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Aurubis AG — Annual Report 2017
Feb 14, 2018
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Annual Report
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Publication

Aurubis AG
Hamburg
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017
Zusammengefasster Lagebericht
Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell des Konzerns
Geschäftstätigkeit
Die Aurubis AG ist ein integrierter Kupferkonzern und hat ihre Kernaktivitäten in der Verarbeitung von Kupferkonzentraten, dem Recycling von Metallen und der Erzeugung einer Vielzahl von Kupferprodukten. Die Herstellung von Edelmetallen und Spezialprodukten rundet das Produktionsspektrum ab.
Der Sitz des Unternehmens, an dem auch wesentliche Produktionsanlagen vorhanden sind, befindet sich in Hamburg (Deutschland). Die Standorte des Konzerns liegen überwiegend in Westeuropa mit größeren Produktionszentren in Deutschland, Belgien und Bulgarien. Außerhalb Europas verfügt Aurubis über einen Produktionsstandort in den USA und über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz.
Rund 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für Aurun 75.000 € bis weltweit tätig.
Geschäftsmodell
Das bisherige Geschäftsmodell des Aurubis-Konzerns, das auch für das Geschäftsjahr 2016/17 relevant war, verknüpft die Erzeugung und Verarbeitung von Kupfer. Die benötigten Rohstoffe werden eingekauft, eigene Minen oder Beteiligungen an Minen sind nicht vorhanden. Im Wesentlichen werden Kupferkonzentrate verarbeitet, die aus Erzen gewonnen und am Weltmarkt beschafft werden. Auch die Verarbeitung von zugekauften Zwischenprodukten, Altkupfer und weiteren metallhaltigen Recyclingmaterialien spielt eine bedeutende Rolle.
Das Produktangebot beinhaltet im Wesentlichen Standard-und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen. Zu ihnen gehören Kupferkathoden, die das Produktformat des Kupferhandels an den internationalen Metallbörsen darstellen. Sie sind das Ausgangsprodukt für die Herstellung weiterer Kupferprodukte, können aber auch direkt verkauft werden. In der Weiterverarbeitung verfügt Aurubis über Herstellungskapazitäten für Kupfergießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile.
Weitere Produkte resultieren aus der Verarbeitung der in den Rohstoffen enthaltenen Begleitelemente von Kupfer. Dazu zählen insbesondere Edelmetalle, Schwefelsäure und Eisensilikat.
Zum direkten Kundenkreis von Aurubis gehören Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik-und der Chemieindustrie sowie Zulieferer der Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie.
In einem umfassenden Entwicklungsprozess ist im Geschäftsjahr 2016/17 unsere Vision 2025 entstanden, die auf der Hauptversammlung vom 02.03.2017 vorgestellt wurde. Daraus hat sich ein Geschäftsmodell ergeben, das das bisherige Modell erweitert. Aurubis stellt sich hierbei weiterhin entlang der Wertschöpfungskette auf, erweitert jedoch die Fokussierung auf Kupfer um einen breiteren Multi-Metall-Ansatz. Dies heißt, dass zukünftig neben Kupfer auch verstärkt andere Metalle aus zielgerichtet eingekauften Rohstoffen und Zwischenprodukten extrahiert und mit Wertzuwachs zu verkaufsfähigen Produkten verarbeitet werden.
Konzernstruktur
Die Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2016/17 am zugrunde liegenden kupferbasierten Geschäftsmodell orientiert. Dabei haben zwei operative Business Units (BUs) das organisatorische Grundgerüst des Konzerns gebildet, auf deren Basis auch die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 für das Geschäftsjahr 2016/17 erfolgt ist: die BU Primärkupfererzeugung und die BU Kupferprodukte.
| ― | Die BU Primärkupfererzeugung fasst im Wesentlichen die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten und Altkupfer sowie die Produktion von Kupferkathoden zusammen. Darüber hinaus sind der BU auch die Erzeugung und Vermarktung von Edelmetallen, Schwefelsäure und Eisensilikat zugeordnet. |
Geschäftsmodell im Geschäftsjahr 2016/17: Integration von Kupfererzeugung und Kupferverarbeitung
G 14

| ― | In der BU Kupferprodukte werden Gießwalzdraht, Stranggussformate, Vorwalz- und Fertigbänder sowie Spezialprofile hergestellt und vermarktet. Organisatorisch gliedert sich das Produktgeschäft in die Business Lines (BL) Rod & Shapes, Flat Rolled Products, Bars & Profiles und Marketing Cathodes. Zudem ist das Recycling der BU organisatorisch zugeordnet. |
Die wesentlichen Standorte sind weiterhin Hamburg, Lünen, Stolberg (Deutschland), Olen (Belgien), Zutphen (Niederlande), Pori (Finnland), Avellino (Italien) und Buffalo (USA) gewesen. In Emmerich besitzen wir außerdem einen 60 %-Anteil an der Deutsche Giessdraht GmbH, in Stolberg einen 50 %-Anteil an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG. Verarbeitungszentren in Großbritannien, der Slowakei und Italien sowie ein weltweites Vertriebsnetz haben das Produktgeschäft ergänzt.
Konzernübergreifende Funktionen unterstützten die operativen Business Units. Besonders nennenswert ist hierbei der Bereich Supply Chain Management, dessen Aufgabe das konzernweite Rohstoffmanagement und der Verkauf von Schwefelsäure und sonstigen Spezialprodukten ist.
Der Anteilsbesitz gemäß § 313 (2) HGB am 30.09.2017 ist im Konzernanhang aufgelistet.
Seit dem 01.10.2017 gilt für Aurubis eine neue Organisationsstruktur, die sich auch in der Berichterstattung des Geschäftsjahres 2017/18 wiederfinden wird. Die bisherige Unterteilung in die Business Units Primärkupfererzeugung und Kupferprodukte entfällt. Berichtet wird zukünftig nach den zwei operativen Geschäftssegmenten Metal Refining & Processing und Flat Rolled Products (FRP).
Das Segment Metal Refining & Processing umfasst organisatorisch die Ressorts Commercial und Operations. Das Ressort Commercial vereint alle marktrelevanten Organisationseinheiten, also den Einkauf von Rohstoffen und den Verkauf von Produkten. Das Ressort Operations steht für die Produktion aller Basisprodukte und Metalle sowie deren Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, wie Gießwalzdraht und Stranggussformaten.
Das zweite Segment, Flat Rolled Products, wird in seiner bisherigen Business Line-Struktur fortgeführt.
Eingerahmt wird der organisatorische Kern, der sich an der Wertschöpfungskette orientiert, von den beiden zentralen Funktionen Corporate Development und Technology sowie von Unterstützungseinheiten wie z. B. Human Resources oder Finance & Controlling.
Wesentliche geschäftsrelevante Einflussgrößen
Wesentliche geschäftsspezifische Größen sind die Schmelz- und Raffinierlöhne für Rohstoffe, der Kupferpreis, die Kupferprämien und die Formataufpreise für Kupferprodukte sowie die Verkaufserlöse für Schwefelsäure. Zudem kann durch effizientes Metallmehrausbringen in unseren Anlagen ein Ergebniseffekt entstehen.
Der Preis für Kupfer bildet sich vor allem an der London Metal Exchange (LME), die physische Geschäfte sowie Kurssicherungs- und Anlegergeschäfte ermöglicht. Er ist über den Börsenhandel hinaus ein Richtwert und bildet die Basis für die Preisermittlung im Rohstoff- und Produktgeschäft.
Beim Einkauf kupferhaltiger Rohstoffe werden mit den Lieferanten Schmelz- und Raffinierlöhne verhandelt. Ihre Entwicklung hängt von der jeweiligen Angebots- und Nachfragestruktur auf den Weltmärkten ab. Im Kern handelt es sich um Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle.
Die Börsen- und Marktnotierung für Kupfer dient als Preisbasis für den Verkauf unserer Kupferprodukte. Der Prämienaufschlag sowie Formataufpreise, die für die Umwandlung von Kathoden in Kupferprodukte erhoben werden, sind weitere Bestandteile des Verkaufspreises.
Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung
Schematische Darstellung
G 15

Externe Faktoren, die die Geschäftsentwicklung ebenfalls beeinflussen, sind vor allem der Konjunkturverlauf in Schlüsselländern und das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten, des Weiteren die politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Veränderungen im Wechselkurs- und Zinsniveau sowie die Lage an unseren relevanten Märkten.
Unternehmenssteuerung
Steuerungssystem
Die Unternehmenssteuerung verfolgt das maßgebliche Ziel, den Unternehmenswert des Aurubis-Konzerns zu steigern. Zu diesem Zweck soll über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Unternehmens erwirtschaftet werden.
Konzernsteuerungskennzahlen
Um im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg zu messen, verwendet Aurubis die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:
| ― | das operative Konzernergebnis = operatives EBT (Earnings before Taxes), |
| ― | die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital = operativer ROCE (Return on Capital Employed) des Konzerns. |
Diese Kennzahlen werden dem Vorstand regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt. Auch die variable Vergütung des Vorstands orientiert sich an diesen Kennzahlen.
Der Aurubis-Konzern berichtet nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die in der Vergangenheit erfolgte Änderung des IAS 2 auf eine ausschließliche Anwendung der FIFO- oder Durchschnittsmethode wurde vom Aurubis-Konzern für interne Steuerungszwecke nicht umgesetzt, um die aus der Bewertung nach der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen zu vermeiden. Dabei handelt es sich um Bewertungseffekte, die unseres Erachtens für das Verständnis der Geschäftstätigkeit sowie des Ergebnisses des Aurubis-Konzerns aus operativer Perspektive zu eliminieren sind. Darüber hinaus sind aus Kaufpreisallokationen Einmaleffekte entstanden, die ebenso zu einer Verzerrung in der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Aurubis-Konzerns führen würden.
Die interne Berichterstattung und Steuerung des Konzerns erfolgt auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von diesen Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können.
Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:
| ― | Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; Dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände, |
| ― | Bereinigung um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. Sachanlagevermögen seit dem Geschäftsjahr 2010/11. |
Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ
T 009
| in Mio. € | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen ohne Finanzanlagen und At Equity bewertete Anteile | 1.375 | 1.343 |
| Vorräte | 1.387 | 1.494 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 357 | 242 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 216 | 211 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -905 | -798 |
| - Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten | -388 | -379 |
| Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag | 2.042 | 2.114 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 298 | 213 |
| Finanzergebnis | 10 | 16 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) | 308 | 229 |
| Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) | 15,1 % | 10,9 % |
Der operative ROCE bezeichnet das Verhältnis des operativen Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) zum eingesetzten Kapital am Bilanzstichtag (operatives Capital Employed) und stellt die Rendite auf das eingesetzte Kapital dar.
Korrespondierend zur Ermittlung des operativen Ergebnisses erfolgt die Herleitung des operativen Capital Employed durch die Bereinigung der Bilanzpositionen nach IFRS um die vorgenannten Effekte.
Eine Überleitung der Bilanz und GuV von IFRS auf "operativ" wird im Wirtschaftsbericht des Konzernlageberichts dargestellt.
Forschung, Entwicklung und Innovation
Der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation konzentriert sich bei Aurubis vor allem auf die Rohstoffverarbeitung und Metallerzeugung. Die in ihrer Zusammensetzung immer komplexer werdenden Primär- und Sekundärrohstoffe machen es für uns unverzichtbar, die bestehenden Verfahren weiterzuentwickeln. Dies erfordert auch die Gestaltung neuer Prozesse und Verfahren. In der Produktherstellung wird daran gearbeitet, die Produktpalette weiter zu optimieren. Der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation hat 2016/17 mit seinen 67 Mitarbeitern die Vorhaben in den einzelnen Bereichen mit seiner Arbeit unterstützt.
Ein zentrales strategisches Projekt war im Geschäftsjahr Future Complex Metallurgy (FCM). Es hat zum Ziel, durch innovative Verfahren den Durchsatz von komplexen Einsatzmaterialien zu erhöhen. Des Weiteren soll es eine Verarbeitung von komplexen Primär- und Sekundärrohstoffen ermöglichen, die bislang bei Aurubis nicht einsetzbar waren. Hierfür haben wir einen metallurgischen Prozess entwickelt, der unter anderem die Ausbringung von Kupfer und Edelmetallen aus Zwischenprodukten verbessert.
Ein weiterer langfristig angelegter Arbeitsschwerpunkt, der uns im Geschäftsjahr beschäftigte, war die Optimierung der bestehenden Kernprozesse im Bereich der Primärkupfererzeugung. Es geht hierbei darum, die Prozessstabilität und Prozesskontrolle zu verbessern und die Metallausbringung zu optimieren. Hierfür haben wir metallurgisches Know-how, moderne Charakterisierungs-, Modellierungs- und Simulationsmethoden sowie die Online-Analytik kombiniert. Ziel war es, die Automatisierung der Verfahren voranzutreiben und die Prozesseffizienz weiter zu erhöhen.
Daneben war die mathematische Modellierung von komplexen Materialströmen ein wichtiger Baustein unserer Arbeit. Sie soll die operationale Produktionsplanung unter Berücksichtigung kommerzieller und technischer Aspekte optimieren. Die entsprechenden Planungstools sind inzwischen im Beschaffungs- und Produktionsplanungsbereich implementiert. Im nächsten Schritt arbeiten wir daran, die Materialströme auf Betriebsebene zu verfeinern und anzupassen.
Edelmetalle in den Vorstoffen und ihre Gewinnung sind für Aurubis ein bedeutender Ergebnisfaktor. Die hier vorhandenen Ausbringungsprozesse unterliegen deshalb der stetigen Überprüfung und waren Gegenstand von Untersuchungen zu Verbesserungsmaßnahmen.
Bei Eisensilikat wurden Versuche durchgeführt, um die enthaltenen Metallanteile weiter zu reduzieren. Dies dient der verbesserten Kreislaufführung von Wertstoffen und der Erhöhung der Wirtschaftlichkeit.
Im Bereich der Elektrometallurgie haben wir an der Optimierung unserer Elektrolyseprozesse gearbeitet. Durch die Untersuchung der Anoden soll die weitere Steigerung der Stromdichte sowie die Erhöhung der Nebenmetallausbringung erreicht werden.
Die Entwicklungsaktivitäten im Bereich Flat Rolled Products standen zum Großteil im Zeichen der Elektromobilität. Dabei wurden insbesondere Produktentwicklungen in den Geschäftsbereichen Leistungselektronik und Connector vorangetrieben, die auf niedriglegierten, hochleitfähigen Kupferlegierungen und auf sauerstofffreiem Kupfer basieren. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt im Connector-Bereich waren neue Beschichtungssysteme für Anwendungen in der Automobilindustrie.
Die Entwicklung unserer bleifreien Legierungsfamilie "BlueBrass" für Zerspanungsanwendungen gestaltete sich weiterhin sehr positiv. Sowohl im Draht- als auch im Bandbereich konnten hier weitere individuelle Lösungen für verschiedene Produktsegmente entwickelt und zur Marktreife gebracht werden.
Im Geschäftsjahr 2016/17 betrugen die F&E-Aufwendungen im Aurubis-Konzern 11 Mio. €, verglichen mit 13 Mio. € im Berichtsjahr 2015/16.
F&E-Aufwendungen in Mio. €
G 16

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Personalstrategie
Für Aurubis bilden kompetente, leistungsfähige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Basis für den Geschäftserfolg und die Weiterentwicklung des Konzerns. Unsere Personalstrategie ist eingebettet in die Geschäftsstrategie und orientiert sich an den Unternehmenswerten. Sie wird gemeinsam mit den operativen Einheiten kontinuierlich weiterentwickelt. Hierbei finden interne Veränderungen sowie Veränderungen und Trends an den Arbeitsmärkten und in der Gesellschaft Berücksichtigung.
Im Geschäftsjahr 2016/17 lag der Schwerpunkt unserer Personalarbeit in der Mitgestaltung und Begleitung des Transformationsprogramms ONE Aurubis, mit dem die Konzernvision 2025 umgesetzt werden soll. Das Handeln als ein Team, die kontinuierliche Verbesserung, das Bewusstsein für Wettbewerbserfordernisse sowie Ergebnisfaktoren und -einflüsse - das alles sind für uns wesentliche Voraussetzungen, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Wir wollen dabei unsere Arbeitsprozesse und Verantwortlichkeiten noch effektiver gestalten und ein Rollenverständnis erreichen, das jeden einzelnen Mitarbeiter zum unternehmerisch Handelnden in seinem jeweiligen Arbeitsbereich macht, ohne dabei die Teamorientierung und die einheitliche Linie des Konzerns aus den Augen zu verlieren.
Zur Weiterentwicklung der Kompetenzen unserer Führungskräfte haben wir Ende 2016 eine Reihe von Workshops gestartet, um Leadership, das über die reine Führung hinausgeht, konzernweit zu fördern und auszubauen, es zu harmonisieren und eine daraus entstehende Leadership-Kultur im Konzern nachhaltig zu verankern. Auch wurden Maßnahmen zur Etablierung einer konstruktiven Feedbackkultur durchgeführt.
Standort- und funktionsübergreifende Projekte und Initiativen dienten im Geschäftsjahr der Kommunikationsverbesserung unserer Fach- und Führungskräfte. Damit wurden die Zusammenarbeit im Konzern noch stärker gefördert, Synergien geschaffen und eine Kultur des Voneinanderlernens zur kontinuierlichen Verbesserung etabliert.
Mitarbeiterstruktur
Am 30.09.2017 arbeiteten in der Aurubis-Gruppe weltweit 6.494 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon waren rund 56 % an deutschen Standorten und rund 44 % im Ausland beschäftigt.
Im Wesentlichen haben sich unsere Mitarbeiter auf folgende Länder verteilt: Deutschland (3.638), Bulgarien (855), USA (675), Belgien (580), Niederlande (298), Finnland (245) und Italien (126).
Mitarbeiter im Aurubis-Konzern
Anzahl am 30.09.
G 17

1) Ohne Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG.
Mitarbeiterstruktur Aurubis-Konzern
Anzahl am 30.09.2017
G 18

Vielfalt und Frauenförderung
Zur Erreichung eines nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolgs setzen wir in der Mitarbeiterstruktur auf Vielfalt. Dies zielt nicht nur auf kulturelle Unterschiede und Internationalität, sondern auch auf Fachkompetenz, Altersgruppen sowie auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern.
Chancengleichheit von Männern und Frauen ist nicht nur im Code of Conduct (Verhaltenskodex) von Aurubis festgeschrieben. Nach wie vor gilt für uns die "Charta der Gleichstellung", die im Rahmen der Sozialpartnerschaft mit den Arbeitnehmervertretern unterzeichnet wurde.
Mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst wurde eine Zielgröße von jeweils 20 % weiblicher Führungskräfte auf den ersten beiden Führungsebenen festgelegt. Diese haben wir auf der ersten Führungsebene mit 19,4 % weitestgehend erreicht. Auf der zweiten Führungsebene wurde das Ziel mit 20,4 % erreicht.
Der Anteil der Bewerberinnen für technisch ausgerichtete Arbeitsplätze ist aktuell gering. Aurubis verfolgt deshalb das Ziel, Frauen für technische Berufe zu interessieren und zu gewinnen. Dies wird durch eine Reihe von Maßnahmen z. B. durch Schulkooperationen und Teilnahme an Initiativen wie "mint:pink" gefördert.
Insgesamt liegt die Anzahl der weiblichen Beschäftigten im Konzern bei 12,4 % und ist im Vergleich zum Vorjahreswert von 12,1 % leicht gestiegen.
Mitarbeitervergütung und Erfolgsbeteiligung
Für das Aurubis-Management gilt grundsätzlich ein einheitliches Vergütungssystem. Dieses Vergütungssystem basiert auf einer analytischen Stellenbewertung, auf klar definierten Gehaltsbändern und auf einem Zielbonusmodell mit definierten Ebenen der Leistungsmessung und -gewichtung. Auf dieser Basis können Manager einschätzen, welche Leistungen auf Konzern-, funktionaler und individueller Ebene gefordert sind und wie sie bewertet werden.
Bei der Aurubis AG ist eine leistungs- und erfolgsorientierte Vergütung ein elementarer Bestandteil der Einkommensgestaltung. Motivierte und leistungsbewusste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen in entscheidender Weise zum Erfolg und zum Wert des Unternehmens bei. Die Leistung des Einzelnen steht dabei immer im Zusammenhang mit der Leistung des Teams, der Abteilung oder des Betriebes. Als Messgröße dienen sowohl die individuelle als auch die kollektive Teamleistung. Beides wird entsprechend in der leistungsorientierten Vergütung berücksichtigt.
Zur Förderung der Identifizierung mit dem Unternehmen haben wir auch 2017 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den deutschen Standorten die Möglichkeit geboten, eine begrenzte Anzahl von Aktien der Aurubis AG zu Vorzugskonditionen zu erwerben. Von diesem Angebot machten 913 Beschäftigte Gebrauch.
Nachwuchsgewinnung
Dem demografischen Wandel begegnen wir mit einem Ausbau unserer Aktivitäten zur Personal- und Nachwuchsgewinnung. Die Kooperation mit Partneruniversitäten wurde ausgeweitet. Neue Universitäten haben wir aufgrund ihrer angebotenen Studiengänge ausgesucht, die den veränderten Anforderungen an neue Berufsfelder gerecht werden. In Hamburg bieten wir Studierenden jährlich rund 50 Praktikantenplätze an, in Stolberg sind es etwa 35. Die verstärkte Vergabe von betreuten Abschlussarbeiten und Stipendien rundet das Angebot für die Nachwuchsgewinnung ab.
Um gezielt Schulabgänger und Ausbildungsnachwuchs anzusprechen, erfolgten zahlreiche Besuche von Berufsmessen im Hamburger, Stolberger und Lüner Umfeld. Es wurden aber auch eigene Veranstaltungen an den jeweiligen Standorten durchgeführt. Dazu gehörten Präsentationen der Werke Lünen und Stolberg bei der "Nacht der Ausbildung".
Ausbildung
Eine wesentliche Investitionsentscheidung zur zukunftsgerichteten Ausbildung bei Aurubis waren die im Geschäftsjahr gestarteten Neubauprojekte für Ausbildungszentren in Hamburg und Lünen. Die Ausbildungswerkstatt in Lünen, deren neues Gebäude später auch die Bereiche Arbeitssicherheit und Technik beherbergen soll, ist für 2018 als bezugsfertig geplant. In Hamburg werden wir das neue Innovations- und Ausbildungszentrum, in dem auch die Forschung und Entwicklung angesiedelt sein wird, voraussichtlich 2019 einweihen können. Es ist in beiden Fällen beabsichtigt, die Ausbildung mit neuen Lehr- und Lernmethoden durchzuführen und die Ausbildungskapazität zu steigern. Damit wollen wir den im Rahmen des demografischen Wandels erhöhten Bedarf an Fachkräften weitgehend durch eigene Ausbildung abdecken.
Am 30.09.2017 beschäftigte Aurubis in der AG 213 Auszubildende und Praktikanten: Dies entspricht einer Quote von 7,2 %. Im neuen Ausbildungsjahr, das am 01.09.2017 startete, begannen in der Aurubis AG insgesamt 75 junge Menschen ihre Ausbildung in 14 verschiedenen Berufen.
Dabei ist uns auch die Integration und Ausbildung anerkannter Flüchtlinge wichtig. Sie werden zusammen mit den zehn Jugendlichen im Praktikantenmodell AV 10-Plus in verschiedenen Berufsbereichen an die Ausbildungsreife herangeführt. Dies bedeutete für die zwölf Teilnehmer des letzten Ausbildungsjahres in Hamburg drei Arbeitstage je Woche in der Ausbildungswerkstatt und zwei Schultage. Acht der Teilnehmer wurden in ein Ausbildungsverhältnis übernommen, die übrigen konnten in externe Ausbildungsverhältnisse eintreten.
Um die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns weiter zu stärken, gab es im Geschäftsjahr einen standortübergreifenden Austausch von Auszubildenden. Damit wurde es den Auszubildenden ermöglicht, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln und Fremdsprachenkenntnisse in einer realen Arbeitssituation im Ausland anzuwenden.
Personal- und Organisationsentwicklung
Um unsere Vision und Strategie voranzubringen, setzen wir auf eine lernende Organisation. Die zielgerichtete persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nimmt darin einen hohen Stellenwert ein. Das Angebot im Rahmen unseres Leadership- und Qualifizierungsprogramms haben wir dem Bedarf im Konzern entsprechend angepasst und ausgebaut. Insbesondere dem Angebot für Führungskräfte auf der Vorarbeiter- und Meisterebene kommt weiterhin ein hoher Stellenwert zu. Erneut haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zahlreichen technisch-fachlichen Trainingsmaßnahmen teilgenommen.
In einer lernenden Organisation bedarf es eines neuen Lern- und Weiterbildungsverständnisses. Lernen wird dabei an den Bedürfnissen von Unternehmen und Mitarbeitern ausgerichtet und dem Lernenden zunehmend in die eigene Verantwortung übergeben. Neben Qualifizierungs- und Entwicklungsprogrammen zur Entwicklung benötigter Kompetenzen, z. B. in den Bereichen des Aurubis Operating System (AOS) und im Projektmanagement, werden wir verstärkt auf das Angebot von Plattformen zum Netzwerken und zum Austausch von Best Practices (z. B. Expertengruppen und Online-Lerngruppen) setzen. Der flexiblen Kompetenzerweiterung tragen wir durch Kurzformate wie "Learn & Go" über Intranet und Videolearning Rechnung.
Dank des Vorstands
Das Geschäftsjahr 2016/17 hat unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlangt. Wir haben zahlreiche Maßnahmen und Projekte angestoßen und in Angriff genommen, die Aurubis auch in den kommenden Jahren auf eine gesunde wirtschaftliche Basis stellen werden. Dies hat bereits zu Veränderungen geführt. Weitere werden folgen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Entwicklungs- und Veränderungsprozesse im Geschäftsjahr 2016/17 mit großem Einsatz begleitet. Ihr starkes Engagement hat gezeigt, dass sie aktiv an der Zukunftsgestaltung von Aurubis mitarbeiten wollen. Dafür und für ihre hohe Leistungsbereitschaft gebührt ihnen unser ganz besonderer Dank. Selbstverständlich schließt dieser Dank auch die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen im Aurubis-Konzern ein.
Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Energie und Klima, Gesundheitsschutz
Nachhaltigkeit als Teil der Konzernstrategie
Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften zählen zu den zentralen Bestandteilen der Unternehmensstrategie und Führung von Aurubis. Dazu gehört, dass wir mit unserer Umwelt und den begrenzten natürlichen Ressourcen gewissenhaft umgehen. Es schließt zudem den verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern, Zulieferern, Kunden und Nachbarn sowie dem Umfeld unserer Werke und den Kommunen ein, in denen Aurubis tätig ist.
Die Grundlage unseres operativen Geschäfts sind verantwortungsvolle Geschäftspraktiken. Zusammen mit solidem Wachstum bilden sie die Basis für einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und damit für eine gesicherte Zukunft des Unternehmens.
Unser Handeln basiert auf gesetzlichen Vorgaben, internen Richtlinien und Managementsystemen, freiwilligen Verpflichtungen sowie unseren Unternehmenswerten PRIMA. Das Akronym PRIMA ergibt sich aus der englischen Übersetzung der Begriffe Leistung, Verantwortung, Integrität, Wandlungsfähigkeit und Wertschätzung.
Aurubis achtet die Menschenrechte und setzt sich für deren Wahrung ein. Von grundsätzlicher Bedeutung ist für uns die Einhaltung der international anerkannten Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Wir bekennen uns seit 2014 zum Global Compact der Vereinten Nationen und verpflichten uns damit gleichzeitig, an der Umsetzung seiner Prinzipien mitzuwirken. Über den aktuellen Stand der Umsetzung berichtet Aurubis jährlich im Rahmen des Fortschrittsberichts.
Wir sind im Nachhaltigkeitsindex "Global Challenges Index" gelistet und erreichten im Januar 2017 erneut den Prime-Status von Oekom Research, einer der führenden Rating-Agenturen im Bereich Nachhaltigkeit.
Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmenskultur
Konzernweit und über Geschäftsprozesse hinweg integrieren wir Nachhaltigkeitsthemen in die Unternehmenskultur. Mit vielfältigen Maßnahmen tragen wir dazu bei, dass mögliche negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft von Anfang an so gering wie möglich gehalten werden. Zudem haben wir das Wissen um die Themen der Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der Ausbildung im Konzern gemacht.
Im Geschäftsjahr 2012/13 haben wir eine zusammenfassende Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und darin die wesentlichen Handlungsfelder festgelegt. Darauf basierend erarbeiteten wir Ziele in den Kategorien Wirtschaft, Umwelt und Mensch sowie Aktionspläne und Maßnahmen für einzelne Handlungsfelder. Vieles davon ist bereits umgesetzt worden. Unter anderem wurden diverse kupferbasierte Werkstoffe und Innovationen entwickelt, die gesteckten Emissionsziele in Bezug auf Wasser und Luft erreicht und der Anteil an verarbeiteten komplexen Recyclingmaterialien weiter ausgebaut. Außerdem haben wir die Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie zur Arbeitssicherheit nochmals erhöht, uns stärker mit der Verantwortung in der Lieferkette auseinandergesetzt und den Dialog mit Interessengruppen europaweit verstärkt, unter anderem zum Thema Kreislaufwirtschaft. 2017 haben wir damit begonnen, unsere Nachhaltigkeitsstrategie zu überarbeiten. In dem Zuge werden wir die relevanten Themen aktualisieren und neue Ziele setzen.
Ein zunehmendes Interesse und die steigenden Anforderungen aus dem Umfeld bestätigen uns in unserem Handeln. Unsere Kunden legen inzwischen mehr Wert auf Themen wie umweltverträgliche Produkte, Klimaschutz, moderne Produktionsprozesse und eine gesicherte und verantwortungsvolle Rohstoffversorgung. Neben Investoren achten auch unsere Kunden verstärkt darauf, ob Aurubis an Initiativen zum Klimaschutz wie dem "CDP" (ehemals Carbon Disclosure Project) teilnimmt. 2015 wurden wir beim CDP als "Best Newcomer Germany" ausgezeichnet. 2016 verbesserten wir unsere Platzierung ein weiteres Mal und wurden mit dem guten Ergebnis A- in die Kategorie "Leadership" aufgenommen. Aurubis ist zudem von CDP als eines der Top-7-Unternehmen des MDAX klassifiziert worden.
Themen im Konzernumweltschutz
G 19

Auch im Recyclingbereich sind sowohl die Ansprüche der Politik als auch die der verschiedenen Interessengruppen weiter gestiegen. Hier spielen Ressourceneffizienz, umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft und Recycling-Lösungen im Multi-Metall-Bereich eine Rolle. Im November 2016 veranstalteten wir den dritten Aurubis-Nachhaltigkeitstag. Zusammen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft referierten und diskutierten wir über Themen des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft.
Umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung
Im April 2016 veröffentlichten wir den fünften Nachhaltigkeitsbericht für den Aurubis-Konzern. Er liefert eine detaillierte und umfassende Nachhaltigkeitsbilanz der Geschäftsjahre 2013/14 und 2014/15. Wir orientieren uns zudem an dem international anerkannten Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI). Er trägt dazu bei, die Unternehmensberichterstattung in Bezug auf Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsstrategie transparenter und vergleichbarer zu machen. Neben relevanten Kennzahlen werden Erfolge, Ziele und deren Erreichung sowie Herausforderungen dargestellt. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht folgt den Berichtsanforderungen der GRI-Leitlinien "G4".
Mit der Aktualisierung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und der bestehenden Nachhaltigkeitskommunikation sind wir gut vorbereitet, um auch der EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung ("CSR-Richtlinie") nachzukommen, die wir ab dem Geschäftsjahr 2017/18 verpflichtend anwenden müssen.
Umweltschutz im Konzern
Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und den Schutz des Klimas. Für unsere Produktion setzen wir daher auf moderne und energieeffiziente Anlagentechnik, die zudem sehr hohen Umweltschutzstandards gerecht wird. Auf diese Weise schonen wir die natürlichen Ressourcen und erhalten eine saubere Umwelt für zukünftige Generationen. Diesen Anspruch verfolgen wir für alle Produktionsstätten im Aurubis-Konzern und über alle Geschäftsprozesse hinweg. Konzernweit haben wir uns Ziele im Umweltschutz gesetzt, entsprechende Kennzahlen definiert und Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt. Die Wirksamkeit der Ziele und Maßnahmen wird kontinuierlich überprüft.
Wir nutzen konzernweite Umweltmanagementsysteme, um entsprechende Maßnahmen zu implementieren und damit die Ziele im Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen. Hier ist insbesondere die Zertifizierung nach DIN ISO 14001 zu nennen sowie unsere Teilnahme am EMAS-Umweltmanagementsystem - dem "Eco-Management and Audit Scheme". Wir erfassen Zielvorgaben, bewerten die Abweichungen und leiten notwendige Korrekturmaßnahmen ein, deren Wirksamkeit wir laufend kontrollieren.
Darüber hinaus haben wir an mehreren Standorten Energiemanagementsysteme nach DIN ISO 50001 implementiert und zertifiziert. Eine jährliche externe Überprüfung eröffnet uns die Möglichkeit, die erfolgreiche Implementierung des Umweltschutzes durch einen unabhängigen Dritten bestätigen zu lassen und mögliche Verbesserungspotenziale zeitnah zu erkennen.
Eine wesentliche Grundlage für die umweltfreundliche Produktion ist der effiziente Einsatz von Rohstoffen. Die Multi-Metall-Produktion und das Recycling von komplexen Einsatzstoffen bilden die Basis für eine verantwortungsvolle und bedarfsgerechte Produktion bei Aurubis.
Umweltschutzinvestitionen bei Aurubis Kupfererzeugung in Mio. €
G 20

Wir sind bestrebt, die Umwelt vor möglichen langfristigen negativen Einflüssen unseres Handelns zu schützen. Aus diesem Grund hat Aurubis seit 2000 über 540 Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen in der Primär- und Sekundärkupferproduktion investiert. Hierbei beschäftigen wir uns insbesondere mit Fragen des Gewässerschutzes, des Bodenschutzes, des Klimaschutzes und des Immissionsschutzes.
Die spezifischen Staubemissionen für den Bereich der Primär- und Sekundärkupfererzeugung haben wir im Geschäftsjahr 2016/17 um rund 95 % und die SO2 -Emissionen bei der Primärkupfererzeugung um rund 85 % vermindert, verglichen mit dem Bezugsjahr 2000.
Auch beim Gewässerschutz hat Aurubis deutliche Verbesserungen erzielt. Seit 2000 konnten wir im Bereich der Kupfererzeugung die Emissionen von Metallen in Gewässern um 85 % von 7,2 auf 1,1 g/t erzeugten Kupfers senken.
In Zukunft werden wir weitere Anstrengungen unternehmen, um noch sauberer, effizienter und nachhaltiger zu werden. Hierzu haben wir die Umweltziele fortgeschrieben und eine Vereinheitlichung mit den Nachhaltigkeitszielen hergestellt. Als neuer Schwerpunkt ist der Themenbereich "Naturschutz und Biodiversität" in unsere Umweltschutzziele mit aufgenommen worden.
Auch im Geschäftsjahr 2016/17 hat Aurubis konzernweit einen offenen Dialog mit Behörden und Bürgern geführt. Zudem beteiligten wir uns an verschiedenen Umweltprojekten:
| ― | Zusammen mit dem europäischen Dachverband der Metallindustrie Eurometaux und dem European Copper Institute (ECI) nimmt Aurubis an der dreijährigen Test-und Entwicklungsphase des Umweltfußabdrucks (Product Environmental Footprint - PEF) der EU-Kommission teil. Ziel dieser Kooperation ist es, die Methodik zur Bestimmung des Umweltfußabdrucks weiterzuentwickeln und zu testen. Auf dieser Grundlage möchte die EU-Kommission einen Binnenmarkt für "umweltfreundliche Produkte" und "umweltfreundliche Organisationen" entwickeln. |
| ― | In Hamburg sind wir seit dem Jahr 2003 Mitglied der Umweltpartnerschaft und Mitglied in der Partnerschaft für Luftgüte und schadstoffarme Mobilität, die von der Freien und Hansestadt Hamburg koordiniert wird. Ziel dieser Partnerschaft ist die Reduktion der Stickstoffdioxid-Emissionen, die insbesondere durch den Verkehr verursacht werden. Zur Entwicklung eines nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilitätskonzepts haben wir uns zusätzlich erfolgreich am bundesweiten Modellprojekt "Mobil.Pro.Fit® Zusammenarbeit mit dem B.A.U.M. e. V. beteiligt. |
| ― | Des Weiteren haben wir uns mit 22 nationalen und internationalen Partnern am europäischen Forschungsvorhaben "FORCE - Cities Cooperating for Circular Economy" beteiligt. Das Projekt hat das Ziel, neue Konzepte zur Abfallvermeidung und -behandlung für die Stoffströme Kunststoff, Biomasse, Elektroaltgeräte und Holz zu entwickeln. Aurubis unterstützt das Projekt mit seiner Expertise als Multi-Metall-Recycler. Dabei haben wir die Absicht, durch die Entwicklung eines bestmöglichen Sammel- und Zerlegesystems für Elektro-und Elektronikaltgeräte das Recycling von strategischen Metallen - z. B. Kupfer, Gold, Silber und Blei - zu verbessern. |
Weitere Informationen zum Umweltschutz im Aurubis-Konzern sind in unserem Umweltreport und der Umwelterklärung für die Aurubis AG enthalten, die auf unserer Website in der Rubrik "Verantwortung" zu finden sind.
Energieversorgung, Energieeffizienz und Themen des Klimawandels von großer Bedeutung
Die Kupfererzeugung ist ein energieintensiver Prozess. Daher sind im Geschäftsjahr 2016/17 die Einflüsse aus dem Energiesektor für uns von wesentlicher Bedeutung gewesen. Für Aurubis standen dabei insbesondere drei Entwicklungen im Zentrum der Aufmerksamkeit: die deutsche Energiewende, die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie und die 3. Handelsperiode des europäischen Emissionshandels.
Alle Unternehmen, die Kohlendioxid ausstoßen, müssen über entsprechende Berechtigungen hierfür verfügen. Diese lokalen CO2 -Zusatzkosten mindern die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im internationalen Vergleich. Um diese Effekte auszugleichen, wurden sogenannte Carbon-Leakage-Sektoren festgelegt, wozu auch die Kupferindustrie zählt. Dieser Status mildert die pauschale Kürzung der CO2 -Zertifikate-Zuteilung derzeit weitestgehend ab.
Um die Kupferindustrie im internationalen Wettbewerb vor Nachteilen zu schützen, hat die Europäische Union (EU) bereits eine limitierte Kompensation von CO2 -Emissions-handelsbedingten Strompreiserhöhungen gestattet. Einige europäische Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, haben dies in einer entsprechenden Förderrichtlinie verabschiedet. Aufgrund der EU-Regelungen für die Kupferindustrie wird diese Kompensation in Deutschland allerdings nur zu gut 50 % wirksam. Dies führt zu einer erheblichen Restbelastung durch CO2 -Kosten, trotz unseres bestehenden Carbon-Leakage-Schutzes.
Wir haben an allen maßgeblichen deutschen Standorten des Aurubis-Konzerns ein Energiemanagementsystem aufgebaut, führen Energie-Audits durch und sind nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Damit erfüllen wir die Grundvoraussetzungen, um auch weiterhin eine reduzierte Belastung aus der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und der Energie-/Stromsteuer zu erhalten. Zudem fördern wir den Erfahrungsaustausch über die Werksgrenzen hinaus, unter anderem durch regelmäßige Energiemanagement- und Energieeffizienz-Workshops sowie durch unser Engagement im Energieeffizienznetzwerk der Wirtschafts-Vereinigung Metalle, im Industrieverband Hamburg und innerhalb der lokalen Netzwerke an wesentlichen Aurubis-Standorten.
Die Freie und Hansestadt Hamburg ist bestrebt, ihren CO2 -Ausstoß zu senken und zwar um 40 % bis 2020 und um 80 % bis 2050 im Vergleich zum Basisjahr 1990. Zusätzlich möchte sie mittelfristig die Fernwärmeversorgung klimaverträglicher gestalten. Dazu plant die Stadt auch, industrielle Abwärme zu nutzen. Am Aurubis-Standort Hamburg identifizierten wir ein CO2 -freies Abwärmepotenzial zur Fernwärmelieferung von rund 60 MW und ca. 500 GWh pro Jahr an der Schwefelsäureanlage. In unmittelbarer Nähe unseres Hamburger Werkes befindet sich das Neubaugebiet östliche HafenCity, das sich zur Versorgung mit einem Drittel unserer Abwärme besonders gut eignet. Am 17.02.2017 wurde ein Abnahmevertrag unterzeichnet. Aurubis koppelt hierzu Wärme aus, die während der Umwandlung von Schwefeldioxid zu Schwefelsäure entsteht. Diese industrielle Abwärme ist nahezu frei von CO2 , sodass durch ihre Nutzung ein jährlicher Ausstoß von mehr als 20.000 t CO2 am Standort Hamburg vermieden wird. Eine weitere Wärmeauskopplung, mit einem CO2 -Einsparpotenzial von dann rund 140.000 t CO2 pro Jahr, wäre möglich.
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2016/17 hat sich das Stromangebot deutlich verknappt, insbesondere durch den Ausfall konventioneller Anlagen in Europa. Dieser Umstand führte wiederum kurzfristig zu stark steigenden Preisen an den Strombörsen. Auf Aurubis hatte diese Entwicklung aber kaum Einfluss. Strompreisrisiken sind wir an den deutschen Standorten durch den Abschluss eines langfristigen Liefervertrags begegnet.
Aktuell besteht in Deutschland ein deutliches Ost-Wes- tbzw. Nord-Süd-Gefälle bei den deutschen Übertragungsnetzentgelten. Mit dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) wurde der Grundstein für eine schrittweise (ab 2019 bis 2023) bundesweite Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte gelegt. Dabei werden Aufwendungen für die Offshore-Anbindung aus den Netzentgelten herausgelöst und über eine Umlage finanziert. Hierdurch ist zunächst mit einem generellen Absinken des Netzentgeltniveaus zu rechnen, wenngleich aus der Vereinheitlichung eine Verschiebung der Kosten von Norden bzw. Osten nach Westen resultiert. Da Aurubis an den Standorten Hamburg und Lünen aufgrund seines gleichmäßigen Stromabnahmeprofils bereits ein deutlich reduziertes Netzentgelt bezahlt, wirken sich diese Effekte nur unwesentlich aus. Ein Kostenanstieg über die Offshore-Umlage ist nicht zu erwarten, da diese für energieintensive Unternehmen begrenzt wird.
In Bulgarien haben sich im Berichtsjahr die Stromnebenkosten signifikant reduziert. Dies resultierte insbesondere aus der Einführung einer Entlastungsregelung für energieintensive Unternehmen von den Kosten zur Förderung der erneuerbaren Energien nach Maßgabe der EU-Beihilfeleitlinien.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr stabilisierten sich die Großhandelspreise für Erdgas auf im Vorjahresvergleich niedrigen Niveaus. Ursächlich hierfür waren die gute Versorgungslage in Europa sowie die Auswirkungen der weiterhin niedrigen Ölpreise. Trotz sinkender Eigenerzeugung erwarten wir auch in Zukunft eine gute Versorgung Europas mit Erdgas, speziell aufgrund der Zunahme von LNG-Importen (Liquefied Natural Gas) aus den USA nach Europa im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Wir haben im Geschäftsjahr 2016/17 erhebliche Einsparpotenziale bei der Wasserversorgung und -aufbereitung ermittelt und erschlossen. Basis hierfür waren Kennzahlen-und Methodenvergleiche zwischen verschiedenen Standorten. Neben den technischen Optimierungen führte auch verbessertes Wassernutzungsverhalten zu reduzierten Wasser- und Aufbereitungskosten.
Gesundheitsschutz im Konzern
Die Aufgabe des Gesundheitsschutzes im Konzern ist es, die technischen, organisatorischen und menschlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um jegliche arbeitsbedingten Unfälle und Erkrankungen zu vermeiden.
Nach sechs Jahren, in denen wir die Unfallhäufigkeit kontinuierlich gesenkt haben, stagnierte die Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Die Unfallhäufigkeit wird mit dem Akronym LTIFR (1-n) ausgedrückt. Es steht für Lost Time Injury Frequency Rate = Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einer ausgefallenen Schicht, pro 1 Million gearbeitete Stunden. Bezogen auf die Aurubis-Mitarbeiter, lag die LTIFR(1-n) im Geschäftsjahr 2016/17 bei 4,8 nach 4,6 im Vorjahr. Die absolute Anzahl der Unfälle betrug 47, nach 45 im Vorjahr.
Seit 2010 setzen wir uns kurz- und mittelfristige Ziele im Bereich der Arbeitssicherheit und arbeiten an der Verwirklichung unserer Vision Zero, sprich: einer vollständig unfallfreien Arbeitsumgebung. Das ursprünglich gesetzte mittelfristige Ziel, die LTIFR(1-n) bis spätestens 2022 auf < 3,0 zu begrenzen, haben wir unter diesen Rahmenbedingungen überprüft. Wir haben uns das Ziel gesetzt, eine LTIFR von 1,0 zu unterschreiten.
Unfallhäufigkeit
LTIFR = Lost Time Injury Frequency Rate
G 21

LTIFR(1-n) - Unfälle mit Zeitausfall von mindestens einer vollständigen Schicht
LTIFR(4-n) - Unfälle mit Zeitausfall von mehr als drei vollständigen Schichten
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Nachdem sich die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2016 schwach entwickelte, kam es im Geschäftsjahr 2016/17 zu einer Erholung. Die in der zweiten Jahreshälfte 2016 einsetzende Aufwärtsbewegung konnte sich im ersten Halbjahr 2017 noch verstärken. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht deshalb in seiner Herbstprognose für das globale Wirtschaftswachstum 2017 von einem Anstieg in Höhe von 3,6 % aus und verbessert damit seine Frühjahrsprognose um 0,1 Prozentpunkte.
Dahinter steht jedoch eine unausgewogene Entwicklung, da Teile der Weltwirtschaft nicht uneingeschränkt dem positiven Trend folgten. Vor allem rohstoff- und erdölexportierende Entwicklungsländer haben es mit einem schwierigen Umfeld zu tun. Breiter schätzt der IWF den Aufschwung in entwickelten Volkswirtschaften ein sowie in einigen vorwiegend asiatischen Schwellenländern und sieht damit drei Viertel der Weltwirtschaft an der positiven Entwicklung beteiligt.
Positive Revisionen gegenüber dem Frühjahr 2017 gab es für die Eurozone und für asiatische und europäische Schwellenländer. Diese konnten eine leichte Abschwächung in den USA und Großbritannien ausgleichen.
Erwartetes BIP-Wachstum 2017
G 22

