.009 | 674.670 |
| Soziale Abgaben | 100.088 | 102.234 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 158.507 | 199.696 |
| Insgesamt | 888.604 | 976.600 |
| Nicht ausgebuchte Werpapierel in Tsd. Euro |
2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Wertpapierleihgeschäfte | ||
| festverzinsliche Wertpapiere | 632.832 | 2.384.054 |
| nicht festverzinsliche Wertpapiere | 39.700 | 5.701 |
| Wertpapierpensionsgeschäfte | ||
| festverzinsliche Wertpapiere | 390.871 | 1.120.416 |
| Insgesamt | 1.063.403 | 3.510.171 |
Zur Ertragsmehrung werden Werpapierleihgeschäfte und echte Wertpapierpensionsgeschäfte (Repogeschäfte) abgeschlossen. Bei Wertpapierleihgeschäften werden Wertpapiere an einen Dritten auf bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen Zahlung einer Entleihgebühr übertragen. Nach Ablauf der vereinbarten Frist ist der Leihnehmer zur Rückgabe von Wertpapiere gleicher Art, Güte und Menge verpflichtet. Bei echten Wertpapierpensionsgeschäften (Repo-Geschäfte) werden Wertpapiere an einen Dritten veräußert und gleichzeitig vereinbart, diese Wertpapiere zu einem bestimmten Termin und Kurs zurückzuerwerben. Das Marktpreisrisiko verbleibt jeweils beim AXA Konzern, so dass keine Ausbuchung der Wertpapiere erfolgt. Die Tabelle gibt eine Übersicht über die bestehenden Geschäfte.
Vergütung von Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat
Vorstandsvergütung
Vergütungsaufwand 2008
Für das Geschäftsjahr 2008 belief sich der Vergütungsaufwand für die Mitglieder des Vorstands der AXA Konzern AG für ihre Tätigkeiten im Mutterunternehmen sowie in den Tochtergesellschaften insgesamt auf 5.650 Tsd. Euro (2007: 5.829 Tsd. Euro), davon entfielen 2.645 Tsd. Euro (2007: 3.087 Tsd. Euro) auf feste und 3.005 Tsd. Euro (2007: 2.742 Tsd. Euro) auf variable Vergütungsbestandteile für das Vorjahr. Es erfolgten, wie im Vorjahr, keine Abfindungszahlungen.
Long Term Incentiv Vergütung
Die im Rahmen des gruppenweiten Aktienoptionsprogramm –„Long Term Incentive Plan“ der AXA S.A. in 2008 ausgegebenen 167.600 (2007: 179.250) Optionen sehen einen Bezugspreis von EUR 21,51 (Aktienkurs zum Bilanzstichtag 31.12.2008 Euro 15,85) pro Anteil vor. Die Optionen sind mit einer Haltefrist versehen, jeweils ein Drittel der an den Begünstigten vergebenen Optionen sind ab dem 31.03.2010 / 31.03.2011 / 31.03.2012 ausübbar. Die Optionen verfallen, sofern sie nicht bis zum 31.03.2018 ausgeübt werden.
Die Zuteilung der 64.160 Performance Units (2007: 33.161) erfolgt anhand des Ergebnisses der AXA S.A. sowie der jeweiligen Landesgesellschaft (AXA Konzern AG) in den Jahren 2008 und 2009. Die Performance Units werden am 31.03.2009 sowie am 31.03.2010 für das jeweilige Vorjahr zugeteilt. Am 31.03.2011 erfolgt die Abrechnung der Performance Units, wobei an die Begünstigten ein Betrag ausgezahlt wird, der sich aus der Anzahl der zugeteilten Performance Units multipliziert mit dem durchschnittlichen Eröffnungskurs der Aktie der AXA S.A., Paris, während der letzten 20 Handelstage vor dem 31.03.2010 an der Pariser Börse ergibt. Sollten mehr als 1.000 Performance Units an einen Begünstigten vergeben werden, werden 30% der abzurechnenden Performance Units in Aktien der AXA S.A., Paris investiert, die durch die Begünstigten frühestens nach Ablauf von 2 Jahren veräußert werden können (equity Teil).
Die weiteren Einzelheiten dieses Programms sind von der AXA S.A., Paris, offen gelegt worden. Die Stock Options sowie die ggf. im Rahmen des Performance Unit Programms erworbenen Aktien werden durch die AXA S.A. ausgegeben. Ab 2008 wird der der beizulegende Zeitwert dieser Rechte am Tag der Gewährung nach anerkannten Optionspreismodellen ermittelt und gemäß IFRIC 11 (IFRS 2 - Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen) zeitanteilig über den Erdienungszeitraum als sonstiger Aufwand erfaßt.
Der Aufwand für die Barkomponente der Performance Units wird ebenfalls im Konzernabschluss erfasst. Dieser Aufwand wird auf Basis des Börsenkurses der AXA S.A. zum Bilanzstichtag ermittelt und zeitanteilig über den Erdienungszeitraum erfaßt.
Der auf das Geschäftsjahr 2008 entfallende beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr und in früheren Jahren ausgegebenen Stock Options und Performance Units beträgt 1.019 Tsd. Euro für 2008 (2007: 689 Tsd. Euro). Im Berichtszeitraum erhielten die Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft 229 Tsd. Euro (2007: 198 Tsd. Euro) aus der Abrechnung von Performance Unit Plänen sowie 3.483 Stück Aktien (2007: 2.335) der AXA S.A. Erlöse aus der Ausübung von Stock Options fielen in 2008 nicht an.
Versorgungszusage
Den Mitgliedern des Vorstandes der AXA Konzern AG wird eine Versorgungszusage gewährt. Diese umfasst nach entsprechender Dienstzeit Ansprüche auf Altersrente (ab Vollendung des 65. Lebensjahres), Invaliditätsrente, Witwen-/Witwerrente, Waisenrente und unter bestimmten Bedingungen Übergangsgeldzahlungen.
Die Höhe der Leistungen ist an das Festgehalt vor Ausscheiden gekoppelt und beträgt je nach Vorstandsdienstzeit 40 bis 60 % des Festgehaltes quotiert in analoger oder direkter Anwendung des § 2 BetrAVG. Mit Beginn der zweiten Bestellungsperiode werden entsprechende Ansprüche unverfallbar, sofern das Dienstverhältnis auf Veranlassung der Gesellschaft beendet wird.
Ab dem Beginn der dritten Bestellungsperiode erwerben die Vorstandsmitglieder zusätzlich einen Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von 40 % der Festbezüge für den Fall, dass die Gesellschaft den Dienstvertrag nicht verlängert, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt. Die Zahlung von Übergangsgeld endet mit dem Eintritt eines Versorgungsfalles (Erreichen der Altersgrenze oder Tod). Anderweitige aus selbstständiger oder nicht selbstständiger Tätigkeit für ein anderes Unternehmen erzielte Einkünfte werden in voller Höhe auf das Übergangsgeld angerechnet.
Mit Beginn der dritten Bestellungsperiode beläuft sich der unverfallbare Anspruch auf Altersrente auf mindestens 40% der Festbezüge.
Die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen der am 31. Dezember 2008 aktiven Vorstandsmitglieder der AXA Konzern AG beliefen sich in 2008 auf 1.064 Tsd. Euro (2007: 1.991 Tsd. Euro).
Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene
Die Gesamtbezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 2.161 Tsd. Euro (2007: 2.115 Tsd. Euro). Für diese Personengruppe sind zum 31. Dezember 2008 Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen in Höhe von 29.074 Tsd. Euro (2007: 29.132 Tsd. Euro) passiviert.
Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrates für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der AXA Konzern AG sowie in Aufsichtsräten konsolidierter Unternehmen betrugen im Geschäftsjahr 2008 insgesamt 2.516 Tsd. Euro (2007: 2.358 Tsd. Euro), davon 1.279 Tsd. Euro (2007: 1.252 Tsd. Euro) erfolgsunabhängig und 1.237 Tsd. Euro (2007: 1.106 Tsd. Euro) erfolgsabhängig.
An Aufsichtsratsmitglieder wurden Darlehen von 114 Tsd. Euro (2007: 184 Tsd. Euro) bei einem Effektivzinssatz von 4,45 % gewährt. Im Geschäftsjahr 2008 wurden bei Tilgungssätzen von 1 % und durch Sondertilgungen rund 24 Tsd. Euro (2007: 3 Tsd. Euro) getilgt. Die Konditionen der Darlehen sind festgeschrieben und laufen 2010 aus. Es wurden keine Haftungsverhältnisse eingegangen.
Beiratsvergütung
Für das Geschäftsjahr 2008 belief sich die Gesamtvergütung für die Mitglieder der Beiräte für Ihre Tätigkeit im Mutterunternehmen und deren Tochtergesellschaften auf 110 Tsd. Euro (2007: 138 Tsd. Euro).
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Die AXA, Paris, ist direkt und über die Vinci B.V., Utrecht, sowie die Kölnische Verwaltungs-Aktiengesellschaft für Versicherungswerte, Köln, indirekt mit Mehrheit am Grundkapital der AXA Konzern AG beteiligt. Die AXA Konzern AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der AXA, Paris, einbezogen, der bei der französischen Finanzaufsichtsbehörde in Paris (Autorités des Marchés Financiers) unter R.C.S. (Registre du Commerce et des Sociétés) 572 093 920 hinterlegt wird.
Die Unternehmen des AXA Konzerns unterhalten diverse geschäftliche Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen. Nahestehende Unternehmen und Personen für die AXA Konzern AG sind ihre Muttergesellschaft AXA, Paris, mit deren verbundenen Unternehmen, ihre verbundenen und assoziierten Unternehmen, im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge dotierte Versorgungskassen sowie Personen in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige. Zu den nahestehenden Unternehmen gehören seit der Einbringung der Winterthur Beteiligungsgesellschaft mbH im Juli 2007 auch die Unternehmen der deutschen DBV-Winterthur-Gruppe.
Als Personen in Schlüsselpositionen gelten die Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates der AXA Konzern AG aufgrund ihrer Verantwortung für die Planung, Leitung und Überwachung des Konzerns. Die Vorstandsmitglieder der AXA Konzern AG gehören auch den Organen der wesentlichen Tochterunternehmen an.
Bei den Geschäftsbeziehungen handelt es sich im Wesentlichen um Kooperationsverträge, Dienstleistungs- bzw. Funktionsausgliederungsverträge, Darlehens- und Rückversicherungsverträge. Die bestehenden Verträge sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.
Innerhalb der AXA Gruppe Deutschland nimmt die AXA Konzern AG die Leitungsfunktion wahr auf Grundlage der Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge, die mit den operativen Konzerngesellschaften geschlossen wurden.
In diesem Abschluss nicht erläutert werden Geschäftsvorfälle zwischen der AXA Konzern AG und ihren konsolidierten verbundenen Unternehmen, da diese durch die Konsolidierung eliminiert worden sind.
Dienstleistungsverträge
Für Dienstleistungen im Rahmen der Anlage und Verwaltung von Kapitalanlagen hat der AXA Konzern 35 Mio. Euro (2007: 12 Mio. Euro) aufgewendet.
