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AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Annual Report Jun 6, 2024

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Annual Report

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AT&S JAHRESFINANZBERICHT DECKBLATT ADVANCED TECHNOLOGIES

JFB

& SOLUTIONS

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft

Jahresfinanzbericht zum 31. März 2024

Inhaltsverzeichnis

Konzernabschluss zum 31. März 2024 3
Konzernlagebericht 2023/24 72
Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss 2023/24 112
Jahresabschluss zum 31. März 2024 118
Lagebericht 2023/24 149
Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss 2023/24 175
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 179
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 4
Konzern- Gesamtergebnisrechnung 4
Konzernbilanz 5
Konzern-Kapitalflussrechnung 6
Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung 7
Anhang zum Konzernabschluss zum 31. März 2024 8

KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

in Tsd. € Erläuterung 2023/24 2022/23
Umsatzerlöse 1 1.549.779 1.791.344
Umsatzkosten 2 (1.366.924) (1.516.604)
Bruttogewinn 182.855 274.740
Vertriebskosten 2 (49.285) (52.911)
Allgemeine Verwaltungskosten 2 (65.051) (72.341)
Sonstiger betrieblicher Ertrag 4 44.256 60.409
Sonstiger betrieblicher Aufwand 4 (81.654) (63.654)
Sonstiges betriebliches Ergebnis1 (37.398) (3.245)
Betriebsergebnis 31.121 146.243
Finanzierungserträge 5 39.605 58.314
Finanzierungsaufwendungen 5 (90.041) (36.716)
Finanzergebnis (50.436) 21.598
Ergebnis vor Steuern (19.315) 167.841
Ertragsteuern 6 (17.379) (31.197)
Konzernjahresergebnis (36.694) 136.644
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 17.500 18.782
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen (54.194) 117.862
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären
des Mutterunternehmens zusteht (in € je Aktie):
26
- unverwässert (1,39) 3,03
- verwässert (1,39) 3,03
1

Vorjahreswert entsprechend Abschnitt F. der Allgemeinen Erläuterungen im Anhang angepasst

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Konzernjahresergebnis (36.694) 136.644
Zu reklassifizierende Ergebnisse:
Währungsumrechnungsdifferenzen, nach Steuern (114.154) (143.188)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern
(6.059) 4.572
Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse:
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
(999) 3.028
Sonstiges Ergebnis (121.212) (135.588)
Konzerngesamtergebnis (157.906) 1.056
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 17.500 18.782
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen (175.406) (17.726)

KONZERNBILANZ

in Tsd. € Erläuterung 31.03.2024 31.03.2023
VERMÖGENSWERTE
Sachanlagen 7 3.394.921 2.679.293
Immaterielle Vermögenswerte 8 20.095 24.794
Finanzielle Vermögenswerte 12 16.799 27.694
Aktive latente Steuern 6 26.349 19.911
Sonstige langfristige Vermögenswerte 9 18.076 48.559
Langfristige Vermögenswerte 3.476.240 2.800.251
Vorräte 10 160.774 145.383
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und
vertragliche Vermögenswerte
11 328.137 394.381
Finanzielle Vermögenswerte 12 26.928 25.141
Laufende Ertragsteuerforderungen 6.328 4.970
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 676.490 791.738
Kurzfristige Vermögenswerte 1.198.657 1.361.613
Summe Vermögenswerte 4.674.897 4.161.864
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 22 141.846 141.846
Sonstige Rücklagen 23 (68.891) 52.321
Hybridkapital 24 347.956 347.956
Gewinnrücklagen 545.668 615.402
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 966.579 1.157.525
Summe Eigenkapital 966.579 1.157.525
SCHULDEN
Finanzielle Verbindlichkeiten 15 1.605.036 1.033.346
Vertragliche Verbindlichkeiten 16 896.980 607.243
Rückstellungen für Personalaufwand 17 51.796 50.923
Passive latente Steuern 6 1.685 4.763
Sonstige Verbindlichkeiten 14 72.781 66.278
Langfristige Schulden 2.628.278 1.762.553
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 14 525.328 558.545
Finanzielle Verbindlichkeiten 15 518.189 662.433
Vertragliche Verbindlichkeiten 16 14.550
Laufende Ertragsteuerschulden 6.013 4.315
Sonstige Rückstellungen 18 15.960 16.493
Kurzfristige Schulden 1.080.040 1.241.786
Summe Schulden 3.708.318 3.004.339
Summe Eigenkapital und Schulden 4.674.897 4.161.864

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Betriebsergebnis 31.121 146.243
Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 276.367 270.473
Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 97 2.542
Veränderung langfristiger Rückstellungen 1.434 (3.356)
Veränderung langfristiger Vertragsverbindlichkeiten 273.847 136.944
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (28.836) (34.627)
Gezahlte Zinsen (59.113) (23.023)
Erhaltene Zinsen 25.511 12.311
Gezahlte Ertragsteuern (24.233) (35.498)
Cashflow aus dem Ergebnis 496.195 472.009
Vorräte (19.958) 41.076
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 87.999 4.476
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 89.308 (51.774)
Sonstige Rückstellungen (164) 10.583
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 653.380 476.370
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (858.791) (1.100.973)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 3.413 104.811
Auszahlungen für den Erwerb von finanziellen Vermögenswerten 17.610 (61.323)
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 11.783 12.624
Cashflow aus Investitionstätigkeit (825.985) (1.044.861)
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 507.673 340.085
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (445.046) (54.696)
Auszahlungen für die Rückzahlung von Hybridkapital (41.393)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 22.167 21.404
Dividendenzahlungen (15.540) (34.965)
Hybridkuponzahlungen (17.500) (19.466)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 51.754 210.969
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (120.851) (357.522)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 791.738 1.119.921
Währungsgewinne aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 5.603 29.339
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 676.490 791.738

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGS-RECHNUNG

in Tsd. € Gezeichne
tes
Kapital
Sonstige
Rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Den Eigen
tümern des
Mutterunter
nehmens zu
rechenbares
Eigenkapital
Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 31.03.2022 141.846 187.909 388.849 533.689 1.252.293 1.252.293
Konzernjahresergebnis 136.644 136.644 136.644
Sonstiges Ergebnis (135.588) (135.588) (135.588)
davon Währungsumrechnungsdifferenzen,
nach Steuern
(143.188) (143.188) (143.188)
davon Umbewertung von Verpflichtungen
aus Leistungen an Arbeitnehmer nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach
Steuern
3.028 3.028 3.028
davon Veränderung von Sicherungsinstru
menten aus der Absicherung von
Zahlungsströmen, nach Steuern
4.572 4.572 4.572
Konzerngesamtergebnis 2022/23 (135.588) 136.644 1.056 1.056
Dividendenzahlung für 2021/22 (34.965) (34.965) (34.965)
Rückzahlung Hybridkapital (40.893) (500) (41.393) (41.393)
Hybridkuponzahlung (19.466) (19.466) (19.466)
Stand zum 31.03.2023 141.846 52.321 347.956 615.402 1.157.525 1.157.525
Konzernjahresergebnis (36.694) (36.694) (36.694)
Sonstiges Ergebnis (121.212) (121.212) (121.212)
davon Währungsumrechnungsdifferenzen,
nach Steuern
(114.154) (114.154) (114.154)
davon Umbewertung von Verpflichtungen
aus Leistungen an Arbeitnehmer nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach
Steuern
(999) (999) (999)
davon Veränderung von Sicherungsinstru
menten aus der Absicherung von
Zahlungsströmen, nach Steuern
(6.059) (6.059) (6.059)
Konzerngesamtergebnis 2023/24 (121.212) (36.694) (157.906) (157.906)
Dividendenzahlung für 2022/23 (15.540) (15.540) (15.540)
Hybridkuponzahlung (17.500) (17.500) (17.500)
Stand zum 31.03.2024 141.846 (68.891) 347.956 545.668 966.579 966.579
Anhang zum Konzernabschluss 10
I. Allgemeine Erläuterungen 10
A. Allgemeines 10
B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 10
a.
Konsolidierungsgrundsätze 10
b.
Geschäftssegmentinformationen 11
c.
Fremdwährungen 12
d.
Ertragsrealisierung 13
e.
Ertragsteuern 13
f.
Sachanlagen 14
g.
Leasingverhältnisse 14
h.
Immaterielle Vermögenswerte 15
i.
Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles
Anlagevermögen 15
j.
Vorräte 16
k.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 16
l.
Finanzielle Vermögenswerte 16
m.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18
n.
Nicht beherrschende Anteile 18
o.
Rückstellungen 18
p.
Rückstellungen für Personalaufwand 19
q.
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 20
r.
Verbindlichkeiten 20
s.
Vertragliche Verbindlichkeiten 20
t.
Öffentliche Zuwendungen 20
u.
Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen 20
v.
Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften 21
w.
Künftige Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften sowie Auswirkungen aus der erstmaligen
Anwendung von neuen Rechnungslegungsstandards 21
C. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen 21
D. Auswirkungen geopolitischer Spannungen 23
E. Auswirkungen der Klimakrise 24
F. Korrektur der Vorperiode gemäß IAS 8 25
II. Segmentberichterstattung 26
III. Erläuterungen zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung 28
1. Umsatzerlöse 28
2. Aufwandsarten 28
3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 28
4. Sonstiges betriebliches Ergebnis 29
5. Finanzergebnis 29
6. Ertragsteuern 30
IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz 33
7. Sachanlagen 33
8. Immaterielle Vermögenswerte 36
9. Sonstige langfristige Vermögenswerte 36
10. Vorräte 37
12. Finanzielle Vermögenswerte 39
13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 40
14. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 41
15. Finanzielle Verbindlichkeiten 44
16. Vertragliche Verbindlichkeiten 47
17. Rückstellungen für Personalaufwand 47
18. Sonstige Rückstellungen 52
19. Derivative Finanzinstrumente 53
20. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten 54
21. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen 60
22. Gezeichnetes Kapital 61
23. Sonstige Rücklagen 63
24. Hybridkapital 63
25. Cashflow 64
Sonstige Angaben 66
26. Ergebnis je Aktie 66
27. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 67
28. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen 67
29. Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer 70
30. Personalstand 71

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS I. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

A. Allgemeines

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "die Gesellschaft" und mit ihren Tochtergesellschaften "der Konzern" genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, 8700 Leoben-Hinterberg.

Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienstleistungen in den Segmenten Electronics Solutions und Microelectronics sowie Sonstige. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufacturer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manufacturer) abgesetzt.

Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Österreich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsenplatz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse. Die AT&S Aktie wird seit 19. März 2018 in den österreichischen Leitindex ATX einbezogen. Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten Standards (IFRSs und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere, der derivativen Finanzinstrumente sowie desjenigen Teils der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welcher im Folgemonat im Rahmen des Factorings an Banken übertragen wird: Diese werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.

a. Konsolidierungsgrundsätze

Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2024 mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der AT&S (China) Company Limited und der AT&S (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Abschlussstichtag: 31. Dezember 2023), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2024 erfolgte.

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 13. Mai 2024 freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 29. Mai 2024 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung – die Gesellschafter können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.

Konsolidierungskreis Die Gesellschaft beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert:

  • AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, China (im Folgenden AT&S Asia Pacific genannt), Anteil 100 %
  • AT&S (China) Company Limited, China (im Folgenden AT&S China genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden AT&S Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S Japan K.K., Japan (im Folgenden AT&S Japan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden AT&S Taiwan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S India Private Limited, Indien (im Folgenden AT&S Indien genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden AT&S Korea genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Americas LLC, USA (im Folgenden AT&S Americas genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Deutschland GmbH, Deutschland (im Folgenden AT&S Deutschland genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Skandinavia AB, Schweden (im Folgenden AT&S Schweden genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) SDN. BHD. (im Folgenden AT&S Malaysia genannt), Anteil 100 %

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dementsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgeblichen Einfluss auf ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte.

Konsolidierungsmethoden Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen handeln.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (Business Combinations) und IFRS 10 "Konzernabschlüsse" (Consolidated Financial Statements). Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden darüber hinaus einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

b. Geschäftssegmentinformationen

Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgen nach dem Management Approach und folgen den internen Berichten an den Vorstand der Gesellschaft als diejenige verantwortliche Unternehmensinstanz (Chief Operating Decision Maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet. Als Geschäftssegment wird ein Unternehmensbestandteil bezeichnet, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmenten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Die Einführung einer neuen konzernweiten Organisationsstruktur im Geschäftsjahr 2023/24 führte zu einer Änderung der Segmenteinteilung. Beginnend mit dem 1. April 2023 wurde die interne Berichterstattung an den Vorstand der AT&S als verantwortliche Unternehmensinstanz (Chief Operating Decision Maker) entsprechend angepasst. Der korrespondierende Vorjahresvergleichszeitraum wurde abgebildet.

Der AT&S-Konzern gliedert seine betrieblichen Tätigkeiten in folgende drei Segmente:

  • Electronics Solutions
  • Microelectronics
  • Sonstige

Die beiden neuen Segmente sind jetzt technologieorientiert strukturiert. Das Segment Electronics Solutions umfasst den Bereich der Leiterplatten und wird durch die Entwicklung von Hightech-Lösungen zudem verstärkt die Geschäftsbereiche Module und Embedding abdecken. Das Segment Microelectronics umfasst die Herstellung von IC-Substraten für PCs und Server.

Im Segment Sonstige sind Produktdesign-Dienstleistungen und vor allem auch Konzern- und Holdingaktivitäten abgebildet.

c. Fremdwährungen

Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung.

Ausländische Gesellschaften Die Umrechnung der Bilanzen der AT&S Indien, AT&S China, AT&S Asia Pacific, AT&S Japan, AT&S Korea, AT&S Americas, AT&S Chongqing, AT&S Malaysia, AT&S Taiwan und AT&S Schweden erfolgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Fremdwährungstransaktionen In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Ausnahme jener finanziellen Vermögenswerte, die als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert wurden – werden erfolgswirksam erfasst.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.03.2024 31.03.2023 Veränderung
in %
01.04.2023–
31.03.2024
01.04.2022–
31.03.2023
Veränderung
in %
Chinesischer Renminbi 7,7940 7,4738 4,3 % 7,7648 7,1498 8,6 %
Hongkong-Dollar 8,4364 8,5378 (1,2 %) 8,4918 8,1995 3,6 %
Malaysischer Ringgit 5,0928 4,7917 6,3 % 5,0202 4,6329 8,4 %
Indische Rupie 89,8800 89,2900 0,7 % 89,7169 83,8214 7,0 %
Japanischer Yen 163,1400 145,0400 12,5 % 156,9000 140,8161 11,4 %
Südkoreanischer Won 1.451,3700 1.417,9600 2,4 % 1.433,9538 1.361,4682 5,3 %
Schwedische Krone 11,5527 11,2582 2,6 % 11,4902 10,8021 6,4 %
Taiwan-Dollar 34,5069 33,1537 4,1 % 34,0232 31,6838 7,4 %
US-Dollar 1,0779 1,0875 (0,9 %) 1,0849 1,0465 3,7 %

d. Ertragsrealisierung

Unter den Umsatzerlösen sind die beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält. Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen sowie nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Erträge werden wie folgt realisiert:

Erlöse aus Produktverkäufen Gemäß IFRS 15 sind Umsatzerlöse zu erfassen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus ihnen ziehen kann. Die Umsatzrealisierung kann zeitpunkt- und zeitraumbezogen erfolgen. Bei der Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen sowie ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive einer Marge besteht, erlangt der Abnehmer gemäß IFRS 15.35 c Kontrolle über diese Produkte. Bei einem Teil der Kunden der AT&S Gruppe werden diese Kriterien erfüllt, sodass in diesen Fällen die Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu realisieren sind. Die Messung des Leistungsfortschritts erfolgt anhand der bisher angefallenen Kosten in Relation zu den Gesamtkosten.

Bei jenen Kunden, bei denen diese Kriterien nicht erfüllt sind, erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen, wenn die Kontrolle bei Lieferung (abhängig von den vereinbarten Incoterms) auf den Käufer übergegangen ist.

e. Ertragsteuern

Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern.

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buchwerten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen.

Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von Eigenkapitalinstrumenten, Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer anlässlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie auf noch nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne genutzt werden können.

Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

f. Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert. Hingegen werden Instandhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert.

Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden, linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude und Bauten 10 – 50 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 4 – 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 15 Jahre

Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

g. Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Seit dem 1. April 2019 bilanziert der Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, wenn dieser bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten feste Zahlungen, variable indexgebundene Zahlungen sowie den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde.

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen.

Für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist (bis 5 Tsd. €) und für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zwölf Monate oder weniger) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Weiters werden die Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Vor allem Leasingverträge von Immobilien enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder zur Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung oder Nichtausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn diese hinreichend sicher sind.

Der Konzern tritt nur als Leasingnehmer auf. Transaktionen, bei denen der Konzern als Leasinggeber auftritt, finden nicht statt.

h. Immaterielle Vermögenswerte

Patente, Markenrechte und Lizenzen Ausgaben für erworbene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungskosten werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstellungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Periodenaufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden Nachweise kumulativ erbracht werden können:

  • Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.
  • Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.
  • Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.
  • Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen.

Die aktivierten Entwicklungsprojekte umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten. Finanzierungskosten werden aktiviert, wenn das Entwicklungsprojekt einen qualifizierten Vermögenswert gemäß IAS 23 darstellt. Entwicklungskosten werden linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von sechs bis sieben Jahren, die sich aus den erwarteten Verkaufsperioden ableitet, abgeschrieben.

i. Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen

Die Werthaltigkeit der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Für immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung vorliegt. Liegt der erzielbare Betrag des jeweiligen Anlagegegenstands unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschreibung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrags. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden. Die angewandten Abzinsungssätze entsprechen den marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewichteten Kapitalkosten auf Basis extern verfügbarer Kapitalmarktdaten.

Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

j. Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im regulären Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der notwendigen variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die FIFO-Methode (First in – First out) ermittelt. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht angesetzt.

k. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Forderungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden erstmals mit dem Transaktionspreis im Sinne des IFRS 15 angesetzt und in weiterer Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen für erwartete und tatsächliche Kreditausfälle, ausgewiesen. Die Forderungen werden gemäß dem vereinfachten Modell (erwartete Kreditausfälle während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Hierfür wird im Rahmen einer Wertberichtigungsmatrix mittels einer Vergangenheitsanalyse und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen der Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Sämtliche Forderungen weisen ein Zahlungsziel von weniger als einem Jahr auf und enthalten somit keine Finanzierungskomponente in Form von Zinsen.

l. Finanzielle Vermögenswerte

Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsdatum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel mit dem Marktpreis bestimmt. Der Erstansatz erfolgt zuzüglich der Transaktionskosten – außer bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten.

Nach IFRS 9 werden alle finanziellen Vermögenswerte in zwei Klassifizierungskategorien aufgeteilt — diejenigen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und diejenigen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Wenn finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, so können Aufwendungen und Erträge entweder vollständig im Periodenergebnis oder im sonstigen Ergebnis zu erfassen sein.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten Darunter fallen jene finanziellen Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und deren Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Die Bewertung erfolgt zum Zeitpunkt des Zugangs zum beizulegenden Zeitwert bzw. zum Transaktionspreis gemäß IFRS 15 (vertragliche Vermögenswerte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Diese Wertminderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

AT&S wendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen das vereinfachte Wertminderungsmodell an, in dem erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden. Die Bestimmung des Kreditverlusts erfolgt auf Basis einer Wertberichtigungstabelle, die das Rating der Kunden und Überfälligkeiten berücksichtigt.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Darunter fallen jene finanziellen Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf der finanziellen Vermögenswerte besteht, und deren Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

In der AT&S Gruppe werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise im Rahmen einer Factoringvereinbarung an Banken verkauft. Jener Teil des Forderungsbestands zum 31. März, der nach diesem Stichtag zum Nennwert an Banken verkauft wird, wird erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert hat keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Aus diesem Grund wird unterstellt, dass der beizulegende Zeitwert dem bisherigen Bewertungsmaßstab der fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.

Alle Eigenkapitalinstrumente, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen; Wertveränderungen werden im Periodenergebnis erfasst. Wenn ein Eigenkapitalinstrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann ein Unternehmen beim erstmaligen Ansatz die unwiderrufliche Entscheidung treffen, dieses zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Gesamtergebnis zu bewerten, wobei im Periodenergebnis nur Erträge aus Dividenden erfasst werden, sofern sie keine Kapitalrückzahlung darstellen.

Gemäß IFRS 9 wurde die unwiderrufliche Option der erfolgsneutralen Bewertung in Anspruch genommen. Wertänderungen der Eigenkapitalinstrumente werden somit im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Darunter fallen finanzielle Vermögenswerte, die weder als fortgeführte Anschaffungskosten noch als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzinstrumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das Hedge Accounting zur Anwendung gelangt (siehe Derivative Finanzinstrumente).

Derivative Finanzinstrumente Der Konzern schließt nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Zinsschwankungen abzusichern. Diese Instrumente betreffen hauptsächlich Zinsswaps. Sie werden abgeschlossen, um den Konzern gegen ein steigendes Zinsniveau zu schützen. Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein.

Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Marktwerten. AT&S wendet weiterhin die Bestimmungen des IAS 39 betreffend Hedge Accounting an. Das Hedge Accounting gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" (Financial Instruments: Recognition and Measurement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der Zahlungsströme des Grundgeschäfts hocheffektiv kompensieren.

Der Konzern beendet die bilanzielle Abbildung als designierte Sicherungsbeziehung nur dann, wenn die Sicherungsbeziehung (oder ein Teil davon) die Qualifikationskriterien nicht mehr erfüllt (vorbehaltlich einer Rekalibrierung). Dazu gehören grundsätzlich auch Fälle, in denen das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird. Die Beendigung wird prospektiv vorgenommen. Sämtliche zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasste und in der Cashflow-Hedge-Rücklage kumulierte Gewinne oder Verluste verbleiben im Eigenkapital und werden bei Eintritt der erwarteten Transaktion in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Wenn ein Derivat nicht für Hedge Accounting qualifiziert wurde, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Zins- und Dividendenerträge Die Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns erfolgswirksam erfasst.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Das Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 (Expected Credit Loss) ist auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, auf Vertragsvermögenswerte und Schuldinstrumente, die zum Fair Value through OCI bewertet werden, anzuwenden.

Nach IFRS 9 ist die Wertminderung entweder mit dem Zwölfmonatsmodell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der nächsten zwölf Monate berücksichtigt werden, oder dem Lebenszeitmodell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden, zu ermitteln.

AT&S wendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen und finanzielle Vermögenswerte das vereinfachte Wertminderungsmodell an, in dem erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden. Die Bestimmung des Kreditverlusts erfolgt auf Basis einer Wertberichtigungstabelle, die das Rating der Kunden und Überfälligkeiten berücksichtigt.

m. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).

n. Nicht beherrschende Anteile

Die Gesellschaft hat keine nicht beherrschenden Anteile. Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den Eigentümern des Mutterunternehmens und den Eigentümern der Hybridanleihe zugeordnet.

o. Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrscheinlich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft, und ihre Höhe wird der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

p. Rückstellungen für Personalaufwand

Rückstellungen für Pensionen Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen.

Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker:innen bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiedene Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflichtung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der Rentenanpassungen berechnet.

Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen aktiviert.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Rückstellungen für Abfertigungen Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kündigungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezahlen. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker.

Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter:innen der österreichischen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für seit dem 1. Jänner 2003 eingetretene Mitarbeiter:innen wird der Abfertigungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht.

Für Mitarbeiter:innen der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsansprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeiter:innen in Südkorea und China Abfertigungsansprüche. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar.

Rückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter:innen in Österreich und China. Des Weiteren werden hier auch allfällige weitere Dienstnehmeransprüche erfasst, sofern diese einen langfristigen Charakter haben.

Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und von der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Eine bestimmte Mindestdauer des Dienstverhältnisses ist Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergebnisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.

q. Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte

Der Konzern hat ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeiter:innen als Gegenleistung für die Gewährung von SAR erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 14 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

r. Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet.

s. Vertragliche Verbindlichkeiten

Vertragliche Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Vertragliche Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes bewertet, da es sich um einen nicht monetären Posten handelt. Liegt eine signifikante Finanzierungskomponente vor, erfolgt eine entsprechende Aufzinsung der Verbindlichkeit.

t. Öffentliche Zuwendungen

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen werden und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt.

Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

u. Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt. Es wird auf Erläuterung 21 "Eventualschulden und sonstige Verpflichtungen" verwiesen. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.

Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

v. Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen waren im Geschäftsjahr 2023/24 erstmals anzuwenden und beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS.

  • IFRS 17: Versicherungsverträge
  • IAS 1: Änderungen von Bilanzierungsmethoden und –schätzungen
  • IAS 8: Änderungen von Bilanzierungsmethoden und –schätzungen
  • IAS 12: Latente Steuern auf Leasingverhältnisse und Stilllegungsverpflichtungen
  • IAS 12: Internationale Steuerreform Zwei-Säulenmodell Regeln

Durch die geänderten Standards haben sich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.

w. Künftige Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften sowie Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von neuen Rechnungslegungsstandards

Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2023/24 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind.

Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union übernommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits veröffentlicht, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet:

Standard/Interpretation
(Inhalt der Regelung)
Anwendung1 EU2 Erwartete Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten Auf den endgül
tigen Standard
wird gewartet
Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 1 Klassifikation von Verbindlichkeiten (kurz- oder langfristig) 01.01.2024 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 1 Langfristige Verbindlichkeiten mit Nebenbedingungen 01.01.2024 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 21 Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse: Risiko der
beschränkten Konvertibilität
01.01.2025 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 28,
IFRS 10
Anteile an assoziierten Unternehmen/Konzernabschlüsse: Ver
äußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen ei
nem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint
Venture
Auf unbe
stimmte Zeit
verschoben
Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 7/
IFRS 7
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 01.01.2024 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten in einer Sale-and-Leaseback Transak
tion
01.01.2024 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

1 Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet. 2

Status der Übernahme durch die EU

C. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden in zukünftigen Perioden führen können:

Werthaltigkeit von Vermögenswerten Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. In die Planung der zukünftigen Cashflows werden im Rahmen der strategischen Unternehmensplanung die aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen, das wirtschaftliche Umfeld sowie die aktuellsten Einschätzungen über die zukünftige Entwicklung der Märkte berücksichtigt. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind. Wir verweisen auf Erläuterung 7 "Sachanlagen" und Erläuterung 8 "Immaterielle Vermögenswerte".

Investitionsprojekte In Kulim, Malaysia, wurden umfangreiche Investitionen zur Kapazitätserweiterung getätigt. Am Standort Leoben-Hinterberg wurde in ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für Substrat- und Verpackungslösungen für die globale Halbleiterindustrie investiert. Unerwartete technologische Entwicklungen, Nachfrageveränderungen, Restriktionen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen stark beeinträchtigen. Diese Auswirkungen können grundsätzlich alle laufenden Geschäftsaktivitäten der AT&S betreffen. Liegen Anzeichen für solche negativen Auswirkungen vor, werden bei Bedarf Impairment-Tests für diese Beteiligungen durchgeführt, die aufgrund der hohen Investitionen zu einem hohen Wertminderungsbedarf führen können.

Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte für Personalverpflichtungen Der Barwert der langfristigen Personalverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren, wie Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Bezugserhöhungen ab (siehe I.B.p. "Rückstellungen für Personalaufwand").

Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen: Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehalts- bzw. der künftigen Pensionssteigerungen für die österreichischen Gesellschaften um die in der Tabelle angegebene Prozentpunkte hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2024:

Zinssatz Gehalts
steigerung
Pensions
steigerung
in Tsd. € +0,50%-Punkte +0,25%-Punkte +0,25%-Punkte
Pensionsverpflichtung (1.149) 48 571
Abfertigungsverpflichtung (990) 496

Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesellschaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2024:

Zinssatz Gehalts
steigerung
Pensions
steigerung
in Tsd. € -0,50%-Punkte -0,25%-Punkte -0,25%-Punkte
Pensionsverpflichtung 1.273 (47) (547)
Abfertigungsverpflichtung 1.063 (481)

Es wird auf Erläuterung 17 "Rückstellungen für Personalaufwand" verwiesen.

Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragsteuerschulden Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftige steuerpflichtige Einkünfte ausreichen werden, um aktiven latenten Steuern realisieren zu können. Diese Beurteilung erfordert Annahmen und unterliegt daher Unsicherheiten. Sie erfolgt auf Grundlage der Unternehmensplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren. Änderungen der künftigen zu versteuernden Ergebnisse können zu einer Abnahme oder zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern führen.

Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 645.012 Tsd. € wurden im Konzern keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 96.752 Tsd. € gebildet. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 6 "Ertragsteuern" verwiesen.

Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen.

Mindestbesteuerung (Pillar 2) Mit Pillar 2 wurde eine globale Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen umgesetzt. Durch die globale Mindeststeuer soll bei Konzernen mit weltweiten Umsätzen von mindestens EUR 750 Mio sichergestellt werden, dass diese in jenen Staaten, in denen sie tätig sind, einer effektiven Steuerbelastung von mindestens 15 Prozent unterliegen. Da AT&S die Regelungen erstmals für das Geschäftsjahr beginnend mit 1. April 2024 anzuwenden hat, wurde eine Evaluierung der potenziellen Auswirkungen durch die globale Mindeststeuer auf Basis der derzeitigen Planung für das nächste Wirtschaftsjahr durchgeführt. Wir verweisen dazu auf die Erläuterung 6 "Ertragsteuern".

Sonstige Rückstellungen Diese werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit jenem Betrag angesetzt, der auf Basis zuverlässiger Schätzungen am wahrscheinlichsten ist. Wir verweisen dazu auf die Erläuterung 18 "Sonstige Rückstellungen".

Vertragsverbindlichkeiten Die Rückführung der Vertragsverbindlichkeiten bedarf bestimmter Annahmen vor allem in Bezug auf den Zeitpunkt der Realisierung. Für die entsprechende Aufzinsung (signifikante Finanzierungskomponente) müssen Annahmen betreffend den dafür zugrunde gelegten Zinssatz getroffen werden. Wir verweisen dazu auf die Erläuterung 16 "Vertragsverbindlichkeiten".

Sonstige Außerdem werden Schätzungen und Annahmen in Zusammnehang mit der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbewertungen getroffen.

D. Auswirkungen geopolitischer Spannungen

Die Elektronikindustrie ist durch hoch integrierte, länderübergreifende Lieferketten gekennzeichnet, die auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Potenzieller Protektionismus oder wachsende politische Spannungen können zu Unterbrechungen in der Lieferkette und zu Wettbewerbsvorteilen für Wettbewerber in bestimmten Ländern führen.

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Neben der daraus resultierenden humanitären Katastrophe beeinträchtigt dieser Krieg auch die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie, was sich auch in deren Preisentwicklung niederschlägt. Unsicherheiten bei der Energieversorgung, insbesondere bei Strom, können sich auch auf AT&S negativ auswirken. Um dieses Risiko zu mindern, wurden Maßnahmen getroffen, die es dem Unternehmen ermöglichen, im Bedarfsfall rasch zu reagieren. Des Weiteren wurde die AT&S-Energiestrategie um den Aspekt der Versorgungssicherheit erweitert. Dennoch können weitreichende Sanktionen und andere unerwartete geopolitische Entwicklungen negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb der AT&S haben.

Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte zu einer Erhöhung der Strafzölle auf Importe bestimmter Güter in beiden Ländern sowie zu Handelsbeschränkungen für Technologieunternehmen führen. Aus heutiger Sicht hat der Handelskonflikt nur einen unbedeutenden Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring neuer Handelsbeschränkungen bzw. Exportkontrollen in Bezug auf die der AT&S zugrundeliegenden Technologien, Rohstoffe und Ausrüstungen sowie auf potenziell betroffene Kunden notwendig.

Neue Eskalationen in Ostasien, insbesondere zwischen China und Taiwan, aber auch in Korea, sowie der erneute Konflikt im Nahen Osten können allgemeine Auswirkungen auf die globalen Lieferketteninterdependenzen haben. Es ist daher wichtig, jede Verschärfung dieser Konflikte zu beobachten, die sich möglicherweise negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirken könnten. Auch die daraus resultierenden makroökonomischen Entwicklungen können sich negativ auf das Geschäft der AT&S auswirken.

Der eskalierte Krieg zwischen Israel und den Palästinensern im Nahen Osten führt zu einer weiteren Verunsicherung der Weltwirtschaft. Das Gewicht Israels auf dem globalen Halbleitermarkt ist im Bereich der Produktion begrenzt. Darüber hinaus arbeitet AT&S nicht mit Produktionsunternehmen in Israel zusammen und ist nicht vom israelischen Markt abhängig. Dennoch hat die durch den Nahostkonflikt ausgelöste Krise am Roten Meer negative Auswirkungen auf den Transport von Waren und Materialien. Derzeit gibt es keine größeren Auswirkungen auf das Geschäft der AT&S, die Situation wird jedoch genau beobachtet.

E. Auswirkungen der Klimakrise

Im Rahmen des ESG-Risikomanagements werden auch klimabezogene Risiken erhoben. Klimabedingte Veränderungen können zu einem Anstieg der Umgebungstemperatur und einer größeren Häufigkeit extremer Wetterereignisse (etwa Hitzewellen, Dürren) führen, was eine Limitierung der Ressourcen (etwa Wasser- und Energieversorgung) zur Folge haben könnte. Infolgedessen könnten entweder die Kosten steigen (etwa für Heizung oder Kühlung) oder im schlimmsten Fall kann es zu Unterbrechungen des Produktionsprozesses kommen, wenn die Versorgung unterbrochen wird. Daher wurden akuter und chronischer Klimawandel als relevante Risiken eingestuft. Um diesen Risiken zu begegnen wählt AT&S ein klimaresilientes Geschäftsmodell, bezieht nach Möglichkeit die benötigte Energie für die Produktionsprozesse aus erneuerbaren Quellen und setzt auf ein effizientes Energiemanagement. Mit der AT&S-Energiestrategie und den damit verbundenen Dekarbonisierungszielen begegnet AT&S den klimabezogenen Risiken. Diese Energiestrategie verfolgt das Ziel, den konzernweiten Energiebedarf bis 2025 mindestens zu 80 % über erneuerbare Energieträger abzudecken und bis 2030 sämtliche fossile Energieträger innerhalb der eigenen Produktionsstandorte weltweit zu ersetzen, um die direkte Freisetzung klimaschädlicher Gase im eigenen Unternehmen zu vermeiden. Durch all diese Maßnahmen werden die Auswirkungen der Klimakrise auf die AT&S-Gruppe möglichst gering gehalten. Wenn sich aus dem Risikomanagement Maßnahmen ergeben, welche bilanzielle Auswirkungen (Änderung von Nutzungsdauern, zusätzlicher Rückstellungsbedarf) haben, werden diese im Abschluss erfasst. Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn durch gesetzliche Maßnahmen Anlagen nicht mehr genutzt werden können, weil die Emissionen zu hoch sind und deswegen durch modernere ersetzt werden müssen.

Im April 2020 veröffentliche die Europäische Kommission detaillierte Definitionen für die wirtschaftlichen Aktivitäten, die zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen sollen. Die Vorschriften und Standards in Bezug auf die EU-Taxonomie schaffen jedoch nicht nur Unsicherheit und erhöhen die Kosten für deren Einhaltung im Allgemeinen, sondern verursachen auch hohe Kosten für die tatsächliche Umsetzung erforderlicher Maßnahmen, um Mindeststandards einzuhalten. Es kann nicht vorhergesagt werden, wie sich die Vorschriften in Zukunft entwickeln werden. Strenge Regeln werden tendenziell zu höheren Kosten führen und damit einen größeren negativen Einfluss auf die Profitabilität haben.

F. Korrektur der Vorperiode gemäß IAS 8

Aufgrund einer nicht korrekten Zuordnung von FX-Verlusten ist eine Anpassung innerhalb des sonstigen betrieblichen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2022/23 vorzunehmen. Das sonstige betriebliche Ergebnis verändert sich dadurch nicht. Es ergibt sich eine Umgliederung zwischen dem sonstigen betrieblichen Ertrag und sonstigen betrieblichen Aufwand. Die Anpassung ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

01.04.2022 - 31.03.2023
in Tsd. € Vor IAS 8
Anpassung
Anpassung Nach IAS 8
Anpassung
Sonstiger betrieblicher Ertrag 48.661 11.749 60.409
Sonstiger betrieblicher Aufwand -51.906 -11.749 -63.654
Sonstiges betriebliches Ergebnis -3.245 0 -3.245

II. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. "Geschäftssegmentinformationen").

Die Einführung einer neuen konzernweiten Organisationsstruktur im Geschäftsjahr 2023/24 führte zu einer Änderung der Segmenteinteilung. Beginnend mit dem 1. April 2023 wurde die interne Berichterstattung an den Vorstand der AT&S als verantwortliche Unternehmensinstanz (Chief Operating Decision Maker) entsprechend angepasst. Der korrespondierende Vorjahresvergleichszeitraum wurde angepasst.

Als berichtspflichtige Segmente sind die Business Units Electronics Solutions und Microelectronics sowie Sonstige definiert. Das Segment Sonstige beinhaltet neben Produktdesign-Dienstleistungen vor allem auch die allgemeinen Holdingaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung.

Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt I.B. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" ausgeführt, angewendet.

BU ES
(Electronics Solutions)
BU ME
(Microelectronics)
Sonstige Eliminierung/
Konsolidierung
Konzern
in Tsd. € 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23
Umsatzerlöse 963.058 1.194.928 655.046 675.276 2 (68.327) (78.860) 1.549.779 1.791.344
davon Innenumsatz 168 20 68.157 78.840 2 (68.327) (78.860)
davon Außenumsatz 962.890 1.194.908 586.889 596.436 – 1.549.779 1.791.344
Betriebsergebnis vor
Abschreibungen (EBITDA)
210.230 309.978 96.092 115.689 1.166 (8.951) 307.488 416.716
Abschreibungen
inkl. Zuschreibungen
(107.721) (114.841) (161.170) (149.215) (7.477) (6.417) (276.367) (270.473)
Betriebsergebnis (EBIT) 102.510 195.137 (65.078) (33.526) (6.311) (15.368) 31.121 146.243
Finanzergebnis (50.436) 21.598
Ergebnis vor Steuern (19.315) 167.841
Ertragsteuern (17.379) (31.197)
Konzernergebnis (36.694) 136.644
Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte
585.383 635.294 2.757.050 2.015.976 72.583 52.817 – 3.415.016 2.704.087
Zugänge zu Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten
85.753 120.801 996.062 1.056.936 28.674 56.348 – 1.110.489 1.234.085

Informationen nach geografischen Regionen

Umsatzerlöse nach Regionen, basierend auf dem Sitz des Kunden:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Österreich 31.497 27.256
Deutschland 143.394 186.999
Sonstiges Europa 97.549 100.631
China 21.965 4.348
Sonstiges Asien 82.135 95.584
Amerika 1.173.239 1.376.526
Umsatzerlöse 1.549.779 1.791.344

Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von 71,8 % (Vorjahr: 75,1 %) aller Umsatzerlöse, wobei der jeweilige Anteil zwischen 2 % und 35 % (Vorjahr: 2 % und 37 %) lag.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft:

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Österreich 719.115 248.094
Malaysia 926.969 533.414
China 1.706.272 1.853.501
Übrige 62.660 69.078
Summe 3.415.016 2.704.087

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECH-NUNG

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der AT&S-Gruppe werden durch den Verkauf von Leiterplatten und Substraten, welche selbst hergestellt werden, erzielt.

Nach Segmenten gegliedert verteilen sich die zeitpunkt- und zeitraumbezogenen Umsatzerlöse wie folgt:

Electronics Solutions Microelectronics Konzern
in Tsd. € 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23
Außenumsatz 962.890 1.194.908 586.889 596.436 1.549.779 1.791.344
Art der Umsatzrealisierung
Zeitpunktbezogen 444.843 704.246 122.138 71.833 566.981 776.079
Zeitraumbezogen 518.047 490.662 464.751 524.603 982.798 1.015.265

2. Aufwandsarten

Die Aufwandsarten der Umsatzkosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Materialaufwand 641.196 660.925
Personalaufwand 371.583 419.579
Abschreibungen 271.503 268.662
Bezogene Leistungen inkl. Leihpersonal 24.622 29.455
Energie 83.352 89.031
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 89.244 90.371
Frachtkosten 20.615 27.873
Miet- und Leasingaufwendungen 18.090 15.564
Bestandsveränderung Vorräte (83.092) (29.290)
Rechts- und Beratungskosten 13.564 21.179
IT-Serviceleistungen 12.111 16.532
Dienstleistungen Dritter 12.656 15.399
Sonstiges 5.816 16.576
Summe 1.481.260 1.641.856

Die Position "Sonstiges" betrifft in den Geschäftsjahren 2023/24 und 2022/23 vorwiegend Versicherungsaufwendungen, Reinigungsaufwendungen, Reisekosten und Abfallentsorgung mit verrechneten Entsorgungserlösen.

3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2023/24 Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 155.446 Tsd. € (Vorjahr: 183.441 Tsd. €). Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam erfasst werden. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden keine Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: 0 Tsd. €). Es wird auf Erläuterung 8 "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

4. Sonstiges betriebliches Ergebnis

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 10.428 9.612
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 20.459 31.043
Erträge aus Wechselkursdifferenzen 7.641 11.749
Übrige Erträge 5.728 8.005
Sonstiger betrieblicher Ertrag 44.256 60.409
Anlaufverluste (81.640) (54.689)
Verluste aus Anlagenabgängen (14) (2.515)
Übrige Aufwendungen (6.450)
Sonstiger betrieblicher Aufwand (81.654) (63.654)
Sonstiges betriebliches Ergebnis (37.398) (3.245)

In den Geschäftsjahren 2023/24 und 2022/23 betreffen die öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergütungen, Forschungs- und Entwicklungsprämien sowie Förderungen für Industrie- und Beschäftigungsentwicklung. Die übrigen Erträge beinhalten unter anderem im Geschäftsjahr 2023/24 die Auflösung des nicht benötigten Teiles der drohende Rücktrittskosten aus belastenden Verträgen vom Geschäftsjahr 2022/23. Darüber hinaus sind wie im Vorjahr Zuschüsse für Mitarbeiter:innen sowie verrechnete Sachleistungen für diverse Projekte enthalten. Die übrigen Erträge im Geschäftsjahr 2022/23 betreffen vor allem Erträge aus Kompensationszahlungen.

Im Geschäftsjahr 2023/24 resultieren die Anlaufverluste wie im Geschäftsjahr 2022/23 aus dem Ausbau der Werke am Standort Leoben, Österreich, sowie in Kulim, Malaysia und für das Geschäftsjahr 2022/23 zusätzlich am Standort in Chongqing, China. Die übrigen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2022/23 beinhalten unter anderem drohende Rücktrittskosten aus belastenden Verträgen.

5. Finanzergebnis

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Zinserträge aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten
und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte
43 26
Sonstige Zinserträge 25.619 12.285
Realisierte Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten, netto 9.001 1.723
Gewinne aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto 6.012
Fremdwährungsgewinne, netto 4.942 38.268
Finanzierungserträge 39.605 58.314
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen (65.070) (23.935)
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen (2.108) (432)
Verluste aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto (2.982)
Sonstige finanzielle Aufwendungen (19.881) (12.349)
Finanzierungsaufwendungen (90.041) (36.716)
Finanzergebnis (50.436) 21.598

In der Position "Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen" sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 12.715 Tsd. € (Vorjahr: 7.211 Tsd. €) saldiert dargestellt.

6. Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Laufende Ertragsteuern 24.577 26.088
Latente Steuern (7.198) 5.109
Summe Steueraufwand 17.379 31.197

Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt sich wie folgt:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Ergebnis vor Steuern (19.315) 167.841
Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz 23,75% (Vorjahr 24,75%) (4.586) 41.542
Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland 708 (11.419)
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 12.548 8.785
Nicht aktivierte latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge 4.741 16.592
Effekt aus der Änderung von Steuersätzen 749 701
Effekt aus permanenten Differenzen 3.125 (24.845)
Effekt aus Steuern aus Vorperioden 94 (159)
Summe Steueraufwand 17.379 31.197

Der Effekt aus der Änderung von Steuersätzen resultiert überwiegend aus der stufenweisen österreichischen Körperschaftsteuersatzsenkung auf 23 %, welche auf langfristige aktive latente Steuern angesetzt wurde, sowie dem wieder anzuwendenden begünstigten Steuersatz von 15 % im Tochterunternehmen AT&S China gegenüber dem allgemeinen in China gültigen Steuersatz von 25 %.

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge und werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gegeben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben werden:

31.03.2024 31.03.2023
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Anlagevermögen 4.145 (35.282) 5.291 (36.911)
Rückstellungen für Personalaufwand 6.239 5.882
Finanzielle Verbindlichkeiten 17.143 18.985
Ertragsteuerliche Verlustvorträge 135.792 108.740
Latente Steuer aus langfristigen Vermögenswerten/Schulden 163.319 (35.282) 138.898 (36.911)
Vorräte 22.825 25.681
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und
vertragliche Vermögenswerte
22 (20.482) 15 (23.722)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
12.489 12.941
Übrige 1.479 (3.207) 1.302 (4.351)
Vertragliche Verbindlichkeiten (10.607) (3.905)
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen (1.635) (1.657)
Latente Steuer aus kurzfristigen Vermögenswerten/Schulden 36.815 (35.931) 39.939 (33.635)
Aktive/passive latente Steuern 200.134 (71.213) 178.837 (70.546)
Nicht angesetzte latente Steuern (104.257) (93.143)
Saldierung aktive/passive latente Steuern gegenüber
derselben Steuerbehörde
(69.528) 69.528 (65.783) 65.783
Aktive/passive latente Steuern, saldiert 26.349 (1.685) 19.911 (4.763)

Zum 31. März 2024 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 822.784 Tsd. € (Vorjahr: 660.165 Tsd. €). Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 645.012 Tsd. € (Vorjahr: 538.885 Tsd. €) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 96.752 Tsd. € (Vorjahr: 80.833 Tsd. €) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Somit wurden aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen in Höhe von 39.040 Tsd. € (Vorjahr: 27.907 Tsd. €) angesetzt. Die nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträge betreffen China. Zusätzlich wurden für temporäre Differenzen in Höhe von 50.033 Tsd. € (Vorjahr: 82.067 Tsd. €) keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 7.505 Tsd. € (Vorjahr: 12.310 Tsd. €) gebildet, da ebenso von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Somit wurden aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporären Differenzen vor Saldierung in Höhe von 56.837 Tsd. € (Vorjahr: 57.787 Tsd. €) angesetzt.

Latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 25.188 Tsd. € (Vorjahr: 18.673 Tsd. €) werden aktiviert, obwohl die betroffenen Gesellschaften im laufenden Geschäftsjahr oder im Vorjahr steuerliche Verluste ausgewiesen haben. Aufgrund der vorliegenden Steuerplanungen geht AT&S davon aus, dass die zukünftigen steuerpflichtigen Einkünfte dieser Gesellschaften ausreichen werden, um diese aktiven latenten Steuern realisieren zu können.

Die steuerlichen Verlustvorträge, die nicht angesetzt wurden, sind wie folgt vortragsfähig:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Vortragsfähig bis zu fünf Jahre 233.878 140.676
Vortragsfähig zwischen sechs und zehn Jahren 346.368 398.209
Vortragsfähig mehr als zehn Jahre 64.766
Summe nicht angesetzter Verlustvorträge 645.012 538.885

Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 15.148 22.531
Währungsdifferenzen 82 21
Ertrag/Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung 7.198 (5.109)
Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern 2.236 (2.295)
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 24.664 15.148

Die Ertragsteuern im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

2023/24 2022/23
in Tsd. € Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Währungsumrechnungsdifferenzen (114.154) (114.154) (143.188) (143.188)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsin
strumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen
(7.886) 1.827 (6.059) 5.954 (1.382) 4.572
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Ar
beitnehmer:innen nach Beendigung des Arbeitsverhältnis
ses (1.408) 409 (999) 3.941 (913) 3.028
Sonstiges Ergebnis (123.448) 2.236 (121.212) (133.293) (2.295) (135.588)

Mit dem Mindestbesteuerungsreformgesetz vom 30. Dezember 2023 wurde in Österreich die Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen und große inländische Gruppen in der Union in nationales Recht umgesetzt. Einige weitere Länder, in denen AT&S tätig ist, führen derzeit entsprechende Mindestbesteuerungsregelungen ein. Durch die globale Mindeststeuer soll bei Konzernen mit weltweiten Umsätzen von mindestens 750 Mio. € sichergestellt werden, dass diese in jenen Staaten, in denen sie tätig sind, einer effektiven Steuerbelastung von mindestens 15 Prozent unterliegen. Da AT&S die Regelungen erstmals für das Geschäftsjahr beginnend mit 1. April 2024 anzuwenden hat, wurde eine Evaluierung der potenziellen Auswirkungen durch die globale Mindeststeuer durchgeführt. Auf Basis der derzeitigen Planung kann davon ausgegangen werden, dass für das nächste Wirtschaftsjahr keine Mindeststeuer anfällt.

AT&S wendet die verpflichtende temporäre Ausnahmeregelung hinsichtlich Ansatz und Angabe latenter Steuern im Zusammenhang mit der globalen Mindeststeuer an, die Gegenstand der im Mai 2023 veröffentlichten Änderungen an IAS 12 war. Dementsprechend werden Informationen über latente Steueransprüche und –verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der globalen Mindeststeuer weder ausgewiesen noch angegeben.

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

7. Sachanlagen

Andere Anlagen,
Grundstücke, Maschinen Betriebs- und Geleistete
in Tsd. € Gebäude und
Bauten
und technische
Anlagen
Geschäfts
ausstattung
Anzahlungen und
Anlagen in Bau
Total
Buchwert 31.03.2022 273.676 1.214.185 17.074 445.250 1.950.185
Umrechnungsdifferenzen (12.931) (72.601) (668) (43.052) (129.252)
Zugänge 47.685 209.370 19.092 954.535 1.230.682
Abgänge (2.404) (5.712) (227) (102.626) (110.969)
Umbuchungen 6.135 256.960 2.797 (266.050) (158)
Abschreibungen, laufend (25.979) (224.948) (10.268) (261.195)
Buchwert 31.03.2023 286.182 1.377.254 27.800 988.057 2.679.293
Davon
Anschaffungskosten 413.704 2.830.829 65.369 988.057 4.297.959
Kumulierte Abschreibungen (127.522) (1.453.575) (37.569) (1.618.666)
Anpassung (57)
Buchwert 01.04.2023 286.182 1.377.254 27.800 988.000 2.679.236
Umrechnungsdifferenzen (9.231) (49.565) (537) (54.510) (113.843)
Zugänge 345.546 94.532 6.977 659.326 1.106.381
Abgänge (2.854) (3.866) (482) (1.355) (8.557)
Umbuchungen 27.969 190.830 4.404 (223.266) (63)
Abschreibungen, laufend (26.635) (230.309) (11.289) (268.233)
Buchwert 31.03.2024 620.977 1.378.876 26.873 1.368.195 3.394.921
Davon
Anschaffungskosten 769.062 2.989.155 71.067 1.368.195 5.197.479
Kumulierte Abschreibungen (148.084) (1.610.278) (44.195) (1.802.557)

Der in "Grundstücke, Gebäude und Bauten" enthaltene Grundwert beträgt 5.543 Tsd. € (Vorjahr: 5.670 Tsd. €).

Der Posten Grundstücke, Gebäude und Bauten beinhaltet im Geschäftsjahr 2023/24 im Wesentlichen den Zugang eines Nutzungrechts gemäß IFRS 16 in Höhe von 336.317 Tsd. € im Rahmen der Errichtung des F&E-Zentrums samt Serienfertigung in Leoben-Hinterberg.

Der Posten "Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau" beinhaltet vor allem Zugänge betreffend das Investitionsprojekt in Kulim, Malaysia, Anlagen für die Werke in Chongqing, China sowie für das in Errichtung befindliche F&E-Zentrums samt Serienfertigung in Leoben-Hinterberg.

Die folgende Tabelle zeigt die separat dargestellten Nutzungsrechte gemäß IFRS 16, die im Rahmen eines Leasings in den Sachanlagen zum 31. März 2024 enthalten sind:

in Tsd. € Grundstücke,
Gebäude und
Bauten
Maschinen
und technische
Anlagen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen und
Anlagen in Bau
Total
Anschaffungskosten 464.329 142 8.538 473.009
Davon Zugänge 339.331 39 1.492 340.862
Kumulierte Abschreibungen (26.467) (113) (6.006) (32.586)
Buchwert 31.03.2024 437.862 29 2.532 440.423

Im Geschäftsjahr 2023/24 ergab sich für die Gewinn- und Verlustrechnung folgende Darstellung:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 2.675 2.832
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert 489 371
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 12.577 11.544
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 7.092 3.188

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils in den Umsatzkosten ausgewiesen und zusätzlich in den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden.

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 12.715 Tsd. € (Vorjahr: 7.211 Tsd. €) auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Es wurden Finanzierungssätze zwischen 1,00 % und 4,30 % (Vorjahr: zwischen 2,06 % und 3,85 %) herangezogen.

Maschinen und technische Anlagen in Höhe von 139.159 Tsd. € sind verpfändet.

Wertminderungen/Wertaufholungen Die Werthaltigkeit der Sachanlagen wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Werthaltigkeitstests werden für zahlungsmittelgenerierende Einheiten durchgeführt. Als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation als zahlungsmittelgenerierende Einheit wird deren technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Für sämtliche zahlungsmittelgenerierende Einheiten werden Triggering-Event-Analysen durchgeführt, bei denen sowohl interne als auch externe Faktoren gemäß IAS 36 zur Beurteilung des Vorliegens eines Triggering Events berücksichtigt werden. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung der Werthaltigkeit mittels eines Wertminderungstests.

Die Wertminderungstests basieren auf Berechnungen des Nutzungswerts. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt mittels eines DCF-Verfahrens. Dabei wird der Nutzungswert als Barwert der zukünftigen geschätzten Cashflows vor Steuern der nächsten fünf bis zehn Jahre aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmensplanung ermittelt.

Die mittelfristige Unternehmensplanung wird jährlich erstellt. Jährlich werden somit die zugrundeliegenden Annahmen plausibilisiert und aktualisiert und darauf basierend eine Anpassung der geschätzten Cashflows vorgenommen. In die jährliche aktualisierte Mittelfristplanung fließen die in der strategischen Unternehmensplanung definierten Initiativen mit ein. Nach dem Detailplanungszeitraum wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer ewigen Rente gerechnet.

Der Diskontierungssatz wird aus einem marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewogenen Kapitalkostensatz nach Steuern nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet. Die Umrechnung der Nutzungswerte erfolgt mit dem Stichtagskurs zum Durchführungszeitpunkt. Sämtliche Kapitalkostensätze wurden gemäß den Vorgaben von IAS 36 für die Offenlegung in einen WACC vor Steuern übergeleitet.

Die Triggering-Event-Analyse hat im Geschäftsjahr 2023/24 für sieben zahlungsmittelgenerierende Einheiten, insbesondere aufgrund von Marktunsicherheiten und damit einhergehenden Planabweichungen, ein Erfordernis zur Durchführung eines Wertminderungstests gezeigt. Es wurden Wertminderungstests für folgende zahlungsmittelgenerierende Einheiten durchgeführt: Hinterberg, Fehring, Nanjangud, Shanghai, Substrate-Chongqing, Substrate-Hinterberg und Kulim.

Für das Geschäftsjahr 2023/24 hat sich bei allen getesteten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten kein Wertminderungsbedarf ergeben.

Eine Sensitivitätsanalyse hinsichtlich wesentlicher Parameter für die Berechnung der Impairment Tests (-10,0 % EBIT-Marge; +1,00 Prozentpunkte Diskontierungszinssatz) wurde durchgeführt. Auf Basis dieser Analysen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bewertung des Anlagevermögens.

Sale-and-Leaseback-Transaktion Im Rahmen einer Sale-and-Leaseback-Transaktion im Geschäftsjahr 2006/07 wurden die Liegenschaften am Standort Leoben an eine Leasinggesellschaft verkauft und zurückgeleast. Die Laufzeit dieses Leasingvertrags (Kündigungsverzichtsdauer) wurde im Geschäftsjahr 2021/22 um weitere zehn Jahre verlängert, sodass ein Kündigungsverzicht bis zum Jahr 2032 besteht. Danach ist beabsichtigt, die Liegenschaften zum Restwert zu erwerben.

8. Immaterielle Vermögenswerte

in Tsd. € Gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
und Vorteile
sowie daraus
abgeleitete
Lizenzen
Aktivierte
Entwicklungs
kosten
Firmenwerte Geleistete
Anzahlungen
Sonstiges
immaterielles
Anlagevermögen
Total
Buchwert 31.03.2022 7.459 24.348 31.807
Umrechnungsdifferenzen (133) (1.163) (1.296)
Zugänge 3.011 312 80 3.403
Umbuchungen 470 (312) 158
Abschreibungen, laufend (3.589) (5.609) (80) (9.278)
Buchwert 31.03.2023 7.218 17.576 24.794
Davon
Anschaffungskosten 46.950 120.875 6.527 174.352
Kumulierte Abschreibungen (39.732) (103.299) (6.527) (149.558)
Anpassung 56 56
Buchwert 01.04.2023 7.218 17.576 56 24.850
Umrechnungsdifferenzen (86) (705) (791)
Zugänge 4.071 21 15 4.107
Umbuchungen 141 (77) 64
Abschreibungen, laufend (3.479) (4.641) (15) (8.135)
Buchwert 31.03.2024 7.865 12.230 20.095
Davon
Anschaffungskosten 50.721 116.137 6.377 173.235
Kumulierte Abschreibungen (42.856) (103.907) (6.377) (153.140)

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden keine Entwicklungskosten (Vorjahr: 0 €) aktiviert.

9. Sonstige langfristige Vermögenswerte

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Vorauszahlungen 9.659 10.298
Gegebene Kautionen 5.027 33.601
Sonstige Vorauszahlungen 107 518
Sonstige langfristige Forderungen 3.283 4.142
Buchwert 18.076 48.559

Die Vorauszahlungen betreffen Betriebsgrundstücke in China. Die gegebenen Kautionen beinhalten im Geschäftsjahr 2022/23 größtenteils Sicherstellungsleistungen im Zusammenhang mit dem Investitionsprojekt in Hinterberg. Diese wurden im Geschäftsjahr 2023/24 verwendet. Die sonstigen Vorauszahlungen betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Versicherungsprämien. Die sonstigen langfristigen Forderungen beinhalten COVID-19-Investitionsprämien für die österreichischen Standorte.

10. Vorräte

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 90.869 86.324
Unfertige Erzeugnisse 47.904 25.873
Fertige Erzeugnisse 22.001 33.186
Buchwert 160.774 145.383

Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorräten beträgt zum 31. März 2024 48.239 Tsd. € (Vorjahr: 54.238 Tsd. €). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräußerungswert resultiert für das Geschäftsjahr 2023/24 eine Abwertung in Höhe von 5.265 Tsd. € (Vorjahr: 2.285 Tsd. €). Der Ausweis der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten.

11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 109.795 141.178
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (775) (672)
Vertragliche Vermögenswerte 118.994 135.427
Wertberichtigungen zu vertraglichen Vermögenswerten (238) (251)
Umsatzsteuerforderungen 10.155 18.017
Sonstige Forderungen gegenüber Behörden 28.887 16.699
Vorauszahlungen 15.197 15.319
Energieabgabenrückvergütungen 1.183 1.105
Kautionen 1.753 31.634
Versicherungsvergütungen 177
Übrige Forderungen 43.009 35.925
Summe 328.137 394.381

Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2024 vor allem Forderungen aus noch nicht ausbezahlten Zuschüssen sowie aus Anzahlungen von Kunden, bei denen noch keine Zahlung eingelangt ist und die als Vertragsverbindlichkeiten gemäß IFRS 15.106 erfasst werden. Die Kautionen des Vorjahres beinhalten vor allem Sicherstellungsleistungen für Zölle und Steuern im Zusammenhang mit dem Investitionsprojekt in Kulim, Malaysia.

Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10.000 Tsd. € (Vorjahr: 10.000 Tsd. €) als Besicherung. Es wird auf Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen sowie vertraglichen Vermögenswerte entsprechen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Restlaufzeiten von Forderungen Alle Forderungen zum 31. März 2024 sowie zum 31. März 2023 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Factoring Zum 31. März 2024 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 150.527 Tsd. € (Vorjahr: 131.837 Tsd. €) zu 100 % des Nennwerts an Banken verkauft und in Übereinstimmung mit IFRS 9 vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Das Ausfallsrisiko wurde an die Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der zur Anwendung kommenden Kreditversicherungen. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag 15.053 Tsd. € (Vorjahr: 13.184 Tsd. €) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Ansprüche aus vorhandenen Kreditversicherungen wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der durch den Erwerber noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in der Position "Finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Vertragliche Vermögenswerte Die vertraglichen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Vertragliche Vermögenswerte am Beginn des Geschäftsjahres 135.176 177.328
Verbrauch (135.176) (177.328)
Zuführung 118.994 135.427
Wertberichtigungen gem. IFRS 9 (238) (251)
Vertragliche Vermögenswerte am Ende des Geschäftsjahres 118.756 135.176

Entwicklung der Überfälligkeiten und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:

31.03.2024
in Tsd. € Bruttoforderung Wertminderung Buchwert
Nicht fällig 107.172 (519) 106.653
Bis 15 Tage überfällig 1.795 (89) 1.706
16 bis 30 Tage überfällig 490 (35) 455
31 bis 60 Tage überfällig 267 (111) 156
61 bis 90 Tage überfällig 3 (3)
Mehr als 90 Tage überfällig 68 (18) 50
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 109.795 (775) 109.020
31.03.2023
in Tsd. € Bruttoforderung Wertminderung Buchwert
Nicht fällig 135.971 (507) 135.464
Bis 15 Tage überfällig 3.517 (61) 3.456
16 bis 30 Tage überfällig 690 (34) 656
31 bis 60 Tage überfällig 876 (33) 843
61 bis 90 Tage überfällig 52 (17) 35
Mehr als 90 Tage überfällig 72 (20) 52
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 141.178 (672) 140.506

Bei den überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird.

Einzelwertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gebildet, wenn Anzeichen (Überfälligkeit, Insolvenz) dafür bestehen, dass der gesamte Betrag wahrscheinlich nicht mehr einbringlich ist. Forderungen werden ausgebucht, wenn auf Basis einer rechtlichen Grundlage davon ausgegangen werden kann, dass keine Zahlung mehr zu erwarten ist. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden Einzelwertberichtigungen der Forderungen Lieferung und Leistungen in Höhe von 5 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) verwendet.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Wertberichtigungen am Beginn des Geschäftsjahres 672 737
Verwendung (5)
Auflösung (473) (535)
Zuführung 578 474
Umrechnungsdifferenzen 3 (4)
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 775 672

12. Finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2024 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 946 946
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 118 118
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 33.943 9.700 24.243
Derivate 8.720 6.981 1.739
Summe 43.727 16.799 26.928
in Tsd. € 31.03.2023 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 877 877
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 118 118
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 34.439 13.624 20.815
Derivate 17.401 13.952 3.449
Summe 52.835 27.694 25.141

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

31.03.2024
in Tsd. €
31.03.2023
Anleihen
946
877
Summe
946
877

Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 118 117
Zugänge/(Abgänge) 1
Noch nicht realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode im Eigenkapital erfasst
Realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode aus dem Eigenkapital entnommen
Umrechnungsdifferenzen
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 118 118

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in den Nominalwährungen Euro, US-Dollar, chinesischer Renminbi und japanischer Yen gehalten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Kündigungsgelder mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten und Forderungen gegenüber Banken aus Zessionsverträgen sowie um ein an Dritte gewährtes Darlehen. Für dieses Darlehen ergibt sich ein Expected Credit Loss in Höhe von 122 Tsd. € (Vorjahr: 196 Tsd. €).

Derivative Finanzinstrumente:

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Derivative Finanzinstrumente 8.720 17.401
Summe 8.720 17.401

Es wird auf Erläuterung 19 "Derivate Finanzinstrumente" verwiesen.

13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

31.03.2024
in Tsd. €
31.03.2023
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand
676.490
791.738
Buchwert
676.490
791.738

Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

14. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2024 bis zu einem Jahr zwischen einem
und fünf Jahren
mehr als fünf
Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 430.637 430.637
Zuschüsse der öffentlichen Hand 82.833 10.595 40.542 31.696
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern
und sonstigen öffentlichen Abgabestellen
10.961 10.961
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 7.729 7.729
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 10.454 10.454
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 875 337 538
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 38.103 38.103
Übrige Verbindlichkeiten 16.517 16.512 5
Buchwert 598.109 525.328 41.085 31.696
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2023 bis zu einem Jahr zwischen einem
und fünf Jahren
mehr als fünf
Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 457.897 457.897
Zuschüsse der öffentlichen Hand 74.752 8.479 36.547 29.726
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und
sonstigen öffentlichen Abgabestellen
8.759 8.759
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 11.085 11.085
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 9.962 9.962
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 2.204 2.204
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 43.179 43.179
Übrige Verbindlichkeiten 16.985 16.980 5
Buchwert 624.823 558.545 36.552 29.726

Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Zuschüsse der öffentlichen Hand Die Zuschüsse der öffentlichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst.

Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Projektkostenzuschüsse erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazugehörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen Hand enthalten.

Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten In der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 wurde ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Ihre Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016. In der 91. Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni 2016 wurde ein weiterer Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan 2017) für drei weitere Geschäftsjahre aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) beschlossen. Die Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019. In der 112. Aufsichtsratssitzung vom 12. März 2020 wurde ein weiterer Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan 2020) aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2017 bis 2019) beschlossen. Ihre Zuteilung erfolgte am 1. April 2020. Aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2020) wurde in der 118. Aufsichtsratssitzung vom 18. März 2021 erneut ein Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR 2021-2023) beschlossen. Die Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2021 und 1. April 2023.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Differenzbetrag ist mit maximal 200 % des Ausübungspreises gedeckelt.

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien von AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien von AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft des AT&S-Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs- bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) wird gehalten. Beim SAR 2021-2023 beträgt das zu haltende, notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien 20% der ersten Zuteilung von SAR multipliziert mit € 10,00. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings-per-Share (EPS-)Performance-Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midterm-Plan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze. Von den Zuteilungen vom 1. April 2021 und 1. April 2022 können berechtigte Angestellte bei positivem Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) jedenfalls 50 % der zugeteilten SAR (ohne Vorstandszuteilung) ausüben. Für diese ist der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht in Höhe von 100 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilungstag
1. April 2023 1. April 2022 1. April 2021 1. April 2020 1. April 2019 1. April 2018
Ausübungspreis (in €) 32,30 42,81 22,92 17,56 17,25 21,94
31.03.2022 312.500 270.000 205.000 44.888
Gewährte Aktienkurs-Wertstei
gerungsrechte
381.500 10.000
Ausgeübte Aktienkurs-Wertstei
gerungsrechte
200.000 40.572
Verfallene Aktienkurs-Wertstei
gerungsrechte
12.500 17.500 42.500 4.316
31.03.2023 369.000 305.000 227.500 5.000
Gewährte Aktienkurs-Wertstei
gerungsrechte
386.667
Ausgeübte Aktienkurs-Wertstei
gerungsrechte
102.130 5.000
Verfallene Aktienkurs-Wertstei
gerungsrechte
7.500 46.000 21.000 94.795
31.03.2024 379.167 323.000 284.000 30.575
Restliche Vertragslaufzeiten der
gewährten Aktienkurs-Wertstei
gerungsrechte
4 Jahre 3 Jahre 2 Jahre 1 Jahr
Beizulegender Zeitwert der ge
währten Aktienkurs-Wertsteige
rungsrechte zum Bilanzstichtag
(in Tsd. €)
31.03.2023 2.010 56
31.03.2024 1.137 182 260 55

Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, auf Basis von Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten abweichen.

Risikofreier Zinssatz 2,38 bis 2,85 %
Volatilität 44,00 bis 45,00 %
Dividende je Aktie 0,00

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse vom 1. April 2020 bis zum Bilanzstichtag.

Die Aufwendungen aus den Wertsteigerungsrechten sind in den Verwaltungskosten enthalten.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird, über deren Laufzeit verteilt, aufwandsmäßig erfasst.

Übrige Verbindlichkeiten Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Abgrenzungen.

15. Finanzielle Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2024 bis zu einem Jahr zwischen einem
und fünf Jahren
mehr als fünf Jahre Nominalzins
satz in %
Namensschuldverschreibungen 14.999 16 14.983 1,80
Exportkredite 10.000 10.000 5,23
Kredite der öffentlichen Hand 1.643 1.643 0,75
Sonstige Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
1.526.058 366.746 999.399 159.913 1,24 – 6,09
Sonstige Verbindlichkeiten
gegenüber Finanzierungspartner
199.926 109.472 90.454
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 367.808 30.312 127.390 210.106
Derivative Finanzinstrumente1 2.792 2.792
Buchwert 2.123.226 518.189 1.235.018 370.019
in Tsd. € 31.03.2023 bis zu einem Jahr zwischen einem
und fünf Jahren
mehr als fünf Jahre Nominalzins
satz in %
Namensschuldverschreibungen 14.995 16 14.979 1,80
Exportkredite 10.000 10.000 2,98
Kredite der öffentlichen Hand 2.232 1.163 1.069 0,75
Sonstige Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
1.371.788 533.408 790.955 47.425 1,04 – 5,00
Sonstige Verbindlichkeiten
gegenüber Finanzierungspartner
198.161 108.506 89.655
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 98.603 9.340 29.693 59.570
Derivative Finanzinstrumente1
Buchwert 1.695.779 662.433 926.351 106.995

1 Es wird auf Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investitionsfinanzierungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten im Wesentlichen nachstehende Finanzierungen:

  • OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2016/17
  • OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2018/19
  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2018/19
  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2019/20
  • OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2019/20
  • Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibung im Geschäftsjahr 2020/21
  • Einmalbarkredite im Geschäftsjahr 2020/21
  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2021/22
  • Einmalbarkredite im Geschäftsjahr 2021/22
  • OeKB Finanzierung im Geschäftsjahr 2022/23
  • EIB (Europäische Investitionsbank) im Geschäftsjahr 2022/23

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden unter anderem nachstehende Finanzierungen abgeschlossen:

  • Schuldscheindarlehen über € 55 Mio.
  • Schuldscheindarlehen über € 220 Mio.
  • Einmalbarkredite über € 145 Mio.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner betreffen Finanzierungen aus Investitionsprojekten in Chongqing, China.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2024 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

in Tsd. € Namensschuld
verschreibun
gen
Exportkredite Kredite
öffentlicher
Hand
Sonstige
Verbindlichkei
ten
gegenüber
Kreditinstituten
Sonstige
Verbindlichkei
ten
gegenüber
Finanzierungs
partnern
Leasingverbind
lichkeiten IFRS
16
Derivative
Finanz
instrumente
2024/25
Tilgung 16 10.000 1.643 352.052 109.472 30.312
Zinsen fix 270 9 3.228
Zinsen variabel 523 74.232 20.152
2025/26
Tilgung 339.177 22.613 30.610
Zinsen fix 270 2.966
Zinsen variabel 46.486 18.475
2026/27
Tilgung 401.290 22.613 30.871 1.672
Zinsen fix 270 52.232 1.672
Zinsen variabel 25.151 16.753
2027/28
Tilgung 15.000 38.000 22.613 32.099
Zinsen fix 270 1.928
Zinsen variabel 13.374 14.969
2028/29
Tilgung 178.500 22.613 33.809 1.119
Zinsen fix 1.928
Zinsen variabel 9.306 13.096
nach 2028/29
Tilgung 152.500 210.106
Zinsen fix 1.511
Zinsen variabel 8.834 29.963

Es werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.

Zum Vorjahresstichtag 31. März 2023 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Namensschuld
verschreibun
Kredite
öffentlicher
Sonstige
Verbindlichkei
ten
gegenüber
Sonstige
Verbindlichkei
ten
gegenüber
Finanzierungs
Leasingverbind
lichkeiten IFRS
Derivative
Finanz
in Tsd. € gen Exportkredite Hand Kreditinstituten partner 16 instrumente
2023/24
Tilgung 16 10.000 1.163 520.427 108.506 9.341
Zinsen fix 270 16 1.838
Zinsen variabel 298 42.487 3.827
2024/25
Tilgung 1.069 255.177 89.655 8.284
Zinsen fix 270 8 1.027
Zinsen variabel 32.358 3.477
2025/26
Tilgung 389.177 7.719
Zinsen fix 270 948
Zinsen variabel 18.147 3.150
2026/27
Tilgung 141.790 6.947
Zinsen fix 270 292
Zinsen variabel 6.113 2.841
2027/28
Tilgung 6.000 6.743
Zinsen fix 270 272
Zinsen variabel 1.956 2.541
nach 2027/28
Tilgung 15.000 47.500 59.569
Zinsen fix 270 272
Zinsen variabel 2.600 7.816

Die finanziellen Verbindlichkeiten weisen teilweise eine vom Markt abweichende Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren Buchwerten kommen.

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
in Tsd. € 31.03.2024
31.03.2023
31.03.2024 31.03.2023
Namensschuldverschreibungen 14.999 14.995 15.000 15.000
Exportkredite 10.000 10.000 10.000 10.000
Kredite der öffentlichen Hand 1.643 2.232 1.646 2.236
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.526.058 1.371.788 1.540.293 1.374.875
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner 199.926 198.161 199.926 198.161
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 367.808 98.603 367.808 98.603
Derivative Finanzinstrumente 2.792 2.792
Summe 2.123.226 1.695.779 2.137.465 1.698.875

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen bestimmt.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Euro 1.923.300 1.497.618
US Dollar 199.926 198.161
Summe 2.123.226 1.695.779

Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien:

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Exportkredit 22.000 22.000
Sonstige Kredite 559.502 703.626
Summe 581.502 725.626

16. Vertragliche Verbindlichkeiten

Die kurz- und langfristigen vertraglichen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 911.530 Tsd. € (Vorjahr: 607.243 Tsd. €) beinhalten Zahlungen aus bilateralen Vereinbarungen für die Finanzierung neuer Produktionsstätten. Aufgrund des Vorliegens einer signifikanten Finanzierungskomponente sind im Geschäftsjahr 2023/24 Zinsen in der Gesamthöhe von 14.391 Tsd. € (Vorjahr: 6.628 Tsd. €) passiviert.

17. Rückstellungen für Personalaufwand

Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.

Beitragsorientierte Pensionspläne Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter:innen in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskasse ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensionspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Arbeitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 844 Tsd. € im Geschäftsjahr 2023/24 und 800 Tsd. € im Geschäftsjahr 2022/23.

Leistungsorientierte Pensionspläne Für einzelne aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands und für ehemalige leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiterbeiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an andere Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensionskassen fondsfinanziert ("funded") und teilweise nicht fondsfinanziert ("unfunded"). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Führungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen Risiken aus der Lebenserwartung und der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie bei fondsfinanzierten Pensionsplänen in Form von Ertragsabweichungen.

Fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche Den Mitarbeiter:innen in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensversicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Nicht fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche Den Mitarbeiter:innen in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter:innen, die vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienstzeit zwei bis zwölf Zwölftel des Jahresgehalts. Mitarbeiter:innen in Südkorea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgeltabhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter:innen wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen betrugen 1.345 Tsd. € im Geschäftsjahr 2023/24 und 1.328 Tsd. € im Geschäftsjahr 2022/23.

Sonstige Dienstnehmeransprüche Den Mitarbeiter:innen der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.

Die Aufwendungen für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen:

in Tsd. € Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche
2023/24 2022/23 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23
Laufender Dienstzeitaufwand 2.413 2.483 4.065 3.868
Zinsaufwand 365 194 1.152 653 369 250
Umbewertung von Verpflichtun
gen aus sonstigen
Dienstnehmeransprüchen
(934) 719
Aufwand im Perioden
ergebnis erfasst
365 194 3.565 3.136 3.500 4.837
Umbewertung von Verpflichtun
gen aus Leistungen an
Arbeitnehmer:innen nach Been
digung des Arbeitsverhältnisses
1.481 (1.430) (73) (2.511)
Aufwand/(Ertrag) im
sonstigen Ergebnis erfasst
1.481 (1.430) (73) (2.511)
Summe 1.846 (1.236) 3.492 625 3.500 4.837

Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

In der Bilanz sind folgende Ansprüche abgegrenzt:

in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
Gedeckte Pensionsansprüche 8.625 7.670
Ungedeckte Pensionsansprüche 1.330 1.241
Summe Pensionsansprüche 9.955 8.911
Ungedeckte Abfertigungsansprüche 26.736 27.221
Gedeckte Abfertigungsansprüche 97 34
Summe Abfertigungsansprüche 26.833 27.255
Sonstige Dienstnehmeransprüche 15.008 14.757
Rückstellungen für Personalaufwand 51.796 50.923

Die sonstigen Dienstnehmeransprüche beinhalten neben den Jubiläumsgeldern andere Verpflichtungen gegenüber Dienstnehmer.

Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023 31.03.2024 31.03.2023
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 17.461 15.800 2.492 2.073
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (8.836) (8.130) (2.395) (2.039)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 8.625 7.670 97 34
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.330 1.241 26.736 27.221
Bilanzierte Rückstellungen 9.955 8.911 26.833 27.255

Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar:

in Tsd. € Fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
2023/24 2022/23 2023/24 2022/23
Barwert der Pensionsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 15.800 17.807 1.241 1.323
Laufender Dienstzeitaufwand
Zinsaufwand 648 338 51 25
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 879 (2.309) 49 (131)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 920 688 66 95
Auszahlungen (786) (724) (77) (71)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 17.461 15.800 1.330 1.241
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 8.130 8.913
Einzahlungen 725
Veranlagungsergebnis 434 (228)
Zinserträge 333 169
Auszahlungen (786) (724)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 8.836 8.130
Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne/gedeckte Pensions
ansprüche
8.625 7.670

Zum 31. März 2024 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 13 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten Pensionsansprüche zehn Jahre.

Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in % 31.03.2024 31.03.2023
Anleihen 26 % 28 %
Aktien 58 % 55 %
Immobilien 9 % 10 %
Liquide Mittel 7 % 7 %
Summe 100 % 100 %

Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt.

Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € Fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
2023/24 2022/23 2023/24 2022/23
Barwert der Abfertigungsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 2.073 2.056 27.221 30.557
Umrechnungsdifferenzen (14) (132) (146) (363)
Dienstzeitaufwand 140 142 2.273 2.341
Zinsaufwand 154 143 1.153 646
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (437) (392)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 278 (67) (1.375) (2.323)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 37 51 1.407 224
Umgliederung in sonstige Verbindlichkeiten (518)
Auszahlungen (176) (120) (3.360) (2.951)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 2.492 2.073 26.736 27.221
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 2.039 1.913
Umrechnungsdifferenzen (14) (130)
Einzahlungen 409 236
Veranlagungsergebnis (17) 4
Zinserträge 154 136
Auszahlungen (176) (120)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 2.395 2.039
Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 97 34

Zum 31. März 2024 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche zehn Jahre.

Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 14.757 14.315
Umrechnungsdifferenzen (415) (589)
Dienstzeitaufwand 4.065 3.868
Zinsaufwand 369 250
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (333) (489)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 222 (665)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen (822) 1.873
Auszahlungen (3.623) (3.806)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 14.220 14.757

Zum 31. März 2024 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche zehn Jahre.

Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche (Jubiläumsgelder)
31.03.2024 31.03.2023 31.03.2024 31.03.2023 31.03.2024 31.03.2023
Zinssatz 3,70 % 4,10 % 3,92 % 4,26 % 2,59 % 2,90 %
Erwartete Gehaltssteigerung 3,88 % 4,29 % 6,19 % 6,22 %
Künftige Pensionserhöhung 3,80 % 3,30 %
Pensionseintrittsalter 65 65 1 1

1 individuell gemäß landesspezifischen Gesetzen

In die Berechnung der Rückstellungen werden Fluktuationsabschläge und biometrische Rechengrundlagen miteinbezogen.

18. Sonstige Rückstellungen

in Tsd. € Summe Gewährleistung Übrige
Buchwert 31.03.2023 16.493 3.808 12.685
Verwendung (3.621) (1.393) (2.228)
Auflösung (10.928) (2.322) (8.606)
Zuführung 14.385 13.617 768
Umrechnungsdifferenzen (369) (144) (225)
Buchwert 31.03.2024 15.960 13.566 2.394
in Tsd. € Summe Gewährleistung Übrige
Buchwert 31.03.2022 6.389 2.169 4.220
Verwendung (2.777) (702) (2.075)
Auflösung (2.206) (1.618) (588)
Zuführung 15.565 4.144 11.421
Umrechnungsdifferenzen (478) (185) (293)
Buchwert 31.03.2023 16.493 3.808 12.685
in Tsd. € 31.03.2024 31.03.2023
davon langfristig
davon kurzfristig 15.960 16.493
Buchwert 15.960 16.493

Rückstellung für Gewährleistung Diese Position betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamationen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist die auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausgewiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der Produkthaftpflichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt. Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um Applikationen im Industriesegment.

Übrige Hinsichtlich der im Vorjahr gebildeten Rückstellung für Risiken aus belastenden Verträgen in Höhe von 6.014 Tsd. € konnte eine Einigung mit dem Vertragspartner erzielt werden, die zu einer Verwendung in Höhe von 1.288 Tsd. € bzw. Auflösung der restlichen Rückstellung führte. Der steuerliche Sachverhalt in Asien wurde geklärt und die zugehörige Rückstellung über 3.945 Tsd. € aufgelöst. Die restlichen Rückstellungen entfallen wie im Vorjahr auf unklare Rechtslage im Zusammenhang mit Pensionsversicherungsbeiträge in Asien und Risiken aus schwebenden Geschäften.

19. Derivative Finanzinstrumente

Die derivativen Finanzinstrumente des Geschäftsjahres betreffen zur Gänze Zinsswaps. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erzielt werden würde.

Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31.03.2024 31.03.2023
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Zinsswaps zu Marktwerten 8.720 2.792 17.401
Summe Marktwerte 8.720 2.792 17.401
Langfristiger Anteil 8.720 2.792 17.401

Zum 31. März 2024 liegen die festen Zinssätze der Zinsswaps zwischen -0,03 % und 3,46 %, der variable Zinssatz basiert auf dem Sechs-Monats-EURIBOR.

Basierend auf den verschiedenen Szenarien sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derartige Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern Darlehen mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nominalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen.

Während des Geschäftsjahres stimmten alle wesentlichen Vertragsbedingungen (wie Laufzeit, Volumen, Marktzinssatz etc.) bei einem Großteil der abgeschlossenen Zinsswaps mit jenen der Grundgeschäfte überein, sodass von einer Sicherungsbeziehung auszugehen ist, vor allem weil die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht.

Die Konditionen der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €, in Monaten, in % Nominalvolumen Fälligkeit Durchschnittlicher
gesicherter Zinssatz
während der Periode
Zinsswaps 443.000 12 - 52 Monate -0,03 % - 3,46 %

Die Wertentwicklung der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

Buchwert des Sicherungsinstruments1
in Tsd. € Aktiva Passiva Änderungen im
Fair Value des
Sicherungsinstru
ments, welcher
der Berechnung
der Ineffektivität
zugrundegelegt
wird
Änderungen im
Fair Value des
Sicherungsinstru
ments, die in der
Cashflow-Hedge
Rücklage erfasst
wurden
zum 31.03.2024 8.720 2.792 (3.876) (7.886)
zum 31.03.2023 17.401 7.493 5.953

1 Die Zinsswaps sind unter den finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten ausgewiesen (Vorjahr: finanzielle Forderungen)

20. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten:

31.03.2024
in Tsd. € Bewertungskategorie nach
IFRS 9 oder Bewertung
nach anderen IFRS1
Level Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 6.981 6.981
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 2 118 118
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC 9.700
Finanzielle Vermögenswerte 16.799
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich
Wertberichtigungen
FAAC 96.386
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAFVOCI 3 12.634 12.634
Vertragliche Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen - 118.757
Sonstige Forderungen FAAC 43.185
Sonstige Forderungen - 57.175
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forde
rungen
328.137
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 1.739 1.739
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 946 946
Finanzielle Vermögenswerte FAAC 24.243
Finanzielle Vermögenswerte 26.928
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 676.490
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 676.490
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 2.120.434
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 2.792 2.792
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2.123.226
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 430.637
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 38.103
Sonstige Verbindlichkeiten - 129.369
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang
und kurzfristige Verbindlichkeiten
598.109
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC 850.004
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
FAAFVOCI 12.752 12.752
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
FAAFVPL 946 946
Derivate DHI 8.720 8.720
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 2.589.174
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI 2.792 2.792

1 FAAC: Financial assets at amortised cost (Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten)

FAAFVOCI: Financial assets at fair value through OCI (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

FAAFVPL: Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

DHI: Derivatives as hedging instruments (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate)

FLAAC: Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

31.03.2023
in Tsd. € Bewertungskategorie nach
IFRS 9 oder Bewertung
nach anderen IFRS1
Level Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 13.952 13.952
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 2 118 118
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC 13.624
Finanzielle Vermögenswerte 27.694
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigun
gen
FAAC 132.890
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAFVOCI 3 7.616 7.616
Vertragliche Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen - 135.176
Sonstige Forderungen FAAC 35.925
Sonstige Forderungen - 82.774
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forde
rungen
394.381
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 3.449 3.449
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 877 877
Finanzielle Vermögenswerte FAAC 20.815
Finanzielle Vermögenswerte 25.141
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 791.738
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 791.738
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 1.695.779
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.695.779
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 457.897
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 43.179
Sonstige Verbindlichkeiten - 123.747
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang
und kurzfristige Verbindlichkeiten
624.823
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC 994.992
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVOCI 7.734 7.734
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
FAAFVPL 877 877
Derivate DHI 17.401 17.401
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 2.196.855
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI

1 FAAC: Financial assets at amortised cost (Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten)

FAAFVOCI: Financial assets at fair value through OCI (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

FAAFVPL: Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

DHI: Derivatives as hedging instruments (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate) FLAAC: Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten) Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden.

  • Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bestimmt.
  • Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.
  • Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde.

Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 39.541 58.502
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 5
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 6.131 7.784
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (73.774) (25.229)
Summe (28.102) 41.062

Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Dividendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Abgang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzinstrumente.

Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 7.482 Tsd. € Nettoertrag (Vorjahr: 12.100 Tsd. € Nettoertrag) im Betriebsergebnis dargestellt. Es handelt sich hierbei vor allem um Fremdwährungseffekte. Des Weiteren sind 35.584 Tsd. € Nettoaufwand (Vorjahr: 28.962 Tsd. € Nettoertrag) im Finanzergebnis enthalten.

Finanzrisiken

Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen erläutert.

Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt zentral durch das Group Treasury, entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungsparameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns ab.

Finanzierungs- und Zinsänderungsrisiko Das Finanzierungsrisiko umfasst sowohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente.

Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapiervermögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt. Es wird auf Erläuterung 12 "Finanzielle Vermögenswerte" und Erläuterung 13 "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" verwiesen.

Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 36,0 % des Gesamtbetrags aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vorjahr: 44,0 %). Es wird weiters auf Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis bzw. Jahresbasis überprüft werden. Bei Überschreitung vorgegebener Grenzwerte bestimmter KPIs haben die Kreditgeber Anspruch auf einen Step-up auf die bestehende Zinsvereinbarung; Kündigungsrechte sind in diesem Zusammenhang nicht vereinbart.

Liquiditätsrisiko Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 1.276,8 Mio. € (Vorjahr: 1.542,5 Mio. €). Davon entfallen 695,3 Mio. € (Vorjahr: 816,9 Mio. €) auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare Wertpapiere sowie 581,5 Mio. € (Vorjahr: 725,6 Mio. €) auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 265,7 Mio. € reduziert. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe von 19,5 Mio. € (Vorjahr: 20,3 Mio. €), welche auf AT&S in China entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen.

Kreditrisiko Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls.

Das Kreditrisiko wird durch einen umfassenden Prozess minimiert. Kunden werden regelmäßigen Bonitätsprüfungen unterzogen, und deren Forderungen sind zum großen Teil versichert. Nicht versicherte Forderungen werden kontinuierlich überwacht, und im Falle von erkennbaren Risiken erfolgen Lieferungen nur noch gegen Vorauskasse oder auf Basis von Bankgarantien. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden 0,8 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) bzw. 0,7 % (Vorjahr: 0,5 %) des Forderungsstands wertberichtigt.

Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 11 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte" verwiesen.

Wechselkursrisiko Als weltweit tätiges Unternehmen ist der AT&S-Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wertschöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise "natürliche Hedges" vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch die maximale Reduktion des FX-Exposure (Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und eventuell durch die Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z.B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Währungswaps abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine derartigen Instrumente.

Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßiger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden.

Finanzmarktrisiken Zu den Finanzmarktrisiken und derivativen Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläuterung I.B.l. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Finanzielle Vermögenswerte: Derivative Finanzinstrumente" und Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente". Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Optionen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Evaluierung der Finanzmarktrisiken durch Sensitivitätsanalysen Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zinsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. Dabei wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine prozentuelle Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwährungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt. Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der ertragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach Steuern errechnet.

Zinsänderungsrisiken ergeben sich für den AT&S-Konzern aus Positionen mit variabler Verzinsung, und zwar hauptsächlich aus der Refinanzierungstätigkeit. Basis- oder Optionsrisiken spielen dabei eine geringe Rolle. Gesteuert wird das Risiko des Zinsbuchs neben dem Abschluss von Geschäften mit fixer Verzinsung auch durch den Einsatz von Zinsderivaten. Die Auswirkung auf die finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

31.03.2024
in Tsd. € EUR USD Sonstige Summe In %
Vor Hedging
Fix verzinst 120.545 199.926 320.471 15,1 %
Variabel verzinst 1.799.963 1.799.963 84,9 %
Summe 1.920.508 199.926 2.120.434 100,0 %
In % 90,6 % 9,4 % 100,0 %
Nach Hedging
Fix verzinst 563.545 199.926 763.471 36,0 %
Variabel verzinst 1.356.963 1.356.963 64,0 %
Summe 1.920.508 199.926 2.120.434 100,0 %
In % 90,6 % 9,4 % 100,0 %
31.03.2023
in Tsd. € EUR USD Sonstige Summe In %
Vor Hedging
Fix verzinst 139.653 198.161 337.814 19,9 %
Variabel verzinst 1.357.966 1.357.966 80,1 %
Summe 1.497.618 198.161 1.695.779 100,0 %
In % 88,3 % 11,7 % 100,0 %
Nach Hedging
Fix verzinst 547.653 198.161 745.814 44,0 %
Variabel verzinst 949.966 949.966 56,0 %
Summe 1.497.618 198.161 1.695.779 100,0 %
In % 88,3 % 11,7 % 100,0 %

Wären die Euro-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 10,2 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €) geringer bzw. 10,2 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Wären die USD-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) geringer bzw. 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären.

Dieser Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzuwenden wären.

Die Auswirkung hypothetischer Wechselkursänderungen auf das Periodenergebnis resultiert gemäß IFRS 7 aus Finanzinstrumenten monetärer Art, die nicht in der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens denominiert sind. Folglich dienen Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmittel bzw. gegebenenfalls Fremdwährungsderivate als Basis für die Berechnung des Ergebniseffekts. Bei AT&S besteht dieses Risiko im Wesentlichen aus US-Dollar Salden, daher werden Sensitivitätsanalysen nur für diese Währung durchgeführt. Die durchschnittliche Veränderung des US-Dollar/Euro-Stichtagskurses in den letzten fünf Jahren betrug 3,0 % (Vorjahr: 5,0%). Eine Aufwertung des US-Dollars zum Euro um 3,0 % würde das Ergebnis um 14,0 Mio. € (Vorjahr: 21,2 Mio. €) erhöhen. Eine Abwertung des US-Dollars zum Euro um ebendiesen Prozentsatz würde das Ergebnis um 14,0 Mio. € (Vorjahr: 21,2 Mio. €) reduzieren. Auf Stichtagsbasis hat der US-Dollar zum Euro um 1,0 % aufgewertet.

Kapitalrisikomanagement Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten verändert.

Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerten (Covenants) überwacht der Konzern sein Kapital in Bezug auf das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer). Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis bzw. Jahresbasis überprüft werden. Bei Überschreitung vorgegebener Grenzwerte bestimmter KPIs haben die Kreditgeber Anspruch auf einen Step-up auf die bestehende Zinsvereinbarung; Kündigungsrechte sind in diesem Zusammenhang nicht vereinbart.

Die Strategie des Konzerns besteht darin, die Eigenkapitalquote über 30 % zu halten sowie die fiktive Entschuldungsdauer von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Abweichungen sind in Abhängigkeit vom Marktumfeld und aufgrund von Investitionsprojekten möglich und können in einem volatilen Umfeld auftreten.

Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapitalquote 20,7 % und lag damit unter dem Vorjahreswert von 27,8 % sowie unter dem Zielwert von mehr als 30,0 %. Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Bilanzsumme infolge der Investitionen und der vorzeitigen Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms zurückzuführen. Die fiktive Entschuldungsdauer lag mit 4,6 Jahren über dem Vorjahreswert von 2,0 Jahren.

21. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. März 2024 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 323.027 Tsd. € (Vorjahr: 979.500 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorhaben. Die zum Bilanzstichtag übernommene Ausfallshaftung im Rahmen der Forderungsverkäufe beträgt 15.053 Tsd. € (Vorjahr: 13.183 Tsd. €) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Dieser Betrag entspricht dem maximalen Risiko, d. h., wenn es bei allen übertragenen Forderungen gleichzeitig zu Forderungsausfällen kommen würde. Diese Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der erwartete Wert dieses Risikos ist unwesentlich. Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien in Höhe von 334 Tsd. € (Vorjahr: 197 Tsd. €). Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Garantien in Höhe von 315 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €).

22. Gezeichnetes Kapital

Im Umlauf
befindliche Aktien
in Tsd. Stück
Grundkapital
in Tsd. €
Kapitalrücklage
in Tsd. €
Gezeichnetes Ka
pital
in Tsd. €
31.03.2022 38.850 42.735 99.112 141.847
31.03.2023 38.850 42.735 99.112 141.847
31.03.2024 38.850 42.735 99.112 141.847

Grundkapital Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig einbezahlt und beträgt zum 31. März 2024 42.735 Tsd. € (Vorjahr: 42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 € eingeteilt.

Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung Der Vorstand wurde durch die 25. ordentliche Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu 21.367.500 € zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt um bis zu 21.367.500 € erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtauschund/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, ent-sprechend den Beschlüssen der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Freie Rücklagen In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns mit Zustimmung des Aufsichtsrats in freie Rücklagen umzuwidmen.

Im Umlauf befindliche Aktien Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2024 (Vorjahr: 38.850.000 Stück).

Eigene Anteile In der 29. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2023 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 zu Punkt 10 der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2024 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Dividende pro Aktie Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2022/23 je Aktie 0,40 € (Vorjahr: 0,90 €) an Dividenden ausgeschüttet.

23. Sonstige Rücklagen

Die im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € Währungs
umrechnungs
differenzen
Erfolgsneutral
zum beizulegen
den Zeitwert
bewertete
finanzielle
Vermögenswerte
Sicherungs
instrumente aus
der Absicherung
von
Zahlungsströmen
Umbewertung
von Verpflichtun
gen aus Leistun
gen an Arbeit
nehmer nach
Beendigung des
Arbeits
verhältnisses
Sonstige
Rücklagen
Buchwert 31.03.2022 195.251 (39) 2.746 (10.049) 187.909
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern
(143.188) 4.572 (138.616)
Umgliederung realisierter, im Konzernergebnis er
fasster Änderungen, nach Steuern
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen
an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsver
hältnisses, nach Steuern
3.028 3.028
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte, nach Steuern
Buchwert 31.03.2023 52.063 (39) 7.318 (7.021) 52.321
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern
(114.154) (6.059) (120.213)
Umgliederung realisierter, im Konzernergebnis er
fasster Änderungen, nach Steuern
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen
an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsver
hältnisses, nach Steuern
(999) (999)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte, nach Steuern
Buchwert 31.03.2024 (62.091) (39) 1.259 (8.020) (68.891)

Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfallen, wird auf Erläuterung 6 "Ertragsteuern" verwiesen.

24. Hybridkapital

Im Jänner 2022 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von 350.000 Tsd. € und einer Verzinsung von 5,0 % platziert. Diese Hybridanleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren durch die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Der Erlös dieser Hybridanleihe wird als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen, da dieses Instrument die Kriterien von Eigenkapital gemäß IAS 32 erfüllt. Es werden daher auch die zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung gezeigt. Die Begebungskosten der Hybridanleihe betrugen 2.676 Tsd. €. Wird die Anleihe nach fünf Jahren nicht gekündigt, verändert sich der Zinssatz auf den dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz plus einem Aufschlag von 9,942 %punkten.

25. Cashflow

In Übereinstimmung mit IAS 7 umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Sichteinlagen sowie kurzfristige, liquide Anlagen, die jederzeit in Geldbeträge umgewandelt werden können und die nur unwesentlichen Risiken von Wertänderungen unterliegen. Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird nach der indirekten Methode erstellt.

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2023/24 496.195 Tsd. € (Vorjahr: 472.009 Tsd. €), der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 653.380 Tsd. € (Vorjahr: 476.370 Tsd. €). Hauptursache für die Steigerung sind die Veränderungen im Umlaufvermögen, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte verringerten sich um 87.999 Tsd. € (Vorjahr: Verringerung um 4.476 Tsd. €), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten erhöhten sich um 89.308 Tsd. € (Vorjahr: Verringerung um -51.774 Tsd. €). Der Cashflow aus der Veränderung der Vorräte erhöhte sich um 19.958 Tsd. € (Vorjahr: Verringerung um 41.076 Tsd. €).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -825.985 Tsd. € und liegt unter dem Vorjahreswert von -1.044.861 Tsd. €. Die Investitionstätigkeiten in Chongqing haben sich deutlich verringert und in Kulim und Hinterberg erhöht. Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen haben sich um 242.182 Tsd. € verringert, auch die Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen (3.413 Tsd. €) sind im Vergleich zum Vorjahr (104.811 Tsd. €) deutlich zurückgegangen. Die im Vorjahr deutlich höheren Einzahlungen resultierten überwiegend aus der im Vorjahr geänderten Finanzierungsmodalität (Leasing) bei der Bautätigkeit in Hinterberg, Österreich. Zum 31. März 2024 bestehen Verbindlichkeiten aus Investitionen in Höhe von 195.945 Tsd. € (Vorjahr: 313.952 Tsd. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2023/24 beträgt 51.754 Tsd. €. Die Verminderung im Vergleich zum Vorjahreswert von 210.969 Tsd. € resultiert im Wesentlichen aus den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner, die aufgrund von Finanzierungen aus Investitionsprojekten in Chongqing, China im Vorjahr um 198.161 Tsd. € angestiegen sind und bei denen es im Geschäftsjahr 2023/24 zu keiner Veränderung gekommen ist. Ebenso hat es 2023/24 auch keine Rückzahlung von Hybridkapital gegeben (Vorjahr: Rückzahlung von -41.393 Tsd. €).

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Cashflow aus dem Ergebnis 496.195 472.009
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 653.380 476.370
Cashflow aus Investitionstätigkeit (825.985) (1.044.861)
Freier Cashflow (172.605) (568.491)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 51.754 210.969
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (120.851) (357.522)
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 5.603 29.339
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 676.490 791.738

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Geschäftsjahresende 2023/24 beträgt 676.490 Tsd. € (Vorjahr: 791.738 Tsd. €) und dient vor allem zur Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge stellen sich im Detail wie folgt dar:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Auflösung von Investitionszuschüssen (11.238) (10.516)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (17.598) (24.111)
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (28.836) (34.627)

Überleitung Nettoverschuldung:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 676.490 791.738
Finanzielle Vermögenswerte 43.727 52.835
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig (518.189) (662.433)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig (1.605.037) (1.033.346)
Nettoverschuldung (1.403.009) (851.207)
Sonstige Vermögenswerte
in Tsd. € Zahlungsmittel Finanzielle
Vermögenswerte
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Summe
Stand zum 31.03.2022 1.119.921 23.413 (1.354.979) (211.646)
Cashflow (357.522) 2.630 (344.052) (698.944)
Währungsumrechnungseffekte 29.339 201 2.744 32.284
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen 26.591 508 27.099
Stand zum 31.03.2023 791.738 52.835 (1.695.779)
Nettoverschuldung 31.03.2023 (851.207)
Cashflow (120.851) 1.962 (426.537) (545.426)
Währungsumrechnungseffekte 5.603 229 1.882 7.714
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen (11.299) (2.792) (14.091)
Stand zum 31.03.2024 676.490 43.727 (2.123.226)
Nettoverschuldung 31.03.2024 (1.403.009)

V. SONSTIGE ANGABEN

26. Ergebnis je Aktie

Der Gewinn bzw. Verlust je Aktie wird gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" (Earnings per Share) berechnet.

Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2024 werden keine eigenen Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug zu bringen gewesen wären.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2023/24 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2022/23.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2023/24 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2022/23.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden:

in Tsd. Stück 2023/24 2022/23
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 38.850
Verwässernde Auswirkung
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 38.850

Unverwässertes Ergebnis je Aktie Die Basisberechnung des Ergebnisses je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.

2023/24 2022/23
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) (54.194) 117.862
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) (1,39) 3,03

Verwässertes Ergebnis je Aktie Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausständigen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und sind im verwässerten Ergebnis je Aktie enthalten.

2023/24 2022/23
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) (54.194) 117.862
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) (1,39) 3,03

27. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Vorstand der AT&S hat am 10. Mai 2024 beschlossen, vorerst keine Kapitalerhöhung vorzunehmen. Die Gespräche mit potenziellen Investoren wurden beendet. Das Unternehmen beabsichtigt nun den Verkauf des Werks in Ansan, Korea, das vorwiegend den Medizinmarkt bedient. Um das strategische Profil des Konzerns weiter zu schärfen, hat sich AT&S vorbehaltlich günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und – soweit anwendbar – entsprechender Genehmigungen entschieden, die Veräußerung des medizinischen Geschäftsbereichs in Betracht zu ziehen und einen gestaffelten wettbewerblichen Verkaufsprozess eingeleitet. Der Geschäftsbereich Medizintechnik ist am Produktionsstandort Ansan in Südkorea angesiedelt und befindet sich im Besitz der 100%igen Tochtergesellschaft, AT & S Korea Co., Ltd. Aus Konzernsicht lagen der Umsatz dieser Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023/24 bei 75.610 Tsd. € (Vorjahr: 64.003 Tsd. €) und das EBITDA bei 37.884 Tsd. € (Vorjahr: 27.935 Tsd. €). Die Sachanlagen beliefen sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf 37.006 Tsd. € (Vorjahr: 38.093 Tsd. €). Aufgrund von Interessensbekundungen potenzieller Investoren wird die AT&S nach erfolgten Due-Diligence-Prüfungen über weitere Schritte entscheiden.

Darüber hinaus hat der Vorstand der AT&S beschlossen, mit der konsequenten Umsetzung und einer weiteren Fokussierung der bereits laufenden Effizienzprogramme fortzufahren, um damit dem aktuellen Preisdruck im Markt entgegenzuwirken. Neben umfassenden kostensenkenden Maßnahmen wird es auch zu einem Abbau von bis zu 1.000 Mitarbeiter:innen an den bestehenden Standorten im gesamten Konzern kommen.

28. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting GmbH tätig ist, erhalten:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 363 363
Summe 363 363

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2023/24 und bis zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Peter Schneider (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Peter Griehsnig (seit 1. April 2023)
  • Mag.a Petra Preining
  • DI Ingolf Schröder

Im Geschäftsjahr 2023/24 waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Mag.a DDr. Regina Prehofer (1. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dr. Georg Riedl (2. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • Prof. Dr. Hermann Eul
  • DI (FH) Georg Hansis, MBA
  • Mag. Robert Lasshofer
  • Dipl.-Phys. Lars Reger, MBA
  • Mag.a Dr. Karin Schaupp
  • Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Bianca Ernhardt
  • Wolfgang Fleck
  • Christa Köberl (seit 20.12.2023)
  • Günter Pint
  • Siegfried Trauch
  • Günther Wölfler (bis 19.12.2023)

Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der ausstehenden
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2024 31.03.2023 2023/24 2022/23
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 150.000 150.000 213 (948)
Dr. Peter Schneider 90.000 60.000 78 (293)
Dr. Peter Griehsnig1 50.000 63
Mag.a Petra Preining 60.000 30.000 46
DI Ingolf Schröder 90.000 60.000 78 (293)
Vorstandsmitglieder gesamt 440.000 300.000 478 (1.534)
Ing. Heinz Moitzi 5.000 35.000 (283) (586)
Mag.a Monika Stoisser-Göhring (586)
Summe 445.000 335.000 195 (2.706)

1 Die Zuteilungen erfolgten teilweise vor Bestellung zum Mitglied des Vorstands. Aufgrund der Aktienkursentwicklung ergab sich im Geschäftsjahr 2022/23 eine Reduktion des Personalaufwands. Diese wird in der Tabelle mit einem negativen Vorzeichen dargestellt.

Für weitere diesbezügliche Ausführungen wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 14 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtvergütungen der Mitglieder des Vorstands gemäß IAS 24:

2023/24 2022/23
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Fixe und erwartete variable Zahlungen
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 647 838 1.485 647 2.366 3.013
Dr. Peter Schneider 449 176 625 449 176 625
Dr. Peter Griehsnig1 449 176 625
Mag.a Petra Preining 449 176 625 225 216 441
DI Ingolf Schröder 449 176 625 449 176 625
Vorstand gesamt 2.443 1.542 3.985 1.770 2.934 4.704
Dipl.-Vw. Simone Faath 8 8 5 100 105
Ing. Heinz Moitzi 1.166 1.166
Mag.a Monika Stoisser-Göhring 1.016 1.016
Ehemaliger Vorstand gesamt 8 8 5 2.282 2.287
Summe fixe und erwartete variable Zahlungen 2.443 1.550 3.993 1.775 5.216 6.991
Überleitung zum im Abschluss erfassten Aufwand (569) (569) 569 569
Summe 2.443 981 3.424 1.775 5.785 7.560

1 Der Ausweis der Vergütung im Geschäftsjahr 2023/24 erfolgt ab der erstmaligen Bestellung zum Vorstand am 1. April 2023. Ausübungen von Aktien-Wertsteigerungsrechten, welche vor Bestellung zum Vorstand zugeteilt wurden, sind nicht enthalten.

Im Vorjahr wurde basierend auf vorläufig ermittelten Werten eine Rückstellung für variable Bezüge in Höhe von 5.785 Tsd. € gebucht. Die tatsächliche Auszahlung für variable Vorstandsvergütungen hat 5.216 Tsd. € betragen.

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde die Gruppe der leitenden Angestellten angepasst und umfasst nunmehr ausschließlich die Mitglieder des Vorstands.

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 518 Tsd. € (Vorjahr: 1.725 Tsd. €) enthalten. Im Vorjahr war in den variablen Bezügen für DI (FH) Andreas Gerstenmayer eine Sonderprämie in Höhe von 321 Tsd. € enthalten. Diese Prämie wurde aufgrund der erheblichen Auswirkungen auf seine Vorstandstätigkeit durch die notwendige temporäre, längerfristige Übernahme der Finanzvorstandsagenden gewährt.

In den Bezügen "Ehemaliger Vorstand gesamt" sind sonstige Ansprüche im Zusammenhang mit der Beendigung des Vorstandsvertrags von Frau Dipl.-VW. Simone Faath enthalten. Im Vorjahr sind in den variablen Bezügen von Ing. Heinz Moitzi Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 1.166 Tsd. € enthalten. Ebenfalls sind im Vorjahr in den variablen Bezügen von Mag.a Monika Stoisser-Göhring Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 1.016 Tsd. € enthalten.

Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Andreas Gerstenmayer 64 Tsd. € (Vorjahr: 64 Tsd. €), für Dr. Peter Schneider 44 Tsd. € (Vorjahr: 44 Tsd. €), für Dr. Peter Griehsnig 42 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €), für Mag.a Petra Preining 44 Tsd. € (Vorjahr: 20 Tsd. €) und für DI Ingolf Schröder 44 Tsd. € (Vorjahr: 44 Tsd. €) in die Pensionskasse einbezahlt. Für das ehemalige Vorstandsmitglied Frau Dipl.-VW. Simone Faath wurden im Vojahr noch 45 Tsd. € in die Pensionskasse einbezahlt.

Gemäß IAS 24 sind nahestehende Personen Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt oder indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens zuständig und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der aktuellen und ehemaligen Mitglieder des Vorstands, der leitenden Angestellten und von deren Hinterbliebenen betragen:

Abfertigungen Pensionen
in Tsd. € 2023/24 2022/23 2023/24 2022/23
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 119 157 238 217
Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst (5) 13

Auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Dr. Hannes Androsch 159 170
Mag.a DDr. Regina Prehofer 125 124
Dr. Georg Riedl 140 137
Prof. Dr. Hermann Eul 69 75
DI (FH) Georg Hansis, MBA 56 62
Mag. Robert Lasshofer 86 84
Dipl. Phys. Lars Reger, MBA 56 62
Mag.a Dr. Karin Schaupp 56 62
Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell 76 73
Summe 823 849

29. Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2023/24 2022/23
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 739 589
Andere Bestätigungsleistungen 777 33
Sonstige Leistungen 422 44
Summe 1.938 666

Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, ebenfalls enthalten. Andere Bestätigungsleistungen entfallen auf Aufwendungen für diverse Projekte. Die sonstigen Leistungen beinhalten vor allem Aufwendungen im Zusammenhang mit strategischen Projekten.

30. Personalstand

Die Durchschnittszahlen der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter:innen stellen sich wie folgt dar:

2023/24 2022/23
Arbeiter:innen 9.046 9.854
Angestellte 4.782 5.426
Summe 13.828 15.280

Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal für das Geschäftsjahr 2023/24 in durchschnittlicher Höhe von 309 und für das Geschäftsjahr 2022/23 in durchschnittlicher Höhe von 383.

Leoben-Hinterberg, am 13. Mai 2024

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h.

Dr. Peter Schneider e.h. Dr. Peter Griehsnig e.h. Mag. Petra Preining e.h. DI Ingolf Schröder e.h.
-- -------------------------- -------------------------- -------------------------- -------------------------
1. Markt- und Branchenumfeld 73
1.1.
Wirtschaftliches Gesamtumfeld 73
1.2.
Branchenumfeld 73
1.3.
Branchen- und Technologietrends 77
2. Wirtschaftsbericht 79
2.1.
Gesamtentwicklung des Konzerns 79
2.2.
Ertragsentwicklung im Konzern 79
2.3.
Ertragsentwicklung in den Segmenten 83
2.4.
Vermögens- und Finanzlage 86
2.4.1. Vermögen 86
2.4.2. Finanzierung 88
2.4.3. CashFlow 90
2.4.4. Leistungskennzahlen 91
2.5.
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 93
3. Weitere gesetzliche Angaben 94
3.1.
Standorte und Zweigniederlassungen 94
3.2.
Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB) 95
3.3.
Nichtfinanzielle Erklärung 97
4. Forschung und Entwicklung 98
5. Chancen und Risiken 101
5.1.
Chancen- und Risikomanagement 101
5.2.
Erläuterung der Einzelrisiken 102
5.3.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen 108
6. Ausblick 110

1. MARKT- UND BRANCHENUMFELD

1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Im Jahr 2023 fand größtenteils wieder eine Annäherung an die Verhältnisse von vor COVID-19 statt. Lieferketten und Nachfrage stabilisierten sich, während die Zentralbanken die geldpolitischen Zügel strafften, um die Inflation einzudämmen.

In den meisten Regionen schwächte sich die Gesamtinflation ab, nachdem im Jahr 2022 Höchstwerte verzeichnet worden waren. Die Kerninflation, ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise, erwies sich jedoch als hartnäckiger. Die Verbrauchernachfrage in den meisten größeren Volkswirtschaften war nach wie vor verhalten, da die Inflation und das hohe Zinsniveau die Kaufkraft einschränkten. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2023 um geschätzte 3,1 % zu, wobei die Industrieländer ein langsameres Wachstum als die Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichneten. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Euroraum um 0,5 %, in China um 5,2 % und in den Vereinigten Staaten um 2,5 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2024 um 3,1 % steigen.1

Konflikte und geopolitische Spannungen spielten nach wie vor eine große Rolle auf internationaler Ebene. Ein viel beachtetes Thema waren die anhaltenden Bestrebungen der USA, unterstützt durch ihre europäischen und asiatischen Verbündeten, den Zugang Chinas zu Spitzentechnologien mithilfe von Exportbeschränkungen und -verboten einzuschränken. Diese betreffen eine zunehmende Anzahl chinesischer und internationaler Technologieunternehmen. Der anhaltende Krieg in der Ukraine und die seit Herbst 2023 anhaltende Bombardierung des Gazastreifens durch die israelische Armee nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober hat zu einer Zunahme der Spannungen im Nahen Osten und weltweit geführt.

So hat sich der Gaza-Konflikt bereits auf die Lage im Roten Meer ausgeweitet, wo die jemenitischen Huthi als Reaktion auf die israelischen Kriegshandlungen begannen, Handelsschiffe anzugreifen. Diese Angriffe haben wiederum dazu geführt, dass große Speditionen ihre Routen auf die Umschiffung Afrikas umgestellt haben. Die logistischen Auswirkungen waren vor allem auf den Handelsrouten zwischen Europa und Asien spürbar und zeigen sich bisher in längeren Lieferzeiten und höheren Kosten.

Auch klimatische Faktoren belasteten die Konjunkturerholung. Der niedrige Wasserstand des Panamakanals hatte erhebliche Störungen des Schiffsverkehrs zur Folge und die eingeschränkte Befahrbarkeit dieser Handelsroute dürfte auch in Zukunft eine Herausforderung darstellen.

1.2. Branchenumfeld

Halbleiter

Die Entwicklung der Halbleiterindustrie folgte 2023 im Wesentlichen den normalen saisonalen Mustern. Sie erholte sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte allmählich von der Abschwungphase, die Ende 2022 eingesetzt hatte. Die schwierigen makroökonomischen Bedingungen in Industrieländern, darunter hohe Inflation, hohe Zinsen und eine schwache Verbrauchernachfrage, belasteten die Halbleiterindustrie in erheblichem Maße: Die Gesamtumsätze in der globalen Halbleiterindustrie beliefen sich 2023 auf 526,8 Mrd. US-\$, ein Minus von 8,2 % gegenüber 2022 (574,1 Mrd. US-\$).2

Ein signifikanter Teil der 2023 erzielten Umsätze ist auf den Abverkauf von Beständen zurückzuführen. Diese bewegten sich im gesamten Jahr für die meisten Anwendungen weiter auf hohem Niveau. Auch die Sektoren Industrial und Automotive, die zu Beginn des Jahres noch stabiles Wachstum zeigten, das auf die Entwicklung 2022 zurückging, verzeichneten in der zweiten Jahreshälfte eine Abschwächung aufgrund übermäßiger Lagerbestände und einer rückläufigen Nachfrage.

Am stärksten von der Nachfrageschwäche betroffen war das Segment Client Computing. Die Infrastrukturausgaben insbesondere im Bereich Rechenzentren erwiesen sich als stabiler, wenngleich sie geringer als in den Jahren 2021/2022 ausfielen.

Der Ausbau der Infrastruktur im Zusammenhang mit KI-bezogenen Diensten führte zu einer deutlichen Verlagerung der

1 IMF, "World Economic Outlook Update", Januar 2024

2 Semiconductor Industry Association, Pressemitteilung "Global Semiconductor Sales Decrease 8.2% in 2023; Market Rebounds Late in Year", Februar 2024

Ausgaben in Richtung Grafikprozessoren (GPUs) und Beschleunigerkarten mit hohem durchschnittlichen Verkaufspreis, wodurch sich eine bedeutende Wachstumsnische bildete. Von diesem Trend profitierte vor allem NVIDIA, doch auch AMD konnte seinen Marktanteil weiter ausbauen. Die Verlagerung der Ausgaben ging teilweise zulasten herkömmlicher Server. Es wird erwartet, dass sich die Zuwächse im Bereich KI-bezogener Hardware auch 2024 und auf mittlere Sicht fortsetzen werden.

Die geringe Nachfrage sowie die entsprechenden Auswirkungen auf die Lagerbestände belasteten Lieferanten für das Halbleiter Backend wie zum Beispiel Anbieter von Substraten in besonderem Maße. Dies ist auch der Grund für die anhaltenden rückläufigen Prognosen für den Markt für hochwertige Substrate (einschließlich Flip-Chip, System-in-Package und Embedded Die) für 2023. So wurde die Erwartung für den gesamten Markt für Flip-Chip Ball Grid Arrays (FC-BGA) von März bis November 2023 um 23 % auf 6,8 US-\$ Mrd. gesenkt.3 Auch die Prognosen für den FC-BGA-Markt wurden nach unten korrigiert: Der Markt für FC-BGA wird nun bis 2028 mit einer Größe von 10,6 Mrd. US-\$ eingeschätzt (bisherige Prognose: 12 Mrd. US-\$ im Jahr 2027).4

Es wird erwartet, dass sich 2024 als Übergangsjahr erweisen wird, mit anhaltenden Belastungen durch Nachfrageschwäche, Bestandskorrekturen und restriktive geldpolitische Maßnahmen in der ersten Jahreshälfte. Erst in der zweiten Jahreshälfte ist mit unterstützenden Faktoren zu rechnen. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen sind ein weiterer Faktor, der sich negativ auf das globale Wachstum auswirken könnte. Uneinheitliche Maßnahmen zur Behebung dieser Probleme dürften weiter im gesamten Verlauf des Jahres für Unsicherheit sorgen und die Prognosesicherheit einschränken.

Consumer, Computing, Kommunikation

Die schwache Nachfrage in den Segmenten Consumer, Computing, Communication (3C), die noch auf das Jahr 2022 zurückgeht, wirkte sich bei den meisten Consumer-Electronics-Geräten, z. B. Smartphones, PCs und Tablets, und auch bei einigen Wearables auf die Liefermengen aus. Wesentliche Herausforderungen waren der Abbau von Beständen in der gesamten Lieferkette, eine schwache Nachfrage in größeren Märkten wie China und weitere schwierige makroökonomische und geopolitische Bedingungen. Daher war bei vielen wichtigen Consumer-Anwendungen im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang festzustellen, der auf die negativen angebots- und nachfrageseitigen Effekte zurückzuführen war.

Die globalen Liefermengen bei Smartphones sind 2023 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 % auf 1,17 Mrd. Einheiten zurückgegangen.5 Auf dem chinesischen Markt wurde ein Minus von 5,0 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.6 Wenngleich die Liefermengen insgesamt rückläufig waren, legten 5G-Smartphones um 10 % gegenüber dem Vorjahr zu.7 Im vierten Quartal wurden ein Plus von 8,5 % gegenüber dem Vorjahr sowie eine Liefermenge von 326,1 Mio. Einheiten verbucht. Dies deutet auf eine potenzielle Stabilisierung oder sogar auf den Beginn einer allmählichen Erholung im Jahr 2024 hin.5

Im Jahr 2022 brachen die Liefermengen von PCs um 16,5 % gegenüber dem Vorjahr ein, und 2023 wurde ein weiterer Rückgang von 13,9 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Dieser Rückgang folgte auf einen Boom der PC-Käufe während der COVID-19-Pandemie.8 Die gesamte Liefermenge von 260 Mio. Einheiten entspricht jedoch in etwa der Liefermenge von 268 Mio. Einheiten vor der Pandemie (Fünf-Jahres-Durchschnitt, 2015–2019).9

Der Rückgang von Endgeräteverkäufen einhergehend mit gestiegenem Preisdruck spiegelt sich in den PCB-Umsatzzahlen für 2023 wider. Aus diesen ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 11,5 % auf 18,1 Mrd. US-\$ im Segment Communication (einschließlich Smartphones), ein Rückgang von 16,8 % gegenüber dem Vorjahr auf 15,3 Mrd. US-\$ bei Computing und ein Rückgang von 14,4 % auf 7,2 Mrd. US-\$ im Bereich Consumer. Die jüngsten mittelfristigen Prognosen für 2029 belaufen sich auf 20,1 Mrd. US-\$, 23,5 Mrd. US-\$ und 9,2 Mrd. US-\$ für Computing, Communication bzw. Consumer.24

8 IDC, Pressemitteilung "Worldwide PC Shipments Declined 2.7% Year Over Year in the

3 Prismark Partners, "Application Forecasts", November 2023

4 Prismark Partners, "Application Forecasts", Februar 2024; Werte für 2029 wurden mittels der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate 2023-2028 und dem Wert für 2028 aus der Quelle extrapoliert 5

IDC, Pressemitteilung "Apple Grabs the Top Spot in the Smartphone Market in 2023 along with Record High Market Share Despite the Overall Market Dropping 3.2%, According to IDC Tracker", Januar 2024

6 IDC, Pressemitteilung " Apple Captures the Top Spot in the China Smartphone Market in 2023 for the First Time Ever, Despite the Overall Market Dropping 5.0%, According to IDC Tracker", Januar 2024 7

IDC, "Quarterly Mobile Phone Tracker", Februar 2024

Fourth Quarter of 2023 but Visions of Growth Lie Ahead, According to IDC", Januar 2024 9 IDC, "Quarterly Personal Computing Device Tracker", Februar 2024

Mit Blick auf 2024 dürften sich eine allmähliche Erholung der Nachfrage und eine fortgesetzte Bestandsverminderung auf den 3C-Markt auswirken. Es wird erwartet, dass sich die Erholung auf KI-bezogene Anwendungen wie KI-Server (Speicher, Beschleuniger), High-Performance Computing (HPC) oder Networking konzentrieren wird.

Auch Consumer-Anwendungen mit KI-gestützten Funktionen dürften Erwartungen zufolge vom zunehmenden KI-Trend profitieren – zusätzlich zu den Smartphone-Absätzen, für die 2024 mit einem Plus von 2,8 % gerechnet wird. Die Prognose für 2024 lautet auf eine Auslieferung von 170 Mio. Smartphones mit KI-Funktionen der nächsten Generation, was nahezu 15 % des gesamten Smartphone-Markts darstellt.10 Bei KI-PCs – PCs mit spezifischen SoC-Funktionen (System-on-a-Chip), die Aufgaben im Zusammenhang mit generativer KI lokal ausführen – wird für 2024 eine Liefermenge von 50 Mio. erwartet.11

Automotive

Weltweit wurden im Jahr 2023 90,6 Mio. Fahrzeuge produziert, ein Plus von 10 % gegenüber 2022 (82 Mio.). Dies ist auf einen Rückgang der Angebotsbeschränkungen sowie unerwartet günstige Rahmenbedingungen im Hinblick auf Konjunktur und Nachfrage zurückzuführen, die eine robuste globale Entwicklung bei PKWs im gesamten Jahr 2023 unterstützten. Während die kurzfristige Prognose für PKWs nach oben korrigiert wurde, wurde die mittelfristige Prognose (2026–2030) um 1,2 Mio. Einheiten verringert. Diese Prognose beruht vor allem auf einer verhaltenen Einschätzung der Entwicklung des chinesischen Markts.12

Die Größe des Automotive-Leiterplatten-Markts ist 2023 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % auf 8,7 Mrd. US-\$ geschrumpft. Grund war eine Kombination von Preisdruck und hohen Lagerbeständen. Für 2029 wird mit einer Marktgröße von 11,6 Mrd. US-\$ gerechnet.24

Der Rückgang des globalen Umsatzwachstums bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) setzte sich in den letzten Monaten des Jahres 2023 fort, obgleich im November eine Rekordanzahl von BEVs geliefert wurde. Daraus ergab sich 2023 ein jährlicher Absatz von 10 Mio. BEVs, ein Plus von 30 % gegenüber dem Vorjahr.13 Die Zuwächse (+35%) bei elektrifizierten Fahrzeugen, einschließlich Hybridfahrzeugen, fielen höher aus bei BEVs – eine überraschende Entwicklung, da BEVs in den vergangenen Jahren unter allen Fahrzeugtypen die größten Zuwächse verbuchten.

Die Engpässe bei Halbleitern verringerten sich im Jahr 2023, doch mittelfristige Bedenken hinsichtlich des Angebots an Lithium könnten die Umstellung auf BEVs bremsen. Die Hochpreispolitik einiger Original Equipment Manufacturers (O-EMs) könnte sich fortsetzen, doch der Produktionsrückgang könnte dank einer gleichzeitigen Optimierung der Fahrzeugbestände für Entspannung sorgen.

Elektrifizierung und die Weiterentwicklung von Fahrer-Assistenzsystemen (ADAS) und autonomem Fahren (AD) wirken in der Automobilindustrie weiterhin als treibende Kraft. Entsprechende Zuwachsraten sind vor allem auf China zurückzuführen. 50 % des weltweiten BEV-Wachstums entfallen auf den chinesischen BEV-Markt. Der Anteil der chinesischen BEVs in Europa ist von 5 % im Jahr 2022 auf knapp 9 % im Jahr 2023 gestiegen, weshalb europäische OEMs unter zunehmendem Konkurrenzdruck stehen. Der BEV-Markt in den USA legte 2023 um 47 % gegenüber dem Vorjahr zu, nachdem es zuvor schien, als bliebe er hinter der Entwicklung in China und weiten Teilen Europas zurück.12 Der Aufschwung war gestützt auf Investitionen der OEMs in neue Modelle, erhebliche staatliche Anreize und einen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Medizintechnik

Nachdem Medizintechnikunternehmen fast drei Jahre lang durch das komplexe Umfeld der COVID-19-Pandemie navigieren mussten, fand 2023 eine Rückkehr zur Normalität statt. Herausforderungen wie geringe Verfahrensvolumen, personelle Engpässe in Krankenhäusern und Lieferkettenprobleme sind entweder verschwunden oder wurden durch strategische Maßnahmen gelöst. Der wirtschaftliche Druck hat nachgelassen, weshalb einige Unternehmen im Medizintechnikbereich wieder normalere Wachstumsraten aufwiesen.

Die Größe des Markts für Leiterplatten ging 2023 gegenüber dem Vorjahr um 7,3 % auf 1,4 Mrd. US-\$ zurück, da erhebliche Bestandskorrekturen vorgenommen wurden. Für 2024

10 IDC, Pressemitteilung "Worldwide Smartphone Recovery Is Happening as Shipments Are

Forecast to Grow 2.8% in 2024, According to IDC", Februar 2024 11 IDC, Februar 2024, Pressemitteilung "IDC Forecasts Artificial Intelligence PCs to Account for Nearly 60% of All PC Shipments by 2027", Februar 2024

12 LMC Automotive, "Global Light Vehicle Forecast", Januar 2024 13 Bank of America Global Research, "EV Tracker", Februar 2024

wird ein Wachstum von 3,1 % erwartet und für den Zeitraum 2023–2029 ein Anstieg von 3,7 % auf eine Marktgröße von 1,7 Mrd. US-\$.24 Wie sich die Branche im kommenden Jahr entwickelt, könnte stark von der Entwicklung der derzeitigen schwierigen makroökonomischen Bedingungen abhängen, darunter das hohe Niveau von Zinsen und Inflation.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat 2023 einen Rekord bei der jährlichen Zahl der Zulassungen neuer Medizintechnologien aufgestellt. Diese Entwicklung geht auf verschiedene Faktoren zurück: ein starker Anstieg bei Zulassungen in den Bereichen KI und Medizintechnikprodukte, bei denen maschinelles Lernen zum Einsatz kommt, Fortschritte in der Miniaturisierung, höhere Transparenz bei Zulassungen in der Kardiologie und Urologie sowie stetiges Wachstum in den Bereichen Neuromodulation und Robotik. Darüber hinaus haben sich die Bearbeitungszeiten der FDA für Zulassungen im Zeitraum 2020–2022 um nahezu 15 % verkürzt. Für 2024 wird ein höheres Innovationstempo erwartet als im Zeitraum 2020–2022, und Produkte, die für die Bereiche Kardiologie, digitale Gesundheit und Neuromodulation ausgelegt sind, dürften weiter an Dynamik gewinnen.14

Was die regulatorischen Entwicklungen anbelangt, ist die Grenze zwischen dem Consumer-Markt und dem Markt für Medizintechnik zunehmend unschärfer geworfen. So haben im Jahr 2022 Unternehmen für Verbrauchergeräte (z. B. Sony, HP, Bose) vermehrt FDA-Zulassungen für OTC-Hörgeräte erhalten. Dadurch sind sie zu einer zunehmenden Konkurrenz für Hörgerätehersteller (z. B. GN, Nuheara, Sonova) in den USA geworden. Dies gilt auch für Geräte für die kontinuierliche Glukosemessung (CGM). In diesem Segment wollen CGM-Akteure ihre Kundenbasis erweitern, indem sie CGMs ohne Verschreibung an Verbraucher verkaufen, die sich noch nicht in medizinischer Behandlung befinden und so potenziell einen neuen Markt schaffen.15

Industrie und Infrastruktur

Das Internet der Dinge (IoT) und datengesteuerte Netzwerke, in denen eine Reihe von Geräten und Sensoren verwendet werden, haben sich zu wichtigen Plattformen für die Optimierung von Abläufen und Prozessen entwickelt. Vor allem seit der COVID-19-Pandemie nutzen Unternehmen verstärkt IoT-

Daten, um die Flexibilität und Zuverlässigkeit ihrer Abläufe zu erhöhen. Da vor allem Produktionsunternehmen verstärkt in IoT-Ökosysteme investieren, bleibt der Fokus auf dem exponentiellem Wachstum vernetzter Geräte und dem enormen Datenvolumen, das sie in verschiedenen Bereichen generieren. Bis 2026 dürften IoT-Investitionen die Marke von 1 Bio. US-\$ übersteigen, wenn eine Wachstumsrate von 10,4 % für den Zeitraum 2022–2027 zugrunde gelegt wird. Schätzungen zufolge wurden 2023 weltweit insgesamt 56,9 Mrd. Geräte installiert.16

Ermöglicht werden diese vernetzten Geräte durch die 5G-Technologie. Der 5G-Investitionszyklus setzt sich bereits im vierten Jahr fort, und das Innovationstempo bei der mobilen Infrastruktur verlangsamt sich. Große Anbieter verzeichnen gegenüber dem Vorjahr wesentlich geringere Ausgaben bei RAN-Geräten (Radio Access Network; Funkzugangsnetz), insbesondere in Regionen wie den USA und China. Obgleich bereitgestellte Low-Band-5G-Lösungen einen gewissen Reifegrad erreichen, besteht im Mid-Band-Spektrum (z. B. 2,5 GHz, 3–4 GHz) und im High-Band-Spektrum (z. B. 24 GHz, 28 GHz und 39 Ghz) noch erhebliches Investitionspotenzial. Telekommunikationsbetreiber haben jedoch aufgrund der hohen Zinsen und der allgemeinen makroökonomischen Ungewissheit nur zögerlich in das Mid-Band-Spektrum oder ein eigenständiges 5G-Netz (Standalone, SA) investiert. Mittelfristig dürften die laufenden 5G-Advanced-Releases von 3GPP, die 2023 begonnen wurden, und die stetige Zunahme des Datenverkehrs schließlich zu einem Upgrade auf 5G SA führen.17

Die 6G-Technologie wird bereits aktiv von großen Branchenakteuren entwickelt und steht auf der Agenda von Aufsichtsbehörden und Normungsinstituten. Die Kommerzialisierung wird für 2030 erwartet. Es wird damit gerechnet, dass das 6G-Netz das "KI-native Netzwerk" darstellen wird, gestützt durch den Einsatz rekombinanter Technologien wie z. B. Cloud-native Netzwerkfunktionen, maschinelles Lernen, KI oder Network Slicing.18 Aufgrund des bislang geringen Verbreitungsgrads von 5G-Millimeterwellen-Frequenzen (weniger als 10 % mit einem geschätzten Anstieg auf unter 30 % bis 2028) besteht derzeit Unklarheit darüber, ob höhere Millimeterwellen-Frequenzen/THz für das 6G-Netz im großen

14 McKinsey, "What to expect from medtech in 2024", Februar 2024 15 MedTech Dive, "Why medtech firms are putting diabetes tech in consumer devices", August 2023

16 IDC Global DataSphere, "IoT Device Installed Base and Data Generated Forecast",

September 2023 17 IDC, "5G Network Infrastructure Forecast, 2023–2027", Dezember 2023 18 IDC, Brooklyn 6G Summit 2023, November 2023

Umfang oder nur für bestimmte Anwendungsfälle auf dem Markt nachgefragt werden.

Der konsolidierte Leiterplatten-Markt für den Sektor Communications, einschließlich Infrastruktur und Endgeräte, büßte 2023 gegenüber dem Vorjahr 11,5 % ein und beläuft sich nun auf 18,1 Mrd. US-\$. Für 2024 wird ein Wachstum von 3,5 % erwartet und bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,6 % ein Anstieg auf 23,5 Mrd. US-\$ im Zeitraum 2023–2029. Trotz des positiven mittelfristigen Ausblicks bei vernetzten Geräten ist der Markt für Leiterplatten für Industrieelektronik Schätzungen zufolge gegenüber dem Vorjahr um 13,6 % auf 2,8 Mrd. US-\$ geschrumpft. Gründe hierfür sind hohe Bestände und eine unerwartet schwache Produktion in China. Der Markt für Leiterplatten für Industrieelektronik dürfte 2024 um 3,7 % zulegen; für den Zeitraum 2023–2029 wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 4,4 % erwartet, aus der sich ein Marktumfang von 3,6 Mrd. US-\$ ergeben würde.24

1.3. Branchen- und Technologietrends

Auswirkungen von KI auf die Substratnachfrage Die starke Nachfrage nach KI-basierten Diensten führte zu einem Anstieg der Ausgaben für die erforderliche Infrastruktur, d. h. Server mit GPUs oder Beschleunigerkarten. Dieser Anstieg hat zu einer Verlangsamung der Erneuerungszyklen bei herkömmlichen Servern geführt, da die meisten Investitionen in KI-Hardware mit hohem durchschnittlichen Verkaufspreis umgeleitet wurden.

Bei GPUs kam es zu Angebotsengpässen, die hauptsächlich eingeschränkte Kapazitäten im Zusammenhang mit einem bestimmten Schritt im Fertigungsprozess dieser Produkte zurückgingen: die Montage von Silizium-Interposern. Diese Engpässe wirkten sich negativ auf das Wachstum von Backend-Herstellern aus, dürften jedoch teilweise gelöst werden, wenn in den Jahren 2024/2025 die Kapazitäten erweitert werden.

Aus technischer Sicht haben KI-Systeme bislang nur begrenzte Möglichkeiten für Substrathersteller geboten, außer dass zusätzliche Volumen aufgrund der hohen Nachfrage nach diesen Systemen generiert wurden. GPUs und Beschleunigerkarten benötigen derzeit hohe Hochgeschwindigkeitsspeicher-Kapazitäten im Package. Der Bedarf nach Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Speicher und Logik-Chips wird hauptsächlich durch Siliziumbrücken gedeckt, sodass die Komplexität des zugrunde liegenden organischen Substrats nicht erhöht werden muss.

Auf der anderen Seite stellen die zunehmende Package-Größe und die steigende Leistungsaufnahme von GPUs und Beschleunigern zunehmende technische Herausforderungen für das Design von Packages dar. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Lösungen zu entwickeln, die Aspekten wie Thermomanagement, Verzug und Spannungsabfall sowie anderen Problemen im Zusammenhang mit der Signalintegrität auf der Ebene des Substrats Rechnung tragen.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1. Gesamtentwicklung des Konzerns

AT&S in herausforderndem Umfeld

AT&S hat sich im Geschäftsjahr 2023/24 in einem herausfordernden Marktumfeld bewegt. Nach einem starken zweiten Quartal war die Nachfrage im dritten und vierten Quartal in einigen Marktsegmenten erneut relativ schwach. Die Märkte für mobile Endgeräte und Industrieapplikationen haben sich deutlich abgeschwächt. Während es bei Notebooks und PCs eine leichte Erholung gab, hat sich die Schwäche bei Servern ausgeweitet. In diesem Umfeld hat AT&S die vor einem Jahr intensivierten Effizienzprogramme weiter vorangetrieben, um die Kostenstruktur des Unternehmens nachhaltig zu optimieren.

AT&S hat zum 1. April 2023 die bisherigen Geschäftsbereiche "Mobile Devices & Substrates" sowie "Automotive, Industrial & Medical" neu strukturiert. Das Unternehmen wird nun nach den Geschäftsbereichen "Electronics Solutions" und "Microelectronics" gesteuert. Die Berichterstattung wurde daher entsprechend angepasst. "Electronics Solutions" bündelt die Aktivitäten in den Bereichen Leiterplatten und Module gruppenweit, während "Microelectronics" den Schwerpunkt auf IC-Substrate legt.

Im Vergleich zum letztjährigen Rekordjahr reduzierte sich der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2023/24 um 13,5 % auf 1.549,8 Mio. € (Vorjahr: 1.791,3 Mio. €).

Der wesentliche Treiber für diese Entwicklung war das fundamental geänderte wirtschaftliche Umfeld, das insbesondere im Bereich Electronics Solutions zu einem Umsatzrückgang führte.

In der zweiten Jahreshälfte 2024 wird mit einer generellen Markterholung in den für AT&S relevanten Branchen gerechnet. In der Folge wird davon ausgegangen, dass sich die Auslastung der bestehenden Werke verbessert und AT&S mit dem "Go-live" des Werks in Kulim, der für Ende des Geschäftsjahres geplant ist, für den Rebound im Markt vorbereitet ist. Somit wird davon ausgegangen, dass AT&S gute Chancen hat, auch mit den verbesserten Kostenstrukturen positiv an einer Markterholung partizipieren zu können.

2.2. Ertragsentwicklung im Konzern

Umsatz sank um 13,5 %

Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 13,5 % auf 1.549,8 Mio. €, wobei im Vorjahr mit 1.791,3 Mio. € der höchste jemals erzielte Jahresumsatz in der AT&S-Historie erreicht werden konnte.

Im Geschäftsjahr 2023/24 ist es in beiden Segmenten zu einem Umsatzrückgang gekommen. Während im Segment Electronics Solutions der Umsatz um 19,4 % unter dem starken Vergleichswert des Vorjahres lag, belief sich der Umsatzrückgang im Segment Microelectronics auf 3,0 %.

Aus Wechselkurseffekten ergab sich ein negativer Einfluss von 48,3 Mio. € bzw. 3,1 % auf die Umsatzentwicklung. 87,9 % des Umsatzes (Vorjahr: 88,6 %) wurden in Fremdwährungen (vor allem US-Dollar) fakturiert.

Die (Geschäftsjahres-)Quartale eins und zwei wiesen deutlich höhere Umsätze auf als die letzten beiden Quartale des Geschäftsjahres 2022/23. Ab dem dritten Quartal ist es in beiden Segmenten zu einer Eintrübung des Marktumfelds und damit zu einer Verringerung der Nachfrage gekommen.

Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Sitzes der Endkunden weist für Amerika einen Anteil von 75,7 % nach 76,8 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte sank geringfügig von 90,0 % auf 88,3 % ab.

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UMSATZERLÖSE NACH REGIONEN, basierend auf dem Sitz des Endkunden in Mio. €

Die Effekte aus einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung, welche für eine Reihe von Kunden nach IFRS 15 notwendig ist, führten zu einem um 12,1 Mio. € bzw. 0,8 % verminderten Umsatz (Auswirkung im Vorjahr: Umsatzverminderung um 34,8 Mio. € bzw. 1,9 %). Für weiterführende Informationen wird auf die erläuternden Anhangangaben zum Konzernabschluss verwiesen.

In der Betrachtung nach Segmenten zeigt sich folgendes Bild:

Der Anteil des Segments Electronics Solutions (ES) an den externen Umsatzerlösen verringerte sich auf 62,1 % (Vorjahr: 66,7 %), der Anteil des Segments Microelectronics (ME) erhöhte sich auf 37,9 % (Vorjahr: 33,3 %). Weitere Informationen zur Entwicklung der Segmente können dem Kapitel 2.3. "Ertragsentwicklung in den Segmenten" entnommen werden.

EBITDA 307,5 Mio. €, EBITDA-Marge 19,8 %

Das EBITDA lag mit 307,5 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 416,7 Mio. €. Während der Umsatzrückgang und eine damit einhergehende Verringerung des Bruttogewinns das Ergebnis negativ beeinflussten, unterstützten geringere Vertriebs- und Verwaltungskosten das Betriebsergebnis. Das sonstige betriebliche Ergebnis lag deutlich unter dem Vorjahresergebnis und wurde insbesondere durch höhere Anlaufverluste, geringere Zuschüsse und höhere negative Währungseffekte aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in Nicht-Konzernwährungen negativ beeinflusst. Währungseffekte, die sich vor allem aus der Translation der ausländischen Tochtergesellschaften in die Konzernwährung ergaben, beeinflussten das EBITDA positiv mit 6,8 Mio. €.

EBITDA-ENTWICKLUNG in Mio. €

Die EBITDA-Marge verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozentpunkte von 23,3 % auf 19,8 %.

Die höheren Anlaufkosten von 81,6 Mio. € (Vorjahr: 54,7 Mio. €) resultierten insbesondere aus der Fortsetzung bzw. Ausweitung der Bautätigkeiten in Hinterberg und Kulim.

Bereinigt um die Anlaufkosten betrug das EBITDA 384,3 Mio. € (Vorjahr: 469,6 Mio. €), was einer Reduktion von 18,2 % entspricht.

Die um Anlaufkosten bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich von 26,2 % im Vorjahr auf 24,8 %.

Verringerung der Aufwandspositionen

Der Rückgang bei den Umsatzkosten um 149,7 Mio. € auf 1.366,9 Mio. € resultiert vor allem aus geringeren Umsätzen und damit einhergehend geringeren Kosten für Personal und Material. Zusätzlich haben sich auch die Kosten für Forschung & Entwicklung verringert, wobei AT&S auch im Geschäftsjahr 2023/24 zur Vorbereitung auf zukünftige Technologiegenerationen und zur Verfolgung der Modularisierungsstrategie 155,4 Mio. € in Forschung & Entwicklung investierte (Vorjahr: 183,4 Mio. €). Diese Aufwendungen sichern die Zukunftsfähigkeit und erweitern das Ertragspotenzial mittelfristig signifikant.

Positive Wechselkurseffekte verstärkten die Reduktion der Umsatzkosten um 66,9 Mio. €.

Die Verwaltungs- und Vertriebskosten lagen um 10,9 Mio. € bzw. 8,7 % unter den Vorjahreswerten.

Das sonstige betriebliche Ergebnis sank von -3,2 Mio. € auf -37,4 Mio. €. Wesentliche Ursache für die Verschlechterung waren höhere Anlaufverluste von 81,6 Mio. € (Vorjahr: 54,7 Mio. €), die insbesondere infolge der Fortsetzung bzw. Ausweitung der Bautätigkeiten in Hinterberg und Kulim verursacht waren. Negativ wirkten sich aber auch die um 9,8 Mio. € verringerten Zuschüsse von 30,9 Mio. € (Vorjahr: 40,7 Mio. €) und das verringerte Wechselkursergebnis aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten von 7,6 Mio. € (Vorjahr: 11,7 Mio. €) aus.

Die planmäßigen Abschreibungen auf die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 276,4 Mio. € bzw. 8,1 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 270,5 Mio. € bzw. 10,0 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen technischen Standard sowie die Anlagenintensität von AT&S wider. Der Anstieg um 5,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert resultierte aus um 12,0 Mio. € höheren Abschreibungen im Segment Microelectronics (ME) und um 7,1 Mio. € geringeren Abschreibungen im Segment Electronics Solutions (ES). Während die höheren Abschreibungen im Segment Microelectronics (ME) vor allem auf die Werke in Hinterberg, und Kulim zurückzuführen sind, resultiert der Rückgang der Abschreibungen im Segment Electronics Solutions (ES) überwiegend aus dem Werk in Shanghai.

Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich aufgrund der genannten Effekte um 115,1 Mio. € bzw. 78,7 % auf 31,1 Mio. € (Vorjahr: 146,2 Mio. €).

Die EBIT-Marge verringerte sich um 6,2 Prozentpunkte auf 2,0 % (Vorjahr: 8,2 %).

ERGEBNISKENNZAHLEN

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2023/24 2022/23 Veränderung
Umsatzerlöse 1.549,8 1.791,3 (13,5 %)
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 307,5 416,7 (26,2 %)
EBITDA-Marge (%) 19,8 % 23,3 %
Betriebsergebnis (EBIT) 31,1 146,2 (78,7 %)
EBIT-Marge (%) 2,0 % 8,2 %
Konzernjahresergebnis (36,7) 136,6 (>100 %)
Gewinn je Aktie (€) (1,39) 3,03 (>100 %)
Anlagenzugänge 1.110,5 1.234,1 (1.001,5 %)
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 13.828 15.280 (9,5 %)

EBIT-ENTWICKLUNG in Mio. €

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis verminderte sich von 21,6 Mio. € auf -50,4 Mio. €. Der Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen lag bei 65,1 Mio. € (Vorjahr: 23,9 Mio. €). Die darin aufwandsmindernd enthaltenen aktivierten Fremdkapitalzinsen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten Vermögensgegenständen stehen, erhöhten sich um 5,5 Mio. € auf 12,7 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €).

Die Sozialkapitalzinsen lagen mit 2,1 Mio. € über dem Vorjahresniveau von 0,4 Mio. €.

Aus der Absicherung des Zinsrisikos mit Sicherungsinstrumenten (Bewertung und realisiertes Ergebnis) resultierte ein Gewinn von 6,0 Mio. € (Vorjahr: Gewinn 7,7 Mio. €). Die Sicherungsinstrumente tauschen variable in fixe Zinszahlungen.

Durch die Disposition zwischenzeitlich verfügbarer Liquidität am Geldmarkt ergab sich ein Veranlagungsergebnis von 25,6 Mio. € (Vorjahr: 12,3 Mio. €).

Das Finanzergebnis ist von Währungseffekten beeinflusst, da Teile der Veranlagungen in Fremdwährungen erfolgt sind. Im Geschäftsjahr 2023/24 wirkten sich geringere positive Fremdwährungseffekte negativ auf das Finanzergebnis aus. So wurden Fremdwährungsdifferenzen in Höhe von 4,8 Mio. € als Ertrag erfasst (Vorjahr: Ertrag 37,5 Mio. €). Die Fremdwährungsdifferenzen ergaben sich im Wesentlichen aus der Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und realisierten Kursgewinnen aus Konzernfinanzierungen.

Die größten konzerninternen Darlehen sind langfristiger Natur; ihre Rückzahlung ist auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich. Die Bewertung dieser Darlehen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung.

Konzernergebnis verringerte sich

Das Konzernjahresergebnis verringerte sich von 136,6 Mio. € im Vorjahr um 173,3 Mio. € auf -36,7 Mio. €. Die Konzernsteuerbelastung beträgt 17,4 Mio. € (Vorjahr: 31,2 Mio. €).

Die laufende Ertragsteuerbelastung sank auf 24,6 Mio. € (Vorjahr: 26,1 Mio. €). Im Gegensatz zum Vorjahr resultierte aus den latenten Steuern heuer ein Ertrag von 7,2 Mio. € (Vorjahr: -5,1 Mio. €).

AT&S China konnte bereits in den letzten Jahren den begünstigenden Steuerstatus als "Hightech-Company" erlangen. Der Steuerstatus wurde nunmehr per 1. Januar 2023 zugestanden, ist für drei Jahre gültig und hängt jährlich vom Erreichen bestimmter Kriterien ab. Auch AT&S Chongqing hat diesen Steuerstatus für die Kalenderjahre 2022 bis 2024 erhalten.

Das Ergebnis je Aktie verringerte sich von € 3,03 auf € -1,39 bei gleichbleibender Aktienanzahl. Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde der Anteil der Hybridkapitalbesitzer in Höhe von 17,5 Mio. € (Vorjahr: 18,8 Mio. €) vom Konzernjahresergebnis in Abzug gebracht.

ENTWICKLUNG GEWINN/AKTIE

2.3. Ertragsentwicklung in den Segmenten

Segment Electronics Solutions

Das Segment Electronics Solutions sah sich im Geschäftsjahr 2023/24 einem geänderten Markumfeld gegenüber, was zu einem deutlichen Umsatzrückgang führte.

ELECTRONICS SOLUTIONS – UMSATZENTWICKLUNG, EBITDA-MARGE

in Mio. €/in % vom Umsatz

Das Segment Electronics Solutions ist mit einem Umsatzanteil von 62,1 % (Vorjahr: 66,7 %) weiterhin das größte Segment des AT&S-Konzerns.

Der Umsatz lag mit 963,1 Mio. € um 231,9 Mio. € bzw. 19,4 % insbesondere aufgrund einer geringeren Nachfrage und damit einhergehend geringeren produzierten Mengen sowie aufgrund von Preisnachlässen unter dem Wert des Vorjahres von 1.194,9 Mio. €. Der Umsatz wurde auch von der Fremdwährungskursentwicklung negativ beeinflusst. Insgesamt fiel dadurch das Umsatzwachstum um 26,7 Mio. € niedriger aus. Geografisch ist eine Verminderung des Umsatzes mit amerikanischen Kunden zu verzeichnen.

Das EBITDA des Segments lag mit 210,2 Mio. € um 99,7 Mio. € bzw. 32,2 % unter dem Vorjahreswert von 310,0 Mio. €. Positive Effekte aus der Währungsumrechnung unterstützten das Ergebnis mit 8,9 Mio. €.

Die EBITDA-Marge des Segments Electronics Solutions lag mit 21,8 % um 4,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 25,9 %.

Die Abschreibungen des Segments verringerten sich um 7,1 Mio. € bzw. 6,2 % von 114,8 Mio. € auf 107,7 Mio. €. Die Verringerung resultierte vor allem aus geringeren Abschreibungen am Standort Shanghai.

Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich um 92,6 Mio. € auf 102,5 Mio. € (Vorjahr: 195,1 Mio. €). Die EBIT-Marge verringerte sich aufgrund der EBIT-Verringerung um 5,7 Prozentpunkte auf 10,6 % (Vorjahr: 16,3 %).

Die Anlagenzugänge verringerten sich um 35,0 Mio. € bzw. 29,0 % auf 85,8 Mio. € (Vorjahr: 120,8 Mio. €). Die Zugänge

SEGMENT ES (ELECTRONICS SOLUTIONS) – ÜBERBLICK

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2023/24 2022/23 Veränderung
Segmentumsatzerlöse 963,1 1.194,9 (19,4 %)
Umsatzerlöse mit externen Kunden 962,9 1.194,9 (19,4 %)
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 210,2 310,0 (32,2 %)
EBITDA bereinigt1 210,2 310,0 (32,2 %)
EBITDA-Marge (%) 21,8 % 25,9 %
EBITDA-Marge bereinigt (%)1 21,8 % 25,9 %
Betriebsergebnis (EBIT) 102,5 195,1 (47,5 %)
EBIT bereinigt1 102,5 195,1 (47,5 %)
EBIT-Marge (%) 10,6 % 16,3 %
EBIT-Marge bereinigt (%)1 10,6 % 16,3 %
Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 85,8 120,8 (29,0 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 7.274 7.784 (6,5 %)
1

Bereinigt um Anlaufkosten.

sind insbesondere für laufende Ersatzinvestitionen und Technologie-Upgrades an den Standorten Chongqing und Shanghai angefallen.

Segment Microelectronics

Auch im Segment Microelectronics führte das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld zu geringeren Umsätzen im Vergleich mit dem Vorjahr. Der erfolgreiche Produktionsanlauf in Chongqing Werk 3 führte zu erweiterten Kapazitäten. Mit dem für Ende des Geschäftsjahres geplanten "go live" des Werks in Kulim, Malaysia, ist AT&S für einen Rebound im Markt vorbereitet. Aktuell wird davon ausgegangen, dass AT&S gute Chancen hat, positiv an einer Markterholung partizipieren zu können.

Ergebnismindernd wirkten sich negative Währungseffekte in Höhe von 2,4 Mio. € aus.

Der Segmentumsatz lag mit 655,0 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 675,3 Mio. €.

Das EBITDA verringerte sich um 19,6 Mio. € bzw. 16,9 % auf 96,1 Mio. € (Vorjahr: 115,7 Mio. €). Vor allem aufgrund der geringeren Umsatzerlöse konnte der Bruttogewinn nicht erhöht werden. Negativ auf das Ergebnis wirkten sich auch die gestiegenen Anlaufkosten und geringere Zuschüsse für getätigte Forschungsaufwendungen aus. Die Anlaufkosten aus der Fortsetzung der Bautätigkeiten in Kulim und Hinterberg beliefen sich auf 77,6 Mio. € und lagen damit um 24,4 Mio. € über dem Vorjahreswert von 53,2 Mio. €.

Die EBITDA-Marge verringerte sich um 2,4 Prozentpunkte auf 14,7 % (Vorjahr: 17,1 %).

MICROELECTRONICS –

UMSATZENTWICKLUNG, EBITDA-MARGE

in Mio. €/in % vom Umsatz

Das Betriebsergebnis (EBIT) änderte sich um -31,6 Mio. € auf -65,1 Mio. € (Vorjahr: -33,5 Mio. €).

Die EBIT-Marge des Segments Microelectronics lag aufgrund des geringeren Umsatzes, des erhöhten Preisdrucks, eines weniger vorteilhaften Produktmixes, höheren Anlaufkosten sowie höheren Abschreibungen mit -9,9 % um 4,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahresvergleichswert von -5,0 %.

SEGMENT ME (MICROELECTRONICS) – ÜBERBLICK

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2023/24 2022/23 Veränderung
Segmentumsatzerlöse 655,0 675,3 (3,0 %)
Umsatzerlöse mit externen Kunden 586,9 596,4 (1,6 %)
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 96,1 115,7 (16,9 %)
EBITDA bereinigt1 168,9 167,1 1,1 %
EBITDA-Marge (%) 14,7 % 17,1 %
EBITDA-Marge bereinigt (%)1 25,8 % 24,7 %
Betriebsergebnis (EBIT) (65,1) (33,5) (94,1 %)
EBIT bereinigt1 12,5 19,7 (36,4 %)
EBIT-Marge (%) (9,9 %) (5,0 %)
EBIT-Marge bereinigt (%)1 1,9 % 2,9 %
Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 996,1 1.056,9 (5,8 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 6.106 7.081 (13,8 %)
1

Bereinigt um Anlaufkosten.

Die Anlagenzugänge verringerten sich um 60,9 Mio. € auf 996,1 Mio. € (Vorjahr: 1.056,9 Mio. €). Die Zugänge betrafen vor allem die Bautätigkeiten in den Werken Kulim und Hinterberg.

Segment Sonstige

Das Ergebnis der im Segment Sonstige enthaltenen allgemeinen Holding-Aktivitäten lag im EBITDA bei 1,2 Mio. € (Vorjahr: -9,0 Mio. €) um 10,2 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Wesentliche Gründ für die positive Abweichung waren eine Erhöhung der Verrechnungen aus Holding- und Konzernaktivitäten in die operativen Segmente, ein Anstieg bei erhaltenen Zuschüssen sowie geringere Ausgaben für Rechts-, IT- und Beratungsleistungen.

SEGMENT SONSTIGE – ÜBERBLICK

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2023/24 2022/23 Veränderung
Segmentumsatzerlöse 0,0 n.a.
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 1,2 (9,0) >100 %
EBITDA bereinigt1 5,1 n.a.
EBITDA-Marge (%)
EBITDA-Marge bereinigt (%)1 0,3 %
Betriebsergebnis (EBIT) (6,3) (15,4) 58,9 %
EBIT bereinigt1 (2,3) n.a.
EBIT-Marge (%)
EBIT-Marge bereinigt (%)1 (0,1 %)
Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 28,7 56,3 (49,1 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 448 415 8,1 %
1
Bereinigt um Anlaufkosten.

2.4. Vermögens- und Finanzlage

2.4.1. VERMÖGEN

Anstieg der langfristigen Vermögenswerte

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2023/24 um 12,3 % auf 4.674,9 Mio. € an.

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 676,0 Mio. € auf 3.476,2 Mio. €. Während sich die Sachanlagen um 715,6 Mio. € auf 3.394,9 Mio. € erhöhten, reduzierten sich die immateriellen Vermögenswerte um 4,7 Mio. € auf 20,1 Mio. €. Im Sachanlagevermögen standen Anlagenzugänge bzw. Technologie-Upgrades in Höhe von 1.106,4 Mio. € Abschreibungen von insgesamt 268,2 Mio. € gegenüber. Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Sachanlagen beinhalten zudem zusätzlich Nutzungsrechte aus der Anwendung des IFRS 16 von 440,4 Mio. €.

Die Nettoveränderung des Anlagevermögens betrug 710,9 Mio. € bzw. 26,3 % auf 3.415,0 Mio. € (Vorjahr: 2.704,1 Mio. €).

Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 163,0 Mio. € auf 1.198,7 Mio. €. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verringerte sich auf 676,5 Mio. € (Vorjahr: 791,7 Mio. €). Die finanziellen Vermögenswerte wurden um 1,8 Mio. € auf 26,9 Mio. € erhöht. Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 703,4 Mio. € (Vorjahr: 816,8 Mio. €). Der Anstieg der Vorräte um 15,4 Mio. € auf 160,8 Mio. € resultiert – im Wesentlichen – aus einem Anstieg der unfertigen Erzeugnisse und der Rohmaterialbestände. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerte verringerten sich um 66,2 Mio. € auf 328,1 Mio. €. Dabei verringerten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 12,7 Mio. €, die vertraglichen Vermögenswerte um 16,4 Mio. € und die sonstigen Forderungen um 17,2 Mio. €. Zusätzlich unterstützt wurde die Verringerung durch die höhere Factoring-Aktivität (Veränderung: 18,7 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 27,3 Mio. € bzw. 6,0% von 457,9 Mio. € auf 430,6 Mio. €. Darin enthalten ist eine Verringerung der Verbindlichkeiten aus Investitionen um 118,1 Mio. € auf 195,9 Mio. € (Vorjahr: 314,0 Mio. €).

Verschuldungsgrad erhöhte sich

Das Eigenkapital verringerte sich um 16,5 % von 1.157,5 Mio. € auf 966,6 Mio. €. Negative Effekte stammten aus dem negativen Konzernergebnis von -36,7 Mio. €, aus Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung langfristiger Darlehen an Tochterunternehmen mit -114,2 Mio. €.

NETTOUMLAUFVERMÖGEN

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2024 31.03.2023 Veränderung
Vorräte 160,8 145,4 10,6 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vertragliche Vermögenswerte 227,8 275,7 (17,4 %)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (430,6) (457,9) 6,0 %
Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 195,9 314,0 (37,6 %)
Umlaufvermögen Handel 153,9 277,1 (44,5 %)
Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen (10,3) 1,6 (>100 %)
Nettoumlaufvermögen 143,6 278,7 (48,5 %)
Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 9,3% 15,6%
Außenstandsdauer (in Tagen):1
Vorräte 75 95 (21,1 %)
Forderungen 69 65 6,2 %
Verbindlichkeiten 83 74 12,2 %
1

Berechnungslogik im Geschäftsjahr 2022/23 geändert.

Weiters wirkte die Kuponzahlung für die Hybridanleihen von 17,5 Mio. € ebenso eigenkapitalmindernd wie die Dividendenzahlung von 15,5 Mio. €.

Eigenkapitalvermindernd wirkte sich der versicherungsmathematische Verlust mit -1,0 Mio. € (Vorjahr: Gewinn von 3,0 Mio. €) aus, der sich aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen verwendeten Parameter ergibt.

Die Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen verminderte das Eigenkapital um 6,1 Mio. € (Vorjahr: Gewinn von 4,6 Mio. €).

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 571,7 Mio. € bzw. 55,3 % auf 1.605,0 Mio. €. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 275 Mio. € am Markt platziert sowie Einmalbarkredite in der Höhe von 145 Mio. € abgeschlossen.

Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 662,4 Mio. € auf 518,2 Mio. €.

Die Nettoverschuldung erhöhte sich um 551,8 Mio. € bzw. 64,8 % auf 1.403,0 Mio. € (Vorjahr: 851,2 Mio. €). Die Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus einer Verringerung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente infolge der Investitionstätigkeit von AT&S und eines gleichzeitigen Anstiegs der finanziellen Verbindlichkeiten insbesondere zur Finanzierung der weiterhin geplanten Bautätigkeiten und Anschaffung von Maschinen. Die Zahlungen im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen, welche in den vertraglichen Verbindlichkeiten enthalten sind, erhöhten sich um 304,3 Mio. € auf 911,5 Mio. €.

VERSCHULDUNGSGRAD

Der Verschuldungsgrad erhöhte sich auf 145,2 % und liegt damit über dem Vorjahresniveau von 73,5 %.

NETTOVERSCHULDUNG

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2024 31.03.2023 Veränderung
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 518,2 662,4 (21,8 %)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 1.605,0 1.033,4 55,3 %
Bruttoverschuldung 2.123,2 1.695,8 25,2 %
Zahlungsmittel und -äquivalente (676,5) (791,7) 14,6 %
Finanzielle Vermögenswerte (43,7) (52,8) 17,2 %
Nettoverschuldung 1.403,0 851,2 64,8 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 307,5 416,7 (26,2 %)
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 4,6 2,0
Eigenkapital 966,6 1.157,5 (16,5 %)
Bilanzsumme 4.674,9 4.161,9 12,3 %
Eigenkapitalquote (%) 20,7 % 27,8 %
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 145,2 % 73,5 %

2.4.2. FINANZIERUNG

Der Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2023/24 bestand darin, die finanzielle Flexibilität weiterhin zu gewährleisten und ausreichend Liquidität für die laufende Geschäftstätigkeit sowie die geplanten Investitionen zu sichern. Hierzu wurden im laufenden Jahr Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 275 Mio. € am Markt platziert sowie Einmalbarkredite in der Höhe von 145 Mio. € abgeschlossen.

Fokus auf Diversifikation bei den Finanzierungsinstrumenten

Die Finanzierung von AT&S basiert auf einer breiten Streuung sowohl bei den Finanzierungsinstrumenten als auch bei den Fristigkeiten. Auf Basis der aktuell herrschenden Finanzmarktbedingungen werden einzelne Instrumente stärker forciert oder können gegebenenfalls auch zeitweise nicht genutzt werden.

Einen wesentlichen Bestandteil des Refinanzierungsportfolios bilden Kredite, die Garantien von staatlichen und supranationalen Organisationen beinhalten: Ihr Vorteil liegt in einer anteiligen Übernahme des Kreditrisikos durch diese Organisationen sowie in günstigen Konditionen, die Anreize für Investitionen in bestimmte Regionen, Innovationen bzw. zur Förderung der Exportwirtschaft schaffen sollen. Aktuell nutzt AT&S Finanzierungen mit Garantien der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) bzw. direkten Engagements mit der Europäischen Investitionsbank und der KfW IPEX-Bank.

Die Bedeutung von Schuldscheindarlehen als wesentliche Finanzierungssäule hat sich im Geschäftsjahr 2023/24 nicht verändert. Die Vorteile von Schuldscheindarlehen liegen in der hohen Planbarkeit sowie den vergleichsweise günstigen Emissionskosten. Aufgrund dieser Vorteile plant AT&S, auch künftig diese Form der Finanzierung zu nutzen.

Zum Bilanzstichtag 31. März 2024 waren Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 631,6 Mio. € (Vorjahr: 696,1 Mio. €) bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Die Restlaufzeiten liegen zwischen sieben Monaten und rund sechs Jahren.

Weiters werden Finanzierungen in Form von Bankkrediten, Leasingvereinbarungen und Finanzierungen mit Dritten genutzt (Kategorie "Bankdarlehen"). 1.476,6 Mio. € sind per 31. März 2024 bei mehreren nationalen und internationalen Finanzierungspartnern aufgenommen (Vorjahr: 984,7 Mio. €). Sie weisen Restlaufzeiten von einigen Monaten bis zu zehn Jahren aus.

Zur Deckung von Liquiditätsschwankungen, als Finanzierungsreserve und auch als Finanzierungsvorsorge dienen Kreditlinien. Zum Bilanzstichtag verfügte AT&S über 581,5 Mio. € an nicht genutzten Kreditlinien (Vorjahr: 725,6 Mio. €) in Form von kontrahierten Kreditzusagen von Banken. AT&S hat sein kontrahiertes Finanzierungspotenzial zum 31. März 2024 zu 78,5 % (Vorjahr: 65,8 %) ausgenutzt und verfügt, zusätzlich zum Bestand an liquiden Mitteln, weiterhin über genügend bestehende Finanzierungsreserven.

Die theoretische Entschuldungsdauer, definiert durch Nettoverschuldung/EBITDA, lag mit 4,6 Jahren deutlich über dem Vorjahr (2,0 Jahre).

FINANZIERUNGSINSTRUMENTE

in Mio. € 31.03.2024 in % 31.03.2023 in %
Namensschuldverschreibung 15,0 0,6 % 15,0 0,6 %
Schuldscheindarlehen 631,6 23,4 % 696,1 28,7 %
Bankdarlehen 1.476,6 54,6 % 984,7 40,7 %
Bruttoverschuldung 2.123,2 78,5 % 1.695,8 70,0 %
Kreditlinien 581,5 21,5 % 725,6 30,0 %
Kontrahierte Finanzierungen 2.704,7 100,0 % 2.421,4 100,0 %

NETTOVERSCHULDUNG/EBITDA

Die Eigenkapitalquote sank von 27,8 % im Vorjahr auf 20,7 % im Berichtsjahr und lag damit auch unter dem mittelfristig anvisierten Zielwert von über 30,0 %. Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Bilanzsumme infolge der Investitionen und der Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms zurückzuführen. Zu weiterführenden Informationen im Hinblick auf das Kapitalrisikomanagement wird auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" – Unterkapitel "Kapitalrisikomanagement" – im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

AT&S strebt eine möglichst ausgeglichene Struktur bei den Fristigkeiten an. Die Darstellung der Fristigkeiten der nächsten Jahre zeigt im Jahr 2024/25 aufgrund der Rückzahlung von Teilen der Schuldscheindarlehen, Bankkredite sowie Leasingverbindlichkeiten einen Wert von 518,2 Mio. €. AT&S ist bestrebt, den Kapitalbedarf frühzeitig zu finanzieren, und verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 1.276,8 Mio. € (Vorjahr: 1.542,5 Mio. €). Diese bestehen aus finanziellen Mitteln sowie aus nicht ausgenutzten Finanzierungsrahmen.

FRISTIGKEITEN in Mio. €

Effektives Zins- und Währungsmanagement

Ein wichtiges Treasury-Ziel ist auch die Risikominimierung im Zinsbereich mit einem angemessenen Verhältnis von variablen und fixen Zinssätzen. 36,0 % (Vorjahr: 44,0 %) der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz gedreht, 64,0 % (Vorjahr: 56,0 %) werden variabel verzinst.

Die Zinssicherungsstrategien werden regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls adaptiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der variablen Zinssätze aufgrund des Abreifens fix verzinster Schuldpositionen gestiegen. Insgesamt ist AT&S jederzeit in der Lage, das Zinsexposure mittels geeigneter Hedge-Instrumente in die gewünschte Richtung zu drehen.

Weiters sollen die vorhandenen liquiden Mittel ertragreich und dennoch risikobewusst veranlagt werden. Zum 31. März 2024 verfügte AT&S über finanzielle Mittel von insgesamt 703,4 Mio. € (Vorjahr: 816,8 Mio. €). Durch Optimierung von Veranlagungszeiten und durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die höhere

BUCHWERTE DER FINANZVERBINDLICHKEITEN NACH FRISTIGKEITEN

in Mio. € 31.03.2024 in % 31.03.2023 in %
Restlaufzeit
bis zu einem Jahr 518,2 24,4 662,4 39,1 %
zwischen einem und fünf Jahren 1.235,0 58,2 926,4 54,6 %
mehr als fünf Jahre 370,0 17,4 107,0 6,3 %
Summe Finanzverbindlichkeiten 2.123,2 100,0 1.695,8 100,0 %

Zinssätze als der Euro aufweisen, sollen möglichst hohe Erträge mit den kurzzeitig zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln erzielt werden.

Frühzeitiges Konvertieren in Fremdwährungen dient einem natürlichen Währungs-Hedging und einer Reduktion des Fremdwährungsexposures. Das Ziel von AT&S ist hierbei, eine möglichst kleine US-Dollar-Nettorisikoposition auszuweisen. Zum Bilanzstichtag 31. März 2024 standen US-Dollar-Vermögenswerten (auf US-Dollar lautende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finanzielle Vermögenswerte und Zahlungsmittel) in Höhe von 755,8 Mio. € (Vorjahr: 714,2 Mio. €) US-Dollar-Schulden (auf US-Dollar lautende Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten) in Höhe von 289,1 Mio. € (Vorjahr: 291,1 Mio. €) gegenüber. Die sich daraus ergebende Nettorisikoposition – zum Bilanzstichtag 31. März 2024 war dies ein Aktivsaldo von 466,7 Mio. € (Vorjahr: 423,1 Mio. €) – betrug somit 10,0 % (Vorjahr: 10,2 %) der Konzernbilanzsumme.

Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei AT&S fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert.

Weiterentwicklung des Finanzierungsnetzwerks

Ein weiteres Treasury-Ziel besteht in einem optimierten Relationship Management mit Finanzierungspartnern. Hierunter versteht AT&S die Auswahl der Banken für die Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene sowie den Aufbau und die Aufrechterhaltung der für beide Seiten notwendigen Kommunikation. Ziel ist es, eine hohe Transparenz der Chancen und Risiken von AT&S zu schaffen, um mit den finanzierenden Instituten eine für beide Seiten langfristige, erfolgreiche Partnerschaft zu festigen. Als Basis dafür dienen der Geschäftsbericht und die Quartalsveröffentlichungen. Neben der Entwicklung des Finanzierungsnetzwerkes beobachtet AT&S laufend die Geld- und Kapitalmärkte hinsichtlich möglicher Transaktionen und Transaktionspartner. Dies beschränkt sich nicht nur auf Fremdfinanzierungen, sondern erstreckt sich generell auch auf alle Formen der Eigenkapitalbzw. M&A-Finanzierung.

2.4.3. CASHFLOW

Ertragslage stärkt Liquidität

Der Cashflow aus dem Ergebnis erhöhte sich um 24,2 Mio. € von 472,0 Mio. € auf 496,2 Mio. €. Hauptursache für die Erhöhung ist ein um 136,9 Mio. € höherer Betrag aus den im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen erhaltenen Zahlungen von 273,8 Mio. € (Vorjahr: 136,9 Mio. €). Negativ wirkte das im Vergleich zum Vorjahr um 109,2 Mio. € geringere EBITDA von 307,5 Mio. € (Vorjahr: 416,7 Mio. €).

Die Zinszahlungen erhöhten sich um 36,1 Mio. € auf 59,1 Mio. € (Vorjahr: 23,0 Mio. €). Die erhaltenen Zinsen erhöhten sich um 13,2 Mio. € auf 25,5 Mio. € (Vorjahr: 12,3 Mio. €). Die gezahlten Ertragsteuern verringerten sich um 11,3 Mio. € auf 24,2 Mio. € (Vorjahr: 35,5 Mio. €).

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist mit 653,4 Mio. € (Vorjahr: 476,4 Mio. €) vor allem aufgrund der positiven Veränderungen im working capital über dem Niveau des Vorjahres. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde durch eine Erhöhung der Vorräte um 20,0 Mio. € verringert (Vorjahr: Erhöhung um 41,1 Mio. €) und durch eine

CASHFLOW (KURZFASSUNG)

in Mio. € 2023/24 2022/23 Veränderung
Cashflow aus dem Ergebnis 496,2 472,0 5,1 %
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 653,4 476,4 37,2 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit (826,0) (1.044,9) 20,9 %
Operativer Free Cashflow (202,0) (519,8) 61,1 %
Free Cashflow (172,6) (568,5) 69,6 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 51,8 211,0 (75,5 %)
Veränderung der liquiden Mittel (120,9) (357,5) 66,2 %
Währungseffekte auf liquide Mittel 5,6 29,3 (80,9 %)
Liquide Mittel am Jahresende 676,5 791,7 (14,6 %)

Verringerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerten um 88,0 Mio. € erhöht (Vorjahr: Erhöhung um 4,5 Mio. €). Die positive Veränderung bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erhöhte den Cashflow um 89,3 Mio. € (Vorjahr: Cashflow vermindernd 51,8 Mio. €).

Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von -858,8 Mio. € lagen unter dem Vorjahreswert von -1.101,0 Mio. €. Dabei haben sich die Investitionen in Chongqing deutlich verringert und die Auszahlungen aus den Investitionen in Hinterberg und Kulim erhöht.

Während sich die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen im Geschäftsjahr 2023/24 um 242,2 Mio. € verringert haben, sind auch die Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen in Höhe von 3,4 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen (Vorjahr: 104,8 Mio. €). Die im Vorjahr deutlich höheren Einzahlungen resultierten überwiegend aus der im Vorjahr geänderten Finanzierungsmodalität (Leasing) bei der Bautätigkeit in Hinterberg, Österreich. In Summe lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit -826,0 Mio. € aber deutlich unter dem Vorjahreswert von -1.044,9 Mio. €.

Der operative freie Cashflow, d. h. der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Nettoauszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, betrug im Geschäftsjahr 2023/24 -202,0 Mio. € (Vorjahr: -519,8 Mio. €).

Der freie Cashflow, d. h. der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit, betrug -172,6 Mio. € (Vorjahr: -568,5 Mio. €), was insbesondere auf die positive Veränderung im working capital (Veränderung 152,8 Mio. €), die verringerte Investitionstätigkeit (Veränderung Net-Capex 140,8 Mio. €) und die in höherem Ausmaß erhaltenen Kundenzahlungen (Veränderung von 136,9 Mio. €) zurückzuführen ist.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 51,8 Mio. € lag um 159,2 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 211,0 Mio. €. Die größte Abweichung ergibt sich dabei aus den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner, die aufgrund von Finanzierungen aus Investitionsprojekten in Chongqing, China, im Vorjahr um 198,2 Mio. € angestiegen sind und bei denen es im Geschäftsjahr 2023/24 zu keiner Veränderung gekommen ist. Ebenso hat es auch keine Rückzahlung von Hybridkapital im Geschäftsjahr 2023/24 gegeben (Vorjahr: Rückzahlung von 41,4 Mio. €).

Mittelzuflüsse resultierten aus der Aufnahme von finanziellen Mitteln in Höhe von 507,7 Mio. € (Vorjahr: 340,1 Mio. €) und aus Investitionszuschüssen in Höhe von 22,2 Mio. € (Vorjahr: 21,4 Mio. €). Mittelabflüsse resultierten aus der Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten von -445,0 Mio. € (Vorjahr: -54,7 Mio. €) sowie der Dividendenzahlung von -15,5 Mio. € (Vorjahr: -35,0 Mio. €) und der Hybridkuponzahlung von -17,5 Mio. € (Vorjahr: -19,5 Mio. €).

Die Zahlungsmittel haben sich insbesondere aufgrund der hohen Investitionen von 791,7 Mio. € auf 676,5 Mio. € reduziert. Teilweise kompensiert wurde diese Verringerung durch den positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und die erläuterten Finanzierungs- und Veranlagungsmaßnahmen. Darüber hinaus verfügt AT&S über kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 26,9 Mio. € (Vorjahr: 25,1 Mio. €).

Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 703,4 Mio. € (Vorjahr: 816,8 Mio. €). Dieser nach wie vor sehr hohe Wert dient zusammen mit den nicht genutzten Kreditlinien von 581,5 Mio. € (Vorjahr: 725,6 Mio. €) zur Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms und kurzfristig fälliger Rückzahlungen.

2.4.4. LEISTUNGSKENNZAHLEN

Kennzahlen: ROCE und Vitality Index

Neben dem Umsatz und dem EBITDA verwendet AT&S für die strategische Unternehmenssteuerung die Kennzahlen ROCE und Vitality Index. Sie spiegeln die operative Performance gegenüber Investoren und Kunden wider.

Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst AT&S die operative Unternehmensperformance aus der Sicht von Investoren. Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus kann abgeleitet werden, inwieweit AT&S die Verzinsungsansprüche seiner Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 9,7 %. Im Berichtsjahr lag AT&S mit einem ROCE von 0,6 % deutlich unter diesem Wert.

Das Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) verringerte sich gegenüber dem Vorjahr vor allem aufgrund des geringeren EBIT von 115,0 Mio. € auf 13,7 Mio. €.

Das eingesetzte Kapital erhöhte sich um 452,9 Mio. € trotz des niedrigeren durchschnittlichen Eigenkapitals infolge der höheren Nettoverschuldung. Das geringere NOPAT führte zusammen mit dem höheren eingesetzten Kapital zu einer Verringerung des ROCE von 6,6 % im Vorjahr auf 0,6 % im Geschäftsjahr 2023/24.

Die zweite Kennzahl zur Performancemessung, der Vitality Index, zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnah umzusetzen. AT&S misst diese Fähigkeit mit dem Vitality Index, der den Umsatzanteil von Produkten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2023/24 beläuft sich der Vitality Index auf 25,9 % nach 35,6 % im Vorjahr. AT&S strebt im mittelfristigen Durchschnitt einen Vitality Index von mindestens 20 % an. Dieses Ziel konnte im Geschäftsjahr 2023/24 übertroffen werden.

GESAMTKAPITALRENDITE (ROCE)

in Mio. € 2023/24 2022/23 Veränderung
Betriebsergebnis (EBIT) 31,1 146,2 (78,7 %)
Ertragsteuern (17,4) (31,2) 44,3 %
Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) 13,7 115,0 (88,1 %)
Durchschnittliches Eigenkapital 1.062,1 1.204,9 (11,9 %)
Durchschnittliche Nettoverschuldung 1.127,1 531,4 >100 %
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 2.189,2 1.736,3 26,1 %
ROCE 0,6 % 6,6 %

VITALITY INDEX

in Mio. € 2023/24 2022/23 Veränderung
Haupterlöse 1.549,8 1.791,3 (13,5 %)
Haupterlöse mit innovativen Produkten 401,9 637,9 (37,0 %)
Vitality Index 25,9 % 35,6 %

2.5. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Hinsichtlich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wird auf die Erläuterung 27 "Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

3. WEITERE GESETZLICHE ANGABEN

3.1. Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S-Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Auf Basis der Produktions- und Technologievielfalt, der Flexibilität in der Fertigung und des breiten Kundenspektrums setzt das Werk in Leoben den in den vergangenen Jahren eingeschlagene Weg der Nischenund Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt u. a. die Produktion mittels der Embedding-Technologie. Weiters wurde in den Ausbau der IC-Core-Linie investiert, um die benötigten Vormaterialkapazitäten zur Versorgung der Produktionen in Chongqing, Kulim und Leoben bereitzustellen. Nunmehr wird am Standort Leoben in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie investiert. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird. Im April 2024 wurde bereits mit der Installation der Anlagen für IC-Substraten begonnen, und der Beginn der Serienfertigung wird für 2025 erwartet. Das Werk in Fehring bedient das Segment Electronics Solutions und dabei insbesondere die Bereiche 3S (Smart Infrastructure, Smart Mobility und Smart Manufacturing) sowie den Bereich der Medizinprodukte.

Shanghai Der Standort Shanghai fertigt HDI-Leiterplatten (High Density Interconnection) und mSAP- Leiterplatten (modified Semi-Additive Process) für Kunden insbesondere für die Bereiche 3C (Computer, Kommunikation und Unterhaltungselektronik) und 3S (Smart Infrastructure, Smart Mobility und Smart Manufacturing). Der Standort hat sich als führender Anbieter der neuesten Technologiegeneration etabliert, und sein breites Technologiespektrum wird von den Kunden sehr gut angenommen.

Chongqing Der Standort in Chongqing umfasst derzeit drei operative Werke. Die Werke Chongqing I und Chongqing III sind für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrate) bestimmt. Für Chongqing III, das 2021 neu gebaut wurde, hatte die erste von vier Produktionslinien ab Oktober 2021 mit der Großserienfertigung begonnen. Die zweite Linie wurde 2022 in Betrieb genommen, während der Großteil der dritten Linie im Jahr 2023 für die Produktion freigegeben wurde. Die Installationsarbeiten für die vierte Linie werden in Abhängigkeit von der Entwicklung im Halbleitermarkt wieder aufgenommen. Im Werk Chongqing II werden hochwertige mSAP-Leiterplatten und Leiterplatten für Module im Bereich mobiler Anwendungen hergestellt. Die Produktionskapazitäten für Module wurden weiter ausgebaut, um die steigenden Kundenbedarfe im High-End-Bereich zu bedienen. Der Vollausbau des Werks soll im kommenden Geschäftsjahr abgeschlossen werden.

Kulim Der im Oktober 2021 begonnene Bau für IC-Substrate ist im Gange. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig, jedoch wird ein Teil des Investitionsvorhabens später als geplant realisiert. In einem Werk wurde mit der Installation der Anlagen begonnen und erste Produkte wurden zur Qualifikation durch den Kunden bereits ausgeliefert. Im Jänner 2024 wurde der Standort offiziell eröffnet.

Ansan Die sehr positive Entwicklung des Standorts in Korea konnte im Geschäftsjahr 2023/24 weiter fortgesetzt werden, vor allem im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer. Der Standort konnte im Geschäftsjahr 2023/24 eine sehr gute Auslastung verzeichnen.

Nanjangud Der Standort fokussierte sich weiterhin auf den Export und konnte insbesondere im Automotivemarkt seine Position stärken. Die Qualifizierung für HDI-Produkte konnte fortgesetzt und damit die Strategie zu höherwertigen Technologien im Produktmix weiterverfolgt werden.

Hongkong Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Vertriebsservicegesellschaften Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan, Taiwan und Schweden konnten im Geschäftsjahr 2023/24 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

3.2. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2024 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,10 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar: Siehe Tabelle unten.

Zum Stichtag 31. März 2024 befanden sich rund 64,3 % der Aktien im Streubesitz. Außer den unten angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Und es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer:innen mit Kapitalbeteiligung.

Weiters gibt es keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Die Verträge aller Vorstände enthalten eine "Change of Control"-Klausel: Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor. In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen ("Sonderkündigungsrecht"). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrags, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrags einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind.

Der Vorstand wurde durch die 25. ordentliche Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu 21.367.500 € zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

MAßGEBLICHE DIREKTE UND INDIREKTE BETEILIGUNGEN

Stk./in % Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Wien, Österreich
7.043.133 18,13 % 18,13 %
Androsch Privatstiftung,
Wien, Österreich
6.819.337 17,55 % 17,55 %

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt um bis zu 21.367.500 € erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtauschund/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Eigene Aktien

In der 29. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2023 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 zu Punkt 10 der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2024 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Freie Rücklagen

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen AT&S und ihren Tochtergesellschaften.

AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen 22 "Gezeichnetes Kapital" sowie 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Der Corporate-Governance-Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter https://ats.net/unternehmen/corporate-governance/ abrufbar.

3.3. Nichtfinanzielle Erklärung

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs. 6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2023/24 als gesondertes Kapitel beigefügt.

4. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Strukturierte Erschließung der technologischen Chancen

Der Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von AT&S richtet sich darauf, die Chancen aus der Digitalisierung (z.B. künstlicher Intelligenz) und Ökologisierung für AT&S zu nutzen. Die Elektronikindustrie, speziell die Mikroelektronik, nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Sie stellt Systeme zur Verfügung, welche die Digitalisierung erst ermöglichen (z. B. Datenzentren und Computer mit Hochleistungsprozessoren). Durch effizienten Aufbau der Gesamtsysteme kann zudem auch der Energieverbrauch dieser Geräte drastisch reduziert werden. Zusätzlich ist die Mikroelektronik auch die Basis für gänzlich neue Lösungen zur effizienteren Energienutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Gewinnung, Transport, Speicherung und Nutzung). Die dazu laufenden Projekte werden in unseren vier Kernentwicklungsfeldern zusammengefasst.

"High Performance Computing": Dienste basierend auf Künstliche Intelligenz (KI) und andere Entwicklungen in der Digitalisierung finden immer mehr Anwendungen und so Einzug in unser tägliches Leben. Ermöglicht wird dies durch leistungsstarke Computer die sich in den Servern und Datenzentren befinden. Um diese stark wachsenden Datenmengen zu bewältigen werden diese Hochleistungscomputersysteme immer leistungsfähiger und dürfen dabei weniger Energie verbrauchen. AT&S entwickelt Lösungskonzepte für IC Substrate, die genau für diese Bedürnisse bedienen.

"Hochfrequenzelektronik": Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird auch das zu übertragende Datenvolumen in den kommenden Jahren stark wachsen. Lösungen bieten hier elektronische Systeme, die bei höheren Frequenzen arbeiten (z. B. Kommunikationsmodule für 5G und in Zukunft 6G, Radarsysteme für Autos). Diese werden neue Lösungen für die Verbindungstechnologie benötigen. Über Entwicklungsprojekte in diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell, präzise und verlustarm leiten.

"Power and Power Efficiency": Im Bereich der Elektrifizierung gibt es derzeit angesichts der Nachhaltigkeitsbestrebungen einen starken Trend zu CO2-neutraler Energieerzeugung, neuen Energieträgersystemen und elektrisch basierten Antriebsformen. AT&S konzentriert seine Entwicklungstätigkeit auf Systeme, die eine optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten von der Energieerzeugung bis zur Nutzung ermöglichen und somit große Leistungen schalten, regeln bzw. übertragen können.

Virtuelle Entwicklung und Ressourceneffizienz: Die industriellen Produktionsprozesse werden sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Die Prozesse werden verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) organisiert sein, und die Nachhaltigkeit wird auch hier eine wichtige Rolle spielen: Die Herstellung von Produkten muss mit einem minimalen Verbrauch natürlicher Ressourcen erfolgen, höchst zuverlässig sein und hinsichtlich der eingesetzten Materialien eine Nachnutzung ermöglichen. AT&S arbeitet an neuen Lösungen, die eine effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, Energie etc.) erlauben. Dabei werden über die Digitalisierung große Datenmengen zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen sowie von Produkteigenschaften und Produktqualität nutzbar gemacht und neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion erarbeitet.

Innovationsrate weiterhin hoch

Der Vitality Index misst die Auswirkung der Innovationskraft eines Unternehmens. Er beschreibt den Anteil am Umsatz, den AT&S mit innovativen Produkten erzielt hat, die während der vergangenen drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. Grundsätzlich gilt: Der Vitality Index ist in den Jahren nach einer erfolgreichen Implementierung neuer Technologien höher und in Phasen der Entwicklung neuer Technologien (also in der Phase vor ihrer Markteinführung) niedriger. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sehen wir die Auswirkung der Einführung von neuen, innovativen Produkten am Markt. AT&S strebt im Mittel einen jährlichen Vitality Index von mindestens 20 % an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ergab sich ein Vitality Index von 25,9 %.

VITALITY INDEX in %

Die Innovationskraft und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens spiegeln sich u. a. in der Anzahl und Qualität seiner geistigen Schutzrechte: Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 62 Erfindungen neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 573 Patentfamilien, die zu 797 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

ANZAHL DER ERTEILTEN

SCHUTZRECHTE

429 600 693 797 20/21 21/22 22/23 23/24

F&E-Aufwand: 10,0 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf 155,4 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. in Relation zum Umsatz) von 10,0 % gegenüber 10,2 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

10,0 11,4 10,2 10,0 20/21 21/22 22/23 23/24 in %/in Relation zum Umsatz

FORSCHUNGSQUOTE

Zweistufiger Entwicklungsprozess

AT&S folgt einem zweistufigen Innovationsprozess: Die Grundlage für den ersten Schritt stellen sogenannte Technologieplattformen dar. In diesen Technologieplattformen werden technische Lösungsansätze erarbeitet, die technische Problemstellungen der nächsten Jahre in den strategischen Applikationen von AT&S lösen. Diese Stufe entspricht der angewandten Forschung und Technologieevaluierung.

Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und -implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

Begleitet werden diese Entwicklungstätigkeiten durch Entwicklungen im virtuellen Bereich und eine starke Kooperation mit unseren Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen.

Wesentliche Entwicklungsprojekte

Die Kernentwicklungsfelder für "High Performance Computing", "Hochfrequenzelektronik" und "Power and Power Efficiency" wurden weiter ausgebaut. In diesen Plattformen werden Lösungskonzepte entwickelt, welche die Herausforderungen der elektronischen Systeme bis zum Ende der Dekade unterstützen und bestmöglich meistern werden.

So werden z. B. neue Aufbau- und Verbindungskonzepte entwickelt, die es ermöglichen Einzelkomponenten von Computerchips mit einer hohen Signalrate zu verbinden, unter Einsatz unterschiedlichster Materialien (z.B.: Glas) neue die immer größer werdenden IC-Substrate mit der nötigen Zuverlässigkeit und Formstabilität zu versehen und Lösungskonzepte für die energieeffiziente Stromversorgung von Hochleistungsrechenmodulen, verlustarme Schaltungs- und Entwärmungskonzepte für die Elektromobilität und Energieversorgung.

Diese Entwicklungen werden in Zukunft stark durch das im Aufbau befindliche F&E-Zentrum an der AT&S-Zentrale in Leoben unterstützt und beschleunigt. Dabei handelt es sich um ein Entwicklungszentrum für IC-Substrate und andere Technologien im Bereich des "Advanced Electronic Packaging". Das Kernstück stellt eine F&E-, Prototypen- und Serienfertigungslinie dar, die technologisch global einen neuen Standard in diesem Bereich setzt. Durch diese Maßnahme wird ein Technologiebereich, der heute nur in Asien verfügbar ist, nach Europa gebracht, was natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Versorgungssicherheit darstellt. Zusammen mit den Investitionen in die Forschung und Entwicklung in der Zentrale in Leoben in den Bereichen "Substrat - Core" und "Packaging-Technologien" über die letzten Jahre wird dieses neue Zentrum zu einem "Hotspot" der Elektronikentwicklung und der Garant für zukunftsweisende Lösungen aus dem Hause AT&S.

5. CHANCEN UND RISIKEN

5.1. Chancen- und Risikomanagement

STRUKTUR UND INSTRUMENTE

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S-Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, ein einheitliches System zur Verfügung zu stellen, welches es ermöglicht, positive oder negative Abweichungen von den Unternehmenszielen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Das Risikomanagement berichtet dem Gesamtvorstand regelmäßig in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanage-

mentsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen.

Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2), welche in einer konzernweiten Risikomanagementrichtlinie festgelegt wurde.

RISIKOMANAGEMENT 2023/24

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde die Integration des Enterprise Risk Managements in alle Organisationseinheiten intensiviert. In Risikomanagement-Workshops mit Konzern-, Business Unit- und Werksfunktionen werden Risiken umfassend identifiziert, bewertet und Maßnahmen zur Risikominderung definiert. Die für die Riskobewertung verwendeten, standardisierten Parameter wurden im Geschäftsjahr 2023/24 überarbeitet. Darüber hinaus spiegelt sich die kontinuierliche Verbesserung des Reifegrades in der Risikoberichterstattung an das Management und den Prüfungsausschuss wieder.

5.2. Erläuterung der Einzelrisiken

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Im nachfolgenden Abschnitt werden die wesentlichen Risiken je Risikokategorie beschrieben.

STRATEGIE

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI). Um das Geschäft mit High-End-Substraten als strategisches Standbein zu sichern, tätigt AT&S Investitionen in eine Produktionsstätte im Kulim Hi-Tech Park, Kedah, Malaysia. Das Projekt wird in Kooperation mit zwei führenden Herstellern von High-Performance-Computing-Halbleitern durchgeführt. Aktuell wird eines der beiden Werke finalisiert, und mit der Qualifizierung wurde bereits begonnen. Mit dem Anlauf der Produktion wird ab dem Ende des Geschäftsjahres 2024/25 gerechnet. Die Gebäudehülle des zweiten Werks wird fertiggestellt. Die Beschaffung und Installation des Produktionsequipments hängt zeitlich davon ab, wie sich der Markt und die Situation bei einem wesentlichen Kunden entwickeln.

Des Weiteren investiert das Unternehmen am Standort Leoben-Hinterberg in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird, unterstützt durch Finanzierungsbeiträge der neuen Kunden.

Unvorhergesehene technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Der Einsatz der HDI-Technologie konnte gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie z. B. für die Automotive-Industrie übertragen werden. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf neue Technologien sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen.

Die Chancen der AT&S Werke liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industriesegment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Die Marktnachfrage nach IC-Substraten ist 2023 deutlich zurückgegangen und wird voraussichtlich am Ende des Geschäftsjahres 2024/25 wieder steigen. Eine Erholung auf das Niveau von 2022 wird jedoch voraussichtlich mindestens bis 2025 dauern. Der schnelle Rückgang und die hohen Lagerbestände im Markt für IC-Substrate für Notebooks, die nach dem Boom von 2021/2022 zu beobachten waren, endeten und stabilisierten sich 2023. Der rasche Nachfrageanstieg nach hochpreisiger KI-bezogener Infrastruktur sowie die makroökonomischen Bedingungen (z. B. Inflation, hohe Zinsen, Rezessionsängste) dämpften die Verkaufszahlen von Serversystemen im Jahr 2023. Dies führte zu einem Rückgang der Nachfrage nach IC-Substraten für Server und zu erhöhten Lagerbeständen. Aufgrund der saisonalen Marktdynamik wird erwartet, dass der Markt am Ende des Geschäftsjahres 2024/25 wieder anziehen und zu einem Gesamtwachstum bei IC-Substraten führen wird.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten, beispielsweise Vietnam oder Philippinen. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S-Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Des Weiteren haben Mitbewerber im letzten Jahr substanzielle Investitionen in Kapazitäten für ABF-Substrate und PCB-Produktionsstätten außerhalb von China angekündigt, welche zu weiteren Überkapazitäten im Markt und einem damit verbundenen Preisverfall führen können.

Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2024/25 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Der Ukraine-Krieg mit Auswirkungen auf den Energiemarkt, die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China, Wahlen in den USA sowie ein potenziell anhaltend hohes Zinsniveau führen zu einem weiterhin schwachen Marktumfeld. Geringere Nachfrage für IC-Substrate, mögliche kundeseitige Vorbehalte betreffend Lieferungen aus China, stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive und Industrie sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern. Neben der Beherrschung von Risiken werden aufgrund von Kunden- und Applikationsanalysen krisenfeste Applikationen forciert, wie z. B. Anwendungen im Medizinbereich.

MARKT

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 71 % zum Gesamtumsatz bei, wobei der jeweilige Anteil zwischen 2% und 35% liegt. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder der Profitabilität bei diesen Kunden. Im Rahmen der Diversifikationsstrategie ist es AT&S gelungen, bereits weitere IC-Substrat-Kunden zu gewinnen, welche insbesondere im Bereich Server-ICs tätig sind. Diese Maßnahmen unterstützen die schnelle Kompensation möglicher negativer Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden. Nichtsdestotrotz können nachteilige Änderungen in den Märkten eine negative Auswirkung auf AT&S haben, da die Kunden in ähnlichen Marktsegmenten agieren.

BESCHAFFUNG

Einkaufspreise und Verfügbarkeit

Die Trends in der Lieferkette entwickeln sich ständig weiter, und die jüngste Geschichte hat gezeigt, wie wichtig es ist, reaktionsfähig, skalierbar und flexibel zu sein. Aufgrund des Marktabschwungs im vergangenen Jahr, der zu einer noch stärkeren Volatilität der Kundennachfrage geführt hat, ist eine rasche Reaktion mit kürzeren Vorlaufzeiten wesentlich, um sich in Sachen Kundenservice und Wertschöpfung auszuzeichnen. AT&S optimiert laufend die Lieferantenbasis, um Werte zu schaffen, Lieferzeiten zu verkürzen, Beschaffungsrisiken durch gezieltes Lieferantenmanagement zu minimieren und Kundenerwartungen zu übertreffen. Die Krisen der Vergangenheit (Covid-19, Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen) haben letztendlich zu einer Verbesserung der Reaktionsfähigkeit und einer Verkürzung der Lieferzeiten geführt, dank alternativer Transportmöglichkeiten sowie der Qualifizierung neuer Lieferanten, die regional näher an den AT&S Produktionsstandorten liegen. Ebenso wird im Vorgriff auf unseren Produktionsbedarf in Malaysia eine erweiterte Lieferantenbasis in Südostasien aufgebaut.

Die kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine beobachtete Volatilität der Marktpreise wurde eingedämmt: Bei den Rohstoffen war der LME-Kupferpreis in den letzten 12 Monaten sehr stabil. Im Gegensatz dazu ist der Goldpreis im gleichen Zeitraum gestiegen, während der Palladiumpreis gesunken ist, sodass sich die Auswirkungen gegenseitig kompensieren konnten.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Die Eskalation des Nahostkonflikts im Dezember 2023 hat zu Schwierigkeiten im Bereich Transport und Logistik geführt. Reedereien haben die Durchfahrt durch das Rote Meer ausgesetzt und ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika herum geleitet. Diese Unterbrechungen im Suezkanal haben zu weiteren Herausforderungen durch längere Transitzeiten, höhere Kosten und geringere Pünktlichkeit mit kumulierten Verspätungen und Engpässen geführt. AT&S beobachtet die Situation gemeinsam mit Partnern und Spediteuren sehr genau. Aufgrund der sofortigen Reaktion und der eingeleiteten Maßnahmen (z.B. Verlängerung der Vorlaufzeiten, Überarbeitung der Bestellmuster, Anpassung der Lagerbestände, Vorausbuchung von Schiffen) sind keine größeren Auswirkungen zu verzeichnen.

UMFELD

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb Österreichs, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie z. B. Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Die Herstellung von Leiterplatten und IC-Substraten erfordert eine Vielzahl von nasschemischen, energie- und wasserintensiven Prozessen. Außerdem müssen die Raumbedingungen im Produktionsbereich (z. B. Reinraum) und im Lagerbereich (z. B. Kühllager) bestimmte Grenzwerte einhalten. Klimabedingte Veränderungen können zu einem Anstieg der Umgebungstemperatur und einer größeren Häufigkeit extremer Wetterereignisse (z. B. Hitzewellen, Dürre) führen, was eine Limitierung der Ressourcen (z. B. Wasser- und Energieversorgung) zur Folge haben könnte. Infolgedessen könnten entweder die Kosten steigen (z. B. für Heizung oder Kühlung) oder im schlimmsten Fall kann es zu Unterbrechungen des Produktionsprozesses kommen, wenn die Versorgung unterbrochen wird. Zusätzlich könnten weitere Beschränkungen für die Emission von Schadstoffen in Luft und Wasser sowie strengere Standards für die Behandlung, Lagerung und Entsorgung von festen und gefährlichen Abfällen eingeführt werden. AT&S arbeitet daher an einer Strategie zur Abfallreduktion sowie an Recyclingprojekten (z.B. Kupfer- und Wasserrecycling), um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Ein Teil der Mitarbeiter:innen in der Produktion arbeiten mit Chemikalien, oder sind Lärm oder Emissionen ausgestetzt. Unzureichende persönliche Sicherheitsstandards und ein unzureichendes Sicherheitsmanagement könnten zu Betriebsunterbrechungen aufgrund steigender Unfall- und Gesundheitsfälle führen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolicen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen.

Der seit Februar 2022 andauernde Krieg zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Neben der daraus resultierenden humanitären Katastrophe hat dieser Krieg auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich auch in deren Preisentwicklung widerspiegelt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Energieversorgung, insbesondere mit Strom, können auch einen negativen Effekt auf AT&S mit sich bringen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Des Weiteren wurde die AT&S-Energiestrategie um den Aspekt der Versorgungssicherheit erweitert. Nichtsdestotrotz können weitreichende Sanktionen und weitere unerwartete geopolitische Entwicklungen die Geschäftstätigkeit von AT&S negativ beeinflussen.

Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aus derzeitiger Sicht hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring neuer Handelsbeschränkungen und/oder Exportkontrollen im Zusammenhang mit den AT&S zugrunde liegenden Technologien, Rohstoffen und Ausrüstungen sowie den potenziell betroffenen Kunden notwendig.

Neue Eskalationen in Ostasien, insbesondere zwischen China und Taiwan, aber auch in Korea, sowie der erneute Konflikt im Nahen Osten können allgemeine Auswirkungen auf die globalen Lieferketteninterdependenzen haben. Es ist daher wichtig, jede Verschärfung dieser Konflikte zu beobachten, die sich potenziell negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirken könnte. Darüber hinaus können sich daraus resultierende makroökonomische Entwicklungen negativ auf das Geschäft der AT&S auswirken.

Der eskalierte Krieg zwischen Israel und den Palästinensern im Nahen Osten führt zu einer weiteren Verunsicherung der Weltwirtschaft. Das Gewicht Israels auf dem globalen Halbleitermarkt, insbesondere im Bereich der Produktion, ist begrenzt. Darüber hinaus arbeitet AT&S nicht mit Produktionsunternehmen in Israel zusammen und ist nicht vom israelischen Markt abhängig. Dennoch hat die durch den Nahostkonflikt ausgelöste Krise am Roten Meer negative Auswirkungen auf den Transport von Waren und Materialien. Derzeit gibt es keine größeren Auswirkungen auf das Geschäft von AT&S, die Situation wird jedoch genau beobachtet.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen (z. B. REACH und ROHS), wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Schadenersatz- bzw. Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100%-ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeiter:innen. Das Governance, Risk & Compliance Committee ("GRC Committee") unterstützt das Enterprise Risk Management in der Überwachung der Risikolandschaft und hilft die damit verbundene Einhaltung von rechtlichen und regulatorischen Vorschriften zu fördern. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform "We Care" eingeführt, welche es Mitarbeiter:innen und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Zertifizierung aller europäischen Standorte nach ISO 27001 wurde das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) in allen Produktionsstandorten ausgerollt und eine Zertifizierung nach ISO 27001:2013 durchgeführt. Durch die Orientierung an internationalen IT-Standards werden ein sicherer Umgang und ein angemessener Zugang zu Informationen gewährleistet sowie zuverlässige Systeme zur Verfügung gestellt.

Trotz bester Bemühungen muss anerkannt werden, dass kein System völlig immun gegen mögliche Hackerangriffe ist. Solche Vorfälle könnten sich negativ auf die Sicherheit der Daten und die Verfügbarkeit der IT-Systeme von AT&S auswirken, falls sie auftreten. AT&S bemüht sich ständig, diese Risiken zu mindern und die Sicherheit und Integrität der Systeme zu gewährleisten.

OPERATIV

Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft die Chance bieten, sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance, geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung zugesagter Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Qualitätsmängel können zu einer Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess von AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil (z. B. IATF 16949), Luftfahrt (z. B. EN9001 and NADCAP-Akkreditierung) und Medizintechnik (z. B. DS/EN ISO 13485). Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu erhalten. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate in Chongqing und Kulim ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens spezifische Risiken. Der Markt für IC-Substrate wird durch technologische Änderungen beeinflusst. Der Aufbau eines R&D-Centers mit Prototypenproduktion in Österreich soll auch der Entwicklung neuer Technologien dienen und so zur Minderung des Marktrisikos von IC-

Substraten beitragen. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko neuer Technologieentwicklungen. Komplikationen beim Vorantreiben dieser technologischen Entwicklungen und bei der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten.

Kostenkontrolle

Um aus Nachfrageschwächen sowie Inflation resultierende Effekte wie den Preisdruck abzumildern, hat AT&S umfassende Kostenoptimierungsprogramme initiiert. Deren Fokus liegt darauf, den Umfang der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen zu erhöhen sowie deren Umsetzung zu beschleunigen sowie die ineffiziente Nutzung von Materialien und Ressourcen weitestgehend zu eliminieren. Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

ORGANISATION

Mitarbeiter:innen

Die kollektive Industrieerfahrung und die Managementexpertise der Mitarbeiter:innen der AT&S-Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die beiden Großprojekte (Leoben und Kulim) erfordern eine hohe Anzahl an qualifiziertem Personal. Sollte es nicht möglich sein, ausreichend qualifiziertes Personal anzuwerben, könnte sich dies negativ auf den Fortschritt der Großprojekte auswirken. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen weiter auszubauen.

FINANZEN

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung der Transaktionseffekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in Asien und des damit erwarteten starken Umsatzwachstums ergeben sich wesentliche Translationsrisiken aus dem RMB sowie dem MYR. Das Finanzergebnis wird von Währungseffekten beeinflusst, da Teile der Veranlagungen in Fremdwährung erfolgt sind. Die größten konzerninternen Darlehen sind langfristier Natur; ihr Rückzahlung ist auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich. Die Bewertung dieser Darlehen erfolg daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung. Das Ausmaß dieser Risiken wird regelmäßig analysiert. Die Ergebnisse fließen in Strategien zur Umsetzung eines effizienten Währungsmanagements ein.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine kurz- und langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, weitere Zinsänderungen, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen haben jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des angestrebten Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge zu einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf und höheren Kosten geführt. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury mit entsprechenden Finanzinstrumenten.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z. B. der OECD (insbesondere im Hinblick auf den BEPS-Aktionsplan ("Base Erosion and Profit Shifting")). Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht das Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten. Darüber hinaus besteht das Risiko höherer Steuerbelastungen durch künftige Veränderungen in der Steuergesetzgebung.

ESG

Im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements wurden auch Risiken in Bezug auf ESG – das sind jene im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Governance – berücksichtigt. Für nähere Informationen zu den wesentlichen ESG-Risiken wird auf das Kapitel "ESG-Chancen- und Risikomanagement" im nichtfinanziellen Bericht 2023/24 verwiesen.

5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept des COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung. Das Interne Kontrollsystem verfolgt das Ziel, die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften und internen Regularien sicherzustellen.

Weitere Grundsätze des IKS sind:

  • Identifikation operativer Risiken sowie Definition und Implementierung adäquater Kontrollmaßnahmen
  • Sicherstellung einer adäquaten Funktionstrennung
  • Sicherstellung der Richtigkeit und Vollständigkeit des Rechnungswesens
  • Gewährleistung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit
  • Aufdeckung bereits entstandener Schäden
  • Schutz materieller und immaterieller Vermögenswerte

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzliche Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Dokumentenmanagementsystem archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die notwendigen Kontrollmaßnahmen im Zusammenhang mit den Prozessen der Rechnungslegung, beispielsweise Zugriffsberechtigungen und Funktionstrennungen, werden im Internen Kontrollsystem dokumentiert. Ihre Umsetzung und Wirksamkeit wird von der internen Revision regelmäßig überprüft und etwaige Verbesserungsmaßnahmen identifiziert.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheiten Corporate Finance und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

6. AUSBLICK

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2023 fand größtenteils wieder eine Annäherung an die Verhältnisse von vor COVID-19 statt. Lieferketten und Nachfrage stabilisierten sich, während die Zentralbanken die geldpolitischen Zügel strafften, um die Inflation einzudämmen.

In den meisten Regionen schwächte sich die Gesamtinflation ab, nachdem im Jahr 2022 Höchstwerte verzeichnet worden waren. Die Kerninflation ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise erwies sich jedoch als hartnäckiger. Die Verbrauchernachfrage in den meisten größeren Volkswirtschaften war nach wie vor verhalten, da die Inflation und das hohe Zinsniveau die Kaufkraft einschränkten. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2023 um geschätzte 3,1 % zu, wobei die Industrieländer ein langsameres Wachstum als die Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichneten. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Euroraum um 0,5 %, in China um 5,2 % und in den Vereinigten Staaten um 2,5 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2024 um 3,1 % steigen.19

Konflikte und geopolitische Spannungen spielten nach wie vor eine große Rolle auf internationaler Ebene. Ein viel beachtetes Thema waren die anhaltenden Bestrebungen der USA, unterstützt durch ihre europäischen und asiatischen Verbündeten, den Zugang Chinas zu Spitzentechnologien mithilfe von Exportbeschränkungen und -verboten einzuschränken. Diese betreffen eine zunehmende Anzahl chinesischer Unternehmen. Der anhaltende Krieg in der östlichen Ukraine und die seit Herbst 2023 anhaltende Bombardierung des Gazastreifens durch die israelische Armee nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober hat zu einer Zunahme der Spannungen im Nahen Osten und weltweit geführt.

Für das Kalenderjahr 2024 gehen die Marktanalysen von einer Wachstum von rund 4 % bei Leiterplatten und von rund 8 % bei IC-Substraten aus. Bezüglich weiterführender Informationen zu Industrie- und Technologie-Trends wird auf Punkt 1 "Markt- und Branchenumfeld" des Konzernlageberichts verwiesen.

Erwartetes Marktumfeld

Für die Segmente von AT&S gestalten sich die Erwartungen derzeit wie folgt: Im Bereich der mobilen Endgeräte, welcher eine schwache Gesamtmarktlage aufweist, wird nur eine leichte Erholung der Nachfrage erwartet, dieser Bereich bleibt für AT&S eine Herausforderung. Positiv entwickelt sich dagegen weiterhin das Geschäft mit Modulleiterplatten.

Auch wenn der Leiterplattenmarkt im Bereich Automotive unter anderem aufgrund von erhöhten Lagerbeständen in der Lieferkette aktuell unter Druck steht, unterliegt er aufgrund des weiter steigenden Elektronikanteils je Fahrzeug mittelfristigen einem Wachstumstrend. Bei Industrial wird 2024 für den Markt mit einer leichten Erholung gerechnet.

Der Markt für Notebooks ist grundsätzlich volatil und unterliegt quartalsweise starken Schwankungen. In den Märkten für IC-Substrate wird 2024 für Notebooks eine leicht höhere Nachfrage als 2023 erwartet. Dies dürfte, nachdem sich die Lagerbestände inzwischen normalisiert haben, zu einer höheren Nachfrage nach IC-Substraten führen.

Da im Markt für Server ein wachsender Teil der Investitionen aktuell in hochpreisige Produkte, die sich auf Künstliche Intelligenz fokussieren, fließt, verläuft der Lagerabbau langsamer als zunächst erwartet. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2024/25 sollte sich der Lagerbestand wieder normalisiert haben und es wird mit einer Belebung der Nachfrage nach Serverprodukten gerechnet. Auch die jüngste Auftragsplanung der größten Kunden von AT&S deutet auf diese Entwicklung hin. Aufgrund der erwarteten Architekturänderung wird damit gerechnet, dass sich der Produktmix weiter verändert, wobei ebenfalls erwartet wird, dass sich der Trend zu technologisch höherwertigen IC-Substraten fortsetzt, wovon AT&S profitieren wird.

Gesamtaussage für das Geschäftsjahr 2024/25

AT&S ist bestrebt den Kapitalbedarf frühzeitig zu finanzieren und verfügt aktuell über eine Liquiditätsreserve von 1.276,8 Mio. €. Maßnahmen zur zukünftigen Liquiditätsabsicherung werden kontinuierlich evaluiert. So wird neben der Prolongation und Neuaufnahme von Krediten, auch ein Verkauf der Tochtergesellschaft in Südkorea in Betracht gezogen.

In einigen von AT&S bedienten Industrien hat über die vergangenen Monate eine Stabilisierung stattgefunden. Auf dieser Basis wird volumenseitig mit einer Erholung der Nachfrage vor allem in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres

19 IMF, "World Economic Outlook Update", Januar 2024

2024/25 gerechnet. Dennoch geht das Unternehmen von einem anhaltend starken Preisdruck aus. Diesem wird mit einer konsequenten Umsetzung und weiteren Fokussierung der bereits laufenden Effizienzprogramme entgegengewirkt. Neben umfassenden kostensenkenden Maßnahmen wird es auch zu einem Abbau von bis zu 1.000 Mitarbeitern an den bestehenden Standorten kommen.

Nach den hohen Investitionen von 996 Mio. € in 2022/23 und 855 Mio. € in 2023/24 gehen die Nettoinvestitionen in den folgenden Jahren deutlich zurück. Für das Geschäftsjahr 2024/25 plant das Management – in Abhängigkeit vom Marktumfeld und den Projektfortschritten – ein Investitionsvolumen von rund 500 Mio. €. Der überwiegende Teil dieser Investitionen wird in die IC-Substrate-Produktion in den neuen Werken in Kulim und Leoben fließen. Mit dem Start der Hochvolumen-Produktion der beiden Werke zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 wird AT&S seine Kundenbasis bei IC-Substraten weiter differenzieren.

AT&S geht davon aus, im Geschäftsjahr 2024/25 einen Jahresumsatz zwischen 1,7 und 1,8 Mrd. € zu erzielen.20 Exklusive der Effekte aus dem Anlauf der neuen Produktionskapazitäten in Kulim und Leoben in Höhe von rund 80 Mio. € wird die bereinigte EBITDA-Marge voraussichtlich zwischen 25 und 27 % liegen.

Leoben-Hinterberg, am 13. Mai 2024

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e. h. Dr. Peter Schneider e. h. Dr. Peter Griehsnig e. h. Mag. Petra Preining e. h. DI Ingolf Schröder e. h.

20 Bezieht sich auf die derzeitige Unternehmensstruktur, einschließlich des Werks in Ansan, Korea

BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM KONZERNABSCHLUSS 2023/24

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2024, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2024 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1. Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern

Sachverhalt und Problemstellung

Der Konzern hat insgesamt TEUR 26.349 (Vorjahr: TEUR 19.911) aktive latente Steuern angesetzt. Darin sind latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 39.040 (Vorjahr: TEUR 27.908) vor Saldierung mit passiven latenten Steuern enthalten.

Dem Ansatz der latenten Steueransprüche liegt die Annahme zu Grunde, dass im Planungszeitraum ausreichendes zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet wird, gegen das Verlustvorträge und sonstige abzugsfähige temporäre Differenzen verwendet werden können. Diese Annahmen beruhen auf Einschätzungen der aktuellen sowie der geplanten steuerlichen Ergebnisse und allfälligen mit steuerlicher Wirkung umgesetzten zukünftigen Maßnahmen der betroffenen Gesellschaften.

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernanhang.

  • Abschnitt I.B.e. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu latenten Steuern,
  • Abschnitt I.C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung, Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragssteuerschulden
  • sowie Abschnitt III.6. Erläuterung zu Ertragssteuern.

Die Bewertung der aktiven latenten Steuern ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit erheblichen Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Konzernabschluss. Schätzunsicherheiten bestehen insbesondere in Zusammenhang mit getroffenen Planannahmen und deren Auswirkungen auf die steuerlichen Ergebnisse. Deshalb haben wir die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben für wesentliche in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften

  • den Prozess zur Ermittlung der zukünftigen steuerlichen Ergebnisse als Basis für die Berechnung der latenten Steueransprüche erhoben,
  • die Veränderung der Verlustvorträge auf Basis der vorläufigen Steuerberechnungen nachvollzogen und
  • nachvollzogen, ob die der Berechnung zugrunde liegenden künftigen steuerlichen Gewinne konsistent mit dem Geschäftsplan der Gesellschaft sind,
  • die Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert sowie die zugrundeliegenden Planannahmen kritisch gewürdigt sowie
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Konzernanhang geprüft.

2. Zeitraumbezogene Erfassung der Umsatzerlöse nach IFRS 15

Sachverhalt und Problemstellung

Die Umsatzrealisierung des Konzerns erfolgt gemäß IFRS 15 für einen Teil der Kunden zeitraumbezogen. Gemäß IFRS 15.35c sind Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu erfassen, wenn bei Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen, ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive Marge besteht.

Gemäß IFRS 15 sind Leistungsverpflichtungen, die entsprechend der zeitraumbezogenen Ertrags¬realisierung bereits erfüllt sind und für welche die Gegenleistungen der Kunden noch ausstehen, als vertragliche Vermögenswerte darzustellen. Zum 31. März 2024 weist der Konzern vertragliche Vermögenswerte nach Berücksichtigung von Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 in Höhe von TEUR 118.756 (Vorjahr: TEUR 135.176) aus. Die Umsatzerlöse aus der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung betragen im Geschäftsjahr 2023/24 TEUR 982.798 (Vorjahr: TEUR 1.015.265).

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernanhang

  • Abschnitt I.B.d. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden.
  • Abschnitt III.1. Umsatzerlöse
  • sowie Abschnitt IV.11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Bei der Würdigung der vertraglichen und gesetzlichen Grundlagen im Hin¬blick auf die bilanzierungsrelevanten Kriterien zur Identifizierung der von der zeitraum¬bezogenen Ertragsrealisierung betroffenen Umsätze sind wesentliche Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter insbesondere hinsichtlich der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistung inklusive Marge zu treffen. Außerdem ist auf Grund der Vielzahl an unterschiedlich gestalteten Kundenverträgen die Ermittlung der zum Stichtag anzusetzenden vertraglichen Vermögenswerte als komplex anzusehen. Deshalb haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben:

  • die Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns zur Umsatzrealisierung unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Gegebenheiten, unseres Verständnisses des Geschäfts sowie mittels stichprobenartiger Beurteilung der vom Management durchgeführten Vertragsanalysen im Hinblick auf die richtige Umsetzung von IFRS 15 überprüft,
  • die für die Ermittlung der vertraglichen Vermögenswerte automatisch generierten Berichte auf Richtigkeit und Vollständigkeit unter Hinzuziehung interner Spezialisten geprüft und
  • mittels Stichproben geprüft, ob die erfassten Umsatzerlöse den in den Rechnungslegungsgrundsätzen des Konzerns festgelegten Kriterien für die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung entsprechen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den konsolidierten Corporate Governance Bericht und den konsolidierten nichtfinanziellen Bericht haben wir vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzern¬abschluss oder zu unseren bei der Abschluss¬prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil bein¬haltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets auf¬deckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt ver¬nünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzern¬abschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftiger¬weise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juli 2023 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr gewählt und am 31. Oktober 2023 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2021 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard Marterbauer.

Wien

  1. Mai 2024

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. Es wird darauf hingewiesen, dass der in unserem Prüfungsbericht enthaltene Bestätigungsvermerk mit einer qualifiziert elektronischen Signatur versehen wurde und der in diesem Urkundenexemplar enthaltene Bestätigungsvermerk nur deswegen nochmals qualifiziert elektronisch signiert wurde, um eine Überprüfung der Signatur zu ermöglichen.

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft JAHRESABSCHLUSS ZUM 31. MÄRZ 2024

Inhaltsverzeichnis

Bilanz 119
Gewinn- und Verlustrechnung 120
Anhang zum Jahresabschluss zum 31. März 2024 121

Bilanz

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT LEOBEN-HINTERBERG

BILANZ ZUM 31. März 2024 (Vorjahr zum Vergleich)

in € A K T I V A 31.03.2024 31.03.2023 P A S S I V A 31.03.2024 31.03.2023
A. ANLAGEVERMÖGEN A. EIGENKAPITAL
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Eingefordertes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte gezeichnetes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 5.489.443,52 4.548.969,15 eingezahltes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
5.489.443,52 4.548.969,15
II. gebundene Kapitalrücklagen 163.270.702,50 163.270.702,50
II. Sachanlagen
Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund
1.
346.546.336,04 12.031.236,68 III. Gewinnrücklagen
2. technische Anlagen und Maschinen 138.436.618,12 129.414.921,32 1. gesetzliche Rücklage 4.273.500,00 4.273.500,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.286.823,19 11.077.397,79 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 17.505.782,55 17.505.782,55
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 147.982.382,46 19.907.358,19
643.252.159,81 172.430.913,98 IV. Bilanzgewinn 325.707.202,91 238.505.515,30
III. Finanzanlagen davon Gewinnvortrag 222.965.515,30 22.835.790,14
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 400.408.507,60 320.408.507,60 553.492.187,96 466.290.500,35
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.344.082.198,40 1.927.410.743,64
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.337.529.091,90 1.920.638.979,57 B. ZUSCHÜSSE AUS ÖFFENTLICHEN MITTELN 8.235.978,33 4.057.975,88
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 93.753,81 93.753,81
4. sonstige Ausleihungen 15.144.623,62 47.486.118,13 C. RÜCKSTELLUNGEN
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 13.868.738,41 47.486.118,13
2.759.729.083,43 2.295.399.123,18 1. Rückstellungen für Abfertigungen 21.314.209,67 21.609.587,26
3.408.470.686,76 2.472.379.006,31 2. Rückstellungen für Pensionen 9.954.370,28 8.910.700,03
B. UMLAUFVERMÖGEN 3. Steuerrückstellungen 0,00 0,00
4. sonstige Rückstellungen 35.911.103,03 32.104.417,63
I. Vorräte 67.179.682,98 62.624.704,92
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.133.359,76 15.114.062,43
2. unfertige Erzeugnisse 8.800.205,10 10.225.112,92 D. VERBINDLICHKEITEN
3. fertige Erzeugnisse und Waren 15.888.784,26 20.110.966,72
42.822.349,12 45.450.142,07 1. Anleihen 365.000.000,00 365.000.000,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 0,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 59.630.983,42 39.520.216,89 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 365.000.000,00 365.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 895.692.732,08 679.708.418,59
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 21.554.467,66 7.330.273,96 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 286.850.596,08 197.564.138,59
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 608.842.136,00 482.144.280,00
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 52.573.900,44 77.444.852,59 3. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 642.569.903,72 703.968.148,01
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 90.069.903,72 346.468.148,01
133.759.351,52 124.295.343,44 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 552.500.000,00 357.500.000,00
III. Wertpapiere und Anteile 4. Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern 871.812.571,12 609.551.145,98
1. sonstige Wertpapiere und Anteile 946.000,00 876.500,00 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 111.152.976,64 111.152.976,64
946.000,00 876.500,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 760.659.594,48 498.398.169,34
5. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 279.183.909,23 0
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 21.403.943,51 0,00
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 446.682.152,68 505.598.256,63 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 257.779.965,72 0,00
624.209.853,32 676.220.242,14 6. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 228.958.118,07 190.890.187,39
7. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 69.057.944,31 37.622.998,74
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 8.704.767,91 7.079.116,53 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 69.057.944,31 37.622.998,74
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 45.981.934,00 38.049.851,00 8. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 89.374.137,66 59.428.244,19
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 89.374.137,66 59.428.244,19
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
9. sonstige Verbindlichkeiten 13.880.443,02 13.479.168,45
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 13.880.443,02 12.409.979,45
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 1.069.189,00
davon aus Steuern 4.524.405,90 2.244.362,43
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.994.658,05 2.895.011,11
3.455.529.759,21 2.659.648.311,35
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.929.633,51 1.106.723,48
SUMME AKTIVA 4.087.367.241,99 3.193.728.215,98 SUMME PASSIVA 4.087.367.241,99 3.193.728.215,98

Gewinn- und Verlustrechnung

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT LEOBEN-HINTERBERG GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM

1. APRIL 2023 BIS 31. MÄRZ 2024 (Vorjahr zum Vergleich)

in € 2023/24 2022/23
1. Umsatzerlöse 550.291.721,60 498.338.649,41
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -3.526.609,05 2.494.216,22
3. andere aktivierte Eigenleistungen 16.146,96 0,00
4. sonstige betriebliche Erträge 21.669.584,91 33.787.294,86
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 42.000,00 235,55
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 726.311,81 1.757.346,77
c) übrige 20.901.273,10 32.029.712,54
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -362.988.556,39 -326.209.315,84
a) Materialaufwand -335.075.017,99 -294.338.565,08
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -27.913.538,40 -31.870.750,76
6. Personalaufwand -156.471.480,29 -136.820.449,27
a) Löhne und Gehälter
aa) Löhne -30.480.201,44 -28.763.792,94
bb) Gehälter -89.900.684,11 -73.275.664,15
b) Soziale Aufwendungen
aa) Aufwendungen für Altersvorsorgung -1.799.940,16 -1.546.145,56
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeiter-
vorsorgekassen -2.845.149,65 -4.960.718,20
cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -30.039.534,24 -26.686.529,78
dd) sonstige Sozialaufwendungen -1.405.970,69 -1.587.598,64
7. Abschreibungen -31.668.025,58 -23.568.893,59
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -32.758.166,54 -24.185.640,27
b) abzüglich Amortisation von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 1.090.140,96 616.746,68
8. sonstige betriebliche Aufwendungen -89.795.819,71 -101.427.766,76
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen -606.752,02 -570.265,96
b) übrige -89.189.067,69 -100.857.500,80
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 -72.473.037,55 -53.406.264,97
10. Erträge aus Beteiligungen
117.223.013,37 213.976.726,23
davon aus verbundenen Unternehmen 117.223.013,37 213.976.726,23
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlage
vermögens 144.241.118,73 91.252.168,04
davon aus verbundenen Unternehmen 144.178.585,43 91.216.239,13
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 20.192.381,07 20.907.006,31
davon aus verbundenen Unternehmen 692.227,20 9.783.212,89
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens 2.034.454,87 1.015.385,79
davon Erträge aus verbundenen Unternehmen 1.741.321,12 0,00
davon aus Zuschreibungen 1.810.821,12 28.000,00
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlauf
vermögens
davon Aufwendungen aus Abschreibungen
-1.297.729,55
-1.182.344,50
-16.456.157,67
-16.456.157,67
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen 0,00 -16.456.157,67
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -111.866.087,51 -60.068.119,39
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen -943.409,19 -1.050.981,65
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 170.527.150,98 250.627.009,31
17. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 9 und Z 16) 98.054.113,43 197.220.744,34
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.687.574,18 18.448.980,82
davon Veränderung aus latenten Steuern 7.932.083,00 20.025.434,00
19. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 102.741.687,61 215.669.725,16
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 222.965.515,30 22.835.790,14
1. ALLGEMEINE ANGABEN 122
2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE 123
3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 124
3.1.
Anlagevermögen 124
3.2.
Umlaufvermögen 124
3.3.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 125
3.4.
Aktive latente Steuern 125
3.5.
Rückstellungen 125
3.6.
Verbindlichkeiten 126
3.7.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 127
4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ 128
4.1.
Anlagevermögen 128
4.2.
Anteile an verbundenen Unternehmen 130
4.3.
Ausleihungen 130
4.4.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 130
4.5.
Aktive latente Steuern 131
4.6.
Eigenkapital 132
4.7.
Rückstellungen 134
4.8.
Verbindlichkeiten 140
4.9.
Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB 141
4.10.Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen 141
4.11.Sonstige finanzielle Verpflichtungen 141
4.12. Derivative Finanzinstrumente 142
5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 143
5.1.
Umsatzerlöse 143
5.2.
Übrige sonstige betriebliche Erträge 143
5.3.
Personalaufwand 143
5.4.
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 144
5.5.
Aufwendungen für den Abschlussprüfer 144
6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB 145
6.1.
Organe, Arbeitnehmer:innen 145
6.2.
Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag 147

1. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" genannt) zum 31. März 2024 wurde gemäß den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie die Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, wurden beachtet. In diesem Zusamenhang wurde die Bilanz um den Posten Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing erweitert.

Insbesondere wurde bei der Bewertung von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen sowie der Grundsatz der Einzelbewertung von Vermögensgegenständen und Schulden beachtet. Dem Vorsichtsprinzip wurde durch Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken und drohenden Verluste Rechnung getragen. Nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne wurden ausgewiesen. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den Schätzungen berücksichtigt.

Fallen Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten unter mehrere Posten der Bilanz, erfolgt die Angabe bei jenem Posten, unter dem der Ausweis erfolgt.

2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE

Seit dem 31. März 1999 übt die AT&S die Funktion eines Mutterunternehmens im Sinne des § 244 UGB aus.

Unter Anwendung der Bestimmungen des § 245a UGB werden ein Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards (IFRS)), ergänzt um die unternehmensrechtlich verpflichtend vorgeschriebenen Erläuterungen und Anmerkungen, und ein Konzernlagebericht aufgestellt.

Die AT&S stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Abschluss wird beim Firmenbuchgericht in Leoben hinterlegt.

Die Erleichterungsbestimmungen gemäß § 245 Abs. 1 UGB werden in Anspruch genommen.

Im Geschäftsjahr wurde folgende gesellschaftsrechltiche Maßnahme durchgeführt:

Im Geschäftsjahr erfolgte bei der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd., Malaysia, eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln in Höhe von € 80.000.000,00.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen ausgewiesen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs. 2 UGB werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang behandelt.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Nutzungsdauer
immaterielle Vermögensgegenstände 4 - 10 Jahre
Bauten einschließlich Bauten auf fremdem Grund 15 - 40 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 7 - 15 Jahre
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre

Für Zugänge während der ersten Hälfte des Geschäftsjahres wurde eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge während der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine halbe Jahresabschreibung angesetzt. Die Abschreibung für Zugänge erfolgt nach Maßgabe des Zeitpunktes ihrer Inbetriebnahme.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. entsprechend dem Niederstwertprinzip zum niedrigeren Marktwert (Kurswert) zum Bilanzstichtag.

3.2. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Ersatzteile werden zu Anschaffungskosten abzüglich prozentueller Gruppenabschläge bewertet. Erhaltene Skonti, Boni sowie Frachtkosten und Zölle wurden berücksichtigt.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen. In den Herstellungskosten wurden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkennbare Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet, nicht identifizierte Ausfallrisiken wurde durch die Bildung von Portfoliowertberichtigungen Rechnung getragen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Kreditausleihungen bei denen keine substantiellen Hinweise auf Wertminderung vorliegen, werden im Rahmen einer pauschalen Betrachtung im Rahmen der Portfoliowertberichtigungen wertberichtigt. Bei der Ermittlung von Portfoliowertberichtigungen werden gemäß § 201 Abs. 2 Z. 7 UGB statistische Erfahrungswerte aus ähnlich gelagerten Sachverhalten verwendet bzw. berücksichtigt.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.

Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Kurswerten zum Bilanzstichtag.

Die auf Fremdwährung lautenden Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Entstehungskurs oder dem niedrigeren Kurs zum Bilanzstichtag bilanziert.

3.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

3.4. Aktive latente Steuern

Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Jahren voraussichtlich abbauen, werden nach dem "Temporary"-Konzept berechnet und bei einer sich daraus insgesamt ergebenden Steuerentlastung als aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt.

Für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen werden aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt, soweit überzeugende substanzielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung stehen wird.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung des Steuersatzes, der am Bilanzstichtag gilt oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet ist und dessen Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der Steuerentlastung bzw. Steuerbelastung erwartet wird. Die Berechnung erfolgt mit dem Steuersatz von 23 % bei voraussichtlicher Realisierung ab dem Wirtschaftsjahr 2024/25.

Eine Saldierung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern wird gegebenenfalls vorgenommen, soweit eine Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche mit den tatsächlichen Steuerschulden rechtlich möglich ist.

3.5. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Juni 2022) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes (Stichtagszinssatz) in Höhe von 3,60 % (Vorjahr: 4,00 %) und eines Pensionseintrittsalters gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiters wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 3,70 % (Vorjahr: 3,70 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) beträgt zum Bilanzstichtag € 21.174.209,67 (Vorjahr: € 20.312.172,46).

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Aufwand von € 797.778,92 (Vorjahr: Ertrag von € 2.741.414,25), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Juni 2022) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes in Höhe von 3,70 % (Vorjahr: 4,10 %) unter Verwendung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Das Pensionseintrittsalter wurde gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 ermittelt. Die Anhebung der Altersgrenze für die Alterspension für weibliche Versicherte ab 1. Jänner 2024 wurde berücksichtigt. Als Valorisierung der Pension wurden im Geschäftsjahr 3,30 % (Vorjahr: 3,30 %) angesetzt.

Die Defined Benefit Obligation (DBO) der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag € 1.329.740,37 (Vorjahr: € 1.240.598,95). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Aufwand von € 49.435,75 (Vorjahr: Ertrag von € 130.964,41), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Zusätzlich wurden Pensionsverpflichtungen teilweise an die APK Pensionskasse AG, Wien, übertragen, die zum Bilanzstichtag in den Rückstellungen erfasst werden. Die Defined Benefit Obligation (DBO) abzüglich Planvermögen betrug zum Bilanzstichtag € 8.624.629,91 (Vorjahr: € 7.670.101,08). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Aufwand von € 445.018,70 (Vorjahr: Ertrag von € 2.081.664,52), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Juni 2022) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Grund der kollektivvertraglichen Ansprüche bei Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 3,60 % (Vorjahr: 4,00 %), sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiteres wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 3,70 % (Vorjahr: 3,70 %) angesetzt.

In den Löhnen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von € 93.104,05 (Vorjahr: Erträge von € 85.780,50) enthalten. In den Gehältern sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von € 120.807,88 (Vorjahr: Aufwand von € 54.617,65) enthalten.

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Aufwand von € 166.144,91 (Vorjahr: Ertrag von € 641.517,43), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Rückstellungen für drohende Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten werden unter Beachtung des Imparitätsprinzips für negative Marktwerte gebildet. Positive Markwerte werden gemäß dem Vorsichtsprinzip bilanziell nicht erfasst.

Bei der Berechnung der sonstigen Rückstellungen sind entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden. Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst.

3.6. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

3.7. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Um ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, werden abzugrenzende Aufwandszuschüsse in den Passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

4.1. Anlagevermögen

In der Position "Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grund" sind Grundwerte in Höhe von € 3.814.473,95 (Vorjahr: € 1.229.400,11), sowie der Finanzierungsleasingvertrag für das neue Forschungszentrum und Produktionswerk in Hinterberg/Leoben von € 335.628.894,44 enthalten.

Im Posten "geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau" sind Abgrenzungen für Maschinen und Anlagen in Transit in Höhe von € 12.651.799,11 enthalten.

Zur Entwicklung der Posten des Anlagevermögens siehe folgende Tabelle:

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT LEOBEN-HINTERBERG

Anlagenspiegel zum 31.03.2024

in € Anschaffungs-/Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
01.04.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.03.2024 01.04.2023 Zugänge Abgänge Zuschreibungen 31.03.2024 31.03.2024 31.03.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 39.812.753,40 3.432.449,61 19.599,08 0,00 43.225.603,93 35.263.784,25 2.491.975,24 19.599,08 0,00 37.736.160,41 5.489.443,52 4.548.969,15
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 15.209,08 15.209,08 0,00 0,00 0,00 15.209,08 15.209,08 0,00 0,00 0,00 0,00
39.812.753,40 3.432.449,61 19.599,08 0,00 43.225.603,93 35.263.784,25 2.491.975,24 19.599,08 0,00 37.736.160,41 5.489.443,52 4.548.969,15
II. Sachanlagen
Grundstücke und Bauten, einschließlich der
Bauten
1.
auf fremdem Grund 18.689.422,43 339.343.612,36 0,00 411.399,01 358.444.433,80 6.658.185,75 5.239.912,01 0,00 0,00 11.898.097,76 346.546.336,04 12.031.236,68
2. technische Anlagen und Maschinen 333.455.256,93 26.981.745,52 4.114.390,02 2.904.566,94 359.227.179,37 204.040.335,61 20.864.615,66 4.114.390,02 0,00 220.790.561,25 138.436.618,12 129.414.921,32
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstatt 29.844.033,26 3.335.961,31 975.200,56 38.500,00 32.243.294,01 18.766.635,47 4.161.663,63 971.828,28 0,00 21.956.470,82 10.286.823,19 11.077.397,79
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 828.828,73 828.828,73 0,00 0,00 0,00 828.828,73 828.828,73 0,00 0,00 0,00 0,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 19.907.358,19 131.429.490,22 0,00 -3.354.465,95 147.982.382,46 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 147.982.382,46 19.907.358,19
401.896.070,81 501.090.809,41 5.089.590,58 0,00 897.897.289,64 229.465.156,83 30.266.191,30 5.086.218,30 0,00 254.645.129,83 643.252.159,81 172.430.913,98
III.Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 342.971.012,75 80.000.000,00 0,00 0,00 422.971.012,75 22.562.505,15 0,00 0,00 0,00 22.562.505,15 400.408.507,60 320.408.507,60
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.949.210.929,62 564.169.420,45 149.239.286,81 0,00 2.364.141.063,26 21.800.185,98 0,00 0,00 1.741.321,12 20.058.864,86 2.344.082.198,40 1.927.410.743,64
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 168.753,81 0,00 0,00 0,00 168.753,81 75.000,00 0,00 0,00 0,00 75.000,00 93.753,81 93.753,81
4. sonstige Ausleihungen 47.486.118,13 2.297.866,34 33.457.016,35 0,00 16.326.968,12 0,00 1.182.344,50 0,00 0,00 1.182.344,50 15.144.623,62 47.486.118,13
2.339.836.814,31 646.467.286,79 182.696.303,16 0,00 2.803.607.797,94 44.437.691,13 1.182.344,50 0,00 1.741.321,12 43.878.714,51 2.759.729.083,43 2.295.399.123,18
2.781.545.638,52 1.150.990.545,81 187.805.492,82 0,00 3.744.730.691,51 309.166.632,21 33.940.511,04 5.105.817,38 1.741.321,12 336.260.004,75 3.408.470.686,76 2.472.379.006,31

4.2. Anteile an verbundenen Unternehmen

ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Höhe des Eigen Ergebnis des letzten
Buchwert Höhe des kapitals nach Geschäftsjahrs nach Buchwert
in € 31.03.2024 Anteils in % IFRS IFRS 31.03.2023
AT&S Deutschland GmbH, Düren, Deutschland 1.053.000,00 100 507.684,64 143.636,86 1.053.000,00
AT&S India Private Limited, Nanjangud, Indien 16.898.516,89 100 16.339.752,17 18.373.97 16.898.516,89
AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, Volksrepublik China 229.768.865,92 100 527.586.786,65 -13.606.447,20 229.768.865,92
AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City, Südkorea 3.713.663,01 100 65.974.931,88 25.090.307,15 3.713.663,01
AT&S Americas LLC, San José, Kalifornien, USA 6.444,34 100 2.305.840,44 376.857,14 6.444,34
AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. 148.965.517,44 100 32.536.032,37 -85.727.281,23 68.965.517,44
Bhd.
AT&S Skandinavia (AB), Solna, Schweden 2.500,00 100 27.995,36 19.852,14 2.500,00
Summe 400.408.507,60 320.408.507,60

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgte zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag.

Es wurden Werthaltigkeitsüberprüfungen für die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen gemäß AFRAC-Stellungnahme 24: Beteiligungsbewertung (Dezember 2022) durchgeführt. Dabei haben sich keine Anhaltspunkte für einen gesunkenen beizulegenden Wert ergeben.

4.3. Ausleihungen

Unter dem Posten "Ausleihungen an verbundene Unternehmen" ist ein Betrag in Höhe von € 6.553.106,50 (Vorjahr: € 6.771.764,07) innerhalb eines Jahres fällig. Im Zusammenhang mit den Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden im Geschäftsjahr Zuschreibungen aufgrund von unrealisierten Fremdwährungseffekten in Höhe von € 1.741.321,12 (Vorjahr: Abschreibungen in Höhe von € 16.456.157,67) vorgenommen.

Unter dem Posten "Sonstige Ausleihungen" ist ein Betrag in Höhe von € 1.275.885,21 innerhalb eines Jahres fällig. Im Zusammenhang mit den sonstigen Ausleihungen wurden im Geschäftsjahr Abschreibungen aufgrund von unrealisierten Fremdwährungseffekten in Höhe von € 1.182.344,50 (Vorjahr: € 0,00) vorgenommen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

ZUSATZANGABEN ZU FORDERUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden zu 100 % des Nennwerts an eine Bank verkauft und vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Zum Bilanzstichtag am 31. März 2024 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 35.741.286,68 (Vorjahr: € 19.998.258,39) verkauft. Das Ausfallsrisiko wurde vollständig an den Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung, welche zum Teil durch eine Kreditversicherung gedeckt ist. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag € 3.574.128,99 (Vorjahr: € 1.999.826,46) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Ansprüche aus der vorhandenen Kreditversicherung wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der, durch den Erwerber, noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in den sonstigen Forderungen ausgewiesen. Erhaltene Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die Forderungsverwaltung verbleibt bei AT&S.

Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen ausschließlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 21.554.467,66 (Vorjahr: € 7.330.273,96).

NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG ZAHLUNGSWIRKSAME ERTRÄGE

In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind folgende wesentliche Erträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG ZAHLUNGSWIRKSAME ERTRÄGE in €

31.03.2024 31.03.2023
steuerfreie Prämien 28.446.264,00 16.345.590,86
IPCEI Förderung 14.023.500,00 14.238.000,00
COVID-19 Förderungsmaßnahmen 3.307.689,11 4.895.537,51
Energieabgabenrückvergütung 1.183.426,94 1.105.565,31
Lieferantenboni 606.772,28 545.448,10
Summe 47.567.652,33 37.130.141,78

4.5. Aktive latente Steuern

Die Gesellschaft hat für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 179.181 (Vorjahr: T€ 147.317) latente Steuern aktiviert, die aufgrund der aktuellen Steuerplanung gegen zukünftige positive steuerliche Einkünfte verrechnet werden können.

Die Entwicklung der aktiven latenten Steuern stellt sich, gegliedert nach Bilanzposten (temporäre Differenzen) und Verlustvorträgen, wie folgt dar:

AKTIVE LATENTE STEUERN

in €

Rechnungs
Anlagevermögen abgrenzungsposten Verlustvorträge Rückstellungen Verbindlichkeiten Summe
zum 31.03.2022 12.321,00 0,00 12.096.029,00 4.932.741,00 983.326,00 18.024.417,00
Erfolgswirksame Erfassung im
Geschäftsjahr -2.464,00 172.666,00 21.786.801,00 -1.710.886,00 -220.683,00 20.025.434,00
zum 31.03.2023 9.857,00 172.666,00 33.882.830,00 3.221.855,00 762.643,00 38.049.851,00
Erfolgswirksame Erfassung im
Geschäftsjahr -2.464,00 -115.166,00 7.328.834,00 674.913,00 45.966,00 7.932.083,00
zum 31.03.2024 7.393,00 57.500,00 41.211.664,00 3.896.768,00 808.609,00 45.981.934,00

Mit dem Mindestbesteuerungsreformgesetz vom 30. Dezember 2023 wurde in Österreich die Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen und große inländische Gruppen in der Union in nationales Recht umgesetzt. Durch die globale Mindeststeuer soll bei Konzernen mit weltweiten Umsätzen von mindestens € 750 Mio sichergestellt werden, dass diese in jenen Staaten, in denen sie tätig sind, einer effektiven Steuerbelastung von mindestens 15 Prozent unterliegen. Da AT&S die Regelungen erstmals für das Geschäftsjahr beginnend mit 1. April 2024 anzuwenden hat, wurde eine Evaluierung der potenziellen Auswirkungen durch die globale Mindeststeuer durchgeführt. Auf Basis der derzeitigen Planung kann davon ausgegangen werden, dass für das nächste Wirtschaftsjahr keine Mindeststeuer anfällt.

Gemäß § 198 Abs. 10 Satz 3 Z 4 UGB wurden keine latenten Steuern, die aus der Anwendung des Mindestbesteuerungsreformgesetzes oder eines vergleichbaren ausländischen Gesetzes entstehen, angesetzt.

4.6. Eigenkapital

GRUNDKAPITAL

Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig einbezahlt und beträgt zum 31. März 2024 € 42.735.000,00 (Vorjahr: € 42.735.000,00) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Wert von je € 1,10 eingeteilt.

GENEHMIGTES KAPITAL UND BEDINGTE KAPITALERHÖHUNG

Der Vorstand wurde durch die 25. ordentliche Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu € 21.367.500 zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu € 150.000.000 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt um bis zu € 21.367.500 erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtauschund/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

FREIE RÜCKLAGEN

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu € 50.000.000,00 des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

IM UMLAUF BEFINDLICHE AKTIEN

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2024 (Vorjahr: 38.850.000 Stück).

EIGENE ANTEILE

In der 29. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2023 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 zu Punkt 10 der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2024 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

BESCHRÄNKUNG DER AUSSCHÜTTUNG

Für die aktivierten latenten Steuern in Höhe von € 45.981.934,00 (Vorjahr: € 38.049.851,00) dürfen Gewinne gemäß § 235 (2) UGB nur ausgeschüttet werden, soweit die verbleibenden jederzeit auflösbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens dem aktivierten Betrag aus aktiven latenten Steuern entsprechen. Aus diesem Grund besteht für heuer keine Ausschüttungssperre (Vorjahr: € 0,00).

VORSCHLAG ZUR VERWENDUNG DES ERGEBNISSES

Der Vorstand der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft schlägt vor, dass keine Dividende ausgeschüttet werden soll und der Bilanzgewinn der Gesellschaft zum 31. März 2024 in Höhe von € 325.707.202,91 in voller Höhe auf neue Rechnung vorgetragen werden soll.

4.7. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

in €
31.03.2024 31.03.2023
sonstiger Personalaufwand 8.653.428,24 8.303.761,33
nicht konsumierte Urlaube 6.345.893,24 5.851.514,97
Urlaubszuschuss/Weihnachtsremuneration 5.307.395,53 4.685.338,28
Jubiläumsgelder 4.619.547,82 4.630.767,99
Drohverluste derivative Finanzinstrumente 3.047.525,67 0,00
Rechts- und Beratungsaufwand 1.558.191,33 1.128.869,38
Zeitausgleich 1.277.695,29 1.180.318,24
Kundenboni 1.141.613,62 547.116,94
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 875.776,00 2.203.630,00
Aufsichtsratsvergütung 823.000,00 848.930,00
Drohverluste aus schwebenden Geschäften 167.462,21 142.052,53
Gewährleistung und Schadensfälle 92.122,23 335.862,07
Skonto Debitoren 32.198,12 98.378,42
Diverse sonstige Rückstellungen 1.969.253,73 2.147.877,48
Summe 35.911.103,03 32.104.417,63

STOCK APPRECIATION RIGHTS PLAN (2017 BIS 2019)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) wurde in der 91. Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni 2016 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2017-2019" wurden am 1. April 2017 297.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 9,96, am 1. April 2018 270.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 21,94 und am 1. April 2019 267.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 17,25 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2017-2019" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.
in Stk.
Mag.a Monika
DI (FH) Andreas Dr. Peter Ing. Heinz Stoisser Dr. Karl leitende
Gerstenmayer Griehsnig1 Moitzi2 Göhring2 Asamer2 Angestellte Gesamt
01.04.2017 50.000 10.000 30.000 30.000 30.000 147.500 297.500
davon ausgelaufen -50.000 -10.000 -30.000 -30.000 -30.000 -147.500 -297.500
01.04.2018 50.000 10.000 30.000 30.000 0 150.000 270.000
davon ausgelaufen -6.838 -1.368 -4.103 -4.103 0 -87.418 -103.830
davon ausgeübt -43.162 -8.632 -25.897 -25.897 0 -62.582 -166.170
01.04.2019 50.000 10.000 30.000 30.000 0 147.500 267.500
davon ausgelaufen 0 0 0 0 0 -62.500 -62.500
davon ausgeübt -50.000 -10.000 -30.000 -30.000 0 -85.000 205.000
Summe 0 0 0 0 0 0 0

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

1 Die Zuteilungen erfolgten vor Bestellung zum Mitglied des Vorstands. 2 ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Die im Geschäftsjahr ausgeübten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte hatten zum Zeitpunkt der Ausübung einen Wert von € 10.500,00.

STOCK APPRECIATION RIGHTS PLAN (2020)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2017 bis 2019) wurde in der 112. Aufsichtsratssitzung vom 12. März 2020 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte am 1. April 2020 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2020" wurden am 1. April 2020 290.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 17,56 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2020" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in Stk.
DI (FH) Andreas Dr. Peter Mag.a Monika leitende
Gerstenmayer Griehsnig1 Ing. Heinz Moitzi2 Stoisser-Göhring2 Angestellte Gesamt
01.04.2020 50.000 10.000 30.000 30.000 170.000 290.000
davon ausgelaufen -16.407 -3.281 -30.000 -30.000 -77.607 -157.295
davon ausgeübt -33.593 -6.719 0 0 -61.818 -102.130
Summe 0 0 0 0 30.575 30.575

1 Die Zuteilungen erfolgten vor Bestellung zum Mitglied des Vorstands. 2 ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Die im Geschäftsjahr ausgeübten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte hatten zum Zeitpunkt der Ausübung einen Wert von € 1.481.418,50.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in €
Zuteilung vom 01.04.2020
Beizulegender Wert zum 31.03.2024 54.729,00

STOCK APPRECIATION RIGHTS PLAN (2021 BIS 2023)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2020) wurde in der 118. Aufsichtsratssitzung vom 18. März 2021 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2021 und 1. April 2023 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2021-2023" wurden am 1. April 2021 352.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 22,92, am 1. April 2022 381.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 42,81 und am 1. April 2023 386.667 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 32,30 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilung von SAR multipliziert mit € 10,00 wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2021-2023" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze. Von den Zuteilungen vom 1. April 2021 und 1. April 2022 können berechtigte Angestellte bei positivem Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) jedenfalls 50 % der zugeteilten SAR (ohne Vorstandszuteilung) ausüben. Für diese ist der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht in Höhe von 100 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.
in Stk.
DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Dr. Peter
Schneider
Dr. Peter
Griehsnig1
Mag.a Petra
Preining
DI Ingolf
Schröder
Dipl.-Vw.
Simone
Faath2
Ing. Heinz
Moitzi2
leitende
Angestellte
Gesamt
01.04.2021 50.000 30.000 10.000 0 30.000 30.000 5.000 197.500 352.500
davon
ausgelaufen
0 0 0 0 0 -30.000 0 -38.500 -68.500
01.04.2022 50.000 30.000 10.000 30.000 30.000 0 0 231.500 381.500
davon
ausgelaufen
0 0 0 0 0 0 0 -58.500 -58.500
01.04.2023 50.000 30.000 30.000 30.000 30.000 0 0 216.667 386.667
davon
ausgelaufen
0 0 0 0 0 0 0 -7.500 -7.500
Summe 150.000 90.000 50.000 60.000 90.000 0 5.000 541.167 986.167

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

1 Die Zuteilungen vom 1. April 2021 und 1. April 2022 erfolgten vor Bestellung zum Mitglied des Vorstands. 2 ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in €
Zuteilung vom 01.04.2021 01.04.2022 01.04.2023
Beizulegender Wert zum 31.03.2024 260.295,00 181.540,00 1.137.468,00

4.8. Verbindlichkeiten

ZUSATZANGABEN ZU VERBINDLICHKEITEN

in €
Restlaufzeit von
Bilanzwert am 31.03.2024 mehr als fünf Jahren davon dinglich besichert
Anleihen 365.000.000,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 895.692.732,08 300.000.000,00 10.000.000,00
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 642.569.903,72 48.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern 871.812.571,12 318.734.339,20 139.159.476,76
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 279.183.909,23 158.140.902,87 279.183.909,23
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 228.958.118,07 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 69.057.944,31 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 89.374.137,66 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 13.880.443,02 0,00 0,00
Summe 3.455.529.759,21 825.375.242,07 428.343.385,99
in €
Restlaufzeit von
Bilanzwert am 31.03.2023 mehr als fünf Jahren davon dinglich besichert
Anleihen 365.000.000,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 679.708.418,59 30.000.000,00 10.000.000,00
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 703.968.148,01 17.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern 609.551.145,98 915.331,81 0,00
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 0,00 0,00 0,00
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 190.890.187,39 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 37.622.998,74 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 59.428.244,19 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 13.479.168,45 0,00 0,00
Summe 2.659.648.311,35 48.415.331,81 10.000.000,00

Im Posten "Anleihen" ist eine, im Jänner 2022 begebene Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von € 350.000.000,00 und einer Verzinsung von 5 % enthalten. Die nachrangige Anleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren, somit im Jänner 2027, durch AT&S, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Wird die Anleihe nach diesem Zeitraum nicht gekündigt, erhöht sich der Aufschlag auf den dann gültigen Zinssatz um 5 Prozentpunkte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern in Höhe von € 871.812.571,12 (Vorjahr: € 609.551.145,98) resultieren aus erhaltenen Zahlungen im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen. Innerhalb eines Jahres fällig sind hierbei € 111.152.976,64 (Vorjahr: € 111.152.976,64).

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von € 279.183.909,23 betreffen das Grundstück und Gebäude für das neue Forschungszentrum und Produktionswerk VOLT in Hinterberg/Leoben.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 89.374.137,66 (Vorjahr: € 59.428.244,19) betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Als dingliche Sicherheiten dienen gegenüber Kreditinstituten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gegenüber dem Finanzierungspartner Maschinen des Anlagevermögens der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd. und gegenüber der Leasinggesellschaft das vertragsgegenständliche bebaute Grundstück samt Gebäude.

NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG ZAHLUNGSWIRKSAME AUFWENDUNGEN

Unter den "sonstigen Verbindlichkeiten" sind folgende wesentliche Aufwendungen enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

in €
31.03.2024 31.03.2023
Zinsen Anleihen 3.371.914,38 3.371.914,38
Gebietskrankenkasse 2.994.658,05 2.895.011,11
Finanzamt 1.640.604,80 1.591.796,07
Löhne und Gehälter 719.997,25 2.299.205,59
Gemeinden 240.776,05 230.777,94
Summe 8.967.950,53 10.388.705,09

4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse aus Garantien (Vorjahr: € 0,00). Hinsichtlich der Ausfallshaftung der Factoringforderungen wird auf Punkt 4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände verwiesen.

4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

in €
des folgenden Geschäftsjahres der folgenden fünf Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Sale-and-Lease-Back-Transaktion 3.065.725,19 15.358.077,35
Vorjahr: 2.868.975,73 14.434.403,69
Verpflichtungen aus Mietverträgen 1.104.522,84 3.030.776,70
Vorjahr: 1.090.535,88 3.847.693,02
Summe 4.170.248,03 18.388.854,05
Vorjahr: 3.959.511,41 18.282.096,74

4.11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag waren für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen Bestellungen in Höhe von € 55.340.632,87 (Vorjahr: € 212.297.577,10) offen.

4.12. Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden zum Schutz gegen mögliche Zinssatzschwankungen abgeschlossen. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit variabel verzinsten Schuldscheindarlehen und Krediten.

Nominalwert 31.03.2024 Marktwert 31.03.2024 Buchwert 31.03.2024
in € in €
Zinsabhängige Produkte:
Swaps € 493.000.000,00 5.052.435,09 -3.047.525,67
Nominalwert 31.03.2023 Marktwert 31.03.2023 Buchwert 31.03.2023
in € in €
Zinsabhängige Produkte:
Swaps € 408.000.000,00 15.919.972,23 0,00

In den Marktwerten per 31.03.2024 sind positive Marktwerte in Höhe von € 8.099.960,76 und negative Marktwerte in Höhe von € 3.047.525,67 enthalten. In den Marktwerten per 31.03.2023 sind ausschließlich positive Marktwerte enthalten.

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten
31.03.2024 31.03.2023
Zinsabhängige Produkte:
Swaps 12 - 52 1 - 36

5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

5.1. Umsatzerlöse

in €
2023/24 2022/23
Ausland 501.353.038,42 454.423.358,76
Inland 48.938.683,18 43.915.290,65
Summe 550.291.721,60 498.338.649,41

5.2. Übrige sonstige betriebliche Erträge

in €
2023/24 2022/23
Erträge aus steuerfreien Prämien 11.951.667,14 6.005.516,00
Erträge aus Kursdifferenzen 6.420.297,44 11.615.095,58
Erträge aus nicht steuerbaren Zuschüssen F&E 809.605,96 903.417,82
Energieabgabenrückvergütung 704.369,41 291.362,67
IPCEI Förderung 0,00 11.167.536,00
COVID-19-Förderungsmaßnahmen 0,00 545.478,60
sonstige übrige Erträge 1.015.333,15 1.501.296,87
Summe 20.901.273,10 32.029.712,54

5.3. Personalaufwand

a) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen

in €
2023/24 2022/23
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 116.814,63 316.881,61
übrige Arbeitnehmer:innen 2.728.335,02 4.643.836,59
Summe 2.845.149,65 4.960.718,20

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von € 1.500.181,55 (Vorjahr: € 3.747.281,44) enthalten.

b) Aufwendungen für Altersversorgung

in €
2023/24 2022/23
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 262.657,11 199.918,74
übrige Arbeitnehmer:innen 1.537.283,05 1.346.226,82
Summe 1.799.940,16 1.546.145,56

5.4. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen

in €
2023/24 2022/23
Fremdleistungen 26.731.442,35 30.579.393,56
Mieten 19.756.193,21 15.013.169,83
Rechts- und Beratungsaufwand 11.323.486,89 16.830.577,25
Instandhaltungskosten 6.124.594,59 6.163.368,50
Aufwand aus Kursdifferenzen 5.731.864,06 10.384.660,98
Sales Support Service 2.991.347,72 2.863.520,75
Reisekosten 2.457.978,28 2.856.086,98
Raumkosten 2.394.473,31 1.575.789,10
Ausgangsfrachten Kunden 1.949.767,24 2.577.176,24
Versicherungen 1.944.793,15 1.589.963,34
Werbe- und Vertreterkosten 1.208.974,35 2.185.146,66
Aus- und Weiterbildung 933.392,37 2.321.851,08
Aufwendungen aus Forderungsausfällen 490.216,31 534.822,06
Kraftfahrzeugkosten 481.220,61 460.997,62
sonstige übrige betriebliche Aufwendungen 4.669.323,25 4.920.976,85
Summe übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 89.189.067,69 100.857.500,80

5.5. Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer werden im Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, 8700 Leoben-Hinterberg, offengelegt.

6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB

6.1. Organe, Arbeitnehmer:innen

Die Durchschnittszahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter:innen betrug:

2023/24 2022/23
Arbeiter:innen 673 733
Angestellte 1.096 1.023
Gesamt 1.769 1.756

MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS:

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Peter Schneider (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Peter Griehsnig (seit 01.04.2023)
  • Mag.a Petra Preining
  • DI Ingolf Schröder

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Mag.a DDr. Regina Prehofer (1. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dr. Georg Riedl (2. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • Prof. Dr. Hermann Eul
  • DI (FH) Georg Hansis, MBA
  • Mag. Robert Lasshofer
  • Dipl.-Phys. Lars Reger, MBA
  • Mag.a Dr. Karin Schaupp
  • Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Bianca Ernhardt
  • Wolfgang Fleck
  • Christa Köberl (seit 20.12.2023)
  • Günter Pint

  • Siegfried Trauch

  • Günther Wölfler (bis 19.12.2023)

GESAMTBEZÜGE DER MITGLIEDER DES VORSTANDS:

2023/24 2022/23
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Fixe und erwartete variable Zahlungen
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 647 838 1.485 647 2.366 3.013
Dr. Peter Schneider 449 176 625 449 176 625
Dr. Peter Griehsnig1 449 176 625
Mag.a Petra Preining 449 176 625 225 216 441
DI Ingolf Schröder 449 176 625 449 176 625
Vorstand gesamt 2.443 1.542 3.985 1.770 2.934 4.704
Dipl.-Vw. Simone Faath 8 8 5 100 105
Ing. Heinz Moitzi 1.166 1.166
Mag.a Monika Stoisser-Göhring 1.016 1.016
Ehemaliger Vorstand gesamt 8 8 5 2.282 2.287
Summe fixe und erwartete variable Zahlungen 2.443 1.550 3.993 1.775 5.216 6.991
Überleitung zum im Abschluss erfassten Aufwand (569) (569) 569 569
Summe 2.443 981 3.424 1.775 5.785 7.560

1 Der Ausweis der Vergütung im Geschäftsjahr 2023/24 erfolgt ab der erstmaligen Bestellung zum Vorstand am 1. April 2023. Ausübungen von Aktien-Wertsteigerungsrechten, welche vor Bestellung zum Vorstand zugeteilt wurden, sind nicht enthalten.

Im Vorjahr wurde basierend auf vorläufig ermittelten Werten eine Rückstellung für variable Bezüge in Höhe von T€ 5.785 gebucht. Die tatsächliche Auszahlung für variable Vorstandsvergütungen hat T€ 5.216 betragen.

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 519 (Vorjahr: T€ 1.725) enthalten. Im Vorjahr war in den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer eine Sonderprämie in Höhe von T€ 321 enthalten. Diese Prämie wurde aufgrund der erheblichen Auswirkungen auf seine Vorstandstätigkeit durch die notwendige temporäre, längerfristige Übernahme der Finanzvorstandsagenden gewährt.

In den Bezügen "Ehemaliger Vorstand gesamt" sind sonstige Ansprüche im Zusammenhang mit der Beendigung des Vorstandsvertrags von Frau Dipl.-VW. Simone Faath enthalten. Im Vorjahr sind in den variablen Bezügen von Ing. Heinz Moitzi Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 1.166 enthalten. Ebenfalls sind im Vorjahr in den variablen Bezügen von Mag.a Monika Stoisser-Göhring Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 1.016 enthalten.

Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Andreas Gerstenmayer T€ 64 (Vorjahr: T€ 64), für Dr. Peter Schneider T€ 44 (Vorjahr: T€ 44), für Dr. Peter Griehsnig T€ 42 (Vorjahr T€ 0), für DI Ingolf Schröder T€ 44 (Vorjahr: T€ 44) und für Mag.a Petra Preining T€ 44 (Vorjahr: T€ 20) in die Pensionskasse einbezahlt. Für das ehemalige Vorstandsmitglied Frau Dipl.- VW. Simone Faath wurden im Vorjahr T€ 45 in die Pensionskasse einbezahlt.

ANZAHL DER ZUM BILANZSTICHTAG GESAMT GEWÄHRTEN AKTIENKURS-WERTSTEI-

GERUNGSRECHTE nach Abzug der ausgeübten beziehungsweise verfallenen Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Mitglieder des Vorstands und ehemaligen Vorstands:

2023/24 2022/23
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Fixe und erwartete variable Zahlungen
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 647 838 1.485 647 2.366 3.013
Dr. Peter Schneider 449 176 625 449 176 625
Dr. Peter Griehsnig1 449 176 625
Mag.a Petra Preining 449 176 625 225 216 441
DI Ingolf Schröder 449 176 625 449 176 625
Vorstand gesamt 2.443 1.542 3.985 1.770 2.934 4.704
Dipl.-Vw. Simone Faath 8 8 5 100 105
Ing. Heinz Moitzi 1.166 1.166
Mag.a Monika Stoisser-Göhring 1.016 1.016
Ehemaliger Vorstand gesamt 8 8 5 2.282 2.287
Summe fixe und erwartete variable Zahlungen 2.443 1.550 3.993 1.775 5.216 6.991
Überleitung zum im Abschluss erfassten Aufwand (569) (569) 569 569
Summe 2.443 981 3.424 1.775 5.785 7.560

1 Der Ausweis der Vergütung im Geschäftsjahr 2023/24 erfolgt ab der erstmaligen Bestellung zum Vorstand am 1. April 2023. Ausübungen von Aktien-Wertsteigerungsrechten, welche vor Bestellung zum Vorstand zugeteilt wurden, sind nicht enthalten.

Zum 31. März 2024 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2021 in Höhe von € 22,92 (125.000 Stück), vom 1. April 2022 in Höhe von € 42,81 (150.000 Stück) und vom 1. April 2023 in Höhe von € 32,30 (170.000 Stück) über dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (€ 19,35).

Für die Aufsichtsratsvergütungen 2023/24 wurden € 765.570,00 (Vorjahr: € 937.430,00) aufwandsmäßig erfasst.

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats.

6.2. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Der Vorstand der AT&S hat am 10. Mai 2024 beschlossen, vorerst keine Kapitalerhöhung vorzunehmen. Die Gespräche mit potenziellen Investoren wurden beendet. Das Unternehmen beabsichtigt nun den Verkauf des Werks in Ansan, Korea, das vorwiegend den Medizinmarkt bedient. Um das strategische Profil des Konzerns weiter zu schärfen, hat sich AT&S vorbehaltlich günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und – soweit anwendbar – entsprechender Genehmigungen entschieden, die Veräußerung des medizinischen Geschäftsbereichs in Betracht zu ziehen und einen gestaffelten wettbewerblichen Verkaufsprozess eingeleitet. Der Geschäftsbereich Medizintechnik ist am Produktionsstandort Ansan in Südkorea angesiedelt und befindet sich im Besitz der 100%igen Tochtergesellschaft, AT & S Korea Co., Ltd. Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft weist im Geschäftsjahr 2023/24 sowie im Vorjahr einen Beteiligungsansatz in Höhe von T€ 3.714, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 33 (Vorjahr: T€ 129) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 9.289 (Vorjahr: T€ 8.244) aus. Der Beteiligungsertrag belief sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf T€ 15.505 (Vorjahr: T€ 15.068). Aufgrund von Interessensbekundungen potenzieller Investoren wird die AT&S nach erfolgten Due-Diligence-Prüfungen über weitere Schritte entscheiden.

Darüber hinaus hat der Vorstand der AT&S beschlossen, mit der konsequenten Umsetzung und einer weiteren Fokussierung der bereits laufenden Effizienzprogramme fortzufahren, um damit dem aktuellen Preisdruck im Markt entgegenzuwirken. Neben umfassenden kostensenkenden Maßnahmen wird es auch zu einem Abbau von bis zu 1.000 Mitarbeitern an den bestehenden Standorten im gesamten Konzern kommen.

Leoben-Hinterberg, am 13. Mai 2024

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h.

Dr. Peter Schneider e.h. Dr. Peter Griehsnig e.h. Mag.a

Petra Preining e.h. DI Ingolf Schröder e.h.

1. Markt- und Branchenumfeld 150
1.1.
Wirtschaftliches Gesamtumfeld 150
1.2.
Branchenumfeld 150
1.3.
Branchen- und Technologietrends 154
2. Geschäftsverlauf 156
2.1.
Ertragslage 156
2.2.
Vermögenslage 156
2.3.
Geldflussrechnung 157
3. Weitere Angaben 158
3.2.
Standorte und Zweigniederlassungen 158
3.3.
Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB) 159
3.4.
Nichtfinanzielle Erklärung 161
4. Forschung und Entwicklung 162
5. Chancen und Risiken 165
5.1.
Chancen- und Risikomanagement 165
5.2.
Erläuterung der Einzelrisiken 166
5.3.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen 172
6. Ausblick 173

LAGEBERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24

1. MARKT- UND BRANCHENUMFELD

1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Im Jahr 2023 fand größtenteils wieder eine Annäherung an die Verhältnisse von vor COVID-19 statt. Lieferketten und Nachfrage stabilisierten sich, während die Zentralbanken die geldpolitischen Zügel strafften, um die Inflation einzudämmen.

In den meisten Regionen schwächte sich die Gesamtinflation ab, nachdem im Jahr 2022 Höchstwerte verzeichnet worden waren. Die Kerninflation, ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise, erwies sich jedoch als hartnäckiger. Die Verbrauchernachfrage in den meisten größeren Volkswirtschaften war nach wie vor verhalten, da die Inflation und das hohe Zinsniveau die Kaufkraft einschränkten. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2023 um geschätzte 3,1 % zu, wobei die Industrieländer ein langsameres Wachstum als die Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichneten. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Euroraum um 0,5 %, in China um 5,2 % und in den Vereinigten Staaten um 2,5 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2024 um 3,1 % steigen.21

Konflikte und geopolitische Spannungen spielten nach wie vor eine große Rolle auf internationaler Ebene. Ein viel beachtetes Thema waren die anhaltenden Bestrebungen der USA, unterstützt durch ihre europäischen und asiatischen Verbündeten, den Zugang Chinas zu Spitzentechnologien mithilfe von Exportbeschränkungen und -verboten einzuschränken. Diese betreffen eine zunehmende Anzahl chinesischer und internationaler Technologieunternehmen. Der anhaltende Krieg in der Ukraine und die seit Herbst 2023 anhaltende Bombardierung des Gazastreifens durch die israelische Armee nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober hat zu einer Zunahme der Spannungen im Nahen Osten und weltweit geführt.

So hat sich der Gaza-Konflikt bereits auf die Lage im Roten Meer ausgeweitet, wo die jemenitischen Huthi als Reaktion auf die israelischen Kriegshandlungen begannen, Handelsschiffe anzugreifen. Diese Angriffe haben wiederum dazu geführt, dass große Speditionen ihre Routen auf die Umschiffung Afrikas umgestellt haben. Die logistischen Auswirkungen waren vor allem auf den Handelsrouten zwischen Europa und Asien spürbar und zeigen sich bisher in längeren Lieferzeiten und höheren Kosten.

Auch klimatische Faktoren belasteten die Konjunkturerholung. Der niedrige Wasserstand des Panamakanals hatte erhebliche Störungen des Schiffsverkehrs zur Folge und die eingeschränkte Befahrbarkeit dieser Handelsroute dürfte auch in Zukunft eine Herausforderung darstellen.

1.2. Branchenumfeld

Halbleiter

Die Entwicklung der Halbleiterindustrie folgte 2023 im Wesentlichen den normalen saisonalen Mustern. Sie erholte sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte allmählich von der Abschwungphase, die Ende 2022 eingesetzt hatte. Die schwierigen makroökonomischen Bedingungen in Industrieländern, darunter hohe Inflation, hohe Zinsen und eine schwache Verbrauchernachfrage, belasteten die Halbleiterindustrie in erheblichem Maße: Die Gesamtumsätze in der globalen Halbleiterindustrie beliefen sich 2023 auf 526,8 Mrd. US-\$, ein Minus von 8,2 % gegenüber 2022 (574,1 Mrd. US-\$).22

Ein signifikanter Teil der 2023 erzielten Umsätze ist auf den Abverkauf von Beständen zurückzuführen. Diese bewegten sich im gesamten Jahr für die meisten Anwendungen weiter auf hohem Niveau. Auch die Sektoren Industrial und Automotive, die zu Beginn des Jahres noch stabiles Wachstum zeigten, das auf die Entwicklung 2022 zurückging, verzeichneten in der zweiten Jahreshälfte eine Abschwächung aufgrund übermäßiger Lagerbestände und einer rückläufigen Nachfrage.

Am stärksten von der Nachfrageschwäche betroffen war das Segment Client Computing. Die Infrastrukturausgaben insbesondere im Bereich Rechenzentren erwiesen sich als stabiler, wenngleich sie geringer als in den Jahren 2021/2022 ausfielen.

Der Ausbau der Infrastruktur im Zusammenhang mit KI-bezogenen Diensten führte zu einer deutlichen Verlagerung der Ausgaben in Richtung Grafikprozessoren (GPUs) und Be-

21 IMF, "World Economic Outlook Update", Januar 2024

22 Semiconductor Industry Association, Pressemitteilung "Global Semiconductor Sales Decrease 8.2% in 2023; Market Rebounds Late in Year", Februar 2024

schleunigerkarten mit hohem durchschnittlichen Verkaufspreis, wodurch sich eine bedeutende Wachstumsnische bildete. Von diesem Trend profitierte vor allem NVIDIA, doch auch AMD konnte seinen Marktanteil weiter ausbauen. Die Verlagerung der Ausgaben ging teilweise zulasten herkömmlicher Server. Es wird erwartet, dass sich die Zuwächse im Bereich KI-bezogener Hardware auch 2024 und auf mittlere Sicht fortsetzen werden.

Die geringe Nachfrage sowie die entsprechenden Auswirkungen auf die Lagerbestände belasteten Lieferanten für das Halbleiter Backend wie zum Beispiel Anbieter von Substraten in besonderem Maße. Dies ist auch der Grund für die anhaltenden rückläufigen Prognosen für den Markt für hochwertige Substrate (einschließlich Flip-Chip, System-in-Package und Embedded Die) für 2023. So wurde die Erwartung für den gesamten Markt für Flip-Chip Ball Grid Arrays (FC-BGA) von März bis November 2023 um 23 % auf 6,8 US-\$ Mrd. gesenkt.23 Auch die Prognosen für den FC-BGA-Markt wurden nach unten korrigiert: Der Markt für FC-BGA wird nun bis 2028 mit einer Größe von 10,6 Mrd. US-\$ eingeschätzt (bisherige Prognose: 12 Mrd. US-\$ im Jahr 2027).24

Es wird erwartet, dass sich 2024 als Übergangsjahr erweisen wird, mit anhaltenden Belastungen durch Nachfrageschwäche, Bestandskorrekturen und restriktive geldpolitische Maßnahmen in der ersten Jahreshälfte. Erst in der zweiten Jahreshälfte ist mit unterstützenden Faktoren zu rechnen. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen sind ein weiterer Faktor, der sich negativ auf das globale Wachstum auswirken könnte. Uneinheitliche Maßnahmen zur Behebung dieser Probleme dürften weiter im gesamten Verlauf des Jahres für Unsicherheit sorgen und die Prognosesicherheit einschränken.

Consumer, Computing, Kommunikation

Die schwache Nachfrage in den Segmenten Consumer, Computing, Communication (3C), die noch auf das Jahr 2022 zurückgeht, wirkte sich bei den meisten Consumer-Electronics-Geräten, z. B. Smartphones, PCs und Tablets, und auch bei einigen Wearables auf die Liefermengen aus. Wesentliche Herausforderungen waren der Abbau von Beständen in der gesamten Lieferkette, eine schwache Nachfrage in größeren Märkten wie China und weitere schwierige makroökonomische und geopolitische Bedingungen. Daher war bei vielen wichtigen Consumer-Anwendungen im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang festzustellen, der auf die negativen angebots- und nachfrageseitigen Effekte zurückzuführen war.

Die globalen Liefermengen bei Smartphones sind 2023 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 % auf 1,17 Mrd. Einheiten zurückgegangen.25 Auf dem chinesischen Markt wurde ein Minus von 5,0 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.26 Wenngleich die Liefermengen insgesamt rückläufig waren, legten 5G-Smartphones um 10 % gegenüber dem Vorjahr zu.27 Im vierten Quartal wurden ein Plus von 8,5 % gegenüber dem Vorjahr sowie eine Liefermenge von 326,1 Mio. Einheiten verbucht. Dies deutet auf eine potenzielle Stabilisierung oder sogar auf den Beginn einer allmählichen Erholung im Jahr 2024 hin.25

Im Jahr 2022 brachen die Liefermengen von PCs um 16,5 % gegenüber dem Vorjahr ein, und 2023 wurde ein weiterer Rückgang von 13,9 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Dieser Rückgang folgte auf einen Boom der PC-Käufe während der COVID-19-Pandemie.28 Die gesamte Liefermenge von 260 Mio. Einheiten entspricht jedoch in etwa der Liefermenge von 268 Mio. Einheiten vor der Pandemie (Fünf-Jahres-Durchschnitt, 2015–2019).29

Der Rückgang von Endgeräteverkäufen einhergehend mit gestiegenem Preisdruck spiegelt sich in den PCB-Umsatzzahlen für 2023 wider. Aus diesen ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 11,5 % auf 18,1 Mrd. US-\$ im Segment Communication (einschließlich Smartphones), ein Rückgang von 16,8 % gegenüber dem Vorjahr auf 15,3 Mrd. US-\$ bei Computing und ein Rückgang von 14,4 % auf 7,2 Mrd. US-\$ im Bereich Consumer. Die jüngsten mittelfristigen Prognosen für 2029 belaufen sich auf 20,1 Mrd. US-\$, 23,5 Mrd. US-\$ und 9,2 Mrd. US-\$ für Computing, Communication bzw. Consumer.24

23 Prismark Partners, "Application Forecasts", November 2023

24 Prismark Partners, "Application Forecasts", Februar 2024; Werte für 2029 wurden mittels der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate 2023-2028 und dem Wert für 2028 aus der

Quelle extrapoliert 25 IDC, Pressemitteilung "Apple Grabs the Top Spot in the Smartphone Market in 2023 along with Record High Market Share Despite the Overall Market Dropping 3.2%, According to IDC Tracker", Januar 2024

26 IDC, Pressemitteilung " Apple Captures the Top Spot in the China Smartphone Market in 2023 for the First Time Ever, Despite the Overall Market Dropping 5.0%, According to IDC Tracker", Januar 2024 27 IDC, "Quarterly Mobile Phone Tracker", Februar 2024 28 IDC, Pressemitteilung "Worldwide PC Shipments Declined 2.7% Year Over Year in the Fourth

Quarter of 2023 but Visions of Growth Lie Ahead, According to IDC", Januar 2024 29 IDC, "Quarterly Personal Computing Device Tracker", Februar 2024

Mit Blick auf 2024 dürften sich eine allmähliche Erholung der Nachfrage und eine fortgesetzte Bestandsverminderung auf den 3C-Markt auswirken. Es wird erwartet, dass sich die Erholung auf KI-bezogene Anwendungen wie KI-Server (Speicher, Beschleuniger), High-Performance Computing (HPC) oder Networking konzentrieren wird.

Auch Consumer-Anwendungen mit KI-gestützten Funktionen dürften Erwartungen zufolge vom zunehmenden KI-Trend profitieren – zusätzlich zu den Smartphone-Absätzen, für die 2024 mit einem Plus von 2,8 % gerechnet wird. Die Prognose für 2024 lautet auf eine Auslieferung von 170 Mio. Smartphones mit KI-Funktionen der nächsten Generation, was nahezu 15 % des gesamten Smartphone-Markts darstellt.30 Bei KI-PCs – PCs mit spezifischen SoC-Funktionen (System-on-a-Chip), die Aufgaben im Zusammenhang mit generativer KI lokal ausführen – wird für 2024 eine Liefermenge von 50 Mio. erwartet.31

Automotive

Weltweit wurden im Jahr 2023 90,6 Mio. Fahrzeuge produziert, ein Plus von 10 % gegenüber 2022 (82 Mio.). Dies ist auf einen Rückgang der Angebotsbeschränkungen sowie unerwartet günstige Rahmenbedingungen im Hinblick auf Konjunktur und Nachfrage zurückzuführen, die eine robuste globale Entwicklung bei PKWs im gesamten Jahr 2023 unterstützten. Während die kurzfristige Prognose für PKWs nach oben korrigiert wurde, wurde die mittelfristige Prognose (2026–2030) um 1,2 Mio. Einheiten verringert. Diese Prognose beruht vor allem auf einer verhaltenen Einschätzung der Entwicklung des chinesischen Markts.32

Die Größe des Automotive-Leiterplatten-Markts ist 2023 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % auf 8,7 Mrd. US-\$ geschrumpft. Grund war eine Kombination von Preisdruck und hohen Lagerbeständen. Für 2029 wird mit einer Marktgröße von 11,6 Mrd. US-\$ gerechnet.24

Der Rückgang des globalen Umsatzwachstums bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) setzte sich in den letzten Monaten des Jahres 2023 fort, obgleich im November eine Rekordanzahl von BEVs geliefert wurde. Daraus ergab sich 2023 ein jährlicher Absatz von 10 Mio. BEVs, ein Plus von 30 % gegenüber dem Vorjahr.33 Die Zuwächse (+35%) bei elektrifizierten Fahrzeugen, einschließlich Hybridfahrzeugen, fielen höher aus bei BEVs – eine überraschende Entwicklung, da BEVs in den vergangenen Jahren unter allen Fahrzeugtypen die größten Zuwächse verbuchten.

Die Engpässe bei Halbleitern verringerten sich im Jahr 2023, doch mittelfristige Bedenken hinsichtlich des Angebots an Lithium könnten die Umstellung auf BEVs bremsen. Die Hochpreispolitik einiger Original Equipment Manufacturers (OEMs) könnte sich fortsetzen, doch der Produktionsrückgang könnte dank einer gleichzeitigen Optimierung der Fahrzeugbestände für Entspannung sorgen.

Elektrifizierung und die Weiterentwicklung von Fahrer-Assistenzsystemen (ADAS) und autonomem Fahren (AD) wirken in der Automobilindustrie weiterhin als treibende Kraft. Entsprechende Zuwachsraten sind vor allem auf China zurückzuführen. 50 % des weltweiten BEV-Wachstums entfallen auf den chinesischen BEV-Markt. Der Anteil der chinesischen BEVs in Europa ist von 5 % im Jahr 2022 auf knapp 9 % im Jahr 2023 gestiegen, weshalb europäische OEMs unter zunehmendem Konkurrenzdruck stehen. Der BEV-Markt in den USA legte 2023 um 47 % gegenüber dem Vorjahr zu, nachdem es zuvor schien, als bliebe er hinter der Entwicklung in China und weiten Teilen Europas zurück.32 Der Aufschwung war gestützt auf Investitionen der OEMs in neue Modelle, erhebliche staatliche Anreize und einen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Medizintechnik

Nachdem Medizintechnikunternehmen fast drei Jahre lang durch das komplexe Umfeld der COVID-19-Pandemie navigieren mussten, fand 2023 eine Rückkehr zur Normalität statt. Herausforderungen wie geringe Verfahrensvolumen, personelle Engpässe in Krankenhäusern und Lieferkettenprobleme sind entweder verschwunden oder wurden durch strategische Maßnahmen gelöst. Der wirtschaftliche Druck hat nachgelassen, weshalb einige Unternehmen im Medizintechnikbereich wieder normalere Wachstumsraten aufwiesen.

Die Größe des Markts für Leiterplatten ging 2023 gegenüber dem Vorjahr um 7,3 % auf 1,4 Mrd. US-\$ zurück, da erhebliche Bestandskorrekturen vorgenommen wurden. Für 2024

30 IDC, Pressemitteilung "Worldwide Smartphone Recovery Is Happening as Shipments Are

Forecast to Grow 2.8% in 2024, According to IDC", Februar 2024 31 IDC, Februar 2024, Pressemitteilung "IDC Forecasts Artificial Intelligence PCs to Account for Nearly 60% of All PC Shipments by 2027", Februar 2024

32 LMC Automotive, "Global Light Vehicle Forecast", Januar 2024 33 Bank of America Global Research, "EV Tracker", Februar 2024

wird ein Wachstum von 3,1 % erwartet und für den Zeitraum 2023–2029 ein Anstieg von 3,7 % auf eine Marktgröße von 1,7 Mrd. US-\$.24 Wie sich die Branche im kommenden Jahr entwickelt, könnte stark von der Entwicklung der derzeitigen schwierigen makroökonomischen Bedingungen abhängen, darunter das hohe Niveau von Zinsen und Inflation.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat 2023 einen Rekord bei der jährlichen Zahl der Zulassungen neuer Medizintechnologien aufgestellt. Diese Entwicklung geht auf verschiedene Faktoren zurück: ein starker Anstieg bei Zulassungen in den Bereichen KI und Medizintechnikprodukte, bei denen maschinelles Lernen zum Einsatz kommt, Fortschritte in der Miniaturisierung, höhere Transparenz bei Zulassungen in der Kardiologie und Urologie sowie stetiges Wachstum in den Bereichen Neuromodulation und Robotik. Darüber hinaus haben sich die Bearbeitungszeiten der FDA für Zulassungen im Zeitraum 2020–2022 um nahezu 15 % verkürzt. Für 2024 wird ein höheres Innovationstempo erwartet als im Zeitraum 2020–2022, und Produkte, die für die Bereiche Kardiologie, digitale Gesundheit und Neuromodulation ausgelegt sind, dürften weiter an Dynamik gewinnen.34

Was die regulatorischen Entwicklungen anbelangt, ist die Grenze zwischen dem Consumer-Markt und dem Markt für Medizintechnik zunehmend unschärfer geworfen. So haben im Jahr 2022 Unternehmen für Verbrauchergeräte (z. B. Sony, HP, Bose) vermehrt FDA-Zulassungen für OTC-Hörgeräte erhalten. Dadurch sind sie zu einer zunehmenden Konkurrenz für Hörgerätehersteller (z. B. GN, Nuheara, Sonova) in den USA geworden. Dies gilt auch für Geräte für die kontinuierliche Glukosemessung (CGM). In diesem Segment wollen CGM-Akteure ihre Kundenbasis erweitern, indem sie CGMs ohne Verschreibung an Verbraucher verkaufen, die sich noch nicht in medizinischer Behandlung befinden und so potenziell einen neuen Markt schaffen.35

Industrie und Infrastruktur

Das Internet der Dinge (IoT) und datengesteuerte Netzwerke, in denen eine Reihe von Geräten und Sensoren verwendet werden, haben sich zu wichtigen Plattformen für die Optimierung von Abläufen und Prozessen entwickelt. Vor allem seit der COVID-19-Pandemie nutzen Unternehmen verstärkt IoT-

Daten, um die Flexibilität und Zuverlässigkeit ihrer Abläufe zu erhöhen. Da vor allem Produktionsunternehmen verstärkt in IoT-Ökosysteme investieren, bleibt der Fokus auf dem exponentiellem Wachstum vernetzter Geräte und dem enormen Datenvolumen, das sie in verschiedenen Bereichen generieren. Bis 2026 dürften IoT-Investitionen die Marke von 1 Bio. US-\$ übersteigen, wenn eine Wachstumsrate von 10,4 % für den Zeitraum 2022–2027 zugrunde gelegt wird. Schätzungen zufolge wurden 2023 weltweit insgesamt 56,9 Mrd. Geräte installiert.36

Ermöglicht werden diese vernetzten Geräte durch die 5G-Technologie. Der 5G-Investitionszyklus setzt sich bereits im vierten Jahr fort, und das Innovationstempo bei der mobilen Infrastruktur verlangsamt sich. Große Anbieter verzeichnen gegenüber dem Vorjahr wesentlich geringere Ausgaben bei RAN-Geräten (Radio Access Network; Funkzugangsnetz), insbesondere in Regionen wie den USA und China. Obgleich bereitgestellte Low-Band-5G-Lösungen einen gewissen Reifegrad erreichen, besteht im Mid-Band-Spektrum (z. B. 2,5 GHz, 3–4 GHz) und im High-Band-Spektrum (z. B. 24 GHz, 28 GHz und 39 Ghz) noch erhebliches Investitionspotenzial. Telekommunikationsbetreiber haben jedoch aufgrund der hohen Zinsen und der allgemeinen makroökonomischen Ungewissheit nur zögerlich in das Mid-Band-Spektrum oder ein eigenständiges 5G-Netz (Standalone, SA) investiert. Mittelfristig dürften die laufenden 5G-Advanced-Releases von 3GPP, die 2023 begonnen wurden, und die stetige Zunahme des Datenverkehrs schließlich zu einem Upgrade auf 5G SA führen.37

Die 6G-Technologie wird bereits aktiv von großen Branchenakteuren entwickelt und steht auf der Agenda von Aufsichtsbehörden und Normungsinstituten. Die Kommerzialisierung wird für 2030 erwartet. Es wird damit gerechnet, dass das 6G-Netz das "KI-native Netzwerk" darstellen wird, gestützt durch den Einsatz rekombinanter Technologien wie z. B. Cloud-native Netzwerkfunktionen, maschinelles Lernen, KI oder Network Slicing.38 Aufgrund des bislang geringen Verbreitungsgrads von 5G-Millimeterwellen-Frequenzen (weniger als 10 % mit einem geschätzten Anstieg auf unter 30 % bis 2028) besteht derzeit Unklarheit darüber, ob höhere Millimeterwellen-Frequenzen/THz für das 6G-Netz im großen

34 McKinsey, "What to expect from medtech in 2024", Februar 2024 35 MedTech Dive, "Why medtech firms are putting diabetes tech in consumer devices", August 2023

36 IDC Global DataSphere, "IoT Device Installed Base and Data Generated Forecast", Septem-

ber 2023 37 IDC, "5G Network Infrastructure Forecast, 2023–2027", Dezember 2023 38 IDC, Brooklyn 6G Summit 2023, November 2023

Umfang oder nur für bestimmte Anwendungsfälle auf dem Markt nachgefragt werden.

Der konsolidierte Leiterplatten-Markt für den Sektor Communications, einschließlich Infrastruktur und Endgeräte, büßte 2023 gegenüber dem Vorjahr 11,5 % ein und beläuft sich nun auf 18,1 Mrd. US-\$. Für 2024 wird ein Wachstum von 3,5 % erwartet und bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,6 % ein Anstieg auf 23,5 Mrd. US-\$ im Zeitraum 2023–2029. Trotz des positiven mittelfristigen Ausblicks bei vernetzten Geräten ist der Markt für Leiterplatten für Industrieelektronik Schätzungen zufolge gegenüber dem Vorjahr um 13,6 % auf 2,8 Mrd. US-\$ geschrumpft. Gründe hierfür sind hohe Bestände und eine unerwartet schwache Produktion in China. Der Markt für Leiterplatten für Industrieelektronik dürfte 2024 um 3,7 % zulegen; für den Zeitraum 2023– 2029 wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 4,4 % erwartet, aus der sich ein Marktumfang von 3,6 Mrd. US-\$ ergeben würde.24

1.3. Branchen- und Technologietrends

Auswirkungen von KI auf die Substratnachfrage Die starke Nachfrage nach KI-basierten Diensten führte zu einem Anstieg der Ausgaben für die erforderliche Infrastruktur, d. h. Server mit GPUs oder Beschleunigerkarten. Dieser Anstieg hat zu einer Verlangsamung der Erneuerungszyklen bei herkömmlichen Servern geführt, da die meisten Investitionen in KI-Hardware mit hohem durchschnittlichen Verkaufspreis umgeleitet wurden.

Bei GPUs kam es zu Angebotsengpässen, die hauptsächlich eingeschränkte Kapazitäten im Zusammenhang mit einem bestimmten Schritt im Fertigungsprozess dieser Produkte zurückgingen: die Montage von Silizium-Interposern. Diese Engpässe wirkten sich negativ auf das Wachstum von Backend-Herstellern aus, dürften jedoch teilweise gelöst werden, wenn in den Jahren 2024/2025 die Kapazitäten erweitert werden.

Aus technischer Sicht haben KI-Systeme bislang nur begrenzte Möglichkeiten für Substrathersteller geboten, außer dass zusätzliche Volumen aufgrund der hohen Nachfrage nach diesen Systemen generiert wurden. GPUs und Beschleunigerkarten benötigen derzeit hohe Hochgeschwindigkeitsspeicher-Kapazitäten im Package. Der Bedarf nach Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Speicher und Logik-Chips wird hauptsächlich durch Siliziumbrücken gedeckt, sodass die Komplexität des zugrunde liegenden organischen Substrats nicht erhöht werden muss.

Auf der anderen Seite stellen die zunehmende Package-Größe und die steigende Leistungsaufnahme von GPUs und Beschleunigern zunehmende technische Herausforderungen für das Design von Packages dar. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Lösungen zu entwickeln, die Aspekten wie Thermomanagement, Verzug und Spannungsabfall sowie anderen Problemen im Zusammenhang mit der Signalintegrität auf der Ebene des Substrats Rechnung tragen.

2. GESCHÄFTSVERLAUF

2.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse der AT&S AG sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 um € 52,0 Mio. bzw. 10,4 % auf € 550,3 Mio. gestiegen. Der Anstieg der Umsätze resultierte hauptsächlich aus höheren Handelswarenumsätzen, bei den Umsätzen mit eigens produzierten Produkten zeigte sich im vergangenen Wirtschaftsjahr ein leichter Rückgang im Vergleich zur Vergleichsperiode.

Die EBIT-Marge hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,5 %-Punkte auf -13,2 % verringert (Vorjahr: -10,7 %). Hauptursachen für die Reduzierung der EBIT-Marge waren einerseits geringere sonstige betriebliche Erträge, deutlich höhere Material- und Personalkosten, als auch im Vergleich zur Vorperiode höhere Abschreibungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zur Vorperiode auf € 89,8 Mio. gesunken (Vorjahr: € 101,4 Mio.). Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen Rechts- und Beratungsaufwendungen, Fremdleistungen und Aufwendungen aus Kursdifferenzen. Dem gegenüber stehen erhöhte Mietaufwendungen.

Der durchschnittliche Personalstand ist gegenüber dem Vorjahr um 13 FTE auf 1.769 gestiegen.

Das Finanzergebnis betrug im abgelaufenen Wirtschaftsjahr € 170,5 Mio. (Vorjahr: € 250,6 Mio.) Der Rückgang ist hauptsächlich auf niedrigere Erträge aus Beteiligungen in Höhe von €117,2 Mio. (Vorjahr: € 214,0 Mio.) zurückzuführen. Die Erträge aus den Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, stiegen um € 52,9 Mio. auf € 144,2 Mio. (Vorjahr: € 91,3 Mio.). Die Aufwendungen aus Finanzanlagen verzeichnen einen Rückgang um € 15,2 Mio. von € 16,5 Mio. auf € 1,3 Mio. Hingegen stiegen die Zinsaufwendungen um € 44,5 Mio. und die ähnlichen Aufwendungen um € 7,3 Mio. von gesamt € 60,1 Mio. auf € 111,9 Mio.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sind durch die Aktivierung von latenten Steuern beeinflusst, daraus resultiert ein latenter Steuerertrag von € 7,9 Mio. (Vorjahr: Ertrag in Höhe von € 20,0 Mio.). Der Steueraufwand hat sich im laufenden Jahr auf € 3,2 Mio. erhöht (Vorjahr: € 1,6 Mio.).

Aufgrund der erläuterten Effekte im Betriebs- und Finanzergebnis sowie dem Steuerergebnis, ergab sich im aktuellen Geschäftsjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von € 102,7 Mio. (Vorjahr: € 215,7 Mio.).

2.2. Vermögenslage

Der Buchwert des Sachanlagevermögens hat sich aufgrund der Investitionen in das Forschungszentrum und Produktionswerk in Leoben, sowie Zusatz- und Erweiterungsinvestitionen deutlich von € 172,4 Mio. auf € 643,2 Mio. erhöht. Der Buchwert des immateriellen Vermögens erhöhte sich in einem geringeren Ausmaß von € 4,5 Mio. auf € 5,5 Mio.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich aufgrund einer Kapitalerhöhung der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd., Malaysia von € 320,4 Mio. auf € 400,4 Mio. Die Ausleihungen an verbundenen Unternehmen stiegen aufgrund der Aufstockung von Gesellschafterdarlehen von € 1.927,4 Mio. auf € 2.344,1 Mio.

Im kurzfristigen Umlaufvermögen verringerten sich die Vorräte von € 45,5 Mio. auf € 42,8 Mio. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen gab es einen Anstieg von € 124,3 Mio. auf € 133,8 Mio. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um € 14,2 Mio. auf € 21,6 Mio. Der Kassenbestand bzw. die Guthaben bei Kreditinstituten reduzierten sich von € 505,6 Mio. auf € 446,7 Mio.

Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich von € 38,0 Mio. auf € 46,0 Mio. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass steuerliche Verlustvorträge aufgrund von ausreichend verwertbaren steuerlichen Ergebnissen in der Zukunft, angesetzt wurden.

Das Eigenkapital zum Bilanzstichtag erhöhte sich von € 466,3 Mio. auf € 553,5 Mio. Die Veränderung resultierte einerseits aus dem im vergangenen Wirtschaftsjahr erzieltem Jahresüberschuss von € 102,7 Mio. (Vorjahr: € 215,7 Mio.) sowie der im Zuge der Jahreshauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung von € 15,5 Mio. (Vorjahr: € 35,0 Mio.) Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 13,6 % lag aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme unter dem Vorjahreswert von 14,6 %.

Im Geschäftsjahr 2023/24 erhöhte sich die Nettoverschuldung der AT&S von € 1.849,6 Mio. auf aktuell € 2.603,1 Mio. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den begebenen Anleihen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen, Finanzierungspartnern und Finanzierungsleasing abzüglich Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, Forderungen gegenüber Kreditinstituten sowie sonstigen Wertpapieren und Anteilen des Umlaufvermögens. Der Nettoverschuldungsgrad berechnet sich aus dem Verhältnis der Nettoverschuldung zu Eigenkapital und hat sich von 396,7 % im Vorjahr auf 470,3 % erhöht.

2.3. Geldflussrechnung

Die Teilergebnisse der Geldflussrechnung wurden im mehrjährigen Vergleich gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 "Geldflussrechnung UGB" (Juni 2020) berechnet.

Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit zeigte im Geschäftsjahr 2023/24 einen Rückgang. Der niedrigere Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit von € 54,9 Mio. (Vorjahr: € 76,8 Mio.), ist vor allem auf den Anstieg von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit der AT&S wurden im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt € 221,2 Mio. in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen investiert (Vorjahr: € 152,9 Mio.). Diese beschriebenen Auszahlungen, die weitere Aufstockung von Gesellschafterdarlehen sowie gegenläufige Effekte in Bezug auf Einzahlungen aus Zinsen und Beteiligungserträgen in Höhe von € 281,6 Mio. (Vorjahr: € 325,9 Mio.) führten im Wesentlichen zu einem Netto-Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit von € 403,2 Mio. (Vorjahr: € 191,9 Mio.).

Aus Zahlungen von Finanzierungspartnern sowie der Aufnahme von Krediten, gemindert um gezahlte Zinsen, die Tilgung von Schuldscheindarlehen sowie um die Ausschüttung der Jahresdividende, resultiert ein Zufluss aus dem Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von € 289,4 Mio. (Vorjahr: € 194,7 Mio.).

In Mio. € 2023/24 Vorjahr
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit 54,9 76,8
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -403,2 -191,9
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 289,4 194,7

3. WEITERE ANGABEN

3.2. Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S-Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Auf Basis der Produktions- und Technologievielfalt, der Flexibilität in der Fertigung und des breiten Kundenspektrums setzt das Werk in Leoben den in den vergangenen Jahren eingeschlagene Weg der Nischenund Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt u. a. die Produktion mittels der Embedding-Technologie. Weiters wurde in den Ausbau der IC-Core-Linie investiert, um die benötigten Vormaterialkapazitäten zur Versorgung der Produktionen in Chongqing, Kulim und Leoben bereitzustellen. Nunmehr wird am Standort Leoben in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie investiert. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird. Im April 2024 wurde bereits mit der Installation der Anlagen für IC-Substraten begonnen, und der Beginn der Serienfertigung wird für 2025 erwartet. Das Werk in Fehring bedient das Segment Electronics Solutions und dabei insbesondere die Bereiche 3S (Smart Infrastructure, Smart Mobility und Smart Manufacturing) sowie den Bereich der Medizinprodukte.

Shanghai Der Standort Shanghai fertigt HDI-Leiterplatten (High Density Interconnection) und mSAP- Leiterplatten (modified Semi-Additive Process) für Kunden insbesondere für die Bereiche 3C (Computer, Kommunikation und Unterhaltungselektronik) und 3S (Smart Infrastructure, Smart Mobility und Smart Manufacturing). Der Standort hat sich als führender Anbieter der neuesten Technologiegeneration etabliert, und sein breites Technologiespektrum wird von den Kunden sehr gut angenommen.

Chongqing Der Standort in Chongqing umfasst derzeit drei operative Werke. Die Werke Chongqing I und Chongqing III sind für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrate) bestimmt. Für Chongqing III, das 2021 neu gebaut wurde, hatte die erste von vier Produktionslinien ab Oktober 2021 mit der Großserienfertigung begonnen. Die zweite Linie wurde 2022 in Betrieb genommen, während der Großteil der dritten Linie im Jahr 2023 für die Produktion freigegeben wurde. Die Installationsarbeiten für die vierte Linie werden in Abhängigkeit von der Entwicklung im Halbleitermarkt wieder aufgenommen. Im Werk Chongqing II werden hochwertige mSAP-Leiterplatten und Leiterplatten für Module im Bereich mobiler Anwendungen hergestellt. Die Produktionskapazitäten für Module wurden weiter ausgebaut, um die steigenden Kundenbedarfe im High-End-Bereich zu bedienen. Der Vollausbau des Werks soll im kommenden Geschäftsjahr abgeschlossen werden.

Kulim Der im Oktober 2021 begonnene Bau für IC-Substrate ist im Gange. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig, jedoch wird ein Teil des Investitionsvorhabens später als geplant realisiert. In einem Werk wurde mit der Installation der Anlagen begonnen und erste Produkte wurden zur Qualifikation durch den Kunden bereits ausgeliefert. Im Jänner 2024 wurde der Standort offiziell eröffnet.

Ansan Die sehr positive Entwicklung des Standorts in Korea konnte im Geschäftsjahr 2023/24 weiter fortgesetzt werden, vor allem im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer. Der Standort konnte im Geschäftsjahr 2023/24 eine sehr gute Auslastung verzeichnen.

Nanjangud Der Standort fokussierte sich weiterhin auf den Export und konnte insbesondere im Automotivemarkt seine Position stärken. Die Qualifizierung für HDI-Produkte konnte fortgesetzt und damit die Strategie zu höherwertigen Technologien im Produktmix weiterverfolgt werden.

Hongkong Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Vertriebsservicegesellschaften Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan, Taiwan und Schweden konnten im Geschäftsjahr 2023/24 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

3.3. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2024 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,10 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar: Siehe Tabelle unten.

Zum Stichtag 31. März 2024 befanden sich rund 64,3 % der Aktien im Streubesitz. Außer den unten angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Und es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer:innen mit Kapitalbeteiligung.

Weiters gibt es keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Die Verträge aller Vorstände enthalten eine "Change of Control"-Klausel: Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor. In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen ("Sonderkündigungsrecht"). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrags, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrags einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind.

Der Vorstand wurde durch die 25. ordentliche Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu 21.367.500 € zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder

MAßGEBLICHE DIREKTE UND INDIREKTE BETEILIGUNGEN

Stk./in % Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Wien, Österreich
7.043.133 18,13 % 18,13 %
Androsch Privatstiftung,
Wien, Österreich
6.819.337 17,55 % 17,55 %

mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt um bis zu 21.367.500 € erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtauschund/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Eigene Aktien

In der 29. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2023 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 zu Punkt 10 der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2024 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Freie Rücklagen

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen AT&S und ihren Tochtergesellschaften.

AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen 22 "Gezeichnetes Kapital" sowie 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Der Corporate-Governance-Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter https://ats.net/unternehmen/corporate-governance/ abrufbar.

3.4. Nichtfinanzielle Erklärung

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs. 6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2023/24 als gesondertes Kapitel beigefügt.

4. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Strukturierte Erschließung der technologischen Chancen

Der Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von AT&S richtet sich darauf, die Chancen aus der Digitalisierung (z.B. künstlicher Intelligenz) und Ökologisierung für AT&S zu nutzen. Die Elektronikindustrie, speziell die Mikroelektronik, nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Sie stellt Systeme zur Verfügung, welche die Digitalisierung erst ermöglichen (z. B. Datenzentren und Computer mit Hochleistungsprozessoren). Durch effizienten Aufbau der Gesamtsysteme kann zudem auch der Energieverbrauch dieser Geräte drastisch reduziert werden. Zusätzlich ist die Mikroelektronik auch die Basis für gänzlich neue Lösungen zur effizienteren Energienutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Gewinnung, Transport, Speicherung und Nutzung). Die dazu laufenden Projekte werden in unseren vier Kernentwicklungsfeldern zusammengefasst.

"High Performance Computing": Dienste basierend auf Künstliche Intelligenz (KI) und andere Entwicklungen in der Digitalisierung finden immer mehr Anwendungen und so Einzug in unser tägliches Leben. Ermöglicht wird dies durch leistungsstarke Computer die sich in den Servern und Datenzentren befinden. Um diese stark wachsenden Datenmengen zu bewältigen werden diese Hochleistungscomputersysteme immer leistungsfähiger und dürfen dabei weniger Energie verbrauchen. AT&S entwickelt Lösungskonzepte für IC Substrate, die genau für diese Bedürnisse bedienen.

"Hochfrequenzelektronik": Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird auch das zu übertragende Datenvolumen in den kommenden Jahren stark wachsen. Lösungen bieten hier elektronische Systeme, die bei höheren Frequenzen arbeiten (z. B. Kommunikationsmodule für 5G und in Zukunft 6G, Radarsysteme für Autos). Diese werden neue Lösungen für die Verbindungstechnologie benötigen. Über Entwicklungsprojekte in diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell, präzise und verlustarm leiten.

"Power and Power Efficiency": Im Bereich der Elektrifizierung gibt es derzeit angesichts der Nachhaltigkeitsbestrebungen einen starken Trend zu CO2-neutraler Energieerzeugung, neuen Energieträgersystemen und elektrisch basierten Antriebsformen. AT&S konzentriert seine Entwicklungstätigkeit auf Systeme, die eine optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten von der Energieerzeugung bis zur Nutzung ermöglichen und somit große Leistungen schalten, regeln bzw. übertragen können.

Virtuelle Entwicklung und Ressourceneffizienz: Die industriellen Produktionsprozesse werden sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Die Prozesse werden verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) organisiert sein, und die Nachhaltigkeit wird auch hier eine wichtige Rolle spielen: Die Herstellung von Produkten muss mit einem minimalen Verbrauch natürlicher Ressourcen erfolgen, höchst zuverlässig sein und hinsichtlich der eingesetzten Materialien eine Nachnutzung ermöglichen. AT&S arbeitet an neuen Lösungen, die eine effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, Energie etc.) erlauben. Dabei werden über die Digitalisierung große Datenmengen zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen sowie von Produkteigenschaften und Produktqualität nutzbar gemacht und neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion erarbeitet.

Innovationsrate weiterhin hoch

Der Vitality Index misst die Auswirkung der Innovationskraft eines Unternehmens. Er beschreibt den Anteil am Umsatz, den AT&S mit innovativen Produkten erzielt hat, die während der vergangenen drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. Grundsätzlich gilt: Der Vitality Index ist in den Jahren nach einer erfolgreichen Implementierung neuer Technologien höher und in Phasen der Entwicklung neuer Technologien (also in der Phase vor ihrer Markteinführung) niedriger. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sehen wir die Auswirkung der Einführung von neuen, innovativen Produkten am Markt. AT&S strebt im Mittel einen jährlichen Vitality Index von mindestens 20 % an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ergab sich ein Vitality Index von 25,9 %.

VITALITY INDEX in %

Die Innovationskraft und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens spiegeln sich u. a. in der Anzahl und Qualität seiner geistigen Schutzrechte: Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 62 Erfindungen neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 573 Patentfamilien, die zu 797 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

ANZAHL DER ERTEILTEN SCHUTZRECHTE

F&E-Aufwand: 10,0 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf 155,4 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. in Relation zum Umsatz) von 10,0 % gegenüber 10,2 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

10,0 11,4 10,2 10,0 20/21 21/22 22/23 23/24 in %/in Relation zum Umsatz

FORSCHUNGSQUOTE

Zweistufiger Entwicklungsprozess

AT&S folgt einem zweistufigen Innovationsprozess: Die Grundlage für den ersten Schritt stellen sogenannte Technologieplattformen dar. In diesen Technologieplattformen werden technische Lösungsansätze erarbeitet, die technische Problemstellungen der nächsten Jahre in den strategischen Applikationen von AT&S lösen. Diese Stufe entspricht der angewandten Forschung und Technologieevaluierung.

Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und -implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

Begleitet werden diese Entwicklungstätigkeiten durch Entwicklungen im virtuellen Bereich und eine starke Kooperation mit unseren Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen.

Wesentliche Entwicklungsprojekte

Die Kernentwicklungsfelder für "High Performance Computing", "Hochfrequenzelektronik" und "Power and Power Efficiency" wurden weiter ausgebaut. In diesen Plattformen werden Lösungskonzepte entwickelt, welche die Herausforderungen der elektronischen Systeme bis zum Ende der Dekade unterstützen und bestmöglich meistern werden.

So werden z. B. neue Aufbau- und Verbindungskonzepte entwickelt, die es ermöglichen Einzelkomponenten von Computerchips mit einer hohen Signalrate zu verbinden, unter Einsatz unterschiedlichster Materialien (z.B.: Glas) neue die immer größer werdenden IC-Substrate mit der nötigen Zuverlässigkeit und Formstabilität zu versehen und Lösungskonzepte für die energieeffiziente Stromversorgung von Hochleistungsrechenmodulen, verlustarme Schaltungs- und Entwärmungskonzepte für die Elektromobilität und Energieversorgung.

Diese Entwicklungen werden in Zukunft stark durch das im Aufbau befindliche F&E-Zentrum an der AT&S-Zentrale in Leoben unterstützt und beschleunigt. Dabei handelt es sich um ein Entwicklungszentrum für IC-Substrate und andere Technologien im Bereich des "Advanced Electronic Packaging". Das Kernstück stellt eine F&E-, Prototypen- und Serienfertigungslinie dar, die technologisch global einen neuen Standard in diesem Bereich setzt. Durch diese Maßnahme wird ein Technologiebereich, der heute nur in Asien verfügbar ist, nach Europa gebracht, was natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Versorgungssicherheit darstellt. Zusammen mit den Investitionen in die Forschung und Entwicklung in der Zentrale in Leoben in den Bereichen "Substrat - Core" und "Packaging-Technologien" über die letzten Jahre wird dieses neue Zentrum zu einem "Hotspot" der Elektronikentwicklung und der Garant für zukunftsweisende Lösungen aus dem Hause AT&S.

5. CHANCEN UND RISIKEN

5.1. Chancen- und Risikomanagement

STRUKTUR UND INSTRUMENTE

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S-Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, ein einheitliches System zur Verfügung zu stellen, welches es ermöglicht, positive oder negative Abweichungen von den Unternehmenszielen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Das Risikomanagement berichtet dem Gesamtvorstand regelmäßig in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanage-

mentsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen.

Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2), welche in einer konzernweiten Risikomanagementrichtlinie festgelegt wurde.

RISIKOMANAGEMENT 2023/24

Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde die Integration des Enterprise Risk Managements in alle Organisationseinheiten intensiviert. In Risikomanagement-Workshops mit Konzern-, Business Unit- und Werksfunktionen werden Risiken umfassend identifiziert, bewertet und Maßnahmen zur Risikominderung definiert. Die für die Riskobewertung verwendeten, standardisierten Parameter wurden im Geschäftsjahr 2023/24 überarbeitet. Darüber hinaus spiegelt sich die kontinuierliche Verbesserung des Reifegrades in der Risikoberichterstattung an das Management und den Prüfungsausschuss wieder.

5.2. Erläuterung der Einzelrisiken

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Im nachfolgenden Abschnitt werden die wesentlichen Risiken je Risikokategorie beschrieben.

STRATEGIE

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI). Um das Geschäft mit High-End-Substraten als strategisches Standbein zu sichern, tätigt AT&S Investitionen in eine Produktionsstätte im Kulim Hi-Tech Park, Kedah, Malaysia. Das Projekt wird in Kooperation mit zwei führenden Herstellern von High-Performance-Computing-Halbleitern durchgeführt. Aktuell wird eines der beiden Werke finalisiert, und mit der Qualifizierung wurde bereits begonnen. Mit dem Anlauf der Produktion wird ab dem Ende des Geschäftsjahres 2024/25 gerechnet. Die Gebäudehülle des zweiten Werks wird fertiggestellt. Die Beschaffung und Installation des Produktionsequipments hängt zeitlich davon ab, wie sich der Markt und die Situation bei einem wesentlichen Kunden entwickeln.

Des Weiteren investiert das Unternehmen am Standort Leoben-Hinterberg in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird, unterstützt durch Finanzierungsbeiträge der neuen Kunden.

Unvorhergesehene technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Der Einsatz der HDI-Technologie konnte gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie z. B. für die Automotive-Industrie übertragen werden. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf neue Technologien sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen.

Die Chancen der AT&S Werke liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industriesegment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Die Marktnachfrage nach IC-Substraten ist 2023 deutlich zurückgegangen und wird voraussichtlich am Ende des Geschäftsjahres 2024/25 wieder steigen. Eine Erholung auf das Niveau von 2022 wird jedoch voraussichtlich mindestens bis 2025 dauern. Der schnelle Rückgang und die hohen Lagerbestände im Markt für IC-Substrate für Notebooks, die nach dem Boom von 2021/2022 zu beobachten waren, endeten und stabilisierten sich 2023. Der rasche Nachfrageanstieg nach hochpreisiger KI-bezogener Infrastruktur sowie die makroökonomischen Bedingungen (z. B. Inflation, hohe Zinsen, Rezessionsängste) dämpften die Verkaufszahlen von Serversystemen im Jahr 2023. Dies führte zu einem Rückgang der Nachfrage nach IC-Substraten für Server und zu erhöhten Lagerbeständen. Aufgrund der saisonalen Marktdynamik wird erwartet, dass der Markt am Ende des Geschäftsjahres 2024/25 wieder anziehen und zu einem Gesamtwachstum bei IC-Substraten führen wird.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten, beispielsweise Vietnam oder Philippinen. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S-Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Des Weiteren haben Mitbewerber im letzten Jahr substanzielle Investitionen in Kapazitäten für ABF-Substrate und PCB-Produktionsstätten außerhalb von China angekündigt, welche zu weiteren Überkapazitäten im Markt und einem damit verbundenen Preisverfall führen können.

Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2024/25 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Der Ukraine-Krieg mit Auswirkungen auf den Energiemarkt, die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China, Wahlen in den USA sowie ein potenziell anhaltend hohes Zinsniveau führen zu einem weiterhin schwachen Marktumfeld. Geringere Nachfrage für IC-Substrate, mögliche kundeseitige Vorbehalte betreffend Lieferungen aus China, stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive und Industrie sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern. Neben der Beherrschung von Risiken werden aufgrund von Kunden- und Applikationsanalysen krisenfeste Applikationen forciert, wie z. B. Anwendungen im Medizinbereich.

MARKT

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 71 % zum Gesamtumsatz bei, wobei der jeweilige Anteil zwischen 2% und 35% liegt. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder der Profitabilität bei diesen Kunden. Im Rahmen der Diversifikationsstrategie ist es AT&S gelungen, bereits weitere IC-Substrat-Kunden zu gewinnen, welche insbesondere im Bereich Server-ICs tätig sind. Diese Maßnahmen unterstützen die schnelle Kompensation möglicher negativer Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden. Nichtsdestotrotz können nachteilige Änderungen in den Märkten eine negative Auswirkung auf AT&S haben, da die Kunden in ähnlichen Marktsegmenten agieren.

BESCHAFFUNG

Einkaufspreise und Verfügbarkeit

PDie Trends in der Lieferkette entwickeln sich ständig weiter, und die jüngste Geschichte hat gezeigt, wie wichtig es ist, reaktionsfähig, skalierbar und flexibel zu sein. Aufgrund des Marktabschwungs im vergangenen Jahr, der zu einer noch stärkeren Volatilität der Kundennachfrage geführt hat, ist eine

rasche Reaktion mit kürzeren Vorlaufzeiten wesentlich, um sich in Sachen Kundenservice und Wertschöpfung auszuzeichnen. AT&S optimiert laufend die Lieferantenbasis, um Werte zu schaffen, Lieferzeiten zu verkürzen, Beschaffungsrisiken durch gezieltes Lieferantenmanagement zu minimieren und Kundenerwartungen zu übertreffen. Die Krisen der Vergangenheit (Covid-19, Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen) haben letztendlich zu einer Verbesserung der Reaktionsfähigkeit und einer Verkürzung der Lieferzeiten geführt, dank alternativer Transportmöglichkeiten sowie der Qualifizierung neuer Lieferanten, die regional näher an den AT&S Produktionsstandorten liegen. Ebenso wird im Vorgriff auf unseren Produktionsbedarf in Malaysia eine erweiterte Lieferantenbasis in Südostasien aufgebaut.

Die kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine beobachtete Volatilität der Marktpreise wurde eingedämmt: Bei den Rohstoffen war der LME-Kupferpreis in den letzten 12 Monaten sehr stabil. Im Gegensatz dazu ist der Goldpreis im gleichen Zeitraum gestiegen, während der Palladiumpreis gesunken ist, sodass sich die Auswirkungen gegenseitig kompensieren konnten.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Die Eskalation des Nahostkonflikts im Dezember 2023 hat zu Schwierigkeiten im Bereich Transport und Logistik geführt. Reedereien haben die Durchfahrt durch das Rote Meer ausgesetzt und ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika herum geleitet. Diese Unterbrechungen im Suezkanal haben zu weiteren Herausforderungen durch längere Transitzeiten, höhere Kosten und geringere Pünktlichkeit mit kumulierten Verspätungen und Engpässen geführt. AT&S beobachtet die Situation gemeinsam mit Partnern und Spediteuren sehr genau. Aufgrund der sofortigen Reaktion und der eingeleiteten Maßnahmen (z.B. Verlängerung der Vorlaufzeiten, Überarbeitung der Bestellmuster, Anpassung der Lagerbestände, Vorausbuchung von Schiffen) sind keine größeren Auswirkungen zu verzeichnen.

UMFELD

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb Österreichs, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie z. B. Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Die Herstellung von Leiterplatten und IC-Substraten erfordert eine Vielzahl von nasschemischen, energie- und wasserintensiven Prozessen. Außerdem müssen die Raumbedingungen im Produktionsbereich (z. B. Reinraum) und im Lagerbereich (z. B. Kühllager) bestimmte Grenzwerte einhalten. Klimabedingte Veränderungen können zu einem Anstieg der Umgebungstemperatur und einer größeren Häufigkeit extremer Wetterereignisse (z. B. Hitzewellen, Dürre) führen, was eine Limitierung der Ressourcen (z. B. Wasser- und Energieversorgung) zur Folge haben könnte. Infolgedessen könnten entweder die Kosten steigen (z. B. für Heizung oder Kühlung) oder im schlimmsten Fall kann es zu Unterbrechungen des Produktionsprozesses kommen, wenn die Versorgung unterbrochen wird. Zusätzlich könnten weitere Beschränkungen für die Emission von Schadstoffen in Luft und Wasser sowie strengere Standards für die Behandlung, Lagerung und Entsorgung von festen und gefährlichen Abfällen eingeführt werden. AT&S arbeitet daher an einer Strategie zur Abfallreduktion sowie an Recyclingprojekten (z.B. Kupfer- und Wasserrecycling), um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Ein Teil der Mitarbeiter:innen in der Produktion arbeiten mit Chemikalien, oder sind Lärm oder Emissionen ausgestetzt. Unzureichende persönliche Sicherheitsstandards und ein unzureichendes Sicherheitsmanagement könnten zu Betriebsunterbrechungen aufgrund steigender Unfall- und Gesundheitsfälle führen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolicen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen.

Der seit Februar 2022 andauernde Krieg zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Neben der daraus resultierenden humanitären Katastrophe hat dieser Krieg auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich auch in deren Preisentwicklung widerspiegelt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Energieversorgung, insbesondere mit Strom, können auch einen negativen Effekt auf AT&S mit sich bringen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Des Weiteren wurde die AT&S-Energiestrategie um den Aspekt der Versorgungssicherheit erweitert. Nichtsdestotrotz können weitreichende Sanktionen und weitere unerwartete geopolitische Entwicklungen die Geschäftstätigkeit von AT&S negativ beeinflussen.

Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aus derzeitiger Sicht hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring neuer Handelsbeschränkungen und/oder Exportkontrollen im Zusammenhang mit den AT&S zugrunde liegenden Technologien, Rohstoffen und Ausrüstungen sowie den potenziell betroffenen Kunden notwendig.

Neue Eskalationen in Ostasien, insbesondere zwischen China und Taiwan, aber auch in Korea, sowie der erneute Konflikt im Nahen Osten können allgemeine Auswirkungen auf die globalen Lieferketteninterdependenzen haben. Es ist daher wichtig, jede Verschärfung dieser Konflikte zu beobachten, die sich potenziell negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirken könnte. Darüber hinaus können sich daraus resultierende makroökonomische Entwicklungen negativ auf das Geschäft der AT&S auswirken.

Der eskalierte Krieg zwischen Israel und den Palästinensern im Nahen Osten führt zu einer weiteren Verunsicherung der Weltwirtschaft. Das Gewicht Israels auf dem globalen Halbleitermarkt, insbesondere im Bereich der Produktion, ist begrenzt. Darüber hinaus arbeitet AT&S nicht mit Produktionsunternehmen in Israel zusammen und ist nicht vom israelischen Markt abhängig. Dennoch hat die durch den Nahostkonflikt ausgelöste Krise am Roten Meer negative Auswirkungen auf den Transport von Waren und Materialien. Derzeit gibt es keine größeren Auswirkungen auf das Geschäft von AT&S, die Situation wird jedoch genau beobachtet.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen (z. B. REACH und ROHS), wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Schadenersatz- bzw. Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100%-ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeiter:innen. Das Governance, Risk & Compliance Committee ("GRC Committee") unterstützt das Enterprise Risk Management in der Überwachung der Risikolandschaft und hilft die damit verbundene Einhaltung von rechtlichen und regulatorischen Vorschriften zu fördern. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform "We Care" eingeführt, welche es Mitarbeiter:innen und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Zertifizierung aller europäischen Standorte nach ISO 27001 wurde das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) in allen Produktionsstandorten ausgerollt und eine Zertifizierung nach ISO 27001:2013 durchgeführt. Durch die Orientierung an internationalen IT-Standards werden ein sicherer Umgang und ein angemessener Zugang zu Informationen gewährleistet sowie zuverlässige Systeme zur Verfügung gestellt.

Trotz bester Bemühungen muss anerkannt werden, dass kein System völlig immun gegen mögliche Hackerangriffe ist. Solche Vorfälle könnten sich negativ auf die Sicherheit der Daten und die Verfügbarkeit der IT-Systeme von AT&S auswirken, falls sie auftreten. AT&S bemüht sich ständig, diese Risiken zu mindern und die Sicherheit und Integrität der Systeme zu gewährleisten.

OPERATIV

Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft die Chance bieten, sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance, geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung zugesagter Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Qualitätsmängel können zu einer Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess von AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil (z. B. IATF 16949), Luftfahrt (z. B. EN9001 and NADCAP-Akkreditierung) und Medizintechnik (z. B. DS/EN ISO 13485). Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu erhalten. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate in Chongqing und Kulim ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens spezifische Risiken. Der Markt für IC-Substrate wird durch technologische Änderungen beeinflusst. Der Aufbau eines R&D-Centers mit Prototypenproduktion in Österreich soll auch der Entwicklung neuer Technologien dienen und so zur Minderung des Marktrisikos von IC-Substraten beitragen. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko neuer Technologieentwicklungen. Komplikationen beim Vorantreiben dieser technologischen Entwicklungen und bei der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten.

Kostenkontrolle

Um aus Nachfrageschwächen sowie Inflation resultierende Effekte wie den Preisdruck abzumildern, hat AT&S umfassende Kostenoptimierungsprogramme initiiert. Deren Fokus liegt darauf, den Umfang der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen zu erhöhen sowie deren Umsetzung zu beschleunigen sowie die ineffiziente Nutzung von Materialien und Ressourcen weitestgehend zu eliminieren. Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

ORGANISATION

Mitarbeiter:innen

Die kollektive Industrieerfahrung und die Managementexpertise der Mitarbeiter:innen der AT&S-Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die beiden Großprojekte (Leoben und Kulim) erfordern eine hohe Anzahl an qualifiziertem Personal. Sollte es nicht möglich sein, ausreichend qualifiziertes Personal anzuwerben, könnte sich dies negativ auf den Fortschritt der Großprojekte auswirken. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen weiter auszubauen.

FINANZEN

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung der Transaktionseffekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in Asien und des damit erwarteten starken Umsatzwachstums ergeben sich wesentliche Translationsrisiken aus dem RMB sowie dem MYR. Das Finanzergebnis wird von Währungseffekten beeinflusst, da Teile der Veranlagungen in Fremdwährung erfolgt sind. Die größten konzerninternen Darlehen sind langfristier Natur; ihr Rückzahlung ist auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich. Die Bewertung dieser Darlehen erfolg daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung. Das Ausmaß dieser Risiken wird regelmäßig analysiert. Die Ergebnisse fließen in Strategien zur Umsetzung eines effizienten Währungsmanagements ein.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine kurz- und langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, weitere Zinsänderungen, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen haben jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des angestrebten Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge zu einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf und höheren Kosten geführt. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury mit entsprechenden Finanzinstrumenten.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z. B. der OECD (insbesondere im Hinblick auf den BEPS-Aktionsplan ("Base Erosion and Profit Shifting")). Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht das Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten. Darüber hinaus besteht das Risiko höherer Steuerbelastungen durch künftige Veränderungen in der Steuergesetzgebung.

ESG

Im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements wurden auch Risiken in Bezug auf ESG – das sind jene im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Governance – berücksichtigt. Für nähere Informationen zu den wesentlichen ESG-Risiken wird auf das Kapitel "ESG-Chancen- und Risikomanagement" im nichtfinanziellen Bericht 2023/24 verwiesen.

5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept des COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung. Das Interne Kontrollsystem verfolgt das Ziel, die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften und internen Regularien sicherzustellen.

Weitere Grundsätze des IKS sind:

  • Identifikation operativer Risiken sowie Definition und Implementierung adäquater Kontrollmaßnahmen
  • Sicherstellung einer adäquaten Funktionstrennung
  • Sicherstellung der Richtigkeit und Vollständigkeit des Rechnungswesens
  • Gewährleistung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit
  • Aufdeckung bereits entstandener Schäden

Schutz materieller und immaterieller Vermögenswerte

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzliche Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Dokumentenmanagementsystem archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die notwendigen Kontrollmaßnahmen im Zusammenhang mit den Prozessen der Rechnungslegung, beispielsweise Zugriffsberechtigungen und Funktionstrennungen, werden im Internen Kontrollsystem dokumentiert. Ihre Umsetzung und Wirksamkeit wird von der internen Revision regelmäßig überprüft und etwaige Verbesserungsmaßnahmen identifiziert.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheiten Corporate Finance und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

6. AUSBLICK

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2023 fand größtenteils wieder eine Annäherung an die Verhältnisse von vor COVID-19 statt. Lieferketten und Nachfrage stabilisierten sich, während die Zentralbanken die geldpolitischen Zügel strafften, um die Inflation einzudämmen.

In den meisten Regionen schwächte sich die Gesamtinflation ab, nachdem im Jahr 2022 Höchstwerte verzeichnet worden waren. Die Kerninflation ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise erwies sich jedoch als hartnäckiger. Die Verbrauchernachfrage in den meisten größeren Volkswirtschaften war nach wie vor verhalten, da die Inflation und das hohe Zinsniveau die Kaufkraft einschränkten. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2023 um geschätzte 3,1 % zu, wobei die Industrieländer ein langsameres Wachstum als die Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichneten. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Euroraum um 0,5 %, in China um 5,2 % und in den Vereinigten Staaten um 2,5 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2024 um 3,1 % steigen39.

Konflikte und geopolitische Spannungen spielten nach wie vor eine große Rolle auf internationaler Ebene. Ein viel beachtetes Thema waren die anhaltenden Bestrebungen der USA, unterstützt durch ihre europäischen und asiatischen Verbündeten, den Zugang Chinas zu Spitzentechnologien mithilfe von Exportbeschränkungen und -verboten einzuschränken. Diese betreffen eine zunehmende Anzahl chinesischer Unternehmen. Der anhaltende Krieg in der östlichen Ukraine und die seit Herbst 2023 anhaltende Bombardierung des Gazastreifens durch die israelische Armee nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober hat einer Zunahme der Spannungen im Nahen Osten und weltweit geführt.

Für das Kalenderjahr 2024 gehen die Marktanalysen von einer Wachstum von rund 4 % bei Leiterplatten und von rund 8 % bei IC-Substraten aus. Bezüglich weiterführender Informationen zu Industrie- und Technologie-Trends wird auf Punkt 1 "Markt- und Branchenumfeld" des Konzernlageberichts verwiesen.

Erwartetes Marktumfeld

Für die Segmente von AT&S gestalten sich die Erwartungen derzeit wie folgt: Im Bereich der mobilen Endgeräte, welcher eine schwache Gesamtmarktlage aufweist, wird nur eine leichte Erholung der Nachfrage erwartet, dieser Bereich bleibt für AT&S eine Herausforderung. Positiv entwickelt sich dagegen weiterhin das Geschäft mit Modulleiterplatten.

Auch wenn der Leiterplattenmarkt im Bereich Automotive unter anderem aufgrund von erhöhten Lagerbeständen in der Lieferkette aktuell unter Druck steht, unterliegt er aufgrund des weiter steigenden Elektronikanteils je Fahrzeug mittelfristigen einem Wachstumstrend. Bei Industrial wird 2024 für den Markt mit einer leichten Erholung gerechnet.

Der Markt für Notebooks ist grundsätzlich volatil und unterliegt quartalsweise starken Schwankungen. In den Märkten für IC-Substrate wird 2024 für Notebooks eine leicht höhere Nachfrage als 2023 erwartet. Dies dürfte, nachdem sich die Lagerbestände inzwischen normalisiert haben, zu einer höheren Nachfrage nach IC-Substraten führen.

Da im Markt für Server ein wachsender Teil der Investitionen aktuell in hochpreisige Produkte, die sich auf Künstliche Intelligenz fokussieren, fließt, verläuft der Lagerabbau langsamer als zunächst erwartet. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2024/25 sollte sich der Lagerbestand wieder normalisiert haben und es wird mit einer Belebung der Nachfrage nach Serverprodukten gerechnet. Auch die jüngste Auftragsplanung der größten Kunden von AT&S deutet auf diese Entwicklung hin. Aufgrund der erwarteten Architekturänderung wird damit gerechnet, dass sich der Produktmix weiter verändert, wobei ebenfalls erwartet wird, dass sich der Trend zu technologisch höherwertigen IC-Substraten fortsetzt, wovon AT&S profitieren wird.

Gesamtaussage für das Geschäftsjahr 2024/25

AT&S ist bestrebt den Kapitalbedarf frühzeitig zu finanzieren und verfügt aktuell über eine Liquiditätsreserve von 1.276,8 Mio. €. Maßnahmen zur zukünftigen Liquiditätsabsicherung werden kontinuierlich evaluiert. So wird neben der Prolongation und Neuaufnahme von Krediten, auch ein Verkauf der Tochtergesellschaft in Südkorea in Betracht gezogen.

In einigen von AT&S bedienten Industrien hat über die vergangenen Monate eine Stabilisierung stattgefunden. Auf dieser Basis wird volumenseitig mit einer Erholung der Nachfrage vor allem in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres

39 IMF, "World Economic Outlook Update", Januar 2024

2024/25 gerechnet. Dennoch geht das Unternehmen von einem anhaltend starken Preisdruck aus. Diesem wird mit einer konsequenten Umsetzung und weiteren Fokussierung der bereits laufenden Effizienzprogramme entgegengewirkt. Neben umfassenden kostensenkenden Maßnahmen wird es auch zu einem Abbau von bis zu 1.000 Mitarbeitern an den bestehenden Standorten kommen.

Nach den hohen Investitionen von 996 Mio. € in 2022/23 und 855 Mio. € in 2023/24 gehen die Nettoinvestitionen in den folgenden Jahren deutlich zurück. Für das Geschäftsjahr 2024/25 plant das Management – in Abhängigkeit vom Marktumfeld und den Projektfortschritten – ein Investitionsvolumen von rund 500 Mio. €. Der überwiegende Teil dieser Investitionen wird in die IC-Substrate-Produktion in den neuen Werken in Kulim und Leoben fließen. Mit dem Start der Hochvolumen-Produktion der beiden Werke zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 wird AT&S seine Kundenbasis bei IC-Substraten weiter differenzieren.

AT&S geht davon aus, im Geschäftsjahr 2024/2540 einen Jahresumsatz zwischen 1,7 und 1,8 Mrd. € zu erzielen. Exklusive der Effekte aus dem Anlauf der neuen Produktionskapazitäten in Kulim und Leoben in Höhe von rund 80 Mio. € wird die bereinigte EBITDA-Marge voraussichtlich zwischen 25 und 27 % liegen.

Leoben-Hinterberg, am 13. Mai 2024

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Peter Schneider e.h. Dr. Peter Griehsnig e.h. Mag. Petra Preining e.h. DI Ingolf Schröder e.h.

40 Bezieht sich auf die derzeitige Unternehmensstruktur, einschließlich des Werks in Ansan, Korea

BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM JAHRESABSCHLUSS 2023/24

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2024, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2024 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern

Sachverhalt und Problemstellung

Die Gesellschaft weist in der Bilanz zum 31. März 2024 aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 45.982 (Vorjahr: TEUR 38.050) aus. Diese setzen sich aus aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen in Höhe von TEUR 4.770 und aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 41.212 zusammen. Basierend auf der aktuellen Planung wurden zum 31. März 2024, wie im Vorjahr auf die gesamten bestehenden Verlustvorträge in Höhe von TEUR 179.181 (Vorjahr: TEUR 147.317) latente Steuern aktiviert, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf Punkt 3.4. des Anhangs bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Punkt 4.5. bezüglich erläuternder Darstellungen inklusive der Entwicklung der aktiven latenten Steuern.

Die Bewertung der aktiven latenten Steuern ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit erheblichen Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Jahresabschluss. Schätzunsicherheiten bestehen insbesondere in Zusammenhang mit getroffenen Planannahmen und deren Auswirkungen auf die steuerlichen Ergebnisse. Deshalb haben wir die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben

  • den Prozess zur Ermittlung der laufenden und latenten Steuern erhoben,
  • die Berechnung der laufenden und latenten Steuern auf rechnerische Richtigkeit überprüft sowie die der Ermittlung der temporären Differenzen zugrundeliegenden Daten abgestimmt,
  • die Veränderung der Verlustvorträge auf Basis der vorläufigen Steuerberechnungen nachvollzogen,
  • die Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert sowie die zugrundeliegenden Planannahmen kritisch gewürdigt und
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Anhang geprüft.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür ver¬antwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil bein¬haltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs¬feststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juli 2023 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr gewählt und am 31. Oktober 2023 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2021 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard Marterbauer.

Wien

  1. Mai 2024

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. Es wird darauf hingewiesen, dass der in unserem Prüfungsbericht enthaltene Bestätigungsvermerk mit einer qualifiziert elektronischen Signatur versehen wurde und der in diesem Urkundenexemplar enthaltene Bestätigungsvermerk nur deswegen nochmals qualifiziert elektronisch signiert wurde, um eine Überprüfung der Signatur zu ermöglichen.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Leoben-Hinterberg, am 13. Mai 2024

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Chief Executive Officer

Dr. Peter Schneider e.h. Vorstandsmitglied, EVP BU Electronics Solutions, stellvertretender CEO

Dr. Peter Griehsnig e.h. Chief Technology Officer Mag. Petra Preining e.h. Chief Financial Officer

DI Ingolf Schröder e.h. Vorstandsmitglied, EVP BU Microelectronics

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