Quelle: International Monetary Fund, Okt. 2017
Hinsichtlich der Eurozone sieht der IWF für 2017 ein Wachstum von 2,1 %, für Deutschland von 2,0 %, und erhöht damit seine Frühjahrsprognose jeweils um 0,4 %. Als Treiber wurden erhöhte Exporte und eine gute Verbrauchernachfrage genannt. Auch die Bundesregierung hat ihre Deutschlandprognose von 1,5 % im Frühjahr auf 2,0 % angehoben.
Für die USA erfolgte mit 2,2 % eine etwas niedrigere Neubewertung des Wirtschaftswachstums 2017 durch den IWF. Zwar sei die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern gut, Risiken lägen jedoch im Kurs der US-Politik.
In China ist die Wirtschaft kräftiger als erwartet gewachsen und verdankt dies zum Teil guten Exporten. Mit 6,8 % wird das Wirtschaftswachstum voraussichtlich leicht über der April-Einschätzung von 6,6 % und dem Vorjahresniveau von 6,7 % liegen.
An den globalen Finanzmärkten hat sich 2017 ebenfalls eine positive Entwicklung gezeigt. Die Aktienmärkte lagen im Aufwärtstrend, die US-Zentralbank hat ihre Leitzinsen mehrfach angehoben, in Europa hielt die Europäische Zentralbank an ihrem Nullzins fest, kündigte aber eine Absenkung der Anleihekäufe für 2018 an.
Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Aurubis ist überwiegend im internationalen Kupfermarkt und in seinen Teilmärkten tätig. Diese unterscheiden sich zum Teil deutlich.
Kupferkonzentrate werden am Weltmarkt von Minengesellschaften und Handelsgesellschaften angeboten. Als Käufer steht Aurubis hier im Wettbewerb mit anderen Primärkupferhütten, die ihre Standorte vor allem in China und Japan haben.
Kupfer- und metallhaltige Recyclingrohstoffe beschafft Aurubis überwiegend im europäischen Markt. Auf der Anbieterseite sind vor allem die Unternehmen des Metallhandels vertreten, ein Teil der Recyclingrohstoffe erreicht uns aber auch auf dem direkten Weg von Produktherstellern. Nachfrageseitig konkurrieren wir vor allem mit anderen Kupfer- und Metallhütten sowie Metallverarbeitern, die ebenfalls Recyclingmaterialien einsetzen.
Kupferkathoden sind das Produkt, auf dem der Handel an den internationalen Metallbörsen beruht. Aurubis gehört mit einer Jahresproduktion von 1,2 Mio. t Kupferkathoden zwar zu den größten Produzenten, nimmt aber, gemessen am Gesamtmarkt für raffiniertes Kupfer von derzeit etwa 24 Mio. t, keine signifikante Stellung ein.
Die Absatzmärkte für Kupferprodukte weisen ebenfalls eine deutliche Fragmentierung auf, mit einer Vielzahl von Unternehmen, die vorwiegend zur Kabel- und Drahtindustrie sowie zur Halbzeugindustrie gehören.
Bei den Nebenprodukten ist vor allem Schwefelsäure von Relevanz, die in unseren Prozessen als Kuppelprodukt entsteht. Der Kreis der Abnehmer und Wettbewerber ist breit gefächert. Zu den Kunden zählen Unternehmen der Chemischen Industrie, der Düngemittelindustrie und der Minenindustrie.
An den einzelnen Märkten von Aurubis ergaben sich im Geschäftsjahr 2016/17 unterschiedliche Entwicklungen:
Im Kontrast zu 2016 entwickelte sich der internationale Markt für Kupferkonzentrate im Jahr 2017, vor allem im ersten Halbjahr, ungünstiger. Während das Vorjahr keine größeren Produktionsunterbrechungen bei Minen durch Streiks, Unfälle oder Wetterkapriolen aufwies, waren im Jahr 2017 Beeinträchtigungen zu verzeichnen.
Die Minenproduktion von Kupfer wird 2017, nach Angaben der International Copper Study Group (ICSG), voraussichtlich um etwa 2 bis 3 % niedriger ausfallen und sich auf 19,9 Mio. t belaufen, die weltweite Konzentrateproduktion 2017 dabei mit minus 2,5 % gegenüber dem Vorjahr zu Buche schlagen. Das Research-Unternehmen CRU rechnet hingegen nur mit einem Rückgang der Minenproduktion um 1,2 % und einem Minus von 0,3 % bei der Konzentrateproduktion.
Mengenausfälle entstanden vor allem durch Streiks in den Tarifauseinandersetzungen des ersten Quartals 2017, darunter länger andauernde Arbeitsniederlegungen in Südamerika und Indonesien. Auch fehlte es, anders als im Vorjahr, an der Inbetriebnahme größerer Neu- und Erweiterungsprojekte. Ab dem zweiten Quartal 2017 setzte langsam eine Verbesserung der Marktsituation ein und der Markt für Kupferkonzentrate kehrte zu einem ausgewogeneren Verhältnis von Produktion und Nachfrage zurück. Dazu trugen auch das gute Angebot an Altkupfer und auf der Nachfrageseite mehrere Produktionsstillstände bei Hütten bei.
Der europäische Markt für Recyclingrohstoffe hat sich im Geschäftsjahr für Hütten erneut als Käufermarkt erwiesen. Das Mengenangebot an Altkupfer blieb insgesamt hoch und das in allen bedeutenden Schrotthandelsregionen. Die gestiegenen Kupferpreise sorgten für einen guten Mengenfluss aus den Sammel- und Aufbereitungsaktivitäten des Metallhandels. Auf der Nachfrageseite standen dem eine gute Versorgungslage von Hütten und anderen Konsumenten sowie ein zurückhaltendes Kaufinteresse gegenüber. Fragen warfen die von China beabsichtigten Restriktionen bei der Einfuhr von Kupferschrotten auf. Klare Antworten waren bis zum Ende des Geschäftsjahres von den chinesischen Behörden jedoch nicht zu erhalten. Auch Mengen an komplexen Recyclingrohstoffen wie Elektro- und Elektronikschrotten standen am Markt ausreichend zur Verfügung.
Die Produktion von raffiniertem Kupfer war im Geschäftsjahr 2016/17 von zahlreichen geplanten und ungeplanten Produktionsstillständen bei Hütten beeinträchtigt, darunter solche in Chile, Japan, den USA und China. Diesen standen Kapazitätszuwächsen in der Volksrepublik und einer mit 84 % guten Auslastung der Raffinierkapazitäten im Zeitraum Januar bis Juli 2017 gegenüber. Entscheidend war auch die gute Verfügbarkeit von Altkupfer, die nach Einschätzung der ICSG im Jahr 2017 zu einem Anstieg der Sekundärproduktion um 4 % führen wird. Insgesamt geht die Organisation davon aus, dass die Weltproduktion von raffiniertem Kupfer im Jahr 2017 um etwa 1 % über der des Vorjahres liegen wird.
Auf der Nachfrageseite für raffiniertes Kupfer hat es in den ersten sieben Monaten 2017 nur wenig Veränderung gegenüber dem Vorjahr gegeben. Mit 13,7 Mio. t wurde in etwa das Niveau des Vergleichszeitraums 2016 erreicht. Für das Gesamtjahr rechnet die ICSG mit einem Anstieg der Weltnachfrage um etwa 1 % auf 23,7 Mio. t. Größere Unsicherheiten sind hierbei mit der Ermittlung der realen Kupfernachfrage in China verbunden. Die Einschätzungen der Zunahme reichen von 1 bis 4 %.
Die Höhe der Börsenbestände an Kupferkathoden hat im Geschäftsjahr zum Teil deutlich geschwankt. Dies war wiederholt auf größere Mengenein- und -auslagerungen durch einzelne Handelsfirmen zurückzuführen. Nach 542.858 t am Anfang des Geschäftsjahres waren am 29.09.2017 bei den Metallbörsen LME, COMEX und SHFE insgesamt rund 577.000 t eingelagert. Zusätzlich erreichten die Kupferbestände in chinesischen Zolllagern am Ende des Geschäftsjahres 500.000 t.
Am Weltmarkt für raffiniertes Kupfer gab es in den ersten sieben Monaten 2017 nach Angaben der ICSG ein Produktionsdefizit von 163.000 t. Nach Berücksichtigung von saisonalen Effekten und Veränderungen der Zolllagerbestände in China betrug das Defizit 93.000 t. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die ICSG ein Produktionsdefizit von 131.000 t.
Am internationalen Markt für Gießwalzdraht, der weltweit rund 75 % der globalen Kathodenproduktion aufnimmt, ergaben sich im Verlauf des Geschäftsjahres von Quartal zu Quartal Produktions- und Nachfrageschwankungen. Nach einem schwächeren vierten Quartal des Jahres 2016 fiel das erste Quartal 2017 nochmals deutlich zurück. Von April bis Juni 2017 zeigte sich zwar eine höhere Produktion und Nachfrage, sie ließen beide im Schlussquartal des Geschäftsjahres (Juli bis September) jedoch noch einmal nach. Gefördert von einer guten konjunkturellen Entwicklung lag der Schwerpunkt der Erholung in Asien und Westeuropa.
Nachdem der globale Markt für Schwefelsäure im Geschäftsjahr 2016/17 zunächst schwach startete, führte später eine Marktverengung zu höheren Preisen. Nachfragezuwächse kamen vor allem aus der Kupferindustrie, wo Schwefelsäure im Bergbau zur Verarbeitung bestimmter Erze eingesetzt wird, sowie aus der Düngemittelindustrie. Über Teile des Geschäftsjahres wirkten sich Produktionsstörungen und Wartungsstillstände bei Hütten aus, die die Verfügbarkeit von Schwefelsäure einschränkten.
Der Kupferpreis an der LME konnte sich im Geschäftsjahr 2016/17 deutlich erholen. Nachdem anfangs Annahmen über ein mögliches Infrastrukturprogramm in den USA die Kursbildung beeinflussten, war es zuletzt die Annahme einer guten Kupfernachfrage Chinas. Insgesamt nahm bei Anlegern das Interesse für den Rohstoffsektor zu. Nach einem Kupferpreis von 4.807 US$/t (Settlement) Anfang Oktober 2016 und einer von Kursschwankungen gekennzeichneten Entwicklung schloss das Geschäftsjahr mit einem LME-Kupferpreis von 6.485 US$/t (Settlement). Der Tiefstwert des Jahres lag bei 4.620,50 US$/t (24.10.2016), der Höchstwert bei 6.904 US$/t (05.09.2017). Im Geschäftsjahresdurchschnitt ergab sich ein Wert von 5.781 US$/t (Vj. 4.767 US$/t).
Kupferpreis und Kupfer-Börsenbestände bis 30.09.2017
G 23

Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns
Ertragslage des Aurubis-Konzerns
Ertragslage (operativ)
Um den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können, erfolgt über die Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nach IFRS hinaus die Erläuterung der Ertrags- und Vermögenslage auch auf Basis operativer Werte.
Bewertungseinflüsse umfassen dabei Effekte im Vorrats- und Anlagevermögen. Zur Bereinigung der Bewertungseinflüsse aus der Anwendung des IAS 2 werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände. Darüber hinaus erfolgt die Bereinigung um Effekte aus Kaufpreisallokationen im Wesentlichen auf Sachanlagevermögen (Purchase Price Allocation = PPA) seit dem Geschäftsjahr 2010/11.
Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung des operativen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2016/17 und des Vorjahresvergleichszeitraums wieder.
Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
T 010
| in Mio. € | 2016/17 IFRS | 2016/17 Bereinigung Effekte auf Vorräte | 2016/17 Bereinigung Effekte aus PPA | 2016/17 operativ | 2015/16 IFRS | 2015/16 Bereinigung Effekte auf Vorräte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 11.040 | 0 | 0 | 11.040 | 9.475 | 0 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 5 | -70 | 0 | -65 | 97 | 23 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 9 | 0 | 0 | 9 | 9 | 0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 47 | 0 | 0 | 47 | 58 | 0 |
| Materialaufwand | -9.774 | -88 | 0 | -9.862 | -8.635 | 23 |
| Rohergebnis | 1.327 | -158 | 0 | 1.169 | 1.004 | 46 |
| Personalaufwand | -470 | 0 | 0 | -470 | -449 | 0 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -135 | 0 | 3 | -132 | -135 | 0 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -259 | 0 | 0 | -259 | -243 | 0 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 463 | -158 | 3 | 308 | 177 | 46 |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 11 | -3 | 0 | 8 | 6 | 2 |
| Zinserträge | 3 | 0 | 0 | 3 | 3 | 0 |
| Zinsaufwendungen | -20 | 0 | 0 | -20 | -27 | 0 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | -1 | 0 | 0 | -1 | 0 | 0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 456 | -161 | 3 | 298 | 159 | 48 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -104 | 43 | -1 | -62 | -35 | -11 |
| Konzernergebnis | 352 | -118 | 2 | 236 | 124 | 37 |
| in Mio. € | 2015/16 Bereinigung Effekte aus PPA | 2015/16 operativ |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 0 | 9.475 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 0 | 120 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 0 | 9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 0 | 58 |
| Materialaufwand | 0 | -8.612 |
| Rohergebnis | 0 | 1.050 |
| Personalaufwand | 0 | -449 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 6 | -129 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 0 | -243 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 6 | 229 |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 0 | 8 |
| Zinserträge | 0 | 3 |
| Zinsaufwendungen | 0 | -27 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | 0 | 0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 6 | 213 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -2 | -48 |
| Konzernergebnis | 4 | 165 |
Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2 sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.
Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €) erwirtschaftet. Der Geschäftsverlauf war geprägt von einem wesentlich über dem Vorjahr liegenden Konzentratdurchsatz, ungeachtet des gesetzlichen Wartungsstillstands im ersten Quartal 2016/17 in Hamburg. Das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte. Zudem konnten wir deutlich höhere Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot realisieren. Auch konnten wir von einem vorteilhaften Einsatzmix sowie von einer guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten profitieren. Dagegen entwickelten sich die Schwefelsäurepreise aufgrund eines Überangebots auf den globalen Märkten insbesondere im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres schwächer. Strangguss- und Flachwalzprodukte verzeichneten ein insgesamt über Vorjahr liegendes Absatzniveau bei einer geringeren Kupferprämie. Lediglich bei Gießwalzdraht lag der Absatz unter dem Vorjahresniveau. Der Geschäftsverlauf war zudem durch das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen geprägt. Zudem wirkte sich unser Effizienzsteigerungsprogramm positiv auf das Ergebnis aus. Wie im Vorjahr konnte Aurubis auch in diesem Jahr vom starken US-Dollar profitieren.
Das IFRS-Ergebnis vor Steuern in Höhe von 456 Mio. € wurde um Bewertungseffekte im Vorratsvermögen in Höhe von -161 Mio. € (Vj. 48 Mio. €) (Summe folgender Positionen: Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Materialaufwand und Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen) sowie um Effekte aus einer Kaufpreisallokation seit 2010/11 in Höhe von 3 Mio. € (Vj. 6 Mio. €) bereinigt, um zum operativen Ergebnis vor Steuern von 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €) zu gelangen.
Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 1.565 Mio. € auf 11.040 Mio. € (Vj. 9.475 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr höheren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.
Aufteilung Umsatzerlöse
T 011
| in % | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Inland | 35 | 35 |
| Europäische Union | 36 | 38 |
| Übriges Europa | 5 | 3 |
| Sonstige | 24 | 24 |
| Gesamt | 100 | 100 |
Die Bestandsveränderung betrug -65 Mio. € (Vj. 120 Mio. €) und war im Wesentlichen durch eine Verminderung der Kupferbestände bedingt.
Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen um 1.250 Mio. € von 8.612 Mio. € im Vorjahr auf 9.862 Mio. €.
Nach Einbeziehung der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.169 Mio. € (Vj. 1.050 Mio. €).
Der Personalaufwand stieg von 449 Mio. € im Vorjahr auf 470 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl.
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 132 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres (129 Mio. €).
Umsatzentwicklung nach Produkten in Mio. €
G 24

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 259 Mio. € im Vergleich zu 243 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg war insbesondere durch höhere Transportkosten bedingt.
Somit ergab sich insgesamt ein operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 308 Mio. € (Vj. 229 Mio. €).
Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 17 Mio. € gegenüber 24 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung bei einer reduzierten Bruttoverschuldung.
Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das operative Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €). Ausschlaggebend für die Entwicklung im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahres waren folgende wesentliche Faktoren:
| ― | wesentlich über dem Vorjahr liegender Konzentratdurchsatz, ungeachtet des gesetzlichen Wartungsstillstands im 1. Quartal 2016/17 in Hamburg; das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte, |
| ― | vorteilhafter Einsatzmix und gute Verfügbarkeit an Kupferkonzentraten, |
| ― | deutlich höhere Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot, |
| ― | schwächere Verkaufspreise für Schwefelsäure aufgrund eines Überangebots auf den globalen Märkten insbesondere im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres, |
| ― | höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen, |
| ― | niedrigere Kupferprämie, |
| ― | höherer Absatz bei Strangguss- und Flachwalzprodukten, |
| ― | schwächerer Absatz bei Gießwalzdraht, |
| ― | positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm, |
| ― | der starke US-Dollar. |
Das operative Ergebnis vor Steuern liegt deutlich über dem Vorjahr und entspricht damit der Prognose aus dem letzten Geschäftsbericht.
Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in Höhe von 236 Mio. € (Vj. 165 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 5,21 € (Vj. 3,64 €).
Ertragslage (IFRS)
Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein Konzernergebnis in Höhe von 352 Mio. € (Vj. 124 Mio. €) erzielt.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
T 012
| in Mio. € | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| IFRS | IFRS | |
| --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 11.040 | 9.475 |
| Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen | 14 | 106 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 47 | 58 |
| Materialaufwand | -9.774 | -8.635 |
| Rohergebnis | 1.327 | 1.004 |
| Personalaufwand | -470 | -449 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -135 | -135 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -259 | -243 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 463 | 177 |
| Finanzergebnis | -7 | -18 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 456 | 159 |
| Ertragsteuern | -104 | -35 |
| Konzernergebnis | 352 | 124 |
Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 1.565 Mio. € auf 11.040 Mio. € (Vj. 9.475 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr höheren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.
Die Bestandsveränderungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 92 Mio. € auf 5 Mio. € (Vj. 97 Mio. €) und waren im Wesentlichen auf eine Verminderung der Kupferbestände zurückzuführen, die durch gestiegene Kupferpreise kompensiert wurde.
Der Materialaufwand erhöhte sich angesichts höherer Umsatzerlöse um 1.139 Mio. € von 8.635 Mio. € im Vorjahr auf 9.774 Mio. €.
Nach Einbeziehung der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.327 Mio. € (Vj. 1.004 Mio. €).
Der Personalaufwand stieg von 449 Mio. € im Vorjahr auf 470 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl.
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen betrugen wie im Vorjahr 135 Mio. €.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 259 Mio. € im Vergleich zu 243 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg war insbesondere durch höhere Transportkosten bedingt.
Somit ergab sich insgesamt ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 463 Mio. € (Vj. 177 Mio. €).
Die Veränderung des Konzernergebnisses nach IFRS war durch die bereits in der Berichterstattung zur operativen Ertragslage aufgeführten wesentlichen Effekte geprägt. Darüber hinaus ist die Veränderung des Konzernergebnisses nach IFRS durch die Metallpreisentwicklung begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis. Dies ist unabhängig von der operativen Performance und nicht Cashflow-relevant.
Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 17 Mio. € gegenüber 24 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung bei einer reduzierten Bruttoverschuldung.
Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 456 Mio. € (Vj. 159 Mio. €).
Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein Konzernergebnis in Höhe von 352 Mio. € (Vj. 124 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie lag bei 7,80 € (Vj. 2,71 €).
Vermögenslage des Aurubis-Konzerns
Vermögenslage (operativ)
Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.09.2017 und zum 30.09.2016 wieder.
Überleitung der Konzernbilanz
T 013
| in Mio. € | 30.09.2017 IFRS | 30.09.2017 Bereinigung Effekte auf Vorräte | 30.09.2017 Bereinigung Effekte aus PPA | 30.09.2017 operativ | 30.09.2016 IFRS | 30.09.2016 Bereinigung Effekte auf Vorräte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AKTIVA | ||||||
| Anlagevermögen | 1.489 | -11 | -34 | 1.444 | 1.450 | -8 |
| Latente Steuern | 6 | 25 | 0 | 31 | 10 | 48 |
| Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 32 | 0 | 0 | 32 | 26 | 0 |
| Vorräte | 1.752 | -366 | 0 | 1.386 | 1.700 | -206 |
| Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 511 | 0 | 0 | 511 | 369 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 571 | 0 | 0 | 571 | 472 | 0 |
| Summe Aktiva | 4.361 | -352 | -34 | 3.975 | 4.027 | -166 |
| PASSIVA | ||||||
| Eigenkapital | 2.366 | -254 | -25 | 2.087 | 1.991 | -134 |
| Latente Steuern | 205 | -98 | -9 | 98 | 151 | -32 |
| Langfristige Rückstellungen | 307 | 0 | 0 | 307 | 386 | 0 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 344 | 0 | 0 | 344 | 357 | 0 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 39 | 0 | 0 | 39 | 32 | 0 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.100 | 0 | 0 | 1.100 | 1.110 | 0 |
| Summe Passiva | 4.361 | -352 | -34 | 3.975 | 4.027 | -166 |
| in Mio. € | 30.09.2016 Bereinigung Effekte aus PPA | 30.09.2016 operativ |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| Anlagevermögen | -38 | 1.404 |
| Latente Steuern | 0 | 58 |
| Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 0 | 26 |
| Vorräte | 0 | 1.494 |
| Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 0 | 369 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0 | 472 |
| Summe Aktiva | -38 | 3.823 |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | -28 | 1.829 |
| Latente Steuern | -10 | 109 |
| Langfristige Rückstellungen | 0 | 386 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 0 | 357 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 0 | 32 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 0 | 1.110 |
| Summe Passiva | -38 | 3.823 |
Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2 sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.
Die Bilanzsumme erhöhte sich von 3.823 Mio. € zum 30.09.2016 auf 3.975 Mio. € zum 30.09.2017, insbesondere aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag.
Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 258 Mio. € von 1.829 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.087 Mio. € zum 30.09.2017. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das operative Konzernergebnis von 236 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung in Höhe von 58 Mio. € aus. Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 52,5 % gegenüber 47,8 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.
Die Verminderung der langfristigen Rückstellungen resultierte aus einem Rückgang der Pensionsverbindlichkeiten aufgrund der oben genannten Effekte aus der Neubewertung.
Die Finanzverbindlichkeiten sind aufgrund der Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € zum 30.09.2016 auf 351 Mio. € zum 30.09.2017 gesunken.
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten
T 014
| in Mio. € | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 317 | 321 |
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 23 | 16 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 340 | 337 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 8 | 156 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3 | 2 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 11 | 158 |
| Finanzverbindlichkeiten | 351 | 495 |
Kapitalrendite (operativ)
Der ROCE stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar.
Der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 12 Monate) erhöhte sich leicht von 10,9 % im Vorjahr auf 15,1 % im aktuellen Geschäftsjahr. Dies ist insbesondere auf das deutlich gestiegene operative Ergebnis zurückzuführen. Die Kennzahl entspricht damit der Konzernprognose aus dem letzten Geschäftsbericht.
Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ
T 015
| in Mio. € | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen ohne Finanzanlagen und At Equity bewertete Anteile | 1.375 | 1.343 |
| Vorräte | 1.387 | 1.494 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 357 | 242 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 216 | 211 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -905 | -798 |
| - Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten | -388 | -379 |
| Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag | 2.042 | 2.114 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 298 | 213 |
| Finanzergebnis | 10 | 16 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) | 308 | 229 |
| Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) | 15,1 % | 10,9 % |
Vermögenslage (IFRS)
Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4.027 Mio. € zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf 4.361 Mio. € zum 30.09.2017, insbesondere aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag.
Bilanzstruktur des Konzerns
T 016
| in % | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 34 | 36 |
| Vorräte | 40 | 42 |
| Forderungen etc. | 13 | 10 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 13 | 12 |
| 100 | 100 | |
| Eigenkapital | 54 | 49 |
| Rückstellungen | 13 | 14 |
| Verbindlichkeiten | 33 | 37 |
| 100 | 100 |
Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 375 Mio. € von 1.991 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.366 Mio. € zum 30.09.2017. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen das Konzernergebnis von 352 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung in Höhe von 58 Mio. € aus. Insgesamt lag die Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 54,2 % gegenüber 49,4 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.
Die Verminderung der langfristigen Rückstellungen resultierte aus einem Rückgang der Pensionsverbindlichkeiten aufgrund der oben genannten Effekte aus der Neubewertung.
Die Finanzverbindlichkeiten sind aufgrund der Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € zum 30.09.2016 auf 351 Mio. € zum 30.09.2017 gesunken.
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten
T 017
| in Mio. € | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 317 | 321 |
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 23 | 16 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 340 | 337 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 8 | 156 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3 | 2 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 11 | 158 |
| Finanzverbindlichkeiten | 351 | 495 |
Kapitalrendite (IFRS)
Die Steuerung des Konzerns basiert auf dem operativen Ergebnis. Der operative ROCE wird im Abschnitt "Kapitalrendite (operativ)" erläutert.
Finanzlage des Aurubis-Konzerns
Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Konzern-Cashflows mit den kurz-und langfristigen Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden.
Die Entwicklung der Liquiditätsposition des Aurubis-Konzerns wird zeitnah und regelmäßig verfolgt. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt anhand definierter Kennzahlen.
Die wesentliche Kennzahl für die Steuerung der Verschuldung bildet die Schuldendeckung, die die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten, vermindert um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) setzt und darstellt, wie viele Perioden für eine Tilgung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den Erträgen des Unternehmens bei unveränderter Ertragslage benötigt würden.
Die Kennzahl Zinsdeckung gibt Auskunft über die Abdeckung des Zinsergebnisses durch das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA).
Langfristig soll eine ausgewogene Verschuldungsstruktur erreicht werden. Hierbei erachten wir eine Schuldendeckung von < 3 und eine Zinsdeckung von > 5 als ausgewogen.
Für die Steuerung des Konzerns verwenden wir das operative Ergebnis. Dementsprechend stellen sich die operativen Finanzkennzahlen des Konzerns wie folgt dar:
Finanzkennzahlen des Konzerns operativ
T 018
| 30.09.2017 | 30.09.2016 | |
|---|---|---|
| Schuldendeckung = Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA | -0,5 | 0,1 |
| Zinsdeckung = EBITDA/Zinsergebnis | 26,1 | 14,6 |
Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.
Liquiditäts- und Finanzierungsanalyse
Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme im Konzern. Sie macht deutlich, wodurch Zahlungsmittel generiert wurden und wofür sie verwendet worden sind.
Der Netto-Cashflow zum 30.09.2017 lag bei 480 Mio. € gegenüber 239 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg des Netto-Cashflows resultierte im Wesentlichen aus dem deutlich höheren Ergebnis.
Die Investitionen in das Anlagevermögen (inkl. Finanzanlagen) betrugen im Berichtszeitraum 165 Mio. € (Vj. 143 Mio. €). Die größte Einzelinvestition stand im Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Durch diese Einzelinvestition haben wir die laufenden Kosten für den langfristigen Stromverbrauch gesenkt. Die Planungssicherheit unserer deutschen Produktionsstandorte für den Strombezug bleibt erhalten.
Nach Abzug der Investitionen in das Anlagevermögen vom Netto-Cashflow ergab sich ein Free Cashflow von 315 Mio. € (Vj. 96 Mio. €). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 155 Mio. € (Vj. 128 Mio. €).
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 225 Mio. € (Vj. 92 Mio. €) und beinhaltet die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 136 Mio. €.
Zum 30.09.2017 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 571 Mio. € (Vj. 472 Mio. €) zur Verfügung. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit wie auch der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.
Mittelherkunft und -verwendung in Mio. €
G 25

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten zum 30.09.2017 betrugen -220 Mio. € (Vj. 23 Mio. €).
Netto-Finanzverbindlichkeiten im Konzern
T 019
| in Mio. € | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | 351 | 495 |
| - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 571 | 472 |
| Netto-Finanzverbindlichkeiten | -220 | 23 |
Neben den liquiden Mitteln verfügt der Aurubis-Konzern über ungenutzte Kreditlinien und besitzt damit ausreichende Liquiditätsreserven. Parallel dazu setzt der Konzern auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein.
Geschäftsentwicklung in den Business Units
Business Unit Primärkupfererzeugung
Kennzahlen
T 020
| in Mio. € | 2016/17 operativ | 2015/16 operativ |
|---|---|---|
| Gesamtumsätze | 6.320 | 5.325 |
| EBIT | 241 | 154 |
| EBT | 236 | 143 |
| Investitionen | 124 | 104 |
| Abschreibungen | -86 | -83 |
| Operativer ROCE | 26,6 % | 16,4 % |
| Capital Employed | 905 | 939 |
| Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) | 2.780 | 2.750 |
Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung
Wesentliche Ergebnistreiber der BU Primärkupfererzeugung sind Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs), die als Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle verhandelt werden. Weitere Ergebnisbestandteile sind die Erlöse des Edelmetall- und Schwefelsäureverkaufs, die Kupferprämie sowie das Metallmehrausbringen.
Die BU Primärkupfererzeugung erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Ergebnis, das deutlich über dem Vorjahresergebnis liegt. Das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte.
Ein vorteilhafter Einsatzmix, eine gute Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten sowie höhere Raffinierlöhne für Altkupfer trugen positiv zu der Ergebnisverbesserung der Business Unit bei. Auch wirkten sich ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen sowie ein starker US-Dollar positiv aus.
Insgesamt erzielte die BU Primärkupfererzeugung im Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) in Höhe von 236 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer deutlichen Ergebnisverbesserung von 93 Mio. € und lag damit im Rahmen der im Geschäftsbericht 2015/16 getroffenen Prognose.
Auch der ROCE verbesserte sich mit 26,6 % (Vj. 16,4 %) deutlich und lag damit ebenfalls im Rahmen der Prognose.
Die Umsatzerlöse der Business Unit lagen mit 6.320 Mio. € um 995 Mio. € über Vorjahresniveau. Dies war im Wesentlichen auf gestiegene Metallpreise zurückzuführen.
Rohstoffmärkte
Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate auf zufriedenstellendem Niveau
Der internationale Markt für Kupferkonzentrate war im abgelaufenen Geschäftsjahr von einem insgesamt zufriedenstellenden Mengenangebot geprägt. Zum Geschäftsjahresanfang war die Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten am Spotmarkt insbesondere durch den Bestandsaufbau chinesischer Hütten rückläufig. Erst im Laufe des Geschäftsjahres setzte eine Erholung des Marktes durch Beendigung von Streiks und Exportrestriktionen ein. Die Schmelz- und Raffinierlöhne im Spot-Geschäft verblieben unter dem Niveau der Langfristbedingungen und lagen im Vergleich zum Vorjahr auf einem etwas niedrigeren Niveau.
Wir konnten eine gute Konzentratversorgung unserer Schmelzbetriebe in Hamburg und Pirdop sicherstellen und waren weiterhin in der Lage, zusätzliche langfristige Lieferverträge abzuschließen.
Gute Verfügbarkeit von Altkupfer führt zu höheren Raffinierlöhnen
Die seit Beginn des Geschäftsjahres gestiegenen Metallpreise, insbesondere der Kupferpreis, wirkten sich positiv auf die Verfügbarkeit von Altkupfer aus und führten zu höheren Raffinierlöhnen. Durch das vermehrte Angebot an Altkupfer konnten unsere Anlagen zu guten Konditionen voll versorgt werden.
Leichte Erholung auf den Schwefelsäuremärkten
Zu Beginn des Geschäftsjahres war der Markt für Schwefelsäure zunächst durch ein anhaltendes Überangebot, angesichts einer schwachen globalen Nachfrage, geprägt. Bedingt durch Stillstände von Hütten und Schwefelbrennern verringerte sich jedoch das Angebot zum Ende des 1. Halbjahres, was zu einem Preisanstieg führte. Bis zum Geschäftsjahresende setzte sich der positive Preistrend im Spotmarkt auf niedrigem Niveau weiter fort.
Produktion
Durchsatz- und Produktionsmengen insbesondere durch sehr gute Performance in Pirdop über Vorjahr
Eine gute Versorgung mit Kupferkonzentraten und Recyclingmaterialien sicherte während des gesamten Geschäftsjahres die Auslastung unserer Produktionsanlagen. Insgesamt wurden in der BU Primärkupfererzeugung rund 2,4 Mio. t Kupferkonzentrat (Vj. 2,2 Mio. t) und damit mehr als in allen vorangegangenen Geschäftsjahren verarbeitet. Der Altkupfereinsatz in der BU betrug 96.000 t (Vj. 91.000 t).
Konzentratdurchsatz in Mio. t
G 26

Am Standort Hamburg wurden rund 1,1 Mio. t Kupferkonzentrat verarbeitet und damit trotz eines geplanten Stillstands das Vorjahresniveau erreicht. Am Standort Pirdop lag die Durchsatzmenge mit 1,3 Mio. t deutlich über dem Wert des Vorjahres (Vj. 1,0 Mio. t). Dies lag einerseits an einem negativen Einfluss des Großstillstands im Vorjahr, andererseits wirkten sich die in diesem Rahmen umgesetzten Optimierungsmaßnahmen positiv auf die Produktion aus.
Die Schwefelsäureproduktion lag analog zum Konzentratdurchsatz mit 2,4 Mio. t über dem Vorjahresniveau (Vj. 2,1 Mio. t).
Die Kathodenproduktion in der BU Primärkupfererzeugung erreichte mit 624.000 t einen über dem Vorjahr (Vj. 584.000 t) liegenden Wert.
Die Elektrolyse in Hamburg produzierte im Geschäftsjahr 394.000 t (Vj. 370.000 t) Kathoden. Die Elektrolyse in Pirdop erreichte eine Produktionsmenge von 230.000 t (Vj. 214.000 t).
Der Einsatz von edelmetallhaltigen Materialien ermöglichte eine mit 1.071 t sehr gute, deutlich über dem Vorjahr von 961 t liegende Silberproduktion. Die Goldproduktion erreichte das Vorjahresniveau von 42 t.
Silberproduktion in t
G 27

Goldproduktion in t
G 28

Investitionen
Die BU Primärkupfererzeugung investierte im vergangenen Geschäftsjahr 124 Mio. € (Vj. 104 Mio. €).
Der Schwerpunkt der Investitionen stand im Zusammenhang mit dem langfristigen Bezug von Strom. Darüber hinaus wurden Investitionen für Maßnahmen im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands in Hamburg, für ein Projekt zur Lieferung von Fernwärme sowie für die fortgeführte Optimierung unseres Standortes in Bulgarien getätigt. Darüber hinaus wurde in die Verbesserung des Umweltschutzes sowie der Infrastruktur der Standorte investiert.
Investitionen BU Primärkupfererzeugung in Mio. €
G 29

1) Angepasst wegen veränderter Konzernstruktur.
Business Unit Kupferprodukte
Kennzahlen
T 021
| in Mio. € | 2016/17 operativ | 2015/16 operativ |
|---|---|---|
| Gesamtumsätze | 9.149 | 7.531 |
| EBIT | 105 | 106 |
| EBT | 100 | 101 |
| Investitionen | 50 | 40 |
| Abschreibungen | -44 | -44 |
| Operativer ROCE | 9,6 % | 9,4 % |
| Capital Employed | 1.101 | 1.130 |
| Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) | 3.397 | 3.335 |
Vorjahreswerte teilweise angepasst.
Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung
Wesentliche Ertragskomponenten innerhalb der BU Kupferprodukte sind neben der Kupferprämie vor allem die sogenannten Formataufpreise, die für die Veredelung von Kupferkathoden zu Kupferprodukten erhoben werden.
Im Recyclinggeschäft sind es insbesondere die Raffinierlöhne (Abschlag vom Metalleinkaufspreis) und ein Metallmehrausbringen, über die Erträge generiert werden.
Insgesamt erreichte die BU Kupferprodukte im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 100 Mio. € (Vj. 101 Mio. €). Damit lag das operative EBT auf Vorjahresniveau und nicht wie prognostiziert leicht über dem operativen EBT von 2015/16.
Der ROCE erreichte mit 9,6 % das Vorjahresniveau (Vj. 9,4 %) und blieb damit im Rahmen der Prognose.
Zum Ergebnis der BU Kupferprodukte haben folgende Entwicklungen beigetragen:
Die Kupferprämie für 2017 lag mit 86 US$/t niedriger als im Vorjahr (92 US$/t).
Nach einem verhaltenen Start im ersten Quartal des Geschäftsjahres entwickelte sich der Absatz von Gießwalzdraht im Jahresverlauf wieder positiver. Im Bereich Stranggussformate konnte er das Vorjahresniveau deutlich übertreffen. Die Formataufpreise lagen in beiden Bereichen auf dem Niveau des Vorjahres. In der Business Line Flat Rolled Products stieg das Absatzvolumen gegenüber dem Vorjahr spürbar an.
Das Recyclinggeschäft in Lünen und Olen profitierte im Berichtsjahr von einem guten Angebot an Altkupfer und anderen Recyclingrohstoffen mit entsprechend hohen Raffinierlöhnen.
Produktmärkte
Das Geschäftsjahr war geprägt von einem sehr zufriedenstellenden Marktumfeld bei Stranggussformaten und einem verhaltenen Absatz bei Kupfergießwalzdraht. Letzterer war beeinflusst durch Bestandskorrekturen im Kabelbereich, durch die die Nachfrage hinter unseren Erwartungen zurückblieb. Hauptgrund dafür war eine Normänderung für Kabel innerhalb der Europäischen Union im Hinblick auf ihre Feuerbeständigkeit, die zu Unsicherheiten bei Abnehmern führte. Dieser Effekt ist jedoch temporär und wir rechnen mit einem stabilen Markt im Folgejahr. Zudem sorgten geo-politische Einflüsse im Mittleren Osten für einen niedrigen Auftragseingang als erwartet. Im Gegensatz dazu konnten wir bei Stranggussformaten einen äußerst positiven Absatzverlauf verzeichnen.
Die Nachfrage nach Flachwalzprodukten entwickelte sich in den für uns wesentlichen Märkten positiv: Starke Wachstumsimpulse lieferten besonders die Automobil- und Elektroindustrie. Lediglich im Kühlerbausegment fand die Markterholung nicht wie erhofft statt.
Recyclingmärkte
Die steigenden Metallpreise wirkten sich positiv auf die Verfügbarkeit von Altkupfer aus und führten zu höheren Raffinierlöhnen. Durch das vermehrte Angebot an Altkupfer konnten wir unsere Anlagen zu attraktiven Konditionen voll versorgen.
Bei komplexen Recyclingmaterialien hat die Wettbewerbsintensität - insbesondere aus Asien - zugenommen. In diese Kategorie von Rohstoffen fallen z. B. industrielle Reststoffe sowie Elektro- und Elektronikschrotte. Diese Materialien weisen geringere Kupferinhalte auf und enthalten weitere Nichteisenmetalle sowie Edelmetalle.
Durchsatz und Produktion
Altkupfereinsatz steigt deutlich
Der Einsatz von Altkupfer in der BU Kupferprodukte erfolgte vor allem in unserem Recyclingwerk Lünen und trug der guten Verfügbarkeit am Markt Rechnung. Er lag im Geschäftsjahr bei rund 176.000 t und übertraf damit die Vergleichsmenge des Vorjahres (162.000 t) deutlich.
Der Einsatz von komplexen Recyclingmaterialien im Kayser Recycling System (KRS) am Standort Lünen erhöhte sich auf 270.000 t (Vj. 254.000 t).
Altkupfereinsatz im Konzern in Tsd. t
G 30

AURUBIS ROD mit Produktion unter Vorjahr
Auf den vier Anlagen des Konzerns wurden nachfragebedingt 719.000 t AURUBIS ROD im Geschäftsjahr 2016/17 hergestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 5 % im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 758.000 t).
Gießwalzdrahtproduktion in Tsd. t
G 31

AURUBIS SHAPES mit deutlich höherer Produktion
Insgesamt erreichte AURUBIS SHAPES im Geschäftsjahr eine Produktion von 190.000 t. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (172.000 t) einen deutlichen Zuwachs von 11%
Stranggussproduktion in Tsd. t
G 32

Flachwalzproduktion gesteigert
Im Geschäftsjahr 2016/17 lag die Produktion von Flachwalzprodukten mit 220.000 t rund 6 % über dem Vorjahresniveau (Vj. 208.000 t). An allen Standorten wurde weiter an der Umsetzung der Programme zur Effizienzverbesserung und zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung gearbeitet.
Produktion von Stangen und Profilen stabil
Die Produktion von Stangen und Profilen lag im Berichtsjahr mit 12.500 t auf Vorjahresniveau (Vj. 12.400 t).
Kathodenproduktion übertrifft Vorjahreswert
Die Kathodenproduktion der BU Kupferprodukte lag im Geschäftsjahr 2016/17 bei 532.000 t und damit um 6 % über dem Vorjahr (Vj. 499.000 t).
Kathodenproduktion im Konzern in Tsd. t, BU Primärkupfererzeugung und BU Kupferprodukte
G 33

Kathodenproduktion im Konzern nach Standorten in Tsd. t, Geschäftsjahr 2016/17
G 34

Investitionen
Der Investitionsaufwand in der BU Kupferprodukte lag im Geschäftsjahr 2016/17 bei 50 Mio. € (Vj. 40 Mio. €). Die größte Einzelinvestition stand im Zusammenhang mit dem langfristigen Bezug von Strom. Darüber hinaus wurde in die Verbesserung der Bereiche Effizienz, Energie, Umweltschutz und Infrastruktur investiert.
Investitionen BU Kupferprodukte in Mio. €
G 35

1) Angepasst wegen veränderter Konzernstruktur.
Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2016/17 des Aurubis-Konzerns durch den Vorstand
Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein Ergebnis erwirtschaftet, das deutlich über dem des Vorjahres liegt. Damit wurden die im Ausblick des letzten Geschäftsberichts und in den Quartalsberichten getroffenen Aussagen zur Ergebnishöhe des Geschäftsjahres 2016/17 bestätigt. Wir steigerten unser operatives Ergebnis vor Steuern auf 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €).
Günstige Entwicklungen in Teilmärkten und erste Ergebnisbeiträge aus dem Effizienzsteigerungsprogramm trugen hierzu bei: Positiv wirkte sich insbesondere die von einem hohen Angebot gekennzeichnete Situation des Altkupfermarktes aus, in der sich im Einkauf gute Raffinierlöhne durchsetzen ließen. Das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen wirkte sich ebenfalls positiv aus. Das für das Geschäftsjahr festgelegte Ziel des Effizienzsteigerungsprogramms von mindestens 30 Mio. € operatives EBITDA im Rahmen von ONE Aurubis wurde erreicht.
Die interne Zielvorgabe eines operativen ROCE von 15 % für den Gesamtkonzern wurde erreicht.
Die Geschäftsentwicklung der BU Primärkupfererzeugung war von einem guten Marktangebot an Einsatzmaterialien und einer entsprechend guten Versorgungslage geprägt. Die zeitweise am internationalen Konzentratmarkt wirksam gewordenen Produktionsstörungen bei Minen betrafen uns nicht unmittelbar. Die Versorgung der Anlagen war - mit zufriedenstellenden Schmelz- und Raffinierlöhnen - stets gesichert. Die Konzentratverarbeitung in unseren Primärhütten erreichte mit rund 2,4 Mio. t einen Höchststand. Ein gutes Angebot ließ die Raffinierlöhne für Altkupfer deutlich ansteigen. Auch hier nahm die Verarbeitungsmenge zu. Die Kathodenproduktion lag auf dieser Grundlage ebenfalls über dem Vorjahresniveau. Andere ergebnisrelevante Faktoren für das Ergebnis der BU Primärkupfererzeugung waren der starke US-Dollar sowie das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen.
In der BU Kupferprodukte verlief die Entwicklung differenziert. Auch hier wirkten sich hohe Raffinierlöhne für Altkupfer positiv aus. Geringere Kupferprämien belasteten hingegen das Ergebnis. Die Produktion und der Absatz von Gießwalzdraht gingen nachfragebedingt zwar zurück, fanden aber ein Gegengewicht im guten Geschäft mit Stranggussformaten. Die Effizienzsteigerungsmaßnahmen in der Business Line Flat Rolled Products wurden erfolgreich fortgeführt.
Der Netto-Cashflow lag mit 480 Mio. € (Vj. 236 Mio. €) auf einem sehr guten Niveau.
Die Bilanzstruktur des Aurubis-Konzerns ist weiterhin sehr robust. Die Eigenkapitalquote (operativ) liegt bei 52,5 % (Vj. 47,8 %). Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen bei -219 Mio. € (Vj. 23 Mio. €).
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Aurubis AG
Allgemeine Informationen
Ergänzend zur Berichterstattung zum Aurubis-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Aurubis AG. Die Aurubis AG ist das Mutterunternehmen des Aurubis-Konzerns mit Sitz in Hamburg sowie Produktionsstandorten in Hamburg und Lünen. Die Geschäftstätigkeit umfasst neben der Steuerung des Aurubis-Konzerns insbesondere auch die Primärkupfererzeugung und das Recycling sowie die Produktion von Kupferprodukten und Edelmetallen. Der Einzelabschluss der Aurubis AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Bilanzierung des Anlagevermögens, der Bewertung des Vorratsvermögens, der Bewertung der Finanzinstrumente sowie der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen.
Die Steuerung im Aurubis-Konzern erfolgt gesellschaftsübergreifend auf Konzernebene nach Business Units (BU) mit den finanziellen Leistungsindikatoren operatives EBT sowie operativer ROCE. Dies trifft auch auf die operativen Aktivitäten der Aurubis AG zu, die ein wesentlicher Bestandteil des Konzerns sind. Insofern repräsentieren die Entwicklung und die Prognose der finanziellen Leistungsindikatoren auf Ebene der Business Units und des Gesamtkonzerns gleichzeitig die Entwicklung und Prognose der Aurubis AG als Einzelgesellschaft.
Die Analyse der Entwicklung der genannten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr sowie deren Prognose für das Folgejahr sind im Wirtschaftsbericht sowie im Prognosebericht für den Gesamtkonzern dargestellt. Aussagen zur Risikosituation und zu den Chancen finden sich im Risiko- und Chancenbericht des Konzerns.
Ertragslage
Gewinn- und Verlustrechnung
T 022
| in Mio. € | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 7.511 | 6.709 |
| Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen | - 42 | 53 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 76 | 71 |
| Materialaufwand | -6.948 | -6.302 |
| Rohertrag | 597 | 531 |
| Personalaufwand | -240 | -220 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | -51 | - 48 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -159 | -131 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 147 | 132 |
| Finanzergebnis | 50 | 34 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) | 197 | 166 |
| Steuern | -48 | -32 |
| Jahresüberschuss | 149 | 134 |
Der Geschäftsverlauf der Aurubis AG im Geschäftsjahr 2016/17 war gegenüber dem Vorjahr durch höhere Raffinierlöhne auf den Altkupfermärkten sowie durch ein leicht unter Vorjahr liegendes Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen positiv beeinflusst. Der Konzentratdurchsatz lag auf Vorjahresniveau, bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen wirkte sich insbesondere der starke US-Dollar positiv auf das Ergebnis aus. Im Gegensatz zum Vorjahr ergaben sich jedoch niedrigere Erlöse für Schwefelsäure. Auch nachfragebedingt niedrigere Erlöse aus dem Verkauf von Kupferprodukten belasteten das Ergebnis.
Umsatzentwicklung nach Produkten Aurubis AG in Mio. €
G 36