Aus weiteren Dienstleistungsverträgen, bestehend mit der AXA, Paris, der Groupement d'Intérêt Economique AXA, Paris, sowie der AXA Cessions S.A., Paris, ergaben sich für den AXA Konzern 2008 Aufwendungen von insgesamt 10,5 Mio. Euro (2007: 9,2 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich um Lizenzgebühren für die Nutzung der Marke AXA in Höhe von 1 Mio. Euro (2007: 0,9 Mio. Euro), Prämien für die D&O-Versicherung und für eine Fraud and Professional Indemnity-Versicherung für die deutsche AXA Gruppe in Höhe von 1,2 Mio. Euro (2007: 0,9 Mio. Euro) sowie um angeforderte Beratungs-, Unterstützungs- und Serviceleistungen in Höhe von 8,4 Mio. Euro (2007: 7,4 Mio. Euro). Vertragsgemäß werden für die Dienstleistungen die Kosten einschließlich Auslagen vergütet, maximal jedoch die Marktpreise für vergleichbare Dienstleistungen.
Der AXA Konzern bewirbt seit Herbst 1998 kontinuierlich die Marke "AXA". Die AXA, Paris, sichert mit einem Zuschuss von 5 Mio. Euro eine aktuelle Mindestpräsenz in den deutschen Medien. Der Zuschuss ist in 2008 komplett in Anspruch genommen worden und wurde von der führenden Media-Agentur direkt mit AXA, Paris, abgerechnet.
Die von der AXA Technology Services SAS, Paris im Geschäftsjahr 2008 erwirtschafteten Erträge aus Dienstleistungen - im wesentlichen Rechenzentrums-, Telekommunikations- und PC-Serviceleistungen- für die AXA Service AG betrugen insgesamt 126 Mio. Euro.
Beteiligungen
In der außerordentlichen Gesellschafterversammlung Ende Mai 2008 wurde der Beschluss gefasst, das die Geschäftsführung der Merkur Gesellschaft für Beteiligungswerte mbH aus der Kapitalrücklage in Höhe von 21 Mio. Euro 0,3 Mio. Euro an die AXA Lebensversicherung AG und 0,3 Mio Euro an die AXA Versicherung AG zahlt.
Im Zuge der Einbindung der PSV Management AG als Generalagentin zwischen der AXA und der von ihr geführten Vertriebsorgansation wurden seinerzeit Forderungen und Verbindlichkeiten des Vertriebs in Höhe von brutto 1,2 Mio. Euro von der PSV Management AG auf die AV übertragen.
Im Juni 2008 wurden aus strategischen Gründen Aktien der AXA Investment Managers Deutschland GmbH für einen Preis von 41 Mio. Euro an die AXA Bank Europe S.A., Belgien veräußert.
Darlehensverträge
Darlehensbeziehungen bestehen zur AXA, Paris, in Form eines Nachrangdarlehens über 350 Mio. Euro, das von Unternehmen der deutschen AXA-Gruppe aufgenommen wurde. 175 Mio. Euro des Darlehens sind unbefristet gewährt (Tranche B), die zweite Hälfte (Tranche A) hat eine Laufzeit von 15 Jahren bis Dezember 2018. Eine vorzeitige Tilgung ist ab 2011 unter bestimmten Voraussetzungen möglich. 115 Mio. Euro der Tranche A sind im Jahr 2006 von AXA, Paris, an die spanischen Gesellschaften AXA Aurora Vida S.A. de Seguros y Reaseguros, Bilbao, and AXA Aurora Iberica S.A. de Seguros y Reaseguros, Palma de Mallorca, ohne Änderung der vertraglichen Vereinbarungen abgetreten worden. Der vereinbarte Zinssatz beträgt bis 2008 4,9175 % p.a. Danach entspricht er dem 3-Monats-Euribor plus 1,25 % p.a. Die Zinsaufwendungen aus diesem Darlehen belaufen sich für das Geschäftsjahr 2008 auf 17 Mio. Euro (2007: 17,2 Mio. Euro). Ende 2008 ist von der AXA Konzern AG sowohl die Tranche A als auch die Tranche B getilgt worden.
Die AXA Lebensversicherungs AG hat ein Nachrangdarlehen in Höhe von 176 Mio. Euro Ende Dezember 2002 der AXA UK PLC, UK gewährt. Das Darlehen ist bis Ende 2011 befristet und die Verzinsung entspricht dem 6-Monats-Libor GBP plus Marge von 1,15%. Im Jahr 2008 wurden Zinserträge in Höhe von 11 Mio. Euro vereinnahmt (2007: 13,7 Mio. Euro).
Im März 2008 gewährte die AXA Versicherung der AXA, Paris, ein Darlehen in Höhe von 200 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis zum Ende September 2008. Die Verzinsung betrug EONIA OIS plus einer Marge von 0,4% p.a.. Die Darlehensvereinbarung wurde um ein Jahr verlängert. Als Zinssatz wurde der 12- Monats- Euribor und eine Marge von 0,35% p.a. festgelegt. In 2008 wurden Zinsen in Höhe von 6,7 Mio. EUR gezahlt.
In Höhe von 130 Mio. Euro gewährte die AXA Konzern AG ein Darlehen an die AXA, Paris. Für den Zeitraum vom 15. Juli 2008 bis zum 15. Januar 2009 beträgt der Zinssatz 5,7% p.a., ab dem 15. Januar 2009 5,9% p.a.. Im Jahr 2008 wurden Zinsen in Höhe von 14 Mio. Euro gezahlt.
Für den Zeitraum März bis Dezember 2008 hat die AXA, Paris, ein Darlehen in Höhe von 250 Mio. Euro der AXA Konzern AG mit dem Zinssatz EONIA OIS plus einer Marge von 0,4% p.a. gewährt. Hierfür wurden Zinsen in Höhe von 8 Mio. Euro gezahlt. Weiterhin wurde ein Darlehen in Höhe von 41 Mio. Euro bis zum Juni 2013 zur Verfügung gestellt. Hierfür wurde ein Zinssatz in Höhe des 3- Monats-Euribor plus einer Marge von 1% p.a. festgelegt und im Jahr 2008 Zinsen in Höhe von 1,2 Mio. Euro gezahlt. Das Darlehen wurde Ende 2008 getilgt.
Ende September 2006 wurde ein Darlehensvertrag zwischen der AXA Konzern AG und der AXA, Paris, über ein bis Ende 2007 befristetes Darlehen über 200 Mio. Euro geschlossen, das der AXA für ihre allgemeinen Geschäftszwecke zur Verfügung gestellt wird. Der Zinssatz entspricht dem 3- Monats-Euribor zuzüglich einer Marge von 0,05 % p.a.. Ende 2007 erfolgte eine Teiltilgung über 135 Mio. Euro. Die verbleibenden 65 Mio. Euro wurden zu denselben Bedingungen bis zum Ende Juni 2008 gewährt und fristgemäß getilgt. Die AXA Konzern AG erhielt hieraus Zinsen in 2008 in Höhe von 1,5 Mio. Euro.
Zur Liquiditätsbeschaffung hat die AXA Bank Europe S.A., Belgien ein Hypothekenportfolio über eine Zweckgesellschaft verbrieft, in der der AXA Konzern 30 Mio. Euro in die AAA-geratete Tranche (Class A-Notes) investiert hat. Fälligkeitstermin ist Ende 2040, die Verzinsung beträgt 3- Monats-Euribor plus einer Marge von 100 Basispunkten; im Jahr 2008 wurden Zinsen in Höhe von 0,5 Mio. Euro gezahlt.
Zwischen der AXA Beteiligungsgesellschaft mbH und der Finance Solutions S.A.R.L., Luxemburg, besteht ein bis 2049 befristetes Nachrangdarlehen über 141 Mio.Euro nach einer Tilgung von 357 Mio. Euro in 2007, der Zinssatz beträgt 6,22% p.a.. Die Zinsaufwendungen belaufen sich für 2008 auf 4,2 Mio. Euro (2007: 31 Mio. Euro). Das Darlehen wurde in 2008 vollständig getilgt.
Darüber hinaus bestehen seit 2006 zwei Darlehensverträge zwischen der AXA Beteiligungsgesellschaft mbH in Höhe von 150 Mio. Euro und der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, Schweiz sowie der Winterthur Leben, Schweiz in Höhe von 50 Mio. Euro. Die Darlehen sind auf unbestimmte Zeit gewährt und nicht nachrangig zu anderen Gläubigern. Der Zinssatz für beide Darlehen beträgt 4,05% p.a und wird im Jahr 2011 und nach weiteren fünf Jahren neu festgelegt. Sie können beide unter Einhaltung einer Frist von 30 Kalendertagen in Teilen oder vollständig zurück gezahlt werden. Die Zinsaufwendungen für 2008 belaufen sich für das erste Darlehen auf 1,9 Mio. Euro (2007: 6,2 Mio. Euro) und für das zweite Darlehen auf 0,6 Mio. Euro (2007:2,1 Mio. Euro). Beide Darlehen wurden in 2008 vollständig getilgt.
Im Dezember 2008 haben Gesellschaften des AXA Konzerns eine Anleihe der AXA, Paris, in Höhe von insgesamt 750 Mio. Euro gezeichnet. AXA, Paris, greift zur Absicherung der Konzernliquiditätsposition regelmäßig auf die Emission von Unternehmensanleihen zurück. Dabei wird eine Diversifizierung der Finanzierungsquellen bei stärkerer Gewichtung der Innenfinanzierung angestrebt. Als Teil der vorsorgenden Sicherungsstrategie zur nachhaltigen Absicherung der Liquiditätssituation hat die AXA, Paris, daher seit 2007 damit begonnen, sich Liquidität aus operativen Einheiten zur Verfügung stellen zu lassen. Die Anleihe läuft bis zum Jahr 2013 und ist mit 5,65% p.a. verzinst. Die Verzinsung erfolgt zu marktüblichen Konditionen, die auf Basis des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Credit Default Swap-Werts der AXA, Paris, als auch anhand einer Benchmark-Anleihe der AXA, Paris, bestimmt wurden.
Seit April 2001 besteht zwischen der AXA, Paris, und den Gesellschaften des AXA Konzerns ein Cash- Pooling System. Dieses System wird für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit AXA, Paris, bzw. deren Tochtergesellschaften genutzt, soweit diese dem System angeschlossen sind. Die Verzinsung hierfür richtet sich nach dem EONIA-Zinssatz.
Rückversicherungsbeziehungen
Im Rahmen von Rückversicherungsbeziehungen, welche der AXA Konzern mit konzernfremden Gesellschaften unterhält, wurden für aktives Rückversicherungsgeschäft Beiträge in Höhe von 14 Mio. Euro und für passives Rückversicherungsgeschäft Beiträge inklusive Erstattungen in Höhe von 146 Mio. Euro abgerechnet.
Sonstige Transaktionen
Bezüglich der Haftungsverhältnisse zu nahestehenden Unternehmen und der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf unsere Ausführungen in den Sonstigen Erläuterungen und Angaben.
Übliche Versicherungsverträge Personen in Schlüsselpositionen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.
