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AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Annual Report Jun 9, 2022

736_10-k_2022-06-09_1a638040-7112-4e8d-b85f-c4c1449ca426.pdf

Annual Report

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JAHRESFINANZBERICHT ZUM 31. MÄRZ 2022

BE PART OF THE PROGRESS.

ADVANCED TECHNOLOGIES & SOLUTIONS

Konzernabschluss zum 31. März 20223
Konzernlagebericht 2021/22 67
Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss 2021/22 106
Jahresabschluss zum 31. März 2022112
Lagebericht 2021/22140
Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss 2021/22 167
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter171

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 4
Konzern- Gesamtergebnisrechnung 4
Konzernbilanz5
Konzern-Kapitalflussrechnung6
Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung7
Anhang zum Konzernabschluss zum 31. März 20228
Anhang zum Konzernabschluss 10

KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

in Tsd. € Erläuterung 2021/22 2020/21
Umsatzerlöse 1 1.589.867 1.188.224
Umsatzkosten 2 (1.336.950) (1.021.239)
Bruttogewinn 252.917 166.985
Vertriebskosten 2 (44.743) (36.563)
Allgemeine Verwaltungskosten 2 (78.747) (47.106)
Sonstiger betrieblicher Ertrag 4 44.726 17.740
Sonstiger betrieblicher Aufwand 4 (47.693) (21.296)
Sonstiges betriebliches Ergebnis (2.967) (3.556)
Betriebsergebnis 126.460 79.760
Finanzierungserträge 5 18.257 3.937
Finanzierungsaufwendungen 5 (22.608) (24.076)
Finanzergebnis (4.351) (20.139)
Ergebnis vor Steuern 122.109 59.621
Ertragsteuern 6 (18.819) (12.197)
Konzernjahresergebnis 103.290 47.424
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 10.452 8.313
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 92.838 39.111
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären
des Mutterunternehmens zusteht (in € je Aktie): 25
- unverwässert 2,39 1,01
- verwässert 2,39 1,01

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Konzernjahresergebnis 103.290 47.424
Zu reklassifizierende Ergebnisse:
Währungsumrechnungsdifferenzen, nach Steuern 158.732 11.926
Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von zur
Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach Steuern (1) (55)
Gewinne aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern 2.746
Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse:
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern (647) 485
Sonstiges Ergebnis 160.830 12.356
Konzerngesamtergebnis 264.120 59.780
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 10.452 8.313
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 253.668 51.467

KONZERNBILANZ

in Tsd. € Erläuterung 31.03.2022 31.03.2021
VERMÖGENSWERTE
Sachanlagen 7 1.950.185 1.301.400
Immaterielle Vermögenswerte 8 31.807 42.813
Finanzielle Vermögenswerte 12 4.580 117
Aktive latente Steuern 6 24.698 25.113
Sonstige langfristige Vermögenswerte 9 11.742 7.948
Langfristige Vermögenswerte 2.023.012 1.377.391
Vorräte 10 193.236 152.528
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 11 390.266 265.293
Finanzielle Vermögenswerte 12 18.833 39.746
Laufende Ertragsteuerforderungen 1.056 2.154
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 1.119.921 552.850
Kurzfristige Vermögenswerte 1.723.312 1.012.571
Summe Vermögenswerte 3.746.324 2.389.962
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 22 141.846 141.846
Sonstige Rücklagen 23 187.909 27.079
Hybridkapital 24 388.849 172.887
Gewinnrücklagen 533.689 460.201
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 1.252.293 802.013
Summe Eigenkapital 1.252.293 802.013
SCHULDEN
Finanzielle Verbindlichkeiten 15 1.276.578 1.017.143
Vertragliche Verbindlichkeiten 16 446.410
Rückstellungen für Personalaufwand 17 55.232 53.331
Passive latente Steuern 6 2.167 1.935
Sonstige Verbindlichkeiten 14 69.604 41.039
Langfristige Schulden 1.849.991 1.113.448
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 14 549.679 382.584
Finanzielle Verbindlichkeiten 15 78.402 84.101
Laufende Ertragsteuerschulden 9.570 3.411
Sonstige Rückstellungen 18 6.389 4.405
Kurzfristige Schulden 644.040 474.501
Summe Schulden 2.494.031 1.587.949
Summe Eigenkapital und Schulden 3.746.324 2.389.962

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Betriebsergebnis 126.460 79.760
Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 223.073 165.903
Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 1.774 271
Veränderung langfristiger Rückstellungen 1.267 1.971
Veränderung langfristiger Vertragsverbindlichkeiten 446.374
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert 5.950 9.726
Gezahlte Zinsen (19.331) (14.645)
Erhaltene Zinsen 2.432 3.187
Gezahlte Ertragsteuern (11.709) (13.942)
Cashflow aus dem Ergebnis 776.290 232.231
Vorräte (27.661) (43.959)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte (109.500) (60.636)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 72.246 57.792
Sonstige Rückstellungen 1.817 (777)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 713.192 184.651
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (605.571) (437.972)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 3.698 2.220
Auszahlungen für den Erwerb von finanziellen Vermögenswerten (17.481) (53.630)
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 39.661 149.573
Cashflow aus Investitionstätigkeit (579.693) (339.809)
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 255.484 383.889
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (70.943) (93.296)
Einzahlungen aus der Begebung von Hybridkapital 347.324
Auszahlungen für die Rückzahlung von Hybridkapital (138.584)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 28.045 31.061
Dividendenzahlungen (15.152) (9.713)
Hybridkuponzahlungen (9.304) (8.313)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 396.870 303.628
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 530.369 148.470
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 552.850 417.950
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 36.702 (13.570)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 1.119.921 552.850

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

in Tsd. € Gezeichnetes
Kapital
Sonstige
Rücklagen
Hybrid
kapital
Gewinn
rücklagen
Den Eigen
tümern des
Mutterunter
nehmens zu
rechenbares
Eigenkapital
Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 31.03.2020 141.846 14.723 172.887 430.803 760.259 760.259
Konzernjahresergebnis 47.424 47.424 47.424
Sonstiges Ergebnis 12.356 12.356 12.356
davon Währungsumrechnungsdifferenzen, nach
Steuern
11.926 11.926 11.926
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
485 485 485
davon Veränderung von zur Veräußerung ver
fügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach
Steuern
(55) (55) (55)
Konzerngesamtergebnis 2020/21 12.356 47.424 59.780 59.780
Dividendenzahlung für 2019/20 (9.713) (9.713) (9.713)
Hybridkuponzahlung (8.313) (8.313) (8.313)
Stand zum 31.03.2021 141.846 27.079 172.887 460.201 802.013 802.013
Konzernjahresergebnis 103.290 103.290 103.290
Sonstiges Ergebnis 160.830 160.830 160.830
davon Währungsumrechnungsdifferenzen, nach
Steuern
158.732 158.732 158.732
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
(647) (647) (647)
davon Veränderung von zur Veräußerung
verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach
Steuern
(1) (1) (1)
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten
aus der Absicherung von Zahlungsströmen, nach
Steuern 2.746 2.746 2.746
Konzerngesamtergebnis 2021/22 160.830 103.290 264.120 264.120
Dividendenzahlung für 2020/21 (15.152) (15.152) (15.152)
Begebung Hybridkapital
Rückzahlung Hybridkapital


347.955
(131.993)

(6.590)
347.955
(138.583)

347.955
(138.583)
Hybridkuponzahlung (9.304) (9.304) (9.304)
Steuereffekt auf Hybridkapital 1.244 1.244 1.244
Stand zum 31.03.2022 141.846 187.909 388.849 533.689 1.252.293 1.252.293

I. Allgemeine Erläuterungen10
A. Allgemeines10
B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze10
a.
Konsolidierungsgrundsätze 10
b.
Geschäftssegmentinformationen11
c.
Fremdwährungen 12
d.
Ertragsrealisierung13
e.
Ertragsteuern13
f.
Sachanlagen14
g.
Leasingverhältnisse 14
h.
Immaterielle Vermögenswerte15
i.
Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen 15
j.
Vorräte 16
k.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 16
l.
Finanzielle Vermögenswerte 16
m.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18
n.
Nicht beherrschende Anteile18
o.
Rückstellungen 18
p.
Rückstellungen für Personalaufwand18
q.
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 20
r.
Verbindlichkeiten 20
s.
Vertragliche Verbindlichkeiten20
t.
Öffentliche Zuwendungen20
u.
Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen20
v.
Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften 20
w.
Künftige Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften sowie Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von
neuen Rechnungslegungsstandards21
C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung 21
D. Auswirkungen von COVID-19 23
E. Auswirkungen der Ukraine-Krise23
F. Auswirkungen der Klimakrise24
II. Segmentberichterstattung 25
III. Erläuterungen zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung 27
1. Umsatzerlöse 27
2. Aufwandsarten27
3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 28
4. Sonstiges betriebliches Ergebnis28
5. Finanzergebnis29
6. Ertragsteuern 29
Sachanlagen 32
Immaterielle Vermögenswerte 34
Sonstige langfristige Vermögenswerte 35
Vorräte35
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte35
Finanzielle Vermögenswerte38
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 39
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 39
Finanzielle Verbindlichkeiten42
Vertragliche Verbindlichkeiten 45
Rückstellungen für Personalaufwand 45
Sonstige Rückstellungen 49
Derivative Finanzinstrumente50
Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten51
Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen 57
Gezeichnetes Kapital57
Sonstige Rücklagen 59
Hybridkapital60
Cashflow60
Sonstige Angaben62
Ergebnis je Aktie 62
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 62
Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen 63

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS I. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

A. Allgemeines

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "die Gesellschaft" und mit ihren Tochtergesellschaften "der Konzern" genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, 8700 Leoben-Hinterberg.

Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienstleistungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufacturer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manufacturer) abgesetzt.

Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Österreich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsenplatz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse. Die AT&S Aktie wird seit 19. März 2018 in den österreichischen Leitindex ATX einbezogen. Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten Standards (IFRSs und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere, der derivativen Finanzinstrumente sowie jenen Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche im Folgemonat im Rahmen des Factorings an Banken übertragen werden, die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

a. Konsolidierungsgrundsätze

Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2022 mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der AT&S (China) Company Limited und der AT&S (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Abschlussstichtag: 31. Dezember 2021), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2022 erfolgte.

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 16. Mai 2022 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 2. Juni 2022 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung – die Gesellschafter können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.

Konsolidierungskreis Die Gesellschaft beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert:

  • AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, China (im Folgenden AT&S Asia Pacific genannt), Anteil 100 %
  • AT&S (China) Company Limited, China (im Folgenden AT&S China genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden AT&S Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S Japan K.K., Japan (im Folgenden AT&S Japan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden AT&S Taiwan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S India Private Limited, Indien (im Folgenden AT&S Indien genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden AT&S Korea genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Americas LLC, USA (im Folgenden AT&S Americas genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Deutschland GmbH, Deutschland (im Folgenden AT&S Deutschland genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) SDN. BHD. (im Folgenden AT&S Malaysia genannt), Anteil 100 %

Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde in Malaysia eine neue Gesellschaft zum Zwecke der Kapazitätserweiterung für den Geschäftsbereich Substrate erworben. Da es sich zum Erwerbszeitpunkt hierbei um keinen Geschäftsbetrieb gemäß IFRS 3 handelt, sind dessen Bestimmungen nicht anwendbar. Die Auswirkungen der Erstkonsolidierung dieser Gesellschaft auf den Konzernabschluss sind unwesentlich.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dementsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgeblichen Einfluss über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte.

Konsolidierungsmethoden Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen handeln.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (Business Combinations) und IFRS 10 "Konzernabschlüsse" (Consolidated Financial Statements). Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden darüber hinaus einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

b. Geschäftssegmentinformationen

Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgen nach dem Management Approach und folgen den internen Berichten an den Vorstand der Gesellschaft als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (Chief Operating Decision Maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet. Als Geschäftssegment wird ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmenten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Der AT&S Konzern gliedert seine betrieblichen Tätigkeiten in drei Segmente:

  • Mobile Devices & Substrates
  • Automotive, Industrial, Medical
  • Sonstige

Das Segment Mobile Devices & Substrates umfasst die Herstellung von Leiterplatten für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smartphones, Tablets, Notebooks und Consumer-Produkte wie Digitalkameras, sowie Substrate für Desktop-PCs und Server. Leiterplatten für diese Applikationen werden hauptsächlich in unseren Werken in Shanghai (AT&S China) und Chongqing (AT&S Chongqing) produziert.

Das Segment Automotive, Industrial, Medical beliefert Kunden in den Bereichen Automobilzulieferungen, Industrieanwendungen, Medizintechnik, aber auch Luftfahrt, Sicherheitstechnik und anderen Branchen. Für dieses Segment wird hauptsächlich in unseren Werken in Indien, Südkorea und an den Standorten in Österreich produziert.

Das Segment Sonstige ist von Konzern- und Holding-Aktivitäten geprägt.

c. Fremdwährungen

Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung.

Ausländische Gesellschaften Die Umrechnung der Bilanzen der AT&S Indien, AT&S China, AT&S Asia Pacific, AT&S Japan, AT&S Korea, AT&S Americas, AT&S Chongqing, AT&S Malaysia und AT&S Taiwan erfolgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Fremdwährungstransaktionen In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Ausnahme jener finanziellen Vermögenswerte, die als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert wurden – werden erfolgswirksam erfasst.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Veränderung 01.04.2021– 01.04.2020– Veränderung
31.03.2022 31.03.2021 in % 31.03.2022 31.03.2021 in %
Chinesischer Renminbi 7,0420 7,7106 (8,7 %) 7,4579 7,9130 (5,8 %)
Hongkong-Dollar 8,6853 9,1214 (4,8 %) 9,0419 9,0389 0,0 %
Malaysischer Ringgit 4,6643 4,8654 (4,1 %) 4,8392 4,8433 (0,1 %)
Indische Rupie 83,9684 85,7896 (2,1 %) 86,2440 86,4192 (0,2 %)
Japanischer Yen 134,9800 129,8600 3,9 % 130,8508 123,6723 5,8 %
Südkoreanischer Won 1.345,7967 1.324,7169 1,6 % 1.351,7529 1.353,9816 (0,2 %)
Taiwan-Dollar 31,8146 33,4295 (4,8 %) 32,4252 33,7550 (3,9 %)
US-Dollar 1,1093 1,1734 (5,5 %) 1,1613 1,1657 (0,4 %)

d. Ertragsrealisierung

Unter den Umsatzerlösen sind die beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält. Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen sowie nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Erträge werden wie folgt realisiert:

Erlöse aus Produktverkäufen Gemäß IFRS 15 sind Umsatzerlöse zu erfassen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus ihnen ziehen kann. Die Umsatzrealisierung kann zeitpunkt- und zeitraumbezogen erfolgen. Bei der Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen sowie ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive einer Marge besteht, erlangt der Abnehmer gemäß IFRS 15.35 c Kontrolle über diese Produkte. Bei einem Teil der Kunden der AT&S Gruppe werden diese Kriterien erfüllt, sodass in diesen Fällen die Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu realisieren sind. Die Messung des Leistungsfortschritts erfolgt anhand der bisher angefallenen Kosten in Relation zu den Gesamtkosten.

Bei jenen Kunden, bei denen diese Kriterien nicht erfüllt sind, erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen, wenn die Kontrolle bei Lieferung (abhängig von den vereinbarten Incoterms) auf den Käufer übergegangen ist.

e. Ertragsteuern

Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern.

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buchwerten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie steuerlichen Verlustvorträgen und Firmenwertabschreibungen.

Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von Eigenkapitalinstrumenten sowie auf noch nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne genutzt werden können.

Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern; und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

f. Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert. Hingegen werden Instandhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert.

Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude und Bauten 10 – 50 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 4 – 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 15 Jahre

Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

g. Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Seit dem 1. April 2019 bilanziert der Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, wenn dieser bestimmbar ist. Anderenfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten feste Zahlungen, variable indexgebundene Zahlungen sowie den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde.

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen.

Für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist (5 Tsd. €) und für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zwölf Monate oder weniger) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Weiters werden die Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Vor allem Leasingverträge von Immobilien enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung oder Nichtausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn diese hinreichend sicher sind.

Der Konzern tritt nur als Leasingnehmer auf. Transaktionen, bei denen der Konzern als Leasinggeber auftritt, finden nicht statt.

h. Immaterielle Vermögenswerte

Patente, Markenrechte und Lizenzen Ausgaben für erworbene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungskosten werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstellungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Periodenaufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden Nachweise kumulativ erbracht werden können:

  • Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.
  • Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.
  • Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.
  • Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen.

Die aktivierten Entwicklungsprojekte umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten. Finanzierungskosten werden aktiviert, wenn das Entwicklungsprojekt einen qualifizierten Vermögenswert gemäß IAS 23 darstellt. Entwicklungskosten werden linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von sechs bis sieben Jahren, die sich aus den erwarteten Verkaufsperioden ableitet, abgeschrieben.

i. Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen

Die Werthaltigkeit der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Für immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung vorliegt. Liegt der erzielbare Betrag des jeweiligen Anlagegegenstands unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschreibung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrags. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden. Die angewandten Abzinsungssätze entsprechen den marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewichteten Kapitalkosten auf Basis extern verfügbarer Kapitalmarktdaten.

Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

j. Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im regulären Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der notwendigen variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die FIFO-Methode (First in – First out) ermittelt. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht angesetzt.

k. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Forderungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden erstmals mit dem Transaktionspreis im Sinne des IFRS 15 angesetzt und in weiterer Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen für erwartete und tatsächliche Kreditausfälle, ausgewiesen. Die Forderungen werden gemäß dem vereinfachten Modell (erwartete Kreditausfälle während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Hierfür wird im Rahmen einer Wertberichtigungsmatrix mittels einer Vergangenheitsanalyse und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen der Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Sämtliche Forderungen weisen ein Zahlungsziel von weniger als einem Jahr auf und enthalten somit keine Finanzierungskomponente in Form von Zinsen.

l. Finanzielle Vermögenswerte

Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsdatum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel mit dem Marktpreis bestimmt. Der Erstansatz erfolgt zuzüglich der Transaktionskosten – außer bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten.

