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Aurubis AG Annual Report (ESEF) 2024

Jan 30, 2025

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Aurubis AG - Geschäftsbericht 2023/24

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

Geschäftstätigkeit

Die Aurubis AG ist ein weltweit tätiges Unternehmen der Grundstoffindustrie. Als integrierter Konzern verarbeiten wir komplexe Metallkonzentrate, Altmetalle, organische und anorganische metallhaltige Recyclingrohstoffe und industrielle Rückstände zu Metallen höchster Reinheit. Unser Ausgangsprodukt für die Herstellung von Kupferprodukten sind Kupferkathoden. Hieraus werden im Wesentlichen Standard- und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen hergestellt. Neben unserem Kernmetall Kupfer umfasst unser Metallportfolio Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn und Zink, Nebenmetalle wie Tellur und Selen sowie Metalle der Platingruppe. Schwefelsäure, Eisensilikat und synthetische Mineralien runden das umfangreiche Produktportfolio des Aurubis-Konzerns ab. Der Sitz des Unternehmens, an dem gleichzeitig eine unserer zwei Primärkupferhütten steht, ist Hamburg. Unsere Standorte liegen überwiegend in Europa mit größeren Produktionszentren in Deutschland, Belgien, Bulgarien und Spanien sowie Kaltwalzwerken für Flachprodukte und Drahtanlagen in Deutschland und im europäischen Ausland. Außerhalb Europas baut Aurubis seit Juni 2022 in Augusta (Richmond County, Georgia, USA) die erste Sekundärhütte für Multimetall-Recycling in den USA. Die Ribbon Cutting Ceremony des Standorts Aurubis Richmond ist im September 2024 erfolgt. Im Geschäftsjahr 2024/25 wird die erste Stufe des Standorts Aurubis Richmond schrittweise in Betrieb genommen werden. Ein Produktionsstandort in Buffalo, USA, wurde mit Wirkung zum 30.08.2024, im Zuge der weiteren Optimierung des Produktionsportfolios, veräußert. Ferner verfügt der Aurubis-Konzern über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz.

Geschäftsmodell im Geschäftsjahr 2023/24

Standorte und Mitarbeiter

Konsolidierte Standorte Mitarbeiter
Europa
DE Hamburg Aurubis AG (Konzern-Zentrale) 2.799
Peute Baustoff GmbH 10
Lünen Aurubis AG 683
Stolberg Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG 454
Emmerich Deutsche Giessdraht GmbH 118
Röthenbach RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals 47
BG Pirdop Aurubis Bulgaria AD 989
BE Olen Aurubis Olen NV/SA 709
Beerse Aurubis Beerse NV 496
FI Pori Aurubis Finland Oy 320
IT Avellino Aurubis Italia Srl 90
ES Berango Aurubis Berango S. L. U. 102
UK Edinburgh Aurubis Beerse NV 1
FR Metz Aurubis Beerse NV 1
Mitarbeiter Europa 6.819
USA
Augusta Aurubis Richmond LLP 160
Mitarbeiter USA 160
Mitarbeiter gesamt 6.979

Die Kennzahlen beziehen sich auf Festanstellungen und befristete Arbeitsverhältnisse auf den Stichtag 30.09.2024. Ohne At Equity konsolidierte Gesellschaften. Standorte ohne Mitarbeiter werden nicht aufgeführt. Konzernrepräsentanzen sind nicht gesondert aufgelistet.

Nicht konsolidierte Standorte und selbstständige Vertriebsmitarbeiter Mitarbeiter
Europa
DE Berlin azeti GmbH 37
SE Västerås Aurubis Holding Sweden AB 1
TR Istanbul Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi 1
Mitarbeiter Europa 39
Asien
CN Peking 1
Shanghai Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd. 1
JP Tokio 1
KR Seoul 1
UAE Dubai Aurubis Middle East DMCC 1
Mitarbeiter Asien 8
Mitarbeiter gesamt 47

¹ Agentur/Selbstständige Vertriebsmitarbeiter.

Rohstoffe

Konzentrate und Recyclingmaterialien sind die Rohstoffe, aus denen Kupfer erzeugt wird.

Vertriebsnetzwerk

Ein internationales Vertriebsnetzwerk sorgt für die Vermarktung unserer Produkte.

Produkte

Das Kupfer wird zu Produkten weiterverarbeitet. Einige Produkte gehen bereits aus der Kupfererzeugung hervor.# Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24

Brief des Vorstands
Bericht des Aufsichtsrats
Corporate Governance
Die Aktie
Nichtfinanzieller Bericht
Zusammengefasster Lagebericht
Konzernabschluss
Weitere Informationen

Grundlagen des Konzerns

Metalle spielen in zahlreichen zukunftsrelevanten Anwendungen eine entscheidende Rolle. Nach Industrialisierung, Automatisierung und Digitalisierung bringt aktuell die Transformation in eine nachhaltigere, klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft große Herausforderungen mit sich. Viele Lösungsansätze aus diesem Bereich basieren auf der Nutzung von Metallen – darunter beispielsweise Elektromobile oder Windkraftanlagen. Mit unseren aktuell rund 20 Metallen sind wir wesentlicher Bestandteil der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Weltwirtschaft.

Das Geschäft des Aurubis-Konzerns fußt auf unserem dezentralen Hüttennetzwerk mit seinen drei tragenden Säulen: der Verarbeitung von Rohstoffen aus der Minenindustrie, der Verarbeitung von Recyclingmaterialien sowie dem Produktgeschäft. Innerhalb des Hüttennetzwerks nutzen die Standorte gezielt die für sie spezifischen Verarbeitungsmöglichkeiten und optimieren kontinuierlich ihre Materialflüsse, um das Ausbringen vermarktbarer Metalle zu steigern und aus allen Einsatzmaterialien werthaltige Produkte zu erzeugen. Somit reduzieren die Einheiten Abfallströme und nutzen Skaleneffekte z. B. in den großen Elektrolysen und in der Edelmetallverarbeitung in Hamburg. Damit verfügt Aurubis über ein hohes Maß an Effizienz und Flexibilität in der Steuerung von Rohstoffbeschaffung, Produktion und Absatz. Zusätzlich beeinflussen verschiedene Marktzyklen jede der drei tragenden Säulen.

Wir verarbeiten Kupferkonzentrate, die aus Erzen gewonnen und am Weltmarkt von Minen- und Handelsgesellschaften angeboten werden. Die benötigten Einsatzmaterialien für unsere beiden Primärhütten (Hamburg und Pirdop) werden global eingekauft. Die Produktionseinheiten halten keine Anteile an Minen, sondern verfügen jeweils über ein global diversifiziertes Lieferantenportfolio. Ein wesentlicher Teil unserer Kupferkonzentrate wird aus südamerikanischen Ländern wie Chile, Peru oder Brasilien bezogen. Darüber hinaus werden Rohstoffe aus Regionen wie beispielsweise Bulgarien und der Türkei erworben. Als Käufer der Kupferkonzentrate steht der Aurubis-Konzern hier im Wettbewerb mit anderen internationalen Primärhütten, v. a. in China und Japan. Die Kupferkonzentrate für den Hamburger Standort werden vornehmlich auf dem Seeweg transportiert und über das Hafenterminal in Brunsbüttel umgeschlagen. Dort findet, entsprechend den Anforderungen unserer Produktion, eine Vormischung der verschiedenen Kupferkonzentrate statt. Den Standort Pirdop in Bulgarien erreichen die Konzentrate sowohl auf dem Landweg direkt als auch auf dem Seeweg über den Hafen Burgas.

Neben Kupferkonzentraten werden Altkupfer und verschiedenste Formen von organischen und anorganischen metallhaltigen Recyclingrohstoffen, industrielle Rückstände sowie zugekaufte metallurgische Zwischenprodukte eingesetzt. Die Einsatzstoffe Altkupfer und metallhaltige Recyclingrohstoffe erwerben die vier Sekundärhütten in Lünen (Deutschland), Olen und Beerse (beide Belgien) sowie Berango (Spanien) überwiegend im europäischen und nordamerikanischen Markt. Altkupfer mit hohen Kupfergehalten setzen wir zudem zur Prozesssteuerung in unseren beiden Primärhütten in Hamburg und Pirdop ein. An dem Primärstandort in Hamburg werden auch geringe Mengen an edelmetallhaltigen Recyclingmaterialien verarbeitet. Anbieter von Recyclingmaterialien sind insbesondere die Unternehmen des Metallhandels. Ein Teil der Recyclingrohstoffe gelangt über den Closing-the-Loop-Ansatz Glossar auf direktem Weg aus der Industrie in den Produktionskreislauf. Bei diesen Einsatzmaterialien konkurriert der Aurubis-Konzern nachfrageseitig weltweit v. a. mit anderen Kupfer- und Metallhütten sowie Metallaufbereitern, die ebenfalls Recyclingmaterialien nutzen. Altkupferschrotte erreichen uns überwiegend auf dem Landweg.

Im Rahmen unserer Produktionsprozesse werden Kupferkonzentrate und Recyclingmaterialien zu Kupferkathoden verarbeitet. Sie sind das standardisierte Produktformat des weltweiten Kupferhandels an den internationalen Metallbörsen. Kupferkathoden sind das Ausgangsprodukt für die Herstellung weiterer Kupferprodukte, sie können aber auch direkt verkauft werden. Das Produktangebot des Aurubis-Konzerns beinhaltet im Wesentlichen Standard- und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen. In der Weiterverarbeitung verfügen wir über Herstellungskapazitäten für Kupfergießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile.

Weitere Produkte resultieren aus der Verarbeitung der in den Einsatzstoffen enthaltenen Begleitelemente. In den jeweiligen Produktionseinheiten des Konzerns werden diese teilweise gezielt eingekauft. Dazu zählen insbesondere verschiedene Metalle wie Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn und Zink, Nebenmetalle wie Tellur oder Selen sowie Metalle der Platingruppe. Darüber hinaus werden Eisensilikat und synthetische Mineralien produziert. Schwefelsäure entsteht als Kuppelprodukt bei der Verarbeitung von Kupferkonzentrat. Der Kreis der Abnehmer von Schwefelsäure ist breit gefächert. Zu den Kunden zählen internationale Unternehmen der chemischen Industrie sowie der Düngemittel- und der metallverarbeitenden Industrie.

Die Absatzmärkte für unsere Produkte sind vielfältig und international. Zu den Kunden der Produktionseinheiten gehören Unternehmen des Bankensektors, der Kupferhalbzeugindustrie, der Kabel- und der Drahtindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie sowie Zulieferer aus den Bereichen der erneuerbaren Energien, der Bau- und der Automobilindustrie.

Um den Wertstoffkreislauf für Kupfer und andere Metalle zu schließen, messen wir dem Closing-the-Loop-Ansatz einen hohen Stellenwert bei. Im Zentrum des Interesses stehen u. a. Produktionsabfälle und Reststoffe, die entlang der Kupferwertschöpfungskette in der Produktion anfallen, beispielsweise bei den Kunden der Produktionseinheiten. Die Materialien reichen von Altkupfer mit sehr hohen Kupfergehalten, das direkt wieder in der Kupferherstellung eingesetzt werden kann, über Materialien von hochkupfer- und auch edelmetallhaltigen Stanzabfällen bis zu legierten Schrotten und Schlacken aus Gießereien und anderen industriellen Rückständen.

In unserer Strategie haben wir nachhaltiges Handeln und Wirtschaften als zentrales Element über alle Unternehmensbereiche hinweg definiert. Anhand verbindlicher Ziele und passender Maßnahmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung verankern wir Nachhaltigkeit noch stärker im gesamten Unternehmen – in all unseren Arbeitsabläufen, Prozessen und insbesondere auch in unseren strategischen Projekten. Die Bedeutung der Nachhaltigkeit haben wir auch in unserer Organisationsstruktur verankert: Die Nachhaltigkeitsfunktion ist auf höchster Ebene direkt im Geschäftsbereich des Vorstandsvorsitzenden angesiedelt.

Schwankungen der Metall- und Energiepreise sowie des US$-Wechselkurses sichern wir im Wesentlichen im Rahmen unserer Hedging-Strategie ab.

Konzernstruktur

Die Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2023/24 an dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell orientiert. Seit dem Geschäftsjahr 2021/22 bilden die beiden Segmente Multimetal Recycling sowie Custom Smelting & Products das organisatorische Grundgerüst, auf dessen Basis auch die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 erfolgt.

Multimetal Recycling (MMR) Custom Smelting & Products (CSP)
Einsatzmaterialien Schrotte/Blister
E-Schrotte
Schlacken/Rückstände
Andere Recyclingmaterialien
Konzentrate
E-Schrotte
Schrotte/Blister
Andere Recyclingmaterialien
Produkte Cu-Kathoden
Gießwalzdraht
Andere Nebenmetalle
Schwefelsäure
Cu-Kathoden
Edelmetalle
Walzprodukte, andere Nebenmetalle
Stranggussformate
Standorte Recyclingwerke: Beerse (BE), Berango (ES), Lünen (DE), Olen (BE), Richmond (US)
Weitere Standorte: Avellino (IT), Buffalo (US) bis 30.08.2024, Olen (BE), Pori (FI), Emmerich (DE), Röthenbach (DE), Stolberg (DE)
Primärhütten: Hamburg (DE), Pirdop (BG)
Weitere Standorte: Avellino (IT), Buffalo (US) bis 30.08.2024, Olen (BE), Pori (FI), Emmerich (DE), Röthenbach (DE), Stolberg (DE)
Ergebnis­treiber Refining Charges (RCs) für Recyclingmaterialien, Kathodenprämie, Metallergebnis Treatment und Refining Charges (TC/RCs) für Konzentratverarbeitung, RCs für Schrotte und Blister, Metallergebnis, Erlöse aus Schwefelsäure, Kathodenprämie, Formataufpreise für Produkte

» Das Segment Multimetal Recycling (MMR) fasst die Recyclingaktivitäten im Konzern und damit die Verarbeitung von Altkupfer, organischen und anorganischen metallhaltigen Recyclingrohstoffen sowie industriellen Rückständen zusammen. Zum Segment zählen im Wesentlichen die Standorte Lünen (Deutschland), Olen und Beerse (beide Belgien) sowie Berango (Spanien). Die aktuell im Bau befindliche Sekundärhütte Aurubis Richmond, Georgia, in den USA gehört ebenfalls zu diesem Segment.# » Das Segment Custom Smelting & Products (CSP) umfasst die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten sowie zur Herstellung und Vermarktung von Standard- und Spezialprodukten wie Kathoden, Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Bandprodukten, Schwefelsäure und Eisensilikat. Das Segment CSP ist auch für die Produktion von Edelmetallen verantwortlich. An den Standorten Hamburg (Deutschland) und Pirdop (Bulgarien) werden Kupfer kathoden hergestellt, die zusammen mit den im Segment MMR produzierten Kathoden an den Standorten Hamburg (Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden. In den Werken in Buffalo (USA, bis 30.08.2024), Stolberg (Deutschland) und Pori (Finnland) werden Flachwalz- und Spezialdrahtprodukte produziert. Der Anteilsbesitz gemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2024 ist im Konzernanhang aufgelistet.

Konzernanhang

Wesentliche geschäftsrelevante Einflussgrößen

Die wesentlichen Ergebnistreiber sind die Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate, die Raffinierlöhne für Recyclingmaterialien, die Metallpreise , die Aurubis-Kupferprämie und Formataufpreise für Kupferprodukte sowie Verkaufserlöse für Schwefelsäure. Zudem entsteht durch effizientes Metallmehrausbringen in unseren Anlagen unter Berücksichtigung der Metallpreise ein Ergebniseffekt. Teile des Metallmehrausbringens sichern wir gegen Metallpreisschwankungen ab. Die Preise für Kupfer, Silber und Gold sowie für weitere wesentliche Edel- und Industriemetalle bilden sich an den Metallbörsen, v. a. an der London Metal Exchange (LME) www.lme.com, die physische Geschäfte sowie Kurssicherungs- und Anlegergeschäfte ermöglichen. Diese Preise sind über den Börsenhandel hinaus Richtwerte und bilden die Basis für die Preisermittlung im Rohstoff- und Produktgeschäft.

Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung

Schematische Darstellung
Beim Einkauf kupferhaltiger Rohstoffe werden mit den Lieferanten Schmelz- und Raffinierlöhne verhandelt. Ihre Entwicklung hängt von der jeweiligen Angebots- und Nachfragestruktur auf den Weltmärkten ab. Im Kern handelt es sich um Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das börsenfähige Produkt Kupferkathode sowie in weitere Metalle und Metallverbindungen. Die Börsen- und Marktnotierung für Kupfer dient als Preisbasis für den Verkauf der Kupferprodukte. Der Prämienaufschlag sowie Formataufpreise, die für die Umwandlung von Kathoden in Kupferprodukte erhoben werden, sind weitere Bestandteile des Verkaufspreises für Kupferprodukte.

Als energieintensives Unternehmen wirken sich im Wesentlichen Preisschwankungen bei Strom, Erdgas und CO2-Zertifikaten auf die Energiekosten des Aurubis-Konzerns aus. Durch frühzeitigen Einkauf sichern sich die Produktionseinheiten zu gewissen Teilen gegen kurzfristige Marktpreisschwankungen bei Strom und Erdgas ab. Für die im Strompreis enthaltenen CO2-Kosten der Energielieferanten (sog. indirekte Emissionen) erhalten wir bisher im Rahmen der Beihilfeleitlinien eine teilweise Kompensation.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 127 ☰ @ h i
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Grundlagen des Konzerns

Die Geschäftsentwicklung des Aurubis-Konzerns wird zudem von externen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen u. a. der Konjunkturverlauf in Schlüsselländern und das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten, des Weiteren die politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Veränderungen im Wechselkurs- und Zinsniveau sowie die Lage an unseren relevanten Märkten.

Strategische Ausrichtung

Der Aurubis-Konzern richtet sich strategisch an drei Pfeilern aus: Sicherung und Stärkung des Kerngeschäfts, Verfolgung von Wachstumsoptionen und Ausbau einer industriellen Führungsposition im Bereich Nachhaltigkeit. Als notwendige Erfolgsfaktoren für die Implementierung der Strategie wurden die Digitalisierung und Automatisierung in der Produktion, eine strategische Ressourcenplanung und ein strategisches Personalmanagement, was die Gewinnung und Entwicklung von Mitarbeitern beinhaltet, festgelegt. Strategisches Ziel ist, die Position als einer der effizientesten und nachhaltigsten Multimetall- Produzenten weiter zu festigen und auszubauen.

Die im Geschäftsjahr 2020/21 weiterentwickelte Aurubis-Strategie „Metals for Progress: Driving Sustainable Growth“ beinhaltet einen präzise definierten Fahrplan für weiteres nachhaltiges, profitables Wachstum. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir weitere, wichtige Fortschritte bei der Implementierung der Strategie entlang dieses Fahrplans gemacht. Die Umsetzung treiben wir nach wie vor stetig und mit großer Sorgfalt voran, natürlich immer unter Berücksichtigung der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Selbstverständlich werden alle neuen Investitionsprojekte einer gründlichen Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen. Jede Neuinvestition soll einen positiven Effekt auf Aspekte der Nachhaltigkeit haben. Die Finanzierung der Projekte erfolgt im Wesentlichen aus dem laufenden Cashflow, den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln sowie zusätzlichen Kreditaufnahmen mit einer Laufzeit im Wesentlichen zwischen 3 und 5 Jahren. Die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung zur Finanzierung des aktuellen Investitionspakets besteht auf absehbare Zeit nicht.

Investition in die Zukunft: wesentliche Projekte zur strategischen Weiterentwicklung des Hüttennetzwerks bereits in Umsetzung

Im Geschäftsjahr 2023/24 haben wir wichtige Etappenziele bei der Umsetzung unserer strategischen Projekte erreicht. Von den für strategische Projekte genehmigten Investitionen in Höhe von 1,7 Mrd. € sind zum Ende des Geschäftsjahres bereits rund 900 Mio. € in unsere strategischen Projekte investiert worden. Aus diesen Projekten wird zukünftig ein zusätzlicher EBITDA-Beitrag von rund 260 Mio. € p. a. erwartet. Die Projekte in Umsetzung adressieren alle drei Kernbereiche der Strategie und sind über Standorte und Segmente verteilt. Konkret wurden im Berichtszeitraum folgende Investitionsentscheidungen getroffen und Fortschritte erzielt:

Sicherung und Stärkung des Kerngeschäfts

Das Kerngeschäft des Aurubis-Konzerns ist die Verarbeitung von metallhaltigen Rohstoffen, sowohl aus Konzentraten als auch von Recyclingmaterialien. Aurubis wird in die bestehenden Produktionsstandorte weiter investieren, um die Verarbeitungsmöglichkeiten zu erweitern und die Multimetall-Ausbringung innerhalb des konzernweiten Hüttennetzwerks weiter zu steigern. Ziel ist die weitere Optimierung der Materialflüsse zwischen den Werken, um Synergien noch stärker zu nutzen.

Ein wesentlicher Baustein für die Weiterentwicklung des Hüttennetzwerks ist das Projekt Complex Recycling Hamburg (CRH). Aurubis wird mit CRH künftig rund 30.000 t zusätzliches Recyclingmaterial sowie in größerem Umfang interne, komplexe Hüttenzwischenprodukte verarbeiten können. Somit werden interne wie externe Wertstoffkreisläufe geschlossen und Abgabe oder Verlust werthaltiger Materialien reduziert. Durch die Investition von rund 190 Mio. € am Standort Hamburg wird künftig deutlich mehr Wertschöpfung im Unternehmen verbleiben. Der Bau der Anlage schreitet voran und wir gehen von einer Inbetriebnahme im Geschäftsjahr 2025/26 aus.

Investition in innovative Anlage zur Edelmetallverarbeitung in Hamburg

Im Dezember 2023 wurde unter dem Projektnamen „Precious Metals Refinery“ (PMR) der Bau einer neuen Anlage zur Verarbeitung von Edelmetallen am Standort Hamburg beschlossen, in die wir rund 300 Mio. € investieren werden. Die neue Edelhütte soll im Geschäftsjahr 2026/27 in Betrieb genommen werden. Dann wird die gesamte Prozesskette der Edelmetallverarbeitung in einem abgeschlossenen Sicherheitsbereich abgebildet. Neben dem Fokus auf die Werks-, Edelmetall- und Arbeitssicherheit setzen wir mit dem Projekt

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 128 ☰ @ h i
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Grundlagen des Konzerns
auch Maßstäbe durch innovative Prozess- und Anlagentechnik. Der weiterentwickelte Prozess führt zu einer höheren Effizienz, wird voraussichtlich die Durchlaufzeiten der edelmetallhaltigen Materialien deutlich reduzieren und die operativen Kosten um rund 15 % senken. Mit der neuen Anlage erhöhen wir die Produktionskapazität im Edelmetallbereich signifikant, um so die Voraussetzungen für weitere Projekte der Wachstumsstrategie zu schaffen.

Aurubis startet Ausbau der Elektrolyse am bulgarischen Standort

Am Standort Pirdop in Bulgarien hat Aurubis am 25.04.2024 mit der Erweiterung der Elektrolyse für die Kupferproduktion begonnen. Mit dem Ausbau der Elektrolyse steigert Aurubis die Kapazität am Standort um rund 50 % auf 340.000 t raffiniertes Kupfer. Damit wird der bulgarische Standort künftig die gesamte Menge an produziertem Anodenkupfer selbst weiterverarbeiten können und seinen CO2-Fußabdruck durch eine Verringerung indirekter Scope-3-Emissionen infolge des geringeren Transportbedarfs weiter verbessern. Mit der Erweiterung, in die Aurubis rund 120 Mio. € investiert, kann Aurubis künftig noch höhere Volumina des in Europa dringend benötigten Metalls liefern. Die Inbetriebnahme der Elektrolyse ist für das Geschäftsjahr 2025/26 geplant.

Optimierung der Schlackenbehandlung am Standort in Bulgarien

Für ein noch umweltschonenderes Verfahren zur Behandlung von Schlacke aus dem Schwebeschmelzofen in Pirdop wurden im Berichtszeitraum Investitionen für ein weiteres strategisches Projekt genehmigt. Rund 46 Mio. € werden dafür investiert. Künftig wird die Schlacke nicht mehr in Gruben, sondern in 200 Schlackentöpfen gekühlt.# Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24

Brief des Vorstands

Wenngleich der bisherige Prozess ein erprobtes Verfahren in der Branche darstellt, gehen wir mit der neuen Schlackenbehandlung in puncto Umweltschutz noch einmal deutlich über diesen Standard hinaus. Die vollständige Inbetriebnahme ist für 2026/27 geplant. Kreisläufe schließen und Recycling stärken durch innovative Recyclinganlagen in Belgien Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden auch die bekannten Projekte Advanced Sludge Processing by Aurubis (ASPA) und Bleed Treatment Olen Beerse (BOB) an unseren belgischen Standorten wesentlich vorangetrieben. ASPA in Beerse umfasst den Bau einer hydrometallurgischen Anlage zur weiteren Aufbereitung von Anodenschlämmen. In der neuen Recyclinganlage, die am 04.09.2024 in Betrieb genommen wurde und in die Aurubis rund 33 Mio. € investiert hat, können mit dem neuen Verfahren Edelmetalle wie Gold und Silber, aber auch Zinn, die im Anodenschlamm enthalten sind, mit weniger Verlusten und in kürzerer Durchlaufzeit ausgebracht werden. Im Rahmen des Projekts BOB hat Aurubis in den Bau einer hochmodernen Anlage zur Behandlung von Elektrolyt, sog. Bleed, am Standort in Olen rund 85 Mio. € investiert. Die Einweihung der neuen Anlage ist für den 10.12.2024 geplant. In diesem hydrometallurgischen Prozess werden wertvolle Metalle wie Nickel und Kupfer, die beim Raffinierprozess an den Aurubis-Standorten in Beerse und Olen anfallen, jetzt in Olen wiedergewonnen und nicht mehr durch den Verkauf von Bleed, einem metallurgischen Zwischenprodukt, abgegeben.

Realisierung von Wachstumsoptionen

Im Zuge unseres Strategieprozesses haben wir das Recyclinggeschäft und insbesondere die Region Nordamerika als zentrale Wachstumsbereiche definiert. Die wachsende Bedeutung des Themas Ressourcenunabhängigkeit in Europa und den USA wird zu höheren Recyclingquoten und damit zu einem wachsenden regionalen Angebot an komplexen Recyclingmaterialien und Elektronikschrotten führen. Mit dem Aurubis Modular Recycling System haben wir ein skalierbares System für neue Recyclingwerke entwickelt. Dieses ermöglicht es uns, neue Kapazitäten modular – und damit flexibel und bedarfsgerecht – zu bauen und in das erweiterte Aurubis-Hüttennetzwerk zu integrieren.

Ribbon Cutting Ceremony des neuen Recyclingwerks Aurubis Richmond in den Vereinigten Staaten

Am 21.09.2024 hat Aurubis die Ribbon Cutting Ceremony seines neuen Recyclingwerks Aurubis Richmond in Georgia, USA, gefeiert, in das Aurubis insgesamt rund 740 Mio. € investieren wird. Nach etwas über zwei Jahren Bauzeit wird Aurubis Richmond die erste Sekundärhütte für Multimetall-Recycling in den Vereinigten Staaten sein. Aurubis Richmond wird nach Fertigstellung der im Dezember 2022 bekannt gegebenen zweiten Ausbaustufe jährlich rund 180.000 t komplexes Recyclingmaterial zu Blisterkupfer verarbeiten. Mit der Technologie und den Verarbeitungsmöglichkeiten unseres Recyclingsystems sehen wir uns als Vorreiter für nachhaltiges Multimetall-Recycling in den USA. Gleichzeitig eröffnen wir mit unserem Werk auch die Perspektive auf weiteres Wachstum entlang der metallurgischen Wertschöpfungskette in den USA. Der wachsende Markt für Recyclingmaterialien bietet attraktive Chancen – auch im Hinblick auf eine Diversifizierung unseres Geschäfts- und Projektportfolios über Europa hinaus.

Batterierecycling: Demonstrationsanlage nimmt Betrieb auf

Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ist ein wesentliches Element unseres Handelns. Das gilt auch für einen Zukunftstrend – die Elektromobilität. Mittel- bis langfristig erwarten wir einen Anstieg der Elektrofahrzeugbatterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen und damit einen weiteren Wachstumsmarkt im Recyclingbereich. Aurubis hat ein patentiertes Verfahren zur verantwortungsvollen Rückgewinnung der wesentlichen Wertbestandteile aus Schwarzmasse entwickelt und erprobt. In einer Pilotanlage am Standort in Hamburg konnten wir mit diesem innovativen Verfahren einen sehr hohen Wirkungsgrad erreichen und im Durchschnitt rund 95 % der Metalle zurückgewinnen. Mit dem Aufbau einer Demonstrationsanlage geht Aurubis nun den nächsten Schritt. Die Anlage ist in Betrieb, Versuchsreihen zur Extraktion der Metalle wie Lithium, Nickel, Kobalt und auch Mangan in größerem Maßstab sind angelaufen. Das Hauptaggregat der Demonstrationsanlage ist um einen Faktor der Größenordnung 50× größer als die Pilotanlage und wird weitere Daten, Erkenntnisse und Erfahrungswerte zum Betrieb im industriellen Maßstab bringen. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Markt- und Wettbewerbsanalysen und erweitern unser Netzwerk an potenziellen Geschäfts- und Kooperationspartnern über die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Batterierecycling. In unserem Kerngeschäft haben wir bereits umfangreiche Erfahrung in der Kreislaufwirtschaft kritischer Metalle, und wir sehen attraktive Möglichkeiten, diese Kompetenz auch auf Metalle wie Lithium, Nickel, Kobalt oder andere werthaltige Rohstoffe auszuweiten. So haben wir z. B. mit der Talga Group Ltd, einem australischen Batteriematerial- und Technologieunternehmen, eine Vereinbarung zur Entwicklung eines recycelten Graphitanodenprodukts aus Lithium-Ionen-Batterien unterzeichnet. Erste Testreihen, in denen Aurubis Rohstoffe aus Lithium-Ionen-Batterien zurückgewonnen hatte, zeigten bereits vielversprechende Ergebnisse. Damit erarbeiten wir uns kontinuierlich die Bausteine für eine flexible Markteintrittsstrategie im Einklang mit den technischen und wirtschaftlichen Anforderungen dieses Zukunftsmarktes.

Ausbau der industriellen Führungsposition im Bereich Nachhaltigkeit

In unserer Strategie haben wir nachhaltiges Handeln und Wirtschaften als zentrales Element über alle Unternehmensbereiche hinweg definiert. Anhand verbindlicher Ziele und passender Maßnahmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung verankern wir Nachhaltigkeit noch stärker im gesamten Unternehmen – in all unseren Arbeitsabläufen, Prozessen und insbesondere auch in unseren strategischen Projekten. Die Bedeutung der Nachhaltigkeit haben wir auch in unserer Organisationsstruktur verankert: Die Nachhaltigkeitsfunktion ist auf höchster Ebene direkt im Geschäftsbereich des Vorstandsvorsitzenden angesiedelt. Wir haben uns verbindliche Ziele für das Thema Nachhaltigkeit gesetzt, die wir regelmäßig evaluieren und mit konkreten Maßnahmen hinterlegen. Zur Senkung von Emissionen haben wir z.B. gezielte Maßnahmen definiert, um bis 2030 die CO2- Emissionen aus Scope 1 und 2 um 50 % zu reduzieren. So setzen wir zukünftig auf technische Maßnahmen wie z.B. die Dekarbonisierung von Anlagen durch den Einsatz grünen Wasserstoffs, wenn dieser zu wettbewerbsfähigen Konditionen beschaffbar ist. Damit reduzieren wir den Einsatz fossiler Energieträger. Die weitere Elektrifizierung in unserer Produktion, die Nutzung von Abwärme sowie der Ausbau des Grünstromeinkaufs und die Stromeigenerzeugung aus erneuerbaren Energien komplettieren das Portfolio von möglichen Maßnahmen und Projekten. Im Kalenderjahr 2023 konnten wir gegenüber dem Basisjahr 2018 eine Reduktion der CO2-Emissionen aus Scope 1 und 2 um 24 % erreichen. Durch den vermehrten Einkauf von Elektrizität aus erneuerbaren Energien beispielsweise an unserem Standort in Olen und den Einsatz eigens erzeugter Elektrizität aus einer Photovoltaikanlage an unserem bulgarischen Standort konnten insbesondere die Scope-2-Emissionen reduziert werden. Für weitere Reduktionen der CO2-Emissionen investiert Aurubis kontinuierlich in seine Produktionsstandorte.

Mit wasserstofffähigen Anodenöfen zur klimafreundlicheren Produktion

Als eine der ersten Kupferhütten weltweit wurden im Werk Hamburg im Rahmen des im Sommer 2024 durchgeführten turnusmäßigen Wartungsstillstands wasserstofffähige Anodenöfen eingebaut. Sie bieten ein Einsparpotenzial von etwa 5.000 t CO2 pro Jahr bei vollständigem Einsatz von Wasserstoff. Auch bevor ein leitungsgebundener Anschluss an ein Wasserstoffnetz und damit der Betrieb mit Wasserstoff erfolgen kann, tragen die neuen Anodenöfen bereits heute zur Dekarbonisierung der Aurubis-Produktion bei: Die neuen Anlagen, in die wir rund 40 Mio. € investiert haben, arbeiten effizienter und verbrauchen bis zu 30 % weniger Erdgas, was einer Einsparung in Höhe von knapp 1.200 t CO2 pro Jahr entspricht.

Ausbau der Industriewärme

Bereits seit 2018 versorgt unsere Wärme die HafenCity Ost mit Heizenergie. Seit Anfang 2022 liefen die Planungen zur Erweiterung des Projekts www.aurubis.com/industriewaerme. Im Rahmen des diesjährigen turnusmäßigen Wartungsstillstands erfolgte der Umbau eines Nebenprozesses der Kupferproduktion, in den wir rund 100 Mio. € investiert haben. Somit werden wir in Kooperation mit den städtischen Hamburger Energiewerken ab der Heizperiode 2024/25 jedes Jahr bis zu 28.000 Haushalte beheizen und sparen so bis zu 120.000 t CO2-Emissionen in der Hansestadt ein. Das Industriewärmeprojekt, in Kooperation mit den Hamburger Energiewerken, wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

Umfassende Erweiterung des Solarparks am Aurubis-Werk in Bulgarien

Am Aurubis-Werk in Bulgarien erweitern wir den bestehenden Solarpark. Mit einem Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt rund 12 Mio. € für die zweite und dritte Ausbaustufe wird die Leistung der bestehenden Anlage erhöht. Der Spatenstich für die Ausbaustufen 2 und 3 erfolgte am 25.04.2024. Eine zusätzliche vierte Ausbaustufe ist bereits genehmigt und wird die Anlagenleistung um weitere 18MWp (Megawatt Peak) nach der Inbetriebnahme erhöhen.

Bericht des Aufsichtsrats

Corporate Governance

Die Aktie

Nichtfinanzieller Bericht

Zusammengefasster Lagebericht

Konzernabschluss

Weitere Informationen

Grundlagen des KonzernsDamit wird die installierte Gesamtkapazität künftig rund 40 MWp betragen. Nach Fertigstellung der insgesamt vier Solaranlagen werden rund 55.000 MWh Strom pro Jahr produziert, was rund 15 % des Strombedarfs des bulgarischen Werks deckt. Nach Fertigstellung aller Ausbaustufen entspricht die Stromerzeugung des gesamten Solarparks dem jährlichen Strombedarf einer Stadt mit 25.000 Vier-Personen-Haushalten. Aurubis spart nach Fertigstellung aller vier Stufen rund 25.000 t CO2-Emissionen pro Jahr ein. Die letzte Erweiterungsstufe wird voraussichtlich im Geschäftsjahr 2025/26 in Betrieb gehen.

Ein weiteres Nachhaltigkeitsziel der Aurubis-Strategie „Metals for Progress: Driving Sustainable Growth“ ist die Steigerung der Recyclingquote, also des Anteils der Recyclingmaterialien in unseren Kupferkathoden. Der Anteil recycelten Kupfers in unseren Kupferkathoden betrug im konzernweiten Durchschnitt 44 % für das Geschäftsjahr 2023/24 (Vj. 2022/23: 44 %). Unser aktuelles Ziel ist, bis 2030 eine Recyclingquote von bis zu 50 % zu erreichen. Der Ausbau der Recyclingkapazitäten in den USA wird ab der Inbetriebnahme der beiden Module dazu beitragen. Aurubis leistet mit dem Ausbau der Recyclingtätigkeiten somit einen aktiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig ist immer wieder zu betonen, dass nachhaltiges globales Wachstum einen steigenden Kupferbedarf mit sich bringt, der nicht nur aus Recyclingquellen, sondern auch aus zusätzlicher Primärkupfererzeugung gedeckt werden muss.

Aurubis’ Nachhaltigkeitsanspruch erstreckt sich hier explizit übergeordnet auf unsere gesamte Metallerzeugung aus den unterschiedlichsten Rohstoffquellen. Unsere Produktionstechniken tragen bereits heute maßgeblich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen bei und leisten damit neben unseren Produkten einen Beitrag zur Energiewende. So produziert Aurubis bereits heute seine Kupferkathoden mit deutlich weniger CO2-Emissionen als der globale Durchschnitt, gemäß International Copper Association (ICA). Auch die Scope-3-Emissionen, die in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen entstehen, wollen wir bis 2030 um 24 % pro Tonne Kupferkathode verringern. Ansätze für die Reduktion von Scope-3-Emissionen liegen u. a. in Kooperationen in unserer Lieferkette und verstärkten Recyclingaktivitäten. Die Ziele wurden im Juni 2021 von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validiert. Das bedeutet, dass unsere Ziele zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 °C gemäß dem Pariser Klimaabkommen beitragen. Um unsere Klimaziele zu erreichen, wird unsere detaillierte Roadmap weiterentwickelt und umgesetzt. Die erfolgreiche Implementierung der laufenden strategischen Projekte hat für Aurubis höchste Priorität. Gleichzeitig prüfen wir regelmäßig mögliche Veränderungen im zukünftigen Markt- und Wettbewerbsumfeld und etwaigen Anpassungsbedarf für unsere strategischen Initiativen und unsere Projektpipeline. Mit der konkreten Weiterentwicklung unserer Fähigkeiten und Kapazitäten stärken wir unsere Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft.

Unternehmenssteuerung

Steuerungssystem

Die Unternehmenssteuerung verfolgt das maßgebliche Ziel, den Unternehmenswert des Aurubis-Konzerns zu steigern. Zu diesem Zweck soll über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Konzerns erwirtschaftet werden. Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Element der Konzernstrategie. Wir richten unsere Investitionsprojekte grundsätzlich auch an den Kriterien der Nachhaltigkeit aus.

Konzernsteuerungskennzahlen

Um im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg zu messen, verwendet Aurubis die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:
» das operative Konzernergebnis vor Steuern = operatives EBT (Earnings before Taxes)
» die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital = operativer ROCE (Return on Capital Employed) des Konzerns

Diese Kennzahlen werden dem Vorstand regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt. Auch die variable Vergütung des Vorstands und des Managements orientiert sich an diesen Kennzahlen. Die interne Berichterstattung und die Steuerung des Konzerns erfolgen auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den Erfolg des Aurubis-Konzerns zur internen Steuerung unabhängig von den unten aufgelisteten Bewertungseinflüssen abbilden zu können.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 131

Grundlagen des Konzerns

Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:
» Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2 (Vorräte); dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen eliminiert, ebenso werden nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Metallvorratsbestände eliminiert
» Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von Metallderivategeschäften, bezogen auf die Hauptmetallbestände
» Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von energiebezogenen Derivategeschäften
» Eliminierung von nicht zahlungswirksamen Effekten aus Kaufpreisallokationen
» Bereinigung um Effekte aus der Anwendung des IFRS 5 (zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche)

Der Aurubis-Konzern berichtet nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die im IAS 2 geforderte Anwendung der „First in, first out“(FIFO)- oder Durchschnittsmethode wird vom Aurubis- Konzern für interne Steuerungszwecke nicht umgesetzt, um die aus der Bewertung nach der Durchschnittsmethode resultierenden Ergebnisvolatilitäten durch Metallpreisschwankungen zu vermeiden. Dabei handelt es sich um Bewertungseffekte, die unseres Erachtens für das Verständnis der Geschäftstätigkeit sowie des Ergebnisses des Aurubis-Konzerns aus operativer Perspektive zu eliminieren sind. Zudem bleiben nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von Metallderivategeschäften, bezogen auf die Hauptmetallbestände, unberücksichtigt, während operativ bereits realisierte Bewertungseffekte berücksichtigt werden. Nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von energiebezogenen Derivategeschäften werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Darüber hinaus werden Einmaleffekte aus Kaufpreisallokationen eliminiert, die ansonsten zu einer Verzerrung in der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Aurubis-Konzerns führen würden. Des Weiteren werden die bilanziellen Auswirkungen aus IFRS 5 rückgängig gemacht.

Der operative ROCE bezeichnet das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen zuzüglich des operativen Ergebnisses aus At Equity bewerteten Anteilen, jeweils der letzten vier Quartale, im Verhältnis zum eingesetzten Kapital am Bilanzstichtag (operatives Capital Employed) und stellt die Rendite auf das eingesetzte Kapital dar. Korrespondierend zur Ermittlung des operativen Ergebnisses erfolgt die Herleitung des operativen Capital Employed durch die Bereinigung der Bilanzposten nach IFRS um die vorgenannten Effekte.

Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ in Mio. €

30.09.2024 30.09.2023
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen 3.011 2.422
Vorräte 2.087 2.061
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 628 563
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 289 300
> Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.584 -1.566
> Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten -691 -597
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag – operativ 3.741 3.182
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 413 349
Finanzergebnis -3 -7
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) – operativ 411 342
Beteiligungsergebnis At Equity 20 19
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) – adjusted 430 361
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 11,5 % 11,3 %

Überleitungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung von IFRS auf „operativ“ werden im Wirtschaftsbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

Wirtschaftsbericht

Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung (F&E) bei Aurubis treibt die metallurgischen Innovationen maßgeblich voran. Dies beinhaltet die Neuentwicklung von metallurgischen Prozessen und Produkten und die Weiterentwicklung bestehender metallurgischer Prozesse im Aurubis-Hüttennetzwerk sowie die Optimierung der Aurubis-Produkte. Der Fokus der Entwicklungsprojekte lag in dem Geschäftsjahr auf einer noch nachhaltigeren und effizienteren Produktion, um mehr Metalle aus den komplexen Rohstoffen zu gewinnen.

Auch in diesem Geschäftsjahr war die Weiterentwicklung des hydrometallurgischen Prozesses zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Weitere

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 132

Versuchskampagnen wurden in der Pilotanlage in Hamburg erfolgreich durchgeführt. Die Ziele waren, die Robustheit des Recyclingprozesses unter Einsatz von unterschiedlichen Schwarzmassen zu validieren und die Rückgewinnungsraten der Batteriemetalle weiter zu optimieren. In den Versuchen konnten exzellente Recyclingraten von rund 95 % für Nickel, Kobalt und Lithium erreicht werden. Damit können wir die zukünftigen, sehr ambitionierten Metallrecyclingvorgaben der EU-Batterieverordnung sicher erfüllen. Über die Ziele der Batterieverordnung hinausgehend haben wir uns intensiv mit der Aufbereitung des in der Schwarzmasse zu ca. 40 % enthaltenen Graphits befasst. Unser patentierter hydrometallurgischer Recyclingprozess bietet die Möglichkeit, qualitativ sehr sauberen Graphit abzutrennen.# In Kooperation mit dem australischen Unternehmen Talga

In Kooperation mit dem australischen Unternehmen Talga soll der von uns hergestellte Graphit zu einem batteriefähigen Anodenmaterial weiterverarbeitet werden. Durch diese Kooperation wird der strategische Ansatz verfolgt, auch den Graphit im Batteriekreislauf zu behalten, um eine europäische Lieferkette für diesen Werkstoff aufzubauen. Zur technischen Weiterentwicklung unseres Schwarzmasse-Recyclingprozesses haben wir zusammen mit dem Aurubis Engineering Team eine Demonstrationsanlage geplant und aufgebaut. In dieser Anlage wollen wir die innovativen Prozessschritte im technischen Maßstab und Umfeld intensiv testen. Dies dient der Verringerung des technischen und Investitionsrisikos einer zukünftigen Großanlage. Die Demonstrationsanlage wird derzeit in Betrieb genommen.

Neben dem speziellen Fokus auf das wichtige Batterierecycling arbeitet Aurubis auch daran, das Recycling von Autos, Verbrenner wie Elektroautos, besser zu unterstützen. So sind wir z. B. Kooperationspartner in einem Projekt zum Recycling von Altfahrzeugen unter der Koordination von BMW. Dabei übernimmt Aurubis z. B. die kupferhaltigen Materialströme aus der Zerlegung und prüft deren Qualität und Einsatzfähigkeit im Aurubis-Hüttennetzwerk. Dabei ist es das Ziel des Verbundprojekts, die Recyclingquoten von Autos zu verbessern und Stoffkreisläufe weiter zu schließen.

Beim Recycling von Nichteisenmetallen treten häufig Verbundmaterialien, Metall – Kunststoff, auf. Der Recyclingprozess von Aurubis ist spezialisiert auf das Recycling von derartigem Elektronikschrott. Für Materialströme mit hauptsächlich sehr hohem Kunststoffanteil haben wir in diesem Geschäftsjahr die sogenannte Ultra-High-Temperature-Hydrolysis-Pilotanlage (UHTH) an unserem Standort in Lünen in Betrieb genommen. In der Pilotanlage kann ein wasserstoffreiches Gas aus den Kunststoffen erzeugt werden. Mit diesem Prozess wollen wir das Kohlenstoffmanagement und die internen Stoffströme am Standort verbessern. Erste vielversprechende Versuche wurden bereits durchgeführt. Abschließende Ergebnisse erwarten wir im kommenden Jahr.

Neben der Entwicklung neuer Projekte ist die Optimierung unsere bestehenden Prozesse ein zentraler Bestandteil der F&E-Arbeit. Um bestehende Anlagen an allen Standorten zu verstehen und optimal zu nutzen, hat F&E metallurgische Modelle des Aurubis-Hüttennetzwerks entwickelt. Diese Modelle helfen Aurubis dabei, die Stoffströme aller sechs Hütten zu optimieren, Wertmetalle effizienter zu gewinnen und nachhaltiger zu produzieren. Durch die Modelle konnten bereits interessante Verbesserungsansätze abgeleitet und in der Produktion überprüft werden. Dabei beobachtete metallurgische Restriktionen, wie z. B. Antimon in Kupferanoden, und deren Auswirkung in der Kupferelektrolyse wurden festgestellt. Mit Versuchen konnte ein praktikabler Lösungsweg aufgezeigt werden. Durch das Zusammenspiel von Modellierung, Praxistest und metallurgischer Theorie verfeinern wir unsere Modelle und stellen deren Anwendbarkeit sicher.

Auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion untersucht F&E den Einsatz von CO2-freien Energieträgern. Nach erfolgreichen früheren Tests mit Wasserstoff wurde nun der Einsatz von Ammoniak als partieller Ersatz für Erdgas in der Produktionsanlage für Kupfer-Gießwalzdraht getestet. Da das anvisierte Ziel von 20 % Erdgasersatz nicht erreicht werden konnte, wird sich Aurubis weiter auf den direkten Einsatz von Wasserstoff als Energieträger fokussieren. Dennoch konnten aus der Versuchsreihe wichtige Erkenntnisse für den weiteren Weg hin zur klimaneutralen Produktion gesammelt werden.

Bei der Metallgewinnung aus primären Einsatzstoffen sowie beim metallurgischen Recycling erzeugt Aurubis an den Standorten Beerse, Berango, Hamburg, Lünen und Pirdop mineralische Koppelprodukte (Schlacken). Entsprechend den Anforderungen der lokalen Absatzmärkte werden zielgerichtete Produktqualitäten (Korngrößen, Kristallstruktur, Zusammensetzung) erzeugt. Hierbei unterstützt F&E durch Qualitätsuntersuchungen, Produktionsoptimierung und von F&E entwickelte digitale Advisor-Werkzeuge. Zudem entwickelt F&E hauptsächlich in Zusammenarbeit mit dem Vertrieb neue Qualitäten, um weitere Absatzmärkte zu erschließen. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden Untersuchungen mit verschiedenen Zementherstellern erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde geprüft, ob unsere Minerale als höherwertiges, CO2-freies Substitutionsmaterial im Zement einsetzbar sind. Technisch funktionieren unsere Minerale als SCM (Supplementary Cementious Material) im Beton. Allerdings sind einige technische Anforderungen in den Bauvorschriften zu erweitern.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 133

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Grundlagen des Konzerns

Im Bereich der Produktentwicklung waren Elektromobilität und Nachhaltigkeit zwei wichtige Schwerpunkte. So wurden Drähte auf Basis unterschiedlicher Kupferwerkstoffe für Anwendungen in Elektroautos entwickelt. Das Aurubis-Blue-Brass-Portfolio bleifreier Messingwerkstoffe wurde konsequent weiter ausgebaut. Insbesondere wurde durch Erhöhung des Recyclinganteils die Nachhaltigkeit dieser Produkte verbessert und Anforderungen der Schmuck- und Uhrenindustrie erfüllt. Verschiedene Entwicklungen von Spezialprodukten, z. B. mit verbesserten Oberflächeneigenschaften oder angepasster Mikrostruktur, wurden für Elektronikanwendungen durchgeführt.

Für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden im Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2023/24 13.526 T€ (Vj. 11.848 T€) erfolgswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr wurden darüber hinaus Entwicklungskosten in Höhe von 358 T€ (Vj. 2.771 T€) aktiviert. Der Aurubis-Konzern beschäftigt in diesem Bereich insgesamt 79 Mitarbeiter (Vj. 76) an den Standorten in Beerse, Hamburg, Lünen, Olen, Pirdop, Pori und Stolberg.

F&E-Aufwendungen¹ in Mio. €

2023/24 2022/23
F&E-Aufwendungen¹ 13,5 11,8
davon aktivierte Entwicklungskosten 0,4 2,8

¹ beinhaltet Betriebsausgaben sowie aktivierte Entwicklungskosten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Am 30.09.2024 waren im Aurubis-Konzern 6.979 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vj. 7.230) beschäftigt. Davon waren im Ausland 41 % und an den deutschen Standorten 59 % tätig. Der Rückgang der Mitarbeiterzahl resultiert aus dem Verkauf des Werks in Buffalo, dem der weitere Ausbau des Kerngeschäfts an den Standorten Hamburg, Pirdop, Olen und Beerse sowie der Aufbau des neuen Werks in Georgia gegenüberstehen.

Die Verteilung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die verschiedenen Standorte ist im Wesentlichen wie folgt: Deutschland (4.111), Belgien (1.205), Bulgarien (989), Finnland (320), USA (160), Spanien (102) und Italien (90)

Standorte und Mitarbeiter.

Standorte Anzahl am 30.09.2024
Deutschland 4.111
Belgien 1.205
Bulgarien 989
Finnland 320
USA 160
Spanien 102
Italien 90
Gesamt 7.977

Mitarbeiter im Aurubis-Konzern Anzahl am 30.09.2024
Ohne At Equity konsolidierte Gesellschaften.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 134

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Grundlagen des Konzerns

Mitarbeiterstruktur im Aurubis-Konzern

Anzahl am 30.09.2024
Arbeitnehmer 6.704
Auszubildende 275
Gesamt 6.979
Anzahl am 30.09.2024
davon im Ausland 2.861
davon in Deutschland 4.118
Gesamt 6.979

Umwelt- und Gesundheitsschutz

Umweltschutz im Konzern

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und den Schutz des Klimas. Für unsere Produktion setzen wir daher auf eine moderne und energieeffiziente Anlagentechnik, die hohen Umweltschutzstandards gerecht wird. Auf diese Weise schonen wir die natürlichen Ressourcen und wollen eine saubere Umwelt für zukünftige Generationen erhalten. Konzernweit haben wir uns Ziele für den Umweltschutz gesetzt, entsprechende Kennzahlen definiert und Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt. Die Wirksamkeit dieser Ziele und Maßnahmen wird kontinuierlich überprüft.

Investitionen in Umweltschutzmaßnahmen im Aurubis-Konzern¹ in Mio. €

2023/24 2022/23 (vj. 2021/22)²
Investitionen in Umweltschutzmaßnahmen 186,4 101,1
davon für Klimaschutz, Immissionsschutz und Energiewirtschaft 70,6 41,3
davon für Gewässer- und Bodenschutz, Abfallwirtschaft und Immissionsschutz 115,8 59,8

¹ Umweltinvestitionen aller Produktionsstandorte, die im Mehrheitsbesitz (>50 %) von Aurubis stehen.
² Vorjahreswert angepasst.

Die kontinuierliche Verbesserung des Schutzes der Gewässer, des Bodens, des Klimas und des Immissionsschutzes ist Voraussetzung für einen nachhaltigen Umweltschutz. Dies ist nur durch kontinuierliche Investitionen möglich. Aurubis hat seit dem Jahr 2000 konzernweit rund 1 Mrd. € in Umweltschutzmaßnahmen investiert. Darunter in Projekte wie z. B. die Nutzung von Prozesswärme für die Bereitstellung von Industriewärme für Hamburger Haushalte und in ein Projekt zur Reduzierung diffuser Emissionen (RDE). Der Anstieg der Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr bezieht sich im Wesentlichen auf Investitionen für das Industriewärmeprojekt in Hamburg, das Projekt zur Optimierung der Schlackenbehandlung in Pirdop sowie in die Umweltschutzanlagen am neuen Standort Aurubis Richmond.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Konzern

Die Aufgabe der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes im Konzern ist es, arbeitsbedingte Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen zu vermeiden. Hierfür werden technische, organisatorische und personenbezogene Rahmenbedingungen geschaffen und kontinuierlich weiterentwickelt. Trotz aller Anstrengungen ereignete sich zu unserem tiefen Bedauern im Juli 2024 ein Arbeitsunfall in Hamburg, bei dem ein Mitarbeiter einer Partnerfirma bei Gerüstbauarbeiten verstarb. Die Unfallhäufigkeit wird mit der Kennzahl LTIFR (Lost Time Injury Frequency Rate, inkl. Todesfällen) ausgedrückt. Diese Kennzahl beschreibt die Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einer ausgefallenen Schicht pro 1 Mio. Arbeitsstunden (bezogen auf Aurubis-Mitarbeiter). Die Unfallhäufigkeit konnten wir über einen langen Zeitraum kontinuierlich senken, sie befindet sich nun auf einem stabilen Niveau.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 135

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Grundlagen des Konzerns# Nichtfinanzieller Bericht

Die Kennzahl LTIFR ist nunmehr seit drei Jahren gleichbleibend niedrig, sie lag in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2022/23 bei 3,2, im aktuellen Berichtszeitraum bei 3,1. Die absolute Anzahl der Unfälle (LTI) betrug 34 (Vj. 33).