Kapitalmanagement und Solvabilität
Das Konzerneigenkapital (inklusive Minderheitenanteile) belief sich zum 31. Dezember 2008 auf 3,9 Mrd. Euro (2007: 3,8 Mrd. Euro). Zur Stärkung der Liquiditätssituation der AXA Konzern AG wurde auf die Zahlung einer Dividende über die Pflichtdividende auf Vorzugsaktien i.H.v. 550 Tsd. Euro hinaus verzichtet. Im Geschäftsjahr 2008 lag der Fokus auf der Rückzahlung von Darlehen, die von Gesellschaften aufgenommen wurden, die in den Konsolidierungskreis der AXA Gruppe fallen. Hierunter fällt auch das Nachrangdarlehen in Höhe von insgesamt 350 Mio. Euro, welches die AXA Konzern AG von der AXA SA (235 Mio. Euro) und zwei spanischen AXA Gesellschaften erhalten hatte (115 Mio. Euro). Die Rückzahlung wurde möglich, da sich die Gruppensolvabilität des AXA Konzerns in den vergangenen Jahren seit 2003 sehr positiv entwickelt hat. Ebenfalls getilgt wurde ein Darlehen, welches die Gesellschaft Finance Solutions S.A.R.L., Luxemburg, der „Winterthur“ Beteiligungsgesellschaft mbH, Wiesbaden, im Geschäftsjahr 2004 gewährt hatte. Vom ursprünglichen Darlehensbetrag von 498,7 Mio. Euro bestand im Geschäftsjahr 2008 noch ein Restbetrag von 141 Mio. Euro, welcher plangemäß auf die AXA Konzern AG im Wege einer befreienden Schuldübernahme übertragen und anschließend getilgt wurde. Darüber hinaus hat die AXA Konzern AG Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 200 Mio. Euro gegenüber den Gesellschaften der AXA Winterthur (Schweiz) getilgt. Diese hatte sie ebenfalls vorher im Wege einer befreienden Schuldübernahme von der „Winterthur“ Beteiligungsgesellschaft mbH übernommen. Insgesamt hat damit die AXA Konzern im Geschäftsjahr 2008 konzernexterne Verbindlichkeiten in Höhe von 691 Mio. Euro zurückgeführt.
Die AXA Lebensversicherung hatte im Geschäftsjahr 2003 von der AXA Konzern AG zur Stärkung der Einzelsolvabilität ein Nachrangdarlehen in Höhe von 250 Mio. Euro erhalten. Im Geschäftsjahr 2008 zahlte die AXA Lebensversicherung dieses Darlehen an die AXA Konzern AG entsprechend den Planungen zurück. Ebenfalls zur Stärkung der Einzelsolvabilitäten erhielten die DBV-Winterthur Versicherung AG ein Nachrangdarlehen in Höhe von 40 Mio. Euro (Darlehensgeber AXA Versicherung AG) und die Rheinisch- Westfälische Sterbekasse AG ein Nachrangdarlehen in Höhe von 2 Mio. Euro (Darlehensgeber AXA Konzern AG). Durch die Verschmelzung der DBV-Winterthur Versicherung AG mit der AXA Versicherung AG in 2009 ist dieses Darlehen zwischenzeitlich wieder untergegangen.
Die Eigenkapitalposition der Deutschen Ärzteversicherung AG wurde über eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 30 Mio. Euro gestärkt.
Der AXA Konzern verfügt mit seinen drei Kerngesellschaften AXA Versicherung AG, AXA Lebensversicherung AG und AXA Krankenversicherung AG über ein hervorragendes „AA“-Rating von Standard & Poor's. Erstmalig erhielt die Deutsche Ärzteversicherung AG ein eigenes Rating von Standard & Poor's und wurde mit „A+“ ausgezeichnet. Auch das Risikomanagement-Programm der AXA Gruppe beurteilt die Ratingagentur mit „exzellent“ – eine Bewertung, wie sie nur die besten 5 % der von ihr untersuchten Versicherer erhielten. Die Agentur Moody's bestätigte Anfang 2009 ihr Rating mit „Aa3“ und unterstreicht damit die gute Finanzlage des Konzerns. Die Ratingagentur Fitch bewertete im März 2009 die AXA Gruppe mit dem sehr guten „AA-“. Sie brachte dabei ihre generelle Einschätzung des Versicherungssektors in einem negativen Ausblick zum Ausdruck.
Die auf Basis des konsolidierten Abschlusses ermittelte so genannte bereinigte Solvabilität 2008 (Gruppensolvabilität) zeigt gemäß den vorläufigen Berechnungen wiederum eine deutliche Überdeckung. Diese beruht im Wesentlichen auf der Anerkennung der Teile des Eigenkapitals, die insbesondere aus der Schwankungsrückstellung resultieren. Nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen besitzt die Schwankungsrückstellung im Gegensatz zu den Rechnungslegungsgrundsätzen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) den Charakter von Eigenkapital, da die bilanzglättende Funktion von Schwankungsrückstellungen der Darstellung neutraler Informationen widerspricht. Im Unterschied zu der Summe der Eigenmittel aus den Solvabilitätsberechnungen der Einzelgesellschaften ist bei der Berechnung zur Gruppensolvabilität zu berücksichtigen, dass auf Konzernebene gebildete Firmenwerte als immaterielle Vermögensgegenstände vom Konzerneigenkapital abgezogen werden müssen.
Ziel des Projektes Solvency II der EU-Kommission ist es, das Versicherungsaufsichtsrecht auf europäischer Ebene neu und einheitlich zu regeln. Hierzu gehört zum einen die Neuregelung der Solvenzanforderungen auf Basis risikoorientierter Kapitalmodelle (Säule I). Zum anderen wird ein prinzipienbasierter Anforderungskatalog an das Risikomanagement der Versicherungsunternehmen definiert, sodass die neuen Regelungen zur risikobasierten Eigenmittelvorschrift durch qualitative Anforderungen ergänzt werden (Säule II). Darüber hinaus werden Veröffentlichungspflichten definiert (Säule III). Die Solvency II Regelungen sollen voraussichtlich 2010 in Kraft treten. Die nationale Umsetzung von Solvency II wurde bereits durch die zum Jahresbeginn 2008 in Kraft getretene VAG Novelle (§64a VAG und §55c VAG) vorangetrieben. Innerhalb §64a VAG werden die Komponenten eines angemessenen Risikomanagements definiert. Das Rundschreiben „Mindestanforderungen an das Risikomanagement VA (MaRisk VA)“ der BaFin stellt die Durchführungsverordnung des §64a VAG dar. Mit dem Inkraftsetzen des §55c VAG haben Versicherungsunternehmen den an den Vorstand gerichteten Risikobericht in gleicher Form und Inhalt der Aufsichtsbehörde vorzulegen.
Zur Vorbereitung auf Solvency II hat die AXA Gruppe am europaweiten Feldtest QIS4 teilgenommen. Die Quantitative Impact Study (QIS) ist eine von der europäischen Versicherungsaufsicht (CEIOPS) geleitete Übung, die der Kalibrierung des Standardmodells im Sinne von Solvency II dient. Die an dem Feldtest teilgenommenen Gesellschaften weisen, wie bei den vorangegangenen Feldtests, eine sehr gute Überdeckung auf. Derzeit entwickelt die AXA Gruppe ein Modell der ökonomischen Risikokapitalberechnung, das voraussichtlich unter Solvency II als internes Modell dienen wird. Neben den Anforderungen aus Säule I bereitet sich die AXA Deutschland derzeit ebenfalls intensiv auf die Anforderung aus Säule II und Säule III vor. Zur Umsetzung der Anforderungen durch Solvency II wurde in 2008 ein Projekt gestartet.
Versicherungstechnische Risiken und Chancen
Schaden- und Unfallversicherung
Der AXA Konzern betreibt im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft insbesondere die Sparten Kraftfahrt-, Haftpflicht-, Unfall-, Sach-, Transport- und Luftfahrt- sowie Rechtsschutzversicherung. Diese werden im direkten wie auch teilweise im indirekten Geschäft gezeichnet.
Die primären Risiken aus der Schaden- und Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr sind das Prämien- und Schadenrisiko sowie das Reserverisiko. Ferner besteht in der Unfallversicherung noch das Zinsgarantierisiko.
Prämien- und Schadenrisiko
Unter dem Prämien-/Schadenrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen endgültigen Schadenzahlungen des Versicherungsbestandes die erwarteten, in der Prämie berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Es wird somit durch die zufällige Schadenanzahl und die zufällige Schadenhöhe der einzelnen Schäden bestimmt. Für eine risikoadäquate Tarifierung werden versicherungsmathematische Modelle auf Basis empirischer Schadendaten verwendet. Die regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs gewährleistet eine zeitnahe Anpassung der Tarifierungs- und Annahmepolitik an signifikante Veränderungen. Daher ist die AXA in der Lage, im Neugeschäft die Beiträge an eine geänderte Schadensituation kurzfristig anzugleichen. Das Bestandsgeschäft wird durch Beitragsanpassung der Einjahresverträge mit Verlängerungsoption und durch vertraglich festgelegte Beitragsanpassungsklauseln risikoadäquat gehalten.
Die Risikosteuerung der AXA erfolgt durch eine gezielte Risikoselektion, Produktgestaltung und risikogerechte Kalkulation sowie ertragsorientierte Zeichnungsrichtlinien. Durch Zeichnungsrichtlinien können bereits bei Abschluss Deckungszusagen für unerwünschte Risiken und Risikokonzentrationen vermieden werden. Darüber hinaus werden bestehende Versicherungsverträge unter bestimmten Umständen aufgrund des Schadenverlaufs der Vergangenheit gar nicht oder nur unter Erhöhung der Selbstbeteiligung oder der Beiträge verlängert. Im Rahmen der Steuerung von Versicherungsrisiken werden außerdem die Mechanismen der Rückversicherungspolitik sowie des aktiven Schadenmanagements eingesetzt. Die Rückversicherung orientiert sich an den unterschiedlichen Brutto-Kapazitäten der Sparten. Großrisiken und Kumulexposure werden auf vertraglicher Basis rückversichert. Ausnahmeakzepte innerhalb der Zeichnungskapazitäten der Sparten, die außerhalb der obligatorischen Rückversicherungskapazitäten liegen, werden durch Einzelrückversicherung rückgedeckt. Im Rahmen eines in 2007 neu eingeführten Rückversicherungskonzepts hat die AXA Versicherung AG einen Quoten-Rückversicherungsvertrag über ihr Privat- Kraftfahrt-Versicherungsgeschäft abgeschlossen. Das übernommene Risiko wurde vom Rückversicherer anschließend über eine Verbriefung am Kapitalmarkt platziert. Zur Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern werden stochastische Szenarien verwendet.
Einen besonderen Stellenwert innerhalb des Prämien-/Schadenrisikos nimmt das Großschadenrisiko ein. Hierbei handelt es sich um das unerwartete Eintreten von Großschäden, insbesondere auch durch Ereignisse wie z.B. Naturkatastrophen, die zu einer großen Anzahl von Schäden führen. Neben Naturkatastrophen können auch durch Menschen verursachte Schadenereignisse, wie zum Beispiel Terroranschläge, hohe Großschäden hervorrufen. Zusätzlich könnte der Trend zu höheren Schadenersatzansprüchen in der Haftpflichtversicherung, zum Beispiel bei neu aufkommenden Risiken, Veränderungen der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer oder Umweltschäden, den durchschnittlichen Schadenaufwand erhöhen.
Zur Bewertung dieser Risiken führen wir eine Kumulkontrolle durch, in der durch regelmäßige Erhebungen aus den Datenbankbeständen die genauen Kumulwerte (pro Sparte wie auch spartenübergreifend) ermittelt werden. Diese Werte werden unter Berücksichtigung echter Schadenszenarien der Vergangenheit zu möglichen künftigen Szenarien modelliert (z. B. Sturm, Flut, Erdbeben). Zur Reduktion des Großschadenrisikos wird der entsprechende Rückversicherungsbedarf ermittelt und eingekauft. Durch gute geografische Diversifikation und Zeichnungsverbote für bestimmte Risiken wird das Risiko weiter minimiert. Insgesamt ist somit sichergestellt, dass Einzelrisiken sowie Kumulrisiken gleichermaßen beherrscht werden.