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtsjahr um 802 Mio. € auf 7.511 Mio. € (Vj. 6.709 Mio. €). Ursächlich für diese Entwicklung sind im Wesentlichen preisbedingt gestiegene Verkaufserlöse für kupfer- und edelmetallhaltige Produkte.
Bei einer Materialaufwandsquote (Materialaufwand/ (Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen)) auf Vorjahresniveau und unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung, der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge erhöhte sich der Rohertrag im Berichtsjahr insgesamt um 66 Mio. € auf 597 Mio. € (Vj. 531 Mio. €).
Der Personalaufwand stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 20 Mio. € auf 240 Mio. € (Vj. 220 Mio. €). Die Erhöhung ist insbesondere auf Tarifsteigerungen und eine gestiegene Anzahl von Mitarbeitern zurückzuführen.
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erhöhten sich um 3 Mio. € auf 51 Mio. € (Vj. 48 Mio. €). Der Anstieg resultiert insbesondere aus fertiggestellten Investitionen im Bereich Technische Anlagen und Maschinen sowie Gebäuden.
Unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich somit ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 147 Mio. € (Vj. 132 Mio. €).
Das Finanzergebnis betrug im Berichtsjahr 50 Mio. € (Vj. 34 Mio. €). Hierin enthalten sind neben Dividenden von Tochterunternehmen von 14 Mio. € (Vj. 35 Mio. €) auch Zuschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte von 55 Mio. €. Weiterhin wurden in der Berichtsperiode stichtagsbezogene Zuschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens von 7 Mio. € vorgenommen. Überdies enthält das Finanzergebnis Nettozinsaufwendungen von 26 Mio. €.
Nach Berücksichtigung eines Steueraufwands von 48 Mio. € (Vj. 32 Mio. €) ergibt sich ein Jahresüberschuss von 149 Mio. € (Vj. 134 Mio. €). Die effektive Steuerquote liegt aufgrund einer veränderten Ergebnisstruktur mit 24 % über des Vorjahr (19 %).
Zu den Auswirkungen der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes auf die Erläuterungen zur Ertragslage der Aurubis AG verweisen wir auf Ausführungen im Anhang des Jahresabschlusses der Aurubis AG.
Vermögenslage
Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr um 111 Mio. € auf 2.065 Mio. € (Vj. 1.954 Mio. €). Der Anstieg resultiert insbesondere aus erhöhten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen.
Der Rückgang des Vorratsvermögens um 52 Mio. € auf 753 Mio. € (Vj. 805 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Beständen an Fertig- und Zwischenprodukten zum Bilanzstichtag.
Insgesamt stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 189 Mio. € auf 3.743 Mio. €. Damit beträgt der Anteil des Anlagevermögens unverändert zum Vorjahr 55 % (Vj. 55 %), der Anteil der Vorräte 20 % (Vj. 23 %) und der Anteil der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände an der Bilanzsumme 11 % (Vj. 10 %).
Das Eigenkapital erhöhte sich ergebnisbedingt um 92 Mio. € auf 1.456 Mio. € (Vj. 1.364 Mio. €). Die Eigenkapitalquote blieb mit 39 % auf Vorjahresniveau.
Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 11 Mio. € auf 261 Mio. €. Ursächlich für den Anstieg waren insbesondere gestiegene Pensionsrückstellungen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken deutlich um 152 Mio. € auf 327 Mio. € (Vj. 479 Mio. €). Dies ist insbesondere auf die Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 136 Mio. € zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbedingt um 54 Mio. € auf 533 Mio. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Finanzverbindlichkeiten, die sich im Rahmen des üblichen Finanzverkehrs von 845 Mio. € auf 1.012 Mio. € erhöhten. Die übrigen Verbindlichkeiten stiegen leicht von 17 Mio. € auf 20 Mio. €.
Bilanzstruktur der Aurubis AG
T 023
| in % | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 55 | 55 |
| Vorräte | 20 | 23 |
| Forderungen etc. | 11 | 10 |
| Flüssige Mittel | 14 | 12 |
| 100 | 100 | |
| Eigenkapital | 39 | 38 |
| Rückstellungen | 7 | 7 |
| Verbindlichkeiten | 54 | 55 |
| 100 | 100 |
Aurubis setzt Anlagengegenstände ein, die im Rahmen von Leasingverträgen genutzt und nicht bilanziert werden. Die finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen betrugen 10 Mio. €. Daneben bestanden finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Lager- und Umschlagsverträgen in Höhe von 117 Mio. €.
Finanzlage
Zum 30.09.2017 ergeben sich, unter Einbeziehung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 327 Mio. € (Vj. 479 Mio. €), sowie der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Refinanzierung gegenüber Tochterunternehmen von 830 Mio. € (Vj. 615 Mio. €) und bei Abzug der liquiden Mittel von 519 Mio. € (Vj. 433 Mio. €), Netto-Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 638 Mio. € (Vj. 661 Mio. €).
Liquiditäts- und Finanzierungsanalyse
Im Geschäftsjahr 2016/17 stieg der Netto-Cashflow um 115 Mio. € auf 186 Mio. €. Grund hierfür war insbesondere der Abbau von Working Capital aufgrund niedrigerer Vorratsbestände.
Der Mittelabfluss für Investitionen in das Anlagevermögen betrug 108 Mio. € (Vj. 43 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände von 55 Mio. € betreffen im Wesentlichen eine Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Im Bereich der Sachanlagen wurden neben Investitionen im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands auch Investitionen in Zusammenhang mit einem Fernwärmeprojekt vorgenommen.
Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 8 Mio. € (Vj. Mittelabfluss 22 Mio. €) geht vor allem auf eine erhöhte Aufnahme von Darlehen von Tochterunternehmen im Rahmen der bestehenden Cash Pool-Vereinbarungen zurück. Gegenläufig wirkte die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 136 Mio. €.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode betrugen 519 Mio. € (Vj. 433 Mio. €). Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verfügt die Aurubis AG über ungenutzte Kreditlinien und damit über ausreichende Liquiditätsreserven. Darüber hinaus nutzt die Aurubis AG den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als Finanzierungsinstrument.
Investitionen
An den Standorten Hamburg und Lünen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 108 Mio. € (Vj. 51 Mio. €) investiert. Neben Investitionen in eine Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom in Höhe von 50 Mio. € wurden 5 Mio. € im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands in der Primärkupfererzeugung sowie 4 Mio. € in ein Projekt zur Lieferung von Fernwärme investiert. Daneben wurden Investitionen in diverse Infrastruktur- und Verbesserungsmaßnahmen in den Werken Hamburg und Lünen vorgenommen.
Risiko- und Chancenbericht
Integriertes Risiko- und Chancenmanagement
Risiken und Chancen sind Bestandteile unserer wirtschaftlichen Aktivitäten, ohne die ein unternehmerischer Erfolg nicht möglich ist. Im Rahmen unserer operativen Geschäftstätigkeit sowie der strategischen Steuerung wägen wir Chancen und Risiken gegeneinander ab und achten darauf, dass sie insgesamt in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Chancen und Risiken versuchen wir möglichst frühzeitig zu identifizieren und zu evaluieren.
Die Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG ist wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG.
Risikomanagementsystem
Unser Risikomanagement hat zum Ziel, die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken mithilfe eines auf unsere Aktivitäten abgestimmten Risikomanagementsystems (RMS) zu steuern und zu überwachen. Das frühzeitige Erkennen und die Beobachtung der Entwicklung sind dabei von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus streben wir danach, negative Ergebniseinflüsse aus dem Eintreten dieser Risiken grundsätzlich durch geeignete und betriebswirtschaftlich sinnvolle Gegenmaßnahmen zu begrenzen.
Das Risikomanagement ist Bestandteil der zentralen sowie dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse und umfasst alle wesentlichen Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen des Aurubis-Konzerns. Das Planungs- und Steuerungssystem, die Risikoberichterstattung, eine offene Kommunikationskultur sowie Risikoreviews an den Standorten schaffen Risikobewusstsein und Transparenz bezüglich unserer Risikosituation.
Für die Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen sind Risikomanagementbeauftragte benannt, die miteinander vernetzt sind. Die Steuerung des Netzwerks erfolgt über die Konzernzentrale. Das RMS ist in einer Konzernrichtlinie dokumentiert.
Die standardmäßige Risikoberichterstattung erfolgt quartalsweise "bottom-up" anhand eines konzernweit einheitlichen Berichtsformats. Hierin sind die identifizierten und über einem definierten Schwellenwert liegenden Risiken zu erläutern, anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der betriebswirtschaftlichen Bedeutung zu beurteilen sowie eingesetzte Instrumente und Maßnahmen zu deren Steuerung zu nennen. Die an die Konzernzentrale gemeldeten Risiken werden durch die Konzern-Risikomanagementfunktion zu wesentlichen Risikoclustern qualitativ aggregiert und an den Gesamtvorstand berichtet. Der Bericht stellt gleichzeitig die Grundlage für den Bericht an das Audit Committee sowie die externe Risikoberichterstattung dar.
Potenzieller Ergebniseffekt
T 024
| in Mio. € | >1 | >5 | >20 | >50 |
|---|---|---|---|---|
| Wahrscheinlichkeit | ||||
| hoch | mittel | mittel | hoch | hoch |
| mittel | gering | mittel | mittel | hoch |
| gering | gering | gering | mittel | mittel |
| unwahrscheinlich | gering | gering | gering | mittel |
Im Bericht an den Vorstand sowie an das Audit Committee werden die qualitativ aggregierten Risikocluster unter Berücksichtigung der risikosteuernden Maßnahmen (Nettobetrachtung) anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des potenziellen Ergebniseffekts gemäß den in der Tabelle skizzierten Bandbreiten beurteilt und als gering, mittel oder hoch klassifiziert.
Unabhängige Überwachung
Das RMS unterliegt einer regelmäßigen Überwachung und Prüfung. So überwacht die Interne Revision durch systematische Prüfungen das Risikomanagement und die Einhaltung des internen Kontrollsystems. Als prozessunabhängige Instanz trägt sie zur Ordnungsmäßigkeit sowie Verbesserung der Geschäftsprozesse und Wirksamkeit der installierten Systeme und Kontrollen bei.
Daneben prüft der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Er berichtet das Prüfungsergebnis an den Vorstand sowie das Audit Committee.
Darüber hinaus befasst sich das Audit Committee intensiv mit Fragen des Risikomanagements. Zusammen mit dem Vorstand informiert der Risikomanagementbeauftragte das Gremium regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen.
Erläuterung der relevanten Risiken
Im Folgenden werden die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken gemäß unseren Risikoclustern erläutert. Zudem werden wesentliche Maßnahmen und Instrumente dargestellt, mit denen wir diesen entgegentreten. Auf Risiken sowie risikorelevante Sachverhalte, die wir nach heutiger Einschätzung potenziell als mittel bis hoch klassifizieren, wird gesondert hingewiesen.
Versorgung und Produktion
Die Versorgung unserer Produktionsanlagen mit Rohstoffen und die Verfügbarkeit dieser Anlagen sind für den Aurubis-Konzern von zentraler Bedeutung. Die damit verbundenen Risiken begrenzen wir mit folgenden Maßnahmen:
Um die Versorgung unserer Anlagen mit Kupferkonzentraten abzusichern, haben wir langfristige Verträge mit einer Vielzahl von Konzentratlieferanten aus unterschiedlichen Ländern abgeschlossen. Auf diese Weise gelingt es uns, das Risiko von Produktionsbeeinträchtigungen durch mögliche Lieferausfälle deutlich zu reduzieren. Durch den langfristigen Charakter der Verträge wird zudem das Risiko volatiler Schmelz- und Raffinierlöhne auf den Spotmärkten begrenzt.
Die Recyclinganlagen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr - aufgrund unseres umfangreichen internationalen Lieferantennetzwerks - insgesamt gut versorgt werden. Aus heutiger Sicht erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2017/18 eine vollständige Versorgung und Auslastung der Anlagen. Volatilitäten in den Raffinierlöhnen resultieren weiterhin insbesondere aus der allgemeinen Entwicklung der Metallpreise, dem Sammelverhalten und dem Bestandsmanagement des Metallhandels, der internationalen Konjunkturentwicklung sowie dem Wettbewerb um die für Aurubis relevanten Sekundärrohstoffe.
Wir begegnen Risiken im Rahmen der Lieferkette auch mit unserem Business Partner Screening. Mit diesem Instrument werden bestehende und potenzielle Geschäftspartner unter anderem auf ihre Integrität in Bezug auf soziale und ökologische Kriterien analysiert. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen Themenbereiche wie Compliance, Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Umweltaspekte. Die Entscheidung über eine Vertragsaufnahme mit Geschäftspartnern mit erhöhtem Risiko wird erst nach eingehender Prüfung und in Abstimmung mit den Abteilungen Nachhaltigkeit und Compliance getroffen.
Die Materialversorgung der Anlagen zur Herstellung von Kupferprodukten erfolgt hauptsächlich mit den im eigenen Konzern hergestellten Kupferkathoden. Dies ermöglicht uns, eine höhere Wertschöpfung zu generieren und gleichzeitig die Qualität der Kupferprodukte während des gesamten Prozesses zu steuern. Der Bedarf an Kupferkathoden für die Business Unit Kupferprodukte konnte im Geschäftsjahr überwiegend intern gedeckt werden. Damit konnten wir zudem unsere Lieferzuverlässigkeit und die Qualität unserer Produkte sicherstellen. Kupferhaltige Vorstoffe für den Einsatz in den Produktionsanlagen der Business Line Flat Rolled Products konnten ebenfalls in ausreichender Menge beschafft werden. Auch hier gehen wir für das folgende Geschäftsjahr von einer ähnlichen Situation aus.
Die Anlagenverfügbarkeit war insgesamt zufriedenstellend. Phasenweise wurde sie durch geplante und ungeplante Instandhaltungsmaßnahmen eingeschränkt.
Wir haben organisatorische Maßnahmen ergriffen zur Bewältigung potenzieller Betriebsstörungen, die beispielsweise durch Ereignisse wie Hochwasser oder Feuer entstehen können. Hierzu zählen unter anderem Alarmpläne oder regelmäßige Übungen mit dem Ziel, unsere Mitarbeiter zu schulen. Außerdem begegnen wir dem Risiko von Betriebsstörungen mit regelmäßigen Wartungsarbeiten und dem Vorhalten kritischer Ersatzteile.
Unter Berücksichtigung unserer beschriebenen Maßnahmen stufen wir aus heutiger Sicht das Risiko einer unzureichenden Versorgung als "mittel" und das Risiko einer stark eingeschränkten Verfügbarkeit unserer Produktionsanlagen als "gering" ein.
Logistikrisiken begegnen wir durch ein sorgfältiges, mehrstufiges Auswahlverfahren für Dienstleister, durch weitestgehende Vermeidung von Single Sourcing und den präventiven Aufbau von Back-up-Lösungen. Wir greifen auf ein internationales Netzwerk an qualifizierten Dienstleistern zurück und beugen z. B. wetterbedingten Risiken in der Transportkette vor, indem wir Ausfallrisiken durch vertragliche Regelungen zum Vorhalten entsprechender Alternativen minimieren.
Absatz
Neben Versorgungs- und Produktionsrisiken bestehen für den Aurubis-Konzern Absatzrisiken, die wir als "mittel" klassifizieren.
Die Versandmengen von Gießwalzdraht lagen im Jahresdurchschnitt leicht unter denen des Vorjahres. Hauptgrund dafür war eine Normänderung für Kabel innerhalb der Europäischen Union im Hinblick auf ihre Feuerbeständigkeit, die zu Unsicherheiten bei Abnehmern führte. Dieser Effekt ist jedoch temporär und wir rechnen mit einem stabilen Markt im Folgejahr.
Für Stranggussprodukte, die hauptsächlich für Flachprodukte und Rohre eingesetzt werden, lag die Nachfrage deutlich über der des Vorjahres. Es gibt keine Anzeichen, die aktuell auf eine Abschwächung des sehr guten Niveaus hindeuten.
Zu Beginn des Geschäftsjahres gerieten die Preise für Schwefelsäure saisonal bedingt unter Druck. Innerhalb des zweiten Quartals setzte eine Verknappung aufgrund von Hüttenstillständen ein. Getrieben durch eine starke Nachfrage, erholten sich die Preise insbesondere im Spotmarkt im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres zunehmend.
Kathoden, die Aurubis nicht intern weiterverarbeitet hat, wurden auf dem internationalen Kupferkathodenmarkt abgesetzt.
Geschäftspartner auf der Absatzseite werden ebenfalls mithilfe des Business Partner Screenings beurteilt, sodass auf die im vorherigen Abschnitt "Versorgung und Produktion" gemachten Ausführungen verwiesen werden kann.
Energie
Die Energiepreise sind im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gestiegen. Durch den seit 2010 gültigen Stromvertrag haben wir uns langfristig abgesichert. Diese Absicherung bezieht sich auf den wesentlichen Anteil unseres Strombedarfs und deckt die wichtigsten deutschen Standorte ab. Darüber hinaus befassen wir uns mit der grundsätzlichen Versorgungssicherheit sowie den Potenzialen und Grenzen der Flexibilisierung der Energieabnahme, die durch die steigende volatile Einspeisung erneuerbarer Energien hervorgerufen werden.
Aufgrund der nach wie vor unsicheren Rechtslage und sich ändernder politischer Rahmenbedingungen lassen sich Belastungen durch Veränderungen bei potenziellen Kostentreibern wie z. B. dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dem Emissionshandel, den Netzentgelten oder der Ökosteuer nur schwer verlässlich quantifizieren. Durch die EEG- und KWKG-Novelle (Kraft-Wärme-Kopplung) 2017 sowie das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) erwarten wir mittelfristig eine Belastung auf bisherigem Niveau. Aus dem Beihilfeprüfverfahren hinsichtlich der Netzentgeltbefreiung zu den vorangegangenen Perioden ergibt sich nach heutigem Kenntnisstand ebenfalls keine wesentliche zusätzliche Belastung.
Die grundsätzliche Beibehaltung des Carbon-Leakage-Sonderstatus für bestimmte Sektoren ab dem Jahr 2021 hinsichtlich der Zuteilung von Emissionshandelszertifikaten sowie der CO2 -Strompreiskompensation zeichnet sich politisch ab. Der Abschluss des Entscheidungsprozesses steht aber noch aus. Es zeichnet sich jedoch eine Erhöhung der von uns zu tragenden CO2 -Kosten ab, da der CO2 -Preis durch eine von der Politik angestrebte Angebotsverknappung der zur Verfügung stehenden CO2 -Zertifikate in der kommenden Handelsperiode (2021-2030) vervielfacht werden soll, mit dem Ziel, die Ambitionen des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Zusätzlich zu den europäischen Regelungen wird auch in Deutschland über eine Erhöhung des CO2 -Preises diskutiert. Insgesamt gehen wir mittelfristig von steigenden Kosten aus, die zu starken Belastungen führen könnten.
Kundenseitig steigende Anforderungen an die Transparenz über die Zielsetzung und die Strategie bezüglich effektiver Produktionsprozesse, Energie- und CO2 -Effizienz können zukünftig Einfluss auf den Absatz von Kupferprodukten bedeuten, insbesondere hinsichtlich Kundenakquisition und Kundenbindung. Dem begegnen wir unter anderem mit der jährlichen Teilnahme am Klimareporting und der Bewertung dieses Reportings durch das CDP.
Das Thema Energie und die damit einhergehenden Risiken, die derzeit als "mittel" eingestuft werden, bleiben auch zukünftig für Aurubis als stromintensives Unternehmen sehr bedeutend.
Finanzen und Finanzierung
Metallpreis- und Währungskursschwankungen stellen ein potenzielles Risiko beim Metallein- und -verkauf dar. Durch Devisen- und Metallpreisabsicherungen (Hedging) wird dieses Risiko maßgeblich reduziert. Metallüberhänge werden täglich abgesichert durch Finanzinstrumente wie Spot- und Forward-Kontrakte. Gleiches geschieht durch Abschluss von Kassa- und Devisentermingeschäften zur Fremdwährungsabsicherung. Devisenrisiken aus Wechselkursschwankungen für Metallgeschäfte in Fremdwährung werden so ebenfalls täglich minimiert. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, haben wir bonitätsmäßig gute Partner für Sicherungsgeschäfte ausgewählt.
Wir sichern erwartete Mittelzuflüsse aus Fremdwährungen, insbesondere US-Dollar, teilweise durch Optionen und Devisentermingeschäfte ab. Wir setzen dies auch zukünftig fort und gehen davon aus, die Risiken aus Metallpreis- und Währungskursschwankungen mit diesen Maßnahmen auf ein vertretbares Niveau reduzieren zu können.
Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden weitgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert. Eigenrisiken wurden nur sehr begrenzt und nach Prüfung zugelassen. Die Entwicklung der ausstehenden Forderungen wurde eng verfolgt. Im Berichtszeitraum kam es zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen. Wir sehen auch zukünftig keine bedrohlichen Entwicklungen.
Die Versorgung mit Liquidität ist für den Aurubis-Konzern von hoher Bedeutung und war im abgelaufenen Geschäftsjahr sichergestellt. Die Kreditlinien seitens der Banken waren ebenfalls ausreichend. Auch für das neue Geschäftsjahr gehen wir aus heutiger Sicht von einer entsprechenden Entwicklung aus. Insgesamt stufen wir die Risiken aus Finanzen und Finanzierung als "mittel" ein.
Umweltschutz und Sonstiges
Grundsätzlich besteht das Risiko, dass sich umweltrechtliche oder regulatorische Bestimmungen verschärfen und so entsprechende Kosten entstehen oder es zu Einschränkungen bei der Produktion und Vermarktung von Produkten kommt. So besteht das Risiko, dass die sich weiter verschärfende Umweltgesetzgebung die Vermarktung von Eisensilikat einschränkt. Unter anderem wollen wir durch die Erweiterung unserer Granulationskapazitäten eine größere Flexibilität auf dem Absatzmarkt erreichen.
Außerdem können Umweltrisiken, die beispielsweise aus der möglichen Nichteinhaltung von Grenzwerten resultieren, ebenso wie Verstöße gegen Auflagen zu rechtlichen Konsequenzen führen. Auch um dem zu begegnen, sorgen wir für einen umweltfreundlichen Betrieb unserer Produktionsanlagen. Im Umweltschutz sind wir international führend, dies belegen z. B. die jährlichen Zertifizierungen nach DIN ISO 14001 und EMAS. Wir sehen uns hier auch für die Zukunft gut aufgestellt. Gleichwohl können betriebliche Störungen, die zu Beeinträchtigungen der Umwelt führen könnten, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Insgesamt stufen wir die Umweltrisiken als "mittel" ein.
In einem Betrieb mit komplexen Prozessen ist das Fachwissen der Mitarbeiter ein wichtiger Faktor, um die Leistungsqualität sicherzustellen. Damit Aurubis auch weiterhin auf das Know-how der Mitarbeiter zählen kann, haben wir verschiedene Maßnahmen etabliert, die ineinandergreifen. Dazu zählen unter anderem Kooperationen mit Hochschulen, durch die wir Verbindungen zu qualifizierten Nachwuchskräften aufbauen, und Qualifizierungsmaßnahmen, mittels derer wir die Entwicklung von Fach- und Führungskräften innerhalb des Unternehmens fördern.
Die Bereiche Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben bei uns einen hohen Stellenwert. Unser Augenmerk liegt auf der Verantwortung des Einzelnen, detaillierten Gefährdungsbeurteilungen, Fortbildung sowie kurz- und mittelfristigen Zielen zur Erreichung unserer Vision Zero -also keine Unfälle.
Der Verstoß gegen Gesetze kann sowohl für Aurubis als Konzern als auch für seine Mitarbeiter und Geschäftspartner schwere Folgen haben. Daher halten wir uns konsequent an alle gesetzlichen Regelungen. Wesentliche Compliance-Risiken werden durch das Compliance-Management identifiziert, analysiert und kommuniziert. Rechts- und Steuerrisiken begegnen wir mit organisatorischen Maßnahmen und klaren Führungsstrukturen. Die politische Diskussion zu Steuerthemen, wie z. B. Finanztransaktion- und Vermögensteuer, sowie deren mögliche Auswirkungen werden durch uns eng verfolgt. In dem Kartellverfahren, das in Bulgarien gegen Aurubis anhängig war, ist der für uns positive Bescheid nun endgültig rechtskräftig.
Außerdem unterliegt Aurubis IT-Risiken, die sich z. B. in den Bereichen Versorgung, Produktion und Absatz niederschlagen können und dort in ihrer Risikoeinschätzung entsprechend berücksichtigt wurden. Aus heutiger Perspektive sind sie aufgrund der fortfolgend beschriebenen eingesetzten risikominimierenden Maßnahmen jedoch von nachgelagerter Bedeutung.
Verfügbarkeitsrisiken unserer IT-Systeme begrenzen wir durch kontinuierliche Überwachung, technische Vorkehrungen sowie notwendige Anpassungen. Wir begegnen Risiken aus möglichen Störungs- oder Katastrophenfällen durch die redundante Auslegung unserer IT-Infrastrukturen sowie mittels Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätsplänen. Risiken, die aus unbefugten Zugriffen auf Unternehmensdaten sowie Cyber-Risiken entstehen können, minimieren wir durch restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen, durch Sicherheitsüberprüfungen und durch den Einsatz moderner Sicherheitstechnologien.
Zudem werden ausgesuchte Risiken über Versicherungen weitgehend abgedeckt. Hierbei bedienen wir uns der Expertise eines externen Versicherungsmaklers.
Internes Kontrollsystem bezogen auf den Konzern-/Rechnungslegungsprozess
(Bericht gemäß §§ 289 Abs. 5 und 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB i. V. m. Art 80 EGHGB)
Ziel des internen Kontrollsystems (IKS) für den Rechnungslegungsprozess ist es, zu gewährleisten, dass ein regelungskonformer Abschluss erstellt wird. Aurubis verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, in dem Strukturen und Prozesse, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Damit wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden und dass gesetzliche Normen und interne Richtlinien zur Rechnungslegung eingehalten werden. Änderungen von Gesetzen und Rechnungslegungsstandards werden fortlaufend auf ihre Relevanz für den Konzern-/Jahresabschluss analysiert und daraus resultierende Änderungen in die internen Prozesse und Systeme aufgenommen.
Grundlagen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
Die Aurubis AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des Aurubis-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften, die ihre Abschlüsse lokal erstellen und über ein konzerneinheitlich definiertes Datenmodell an die Abteilung Corporate Accounting übermitteln. Die Verantwortung für die Einhaltung der konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme liegt bei den Konzerngesellschaften.
Das interne Kontrollsystem beinhaltet folgende wesentliche Grundlagen:
| ― | Sicherstellung der normgerechten Bilanzierung bei der Erstellung des Einzelabschlusses der Aurubis AG durch systemseitig implementierte Kontrollen, die ergänzt werden durch manuelle Kontrollen der Rechnungslegung und weitere Genehmigungs- und Freigabeverfahren (Funktionstrennungen, Zugriffsregelungen und -beschränkungen, Anwendung des Vieraugenprinzips, Regelungen zum Zahlungsverkehr). |
| ― | Sicherstellung konzerneinheitlicher Bilanzierung nach IFRS durch die Anwendung einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen, zentrale Prüfung der Reporting Packages, Abweichungsanalyse zum Budget und Berichterstattung im Rahmen der quartalsweise stattfindenden Finance-Meetings. |
| ― | Erfassung der externen Rechnungslegung und der internen Berichterstattung durch alle Konzerngesellschaften in einem einheitlichen Konsolidierungs- und Berichtssystem. |
| ― | Gesamtkonsolidierung des Konzernabschlusses durch das Corporate Accounting, das die Konsolidierungsmaßnahmen, Abstimmungsarbeiten und die Überwachung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben zentral durchführt. |
| ― | Unterstützung der lokalen Gesellschaften in Fragen der Rechnungslegung durch zentrale Ansprechpartner im Corporate Accounting. |
| ― | Klärung von speziellen fachlichen Fragestellungen und komplexen Sachverhalten fallbezogen unter Einbeziehung externer Sachverständiger. |
Interne Revision als prozessunabhängige Risikobetrachtung
Die Interne Revision prüft unter anderem die Zuverlässigkeit des Rechnungswesens. Dabei werden insbesondere bestehende interne Regelwerke der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis überprüft. Darüber hinaus informiert die Interne Revision über Risiken, die aus erkennbaren Abweichungen entstehen, und rät zu Anpassungsmaßnahmen.
Chancenmanagementsystem
Neben dem Risikomanagement ist auch das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der zentralen und dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse des Aurubis-Konzerns. Das Ziel besteht darin, interne und externe Potenziale, die sich positiv auf unseren wirtschaftlichen Erfolg auswirken können, frühzeitig zu identifizieren. Diese Potenziale werden beurteilt und gegen die mit ihnen einhergehenden Risiken abgewogen. Im nächsten Schritt werden Initiativen und Maßnahmen definiert, mit deren Hilfe die Potenziale realisiert werden können. Der Prozess der Identifizierung und Beurteilung von Chancen ist Teil unseres jährlichen integrierten Strategie- und Planungsprozesses.
Um sich bietende Chancen zeitnah zu erkennen, beobachten und analysieren wir kontinuierlich unsere Märkte auf der Angebots- und Nachfrageseite, das Wettbewerbsumfeld sowie die globalen Trends. Die Umsetzung der Chancen ist tägliche Managementaufgabe - sowohl auf Ebene der operativen Bereiche als auch des Konzerns.
Erläuterung der wesentlichen Chancen
Steigende weltweite Nachfrage nach Kupfer und Technologiemetallen
Kupfer ist einer der wichtigsten metallischen Rohstoffe. Die Nachfrage nach Kupfer richtet sich nach dem weltweiten Wirtschaftswachstum, insbesondere in der Elektro-, Elektronik-, Bau- und Automobilindustrie. Globale Trends wie steigende Energieknappheit, zunehmende Urbanisierung, Wachstum der globalen Mittelschicht, Digitalisierung und Elektromobilität werden nicht nur den Kupferbedarf langfristig weiter erhöhen, sondern auch die Nachfrage nach Technologiemetallen wie beispielsweise Tellur, Nickel, Platin und Palladium. Sollte sich die Konjunktur und Nachfrage nach unseren Produkten in den für uns relevanten Märkten günstiger entwickeln als derzeit erwartet, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
Positive Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne sowie der Marktpreise für unsere Produkte
Die Ergebnislage des Aurubis-Konzerns wird wesentlich bestimmt von der Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate sowie Altkupfer und Recyclingmaterialien und durch die Marktpreise für unsere Produkte wie Schwefelsäure. Sollten sich die Schmelz- und Raffinierlöhne sowie die Marktpreise der Produkte günstiger entwickeln als derzeit prognostiziert, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
Steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
Aurubis ist der weltweit führende Recycler für Kupfer und komplexe Sekundärrohstoffe. Angesichts der unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit steigenden Bedeutung von Ressourceneffizienz gehen wir von einem weiterwachsenden Bedarf an Recyclinglösungen aus. Dies wird durch nationale und internationale Gesetzgebungen unterstützt und gefordert. Durch unsere Recyclingaktivitäten und den Zugang zu unseren Kupferproduktkunden sehen wir uns in der Lage, erweiterte Lösungen für geschlossene Kreislaufsysteme anzubieten. Sollten sich die nationalen und internationalen Vorschriften für Recycling ausweiten und die Nachfrage nach Recyclinglösungen in unseren Märkten stärker als erwartet erhöhen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Beschaffungs- und damit Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
Weiterentwicklung der Kompetenzen zur Verarbeitung komplexer Rohstoffe
Sowohl primäre als auch sekundäre Rohstoffe werden insofern komplexer, als dass die Gehalte an Kupfer abnehmen und die Konzentrationen an Begleitelementen und Verunreinigungen zunehmen. Eine besondere Stärke von Aurubis liegt bereits heute darin, komplexe Primär- und Sekundärrohstoffe zu verarbeiten. Das Projekt FCM trägt dazu bei, effiziente und ressourcenschonende Verarbeitungsprozesse für die Rohstoffe der Zukunft zu erreichen. Sollten wir darüber hinaus zusätzliche Kompetenzen aufbauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
Kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und Kostenposition sowie Realisierung von Synergien
In unseren Märkten stehen wir in einem globalen Wettbewerb. Operative Exzellenz ist daher für uns von hoher Bedeutung. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Prozesse zu optimieren und unsere Kostenposition zu verbessern. Außerdem identifizieren und realisieren wir kontinuierlich Synergiepotenziale, die sich aus unserer Aufstellung entlang der Wertschöpfungskette ergeben. Sollten wir die mit den eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen verbundenen Ziele übertreffen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
Kapazitätserweiterung, verbunden mit Internationalisierung
Weiteres Wachstumspotenzial sehen wir in einer Expansion unserer Verarbeitungskapazitäten in Regionen mit vorteilhaften Rahmenbedingungen sowie in der Nähe zu unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten. Wir werden weiterhin an unseren bestehenden Standorten investieren, streben aber auch an, unser Lieferanten- und Produktionsnetzwerk weiter auszubauen. Sollten wir in der Lage sein, unsere Kapazitäten stärker und/oder mit geringerem Kapitaleinsatz als erwartet auszubauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
Weiterentwicklung von Lösungen für Kunden und Lieferanten
Auf allen Stufen unserer Wertschöpfungskette arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten und Kunden zusammen. Dies beinhaltet beispielsweise kundenindividuelle Produktentwicklungen, zusätzliche Services, Verarbeitung spezifischer Rohstoffe und ein erweitertes Angebot geschlossener Kreislauflösungen. Eine stärkere als die prognostizierte Nachfrage unserer Kunden und Lieferanten nach unseren Lösungen könnte einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.
Innovationen aus künftigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
Im Rahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten arbeiten wir an Innovationen, die uns in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. So arbeiten wir z. B. daran, unsere Verarbeitungsprozesse noch ressourcenschonender zu gestalten und unsere Kompetenz, komplexe Matehallen zu verarbeiten und zusätzliche Metalle auszubringen, weiter auszubauen.
Beurteilung der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns
Im Berichtszeitraum sind keine wesentlichen Risiken eingetreten. Es haben sich keine besonderen strukturellen Veränderungen in den Risiken des Konzerns ergeben. Nach unserer heutigen Einschätzung ergeben sich keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken.
Sowohl das Audit Committee als auch der Abschlussprüfer haben festgestellt, dass Vorstand und Aufsichtsrat die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Form getroffen haben und dass das gesetzlich geforderte Risikofrüherkennungs- und Überwachungssystem alle Anforderungen erfüllt.
Für ein ganzheitliches Bild der unternehmerischen Tätigkeiten sind neben den Risiken auch die Chancen des Konzerns zu betrachten. Die bestehende Chancenlage des Aurubis-Konzerns ist dabei mit der des Vorjahres vergleichbar. Wir sind davon überzeugt, dass wir aufgrund unseres Geschäftsportfolios, unserer Kompetenzen und unserer Innovationsfähigkeit die sich ergebenden Chancen realisieren können. Gleichzeitig versetzen uns diese Faktoren in die Lage, den entstehenden Risiken erfolgreich zu begegnen. Ferner sind wir davon überzeugt, dass wir über geeignete Abläufe, Maßnahmen und Instrumente zur Identifizierung wichtiger Chancen und zur Beherrschung der relevanten Risiken verfügen.
Prognosebericht
Die im Kapitel "Prognosebericht" getroffenen Aussagen basieren auf unserer Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung am globalen Kupfermarkt sowie der Rohstoff- und Produktmärkte von Aurubis. Diese haben Analysen von Wirtschaftsforschungsinstituten, Organisationen und Branchenverbänden sowie interne Marktanalysen zur Grundlage. Die dargestellten Einschätzungen für den zukünftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an den Zielsetzungen der Segmente sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen im Prognosezeitraum 01.10.2017 bis 30.09.2018 bieten. Die Chancen und Risiken, die den Aurubis-Konzern betreffen, sind im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert. Unsere Prognosen werden regelmäßig angepasst. Die im Nachfolgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand von Dezember 2017.
Für den Aurubis-Konzern ergeben sich aus heutiger Sicht folgende besondere Faktoren, die Einfluss auf unsere Märkte nehmen könnten: Dazu zählen neben konjunkturellen Entwicklungen insbesondere die politische Entwicklung in den USA sowie deren Geldpolitik. In China kann mit einer weitgehend stabilen Entwicklung gerechnet werden. In Europa können ebenfalls die Geldpolitik und der Brexit, also das Votum der Briten zum Austritt aus der EU, mit seinen begleitenden Erscheinungen und Folgen Wirkung zeigen. In Europa haben die 2017 in Deutschland, Frankreich und Österreich stattgefundenen Wahlen das Potenzial zu Veränderungen. Ein zunehmender Protektionismus sowie die politischen Krisen in der MENA-Region (Middle East & North Africa) und das Konfliktpotenzial in Nordkorea bleiben weiterhin relevant.
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Nach der positiveren Einschätzung der Weltwirtschaftsentwicklung im Jahr 2017 hat der IWF in seiner Herbstprognose auch für das Folgejahr eine Korrektur nach oben vorgenommen. Gegenüber früheren Schätzungen ist das Wachstum für 2018 jetzt mit einem Plus von 3,7 % statt 3,6 % angesetzt worden. Gleichzeitig weist die Organisation aber darauf hin, dass Risiken fortbestehen, die vor allem die Unsicherheit politischer Entwicklungen betreffen. Hinzu kommen mögliche Belastungen durch eine veränderte Geldpolitik, zunehmenden Protektionismus, finanzielle Turbulenzen in Schwellenländern und eine niedrige Inflation in entwickelten Ländern.
Positiv wird erneut die angenommene Entwicklung in den Schwellen- und Entwicklungsländern zum Wachstum der Weltwirtschaft beitragen. Nach 4,6 % im Jahr 2017 beziffert der IWF das Wirtschaftswachstum dieser Ländergruppe im Jahr 2018 mit 4,9 %. Hohe Rohstoffpreise könnten den Anstieg begünstigen. Der Konjunkturanstieg der asiatischen Länder, darunter das für den Kupfermarkt wichtige China, dürfte wie im Vorjahr ebenfalls 6,5 % erreichen.
Für die entwickelten Länder sind die Aussichten hingegen insgesamt gedämpfter, was sich in einer reduzierten Wachstumsrate von 2,0 % gegenüber 2,2 % im Jahr 2017 ausdrückt. Hier gibt es bei den großen Wirtschaftszonen USA und Euroraum unterschiedliche Prognoseansätze. Für die USA deuten gute Finanzverhältnisse und ein starkes Geschäfts- und Verbrauchervertrauen auf eine anhaltend gute Entwicklung hin, sodass für 2018 mit einem leichten Anstieg auf 2,3 % (2017: 2,2 %) gerechnet wird. In der Eurozone sieht der IWF das Wirtschaftswachstum 2018 nach dem Hoch im Vorjahr etwas moderater verlaufen und setzt es mit 1,9 % (2017: 2,1 %) an. Dies gilt auch für Deutschland, wo es zu einem Rückgang von 2,0 % auf 1,8 % kommen könnte. Die konkreten Auswirkungen des Brexit sind in der Europäischen Union weiterhin ein bedeutender Risikofaktor.
Im Einzelnen kaum prognostizierbar sind die für uns wichtigen Einflüsse aus dem Bereich der europäischen und deutschen Energie- und Umweltschutzpolitik.
Entwicklung auf den geschäftsrelevanten Märkten
Allgemeiner Kupfermarkt
Die fundamentale Situation des Kupfermarktes bietet für Analysten ausreichend Grund zu der Annahme, dass auch 2018 mit einem hohen Kupferpreisniveau gerechnet werden kann. Kursvolatilität wird allerdings weiterhin ein Merkmal des Marktes bleiben. Die Einschätzungen von Marktexperten reichen von rund 6.500 US$/t bis 7.000 US$/t. Im Oktober 2017 wurden an einzelnen Tagen bei der London Metal Exchange Kurse um 7.000 US$/t (Settlement) erreicht.
Erneut wird viel davon abhängen, wie sich die Produktionsentwicklung der Kupferhütten darstellt. Im Fokus steht erneut China. Nach Angaben eines chinesischen Produzenten wird sich im laufenden Fünfjahresplan des Landes das Kapazitätswachstum bei chinesischen Kupferhütten vermindern. Außerdem erschweren verschärfte Finanzierungsbedingungen die Realisierung geplanter privater Hüttenprojekte, die bisher einen Großteil der Neukapazitäten ausgemacht haben. Im Jahr 2018 soll nur ein neues Projekt realisiert werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Phase der Inbetriebnahme in der Regel lang andauert, bevor eine volle Kapazitätsnutzung erreicht wird.
Die International Copper Study Group (ICSG) rechnet für 2018 mit einem Anstieg der Weltproduktion von raffiniertem Kupfer um 2,5 % und führt dies unter anderem auch auf die Wiederaufnahme von zeitweise stillgelegter Produktion zurück. Risiken, die sich bei ihrem Eintreten produktionsmindernd auswirken können, bestehen fort. Dazu zählen wie im Vorjahr Streiks, technische Störungen oder Wartungsstillstände.
Weil Kupfer für die Wirtschaftsentwicklung in Kernbranchen wie der Elektro- und der Autoindustrie oder dem Bauwesen ein essenzieller Werkstoff ist, kann auch 2018 von einer guten Nachfrage ausgegangen werden. Das solide Wirtschaftswachstum in Ländern mit dem größten Bedarf, darunter China, die USA und Europa, gibt hier die Richtung vor.
In China, das mit 48 % größter Kupfernachfrager weltweit ist, wird weiterhin ein Großteil des Bedarfs von Infrastrukturinvestitionen getragen, darunter auch solche in das für den Kupfereinsatz relevante Energienetz. Hervorzuheben ist hier das "One Belt, One Road"-Programm der chinesischen Regierung, das bereits zu Aufträgen für Kabelhersteller geführt hat. Im chinesischen Automobilsektor liegt ebenfalls Wachstumspotential für Kupferanwendungen. Die ICSG geht davon aus, dass Chinas Kupferbedarf 2018 um etwa 3 % zunehmen wird.
Insgesamt wird der globale Markt für raffiniertes Kupfer nach Angaben der ICSG im Jahr 2018 voraussichtlich ein geringes Produktionsdefizit aufweisen. Es soll bei 105.000 t liegen, was vor dem Hintergrund eines 24. Mio. t-Marktes einem weitgehend ausgeglichenen Verhältnis gleichkommt. Wie in der Vergangenheit können unvorhergesehene Entwicklungen zu größeren Veränderungen führen. Aus heutiger Sicht erscheint die Erwartung eines geringen Produktionsdefizits angesichts der absehbaren Entwicklungen auf der Produktions- und Nachfrageseite jedoch gerechtfertigt. Auch andere, wie der internationale Industrieverband der Hersteller von Kupfer und Kupferlegierungsprodukten, das International Wrought Copper Council oder die Research-Unternehmen CRU International und Wood Mackenzie, sehen den Kupfermarkt 2018 als weitgehend ausgeglichen an bzw. gehen von einem kleinen Produktionsdefizit aus.
Die Kupferbestände bei Metallbörsen haben sich zu Beginn des neuen Geschäftsjahres rückläufig entwickelt und können nicht als übertrieben hoch eingestuft werden. Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2016/17 kam es im Oktober 2017 zu einer Abnahme um 7.000 t auf rund 570.000 t. Im chinesischen Zolllager Shanghai lagerten Ende Oktober darüber hinaus geschätzt 460.000 t.
Märkte für Kupferkonzentrate, Recycling und Schwefelsäure
Die Versorgung mit Rohstoffen zur Produktion von Kupfer umfasst bei Aurubis zu einem großen Teil Kupferkonzentrate. Für diese existiert ein Weltmarkt, an dem Minenunternehmen, Händler und Primärhütten aktiv sind. Bei den Primärhütten handelt es sich überwiegend um solche, die keine eigenen Minen oder Minenbeteiligungen besitzen. Kupferkonzentrate werden bei Aurubis zumeist über langfristige Bezugsverträge beschafft. Die hier vereinbarten Schmelz- und Raffinierlöhne orientieren sich jährlich an den sogenannten Benchmarks für reinere Qualitäten, weichen aber je nach Komplexität davon ab. Als Benchmark kann der erste größere Vertragsabschluss zur Lieferung im Gesamtjahr 2018 zwischen einer Mine und einer Konzentrathütte gelten.
Wir rechnen weiterhin mit einer guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten am Weltmarkt. Insbesondere durch den seit Geschäftsjahresbeginn weiter gestiegenen Kupferpreis ist davon auszugehen, dass die Minen ihre Produktionskapazitäten voll auslasten werden. Ergänzt um unsere Positionierung am Markt und unsere Lieferantendiversifizierung sind wir zuversichtlich, erneut eine gute Versorgung sicherstellen zu können. Die zu erwartenden Schmelz- und Raffinierlöhne dürften sich auf einem zufriedenstellenden Niveau bewegen.
Für Altkupfer hat sich die Marktsituation nach dem Ende des Geschäftsjahres 2016/17 durch den weiterhin hohen Kupferpreis sowie durch eine rückläufige Nachfrage aus China weiter verbessert. Sinkende Metallpreise können jedoch kurzfristig zu einer Marktveränderung mit rückläufigen Raffinierlöhnen führen.
Der Absatz von Schwefelsäure ist meist von kurzfristigen Entwicklungen abhängig, was sich in der Laufzeit der Verträge widerspiegelt. Zusätzlich sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa, Nordamerika und Nordafrika. Das Verhältnis von lokalem Absatz und Exporten schwankt ensprechend den Marktgegebenheiten.
Märkte für Kupferprodukte
Die Lage an den Märkten für Kupferprodukte dürfte in den kommenden Monaten wesentlich davon abhängen, wie sich die Gesamtwirtschaft in Europa entwickelt und wie sich die einzelnen Branchenkonjunkturen darstellen werden. Es zeichnen sich folgende Entwicklungen ab:
Der Zentralverband der elektrotechnischen Industrie hat in seinem letzten Ausblick auf den Weltelektromarkt, der von Mitte 2017 datiert, der Branche ein Wachstum von jeweils 4 % für die Jahre 2017 und 2018 attestiert. Erfasst werden hierbei 53 Länder, die rund 97 % des globalen Marktes umfassen. Europa macht 17 % des Weltmarktes aus. Hier soll es 2018 zu einem Wachstum von 2 % kommen. Diese Rate gilt auch für Deutschland.
In der EU hat die Nachfrage nach PKW während der ersten Hälfte 2017 um 4,7 % zugenommen, mit mehr als 8 Mio. registrierten Fahrzeugen, so der europäische Automobilverband. Die Hauptmärkte konnten hierbei Zuwächse von 3 % (Frankreich) bis fast 9 % (Italien) verbuchen. Deutschland erreichte ein Plus von 3,1 %. Nach zwei guten Jahren sieht der Verband für das Gesamtjahr 2017 ein europäisches Nachfragewachstum für KFZ von nur 1,5 bis 2 %. Für Deutschland geht der deutsche Verband der Automobilindustrie von einem Plus von 4 % aus. Umstiegsprämien für Dieselfahrzeuge begünstigen die Situation. Dies dürfte auch 2018 zu einer guten PKW-Nachfrage führen. Die sich intensivierende Diskussion um E-Mobilität dürfte 2018 noch keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere Absatzmärkte haben.
Die gute Baukonjunktur hat sich nach Angaben der deutschen Bauindustrie im Jahr 2017 besser als erwartet entwickelt. Für das Gesamtjahr 2017 wird ein Anstieg der nominalen Umsätze im Bauhauptgewerbe von 6 % erwartet. Für 2018 geht der Branchenverband von einem weiteren Anstieg von 5,5 % aus. Positive Treiber sind der akute Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und steigende kommunale Investitionen.
Basierend auf diesen Prognosen erwarten wir in den drei wichtigsten Branchen für den Einsatz von Kupferanwendungen im Jahr 2018 eine stabile bis gute Entwicklung. Politische und konjunkturelle Entwicklungen können die jeweilige Marktlage allerdings entscheidend beeinflussen.
Bei Kupfergießwalzdraht ist das erste Quartal eines neuen Geschäftsjahres üblicherweise, saisonal bedingt, von einem etwas schwächeren Geschäft gekennzeichnet. Für das zweite Quartal erwarten wir indes eine stabile bis leicht steigende Nachfrage. Die südeuropäischen Märkte sind weiter im Aufwärtstrend und Nordeuropa zeigt sich stabil. In Nordafrika und Südosteuropa entwickelt sich die Nachfrage gut. Die Konjunktur in den Abnehmerindustrien Automobil und Bauwesen erwarten wir weiter auf hohem Niveau. Die Nachfrage von Kabelproduzenten, insbesondere die nach Energiekabeln, entwickelte sich 2017 unter der Erwartung, für 2018 ist aber ein leichtes Wachstum wahrscheinlich.
Hinsichtlich der Marktentwicklung bei Kupferstranggussformaten erwarten wir eine weiterhin sehr starke Produktnachfrage. Diese könnte das hohe Niveau von 2017 erreichen. Die positive Nachfragetendenz nach sauerstoffärmeren und höher legierten Werkstoffen setzt sich aus heutiger Sicht fort.
Im Produktbereich Specialities, zu dem auch Barren und Profile gehören, ist die Situation stabil. Bei Standardprodukten erwarten wir 2018 einen stärkeren Wettbewerbsdruck, der Absatz von Spezialanwendungen und Legierungen bleibt allerdings weiterhin gut.
Für Flachwalzprodukte ergeben sich folgende Entwicklungen: Die Wirtschaft in den USA, deren Entwicklung für unser dortiges Werk von hoher Bedeutung ist, wird für 2018 als leicht verbessert eingeschätzt. Dies könnte das dortige Kupfergeschäft unterstützen. Im europäischen Markt für Flachwalzprodukte erwarten wir eine stabile Nachfragesituation auf hohem Niveau, mit weiteren Wachstumschancen in wichtigen Teilbereichen.
Geschäfts- und Ergebniserwartung des Aurubis-Konzerns
Wie die Ausführungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung auf unseren geschäftsrelevanten Märkten zeigen, wird das Geschäftsjahr 2017/18 des Aurubis-Konzerns aus heutiger Sicht erneut von einem guten Marktumfeld beeinflusst.
Für das Geschäftsjahr 2017/18 sind keine größeren Wartungsstillstände vorgesehen. Auf unseren Rohstoffmärkten erwarten wir eine gute Materialverfügbarkeit.
Auf den Konzentratmärkten werden 2018 zwar keine größeren Neuprojekte erwartet, die Wahrscheinlichkeit von Störungen durch Streiks schätzen Marktforschungsunternehmen jedoch geringer ein als im Vorjahr. Außerdem könnte ein hoher Kupferpreis sich günstig auf die Fördermengen in den Minen auswirken. Aufgrund unserer Positionierung am Markt und unserer Lieferantendiversifizierung erwarten wir eine gute Versorgung mit zufriedenstellenden Schmelz- und Raffinierlöhnen.
Bei Altkupfer und Blisterkupfer ist die Angebotsentwicklung nicht abzuschätzen. Das Geschäft ist insbesondere bei Altkupfer kurzfristiger Natur und damit von Einflüssen abhängig, die nur schwer prognostizierbar sind. Höhere Metall- und Kupferpreise, wie sie von Analysten zum Teil erwartet werden, könnten jedoch helfen, das Angebot auf hohem Niveau zu halten. Auch hier federt unsere breite Marktaufstellung Versorgungsrisiken ab. Im ersten Quartal 2017/18 sind wir mit guten Raffinierlöhnen versorgt. Den Closing the Loop-Ansatz, werden wir im Geschäftsjahr 2017/18 weiterverfolgen. Er beinhaltet, dass wir zum Beispiel an Kunden Kupferprodukte verkaufen und gleichzeitig den bei ihnen anfallenden Produktionsschrott wieder für unser Recycling zurücknehmen. Der Werkstoffkreislauf wird damit geschlossen.
Auch der Absatz von Schwefelsäure hängt von kurzfristigen Entwicklungen ab. Die Laufzeit der Verträge ist deshalb ebenfalls kurz. Außerdem sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa und Südamerika. Das Verhältnis unseres lokalen Absatzes und der Exporte schwankt entsprechend den Marktgegebenheiten. Die bisher für das erste Quartal 2017/18 vorliegenden Erkenntnisse signalisieren eine stabile Situation mit etwas höheren Preisen.
Der Absatz von freien Kathodenmengen am Markt orientiert sich an der geplanten Weiterverarbeitung unserer Kathodenproduktion im Konzern.
Qualifizierte Aussagen über die Entwicklung des Kupferproduktgeschäfts im neuen Geschäftsjahr sind nur begrenzt möglich, da die Verhandlungssaison über Jahresverkaufsverträge 2018 noch nicht beendet ist. Ein bereits bekannter Faktor ist die von Aurubis für das kommende Kalenderjahr festgesetzte Kupferprämie für europäische Gießwalzdraht- und Stranggussformatkunden. Diese wurde mit 86 US$/t auf dem Vorjahresniveau gehalten. Damit tragen wir im europäischen Geschäft der erwarteten Kundennachfrage für Jahresverträge Rechnung.
Angesichts der gut laufenden Branchenkonjunkturen rechnen wir damit, die Verhandlungssaison für Kupferprodukte mit entsprechenden Abschlüssen beenden zu können. Die gute Kundenbindung in unseren Kernmärkten unterstützt dies. Außerdem werden wir den Ausbau unseres Neukundengeschäfts fortsetzen.
Insgesamt können sich wie in den Vorjahren quartalsweise Unterschiede ergeben. Dies hat saisonale Gründe, kann aber auch durch Störungen bei Aggregaten oder in den Betriebsabläufen verursacht sein. Gerade das erste Quartal eines Geschäftsjahres zeichnet sich im Geschäftsverlauf durch periodenbedingte Besonderheiten aus, zu denen beispielsweise eine zurückhaltende Ordertätigkeit bei Kunden oder Veränderungen in den Rohstofflieferungen zählen.
Im Geschäftsjahr 2016/17 haben wir im Konzern verschiedene Initiativen und Einzelmaßnahmen angestoßen, um Aurubis weiter zu stärken. Sie sind im Transformationsprogramm ONE Aurubis enthalten, mit dem wir die Vision 2025 erreichen wollen. Aktuell ist Aurubis in vielen Bereichen Marktführer - diese Positionen sollen langfristig weiter ausgebaut werden. So wurde entschieden, das Projekt FCM fortzuführen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des neuen Multi-Metall-Ansatzes und mit größeren Investitionen verbunden. Wir beabsichtigen, die FCM-Anlagen an den Standorten Olen (Belgien) und Hamburg zu realisieren. Aurubis wird sich im nächsten Jahr von einem Kupferkonzern zu einem Multi-Metall-Konzern entwickeln.
Die künftige Entwicklung und Prognose der Aurubis AG deckt sich mit der für den Aurubis-Konzern getroffenen Gesamtaussage.
Erwartete Finanzlage
Der Netto-Cashflow im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug 480 Mio. €. Die Belastungen aus Mittelabflüssen durch Investitionstätigkeiten erreichten im Geschäftsjahr 155 Mio. € (Vj. 128 Mio. €). Insgesamt sind die Netto-Finanzverbindlichkeiten deutlich auf -219 Mio. € zurückgegangen, nach 23 Mio. € im Vorjahr. Die Brutto-Finanzverbindlichkeiten haben sich im Laufe des Geschäftsjahres im Wesentlichen durch die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € im Vorjahr auf 351 Mio. € im Berichtsjahr reduziert. Die Barmittelbestände sind von 472 Mio. € auf 570 Mio. € angestiegen. Als weitere Liquidität stehen dem Unternehmen ungenutzte Kreditlinien aus einem Konsortialkreditvertrag über 350 Mio. € zur Verfügung, der eine Laufzeit bis 2022 hat. Somit verfügt Aurubis über ausreichend Liquidität, die aus heutiger Sicht nicht gefährdet ist. Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir aus dem operativen Geschäft eine weiterhin robuste Finanzlage. Die im Geschäftsjahr 2017/18 planmäßig fälligen Tilgungen beabsichtigen wir aus vorhandener Liquidität zu bestreiten.
Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung des Aurubis-Konzerns
Für Jahresverträge 2018 stehen die Rahmenbedingungen am Markt für Kupferkonzentrate zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht fest.
| ― | Für Altkupfer und Schwefelsäure bleibt die Marktentwicklung im Geschäftsjahr 2017/18 wegen der Kurzfristigkeit des Geschäfts weiterhin schwer prognostizierbar. |
| ― | Die Kupferprämie von 86 US$/t für 2018 ist unverändert zum Vorjahr. |
| ― | Wir erwarten, gestützt auf Branchenprognosen, eine stabile bis gute Kupferproduktnachfrage. |
| ― | Mindestens zusätzliche 30 Mio. € operatives EBITDA erwarten wir aus dem Effizienzsteigerungsprogramm, das mit fortlaufenden Optimierungen an allen Standorten verbunden ist. |
| ― | Für das Geschäftsjahr 2017/18 gehen wir von einer hohen Anlagenverfügbarkeit aus. |
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2017/18 werden wir, im Einklang mit der neuen Organisation, in den beiden Segmenten Metal Refining & Processing und Flat Rolled Products berichten. Für Prognosezwecke wurden das operative Ergebnis und der operative ROCE des abgelaufenen Geschäftsjahres 2016/17 von der alten Segmentierung in die neue überführt.
Im Segment Metal Refining & Processing erwarten wir für das Geschäftsjahr 2017/18 ein operatives EBT auf Vorjahresniveau (Geschäftsjahr 2016/17: 334 Mio. €) und einen leicht niedrigeren operativen ROCE (Geschäftsjahr 2016/17: 20,8 %) im Vergleich zum Vorjahr.
Im Segment Flat Rolled Products planen wir für das Geschäftsjahr 2017/18 mit einem deutlich höheren operativen EBT (Geschäftsjahr 2016/17: 2 Mio. €) und einen leicht höheren operativen ROCE im Vergleich zum Vorjahr (Geschäftsjahr 2016/17: 0,7 %).
Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2017/18 ein auf Vorjahresniveau liegendes operatives EBT und einen leicht niedrigeren operativen ROCE gegenüber dem Berichtsjahr.
Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für den operativen ROCE
T 025
| Delta ROCE Prozentpunkte | |
|---|---|
| auf Vorjahresniveau | ± 0 bis 1,0 |
| leicht | ± 1,1 bis 4,0 |
| deutlich | > ± 4,0 |
Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für den operativen EBT
T 026
| Veränderung operatives EBT | |
|---|---|
| auf Vorjahresniveau | ± 0 bis 5,0 % |
| moderat | ± 5,1 bis 15,0 % |
| deutlich | > ± 15,0 % |
Die Definitionen für die qualifizierten komparativen Prognosen wurden im Vergleich zum Vorjahr angepasst. Die angepassten Definitionen berücksichtigen aus unser Sicht zutreffender als bisher die Schwankungen unseres Geschäftes. Die bisher geltenden Definitionen können Sie unseren zurückliegenden Finanzberichten entnehmen.
Zukunftsbezogene Aussagen
Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie "antizipieren", "annehmen", "glauben", "einschätzen", "erwarten", "beabsichtigen", "können/könnten", "planen", "projizieren", "sollten" und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere die politische Entwicklung in den USA, Europa und China, eine Verengung des Rohstoffangebots und ein Rückgang der Nachfrage in den wichtigen Kupferabsatzmärkten. Des Weiteren zählen dazu eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Veränderungen der Wechselkurse, ein Akzeptanzverlust unserer Produkte mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Verarbeitungs- und Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Energie und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien sowie der Ausgang rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige in diesem Geschäftsbericht unter der Überschrift "Risiko- und Chancenbericht" beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.
Rechtliche Angaben
Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB i. V. m. Art. 80 EGHGB)
Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Vergütungsbericht sind Teil des zusammengefassten Lageberichts. Beide sind im vorderen Teil dieses Geschäftsberichts abgedruckt und auf der Website der Gesellschaft einsehbar.
Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen
Erläuternder Bericht des Vorstands der Aurubis AG, Hamburg, gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG und § 26i EGAktG zu den übernahmerechtlichen Angaben nach den §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB sowie Art 80 EGHGB zum Bilanzstichtag 30.09.2017
Im Folgenden sind die nach den §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Handelsgesetzbuch (HGB) geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30.09.2017 dargestellt.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Aurubis AG betrug zum Bilanzstichtag 115.089.210,88 € und war in 44.956.723 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € eingeteilt.
Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
10 % der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen vor dem Bilanzstichtag
Es bestand eine indirekte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschritten hat:
Die Salzgitter AG, Salzgitter, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 29.08.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Aurubis AG am 29.08.2011 die Schwelle von 25 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 25,002% der Stimmrechte (entsprechend 11.240.000 Stimmen) beträgt. Davon sind der Salzgitter AG 25,002% der Stimmrechte (entsprechend 11.240.000 Stimmen) von der Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, zuzurechnen.
Dementsprechend bestand bis zum Bilanzstichtag eine direkte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 25 % der Stimmrechte überschritten hat: Die Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, hielt gemäß Mitteilung der Salzgitter AG, Salzgitter, vom 29.08.2011 seit dem 29.08.2011 25,002 % der Stimmrechte (entsprechend 11.240.000 Stimmen).
10 % der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen nach dem Bilanzstichtag
Es besteht seit dem 25.10.2017 folgende indirekte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschreitet:
Die Salzgitter AG, Salzgitter, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 26.10.2017 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25.10.2017 an der Aurubis AG 15,751 % der Stimmrechte (entsprechend 7.081.263 Stimmen) beträgt. Davon sind der Salzgitter AG 15,751 % der Stimmrechte (entsprechend 7.081.263 Stimmen) von der Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, zuzurechnen.
Dementsprechend besteht eine direkte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschreitet: Die Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, hält gemäß Mitteilung der Salzgitter AG, Salzgitter, vom 26.10.2017 seit dem 25.10.2017 15,751 % der Stimmrechte (entsprechend 7.081.263 Stimmen).
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Aurubis AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 Aktiengesetz (AktG) und § 31 Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) in Verbindung mit § 6 Abs. 1 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung beschlossen. Der Beschluss der Hauptversammlung bedarf einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Der Aufsichtsrat ist ferner ermächtigt, § 4 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals und nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen. Er ist auch ermächtigt, die Fassung von § 4 Abs. 1 und 3 der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausgabe der neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund der von der Hauptversammlung am 02.03.2017 unter Tagesordnungspunkt 6 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften gegen Barleistung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht begründen, anzupassen. Entsprechendes gilt im Falle der Nichtausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen nach Ablauf des Ermächtigungszeitraums sowie im Falle der Nichtausnutzung des bedingten Kapitals nach Ablauf der Fristen für die Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten bzw. für die Erfüllung von Wandlungs- bzw. Optionspflichten.
Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe
Gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 23.02.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu € 57.544.604,16 durch Ausgabe von insgesamt bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ein- oder mehrmalig auszuschließen,
a) soweit es erforderlich ist, um etwaige Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen.
b) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage ausgegeben werden.
c) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 11.508.920,32 € oder, sollte dieser Betrag niedriger sein, von insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der erstmaligen Ausübung dieser Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss (der "Höchstbetrag") bestehenden Grundkapitals (jeweils unter Anrechnung der etwaigen Ausnutzung anderweitiger Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG), wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet.
Auf den Höchstbetrag ist das auf diejenigen Aktien entfallende Grundkapital anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden oder die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe von Wandel- und/ oder Optionsschuldverschreibungen gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Veräußerung von eigenen Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.
d) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, soweit es erforderlich ist, um Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechte auf Aktien ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts zustehen würde.
Durch Beschluss vom 09.02.2016 hat der Vorstand der Aurubis AG im Rahmen einer Selbstverpflichtung erklärt, von den in § 4 Abs. 2 der Satzung vorgesehenen Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre während der Laufzeit der Ermächtigung nur insoweit Gebrauch zu machen, als dass die auszugebenen Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe neuer Aktien etwaige eigene Aktien anzurechnen, die unter Bezugsrechtsausschluss veräußert werden, sowie solche Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/ oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Sofern und soweit die Hauptversammlung nach Ausübung einer Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss, die zur Anrechnung auf die vorgenannte 20 %-Grenze geführt hat, diese Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss neu erteilt, entfällt die erfolgte Anrechnung.
Diese Selbstverpflichtung wurde auf der Internetseite der Aurubis AG für die Laufzeit der Ermächtigung zugänglich gemacht.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28.02.2013 wurde die Gesellschaft bis zum 27.02.2018 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb zum Zweck des Handels mit eigenen Aktien ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben werden, zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:
a) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels eines Angebots an sämtliche Aktionäre veräußert werden, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet; das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung (die "Höchstgrenze"), und zwar jeweils unter Anrechnung der etwaigen Ausnutzung anderweitiger Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.
b) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels Angebot an sämtliche Aktionäre veräußert werden, soweit dies gegen Sachleistung Dritter, insbesondere im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen durch die Gesellschaft selbst oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen, sowie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen geschieht oder zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen; das Bezugsrecht der Aktionäre ist jeweils ausgeschlossen.
c) Die erworbenen eigenen Aktien können auch ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise eingezogen werden. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden.
Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 28.02.2013 ist unter Tagesordnungspunkt 7 in der im Bundesanzeiger vom 15.01.2013 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2013 wiedergegeben.
Befugnis des Vorstands zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und von Aktien aus bedingtem Kapital
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 nur gegen bar ausgegeben werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger der von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungspflicht) ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen oder Andienungen von Aktien erfolgen und soweit nicht eigene Aktien oder andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten, durch die Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten oder durch die Ausübung von Andienungsrechten entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festlegen.
Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 02.03.2017 ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der im Bundesanzeiger vom 17.01.2017 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2017 wiedergegeben. Es ist beabsichtigt, diese Ermächtigung auf der nächsten Hauptversammlung zu erneuern.
Wesentliche konditionierte Vereinbarungen der Gesellschaft
Für den Fall, dass eine Einzelperson oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen die Kontrolle über mehr als 50 % der Aktien oder der Stimmrechte an der Aurubis AG erwirbt, hat jeder Kreditgeber aus dem mit einem Bankenkonsortium geschlossenen Vertrag über eine Kreditlinie von 350 Mio. € (der "Konsortialkredit"), der im Wesentlichen der Finanzierung des Umlaufvermögens des Konzerns dient, jeweils einzeln das Recht, seine Beteiligung an dem Konsortialkredit zu kündigen und sofortige Rückzahlung der ihm darunter geschuldeten Beträge zu fordern.
Im Rahmen von diversen Schuldverschreibungen in Höhe von insgesamt 300 Mio. € steht den Darlehensgebern jeweils ein außerordentliches Kündigungsrecht im Falle eines Wechsels der Kontrolle über die Darlehensnehmerin zu.
Der Vorstand
Jürgen Schachler, Hamburg
Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger
Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor
Segment Primärkupfererzeugung bis zum 30.09.2017
Segment Metal Refining & Processing seit dem 01.10.2017
Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019
Dr. Stefan Boel, Hamme, Belgien
Geb.: 09.06.1966, belgischer Staatsbürger
Vorstand
Segment Kupferprodukte bis zum 30.09.2017
Segment Flat Rolled Products seit dem 01.10.2017
Bestellt seit dem 19.04.2008 bis zum 30.04.2021
| ― | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Chairman of the Board of Directors |
Erwin Faust, Hamburg, bis zum 30.06.2017
Geb.: 04.01.1957, deutscher Staatsbürger
Vorstand Finanzen
Bestellt seit dem 01.10.2008 bis ursprünglich 30.09.2018
| ― | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Director |
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter
Vorsitzender,
Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter
| ― | Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | KHS GmbH, Dortmund+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+ (ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+ ) Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Peiner Träger GmbH, Peine+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | TÜV Nord AG, Hannover Mitglied des Aufsichtsrats |
Renate Hold-Yilmaz, Hamburg *
Stellvertretende Vorsitzende, kfm. Angestellte,
Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
Burkhard Becker, Hattingen
Mitglied des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter
| ― | EUROPIPE GmbH, Mülheim/Ruhr+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | KHS GmbH, Dortmund+ Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 31.10.2017 |
| ― | Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+ (ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+ ) Mitglied des Aufsichtsrats Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Peiner Träger GmbH, Peine+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Flachstahl GmbH, Mülheim/Ruhr+ Mitglied des Aufsichtsrats ab dem 01.04.2017 |
| ― | Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Nord/LB Asset Management AG, Hannover Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr. Bernd Drouven, Hamburg
Ehem. Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG
| ― | NITHH gGmbH, Hamburg Vorsitzender des Aufsichtsrats |
Jan Koltze, Kummerfeld *
Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg
| ― | ESSO Deutschland GmbH, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr.-Ing. Joachim Faubel, Hamburg *
Angestellter im Konzerncontrolling der Aurubis AG
Dr. Sandra Reich, Singapur
Director, Head of German Desk, NORD/LB Singapore Branch, Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Singapur
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek, Lübeck *
Leiter Gesundheitsschutz Konzern der Aurubis AG,
| ― | Mitglied des Sprecherausschusses der Aurubis AG, Hamburg |
Rolf Schwertz, Datteln *
Maurer und Kesselwärter, Mitglied des Betriebsrats der Aurubis AG, Lünen, und Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Aurubis AG, Lünen
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg
Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg
| ― | Capital Stage AG, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
Ralf Winterfeldt, Hamburg *
Energieanlagenelektroniker, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg, Dortmund
Selbstständiger Berater
- Konzerngesellschaften der Salzgitter AG
* von der Belegschaft gewählt
Börsennotiertes Unternehmen
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)
Dr. Sandra Reich
Ralf Winterfeldt
Prüfungsausschuss (Audit Committee)
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender)
Burkhard Becker
Jan Koltze
Renate Hold-Yilmaz
Personalausschuss
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)
Dr. Bernd Drouven
Renate Hold-Yilmaz
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Ralf Winterfeldt
Nominierungsausschuss
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)
Burkhard Becker
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg
Technikausschuss
Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender)
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Renate Hold-Yilmaz
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek
Corporate Governance
Bericht zur Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung (Teil des zusammengefassten Lageberichts)
Die Prinzipien verantwortungsbewusster und nachhaltiger Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs- und Kontrollgremien der Aurubis AG. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie gemäß §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB i. V. m. Art. 80 EGHGB über die Unternehmensführung.
Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate Governance
§ 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat einer in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaft, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und aus welchem Grund nicht.
Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im Geschäftsjahr 2016/17 mehrfach mit Themen der Corporate Governance beschäftigt und am 06.11.2017 gemeinsam die aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Erklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Aurubis AG im Bereich Investor Relations/Corporate Governance dauerhaft zugänglich gemacht. Dort sind auch die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sowie die Erfüllung der Kodexvorgaben im Detail permanent öffentlich zugänglich.
Wortlaut der Entsprechenserklärung
"Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG erklären gemäß § 161 AktG, dass seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 04.11.2016 den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in ihrer Fassung vom 05.05.2015 und seit Inkrafttreten der geänderten Kodexfassung am 24.04.2017 in ihrer Fassung vom 07.02.2017 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Empfehlungen aus den dortigen Gründen entsprochen werden und wird:
| ― | Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 3 und Abs. 4 (Vergütung des Vorstands) Die Vergütungsstruktur der Vorstände wird bei Neuabschluss von Vorstandsverträgen ab dem 01.10.2017 grundsätzlich variable Vergütungsbestandteile, deren Bemessungsgrundlage mehrjährig und im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, sowie ein Abfindungs-Cap aufweisen. Dies gilt jedoch nicht für Altverträge. Insoweit besteht Bestandsschutz. |
| ― | Ziffer 5.4.1 Abs. 2 (Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat) Der Aufsichtsrat hat bzw. wird bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung unter Beachtung seines Kompetenzprofils im Rahmen der dann jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere unter Beachtung der Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes, die fachliche und persönliche Qualifikation der Kandidaten in den Vordergrund stellen. Dabei ist es selbstverständlich, dass im Rahmen der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die vom Aufsichtsrat festgelegte Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder und die ebenfalls vom Aufsichtsrat festgelegte Altersgrenze sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigt werden. Hierzu ist es nicht erforderlich, eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat festzulegen. |
Hamburg, den 6. November 2017
Für den Vorstand
Jürgen Schachler Vorsitzender
Dr. Stefan Boel Mitglied
Für den Aufsichtsrat:
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender"
Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Aurubis AG ist eine Gesellschaft deutschen Rechts, auf dem auch der Deutsche Corporate Governance Kodex beruht. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet und mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen.
Der Vorstand
Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung frei von Weisungen Dritter nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung sowie unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Hauptversammlung. Der Vorstand vertritt die Gesellschaft gegenüber Dritten.
Der Vorstand als Leitungsorgan führt die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung der Belange aller Stakeholder. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d. h. die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die nähere Ausgestaltung der Zusammenarbeit des Vorstands der Aurubis AG ist in einer vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung für den Vorstand zusammengefasst. Diese regelt vor allem die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung, namentlich erforderliche Beschlussmehrheiten sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstands.
Bestimmte Vorstandsentscheidungen von besonderem Gewicht bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Sie sind in einem Katalog festgelegt. So entscheidet der Aufsichtsrat beispielsweise über Beteiligungen an anderen Unternehmen - soweit die Maßnahme für den Konzern von wesentlicher Bedeutung ist - sowie über wesentliche Investitionen.
Der Vorstand der Aurubis AG bestand im Geschäftsjahr zunächst aus drei Mitgliedern (Herrn Jürgen Schachler als Vorsitzendem, Herrn Erwin Faust sowie Herrn Dr. Stefan Boel). Herr Erwin Faust stand dem Unternehmen krankheitsbedingt seit dem 01.11.2016 nicht zur Verfügung. Aus diesem Grunde wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 24.11.2016 Herr Faust einvernehmlich von seinen Diensten und Pflichten als Finanzvorstand der Aurubis AG befreit. Die Aufgaben von Herrn Faust wurden zunächst von Herrn Jürgen Schachler und Herrn Dr. Stefan Boel übernommen. Mit Ablauf des 30.06.2017 legte Herr Erwin Faust sein Amt als Vorstand der Aurubis AG nieder. Herr Rainer Verhoeven wurde mit Wirkung zum 01.01.2018 zum neuen Finanzvorstand bestellt.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Strategie, die Planung, die Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle und die Risikolage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements sowie über die Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen sind vom Vorstand ausführlich zu erläutern und zu begründen.
Sowohl bei der Zusammensetzung des Vorstands, der Besetzung von Führungsfunktionen als auch bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern (Ziffern 4.1.5, 5.1.2 und 5.4.1 des Kodex) sowie zur Besetzung sonstiger Gremien werden Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit dafür sorgen, dem Gesichtspunkt der Vielfalt (Diversity) verstärkt Rechnung zu tragen, und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben.
Der Vorstand der Aurubis AG ist nach § 76 Abs. 4 AktG verpflichtet, eine Zielgröße für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sowie eine Frist zum Erreichen dieses Zieles festzulegen.
Der Gesamtvorstand hat sich frühzeitig mit der genannten Regelung befasst und im August 2015 erstmals die Zielquoten für die erste und zweite Führungsebene der Aurubis AG benannt. Bei der erstmaligen Festlegung durfte die Umsetzungsfrist gesetzlich nicht über den 30.06.2017 hinausgehen. Für den relativ kurzen Zeitraum bis zum 30.06.2017 betrug die Zielgröße jeweils 20 %. Zu diesem Stichtag betrug der Frauenanteil in der ersten Führungsebene 19,4 %, in der zweiten Führungsebene 20,4 %.
Damit konnten die Zielgrößen für die zweite Führungsebene leicht übertroffen und für die erste Führungsebene nahezu erreicht werden. In der ersten Führungsebene waren im Berichtszeitraum nur wenige Stellen zu besetzen. Hierfür wurden gleichermaßen Männer und Frauen in Betracht gezogen. Letztlich wurden die vakanten Stellen an Bewerber vergeben, die am besten geeignet erschienen.
Der Vorstand hat am 12.06.2017 für den Zeitraum bis 30.06.2022 für die erste Führungsebene eine Zielgröße von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 25 % beschlossen. Für den Konzern ist es ein wichtiges Ziel, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern - unabhängig von gesetzlichen Regelungen.
Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug zum Berichtsstichtag unverändert 19,4 %, der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands zum Berichtsstichtag 20,4 %.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 gab es keine weiteren personellen Veränderungen.
Der Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der relevanten Gesamtbelegschaft sowie die Marktstellung des Unternehmens. Ebenso definiert er bei Versorgungszusagen für die Vorstände das angestrebte Versorgungsniveau. Der Personalausschuss unterbreitet dem Aufsichtsratsplenum entsprechende Vorschläge.
Der Aufsichtsrat wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für Geschäfte von grundlegender Bedeutung, besonders solche, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern, hat der Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Bei wesentlichen Ereignissen wird ggf. eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand.
Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Zur Vorbereitung der Sitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer in der Regel getrennt.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Dem mitbestimmten Aufsichtsrat der Aurubis AG gehören gemäß Satzung zwölf Mitglieder an, von denen nach Maßgabe des Mitbestimmungsgesetzes jeweils sechs von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die Amtsperioden sind identisch. Entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden die Vertreter der Aktionäre bei der letzten Wahl zum Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 28.02.2013 einzeln gewählt.
Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benannt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Die Ziele und das Kompetenzprofil wurden der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Aurubis AG dauerhaft zugänglich gemacht. Der Aufsichtsrat der Aurubis AG ist entsprechend dieser Zielsetzung zusammengesetzt. Mit Ablauf der Hauptversammlung 2018 wird sich der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der Anforderungen des § 96 Abs. 2 AktG zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen.
Er wird sich bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung im Rahmen der dann jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere unter Beachtung der Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes, auch künftig an den gesetzlichen Vorgaben orientieren und hierbei die fachliche und persönliche Qualifikation der Kandidaten in den Vordergrund stellen. Dabei ist es selbstverständlich, dass auch die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte sowie die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, die Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinne von Ziff. 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigt werden. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer hat sich der Aufsichtsrat nicht gegeben.
Gemäß Ziff. 5.4.1. Abs. 4 Deutscher Corporate Governance Kodex waren im Geschäftsjahr 2016/17 nach Einschätzung des Aufsichtsrats Herr Dr. Drouven, Frau Dr. Reich, Herr Prof. Vahrenholt und Herr Dr. Wortberg als unabhängige Mitglieder der Anteilseigner anzusehen.
Mit Herrn Dr. Bernd Drouven ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Aurubis AG im Aufsichtsrat vertreten, dessen Bestellung als Vorstand vor deutlich mehr als zwei Jahren endete. Die Wahl von Herrn Dr. Bernd Drouven in den Aufsichtsrat der Aurubis AG erfolgte gemäß § 100 Abs. 2 S. 1 Nr. 4 AktG auf Vorschlag der Salzgitter Mannesmann GmbH.
Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehört dem Gremium nach Einschätzung des Aufsichtsrats mit insgesamt vier unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die nicht in einer persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zur Gesellschaft, zu deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen stehen, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.
Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre, die laufende Amtsperiode endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 01.03.2018.
Für die Frauenquote im Vorstand der Aurubis AG hatte der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG am 11.09.2015 eine Zielgröße von 0 % und eine Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2017 beschlossen, da aus damaliger Sicht keine Neubesetzungen anstanden. Diese Zielgröße konnte daher im Berichtszeitraum nicht übertroffen werden.
Mit Wirkung zum 01.07.2016 wurde Herr Jürgen Schachler zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Eine geeignete Kandidatin stand für diese Position nicht zur Verfügung.
Für den Zeitraum bis zum 30.06.2022 wurde vom Aufsichtsrat am 07.06.2017 eine deutlich erhöhte Zielgröße von 25 % für den Vorstand festgelegt. Unter Würdigung der bestehenden Verhältnisse erscheint es dem Aufsichtsrat möglich, diese Zielquote im angegebenen Zeitraum umzusetzen.
Die Zielgröße konnte in dem relativ kurzen Zeitraum bis zum 30.09.2017 nicht erreicht werden. In diesem Zeitraum stand nur die Neubesetzung der Position des Finanzvorstands an. Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten wurde der Fokus verstärkt auf die Auswahl geeigneter Frauen gelegt. Letztlich wurde mit Herrn Verhoeven der Kandidat ausgewählt, der nach Einschätzung des Aufsichtsrats die Position des Finanzvorstands aufgrund seiner fachlichen Qualifikation am besten ausfüllt.
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Personalausschuss, dem Prüfungsausschuss (Audit Committee), dem Nominierungsausschuss, dem Vermittlungsausschuss und dem Technikausschuss fünf Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Aufgaben der Ausschüsse sowie ihre Zusammensetzung und Arbeit sind teilweise in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats festgelegt. Die Zusammensetzung der Ausschüsse im Geschäftsjahr ist in diesem Geschäftsbericht aufgeführt. Die Mandate der Aufsichtsratsmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien werden ebenfalls in diesem Geschäftsbericht genannt.
Personalausschuss
Der sechsköpfige Personalausschuss ist paritätisch besetzt. Er befasst sich in Vorbereitung der erforderlichen Aufsichtsratsbeschlüsse mit der Struktur und Höhe der Vergütung für den gesamten Vorstand, der Vorbereitung von Vorstandsverträgen und der Auswahl von geeigneten Kandidaten für die Besetzung von Vorstandspositionen. Vorsitzender des Personalausschusses ist der Vorsitzende des Aufsichtsrats.
Prüfungsausschuss
Aufgabe des vierköpfigen, paritätisch besetzten Prüfungsausschusses ist hauptsächlich die Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance.
Der Prüfungsausschuss legt dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung für die Wahl des Abschlussprüfers vor, die in den Fällen der Ausschreibung des Prüfungsmandats mindestens zwei Kandidaten umfasst. Der Prüfungsausschuss überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasst sich darüber hinaus mit den von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen, mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung.
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Berichtsjahr, Herr Dr. Ernst J. Wortberg, ist unabhängiger Finanzexperte und verfügt aus seiner beruflichen Praxis über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Er ist kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft, dessen Bestellung vor weniger als zwei Jahren endete.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss ist gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Seine Aufgabe ist es, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern zu benennen.
Vermittlungsausschuss
Der Vermittlungsausschuss tagte im Berichtsjahr nicht.
Technikausschuss
Der vierköpfige Ausschuss ist paritätisch besetzt. Aufgabe des Technikausschusses ist die strategische Unterstützung und Überwachung des Vorstands bei der Umsetzung wesentlicher Investitionsprojekte.
Vermeidung von Interessenkonflikten
Die Mandate der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien sind in diesem Geschäftsbericht aufgeführt. Kein Vorstandsmitglied hielt mehr als drei Aufsichtsratsmandate bei nicht zum Konzern gehörenden börsennotierten Aktiengesellschaften oder in Aufsichtsgremien konzernexterner Gesellschaften, die vergleichbare Anforderungen stellen. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt.
Bei Geschäften mit Vorstandsmitgliedern vertritt der Aufsichtsrat die Gesellschaft. Wesentliche Geschäfte mit einem Vorstandsmitglied nahestehenden Personen oder Unternehmungen wurden und werden nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vorgenommen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat und den übrigen Vorstandsmitgliedern unverzüglich offenzulegen sind, auf. Berater- oder sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden auch im Berichtsjahr nicht.
Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung
Die Aurubis AG hat für alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt abgeschlossen. Es ist ein Selbstbehalt von 10 % des Schadens bzw. das Eineinhalbfache der festen jährlichen Vergütung vereinbart worden.
Angaben zu relevanten Unternehmensführungspraktiken
Für die Aurubis AG bilden die einschlägigen Rechtsvorschriften, vor allem das Aktien-, Mitbestimmungs- und Kapitalmarktrecht, die Satzung, der Deutsche Corporate Governance Kodex sowie die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands, die Grundlagen für die Ausgestaltung von Führung und Kontrolle im Unternehmen. Über die gesetzlichen Pflichten hinaus hat Aurubis Werte und daraus abgeleitete Verhaltensgrundsätze definiert, die den Rahmen für das Verhalten und die Entscheidungen verbindlich vorgeben und Orientierung für das unternehmerische Handeln bieten. Die Werte und die Verhaltensgrundsätze sind auf der Website des Unternehmens veröffentlicht. Jeder Mitarbeiter wird mit diesen konzernweit geltenden Werten und Verhaltensgrundsätzen (Code of Conduct) sowie den sich daraus ableitenden Unternehmensrichtlinien vertraut gemacht. Zu speziellen Themen finden Pflichtschulungen für (potenziell) betroffene Mitarbeiter statt (z. B. Kartellrecht, Antikorruption, Umweltschutz und Arbeitssicherheit).
Aktionäre und Hauptversammlung
Die Aktionäre der Aurubis AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme.
Die Hauptversammlung wählt die von den Anteilseignern ohne Bindung an Wahlvorschläge zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats und beschließt über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen und die Zustimmung zu Unternehmensverträgen, ferner über die Vergütung des Aufsichtsrats sowie über Satzungsänderungen der Gesellschaft. In besonderen Fällen sieht das Aktiengesetz die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor.
Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet und seine Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts ordnungsgemäß nachweist, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können oder wollen, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Aurubis AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben. Nähere Einzelheiten gibt die Aurubis AG in der Einberufung der Hauptversammlung bekannt.
Die Einladung zur Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der Aurubis AG in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt.
Kontroll- und Risikomanagement sowie Compliance
Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Im Rahmen unseres werteorientierten Konzernmanagements sorgt ein angemessenes Risikomanagement dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Das Risikomanagement berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Einzelheiten zum Risikomanagement der Aurubis AG sind im Risikobericht dargestellt. Hierin ist der gemäß §§ 289 Abs. 5, 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB i. V. m. Art. 80 EGHGB geforderte Bericht zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystem enthalten.
Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien und wirkt auf die Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Das Compliance-Management-System wurde im Geschäftsjahr weiter ausgebaut, um den sich aus den gesetzlichen Anforderungen und dem Verhaltenskodex ergebenden Anforderungen gerecht zu werden.
Compliance wird im Unternehmen durch Prävention, Kontrolle und Sanktion sichergestellt. Präventive Maßnahmen sind interne Richtlinien, die Beratung und besonders die Schulung von Mitarbeitern. Sollten Verstöße gegen Gesetze oder interne Richtlinien festgestellt werden, greifen arbeits-, zivil-, aber auch strafrechtliche Sanktionen.
Der Chief Compliance Officer des Unternehmens ist zentraler Ansprechpartner für alle compliancerelevanten Fragen. Er berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. An den einzelnen Standorten des Konzerns stehen den Mitarbeitern auch lokale Compliance-Verantwortliche als Ansprechpartner zur Verfügung.
Beschäftigten wird über eine "Whistleblower-Hotline" eines externen Dienstleisters die Möglichkeit eingeräumt, auch anonym Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Diese Möglichkeit kann auch von Dritten genutzt werden.
Transparenz
Die Aurubis AG setzt die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und die wesentlichen neuen Tatsachen in Kenntnis. Der Geschäftsbericht, der Zwischenbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Über aktuelle Ereignisse und neue Entwicklungen informieren Pressemeldungen und gegebenenfalls Ad-hoc-Mitteilungen. Informationen stehen in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden in gedruckter Form oder über geeignete elektronische Medien publiziert. Im Rahmen unserer Investor Relations-Aktivitäten wurden regelmäßige Treffen mit Analysten und institutionellen Anlegern durchgeführt. Neben einer jährlichen Analystenkonferenz finden - vor allem anlässlich der Veröffentlichung des Zwischenberichts und der Quartalsmitteilungen - Telefonkonferenzen für Analysten statt. Neue Tatsachen, die Finanzanalysten und vergleichbaren Adressaten mitgeteilt werden, haben wir auch den Aktionären über die Internetseite der Gesellschaft unverzüglich zur Verfügung gestellt.
Die Satzung der Gesellschaft sowie die aktuelle Entsprechenserklärung und die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sind ebenfalls auf der Website abrufbar.
In einem europaweit verbreiteten Informationssystem wird ferner unverzüglich nach Eingang einer diesbezüglichen Mitteilung nach § 21 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) das Erreichen, Über- oder Unterschreiten von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der Gesellschaft veröffentlicht.
Finanzkalender
Die geplanten Termine der wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen - wie Hauptversammlung, Geschäftsbericht, Zwischenbericht, Quartalsmitteilungen und Termine von Bilanzpresse- und Analystenkonferenzen - sind in einem Finanzkalender zusammengestellt. Der Kalender wird mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf veröffentlicht und auf der Internetseite der Aurubis AG dauerhaft zur Verfügung gestellt.
Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte sowie Aktienbesitz der Organmitglieder
Gemäß Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU 596/2014) müssen die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG und bestimmte Mitarbeiter in Führungspositionen sowie die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft und sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenlegen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.
Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat Aktiengeschäfte in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 getätigt:
| ― | Herr Dr. Thomas Schultek/Erhöhung von 200 Stückaktien durch Erbschaft. |
Die Mitglieder des Vorstands haben der Gesellschaft mitgeteilt, dass sie in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 keine Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert haben.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Aurubis AG stellt ihren Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Aurubis AG wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) und nach Aktiengesetz (AktG) aufgestellt. Jahres- und Konzernabschluss sowie Konzernlagebericht werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie vom Aufsichtsrat geprüft. Die Aurubis AG veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2016/17 einen zusammengefassten Lagebericht für die Aurubis AG und den Konzern. Der Zwischenbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden vor der Veröffentlichung vom Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert.
Die Wahl des Abschlussprüfers der Gesellschaft erfolgte gemäß den aktienrechtlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Prüfer des Konzernabschlusses 2016/17 und Konzernlageberichts sowie des HGB-Abschlusses 2016/17 der Aurubis AG war die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2008/09 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis mit Prüfung des Geschäftsjahres 2016/17 damit das neunte Mal geprüft. Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer war im Geschäftsjahr 2016/17 Herr Claus Brandt, der den Konzern und die Gesellschaft erstmals geprüft hat. Der Aufsichtsrat hat vor Unterbreitung des Wahlvorschlags die vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehene Erklärung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu deren Unabhängigkeit eingeholt. Die Prüfungen erfolgten nach deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung; ergänzend wurden die International Standards on Auditing beachtet. Sie umfassten auch das Risikomanagement und die Einhaltung der Berichtspflichten zur Corporate Governance nach § 161 AktG.
Mit dem Abschlussprüfer wurde zudem vertraglich vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet.
Hamburg, im Dezember 2017
Der Vorstand
Jürgen Schachler Vorsitzender
Dr. Stefan Boel Mitglied
Vergütungsbericht für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Aurubis AG
Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Er erläutert die Struktur und Höhe der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung der Aurubis AG.
Vergütung des Vorstands
Der Aufsichtsrat setzt auf Vorschlag des Personalausschusses die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest, er beschließt und überprüft regelmäßig das Vergütungssystem für den Vorstand. Im Geschäftsjahr 2016/17 hat der Aufsichtsrat das Vergütungssystem unter Einbeziehung eines unabhängigen externen Vergütungsexperten grundlegend überarbeitet. Ziel der neuen Regelung ist es, die Vorstandsvergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten. Insbesondere haben die variablen Vergütungsbestandteile nun eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen ist.
Das neue System gilt für Neu- und ggf. Folgebestellungen und somit bereits für den neuen Finanzvorstand, Herrn Rainer Verhoeven, der mit Wirkung zum 01.01.2018 bestellt wurde. Für die Vorstände Herrn Jürgen Schachler und Herrn Dr. Stefan Boel sowie für den ehemaligen Finanzvorstand Herrn Erwin Faust galt bzw. wird zunächst das alte Vergütungssystem weitergelten.
Altes Vergütungssystem für den Vorstand
Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist in deren Anstellungsverträgen festgelegt und besteht aus aufeinander abgestimmten Vergütungsbestandteilen. Im Einzelnen handelt es sich um Festbezüge, variable Bezüge sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen.
Fixe Komponenten
Der fixe Teil der Vergütung besteht aus den Festbezügen, den Nebenleistungen und den Pensionszusagen. Die jährlichen Festbezüge betragen für den Vorstandsvorsitzenden 570.000 € (ab 01.10.2017 600.000 €) sowie für die ordentlichen Vorstandsmitglieder 399.000 € (ab 01.10.2017 420.000 €) und werden monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.
Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.
Herr Faust hat eine leistungsorientierte Pensionszusage. Die Versorgungsbezüge bestimmen sich nach einem prozentualen Anteil der Festbezüge. Der prozentuale Anteil steigt mit der Dauer der Vorstandszugehörigkeit. Die Pension wird fällig nach Vollendung des 65. Lebensjahres sowie bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Pensionen, die vor Vollendung des 65. Lebensjahres gezahlt werden, haben den Charakter eines Übergangsgeldes. Bezüge, die ein Vorstandsmitglied nach dem Ausscheiden aufgrund einer Tätigkeit außerhalb des Aurubis-Konzerns erhält, werden ggf. bis zum 65. Lebensjahr auf die Pension angerechnet.
Die Herren Schachler und Dr. Boel erhalten von der Gesellschaft eine beitragsorientierte Pensionszusage, für die jährlich ein Beitrag in Höhe von 140.000 € für Herrn Schachler und 100.000 € für Herrn Dr. Boel an ein Versicherungsunternehmen gezahlt wird.
Alle Vorstände erhalten zusätzlich eine beitragsorientierte betriebliche Altersvorsorge. Diese Altersvorsorge ist als Kapitalzusage ausgestaltet. Zum Ende eines jeden Geschäftsjahres werden für den Vorstandsvorsitzenden 120.000 € und für die weiteren Vorstände je 80.000 € in Rückdeckungsversicherungen eingezahlt.
Der jeweilige Vorstand kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres (bei Herrn Erwin Faust nach Vollendung des 60. Lebensjahres), jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, über den angesammelten Kapitalbetrag verfügen.
Variable Komponenten
Das alte System zur variablen Vergütung umfasst zwei Komponenten, die jährlich zur Auszahlung kommen: Die erste Komponente (Komponente I) ist abhängig von einer jährlichen Zielerreichung, bezogen auf ein bereinigtes, durchschnittliches EBT (Earnings Before Taxes) des Konzerns von drei Jahren, und zwar jeweils bezogen auf das laufende sowie die beiden dem jeweiligen Geschäftsjahr vorangegangenen Geschäftsjahre. Zielwert ist ein aus einem ROCE (Return on Capital Employed) von 15 % abgeleitetes EBT. Wenn das EBT unterhalb von 40 % des Zielwerts liegt, entfällt eine Zahlung aus der Komponente I. Der Zielbonus der Komponente I kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Der maximal zu erreichende Betrag aus dieser Komponente beträgt bei 100 % Zielerreichung 712.500 € (ab 1.10.2017 750.000 €) für den Vorstandsvorsitzenden sowie 475.000 € (ab 01.10.2017 500.000 €) für das ordentliche Vorstandsmitglied.
Die Komponente II sieht eine jährliche Beurteilung der gesamthaften (Komponente II a) und individuellen (Komponente II b) Leistung des Vorstands durch den Aufsichtsrat vor. Beide Komponenten basieren auf einer qualitativen, kriteriengestützten Beurteilung der nachhaltigen Unternehmensführung. Der Zielbonus der Komponente II kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Eine Auszahlung von mindestens 50 % des Zielbonus erfolgt immer, es sei denn, die Gewährung wäre unbillig im Sinne des § 87 Abs. 2 AktG. Der maximal zu erreichende Betrag aus den Komponenten II a und II b beträgt für den Vorstandsvorsitzenden jeweils 237.500 € (ab 01.10.2017 250.000 €) sowie für das ordentliche Vorstandsmitglied jeweils 166.250 € (ab 01.10.2017 175.000 €).
Der Zielbonus der Komponente I beträgt 60 % der gesamten variablen Bezüge, der Zielbonus der Komponente II 40 %.
Vorzeitige Beendigung
Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine Change-of-Control-Klauseln.
Höhe der Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2016/17
Insgesamt betrug die Vergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2016/17 4.589.106 € einschließlich Versorgungsaufwand.
Herr Erwin Faust hat mit Wirkung zum Ablauf des 30.06.17 sein Amt als Finanzvorstand niedergelegt. Der Aufhebungsvertrag sieht vor, dass die fixen Bestandteile des Gehalts bis zum Geschäftsjahresende 2016/17 vollständig vergütet werden. Des Weiteren erhält Herr Faust eine Einmalzahlung in Höhe von 400.000 € brutto sowie die variable Vergütung für die Zeit vom 01.07 bis 30.09.2017 in Höhe von 177.532 €. Die Auszahlung erfolgt im Januar 2018. Herr Faust erhält ab dem 01.10.2017 eine Pension in Form eines Übergangsgeldes bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres erhält Herr Faust die im Anstellungsvertrag vereinbarte Pension. Die Beiträge zur beitragsorientierten betrieblichen Altersvorsorge für Herrn Faust sind bis zum 30.09.2017 entrichtet worden.
Für die Pensionsansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft auf Basis von IFRS Pensionsrückstellungen gebildet. Im Berichtsjahr betrugen die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder 808.104 €. Dieser Betrag setzt sich aus den sogenannten Dienstzeitaufwendungen (Service cost) und den Beiträgen an eine externe Altersversorgung zusammen.
Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 2.099.400 €, die Rückstellungen für ihre Pensionsansprüche betragen insgesamt 27.554.891 €.
Einzelheiten ergeben sich in individualisierter Form aus den nachfolgenden Tabellen:
Gewährte Zuwendungen
T 003
| in € | Feste Vergütung | Nebenleistungen | Summe | Einjährige variable Vergütung | Mehrjährige variable Vergütung | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Jürgen Schachler | 2015/16 | 142.500 | 3.465 | 145.965 | 118.750 | 157.106 |
| Vorstandsvorsitzender | 2016/17 | 570.000 | 19.586 | 589.586 | 475.000 | 686.850 |
| seit 01.07.2016 | Min | 570.000 | 19.586 | 589.586 | 237.500 | 0 |
| Max | 570.000 | 19.586 | 589.586 | 475.000 | 712.500 | |
| Dr. Stefan Boel | 2015/16 | 399.000 | 18.177 | 417.177 | 332.500 | 418.950 |
| Vorstand | 2016/17 | 399.000 | 18.389 | 417.389 | 332.500 | 457.900 |
| seit 19.04.2008 | Min | 399.000 | 18.389 | 417.389 | 166.250 | 0 |
| Max | 399.000 | 18.389 | 417.389 | 332.500 | 475.000 | |
| Erwin Faust | 2015/16 | 399.000 | 19.139 | 418.139 | 332.500 | 418.950 |
| Vorstand | 2016/172) | 299.250 | 16.058 | 315.308 | 249.375 | 343.425 |
| vom 01.10.2008 bis 30.06.2017 | Min | 299.250 | 16.058 | 315.308 | 124.688 | 0 |
| Max | 299.250 | 16.058 | 315.308 | 249.375 | 356.250 | |
| Summe | 2015/16 | 940.500 | 40.781 | 981.281 | 783.750 | 995.006 |
| 2016/17 | 1.268.250 | 54.033 | 1.322.283 | 1.056.875 | 1.488.175 | |
| Min | 1.268.250 | 54.033 | 1.322.283 | 528.438 | 0 | |
| Max | 1.268.250 | 54.033 | 1.322.283 | 1.056.875 | 1.543.750 |
| in € | Gesamtsumme | Versorgungsaufwand1) | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Jürgen Schachler | 421.821 | 260.000 | 681.821 |
| Vorstandsvorsitzender | 1.751.436 | 260.000 | 2.011.436 |
| seit 01.07.2016 | 827.086 | 260.000 | 1.087.086 |
| 1.777.086 | 260.000 | 2.037.086 | |
| Dr. Stefan Boel | 1.168.627 | 180.000 | 1.348.627 |
| Vorstand | 1.207.789 | 180.000 | 1.387.789 |
| seit 19.04.2008 | 583.639 | 180.000 | 763.639 |
| 1.224.889 | 180.000 | 1.404.889 | |
| Erwin Faust | 1.169.589 | 321.506 | 1.491.095 |
| Vorstand | 908.108 | 368.104 | 1.276.212 |
| vom 01.10.2008 bis 30.06.2017 | 439.996 | 368.104 | 808.100 |
| 920.933 | 368.104 | 1.289.037 | |
| Summe | 2.760.037 | 761.506 | 3.521.543 |
| 3.867.333 | 808.104 | 4.675.437 | |
| 1.850.720 | 808.104 | 2.658.824 | |
| 3.922.908 | 808.104 | 4.731.012 |
Zufluss
T 004
| in € | Feste Vergütung | Nebenleistungen | Summe | Einjährige variable Vergütung | Mehrjährige variable Vergütung | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Jürgen Schachler | ||||||
| Vorstandsvorsitzender | 2015/16 | 142.500 | 3.465 | 145.965 | 118.750 | 117.563 |
| seit 01.07.2016 | 2016/17 | 570.000 | 19.586 | 589.586 | 475.000 | 691.125 |
| Dr. Stefan Boel | ||||||
| Vorstand | 2015/16 | 399.000 | 18.177 | 417.177 | 290.938 | 313.500 |
| seit 19.04.2008 | 2016/17 | 399.000 | 18.389 | 417.389 | 299.250 | 460.750 |
| Erwin Faust | ||||||
| Vorstand | 2015/16 | 399.000 | 19.139 | 418.139 | 290.938 | 313.500 |
| seit 01.10.2008 bis 30.06.2017 | 2016/172) | 299.250 | 16.058 | 315.308 | 187.031 | 345.563 |
| Summe | 2015/16 | 940.500 | 40.781 | 981.281 | 700.626 | 744.563 |
| 2016/17 | 1.268.250 | 54.033 | 1.322.283 | 961.281 | 1.497.438 |
| in € | Gesamtsumme | Versorgungsaufwand1) | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Jürgen Schachler | |||
| Vorstandsvorsitzender | 382.278 | 260.000 | 642.278 |
| seit 01.07.2016 | 1.755.711 | 260.000 | 2.015.711 |
| Dr. Stefan Boel | |||
| Vorstand | 1.021.615 | 180.000 | 1.201.615 |
| seit 19.04.2008 | 1.177.389 | 180.000 | 1.357.389 |
| Erwin Faust | |||
| Vorstand | 1.022.577 | 321.506 | 1.344.083 |
| seit 01.10.2008 bis 30.06.2017 | 847.902 | 368.104 | 1.216.006 |
| Summe | 2.426.470 | 761.506 | 3.187.976 |
| 3.781.002 | 808.104 | 4.589.106 |
1) Nach HGB ergab sich ein Versorgungsaufwand von 399.821 € (Vj. 230.041 €) für Erwin Faust, 180.000 € (Vj. 180.000 €) für Dr. Stefan Boel und 260.000 € (Vj. 260.000 €) für Jürgen Schachler.
2) Hierbei handelt es sich um die Vergütung für den Zeitraum 01.10.2016 bis 30.06.2017.
Herr Faust erhält im Rahmen der Vertragsbeendigung zusätzlich eine Einmalzahlung in Höhe von 400.000 €, die Festvergütung für die Zeit 01.07. - 30.09.2017 in Höhe von 99.750 € sowie die einjährige variable Vergütung in Höhe von 62.344 € und die mehrjährige variable Vergütung in Höhe von 115.188 €.
Die variable mehrjährige Vergütung für das Geschäftsjahr 2016/17 bemisst sich nach dem Verhältnis des operativen Ist- zum Soll-EBT, bezogen auf den Aurubis-Konzern und den Durchschnitt der Geschäftsjahre 2014/15, 2015/16 und 2016/17. Das durchschnittliche Ist-EBT beträgt 285 Mio. € und bedeutet eine Zielerreichung von 97 %.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde durch die Hauptversammlung mit Wirkung zum 01.10.2015 neu festgelegt und ist in § 12 der Satzung der Aurubis AG geregelt. Sie orientiert sich an der unterschiedlichen Beanspruchung im Aufsichtsrat und in seinen Ausschüssen.
Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz der bei der Ausübung seines Amtes entstandenen Auslagen eine feste Vergütung von 75.000 €/Geschäftsjahr. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, sein Stellvertreter das Doppelte dieses Betrags.
Aufsichtsratsmitglieder, die dem Personal- und/oder Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 15.000 €/ Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die den weiteren Ausschüssen des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 7.500 €/Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem Ausschuss des Aufsichtsrats den Vorsitz innehaben, erhalten pro Vorsitz in einem Ausschuss das Doppelte des Betrags/Geschäftsjahr.
Die feste Vergütung für die Ausschusstätigkeiten wird gemäß § 12 Abs. 2 der Satzung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats auf 25.000 €/Geschäftsjahr begrenzt. Die Begrenzung für jeden Vorsitzenden eines Ausschusses beträgt 50.000 €/Geschäftsjahr.
Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat oder einem seiner Ausschüsse nicht während des vollen Geschäftsjahres angehören, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihres Amtes.
Des Weiteren erhalten die Aufsichtsratsmitglieder für jede Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats und eines seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 €.
Die individualisierte Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016/17 betrug:
Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016/17 in €
T 005
| Name | Feste Vergütung | Vergütung für Ausschusstätigkeit | Sitzungsgeld | Insgesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann | 2015/16 | 225.000 | 50.000 | 10.000 | 285.000 |
| 2016/17 | 225.000 | 50.000 | 12.000 | 287.000 | |
| Renate Hold-Yilmaz | 2015/16 | 149.795 | 25.000 | 14.000 | 188.795 |
| 2016/17 | 150.000 | 25.000 | 14.000 | 189.000 | |
| Burkhard Becker | 2015/16 | 75.000 | 22.500 | 10.000 | 107.500 |
| 2016/17 | 75.000 | 22.500 | 11.000 | 108.500 | |
| Dr. Bernd Drouven | 2015/16 | 68.648 | 20.595 | 8.000 | 97.243 |
| 2016/17 | 75.000 | 30.000 | 11.000 | 116.000 | |
| Dr.-Ing. Joachim Faubel | 2015/16 | 75.000 | 0 | 5.000 | 80.000 |
| 2016/17 | 75.000 | 0 | 5.000 | 80.000 | |
| Jan Koltze | 2015/16 | 75.000 | 15.000 | 10.000 | 100.000 |
| 2016/17 | 75.000 | 15.000 | 9.000 | 99.000 | |
| Dr. Sandra Reich | 2015/16 | 75.000 | 7.500 | 6.000 | 88.500 |
| 2016/17 | 75.000 | 7.500 | 5.000 | 87.500 | |
| Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek | 2015/16 | 75.000 | 21.865 | 10.000 | 106.865 |
| 2016/17 | 75.000 | 22.500 | 11.000 | 108.500 | |
| Rolf Schwertz | 2015/16 | 75.000 | 0 | 6.000 | 81.000 |
| 2016/17 | 75.000 | 0 | 5.000 | 80.000 | |
| Prof. Dr. Fritz Vahrenholt | 2015/16 | 75.000 | 22.500 | 7.000 | 104.500 |
| 2016/17 | 75.000 | 22.500 | 11.000 | 108.500 | |
| Ralf Winterfeldt | 2015/16 | 75.000 | 22.439 | 8.000 | 105.439 |
| 2016/17 | 75.000 | 22.500 | 8.000 | 105.500 | |
| Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg | 2015/16 | 75.000 | 37.500 | 10.000 | 122.500 |
| 2016/17 | 75.000 | 37.500 | 11.000 | 123.500 | |
| Insgesamt | 2015/16 | 1.118.443 | 244.899 | 104.000 | 1.467.342 |
| 2016/17 | 1.125.000 | 255.000 | 113.000 | 1.493.000 |
Auf dieser Basis erhielten die Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 1.493.000 €.
Hamburg, den 12. Dezember 2017
Der Vorstand
Jürgen Schachler Vorsitzender
Dr. Stefan Boel Mitglied
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann Vorsitzender
Erläuterung des neuen Vergütungssystems für den Vorstand der Aurubis AG
Das neue Vergütungssystem entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Deutschen Corporate Governance Kodex, insbesondere Ziff. 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex und baut auf bewährten Bestandteilen des alten Systems auf. Die Hauptversammlung soll über die Billigung des neuen Systems zur Vergütung des Vorstands gemäß § 120 Abs. 4 AktG beschließen.
Das neue System gilt für Neu- und ggf. Folgebestellungen und somit bereits für den neuen Finanzvorstand, Herrn Rainer Verhoeven, der mit Wirkung zum 01.01.2018 bestellt wurde. Für die Vorstände Herrn Jürgen Schachler und Herrn Dr. Stefan Boel sowie für den ehemaligen Finanzvorstand Herrn Erwin Faust galt bzw. wird zunächst das alte Vergütungssystem weitergelten. Insbesondere haben die variablen Vergütungsbestandteile nun eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen ist.
Auch das neue Vergütungssystem setzt sich aus fixen und variablen Komponenten zusammen. Die Vergütungsstruktur beinhaltet insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen für alle Mitglieder des Vorstands.
Die variablen Vergütungsbestandteile enthalten ein- und mehrjährige variable Vergütungsbestandteile.
Die einjährige variable Vergütung (der Jahresbonus) wird zu 2/3 nach Ablauf des Geschäftsjahres ausbezahlt und beträgt bei 100 % Zielerreichung 272.000 € (max. 340.000 €) für ordentliche Vorstandsmitglieder. Das verbleibende Drittel des Jahresbonus wird in ein virtuelles Aktien-Deferral mit zweijähriger Laufzeit überführt und beträgt bei 100 % Zielerreichung 136.000 € (max. 255.000 €) für ordentliche Vorstandsmitglieder. Die mehrjährige variable Vergütung des "Performance Cash Plan" beträgt bei 100 % Zielerreichung 272.000 € (max. 340.000 €) für ordentliche Vorstandsmitglieder. Insgesamt (fixe und variable Komponenten) ist die Vergütung von Vorstandsmitgliedern auf einen Höchstbetrag begrenzt, der im Falle von ordentlichen Vorstandsmitgliedern 1.355.000 € beträgt (Gesamt-Cap). Für die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden kann im Anstellungsvertrag einen höheren Gesamt-Cap vorgesehen werden.
Zu den unterschiedlichen Vergütungsbestandteilen im Detail:
Fixe Komponenten
Die fixen Bestandteile der Vergütung bestehen aus den Festbezügen, den Pensionszusagen und Nebenleistungen.
Die jährlichen Festbezüge betragen wie beim alten Vergütungssystem für ordentliche Vorstandsmitglieder 420.000 € und werden monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.
Für die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden können im Anstellungsvertrag höhere Festbezüge festgelegt werden.
Die Pensionszusagen haben sich im Vergleich zum alten Vergütungssystem nicht verändert.
Alle Vorstandsmitglieder erhalten weiterhin eine Versorgungszusage zur betrieblichen Altersversorgung in Form einer Ruhegeldzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt für ordentliche Vorstandsmitglieder 100.000 € pro Jahr. Der Versorgungsbeitrag für den Vorstandsvorsitzenden kann höher festgesetzt werden. Die Beträge werden in Rückdeckungsversicherungen eingezahlt.
Zusätzlich erhalten Vorstandsmitglieder weiterhin eine beitragsorientierte betriebliche Altersversorgung in Form einer Kapitalzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt für ordentliche Vorstandsmitglieder 80.000 € pro Jahr und kann für den Vorstandsvorsitzenden höher festgesetzt werden. Der jeweilige Vorstand kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres, jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, über den angesammelten Kapitalbetrag verfügen.
Zusätzlich erhalten Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.
Der Aufsichtsrat kann für außerordentliche Leistungen, die durch die reguläre Vergütung nicht abgegolten sind, nach seinem Ermessen eine Sondervergütung gewähren, die im Anstellungsvertrag vorzusehen ist. Insgesamt darf der Gesamt-Cap jedoch nicht überschritten werden. Der Aufsichtsrat hat zuletzt und bisher einmalig eine Sondervergütung im Geschäftsjahr 2015/16 gewährt. Mit dieser hat der Aufsichtsrat die interimsmäßige Übernahme zusätzlicher Aufgaben im Vorstand durch Herrn Faust und Herrn Dr. Boel abgegolten.
Variable Komponenten
Das System zur variablen Vergütung umfasst sowohl eine einjährige variable Vergütung ("Jahresbonus") als auch eine mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung. Die mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung setzt sich aus einem "Performance Cash Plan" über drei Geschäftsjahre sowie einem Aktien-Deferral (virtuelle Aktien) über zwei Geschäftsjahre zusammen. Das Verhältnis mehrjähriger zu einjähriger variabler Vergütung beträgt 60:40. Die variablen Komponenten orientieren sich eng an den wesentlichen Konzernsteuerungskennzahlen EBT und ROCE.
Neue variable Vergütung
G 04