2023/24 2022/23 2021/22 2020/21 2019/20
Absolute Anzahl der Unfälle (LTI) 34 33 34 55 51
LTIFR 3,1 3,2 3,2 5,1 5,4

Die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben bei Aurubis den höchsten Stellenwert. Dementsprechend tragen hierfür das Management und die Führungskräfte, jedoch auch jeder Einzelne im Unternehmen die Verantwortung. Langfristig halten wir klar an unserer „Vision Zero“ fest – d. h. null arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen. Präventive Maßnahmen zur Unfallvermeidung sollen zur Verwirklichung der Vision beitragen. Es gelten die „10 Goldenen Regeln“ zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Zudem erfolgen detaillierte Gefährdungsbeurteilungen zur Ableitung geeigneter Schutzmaßnahmen, Unterweisungen und Trainingsmaßnahmen sowie regelmäßige Audits. Wir setzen auf ein stringentes Monitoring unserer Arbeitssicherheitsperformance und leiten daraus entsprechende Maßnahmen ab.

Alle Produktionsstandorte sind nach ISO 45001 zertifiziert. Für den Standort Richmond wird die Zertifizierung im 1. Quartal 2025/26 geplant und derzeit vorbereitet. Das Arbeitsschutzmanagement an den Standorten entwickeln wir entsprechend den Anforderungen der Norm kontinuierlich weiter. Arbeitssicherheitsprozesse wie die Erstellung der Gefährdungsbeurteilungen, die Zuordnung von Rechtspflichten, die Meldung und Aufarbeitung von Unfällen und Beinaheunfällen sowie das standortspezifische und gruppenweite Reporting werden im Konzern kontinuierlich weiter ausgerollt und durch eine Software unterstützt.

Im Juli 2024 kam es auf dem Gelände des Aurubis-Werks Hamburg zu einem schweren Arbeitsunfall einer Fremdfirma mit Todesfolge. Ein Mitarbeiter einer Gerüstbaufirma wurde von einer herabfallenden Gerüststange am Kopf getroffen und verstarb noch am selben Tag. Bei den folgenden Untersuchungen der Behörden war Aurubis nicht Gegenstand der staatsanwaltlichen Ermittlungen. Wir haben den Vorfall gründlich für uns intern aufgearbeitet, um unsere Arbeitssicherheit weiter zu verbessern. Mit einem „Call for Action“ wurden alle Standorte umgehend über den Unfallhergang informiert und aufgefordert, die dortigen organisatorischen Abläufe zu hinterfragen. Hierbei wurden z. B. die Nutzung von Krananlagen durch Externe, die Anmeldung von Subunternehmern oder die Kennzeichnung von Flächen unter Kränen betrachtet. Die lokalen Arbeitssicherheitsteams der Standorte begleiten die Umsetzungen der Sicherheitsmaßnahmen in den Betrieben.

Eine Analyse unseres Arbeitssicherheitsmanagements durch eine unabhängige externe Arbeitssicherheitsberatung wurde im Berichtszeitraum abgeschlossen. Der mehrstufige Prozess umfasst die Standortorganisationen und relevante Konzernfunktionen. Die Ergebnisse finden nun Eingang in das Projekt „TOGETHER“, das konzernweit die Arbeitssicherheit verbessern wird.


Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 136

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Grundlagen des Konzerns
Gesonderter nichtfinanzieller Bericht

Weiterführende Informationen zu den Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Energie und Klima sowie Gesundheitsschutz sind dem Abschnitt Nachhaltigkeit des Geschäftsberichts zu entnehmen und werden auch im Rahmen der gesetzlichen Fristen auf unserer Internetseite www.aurubis.com veröffentlicht. Die Aurubis AG berichtet über den Aurubis-Konzern sowie über die Aurubis AG in Form eines zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts, dessen Inhalte ebenfalls an den zuvor genannten Stellen zu finden sind.


Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 137

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Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft zeigt im bisherigen Verlauf des Jahres eine langsame Erholung von den zahlreichen negativen Einflüssen, darunter anhaltend hohe Finanzierungskosten, die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine sowie der Nahostkonflikt. Der Internationale Währungsfonds (IWF, www.imf.org) prognostiziert ein Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,2 % im Jahr 2024, nachdem die Wachstumsrate im Vorjahr 3,3 % betragen hatte. Damit wird das globale Wirtschaftswachstum voraussichtlich stabil bleiben. Während der IWF die Aussichten für die USA in seiner Prognose vom Oktober im Vergleich zum Juli 2024 angehoben hat, nahm er Abwärtskorrekturen für andere fortgeschrittene Volkswirtschaften, insbesondere in Europa, vor. In Schwellen- und Entwicklungsländern belasten Produktionsstörungen, Konflikte, soziale Unruhen und extreme Wetterereignisse die Wachstumsprognosen. Ein stärkeres Wachstum in Asien, getrieben durch Investitionen in künstliche Intelligenz, konnte diese Rückgänge teilweise ausgleichen.

Erwartetes BIP-Wachstum 2024 in %

Für den Euroraum erwartet der IWF im Jahr 2024 lediglich ein leichtes Wachstum von 0,8 % (Vj. 0,4 %), was einer Abwärtskorrektur von 0,1 Prozentpunkten gegenüber der Prognose vom Juli 2024 entspricht. Die Erwartung eines BIP-Wachstums im Vergleich zum Vorjahr basiert v. a. auf stabileren Energiepreisen und steigenden Reallöhnen, die den Konsum stärken, sowie auf der geldpolitischen Straffung, die zur Inflationsminderung beigetragen hat.

In Deutschland soll die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2024 nach einem leichten Rückgang von 0,3 % im Jahr 2023 stabil bleiben. Der Aufwärtstrend bleibt insbesondere durch die anhaltende Schwäche im verarbeitenden Gewerbe begrenzt. Damit erholt sich die Wirtschaft in Deutschland deutlich langsamer als in Spanien, Frankreich und Italien. So wird das BIP in Spanien im Jahr 2024 voraussichtlich um 2,9 %, in Frankreich um 1,1 % und in Italien um 0,7 % steigen.

Für die US-Wirtschaft erwartet der IWF im Jahr 2024 ein Wachstum von 2,8 % (Vj. 2,9 %). Die Erhöhung der Wachstumsaussichten um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der Prognose vom Juli 2024 reflektiert insbesondere den Anstieg der Konsumausgaben und der Investitionen außerhalb des Wohnsektors. So hat sich der Konsum widerstandsfähiger als erwartet gezeigt, was u. a. auf robuste Reallohnsteigerungen und Vermögenseffekte zurückzuführen ist.

Für China erwartet der IWF 2024 ein Wirtschaftswachstum von 4,8 %, was eine Verlangsamung des Wachstums gegenüber dem Vorjahr (Vj. 5,2 %) widerspiegelt. Diese Entwicklung resultiert aus anhaltenden strukturellen Herausforderungen, wie die alternde Bevölkerung und ein nachlassendes Produktivitätswachstum, und einer nachlassenden Nachfrage nach chinesischen Exporten.

Die globalen Notenbanken setzten ihren restriktiven Kurs über weite Teile des Geschäftsjahres 2023/24 fort, um die Inflation weiter einzudämmen. Der Leitzins der US-amerikanischen Zentralbank (Fed) wurde im September um 50 Basispunkte gesenkt auf das Niveau von 4,75 % bis 5,00 %. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte ihren Leitzins im Juni 2024 indes um 25 Basispunkte auf 4,25 %, nachdem sie ihn im September 2023 auf 4,5 % angehoben hatte.

Der IWF prognostiziert bis Ende 2025 einen weiteren Rückgang der globalen Inflation auf etwa 3,5 %. Diese Rate liegt unter dem Durchschnittswert von 3,6 %, der sich aus den Werten zwischen den Jahren 2000 und 2019 ergibt. Der Rückgang der Inflation ist v. a. auf die Entspannung der globalen Lieferketten und die Straffung der Geldpolitik zurückzuführen, die weltweit zu einer Normalisierung der Arbeitsmärkte beigetragen haben. Dennoch bleiben Risiken bestehen, welche die Inflation wieder anheizen könnten –


Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 138

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Die Aktie
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Wirtschaftsbericht

insbesondere durch die anhaltende Inflation im Dienstleistungssektor sowie durch geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten in Schwellenländern.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Aurubis AG ist an den internationalen Metall- und Kupfermärkten und ihren Teilmärkten aktiv, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 unterschiedlich entwickelten. Im Folgenden erläutern wir die Entwicklungen der wesentlichen Beschaffungs- und Absatzmärkte des Aurubis-Konzerns.

Der globale Markt für Kupferkonzentrate befindet sich weiter im Wachstum. Das Research-Unternehmen Wood Mackenzie geht für das Jahr 2024 von einem Wachstum von rund 2,6 % des Kupferkonzentrat- angebots aus. Das Wachstum des Marktes für Kupferkonzentrate war im Berichtszeitraum im Wesentlichen auf die Expansion bestehender Minenproduktionen zurückzuführen. Die Quote der Minenproduktionsausfälle weltweit, bedingt durch Witterung, langsames Hochfahren der Produktionsaktivitäten, Streiks oder anderweitige Gründe, blieb nach Einschätzung des Research- Unternehmens Wood Mackenzie leicht unter dem Vorjahresniveau. Der wesentliche Teil des Kapazitätswachstums der Minenindustrie entfällt dabei jedoch auf integrierte Minengesellschaften, die auch Hüttenbetriebe im Gesellschaftsverbund besitzen, sodass diese neuen Kapazitäten zu großen Teilen nicht dem freien Markt zur Verfügung stehen. Ferner kam es im Berichtszeitraum zum Produktionsstopp an einer Mine in Panama, die das Angebot von Konzentraten am freien Markt im Berichtszeitraum reduzierte.

Die weltweite Hüttenindustrie befand sich im Berichtszeitraum, wie auch die Minenindustrie, weiter im Wachstum. Dieses Kapazitätswachstum fand dabei zu wesentlichen Teilen außerhalb Chinas und insbesondere bei integrierten Minengesellschaften beispielsweise. in Indonesien und Indien statt.# Wirtschaftsbericht

Dieses Kapazitätswachstum sorgte für eine gestiegene Nachfrage nach Konzentraten und im Resultat gesunkenen Schmelz- und Raffinierlöhnen für Konzentrate am Spotmarkt. Wood Mackenzie erwartet für das Jahr 2024 Kapazitätserweiterungen auf der Hüttenseite in Höhe von rund 4,5 %. In Summe soll der globale Konzentratmarkt im Jahr 2024 ein leichtes Defizit von rund 203.000 t Konzentrat aufweisen. Während des Geschäftsjahres gab es erneut geplante und ungeplante Wartungsarbeiten und Stillstände der globalen Hüttenindustrie. Im Berichtszeitraum war der für Aurubis im Wesentlichen relevante europäische Markt von einem leicht rückläufigen Angebot von Recyclingmaterialien gekennzeichnet. Reduzierte Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate haben den Wettbewerb für Recyclingmaterialien, als Substitut für Konzentrate, in Europa im Geschäftsjahr 2023/24 verschärft. Exporte aus Europa und den USA nach Asien und insbesondere China nahmen zu und sorgten so für ein geringeres Mengenangebot von Blister- und Altkupfer. Die reduzierten industriellen Aktivitäten als Folge einer gedämpften Konjunktur sorgten ferner für ein niedrigeres Aufkommen komplexer Recyclingmaterialien wie industrieller Rückstände. Auch das Mengenangebot von Elektronikschrotten zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht reduziert. Die phasenweise hohen Metallpreise sorgten im 3. Quartal für ein sehr positives Mengenangebot seitens der Recyclingindustrie. In Summe verblieb jedoch ein leicht rückläufiges Marktumfeld bei den Recyclingmaterialien.

Die weltweite Produktion von raffiniertem Kupfer war im Geschäftsjahr 2023/24 im Wesentlichen geprägt durch folgende Effekte: eine weiter reduzierte Nachfrage aus dem Bausektor, die geplanten und ungeplanten Stillstände auf Hüttenseite sowie die Kapazitätserweiterungen auf Minen- und Hüttenseite durch den Ausbau existierender Betriebe und den Start neuer Hüttenbetriebe u. a. in Indonesien. Die Auslastung der internationalen Hüttenindustrie im Kalenderjahr 2024 lag mit 75,7 % laut Wood Mackenzie unter der Auslastung des Vorjahres von 78,0 %. Insgesamt geht CRU www.crugroup.com davon aus, dass die Weltproduktion von raffiniertem Kupfer im Jahr 2024 bei 26,7 Mio. t und somit rund 3,6 % über dem Vorjahreswert liegen wird.

Die globale Nachfrage nach raffiniertem Kupfer im Kalenderjahr 2024 konnte der sich eintrübenden makroökonomischen Lage trotzen und CRU erwartet auch in dem Jahr 2025 ein erneutes Wachstum der Nachfrage. In den Kernmärkten Nordamerika und Europa verzeichnet die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer im Kalenderjahr 2024 eine Seitwärtsbewegung. Für das Kalenderjahr 2025 erwartet der Research-Anbieter CRU auch in Antizipation einer Senkung des Leitzinses durch die Zentralbanken EZB und Fed einen leichten Anstieg der Nachfrage nach raffiniertem Kupfer in Europa und Nordamerika. In Summe rechnet CRU für das Kalenderjahr 2024 mit einer globalen Nachfrage nach raffiniertem Kupfer in Höhe von 26,6 Mio. t (Vj. 25,6 Mio. t).

Die globalen Börsenbestände an Kupferkathoden wuchsen über den Verlauf des Geschäftsjahres 2023/24 ab März 2024 kontinuierlich an. Hierbei gab es regional große Unterschiede. In Europa und den USA entwickelten sich die Bestände in den Lagerhäusern der LME und COMEX jeweils rückläufig und verblieben unter dem Vorjahresniveau. Mit 47.000 t in Europa und 64.000 t in den USA zum Ende des Geschäftsjahres 2023/24 blieben sie auch im historischen Kontext auf niedrigem Niveau. In Asien zeigte sich seit Beginn des Kalenderjahres 2024 ein gegenläufiger Trend. Hier nahmen die Bestände der Lagerhäuser der LME und SHFE deutlich zu und sorgten für das globale Wachstum der Bestände in den Lagerhäusern. Zum Geschäftsjahresende 2023/24 waren in Asien rund 393.000 t eingelagert, gegenüber rund 62.000 t zu Geschäftsjahresbeginn. In Summe resultierte das Wachstum der globalen Bestände somit ausschließlich durch die Einlagerungen in den asiatischen Lagerhäusern. CRU erwartet im Jahr 2024 einen leichten Überschuss des weltweiten Marktes für raffiniertes Kupfer in Höhe von rund 115.000 t.

Der internationale Markt für Gießwalzdraht ist der wesentliche Abnehmer von raffiniertem Kupfer in Europa und weltweit. Der Research-Anbieter CRU prognostiziert, dass im Kalenderjahr 2024 weltweit rund 73 % der globalen Kathodenproduktion von diesem Markt abgenommen werden. Der globale Markt soll im Kalenderjahr 2024 mit rund 3 % wachsen, wobei der europäische Markt nur rund 1 % wachsen soll. Aurubis beliefert vornehmlich den europäischen Markt mit Gießwalzdraht. Das Geschäftsjahr 2023/24 war geprägt durch eine hohe Nachfrage nach Gießwalzdraht. Über weite Teile des Geschäftsjahres kompensierte eine hohe Nachfrage aus dem Energie- und Infrastruktursektor die reduzierte Nachfrage aus der Bau- und Automobilindustrie.

Der globale Markt für Schwefelsäure war im Geschäftsjahr 2023/24 von einer verbesserten Nachfrage bei phasenweise reduziertem Angebot und steigenden Preisniveaus gekennzeichnet. Hohe Inputkosten für die Schwefelbrennerindustrie und ein vermehrtes Aufkommen von Wartungsstillständen der in Europa ansässigen Hüttenindustrie führten zu einem reduzierten Angebot an Schwefelsäure in Europa im Verlauf des Geschäftsjahres. Bei einer weitestgehend stabilen Nachfrage der chemischen und Düngemittelindustrie in Europa sowie der Rückkehr von Düngemittelproduzenten im nordafrikanischen Raum entwickelten sich die Preise für Schwefelsäure in den für Aurubis relevanten Absatzmärkten positiv im Verlauf des Geschäftsjahres. Auch an den globalen Märkten für Schwefelsäure zeichnete sich über weite Teile des Geschäftsjahres ein ähnliches Bild wie in Europa ab. Entsprechend der verbesserten globalen Nachfrage nach Schwefelsäure und einem über weite Teile des Geschäftsjahres reduzierten Angebot der Hütten- und Schwefelbrennerindustrie stiegen die globalen Preisniveaus im Verlauf des Geschäftsjahres an und lagen somit auf dem hohen Niveau des vergangenen Geschäftsjahres. Aurubis ist aufgrund seiner Kunden- und Vertragsstruktur den Entwicklungen am Spotmarkt Glossar nicht in vollem Umfang und mit zeitlichem Verzug ausgesetzt.

Der LME-Kupferpreis bewegte sich über den Verlauf des Geschäftsjahres volatil in der Preisspanne zwischen rund 7.800 und 10.800 US$/t und zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine breite Handelsspanne. Im 1. Halbjahr 2023/24 entwickelte sich der Kupferpreis weitestgehend positiv von rund 8.000 US$/t zu Beginn des Geschäftsjahres bis auf 8.800 US$/t zum Abschluss der ersten Geschäftsjahreshälfte. In dem 3. Quartal des Geschäftsjahres legte der Kupferpreis bis auf ein neues Allzeithoch am 20.05.2024 bei über 10.800 US$/t zu. Die starke Nachfrage von Finanzinvestoren und temporäre Engpässe an den physischen Märkten sorgten für eine kurzfristige stark positive Reaktion des Kupferpreises. Eine sich eintrübende Nachfrage aus China, weiterhin hohe Inflationsdaten und schwächere konjunkturelle Aussichten führten zu einem nachlassenden Kupferpreis im Anschluss an das Allzeithoch. Das Geschäftsjahr schloss am 30.09.2024 mit einem LME-Kupferpreis von 9.692 US$/t (Schlusskurs). Im Geschäftsjahresdurchschnitt ergab sich ein Wert von 8.893 US$/t (Vj. 8.449 US$/t).

Weitere für den Aurubis-Konzern relevante Metallpreise bewegten sich im Berichtszeitraum sehr differenziert. Die Edelmetalle wie Gold und Silber wurden u. a. als Inflationsschutz von Investoren vermehrt nachgefragt und zeigten sich im Durchschnitt über das Geschäftsjahr auf hohem und gegenüber dem Vorjahr erhöhtem Niveau. Gold entwickelte sich hierbei bis kurz vor Ende des Berichtszeitraums am 26.09.2024 auf ein neues Allzeithoch bei 85.641,49 US$/kg. Aurubis ist aufgrund seiner Kunden- und Vertragsstruktur den Entwicklungen am Spotmarkt nicht in vollem Umfang und mit zeitlichem Verzug ausgesetzt.

Kupferpreis und Kupfer-Börsenbestände vom 01.10.2023 bis 30.09.2024 in Tsd. t

Kupfer-Börsenbestände (LME, COMEX, SHFE) Kupferpreis LME (Schlusskurs)

Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns

Aktuelle Entwicklungen und weiterführende Aktivitäten der Unternehmensführung im Berichtsjahr im Zusammenhang mit den gegen Aurubis gerichteten kriminellen Handlungen im Geschäftsjahr 2022/23

Die Aurubis AG ist im Werk Hamburg im Geschäftsjahr 2022/23 das Ziel von kriminellen Handlungen geworden. Hierbei wirkten unterschiedliche Sachverhalte auf den Jahres- und Konzernabschluss zum 30.09.2023. Im Folgenden erläutern wir die aktuellen Entwicklungen zu diesen Sachverhalten und geben einen detaillierten Überblick über die weiterführenden Aktivitäten der Unternehmensführung im abgelaufenen Geschäftsjahr.

1) Verdacht eines gemeinschaftlichen Diebstahls von edelmetallhaltigen Zwischenprodukten

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen sechs Beschuldigte, darunter ein ehemaliger Mitarbeiter, Anklage wegen schweren Bandendiebstahls oder gewerbsmäßiger Bandenhehlerei bzw. Beihilfe zu diesen Taten im Zeitraum zwischen 2020 und 2021 erhoben. Die Taten waren im Juni 2023 öffentlich geworden. Fünf Angeklagte erhielten Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren sowie fünf Jahren und zehn Monaten wegen schweren Bandendiebstahls oder gewerbsmäßiger Hehlerei. Ein Angeklagter wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.# 2) Manipulation von internen Proben zur Verifizierung der Metallgehalte für bestimmte Einsatzmaterialien im Recyclingbereich sowie weitere Metallfehlmengen

Die internen Untersuchungen zu den gegen Aurubis gerichteten kriminellen Handlungen des Geschäftsjahres 2022/23 sind abgeschlossen und wurden an das LKA übergeben. Mit einem kurzfristigen Abschluss der Ermittlungsverfahren wird nicht gerechnet. Im vergangenen Jahr haben wir bedeutende Fortschritte im Bereich der Werkssicherheit und des Mitarbeiterschutzes erzielt. Besonders hervorzuheben ist unser Projekt zur Förderung der Prozess- und Werkssicherheit, womit insgesamt die Sicherheitsstandards und die Kontrollkultur erhöht werden. Es wurden wichtige Sicherungsmaßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich umgesetzt. Zu diesen gezielten Sofortmaßnahmen und Investitionen gehören u. a. die Vielzahl an Verbesserungen bei der technischen Überwachung von Abläufen, das umfangreiche Mitarbeiterschutzprogramm, die Intensivierung des Lieferanten-Screenings, Optimierungen im Inventurprozess oder die Verschärfung von Zugangsbeschränkungen. Dadurch konnten wir die Werkssicherheit am Standort Hamburg und in der Gruppe erheblich steigern und das Bewusstsein für sicherheitsrelevante Themen bei unseren Mitarbeitern stärken. Des Weiteren wurden die personellen Kapazitäten an den kritischen Stellen durch die Einführung und Besetzung von mehr als 50 Positionen erhöht, um den Schutz und die Prozesssicherheit weiter zu verbessern.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 141

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Das Projekt zur Förderung der Prozess- und Werkssicherheit wird zukünftig als Programm fortgeführt werden, um die erarbeiteten Prozessverbesserungen und ein sehr hohes Sicherheitsniveau dauerhaft in der Organisation zu verankern und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Der Vorstand wird auch weiterhin regelmäßig über den Fortschritt des Programms und seiner verschiedenen Arbeitsgruppen informiert. Die Aufgaben des im September 2023 gegründeten Sicherheitsausschusses im Aufsichtsrat wurden im Verlaufe des Geschäftsjahres 2023/24 an den Technikausschuss übertragen. Wir sind weiter fest entschlossen, die Werkssicherheit und den Schutz der Vermögenswerte kontinuierlich zu verbessern und neue Standards zu setzen. Zukünftige Projekte und Initiativen werden darauf abzielen, potenzielle Bedrohungen früh zu erkennen und Risiken durch gezielte Maßnahmen und Konzepte zu minimieren, um eine sichere Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiter zu gewährleisten. Der Schutz unserer Vermögenswerte sowie die Gesundheit und Sicherheit unserer Belegschaft bleiben unsere oberste Priorität.

Finanzielle Auswirkungen der kriminellen Handlungen gegen Aurubis im Vorjahr

Die Aurubis AG ist im Werk Hamburg im Geschäftsjahr 2022/23 das Ziel von kriminellen Handlungen geworden. Hierbei wirkten die oben erläuterten unterschiedlichen Sachverhalte auf den Jahres- und Konzernabschluss zum 30.09.2023. Zum Bilanzstichtag 30.09.2023 ergaben sich folgende Effekte:

30.09.2023
Vorräte -169
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 30
Materialaufwand/Bestandsveränderungen -169
Sonstige betriebliche Erträge 30
Summe -139

Im Unterschied zu den Bewertungsvorschriften gemäß der operativen Ergebnisdefinition erfolgt die Vorratsbewertung nach IFRS nach dem Durchschnittbewertungsgrundsatz. Die bewertete Gesamtdifferenz an Metallen hinsichtlich der Vorräte zum 30.09.2023 beziffert sich anstelle der -169 Mio. € auf -145 Mio. €. Im Unterschied zu den Bewertungsvorschriften gemäß der operativen Ergebnisdefinition erfolgt die Vorratsbewertung im Einzelabschluss der Aurubis AG nach HGB nach der Layer-Lifo-Bewertungsmethode. Die bewertete Gesamtdifferenz an Metallen hinsichtlich der Vorräte zum 30.09.2023 beziffert sich anstelle der -169 Mio. € auf -180 Mio. €. Aus heutiger Sicht haben sich keine wesentlichen neueren Erkenntnisse ergeben. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Vorjahres stellt weiterhin ein den Tatsachen entsprechendes Bild dar. Insofern ist die Vergleichbarkeit der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Vorjahr eingeschränkt.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Aurubis-Konzerns

Die interne Berichterstattung und die Steuerung des Konzerns erfolgen auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von den unten aufgelisteten Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können. Daher erfolgt die nachfolgende Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage auf Basis operativer Werte. Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:

  • Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen eliminiert, ebenso werden nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Metall- Vorratsbestände eliminiert
  • Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von Metallderivategeschäften, bezogen auf die Hauptmetallbestände
  • Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von energiebezogenen Derivategeschäften
  • Eliminierung von nicht zahlungswirksamen Effekten aus Kaufpreisallokationen
  • Bereinigung um Effekte aus der Anwendung des IFRS 5.

Der Geschäftsverlauf des Aurubis-Konzerns war im Vorjahr durch kriminelle Handlungen im Werk Hamburg beeinflusst. Bei der Erläuterung der Bilanz- und GuV-Positionen, bei denen eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen aufgrund dieser Handlungen nur eingeschränkt möglich ist, wird auf die zusätzlichen Erläuterungen in dem vorangegangenen Abschnitt der Wirtschaftlichen Entwicklung des Aurubis-Konzerns verwiesen.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 142

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Ertragslage

Der Aurubis-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhtes operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 413 Mio. € erzielt (Vj. 349 Mio. €). Der operative Return on Capital Employed (ROCE) betrug 11,5 % (Vj. 11,3 %). Somit liegen das operative EBT und der ROCE innerhalb des Prognosekorridors, den Aurubis am 20.12.2023 mit 380 bis 480 Mio. € für das operative EBT und 10 bis 14 % für den ROCE veröffentlicht hatte. Das IFRS-Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 523 Mio. € (Vj. 165 Mio. €).

Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitungsrechnung von IFRS zum operativen Ergebnis des Geschäftsjahres 2023/24 und des Vorjahresvergleichszeitraums dar.

Überleitung der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
12 Monate 2023/24 12 Monate 2022/23
IFRS Bereinigungs- effekte
in Mio. €
Umsatzerlöse 17.138 0
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 125 -133
Andere aktivierte Eigenleistungen 45 0
Sonstige betriebliche Erträge 121 32
Materialaufwand -15.634 -7
Rohergebnis 1.795 -109
Personalaufwand -633 0
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -212 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -431 0
Betriebsergebnis (EBIT) 519 -108
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 21 -1
Zinserträge 19 0
Zinsaufwendungen -36 0
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 523 -109
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -107 28
Konzernergebnis 416 -82

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Das operative EBT des Geschäftsjahres 2023/24 in Höhe von 413 Mio. € (Vj. 349 Mio. €) war im Vergleich zum Vorjahr positiv beeinflusst durch:

  • leicht gestiegene Schmelz- und Raffinierlöhne bei einem Konzentratdurchsatz nahezu auf Vorjahresniveau,
  • ein Metallergebnis signifikant über Vorjahr, welches durch negative Einmaleffekte belastet war,
  • höhere Erlöse aus der Aurubis-Kupferprämie,
  • höhere Erlöse durch gestiegene Formataufpreise bei Gießwalzdraht bei einem Absatz auf dem hohen Niveau des Vorjahres,
  • gesunkene Energiekosten, insbesondere für Strom und Gas, sowie
  • Erträge aus der Veräußerung des Standorts Aurubis Buffalo.

Gegenläufig wirkten:

  • deutlich niedrigere Schwefelsäureerlöse aufgrund gesunkener Absatzpreise bei niedrigeren Verkaufsmengen,
  • deutlich niedrigere Erträge aus Raffinierlöhnen für die Verarbeitung von Recyclingmaterialien,
  • Anlaufkosten für die in Umsetzung befindlichen strategischen Projekte,
  • gestiegene Rechts- und Beratungskosten sowie höhere Kosten für die Umsetzung verstärkter Werkssicherheitsmaßnahmen,
  • Aufwendungen für Abfindungszahlungen für die ausgeschiedenen Vorstände.

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde der Verkauf des Standorts Aurubis Buffalo mit Wirkung zum 30.08.2024 abgeschlossen. In der Ertragslage des Geschäftsjahres ist die abgegangene Konzerngesellschaft somit nur für elf Monate enthalten. Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2023/24 Umsatzerlöse in Höhe von 17.138 Mio. € und somit nahezu auf Vorjahresniveau (Vj. 17.064 Mio. €) erzielt. Die leicht positive Gesamtentwicklung war im Wesentlichen auf die im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres deutlich gestiegenen Kupfer- und Edelmetallpreise zurückzuführen. Gegenläufig wirkte u. a. der im Vorjahresvergleich niedrigere Absatz von Stranggussprodukten.# Wirtschaftsbericht

In der regionalen Aufteilung verlagerte sich Umsatz aus Edelmetallverkäufen teilweise aus dem Inland und dem EU-Ausland auf eine Bank mit Sitz in Großbritannien.

Umsatzentwicklung nach Produkten in Mio. €
Vorjahreswerte angepasst (Umgliederung zwischen den Produktgruppen Gießwalzdraht und Kupferkathoden)

Umsatzerlöse nach Absatzmärkten in %

2023/24 2022/23
Inland 27 34
Europäische Union 34 37
Übriges Europa 17 9
Sonstige 22 20
Konzern gesamt 100 100

Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen im Geschäftsjahr ist in Höhe von -8 Mio. € (Vj. 17 Mio. €) gering ausgeprägt. Nach Abschluss des Wartungsstillstands in Hamburg kam es in der anschließenden Hochlaufphase zu technischen Problemen. Diese führten zu einer geringeren Auslastung der Schmelzbetriebe und nachfolgender Aggregate. Unter anderem erfolgte diesbezüglich ein Abbau edelmetallhaltiger Zwischenprodukte im Vergleich zum Vorjahr.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24
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Die Materialaufwandsquote verbesserte sich von 92,9 % im Vorjahr auf 91,3 %. Zum einen war das Vorjahr erheblich beeinflusst durch die im vorderen Teil dieses Abschnitts dargestellten finanziellen Auswirkungen der kriminellen Handlungen am Standort Hamburg. Des Weiteren beinhaltet der Materialaufwand die Brutto-Energiekosten. Diese beliefen sich im Berichtszeitraum auf 346 Mio. € (Vj. 419 Mio. €) und lagen somit aufgrund gesunkener Strom- und Gaspreise deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Die anderen aktivierten Eigenleistungen im Geschäftsjahr beliefen sich auf 45 Mio. € (Vj. 45 Mio. €) und resultierten im Wesentlichen aus Aktivitäten im Zusammenhang mit dem im Juli des Geschäftsjahres abgeschlossenen turnusmäßigen Wartungsstillstand an unserem Standort in Hamburg sowie aus dem Industriewärmeprojekt ebenfalls am Standort Hamburg.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich um 53 Mio. € auf 152 Mio. € und beinhalten u. a. Erträge aus Kostenerstattungen in Höhe von 34 Mio. € (Vj. 50 Mio. €), deren Rückgang im Wesentlichen aus gesunkenen Preisen für weiterbelastete Energieträger resultiert. Ebenfalls im Zusammenhang mit niedrigeren Energiekosten erfolgte die gegenüber dem Vorjahr verminderte Realisierung von Erträgen aus der Veräußerung von Emissionszertifikaten in Höhe von 19 Mio. € (Vj. 57 Mio. €). Darüber hinausgehend beinhalteten die sonstigen betrieblichen Erträge im Vorjahr realisierte Ansprüche gegenüber Versicherungen in Höhe von insgesamt 55 Mio. €. Gegenläufig wirkten im Geschäftsjahr vereinnahmte Erträge aus der Veräußerung der Aurubis Buffalo, Inc.

Insgesamt betrachtet lag das operative Rohergebnis in Höhe von 1.686 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (Vj. 1.470 Mio. €). Die negativen finanziellen Auswirkungen der eingangs dargestellten kriminellen Handlungen betreffen das Rohergebnis des Vorjahres in Höhe von insgesamt -139 Mio. €. Insgesamt ist die Vergleichbarkeit des Rohergebnisses zum Vorjahr somit stark eingeschränkt.

Der Personalaufwand erhöhte sich deutlich von 558 Mio. € im Vorjahr auf 633 Mio. €. Dieser Anstieg resultiert zum einen aus dem Mitarbeiteraufbau u. a. im Zusammenhang mit unserem neuen Recyclingwerk Aurubis Richmond sowie an unserem Standort in Hamburg. Zudem wirken tarifbedingte Lohn- und Gehaltssteigerungen an unseren europäischen Produktionsstandorten sowie höhere Abfindungszahlungen. Ebenfalls zu berücksichtigen sind höhere Aufwendungen aus der Dotierung von Rückstellungen/ kurzfristigen Verbindlichkeiten für erfolgsbezogene Vergütungen.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 211 Mio. € leicht unter dem Vorjahresniveau (Vj. 215 Mio. €). Enthalten sind außerplanmäßige Wertberichtigungen auf Sachanlagen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) Aurubis Olen MMR und CSP in Höhe von insgesamt 10 Mio. €. Im Vorjahr enthalten waren Wertminderungen auf Sachanlagen der ZGE Aurubis Buffalo (16 Mio. €). Die planmäßigen Abschreibungen lagen somit trotz der ausgeweiteten Investitionstätigkeit mit 201 Mio. € nur leicht über dem bereits hohen Niveau des Vorjahres (Vj. 199 Mio. €).

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 76 Mio. € auf nunmehr insgesamt 431 Mio. € (Vj. 355 Mio. €) resultiert aus deutlich höheren Kosten der Verwaltung, zu nennen sind hier im Wesentlichen Aufwendungen für Beratung, die sich gegenüber dem Vorjahr um 23 Mio. € erhöhten. Darüber hinausgehend wirkten gestiegene Wertberichtigungen auf ausstehende Forderungen (16 Mio. €) sowie höhere Frachtkosten im Zusammenhang mit der Lieferung von Einsatzmaterialien (13 Mio. €).

Somit belief sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Glossar auf insgesamt 411 Mio. € (Vj. 342 Mio. €).

Das Finanzergebnis lag mit 3 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (Vj. 7 Mio. €). Dabei wirkten insbesondere höhere Zinsaufwendungen aus Factoring negativ.

Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein deutlich höheres operatives Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) in Höhe von 413 Mio. € (Vj. 349 Mio. €). Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in Höhe von 335 Mio. € (Vj. 268 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 7,66 € (Vj. 6,13 €).

Das IFRS-EBT in Höhe von 523 Mio. € (Vj. 165 Mio. €) hat das Vorjahresniveau deutlich überschritten. Die Veränderung ist, neben den bereits in der Erläuterung zur operativen Ertragslage beschriebenen Ergebniseffekten, auch durch die Metall- und Energiepreisentwicklung begründet. Zum einen führt die Anwendung der nach IAS 2 vorgeschriebenen Durchschnittsmethode zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis. Zum anderen unterliegen die Bewertungen der energiebezogenen Derivategeschäfte ebenfalls marktpreisbedingten Schwankungen.

Das IFRS-Rohergebnis beinhaltet im Geschäftsjahr 2023/24 Bewertungseffekte im Vorratsvermögen in Höhe von 200 Mio. € (Vj. -19 Mio. €) und war im Vorjahr erheblich belastet durch Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24
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negative stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von energiebezogenen Derivategeschäften nach IFRS in Höhe von -169 Mio. €. Im aktuellen Jahr belief sich dieser Effekt auf lediglich -6 Mio. €. Darüber hinausgehend erfolgte im Geschäftsjahr in der Überleitung zum operativen Ergebnis eine Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von Metallderivategeschäften in Höhe von -54 Mio. € (Vj. 11 Mio. €). Zudem hat sich im Rahmen der Entkonsolidierung des Standorts Aurubis Buffalo, im Wesentlichen aufgrund der Umkehr von in Vorjahren operativ im Vorratsvermögen erfassten Wertminderungen, in der Überleitung zum operativen Ergebnis ein positiver Effekt in Höhe von 32 Mio. € ergeben. Die Abbildung der oben beschriebenen Volatilitäten ist nicht Cashflow-relevant und spiegelt auch nicht die operative Performance von Aurubis wider.

Wie im vorderen Teil dieses Abschnitts ergänzend dargestellt, beeinflussten die kriminellen Handlungen gegen Aurubis die IFRS-Ertragslage des Vorjahres in erheblichem Umfang. Insofern ist die Vergleichbarkeit zum Vorjahr teilweise eingeschränkt. Wir verweisen diesbezüglich auf die zusätzlichen Erläuterungen in dem vorangegangenen Abschnitt der Wirtschaftlichen Entwicklung des Aurubis-Konzerns.

Das IFRS-Konzernergebnis lag bei 416 Mio. € (Vj. 141 Mio. €). Dies entspricht einem IFRS-Ergebnis je Aktie in Höhe von 9,53 € (Vj. 3,23 €).

Vermögenslage

Die Tabelle Überleitung der Konzernbilanz gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.09.2024 und zum 30.09.2023 wieder. Die operative Bilanzsumme erhöhte sich von 5.859 Mio. € zum 30.09.2023 auf 6.349 Mio. € zum 30.09.2024. Maßgeblich für die Bilanz des Geschäftsjahres ist der deutliche Anstieg des Anlagevermögens um 580 Mio. € auf 3.022 Mio. € zum 30.09.2024 infolge der konzernweit hohen Investitionstätigkeit. Enthalten sind u. a. die im Geschäftsjahr in den Bau der Recyclinganlage Aurubis Richmond geflossenen Investitionsmittel in Höhe von insgesamt 230 Mio. € (Vj. 213 Mio. €). Im Vergleich zum 30.09.2023 erfolgte darüber hinausgehend ein leichter Vorratsaufbau bei Rohmaterialien, u. a. aufgrund der verzögerten Inbetriebnahme nach dem Wartungsstillstand am Standort Hamburg. Auch Vorräte an Edelmetallfertigprodukten wurden zum Stichtag aufgebaut. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Absatz von Gießwalzdraht und Strangguss, bauten sich ebenfalls bei weiterhin hoher Factoring-Finanzierung auf. Zusätzlich wurden Forderungen aus privaten Zuschüssen für das Projekt Industriewärme Stufe 2 zum Bilanzstichtag in Höhe von 20 Mio. € ausgewiesen.

Zum Ende des Geschäftsjahres betrug der Gesamtsaldo 628 Mio. € (Vj. 563 Mio. €). Demgegenüber steht ein Rückgang des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten um 171 Mio. € auf 322 Mio. €. Hinsichtlich deren Herleitung verweisen wir auf den nachfolgenden Abschnitt zur Finanzlage.

Auf der Passivseite erhöhten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten um insgesamt 206 Mio. € von 1.927 Mio. € auf 2.133 Mio. €. Der Anstieg der Verbindlichkeiten resultierte dabei im Wesentlichen aus der Umgliederung eines Schuldscheindarlehens in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie aus höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (36 Mio. €) und offenen Bewertungspositionen bei Metall- und Devisentermingeschäften (33 Mio. €).

Das operative Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich um 233 Mio. € von 3.319 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 3.552 Mio. € zum 30.09.2024.# Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 146

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Der Anstieg beruht auf einem operativen Konzern- Gesamtergebnis in Höhe von 294 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung in Höhe von 61 Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 383 Mio. € zum 30.09.2024 infolge der Aufnahme von Bankkrediten in Höhe von insgesamt 134 Mio. € deutlich über dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (262 Mio. €). Des Weiteren wird ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 103 Mio. € im Juni 2025 planmäßig fällig, sodass zum Stichtag der Ausweis unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erfolgt.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Zusammensetzung der Finanzverbindlichkeiten dar.

Zusammensetzung der Finanzverbindlichkeiten in Mio. €

30.09.2024 30.09.2023
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 199 167
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 36 37
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 235 204
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 135 46
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 12 12
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 148 58
Finanzverbindlichkeiten 383 262

Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) somit bei 55,9 % gegenüber 56,6 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

IFRS-Bilanzstruktur des Konzerns in %

30.09.2024 30.09.2023
Anlagevermögen 39 34
Vorräte 45 47
Forderungen etc. (incl. latente Steuern) 12 12
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4 7
Aktiva 100 100
Eigenkapital 58 58
Rückstellungen (incl. latente Steuern) 11 11
Verbindlichkeiten 31 31
Passiva 100 100

Die IFRS-Bilanzsumme erhöhte sich von 7.259 Mio. € zum 30.09.2023 auf 7.846 Mio. € zum 30.09.2024. Maßgeblich für den im Vergleich zur operativen Bilanz stärker ausgeprägten Anstieg der Bilanzsumme waren positive Bewertungseffekte im Zuge der im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres deutlich gestiegenen Metallpreise. Das IFRS-Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich einhergehend mit den Effekten aus den Metallpreisschwankungen deutlich um 311 Mio. € von 4.245 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 4.556 Mio. € zum 30.09.2024. Beinhaltet ist das im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Konzern-Gesamtergebnis in Höhe von 372 Mio. € abzüglich der gezahlten Dividenden. Insgesamt lag die IFRS-Eigenkapitalquote am 30.09.2024 bei 58,1 % gegenüber 58,5 % zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 147

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Überleitung der Konzernbilanz

30.09.2024 30.09.2023
in Mio. € IFRS Bereinigungs- effekte Operativ IFRS Bereinigungs- effekte Operativ
Aktiva
Anlagevermögen 3.051 -29 3.022 2.470 -29 2.442
Latente Steuern 18 2 20 18 2 19
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 37 -1 36 40 -1 39
Vorräte 3.546 -1.458 2.087 3.399 -1.339 2.061
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 872 -11 861 838 -34 804
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 322 0 322 494 0 494
Summe Aktiva 7.846 -1.497 6.349 7.259 -1.400 5.859
Passiva
Eigenkapital 4.556 -1.004 3.552 4.245 -926 3.319
Latente Steuern 571 -410 160 544 -374 170
Langfristige Rückstellungen 189 0 189 169 0 169
Langfristige Verbindlichkeiten 323 -81 242 309 -98 211
Kurzfristige Rückstellungen 73 0 73 63 0 63
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.135 -2 2.133 1.929 -2 1.927
Summe Passiva 7.846 -1.497 6.349 7.259 -1.400 5.859

Erläuterungen zur Darstellung und zu den Bereinigungseffekten finden sich unter Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Aurubis-Konzerns.

Kapitalrendite (operativ)

Der Return on Capital Employed (ROCE) stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar. Er wird unter Berücksichtigung des operativen EBIT zuzüglich des operativen Ergebnisses aus At Equity bewerteten Anteilen der letzten vier Quartale ermittelt. Der operative ROCE zeigt sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert und erreichte zum Ende des Berichtsjahres einen Wert von 11,5 % gegenüber 11,3 % in der Vergleichsperiode. Die aktuell in der Umsetzung befindlichen Wachstumsprojekte zeichnen sich dabei deutlich im eingesetzten Kapital ab, entfalten die entsprechende Ergebniswirkung jedoch erst nach Projektabschluss. Die Ertragslage des Vorjahres war durch die finanziellen Auswirkungen der gegen Aurubis gerichteten kriminellen Handlungen belastet.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 148

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Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) (operativ) in Mio. €

30.09.2024 30.09.2023
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen 3.011 2.422
Vorräte 2.087 2.061
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 628 563
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 289 300
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.584 -1.566
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten -691 -597
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag – operativ 3.741 3.182
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 413 349
Finanzergebnis -3 -7
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) – operativ 411 342
Beteiligungsergebnis At Equity 20 19
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) – adjusted 430 361
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 11,5 % 11,3 %

Finanzlage des Aurubis-Konzerns

Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Konzern-Cashflows mit den kurz- und langfristigen Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden. Diese Schwankungen resultieren insbesondere aus dem operativen Geschäft und dienen im Wesentlichen der Finanzierung des Net Working Capital. Die Entwicklung der Liquiditätsposition des Aurubis-Konzerns verfolgen wir zeitnah und regelmäßig. Die Steuerung und die Kontrolle erfolgen anhand definierter Kennzahlen.

Die wesentliche Kennzahl für die Steuerung der Verschuldung bildet die Schuldendeckung, die die Netto-Finanzposition (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, vermindert um Finanzverbindlichkeiten) ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA Glossar) setzt und darstellt, wie viele Perioden für eine Tilgung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den Erträgen des Unternehmens bei unveränderter Ertragslage benötigt würden. Die Kennzahl Zinsdeckung gibt Auskunft über die Abdeckung des Zinsergebnisses durch das EBITDA. Langfristig soll eine ausgewogene Verschuldungsstruktur erreicht werden. Hierbei erachten wir eine Schuldendeckung von <3 und eine Zinsdeckung von >5 als ausgewogen.

Finanzkennzahlen des Konzerns (operativ)

30.09.2024 30.09.2023
Schuldendeckung = Netto-Finanzposition¹/EBITDA 0,1 -0,4
Zinsdeckung = EBITDA/Zinsergebnis 36,9 45,4

¹ (-) Guthaben/(+) Verschuldung. Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

Liquiditäts- und Finanzierungsanalyse

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme im Konzern. Sie macht deutlich, wodurch Zahlungsmittel generiert wurden und wofür sie verwendet worden sind. Im Zuge der guten Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Netto-Cashflow Glossar auch durch die weitere Reduzierung des Net Working Capital auf einem hohen Niveau gehalten werden. Der Netto-Cashflow zum 30.09.2024 betrug 537 Mio. € (Vj. 573 Mio. €). Der im Vorjahresvergleich deutlich gestiegene Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit konnte somit zu einem erheblichen Anteil aus dem operativen Geschäft finanziert werden. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf 726 Mio. € (Vj. 610 Mio. €) und beinhaltet v.a. Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 829 Mio. € (Vj. 601 Mio. €). Die hohe Investitionstätigkeit erstreckte sich dabei über den gesamten Konzern. In den Bau der Recyclinganlage Aurubis Richmond (USA) flossen im gesamten Geschäftsjahr insgesamt Investitionsmittel in Höhe von 230 Mio. € (Vj. 213 Mio. €). An den europäischen Standorten erfolgten u.a. Investitionen in die neue Bleed-Treatment-Anlage (BOB) in Olen, Belgien, (55 Mio. €) sowie im Zusammenhang mit dem Industriewärmeprojekt am Standort Hamburg (74 Mio. €).

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 149

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Gegenläufig zu den Auszahlungen für Sachanlagen beinhaltet der Cashflow aus Investitionstätigkeit den Mittelzufluss aus dem Verkauf des Standorts Aurubis Buffalo in Höhe von 97 Mio. €. Unter Berücksichtigung von Zinsauszahlungen in Höhe von insgesamt 30 Mio. € und der Dividendenzahlung in Höhe von 61 Mio. € ergibt sich ein Free Cashflow Glossar in Höhe von -280 Mio. € (Vj. -138 Mio. €), der im Wesentlichen aus den strategischen Investitionen resultiert.

12 Monate 2023/24 12 Monate 2022/23
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 537 573
Cashflow aus Investitionstätigkeit -726 -610
Zinsauszahlung -30 -22
Dividendenzahlung -61 -79
Free Cashflow -280 -138
Aus-/Einzahlungen aus Finanzverbindlichkeiten (netto) 109 -74
Veränderung der Zahlungsmittel -171 -212
Zahlungsmittel zum Stichtag 322 494

¹ Vorjahreswerte angepasst.

Zum 30.09.2024 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 322 Mio. € (Vj. 494 Mio. €) zur Verfügung.# Netto-Finanzposition

Die Netto-Finanzposition zum 30.09.2024 betrug -61 Mio. € (Vj. 232 Mio. €).

Netto-Finanzposition im Konzern in Mio. € 30.09.2024 30.09.2023
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 322 494
Finanzverbindlichkeiten 383 262
Netto-Finanzposition -61 232

Neben den liquiden Mitteln verfügt der Aurubis-Konzern über ungenutzte Kreditlinien und besitzt damit ausreichende Liquiditätsreserven. Parallel dazu setzt der Konzern auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Seit dem Geschäftsjahr 2021/22 bilden die beiden Segmente Multimetal Recycling und Custom Smelting & Products das organisatorische Grundgerüst, auf dessen Basis auch die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 erfolgt Grundlagen des Konzerns.

Segment Multimetal Recycling

Kennzahlen in Mio. € 2023/24 operativ 2022/23 operativ
Gesamtumsätze 5.834 5.435
Operatives EBITDA 146 232
Abschreibungen -65 -55
Operatives EBIT 81 177
Operatives EBT 79 174
Investitionen 388 333
Operativer ROCE 5,6 % 15,4 %
Capital Employed 1.419 1.120
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 1.873 1.731

Das Segment Multimetal Recycling (MMR) fasst die Recyclingaktivitäten im Konzern und damit die Verarbeitung von Altkupfer, organischen und anorganischen metallhaltigen Recyclingrohstoffen sowie industriellen Rückständen zusammen. Zum Segment zählen die Standorte Lünen (Deutschland), Olen und Beerse (beide Belgien) sowie Berango (Spanien). Die aktuell im Bau befindliche Sekundärhütte Aurubis Richmond, Georgia, in den USA gehört ebenfalls zu diesem Segment.

Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung

Die wesentlichen Ergebnistreiber des Segments MMR sind Raffinierlöhne für Recyclingmaterialien (RCs), die als Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung der unterschiedlichen Recyclingmaterialien in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle verhandelt werden. Weiterer wesentlicher Ergebnisbestandteil des Segments ist das Metallmehrausbringen. Teile dieses Metallmehrausbringens sichern wir gegen Metallpreisschwankungen ab. Ferner trägt die Aurubis-Kupferprämie zu dem Ergebnis des Segments bei.

Das Segment MMR erzielte im Berichtszeitraum Gesamtumsatzerlöse in Höhe von 5.834 Mio. € (Vj. 5.435 Mio. €). Diese leicht positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres gestiegenen Kupfer- und Edelmetallpreise zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr belasteten reduzierte Raffinierlöhne für Alt- und Blisterkupfer und sonstige Recyclingmaterialien das operative Ergebnis. Ferner wirkte ein gegenüber dem Vorjahr marktbedingt reduzierter Durchsatz an Recyclingmaterialien. Des Weiteren zeigte sich das Metallmehrausbringen des Segments MMR metall- und preisbedingt reduziert, verbleibt aber ein wesentlicher Ergebnistreiber des Segments MMR. Neben gesunkenen Ertragskomponenten belasteten inflationsbedingt gestiegene Kosten und Anlaufkosten für Aurubis Richmond im Segment MMR das operative Ergebnis. Insgesamt lag das operative EBT des Segments MMR im Berichtsjahr bei 79 Mio. € und damit signifikant unter dem Vorjahresniveau (Vj. 174 Mio. €). Der operative ROCE des Segments lag bei 5,6 % (Vj. 15,4 %). Im ROCE des Vorjahres wirkte noch eine bessere Ertragslage. Ferner stieg das Capital Employed u. a. aufgrund der hohen Wachstumsinvestitionen insbesondere in Aurubis Richmond, USA, an.

Rohstoffmärkte

Raffinierlöhne für Altkupfer und sonstige Recyclingmaterialien unter dem Vorjahresniveau

Im Berichtszeitraum war der für Aurubis im Wesentlichen relevante europäische Markt von einem leicht rückläufigen Angebot von Recyclingmaterialien gekennzeichnet. Reduzierte Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate haben den Wettbewerb für Recyclingmaterialien, als Substitut für Konzentrate, in Europa im Geschäftsjahr 2023/24 verschärft. Exporte aus Europa und den USA nach Asien und insbesondere China nahmen zu und sorgten so für ein reduziertes Mengenangebot von Blister- und Altkupfer. Die reduzierten industriellen Aktivitäten als Folge einer gedämpften Konjunktur sorgten ferner für ein reduziertes Aufkommen komplexer Recyclingmaterialien wie industrielle Rückstände. Auch das Mengenangebot von Elektronikschrotten zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht reduziert. Die phasenweise hohen Metallpreise sorgten im 3. Quartal für ein sehr positives Mengenangebot seitens der Recyclingindustrie. Diese Entwicklung setzte sich im 4. Quartal fort. In Summe war das Marktumfeld für Recyclingmaterialien herausfordernder als im Vorjahr.

Produktion

Alt-/Blisterkupfereinsatz im Konzern leicht unter Vorjahresniveau

In Summe lag der konzernweite Einsatz von Alt- und Blisterkupfer im Geschäftsjahr 2023/24 mit 494.000 t jedoch leicht unterhalb des Niveaus des Vorjahres (Vj. 515.000 t). Auf das Segment MMR entfielen hierbei 307.000 t (Vj. 322.000 t) und auf das Segment CSP 188.000 t (Vj. 193.000 t). Der Rückgang ist u. a. auf den reduzierten Durchsatz am Standort in Hamburg, den Verkauf des Standorts Aurubis Buffalo sowie ein leicht rückläufiges Marktumfeld zurückzuführen.

Alt- und Blisterkupfereinsatz im Konzern in Tsd. t 2023/24 2022/23
Gesamt 494 515
davon Segment MMR 307 322
davon Segment CSP 188 193

Aurubis Beerse und Berango im GJ 2019/20 für vier Monate berücksichtigt.

Der Einsatz sonstiger Recyclingmaterialien wie Industrierückstände, Schlämme, Schreddermaterialien oder Elektro- und Elektronikschrotte im Konzern reduzierte sich im Berichtszeitraum leicht gegenüber dem Vorjahr auf 545.000 t (Vj. 567.000 t). Auf das Segment MMR entfielen 514.000 t (Vj. 527.000 t) und auf das Segment CSP 29.000 t (Vj. 38.000 t).

Einsatz sonstiger Recyclingmaterialien im Konzern in Tsd. t 2023/24 2022/23
Gesamt 545 567
davon Segment MMR 514 527
davon Segment CSP 29 38

Aurubis Beerse und Berango im Gj. 2019/20 für vier Monate berücksichtigt.