Selbstverständlich wird auch die Entwicklung in Untersegmenten analysiert. Beispielsweise liegt ein besonderes Augenmerk auf der Entwicklung der Schadenquoten in der Arzt-Haftpflichtversicherung. Die hier vorliegenden neuen Erkenntnisse ergeben, dass ein trendartiger Schadenanstieg in Folge der Veränderung der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer nicht ausgeschlossen werden kann.
Zu unserer Risikosteuerungsstrategie gehört die ausgewogene Verteilung von Versicherungsrisiken in unseren Geschäftsfeldern. Es zeigt sich in der Übersicht der gebuchten Beiträge, dass in keiner der von uns betriebenen Sparten eine auffällige Risikokonzentration besteht. Geographisch ist unser Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft auf Deutschland konzentriert.
| (in Mio. Euro) Versicherungszweige | Privatkunden | Gebuchte Beiträge * Industrie- und Firmenkunden | Insgesamt 2008 | Insgesamt: 2007 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Unfall | Brutto | 237,2 | 36,4 | 273,6 | 279,3 |
| Netto | 227,5 | 35,9 | 263,4 | 268,9 | |
| Haftpflicht | Brutto | 200,7 | 454,2 | 654,9 | 651,0 |
| Netto | 191,1 | 429,1 | 620,2 | 616,2 | |
| Kraftfahrt | Brutto | 1.019,6 | 194,8 | 1.214,4 | 1.251,4 |
| Netto | 375,3 | 172,0 | 547,3 | 533,9 | |
| Sach/Feuer | Brutto | 471,9 | 399,5 | 871,4 | 865,4 |
| Netto | 454,4 | 375,5 | 829,9 | 809,0 | |
| Transport/Luftfahrt | Brutto | 0,0 | 119,9 | 119,9 | 122,8 |
| Netto | 0,0 | 115,0 | 115,0 | 117,3 | |
| Sonstige | Brutto | 102,7 | 133,5 | 236,2 | 209,7 |
| Netto | 55,1 | 119,6 | 174,7 | 174,1 | |
| Selbst abgeschlossenes Geschäft | Brutto | 2.032,1 | 1.338,2 | 3.370,3 | 3.379,7 |
| Netto | 1.303,4 | 1.247,1 | 2.550,5 | 2.519,4 | |
| In Rückdeckung übernommenes Geschäft | Brutto | 186,9 | 142,7 | ||
| Netto | 144,5 | 96,9 | |||
| Insgesamt | Brutto | 3.557,2 | 3.522,4 | ||
| Netto | 2.695,0 | 2.616,3 |
* einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG, AXA Art, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG.
Die Vorjahreswerte sind an das Geschäftsjahr 2008 angepasst. Im Vorjahr waren die Gesellschaften Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Darstellung zeigt die Beiträge vor Konsolidierung.
Die Schadenquoten nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:
| Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1999 * | 2000 * | 2001 * | 2002 * | 2003 * | 2004 * |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 90,2 | 89,9 | 89,8 | 86,0 | 74,4 | 76,5 |
| Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge | |||
|---|---|---|---|
| 2005 * | 2006 * | 2007 * | 2008 * |
| --- | --- | --- | --- |
| 72,1 | 75,8 | 80,9 | 78,0 |
* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".
ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG.
ab 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art.
Die regional aufgetretenen Naturereignisse in 2008 mit einer Häufung von Hagelstürmen belasten den Schaden im Kaskobereich. Insgesamt allerdings nicht ganz so stark wie im Vorjahr durch Kyrill.
Der Schadenaufwand vor Rückversicherung für das selbst abgeschlossene Geschäft hat sich in den letzten 10 Jahren wie folgt entwickelt:
| Eintrittsjahr * in Mio. Euro |
1998+früher | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr später | 3.018,2 | 4.047,2 | 4.220,2 | 4.439,2 | 4.043,6 |
| 2 Jahre später | 3.375,5 | 3.788,6 | 4.162,6 | 4.069,8 | 3.973,4 |
| 3 Jahre später | 3.264,7 | 3.910,9 | 3.983,0 | 4.115,6 | 3.924,8 |
| 4 Jahre später | 3.407,9 | 3.733,8 | 4.005,8 | 4.078,0 | 3.856,3 |
| 5 Jahre später | 3.253,0 | 3.739,7 | 3.969,6 | 4.040,3 | 3.823,5 |
| 6 Jahre später | 3.251,7 | 3.710,1 | 3.956,9 | 4.013,8 | 3.758,5 |
| 7 Jahre später | 3.233,5 | 3.704,7 | 3.925,3 | 3.957,3 | |
| 8 Jahre später | 3.233,4 | 3.695,0 | 3.886,2 | ||
| 9 Jahre später | 3.220,3 | 3.662,7 | |||
| 10 Jahre später | 3.195,3 | ||||
| Aktueller Aufwand | 3.195,3 | 3.662,7 | 3.886,2 | 3.957,3 | 3.758,5 |
| Kumulierte Zahlungen | 2.449,3 | 2.779,7 | 2.825,6 | 2.692,1 | 2.277,2 |
| Aktuelle Rückstellungen | 746,0 | 883,0 | 1.060,5 | 1.265,2 | 1.481,3 |
| Eintrittsjahr * in Mio. Euro |
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr später | 4.047,6 | 4.243,4 | 4.211,9 | 4.425,6 | 4.436,0 |
| 2 Jahre später | 3.940,4 | 3.932,3 | 3.995,4 | 4.083,0 | |
| 3 Jahre später | 3.809,2 | 3.906,6 | 3.880,3 | ||
| 4 Jahre später | 3.767,2 | 3.795,3 | |||
| 5 Jahre später | 3.690,7 | ||||
| 6 Jahre später | |||||
| 7 Jahre später | |||||
| 8 Jahre später | |||||
| 9 Jahre später | |||||
| 10 Jahre später | |||||
| Aktueller Aufwand | 3.690,7 | 3.795,3 | 3.880,3 | 4.083,0 | 4.436,0 |
| Kumulierte Zahlungen | 1.980,4 | 1.787,5 | 1.508,1 | 1.261,9 | 878,9 |
| Aktuelle Rückstellungen | 1.710,3 | 2.007,7 | 2.372,2 | 2.821,1 | 3.557,1 |
* Einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG, AXA Art Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG
Reserverisiko
Zur Abdeckung zukünftiger Schadenzahlungen sind von der AXA Schadenreserven zu bilden. Die Höhe der Schadenzahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet. Das so genannte Reserverisiko entsteht durch die unbekannte Schadenhöhe gemeldeter und noch nicht abgewickelter Schäden sowie bereits eingetretener, aber von den Versicherungsnehmern noch nicht gemeldeter Schäden (Spätschäden). Die Bewertung der künftigen Schadenzahlungen erfolgt anhand einer aktuariellen Schätztechnik, bei der der in der Vergangenheit beobachtete Schadenverlauf herangezogen wird. Großschäden werden separat geschätzt. Mit Hilfe von stochastischen Szenarien erfolgt eine Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern.
In der Sparte Arzt-Haftpflichtversicherung haben wir die Schadenreserven weiter gestärkt, da vorliegende neue Erkenntnisse ergeben, dass ein trendartiger Schadenanstieg infolge der Veränderung der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer nicht ausgeschlossen werden kann. Gegebenenfalls kann eine weitere zusätzliche Dotierung der Schadenreserven in den Folgejahren erforderlich werden.
Die Abwicklungsergebnisse nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:
| Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1999 * | 2000 * | 2001 * | 2002 * | 2003 * | 2004 * |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 10,9 | 4,8 | 3,1 | 7,9 | 6,0 | 4,1 |
| Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar | |||
|---|---|---|---|
| 2005 * | 2006 * | 2007 * | 2008 * |
| --- | --- | --- | --- |
| 4,4 | 5,0 | 3,7 | 4,2 |
* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".
ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG.
ab 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art.
Zinsgarantierisiko
In der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr wird für den Sparanteil der Beiträge eine garantierte Zinsleistung zwischen 2,25 % und 3,50 % vereinbart. Dies führt zu einem Zinsgarantierisiko getrieben durch die unbekannte Entwicklung der Marktzinsen. Aufgrund des geringen Beitragsvolumens dieser Versicherungsart ist das Zinsgarantierisiko von untergeordneter Bedeutung.
Chancen
Die in diesem Abschnitt dargestellten versicherungstechnischen Risiken korrespondieren mit den Chancen wie folgt: Insbesondere wenn Schadenhäufigkeit und/oder -höhe unter den erwarteten Werten liegen, können sich versicherungstechnische Risikogewinne ergeben. Dies gilt auch für eventuelle Überschüsse, die aus der Abwicklung der Schadenrückstellung entstehen können.
Wir gehen davon aus, dass die Finanzmarktkrise die wirtschaftliche Rezession verstärken und deutliche Umsatzrückgänge zur Folge haben wird. Für die Versicherungswirtschaft erwarten wir infolgedessen verminderte Beitragseinnahmen aus dem Industrie- und Firmenkundengeschäft. Untermauert wird diese Tendenz durch den weiterhin intensiven Preiswettbewerb infolge des hohen Angebots. Neben geringeren Beitragseinnahmen ist von höheren Rückversicherungskosten auszugehen, die von den Erstversicherern nicht vollständig weitergegeben werden können. Nicht zuletzt werden am Markt unserer Ansicht nach gestiegene Schadenaufwendungen nach der günstigen konjunkturellen Entwicklung in den vorangegangenen Jahren zu verzeichnen sein.
Entgegen dieser Marktentwicklung sehen wir unser Industrie- und Firmenkundengeschäft weiterhin auf profitablem Wachstumskurs. Grund für die insgesamt positive Prognose sind unser gut diversifiziertes Portfolio sowie die vielen innovativen und lösungsorientierten Konzepte in Verbindung mit unserer Lösungs- und Beratungskompetenz. Hiermit begegnen wir den gestiegenen Anforderungen unserer Kunden proaktiv, so beispielsweise im Bereich der Umweltrisiken. Neben internationalen Deckungskonzepten bieten wir auch Versicherungslösungen für neue wachstumsstarke Branchen, wie zum Beispiel den Markt für regenerative Energien. Auf Basis dieser konsequenten Ausrichtung an den Bedürfnissen unserer Kunden und
Vermittler werden wir auch im Jahr 2009 erstklassigen Service bieten. Insgesamt rechnen wir mit einer Stärkung unserer Position als einer der führenden Industrie- und Firmenversicherer in Deutschland.
Im Privatkundengeschäft rechnen wir trotz verhaltener Marktentwicklungsprognosen insgesamt mit einem leichtem Beitrags- und Marktanteilswachstum. Die Finanzmarktkrise wird sich im ersten Schritt auf das Privatkundengeschäft voraussichtlich weniger stark auswirken. Allerdings wird der anhaltend aggressive Preiswettbewerb in der Kraftfahrtversicherung ein profitables Wachstum stark erschweren. Zum Ausgleich sollen neue Wachstumsfelder im Kooperationsbereich angegangen werden, wofür bereits erste Partner gewonnen werden konnten. Maßgeblich gestützt wird das Ergebnis durch die Einführung eines innovativen Bündelproduktes (Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherung) zur Jahresmitte, die durch breit angelegte Werbekampagnen und gezielte Cross-Selling-Aktivitäten begleitet wird. Wir werden auch in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik unverändert fortsetzen und zugleich die Qualität und Effizienz unserer Prozesse weiter nachhaltig verbessern.