Nach IFRS 9 werden alle finanziellen Vermögenswerte in zwei Klassifizierungskategorien aufgeteilt — diejenigen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und diejenigen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Wenn finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, so können Aufwendungen und Erträge entweder vollständig im Periodenergebnis oder im sonstigen Ergebnis zu erfassen sein.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten Darunter fallen jene finanziellen Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und deren Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Die Bewertung erfolgt zum Zeitpunkt des Zugangs zum beizulegenden Zeitwert bzw. zum Transaktionspreis gemäß IFRS 15 (vertragliche Vermögenswerte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Diese Wertminderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

AT&S wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen an, in dem erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden. Die Bestimmung des Kreditverlusts erfolgt auf Basis einer Wertberichtigungstabelle, die das Rating der Kunden und Überfälligkeiten berücksichtigt.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Darunter fallen jene finanziellen Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf der finanziellen Vermögenswerte besteht, und deren Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

In der AT&S Gruppe werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise im Rahmen einer Factoringvereinbarung an Banken verkauft. Jener Teil des Forderungsbestands zum 31. März, der nach diesem Stichtag zum Nennwert an Banken verkauft wird, wird erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert hat keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Aus diesem Grund wird unterstellt, dass der beizulegende Zeitwert dem bisherigen Bewertungsmaßstab der fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.

Alle Eigenkapitalinstrumente, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen; Wertveränderungen werden im Periodenergebnis erfasst. Wenn ein Eigenkapitalinstrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann ein Unternehmen beim erstmaligen Ansatz die unwiderrufliche Entscheidung treffen, dieses zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Gesamtergebnis zu bewerten, wobei nur Erträge aus Dividenden im Periodenergebnis erfasst werden, sofern sie keine Kapitalrückzahlung darstellen.

Gemäß IFRS 9 wurde die unwiderrufliche Option der erfolgsneutralen Bewertung in Anspruch genommen. Wertänderungen der Eigenkapitalinstrumente werden somit im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Darunter fallen finanzielle Vermögenswerte, die weder als fortgeführte Anschaffungskosten noch als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzinstrumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das "Hedge Accounting" zur Anwendung gelangt (siehe Derivative Finanzinstrumente).

Derivative Finanzinstrumente Der Konzern schließt nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Zinsschwankungen abzusichern. Diese Instrumente betreffen hauptsächlich Zinsswaps. Sie werden abgeschlossen, um den Konzern gegen ein steigendes Zinsniveau zu schützen. Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein.

Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Marktwerten. AT&S wendet weiterhin die Bestimmungen des IAS 39 betreffend Hedge Accounting an. Das Hedge Accounting gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" (Financial Instruments: Recognition and Measurement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der Zahlungsströme des Grundgeschäfts hocheffektiv kompensieren. Sofern kein erfolgsneutrales Hedge Accounting anzuwenden ist, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Zins- und Dividendenerträge Die Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns erfolgswirksam erfasst.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Das Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 (Expected Credit Loss) ist auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, auf Vertragsvermögenswerte und Schuldinstrumente, die zum Fair Value through OCI bewertet werden, anzuwenden.

Nach IFRS 9 ist die Wertminderung entweder mit dem Zwölf-Monats-Modell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der nächsten zwölf Monate berücksichtigt werden, oder dem Lebenszeit-Modell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden, zu ermitteln.

AT&S wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen an, in dem erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden. Die Bestimmung des Kreditverlusts erfolgt auf Basis einer Wertberichtigungstabelle, die das Rating der Kunden und Überfälligkeiten berücksichtigt.

m. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).

n. Nicht beherrschende Anteile

Die Gesellschaft hat keine nicht beherrschenden Anteile. Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den Eigentümern des Mutterunternehmens und den Eigentümern der Hybridanleihe zugeordnet.

o. Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrscheinlich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ihre Höhe wird der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

p. Rückstellungen für Personalaufwand

Rückstellungen für Pensionen Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen.

Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker:innen bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiedene Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflichtung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der Rentenanpassungen berechnet.

Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen aktiviert.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Rückstellungen für Abfertigungen Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kündigungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezahlen. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker.

Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter:innen der österreichischen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für seit dem 1. Jänner 2003 eingetretene Mitarbeiter:innen wird der Abfertigungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht.

Für Mitarbeiter:innen der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsansprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeiter:innen in Südkorea und China Abfertigungsansprüche. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar.

Rückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter:innen in Österreich und China.

Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Eine bestimmte Mindestdauer des Dienstverhältnisses ist Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergebnisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.

q. Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte

Der Konzern hat ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeiter:innen als Gegenleistung für die Gewährung von SAR erbrachte Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 14 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

r. Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet.

s. Vertragliche Verbindlichkeiten

Vertragliche Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Vertragliche Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes bewertet, da es sich um einen nicht monetären Posten handelt. Liegt eine signifikante Finanzierungskomponente vor, erfolgt eine entsprechende Aufzinsung der Verbindlichkeit.

t. Öffentliche Zuwendungen

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen werden und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt.

Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

u. Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt. Es wird auf Erläuterung 21 "Eventualschulden und sonstige Verpflichtungen" verwiesen. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.

Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

v. Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen waren im Geschäftsjahr 2021/22 erstmals anzuwenden und beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS.

IFRS 4: Ergänzungen zu Versicherungsverträgen

IFRS 16: COVID-19 bezogene Änderungen

IAS 39, IFRS 9, IFRS 7: Interest Rate Benchmark Reform (Phase 2)

Durch die geänderten Standards haben sich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.

w. Künftige Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften sowie Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von neuen Rechnungslegungsstandards

Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2021/22 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind.

Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union übernommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses bereits veröffentlicht, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet:

Standard/Interpretation
(Inhalt der Regelung)
Anwendung 1) EU 2) Erwartete Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten Auf den endgülti
gen Standard
wird gewartet
Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 1 Klassifikation von Verbindlichkeiten (kurz- oder langfristig) 01.01.2023 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 16,
IAS 37
Erlöse vor beabsichtigter Nutzung, Kosten der Vertragserfüllung 01.01.2022 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 12 Latente Steuern auf Leasingverhältnisse und Stilllegungsverpflichtun
gen
01.01.2023 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 28,
IFRS 10
Anteile an assoziierten Unternehmen/Konzernabschlüsse: Veräuße
rung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Inves
tor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture
Auf unbestimmte
Zeit verschoben
Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 1,
IAS 8
Änderungen Bilanzierungsmethoden und -schätzungen 01.01.2023 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
Jährliche Verbesserungen zu IFRS 2018 - 2020 01.01.2022 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

1) Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet.

2) Status der Übernahme durch die EU

C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung

Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Werts der angegebenen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und -schulden. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. In die Planung der zukünftigen Cashflows werden im Rahmen der strategischen Unternehmensplanung die aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen, das wirtschaftliche Umfeld sowie die aktuellsten Einschätzungen über die zukünftige Entwicklung der Märkte berücksichtigt. Die Effekte aus COVID-19 (insbesondere der Lockdown in Shanghai) sowie betreffend die Russland/Ukraine Krise wurden mangels Einschätzbarkeit in der Unternehmensplanung nicht berücksichtigt, was Auswirkungen auf die in diesem Zusammenhang getroffenen Einschätzungen haben kann. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind.

Entwicklungskosten Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen einerseits die Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiterchips für das Projekt Chongqing. Ab März 2016 stand diese Technologie zur Nutzung bereit und es wurde mit der Abschreibung begonnen. Für die im Geschäftsjahr 2020/21 begonnene Entwicklung der nächsten Substratgeneration wurden im Geschäftsjahr 2021/22 Kosten in Höhe von 5.539 Tsd. € aktiviert. Mit der Nutzung dieser neuen Fertigungsmethode wurde im ersten Geschäftsjahreshalbjahr 2021/22 begonnen.

Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte für Personalverpflichtungen Der Barwert der langfristigen Personalverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.p. "Rückstellungen für Personalaufwand").

Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen: Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehalts- bzw. der künftigen Pensionssteigerungen für die österreichischen Gesellschaften um in der Tabelle angegebene Prozentpunkte hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2022:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € +0,50 % +0,25 % +0,25 %
Pensionsverpflichtung (1.305) 59 645
Abfertigungsverpflichtung (1.259) 634

Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesellschaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2022:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € -0,50 % -0,25 % -0,25 %
Pensionsverpflichtung 1.460 (58) (615)
Abfertigungsverpflichtung 1.363 (613)

Es wird auf Erläuterung 17 "Rückstellungen für Personalaufwand" verwiesen.

Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragsteuerschulden Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 357.924 Tsd. € wurden im Konzern keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 53.689 Tsd. € gebildet. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 6 "Ertragsteuern" verwiesen.

Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen.