Jahresbonus
Der Jahresbonus berechnet sich mit einer Gewichtung von 50 % nach der für das Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung für die operative EBT-Komponente sowie mit einer Gewichtung von 50 % nach der für das jeweilige Geschäftsjahr vorgenommenen Beurteilung der individuellen Leistung des Vorstandsmitglieds, beides multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert. Der Zielwert beträgt derzeit für ordentliche Vorstandsmitglieder 408.000 €. Für den Vorstandsvorsitzenden kann ein höherer Zielwert festgelegt werden.
Die Zielerreichung für das operative EBT ermittelt sich auf Basis eines Ist/Ist-Vergleichs. Der Ist-Wert des operativen EBT im jeweiligen Geschäftsjahr wird mit dem Ist-Wert des operativen EBT des diesem Geschäftsjahr vorausgehenden Geschäftsjahres ("Vorjahr") verglichen. Bei einem gleichbleibenden operativen EBT gegenüber dem Vorjahr beträgt die Zielerreichung 100 %. Wird das operative EBT um 20 % gesteigert, so wird der Maximalwert von 125 % der Zielerreichung erreicht. Bei einem operativen EBT von minus 40 % gegenüber dem Vorjahr wird der Mindestwert von 62,5 % der Zielerreichung erreicht. Eine Zielerreichung zwischen diesen Punkten (62,5 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des operativen EBT zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Wird der Mindestwert unterschritten, beträgt die Zielerreichung 0 %. Ist das operative EBT sowohl im Vorjahr als auch im jeweiligen Geschäftsjahr negativ, ist der Aufsichtsrat berechtigt, die Zielerreichung nach billigem Ermessen festzusetzen. Wird im Vorjahr ein positives operatives EBT erzielt und im jeweiligen Geschäftsjahr ein negatives EBT, so beträgt die Zielerreichung 0 %. Durch den Vergleich mit dem Vorjahres-EBT wird im Jahresbonus ein Wachstum des operativen Konzernergebnisses und somit eine Stärkung der Ertragskraft des Unternehmens honoriert.
Die individuelle Leistung wird durch den Aufsichtsrat beurteilt und beruht auf zuvor im Anstellungsvertrag definierten Kriterien. Als Kriterien für die individuelle Leistung sind zurzeit die strategische Unternehmensentwicklung, Mitarbeiter und Führung sowie die Corporate Social Responsibility festgelegt worden. Der Grad der Zielerreichung kann vom Aufsichtsrat zwischen 0 % und 125 % festgelegt werden. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Jahresbonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).
Der Jahresbonus sieht für alle Vorstandsmitglieder einen Cap bei 125 % des Zielwerts vor. Für ordentliche Vorstandsmitglieder kann der erreichte Jahresbonus daher maximal 510.000 € betragen. Für einen Vorstandsvorsitzenden kann ein höherer Betrag vereinbart werden.
Die Auszahlung von zwei Dritteln des Jahresbonus erfolgt direkt nach Ablauf des Geschäftsjahres. Das letzte Drittel fließt in das Aktien-Deferral, das nachfolgend erläutert wird. Auch für die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral gilt ein Cap.
Funktionsweise Jahresbonus
G 05