Im ersten Halbjahr 2009 wurden die DBV-Winterthur Versicherung AG und die DBV-WinSelect Versicherung AG rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf die AXA Versicherung AG verschmolzen und deren Bestände in unsere Gesellschaft migriert. Gleichzeitig wurden die Bestände des Öffentlichen Dienstes der DBV- Winterthur Versicherung AG auf die Schwestergesellschaft DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG sowie das Rechtsschutzgeschäft der DBV-Winterthur Versicherung AG und DBV Deutsche Beamten- Versicherung AG auf die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2009 rückwirkend übertragen. Durch die Zusammenführung der gut diversifizierten Bestände und der umfangreichen Vertriebskapazitäten erwarten wir positive Impulse für die Entwicklung unseres Privat-, Industrie- und Firmenkundengeschäftes. Trotz der schwierigen Situation an den Kapitalmärkten erwarten wir aufgrund unserer risiko- und ertragsoptimierten Kapitalanlagestrategie eine Stabilisierung unseres ordentlichen Kapitalanlageergebnisses auf Vorjahresniveau und ein versicherungstechnisches Ergebnis, das auf dem sehr guten Niveau des Vorjahres liegen wird.
Lebensversicherung
Der AXA Konzern betreibt im Lebensversicherungsgeschäft hauptsächlich konventionelle und fondsgebundene Kapital-, Risikolebens- und Rentenversicherungen sowie Sterbegeld-, Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen.
Die spezifischen Risiken aus dem Lebensversicherungsgeschäft aus Unternehmenssicht sind biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten sowie Kosten- und Zinsgarantierisiken. Ferner bestehen noch spartenspezifische Risiken aus Rechtssprechung und Gesetzgebung.
Biometrische Risiken
Biometrische Risiken entstehen aus Veränderungen biometrischer Annahmen wie Sterblichkeit und Berufsunfähigkeit. Sinkende Sterblichkeiten, bewirkt durch verbesserte medizinische Versorgung, führen bei Kapital- und Risikoversicherungen zu einer Erhöhung der Marge, andererseits erzwingt dieser Trend bei Rentenversicherungen zusätzliche Leistungen. Eine Erhöhung der Sterblichkeit, hervorgerufen durch Epidemien, hat wiederum einen gegenläufigen Effekt. Das Risiko in der Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung besteht darin, dass sich die Invalidisierungswahrscheinlichkeiten durch Veränderungen der Berufsunfähigkeitsgründe oder die Verstärkung bestehender Ursachen erhöhen. Die Leistungen unterliegen neben medizinischen und juristischen Veränderungen zusätzlich sozialen und konjunkturellen Entwicklungen, die sich als Belastungen oder Entlastungen realisieren können.
Die AXA steuert biometrische Risiken durch ihre Produktgestaltung, Zeichnungspolitik und Rückversicherungsverträge. Im Rahmen des Prozesses zur Gestaltung neuer bzw. Anpassung bestehender Produkte werden Risiken identifiziert, bewertet und es wird, sofern notwendig, eine Anpassung der Produktkalkulation vorgenommen. Durch die Zeichnungspolitik wird eine risikogerechte Tarifierung sichergestellt. Je nach Ergebnis der medizinischen und finanziellen Risikoprüfungen wird dem Kunden nur unter Akzeptanz eines Beitragszuschlages bzw. eines Risikoausschlusses ein Versicherungsvertrag angeboten. Zusätzlich werden bei hohen Einzel- und Kumulrisiken sowie konzernübergreifend bei Katastrophenrisiken Rückversicherungsverträge zur Beschränkung der Leistungsbelastung abgeschlossen. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen wird das biometrische Risiko durch die Leistungsprüfung auf die vertraglichen Zusagen beschränkt. Hierbei wird zum einen ausführlich geprüft, ob der Leistungsfall eingetreten ist, zum anderen werden Hilfestellungen für eine schnelle Rückkehr des Versicherungsnehmers in das Berufsleben erteilt.
Für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden im Wesentlichen die bei Vertragsabschluss aktuellen von der Aufsichtsbehörde bzw. der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) empfohlenen Sterbetafeln verwendet. Alle in den Versicherungsverträgen zugesagten Leistungen werden dem Grundsatz der Vorsicht entsprechend berücksichtigt. Durch regelmäßige Überprüfung der Deckungsrückstellungen wird ein möglicher Anpassungsbedarf frühzeitig erkannt. Mit Ausnahme folgender Teilbestände werden die verwendeten Wahrscheinlichkeitstafeln von der Aufsichtsbehörde und der DAV als ausreichend für die Berechnung der Deckungsrückstellung angesehen. Sie enthalten nach Einschätzung des verantwortlichen Aktuars für die Gesellschaft angemessene Sicherheitsspannen. Für den Bestand an Rentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Sterbetafel DAV 2004 R kalkuliert sind, wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Empfehlungen der DAV im Jahr 2008 die Deckungsrückstellungen verstärkt. Für den kleinen Bestand an Pflegerentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Tafel DAV 2008 P kalkuliert sind, wurde die Deckungsrückstellung entsprechend den Empfehlungen der DAV verstärkt. Die Deckungsrückstellung des Bestands an Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen, die nicht nach den aktuellen Tafeln DAV 1997 I, TI und RI kalkuliert wurden, musste nicht weiter gestärkt werden. Die Entwicklung der Sterblichkeit und Invalidisierungswahrscheinlichkeiten wird auch weiterhin laufend analysiert.
Risiken aus Kundenverhalten
Risiken aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern resultieren vor allem aus dem Stornorisiko und dem Risiko auf Grund des Kapitalwahlrechts bei Rentenversicherungen.
Das Stornorisiko wird vom Verhalten der Versicherungsnehmer beeinflusst, da sie zum Beispiel ihre Beitragszahlung einstellen oder den Vertrag kündigen können. Rationales Verhalten vorausgesetzt, werden Lebensversicherungskunden mit einer Kapital- oder Risikoversicherung, deren Gesundheit sich während der Vertragslaufzeit verschlechtert, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit kündigen. Hierdurch könnte die
Gefahr einer negativen Risikoselektion entstehen. Andererseits kann eine Kapitalmarktentwicklung zu verstärkten Rückkäufen führen, um den ausgezahlten Betrag mit einer höheren Rendite zu reinvestieren. Das sich bei unerwartet hohen Storni ergebende Risiko von Mittelabflüssen kann bei großem Volumen zu Liquiditätsengpässen, einer Beeinträchtigung der Kapitalanlagenstruktur und der Erträge aus den Kapitalanlagen führen.
Die Stornoquoten in der AXA Gruppe und in der Branche werden permanent beobachtet. Insbesondere wird derzeit eine Überwachung des Stornoverhaltens als Folge der Finanzmarktkrise verstärkt durchgeführt. Die Veränderung der Stornoquoten war in der Vergangenheit jedoch begrenzt, so dass das resultierende Risiko als niedrig einzuschätzen ist. Jedoch kann ein höheres oder niedrigeres Storno in realistischem Ausmaß bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen einen Einfluss auf die Jahresergebnisse haben. So erzielen die Lebensversicherungsunternehmen bei fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen Kostendeckungsbeiträge und Gewinnmargen auch aus der Vergütung von Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaften. Diese sind nur dann ausreichend, wenn sich die Fondsvermögen entsprechend der kalkulierten Bestandsfestigkeit entwickeln. Im Falle eines deutlich erhöhten Stornos könnten sich die Fondsguthaben so verringern, dass die angestrebten Gewinnmargen und Kostendeckungsbeiträge nicht mehr erreicht werden.
Bei anwartschaftlichen Rentenversicherungen hat der Kunde zum Zeitpunkt der Verrentung ein Kapitalwahlrecht. Dieses Risiko wird durch die Produktgestaltung beschränkt. Das angenommene Kundenverhalten wird bei der Verstärkung der Deckungsrückstellung bei Rentenversicherungen mit älteren Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Derzeit wird das Risiko auf Grund des Kapitalwahlrechtes als gering betrachtet. Es könnte aber steigen, falls sich herausstellt, dass sich das Kundenverhalten systematisch ändert. Aus diesem Grund erfolgt eine regelmäßige Überwachung des Kundenverhaltens.
Kostenrisiko
Das Kostenrisiko besteht darin, dass die tatsächlichen Kosten durch die einkalkulierten Kosten dauerhaft nicht finanziert werden können. Die Überwachung des Kostenrisikos erfolgt durch ein umfassendes Kostencontrolling.
Zinsgarantierisiko
Das professionelle Management der Zinsgarantien stellt eine Kernherausforderung im Rahmen des Asset Liability Managements dar. Sowohl die derzeitige Nettoverzinsung der Kapitalanlagen als auch die im Rahmen der Unternehmensplanung erwartete Rendite für die Folgejahre im Sinne von § 5 Abs. 3 der Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) liegen über dem durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes. Sollte die künftig erwartete Nettoverzinsung unter den durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes sinken, wäre die Deckungsrückstellung unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Nettoverzinsung aufzufüllen. Es wird zunehmend schwieriger einen Nettozins mindestens in Höhe des Rechnungszinses zu erwirtschaften.
Bei fondsgebundenen Versicherungen ohne Garantieteile bemisst sich die Versicherungsleistung an der Entwicklung des zugrundeliegenden Fonds. Hieraus ergibt sich für die Lebensversicherer kein Kapitalanlagerisiko, da die Höhe der Verpflichtung gegenüber den Versicherungsnehmern stets mit dem Wert des Fondsvermögens übereinstimmt. Für fondsgebundene Versicherungen mit Garantien gelten die Aussagen zu Zinsgarantien konventioneller Produkte.
Die folgende Tabelle stellt die Konzentration von versicherungstechnischen Risiken nach Versicherungsarten in Bezug auf Versicherungssummen und Brutto-Deckungsrückstellung dar:
| in Mio. Euro ** | Versicherungssummen * | Brutto-Deckungsrückstellung | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Kapitalversicherungen | 45.607 | 48.784 | 19.213 | 19.808 |
| Risikoversicherungen | 7.321 | 7.458 | 66 | 63 |
| Rentenversicherungen | 33.775 | 32.429 | 7.553 | 7.476 |
| Sonstige Einzelversicherungen | 12.655 | 10.750 | 1.515 | 1.677 |
| Kollektivversicherungen | 26.641 | 28.009 | 6.166 | 6.042 |
| Zusatzversicherungen | 93.227 | 94.634 | 1.700 | 1.622 |
| Selbst abgeschlossene Versicherungen | 219.226 | 222.064 | 36.213 | 36.688 |
* bei Rentenversicherungen: zwölffache Jahresrente.
** dargestellte Gesellschaften: AXA Lebensversicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung AG und Pro bAV Pensionskasse AG sowie DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG, Winsecura Pensionskasse AG und Rheinisch-Westfälische Sterbekasse AG.