Kathodenproduktion auf hohem Niveau

Die Kupferkathodenproduktion im Segment MMR lag 2023/24 mit 514.000 t leicht über dem Vorjahresniveau (Vj. 506.000 t). An unserem Standort in Lünen läuft die Elektrolyse seit der Modernisierung auf erhöhter Produktionskapazität. Die internationalen Kathodenmärkte verzeichneten im Geschäftsjahr 2023/24 eine volatile Entwicklung. Die Notierungen der Kathodenprämien in Shanghai entwickelten sich wie im Vorjahr sehr volatil. Bis zur Mitte des Geschäftsjahres reduzierten sich die Prämien von den rund 80– 100 US$/t zu Beginn des Berichtszeitraums deutlich auf historisch niedrige Werte um die 0 US$/t. Eine sich erholende Nachfrage ließ auch die Prämien zum Ende des Geschäftsjahres wieder bis auf rund 70 US$/t ansteigen. Die Spotprämien in Europa verblieben über das gesamte Geschäftsjahr oberhalb der asiatischen Prämien auch aufgrund reduzierter europäischer Elektrolysekapazitäten. Sie bewegten sich über weite Teile des Geschäftsjahres zwischen 140 und 190 US$/t. Die Aurubis-Kupferprämie lag mit 228 US$/t für das Kalenderjahr 2024 aufgrund der anhaltend hohen europäischen Nachfrage nach raffiniertem Kupfer auf dem Niveau des Vorjahres (Vj. 228 US$/t).

Kathodenproduktion im Konzern in Tsd. t 2023/24 2022/23
Gesamt 514 506
Kathodenproduktion im Konzern nach Standorten in Tsd. t 2023/24 2022/23
Segment Custom Smelting & Products¹ 265 258
Segment Multimetal Recycling² 249 248
Gesamt 514 506

1 Segment Custom Smelting & Products.
2 Segment Multimetal Recycling.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden im Segment MMR Investitionen in Höhe von 388 Mio. € (Vj. 333 Mio. €) getätigt. Der Anstieg resultierte aus den Wachstumsinvestitionen in das neue Recyclingwerk Aurubis Richmond, USA, die neue Bleed-Treatment-Anlage (BOB) in Olen, Belgien, das Projekt ASPA in Beerse, Belgien, sowie die abgeschlossene Sanierung der Elektrolyse in Lünen, Deutschland.

Segment Custom Smelting & Products

Kennzahlen in Mio. € 2023/24 operativ 2022/23 operativ
Gesamtumsätze 17.278 17.320
Operatives EBITDA 584 397
Abschreibungen -141 -156
Operatives EBIT 443 241
Operatives EBT 446 253
Investitionen 467 291
Operativer ROCE 19,6 % 13,0 %
Capital Employed 2.358 2.038
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 4.933 4.938

Das Segment Custom Smelting & Products (CSP) umfasst die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten sowie zur Herstellung und Vermarktung von Standard- und Spezialprodukten wie Kathoden, Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Bandprodukten, Schwefelsäure und Eisensilikat. Das Segment CSP ist auch für die Produktion von Edelmetallen verantwortlich. An den Standorten Hamburg (Deutschland) und Pirdop (Bulgarien) werden Kupferkathoden hergestellt, die zusammen mit den im Segment MMR produzierten Kathoden an den Standorten Hamburg (Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden. In den Werken in Buffalo (USA), Stolberg (Deutschland) und Pori (Finnland) werden Flachwalzprodukte und Spezialdrahtprodukte produziert. Der Standort in Buffalo (USA) trug bis zur Veräußerung am 30.08.2024 zum Ergebnis des Segments bei.

Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung

Die wesentlichen Ergebnistreiber des Segments CSP sind die Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate, die Raffinierlöhne für Recyclingmaterialien, die Metallpreise, die Aurubis-Kupferprämie und Formataufpreise für Kupferprodukte sowie Verkaufserlöse für Schwefelsäure.# Wirtschaftsbericht

Zudem entsteht durch effizientes Metallmehrausbringen in unseren Anlagen ein Ergebniseffekt. Teile des Metallmehrausbringens sichern wir gegen Metallpreisschwankungen ab. Das Segment CSP erzielte im Berichtszeitraum Gesamtumsatzerlöse in Höhe von 17.278 Mio. € (Vj. 17.320 Mio. €). Die stabile Gesamtentwicklung war im Wesentlichen auf die im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres deutlich gestiegenen Kupfer- und Edelmetallpreise zurückzuführen. Gegenläufig wirkte u. a. der im Vorjahresvergleich niedrigere Absatz von Stranggussprodukten. Das Segment CSP erzielte im Berichtsjahr ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 446 Mio. € (Vj. 253 Mio. €). Im Vorjahr belasteten insbesondere die finanziellen Auswirkungen der Metallfehlbestände als Folge der gegen Aurubis gerichteten kriminellen Handlungen das operative EBT des Segments CSP. Im Vergleich zum Vorjahr wirkten gestiegene Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate im Aurubis-Konzern, höhere Einnahmen durch die Aurubis-Kupferprämie, höhere Erlöse durch den Absatz von Gießwalzdraht bei gestiegenen Formataufpreisen sowie signifikant gestiegene Erträge durch das Metallmehrausbringen positiv auf das operative EBT des Segments CSP. Ferner wirkten Erträge aus der Veräußerung des Standorts Aurubis Buffalo positiv. Negativ beeinflusst wurde das operative EBT im Vergleich zum Vorjahr durch gesunkene Raffinierlöhne bei sonstigen Recyclingmaterialien, niedrigere Erlöse aus dem Verkauf von Schwefelsäure aufgrund gesunkener Absatzpreise und einen geringeren Absatz von Stranggussprodukten. Entsprechend der signifikant verbesserten Ertragslage entwickelte sich der operative ROCE des Segments mit 19,6 % gegenüber dem Vorjahr (Vj. 13,0 %), trotz des aufgrund der Investitionen gestiegenen Capital Employed, positiv. Im Vorjahr wirkten sich die finanziellen Auswirkungen durch die kriminellen Handlungen negativ auf die Ertragslage des Segments aus.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 153 ☰ @ h i

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Rohstoffmärkte

Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate am Spotmarkt unter Druck

Der globale Markt für Kupferkonzentrate befindet sich weiter im Wachstum. Das Research-Unternehmen Wood Mackenzie geht für das Jahr 2024 von einem Wachstum von rund 2,6 % des Kupferkonzentrat- angebots aus. Das Wachstum des Marktes für Kupferkonzentrate war im Berichtszeitraum im Wesentlichen auf die Expansion bestehender Minenproduktionen zurückzuführen. Die Quote der Minenproduktions- ausfälle weltweit, bedingt durch Witterung, langsames Hochfahren der Produktionsaktivitäten, Streiks oder anderweitige Gründe, blieb nach Einschätzung des Research-Unternehmens Wood Mackenzie leicht unter dem Vorjahresniveau. Der wesentliche Teil des Kapazitätswachstums der Minenindustrie entfällt dabei jedoch auf integrierte Minengesellschaften, die auch Hüttenbetriebe besitzen, sodass diese neuen Kapazitäten zu großen Teilen nicht dem freien Markt zur Verfügung stehen. Ferner kam es im Berichtszeit- raum zum Produktionsstopp an einer Mine in Panama, die das Angebot von Konzentraten am freien Markt im Berichtszeitraum reduzierte. Die weltweite Hüttenindustrie befindet sich weiter im Wachstum. Dieses Kapazitätswachstum fand dabei zu wesentlichen Teilen außerhalb Chinas und insbesondere bei integrierten Minengesellschaften statt. Dieses Kapazitätswachstum sorgte für eine gestiegene Nachfrage nach Konzentraten und im Resultat gesunkenen Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate am Spotmarkt. Der Benchmark für Jahresverträge für die Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs) zur Verarbeitung von Standard-Kupferkonzentraten lag im Kalenderjahr 2024 bei 80,0 US$/t bzw. 8,0 cts/lb. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres bewegten sich die Spotpreise noch um das Niveau des Benchmarks, während sie mit Beginn des Kalenderjahres 2024 signifikant abnahmen. Das Wachstum der Hüttenkapazität im Vergleich zum Konzentratangebot sorgte im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres am Spotmarkt für konstant niedrige Schmelz- und Raffinierlöhne deutlich unterhalb des Benchmarks für 2024. Aurubis verfügt über ein diversifiziertes Minen-Lieferantenportfolio mit langfristigen Lieferverträgen. Somit konnten wir durch ein aktives Rohstoffmanagement die kontinuierliche Versorgung unserer Produktionsanlagen über das gesamte Geschäftsjahr zu guten Konditionen sicherstellen und waren nur in geringem Maße am Spotmarkt aktiv. Bezüglich der Entwicklungen der Raffinierlöhne für Recyclingmaterialien sowie der internationalen Kathodenmärkte verweisen wir auf unsere Erläuterungen zum Segment MMR.

Produktion

Konzentratdurchsatz leicht unter dem Vorjahresniveau

Unsere Hüttenstandorte produzierten im Geschäftsjahr weitestgehend konstant. Aufgrund des geplanten Wartungsstillstands am Standort in Hamburg und den anschließenden Problemen in der Hochlaufphase reduzierte sich der Konzentratdurchsatz leicht gegenüber dem Vorjahr. Neben den turnusmäßigen Wartungsmaßnahmen wurden am Standort im Rahmen des Stillstands der weitere Ausbau der Industriewärme sowie die Investitionen in wasserstofffähige Anodenöfen umgesetzt. In Summe verringerte sich der Konzentratdurchsatz im Geschäftsjahr 2023/24 um rund 2 % auf 2.266.000 t (Vj. 2.319.000 t). Auch im Vorjahr wirkten sich Stillstände auf den Durchsatz aus.

Konzentratdurchsatz in Mio. t

2023/24 Vj.
Konzentratdurchsatz t 2.266 2.319

Alt-/Blisterkupfereinsatz leicht unter Vorjahresniveau

Der Einsatz von Alt-/Blisterkupfer lag im Segment CSP im Berichtszeitraum, u. a. einhergehend mit dem reduzierten Konzentratdurchsatz, mit 188.000 t leicht unter dem Vorjahresniveau (Vj. 193.000 t).

Kathodenproduktion auf reduziertem Niveau

Die Kupferkathodenproduktion im Segment CSP lag 2023/24 mit 578.000 t, im Wesentlichen beeinflusst durch das verzögerte Anfahren nach dem Wartungsstillstand in Hamburg, unter dem Vorjahresniveau (Vj. 603.000 t).

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 154 ☰ @ h i

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Metallverkaufsmengen

Die Verkaufsmengen der von Aurubis produzierten Metalle im Geschäftsjahr 2023/24 zeigt die folgende Tabelle:

Verkaufsmengen anderer Metalle

2023/24 2022/23
Gold t 46 49
Silber t 921 921
Blei t 39.680 38.088
Nickel t 3.527 3.488
Zinn t 8.874 7.858
Zink t 12.306 13.791
Nebenmetalle t 766 875
Platingruppe (PGM) kg 6.478 9.858

Das Ausbringen unserer Metalle ist abhängig von den Inhalten der verarbeiteten Konzentrat- und Recyclingmaterialien. Entsprechend haben Konzentrat- und Recyclingdurchsätze und die Performance einzelner Produktionsaggregate einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbringungsmengen der verschiedenen Metalle. Ein Teil der Metalle wird als Zwischenprodukte veräußert.

Gießwalzdrahtproduktion nachfragebedingt weiterhin auf hohem Niveau

Gießwalzdraht wird als Vorprodukt zur Weiterverarbeitung bevorzugt in der Kabel- und Drahtindustrie sowie für spezielle Halberzeugnisse eingesetzt. Die Nachfrage nach Gießwalzdraht zeigte sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf erneut hohem Niveau. Die Nachfrage aus dem Energie- und Infrastruktursektor war über das gesamte Geschäftsjahr gut, während die Nachfrage aus dem Bausektor weiterhin reduziert war.

Gießwalzdrahtproduktion in Tsd. t

2023/24 Vj.
Gießwalzdrahtproduktion -- --

Strangguss mit leichtem Produktionsrückgang gegenüber Vorjahr

Im Bereich hochreiner Stranggussformate zeigte sich die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr marktbedingt leicht reduziert und lag rund 3 % unter dem Vorjahresniveau. Hauptgrund hierfür war die reduzierte Nachfrage aus dem Bausektor und der Automobilindustrie.

Stranggussproduktion in Tsd. t

2023/24 Vj.
Stranggussproduktion -- --

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 155 ☰ @ h i

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Schwefelsäureproduktion durch reduzierten Konzentratdurchsatz unter Vorjahresniveau

Die Schwefelsäureproduktion lag mit 2.094.000 t rund 3 % unter dem Vorjahresniveau (Vj. 2.158.000 t). Der globale Markt für Schwefelsäure war im Geschäftsjahr 2023/24 von einer verbesserten Nachfrage bei phasenweise reduziertem Angebot und steigenden Preisniveaus gekennzeichnet. Hohe Inputkosten für die Schwefelbrennerindustrie und ein vermehrtes Aufkommen von Wartungsstillständen der in Europa ansässigen Hüttenindustrie führten zu einem reduzierten Angebot an Schwefelsäure in Europa im Verlauf des Geschäftsjahres. Bei einer weitestgehend stabilen Nachfrage der chemischen und Düngemittelindustrie in Europa sowie der Rückkehr von Düngemittelproduzenten im nordafrikanischen Raum entwickelten sich die Preise für Schwefelsäure in den für Aurubis relevanten Absatzmärkten positiv im Verlauf des Geschäftsjahres. Auch an den globalen Märkten für Schwefelsäure zeichnete sich über weite Teile des Geschäftsjahres ein ähnliches Bild wie in Europa ab. Entsprechend der verbesserten globalen Nachfrage nach Schwefelsäure und einem über weite Teile des Geschäftsjahres reduzierten Angebot der Hütten- und Schwefelbrennerindustrie stiegen die globalen Preisniveaus im Verlauf des Geschäftsjahres an und lagen somit auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Aurubis ist aufgrund seiner Kunden- und Vertragsstruktur den Entwicklungen am Spotmarkt nicht in vollem Umfang und mit zeitlichem Verzug ausgesetzt.

Flachwalzproduktion mit leichtem Produktionsrückgang gegenüber Vorjahr

Der Markt für Flachwalzprodukte war im Berichtszeitraum von einer weitestgehend stabilen Nachfrage geprägt. Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich die Produktion von Flachwalzprodukten und Spezialdrähten leicht auf 131.000 t (Vj. 133.000 t). Mit Wirkung zum 30.08.2024 wurde der Standort in Buffalo veräußert. Entsprechend wurden die Produktionsmengen des Standorts für elf Monate berücksichtigt.

Flachwalzproduktion in Tsd. t

2023/24 Vj.
Flachwalzproduktion 131 133
Spezialdrähte Produktion -- --

Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2023/24 des Aurubis-Konzerns durch den Vorstand

Der Aurubis-Konzern schaut auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Wir haben unser Niveau bei der Arbeits- und Werkssicherheit signifikant gestärkt und wichtige Etappenziele bei der Umsetzung unserer Strategie „Metals for Progress: Driving Sustainable Growth” erreicht. Unsere hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dafür der wesentliche Erfolgsfaktor. Die Weiterentwicklung unserer Positionierung in unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten sowie das grundsolide Geschäftsmodell der Aurubis mit verschiedenen, teilweise komplementären Ergebnistreibern sind weitere Erfolgsbausteine.

Unsere Vision von Arbeitssicherheit ist eindeutig: null arbeitsbedingte Unfälle. Dieses Ziel haben wir im Geschäftsjahr 2023/24 nicht erreicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir im Rahmen unseres „TOGETHER“-Programms bereits eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen spielen hier auch unternehmenskulturelle Aspekte der verhaltensbasierten Arbeitssicherheit eine wesentliche Rolle. Eine umfassende Analyse mit externer Unterstützung hat uns im abgelaufenen Geschäftsjahr gezeigt, wo unsere Standorte individuelle Potenziale haben. 2024/25 werden wir diese in der Gruppe konsequent angehen und sukzessive umsetzen. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr haben wir umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheitsstandards in unseren Werken kontinuierlich zu erhöhen. Gestaffelt nach Wichtigkeit und Einfluss arbeiten wir an der disziplinierten und nachhaltigen Umsetzung und haben hier bereits wichtige Fortschritte erreicht.

Der Aurubis-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2023/24 ein operatives EBT von 413 Mio. € (Vj. 349 Mio. €). Im Vorjahr war das Ergebnis wesentlich beeinflusst durch die finanziellen Auswirkungen des Fehlbestands an Metallen aufgrund der kriminellen Handlungen gegen Aurubis. Das Ergebnis liegt damit innerhalb des Prognosekorridors von 380 bis 480 Mio. € operatives EBT, den Aurubis am 20.12.2023 veröffentlicht hatte. Der operative ROCE erreichte zum Ende des Berichtsjahres einen Wert von 11,5 % (Vj. 11,3 %) und lag somit innerhalb des Prognoseintervalls von 10 % bis 14 %, aber bedingt durch die hohe Investitionstätigkeit unterhalb unserer Zielgröße von 15 %.

Die Performance und damit der Konzentratdurchsatz unserer Primärhüttenstandorte war im Geschäftsjahr weitestgehend konstant. Am Standort in Hamburg hat Aurubis den mit einem Budget von 95 Mio. € größten geplanten Wartungsstillstand seiner Geschichte durchgeführt. Die Hochlaufphase nach dem Stillstand war von verschiedenen Herausforderungen geprägt. Neben den turnusmäßigen Wartungsmaßnahmen wurden im Rahmen des Stillstands der weitere Ausbau der Industriewärme sowie die Investitionen in wasserstofffähige Anodenöfen umgesetzt.

Die Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate zeigten sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf einem für Aurubis guten Niveau, während die Verarbeitungsentgelte auf dem Spotmarkt für Kupferkonzentrate signifikant abnahmen. Lagen die Spotpreise im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 noch auf dem Niveau des Benchmarks 2023, so sorgte das Wachstum der globalen Hüttenkapazität im Vergleich zum Konzentratangebot ab Beginn des Kalenderjahres 2024 am Spotmarkt für konstant niedrige Schmelz- und Raffinierlöhne deutlich unterhalb des Benchmarks für 2024 von 80,0 US$/t bzw. 8,0 cts/lb. Durch unser diversifiziertes Minen-Lieferantenportfolio mit langfristigen Lieferverträgen und unser aktives Rohstoffmanagement konnten wir die Versorgung unserer Produktionsanlagen über das gesamte Geschäftsjahr hinweg zu guten Konditionen sicherstellen und waren nur in geringem Maße am Spotmarkt aktiv.

Im Geschäftsjahr 2023/24 hat Aurubis erneut mehr als 1 Mio. t Recyclingmaterialien verarbeitet und trägt somit maßgeblich zur Kreislaufwirtschaft von Metallen bei. Marktbedingt deutlich niedrigere Erträge aus Raffinierlöhnen für die Verarbeitung von Recyclingmaterialien im Vergleich zum Vorjahr belasteten jedoch das operative Ergebnis. Bei den Recyclingrohstoffen war der für Aurubis im Wesentlichen relevante europäische Markt im Berichtszeitraum von einem leicht rückläufigen Angebot von Recyclingmaterialien gekennzeichnet. Reduzierte Schmelz- und Raffinierlöhne für Konzentrate haben den Wettbewerb für Recyclingmaterialien, als Substitut für Konzentrate, in Europa im Geschäftsjahr 2023/24 verschärft. Exporte aus Europa und den USA nach Asien und insbesondere China nahmen zu und sorgten so für ein reduziertes Mengenangebot von Blister- und Altkupfer. Die reduzierten industriellen Aktivitäten als Folge einer gedämpften Konjunktur sorgten ferner für ein reduziertes Aufkommen komplexer Recyclingmaterialien wie industrieller Rückstände. Auch das Mengenangebot von Elektronikschrotten zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht reduziert. Die phasenweise hohen Metallpreise führten im 3. Quartal zu einem hohen Mengenangebot seitens der Recyclingindustrie. Diese Entwicklung setzte sich im 4. Quartal fort. In Summe war das Marktumfeld für Recyclingmaterialien herausfordernder als im Vorjahr.

Das Metallergebnis war auch im Geschäftsjahr 2023/24 eine wesentliche Ergebniskomponente des Aurubis-Konzerns. Gestiegene Metallpreise bei einer guten Performance mit guten Ausbringungsraten führten zu einem gegenüber dem Vorjahr signifikant gestiegenen Metallergebnis. Im Vorjahr war das Metallergebnis beeinflusst durch die finanziellen Auswirkungen der kriminellen Handlungen gegen Aurubis.

Der Beitrag der Schwefelsäure zum operativen Ergebnis lag im abgelaufenen Geschäftsjahr auf hohem Niveau, blieb jedoch unter dem sehr guten Niveau des Vorjahres zurück. Niedrigere Verkaufsmengen und gesunkene Absatzpreise führten im Vergleich zum Vorjahr zu geringeren Schwefelsäureerlösen. Der globale Markt für Schwefelsäure war im Geschäftsjahr 2023/24 von einer verbesserten Nachfrage bei phasenweise reduziertem Angebot und steigenden Preisniveaus gekennzeichnet. Hohe Inputkosten für die Schwefelbrennerindustrie und ein vermehrtes Aufkommen von Wartungsstillständen der in Europa ansässigen Hüttenindustrie führten zu einem reduzierten Angebot an Schwefelsäure in Europa. Bei einer weitestgehend stabilen Nachfrage der chemischen und Düngemittelindustrie in Europa sowie der Rückkehr von Düngemittelproduzenten im nordafrikanischen Raum entwickelten sich die Preise für Schwefelsäure in den für Aurubis relevanten Absatzmärkten positiv im Verlauf des Geschäftsjahres.

Auf der Produktseite war die Nachfrage nach Gießwalzdraht weiterhin hoch, getragen durch eine anhaltend gute Nachfrage aus dem Energie- und Infrastruktursektor. Hingegen zeigte sich die Nachfrage aus dem Bausektor im Berichtszeitraum weiterhin schwach. Die Nachfrage nach hochreinen Stranggussformaten war ebenfalls durch den Bausektor und zusätzlich durch die Automobilindustrie belastet, Gleiches gilt für die Nachfrage nach Flachwalzprodukten.

Kostenseitig belasteten neben inflationsbedingt gestiegenen Kosten auch Anlaufkosten für die in Umsetzung befindlichen strategischen Projekte das Geschäftsjahr. Daneben wirkten gestiegene Personalkosten, insbesondere durch Aufwendungen für die Abfindungszahlungen an die ausgeschiedenen Vorstände, höhere Rechts- und Beratungskosten sowie höhere Kosten für die Umsetzung verstärkter Werkssicherheitsmaßnahmen auf das operative Ergebnis. Dieser Kostenanstieg konnte durch die gesunkenen Energiekosten, insbesondere bei Strom und Gas, nur teilweise kompensiert werden.

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde der Verkauf des Standorts Aurubis Buffalo mit Wirkung zum 30.08.2024 abgeschlossen. Die Erträge aus der Veräußerung des Standorts wirkten sich positiv auf die Ertragslage des Konzerns aus.

Das Segment CSP erhöhte im Berichtsjahr das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) deutlich auf 446 Mio. € (Vj. 253 Mio. €). Im Vorjahr belasteten insbesondere die finanziellen Auswirkungen der Metallfehlbestände als Folge der gegen Aurubis gerichteten kriminellen Handlungen das operative EBT des Segments CSP. Entsprechend der signifikant verbesserten Ertragslage stieg der operative ROCE des Segments auf 19,6 % (Vj. 13,0 % ).

Das operative EBT des Segments MMR lag im Berichtsjahr bei 79 Mio. € und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (Vj. 174 Mio. €). Der operative ROCE des Segments lag bei 5,6 % (Vj. 15,4 % ). Im ROCE des Vorjahres wirkte noch eine bessere Ertragslage. Ferner stieg das Capital Employed u. a. aufgrund der hohen Wachstumsinvestitionen insbesondere in Aurubis Richmond, USA, an.

Im Zuge der guten Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Netto-Cashflow Glossar auch durch die weitere Reduzierung des Net Working Capital auf einem hohen Niveau gehalten werden. Der Netto-Cashflow zum 30.09.2024 betrug 537 Mio. € (Vj. 573 Mio. €).

Investitionen

Im Segment CSP wurden Investitionen in Höhe von 467 Mio. € (Vj. 291 Mio. €) im Geschäftsjahr 2023/24 getätigt. Die Investitionen wurden im Wesentlichen für die Ausbaustufe der Industriewärme, wasserstofffähige Anodenöfen, den durchgeführten Wartungsstillstand in Hamburg sowie den Bau des Projekts Complex Recycling Hamburg (CRH) und den Neubau zur Edelmetallverarbeitung jeweils in Hamburg investiert. Am Standort in Pirdop wurden Investitionen für die Erweiterung der Elektrolyse und vorbereitende Maßnahmen für den Wartungsstillstand 2025 getätigt.


Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 156
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Der im Vorjahresvergleich erneut deutlich gestiegene Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit konnte somit zu einem erheblichen Anteil aus dem operativen Geschäft finanziert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir wichtige strategische Projekte zur Stärkung unseres Hüttennetzwerks im Einklang mit unserer Konzernstrategie „Metals for Progress: Driving Sustainable Growth“ vorangebracht und weitere Investitionsentscheidungen getroffen. Mehr als 50 % der für strategische Projekte genehmigten Investitionssumme von 1,7 Mrd. € sind bereits investiert. Aus diesen Projekten wird in den kommenden drei bis vier Jahren ein zusätzlicher EBITDA-Beitrag von rund 260 Mio. € p. a. erwartet. Mit den in der Umsetzung befindlichen strategischen Projekten stärken wir unser Kerngeschäft, wachsen im Recycling und investieren in eine klimafreundlichere Produktion.

Stärkung des Kerngeschäfts

Ein wesentlicher Baustein für die Weiterentwicklung des Hüttennetzwerks ist das Projekt Complex Recycling Hamburg (CRH). Aurubis wird mit CRH künftig rund 30.000 t zusätzliches Recyclingmaterial sowie in größerem Umfang interne, komplexe Hüttenzwischenprodukte verarbeiten können. Somit werden interne wie externe Wertstoffkreisläufe geschlossen und Abgabe oder Verlust werthaltiger Materialien reduziert. Durch die Investition am Standort Hamburg wird künftig deutlich mehr Wertschöpfung im Unternehmen verbleiben. Der Bau der Anlage schreitet voran und wir gehen von einer Inbetriebnahme im Geschäftsjahr 2025/26 aus.

Im Dezember 2023 wurde unter dem Projektnamen Precious Metals Refinery (PMR) der Bau einer neuen Anlage zur Verarbeitung von Edelmetallen am Standort Hamburg beschlossen. Die neue Anlage soll im Geschäftsjahr 2026/27 in Betrieb genommen werden. Dann wird die gesamte Prozesskette der Edelmetallverarbeitung in einem abgeschlossenen Sicherheitsbereich abgebildet. Neben dem Fokus auf die Werks-, Edelmetall- und Arbeitssicherheit setzen wir mit dem Projekt auch Maßstäbe durch innovative Prozess- und Anlagentechnik. Der weiterentwickelte Prozess führt zu einer höheren Effizienz, wird die Durchlaufzeiten der edelmetallhaltigen Materialien voraussichtlich deutlich reduzieren und die operativen Kosten um rund 15 % senken. Mit der neuen Anlage erhöhen wir die Produktionskapazität im Edelmetallbereich signifikant, um so die Voraussetzungen für weitere Projekte der Wachstumsstrategie zu schaffen.

Am Standort Pirdop in Bulgarien hat Aurubis am 25.04.2024 mit der Erweiterung der Elektrolyse für die Kupferproduktion begonnen. Mit dem Ausbau der Elektrolyse steigert Aurubis die Kapazität am Standort um rund 50 % auf 340.000 t raffiniertes Kupfer. Mit der Erweiterung kann Aurubis künftig noch höhere Volumina des in Europa dringend benötigten Metalls liefern. Die Inbetriebnahme der Elektrolyse ist für das Geschäftsjahr 2026/27 geplant.

Ferner stärken wir unser Kerngeschäft, indem wir unsere Möglichkeiten im Recycling mit den beiden Projekten Advanced Sludge Processing by Aurubis (ASPA) und Bleed Treatment Olen Beerse (BOB) an unseren belgischen Standorten weiter ausbauen. ASPA in Beerse umfasst den Bau einer hydrometallurgischen Anlage zur weiteren Aufbereitung von Anodenschlämmen. In der neuen Recyclinganlage, die am 04.09.2024 in Betrieb genommen wurde und in die Aurubis rund 33 Mio. € investiert hat, können mit dem neuen Verfahren Edelmetalle wie Gold und Silber, aber auch Zinn, die im Anodenschlamm enthalten sind, mit weniger Verlusten und in kürzerer Durchlaufzeit ausgebracht werden. Im Rahmen des Projekts BOB hat Aurubis in den Bau einer hochmodernen Anlage zur Behandlung von Elektrolyt, sog. Bleed, am Standort in Olen rund 85 Mio. € investiert. Die Einweihung der neuen Anlage ist für den 10.12.2024 geplant. In diesem hydrometallurgischen Prozess werden wertvolle Metalle wie Nickel und Kupfer, die beim Raffinierprozess an den Aurubis-Standorten in Beerse und Olen anfallen, jetzt in Olen wiedergewonnen und nicht mehr durch den Verkauf von Bleed abgegeben.

Realisierung von Wachstumsoptionen

Am 21.09.2024 hat Aurubis die Ribbon Cutting Ceremony seines neuen Recyclingwerks Aurubis Richmond in Georgia, USA, gefeiert, in das Aurubis insgesamt rund 740 Mio. € investieren wird. Nach etwas über zwei Jahren Bauzeit ist Aurubis Richmond die erste Sekundärhütte für Multimetall-Recycling in den Vereinigten Staaten. Aurubis Richmond wird nach Fertigstellung von zwei Ausbaustufen jährlich rund 180.000 t komplexes Recyclingmaterial zu Blisterkupfer verarbeiten. Mit der Technologie und den Verarbeitungsmöglichkeiten unseres Recyclingsystems sehen wir uns als Vorreiter für nachhaltiges Multimetall-Recycling in den USA. Gleichzeitig eröffnen wir mit unserem Werk auch die Perspektive auf weiteres Wachstum entlang der metallurgischen Wertschöpfungskette. Der lokal wachsende Markt der Recyclingmaterialien bietet attraktive Chancen – auch im Hinblick auf eine Diversifizierung unseres Geschäfts- und Projektportfolios über Europa hinaus.

Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ist ein wesentliches Element unseres Handelns. Das gilt auch für einen Zukunftstrend – die Elektromobilität. Mittel- bis langfristig erwarten wir einen Anstieg der Elektrofahrzeug-Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen und damit einen weiteren Wachstumsmarkt im Recyclingbereich. Aurubis hat ein patentiertes Verfahren zur verantwortungsvollen Rückgewinnung der wesentlichen Wertbestandteile aus Schwarzmasse entwickelt und erprobt. In einer Pilotanlage für Batterierecycling am Standort in Hamburg konnten wir mit diesem innovativen Verfahren einen sehr hohen Wirkungsgrad erreichen und im Durchschnitt rund 95 % der Metalle zurückgewinnen. Mit dem Aufbau einer Demonstrationsanlage geht Aurubis nun den nächsten Schritt. Die Anlage ist in Betrieb, Versuchsreihen zur Extraktion der Metalle wie Lithium, Nickel, Kobalt und auch Mangan in größerem Maßstab sind angelaufen. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Markt- und Wettbewerbsanalysen und erweitern unser Netzwerk an potenziellen Geschäfts- und Kooperationspartnern über die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Batterierecycling. Damit erarbeiten wir uns kontinuierlich die Bausteine für eine flexible Markteintrittsstrategie im Einklang mit den technischen und wirtschaftlichen Anforderungen dieses Zukunftsmarktes.

Ausbau der industriellen Führungsposition im Bereich Nachhaltigkeit

Auch im Bereich der Nachhaltigkeit, einer Säule unserer Konzernstrategie, haben wir wichtige Maßnahmen und Projekte zur Erreichung unserer Nachhaltigkeits-KPIs beschlossen und weiter vorangetrieben.

Als eine der ersten Kupferhütten weltweit wurden im Werk Hamburg im Rahmen des im Frühjahr 2024 durchgeführten turnusmäßigen Wartungsstillstands wasserstofffähige Anodenöfen eingebaut. Sie bieten ein Einsparpotenzial von etwa 5.000 t CO2 pro Jahr bei vollständigem Einsatz von Wasserstoff. Auch bevor ein leitungsgebundener Anschluss an ein Wasserstoffnetz und damit der Betrieb mit Wasserstoff erfolgen kann, tragen die neuen Anodenöfen bereits heute zur Dekarbonisierung der Aurubis-Produktion bei: Die neuen Anlagen, in die wir rund 40 Mio. € investiert haben, arbeiten effizienter und verbrauchen bis zu 30 % weniger Erdgas, was einer Einsparung in Höhe von knapp 1.200 t CO2 pro Jahr entspricht.

Bereits seit 2018 versorgt unsere Wärme die HafenCity Ost mit Heizenergie. Seit Anfang 2022 liefen die Planungen zur Erweiterung des Projekts Industriewärme. Im Rahmen des diesjährigen turnusmäßigen Wartungsstillstands erfolgte der Umbau eines Nebenprozesses der Kupferproduktion, in den wir rund 100 Mio. € investiert haben. Somit werden wir in Kooperation mit den städtischen Hamburger Energiewerken ab der Heizperiode 2024/25 jedes Jahr bis zu 28.000 Haushalte beheizen und sparen so bis zu 120.000 t CO2-Emissionen in der Hansestadt ein.

Am Aurubis-Werk in Bulgarien erweitern wir den bestehenden Solarpark. Mit einem Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt rund 12 Mio. € für die zweite und dritte Ausbaustufe wird die Leistung der bestehenden Anlage um weitere 18 MWp (Megawatt Peak) erhöht. Der Spatenstich für die Ausbaustufen 2 und 3 erfolgte am 25.04.2024. Eine zusätzliche vierte Ausbaustufe ist bereits genehmigt. Damit wird die installierte Gesamtkapazität künftig rund 40 MWp betragen. Nach Fertigstellung der insgesamt vier Solaranlagen werden rund 55.000 MWh Strom pro Jahr produziert, was rund 15 % des Strombedarfs des bulgarischen Werks deckt. Aurubis spart nach Fertigstellung aller vier Stufen rund 25.000 t CO2-Emissionen pro Jahr ein. Die letzte Erweiterungsstufe wird voraussichtlich im Geschäftsjahr 2025/26 in Betrieb gehen.

Copper-Mark-Zertifizierung

Wir übernehmen Verantwortung innerhalb unserer Lieferketten und unterstützen daher die Copper Mark, den Goldstandard für eine nachhaltige Verarbeitung in der Kupferwertschöpfungskette. Wir haben mit dem letzten Geschäftsjahr alle großen Hüttenstandorte und somit den Großteil unseres Hüttennetzwerks zertifiziert. Damit entsprechen mehr als 95 % der Aurubis-Kathodenproduktion den Anforderungen des Gütesiegels, das auf den 33 international anerkannten Nachhaltigkeitskriterien des Risk Readiness Assessment der Responsible Minerals Initiative basiert. Für das kommende Jahr sind die Copper-Mark- Zertifizierung der Deutsche Giessdraht GmbH, einer Tochtergesellschaft von Aurubis, sowie mehrere Re- Zertifizierungen geplant. Unsere Fortschritte in allen Bereichen der Nachhaltigkeit werden von Ratingagenturen bestätigt.# Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24

Brief des Vorstands

Unsere ESG-Rating-Ergebnisse haben wir auf unseren Internetseiten veröffentlicht www.aurubis.com/verantwortung/kennzahlen-und-berichterstattung. Im Fokus des Geschäftsjahres 2023/24 stand für uns, neben der Aufarbeitung von Aufgaben in der Arbeitssicherheit und der Überarbeitung unserer Systeme der Prozess- und Werkssicherheit, die konsequente Umsetzung unserer Wachstumsstrategie. Durch die Maßnahmen unserer Programme TOGETHER und SAFE haben wir das Sicherheitsniveau bereits maßgeblich erhöht und stärken es kontinuierlich weiter. Hier spielen unternehmenskulturelle Aspekte der verhaltensbasierten Arbeitssicherheit eine wesentliche Rolle. Basierend auf einer umfassenden Analyse werden wir Potenziale identifizieren und diese im Geschäftsjahr 2024/25 konsequent angehen. Bei der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr sehr gute Fortschritte machen und werden im Geschäftsjahr 2024/25 weitere Projekte gemäß unseres klar definierten Fahrplans in Betrieb nehmen. In den nächsten Monaten werden wir zudem die langfristigen Annahmen unserer Strategie erneut umfassend überprüfen und, wo erforderlich, die strategische Zielstellung anpassen. Mit unserer Wachstumsstrategie stärken wir unser Hüttennetzwerk gestützt durch unser robustes Geschäftsmodell und eine äußerst solide Finanzierung und setzen wichtige Akzente für den profitablen und nachhaltigen Erfolg des Konzerns.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Aurubis AG

Allgemeine Informationen

Ergänzend zur Berichterstattung für den Aurubis-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Aurubis AG. Die Aurubis AG ist das Mutterunternehmen des Aurubis-Konzerns mit Sitz in Hamburg. Sie unterhält Produktionsstandorte in Hamburg und Lünen und ist zudem die größte Gesellschaft im Konzern. Die Geschäftstätigkeit umfasst neben der Steuerung des Aurubis-Konzerns insbesondere auch die Primärkupfererzeugung und das Recycling sowie die Produktion von Kupferprodukten und Edelmetallen. Der Einzelabschluss der Aurubis AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Bilanzierung des Anlagevermögens, der Bewertung des Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 160 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Wirtschaftsbericht Vorratsvermögens, der Bewertung der Finanzinstrumente sowie der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen.

Die Steuerung im Aurubis-Konzern erfolgt gesellschaftsübergreifend auf Konzernebene nach Segmenten mit den finanziellen Leistungsindikatoren „operatives EBT“ sowie „operativer ROCE“. Dies trifft auch auf die operativen Aktivitäten der Aurubis AG zu, die ein wesentlicher Bestandteil des Konzerns sind. Insofern repräsentieren die Entwicklung und die Prognose der finanziellen Leistungsindikatoren auf Ebene der Segmente und des Gesamtkonzerns gleichzeitig die Entwicklung und die Prognose der Aurubis AG als Einzelgesellschaft. Die Analyse der Entwicklung der genannten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr sowie deren Prognose für das Folgejahr sind im Wirtschaftsbericht sowie im Prognosebericht für den Gesamtkonzern dargestellt. Aussagen zur Risikosituation und zu den Chancen finden sich im Risiko- und Chancenbericht des Konzerns.

Der Geschäftsverlauf des Aurubis-Konzerns war im Vorjahr durch kriminelle Handlungen im Werk Hamburg beeinflusst. Bei der Erläuterung der Bilanz- und GuV-Positionen, bei denen eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen aufgrund dieser Handlungen nur eingeschränkt möglich ist, wird auf die zusätzlichen Erläuterungen in dem vorangegangenen Abschnitt der Wirtschaftlichen Entwicklung des Aurubis-Konzerns verwiesen.

Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. €

2023/24 2022/23
Umsatzerlöse 12.520 12.327
Bestandsveränderungen/aktivierte Eigenleistungen 41 -11
Sonstige betriebliche Erträge 129 152
Materialaufwand -11.984 -11.869
Rohertrag 706 599
Personalaufwand -326 -305
Abschreibungen aufimmaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen -75 -71
Sonstige betriebliche Aufwendungen -267 -251
Betriebsergebnis (EBIT) 38 -28
Finanzergebnis 100 193
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) 138 165
Steuern -1 -24
Jahresüberschuss 137 141

Der Geschäftsverlauf der Aurubis AG war im Geschäftsjahr 2023/24 gegenüber dem Vorjahr durch ein signifikant höheres Metallergebnis unter Beachtung der negativen Effekte des Vorjahres sowie durch höhere Erlöse aus der Aurubis-Kupferprämie bei weiter hoher Nachfrage nach Gießwalzdraht positiv beeinflusst. Darüber hinaus profitierte Aurubis weiterhin von gesunkenen Energiekosten insbesondere aufgrund niedrigerer Preise für Gas und Strom. Gegenläufig wirkten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum reduzierte Schwefelsäureerlöse aufgrund niedrigerer Verkaufsmengen bei gestiegenen Absatzpreisen sowie gesunkene Erträge aus Raffinierlöhnen für Recyclingmaterialien negativ auf das Ergebnis aus. Zudem kam es nach Abschluss des Wartungsstillstands am Standort Hamburg zu technischen Problemen in der anschließenden Hochlaufphase. Die damit verbundene geringere Auslastung der Schmelzbetriebe führte infolgedessen im Vergleich zum Vorjahr zu deutlich niedrigeren realisierten Schmelz- und Raffinierlöhnen.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtsjahr um 193 Mio. € auf 12.520 Mio. € (Vj. 12.327 Mio. €). Dies ist insbesondere auf gestiegene Metallpreise für Kupfer sowie für Edelmetalle zurückzuführen. Gegenläufig sanken die Absatzmengen im Bereich Stranggussformate sowie Schwefelsäure.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 161 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Wirtschaftsbericht

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / (Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen)) war gegenüber dem Vorjahr rückläufig und betrug 95,5 % (Vj. 96,4 %). Sie war im Vorjahr jedoch erheblich negativ beeinflusst durch die finanziellen Auswirkungen der kriminellen Handlungen. Zusätzlich positiv wirkten höhere Erlöse aus Kathodenprämien sowie weiter gesunkene Energiekosten. Des Weiteren belasteten die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Großstillstand am Standort Hamburg die Materialaufwandsquote des Geschäftsjahres.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 23 Mio. € auf 129 Mio. € (Vj. 152 Mio. €). Sie enthalten im Geschäftsjahr positive Währungsdifferenzen in Höhe von 69 Mio. € (Vj. 97 Mio. €). Den gesunkenen Währungsdifferenzen aus der Bewertung und Realisierung von Fremdwährungsforderungen und -verbind- lichkeiten im Wesentlichen in US-Dollar stehen negative Währungsdifferenzen in Höhe von 70,7 Mio. € (Vj. 104,3 Mio. €) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber. Daneben enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge periodenfremde Erträge in Höhe von 57 Mio. € (Vj. 25 Mio. €). Diese betreffen neben Strompreiskompensationszahlungen in Höhe von 15 Mio. € (Vj. 7,4 Mio. €) auch Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 41 Mio. €. Diese stehen insbesondere im Zusammenhang mit einer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Des Weiteren wurden im Vorjahr Erträge aus einem Versicherungserstattungsanspruch in Zusammenhang mit den kriminellen Handlungen in Höhe von 30 Mio. € erfasst.

Unter Berücksichtigung der aktivierten Eigenleistungen erhöhte sich der Rohertrag insgesamt um 107 Mio. € auf 706 Mio. € (Vj. 599 Mio. €).

Der Personalaufwand erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 21 Mio. € auf 326 Mio. €. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf gestiegene Rückstellungen für erfolgsabhängige Bonuszahlungen, tarifbedingte Lohn- und Gehaltssteigerungen, gestiegene Abfindungszahlungen sowie einen Zuwachs an Mitarbeitern. Im Gegenzug verminderten sich die Aufwendungen für Altersversorgung insbesondere durch die Entwicklung der versicherungsmathematischen Parameter bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erhöhten sich um 4 Mio. € auf 75 Mio. € (Vj. 71 Mio. €). Dies betrifft v. a. die Bereiche der technischen Anlagen und Maschinen sowie der Gebäude.

Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 16 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Beratungsaufwendungen in Höhe von 21 Mio. €, Aufwendungen für IT-Dienstleistungen und Sicherheitsüberwachung in Höhe von 7 Mio. € sowie aus Wertberichtigungen auf ausstehende Forderungen um 11 Mio. €. Den gesunkenen negativen Währungsdifferenzen aus der Bewertung und Realisierung von Fremdwährungsforderungen und -verbind- lichkeiten in Höhe von 71 Mio. € (Vj. 104 Mio. €) stehen positive Währungsdifferenzen in den sonstigen betrieblichen Erträgen gegenüber.

Unter Berücksichtigung der Personalaufwendungen, der Abschreibungen und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 38 Mio. € (Vj. -28 Mio. €).

Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 100 Mio. € (Vj. 193 Mio. €). Hierin enthalten sind neben Dividenden von Tochterunternehmen in Höhe von 133 Mio. € (Vj. 203 Mio. €) auch Abschreibungen auf die Beteiligungsbuchwerte der Aurubis Italia Srl in Höhe von 3 Mio. € sowie Abschreibungen im Rahmen der Liquidation der Metallo Group Holding NV und der damit verbundenen Vermögensauskehrung der Aurubis Beerse NV an die Aurubis AG in Höhe von 4 Mio. €.

Nach Berücksichtigung eines Steueraufwands (Ertragssteuern und sonstige Steuern) von 1 Mio. € ( Vj. 24 Mio. €) ergibt sich ein Jahresüberschuss von 137 Mio. € (Vj. 141 Mio. €). Der im Verhältnis deutlich gesunkene Steueraufwand resultiert im Wesentlichen aus dem Gewinnunterschied zwischen Handels- und Steuerbilanz in den Positionen der Rückstellungen.

Vermögenslage

Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr um 223 Mio.# Wirtschaftsbericht

€ auf 2.855 Mio. € (Vj. 2632 Mio. €). Die Zugänge zu immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 309 Mio. €. Sie umfassen v. a. Investitionen im Zusammenhang mit den Projekten Industriewärmeversorgung Stufe 2 in Hamburg, Complex Recycling Hamburg, dem Neubau einer Anlage zur Verarbeitung von Edelmetallen sowie den abgeschlossenen Projekten Wartungsstillstand der Primärkupfererzeugung 2024 in Hamburg und der Modernisierung der Elektrolyse am Standort Lünen. Mit Beschluss vom 30.09.2024 wurde die Metallo Group Holding NV, Beerse, Belgien, im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Wirkung zum 30.09.2024 vollständig liquidiert. In diesem Zusammenhang wurde der Beteiligungsbuchwert an der Aurubis Beerse NV, Beerse, Belgien, in Höhe von 258,6 Mio. € mit 3,9 Mio. € auf den beizulegenden Zeitwert in Höhe von 254,7 Mio. € abgewertet. Im Anschluss erfolgte eine Vermögensauskehrung der von der Metallo Group Holding NV, Beerse, Belgien, gehaltenen Anteile an der Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 162 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Wirtschaftsbericht Aurubis Beerse NV, Beerse, Belgien, an die Aurubis AG in Höhe des beizulegenden Zeitwerts von 254,7 Mio. €. Der Vorgang wird im Anlagenspiegel der Aurubis AG als Abgang des Beteiligungsbuchwerts Metallo Group Holding NV, Beerse, Belgien, und als Zugang des Beteiligungsbuchwerts Aurubis Beerse NV, Beerse, Belgien, dargestellt. Die Abwertung auf den beizulegenden Zeitwert in Höhe von 3,9 Mio. € wird in den Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesen. Darüber hinaus verweisen wir auf unsere korrespondierenden Erläuterungen zum Finanzergebnis in der Ertragslage. Des Weiteren erfolgte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Kapitalerhöhung bei der LIBREC AG, Biberist, Schweiz, mit einem Volumen von 4 Mio. €. Daneben entstand im Geschäftsjahr aus der Werthaltigkeitsprüfung der Finanzanlagen ein Abschreibungsbedarf auf den Beteiligungsbuchwert der Aurubis Italia Srl, Avellino, Italien, in Höhe von 3 Mio. €, welcher unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen ausgewiesen werden. Das Vorratsvermögen erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 143 Mio. € auf 1.249 Mio. € (Vj. 1.105 Mio. €). Die Erhöhung der Rohstoffe um 159 Mio. € resultiert dabei aus den technischen Problemen beim Wiederanfahren der Produktion nach Beendigung des Großstillstands am Standort Hamburg und des damit verbundenen geringeren Verbrauchs der zuvor planmäßig aufgebauten Kupferkonzentratmengen. Dagegen verminderten sich in diesem Zusammenhang die unfertigen Erzeugnisse im Wesentlichen aufgrund eine geringeren Produktion an Anoden um 94 Mio. €. Die fertigen Erzeugnisse und Waren stiegen insbesondere aufgrund höherer Edelmetallbestände um 117 Mio. €. Im Rahmen der Bewertung der Metallbestände ergaben sich Abschreibungen auf den niedrigeren Stichtagswert in Höhe von 14 Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr mit 424 Mio. € (Vj. 384 Mio. €) um 40 Mio. € gestiegen. Während die Forderungen in den Produktbereichen Gießwalzdraht sowie Strangguss anstiegen, sanken sie im Bereich der Edelmetalle. Daneben wurden zum Bilanzstichtag Forderungen aus privaten Zuschüssen für das Projekt Industriewärme Stufe 2 in Höhe von 20 Mio. € ausgewiesen. Der Gesamtbetrag der im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen verkauften Forderungen verringerte sich leicht um 9 Mio. € auf 288 Mio. € (Vj. 297 Mio. €). Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Beteiligungen verminderten sich sowohl die Forderungen aus dem Finanzverkehr um 96 Mio. € als auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 5 Mio. €. Die sonstigen Vermögensgegenstände verminderten sich im Wesentlichen aufgrund von Wertberichtigungen auf ausstehende Forderungen in Höhe von 15 Mio. €, geringeren Sicherheitsleistungen für Broker in Höhe von 16 Mio. € sowie geringeren Forderungen aus Steuern in Höhe von 12 Mio. €. Unter der Position „Aktive Rechnungsabgrenzungsposten“ werden u. a. Anzahlungen auf einen Vertrag zur Belieferung des Standortes Lünen mit Sauerstoff in Höhe von 15 Mio. € ausgewiesen. Insgesamt stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 114 Mio. € auf 5.149 Mio. €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme beträgt 56 % (Vj. 52 %). Während der Anteil der Vorräte von 22 % im Vorjahr leicht auf 24 % im abgeschlossenen Geschäftsjahr stieg, sank der Anteil der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände auf 14 % (Vj. 17 %). Der Anteil der flüssigen Mittel an der Bilanzsumme sank auf 6 % (Vj. 9%). Die Höhe des Eigenkapitals betrug zum 30.09.2024 1.995 Mio. € (Vj. 1.919 Mio. €). Die Veränderung resultiert aus dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres in Höhe von 137 Mio. € sowie aus der Auszahlung der Dividende in Höhe von 61 Mio. €. Die Eigenkapitalquote beträgt 39 % (Vj. 38 %). Die Rückstellungen verminderten sich insgesamt um 24 Mio. € auf 474 Mio. €. Ursächlich hierfür waren gesunkene Rückstellungen im Zusammenhang mit einer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom in Höhe von 41 Mio. €. Dagegen stiegen die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen um 30 Mio. €, v. a. im Zusammenhang mit den aktuellen Investitionsmaßnahmen Industriewärme Phase 2 sowie Anodenofen 2.0 am Standort Hamburg, sowie die Personalrückstellungen um 6 Mio. € aufgrund höherer erfolgsbasierter Vergütungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind gegenüber dem Vorjahr um 121 Mio. € auf 335 Mio. € gestiegen. Zur Finanzierung der Investitionsprojekte Neubau einer Anlage zur Verarbeitung von Edelmetallen und Ausbau unserer Anlage zur Reduktion von diffusen Emissionen am Standort Hamburg wurden zinsgünstige Kredite aufgenommen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um 64 Mio. € auf 932 Mio. € (Vj. 996 Mio. €). Der Grund für diesen Rückgang sind gesunkene Verbindlichkeiten für Konzentratlieferungen nah am Stichtag im Bereich der Rohhütte Werk Ost (RWO). Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 163 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Wirtschaftsbericht Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von 1.330 Mio. € (Vj. 1.363 Mio. €) enthalten neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 286 Mio. € (Vj. 211 Mio. €) Verbindlichkeiten aus dem Finanzverkehr mit den Tochtergesellschaften in Höhe von 1.044 Mio. € (Vj. 1.152 Mio. €). Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 19 Mio. € auf 36 Mio. € insbesondere aufgrund der Teilnahme an einem Supplier-Finance-Arrangement in Höhe von 19 Mio. € . Hierbei kam es zu einer Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, da eine schuldbefreiende Zahlung des Vertragspartners zum Ausgleich der entsprechenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden in der Position „Passive Rechnungsabgrenzungsposten“ Zuschüsse für das Projekt Industriewärme Stufe 2 Hamburg in Höhe von 40 Mio. € ausgewiesen. Diese werden über die Vertragslaufzeit der Energielieferung von 28 Jahren erfolgswirksam vereinnahmt.

Bilanzstruktur der Aurubis AG in %

30.09.2024 30.09.2023
Anlagevermögen 56 52
Vorräte 24 22
Forderungen etc. 14 17
Flüssige Mittel 6 9
100 100
Eigenkapital 39 38
Rückstellungen 9 10
Verbindlichkeiten 52 52
100 100

Aurubis setzt Anlagengegenstände ein, die im Rahmen von Leasingverträgen genutzt und nicht bilanziert werden. Die künftigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen betragen 19 Mio. €.

Finanzlage

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten Glossar betrugen zum 30.09.2024 875 Mio. € (Vj. 614 Mio. €). Sie setzen sich aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 335 Mio. € (Vj. 215 Mio. €) sowie dem Saldo der Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Tochterunternehmen in Höhe von 850 Mio. € (Vj. 862 Mio. €) unter Abzug der liquiden Mittel in Höhe von 310 Mio. € (Vj. 463 Mio. €) zusammen. Zwischen der Aurubis AG und ihren Tochtergesellschaften bestehen Cash-Pool-Vereinbarungen. Für eine weitere Analyse der Liquiditätslage der Aurubis AG wird auf die Erläuterungen zur Finanzlage des Aurubis- Konzerns verwiesen. Die Finanzierung der Aurubis AG war im Berichtszeitraum jederzeit sichergestellt. Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verfügte die Aurubis AG im Berichtszeitraum über ungenutzte Kreditlinien und damit über ausreichende Liquiditätsreserven. Darüber hinaus nutzte die Aurubis AG den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen als Finanzierungsinstrument.

Investitionen

An den Standorten Hamburg und Lünen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 309 Mio. € (Vj. 185 Mio. €) in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert. Die Investitionen stehen v. a. im Zusammenhang mit den Projekten Ausbau der Industriewärme Stufe 2 in Hamburg, Complex Recycling Hamburg und dem Neubau einer Anlage zur Verarbeitung von Edelmetallen in Hamburg sowie den abgeschlossenen Projekten Wartungsstillstand Primärkupfererzeugung 2024 in Hamburg und Modernisierung der Elektrolyse am Standort Lünen. Daneben wurden Investitionen in diverse Infrastruktur- und Verbesserungsmaßnahmen in den Werken Hamburg und Lünen vorgenommen. Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 164 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Risiko- und Chancenbericht Risiko- und Chancenbericht Integriertes Risiko- und Chancenmanagement Risiken und Chancen sind Bestandteile unserer wirtschaftlichen Aktivitäten, ohne die ein unternehmerischer Erfolg nicht möglich ist.# Risiko- und Chancenbericht

Dies gilt umso mehr in Zeiten neuer krimineller Bedrohungen, anhaltender geopolitischer Krisen und instabiler weltwirtschaftlicher Entwicklung. Im Rahmen unserer operativen Geschäftstätigkeit sowie der strategischen Steuerung wägen wir Chancen und Risiken gegeneinander ab und achten auf ein ausgewogenes Verhältnis. Insbesondere versuchen wir, Chancen und Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren und zu evaluieren. Diesen Ansatz haben wir auch im vergangenen Geschäftsjahr genutzt und weiterentwickelt.