Kalibrierung der Erfolgsziele - EBT
G 06

Aktien-Deferral
Um eine Aktienorientierung der variablen Vergütung zu gewährleisten, fließt ein Drittel des erreichten Jahresbonus in ein virtuelles Aktien-Deferral. Das Aktien-Deferral sieht eine zweijährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage vor.
Die Anzahl der virtuellen Aktien zu Beginn der zweijährigen Sperrfrist berechnet sich durch Division eines Drittels des erreichten Jahresbonus durch den Startaktienkurs. Der Startaktienkurs bezeichnet dabei das arithmetische Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der zweijährigen Laufzeit des Deferrals.
Nach Ablauf der zweijährigen Laufzeit wird die Anzahl an virtuellen Aktien mit dem Endaktienkurs multipliziert. Der Endaktienkurs ergibt sich ebenfalls aus dem arithmetischen Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage, diesmal vor Ende der Laufzeit. Der resultierende Betrag wird in bar am Ende der zweijährigen Laufzeit an die Vorstandsmitglieder ausbezahlt. Die Auszahlungshöhe ist für alle Vorstandsmitglieder jedoch auf 150 % des Ausgangswerts (entspricht einem Drittel des erreichten Jahresbonus) begrenzt. Damit ist die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral für ordentliche Vorstandsmitglieder auf einen Betrag von 255.000 € begrenzt. Für den Vorstandsvorsitzenden kann ein höherer Betrag gelten.
Funktionsweise Aktien-Deferral
G 07

1) Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der Sperrfrist.
2) Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Ende der Sperrfrist.
Performance Cash Plan
Der Performance Cash Plan sieht eine dreijährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage vor. Maßgebliches Erfolgsziel ist der im Geschäftsbericht ausgewiesene durchschnittliche operative Return on Capital Employed (ROCE) über die dreijährige Periode.
Der Auszahlungsbetrag errechnet sich aus der am Ende der dreijährigen Periode festgestellten Zielerreichung für den operativen ROCE, multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert des Performance-Cash-Plan. Der Zielwert beträgt für ordentliche Vorstandsmitglieder derzeit 272.000 €. Für Vorstandsvorsitzende kann ein höherer Zielwert festgelegt werden. Der ermittelte Auszahlungsbetrag ist für alle Vorstandsmitglieder auf 125 % des Zielwerts begrenzt. Für ordentliche Vorstandsmitglieder kann dieser daher maximal 340.000 € betragen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Performance Cash Bonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).
Zur Feststellung der endgültigen Zielerreichung des Performance Cash Plan wird am Ende der dreijährigen Periode der Durchschnitt des während der Periode jährlich nach Ende der jeweiligen Geschäftsjahre erreichten operativen ROCE bestimmt. Der Aufsichtsrat legt einen Wert bei 100 % Zielerreichung ("Zielwert") für den durchschnittlichen operativen ROCE sowie Werte für 50 % Zielerreichung ("Mindestwert") und 125 % Zielerreichung ("Maximalwert") fest. Der Zielwert des durchschnittlichen operativen ROCE für den dreijährigen Zeitraum der Geschäftsjahre 2017/18 bis einschließlich 2019/20 beträgt 12 %, der Mindestwert 6 % und der Maximalwert 15 %. Eine Zielerreichung zwischen diesen Punkten (50 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Mindestwert unterschritten, findet keine Auszahlung aus dem Performance Cash Plan statt. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des durchschnittlichen operativen ROCE zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Der Performance Cash Plan incentiviert durch einen ambitionierten ROCE-Zielkorridor die Erwirtschaftung eines positiven Wertbeitrags. Die Auszahlung findet am Ende der jeweiligen dreijährigen Periode in bar statt.
Funktionsweise Performance Cash Plan
G 08