Risiken aus Gesetzesänderungen
Die Deckungsrückstellung eines Versicherungsvertrages muss mindestens der Höhe des Rückkaufswertes entsprechen. Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung, die eine Erhöhung des Rückkaufswertes bewirken, führen daher auch zu einer Erhöhung der Deckungsrückstellung für den betroffenen (Teil-) Bestand. So ist nicht auszuschließen, dass sich aus Gesetzgebung und Rechtsprechung eine extensive Interpretation der vom Bundesgerichtshof zu den Rückkaufswerten am 12. Oktober 2005 und 26. September 2007 ergangenen Urteile entwickeln könnte, woraus zusätzliche, bisher nicht berücksichtigte Leistungen resultieren würden. Für möglicherweise sich hieraus ergebende Aufwendungen unter Abschätzung der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wurden angemessene Rückstellungen gebildet.
Durch eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes München vom 15. März 2007 wurde eine Diskussion über die in der Kalkulation betrieblicher Altersvorsorgeprodukte angewandten marktüblichen Verrechnungsverfahren von Abschlusskosten ausgelöst. Das Landesarbeitsgericht Köln hat am 13.August 2008 gegenteilig entschieden. Gegen dieses Urteil wurde Revision eingelegt. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung unserer ohnehin vorhandenen Produkthaftung hatten wir zur Stärkung des Vertrauens in unsere Produktpalette im Juni 2007 eine Garantieerklärung abgegeben und diese im Geschäftsjahr 2008 auf die aktuelle Produktpalette erweitert. Durch diese Erklärung werden die Arbeitgeber von allen Zahlungen freigestellt, falls sie aufgrund einer Entgeltumwandlung im Rahmen unserer Produkte der aktuellen Tarifgeneration im Wege der Klage eines/einer ausgeschiedenen Arbeitnehmers/ Arbeitnehmerin zur Auffüllung des Rückkaufswertes gerichtlich verurteilt werden. Dies erfolgt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Antragsformulare und Entgeltumwandlungsvereinbarungen verwandt werden, der/die Arbeitnehmer/ Arbeitnehmerin umfassend darüber aufgeklärt wird, welche Auswirkungen die in seiner/ihrer Lebensversicherung vorgesehene Abschlusskostenverrechnung auf die Höhe des Rückkaufswertes hat, und diese Beratung entsprechend protokolliert wird. Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 15.09.2009 wird die Verteilung der Abschlusskosten auf 5 Jahre, wie wir dies ab der Tarifgeneration 2008 vornehmen, für Versicherungen in der betrieblichen Altersvorsorge als möglicherweise angemessen angesehen . Eine Einschätzung der Zulässigkeit auch für die nach älteren Tarifwerken abgeschlossenen Versicherungen kann erst erfolgen, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt.
Mögliche anderslautende gerichtliche Einschätzungen unserer Umsetzung der VVG Reform könnten rückwirkende Auswirkungen auf unsere Leistungsverpflichtungen haben.
Chancen
Die in diesem Abschnitt dargestellten versicherungstechnischen Risiken korrespondieren mit den Chancen wie folgt: Den Risiken aus Biometrie, Kundenverhalten, Kosten und Zinsgarantie stehen die Chancen aus einem gegenüber den Kalkulationsannahmen günstigeren Verlauf gegenüber. Ein günstigerer Verlauf würde zu Überschüssen führen, an denen Aktionäre und Versicherte im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorschriften beteiligt werden.
Der Lebensversicherungsmarkt ist kurz- und mittelfristig von den Auswirkungen der Kapitalmarktkrise betroffen. Insoweit ist die Entwicklung der Branche insgesamt nur schwer vorherzusagen. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern ist einerseits zwar spürbar angestiegen, jedoch hat sich andererseits gerade in den letzten Monaten immer mehr das Geschäftsmodell der Lebensversicherer als in solchen Krisen tragfähig erwiesen. Die AXA Gruppe hat eine weit über dem Marktdurchschnitt liegende Kapitalkraft und Stabilität. Deshalb sehen wir diese Krise als Chance an, uns bei unseren Kunden und am Markt als sicherer Partner zu positionieren und somit als Gewinner aus der Kapitalmarktkrise hervorzugehen.
Für uns repräsentieren die nächsten Jahre einen weiteren Schritt in Richtung der Erreichung der anspruchsvollen Wachstums- und Ertragsziele.
Ein wichtiger Meilenstein war die Bündelung der IT-Systeme von AXA und DBV-Winterthur Mitte 2009. Gemäß der Markenstrategie des Konzerns wird dann die AXA Lebensversicherung maßgeblicher Anbieter für das gesamte Firmenkundengeschäft der Gruppe werden. Durch die Verbindung der starken internationalen Markenpositionierung der AXA und die weit überdurchschnittlichen Services des DBV-Winterthur-IT-Systems erwarten wir nachhaltige Wachstumsimpulse vor allem im komplexen Firmenkundengeschäft.
Der Fokus auf das wachsende und profitable Kundensegment der Privatkunden ab 50 Jahren wird weiter ausgebaut. Durch den innovativen und von der BAGSO zertifizierten Beratungsansatz „360 Grad“ setzt die AXA hier neue Maßstäbe auf dem Markt. Begleitet durch das neue Produkt „Portfolio Plus Police“, das speziell für diese Zielgruppe konzipiert wurde, sehen wir in diesem Segment große Wachstumschancen.
Im Fokus unseres Programms „My Choice“ steht die noch stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes und die Stärkung unserer Marktstellung in diesem Segment. Da sich die Anforderungen an die Versorgung und Versicherung der Beamten und Arbeitnehmer grundlegend von anderen Berufsgruppen unterscheiden, haben wir unsere Produktlinien auf diesen besonderen Bedarf des Öffentlichen Dienstes entwickelt. Zu den einzelnen Zielgruppen innerhalb dieses Geschäftssegmentes verfügen wir über spezielles Know-how und über maßgeschneiderte Produkte. Mit der Dienstanfänger-Police für Beamte auf Widerruf und Probe haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem wir unsere Position in diesem Segment deutlich ausbauen konnten. Ab Mai 2009 bieten alle Vertriebe des deutschen AXA Konzerns die Produkte der DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG im Segment des Öffentlichen Dienstes an. Dadurch erwarten wir eine deutliche Steigerung des Neugeschäfts in diesem Kernsegment.
Unsere Anstrengungen, die Angehörigen der akademischen Heilberufe optimal mit unseren Vorsorge- und Versicherungsprodukten zu bedienen, werden wir auch im Jahr 2009 intensiv fortführen. Wir sehen, dass die Veränderungsprozesse im gesamten Gesundheitsmarkt einen enormen Innovationsbedarf mit sich bringen. Diesen Prozessen werden wir uns stellen mit der Bereitstellung von arztspezifischen Produkten und Services begleitet durch eine intensive Unterstützung unserer Vertriebskanäle. Vor dem Hintergrund dieser Anstrengungen erwarten wir auch weiterhin ein gesundes Wachstum des Neugeschäftes.
Wir erwarten somit weiterhin eine stabile Entwicklung oberhalb des Marktes sowohl hinsichtlich der Neugeschäfts- als auch der Beitragseinnahmen, dies insbesondere im Einmalbeitragsgeschäft.
Krankenversicherung
Die mit der DBV-Winterthur Krankenversicherung AG verschmolzene AXA Krankenversicherung AG betreibt insbesondere die Krankenvollversicherung sowie die Pflegeversicherung und verschiedene Arten der Zusatzversicherung für Angestellte und Beihilfeempfänger.
Die primären versicherungstechnischen Risiken aus dem Krankenversicherungsgeschäft sind Krankheitskosten-/Leistungsrisiken, biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten und Reserverisiken. Ferner bestehen noch Risiken aus dem Rechnungszins sowie Risiken aus möglichen weiteren regulatorischen Eingriffen des Gesetzgebers.
Versicherungstechnische Risiken können dazu führen, dass zu zahlende Leistungen und Kostenaufwendungen die Beitragseinnahmen und Anlageerträge übersteigen. Ein mindestens jährlich durchzuführender, gesetzlich vorgeschriebener Vergleich der tatsächlichen mit den kalkulierten Leistungen ermöglicht jedoch ein zeitnahes Erkennen von Abweichungen in den erwarteten Leistungen. Bei Bedarf erfolgt eine Beitragsanpassung. Bei der hierfür notwendigen Neukalkulation werden sämtliche Rechnungsgrundlagen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich bestehen für den Versicherungsbestand der Krankenversicherung Zeichnungsrichtlinien, um Deckungszusagen für unerwünschte Risiken zu vermeiden. Darüber hinaus enthalten viele Tarife Elemente zur Steuerung der Leistungsinanspruchnahme wie zum Beispiel Selbstbehalte. Trotz aller Maßnahmen lassen sich versicherungstechnische Risiken jedoch nicht vollständig vermeiden.
Krankheitskosten-/Leistungsrisiken
Unter dem Krankheitskosten-/Leistungsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen Krankheits- und Pflegekosten die erwarteten, in der Prämie berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Im Falle eines unerwarteten Krankheits- und Pflegekostenanstiegs oder einer Pandemie können jedoch die Leistungen plötzlich sehr stark steigen, so dass gegebenenfalls erst mit einer zeitlichen Verzögerung auf die erhöhten Ausgaben durch Beitragsanpassung reagiert werden kann.
Biometrische Risiken
Biometrische Risiken entstehen in der Krankenversicherung aus einer sinkenden Sterblichkeit, wodurch mit einer Erhöhung der Versicherungsleistungen zu rechnen ist. Die Sterbetafeln werden jährlich von der Deutschen Aktuarvereinigung auf ausreichende Sicherheit überprüft. Soweit sich ein Aktualisierungsbedarf ergibt, verwenden wir die neuen Werte unverzüglich bei der Kalkulation neuer Tarife bzw. von Beitragsanpassungen.
Risiken aus Kundenverhalten
Risiken aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern stellen insbesondere das Stornorisiko dar. Die in der Tarifierung angesetzten Stornowahrscheinlichkeiten basieren sowohl auf eigenen als auch auf Verbandserfahrungen und sind aktuariell ausreichend vorsichtig bemessen. Die Stornoquoten der AXA Krankenversicherung und in der Branche werden permanent beobachtet, sodass frühzeitig eine Veränderung erkannt und gegebenenfalls in Beitragsanpassungen und Neukalkulationen berücksichtigt wird. Darüber hinaus treten Risiken im Kundenverhalten derzeit in Zusammenhang mit der Gesundheitsreform auf (siehe unten).
Reserverisiken
Zur Abdeckung zukünftiger Krankheitskosten-/Leistungszahlungen sind Alterungsrückstellungen zu bilden. Die Höhe der Zahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet, insbesondere aufgrund steigender Krankheitskosten-/Leistungszahlungen und einer sinkenden Sterblichkeit. Auf Grund der Möglichkeit von Beitragsanpassungen ist jedoch auch das Reserverisiko als gering einzuschätzen. Als Berechnungsgrundlagen für die Alterungsrückstellung dienten – Restkreditversicherungen ausgenommen – die Sterbetafeln PKV 2001, PKV 2004, PKV 2007 und PKV 2008. Die Alterungsrückstellung wurde entsprechend den Vorschriften in den Technischen Berechnungsgrundlagen ermittelt. Diese wurden für alle Tarife von einem unabhängigen Treuhänder geprüft und der Aufsichtsbehörde vorgelegt.