Die Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG ist wesentlich durch die Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns geprägt. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG.

Risikomanagementsystem

Unser Risikomanagement hat zum Ziel, die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken mithilfe eines auf unsere Aktivitäten zugeschnittenen Risikomanagementsystems (RMS) zu steuern und zu überwachen. Das frühzeitige Erkennen und die Beobachtung der Entwicklung sind dabei von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus streben wir danach, negative Ergebniseinflüsse aus dem Eintreten dieser Risiken grundsätzlich durch geeignete und betriebswirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zu begrenzen.

Das Risikomanagement ist Bestandteil der zentralen sowie dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse und umfasst alle wesentlichen Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen des Aurubis-Konzerns. Das Planungs- und Steuerungssystem, die Risikoberichterstattung, eine offene Kommunikationskultur sowie Risikoreviews an den Standorten schaffen Risikobewusstsein und Transparenz bezüglich unserer Risikosituation und fördern unsere Risikokultur.

Für die Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen sind Risikomanagementbeauftragte benannt, die miteinander vernetzt sind. Die Steuerung des Netzwerks erfolgt über die Konzernzentrale. Neben den Risikomanagementbeauftragten ist im Aurubis-Konzern eine Konzern-Risikomanagementfunktion etabliert, die direkt an den CFO berichtet. Das RMS ist in einer Konzernrichtlinie dokumentiert.

Die standardmäßige Risikoberichterstattung erfolgt quartalsweise „bottom-up“ anhand eines konzernweit einheitlichen Berichtsformats. In diesem Format sind die identifizierten und über einem definierten Schwellenwert liegenden Risiken erläutert. Ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe ihres Schadensausmaßes werden beurteilt sowie eingesetzte Instrumente und Maßnahmen zu deren Steuerung benannt. Die an die Konzernzentrale gemeldeten Risiken werden durch die Konzern- Risikomanagementfunktion evaluiert, qualitativ zu wesentlichen Risikoclustern aggregiert und an den Gesamtvorstand berichtet. Der Bericht stellt gleichzeitig die Grundlage für den Bericht an das Audit Committee sowie die externe Risikoberichterstattung dar.

Potenzieller Ergebniseffekt in Mio. € >1 >5 >20 >50
Wahrscheinlichkeit hoch mittel mittel hoch
mittel hoch mittel gering mittel
gering mittel hoch gering gering
unwahrscheinlich gering gering mittel mittel

In der quartalsweisen Berichterstattung an den Vorstand und das Audit Committee werden die qualitativ aggregierten Risikocluster unter Berücksichtigung der risikosteuernden Maßnahmen (Nettobetrachtung) anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des potenziellen Ergebniseffekts gemäß den in der Tabelle skizzierten Bandbreiten beurteilt und als „gering“, „mittel“ oder „hoch“ klassifiziert.

Unabhängige Überwachung

Das RMS unterliegt einer regelmäßigen Überwachung und Prüfung. So überwacht die Interne Revision durch systematische Prüfungen das Risikomanagement. Als prozessunabhängige Instanz trägt sie zur Ordnungsmäßigkeit sowie Verbesserung der Geschäftsprozesse und zur Wirksamkeit der installierten Systeme und Kontrollen bei. Daneben prüft der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Er berichtet das Prüfungsergebnis an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat (Audit Committee). Darüber hinaus befasst sich das Audit Committee (Prüfungsausschuss) intensiv mit Fragen des Risikomanagements. Zusammen mit dem Vorstand informiert die Konzern-Risikomanagementfunktion das Gremium regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen.

Erläuterung der relevanten Risiken

Im Folgenden werden die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken gemäß unseren Risikoclustern erläutert. Zudem werden wesentliche Maßnahmen und Instrumente dargestellt, mit denen wir diesen Risiken entgegentreten. Auf Risiken sowie risikorelevante Sachverhalte, die wir nach heutiger Einschätzung potenziell als „mittel“ bis „hoch“ klassifizieren, wird gesondert hingewiesen.

Versorgung und Produktion

Die Versorgung unserer Produktionsanlagen mit Rohstoffen und die Verfügbarkeit der Anlagen sind für den Aurubis-Konzern von zentraler Bedeutung. Die damit verbundenen Risiken begrenzen wir mit folgenden Maßnahmen:

Um die Versorgung unserer Anlagen mit Kupferkonzentraten abzusichern, haben wir langfristige Verträge mit einer Vielzahl von Konzentratlieferanten aus unterschiedlichen Ländern abgeschlossen. Auf diese Weise gelingt es uns, das Risiko von Produktionsbeeinträchtigungen durch mögliche Lieferausfälle zu reduzieren. Wir konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr eine vollständige Versorgung unserer Primärhütten mit Konzentraten sicherstellen. Die langfristige Ausrichtung unserer Lieferverträge begrenzt zudem das Risiko volatiler Schmelz- und Raffinierlöhne auf den Spotmärkten.

Bei der Rohstoffverfügbarkeit für unsere Recyclinganlagen sehen wir trotz unseres umfangreichen internationalen Lieferantennetzwerks, dass der Markt volatilen Gegebenheiten unterliegt, die insbesondere die Industrieproduktion und die Metallpreise inkludieren. Wir sehen insbesondere die Schrottsammelaktivitäten und damit einhergehend auch die Schrottverfügbarkeiten negativ beeinflusst durch die schwierige konjunkturelle Lage in Europa, insbesondere in unserem Hauptmarkt Deutschland. Hinzu kommen zum Teil Einkaufsaktivitäten vor allem asiatischer Schmelzhütten, die auch Schrotte aus der EU aufkaufen. Insgesamt ist festzuhalten, dass die Vorhersagemöglichkeit bezüglich der Verfügbarkeit von Recyclingmaterialien kurzfristiger Vereinbarungen an diesen Märkten weiterhin eingeschränkt bleibt. Wir wollen dieser Entwicklung mit einer Erhöhung des Marktanteils und einer damit einhergehenden geografischen Diversifizierung begegnen, sind uns aber gleichzeitig bewusst, dass dadurch die Volatilität in den Raffinierlöhnen für Altkupfer und andere Recyclingmaterialien weiter zunehmen kann.

Die Materialversorgung der Anlagen zur Herstellung von Kupferprodukten erfolgt hauptsächlich mit den im eigenen Konzern hergestellten Kupferkathoden. Dies ermöglicht uns, eine höhere Wertschöpfung zu generieren und gleichzeitig die Qualität der Kupferprodukte während des gesamten Prozesses zu steuern.

Produktionsrisiken begegnen wir mit dem Asset Life Cycle Management und vorausschauenden Wartungsarbeiten, welche das Auftreten ungeplanter Produktionsstillstände reduzieren. Außerdem begegnen wir dem Risiko von Betriebsstörungen mit regelmäßigen Wartungsarbeiten und dem Vorhalten kritischer Ersatzteile. Wir haben zudem organisatorische Maßnahmen ergriffen, die der Bewältigung potenzieller Betriebsstörungen dienen, welche beispielsweise durch Ereignisse wie Hochwasser oder Feuer entstehen können.

Wie die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 an unserem Standort in Stolberg und der Hurrikan Helene im September 2024 an unserem im Bau befindlichen Standort im US-amerikanischen Augusta (Georgia) gezeigt haben, stellen Überschwemmungen bzw. Überflutungen und Wirbelstürme wesentliche physische Klimarisiken dar. Deswegen untersuchen wir in regelmäßigen Abständen, welche langfristigen Auswirkungen physische Klimarisiken unter Anwendung von Erderwärmungsszenarien auf unsere wesentlichen Produktionsstandorte haben, mit dem Ziel, daraus abgeleitete Anpassungsmaßnahmen in unsere (Investitions-) Planungen aufzunehmen. Unser Fokus liegt hierbei auf den für uns relevanten physischen Klimarisiken wie Überschwemmung/Überflutung, Starkregenereignisse, Wassermangel/Dürre und alle Risiken im Zusammenhang mit Sturm (u. a. Hurrikans, Tornados, Blitzschlag). So liegt unser Stammwerk in Hamburg im Gebiet des Hamburger Hafens und ist durch umfangreiche Flutschutzmaßnahmen (sog. Polder) gegen Hochwasserstände geschützt. Darüber hinaus existieren u. a. Alarmpläne und durch regelmäßig durchgeführte Übungen schulen wir unsere Mitarbeiter.

Um das Risiko eines potenziellen Produktionsausfalls aufgrund einer möglichen Gasmangellage, hervorgerufen durch reduzierte Liefermengen Russlands, zu reduzieren, wurden wesentliche Teile unserer Anlagen ertüchtigt und ermöglichen nun den Betrieb mit alternativen Energieträgern. Wir weisen in diesem Zusammenhang auf unsere Ausführungen im Abschnitt „Energie und Klima“ hin.

Das Risiko potenzieller Stromausfälle infolge von Instabilität des Netzes ist aufgrund der Abschaltung von Grundlastkraftwerken nach wie vor tendenziell erhöht. Wir haben verschiedene Maßnahmen eingeleitet und in Umsetzung, die die Auswirkungen eines solchen „Blackouts“ auf unsere Produktionsanlagen minimieren sollen und uns in die Lage versetzen würden, unsere Anlagen zügig wieder in Betrieb nehmen zu können, sobald das Stromnetz wieder stabil ist.# Risiko- und Chancenbericht

Risikoanalyse im Jahr 2024

Außerhalb Deutschlands beobachten wir die Versorgungssituation ebenfalls sehr genau, sehen jedoch aufgrund diversifizierter Versorgungsquellen mit Erdgas in unseren weiteren Produktionsländern, wie Belgien, Spanien, Bulgarien oder den USA, derzeit keinen Handlungsbedarf einer Umstellung der Produktion auf alternative Energiequellen. Unter Berücksichtigung der beschriebenen Maßnahmen stufen wir aus heutiger Sicht das Risiko einer unzureichenden Rohstoffversorgung als „mittel“ ein. Auch das Risiko einer stark eingeschränkten Verfügbarkeit unserer Produktionsanlagen stufen wir weiterhin als „mittel“ ein.

Logistikrisiken begegnen wir durch ein sorgfältiges, mehrstufiges Auswahl- und Bewertungsverfahren für Dienstleister, durch weitestgehende Vermeidung von Single Sourcing und den präventiven Aufbau von Back-up-Lösungen. Die Auswirkungen weltweiter Liefer- und Transportengpässe sind weiterhin spürbar. Wir arbeiten kontinuierlich daran, durch eine beschleunigte Informationsverarbeitung in der Lieferkette alternative Szenarien vorzuhalten, die jeweils eine optimierte Versorgung ermöglichen. Die für uns relevanten Schiffsbewegungen von Schüttgut- und Containerfrachtern überwachen wir kontinuierlich, um Ankunftsverschiebungen frühzeitig zu erkennen und deren Auswirkung gering zu halten. Wir greifen auf ein internationales Netzwerk an qualifizierten Dienstleistern zurück und beugen z. B. wetter- bzw. kapazitätsbedingten Risiken in der Transportkette vor, indem wir Ausfallrisiken durch vertragliche Regelungen zum Vorhalten entsprechender Alternativen minimieren. Die zum Teil eingeschränkte Passierbarkeit des Panama- sowie des Suezkanals wird von uns kontinuierlich beobachtet. Die erhöhten Transitzeiten werden in den Planungen berücksichtigt.

Kriminelle Handlungen

Aufgrund unseres Geschäftsmodells sind wir auch weiterhin ein mögliches Ziel für (organisierte) Kriminalität und müssen uns den Bedrohungen durch kriminelle Energie entgegenstellen, um potenziell signifikante Vermögensschäden zum Nachteil von Aurubis zu vermeiden. Die durch den Vorstand etablierten und sich ständig in Weiterentwicklung befindlichen Maßnahmen zur Förderung der Prozess-, Werks- und Konzernsicherheit stärken die Sicherheitsarchitektur langfristig und tragen zur Resilienz gegenüber zukünftigen Bedrohungen bei. Unter Berücksichtigung der umfangreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Werkssicherheit stufen wir das Risiko krimineller Handlungen mit „mittel“ ein.

Absatz

Neben Versorgungs- und Produktionsrisiken bestehen für den Aurubis-Konzern Absatzrisiken, die wir als „mittel“ klassifizieren. Grundsätzlich können sich Risiken aus negativen Abweichungen von unseren Einschätzungen der konjunkturellen Entwicklung der Märkte ergeben, welche wir im Abschnitt Prognosebericht darstellen.

Die Auftragslage bei Gießwalzdraht liegt aktuell auf einem moderaten Niveau, belastet durch Schwächen im Bausektor und in der Automobilbranche. Die Auftragslage bei Stranggussprodukten und Flachwalzprodukten liegt auf einem stabilen, aber niedrigeren Niveau. Dies wird durch Schwächen im Bausektor sowie in der deutschen Automobilbranche getrieben.

Das Absatzrisiko für Schwefelsäure hat sich deutlich reduziert. Mit unserem breiten Kundenportfolio sind wir derzeit gut aufgestellt und können flexibel an den Schwefelsäuremärkten auf Schwankungen reagieren. Ein Absatzrisiko besteht aktuell nicht. Mithilfe von Analysen des wirtschaftlichen Umfelds und Einschätzungen der konjunkturellen Entwicklung sind wir in der Lage, unsere jeweilige Absatzstrategie ggf. rechtzeitig an sich ändernde Rahmenbedingungen anzupassen und auf diese Weise den Risiken zu begegnen. Kathoden, die Aurubis nicht intern weiterverarbeitet, setzen wir auf internationalen Kathodenmärkten ab.

Nachhaltigkeit

Risiken in der Lieferkette (z. B. Umweltverschmutzung oder Menschenrechtsverletzungen bei Lieferanten) können Image- und Reputationsschäden für Aurubis bedeuten, negative Auswirkungen auf den Absatz unserer Produkte haben und zu etwaigen Bußgeldzahlungen im Rahmen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) führen. Zur Wahrnehmung der Sorgfaltspflicht hinsichtlich der in unserer Konzernrichtlinie „Verantwortungsvolle Beschaffung“ (RSP) verankerten Prinzipen im Bereich Lieferkette arbeiten wir mit einem Business Partner Screening, das auf den Leitsätzen der OECD basiert. Im Berichtszeitraum hat das bereichsübergreifende Projektteam den bestehenden Business-Partner-Screening- Prozess überarbeitet und ein zusätzliches Tool zur umweltbezogenen und menschenrechtlichen

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 167 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen

implementiert. Die RSP ist zum Ende des Geschäftsjahres 2023/24 aktualisiert worden. Der Ausbau des Business Partner Screening wird im folgenden Geschäftsjahr fortgeführt. Aufgrund der weiterhin hohen Bedeutung des Themas Verantwortung in der Lieferkette als Teil unseres Nachhaltigkeitsansatzes stufen wir das Risiko von Nachhaltigkeitsaspekten in der Lieferkette als „mittel“ ein.

Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Wir haben mit der Überarbeitung der Konzernstrategie im Jahr 2021 ambitionierte Nachhaltigkeitsziele für 2030 verabschiedet, für die erste strategische Projekte entwickelt wurden, die beispielsweise auf die Erhöhung unserer Recyclingquote und die Verringerung unseres CO2-Fußabdrucks abzielen. Dem Risiko, dass wir diese Ziele nicht erreichen könnten, begegnen wir mit konkreten Maßnahmen und entsprechenden Kennzahlen zur konzernübergreifenden Steuerung dieser Nachhaltigkeitsziele. Daneben engagieren wir uns in Initiativen zu Nachhaltigkeitsthemen wie Klima- und Umweltschutz oder verantwortungsvolle Wertschöpfungsketten. Dazu zählt u. a. das Bekenntnis von Aurubis zu „The Copper Mark“. Diese Initiative beinhaltet eine Überprüfung von Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards von Kupferproduktionsstandorten, einschließlich Minen, Schmelzbetrieben und Raffinerien sowie weiterverarbeitender Betriebe und orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, den Sustainable Development Goals (SDGs). Eine Übersicht über die Copper-Mark-zertifizierten Aurubis-Standorte finden Sie in der nichtfinanziellen Berichterstattung Zertifizierung nach Standorte.

Energie und Klima

Aurubis nimmt den Schutz des Klimas sehr ernst. Unseren Anspruch machen wir auch durch die Veröffentlichung der Kennzahlen der Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen (CO2) im Rahmen des gesonderten nichtfinanziellen Berichts nfB CO2-Emissionen deutlich. Aurubis begegnet den Risiken aus dem Klimawandel u. a. mit einem Energiemanagementsystem und einer konsequenten Umsetzung identifizierter Energieeffizienz- und CO2-Minderungs-Potenziale an allen Standorten.

Im Rahmen der weiterentwickelten Unternehmensstrategie sind Nachhaltigkeitsziele bis 2030 definiert. Dazu gehören unsere CO2- Reduktionsziele, die von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validiert wurden und zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 °C gemäß dem Pariser Klimaabkommen beitragen. Demnach wollen wir bis 2030 unsere absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen umf 50 % sowie unsere Scope-3-Emissionen (CO2) um 24 % pro Tonne Kupferkathode im Vergleich zu 2018 senken. Darüber hinaus streben wir an, bis deutlich vor 2050 klimaneutral zu sein.

Zur Erreichung dieser Ziele wurde eine Dekarbonisierungsroadmap erarbeitet, die stetig weiterentwickelt wird. Im Oktober 2023 wurde innerhalb der Konzernfunktion Corporate Sustainability and External Affairs der Bereich Group Decarbonization etabliert. Dieser ist verantwortlich für die Entwicklung und Steuerung der konzernweiten Dekarbonisierungsstrategie, -ziele und -roadmap. Group Decarbonization koordiniert und steuert die Implementierung von standortspezifischen Dekarbonisierungsroadmaps und unterstützt die Standorte bei der Weiterentwicklung und Umsetzung.

Wir berichten nach dem Rahmenwerk der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) und kategorisieren Klimarisiken entsprechend der Definition in physische und transitorische Risiken. Zu den physischen Risiken gehören die im Abschnitt „Versorgung und Produktion“ beschriebenen Risiken durch Extremwetterereignisse, sowohl in unseren Betrieben als auch in der Transportkette. Den Risiken in der Transportkette begegnen wir u. a. durch die geografische Diversifikation in der Lieferkette, die Bevorratung von Sicherheitsbeständen zur Aufrechterhaltung der Produktion und das Vorhalten alternativer Logistikdienstleister. Darüber hinaus beobachten wir die Pegelstände (Hoch-/Niedrigwasser) auf wichtigen Wasserstraßen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen zur Aufrechterhaltung unserer Logistikwege bzw. unserer Kühlprozesse oder aber Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen einleiten zu können. Wie die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 an unserem Standort in Stolberg und der Hurrikan Helene im September 2024 an unserem im Bau befindlichen Standort im US-amerikanischen Augusta (Georgia) gezeigt haben, stellen Überschwemmungen bzw. Überflutungen und Wirbelstürme wesentliche physische Klimarisiken dar. Deswegen untersuchen wir in regelmäßigen Abständen, welche langfristigen Auswirkungen physische Klimarisiken unter Anwendung von Erderwärmungsszenarien auf unsere wesentlichen Produktionsstandorte haben, mit dem Ziel, daraus abgeleitete Anpassungsmaßnahmen in unsere (Investitions-)Planungen aufzunehmen.

Zu den transitorischen Risiken gehören v. a. technologische und politische Risiken. Wir begrüßen einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien, jedoch muss dieser mit dem Netzausbau und Aufbau von Speichertechnologien synchronisiert werden, damit einerseits die Versorgungssicherheit uneingeschränkt gewährleistet bleibt und andererseits die Systemkosten bezahlbar bleiben (technologische Risiken).# Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24

Brief des Vorstands

Bericht des Aufsichtsrats

Corporate Governance

Die Aktie

Nichtfinanzieller Bericht

Zusammengefasster Lagebericht

Zur Erhöhung der grundsätzlichen Versorgungssicherheit der jeweiligen Standorte haben wir inzwischen geeignete Maßnahmen im Wesentlichen umgesetzt. Diese betreffen die Möglichkeit einer alternativen Energieversorgung durch LPG bzw. Heizöl, um an unseren deutschen Standorten Hamburg, Lünen, Emmerich und Stolberg nicht oder nur in geringem Ausmaß von einer Abschaltung der Gaszufuhr bei einem möglichen Eintreten einer Gasmangellage betroffen zu sein. Wir betrachten diese Umbaumaßnahmen als einen hilfreichen Schritt, um die Produktion im Krisenfall aufrechterhalten zu können. An unseren europäischen Standorten Pirdop und Pori wird zurzeit kein Erdgas zur Produktion verwendet. In Pirdop wird ein Anschluss an das Gasnetz voraussichtlich 2025 erfolgen und damit eine weitere Bezugsquelle zur Verfügung stehen. Unsere belgischen Standorte Beerse und Olen sowie der Standort Berango profitieren von einem diversifizierteren Versorgungskonzept im Vergleich zu Deutschland.

Um unsere Dekarbonisierungsziele weiter voranzutreiben, bereiten wir die Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff vor. 2021 wurde eine Versuchsreihe zum Einsatz von Wasserstoff im Anodenofen im Zuge des Norddeutschen Reallabors in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) erfolgreich durchgeführt. 2024 wurden rund 40 Mio. € in den Umbau der Anodenöfen investiert, die nun zum Einsatz von Wasserstoff vorbereitet sind. Maßnahmen zur Steigerung der Flexibilität sind z. B. die inzwischen realisierte Lieferung von Regelenergie durch die Elektrolyse, vergütete Teil-Abschaltung bei Stromengpässen oder der Einsatz unserer Power-to-Heat-Anlage, um bei Stromüberschuss Dampf durch Strom zu erzeugen. Darüber hinaus haben wir einen seit 2010 gültigen Stromliefervertrag, der den wesentlichen Anteil des Strombedarfs unserer deutschen Standorte langfristig sichert.

Aufgrund der sich stetig ändernden politischen Rahmenbedingungen haben die politischen Risiken einen wesentlichen Einfluss auf unser Geschäft:

  • Steigende Belastungen durch Veränderungen bei potenziellen Kostentreibern wie z. B. dem nationalen und europäischen Emissionshandel, den Netzentgelten oder der Ökosteuer lassen sich nur schwer verlässlich quantifizieren.
  • Das von der Bundesnetzagentur (BNetzA) Ende Juli 2024 gestartete Konsultationsverfahren zur Reform der individuellen Netzentgelte nach § 19 II StromNEV stellt ein erhebliches Risiko dar. Nach dem von der BNetzA skizzierten Modell soll das Bandlastmodell bereits ab Anfang 2026 entfallen und künftig nur noch flexibles und netzdienliches Verhalten honoriert werden. Da dies aufgrund produktionstechnischer Restriktionen nur sehr eingeschränkt möglich ist, besteht hier für die Standorte in Hamburg und Lünen ein erhöhtes Risiko steigender Netzentgelte.
  • Auch zwischen 2021 und 2030 erhält die kupferproduzierende und -verarbeitende Industrie freie Zuteilungen für die direkten CO2-Emissionen und die Strompreiskompensation aufgrund des Carbon- Leakage-Status. Für alle Standorte, die am Emissionshandel teilnehmen, wurden die freien Zuteilungen von CO2-Zertifikaten ab 2021 in der beantragten Höhe genehmigt. Bis 2025 erfolgen diese in konstanter Höhe. Allerdings werden wir ab 2026 deutliche Kürzungen in den freien Zuteilungen sehen, da sich die Faktoren für die Berechnung signifikant reduziert haben. Für den Gesamtkonzern erwarten wir bis 2030 jedoch keine zusätzliche Belastung durch etwaige notwendige Käufe von CO2-Zertifikaten. Der Preis für CO2-Zertifikate ist im vergangenen Jahr stark gefallen, wir erwarten jedoch langfristig durch die sinkenden Zuteilungen wieder steigende Preise. Die Höhe der Strompreiskompensation von indirekten CO2-Kosten beträgt weiterhin mindestens 50 % der Belastung.

Unter die weiter oben bereits beschriebenen Dekarbonisierungsziele fallen unterschiedliche Projekte an den einzelnen Produktionsstandorten. Dazu gehören die oben beschriebene Testreihe zur direkten Nutzung von Wasserstoff im Kupferproduktionsprozess und der Umbau der Anodenöfen in Hamburg. Wir haben an unserem Standort in Pirdop im Geschäftsjahr 2023/24 die Kapazität für Photovoltaik weiter ausgebaut. im Kalenderjahr 2025 wird die PV-Erzeugung mit den nächsten Ausbaustufen auf 38.900 MWh steigen. Ferner liefern wir an unserem Standort in Hamburg bereits seit einigen Jahren CO2-freie Industriewärme ins Fernwärmesystem der „enercity“ zur Versorgung der östlichen HafenCity. Der während des großen Stillstands in Hamburg erfolgte Umbau der weiteren Stränge der Kontaktanlage Werk Ost (KAWO) ist erfolgreich abgeschlossen und die Inbetriebnahme und Wärmelieferung unserer CO2-freien Industriewärme an die Hamburger Energiewerke wird noch im Herbst 2024 beginnen. Mit der Erweiterung können dann bis zu 28.000 Haushalte mit CO2-freier industrieller Abwärme beliefert werden.

Auch die Umstellung unserer Stromlieferverträge auf den Bezug von CO2-freiem Strom wird vorangetrieben. So wird an unserem Standort Olen in Belgien seit Januar 2023 durch einen Zehnjahres- Grünstrom-Liefervertrag (PPA) 12 MW Strom aus dem Offshore-Windpark SeaMade geliefert. Mit diesem Vertrag reduzieren wir den CO2-Ausstoß am Standort um 42.000 t Scope-2-Emissionen jährlich.

  • Die Gesamtemissionen im Kalenderjahr 2023 für alle Produktionsstandorte betrugen rund 5,8 Mio. t CO2 (Scope 1 + 2: 1,2 Mio. t CO2; Scope 3: 4,6 Mio. t CO2). Bei der Kupferproduktion werden jedoch neben Kupfer z. B. noch Gold, Silber, Platin, Palladium, weitere Edelmetalle, aber auch Baustoffe wie Eisensilikatgestein gewonnen. Diese zusätzlichen Metalle und Nebenprodukte würden in alternativen Produktionsverfahren bei anderen Unternehmen unter Ausstoß wesentlich höherer CO2-Emissionen produziert werden. Basierend auf einer externen Studie anhand von veröffentlichten Emissionsfaktoren würden die bei Aurubis gewonnenen o. g. Metalle und Beiprodukte bei herkömmlicher Produktion zu zusätzlichen 3,5 Mio. t CO2-Emissionen p. a. führen. Bei Aurubis jedoch fallen diese zusätzlichen Emissionen wegen unserer energieeffizienten Prozesse auch aufgrund der Vorteile des Hüttennetzwerks eben nicht an, wodurch die bei uns produzierten Metalle, inklusive Kupfer, einen sehr geringen CO2- Fußabdruck aufweisen.

Marktrisiken bestehen für uns v. a. in der schwer vorhersehbaren Entwicklung der Preise für Strom, Erdgas und CO2. Wir sichern uns zwar grundsätzlich gegen kurzfristige Marktpreisschwankungen durch frühzeitigen Einkauf zu gewissen Teilen ab, gegen kontinuierlich steigende Preise haben diese Absicherungsmaßnahmen jedoch nur eine begrenzte Wirkung. Für die im Strompreis enthaltenen CO2- Kosten der Energieunternehmen (sog. indirekte Emissionen) erhalten wir bisher im Rahmen der Beihilfeleitlinien eine Kompensation inklusive ergänzender Beihilfe (Super Cap) von bis zu 90 % in Deutschland und Belgien, in Bulgarien bisher noch keine. Der verbleibende Teil ist weiterhin den Risiken von CO2-Preisanstiegen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen kundenseitig steigende Anforderungen an die Transparenz über die Zielsetzung und die Strategie bezüglich effektiver Produktionsprozesse sowie der Energie- und CO2-Effizienz. Die Kundenanforderungen können zukünftig einen Einfluss auf den Absatz von Kupferprodukten nehmen, insbesondere hinsichtlich Kundenakquisition und Kundenbindung. Diesen Transparenzanforderungen begegnen wir u. a. mit der jährlichen Teilnahme an verschiedenen Klimareportings, die unabhängig bewertet werden, wie z. B. beim CDP (ehemals Carbon Disclosure Project), in dem wir mittlerweile einen Score von A- erreichen, und mit der oben beschriebenen Verpflichtung zur Umsetzung der Ziele der SBTi. Das Thema Energie und Klima und die damit einhergehenden Risiken stufen wir weiter als „hoch“ ein.

Umweltschutz

Unsere Produktion geht grundsätzlich mit einem ökologischen Fußabdruck einher, den wir durch geeignete Maßnahmen so gering wie möglich halten. Unser Ziel ist, den Fußabdruck kontinuierlich weiter zu verringern. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass sich umweltrechtliche oder regulatorische Bestimmungen weiter verschärfen, wodurch zusätzliche Umweltschutzmaßnahmen notwendig werden, die zu entsprechenden Mehraufwendungen führen. Außerdem kann es zu Einschränkungen bei der Produktion und der Vermarktung von Produkten kommen. Eine dieser regulatorischen Bestimmungen ist die europäische Luftqualitätsrahmenrichtlinie, die aktuell mit dem Risiko möglicher unverhältnismäßiger Verschärfungen überarbeitet wird. Wir bringen unser Anliegen regelmäßig bei Vertretern der nationalen und europäischen Politik vor. Darüber hinaus können Umweltrisiken, die beispielsweise aus der möglichen Nichteinhaltung von Grenzwerten resultieren, ebenso wie Verstöße gegen Auflagen rechtliche Konsequenzen haben. Um dem zu begegnen, sorgen wir für einen rechtskonformen und möglichst umweltfreundlichen Betrieb unserer Produktionsanlagen. Hier sei als Beispiel unsere Investition in die Reduzierung diffuser Emissionen am Standort Hamburg zu nennen. Im Umweltschutz sind wir international führend. Dies belegen z.B. die jährlichen Zertifizierungen nach ISO 14001 und EMAS sowie die weitere Verbesserung der Punktezahl im EcoVadis-Rating. Wir sehen uns hier auch für die Zukunft gut aufgestellt. Gleichwohl können betriebliche Störungen, die zu Beeinträchtigungen der Umwelt führen, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Wir reduzieren das Risiko Umweltschutz in unserer Einstufung von „hoch“ auf „mittel“, weil wir u. a.

Konzernabschluss

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Risiko- und Chancenbericht# Risiko- und Chancenbericht

Finanzen und Finanzierung

Metallpreis- und Währungskursschwankungen stellen ein potenzielles Risiko beim Metallein- und -verkauf dar. Durch Devisen- und Metallpreisabsicherungen (Hedging) reduzieren wir dieses Risiko maßgeblich.

Metallüberhänge sichern wir täglich durch Finanzinstrumente wie Spot- und Forward-Kontrakte ab. Gleiches geschieht durch den Abschluss von Kassa- und Devisentermingeschäften zur Fremdwährungsabsicherung. Devisenrisiken aus Wechselkursschwankungen für Metallgeschäfte in Fremdwährung minimieren wir auf diese Weise. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, wählen wir nur Gegenparteien mit guter Bonität für Sicherungsgeschäfte aus.

Wir sichern erwartete Mittelzuflüsse aus Fremdwährungen, insbesondere US-Dollar, teilweise durch Optionen und Devisentermingeschäfte ab. Wir setzen dies zukünftig fort und gehen davon aus, die Risiken aus Metallpreis- und Währungskursschwankungen mit diesen Maßnahmen auf ein vertretbares Niveau reduzieren zu können. Zudem wirkt unser Projekt Aurubis Richmond in den USA bezogen auf unser US- Dollar-Exposure gegenläufig.

Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sichern wir weitgehend durch Warenkreditversicherungen ab. Eigenrisiken lassen wir nur sehr begrenzt und nach Prüfung zu. Die Entwicklung der ausstehenden Forderungen verfolgen wir eng. Im Berichtszeitraum kam es zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen. Wir sehen auch zukünftig keine erhöhten Risiken.

Risiken, die aus einem Wiederaufleben der Staatsschuldenkrise im Euroraum resultieren können, haben das Potenzial, die in diesem Abschnitt beschriebenen Einzelrisiken wie z. B. Forderungsausfall oder Liquidität kumulativ wirken zu lassen. Vor allem aus diesem Grund stufen wir die Risiken aus Finanzen und Finanzierung als „mittel“ ein.

Informationstechnologie

Aurubis unterliegt IT-Risiken hinsichtlich der Informationssicherheitsziele der Vertraulichkeit, der Verfügbarkeit und der Integrität von Informationswerten. Diese können sich z. B. in den Bereichen Versorgung, Produktion und Absatz sowie Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und Standorten sowie mit Kunden und Partnern niederschlagen und wurden in ihrer Risikoeinschätzung entsprechend berücksichtigt.

Verfügbarkeitsrisiken unserer IT-Systeme begegnen wir durch Maßnahmen wie z. B. kontinuierliches Monitoring, redundante Auslegung und stetige Anpassung an den Stand moderner IT-Architekturen. Wir begegnen Risiken aus möglichen Störungs- oder Katastrophenfällen durch die redundante Auslegung besonders kritischer IT-Infrastrukturen sowie mittels Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätsplänen und dazugehöriger Tests und Übungen.

Risiken, die aus unbefugten Zugriffen auf Unternehmensdaten sowie Cyber-Risiken entstehen können, begrenzen wir durch eine restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen, durch Sicherheitsüberprüfungen und durch den Einsatz moderner Sicherheitstechnologien. Um dem gestiegenen Schutzbedarf gerecht zu werden, welcher aus einem weltweit erhöhten Bedrohungspotenzial und den Erfahrungen der Cyber-Attacke auf die Aurubis im Oktober 2022 resultiert, haben wir in zusätzliche Sicherheitstechnologien investiert und die dahingehenden Prozesse überprüft und ggf. angepasst. Zudem lassen wir die Cyber-Security regelmäßig durch Dritte prüfen und bewerten und nutzen die Erkenntnisse für eine Verbesserung dieser Maßnahmen. Außerdem wurde die Aurubis AG im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich nach ISO 27001 zertifiziert. Wir stufen das IT-Cybersecurity-Risiko weiterhin mit „hoch“ ein.

Im Rahmen der Vorbereitung der Unternehmensgruppe auf die neuen EU-Gesetzgebungen (z. B. unter anderem NIS 2) unterstützt Corporate IT mit zahlreichen Initiativen im Bereich Produktions-IT (OT) die Standorte. Zu nennen sind hier u. a. die Ausarbeitung der Corporate OT Security Policy sowie die Unterstützung bei der Umsetzung z. B. durch OT Risk Management Workshops an allen Standorten. Darüber hinaus koordiniert Corporate IT die Umsetzung der NIS-2-Maßnahmen über das Informationssicherheitsmanagementsystem.

Personal

In Anbetracht des demografischen Wandels, des zunehmenden Fach- und Arbeitskräftemangels sowie anhaltender Krisen erkennen auch wir die steigende Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt sowie den stark gestiegenen Wettbewerb um die besten Talente. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, eine attraktive Arbeitgebermarke aufzubauen und unsere Recruiting- und Talentmanagement-Exzellenz weiter zu stärken. Wir setzen dafür gezielt auf die konsequente Implementierung unserer attraktiven Arbeitgebermarke und auf zielgruppenspezifische sowie vielfaltsorientierte Personalmarketingkampagnen, den Ausbau des Hochschulmarketings sowie bereichs- und länderübergreifendes Talentmanagement. In diesem Kontext haben wir u. a. unser Ambassador-Programm auf LinkedIn ins Leben gerufen, bei dem ausgewählte Kolleginnen und Kollegen darüber berichten, was uns als Arbeitgeber ausmacht. Zudem generieren wir über unser ausgebautes Studierendennetzwerk für Werkstudierende und Praktikantinnen und Praktikanten potenzielle, interessante Kandidatinnen und Kandidaten für Einstiegspositionen sowie für unser Trainee- Programm.

Unsere kontinuierliche Investition in eine bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildung bleibt ein zentrales Element, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und den benötigten Personalbedarf sicherzustellen. Hierzu sind in Hamburg und Lünen hochmoderne Ausbildungswerkstätten vorhanden, die die Grundlage für eine zukunftsorientierte, hochwertige und mehrfach ausgezeichnete Ausbildung (industrielle und kaufmännische Ausbildung sowie duale Studiengänge) darstellen. Um diese Zielgruppen zu erreichen und für uns zu gewinnen, setzen wir auf moderne und innovative Recruiting- und Personalmarketinginstrumente und ermöglichen beispielsweise auch eine unkomplizierte Kontaktaufnahme über soziale Medien.

Um dieser Entwicklung proaktiv zu begegnen, setzen wir nicht nur auf die Einstellung neuer Talente, sondern legen einen starken Fokus auf die Entwicklung und Begleitung unserer internen Talente auf individuellen Entwicklungswegen sowie auf die nachhaltige Sicherung und den Aufbau von Schlüssel- und Zukunftskompetenzen. Wir sehen es als unsere Verantwortung, ein systematisches Talent Development aufzubauen, das nicht nur Maßnahmen zur individuellen Karriereförderung bietet, sondern auch ein umfassendes Talent-Mentoring-Programm beinhaltet. Zur Sicherstellung eines konzernweiten Wissensmanagements haben wir den Wissenstransfer als strukturierte Wissensmanagementmethode im Rahmen der Nachfolgeplanung erfolgreich in der Aurubis AG etabliert.

Um unsere Organisation weiterzuentwickeln und ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, fördern wir Vielfalt und eine klare Null- Toleranz-Haltung gegenüber jeglicher Diskriminierung, Hass und Vorurteilen. Dies realisieren wir durch regelmäßige Schulungen, unser konzernweit verbindliches Vielfaltsbekenntnis sowie eine neu geschaffene Diskriminierungsrichtlinie und die Etablierung von Diskriminierungsbeauftragten je Standort.

Wir stufen die Risiken im Bereich Personal weiterhin mit „mittel“ ein.

Sonstiges

Die Bereiche Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben bei uns einen hohen Stellenwert. Die Verantwortung hierfür tragen das Management und die Führungskräfte sowie jeder Einzelne im Unternehmen. Alle Produktionsstandorte sind nach ISO 45001 zertifiziert. Detaillierte Gefährdungsbeurteilungen, Auditierungen, Weiterbildungen sowie Kampagnen zur Stärkung des Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins unterstützen unser Ziel: Vision Zero – also null arbeitsbedingte Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen. Ein stringentes Monitoring unserer Arbeitssicherheits- Performance sowie die entsprechende Ableitung von Maßnahmen bleiben weitere Bausteine zur Erreichung unserer Vision.

Seit Beginn des Geschäftsjahres wurde an allen Standorten des Konzerns das bestehende Arbeitssicherheitsmanagement von einer unabhängigen externen Fachberatung überprüft. Die Analyse wurde im Juli 2024 abgeschlossen und Handlungsfelder zur Verbesserung benannt. Die Implementierung geeigneter Maßnahmen hat im Werk Hamburg als Pilotstandort begonnen und wird im Laufe der folgenden Geschäftsjahre auf weitere Standorte ausgerollt. Im Juli 2024 ereignete sich ein tödlicher Arbeitsunfall eines Fremdfirmenmitarbeiters bei der Vorbereitung von Gerüstbauarbeiten, woraufhin umgehend Untersuchungen eingeleitet wurden. Die Ergebnisse erfordern eine konzernweite Überarbeitung der Prozesse zum Fremdfirmenmanagement, die derzeit umgesetzt werden.

Für die erfolgreiche Umsetzung unserer strategischen Wachstumsprojekte ist eine Vielzahl von Faktoren relevant. Gleichzeitig bestehen Risiken wie z. B. Steigerungen bei Energie-, Material- oder Betriebskosten, Marktveränderungen oder bezüglich der Verfügbarkeit von geeignetem Personal, die eine Überarbeitung der Priorisierungen, des jeweiligen Projektumfangs und Zeitplans erforderlich machen können. Wir begegnen dem mit einem klar definierten Stage-Gate-Prozess für die Genehmigung strategischer Projekte, Vorgaben für Projektorganisation und -steuerung einschließlich der Überwachung kritischer Kennzahlen sowie einem aktiven Personal- und Talentmanagement.# Risiko- und Chancenbericht

Darüber hinaus haben wir ein entsprechendes strategisches Frühwarnsystem zur Prognose möglicher strategisch relevanter Veränderungen und Marktentwicklungen eingeführt. Insgesamt betrachten wir die strategische Projektpipeline als sehr robust aufgestellt, weil die jeweiligen Projekte einzeln und weitgehend unabhängig voneinander umgesetzt werden und wir auf mögliche Veränderungen frühzeitig reagieren können. Dennoch können zeitliche oder finanzielle Änderungen der Projektergebnisse nicht ausgeschlossen werden. Wir stufen das verbleibende Risiko als „mittel“ ein.

Der Verstoß gegen Gesetze kann sowohl für Aurubis als Konzern als auch für seine Mitarbeiter und Geschäftspartner schwere Folgen haben. Wesentliche Compliance-Risiken identifiziert, analysiert und adressiert das Compliance-Management bzw. die für das jeweilige Rechtsgebiet verantwortliche Konzernfunktion (z. B. die Umweltschutz-Abteilung). Rechts- und Steuerrisiken begegnen wir mit organisatorischen Maßnahmen und klaren Führungsstrukturen. Im Falle von kriminellen Handlungen werden umgehend arbeitsrechtliche Maßnahmen und zivilrechtliche Schadensersatzansprüche geltend gemacht. Eine ausführliche Erläuterung des Compliance-Management-Systems befindet sich im Kapitel Corporate Governance Kontroll- und Risikomanagementsystem sowie Compliance. Zudem decken wir ausgesuchte Risiken weitgehend über Versicherungen ab. Hierbei bedienen wir uns der Expertise eines externen Versicherungsmaklers.

Nichtfinanzielle Risiken im Rahmen des gesonderten nichtfinanziellen Berichts

Die Risikobewertung haben wir gemäß § 289c Abs. 3 HGB vorgenommen. Insgesamt haben wir keine nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf Arbeitnehmer- und Umweltbelange, die Achtung der Menschenrechte, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Sozialbelange haben werden. Uns ist es jedoch wichtig, nichtfinanziellen Risiken zu begegnen, auch wenn sie nach der strengen Definition des HGB als nicht wesentlich eingestuft wurden. Daher haben wir entsprechende Managementansätze entwickelt und implementiert.

Internes Kontrollsystem

Ziel

Unser internes Kontrollsystem (IKS) umfasst alle Grundsätze, Richtlinien, Verfahren und Maßnahmen, die ausgerichtet sind auf die Umsetzung der Entscheidungen des Vorstands

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 172

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Brief des Vorstands
Bericht des Aufsichtsrats
Corporate Governance
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Risiko- und Chancenbericht

» zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit unserer Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Vermögensschutz, einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),
» zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit unserer Rechnungslegung (internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzern-Rechnungslegungsprozess) sowie
» zur Einhaltung der für den Aurubis-Konzern maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das IKS ist als fester Bestandteil unserer zentralen und dezentralen internen Steuerungs- und Überwachungsprozesse etabliert. Es umfasst auch ein an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtetes Compliance-Management-System. Das IKS ist in einer Konzernrichtlinie dokumentiert.

Verantwortung

Der Vorstand der Aurubis AG trägt die Gesamtverantwortung für das IKS. Die Konzernfunktionen Compliance und Risikomanagement unterstützen den Vorstand u. a. bei der systemischen Weiterentwicklung und sind für die Organisation der jeweiligen Berichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Umsetzung sind die jeweiligen Ebenen des Konzerns verantwortlich, die sich aus der Organisationsstruktur ergeben. Außerdem sind Verantwortlichkeiten durch Konzernrichtlinien sowie dezentrale Verhaltensanweisungen und Regelungen festgelegt.

Überwachung

Das IKS unterliegt einer regelmäßigen Überwachung. Diese erfolgt prozessintegriert und prozessunabhängig. Zur prozessintegrierten Überwachung zählen die in die Aufbau- und Ablauforganisation integrierten Sicherungsmaßnahmen und Kontrollen. Hierzu zählen u. a. Berechtigungskonzepte, Zugriffs- und Zugangsbeschränkungen, Funktionstrennungen, Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfungen sowie die Überwachung von Limits. Die Maßnahmen und Kontrollen werden regelmäßig in der Organisation beurteilt. Als prozessunabhängige Instanz überwacht die Interne Revision durch systematische Prüfungen das IKS sowie dessen Einhaltung. So trägt sie zur Ordnungsmäßigkeit sowie Verbesserung der Geschäftsprozesse und Wirksamkeit der installierten Maßnahmen und Kontrollen bei. Darüber hinaus befasst sich das Audit Committee regelmäßig mit der Wirksamkeit des IKS. Zusammen mit dem Vorstand informieren die Interne Revision sowie die Konzernfunktionen Compliance und Risikomanagement das Gremium über aktuelle Entwicklungen.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, bezogen auf den Konzern-Rechnungslegungsprozess (Bericht gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB)

Ziel des IKS für den Rechnungslegungsprozess ist, zu gewährleisten, dass

» ein regelungskonformer Abschluss erstellt wird,
» die Rechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist,
» Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden und
» gesetzliche Normen und interne Richtlinien zur Rechnungslegung eingehalten werden.

Prozess und Verantwortung

Die Aurubis AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des Aurubis-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften, die ihre Abschlüsse lokal erstellen und über ein konzerneinheitlich definiertes Datenmodell an die Abteilung Corporate Accounting übermitteln. Die Verantwortung für die Einhaltung der konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme liegt bei den Konzerngesellschaften.

Wesentliche Grundlagen

Das auf den Konzern-Rechnungslegungsprozess bezogene IKS beinhaltet folgende wesentliche Grundlagen:

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 173

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Risiko- und Chancenbericht

» Sicherstellung der normgerechten Bilanzierung bei der Erstellung des Einzelabschlusses der Aurubis AG durch systemseitig implementierte Kontrollen, die ergänzt werden durch manuelle Kontrollen der Rechnungslegung und weitere Genehmigungs- und Freigabeverfahren (Funktionstrennungen, Zugriffsregelungen und -beschränkungen, Anwendung des Vieraugenprinzips, Regelungen zum Zahlungsverkehr)
» Sicherstellung konzerneinheitlicher Bilanzierung nach IFRS durch die Anwendung einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Richtlinien, zentrale Prüfung der Reporting Packages, Abweichungsanalyse zum Budget und quartalsweise Berichterstattung im Rahmen zentral stattfindender Ergebnisdurchsprachen
» Erfassung der externen Rechnungslegung und der internen Berichterstattung durch alle Konzerngesellschaften in einem einheitlichen Konsolidierungs- und Berichtssystem
» Gesamtkonsolidierung des Konzernabschlusses durch das Corporate Accounting, das die Konsolidierungsmaßnahmen, Abstimmungsarbeiten und die Überwachung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben zentral durchführt
» Unterstützung der lokalen Gesellschaften in Fragen der Rechnungslegung durch zentrale Ansprechpartner im Corporate Accounting
» Klärung spezieller fachlicher Fragestellungen und komplexer Sachverhalte fallbezogen unter Einbeziehung externer Sachverständiger

Chancenmanagementsystem

Neben dem Risikomanagement ist auch die Beurteilung von Chancen ein wichtiger Bestandteil der Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse des Aurubis-Konzerns. Das Ziel besteht darin, interne und externe Chancen, die sich positiv auf unseren wirtschaftlichen Erfolg auswirken können, frühzeitig zu identifizieren. Diese Chancen werden beurteilt und gegen die mit ihnen einhergehenden Risiken abgewogen. Die Ergebnisse dieser Beurteilung gleichen wir mit unserer Unternehmensstrategie und dem Portfolio strategischer Projekte und Projektideen ab, um mögliche Lücken oder weitergehende Potenziale zu erkennen. Im nächsten Schritt definieren wir dann Anpassungen oder neue Initiativen und Maßnahmen, um auch die neuen Chancen zu adressieren. Der Prozess der Identifizierung und Beurteilung von Chancen ist in dieser Hinsicht ein Teil unseres jährlichen integrierten Strategie- und Planungsprozesses. Für eine zeitnahe Erkennung möglicher Chancen beobachten und analysieren wir kontinuierlich unsere Märkte auf der Angebots- und Nachfrageseite, das Wettbewerbsumfeld sowie die relevanten regionalen und globalen Trends. Darüber hinaus ist die Identifizierung von potenziellen Chancen auch tägliche Managementaufgabe – sowohl auf Ebene der operativen Bereiche als auch auf Ebene des Konzerns.

Erläuterung der wesentlichen Chancen

Steigende weltweite Nachfrage nach Kupfer und Technologiemetallen

Kupfer ist eines der wichtigsten Industriemetalle für nachhaltigen wirtschaftlichen und technischen Fortschritt, das gilt sowohl für die Erhaltung und Verbesserung der Infrastruktur wie auch für wesentliche Industriebereiche. Die Kupfernachfrage folgt dem weltweiten Wirtschaftswachstum, insbesondere in der Elektro-, Elektronik-, Energie-, Bau- und Automobilindustrie. Während globale Trends wie Urbanisierung und das weltweite Wachstum der Mittelschicht unverändert wirken, werden v. a. für den globalen Ausbau der Digitalisierung, der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien wachsende Mengen an Kupfer und anderen Metallen wie beispielsweise Nickel, Platin, Palladium, Selen und Tellur benötigt.# Risiko- und Chancenbericht

Dies gilt umso mehr, da der Ausbau erneuerbarer Energien, der Energieübertragung und dezentraler Energieversorgung sowie der entsprechenden Infrastruktur durch die anhaltenden energiepolitischen Entwicklungen noch an Bedeutung gewonnen hat. Im Bereich der Digitalisierung nehmen derzeit die Bedeutung künstlicher Intelligenz und der Ausbau von Datenzentren zu. Sollten sich die Konjunktur und Nachfrage nach unseren Produkten in den für uns relevanten Märkten günstiger entwickeln als derzeit erwartet, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Veränderungen der Schmelz- und Raffinierlöhne sowie der Marktpreise für unsere Produkte

Die Ergebnislage des Aurubis-Konzerns wird wesentlich bestimmt von der Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate, Altkupfer und sonstige Recyclingmaterialien und durch die Marktpreise für unsere Produkte wie Gießwalzdraht, Kupferkathoden und Schwefelsäure sowie Edel- und Nebenmetalle. Sollten sich die Schmelz- und Raffinierlöhne sowie die Marktpreise der Produkte positiver entwickeln als derzeit prognostiziert, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben. Entsprechend stellt das derzeit niedrige Niveau der Schmelzlöhne für Kupferkonzentrate aktuell einen Risikofaktor dar, kann jedoch in Zukunft auch Chancen bieten.

Steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

Aurubis ist weltweit eines der führenden Unternehmen für das Recycling von Kupfer und komplexen Recyclingrohstoffen. Das gilt auch im Hinblick auf die eigene Nachhaltigkeit unter ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien. Angesichts der weiter steigenden Bedeutung von Ressourceneffizienz gehen wir von einem wachsenden Bedarf an Recyclinglösungen und verlustarmer Metallerzeugung und -wiedergewinnung aus. Dies wird zunehmend durch eine strengere nationale und internationale Gesetzgebung und Initiativen wie den European Green Deal unterstützt und gefordert. Gleichzeitig werden von Kunden und Lieferanten auch zunehmend höhere Nachhaltigkeitsanforderungen gestellt, wovon Aurubis ebenfalls profitieren kann. Dank unserer Multimetall-Recyclingaktivitäten und des Zugangs zu unseren Kupferproduktkunden sehen wir uns in der Lage, erweiterte Lösungen für geschlossene Kreislaufsysteme anzubieten. Das Hüttennetzwerk der Aurubis umfasst mittlerweile zwei Primär- und vier Recyclingstandorte, deren Prozessstärken wir zur Optimierung der Materialflüsse und des Metallausbringens nutzen. Mit unserem neuen Recyclingwerk Aurubis Richmond in den USA bauen wir nun auch unser regionales Leistungsangebot in Nordamerika deutlich aus, die zweite Ausbaustufe ist bereits parallel im Bau. Sollten sich die nationalen und internationalen Vorschriften für Recycling ausweiten und die Nachfrage nach Recyclinglösungen, insgesamt oder mit steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen, in unseren Märkten stärker als erwartet wachsen, könnte sich dies ebenfalls positiv auf die Beschaffungs- und damit Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns auswirken.

Weiterentwicklung der Kompetenzen zur Verarbeitung komplexer Rohstoffe

Sowohl primäre als auch sekundäre Rohstoffe werden insofern komplexer, als die Gehalte an Kupfer abnehmen und die Konzentrationen an Begleitelementen und Verunreinigungen zunehmen. Eine besondere Stärke von Aurubis liegt darin, komplexe Primär- und Sekundärrohstoffe im konzerneigenen Hüttennetzwerk zu verarbeiten. Aurubis investiert gezielt in interne Projekte, um die Verarbeitungsfähigkeiten und -kapazitäten in diesem Bereich weiter auszubauen, die Effizienz seiner Produktionsprozesse weiter zu steigern und damit werthaltige Metalle noch besser und schneller auszubringen. Die Projekte zum Ausbau und zur Optimierung der Elektrolyt- und Anodenschlammverarbeitung an unseren belgischen Standorten sind bereits fertiggestellt bzw. stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Das Projekt Complex Recycling Hamburg (CRH) zur Verbesserung der Recyclingfähigkeiten im Hauptwerk in Hamburg ist ebenfalls im Bau. Mit unserem modularen Recyclingkonzept, das in unserem neuen Werk in den USA zum Einsatz kommt, weiten wir diese Kompetenz in eine neue Region aus und bauen auf bestehende Lieferbeziehungen auf. Schließlich haben wir im Dezember 2023 die Investitionsentscheidung für eine neue Edelmetallverarbeitung in Hamburg getroffen. Sollte sich aus diesen Kompetenzerweiterungen noch weitergehendes Synergiepotenzial entwickeln oder wir darüber hinaus zusätzliche Fähigkeiten aufbauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Beschaffungs- und Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Digitalisierung, kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und der Kostenposition sowie Realisierung von Synergien

In unseren Märkten stehen wir in einem globalen Wettbewerb. Operative Exzellenz ist daher für uns von hoher Bedeutung. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Prozesse zu optimieren und unsere Kostenposition zu verbessern. Dabei nutzen wir zunehmend auch Möglichkeiten der Digitalisierung in Produktions- und Servicebereichen, entsprechende Initiativen und Projekte im Rahmen unserer Digitalstrategie treiben wir kontinuierlich voran. Im Rahmen des Digital-Factory-Programms arbeiten wir fortlaufend an der Verbesserung unserer Produktionsprozesse. Beispielsweise wurde im vergangenen Geschäftsjahr ein KI-System entwickelt, welches automatisiert prognostiziert und entscheidet, ob es wirtschaftlicher ist, Dampf durch elektrische Energie oder durch Gas zu erzeugen. Außerdem identifizieren und realisieren wir kontinuierlich neue Möglichkeiten, um Synergiepotenziale innerhalb des Netzwerks der Aurubis-Produktionsstätten zu steigern. Sollten wir die mit den eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen verbundenen Ziele übertreffen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Kapazitätserweiterung verbunden mit Internationalisierung

Gerade angesichts des global wachsenden Bedarfs an nachhaltiger Metallerzeugung und nachhaltigem Metallrecycling sehen wir Wachstumspotenzial durch Expansion unserer Verarbeitungskapazitäten in Regionen mit attraktiven Märkten und vorteilhaften Rahmenbedingungen. Ganz konkret nutzen wir diese Chancen in Nordamerika. Unser neues Werk für Recycling komplexer Sekundärrohstoffe in den USA wird im Geschäftsjahr 2024/25 die Produktion aufnehmen, die zweite Ausbaustufe ist parallel im Bau. Zudem investieren wir in den Kapazitätsausbau an bestehenden Standorten, z. B. durch die Elektrolyseerweiterung in Pirdop, und streben die Weiterentwicklung unseres Lieferantennetzwerks an, um die nachhaltige Versorgung des erweiterten Produktionsnetzwerks sicherzustellen. Durch regulatorische Änderungen und die damit einhergehende zunehmende Regionalisierung von Recyclingmärkten aufgrund geopolitischer Entwicklungen können sich weitere Chancen für den Aurubis-Konzern ergeben. Sollten wir in der Lage sein, Synergien durch unser modulares Recyclingsystem bei weiteren Investitionstätigkeiten zu nutzen, könnte Aurubis von diesen regulatorischen Trends, wie z. B. vorgeschriebene Recyclingquoten, und dem modular einsetzbaren Recyclingsystem noch weiter profitieren und die Kapazitäten weiter ausbauen.

Weiterentwicklung von Lösungen für Industriekunden und Lieferanten

Auf allen Stufen unserer Wertschöpfungskette arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten und Kunden zusammen. Dies beinhaltet beispielsweise kundenindividuelle Produktentwicklungen, zusätzliche Dienstleistungen, die Verarbeitung spezifischer Rohstoffe und ein erweitertes Angebot geschlossener Kreislauflösungen sowie besonders nachhaltiger oder zertifizierter Produkte. Mit unserem Produktversprechen „Tomorrow Metals“ treten wir einheitlich am Markt auf, untermauert u. a. durch jährliche Life Cycle Assessments, die nachprüfbar unsere produktbezogenen CO2-Emissionen im Vergleich zum globalen Durchschnitt dokumentieren. Schließlich arbeiten wir weiter an der Digitalisierung von Geschäftsbeziehungen und -prozessen zur Steigerung von Effizienz, Mehrwert und Kundenbindung. Sollte die Nachfrage unserer Kunden und Lieferanten nach unseren Lösungen über der prognostizierten Nachfrage liegen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Innovationen aus künftigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Im Rahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten arbeiten wir an Innovationen, um uns in Zukunft weiter vom Wettbewerb zu differenzieren und Wettbewerbsvorteile auszubauen. So arbeiten wir z. B. daran, unsere Verarbeitungsprozesse für komplexe Einsatzmaterialien in unseren Hütten und Betrieben noch ressourcenschonender zu gestalten. Darüber hinaus arbeiten wir konkret an der Neu- oder Weiterentwicklung von Prozessen, um zukünftige Materialströme verarbeiten zu können. Ein Beispiel hierfür ist unser patentierter neuer Prozess zur Verarbeitung von Schwarzmasse aus Batterien. Sollte dieser Prozess des Recyclings von Schwarzmasse technische und wirtschaftliche Vorteile gegenüber anderen metallurgischen Prozessen des Batterierecyclings aufweisen, eröffnet das wesentliche weitere Wachstumsopportunitäten für den Konzern, die wir am Markt nutzen wollen.

Beurteilung der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns

Im Berichtszeitraum sind keine bestandsgefährdenden Risiken eingetreten. Es haben sich keine besonderen strukturellen Veränderungen bei den Risiken des Konzerns ergeben.# Risiko- und Chancenbericht

Sowohl das Audit Committee (Aufsichtsrat) als auch der Abschlussprüfer haben festgestellt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat und das gesetzlich geforderte Risikofrüherkennungssystem alle Anforderungen erfüllt. Für ein ganzheitliches Bild der unternehmerischen Tätigkeiten sind neben den Risiken auch die Chancen des Konzerns zu betrachten. Wir sind davon überzeugt, dass wir aufgrund unseres Geschäftsportfolios, unserer Kompetenzen und unserer Innovationsfähigkeit die sich ergebenden Chancen realisieren können.

Nicht prüfungspflichtiger Teil des Lageberichts

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde die intensive Verbesserung des operativen IKS im Rahmen des im 4. Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres gestarteten Projekts zur Förderung der Prozess- und Werkssicherheit fortgeführt (vgl. hierzu im Detail Wirtschaftsbericht. Über dieses Projekt hinaus wurden weitere Maßnahmen mit dem Ziel der Verbesserung des IKS eingeleitet bzw. umgesetzt. Zu diesen Maßnahmen gehören u. a.:

  • Grundlegende Überarbeitung der bestehenden Risiko-Kontroll-Matrizen (RKM)
  • Abbildung der RKM ausgewählter wesentlicher Berichtseinheiten über eine IT-gestützte Quartalsberichterstattung
  • Durchführung einer Qualitätsnachschau inklusive Kontrolltests mit anschließender Aufstellung eines Verbesserungskatalogs über Konzept und Design der Kontrollen durch Mandatierung einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
  • Schärfung der Verantwortlichkeiten von Risiko- und Kontroll-Eignern an unterschiedlichen Stellen im Konzern, insbesondere in den Berichtseinheiten, in denen im Vorjahr Schwachstellen identifiziert wurden

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass dieser Maßnahmenkatalog zu einer Verbesserung der Risikokultur im Aurubis-Konzern – und insbesondere in Hamburg (Werk und Zentrale) – geführt hat. Der Vorstand und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats haben sich regelmäßig und ausführlich mit den Ergebnissen dieses Maßnahmenkatalogs auseinandergesetzt. Insgesamt kommt der Vorstand zu dem Ergebnis, dass – insbesondere vor dem Hintergrund des Projekts zur Förderung der Prozess- und Werkssicherheit und des oben aufgeführten Maßnahmenkatalogs – zum Ende des Geschäftsjahres am 30.09.2024 keine Hinweise vorliegen, die darauf hindeuten, dass das RMS und das IKS in der Gesamtheit nicht angemessen und nicht wirksam sind.

Prognosebericht

Die im Kapitel „Prognosebericht“ getroffenen Aussagen basieren auf unserer Einschätzung der gesamt- wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung am globalen Kupfermarkt sowie der Rohstoff- und Produktmärkte von Aurubis. Grundlage dafür sind Analysen von Wirtschaftsforschungsinstituten, Organisationen und Branchenverbänden sowie interne Marktanalysen. Die dargestellten Einschätzungen für den zukünftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an den Zielsetzungen der Segmente sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen im Prognosezeitraum 01.10.2024 bis 30.09.2025 bieten. Die Chancen und Risiken, die den Aurubis-Konzern betreffen, sind im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert. Unsere Prognosen werden regelmäßig angepasst. Die im Nachfolgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand von Anfang Dezember 2024.

Für den Aurubis-Konzern ergeben sich aus heutiger Sicht mehrere besondere Faktoren, die Einfluss auf unsere Märkte nehmen könnten. Dazu zählen insbesondere die geldpolitischen Reaktionen der Zentralbanken auf sich eintrübende Wachstumsaussichten der Wirtschaft, die einen Einfluss auf künftige Finanzkonditionen und – damit in enger Verbindung stehend – das Investitions- und Konsumverhalten der verschiedenen Marktteilnehmer haben könnten. Weiterhin haben geopolitische Konflikte und damit einhergehende instabile Lieferketten oder hohe Energiekosten in Europa einen Einfluss auf die Kosten des Konzerns. Die Auswirkungen durch den Bruch der Ampel-Regierungskoalition und im Jahr 2025 folgende Neuwahlen könnten ebenfalls Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben. Ferner könnte der Ausgang der US-Wahlen 2024 Auswirkungen auf die amerikanische und globale Wirtschaft haben und zu Änderungen von nationalen wie internationalen Gesetzgebungen und Handelsrouten führen, die das Geschäft des Aurubis-Konzerns beeinflussen könnten.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Für das Gesamtjahr 2025 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner Prognose vom Oktober 2024 mit einer stabilen, aber verhaltenen Entwicklung der Weltwirtschaft. So wird ein globales Wachstum von 3,2 % erwartet, bei einem leichten Rückgang der Inflation von 5,8 % im Jahr 2024 auf 4,3 % im Jahr 2025. Dabei wird die Inflation in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften voraussichtlich schneller zurückgehen als in den Schwellenländern. Dennoch bleiben geopolitische Spannungen, Rohstoffpreisschwankungen und finanzielle Unsicherheiten weiterhin Risiken für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Besonders in Schwellenländern könnten externe Finanzierungserfordernisse Kapitalabflüsse und Schuldenprobleme auslösen.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer prognostiziert der IWF für 2025 ein Wirtschaftswachstum von 4,2 %, wobei sich die einzelnen Volkswirtschaften unterschiedlich entwickeln. In Asien wird weiterhin ein starkes Wachstum erwartet, angetrieben durch die wirtschaftliche Dynamik in China und Indien, den beiden größten Volkswirtschaften dieser Region. Für China prognostiziert der IWF ein Wachstum von 4,5 %, während Indien mit einem Wachstum von 6,5 % weiterhin eine zentrale Rolle im globalen Wirtschaftswachstum spielen soll. Trotz des anhaltenden Wachstums in China, einem bedeutenden Akteur auf dem Kupfermarkt, zeigt sich im Vergleich zu den Vorjahren eine leichte Abschwächung. Diese ist laut IWF v. a. auf den demografischen Wandel und die nachlassenden Produktivitätszuwächse zurückzuführen, die das langfristige Wachstumspotenzial einschränken.

Der IWF erwartet für die Industrienationen im Jahr 2025 ein moderates Wirtschaftswachstum von 1,8 %. In den USA soll das Wachstum bei 2,2 % liegen, für die Eurozone wird ein Wirtschaftswachstum von 1,2 % prognostiziert. In Deutschland wird ein BIP-Wachstum von 0,8 % erwartet, was einer leichten Erholung im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Verschiedene Branchen, wie die elektrotechnische Industrie, die Automobilindustrie und der Bausektor, zählen zu den bedeutenden Abnehmern von Kupferprodukten. Für die Konjunktur in diesen drei für Aurubis wichtigsten Branchen sind folgende Entwicklungen zu erwarten:

  • Elektrotechnische Industrie: Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) erwartet in seinem aktuellen Ausblick vom September 2024 für den weltweiten Elektromarkt einen Zuwachs von 3 % im Jahr 2025 und ein Plus von 1 % im Jahr 2024. Damit bleibt die für 2025 prognostizierte Entwicklung laut ZVEI im Vergleich zu früheren Jahren unterdurchschnittlich. Nach Meinung der Experten könne der globale Markt jedoch im kommenden Jahr von im Zeitverlauf zurückgehenden Zinsen und einer wieder höheren Investitionsneigung profitieren. Für Europa, das rund 17 % des Weltmarktes ausmacht, prognostiziert der ZVEI einen Rückgang von 1 % im Jahr 2024 und von 2 % im Jahr 2025. Das Volumen des deutschen Elektromarktes soll 2024 um 4 % sinken und 2025 um 2 % zulegen. In die Untersuchung des Fachverbands sind Daten aus 53 Ländern eingeflossen, die rund 95 % des globalen Marktes abdecken.

  • Automobilindustrie: Nach Angaben der Branchenexperten von Dataforce erholte sich der europäische Automobilmarkt 2023 mit einem Anstieg der Neuzulassungen um 13,6 % weiter. Infolge des herausfordernden Marktumfelds wird sich das Wachstum in den Jahren 2024 und 2025 mit 2,2 % und 4,1 % jedoch deutlich verlangsamen. So prognostizieren die Experten von Dataforce für Europa nach rund 12,9 Mio. neu zugelassenen Pkw im Jahr 2023 rund 13,1 Mio. Einheiten für 2024 und rund 13,7 Mio. Pkw-Neuzulassungen für 2025. Diese Volumina liegen weiterhin deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau von 15,9 Mio. Neuzulassungen im Jahr 2019. Neben verschärften CO2-Vorgaben sehen die Experten von Dataforce die Gründe für die sich abschwächenden Wachstumsraten auch in der Rücknahme staatlicher Unterstützung, steigenden Finanzierungskosten und sinkenden Realeinkommen. Hinzu kommen Preiserhöhungen, die auf EU-Zölle für in China hergestellte Elektrofahrzeuge (BEVs) zurückgehen.

  • Bausektor: Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bleibt die Bauwirtschaft 2024 weiterhin unter Druck, v. a. aufgrund hoher Baupreise und erschwerter Finanzierungsbedingungen. Dabei ist insbesondere der Wohnungsbau betroffen. Für das Jahr 2024 erwartet das DIW erstmals seit der Finanzkrise einen Rückgang des nominalen Bauvolumens, wobei der Tiefbau weiterhin stabilisierend wirkt. So soll das nominale Bauvolumen 2024 um 3,5 % schrumpfen; für das Jahr 2025 wird eine Stabilisierung erwartet (+0,5 %).

Basierend auf diesen Prognosen erwartet der Aurubis-Konzern in den oben erwähnten Branchen im Geschäftsjahr 2024/25 eine leicht rückläufige Entwicklung, die an die gute Entwicklung im Vorjahr anknüpft.# Politische und konjunkturelle Entwicklungen

Politische und konjunkturelle Entwicklungen können die jeweilige Marktlage jedoch maßgeblich beeinflussen.

Branchenentwicklung

Der Kupferpreis bewegte sich im Berichtszeitraum volatil zwischen 7.800 und 10.800 US$/t und zeigte sich stark beeinflusst von den makroökonomischen Entwicklungen und den Finanzmärkten. Weitere Industriemetalle wie Blei, Nickel, Zinn und Zink zeigten ebenfalls eine volatile Marktentwicklung, während Edelmetalle wie Gold und Silber als „sichere Häfen“ für Finanzinvestoren eine positive Entwicklung zeigten.

Branchenexperten von Banken und Analysehäusern, der sog. S&P Poll, antizipieren im Durchschnitt einen Kupferpreis von rund 10.100 US$/t für das Kalenderjahr 2025. Auch im kommenden Kalenderjahr 2025 gehen Aurubis und bekannte Research-Institute von einer anhaltenden Nachfrage nach raffiniertem Kupfer und den von Aurubis produzierten Metallen aus. Kupfer und Nichteisenmetalle bleiben weiterhin essenzielle Werkstoffe für die Wirtschaftsentwicklung in Kernbranchen wie der Elektro- und der Autoindustrie, den Anwendungen für erneuerbare Energie, wie beispielsweise Photovoltaik oder Elektrolyseuren, und dem Bauwesen. Hinzu kommt, dass seitens der EU die Regulierung mit Blick auf das Klima verschärft wird und dass sowohl die EU und die USA als auch China klimafreundliche Technologien weiter fördern werden. Da in diesen Technologien großes Potenzial und damit ein hoher Bedarf für Kupfer und Nichteisenmetalle steckt, geht Aurubis auch künftig von einer hohen Nachfrage nach den von Aurubis produzierten Metallen aus.

Die globale Nachfrage nach raffiniertem Kupfer soll nach Einschätzung von Wood Mackenzie bis in das Jahr 2035 um rund 2,1 % pro Jahr steigen. Für das Kalenderjahr 2025 prognostiziert das Research-Institut eine globale Nachfrage von rund 27,4 Mio. t, was einer Steigerung von 3,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ein wichtiger Faktor für die Beurteilung des Kupfermarktes bleibt die Entwicklung der globalen Kupferhütten. China hat mit seinen Produktionskapazitäten weiter den größten Anteil an der globalen Raffinationskapazität und beeinflusst wesentlich das Wachstum der Hüttenindustrie im Jahr 2025.

Auf dem globalen Markt für raffiniertes Kupfer ergibt sich gemäß CRU für 2025 insgesamt ein Produktionsüberschuss von rund 224.000 t – nach einem leichten Überschuss im Jahr 2024. Demgegenüber steht die Einschätzung des Research-Anbieters Wood Mackenzie, welcher für 2025 ein leichtes Defizit von rund 22.000 t antizipiert – nach einem Defizit in Höhe von 217.000 t im Jahr 2024.

Nach einer stabilen Nachfrage im Jahr 2024 geht Wood Mackenzie für Europa im Jahr 2025 mit rund 3,8 Mio. t von einer gegenüber dem Vorjahr höheren Nachfrage nach raffiniertem Kupfer aus – bei einer europäischen Produktion von raffiniertem Kupfer von rund 3,0 Mio. t. Dieses Kupferdefizit von 0,8 Mio. t im europäischen Binnenmarkt muss durch Kathodenimporte gedeckt werden.

In China wird ein leichtes Wachstum der Nachfrage nach raffiniertem Kupfer im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr antizipiert. Die im September 2024 verabschiedeten Maßnahmen der chinesischen Zentralbanken können einen positiven Effekt auf die chinesische Nachfrage nach raffiniertem Kupfer haben. China steht weiterhin für mehr als die Hälfte der globalen Kupfernachfrage, bleibt aber weiterhin Netto-Importeur von Kupfer.

Die weiterhin hohe antizipierte Nachfrage nach raffiniertem Kupfer und das zu erwartende Preisniveau an den Metallbörsen stellen für Aurubis zufriedenstellende Rahmenbedingungen für das folgende Geschäftsjahr dar.

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Rohstoffmärkte

Kupferkonzentrate

Der globale Markt für Kupferkonzentrate befindet sich weiter sowohl nachfrage- als auch angebotsseitig im Wachstum. In verschiedenen Ländern Südamerikas und weltweit werden Erweiterungsprojekte in bestehenden Minen sowie das Hochfahren neuer Projekte zu Produktionserhöhungen gegenüber dem Vorjahr beitragen. Wood Mackenzie antizipiert, dass die globale Minenproduktion (vor Störungszulage und Anpassungen, auf Basis enthaltener Mengen) in den Jahren 2024 und 2025 um 2,6 % bzw. 4,1 % wachsen wird. Der wesentliche Anteil des Wachstums ist dabei auf integrierte Minenproduzenten zurückzuführen, also Minengesellschaften, die auch eigene Hüttenbetriebe im Konzernverbund haben.

Der Benchmark für Jahresverträge für die Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs) zur Verarbeitung von Standard-Kupferkonzentraten lag im Kalenderjahr 2024 bei 80,0 US$/t bzw. 8,0 cts/lb. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres bewegten sich die Spotpreise noch um das Benchmark-Niveau, während sie ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres signifikant unter Druck gerieten und bis in das 3. Quartal, getrieben von Produktionskürzungen der Minenindustrie und wachsender Hüttennachfrage, sanken. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 stabilisierten sich die Schmelz- und Raffinierlöhne auf niedrigem Niveau deutlich unterhalb der Benchmark.

Zum Zeitpunkt der Berichterstellung waren die Benchmarkverhandlungen für Jahresverträge 2025 am Markt für Kuperkonzentrate noch nicht abgeschlossen. Dabei wirkt sich der Benchmark nur teilweise auf die Beschaffungspreise von Aurubis aus. Trotz der antizipierten preislichen Eintrübung auf dem Konzentratmarkt gehen wir weiter von einer stabilen Versorgungslage mit Konzentraten im Jahr 2025 aus. Aufgrund unserer Positionierung im Markt, unserer langfristigen Vertragsstruktur und unserer Lieferantendiversifizierung sind wir zuversichtlich, erneut eine gute Versorgung mit Kupferkonzentraten sicherzustellen. Wir sind bereits bis weit in das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 hinein mit Konzentraten versorgt.

Recycling

Im Geschäftsjahresverlauf zeigte sich der für Aurubis im Wesentlichen relevante Markt für Recyclingmaterialien auf einem weitestgehend stabilen Niveau. Die Marktbedingungen und eine bessere Abwicklung von Importen nach China unter Berücksichtigung der seit 2021 existierenden Importregularien führten im Berichtszeitraum zu einem leichten Anstieg von Importen von Kupferrecyclingmaterialien nach China. Dies resultierte in einem phasenweise reduzierten Mengenangebot in Europa im Berichtszeitraum.

Auf Basis angepasster und vereinfachter Importregularien für recycelte Kupfermaterialien antizipiert CRU bessere Importkonditionen für den chinesischen Markt. Ferner versucht die chinesische Regierung, durch eine Ausweitung der importierbaren Kupferrecyclingmaterialien mehr Materialien anzuziehen, um ihr Kupferdefizit decken zu können. Inwieweit sich die neuen Importregularien auswirken, bleibt abzuwarten.

Kurz- und mittelfristig wird ein Wachstum des globalen Angebots von Recyclingmaterialien erwartet, jedoch weiter mit regionalen Unterschieden. Europa und USA als wesentliche Herkunftsländer der Recyclingmaterialien bleiben die relevantesten Märkte.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Weltwirtschaft und des aktuellen Kupferpreisniveaus kann es kurzfristig zu Schwankungen der Sammelaktivität der Recyclingindustrie kommen. Das Geschäft ist insbesondere bei Altkupfer von kurzfristiger Natur und damit von vielfältigen Einflüssen wie Metallpreisen, neuen Importregularien in China und den Sammelaktivitäten der Recyclingindustrie abhängig, die nur schwer prognostizierbar sind. Hingegen sind die komplexen Recyclingmaterialien durch weniger Volatilität in der Verfügbarkeit gekennzeichnet. Hier ist ein weitestgehend stabiles Marktumfeld zu erwarten.

Aurubis geht insgesamt von einer weitestgehend stabilen Versorgungslage für Recyclingmaterial mit guten Raffinierlöhnen aus. Wir sind bereits zu wesentlichen Teilen für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 mit Recyclingmaterial zu guten Raffinierlöhnen versorgt. Unsere breite Marktaufstellung federt etwaige Versorgungsrisiken ab.

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Produktmärkte

Märkte für Kupferprodukte

Zum Zeitpunkt der Berichterstellung zeichnet sich für das 1. Quartal 2024/25 eine erneut positive Nachfrage nach Gießwalzdraht aus dem Infrastruktursektor (Medium- und High-Voltage-Kabel) ab. Die Nachfrage aus dem Bau- und Automobilsektor ist weiter verhalten. In der noch laufenden Verhandlungssaison über Jahresverkaufsverträge für 2025 konnten wir bereits wesentliche Teile des Verkaufsbudgets vertraglich zu guten Konditionen fixieren. Aufgrund der anhaltend starken Kupfernachfrage in Europa geht Aurubis von einer stabilen Aurubis- Kupferprämie für europäische Gießwalzdraht- und Stranggussformatkunden im Jahr 2025 aus. Das stabile Niveau der Kupferprämie ist Ausdruck der prognostizierten guten und zunehmenden Marktnachfrage in Europa, bei weiterhin reduzierter europäischer Produktionskapazität im Jahr 2025. Ferner ist die Aurubis Kupferprämie auch Ausdruck der konstanten Verfügbarkeit von raffiniertem Kupfer sowie den Nachhaltigkeitsinitiativen der Aurubis.

Aufgrund fiskalpolitischer Maßnahmen sowie sinkender Leitzinsen der Zentralbanken EZB und Fed gehen wir im Jahr 2025 von einer positiven Entwicklung der Nachfrage nach Kupferprodukten aus. Auch vor dem Hintergrund steigender Investitionen in Infrastruktur für erneuerbare Energien und den Netzausbau rechnen wir damit, die Verhandlungssaison für Kupferprodukte auf stabilem Niveau beenden zu können. Die gute Kundenbindung und die starke Positionierung in unseren Kernmärkten unterstützen dies.

Kathoden

Der Absatz freier Kathodenmengen am Markt orientiert sich an der geplanten Weiterverarbeitung unserer Kathodenproduktion im Konzern.

Kupfergießwalzdraht

Die Nachfrage nach Kupfergießwalzdraht wird u. a. von der weiteren Konjunkturentwicklung in den wichtigen Abnehmerindustrien abhängen.# Prognosebericht

Die Abnahme für die Infrastruktur von Kabelleitungen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien erwarten wir auch im kommenden Geschäftsjahr auf hohem Niveau. Aurubis, wie auch CRU, geht von einer Erholung der Nachfrage des Bausektors als Abnehmerindustrie aufgrund der gelockerten Zinspolitik der Zentralbanken aus. In Summe prognostiziert CRU für das Kalenderjahr 2025 in Europa ein Wachstum von 2,5 % und weltweit von 3,0 % bei der Nachfrage nach Gießwalzdraht. Trotz der sich eintrübenden Aussichten der Automobilindustrie, eine der Abnehmerindustrien, erwartet Aurubis für den Prognosezeitraum eine Nachfrage- und Absatzentwicklung für Kupfergießwalzdraht auf sehr hohem Niveau.

Kupferstranggussformate

Die Nachfrage nach Kupferstranggussformaten zeigte sich im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr auf reduziertem Niveau. Für das kommende Geschäftsjahr gehen wir von einer stabilen Nachfrage nach Stranggussformaten aus.

Flachwalzprodukte

Für den Absatz von Flachwalzprodukten sind insbesondere die Entwicklungen im europäischen Raum von Bedeutung. Für 2025 erwartet CRU in Westeuropa eine verbesserte Nachfrage nach Flachwalzprodukten, nach einer stabilen Nachfrage im Jahr 2024. In Europa wird mittelfristig mit einem leichten jährlichen Wachstum gerechnet. Durch den Verkauf des US-Standorts für Flachwalzprodukte in Buffalo wird für das Geschäftsjahr 2024/25 ein geringeres Produktionsvolumen an Flachwalzprodukten antizipiert.

Schwefelsäure

Der Absatz von Schwefelsäure ist von kurzfristigen Entwicklungen abhängig, was sich in der Laufzeit der Verträge widerspiegelt. Zusätzlich sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich – mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa, Nordamerika und Türkei. Das Verhältnis von lokalem Absatz und Exporten schwankt entsprechend den regionalen Marktgegebenheiten. Aufgrund einer weiter stabilen Nachfrage aus der in Europa ansässigen chemischen und Düngemittelindustrie wird für das Geschäftsjahr 2024/25 zunächst eine leicht positive preisliche Entwicklung erwartet. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres kann sich das preisliche Niveau u. a. aufgrund des Hüttenkapazitätswachstums jedoch noch verändern. CRU geht davon aus, dass freie Kapazitätsmengen aus dem asiatischen Raum in die Exportmärkte gebracht werden und sich als Folge das Preisniveau für Schwefelsäure in Europa reduzieren könnte. Die chinesischen Märkte sind weiter von großen regionalen Unterschieden gekennzeichnet und nur schwer antizipierbar.

Auf Basis der stabilen Nachfrage auf dem Markt für Schwefelsäure und der Entwicklungen bei den Absatzpreisen gehen wir von einer leicht positiven Entwicklung der Erlössituation auf diesen Märkten aus.

Geschäfts- und Ergebniserwartung des Aurubis-Konzerns

Zu unserem Geschäftsmodell gehört, dass unser Ergebnis quartalsweisen Schwankungen unterliegt. Dies hat saisonale und marktbezogene Gründe, kann aber auch durch Störungen bei Aggregaten oder in den Betriebsabläufen verursacht sein. Risiken für die Erreichung der Gesamtjahresprognose können sich aus Herausforderungen im Zusammenhang mit den weltwirtschaftlichen Entwicklungen ergeben. Die künftige Entwicklung und die Prognose der Aurubis AG decken sich mit der für den Aurubis-Konzern getroffenen Gesamtaussage. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024/25 erfolgt auf Basis von Markteinschätzungen und folgenden Prämissen:

  • Wir erwarten, gestützt auf Branchenprognosen, eine weiter wachsende globale Kupfernachfrage.
  • Zum Zeitpunkt der Berichterstellung waren die Benchmarkverhandlungen noch nicht abgeschlossen. Wir antizipieren jedoch eine preisliche Eintrübung auf dem Konzentratmarkt. Ferner rechnen wir mit einem Durchsatz an unseren Primärhüttenstandorten auf Vorjahresniveau.
  • Für Altkupfer bleibt die Marktentwicklung im Geschäftsjahr 2024/25 wegen der Kurzfristigkeit des Geschäfts schwer prognostizierbar. Wir erwarten grundsätzlich ein stabiles Marktumfeld.
  • Wir erwarten grundsätzlich eine weiterhin hohe Nachfrage nach den von Aurubis produzierten Metallen. Insbesondere gehen wir von einer weiterhin starken Nachfrage nach unserem Gießwalzdraht aus. Die Nachfrage nach Stranggussformaten wird sich im Vergleich zum Vorjahr auf vergleichbarem Niveau bewegen. Bei Flachwalzprodukten erwarten wir den Absatz konsolidierungsbedingt unter dem Vorjahresniveau.
  • Auf Basis der aktuellen Marktsituation für Schwefelsäure gehen wir von einem gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhten Ergebnisbeitrag durch Schwefelsäureerlöse aus.
  • Aufgrund der hohen Metallpreise für Kupfer, Gold und Silber an der LME haben wir bereits wesentliche Teile des zu erwartenden Metallmehrausbringens preislich durch Hedging-Aktivitäten gesichert.
  • Die Aurubis-Kupferprämie wird stabil auf Vorjahresniveau erwartet.
  • Hinsichtlich der aktuellen Energiepreisentwicklungen gehen wir für das Geschäftsjahr 2024/25 von Energiekosten leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2023/24 aus. Durch Hedging-Aktivitäten können wir Preisrisiken begrenzt abfedern. Weiterhin wirken die CO2-Strompreiskompensationen zeitlich versetzt.
  • Wesentliche Teile unserer Einnahmen sind US-Dollar-basiert. Im Rahmen unserer Hedging-Strategie haben wir für das Geschäftsjahr 2024/25 wesentliche Teile der US-Dollar-Ergebnisse bereits abgesichert.
  • Für das Geschäftsjahr 2024/25 gehen wir in Summe von einer stabilen Anlagenverfügbarkeit auf Vorjahresniveau aus.
  • Für das Geschäftsjahr 2024/25 sind folgende Wartungsstillstände vorgesehen:
    • am Standort Pirdop von Mitte Mai bis Mitte Juli 2025 mit einer erwarteten Belastung des operativen EBT von rund 34 Mio. €
    • am Standort Lünen im November und Dezember 2024 sowie im Mai 2025 mit einem negativen Effekt auf das operative EBT von insgesamt rund 17 Mio. €

Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2024/25 ein operatives EBT zwischen 300 Mio. € und 400 Mio. € und einen operativen ROCE zwischen 7 % und 11 %.

Im Segment Multimetal Recycling erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024/25 ein operatives EBT zwischen 50 Mio. € und 110 Mio. € und einen operativen ROCE zwischen 4 % und 8 %. Der weiterhin niedrige ROCE des Segments ergibt sich aus der antizipierten Ertragslage bei weiter hoher Investitionstätigkeit.

Im Segment Custom Smelting & Products planen wir für das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem operativen EBT zwischen 310 Mio. € und 370 Mio. € und einem operativen ROCE zwischen 14 % und 18 %. Der im Vergleich zum Vorjahr geringere ROCE ergibt sich durch eine antizipierte reduzierte Ertragslage bei ebenfalls hoher Investitionstätigkeit.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie „antizipieren“, „annehmen“, „glauben“, „einschätzen“, „erwarten“, „beabsichtigen“, „können/könnten“, „planen“, „projizieren“, „sollten“ und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, die politische Entwicklung in den USA, Europa und China, eine Verengung des Rohstoffangebots und ein Rückgang der Nachfrage in den wichtigen Kupferabsatzmärkten. Des Weiteren zählen dazu eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Veränderungen der Wechselkurse, ein Verlust der Akzeptanz unserer Produkte mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Verarbeitungs- und Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Energie und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderung von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien sowie der Ausgang rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige in diesem Bericht unter der Überschrift „Risiko- und Chancenbericht“ beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.

Erwartete Finanzlage

Aurubis hielt zum Ende des Geschäftsjahres 2023/24 Barmittelbestände in Höhe von 322 Mio. € (30.09.2023: 494 Mio. €). Zusätzlich stehen dem Unternehmen als weitere Liquidität ungenutzte Kreditlinien aus einem Konsortialkreditvertrag über 500 Mio. € zur Verfügung, der eine Laufzeit bis 2029 hat. Die Laufzeit des Vertrags wurde im Geschäftsjahr 2023/24 um ein weiteres Jahr verlängert. Somit verfügt Aurubis über eine sehr gute Liquiditätsposition.# Prognosebericht

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung des Aurubis-Konzerns

Wir als Aurubis haben uns klare Prioritäten für die Zukunft gesetzt: die konsequente und zielgerichtete Umsetzung unserer Strategie „Metals for Progress: Driving Sustainable Growth“ und die weitere Stärkung der Arbeits- und Werkssicherheit. Unsere Vision von Arbeitssicherheit ist eindeutig: null arbeitsbedingte Unfälle. 2023/24 haben wir im Rahmen unseres „TOGETHER“-Programms bereits eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen spielen hier auch unternehmenskulturelle Aspekte der verhaltensbasierten Arbeitssicherheit eine wesentliche Rolle. Eine umfassende Analyse mit externer Unterstützung hat uns im abgelaufenen Geschäftsjahr gezeigt, wo unsere Standorte individuelle Potenziale haben. 2024/25 werden wir diese in der Gruppe konsequent angehen. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr haben wir umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheitsstandards in unseren Werken kontinuierlich zu erhöhen. Gestaffelt nach Wichtigkeit und Einfluss arbeiten wir an der disziplinierten und nachhaltigen Umsetzung und haben hier bereits wichtige Fortschritte erzielt. Diesen eingeschlagenen Weg werden wir auch im Geschäftsjahr 2024/25 fortführen.

Im Geschäftsjahr 2024/25 werden wir die Investitionsprojekte unserer Wachstumsstrategie weiter konsequent vorantreiben. Dazu gehört die Inbetriebnahme des Projekts Bleed Treatment Olen Beerse (BOB) in Olen, der dritten und vierten Ausbaustufe des Solarparks in Pirdop sowie der ersten Ausbaustufe an unserem Standort Aurubis Richmond. Die Finanzierung der strategischen Projekte plant Aurubis aus den laufenden Cashflows, den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln sowie durch zusätzliche Kreditaufnahmen mit einer Laufzeit im Wesentlichen zwischen drei und fünf Jahren darzustellen.

Als energieintensives Unternehmen liegt unser Fokus weiterhin darauf, durch aktives Energiemanagement unsere Energiekosten weiter zu reduzieren und so unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Standorte werden weiterhin flexibel auf unseren Beschaffungs- und Produktmärkten agieren. Wir gehen davon aus, dass sich das Geschäftsmodell von Aurubis mit seinen unterschiedlichen Ergebnistreibern auch im Geschäftsjahr 2024/25 in einem herausfordernden Marktumfeld als robust und gut diversifiziert erweisen wird. Trotz der sich eintrübenden preislichen Aussichten, insbesondere auf den Konzentratmärkten, und der Anlaufkosten für strategische Projekte erwarten wir für das neue Geschäftsjahr 2024/25 ein erneut gutes operatives EBT zwischen 300 und 400 Mio. € sowie einen ROCE zwischen 7 % und 11 %.

Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir aus dem operativen Geschäft trotz der schwierigen Konjunkturlage in Europa einen positiven Netto-Cashflow, der wie im vergangenen Geschäftsjahr im mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen sollte. Die durch das umfangreiche strategische Investitionsprogramm und durch eine planmäßige Tilgung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 102,5 Mio. € bedingten Zahlungsmittelabflüsse werden aus dem erwarteten Netto-Cashflow und durch zusätzliche Kreditaufnahmen im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich mit einer Laufzeit im Wesentlichen zwischen 3 und 5 Jahren finanziert. Somit wird insgesamt eine weiterhin gute und auskömmliche Liquiditätsposition im Konzern erwartet.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d Rechtliche Angaben Handelsgesetzbuch (HGB)

Die Erklärung ist im Geschäftsbericht abgedruckt und auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich „Investor Relations“ unter dem Punkt „Konzerngeschäftsberichte“ abrufbar. www.aurubis.com/investor-relations/publikationen/konzerngeschaeftsberichte

Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen

Erläuternder Bericht des Vorstands der Aurubis AG, Hamburg, gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) zu den übernahmerechtlichen Angaben nach den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB zum Bilanzstichtag 30.09.2024. Im Folgenden sind die nach den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30.09.2024 dargestellt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Aurubis AG betrug zum Bilanzstichtag 115.089.210,88 € und war in 44.956.723 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Bei Ausgabe neuer Aktien kann für diese eine von § 60 AktG abweichende Gewinnberechtigung festgesetzt werden.

Bestand eigener Aktien

Wir verweisen auf die Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG im Anhang der Aurubis AG Jahresabschluss der Aurubis AG.

Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Das Stimmrecht der Aktionäre unterliegt nach Kenntnis des Vorstands mit Ausnahme eventueller gesetzlicher Stimmverbote (insbesondere im Einzelfall gemäß § 136 AktG) keinen Beschränkungen. Aus von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien steht dieser gemäß § 71b AktG kein Stimmrecht zu.

10 % der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Es bestehen zum Bilanzstichtag (30.09.2024) eine indirekte und zwei direkte Beteiligungen am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten:

  • Die Salzgitter AG, Salzgitter, hat der Gesellschaft gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 12.12.2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Aurubis AG am 12.12.2018 die Schwelle von 25 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 25,0000006 % der Stimmrechte (entsprechend 11.239.181 Stimmen) betrug. Davon sind der Salzgitter AG 25,0000006 % der Stimmrechte (entsprechend 11.239.181 Stimmen) von der Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, zuzurechnen. Dementsprechend besteht zum Bilanzstichtag (30.09.2024) eine direkte Beteiligung der Salzgitter Mannesmann GmbH, die 10 % der Stimmrechte übersteigt. Die Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, hielt gemäß Mitteilung der Salzgitter AG, Salzgitter, vom 12.12.2018 am 12.12.2018 25,0000006 % der Stimmrechte (entsprechend 11.239.181 Stimmen). Gemäß der Unternehmenspräsentation der Salzgitter AG (Stand November 2022) liegt der Anteil an der Aurubis AG bei 29,99 %.
  • Die Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel, hat der Gesellschaft gemäß § 40 Abs. 1 WpHG am 27.09.2024 mitgeteilt, dass die Summe ihrer Beteiligungen an der Aurubis AG am 25.09.2024 die Schwelle von 10 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 13,73 % (entsprechend 6.172.048 Stimmen) betrug. Die Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel, hielt am 25.09.2024 7,34 % der Stimmrechte (entsprechend 3.298.148 Stimmen) gemäß § 33 WpHG und 6,39 % Instrumente im Sinne des § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (entsprechend 2.873.900 Stimmen).

Inhaber von Sonderrechten

Es gibt zum Bilanzstichtag (30.09.2024) keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Beteiligte Arbeitnehmer

Es gibt zum Bilanzstichtag (30.09.2024) keine Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Aurubis AG durch den Aufsichtsrat ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) in Verbindung mit § 6 Abs. 1 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung beschlossen. Der Beschluss der Hauptversammlung zur Satzungsänderung bedarf neben der einfachen Stimmenmehrheit einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst; die §§ 119 Abs. 1 Nr. 6, 133 Abs. 1, 179 ff. AktG sind anwendbar.

Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Der Aufsichtsrat ist ferner ermächtigt, § 4 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals und nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen. Er ist auch ermächtigt, die Fassung von § 4 Abs. 1 und 3 der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausgabe der neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien im Rahmen des bedingten Kapitals 2022 anzupassen sowie alle sonstigen damit in Zusammenhang stehenden Anpassungen der Satzung vorzunehmen, die nur die Fassung betreffen. Entsprechendes gilt im Falle der Nichtausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen nach Ablauf des Ermächtigungszeitraums sowie im Falle der Nichtausnutzung des bedingten Kapitals nach Ablauf der Fristen für die Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten bzw. für die Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Gemäß § 4 Abs.# 2 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 16.02.2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 23.017.840,64 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 8.991.344 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen.

Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ein- oder mehrmalig auszuschließen,

a) soweit es erforderlich ist, um etwaige Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen.
b) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 11.508.920,32 €, wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage ausgegeben werden.
c) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 11.508.920,32 € oder, sollte dieser Betrag niedriger sein, von insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der erstmaligen Ausübung dieser Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss (der „Höchstbetrag“) bestehenden Grundkapitals (jeweils unter Anrechnung der etwaigen Ausnutzung anderweitiger Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG), wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet.
d) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 11.508.920,32 €, soweit es erforderlich ist, um Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängiger oder im unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehender Gesellschaften ausgegebenen Schuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung von Options- bzw. Wandlungspflichten als Aktionär zustehen würde.

Die insgesamt aufgrund der Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss gemäß lit. a) bis d) unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 10-%-Grenze sind Aktien der Gesellschaft anzurechnen, die (i) während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts aus anderen Ermächtigungen ausgegeben werden und (ii) die zur Bedienung von Schuldverschreibungen aus einem bedingten Kapital ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung ihrerseits unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben wurden.

Die gemäß den Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 186 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Rechtliche Angaben vorstehenden Sätzen dieses Absatzes verminderte Höchstgrenze wird mit Wirksamwerden einer nach der Verminderung von der Hauptversammlung beschlossenen neuen Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wieder erhöht, soweit die neue Ermächtigung reicht, höchstens aber bis zu 10 % des Grundkapitals. Für die Einzelheiten ist auf den in § 4 Abs. 2 der Satzung niedergelegten Wortlaut der Ermächtigung zu verweisen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16.02.2023 wurde die Gesellschaft bis zum 15.02.2026 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien ist ausgeschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben werden, zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:

a) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels eines Angebots an sämtliche Aktionäre veräußert werden, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Als maßgeblicher Börsenkurs im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der Mittelwert der Schlusskurse für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten fünf Handelstagen der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Eingehung der Verpflichtung zur Veräußerung der Aktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung (die „Höchstgrenze“). Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Höchstgrenze diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) ausgegeben werden bzw. auszugeben sind, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund einer Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Ausgabe von Wandel- und/ oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.

b) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels Angebot an sämtliche Aktionäre veräußert werden, soweit dies gegen Sachleistung Dritter, insbesondere im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen durch die Gesellschaft selbst oder durch von ihr abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen sowie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen, geschieht oder zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten von Inhabern bzw. Gläubigern aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegebenen Wandel- und/ oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) erfolgt, insbesondere – aber nicht ausschließlich – aufgrund der unter Punkt 6 der Tagesordnung der Hauptversammlung vom 17.02.2022 beschlossenen Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente). Das Bezugsrecht der Aktionäre ist jeweils ausgeschlossen.

c) Die erworbenen eigenen Aktien können ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise eingezogen werden. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Die Einziehung kann auf einen Teil der erworbenen Aktien Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 187 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Rechtliche Angaben beschränkt werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.

Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen gemäß lit. a) und b) unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußerten eigenen Aktien dürfen 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 10-%-Grenze sind anzurechnen:

(i) neue Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Veräußerung der eigenen Aktien aus anderen Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden, und
(ii) diejenigen Aktien, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw.# Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Veräußerung der eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Sofern und soweit die Hauptversammlung nach Ausübung einer Ermächtigung, die zur Anrechnung auf die vorgenannte 10-%-Grenze geführt hat, die betreffende Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss neu erteilt, entfällt die bereits erfolgte Anrechnung. Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 16.02.2023, auf den hinsichtlich der Einzelheiten verwiesen wird, ist unter Tagesordnungspunkt 10 in der im Bundesanzeiger vom 05.01.2023 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2023 wiedergegeben.

Befugnis des Vorstands zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und von Aktien aus bedingtem Kapital

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 17.02.2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 16.02.2027 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen „Schuldverschreibungen“) mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu 500.000.000,00 € zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von solchen Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 11.508.920,32 € nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zu. Die Schuldverschreibungen können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem oder mehreren nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären mittelbar im Sinne von § 186 Abs. 5 AktG zum Bezug anzubieten (sog. mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats in den folgenden Fällen (jeweils gekürzt wiedergegeben) auszuschließen:

1) Soweit die Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten gegen Barleistung ausgegeben werden sollen, ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts auszugeben, sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht wesentlich unterschreitet.
2) Überdies ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, sofern die Schuldverschreibungen gegen Sacheinlagen bzw. -leistungen, insbesondere im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögensgegenständen oder Ansprüchen auf den Erwerb von Vermögensgegenständen einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften, ausgegeben werden, sofern der Wert der Sacheinlage in einem angemessenen Verhältnis zu dem ermittelten Wert der Schuldverschreibungen steht.
3) Ferner ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf Schuldverschreibungen für Spitzenbeträge auszuschließen und das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch auszuschließen, soweit es erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Wandlungs- bzw. Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. entsprechender Wandlungs-/ Optionspflichten oder von der Gesellschaft angedienter Aktien zum Ausgleich von Verwässerungen Bezugsrechte in dem Umfang zu gewähren, wie sie ihnen nach Ausübung dieser Rechte bzw. Erfüllung dieser Pflichten zustünden.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 188 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Rechtliche Angaben

Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts auszugebenden Schuldverschreibungen sind auf diejenige Anzahl von Schuldverschreibungen mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Options- oder Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung, beschränkt. Auf die vorgenannte 10-%-Grenze sind Aktien der Gesellschaft anzurechnen, (i) die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts aus anderen Ermächtigungen ausgegeben werden und (ii) die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. mit Wandlungs- oder Optionspflichten ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern diese Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden. Die verminderte Höchstgrenze wird mit Wirksamwerden einer nach der Verminderung von der Hauptversammlung beschlossenen neuen Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wieder erhöht, soweit die neue Ermächtigung reicht, höchstens aber bis zu 10 % des Grundkapitals. Der vollständige Wortlaut der Ermächtigung des Vorstands zur Begebung von Schuldverschreibungen, auf den hinsichtlich der Einzelheiten verwiesen wird, entspricht dem zu Tagesordnungspunkt 6 der ordentlichen Hauptversammlung am 17.02.2022 veröffentlichten Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, der am 20.12.2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.508.920,32 € durch die Ausgabe von bis zu 4.495.672 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder von abhängigen oder im unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Gesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 17.02.2022 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllen oder soweit die Gesellschaft anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft gewährt und soweit die Wandlungs- oder Optionsrechte bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten nicht durch eigene Aktien, durch Aktien aus genehmigtem Kapital oder durch andere Leistungen bedient werden. Die neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten, durch die Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten oder durch Gewährung anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags entstehen, und für alle nachfolgenden Geschäftsjahre am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festlegen, dass die neuen Aktien vom Beginn des Geschäftsjahres an, für das im Zeitpunkt der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten, der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten oder der Gewährung anstelle des fälligen Geldbetrags noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist, am Gewinn teilnehmen. Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 17.02.2022, auf den hinsichtlich der Einzelheiten verwiesen wird, ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der im Bundesanzeiger vom 20.12.2021 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2022 wiedergegeben.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen der Gesellschaft

Für den Fall, dass eine Einzelperson oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen die Kontrolle über mehr als 50 % der Aktien oder der Stimmrechte an der Aurubis AG erwirbt, hat jeder Kreditgeber aus dem mit einem Bankenkonsortium geschlossenen Vertrag über eine Kreditlinie von 500 Mio. € (der „Konsortialkredit“), der im Wesentlichen der Finanzierung des Umlaufvermögens des Konzerns dient, jeweils einzeln das Recht, seine Beteiligung an dem Konsortialkredit zu kündigen und sofortige Rückzahlung der ihm darunter geschuldeten Beträge zu fordern. Im Rahmen diverser Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 168 Mio. € steht den Darlehensgebern jeweils ein außerordentliches Kündigungsrecht im Falle eines Wechsels der Kontrolle über die Darlehensnehmerin zu.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft für den Fall von Übernahmeangeboten

Es wurden keine Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen.# Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24

Konzernabschluss

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung in T€

Anhang-Nr. 12 Monate 2023/24 12 Monate 2022/23
Umsatzerlöse 17.138.044 17.063.708
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 124.939 84.942
Andere aktivierte Eigenleistungen 45.217 44.932
Sonstige betriebliche Erträge 120.776 205.681
Materialaufwand -15.634.185 -16.107.018
Rohergebnis 1.794.792 1.292.245
Personalaufwand -633.348 -558.235
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -211.865 -218.972
Sonstige betriebliche Aufwendungen -430.734 -354.544
Betriebsergebnis (EBIT) 518.845 160.494
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 20.930 16.692
Zinserträge 19.194 11.466
Zinsaufwendungen -36.056 -23.743
Übrige finanzielle Erträge 188 0
Übrige finanzielle Aufwendungen -165 -4
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 522.936 164.905
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -106.560 -23.763
Konzernergebnis 416.376 141.142
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis 416.096 140.934
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 280 208
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 9,53 3,23
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 9,53 3,23

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS

Konzern-Gesamtergebnisrechnung in T€

12 Monate 2023/24 12 Monate 2022/23
Konzernergebnis 416.376 141.142
Positionen, die zukünftig in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind
Marktbewertung von Cashflow-Sicherungen 7.709 -28.256
Kosten der Absicherung 142 277
Veränderungen aus der Währungsumrechnung -26.081 -11.744
Ertragsteuern -704 13.425
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen — Anteil am sonstigen Ergebnis -1.074 -14.854
Positionen, die nicht in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind
Marktbewertung von Finanzinvestitionen 0 4.588
Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Verpflichtungen -33.970 -58.364
Ertragsteuern 9.966 19.182
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen — Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Verpflichtungen -283 87
Sonstiges Ergebnis -44.296 -75.659
Konzerngesamtergebnis 372.080 65.483
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzerngesamtergebnis 371.798 65.279
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzerngesamtergebnis 282 204

Konzernbilanz

Konzernbilanz nach IFRS

Konzernbilanz Aktiva in T€

Anhang-Nr. 30.09.2024 30.09.2023
Immaterielle Vermögenswerte 15 138.530 143.196
Sachanlagen 16 2.789.471 2.208.585
Finanzanlagen 17 10.887 20.070
At Equity bewertete Anteile 18 112.083 98.484
Latente Steuern 24 18.199 17.768
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 21 37.045 39.266
Sonstige langfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 21 0 804
Langfristige Vermögenswerte 3.106.214 2.528.173
Vorräte 19 3.545.794 3.399.398
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20 627.980 562.834
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 21 132.602 181.635
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 21 111.272 93.850
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 22 322.370 493.741
Kurzfristige Vermögenswerte 4.740.018 4.731.458
Summe Aktiva 7.846.232 7.259.631

Passiva in T€

Anhang-Nr. 30.09.2024 30.09.2023
Gezeichnetes Kapital 23 115.089 115.089
Kapitalrücklage 23 343.032 343.032
Eigene Anteile 23 -60.248 -60.248
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 23 4.153.788 3.823.098
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 23 3.239 23.254
Eigenkapital der Aktionäre der Aurubis AG 4.554.900 4.244.225
Nicht beherrschende Anteile 23 999 787
Eigenkapital 4.555.900 4.245.012
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 25 136.577 114.268
Sonstige langfristige Rückstellungen 26 52.714 54.648
Latente Steuern 24 570.821 545.336
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 27 235.406 204.391
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 27 84.470 103.282
Langfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 27 2.792 943
Langfristige Schulden 1.082.781 1.022.868
Kurzfristige Rückstellungen 26 72.780 63.150
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 1.583.685 1.566.190
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 27 28.049 23.716
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 27 147.816 58.281
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 27 284.298 190.819
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 27 90.924 89.595
Kurzfristige Schulden 2.207.551 1.991.751
Summe Passiva 7.846.232 7.259.631

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS

Konzern-Kapitalflussrechnung in T€

12 Monate 2023/24 12 Monate 2022/23
Ergebnis vor Ertragsteuern 522.936 164.905
Zu-/Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens 211.865 218.972
Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte 16.133 3.443
Veränderung langfristiger Rückstellungen -7.642 -10.678
Ergebnis im Zusammenhang mit der Investitionstätigkeit -16.580 2.204
Bewertung von Derivaten -199 196.268
Sonstiges nicht zahlungswirksames Ergebnis 4.984 4.984
Aufwendungen und Erträge aus dem Finanzergebnis -4.091 -4.412
Zinseinzahlungen 19.194 11.466
Ein-/Auszahlungen für Ertragsteuern -69.688 -86.021
Brutto-Cashflow 676.913 501.132
Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte -45.502 -8.686
Veränderung der Vorräte (inkl. Bewertungseffekte) -237.989 143.673
Veränderung kurzfristiger Rückstellungen 11.268 -4.456
Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) 132.782 -58.959
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 537.473 572.705
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -846.670 -624.987
Auszahlungen aus der Gewährung von Krediten und Darlehen an nahestende Unternehmen -77 -456
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen 2.379 334
Einzahlungen aus der Veräußerung von Eigenkapitalinstrumenten aus den Finanzanlagen 221 9.612
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten (abzgl. abgegebener Zahlungsmittel) 96.532 0
Einzahlungen aus der Tilgung von nahestehenden Unternehmen gewährten Krediten und Darlehen 2.753 1
Erhaltene Dividenden 19.038 5.800
Cashflow aus Investitionstätigkeit -725.824 -609.695
12 Monate 2023/24 12 Monate 2022/23
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 193.711 49.178
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Finanzverbindlichkeiten -84.987 -123.169
Zinsauszahlungen -30.326 -21.872
Dividendenzahlungen -61.193 -78.656
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 17.205 -174.518
Veränderung der Zahlungsmittel -171.147 -211.509
Veränderungen aus Wechselkursänderungen -225 -799
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 493.741 706.048
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 322.370 493.741

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

in T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Erwirtschaftetes Konzern- Eigenkapital Kumuliertes sonstiges Ergebnis Summe Eigenkapital
Marktbewertung von Cashflow-Sicherungen Kosten der Absicherung Marktbewertung von Finanzinvestitionen Währungsände rungen Ertragsteuern Anteile der Aktionäre der Aurubis AG Nicht beherr- schende Anteile
Stand am 01.10.2022 115.089 343.032 -60.248 3.794.071 46.983 -513 1.186 36.033 -18.101 4.257.532 653 4.258.185
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 0 5.774 0 0 -5.774 0 0 0 0 0
Dividendenzahlung 0 0 0 -78.586 0 0 0 0 0 -78.586 -70 -78.656
Konzern-Gesamtergebnis 0 0 0 101.839 -43.106 277 4.588 -11.744 13.425 65.279 204 65.483
davon Konzernergebnis 0 0 0 140.934 0 0 0 0 0 140.934 208 141.142
davon sonstiges Ergebnis 0 0 0 -39.095 -43.106 277 4.588 -11.744 13.425 -75.655 -4 -75.659
Stand am 30.09.2023 115.089 343.032 -60.248 3.823.098 3.877 -236 0 24.289 -4.676 4.244.225 787 4.245.012
Stand am 01.10.2023 115.089 343.032 -60.248 3.823.098 3.877 -236 0 24.289 -4.676 4.244.225 787 4.245.012
Verkauf von Finanzinvestitionen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Dividendenzahlung 0 0 0 -61.123 0 0 0 0 0 -61.123 -70 -61.193
Konzern-Gesamtergebnis 0 0 0 391.813 6.627 142 0 -26.081 -703 371.798 282 372.080
davon Konzernergebnis 0 0 0 416.096 0 0 0 0 0 416.096 280 416.376
davon sonstiges Ergebnis 0 0 0 -24.283 6.627 142 0 -26.081 -703 -44.298 2 -44.296
## Weitere Informationen
### Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

Die Aurubis AG ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Hamburg, Deutschland, und wird beim Amtsgericht Hamburg unter der Handelsregisternummer HR B 1775 geführt. Die Anschrift lautet Aurubis AG, Hovestraße 50, 20539 Hamburg.

Der vorliegende Konzernabschluss zum 30.09.2024 ist in Anwendung der Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in Verbindung mit § 315e Abs. 1 HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Auslegungen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS-IC) wurden berücksichtigt.

Es wird von der Fortführung der Geschäftstätigkeit ausgegangen.

Die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung erfolgte am 04.12.2024. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden sämtliche Beträge in Währungseinheiten von Tausend ausgewiesen.

Die Bilanz wurde nach kurzfristigen und langfristigen Vermögenswerten und Schulden gegliedert. Dabei sind kurzfristige Vermögenswerte und Schulden jene, von denen erwartet wird, dass sie innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden, die primär zu Handelszwecken gehalten werden oder deren Realisierung bzw. Erfüllung innerhalb des normalen Geschäftszyklus erwartet wird. Darüber hinaus werden Vermögenswerte als kurzfristig angesehen, wenn diese innerhalb des Geschäftszyklus zum Verkauf oder Verbrauch gehalten werden.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS ist es ferner nötig, dass der Vorstand und die von ihm beauftragten Mitarbeiter in wesentlichen Teilbereichen Schätzungen und Annahmen vornehmen. Diese haben Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der hiermit verbundenen Erträge und Aufwendungen. Bereiche, die im besonderen Maße die Anwendung von Schätzungen und Annahmen erfordern, sind unter Wesentliche Schätzungen und Annahmen dargestellt.

Im vorliegenden Bericht können sich aufgrund von Rundungen geringfügige Abweichungen bei Summenangaben ergeben.

Das Geschäftsjahr 2022/23 des Aurubis-Konzerns war durch gegen Aurubis gerichtete kriminelle Handlungen im Werk Hamburg beeinflusst. Bei der Erläuterung der entsprechenden Bilanz- und GuV- Posten, bei denen eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen aufgrund dieser Handlungen nur eingeschränkt möglich ist, wird auf die Erläuterungen im Kapitel Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns des zusammengefassten Lageberichts verwiesen.

Wesentliche Grundsätze der Rechnungslegung

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden zum Bilanzstichtag neben der Muttergesellschaft Aurubis AG, Hamburg, 17 weitere Gesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen, bei denen die Aurubis AG, Hamburg, direkt oder indirekt über die Mehrheit der Stimmrechte und somit über die Beherrschung verfügt.

Der Konzernabschlussstichtag entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses der Aurubis AG, Hamburg, und aller einbezogenen Tochtergesellschaften mit Ausnahme von drei einbezogenen Unternehmen. Der Abschlussstichtag dieser Tochterunternehmen ist im Wesentlichen aufgrund regulatorischer Anforderungen der 31.12. Für den Konzernabschluss wurden von diesen Unternehmen Zwischenabschlüsse zum Konzernabschlussstichtag erstellt.

Gemäß IFRS 11.24 in Verbindung mit IAS 28 werden die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg, Hersteller von Vorwalzbändern, an der eine Beteiligung von 50 % besteht, sowie die Cablo GmbH, Gelsenkirchen, an der eine Beteiligung von 40 % besteht, unter Verwendung der Equity-Methode bilanziert. Daneben wird der Batterierecycler LIBREC AG, Biberist, an der eine Beteiligung von 33,5 % besteht, im Zuge einer Kapitalerhöhung erstmals zum 01.01.2024 unter Verwendung der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaften werden jeweils mit einem weiteren Partner bzw. mehreren Partnern aufgrund des jeweiligen Vertragsverhältnisses gemeinschaftlich und hinsichtlich maßgeblicher Tätigkeiten einvernehmlich geführt (Gemeinschaftsunternehmen).

Konsolidierungsgrundsätze

Für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse der Gesellschaften werden einheitliche für den Aurubis-Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde gelegt. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen wesentlichen Unternehmen sind von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft worden.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein sich aus der Verrechnung ergebender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und einer mindestens jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Entsprechend IAS 36 werden keine planmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird nach erneuter Prüfung der Zeitwerte sofort ergebniswirksam erfasst.

Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse sowie Umsätze, andere Erträge und Aufwendungen zwischen Konzerngesellschaften werden eliminiert. Durch Transaktionen innerhalb des Konzerns entstandene Zwischengewinne werden, falls wesentlich, bereinigt.

In den Konzernabschluss werden neben acht inländischen Gesellschaften zehn ausländische Gesellschaften einbezogen.

Der Jahresabschluss von Tochterunternehmen in Fremdwährung wurde nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, welcher die Berichtswährung der Aurubis AG darstellt. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt oder Bewertungszeitpunkt bei Neubewertungen in die funktionale Währung umgerechnet.

Fremdwährungstransaktionen erfolgen insbesondere in US-Dollar. Der durchschnittliche US-Dollar-Kurs des Geschäftsjahres 2023/24 betrug 1,0840 US$/€ (2022/23: 1,06740 US$/€), der Kurs zum 30.09.2024 betrug 1,11960 US$/€ (30.09.2023: 1,05940 US$/€).

Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung von Fremdwährungstransaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Materialaufwand erfasst, es sei denn, sie sind im Eigenkapital als qualifizierte Cashflow Hedges oder Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb zu berücksichtigen. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährung von insgesamt -0,5 Mio. € (Vj. 3,6 Mio. €) ergebniswirksam erfasst.

Vermögenswerte und Schulden der Bilanz von in Fremdwährung berichtenden Tochtergesellschaften werden in Ausübung der Regelung des IAS 21 mit den Mittelkursen zum Bilanzstichtag, die Gewinn- und Verlustrechnung mit den Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen hieraus werden bis zu einem möglichen Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen.

Die Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen erfolgt nach IFRS 11 unter Verwendung der Equity- Methode. Zwischenergebnisse aus Up-/Downstream-Transaktionen mit Konzernunternehmen werden anteilig eliminiert.

Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse werden im Wesentlichen aus dem Verkauf von Metallen und Kupferprodukten erzielt. Dabei werden die Umsatzerlöse in der Gegenleistung bemessen, die der Konzern aus einem Vertrag mit einem Kunden voraussichtlich erhalten wird. Der Konzern erfasst Umsatzerlöse, wenn die Verfügungsmacht über ein Produkt oder eine Dienstleistung auf den Kunden übertragen worden ist. Im Geschäftsjahr gewährte Boni werden umsatzmindernd erfasst.

Im Falle von Transportdienstleistungen, welche grundsätzlich zeitraumbezogen sind und eine separate Leistungsverpflichtung darstellen, wird aus Wesentlichkeitsgründen auf eine Separierung verzichtet. Manche Verträge beinhalten Rabatte und Preisnachlässe, welche bei der Ermittlung des Transaktionspreises berücksichtigt werden.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erst bilanziert, wenn die notwendigen Anspruchs-Voraussetzungen erfüllt sind und zu erwarten ist, dass die Zuwendungen tatsächlich gewährt werden. Vermögenswertbezogene Zuwendungen werden grundsätzlich als Abzug von den Anschaffungs-/ Herstellungskosten bilanziert. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden als sonstige betriebliche Erträge erfasst. Sofern sich eine erfolgsbezogene Zuwendung auf zukünftige Geschäftsjahre bezieht, wird sie periodengerecht abgegrenzt.

Anteilsbasierte Vergütung

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 trat für alle aktiven Vorstandsmitglieder das überarbeitete Vergütungssystem („Vergütungssystem 2023“) in Kraft. Das Vergütungssystem 2023 besteht sowohl aus festen (Grundbezüge, Pensionszusagen und Nebenleistungen) als auch aus variablen Vergütungsbestandteilen (Jahresbonus und Performance Share Plan). Hinsichtlich des Performance Share Plan sind die Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IFRS 2 anzuwenden.# Durch die Verknüpfung über Aurubis

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virtuelle Performance Shares mit der absoluten Aktienkursentwicklung der Aurubis AG ist der Performance Share Plan vollständig aktienbasiert ausgestaltet. Der Performance Share Plan sieht eine vierjährige, zukunftsbezogene Performance-Periode vor, wobei die Bemessungsgrundlage in Abhängigkeit von der Zielerreichung des operativen ROCE (vierjahresdurchschnitt) und dem Total Shareholder Return (TSR) der Aurubis AG im Vergleich zum MDAX festgelegt wird, wobei beim TSR die Dividendenzahlungen berücksichtigt werden. Die Auszahlung erfolgt in bar binnen vier Monaten nach Ende des Geschäftsjahres, in dem die Performance-Periode endet, und ist auf 200 % des Zielbetrags begrenzt. Die Ermittlung des Zeitwerts des Performance Share Plan vor Ablauf der vierjährigen Performance-Periode wird mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation vorgenommen.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen in diesem Zusammenhang insbesondere die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, an anderen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalinstrumente (z. B. Beteiligungen, Aktienbestände), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen sowie zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative Finanzinstrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und derivative Finanzinstrumente.

Im Konzern werden marktübliche Käufe und Verkäufe von originären Finanzinstrumenten grundsätzlich mit Erfüllung, d. h. zum Zeitpunkt der Lieferung und des Kontrollübergangs, erfasst. Derivative Finanzinstrumente werden ab dem Handelstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen.

Nach IFRS 9 werden Finanzinstrumente in die Bewertungskategorien „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC), „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet“ (FV OCI) und „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FV P&L) unterteilt.

Ein Schuldinstrument wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
» Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, Vermögenswerte zu halten, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen.
» Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die lediglich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (Zahlungsstromkriterium).

Ein Schuldinstrument wird erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
» Es wird im Rahmen eines gemischten Geschäftsmodells gehalten, bei dem sowohl vertragliche Zahlungsströme vereinnahmt als auch Veräußerungen getätigt werden.
» Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die lediglich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (Zahlungsstromkriterium).

Sofern die oben genannten Kriterien für die Klassifizierung als AC bzw. FV OCI nicht erfüllt sind, werden die Schuldinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FV P&L).

Ungeachtet der oben beschriebenen Kriterien zur Klassifizierung von Schuldinstrumenten in die Kategorien AC oder FV OCI kann ein Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ einstufen, wenn dadurch eine Rechnungslegungsanomalie vermieden oder erheblich verringert wird (FV-Option).

Die Klassifizierung und Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten erfolgt grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Davon abweichend besteht für originäre Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, beim erstmaligen Ansatz die unwiderrufliche Möglichkeit, die Fair-Value-Änderungen im sonstigen Ergebnis zu erfassen (OCI-Option).

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet oder ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Sie sind ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn sie zu Handelszwecken gehalten werden oder beim erstmaligen Ansatz – unter bestimmten

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24

Voraussetzungen – als „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ designiert wurden (FV-Option). Aurubis macht von der FV-Option Gebrauch und designiert unwiderruflich Verbindlichkeiten aus nicht preisfixierten Lieferverträgen (hybriden Verträgen) als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“.

Umwidmungen von Finanzinstrumenten in andere Bewertungskategorien lagen weder im Geschäftsjahr 2023/24 noch im Geschäftsjahr 2022/23 vor.

Finanzielle Vermögenswerte werden angesetzt, wenn Aurubis ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente oder andere finanzielle Vermögenswerte von einem anderen Unternehmen zu erhalten. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei sind bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Dieser entspricht im Regelfall dem beizulegenden Zeitwert.

Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte, sofern diese unmittelbar durch Rückgriff auf einen aktiven Markt verfügbar sind. Ansonsten erfolgt eine Bewertung unter Anwendung marktüblicher Verfahren (Bewertungsmodelle) unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter. Unverzinsliche finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Für finanzielle Vermögenswerte mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr wird davon ausgegangen, dass der Zeitwert dem Nominalwert entspricht. Finanzielle Vermögenswerte in Fremdwährung sind zum Zeitpunkt der Erstbewertung mit dem gültigen Tageskurs und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder im Wesentlichen alle Chancen und Risiken übertragen werden. Veräußerte finanzielle Vermögenswerte, für die kein Regressanspruch besteht, werden ausgebucht.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Weitere Informationen zu den Bewertungsmethoden für den beizulegenden Zeitwert und den verwendeten wesentlichen Bewertungsparametern finden sich im Abschnitt 30 Finanzinstrumente. Die aus der Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert in der Folge resultierenden Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im übrigen Finanzergebnis erfasst. Die in den übrigen Finanzanlagen ausgewiesenen langfristigen Forderungen werden im Rahmen der Folgebewertung, falls wesentlich, unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Im Aurubis-Konzern werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aus nicht preisfixierten Lieferverträgen resultieren, im Rahmen der Folgebewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Forderungen, die im Rahmen des Factoring zum Verkauf stehen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die verbleibenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden aufgrund ihrer kurzen Laufzeit mit dem Nominalwert bewertet. Aurubis setzt den Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen als Finanzierungsinstrument ein.

Erwartete Kreditverluste bei zu fortgeführten Anschaffungskosten und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden als Wertberichtigung erfasst, d. h. als Teil der Bewertung dieser Vermögenswerte in der Bilanz. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird der vereinfachte Ansatz (Simplified Approach) zur Erfassung von Wertminderungen angewendet. Hierbei werden die erwarteten Kreditverluste über ein sog. Kohortenmodell berechnet, das auf Daten der letzten drei Geschäftsjahre basiert. Die tatsächlichen historischen Forderungsausfälle werden unter Beachtung zukunftsgerichteter Informationen (Forward-Looking Information) auf die offenen Forderungsbestände angewendet. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Ein Ausfall bei einem finanziellen Vermögenswert gilt als eingetreten, wenn die vertraglichen Zahlungen nicht eingetrieben werden konnten und von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen wird. Sämtliche Anpassungen des Saldos der Wertberichtigungen aufgrund einer Erhöhung oder Verringerung des Betrags von erwarteten Kreditverlusten werden auf einem Wertberichtigungskonto erfasst.# Das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird insbesondere durch im Aurubis-Konzern vorhandene Warenkreditversicherungsprogramme begrenzt.

Derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung gemäß IFRS 9 (Hedge Accounting) eingebunden sind und damit „zu Handelszwecken gehalten“ werden, sind der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zuzuordnen.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 199 ☰ @ h i
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Daneben werden im Aurubis-Konzern Lieferverträge über Nichteisenmetalle (NE-Metalle) sowohl zur Deckung des erwarteten Bedarfs an Rohstoffen als auch für den Verkauf von Fertigprodukten abgeschlossen. Preisfixierte physische Metalllieferverträge sind als derivative Finanzinstrumente bilanziert. Da diese nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind, sind sie ebenfalls der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zuzuordnen.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte werden im Rahmen der Folgebewertung – sofern langfristig – unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und sind mit dem Nominalwert bewertet.

Für finanzielle Vermögenswerte, die nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, sind grundsätzlich Wertminderungen auf Basis der erwarteten Verluste vorzunehmen. Zur Ermittlung dieser Wertminderungen sieht IFRS 9 ein dreistufiges Modell (General Approach) vor. In Abhängigkeit vom Kreditausfallrisiko des Kontrahenten erfordert das Modell ein unterschiedliches Ausmaß an Wertberichtigung in den unterschiedlichen Stufen. Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und sonstige finanzielle Vermögenswerte, die in den Anwendungsbereich für Wertminderungen nach IFRS 9 fallen, erfolgt die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste bei deren Zugang primär auf Basis von Credit Default Swaps, für die Verluste berechnet werden, die aus Ausfällen in den nächsten zwölf Monaten erwartet werden. Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos werden die über die jeweilige Laufzeit des Vermögenswerts erwarteten Kreditverluste berücksichtigt.

Am Abschlussstichtag besteht aufgrund der Kurzfristigkeit und der hohen Bonität der Kontrahenten ein niedriges Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte.

Rückkäufe von eigenen Aktien werden direkt vom Eigenkapital abgezogen. Weder Kauf noch Verkauf von eigenen Aktien werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn eine vertragliche Verpflichtung vorliegt, einem anderen Unternehmen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente oder andere finanzielle Vermögenswerte zu übertragen. Der erstmalige Ansatz erfolgt immer zum beizulegenden Zeitwert. Davon werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die direkt zurechenbaren Transaktionskosten in Abzug gebracht und unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit amortisiert.

Finanzielle Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Erstbewertung mit dem gültigen Tageskurs und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten, darunter fallen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sofern der Zinseffekt nicht unwesentlich ist, werden unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr abgezinst. Bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr wird unterstellt, dass der Zeitwert dem Rückzahlungsbetrag entspricht.

Eine Ausnahme bilden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die aus nicht preisfixierten Lieferverträgen resultieren. Diese werden im Rahmen der Folgebewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FV-Option). Die aus dem eigenen Kreditrisiko resultierenden Zeitwertänderungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Aurubis-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken sowie zur Absicherung von Warenpreisrisiken ein. Die derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht dem Marktwert und kann sowohl positiv als auch negativ sein. Wenn ein Marktwert nicht vorliegt, wird dieser mit Barwert- und Optionspreismodellen errechnet. Als Eingangsparameter für diese Modelle werden, soweit wie möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktpreise und Zinssätze verwendet, die aus anerkannten Quellen bezogen werden.

Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten werden entweder erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Dabei ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine effektive Sicherungsbeziehung eingebunden ist oder nicht. Liegt kein Cashflow Hedge Accounting vor, sind die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte sofort erfolgswirksam zu erfassen. Besteht hingegen eine wirksame Cashflow- Sicherungsbeziehung, werden diese erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis bilanziert.

Um Schwankungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund der unterschiedlichen Bewertung von abgesicherten Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten zu vermeiden, enthält IFRS 9 spezielle

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 200 ☰ @ h i
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Vorschriften zum Hedge Accounting. Ziel dieser Hedge-Accounting-Vorschriften ist es, die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente und der abgesicherten Geschäfte weitgehend kompensierend zu erfassen. Neben der Dokumentation verlangt IFRS 9 für die Anwendung der Regelungen des Hedge Accounting den Nachweis eines effektiven Sicherungszusammenhangs. Hedge-Effektivität bedeutet, dass die Fair-Value- Änderungen (für Fair Value Hedges) oder die Cashflow-Änderungen (für Cashflow Hedges) des abgesicherten Grundgeschäfts durch die gegenläufigen Fair-Value-Änderungen oder Cashflow-Änderungen des Sicherungsinstruments ausgeglichen werden – jeweils bezogen auf das gesicherte Risiko.

Derivate, die im Rahmen eines Cashflow Hedge als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden, dienen der Absicherung zukünftiger Zahlungsströme. Ein Risiko hinsichtlich der Höhe zukünftiger Cashflows besteht insbesondere für mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende geplante Transaktionen. Im Rahmen des Cashflow Hedge Accounting eingesetzte derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Das Bewertungsergebnis wird in einen effektiven und einen ineffektiven Teil zerlegt. Der effektive Teil ist der Teil des Bewertungsergebnisses, der eine wirksame Sicherung gegen das Cashflow-Risiko darstellt. Dieser wird erfolgsneutral nach Berücksichtigung latenter Steuern in einer gesonderten Position im Eigenkapital (Cashflow-Hedge-Rücklage) erfasst. Der ineffektive Teil des Bewertungsergebnisses wird hingegen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der nicht designierte Teil des Derivats wird in einer separaten Rücklage für Absicherungskosten im sonstigen Ergebnis erfasst.

Im Aurubis-Konzern werden die Veränderungen der Zeitwerte der Devisenoptionen von der Sicherungsbeziehung ausgeschlossen. Für die den gesicherten Zahlungsströmen zugrunde liegenden Geschäfte ist die bilanzielle Behandlung unverändert. Nach Beendigung der Sicherungsbeziehung werden die in der Rücklage erfassten Beträge immer dann in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, wenn Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Grundgeschäft erfolgswirksam werden oder mit dem tatsächlichen Eintritt des Grundgeschäfts nicht mehr gerechnet wird.

Der Aurubis-Konzern geht darüber hinaus Sicherungsbeziehungen ein, die nicht den strengen Anforderungen des IFRS 9 genügen und somit nicht nach den Regeln des Hedge Accounting bilanziert werden können. Nichtsdestotrotz entsprechen diese Sicherungsbeziehungen aus ökonomischer Sicht den Grundsätzen des Risikomanagements. Weiterhin wird bei der Fremdwährungsabsicherung bilanzierter finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ebenfalls kein Hedge Accounting angewendet, da die aus der Währungsumrechnung gemäß IAS 21 erfolgswirksam zu realisierenden Gewinne und Verluste der Grundgeschäfte mit den Gewinnen und Verlusten der derivativen Sicherungsinstrumente einhergehen und sich entsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung näherungsweise ausgleichen.

Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt gemäß den Regelungen des IFRS 13 zur Fair-Value-Bewertung. Der beizulegende Zeitwert von in aktiven Märkten notierten Finanzinstrumenten wird auf Grundlage der Preisnotierung ermittelt, sofern diese im Rahmen von regelmäßigen und aktuellen Transaktionen verwendete Preise darstellen.

Der Aurubis-Konzern verwendet Bewertungsverfahren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, sofern keine in aktiven Märkten notierten Preise verfügbar sind. Folglich basieren in Bewertungsverfahren verwendete Eingangsparameter, wenn möglich, auf beobachtbaren Daten, die von Preisen relevanter, in aktiven Märkten gehandelter Finanzinstrumente abgeleitet werden. Die Anwendung dieser Bewertungsverfahren erfordert Schätzungen und Annahmen seitens des Aurubis-Konzerns, deren Umfang von der Preistransparenz in Bezug auf das Finanzinstrument und dessen Markt abhängt.# Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Methoden und Einflussfaktoren werden regelmäßig durch das Management hinsichtlich ihrer Eignung analysiert. Weitere Informationen zu den bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten wesentlichen Schätzungen und Annahmen finden sich im Abschnitt Finanzinstrumente.

Immaterielle Vermögenswerte

Soweit immaterielle Vermögenswerte erworben wurden, werden diese zu Anschaffungskosten aktiviert. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die wirtschaftlich nutzbar sind, werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert, wenn die Kriterien für die Aktivierung erfüllt sind. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese beträgt in der Regel zwischen drei und acht Jahre. Davon abweichend werden Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem langfristig abgeschlossenen Stromliefervertrag planmäßig über die Vertragslaufzeit erfasst und unter den Materialaufwendungen ausgewiesen. Zudem existiert ein weiteres entgeltlich erworbenes Nutzungsrecht, das erst in Zukunft planmäßig abgeschrieben wird. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Kaufpreisallokation infolge des Erwerbs der Gesellschaften der ehemaligen Metallo- Gruppe im Geschäftsjahr 2019/20 immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Diese werden linear über die voraussichtlichen Nutzungsdauern von neun und 18 Jahren planmäßig abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer bestehen mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte im Konzernabschluss nicht.

Rechte zur Emission von CO2 werden unter den immateriellen Vermögenswerten bilanziert, da sowohl kostenfreie Zuteilungen als auch Käufe am Markt für die Produktion vorgesehen sind. Erstausstattungen an Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 201 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Konzernanhang Emissionsrechten, die unentgeltlich erworben worden sind, werden mit Anschaffungskosten von 0 € erfasst. Entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten erfasst. Der im Zusammenhang mit dem Abgang von entgeltlich erworbenen Emissionsrechten stehende Aufwand wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Erträge aus dem Verkauf von Emissionsrechten werden im sonstigen betrieblichen Ertrag ausgewiesen.

Sachanlagen

Der Ausweis von Gegenständen des Sachanlagevermögens erfolgt, sofern sie länger als ein Jahr dem Geschäftsbetrieb dienen. Diese Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Hierzu zählen auch Ersatzteile und Wartungsgeräte, die länger als eine Periode genutzt werden. Technische Sockelbestände sind als Komponenten der jeweiligen technischen Anlagen und Maschinen bilanziert. Hierbei handelt es sich um Materialmengen, die Metalle enthalten und notwendig sind, um die bestimmungsgemäße Funktionsfähigkeit der Produktionsanlagen herzustellen und diese in der Folge zu gewährleisten. Sockelbestände werden nicht planmäßig abgeschrieben, da sie keiner Abnutzung und keinem Alterungsprozess unterliegen. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Anlagengegenstand zurechenbaren Kosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden aktiviert. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear. Hierbei entsprechen die zugrunde gelegten Abschreibungsdauern den erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Vermögenswerte im Konzern. Im Wesentlichen wurden folgende Nutzungsdauern angesetzt:

Vermögenswert Nutzungsdauer (Jahre)
Gebäude 25 bis 40
Grundstückseinrichtungen 10 bis 25
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 20
Technische Sockelbestände unbegrenzte
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 20

Generalüberholungen oder Instandhaltungsmaßnahmen, die zum Ersatz von Komponenten führen, werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt, und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.

Leasing

Aurubis beurteilt zu Beginn eines Vertrags, ob dieser ein Leasingverhältnis darstellt oder beinhaltet. Grundsätzlich werden beim Leasingnehmer sämtliche Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts und einer Leasingverbindlichkeit bilanziert. Die unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Barwert der künftigen festen Leasingzahlungen angesetzt. Darüber hinaus werden variable Zahlungen, welche an einen Index gekoppelt sind, und erwartete Restwertgarantien berücksichtigt. Wenn eine vorliegende Kauf- oder Verlängerungsoption mit hinreichender Sicherheit ausgeübt wird, wird der Kaufpreis bzw. die entsprechenden Leasingzahlungen in die Ermittlung der Leasingverbindlichkeit mit einbezogen. Entschädigungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses werden bei hinreichender Sicherheit der Inanspruchnahme berücksichtigt.

Die Diskontierung der Leasingzahlungen erfolgt mit dem im Leasingvertrag festgelegten Zinssatz oder, wenn nicht ermittelbar, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden die risikofreien Interbanken- Zinssätze für entsprechende Laufzeiten in unterschiedlichen Währungen herangezogen und um Kredit- und Länderrisikoaufschläge erhöht.

Die Folgebewertung erfolgt durch die Erhöhung des Buchwerts um die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit sowie durch Reduzierung um die geleisteten Leasingzahlungen. Die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit wird im Zinsaufwand des Finanzergebnisses erfasst. Bei Eintritt einer Änderung bei den Leasingzahlungen werden die Leasingverbindlichkeiten neu bewertet. Die Neubewertung der Leasingverbindlichkeit führt grundsätzlich zu einer Anpassung des Nutzungsrechts. Änderungen bei den Leasingzahlungen entstehen beispielsweise im Zusammenhang mit Laufzeitanpassungen oder der Neueinschätzung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen.

Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und ggf. nach IAS 36 erforderlicher Wertminderungen bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten hierbei den Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich der geleisteten Leasingvorauszahlungen sowie der anfänglichen direkten Kosten und Rückbauverpflichtungen. Zum Abzug kommen sämtliche erhaltenen Leasinganreize. Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 202 ☰ @ h i Brief des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Die Aktie Nichtfinanzieller Bericht Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen Konzernanhang grundsätzlich über die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Wird mit ausreichender Sicherheit von der Ausübung einer vorliegenden Kaufoption ausgegangen und ist der Kaufpreis in die Ermittlung der künftigen Leasingzahlungen einbezogen, erfolgt die Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasinggegenstands.

Leasingzahlungen in Verbindung mit kurzfristigen Leasingverhältnissen, Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte sowie variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index gekoppelt sind, werden als laufender Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Des Weiteren werden die Leasingvorschriften nicht auf Leasingverträge über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Eine Trennung in Leasing- und Nichtleasingkomponenten wird grundsätzlich vorgenommen, sofern diese eindeutig identifizierbar und abgrenzbar sind.

Vermietete Mietleasinggegenstände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter den Sachanlagen aktiviert. Die daraus resultierenden Erträge werden in den Umsatzerlösen erfasst. Im Falle einer Finanzierungsleasingvereinbarung wird der vermietete Vermögenswert ausgebucht und eine Leasingforderung unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Aurubis trat weder im Geschäftsjahr 2023/24 noch im Vorjahr in Geschäftsbeziehungen als Leasinggeber auf.

Wertminderung von langfristigen nichtfinanziellen Vermögenswerten

Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie die Geschäfts- oder Firmenwerte, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Darüber hinaus wird an jedem Abschlussstichtag eingeschätzt, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Ebenso werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bei Vorliegen von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hinweisen könnten, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Da für die im Sockelbestand enthaltenen Metalle die Möglichkeit der Rückgewinnung gegeben ist und das Nutzungspotenzial des Sockelbestands mangels Verbrauchs im Produktionsprozess keiner Abnutzung unterliegt, wird von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen. Demgemäß erfolgt keine planmäßige Abschreibung der Sockelbestände, sondern bei Vorliegen von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hinweisen könnten, eine Überprüfung der Werthaltigkeit im Zusammenhang mit den jeweiligen Produktionsanlagen.

Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert ggf. nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (sog.# zahlungsmittelgenerierende Einheiten, ZGE). Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts wird für nicht monetäre Vermögenswerte, für die in der Vergangenheit eine Wertminderung gebucht wurde, zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob ggf. eine Wertaufholung zu erfolgen hat.

Vorräte

Das Vorratsvermögen wird bei Zugang zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei umfassen die Herstellungskosten sämtliche direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie systematisch zugeordnete Anteile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Die Ermittlung der Anschaffungskosten von Kupferkonzentraten und Recyclingrohstoffen erfolgt, indem vom Metalleinkaufspreis die mit dem Lieferanten verhandelten Schmelz- und Raffinierlöhne abgezogen werden. Bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen handelt es sich um Abschläge, die aufgrund der Verarbeitung von Erzkonzentraten und Recyclingrohstoffen zu Kupfer und Edelmetallen vorgenommen werden. In den Hüttenbetrieben erfolgt die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse, indem zunächst die Metallgehalte bewertet werden. Hiervon wird der Gegenwert der bis zur Ausbringung des Feinmetalls noch anfallenden Verarbeitung abgesetzt. Es kommt damit über den Zeitraum des Produktionsprozesses zu einer sukzessiven Berücksichtigung der Produktionskosten als Bestandteil der Herstellungskosten. Hiervon betroffen ist die Produktion von Kupfer, Edel- und Nebenmetallen. Bei der Herstellung von Kupferprodukten werden zur Bewertung der fertigen Erzeugnisse neben der Metallkomponente die angefallenen Kosten der Weiterverarbeitung in besondere Formate wie z. B. in Gießwalzdraht, Stranggussformate und Walzprodukte im Wege der Zuschlagskalkulation berücksichtigt. Die Vorratsbewertung erfolgt nach der Durchschnittsmethode nach IAS 2. Dabei erfolgt der Ansatz zum Bilanzstichtag zu dem jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und realisierbarem Nettoveräußerungswert. Die Bestimmung des Nettoveräußerungswerts geschieht auf Basis der Börsen- oder Marktpreise zum Bilanzstichtag.

Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte

Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Soweit Risiken bestehen, wird diesen durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Ertragsteuern

Ertragsteuern setzen sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Der Steueraufwand bzw. Steuerertrag wird ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Soweit Sachverhalte direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis berücksichtigt. Die Gesellschaften des Aurubis-Konzerns sind in einer Vielzahl von Ländern weltweit ertragsteuerpflichtig. Der Steueraufwand bzw. Steuerertrag wird unter Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden Steuervorschriften der einzelnen Länder berechnet. Aktive und passive latente Steuern resultieren aus temporären Differenzen zwischen den steuerbilanziellen und den im IFRS-Abschluss berücksichtigten Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden oder aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften. Der Ermittlung der latenten Steuern liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese Steuersätze basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen. Latente Steueransprüche auf temporäre Differenzen, Verlustvorträge und Steuergutschriften werden in dem Umfang bei den Unternehmenseinheiten aktiviert, in dem latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigen latente Steueransprüche latente Steuerschulden, erfolgt der Ansatz in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Nutzung dieser Steueransprüche verfügbar sein wird. Die aktivierten latenten Steuern werden individuell jährlich auf ihre Realisierbarkeit überprüft. Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein Recht zur Aufrechnung besteht und wenn es sich bei den aktiven und passiven latenten Steuern um Ertragsteuern handelt, die von derselben Steuerbehörde gegenüber derselben Gesellschaft erhoben werden.

Nicht fortgeführte Aktivitäten und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Nicht fortgeführte Aktivitäten werden ausgewiesen, sobald ein Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird und der Geschäftsbereich einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt sowie Teil eines abgestimmten Gesamtplans zur Veräußerung ist. Die Bewertung erfolgt gemäß IFRS 5 zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Über das Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten wird in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung getrennt von den Aufwendungen und Erträgen aus fortgeführten Aktivitäten berichtet; Vorjahresangaben werden auf vergleichbarer Basis dargestellt. In der Konzern-Kapitalflussrechnung sind nicht fortgeführte Aktivitäten in den Mittelzuflüssen/-abflüssen aus der betrieblichen, der Investitions- und der Finanzierungstätigkeit enthalten. Die Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit für den aufgegebenen Geschäftsbereich werden gesondert im Anhang dargestellt. Darüber hinaus wird in der Konzernbilanz über zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden in Form eines aggregierten Ausweises berichtet. Liegen dagegen die Voraussetzungen des IFRS 5.32 für einen aufgegebenen Geschäftsbereich nicht vor, wird in der Konzernbilanz über die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden in Form eines aggregierten Ausweises berichtet. Für die Vorjahreswerte erfolgt keine Anpassung. Die in der Bilanz aggregiert ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden werden im Anhang nach Hauptgruppen getrennt näher erläutert. In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung erfolgt in diesem Fall kein gesonderter Ausweis.
Im Geschäftsjahr 2023/24 erfolgte kein Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten und zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage des nach IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahrens auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln 2018 G ermittelt. Dabei werden die verwendeten demografischen Annahmen sowie die erwarteten Einkommens- und Rententrends und der anzuwendende Zinssatz auf der Grundlage aktueller Schätzungen zum Bilanzstichtag bestimmt. Hierdurch können sich versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Abweichungen der tatsächlichen Parameter zum Bilanzstichtag gegenüber den Rechnungsannahmen ergeben. Diese versicherungsmathematischen Ergebnisse sowie Erträge aus Planvermögen, die nicht in den Nettozinsen enthalten sind, werden sofort und vollständig bei ihrer Entstehung erfolgsneutral erfasst und innerhalb des erwirtschafteten Konzern- Eigenkapitals ausgewiesen. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort aufwandswirksam erfasst. Zur Ermittlung der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen wird der beizulegende Zeitwert des Planvermögens vom Barwert der Pensionsverpflichtungen abgezogen. Für alle übrigen ungewissen Verpflichtungen und Risiken des Aurubis-Konzerns werden sonstige Rückstellungen gebildet. Voraussetzung ist dabei, dass eine Verpflichtung gegenüber Dritten aus einem in der Vergangenheit liegenden Ereignis besteht, ein Mittelabfluss hieraus wahrscheinlich ist und dieser zuverlässig geschätzt werden kann. Langfristige Rückstellungen werden hierbei mit ihrem Barwert angesetzt, sofern der Zinseffekt nicht unwesentlich ist.

Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Vertragsverbindlichkeiten werden erfasst, wenn eine der Parteien ihre vertragliche Verpflichtung erfüllt hat. Dies betrifft im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen auf Kundenbestellungen, die unter den sonstigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen

Die Bilanzierung und die Bewertung im Konzernabschluss werden von zahlreichen Schätzungen und Annahmen beeinflusst. Diese basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie auf weiteren Faktoren einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung und Neubewertung. Die Verwendung von Schätzungen und Annahmen ist insbesondere in folgenden Bereichen notwendig:

Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie langfristiger nichtfinanzieller Vermögenswerte

In Übereinstimmung mit den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wird mindestens jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Der erzielbare Betrag wird dabei auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt. Die Ermittlung des Nutzungswerts erfordert insbesondere Schätzungen der zukünftigen Cashflows auf der Grundlage von Planungsrechnungen.# Hinsichtlich der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der entgeltlich erworbenen Nutzungsrechte ergab sich im Geschäftsjahr kein Wertminderungsbedarf.

Beizulegender Zeitwert von Derivaten und anderen Finanzinstrumenten

Die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, für die keine in einem aktiven Markt quotierten Preise vorliegen, werden auf der Grundlage finanzmathematischer Verfahren ermittelt und sind von instrumentenspezifischen Annahmen beeinflusst. Schätzungen haben insbesondere dann einen wesentlichen Einfluss, wenn der Zeitwert für Finanzinstrumente bestimmt werden soll, für die zumindest ein wesentlicher Parameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten basiert (Level 3 der Fair-Value-Hierarchie). Die Auswahl und die Anwendung angemessener Parameter und Annahmen bedürfen einer Beurteilung durch das Management. Insbesondere wenn Daten aus selten vorkommenden Markttransaktionen stammen, müssen Extra- und Interpolationsverfahren angewendet werden. Detailinformationen hierzu finden sich im Abschnitt Finanzinstrumente.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 205

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Bilanzierung von Vorratsvermögen

Im Zusammenhang mit der Bilanzierung des Vorratsvermögens werden verschiedene Schätzungen angewendet. So kommen sowohl bei der Bestandserhebung des Vorratsvermögens durch Inventur als auch bei der Bestimmung der ausbringbaren Metallinhalte Schätzverfahren zur Anwendung.

Rückstellungen für Pensionen und sonstige Rückstellungen

Für die betriebliche Altersversorgung der beschäftigten Mitarbeiter bestehen im Aurubis-Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Zusagen. Die Bewertung von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen erfolgt nach versicherungsmathematischen Verfahren. Diese Verfahren basieren auf einer Reihe versicherungsmathematischer Annahmen, wie beispielsweise dem Rechnungszinsfuß, der erwarteten Einkommens- und Rentenentwicklung, der Mitarbeiterfluktuation sowie der Lebenserwartung. Bei der Ermittlung des Rechnungszinsfußes werden hochwertige, laufzeit- und währungsadäquate Unternehmensanleihen herangezogen. Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von den zu Beginn der Berichtsperiode getroffenen Annahmen führen zur Neubewertung der Nettoschuld. Bei der Bilanzierung von sonstigen Rückstellungen werden Annahmen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Höhe und des Zeitpunkts des Ressourcenabflusses getroffen, die naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet sind.

Nicht fortgeführte Aktivitäten und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivitäten erfolgt gemäß IFRS 5 zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Sonstige Schätzungen

Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung von Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Gegenständen des Sachanlagevermögens, die Einbringlichkeit von Forderungen sowie die Bewertung von Bestandsrisiken im Vorratsvermögen.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen

Folgende Standards wurden im Geschäftsjahr 2023/24 erstmals angewendet:

Erstmalige Anwendung von Standards und Interpretationen

Standard/Interpretation Anwendungs- pflicht in der EU Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IAS 12 Änderungen: Globale Steuerreform - Pillar Two-Modellregelungen 01.01.2023 08.11.2023 Beschreibung unter „Globale Mindestbesteuerung – Pillar Two“ im Kapitel 12 Ertragsteuern

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 206

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Nicht vorzeitig angewendete Standards und Interpretationen

Standard/Interpretation Anwendungs- pflicht in der EU Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 01.01.2024 19.12.2023 Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen
IFRS 16 Leasingverbindlichkeit in einer Sales-and-Leaseback-Transaktion 01.01.2024 20.11.2023 Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen
IAS 1 Klassifizierung von Schulden mit Nebenbedingungen als kurz- oder langfristig 01.01.2024 19.12.2023 Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen
IAS 7 / IFRS 7 Änderungen: Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 01.01.2024 15.05.2024 Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen
IAS 21 Klarstellung der Bilanzierung bei einem Mangel an Umtauschbarkeit einer Währung 01.01.2025 12.11.2024 Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen
IFRS 9 / IFRS 7 Änderungen an der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten 01.01.2026 offen Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen
IFRS 1, IFRS 7, IFRS 9, IFRS 10, IAS 7 Jährliche Verbesserungen an den IFRS/ IAS 01.01.2026 offen Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen
IFRS 18 Neuer Standard „Darstellung und Angaben im Abschluss“ ersetzt IAS 1 01.01.2027 offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management
IFRS 19 Neuer Standard: „Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben“ 01.01.2027 offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management

Veräußerung von Tochterunternehmen

Mit Wirkung zum 30.08.2024 hat die Aurubis AG ihren Standort Buffalo im US-Bundesstaat New York an die Wieland-Gruppe (Wieland), Ulm, veräußert. Damit ging die Aurubis Buffalo, Inc. mit rund 500 Mitarbeitern mit Wirkung zum 30.08.2024 auf Wieland über. Es handelt sich um einen Produktionsstandort zur Herstellung von Bändern und Blechen aus Kupfer und Kupferlegierungen. Der Standort beliefert eine Vielzahl von Kunden, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Produktion und Geschäft der Aurubis Buffalo erfolgte weitgehend unabhängig von der Aurubis-Gruppe, das gilt sowohl für das wachsende Recyclinggeschäft am Standort in Georgia als auch für die Aurubis-Standorte in Europa. Der Kaufpreis für die veräußerten Vermögenswerte und Schulden beträgt rund 86 Mio. €.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 207

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Die Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Veräußerung (30.08.2024) stellten sich wie folgt dar:

in Mio. € 30.08.2024
Anlagevermögen 29
Latente Steuern 8
Sonstige langfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 1
Vorräte 87
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 17
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0
Latente Steuern 6
Langfristige Rückstellungen 11
Langfristige Verbindlichkeiten 1
Kurzfristige Rückstellungen 1
Kurzfristige Verbindlichkeiten 51
Abgegangenes Nettovermögen 71

Aus dem Verkauf der Gesellschaft ergab sich ein Gewinn vor Ertragsteuern von 19 Mio. €, der sich aus der Differenz zwischen dem Veräußerungserlös einerseits und dem Buchwert des Nettovermögens der Tochtergesellschaft andererseits ergibt. Der Gewinn ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst worden.

in Mio. € 2023/24
Erhaltene bzw. noch ausstehende Gegenleistung
Zahlungsmittel 86
Summe Entgelt 86
Buchwert des veräußerten Nettovermögens 71
Veräußerungsgewinn vor Ertragsteuern und Umgliederung der Währungsumrechnungsrücklage 15
Umgliederung der Währungsumrechnungsrücklage 4
Veräußerungsgewinn vor Ertragsteuern 19
Ertragsteueraufwand auf den Gewinn -10
Veräußerungsgewinn nach Ertragsteuern 9

Der Ertragsteueraufwand basiert auf der Übertragung von Vermögensgegenständen und Schulden auf Basis der steuerlichen Buchwerte. Im Vorjahr wurden keine Tochterunternehmen veräußert.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 208

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Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 Umsatzerlöse

Aufgliederung nach Produktgruppen, in T€

2023/24 2022/23¹
Gießwalzdraht 6.102.084 5.691.251
Kupferkathoden 4.034.529 4.203.593
Edelmetalle 3.674.305 3.590.276
Strangguss 968.897 1.194.387
Bänder, Profile und Formate 1.299.014 1.318.283
Sonstige 1.059.216 1.065.918
Gesamt 17.138.044 17.063.708

¹ Vorjahreswerte angepasst (Umgliederung zwischen den Produktgruppen Gießwalzdraht und Kupferkathoden)

Eine weitere Untergliederung der Umsatzerlöse des Aurubis-Konzerns nach Konzernsegmenten findet sich in der Segmentberichterstattung.

Zum 30.09.2024 beträgt der Gegenwert, welcher den (teilweise) nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet war, 1.046.734 T€ (Vj. 853.351 T€). Es wird erwartet, dass dieser Betrag innerhalb der nächsten zwei Geschäftsjahre erfasst wird.

Aus nicht preisfixierten Lieferverträgen ergibt sich im Geschäftsjahr 2023/24 ein Umbewertungseffekt in Höhe von -65.400 T€ (Vj. -68.359 T€). Im Hinblick auf die Leistungsverpflichtungen im Aurubis-Konzern gibt es keine signifikanten Finanzierungskomponenten, da in den jeweiligen Märkten überwiegend kurzfristige Zahlungsziele vereinbart werden.

2 Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

in T€

2023/24 2022/23
Fertige Erzeugnisse 225.769 -60.663
Unfertige Erzeugnisse -100.829 145.605
Gesamt 124.939 84.942

Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen resultiert im Wesentlichen aus den im 2.# Halbjahr des Geschäftsjahres deutlich gestiegenen Kupfer- und Edelmetallpreisen. Die nach IAS 2 vorgeschriebene Durchschnittsmethode führt dabei zu Metallbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Darüber hinaus erfolgte im Geschäftsjahr ein Bestandsaufbau von Edelmetallfertigprodukten. Der Abbau von edelmetallhaltigen Zwischenprodukten, u. a. Anoden, wirkte dagegen bestandsmindernd.

3 Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 45.217 T€ (Vj. 44.932 T€) umfassen im Wesentlichen Fertigungskosten sowie bezogene Materialien und Dienstleistungen. Die aktivierten Eigenleistungen resultieren im Geschäftsjahr in großem Maße aus Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Ausbau der Industriewärme Stufe 2 sowie dem turnusmäßigen Wartungsstillstand am Standort Hamburg.

4 Sonstige betriebliche Erträge

in T€
2023/24 2022/23
Erträge aus Kostenerstattungen 33.885 50.176
Erträge aus Beihilfen und sonstigen öffentlichen Zuwendungen für Energiekosten 25.091 24.423
Erträge aus dem Verkauf von Emissionsrechten 19.417 57.195
Erträge aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 18.775 2
Schadenersatz und Entschädigungen 12.998 54.843
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 2.248 3.418
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 407 87
Übrige Erträge 7.955 15.537
120.776 205.681

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 209

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Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 84.904 T€ auf 120.776 T€ resultiert u. a. aus der Verminderung der Erträge aus Kostenerstattungen aufgrund gesunkener Preise für weiterbelastete Energieträger. Die Abnahme der Erträge aus der Veräußerung von Emissionszertifikaten von 57.195 T€ im Vorjahr auf 19.417 T€ im Geschäftsjahr trug ebenfalls zur Reduktion der sonstigen betrieblichen Erträge bei. Weiterhin beinhalteten die sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres realisierte Ansprüche gegenüber Versicherungen (54.843 T€). Erhöhend wirkte dagegen der Entkonsolidierungserfolg aus der Veräußerung der Aurubis Buffalo, Inc. in Höhe von 19 Mio. € Veräußerung von Tochtergesellschaften.

5 Materialaufwand

in T€
2023/24 2022/23
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 15.046.555 15.428.998
Bezogene Leistungen 587.630 678.020
15.634.185 16.107.018

Die Materialaufwandsquote, als Verhältnis des Materialaufwands zu Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen, lag bei 90,6 % (Vj. 93,9 % ) und stellt somit eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr dar. Zum einen war die Materialaufwandsquote des Vorjahres geprägt durch die finanziellen Auswirkungen der kriminellen Handlungen am Standort Hamburg in Höhe von insgesamt 145.000 T€ Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis Konzerns. Zum anderen beinhalten bezogene Leistungen die Brutto-Energiekosten. Diese sanken aufgrund rückläufiger Strom- und Gaspreise von 418.962 T€ im Vorjahr auf 345.867 T€ im Geschäftsjahr.

6 Personalaufwand und Mitarbeiter

in T€
2023/24 2022/23
Löhne und Gehälter 502.248 437.044
Soziale Ausgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 131.100 121.191
633.348 558.235

Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 13.098 T€ (Vj. 12.446 T€).

Die Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:

2023/24 2022/23
Gewerbliche Arbeitnehmer 4.192 4.111
Angestellte 2.809 2.659
Auszubildende 255 288
7.256 7.058

Der Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl beruht im Wesentlichen auf einem Mitarbeiteraufbau bei der Aurubis AG und Aurubis Richmond. Gegenläufig wirkte der Verkauf der Aurubis Buffalo.

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 trat für alle aktiven Vorstandsmitglieder das überarbeitete Vergütungssystem („Vergütungssystem 2023“) in Kraft. Das überarbeitete Vergütungssystem 2023 wurde von der ordentlichen Hauptversammlung der Aurubis AG am 16.02.2023 gemäß § 120a Abs. 1 AktG mit einer Zustimmungsquote von 92,62 % gebilligt. Änderungen des Vergütungssystems 2023 im Vergleich zum Vergütungssystem 2020 betreffen u. a. die Abschaffung des Aktien-Deferral und die Implementierung eines Performance Share Plan anstelle des Performance Cash Plan. Hinsichtlich des Performance Share Plan sind die Ansatz- und Bewertungs- vorschriften des IFRS 2 anzuwenden.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 210

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In der folgenden Tabelle werden die wesentlichen Parameter des Bewertungsmodells (Monte-Carlo- Simulation) des Performance Share Plan zur langfristigen variablen Vergütung des Vorstands (LTI) mit Beginn der Performance-Periode zum 01.10.2023 dargestellt:

Tranche 2023/24
Startaktienkurs der Aurubis AG (60-Tages-Durchschnitt) (in €) 75,41
Startkurs MDAX (60-Tages-Durchschnitt) (in Punkten) 27.524,77
Erwartete Volatilität der Aurubis-Aktie (in %) 35,21
Erwartete Volatilität des MDAX (in %) 15,18
Risikofreier Zinssatz (in %) 2,96
Gezahlte Dividende des Geschäftsjahres (in €) 1,40
Zielerreichung operativer ROCE (in %) 90,00
Wert der Aurubis Aktie zum Bewertungszeitpunkt (in €) 65,85
Wert des MDAX zum Bewertungszeitpunkt (in Punkten) 26.853,74
Beizulegender Zeitwert (in T€) 1.240

Der simulierte abgezinste Auszahlungsbetrag ist dabei maßgeblich abhängig von der Performance der Aurubis-Aktie, der Dividendenzahlung sowie der Zielerreichung der beiden Erfolgsziele durchschnittlicher operativer Return on Capital Employed („ROCE“) und Total Shareholder Return („TSR“) der Aurubis AG. Der Performance Share Plan sieht dabei eine vierjährige, zukunftsbezogene Performance-Periode vor, wobei die Bemessungsgrundlage in Abhängigkeit von der Zielerreichung des operativen ROCE (vierjahres- durchschnitt) und dem TSR der Aurubis AG im Vergleich zum MDAX festgelegt wird. Annahmen zur Volatilität der Aurubis-Aktie und des MDAX wurden auf Basis historischer Kursentwicklungen bestimmt. Die Personalaufwendungen für den Performance Share Plan beliefen sich im Geschäftsjahr auf 1.240 T€, die in gleicher Höhe in den Rückstellungen zum Bilanzstichtag enthalten sind.

Das zu Beginn des Geschäftsjahres abgelöste Vergütungssystem 2020 sah die Überführung eines Drittels des Auszahlungsbetrags des Jahresbonus in ein Aktien-Deferral vor. Die laufenden Tranchen des Aktien- Deferral kommen nach Ablauf der ursprünglich vereinbarten Sperrfrist zur Auszahlung. Der beizulegende Zeitwert des Aktien-Deferral beträgt zum Bilanzstichtag 1.449 T€ (Vj. 1.502 T€). Daneben wurde den Vorstandsmitgliedern eine langfristige variable Vergütung in Form eines Performance Cash Plan zugesagt. Die laufenden Tranchen des Performance Cash Plan kommen nach Ablauf der ursprünglich vereinbarten Performance-Periode zur Auszahlung. Der beizulegende Zeitwert des Performance Cash Plan beträgt zum Bilanzstichtag 3.270 T€ (Vj. 3.723 T€). Darüber hinaus wurden Abfindungs- und Kompensationszahlungen an ehemalige Vorstände in Höhe von 9.081 T€ im Geschäftsjahr aufwandswirksam erfasst.

7 Abschreibungen

in T€
2023/24 2022/23
Immaterielle Vermögenswerte 9.713 10.351
davon sonstige Wertminderungen 20 0
Sachanlagen 202.152 208.621
davon Wertminderungen 10.280 16.965
211.865 218.972

Die im Anlagenspiegel ausgewiesenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 216.849 T€ (Vj. 223.957 T€) enthalten planmäßige Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem Stromliefervertrag in Höhe von 4.984 T€ (Vj. 4.984 T€), die unter den Materialaufwendungen ausgewiesen werden. Eine genaue Darstellung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erfolgt in der Übersicht zur Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen im Konzern Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 211

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8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

in T€
2023/24 2022/23
Verwaltungsaufwendungen 174.251 140.100
Vertriebsaufwendungen 150.712 137.038
Sonstige betriebliche Steuern 3.812 3.840
Zuführungen zu Rückstellungen 2.666 906
Übrige Betriebsaufwendungen 99.293 72.660
430.734 354.544

Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Beratungs- und Prozesskosten um 22.993 T€ auf 74.461 T€ im Zusammenhang mit der Aufklärung der kriminellen Handlungen des Vorjahres. Zudem erhöhten sich die Reise- und Repräsentationskosten um 2.322 T€ im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Vertriebsaufwendungen handelt es sich hauptsächlich um Frachtkosten. In den übrigen Betriebsaufwendungen sind im Wesentlichen Miet- und Wartungsaufwendungen der IT- Software und -Hardware in Höhe von 21.064 T€ (Vj. 15.926 T€), Wertberichtigungen auf ausstehende Forderungen in Höhe von 16.133 T€ (Vj. 3.443 T€) sowie Aufwendungen für Zeitarbeit in Höhe von 14.970 (Vj. 11.707 T€) enthalten.

9 Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen

Das Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen in Höhe von 20.930 T€ (Vj. 16.692 T€) umfasst die Beteiligungen an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, der Cablo GmbH sowie der LIBREC AG. Im Ergebnis des Vorjahres sind Wertminderungen auf den At-Equity-Ansatz der Cablo GmbH in Höhe von 1.758 T€ sowie auf Finanzierungsforderungen gegenüber der Gesellschaft in Höhe von 3.800 T€ enthalten.

10 Zinsen

in T€
2023/24 2022/23
Zinserträge 19.194 11.466
Zinsaufwendungen -36.056 -23.743
-16.862 -12.277

Die Zinserträge des Geschäftsjahres resultieren im Wesentlichen aus verzinslichen Kundenforderungen in Höhe von 16.870 T€ (Vj. 9.499 T€). Die Zinsaufwendungen resultieren zum einen aus den Finanzverbindlichkeiten.Des Weiteren resultieren die erhöhten Zinsaufwendungen im Geschäftsjahr in Höhe von 18.417 T€ (Vj. 11.027 T€) insbesondere aus Factoring-Programmen. Darüber hinaus beinhaltet die Position u. a. auch die Nettozinsen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von 4.331 T€ (Vj. 1.872 T€).

11 Übriges Finanzergebnis in T€

2023/24 2022/23
Übrige finanzielle Erträge 188 0
Übrige finanzielle Aufwendungen -165 -4
Saldo 22 -4

Die übrigen finanziellen Erträge bilden die Dividendenzahlung der Retorte do Brasil an die RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals, Röthenbach, ab. Währenddessen resultieren die übrigen finanziellen Aufwendungen aus dem Abgang der Beteiligung an der Retorte do Brasil, Joinville.

12 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen sowohl die laufenden Ertragsteuern als auch die latenten Steuern. Die Steuerverbindlichkeiten und -forderungen enthalten Verpflichtungen bzw. Ansprüche aus in- und ausländischen Ertragsteuern aus den Vorjahren und aus dem laufenden Jahr. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:

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in T€ 2023/24 2022/23
Laufender Steueraufwand (+)/-ertrag (-) 76.526 86.334
Latenter Steueraufwand (+)/-ertrag (-) 30.034 -62.571
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 106.560 23.763

Aus früheren Geschäftsperioden entfallen 3.783 T€ Steuerertrag (Vj. Steueraufwand 16.053 T€) auf die laufenden Steuern sowie 585 T€ Steuerertrag (Vj. 3.075 T€) auf die latenten Steuern.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht einen Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % vor. Der Gewerbesteuersatz beträgt bei der Aurubis AG 16,59 % (Vj. 16,58 %). Bei den anderen deutschen Konzerngesellschaften kommen Gewerbesteuersätze zwischen 12,25 % und 17,33 % zur Anwendung. Die für die ausländischen Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 10 % und 28,97 % (Vj. 10 % und 28,97 %). In der Überleitungsrechnung kommt für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands der Steuersatz der deutschen Muttergesellschaft mit 32,42 % (Vj. 32,40 %) zur Anwendung. Die wesentlichen Ergebnisbeiträge verteilen sich auf Aurubis AG, Aurubis Bulgaria, Aurubis Olen und Aurubis Beerse.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 106.560 T€ (Vj. 23.763 T€) sind um 62.950 T€ niedriger (Vj. 29.666 T€) als der erwartete Ertragsteueraufwand in Höhe von 169.510 T€ (Vj. 53.429 T€). Der Unterschied zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Steueraufwand ist auf Ursachen zurückzuführen, die folgender steuerlicher Überleitungsrechnung zu entnehmen sind:

Überleitungsrechnung in T€

2023/24 2022/23
Ergebnis vor Steuern 522.936 164.905
Erwarteter Steueraufwand mit 32,42 % (Vj. 32,40 %) 169.510 53.429
Überleitungseffekte auf den tatsächlichen Steueraufwand
– Steuersatzänderungen 81 -213
– Wertberichtigung und Nichtansatz von latenten Steuern -2.384 45
– Steuern aus Vorjahren -4.368 12.978
– Nicht abzugsfähige Aufwendungen 13.756 6.907
– Steuerfreie Erträge/Gewerbesteuerliche Kürzungen -9.793 -5.122
– Outside Basis Differences -220 1.029
– Permanente Differenzen 2.699 5.145
– At-Equity-Bewertung 2.619 -3.423
– Abweichende Steuersätze -65.759 -47.016
– Sonstige 420 4
Steuern vom Einkommen und Ertrag 106.560 23.763

Im Geschäftsjahr 2023/24 gibt es keine wesentlichen Effekte aus Steuersatzänderungen.

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Der Effekt aus den Steuern aus Vorjahren in Höhe von -4.368 T€ (Vj. 12.978 T€) resultiert im Wesentlichen aus Steuererstattungen für vergangene Veranlagungszeiträume. Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen den nicht abzugsfähigen Teil der Dividendeneinkünfte. Effekte aus permanenten Differenzen resultieren aus unterschiedlichen Bewertungsansätzen von nicht konsolidierten Tochterunternehmen und der Abbildung von Personengesellschaften. Die Auswirkungen abweichender Steuersätze für in- und ausländische Steuern vom Einkommen und Ertrag vom Steuersatz der Konzernmuttergesellschaft sind in der Überleitungsrechnung unter der Position „abweichende Steuersätze“ ausgewiesen. Wesentlich in dieser Position ist das in Aurubis Bulgarien erzielte Ergebnis mit einem nominalen Steuersatz von 10 %.

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen, auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf Outside Basis Differences (OBD):

30.09.2024 30.09.2023
in T€ Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Latenter Steuer- ertrag (+)/ -aufwand (-) Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 295 11.040 -311 1.275
Sachanlagen 15.036 166.407 14.563 9.335
At Equity 0 5.082 -573 0
Vorräte 15.195 386.453 30.580 18.493
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 14.629 50.659 -5.362 12.012
Pensionsrückstellungen 18.028 1 -8.999 11.459
Sonstige Rückstellungen 6.155 2.399 5.120 6.990
Verbindlichkeiten 80.325 82.069 -66.464 81.547
Steuerliche Verlustvorträge 4.591 0 1.192 3.414
Outside Basis Differences 0 2.764 220 0
Gesamt 154.254 706.874 -30.034 144.525
Saldierung -136.055 -136.055 -126.757 -126.757
Konzernbilanz 18.199 570.819 17.768 545.336

Von den aktiven latenten Steuern realisieren sich 79.306 T€ (Vj. 78.110 T€) und von den passiven latenten Steuern 517.209 T€ (Vj. 482.606 T€) voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate. Nach mehr als zwölf Monaten realisieren sich voraussichtlich aktive latente Steuern in Höhe von 74.947 T€ (Vj. 66,415 T€) und passive latente Steuern in Höhe von 189.667 T€ (Vj. 189.487 T€). Bei diesen Angaben handelt es sich um die Werte vor Saldierung.

Die im sonstigen Ergebnis zu berücksichtigenden Ertragsteuern verteilen sich auf die folgenden Bereiche:

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in T€ Bestand Veränderung Bestand Veränderung
30.09.2024 30.09.2023
Latente Steuern
Derivate -3.380 -1.216 -2.164 11.296
Pensionsrückstellungen -23.371 9.966 -33.337 20.652
Summe -26.751 8.750 -35.501 31.948
Laufende Steuern -2.000 512 -2.512 667

Hinsichtlich der Veränderung im sonstigen Ergebnis verweisen wir auf die Erläuterungen zu Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Unter Berücksichtigung der prognostizierten Unternehmensplanung bzw. der Gewinnerwartungen der Tochtergesellschaften ist eine Realisierung der latenten Steueransprüche als hinreichend wahrscheinlich anzusehen. Eine Bilanzierung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge erfolgt, soweit passive latente Steuern oder eine positive Ergebnisplanung vorliegen. Es bestehen Verlustvorträge von insgesamt 28.204 T€ (Vj. 31.744 T€). Für ertragsteuerliche Verluste in Höhe von 27.675 T€ (Vj. 19.605 T€) wurden aktive latente Steuern in Höhe von 4.591 T€ (Vj. 3.414 T€) gebildet. Aktive latente Steuern auf Steuergutschriften wurden im laufenden Jahr nicht gebildet. Auf Verlustvorträge in Höhe von 529 T€ (Vj. 12.139 T€) ist keine aktive latente Steuer gebildet worden, da aus heutiger Sicht die Möglichkeit der Nutzung als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Von den nicht werthaltigen Verlustvorträgen ist ein Betrag von 529 T€ (Vj. 12.139 T€) unbeschränkt vortragsfähig. Auf Unterschiedsbeträge zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital von Tochtergesellschaften und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaften in der Steuerbilanz der jeweiligen Muttergesellschaft (sog. Outside Basis Differences) wurden zum Stichtag passive latente Steuern in Höhe von 2.764 T€ (Vj. 2.984 T€) gebildet. Für Outside Basis Differences aus thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften in Höhe von 31.079 T€ (Vj. 27.761 T€) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Umkehr dieser Differenzen in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist.

Globale Mindestbesteuerung – Pillar Two

Der Aurubis-Konzern ist ein multinationaler Konzern mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Mio. €. und fällt daher in den Anwendungsbereich der Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung („Pillar Two“). Die Pillar-Two-Regelung ist mit Wirkung zum 28.12.2023 in Deutschland in Form des Mindeststeuergesetzes („MinStG“) in Kraft getreten. Das MinStG gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30.12.2023 beginnen. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 ergeben sich somit keine Auswirkungen auf den Aurubis-Konzern, da die neue Gesetzgebung erst für ab dem 01.10.2024 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden ist. Der Aurubis-Konzern wendet die Ausnahmeregelung für die Bilanzierung und den Ausweis von latenten Steueransprüchen und -verbindlichkeiten gemäß den im Mai 2023 veröffentlichten Änderungen des IAS 12 in Bezug zu Ertragsteuern aus Pillar-Two-Regelungen an. Die Regularien zur globalen Mindestbesteuerung verpflichten Aurubis für jedes Land, in dem Geschäftseinheiten im Sinne der Gesetzgebung unterhalten werden, den effektiven Steuersatz zu ermitteln und, soweit der ermittelte effektive Steuersatz unterhalb des Mindeststeuersatzes von 15 % liegt, in Höhe der Differenz eine sog. Ergänzungssteuer abzuführen. Der Aurubis-Konzern ist derzeit dabei, eine Einschätzung hinsichtlich der Auswirkungen von Pillar Two ab dem Geschäftsjahr 2024/25 zu treffen. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen temporären Vereinfachungsregelungen (sog.# Transitional Safe Harbour) analysieren wir die Jurisdiktionen, die auf Basis einer vorläufigen Pillar-Two-Kalkulation von einer Ergänzungssteuer betroffen sein könnten. Auf Basis dieser indikativen Analyse weisen alle Unternehmen des Aurubis-Konzerns im aktuellen Geschäftsjahr einen effektiven Steuersatz von über 15 % auf, mit Ausnahme von Aurubis Bulgarien. Das bulgarische Parlament hat am 12.12.2023 eine nationale Ergänzungssteuer (sog. Qualified Domestic Minimum Top-Up Tax) verabschiedet, die ab dem 01.01.2024 gelten soll. Da die nationale bulgarische Ergänzungssteuer für Aurubis Bulgarien korrespondierend mit dem Erstanwendungszeitpunkt der Aurubis AG als Gruppenträgerin ebenfalls erst ab 2024/2025 zur Anwendung kommt, ergeben sich keine Auswirkungen auf den tatsächlichen Steueraufwand für das Geschäftsjahr 2023/24.

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Diese Angaben beruhen auf den im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses ermittelten Gewinnen und Steueraufwendungen, wobei nur bestimmte Anpassungen berücksichtigt wurden, die bei Anwendung der gesetzlichen Vorschriften erforderlich gewesen wären. Für die Ermittlung des effektiven Steuersatzes sieht die Gesetzgebung zahlreiche spezifische Anpassungen vor, die zu abweichenden effektiven Steuersätzen gegenüber denjenigen führen können, die in Übereinstimmung mit IAS 12.86 berechnet werden. Selbst für Unternehmen mit einem Effektivsteuersatz von über 15 % könnten sich daher steuerliche Auswirkungen durch Pillar Two ergeben. Die Komplexität bei der Anwendung der Gesetzgebung, die sich daraus ergebenden umfassenden zusätzlichen Datenanforderungen sowie Änderungen in den steuerlichen Vorschriften einzelner Staaten führen dazu, dass die genauen quantitativen Auswirkungen zum Berichtszeitpunkt noch nicht vollumfänglich abschätzbar waren. Auf Basis einer vorläufigen Berechnung und unter Berücksichtigung der zum Berichtszeitpunkt zur Verfügung stehenden Daten erwartet die Aurubis Group einen zusätzlichen jährlichen Steueraufwand in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrags resultierend aus der bulgarischen nationalen Ergänzungssteuer.

13 Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis

Von dem ausgewiesenen Konzernüberschuss des Geschäftsjahres 2023/24 in Höhe von 416.376 T€ (Vj. 141.142 T€) steht ein Überschussanteil in Höhe von 280 T€ (Vj. 208 T€) anderen Gesellschaftern als den Aktionären der Aurubis AG, Hamburg, zu. Dieser betrifft den auf die nicht beherrschenden Anteile an der Aurubis Bulgaria AD, Pirdop, entfallenden Konzernüberschuss.

14 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des Konzernergebnisses ohne nicht beherrschende Anteile durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienanzahl. Im Geschäftsjahr 2023/24 entspricht die gewichtete Aktienanzahl der im Umlauf befindlichen Aktienanzahl zum 30.09.2024.

in T€ 2023/24 2022/23
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis 416.096 140.934
Gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl (in Tsd. Stück) 43.659 43.659
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in € 9,53 3,23
Verwässertes Ergebnis je Aktie in € 9,53 3,23

Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird der Durchschnitt der im Geschäftsjahr in Umlauf befindlichen Aktien um die Anzahl der potenziellen Aktien erhöht. Potenzielle Aktien sind Aktienoptionen sowie Aktien, die bei Ausübung aller Wandlungsrechte aus Wandelanleihen maximal ausgegeben werden könnten, oder andere Vertragsrechte, die dem Inhaber das Recht geben, Aktien zu erwerben. Soweit vorhanden, werden gleichzeitig dem Konzernergebnis die für Wandelanleihen angefallenen Zinsaufwendungen abzüglich der entsprechenden Steuern hinzugerechnet. Da weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr solche Finanzinstrumente oder sonstige Rechte bestanden, entspricht für den Aurubis-Konzern das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

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Erläuterungen zur Bilanz

15 Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten und der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

Anschaffungs- und Herstellungskosten in T€

01.10.2023 Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.09.2024
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 244.392 -11 13.068 -4.189 8.320 261.579
Geschäfts- oder Firmenwerte 51.826 0 0 0 0 51.826
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögens- werte 17.658 0 800 -89 -8.894 9.474
Gesamt 313.876 -11 13.868 -4.279 -574 322.880

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen in T€

01.10.2023 Währungsdifferenzen Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 30.09.2024
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen -120.064 8 -14.697 1.020 -133.734
Geschäfts- oder Firmenwerte -50.617 0 0 0 -50.617
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögens- werte 0 0 0 0 0
Gesamt -170.681 8 -14.697 1.020 -184.350

Buchwert in T€

30.09.2024 30.09.2023
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 127.846 124.327
Geschäfts- oder Firmenwerte 1.209 1.209
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögens- werte 9.475 17.659
Gesamt 138.530 143.196

Anschaffungs- und Herstellungskosten in T€

01.10.2022 Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.09.2023
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 241.647 2 2.714 -1.161 1.191 244.393
Geschäfts- oder Firmenwerte 51.826 0 0 0 0 51.826
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögens- werte 6.372 0 12.435 -42 -1.107 17.658
Gesamt 299.845 2 15.149 -1.203 84 313.877

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen in T€

01.10.2022 Währungsdifferenzen Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Umbuchungen 30.09.2023
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen -105.814 -1 -15.336 1.086 0 -120.065
Geschäfts- oder Firmenwerte -50.617 0 0 0 0 -50.617
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögens- werte 0 0 0 0 0 0
Gesamt -156.430 -1 -15.336 1.086 0 -170.681

Buchwert in T€

30.09.2023 30.09.2022
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 124.327 135.832
Geschäfts- oder Firmenwerte 1.209 1.209
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögens- werte 17.659 6.373
Gesamt 143.195 143.414

Bei den immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um entgeltlich erworbene Nutzungsrechte im Zusammenhang mit einem langfristigen Stromliefervertrag. Im Geschäftsjahr bestand kein Wertberichtigungsbedarf auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Aurubis führt mindestens jährlich einen Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte durch. Für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE zugeordnet, die erwartungsgemäß von den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses profitiert. Übersteigt der Buchwert der ZGE, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, deren erzielbaren Betrag, wird der zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert aufgrund der Wertminderung entsprechend wertberichtigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert wird mittels Abzinsung zukünftiger Cashflows nach Steuern mit einem risikoangepassten Diskontierungszinssatz (WACC) nach Steuern ermittelt (Discounted-Cashflow-Methode). Aufgrund der ermittelten Cashflows nach Steuern wird auch ein Kapitalkostensatz nach Steuern verwendet. Die Cashflow-Schätzungen umfassen einen Planungshorizont von vier Jahren, bevor in die ewige Rente übergegangen wird. Die Cashflows wurden im Rahmen eines qualifizierten Planungsprozesses unter Heranziehung unternehmensinterner Erfahrungswerte und umfangreicher Marktkenntnisse aufgestellt und berücksichtigen die Beurteilung und die Einschätzungen des Managements zur zukünftigen Entwicklung des regionalen Marktes. Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des Nutzungswerts verwendet wurden, sind neben den gewichteten Kapitalkosten die prognostizierte Ergebnisentwicklung sowie die nachhaltige Wachstumsrate des Endwerts (Terminal Value) mit 1 %. Die Wachstumsrate wurde aus Zukunftserwartungen abgeleitet und überschreitet die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten der jeweiligen Märkte nicht. Die WACC für die vorgenommene Diskontierung betrugen:

Deutschland Belgien USA
30.09.2024 30.09.2023 30.09.2024 30.09.2023 30.09.2024 30.09.2023
WACC vor Steuern in % 12,1 13,4 11,6 12,7 11,8 13,7
WACC nach Steuern in % 8,5 9,4 8,7 9,5 9,2 10,0

Bei den immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer ergab sich aus der Werthaltigkeitsprüfung im Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf.

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Im Geschäftsjahr wurden 358 T€ (Vj. 2.771 T€) Entwicklungskosten aktiviert. Forschungsaufwendungen werden im Ergebnis der jeweiligen Periode erfasst Forschung und Entwicklung.# 16 Sachanlagen

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen des Sachanlagevermögens setzen sich wie folgt zusammen:

Anschaffungs- und Herstellungskosten in T€

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau Gesamt
01.10.2023 907.345 2.893.151 168.828 574.003 4.543.326
Währungsdifferenzen -554 -1.961 -394 -20.289 -23.198
Konsolidierungskreis- veränderungen -14.523 -90.966 -14.607 -12.101 -132.196
Zugänge 57.292 234.063 18.066 532.201 841.622
Abgänge -3.791 -35.435 -7.302 -2 -46.531
Umbuchungen 53.970 133.203 8.958 -203.058 -6.926
30.09.2024 999.740 3.132.055 173.548 870.755 5.176.098

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen in T€

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau Gesamt
01.10.2023 -486.256 -1.733.324 -109.764 -5.398 -2.334.741
Währungsdifferenzen 82 1.678 244 92 2.097
Konsolidierungskreis- veränderungen 4.231 81.822 12.452 4.413 102.919
Zuschreibungen des Geschäftsjahres 0 0 35 0 35
Abschreibungen des Geschäftsjahres -30.382 -145.817 -18.899 -7.054 -202.152
Abgänge 3.611 34.683 6.921 0 45.216
30.09.2024 -508.713 -1.760.958 -109.010 -7.946 -2.386.627

Buchwert in T€

30.09.2024 30.09.2023
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 491.027 421.090
Technische Anlagen und Maschinen 1.371.097 1.159.827
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 64.538 59.064
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 862.809 568.605
Gesamt 2.789.471 2.208.585

Anschaffungs- und Herstellungskosten in T€

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau Gesamt
01.10.2022 866.928 2.732.166 152.633 243.252 3.994.979
Währungsdifferenzen -1.499 -7.581 -1.061 -1.432 -11.573
Zugänge 12.239 108.116 16.938 471.078 608.372
Abgänge -3.113 -42.036 -3.219 0 -48.368
Umbuchungen 32.789 102.485 3.536 -138.895 -84
30.09.2023 907.345 2.893.151 168.828 574.003 4.543.326

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen in T€

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau Gesamt
01.10.2022 -461.454 -1.617.617 -97.076 -5.220 -2.181.367
Währungsdifferenzen 298 5.173 845 342 6.658
Zuschreibungen des Geschäftsjahres 200 2.442 0 0 2.642
Abschreibungen des Geschäftsjahres -28.229 -163.241 -16.632 -519 -208.621
Abgänge 2.929 39.920 3.099 0 45.947
30.09.2023 -486.256 -1.733.324 -109.764 -5.398 -2.334.741

Buchwert in T€

30.09.2023 30.09.2022
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 421.090 405.475
Technische Anlagen und Maschinen 1.159.827 1.114.549
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 59.064 55.556
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 568.605 238.032
Gesamt 2.208.585 1.813.611

In den Abschreibungen des aktuellen Geschäftsjahres sind neben planmäßigen Abschreibungen auch Wertminderungen in Höhe von 10.280 T€ (Vj. 16.965 T€) enthalten, die im Konzernergebnis unter der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“ erfasst sind.

Aus einem anlassbezogenen Werthaltigkeitstest, der aufgrund der am Bilanzstichtag unter das Nettovermögen gesunkenen Marktkapitalisierung des Aurubis-Konzerns durchgeführt wurde, resultierte ein Wertberichtigungsbedarf der ZGE MMR Olen und der ZGE CSP Olen in Höhe von insgesamt 9.213 T€. Die Wertberichtigungen entfallen im Wesentlichen auf geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau (7.054 T€).

Bei der Prüfung der Werthaltigkeit wird die Summe der Buchwerte der ZGE dem erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wurde der erzielbare Betrag anhand des Nutzungswerts ermittelt.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgte durch Ermittlung des Barwerts der erwarteten Cashflows (Discounted Cashflow). Die Planung der erwarteten Cashflows umfasst einen Planungszeitraum von vier Jahren. Die Cashflows wurden im Rahmen eines qualifizierten Planungsprozesses unter Heranziehung unternehmensinterner Erfahrungswerte und umfangreicher Marktkenntnisse aufgestellt und berücksichtigen die Beurteilung und die Einschätzungen des Managements zur zukünftigen Entwicklung des regionalen Marktes.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des Value in Use verwendet wurden, sind, neben den in Abschnitt 15 dargestellten gewichteten Kapitalkosten, die prognostizierte Ergebnisentwicklung sowie die nachhaltige Wachstumsrate des Endwerts (Terminal Value) mit 1 %. Die Wachstumsrate wurde aus Zukunftserwartungen abgeleitet und überschreitet die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten der jeweiligen Märkte nicht. Zum 30.09.2024 beträgt der verwendete Diskontierungszinssatz für die ZGE Olen MMR und CSP 8,7 %.

Die Verteilung des Wertminderungsbedarfs erfolgte unter Berücksichtigung des IAS 36.105, wobei für die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der wesentlichen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens auf externe Gutachten abgestellt wurde.

Die Bewertung von Grund und Boden basiert auf dem Vergleichswertverfahren. Für die Bewertung der Gebäude kam das Ertragswertverfahren zur Anwendung, wobei zu Plausibilisierungszwecken das Sachwertverfahren hinzugezogen wurde. Die Bewertung von Maschinen und Anlagen basiert auf dem Sachwertverfahren. Der für die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens der ZGE Olen MMR und ZGE Olen CSP insgesamt ermittelte beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten beträgt 188.536 T€.

Die Angaben zu Leasingverhältnissen erfolgen in Bilanzangabe 28 „Leasingverhältnisse“ Leasingverhältnisse. Zum 30.09.2024 und zum 30.09.2023 war im Konzern kein Sachanlagevermögen als Kreditsicherheit begeben. Das Bestellobligo für Gegenstände des Anlagevermögens betrug zum 30.09.2024 724.550 T€ (Vj. 620.263 T€).

Unter „technischen Anlagen und Maschinen“ werden Sockelbestände als Komponenten der jeweiligen technischen Anlagen und Maschinen bilanziert. Bei Sockelbeständen handelt es sich um Materialmengen, die notwendig sind, um die bestimmungsgemäße Funktionsfähigkeit der Produktionsanlagen herzustellen und diese in der Folge zu gewährleisten. Zum 30.09.2024 entfielen auf den technischen Sockelbestand 311.235 T€ (Vj. 311.211 T€).

17 Finanzanlagen in T€

30.09.2024 30.09.2023
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.481 10.458
Beteiligungen 31 9.226
Übrige Finanzanlagen 374 386
Gesamt 10.887 20.070

Die in den Finanzanlagen enthaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von 10.512 T€ (Vj. 19.684 T€) sind gemäß IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt. Eine Veräußerung der Anteile ist zurzeit nicht vorgesehen. Die Verminderung der Beteiligungen resultiert aus der Umklassifizierung von Anteilen an der LIBREC AG in Höhe von 9.109 T€ in die At Equity bewerteten Anteile. Eine Übersicht über den bei der Aurubis AG, Hamburg, unter den Finanzanlagen bilanzierten Anteilsbesitz befindet sich unter Anteilsbesitzliste.

18 At Equity bewertete Anteile

Bei der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg, handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Aurubis zu 50 % beteiligt ist. Es wird mit einem weiteren Partner als Gemeinschaftsunternehmen betrieben und ist dem Segment CSP zugeordnet. Der Geschäftszweck der Gesellschaft sind die Herstellung und der Vertrieb von Vorwalzbändern aus Kupfer und Kupferlegierungen.

Als weiteres Gemeinschaftsunternehmen wird die Cablo GmbH in den Konzernabschluss einbezogen. Der Anteil der Aurubis an der Cablo GmbH beträgt 40 %. Es wird mit einem weiteren Partner als Gemeinschaftsunternehmen betrieben und ist dem Segment MMR zugeordnet. Geschäftszweck ist die Rückgewinnung von Kupfergranulaten und Kunststoffen aus Kabelschrotten.

Daneben wird die LIBREC AG zum 01.01.2024 erstmals unter Verwendung der Equity-Methode als weiteres Gemeinschaftsunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Der Anteil der Aurubis an der LIBREC AG beträgt 33,5 %. Es wird mit weiteren Partnern als Gemeinschaftsunternehmen betrieben und ist dem Segment MMR zugeordnet.

Gemäß IFRS 11.24 in Verbindung mit IAS 28 werden die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, die Cablo GmbH sowie die LIBREC AG unter Verwendung der Equity-Methode bilanziert.

Die beiden nachstehenden Tabellen fassen die nach den IFRS aufgestellten Finanzinformationen zusammen und leiten auf den Beteiligungswert über. Die Angabe der Finanzinformationen erfolgt zu 100 %.

Zusammengefasste Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co.# Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg

Weitere At Equity bewertete Anteile | Summe
---|---|---
in T€ | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23
Aktiva | 273.685 | 278.256 | 85.193 | 55.159 | 358.878 | 333.415
Anlagevermögen | 57.620 | 53.354 | 38.765 | 23.119 | 96.385 | 76.473
Latente Steuern | 0 | 0 | 472 | 472 | 472 | 472
Vorräte | 150.398 | 135.492 | 15.519 | 7.308 | 165.917 | 142.800
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 63.371 | 71.112 | 29.020 | 22.324 | 92.391 | 93.436
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.296 | 18.297 | 1.417 | 1.937 | 3.713 | 20.234
Passiva | 273.685 | 278.256 | 85.193 | 55.159 | 358.878 | 333.415
Nettovermögen | 200.161 | 196.968 | 29.967 | 9.440 | 230.128 | 206.408
Latente Steuern | 11.464 | 10.210 | 0 | 0 | 11.464 | 10.210
Langfristige Rückstellungen | 6.241 | 5.300 | 289 | 273 | 6.530 | 5.573
Langfristige Verbindlichkeiten | 15.838 | 19.385 | 32.424 | 32.000 | 48.262 | 51.385
Kurzfristige Rückstellungen | 10.069 | 9.901 | 819 | 693 | 10.887 | 10.595
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 29.912 | 36.491 | 21.695 | 12.754 | 51.607 | 49.244

Gewinn- und Verlustrechnung

Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg Weitere At Equity bewertete Anteile Summe
in T€ 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23 2023/24
Umsatzerlöse 545.090 610.967 122.871 129.850 667.961
Rohergebnis 109.586 111.348 13.031 11.948 122.618
Abschreibungen auf IAV und SAV 5.709 5.306 1.364 1.699 7.073
Zinserträge 0 0 0 0 0
Zinsaufwendungen 632 808 553 544 1.185
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 53.186 53.744 -1.841 668 51.345
abzgl. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.325 9.718 90 -297 8.415
Gewinn/Verlust der Periode 44.861 44.026 -1.931 965 42.930

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Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen

Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg | Weitere At Equity bewertete Anteile | Summe
---|---|---|---|---|---|---
in T€ | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23
Nettovermögen 01.10. | 196.968 | 188.972 | 9.440 | 8.474 | 206.408 | 197.446
Gewinn/Verlust der Periode | 44.861 | 44.026 | -1.931 | 965 | 42.930 | 44.991
Sonstiges Ergebnis | -3.968 | -24.430 | 0 | 0 | -3.968 | -24.430
Ausschüttung | -37.700 | -11.600 | 0 | 0 | -37.700 | -11.600
Nettovermögen 30.09. | 200.161 | 196.968 | 29.967 | 9.440 | 230.128 | 206.408

Anteil an Gemeinschaftsunternehmen Geschäfts- oder Firmenwert Summe
2023/24 2022/23 2023/24 2022/23 2023/24
Anteil an Gemeinschaftsunternehmen 100.080 98.484 10.662 3.776 110.742
Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 5.117 0 5.117
Eliminierung Zwischenergebnisse 0 0 -2.018 -2.018 -2.018
Wertminderungen 0 0 -1.758 -1.758 -1.758
Buchwert 100.080 98.484 12.003 0 112.083

19 Vorräte in T€

2023/24 2022/23
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.559.580 1.476.673
Unfertige Erzeugnisse 1.085.053 1.235.718
Fertige Erzeugnisse, Waren 901.161 687.007
3.545.794 3.399.398

Der Anstieg des Vorratsvermögens im Vergleich zum Vorjahr ist bedingt durch den Aufbau von Rohmaterialien infolge der verzögerten Inbetriebnahme nach dem geplanten Stillstand am Standort Hamburg. Der Aufbau von Edelmetallfertigprodukten trug ebenfalls zum Anstieg des Vorratsvermögens bei. Darüber hinaus erhöhten sich die Kupfer- und Edelmetallpreise im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres deutlich. Die nach IAS 2 vorgeschriebene Durchschnittsmethode führt dabei zu Metallbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Die negativen finanziellen Auswirkungen der im Kapitel Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis Konzerns des zusammengefassten Lageberichts dargestellten gegen Aurubis gerichteten kriminellen Handlungen im Werk Hamburg betreffen die Vorräte des Vorjahres und schränken somit die Vergleichbarkeit zum 30.09.2024 stark ein. Zum Stichtag wurden Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 16.668 T€ (Vj. 81.354 T€) vorgenommen. Diese resultieren im Wesentlichen aus Metallpreisschwankungen.

20 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum 30.09.2024 und zum 30.09.2023 innerhalb eines Jahres fällig.

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Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigung stellt sich wie folgt dar:

in T€ Buchwert davon: zum Abschluss- stichtag nicht überfällig weniger als 30 Tage zwischen 30 und 180 Tagen mehr als 180 Tage
Zum 30.09.2024 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 627.980 580.601 35.603 5.686 6.090
Zum 30.09.2023 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 562.834 478.381 73.121 7.691 3.641

Die Wertberichtigungen auf den nicht warenkreditversicherten Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Einzelwertberichtigungen
Stand 01.10. -2.764 -2.724
Wertänderung der Periode 0 0
Zuführung 0 -40
Stand 30.09. -2.764 -2.764

Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden weitgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert. Dies berücksichtigen wir auch bei der Ermittlung von Wertberichtigungen.

21 Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte unterteilen sich in sonstige finanzielle und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

Die langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Langfristig (mit Restlaufzeit über 1 Jahr)
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "FV P&L" 75 459
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 10.639 13.748
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 9.000 9.000
Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte 17.331 16.059
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 37.045 39.266
Sonstige langfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 0 804
Sonstige langfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 0 804

Die kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Kurzfristig (mit Restlaufzeit unter 1 Jahr)
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "FV P&L" 68.254 52.049
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 13.510 6.287
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 8.999 7.317
Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 41.839 115.982
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 132.602 181.635
Forderungen aus Umsatzsteuer 50.825 50.410
Forderungen aus Ertragsteuern 29.364 28.403
Übrige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 31.084 15.036
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 111.272 93.850

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Der Anstieg der derivativen Finanzinstrumente der Kategorie „FV P&L“ resultiert im Wesentlichen aus der Bewertung von Metalltermingeschäften durch gestiegene Metallpreise, insbesondere im Zusammenhang mit gestiegenen Kupferpreisen. Der Rückgang der übrigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beruht u. a. auf einem Rückgang der geleisteten Anzahlungen in Höhe von 39.600 T€ im Zusammenhang mit dem Wareneingang von Konzentrateinkäufen nach dem Bilanzstichtag des Vorjahres. Daneben ergaben sich Wertberichtigungen in Höhe von 15.000 T€ auf ausstehende Forderungen. Darüber hinaus wurden für erwartete Kreditverluste im Berichtsjahr ebenso wie im Vorjahr keine wesentlichen Wertberichtigungen erfasst. Der Anstieg der übrigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte betrifft geleistete Anzahlungen in Höhe von 15.000 T€ hinsichtlich eines Vertrags zur Belieferung des Standortes Lünen mit Sauerstoff. Die Anzahlungen werden linear über die Vertragslaufzeit aufwandswirksam erfasst. In den übrigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ist ein Continuing Involvement aus Delkredererisiken bei Factoring-Gesellschaften sowie aus Spätzahlungs- und Währungsrisiken von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5.736 T€ (Vj. 2.118 T€) enthalten. Die Höhe des Continuing Involvement entspricht dabei dem maximalen Verlustrisiko, dem im Wesentlichen die Annahme zugrunde liegt, dass sämtliche am Bilanzstichtag offenen Forderungen, die verkauft wurden, über den gesamten Zeitraum, für den Aurubis für das Spätzahlungsrisiko in Anspruch genommen werden kann, unbeglichen bleiben. Aurubis unterhält Vertragsbeziehungen mit fünf Factoring-Unternehmen, die einen Sicherheitsabschlag in Höhe von durchschnittlich 5 % des Kaufpreises einbehalten. Im Zusammenhang mit dem Continuing Involvement wurde eine Verbindlichkeit in Höhe von 5.915 T€ (Vj. 2.136 T€) erfasst. Sämtliche an Factoring-Gesellschaften verkaufte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Laufzeit von unter einem Jahr, sodass der Fair Value des Continuing Involvement und der verbundenen Verbindlichkeit jeweils dem Buchwert entspricht. Darüber hinaus besteht ein Factoring-Vertrag, bei dem die wesentlichen Chancen und Risiken aus den verkauften Forderungen auf den Forderungskäufer übergegangen sind. Entsprechend wurden diese Forderungen vollständig ausgebucht. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 460.233 T€ (Vj. 491.872 T€) an Factoring-Unternehmen verkauft.

22 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus laufenden Guthaben bei Kreditinstituten und kurzfristigen Geldanlagen. Bei den Guthaben bei Kreditinstituten handelt es sich v. a. um Euro- Guthaben.# Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt 115.089.210,88 € und ist eingeteilt in 44.956.723 Inhaberstückaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von 2,56 € pro Aktie. Jede Aktie trägt ein Stimmrecht und ist dividendenberechtigt. Das Grundkapital ist voll eingezahlt. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 16.02.2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 23.017.840,64 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022). Das Grundkapital ist um bis zu 11.508.920,32 € durch die Ausgabe von bis zu 4.495.672 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € pro Aktie bedingt erhöht (bedingte Kapitalerhöhung). Es dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 16.07.2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats begeben werden können. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16.02.2023 wurde die Gesellschaft bis zum 15.02.2026 ermächtigt, eigene Aktien mit einem Anteil am Grundkapital von bis zu 10 % zu erwerben. Zum 30.09.2024 belief sich der Bestand eigener Aktien unverändert auf 1.297.693 Stück.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24
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Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 15.02.2024 wurde im Berichtsjahr eine Dividende von 1,40 € je Aktie ausgeschüttet, das sind insgesamt 61.122.642 €. Das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital setzt sich aus dem Konzernergebnis, den Gewinnrücklagen aller Konzernunternehmen, den kumulierten einbehaltenen Jahresergebnissen der Tochterunternehmen seit deren erstmaliger Einbeziehung sowie den kumulierten Beträgen aus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen zusammen. Darüber hinaus enthalten sind die erfolgsneutral abzubildenden Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen (nach Steuern). Außerdem enthalten ist die gesetzliche Rücklage der Aurubis AG in Höhe von 6.391 T€, die für eine Ausschüttung nicht zur Verfügung steht.

Die Veränderung des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals von 3.823.098 T€ zum 30.09.2023 auf 4.153.788 T€ zum 30.09.2024 beinhaltet die Dividendenzahlung in Höhe von 61.122.642 €, erfolgsneutral abzubildende Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen (nach Steuern) von -24.283 T€ und das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2023/24 in Höhe von 416.096 T€. Die Veränderung des kumulierten sonstigen Ergebnisses von insgesamt -20.015 T€ (Vj. -36.559 T€) entfällt im Wesentlichen auf Veränderungen aus der Währungsumrechnung -26.081 T€ (Vj. -11.744 T€). Gegenläufig wirkten mit 6.627 T€ (Vj. -43.106 T€) im Wesentlichen die Marktbewertungen von Cashflow-Sicherungen. Während der Periode wurde aus dem sonstigen Ergebnis ein Betrag von 5.180 T€ (Vj. 44.070 T€) in die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting überführt, der sich im Wesentlichen im Materialaufwand niederschlägt.

Bei den nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 999 T€ (Vj. 787 T€) handelt es sich um die Anteile konzernfremder Minderheitsgesellschafter am Eigenkapital einer von der Aurubis AG vollkonsolidierten Gesellschaft, der Aurubis Bulgaria AD, Pirdop. Die Veränderung der nicht beherrschenden Anteile beinhaltet anteilig die Dividendenzahlung in Höhe von 70 T€. Gegenläufig wirkte sich das Konzern-Gesamtergebnis des Geschäftsjahres 2023/24 in Höhe von 282 T€ aus. Eine vollständige Darstellung der Entwicklung des Eigenkapitals befindet sich in der Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung Eigenkapitalveränderungsrechnung.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Einzelabschluss der Aurubis AG, Hamburg, wurde nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) aufgestellt.

Jahresüberschuss der Aurubis AG 137.641.411,06 €
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 142.542.110,42 €
Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 68.800.000,00 €
Bilanzgewinn 211.383.521,48 €

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Aurubis AG in Höhe von 211.383.521,48 € zur Zahlung einer Dividende von 1,50 € je Stückaktie zu verwenden und 145.894.976,48 € auf neue Rechnung vorzutragen. Zu Grunde gelegt werden dabei die zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung frei verfügbaren Anteile von 43.659.030 Stück (= 65.488.545 €).

Zusätzliche Angaben zum Kapitalmanagement

Das maßgebliche Ziel der Unternehmenssteuerung liegt in der Steigerung des Unternehmenswerts des Aurubis-Konzerns, indem über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Unternehmens erwirtschaftet wird. Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Cashflows des Konzerns mit den Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow- Entwicklung jederzeit überbrückt werden. Eine ausgewogene Verschuldungsstruktur des Konzerns soll langfristig gewährleistet werden.

Die Steuerung und die Kontrolle erfolgen anhand definierter Kennzahlen. Mittel- und kurzfristig werden die Nettoverschuldung und die Liquidität anhand regelmäßiger Cashflow- Forecasts gesteuert. Eine wesentliche Kennzahl zur Ermittlung und vergleichbaren Darstellung der Rentabilität ist der operative ROCE (Return on Capital Employed), der die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals beschreibt. Der operative ROCE bezeichnet das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen zuzüglich des operativen Ergebnisses aus At Equity bewerteten Anteilen im Verhältnis

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24
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zum eingesetzten Kapital am Bilanzstichtag (operatives Capital Employed) und stellt die Rendite auf das eingesetzte Kapital dar. Das Capital Employed setzt sich aus dem Eigenkapital und den zinstragenden Verbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zusammen. Der operative ROCE erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 11,5 % gegenüber 11,3 % in der Vergleichsperiode. Alle externen Anforderungen im Rahmen von Financial Covenants wurden im aktuellen Geschäftsjahr erfüllt.

Latente Steuern

Eine Erläuterung der Zusammensetzung der Rückstellungen für latente Steuern erfolgt unter Ertragsteuern.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für die betriebliche Altersversorgung der versorgungsberechtigten Mitarbeiter bestehen im Aurubis- Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Zusagen. Die Mehrzahl der im Aurubis- Konzern vorhandenen leistungsorientierten Zusagen besteht in Deutschland. Zum einen handelt es sich um einzelvertraglich ausgestaltete Direktzusagen. Zum anderen gewährt der Konzern leistungsorientierte Versorgungszusagen innerhalb von Kollektivplänen. Hierbei kommen sowohl rückstellungsfinanzierte als auch externe Versorgungssysteme zur Anwendung. In Deutschland gewährt der Konzern seinen versorgungsberechtigten Mitarbeitern sowohl Pensionsleistungen als auch Leistungen der Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung. Die Durchführung erfolgt zu einem wesentlichen Teil über Pensions- und Unterstützungskassen, deren Vermögen ausschließlich für die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitarbeitern, ehemaligen Mitarbeitern und Hinterbliebenen verwendet werden darf. In der Regel bestimmt sich die Höhe der Rentenleistung pro anrechnungsfähigem Dienstjahr als prozentualer Anteil an einem pensionsfähigen Gehalt. In Deutschland erfolgt alle drei Jahre eine Überprüfung der Renten und ggf. eine Anpassung entsprechend der Preisindexentwicklung.

In Deutschland wurde die betriebliche Altersversorgung für nach dem 29.09.2003 neu eingetretene Mitarbeiter auf beitragsfinanzierte Zusagen umgestellt. Die Durchführung erfolgt über eine externe Pensionskasse sowie eine Versicherung. Darüber hinaus gewährte eine Tochtergesellschaft in den USA ihren Mitarbeitern unter bestimmten Alters- bzw. Betriebszugehörigkeitsvoraussetzungen sowohl Pensionsleistungen als auch Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen für die Zeit nach der Pensionierung. Diese Tochtergesellschaft wurde im Geschäftsjahr verkauft. Die zugehörigen Pensionsverpflichtungen sind somit nicht mehr in der Nettoschuld zum 30.09.2024 enthalten.

Für sämtliche Versorgungsverpflichtungen im Konzern wurden versicherungsmathematische Gutachten eingeholt, die unter Berücksichtigung einer konzernweit einheitlichen Bilanzierung den länderspezifischen Besonderheiten Rechnung tragen. Neben der Zugrundelegung der Heubeck-Richttafeln 2018 G waren folgende Marktzinssätze, Lohn-/ Gehalts- und Rententrends Grundlage für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen:

in %
30.09.2024 30.09.2023
Rechnungszinsfuß 3,4 4,1
Erwartete Einkommensentwicklung 3,0 3,0
Erwartete Rentenentwicklung 2,2 2,2

Der Rückgang des Rechnungszinsfußes ist im Wesentlichen auf die Veränderung des makroökonomischen Umfelds zurückzuführen.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24
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Die in der Konzernbilanz ausgewiesene Nettopensionsrückstellung für leistungsorientierte Versorgungszusagen zum 30.09.2024 bzw.# Sonstige Rückstellungen

Pensionsrückstellungen

Die Entwicklung der Pensionsrückstellungen zum 30.09.2023 stellt sich wie folgt dar:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Barwert der Versorgungszusagen 508.256 504.856
davon fondsfinanziert 409.403 400.803
– Zeitwert des Planvermögens 391.624 432.692
116.632 72.164
Auswirkung der Vermögensobergrenze 19.945 42.104
Nettobilanzwert am 30.09. 136.577 114.268
davon: bilanziert als Aktiva 0 0
davon: bilanziert als Passiva 136.577 114.268

Die Vermögensobergrenze ergibt sich als Differenz zwischen dem vollen Leistungsbarwert und dem Barwert (der erreichten Anwartschaft) der Versorgungszusagen der Pensionskasse.

Die Nettoschuld für Versorgungszusagen unter Berücksichtigung separater Überleitungen für den Barwert der definierten Leistungsverpflichtung sowie das Planvermögen lässt sich wie folgt herleiten:

Entwicklung Barwert der Versorgungszusagen

in T€ 2023/24 2022/23
Barwert der rückstellungsfinanzierten Leistungsverpflichtungen 104.053 84.862
Barwert der fondsfinanzierten Leistungsverpflichtungen 400.803 436.043
Barwert der Versorgungszusagen zum 01.10. 504.856 520.905
Konsolidierungskreisveränderungen -46.240 0
Laufender Dienstzeitaufwand 13.093 12.437
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 5 9
Gewinn aus Planabgeltungen -11 -11
Zinsaufwand auf die Verpflichtungen 18.591 18.482
Neubewertungen 42.202 -20.573
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus demografischen Annahmen 1.301 -29
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus finanziellen Annahmen 38.986 -37.082
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingter Anpassung 1.915 16.538
Gezahlte Versorgungsleistungen -24.240 -22.404
Währungsdifferenz 0 -3.989
Barwert der Versorgungszusagen zum 30.09. 508.256 504.856

Entwicklung Planvermögen

in T€ 2023/24 2022/23
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01.10. 432.692 463.300
Konsolidierungskreisveränderungen -32.444 0
Zinserträge 15.998 16.611
Neubewertungseffekte -15.651 -36.833
Gezahlte Versorgungsleistungen -18.478 -16.260
Beiträge des Arbeitgebers 9.507 8.170
Währungsdifferenz 0 -2.296
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 30.09. 391.624 432.692

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 229

Entwicklung Nettoschuld

in T€ 2023/24 2022/23
Nettoschuld zum 01.10. 72.164 57.605
Konsolidierungskreisveränderungen -13.797 0
Laufender Dienstzeitaufwand 13.093 12.437
Nachzuverrechnender Dientszeitaufwand 5 9
Gewinn aus Planabgeltungen -11 -11
Nettozinsergebnis 2.593 1.871
Neubewertungseffekte 57.853 16.260
Gezahlte Versorgungsleistungen -5.762 -6.144
Arbeitgeberbeiträge zum Plan -9.507 -8.170
Währungsdifferenz 0 -1.693
116.632 72.164
Auswirkung der Vermögensobergrenze 19.945 42.104
Nettoschuld zum 30.09. 136.577 114.268

Die Neubewertungseffekte werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und im erwirtschafteten Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Das Nettozinsergebnis wird innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die übrigen Komponenten des Pensionsaufwands (laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sowie der Verlust aus Planabgeltungen) werden dagegen im Personalaufwand erfasst.

In Deutschland werden die leistungsorientierten Pensionspläne im Wesentlichen über die Durchführungswege der Pensionskasse sowie der Unterstützungskasse verwaltet. Die Pensionskasse steht dabei unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Richtlinien in Bezug auf das Kapitalanlagenportfolio der Pensionskasse werden durch die Verordnung über die Anlage des gebundenen Vermögens von Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung, AnlV) bestimmt. So ergibt sich die zulässige quantitative Streuung und Mischung der Kapitalanlagen für die Pensionskasse aus der Anlageverordnung. Ein Großteil des Vermögens der Pensionskasse ist in einem segmentierten Spezialfonds investiert. Die Risikokapitalanlagen (Eigenkapitalinstrumente und Schuldinstrumente mit einem geringeren Rating als Investment Grade) dürfen nach Anlageverordnung bei der Pensionskasse maximal 35 % des Buchwerts des Sicherungsvermögens betragen. Die Quote von direkt bzw. indirekt über einen Anteil an einer Kommanditgesellschaft gehaltenen Immobilien beträgt mit Genehmigung der Bafin aktuell 25,28 % des Buchwerts des Sicherungsvermögens. Derivate werden im Wesentlichen nur zum Zwecke der Absicherung eingesetzt. Dem Langlebigkeitsrisiko wird nach Prüfung durch den Aktuar ggf. durch eine Anpassung der biometrischen Parameter Rechnung getragen. Die Unterstützungskasse orientiert sich hinsichtlich der zulässigen Kapitalanlagen ebenfalls an der Anlageverordnung.

Das Planvermögen im Konzern setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.421 3.609
Eigenkapitalinstrumente 51.631 68.476
Schuldinstrumente 122.632 134.311
Immobilien 133.360 160.360
Rückdeckungsversicherungen 67.486 60.210
Sonstiges kurzfristiges Nettovermögen 14.094 5.726
Summe Planvermögen 391.624 432.692

Die Schuldinstrumente enthalten nicht börsennotierte Anteile an einem von der Aurubis AG begebenen Schuldscheindarlehen in Höhe von 22.000 T€. Das Planvermögen enthält keine selbst genutzten Immobilien. Die über Wertpapierfonds gehaltenen Eigenkapital- und Schuldinstrumente werden in der Übersicht den entsprechenden Anlageklassen zugeordnet. Für die Eigenkapitalinstrumente stehen infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt in der Regel Marktpreise zur Verfügung. Auch die Schuldinstrumente werden regelmäßig an einem aktiven Markt gehandelt. Immobilien werden direkt und indirekt gehalten und befinden sich ausschließlich im Inland. Es existieren keine Marktpreise an einem aktiven Markt. Für sämtliche Immobilien im Planvermögen wurden Bewertungsgutachten eingeholt.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 230

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken ausgesetzt. Die Gesellschaft ist insbesondere den allgemeinen versicherungstechnischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko, dem Zinssatzänderungsrisiko, dem Marktpreisrisiko und im geringeren Maße dem Inflationsrisiko ausgesetzt.

Sensitivitätsbetrachtung

Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkung von Parameteränderungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen. Jede Änderung einer wesentlichen versicherungsmathematischen Annahme wurde separat analysiert, d.h., bei der Variation eines Parameters wurden die übrigen Parameter konstant gehalten. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt:

Parameteränderung Auswirkung auf Verpflichtung 30.09.2024 Auswirkung auf Verpflichtung 30.09.2023
Anstieg Absenkung
Rechnungszins +/-50 Basispunkte -28.022 31.421
Erwartete Einkommensentwicklung +/-50 Basispunkte 5.210 -4.978
Erwartete Rentenentwicklung +/-50 Basispunkte 22.291 -20.023
Lebenserwartung +/-1 Jahr 20.643 -20.177

Zukünftig werden folgende Fälligkeiten der undiskontierten Zahlungen für Pensionen erwartet:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Weniger als 1 Jahr 24.466 23.673
Zwischen 1 und 5 Jahren 103.955 113.017
Mehr als 5 Jahre 704.946 813.426
Summe 833.367 950.116

Die durchschnittliche gewichtete Duration der leistungsorientierten Verpflichtungen beläuft sich zum 30.09.2024 auf 13,7 Jahre (Vj. 12,7 Jahre).

Für beitragsorientierte Zusagen der betrieblichen Altersversorgung wurden im Berichtsjahr 25.968 T€ (Vj. 23.678 T€) aufgewendet. Diese beinhalten sowohl freiwillige Zusagen als auch die durch den Konzern geleisteten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 231

26 Sonstige Rückstellungen

Langfristig Kurzfristig Summe
in T€ 30.09.2024 30.09.2023 30.09.2024
Personalrückstellungen 39.626 41.252 32.116
Rückstellungen für belastende Verträge 0 0 3.148
Umweltrückstellungen 13.078 13.348 13.187
Übrige 10 48 24.329
Summe 52.714 54.648 72.780

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelten sich die einzelnen Gruppen von Rückstellungen wie folgt:

in T€ Stand am 01.10.2023 Konsolidierungskreisveränderungen Inanspruchnahme Auflösungen Zuführungen Umbuchungen Währungsdifferenz Stand am 30.09.2024
Personalrückstellungen 76.124 -1.618 -19.924 -25 24.369 -7.172 -11 71.743
Rückstellungen für belastende Verträge 695 0 -527 -168 3.201 0 -53 3.148
Umweltrückstellungen 26.827 -55 -4.954 -216 4.665 0 -1 26.265
Übrige 14.152 0 -4.438 -1.839 16.778 56 -370 24.338
Summe 117.798 -1.673 -29.843 -2.248 49.013 -7.117 -435 125.494

Die langfristigen Personalrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Überbrückungsgelder und Jubiläumszuwendungen. Die durchschnittliche gewichtete Duration dieser Verpflichtungen beläuft sich bei einem gesunkenen Rechnungszinssatz von 3,4 % (Vj. 4,1 %) zum 30.09.2024 auf 10,1 Jahre (Vj. 9,5 Jahre). Darüber hinaus enthalten die langfristigen Personalrückstellungen Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen, die sich im Geschäftsjahr aufgrund von Auszahlungen in der passiven Phase um 3.926 T€ vermindert haben.

Die für Umweltrisiken gebildeten Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf Sanierungsmaßnahmen an den Standorten Lünen und Beerse. Die Laufzeiten der Rückstellungen betragen bis zu 29 Jahre.# Die Ermittlung der zu erwartenden Kosten erfolgte unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten aus vergleichbaren Fällen, vorhandenen Gutachten sowie Sanierungsmethoden, die nach gegenwärtigem Kenntnisstand eingesetzt werden. Im Geschäftsjahr erfolgte eine Zuführung in den Übrigen Rückstellungen in Höhe von 10.711 T€ aufgrund einer Kaufpreisanpassung im Zusammenhang mit der Veräußerung des Standorts Aurubis Buffalo.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 232

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27 Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Langfristig (mit Restlaufzeit über 1 Jahr)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 198.987 167.237
Leasingverbindlichkeiten 36.419 37.154
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 235.406 204.391
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie „FV P&L“ 81.037 97.855
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 3.434 5.427
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 84.470 103.282
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 319.877 307.673
Kurzfristig (mit Restlaufzeit unter 1 Jahr)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.583.685 1.566.190
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.583.685 1.566.190
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 135.412 46.352
Leasingverbindlichkeiten 12.404 11.929
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 147.816 58.281
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie „FV P&L“ 63.826 31.340
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 16.585 17.528
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 10.111 11.842
Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 193.775 130.109
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 284.298 190.819
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2.015.799 1.815.290

Die Erhöhung der übrigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beruht u. a. auf Verbindlichkeiten aus der Teilnahme an einem Supplier-Finance-Arrangement in Höhe von 18.847 T€ (Vj. 0 T€). Hierbei kommt es zu einer Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, da eine schuldbefreiende Zahlung des Vertragspartners zum Ausgleich der entsprechenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt. Daneben ergab sich ein Anstieg aus Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen im Wesentlichen im Zusammenhang mit den aktuellen Projekten am Standort Hamburg sowie im Zusammenhang mit dem Bau des Recyclingwerks Aurubis Richmond. Zudem enthält die Position Personalverpflichtungen wie Weihnachtsgratifikationen, ausstehende Urlaubsansprüche und Erfolgsvergütungen sowie Verbindlichkeiten aus Abfindungsleistungen an Mitarbeiter. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen infolge der Aufnahme von Bankkrediten zur Finanzierung von Investitionsprojekten am Standort Hamburg mit 334.399 T€ zum 30.09.2024 über dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (213.589 T€). Aurubis hat keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch Grundpfandrechte und Anlagengegenstände besichert. Finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden nicht gestellt. Aus Devisentermingeschäften mit negativem Marktwert stehen zum 30.09.2024 Auszahlungen in Höhe von 842.416 T€ (Vj. 411.668 T€) und Einzahlungen in Höhe von 836.029 T€ (Vj. 403.851 T€) gegenüber. Derivate mit positiven Marktwerten stellen Vermögenswerte dar und werden daher hier nicht berücksichtigt.

Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie die undiskontierten Nettozahlungsströme der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert des Aurubis-Konzerns ersichtlich. Fremdwährungsbeträge sind mit dem Stichtagskurs umgerechnet worden.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 233

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Zahlungen in T€ Buchwert zum 30.09.2024 bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 334.399 135.412 158.971 40.016
Leasingverbindlichkeiten 48.823 12.404 23.795 12.624
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.583.685 1.583.685 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 16.585 16.585 0 0
Derivate der Kategorie „FV P&L“ 144.863 67.725 30.632 80.785
Derivate, die als Sicherungsinstrument für Hedge Accounting designiert sind 13.545 10.111 3.434 0
Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 193.775 193.775 0 0
Gesamt 2.335.675 2.019.698 216.831 133.425
Zahlungen in T€ Buchwert zum 30.09.2023 bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 213.589 46.352 167.221 16
Leasingverbindlichkeiten 49.083 11.929 25.174 11.980
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.566.190 1.566.190 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 17.528 17.528 0 0
Derivate der Kategorie „FV P&L“¹ 129.195 30.622 16.324 153.540
Derivate, die als Sicherungsinstrument für Hedge Accounting designiert sind 17.269 11.842 5.427 0
Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 130.109 130.109 0 0
Gesamt 2.122.964 1.814.573 214.146 165.536

¹ Vorjahreswerte angepasst

Die nichtfinanziellen Verbindlichkeiten stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Langfristig (mit Restlaufzeit über 1 Jahr)
Langfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 2.792 943
Langfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 2.792 943
Kurzfristig (mit Restlaufzeit unter 1 Jahr)
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 28.049 23.716
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 28.049 23.716
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 8.592 12.266
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 13.045 11.021
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 11.745 31.965
Übrige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 57.542 34.343
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 90.924 89.595
Kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 118.973 113.311

Die erhaltenen Anzahlungen auf Kundenbestellungen des Vorjahres in Höhe von 31.965 T€ wurden im Geschäftsjahr vollständig umsatzwirksam realisiert. Die übrigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten enthalten ertragswirksam abgegrenzte Zuschüsse für das Projekt Industriewärmeversorgung Hamburg in Höhe von 40.000 T€ (Vj. 20.000 T€). Diese werden über die Vertragslaufzeit der Energielieferung erfolgswirksam vereinnahmt. Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lohn- und Umsatzsteuer.

28 Leasingverhältnisse

Aurubis mietet im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit u. a. Anlagen im Zusammenhang mit der Einlagerung und dem Umschlag von Kupferkonzentraten sowie Schiffe und Bahnkesselwagen für den Transport von Konzentrat und Schwefelsäure. Des Weiteren bestehen Leasingverträge für Bürogebäude, Parkplätze, Container und Fahrzeuge. Die in diesem Zusammenhang im Anlagevermögen bilanzierten Nutzungsrechte haben sich wie folgt entwickelt:

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 234

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in T€ Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
30.09.2023 13.066 84.016 14.618 111.700
Konsolidierungskreisveränderungen 0 0 -686 -686
Zugänge 4.535 2.353 5.895 12.783
Abgänge -167 -8.659 -3.577 -12.403
Währungsdifferenzen 0 -58 -81 -138
30.09.2024 17.434 77.652 16.169 111.255
Abschreibungen
30.09.2023 -8.345 -48.360 -8.735 -65.440
Konsolidierungskreisveränderungen 0 0 398 398
Abschreibungen des Geschäftsjahres -1.324 -8.206 -3.588 -13.118
Abgänge 153 8.659 3.477 12.289
Währungsdifferenzen 0 11 20 31
30.09.2024 -9.516 -47.896 -8.427 -65.839
Buchwerte
30.09.2024 7.918 29.756 7.742 45.416

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten beträgt im Geschäftsjahr 1.994 T€ (Vj. 1.845 T€ ). Die erwarteten zukünftigen Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten betragen insgesamt 58.901 T€ (Vj. 58.461 T€). Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der Leasingverbindlichkeiten sowie deren Restlaufzeit ersichtlich.

in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre Gesamt Unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre Gesamt
Erwartete Leasingzahlungen 14.208 26.686 18.008 58.901 13.614 29.676 15.171 58.461
Zinsanteil 1.804 4.421 3.853 10.078 1.685 4.502 3.191 9.378
Tilgungsanteil 12.404 22.265 14.155 48.823 11.929 25.174 11.980 49.083

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen in Höhe von 7.714 T€ (Vj. 5.250 T€) und aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 1.258 T€ (Vj. 1.035 T€) erfasst. Darüber hinaus wurden Aufwendungen in Höhe von 2.955 T€ (Vj. 3.320 T€) für variable Leasingzahlungen, die nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden, aufwandswirksam erfasst. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte betrugen im Geschäftsjahr 13.118 T€ (Vj. 13.093 T€). Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse belaufen sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf 14.578 T€ (Vj. 14.430 T€). Die Leasingverhältnisse im Aurubis-Konzern können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten.# Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24

Brief des Vorstands

Bericht des Aufsichtsrats

Corporate Governance

Die Aktie

Nichtfinanzieller Bericht

Zusammengefasster Lagebericht

Konzernabschluss

Weitere Informationen

Konzernanhang

Im Geschäftsjahr 2023/24 bestanden wie im Vorjahr keine Sale-and-Leaseback-Transaktionen.

29 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten/-Forderungen

in T€

30.09.2024 30.09.2023
Bestellobligo aus Investitionsaufträgen 724.550 620.263
Gewährleistungsverpflichtungen 1.039 1.039
Wechselobligo 3.569 990
Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen 1.553 618

Das Bestellobligo aus Investitionsaufträgen betrifft im Wesentlichen Gegenstände des Sachanlagevermögens. Zudem bestehen Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt blieben, in Höhe von 1.553 T€. Diese Verpflichtungen ergeben sich im Wesentlichen aus variablen Leasingzahlungen sowie Leasingverhältnissen, die Aurubis eingegangen ist, die aber noch nicht begonnen haben.

Neben den genannten Verpflichtungen bestehen zudem Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen. Die Versorgungssicherheit unseres Hüttennetzwerks hinsichtlich Rohstoffen, insbesondere Kupferkonzentraten, ist von hoher Bedeutung. Zur Sicherstellung dieser Versorgungssicherheit haben wir langfristige Verträge mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren abgeschlossen. Insbesondere hinsichtlich Kupferkonzentraten orientiert sich die Preissetzung an den Metallinhalten sowie am LME- Börsenpreis im Zeitfenster der tatsächlichen Lieferung. Da sowohl die Metallinhalte als auch die Metallpreise sehr volatil und daher schwer prognostizierbar sind, ist eine tragfähige quantitative Angabe zu den Verpflichtungen aus dem Bezug von Rohstoffen aus unserer Sicht nicht möglich. Für den Bezug von über 1 Mrd. kWh Strom pro Jahr wurde mit einem Energieversorger ein Vertrag auf Kostenbasis mit einer 30-jährigen Laufzeit, beginnend ab dem Jahr 2010, abgeschlossen. Da die Kosten- und Preiskomponenten ebenfalls einer hohen Volatilität unterliegen, ist eine tragfähige quantitative Angabe ebenfalls nicht möglich. Die Verpflichtungen aus sonstigen langfristigen Verträgen beziehen sich im Wesentlichen auf die Erbringung von Transport- und Umschlagsleistungen verschiedener Dienstleister und beziffern sich auf 223.749 T€ (Vj. 121.184 T€). Aurubis bekommt die im Strompreis enthaltenen CO2-Kosten teilweise erstattet. Diese Kompensation erfolgt mit einem Zeitverzug. Der genaue Zeitpunkt der Kompensationszahlungen sowie die Höhe sind zum Stichtag nicht verlässlich abschätzbar, insofern ist eine quantitative Angabe nicht möglich.

30 Finanzinstrumente

Der Aurubis-Konzern ist durch den Einsatz von Finanzinstrumenten Marktrisiken, Liquiditätsrisiken und Ausfallrisiken ausgesetzt.

Marktrisiken

Marktrisiken entstehen aus einer möglichen Veränderung von Risikofaktoren, die zu einer Verringerung des Marktwerts der diesen Risikofaktoren unterliegenden Transaktionen führt. Für das Unternehmen sind die folgenden Gruppen von allgemeinen Risikofaktoren von Relevanz: Wechselkursrisiken, Zinsänderungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken.

Wechselkursrisiken

Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Änderungen von Wechselkursen können zu Wertverlusten bei Finanzinstrumenten führen. Um Währungsrisiken zu begrenzen, werden Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig US-Dollar. Hierbei wird die Fremdwährungsposition aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen werden durch Devisenderivate glattgestellt. Bei sämtlichen Devisensicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden darüber hinaus Devisentermingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte zur Sicherung künftiger Einnahmen abgeschlossen. Im vorliegenden Abschluss sind – soweit die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt waren – die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte

Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Grundsätzliche Verschiebungen der Devisenrelationen – insbesondere des Verhältnisses des Euro zum US-Dollar – können dabei jedoch nur auf begrenzte Zeit gesichert werden. Das Fremdwährungsrisiko tritt als Cashflow-Risiko auf und stellt die Risikoposition für die folgende Periode dar. Diese entspricht dem Nettobetrag des Nominalvolumens der im Bestand befindlichen originären und derivativen Finanzinstrumente, die Wechselkursrisiken ausgesetzt sind. Außerdem werden geplante Umsatztransaktionen der folgenden Perioden insoweit einbezogen, als diese im Währungsrisikomanagement zur Darstellung der Risikoposition für die folgende Periode berücksichtigt werden.

Fremdwährungsrisiko

€/US$ in T€

30.09.2024 30.09.2023
Risikoposition aus gebuchten Transaktionen -725.327 -660.586
Geplante Umsätze 449.393 394.450
Forward-Fx-Transaktionen 493.101 398.504
Put-Optionsgeschäfte -13.844 -29.734
Netto-Exposure 203.323 102.634

Der IFRS 7 fordert zur Darstellung von Marktrisiken eine Sensitivitätsanalyse für jede Risikoart. Durch die Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag haben würde. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand zum Bilanzstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Für das Wechselkursrisiko wird eine Sensitivitätsanalyse für die Fremdwährung vorgenommen, die ein signifikantes Risiko für das Unternehmen darstellt. Dabei handelt es sich um den US-Dollar. Bei der Sensitivitätsanalyse für die Währungen wurde angenommen, dass sich der Kurs des Euro zum US-Dollar jeweils um +/–10 % verändert. Wenn am 30.09.2024 bzw. 30.09.2023 der Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % stärker bzw. schwächer gewesen wäre als der vorherrschende Stichtagskurs, wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis bezogen auf das Fremdwährungsrisiko auf die in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind alle relevanten Fremdwährungspositionen sowie die im Fremdwährungsrisiko berücksichtigten geplanten Umsätze der folgenden Periode eingegangen.

Währungssensitivitäten

€/US$ in T€

30.09.2024 30.09.2023
+10 % -10 %
Stichtagskurs 1,1196 1,0594
Abwertung (€ ggü. US$) 1,0076 0,9535
Ergebniseffekt 49.656 43.562
davon entfallen auf geplante Umsätze 49.933 43.828
davon entfallen auf originäre Geschäfte -18.295 -5.478
davon entfallen auf derivative Geschäfte 18.018 5.212
Eigenkapitaleffekt -20.482 -25.308
Aufwertung (€ ggü. US$) 1,2316 1,1653
Ergebniseffekt -40.799 -35.777
davon entfallen auf geplante Umsätze -40.854 -35.859
davon entfallen auf originäre Geschäfte 14.797 4.346
davon entfallen auf derivative Geschäfte -14.742 -4.264
Eigenkapitaleffekt 17.254 20.599

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Auftretende Zinsrisiken werden durch Zinsswaps abgesichert. Zinsänderungsrisiken sind im finanzwirtschaftlichen Bereich von wesentlicher Bedeutung. Soweit im Rahmen der Absicherung variabler Zinszahlungen die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt sind, werden die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte Grundgeschäft im betreffenden Geschäftsjahr erfolgswirksam wird. Im Geschäftsjahr bestanden, wie im Vorjahr, keine Zinssicherungsgeschäfte.

Nachfolgend wird das Netto-Exposure für variabel verzinsliche Risikopositionen dargestellt.

Variabel verzinsliche Risikopositionen

Gesamtbetrag 30.09.2024 Gesamtbetrag 30.09.2023 Bis zu 1 Jahr 30.09.2024 Bis zu 1 Jahr 30.09.2023
Ausleihungen/Festgelder 310.056 463.060 310.056 463.060
Sonstige Risikopositionen -466.479 -503.445 -466.479 -503.445
davon zinsgesichert 0 0 0 0
Netto-Exposure -156.423 -40.385 -156.423 -40.385

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie das Eigenkapital dar. Durch einen Anstieg/Rückgang aller relevanten Zinssätze um 100 Basispunkte wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis zum 30.09.2024 bzw. 30.09.2023 in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind die gleichen Positionen eingegangen wie bei der Ermittlung des zuvor dargestellten Netto-Exposure.

Zinssensitivitäten

in T€

30.09.2024 30.09.2023
+100 BP -100 BP
Ergebniseffekt -1.840 1.942
Eigenkapitaleffekt 0 0

Sonstige Preisrisiken

Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Warenpreisrisiken ausgesetzt. Um Preisrisiken zu begrenzen, werden u.# Warenpreisrisiken

a. Nichteisenmetall-Termingeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig die Absicherung des Kupferpreises. Hierfür werden ein- und ausgehende Metallmengen aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen durch Börsengeschäfte glattgestellt. Bei sämtlichen Metallsicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen. Soweit preisfixierte Metalllieferverträge über NE-Metalle zur Deckung des erwarteten Bedarfs an Rohstoffen bzw. des erwarteten Verkaufs von Fertigprodukten als derivative Finanzinstrumente bilanziert werden, kommt es zu einer ergebniswirksamen Berücksichtigung von Marktwertänderungen. Gewinne und Verluste aus der gegenläufigen Entwicklung der Marktwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte sind folglich unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Der Aurubis-Konzern hat seine Stromverbräuche an den deutschen Standorten durch einen langfristigen Vertrag mit einem Energieversorger gesichert. Aus der Bewertung eines Teils dieses Vertrags ist Aurubis einem Strompreisrisiko ausgesetzt. Nachfolgend ist das Nominalvolumen für derivative Finanzinstrumente für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle, CO2 und Gas dargestellt, das sich aus der unsaldierten Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte ergibt.

Nominalvolumen der Derivate in T€ 30.09.2024 30.09.2023
Kupfer 1.254.996 1.801.334
Silber 180.042 84.306
Gold 811.059 360.626
Energie 345.813 478.482
Gesamt 2.591.910 2.724.748

Warenpreisrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Warenpreise auf das Eigenkapital und das Periodenergebnis dar. Durch einen Anstieg/Rückgang aller relevanten Warenpreise um 10 % wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis zum 30.09.2024 bzw. 30.09.2023 in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind sämtliche zum Stichtag vorhandenen Derivate für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle, CO2 und Gas eingeflossen.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 238

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Warenpreissensitivitäten

Kupfer Silber Gold Energie
30.09.2024 30.09.2023 30.09.2024 30.09.2023 30.09.2024 30.09.2023 30.09.2024 30.09.2023
Preisanstieg
Ergebniseffekt -22.300 50.765 -1.346 1.765 25.011 17.462 -3.718 -7.307
Eigenkapitaleffekt 0 0 0 0 0 0 6.924 9.317
Preisrückgang
Ergebniseffekt 22.300 -50.765 1.346 -1.765 -25.011 -17.462 3.718 7.307
Eigenkapitaleffekt 0 0 0 0 0 0 -6.924 -9.317

Die bei den Warenpreissensitivitäten ausgewiesenen Ergebniseffekte werden bei den Metallen durch die Bewertung der noch nicht fixierten Kauf- oder Verkaufspartien ganz oder teilweise wieder kompensiert, da diese Positionen provisorisch mit dem jeweiligen Stichtagskurs bewertet werden.

Derivative Finanzinstrumente

Der Aurubis-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Wechselkurs- und sonstigen Preisrisiken ein. Diese werden entsprechend ihrer Restlaufzeit unter den sonstigen kurz- bzw. langfristigen finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sofern die Voraussetzungen für die Anwendung von Hedge Accounting erfüllt sind, werden diese im Rahmen von Cashflow Hedges abgebildet.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 239

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Finanzderivate

Aktiva Passiva
30.09.2024 30.09.2023 30.09.2024 30.09.2023
Buchwert Nominal-volumen Buchwert Nominal-volumen Buchwert Nominal-volumen
in T€
Devisentermingeschäfte ohne Hedge-Beziehung 429 166.013 2.958 505.775 6.387 842.399
als Cashflow Hedges 7.884 238.502 597 45.792 0 0
Devisenoptionsgeschäfte ohne Hedge Beziehung 0 0 0 0 0 0
als Cashflow Hedges 296 14.134 75 14.495 0 0
Metalltermingeschäfte ohne Hedge-Beziehung 57.470 1.403.499 15.537 847.960 56.737 984.170
als Cashflow Hedges 1.333 11.567 124 1.585 0 0
Sonstige Geschäfte ohne Hedge-Beziehung 10.431 18.660 34.013 64.042 81.739 236.534
als Cashflow Hedges 14.635 40.208 19.239 43.266 13.545 56.111

Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente besteht aus der Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte. Der beizulegende Zeitwert errechnet sich dagegen aus der Bewertung sämtlicher Kontrakte zu den Preisen des Bewertungsstichtags. Er gibt an, wie sich das Ergebnis bei prompter Glattstellung der Derivatekontrakte – losgelöst von den Grundgeschäften – zum Stichtag verändert hätte. Die Ergebnisauswirkungen der Marktwertveränderungen von Finanzderivaten, die sich auf einen Cashflow Hedge beziehen, werden in Höhe des effektiven Teils erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis gebucht. Die Kosten der Absicherung dieser Finanzderivate werden in einer separaten Rücklage im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im Eigenkapital kumulierten Beträge werden in der Periode, in der sich die abgesicherten Zahlungsströme auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirken, als Reklassifizierungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und schlagen sich im Wesentlichen in der Position „Materialaufwand“ nieder. Der ineffektive Teil der Marktwertänderung wird dagegen direkt ergebniswirksam gebucht. Ineffektivitäten resultieren insbesondere aus dem Kreditrisiko (CRA) und Fremdwährungsbasisspread (CCBS), die sich nicht im Grundgeschäft widerspiegeln. Im Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine zu berücksichtigenden ineffektiven Marktwertänderungen der Sicherungsinstrumente identifiziert.

Durchschnittlicher Kurs der designierten Sicherungsinstrumente 30.09.2024 30.09.2023
Devisentermingeschäfte (USD/EUR) 1,0901 1,0960
Devisenoptionsgeschäfte (USD/EUR) 1,1381 1,1425
Metalltermingeschäfte – Nickel (EUR/t) 17.850,00 18.874,41
Kohlederivate (USD/t) 112,23 130,17
Gasderivate (EUR/MWh) 20,20 19,65
Stromderivate (EUR/MWh) 98,39 109,20

Die folgende Übersicht stellt eine Überleitung des sonstigen Ergebnisses im Geschäftsjahr dar, das aus der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen resultiert:

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 240

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Cashflow Hedges 2023/24

in T€
Marktbewertung Kosten der Marktbewertung Kosten der
von Cashflow- Absicherung von Cashflow- Absicherung
Sicherungen Sicherungen
Saldo zum 01.10. 3.873 -236 46.983 -513
Änderung des beizulegenden Zeitwerts 11.815 -93 960 -331
Umgliederung in den Gewinn (+) oder Verlust (-) 5.180 -235 44.070 -608
Saldo zum 30.09. 10.508 -94 3.873 -236

Cashflow Hedges 2022/23

in T€
Marktbewertung Kosten der Marktbewertung Kosten der
von Cashflow- Absicherung von Cashflow- Absicherung
Sicherungen Sicherungen
Saldo zum 01.10. 3.873 -236 46.983 -513
Änderung des beizulegenden Zeitwerts 11.815 -93 960 -331
Umgliederung in den Gewinn (+) oder Verlust (-) 5.180 -235 44.070 -608
Saldo zum 30.09. 10.508 -94 3.873 -236

Die folgenden beiden Tabellen zeigen, wann die Zahlungsströme aus Cashflow Hedges eintreten und wann sie die GuV beeinflussen:

Darstellung der Cashflow Hedges zum 30.09.2024

GuV-Wirkung und Eintritt, in T€ Buchwert Nominal-volumen Bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Devisentermingeschäfte
Vermögenswerte 7.884 238.502 238.502 0 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0
Devisenoptionsgeschäfte
Vermögenswerte 296 14.134 14.134 0 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0
Metalltermingeschäfte
Vermögenswerte 1.333 11.567 10.603 964 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0
Sonstige Geschäfte
Vermögenswerte 14.635 40.208 5.788 34.420 0
Verbindlichkeiten 13.545 56.111 32.340 23.770 0

Darstellung der Cashflow Hedges zum 30.09.2023

GuV-Wirkung und Eintritt, in T€ Buchwert Nominal-volumen Bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Devisentermingeschäfte
Vermögenswerte 597 45.792 45.792 0 0
Verbindlichkeiten 6.799 207.533 207.533 0 0
Devisenoptionsgeschäfte
Vermögenswerte 75 14.495 14.495 0 0
Verbindlichkeiten 84 14.417 14.417 0 0
Metalltermingeschäfte
Vermögenswerte 124 1.585 1.585 0 0
Verbindlichkeiten 81 1.544 1.544 0 0
Sonstige Geschäfte
Vermögenswerte 19.239 43.266 7.893 35.373 0
Verbindlichkeiten 10.305 70.980 27.737 43.243 0

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass das Unternehmen seinen eigenen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann. Die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten sind in Abschnitt Verbindlichkeiten dargestellt. Die ausreichende Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist sowohl durch den Cashflow des Konzerns als auch durch die vorhandenen kurz- und langfristigen Kreditlinien seitens unserer Banken gewährleistet. Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung können somit aufgefangen werden. Ein eigenständiger Führungskreis verfolgt zeitnah und regelmäßig die Entwicklung der Liquiditätsposition von Aurubis und berichtet an den Vorstand.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 241

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Ausfallrisiken

Ausfallrisiken existieren für alle Klassen von Finanzinstrumenten, insbesondere für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Konzentration des Bonitätsrisikos ist aufgrund des breiten und heterogenen Kundenstamms begrenzt. Die betragsmäßig größten Kundenforderungen werden regelmäßigen Überprüfungen unterzogen. Das Bonitätsrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten ist dadurch begrenzt, dass entsprechende Kontrakte lediglich mit Vertragsparteien bzw. Kreditinstituten mit gutem Bonitätsrating bestehen. Im Rahmen des Kreditrisikomanagements erfolgte eine Einteilung von Kunden in Bonitätsklassen, wobei jedem Kunden ein bestimmtes Limit eingeräumt wird.# Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Buchwerte der bilanzierten finanziellen Vermögenswerte, abzüglich jeglicher Wertberichtigungen, stellen das höchstmögliche Ausfallrisiko dar, ohne dabei den Wert erhaltener Sicherheiten oder anderer risikomindernder Vereinbarungen einzubeziehen. Um darüber hinaus Ausfallrisiken so gering wie möglich zu halten, verfolgen wir regelmäßig die bestehenden Forderungen gegenüber unseren Geschäftspartnern. Neben marktüblichen Instrumenten, wie z. B. Akkreditiven und Garantien, nutzen wir insbesondere Warenkreditversicherungen zur Absicherung potenzieller Forderungsausfälle. Soweit Forderungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen veräußert werden, geschieht dies regresslos.

2023/24 Wertansatz Bilanz nach IFRS 9

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien, in T€

Bewertungs- kategorie IFRS 9 Buchwert 30.09.2024 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgs- neutral Fair Value erfolgs- wirksam Wertansatz Bilanz nach IFRS 16 Fair Value 30.09.2024
AKTIVA
Anteile an verbundenen Unternehmen FV P&L 10.481 10.481 10.481 10.481
Beteiligungen FV P&L 31 31 31 31
Übrige Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen AC 374 374 374 374
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 314.585 314.585 314.585 314.585
FV P&L 220.995 220.995 220.995 220.995
FV OCI 92.401 92.401 92.401 92.401
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen AC 17.999 17.999 17.999 17.999
Übrige finanzielle Vermögenswerte AC 28.213 28.213 28.213 28.213
FV P&L 21.474 21.474 21.474 21.474
n/a 9.483 9.483 n/a 9.483
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung FV P&L 68.329 68.329 68.329 68.329
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) n/a 24.149 24.149 24.149 24.149
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 322.370 322.370 322.370 322.370

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien, in T€

Bewertungs- kategorie IFRS 9 Buchwert 30.09.2024 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgs- neutral Fair Value erfolgs- wirksam Wertansatz Bilanz nach IFRS 16 Fair Value 30.09.2024
PASSIVA
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 334.399 334.399 333.301 333.301
Leasingverbindlichkeiten n/a 48.823 48.823 48.823 48.823
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 353.681 353.681 353.681 353.681
FV P&L 1.230.004 1.230.004 1.230.004 1.230.004
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen AC 16.585 16.585 16.585 16.585
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten AC 192.468 192.468 192.468 192.468
n/a 1.307 1.307 n/a 1.307
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung FV P&L 144.863 144.863 144.863 144.863
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) n/a 13.545 13.545 13.545 13.545

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:

  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC): 683.541
  • Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FV OCI): 92.401
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FV P&L): 321.310
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (AC): 897.134
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FV P&L): 1.374.867

2022/23 Wertansatz Bilanz nach IFRS 9

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien, in T€

Bewertungs- kategorie IFRS 9 Buchwert 30.09.2023 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgs- neutral Fair Value erfolgs- wirksam Wertansatz Bilanz nach IFRS 16 Fair Value 30.09.2023
AKTIVA
Anteile an verbundenen Unternehmen FV P&L 10.458 10.458 10.458 10.458
Beteiligungen FV P&L 9.226 9.226 9.226 9.226
Wertpapiere des Anlagevermögens FV OCI
Übrige Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen AC 386 386 386 386
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 353.505 353.505 353.505 353.505
FV P&L 207.682 207.682 207.682 207.682
FV OCI 1.647 1.647 1.647 1.647
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen AC 16.317 16.317 16.317 16.317
Übrige finanzielle Vermögenswerte AC 104.391 104.391 104.391 104.391
FV P&L 19.428 19.428 19.428 19.428
n/a 8.222 8.222 n/a 8.222
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung FV P&L 52.508 52.508 52.508 52.508
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) n/a 20.035 20.035 20.035 20.035
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 493.741 493.741 493.741 493.741

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien, in T€

Bewertungs- kategorie IFRS 9 Buchwert 30.09.2023 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgs- neutral Fair Value erfolgs- wirksam Wertansatz Bilanz nach IFRS 16 Fair Value 30.09.2023
PASSIVA
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 213.589 213.589 205.333 205.333
Leasingverbindlichkeiten n/a 49.083 49.083 49.083 49.083
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 335.246 335.246 335.246 335.246
FV P&L 1.230.944 1.230.944 1.230.944 1.230.944
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen AC 17.528 17.528 17.528 17.528
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten AC 129.011 129.011 129.011 129.011
n/a 1.098 1.098 n/a 1.098
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung FV P&L 129.195 129.195 129.195 129.195
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) n/a 17.269 17.269 17.269 17.269

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9:

  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC): 968.340
  • Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FV OCI): 1.647
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FV P&L): 299.302
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (AC): 695.374
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FV P&L): 1.360.139

Bei zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzierenden Finanzinstrumenten wird der Marktwert grundsätzlich anhand von Börsenkursen ermittelt. Sofern keine Börsenkurse vorliegen, erfolgt eine Bewertung unter Anwendung der marktüblichen Verfahren (Bewertungsmethoden) unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter und Zinssätze, die von anerkannten Quellen bezogen werden. Wenn beobachtbare Eingangsparameter nicht oder nicht vollständig verfügbar sind, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis angemessener Bewertungsmethoden ermittelt. Dies betrifft im Aurubis-Konzern insbesondere die Extrapolation von Marktdaten für Strom, Kohle und CO2 unter Berücksichtigung von Marktinformationen über Preisbildung und Liquiditätsüberlegungen. Falls keine ausreichenden Marktinformationen verfügbar sind, wird die beste Schätzung des Managements für einen bestimmten Eingangsparameter verwendet, um den Wert zu bestimmen. Wenn auf dem Markt beobachtbare Eingangsparameter nicht oder nicht vollständig zur Verfügung stehen, wird die Bewertung somit wesentlich von der Verwendung von Schätzungen und Annahmen beeinflusst.

Aufgrund der überwiegend kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der übrigen finanziellen Vermögenswerte, der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen sowie der sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die aus nicht preisfixierten Kauf- oder Verkaufspartien resultieren, werden zum Bilanzstichtag mit den jeweiligen Stichtagskursen bewertet.

Für Anteile an Personengesellschaften und nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften ist angenommen worden, dass der Buchwert dem Marktwert entspricht. Eine verlässliche Ermittlung eines Marktwerts wäre nur im Rahmen von konkreten Verkaufsverhandlungen möglich. Gemäß IFRS 13 zeigen die folgenden Tabellen die Bewertungsmethoden für den beizulegenden Zeitwert nach Level 1, Level 2 und Level 3 sowie die wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter, die zur Bewertung verwendet worden sind.# Die einzelnen Level sind dabei gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:

» Level 1: quotierte (nicht angepasste) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
» Level 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt am Markt beobachtbar sind
» Level 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren

Im Geschäftsjahr bestanden keine Level 1 Finanzinstrumente.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 2

Art Bewertungsmethode verwendete Input-Parameter
Devisentermingeschäfte Par-Methode unter Berücksichtigung aktiv gehandelter Forward-Rates sowie aktuell geltender Zinsen zur Diskontierung auf den Stichtag
Devisenoptionen Black-Scholes-Modell Ermittlung auf Basis der Devisenkurse zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung erwarteter Volatilität des jeweiligen Devisenkurses während der Optionslaufzeit sowie marktüblicher Zinsen
Metalltermingeschäfte Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung aktiv gehandelter Metallterminkurse und marktgerechter Zinssätze zur Diskontierung auf den Stichtag
Sonstige Geschäfte Discounted-Cashflow-Methode Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme über die Restlaufzeit der Kontrakte auf Basis aktueller Marktzinsen

Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 2

Art Bewertungsmethode verwendete Input-Parameter
Finanzverbindlichkeiten Discounted-Cashflow-Methode Abzinsung der erwarteten künftigen Zahlungsströme mit aktuell geltenden Zinsen für Finanzverbindlichkeiten, die vergleichbare Konditionen und Restlaufzeiten haben

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 3

| Art | Bewertungsmethode | Wesentliche, nicht beobachtbare Bewertungsparameter | Interdependenz zwischen wesentlichen, nicht beobachtbaren Bewertungsparametern und beizulegendem Zeitwert # Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

In der folgenden Tabelle werden die im Aurubis-Konzern bestehenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gezeigt, die Saldierungsmöglichkeiten unterliegen.

Aufrechnungsmöglichkeiten derivativer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in T€

2023/24 2022/23
Finanzielle Vermögenswerte
Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Vermögenswerte 92.478 72.543
Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren 0 0
Nettobilanzwerte der finanziellen Vermögenswerte 92.478 72.543
Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen -41.680 -47.828
Gesamtnettowert der finanziellen Vermögenswerte 50.798 24.715
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Verbindlichkeiten -158.408 -146.464
Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren 0 0
Nettobilanzwerte der finanziellen Verbindlichkeiten -158.408 -146.464
Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen 41.680 47.828
Gesamtnettowert der finanziellen Verbindlichkeiten -116.728 -98.636

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien in T€

2023/24 2022/23
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC) -9.640 -22.745
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (FV P&L) -78.176 -58.795
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (AC) -22.656 1.869
Gesamt -110.472 -79.671

Im Nettoergebnis der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird im Wesentlichen das Ergebnis der Börsen- Metalltermingeschäfte, der Devisentermingeschäfte sowie der Geschäfte zur Absicherung der Energiepreisrisiken ausgewiesen. Darüber hinaus werden auch die als Derivate behandelten preisfixierten Metallliefergeschäfte berücksichtigt sowie die nicht preisfixierten Kauf- oder Verkaufspartien, aus denen sich aufgrund der Bewertung mit den jeweiligen Stichtagskursen teilweise ein kompensierender Effekt ergibt. In der Berechnung sind Dividenden, jedoch keine Zinsen enthalten.

Das im Geschäftsjahr 2023/24 im Nettoergebnis erfasste Fremdwährungsergebnis der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Positionen beläuft sich auf -16.163 T€ (Vj. -13.634 T€).

Forschung und Entwicklung

Für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden im Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2023/24 13.526 T€ (Vj. 11.848 T€) erfolgswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr wurden darüber hinaus Entwicklungskosten in Höhe von 358 T€ (Vj. 2.771 T€) aktiviert.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung stellt die Zahlungsströme des Aurubis-Konzerns im Geschäftsjahr 2023/24 sowie die Zahlungsströme im Vergleichszeitraum des Vorjahres dar. Gemäß IAS 7 wird hierbei zwischen dem Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, dem Cashflow aus Investitionstätigkeit und dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern werden alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge, das Finanzergebnis (bestehend aus dem Ergebnis aus At Equity bilanzierten Anteilen, Zinsaufwendungen und -erträgen sowie den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen), Auszahlungen für Ertragsteuern sowie Veränderungen des Working Capital korrigiert, um den Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) herzuleiten.

Im Zuge der guten Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Netto-Cashflow auch durch die weitere Reduzierung des Net Working Capital auf einem hohem Niveau gehalten werden. Der Netto-Cashflow zum 30.09.2024 betrug 537 Mio.€ (Vj. 573 Mio. €). Der im Vorjahresvergleich erneut deutlich gestiegene Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit konnte somit zu einem erheblichen Anteil aus dem operativen Geschäft finanziert werden.

Wie im Vorjahr nimmt die Gesellschaft an Factoring-Programmen teil. Die Zahlungsströme aus den Factoring-Programmen sind unter dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit dargestellt, da dies dem wirtschaftlichen Gehalt der Transaktionen entspricht. Der Gesamtbetrag der innerhalb der Factoring- Programme veräußerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann der Anhangangabe 21 „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ entnommen werden.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf 726 Mio. € (Vj. 610 Mio. €) und beinhaltet v. a. Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 829 Mio. € (Vj. 601 Mio. €). Die hohe Investitionstätigkeit erstreckte sich über den gesamten Konzern. In den Bau der Recyclinganlage Aurubis Richmond (USA) flossen im gesamten Geschäftsjahr insgesamt Investitionsmittel in Höhe von 230 Mio. € (Vj. 213 Mio. €). An den europäischen Standorten erfolgten unter anderem Investitionen in die neue Bleed- Treatment-Anlage (BOB) in Olen, Belgien, (55 Mio. €) sowie im Zusammenhang mit dem Industriewärmeprojekt am Standort Hamburg (74 Mio. €). Gegenläufig zu den Auszahlungen für Sachanlagen beinhaltet der Cashflow aus Investitionstätigkeit den Mittelzufluss aus dem Verkauf des Standorts Aurubis Buffalo in Höhe von 97 Mio. €.

Zum 30.09.2024 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 322 Mio. € (Vj. 494 Mio. €) zur Verfügung. Die Netto-Finanzposition zum 30.09.2024 betrug -61 Mio. € (Vj. 232 Mio. €).

Die nachfolgende Tabelle stellt die zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten dar.

in Mio. € Stand per 01.10.2023 Zahlungs- wirksam Zugang Leasing Stand per 30.09.2024
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 213 120 0 334
Verbindlichkeiten aus Leasing 49 -15 15 49
Gesamt 262 105 15 383

Segmentberichterstattung

Seit dem Geschäftsjahr 2021/22 bilden die beiden Segmente Multimetal Recycling sowie Custom Smelting & Products das Grundgerüst und die Basis für die Segmentberichterstattung nach IFRS 8. Die Segmentierung folgt dabei der internen Steuerung und Berichterstattung des Konzerns. Hauptentscheidungsträger ist der Vorstand.

Das Segment Multimetal Recycling (MMR) fasst die Recyclingaktivitäten im Konzern und damit die Verarbeitung von Altkupfer, organischen und anorganischen metallhaltigen Recyclingrohstoffen sowie industriellen Rückständen zusammen. Zum Segment zählen die Recyclingaktivitäten der Standorte Lünen (Deutschland), Olen und Beerse (beide Belgien) sowie der Standort Berango (Spanien). Die aktuell im Bau befindliche Sekundärhütte Aurubis Richmond, Georgia, in den USA gehört ebenfalls zu diesem Segment.

Das Segment Custom Smelting & Products (CSP) vereint die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten sowie zur Herstellung und Vermarktung von Standard- und Spezialprodukten wie Kathoden, Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Bandprodukten, Schwefelsäure und Eisensilikat. Das Segment CSP ist auch für die Produktion von Edelmetallen verantwortlich. An den Standorten Hamburg (Deutschland) und Pirdop (Bulgarien) werden Kupferkathoden hergestellt, die an den Standorten Hamburg (Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden. An den Standorten Stolberg (Deutschland), Pori (Finnland) sowie ehemals Buffalo (USA) werden Flachwalzprodukte und Spezialdrahtprodukte hergestellt.

Die interne Berichterstattung basiert grundsätzlich auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses nach IFRS. Für die interne Steuerung wird eine Überleitung vom IFRS-Ergebnis auf das operative Ergebnis vorgenommen.

## Segment Multimetal Recycling Custom Smelting & Products Sonstige Überleitung Konzern
2023/24 2022/23 2023/24 2022/23
in T€ operativ operativ operativ
Umsatzerlöse
Gesamtumsätze 5.833.550 5.435.115 17.278.107
Intersegmentumsätze 5.356.094 4.966.122 617.519
Außenumsätze 477.455 468.993 16.660.588
EBITDA 145.689 231.869 583.955
Abschreibungen -64.930 -54.717 -141.432
EBIT 80.759 177.152 442.523
Zinserträge 10.326 8.665 57.697
Zinsaufwendungen -11.624 -6.574 -74.165
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen -638 -5.172 20.420
Übrige finanzielle Erträge 0 0 23
Übrige finanzielle Aufwendungen 0 0 0
Ergebnis vor Ertragsteuern 78.823 174.071 446.498
Konzernjahresüberschuss
Return on Capital Employed (ROCE) in % 5,6 15,4 19,6
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 388.318 332.730 466.875
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 1.873 1.731 4.933

» Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen eliminiert; ebenso werden nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Metallvorratsbestände eliminiert,
» Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte, aus Marktbewertungen von Metallderivategeschäften, bezogen auf die Hauptmetallbestände,
» Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von energiebezogenen Derivategeschäften,
» Eliminierung von nicht zahlungswirksamen Effekten aus Kaufpreisallokationen,
» Bereinigung um Effekte aus der Anwendung des IFRS 5.

Die Überleitung zum EBT nach IFRS beträgt 109.459 T€ (Vj. -183.612 T€).

Der Konzern realisiert den größten Teil seiner Umsätze mit Geschäftspartnern in Ländern der Europäischen Union. Die Aufteilung der Außenumsätze auf Regionen erfolgt nach Standort der Kunden und stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:

in T€
2023/24 2022/23
Inland 4.612.765 5.814.986
Übrige Europäische Union 5.790.892 6.272.543
Übriges Europa 2.972.908 1.454.596
Asien 1.724.070 1.803.894
Amerika 879.132 612.282
Sonstige 1.158.279 1.105.406
Konzern gesamt 17.138.044 17.063.708

In der regionalen Aufteilung verlagerte sich Umsatz aus Edelmetallverkäufen teilweise aus dem Inland und dem EU-Ausland auf eine Bank mit Sitz in Großbritannien. Im Geschäftsjahr weist kein einzelner Geschäftspartner des Aurubis-Konzerns einen Umsatzanteil von 10 % oder mehr auf.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 254

Die Aufteilung der Investitionen (in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) sowie langfristigen Vermögenswerte auf Regionen wurde entsprechend den jeweiligen Standorten der Vermögenswerte vorgenommen:

Investitionen Anlagevermögen (zzgl. At Equity bewertete Anteile)
in T€ 2023/24 2022/23 2023/24
Inland 383.126 242.514 1.557.808
Bulgarien 110.693 80.793 442.575
Belgien 116.481 70.408 554.695
Weiteres Europa 10.363 7.778 41.272
USA 234.530 222.027 454.621
Konzern gesamt 855.192 623.521 3.050.971

Bei den Standorten im weiteren Europa handelt es sich um Betriebsstätten innerhalb der Europäischen Union.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 255

Segmentdaten

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente setzen sich aus Intersegmentumsätzen und aus Umsätzen mit Kunden außerhalb des Konzerns zusammen. Die Summe der Außenumsätze der einzelnen Segmente ergibt die Umsatzerlöse des Konzerns. Die Preise und Konditionen für die zwischen den Konzerngesellschaften und Segmenten ausgetauschten Produkte und Dienstleistungen entsprechen denen mit fremden Dritten.

Segment Multimetal Recycling Segment Custom Smelting & Products Summe
in Mio. € 12 Monate 2023/24 12 Monate 2022/23
Gießwalzdraht 0 0 6.102.084
Kupferkathoden 112.628 152.833 3.921.901
Edelmetalle 0 0 3.674.305
Strangguss 0 0 968.897
Bänder, Profile und Formate 0 0 1.299.014
Sonstige 364.727 316.160 694.488
Gesamt 477.355 468.993 16.660.689

¹ Vorjahreswerte angepasst (Umgliederung zwischen den Produktgruppen Gießwalzdraht und Kupferkathoden)

Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen den Verkauf von Zinnbarren, Schwefelsäure sowie edelmetallhaltigen Zwischenprodukten.

Das operative EBIT stellt das operative Ergebnis vor Ertragsteuern bereinigt um das dem Segment zuzuordnende Finanzergebnis dar. Darauf aufbauend gibt das operative EBITDA das um die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen des Segments bereinigte operative EBIT wieder.

Im Segment MMR sind neben planmäßigen Abschreibungen auch außerplanmäßige Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte im Sinne des IAS 36 auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE) MMR Olen in Höhe von 7.906 T€ enthalten. Im Segment CSP sind neben planmäßigen Abschreibungen auch außerplanmäßige Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte im Sinne des IAS 36 auf die ZGE CSP Olen in Höhe von 1.307 T€ enthalten. Im Vorjahr erfolgten Wertminderungen auf sonstige Vermögenswerte des Anlagevermögens in Höhe von insgesamt 15.828 T€ im Segment CSP auf die ZGE Buffalo.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter der Segmente berücksichtigt alle Mitarbeiter der Unternehmen, die im vorliegenden Konzernabschluss vollkonsolidiert wurden.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 256

Sonstige Angaben

Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Entsprechend IAS 24 gelten als nahestehende Unternehmen und Personen sämtliche Einzelpersonen oder Unternehmen, die vom Unternehmen beeinflusst werden können, oder aber solche, die selbst das Unternehmen beeinflussen können. Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ist für ihr Beschäftigungsverhältnis bei der Aurubis AG eine Vergütung in marktüblicher Höhe gezahlt worden. Innerhalb des Aurubis-Konzerns beziehen und erbringen verschiedene Konzernunternehmen im Rahmen ihrer normalen Geschäftstätigkeit unterschiedliche Leistungen von bzw. für nahestehende Unternehmen. Solche Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Soweit es sich dabei um Dienstleistungen handelt, werden diese auf Basis bestehender Verträge abgerechnet.

Dabei entfallen auf die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen folgende Beträge:

30.09.2024
in T€ Erträge Aufwen- dungen Forderungen
Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG 91.998 35.902 4.035
Cablo GmbH 4.614 41.258 9.059
30.09.2023
in T€ Erträge Aufwen- dungen Forderungen
Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG 125.186 31.979 4.071
Cablo GmbH 6.606 50.508 9.142

Auf die nicht konsoliderten nahestehenden Unternehmen entfallen folgende Beträge:

30.09.2024
in T€ Erträge Aufwen- dungen Forderungen
Gemeinschaftsunternehmen 0 0 0
Tochterunternehmen 23.554 1.442 4.858
30.09.2023
in T€ Erträge Aufwen- dungen Forderungen
Gemeinschaftsunternehmen 0 0 0
Tochterunternehmen 20.457 1.777 3.103

Die ausstehenden Salden sind unbesichert und in bar rückzahlbar. Einzelne Aktionäre der Aurubis AG, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Aurubis-Konzern ausüben könnten, existieren bis auf die Salzgitter AG nicht. Auf Unternehmen der Salzgitter-Gruppe entfallen im Geschäftsjahr Aufwendungen von 2.015 T€ (Vj. 1.206 T€) sowie Erträge von 41 T€ (Vj. 72 T€). Zum Stichtag bestanden Verbindlichkeiten von 56 T€ (Vj. 49 T€) sowie Forderungen von 0 T€ (Vj. 3 T€). Zum Bilanzstichtag bestanden keine Patronatserklärungen gegenüber nahestehenden Unternehmen oder Personen.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 257

Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht aufgetreten.

Angaben zu Vorstand und Aufsichtsrat

Gesamtvergütung

Das Management in Schlüsselpositionen gemäß IAS 24 umfasst die Mitglieder des Vorstands sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auf das Management in Schlüsselpositionen und frühere Vorstandsmitglieder entfallen folgende kurzfristig fällige Leistungen sowie Leistungen für die Zeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses:

Vergütungen durch den Aurubis-Konzern kurzfristig fällige Leistungen an Organe und Arbeitnehmer (Gehalt und sonstige Leistungen) Leistungen für die Zeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Zuführung zu Pensionsverpflichtungen)
in T€ 2023/24 2022/23
Aktive Vorstandsmitglieder 4.180 2.475
Aufsichtsratsmitglieder 1.695 1.633
Summe 5.875 4.108

Die Basis für die kurzfristig fälligen Leistungen an die im Berichtsjahr aktiven Vorstandsmitglieder sind die im Konzernabschluss erfassten Aufwendungen. Sie umfassen sowohl fixe als auch variable Vergütungsbestandteile. Daneben wurden Abfindungs- und Kompensationszahlungen an Vorstände, die im Geschäftsjahr das Unternehmen verlassen haben, in Höhe von 9.081 T€ im Geschäftsjahr aufwandswirksam erfasst.

Verpflichtungen des Aurubis-Konzerns kurzfristig fällige Leistungen an Organe und Arbeitnehmer (Gehalt und sonstige Leistungen) Leistungen für die Zeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
in T€ 2023/24 2022/23
Frühere Vorstandsmitglieder 0 0
Aktive Vorstandsmitglieder 1.395 512
Aufsichtsratsmitglieder 0 0
Summe 1.395 512

Die Verpflichtungen aus kurzfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer beinhalten die voraussichtliche variable jährliche Vergütung in Form des Jahresbonus, der im Folgejahr ausgezahlt wird.

Weitere Aufwendungen des Aurubis-Konzerns aus anteilsbasierten Vergütungen und anderen langfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer Das Vergütungssystem 2023 enthält neben dem Jahresbonus (s.o.) eine mehrjährige, in die Zukunft gerichtete Vergütung (langfristig fällig) in Form des Performance Share Plan.# Der Performance Share Plan

Der Performance Share Plan wird nach einer Performance Periode von vier Geschäftsjahren zur Zahlung fällig. Das Verhältnis von mehrjähriger zu einjähriger variabler Vergütung beträgt 60:40. Auf diese anteilsbasierte Vergütungskomponente mit Barausgleich sind die Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IFRS 2 anzuwenden.

Neben den beschriebenen Vergütungsbestandteilen des Vergütungssystems 2023 (Jahresbonus und Performance Share Plan), bestehen noch Verpflichtungen aus dem Vergütungssystem 2020. Diese betreffen eine anteilsbasierte Vergütungskomponente mit Barausgleich (Aktien-Deferral) sowie einen Performance Cash Plan.

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 258 ☰ @ h i

Brief des Vorstands
Bericht des Aufsichtsrats
Corporate Governance
Die Aktie
Nichtfinanzieller Bericht
Zusammengefasster Lagebericht
Konzernabschluss
Weitere Informationen
Konzernanhang

Die folgende Tabelle stellt die Aufwendungen des Geschäftsjahres 2023/24 aus anteilsbasierten Vergütungen und anderen langfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer dar:

anteilsbasierte Vergütungen andere langfristig fällige Leistungen
in T€
2023/24 2022/23
Aktive Vorstandsmitglieder 1.243 635
0 1.214

Verpflichtungen des Aurubis-Konzerns aus anteilsbasierten Vergütungen und anderen langfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer:

anteilsbasierte Vergütungen andere langfristig fällige Leistungen
in T€
2023/24 2022/23
Aktive Vorstandsmitglieder 2.688 1.502
3.270 3.723

Für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben sind somit im Geschäftsjahr für die Mitglieder des Vorstands Gesamtbezüge (inklusive der Abfindungs- und Kompensationszahlungen) in Höhe von 15.220 T€ (Vj. 5.104 T€) und für die Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von 1.695 T€ (Vj. 1.633 T€) aufgewendet worden. Neben den dargestellten Beträgen erhielten die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats, die Arbeitnehmer im Aurubis-Konzern sind, Bezüge im Rahmen ihres Anstellungsverhältnisses. Deren Höhe entsprach dabei einer ihren Funktionen und Aufgaben im Konzern angemessenen Vergütung. Weitere Einzelheiten zu den individuellen Vergütungen der Vorstandsmitglieder und der Mitglieder des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht dargestellt und erläutert.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Aktiengeschäfte der Organmitglieder

Nach Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung (EU Nr. 596/2014) müssen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft offenlegen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 20.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht. Kein Mitglied des Aufsichtsrats oder des Vorstands hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass es in der Zeit vom 01.10.2023 bis zum 30.09.2024 Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert hat.

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung ist vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden. Sie ist zudem unter www.aurubis.com/ueber-uns/corporate-governance verfügbar.

Mitteilung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses der Aurubis AG nach § 33 Abs. 1 WpHG vorliegenden Stimmrechtsmitteilungen von Aktionären bezüglich der Über- und Unterschreitung der relevanten Meldeschwellen sind dem Jahresabschluss der Aurubis AG zu entnehmen. Sie sind zudem unter www.aurubis.com/ueber-uns/corporate-governance verfügbar.

Angaben über das Abschlussprüferhonorar

Für das Geschäftsjahr 2023/24 bzw. das Vorjahr wurden folgende Honorare für Dienstleistungen des weltweiten Netzwerks von Deloitte als Aufwand erfasst:

in T€
2023/24 2022/23
Für die Abschlussprüfung 1.588 1.608
Für andere Bestätigungsleistungen 231 143
Summe 1.819 1.751

Auf die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer entfielen folgende Honorare:

in T€
2023/24 2022/23
Für die Abschlussprüfung 1.077 1.115
Für andere Bestätigungsleistungen 209 127
Summe 1.286 1.242

Aurubis · Geschäftsbericht 2023/24 259 ☰ @ h i

Brief des Vorstands
Bericht des Aufsichtsrats
Corporate Governance
Die Aktie
Nichtfinanzieller Bericht
Zusammengefasster Lagebericht
Konzernabschluss
Weitere Informationen
Konzernanhang

Anteilsbesitzliste gemäß § 313 (2) HGB am 30.09.2024

Nr. Name und Sitz der Gesellschaften Unmittelbarer und mittelbarer Anteil in % Gehalten über
1 Aurubis AG, Hamburg
Vollkonsolidierte Gesellschaften
2 Aurubis Olen nv, Olen 100 1
3 Aurubis Finland Oy, Pori 100 2
4 Aurubis Holding USA LLC, Buffalo 100 2
5 Cumerio Austria GmbH, Wien 100 1
6 Aurubis Bulgaria AD, Pirdop 99,86 5
7 Aurubis Engineering EAD, Sofia 100 5
8 Aurubis Italia Srl, Avellino 100 1
9 Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg* 100 1
10 Aurubis Stolberg Asset GmbH & Co. KG, Stolberg 100 9
11 Peute Baustoff GmbH, Hamburg 100 1
12 RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals, Röthenbach 100 1
13 E.R.N. Elektro-Recycling NORD GmbH, Hamburg 100 1
14 Aurubis Product Sales GmbH, Hamburg 100 1
15 Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich 100 1
16 Aurubis Beerse NV, Beerse 100 1
17 Aurubis Berango S.L.U., Berango 100 16
18 Aurubis Richmond LLC, Augusta 100 4
At Equity einbezogene Gesellschaften
19 Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg 50 9
20 CABLO GmbH, Gelsenkirchen 40 1
21 LIBREC AG, Biberist 33,5 1
Nicht konsolidierte Gesellschaften
22 azeti GmbH, Berlin 100 1
23 Aurubis Holding Sweden AB, Stockholm 100 2
24 Aurubis Sweden AB, Finspång 100 23
25 Aurubis Stolberg Verwaltungs-GmbH, Stolberg 100 1
26 Aurubis Stolberg Asset Verwaltungs-GmbH, Stolberg 100 9
27 Aurubis Hong Kong Ltd., Hongkong 100 2
28 Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd, Schanghai 100 27
29 Schwermetall Halbzeugwerk GmbH, Stolberg 50 9
30 Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi, Istanbul 100 6
31 Aurubis Middle East DMCC, Dubai 100 1

*Inanspruchnahme der Befreiung nach § 264b HGB hinsichtlich der Erstellung des Lageberichts.

Hamburg, den 04.12.2024

Der Vorstand
Dr. Toralf Haag
Vorsitzender
Steffen Hoffmann
Mitglied
Inge Hofkens
Mitglied
Tim Kurth
Mitglied

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