Sonstige Schätzungen und Annahmen Außerdem erfolgen Schätzungen, sofern nötig, die Wertminderungen (Impairment) des Anlagevermögens und der Rückstellungen, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbewertungen betreffen. Es wird insbesondere auf Erläuterung 4 "Sonstiges betriebliches Ergebnis", Erläuterung 7 "Sachanlagen", Erläuterung 8 "Immaterielle Vermögenswerte" und Erläuterung 18 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

D. Auswirkungen von COVID-19

Die seit Jänner 2020 globale Verbreitung des Coronavirus (SARS-Cov-2) veranlasste Regierungen weltweit Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen. In Bezug auf die Unternehmensfortführung bestehen für die AT&S Gruppe keine Unsicherheiten. Betreffend die finanziellen Risiken gibt es keine wesentliche Veränderung. Nachfolgend sind die Auswirkungen dargestellt:

  • Die Umsatzerlöse konnten trotz schlechter gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Sowohl das Segment Mobile Devices & Substrates als auch das Segment Automotive, Industrial, Medical konnten die Umsatzerlöse steigern.
  • Staatliche Unterstützungsmaßnahmen wurden im Geschäftsjahr 2021/22 für die Standorte in Österreich in Anspruch genommen.
  • Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Aufgrund der Pandemie wurde der Wertberichtigungsbedarf bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vorjahr einer Überprüfung unterzogen. Insbesondere wurde hinterfragt, ob die bisher zugrunde gelegten Ausfallswahrscheinlichkeiten basierend auf dem Rating des Kunden und unter Berücksichtigung von Überfälligkeiten sowie der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen angepasst werden müssen. Es wurde analysiert, ob sich Zahlungsziele oder Kundenratings wesentlich geändert haben und es wurde erhoben, ob in den vergangenen Monaten ein erhöhter Wertberichtigungsbedarf gegeben war. Im Geschäftsjahr 2021/22 hat sich kein höherer Wertberichtigungsbedarf ergeben, sodass eine weitere Anpassung der Ausfallwahrscheinlichkeiten der Wertberichtigungsmatrix für das Segment Automotive, Industrial, Medical nicht erforderlich war.
  • Lockdown in Shanghai: Mit Ende März 2022 wurde in Shanghai ein strenger Lockdown verordnet. Um die Versorgung der für die Produktion benötigten Materialien aufrechtzuerhalten, wird die Lagerhaltung so geplant, dass kurzfristige Engpässe überbrückt werden können und es werden alternative Anbieter der benötigten Materialien in Reserve gehalten. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Zulieferern und anderen AT&S Werken in China, sowie durch das stabile Netzwerk an alternativen Versorgern, ist gewährleistet, dass auch unter diesen Umständen weiterhin produziert werden kann. Weiters ist die Belegschaft, welche zur Aufrechterhaltung der Produktion erforderlich ist, in Räumlichkeiten des Werkes untergebracht. Um neue Entwicklungen und daraus resultierende Auswirkungen auf AT&S schnellstmöglich identifizieren zu können, wurde ein Krisenteam etabliert, welches mit dem Monitoring betraut ist. Aufgrund der Tatsache, dass die weiteren Entwicklungen mit Ungewissheit behaftet sind, können auch die finanziellen Auswirkungen noch nicht abgeschätzt werden.

E. Auswirkungen der Ukraine-Krise

Der seit Februar 2022 andauernde Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Dieser Konflikt hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich dementsprechend in der jeweiligen Preisentwicklung zeigt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Gasversorgung können auch einen negativen Effekt auf die AT&S mit sich bringen. Insbesondere die österreichischen Produktionsstätten wären von einem Stopp der Gaslieferungen aus Russland betroffen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen. Ziel ist dabei auch im Bedarfsfall schnell reagieren zu können.

Des Weiteren beeinflusst der Ukraine-Russland-Konflikt die Entwicklung im Automotive Segment negativ. Die temporäre Schließung von Produktionsstätten sowie Schwierigkeiten im Hinblick auf die Materialverfügbarkeit stellen Automobilhersteller vor Herausforderungen, welche sich auch auf AT&S auswirken können. Neben den direkten Auswirkungen auf Materiallieferungen und die Nachfrage einzelner Märkte werden signifikante sekundäre Effekte erwartet. Die Störung der Lebensmittelversorgung, Energielieferungen und Transportwege hat schwerwiegende Auswirkungen. Je nach Länge des Konflikts, können die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft immens sein. Die finanziellen Auswirkungen des Konflikts auf den Konzern sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar. Die Situation wird laufend von einem eigens eingerichteten Krisenteam beurteilt, um schnellstmöglich auf die aktuellen Entwicklungen zu reagieren und negative Auswirkungen bestens zu mitigieren.

F. Auswirkungen der Klimakrise

Im Rahmen des Risikomanagements werden nun die klimabezogenen Risiken erhoben. Das Risiko der globalen Erwärmung wurde als wesentliches Risiko eingestuft. Um diesem Risiko zu begegnen wählt AT&S ein klimaresilientes Geschäftsmodell und bezieht nach Möglichkeit die benötigte Energie für die Produktionsprozesse aus erneuerbaren Quellen. Die AT&S Energiestrategie und die damit verbundenen Dekarbonisierungsziele sind wirksame Maßnahmen, um den klimabezogenen Risiken zu begegnen. Diese Energiestrategie verfolgt das Ziel, den konzernweiten Energiebedarf bis 2025 mindestens zu 80 % über erneuerbare Energieträger abzudecken. Weiters wird angestrebt, bis 2030 sämtliche fossile Energieträger innerhalb der eigenen Produktionsstandorte weltweit zu ersetzen, um die direkte Freisetzung klimaschädlicher Gase im eigenen Unternehmen zu vermeiden. Weiters setzt AT&S auf ein effizientes Energiemanagement und beim Bezug von Energie auf eine Erhöhung des zugekauften Anteils an grüner Energie. Neben dem jährlichen Festlegen von Energiezielen für die einzelnen Produktionsstandorte werden Anstrengungen unternommen, den Anteil an erneuerbarer Energie durch unterschiedliche Maßnahmen zu steigern und den Energieverbrauch zu senken. Durch all diese Maßnahmen werden die Auswirkungen der Klimakrise auf die AT&S Gruppe möglichst gering gehalten.

Im April 2020 veröffentliche die Europäische Kommission detaillierte Definitionen für die wirtschaftlichen Aktivitäten, die zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen sollen. Die Vorschriften und Standards in Bezug auf die EU-Taxonomie schaffen jedoch nicht nur Unsicherheit und erhöhen die Kosten für deren Einhaltung im Allgemeinen, sondern verursachen auch hohe Kosten für die tatsächliche Umsetzung erforderlicher Maßnahmen, um Mindeststandards einzuhalten. Es kann nicht vorhergesagt werden, wie sich die Vorschriften in Zukunft entwickeln werden. Strenge Regeln werden tendenziellzu höheren Kosten und damit einen größeren negativen Einfluss auf die Profitabilität haben.

II. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. "Geschäftssegmentinformationen").

Als berichtspflichtige Segmente sind die Business Units Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige definiert. Das Segment Sonstige beinhaltet die allgemeinen Holdingaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung.

Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt I.B. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" ausgeführt, angewendet.

Mobile Devices & Automotive, Eliminierung/
Substrates Industrial, Medical Sonstige
Konsolidierung
Konzern
in Tsd. € 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21
Umsatzerlöse 1.312.580 975.657 457.864 350.453 (180.577) (137.886) 1.589.867 1.188.224
Innenumsatz (122.015) (93.936) (58.562) (43.950) 180.577 137.886
Außenumsatz 1.190.565 881.721 399.302 306.503 1.589.867 1.188.224
Betriebsergebnis
vor Abschreibungen 306.667 218.597 57.473 26.074 (14.606) 992 349.534 245.663
Abschreibungen
inkl. Zuschreibungen (190.045) (136.825) (28.253) (25.570) (4.775) (3.508) (223.073) (165.903)
Betriebsergebnis 116.622 81.772 29.219 504 (19.381) (2.516) 126.460 79.760
Finanzergebnis (4.351) (20.139)
Ergebnis vor Steuern 122.109 59.621
Ertragsteuern (18.819) (12.197)
Konzernjahresergebnis 103.290 47.424
Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 1.721.795 1.161.891 246.492 170.629 13.705 11.693 1.981.992 1.344.213
Zugänge zu Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten 619.678 497.859 107.919 45.937 6.665 8.370 734.262 552.166

Informationen nach geografischen Regionen

Umsatzerlöse nach Regionen, basierend auf dem Sitz des Kunden:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Österreich 21.612 16.644
Deutschland 159.793 135.918
Sonstiges Europa 97.115 67.967
China 9.513 36.242
Sonstiges Asien 87.037 60.608
Amerika 1.214.797 870.845
Umsatzerlöse 1.589.867 1.188.224

Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von 70,2 % (Vorjahr: 70,4 %) aller Umsatzerlöse, wobei der jeweilige Anteil zwischen 1 % und 41 % (Vorjahr: 2 % und 40 %) lag.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft:

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Österreich 186.579 116.733
China 1.646.725 1.160.930
Übrige 148.688 66.550
Summe 1.981.992 1.344.213

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Haupterlöse 1.589.836 1.188.073
Nebenerlöse 31 151
Umsatzerlöse 1.589.867 1.188.224

Die Haupterlöse der AT&S Gruppe werden durch den Verkauf von Leiterplatten und Substrate, welche selbst hergestellt werden, erzielt.