Risiken aus dem Rechnungszins
Krankenversicherungsprodukte werden derzeit mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Höchstrechnungszins von 3,5% kalkuliert. Die aktuelle Nettoverzinsung der AXA Krankenversicherung von 3,8 % liegt knapp 10% darüber. Die unternehmensindividuelle Zinserwartung wird mit Hilfe des aktuariellen Rechnungszinses (AUZ) nach einem brancheneinheitlichen Verfahren prognostiziert, welches zwischen der Deutschen Aktuarvereinigung und der Aufsichtsbehörde abgestimmt ist.
Risikoverteilung nach Versicherungsarten
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der Beiträge und der Anzahl der Versicherten nach Versicherungsarten:
| in Mio. Euro | Gebuchte Bruttobeiträge (in Mio Euro) | Anzahl der versicherten natürlichen Personen (in Tausend) | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Krankheitskostenvollversicherungen | 1.641,4 | 1.605,5 | 706,6 | 697,8 |
| Krankentagegeldversicherungen | 85,1 | 86,8 | 213,4 | 214,1 |
| Krankenhaustagegeldversicherungen | 39,2 | 42,6 | 464,3 | 467,9 |
| Krankheitskostenteilversicherungen | 120,8 | 121,5 | 471,7 | 464,9 |
| Pflegepflichtversicherungen | 157,8 | 150,8 | 768,0 | 760,0 |
| Ergänzende Pflegezusatzversicherung | 31,0 | 26,3 | 108,5 | 102,8 |
| Sonstige Versicherungen | 15,5 | 14,4 | 0,8 | 0,9 |
| Selbst abgeschlossene Versicherungen | 2.090,8 | 2.047,9 | 1.429,4 | 1.422,5 |
Gesundheitsreform
Die als Wettbewerbsstärkungsgesetz bezeichnete letzte Gesundheitsreform birgt für die Private Krankenversicherung weiterhin Risiken. Der Basistarif wird durch die versicherungsfremden Elemente Kontrahierungszwang, Verbot von Risikozuschlägen und Höchstbeiträge von den PKV-Kunden der anderen Tarife subventioniert werden müssen. Das Ausmaß des zukünftigen Subventionsbedarfs und der dafür zusätzlich erforderlichen Beitragsanpassung ist weiterhin nicht solide vorhersehbar. Daher kann auch noch nicht die Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung eingeschätzt werden. Außerdem besteht für die gesamte PKV-Branche ein Risiko in den Wahltarifen, die der Gesetzgeber den Krankenkassen als Möglichkeit eingeräumt hat.
Die neue Vorschrift, nach der die Versicherungspflicht für Angestellte erst endet, wenn die Versicherungspflichtgrenze für mindestens drei zusammenhängende Jahre überschritten wird, führte zu einer Einschränkung des Neukundenpotenzials im Segment der Angestellten.
Im ersten Halbjahr 2009 hatten vollversicherte PKV-Kunden im Bestand das Recht, bei einem Wechsel zu einem anderen PKV-Unternehmen den auf den Basistarif entfallenden Teil ihrer Alterungsrückstellung zum neuen Versicherer mitzunehmen. Durch die Entscheidung des Gesetzgebers, Kunden, die dieses Wechselrecht in Anspruch nehmen, eine mindestens 18-monatige Verweildauer im unattraktiven Basistarif aufzuerlegen, gab es allerdings kaum diesen zusätzlichen Bestandswettbewerb. Ab dem 1. Januar 2009 geschlossene PKV-Vollversicherungsverträge beinhalten unbefristet ein solches Wechselrecht.
Nichtversicherte, die dem PKV-System zuzuordnen sind, konnten schon seit dem 1. Juli 2007 in den bisherigen Standardtarif und dann ab dem 1. Januar 2009 in den Basistarif wechseln. Die versicherungsfremden Elemente (Kontrahierungszwang, Verbot von Risikozuschlägen, Höchstbeiträge und Sozialbeitrag) erzeugen noch nicht einschätzbaren Subventionsbedarf, zumal die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass überwiegend Personen mit vorhandenen Erkrankungen und überdurchschnittlich schlechter Zahlungsmoral auf diese Weise in das PKV-System zurückkehren. Hier werden die nicht gedeckten Kosten auf alle PKV-Unternehmen verteilt.
Chancen
Die in diesem Abschnitt dargestellten versicherungstechnischen Risiken korrespondieren mit den Chancen wie folgt: Den Risiken aus Biometrie, Storno und Zinsgarantie stehen die Chancen aus einem gegenüber den Kalkulationsannahmen günstigeren Verlauf gegenüber. Ein günstigerer Verlauf führt zu höheren Überschüssen, an denen Aktionäre und Versicherte im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorschriften beteiligt werden.
Die neue Stärke, die wir durch die Verschmelzung mit der AXA Krankenversicherung im deutschen Markt zum Beispiel im Beihilfegeschäft erreichten, wird es uns ermöglichen, unseren Marktanteil insbesondere bei Vollversicherungen auszubauen.
Die schwierigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden in der GKV voraussichtlich zu einer Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds führen. Kommt es dadurch zu einer Leistungseinschränkung, werden Erwerbstätige in von der Rezession weniger betroffenen Branchen verstärkt private Versicherungen nachfragen. So ist der öffentliche Dienst von Konjunkturschwankungen weniger betroffen. Dank unserer Vertriebsstärke und unserer attraktiven Produkte erwarten wir daher in diesem Segment eine weitere Steigerung unserer Verkaufserfolge.
Unsere schon früh eingeführten und weiter ausgebauten Steuerungsinstrumente, die dem Kunden als Patienten Unterstützung bieten und zur Beitragsstabilität beitragen, finden weiterhin bei unseren Kunden großen Anklang. Beispielhaft erwähnt seien hier das Hausarztprinzip und unsere Chroniker-Programme. Auch die weiteren Maßnahmen im Rahmen des Aktiven Gesundheits-Services mit dem Ziel, eine höhere Beitragsstabilität zu erreichen, werden wir in gewohnt enger Abstimmung mit unseren Kunden und Vertriebspartnern sowie der Ärzteschaft konsequent fortführen.
Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft
Die fälligen Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern (insbesondere Beitragsforderungen) sowie die Ansprüche gegenüber Versicherungsvermittlern (vor allem aus Provisionsrückforderungen) betrugen zum Bilanzstichtag 420 Mio. Euro (ohne noch nicht verdiente Provisionen aus dem Geschäft mit fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen). Davon entfielen 45 Mio. Euro auf Forderungen, die älter als 90 Tage sind. Zur Risikovorsorge wurden die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kunden und Vermittler um Wertberichtigungen von 84 Mio. Euro vermindert. Diese wurden anhand der Mahnstufen ermittelt.
Die Risiken aus dem Ausfall von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern werden durch ein IT-unterstütztes Inkasso- und Mahnsystem gesteuert. Zeitnahe Provisionsabrechnungen stellen sicher, dass Provisionsrückforderungen an Versicherungsvermittler kurzfristig ausgeglichen werden.
Das maximale Risiko aus dem Ausfall der Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft wird durch die in der Bilanz angesetzten Buchwerte wiedergegeben (75 Mio. Euro).
Der Rückversicherer für unsere wichtigsten obligatorischen Rückversicherungsverträge ist die AXA Versicherung AG, die diese Verträge wiederum komplett in ihre eigenen Rückversicherungsverträge implementiert und anschließend an die französische Gruppengesellschaft AXA Cessions retrozediert. Die AXA Cessions platziert diese Verträge teilweise am internationalen Rückversicherungsmarkt und teilweise innerhalb der AXA Gruppe. Sowohl bei der über die AXA Cessions retrozedierten Vertragsrückversicherung als auch bei der direkt von uns abgegebenen fakultativen und vertraglichen Rückversicherung wird nur mit erstklassigen Rückversicherern zusammengearbeitet. Grundlage hierfür sind Richtlinien für die Auswahl der Rückversicherer sowie eine von der AXA Cessions permanent aktualisierte Bonitätsliste, basierend auf den Ratings renommierter Ratingagenturen. Bei der Rückversicherung von langfristigen Verbindlichkeiten gelten dabei besonders hohe Anforderungen an die finanzielle Ausstattung der Rückversicherungspartner.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen in Mio. Euro |
2008 | 2007 | |
|---|---|---|---|
| Miet-, Leasing-, Werk- und Dienstleistungsverträge | |||
| Bis zu 1 Jahr | 63 | 76 | |
| 1 bis 5 Jahre | 160 | 199 | |
| Über 5 Jahre | 292 | 331 | |
| Kreditzusagen | Bis zu 1 Jahr | 294 | 210 |
| 1 bis 5 Jahre | - | - | |
| Über 5 Jahre | - | - | |
| Investitionsverpflichtungen | Bis zu 1 Jahr | 25 | 53 |
| 1 bis 5 Jahre | 848 | 750 | |
| Über 5 Jahre | 398 | 830 | |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen insgesamt | 2.042 | 2.239 |
Für operative Leasingverhältnisse (insbesondere Immobilien, Kraftfahrzeuge und EDV) wurden im Geschäftsjahr 72 Mio. Euro (2007: 70 Mio. Euro) aufwandswirksam erfasst.
Rechtliche Risiken und Garantierisiken
Aufgrund der Mitgliedschaft im Verein Verkehrsopferhilfe e.V. sind wir verpflichtet, dem Verein die für die Durchführung des Vereinszwecks erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Diese bemessen sich an unserem Anteil an den Beitragseinnahmen, die die Mitgliedsunternehmen und die übrigen nach § 8 Abs. 1 Pflichtversicherungsgesetz beitragspflichtigen Versicherungsunternehmen aus dem selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgeschäft jeweils im vorletzten Kalenderjahr erzielt haben. Wenn sich die Leistungen des Vereins auf einen Insolvenzfall beziehen, sind die von allen beitragspflichtigen Versicherungsunternhmen aufzubringenden Mittel pro Kalenderjahr auf 0,5% der direkten Beitragseinnahmen des vergangenen Kalenderjahrs in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung begrenzt.
Als Mitglied der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft haben wir uns für den Fall, dass eines der übrigen Poolmitglieder ausfällt, verpflichtet, dessen Leistungsverpflichtungen im Rahmen der quotenmäßigen Beteiligung zu übernehmen. Eine ähnliche Verpflichtung besteht bezüglich unserer Mitgliedschaft bei der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft.
Bei den beendeten Mitgliedschaften beim Deutschen Luftpool und bei der continentale Valoren- Versicherungs-Gemeinschaft trifft dies nur noch für die Abwicklung früherer Jahre zu.
Zum Schutz der Ansprüche aus Versicherungsverträgen im Fall einer Unternehmenskrise sind Lebens- und Krankenversicherer zur Mitgliedschaft in einem Sicherungsfonds gesetzlich verpflichtet.
Für die Lebensversicherer erhebt der Sicherungsfonds auf der Grundlage der Sicherungsfonds- Finanzierungs-Verordnung (Leben) jährliche Beiträge von maximal 0,2 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen, bis ein Sicherungsvermögen von 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen aufgebaut ist. Für die Lebensversicherer des Konzerns und die Pensionskasse des Konzerns ergeben sich hieraus keine zukünftigen Verpflichtungen (2007:_19 Mio. Euro).
Der Sicherungsfonds kann darüber hinaus Sonderbeiträge in Höhe von weiteren 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen erheben; dies entspricht einer Verpflichtung von 37 Mio. Euro (2007: 48 Mio. Euro). Sofern die Mittel des Sicherungsfonds bei einem Sanierungsfall nicht ausreichen, haben sich die teilnehmenden Versicherungsunternehmen verpflichtet, dem Sicherungsfond oder alternativ der Protektor Lebensversicherungs- AG weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Verpflichtung beträgt 1 % der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen unter Anrechnung der zu diesem Zeitpunkt bereits an den Sicherungsfonds geleisteten Beiträge. Unter Einschluss der oben genannten Einzahlungsverpflichtungen aus den Beitragszahlungen an den Sicherungsfonds beträgt die Gesamtverpflichtung zum Bilanzstichtag 331 Mio. Euro (2007: 449 Mio. Euro).
Die AXA Krankenversicherung AG ist nach §§ 124 ff. VAG – über die Mitgliedschaft im Verband der privaten Krankenversicherung e.V. – dem gesetzlichen Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen angeschlossen. Inzwischen wurde die Auffanggesellschaft Medicator AG gegründet, der das Bundesministerium für Finanzen mit Verordnung vom 11. Mai 2006 die Aufgaben und Befugnisse eines Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen übertragen hat. Im Krisenfall ist die AXA Krankenversicherung AG verpflichtet, der Medicator AG die erforderlichen Mittel bis zur Höhe von maximal 2 ‰ der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung zu stellen.
Für die AXA Bank AG wurde gemäß § 5 Abs. 10 des Statuts des Einlagensicherungsfonds seitens der AXA Konzern AG sowie der AXA, Paris, eine so genannte Freistellungserklärung gegenüber dem Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin, abgegeben. Die Freistellungserklärung dient zur vorsorglichen Absicherung für den eventuellen Fall einer zugunsten der Bank erfolgten Hilfestellung, falls diese wegen entstandener Verluste erforderlich sein sollte.
Mit der Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG, die 1999 durch die Verschmelzung mit der AXA Versicherung AG erloschen ist, bestand seit 1994 ein Beherrschungsvertrag. Die Angemessenheit der aufgrund des Beherrschungsvertrages den außen stehenden Aktionären der Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG zustehenden Abfindungen und Ausgleichszahlungen wird in einem Spruchstellenverfahren gemäß § 306 AktG überprüft, das beim Oberlandesgericht Düsseldorf anhängig ist. In einem weiteren Spruchstellenverfahren haben mehrere außen stehende Aktionäre der Deutsche Ärzteversicherung AG beim Landgericht Köln gemäß § 306 AktG die Prüfung der Angemessenheit der den außen stehenden Aktionären nach dem 1997 abgeschlossenen Beherrschungsvertrag zu gewährenden Abfindung und Ausgleichszahlung beantragt. Im November 1999 haben mehrere außen stehende Aktionäre der Albingia Versicherungs-AG gemäß § 306 AktG ein weiteres Spruchstellenverfahren beim Landgericht Hamburg beantragt, in dem die Angemessenheit der den außen stehenden Aktionären nach dem Beherrschungsvertrag zu gewährenden Abfindung und Ausgleichszahlung überprüft wird.
Im Jahr 2002 wurde ein weiteres Spruchstellenverfahren von mehreren außen stehenden Aktionären der AXA Versicherung AG beim Landgericht Köln gemäß § 306 AktG in die Wege geleitet, um die Angemessenheit der den außen stehenden Aktionären nach dem 2000 abgeschlossenen Beherrschungsvertrag zu gewährenden Abfindung und Ausgleichszahlung zu überprüfen. Außen stehende Aktionäre der AXA Versicherung AG haben darüber hinaus im Jahr 2005 weitere Spruchstellenverfahren beim Landgericht Köln eingeleitet. In ihnen sollen die Barabfindungsangebote und Ausgleichzahlungen aus dem im Berichtsjahr abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag mit der AXA Konzern AG sowie die Barabfindungsangebote überprüft werden, die aus der ebenfalls im Berichtsjahr erfolgten Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die AXA Konzern AG resultieren.
In 2007 wurden weitere Spruchstellenverfahren von mehreren außen stehenden Aktionären der AXA Lebensversicherung AG und der Deutsche Ärzteversicherung AB beim Landgericht Köln gemäß § 306 AktG in die Wege geleitet, um die Barabfindungsangebote zu überprüfen, die aus der am 5. Juli 2007 wirksam gewordenen Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die AXA Konzern AG resultierten. Ferner haben mehrere Aktionäre der AXA Konzern AG ein Spruchstellenverfharen beim Landgericht Köln zur Überprüfung der Angemessenheit des Barabfindungsangebotes, das aus der ebenfalls am 5. Juli 2007 wirksam gewordenen Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der AXA Konzern AG auf die AXA, Paris, resultierte, eingeleitet.
Die auf die AXA Lebensversicherung AG verschmolzene Nordstern Lebensversicherung AG wurde zusammen mit zahlreichen anderen europäischen Versicherungsgesellschaften vor einem Bundesgericht in New York von Opfern des Holocaust und ihren Erben verklagt. Mit diesen Sammelklagen fordern die Kläger Entschädigungen für angeblich nicht ausgezahlte Versicherungsleistungen. Das Gericht hat diese Klagen am 8. Dezember 2000 abgewiesen. Eine Entschädigung von moralischen Ansprüchen der Opfer und ihrer Erben erfolgt über die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, der der AXA-Konzern beigetreten ist.
Durch eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes München vom 15. März 2007 wurde eine Diskussion über die in der Kalkulation betrieblicher Altersvorsorgeprodukte angewandten marktüblichen Verrechnungsverfahren von Abschlusskosten ausgelöst. Das Landesarbeitsgericht Köln hat am 13.August 2008 gegenteilig entschieden. Gegen dieses Urteil wurde Revision eingelegt. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung unserer ohnehin vorhandenen Produkthaftung hatten wir zur Stärkung des Vertrauens in unsere Produktpalette im Juni 2007 eine Garantieerklärung abgegeben und diese im Geschäftsjahr 2008 auf die aktuelle Produktpalette erweitert. Durch diese Erklärung werden die Arbeitgeber von allen Zahlungen freigestellt, falls sie aufgrund einer Entgeltumwandlung im Rahmen unserer Produkte der aktuellen Tarifgeneration im Wege der Klage eines/einer ausgeschiedenen Arbeitnehmers/ Arbeitnehmerin zur Auffüllung des Rückkaufswertes gerichtlich verurteilt werden. Dies erfolgt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Antragsformulare und Entgeltumwandlungsvereinbarungen verwandt werden, der/die Arbeitnehmer/ Arbeitnehmerin umfassend darüber aufgeklärt wird, welche Auswirkungen die in seiner/ihrer Lebensversicherung vorgesehene Abschlusskostenverrechnung auf die Höhe des Rückkaufswertes hat, und diese Beratung entsprechend protokolliert wird. Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 15.09.2009 wird die Verteilung der Abschlusskosten auf 5 Jahre, wie wir dies ab der Tarifgeneration 2008 vornehmen, für Versicherungen in der betrieblichen Altersvorsorge als möglicherweise angemessen angesehen . Eine Einschätzung der Zulässigkeit auch für die nach älteren Tarifwerken abgeschlossenen Versicherungen kann erst erfolgen, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt.
Aus dem Verkauf von Grundstücken besteht gegenüber den Käufern, für den Fall von Sach- und Rechtsmängeln oder wegen Verletzung von Garantien, eine Nachhaftungsverpflichtung.
Aus dem Verkauf einer Immobilie besteht gegenüber der derzeitigen Mieterin die Verpflichtung zur Durchführung etwaiger Schönheitsreparaturen, wenn diese von der Mieterin eingefordert werden. Der Käufer der Immobilie wurde von dieser Verpflichtung freigestellt.
Mit dem Verkauf der AXA Bausparkasse, der AXA Österreich, der DARAG Deutsche Versicherungs- und Rückversicherungs-Aktiengesellschaft sowie im Rahmen des Immobilienpaketverkaufs sind für solche Kaufverträge übliche Gewährleistungen übernommen worden. Eine Inanspruchnahme aus diesen Gewährleistungsklauseln ist bis heute nicht erfolgt. Weiter hat die AXA Konzern AG für die DARAG Deutsche Versicherungs- und Rückversicherungs-Aktiengesellschaft gegenüber verschiedenen Maklern Garantien herausgegeben. Eine Inanspruchnahme wird nicht mehr erwartet.
Die Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG ist durch den Verkauf des Heilzentrums Landshut-Geisenhausen in der Rechtsform der GbR in ihrer Eigenschaft als Gesellschafterin ausgeschieden, woraus Verpflichtungen aus der persönlichen Haftung als GbR-Gesellschafterin erwachsen bzw. nachfolgen können.
Es bestehen Verpflichtungen aus gesamtschuldnerischer Haftung der Konzerngesellschaften für einen Barkredit in Höhe von 25 Mio. Euro sowie für einen Avalkredit in Höhe von 1 Mio. Euro.
Hinsichtlich bereits platzierter Fondsanteile enthalten die Übertragungsverträge mit der AXA Merkens Fonds GmbH weitere Gewährleistungsverpflichtungen, unter anderem für Steuern, Prospekte, Ansprüche ehemaliger Mitarbeiter, Vermittler und Lieferanten. Eine Inanspruchnahme ist bis heute nicht erfolgt.
Zugunsten von Banken waren Wertpapiere mit einem Nominalwert von 72 Mio. Euro (2007:0,5 Mio. Euro) und Festgelder in Höhe von 16 Mio. Euro (2007: 19 Mio. Euro) verpfändet.
Es bestanden Bankbürgschaften in Höhe von 1 Mio. Euro (2007: 1 Mio. Euro) und „Letters of Credit“ aus übernommener Rückversicherung von 0,8 Mio. Euro (2007: 0,9 Mio. Euro) bzw. 2,1 Mio. Euro (2007: 5,4 Mio. Euro). Weiter bestehen Patronatserklärungen über 12,5 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Gewährung von Schuldscheindarlehen.
Staatsanleihen in Höhe von 346 Mio. Euro wurden zugunsten der Deutschen Bank als Sicherheit für die negativen Marktwerte der Bespoke Swaps verpfändet.
Aufgrund der Finanzmarktkrise wurde für die Hypo Real Estate (HRE) ein Rettungspaket der Finanzwirtschaft (Versicherungen und Banken) verabschiedet. Dieses Paket dient der Ablösung von Liquiditätszuschüssen des Bundes gegenüber HRE. Die Gewährung der Zuschüsse erfolgte über die Zeichnung von Anleihen, die von HRE ausgegeben wurden. Hieran hat sich der AXA Konzern mit 80 Mio. Euro beteiligt. Zusätzlich wurden gegenüber der Bundesrepublik Deutschland Garantien in Höhe von rund 64 Mio. Euro übernommen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Bezüglich der Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auf den Lagebericht Seite 65f.
19. Oktober 2009
AXA Konzern AG
Der Vorstand
Dr. Keuper
Hanssmann
Dr. Hofmann
Nießen
Dr. Dahmen
Gerber
Schlösser
Dr. Schwering
Wieland
Bestätigungsvermerk des Konzernabschlussprüfers
Wir haben den von der AXA Konzern Aktiengesellschaft, Köln, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, den 20. Oktober 2009
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Alexander Hofmann, Wirtschaftsprüfer
Michael Peters, Wirtschaftsprüfer