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Aurubis AG Interim / Quarterly Report 2023

May 11, 2023

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Interim / Quarterly Report

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Publication

Aurubis AG

Hamburg

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.10.2022 bis zum 31.03.2023

1. Oktober 2022 bis 31. März 2023

Aurubis-Konzern auf einen Blick

Kennzahlen Aurubis-Konzern 2. Quartal 6 Monate
Operativ 2022/23 2021/22³ Veränderung 2022/23 2021/22³
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse Mio. € 4.688 4.856 -3 % 8.784 9.262
Brutto-Marge1 Mio. € 581 595 -2 % 1.121 1.139
Rohergebnis Mio. € 446 438 2 % 839 857
EBITDA Mio. € 211 216 -2 % 383 426
EBIT Mio. € 162 169 -4 % 286 332
EBT2 Mio. € 166 167 -1 % 291 331
Konzernergebnis Mio. € 131 130 1 % 230 257
Ergebnis je Aktie 2,99 2,98 0 % 5,25 5,89
Netto-Cashflow Mio. € 83 139 -40 % 19 54
Investitionen Mio. € 107 61 75 % 179 120
Netto-Finanzposition (Stichtag) Mio. € - - - 149 379
ROCE2 % - - - 15,6 19,6
Segment Multimetal Recycling
Umsatzerlöse Mio. € 1.567 1.520 3 % 2.883 2.971
Brutto-Marge1 Mio. € 170 180 -6 % 328 367
EBIT Mio. € 68 75 -9 % 102 158
EBT Mio. € 69 75 -8 % 103 158
ROCE % - - - 15,5 44,4
Capital Employed Mio. € - - - 967 714
Segment Custom Smelting & Products
Umsatzerlöse Mio. € 4.777 4.775 0 % 8.900 9.292
Brutto-Marge1 Mio. € 412 415 -1 % 793 773
EBIT Mio. € 121 111 9 % 220 205
EBT Mio. € 124 111 12 % 223 205
ROCE % - - - 19,1 13,7
Capital Employed Mio. € - - - 2.178 2.002
Kennzahlen Aurubis-Konzern 6 Monate
Operativ Veränderung
--- ---
Umsatzerlöse -5 %
Brutto-Marge1 -2 %
Rohergebnis -2 %
EBITDA -10 %
EBIT -14 %
EBT2 -12 %
Konzernergebnis -11 %
Ergebnis je Aktie -11 %
Netto-Cashflow -64 %
Investitionen 49 %
Netto-Finanzposition (Stichtag) -61 %
ROCE² -
Segment Multimetal Recycling
Umsatzerlöse -3 %
Brutto-Marge¹ -11 %
EBIT -35 %
EBT -35 %
ROCE -
Capital Employed +35 %
Segment Custom Smelting & Products
Umsatzerlöse -4 %
Brutto-Marge¹ 3 %
EBIT 7 %
EBT 9 %
ROCE -
Capital Employed +9 %

¹ Brutto-Marge = Summe der Ergebniskomponenten Metallergebnis, Schmelz- und Raffinierlöhne sowie Prämien und Produkte.

² Konzernsteuerungskennzahlen.

³ Vorjahreswerte angepasst. Ausgewählte Finanzinformationen

Kennzahlen Aurubis-Konzern 2. Quartal 6 Monate
IFRS 2022/23 2021/22 Veränderung 2022/23 2021/22
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse Mio. € 4.688 4.856 -3 % 8.784 9.262
Rohergebnis Mio. € 413 547 -25 % 753 1.203
EBITDA Mio. € 177 325 -46 % 297 772
EBIT Mio. € 128 279 -54 % 198 678
EBT Mio. € 132 281 -53 % 203 686
Konzernergebnis Mio. € 106 209 -49 % 163 510
Ergebnis je Aktie 2,42 4,79 -49 % 3,73 11,68
Belegschaft (Durchschnitt) 7.001 7.156 -2 % 6.982 7.152
Kennzahlen Aurubis-Konzern 6 Monate
IFRS Veränderung
--- ---
Umsatzerlöse -5 %
Rohergebnis -37 %
EBITDA -62 %
EBIT -71 %
EBT -70 %
Konzernergebnis -68 %
Ergebnis je Aktie -68 %
Belegschaft (Durchschnitt) -2 %

Im vorliegenden Bericht können sich aufgrund von Rundungen geringfügige Abweichungen bei Summenangaben ergeben.

2. Quartal 6 Monate
Produktionskennzahlen Aurubis-Konzern 2022/23 2021/22¹ Veränderung 2022/23 2021/22¹
--- --- --- --- --- --- ---
Segment Multimetal Recycling
Alt-/Blisterkupfereinsatz 1.000 t 90 85 5 % 173 156
Sonstige Recyclingmaterialien 1.000 t 149 126 18 % 268 251
Kathodenproduktion 1.000 t 133 128 4 % 263 258
Beerse 1.000 t 6 6 0 % 12 12
Lünen 1.000 t 41 37 11 % 83 75
Olen 1.000 t 85 85 0 % 168 172
Segment Custom Smelting & Products
Konzentratdurchsatz 1.000 t 627 635 -1 % 1.262 1.314
Hamburg 1.000 t 272 284 -4 % 538 592
Pirdop 1.000 t 355 350 1 % 724 722
Alt-/Blisterkupfereinsatz 1.000 t 56 59 -5 % 101 116
Sonstige Recyclingmaterialien 1.000 t 9 10 -10 % 19 20
Schwefelsäureproduktion 1.000 t 597 599 0 % 1.183 1.238
Hamburg 1.000 t 245 240 2 % 463 507
Pirdop 1.000 t 352 359 -2 % 720 731
Kathodenproduktion 1.000 t 155 152 2 % 305 301
Hamburg 1.000 t 98 95 3 % 190 190
Pirdop 1.000 t 57 57 0 % 115 111
Gießwalzdrahtproduktion 1.000 t 250 236 6 % 445 435
Stranggussproduktion 1.000 t 46 58 -20 % 95 111
Flachwalzprodukte und Spezialdrahtproduktion 1.000 t 35 49 -29 % 67 88
6 Monate
Produktionskennzahlen Aurubis-Konzern Veränderung
--- ---
Segment Multimetal Recycling
Alt-/Blisterkupfereinsatz 11 %
Sonstige Recyclingmaterialien 7 %
Kathodenproduktion 2 %
Beerse 0 %
Lünen 11 %
Olen -2 %
Segment Custom Smelting & Products
Konzentratdurchsatz -4 %
Hamburg -9 %
Pirdop 0 %
Alt-/Blisterkupfereinsatz -12 %
Sonstige Recyclingmaterialien -6 %
Schwefelsäureproduktion -4 %
Hamburg -9 %
Pirdop -2 %
Kathodenproduktion 1 %
Hamburg 0 %
Pirdop 4 %
Gießwalzdrahtproduktion 2 %
Stranggussproduktion -14 %
Flachwalzprodukte und Spezialdrahtproduktion -24 %

1 Vorjahreswerte angepasst.

2. Quartal 6 Monate
Verkaufsmengen Aurubis-Konzern 2022/23 2021/22 Veränderung 2022/23 2021/22
--- --- --- --- --- --- ---
Gold t 13 12 8 % 25 24
Silber t 232 268 -13 % 466 486
Blei t 9.398 11.356 -17 % 18.768 21.240
Nickel t 950 1.063 -11 % 1.780 2.075
Zinn t 2.184 2.154 1 % 4.312 4.661
Zink t 3.662 2.738 34 % 5.739 6.995
Nebenmetalle t 258 231 12 % 448 482
Platingruppe (PGM) kg 2.696 2.298 17 % 4.515 5.126
6 Monate
Verkaufsmengen Aurubis-Konzern Veränderung
--- ---
Gold 4 %
Silber -4 %
Blei -12 %
Nickel -14 %
Zinn -7 %
Zink -18 %
Nebenmetalle -7 %
Platingruppe (PGM) -12 %

"Mit einem 2. Quartal auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres setzt sich die positive Entwicklung von Aurubis weiter fort. Die hohe Nachfrage nach unseren Metallprodukten zeigt, dass Aurubis-Metalle mehr denn je für die Mobilitäts- und Energiewende sowie die Digitalisierung gebraucht werden. Wir beweisen aufs Neue die Resilienz unseres Geschäftsmodells, denn vor dem Hintergrund der anhaltenden geopolitischen Spannungen und rezessiver Tendenzen in Europa war solch ein starkes Halbjahresergebnis kaum zu erwarten. Entsprechend haben wir die Gesamtjahresprognose für 2022/23 auf 450 bis 550 Mio. € erhöht."

ROLAND HARINGS, Vorstandsvorsitzender

Konzern-Zwischenlagebericht 6 Monate 2022/23

Der Aurubis-Konzern ist nach einem außerordentlich erfolgreichen letzten Geschäftsjahr weiterhin auf sehr vielversprechendem Kurs: In den ersten 6 Monaten 2022/23 erzielte Aurubis ein erneut sehr gutes operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 291 Mio. € (Vj. 331 Mio. €) und erhöht infolgedessen die Gesamtjahresprognose. Gestiegene Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate und eine signifikant höhere Aurubis-Kupferprämie bei sehr hoher Nachfrage nach Gießwalzdraht konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich reduzierte Schwefelsäureerlöse, ein einsatzmaterialbedingt niedrigeres Metallergebnis sowie gestiegene Kosten im Konzern kompensieren. Der operative Return on Capital Employed (ROCE) betrug 15,6 % (Vj. 19,6 %). Das IFRS-Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 203 Mio. € (Vj. 686 Mio. €).

Der Aurubis-Konzern hat im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/23 Umsatzerlöse in Höhe von 8.784 Mio. € (Vj. 9.262 Mio. €) erzielt. Diese leicht rückläufige Entwicklung war im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunkenen Metallpreise, insbesondere für Industriemetalle, zurückzuführen bei einer weiterhin hohen Nachfrage nach Gießwalzdraht.

Die Brutto-Marge umfasst mit dem Metallergebnis Glossar, Seite 31, den Schmelz- und Raffinierlöhnen Glossar, Seite 31 sowie Prämien und Produkten die wesentlichen ErgebnisKomponenten des Aurubis-Konzerns.

Anteil wesentlicher Ergebniskomponenten im Aurubis-Konzern

zum 31.03. YTD 2022/23 (YTD Vorjahreswerte)

* Brutto-Marge = Summe der Ergebniskomponenten Metallergebnis, Schmelz-und Raffinierlöhne sowie Prämien und Produkte.

Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) - als eine unserer Konzernsteuerungsgrößen - betrug 291 Mio. € (Vj. 331 Mio. €) und war im Vergleich zum sehr guten Vorjahr positiv beeinflusst durch:

deutlich gestiegene Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate bei leicht reduziertem Durchsatz,
die signifikante Erhöhung der Aurubis-Kupferprämie,
eine weiterhin hohe Nachfrage nach Gießwalzdraht,
höhere Erträge aus Raffinierlöhnen aufgrund eines gesteigerten Einsatzes von Recyclingmaterialien.

Gegenläufig wirkten:

ein einsatzmaterialbedingt signifikant niedrigeres Metallergebnis bei rückläufigen Metallpreisen, insbesondere für Industriemetalle,
deutlich niedrigere Schwefelsäureerlöse aufgrund gesunkener Absatzpreise,
eine niedrigere Nachfrage nach Flachwalzprodukten,
gestiegene Kosten im Konzern.

Für Erläuterungen zur Herleitung des operativen Ergebnisses auf Basis des Ergebnisses nach IFRS verweisen wir auf Seite 12.

Unsere zweite Konzernsteuerungsgröße, der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 4 Quartale) ) reduzierte sich bei weiterhin sehr guter Ertragslage auf 15,6 % (Vj. 19,6 %). Temporär hohe Vorratsbestände zur Versorgung unseres Standorts in Pirdop während des anstehenden geplanten Wartungsstillstands der dortigen Primärhütte führten dabei zu einem höheren eingesetzten Kapital im Vergleich zum Vorjahresstichtag.

Eine Herleitung des ROCE ist auf Seite 11 dargestellt.

Der Netto-Cashflow lag insbesondere aufgrund der hohen Vorratsbestände in den ersten 6 Monaten des Geschäftsjahres 2022/23 mit 19 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 54 Mio. €), gestaltete sich gegenüber dem 1. Quartal (-64 Mio. €) trotz des fortgesetzten Aufbaus des Working Capital jedoch bereits wieder positiv. Der Netto-Cashflow unterliegt unterjährigen Schwankungen, die sich im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres wieder ausgleichen.

Weitere Erläuterungen zum Cashflow sind in der Vermögens- und Finanzlage, Seite 10 enthalten.

Segmente & Märkte

Das Segment Multimetal Recycling (MMR) fasst die Recyclingaktivitäten im Konzern und damit die Verarbeitung von Altkupfer, organischen und anorganischen metallhaltigen Recyclingrohstoffen sowie industriellen Rückständen zusammen. Zum Segment zählen die Recyclingaktivitäten der Standorte Lünen (Deutschland), Olen und Beerse (beide Belgien) sowie der Standort Berango (Spanien).

Das Segment MMR erzielte im Berichtszeitraum ein operatives EBT von 103 Mio. € (Vj. 158 Mio. €). Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis durch höhere Raffinierlöhne aufgrund eines höheren Einsatzes von Alt- und Blisterkupfer und sonstigen Recyclingmaterialien (bspw. Elektronikschrotte). Gegenläufig wirkten im Vergleich zum Vorjahr ein einsatzbedingt deutlich niedrigeres Metallergebnis bei rückläufigen Metallpreisen sowie gestiegene Kosten für bspw. Logistik und Verbrauchsmaterialien. Der operative ROCE des Segments lag mit 15,5 % weiter über der Konzernzielgröße von 15 %, jedoch unter dem sehr guten Vorjahreswert (Vj. 44,4 %). Im Vorjahr wirkten noch historisch hohe Raffinierlöhne für Altkupfer auf die Ertragslage. Ferner stieg das Capital Employed u.a. aufgrund der hohen Wachstumsinvestitionen beispielsweise in Aurubis Richmond an.

Unsere Recycling-Standorte zeigten im Berichtszeitraum einen guten Durchsatz oberhalb des Vorjahresniveaus bei einem guten Angebot an Alt- und Blisterkupfer Glossar, Seite 31.

Der Einsatz sonstiger Recyclingmaterialien wie Industrierückstände, Schlämme, Schreddermaterialien oder Elektro- und Elektronikschrotte lag mit 268.000 t (Vj. 251.000 t) im Berichtszeitraum über dem Vorjahresniveau.

Anteil wesentlicher Ergebniskomponenten im Segment

Multimetal Recycling

zum 31.03. YTD 2022/23 (YTD Vorjahreswerte)

* Brutto-Marge = Summe der Ergebniskomponenten Metallergebnis, Raffinierlöhne für Recyclingmaterialien sowie Prämien und Produkte.

Elektronikschrotte lag mit 268.000 t (Vj. 251.000 t) im Berichtszeitraum über dem Vorjahresniveau.

Der europäische Markt für Recyclingmaterialien war im Berichtszeitraum von einem weitestgehend guten Angebot von Alt- und Blisterkupfer bei guten Raffinierlöhnen gekennzeichnet. Das Angebot sonstiger Recyclingmaterialien zeigte sich weitestgehend stabil gegenüber dem Vorjahr. Exporte aus Europa nach Asien verblieben auf niedrigem Niveau, aufgrund von restriktiven chinesischen Einfuhrbestimmungen und stützten somit das europäische Angebot.

Die Aurubis-Raffinierlöhne für Alt- und Blisterkupfer lagen durch den höheren Durchsatz leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Raffinierlöhne für komplexe Recyclingmaterialien zeigten sich ebenfalls gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht.

Die Kathodenproduktion des Segments MMR lag mit 263.000 t im Berichtszeitraum leicht über dem Vorjahresniveau (Vj. 258.000 t).

Einsatzmaterialbedingt reduzierte sich das Metallmehrausbringen des Segments MMR gegenüber dem Vorjahresniveau bei niedrigeren Metallpreisen, insbesondere für Industriemetalle (Nickel & Zinn). Das Metallergebnis stellte im Berichtszeitraum aber erneut einen wesentlichen Ergebnisanteil des Segments dar.

Im Segment MMR wurden Investitionen in Höhe von 81 Mio. € (Vj. 47 Mio. €) getätigt. Der Anstieg resultierte aus den Wachstumsinvestitionen für das neue Recyclingwerk Aurubis Richmond, USA, in die neue Bleed Treatment Anlage (BOB) Glossar, Seite 31 in Olen, Belgien, für das Projekt ASPA in Beerse, Belgien, sowie die fortlaufende Sanierung der Elektrolyse in Lünen.

Das Segment Custom Smelting & Products (CSP) vereint die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten Glossar, Seite 31 sowie zur Herstellung und Vermarktung von Standard- und Spezialprodukten wie Kathoden Glossar, Seite 31, Gießwalzdraht Glossar, Seite 31, Stranggussformaten Glossar, Seite 31, Bandprodukten, Schwefelsäure und Eisensilikat. Das Segment CSP ist auch für die Produktion von Edelmetallen verantwortlich. An den Standorten Hamburg (Deutschland) und Pirdop (Bulgarien) werden Kupferkathoden hergestellt, die zusammen mit den in MMR produzierten Kathoden an den Standorten Hamburg (Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden. An den Standorten Buffalo (USA), Stolberg (Deutschland) und Pori (Finnland) werden Flachwalzprodukte und Spezialdrahtprodukte hergestellt.

Das Segment CSP erzielte im Berichtszeitraum ein operatives EBT von 223 Mio. (Vj. 205 Mio. €). Die positive Entwicklung des Segments resultierte aus gestiegenen Schmelz- und Raffinierlöhnen für Konzentrate, einer erhöhten Aurubis-Kupferprämie sowie höheren Erlösen durch den Absatz von Kupferprodukten bei gestiegenen Preisen gegenüber dem Vorjahr. Gegenläufig wirkten im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Kosten, niedrigere Schwefelsäureerlöse durch gesunkene Absatzpreise sowie ein gesunkenes Metallmehrausbringen durch rücklaufige Metallpreise. Der operative ROCE des Segments verbesserte sich aufgrund der verbesserten Ertragslage auf 19,1 % gegenüber dem Vorjahr (Vj. 13,7 %).

Der Konzentratdurchsatz unserer Primärhütten Glossar, Seite 31 lag mit 1.262.000 t unterhalb des Vorjahresniveaus (Vj. 1.314.000 t). Hierbei zeigte unser Standort in Pirdop wie im Vorjahr eine sehr gute Performance. Der Standort in Hamburg konnte nach einem reduzierten Durchsatz im 1. Quartal im 2. Quartal an die Vorjahresproduktion anknüpfen.

Die Verarbeitungsentgelte für Kupferkonzentrate am Spotmarkt bewegten sich seit Beginn des Kalenderjahres um die 80 US$/t und 8,0 cts/lb - Marke und somit leicht unterhalb des Referenzabschlusses. Vereinzelte Minenprojekte mussten ihre Produktion aufgrund starker Wetterereignisse oder Blockaden reduzieren. Entsprechend verringerte sich das Konzentratangebot am Spotmarkt.