Kalibrierung der Erfolgsziele - ROCE
G 09

Gesamt-Cap
Insgesamt (Festbezüge und variable Komponenten) ist die Vergütung von ordentlichen Vorstandsmitgliedern begrenzt auf einen Betrag von 1.355.000 €. Nebenleistungen und Versorgungsbeiträge aus Pensionszusagen fallen nicht unter den Gesamt-Cap. Für die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden können im Anstellungsvertrag höhere Festbezüge und Zielwerte festgelegt werden. Auch in diesem Fall gilt ein - entsprechend erhöhter - Gesamt-Cap.
Vorzeitige Beendigung
Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund wird im Rahmen des neuen Vergütungssystems eine Abfindung gezahlt, die entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt ist und keinen längeren Zeitraum als die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet. Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine Change-of-Control-Klauseln.
Zielstruktur der Vorstandsvergütung
G 10
| Funktion | Ordentliches Vorstandsmitglied | |
|---|---|---|
| Ziel | Maximum | |
| --- | --- | --- |
| Grundvergütung | 420.000 € | 420.000 € |
| + einjährige variable Vergütung1) | 272.000 € | 340.000 € |
| \= Zielbarvergütung | 692.000 € | 760.000 € |
| + Aktien-Deferral1) | 136.000 € | 255.000 €2) |
| + Performance Cash Plan | 272.000 € | 340.000 € |
| \= Zieldirektvergütung | 1.100.000 € | 1.355.000 € |
1) Einjährige variable Vergütung = 2/3 des Jahresbonus; Aktien-Deferral = 1/3 des Jahresbonus.
2) Zusätzlicher Hebel im maximalen Aktien-Deferral durch Aktienkurssteigerung von maximal +50 %.
Hamburg, den 12. Dezember 2017
Der Vorstand
Jürgen Schachler Vorsitzender
Dr. Stefan Boel Mitglied
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS
T 027
| in T€ | Anhang-Nr. | 12 Monate 2016/17 | 12 Monate 2015/16 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1 | 11.040.100 | 9.474.706 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 2 | 5.431 | 97.546 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 3 | 8.726 | 8.752 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 4 | 47.236 | 57.801 |
| Materialaufwand | 5 | -9.774.166 | -8.635.277 |
| Rohergebnis | 1.327.327 | 1.003.528 | |
| Personalaufwand | 6 | -470.489 | -448.584 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 7 | -135.210 | -134.803 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 8 | -259.137 | -243.322 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 462.491 | 176.819 | |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 9 | 10.932 | 6.351 |
| Zinserträge | 10 | 2.715 | 2.868 |
| Zinsaufwendungen | 10 | -19.575 | -27.373 |
| Übrige finanzielle Erträge | 11 | 220 | 257 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | 11 | -720 | -107 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 456.063 | 158.815 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 12 | -103.679 | -35.296 |
| Konzernergebnis | 352.384 | 123.519 | |
| Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis | 350.883 | 121.852 | |
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis | 13 | 1.501 | 1.667 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) | 14 | 7,80 | 2,71 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) | 14 | 7,80 | 2,71 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS
T 028
| in T€ | Anhang-Nr. | 12 Monate 2016/17 | 12 Monate 2015/16 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 352.384 | 123.519 | |
| Positionen, die zukünftig in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind | |||
| Marktbewertung von Cashflow-Sicherungen | 24, 30 | 25.688 | 28.050 |
| Marktbewertung von Finanzinvestitionen | 6.728 | 5.092 | |
| Veränderungen aus der Währungsumrechnung | -1.816 | -1.127 | |
| Ertragsteuern | 12 | -6.110 | -6.786 |
| Positionen, die nicht in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind | |||
| Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Verpflichtungen | 24, 26 | 81.698 | -94.358 |
| Ertragsteuern | 12, 24 | -26.440 | 30.445 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen - Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Verpflichtungen, nach Steuern | 12, 24, 26 | 183 | -498 |
| Sonstiges Ergebnis | 79.931 | -39.182 | |
| Konzern-Gesamtergebnis | 432.315 | 84.337 | |
| Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzern-Gesamtergebnis | 430.478 | 83.258 | |
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzern-Gesamtergebnis | 1.837 | 1.079 |
Konzernbilanz nach IFRS
Aktiva
T 029
| in T€ | Anhang-Nr. | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 15 | 131.618 | 84.740 |
| Sachanlagen | 16 | 1.269.836 | 1.288.155 |
| Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien | 17 | 7.955 | 8.515 |
| Finanzanlagen | 18 | 29.680 | 23.414 |
| At Equity bewertete Anteile | 19 | 50.223 | 45.012 |
| Latente Steuern | 25 | 5.747 | 10.418 |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 22 | 30.094 | 23.080 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 22 | 2.226 | 2.468 |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.527.379 | 1.485.802 | |
| Vorräte | 20 | 1.752.272 | 1.700.205 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 21 | 357.403 | 242.106 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 22 | 100.096 | 75.503 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 22 | 53.300 | 51.487 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 23 | 570.569 | 471.874 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.833.640 | 2.541.175 | |
| Summe Aktiva | 4.361.019 | 4.026.977 |
Passiva
T 030
| in T€ | Anhang-Nr. | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 24 | 115.089 | 115.089 |
| Kapitalrücklage | 24 | 343.032 | 343.032 |
| Erwirtschaftetes Konzern-Eigenkapital | 24 | 1.870.573 | 1.520.781 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 24 | 33.955 | 9.465 |
| Eigenkapital der Aktionäre der Aurubis AG | 2.362.649 | 1.988.367 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 24 | 3.097 | 2.769 |
| Eigenkapital | 2.365.746 | 1.991.136 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 26 | 243.682 | 322.000 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 27 | 63.678 | 64.038 |
| Latente Steuern | 25 | 205.134 | 150.847 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 28 | 340.266 | 337.112 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 28 | 2.752 | 18.788 |
| Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 28 | 1.213 | 1.201 |
| Langfristige Schulden | 856.725 | 893.986 | |
| Kurzfristige Rückstellungen | 27 | 39.013 | 32.310 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 28 | 905.083 | 797.710 |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | 28 | 19.959 | 4.522 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 28 | 11.068 | 158.131 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 28 | 129.729 | 117.702* |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 28 | 33.696 | 31.480* |
| Kurzfristige Schulden | 1.138.548 | 1.141.855 | |
| Summe Passiva | 4.361.019 | 4.026.977 |
* Werte zum 30.09.2016 angepasst (siehe Tz. 28).
Konzern-Kapitalflussrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS
T 031
| in T€ | Anhang-Nr. | 12 Monate 2016/17 | 12 Monate 2015/16 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 456.063 | 158.815 | |
| Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens | 7 | 135.210 | 134.803 |
| Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 1.768 | 1.994 | |
| Veränderung langfristiger Rückstellungen | 1.276 | 2.180 | |
| Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen | 3.070 | 909 | |
| Bewertung von Derivaten | 10.187 | -39.672 | |
| Sonstiges nicht zahlungswirksames Ergebnis | 4.404 | -2.530 | |
| Aufwendungen und Erträge aus dem Finanzergebnis | 5.361 | 15.440 | |
| Ein-/Auszahlungen für Ertragsteuern | -62.384 | -98.641 | |
| Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | -129.288 | 88.790 | |
| Veränderung der Vorräte (inkl. Bewertungseffekte) | -57.023 | -68.009 | |
| Veränderung kurzfristiger Rückstellungen | 6.713 | -2.364 | |
| Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) | 104.506 | 47.094* | |
| Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) | 479.863 | 238.809 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | 15, 16 | -165.045 | -143.143 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen | 680 | 8.530 | |
| Zinseinzahlungen | 2.715 | 2.868 | |
| Erhaltene Dividenden | 11, 19 | 6.169 | 3.865 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | -155.481 | -127.880 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | 109.582 | 42.029 | |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Finanzverbindlichkeiten | -263.163 | -54.891 | |
| Zinsauszahlungen | -14.066 | -17.353* | |
| Dividendenzahlungen | 24 | -57.705 | -61.780 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | -225.352 | -91.995 | |
| Veränderung der Zahlungsmittel | 99.030 | 18.934 | |
| Veränderungen aus Wechselkursänderungen | -335 | -31 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode | 471.874 | 452.971 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 23 | 570.569 | 471.874 |
* Vorjahreswerte angepasst (siehe Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung).
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung werden im Anhang auf S. 185 gegeben.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
T 032
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis1) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Erwirtschaftetes Konzern-Eigenkapital | Marktbewertung von Cashflow-Sicherungen | Markt- bewertung von Finanz- investitionen |
Währungs- änderungen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2015 | 115.089 | 343.032 | 1.523.444 | -33.994 | 0 | 11.688 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | -60.692 | 0 | 0 | 0 |
| Konzern-Gesamtergebnis | 0 | 0 | 58.029 | 28.050 | 5.092 | -1.127 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 0 | 121.852 | 0 | 0 | 0 |
| davon sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | -63.823 | 28.050 | 5.092 | -1.127 |
| Stand am 30.09.2016 | 115.089 | 343.032 | 1.520.781 | -5.944 | 5.092 | 10.561 |
| Stand am 30.09.2016 | 115.089 | 343.032 | 1.520.781 | -5.944 | 5.092 | 10.561 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | -56.196 | 0 | 0 | 0 |
| KonzernGesamtergebnis | 0 | 0 | 405.988 | 25.688 | 6.728 | -1.816 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 0 | 350.883 | 0 | 0 | 0 |
| davon sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 55.105 | 25.688 | 6.728 | -1.816 |
| Stand am 30.09.2017 | 115.089 | 343.032 | 1.870.573 | 19.744 | 11.820 | 8.745 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis1) | ||||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | Ertragsteuern | Anteile der Aktionäre der Aurubis AG | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2015 | 6.542 | 1.965.801 | 2.778 | 1.968.579 |
| Dividendenzahlung | 0 | -60.692 | -1.088 | -61.780 |
| Konzern-Gesamtergebnis | -6.786 | 83.258 | 1.079 | 84.337 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 121.852 | 1.667 | 123.519 |
| davon sonstiges Ergebnis | -6.786 | -38.594 | -588 | -39.182 |
| Stand am 30.09.2016 | -244 | 1.988.367 | 2.769 | 1.991.136 |
| Stand am 30.09.2016 | -244 | 1.988.367 | 2.769 | 1.991.136 |
| Dividendenzahlung | 0 | -56.196 | -1.509 | -57.705 |
| KonzernGesamtergebnis | -6.110 | 430.478 | 1.837 | 432.315 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 350.883 | 1.501 | 352.384 |
| davon sonstiges Ergebnis | -6.110 | 79.595 | 336 | 79.931 |
| Stand am 30.09.2017 | -6.354 | 2.362.649 | 3.097 | 2.365.746 |
1) Die enthaltenen Positionen sind zukünftig in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar.
Erläuterungen zum Eigenkapital werden im Anhang in Tz. 24 gegeben.
Konzernanhang
Allgemeine Erläuterungen
Die Aurubis AG ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland.
Der vorliegende Konzernabschluss zum 30.09.2017 ist in Anwendung der Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards i. V. m. § 315a Abs. 1 HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden berücksichtigt.
Die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung erfolgte nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat am 12.12.2017.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden sämtliche Beträge in Währungseinheiten von Tausend ausgewiesen.
Die Bilanz wurde nach kurzfristigen und langfristigen Vermögenswerten und Schulden gegliedert. Dabei sind kurzfristige Vermögenswerte und Schulden jene, von denen erwartet wird, dass sie innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden, oder die primär zu Handelszwecken gehalten werden.
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die Bewertung derivativer Finanzinstrumente, als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien und zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte erfolgt zum Zeitwert.
Bei der Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS ist es ferner nötig, dass der Vorstand und die durch ihn beauftragten Mitarbeiter in wesentlichen Teilbereichen Schätzungen und Annahmen vornehmen. Diese haben Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der hiermit verbundenen Erträge und Aufwendungen.
Bereiche, die im besonderen Maße die Anwendung von Schätzungen und Annahmen erfordern, sind unter "Wesentliche Schätzungen und Annahmen" auf Seite 134 dargestellt.
Im vorliegenden Bericht können sich aufgrund von Rundungen geringfügige Abweichungen bei Summenangaben ergeben.
Wesentliche Grundsätze der Rechnungslegung
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss wurden, wie im vorangegangenen Geschäftsjahr, zum Bilanzstichtag neben der Muttergesellschaft Aurubis AG, Hamburg, 22 weitere Gesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen, bei denen die Aurubis AG, Hamburg, direkt oder indirekt über die Mehrheit der Stimmrechte und somit über die Beherrschung verfügt. Der Konzernabschlussstichtag entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses der Aurubis AG, Hamburg, und aller einbezogenen Tochtergesellschaften mit Ausnahme von drei einbezogenen Unternehmen. Der Abschlussstichtag dieser Tochterunternehmen ist der 31.12. Für den Konzernabschluss wurden von diesen Unternehmen Zwischenabschlüsse zum Konzernabschlussstichtag erstellt.
Damit sind die Abschlüsse aller wesentlichen Tochterunternehmen, die die Aurubis AG beherrscht, Teil dieses Konzernabschlusses.
Gemäß IFRS 11.24 i. V. m. IAS 28 wurde die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg, Hersteller von Vorwalzbändern, an der eine Beteiligung von 50 % besteht, unter Verwendung der Equity-Methode bilanziert. Sie wird mit einem weiteren Partner gemeinschaftlich geführt (Gemeinschaftsunternehmen).
Konsolidierungsgrundsätze
Für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse der Gesellschaften werden einheitliche, für den Aurubis-Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde gelegt. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen wesentlichen Unternehmen sind von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft worden.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein sich aus der Verrechnung ergebender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und einer mindestens jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Entsprechend IAS 36 werden keine planmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird nach erneuter Prüfung der Zeitwerte sofort ergebniswirksam erfasst.
Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse sowie Umsätze, andere Erträge und Aufwendungen zwischen Konzerngesellschaften werden eliminiert. Durch Transaktionen innerhalb des Konzerns entstandene Zwischengewinne werden, falls nicht unwesentlich, bereinigt.
In den Konzernabschluss werden neben acht inländischen Gesellschaften 15 ausländische Gesellschaften einbezogen. Der Jahresabschluss von Tochterunternehmen in Fremdwährung wurde nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, welches die Berichtswährung der Aurubis AG darstellt. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt oder Bewertungszeitpunkt bei Neubewertungen in die funktionale Währung umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen erfolgen insbesondere in US-Dollar. Der durchschnittliche US-Dollar-Kurs des Geschäftsjahres 2016/17 betrug 1,10526 US$/€, der Kurs zum 30.09.2017 betrug 1,18060 US$/€. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung von Fremdwährungstransaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Materialaufwand erfasst, es sei denn, sie sind im Eigenkapital als qualifizierte Cashflow Hedges oder Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb zu berücksichtigen. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährung von insgesamt 1,3 Mio. € (netto) ertragswirksam erfasst. Vermögenswerte und Schulden der Bilanz von in Fremdwährung berichtenden Tochtergesellschaften werden in Ausübung der Regelung des IAS 21 mit den Mittelkursen zum Bilanzstichtag, die Gewinn- und Verlustrechnung mit den Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen hieraus werden bis zu einem möglichen Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen.
Die Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen erfolgt nach IFRS 11 unter Verwendung der Equity-Methode. Zwischenergebnisse aus Up-/ Downstream-Transaktionen mit Konzernunternehmen werden anteilig eliminiert.
Ertragsrealisierung
Umsatzerlöse werden im Wesentlichen aus dem Verkauf von Metallen und Kupferprodukten erzielt. Dabei werden die Umsatzerlöse zum Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle und der wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Kunden erfasst, insofern der Betrag der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann und der wirtschaftliche Nutzenzufluss aus der Transaktion wahrscheinlich ist. Im Geschäftsjahr gewährte Boni werden umsatzmindernd erfasst.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.
Finanzielle Vermögenswerte umfassen in diesem Zusammenhang insbesondere die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, an anderen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalinstrumente (z. B. Beteiligungen, Aktienbestände), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen sowie zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative Finanzinstrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen und derivative Finanzinstrumente. Im Konzern werden marktübliche Käufe und Verkäufe von originären Finanzinstrumenten grundsätzlich zum Erfüllungstag, d. h. zum Zeitpunkt der Lieferung und des Eigentumsübergangs erfasst. Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen.
Finanzielle Vermögenswerte werden angesetzt, wenn Aurubis ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente oder andere finanzielle Vermögenswerte von einem anderen Unternehmen zu erhalten. Der erstmalige Ansatz erfolgt immer zum beizulegenden Zeitwert. Dabei sind bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte, sofern diese unmittelbar durch Rückgriff auf einen aktiven Markt verfügbar sind. Ansonsten erfolgt eine Bewertung unter Anwendung marktüblicher Verfahren (Bewertungsmodelle) unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter. Unverzinsliche finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Für finanzielle Vermögenswerte mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr wird davon ausgegangen, dass der Zeitwert dem Nominalwert entspricht. Finanzielle Vermögenswerte in Fremdwährung sind zum Zeitpunkt der Erstbewertung mit dem gültigen Tageskurs und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder im Wesentlichen alle Chancen und Risiken übertragen werden. Veräußerte finanzielle Vermögenswerte, für die kein Regressanspruch besteht, wurden ausgebucht.
Die in den "übrigen Finanzanlagen" ausgewiesenen langfristigen Forderungen sind der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet und werden, falls wesentlich, unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden aufgrund ihrer kurzen Laufzeit mit dem Nominalwert abzüglich Wertberichtigungen bewertet. Die Wertberichtigungen berücksichtigen angemessen die Ausfallrisiken, die aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt werden. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.
Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden über ein Wertberichtigungskonto erfasst. Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte Minderung der Forderungen berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation ab.
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Darunter fallen die derivativen Finanzinstrumente, die nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind und damit zwingend als "zu Handelszwecken gehalten" klassifiziert werden müssen.
Daneben werden im Aurubis-Konzern Lieferverträge über Nichteisenmetalle (NE-Metalle) sowohl zur Deckung des erwarteten Bedarfs an Rohstoffen als auch für den Verkauf von Fertigprodukten abgeschlossen. Dabei kann es aufgrund von Bedarfsänderungen auch zu Schließungen der physischen Lieferverträge durch Vornahme von Ausgleichszahlungen kommen. Daher sind auch preisfixierte Metalllieferverträge als derivative Finanzinstrumente bilanziert. Da diese nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, sind sie ebenfalls als "zu Handelszwecken gehalten" klassifiziert.
Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust aus "zu Handelszwecken gehaltenen" finanziellen Vermögenswerten wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet und werden - sofern langfristig - unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und sind mit dem Nominalwert bewertet.
Die Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" stellt im Aurubis-Konzern die Residualgröße der originären finanziellen Vermögenswerte dar, die in den Anwendungsbereich des IAS 39 fallen und keiner anderen Kategorie zugeordnet wurden. Darunter fallen die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen, sonstigen Beteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich mit dem aus dem Börsenkurs abgeleiteten beizulegenden Zeitwert, sofern ein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt. Die aus der Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert in der Folge resultierenden Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Dies gilt nicht, wenn es sich um dauerhafte bzw. wesentliche Wertminderungen handelt, die erfolgswirksam zu erfassen sind. Erst mit dem Abgang der finanziellen Vermögenswerte werden die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Lässt sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen, werden die Anteile mit den Anschaffungskosten (ggf. abzüglich Wertminderungen) bewertet.
Umwidmungen von Finanzinstrumenten in andere Bewertungskategorien lagen weder im Geschäftsjahr 2016/17 noch im Geschäftsjahr 2015/16 vor.
Ein Wertminderungsaufwand wird im Aurubis-Konzern erfasst, wenn der Buchwert eines finanziellen Vermögenswerts höher ist als der Barwert der zukünftigen Cashflows. Die Überprüfung, ob ein Wertminderungsbedarf besteht, wird zu jedem Bilanzstichtag vorgenommen. Um eine Wertminderung objektiv nachweisbar festzustellen, werden Auslöser wie erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners herangezogen.
Für die Frage einer Wertminderung sind die bestehenden Kreditverhältnisse zu analysieren, die der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden und deren Folgebewertung somit zu fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen wird. Zum jeweiligen Bilanzstichtag ist zu überprüfen, inwieweit objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, die bilanziell zu berücksichtigen sind. Die Höhe des Verlustes berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows, diskontiert mit dem originären Effektivzinssatz des Finanzinstruments (erzielbarer Betrag). Dabei werden Cashflows aus kurzfristigen Forderungen aus Vereinfachungsgründen nicht diskontiert. Der Buchwert des Vermögenswerts ist durch Direktabschreibung oder durch Nutzung eines Wertberichtigungskontos erfolgswirksam auf den erzielbaren Betrag zu reduzieren.
Für Eigenkapitalinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" wird eine Wertminderung vorgenommen, wenn bedeutende nachteilige Änderungen im Umfeld des Emittenten vorliegen oder der beizulegende Zeitwert über einen längeren Zeitraum erheblich unter den Anschaffungskosten liegt. Der Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen beizulegenden Zeitwert und dem Buchwert des Finanzinstruments. Während Wertaufholungen bei Schuldinstrumenten ergebniswirksam vorzunehmen sind, dürfen sie bei Eigenkapitalinstrumenten nur erfolgsneutral erfolgen.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn eine vertragliche Verpflichtung vorliegt, einem anderen Unternehmen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente oder andere finanzielle Vermögenswerte zu übertragen. Der erstmalige Ansatz erfolgt immer zum beizulegenden Zeitwert. Davon werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die direkt zurechenbaren Transaktionskosten in Abzug gebracht und unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit amortisiert. Finanzielle Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Erstbewertung mit dem gültigen Tageskurs und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten, darunter fallen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sofern der Zinseffekt nicht unwesentlich ist, werden unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr abgezinst. Bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr wird unterstellt, dass der Zeitwert dem Rückzahlungsbetrag entspricht.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem niedrigeren Wert aus Barwert der Miet- bzw. Leasingraten und Zeitwert des Miet- oder Leasinggegenstands angesetzt. In den Folgeperioden mindern die in den Miet- bzw. Leasingraten enthaltenen Tilgungsanteile die entsprechende Verbindlichkeit.
Nicht in effektive Sicherungsbeziehungen eingebundene derivative Finanzinstrumente sind zwingend als "zu Handelszwecken gehalten" einzustufen und damit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Sind diese negativ, führt dies zum Ansatz einer finanziellen Verbindlichkeit.
Der Aurubis-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken sowie zur Absicherung von Warenpreisrisiken ein.
Die derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht dem Marktwert und kann sowohl positiv als auch negativ sein. Wenn ein Marktwert nicht vorliegt, wird dieser mit Barwert- und Optionspreismodellen errechnet. Als Eingangsparameter für diese Modelle werden, soweit wie möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktpreise und Zinssätze verwendet, die aus anerkannten Quellen bezogen werden.
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten werden entweder erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Dabei ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine effektive Sicherungsbeziehung eingebunden ist oder nicht. Liegt kein Cashflow Hedge Accounting vor, sind die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte sofort erfolgswirksam zu erfassen. Besteht hingegen eine wirksame Cashflow-Sicherungsbeziehung, werden diese erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis bilanziert.
Um Schwankungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund der unterschiedlichen Bewertung von abgesicherten Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten zu vermeiden, enthält IAS 39 spezielle Vorschriften zum Hedge Accounting. Ziel dieser Hedge Accounting-Vorschriften ist es, die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente und der abgesicherten Geschäfte weitgehend kompensierend zu erfassen.
Neben der Dokumentation verlangt IAS 39 für die Anwendung der Regelungen des Hedge Accounting den Nachweis eines effektiven Sicherungszusammenhangs. Hedge-Effektivität bedeutet, dass die Fair Value-Änderungen (für Fair Value Hedges) oder die Cashflow-Änderungen (für Cashflow Hedges) des abgesicherten Grundgeschäfts durch die gegenläufigen Fair Value-Änderungen oder Cashflow-Änderungen des Sicherungsinstruments ausgeglichen werden - jeweils bezogen auf das gesicherte Risiko.
Derivate, die im Rahmen eines Cashflow Hedge als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden, dienen der Absicherung zukünftiger Zahlungsströme. Ein Risiko hinsichtlich der Höhe zukünftiger Cashflows besteht insbesondere für variabel verzinsliche Kredite und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende geplante Transaktionen. Im Rahmen des Cashflow Hedge Accounting eingesetzte derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Das Bewertungsergebnis wird in einen effektiven und einen ineffektiven Teil zerlegt. Der effektive Teil ist der Teil des Bewertungsergebnisses, der eine wirksame Sicherung gegen das Cashflow-Risiko darstellt. Dieser wird erfolgsneutral nach Berücksichtigung latenter Steuern in einer gesonderten Position im Eigenkapital (Cashflow Hedge-Rücklage) erfasst. Der ineffektive Teil des Bewertungsergebnisses wird hingegen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Für die den gesicherten Zahlungsströmen zugrunde liegenden Geschäfte ändern sich die allgemeinen Bilanzierungsregeln nicht.
Nach Beendigung der Sicherungsbeziehung werden die in der Rücklage erfassten Beträge immer dann in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, wenn Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Grundgeschäft erfolgswirksam werden oder mit dem tatsächlichen Eintritt des Grundgeschäfts nicht mehr gerechnet wird.
Der Aurubis-Konzern geht darüber hinaus Sicherungsbeziehungen ein, die nicht den strengen Anforderungen des IAS 39 genügen und somit nicht nach den Regeln des Hedge Accounting bilanziert werden können. Nichtsdestotrotz entsprechen diese Sicherungsbeziehungen aus ökonomischer Sicht den Grundsätzen des Risikomanagements. Weiterhin wird bei der Fremdwährungsabsicherung bilanzierter monetärer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ebenfalls kein Hedge Accounting angewendet, da die aus der Währungsumrechnung gemäß IAS 21 erfolgswirksam zu realisierenden Gewinne und Verluste der Grundgeschäfte mit den Gewinnen und Verlusten der derivativen Sicherungsinstrumente einhergehen und sich entsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung näherungsweise ausgleichen.
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die in den Anwendungsbereich des IAS 39 fallen, können unter bestimmten Voraussetzungen bei Zugang unwiderruflich der Subkategorie "Fair Value Option" zugeordnet werden. Der Aurubis-Konzern hat weder bei den finanziellen Vermögenswerten noch bei den finanziellen Verbindlichkeiten Gebrauch von der Fair Value Option gemacht.
Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt gemäß den Regelungen des IFRS 13 zur Fair Value-Bewertung. Der beizulegende Zeitwert von in aktiven Märkten notierten Finanzinstrumenten wird auf Grundlage der Preisnotierung ermittelt, sofern diese im Rahmen von regelmäßigen und aktuellen Transaktionen verwendete Preise darstellen. Der Aurubis-Konzern verwendet Bewertungsverfahren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, sofern keine in aktiven Märkten notierten Preise verfügbar sind. Folglich basieren in Bewertungsverfahren verwendete Eingangsparameter wenn möglich auf beobachtbaren Daten, die von Preisen relevanter, in aktiven Märkten gehandelter Finanzinstrumente abgeleitet werden. Die Anwendung dieser Bewertungsverfahren erfordert Schätzungen und Annahmen seitens des Aurubis-Konzerns, deren Umfang von der Preistransparenz in Bezug auf das Finanzinstrument und dessen Markt sowie von der Komplexität des Instruments abhängt. Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Methoden und Einflussfaktoren werden regelmäßig durch das Management hinsichtlich ihrer Eignung analysiert. Weitere Informationen zu den bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten wesentlichen Schätzungen und Annahmen finden sich im Abschnitt "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten".
Immaterielle Vermögenswerte
Soweit immaterielle Vermögenswerte erworben wurden, werden diese zu Anschaffungskosten aktiviert. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die wirtschaftlich nutzbar sind, werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert, wenn die Kriterien für die Aktivierung erfüllt sind. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese beträgt zwischen drei und acht Jahren. Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem Stromliefervertrag werden unter den Materialaufwendungen ausgewiesen. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer bestehen mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte im Konzernabschluss nicht.
Sachanlagen
Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen bewertet, sofern sie länger als ein Jahr dem Geschäftsbetrieb dienen. Hierzu zählen auch Ersatzteile und Wartungsgeräte, die länger als eine Periode genutzt werden. Technische Sockelbestände sind als Komponenten der jeweiligen technischen Anlagen und Maschinen bilanziert. Hierbei handelt es sich um Materialmengen, die Metalle enthalten und notwendig sind, um die bestimmungsgemäße Funktionsfähigkeit der Produktionsanlagen herzustellen und diese in der Folge zu gewährleisten. Sockelbestände werden nicht planmäßig abgeschrieben, da sie keiner Abnutzung und keinem Alterungsprozess unterliegen.
Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Anlagengegenstand zurechenbaren Kosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden aktiviert. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 27 T€ (Vj. 138 T€) bei einem Finanzierungskostensatz von 1,7 % (Vj. 2,7 %) aktiviert. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear. Hierbei entsprechen die zugrunde gelegten Abschreibungsdauern den erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern im Konzern. Im Wesentlichen wurden folgende Nutzungsdauern angesetzt:
T 033
| Gebäude | 25 bis 40 Jahre |
| Grundstückseinrichtungen | 10 bis 25 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 bis 20 Jahre |
| Technische Sockelbestände | unbegrenzte Nutzungsdauer |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 20 Jahre |
Generalüberholungen oder Instandhaltungsmaßnahmen, die zum Ersatz von Komponenten führen, werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.
Leasing
Gemietete oder geleaste Anlagengegenstände werden im Anlagevermögen bilanziert, soweit sie die Voraussetzungen des IAS 17 für ein Finanzierungsleasing erfüllen. Dies ist der Fall, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem wirtschaftlichen Eigentum in Verbindung stehen, bei der betreffenden Gesellschaft liegen. Anlagengegenstände, bei denen dies der Fall ist, werden zum Zeitwert bzw. zum niedrigeren Barwert der Mindestmiet- und Leasingzahlungen aktiviert. Ihre Abschreibung erfolgt linear über die Laufzeit des Miet- bzw. Leasingvertrags oder über die wirtschaftliche Nutzungsdauer, wenn ein Eigentumsübergang am Ende der Vertragslaufzeit erwartet wird. Die aus den künftigen Miet- und Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind in Höhe des Barwerts bzw. Zeitwerts als Verbindlichkeit passiviert. Die Leasingrate wird in eine Zins- und eine Tilgungskomponente aufgeteilt, sodass die Leasingverbindlichkeit konstant verzinst wird. Der langfristige Teil der Leasingverpflichtung wird unter den langfristigen und der kurzfristige unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst. Der Zinsanteil der Leasingrate wird aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sodass sich eine konstante Verzinsung über die Laufzeit des Leasingvertrags ergibt.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden, und nicht zur Herstellung oder Lieferung von Gütern bzw. zur Erbringung von Dienstleistungen oder für Verwaltungszwecke, oder die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens verkauft werden.
Die bei Aurubis als Finanzinvestition gehaltene Immobilie betrifft ein Grundstück mit aufstehendem Gebäude bei der Aurubis Switzerland SA. Die Bilanzierung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der Immobilie.
Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten
Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie beispielsweise Geschäfts- oder Firmenwerte, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Darüber hinaus wird an jedem Abschlussstichtag eingeschätzt, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Ebenso werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bei Vorliegen von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hinweisen könnten, einem Werthaltigkeitstest unterzogen.
Da für die im Sockelbestand enthaltenen Metalle die Möglichkeit der Rückgewinnung gegeben ist und das Nutzungspotenzial des Sockelbestands mangels Verbrauch im Produktionsprozess keiner Abnutzung unterliegt, wird von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen. Demgemäß erfolgt keine planmäßige Abschreibung der Sockelbestände, sondern bei Vorliegen von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hinweisen könnten, eine Überprüfung der Werthaltigkeit im Zusammenhang mit den jeweiligen Produktionsanlagen.
Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (sogenannte zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts wird für nicht monetäre Vermögenswerte, für die in der Vergangenheit eine Wertminderung gebucht wurde, zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob gegebenenfalls eine Wertaufholung zu erfolgen hat.
Vorräte
Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei umfassen die Herstellungskosten sämtliche direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie systematisch zugeordnete Anteile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten.
Die Ermittlung der Anschaffungskosten von Kupferkonzentraten und Recyclingrohstoffen erfolgt, indem vom Metalleinkaufspreis die mit dem Lieferanten verhandelten Schmelz- und Raffinierlöhne abgezogen werden. Bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen handelt es sich um Abschläge, die aufgrund der Verarbeitung von Erzkonzentraten und Recyclingrohstoffen zu Kupfer und Edelmetallen vorgenommen werden.
In den Hüttenbetrieben erfolgt die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse, indem zunächst die Metallgehalte bewertet werden. Hiervon wird der Gegenwert der bis zur Ausbringung des Feinmetalls noch anfallenden Verarbeitung abgesetzt. Es kommt damit über den Zeitraum des Produktionsprozesses zu einer sukzessiven Berücksichtigung der Produktionskosten als Bestandteil der Herstellungskosten. Hiervon betroffen ist die Produktion von Kupfer, Edel- und Nebenmetallen.
Bei der Herstellung von Kupferprodukten werden zur Bewertung der fertigen Erzeugnisse neben der Metallkomponente die angefallenen Kosten der Weiterverarbeitung in besondere Formate wie z. B. in Gießwalzdraht, Stranggussformate und Walzprodukte im Wege der Zuschlagskalkulation berücksichtigt.
Die Vorratsbewertung erfolgt nach der Durchschnittsmethode nach IAS 2. Dabei erfolgt der Ansatz zum Bilanzstichtag zu dem jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und realisierbarem Nettoveräußerungswert. Die Bestimmung des Nettoveräußerungswerts geschieht auf der Basis der Börsen- oder Marktpreise zum Bilanzstichtag.
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Soweit Risiken bestehen, wird diesen durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Ertragsteuern
Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus tatsächlichen und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die Gesellschaften des Aurubis-Konzerns sind in einer Vielzahl von Ländern weltweit ertragsteuerpflichtig. Der tatsächliche Steueraufwand wird unter Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden Steuervorschriften der einzelnen Länder berechnet.
Latente Steuern resultieren aus zeitlich befristeten Differenzen zwischen den steuerbilanziellen und den im IFRS-Abschluss berücksichtigten Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Die Ermittlung erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode und beruht auf der Anwendung der in den einzelnen Ländern zum Realisierbarkeitszeitpunkt erwarteten Steuersätze. Diese basieren grundsätzlich auf den gesetzlichen Regelungen, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.
Latente Steueransprüche auf temporäre Differenzen, Verlustvorträge und Steuergutschriften werden in dem Umfang bei den Unternehmenseinheiten aktiviert, für den latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigen latente Steueransprüche latente Steuerschulden, erfolgt der Ansatz in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Nutzung dieser Steueransprüche verfügbar sein wird. Die aktivierten latenten Steuern werden individuell jährlich auf ihre Realisierbarkeit überprüft.
Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.
Veränderungen der latenten Steuern in der Bilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit Sachverhalte, die eine Veränderung der latenten Steuern nach sich ziehen, direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis gebucht werden, wird auch die Veränderung der latenten Steuern direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.
Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sich diese auf Steuern vom Einkommen und Ertrag beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und gegeneinander verrechnet werden können.
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage des nach IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahrens auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Dabei werden die verwendeten demografischen Annahmen sowie die erwarteten Einkommens- und Rententrends und der anzuwendende Zinssatz auf der Grundlage aktueller Schätzungen zum Bilanzstichtag bestimmt. Hierdurch können sich versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Abweichungen der tatsächlichen Parameter zum Bilanzstichtag gegenüber den Rechnungsannahmen ergeben. Diese versicherungsmathematischen Ergebnisse sowie Erträge aus Planvermögen, die nicht in den Nettozinsen enthalten sind, werden sofort und vollständig bei ihrer Entstehung erfolgsneutral erfasst und innerhalb des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals ausgewiesen. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort aufwandswirksam erfasst.
Zur Ermittlung der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen wird der beizulegende Zeitwert des Planvermögens vom Barwert der Pensionsverpflichtungen abgezogen.
Für alle übrigen ungewissen Verpflichtungen und Risiken des Aurubis-Konzerns werden sonstige Rückstellungen gebildet. Voraussetzung ist dabei, dass eine Verpflichtung gegenüber Dritten aus einem in der Vergangenheit liegenden Ereignis besteht, ein Mittelabfluss hieraus wahrscheinlich ist und dieser zuverlässig geschätzt werden kann. Langfristige Rückstellungen werden hierbei mit ihrem Barwert angesetzt, sofern der Zinseffekt nicht unwesentlich ist.
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen
Folgende Standards, die Auswirkungen auf den Konzern hatten, wurden im Geschäftsjahr 2016/17 erstmals angewendet.
Erstmals verpflichtende Anwendung von Standards und Interpretationen
T 034
| Standards/Interpretationen | Anwendungspflicht in der EU | Übernahme durch EU-Kommission | Auswirkungen | |
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 | Änderungen: Angabeninitiative | 01.01.2016 | 18.12.2015 | Klarstellungen zur Wesentlichkeit der Darstellung und Angabe von Informationen im IFRS-Abschluss. Vorgaben zur Darstellung von Zwischensummen zur Struktur des Anhangs sowie zu den Angaben zu Rechnungslegungsmethoden. Die Gesamtergebnisrechnung wurde um die separate Angabe der Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Verpflichtungen (nach Steuern) für nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen angepasst. |
| IAS 16 IAS 38 | Änderungen: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden | 01.01.2016 | 02.12.2015 | keine Auswirkungen |
| Diverse | Verbesserungen an den IFRS (2012-14) | 01.01.2016 | 02.12.2015 | keine Auswirkungen |
Folgende Standards sind auf die Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 01.10.2016 beginnen. Sie wurden im Konzernabschluss nicht vorzeitig angewendet.
Nicht vorzeitig angewendete Standards und Interpretationen
| Standards/Interpretationen | Anwendungspflicht in der EU | Übernahme durch EU-Kommission | Auswirkungen | |
|---|---|---|---|---|
| IAS 7 | Änderungen: Kapitalflussrechnung | 01.01.2017 | 06.11.2017 | erweiterte Angaben zu Veränderungen in den Schulden aus Finanzierungstätigkeiten, die z.B. durch eine Überleitungstabelle dargestellt werden können. Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen durch diese Änderungen am IAS 7. |
| IAS 12 | Ansatz aktiver latenter Steuern auf unrealisierte Verluste Folgeprojekt aus den Verbesserungen an den IFRS (2012-14) | 01.01.2017 | 06.11.2017 | keine Auswirkungen |
| IFRS 12 | Verbesserungen an den IFRS (2014-16) | 01.01.2017 | offen | keine Auswirkungen |
| IFRS 9 | Finanzinstrumente -Klassifizierung und Bewertung | 01.01.2018 | 25.11.2016 | detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht |
| IFRS 15 | Umsatzerlöse aus Kundenverträgen | 01.01.2018 | 22.09.2016 | detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht |
| IFRS 15 | Änderungen: Umsatzerlöse aus Kundenverträgen | 01.01.2018 | 31.10.2017 | detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht |
| IFRS 1 IAS 28 | Verbesserungen an den IFRS (2014-16) | 01.01.2018 | offen | keine Auswirkungen |
| IFRS 2 | Änderungen: anteilsbasierte Vergütung | 01.01.2018 | offen | keine Auswirkungen |
| IFRS 4 | Änderungen: Versicherungsverträge | 01.01.2018 | 03.11.2017 | keine Auswirkungen |
| IAS 40 | Änderungen: als Finanzinstrument gehaltene Immobilien | 01.01.2018 | offen | keine Auswirkungen |
| IFRIC 22 | Transaktion in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen | 01.01.2018 | offen | Umrechnung von Fremdwährungsvorauszahlungen in die funktionale Währung mit dem Kassakurs am Tag der Zahlung. Aurubis erwartet keine wesentlichen Auswirkungen. |
| IFRIC 23 | Bilanzierung von Unsicherheiten in Bezug auf Ertragsteuern | 01.01.2019 | offen | keine Auswirkungen |
| IFRS 16 | Leasingverhältnisse | 01.01.2019 | 31.10.2017 | Der Standard regelt die Bilanzierung von Leasingverhältnissen. IFRS 16 ersetzt den bisher gültigen Standard IAS 17 sowie drei leasingbezogene Interpretationen. Die Anwendung von IFRS 16 ist für alle IFRS-Anwender verpflichtend und gilt grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse. IFRS 16 sieht für den Leasingnehmer ein einziges Bilanzierungsmodell vor. Demnach sind in der Bilanz des Leasingnehmers sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen zu erfassen, es sei denn, die Laufzeit beträgt zwölf Monate (oder weniger) oder es handelt sich um einen geringwertigen Vermögenswert (Wahlrecht). Für den Leasinggeber unterscheidet sich das Bilanzierungsmodell von IFRS 16 nicht wesentlich von den Vorgaben in IAS 17. Für Bilanzierungszwecke ist hier auch weiterhin zwischen Finanzierungs- und Mietleasingvereinbarungen (Finance und Operate Lease) zu unterscheiden. Da bei Aurubis die Anwendung des IFRS 16 erst im Geschäftsjahr 2019/20 erforderlich ist, können noch keine Angaben zu den zukünftigen Auswirkungen getroffen werden. |
| IFRS 17 | Versicherungsverträge | 01.01.2021 | offen | Der Standard regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. IFRS 17 ersetzt den bis dahin gültigen Standard IFRS 4. Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen. |
| IFRS 10 IAS 28 | Änderungen: Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture | auf unbestimmte Zeit verschoben | offen | unterliegt einer Prüfung durch das Management |
IFRS 9
IFRS 9 "Finanzinstrumente" ändert die Bilanzierungsvorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, für Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten und für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.
Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten werden anhand des betriebenen Geschäftsmodells und der Struktur der Zahlungsströme bestimmt. Ein finanzieller Vermögenswert wird dabei zum erstmaligen Ansatz entweder als "zu fortgeführten Anschaffungskosten", als "zum beizulegenden Zeitwert mit erfolgsneutraler Erfassung der Wertänderungen im Sonstigen Ergebnis" oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" klassifiziert.
Die Klassifizierung orientiert sich dabei zunächst an der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte entsprechend dem Geschäftsmodell. Aurubis hat hierzu im Geschäftsjahr die finanziellen Vermögenswerte untersucht und bestimmt, welche gehalten werden, um vertragliche Zahlungsmittel zu vereinnahmen (held to collect) bzw. zu vereinnahmen und zu verkaufen (held to collect and sell), oder keiner der beiden Kategorien zugeordnet werden können (other).
Auf Basis heutiger Erkenntnisse ergab sich, dass zukünftig Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen des Factoring zum Verkauf stehen, der Klassifizierung "held to collect and sell" zuzuordnen sind. Diese Forderungen werden demnach zum Marktwert bewertet.
Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht der Kategorie "held for trading" zugeordnet werden, kann optional die Kategorie "Fair Value Through OCI" (FVOCI) gewählt werden. Hierbei werden Gewinne oder Verluste im sonstigen Ergebnis zukünftig nicht in die GuV umgegliedert und keine Wertberichtigungen vorgenommen. Aurubis beabsichtigt aus heutiger Sicht die Wertpapiere des Anlagevermögens der Kategorie FVOCI zuzuordnen.
Neben der Zuordnung zum Geschäftsmodell erfolgte auch eine erste Analyse im Hinblick auf die Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme der zugrunde liegenden finanziellen Vermögenswerte anhand der sogenannten SPPI-Kriterien (Solely Payment of Principal and Interest). Somit wurde bei den finanziellen Vermögenswerten untersucht, ob die vertraglichen Cashflows ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Aurubis rechnet auf Basis der bisherigen Untersuchungen mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung aus der geänderten Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte unter IFRS 9. Die Klassifizierung von finanziellen Verbindlichkeiten unter IFRS 9 erfolgt weitgehend unverändert zu den derzeitigen Bilanzierungsvorschriften nach IAS 39.
Die Ermittlung von Wertminderungen und die Bildung von Risikovorsorgen verändert sich von einem Modell bereits eingetretener Kreditausfälle (Incurred Loss Modell) zu einem Modell erwarteter Kreditausfälle (Expected Credit Loss Modell). Der allgemeine Ansatz (General Approach) sieht ein dreistufiges Vorgehen zur Ermittlung der Risikovorsorge vor. In Abhängigkeit des Kreditausfallrisikos des Kontrahenten erfordert das Modell ein unterschiedliches Ausmaß an Wertberichtigung in den unterschiedlichen Stufen. Für bestimmte Finanzinstrumente, wie z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gilt ein vereinfachtes Verfahren (Simplified Approach) zur Erfassung von Wertminderungen. Hierbei wird im Zugangszeitpunkt der Finanzinstrumente sogleich eine Risikovorsorge für die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments gebildet.
Im Geschäftsjahr hat Aurubis eine umfassende Analyse zur Ermittlung einer Risikovorsorge anhand eines sogenannten Kohortenmodells für den Simplified Approach basierend auf Daten der letzten drei Geschäftsjahre durchgeführt. Die tatsächlichen historischen Forderungsausfälle wurden hierbei unter Beachtung von zukunftsgerichteten Informationen (Forward Looking Information) auf die offenen Forderungsbestände angewendet.
Das Modell erwarteter Kreditausfälle ist auch für weitere Finanzinstrumente anzuwenden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wie beispielsweise Bankguthaben, Darlehensforderungen und sonstige Forderungen, sofern diese Finanzinstrumente darstellen.
Unter Beachtung der Wesentlichkeit wird zudem der sogenannte Single Loss Rate-Ansatz überprüft. Bei diesem Ansatz wird lediglich eine vereinfachte Ausfallquote auf die Grundgesamtheit angewendet.
Aus heutiger Sicht erwarten wir auf Basis unserer Untersuchungen keine wesentlichen Effekte aus der Anwendung des Expected Credit Loss-Modells.
Im Rahmen der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen wird die Erweiterung von Designationsmöglichkeiten geregelt. Darüber hinaus entfallen mit IFRS 9 die quantitativen Grenzen für den Effektivitätstest. Die Anforderungen an Dokumentation und Offenlegung werden ausgeweitet.
Zukünftig ist bei Devisentermingeschäften und Cross Currency Swaps das Währungsausfallrisiko, das sogenannte Cross Currency Basis Spread (CCBS), bei entsprechender Designation separat zu ermitteln.
Das CCBS entspricht dem Ausfallrisiko einer Währung, das in den Swapsätzen der jeweiligen Währung enthalten ist, die zur Berechnung der Fair Values verwendet werden. Das CCBS hat Auswirkung auf die Effektivität einer Hedge-Beziehung, da es ausschließlich beim Sicherungsgeschäft und nicht beim Grundgeschäft zu berücksichtigen ist. Aus heutiger Sicht erwarten wir im Wesentlichen lediglich Ausweisanpassungen im sonstigen Ergebnis.
IFRS 15
IFRS 15 regelt, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe Umsatzerlöse aus Kundenverträgen zu erfassen sind sowie Erläuterungen zum Umfang der erforderlichen Anhangangaben. Der neue Standard unterscheidet nicht zwischen unterschiedlichen Auftrags- und Leistungsarten, sondern stellt einheitliche Kriterien auf, wann eine Leistungserbringung zu realisieren ist. Demnach sind Umsatzerlöse dann zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Die Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen erwartet zu erhalten. Die Ermittlung der Umsatzerlöse basiert dabei auf einem fünfstufigen Modell, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist.
Bereits im letzten Geschäftsjahr hat das Management daher begonnen, erste Auswirkungen aus den Neuregelungen im Rahmen von Betroffenheitsanalysen zu untersuchen. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden diese Betroffenheitsanalysen auf Basis von qualitativen Analysen bzw. von Vertragsdurchsichten und strukturierten Interviews mit den Verkaufsbereichen fortgeführt.
Hierfür wurden wesentliche Vertragsarten aus den Verkaufsbereichen identifiziert. Diese wurden, zusammen mit den Erkenntnissen aus den strukturierten Interviews, im Hinblick auf mögliche Änderungen der Bilanzierung unter IFRS 15 ausgewertet und die Ergebnisse dieser Analyse dokumentiert. Hierauf basierend wird derzeit der konkrete Anpassungsbedarf untersucht.
Die Leistungsverpflichtungen bei Aurubis beziehen sich im Wesentlichen auf die Übertragung von Gütern. Somit wird die Erlösrealisierung in der Regel zeitpunktbezogen stattfinden.
Der Transport von Waren als mögliche separate Leistungsverpflichtung und zeitraumbezogene Erfüllung stellt nach derzeitigen Erkenntnissen einen unwesentlichen Umfang im Konzern dar, weshalb Aurubis hieraus keine materiellen Effekte auf die Umsatzerlösrealisierung erwartet.
Der Ausweis von Preisanpassungen für Verträge mit Kunden, die zum vorangegangenen Bilanzstichtag noch nicht fixiert waren, wird aus heutiger Sicht in einer separaten Angabe innerhalb der Umsatzerlöse erfolgen.
Insgesamt erwarten wir aus heutiger Sicht für die Bilanzierung nach IFRS 15 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Aurubis-Konzern, da die Umsatzerlöse hauptsächlich aus dem Verkauf von Metallen und Kupferprodukten erzielt werden.
Für den Übergang auf IFRS 15 gehen wir derzeit von der Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode aus.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen
Die Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss wird von zahlreichen Schätzungen und Annahmen beeinflusst. Diese basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie auf weiteren Faktoren einschließlich Erwartungen über künftige Ereignisse. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung und Neubewertung. Die Verwendung von Schätzungen und Annahmen ist insbesondere in folgenden Bereichen notwendig:
Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts
Der Geschäfts- oder Firmenwert wird in Übereinstimmung mit den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mindestens jährlich auf Wertminderung untersucht. Der erzielbare Betrag wird dabei auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt (siehe Tz. 15). Die Ermittlung des Nutzungswerts erfordert insbesondere Schätzungen der zukünftigen Cashflows auf der Grundlage von Planungsrechnungen. Der Wertminderungstest der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) Kupferprodukte Aurubis Hamburg führte sowohl im aktuellen als auch im vorangegangenen Geschäftsjahr zu dem Ergebnis, dass keine Abwertung des Geschäfts- oder Firmenwerts vorliegt. Eine Verringerung der prognostizierten Cashflows um 10 % oder eine Erhöhung des WACC nach Steuern von 5,1 % um 0,5 Prozentpunkte auf 5,6 % würde ebenfalls zu keinem Wertberichtigungsbedarf führen.
Beizulegende Zeitwerte im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse
Bei der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen werden die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dabei kommen häufig Discounted Cashflow (DCF)-basierte Verfahren zur Anwendung, deren Ergebnisse von den angenommenen künftigen Cashflows und anderen Annahmen abhängen. Die Bewertung von Eventualschulden hängt wesentlich von den Annahmen hinsichtlich der künftigen Ressourcenabflüsse und der Eintrittswahrscheinlichkeiten ab.
Beizulegender Zeitwert von Derivaten und anderen Finanzinstrumenten
Die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, für die keine in einem aktiven Markt quotierten Preise vorliegen, werden auf der Grundlage von finanzmathematischen Verfahren ermittelt und sind von instrumentenspezifischen Annahmen beeinflusst. Schätzungen haben insbesondere dann einen wesentlichen Einfluss, wenn der Zeitwert für Finanzinstrumente bestimmt werden soll, für die zumindest ein wesentlicher Parameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten basiert (Level 3 der Fair Value-Hierarchie). Die Auswahl und Anwendung angemessener Parameter und Annahmen bedürfen einer Beurteilung durch das Management. Insbesondere wenn Daten aus selten vorkommenden Markttransaktionen stammen, müssen Extra- und Interpolationsverfahren angewendet werden.
Detailinformationen hierzu finden sich im Abschnitt "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" auf S. 176.
Bilanzierung von Vorratsvermögen
Im Zusammenhang mit der Bilanzierung des Vorratsvermögens werden verschiedene Schätzungen angewendet. So kommen bei der Bestandserhebung des Vorratsvermögens durch Inventur als auch bei der Bestimmung der ausbringbaren Metallinhalte vereinzelt Schätzverfahren zur Anwendung.
Rückstellungen für Pensionen und sonstige Rückstellungen
Für die betriebliche Altersversorgung der beschäftigten Mitarbeiter bestehen im Aurubis-Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Zusagen.
Die Bewertung von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen erfolgt nach versicherungsmathematischen Verfahren. Diese Verfahren basieren auf einer Reihe versicherungsmathematischer Annahmen, wie beispielsweise dem Rechnungszinsfuß, der erwarteten Einkommens- und Rentenentwicklung, Mitarbeiterfluktuationen sowie der Lebenserwartung. Bei der Ermittlung des Rechnungszinsfußes werden hochwertige laufzeit- und währungsadäquate Unternehmensanleihen herangezogen. Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von den zu Beginn der Berichtsperiode getroffenen Annahmen führen zur Neubewertung der Nettoschuld.
Bei der Bilanzierung von sonstigen Rückstellungen werden Annahmen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Höhe und des Zeitpunkts des Ressourcenabflusses getroffen, die naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet sind.
Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung von Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Gegenständen des Sachanlagevermögens, die Einbringlichkeit von Forderungen sowie die Bewertung von Bestandsrisiken im Vorratsvermögen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
1. Umsatzerlöse
T 036
| Aufgliederung nach Produktgruppen in T€ |
2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Gießwalzdraht | 3.740.631 | 3.318.489 |
| Edelmetalle | 2.419.959 | 2.375.531 |
| Kupferkathoden | 2.337.340 | 1.689.657 |
| Bänder, Profile und Formate | 1.296.059 | 1.121.388 |
| Strangguss | 871.386 | 653.388 |
| Chemikalien und Sonstiges | 374.725 | 316.253 |
| 11.040.100 | 9.474.706 |
Eine weitere Untergliederung der Umsatzerlöse des Aurubis-Konzerns nach Konzernsegmenten findet sich im Rahmen der Segmentberichterstattung.
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
T 037
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Fertige Erzeugnisse | -5.360 | -86.800 |
| Unfertige Erzeugnisse | 10.791 | 184.346 |
| 5.431 | 97.546 |
Die Bestandsveränderungen im laufenden Jahr sind auf gesunkene Vorratsmengen im Zwischenproduktebereich zurückzuführen, die durch Preiseffekte kompensiert wurden. Die Bestandsänderungen im Vorjahr waren im Wesentlichen auf gestiegene Vorratsmengen im Zwischenproduktbereich zurückzuführen.
3. Andere aktivierte Eigenleistungen
Die anderen aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 8.726 T€ (Vj. 8.752 T€) umfassen im Wesentlichen Fertigungskosten und bezogene Materialien.
4. Sonstige betriebliche Erträge
T 038
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Erträge aus Kostenerstattungen | 26.003 | 22.910 |
| Erträge aus Provisionen und erstatteten Frachtauslagen | 7.800 | 7.391 |
| Schadenersatz und Entschädigungen | 1.685 | 9.134 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 456 | 502 |
| Übrige Erträge | 11.292 | 17.864 |
| 47.236 | 57.801 |
5. Materialaufwand
T 039
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren | 9.477.085 | 8.352.990 |
| Bezogene Leistungen | 297.081 | 282.287 |
| 9.774.166 | 8.635.277 |
Die Materialaufwandsquote, als Verhältnis des Materialaufwands zu Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen, lag bei 88,5 % (Vj. 90,2 %).
6. Personalaufwand und Mitarbeiter
T 040
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 364.998 | 349.592 |
| Soziale Ausgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 105.491 | 98.992 |
| 470.489 | 448.584 |
Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen.
Die Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:
T 041
| 2016/17 | 2015/16 | |
|---|---|---|
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 4.057 | 4.017 |
| Angestellte | 2.159 | 2.083 |
| Auszubildende | 261 | 255 |
| 6.477 | 6.355 |
7. Abschreibungen
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Konzern betrugen insgesamt 135.210 T€ (Vj. 134.803 T€). Sie bestehen aus Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 133.021 T€ (Vj. 133.051 T€) sowie auf immaterielle Vermögenswerte von 2.189 T€ (Vj. 1.752 T€).
Im aktuellen und vorangegangenen Geschäftsjahr wurden keine Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen vorgenommen.
Die im Anlagenspiegel ausgewiesenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von 139.695 T€ enthalten Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem Stromliefervertrag in Höhe von 4.485 T€, die unter den Materialaufwendungen ausgewiesen werden.
Eine genaue Darstellung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erfolgt in der Übersicht zur Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen im Konzern (siehe Tz. 15 und 16).
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
T 042
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Vertriebsaufwendungen | 110.329 | 100.476 |
| Verwaltungsaufwendungen | 87.256 | 83.544 |
| Sonstige betriebliche Steuern | 2.843 | 2.703 |
| Übrige Betriebsaufwendungen | 58.709 | 56.599 |
| 259.137 | 243.322 |
Bei den Vertriebsaufwendungen handelt es sich hauptsächlich um Frachtkosten.
9. Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen
Das Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen in Höhe von 10.932 T€ (Vj. 6.351 T€) umfasst die 50 %-ige Beteiligung an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg.
10. Zinsen
T 043
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Zinserträge | 2.715 | 2.868 |
| Zinsaufwendungen | -19.575 | -27.373 |
| -16.860 | -24.505 |
Die Zinserträge ergeben sich hauptsächlich aus verzinslichen Kundenforderungen.
Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus den Finanzverbindlichkeiten. In den Zinsaufwendungen sind unter anderem auch die Nettozinsen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von 3.964 T€ (Vj. 5.470 T€) enthalten.
11. Übriges Finanzergebnis
T 044
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Übrige finanzielle Erträge | 220 | 257 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | -720 | -107 |
| -500 | 150 |
Das übrige Finanzergebnis des Geschäftsjahres resultiert im Wesentlichen aus Wertberichtigungen auf Beteiligungen. Die Erträge resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Wertpapiererträgen.
12. Ertragsteuern
Die Ertragsteuern umfassen sowohl die tatsächlichen Steuern von Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die Steuerverbindlichkeiten und -forderungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen bzw. Ansprüche aus in- und ausländischen Ertragsteuern aus Vorjahren und laufendem Jahr. Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
T 045
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Laufende Steuern | 77.912 | 44.802 |
| Latente Steuern | 25.767 | -9.506 |
| 103.679 | 35.296 |
In den laufenden Steueraufwendungen sind Aufwendungen in Höhe von 942 T€ (Vj. -1.665 T€) sowie für latente Steueraufwendungen in Höhe von 257 T€ (Vj. -626 T€) aus früheren Geschäftsperioden enthalten.
Aus dem sich nach § 37 KStG ergebenden Körperschaftsteuerguthaben und -erhöhungsbetrag hat sich im Berichtsjahr ein Ertrag in Höhe von 25 T€ (Vj. 49 T€) ergeben.
Der Steueraufwand aus latenten Steuern resultiert in Höhe von 25.767 T€ (Vj. -9.506 T€) aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlustvorträgen. Der Unterschied zwischen dem Steueraufwand dieses Jahres und dem Steuerertrag des Vorjahres ist durch die Bewertungsunterschiede beim Vorratsvermögen beeinflusst.
Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht einen gesetzlichen Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vj. 15 %) zuzüglich eines Solidaritätszuschlages von 5,5 % (Vj. 5,5 %) vor. Der Gewerbesteuersatz beträgt bei der Aurubis AG 16,59 % (Vj. 16,59 %) des Gewerbeertrags. Bei den anderen deutschen Konzerngesellschaften kommen Gewerbesteuersätze zwischen 11,09 % und 17,33 % (Vj. 11,09 % und 17,33 %) zur Anwendung. Die für die ausländischen Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 10 % und 35,98 % (Vj. 10 % und 35,98 %).
Die Konzernsteuern beinhalten in nennenswertem Umfang Steuereffekte aus ausländischen Gesellschaften. Dem wird dadurch Rechnung getragen, dass als rechnerischer Konzernsteuersatz nicht der Steuersatz der deutschen Muttergesellschaft mit 32,41 % (Vj. 32,41 %), sondern ein konzernweiter Mischsteuersatz in Höhe von 22,58 % (Vj. 23,07 %) zur Anwendung kommt. Wie im Vorjahr kommen die wesentlichen Ergebnisbeiträge von der Aurubis AG und der Aurubis Bulgaria AD zu ungefähr gleichen Anteilen.
Der tatsächliche Ertragsteueraufwand in Höhe von 103.679 T€ (Vj. 35.296) ist um 682 T€ höher (Vj. 1.349 T€ niedriger) als der erwartete Ertragsteueraufwand in Höhe von 102.997 T€ (Vj. 36.645 T€). Der Unterschied zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ertragsteueraufwand ist auf Ursachen zurückzuführen, die folgender Überleitungsrechnung zu entnehmen sind:
Überleitungsrechnung
T 046
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 456.063 | 158.815 |
| Theoretischer Steueraufwand mit 22,58 % (Vj. 23,07 %) | 102.997 | 36.645 |
| Veränderungen des theoretischen Steueraufwands aufgrund: | ||
| - Steuersatzänderungen | 223 | 97 |
| - Nichtansatz und Korrektur latenter Steuern | 241 | 2.804 |
| - Steuern aus Vorjahren | 1.199 | -2.291 |
| - nicht abzugsfähiger Aufwendungen | 2.491 | 2.751 |
| - steuerfreier Erträge | -642 | -240 |
| - Notional Interest Deduction (Belgien) | -2.763 | -3.963 |
| - Outside Basis Differences | 295 | -296 |
| - Effekte aus der Equity-Konsolidierung | -385 | -233 |
| - Sonstige | 23 | 22 |
| Steuern von Einkommen und Ertrag | 103.679 | 35.296 |
Die Effekte aus dem Nichtansatz und der Korrektur latenter Steuern von insgesamt 241 T€ (Vj. 2.804 T€) resultieren im Wesentlichen aus nicht angesetzten Verlustvorträgen in Höhe von 393 T€ (Vj. 2.969 T€). Der Restbetrag von -152 T€ beinhaltet Korrekturen von in Vorjahren nicht angesetzten Verlustvorträgen sowie Berichtigungen steuerlicher Verlustvorträge und untergehende Verlustvorträge im laufenden Jahr. Als wesentliche Besonderheit im belgischen Steuerrecht ist die "Notional Interest Deduction" zu beachten, die zu einer Verringerung der Bemessungsgrundlage der laufenden Steuern der Aurubis Belgium NV/SA im Berichtszeitraum in Höhe von 8.129 T€ (Vj. 11.660 T€) führte.
Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen, auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf Outside Basis Differences (OBD):
T 047
| 30.09.2017 | 30.09.2016 | |||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 7.896 | 204 | 3.372 | 210 |
| Sachanlagen | 974 | 109.460 | 631 | 111.013 |
| Finanzanlagen | 2 | 371 | 2 | 345 |
| At Equity bilanzierte Finanzanlagen | 105 | 3.135 | 149 | 2.471 |
| Vorräte | 23.257 | 188.989 | 14.022 | 160.131 |
| Forderungen und sonst. Vermögenswerte | 5.911 | 32.750 | 2.261 | 22.079 |
| Pensionsrückstellungen | 61.962 | 3.647 | 86.815 | 2.780 |
| Sonstige Rückstellungen | 8.875 | 579 | 9.171 | 489 |
| Verbindlichkeiten | 31.912 | 5.960 | 29.919 | 1.244 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 5.764 | 0 | 14.646 | 0 |
| Outside Basis Differences | 0 | 950 | 0 | 655 |
| Saldierung | -140.911 | -140.911 | -150.570 | -150.570 |
| Konzernbilanz | 5.747 | 205.134 | 10.418 | 150.847 |
Von den aktiven latenten Steuern realisieren sich 29.168 T€ (Vj. 16.283 T€) und von den passiven 221.740 T€ (Vj. 182.210 T€) innerhalb der nächsten zwölf Monate. Nach mehr als zwölf Monaten realisieren sich aktive latente Steuern in Höhe von 117.490 T€ (Vj. 144.705 T€) und passive latente Steuern in Höhe von 124.305 T€ (Vj. 119.207 T€). Bei diesen Angaben handelt es sich um die Werte vor Saldierung.
Die folgende Tabelle stellt die steuerlichen Effekte auf Bestandteile des sonstigen Ergebnisses (Other Comprehensive Income) dar:
T 048
| 30.09.2017 | 30.09.2016 | |||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | Bestand | Veränderung | Bestand | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Latente Steuern | ||||
| Derivate | -4.663 | -6.314 | 1.651 | -5.924 |
| Pensionsrückstellungen | 12.281 | -26.484 | 38.765 | 30.563 |
| Summe | 7.618 | -32.798 | 40.416 | 24.639 |
| Laufende Steuern | -1.691 | 204 | -1.895 | -862 |
| Währungsdifferenzen | -619 | -26 | -593 | 293 |
Darüber hinaus ergaben sich währungskursbedingte Änderungen der einzelnen erfolgswirksamen latenten Steuerpositionen der ausländischen Tochtergesellschaften in Höhe von insgesamt -365 T€ (Vj. 39 T€).
Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem die Realisierung des entsprechenden Vorteils wahrscheinlich ist. Unter Berücksichtigung der prognostizierten Gewinnerwartungen der Tochtergesellschaften ist gemäß IAS 12.34 eine Nutzung der angefallenen Verlustvorträge wahrscheinlich.
Es bestehen Verlustvorträge von insgesamt 124.770 T€ (Vj. 165.931 T€). Für ertragsteuerliche Verluste in Höhe von 27.559 T€ (Vj. 58.309 T€) wurden aktive latente Steuern gebildet, soweit passive latente Steuern vorliegen oder bei diesen Gesellschaften eine positive Ergebnisplanung vorliegt.
Auf Verlustvorträge in Höhe von 97.211 T€ (Vj. 107.621 T€) ist keine aktive latente Steuer gebildet worden, da aus heutiger Sicht die Möglichkeit der Nutzung als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Von den nicht werthaltigen Verlustvorträgen ist ein Betrag von 23.988 T€ (Vj. 31.806 T€) unbeschränkt vortragsfähig, ein Betrag von 19.044 T€ (Vj. 22.771 T€) innerhalb der nächsten sieben Jahre nutzbar und ein Betrag von 54.179 T€ (Vj. 53.045 T€) innerhalb der nächsten neun Jahre nutzbar.
Auf Unterschiedsbeträge zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital von Tochtergesellschaften und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaften in der Steuerbilanz der jeweiligen Muttergesellschaft (sogenannte Outside Basis Differences) wurden zum Stichtag passive latente Steuern von 950 T€ (Vj. 655 T€) gebildet. Für Outside Basis Differences aus thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften in Höhe von 16.114 T€ (Vj. 11.745 T€) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Umkehr dieser Differenzen in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist.
13. Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis
Von dem ausgewiesenen Konzernüberschuss des Geschäftsjahres 2016/17 in Höhe von 352.384 T€ (Vj. 123.519 T€) steht ein Überschussanteil in Höhe von 1.501 T€ (Vj. 1.667 T€) anderen Gesellschaftern als den Aktionären der Aurubis AG, Hamburg, zu. Dieser betrifft den auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Konzernüberschuss an der Deutschen Giessdraht GmbH, Emmerich, sowie der Aurubis Bulgaria AD, Pirdop.
14. Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des Konzernergebnisses ohne nicht beherrschende Anteile durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienanzahl.
T 049
| 2016/17 | 2015/16 | |
|---|---|---|
| Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis (in T€) | 350.883 | 121.852 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl (in Tsd. Stück) | 44.957 | 44.957 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) | 7,80 | 2,71 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) | 7,80 | 2,71 |
Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird der Durchschnitt der im Geschäftsjahr in Umlauf befindlichen Aktien um die Anzahl der Aktien erhöht, die bei Ausübung aller Wandlungsrechte aus Wandelanleihen maximal ausgegeben werden könnten. Soweit vorhanden, werden gleichzeitig dem Konzernergebnis die für Wandelanleihen angefallenen Zinsaufwendungen abzüglich der entsprechenden Steuern hinzugerechnet.
Da weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Wandlungsrechte aus Wandelanleihen bestanden, entspricht für den Aurubis-Konzern das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.
Erläuterungen zur Bilanz
15. Immaterielle Vermögenswerte
Die Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten und der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
Anschaffungs- und Herstellungskosten
T 050
| in T€ | 01.10.2016 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2017 |
|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | |||||
| Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen | 105.802 | 49.521 | -885 | 1.312 | 155.750 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 43.170 | 0 | 0 | 0 | 43.170 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | 1.594 | 4.031 | 0 | -1.312 | 4.312 |
| 150.566 | 53.552 | -885 | 0 | 203.232 |
Wertberichtigungen
T 051
| in T€ | 01.10.2016 | Abschreibungen des Geschäftsjahres | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2017 |
|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | |||||
| Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen | -41.304 | -6.674 | 885 | 0 | -47.092 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | -24.522 | 0 | 0 | 0 | -24.522 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| -65.826 | -6.674 | 885 | 0 | -71.614 |
Buchwert
T 052
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen | 108.658 | 64.498 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 18.648 | 18.648 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | 4.312 | 1.594 |
| 131.618 | 84.740 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten
T 053
| in T€ | 01.10.2015 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2016 |
|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | |||||
| Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen | 103.849 | 1.068 | -134 | 1.019 | 105.802 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 43.170 | 0 | 0 | 0 | 43.170 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | 1.086 | 1.526 | 1 | -1.019 | 1.594 |
| 148.105 | 2.594 | -133 | 0 | 150.566 |
Wertberichtigungen
T 054
| in T€ | 01.10.2015 | Abschreibungen des Geschäftsjahres | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2016 |
|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | |||||
| Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen | -39.685 | -1.752 | 133 | 0 | -41.304 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | -24.522 | 0 | 0 | 0 | -24.522 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| -64.207 | -1.752 | 133 | 0 | -65.826 |
Buchwert
T 055
| in T€ | 30.09.2016 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen | 64.498 | 64.164 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 18.648 | 18.648 |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | 1.594 | 1.086 |
| 84.740 | 83.898 |
Bei den immateriellen Vermögenswerten handelt es sich um entgeltlich erworbene Nutzungsrechte, im Wesentlichen im Zusammenhang mit einem langfristigen Stromliefervertrag, sowie um im Rahmen der Konsolidierung im Aurubis-Konzern entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte.
Die größte Einzelinvestition (46.981 T€) stand im Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom.
Der Geschäfts- oder Firmenwert entfällt im Wesentlichen, wie im Vorjahr, auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE) Kupferprodukte der Aurubis Hamburg (17.439 T€).
Die Aurubis führt mindestens jährlich einen Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte durch. Für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE zugeordnet, die erwartungsgemäß von den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses profitiert. Übersteigt der Buchwert der ZGE, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, deren erzielbaren Betrag, wird der zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert aufgrund der Wertminderung entsprechend wertberichtigt.
Für die ZGE Kupferprodukte Aurubis Hamburg bestand, wie im Vorjahr, kein Wertberichtigungsbedarf.
Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Aurubis ermittelt den erzielbaren Betrag auf der Basis des Nutzungswerts. Der Nutzungswert wird mittels Abzinsung zukünftiger Cashflows nach Steuern mit einem risikoangepassten Diskontierungszinssatz (WACC) nach Steuern ermittelt (Discounted Cashflow-Methode).
Die Cashflow-Schätzungen umfassen einen Planungshorizont von vier Jahren, bevor in die ewige Rente übergegangen wird. Die Cashflows wurden im Rahmen eines qualifizierten Planungsprozesses unter Heranziehung unternehmensinterner Erfahrungswerte und umfangreicher Marktkenntnisse aufgestellt und berücksichtigen die Beurteilung und Einschätzungen des Managements zur zukünftigen Entwicklung des regionalen Marktes.
Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des Nutzungswerts verwendet wurden, sind neben den gewichteten Kapitalkosten die prognostizierte Ergebnisentwicklung sowie die nachhaltige Wachstumsrate des Endwerts (Terminal Value) mit 1 %. Die Wachstumsrate wurde aus Zukunftserwartungen abgeleitet und überschreitet die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten der jeweiligen Märkte nicht.
Zum 30.09.2017 betrug der WACC für die vorgenommene Diskontierung 5,1 % nach Steuern bzw. 7,2 % vor Steuern (Vj. 5,7 % nach Steuern bzw. 8,1 % vor Steuern).
Bei den immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer ergab sich, wie im Vorjahr, kein Abwertungsbedarf.
Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von 381 T€ (Vj. 0 T€) aktiviert. Forschungsaufwendungen werden im Ergebnis der jeweiligen Periode erfasst (siehe Tz. 31).
16. Sachanlagen
Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen des Sachanlagevermögens setzen sich wie folgt zusammen:
Anschaffungs- und Herstellungskosten
T 056
| in T€ | 01.10.2016 | Währungsdifferenzen | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke und Bauten | 650.508 | -536 | 10.015 | -4.570 | 7.068 | 662.485 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 2.057.740 | -3.453 | 32.431 | -28.777 | 57.779 | 2.115.720 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 90.880 | -363 | 6.719 | -5.776 | 995 | 92.455 |
| Anlagen in Finanzierungsleasing | 34.678 | 0 | 9.600 | -279 | 0 | 43.999 |
| Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | 66.593 | -220 | 62.209 | 0 | -65.842 | 62.740 |
| 2.900.398 | -4.572 | 120.974 | -39.402 | 0 | 2.977.399 |
Wertberichtigungen
T 057
| in T€ | 01.10.2016 | Währungsdifferenzen | Abschreibungen des Geschäftsjahres | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke und Bauten | -357.174 | 74 | -19.591 | 4.103 | 0 | -372.588 |
| Technische Anlagen und Maschinen | -1.174.399 | 1.644 | -103.657 | 25.678 | 0 | -1.250.734 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | -63.212 | 329 | -7.516 | 5.594 | 0 | -64.805 |
| Anlagen in Finanzierungsleasing | -17.037 | 0 | -2.257 | 279 | 0 | -19.015 |
| Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | -422 | 1 | 0 | 0 | 0 | -421 |
| -1.612.244 | 2.048 | -133.021 | 35.654 | 0 | -1.707.563 |
Buchwert
T 058
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke und Bauten | 289.897 | 293.334 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 864.986 | 883.341 |
| Andere Anlagen, Betriebs- nd Geschäftsausstattung | 27.650 | 27.668 |
| Anlagen in Finanzierungsleasing | 24.984 | 17.641 |
| Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | 62.319 | 66.171 |
| 1.269.836 | 1.288.155 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten
T 059
| in T€ | 01.10.2015 | Währungsdifferenzen | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2016 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke und Bauten | 625.463 | -180 | 14.277 | -6.896 | 17.844 | 650.508 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 2.006.512 | -265 | 21.413 | -72.391 | 102.471 | 2.057.740 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 88.396 | -47 | 6.445 | -4.591 | 677 | 90.880 |
| Anlagen in Finanzierungsleasing | 34.671 | -1 | 773 | -765 | 0 | 34.678 |
| Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | 89.207 | 6 | 98.396 | -24 | -120.992 | 66.593 |
| 2.844.249 | -487 | 141.304 | -84.667 | 0 | 2.900.399 |
Wertberichtigungen
T 060
| in T€ | 01.10.2015 | Währungsdifferenzen | Abschreibungen des Geschäftsjahres | Abgänge | Umbuchungen | 30.09.2016 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke und Bauten | -343.898 | 172 | -18.391 | 6.548 | -1.605 | -357.174 |
| Technische Anlagen und Maschinen | -1.135.109 | 359 | -104.915 | 65.714 | -448 | -1.174.399 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | -61.836 | 42 | -7.835 | 4.365 | 2.052 | -63.212 |
| Anlagen in Finanzierungsleasing | -15.892 | 0 | -1.910 | 764 | 1 | -17.037 |
| Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | -432 | 10 | 0 | 0 | 0 | -422 |
| -1.557.167 | 583 | -133.051 | 77.391 | 0 | -1.612.244 |
Buchwert
T 061
| in T€ | 30.09.2016 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke und Bauten | 293.334 | 281.565 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 883.341 | 871.403 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 27.668 | 26.560 |
| Anlagen in Finanzierungsleasing | 17.641 | 18.779 |
| Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | 66.171 | 88.775 |
| 1.288.155 | 1.287.082 |
In den technischen Anlagen und Maschinen waren im Vorjahr Abgänge der Sockelbestände in Höhe von 6.072 T€ (netto) enthalten, die in die Vorräte überführt wurden.
In den Abschreibungen des aktuellen Geschäftsjahres sind keine Wertminderungen enthalten.
Gemietete oder geleaste Sachanlagen machten am Anlagevermögen einen Anteil von 24.984 T€ (Vj. 17.641 T€) aus. Der Buchwert der Leasinganlagen beinhaltet Buchwerte für Schiffe für den Transport von Kupferkonzentraten sowie Schwefelsäure in Höhe von 5.268 T€ (Vj. 5.788 T€) sowie Buchwerte für die Lagerhalle zur Einlagerung von Kupferkonzentraten in Brunsbüttel in Höhe von 4.097 T€ (Vj. 4.540 T€).
Ein Teil der Leasingraten wird jährlich an die indexierte Preisentwicklung für gewerbliche Produkte angepasst. Den Leasingverträgen liegen im Wesentlichen feste Mietvereinbarungen zugrunde. Sicherheiten wurden hierfür nicht gestellt.
Darüber hinaus beinhalten die Leasinganlagen eine neue Leasingvereinbarung für eine Lagerhalle zur Einlagerung und den Umschlag von Kupferkonzentraten in Bulgarien. Hieraus resultiert ein Zugang in Höhe von 9.000 T€ bzw. ein Buchwert zum Jahresende in Höhe von 8.800 T€.
Diesem Vertrag liegen eine feste Laufzeit und fixierte Raten zugrunde. Sicherheiten wurden nicht begeben.
Zum 30.09.2017 und zum 30.09.2016 war im Konzern kein Sachanlagevermögen als Kreditsicherheit begeben. Das Bestellobligo für Gegenstände des Anlagevermögens betrug 69.335 T€ zum 30.09.2017 (Vj. 41.126 T€).
In den technischen Anlagen und Maschinen werden Sockelbestände als Komponenten der jeweiligen technischen Anlagen und Maschinen bilanziert. Bei Sockelbeständen handelt es sich um Materialmengen, die notwendig sind, um die bestimmungsgemäße Funktionsfähigkeit der Produktionsanlagen herzustellen und diese in der Folge zu gewährleisten. Zum 30.09.2017 entfielen auf den technischen Sockelbestand 291.381 T€ (Vj. 291.381 T€).
17. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien handelt es sich um ein Grundstück mit aufstehendem Gebäude der Aurubis Switzerland SA.
Die Immobilie wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert wurde durch einen externen, unabhängigen und qualifizierten Immobiliengutachter unter Berücksichtigung der RICS Valuation Professional Standards ermittelt und beträgt zum 30.09.2017 7.955 T€ (Vj. 8.515 T€). Die Bewertung erfolgte auf Grundlage der Investment Methode (Ertragswertverfahren), bei der der potenzielle Marktwert aus kapitalisierten Nettoerträgen (vergleichbarer Transaktionen) abgeleitet wird. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Marktdaten bzw. nicht direkt am Markt beobachtbaren Daten und Bewertungsparametern (wie Marktmiete und Rendite) ist die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dem Level 3 der Bewertungshierarchie nach IFRS 13 zugeordnet.
Durch die Änderung des beizulegenden Zeitwerts ergibt sich ein Ergebnis in Höhe von -135 T€ (Vj. 2.530 T€). Das Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres ist erfolgswirksam im übrigen Finanzergebnis enthalten.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung des Buchwerts der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien:
T 062
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Stand 01.10. | 8.515 | 0 |
| Umbuchungen aus zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 0 | 5.956 |
| Ergebnis aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts | -135 | 2.530 |
| Wechselkursänderungen | -425 | 29 |
| Stand 30.09. | 7.955 | 8.515 |
In der Segmentberichterstattung werden die Immobilien innerhalb des Segments Kupferprodukte ausgewiesen.
18. Finanzanlagen
T 063
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.419 | 1.418 |
| Beteiligungen | 174 | 637 |
| Übrige Finanzanlagen | 28.087 | 21.359 |
| 29.680 | 23.414 |
Die in den Finanzanlagen enthaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von 1.593 T€ (Vj. 2.055 T€) sind als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert. Im Geschäftsjahr wurden sämtliche Anteile an verbundenen Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, da eine verlässliche Ermittlung des Marktwerts nur im Rahmen von konkreten Verkaufsverhandlungen möglich ist. Diese Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt. Eine Veräußerung der Anteile ist zurzeit nicht vorgesehen.
Eine Übersicht des bei der Aurubis AG, Hamburg, unter den Finanzanlagen bilanzierten Anteilsbesitzes befindet sich am Ende dieses Berichts.
In den übrigen Finanzanlagen sind insbesondere Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten, bei denen es sich im Wesentlichen um Anteile an der Salzgitter AG, Salzgitter, handelt und die als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert sind.
19. Nach der Equity-Methode bilanzierte Anteile
Bei der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg, handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Aurubis zu 50 % beteiligt ist. Sie wird mit einem weiteren Partner als Gemeinschaftsunternehmen betrieben und ist der BU Kupferprodukte zugeordnet. Der Geschäftszweck der Gesellschaft ist die Herstellung und der Vertrieb von Vorwalzbändern aus Kupfer und Kupferlegierungen. Gemäß IFRS 11.24 i. V. m. IAS 28 wird die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG unter Verwendung der Equity-Methode bilanziert.
Die beiden nachstehenden Tabellen fassen die nach den IFRS aufgestellten Finanzinformationen der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG zusammen. Die Tabelle leitet zudem die zusammengefassten Finanzinformationen auf den Beteiligungsbuchwert über. Die Angabe der Finanzinformationen erfolgt zu 100 %.
Zusammengefasste Bilanz
T 064
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | 127.017 | 106.106 |
| davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 283 | 502 |
| Langfristige Vermögenswerte | 46.459 | 48.736 |
| Kurzfristige Schulden | 45.966 | 37.096 |
| davon: kurzfristige finanzielle Schulden (mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten und von Rückstellungen) | 25.483 | 16.257 |
| Langfristige Schulden | 26.532 | 28.739 |
| davon: langfristige finanzielle Schulden (mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten und von Rückstellungen) | 18.013 | 19.838 |
| Nettovermögen | 100.978 | 89.007 |
| Anteiliges Nettovermögen (50 %) | 50.489 | 44.504 |
| Eliminierung des nicht realisierten Zwischenergebnisses | 149 | 149 |
| Effekte aus der steuerlichen Ergänzungsbilanz | -415 | 359 |
| At Equity-Buchwert am 30.09. | 50.223 | 45.012 |
Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
T 065
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 369.335 | 315.635 |
| Planmäßige Abschreibung | 5.242 | 5.360 |
| Zinserträge | 691 | 487 |
| Zinsaufwendungen | 1.403 | 2.016 |
| Ertragsteueraufwand | 3.209 | 2.957 |
| Gewinn oder Verlust aus fortzuführenden Geschäftsbereichen | 23.317 | 12.841 |
| Sonstiges Ergebnis | 552 | -1.490 |
| Gesamtergebnis | 23.869 | 11.351 |
| Anteiliges Gesamtergebnis (50 %) | 11.935 | 5.676 |
| Erhaltene Dividende | 5.950 | 3.600 |
Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen
T 066
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Nettovermögen 01.10. | 89.007 | 84.856 |
| Gewinn/Verlust der Periode | 23.317 | 12.841 |
| Sonstiges Ergebnis | 552 | -1.490 |
| Ausschüttung | -11.900 | -7.200 |
| Nettovermögen 30.09. | 100.976 | 89.007 |
| Anteil an Gemeinschaftsunternehmen (50 %) | 50.489 | 44.504 |
| Eliminierung des nicht realisierten Zwischenergebnisses | 149 | 149 |
| Effekte aus der steuerlichen Ergänzungsbilanz | -415 | 359 |
| Buchwert | 50.223 | 45.012 |
20. Vorräte
T 067
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 702.605 | 654.644 |
| Unfertige Erzeugnisse | 642.922 | 634.927 |
| Fertige Erzeugnisse, Waren | 405.363 | 409.151 |
| Geleistete Anzahlungen | 1.382 | 1.483 |
| 1.752.272 | 1.700.205 |
Zum Stichtag wurden Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 10.248 T€ (Vj. 13.605 T€) vorgenommen.
21. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum 30.09.2017 und zum 30.09.2016 innerhalb eines Jahres fällig.
Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:
T 068
| davon: zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig | davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | Buchwert | weniger als 30 Tage | zwischen 30 und 180 Tagen | mehr als 180 Tage | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| zum 30.09.2017 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 357.403 | 304.694 | 42.460 | 6.695 | 3.554 |
| zum 30.09.2016 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 242.106 | 215.133 | 17.368 | 6.741 | 2.864 |
Die Wertberichtigungen auf den nicht warenkreditversicherten Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
T 069
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Einzelwertberichtigungen Stand 01.10. | 2.946 | 3.505 |
| Wertänderung der Periode | 102 | -559 |
| Zuführung | 105 | 98 |
| Auflösung | 0 | -652 |
| Wechselkursänderungen | -3 | -5 |
| Stand 30.09. | 3.048 | 2.946 |
Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden weitgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert.
22. Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte unterteilen sich in sonstige finanzielle und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.
Die langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:
T 070
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Langfristig (mit Restlaufzeit von über 1 Jahr) | ||
| Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" | 5.195 | 1.539 |
| Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting | 3.459 | 1.516 |
| Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 21.440 | 20.025 |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 30.094 | 23.080 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2.226 | 2.468 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2.226 | 2.468 |
Die kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:
T 071
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Kurzfristig (mit Restlaufzeit unter 1 Jahr) | ||
| Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" | 28.089 | 28.817 |
| Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting | 18.878 | 972 |
| Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen | 19.187 | 14.484 |
| Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 33.942 | 31.230 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 100.096 | 75.503 |
| Forderungen aus Ertragsteuern | 6.842 | 6.918 |
| Übrige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 46.458 | 44.569 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 53.300 | 51.487 |
Bei den übrigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerforderungen der Aurubis Bulgaria AD, Pirdop.
Bei den ausgewiesenen Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen gegen die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg, die unter Verwendung der Equity-Methode bilanziert wird, sowie um Forderungen gegen verbundene, nicht in den Konsolidierungskreis einbezogene Unternehmen.
In den übrigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ist ein Continuing Involvement aus Delkredererisiken bei Factoringgesellschaften sowie aus Spätzahlungs- und Währungsrisiken von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 22.210 T€ (Vj. 13.881 T€) enthalten. Die Höhe des Continuing Involvement entspricht dabei auch dem maximalen Verlustrisiko, dem im Wesentlichen die Annahme zugrunde liegt, dass sämtliche am Bilanzstichtag offenen Forderungen, die verkauft wurden, über den gesamten Zeitraum, für den Aurubis für das Spätzahlungsrisiko in Anspruch genommen werden kann, unbeglichen bleiben.
Im Zusammenhang mit dem Continuing Involvement wurde eine Verbindlichkeit in Höhe von 23.719 T€ (Vj. 15.322 T€) erfasst. Sämtliche an Factoringgesellschaften verkaufte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Laufzeit von unter einem Jahr, sodass der Fair Value des Continuing Involvement und der verbundenen Verbindlichkeit jeweils dem Buchwert entspricht.
Forderungen aus zwei Factoringverträgen, bei denen die wesentlichen Chancen und Risiken auf den Forderungskäufer übergegangen sind, wurden vollständig ausgebucht. Bei einem dieser Verträge ist der maximal von Aurubis zu tragende Verlust aus Kreditrisiken dabei auf einen Kaufpreisabschlag begrenzt. Dieser wird bei Verkauf der Forderungen vom Käufer einbehalten und schließlich in Höhe des nicht genutzten Teils zurückerstattet. Der Kaufpreisabschlag für die verkauften und ausgebuchten Forderungen (Nominalvolumen 12.664 T€) beläuft sich zum 30.09.2017 auf 1.500 T€ (Vj. 1.358 T€) und ist in den übrigen finanziellen Vermögenswerten enthalten. Aus dem Verkauf der Forderungen wurden insgesamt 434 T€ (Vj. 382 T€) aufwandswirksam erfasst.
Insgesamt waren zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 253 Mio. € (Vj. 266 Mio. €) an Factoringunternehmen verkauft.
Mit Ausnahme von Zinsderivaten besteht für keine Forderung und keinen sonstigen Vermögenswert ein Zinsänderungsrisiko. Nähere Erläuterungen zu den Zinsderivaten finden sich unter Tz. 30.
Die Wertberichtigungen auf die übrigen finanziellen Vermögenswerte gehen aus der folgenden Tabelle hervor:
T 072
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Einzelwertberichtigungen Stand 01.10. | 1.152 | 850 |
| Wertänderung der Periode | -63 | 302 |
| Zuführung | 0 | 1.198 |
| Auflösung | 0 | -900 |
| Wechselkursänderungen | -63 | 4 |
| Stand 30.09. | 1.089 | 1.152 |
Im Vorjahr wurden Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 900 T€ erfasst.
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an sonstigen finanziellen Vermögenswerten deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
23. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus laufenden Guthaben bei Kreditinstituten sowie Commercial Papers mit einer Laufzeit bis zu einem Monat, Kassenbeständen und Schecks. Bei den Guthaben bei Kreditinstituten handelt es sich vor allem um Euro-Guthaben.
24. Eigenkapital
Das Grundkapital beträgt 115.089.210,88 € und ist eingeteilt in 44.956.723 Inhaberstückaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von 2,56 € pro Aktie. Das Grundkapital ist voll eingezahlt.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 23.02.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 57.544.604,16 € zu erhöhen.
Das Grundkapital ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € pro Aktie bedingt erhöht (bedingte Kapitalerhöhung). Es dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. einer Kombination dieser Instrumente), die bis zum 01.03.2022 begeben werden können.
Das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital setzt sich aus dem Konzernergebnis, den Gewinnrücklagen aller Konzernunternehmen, den kumulierten einbehaltenen Jahresergebnissen der Tochterunternehmen seit deren erstmaliger Einbeziehung sowie kumulierten Beträgen aus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen zusammen. Darüber hinaus enthalten sind auch die erfolgsneutral abzubildenden Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen (nach Steuern).
Außerdem enthalten ist die gesetzliche Rücklage in Höhe von 6.391 T€, die für eine Ausschüttung nicht zur Verfügung steht. Die Veränderung des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals von 1.520.781 T€ zum 30.09.2016 auf 1.870.573 T€ zum 30.09.2017 beinhaltet die Dividendenzahlung in Höhe von 56.196 T€, erfolgsneutral abzubildende Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen (nach Steuern) von 55.105 T€ und das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2016/17 in Höhe von 350.883 T€.
Die Veränderung des kumulierten sonstigen Ergebnisses von insgesamt 24.490 T€ (Vj. 25.229 T€) entfällt im Wesentlichen auf Marktbewertungen derivativer Finanzinstrumente im Rahmen von Cashflow-Hedges in Höhe von 25.688 T€ (Vj. 28.050 T€).
Während der Periode wurde aus dem sonstigen Ergebnis ein Betrag von -10.677 T€ (Vj. -33.561 T€) in die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting überführt, der sich im Wesentlichen im Materialaufwand niederschlägt.
Bei den nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 3.097 T€ (Vj. 2.769 T€) handelt es sich um die Anteile konzernfremder Minderheitsgesellschafter am Eigenkapital bei zwei von der Aurubis AG vollkonsolidierten Gesellschaften. Zum 30.9.2017 betreffen diese die Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich, sowie die Aurubis Bulgaria AD, Pirdop. Die Veränderung der nicht beherrschenden Anteile beinhaltet anteilig die Dividendenzahlung in Höhe von 1.509 T€, erfolgsneutral abzubildende Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen (nach Steuern) von 336 T€ und das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2016/17 in Höhe von 1.501 T€.
Eine vollständige Darstellung der Entwicklung des Eigenkapitals befindet sich in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung.
Gewinnverwendungsvorschlag
Der Einzelabschluss der Aurubis AG, Hamburg, wurde nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) aufgestellt.
T 073
| in € | |
|---|---|
| Jahresüberschuss der Aurubis AG | 148.539.080,49 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 65.816.116,25 |
| Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen | 74.200.000,00 |
| Bilanzgewinn | 140.155.196,74 |
Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Aurubis AG in Höhe von 140.155.196,74 € zur Zahlung einer Dividende von 1,45 € je Stückaktie (= 65.187.248,35 €) zu verwenden und 74.967.948,39 € auf neue Rechnung vorzutragen.
Im Geschäftsjahr 2016/17 wurde eine Dividende von 1,25 € je Aktie gezahlt, das sind insgesamt 56.195.903,75 €.
Zusätzliche Angaben zum Kapitalmanagement
Das maßgebliche Ziel der Unternehmenssteuerung liegt in der Steigerung des Unternehmenswerts des Aurubis-Konzerns, indem über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Unternehmens erwirtschaftet wird. Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Cashflows des Konzerns mit den Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden. Eine ausgewogene Verschuldungsstruktur des Konzerns soll langfristig gewährleistet werden. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt anhand definierter Kennzahlen. Mittel- und kurzfristig wird die Nettoverschuldung und Liquidität anhand von regelmäßigen Cashflow-Forecasts gesteuert.
Eine wesentliche Kennzahl zur Ermittlung und vergleichbaren Darstellung der Rentabilität ist der ROCE (Return on Capital Employed), der die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals beschreibt. Der ROCE bezeichnet das Verhältnis des Ergebnisses vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) zum eingesetzten Kapital am Stichtag (Capital Employed). Das Capital Employed setzt sich aus dem Eigenkapital und den zinstragenden Verbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zusammen.
Der operative ROCE des Aurubis-Konzerns erhöhte sich leicht von 10,9 % im Vorjahr auf 15,1 % im aktuellen Geschäftsjahr. Dies ist insbesondere auf das deutlich gestiegene operative Ergebnis zurückzuführen.
Alle externen Anforderungen im Rahmen von Financial Covenants wurden im aktuellen Geschäftsjahr erfüllt.
25. Latente Steuern
Eine Erläuterung der Zusammensetzung der Rückstellungen für latente Steuern erfolgt unter der Tz. 12.
26. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für die betriebliche Altersversorgung der beschäftigten Mitarbeiter bestehen im Aurubis-Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Zusagen.
Die Mehrzahl der im Aurubis-Konzern vorhandenen leistungsorientierten Zusagen besteht in Deutschland sowie den USA (Defined Benefit Plans). Zum einen handelt es sich um einzelvertraglich ausgestaltete Direktzusagen. Zum anderen gewährt der Konzern leistungsorientierte Versorgungszusagen innerhalb von Kollektivplänen. Hierbei kommen sowohl rückstellungs- als auch extern finanzierte Versorgungssysteme zur Anwendung.
In Deutschland gewährt der Konzern seinen versorgungsberechtigten Mitarbeitern sowohl Pensionsleistungen als auch Leistungen der Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung. Die Durchführung erfolgt zu einem wesentlichen Teil über Pensions- und Unterstützungskassen, deren Vermögen ausschließlich für die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen des Aurubis-Konzerns verwendet werden darf.
In der Regel bestimmt sich die Höhe der Rentenleistung pro anrechnungsfähiges Dienstjahr als prozentualer Anteil an einem pensionsfähigen Gehalt. In Deutschland erfolgt alle drei Jahre eine Überprüfung der Renten und ggf. eine Anpassung entsprechend der Preisindexentwicklung.
In Deutschland wurde die betriebliche Altersversorgung für nach dem 29.09.2003 neu eingetretene Mitarbeiter auf beitragsorientierte Zusagen umgestellt. Die Durchführung erfolgt über eine externe Pensionskasse sowie eine Versicherung.
Darüber hinaus gewährt eine Tochtergesellschaft in den USA ihren Mitarbeitern unter bestimmten Alters- bzw. Betriebszugehörigkeitsvoraussetzungen sowohl Pensionsleistungen als auch Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen für die Zeit nach der Pensionierung. Diese Altersversorgungsleistungen basieren auf Sammelvereinbarungen, die ausschließlich gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter umfassen. Es handelt sich um lebenslange Pensionsleistungen, deren Höhe an den Beschäftigungszeitraum gebunden ist. Eine Gehaltsabhängigkeit in Bezug auf die Leistungshöhe besteht nicht. Die Gesundheitsfürsorgeleistungen werden nach dem Ausscheiden der Mitarbeiter bis zu einem festgeschriebenen Mindestalter erbracht. Während die Pensionszusagen im Wesentlichen durch ausgesonderte Vermögenswerte eines Pensionsfonds finanziert werden, besteht für die Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen in den USA kein gesondertes Fondsvermögen.
Für sämtliche Versorgungsverpflichtungen im Konzern wurden versicherungsmathematische Gutachten eingeholt, die unter Berücksichtigung einer konzernweit einheitlichen Bilanzierung den länderspezifischen Besonderheiten Rechnung tragen.
Neben der Zugrundelegung der "Richttafeln 2005G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck waren folgende Marktzinssätze, Lohn-/Gehalts- und Rententrends Grundlage für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen:
T 074
| in % | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Rechnungszinsfuß | 1,80 | 1,10 |
| Erwartete Einkommensentwicklung | 2,75 | 2,75 |
| Erwartete Rentenentwicklung | 1,60 | 1,60 |
Für die Bewertung der Pensionsrückstellung der Aurubis Buffalo Inc., Buffalo, wurde die Annahme eines Rechnungszinsfußes von 3,67 % (Vj. 3,37 %) zugrunde gelegt. Einkommens- und Rentenentwicklung sind für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaft nicht relevant.
Die in der Konzernbilanz ausgewiesene Netto-Pensionsrückstellung für leistungsorientierte Pensionszusagen zum 30.09.2017 bzw. zum 30.09.2016 stellt sich wie folgt dar:
T 075
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Barwert der Versorgungszusagen | 570.537 | 638.439 |
| davon fondsfinanziert | 442.188 | 496.440 |
| - Zeitwert des Planvermögens | 326.855 | 316.439 |
| Netto-Bilanzwert am 30.09. | 243.682 | 322.000 |
| davon: bilanziert als Aktiva | 0 | 0 |
| davon: bilanziert als Passiva | 243.682 | 322.000 |
Die Nettoschuld für Leistungszusagen unter Berücksichtigung separater Überleitungen für den Barwert der definierten Leistungsverpflichtung sowie das Planvermögen lässt sich wie folgt herleiten:
Entwicklung Barwert der Versorgungszusagen
T 076
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Barwert der rückstellungsfinanzierten Leistungsverpflichtungen | 141.999 | 125.007 |
| Barwert der fondsfinanzierten Leistungsverpflichtungen | 496.440 | 417.974 |
| Barwert der Versorgungszusagen zum 01.10. | 638.439 | 542.981 |
| Effekte aus der Übertragung von Verpflichtungen | 0 | 4.982 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 13.794 | 11.186 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 377 | 0 |
| Verlust aus Planabgeltungen | 20 | 82 |
| Zinsaufwand auf die Verpflichtungen | 8.202 | 13.954 |
| Neubewertungen | -62.616 | 103.066 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus demografischen Annahmen | 0 | -360 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus finanziellen Annahmen | -67.676 | 106.797 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingter Anpassung | 5.060 | -3.371 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | -19.708 | -21.051 |
| Auszahlungen für Planabgeltungen | -4.837 | -16.910 |
| Währungsdifferenz | -3.136 | 149 |
| \= Barwert der Versorgungszusagen zum 30.09. | 570.535 | 638.439 |
Der Barwert der Versorgungszusagen beinhaltet Verpflichtungen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft in Höhe von 54.473 T€ (Vj. 58.930 T€), wobei 16.517 T€ (Vj. 16.874 T€) auf Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungszusagen entfallen.
Der Verlust aus Planabgeltungen resultiert aus der Übertragung von Verpflichtungen aus dem Versorgungsplan der US-amerikanischen Tochtergesellschaft an eine externe Versicherungsgesellschaft.
Entwicklung Planvermögen
T 077
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01.10. | 316.439 | 321.209 |
| Effekte aus der Übertragung von Vermögenswerten | 0 | 4.460 |
| Zinserträge | 4.238 | 8.484 |
| Neubewertungseffekte | 19.623 | 7.873 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | -12.983 | -14.298 |
| Auszahlungen für Planabgeltungen | -4.837 | -16.910 |
| Beiträge des Arbeitgebers | 6.309 | 5.376 |
| Währungsdifferenz | -1.934 | 245 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 30.09. | 326.855 | 316.439 |
Entwicklung Nettoschuld
T 078
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Nettoschuld zum 01.10. | 322.000 | 221.772 |
| Verlust aus der Übertragung von Verpflichtungen | 0 | 522 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 13.794 | 11.186 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 377 | 0 |
| Verlust aus Planabgeltungen | 20 | 82 |
| Nettozinsergebnis | 3.964 | 5.470 |
| Neubewertungseffekte | -82.239 | 95.193 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | -6.725 | -6.753 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Plan | -6.309 | -5.376 |
| Währungsdifferenz | -1.200 | -96 |
| Nettoschuld zum 30.09. | 243.682 | 322.000 |
Die Neubewertungseffekte werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und im erwirtschafteten Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Das Nettozinsergebnis wird innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die übrigen Komponenten des Pensionsaufwands (laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sowie der Verlust aus Planabgeltungen) werden dagegen im Personalaufwand erfasst.
In Deutschland werden die leistungsorientierten Pensionspläne im Wesentlichen über die Durchführungswege der Pensionskasse sowie der Unterstützungskasse verwaltet. Die Pensionskasse steht dabei unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Richtlinien in Bezug auf das Kapitalanlagenportfolio der Pensionskasse werden durch die "Verordnung über die Anlage des gebundenen Vermögens von Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung)" bestimmt. So ergibt sich die zulässige quantitative Streuung und Mischung der Kapitalanlagen für die Pensionskasse aus der Anlageverordnung. Ein Großteil des Vermögens der Pensionskasse ist in einem segmentierten Spezialfonds investiert. Die Berechnung der Beiträge erfolgt nach dem jeweils gültigen technischen Geschäftsplan.
Die Risikokapitalanlagen (Eigenkapitalinstrumente und Schuldinstrumente mit einem geringeren Rating als Investment Grade) dürfen maximal 35 % des Buchwerts des Sicherungsvermögens betragen. Die Immobilienquote beträgt höchstens 25 % des Buchwerts des Sicherungsvermögens. Derivate werden im Wesentlichen nur zum Zwecke der Absicherung eingesetzt. Dem Langlebigkeitsrisiko wird nach Prüfung durch den Aktuar ggf. durch eine Anpassung der biometrischen Parameter Rechnung getragen.
Die Unterstützungskasse orientiert sich hinsichtlich der zulässigen Kapitalanlagen ebenfalls an der Anlagenverordnung. Die Zuwendungen erfolgen im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten.
In den USA wird der leistungsorientierte Pensionsplan durch ausgelagertes Fondsvermögen finanziert. Die Investment-Strategie strebt in den USA eine Verteilung der Planvermögenswerte zu 60 % auf Aktien und 40 % auf festverzinsliche Wertpapiere an. Zur Vermeidung einer nicht kontrollierbaren Risikokonzentration ist eine Investition in übrige Vermögensklassen (z. B. Commodities, Immobilien, Wagniskapital) nicht zulässig.
Das Planvermögen im Konzern setzt sich wie folgt zusammen: T 079
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.173 | 16.464 |
| Eigenkapitalinstrumente | 71.193 | 50.532 |
| Schuldinstrumente | 115.527 | 114.488 |
| Immobilien | 126.782 | 127.247 |
| Rückdeckungsversicherungen | 3.857 | 3.279 |
| Sonstiges kurzfristiges Nettovermögen | 6.323 | 4.429 |
| Summe Planvermögen | 326.855 | 316.439 |
Das Planvermögen enthält weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien. Die über Wertpapierfonds gehaltenen Eigenkapital- und Schuldinstrumente werden in der Übersicht den entsprechenden Anlageklassen zugeordnet.
Für die Eigenkapitalinstrumente stehen infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt in der Regel Marktpreise zur Verfügung. Der beizulegende Zeitwert in Höhe von 71.193 T€ (Vj. 50.532 T€) entfällt mit 20.117 T€ (Vj. 20.272 T€) auf Planvermögen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft.
Auch die Schuldinstrumente werden regelmäßig an einem aktiven Markt gehandelt. Der beizulegende Zeitwert in Höhe von 115.527 T€ (Vj. 114.488 T€) entfällt mit 13.129 T€ (Vj. 13.436 T€) auf Planvermögen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft.
Immobilien werden direkt gehalten und befinden sich ausschließlich im Inland. Es existieren keine Marktpreise an einem aktiven Markt.
Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken ausgesetzt. Die Gesellschaft ist insbesondere den allgemeinen versicherungstechnischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko, dem Zinssatzänderungsrisiko und im geringeren Maße dem Inflationsrisiko ausgesetzt.
Sensitivitätsbetrachtung
Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkung von Parameteränderungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen. Jede Änderung einer wesentlichen versicherungsmathematischen Annahme wurde separat analysiert, d. h. bei der Variation eines Parameters wurden die übrigen Parameter konstant gehalten. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt:
T 080
| Auswirkung auf Verpflichtung | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 30.09.2017 | 30.09.2016 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Parameteränderung | Anstieg | Absenkung | Anstieg | Absenkung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Rechnungszins | ± 50 Basispunkte | -43.905 | 48.699 | -52.939 | 59.590 |
| Erwartete Einkommensentwicklung | ± 50 Basispunkte | 9.224 | -9.902 | 11.882 | -12.325 |
| Erwartete Rentenentwicklung | ± 50 Basispunkte | 30.307 | -28.863 | 36.471 | -34.278 |
| Lebenserwartung | ± 1 Jahr | 24.270 | -25.558 | 29.212 | -30.242 |
Zukünftig werden folgende Fälligkeiten der undiskontierten Zahlungen für Pensionen erwartet:
T 081
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Weniger als 1 Jahr | 21.145 | 21.323 |
| Zwischen 1 und 5 Jahren | 92.586 | 90.550 |
| Mehr als 5 Jahre | 701.948 | 706.955 |
| Summe | 815.679 | 818.828 |
Die durchschnittliche gewichtete Duration der leistungsorientierten Verpflichtungen beläuft sich zum 30.09.2017 auf 16,5 Jahre (Vj. 17,7 Jahre).
Für beitragsorientierte Zusagen der betrieblichen Altersversorgung wurden im Berichtsjahr 24.342 T€ (Vj. 23.637 T€) aufgewendet. Diese beinhalten sowohl freiwillige Zusagen als auch die durch den Konzern geleisteten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.
27. Sonstige Rückstellungen
T 082
| Langfristig | Kurzfristig | Summe | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 | 30.09.2017 | 30.09.2016 | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Personalrückstellungen | 45.539 | 46.486 | 24.469 | 22.755 | 70.008 | 69.241 |
| Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften | 0 | 0 | 3.777 | 3.452 | 3.777 | 3.452 |
| Umweltrückstellungen | 16.470 | 15.885 | 2.181 | 2.225 | 18.651 | 18.110 |
| Übrige | 1.669 | 1.667 | 8.586 | 3.878 | 10.255 | 5.545 |
| 63.678 | 64.038 | 39.013 | 32.310 | 102.691 | 96.348 |
Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelten sich die einzelnen Gruppen von Rückstellungen wie folgt:
T 083
| in T€ | Stand per 01.10.2016 | Inanspruchnahme | Auflösungen | Zuführungen | Zinseffekt | Währungsdifferenz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Personalrückstellungen | 69.241 | -22.261 | -101 | 22.889 | 328 | -88 |
| Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften | 3.452 | -3.420 | 0 | 3.745 | 0 | 0 |
| Umweltrückstellungen | 18.110 | -780 | 0 | 1.460 | 94 | -233 |
| Übrige | 5.545 | -2.948 | -355 | 8.017 | 0 | -4 |
| 96.348 | -29.409 | -456 | 36.111 | 422 | -325 |
| in T€ | Stand per 30.09.2017 |
|---|---|
| Personalrückstellungen | 70.008 |
| Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften | 3.777 |
| Umweltrückstellungen | 18.651 |
| Übrige | 10.255 |
| 102.691 |
Die Personalrückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern für Jubiläumszuwendungen, Überbrückungsgeld und aus Altersteilzeitverträgen gebildet. Die für Umweltrisiken gebildeten Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf Sanierungsmaßnahmen in den Standorten Lünen sowie Buffalo (USA) und Zutphen (Niederlande). Die Laufzeiten der Rückstellungen betragen bis zu 24 Jahre. Die Ermittlung der zu erwartenden Kosten erfolgte unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten aus vergleichbaren Fällen, vorhandenen Gutachten sowie Sanierungsmethoden, die nach gegenwärtigem Kenntnisstand eingesetzt werden.
28. Verbindlichkeiten
Die finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
T 084
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Langfristig (mit Restlaufzeit von über 1 Jahr) | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 317.297 | 321.225 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 22.969 | 15.887 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 340.266 | 337.112 |
| Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" | 1.007 | 17.122 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen | 950 | 0 |
| Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting | 795 | 1.666 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 2.752 | 18.788 |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 343.018 | 355.900 |
| Kurzfristig (mit Restlaufzeit von unter 1 Jahr) | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 905.083 | 797.710 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 905.083 | 797.710 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 8.467 | 156.209 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 2.601 | 1.922 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 11.068 | 158.131 |
| Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" | 32.368 | 18.110 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen | 1.139 | 2.157 |
| Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting | 0 | 5.796 |
| Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 96.222 | 91.639 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 129.729 | 117.702 |
| Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.045.880 | 1.073.543 |
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen entsprechen den Barwerten der Leasingraten sowie deren vertraglich festgeschriebenen Restwerte bei Vertragsende. Zahlungen hierfür werden folgendermaßen fällig:
T 085
| 30.09.2017 | 30.09.2016 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | unter 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | gesamt | unter 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erwartete Leasingzahlungen | 3.752 | 13.377 | 16.668 | 33.797 | 2.546 | 8.764 |
| Zinsanteil | 1.151 | 3.696 | 3.380 | 8.227 | 624 | 1.843 |
| Tilgungsanteil | 2.601 | 9.681 | 13.288 | 25.570 | 1.922 | 6.921 |
| 30.09.2016 | ||
|---|---|---|
| in T€ | mehr als 5 Jahre | gesamt |
| --- | --- | --- |
| Erwartete Leasingzahlungen | 9.970 | 21.280 |
| Zinsanteil | 1.004 | 3.471 |
| Tilgungsanteil | 8.966 | 17.809 |
Die Finanzierungsleasingverträge beinhalten sowohl Verlängerungs- und Kaufoptionen als auch Preisanpassungsklauseln.
Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie die diskontierten Nettozahlungsströme der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert des Aurubis-Konzerns ersichtlich.
Aus Devisentermingeschäften mit negativem Marktwert stehen zum 30.09.2017 Auszahlungen in Höhe von 378,8 Mio. € (Vj. 311,9 Mio. €) Einzahlungen in Höhe von 373,3 Mio. € (Vj. 304,5 Mio. €) gegenüber. Derivate mit positiven Marktwerten stellen Vermögenswerte dar und werden daher nicht berücksichtigt.
T 086
| Zahlungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | Buchwert zum 30.09.2017 | bis zu 1 Jahr | von 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 325.764 | 8.467 | 317.297 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 25.570 | 2.601 | 9.681 | 13.288 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 905.083 | 905.083 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen | 2.089 | 1.139 | 950 | 0 |
| Derivate der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" | 33.375 | 32.368 | 1.007 | 0 |
| Derivate, die als Sicherungsinstrument für Hedge Accounting designiert sind | 795 | 0 | 795 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 96.222 | 96.222 | 0 | 0 |
| Gesamt | 1.388.898 | 1.045.880 | 329.730 | 13.288 |
T 087
| Zahlungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | Buchwert zum 30.09.2016 | bis zu 1 Jahr | von 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 477.434 | 156.209 | 205.725 | 115.500 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 17.809 | 1.923 | 3.677 | 12.209 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 797.710 | 797.710 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen | 2.157 | 2.157 | 0 | 0 |
| Derivate der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" | 35.232 | 18.110 | 17.122 | 0 |
| Derivate, die als Sicherungsinstrument für Hedge Accounting designiert sind | 7.461 | 5.795 | 1.666 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 91.640 | 91.640 | 0 | 0 |
| Gesamt | 1.429.443 | 1.073.544 | 228.190 | 127.709 |
Die vorstehende Darstellung zeigt die Finanzinstrumente, die am 30.09.2017 bzw. 30.09.2016 im Bestand waren und für die vertragliche Vereinbarungen über die Zahlungen bestehen. Fremdwährungsbeträge sind mit dem Stichtagskurs umgerechnet worden.
Aurubis hat keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch Grundpfandrechte und Anlagengegenstände besichert. Finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden nicht gestellt.
Die nicht finanziellen Verbindlichkeiten stellten sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
T 088
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Langfristig (mit Restlaufzeit von über 1 Jahr) | ||
| Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 1.213 | 1.201 |
| Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 1.213 | 1.201 |
| Kurzfristig (mit Restlaufzeit von unter 1 Jahr) | ||
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | 19.959 | 4.522 |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | 19.959 | 4.522 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 13.289 | 13.223 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 8.526 | 5.758 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 4.884 | 5.220 |
| Übrige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 6.998 | 7.279 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 33.697 | 31.480 |
| Kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 53.656 | 36.002 |
Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Aufgrund des finanziellen Verbindlichkeitscharakters von Personalverpflichtungen wurden aus den sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten des Vorjahres 7.946 T€ in die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert.
29. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
T 089
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Bestellobligo aus Investitionsaufträgen | 69.335 | 41.126 |
| Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen | 237.331 | 164.598 |
| Gewährleistungsverpflichtungen | 1.285 | 1.709 |
| Wechselobligo | 1.341 | 1.016 |
| 309.292 | 208.449 |
Das Bestellobligo aus Investitionsaufträgen betrifft im Wesentlichen Gegenstände des Sachanlagevermögens.
Die Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen beziehen sich im Wesentlichen auf die Erbringung von Transport- und Umschlagsleistungen verschiedener Dienstleister. Der Anstieg resultiert insbesondere aus Verpflichtungen für die Einlagerung und den Umschlag von Kupferkonzentraten in Bulgarien.
Daneben besteht für den Bezug von über einer Milliarde Kilowattstunden Strom pro Jahr mit einem Energieversorger ein Vertrag auf Kostenbasis mit einer 30-jährigen Laufzeit, beginnend ab dem Jahr 2010.
Darüber hinaus bestehen im Konzern langfristige Verträge zur Versorgung verschiedener Standorte mit Sauerstoff.
Finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverhältnissen
Zum 30.09.2017 bestanden Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von 31.305 T€ (Vj. 30.497 T€). Diese sind wie folgt fällig:
T 090
| in T€ | unter 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2017 | ||||
| Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen | 9.165 | 15.252 | 6.888 | 31.305 |
| 30.09.2016 | ||||
| Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen | 8.174 | 13.170 | 9.153 | 30.497 |
Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden Miet- und Leasingzahlungen in Höhe von 8.078 T€ (Vj. 7.658 T€) aufwandswirksam erfasst.
30. Finanzinstrumente
Der Aurubis-Konzern ist durch den Einsatz von Finanzinstrumenten Marktrisiken, Liquiditätsrisiken und Ausfallrisiken ausgesetzt.
Marktrisiken
Marktrisiken entstehen aus einer möglichen Veränderung von Risikofaktoren, die zu einer Verringerung des Marktwerts der diesen Risikofaktoren unterliegenden Transaktionen führt. Für das Unternehmen sind die folgenden Gruppen von allgemeinen Risikofaktoren von Relevanz: Wechselkursrisiken, Zinsänderungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken.
Wechselkursrisiken
Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Änderungen von Wechselkursen können zu Wertverlusten bei Finanzinstrumenten führen. Um Währungsrisiken zu begrenzen, werden Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig US-Dollar. Hierbei wird die Fremdwährungsposition aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen durch Devisenderivate werden glattgestellt. Bei sämtlichen Devisensicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden darüber hinaus Devisentermingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte zur Sicherung künftiger Einnahmen abgeschlossen. Im vorliegenden Abschluss sind - soweit die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt waren - die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Grundsätzliche Verschiebungen der Devisenrelationen - insbesondere des Verhältnisses des Euro zum US-Dollar - können dabei jedoch nur auf begrenzte Zeit gesichert werden.
Ausführungen zur Steuerung von Wechselkursrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.
Das Fremdwährungsrisiko tritt als Cashflow-Risiko auf und stellt die Risikoposition für die folgende Periode dar. Diese entspricht dem Nettobetrag des Nominalvolumens der im Bestand befindlichen originären und derivativen Finanzinstrumente, die Wechselkursrisiken ausgesetzt sind. Außerdem werden geplante Umsatztransaktionen der folgenden Perioden insoweit einbezogen, als diese im Währungsrisikomanagement zur Darstellung der Risikoposition für die folgende Periode berücksichtigt werden.
Fremdwährungsrisiko
T 091
| EUR/USD | ||
|---|---|---|
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
| --- | --- | --- |
| Risikoposition aus gebuchten Transaktionen | -845.444 | -592.946 |
| Geplante Umsätze | 539.182 | 768.540 |
| Forward-Fx-Transaktionen | 601.500 | 290.495 |
| Put-Optionsgeschäfte | -132.136 | -172.028 |
| Netto-Exposure | 163.102 | 294.061 |
Der IFRS 7 fordert zur Darstellung von Marktrisiken eine Sensitivitätsanalyse für jede Risikoart. Durch die Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand zum Bilanzstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.
Für das Wechselkursrisiko wird eine Sensitivitätsanalyse für die Fremdwährung vorgenommen, die ein signifikantes Risiko für das Unternehmen darstellt. Dabei handelt es sich um den US-Dollar. Bei der Sensitivitätsanalyse für die Währungen wurde angenommen, dass sich der Kurs des Euro zum US-Dollar jeweils um ±10 % verändert.
Wenn am 30.09.2017 bzw. 30.09.2016 der Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % stärker bzw. schwächer gewesen wäre als der vorherrschende Stichtagskurs, wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis bezogen auf das Fremdwährungsrisiko auf die in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind alle relevanten Fremdwährungspositionen sowie die im Fremdwährungsrisiko berücksichtigten geplanten Umsätze der folgenden Periode eingegangen.
Währungssensitivitäten
T 092
| EUR/USD | ||
|---|---|---|
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
| --- | --- | --- |
| Stichtagskurs | 1,1806 | 1,1161 |
| Abwertung (EUR ggü. USD) | 1,0625 | 1,0045 |
| Ergebniseffekt | 57.466 | 83.845 |
| davon entfallen auf geplante Umsätze | 59.909 | 85.393 |
| davon entfallen auf originäre Geschäfte | 27.258 | 9.478 |
| davon entfallen auf derivative Geschäfte | -29.701 | -11.026 |
| Eigenkapitaleffekt | -22.030 | -32.931 |
| Aufwertung (EUR ggü. USD) | 1,2987 | 1,2277 |
| Ergebniseffekt | -49.101 | -64.491 |
| davon entfallen auf geplante Umsätze | -49.017 | -69.867 |
| davon entfallen auf originäre Geschäfte | -24.385 | -3.645 |
| davon entfallen auf derivative Geschäfte | 24.301 | 9.021 |
| Eigenkapitaleffekt | 23.021 | 21.125 |
Zinsänderungsrisiken
Zinsänderungsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Auftretende Zinsrisiken werden durch Zinsswaps abgesichert. Zinsänderungsrisiken sind im finanzwirtschaftlichen Bereich von wesentlicher Bedeutung. Soweit im Rahmen der Absicherung variabler Zinszahlungen die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt sind, werden die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte Grundgeschäft im betreffenden Geschäftsjahr erfolgswirksam wird.
Ausführungen zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.
Nachfolgend wird das Netto-Exposure für variabel verzinsliche Risikopositionen dargestellt.
Variabel verzinsliche Risikopositionen
T 093
| Gesamtbetrag | bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 | 30.09.2017 | 30.09.2016 | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ausleihungen/ Festgelder | 526.309 | 438.092 | 526.309 | 438.092 | 0 | 0 |
| Sonstige Risikopositionen | -299.050 | -303.088 | -228.050 | -232.088 | -71.000 | -58.000 |
| davon zinsgesichert | 71.000 | 71.000 | 0 | 0 | 71.000 | 58.000 |
| Netto-Exposure | 298.259 | 206.004 | 298.259 | 206.004 | 0 | 0 |
| mehr als 5 Jahre | ||
|---|---|---|
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
| --- | --- | --- |
| Ausleihungen/ Festgelder | 0 | 0 |
| Sonstige Risikopositionen | 0 | -13.000 |
| davon zinsgesichert | 0 | 13.000 |
| Netto-Exposure | 0 | 0 |
Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie das Eigenkapital dar.
Durch einen Anstieg (Rückgang) aller relevanten Zinssätze um 100 Basispunkte (50 Basispunkte) wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis zum 30.09.2017 bzw. 30.09.2016 in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind die gleichen Positionen eingegangen wie bei der Ermittlung des zuvor dargestellten Netto-Exposures.
Zinssensitivitäten
T 094
| 30.09.2017 | 30.09.2016 | |||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | +100 BP | -50 BP | +100 BP | -50 BP |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Ergebniseffekt | 3.758 | -2.533 | 2.024 | -1.672 |
| Eigenkapitaleffekt | 1.286 | -660 | 1.846 | -954 |
Sonstige Preisrisiken
Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Warenpreisrisiken ausgesetzt. Um Preisrisiken zu begrenzen, werden unter anderem NE-Metalltermingeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig die Absicherung des Kupferpreises. Hierfür werden ein- und ausgehende Metallmengen aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen durch Börsengeschäfte glattgestellt. Bei sämtlichen Metallsicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen.
Soweit preisfixierte Metalllieferverträge über NE-Metalle zur Deckung des erwarteten Bedarfs an Rohstoffen bzw. des erwarteten Verkaufs von Fertigprodukten als derivative Finanzinstrumente bilanziert werden, kommt es zu einer ergebniswirksamen Berücksichtigung von Marktwertänderungen. Gewinne und Verluste aus der gegenläufigen Entwicklung der Marktwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte sind folglich unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Ausführungen zur Steuerung von Metallpreisrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.
Der Aurubis-Konzern hat seine Stromverbräuche durch einen langfristigen Vertrag mit einem Energieversorger gesichert. Aus der Bewertung eines Teils dieses Vertrags ist Aurubis einem Strompreisrisiko ausgesetzt.
Nachfolgend ist das Nominalvolumen für derivative Finanzinstrumente für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle und CO2 dargestellt, das sich aus der unsaldierten Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte ergibt.
Nominalvolumen der Derivate
T 095
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
|---|---|---|
| Kupfer | 1.186.467 | 1.015.407 |
| Silber | 91.615 | 97.680 |
| Gold | 368.403 | 398.173 |
| Strom, Kohle, CO2 | 82.869 | 94.598 |
| 1.729.354 | 1.605.858 |
Warenpreisrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Warenpreise auf das Periodenergebnis dar.
Durch einen Anstieg (Rückgang) aller relevanten Warenpreise um 10 % wäre das Jahresergebnis zum 30.09.2017 bzw. 30.09.2016 in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind sämtliche zum Stichtag vorhandene Derivate für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle und CO2 eingeflossen.
Warenpreissensitivitäten
T 096
| Kupfer | Silber | Gold | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 | 30.09.2017 | 30.09.2016 | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Preisanstieg | ||||||
| Ergebniseffekt | 37.720 | 26.637 | 6.367 | 5.310 | 25.232 | 27.630 |
| Preisrückgang | ||||||
| Ergebniseffekt | -37.720 | -26.637 | -6.367 | -5.310 | -25.232 | -27.630 |
| Strom, Kohle, CO2 | ||
|---|---|---|
| in T€ | 30.09.2017 | 30.09.2016 |
| --- | --- | --- |
| Preisanstieg | ||
| Ergebniseffekt | 3.876 | 4.118 |
| Preisrückgang | ||
| Ergebniseffekt | -3.876 | -4.118 |
Die bei den Warenpreissensitivitäten ausgewiesenen Ergebniseffekte werden bei den Metallen durch die Bewertung der noch nicht fixierten Kauf- oder Verkaufspartien ganz oder teilweise wieder kompensiert, da diese Positionen provisorisch mit dem jeweiligen Stichtagskurs bewertet werden.
Derivative Finanzinstrumente
Der Aurubis-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Wechselkurs-, Zins- und sonstigen Preisrisiken ein. Sofern die Voraussetzungen für die Anwendung von Hedge Accounting erfüllt sind, werden diese im Rahmen von Cashflow Hedges abgebildet.
Finanzderivate
T 097
| Aktiva | Passiva | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 30.09.2017 | 30.09.2016 | 30.09.2017 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in T€ | Buchwert | Nominalvolumen | Buchwert | Nominalvolumen | Buchwert | Nominalvolumen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zinsswaps | ||||||
| ohne Hedge-Beziehung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| als Cashflow Hedges | 0 | 0 | 0 | 0 | 795 | 71.000 |
| Devisentermingeschäfte | ||||||
| ohne Hedge-Beziehung | 5.229 | 572.747 | 2.646 | 458.959 | 5.479 | 378.628 |
| als Cashflow Hedges | 20.123 | 260.325 | 2.257 | 214.263 | 0 | 0 |
| Devisenoptionsgeschäfte | ||||||
| ohne Hedge-Beziehung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| als Cashflow Hedges | 2.214 | 140.390 | 231 | 71.385 | 0 | 0 |
| Metalltermingeschäfte | ||||||
| ohne Hedge-Beziehung | 23.010 | 725.486 | 25.841 | 774.802 | 27.818 | 1.002.548 |
| als Cashflow Hedges | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| sonstige Geschäfte | ||||||
| ohne Hedge-Beziehung | 5.045 | 79.357 | 1.869 | 6.171 | 78 | 3.536 |
| als Cashflow Hedges | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Passiva
| 30.09.2016 | ||
|---|---|---|
| in T€ | Buchwert | Nominalvolumen |
| --- | --- | --- |
| Zinsswaps | ||
| ohne Hedge-Beziehung | 0 | 0 |
| als Cashflow Hedges | 1.457 | 71.000 |
| Devisentermingeschäfte | ||
| ohne Hedge-Beziehung | 1.675 | 225.412 |
| als Cashflow Hedges | 5.719 | 80.462 |
| Devisenoptionsgeschäfte | ||
| ohne Hedge-Beziehung | 0 | 0 |
| als Cashflow Hedges | 286 | 98.377 |
| Metalltermingeschäfte | ||
| ohne Hedge-Beziehung | 16.692 | 777.100 |
| als Cashflow Hedges | 0 | 0 |
| sonstige Geschäfte | ||
| ohne Hedge-Beziehung | 16.865 | 88.427 |
| als Cashflow Hedges | 0 | 0 |
Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente besteht aus der Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte. Der beizulegende Zeitwert errechnet sich dagegen aus der Bewertung sämtlicher Kontrakte zu den Preisen des Bewertungsstichtags. Er gibt an, wie sich das Ergebnis bei prompter Glattstellung der Derivatekontrakte - losgelöst von den Grundgeschäften - zum Stichtag verändert hätte.
Die Ergebnisauswirkungen der Marktwertveränderungen von Finanzderivaten, die sich auf einen Cashflow Hedge beziehen, werden in Höhe des effektiven Teils erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis gebucht.
Der effektive Teil der Wertveränderungen derivativer Finanzinstrumente, der in der Berichtsperiode erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst wurde, beträgt 15.010 T€ (Vj. -5.510 T€). Der Betrag, der während der Periode aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting überführt wurde, beträgt -10.677 T€ (Vj. -33.561 T€) und schlägt sich im Wesentlichen in der GuV-Position "Materialaufwand" nieder.
Der ineffektive Teil der Marktwertänderung wird dagegen direkt ergebniswirksam gebucht.
Im Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine zu berücksichtigenden ineffektiven Teile der Marktwertänderung der Sicherungsinstrumente identifiziert.
Die folgenden beiden Tabellen zeigen, wann die Zahlungsströme aus Cashflow Hedges eintreten und wann sie die GuV beeinflussen:
Darstellung der Cashflow Hedges 30.09.2017
T 098
| GuV-Wirkung und Eintritt in T€ |
Buchwert | Nominalvolumen | bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| Zinsswaps | |||||
| Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 795 | 71.000 | 0 | 71.000 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | |||||
| Vermögenswerte | 20.123 | 260.325 | 217.609 | 42.716 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Devisenoptionsgeschäfte | |||||
| Vermögenswerte | 2.214 | 140.390 | 140.390 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Darstellung der Cashflow Hedges 30.09.2016
T 099
| GuV-Wirkung und Eintritt in T€ |
Buchwert | Nominalvolumen | bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| Zinsswaps | |||||
| Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 1.457 | 71.000 | 0 | 58.000 | 13.000 |
| Devisentermingeschäfte | |||||
| Vermögenswerte | 2.257 | 214.263 | 129.234 | 85.029 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 5.719 | 80.462 | 80.462 | 0 | 0 |
| Devisenoptionsgeschäfte | |||||
| Vermögenswerte | 232 | 71.385 | 28.528 | 42.857 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 286 | 98.377 | 56.442 | 41.935 | 0 |
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass das Unternehmen seinen eigenen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann. Die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten sind unter der Tz. 28 ausgewiesen.
Die ausreichende Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist sowohl durch den Cashflow des Konzerns als auch durch die vorhandenen kurz- und langfristigen Kreditlinien seitens unserer Banken gewährleistet. Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung können somit aufgefangen werden. Ein eigenständiger Führungskreis verfolgt zeitnah und regelmäßig die Entwicklung der Liquiditätsposition der Aurubis und berichtet an den Vorstand. Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risikobericht des Lageberichts dargestellt.
Ausfallrisiken
Ausfallrisiken existieren für alle Klassen von Finanzinstrumenten, insbesondere für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Konzentration des Bonitätsrisikos ist aufgrund des breiten und heterogenen Kundenstamms begrenzt. Die betragsmäßig größten Kundenforderungen werden regelmäßigen Überprüfungen unterzogen. Das Bonitätsrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten ist dadurch begrenzt, dass entsprechende Kontrakte lediglich mit Vertragsparteien bzw. Kreditinstituten mit gutem Bonitätsrating bestehen.
Im Rahmen des Kreditrisikomanagements erfolgte eine Einteilung von Kunden in Bonitätsklassen, wobei jedem Kunden ein bestimmtes Limit eingeräumt wird.
Die Buchwerte der bilanzierten finanziellen Vermögenswerte, abzüglich jeglicher Wertberichtigungen, stellen das höchstmögliche Ausfallrisiko dar, ohne dabei den Wert erhaltener Sicherheiten oder anderer risikomindernder Vereinbarungen einzubeziehen.
Um darüber hinaus Ausfallrisiken so gering wie möglich zu halten, verfolgen wir regelmäßig die bestehenden Forderungen gegenüber unseren Geschäftspartnern. Neben marktüblichen Instrumenten, wie z. B. Akkreditiven und Garantien, nutzen wir insbesondere Warenkreditversicherungen zur Absicherung potenzieller Forderungsausfälle. Soweit Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen veräußert werden, geschieht dies regresslos.
Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
T 100
| 2016/17 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wertansatz Bilanz nach IAS 39 | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien in T€ |
Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert 30.09.2017 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Fair Value erfolgsneutral | Fair Value erfolgswirksam | Wertansatz Bilanz nach IAS 17 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | AfS | 1.419 | 1.419 | 0 | 0 | 0 |
| Beteiligungen | AfS | 174 | 174 | 0 | 0 | 0 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | AfS | 28.039 | 0 | 28.039 | 0 | 0 |
| Übrige Finanzanlagen | ||||||