Nach Segmenten gegliedert verteilen sich die zeitpunkt- und zeitraumbezogenen Umsatzerlöse wie folgt:

Mobile Devices & Substrates Konzern
2021/22 2020/21 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21
1.190.565 881.721 399.302 306.503 1.589.867 1.188.224
451.858 379.669 52.974 504.832 379.669
738.707 502.052 346.328 306.503 1.085.035 808.555
Automotive, Industrial, Medical

2. Aufwandsarten

Die Aufwandsarten der Umsatzkosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Materialaufwand 670.963 505.093
Personalaufwand 370.876 289.702
Abschreibungen 199.826 165.341
Bezogene Leistungen inkl. Leihpersonal 22.639 16.706
Energie 66.362 51.059
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 92.683 82.673
Frachtkosten 24.916 19.215
Miet- und Leasingaufwendungen 10.795 8.007
Bestandsveränderung Vorräte (66.774) (59.075)
Rechts- und Beratungskosten 12.517 6.751
IT-Serviceleistungen 10.951 8.195
Dienstleistungen Dritter 17.784 9.896
Sonstiges 26.902 1.345
Summe 1.460.440 1.104.908

Die Position "Sonstiges" betrifft in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 vorwiegend Versicherungsaufwendungen, Reinigungsaufwendungen und Abfallentsorgung mit verrechneten Entsorgungserlösen.

3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2021/22 Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 181.464 Tsd. € (Vorjahr: 118.887 Tsd. €). Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst werden. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden Entwicklungskosten in Höhe von 5.539 Tsd. € (Vorjahr: 13.112 Tsd. €) aktiviert. Es wird auf Erläuterung 8 "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

4. Sonstiges betriebliches Ergebnis

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 6.037 2.176
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 35.629 13.491
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 193
Übrige Erträge 3.060 1.880
Sonstiger betrieblicher Ertrag 44.726 17.740
Wertminderungen von Sachanlagen (472)
Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen (1.961) (10.408)
Anlaufverluste (43.479) (9.753)
Verluste aus Anlagenabgängen (1.740) (253)
Übrige Aufwendungen (513) (410)
Sonstiger betrieblicher Aufwand (47.693) (21.296)
Sonstiges betriebliches Ergebnis (2.967) (3.556)

In den Geschäftsjahren 2021/22 und 2020/21 betreffen die öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergütungen, Forschungs- und Entwicklungsprämien sowie Förderungen für Industrie- und Beschäftigungsentwicklung. Im Geschäftsjahr 2021/22 resultieren die Anlaufverluste aus dem Ausbau der Werke am Standort Leoben, Österreich, am Standort in Chongqing, China, sowie in Kulim, Malaysia. Im Geschäftsjahr 2020/21 betreffen die Anlaufverluste den Ausbau einer Linie am Standort Leoben, Österreich und den Werken am Standort in Chongqing, China. Die übrigen Erträge betreffen im Geschäftsjahr 2021/22 vor allem Erträge aus erhaltenen Vertragsstrafen, Zuschüsse für COVID-19-Tests und wie im Geschäftsjahr 2020/21 Zuschüsse für Mitarbeiter:innen sowie verrechnete Sachleistungen für diverse Projekte.

5. Finanzergebnis

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Zinserträge aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten
und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 16 5
Sonstige Zinserträge 2.416 3.182
Gewinne aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto 6.987 750
Fremdwährungsgewinne, netto 8.838
Finanzierungserträge 18.257 3.937
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen (15.690) (11.182)
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen (567) (956)
Realisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, netto (2.503) (1.837)
Verluste aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto
Fremdwährungsverluste, netto (8.034)
Sonstige finanzielle Aufwendungen (3.848) (2.067)
Finanzierungsaufwendungen (22.608) (24.076)
Finanzergebnis (4.351) (20.139)

In der Position "Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen" sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 2.694 Tsd. € (Vorjahr: 1.803 Tsd. €) saldiert dargestellt.

6. Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Laufende Ertragsteuern 17.385 12.836
Latente Steuern 1.434 (639)
Summe Steueraufwand 18.819 12.197

Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt sich wie folgt:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz 30.527 14.905
Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland (3.763) 1.704
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 3.615 2.929
Effekt aus der Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern (4.140) (1.751)
Effekt aus der Änderung von Steuersätzen 2.247 682
Effekt aus permanenten Differenzen (9.453) (5.957)
Effekt aus Steuern aus Vorperioden (214) (315)
Summe Steueraufwand 18.819 12.197

Der Effekt aus der Änderung von Steuersätzen resultiert überwiegend aus der stufenweisen österreichischen Körperschaftssteuersatzsenkung auf 23 %, welche auf langfristige aktive latente Steuern angesetzt wurde, sowie dem wieder anzuwendenden begünstigten Steuersatz von 15 % im Tochterunternehmen AT&S China gegenüber dem allgemeinen Steuersatz von 25 %.

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge und werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gegeben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben werden:

31.03.2022 31.03.2021
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Anlagevermögen 1.712 (15.485) 5.798 (12.712)
Rückstellungen für Personalaufwand 7.683 7.908
Finanzielle Verbindlichkeiten 12.060 6.605
Ertragsteuerliche Verlustvorträge 79.837 76.512
Latente Steuer aus langfristigen Vermögenswerten/Schulden 101.292 (15.485) 96.823 (12.712)
Vorräte 26.518 16.699
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und ver
tragliche Vermögenswerte 15 (29.941) 165 (16.787)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 13.156 7.517
Übrige 926 (1.205) 216 (416)
Vertragliche Verbindlichkeiten (2.267)
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen (2.167) (1.935)
Latente Steuer aus kurzfristigen Vermögenswerten/Schulden 40.615 (35.580) 24.597 (19.138)
Aktive/passive latente Steuern 141.907 (51.065) 121.420 (31.850)
Nicht angesetzte latente Steuern (68.311) (66.392)
Saldierung aktive/passive latente Steuern gegenüber
derselben Steuerbehörde (48.898) 48.898 (29.915) 29.915
Aktive/passive latente Steuern, saldiert 24.698 (2.167) 25.113 (1.935)

Zum 31. März 2022 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 471.178 Tsd. € (Vorjahr: 450.010 Tsd. €). Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 357.924 Tsd. € (Vorjahr: 359.903 Tsd. €) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 53.689 Tsd. € (Vorjahr: 53.985 Tsd. €) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Zusätzlich wurden für temporäre Differenzen in Höhe von 97.480 Tsd. € (Vorjahr: 82.713 Tsd. €) keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 14.622 Tsd. € (Vorjahr: 12.407 Tsd. €) gebildet, da ebenso von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist.

Latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 21.883 Tsd. € (Vorjahr: 22.583 Tsd. €) werden aktiviert, obwohl die betroffenen Gesellschaften im laufenden Geschäftsjahr oder im Vorjahr Verluste auswiesen. Aufgrund der vorliegenden Steuerplanungen geht AT&S davon aus, dass die zukünftigen steuerpflichtigen Einkünfte dieser Gesellschaften ausreichen werden, um diese aktiven latenten Steuern realisieren zu können.

Die steuerlichen Verlustvorträge, die nicht angesetzt wurden, sind wie folgt vortragsfähig:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Vortragsfähig bis zu fünf Jahre 127.624
Vortragsfähig zwischen sechs und zehn Jahren 221.202 331.335
Vortragsfähig mehr als zehn Jahre 9.098 28.568
Summe nicht angesetzter Verlustvorträge 357.924 359.903

Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 23.178 22.818
Währungsdifferenzen (160) (167)
Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung (1.434) 639
Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern 947 (112)
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 22.531 23.178

Die Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

2021/22 2020/21
Ertrag/
(Aufwand)
Steuer
ertrag/
Ertrag/
(Aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
Steuer
ertrag/
Ertrag/
(Aufwand)
in Tsd. € vor Steuern (-aufwand) nach Steuern vor Steuern (-aufwand) nach Steuern
Währungsumrechnungsdifferenzen 158.732 158.732 11.926 11.926
Gewinne/(Verluste) aus der Bewer
tung zum beizulegenden Zeitwert
von zur Veräußerung verfügbaren
finanziellen Vermögenswerten (1) (1) (75) 19 (56)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewer
tung von Sicherungsinstrumenten
aus der Absicherung von Zahlungs
strömen 3.566 (820) 2.746
Umbewertung von Verpflichtun
gen aus Leistungen an Arbeitneh
mer:innen nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses (537) (110) (647) 616 (131) 485
Sonstiges Ergebnis 161.761 (931) 160.830 12.467 (112) 12.355