Für das Kalenderjahr zeichnet sich auch aufgrund neuer Minenprojekte und Erweiterungen bestehender Minen ein positives Bild für das Konzentratangebot ab. Der seit Januar wirksame Referenzabschluss mit einem Schmelz- und Raffinierlohn (TC/RC) für die Verarbeitung von Standard-Kupferkonzentraten beläuft sich auf 88 US$/t und 8,8 cts/lb und liegt somit rund 35 % über dem Vorjahr (2022: 65 US$/t und 6,5 cts/ lb).

Anteil wesentlicher Ergebniskomponenten im Segment

Custom Smelting & Products

zum 31.03. YTD 2022/23 (YTD Vorjahreswerte)

* Brutto-Marge = Summe der Ergebniskomponenten Metallergebnis, Schmelz- und Raffinierlöhne sowie Prämien und Produkte.

Der Durchsatz von Alt- und Blisterkupfer sowie sonstigen Recyclingmaterialien lag im Berichtszeitraum mit 101.000 t unter dem Vorjahr (Vj. 116.000 t). Durch den geringeren Konzentratdurchsatz im Segment wurde weniger Alt- und Blisterkupfer als Kühlmaterial benötigt. Bezüglich der Entwicklungen der Raffinierlöhne für Recyclingmaterialien verweisen wir auf unsere Erläuterungen zum Segment MMR.

Das Metallergebnis des Segments CSP zeigte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr durch niedrigere Metallpreise reduziert, steuerte jedoch einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis des Segments bei.

Die Kupferkathodenproduktion im Segment CSP lag im Berichtszeitraum mit 305.000 t auf dem Niveau des Vorjahres (301.000 t). Die Elektrolysen des Segments zeigten einhergehend eine stabile Performance an den Standorten in Hamburg und Pirdop.

Der globale Kathodenmarkt zeigte im Berichtszeitraum eine volatile Entwicklung. Nach einem nachfragebedingten Rückgang der Spotprämien in Europa und Asien im ersten Quartal, stiegen die Kathodenprämien an den kurzfristigen Märkten im zweiten Quartal insbesondere in Europa, auch aufgrund niedriger Lagerbestände und einer stärkeren Nachfrage, wieder an. Die Aurubis-Kupferprämie Glossar, Seite 31 liegt für das Kalenderjahr 2023 bei 228 US$/t (Vj. 123 US$/t).

Die Produktion von Gießwalzdraht im Berichtszeitraum erhöhte sich durch die starke Nachfrage, insbesondere für den Energiesektor, auf 445.000 t (Vj. 435.000 t) und übertraf somit das hohe Vorjahresniveau. Die Produktion von Strangguss hingegen lag mit 95.000 t unter dem hohen Vorjahresniveau (Vj. 111.000 t), damit einhergehend reduzierte sich ebenfalls die Produktion von Flachwalzprodukten mit 67.000 t signifikant gegenüber dem Vorjahr (Vj. 88.000 t).

Die Schwefelsäureproduktion lag analog zum gesunkenen Konzentratdurchsatz mit 1.183.000 t leicht unter der Produktion des Vorjahres (Vj. 1.238.000 t). Die Nachfrage nach Schwefelsäure in Europa, Nordafrika und Übersee zeigte sich im Berichtszeitraum deutlich reduziert im Vergleich zum außerordentlich hohen Niveau des Vorjahres. Weiter hohe Energiekosten, insbesondere für Erdgas, sorgten für einen Rückgang der Nachfrage der chemischen- und Düngemittelindustrie. Die Preise an den für Aurubis relevanten Märkten verzeichneten einen entsprechenden Rückgang und stabilisierten sich auf gegenüber Vorjahr reduziertem Niveau. Aurubis ist aufgrund seiner Kunden- und Vertragsstruktur den Entwicklungen am Spotmarkt nicht in vollem Umfang und mit zeitlichem Verzug ausgesetzt und profitierte weiterhin von verhältnismäßig hohen Schwefelsäureerlösen im Berichtszeitraum.

Im Segment CSP wurden Investitionen in Höhe von 81 Mio. € (Vj. 70 Mio. €), im Wesentlichen für die Industriewärme Stufe 2 in Hamburg, vorbereitende Maßnahmen für den geplanten Wartungsstillstand in Pirdop im 3. Quartal sowie den Start des Baus des Projekts Complex Recycling Hamburg (CRH) getätigt.

Vermögens- und Finanzlage

Die operative Bilanzsumme erhöhte sich von 5.926 Mio. € zum 30.09.2022 auf 6.255 Mio. € zum 31.03.2023. Ursächlich hierfür waren insbesondere die um 453 Mio. € gestiegenen Vorratsbestände in Höhe von 2.655 Mio. € zum 31.03.2023 gegenüber 2.202 Mio. € zum 30.09.2022, insbesondere zur Versorgung des Standorts Pirdop während des dortigen geplanten Wartungsstillstands im 3. Quartal des aktuellen Geschäftsjahres. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bauten sich in Verbindung mit dem hohen Absatz von Gießwalzdraht maßgeblich auf.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich ebenfalls deutlich einhergehend mit den gestiegenen Beständen im Umlaufvermögen um 393 Mio. € von 1.583 Mio. € auf 1.975 Mio. €.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich um 122 Mio. € von 3.202 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 3.324 Mio. € zum 31.03.2023. Der Anstieg beruht auf dem operativen Konzerngesamtergebnis in Höhe von 201 Mio. €.

Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung in Höhe von -79 Mio. €. Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) somit bei 53,1 % gegenüber 54,0 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 302 Mio. € zum 31.03.2023 leicht unter dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (327 Mio. €). Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten dar:

in Mio. € 31.03.2023 30.09.2022
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 167 167
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 40 42
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 207 209
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 83 106
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 12 12
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 95 118
Finanzverbindlichkeiten 302 327

Zum 31.03.2023 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 451 Mio. € (30.09.2022: 706 Mio. €) zur Verfügung. Der Rückgang korrespondierte mit dem Aufbau des Working Capital.

Die Netto-Finanzposition zum 31.03.2023 betrug somit 149 Mio. € (30.09.2022: 379 Mio. €) und stellte sich wie folgt dar:

in Mio. € 31.03.2023 30.09.2022
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 451 706
- Finanzverbindlichkeiten 302 327
Netto- Finanzposition 149 379

Der Netto-Cashflow lag insbesondere aufgrund der hohen Auszahlungen für Working Capital (siehe oben) in den ersten 6 Monaten des Geschäftsjahres 2022/2023 mit 19 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 54 Mio. €). Gegenüber dem 1. Quartal (-64 Mio. €) entwickelte sich der Netto-Cashflow trotz des fortgesetzten Aufbaus des Working Capital aber bereits deutlich positiv.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf -160 Mio. € (Vj. -100 Mio. €) und beinhaltete wie im Vorjahr vor allem Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von insgesamt -159 Mio. € (Vj. -110 Mio. €). Der Anstieg resultierte dabei vor allem aus dem Aufbau des Recyclingwerks Aurubis Richmond.

Unter Berücksichtigung von Zinsauszahlungen in Höhe von insgesamt -7 Mio. € und einer Dividendenzahlung in Höhe von insgesamt -79 Mio. € ergibt sich ein Free Cashflow von -226 Mio. € (Vj. -124 Mio. €).

in Mio. € 6 Monate 2022/23 6 Monate 2021/22
Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)¹ 19 54
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -160 -100
Zinsauszahlung -7 -8
Dividendenzahlung -79 -70
Free Cashflow -226 -124
Aus- / Einzahlungen aus Finanzverbindlichkeiten (netto) -29 -268
Veränderung der Zahlungsmittel -255 -392
Zahlungsmittel zum Stichtag 451 573

¹ Ab dem 2. Quartal werden die Zinseinzahlungen im Netto-Cashflow ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Der Return on Capital Employed (ROCE) stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar. Er wird unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 4 Quartale ermittelt.

Der operative ROCE verringerte sich aufgrund hoher Vorratsbestände im eingesetzen Kapital (siehe oben) bei leicht rückläufiger Ertragslage auf 15,6 % gegenüber 19,6 % in der Vergleichsperiode.

in Mio. € 31.03.2023 31.03.2022
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen 2.079 1.903
Vorräte 2.655 2.325
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 795 914
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 255 307
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.975 -2.015
- Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten -592 -676
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag 3.217 2.758
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 492 519
Finanzergebnis -4 10
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT)¹ 488 529
Beteiligungsergebnis At Equity 13 11
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT)¹ - adjusted 501 540
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 15,6 % 19,6 %

¹ Ermittlung unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 4 Quartale. Vorjahreswerte angepasst.

Überleitung operatives Ergebnis

Die interne Berichterstattung und Steuerung des Konzerns erfolgen auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können. Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:

Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen eliminiert. Ebenso werden nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Metallvorratsbestände eliminiert
Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von Metallderivategeschäften, bezogen auf die Hauptmetallbestände
Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von energiebezogenen Derivategeschäften
Eliminierung von nicht zahlungswirksamen Effekten aus Kaufpreisallokationen
Bereinigung um Effekte aus der Anwendung des IFRS 5

Zum 30.09.2022 wurde die Herleitung des operativen Ergebnisses angepasst. Für Vergleichszwecke wurden die Vorjahreswerte angepasst.

Für zusätzliche Informationen verweisen wir auf unsere Angaben im Geschäftsbericht 2021/22.

Das IFRS EBT in Höhe von 203 Mio. € (Vj. 686 Mio. €) hat das Vorjahr deutlich unterschritten. Die Veränderung war, neben den bereits in der Erläuterung zur operativen Ertragslage beschriebenen Ergebniseffekten, durch die Metall- und Energiepreisentwicklung begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/ Materialaufwendungen und somit auf das IFRS-Rohergebnis.

Das IFRS-Rohergebnis beinhaltet in den ersten 6 Monaten des Geschäftsjahres 2022/23 Bewertungseffekte im Vorratsvermögen aus der Anwendung des IAS 2 in Höhe von 76 Mio. € (Vj. 364 Mio. €). Die Abbildung dieser Volatilität ist nicht cashflow-relevant und spiegelt auch nicht die operative Performance von Aurubis wider.

Die Herleitung der operativen Ergebnisse der ersten 6 Monate des Geschäftsjahres 2022/2023 und des Vorjahresvergleichszeitraums aus der IFRS-Gewinn- und Verlustrechnung wird in der nachfolgenden Tabellen dargestellt.

Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

6 Monate 2022/23 6 Monate 2021/22
in Mio. € IFRS Bereinigungseffekte operativ IFRS Bereinigungseffekte operativ
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 8.784 0 8.784 9.262 0 9.262
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 522 -83 439 491 -203 288
Andere aktivierte Eigenleistungen 14 0 14 8 0 8
Sonstige betriebliche Erträge 114 0 114 102 0 102
Materialaufwand -8.681 169 -8.512 -8.660 -143 -8.803
Rohergebnis 753 86 839 1.203 -346 857
Personalaufwand -287 0 -287 -283 0 -283
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -99 2 -97 -94 0 -94
Sonstige betriebliche Aufwendungen -169 0 -169 -148 0 -148
Betriebsergebnis (EBIT) 198 88 286 678 -346 332
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 8 0 8 13 -9 4
Zinserträge 5 0 5 4 0 4
Zinsaufwendungen -8 0 -8 -9 0 -9
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 203 88 291 686 -355 331
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -40 -21 -61 -176 102 -74
Konzernergebnis 163 67 230 510 -253 257

Vorjahreswerte angepasst.

Die IFRS Bilanzsumme erhöhte sich von 7.447 Mio. € zum 30.09.2022 auf 7.747 Mio. € zum 31.03.2023. Ursächlich für den Anstieg war der im Vergleich zur operativen Bilanz leicht höhere Anstieg der Vorratsbestände um insgesamt 512 Mio. € von 3.553 Mio. € zum 30.09.2022 gegenüber 4.065 Mio. € zum 31.03.2023. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bauten sich in Verbindung mit dem hohen Absatz von Gießwalzdraht maßgeblich auf. Gegenläufig wirkten u. a. die verringerten Zahlungsmittel.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich um 52 Mio. € von 4.258 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 4.310 Mio. € zum 31.03.2023. Die Erhöhung erfolgte einhergehend mit dem Konzerngesamtergebnis in Höhe von 130 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung in Höhe von -79 Mio. €. Insgesamt lag die IFRS-Eigenkapitalquote am 31.03.2023 bei 55,6 % gegenüber 57,2 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die folgende Tabelle gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 31.03.2023 und zum 30.09.2022 wieder:

Überleitung der Konzern-Bilanz

31.03.2023 30.09.2022
in Mio. € IFRS Bereinigungseffekte Operativ IFRS Bereinigungseffekte Operativ
--- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Anlagevermögen 2.132 -33 2.099 2.069 -34 2.035
Latente Steuern 12 1 13 18 1 19
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 43 -3 40 172 -114 58
Vorräte 4.065 -1.410 2.655 3.553 -1.351 2.202
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.044 -47 997 929 -23 906
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 451 0 451 706 0 706
Summe Aktiva 7.747 -1.492 6.255 7.447 -1.521 5.926
Passiva
Eigenkapital 4.310 -986 3.324 4.258 -1.056 3.202
Latente Steuern 600 -411 189 638 -431 207
Langfristige Rückstellungen 123 0 123 121 0 121
Langfristige Verbindlichkeiten 306 -93 213 225 -5 220
Kurzfristige Rückstellungen 53 0 53 68 0 68
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.355 -2 2.353 2.137 -29 2.108
Summe Passiva 7.747 -1.492 6.255 7.447 -1.521 5.926

Vorjahreswerte angepasst.

Corporate Governance

Die Hauptversammlung der Aurubis AG hat am 16.02.2023 der vom Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Dividende von 1,80 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2021/22 zugestimmt. Die Auszahlung der Dividende in Höhe von rund 79 Mio. € erfolgte am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung. Die Hauptversammlung der Aurubis AG hat ferner einer Anpassung des Systems zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Aurubis AG mit Wirkung zum 01.10.2023 sowie Satzungsänderungen zur Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder und zur virtuellen Hauptversammlung zugestimmt.

Des Weiteren wurden die Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats neu gewählt, namentlich Frau Kathrin Dahnke, Herr Gunnar Groebler, Herr Prof. Dr. Markus Kramer, Herr Dr. Stephan Krümmer, Frau Dr. Sandra Reich und Herr Prof. Dr. Fritz Vahrenholt.

Die Aurubis AG hat am 21.04.2023 in einer Ad-hoc-Mitteilung vorläufige Ergebnisse des 2. Quartals 2022/23 und die Erhöhung der Gesamtjahresprognose 2022/23 veröffentlicht. Der Aurubis-Konzern erwartet nun für das Geschäftsjahr 2022/23 ein operatives EBT zwischen 450 Mio. € und 550 Mio. € (zuvor: 400 - 500 Mio. €) und einen ROCE von 14 - 18 % (zuvor: 11 - 15 %).

Im Segment Multimetal Recycling wird für das Geschäftsjahr 2022/23 nun ein operatives EBT zwischen 110 und 170 Mio. € (zuvor: 100 - 160 Mio. €) und ein operativer ROCE zwischen 13 - 17 % (zuvor: 11 - 15 %), erwartet.

Im Segment Custom Smelting & Products wird nun für das Geschäftsjahr 2022/23 nun ein operatives EBT zwischen 390 und 450 Mio. € (zuvor: 350 - 410 Mio. €) und ein operativer ROCE zwischen 18 - 22 % (zuvor: 15 - 19 %), erwartet.

Für zusätzliche Informationen verweisen wir auf unsere Angaben im Geschäftsbericht 2021/22 sowie der Quartalsmitteilung 3 Monate 2022/23.

Risiko- und Chancenmanagement

Die Versorgung mit Rohstoffen für die kommenden Monate ist ausreichend sichergestellt. Das ist das Ergebnis von u. a. langfristigen Lieferverträgen und gutem Rohstoffmanagement. Trotzdem können vereinzelte Engpässe in der Lieferkette im aktuellen Umfeld (u.a. Ukraine-Krieg) nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Aktuell beobachten wir eine hohe Nachfrage nach Giesswalzdraht, während bei der Schwefelsäure sowohl Absatz- als auch Preisrisiken bestehen aufgrund eines globalen Angebotsüberhangs.

Trotz der gegenüber 2022 deutlich gesunkenen Preise für Strom und Gas liegen unsere größten Risiken weiterhin im Bereich Energie. Veränderungen der geopolitischen Situation können - ähnlich wie in 2022 - wieder zu einem schnellen Anstieg der Preise führen. Diesem Risiko begegnen wir mit geeigneten Absicherungsmaßnahmen. Das Risiko einer Gasmangellage kann aus heutiger Sicht für den Winter 2023/24 nicht vollständig ausgeschlossen werden, sodass wir mit den Investitionen in alternative Brennstoffe entsprechende Vorkehrungen getroffen haben.

Die Versorgung mit Liquidität ist sichergestellt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir weitestgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert. Im Berichtszeitraum wurden weiterhin keine wesentlichen Forderungsausfälle verzeichnet.

Risiken aus dem schwankenden Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar haben wir durch entsprechende Kurssicherungsgeschäfte eingeschränkt. Den Einflüssen schwankender Metallpreise begegnen wir durch geeignetes Metallpreis-Hedging.

Die im Geschäftsbericht 2021/22 dargestellten Chancen haben sich im 1. Halbjahr 2022/23 grundsätzlich nicht verändert. Für weitere Informationen verweisen wir auf unsere Angaben im Geschäftsbericht 2021/22.

Unternehmensentwicklung

Aurubis investiert in den Ausbau der Elektrolyse in Pirdop Am bulgarischen Standort in Pirdop investiert Aurubis 120 Mio. € zur Erweiterung der Elektrolyse um 120.000 t auf 340.000 t Jahreskapazität an Kupferkathoden. Nach der Inbetriebnahme im zweiten Halbjahr 2026 erwartet Aurubis einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag (EBITDA) von 30 Mio. €.

Die Investition ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Kerngeschäfts und gleichzeitig die größte Einzelinvestition seit Übernahme des Standorts im Jahr 2008. Mit dem Ausbau der Elektrolyse wird der Standort Pirdop weiterentwickelt, denn künftig können alle lokal produzierten Kupferanoden direkt vor Ort weiterverarbeitet werden. Dies optimiert zum einen die Materialflüsse im Konzern, zum anderen werden Logistikkosten und der damit verbundene CO2-Fußabdruck weiter reduziert. Darüber hinaus schafft der Ausbau die Voraussetzung für zusätzliche strategische Projekte an anderen Standorten der Aurubis-Konzern.

Innovative Technologie für Batterierecycling in Testreihen sehr erfolgreich

Auf der Hauptversammlung am 16.02.2023 präsentierte Aurubis die ersten Ergebnisse der Pilotanlage für Batterierecycling, in der am Standort Hamburg seit dem vergangenen Jahr über eine Vielzahl von Testreihen erfolgreich absolviert wurden. Mit Rückgewinnungswerten von mehr als 95 % der in den Altbatterien enthaltenen Metalle, insbesondere Lithium, stellt Aurubis seine exzellente metallurgische Expertise beim Recycling von komplexen, hochwertigen Materialien unter Beweis.

Die Entwicklung von Recyclinglösungen für Lithium-Ionen-Batterien ist ein attraktives mögliches neues Geschäftsfeld für Aurubis. Das Unternehmen richtet seinen Fokus auf die sogenannte Schwarzmasse, ein pulverförmiges Material, das bei der mechanischen Aufbereitung von Batterien entsteht. Darin befinden sich wertvolle Metalle wie Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan sowie Graphit - allesamt wichtige Rohstoffe, um z.B. die stetig steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen Batterien für die E-Mobilität und anderen Anwendungen zu bedienen.

Spatenstich für den Bau der neuen Recyclinganlage (BOB) in Olen erfolgt

Am 07.03.2023 hat Aurubis offiziell mit dem Bau einer hochmodernen und energieeffizienten Recyclinganlage BOB (Bleed treatment Olen Beerse) in seinem Werk in Olen, Belgien, begonnen, mit der Aurubis seine Recyclingkapazität für wichtige Industriemetalle wie Nickel und Kupfer erhöhen wird. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 70 Mio. € ist für die zweite Hälfte des Jahres 2024 vorgesehen. Bei Vollbetrieb ab dem Geschäftsjahr 2025/26 wird ein zusätzliches EBITDA von 15 Mio. € erwartet.

BOB wird in einem hydrometallurgischen Prozess aus den Elektrolytströmen, die bei der Metallerzeugung in den Aurubis-Standorten Beerse und Olen (beide Belgien) anfallen, wertvolle Metalle wie Nickel und Kupfer gewinnen, die für die Energiewende, die Elektromobilität und die Digitalisierung eine Schlüsselrolle spielen und damit einen wichtigen Beitrag zur europäischen Kreislaufwirtschaft leisten.

Aurubis und SMS group schließen Liefervertrag über zweites Anlagenmodul für Aurubis Richmond

Am 24.03.2023 haben Aurubis und der Düsseldorfer Maschinen- und Anlagenbauer SMS group GmbH einen Liefervertrag über ein zweites Anlagenmodul für das neue Aurubis-Recyclingwerk Richmond, Georgia, USA, unterzeichnet und damit den nächsten Schritt ihrer strategischen Partnerschaft im globalen Multimetall-Recycling-Sektor besiegelt. Bereits im Dezember 2022 hatte Aurubis bekannt gegeben, den Wachstumskurs in den USA deutlich zu beschleunigen und das aktuell im Bau befindliche Werk Aurubis Richmond, um ein zweites Recyclingmodul zu erweitern. Durch die zusätzlichen Anlagen steigt die Kapazität des aktuell im Bau befindlichen Metallrecyclingwerks in Richmond von jährlich 90.000 t komplexer Metallschrottmaterialien auf 180.000 t pro Jahr. Insgesamt rechnet Aurubis für das neue Recyclingwerk am Standort Richmond mit einem Investitionsvolumen von 640 Mio. € und einem zusätzlichen EBITDA-Beitrag von und 170 Mio. €.

Die Recyclinganlagen der SMS group sind bereits das zweite Anlagenmodul für das neue Aurubis-Werk in den USA. Kernstück der Anlagen ist die Technologie "Top Blown Rotary Converter" (TBRC), ein hochmodernes Verfahren zum Verarbeiten komplexer Recyclingmaterialien, um daraus in weiteren Schritten metallische Rohstoffe wie Kupfer, Nickel, Zinn, Zink, Edelmetalle und Metalle der Platingruppe zurückzugewinnen. Metallrohstoffe, die für alle Zukunftstechnologien unverzichtbar sind, ob Technologien in der Energiewende, für die klimafreundliche Mobilität oder in der Digitalisierung.

Das Besondere der Recyclingtechnik für Aurubis Richmond besteht in der Modularität der Anlagen: Je nach künftigem Bedarf lässt sich das Werk um weitere Komponenten passgenau ergänzen. Damit sichert sich Aurubis nicht nur die Position als Vorreiter im US-Recyclingmarkt. Auch die Option für eine weitere Expansion der Kapazitäten ist jederzeit gesichert.

Spatenstich für Aurubis Richmond war Mitte 2022, aktuell laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. In der ersten Jahreshälfte 2024 soll das Werk mit seiner ersten Stufe in Betrieb gehen. 2026 wird die zweite Stufe den Betrieb aufnehmen, für die am 24.03.2023 die Lieferung der TBRCs unterzeichnet wurde.

Für ausführliche Erläuterungen zu unserer Strategie verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2021/22. Weitere Informationen zum Fortschritt einzelner strategischer Projekte sind darüber hinaus in unserer Unternehmensmitteilung 3 Monate 2022/23 enthalten.

Nachhaltigkeit

Aurubis hat am 30.03.2023 zum achten Mal einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Der Konzern orientierte sich dabei an den Global Reporting Initiative Standard (GRI) und hat erstmalig auch am freiwilligen Berichtsstandard der Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) teilgenommen. Neben dem Einfluss des eigenen Handelns auf das Klima geht es beim TCFD um potenzielle Folgen des Klimawandels auf die eigene Geschäftstätigkeit.

Als Multimetall-Unternehmen bezieht Aurubis Rohstoffe aus zahlreichen Regionen der Welt. Um die Sorgfaltspflicht für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Lieferkette wahrzunehmen, durchlaufen alle Geschäftspartner bereits seit vielen Jahren ein umfassendes Business Partner Screening, das auf den Leitsätzen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) basiert. Bereits im letzten Berichtsjahr hat Aurubis mit einer umfassenden Überarbeitung des Business Partner Screening begonnen, um die laufenden Verbesserungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Die damit einhergehenden optimierten Prozesse werden nun seit Anfang 2023 konzernweit ausgerollt. Sie erlauben ein risikogerechteres Vorgehen, indem Lieferanten mit erhöhtem Risiko gezielter weiterentwickelt und Lieferanten mit geringem Risiko standardisiert betrachtet werden, u. a. durch eine weitgehend automatisierte Prüfung und die Verknüpfung mit externen Datenquellen.

Für diesen neuen Lieferkettenansatz wurde Aurubis nun auch von der Wirtschafts- und Unternehmensberatung EY bei den "Risk Transformation Awards 2023"' in der Kategorie "Nachhaltigkeit" ausgezeichnet.

Gemeinsam mit Anglo American plc hat Aurubis Ende 2022 eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist es, Zusicherungen zu geben für die Art der Förderung, Verarbeitung, den Transport und die Vermarktung von Kupfer. Basierend auf ihrer gemeinsamen Expertise wollen Aurubis und Anglo American die Möglichkeiten für technologische Lösungen zur Rückverfolgung eruieren, um den gesamten Produktionszyklus transparenter zu gestalten. Darüber hinaus sollen weitere Bereiche von gemeinsamem Interesse in der Technologieentwicklung identifiziert werden.

Auch mit dem chilenischen Kupferproduzenten Codelco hat Aurubis eine Absichtserklärung Anfang 2023 unterzeichnet. Im Einklang mit der deutsch-chilenischen Rohstoffpartnerschaft verfolgt die Absichtserklärung das Ziel, die Zusammenarbeit zu fördern, hinsichtlich des Austausches und dem Aufbau einer nachhaltigeren, verantwortungsvolleren und wachsenden Kupferindustrie und Wertschöpfungskette. Die Absichtserklärung beinhaltet eine potenzielle Zusammenarbeit hinsichtlich der Hüttenbetriebe und Projekte der Kreislaufwirtschaft in Chile.

Seine Nachhaltigkeitsleistungen macht Aurubis bereits seit Jahren transparent. Dazu zählen die freiwillige Berichterstattung über die Themen der Nachhaltigkeit, die Teilnahme an Nachhaltigkeitsrankings und -ratings und die damit verbundene Bewertung durch unabhängige Ratingagenturen.

Unsere ESG-Rating-Ergebnisse haben wir auf unseren Internetseiten veröffentlicht, darunter beispielsweise das aktualisierte ESG-Rating von MSCI.

www.aurubis.com/verantwortung/kennzahlen-und-berichterstattung

Ausblick

Rohstoffmärkte

Renommierte Research Institute gehen, wie Aurubis, weiter von einem nachfrage- und angebotsseitigen Wachstum des Marktes für Kupferkonzentrate im Kalenderjahr 2023 aus. Durch das Kapazitätswachstum in bestehenden Minen weltweit sowie durch das Hochfahren neuer Projekte wird ein Wachstum der globalen Minenproduktion erwartet, welches das Wachstum der globalen Hüttenwerkskapazitäten übersteigt.

Im November 2022 wurde ein Benchmarkabschluss für Jahresverträge in 2023 zu 88 US$/t und 8,8 cts/lb. (Vj. 65 US$/t und 6,5 cts/lb.) abgeschlossen. Dies entspricht einem Anstieg von 35 % gegenüber dem Jahr 2022. Seit dem Referenzabschluss haben sich die Spotraten für die Verarbeitung von reinen Kupferkonzentraten weitesgehend stabil im Bereich zwischen 78 -88 US$/t bewegt. Aurubis ist durch seine Positionierung am Markt mit langfristigen Vertragsstrukturen nur in geringem Umfang am Spotmarkt aktiv. Wir sind an unseren Primärstandorten Hamburg und Pirdop bereits bis in das 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 hinein mit Konzentraten zu guten Schmelz- und Raffinierlöhnen versorgt.

Das Geschäft mit Altkupfer und sonstigen Recyclingmaterialien ist von kurzfristiger Natur und weiter von vielfältigen Einflüssen wie Metallpreisen und Sammelaktivitäten der Recyclingindustrie abhängig. Grundsätzlich erwarten wir sowohl bei Altkupfer als auch den sonstigen Recyclingmaterialien für den restlichen Verlauf des Geschäftsjahres ein weitestgehend stabiles Marktumfeld mit zufriedenstellenden Raffinierlöhnen. Wir sind in unserem Hüttennetzwerk bis in das 4. Quartal hinein mit Recyclingmaterial zu derzeit guten Raffinierlöhnen versorgt. Vereinzelte Materialgruppen, wie bspw. Schreddermaterialien werden im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres im reduzierten Umfang am Markt verfügbar sein. Unsere breite Marktaufstellung und ein diversifiziertes Lieferantennetzwerk federn etwaige Versorgungsrisiken ab.

Produktmärkte

Kupferprodukte

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2022/23 erwartet Aurubis eine weiterhin hohe Nachfrage nach Kupferkathoden und Gießwalzdraht in unseren Abnehmermärkten. Die Nachfrage nach Stranggussformaten und Flachwalzprodukten erwarten wir auf gegenüber Vorjahr reduziertem Niveau.

Schwefelsäure

In Nordwesteuropa erwarten die Researchinstitute ICIS und CRU wegen weiter hoher Energiepreise eine reduzierte Nachfrage von der in Europa ansässigen chemischen und Düngemittelindustrie. Auch in den Exportmärkten USA und Südamerika wird, aufgrund vermehrter Exporte, von einem gegenüber dem Vorjahr reduzierten Preisniveau ausgegangen. In Summe gehen wir von einer negativen Entwicklung der Erlössituation der Schwefelsäure gegenüber dem außerordentlich guten Vorjahr aus.

Kupferproduktion

Für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 antizipieren wir unter Berücksichtigung der geplanten Wartungsstillstände insbesondere an unserem Standort in Pirdop einen leicht geringeren Durchsatz an Konzentraten.

Ergebniserwartung

Unser Ergebnis unterliegt quartalsweisen Schwankungen. Dies hat saisonale und marktbezogene Gründe, kann aber auch durch geplante Wartungsstillstände der Anlagen sowie Störungen einzelner Aggregate verursacht sein.

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022/23 erfolgt auf Basis von Markteinschätzungen und folgenden Prämissen:

Wir erwarten eine weiter hohe Nachfrage nach den von Aurubis produzierten Metallen.
Ein gegenüber dem Vorjahr erhöhter Benchmarkabschluss für Kupferkonzentrate zu 88 US$/t und 8,8 cents/lb wird zu höheren Schmelz- und Raffinierlöhnen im verbleibenden Geschäftsjahr 2022/23 führen.
Für Altkupfer bleibt das Geschäft von kurzfristiger Natur und schwer prognostizierbar. Wir erwarten grundsätzlich ein leicht verbessertes Marktumfeld.
Wir gehen von einem gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierten Ergebnisbeitrag der Schwefelsäure aufgrund der aktuellen Marktsituation aus.
Wesentliche Teile des zu erwartenden Metallmehrausbringens haben wir bereits preislich durch Hedging-Aktivitäten gesichert.
Die Aurubis-Kupferprämie wurde auf 228 US$/t für das Kalenderjahr 2023 festgesetzt (Vj. 123 US$/t).
Trotz der aktuell gesunkenen Energiepreise gehen wir auch für das Geschäftsjahr 2022/23 von hohen Energiekosten aus. Durch Hedging-Aktivitäten federn wir Preisrisiken teilweise ab. Zusätzlich wirken CO2-Strompreiskompensatio-nen zeitversetzt.
Wesentliche Teile unserer Einnahmen sind US-Dollarbasiert. Im Rahmen unserer Hedging-Strategie haben wir wesentliche Teile der US-Dollar-Ergebnisse bereits abgesichert.

Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2022/23 ein operatives EBT zwischen 450 Mio. € bis 550 Mio. € und einen operativen ROCE zwischen 14 % und 18 %.

Im Segment Multimetal Recycling erwarten wir für das Geschäftsjahr 2022/23 ein operatives EBT zwischen 110 Mio. € und 170 Mio. € und einen operativen ROCE zwischen 13 % und 17 %. Der im Vergleich zum Vorjahr geringere ROCE ergibt sich u. a. durch die deutlich gestiegene Investitionstätigkeit.

Im Segment Custom Smelting & Products planen wir für das Geschäftsjahr 2022/23 mit einem operativen EBT zwischen 390 Mio. € und 450 Mio. € und einem operativen ROCE zwischen 18 % und 22 %.

Intervallprognose für 2022/23 laut Aurubis-Definition

operatives EBT operativer ROCE
in Mio. € in %
--- --- ---
Konzern¹ 450 - 550 14 - 18
Segment Multimetal Recycling 110 - 170 13 - 17
Segment Custom Smelting & Products 390 - 450 18 - 22

¹ Die Prognose für den Konzern bezieht neben den Segmenten auch den Bereich Sonstiges ein und ergibt sich nicht allein aus der Addition der beiden Segmente.

Konzern-Zwischenabschluss

6 Monate 2022/23

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

IFRS

6 Monate 6 Monate
in T€ 2022/23 2021/22
--- --- ---
Umsatzerlöse 8.784.274 9.262.210
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 522.260 490.737
Andere aktivierte Eigenleistungen 14.279 8.488
Sonstige betriebliche Erträge 113.849 102.125
Materialaufwand -8.681.651 -8.660.394
Rohergebnis 753.011 1.203.166
Personalaufwand -286.684 -283.107
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -98.787 -94.009
Sonstige betriebliche Aufwendungen -169.252 -147.818
Betriebsergebnis (EBIT) 198.288 678.232
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 8.548 13.033
Zinserträge 4.867 4.426
Zinsaufwendungen -8.340 -9.453
Übrige finanzielle Aufwendungen -4 -73
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 203.359 686.165
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -40.189 -175.889
Konzernergebnis 163.170 510.276
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis 162.996 510.093
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 174 183
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 3,73 11,68
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 3,73 11,68

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

IFRS

6 Monate 6 Monate
in T€ 2022/23 2021/22
--- --- ---
Konzernergebnis 163.170 510.276
Positionen, die zukünftig in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind
Marktbewertung von Cashflow-Sicherungen -20.763 11.619
Kosten der Absicherung 597 -513
Veränderungen aus der Währungsumrechnung -21.413 2.309
Ertragsteuern 7.513 -3.619
Positionen, die nicht in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind
Marktbewertung von Finanzinvestitionen 4.588 23.737
Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Verpflichtungen -5.343 56.123
Ertragsteuern 1.732 -18.192
Sonstiges Ergebnis -33.089 71.464
Konzerngesamtergebnis 130.081 581.740
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzerngesamtergebnis 129.908 581.557
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzerngesamtergebnis 173 183

Konzern-Bilanz

IFRS

Aktiva

in T€ 31.03.2023 30.09.2022
Immaterielle Vermögenswerte 142.538 143.415
Sachanlagen 1.870.942 1.813.611
Finanzanlagen 20.076 15.980
At Equity bewertete Anteile 98.755 96.007
Latente Steuern 12.219 18.446
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 41.485 168.079
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.370 3.579
Langfristige Vermögenswerte 2.187.385 2.259.117
Vorräte 4.064.688 3.552.922
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 794.747 622.621
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 184.325 210.561
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 64.730 96.061
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 451.096 706.048
Kurzfristige Vermögenswerte 5.559.586 5.188.213
Summe Aktiva 7.746.971 7.447.330

Passiva

in T€ 31.03.2023 30.09.2022
Gezeichnetes Kapital 115.089 115.089
Kapitalrücklage 343.032 343.032
Eigene Anteile -60.248 -60.248
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 3.880.644 3.794.071
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 30.338 65.588
Eigenkapital der Aktionäre der Aurubis AG 4.308.855 4.257.532
Nicht beherrschende Anteile 826 653
Eigenkapital 4.309.681 4.258.185
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 60.186 57.605
Sonstige langfristige Rückstellungen 62.726 63.347
Latente Steuern 600.245 638.087
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 206.961 209.107
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 95.900 11.475
Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2.896 5.131
Langfristige Schulden 1.028.914 984.752
Kurzfristige Rückstellungen 53.056 67.605
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.975.358 1.582.695
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 39.693 32.331
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 94.852 118.398
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 185.723 295.634
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 59.694 107.730
Kurzfristige Schulden 2.408.376 2.204.393
Summe Passiva 7.746.971 7.447.330

Konzern-Kapitalflussrechnung IFRS

6 Monate 6 Monate
in T€ 2022/23 2021/22
--- --- ---
Ergebnis vor Ertragsteuern 203.359 686.165
(Zu-) Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens 98.787 93.919
Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte 215 58
Veränderung langfristiger Rückstellungen -2.687 1.144
Ergebnis im Zusammenhang mit der Investitionstätigkeit 580 123
Bewertung von Derivaten 123.744 -48.560
Sonstiges nicht zahlungswirksames Ergebnis 2.492 2.492
Aufwendungen und Erträge aus dem Finanzergebnis -5.071 -7.933
Zinseinzahlungen¹ 4.867 4.426
Ein-/Auszahlungen für Ertragsteuern -23.059 -33.088
Brutto-Cashflow 403.227 698.745
Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte -159.857 -381.326
Veränderung der Vorräte (inkl. Bewertungseffekte) -524.638 -879.738
Veränderung kurzfristiger Rückstellungen -14.549 -16.002
Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) 315.145 632.354
Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 19.328 54.033
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -175.227 -113.143
Auszahlungen aus der Gewährung von Krediten und Darlehen an nahestende Unternehmen -383 -200
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen 9.713 7.493
Einzahlungen aus der Tilgung von nahestehenden Unternehmen gewährten Krediten und Darlehen 165 564
Erhaltene Dividenden 5.800 4.400
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -159.932 -100.886
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 2.628 16.690
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Finanzverbindlichkeiten -30.221 -284.329
Zinsauszahlungen -7.176 -8.314
Dividendenzahlungen -78.586 -69.854
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -113.356 -345.807
Veränderung der Zahlungsmittel -253.961 -392.661
Veränderungen aus Wechselkursänderungen -991 126
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 706.048 965.287
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 451.096 572.751
Abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte am Ende der Periode 0 -12.820
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode (Konzernbilanz) 451.096 559.931

¹ Ab dem 2. Quartal werden die Zinseinzahlungen im Netto-Cashflow ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

IFRS

in T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand am 01.10.2021 115.089 343.032 -60.248 3.025.019
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 0 -4.186
Dividendenzahlung 0 0 0 -69.854
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 548.024
davon Konzernergebnis 0 0 0 510.093
davon sonstiges Ergebnis 0 0 0 37.931
Stand am 31.03.2022 115.089 343.032 -60.248 3.499.003
Stand am 01.10.2022 115.089 343.032 -60.248 3.794.071
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 0 5.774
Dividendenzahlung 0 0 0 -78.586
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 159.385
davon Konzernergebnis 0 0 0 162.996
davon sonstiges Ergebnis 0 0 0 -3.611
Stand am 31.03.2023 115.089 343.032 -60.248
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
in T€ Marktbewertung von Cash flow Sicherungen Kosten der Absicherung Marktbewertung von Finanz-investitionen Währungsänderungen Ertragsteuern
--- --- --- --- --- ---
Stand am 01.10.2021 18.326 161 -4.520 12.712 -7.390
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 4.186 0 0
Dividendenzahlung 0 0 0 0 0
Konzerngesamtergebnis 11.619 -513 23.737 2.309 -3.619
davon Konzernergebnis 0 0 0 0 0
davon sonstiges Ergebnis 11.619 -513 23.737 2.309 -3.619
Stand am 31.03.2022 29.945 -352 23.403 15.021 -11.009
Stand am 01.10.2022 46.983 -513 1.186 36.033 -18.101
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 -5.774 0 0
Dividendenzahlung 0 0 0 0 0
Konzerngesamtergebnis -20.762 597 4.588 -21.413 7.513
davon Konzernergebnis 0 0 0 0 0
davon sonstiges Ergebnis -20.762 597 4.588 -21.413 7.513
Stand am 31.03.2023 26.221 84 0 14.620 -10.588
in T€ Anteile der Aktionäre der AurubisAG Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
--- --- --- ---
Stand am 01.10.2021 3.442.180 537 3.442.717
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 0
Dividendenzahlung -69.854 0 -69.854
Konzerngesamtergebnis 581.557 183 581.740
davon Konzernergebnis 510.093 183 510.276
davon sonstiges Ergebnis 71.464 0 71.464
Stand am 31.03.2022 3.953.884 720 3.954.604
Stand am 01.10.2022 4.257.532 653 4.258.185
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 0
Dividendenzahlung -78.586 0 -78.586
Konzerngesamtergebnis 129.908 173 130.081
davon Konzernergebnis 162.996 174 163.170
davon sonstiges Ergebnis -33.088 -1 -33.089
Stand am 31.03.2023 4.308.855 826 4.309.681

Ausgewählte erläuternde Anhangangaben

Allgemeine Grundlagen

Der vorliegende Konzernzwischenbericht der Aurubis AG umfasst nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes einen Konzern-Zwischenabschluss sowie einen Konzern-Zwischenlagebericht. Der Konzern-Zwischenabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Jahresabschlusses zum 30.09.2022 wurden unverändert fortgeführt. Eine prüferische Durchsicht des Konzern-Zwischenabschlusses und des Konzern-Zwischenlageberichts der ersten 6 Monate 2022/23 ist nicht erfolgt.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen

Im laufenden Geschäftsjahr ergaben sich keine wesentlichen Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen.

Vorratsvermögen nach IFRS

Zum 31.03.2023 wurden Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 11 Mio. € (30.09.2022: 116 Mio. €) vorgenommen.

Erwerb eigener Anteile

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16.02.2023 wurde die Gesellschaft bis zum 15.02.2026 ermächtigt, unter Einbeziehung anderer Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt oder der Gesellschaft zuzurechnenden Aktien, eigene Aktien mit einem Anteil am Grundkapital von bis zu 10 % zu erwerben. Die Ermächtigung ersetzt die bisherige Ermächtigung, die von der Hauptversammlung am 01.03.2018 erteilt wurde. Ziel des Aktienrückkaufprogramms ist, den Bestand an eigenen Aktien für nach der Ermächtigung durch die Hauptversammlung zulässige Zwecke zu verwenden, insbesondere für mögliche Akquisitionen oder zukünftige Finanzierungsbedürfnisse. Zum 31.03.2023 belief sich der Bestand eigener Aktien auf 1.297.693 Stück.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des Konzernergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten ohne nicht beherrschende Anteile durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahrs in Umlauf befindlichen Aktienanzahl.

in Tsd. Stück Ausgegebene Aktien Eigene Aktien Aktien im Umlauf
Geschäftsjahresanfang 44.957 1.298 43.659
Aktienanzahl zum 31.03.2023 44.957 1.298 43.659
Gewichtete Aktienanzahl 44.957 1.298 43.659
6 Monate 6 Monate
2022/23 2021/22
--- --- ---
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis in T€ 162.996 510.093
Gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl (in Tsd. Stück) 43.659 43.659
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in € 3,73 11,68
Verwässertes Ergebnis je Aktie in € 3,73 11,68

Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird der Durchschnitt der im Geschäftsjahr in Umlauf befindlichen Aktien um die Anzahl der Aktien erhöht, die bei Ausübung aller Wandlungrechte aus Wandelanleihen maximal ausgegeben werden könnten. Soweit vorhanden, werden gleichzeitig dem Konzernergebnis die für Wandelanleihen angefallenen Zinsaufwendungen abzüglich der entsprechenden Steuern hinzugerechnet.

Da im Berichtsjahr keine Wandlungsrechte aus Wandelanleihen bestanden, entspricht für den Aurubis-Konzern das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Dividende

Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021/2022 der Aurubis AG in Höhe von 211.599.923,45 € wurde in Höhe von 78.586.254,00€ zur Zahlung einer Dividende in Höhe von 1,80 € je Stückaktie verwendet. Ein Betrag von 133.013.669,45 € wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle ordnet die beizulegenden Zeitwerte sämtlicher Finanzinstrumente den Leveln 1 bis 3 zu.

Hierarchische Einstufung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Aggregiert nach Klassen
in T€ 31.03.2023 Level 1 Level 2 Level 3
--- --- --- --- ---
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.458 0 0 10.458
Beteiligungen 9.243 0 0 9.243
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 478.526 0 478.526 0
Übrige finanzielle Vermögenswerte 13.249 0 13.249 0
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung 124.156 0 124.156 0
Derivate mit Hedge-Beziehung 24.166 0 24.166 0
Vermögenswerte 659.798 0 640.097 19.701
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 244.486 0 244.486 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.595.913 0 1.595.913 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung 128.380 0 37.486 90.894
Derivate mit Hedge-Beziehung 13.496 0 13.496 0
Verbindlichkeiten 1.982.275 0 1.891.381 90.894

Die Level geben dabei Auskunft, ob der beizulegende Zeitwert einen Preis darstellt, der an einem aktiven Markt notiert und dem Unternehmen zugänglich ist, wie bei Level 1, bzw. auf anderen beobachtbaren Faktoren, wie bei Level 2, oder auf nicht beobachtbare Faktoren basiert, wie bei Level 3.

Die Derivate sind in der Bilanz, wie auch in der Tabelle dargestellt, mit den beizulegenden Zeitwerten abgebildet. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in der Bilanz der Aurubis mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten enthalten und werden in der Tabelle lediglich zu Informationszwecken mit ihrem beizulegenden Zeitwert dargestellt. Weitere Informationen zu den Bewertungsmethoden und verwendeten Inputparametern werden im Zusammenhang mit dem IFRS-Konzernabschluss von Aurubis zum 30.09.2022 dargestellt.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022/23 wurden keine Umgliederungen von Finanzinstrumenten zwischen den einzelnen Leveln vorgenommen.

Die folgende Übersicht stellt eine Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten und in Level 3 klassifizierten Finanzinstrumenten dar:

Überleitung der Finanzinstrumente in Level 3

Aggregiert nach Klassen in T€ Stand 01.10.2022 Veräußerungen/ Käufe in der GuV erfasste Gewinne (+) / Verluste (-) Stand 31.03.2023 Gewinne (+) / Verluste (-) für am Bilanzstichtag gehaltene Finanzinstrumente
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.462 0 -4 10.458 -4
Beteiligungen 116 9.127 0 9.243 0
Derivative Vermögenswerte ohne Hedge Beziehung 97.249 0 -97.249 0 -97.249
Derivative Verbindlichkeiten ohne Hedge Beziehung 0 0 -90.894 -90.894 -90.894

Gewinne und Verluste der als Level 3 klassifizierten derivativen Finanzinstrumente betreffen einen Teil eines langfristigen Energieversorgungsvertrages und schlagen sich in der GuV-Position "Materialaufwand" nieder. Der beizulegende Zeitwert dieser Derivate basiert zum Teil auf nicht beobachtbaren Eigangsparametern, die im Wesentlichen den Preis für Strom, Kohle und CO2 betreffen. Die Bewertung erfolgt nach der Discounted Cashflow-Methode.

Hätte der Aurubis-Konzern am 31.03.2023 zur Bewertung der betreffenden Finanzinstrumente angemessene mögliche Alternativen der Bewertungsparameter zugrunde gelegt, hätte sich bei einer Steigerung des Strompreises sowie einer Reduzierung des Kohle- und CO2-Preises um jeweils 20 % zum Laufzeitende der ausgewiesene beizulegende Zeitwert um 20.744 T€ erhöht bzw. bei einer Reduzierung des Strompreises sowie einer Steigerung des Kohle- und CO2-Preises um jeweils 20 % zum Laufzeitende um 19.911 T€ verringert.

Konzern-Segmentberichterstattung

Das Segment Multimetal Recycling (MMR) fasst die Recyclingaktivitäten im Konzern und damit die Verarbeitung von Altkupfer, organischen und anorganischen metallhaltigen Recyclingrohstoffen sowie industriellen Rückständen zusammen. Zum Segment zählen die Recyclingaktivitäten der Standorte Lünen (Deutschland), Olen und Beerse (beide Belgien) sowie der Standort Berango (Spanien).

Das Segment Custom Smelting & Products (CSP) vereint die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten sowie zur Herstellung und Vermarktung von Standard- und Spezialprodukten wie Kathoden, Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Bandprodukten, Schwefelsäure und Eisensilikat. Das Segment CSP ist auch für die Produktion von Edelmetallen verantwortlich. An den Standorten Hamburg (Deutschland) und Pirdop (Bulgarien) werden Kupferkathoden Glossar, Seite 31 hergestellt, die zusammen mit den in MMR produzierten Kathoden an den Standorten Hamburg (Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden. An den Standorten Buffalo (USA), Stolberg (Deutschland) und Pori (Finnland) werden Flachwalzprodukte und Spezialdrahtprodukte hergestellt.

Konzern-Segmentberichterstattung

6 Monate 2022/23
Segment Multimetal Recycling Segment Custom Smelting & Products Sonstige Summe Überleitung/ Konsolidierung Konzern gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
in Mio. € operativ operativ operativ operativ IFRS IFRS
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse
Gesamtumsätze 2.883 8.900 0
Intersegmentumsätze 2.634 365 0
Außenumsätze 249 8.535 0 8.784 0 8.784
EBIT 102 220 -36 286 -88 198
EBT 103 223 -36 291 -87 203
ROCE (%) 15,5 19,1

Die Segmentierung erfolgt entsprechend der Definition der Segmente im Konzern.

6 Monate 2021/22
Segment Mutimetal Recycling Segment Custom Smelting & Products Sonstige Summe Überleitung/ Konsolidierung Konzern gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
in Mio. € operativ operativ operativ operativ IFRS IFRS
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse
Gesamtumsätze 2.971 9.292 0
Intersegmentumsätze 2.626 375 0
Außenumsätze 345 8.917 0 9.262 0 9.262
EBIT 158 205 -31 332 346 678
EBT 158 205 -31 331 355 686
ROCE (%) 44,4 13,7

Vorjahresergebnisse teilweise angepasst.

Die Aufgliederung der Außenumsätze nach Produktgruppen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Segment Multimetal Recycling Segment Custom Smelting & Products Summe
in Mio. € 6 Monate 2022/23 6 Monate 2021/22 6 Monate 2022/23 6 Monate 2021/22 6 Monate 2022/23 6 Monate 2021/22
--- --- --- --- --- --- ---
Gießwalzdraht 0 0 3.570 3.674 3.570 3.674
Kupferkathoden 82 83 1.377 1.376 1.459 1.459
Edelmetalle 0 0 1.872 1.785 1.872 1.785
Strangguss 0 0 725 872 725 872
Bänder, Profile und Formate 0 0 665 803 665 803
Sonstige 167 262 326 408 493 670
Gesamt 249 345 8.535 8.917 8.784 9.262

Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Entsprechend IAS 24 gelten als nahestehende Unternehmen und Personen sämtliche Einzelpersonen oder Unternehmen, die vom Unternehmen beeinflusst werden können, oder aber solche, die selbst das Unternehmen beeinflussen können.

Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ist für ihr Beschäftigungsverhältnis bei der Aurubis AG eine Vergütung in marktüblicher Höhe gezahlt worden.

Innerhalb des Aurubis-Konzerns beziehen und erbringen verschiedene Konzernunternehmen im Rahmen ihrer normalen Geschäftstätigkeit unterschiedliche Leistungen von bzw. für nahestehende Unternehmen. Solche Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Soweit es sich dabei um Dienstleistungen handelt, werden diese auf Basis bestehender Verträge abgerechnet. Dabei entfallen auf die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen folgende Beträge:

31.03.2023
in T€ Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
--- --- --- --- ---
Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG 61.356 16.889 14.067 973
Cablo GmbH 4.275 23.100 12.800 7.525

Auf die nicht konsolidierten nahestehenden Unternehmen entfallen folgende Beträge:

31.03.2023
in T€ Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
--- --- --- --- ---
Gemeinschaftsunternehmen 0 0 0 36
Tochterunternehmen 11.824 880 4.011 8.484

Einzelne Aktionäre der Aurubis AG, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Aurubis-Konzern ausüben könnten, existieren bis auf die Salzgitter AG nicht. Auf Unternehmen der Salzgitter-Gruppe entfallen im laufenden Geschäftsjahr keine wesentlichen Geschäftsvorfälle.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine harten Patronatserklärungen gegenüber nahestehenden Unternehmen oder Personen.

Nachtragsbericht

Es ergaben sich keine wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns vermittelt, der Konzern-Zwischenlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Hamburg, 11. Mai 2023

Aurubis AG

Der Vorstand

Roland Harings Dr. Heiko Arnold
Inge Hofkens Rainer Verhoeven

Glossar

Erläuterungen von Fachbegriffen

Blisterkupfer: (auch "Blasenkupfer") Unraffiniertes, blasiges Kupfer; die Blasen (englisch: Blister) entstehen durch Ausscheiden der Gase beim Erstarrungsprozess; wird auch als Rohstoff eingekauft.

Formataufpreis: Entgelt für die Verarbeitung von Kupferkathoden zu Kupferprodukten.

Gießwalzdraht: In einem kontinuierlichen Verfahren hergestelltes Vorprodukt für die Produktion von Kupferdrähten.

Komplexe Materialien: Sowohl primäre als auch sekundäre Rohstoffe werden in dem Sinne komplexer, als die Gehalte an Kupfer abnehmen und die Konzentrationen an Begleitelementen und Verunreinigungen zunehmen.

Kupferkathoden: Qualitätsprodukt der Kupferelektrolyse (Kupfergehalt 99,99 %) und erstes börsenfähiges Produkt der Kupfererzeugung.

Kupferkonzentrat: Produkt aus der Aufbereitung (Anreicherung) von Kupfererzen, Hauptrohstoff bei Aurubis. Da Kupfer in seinen Erzen fast ausschließlich chemisch gebunden ist und in niedrigen Konzentrationen (zumeist unter 1 %) vorliegt, werden die Erze nach Förderung in der Mine in Aufbereitungsanlagen zu Konzentraten angereichert (Kupfergehalt 25 % bis 40 %).

Kupferprämie: Aufpreis für qualitativ hochwertige Kathoden, die unter anderem in der Produktion von Gießwalzdraht und Stranggussformate zum Einsatz kommen.

Metallergebnis: Metallmehrausbringen bewertet mit den entsprechenden Metallpreisen.

Metallmehrausbringen: Menge an Metallen, die eine Hütte über den bezahlten Metallinhalt der eingesetzten Rohstoffe hinaus ausbringen kann.

Primärhütte: Anlage zur Produktion von Kupfer aus Kupferkonzentraten.

Recyclingmaterialien: Materialien aus der Kreislaufführung von Stoffen. Sie entstehen als Reststoffe in Produktionsprozessen oder bei der Aufbereitung von Alt- und Fehlprodukten.

Schmelzlöhne (TC/RCs), Raffinierlöhne (RCs): Treatment and Refining Charges (TC/RCs) und Refining Charges (RCs) sind Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle.

Sekundärhütte: Anlage zur Produktion von Kupfer aus Recyclingmaterialien.

Spotmarkt: Tagesgeschäft; Markt für prompte Lieferungen.

Stranggussformate: Entstehen durch ein kontinuierliches Gießverfahren, bei dem endlose Stränge erzeugt werden. Die Stranggussformate werden durch Walzen und Strangpressen zu Blechen, Folien, Profilen und Rohren weiterverarbeitet.

Sie finden den Quartalsbericht 6 Monate 2022/23 sowie den Live-Webcast zur Veröffentlichung online www.aurubis.com/investor-relations/

publikationen/Quartalsberichte

Termine und Kontakte

Finanzkalender

Capital Market Day 13. Juni 2023
Quartalsmitteilung 9 Monate 2022/23 7. August 2023
Bericht zum Geschäftsjahr 2022/23 6. Dezember 2023

Wenn Sie mehr Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an:

Aurubis AG, Hovestrasse 50, 20539 Hamburg

Angela Seidler

Vice President Investor Relations &

Corporate Communications

Telefon +49 40 7883-3178

[email protected]

Elke Brinkmann

Head of Investor Relations

Telefon +49 40 7883-2379

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Ferdinand von Oertzen

Specialist Investor Relations

Telefon +49 40 7883-3179

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