| Sonstige Ausleihungen | LaR | 48 | 48 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 357.403 | 357.403 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen | LaR | 19.187 | 19.187 | 0 | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | LaR | 55.382 | 55.382 | 0 | 0 | 0 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FAHfT | 33.284 | 0 | 0 | 33.284 | 0 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) | n/a | 22.337 | 0 | 22.337 | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | LaR | 570.569 | 570.569 | 0 | 0 | 0 |
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | FLAC | 325.764 | 325.764 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | n/a | 25.570 | 0 | 0 | 0 | 25.570 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | 905.083 | 905.083 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen | FLAC | 2.089 | 2.089 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 96.221 | 96.221 | 0 | 0 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FLHfT | 33.375 | 0 | 0 | 33.375 | 0 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) | n/a | 795 | 0 | 795 | 0 | 0 |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||||||
| Kredite und Forderungen (LaR) | 1.002.589 | 1.002.589 | 0 | 0 | 0 | |
| Zur Veräußerung verfügbar (AfS) | 29.632 | 1.593 | 28.039 | 0 | 0 | |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 33.284 | 0 | 0 | 33.284 | 0 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 1.329.157 | 1.329.157 | 0 | 0 | 0 | |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) | 33.375 | 0 | 0 | 33.375 | 0 |
| 2016/17 | 2015/16 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wertansatz Bilanz nach IAS 39 | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien in T€ |
Fair Value 30.09.2017 | Buchwert 30.09.2016 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Fair Value erfolgsneutral | Fair Value erfolgswirksam | Wertansatz Bilanz nach IAS 17 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | n/a | 1.418 | 1.418 | 0 | 0 | 0 |
| Beteiligungen | n/a | 637 | 637 | 0 | 0 | 0 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 28.039 | 21.311 | 0 | 21.311 | 0 | 0 |
| Übrige Finanzanlagen | ||||||
| Sonstige Ausleihungen | 48 | 48 | 48 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 357.403 | 242.106 | 242.106 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen | 19.187 | 14.575 | 14.575 | 0 | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 55.382 | 51.147 | 51.147 | 0 | 0 | 0 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 33.284 | 30.356 | 0 | 0 | 30.356 | 0 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) | 22.337 | 2.488 | 0 | 2.488 | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 570.569 | 471.874 | 471.874 | 0 | 0 | 0 |
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 335.898 | 477.434 | 477.434 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 25.570 | 17.809 | 0 | 0 | 0 | 17.809 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 905.083 | 797.710 | 797.710 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen | 2.089 | 2.157 | 2.157 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 96.221 | 83.693 | 83.693 | 0 | 0 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 33.375 | 35.232 | 0 | 0 | 35.232 | 0 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) | 795 | 7.462 | 0 | 7.462 | 0 | 0 |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||||||
| Kredite und Forderungen (LaR) | 1.002.589 | 779.750 | 779.750 | 0 | 0 | 0 |
| Zur Veräußerung verfügbar (AfS) | 28.039 | 23.366 | 2.055 | 21.311 | 0 | 0 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 33.284 | 30.356 | 0 | 0 | 30.356 | 0 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 1.339.291 | 1.360.994 | 1.360.994 | 0 | 0 | 0 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) | 33.375 | 35.232 | 0 | 0 | 35.232 | 0 |
| 2015/16 | |
|---|---|
| Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien in T€ |
Fair Value 30.09.2016 |
| --- | --- |
| Aktiva | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | n/a |
| Beteiligungen | n/a |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 21.311 |
| Übrige Finanzanlagen | |
| Sonstige Ausleihungen | 48 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 242.106 |
| Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte | |
| Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen | 14.575 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 51.147 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 30.356 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) | 2.488 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 471.874 |
| Passiva | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 493.376 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 17.809 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 797.710 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen | 2.157 |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 83.693 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 35.232 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) | 7.462 |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | |
| Kredite und Forderungen (LaR) | 779.750 |
| Zur Veräußerung verfügbar (AfS) | 21.311 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 30.356 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 1.376.936 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) | 35.232 |
Bei zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzierenden Finanzinstrumenten wird der Marktwert grundsätzlich anhand von Börsenkursen ermittelt. Sofern keine Börsenkurse vorliegen, erfolgt eine Bewertung unter Anwendung der marktüblichen Verfahren (Bewertungsmethoden) unter Zugrundelegung instrumentspezifischer Marktparameter und Zinssätze, die von anerkannten Quellen bezogen werden.
Wenn beobachtbare Eingangsparameter nicht oder nicht vollständig verfügbar sind, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis angemessener Bewertungsmethoden ermittelt. Dies betrifft im Aurubis-Konzern insbesondere die Extrapolation von Marktdaten für Strom und Kohle unter Berücksichtigung von Marktinformationen über Preisbildung und Liquiditätsüberlegungen. Falls keine ausreichenden Marktinformationen verfügbar sind, wird die beste Schätzung des Managements für einen bestimmten Eingangsparameter verwendet, um den Wert zu bestimmen. Wenn auf dem Markt beobachtbare Eingangsparameter nicht oder nicht vollständig zur Verfügung stehen, wird die Bewertung somit wesentlich von der Verwendung von Schätzungen und Annahmen beeinflusst.
Aufgrund der überwiegend kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der weiteren Forderungen der Kategorie "Loans and Receivables", der Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen sowie der sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.
Für Anteile an Personengesellschaften und nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften ist angenommen worden, dass der Buchwert dem Marktwert entspricht. Eine verlässliche Ermittlung eines Marktwerts wäre nur im Rahmen von konkreten Verkaufsverhandlungen möglich.
Gemäß IFRS 13 zeigen die folgenden Tabellen die Bewertungsmethoden für den beizulegenden Zeitwert nach Level 1, Level 2 und Level 3 sowie die wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter, die zur Bewertung verwendet worden sind.
Die einzelnen Level sind dabei gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:
| ― | Level 1: quotierte (nicht angepasste) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. |
| ― | Level 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt am Markt beobachtbar sind. |
| ― | Level 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. |
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 1
T 101
| Art | Bewertungsmethode |
|---|---|
| Wertpapiere des Anlagevermögens | Börsenkurse |
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 2
T 102
| Art | Bewertungsmethode und verwendete Inputparameter |
|---|---|
| Devisentermingeschäfte | Par-Methode unter Berücksichtigung aktiv gehandelter Forward-Rates sowie der aktuell geltenden Zinsen zur Diskontierung auf den Stichtag |
| Devisenoptionen | Black-Scholes Modell. Ermittlung auf Basis der Devisenkurse zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung erwarteter Volatilität des jeweiligen Devisenkurses während der Optionslaufzeit sowie marktüblicher Zinsen |
| Zinsswaps | Discounted Cashflow-Methode. Diese addiert den Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsströme und diskontiert diese unter Berücksichtigung eines marktgerechten Zinssatzes |
| Metalltermingeschäfte | Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung aktiv gehandelter Metallterminkurse und marktgerechter Zinssätze zur Diskontierung auf den Stichtag |
| Sonstige Geschäfte | Discounted Cashflow-Methode. Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme über die Restlaufzeit der Kontrakte auf Basis aktueller Marktzinsen |
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 2
T 103
| Art | Bewertungsmethode und verwendete Inputparameter |
|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | Discounted Cashflow-Methode. Abzinsung der erwarteten künftigen Zahlungsströme mit aktuell geltenden Zinsen für Finanzverbindlichkeiten, die vergleichbare Konditionen und Restlaufzeiten haben |
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 3
T 104
| Art | Bewertungsmethode | Wesentliche, nicht beobachtbare Bewertungsparameter | Interdependenz zwischen wesentlichen, nicht beobachtbaren Bewertungsparametern und beizulegendem Zeitwert |
|---|---|---|---|
| Energieversorgungsvertrag | Discounted Cashflow-Methode | Extrapolation von Marktdaten für Strom und Kohle | Der beizulegende Zeitwert wäre höher (niedriger), wenn: -der Preis für Strom stärker (schwächer) ansteigen würde als erwartet -der Preis für Kohle schwächer (stärker) ansteigen würde als erwartet |
Sofern die zur Bewertung herangezogenen Parameter in verschiedene Level der Bewertungshierarchie fallen, erfolgt die Einordnung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit im tiefsten Level, dem ein Inputparameter zuzuordnen ist, der sich signifikant auf den beizulegenden Zeitwert in seiner Gesamtheit auswirkt.
Soweit Umgliederungen in andere Level der Bewertungshierarchie erfolgen, werden diese vom Aurubis-Konzern zu Beginn des betreffenden Geschäftsjahres ausgewiesen.
Die folgende Übersicht stellt für die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten und im Anhang angegebenen Finanzinstrumente dar, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung basiert.
Hierarchische Einstufung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 zum 30.09.2017
T 105
| Aggregiert nach Klassen in T€ |
Beizulegender Zeitwert 30.09.2017 | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 28.039 | 28.039 | 0 | 0 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 33.284 | 0 | 29.088 | 4.196 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 22.337 | 0 | 22.337 | 0 |
| Vermögenswerte | 83.660 | 28.039 | 51.425 | 4.196 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 335.898 | 0 | 335.898 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 33.375 | 0 | 33.375 | 0 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 795 | 0 | 795 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 370.068 | 0 | 370.068 | 0 |
Hierarchische Einstufung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 zum 30.09.2016
T 106
| Aggregiert nach Klassen in T€ |
Beizulegender Zeitwert 30.09.2016 | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 21.311 | 21.311 | 0 | 0 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 30.356 | 0 | 30.356 | 0 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 2.488 | 0 | 2.488 | 0 |
| Vermögenswerte | 54.155 | 21.311 | 32.844 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 493.376 | 0 | 493.376 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 35.232 | 0 | 18.456 | 16.776 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 7.462 | 0 | 7.462 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 536.070 | 0 | 519.294 | 16.776 |
Sowohl im Geschäftsjahr 2016/17 als auch im Vorjahr wurden keine Umgliederungen zwischen den einzelnen Leveln vorgenommen.
Die folgende Übersicht stellt eine Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten und in Level 3 klassifizierten Finanzinstrumente dar:
Überleitung der Finanzinstrumente in Level 3 zum 30.09.2017
T 107
| Aggregiert nach Klassen in T€ |
Stand 01.10.2016 | Veräußerungen/ Käufe | in der GuV erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) | Stand 30.09.2017 | Gewinne (+)/ Verluste (-) für am Bilanzstichtag gehaltene Derivate |
|---|---|---|---|---|---|
| Derivate Verbindlichkeiten ohne Hedge-Beziehung | -16.776 | 14.135 | 2.641 | 0 | 0 |
| Derivate Vermögenswerte ohne Hedge-Beziehung | 0 | 1.598 | 2.598 | 4.196 | 2.598 |
Überleitung der Finanzinstrumente in Level 3 zum 30.09.2016
T 108
| Aggregiert nach Klassen in T€ |
Stand 01.10.2015 | in der GuV erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) | Stand 30.09.2016 | Gewinne (+)/ Verluste (-) für am Bilanzstichtag gehaltene Derivate |
|---|---|---|---|---|
| Derivate Verbindlichkeiten ohne Hedge-Beziehung | -19.304 | 2.528 | -16.776 | 2.528 |
Gewinne und Verluste der als Level 3 klassifizierten derivativen Finanzinstrumente betreffen einen Teil eines Energieversorgungsvertrags und schlagen sich in der GuV-Position "Materialaufwand" nieder. In Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom wurde ein Derivat getilgt und ein neues Derivat erworben.
Der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente basiert zum Teil auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern, die im Wesentlichen den Preis für Strom und Kohle betreffen. Hätte der Aurubis-Konzern am 30.09.2017 zur Bewertung der betreffenden Finanzinstrumente angemessene mögliche Alternativen der Bewertungsparameter zugrunde gelegt, hätte sich bei einer Steigerung des Strompreises sowie einer Reduzierung des Kohlepreises um jeweils 20 % zum Laufzeitende der ausgewiesene beizulegende Zeitwert um 7.056 T€ (Vj. 7.965 T€) erhöht bzw. bei einer Reduzierung des Strompreises sowie einer Steigerung des Kohlepreises um jeweils 20 % zum Laufzeitende um 5.866 T€ (Vj. 6.337 T€) verringert. Um diese maximalen Auswirkungen zu berechnen, die sich aus der relativen Unsicherheit bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von
Finanzinstrumenten ergeben können, deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Parametern basiert, bewertet der Aurubis-Konzern diese Finanzinstrumente neu, indem für die nicht beobachtbaren Eingabedaten Parameter herangezogen werden, die am äußeren Ende der Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen. Da es jedoch unwahrscheinlich ist, dass ein Szenario eintritt, bei dem alle nicht beobachtbaren Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende der Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen, sollten die vorgenannten Schätzwerte die tatsächlichen Unsicherheitsfaktoren bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Bilanzstichtag übertreffen. Somit stellen die vorliegenden Angaben auch keine Vorhersage oder Indikation für künftige Änderungen des beizulegenden Zeitwerts dar.
Aufrechnungsmöglichkeiten derivativer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Die von Aurubis abgeschlossenen Finanzinstrumente unterliegen Saldierungsvereinbarungen mit Finanzinstitutionen, die ein beidseitiges Recht zur Saldierung beinhalten. Diese Vereinbarungen erfüllen allerdings nicht die Kriterien für eine Aufrechnung in der Bilanz, da das Recht zur Aufrechnung nur bei Ausfall einer Vertragspartei durchsetzbar ist.
In der folgenden Tabelle werden die im Aurubis-Konzern bestehenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gezeigt, die Saldierungsmöglichkeiten unterliegen.
Aufrechnungsmöglichkeiten derivater finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
T 109
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Vermögenswerte | 55.621 | 32.845 |
| Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren | 0 | 0 |
| Nettobilanzwerte der finanziellen Vermögenswerte | 55.621 | 32.845 |
| Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen | -13.192 | -9.994 |
| Gesamtnettowert der finanziellen Vermögenswerte | 42.429 | 22.851 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Verbindlichkeiten | -34.170 | -42.694 |
| Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren | 0 | 0 |
| Nettobilanzwerte der finanziellen Verbindlichkeiten | -34.170 | -42.694 |
| Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen | 13.192 | 9.994 |
| Gesamtnettowert der finanziellen Verbindlichkeiten | -20.978 | -32.700 |
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
T 110
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Kredite und Forderungen (LaR) | 20.924 | 16.033 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS) | -281 | 183 |
| Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (FAHfT und FLHfT) | 95.708 | 82.195 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | -15.022 | 5.363 |
| 101.329 | 103.774 |
Im Nettoergebnis der zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumente wird im Wesentlichen das Ergebnis der Börsen-Metalltermingeschäfte und der Devisentermingeschäfte ausgewiesen. Darüber hinaus werden auch die preisfixierten Metallliefergeschäfte berücksichtigt, die als Derivate behandelt werden. Hierin nicht enthalten sind die noch nicht fixierten Kauf- oder Verkaufspartien, aus denen sich aufgrund der provisorischen Bewertung mit den jeweiligen Stichtagskursen jedoch teilweise ein kompensierender Effekt ergibt. In der Berechnung sind Dividenden, jedoch keine Zinsen enthalten. Das im Geschäftsjahr 2016/17 im Nettoergebnis erfasste Fremdwährungsergebnis der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Positionen beläuft sich auf 6.029 T€ (Vj. 23.083 T€).
Im Rahmen der erfolgsneutralen Erfassung der Wertveränderung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wurden im Geschäftsjahr 2016/17 Bewertungsergebnisse von netto 6.728 T€ (Vj. 5.092 T€) im sonstigen Ergebnis erfasst.
31. Forschung und Entwicklung
Für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden im Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2016/17 11.330 T€ (Vj. 12.733 T€) erfolgswirksam erfasst. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr Entwicklungskosten in Höhe von 381 T€ (Vj. 0 T€) aktiviert.
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung stellt die Zahlungsströme des Aurubis-Konzerns im Geschäftsjahr 2016/17 sowie die Zahlungsströme im Vergleichszeitraum des Vorjahres dar. Gemäß IAS 7 wird hierbei zwischen dem Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit und dem Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit unterschieden.
Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern werden alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge, das Finanzergebnis (bestehend aus dem Ergebnis aus At Equity bilanzierten Anteilen, Zinsaufwendungen und -erträgen sowie den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen), Auszahlungen für Ertragsteuern sowie Veränderungen des Working Capital korrigiert, um den Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) herzuleiten.
Der Netto-Cashflow zum 30.09.2017 lag bei 480 Mio. € gegenüber 239 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg des Netto-Cashflows resultierte im Wesentlichen aus dem deutlich höheren Ergebnis.
Die Investitionen in das Anlagevermögen (inkl. Finanzanlagen) betrugen im Berichtszeitraum 165 Mio. € (Vj. 143 Mio. €). Die größte Einzelinvestition stand im Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Durch diese Einzelinvestition haben wir die laufenden Kosten für den langfristigen Stromverbrauch gesenkt. Die Planungssicherheit unserer deutschen Produktionsstandorte für den Strombezug bleibt erhalten.
Nach Abzug der Investitionen in das Anlagevermögen vom Netto-Cashflow ergab sich ein Free Cashflow von 315 Mio. € (Vj. 96 Mio. €). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 155 Mio. € (Vj. 128 Mio. €).
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 225 Mio. € (Vj. 92 Mio. €) und beinhaltet die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 136 Mio. €. Aus dem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit des Vorjahres wurden aufgrund ihres operativen Charakters nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte aus Sicherungsinstrumenten in Höhe von 2.547 T€ in den Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit umgegliedert.
Zum 30.09.2017 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 571 Mio. € (Vj. 472 Mio. €) zur Verfügung. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit wie auch der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.
Segmentberichterstattung
T 111
| Segment Primärkupfererzeugung | Segment Kupferprodukte | Sonstige | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | 2016/2017 operativ | 2015/2016 operativ | 2016/2017 operativ | 2015/2016 operativ | 2016/2017 operativ | 2015/2016 operativ |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Gesamtumsätze | 6.319.684 | 5.325.180 | 9.148.858 | 7.531.198 | 14.396 | 11.670 |
| Intersegmentumsätze | 3.726.295 | 2.788.892 | 713.814 | 601.851 | 2.728 | 2.599 |
| Außenumsätze | 2.593.389 | 2.536.288 | 8.435.044 | 6.929.347 | 11.668 | 9.071 |
| EBITDA | 327.376 | 237.827 | 149.184 | 150.658 | -36.485 | -30.672 |
| Abschreibungen | -86.475 | -83.496 | -43.916 | -44.403 | -1.507 | -974 |
| EBIT | 240.901 | 154.331 | 105.269 | 106.254 | -37.992 | -31.645 |
| Zinserträge | 4.210 | 4.346 | 9.691 | 8.471 | 91 | 60 |
| Zinsaufwendungen | -8.921 | -15.925 | -21.736 | -21.416 | -195 | -41 |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 0 | 0 | 7.468 | 7.536 | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Erträge | 0 | 0 | 0 | 5 | 220 | 252 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | -85 | -100 | -635 | -7 | 0 | 0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 236.105 | 142.652 | 100.056 | 100.842 | -37.877 | -31.373 |
| Ertragsteuern | ||||||
| Konzernjahresüberschuss | ||||||
| Return on Capital Employed (ROCE) in % | 26,6 | 16,4 | 9,6 | 9,4 | ||
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 124.058 | 103.524 | 50.468 | 40.375 | 0 | 0 |
| Durchschnittliche Mitarbeiterzahl | 2.780 | 2.750 | 3.397 | 3.335 | 300 | 270 |
| Summe | Überleitung/Konsolidierung | Konzern gesamt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | 2016/2017 operativ | 2015/2016 operativ | 2016/2017 IFRS | 2015/2016 IFRS | 2016/2017 IFRS | 2015/2016 IFRS |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Gesamtumsätze | ||||||
| Intersegmentumsätze | ||||||
| Außenumsätze | 11.040.100 | 9.474.706 | 0 | 0 | 11.040.100 | 9.474.706 |
| EBITDA | 440.075 | 357.813 | 157.627 | -46.191 | 597.701 | 311.622 |
| Abschreibungen | -131.897 | -128.873 | -3.313 | -5.930 | -135.210 | -134.803 |
| EBIT | 308.177 | 228.940 | 154.314 | -52.121 | 462.491 | 176.819 |
| Zinserträge | 13.992 | 12.877 | -11.277 | -10.009 | 2.715 | 2.868 |
| Zinsaufwendungen | -30.852 | -37.382 | 11.277 | 10.009 | -19.575 | -27.373 |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 7.468 | 7.536 | 3.464 | -1.185 | 10.932 | 6.351 |
| Übrige finanzielle Erträge | 220 | 257 | 0 | 0 | 220 | 257 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | -720 | -107 | 0 | 0 | -720 | -107 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 298.284 | 212.121 | 157.778 | -53.306 | 456.063 | 158.815 |
| Ertragsteuern | -103.679 | -35.296 | ||||
| Konzernjahresüberschuss | 352.384 | 123.519 | ||||
| Return on Capital Employed (ROCE) in % | ||||||
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 174.526 | 143.899 | 0 | 0 | 174.526 | 143.899 |
| Durchschnittliche Mitarbeiterzahl | 6.477 | 6.355 | 0 | 0 | 6.477 | 6.355 |
Vorjahreswerte hinsichtlich der Zuordnung zwischen den Segmenten z. T. angepasst.
Bezüglich der grundsätzlichen Herleitung des ROCE verweisen wir auf den zusammengefassten Lagebericht (siehe S. 59).
Über die Geschäftssegmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger übereinstimmt. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Gesamtvorstand der Aurubis AG identifiziert.
Der Aurubis-Konzern ist in zwei berichtspflichtige Segmente unterteilt, die sich bezüglich des Produktionsverfahrens oder der Produkte unterscheiden und eigenständig geführt werden. Unter Sonstige werden zentrale Erlöse und Kosten der Verwaltung ausgewiesen, die keinem der berichtspflichtigen Segmente direkt zugeordnet werden können.
Die interne Berichterstattung basiert grundsätzlich auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses nach IFRS. Für die interne Steuerung wird eine Überleitung vom IFRS-Ergebnis auf das operative Ergebnis vorgenommen. Das operative Ergebnis des Konzerns und der jeweiligen Business Unit ergibt sich nach Bereinigung der Ergebnisse nach IFRS um:
| ― | Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände, |
| ― | Effekte aus Kaufpreisallokationen, i. W. auf Sachanlagevermögen, ab dem Geschäftsjahr 2010/11. |
Die Darstellung der Segmentberichterstattung entspricht der internen Berichterstattung.
Die Überleitung auf den Konzernabschluss nach IFRS wird in der Spalte Überleitung/Konsolidierung dargestellt. Dabei entfallen im Ergebnis vor Steuern (EBT) auf die Konsolidierung -423 T€ (Vj. 524 T€) und auf die Überleitung zum EBT nach IFRS 158.201 T€ (Vj. -53.830 T€).
Der Konzern realisiert den größten Teil seiner Umsätze mit Geschäftspartnern in Ländern der Europäischen Union. Die Aufteilung der Außenumsätze auf Regionen erfolgt nach Standort der Kunden und stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:
T 112
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| Inland | 3.913.465 | 3.306.555 |
| Übrige Europäische Union | 3.936.135 | 3.576.941 |
| Übriges Europa | 517.530 | 316.060 |
| Asien | 1.168.391 | 1.087.737 |
| Amerika | 1.067.605 | 774.556 |
| Sonstige | 436.974 | 412.857 |
| Konzern gesamt | 11.040.100 | 9.474.706 |
Die Aufteilung der Investitionen (ohne Finanzierungsleasing) sowie langfristigen Vermögenswerte auf Regionen wurde entsprechend den jeweiligen Standorten der Vermögenswerte vorgenommen:
T 113
| Investitionen | Anlagevermögen | |||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 | 2016/17 | 2015/16 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Inland | 117.580 | 59.052 | 866.018 | 812.079 |
| Bulgarien | 23.021 | 57.640 | 334.955 | 347.287 |
| Belgien | 11.933 | 12.175 | 169.655 | 168.754 |
| Weiteres Europa | 7.104 | 8.456 | 75.660 | 77.329 |
| Nordamerika | 5.407 | 5.819 | 43.023 | 44.386 |
| Konzern gesamt | 165.045 | 143.143 | 1.489.311 | 1.449.836 |
Bei den Standorten im weiteren Europa handelt es sich im Wesentlichen um Betriebsstätten innerhalb der Europäischen Union.
Segment Primärkupfererzeugung
Die Kupfererzeugung erstreckt sich von der Beschaffung kupfer- und edelmetallhaltiger Rohstoffe bis zur Erzeugung marktgängiger Metalle. Im Segment Primärkupfererzeugung werden für die Kupfererzeugung als Rohstoffe im Wesentlichen Kupferkonzentrate verwendet. Darüber hinaus kommt unter anderem auch Altkupfer zum Einsatz.
Das Produkt sind börsenfähige Kupferkathoden sowie Gold- und Silberprodukte, die aus den Rohstoffen sowie aus zusätzlich verarbeiteten edelmetallhaltigen Vorstoffen stammen. Im Rahmen der Kupfererzeugung werden in diesem Segment auch unterschiedliche Produkte aus den natürlichen Begleitelementen der Rohstoffe, wie Schwefelsäure und Eisensilikatgestein, hergestellt und vermarktet. Ferner erfolgt im Segment Primärkupfererzeugung die Herstellung hochwertiger Selenprodukte.
Die Umsatzerlöse des Segments Primärkupfererzeugung bestehen zum einen aus Erlösen innerhalb des Konzerns, da die erzeugten Kupferkathoden vollständig an das Segment Kupferprodukte veräußert werden, und zum anderen aus dem Verkauf der Edelmetalle an externe Abnehmer. Darüber hinaus werden Schwefelsäure und Eisensilikatgestein an externe Abnehmer verkauft.
Segment Kupferprodukte
Das Segment Kupferprodukte umfasst neben der Kupfererzeugung aus kupferhaltigen Recyclingmaterialien zusätzlich alle Bereiche zur Erzeugung und Vermarktung von Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Walzprodukten sowie Spezialprodukten. Als Vorprodukte für die erzeugten Produkte dienen zu großen Teilen die in diesem Segment und im Segment Primärkupfererzeugung hergestellten Kupferkathoden. Die Vermarktung der Produkte des Segments erfolgt weltweit.
Segmentdaten
Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente setzen sich aus Intersegmentumsätzen und aus Umsätzen mit Kunden außerhalb des Konzerns zusammen. Die Summe der Außenumsätze der einzelnen Segmente ergibt die Umsatzerlöse des Konzerns. Die Preise und Konditionen für die zwischen den Konzerngesellschaften und Segmenten ausgetauschten Produkte und Dienstleistungen entsprechen denen mit fremden Dritten.
Die Aufgliederung der Umsätze nach Produktgruppen wird bei den Angaben zu Umsätzen (Tz. 1) dargestellt.
Das operative EBIT (Earnings before Interest and Taxes) stellt das operative Ergebnis vor Ertragsteuern, bereinigt um das dem Segment zuzuordnende Finanzergebnis, dar. Darauf aufbauend gibt das operative EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation) das um die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen des Segments bereinigte operative EBIT wieder.
Insgesamt wurden Wertberichtigungen auf Vermögenswerte in Höhe von 10.614 T€ (Vj. Wertaufholungen in Höhe von 15.773 T€) vorgenommen, von denen 7.051 T€ (Vj. Wertaufholungen in Höhe von 10.849 T€) auf das Segment Primärkupfererzeugung und 3.563 T€ (Vj. Wertaufholungen in Höhe von 4.924 T€) auf das Segment Kupferprodukte entfielen. Die im Segment Primärkupfererzeugung vorgenommenen Wertberichtigungen ergeben sich, wie die Wertaufholungen im Vorjahr, ausschließlich aus Wertberichtigungen auf kurzfristige Vermögenswerte. Im Segment Kupferprodukte entfielen im aktuellen Geschäftsjahr ebenfalls sämtliche Wertaufholungen auf kurzfristige Vermögenswerte.
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter der Segmente berücksichtigt alle Mitarbeiter der Unternehmen, die im vorliegenden Konzernabschluss voll konsolidiert wurden.
Sonstige Angaben
Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Entsprechend IAS 24 gelten als nahestehende Unternehmen und Personen sämtliche Einzelpersonen oder Unternehmen, die vom Unternehmen beeinflusst werden können, oder aber solche, die selbst das Unternehmen beeinflussen können.
Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ist für ihr Beschäftigungsverhältnis bei der Aurubis AG eine Vergütung in marktüblicher Höhe gezahlt worden.
Innerhalb des Aurubis-Konzerns beziehen und erbringen verschiedene Konzernunternehmen im Rahmen ihrer normalen Geschäftstätigkeit unterschiedliche Leistungen von bzw. für nahestehende Unternehmen. Solche Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Soweit es sich dabei um Dienstleistungen handelt, werden diese auf Basis bestehender Verträge abgerechnet.
Dabei entfallen auf ein nach der Equity-Methode bilanziertes Gemeinschaftsunternehmen folgende Beträge:
30.09.2017
T 114
| in T€ | Erträge | Aufwendungen | Forderungen | Verbindlichkeiten |
|---|---|---|---|---|
| Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG | 120.050 | 29.863 | 7.848 | 887 |
30.09.2016
T 115
| in T€ | Erträge | Aufwendungen | Forderungen | Verbindlichkeiten |
|---|---|---|---|---|
| Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG | 48.667 | 26.228 | 3.526 | 834 |
Auf die nicht konsolidierten nahestehenden Unternehmen entfallen folgende Beträge:
30.09.2017
T 116
| in T€ | Erträge | Aufwendungen | Forderungen | Verbindlichkeiten |
|---|---|---|---|---|
| Gemeinschaftsunternehmen | 122 | 0 | 109 | 0 |
| Tochterunternehmen | 7.894 | 1.164 | 3.289 | 1.141 |
30.09.2016
T 117
| in T€ | Erträge | Aufwendungen | Forderungen | Verbindlichkeiten |
|---|---|---|---|---|
| Gemeinschaftsunternehmen | 49 | 6.824 | 48 | 0 |
| Tochterunternehmen | 4.296 | 1.564 | 2.587 | 1.233 |
Einzelne Aktionäre der Aurubis AG, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Aurubis-Konzern ausüben könnten, existieren bis auf die Salzgitter AG nicht.
Auf Unternehmen der Salzgitter-Gruppe entfallen im Geschäftsjahr Aufwendungen von 2.758 T€ (Vj. 1.998 T€). Zum Stichtag bestanden Verbindlichkeiten von 3 T€ (Vj. 116 T€).
Zum Bilanzstichtag bestanden keine Patronatserklärungen gegenüber nahestehenden Unternehmen oder Personen.
Nachtragsbericht
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht aufgetreten.
Angaben zu Vorstand und Aufsichtsrat
Der Vorstand
Jürgen Schachler, Hamburg
Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger
Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor
Segment Primärkupfererzeugung bis zum 30.09.2017
Segment Metal Refining & Processing seit dem 01.10.2017
Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019
Dr. Stefan Boel, Hamme, Belgien
Geb.: 09.06.1966, belgischer Staatsbürger
Vorstand
Segment Kupferprodukte bis zum 30.09.2017
Segment Flat Rolled Products seit dem 01.10.2017
Bestellt seit dem 19.04.2008 bis zum 30.04.2021
| ― | » Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Chairman of the Board of Directors |
Erwin Faust, Hamburg, bis zum 30.06.2017
Geb.: 04.01.1957, deutscher Staatsbürger
Vorstand Finanzen
Bestellt seit dem 01.10.2008 bis ursprünglich 30.09.2018
| ― | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Director |
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter
Vorsitzender, Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter
| ― | Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | KHS GmbH, Dortmund+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+ (ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+ ) Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Peiner Träger GmbH, Peine+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+ Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | TÜV Nord AG, Hannover Mitglied des Aufsichtsrats |
Renate Hold-Yilmaz, Hamburg *
Stellvertretende Vorsitzende, kfm. Angestellte, Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
Burkhard Becker, Hattingen
Mitglied des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter
| ― | EUROPIPE GmbH, Mülheim/Ruhr+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | KHS GmbH, Dortmund+ Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 31.10.2017 |
| ― | Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+ (ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+ ) Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Peiner Träger GmbH, Peine+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Salzgitter Flachstahl GmbH, Mülheim/Ruhr+ Mitglied des Aufsichtsrats ab dem 01.04.2017 |
| ― | Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+ Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | Nord/LB Asset Management AG, Hannover Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr. Bernd Drouven, Hamburg
Ehem. Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG
| ― | NITHH gGmbH, Hamburg Vorsitzender des Aufsichtsrats |
Jan Koltze, Kummerfeld *
Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg
| ― | ESSO Deutschland GmbH, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
| ― | ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
Dr.-Ing. Joachim Faubel, Hamburg *
Angestellter im Konzerncontrolling der Aurubis AG
Dr. Sandra Reich, Singapur
Director, Head of German Desk, NORD/LB Singapore Branch, Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Singapur
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek, Lübeck *
Leiter Gesundheitsschutz Konzern der Aurubis AG,
| ― | Mitglied des Sprecherausschusses der Aurubis AG, Hamburg |
Rolf Schwertz, Datteln *
Maurer und Kesselwärter, Mitglied des Betriebsrats der Aurubis AG, Lünen, und Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Aurubis AG, Lünen
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg
Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg
| ― | Capital Stage AG, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrats |
Ralf Winterfeldt, Hamburg *
Energieanlagenelektroniker, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg, Dortmund
Selbstständiger Berater
- Konzerngesellschaften der Salzgitter AG
* von der Belegschaft gewählt
Börsennotiertes Unternehmen
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)
Dr. Sandra Reich Ralf Winterfeldt
Prüfungsausschuss (Audit Committee)
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender)
Burkhard Becker
Jan Koltze
Renate Hold-Yilmaz
Personalausschuss
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)
Dr. Bernd Drouven
Renate Hold-Yilmaz
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Ralf Winterfeldt
Nominierungsausschuss
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)
Burkhard Becker
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg
Technikausschuss
Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender)
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann
Renate Hold-Yilmaz
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek
Gesamtvergütung
Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2016/17 beträgt 4.589.106 € und beinhaltet für das abgelaufene Geschäftsjahr neben einem festen Anteil in Höhe von 1.268.250 € Nebenleistungen von 54.033 € und einen variablen Anteil von 2.458.719 €. Darüber hinaus wurden Aufwendungen für Altersversorgungen in Höhe von 808.104 € (IFRS) aufwandswirksam berücksichtigt.
Herr Faust erhält im Rahmen der Vertragsbeendigung eine Einmalzahlung in Höhe von 400.000 €, die Festvergütung für die Zeit vom 01.07. bis zum 30.09.2017 in Höhe von 99.750 € sowie die einjährige variable Vergütung in Höhe von 62.344 € und die mehrjährige variable Vergütung in Höhe von 115.188 €.
Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten insgesamt 2.099.400 €, für ihre Pensionsansprüche sind 27.554.891 € zurückgestellt.
Die Vergütungen an den Aufsichtsrat betragen für das Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 1.493.000 €.
Die individuellen Vergütungen der Vorstandsmitglieder und der Mitglieder des Aufsichtsrats werden im Vergütungsbericht dargestellt und erläutert.
Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte
Aktiengeschäfte der Organmitglieder
Nach Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung (EU Nr. 596/2014) müssen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft offenlegen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.
Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat Aktiengeschäfte in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 getätigt:
| ― | Herr Dr. Thomas Schultek: Erbschaft in Höhe von 200 Stückaktien. |
Die Mitglieder des Vorstands haben in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 keine Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert.
Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung ist vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.
Mitteilung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses lagen der Aurubis AG nach § 21 Abs. 1 WpHG folgende Stimmrechtsmitteilungen von Aktionären bezüglich der Über- und Unterschreitung der relevanten Meldeschwellen vor:
Aktionärsstruktur
T 118
| Aktionäre | Schwelle in % |
Anteil in % |
Datum der Schwellenberührung | Datum der Veröffentlichung |
|---|---|---|---|---|
| Dimensional Holdings Inc., Santa Monica, USA | > 3 | 3,01 | 21.01.2008 | 04.02.2008 |
| Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter3) | > 25 | 25,002 | 29.08.2011 | 29.08.2011 |
| UBS AG, Zürich, Schweiz | < 5 | 4,99 | 04.03.2013 | 20.03.2013 |
| Norges Bank, Oslo, Norwegen1) | < 3 | 2,95 | 07.10.2016 | 12.10.2016 |
| Norges Bank, Oslo, Norwegen1 | > 3 | 3,05 | 20.10.2016 | 25.10.2016 |
| Norges Bank, Oslo, Norwegen1) | < 3 | 2,84 | 26.10.2016 | 02.11.2016 |
| Norges Bank, Oslo, Norwegen1) | > 3 | 3,02 | 08.11.2016 | 11.11.2016 |
| Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main | > 3 | 3,07 | 18.11.2016 | 24.11.2016 |
| Norges Bank, Oslo, Norwegen1) | < 3 | 2,476 | 08.12.2016 | 15.12.2016 |
| Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main | > 5 | 5,06 | 31.03.2017 | 06.04.2017 |
| Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main | < 5 | 4,99 | 11.07.2017 | 14.07.2017 |
| Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main | < 5 | 4,87 | 13.07.2017 | 17.07.2017 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2) | > 3 | 3,03 | 23.08.2017 | 31.08.2017 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2) | < 3 | 2,84 | 05.09.2017 | 12.09.2017 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2) | > 3 | 3,14 | 07.09.2017 | 14.09.2017 |
| BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2) | > 3 | 3,92 | 15.09.2017 | 22.09.2017 |
| Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter3) | < 20 | 15,751 | 25.10.2017 | 27.10.2017 |
1) Die Anteile sind dem Staat Norwegen, vertreten durch das Finanzministerium über die Norges Bank, zuzurechnen.
2) Direkt oder indirekt gehalten über Tochtergesellschaften.
3) Die Anteile sind der Salzgitter AG, Salzgitter, zuzurechnen.
Die Stimmrechtsmitteilungen sind unter www.aurubis.com/de/de/shared/corp/uber-aurubis/corporate-governance/ stimmrechtsmitteilungen verfügbar.
Mitteilungen aus früheren Geschäftsjahren sind im Internet unter www.aurubis.com unter der Rubrik "Investor Relations" verfügbar.
Angaben über das Abschlussprüferhonorar
Für das Geschäftsjahr 2016/17 bzw. das Vorjahr wurden folgende Honorare für Dienstleistungen des weltweiten Netzwerks von PricewaterhouseCoopers als Aufwand erfasst:
T 119
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| für die Abschlussprüfung | 1.107 | 1.017 |
| für sonstige Bestätigungsleistungen | 32 | 72 |
| für Steuerberatungsleistungen | 128 | 115 |
| für sonstige Leistungen | 38 | 63 |
| Summe | 1.305 | 1.267 |
Davon entfielen folgende Honorare auf die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft:
T 120
| in T€ | 2016/17 | 2015/16 |
|---|---|---|
| für die Abschlussprüfung | 693 | 596 |
| für sonstige Bestätigungsleistungen | 32 | 70 |
| für Steuerberatungsleistungen | 118 | 114 |
| für sonstige Leistungen | 10 | 9 |
| Summe | 853 | 789 |
Die Steuerberatungsleistungen entfielen hauptsächlich auf Beratungen im Zusammenhang mit konzerninternen Verrechnungspreisen. Darüber hinaus wurden weitere vertraglich vereinbarte oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen durch den Abschlussprüfer erbracht.
Anteilsbesitz gem. § 313 (2) HGB am 30.09.2017
T 121
| Name und Sitz der Gesellschaften | unmittelbarer und mittelbarer Anteil in % |
gehalten über | |
|---|---|---|---|
| 1 | Aurubis AG | ||
| Vollkonsolidierte Gesellschaften | |||
| 2 | Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel | 100 | 1 |
| 3 | Aurubis Holding Sweden AB, Stockholm | 100 | 2 |
| 4 | Aurubis Sweden AB, Finspång | 100 | 3 |
| 5 | Aurubis Finland Oy, Pori | 100 | 2 |
| 6 | Aurubis Holding USA LLC, Buffalo | 100 | 2 |
| 7 | Aurubis Buffalo Inc., Buffalo | 100 | 6 |
| 8 | Aurubis Netherlands BV, Zutphen | 100 | 2 |
| 9 | Aurubis Mortara S.p.A., Mortara | 100 | 2 |
| 10 | Cumerio Austria GmbH, Wien | 100 | 1 |
| 11 | Aurubis Bulgaria AD, Pirdop | 99,86 | 10 |
| 12 | Aurubis Engineering EAD, Sofia | 100 | 10 |
| 13 | Aurubis Italia Srl, Avellino | 100 | 1 |
| 14 | Aurubis Switzerland SA, Yverdon-les-Bains | 100 | 1 |
| 15 | Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg | 100 | 1 |
| 16 | Aurubis U.K. Ltd., Smethwick | 100 | 15 |
| 17 | Aurubis Slovakia s.r.o., Dolny Kubin | 100 | 15 |
| 18 | CABLO Metall-Recycling & Handel GmbH, Fehrbellin | 100 | 1 |
| 19 | Peute Baustoff GmbH, Hamburg | 100 | 1 |
| 20 | RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals, Röthenbach | 100 | 1 |
| 21 | E.R.N. Elektro-Recycling NORD GmbH, Hamburg | 100 | 1 |
| 22 | Aurubis Product Sales GmbH, Hamburg | 100 | 1 |
| 23 | Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich | 60 | 1 |
| At Equity einbezogene Gesellschaften | |||
| 24 | Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg | 50 | 15 |
| Nicht konsolidierte Gesellschaften | |||
| 25 | Aurubis Stolberg Verwaltungs-GmbH, Stolberg | 100 | 1 |
| 26 | Hüttenbau-Gesellschaft Peute mbH, Hamburg | 100 | 1 |
| 27 | Aurubis Hong Kong Ltd., Hong Kong | 100 | 2 |
| 28 | Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd, Shanghai | 100 | 27 |
| 29 | Aurubis Rus LLC, St. Petersburg | 100 | 2 |
| 30 | Aurubis Canada Metals Inc., Vancouver | 100 | 1 |
| 31 | BCPC B.V., Zutphen | 100 | 1 |
| 32 | Retorte do Brasil, Joinville | 51 | 20 |
| 33 | C.M.R. International N.V., Antwerpen | 50 | 1 |
| 34 | Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg | 50 | 15 |
| 35 | JoSeCo GmbH, Kirchheim/Schwaben | 50 | 20 |
| 36 | Aurubis Middle East FZE, Dubai | 100 | 22 |
| 37 | Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi, Istanbul | 100 | 11 |
Hamburg, den 12. Dezember 2017
Der Vorstand
Jürgen Schachler, Vorsitzender
Dr. Stefan Boel, Mitglied
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Hamburg, den 12. Dezember 2017
Der Vorstand
Jürgen Schachler, Vorsitzender
Dr. Stefan Boel, Mitglied
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Aurubis AG, Hamburg
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der Aurubis AG, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2017, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Aurubis AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB und § 315 Abs. 5 HGB sowie den Corporate Governance-Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2017 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung und des Corporate Governance-Berichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
1 Bilanzierung von Sicherungsinstrumenten
2 Herleitung und Darstellung finanzieller Messgrößen
3 Pensionsverpflichtungen und Planvermögen
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
1) Sachverhalt und Problemstellung
2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
3) Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1 Bilanzierung von Sicherungsinstrumenten
1) Die Gesellschaften des Aurubis-Konzerns schließen eine Vielzahl unterschiedlicher derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Währungs-, Warenpreis- und Zinsänderungsrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb ab. Basis dafür ist die von den gesetzlichen Vertretern vorgegebene Sicherungspolitik, die in entsprechenden internen Richtlinien dokumentiert ist. Das Währungsrisiko resultiert im Wesentlichen aus Umsatzerlösen und Materialaufwendungen in Fremdwährung. Das Warenpreisänderungsrisiko betrifft schwerpunktmäßig den Kupferpreis im Metallein- und -verkauf. Das Zinsänderungsrisiko resultiert aus variabel verzinslichen Finanzierungen. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bilanziert. Die positiven Marktwerte der insgesamt zur Sicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente betragen zum Bilanzstichtag € 55,6 Mio; die negativen Marktwerte betragen € 34,2 Mio.
Soweit die vom Aurubis-Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente wirksame Sicherungsgeschäfte künftiger Zahlungsströme im Rahmen von Sicherungsbeziehungen nach den Vorschriften des IAS 39 sind, werden die entsprechenden Wertänderungen über die Dauer der Sicherungsbeziehung erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Zum Bilanzstichtag war kumuliert ein positiver Saldo von € 19,7 Mio an erfolgsneutralen Aufwendungen und Erträge vor Ertragsteuern erfasst. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der hohen Komplexität und Anzahl der Sicherungsinstrumente sowie der umfangreichen Anforderungen an die Bilanzierung und Bewertung durch den IAS 39 von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.
2) Für die Prüfung der Bilanzierung einschließlich der Eigenkapital- und Ergebniseffekte aus den diversen Sicherungsinstrumenten haben wir unsere Spezialisten aus unserem Bereich Corporate Treasury Solutions (CTS) hinzugezogen. Mit diesen gemeinsam haben wir uns unter anderem ein Verständnis von den Prozessen im Bereich der derivativen Finanzinstrumente verschafft und das eingerichtete interne Kontrollsystem einschließlich der internen Überwachung der Einhaltung der Sicherungspolitik beurteilt.
Bei der Prüfung der beizulegenden Zeitwerte haben wir auch die angewendeten Berechnungsmethodiken auf Basis von Marktdaten und den vertraglichen Basisdaten nachvollzogen. Hinsichtlich der Absicherung erwarteter Zahlungsströme haben wir im Wesentlichen rückblickend die Sicherungsgrade in der Vergangenheit und die erwarteten Sicherungsgrade in der Zukunft sowie die entsprechenden Effektivitätstests beurteilt.
Zur Beurteilung der Vollständigkeit und zur Prüfung der beizulegenden Zeitwerte der erfassten Geschäfte haben wir Bank- und Brokerbestätigungen erhalten sowie eigene Berechnungen durchgeführt. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Bilanzierung und Bewertung der Sicherungsinstrumente insgesamt sachgerecht ist.
3) Die Angaben zu Sicherungsinstrumenten sind im Abschnitt "30 Finanzinstrumente" des Konzernanhangs enthalten.
2 Herleitung und Darstellung finanzieller Messgrößen
1) Für Steuerungs- und Analysezwecke des Aurubis-Konzerns werden die finanziellen Messgrößen "operatives Ergebnis vor Steuern (Earnings before Taxes - EBT)" und "operative Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - ROCE)" herangezogen. Beide Messgrößen ergeben sich gemäß der in den Erläuterungen in der Segmentberichterstattung dargestellten Definition und Vorgehensweise nach der Bereinigung der entsprechenden Ergebnisse nach IFRS um die folgenden Bewertungseinflüsse: Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2 und Effekte aus Kaufpreisallokationen. Im Konzernabschluss der Aurubis AG werden Bereinigungen des EBT in Höhe von € 158 Mio und des eingesetzten Kapitals zur Ermittlung des ROCE in Höhe von € 268 Mio (indirekt über die Anpassung von einzelnen Bilanzposten ohne die at Equity bewerteten Anteile) dargestellt. Das EBT und der ROCE werden von der Gesellschaft im Rahmen ihrer Kapitalmarktkommunikation als zentrale finanzielle Leistungsindikatoren verwendet. Weiterhin werden diese Messgrößen als ein Grad der Zielerreichung für die jährliche Erfolgsvergütung der Mitarbeiter des Aurubis-Konzerns herangezogen. Vor diesem Hintergrund waren die Bereinigungen des operativen Ergebnisses vor Steuern und der operativen Rendite auf das eingesetzte Kapital im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da diese auf Basis der internen Richtlinien des Aurubis-Konzerns vorgenommen werden und ein Risiko zur einseitigen Ausübung von Ermessensspielraumen durch die gesetzlichen Vertreter besteht.
2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Ermittlung des EBT und des ROCE nachvollzogen und uns mit der Identifikation und Definition der von den gesetzlichen Vertretern berücksichtigten nicht operativen Bewertungseinflüsse kritisch auseinandergesetzt. Damit einhergehend haben wir anhand der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse und der uns erteilten Auskünfte der gesetzlichen Vertreter untersucht, ob die vorgenommenen Bereinigungen gemäß der in den Erläuterungen in der Segmentberichterstattung dargestellten Definition und Vorgehensweise erfolgten. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Bereinigungen des EBT und ROCE in Einklang mit den Erläuterungen in der Segmentberichterstattung stehen und stetig durchgeführt wurden.
3) Die Angaben zur Herleitung und Darstellung finanzieller Messgrößen sind in Abschnitt "Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns" des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.
3 Pensionsverpflichtungen und Planvermögen
1) In dem Konzernabschluss werden Pensionsrückstellungen in Höhe von € 243,7 Mio ausgewiesen, die sich als Saldo aus Verpflichtungen aus verschiedenen Pensionsplänen in Höhe von € 570,6 Mio und den beizulegenden Zeitwerten der Planvermögen in Höhe von € 326,9 Mio zusammensetzen. Der überwiegende Anteil entfällt davon auf Alters- und Übergangsversorgungszusagen in Deutschland. Die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Dabei sind insbesondere Annahmen über den langfristigen Gehalts- und Rententrend, die durchschnittliche Lebenserwartung und die Fluktuation zu treffen. Ferner ist der Abzinsungssatz aus der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen abzuleiten, die währungs- und fristenkongruent zu den entsprechenden Verpflichtungen sind. Änderungen dieser Bewertungsannahmen sind als Neubewertungen erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen. Das Planvermögen setzt sich zu großen Teilen aus Immobilienvermögen zusammen. Die Bewertung erfolgt zu Zeitwerten auf Basis von Immobiliengutachten. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieser insgesamt betragsmäßig bedeutsamen Posten in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren.
2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten gewürdigt. Angesichts der spezifischen Besonderheiten der versicherungsmathematischen Berechnungen haben uns dabei Pensionsspezialisten aus unserem Bereich People & Organisation (T&L P&O) unterstützt. Zur Verwertung der Gutachten für unsere Prüfung haben wir die fachliche Qualifikation der externen Gutachter sowie die verwendeten Bewertungsverfahren und -annahmen beurteilt. Darauf aufbauend haben wir unter anderem das Mengengerüst, die versicherungsmathematischen Parameter, die Rückstellungsberechnung sowie die Darstellungen in Konzernbilanz und Konzernanhang auf Basis der Gutachten nachvollzogen. Für die Prüfung der Zeitwerte der Planvermögen lagen uns insbesondere Immobilienbewertungsgutachten, Bank- und Fondsbestätigungen sowie andere Vermögensnachweise vor, die wir prüferisch gewürdigt haben. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen begründet und hinreichend dokumentiert sind.
3) Die Angaben zu Pensionsverpflichtungen und Planvermögen sind im Abschnitt "26 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" des Konzernanhangs enthalten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. März 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. Juli 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Konzernabschlussprüfer der Aurubis AG, Hamburg, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Claus Brandt.
Hamburg, den 12. Dezember 2017
**PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Claus Brandt, Wirtschaftsprüfer
Alexander Fernis, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
im Geschäftsjahr 2016/17 hat der Aurubis-Konzern ein gutes operatives Ergebnis vor Steuern (operatives EBT) von 298 Mio. € erwirtschaftet. Die Leistungen von Vorstand, Führungspersonal sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Bereichen verdienen erneut unsere Anerkennung.
Positiv wirkten sich im Geschäftsjahr der wesentlich über dem Vorjahr liegende Konzentratdurchsatz, ein vorteilhafter Einsatzmix und eine gute Verfügbarkeit an Kupferkonzentraten sowie höhere Raffinerielöhne für Altkupfer aus. Hinzu kamen ein höheres Metallausbringen bei gestiegenen Metallpreisen, der gesteigerte Absatz an Strangguss- und Flachwalzprodukten wie auch positive Beiträge aus dem Effizienzsteigerungsprogramm. Ebenso trug der starke US-Dollar zum Ergebnis bei.
Negativ beeinflusst wurde das Ergebnis hauptsächlich durch den geplanten Stillstand in Hamburg, ein Überangebot an Schwefelsäure mit entsprechendem Preisdruck sowie als Folge einer niedrigeren Kupferprämie und eines schwächeren Absatzes bei Gießwalzdraht.
Zusammenwirken von Aufsichtsrat und Vorstand
Gemeinsames Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts der Aurubis AG und ihrer Konzerngesellschaften.
Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse haben den Vorstand auch 2016/17 in der Leitung des Unternehmens eng begleitet, sorgfältig überwacht, ihm beratend zur Seite gestanden sowie die ihnen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben umfassend wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Recht- und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat, wie nachfolgend näher erläutert, rechtzeitig und unmittelbar eingebunden.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend mittels eines schriftlichen Monatsberichts sowie in mündlicher Form über alle für das Unternehmen relevanten Angelegenheiten informiert. Hierzu zählen die Unternehmensstrategie, die Planung sowie wichtige Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns, die damit verbundenen Chancen und Risiken sowie Fragen der Compliance.
Die für Aurubis bedeutenden Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt.
Der Aufsichtsrat wurde fortlaufend und detailliert über die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und der einzelnen Segmente sowie über die Finanzlage des Unternehmens unterrichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen hat der Vorstand ausführlich erläutert und deren Gründe sowie die eingeleiteten Maßnahmen mit dem Aufsichtsrat diskutiert.
Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigem Kontakt zum Vorstand, vor allem zum Vorstandsvorsitzenden, und hat sich mit ihm über aktuelle Entwicklungen ausgetauscht.
Beratungen im Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2016/17 fanden drei ordentliche Aufsichtsratssitzungen (am 13.12.2016, 01.03.2017 und 07.06.2017) und eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung (am 20.07.2017) statt. Die vierte ordentliche Aufsichtsratssitzung fand wenige Tage nach Ende des Geschäftsjahres am 05.10.2017 statt. Im schriftlichen Umlaufverfahren wurden drei Beschlüsse gefasst. Die Teilnahmequote der Aufsichtsratsmitglieder lag bei 100 %. Der Aufsichtsrat tagte in drei Sitzungen zeitweise ohne die Anwesenheit des Vorstands.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Teilnahmequote der Mitglieder an den Aufsichtsratssitzungen und an den jeweiligen Ausschüssen.
Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme
T 002
| Sitzungsanwesenheit | Anwesenheit | |
|---|---|---|
| Aufsichtsratsplenum | 3 ordentliche/ 1 außerordentliche Sitzung | |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) | 4/4 | 100 % |
| Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende) | 4/4 | 100 % |
| Burkhard Becker | 4/4 | 100 % |
| Dr. Bernd Drouven | 4/4 | 100 % |
| Jan Koltze | 4/4 | 100 % |
| Dr.-Ing. Joachim Faubel | 4/4 | 100 % |
| Ralf Winterfeldt | 4/4 | 100 % |
| Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek | 4/4 | 100 % |
| Dr. Sandra Reich | 4/4 | 100 % |
| Prof. Dr. Fritz Vahrenholt | 4/4 | 100 % |
| Rolf Schwertz | 4/4 | 100 % |
| Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg | 4/4 | 100 % |
| Personalausschuss | 4 Sitzungen | |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) | 4/4 | 100 % |
| Dr. Bernd Drouven | 4/4 | 100 % |
| Renate Hold-Yilmaz | 4/4 | 100 % |
| Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek | 4/4 | 100 % |
| Prof. Dr. Fritz Vahrenholt | 4/4 | 100 % |
| Ralf Winterfeldt | 3/4 | 75 % |
| Prüfungsausschuss (Audit Committee) | 4 Sitzungen | |
| Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender) | 4/4 | 100 % |
| Burkhard Becker | 4/4 | 100 % |
| Jan Koltze | 4/4 | 100 % |
| Renate Hold-Yilmaz | 4/4 | 100 % |
| Nominierungsausschuss | 2 Sitzungen | |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) | 2/2 | 100 % |
| Burkhard Becker | 2/2 | 100 % |
| Prof. Dr. Fritz Vahrenholt | 2/2 | 100 % |
| Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg | 2/2 | 100 % |
| Technikausschuss | 2 Sitzungen | |
| Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender) | 2/2 | 100 % |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann | 1/2 | 50 % |
| Renate Hold-Yilmaz | 1/2 | 50 % |
| Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek | 2/2 | 100 % |
| Vermittlungsausschuss | tagte im Geschäftsjahr nicht | |
| Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) | ||
| Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende) | ||
| Dr. Sandra Reich | ||
| Ralf Winterfeldt |
Gegenstand regelmäßiger Beratung im Plenum des Aufsichtsrats waren der Geschäftsverlauf, die Beschäftigung im Konzern und die Entwicklungen des Ergebnisses, der Rohstoff-und Devisenmärkte. Der Aufsichtsrat befasste sich ebenfalls mit der Finanzlage und dem Stand der Investitionen. Insbesondere begleitete der Aufsichtsrat die Planung des Projektes Future Complex Metallurgy (FCM) und des Transformationsprogramms ONE Aurubis, die von Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands vorgestellt wurden. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Erarbeitung des neuen Vergütungssystems und der Suche nach einem neuen Finanzvorstand. In den Sitzungen wurde von den Vorsitzenden des Personal-, des Prüfungs- und des Technikausschusses über deren Arbeit, die beschlossenen Vorschläge sowie die erzielten Ergebnisse berichtet.
Aufgrund der Erkrankung von Herrn Faust wurde am 07.11.2016 im schriftlichen Umlaufverfahren die Geschäftsordnung des Vorstands hinsichtlich der Geschäftsverteilung geändert.
Am 24.11.2016 wurde Herr Faust im schriftlichen Umlaufverfahren aus gesundheitlichen Gründen temporär von seinen Diensten befreit.
In der Sitzung am 13.12.2016 hat der Aufsichtsrat die Vergütung und Sondervergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015/16 auf Basis der ermittelten Zielerreichung festgelegt. Einzelheiten hierzu sind in diesem Geschäftsbericht unter dem Punkt "Vergütungsbericht" erläutert.
In derselben Sitzung standen die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses 2015/16 mit dem darin enthaltenen Corporate-Governance-Bericht sowie die Vorbereitung der Hauptversammlung 2017 im Mittelpunkt der Beratung. Der Vorstand berichtete zum laufenden Geschäft sowie über die Aufnahme der Projekte FCM und Emerald in die erweiterte Planung.
Der Vorsitzende des Technikausschusses berichtete über die Sitzung des Ausschusses und ging hierbei auf den Stand der Planung des Projektes FCM und auf den Umsetzungsstand des Projektes SCOPE (Supply Chain OPtimization and Excellence) ein.
In der Sitzung am 01.03.2017 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Ertragslage nach Ablauf des ersten Quartals des Geschäftsjahres sowie mit den Entwicklungen des Ergebnisverbesserungsprogramms in der Business Line Flat Rolled Products. Der Vorstand gab dem Aufsichtsrat einen zusammenfassenden Überblick über den Status des Projektes ONE Aurubis und diskutierte die Vision 2025. Der Aufsichtsrat genehmigte die Sanierung der Elektrolyse am Standort Lünen.
In der Sitzung am 07.06.2017 berichteten der Vorstand und die jeweilige Projektleitung über den Stand der Planung des Projektes FCM und weiterer Wachstumsprojekte.
Der Aufsichtsrat genehmigte den Bau eines integrierten Innovations- und Ausbildungszentrums am Standort Hamburg sowie die Investition für umfangreiche Reparaturmaßnahmen in Pirdop (Pirdop Shutdown 2018) und befasste sich mit dem Entwurf des neuen Vergütungssystems für Vorstände. Des Weiteren beschloss der Aufsichtsrat die Erhöhung der Vorstandsgehälter um 5,26 % mit Wirkung zum 01.10.2017 sowie die Festlegung der Zielquote für Frauen im Vorstand mit 25 % bis zum 30.06.2022 und bevollmächtigte Herrn Prof. Fuhrmann, den Vorstandsvertrag mit Herrn Faust aufzuheben.
In der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 20.07.2017 genehmigte der Aufsichtsrat die neue Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns, die im Wesentlichen funktional aufgebaut ist, sowie den neuen Geschäftsverteilungsplan.
Am 05.09.2017 wurde im schriftlichen Umlaufverfahren Herr Rainer Verhoeven mit Wirkung zum 01.01.2018 zum neuen Finanzvorstand bestellt.
Ausschüsse
Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hatte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt fünf Ausschüsse gebildet, um die Arbeit im Plenum effektiv zu unterstützen. Die Ausschüsse bereiteten die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln waren. Der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz hat im Berichtsjahr nicht getagt.
Allgemeine Ausführungen zur Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich in der diesjährigen Erklärung zur Unternehmensführung als Teil des Lageberichts der Aurubis AG.
Herr Winterfeldt hat an einer Personalausschusssitzung, Frau Renate Hold-Yilmaz und Herr Prof. Heinz Jörg Fuhrmann haben an einer Technikausschusssitzung nicht teilgenommen.
Arbeit des Nominierungsausschusses
Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtszeitraum zweimal. Dieser bereitete das Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat vor und suchte die Kandidaten für die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat. Der Nominierungsausschuss schlug dem Aufsichtsrat die Getrennterfüllung der Geschlechterquote nach § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG für die Aufsichtsratswahl 2018 vor.
Arbeit des Personalausschusses
Der Personalausschuss trat im Berichtszeitraum viermal zusammen. Er befasste sich mit der Beendigung des Vorstandsvertrags von Herrn Faust und mit der Suche nach einem neuen Finanzvorstand. Er erarbeitete Vorschläge für die neue Vorstandsvergütung, die Erhöhung der Vorstandsvergütung ab dem 01.10.2017 sowie für die Zielgröße der Geschlechterquote im Vorstand.
Arbeit des Prüfungsausschusses (Audit Committee)
Der Prüfungsausschuss trat im Berichtszeitraum viermal zusammen. In allen Sitzungen prüfte er die Quartalsberichte bzw. den Jahres- und Konzernabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahres und erörterte diese mit dem Vorstand. Er befasste sich außerdem mit der Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontroll- und des Revisionssystems sowie mit dem Risiko- und Compliance-Management des Konzerns. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat, die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016/17. Der Prüfungsausschuss ermächtigte den Vorstand, den Abschlussprüfer in einem begrenzten Rahmen ab dem 01.10.2016 auch mit zulässigen Nichtprüfungsleistungen zu beauftragen.
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Dr. Ernst Wortberg, verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Er ist unabhängig und kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.
Neben der Erteilung des Prüfungsauftrags und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer legte der Ausschuss die Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung 2016/17 fest, und zwar:
| ― | Präsentation finanzieller Messgrößen im Lichte der ESMA-Leitlinie |
| ― | Anhangangaben zu den Auswirkungen neuer Standards auf den IFRS-Konzernabschluss |
| ― | Prüfung der Pensionsrückstellungen und des Deckungsvermögens der Aurubis AG |
Die ersten beiden Schwerpunkte sind auch Prüfungsschwerpunkte 2017 der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung e. V. Ferner überwachte der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, holte die nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Erklärung zu dessen Unabhängigkeit ein und befasste sich mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Der vorgesehene Abschlussprüfer verpflichtete sich in diesem Zusammenhang, den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe unverzüglich zu unterrichten.
Vertreter des Abschlussprüfers haben an zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses teilgenommen und berichteten über die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses sowie die neue Struktur der Bestätigungsvermerke im Konzern- und Jahresabschluss.
Arbeit des Technikausschusses
Der Technikausschuss trat im Berichtszeitraum zweimal zusammen. Neben der Begleitung von diversen Optimierungs- und Entwicklungsprojekten war der Ausschuss im Wesentlichen mit dem Projekt FCM und dem Umsetzungsstand des Projekts SCOPE befasst. Zu diesen beiden Projekten stellten der Vorstand und die jeweiligen Projektleiter dem Ausschuss den bisherigen Stand der Planung vor. Der Ausschuss erörterte neben den technischen Konzepten des Projektes FCM auch die jeweilige Investitionsplanung sowie Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Die regelmäßige Effizienzprüfung wurde vom Aufsichtsrat in der Sitzung am 20.07.2017 vorgenommen. Der Aufsichtsrat stellte nach ausführlicher Diskussion seine Effizienz fest.
Über die Corporate Governance bei der Aurubis AG berichtete der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Erklärung zur Unternehmensführung und im Bericht zur Corporate Governance, die Teil des Lageberichts sind.
Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG haben am 06.11.2017 die aktualisierte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und unter www.aurubis.com dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Die Aurubis AG entspricht den Kodexempfehlungen mit zwei Ausnahmen. Nähere Informationen hierzu können der Entsprechenserklärung entnommen werden.
Interessenkonflikte
Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten nicht auf. Wesentliche Geschäfte mit einem Vorstandsmitglied bzw. nahestehenden Personen oder Unternehmungen gab es keine.
Prüfung des Abschlusses der Aurubis AG und des Konzerns
Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft und der nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern wurden gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 02.03.2017 und der anschließenden Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer war Herr Claus Brandt, der den Konzern und die Gesellschaft erstmals geprüft hat. Der Abschlussprüfer erteilte jeweils uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2008/09 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis mit Prüfung des Geschäftsjahres 2016/17 das neunte Mal geprüft.
Am 12.12.2017 fand die Bilanzaufsichtsratssitzung statt. Alle Aufsichtsratsmitglieder erhielten rechtzeitig vor dieser Sitzung die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und alle sonstigen Vorlagen. Diese Unterlagen wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil, berichtete ausführlich über den Prüfungsverlauf und die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte und Diskussionen der Unterlagen sowie seiner ergänzenden Ausführungen zur Verfügung.
Nach ausführlicher Besprechung der Prüfungsergebnisse und nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Bericht des Abschlussprüfers sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und auf Basis seiner eigenen Prüfung und Erörterung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts für die Gesellschaft und den Konzern stimmte der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und billigte in der Bilanzsitzung gemäß den Empfehlungen des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss, der damit festgestellt ist, sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an.
Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand
Herr Erwin Faust wurde aus gesundheitlichen Gründen am 24.11.2016 bis auf Weiteres temporär vom Dienst befreit. Am 30.06.2017 legte Herr Faust sein Amt als Finanzvorstand der Aurubis AG nieder. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Faust für seinen großen Einsatz, wünscht ihm eine vollständige Genesung und für die Zukunft alles erdenklich Gute. Zum 01.01.2018 wurde Herr Rainer Verhoeven zum neuen Finanzvorstand bestellt.
Hamburg, Dezember 2017
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender