AI assistant
Aurubis AG — Management Reports 2019
Feb 25, 2020
41_rns_2020-02-25_32c11543-118e-462e-933e-0dbc89caced2.html
Management Reports
Open in viewerOpens in your device viewer
Publication

Aurubis AG
Hamburg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2018 bis zum 30.09.2019
ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT
Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell des Konzerns
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Die Aurubis AG ist ein weltweit tätiger Anbieter von Nichteisenmetallen. Als integrierter Konzern verarbeiten wir komplexe Metallkonzentrate, Altmetalle und metallhaltige Recyclingrohstoffe zu Metallen höchster Reinheit. Neben unserem Kernmetall Kupfer umfasst unser Metallportfolio zudem Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetalle wie Tellur oder Selen sowie Metalle der Platingruppe.
Der Sitz des Unternehmens, an dem auch wesentliche Produktionsanlagen vorhanden sind, befindet sich in Hamburg (Deutschland). Die Standorte des Konzerns liegen überwiegend in Europa mit größeren Produktionszentren in Deutschland, Belgien und Bulgarien. Außerhalb Europas verfügt Aurubis über einen Produktionsstandort in den USA und über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz.
GESCHÄFTSMODELL
Im Einklang mit unserer Vision 2025 erweitern wir unser bisheriges, auf Kupfer fokussiertes Geschäftsmodell in Zukunft konsequent um einen breiteren Multi-Metall-Ansatz. Das bedeutet, dass neben Kupfer auch verstärkt andere Metalle aus zielgerichtet eingekauften Rohstoffen und Zwischenprodukten extrahiert und mit Wertzuwachs zu verkaufsfähigen Produkten verarbeitet werden. Als Rohstoffe setzen wir sowohl Kupferkonzentrate als auch Recyclingmaterialien ein.
Wir verarbeiten Kupferkonzentrate, die aus Erzen gewonnen und am Weltmarkt von Minengesellschaften und Handelsgesellschaften angeboten werden. Die benötigten Rohstoffe für unsere beiden Primärhütten in Hamburg und Pirdop werden am Weltmarkt eingekauft, wir halten keine Anteile an Minen. Aurubis verfügt über ein global diversifiziertes Lieferantenportfolio; einen wesentlichen Teil unserer Kupferkonzentrate beziehen wir aus den Ländern Südamerikas, wie Peru, Chile oder Brasilien. Darüber hinaus erwerben wir Rohstoffe aus Regionen wie beispielsweise Bulgarien, Georgien und Kanada. Als Käufer steht Aurubis hier im Wettbewerb mit anderen Primärkupferhütten, die ihre Standorte vor allem in China und Japan haben. Die Kupferkonzentrate für den Hamburger Standort erreichen uns vornehmlich auf dem Seeweg und werden über das Hafenterminal in Brunsbüttel umgeschlagen. Dort findet zudem eine Vormischung der verschiedenen Kupferkonzentrate statt, entsprechend den Anforderungen unserer Produktion. Am Standort Pirdop in Bulgarien erreichen uns die Konzentrate sowohl auf dem Land- als auch auf dem Seeweg über den Hafen Burgas.
Neben Kupferkonzentraten setzen wir Altkupfer und weitere metallhaltige Recyclingmaterialien sowie zugekaufte Zwischenprodukte ein. Wir beschaffen Altkupfer und metallhaltige Recyclingrohstoffe für unsere beiden Sekundärhütten in Lünen (Deutschland) und Olen (Belgien) überwiegend im europäischen Markt. Altkupfer mit hohen Kupfergehalten setzen wir zudem für Kühlzwecke in unseren beiden Primärhütten ein.
Geschäftsmodell im Geschäftsjahr 2018/19

Standorte und Mitarbeiter
| Europa | ||||
|---|---|---|---|---|
| DE | Hamburg | Zentrale Aurubis AG | 2.575 | 3,4,5,6,7,8,9,10,11,12 |
| E. R. N. Elektro-Recycling NORD GmbH | 13 | 4,12 | ||
| Peute Baustoff GmbH | 13 | 10,12 | ||
| Lünen | Aurubis AG | 664 | 4,5,8,10,12 | |
| Stolberg | Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG | 433 | 4,16,14,12 | |
| Emmerich | Deutsche Giessdraht GmbH | 120 | 6,12 | |
| Fehrbellin | CABLO MetallRecycling & Handel GmbH | 50 | 4,8 | |
| Röthenbach | RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals | 41 | 8,12 | |
| Nersingen/ Straß | CABLO MetallRecycling & Handel GmbH | 20 | 4,8,12 | |
| Berlin | Aurubis AG | 2 | Konzernrepräsentanz | |
| Hanau | Aurubis AG | 2 | 12 | |
| BG | Pirdop | Aurubis Bulgaria AD | 882 | 3,4,5,10,11,12 |
| BE | Olen | Aurubis Belgium NV/SA | 630 | 4,5,6,13 |
| Brüssel | Aurubis Belgium NV/SA | 27 | 12 | |
| NL | Zutphen | Aurubis Netherlands BV | 295 | 4,14,15,12 |
| FI | Pori | Aurubis Finland Oy | 256 | 4,14,12 |
| IT | Avellino | Aurubis Italia Srl | 103 | 6 |
| Mortara | Aurubis Mortara S. p. A. | 28 | 14,15 | |
| UK | Smethwick/ Birmingham | Aurubis UK Ltd. | 23 | 14,15,12 |
| SK | Dolny Kubin | Aurubis Slovakia s. r. o. | 15 | 14,15,12 |
| SE | Finspäng | Aurubis Sweden AB | 6 | - |
| FR | Lyon/ Septeme | Aurubis Product Sales GmbH | 3 | 12 |
| RU | St. Petersburg | Aurubis Rus LLC 1 | 2 | 12 |
| ES | Barcelona | Aurubis Product Sales GmbH | 1 | 12 |
| TR | Istanbul | Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi 1 | 1 | 12 |
| Mitarbeiter Europa | 6.205 | |||
| USA | ||||
| USA | Buffalo | Aurubis Buffalo Inc. | 624 | 4,14,12 |
| Chicago | Aurubis Buffalo Inc. | 5 | 12 | |
| Tampa | Aurubis Tampa LLC 1 | 2 | 12 | |
| Mitarl | beiter USA | 631 | ||
| Asien | ||||
| CN | Shanghai | Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd. 1 | 4 | 14,12 |
| Hongkong | 2 | 1 | 12 | |
| Peking | 2 | 1 | 12 | |
| VAE | Dubai | Aurubis Middle East FZE 1 | 3 | 12 |
| SG | Singapur | 2 | 3 | 12 |
| TH | Bangkok | 2 | 3 | 12 |
| JP | Tokio | 2 | 1 | 12 |
| KR | Seoul | 2 | 1 | 12 |
| Mitarbeiter Asien | 17 | |||
| Mitarbeiter gesamt | 6.853 |
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die Kennzahlen auf Festanstellungen und befristete Arbeitsverhältnisse auf den Stichtag 30.09.2019. Ohne Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg (DE), an der Aurubis einen 50 %igen Anteil hält, und ohne Ampashield NV/SA(BE). Zusätzlich zu den voll konsolidierten Gesellschaften werden die nicht konsolidierten Gesellschaften Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd., Aurubis Rus LLC (St. Petersburg), Aurubis Middle East FZE (Dubai) und Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi (Istanbul) mit insgesamt zehn Mitarbeitern im GJ 2018/19 hinzugezählt. Außerdem sind enthalten: zehn selbstständige Vertriebsmitarbeiter an internationalen Standorten.
Rohstoffe
Konzentrate und Recyclingmaterialien sind die Rohstoffe, aus denen Kupfer erzeugt wird. 3,4
Produkte
Das Kupfer wird zu Produkten weiterverarbeitet. Einige Produkte gehen bereits aus der Kupfererzeugung hervor. 5,6,7,8,9,10,11,13,14,16
Vertriebsnetzwerk
Ein internationales Vertriebsnetzwerk sorgt für die Vermarktung unserer Produkte. 12
Schneidcenter
Kundennah positionierte Servicecenter schneiden Bänder auf gewünschtes Maß. 15
1 Nicht konsolidierte Gesellschaft.
2 Agentur/Selbstständige Vertriebsmitarbeiter, nicht konsolidiert.
3 Konzentrate
4 Recylingmaterialien
5 Kathoden
6 Gießwalzdraht
7 Edelmetalle
8 Nebenmetalle
9 Stranggussformate
10 Eisensilikat
11 Schwefelsäure
12 Internationales Vertriebsnetzwerk
13 Spezialprofile
14 Bänder/Folien
15 Schneidecenter
16 Spezialdraht
Stand: 30.09.2019
Auf der Anbieterseite sind vor allem die Unternehmen des Metallhandels vertreten, ein Teil der Recyclingrohstoffe erreicht uns aber auch auf dem direkten Weg von Produktherstellern. Nachfrageseitig konkurrieren wir weltweit vor allem mit anderen Kupfer- und Metallhütten sowie Metallverarbeitern, die ebenfalls Recyclingmaterialien einsetzen. Altkupferschrotte erreichen uns überwiegend auf dem Landweg.
Im Rahmen unserer Produktionsprozesse verarbeiten wir Kupferkonzentrate und Altkupfer zu Kupferkathoden. Sie sind das standardisierte Produktformat des weltweiten Kupferhandels an den internationalen Metallbörsen. Kupferkathoden sind außerdem das Ausgangsprodukt für die Herstellung weiterer Kupferprodukte, können aber auch direkt verkauft werden. Unser Produktangebot beinhaltet im Wesentlichen Standard- und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen. In der Weiterverarbeitung verfügen wir über Herstellungskapazitäten für Kupfergießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile.
Weitere Produkte resultieren aus der Verarbeitung der in den Einsatzstoffen enthaltenen Begleitelemente. Dazu zählen insbesondere verschiedene Metalle wie Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetalle wie Tellur oder Selen sowie Metalle der Platingruppe. Darüber hinaus produzieren wir Eisensilikat und Schwefelsäure. Letztere entsteht als Kuppelprodukt bei der Verarbeitung von Kupferkonzentrat. Der Kreis der Abnehmer von Schwefelsäure ist breit gefächert: Zu den Kunden zählen Unternehmen der chemischen Industrie, der Düngemittel- und der Metall verarbeitenden Industrie.
Die Absatzmärkte für unsere Produkte sind vielfältig und international. Zum direkten Kundenkreis von Aurubis gehören Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Kabel- und der Drahtindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie sowie Zulieferer der Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie.
Um den Wertstoffkreislauf für Kupfer und andere Metalle zu schließen, messen wir dem "Closing-the-Loop"-Ansatz einen hohen Stellenwert bei. Im Zentrum des Interesses stehen unter anderem Produktionsabfälle und Reststoffe, die entlang der Kupferwertschöpfungskette, beispielsweise bei unseren Kunden, in der Produktion anfallen. Die Materialien reichen von Altkupfer mit sehr hohen Kupfergehalten, das bei uns direkt wieder in der Kupferherstellung eingesetzt werden kann, über Materialien von hochkupfer- und auch edelmetallhaltigen Stanzabfällen über legierte Schrotte und Schlacken aus Gießereien und anderen industriellen Rückständen.
KONZERNSTRUKTUR
Die Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2018/19 an dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell orientiert. Zwei operative Segmente bilden das organisatorische Grundgerüst des Konzerns, auf dessen Basis auch die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 für das Geschäftsjahr 2018/19 erfolgt: das Segment Metal Refining & Processing und das Segment Flat Rolled Products.
| ― | Das Segment Metal Refining & Processing (MRP) verarbeitet komplexe Metallkonzentrate, Altkupfer und metallhaltige Recyclingstoffe zu Metallen mit höchster Qualität. Das Segment MRP umfasst organisatorisch die Ressorts Commercial und Operations. Das Ressort Commercial vereint alle marktrelevanten Organisationseinheiten, also den Einkauf von Einsatzstoffen und den Verkauf von Produkten. Das Ressort Operations steht für die Produktion aller Basisprodukte und Metalle sowie deren Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, wie Gießwalzdraht und Stranggussformaten. Unter anderem werden an den Standorten Hamburg (Deutschland), Pirdop (Bulgarien), Olen (Belgien) und Lünen (Deutschland) Kupferkathoden hergestellt, die an den Standorten Hamburg (Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden. |
| ― | Im zweiten Segment Flat Rolled Products (FRP) erfolgen eine Weiterverarbeitung und Vermarktung von Kupfer und Kupferlegierungen - im Wesentlichen Messing, Bronze und Hochleistungslegierungen - zu Flachwalzprodukten und Spezialdrahtprodukten. Die wichtigsten Produktionsstandorte hierfür sind Zutphen (Niederlande), Buffalo (USA), Stolberg (Deutschland) und Pori (Finnland). Zum Segment gehören weiterhin Schneid- und Servicecenter in Birmingham (UK), Dolny Kubin (Slowakei) und Mortara (Italien) sowie Vertriebsbüros weltweit. |
Nachdem die Europäische Kommission im Februar 2019 einen Verkauf des Segments FRP untersagt hat, prüfen wir derzeit verschiedene strategische Optionen für die Veräußerung des Segments. Die Voraussetzung für die Darstellung des Segments als nicht fortgeführte Aktivitäten gemäß IFRS 5 ist weiterhin gegeben.
Der Anteilsbesitz gemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2019 ist im Konzernanhang aufgelistet.
WESENTLICHE GESCHÄFTSRELEVANTE EINFLUSSGRÖSSEN
Wesentliche geschäftsspezifische Größen sind die Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate und Recyclingmaterialien, die Metallpreise, die Aurubis-Kupferprämie und die Formataufpreise für Kupferprodukte sowie die Verkaufserlöse für Schwefelsäure. Zudem entsteht durch effizientes Metallmehrausbringen in unseren Anlagen ein Ergebniseffekt.
Der Preis für Kupfer bildet sich vor allem an der London Metal Exchange (LME), die physische Geschäfte sowie Kurssicherungs- und Anlegergeschäfte ermöglicht. Er ist über den Börsenhandel hinaus ein Richtwert und bildet die Basis für die Preisermittlung im Rohstoff- und Produktgeschäft.
Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung
Schematische Darstellung

Beim Einkauf kupferhaltiger Rohstoffe werden mit den Lieferanten Schmelz- und Raffinierlöhne verhandelt. Ihre Entwicklung hängt von der jeweiligen Angebots- und Nachfragestruktur auf den Weltmärkten ab. Im Kern handelt es sich um Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das börsenfähige Produkt Kupferkathode und weitere Metalle und Metallverbindungen.
Die Börsen- und Marktnotierung für Kupfer dient als Preisbasis für den Verkauf unserer Kupferprodukte. Der Prämienaufschlag sowie Formataufpreise, die für die Umwandlung von Kathoden in Kupferprodukte erhoben werden, sind weitere Bestandteile des Verkaufspreises.
Unsere Geschäftsentwicklung wird zudem von externen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen u. a. der Konjunkturverlauf in Schlüsselländern und das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten, des Weiteren die politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Veränderungen im Wechselkurs- und Zinsniveau sowie die Lage an unseren relevanten Märkten.
Unternehmenssteuerung
STEUERUNGSSYSTEM
Die Unternehmenssteuerung verfolgt das maßgebliche Ziel, den Unternehmenswert des Aurubis-Konzerns zu steigern. Zu diesem Zweck soll über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Unternehmens erwirtschaftet werden.
KONZERNSTEUERUNGSKENNZAHLEN
Um im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg zu messen, verwendet Aurubis die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:
| ― | das operative Konzernergebnis vor Steuern = operatives EBT (Earnings before Taxes) |
| ― | die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital = operativer ROCE (Return on Capital Employed) des Konzerns |
Diese Kennzahlen werden dem Vorstand regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt. Auch die variable Vergütung des Vorstands und des Managements orientiert sich an diesen Kennzahlen.
Der Aurubis-Konzern berichtet nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die in der Vergangenheit erfolgte Änderung des IAS 2 auf eine ausschließliche Anwendung der FIFO- oder Durchschnittsmethode wurde vom Aurubis-Konzern für interne Steuerungszwecke nicht umgesetzt, um die aus der Bewertung nach der Durchschnittsmethode resultierenden Ergebnisvolatilitäten durch Metallpreisschwankungen zu vermeiden. Dabei handelt es sich um Bewertungseffekte, die unseres Erachtens für das Verständnis der Geschäftstätigkeit sowie des Ergebnisses des Aurubis-Konzerns aus operativer Perspektive zu eliminieren sind. Darüber hinaus wurden Einmaleffekte aus Kaufpreisallokationen eliminiert, die ansonsten zu einer Verzerrung in der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Aurubis-Konzerns geführt hätten.
Die interne Berichterstattung und Steuerung des Konzerns erfolgen auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von diesen Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können.
Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:
| ― | Bereinigung um Effekte aus der Anwendung des IFRS 5; |
| ― | Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen eliminiert. Ebenso werden nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände eliminiert; |
| ― | Eliminierung von nicht zahlungswirksamen Effekten aus Kaufpreisallokationen. |
Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Herleitung insofern verändert, als ausschließlich nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände eliminiert werden.
Dauerhafte Abwertungen und Zuschreibungen werden seit dem Berichtsjahr im operativen Ergebnis gezeigt und dienen einer besseren Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Diese Anpassung der Herleitung führt zum Bilanzstichtag zu einer Wertminderung in Höhe von 31 Mio. €. Eine entsprechende Anwendung im Vorjahr hätte zu keiner ergebniswirksamen Abwertung geführt.
Die ausschließlich redaktionelle Anpassung der Regelung zur Eliminierung von Effekten aus Kaufpreisallokationen führte weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr zu Veränderungen.
Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ
| in Mio. € | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen ohne Finanzanlagen 1 | 1.485 | 1.450 |
| Vorräte | 1.532 | 1.549 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 390 | 374 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 196 | 191 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -818 | -904 |
| - Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten | -367 | -371 |
| Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag | 2.418 | 2.290 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 192 | 329 |
| Finanzergebnis | 16 | 3 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) | 208 | 332 |
| Beteiligungsergebnis At Equity 1 | 0 | 11 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) - adjusted | 208 | 342 |
| Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) | 8,6 % | 15,0 % |
1 Seit diesem Berichtsjahr werden die At Equity bewerteten Anteile an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG einbezogen. Diese Anpassung soll die Darstellung der operativen Ertragskraft des Segments FRP verbessern. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
Der operative ROCE bezeichnet das Verhältnis zwischen dem operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) und zuzüglich dem operativen Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen im Verhältnis zum eingesetzten Kapital am Bilanzstichtag (operatives Capital Employed) und stellt die Rendite auf das eingesetzte Kapital dar.
Korrespondierend zur Ermittlung des operativen Ergebnisses erfolgt die Herleitung des operativen Capital Employed durch die Bereinigung der Bilanzposten nach IFRS um die vorgenannten Effekte.
Überleitungen der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung von IFRS auf "operativ" werden im Wirtschaftsbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.
Forschung und Entwicklung
Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) entwickelten wir im Berichtszeitraum 2018/19 neue Verfahren, forschten an künftigen Produkten und optimierten Produktionsprozesse. Für uns ist der Bereich Forschung und Entwicklung ein wesentlicher Baustein, um unsere Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum des Unternehmens weiter zu verbessern.
Bis Mitte des Kalenderjahres 2019 lag der Schwerpunkt unserer Arbeiten auf der Weiterentwicklung von metallurgischen Prozessen, speziell in Hinsicht auf die Flexibilität und die Produktivität zum Einsatz kommender komplexer Rohstoffe und Recyclingmaterialien. Hierfür haben wir umfangreiche Versuche im Pilotmaßstab durchgeführt und an Prozessmodellen für künftige Anlagen gearbeitet.
Diese Entwicklungsergebnisse sowie die im Rahmen des internen Wachstumsprojekts Future Complex Metallurgy (FCM) abgeschlossenen Basic Engineering-Teilprojekte, bilden die Grundlage für künftige Investitionen und das interne Wachstum im Zuge unserer Multi-Metall-Strategie.
Am 12.06.2019 beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat, das FCM-Projekt zu stoppen. Das Basic Engineering ergab, dass die Investitionskosten deutlich höher wären als ursprünglich gedacht. Damit war die ursprünglich angenommene Wirtschaftlichkeit des Projekts nicht mehr gegeben.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir zudem an der Verbesserung der Metallausbringung aus der Eisensilikatschlacke und deren Produktqualität gearbeitet. Hierfür wurden u. a. Versuche in unserer Pilotanlage durchgeführt und der metallurgische Prozess validiert. Die Ergebnisse lieferten die Basis für die technische Anlagenplanung.
Wir entwickeln in Abstimmung mit dem Rohstoffeinkauf und in enger Partnerschaft mit führenden Unternehmen aus der Minenindustrie Lösungen für die Verarbeitung von zukünftigen Einsatzmaterialien. Dazu zählen insbesondere komplexe Konzentrate aus neuen Minenprojekten. Unser Ziel ist es, entsprechende Verarbeitungsanlagen zu entwickeln, damit Aurubis diese Konzentrate in seinem Hüttennetzwerk einsetzen kann.
Neben den Projekten unserer Wachstumsstrategie, spielte zudem die Optimierung der bestehenden Kernprozesse eine wichtige Rolle. Wir arbeiteten daran, die Effizienz der Primärkupfererzeugung in Hamburg und Pirdop zu verbessern. So haben wir in diesem Zusammenhang verschiedene Sensoren eingesetzt und diese getestet, um beispielsweise den "Badstand" im Schwebeschmelzofen, die Qualität des Kupfersteins oder des Eisensilikatgesteins kontinuierlich zu erfassen. Wir nutzen diese Datengrundlage, um die Auswirkungen verschiedener Faktoren auf die Produktion besser zu verstehen und weiter zu optimieren. Durch Modellrechnungen verbesserten wir die Einsatzmaterialien am Schmelzofen und die Anlagenfahrweise der Konverter.
Im Geschäftsjahr 2018/19 beschäftigten wir uns auch mit der Untersuchung von Leckagen an unseren Abhitzekesseln der Primärhütten und des KRS in Lünen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, aus welchen Gründen die Leckagen im abgelaufenen Geschäftsjahr auftraten und wie wir diese zukünftig vermeiden können. Ein bereichsübergreifendes Team identifizierte Gründe und arbeitet aktuell an Lösungen, die Häufigkeit der auftretenden Leckagen deutlich zu reduzieren.
Ein wichtiges Aufgabenfeld im Berichtszeitraum war zudem die Optimierung der Kupferelektrolyse. Durch systematische Untersuchungen der Betriebsdaten und Laborversuche verbesserten wir die Stromausbeute in diesem Bereich der Produktion. Hierfür entwickelten wir ein IT-gestütztes Programm, welches die Vielzahl der Daten aus der Elektrolyse zusammenführt und übersichtlich darstellt. Dies ermöglicht uns die einfachere Kontrolle der Performance der einzelnen Elektrolysezellen.
Vor dem Hintergrund gestiegener Anforderungen an die Zuverlässigkeit im Produktbereich "Automobilsteckverbinder" forschten wir im Berichtszeitraum an neuartigen Beschichtungstechnologien, die derzeit von Zulieferern getestet werden. Im gleichen Anwendungsbereich arbeiteten wir darüber hinaus an neuen niedriglegierten, hochleitfähigen Kupferlegierungen.
In den letzten Jahren konzentrierten wir uns im Bereich der bleifreien Zerspanungswerkstoffe (BlueBrass-Familie) vornehmlich auf Drahthalbzeuge. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Fokus auf der Ausweitung des BlueBrass-Portfolios im Bandbereich.
Im Bereich Leistungselektronik führten wir einen neuen Werkstoff mit erhöhter Lebensdauer für den Einsatz in Leistungsmodulen in den Markt ein. Darüber hinaus wurden in diesem Geschäftsbereich die weiteren Forschungsaktivitäten mit universitären und industriellen Partnern fortgesetzt. Unser Bestreben ist es, neuartige Werkstofflösungen speziell für die Elektromobilität zu entwickeln.
Für die Zukunft planen wir, den Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit weiter zu schärfen: Ein noch höherer Stellenwert soll der Optimierung der Produktion und der Weiterentwicklung von Produkten zukommen.
Im Geschäftsjahr 2018/19 betrugen die F&E-Aufwendungen im gesamten Aurubis-Konzern 16 Mio. €, verglichen mit 12 Mio. € im Berichtsjahr 2017/18. Wir beschäftigten in diesem Bereich insgesamt 84 Mitarbeiter (Vj. 78) an unseren Standorten in Buffalo, Finspang, Hamburg, Lünen, Olen, Pirdop, Pori, Stolberg und Zutphen.
F&E-Aufwendungen
in Mio. €

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Am 30.09.2019 arbeiteten in der Aurubis-Gruppe weltweit 6.853 Mitarbeiter (Vj. 6.673). Davon waren 57,4 % an deutschen Standorten und 42,6 %% im Ausland beschäftigt. Im Wesentlichen haben sich unsere Mitarbeiter auf folgende Länder verteilt: Deutschland (3.933), Bulgarien (882), Belgien (657), USA (631), Niederlande (295), Finnland (256) und Italien (131).
Mitarbeiter im Aurubis-Konzern
Anzahl am 30.09.

1 Ohne Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG.
Mitarbeiterstruktur Aurubis-Konzern
Anzahl am 30.09.2019

Umwelt- und Gesundheitsschutz
UMWELTSCHUTZ IM KONZERN
Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und den Schutz des Klimas. Für unsere Produktion setzen wir daher auf moderne und energieeffiziente Anlagentechnik, die zudem sehr hohen Umweltschutzstandards gerecht wird. Auf diese Weise schonen wir die natürlichen Ressourcen und wollen eine saubere Umwelt für zukünftige Generationen erhalten. Konzernweit haben wir uns Ziele im Umweltschutz gesetzt, entsprechende Kennzahlen definiert und Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt. Die Wirksamkeit der Ziele und Maßnahmen wird kontinuierlich überprüft.
Umweltschutzinvestitionen im Bereich der Kupfererzeugung und -verarbeitung
Anzahl am 31.12. in Mio. €

Die kontinuierliche Verbesserung des Gewässerschutzes, des Bodenschutzes, des Klimaschutzes und des Immissionsschutzes ist Voraussetzung für einen nachhaltigen Umweltschutz. Daher wurden im Konzern seit dem Jahr 2000 mehr als 600 Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen investiert.
ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ IM KONZERN
Aufgabe der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes im Konzern ist es, technische, organisatorische und personenbezogene Rahmenbedingungen zu schaffen, um arbeitsbedingte Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen zu vermeiden.
Die Unfallhäufigkeit wird mit der Kennzahl LTIFR (Lost Time Injury Frequency Rate) ausgedrückt. Diese Kennzahl beschreibt die Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einer ausgefallenen Schicht pro 1 Mio. Arbeitsstunden (bezogen auf Aurubis-Mitarbeiter).
Nachdem die Unfallhäufigkeit über einen langen Zeitraum kontinuierlich gesenkt werden konnte, war der Wert in den Geschäftsjahren 2016/17 und 2017/18 wieder angestiegen. Im Geschäftsjahr 2018/19 sank die Kennziffer LTIFR auf 5,8 (Vj. 6,1). Die absolute Anzahl der Unfälle betrug 59 (Vj. 60).
Unfallhäufigkeit
LTIFR = Lost Time Injury Frequency Rate

Die Erreichung der langfristigen Vision Null Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen soll unter anderem durch ein neues Kommunikationskonzept "10forZero" unterstützt werden. Dieses Konzept kombiniert neue Kommunikationsmittel gekoppelt mit neuen Trainingseinheiten zur Umsetzung der 10 Golden Rules zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
Darüber hinaus werden weitere Ziele zur Erreichung unserer Vision fokussiert. Hierzu zählen der Aufbau von Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement-Systemen gemäß ISO 45001, die Einführung von neuen, optimierten Verfahren zur Erfassung und Bearbeitung von Beinaheunfällen und die Durchführung von Gesundheits- und Sicherheitsaudits (H&S Audits) sowie Cross Site Checks.
Wir streben zudem an, durch verbesserte IT-Systeme, die Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen, Meldungen von Beinaheunfällen und ein gruppenweites Reporting unserer Vision näher zu kommen.
Gesonderter nichtfinanzieller Bericht
Weiterführende Informationen zu den Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Energie und Klima sowie Gesundheitsschutz sind dem Abschnitt Nachhaltigkeit zu entnehmen sowie auf unserer Internetseite zu finden. Die Aurubis AG berichtet über den Aurubis-Konzern sowie über die Aurubis AG in Form eines zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts, dessen Inhalte ebenfalls an den zuvor genannten Stellen zu finden sind.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018/19 weniger dynamisch als im Vorjahr. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner Prognose aus Oktober für das globale Wirtschaftswachstum 2019 von einer Steigerung in Höhe von 3,0 % (Vj. 3,6 %) aus. Das geringere Wachstum wird zu großen Teilen auf die Auswirkungen des anhaltenden Handelskonflikts zwischen den USA und China zurückgeführt, der aus makroökonomischer Sicht eines der beherrschenden Themen im Geschäftsjahr 2018/19 blieb. Darüber hinaus führten die Diskussionen über den Brexit und verschiedene geopolitische Spannungen zu erhöhten Unsicherheiten.
Erwartetes BIP-Wachstum 2019
in %

Quelle: International Monetary Fund, Okt. 2019
Für die Eurozone prognostiziert der IWF für 2019 ein Wachstum von 1,2 % (Vj. 1,9 %). Nachdem Deutschland im Vorjahr noch ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung gewesen war, hat sich die Wirtschaftsdynamik in der Bundesrepublik im Jahr 2019 auf vergleichsweise niedrige 0,5 % (Vj. 1,5 %) abgeschwächt. Als wesentliche Effekte für das schwächere Wachstum in Europa nennt der IWF eine zurückhaltende Auslandsnachfrage, einen Abbau der Lagerbestände aufgrund einer schwachen Industrieproduktion und regionale Effekte, wie die rückläufigen Absatzzahlen im Automobilbereich in Deutschland, die Brexit-Unsicherheiten im Vereinigten Königreich oder eine schwächere Inlandsnachfrage in Italien.
Für die USA sagt der IWF ein Wirtschaftswachstum von 2,4 % für 2019 voraus (Vj. 2,9 %). Wesentliche Treiber für das stabile Wachstum sind weiterhin die fiskalpolitischen Maßnahmen sowie eine niedrige Arbeitslosenzahl und ein guter Inlandskonsum. Risiken für die amerikanische Wirtschaft sieht der IWF im Kurs der US-Regierung - speziell im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit China.
Die Wirtschaft in China soll 2019 dynamisch weiterwachsen. Mit 6,1 % wird die Steigerung aber wahrscheinlich unter dem Niveau des Vorjahrs liegen (Vj. 6,6 %). Auch hier machen sich die Auswirkungen des Handelskonflikts und eine schwächere Auslandsnachfrage bemerkbar.
Die globalen Finanzmärkte zeigten sich 2019 weiterhin freundlich. In den USA senkte die Zentralbank den Leitzins im Juli, September und Oktober, sodass dieser zum 31.10.2019 zwischen 1,50 und 1,75 % lag. In Europa hielt die Europäische Zentralbank an ihrer Nullzinspolitik fest.
Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Wir sind überwiegend am internationalen Kupfermarkt und an seinen Teilmärkten aktiv. In diesen ergaben sich im Geschäftsjahr 2018/19 folgende Entwicklungen:
Der internationale Markt für Kupferkonzentrate war 2019 von einer guten Minenproduktion und damit einem guten Konzentratangebot gekennzeichnet. Die Quote an Produktionsausfällen - die auf Gründe wie Witterung, Streik, Technologie oder Gesetzgebung zurückgingen - blieb insgesamt niedrig. Das Research-Unternehmen Wood Mackenzie sieht diese für Kupferkonzentrate im Jahr 2019 bei 1,6 % (Vj. 3,1 %) (Stand Oktober). Positiv auf das Konzentratangebot wirkten Minenerweiterungen und Wiederinbetriebnahmen von zuvor stillgelegten Anlagen. In Summe soll die Minenproduktion von Kupfer 2019, nach Angaben von Wood Mackenzie, voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahrs liegen und sich damit auf 20,7 Mio. t belaufen (Kupferinhalt).
Aufseiten der Hüttenindustrie kam es 2019 zu vermehrten Stillständen im asiatischen und südamerikanischen Raum, vornehmlich aufgrund höherer lokaler Umweltauflagen. Dennoch stieg insbesondere in Asien die Nachfrage der Hütten nach Kupferkonzentraten aufgrund eines weiteren Kapazitätsaufbaus. Infolge geplanter und ungeplanter Stillstände war Aurubis im gesamten Geschäftsjahr 2018/19 kaum am Spotmarkt aktiv.
Der europäische Markt für Recyclingrohstoffe zeigte sich im Geschäftsjahr 2018/19 erneut freundlich, auch wenn das Mengenangebot an Altkupfer insbesondere in der ersten Geschäftsjahreshälfte unter dem Rekordhoch aus dem Vorjahr lag. Die relativ konstanten Metallpreise im Geschäftsjahr 2018/19 sorgten für einen hohen Mengenzufluss aus den Sammel- und Aufbereitungsaktivitäten des Metallhandels. Auf der Nachfrageseite stand dem eine gute Versorgungslage von Hütten und anderen AltkupferKonsumenten gegenüber. Die von der chinesischen Regierung stufenweise in Kraft gesetzten Restriktionen bei der Einfuhr von Kupferschrotten führten zu Beginn des Geschäftsjahrs 2018/19 zu einer Verknappung des Altkupfermarktes in Europa. Als Reaktion auf die strengeren Importrestriktionen in China erhöhten einige asiatische Länder ihre Verarbeitungskapazitäten für Kupferschrotte mit niedrigen Metallgehalten. Als Folge daraus zogen die Exporte von Kupferschrotten aus Europa in diese Länder zwischenzeitlich an. Im zweiten Geschäftshalbjahr entspannte sich die Lage aber wieder. Dazu trug u. a. bei, dass die chinesische Regierung hochreines Altkupfer mit einer Importquote versah und dies die Nachfrage chinesischer Hütten nach Altkupfer aus Europa etwas verringerte. Gleichzeitig stieg das Angebot in Europa für Recyclingmaterialien aus den USA, da die Handelsauseinandersetzungen in Verbindung mit den unterschiedlichen Zollrestriktionen zwischen den Vereinigten Staaten und China eine Verschiffung von Altkupfer aus den USA nach Asien unattraktiver machten. Dies führte insgesamt zu einer sehr guten, wenn auch leicht schwächeren Marktlage als im Vorjahr. Die vom Research-Unternehmen CRU veröffentlichten Verarbeitungsentgelte für Altkupfer in Europa lagen zu Beginn des Geschäftsjahrs deutlich unter den Vorjahreswerten, stiegen dann aber wieder und lagen ab März 2019 über dem Vorjahresvergleichswert sowie über dem langjährigen Durchschnitt. Komplexe Recyclingrohstoffe wie Elektro- und Elektronikschrotte standen am Markt ausreichend zur Verfügung.
Die Produktion von raffiniertem Kupfer war im Geschäftsjahr 2018/19, wie schon im Vorjahr, vornehmlich von zwei Faktoren beeinflusst. Auf der einen Seite gab es geplante und ungeplante Produktionsstillstände bei Hütten vor allem in Asien, darunter Indien, China, Japan, sowie Produktionsunterbrechungen in Europa und Chile. Diesen standen Kapazitätserweiterungen in China und eine gute Auslastung der weltweiten Raffinierkapazitäten gegenüber. Diese lag laut ICSG im ersten Halbjahr 2019 bei rund 83 % (Vj. 87 %). Insgesamt geht Wood Mackenzie davon aus, dass die Weltproduktion von raffiniertem Kupfer im Jahr 2019 um rund 0,3 % über der des Vorjahrs liegen wird und damit bei rund 23,5 Mio. t.
Für die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer prognostiziert Wood Mackenzie für das Jahr 2019 einen Wert von 23,6 Mio. t, der damit nur leicht über dem Vorjahr liegen wird. Größere Unsicherheiten sind hierbei mit der Ermittlung der Kupfernachfrage in China verbunden, die in Zusammenhang mit dem laufenden Handelskonflikt und dessen Auswirkungen auf das weltweite Wachstum stehen sollen.
Die Börsenbestände an Kupferkathoden blieben 2019 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Nach rund 445.000 t am Anfang des Geschäftsjahrs waren zum Ende des Geschäftsjahrs 2018/19 bei den Metallbörsen LME, COMEX und SHFE insgesamt rund 424.000 t eingelagert.
Wood Mackenzie erwartet einen größtenteils ausgeglichenen Weltmarkt für raffiniertes Kupfer im Jahr 2019.
Der internationale Markt für Gießwalzdraht, der weltweit rund 75 % der globalen Kathodenproduktion aufnimmt, soll laut CRU 2019 mit 1,7 % weiterwachsen. Wir liefern unseren Gießwalzdraht vornehmlich nach Europa. Hier wird für das Jahr 2019 ein Produktionsvolumen leicht unterhalb des Vorjahresniveaus vorausgesagt. Während die Nachfrage der Lackdrahthersteller im gesamten Geschäftsjahr auf niedrigem Niveau war, konnte man im Bereich der Automobilkabelhersteller und im Handel Bestandskorrekturen beobachten. Hingegen entwickelte sich die Nachfrage aus dem Bau- und Energiesektor stabil.
Der globale Markt für Schwefelsäure entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018/19 erfreulich. Eine hohe Nachfrage einerseits und die Stillstände in verschiedenen Hüttenwerken weltweit andererseits führten zu einer Marktverengung und damit zu hohen Preisen über weite Strecken des Berichtszeitraums. Zum Ende des 3. Geschäftsquartals kühlte sich der Markt merklich ab. Diese Entwicklung war auch in Europa zu beobachten, dort zeigten sich die gleitenden Durchschnittswerte über den Berichtszeitraum hinweg aber weniger volatil als an den internationalen Märkten, wie der Branchendienstleister ICIS berichtete.
Der LME-Kupferpreis hat sich im Geschäftsjahr 2018/19 relativ konstant entwickelt. Eine gewisse Preisvolatilität ergab sich unter anderem durch die anhaltenden Unsicherheiten in Verbindung mit dem Fortgang der Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China. Nach einem Kupferpreis von 6.180 US$/t (Settlement) Anfang Oktober 2018 schloss das Geschäftsjahr mit einem LME-Kupferpreis von 5.728 US$/t (Settlement). Der Tiefstwert des Jahres lag bei 5.537 US$/t (03.09.2019), knapp sechs Monate vorher lag der Höchstwert bei 6.572 US$/t (01.03.2019). Im Geschäftsjahresdurchschnitt ergab sich ein Wert von 6.070 US$/t (Vj. 6.684 US$/t).
Kupferpreis und Kupfer-Börsenbestände
vom 01.10.2018 bis 30.09.2019
in Tsd. t

Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns
ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DES AURUBIS-KONZERNS
Um den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können, erfolgt ergänzend zur Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nach IFRS die Erläuterung der Ertrags- und Vermögenslage auf Basis operativer Werte.
Seit dem Geschäftsjahr 2017/18 besteht für das Segment FRP eine Verkaufsabsicht. Deshalb sind wie im Vorjahr für das Segment FRP die besonderen Ausweis- und Bewertungsvorschriften des IFRS 5 zu berücksichtigen. Diese schließen u. a. einen aggregierten und gesonderten Ausweis des Konzernergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie einen aggregierten und gesonderten Ausweis der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden der nicht fortgeführten Aktivitäten in der Konzernbilanz ein. Ferner sind zusätzliche Anhangangaben zu tätigen. Im Hinblick auf die Bewertung nach IFRS 5 sind unter anderem die planmäßigen Abschreibungen im Segment FRP sowie eine ergebniswirksame Fortschreibung von At Equity konsolidierten Anteilen am Gemeinschaftsunternehmen Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG im IFRS-Konzernabschluss auszusetzen.
Der Vorstand führt das Segment FRP weiterhin als operatives Berichtssegment und damit einhergehend wird die operative Finanzberichterstattung bis zum Zeitpunkt des Vollzugs der Verkaufstransaktion unverändert zur bisherigen Finanzberichterstattung fortgeführt.
Infolgedessen werden in der Überleitung von der IFRS-Berichterstattung zur operativen Berichterstattung die bilanziellen Auswirkungen aus IFRS 5 rückgängig gemacht.
In Bezug auf die Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden daher die Positionen der nicht fortgeführten Aktivitäten wieder separat ausgewiesen und für die Bewertung werden die planmäßigen Abschreibungen sowie die ergebniswirksame Fortschreibung der At Equity konsolidierten Anteile wie bisher berücksichtigt. Zur Darstellung des operativen Erfolgs des Aurubis-Konzerns werden anschließend die Bewertungseinflüsse im Vorrats- und Anlagevermögen bereinigt.
Zur Bereinigung der Bewertungseinflüsse im Vorratsvermögen aus der Anwendung des IAS 2 werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände. Darüber hinaus erfolgt die Bereinigung im Anlagevermögen um nicht zahlungswirksame Effekte aus Kaufpreisallokationen.
In Bezug auf die Überleitung der Konzern-Bilanz werden die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden der nicht fortgeführten Aktivitäten wieder disaggregiert ausgewiesen und die Bewertungseffekte auf die betroffenen Bilanzpositionen wie bisher berücksichtigt.
Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung des operativen Ergebnisses des Geschäftsjahrs 2018/19 und des Vorjahresvergleichszeitraums wieder.
Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| 12 Monate 2018/19 | 12 Monate 2017/18 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bereinigungseffekte | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in Mio. € | IFRS aus fortgeführten Aktivitäten | nicht fortgeführte Aktivitäten | Vorräte | PPA | operativ | IFRS aus fortgeführten Aktivitäten |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 10.763 | 1.134 | 0 | 0 | 11.897 | 10.424 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 180 | -7 | -94 | 0 | 79 | 0 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 20 | 0 | 0 | 0 | 20 | 19 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 61 | 1 | 0 | 0 | 62 | 43 |
| Materialaufwand | -9.997 | -931 | 38 | 0 | -10.890 | -9.464 |
| Rohergebnis | 1.027 | 197 | -56 | 0 | 1.168 | 1.022 |
| Personalaufwand | -374 | -131 | 0 | 0 | -505 | -352 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -125 | -28 | 0 | 2 | -151 | -119 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -254 | -50 | 0 | 0 | -304 | -217 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 274 | -12 | -56 | 2 | 208 | 334 |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 0 | -2 | 2 | 0 | 0 | 0 |
| Zinserträge | 4 | 0 | 0 | 0 | 4 | 3 |
| Zinsaufwendungen | -18 | -2 | 0 | 0 | -20 | -16 |
| Übrige finanzielle Erträge | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 260 | -16 | -54 | 2 | 192 | 322 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -69 | -2 | 19 | -2 | -54 | -59 |
| Konzernergebnis | 191 | -18 | -35 | 0 | 138 | 263 |
| 12 Monate 2017/18 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Bereinigungseffekte | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| in Mio. € | nicht fortgeführte Aktivitäten | Vorräte | PPA | operativ |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 1.270 | 0 | 0 | 11.694 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | -1 | -7 | 0 | -8 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 0 | 0 | 0 | 19 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2 | 0 | 0 | 45 |
| Materialaufwand | -1.039 | -33 | 0 | -10.536 |
| Rohergebnis | 232 | -40 | 0 | 1.214 |
| Personalaufwand | -132 | 0 | 0 | -484 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -14 | 0 | 3 | -130 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -51 | 0 | 0 | -268 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 35 | -40 | 3 | 332 |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 13 | -2 | 0 | 11 |
| Zinserträge | 0 | 0 | 0 | 3 |
| Zinsaufwendungen | -2 | 0 | 0 | -18 |
| Übrige finanzielle Erträge | 0 | 0 | 0 | 1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 46 | -42 | 3 | 329 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -16 | 14 | -3 | -64 |
| Konzernergebnis | 30 | -28 | 0 | 265 |
Erläuterungen zur Darstellung und zu den Bereinigungseffekten finden sich unter Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Aurubis-Konzerns
ERTRAGSLAGE (OPERATIV)
Das operative EBT des Geschäftsjahrs 2018/19 beträgt 192 Mio. € (Vj. 329 Mio. €) und leitet sich aus den fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten des IFRS-Ergebnisses vor Ertragsteuern wie folgt ab:
Im Geschäftsjahr 2018/19 erzielte der Aurubis-Konzern aus fortgeführten Aktivitäten ein IFRS-Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 260 Mio. € (Vj. 322 Mio. €). Das IFRS-Ergebnis vor Ertragsteuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten beträgt -16 Mio. € (Vj. 46 Mio. €).
Die bilanziellen Auswirkungen aus dem IFRS 5 sind zur Herleitung des operativen Ergebnisses rückgängig gemacht worden. Dementsprechend sind planmäßige Abschreibungen (-14 Mio. €) sowie die ergebniswirksame Fortschreibung der At Equity konsolidierten Anteile an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG (-2 Mio. €) in der Überleitung zum operativen Ergebnis wie bisher berücksichtigt worden.
Zur Überleitung zum operativen Ergebnis sind überdies Bewertungseffekte im Vorratsvermögen in Höhe von -54 Mio. € (Vj. -42 Mio. €) (Summe folgender Positionen: Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Materialaufwand und Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen) sowie Effekte aus Kaufpreisallokationen in Höhe von 2 Mio. € (Vj. 3 Mio. €) bereinigt worden. Daraus ergibt sich ein operatives Ergebnis vor Steuern von 192 Mio. € (Vj. 329 Mio. €).
Das operative EBT war negativ beeinflusst durch:
| ― | Geplante und ungeplante Wartungsstillstände an Hüttenstandorten. Diese führten insbesondere zu einem deutlich geringeren Konzentratdurchsatz und damit zu geringeren Schmelzlohneinnahmen. |
| ― | Die Änderung der Definition unseres operativen Ergebnisses, die zu einer dauerhaften Abwertung von KupferVorratsbeständen in Höhe von 31 Mio. € im Konzern führte. |
| ― | Eine Wertminderung in Höhe von 20 Mio. € auf die langfristigen Vermögenswerte des Segments FRP |
| ― | Gestiegene Energiekosten |
| ― | Aufwendungen nach dem Stopp unseres internen Investitionsprojekts Future Complex Metallurgy (FCM) |
| ― | Eine schwächere Nachfrage nach Strangguss- und Flachwalzprodukten |
Positiv auf das operative EBT wirkten:
| ― | Ein im 4. Quartal gutes Metallmehrausbringen |
| ― | Edelmetallverkäufe durch Ausnutzung der hohen Edelmetallpreise |
| ― | Höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich gestiegene Preise, trotz stillstandsbedingt geringerer Produktionsmengen |
| ― | Positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm |
| ― | Eine Forderung gegen die Wieland-Werke AG aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP |
Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 203 Mio. € auf 11.897 Mio. € (Vj. 11.694 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf gestiegene Edelmetallpreise und -verkaufsmengen zurückzuführen. Gegenläufig wirkten geringere Absatzmengen bei Kupferprodukten.
Aufteilung Umsatzerlöse
| in % | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Inland | 40 | 34 |
| Europäische Union | 33 | 37 |
| Übriges Europa | 4 | 4 |
| Sonstige | 23 | 25 |
| Gesamt | 100 | 100 |
Die Bestandsveränderung in Höhe von 79 Mio. € (Vj. -8 Mio. €) war durch den Aufbau von Kupfer- und Edelmetallbeständen bedingt.
Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen um 354 Mio. € von 10.536 Mio. € im Vorjahr auf 10.890 Mio. €.
Andere aktivierte Eigenleistungen lagen mit 20 Mio. € (Vj. 19 Mio. €) leicht über dem Vorjahresniveau.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 17 Mio. € auf 62 Mio. € (Vj. 45 Mio. €). Darin enthalten ist ein Ertrag aus der Bilanzierung einer Forderung in Höhe von 20 Mio. € aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP an die Wieland-Werke AG.
Umsatzentwicklung nach Produkten
in Mio. €

In der Folge lag das Rohergebnis leicht niedriger bei 1.168 Mio. € (Vj. 1.214 Mio. €).
Der Personalaufwand stieg von 484 Mio. € im Vorjahr auf 505 Mio. €. Ursächlich waren Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl. Wir haben uns vor allem im Hinblick auf Zukunftsthemen personell verstärkt.
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 151 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (Vj. 130 Mio. €). Enthalten sind außerplanmäßige Wertberichtigungen auf das Anlagevermögen des Segments FRP in Höhe von 13,5 Mio. €.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 36 Mio. € von 268 Mio. € im Vorjahr auf 304 Mio. €. Darin enthalten ist eine aufwandswirksame Verbuchung der bisher aktivierten Projektkosten für das gestoppte Projekt FCM in Höhe von rund 30 Mio. €.
Somit belief sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf insgesamt 208 Mio. € (Vj. 332 Mio. €).
Die Verringerung des Ergebnisses aus At Equity bewerteten Anteilen resultiert im Wesentlichen aus einer außerplanmäßigen Wertberichtigung in Höhe von 6,5 Mio. €.
Die Netto-Zinsaufwendungen lagen mit 16 Mio. € leicht über dem Vorjahresniveau (15 Mio. €).
Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das operative Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 192 Mio. € (Vj. 329 Mio. €).
Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in Höhe von 138 Mio. € (Vj. 265 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 3,08 € (Vj. 5,87 €).
ERTRAGSLAGE (IFRS) AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN
Der Aurubis-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2018/19 ein Konzernergebnis in Höhe von 191 Mio. € (Vj. 263 Mio. €).
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| in Mio. € | 2018/19 IFRS | 2017/18 IFRS |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 10.763 | 10.424 |
| Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen | 200 | 19 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 61 | 43 |
| Materialaufwand | -9.997 | -9.464 |
| Rohergebnis | 1.027 | 1.022 |
| Personalaufwand | -374 | -352 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -125 | -119 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -254 | -217 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 274 | 334 |
| Finanzergebnis | -14 | -12 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 260 | 322 |
| Ertragsteuern | -69 | -59 |
| Konzernergebnis | 191 | 263 |
Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 339 Mio. € auf 10.763 Mio. € (Vj. 10.424 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf gestiegene Edelmetallpreise und -verkaufsmengen zurückzuführen. Gegenläufig wirkten geringere Absatzmengen bei Kupferprodukten.
Die Bestandsveränderung in Höhe von 180 Mio. € (Vj. 0 Mio. €) war durch den Aufbau von Kupfer- und Edelmetallbeständen bedingt. Darüber hinausgehend wirkten Bewertungseinflüsse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode.
Andere aktivierte Eigenleistungen lagen mit 20 Mio. € (Vj. 19 Mio. €) leicht über dem Vorjahresniveau.
Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen um 533 Mio. € von 9.464 Mio. € im Vorjahr auf 9.997 Mio. €.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 18 Mio. € auf 61 Mio. € (Vj. 43 Mio. €). Darin enthalten ist ein Ertrag aus der Bilanzierung einer Forderung in Höhe von 20 Mio. € aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP an die Wieland-Werke AG.
Es ergab sich ein leicht erhöhtes Rohergebnis in Höhe von 1.027 Mio. € (Vj. 1.022 Mio. €).
Die Veränderung des Rohergebnisses war, neben den bereits in der Erläuterung zur operativen Ertragslage beschriebenen Ergebniseffekten, auch durch die Metallpreisentwicklung begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis. Die Abbildung dieser Volatilität im IFRS-Rohergebnis ist nicht Cashflow-relevant und spiegelt auch nicht die operative Entwicklung von Aurubis wider.
Der Personalaufwand stieg von 352 Mio. € im Vorjahr auf 374 Mio. €. Ursächlich waren Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl. Wir haben uns insbesondere im Hinblick auf Zukunftsthemen personell verstärkt.
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen einhergehend mit höheren Investitionen in das Anlagevermögen mit 125 Mio. € über dem Vorjahresniveau (Vj. 119 Mio. €).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 37 Mio. € von 217 Mio. € im Vorjahr auf 254 Mio. €. Darin enthalten ist eine aufwandswirksame Verbuchung der bisher aktivierten Projektkosten für das gestoppte Projekt FCM in Höhe von rund 30 Mio. €.
Somit entstand ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von insgesamt 274 Mio. € (Vj. 334 Mio. €).
Die Netto-Zinsaufwendungen lagen mit 14 Mio. € leicht über dem Vorjahresniveau (12 Mio. €).
Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 260 Mio. € (Vj. 322 Mio. €).
Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 191 Mio. € (Vj. 263 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten lag bei 4,25 € (Vj. 5,81 €).
VERMÖGENSLAGE (OPERATIV)
Die Tabelle Überleitung der Konzernbilanz gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.09.2019 und zum 30.09.2018 wieder.
Die Bilanzsumme verringerte sich leicht von 4.077 Mio. € zum 30.09.2018 auf 4.059 Mio. € zum 30.09.2019. Unter anderem reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr der Zahlungsmittelbestand um 38 Mio. € von 479 Mio. € auf 441 Mio. €.
Das Eigenkapital des Konzerns verminderte sich um 27 Mio. € von 2.261 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahrs auf 2.234 Mio. € zum 30.09.2019. Der Rückgang war bedingt durch die Dividendenzahlung in Höhe von 70 Mio. € sowie die im sonstigen Ergebnis enthaltene Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 94 Mio. €. Positiv wirkte sich das operative Konzernergebnis in Höhe von 138 Mio. € aus.
Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) somit bei 55,0 % gegenüber 55,5 % zum Ende des letzten Geschäftsjahrs.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich stichtagsbedingt um 86 Mio. € von 904 Mio. € auf 818 Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 302 Mio. € zum 30.09.2019 ebenfalls leicht unter dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (314 Mio. €). Ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 127 Mio. € wird im Februar 2020 fällig und ist somit als kurzfristige Verbindlichkeit klassifiziert.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten dar.
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten
| in Mio. € | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 116 | 248 |
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 33 | 33 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 149 | 281 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 150 | 30 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3 | 3 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 153 | 33 |
| Finanzverbindlichkeiten | 302 | 314 |
Überleitung der Konzernbilanz
| 30.09.2019 | 30.09.2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bereinigungseffekte | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in Mio. € | IFRS aus fortgeführten Aktivitäten | nicht fortgeführte Aktivitäten | Vorräte | PPA | operativ | IFRS aus fortgeführten Aktivitäten |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| AKTIVA | ||||||
| Anlagevermögen | 1.384 | 156 | -11 | -30 | 1.499 | 1.354 |
| Latente Steuern | 4 | 4 | 46 | 0 | 54 | 3 |
| Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 29 | 2 | 0 | 0 | 31 | 28 |
| Vorräte | 1.728 | 265 | -461 | 0 | 1.532 | 1.681 |
| Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 405 | 97 | 0 | 0 | 502 | 385 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 421 | 20 | 0 | 0 | 441 | 461 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 561 | -561 | 0 | 0 | 0 | 590 |
| Summe Aktiva | 4.532 | -17 | -426 | -30 | 4.059 | 4.502 |
| PASSIVA | ||||||
| Eigenkapital | 2.593 | -17 | -316 | -26 | 2.234 | 2.566 |
| Latente Steuern | 170 | 14 | -110 | -4 | 70 | 188 |
| Langfristige Rückstellungen | 356 | 46 | 0 | 0 | 402 | 254 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 153 | 1 | 0 | 0 | 154 | 281 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 43 | 8 | 0 | 0 | 51 | 34 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.057 | 91 | 0 | 0 | 1.148 | 1.017 |
| Verbindlichkeiten aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | 160 | -160 | 0 | 0 | 0 | 162 |
| Summe Passiva | 4.532 | -17 | -426 | -30 | 4.059 | 4.502 |
| 30.09.2018 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Bereinigungseffekte | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| in Mio. € | nicht fortgeführte Aktivitäten | Vorräte | PPA | operativ |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| AKTIVA | ||||
| Anlagevermögen | 174 | -13 | -32 | 1.483 |
| Latente Steuern | 1 | 25 | 0 | 29 |
| Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 2 | 0 | 0 | 30 |
| Vorräte | 274 | -406 | 0 | 1.549 |
| Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 122 | 0 | 0 | 507 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 18 | 0 | 0 | 479 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | -590 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Aktiva | 1 | -394 | -32 | 4.077 |
| PASSIVA | ||||
| Eigenkapital | 1 | -281 | -25 | 2.261 |
| Latente Steuern | 16 | -113 | -7 | 84 |
| Langfristige Rückstellungen | 34 | 0 | 0 | 288 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 1 | 0 | 0 | 282 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 8 | 0 | 0 | 42 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 103 | 0 | 0 | 1.120 |
| Verbindlichkeiten aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | -162 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Passiva | 1 | -394 | -32 | 4.077 |
Erläuterungen zur Darstellung und zu den Bereinigungseffekten finden sich unter Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Aurubis-Konzerns
KAPITALRENDITE (OPERATIV)
Der Return on Capital Employed (ROCE) stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar. Er wird unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten vier Quartale ermittelt.
Ursächlich für die deutliche Verschlechterung des operativen ROCE auf 8,6 % gegenüber 15,0 % in der Vergleichsperiode ist im Wesentlichen das rückläufige Ergebnis im Geschäftsjahr.
Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ
| in Mio. € | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen ohne Finanzanlagen 1 | 1.485 | 1.450 |
| Vorräte | 1.532 | 1.549 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 390 | 374 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 196 | 191 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -818 | -904 |
| - Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten | -367 | -371 |
| Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag | 2.418 | 2.290 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 192 | 329 |
| Finanzergebnis | 16 | 3 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) | 208 | 332 |
| Beteiligungsergebnis At Equity 1 | 0 | 11 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) - adjusted | 208 | 342 |
| Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) | 8,6 % | 15,0 % |
1 Seit diesem Berichtsjahr werden die At Equity bewerteten Anteile an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG einbezogen. Diese Anpassung soll die Darstellung der operativen Ertragskraft des Segments FRP verbessern. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
VERMÖGENSLAGE (IFRS)
Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4.502 Mio. € zum Ende des vergangenen Geschäftsjahrs auf 4.532 Mio. € zum 30.09.2019. Neben den bereits in der Erläuterung zur operativen Vermögenslage beschriebenen Effekten wirkten Bewertungseinflüsse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode im Vorratsvermögen bestandserhöhend.
Bilanzstruktur des Konzerns
| in % | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 31 | 30 |
| Vorräte | 38 | 37 |
| Forderungen etc. | 10 | 10 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 9 | 10 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 12 | 13 |
| 100 | 100 | |
| Eigenkapital | 57 | 57 |
| Rückstellungen | 12 | 10 |
| Verbindlichkeiten | 27 | 29 |
| Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | 4 | 4 |
| 100 | 100 |
Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich um 27 Mio. € von 2.566 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahrs auf 2.593 Mio. € zum 30.09.2019. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 191 Mio. €. Gegenläufig wirkten die Dividendenzahlung in Höhe von 70 Mio. € sowie die im sonstigen Ergebnis enthaltene Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 94 Mio. €.
Insgesamt lag die Eigenkapitalquote bei 57,2 % gegenüber 57,0 % zum Ende des letzten Geschäftsjahrs.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten der fortgeführten Aktivitäten dar:
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten
| in Mio. € | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 116 | 248 |
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 33 | 33 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 149 | 281 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 150 | 30 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3 | 3 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 153 | 33 |
| Finanzverbindlichkeiten | 302 | 314 |
Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 302 Mio. € zum 30.09.2019 leicht unter dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahrs (314 Mio. €). Ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 127 Mio. € wird im Februar 2020 fällig und ist somit als kurzfristige Verbindlichkeit klassifiziert.
KAPITALRENDITE (IFRS)
Die Steuerung des Konzerns basiert auf dem operativen Ergebnis. Der operative ROCE wird unter q Kapitalrendite (operativ) erläutert.
FINANZLAGE DES AURUBIS-KONZERNS
Die nachfolgende Kommentierung bezieht sowohl die fortgeführten als auch die nicht fortgeführten Aktivitäten ein.
Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Cashflows des Konzerns mit den kurz- und langfristigen Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden. Diese Schwankungen resultieren insbesondere aus dem operativen Geschäft und dienen im Wesentlichen der Finanzierung des Net Working Capital.
Die Entwicklung der Liquiditätsposition des Aurubis-Konzerns wird zeitnah und regelmäßig verfolgt. Die Steuerung und Kontrolle erfolgen anhand definierter Kennzahlen.
Die wesentliche Kennzahl für die Steuerung der Verschuldung bildet die Schuldendeckung, die die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten, vermindert um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) setzt und darstellt, wie viele Perioden für eine Tilgung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den Erträgen des Unternehmens bei unveränderter Ertragslage benötigt würden.
Die Kennzahl "Zinsdeckung" gibt Auskunft über die Abdeckung des Zinsergebnisses durch das EBITDA.
Langfristig soll eine ausgewogene Verschuldungsstruktur erreicht werden. Hierbei erachten wir eine Schuldendeckung von < 3 und eine Zinsdeckung von > 5 als ausgewogen.
Für die Steuerung des Konzerns verwenden wir das operative Ergebnis, dementsprechend stellen sich die operativen Finanzkennzahlen des Konzerns wie folgt dar:
Finanzkennzahlen des Konzerns (operativ)
| 30.09.2019 | 30.09.2018 | |
|---|---|---|
| Schuldendeckung = Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA | -0,4 | -0,4 |
| Zinsdeckung = EBITDA/Zinsergebnis | 21,9 | 32,3 |
Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.
LIQUIDITÄTS- UND FINANZIERUNGSANALYSE
Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme im Konzern. Sie macht deutlich, wodurch Zahlungsmittel generiert wurden und wofür sie verwendet worden sind.
Auch im Geschäftsjahr 2018/19 konnte ein guter operativer Netto-Cashflow in Höhe von 272 Mio. € (Vj. 203 Mio. €) erzielt werden. Ursächlich hierfür waren insbesondere die Edelmetallverkäufe bei gestiegenen Preisen.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 208 Mio. € (Vj. 143 Mio. €). Die gestiegenen Investitionen in das Anlagevermögen beinhalten im laufenden Geschäftsjahr Auszahlungen für das gestoppte Projekt FCM, für den geplanten Wartungsstillstand in Pirdop, für die Vorbereitung des geplanten Wartungsstillstands in Hamburg (Oktober 2019) und für den Neubau eines Innovations- und Ausbildungszentrums am Standort Hamburg. Im Vorjahr wirkte sich zudem der Verkauf einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie mit rund 8 Mio. € positiv auf den Cashflow aus Investitionstätigkeit aus.
Nach Abzug des Mittelabflusses aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 208 Mio. € vom Netto-Cashflow in Höhe von 272 Mio. € ergibt sich ein Free Cashflow von 64 Mio. € (Vj. 60 Mio. €).
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 102 Mio. € (Vj. 151 Mio. €) und beinhaltet im Geschäftsjahr 2018/19 im Wesentlichen die Auszahlung der Dividenden in Höhe von 70 Mio. €.
Zum 30.09.2019 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 441 Mio. € (zum 30.09.2018 in Höhe von 479 Mio. €) zur Verfügung. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit wie auch der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.
Mittelherkunft und -verwendung
in Mio. €

Das Netto-Finanzguthaben zum 30.09.2019 betrug 139 Mio. € (Vj. 165 Mio. €).
Netto-Finanzverbindlichkeiten im Konzern
| in Mio. € | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | 302 | 314 |
| - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 441 | 479 |
| Netto-Finanzverbindlichkeiten (Minus = Guthaben) | -139 | -165 |
Neben den liquiden Mitteln verfügt der Aurubis-Konzern über ungenutzte Kreditlinien und besitzt damit ausreichende Liquiditätsreserven. Parallel dazu setzt der Konzern auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein.
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
SEGMENT METAL REFINING & PROCESSING
Kennzahlen
| in Mio. € | 2018/19 operativ | 2017/18 operativ |
|---|---|---|
| Gesamtumsätze | 10.742 | 10.407 |
| EBIT | 311 | 359 |
| EBT | 304 | 353 |
| Investitionen | 203 | 152 |
| Abschreibungen | -123 | -118 |
| Operativer ROCE | 15,5 % | 19,4 % |
| Capital Employed | 2.013 | 1.852 |
| Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) | 4.628 | 4.473 |
GESCHÄFTSVERLAUF UND ERGEBNISENTWICKLUNG
Wesentliche Ergebnistreiber des Segments Metal Refining & Processing (MRP) sind Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs), die als Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen und Recyclingmaterialien in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle verhandelt werden. Weitere Ergebnisbestandteile sind die Erlöse des Edelmetall- und Schwefelsäureverkaufs sowie das Metallmehrausbringen. Darüber hinaus sind die Aurubis-Kupferprämie und die sogenannten Formataufpreise, die für die Veredelung von Kupferkathoden zu Kupferprodukten erhoben werden, wesentliche Ertragskomponenten.
Das Segment MRP erzielte im Berichtszeitraum Gesamtumsatzerlöse in Höhe von 10.742 Mio. € (Vj. 10.407 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf gestiegene Edelmetallpreise und -verkaufsmengen zurückzuführen. Gegenläufig wirkten geringere Absatzmengen bei Kupferprodukten.
Das operative EBT des Segments MRP lag im Berichtszeitraum mit 304 Mio. € deutlich unter dem des sehr guten Vorjahrs (Vj. 353 Mio. €). Die Entwicklung war wesentlich beeinflusst durch geplante und ungeplante Stillstände an unseren Hüttenstandorten. Diese führten insbesondere zu einem deutlich geringeren Konzentratdurchsatz und damit zu geringeren Schmelzlohneinnahmen. Zu Beginn des Geschäftsjahrs hatten ungeplante Stillstände an unseren Standorten Hamburg, Pirdop und Lünen zu einer Ergebnisbelastung von rund 25 Mio. € geführt. Ein geplanter Wartungsstillstand an unserem Standort Pirdop im Mai/ Juni wirkte sich negativ mit 15 Mio. € aus. Gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigere Raffinierlöhne für Altkupfer konnten durch höhere Verarbeitungsmengen kompensiert werden. Gestiegene Energiekosten belasteten das operative Ergebnis. Zusätzlich führte ein sich abschwächendes konjunkturelles Marktumfeld zu einer deutlich schwächeren Nachfrage nach Stranggussprodukten, insbesondere im Flachwalzproduktbereich.
Positiv wirkten sich ein im 4. Quartal gutes Metallmehrausbringen aufgrund gestiegener Edelmetallpreise, höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich gestiegene Preise trotz stillstandsbedingt geringerer Produktionsmengen sowie Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm aus.
Insgesamt lag das operative Ergebnis des Segments MRP im Berichtsjahr mit 304 Mio. € 14 % unter dem Vorjahresniveau (353 Mio. €). Auch der operative ROCE des Segments blieb mit 15,5 % (Vj. 19,4 %) hinter dem Vorjahr zurück, im Wesentlichen bedingt durch das niedrigere Ergebnis im Geschäftsjahr. Entsprechend wurde die Gesamtjahresprognose für das operative EBT und den operativen ROCE aus dem Geschäftsbericht 2017/18 im Rahmen der Veröffentlichung des Zwischenberichts für das 1. Halbjahr 2018/19 gesenkt.
ROHSTOFFMÄRKTE
Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate auf zufriedenstellendem Niveau
Im Geschäftsjahr 2018/19 traf eine gute Produktion der Minen auf eine insbesondere in China steigende Nachfrage der Hütten, trotz vereinzelter Hüttenstillstände. Das Kupferpreisniveau diente als Anreiz für die Minenindustrie, die Produktion voll auszulasten, auch begünstigt durch das Ausbleiben wesentlicher Produktionsstörungen. Lagen die Verarbeitungsentgelte für Standard-Kupferkonzentrate (TC/RCs) am Spotmarkt zu Beginn des Geschäftsjahrs oberhalb der Benchmark 2019 von 80,8 US$/t bzw. 8,08 cts/lb, führte ab März 2019 eine verstärkte Nachfrage nach StandardKupferkonzentraten zu einer deutlichen Reduzierung der Spot-TC/ RCs, laut Wood Mackenzie bis auf Werte von 55 US$/t bzw. 5,50 cts/lb im August 2019. Als Folge geplanter und ungeplanter Stillstände war Aurubis im gesamten Geschäftsjahr kaum am Spot-Markt aktiv.
Grundsätzlich sind wir aufgrund unserer langfristigen Versorgungsstrategie nur in geringem Maße abhängig vom Spotmarkt.
Raffinierlöhne für Altkupfer weiterhin auf gutem Niveau
Im Geschäftsjahr 2018/19 war der Markt für Altkupfer durch ein gutes Angebot aufgrund relativ konstanter Metallpreise und eine über weite Teile des Geschäftsjahrs stabile Wirtschaftslage gekennzeichnet. Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Einführung von Importquoten in China für qualitativ hochwertige Schrotte (sogenannte Kategorie 6-Schrotte) führte zudem zu einer Verlagerung von Materialflüssen aus den USA auch nach Europa. Aufgrund der guten Verfügbarkeit lagen die Raffinierlöhne für Altkupfer auf einem guten Niveau, waren jedoch deutlich niedriger als im sehr guten Vorjahr.
Die Verfügbarkeit komplexer Recyclingmaterialien, darunter industrielle Rückstände sowie Elektro- und Elektronikschrotte, war stabil bei guten Raffinierlöhnen, auch positiv beeinflusst durch den von China Anfang 2019 verhängten Einfuhrstopp für Kupferschrotte mit höheren Verunreinigungen (sogenannte Kategorie 7-Schrotte).
Durch unterschiedliche Import- und Exportrestriktionen verändern sich die globalen Materialströme auf dem Markt für Recyclingstoffe stetig. Aurubis stellt sich aktiv auf die veränderte Marktlage ein und konnte die Produktionsanlagen im Berichtszeitraum mit Recyclingmaterialien zu guten Konditionen versorgen.
PRODUKTION
Durchsatz stillstandsbedingt deutlich unter dem des sehr guten Vorjahrs
Der Konzentratdurchsatz des Geschäftsjahrs 2018/19 lag aufgrund der eingeschränkten Performance der Hütten mit 2.225.000 t um 12 % unter dem des sehr guten Vorjahrs (Vj. 2.522.000 t). Im 1. Quartal 2018/19 beeinflussten ungeplante Stillstände durch Kesselschäden an unseren Standorten in Hamburg und Pirdop die Produktion. Ein geplanter, im Mai/Juni 2019 an unserem Standort in Pirdop durchgeführter Wartungsstillstand wirkte sich zusätzlich negativ auf den Konzentratdurchsatz aus.
Der Konzentratdurchsatz des Vorjahrs war durch einen geplanten Reparaturstillstand des Anodenofens in Hamburg im 3. Quartal 2017/18 sowie ungeplante Stillstände an den Produktionsstandorten Hamburg und Lünen im 4. Quartal 2017/18 negativ beeinflusst.
Konzentratdurchsatz
in Mio. t

Auch unser Recyclingwerk in Lünen konnte mit 259.000 t das gute Durchsatzniveau des Vorjahrs im Kayser Recycling System (KRS) aufgrund verschiedener Wartungs- und Reparaturstillstände nicht erreichen.
KRS-Durchsatz
in Tsd. t

Am Standort Olen verfügen wir ebenfalls über Recyclinganlagen und eine Elektrolyse zur Herstellung von Kupferkathoden. Im Berichtsjahr profitierten beide Recyclingstandorte von einem guten Angebot an Altkupfer, Blisterkupfer und anderen Recyclingstoffen. In Summe lag der konzernweite Einsatz von Alt- und Blisterkupfer im Geschäftsjahr 2018/19 leicht über dem guten Niveau des Vorjahrs.
Alt- und Blisterkupfereinsatz im Konzern
in Tsd. t

Kathodenproduktion im Konzern
in Tsd. t

Schwefelsäureproduktion deutlich unter Vorjahresniveau
Die Schwefelsäureproduktion lag analog zum Konzentratdurchsatz mit 2.101.000 t deutlich unter dem Niveau des Vorjahrs. Eine anhaltend hohe Nachfrage führte am globalen Markt für Schwefelsäure bis April 2019 zu entsprechend hohen Preisen. Das Angebot an Schwefelsäure war begrenzt und vereinzelte Hüttenstillstände, insbesondere in Südamerika und Asien, verstärkten die Situation. Zum Ende des 3. Quartals kühlte sich die Nachfrage der Chemie- sowie Düngemittelindustrie nach Schwefelsäure merklich ab und führte zu einem deutlichen Preisrückgang am Spotmarkt.
Kathodenproduktion stillstandsbedingt unter Vorjahresniveau
Die Kathodenmärkte verzeichneten im Berichtsjahr 2018/19 eine weiterhin gute Nachfrage. Während sich die Spotprämien in Europa relativ stabil zeigten, lag die Notierung in Shanghai weiter deutlich unter dem sehr hohen Niveau des letzten Jahres. Die Aurubis-Kupferprämie für das Kalenderjahr 2019 liegt mit 96 US$/t um 10 US$/t über dem Vorjahreswert. Wir konnten diese im Berichtszeitraum im Wesentlichen über unsere Produkte durchsetzen.
Die Kupferkathodenproduktion im Segment Metal Refining & Processing lag 2018/19 mit 1.075.000 t unter dem Vorjahresniveau (1.162.000 t).
Kathodenproduktion im Konzern nach Standorten
in Tsd. t

Metallverkaufsmengen
Im Rahmen unserer Multi-Metall-Strategie berichten wir seit Beginn des Geschäftsjahrs 2017/18 neben Gold und Silber auch über die Verkaufsmengen von Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetallen und Metallen der Platingruppe.
Das Ausbringen unserer Metalle ist abhängig von den Inhalten in den verarbeiteten Kupferkonzentraten und Recyclingmaterialien. Stillstandsbedingt niedrigere Konzentratdurchsätze wirken sich somit auch auf die Ausbringungsmengen aus. Ein Teil der Metalle wird in Form von Zwischenprodukten veräußert.
Verkaufsmengen anderer Metalle
| 2018/19 | 2017/18 | ||
|---|---|---|---|
| Gold | t | 51 | 48 |
| Silber | t | 861 | 877 |
| Blei | t | 19.038 | 19.527 |
| Nickel | t | 3.067 | 3.022 |
| Zinn | t | 1.631 | 1.851 |
| Nebenmetalle | t | 943 | 918 |
| Platingruppe (PGM) | kg | 9.771 | 8.821 |
Gießwalzdrahtproduktion leicht über Vorjahresniveau
Gießwalzdraht wird als Vorprodukt zur Weiterverarbeitung bevorzugt in der Kabel- und Drahtindustrie sowie für spezielle Halbzeuge eingesetzt. Nach einer robusten Nachfrage nach Gießwalzdraht im 1. Halbjahr 2018/19 hat sich diese in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs deutlich abgekühlt, wobei sich die Nachfrage der einzelnen Branchen uneinheitlich entwickelte. Insbesondere die Nachfrage der Magnetkabelproduzenten gab deutlich nach, während der Nachfragerückgang im Automobilbereich nur eine leichte Reduzierung bei Gießwalzdraht zur Folge hatte. Sowohl im Bausektor als auch für Energiekabel zeigte sich die Nachfrage hingegen nahezu stabil.
Die Gießwalzdrahtproduktion lag mit 804.000 t leicht über dem Vorjahresniveau (774.000 t), unter Berücksichtigung der vollständigen Einbeziehung der Deutsche Giessdraht GmbH ab 01.01.2019.
Gießwalzdrahtproduktion
in Tsd. t

1 Unter Berücksichtigung der vollständigen Einbeziehung der Deutsche Giessdraht GmbH.
Stranggussproduktion deutlich unter Vorjahresniveau
Nach einer stabilen Nachfrage im Bereich hochreiner Stranggussformate zu Beginn des Geschäftsjahrs trübte sich diese zum Ende des 2. Quartals im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ein. Insbesondere die verhaltene Nachfrage aus dem Automobilbereich beeinflusste den Flachwalzproduktbereich als wesentlichen Abnehmer von Stranggussformaten.
Mit 174.000 t blieb die Stranggussproduktion im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 deutlich hinter der des Vorjahrs (196.000 t) zurück.
Stranggussproduktion
in Tsd. t

Produktion von Stangen und Profilen stabil
Bei den Stangen und Profilen, die ausschließlich am Standort Olen hergestellt werden, lag die Produktionsmenge mit 14.800 t auf Vorjahresniveau (Vj. 14.600 t).
Investitionen
Im Segment MRP wurden Investitionen in Höhe von 203 Mio. € (Vj. 152 Mio. €) getätigt. Wesentliche Einzelinvestitionen wurden im Zusammenhang mit dem durchgeführten Wartungsstillstand in Pirdop, zur Vorbereitung des geplanten Wartungsstillstands in Hamburg (Oktober 2019) sowie in den Neubau eines Innovations- und Ausbildungszentrums am Standort Hamburg getätigt.
SEGMENT FLAT ROLLED PRODUCTS
Kennzahlen
| in Mio. € | 2018/19 operativ | 2017/18 operativ |
|---|---|---|
| Gesamtumsätze | 1.300 | 1.452 |
| EBIT | -39 | 18 |
| EBT | -47 | 21 |
| Investitionen | 16 | 17 |
| Abschreibungen | -26 | -11 |
| Operativer ROCE 1 | -10,6 | 7,4 |
| Capital Employed 1 | 363 | 398 |
| Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) | 1.755 | 1.768 |
1 Seit diesem Berichtsjahr werden die At Equity bewerteten Anteile an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG einbezogen. Diese Anpassung soll die Darstellung der operativen Ertragskraft des Segments FRP verbessern. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
GESCHÄFTSVERLAUF UND ERGEBNISENTWICKLUNG
Im Segment Flat Rolled Products (FRP) erfolgt eine Weiterverarbeitung von Kupfer und Kupferlegierungen - im Wesentlichen Messing, Bronze und Hochleistungslegierungen - zu Flachwalzprodukten und Spezialdrahtprodukten. Die wichtigsten Produktionsstandorte hierfür sind Stolberg (Deutschland), Pori (Finnland), Zutphen (Niederlande) und Buffalo (USA). Zum Segment gehören weiterhin Schneid- und Servicecenter in Birmingham (UK), Dolny Kubin (Slowakei) und Mortara (Italien) sowie Vertriebsbüros weltweit.
Die Marktlage des Segments FRP hat sich im Geschäftsjahr 2018/19 gegenüber dem Vorjahr deutlich abgekühlt. Betroffen waren alle Regionen und die meisten Absatzsegmente, insbesondere die Nachfrage nach Steckverbinderband für die europäische Automobilindustrie entwickelte sich negativ. Entsprechend reduzierten sich die Umsatzerlöse des Segments im Berichtszeitraum deutlich auf 1.300 Mio. € (Vj. 1.452 Mio. €).
Das Segment FRP erzielte im Berichtsjahr ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von -47 Mio. € (Vj. 21 Mio. €).
Wesentlich belastet wurde das operative EBT im Zuge der Änderung der Definition des operativen Ergebnisses (siehe Erläuterung im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"), die zu einer Abwertung von Kupfer-Vorratsbeständen in Höhe von 31 Mio. € führte. Zusätzlich wirkte sich eine Wertminderung in Höhe von 20 Mio. € auf die langfristigen Vermögenswerte des Segments FRP negativ aus.
Ohne diese Effekte wäre das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) leicht positiv (+4 Mio. €), bleibt aber deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Dieses beruht im Wesentlichen auf einem geringeren Absatzvolumen sowie im Vergleich zum sehr guten Vorjahr ungünstigeren Konditionen im Beschaffungsmarkt. Durch das laufende Effizienzsteigerungsprogramm konnte ein weiter gehender Ergebnisrückgang verhindert werden.
Insgesamt lag das operative Ergebnis des Segments FRP im Berichtsjahr mit -47 Mio. € deutlich unter dem Vorjahresniveau (21 Mio. €). Auch der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten vier Quartale) blieb mit -10,6 % (Vj. 7,4 %) deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Entsprechend wurde die Gesamtjahresprognose für das operative EBT und den operativen ROCE aus dem Geschäftsbericht 2017/18 im Rahmen der Veröffentlichung des Zwischenberichts für das 1. Halbjahr 2018/19 gesenkt.
Nachdem die Europäische Kommission im Februar 2019 einen Verkauf des Segments FRP untersagt hat, prüfen wir derzeit verschiedene strategische Optionen für die Veräußerung des Segments.
PRODUKTMÄRKTE
Der Markt für Flachwalzprodukte hat sich seit Sommer 2018 insbesondere in Europa deutlich abgekühlt. Vor allem die Nachfrage nach Steckverbindern aus der europäischen Automobilindustrie war betroffen. Im amerikanischen Markt blieben ebenfalls einzelne Absatzsegmente hinter den Erwartungen zurück.
ROHSTOFFE
Die Verfügbarkeit von Einsatzmaterialien war im Geschäftsjahr 2018/19 gut. Gegenüber dem sehr guten Vorjahr haben sich die Konditionen allerdings verschlechtert.
PRODUKTION
Flachwalzproduktion nachfragebedingt rückläufig
Die Produktion von Flachwalzprodukten und Spezialdrähten reduzierte sich nachfragebedingt auf 210.000 t (Vj. 235.0 0 0 t). An allen Standorten wurde weiter an der Umsetzung der Programme zur Effizienzverbesserung und zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung gearbeitet.
Flachwalzprodukte und Spezialdrahtproduktion
in Tsd.t

INVESTITIONEN
Im Segment FRP wurden Investitionen in Höhe von 16 Mio. € (Vj. 17 Mio. €) getätigt. Dabei handelte es sich überwiegend um Ersatzinvestitionen.
Gesamtbewertung des Geschäftsjahrs 2018/19 des Aurubis-Konzerns durch den Vorstand
Im Geschäftsjahr 2018/19 belief sich das operative Ergebnis vor Steuern auf 192 Mio. €. Damit lag es deutlich unterhalb des Niveaus des sehr guten Vorjahrs (Vj. 329 Mio. €), in dem wir eines der besten Ergebnisse in der Geschichte des Aurubis-Konzerns erzielten. Der operative ROCE erreichte zum Ende des Berichtsjahres einen Wert von 8,6 % (Vj. 15,0 %).
Mit dem Geschäftsbericht 2017/18 veröffentlichten wir folgende Prognose: Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2018/19 ein moderat unter dem Vorjahr liegendes operatives EBT und einen leicht niedrigeren operativen ROCE als im Vorjahr. Am 26.04.2019 haben wir die Prognose angepasst: Die Aurubis AG erwartete seitdem ein deutlich unter dem Vorjahresniveau liegendes operatives EBT (Rückgang: > 15,0 %) und einen deutlich niedrigeren operativen ROCE (Rückgang: > 4,0 Prozentpunkte). Damit lagen im Berichtsjahr sowohl das operative Konzern-EBT als auch der operative ROCE innerhalb der angepassten Prognose.
Die Entwicklung des operativen EBT war wesentlich beeinflusst durch geplante und ungeplante Stillstände an unseren Hüttenstandorten. Diese führten insbesondere zu einem deutlich geringeren Konzentratdurchsatz und damit zu geringeren Schmelzlohneinnahmen. Darüber hinaus führte eine Änderung der Definition unseres operativen Ergebnisses zu einer dauerhaften Abwertung von Kupfervorratsbeständen in Höhe von 31 Mio. € im Konzern. Negativ auf das operative Ergebnis wirkten zudem eine Wertminderung von 20 Mio. € auf die langfristigen Vermögenswerte des Segments Flat Rolled Products (FRP) sowie Aufwendungen nach dem Stopp unseres Investitionsprojekts Future Complex Metallurgy. Des Weiteren belasteten gestiegene Energiekosten und eine schwächere Nachfrage nach Strangguss- und Flachwalzprodukten die Ergebnissituation im Berichtsjahr.
Positiv auf das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2018/19 wirkten sich ein gutes Metallmehrausbringen im 4. Geschäftsquartal und Edelmetallverkäufe durch die Ausnutzung der hohen Edelmetallpreise aus. Hinzu kamen höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich gestiegene Preise trotz stillstandsbedingt geringerer Produktionsmengen und positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm sowie eine Forderung gegen die Wieland-Werke AG aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP.
Das operative EBT des Segments Metal Refining & Processing (MRP) lag im Berichtszeitraum mit 304 Mio. € unter dem des sehr guten Vorjahrs (Vj. 353 Mio. €). Die Geschäftsentwicklung des Segments MRP deckt sich im Wesentlichen mit der Beschreibung der Konzernentwicklung.
Das operative EBT des Segments FRP belief sich im Berichtszeitraum auf -47 Mio. € (Vj. 21 Mio. €). Wesentlich belastet wurde das operative EBT im Zuge der in der Konzernbetrachtung erwähnten Änderung der Definition des operativen Ergebnisses und einer Wertminderung auf die langfristigen Vermögenswerte des Segments FRP. Ohne diese Effekte wäre das operative Ergebnis vor Steuern leicht positiv (+4 Mio. €) gewesen.
Der operative Netto-Cashflow zum 30.09.2019 lag mit 272 Mio. € (Vj. 203 Mio. €) oberhalb des Vorjahres-Cashflows. Ursächlich hierfür waren insbesondere die Edelmetallverkäufe bei gestiegenen Preisen.
Die Eigenkapitalquote (operativ) lag zum 30.09.2019 bei 55,0 % (Vj. 55,5 %). Das Netto-Finanzguthaben zum 30.09.2019 betrug 139 Mio. € (Vj. 165 Mio. €). Damit ist die Bilanzstruktur des Aurubis-Konzerns weiterhin sehr robust.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Aurubis AG
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Ergänzend zur Berichterstattung zum Aurubis-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Aurubis AG. Die Aurubis AG ist das Mutterunternehmen des Aurubis-Konzerns mit Sitz in Hamburg sowie Produktionsstandorten in Hamburg und Lünen. Die Geschäftstätigkeit umfasst neben der Steuerung des Aurubis-Konzerns insbesondere auch die Primärkupfererzeugung und das Recycling sowie die Produktion von Kupferprodukten und Edelmetallen. Der Einzelabschluss der Aurubis AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Bilanzierung des Anlagevermögens, der Bewertung des Vorratsvermögens, der Bewertung der Finanzinstrumente sowie der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen.
Die Steuerung im Aurubis-Konzern erfolgt gesellschaftsübergreifend auf Konzernebene nach Segmenten mit den finanziellen Leistungsindikatoren "operatives EBT" sowie "operativer ROCE". Dies trifft auch auf die operativen Aktivitäten der Aurubis AG zu, die ein wesentlicher Bestandteil des Konzerns sind. Insofern repräsentieren die Entwicklung und die Prognose der finanziellen Leistungsindikatoren auf Ebene der Segmente und des Gesamtkonzerns gleichzeitig die Entwicklung und die Prognose der Aurubis AG als Einzelgesellschaft.
Die Analyse der Entwicklung der genannten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr sowie deren Prognose für das Folgejahr sind im Wirtschaftsbericht sowie im Prognosebericht für den Gesamtkonzern dargestellt. Aussagen zur Risikosituation und zu den Chancen finden sich im Risiko- und Chancenbericht des Konzerns.
ERTRAGSLAGE
Gewinn- und Verlustrechnung
| in Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 8.200 | 7.968 |
| Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen | 79 | 30 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 52 | 82 |
| Materialaufwand | -7.774 | -7.474 |
| Rohertrag | 557 | 606 |
| Personalaufwand | -265 | -245 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | -53 | -51 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -132 | -163 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 107 | 147 |
| Finanzergebnis | 50 | 24 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) | 157 | 171 |
| Steuern | -32 | -51 |
| Jahresüberschuss | 125 | 120 |
Der Geschäftsverlauf der Aurubis AG im Geschäftsjahr 2018/19 war gegenüber dem Vorjahr durch einen geringeren Konzentratdurchsatz bei gleichzeitig gesunkenen Schmelz- und Raffinierlöhnen sowie durch deutlich geringere Raffinierlöhne auf den Altkupfermärkten bei gutem Angebot negativ beeinflusst. Zudem belasteten Wartungs- und Reparaturstillstände sowie einmalige Sonderbelastungen durch den Stopp des internen Investitionsprojekts Future Complex Metallurgy (FCM) das Ergebnis. Gegenläufig wirkten sich dagegen ein höheres Metallmehrausbringen, höhere Schwefelsäureerlöse durch gestiegene Absatzpreise sowie ein robuster Absatz von Kupfergießwalzdraht positiv auf das Ergebnis aus.
Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtsjahr um 232 Mio. € auf 8.200 Mio. € (Vj. 7.968 Mio. €). Ursächlich für diese Entwicklung sind im Wesentlichen preisbedingt gestiegene Verkaufserlöse für Kupferprodukte.
Bei einer preisbedingt höheren Materialaufwandsquote (Materialaufwand/(Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen)) und unter Berücksichtigung der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verminderte sich der Rohertrag um 49 Mio. € auf 557 Mio. € (Vj. 606 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich hierbei insbesondere durch den Rückgang der Währungsgewinne um 30 Mio. € von 82 Mio. € auf 52 Mio. €. Erträge aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP in Höhe 20 Mio. € standen dem Rückgang entgegen.
Der Personalaufwand stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 20 Mio. € auf 265 Mio. € (Vj. 245 Mio. €). Die Erhöhung ist wie auch im Vorjahr insbesondere auf Tarifsteigerungen und eine erhöhte Anzahl von Mitarbeitern zurückzuführen.
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen blieben mit 53 Mio. € (Vj. 51 Mio. €) auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verminderten sich insbesondere durch den Rückgang der Währungsverluste um 31 Mio. € von 163 Mio. € auf 132 Mio. €. Hier wurden zusätzlich im Geschäftsjahr Sonderbelastungen aus dem Abgang des internen Investitionsprojektes Future Complex Metallurgy (FCM) in Höhe von 23 Mio. € berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der Personalaufwendungen, der Abschreibungen und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 107 Mio. € (Vj. 147 Mio. €).
Das Finanzergebnis betrug im Berichtsjahr 50 Mio. € (Vj. 24 Mio. €). Hierin enthalten sind neben Dividenden von Tochterunternehmen in Höhe von 96 Mio. € (Vj. 52 Mio. €) eine Zuschreibung auf den Beteiligungsbuchwert der Aurubis Italia in Höhe von 3 Mio. €, das Nettozinsergebnis in Höhe von -30 Mio. € (Vj. -28 Mio. €) sowie stichtagsbezogene Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von -19 Mio. € (Vj. Zuschreibung: 2 Mio. €).
Nach Berücksichtigung eines Steueraufwands von 32 Mio. € (Vj. 51 Mio. €) ergibt sich ein Jahresüberschuss von 125 Mio. € (Vj. 120 Mio. €). Die Verringerung des Steueraufwandes resultiert im Wesentlichen auf den nicht abzugsfähigen Teil der gestiegenen Beteiligungseinkünfte, die sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt haben.
VERMÖGENSLAGE
Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr insbesondere durch Investitionen in Sachanlagen um 32 Mio. € auf 2.152 Mio. € (Vj. 2.120 Mio. €). Die darin enthaltenen Investitionen betrugen insgesamt 126 Mio. €. Dabei handelt es sich vor allem um Investitionen im Zusammenhang mit dem geplanten Stillstand der Primärkupfererzeugung in Hamburg, dem Neubau des Innovations- und Ausbildungszentrums in Hamburg sowie der Sanierung der Elektrolyse am Standort Lünen. Die im Geschäftsjahr geleisteten Investitionen in das Projekt FCM in Höhe von 14 Mio. € wurden nach Bekanntgabe der Einstellung des Projekts zusammen mit den im Vorjahr investierten Beträgen mit insgesamt 23 Mio. € ausgebucht.
Das Vorratsvermögen verminderte sich nur geringfügig um 7 Mio. € auf 815 Mio. € (Vj. 822 Mio. €). Während sich die Bestände an Rohstoffen im Wesentlichen durch den Abbau von kupferhaltigen Konzentraten um 70 Mio. € verminderten, erhöhten sich die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen stichtagsbedingt um 63 Mio. €. Dies erfolgte insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Stillstands in der Primärkupfererzeugung in Hamburg.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 77 Mio. € gestiegen. Dies ist insbesondere auf mengen- und preisbedingt höhere Forderungen in den Produktbereichen Edelmetalle und Gießwalzdraht zurückzuführen.
Insgesamt stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 201 Mio. € auf 4.010 Mio. €. Damit beträgt der Anteil des Anlagevermögens 54 % (Vj. 56 %), der Anteil der Vorräte 20 % (Vj. 22 %) und der Anteil der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände an der Bilanzsumme 16 % (Vj. 12 %).
Das Eigenkapital erhöhte sich durch das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs um 125 Mio. €. Dagegen wurde eine Dividende in Höhe von 69 Mio. € gezahlt. Somit beläuft sich der Wert des Eigenkapitals auf 1.566 Mio. € (Vj. 1.510 Mio. €). Die Eigenkapitalquote blieb mit 39 % (Vj. 40 %) nahezu unverändert.
Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 26 Mio. € auf 284 Mio. €. Ursächlich für den Anstieg waren gestiegene Pensionsrückstellungen sowie erhöhte Personalrückstellungen und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Die Steuerrückstellung aus der abgeschlossenen Betriebsprüfung wurde verbraucht, da die Steuernachzahlung geleistet wurde.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken um 11 Mio. € auf 267 Mio. €. (Vj. 278 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbedingt vor allem aufgrund von Konzentratlieferungen, deren Zahlungsziele nach dem Stichtag lagen, um 61 Mio. € auf 530 Mio. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Finanzverbindlichkeiten, die sich im Rahmen des üblichen Finanzverkehrs von 1.129 Mio. € auf 1.206 Mio. € erhöhten. Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen 16 Mio. €.
Bilanzstruktur der Aurubis AG
| in % | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 54 | 56 |
| Vorräte | 20 | 22 |
| Forderungen etc. | 16 | 12 |
| Flüssige Mittel | 10 | 10 |
| 100 | 100 | |
| Eigenkapital | 39 | 40 |
| Rückstellungen | 8 | 7 |
| Verbindlichkeiten | 53 | 53 |
| 100 | 100 |
Aurubis setzt Anlagengegenstände ein, die im Rahmen von Leasingverträgen genutzt und nicht bilanziert werden. Die finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen betrugen 16 Mio. €.
FINANZLAGE
Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen zum 30.09.2019 bei 737 Mio. € (Vj. 744 Mio. €). Sie ergaben sich aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 267 Mio. € (Vj. 278 Mio. €), den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Refinanzierung gegenüber Tochterunternehmen von 882 Mio. € (Vj. 890 Mio. €) unter Abzug der liquiden Mittel von 412 Mio. € (Vj. 424 Mio. €).
Zwischen der Aurubis AG und deren Tochtergesellschaften bestehen CashPool Vereinbarungen. Für eine weitere Analyse der Liquiditätslage der Aurubis AG wird auf die Erläuterungen zur Finanzlage im Konzernlagebericht verwiesen. Die Finanzierung der Aurubis AG war jederzeit sichergestellt.
Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verfügte die Aurubis AG über ungenutzte Kreditlinien und damit über ausreichende Liquiditätsreserven. Darüber hinaus nutzte die Aurubis AG den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als Finanzierungsinstrument.
Investitionen
An den Standorten Hamburg und Lünen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 126 Mio. € (Vj. 111 Mio. €) investiert. Die Investitionen betreffen vor allem den geplanten Stillstand der Primärkupfererzeugung in Hamburg, das Projekt FCM, den Neubau des Innovations- und Ausbildungszentrums in Hamburg sowie die Sanierung der Elektrolyse am Standort Lünen. Daneben wurden Investitionen in diverse Infrastruktur- und Verbesserungsmaßnahmen in den Werken Hamburg und Lünen vorgenommen.
Risiko- und Chancenbericht
Integriertes Risiko- und Chancenmanagement
Risiken und Chancen sind Bestandteile unserer wirtschaftlichen Aktivitäten, ohne die ein unternehmerischer Erfolg nicht möglich ist. Im Rahmen unserer operativen Geschäftstätigkeit sowie der strategischen Steuerung wägen wir Chancen und Risiken gegeneinander ab und achten darauf, dass sie insgesamt in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Wir versuchen Chancen und Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren und zu evaluieren.
Die Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG ist wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG.
Risikomanagementsystem
Unser Risikomanagement hat zum Ziel, die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken mithilfe eines auf unsere Aktivitäten abgestimmten Risikomanagementsystems (RMS) zu steuern und zu überwachen. Das frühzeitige Erkennen und die Beobachtung der Entwicklung sind dabei von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus streben wir danach, negative Ergebniseinflüsse aus dem Eintreten dieser Risiken grundsätzlich durch geeignete und betriebswirtschaftlich sinnvolle Gegenmaßnahmen zu begrenzen.
Das Risikomanagement ist Bestandteil der zentralen sowie dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse und umfasst alle wesentlichen Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen des Aurubis-Konzerns. Das Planungs- und Steuerungssystem, die Risikoberichterstattung, eine offene Kommunikationskultur sowie Risikoreviews an den Standorten schaffen Risikobewusstsein und Transparenz bezüglich unserer Risikosituation.
Für die Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen sind Risikomanagementbeauftragte benannt, die miteinander vernetzt sind. Die Steuerung des Netzwerks erfolgt über die Konzernzentrale. Das RMS ist in einer Konzernrichtlinie dokumentiert.
Die standardmäßige Risikoberichterstattung erfolgt quartalsweise "bottom-up" anhand eines konzernweit einheitlichen Berichtsformats. Hierin sind die identifizierten und über einem definierten Schwellenwert liegenden Risiken zu erläutern, anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der betriebswirtschaftlichen Bedeutung zu beurteilen sowie eingesetzte Instrumente und Maßnahmen zu deren Steuerung zu nennen. Die an die Konzernzentrale gemeldeten Risiken werden durch die Konzern-Risikomanagementfunktion zu wesentlichen Risikoclustern qualitativ aggregiert und an den Gesamtvorstand berichtet. Der Bericht stellt gleichzeitig die Grundlage für den Bericht an das Audit Committee sowie die externe Risikoberichterstattung dar.
Potenzieller Ergebniseffekt
| in Mio. € | >1 | >5 | >20 | >50 |
|---|---|---|---|---|
| Wahrscheinlichkeit | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| hoch | mittel | mittel | hoch | hoch |
| mittel | gering | mittel | mittel | hoch |
| gering | gering | gering | mittel | mittel |
| unwahrscheinlich | gering | gering | gering | mittel |
Im Bericht an den Vorstand und das Audit Committee werden die qualitativ aggregierten Risikocluster unter Berücksichtigung der risikosteuernden Maßnahmen (Nettobetrachtung) anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des potenziellen Ergebniseffekts gemäß den in der Tabelle skizzierten Bandbreiten beurteilt und als "gering", "mittel" oder "hoch" klassifiziert.
Unabhängige Überwachung
Das RMS unterliegt einer regelmäßigen Überwachung und Prüfung. So überwacht die Interne Revision durch systematische Prüfungen das Risikomanagement und die Einhaltung des internen Kontrollsystems. Als prozessunabhängige Instanz trägt sie zur Ordnungsmäßigkeit sowie Verbesserung der Geschäftsprozesse und Wirksamkeit der installierten Systeme und Kontrollen bei.
Daneben prüft der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Er berichtet das Prüfungsergebnis an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat (Audit Committee).
Darüber hinaus befasst sich das Audit Committee intensiv mit Fragen des Risikomanagements. Zusammen mit dem Vorstand informiert der Konzern-Risikomanagementbeauftragte das Gremium regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen.
Erläuterung der relevanten Risiken
Im Folgenden werden die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken gemäß unseren Risikoclustern erläutert. Zudem werden wesentliche Maßnahmen und Instrumente dargestellt, mit denen wir diesen entgegentreten. Auf Risiken sowie risikorelevante Sachverhalte, die wir nach heutiger Einschätzung potenziell als "mittel" bis "hoch" klassifizieren, wird gesondert hingewiesen.
VERSORGUNG UND PRODUKTION
Die Versorgung unserer Produktionsanlagen mit Rohstoffen und die Verfügbarkeit dieser Anlagen sind für den Aurubis-Konzern von zentraler Bedeutung. Die damit verbundenen Risiken begrenzen wir mit folgenden Maßnahmen:
Um die Versorgung unserer Anlagen mit Kupferkonzentraten abzusichern, haben wir langfristige Verträge mit einer Vielzahl von Konzentratlieferanten aus unterschiedlichen Ländern abgeschlossen. Auf diese Weise gelingt es uns, das Risiko von Produktionsbeeinträchtigungen durch mögliche Lieferausfälle zu reduzieren. Wir konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr eine vollständige Versorgung unserer Primärhütten mit Konzentraten sicherstellen. Durch den langfristigen Charakter der Verträge wird zudem das Risiko volatiler Schmelz- und Raffinierlöhne auf den Spotmärkten begrenzt.
Die Recyclinganlagen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr -aufgrund unseres umfangreichen internationalen Lieferantennetzwerks - vollständig versorgt werden. Aus heutiger Sicht erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2019/20 eine sehr gute Versorgung und Auslastung der Anlagen. Volatilitäten in den Raffinierlöhnen resultieren weiterhin insbesondere aus der allgemeinen Entwicklung der Metallpreise, dem Sammelverhalten und dem Bestandsmanagement des Metallhandels, der internationalen Konjunkturentwicklung sowie dem Wettbewerb um die für Aurubis relevanten Sekundärrohstoffe.
Wir begegnen lieferantenspezifischen Risiken im Rahmen der Lieferkette insbesondere mit unserem Business Partner Screening. Mit diesem Instrument werden bestehende und potenzielle Geschäftspartner unter anderem auf ihre Integrität in Bezug auf soziale und ökologische Kriterien analysiert. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen Themenbereiche wie Compliance, Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Umweltaspekte. Die Entscheidung über eine Vertragsaufnahme mit Geschäftspartnern mit erhöhtem Risiko wird erst nach eingehender Prüfung und in Abstimmung mit den Abteilungen Nachhaltigkeit und Compliance getroffen.
Die Materialversorgung der Anlagen zur Herstellung von Kupferprodukten erfolgt hauptsächlich mit den im eigenen Konzern hergestellten Kupferkathoden. Dies ermöglicht uns, eine höhere Wertschöpfung zu generieren und gleichzeitig die Qualität der Kupferprodukte während des gesamten Prozesses zu steuern. Kupferhaltige Vorstoffe für den Einsatz in den Produktionsanlagen des Segments Flat Rolled Products konnten ebenfalls in ausreichender Menge beschafft werden. Auch hier gehen wir für das folgende Geschäftsjahr von einer ähnlichen Situation aus.
Die Anlagenverfügbarkeit war insgesamt nicht zufriedenstellend. Im Laufe des Geschäftsjahres kam es zu mehreren ungeplanten Stillständen in Hamburg, Pirdop und Lünen. Mit dem Ziel ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, aus welchen Gründen diese im abgelaufenen Geschäftsjahr auftraten und wie wir die auftretenden Leckagen zukünftig vermeiden können, haben wir ein bereichsübergreifendes Team gebildet. Dieses arbeitete im Berichtsjahr daran, Gründe zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln, die Häufigkeit der auftretenden Leckagen deutlich zu reduzieren.
Wir haben zudem organisatorische Maßnahmen ergriffen, die der Bewältigung potenzieller Betriebsstörungen dienen, die beispielsweise durch Ereignisse wie Hochwasser oder Feuer entstehen können. Hierzu zählen unter anderem Alarmpläne oder regelmäßige Übungen mit dem Ziel, unsere Mitarbeiter zu schulen. Außerdem begegnen wir dem Risiko von Betriebsstörungen mit regelmäßigen Wartungsarbeiten und dem Vorhalten kritischer Ersatzteile.
Unter Berücksichtigung unserer beschriebenen Maßnahmen stufen wir aus heutiger Sicht das Risiko einer unzureichenden Versorgung als "mittel" ein. Das Risiko einer stark eingeschränkten Verfügbarkeit unserer Produktionsanlagen haben wir aufgrund der gemachten Erfahrungen der oben genannten ungeplanten Stillstände von "gering" auf "mittel" hochgestuft.
Logistikrisiken begegnen wir durch ein sorgfältiges, mehrstufiges Auswahl- und Bewertungsverfahren für Dienstleister, durch weitestgehende Vermeidung von Single Sourcing und den präventiven Aufbau von Back-up-Lösungen. Wir greifen auf ein internationales Netzwerk an qualifizierten Dienstleistern zurück und beugen z. B. wetterbedingten Risiken in der Transportkette vor, indem wir Ausfallrisiken durch vertragliche Regelungen zum Vorhalten entsprechender Alternativen minimieren.
ABSATZ
Neben Versorgungs- und Produktionsrisiken bestehen für den Aurubis-Konzern Absatzrisiken, die wir als "mittel" klassifizieren.
Grundsätzlich können sich Risiken aus negativen Abweichungen von unseren Einschätzungen der konjunkturellen Entwicklung der Märkte ergeben, die wir im Abschnitt "Prognosebericht" dargestellt haben. Insbesondere ein Abschwächen der Gesamtwirtschaft in Europa kann negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach unseren Produkten haben. Dies gilt sowohl für unsere Absatzmengen an Kupferprodukten wie Gießwalzdraht und Stranggussprodukte sowie Flachwalzprodukte des Segments Flat Rolled Products als auch für die Schwefelsäure.
Mithilfe von Analysen des wirtschaftlichen Umfelds und Einschätzungen der konjunkturellen Entwicklung sind wir in der Lage, unsere jeweilige Absatzstrategie gegebenenfalls rechtzeitig an sich ändernde Rahmenbedingungen anzupassen und auf diese Weise den Risiken zu begegnen.
Kathoden, die Aurubis nicht intern weiterverarbeitet hat, werden auf dem internationalen Kupferkathodenmarkt abgesetzt.
Die aktuellen Diskussionen über mögliche weitere Handelsrestriktionen bzw. Zölle als mögliches Resultat des Handelskonflikts zwischen den USA und China bzw. zwischen USA und Europa werden von uns aufmerksam verfolgt. Gleiches gilt auch für die Diskussionen rund um den Brexit. Dessen mögliche Auswirkungen auf den Aurubis-Konzern sind aus heutiger Sicht jedoch von untergeordneter Bedeutung.
Geschäftspartner auf der Absatzseite werden ebenfalls mithilfe des Business Partner Screening beurteilt, sodass auf die im vorherigen Abschnitt "Versorgung und Produktion" gemachten Ausführungen verwiesen werden kann.
ENERGIE UND KLIMA
Die Energiepreise sind im abgelaufenen Geschäftsjahr gestiegen. Durch den seit 2010 gültigen Stromliefervertrag haben wir langfristig den wesentlichen Anteil des Strombedarfs unserer wichtigsten deutschen Standorte zu einem Strompreis auf internationalem Wettbewerbsniveau gesichert. Darüber hinaus befassen wir uns mit der grundsätzlichen Versorgungssicherheit sowie den Potenzialen und Grenzen der Flexibilisierung der Energieabnahme (z. B. im Rahmen des norddeutschen Verbundprojektes NEW 4.0), die durch die steigende volatile Einspeisung erneuerbarer Energien zunehmend erforderlich wird.
Aufgrund der nach wie vor unsicheren Rechtslage und sich ändernder politischer Rahmenbedingungen lassen sich Belastungen durch Veränderungen bei potenziellen Kostentreibern wie z. B. dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dem Emissionshandel, den Netzentgelten oder der Ökosteuer nur schwer verlässlich quantifizieren. Durch das Energiesammelgesetz (Dezember 2018) und das Gesetz zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus erwarten wir mittelfristig eine steigende Belastung.
Auch zwischen 2021 und 2030 wird die kupferproduzierende und -verarbeitende Industrie voraussichtlich freie Zuteilungen für die direkten CO2-Emissionen aufgrund des Carbon Leakage Status erhalten. Tendenziell erwarten wir aufgrund der politischen CO2-Reduktionsziele im Rahmen des Pariser Klimaabkommens eine sinkende freie Zuteilung von CO2-Zertifikaten. Der CO2-Preis ist im vergangenen Jahr wieder erheblich angestiegen; in der kommenden Handelsperiode soll das Angebot von CO2-Zertifikaten signifikant verknappt werden und die Preise sollten sich dadurch weiter erhöhen. Der politische Entscheidungsprozess zur Ausgestaltung und Höhe der Strompreiskompensation von indirekten CO2-Kosten ab 2021 hat begonnen. Grundsätzlich muss die Kompensationsfähigkeit des Kupfersektors sichergestellt werden.
Aktuell (Stand: 12.11.2019) strebt die Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission eine Reduzierung der berechtigten Sektoren an. Wir begleiten diesen Prozess der Neugestaltung der Beihilfeleitlinien sehr eng und setzen uns dafür ein, dass der Kupfersektor weiterhin die Strompreiskompensation erhält. Insgesamt sehen wir das Risiko von steigenden Kosten durch das EU-Emissionshandelssystem.
Kundenseitig steigende Anforderungen an die Transparenz über die Zielsetzung und die Strategie bezüglich effektiver Produktionsprozesse, Energie- und CO2-Effizienz können zukünftig einen Einfluss auf den Absatz von Kupferprodukten haben, insbesondere hinsichtlich Kundenakquisition und Kundenbindung. Dem begegnen wir unter anderem mit der jährlichen Teilnahme am Klimareporting und der Bewertung dieses Reportings durch das CDP (ehemals Carbon Disclosure Project).
Aurubis nimmt den Schutz des Klimas ernst. Unseren Anspruch machen wir auch durch die Veröffentlichung der Kennzahlen der Scope 1- und Scope 2-Emissionen (CO2) im Rahmen des gesonderten nichtfinanziellen Berichts deutlich. Aurubis begegnet den Risiken aus dem Klimawandel u. a. mit einem Energiemanagementsystem an allen wesentlichen Standorten. Mit den verschiedenen im nichtfinanziellen Bericht genannten Projekten zur Energieeffizienz und zur CO2-Reduktion konnte eine Einsparung von rund 74.000 t/a CO2 seit 2013 erreicht werden und damit wird ein Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele und zur Wärmewende sowie dem internen CO2-Einsparziel der aktuellen Nachhaltigkeitsstrategie geleistet. Wie oben im Abschnitt zu "Versorgung und Produktion" beschrieben, ist Aurubis auch Risiken durch Extremwetterereignisse in der Transportkette ausgesetzt. Diesem Risiko wird u. a. durch die geografische Diversifikation in der Lieferkette, durch die Bevorratung von Sicherheitsbeständen zur Aufrechterhaltung der Produktion und das Vorhalten alternativer Logistikdienstleister begegnet. Darüber hinaus werden die Pegelstände (Hoch-/Niedrigwasser) auf wichtigen Wasserstraßen beobachtet, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Das Thema Energie und die damit einhergehenden Risiken, die derzeit als "mittel" eingestuft werden, bleiben auch zukünftig für Aurubis als energieintensives Unternehmen sehr bedeutend.
FINANZEN UND FINANZIERUNG
Metallpreis- und Währungskursschwankungen stellen ein potenzielles Risiko beim Metallein- und -verkauf dar. Durch Devisen- und Metallpreisabsicherungen (Hedging) wird dieses Risiko maßgeblich reduziert. Metallüberhänge werden täglich durch Finanzinstrumente wie Spot- und Forward-Kontrakte abgesichert. Gleiches geschieht durch den Abschluss von Kassa- und Devisentermingeschäften zur Fremdwährungsabsicherung. Devisenrisiken aus Wechselkursschwankungen für Metallgeschäfte in Fremdwährung werden so ebenfalls täglich minimiert. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, wählen wir nur bonitätsmäßig gute Gegenparteien für Sicherungsgeschäfte aus.
Wir sichern erwartete Mittelzuflüsse aus Fremdwährungen, insbesondere US-Dollar, teilweise durch Optionen und Devisentermingeschäfte ab. Wir setzen dies zukünftig fort und gehen davon aus, die Risiken aus Metallpreis- und Währungskursschwankungen mit diesen Maßnahmen auf ein vertretbares Niveau reduzieren zu können.
Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden weitgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert. Eigenrisiken werden nur sehr begrenzt und nach Prüfung zugelassen. Die Entwicklung der ausstehenden Forderungen wird eng verfolgt. Im Berichtszeitraum kam es zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen. Wir sehen auch zukünftig keine erhöhten Risiken.
Die Versorgung mit Liquidität ist für den Aurubis-Konzern von hoher Bedeutung und war im abgelaufenen Geschäftsjahr sichergestellt. Die Kreditlinien seitens der Banken waren ebenfalls ausreichend. Auch im neuen Geschäftsjahr verfügt der Aurubis-Konzern über eine stabile Finanzlage und kann die Finanzierung möglicher Schwankungen aus dem operativen Geschäft durch die Kreditlinien darstellen. Insgesamt stufen wir die Risiken aus Finanzen und Finanzierung als "mittel" ein.
INFORMATIONSTECHNOLOGIE
Aurubis unterliegt auch IT-Risiken, die sich z. B. in den Bereichen Versorgung, Produktion und Absatz niederschlagen können und dort in ihrer Risikoeinschätzung entsprechend berücksichtigt wurden. Aus heutiger Perspektive sind sie aufgrund der fortfolgend beschriebenen eingesetzten risikominimierenden Maßnahmen jedoch von "geringer" Bedeutung.
Verfügbarkeitsrisiken unserer IT-Systeme begegnen wir durch kontinuierliches Monitoring, redundante Auslegung und stetige Anpassung an den Stand moderner IT-Technologie. Wir begegnen Risiken aus möglichen Störungs- oder Katastrophenfällen durch die redundante Auslegung unserer IT-Infrastrukturen sowie mittels Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätsplänen. Risiken, die aus unbefugten Zugriffen auf Unternehmensdaten sowie Cyber-Risiken entstehen können, begrenzen wir durch restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen, durch Sicherheitsüberprüfungen und durch den Einsatz moderner Sicherheitstechnologien.
UMWELTSCHUTZ UND SONSTIGES
Grundsätzlich besteht das Risiko, dass sich umweltrechtliche oder regulatorische Bestimmungen verschärfen und so entsprechende Kosten entstehen oder es zu Einschränkungen bei der Produktion und Vermarktung von Produkten kommt. So besteht das Risiko, dass die sich weiter verschärfende Umweltgesetzgebung die Vermarktung von Eisensilikatgestein in einigen Absatzbereichen einschränkt. Einen starken Einfluss auf die zukünftige Verwendung von Eisensilikat im Straßenbau hat die derzeit in Planung befindliche Ersatzbaustoffverordnung, die bundeseinheitliche Regelungen für den Einsatz von Ersatzbaustoffen schaffen soll. Unter anderem wollen wir durch die Erweiterung unserer Granulationskapazitäten eine größere Flexibilität bei der Vermarktung erreichen.
Außerdem können Umweltrisiken, die beispielsweise aus der möglichen Nichteinhaltung von Grenzwerten resultieren, ebenso wie Verstöße gegen Auflagen rechtliche Konsequenzen haben. Auch um dem zu begegnen, sorgen wir für einen umweltfreundlichen Betrieb unserer Produktionsanlagen. Im Umweltschutz sind wir international führend, dies belegen z. B. die jährlichen Zertifizierungen nach DIN EN ISO 14001 und EMAS. Wir sehen uns hier auch für die Zukunft gut aufgestellt. Gleichwohl können betriebliche Störungen, die zu Beeinträchtigungen der Umwelt führen könnten, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Aufgrund der gestiegenen Unsicherheit bei der Vermarktung von Eisensilikat heben wir die Risikoeinschätzung des Bereichs Umweltschutz von "mittel" auf "hoch" an.
In einem Betrieb mit komplexen Prozessen ist das Fachwissen der Mitarbeiter ein wichtiger Faktor, um die Leistungsqualität sicherzustellen. Damit Aurubis auch weiterhin auf das Know-how der Mitarbeiter zählen kann, haben wir verschiedene Maßnahmen im Hinblick auf die Rekrutierung und Entwicklung unserer Mitarbeiter etabliert, die ineinandergreifen. Dazu zählen u. a. Kooperationen mit Hochschulen, durch die wir Verbindungen zu qualifizierten Nachwuchskräften aufbauen, und Qualifizierungsmaßnahmen, mittels derer wir die Entwicklung von Fach- und Führungskräften innerhalb des Unternehmens fördern.
Die Bereiche Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben bei uns einen hohen Stellenwert. Die Verantwortung hierfür tragen das Management und die Führungskräfte sowie jeder Einzelne im Unternehmen. Detaillierte Gefährdungsbeurteilungen, Auditierungen, Cross Site Checks, Weiterbildungen sowie Kampagnen zur Stärkung des Sicherheitsbewusstseins unterstützen unser Ziel: Vision Zero - also null arbeitsbedingte Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen.
Der Verstoß gegen Gesetze kann sowohl für Aurubis als Konzern als auch für seine Mitarbeiter und Geschäftspartner schwere Folgen haben. Daher halten wir uns konsequent an alle gesetzlichen Regelungen. Wesentliche Compliance-Risiken werden durch das Compliance-Management identifiziert, analysiert und adressiert. Rechts- und Steuerrisiken begegnen wir mit organisatorischen Maßnahmen und klaren Führungsstrukturen. Die politische Diskussion zu Steuerthemen, wie z. B. Finanztransaktions- und Vermögensteuer, sowie deren mögliche Auswirkungen werden von uns aufmerksam verfolgt.
Zudem werden ausgesuchte Risiken über Versicherungen weitgehend abgedeckt. Hierbei bedienen wir uns der Expertise eines externen Versicherungsmaklers.
NICHTFINANZIELLE RISIKEN IM RAHMEN DES GESONDERTEN NICHTFINANZIELLEN BERICHTS
Die Risikobewertung nichtfinanzieller Risiken wurde analog zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) durchgeführt. Dabei wurden keine nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die nach § 289c Abs. 3 HGB, § 315c Abs. 2 HGB sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf Arbeitnehmer- und Umweltbelange, die Achtung der Menschenrechte, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung und Sozialbelange haben werden. Uns ist es jedoch wichtig, nichtfinanziellen Risiken zu begegnen, auch wenn sie nach der strengen Definition des CSR-RUG als nicht wesentlich bewertet wurden.
Wir haben entsprechende Managementansätze entwickelt und implementiert, die diesen nichtfinanziellen Risiken begegnen.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, bezogen auf den Konzern-/Rechnungslegungsprozess
(Bericht gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB)
Ziel des internen Kontrollsystems (IKS) für den Rechnungslegungsprozess ist es, zu gewährleisten, dass ein regelungskonformer Abschluss erstellt wird. Aurubis verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, in dem Strukturen und Prozesse, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Damit wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden und dass gesetzliche Normen und interne Richtlinien zur Rechnungslegung eingehalten werden. Änderungen von Gesetzen und Rechnungslegungsstandards werden fortlaufend auf ihre Relevanz für den Konzern-/Jahresabschluss analysiert und daraus resultierende Änderungen in die internen Prozesse und Systeme aufgenommen.
GRUNDLAGEN DES RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENEN INTERNEN KONTROLLSYSTEMS
Die Aurubis AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des Aurubis-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften, die ihre Abschlüsse lokal erstellen und über ein konzerneinheitlich definiertes Datenmodell an die Abteilung Corporate Accounting übermitteln. Die Verantwortung für die Einhaltung der konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme liegt bei den Konzerngesellschaften.
Das IKS beinhaltet folgende wesentliche Grundlagen:
| ― | Sicherstellung der normgerechten Bilanzierung bei der Erstellung des Einzelabschlusses der Aurubis AG durch systemseitig implementierte Kontrollen, die ergänzt werden durch manuelle Kontrollen der Rechnungslegung und weitere Genehmigungs- und Freigabeverfahren (Funktionstrennungen, Zugriffsregelungen und -beschränkungen, Anwendung des Vieraugenprinzips, Regelungen zum Zahlungsverkehr) |
| ― | Sicherstellung konzerneinheitlicher Bilanzierung nach IFRS durch die Anwendung einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Richtlinien, zentrale Prüfung der Reporting Packages, Abweichungsanalyse zum Budget und quartalsweise Berichterstattung im Rahmen von zentral stattfindenden Ergebnisdurchsprachen |
| ― | Erfassung der externen Rechnungslegung und der internen Berichterstattung durch alle Konzerngesellschaften in einem einheitlichen Konsolidierungs- und Berichtssystem |
| ― | Gesamtkonsolidierung des Konzernabschlusses durch das Corporate Accounting, das die Konsolidierungsmaßnahmen, Abstimmungsarbeiten und die Überwachung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben zentral durchführt |
| ― | Unterstützung der lokalen Gesellschaften in Fragen der Rechnungslegung durch zentrale Ansprechpartner im Corporate Accounting |
| ― | Klärung spezieller fachlicher Fragestellungen und komplexer Sachverhalte fallbezogen unter Einbeziehung externer Sachverständiger |
INTERNE REVISION ALS PROZESSUNABHÄNGIGE RISIKOBETRACHTUNG
Die Interne Revision prüft unter anderem die Zuverlässigkeit des Rechnungswesens auf lokaler und Konzernebene. Dabei werden insbesondere bestehende interne Regelwerke der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis überprüft. Bei ihren Prüfungen informiert die Interne Revision in ihren Berichten über Risiken, die aus festgestellten Abweichungen entstehen und legt Anpassungsmaßnahmen fest.
Chancenmanagementsystem
Neben dem Risikomanagement ist auch die Beurteilung von Chancen ein wichtiger Bestandteil der Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse des Aurubis-Konzerns. Das Ziel besteht darin, interne und externe Chancen, die sich positiv auf unseren wirtschaftlichen Erfolg auswirken können, frühzeitig zu identifizieren. Diese Chancen werden beurteilt und gegen die mit Ihnen einhergehenden Risiken abgewogen. Im nächsten Schritt werden Initiativen und Maßnahmen definiert, mit deren Hilfe die Potenziale realisiert werden können. Der Prozess der Identifizierung und Beurteilung von Chancen ist ein Teil unseres jährlichen integrierten Strategie- und Planungsprozesses.
Für eine zeitnahe Erkennung möglicher Chancen beobachten und analysieren wir kontinuierlich unsere Märkte auf der Angebots- und Nachfrageseite, das Wettbewerbsumfeld sowie die globalen Trends. Die Identifizierung von potenziellen Chancen ist tägliche Managementaufgabe - sowohl auf Ebene der operativen Bereiche als auch des Konzerns.
Erläuterung der wesentlichen Chancen
STEIGENDE WELTWEITE NACHFRAGE NACH KUPFER UND TECHNOLOGIEMETALLEN
Kupfer ist einer der wichtigsten metallischen Rohstoffe. Die Nachfrage nach Kupfer richtet sich nach dem weltweiten Wirtschaftswachstum, insbesondere in der Elektro-, Elektronik-, Bau- und Automobilindustrie. Globale Trends wie die Energiewende, zunehmende Urbanisierung, das Wachstum der globalen Mittelschicht, Digitalisierung und Elektromobilität werden nicht nur den Kupferbedarf langfristig weiter erhöhen, sondern auch die Nachfrage nach anderen Metallen wie beispielsweise Tellur, Nickel, Platin und Palladium. Sollten sich die Konjunktur und Nachfrage nach unseren Produkten in den für uns relevanten Märkten günstiger entwickeln als derzeit erwartet, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
VERÄNDERUNGEN DER SCHMELZ- UND RAFFINIERLÖHNE SOWIE DER MARKTPREISE FÜR UNSERE PRODUKTE
Die Ergebnislage des Aurubis-Konzerns wird wesentlich bestimmt von der Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate sowie Altkupfer und Recyclingmaterialien und durch die Marktpreise für unsere Produkte wie Gießwalzdraht, Kupferkathoden und Schwefelsäure. Sollten sich die Schmelz- und Raffinierlöhne sowie die Marktpreise der Produkte positiver entwickeln als derzeit prognostiziert, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
STEIGENDE BEDEUTUNG VON NACHHALTIGKEIT UND RESSOURCENEFFIZIENZ
Aurubis ist der weltweit führende Recycler für Kupfer und komplexe Sekundärrohstoffe. Angesichts der unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit steigenden Bedeutung von Ressourceneffizienz gehen wir von einem wachsenden Bedarf an Recyclinglösungen aus. Dies wird zunehmend durch strengere nationale und internationale Gesetzgebungen unterstützt und gefordert. Dank unserer Multi-Metall-Recyclingaktivitäten und des Zugangs zu unseren Kupferproduktkunden sehen wir uns in der Lage, erweiterte Lösungen für geschlossene Kreislaufsysteme anzubieten. Vorausgesetzt, die Europäische Kommission stimmt der Übernahme der Metallo-Gruppe zu, wird Aurubis sein Recyclingportfolio weiter ausbauen können. Sollten sich die nationalen und internationalen Vorschriften für Recycling ausweiten und die Nachfrage nach Recyclinglösungen in unseren Märkten stärker als erwartet wachsen, könnte sich dies positiv auf die Beschaffungs- und damit Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns auswirken.
WEITERENTWICKLUNG DER KOMPETENZEN ZUR VERARBEITUNG KOMPLEXER ROHSTOFFE
Sowohl primäre als auch sekundäre Rohstoffe werden insofern komplexer, als die Gehalte an Kupfer abnehmen und die Konzentrationen an Begleitelementen und Verunreinigungen zunehmen. Eine besondere Stärke von Aurubis liegt darin, komplexe Primär- und Sekundärrohstoffe zu verarbeiten. Aurubis plant, diese Stärke weiter auszubauen und dadurch seinen Beitrag zur Entwicklung von effizienten und ressourcenfreundlichen Produktionsprozessen für Rohstoffe von morgen zu leisten. Sollten wir darüber hinaus zusätzliche Kompetenzen aufbauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
KONTINUIERLICHE VERBESSERUNG DER PROZESSE UND KOSTENPOSITION SOWIE REALISIERUNG VON SYNERGIEN
In unseren Märkten stehen wir in einem globalen Wettbewerb. Operative Exzellenz ist daher für uns von hoher Bedeutung. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Prozesse zu optimieren und unsere Kostenposition zu verbessern. Außerdem identifizieren und realisieren wir kontinuierlich neue Möglichkeiten, um Synergiepotenziale innerhalb des Netzwerks von Aurubis-Produktionsstätten zu steigern. Sollten wir die mit den eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen verbundenen Ziele übertreffen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
KAPAZITÄTSERWEITERUNG VERBUNDEN MIT INTERNATIONALISIERUNG
Weiteres Wachstumspotenzial sehen wir in einer Expansion unserer Verarbeitungskapazitäten in Regionen mit vorteilhaften Rahmenbedingungen sowie in der Nähe zu unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten. Wir werden weiterhin an unseren bestehenden Standorten investieren, streben aber auch an, unser Lieferanten- und Produktionsnetzwerk weiter auszubauen. Sollten wir in der Lage sein, unsere Kapazitäten stärker und/oder mit geringerem Kapitaleinsatz als erwartet auszubauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
WEITERENTWICKLUNG VON LÖSUNGEN FÜR INDUSTRIEKUNDEN UND LIEFERANTEN
Auf allen Stufen unserer Wertschöpfungskette arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten und Kunden zusammen. Dies beinhaltet beispielsweise kundenindividuelle Produktentwicklungen, zusätzliche Services, die Verarbeitung spezifischer Rohstoffe und ein erweitertes Angebot geschlossener Kreislauflösungen. Sollte die Nachfrage unserer Kunden und Lieferanten nach unseren Lösungen über der prognostizierten Nachfrage liegen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
INNOVATIONEN AUS KÜNFTIGEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAKTIVITÄTEN
Im Rahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten arbeiten wir an Innovationen, um uns in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. So arbeiten wir z. B. daran, unsere Verarbeitungsprozesse für komplexe Materialströme in unseren Hütten und Raffinerien noch ressourcenschonender zu gestalten.
Beurteilung der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns
Im Berichtszeitraum sind keine bestandsgefährdenden Risiken eingetreten. Es haben sich keine besonderen strukturellen Veränderungen in den Risiken des Konzerns ergeben. Nach unserer heutigen Einschätzung ergeben sich keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken.
Sowohl das Audit Committee als auch der Abschlussprüfer haben festgestellt, dass Vorstand und Aufsichtsrat die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Form getroffen haben und das gesetzlich geforderte Risikofrüherkennungssystem alle Anforderungen erfüllt.
Für ein ganzheitliches Bild der unternehmerischen Tätigkeiten sind neben den Risiken auch die Chancen des Konzerns zu betrachten. Wir sind davon überzeugt, dass wir aufgrund unseres Geschäftsportfolios, unserer Kompetenzen und unserer Innovationsfähigkeit die sich ergebenden Chancen realisieren können. Gleichzeitig versetzen uns diese Faktoren in die Lage, den entstehenden Risiken erfolgreich zu begegnen. Ferner sind wir davon überzeugt, dass wir über geeignete Abläufe, Maßnahmen und Instrumente zur Identifizierung wichtiger Chancen und zur Beherrschung der relevanten Risiken verfügen.
Prognosebericht
Die im Kapitel "Prognosebericht" getroffenen Aussagen basieren auf unserer Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung am globalen Kupfermarkt sowie der Rohstoff- und Produktmärkte von Aurubis. Diese haben Analysen von Wirtschaftsforschungsinstituten, Organisationen und Branchenverbänden sowie interne Marktanalysen zur Grundlage. Die dargestellten Einschätzungen für den zukünftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an den Zielsetzungen der Segmente sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen im Prognosezeitraum 01.10.2019 bis 30.09.2020 bieten. Die Chancen und Risiken, die den Aurubis-Konzern betreffen, sind im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert. Unsere Prognosen werden regelmäßig angepasst. Die im Nachfolgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand von Dezember 2019.
Für den Aurubis-Konzern ergeben sich aus heutiger Sicht folgende besondere Faktoren, die Einfluss auf unsere Märkte nehmen könnten: Dazu zählen neben der Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums insbesondere die politische Situation in den USA, deren Geldpolitik sowie deren angespannte Handelsbeziehungen zu China. In China betrifft dies vor allem die weitere Entwicklung des Wirtschaftswachstums. In Europa können ebenfalls die Geldpolitik, die Haushaltspolitik verschiedener Mitgliedsstaaten und der Brexit mit seinen Begleiterscheinungen und Folgen Wirkung zeigen. Einfluss könnten zudem ein zunehmender weltweiter Protektionismus sowie die politischen Krisen in der MENA-Region (Middle East & North Africa) haben.
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Der IWF schätzt, dass die Weltwirtschaft 2020 um 3,4 % wachsen wird. Gleichzeitig weist die Organisation darauf hin, dass Risiken fortbestehen, die vor allem die Unsicherheit politischer Entwicklungen betreffen - insbesondere den Handelskonflikt zwischen den USA und China. Hier sind zudem ein zunehmender Protektionismus zu nennen sowie Entwicklungen, die wegführen von multilateralen und auf festen Regeln beruhenden Handelsbeziehungen.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer werden 2020 erneut das größte Wachstum aufweisen. Der IWF prognostiziert für diese Ländergruppe eine Wachstumsrate von 4,6 %. Den Rückgang der Wachstumserwartungen im Vergleich zu früheren Prognosen führt der IWF u. a. auf den strukturellen Rückgang des chinesischen Wachstums in Verbindung mit den negativen Einflüssen der Handelsauseinandersetzungen mit den USA zurück. Hinzu kommt ein schwächeres Wachstum in Russland und Indien. Darüber hinaus haben sich die Wirtschaftsaussichten für größere lateinamerikanische Volkswirtschaften wie Argentinien, Brasilien und Chile zuletzt eingetrübt. Der Konjunkturanstieg der asiatischen Länder, darunter das für den Kupfermarkt wichtige China, dürfte laut IWF 2020 leicht unter dem des Vorjahrs liegen und 6,0 % erreichen.
Für die entwickelten Länder sind die Aussichten insgesamt gedämpfter, was sich in einer reduzierten Wachstumsrate von 1,7 % ausdrückt. Das Wirtschaftswachstum in den USA soll 2020 mit 2,1 % niedriger ausfallen als im Vorjahr, dies u. a. aufgrund des unsicheren Ausgangs der Handelsauseinandersetzungen und eines sich abschwächenden Effekts der Steuererleichterungen für Unternehmen aus 2017. In der Eurozone sieht der IWF das Wirtschaftswachstum 2020 mit 1,4 % auf dem Niveau des Vorjahrs. Die Wirtschaft in Deutschland soll laut IWF 2020 um 1,2 % wachsen und damit wieder stärker als im Vorjahr. Die konkreten Auswirkungen des Brexit bleiben für die Wirtschaftsentwicklung in der Europäischen Union ein Risikofaktor.
Einzelne Branchen, wie die elektrotechnische Industrie, die Automobilindustrie und der Bausektor, sind wichtige Abnehmer von Kupferprodukten. Für die einzelnen Branchenkonjunkturen zeichnen sich folgende Entwicklungen ab:
Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sieht in seinem letzten Ausblick auf den Weltelektromarkt, der von Mitte 2019 datiert, ein Branchenwachstum von 3 % > für 2020. Erfasst werden hierbei 53 Länder, die rund 96 % > des globalen Marktes umfassen. Europa macht 17 % > des Weltmarktes aus. Hier soll es 2020 zu einem leichten Wachstum von 2 % kommen. Für Deutschland wird eine etwas niedrigere Wachstumsrate von rund 1 % erwartet.
In der EU hat die Nachfrage nach Pkw während der ersten neun Monate 2019 um 1,6 % > abgenommen, mit rund 11,8 Mio. registrierten Fahrzeugen, so der europäische ACEA (European Automobile Manufacturers' Association). Im Herbst 2019 deutete sich eine erste Erholung des Marktes an, im September legten die Zulassungszahlen um rund 15 % zu. Die deutliche Steigerung hängt aber auch mit dem niedrigen Vergleichswert des Vorjahresmonats zusammen, da die Pkw-Produktion aufgrund der Umstellung auf das neue Pkw-Testverfahren WLTP (Worldwide Light-Duty Vehicles Test Procedure) im Herbst 2018 stark nachgegeben hatte. Wir gehen für das Geschäftsjahr 2019/20 von einer sich erholenden Nachfrage- und Absatzsituation aus. Wir erwarten zudem positive Wachstumsimpulse aus der sich intensivierenden Diskussion über E-Mobilität.
Die Baukonjunktur hat sich nach Angaben des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie im Jahr 2019 besser entwickelt als erwartet. Für 2020 geht der Branchenverband von einer Steigerung in Höhe von 5 bis 6 % aus. Zu der positiven Entwicklung würden alle Bausparten und Regionen beitragen.
Basierend auf diesen Prognosen erwarten wir in den drei wichtigsten Branchen für den Einsatz von Kupferanwendungen im Jahr 2020 eine eher stabile Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Politische und konjunkturelle Entwicklungen können die jeweilige Marktlage allerdings entscheidend beeinflussen.
Im Einzelnen kaum prognostizierbar sind die für uns wichtigen Einflüsse aus dem Bereich der europäischen und deutschen Energie- und Umweltschutzpolitik.
Branchenentwicklung
Die fundamentale Situation des Kupfermarktes bietet für Analysten ausreichend Grund zu der Annahme, dass auch 2020 mit einem ähnlich hohen Kupferpreisniveau gerechnet werden kann wie 2019. Laut der Umfrage von Thomson Reuters unter Marktexperten soll der Kupferpreis 2020 im Durchschnitt bei 6,030 US$/t (Oktober 2019) liegen.
Erneut wird viel davon abhängen, wie sich die Produktionsentwicklung der Kupferhütten darstellt. Im Fokus steht weiterhin China. Nach Angaben des Nachrichtendienstes CRU ist 2020 mit weiteren Inbetriebnahmen von Hüttenprojekten in China zu rechnen, teilweise sollen diese aber bestehende ältere Schmelzkapazitäten ersetzen, die die steigenden Umweltauflagen in China nicht mehr einhalten können. Die verschärften Umweltauflagen und steigenden Finanzierungshürden in China erschweren zudem die Realisierung geplanter lokaler Hüttenprojekte. So fällt der von CRU erwartete Bau von Hütten mit einer Schmelzkapazität von über 100.000 t pro Jahr für 2020 deutlich geringer aus als 2019. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Phase der Inbetriebnahme in der Regel lange andauert, bevor eine volle Kapazitätsnutzung erreicht wird.
Die International Copper Study Group (ICSG) rechnet für 2020 mit einem höheren Anstieg der Weltproduktion von raffiniertem Kupfer um 4,0 % (2019: 0,5 %). Sie führt dies unter anderem darauf zurück, dass 2019 die weltweite Produktion durch verschiedene Hüttenstillstände eingeschränkt war, sowie auf die Kapazitätserweiterungen in China im Berichtsjahr.
Für 2020 kann weiterhin von einer guten Nachfrage nach raffiniertem Kupfer ausgegangen werden, da das Metall für die Wirtschaftsentwicklung in Kernbranchen wie der Elektro- und der Autoindustrie oder dem Bauwesen ein essenzieller Werkstoff ist. Das solide Wirtschaftswachstum in Ländern mit dem größten Bedarf, darunter China, die USA und Europa, gibt hier die Richtung vor.
China wird 2020 für rund die Hälfte der Kupfernachfrage weltweit stehen (50,6 %) (CRU). Ein Großteil des Bedarfs wird von Infrastrukturinvestitionen getragen, darunter auch solche in das für den Kupfereinsatz relevante Energienetz. Hervorzuheben ist hier das Programm "One Belt, One Road" der chinesischen Regierung. In der Entwicklung des chinesischen Maschinenbau- und Transportsektors liegt ebenfalls Wachstumspotenzial für Kupferanwendungen. CRU geht davon aus, dass Chinas Kupferbedarf 2020 um 1,8 % zunehmen wird.
Insgesamt wird der globale Markt für raffiniertes Kupfer nach Angaben von CRU 2020 voraussichtlich einen geringen Produktionsüberschuss aufweisen. Dieser soll bei 95.000 t liegen, was vor dem Hintergrund eines Marktes von rund 24 Mio. t einem weitgehend ausgeglichenen Verhältnis entspricht. Wie in der Vergangenheit können unvorhergesehene Entwicklungen zu größeren Veränderungen führen. Aus heutiger Sicht erscheint die Erwartung eines ausgeglichenen Marktes angesichts der absehbaren Entwicklungen auf der Produktions- und Nachfrageseite jedoch gerechtfertigt. Auch andere Marktbeobachter, wie der ICSG oder das Research-Unternehmen Wood Mackenzie, sehen den Kupfermarkt 2020 als weitgehend ausgeglichen an bzw. gehen von einem leichten Produktionsüberschuss aus.
Rohstoffmärkte
KUPFERKONZENTRATE
Auf den Konzentratmärkten werden 2020 in gewissem Umfang Neuprojekte erwartet. Insbesondere aufgrund der Prognosen zur Entwicklung des durchschnittlichen Kupferpreises 2020 ist davon auszugehen, dass die Minen ihre Produktionskapazitäten weiterhin voll auslasten werden. Entsprechend rechnen wir mit einem guten Angebot an Kupferkonzentraten am Weltmarkt. Unsicherheiten könnten sich aus lokalen politischen Spannungen und Unruhen in Ländern mit größeren Kupfervorkommen ergeben.
Für Jahresverträge 2019 lag der Benchmark für die Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs) für die Verarbeitung von Standard-Kupferkonzentraten bei 80,8 US$/t bzw. 8,08 cts/lb. Ungeachtet eines im Jahr 2019 insgesamt ausgeglichenen Marktes für Kupferkonzentrate, haben wir eine mögliche Marktverengung in Verbindung mit sinkenden TC/RCs im Jahr 2020 antizipiert.
Ende November 2019 kam es zu einem ersten Referenzabschluss zwischen einer großen Minengesellschaft und mehreren chinesischen Hüttenbetrieben auf einem Preisniveau von 62 US$/t bzw. 6,2 cts/lb für die Verarbeitung von Standard-Kupferkonzentraten im Jahr 2020. Dieser bestätigte unsere Annahme eines sich verengenden Marktes in Verbindung mit höherem Druck auf die Erlöse aus der Verarbeitung von Kupferkonzentraten.
Dennoch sind wir aufgrund unserer Positionierung im Markt, unserer langfristigen Vertragsstruktur und Lieferantendiversifizierung zuversichtlich, erneut eine gute Versorgung sicherzustellen.
RECYCLING
Der Markt für Altkupfer zeigte sich im Verlauf des Geschäftsjahrs 2018/19 erneut auf hohem Niveau stabil. Bei gleichen Rahmenbedingungen wie im letzten Geschäftsjahr erwarten wir eine gute Versorgungslage mit ähnlichen Schmelzlöhnen.
Das Geschäft ist insbesondere bei Altkupfer kurzfristiger Natur und damit von vielfältigen Einflüssen abhängig, die nur schwer prognostizierbar sind. Sinkende Metallpreise könnten beispielsweise kurzfristig zu einer Marktveränderung mit rückläufigen Raffinierlöhnen führen. Hier federt unsere breite Marktaufstellung jedoch Versorgungsrisiken ab. Daher bleibt die Angebotsentwicklung bei Altkupfer und Blisterkupfer nur schwer abzuschätzen. Im 1. Quartal 2019/20 sind wir bereits mit ausreichend Material zu guten Raffinierlöhnen versorgt.
Produktmärkte
MÄRKTE FÜR KUPFERPRODUKTE
Qualifizierte Aussagen über die Entwicklung des Kupferproduktgeschäfts im neuen Geschäftsjahr sind nur begrenzt möglich, da die Verhandlungssaison über Jahresverkaufsverträge 2020 noch nicht beendet ist.
Ein bereits bekannter Faktor ist die von Aurubis für das kommende Kalenderjahr festgesetzte Aurubis-Kupferprämie für europäische Gießwalzdraht- und Stranggussformatkunden. Aurubis hat diese mit 96 US$/t für seine europäischen Kunden stabil gehalten (2019: 96 US$/t). Die stabile Kupferprämie ist Ausdruck einer positiven Nachfrageerwartung hinsichtlich unserer europäischen Kunden im Jahr 2020.
Trotz der stabil laufenden Branchenkonjunkturen und einer auf Vorjahresniveau liegenden Erwartung an das Wirtschaftswachstum in Europa im Jahr 2020 rechnen wir damit, die Verhandlungssaison für Kupferprodukte mit für uns positiven Abschlüssen beenden zu können. Die gute Kundenbindung in unseren Kernmärkten unterstützt dies. Außerdem werden wir den Ausbau unseres Neukundengeschäfts fortsetzen.
KATHODEN
Der Absatz freier Kathodenmengen am Markt orientiert sich an der geplanten Weiterverarbeitung unserer Kathodenproduktion im Konzern.
KUPFERGIESSWALZDRAHT
Bei Kupfergießwalzdraht ist das 1. Quartal eines neuen Geschäftsjahrs üblicherweise, saisonal bedingt, von einem etwas schwächeren Geschäft gekennzeichnet. Für 2020 gehen wir in Europa von einer Nachfrage auf ähnlichem Niveau wie 2019 aus. Diese wird wesentlich von der weiteren Konjunkturentwicklung abhängen, die in den wichtigen Abnehmerindustrien aus heutiger Sicht weiter von Unsicherheiten geprägt ist. Einzig für die Nachfrage aus dem Bau- und Infrastruktursektor gehen wir auch 2020 von einem guten Niveau aus.
KUPFERSTRANGGUSSFORMATE
Die robuste Nachfrage nach sauerstofffreien Werkstoffen setzt sich aus heutiger Sicht fort. Zudem zeigt sich eine weiterhin rege Nachfrage nach höher legierten Werkstoffen aus unserer Produktion. Die jüngsten Unternehmenszusammenschlüsse im Halbzeugbereich in Europa bieten ebenso Marktchancen für einen höheren Absatz wie die Veränderungen der Handelsströme in Asien und Nordamerika.
SPECIALTIES
Wie auch die anderen Kupferprodukte ist der Bereich Specialties, zu dem auch Stangen und Profile gehören, von der weiteren Konjunkturentwicklung abhängig. Für 2020 gehen wir von einer stabilen Nachfrage auf Vorjahresniveau aus, erwarten aber bei Standardprodukten weiterhin einen starken Wettbewerbsdruck.
FLACHWALZPRODUKTE
Für Flachwalzprodukte ergeben sich folgende Entwicklungen: Die Wirtschaft in den USA, deren Entwicklung für unser dortiges Werk von hoher Bedeutung ist, wird für 2020 als weiterhin herausfordernd eingeschätzt.
Im europäischen Markt für Flachwalzprodukte erwarten wir, dass die angespannte Nachfragesituation aus 2019 anhalten wird. Insbesondere die Produktion von Steckverbindern ist stark von der seit 2019 schwächelnden Nachfrage aus dem Automobilsektor abhängig. Auch wenn wir mittelfristig weitere Wachstumsimpulse aus dem Anstieg der Elektromobilität erwarten, gehen wir kurzfristig nicht von einer signifikanten Markterholung aus.
SCHWEFELSÄURE
Der Absatz von Schwefelsäure ist von kurzfristigen Entwicklungen abhängig, was sich in der Laufzeit der Verträge widerspiegelt. Zusätzlich sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa, Nordamerika und Nordafrika. Das Verhältnis von lokalem Absatz und Exporten schwankt entsprechend den Marktgegebenheiten. Seit dem Geschäftsjahr 2018/19 ist Aurubis zudem mit einem Vertriebsstandort für Schwefelsäure in Tampa, Florida, vertreten.
Nach einer deutlichen Verengung des Schwefelsäuremarktes mit entsprechend niedrigeren Preisen im Geschäftsjahr 2018/19 sehen Marktbeobachter wie ICIS oder CRU zum Ende des Jahres 2019 einen ausgeglichenen Markt. Auch die bisher für das 1. Quartal 2019/20 vorliegenden Erkenntnisse signalisieren für Europa eine stabile Situation, während die Nachfrage an den internationalen Märkten für Schwefelsäure von Unsicherheiten geprägt ist.
Geschäfts- und Ergebniserwartung des Aurubis-Konzerns
GESCHÄFTSERWARTUNG
Wir haben im Geschäftsjahr 2018/19 verschiedene Initiativen und Einzelmaßnahmen angestoßen, um Aurubis weiter zu stärken. Wir bündeln diese innerhalb unserer Strategie "Growth, Efficiency & Responsibility", mit der wir die Vision 2025 erreichen wollen. Aurubis verfügt über führende Marktpositionen in vielen Bereichen - diese wollen wir langfristig weiter ausbauen.
Mit der Akquisition der spanisch-belgischen Metallo-Gruppe, die noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission steht, wollen wir unser externes Wachstum weiter vorantreiben. Das Unternehmen ist auf die Verarbeitung von nicht organischen niedrigmetallhaltigen Recyclingrohstoffen spezialisiert. Mit dem Zukauf würden wir unser Metallportfolio insbesondere in Bereichen wie Nickel, Zinn, Zink und Blei ergänzen. Nach Zustimmung durch die Kartellbehörden und dem Closing planen wir, die Integration im Geschäftsjahr 2019/20 voranzutreiben.
Die Metallo-Akquisition würde uns auf unserem Weg zu einem Multi-Metall-Konzern unterstützen. Damit verbunden berichten wir seit 2017/18 neben Informationen über unsere Kupferprodukte auch die Verkaufsmengen von Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, der Metalle der Platingruppe sowie Nebenmetalle. Auch in Zukunft planen wir, durch interne und externe Projekte weiterzuwachsen.
Nachdem die Europäische Kommission im Februar 2019 einen Verkauf des Segments FRP untersagt hat, prüfen wir derzeit verschiedene strategische Optionen für die Veräußerung des Segments. Die Voraussetzung für die Darstellung des Segments als nicht fortgeführte Aktivitäten gemäß IFRS 5 ist weiterhin gegeben.
Für das Geschäftsjahr 2019/20 sind folgende geplante Wartungsstillstände vorgesehen:
An unserem Standort in Hamburg (Deutschland) haben wir im Oktober und November 2019 einen geplanten gesetzlich vorgeschriebenen Wartungsstillstand durchgeführt. Dieser wird unser Ergebnis nach aktuellen Planungen mit rund 34 Mio. € belasten.
An unserem Standort in Lünen werden wir im April und September 2020 einen geplanten gesetzlich vorgeschriebenen Wartungsstillstand durchführen. Dieser wird unser Ergebnis nach aktuellen Planungen mit rund 11 Mio. € belasten.
ERGEBNISERWARTUNG
Zu unserem Geschäftsmodell gehört, dass unser Ergebnis quartalsweisen Schwankungen unterliegt. Dies hat saisonale Gründe, kann aber auch durch Störungen bei Aggregaten oder in den Betriebsabläufen verursacht sein. Gerade das 1. Quartal eines Geschäftsjahrs zeichnet sich durch saisonale Besonderheiten aus, zu denen beispielsweise eine zurückhaltende Ordertätigkeit bei Kunden oder Veränderungen in den Rohstofflieferungen zählen.
Die künftige Entwicklung und Prognose der Aurubis AG decken sich mit der für den Aurubis-Konzern getroffenen Gesamtaussage.
Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2019/20 erfolgt auf Basis folgender Prämissen:
| ― | Wir erwarten, gestützt auf Branchenprognosen, eine stabile Kupfernachfrage. Die Produktnachfrage aus dem Automobilsektor wird voraussichtlich weiterhin gedämpft sein. |
| ― | Das Niveau für die Jahresverträge 2020 am Markt für Kupferkonzentrate wird mit Blick auf den Referenzabschluss aus November 2019 voraussichtlich deutlich unter dem aus 2019 liegen. |
| ― | Für Altkupfer und Schwefelsäure bleibt die Marktentwicklung im Geschäftsjahr 2019/20 wegen der Kurzfristigkeit des Geschäfts schwer prognostizierbar. |
| ― | Die Aurubis-Kupferprämie wurde auf 96 US$/t für 2020 festgesetzt (Vj. 96 US$/t). |
| ― | Wesentliche Teile unserer Einnahmen sind US-Dollar-basiert. Im Rahmen unserer Hedging-Strategie mildern wir daraus resultierende Risiken ab. |
| ― | Unser Effizienzsteigerungsprogramm mit dem bisherigen Fokus auf die Hebung von konzernweiter Effizienzen werden wir 2019/20 in ein Programm überführen, welches einen deutlichen Fokus auf Kosteneinsparungen hat. Ziel ist es, sowohl der Inflation als auch erwarteten schwächeren Konjunktur- und Marktbedingungen mindestens entgegenzuwirken. |
| ― | Für das Geschäftsjahr 2019/20 gehen wir in Summe von einer über dem Vorjahr liegenden Anlagenverfügbarkeit aus. Dies erwarten wir insbesondere aufgrund der getätigten Investitionen in unsere Standorte im Rahmen geplanter Wartungsstillstände. |
Ab dem Geschäftsjahr 2019/20 ändern wir unsere Prognoseart von einer qualifiziert komparativen Prognose auf eine Intervallprognose. Die Intervallprognose ist die Angabe einer Bandbreite zwischen zwei Zahlenwerten. Die Anpassung verbindet eine hohe Transparenz in Bezug auf unsere zukünftige Entwicklung mit einem entsprechenden Korridor, der sowohl Unsicherheiten als auch Chancen innerhalb unseres Geschäfts Rechnung trägt. Im Zuge der neuen Prognoseart sehen wir für das Geschäftsjahr 2019/20 folgende Entwicklung voraus:
Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2019/20 ein operatives EBT zwischen 185 Mio. € und 250 Mio. € und einen operativen ROCE zwischen 8 % und 11 %.
Im Segment Metal Refining & Processing planen wir für das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem operativen EBT zwischen 230 Mio. € und 310 Mio. € und einen operativen ROCE zwischen 11 % und 16 %. Die Entwicklung des Segmentergebnisses wird u. a. von sich verschlechternden Marktbedingungen, insbesondere einem sich verengenden Marktes für Kupferkonzentrate, im Vergleich zum Vorjahr beeinflusst.
Im Segment Flat Rolled Products erwarten wir für das Geschäftsjahr 2019/20 ein operatives EBT zwischen 11 Mio. € und 15 Mio. € und einen operativen ROCE zwischen 5 % und 7 %. Nachdem das operative EBT im Berichtsjahr von einer Änderung der Definition des operativen Ergebnisses und einer Wertminderung auf die langfristigen Vermögenswerte des Segments negativ beeinflusst war (in Summe: 51 Mio. €), werden diese Effekte für das Geschäftsjahr 2019/20 nicht mehr erwartet.
Erwartete Finanzlage
Aurubis hielt zum Ende des Geschäftsjahrs 2018/19 Barmittelbestände in Höhe von 441 Mio. € (30.09.2018: 479 Mio. €). Zusätzlich stehen dem Unternehmen als weitere Liquidität ungenutzte Kreditlinien aus einem Konsortialkreditvertrag über 350 Mio. € zur Verfügung, der eine Laufzeit bis 2023 hat. Somit verfügt Aurubis über ausreichend Liquidität, die aus heutiger Sicht nicht gefährdet ist. Darüber hinaus besteht eine Kreditlinie von 380 Mio. €, die zum Erwerb der Metallo-Aktivitäten dient ("Brückenfinanzierung").
Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir aus dem operativen Geschäft eine weiterhin stabile Finanzlage. Die im Geschäftsjahr 2019/20 planmäßig fälligen Tilgungen inklusive eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 127 Mio. € beabsichtigen wir aus vorhandener Liquidität zu bestreiten.
GESAMTAUSSAGE ZUR KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DES AURUBIS-KONZERNS
Die Geschäftsentwicklung der Aurubis-Gruppe wird auch im Geschäftsjahr 2019/20 von einer Reihe Faktoren beeinflusst: von der allgemeinen Entwicklung der Weltwirtschaft über die Balance zwischen Angebot und Nachfrage unserer Rohstoffe bis zur spezifischen Nachfrage der Märkte, auf denen wir aktiv sind. Speziell die Entwicklung der internationalen Handelsbeziehungen bleibt ein Unsicherheitsfaktor.
Nach dem Übergangsjahr 2018/19 erwarten wir für das Geschäftsjahr 2019/20 wieder ein höheres operatives EBT. Auch der operative ROCE wird sich im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich leicht verbessern.
Zukunftsbezogene Aussagen
Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie "antizipieren", "annehmen", "glauben", "einschätzen", "erwarten", "beabsichtigen", "können/könnten", "planen", "projizieren", "sollten" und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere die politische Entwicklung in den USA, Europa und China, eine Verengung des Rohstoffangebots und ein Rückgang der Nachfrage in den wichtigen Kupferabsatzmärkten. Des Weiteren zählen dazu eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Veränderungen der Wechselkurse, ein Akzeptanzverlust unserer Produkte mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Verarbeitungs- und Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Energie und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien sowie der Ausgang rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige in diesem Bericht unter der Überschrift "Risiko- und Chancenbericht" beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.
Rechtliche Angaben
Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB 1
Die Erklärung zur Unternehmensführung ist Teil des zusammengefassten Lageberichts. Sie ist im Geschäftsbericht abgedruckt und auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich "Über Aurubis" unter dem Punkt "Corporate Governance" abrufbar.
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat schildern wir im Vergütungsbericht des Corporate Governance-Berichts, der gleichzeitig Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist. Sie sind im Geschäftsbericht abgedruckt und auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich "Über Aurubis" unter dem Punkt "Konzern" abrufbar.
Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen
Erläuternder Bericht des Vorstands der Aurubis AG, Hamburg, gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG 2 zu den übernahmerechtlichen Angaben nach den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB zum Bilanzstichtag 30.09.2019
Im Folgenden sind die nach den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30.09.2019 dargestellt.
ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Aurubis AG betrug zum Bilanzstichtag 115.089.210,88 € und war in 44.956.723 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € eingeteilt.
Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
Bei Ausgabe neuer Aktien kann für diese eine von § 60 AktG abweichende Gewinnberechtigung festgesetzt werden.
1 Paragrafen des HGB nachfolgend in der zum 30.09.2019 geltenden Fassung.
2 Paragrafen des AktG nachfolgend in der zum 30.09.2019 geltenden Fassung.
BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN
Das Stimmrecht der Aktionäre unterliegt nach Kenntnis des Vorstands mit Ausnahme eventueller gesetzlicher Stimmverbote keinen Beschränkungen. Aus von der Gesellschaft gegebenenfalls gehaltenen eigenen Aktien steht dieser gemäß § 71b AktG kein Stimmrecht zu.
10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENDE KAPITALBETEILIGUNGEN
Es besteht zum Bilanzstichtag (30.09.2019) eine indirekte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschritten hat:
Die Salzgitter AG, Salzgitter, hat der Gesellschaft gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 12.12.2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Aurubis AG am 12.12.2018 die Schwelle von 25 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 25,00 0 0 0 06 % der Stimmrechte (entsprechend 11.239.181 Stimmen) beträgt. Davon sind der Salzgitter AG 25,00 0 0 0 06 der Stimmrechte (entsprechend 11.239.181 Stimmen) von der Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, zuzurechnen.
Dementsprechend besteht zum Bilanzstichtag (30.09.2019) eine direkte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 der Stimmrechte überschritten hat: Die Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, hielt gemäß Mitteilung der Salzgitter AG, Salzgitter, vom 12.12.2018 seit dem 12.12.2018 25,0000006 % der Stimmrechte (entsprechend 11.239.181 Stimmen).
Es besteht seit dem 04.10.2019 eine weitere indirekte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschreitet: Die Silchester International Investors LLP, London, hat der Gesellschaft gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 08.10.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Aurubis AG am 04.10.2019 die Schwelle von 10 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 10,03 % der Stimmrechte (entsprechend 4.508.268) beträgt. Davon sind der Silchester International Investors, London, 10,03 % der Stimmrechte (entsprechend 4.508.268 Stimmen) zuzurechnen. Die Silchester International Investors LLP a) fungiert als Anlageverwalter für fünf gemischte Fonds, b) verfügt über das volle Stimmrecht und Ermessensspielraum bei der Anlage in Fonds und c) fungiert nicht als Depotbank, sodass Fondsanteile im Namen der Depotbank eines jeden Fonds gehalten werden. Die gemeldete Veränderung des Anteilsbesitzes ist auf eine Reihe von Transaktionen an mehreren Handelstagen zurückzuführen.
ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VORSTANDSMITGLIEDER, SATZUNGSÄNDERUNGEN
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Aurubis AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 Aktiengesetz (AktG) und § 31 Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) in Verbindung mit § 6 Abs. 1 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung beschlossen. Der Beschluss der Hauptversammlung bedarf neben der einfachen Stimmenmehrheit einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Der Aufsichtsrat ist ferner ermächtigt, § 4 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals und nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen. Er ist auch ermächtigt, die Fassung von § 4 Abs. 1 und 3 der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausgabe der neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund der von der Hauptversammlung am 02.03.2017 unter Tagesordnungspunkt 6 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften gegen Barleistung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht begründen, anzupassen. Entsprechendes gilt im Falle der Nichtausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen nach Ablauf des Ermächtigungszeitraums sowie im Falle der Nichtausnutzung des bedingten Kapitals nach Ablauf der Fristen für die Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten bzw. für die Erfüllung von Wandlungs- bzw. Optionspflichten.
BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE
Gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 23.02.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 57.544.604,16 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ein- oder mehrmalig auszuschließen,
a) soweit es erforderlich ist, um etwaige Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen.
b) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage ausgegeben werden.
c) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 11.508.920,32 € oder, sollte dieser Betrag niedriger sein, von insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der erstmaligen Ausübung dieser Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss (der "Höchstbetrag") bestehenden Grundkapitals (jeweils unter Anrechnung der etwaigen Ausnutzung anderweitiger Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG), wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet.
Auf den Höchstbetrag ist das auf diejenigen Aktien entfallende Grundkapital anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden oder die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Veräußerung eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.
d) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, soweit es erforderlich ist, um Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechte auf Aktien ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts zustehen würde.
Durch Beschluss vom 09.02.2016 hat der Vorstand der Aurubis AG im Rahmen einer Selbstverpflichtung erklärt, von den in § 4 Abs. 2 der Satzung vorgesehenen Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre während der Laufzeit der Ermächtigung nur insoweit Gebrauch zu machen, als die auszugebenden Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe neuer Aktien etwaige eigene Aktien anzurechnen, die unter Bezugsrechtsausschluss veräußert werden, sowie solche Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Sofern und soweit die Hauptversammlung nach Ausübung einer Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss, die zur Anrechnung auf die vorgenannte 20 %-Grenze geführt hat, diese Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss neu erteilt, entfällt die erfolgte Anrechnung.
Diese Selbstverpflichtung wurde auf der Internetseite der Aurubis AG für die Laufzeit der Ermächtigung zugänglich.
BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUM AKTIENRÜCKKAUF
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 01.03.2018 wurde die Gesellschaft bis zum 28.02.2023 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben werden, zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:
a) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels eines Angebots an sämtliche Aktionäre veräußert werden, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Als maßgeblicher Börsenkurs im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der Mittelwert der Schlusskurse für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten fünf Handelstagen der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Eingehung der Verpflichtung zur Veräußerung der Aktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung (die "Höchstgrenze"). Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Höchstgrenze diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) ausgegeben werden bzw. auszugeben sind, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund einer Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.
b) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels Angebot an sämtliche Aktionäre veräußert werden, soweit dies gegen Sachleistung Dritter, insbesondere im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen durch die Gesellschaft selbst oder durch von ihr abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen, sowie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen geschieht oder zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten von Inhabern bzw. Gläubigern aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) erfolgt, insbesondere - aber nicht ausschließlich - aufgrund der unter Punkt 6 der Tagesordnung der Hauptversammlung vom 02.03.2017 beschlossenen Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente). Das Bezugsrecht der Aktionäre ist jeweils ausgeschlossen.
c) Die erworbenen eigenen Aktien können ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise eingezogen werden. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Die Einziehung kann auf einen Teil der erworbenen Aktien beschränkt werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.
Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen gemäß lit. a) und b) unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußerten eigenen Aktien dürfen 20 des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 20 Grenze sind anzurechnen: (i) neue Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Veräußerung der eigenen Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden, und (ii) diejenigen Aktien, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Veräußerung der eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Sofern und soweit die Hauptversammlung nach Ausübung einer Ermächtigung, die zur Anrechnung auf die vorgenannte 20 %o-Grenze geführt hat, die betreffende Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss neu erteilt, entfällt die bereits erfolgte Anrechnung.
Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 01.03.2018 ist unter Tagesordnungspunkt 8 in der im Bundesanzeiger vom 22.01.2018 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2018 wiedergegeben.
BEFUGNIS DES VORSTANDS ZUR AUSGABE VON WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN UND VON AKTIEN AUS BEDINGTEM KAPITAL
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € bedingt erhöht (bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 nur gegen bar ausgegeben werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger der von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungspflicht) ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen oder Andienungen von Aktien erfolgen und soweit nicht eigene Aktien oder andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahrs an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten, durch die Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten oder durch die Ausübung von Andienungsrechten entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festlegen.
Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 02.03.2017 ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der im Bundesanzeiger vom 17.01.2017 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2017 wiedergegeben.
WESENTLICHE KONDITIONIERTE VEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT
Im Rahmen diverser Schuldverschreibungen in Höhe von insgesamt 229 Mio. € steht den Darlehensgebern jeweils ein außerordentliches Kündigungsrecht im Falle eines Wechsels der Kontrolle über die Darlehensnehmerin zu.
Aurubis beabsichtigt, die mögliche Metallo-Akquisition zunächst über eine "Brückenfinanzierung" in Höhe von 380 Mio. € zu finanzieren. Sollte eine Einzelperson oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen die Kontrolle über mehr als 50 der Aktien oder der Stimmrechte an der Aurubis AG erwerben, hat jeder Kreditgeber aus dem mit einem Bankenkonsortium geschlossenen Vertrag jeweils einzeln das Recht, seine Beteiligung an der Brückenfinanzierung zu kündigen und die sofortige Rückzahlung der ihm darunter geschuldeten Beträge zu fordern.
Der Vorstand
Roland Harings, Hamburg, seit dem 20.05.2019
Geb.: 28.06.1963, deutscher Staatsbürger
Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor seit dem 01.07.2019
Segment Metal Refining & Processing
Stellv. Vorsitzender vom 20.05.2019 bis zum 30.06.2019
Bestellt seit dem 20.05.2019 bis zum 30.06.2022
Dr. Thomas Bünger, Lüneburg
Geb.: 02.07.1968, deutscher Staatsbürger
Technischer Vorstand
Bestellt seit dem 01.10.2018 bis zum 30.09.2021
| ― | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Director |
| ― | Aurubis Bulgaria AD, Pirdop, Bulgarien Board of Directors |
| ― | Aurubis Italia Srl, Avellino, Italien Chairman of the Board of Directors |
Rainer Verhoeven, Hamburg
Geb.: 02.12.1968, deutscher Staatsbürger
Vorstand Finanzen
Segment Flat Rolled Products
Bestellt seit dem 01.01.2018 bis zum 31.12.2020
| ― | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Chairman of the Board of Directors |
Jürgen Schachler, Hamburg, bis zum 30.06.2019
Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger
Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor
Segment Metal Refining & Processing
Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg
| ― | Encavis AG (vormals Capital Stage AG), Hamburg 1 Mitglied des Aufsichtsrats |
Stefan Schmidt, Lüdinghausen 2
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit dem 12.06.2019
Leiter Services/Produktionsleiter Schmelzbetriebe der Aurubis AG, Lünen
Deniz Filiz Acar, Hamburg, seit dem 03.05.2019 2
Ausbilderin für kaufmännische Auszubildende
Stellv. Ausbildungsleiterin im Bereich HR Ausbildung, Hamburg
Andrea Bauer, Dortmund
Derzeit keine ausgeübte Berufstätigkeit
| ― | IFA Holding GmbH, Haldensleben, seit dem 01.07.2019 Mitglied des Beirats |
Christian Ehrentraut, Lünen, seit dem 03.05.2019 2
Stellv. Schichtleiter in der Abt. Schmelzbetriebe Bereich KRS/MZO
Freigestelltes Betriebsratsmitglied in Lünen
Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter
Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter 1
| ― | Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg, und Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mühlheim/Ruhr Vorsitzender des gemeinsamen Beirats |
| ― | KHS GmbH, Dortmund 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Peiner Träger GmbH, Peine 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | TÜV Nord AG, Hannover Mitglied des Aufsichtsrats |
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, Dinslaken
Vorsitzender des Vorstands der RWTÜV e. V., Essen
| ― | Albert-Schweitzer-Einrichtungen für Behinderte gGmbH, Dinslaken Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | RWTÜV GmbH, Essen Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | TÜV Nord AG, Hannover Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Van Ameyde International BV, Rijswijk, Niederlande Mitglied des Board of Supervisory Directors |
| ― | Universitätsklinikum Essen, Essen Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Knappschaft Kliniken GmbH, Bochum Vorsitzender des Aufsichtsrats |
Jan Koltze, Hamburg 2
Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg
| ― | Beiersdorf AG, Hamburg, seit dem 17.04.2019 Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | ESSO Deutschland GmbH, Hamburg, bis zum 30.04.2019 Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Maxingvest AG, Hamburg, seit dem 26.04.2019 Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr. Stephan Krümmer, Hamburg
Derzeit keine ausgeübte Berufstätigkeit
Dr. Elke Lossin, Buchholz in der Nordheide 2
Laborleiterin im Analytischen Labor der Aurubis AG, Hamburg
Dr. Sandra Reich, Gräfelfing
Selbstständige Unternehmensberaterin
| ― | Chancen eG, Berlin Mitglied des Aufsichtsrats |
Melf Singer, Schwarzenbek 2
Tagschichtmeister Produktion Säurebetriebe der Aurubis AG, Hamburg
1 Börsennotiertes Unternehmen.
2 Von der Belegschaft gewählt.
3 Konzerngesellschaften der Salzgitter AG.
Ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglieder
Karl-Heinz Hamacher, Stolberg, bis zum 31.12.2018 2
Angestellter bei der Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg
Betriebsratsvorsitzender
Renate Hold-Yilmaz, Hamburg, bis zum 19.04.2019 2
Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats bis zum 19.04.2019
Kaufmännische Angestellte
Ehemals Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
Ralf Winterfeldt, Hamburg, vom 01.01.2019 bis zum 30.04.2019 2
Energieanlagenelektroniker
Ehemals Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG
Ehemals stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)
Stefan Schmidt (stellvertretender Vorsitzender),
seit dem 12.06.2019
Andrea Bauer
Christian Ehrentraut, seit dem 12.06.2019
Ausgeschiedene Ausschussmitglieder
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende),
bis zum 19.04.2019
Melf Singer, bis zum 12.06.2019
Prüfungsausschuss (Audit Committee)
Dr. Stephan Krümmer (Vorsitzender)
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Jan Koltze
Dr. Elke Lossin
Dr. Sandra Reich
Melf Singer, seit dem 12.06.2019
Ausgeschiedene Ausschussmitglieder
Renate Hold-Yilmaz, bis zum 19.04.2019
Personalausschuss
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)
Deniz Filiz Acar, seit dem 12.06.2019
Andrea Bauer, seit dem 12.06.2019
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Jan Koltze, seit dem 12.06.2019
Stefan Schmidt
Ausgeschiedene Ausschussmitglieder
Karl-Heinz Hamacher, bis zum 31.12.2018
Renate Hold-Yilmaz, bis zum 19.04.2019
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, bis zum 12.06.2019
Ralf Winterfeldt, vom 30.01.2019 bis zum 30.04.2019
Nominierungsausschuss
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob
Dr. Stephan Krümmer
Technikausschuss, seit dem 12.06.2019
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob (Vorsitzender)
Christian Ehrentraut
Dr. Stephan Krümmer
Stefan Schmidt
2 Von der Belegschaft gewählt.
Corporate Governance
Bericht zur Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung (Teil des zusammengefassten Lageberichts)
Die Prinzipien verantwortungsbewusster und nachhaltiger Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs- und Kontrollgremien der Aurubis AG. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07.02.2017 sowie gemäß §§ 289f, 315d HGB 1 über die Unternehmensführung.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG UND BERICHTERSTATTUNG ZUR CORPORATE GOVERNANCE
§ 161 Aktiengesetz 2 (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat einer in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaft, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und aus welchem Grund nicht.
Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im Geschäftsjahr 2018/19 mehrfach mit Themen der Corporate Governance beschäftigt und am 04.11.2019 gemeinsam die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Erklärung wurde der Öffentlichkeit unter dauerhaft zugänglich gemacht. Dort sind auch die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sowie die Erfüllung der Kodexvorgaben im Detail permanent öffentlich zugänglich.
1 Paragrafen des HGB nachfolgend in der zum 30.09.2019 geltenden Fassung.
2 Paragrafen des AktG nachfolgend in der zum 30.09.2019 geltenden Fassung.
WORTLAUT DER ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
"Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG erklären gemäß § 161 AktG, dass seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 05.11.2018 den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in ihrer Fassung vom 07.02.2017 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Empfehlungen aus den dortigen Gründen entsprochen wurde und wird:
| ― | Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 3 und Abs. 4 (Vergütung des Vorstands) Die Vergütungsstruktur der Vorstände enthält variable Vergütungsbestandteile, deren Bemessungsgrundlage mehrjährig und im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, sowie ein Abfindungs-Cap. Dies galt jedoch nicht für den Vertrag von Herrn Schachler, dessen Bestellung zum 30.06.2019 endete, da insoweit Bestandsschutz bestand. |
| ― | Ziffer 5.4.1 Abs. 2 (Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat) |
Der Aufsichtsrat hat bzw. wird bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung unter Beachtung seines Kompetenzprofils im Rahmen der dann jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere unter Beachtung der Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes, die fachliche und persönliche Qualifikation der Kandidaten in den Vordergrund stellen. Dabei ist es selbstverständlich, dass im Rahmen der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die vom Aufsichtsrat festgelegte Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder und die ebenfalls vom Aufsichtsrat festgelegte Altersgrenze sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigt werden. Hierzu ist es nicht erforderlich, eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat festzulegen.
Hamburg, den 04.11.2019
Für den Vorstand
Roland Harings, Vorsitzender
Rainer Verhoeven, Mitglied
Für den Aufsichtsrat
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender
ANGABEN ZU RELEVANTEN UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN
Für die Aurubis AG bilden die einschlägigen Rechtsvorschriften, vor allem das Aktien-, Mitbestimmungs- und Kapitalmarktrecht, die Satzung, der Deutsche Corporate Governance Kodex sowie die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands, die Grundlagen für die Ausgestaltung von Führung und Kontrolle im Unternehmen. Über die gesetzlichen Pflichten hinaus hat Aurubis Werte und daraus abgeleitete Verhaltensgrundsätze definiert, die den Rahmen für das Verhalten und die Entscheidungen verbindlich vorgeben und Orientierung für das unternehmerische Handeln bieten. Die Werte und die Verhaltensgrundsätze sind auf der Website des Unternehmens im Bereich "Verantwortung" veröffentlicht. Jeder Mitarbeiter wird mit diesen konzernweit geltenden Werten und Verhaltensgrundsätzen (Code of Conduct) sowie den sich daraus ableitenden Unternehmensrichtlinien vertraut gemacht. Zu speziellen Themen finden Pflichtschulungen für (potenziell) betroffene Mitarbeiter statt (z. B. Kartellrecht, Antikorruption, Umweltschutz und Arbeitssicherheit).
FÜHRUNGSSTRUKTUR
Die Aurubis AG ist eine Gesellschaft deutschen Rechts, auf dem auch der Deutsche Corporate Governance Kodex beruht. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet und mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen.
ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DEREN ZUSAMMENSETZUNG UND ZIELE
DER VORSTAND
ARBEITSWEISE
Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung frei von Weisungen Dritter nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung sowie unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Hauptversammlung. Der Vorstand vertritt die Gesellschaft gegenüber Dritten.
Der Vorstand als Leitungsorgan führt die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung der Belange aller Stakeholder. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d. h., die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die nähere Ausgestaltung der Zusammenarbeit des Vorstands der Aurubis AG ist in einer vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung für den Vorstand zusammengefasst. Diese regelt vor allem die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung, namentlich erforderliche Beschlussmehrheiten sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstands.
Bestimmte Vorstandsentscheidungen von besonderem Gewicht bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Sie sind in einem Katalog festgelegt. So entscheidet der Aufsichtsrat beispielsweise über Beteiligungen an anderen Unternehmen - soweit die Maßnahme für den Konzern von wesentlicher Bedeutung ist -sowie über wesentliche Investitionen.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Strategie, die Planung, die Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle und die Risikolage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements sowie über die Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen sind vom Vorstand ausführlich zu erläutern und zu begründen.
ZUSAMMENSETZUNG UND ZIELE (DIVERSITÄTSKONZEPT)
Der Vorstand der Aurubis AG bestand im Geschäftsjahr zunächst aus den Mitgliedern Jürgen Schachler als Vorsitzendem, Rainer Verhoeven und Dr. Thomas Bünger, der zum 01.10.2018 zum Technischen Vorstand bestellt wurde. Zum 20.05.2019 wurde Roland Harings zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt.
Auf Beschluss des Aufsichtsrats vom 12.06.2019 wurde der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schachler, dessen Vertrag zum 30.06.2019 auslief, mit sofortiger Wirkung freigestellt. Roland Harings übernahm das Amt als Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG mit Wirkung zum 01.07.2019.
Bei der Zusammensetzung des Vorstands orientiert sich der Aufsichtsrat in erster Linie an fachlichen Kenntnissen und persönlicher Eignung. Der Vorstand soll aufgrund seiner Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen in der Lage sein, seine Aufgaben in einem Unternehmen der Kupfer-/Metallbranche zu erfüllen und das Ansehen des Aurubis-Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren und zu fördern.
Des Weiteren hat der Aufsichtsrat für die Zusammensetzung des Vorstands am 11.09.2018 ein Diversitätskonzept verabschiedet. Dieses berücksichtigt Aspekte wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund. So soll bei der Auswahl von Vorstandsmitgliedern neben deren Eignung nach persönlicher und fachlicher Kompetenz möglichst ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen sowie Bildungs- und Berufshintergründen abgedeckt werden. Als weiteres Kriterium seines Diversitätskonzepts soll der Vorstand in seiner Gesamtheit eine ausgewogene Altersstruktur aufweisen und damit sowohl jüngere Persönlichkeiten, die neueren Fachkenntnissen und Führungsmethoden näherstehen, als auch ältere Persönlichkeiten, die über größere Berufs-, Lebens- und Führungserfahrung verfügen, vorsehen. Bei gleicher Eignung nach persönlicher und fachlicher Kompetenz sollen möglichst sowohl weibliche als auch männliche Persönlichkeiten im Vorstand vertreten sein. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 111 Abs. 5 AktG bis zum 30.06.2022 eine Mindestziel-quote für den Frauenanteil im Vorstand von 25 % beschlossen.
Mit diesem Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, eine größtmögliche Vielfalt hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund zu erreichen. Neben der höchstmöglichen individuellen Eignung der einzelnen Mitglieder sollen dadurch möglichst vielfältige Perspektiven in die Leitung des Unternehmens einfließen.
Mit welcher Persönlichkeit eine konkrete Vorstandsposition besetzt werden soll, entscheidet der Aufsichtsrat im Unternehmensinteresse und unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls.
STAND DER UMSETZUNG DER ZIELE
Der Aufsichtsrat hat sich allgemein und bei personellen Veränderungen im Vorstand sehr intensiv mit Vielfalt im Vorstand beschäftigt. Das Diversitätskonzept wurde dabei so weit wie möglich umgesetzt. So weist die Zusammensetzung des Vorstands unterschiedliche Altersgruppen unter Berücksichtigung der fachlichen Kenntnisse und persönlichen Eignung auf. Die Vorstandsmitglieder verfügen über ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen sowie Bildungs- und Berufshintergründen: Ein Teil von ihnen hat wirtschaftsbezogene Studien abgeschlossen, ein anderer Teil technische Studien.
Dagegen ist es bisher trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, den angestrebten Frauenanteil im Vorstand zu erreichen. Für die Position des Vorstandsvorsitzenden gab es keine Bewerberin. Letztlich wurde bei der Besetzung der Kandidat ausgewählt, der nach Einschätzung des Aufsichtsrats die Position aufgrund seiner fachlichen Qualifikation am besten ausfüllt.
Der Aufsichtsrat strebt weiterhin eine angemessene Berücksichtigung von Frauen im Vorstand an und hält an seiner Zielsetzung fest.
Darüber hinaus bestehen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gemäß § 76 Abs. 4 AktG auch Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands. Der Vorstand hat sich mit Beschluss vom 12.06.2017 das Ziel gesetzt, für die erste Führungsebene einen Frauenanteil von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 25 % zu erreichen. Die genannten Ziele sollen bis zum 30.06.2022 erreicht werden. Für den Konzern ist es ein wichtiges Ziel, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern - unabhängig von gesetzlichen Regelungen.
Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug zum Berichtsstichtag (30.09.2019) rund 24 % (Vj. rund 12 %), in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands rund 19 % (Vj. rund 20 %). Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene hat damit zum Berichtsstichtag deutlich zugenommen, die Quote in der zweiten Ebene blieb nahezu unverändert.
Der Vorstand strebt weiterhin eine angemessene Berücksichtigung von Frauen in der ersten und zweiten Führungsebene an und hält an seinen Zielsetzungen fest.
Der Vorstand hat im Geschäftsjahr 2018/19 keine Ausschüsse gebildet.
DER AUFSICHTSRAT
ARBEITSWEISE
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der relevanten Gesamtbelegschaft sowie die Marktstellung des Unternehmens. Ebenso definiert er bei Versorgungszusagen für die Vorstände das angestrebte Versorgungsniveau. Der Personalausschuss unterbreitet dem Aufsichtsratsplenum entsprechende Vorschläge.
Der Aufsichtsrat wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für Geschäfte von grundlegender Bedeutung, besonders solche, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern, hat der Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand.
Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Zur Vorbereitung der Sitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer in der Regel getrennt.
ZUSAMMENSETZUNG UND ZIELE (DIVERSITÄTSKONZEPT UND KOMPETENZPROFIL)
Dem mitbestimmten Aufsichtsrat der Aurubis AG gehören gemäß Satzung zwölf Mitglieder an, von denen nach Maßgabe des Mitbestimmungsgesetzes jeweils sechs von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die Amtsperioden sind identisch. Entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden die Vertreter der Aktionäre bei der letzten Wahl zum Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 01.03.2018 und im Rahmen der Nachwahl am 28.02.2019 einzeln gewählt. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre, die laufende Amtsperiode endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließen wird.
Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benannt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium im Einklang mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07.02.2017 erarbeitet. Die Ziele und das Kompetenzprofil wurden auf dauerhaft zugänglich gemacht.
Des Weiteren hat der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung am 11.09.2018 ein Diversitätskonzept festgelegt. Dieses berücksichtigt Aspekte wie Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund. So soll der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit eine ausgewogene Altersstruktur aufweisen und damit sowohl jüngere Persönlichkeiten als auch ältere, berufs- und lebenserfahrene Persönlichkeiten umfassen.
Bei Aufsichtsratswahlen ist zusätzlich zu der Eignung nach persönlicher und fachlicher Kompetenz darauf zu achten, dass sowohl weibliche als auch männliche Persönlichkeiten im Aufsichtsrat vertreten sind und sich dieser nach der gesetzlichen Vorgabe zu mindestens 30 % aus Frauen bzw. Männern zusammensetzt.
Das Diversitätskonzept sieht vor, dass sich der Aufsichtsrat aus Persönlichkeiten zusammensetzt, die zum einen aufgrund ihrer persönlichen und fachlichen Kompetenz geeignet sind und die zum anderen möglichst verschiedene Bildungshintergründe (u. a. technische, kaufmännische, juristische und andere geisteswissenschaftliche Ausbildungen) sowie verschiedene Berufshintergründe (u. a. Angehörige technischer, kaufmännischer und geisteswissenschaftlicher Berufe) aufweisen können.
Der Aufsichtsrat verfolgt mit den Zielen für seine Zusammensetzung die Absicht, soweit er darauf Einfluss nehmen kann, eine größtmögliche Vielfalt hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund zu erreichen. Dadurch sollen möglichst vielfältige Perspektiven, Kenntnisse und Erfahrungen in die Arbeit des Aufsichtsrats der Aurubis AG einfließen.
Der Aufsichtsrat wirkt darauf hin, das Diversitätskonzept für seine Zusammensetzung umzusetzen, indem er bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner die in seinem Konzept enthaltenen Diversitätsaspekte berücksichtigt. Die letztendliche Entscheidung über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats obliegt den Aktionären der Aurubis AG in der Hauptversammlung.
STAND DER UMSETZUNG DER ZIELE
Aufsichtsrat und Nominierungsausschuss haben die Kriterien des Kompetenzprofils bei den Vorschlägen zur Aufsichtsratswahl auf der Hauptversammlung 2018 und 2019 berücksichtigt.
Das Diversitätskonzept wurde so weit wie möglich umgesetzt: Nach Ansicht des Aufsichtsrats weist die Seite der Anteilseigner eine ausgewogene Altersstruktur mit jüngeren und älteren Persönlichkeiten auf. Der Aufsichtsrat setzt sich nach der gesetzlichen Vorgabe zu mindestens 30 % aus Frauen bzw. Männern zusammen. Dem Aufsichtsrat gehören Mitglieder mit unterschiedlichen Ausbildungen und Berufshintergründen an. Weitere Informationen zu den persönlichen und fachlichen Kompetenzen können den Lebensläufen der Aufsichtsratsmitglieder entnommen werden, die auf dauerhaft zugänglich sind.
Gemäß Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07.02.2017 waren im Geschäftsjahr 2018/19 nach Einschätzung des Aufsichtsrats Herr Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, Herr Dr. Stephan Krümmer, Frau Dr. Sandra Reich, Frau Andrea Bauer sowie Herr Prof. Dr. Fritz Vahrenholt als unabhängige Mitglieder der Anteilseigner anzusehen.
Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehören dem Gremium somit fünf unabhängige Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner und damit eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die nicht in einer persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zur Gesellschaft, zu deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen stehen, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Personalausschuss, dem Prüfungsausschuss (Audit Committee), dem Nominierungsausschuss, dem Technikausschuss (seit dem 12.06.2019) und dem Vermittlungsausschuss fünf Ausschüsse gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Aufgaben der Ausschüsse sowie ihre Zusammensetzung und Arbeit sind teilweise in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats festgelegt. Die Zusammensetzung der Ausschüsse im Geschäftsjahr ist in diesem Geschäftsbericht aufgeführt. Die Mandate der Aufsichtsratsmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien werden ebenfalls im Geschäftsbericht genannt.
Personalausschuss
Der sechsköpfige Personalausschuss ist paritätisch besetzt. Er befasst sich in Vorbereitung der erforderlichen Aufsichtsratsbeschlüsse mit der Struktur und Höhe der Vergütung für den gesamten Vorstand, der Vorbereitung von Vorstandsverträgen und der Auswahl von geeigneten Kandidaten für die Besetzung von Vorstandspositionen. Vorsitzender des Personalausschusses ist der Vorsitzende des Aufsichtsrats.
Prüfungsausschuss
Aufgabe des sechsköpfigen, paritätisch besetzten Prüfungsausschusses ist hauptsächlich die Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance.
Der Prüfungsausschuss legt dem Aufsichtsrat eine Präferenz und eine begründete Empfehlung für die Wahl des Abschlussprüfers vor, die in den Fällen der Ausschreibung des Prüfungsmandats mindestens zwei Kandidaten umfasst. Der Prüfungsausschuss überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasst sich darüber hinaus mit den von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen, mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung.
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Berichtsjahr, Herr Dr. Stephan Krümmer, verfügt aus seiner beruflichen Praxis über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Er ist kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft, dessen Bestellung vor weniger als zwei Jahren endete.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss ist gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Seine Aufgabe ist es, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern zu benennen.
Vermittlungsausschuss
Der Vermittlungsausschuss tagte im Berichtsjahr nicht.
Technikausschuss
Mit Wirkung zum 12.06.2019 hat der Aufsichtsrat einen Technikausschuss gebildet. Der vierköpfige Ausschuss ist paritätisch besetzt. Aufgabe des Technikausschusses ist u. a. die strategische Unterstützung und Überwachung des Vorstands bei der Umsetzung wesentlicher Investitionsprojekte. Den Vorsitz hat Prof. Dr. Karl Friedrich Jacob.
AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG
Die Aktionäre der Aurubis AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Es gibt keine unterschiedlichen Gattungen von Aktien.
Die Hauptversammlung wählt die von den Anteilseignern ohne Bindung an Wahlvorschläge zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats und beschließt über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen und die Zustimmung zu Unternehmensverträgen, ferner über die Vergütung des Aufsichtsrats sowie über Satzungsänderungen der Gesellschaft. In besonderen Fällen sieht das Aktiengesetz die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor bzw. empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex, eine solche einzuberufen.
Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet und seine Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts ordnungsgemäß nachweist, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können oder wollen, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Aurubis AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben. Nähere Einzelheiten gibt die Aurubis AG in der Einberufung der Hauptversammlung bekannt.
Die Einladung zur Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktien- bzw. kapitalmarktrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der Aurubis AG in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt.
KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT SOWIE COMPLIANCE
Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Im Rahmen unseres werteorientierten Konzernmanagements sorgt ein angemessenes Risikomanagement dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Das Risikomanagement berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Einzelheiten zum Risikomanagement der Aurubis AG sind im Risikobericht dargestellt. Darin ist der gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geforderte Bericht zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystem enthalten.
Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien und wirkt auf die Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Das Compliance-Management-System wurde auch im Geschäftsjahr 2018/19 weiter ausgebaut, um den sich aus den gesetzlichen Anforderungen und dem Verhaltenskodex ergebenden Anforderungen gerecht zu werden.
Compliance wird im Unternehmen durch Prävention, Kontrolle und Sanktion sichergestellt. Präventive Maßnahmen sind interne Richtlinien, die Beratung und besonders die Schulung von Mitarbeitern. Sollten Verstöße gegen Gesetze oder interne Richtlinien festgestellt werden, greifen arbeits-, zivil-, aber auch strafrechtliche Sanktionen.
Der Chief Compliance Officer des Unternehmens ist zentraler Ansprechpartner für alle compliancerelevanten Fragen. Er berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. An den einzelnen Standorten des Konzerns stehen den Mitarbeitern auch lokale Compliance-Verantwortliche als Ansprechpartner zur Verfügung.
Beschäftigten wird über eine "Whistleblower-Hotline" eines externen Dienstleisters die Möglichkeit eingeräumt, auch anonym Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Diese Möglichkeit kann auch von Dritten genutzt werden.
MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE SOWIE AKTIENBESITZ DER ORGANMITGLIEDER
Gemäß Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU 596/2014) müssen die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG und bestimmte Mitarbeiter in Führungspositionen sowie die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft und sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenlegen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.
Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass es in der Zeit vom 01.10.2018 bis zum 30.09.2019 Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert hat:
| ― | Herr Prof. Dr. Fritz Vahrenholt: 2.500 Stückaktien gekauft |
Ein Mitglied des Vorstands hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass es in der Zeit vom 01.10.2018 bis zum 30.09.2019 Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert hat:
| ― | Herr Roland Harings: 10.000 Stückaktien gekauft |
RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG
Die Aurubis AG stellt ihren Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der Aurubis AG wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) und nach Aktiengesetz (AktG) aufgestellt. Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie vom Aufsichtsrat geprüft. Die Aurubis AG veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2018/19 einen zusammengefassten Lagebericht für die Aurubis AG und den Konzern. Der Zwischenbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden vor der Veröffentlichung vom Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert.
Die Wahl des Abschlussprüfers der Gesellschaft erfolgte gemäß den aktienrechtlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Prüfer des Konzernabschlusses 2018/19 und des zusammengefassten Lageberichts sowie des HGB-Abschlusses 2018/19 der Aurubis AG war die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg. Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2018/19 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis mit Prüfung des Geschäftsjahres 2018/19 damit das erste Mal geprüft. Entsprechend übernahm die verantwortliche Wirtschaftsprüferin Annika Deutsch die Prüfung des Konzerns und der Gesellschaft ebenfalls erstmalig.
Der Aufsichtsrat hat vor Unterbreitung des Wahlvorschlags die vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehene Erklärung der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu deren Unabhängigkeit eingeholt. Die Prüfungen erfolgten nach deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. festgelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung; ergänzend wurden die International Standards on Auditing beachtet. Sie umfassten auch das Risikomanagement und die Einhaltung der Berichtspflichten zur Corporate Governance nach § 161 AktG.
Mit dem Abschlussprüfer wurde zudem vertraglich vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet.
Hamburg, im Dezember 2019
Für den Vorstand
Roland Harlngs, Vorsitzender
Rainer Verhoeven, Mitglied
Vergütungsbericht für den Vorstand und den Aufsichtsrat
der Aurubis AG
Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Er erläutert die Struktur und Höhe der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung der Aurubis AG.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
Der Aufsichtsrat setzt auf Vorschlag des Personalausschusses die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest, er beschließt und überprüft regelmäßig das Vergütungssystem für den Vorstand.
Der Aufsichtsrat hatte das Vergütungssystem unter Einbeziehung eines unabhängigen externen Vergütungsexperten zuletzt im Jahr 2017 grundlegend überarbeitet. Das neue Vergütungssystem entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes (AktG) und des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07.02.2017, insbesondere Ziffer 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Hauptversammlung hat das neue System für die Vergütung des Vorstands am 01.03.2018 gemäß § 120 Abs. 4 AktG 1 gebilligt.
Aufgrund der Rückmeldungen von Investoren hat der Aufsichtsrat entschieden, die Zusammensetzung des Jahresbonus zu ändern. Die Anpassung hat der Aufsichtsrat am 11.09.2018 beschlossen.
Namentlich berechnet sich der Jahresbonus ab dem 01.10.2018 mit einer höheren Gewichtung von 60 % (zuvor 50 %) nach der für das Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung für die operative EBT-Komponente sowie mit einer niedrigeren Gewichtung von 40 % (zuvor 50 %) nach der für das jeweilige Geschäftsjahr vorgenommenen Beurteilung der individuellen Leistung des Vorstandsmitglieds.
1 Paragrafen des AktG nachfolgend in der zum 30.09.2019 geltenden Fassung.
Vor dem Hintergrund der grundlegenden Überarbeitung des Deutschen Corporate Governance Kodex und des veröffentlichten Referentenentwurfs zur Umsetzung der 2. Aktionärsrechterichtlinie (EU 2017/828, ARUG II) sieht der Aufsichtsrat derzeit von einer weitergehenden Überarbeitung des Vergütungssystems ab. Sowohl der Entwurf des Deutschen Corporate Governance Kodex als auch der Referentenentwurf zum ARUG II sehen umfassende Regelungen zur Vergütung der Organe der börsennotierten Gesellschaft vor. Zum Bilanzstichtag 30.09.2019 waren sowohl der Deutsche Corporate Governance Kodex in der am 09.05.2019 beschlossenen Fassung als auch das ARUG II noch nicht in Kraft getreten.
Das neue Vergütungssystem gilt für den zum 20.05.2019 bestellten stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Roland Harings (seit 01.07.2019 Vorstandsvorsitzender), den Finanzvorstand Rainer Verhoeven und für den zum 01.10.2018 bestellten technischen Vorstand Dr. Thomas Bünger. Für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schachler (bestellt bis 30.06.2019) galt noch das alte Vergütungssystem.
ALTES VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN VORSTAND
Die Vergütung ist in den Anstellungsverträgen festgelegt und besteht aus aufeinander abgestimmten Vergütungsbestandteilen.
Im Einzelnen handelt es sich um Festbezüge, variable Bezüge sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen.
Fixe Komponenten
Der fixe Teil der Vergütung besteht aus den Festbezügen, den Nebenleistungen und den Pensionszusagen. Die jährlichen Festbezüge betrugen für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Herrn Schachler 600.000 € und wurden monatlich in gleichen Raten bis zum Ausscheiden ausgezahlt.
Zusätzlich erhielt Herr Schachler Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.
Herrn Schachler wurde von der Gesellschaft eine beitragsorientierte Pensionszusage gewährt, für die jährlich ein Beitrag in Höhe von 140.000 € an ein Versicherungsunternehmen gezahlt wurde.
Herr Schachler erhielt zusätzlich eine beitragsorientierte betriebliche Altersvorsorge. Diese Altersvorsorge ist als Kapitalzusage ausgestaltet. Zum Ende eines jeden Geschäftsjahrs wurden für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden 120.000 € in Rück-deckungsversicherungen eingezahlt.
Variable Komponenten
Das alte System zur variablen Vergütung umfasst zwei Komponenten, die jährlich zur Auszahlung kommen: Die erste Komponente (Komponente I) ist abhängig von einer jährlichen Zielerreichung, bezogen auf ein bereinigtes, durchschnittliches EBT (Earnings Before Taxes) des Konzerns von drei Jahren, und zwar jeweils bezogen auf das laufende sowie die beiden dem jeweiligen Geschäftsjahr vorangegangenen Geschäftsjahre. Zielwert ist ein aus einem ROCE (Return on Capital Employed) von 15 % abgeleitetes EBT. Wenn das EBT unterhalb von 40 % des Zielwerts liegt, entfällt eine Zahlung aus der Komponente I. Der Zielbonus der Komponente I kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Der maximal zu erreichende Betrag aus dieser Komponente beträgt bei 100 % Zielerreichung 750.000 € für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden.
Die Komponente II sieht eine jährliche Beurteilung der gesamthaften (Komponente II a) und individuellen (Komponente II b) Leistung des Vorstands durch den Aufsichtsrat vor. Beide Komponenten basieren auf einer qualitativen, kriteriengestützten Beurteilung der nachhaltigen Unternehmensführung. Der Zielbonus der Komponente II kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Eine Auszahlung von mindestens 50 % des Zielbonus erfolgt immer, es sei denn, die Gewährung wäre unbillig im Sinne des § 87 Abs. 2 AktG. Der maximal zu erreichende Betrag aus den Komponenten II a und II b beträgt für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden jeweils 250.000 €.
Der Zielbonus der Komponente I beträgt 60 % der gesamten variablen Bezüge, der Zielbonus der Komponente II 40 %.
Vorzeitige Beendigung
Der Dienstvertrag von Herrn Schachler enthielt keine Change-of-Control-Klauseln.
ERLÄUTERUNG DES NEUEN VERGÜTUNGSSYSTEMS FÜR DEN VORSTAND
Auch das neue Vergütungssystem setzt sich aus fixen und variablen Komponenten zusammen. Die Vergütungsstruktur beinhaltet insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsbestandteile betragsmäßige Höchstgrenzen. Das neue Vergütungssystem gilt für den Vorstandsvorsitzenden Roland Harings, den Finanzvorstand Rainer Verhoeven und für den zum 01.10.2018 bestellten technischen Vorstand Dr. Thomas Bünger.
Gemäß dem Anstellungsvertrag wird zum 01.04.2020 die Gesamtvergütung von Herrn Dr. Bünger an das Niveau von Herrn Verhoeven angeglichen.
Die variablen Vergütungsbestandteile enthalten ein- und mehrjährige variable Vergütungsbestandteile. Zu den unterschiedlichen Vergütungsbestandteilen im Detail:
Fixe Komponenten
Die fixen Bestandteile der Vergütung bestehen aus den Festbezügen, den Pensionszusagen und Nebenleistungen.
Die jährlichen Festbezüge betragen für Herrn Harings 600.000 €, für Herrn Verhoeven 420.000 € und für Herrn Dr. Bünger 340.000 € und werden monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.
Alle Vorstandsmitglieder erhalten eine Versorgungszusage zur betrieblichen Altersversorgung in Form einer Ruhegeldzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt für den Vorstandsvorsitzenden 140.000 € pro Jahr und für ordentliche Vorstandsmitglieder 100.000 € pro Jahr. Die Beträge werden in Rückdeckungsversicherungen eingezahlt.
Zusätzlich erhalten alle Vorstandsmitglieder eine beitragsorientierte betriebliche Altersversorgung in Form einer Kapitalzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt für den Vorstandsvorsitzenden 120.000 € pro Jahr und für ordentliche Vorstandsmitglieder 80.000 € pro Jahr. Der jeweilige Vorstand kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahrs, jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, über den angesammelten Kapitalbetrag verfügen.
Zusätzlich erhalten Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.
Der Aufsichtsrat kann für außerordentliche Leistungen, die durch die reguläre Vergütung nicht abgegolten sind, nach seinem Ermessen eine Sondervergütung gewähren, die im Anstellungsvertrag vorgesehen ist. Insgesamt darf der Gesamt-Cap jedoch nicht überschritten werden. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde keine Sondervergütung gewährt. Der Aufsichtsrat hatte zuletzt und bisher einmalig eine Sondervergütung im Geschäftsjahr 2015/16 gewährt. Mit dieser hatte der Aufsichtsrat die interimsmäßige Übernahme zusätzlicher Aufgaben im Vorstand durch Herrn Faust als Sprecher des Vorstands und Herrn Dr. Boel abgegolten, bis Herr Schachler am 01.07.2016 die vakante Position des Vorstandsvorsitzenden übernommen hatte.
Variable Komponenten
Das System der variablen Vergütung umfasst sowohl eine einjährige variable Vergütung ("Jahresbonus") als auch eine mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung. Die mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung setzt sich aus einem Performance Cash Plan über drei Geschäftsjahre sowie einem Aktien-Deferral (virtuelle Aktien) über zwei Geschäftsjahre zusammen. Das Verhältnis mehrjähriger zu einjähriger variabler Vergütung beträgt 60:40, sodass die mehrjährige variable Vergütung überwiegt.
Variable Vergütung

Jahresbonus
Die einjährige variable Vergütung (der Jahresbonus) wird zu zwei Dritteln nach Ablauf des Geschäftsjahrs ausbezahlt und beträgt für Herrn Harings bei 100 % Zielerreichung 400.000 € (maximal 500.000 €), für Herrn Verhoeven bei 100 % Zielerreichung 272.00 0 € (maximal 340.000 €) und für Herrn Dr. Bünger bei 100 % Zielerreichung 220.000 € (maximal 275.000 €). Das verbleibende Drittel des Jahresbonus wird in ein virtuelles Aktien-Deferral mit zweijähriger Laufzeit überführt.
Der Jahresbonus berechnet sich mit einer Gewichtung von 60 % nach der für das Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung für die operative EBT-Komponente sowie mit einer Gewichtung von 40 % nach der für das jeweilige Geschäftsjahr vorgenommenen Beurteilung der individuellen Leistung des Vorstandsmitglieds, beides multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert.
Funktionsweise Jahresbonus

Die Zielerreichung für das operative EBT ermittelt sich auf Basis eines Ist/Ist-Vergleichs. Der Istwert des operativen EBT im jeweiligen Geschäftsjahr wird mit dem Istwert des operativen EBT des diesem Geschäftsjahr vorausgehenden Geschäftsjahrs ("Vorjahr") verglichen. Bei einem gleichbleibenden operativen EBT gegenüber dem Vorjahr beträgt die Zielerreichung 100 %. Wird das operative EBT um 20 % gesteigert, so wird der Maximalwert von 125 % der Zielerreichung erreicht. Bei einem operativen EBT von -40 % gegenüber dem Vorjahr wird der Mindestwert von 62,5 % der Zielerreichung erreicht. Eine Zielerreichung zwischen diesen Punkten (62,5 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des operativen EBT zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Wird der Mindestwert unterschritten, beträgt die Zielerreichung 0 %. Ist das operative EBT sowohl im Vorjahr als auch im jeweiligen Geschäftsjahr negativ, ist der Aufsichtsrat berechtigt, die Zielerreichung nach billigem Ermessen festzusetzen. Wird im Vorjahr ein positives operatives EBT erzielt und im jeweiligen Geschäftsjahr ein negatives EBT, so beträgt die Zielerreichung 0 %. Durch den Vergleich mit dem Vorjahres-EBT wird im Jahresbonus ein Wachstum des operativen Konzernergebnisses und somit eine Stärkung der Ertragskraft des Unternehmens honoriert.
Kalibrierung der Erfolgsziele - EBT

Die individuelle Leistung wird vom Aufsichtsrat beurteilt und beruht auf zuvor im Anstellungsvertrag bzw. in entsprechenden Nachträgen definierten Kriterien. Als Kriterien für die Bewertung der individuellen Leistung sind zurzeit die strategische Unternehmensentwicklung, Mitarbeiter und Führung sowie die Corporate Social Responsibility festgelegt worden. Für das Geschäftsjahr 2019/20 wird die Ergebnisverbesserung als viertes Kriterium ergänzt. Der Grad der Zielerreichung kann vom Aufsichtsrat zwischen 0 % und 125 % festgelegt werden. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Jahresbonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).
Der Jahresbonus sieht für Vorstandsmitglieder einen Cap bei 125 % des Zielwerts vor. Der Jahresbonus kann daher für Herrn Harings maximal 750.000 €, für Herrn Verhoeven maximal 510.000 € und für Herrn Dr. Bünger maximal 412.500 € betragen.
Die Auszahlung von zwei Dritteln des Jahresbonus erfolgt direkt nach Ablauf des Geschäftsjahrs. Das letzte Drittel fließt in das Aktien-Deferral, das nachfolgend erläutert wird. Auch für die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral gilt ein Cap).
Aktien-Deferral
Um eine Aktienorientierung der variablen Vergütung zu gewährleisten, fließt ein Drittel des erreichten Jahresbonus in ein virtuelles Aktien-Deferral. Das Aktien-Deferral sieht eine zweijährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage vor und beträgt für Herrn Harings bei 100 % Zielerreichung 200.000 €, für Herrn Verhoeven bei 100 % Zielerreichung 136.000 € und für Herrn Dr. Bünger bei 100 % Zielerreichung 110.000 €.
Die Anzahl der virtuellen Aktien zu Beginn der zweijährigen Sperrfrist berechnet sich durch Division eines Drittels des erreichten Jahresbonus durch den Startaktienkurs. Der Startaktienkurs bezeichnet dabei das arithmetische Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der zweijährigen Laufzeit des Deferrals.
Funktionsweise Aktien-Deferral

1 Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der Sperrfrist.
2 Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Ende der Sperrfrist.
Nach Ablauf der zweijährigen Laufzeit wird die Anzahl an virtuellen Aktien mit dem Endaktienkurs multipliziert. Der Endaktienkurs ergibt sich ebenfalls aus dem arithmetischen Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage, diesmal vor Ende der Laufzeit. Der resultierende Betrag wird in bar am Ende der zweijährigen Laufzeit an die Vorstandsmitglieder ausbezahlt. Die Auszahlungshöhe ist jedoch auf 150 % des Ausgangswerts (entspricht einem Drittel des erreichten Jahresbonus) begrenzt. Damit ist die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral für Herrn Harings auf einen Betrag von 375.0 00 €, für Herrn Verhoeven auf einen Betrag von 255.0 0 0 € und für Herrn Dr. Bünger auf einen Betrag von 206.250 € begrenzt.
Performance Cash Plan
Der Performance Cash Plan sieht eine dreijährige, zukunftsbezo-gene Bemessungsgrundlage vor. Maßgebliches Erfolgsziel ist der im Geschäftsbericht ausgewiesene durchschnittliche operative Return on Capital Employed (ROCE) über die dreijährige Periode. Der Auszahlungsbetrag errechnet sich aus der am Ende der dreijährigen Periode festgestellten Zielerreichung für den operativen ROCE, multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert des Performance Cash Plan. Der Zielwert beträgt für Herrn Harings derzeit 400.000 €, für Herrn Verhoeven 272.000 € und für Herrn Dr. Bünger 220.000 €. Der ermittelte Auszahlungsbetrag ist auf 125 % des Zielwerts begrenzt und kann daher für Herrn Harings maximal 500.000 €, für Herrn Verhoeven maximal 340.000 € und für Herrn Dr. Bünger maximal 275.000 € betragen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Performance Cash Bonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).
Zur Feststellung der endgültigen Zielerreichung des Performance Cash Plan wird am Ende der dreijährigen Periode der Durchschnitt des während der Periode jährlich nach Ende der jeweiligen Geschäftsjahre erreichten operativen ROCE bestimmt. Der Aufsichtsrat legt einen Wert bei 100 % Zielerreichung ("Zielwert") für den durchschnittlichen operativen ROCE sowie Werte für 50 % Zielerreichung ("Mindestwert") und 125 % Zielerreichung ("Maximalwert") fest. Der Zielwert des durchschnittlichen operativen ROCE für die dreijährigen Zeiträume der Geschäftsjahre 2017/18 bis einschließlich 2019/20 und 2018/19 bis einschließlich 2020/21 beträgt 12 %, der Mindestwert 6 % und der Maximalwert 15 %.
Die gleichen Zielwerte gelten auch für den nächsten dreijährigen Zeitraum 2019/20 bis einschließlich 2021/22. Eine Zielerreichung zwischen di esen Punkten (50 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Mindestwert unterschritten, findet keine Auszahlung aus dem Performance Cash Plan statt. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des durchschnittlichen operativen ROCE zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Der Performance Cash Plan incentiviert durch einen ambi-tionierten ROCE-Zielkorridor die Erwirtschaftung eines positiven Wertbeitrags. Die Auszahlung findet am Ende der jeweiligen dreijährigen Periode in bar statt.
Funktionsweise Performance Cash Plan

Kalibrierung der Erfolgsziele - ROCE

Gesamt-Cap
Insgesamt (Festbezüge und variable Komponenten) ist die Vergütung für Herrn Harings begrenzt auf einen Betrag von 1.975.000 €, für Herrn Verhoeven auf einen Betrag von 1.355.0 0 0 € und für Herrn Dr. Bünger auf einen Betrag von 1.096.250 €. Nebenleistungen und Versorgungsbeiträge aus Pensionszusagen fallen nicht unter den Gesamt-Cap.
Vorzeitige Beendigung
Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund wird im Rahmen des neuen Vergütungssystems eine Abfindung gezahlt, die entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt ist und keinen längeren Zeitraum als die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet. Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine Change-of-Control-Klauseln.
HÖHE DER VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR 2018/19
Insgesamt betrug die Vergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018/19 3.441.845 € einschließlich eines Versorgungsaufwand von 560.165 € sowie dem virtuellen Aktien-Deferral in Höhe von 117.392 €.
Das der Berechnung der EBT-Komponente zugrunde gelegte operative EBT des Geschäftsjahres wurde um einen Sondereffekt in Höhe von 31 Mio. € angepasst. Die Anpassung steht im Zusammenhang mit der veränderten Herleitung der operativen Ergebnisgröße.
Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 12.06.2019 wurde der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schachler, dessen Vertrag zum 30.06.2019 auslief, mit sofortiger Wirkung freigestellt. Seine Bezüge wurden bis zum Vertragsende gewährt. Die Beträge zur beitragsorientierten Pensionszusage sowie zur beitragsorientierten betrieblichen Altersvorsorge für Herrn Schachler wurden bereits im Geschäftsjahr 2017/18 vorschüssig entrichtet und damit vollständig beglichen.
Für die Pensionsansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft auf Basis von IFRS Pensionsrückstellungen gebildet. Im Berichtsjahr betrugen die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder 560.165 €. Dieser Betrag entspricht den Beiträgen an eine externe Altersversorgung.
Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 2.237.067 €, die Rückstellungen für ihre Pensionsansprüche betragen insgesamt 27.789.965 € nach HGB bzw. 34.537.696 € nach IAS.
Einzelheiten ergeben sich in individualisierter Form aus den nachfolgenden Tabellen:
Gewährte Zuwendungen
| in € | Feste Vergütung | Nebenleistungen | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| Roland Harings 2 | 2017/18 | |||
| Stv. Vorstandsvorsitzender vom 20.05.2019 bis 30.06.2019 Vorstandvorsitzender | 2018/19 | 221.739 | 6.334 | 228.073 |
| Min | 221.739 | 6.334 | 228.073 | |
| seit 01.07.2019 | Max | 221.739 | 6.334 | 228.073 |
| Dr. Thomas Bünger | 2017/18 | |||
| Vorstand seit 01.10.2018 | 2018/19 | 340.000 | 30.439 | 370.439 |
| Min | 340.000 | 30.439 | 370.439 | |
| Max | 340.000 | 30.439 | 370.439 | |
| Rainer Verhoeven | 2017/18 | 315.000 | 10.754 | 325.754 |
| Vorstand seit 01.01.2018 | 2018/19 | 420.000 | 15.935 | 435.935 |
| Min | 420.000 | 15.935 | 435.935 | |
| Max | 420.000 | 15.935 | 435.935 | |
| Jürgen Schachler 3 | 2017/18 | 600.000 | 22.474 | 622.474 |
| Vorstandsvorsitzender vom 01.07.2016 bis 30.06.2019 | 2018/19 | 450.000 | 17.922 | 467.922 |
| Min | 450.000 | 17.922 | 467.922 | |
| Max | 450.000 | 17.922 | 467.922 | |
| Dr. Stefan Boel 4 | ||||
| Vorstand vom 19.04.2008 bis | 2017/18 | 350.000 | 15.651 | 365.651 |
| 31.07.2018 | 2018/19 | |||
| Summe | 2017/18 | 1.265.000 | 48.879 | 1.313.879 |
| 2018/19 | 1.431.739 | 70.630 | 1.502.369 |
Zufluss
| in € | Feste Vergütung | Nebenleistungen | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| Roland Harings 2 | ||||
| Stv. Vorstandsvorsitzender vom 20.05.2019 bis 30.06.2019 | 2017/18 | |||
| Vorstandvorsitzender seit 01.07.2019 | 2018/19 | 221.739 | 6.334 | 228.073 |
| Dr. Thomas Bünger Vorstand | 2017/18 | |||
| seit 01.10.2018 | 2018/19 | 340.000 | 30.439 | 370.439 |
| Rainer Verhoeven Vorstand | 2017/18 | 315.000 | 10.754 | 325.754 |
| seit 01.01.2018 | 2018/19 | 420.000 | 15.935 | 435.935 |
| Jürgen Schachler 3 Vorstandsvorsitzender | 2017/18 | 600.000 | 22.474 | 622.474 |
| vom 01.07.2016 bis 30.06.2019 | 2018/19 | 450.000 | 17.922 | 467.922 |
| Dr. Stefan Boel 4 Vorstand vom 19.04.2008 bis | 2017/18 | 350.000 | 15.651 | 365.651 |
| 31.07.2018 | 2018/19 | |||
| Summe | 2017/18 | 1.265.000 | 48.879 | 1.313.879 |
| 2018/19 | 1.431.739 | 70.630 | 1.502.369 |
| Einjährige variable Vergütung | Mehrjährige variable Vergütung | Mehrjährige variable Vergütung Aktien-Deferral | Mehrjährige variable Vergütung Performance Cash Plan | Gesamtsumme | Versorgungsaufwand1 | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 139.123 | 69.562 | 112.584 | 549.342 | 200.165 | 749.507 | |
| 0 | 0 | 0 | 228.073 | 200.165 | 428.238 | |
| 183.562 | 137.671 | 183.562 | 732.867 | 200.165 | 933.032 | |
| 208.426 | 104.213 | 168.667 | 851.744 | 180.000 | 1.031.744 | |
| 0 | 0 | 0 | 370.439 | 180.000 | 550.439 | |
| 275.000 | 206.250 | 275.000 | 1.126.689 | 180.000 | 1.306.689 | |
| 199.594 | 99.797 | 240.720 | 865.865 | 160.000 | 1.025.865 | |
| 257.690 | 128.845 | 208.533 | 1.031.003 | 180.000 | 1.211.003 | |
| 0 | 0 | 0 | 435.935 | 180.000 | 615.935 | |
| 340.000 | 255.000 | 340.000 | 1.370.935 | 180.000 | 1.550.935 | |
| 500.000 | 504.750 | 1.627.224 | 260.000 | 1.887.224 | ||
| 375.000 | 410.063 | 1.252.985 | 0 | 1.252.985 | ||
| 187.500 | 0 | 655.422 | 0 | 655.422 | ||
| 375.000 | 562.500 | 1.405.422 | 0 | 1.405.422 | ||
| 291.667 | 280.417 | 937.735 | 150.000 | 1.087.735 | ||
| 991.261 | 785.167 | 99.797 | 240.720 | 3.430.824 | 570.000 | 4.000.824 |
| 980.239 | 410.063 | 302.619 | 489.784 | 3.685.075 | 560.165 | 4.245.240 |
| Einjährige variable Vergütung5 | Mehrjährige variable Vergütung5 | Mehrjährige variable Vergütung Aktien-Deferral6 | Mehrjährige variable Vergütung Performance Cash Plan | Gesamtsumme | Versorgungsaufwand1 | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 0 | 0 | 0 | |||
| 0 | 0 | 0 | 0 | 228.073 | 200.165 | 428.238 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | |||
| 0 | 0 | 0 | 0 | 370.439 | 180.000 | 550.439 |
| 227.419 | 553.173 | 160.000 | 713.173 | |||
| 227.419 | 0 | 0 | 0 | 663.354 | 180.000 | 843.354 |
| 475.000 | 559.500 | 1.656.974 | 260.000 | 1.916.974 | ||
| 475.000 | 559.500 | 1.502.422 | 0 | 1.502.422 | ||
| 262.500 | 310.833 | 938.984 | 150.000 | 1.088.984 | ||
| 964.919 | 870.333 | 0 | 0 | 3.149.131 | 570.000 | 3.719.131 |
| 702.419 | 559.500 | 0 | 0 | 2.764.288 | 560.165 | 3.324.453 |
1 Nach HGB ergab sich ein Versorgungsaufwand von 200.165 € für Roland Harings, 180.000 € (Vj. 160.000 €) für Rainer Verhoeven, 180.000 € für Dr. Thomas Bünger und 260.000 € (Vj. 260.000 €) für Jürgen Schachler.
2 Hierbei handelt es sich um die Vergütung für den Zeitraum 20.05.2019 bis 30.09.2019.
3 Hierbei handelt es sich um die Vergütung für den Zeitraum 01.10.2018 bis 30.06.2019.
4 Hierbei handelt es sich um die Vergütung im abgelaufenen GJ 2017/18 für den Zeitraum 01.10.2017 bis 31.07.2018.
5 Abweichend zum Vorjahr werden im GJ 2018/19 erstmalig die tatsächlichen Zuflüsse (Auszahlungsbeträge) unabhängig vom Zeitpunkt der Entstehung der Ansprüche angegeben.
6 Der beizulegende Zeitwert basierend auf Plandaten beträgt 117.392 €. Für das Aktien-Deferral 2018/19 besteht ein Bezugsrecht von 1.516 virtuellen Aktien für Roland Harings, 2.741 virtuellen Aktien für Rainer Verhoeven und 1.784 virtuellen Aktien für Dr. Thomas Bünger.
Die variable mehrjährige Vergütung im alten Vorstandsvergütungssystem (Jürgen Schachler) für das GJ 2018/19 bemisst sich nach dem Verhältnis des operativen Ist- zum Soll-EBT bezogen auf den Aurubis-Konzern und den Durchschnitt der GJ 2016/17, 2017/18 und 2018/19. Das durchschnittliche operative Ist-EBT beträgt rund 283 Mio. € und bedeutet eine Zielerreichung von rund 62 %.
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2018/19
in €
| Name | Feste Vergütung | Vergütung für Ausschusstätigkeit | Sitzungsgeld | Insgesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Prof. Dr. Fritz Vahrenholt | 2017/18 | 162.945 | 44.489 | 17.000 | 224.434 |
| 2018/19 | 225.000 | 50.000 | 10.000 | 285.000 | |
| Renate Hold-Yilmaz | 2017/18 | 150.000 | 25.000 | 18.000 | 193.000 |
| 2018/19 | 82.603 | 20.651 | 9.000 | 112.254 | |
| Deniz Filiz Acar | 2017/18 | ||||
| 2018/19 | 31.027 | 4.562 | 3.000 | 38.589 | |
| Andrea Bauer | 2017/18 | 20.753 | 1.706 | 2.000 | 24.459 |
| 2018/19 | 75.000 | 12.062 | 7.000 | 94.062 | |
| Burkhard Becker | 2017/18 | 31.233 | 9.370 | 10.000 | 50.603 |
| 2018/19 | |||||
| Dr. Bernd Drouven | 2017/18 | 31.233 | 12.494 | 6.000 | 49.727 |
| 2018/19 | |||||
| Christian Ehrentraut | 2017/18 | ||||
| 2018/19 | 31.027 | 4.562 | 5.000 | 40.589 | |
| Dr.-Ing. Joachim Faubel | 2017/18 | 31.233 | 0 | 6.000 | 37.233 |
| 2018/19 | |||||
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann | 2017/18 | 137.466 | 46.911 | 19.000 | 203.377 |
| 2018/19 | 75.000 | 25.000 | 14.000 | 114.000 | |
| Karl-Heinz Hamacher | 2017/18 | 43.973 | 8.795 | 5.000 | 57.768 |
| 2018/19 | 18.904 | 3.781 | 0 | 22.685 | |
| Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob | 2017/18 | 43.973 | 13.192 | 9.000 | 66.165 |
| 2018/19 | 75.000 | 22.541 | 12.000 | 109.541 | |
| Jan Koltze | 2017/18 | 75.000 | 15.000 | 14.000 | 104.000 |
| 2018/19 | 75.000 | 19.562 | 12.000 | 106.562 | |
| Dr. Stephan Krümmer | 2017/18 | 43.973 | 21.986 | 8.000 | 73.959 |
| 2018/19 | 75.000 | 39.781 | 14.000 | 128.781 | |
| Dr. Elke Lossin | 2017/18 | 43.973 | 8.795 | 7.000 | 59.768 |
| 2018/19 | 75.000 | 15.000 | 12.000 | 102.000 | |
| Dr. Sandra Reich | 2017/18 | 75.000 | 11.898 | 13.000 | 99.898 |
| 2018/19 | 75.000 | 15.000 | 12.000 | 102.000 | |
| Stefan Schmidt | 2017/18 | 43.973 | 8.795 | 8.000 | 60.768 |
| 2018/19 | 97.808 | 19.562 | 12.000 | 129.370 | |
| Edna Schöne | 2017/18 | 21.986 | 2.199 | 1.000 | 25.185 |
| 2018/19 | |||||
| Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek | 2017/18 | 31.233 | 9.370 | 6.000 | 46.603 |
| 2018/19 | |||||
| Rolf Schwertz | 2017/18 | 31.233 | 0 | 6.000 | 37.233 |
| 2018/19 | |||||
| Melf Singer | 2017/18 | 43.973 | 4.397 | 5.000 | 53.370 |
| 2018/19 | 75.000 | 9.801 | 9.000 | 93.801 | |
| Ralf Winterfeldt | 2017/18 | 31.233 | 9.370 | 6.000 | 46.603 |
| 2018/19 | 24.658 | 3.740 | 4.000 | 32.398 | |
| Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg | 2017/18 | 31.233 | 15.616 | 10.000 | 56.849 |
| 2018/19 | |||||
| Insgesamt | 2017/18 | 1.125.619 | 269.383 | 176.000 | 1.571.002 |
| 2018/19 | 1.111.027 | 265.603 | 135.000 | 1.511.630 |
Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde von der Hauptversammlung mit Wirkung zum 01.10.2015 neu festgelegt und ist in § 2 der Satzung der Aurubis AG geregelt. Sie orientiert sich an der unterschiedlichen Beanspruchung im Aufsichtsrat und in seinen Ausschüssen.
Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz der bei der Ausübung seines Amtes entstandenen Auslagen eine feste Vergütung von 75.000 €/Geschäftsjahr. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, sein Stellvertreter das Doppelte dieses Betrags.
Aufsichtsratsmitglieder, die dem Personal- und/oder Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 15.000 €/Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die den weiteren Ausschüssen des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 7.500 €/Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem Ausschuss des Aufsichtsrats den Vorsitz innehaben, erhalten pro Vorsitz in einem Ausschuss das Doppelte des Betrags/Geschäftsjahr.
Die feste Vergütung für die Ausschusstätigkeiten wird gemäß § 12 Abs. 2 der Satzung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats auf 25.000 €/Geschäftsjahr begrenzt. Die Begrenzung für jeden Vorsitzenden eines Ausschusses beträgt 50.000 €/Geschäftsjahr.
Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat oder einem seiner Ausschüsse nicht während des vollen Geschäftsjahrs angehören, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihres Amtes.
Des Weiteren erhalten die Aufsichtsratsmitglieder für jede Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats und eines seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 €.
Auf dieser Basis erhielten die Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 1.511.630 €.
Hamburg, den 10.12.2019
Für den Vorstand
Roland Harings, Vorsitzender
Rainer Verhoeven, Mitglied
Für den Aufsichtsrat
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender
Bilanz zum 30.09.2019
Aktiva
| in T€ | Anhang-Nr. | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 101.514 | 102.882 | |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 0 | |
| geleistete Anzahlungen | 7.110 | 8.511 | |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 108.624 | 111.393 | |
| Grundstücke und Bauten | 189.952 | 161.525 | |
| technische Anlagen und Maschinen | 229.166 | 230.911 | |
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 27.884 | 20.246 | |
| geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 91.061 | 76.920 | |
| Sachanlagen | 538.063 | 489.602 | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.493.700 | 1.488.901 | |
| Beteiligungen | 2 | 2 | |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 11.243 | 29.876 | |
| sonstige Ausleihungen | 9 | 18 | |
| Finanzanlagen | 1.504.954 | 1.518.797 | |
| 1 | 2.151.641 | 2.119.792 | |
| Umlaufvermögen | |||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 224.907 | 295.309 | |
| unfertige Erzeugnisse | 479.679 | 454.011 | |
| fertige Erzeugnisse und Waren | 110.338 | 72.840 | |
| geleistete Anzahlungen | 24 | 0 | |
| Vorräte | 2 | 814.948 | 822.160 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 256.753 | 180.286 | |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 330.128 | 245.444 | |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 274 | 66 | |
| sonstige Vermögensgegenstände | 44.355 | 17.104 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 3 | 631.510 | 442.900 |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 4 | 411.552 | 423.580 |
| 1.858.010 | 1.688.640 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 552 | 515 | |
| Summe Aktiva | 4.010.203 | 3.808.947 | |
| Passiva | |||
| in T€ | Anhang-Nr. | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | |||
| - bedingtes Kapital 57.545 T€ (Vj. 57.545 T€) | 115.089 | 115.089 | |
| Kapitalrücklage | 349.086 | 349.086 | |
| Gewinnrücklagen | |||
| gesetzliche Rücklage | 6.391 | 6.391 | |
| andere Gewinnrücklagen | 967.394 | 905.094 | |
| Bilanzgewinn | 127.591 | 134.828 | |
| 5 | 1.565.551 | 1.510.488 | |
| Rückstellungen | |||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 176.637 | 155.085 | |
| Steuerrückstellungen | 8.906 | 16.111 | |
| sonstige Rückstellungen | 125.057 | 113.106 | |
| 6 | 310.600 | 284.302 | |
| Verbindlichkeiten | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||
| - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 150.483 T€ (Vj. 30.098 T€) | 267.327 | 278.348 | |
| erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | |||
| - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 2.984 T€ (Vj. 4.597 T€) | 2.984 | 4.597 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 530.109 T€ (Vj. 469.241 T€) | 530.109 | 469.242 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | |||
| - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 476.042 T€ (Vj. 442.300 T€) | 1.316.992 | 1.242.300 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | |||
| - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0 T€ (Vj. 52 T€) | 0 | 52 | |
| sonstige Verbindlichkeiten | |||
| - davon aus Steuern 4.147 T€ (Vj. 3.795 T€) | |||
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4.561 T€ (Vj. 6.314 T€) | |||
| - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 15.522 T€ (Vj. 19.394 T€) | 15.522 | 19.394 | |
| 7 | 2.132.934 | 2.013.933 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1.118 | 224 | |
| Summe Passiva | 4.010.203 | 3.808.947 |
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.10.2018 bis 30.09.2019
| in T€ | Anhang-Nr. | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 10 | 8.199.877 | 7.967.664 |
| Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 62.993 | 14.774 | |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 11 | 15.636 | 15.604 |
| sonstige betriebliche Erträge | 12 | 52.077 | 81.559 |
| Materialaufwand: | 13 | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 7.484.976 | 7.228.817 | |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 288.587 | 244.859 | |
| 7.773.563 | 7.473.676 | ||
| Personalaufwand: | 14 | ||
| a) Löhne und Gehälter | 221.302 | 211.551 | |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | |||
| - davon für Altersversorgung 3.451 T€ (Vj. -3.714 T€) | 43.628 | 33.764 | |
| 264.930 | 245.315 | ||
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 15 | 53.098 | 51.495 |
| sonstige betriebliche Aufwendungen | 16 | 132.210 | 162.668 |
| Erträge aus Beteiligungen und Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen | |||
| - davon aus verbundenen Unternehmen 98.803 T€ (Vj. 51.685 T€) | 17 | 98.803 | 51.685 |
| Erträge und Zuschreibungen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 18 | 402 | 2.327 |
| sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | |||
| - davon aus verbundenen Unternehmen 8.681 T€ (Vj. 7.174 T€) | 19 | 10.472 | 9.096 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 20 | 18.663 | 51 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | |||
| - davon an verbundene Unternehmen 3.784 T€ (Vj 3.348 T€) | 21 | 40.924 | 38.277 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 22 | 31.074 | 50.081 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 125.798 | 121.146 | |
| sonstige Steuern | 1.052 | 1.486 | |
| Jahresüberschuss | 124.746 | 119.660 | |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 65.145 | 74.968 | |
| Einstellungen in andere Gewinnrücklagen | 62.300 | 59.800 | |
| Bilanzgewinn | 127.591 | 134.828 |
Anhang
Allgemeine Erläuterungen
Der Jahresabschluss der Aurubis AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 01.10.2018 bis 30.09.2019 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) in T€ aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Der Jahresabschluss der Aurubis AG, der Aurubis-Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Aurubis AG und den Aurubis Konzern für das Geschäftsjahr 2018/2019 werden mit dem Bericht des Aufsichtsrats und dem Vorschlag für die Ergebnisverwendung im Bundesanzeiger unter www.bundesanzeiger.de bekanntgegeben. Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung ist vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.
Die Aurubis AG mit Sitz in Hamburg, Deutschland, wird beim Amtsgericht Hamburg unter der Handelsregisternummer HR B-Nr. 1775 geführt.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
ANLAGEVERMÖGEN
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig zeitanteilig abgeschrieben. Zu den Herstellungskosten zählen die einzeln zurechenbaren Kosten sowie anteilige Gemeinkosten. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese beträgt zwischen drei und acht Jahren.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen werden direkt zurechenbare Kosten und anteilige zurechenbare Gemeinkosten einbezogen. Die Abschreibungen auf das bewegliche Anlagevermögen erfolgen grundsätzlich linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.
Im Wesentlichen wurden folgende Nutzungsdauern angesetzt:
| Gebäude | 25 bis 40 Jahre |
| Grundstückseinrichtungen | 10 bis 25 Jahre |
| technische Anlagen und Maschinen | 5 bis 20 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 20 Jahre |
In Anlehnung an die steuerlichen Regelungen werden Vermögensgegenstände, mit Einzelanschaffungskosten bis 250 € im Jahr der Anschaffung abgeschrieben. Für geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 250 € aber nicht 1.000 € übersteigen, wird ein Sammelposten gebildet. Dieser wird über 5 Jahre gewinnmindernd aufgelöst. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Ersatzteile und Wartungsgeräte, die länger als eine Periode genutzt werden, sind im Sachanlagevermögen erfasst.
Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen für Vorstandsmitglieder sind mit den Rückstellungen für Pensionsansprüche saldiert ausgewiesen.
UMLAUFVERMÖGEN
Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder niedrigeren Tageswerten am Bilanzstichtag bewertet. Dabei umfassen die Herstellungskosten sämtliche direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie systematisch zugeordnete Anteile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten.
Die Ermittlung der Anschaffungskosten von Kupferkonzentraten und Recyclingrohstoffen erfolgt, indem vom Metalleinkaufspreis die mit dem Lieferanten verhandelten Schmelz- und Raffinierlöhne abgezogen werden. Bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen handelt es sich um branchentypische Abschläge, die aufgrund der Verarbeitung von Erzkonzentraten und Recyclingrohstoffen zu Kupfer und Edelmetallen vorgenommen werden.
Bei den unfertigen Erzeugnissen werden zunächst die Metallgehalte bewertet. Hiervon wird der Gegenwert der bis zur Ausbringung des Feinmetalls noch anfallenden Verarbeitung abgesetzt. Es kommt damit über den Zeitraum des Produktionsprozesses zu einer sukzessiven Berücksichtigung der Produktionskosten als Bestandteil der Herstellungskosten. Hiervon betroffen ist die Metallproduktion.
Bei der Herstellung von Kupferprodukten werden zur Bewertung der fertigen Erzeugnisse neben der Metallkomponente die angefallenen Kosten der Weiterverarbeitung in besondere Formate wie z. B. in Gießwalzdraht, Stranggussformate und Walzprodukte im Wege der Zuschlagskalkulation berücksichtigt.
Die Vorräte im Metallbereich werden nach der Lifo-Methode bilanziert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten bilanziert. Aurubis überwacht alle den Forderungen anhaftenden Risiken. Sind Umstände bekannt geworden, die den Schluss zulassen, dass bestimmte Forderungen über das allgemeine Kreditrisiko hinausgehend risikobehaftet sind, berücksichtigt Aurubis diese Risiken im Wege Einzel- sowie Pauschalwertberichtigungen.
Unentgeltlich zugeteilte Emissionsberechtigungen sind zum Erinnerungswert angesetzt.
Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten bilanziert.
Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aktiviert, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
GEZEICHNETES KAPITAL
Das Gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.
RÜCKSTELLUNGEN UND VERBINDLICHKEITEN
Die Pensionsverpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Pensionen für die Aurubis AG sind nach der Anwartschaftsbarwertmethode in Höhe des Barwerts des Erfüllungsbetrags unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 2,82 % und den "Heubeck-Richttafeln 2018 G" von der Heubeck AG berechnet. Der Zinssatz basiert auf dem von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren. Berücksichtigt wurden daneben die künftig zu erwartenden Renten- und Entgeltsteigerungen in Höhe von 1,6 % p. a. bzw. 2,75 % p. a. sowie eine Fluktuationswahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von der Altersstruktur von 0 % - 10 %.
Die Durchführung erfolgt zu einem wesentlichen Teil über Pensions- und Unterstützungskassen, deren Vermögen ausschließlich für die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen der Aurubis AG verwendet werden dürfen. Sowohl die Pensions- als auch die Unterstützungskasse erhalten Zuweisungen im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten. Für die Unterdeckung dieser Kassen sind Rückstellungen gebildet. Dafür wurden die Berechnungsparameter für die übrigen Pensionsrückstellungen verwendet. Bei der Errechnung der Rückstellung wurden die im Kassenvermögen gehaltenen Wertpapiere zum Tageswert angesetzt und vermietete Immobilien nach dem Ertragswertverfahren bewertet.
Im Zusammenhang mit der beitragsorientierten Altersversorgung der Vorstandsmitglieder bestehen Rückdeckungsversicherungen bei Lebensversicherungen die als Deckungsvermögen anzusehen und zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Für Lebensversicherungen entspricht dieser Zeitwert dem steuerlichen Aktivwert.
Die betriebliche Altersversorgung wurde für nach dem 29.09.2003 neu eingetretene Mitarbeiter auf beitragsorientierte Zusagen umgestellt. Die Durchführung erfolgt seitdem über eine externe Pensionskasse sowie eine Versicherung.
Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten unter Einschluss schwebender Geschäfte; sie werden nach § 253 Abs. 1 Satz 2, 2. Halbsatz HGB mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gem. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 2 Sätze 4 und 5 HGB unter Zugrundelegung eines seitens der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Durchschnittszinssatzes der letzten sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen und Rückstellungen für Übergangsgelder wird, mit Ausnahme des verwendeten Zinssatzes, auf die unter den Pensionsrückstellungen dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsannahmen verwiesen.
Bei den Rückstellungen für Altersteilzeit werden die Aufstockungsleistungen über die FiFo-Methode ermittelt. Die zugrundeliegenden Annahmen decken sich mit denen der vorherig beschriebenen Rückstellungen.
Alle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag passiviert, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Bankguthaben in fremder Währung sind mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Die Berücksichtigung von kurzfristigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (bis zu einem Jahr) erfolgt mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Entstehens unter Berücksichtigung der Gewinne und Verluste aus Kursänderungen zum Bilanzstichtag. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (über einem Jahr) werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Entstehens unter Berücksichtigung der Verluste aus Kursänderungen zum Bilanzstichtag angesetzt.
Erträge und Aufwendungen aus der Realisation von Fremdwährungsforderungen und -Verbindlichkeiten werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen.
LATENTE STEUERN
Aktive und passive latente Steuern resultieren aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerbilanziellen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie steuerlichen Verlustvorträgen.
Eine sich insgesamt ergebene Steuerbelastung ist als passive latente Steuer in der Bilanz anzusetzen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung kann als aktive latente Steuer in der Bilanz angesetzt werden. Aktive und passive latente Steuern werden für einen Bilanzausweis saldiert.
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des voraussichtlichen Ertragssteuersatzes im Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen in Höhe von 32,42 % (15,83 % für Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 16,59 % für die Gewerbesteuer).
Im Geschäftsjahr 2018/19 ergibt sich für die Aurubis AG ein Überhang von aktiven latenten Steuern. Dies begründet sich im Wesentlichen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vorratsvermögen, Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen.
Latente Steuern sind im Steueraufwand aufgrund der Inanspruchnahme des Aktivierungswahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.
Zum Bilanzstichtag 30.09.2019 ergeben sich folgende Endbestände:
| in T€ | Anfangsbestand 01.10.2018 | Veränderung in 2018/19 | Endbestand 30.09.2019 |
|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | 49.846 | 4.996 | 54.842 |
| Passive latente Steuern | (16.208) | (4.234) | (20.442) |
| Summe | 33.638 | 762 | 34.400 |
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND BEWERTUNGSEINHEITEN
Die Aurubis AG und die Gesellschaften des Aurubis Konzerns sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung dieser Risiken schließt die Gesellschaft derivative Finanzinstrumente ab. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente bleibt auf die Absicherung des operativen Geschäfts des Konzerns sowie der damit verbundenen Geldanlagen und Finanzierungsvorgänge beschränkt.
Zur Absicherung von Währungsrisiken werden vor allem Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte eingesetzt. Zur Absicherung von Zinsrisiken kommen insbesondere Zinsswaps zum Einsatz. Im Rahmen der Absicherung von Warenpreisrisiken schließt die Aurubis AG derivative Finanzinstrumente mit externen Vertragspartnern ab, um Marktpreise von Rohstoffen und Energien abzusichern, die zur Durchführung des operativen Geschäfts benötigt werden.
Die Zielsetzung des Einsatzes derivativer Finanzinstrumente besteht darin, Auswirkungen auf das Ergebnis und die Zahlungsmittelflüsse weitgehend zu reduzieren, die aus Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Warenpreisen resultieren können.
Ein Preisänderungsrisiko derivativer Finanzinstrumente besteht aufgrund der Schwankungsmöglichkeit der zu Grunde liegenden Basisgrößen wie Währungen, Zinssätzen und Warenpreisen. Dabei wird die Möglichkeit genutzt, Wertverluste durch gegenläufige Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften zu kompensieren.
Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente ergibt sich aus der Summe sämtlicher Ein- und Verkaufskontrakte. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf Basis von aktuellen EZB-Referenzkursen unter Berücksichtigung von Termin- auf- oder -abschlägen und die Marktwerte von Metalltermingeschäften auf Basis von LME-Kursnotierungen bestimmt. Devisenoptionen werden mittels Kursnotierungen oder Optionspreismodellen bewertet. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte werden durch Diskontierung zukünftig erwarteter Cashflows ermittelt; dabei werden die für die Restlaufzeit der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet.
Die NE-Metallgeschäfte zur Absicherung der Metallpreise sowie die diesen zuzuordnenden Devisentermingeschäfte gehen in die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten je Metall ein. Diese Finanzinstrumente wirken sich somit auf die Bewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte aus.
Erläuterungen zur Bilanz
(1) ANLAGEVERMÖGEN
Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten entgeltlich erworbene Nutzungsrechte, im Wesentlichen im Zusammenhang mit einem langfristigen Stromliefervertrag. Die Abschreibung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt planmäßig über die Restnutzungsdauer.
In den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen wurden Zugänge in Höhe von 123,8 Mio. € verbucht. Bei den Investitionen in Sachanlagen handelt es sich vor allem um Investitionen in Zusammenhang mit dem geplanten Stillstand der Primärkupfererzeugung in Hamburg, dem Neubau eines Innovations- und Ausbildungszentrums in Hamburg sowie der Sanierung de Elektrolyse am Standort Lünen. Daneben wurden Zuschreibungen auf Grundstücke in Höhe von 6,2 Mio. €, bei denen der Grund für frühere Abschreibung entfallen ist, vorgenommen. Die im Geschäftsjahr geleisteten Investitionen in das Projekt Future Complex Metallurgy (FCM) in Höhe von 13,7 Mio. € wurden nach Bekanntgabe der Einstellung des Projektes zusammen mit den im Vorjahr investierten Beträgen mit insgesamt 22,9 Mio.€ vollständig aufwandswirksam erfasst. Der Abgang ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Eine Aufstellung des unter den Finanzanlagen bilanzierten Anteilsbesitzes findet sich in Anteilsbesitz in diesem Anhang. Im Geschäftsjahr hat Aurubis die Anteile an Aurubis America Holding Inc. und Nebenkosten für die geplante Akquisition der Metallo Group Holding NV aktiviert. Hierfür wurden 1,8 Mio.€ investiert. Daneben wurden der Beteiligungsbuchwert an der Aurubis Italia in Höhe von 3,0 Mio. € zugeschrieben. Dem Buchwert der Wertpapiere des Anlagevermögens zum 30.09.2018 in Höhe von 29,9 Mio. € stand ein stichtagsbezogener beizulegender Wert in Höhe von 11,2 Mio. € gegenüber. Auf dieser Basis wurde eine Abschreibung in Höhe von 18,7 Mio. € vorgenommen.
Die Entwicklung des Anlagevermögens wird im Anhang in Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt.
(2) VORRÄTE
| in T€ | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 224.907 | 295.309 |
| unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 479.679 | 454.011 |
| fertige Erzeugnisse und Waren | 110.338 | 72.840 |
| geleistete Anzahlungen | 24 | 0 |
| Summe | 814.948 | 822.160 |
Das Vorratsvermögen wurde im Geschäftsjahr insgesamt um 7,2 Mio. €. abgebaut. Während sich die Rohstoffe im Wesentlichen durch den Abbau von kupferhaltigen Konzentraten um 70,4 Mio. € verminderten, erhöhten sich die unfertigen Erzeugnisse um 25,7 Mio. € und die fertigen Erzeugnisse um 37,5 Mio. €. Der gestiegene Bestand an unfertigen Erzeugnissen und fertigen Erzeugnissen ist auf eine stichtagsbedingte Erhöhung der Bestände an kupferhaltigen Zwischen- und Fertigprodukten zurückzuführen.
Abschreibungen auf den niedrigeren Tageswert in Höhe von 8,4 Mio. € betreffen zum Stichtag ausschließlich Nebenmetalle.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Tageswert zum Bilanzstichtag und der vorgenommenen Bewertung nach dem Lifo-Verfahren beträgt 906,8 Mio. €.
(3) FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
| Restlaufzeit | Gesamt | ||
|---|---|---|---|
| in T€ | unter 1 Jahr | über 1 Jahr | 30.09.2019 |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 256.753 | 0 | 256.753 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 300.128 | 30.000 | 330.128 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 274 | 0 | 274 |
| sonstige Vermögensgegenstände | 44.355 | 0 | 44.355 |
| 601.510 | 30.000 | 631.510 |
| Restlaufzeit | Gesamt | ||
|---|---|---|---|
| in T€ | unter 1 Jahr | über 1 Jahr | 30.09.2018 |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 180.286 | 0 | 180.286 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 215.444 | 30.000 | 245.444 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 66 | 0 | 66 |
| sonstige Vermögensgegenstände | 17.104 | 0 | 17.104 |
| 412.900 | 30.000 | 442.900 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 76,5 Mio. € von 180,3 Mio. € auf 256,8 Mio. € gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf höhere Forderungen in den Produktbereichen Edelmetalle und Rod zurückzuführen. Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der Forderungen, die im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen verkauft wurden um 4,3 Mio.€ und beträgt zum Stichtag 147,9 Mio. € (Vj. 152,5 Mio. €). Das Factoring dient der Forderungsfinanzierung.
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von 330,4 Mio. € handelt es sich in Höhe von 6,1 Mio. € (Vj. 6,2 Mio. €) um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von 324,3 Mio. € (Vj. 239,2 Mio. €) um Forderungen aus dem Finanzverkehr.
Im Zeitpunkt der Bilanzerstellung waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahezu beglichen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen neben Forderungen aus Steuern in Höhe von 9,9 Mio. € Schadenersatzansprüche, Forderung aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP in Höhe von 20 Mio. € gegen die Wieland Werke sowie Sicherheitsleistungen gegenüber Brokern.
(4) KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN
Unter diesem Posten sind Kassenbestände, laufende Guthaben bei Kreditinstituten sowie Commercial Papers mit einer Laufzeit bis zu einem Monat ausgewiesen.
(5) EIGENKAPITAL
Das Grundkapital beträgt 115.089.210,88 € und ist eingeteilt in 44.956.723 Inhaberstückaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von 2,56 € pro Aktie.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 23.02.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 57.544.604,16 € zu erhöhen.
Das Grundkapital ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € pro Aktie bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Es dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. einer Kombination dieser Instrumente), die bis zum 01.03.2022 begeben werden können.
Aus dem Jahresüberschuss wurden 62.300.000,00 € in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Die gesetzliche Rücklage von 10 % des gezeichneten Kapitals ist mit 6.391.148,51 € in den Gewinnrücklagen enthalten. Der verbleibende Betrag des Eigenkapitals entfällt auf das in der Kapitalrücklage enthaltene Agio.
Aus der Umstellung des Zinssatzes für die Pensionsrückstellung gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB resultiert ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 35,7 Mio. €. Dieser Betrag unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre sofern keine sonstigen freien Rücklagen zur Verfügung stehen.
Im Bilanzgewinn am 30.09.2019 ist ein Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 65.145.084,22 € enthalten.
(6) RÜCKSTELLUNGEN
| in T€ | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 176.637 | 155.085 |
| Steuerrückstellungen | 8.906 | 16.111 |
| Personalbereich | 79.790 | 78.419 |
| Instandhaltung | 1.383 | 1.545 |
| Umweltschutzmaßnahmen | 7.826 | 7.747 |
| Übrige | 36.058 | 25.395 |
| sonstige Rückstellungen | 125.057 | 113.106 |
| 310.600 | 284.302 |
Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt wie bereits im Vorjahr nach der Anwartschaftsbarwertmethode in Höhe des Barwertes des Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung der künftig zu erwartenden Renten- und Entgeltsteigerungen.
Die Gesellschaft verwendet erstmalig für den Stichtag 30.09.2019 die am 04.10.2018 veröffentlichten neuen "Richttafeln 2018 G" von der Heubeck AG. Der Umstellungseffekt hieraus beträgt 2,6 Mio. €.
Daneben waren folgende Parameter Grundlage für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen:
| Rechnungszinsfuß | 2,82 % |
| Erwartete Einkommensentwicklung | 2,75 % |
| Erwartete Rentenentwicklung | 1,60 % |
| Fluktuation (gestaffelt hinsichtlich Altersstruktur) | 0,00 % bis 10,00 % |
Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellung mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 35,7 Mio. €. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach einer Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens diesem Unterschiedsbetrag entsprechen.
Aufwendungen aus der Altersversorgung sind in den Personalaufwendungen enthalten. Die Zinsaufwendungen der Verpflichtung und die Erträge aus der Zeitwertänderung des Deckungsvermögens werden im Finanzergebnis verrechnet. Die Aufwendungen aus Zinsänderungen werden ebenfalls im Finanzergebnis erfasst.
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 28,4 Mio. € enthalten 20,4 Mio. € Aufwendungen aus der Änderung des Rechnungszinssatzes.
Die Pensionsverpflichtungen gegenüber Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern wurden, soweit diese rückgedeckt sind, mit den beizulegenden Zeitwerten der Rückdeckungsansprüche saldiert ausgewiesen. Hierbei beträgt der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens zum Stichtag 90,2 Mio. € (Vj. 89,0 Mio. €) und der Wert der fortgeführten Anschaffungskosten 58,0 Mio.€ (Vj. 58,2 Mio.€) . Die Erfüllungsbeträge der gesamten Pensionsverpflichtungen betragen damit zum Stichtag 266,8 Mio. € (Vj. 244,1 Mio. €).
Der Rückgang der Steuerrückstellungen ist insbesondere auf den Verbrauch einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für erwartete Nachzahlungen aus einer Betriebsprüfung zurückzuführen.
Der Anstieg der Personalrückstellungen ist auf gestiegene Rückstellungen für Übergangs- und Jubiläumsgelder aufgrund gesunkener Abzinsungszinssätze zurückzuführen. Das Deckungsvermögen der Personalrückstellungen beträgt zum Stichtag 6,8 Mio. € (Vj. 5,8 Mio. €) und entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten. Dieser wurde mit den Erfüllungsbeträgen verrechnet.
Die Rückstellung für unterlassene Instandhaltungen betrifft geplante Reparaturen, die in den ersten 3 Monaten nach dem Bilanzstichtag nachgeholt werden.
Die übrigen sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Die Erhöhung der übrigen sonstigen Rückstellungen ist auf erhöhte Rückstellungen für ausstehende Rechnungen zurückzuführen.
(7) VERBINDLICHKEITEN
| Restlaufzeit | Gesamt | |||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | unter 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | 30.09.2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 150.483 | 113.425 | 3.419 | 267.327 |
| erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 2.984 | 0 | 0 | 2.984 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 530.109 | 0 | 0 | 530.109 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 476.042 | 840.950 | 0 | 1.316.992 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 0 | 0 | 0 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 15.522 | 0 | 0 | 15.522 |
| - davon aus Steuern | 4.147 | 0 | 0 | 4.147 |
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 4.561 | 0 | 0 | 4.561 |
| 1.175.140 | 954.375 | 3.419 | 2.132.934 |
| Restlaufzeit | Gesamt | |||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | unter 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | 30.09.2018 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 30.098 | 244.550 | 3.700 | 278.348 |
| erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 4.597 | 0 | 0 | 4.597 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 469.242 | 0 | 0 | 469.242 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 442.300 | 800.000 | 0 | 1.242.300 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 52 | 0 | 0 | 52 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 19.394 | 0 | 0 | 19.394 |
| - davon aus Steuern | 3.795 | 0 | 0 | 3.795 |
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 6.314 | 0 | 0 | 6.314 |
| 965.683 | 1.044.550 | 3.700 | 2.013.933 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind bedingt durch die in den Darlehen hinterlegten Tilgungsvereinbarungen gegenüber dem Vorjahr um 11,0 Mio. € gesunken.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhen sich im Wesentlichen stichtagsbedingt aufgrund von Konzentratlieferungen, die nach dem Stichtag bezahlt worden sind, um 60,9 Mio. € auf 530,1 Mio.€ (Vj. 469,2 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.317 Mio. € enthalten neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 111,0 Mio. € (Vj. 113,8 Mio. €) Verbindlichkeiten aus dem Finanzverkehr mit den Tochtergesellschaften in Höhe von 1.206,0 Mio. € (Vj. 1.128,5 Mio. €).
(8) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND BEWERTUNGSEINHEITEN
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE ZUR ABSICHERUNG VON WÄHRUNGSRISIKEN
Zur Absicherung von Währungsrisiken setzt die Aurubis AG Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte ein. Einen Schwerpunkt der Sicherungsmaßnahmen stellt die Absicherung des Wertänderungsrisikos aus den Börsentermingeschäften (Grundgeschäfte) dar. Dies erfolgt im Rahmen von Macro-Hedges. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus LME-Börsengeschäften in USD schloss die Aurubis AG Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 643,7 Mio. € ab. Diese haben eine Restlaufzeit von bis zu 8 Monaten. Der positive Marktwert betrug am Bilanzstichtag netto 10,2 Mio. €. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber.
Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode, somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch Gegenüberstellung der Nettoposition der in den Macro-Hedge einbezogenen Grundgeschäfte mit der Nettoposition der in das Portfolio einbezogenen Devisentermingeschäfte. Ineffektivitäten werden erfasst, wenn sich aus den kumulierten Wertänderungen der Grundgeschäfte und den kumulierten Wertänderungen der Sicherungsinstrumente per Saldo ein Nettoverlust ergibt. In diesem Fall wird in Höhe des Nettoverlusts eine Drohverlustrückstellung gebildet. Eine Gewinnspitze bleibt unberücksichtigt.
Zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Schmelzlohneinnahmen, Kupferprämien und Formataufschlägen in USD wurden gegen das Zahlungsstromänderungsrisiko Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte in Form von Micro-Hedges abgeschlossen. Diese haben eine Restlaufzeit von bis zu 24 Monaten und ein Nominalvolumen von 176,3 Mio. € mit einem negativen Marktwert von netto 5,9 Mio. €. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Das erwartete Volumen an Schmelzlohneinnahmen, Kupferprämien und Formataufschlägen in USD basiert auf einer von der Geschäftsführung genehmigten Jahresplanung, die auf Basis der erwarteten Geschäftsentwicklung erstellt wurde. Somit kann eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit für diese Transaktionen unterstellt werden. Ein Vergleich der gesicherten und tatsächlichen Einnahmen in USD der Vorjahre hat gezeigt, dass eine Überschreitung der Planeinnahmen durch das vorab gesicherte Volumen aufgrund der Sicherungsstrategie als äußerst unwahrscheinlich anzusehen ist.
Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung des in die Bewertungseinheit einbezogenen Teils der Wertänderungen. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch Anwendung der kumulierten Dollar-Offset-Methode.
Getrennt nach Währungspaaren wurden weitere Bewertungseinheiten in Form von Portfolio-Hedges aus den zur Absicherung von Währungsrisiken bei Konzerngesellschaften durchgehandelten Devisentermingeschäften und Devisenoptionen sowie den zur Absicherung der börsentäglich ermittelten offenen Währungsrisikoposition abgeschlossenen Devisentermingeschäften gebildet.
Letztere sichern jeweils die Nettorisikoposition eines Börsentages, sodass eine 1:1 Zuordnung zu den der Absicherung zu Grunde liegenden Grundgeschäften (z. B. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, geleistete und erhaltene Anzahlungen) nicht möglich ist.
Für das Währungspaar EUR/USD bestanden in diesem Portfolio durchgehandelte Devisenoptionsgeschäfte mit einer Restlaufzeit von bis zu 12 Monaten. Diese beinhalten jeweils die Option zum Kauf und Verkauf von jeweils 26,5 Mio. US$ zum Gegenwert von 21,7 Mio. €.
Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Da es sich bei den in diese Bewertungseinheit einbezogenen Devisenoptionsgeschäfte jeweils um 1:1 Spiegelgeschäfte handelt, kam es zu keiner bilanziellen Erfassung des in die Bewertungseinheit einbezogenen Teils der Wertänderungen. Weiterhin bestanden für dieses Währungspaar in diesem Portfolio Devisentermingeschäfte mit einer Restlaufzeit von bis zu 24 Monaten. Im Rahmen der Bewertungseinheit stehen den USD-Käufen und -Verkäufen von jeweils 730,9 Mio. US$ kontrahierte EUR-Käufe von 649,3 Mio. € und EUR-Verkäufe von 650,6 Mio. € gegenüber. Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode.
Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt für die in Fremdwährung geschlossene Position durch Gegenüberstellung der zur späteren Abwicklung der Devisentermingeschäfte kontrahierten EUR-Beträge. Für andere Währungspaare, die keine signifikante Risikoposition für das Unternehmen darstellen, bestanden weitere Bewertungseinheiten in unwesentlichem Umfang.
Für zu erwartende Verluste wurden Rückstellungen aus Devisentermingeschäften von 2,8 Mio. € gebildet. Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken bestanden im Geschäftsjahr nicht.
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE ZUR ABSICHERUNG VON METALL- UND SONSTIGEN PREISRISIKEN
Zur Absicherung von Metallpreisrisiken setzte die Aurubis AG Börsentermingeschäfte ein. Diese betreffen hauptsächlich Kupfer.
Einen Schwerpunkt der Sicherungsmaßnahmen stellt die Absicherung von preisfixierten, schwebenden Lieferungskäufen und -verkäufen gegen das Wertänderungsrisiko aufgrund einer Veränderung des Metallpreises dar. Dies erfolgt im Rahmen eines Macro-Hedges. Zur Absicherung von Metallpreisrisiken aus schwebenden Liefergeschäften schloss die Aurubis AG LME-Termingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 1,7 Mrd. € ab. Diese haben eine Restlaufzeit von bis zu 15 Monaten. Ihr positiver Marktwert betrug am Bilanzstichtag netto 8,7 Mio. €. Sofern diesem nicht Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüberstehen, erfolgt eine Berücksichtigung im Rahmen der Bewertung der ebenfalls in die Bewertungseinheit einbezogenen bereits gelieferten, jedoch noch nicht preisfixierten Lieferungskäufe und -verkäufe. In Höhe der geschlossenen Position erfolgt die bilanzielle Abbildung durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch mengen- und preismäßige Gegenüberstellung der in den Macro-Hedge einbezogenen Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente.
Für zu erwartende Verluste aus Metallliefergeschäften wurden Rückstellungen von 0,6 Mio. € berücksichtigt.
Zur Absicherung von sonstigen Preisrisiken setzte die Aurubis AG Warentermingeschäfte und Warenswaps ein.
Im Rahmen der Absicherung sonstiger Preisrisiken erfolgte insbesondere eine Absicherung variabler Preisbestandteile aus dem Bezug von Strom gegen das Zahlungsstromänderungsrisiko in Form von Micro-Hedges. Es bestanden Warentermingeschäfte und Warenswaps mit einer Restlaufzeit von bis zu 27 Monaten im Nominalvolumen von 7,7 Mio. € mit einem positiven Marktwert von netto 1,4 Mio. €. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch den Nachweis, dass die wesentlichen Kontraktparameter von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten exakt übereinstimmen (critical terms match).
Aus der Bewertung eines Teils eines langfristigen abgeschlossenen Stromliefervertrags mit einem Nominalvolumen von 223,1 Mio. € ergab sich zum Bilanzstichtag ein positiver Marktwert von netto 16,7 Mio. €. Der beizulegende Zeitwert wird nach der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Das Derivat ist nicht in eine Bewertungseinheit einbezogen und wird dem Imparitätsprinzip entsprechend bilanziert. Sofern das Derivat am Bilanzstichtag einen negativen Marktwert aufweist, wird dieser unter den übrigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.
(9) HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
| in Mio. € | 30.09.2019 | 30.09.2018 |
|---|---|---|
| Haftungsverhältnisse | ||
| Patronatserklärungen | 1,2 | 8,2 |
| - davon für verbundene Unternehmen | 1,2 | 8,2 |
| sonstige finanzielle Verpflichtungen | ||
| Bestellobligo aus Investitionsaufträgen | 56,6 | 65,2 |
| Übrige finanzielle Verpflichtungen | 111,4 | 115,2 |
| 169,2 | 188,6 |
Die angegebenen Nominalwerte der Haftungsverhältnisse führten nicht zur Passivierung, da aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der Vertragspartner nicht mit einer Inanspruchnahme gerechnet wird.
Für langfristige Transport- und Umschlagsverträge mit einer Restlaufzeit von 8 Jahren bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 81,6 Mio. € (Vj. 90,5 Mio. €). Für langfristige Tanklagerumschlagsverträge mit einer Restlaufzeit von 7 Jahren bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 13,2 Mio. € (Vj. 15,4 Mio. €).
Weiterhin besteht mit einem Energieversorger ein Vertrag auf Kostenbasis mit einer 30-jährigen Laufzeit. Der Vertrag beginnt ab dem Jahr 2010 für den Bezug von über eine Milliarde Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der Aufwand auf Basis des letzten Geschäftsjahres beträgt 54 Mio. € Darüber hinaus besteht ein langfristiger Vertrag zur Versorgung mit Sauerstoff.
NICHT IN DER BILANZ ENTHALTENE GESCHÄFTE
Außerbilanzielle Geschäfte bestehen bei der Aurubis AG in Form von Factoringvereinbarungen in Höhe von 148,2 Mio.€ sowie in Form einer Versorgungskasse, bei der der beizulegende Zeitwert der Vermögenswerte höher als die Erfüllungsbeträge sind und daher bilanziell kein Ausweis erfolgt.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
(10) UMSATZERLÖSE
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Aufgliederung nach Produktgruppen | ||
| Kupferkathoden | 929.609 | 1.040.147 |
| Gießwalzd raht | 3.211.813 | 3.132.205 |
| Stranggussformate | 833.282 | 973.670 |
| Edelmetalle | 2.898.807 | 2.466.216 |
| Schwefelsäure | 53.327 | 49.280 |
| Sonstiges | 273.039 | 306.146 |
| 8.199.877 | 7.967.664 |
Von den Umsatzerlösen entfallen im Berichtsjahr 55,2 % auf das Inland, 33,9 % auf die restlichen Länder Europas, 5,3 % auf Asien, 2,1 % auf Nordamerika und 3,5 % auf sonstige Länder. Die gestiegenen Umsatzerlöse sind im Wesentlichen auf gestiegene Metallpreise von Edelmetallen zurückzuführen.
Die Umsatzerlöse für Gießwalzdraht und Stranggussprodukte enthalten auch Erlöse für sogenannte Wandelkathoden, die nach Spezifizierung durch den Kunden in den gewünschten Formaten geliefert werden.
(11) ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN
Die anderen aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 15,6 Mio. € (Vj. 15,6 Mio. €) enthalten vor allem Personal- und Materialaufwendungen im Zusammenhang mit der Herstellung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten.
(12) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 3.572 | 849 |
| Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen | 0 | 91 |
| Kostenerstattungen | 900 | 1.651 |
| Schadenersatz und Entschädigungen | 18 | 302 |
| übrige Erträge | 47.587 | 78.666 |
| 52.077 | 81.559 |
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten 5,0 Mio. € (Vj. 3,5 Mio. €) periodenfremde Erträge. Diese betreffen u. a. Erträge aus der Auflösung nicht benötigter Rückstellungen sowie Erträge aus Schadenersatz. In den übrigen Erträgen sind Gewinne aus der Bewertung und Realisation von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von 15,2 Mio. € (Vj. 74,6 Mio. €), Erträge aus dem untersagten Verkauf des Segments Flat Rolled Products (FRP) in Höhe von 20 Mio. € sowie Zuschreibungen auf Grundstücke in Höhe von 6,2 Mio. € enthalten.
(13) MATERIALAUFWAND
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren | 7.484.976 | 7.228.817 |
| bezogene Leistungen | 288.587 | 244.859 |
| 7.773.563 | 7.473.676 |
Der Materialaufwand erhöhte sich im Wesentlichen metallpreisbedingt korrespondierend zu den Umsatzerlösen um 299,9 Mio. €. Die Materialaufwandsquote blieb mit 93,9 % (Vj. 93,4 %) nahezu unverändert.
(14) PERSONALAUFWAND
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 221.302 | 211.551 |
| soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 43.628 | 33.764 |
| - davon für Altersversorgung | 3.451 | (3.714) |
| 264.930 | 245.315 |
Die Erhöhung des Personalaufwands im abgelaufenen Geschäftsjahr ist im Wesentlichen auf einen Anstieg in den Löhnen und Gehältern zurückzuführen. Die Erhöhung liegt vor allem in den Tarifsteigerungen sowie in einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen begründet. Die gesunkenen Altersvorsorgeaufwendungen sind im Wesentlichen auf Änderungen von versicherungsmathematischen Annahmen bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen zurückzuführen.
Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:
| 2018/19 | 2017/18 | |
|---|---|---|
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 1.774 | 1.662 |
| Angestellte | 1.233 | 1.120 |
| Auszubildende | 238 | 190 |
| 3.245 | 2.972 |
(15) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS UND SACHANLAGEN
Die Abschreibungen der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen bei den technischen Anlagen und Maschinen, bei Gebäuden sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung um insgesamt 1,6 Mio. € auf 53,1 Mio. €. Die im Anlagenspiegel ausgewiesenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von 59,3 Mio. € enthalten Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem Stromliefervertrag in Höhe von 6,2 Mio. €, die unter den Materialaufwendungen ausgewiesen sind.
(16) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 132,2 Mio. € (Vj. 162,7 Mio. €) enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Verwaltung und Vertrieb, Gebühren, Versicherungen sowie Mieten und Pachten.
Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Verluste aus der Bewertung und Realisation von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von 19,2 Mio. € (Vj. 74,0 Mio. €), Sonderbelastungen aus dem Abgang des internen Investitionsprojektes Future Complex Metallurgy (FCM) in Höhe von 22,9 Mio. € und andere periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 7,6 Mio. € (Vj. 4,4 Mio. €) enthalten.
(17) ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN UND ZUSCHREIBUNGEN AUF ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Erträge aus Beteiligungen | 95.803 | 51.682 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen | 95.803 | 51.682 |
| Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.000 | 3 |
| 98.803 | 51.685 |
Die Erträge aus Beteiligungen entfallen mit 81,0 Mio. € auf Beteiligungen aus dem Ausland und mit 14,8 Mio. € auf Beteiligungen aus dem Inland.
(18) ERTRÄGE UND ZUSCHREIBUNGEN AUS ANDEREN WERTPAPIEREN UND AUSLEIHUNGEN DES FINANZANLAGEVERMÖGENS
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Erträge und Zuschreibungen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 402 | 2.327 |
Bei den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen handelt es sich um einen Dividendenertrag von der Salzgitter AG in Höhe von 0,4 Mio. €.
(19) SONSTIGE ZINSEN UND ÄHNLICHE ERTRÄGE
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 10.472 | 9.096 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen | 8.681 | 7.174 |
| 10.472 | 9.096 |
(20) ABSCHREIBUNGEN AUF FINANZANLAGEN UND AUF WERTPAPIERE DES UMLAUFVERMÖGENS
Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens betreffen im Wesentlichen die Neubewertung der Wertpapiere mit dem Börsenkurs am Bilanzstichtag. Diese führte zu einer Abschreibung in Höhe von 18,6 Mio. € (Vj. Zuschreibung in Höhe von 2,3 Mio. €).
(21) ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN
| in T€ | 2018/19 | 2017/18 |
|---|---|---|
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 40.924 | 38.277 |
| - davon an verbundene Unternehmen | 3.784 | 3.348 |
| 40.924 | 38.277 |
Die Zinsaufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von 0,7 Mio. € (Vj. 0,8 Mio. €).
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten darüber hinaus Zinsanteile aus den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 28,4 Mio. € (Vj. 23,5 Mio. €).
(22) STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag belasten das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 31,1 Mio. € (Vj. 50,1 Mio. €).
Sonstige Angaben
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX NACH § 161 AKTG
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung ist vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.
www.aurubis.com/corporategovernance/de
MITTEILUNG GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTG
Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses lagen der Aurubis AG nach § 33 Abs. 1 WpHG folgende Stimmrechtsmitteilungen von Aktionären bezüglich der Über- und Unterschreitung der relevanten Meldeschwellen vor:
| Aktionäre | Schwelle in % |
Anteil in % |
Datum der Schwellenberührung | Datum der Veröffentlichung |
|---|---|---|---|---|
| UBS AG, Zürich, Schweiz | < 5 | 4,99 | 04.03.2013 | 20.03.2013 |
| Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am M. | < 5 | 4,870 | 13.07.2017 | 17.07.2017 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA 2 | < 3 | 2,997 | 31.10.2018 | 06.11.2018 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 | > 3 | 3,04 | 01.11.2018 | 07.11.2018 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 | < 3 | 2,98 | 09.11.2018 | 15.11.2018 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 | > 3 | 3,02 | 14.11.2018 | 20.11.2018 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 | < 3 | 2,999 | 15.11.2018 | 21.11.2018 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 | > 3 | 3,004 | 19.11.2018 | 23.11.2018 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 | < 3 | 2,95 | 20.11.2018 | 26.11.2018 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | < 3 | 2,80 | 30.08.2019 | 06.09.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | > 3 | 3,14 | 09.09.2019 | 16.09.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | < 3 | 2,99 | 10.10.2019 | 18.10.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | > 3 | 3,01 | 11.10.2019 | 18.10.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | < 3 | 2,93 | 15.10.2019 | 22.10.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | > 3 | 3,01 | 16.10.2019 | 23.10.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | < 3 | 2,98 | 17.10.2019 | 24.10.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | > 3 | 3,01 | 21.10.2019 | 25.10.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | < 3 | 2,88 | 24.10.2019 | 01.11.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | > 3 | 3,02 | 25.10.2019 | 01.11.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | < 3 | 2,86 | 29.10.2019 | 05.11.2019 |
| Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas; USA2 | > 3 | 3,15 | 30.10.2019 | 06.11.2019 |
| Norges Bank, Oslo, Norwegen 1 | > 3 | 3,01 | 17.12.2018 | 19.12.2018 |
| Norges Bank, Oslo, Norwegen 1 | < 3 | 2,96 | 18.12.2018 | 20.12.2018 |
| Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel, DE 3 | > 5 | 5,01 | 22.08.2019 | 23.08.2019 |
| Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter 4 | > 25 | 25,00 | 12.12.2018 | 13.12.2018 |
| Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter4 | gem. § 43 WpHG | 19.12.2018 | 19.12.2018 | |
| Silchester International Investors LLP, London, UK | > 3 | 3,09 | 07.05.2019 | 09.05.2019 |
| Silchester International Investors LLP, London, UK | > 5 | 5,17 | 24.06.2019 | 26.06.2019 |
| Silchester International Investors International Value Equity Trust, Wilmington, DE, USA | > 3 | 3,01 | 26.07.2019 | 07.08.2019 |
| Silchester International Investors LLP, London, UK + | > 10 | 10,03 | 04.10.2019 | 09.10.2019 |
1 Die Anteile sind dem Staat Norwegen vertreten durch das Finanzministerium über die Norges Bank zuzurechnen.
2 Direkt oder indirekt gehalten über Tochtergesellschaften.
3 Direkt und indirekt gehalten (inkl. Finanzinstrumente)
4 Die Anteile sind der Salzgitter AG, Salzgitter zuzurechnen.
- Meldung inkl. der 3,01 % der Silchester International Investor International Value Equity Trust, Wilmington, DE, USA.
Von der Aurubis AG werden 730.088 Stück (1,2 %) der Anteile an der Salzgitter AG direkt gehalten.
Die Stimmrechtsmitteilungen sind unter www.aurubis.com /de/uber-aurubis/corporate-governance/stimmrechtsmitteilungen verfügbar.
HONORARE UND DIENSTLEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden folgende Honorare für den Abschlussprüfer als Aufwand erfasst:
| in T€ | 2018/19 |
|---|---|
| Für die Abschlussprüfung | 445 T€ |
Das Honorar für den Abschlussprüfer Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezog sich auf die Prüfung des Aurubis Konzernabschlusses sowie des Einzelabschlusses der Aurubis AG.
ANTEILSBESITZ
Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes ist in der Tabelle Anteilbesitz aufgeführt.
NACHTRAGSBERICHT
Die Europäische Kommission hat am 19.11.2019 mitgeteilt, dass sie die geplante Übernahme von Metallo durch Aurubis intensiver prüfen möchte (sog. Phase 2). Die Aurubis AG erwartet eine Freigabe bis spätestens April 2020.
Weitere wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht aufgetreten.
ANGABEN ZU VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
DER VORSTAND
Roland Harings, Hamburg, seit dem 20.05.2019
Geb.: 28.06.1963, deutscher Staatsbürger
Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor seit dem 01.07.2019
Segment Metal Refining & Processing
Stellv. Vorsitzender vom 20.05.2019 bis zum 30.06.2019
Bestellt seit dem 20.05.2019 bis zum 30.06.2022
Dr. Thomas Bünger, Lüneburg
Geb.: 02.07.1968, deutscher Staatsbürger
Technischer Vorstand
Bestellt seit dem 01.10.2018 bis zum 30.09.2021
| ― | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Director |
| ― | Aurubis Bulgaria AD, Pirdop, Bulgarien Board of Directors |
| ― | Aurubis Italia Srl, Avellino, Italien Chairman of the Board of Directors |
Rainer Verhoeven, Hamburg
Geb.: 02.12.1968, deutscher Staatsbürger
Vorstand Finanzen Segment Flat Rolled Products
Bestellt seit dem 01.01.2018 bis zum 31.12.2020
| ― | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Chairman of the Board of Directors |
Jürgen Schachler, Hamburg, bis zum 30.06.2019
Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger
Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor Segment Metal Refining & Processing
Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019
DER AUFSICHTSRAT
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg
| ― | Encavis AG (vormals Capital Stage AG), Hamburg 1 |
Mitglied des Aufsichtsrats
Stefan Schmidt, Lüdinghausen 2
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit dem 12.06.2019
Leiter Services/Produktionsleiter Schmelzbetriebe der Aurubis AG, Lünen
Deniz Filiz Acar, Hamburg, seit dem 03.05.2019 2
Ausbilderin für kfm. Auszubildende
stellv. Ausbildungsleiterin im Bereich HR Ausbildung, Hamburg
Andrea Bauer, Dortmund
Derzeit keine ausgeübte Berufstätigkeit
| ― | IFA Holding GmbH, Haldensleben, seit dem 01.07.2019 Mitglied des Beirats |
Christian Ehrentraut, Lünen, seit dem 03.05.2019 2
Stellv. Schichtleiter in der Abt. Schmelzbetriebe Bereich KRS/MZO
Freigestelltes Betriebsratsmitglied in Lünen
Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter
Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter 1
| ― | Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg, und Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mühlheim an der Ruhr Vorsitzender des gemeinsamen Beirats |
| ― | KHS GmbH, Dortmund 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Peiner Träger GmbH, Peine 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf 3 Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | TÜV Nord AG, Hannover Mitglied des Aufsichtsrats |
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, Dinslaken
Vorsitzender des Vorstands der RWTÜV e. V., Essen
| ― | Albert-Schweitzer-Einrichtungen für Behinderte gGmbH, Dinslaken Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | RWTÜV GmbH, Essen Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | TÜV Nord AG, Hannover Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Van Ameyde International BV, Rijswijk, Niederlande Mitglied des Board of Supervisory Directors |
| ― | Universitätsklinikum Essen, Essen Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Knappschaft Kliniken GmbH, Bochum Vorsitzender des Aufsichtsrats |
Jan Koltze, Hamburg 2
Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg
| ― | Beiersdorf AG, Hamburg, seit dem 17.04.2019 Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | ESSO Deutschland GmbH, Hamburg, bis zum 30.04.2019 Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Maxingvest AG, Hamburg, seit dem 26.04.2019 Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr. Stephan Krümmer, Hamburg
Derzeit keine ausgeübte Berufstätigkeit
Dr. Elke Lossin, Buchholz in der Nordheide 2
Laborleiterin im Analytischen Labor der Aurubis AG, Hamburg
Dr. Sandra Reich, Gräfelfing
Selbständige Unternehmensberaterin
| ― | Chancen eG, Berlin Mitglied des Aufsichtsrats |
Melf Singer, Schwarzenbek 2
Tagschichtmeister Produktion Säurebetriebe der Aurubis AG, Hamburg
AUSGESCHIEDENE AUFSICHTSRATSMITGLIEDER
Karl-Heinz Hamacher, Stolberg, bis zum 31.12.2018 2
Angestellter bei der Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg Betriebsratsvorsitzender
Renate Hold-Yilmaz, Hamburg, bis zum 19.04.2019 2
Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats bis zum 19.04.2019 Kfm.
Angestellte
ehemals Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
Ralf Winterfeldt, Hamburg, vom 01.01.2019 bis zum 30.04.2019 2
Energieanlagenelektroniker
ehemals Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG
ehemals stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)
Stefan Schmidt (stellvertretende Vorsitzende), seit dem 12.06.2019
Andrea Bauer
Christian Ehrentraut, seit dem 12.06.2019
Ausgeschiedene Ausschussmitglieder
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende) bis zum 19.04.2019
Melf Singer bis zum 12.06.2019
Prüfungsausschuss (Audit Committee)
Dr. Stephan Krümmer (Vorsitzender)
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Jan Koltze
Dr. Elke Lossin
Dr. Sandra Reich
Melf Singer seit dem 12.06.2019
Ausgeschiedene Ausschussmitglieder
Renate Hold-Yilmaz, bis zum 19.04.2019
1 Börsennotiertes Unternehmen.
2 Von der Belegschaft gewählt.
3 Konzerngesellschaften der Salzgitter AG.
Personalausschuss
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)
Deniz Filiz Acar, seit dem 12.06.2019
Andrea Bauer, seit dem 12.06.2019
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Jan Koltze, seit dem 12.06.2019
Stefan Schmidt
Ausgeschiedene Ausschussmitglieder
Karl-Heinz Hamacher, bis zum 31.12.2018
Renate Hold-Yilmaz, bis zum 19.04.2019
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, bis zum 12.06.2019
Ralf Winterfeldt, vom 30.01.2019 bis zum 30.04.2019
Nominierungsausschuss
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob
Dr. Stephan Krümmer
Technikausschuss, seit dem 12.06.2019
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob (Vorsitzender)
Christian Ehrentraut
Dr. Stephan Krümmer
Stefan Schmidt
GESAMTVERGÜTUNG
Die Gesamtsumme der zugeflossenen Vergütung der aktiven Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2018/19 beträgt 2.764.288 € und beinhaltet für das abgelaufene Geschäftsjahr neben einem festen Anteil in Höhe von 1.431.739 € Nebenleistungen von 70.630 € und einen variablen Anteil von 1.261.919 €.
Insgesamt beliefen sich die Zahlungen aus kurzfristig fälligen Vergütungen auf 2.204.788 € (Vj. 2.278.798 €) und aus langfristig fälligen Vergütungen auf 559.500 € (Vj. 870.333 €).
Darüber hinaus wurden Aufwendungen für Altersversorgungen in Höhe von 560.165 € (Vj. 570.000 €) sowie für ein virtuelles Aktien-Deferral in Höhe von 117.392 € (Vj. 93.149 €) aufwandswirksam erfasst.
Aus Anlass einer Vertragsbeendigung erfolgte im Vorjahr eine Einmalzahlung in Höhe von 1.600.000 €.
Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten insgesamt 2.237.067 €, für ihre Pensionsansprüche sind 27.789.965 € zurückgestellt.
Die Vergütungen an den Aufsichtsrat betragen für das Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 1.511.630 €.
Die individuellen Vergütungen der Vorstandsmitglieder und der Mitglieder des Aufsichtsrats werden im Vergütungsbericht dargestellt und erläutert.
MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE
AKTIENGESCHÄFTE DER ORGANMITGLIEDER
Nach Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung (EU Nr. 596/2014) müssen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft offen legen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.
Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass es in der Zeit vom 01.10.2018 bis zum 30.09.2019 Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert hat:
| ― | Herr Prof. Dr. Fritz Vahrenholt: 2.500 Stückaktien gekauft. |
Ein Mitglied des Vorstands hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass es in der Zeit vom 01.10.2018 bis zum 30.09.2019 Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert hat:
| ― | Herr Roland Harings: 10.000 Stückaktien gekauft. |
Entwicklung des Anlagevermögens
vom 01.10.2018 bis 30.09.2019
| in T€ | Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 01.10.2018 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 30.09.2019 | Abschreibungen 01.10.2018 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 143.891 | 2.086 | 289 | 4.787 | 150.475 | 41.009 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 7.172 | 0 | 0 | 0 | 7.172 | 7.172 |
| geleistete Anzahlungen | 8.511 | 3.386 | 0 | (4.787) | 7.110 | 0 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 159.574 | 5.472 | 289 | 0 | 164.757 | 48.181 |
| Grundstücke und Bauten | 468.684 | 17.082 | 1.129 | 16.967 | 501.604 | 307.158 |
| technische Anlagen und Maschinen | 1.017.121 | 13.924 | 12.280 | 19.929 | 1.038.695 | 786.210 |
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 67.068 | 8.024 | 4.726 | 5.299 | 75.665 | 46.822 |
| geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 76.920 | 79.248 | 22.911 | (42.195) | 91.061 | 0 |
| Sachanlagen | 1.629.793 | 118.278 | 41.046 | 0 | 1.707.025 | 1.140.190 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.503.453 | 1.830 | 31 | 0 | 1.505.252 | 14.552 |
| Beteiligungen | 2 | 0 | 0 | 0 | 2 | 0 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 58.287 | 0 | 0 | 0 | 58.287 | 28.411 |
| sonstige Ausleihungen | 19 | 0 | 10 | 0 | 9 | 0 |
| Finanzanlagen | 1.561.761 | 1.830 | 41 | 0 | 1.563.550 | 42.963 |
| Anlagevermögen | 3.351.128 | 125.580 | 41.376 | 0 | 3.435.332 | 1.231.334 |
| in T€ | Abschreibungen im laufenden Geschäftsjahr | Abgänge | Zuschreibungen | Abschreibungen 30.09.2019 | Restbuchwert 30.09.2019 | Restbuchwert 30.09.2018 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 8.239 | 287 | 0 | 48.961 | 101.514 | 102.882 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 0 | 0 | 7.172 | 0 | 0 |
| geleistete Anzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 7.110 | 8.511 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 8.239 | 287 | 0 | 56.133 | 108.624 | 111.393 |
| Grundstücke und Bauten | 11.384 | 670 | 6.220 | 311.652 | 189.952 | 161.525 |
| technische Anlagen und Maschinen | 34.306 | 10.987 | 0 | 809.529 | 229.166 | 230.911 |
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5.370 | 4.411 | 0 | 47.781 | 27.884 | 20.246 |
| geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 | 91.061 | 76.920 |
| Sachanlagen | 51.060 | 16.068 | 6.220 | 1.168.962 | 538.063 | 489.602 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 31 | 31 | 3.000 | 11.552 | 1.493.700 | 1.488.901 |
| Beteiligungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 2 | 2 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 18.633 | 0 | 0 | 47.044 | 11.243 | 29.876 |
| sonstige Ausleihungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 9 | 18 |
| Finanzanlagen | 18.664 | 31 | 3.000 | 58.596 | 1.504.954 | 1.518.797 |
| Anlagevermögen | 77.963 | 16.386 | 9.220 | 1.283.691 | 2.151.641 | 2.119.792 |
Anteilsbesitz
gem. § 285 Nr. 11 HGB am 30.09.2019
| Nr. | Name und Sitz der Gesellschaften | unmittelbarer und mittelbarer Anteil in % |
gehalten über | Eigenkapital in T€ |
Jahresergebnis in T€ |
Vermerk |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Aurubis AG | |||||
| Vollkonsolidierte Gesellschaften | ||||||
| 2 | Aurubis Belgium nv/sa, Brüssel | 100 | 1 | 1.051.395 | 22.871 | * |
| 3 | Aurubis Holding Sweden AB, Stockholm | 100 | 2 | 32.656 | 7 | |
| 4 | Aurubis Sweden AB, Finspäng | 100 | 3 | 8.137 | -1.380 | |
| 5 | Aurubis Finland Oy, Pori | 100 | 2 | 31.767 | 1.374 | * |
| 6 | Aurubis Holding USA LLC, Buffalo | 100 | 2 | 26.911 | 1.018 | |
| 7 | Aurubis Buffalo Inc., Buffalo | 100 | 6 | 50.966 | -5.883 | |
| 8 | Aurubis Netherlands BV, Zutphen | 100 | 2 | -891 | -7.166 | * |
| 9 | Aurubis Mortara S.p. a., Mortara | 100 | 2 | 4.160 | 63 | * |
| 10 | Cumerio Austria GmbH, Wien | 100 | 1 | 783.803 | 104.400 | * |
| 11 | Aurubis Bulgaria AD, Pirdop | 99,86 | 10 | 388.854 | 90.652 | * |
| 12 | Aurubis Engineering EAD, Sofia | 100 | 10 | 41 | 5 | * |
| 13 | Aurubis Italia Srl, Avellino | 100 | 1 | 10.225 | 1.405 | * |
| 14 | Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg | 100 | 1 | 56.319 | 8.796 | * |
| 15 | Aurubis U.K. Ltd., Smethwick | 100 | 15 | 3.053 | 270 | */** |
| 16 | Aurubis Slovakia s.r.o., Dolny Kubin | 100 | 15 | 858 | 79 | * |
| 17 | CABLO Metall-Recycling & Handel GmbH, Fehrbellin | 100 | 1 | 11.156 | 2.229 | * |
| 18 | Peute Baustoff GmbH, Hamburg | 100 | 1 | 573 | 305 | * |
| 19 | RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals, Röthenbach | 100 | 1 | 2.658 | -490 | * |
| 20 | E.R.N. Elektro-Recycling NORD GmbH, Hamburg | 100 | 1 | 2.825 | 25 | * |
| 21 | Aurubis Product Sales GmbH, Hamburg | 100 | 1 | 1.002 | 225 | * |
| 22 | Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich | 100 | 1 | 3.582 | 1.336 | * |
| At Equity einbezogene Gesellschaften | ||||||
| 23 | Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg | 50 | 15 | 110.663 | 9.233 | * |
| Nicht konsolidierte Gesellschaften | ||||||
| 24 | Aurubis Switzerland SA, Yverdon-les-Bains | 100 | 1 | 0 | 23.470 | */** |
| 25 | Aurubis Stolberg Verwaltungs-GmbH, Stolberg | 100 | 1 | 40 | 2 | *** |
| 26 | Hüttenbau-Gesellschaft Peute mbH, Hamburg | 100 | 1 | 87 | 0 | *** |
| 27 | Aurubis Hong Kong Ltd., Hong Kong | 100 | 2 | 1.038 | -73 | **/ *** |
| 28 | Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd, Shanghai | 100 | 27 | 173 | -70 | **/ **** |
| 29 | Aurubis Rus LLC, St. Petersburg | 100 | 2 | 1 | -8 | **/ **** |
| 30 | Retorte do Brasil, Joinville | 51 | 20 | 805 | 68 | **/ **** |
| 31 | C.M.R. International N.V., Antwerpen | 50 | 1 | -2.470 | -131 | **** |
| 32 | Schwermetall Halbzeugwerk GmbH, Stolberg | 50 | 15 | 60 | 12 | *** |
| 33 | JoSeCo GmbH, Kirchheim/Schwaben | 50 | 20 | 222 | 48 | **** |
| 34 | Aurubis Middle East FZE, Dubai | 100 | 22 | 169 | 19 | **/ *** |
| 35 | Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi, Istanbul | 100 | 11 | 20 | 8 | */** |
| 36 | Ampashield NV/SA, Herentals | 75 | 2 | 500 | -163 | *** |
| 37 | Aurubis America Holding Inc., Tampa | 100 | 1 | 966 | -2 | **/ *** |
| 38 | Aurubis Tampa LLC, Tampa | 100 | 37 | -167 | -156 | **/ *** |
* Die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses erfolgt auf Basis des IFRS-Berichtspaketes, da ein handelsrechtlicher bzw. landesrechtlicher Jahresabschluss noch nicht verfügbar ist.
** Lokale Währung umgerechnet in EUR zum Stichtags- bzw. Durchschnittskurs per 30.09.2019.
*** Die Angabe erfolgt auf Basis des Jahresabschlusses per 30.09.2019.
**** Die Angabe erfolgt auf Basis des Jahresabschlusses per 30.09.2018 bzw. handelsrechtlicher bzw. landesrechtlicher Jahresabschluss per 31.12.2018.
GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG
| in T€ | 2018/19 |
|---|---|
| Jahresüberschuss der Aurubis AG | 124.745.891,75 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 65.145.084,22 |
| Einstellungen in andere Gewinnrücklagen | 62.300.000,00 |
| Bilanzgewinn | 127.590.975,97 |
Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Aurubis AG in Höhe von 127.590.975,97 € zur Zahlung einer Dividende von 1,25 € je Stückaktie (= 56.195.903,75 €) zu verwenden und 71.395.072,22 € auf neue Rechnung vorzutragen. Die Gesellschaft hält derzeit keine eigenen Aktien. Sollte sich die Anzahl der dividendenberechtigten Stückaktien bis zur Hauptversammlung verändern, wird der Hauptversammlung bei unveränderter Ausschüttung von 1,25 € je dividendenberechtigter Stückaktie ein entsprechend angepasster Gewinnverwendungsvorschlag unterbreitet.
Hamburg, den 10.12.2019
Roland Harings, Vorsitzender
Rainer Verhoeven, Mitglied
Thomas Bünger, Mitglied
Der Vorstand
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Hamburg, den 10.12.2019
Roland Harings, Vorsitzender
Rainer Verhoeven, Mitglied
Thomas Bünger, Mitglied
Der Vorstand
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Aurubis AG, Hamburg
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben den Jahresabschluss der Aurubis AG, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der Aurubis AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 geprüft. Die mit der Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB, die Teil des zusammengefassten Lageberichts ist, und den mit dem nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b Abs. 3 und 315c HGB zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach §§ 289b Abs. 3 und 289c bis 289e HGB, auf den im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 und |
| ― | vermittelt uder beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der oben genannten mit der Konzernerklärung zusammengefassten Erklärung zur Unternehmensführung und des mit dem nichtfinanziellen Konzernbericht zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Jahresabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1 BEWERTUNG VON ANTEILEN AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND EINER FORDERUNG GEGEN EIN VERBUNDENES UNTERNEHMEN
2 FINANZINSTRUMENTE - BILANZIERUNG VON SICHERUNGSGESCHÄFTEN
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
a Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht)
b Prüferisches Vorgehen
1 BEWERTUNG VON ANTEILEN AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND EINER FORDERUNG GEGEN EIN VERBUNDENES UNTERNEHMEN
a Zum 30. September 2019 werden im Jahresabschluss der Aurubis AG Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 1.493,7 Mio. (37 % der Bilanzsumme) sowie unter dem Bilanzposten "Forderungen gegen verbundene Unternehmen" Forderungen gegen ein verbundenes Unternehmen aus dem Flat Rolled Products-Segment in Höhe von EUR 33,0 Mio. ausgewiesen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2018/2019 um EUR 3,0 Mio. erfolgswirksam zugeschrieben. Die Forderung betrifft eine Darlehensforderung inklusive aufgelaufener Zinsen von EUR 92,3 Mio., die in Vorjahren um EUR 60,0 Mio. auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben wurde, sowie eine sonstige Forderung von EUR 0,7 Mio.
Die Aurubis AG ermittelt die beizulegenden Werte mittels der Discounted Cashflow-Methode, nach der die Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, diskontiert werden. Das Ergebnis der Bewertungen ist von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse, insbesondere auch der Ableitung der ewigen Rente durch die gesetzlichen Vertreter sowie den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten abhängig. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertungsmethode und der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter bei der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Die Angaben der gesetzlichen Vertreter zur Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.
b Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit den Vorkehrungen und Maßnahmen zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Planungsprozesses auseinandergesetzt und beurteilt, ob das für die Ermittlung der beizulegenden Werte herangezogene Bewertungsmodell die konzeptionellen Anforderungen berufsständischer Standards zutreffend abbildet und die Berechnungen darin korrekt erfolgen. Wir haben überprüft, ob die durch die gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten erwarteten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die angesetzten Kapitalkosten insgesamt eine sachgerechte Grundlage für die Bewertung darstellen. Bei unserer Einschätzung haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern und Prämissen der Planung gestützt. Wir haben beurteilt, ob die so ermittelten beizulegenden Werte zutreffend dem jeweiligen Buchwert gegenübergestellt wurden, um einen etwaigen Wertberichtigungs- oder Zuschreibungsbedarf zu ermitteln.
2 FINANZINSTRUMENTE - BILANZIERUNG VON SICHERUNGSGESCHÄFTEN
a Die Aurubis AG schließt eine Vielzahl unterschiedlicher derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb mit externen Vertragspartnern und Konzerngesellschaften ab. Basis dafür ist die von den gesetzlichen Vertretern vorgegebene Sicherungspolitik, die in entsprechenden internen Richtlinien dokumentiert ist. Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist es, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Volatilitäten zu reduzieren, welche auf Veränderungen von Wechselkursen im Wesentlichen bei Umsatzerlösen und Materialaufwendungen in Fremdwährungen, von Zinssätzen der variabel verzinslichen Finanzierungen und von Kupferpreisen im Metall- ein- und -verkauf zurückzuführen sind.
Das Nominalvolumen der mit externen Vertragspartnern abgeschlossenen Derivate beläuft sich zum 30. September 2019 auf EUR 2,5 Mrd. Mit Konzerngesellschaften sind gegenläufige Derivate von nominal EUR 967 Mio. abgeschlossen. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Diese betragen zum 30. September 2019 netto EUR 7,7 Mio., davon sind in Höhe von EUR 3,4 Mio. als Rückstellung erfasst. Die derivativen Finanzinstrumente werden soweit möglich zusammen mit den jeweiligen Grundgeschäften in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen mit der Folge, dass die Sicherungsinstrumente über die Dauer der Sicherungsbeziehung unter Anwendung der Einfrierungsmethode bilanziell unberücksichtigt bleiben, soweit die Sicherungsbeziehung wirksam ist. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der hohen Komplexität und der Anzahl der Geschäfte sowie der umfangreichen Anforderungen an Bilanzierung und Anhangangaben von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten und Bewertungseinheiten sind unter den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, in Abschnitt (8) der Erläuterungen zur Bilanz des Anhangs sowie im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts enthalten.
b Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Financial Risk unter anderem die vertraglichen und finanztechnischen Grundlagen gewürdigt und die Bilanzierung einschließlich der Bildung von Bewertungseinheiten der Sicherungsgeschäfte nachvollzogen. Zusammen mit den Spezialisten haben wir das eingerichtete interne Kontrollsystem der Gesellschaft im Bereich der derivativen Finanzinstrumente einschließlich der internen Überwachung der Einhaltung der Sicherungspolitik gewürdigt und die Kontrollen hinsichtlich Gestaltung, Implementierung und Wirksamkeit geprüft. Ferner haben wir bei der Prüfung der Bewertung der Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert die Berechnungsmethoden überprüft und auf Basis von Marktdaten für repräsentativ ausgewählte Stichproben die Bewertung nachvollzogen. Zur Prüfung der Effektivität der Sicherungsbeziehung haben wir die angewendeten Methoden analysiert und deren ordnungsmäßige systemseitige Implementierung nachvollzogen. Weiterhin haben wir uns zur Beurteilung der Vollständigkeit der erfassten Geschäfte und zur Prüfung der beizulegenden Zeitwerte der erfassten Geschäfte auf Bank- und Brokerbestätigungen gestützt. Hinsichtlich der erwarteten Zahlungsströme und der Effektivitätsbeurteilung von Sicherungsgeschäften haben wir im Wesentlichen rückblickend die Sicherungsgrade der Vergangenheit beurteilt. Die Anhangangaben haben wir auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | die mit der Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB, die Teil des zusammengefassten Lageberichts ist, |
| ― | den mit dem nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b Abs. 3 und 315c HGB zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach §§ 289b Abs. 3 und 289c bis 289e HGB, auf den im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird, |
| ― | den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex und |
| ― | die Versicherung der gesetzlichen Vertreter zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB bzw. § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
ÜBRIGE ANGABEN GEMÄSS ARTIKEL 10 EU-APRVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 28. Februar 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 28. Februar/1. März 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2018/2019 als Abschlussprüfer der Aurubis AG, Hamburg, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Annika Deutsch.
Hamburg, den 10. Dezember 2019
**Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Christian Dinter, Wirtschaftsprüfer
Annika Deutsch, Wirtschaftsprüferin
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2018/19 ein operatives Ergebnis vor Steuern von 192 Mio. € erwirtschaftet. Die Leistungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, des Führungspersonals und des Vorstands verdienen erneut unsere Anerkennung.
Die Entwicklung des operativen EBT war wesentlich beeinflusst durch geplante und ungeplante Stillstände an unseren Hüttenstandorten. Darüber hinaus führte eine Änderung der Definition unseres operativen Ergebnisses zu einer dauerhaften Abwertung von Kupfer-Vorratsbeständen im Konzern. Negativ auf das operative Ergebnis wirkten zudem eine Wertminderung auf die langfristigen Vermögenswerte des Segments Flat Rolled Products sowie Aufwendungen nach dem Stopp unseres Investitionsprojekts Future Complex Metallurgy (FCM). Des Weiteren belasteten gestiegene Energiekosten und eine schwächere Nachfrage nach Strangguss- und Flachwalzprodukten die Ergebnissituation im Berichtsjahr.
Positiv auf das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2018/19 wirkten sich ein gutes Metallmehrausbringen im 4. Geschäftsquartal und Edelmetallverkäufe durch die Ausnutzung der hohen Edelmetallpreise aus. Hinzu kamen höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich gestiegene Preise, trotz stillstandsbedingt geringerer Produktionsmengen, und positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm sowie eine Forderung gegen die Wieland-Werke AG aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP.
ZUSAMMENWIRKEN VON AUFSICHTSRAT UND VORSTAND
Gemeinsames Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts der Aurubis AG und ihrer Konzerngesellschaften.
Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse haben den Vorstand auch 2018/19 in der Leitung des Unternehmens eng begleitet, sorgfältig überwacht, ihm beratend zur Seite gestanden sowie die ihnen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben umfassend wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Recht- und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat, wie nachfolgend näher erläutert, eingebunden.
Der Aufsichtsrat wurde fortlaufend und detailliert über die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und der einzelnen Segmente sowie über die Finanzlage des Unternehmens unterrichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen hat der Vorstand ausführlich erläutert und deren Gründe sowie die eingeleiteten Maßnahmen mit dem Aufsichtsrat diskutiert.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat mittels eines schriftlichen Monatsberichts über die Unternehmensstrategie, die Planung sowie wichtige Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns, die damit verbundenen Chancen und Risiken sowie Fragen der Compliance informiert.
Die für Aurubis bedeutenden Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert.
Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigem Kontakt zum Vorstand, vor allem zum Vorstandsvorsitzenden, und hat sich mit ihm über aktuelle Entwicklungen ausgetauscht.
BERATUNGEN IM AUFSICHTSRAT
Im Geschäftsjahr 2018/19 fanden vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen und drei außerordentliche Aufsichtsratssitzungen statt. Im schriftlichen Umlaufverfahren wurden drei Beschlüsse gefasst. Die Teilnahmequote der Aufsichtsratsmitglieder bei Aufsichtsratssitzungen lag bei 92,4 %. Der Aufsichtsrat tagte in drei Sitzungen zeitweise und in zwei weiteren Sitzungen ohne die Anwesenheit des Vorstands.
Karl-Heinz Hamacher fehlte krankheitsbedingt bei einer ordentlichen Aufsichtsratssitzung sowie bei einer Personalausschusssitzung; Andrea Bauer fehlte bei einer Aufsichtsratssitzung entschuldigt. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Teilnahmequote der Mitglieder an den Aufsichtsratssitzungen und an den jeweiligen Ausschüssen.
Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme
| Sitzungsanwesenheit | Anwesenheit | |
|---|---|---|
| Aufsichtsratsplenum | 4 ordentliche/ 3 außerordentliche Sitzungen | |
| --- | --- | --- |
| Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender) | 7/7 | 100 % |
| Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende bis 19.04.2019) | 4/4 | 100 % |
| Stefan Schmidt (stellvertretender Vorsitzender seit 12.06.2019) | 7/7 | 100 % |
| Deniz Filiz Acar (seit 03.05.2019) | 3/3 | 100 % |
| Andrea Bauer | 6/7 | 86 % |
| Christian Ehrentraut (seit 03.05.2019) | 3/3 | 100 % |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann | 7/7 | 100 % |
| Karl-Heinz Hamacher (bis 31.12.2018) 1 | 0/1 | 0 % |
| Sitzungsanwesenheit | Anwesenheit | ||
|---|---|---|---|
| Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob | 7/7 | 100 % | |
| Jan Koltze | 7/7 | 100 % | |
| Dr. Stephan Krümmer | 7/7 | 100 % | |
| Dr. Elke Lossin | 7/7 | 100 % | |
| Dr. Sandra Reich | 7/7 | 100 % | |
| Melf Singer | 7/7 | 100 % | |
| Ralf Winterfeldt (01.01.2019 bis 30.04.2019) | 3/3 | 100 % | |
| Personalausschuss | 2 Sitzungen | ||
| Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender) | 2/2 | 100 % | |
| Deniz Filiz Acar (seit 12.06.2019) | 0/0 | - | |
| Andrea Bauer (seit 12.06.2019) | 0/0 | - | |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann | 2/2 | 100 % | |
| Karl-Heinz Hamacher (bis 31.12.2018) 1 | 0/1 | 0 % | |
| Renate Hold-Yilmaz (bis 19.04.2019) | 2/2 | 100 % | |
| Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob (bis 12.06.2019) | 2/2 | 100 % | |
| Jan Koltze (seit 12.06.2019) | 0/0 | - | |
| Stefan Schmidt | 2/2 | 100 % | |
| Ralf Winterfeldt (30.01.2019 bis 30.04.2019) | 0/0 | - | |
| Prüfungsausschuss (Audit Committee) | 4 Sitzungen | ||
| Dr. Stephan Krümmer (Vorsitzender) | 4/4 | 100 % | |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann | 4/4 | 100 % | |
| Renate Hold-Yilmaz (bis 19.04.2019) | 2/2 | 100 % | |
| Jan Koltze | 4/4 | 100 % | |
| Dr. Elke Lossin | 4/4 | 100 % | |
| Dr. Sandra Reich | 4/4 | 100 % | |
| Melf Singer (seit 12.06.2019) | 1/1 | 100 % | |
| Nominierungsausschuss | tagte im Geschäftsjahr nicht | ||
| Technikausschuss (seit 12.06.2019) | 2 Sitzungen | ||
| Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob (Vorsitzender) | 2/2 | 100 % | |
| Christian Ehrentraut | 2/2 | 100 % | |
| Dr. Stephan Krümmer | 2/2 | 100 % | |
| Stefan Schmidt | 2/2 | 100 % | |
| Vermittlungsausschuss | tagte im Geschäftsjahr nicht |
1 Fehlte krankheitsbedingt.
Gegenstand regelmäßiger Beratung im Plenum des Aufsichtsrats waren der Geschäftsverlauf, die Beschäftigung im Konzern und die Entwicklungen des Ergebnisses sowie der Rohstoff- und Devisenmärkte. Der Aufsichtsrat befasste sich ebenfalls mit der Finanzlage und dem Stand der Investitionen. Insbesondere begleitete der Aufsichtsrat den Kauf der Metallo-Gruppe sowie das Projekt FCM bis zu dessen Einstellung. Nach der Untersagung des Verkaufs des Segments Flat Rolled Products (FRP) an die Wieland-Werke AG durch die EU-Kommission wurden verschiedene strategischen Optionen für das Segment in den Aufsichtsratssitzungen diskutiert. In den Sitzungen wurde von den Vorsitzenden des Personal-, des Prüfungs- und des Nominierungsausschusses über deren Arbeit, die beschlossenen Vorschläge sowie die erzielten Ergebnisse berichtet.
In der Sitzung am 10.12.2018 hat der Aufsichtsrat die Vergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017/18 auf Basis der ermittelten Zielerreichung festgelegt. Einzelheiten sind im Vergütungsbericht erläutert. In derselben Sitzung standen die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses 2017/18 mit dem darin enthaltenen Corporate-Governance-Bericht sowie die Vorbereitung der Hauptversammlung 2019 u. a. mit der Wahl von Andrea Bauer in den Aufsichtsrat im Mittelpunkt der Beratung. Der Aufsichtsrat befasste sich mit dem Status des Fusionskontrollverfahrens und den Bedenken der EU-Kommission. Der Aufsichtsrat hat des Weiteren beschlossen, dass der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schachler nicht verlängert wird und am 30.06.2019 ausläuft.
In der außerordentlichen Sitzung am 30.01.2019 hat der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen, Roland Harings mit Wirkung zum 01.07.2019 zum neuen Vorstandsvorsitzenden zu bestellen.
In der Sitzung am 27.02.2019 berichtete der Vorstand zum laufenden Geschäft und zum Projekt FCM. Der Aufsichtsrat befasste sich des Weiteren mit standortspezifischen Themen. Der Vorstand erläuterte verschiedene strategische Optionen für das Segment FRP, nachdem die EU-Kommission den Verkauf an die Wieland-Werke AG am 06.02.2019 untersagt hatte.
In der außerordentlichen Sitzung am 16.04.2019 hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass Roland Harings für den Zeitraum vom 20.05.2019 bis zum 30.06.2019 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt wird.
In der außerordentlichen Sitzung vom 13.05.2019 hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung zum Erwerb der Metallo-Gruppe von TowerBrook Capital Partners unter Zugrundelegung eines Unternehmenswerts von 380 Mio. € sowie zum Abschluss eines syndizierten Brückenkreditvertrags erteilt.
In der Sitzung vom 12.06.2019 befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit dem Stand des Projektes FCM mit einer ursprünglich geplanten Investitionssumme von ca. 320 Mio. €. Der Vorstand berichtete, dass in dem laufenden Projekt nach genauen Analysen mit deutlich höheren Investitionskosten zu rechnen sein wird. Die ursprünglich geplante Wirtschaftlichkeit dieses Projektes ist damit nicht mehr gegeben. Nach ausführlicher Diskussion haben Vorstand und Aufsichtsrat in der Sitzung beschlossen, den gegenwärtigen Stand des Projektes zu dokumentieren und das Gesamtprojekt zu beenden. In Folge hat der Aufsichtsrat einstimmig Jürgen Schachler von der Position des Vorstandsvorsitzenden freigestellt. Da die mit dem Projekt verbundenen strategischen Überlegungen aber weiterhin Gültigkeit behalten, werden diese in die Multi-Metall-Strategie eingebracht. Der Aufsichtsrat befasste sich des Weiteren mit dem Stand der Neuinvestitionen und beschloss die Einsetzung eines Technikausschusses.
Im Umlaufverfahren genehmigte der Aufsichtsrat am 01.08.2019 ein Teilprojekt zur Emissionsminderung im Bereich der Primärhütte (RWO) am Standort in Hamburg und die Erhöhung des Budgets für den geplanten Wartungsstillstand in Hamburg.
In der Sitzung vom 11.09.2019 berichtete der Vorstand über die vorgenommenen Schritte zur Dokumentation des Projekts FCM. Der Aufsichtsrat genehmigte das Budget und die Investitionsplanung 2019/20. Der Vorstand stellte den neuen Geschäftsverteilungsplan sowie die partielle Organisationsanpassung vor, die der Aufsichtsrat genehmigte. Der Aufsichtsrat legte die individuellen Ziele für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2019/20 und die Zielwerte für den Performance Cash Plan fest.
AUSSCHÜSSE
Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hatte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt fünf Ausschüsse gebildet, um die Arbeit im Plenum effektiv zu unterstützen. Die Ausschüsse bereiteten die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln waren. Der Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz hat im Berichtsjahr nicht getagt.
Allgemeine Ausführungen zur Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich ebenso in der diesjährigen Erklärung zur Unternehmensführung.
ARBEIT DES PERSONALAUSSCHUSSES
Der Personalausschuss trat im Berichtszeitraum zweimal zusammen. Er befasste sich mit der Suche nach einem Nachfolger für die Position des Vorstandsvorsitzenden. In der Sitzung am 24.01.2019 beschloss der Personalausschuss, dem Aufsichtsrat die Bestellung von Roland Harings als Vorstandsvorsitzenden zu empfehlen.
ARBEIT DES TECHNIKAUSSCHUSSES
Der Technikausschuss trat im Berichtszeitraum zweimal zusammen. Neben der Begleitung diverser Optimierungs- und Entwicklungsprojekte beschäftigte sich der Ausschuss im Wesentlichen mit dem Projekt zur Emissionsminderung im Bereich der Primärhütte (RWO) am Standort in Hamburg.
ARBEIT DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES (AUDIT COMMITTEE)
Der Prüfungsausschuss trat im Berichtszeitraum viermal zusammen. In allen Sitzungen prüfte er die Quartalsberichte bzw. den Konzern- und Jahresabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahrs und erörterte diese mit dem Vorstand. Er befasste sich außerdem mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Compliance des Konzerns.
Der Prüfungsausschuss befasste sich mit der Ausschreibung der Abschlussprüfung für den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018/19, weil die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, diese Abschlüsse im Geschäftsjahr 2017/18 zum zehnten Mal in Folge geprüft hatte - und damit im höchstzulässigen zeitlichen Umfang, der ohne Ausschreibung möglich ist.
Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat, die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018/19. Der Prüfungsausschuss ermächtigte den Vorstand, den Abschlussprüfer in einem begrenzten Rahmen ab dem 01.10.2018 auch mit zulässigen Nichtprüfungsleistungen zu beauftragen.
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Dr. Stephan Krümmer, verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Er ist unabhängig und kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.
Neben der Erteilung des Prüfungsauftrags und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer legte der Ausschuss die Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung 2018/19 fest, und zwar:
| ― | Prüfung der bilanziellen Darstellung der nicht fortgeführten Aktivitäten des Segments Flat Rolled Products |
| ― | Bilanzielle Abbildung des FCM-Projekts dem Grunde und der Höhe nach |
| ― | Auswirkungen neuer IFRS-Standards auf die Bilanzierung |
Der letzte Schwerpunkt ist auch ein Prüfungsschwerpunkt der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung e. V. für das Jahr 2019.
Ferner überwachte der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, holte die nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Erklärung zu dessen Unabhängigkeit ein und befasste sich mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Der Abschlussprüfer verpflichtete sich, den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe unverzüglich zu unterrichten.
Vertreter des Abschlussprüfers haben an zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses teilgenommen und berichteten über die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses.
CORPORATE GOVERNANCE UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Die regelmäßige Effizienzprüfung wurde vom Aufsichtsrat in der Sitzung am 11.09.2019 durchgeführt. Nach ausführlicher Diskussion eines zuvor beantworteten umfangreichen Fragenkatalogs stellte der Aufsichtsrat seine Effizienz fest.
Über die Corporate Governance bei der Aurubis AG berichtete der Vorstand auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07.02.2017 in der Erklärung zur Unternehmensführung und im Bericht zur Corporate Governance, die Teil des Lageberichts sind.
Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG haben am 04.11.2019 die aktualisierte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und unter dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Die Aurubis AG entspricht den Kodexempfehlungen mit zwei Ausnahmen. Nähere Informationen hierzu können der Entsprechenserklärung entnommen werden.
INTERESSENKONFLIKTE
Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten nicht auf. Wesentliche Geschäfte mit einem Vorstandsmitglied bzw. nahestehenden Personen oder Unternehmungen gab es keine.
PRÜFUNG DES ABSCHLUSSES DER AURUBIS AG UND DES KONZERNS
Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft und der nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.10.2018 bis zum 30.09.2019 sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern wurden gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 28.02.2019 und der anschließenden Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat erstmalig von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Entsprechend übernahm die verantwortliche Wirtschaftsprüferin Annika Deutsch die Prüfung des Konzerns und der Gesellschaft ebenfalls erstmalig. Der Abschlussprüfer erteilte jeweils uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2018/19 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis zum ersten Mal geprüft.
Am 10.12.2019 fand die Bilanzaufsichtsratssitzung statt. Alle Aufsichtsratsmitglieder erhielten rechtzeitig vor dieser Sitzung die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und alle sonstigen Vorlagen. Diese Unterlagen wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil, berichtete ausführlich über den Prüfungsverlauf und die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte und Diskussionen der Unterlagen sowie seiner ergänzenden Ausführungen zur Verfügung.
Nach ausführlicher Besprechung der Prüfungsergebnisse und nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Bericht des Abschlussprüfers sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und auf Basis seiner eigenen Prüfung und Erörterung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts für die Gesellschaft und den Konzern stimmte der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und billigte in der Bilanzsitzung gemäß den Empfehlungen des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss, der damit festgestellt ist, sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an.
PRÜFUNG DES GESONDERTEN NICHTFINANZIELLEN BERICHTS
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat im Auftrag des Aufsichtsrats eine inhaltliche Prüfung des gesonderten nichtfinanziellen Berichts der Aurubis AG vorgenommen.
Die Prüfer haben auf dieser Basis keine Einwendungen gegen die Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben und erteilten ein uneingeschränktes Urteil mit eingeschränkter Sicherheit, dass der gesonderte nichtfinanzielle Bericht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c HGB in Verbindung mit §§ 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist.
VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND
Dr. Thomas Bünger wurde mit Wirkung zum 01.10.2018 zum neuen technischen Vorstand bestellt. Auf Beschluss des Aufsichtsrats vom 12.06.2019 wurde Jürgen Schachler mit sofortiger Wirkung freigestellt. Er ist am 30.06.2019 zum Ende seiner Bestellung aus dem Unternehmen ausgeschieden. Am 20.05.2019 wurde Roland Harings zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt. Zum 01.07.2019 hat Roland Harings wie geplant die Position des Vorstandsvorsitzenden übernommen.
Renate Hold-Yilmaz sowie Karl-Heinz Hamacher und Ralf Winterfeldt sind im Geschäftsjahr 2018/19 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Bereits zum Ablauf der Hauptversammlung am 01.03.2018 war Dr. Ernst J. Wortberg als Aufsichtsratsmitglied, langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Prüfungsausschusses ausgeschieden.
Wir danken Herrn Dr. Ernst J. Wortberg und allen ausgeschiedenen Aufsichtsräten und Vorständen für ihr langjähriges erfolgreiches Wirken zum Wohle des Aurubis-Konzerns.
Andrea Bauer wurde von der Hauptversammlung am 28.02.2019 als Aufsichtsratsmitglied bestätigt, nachdem sie bereits vom Amtsgericht Hamburg mit Wirkung zum 22.06.2018 gerichtlich als Aufsichtsratsmitglied bestellt worden war. Auf Antrag des Vorstands hat das Amtsgericht Hamburg Deniz Filiz Acar und Christian Ehrentraut mit Wirkung zum 03.05.2019 zu neuen Aufsichtsratsmitgliedern bestellt.
Hamburg, Dezember 2019
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Vorsitzender