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

7. Sachanlagen

Andere Anlagen, Geleistete
Grundstücke, Ge Maschinen und Betriebs- und Ge Anzahlungen und
in Tsd. € bäude und Bauten technische Anlagen schäftsausstattung Anlagen in Bau Total
Buchwert 31.03.2020 107.279 612.529 10.863 172.838 903.509
Anpassung IFRS 16
Buchwert 01.04.2020 107.279 612.529 10.863 172.838 903.509
Umrechnungsdifferenzen 680 4.656 33 7.524 12.893
Zugänge 20.964 149.187 9.802 354.705 534.658
Abgänge (386) (1.103) (151) (2.088) (3.728)
Umbuchungen 5.599 96.219 125 (102.144) (201)
Wertminderungen (472) (472)
Abschreibungen, laufend (11.407) (128.548) (5.304) (145.259)
Buchwert 31.03.2021 122.729 732.468 15.368 430.835 1.301.400
Davon
Anschaffungskosten 205.016 1.830.618 42.180 430.835 2.508.649
Kumulierte Abschreibungen (82.287) (1.098.150) (26.813) (1.207.250)
Umrechnungsdifferenzen 15.186 81.276 645 34.493 131.600
Zugänge 93.670 280.594 8.267 343.664 726.195
Abgänge (3.567) (4.065) (91) 43 (7.680)
Umbuchungen 66.297 296.963 (7) (363.785) (532)
Abschreibungen, laufend (20.639) (173.051) (7.108) (200.798)
Buchwert 31.03.2022 273.676 1.214.185 17.074 445.250 1.950.185
Davon
Anschaffungskosten 383.338 2.544.226 48.593 445.250 3.421.407
Kumulierte Abschreibungen (109.662) (1.330.041) (31.519) (1.471.222)

Der in "Grundstücke, Gebäude und Bauten" enthaltene Grundwert beträgt 5.976 Tsd. € (Vorjahr: 6.064 Tsd. €).

Die folgende Tabelle zeigt die separat dargestellten Nutzungsrechte gemäß IFRS 16, die im Rahmen eines Leasings in den Sachanlagen zum 31. März 2022 enthalten sind:

in Tsd. € Grundstücke, Ge
bäude und Bauten
Maschinen und
technische Anlagen
Andere Anlagen,
Betriebs- und Ge
schäftsausstattung
Geleistete Anzah
lungen und Anla
gen in Bau
Total
Anschaffungskosten 96.971 264 6.205 103.440
Davon Zugänge 67.597 163 1.347 69.107
Kumulierte Abschreibungen (10.539) (108) (3.526) (14.173)
Buchwert 31.03.2022 86.432 156 2.679 89.267

Im Geschäftsjahr 2021/22 ergaben sich für die Gewinn- und Verlustrechnung folgende Darstellungen:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 1.943 1.385
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert 316 220
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 7.397 4.447
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 1.622 365

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils in den Umsatzkosten und zusätzlich in den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden, ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 2.694 Tsd. € (Vorjahr: 1.803 Tsd. €) auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Es wurden Finanzierungssätze zwischen 1,00 % und 3,44 % (Vorjahr: zwischen 1,45 % und 3,44 %) herangezogen.

Für die ausgewiesenen Sachanlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen.

Wertminderungen/Wertaufholungen Die Wertminderungen für Maschinen und technische Anlagen im Geschäftsjahr 2021/22 betrugen 0 Tsd. € (Vorjahr: 472 Tsd. €). Diese Wertminderungen wurden für nicht mehr verwertbare Maschinen im Segment Mobile Devices & Substrates eingestellt.

Die Triggering-Event-Analyse hat im Geschäftsjahr 2021/22 kein Erfordernis zur Durchführung eines Impairmenttests ergeben. Die COVID-19-Pandemie und die im Werk Fehring – aufgrund vorübergehend mangelnder Auslastung – beantragte Kurzarbeit stellten im Vorjahr ein Ereignis gemäß IAS 36 dar, das zur Durchführung eines Wertminderungstest verpflichtete. Dieser Wertminderungstest für die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Fehring" basierte auf Berechnungen des Nutzungswerts. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt mittels eines DCF-Verfahrens. Die wesentlichen Bewertungsannahmen dabei waren:

  • Langfristige Wachstumsrate: 0 %
  • (Vorsteuer-)Diskontierungszins: 10,64 %

Der Ermittlung des Nutzungswerts wurden die erwarteten Zahlungsströme für die nächsten fünf Jahre zugrunde gelegt. Für den Zeitraum danach wurde der Barwert einer ewigen Rente herangezogen. Die Berechnungen haben keinen Wertminderungsbedarf ergeben.

Sale-and-Leaseback-Transaktion Im Rahmen einer Sale-and-Leaseback-Transaktion im Geschäftsjahr 2006/07 wurden die Liegenschaften am Standort Leoben an eine Leasinggesellschaft verkauft und zurückgeleast. Die Laufzeit dieses Leasingvertrags (Kündigungsverzichtsdauer) wurde im Geschäftsjahr um weitere zehn Jahre verlängert, sodass ein Kündigungsverzicht bis zum Jahr 2032 besteht. Danach ist beabsichtigt, die Liegenschaften zum Restwert zu erwerben.

8. Immaterielle Vermögenswerte

Gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
und Vorteile sowie Aktivierte Sonstiges immate
daraus abgeleitete Entwicklungskos Geleistete rielles Anlagever
in Tsd. € Lizenzen ten Firmenwerte Anzahlungen mögen Total
Buchwert 31.03.2020 9.050 36.003 22 45.075
Umrechnungsdifferenzen 33 168 (1) 200
Zugänge 4.080 13.112 7 310 17.509
Umbuchungen 222 (21) 201
Abschreibungen, laufend (4.310) (15.552) (310) (20.172)
Buchwert 31.03.2021 9.075 33.731 7 42.813
Davon
Anschaffungskosten 41.050 111.975 6.987 7 160.019
Kumulierte Abschreibungen (31.975) (78.244) (6.987) (117.206)
Umrechnungsdifferenzen 199 2.472 2.671
Zugänge 2.425 5.539 54 49 8.067
Umbuchungen 592 (61) 531
Abschreibungen, laufend (4.832) (17.394) (49) (22.275)
Buchwert 31.03.2022 7.459 24.348 31.807
Davon
Anschaffungskosten 44.303 127.947 6.877 179.127
Kumulierte Abschreibungen (36.844) (103.599) (6.877) (147.320)

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 5.539 Tsd. € (Vorjahr: 13.112 Tsd. €) aktiviert.

Wertminderungen Das Entwicklungsprojekt für die nächste Substratgeneration wurde im Geschäftsjahr 2021/22 abgeschlossen. Im Vorjahr wurde ein Wertminderungstest für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Substrate für das noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekt der nächsten Substratgeneration durchgeführt, welches auf Berechnungen des Nutzungswerts basierte. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgte mittels eines DCF-Verfahrens. Die wesentlichen Bewertungsannahmen dabei waren:

  • Langfristige Wachstumsrate: 0 %
  • (Vorsteuer-)Diskontierungszins: 13,65 %

Der Ermittlung des Nutzungswerts wurden die erwarteten Zahlungsströme für die nächsten fünf Jahre zugrunde gelegt. Für den Zeitraum danach wurde der Barwert einer ewigen Rente herangezogen.

9. Sonstige langfristige Vermögenswerte

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Vorauszahlungen 5.424 5.094
Gegebene Kautionen 733 783
Sonstige Vorauszahlungen 1.425 1.370
Sonstige langfristige Forderungen 4.160 701
Buchwert 11.742 7.948

Die Vorauszahlungen betreffen Betriebsgrundstücke in China. Die sonstigen Vorauszahlungen betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Versicherungsprämien. Die sonstigen langfristigen Forderungen beinhalten COVID-19 Investitionsprämien für die österreichischen Standorte.

10.Vorräte

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 108.225 88.792
Unfertige Erzeugnisse 48.343 28.338
Fertige Erzeugnisse 36.668 35.398
Buchwert 193.236 152.528

Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorräten beträgt zum 31. März 2022 54.451 Tsd. € (Vorjahr: 28.287 Tsd. €). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräußerungswert resultiert für das Geschäftsjahr 2021/22 eine unwesentliche Abwertung in Höhe von 1.336 Tsd. € (Vorjahr: 715 Tsd. €). Der Ausweis der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten.

11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertragliche Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €
31.03.2022
31.03.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
97.569
85.020
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(737)
(977)
Vertragliche Vermögenswerte
177.605
93.113
Wertberichtigungen zu vertraglichen Vermögenswerten
(277)
(346)
Umsatzsteuerforderungen
78.530
57.664
Sonstige Forderungen gegenüber Behörden
11.655
10.184
Vorauszahlungen
13.297
7.008
Energieabgabenrückvergütungen
2.633
2.413
Kautionen
2.222
9.406
Versicherungsvergütungen
888
223
Übrige Forderungen
6.881
1.585
Summe
390.266
265.293

Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2022 sowie zum 31. März 2021 vor allem Forderungen aus Abgrenzungspositionen.

Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10.000 Tsd. € (Vorjahr: 10.000 Tsd. €) als Besicherung. Es wird auf Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen sowie vertraglichen Vermögenswerten entsprechen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Restlaufzeiten von Forderungen Alle Forderungen zum 31. März 2022 sowie zum 31. März 2021 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Factoring Zum 31. März 2022 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 193.267 Tsd. € (Vorjahr: 129.055 Tsd. €) zu 100 % des Nennwerts an Banken verkauft und in Übereinstimmung mit IFRS 9 vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Das Ausfallsrisiko wurde an die Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der zur Anwendung kommenden Kreditversicherungen. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag 19.327 Tsd. € (Vorjahr: 12.906 Tsd. €) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Ansprüche aus vorhandenen Kreditversicherungen wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der durch den Erwerber noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in der Position "Finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Vertragliche Vermögenswerte Die vertraglichen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Vertragliche Vermögenswerte am Beginn des Geschäftsjahres 93.113 67.882
Verbrauch (93.113) (67.882)
Zuführung 177.605 93.113
Wertberichtigungen gem. IFRS 9 (277) (346)
Vertragliche Vermögenswerte am Ende des Geschäftsjahres 177.328 92.767

Entwicklung der Überfälligkeiten und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2022
Bruttoforderung Wertminderung Buchwert
Nicht fällig 93.709 (454) 93.255
Bis 15 Tage überfällig 3.117 (86) 3.031
16 bis 30 Tage überfällig 181 (25) 156
31 bis 60 Tage überfällig 184 (39) 145
61 bis 90 Tage überfällig 36 (15) 21
Mehr als 90 Tage überfällig 342 (118) 224
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 97.569 (737) 96.832
31.03.2021
in Tsd. € Bruttoforderung Wertminderung Buchwert
Nicht fällig 81.651 (728) 80.923
Bis 15 Tage überfällig 2.257 (26) 2.232
16 bis 30 Tage überfällig 300 (8) 293
31 bis 60 Tage überfällig 491 (15) 475
61 bis 90 Tage überfällig 66 (4) 61
Mehr als 90 Tage überfällig 255 (196) 59
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 85.020 (977) 84.043

Bei den überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird.

Einzelwertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gebildet, wenn Anzeichen (Überfälligkeit, Insolvenz) bestehen, dass der gesamte Betrag wahrscheinlich nicht mehr einbringlich ist. Forderungen werden ausgebucht, wenn auf Basis einer rechtlichen Grundlage davon ausgegangen werden kann, dass keine Zahlung mehr zu erwarten ist. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 46 Tsd. € ausgebucht.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Wertberichtigungen am Beginn des Geschäftsjahres 977 653
Wertberichtigung nach Anpassung IFRS 9 977 653
Verwendung (46) (119)
Auflösung (597) (264)
Zuführung 389 729
Umrechnungsdifferenzen 14 (22)
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 737 977

Von den Wertberichtigungen des Geschäftsjahres entfallen 672 Tsd. € (Vorjahr: 788 Tsd. €) auf erwartete Kreditverluste im Sinne des Expected-Credit-Loss-Modells gemäß IFRS 9.

12. Finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2022 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 849 849
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 117 117
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 17.984 17.984
Derivate 4.463 4.463
Summe 23.413 4.580 18.833
in Tsd. € 31.03.2021 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 986 986
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 117 117
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 38.760 38.760
Summe 39.863 117 39.746

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Anleihen 849 986
Summe 849 986

Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 117 193
Zugänge/(Abgänge)
Noch nicht realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode im Eigenkapital erfasst (76)
Realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode aus dem Eigenkapital entnommen
Umrechnungsdifferenzen
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 117 117

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in den Nominalwährungen Euro, US-Dollar und chinesischer Renminbi gehalten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Kündigungsgelder mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten und Forderungen gegenüber Banken aus Zessionsverträgen.

Derivative Finanzinstrumente:

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Derivative Finanzinstrumente 4.463
Summe 4.463

13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 1.119.921 552.850
Buchwert 1.119.921 552.850

Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

14.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
zwischen einem
in Tsd. € 31.03.2022 bis zu einem Jahr und fünf Jahren mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 442.205 442.205
Zuschüsse der öffentlichen Hand 67.956 6.630 30.053 31.273
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern
und sonstigen öffentlichen Abgabestellen 8.046 8.046
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 10.976 10.976
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 9.370 9.370
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 16.938 8.664 8.274
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 49.435 49.435
Übrige Verbindlichkeiten 14.357 14.353 4
Buchwert 619.283 549.679 38.331 31.273
Restlaufzeit
zwischen einem
in Tsd. € 31.03.2021 bis zu einem Jahr und fünf Jahren mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 319.300 319.300
Zuschüsse der öffentlichen Hand 42.277 3.287 13.810 25.180
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und
sonstigen öffentlichen Abgabestellen 6.025 6.025
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 7.192 7.192
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 7.556 7.556
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 3.587 1.558 2.029
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 31.213 31.213
Übrige Verbindlichkeiten 6.473 6.453 20
Buchwert 423.623 382.584 15.859 25.180

Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Zuschüsse der öffentlichen Hand Die Zuschüsse der öffentlichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst.

Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Projektkostenzuschüsse erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazugehörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen Hand enthalten.

Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Ihre Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016. In der 91. Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni 2016 wurde ein weiterer Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan 2017) für drei weitere Geschäftsjahre aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) beschlossen. Ihre Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019. In der 112. Aufsichtsratssitzung vom 12. März 2020 wurde ein weiterer Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan 2020) für drei weitere Geschäftsjahre aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2017 bis 2019) beschlossen. Ihre Zuteilung erfolgte bzw. wird erfolgen im Zeitraum zwischen 1. April 2020 und 1. April 2022.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Differenzbetrag ist mit maximal 200 % des Ausübungspreises gedeckelt.

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien von AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien von AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft des AT&S Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs- bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS-)Performance-Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midterm-Plan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilungstag
1. April 2021 1. April 2020 1. April 2019 1. April 2018 1. April 2017
Ausübungspreis (in €) 22,92 17,56 17,25 21,94 9,96
31.03.2020 290.000 235.000 222.500 227.500
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 12.500 25.000 25.000 227.500
31.03.2021 277.500 210.000 197.500
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 342.500
Ausgeübte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 125.598
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 30.000 7.500 5.000 27.014
31.03.2022 312.500 270.000 205.000 44.888
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienkurs
Wertsteigerungsrechte 4 Jahre 3 Jahre 2 Jahre
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienkurs-Wert
steigerungsrechte zum Bilanzstichtag (in Tsd. €)
31.03.2021 3.399 1.140 1.452
31.03.2022 8.297 7.431 6.796 1.278

Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten abweichen.

Risikofreier Zinssatz -0,05 bis 0,31 %
Volatilität 45,00 bis 46,00 %

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse vom 1. April 2019 bis zum Bilanzstichtag.

Die Aufwendungen aus den Wertsteigerungsrechten sind in den Verwaltungskosten enthalten.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst.

Übrige Verbindlichkeiten Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Abgrenzungen.

15. Finanzielle Verbindlichkeiten

Nominalzinssatz
Restlaufzeit
zwischen einem und
in Tsd. € 31.03.2022 bis zu einem Jahr fünf Jahren mehr als fünf Jahre in %
Namensschuldverschreibungen 14.991 16 14.975 1,80
Exportkredite 10.000 10.000 0,48
Kredite der öffentlichen Hand 2.477 2.477 0,75
Sonstige Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 1.248.546 50.250 1.144.897 53.399 1,00 –
4,75
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 78.458 18.136 23.177 37.145
Derivative Finanzinstrumente1) 508 508
Buchwert 1.354.980 78.402 1.171.059 105.519
Restlaufzeit
zwischen einem und
Nominalzinssatz
in Tsd. € 31.03.2021 bis zu einem Jahr fünf Jahren mehr als fünf Jahre in %
Namensschuldverschreibungen 14.986 16 14.970 1,80
Exportkredite 10.000 10.000 0,48
Kredite der öffentlichen Hand 3.131 1.130 2.001 0,75 –
1,00
Sonstige Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 1.039.026 66.010 930.235 42.781 0,76 –
4,75
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 27.502 6.945 7.425 13.132
Derivative Finanzinstrumente1) 6.599 6.599
Buchwert 1.101.244 84.101 946.260 70.883

1) Es wird auf Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investitionsfinanzierungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten im Wesentlichen nachstehende Finanzierungen:

  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2013/14
  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2015/16
  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2016/17
  • OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2016/17
  • OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2018/19
  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2018/19
  • Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2019/20
  • OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2019/20
  • Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibung im Geschäftsjahr 2020/21
  • Einmalbarkedite im Geschäftsjahr 2020/21

Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden nachstehende Finanzierungen abgeschlossen:

  • Schuldscheindarlehen über 40 Mio. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren
  • Einmalbarkredit über 100 Mio. € mit einer Laufzeit von drei und vier Jahren

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2022 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Namensschuld Kredite Sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber
Leasingverbind Derivative
Finanz
in Tsd. €
2022/23
verschreibungen Exportkredite öffentlicher Hand Kreditinstituten lichkeiten IFRS 16 instrumente
Tilgung 16 10.000 46.977 18.137
Zinsen fix 270 19 2.924
Zinsen variabel 48 13.686 2.394
2023/24
Tilgung 788 483.856 6.491 508
Zinsen fix 270 16 1.995
Zinsen variabel 14.476 1.990
2024/25
Tilgung 913 218.606 5.860
Zinsen fix 270 8 1.122
Zinsen variabel 10.858 1.753
2025/26
Tilgung 777 352.606 5.529
Zinsen fix 270 1 1.009
Zinsen variabel 6.285 1.528
2026/27
Tilgung 91.502 5.296
Zinsen fix 270 302
Zinsen variabel 1.853 1.314
nach 2026/27
Tilgung 15.000 53.500 37.145
Zinsen fix 270 545
Zinsen variabel 1.294 3.327

Es werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.

Zum Vorjahresstichtag 31. März 2021 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

in Tsd. € Namensschuld
verschreibungen
Exportkredite Kredite
öffentlicher Hand
Sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
Leasingverbind
lichkeiten IFRS 16
Derivative
Finanz
instrumente
2021/22
Tilgung 16 10.000 1.138 62.889 7.099
Zinsen fix 270 18 2.816
Zinsen variabel 48 8.425 389
2022/23
Tilgung 44.857 3.136
Zinsen fix 270 15 2.687
Zinsen variabel 8.137 355
2023/24
Tilgung 745 461.000 1.528 2.865
Zinsen fix 270 12 1.838
Zinsen variabel 6.470 282
2024/25
Tilgung 459 145.750 1.012
Zinsen fix 270 7 1.027
Zinsen variabel 4.228 242
2025/26
Tilgung 797 279.750 596 3.734
Zinsen fix 270 1 948
Zinsen variabel 1.996 215
nach 2025/26
Tilgung 15.000 43.572 13.085
Zinsen fix 540 837
Zinsen variabel 487 1.229

Die finanziellen Verbindlichkeiten weisen teilweise eine vom Markt abweichende Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren Buchwerten kommen.

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
Namensschuldverschreibungen 14.990 14.986 15.000 15.000
Exportkredite 10.000 10.000 10.000 10.000
Kredite der öffentlichen Hand 2.477 3.131 2.482 3.143
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.248.547 1.039.026 1.250.345 1.044.516
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 78.458 27.502 78.459 27.501
Derivative Finanzinstrumente 508 6.599 508 6.599
Summe 1.354.980 1.101.244 1.356.794 1.106.759

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen bestimmt.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Euro 1.354.980 1.101.244
US Dollar
Summe 1.354.980 1.101.244

Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien:

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Exportkredit 22.000 22.000
Sonstige Kredite 296.172 396.592
Summe 318.172 418.592

16.Vertragliche Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr 2021/22 erhielt der Konzern im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen Zahlungen in Höhe von 445.201 Tsd. € (487.000 Tsd. US-\$) für die Finanzierung neuer Produktionsstätten. Aufgrund des Vorliegens einer signifikanten Finanzierungskomponente wurden im Geschäftsjahr 2021/22 Zinsen in Höhe von 1.209 Tsd. € passiviert.

17.Rückstellungen für Personalaufwand

Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.

Beitragsorientierte Pensionspläne Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter:innen in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskasse ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensionspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Arbeitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 739 Tsd. € im Geschäftsjahr 2021/22 und 672 Tsd. € im Geschäftsjahr 2020/21.

Leistungsorientierte Pensionspläne Für einzelne aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands und für ehemalige leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiterbeiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an andere Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensionskassen fondsfinanziert ("funded") und teilweise nicht fondsfinanziert ("unfunded"). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Führungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen Risiken aus der Lebenserwartung und der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie bei fondsfinanzierten Pensionsplänen in Form von Ertragsabweichungen.

Fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche Den Mitarbeiter:innen in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die

Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensversicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Nicht fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche Den Mitarbeiter:innen in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter:innen, die im Allgemeinen vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienstzeit zwei bis zwölf Zwölftel des Jahresgehalts. Mitarbeiter:innen in Südkorea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgeltabhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter:innen wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen betrugen 894 Tsd. € im Geschäftsjahr 2021/22 und 413 Tsd. € im Geschäftsjahr 2020/21.

Sonstige Dienstnehmeransprüche Den Mitarbeiter:innen der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.

Die Aufwendungen für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen:

Sonstige Dienstnehmer
Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche ansprüche
in Tsd. € 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21
Laufender Dienstzeitaufwand 53 147 2.300 2.346 3.342 2.394
Zinsaufwand 115 145 480 589 223 184
Umbewertung von Verpflichtun
gen aus sonstigen
Dienstnehmeransprüchen 474 1.464
Aufwand im Periodenergebnis er
fasst 168 292 2.780 2.935 4.039 4.042
Umbewertung von Verpflichtun
gen aus Leistungen an
Arbeitnehmer:innen nach Beendi
gung des Arbeitsverhältnisses 1.299 529 (762) (1.144)
Aufwand/(Ertrag) im sonstigen Er
gebnis erfasst 1.299 529 (762) (1.144)
Summe 1.467 821 2.018 1.791 4.039 4.042

Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

In der Bilanz sind folgende Ansprüche abgegrenzt:

in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
Gedeckte Pensionsansprüche 8.894 7.474
Ungedeckte Pensionsansprüche 1.323 1.346
Summe Pensionsansprüche 10.217 8.820
Ungedeckte Abfertigungsansprüche 30.557 31.313
Gedeckte Abfertigungsansprüche 143 389
Summe Abfertigungsansprüche 30.700 31.702
Sonstige Dienstnehmeransprüche 14.315 12.809
Rückstellungen für Personalaufwand 55.232 53.331

Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 17.807 17.568 2.056 1.879
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (8.913) (10.094) (1.913) (1.490)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 8.894 7.474 143 389
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.323 1.346 30.557 31.313
Bilanzierte Rückstellungen 10.217 8.820 30.700 31.702

Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar:

Fondsfinanzierte Nicht fondsfinanzierte
Pensionsansprüche Pensionsansprüche
in Tsd. € 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21
Barwert der Pensionsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 17.568 16.840 1.346 1.353
Laufender Dienstzeitaufwand 53 147
Zinsaufwand 228 303 17 24
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 3 531 30
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 575 246 29 7
Auszahlungen (620) (499) (69) (68)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 17.807 17.568 1.323 1.346
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 10.094 10.126
Veranlagungsergebnis (692) 285
Zinserträge 131 182
Auszahlungen (620) (499)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 8.913 10.094
Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne/gedeckte Pensionsansprüche 8.894 7.474

Zum 31. März 2022 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 15 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten Pensionsansprüche elf Jahre.

Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in % 31.03.2022 31.03.2021
Anleihen 30 % 32 %
Aktien 57 % 52 %
Immobilien 7 % 5 %
Liquide Mittel 6 % 11 %
Summe 100 % 100 %

Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt.

Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

Fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21
Barwert der Abfertigungsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 1.879 1.766 31.313 31.378
Umrechnungsdifferenzen 44 (65) (86) 73
Dienstzeitaufwand 129 118 2.171 2.228
Zinsaufwand 120 116 457 556
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (184) 43
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (87) 43 (1.940) (532)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 22 (44) 1.449 (646)
Auszahlungen (51) (55) (2.623) (1.787)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 2.056 1.879 30.557 31.313
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 1.490 1.237
Umrechnungsdifferenzen 43 (45)
Einzahlungen 313 261
Veranlagungsergebnis 22 9
Zinserträge 96 83
Auszahlungen (51) (55)

Zum 31. März 2022 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche elf Jahre.

Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 1.913 1.490 Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 143 389 Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. €
2021/22
2020/21
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres
12.809
11.270
Umrechnungsdifferenzen
719
63
Dienstzeitaufwand
3.342
2.394
Zinsaufwand
223
184
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen
(218)
366
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen
(251)
90
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen
944
1.008
Auszahlungen
(3.253)
(2.566)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres
14.315
12.809

Zum 31. März 2022 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche zehn Jahre.

Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet:

Sonstige Dienstnehmer
Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche ansprüche (Jubiläumsgelder)
31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2022 31.03.2021
Zinssatz 1,90 % 1,30 % 2,21 % 1,60 % 2,06 % 2,02 %
Erwartete Gehaltssteigerung 2,25 % 3,35 % 3,21 % 5,40 % 4,96 %
Künftige Pensionserhöhung 2,10 % 1,50 %
Pensionseintrittsalter 65 65 1) 1)

1) individuell gemäß landesspezifischen Gesetzen

In die Berechnung der Rückstellungen werden Fluktuationsabschläge und biometrische Rechengrundlagen miteinbezogen.

18. Sonstige Rückstellungen

in Tsd. € Summe Gewährleistung Übrige
Buchwert 31.03.2021 4.405 2.131 2.274
Verwendung (1.184) (495) (689)
Auflösung (1.318) (1.221) (97)
Zuführung 4.319 1.697 2.622
Umrechnungsdifferenzen 167 57 110
Buchwert 31.03.2022 6.389 2.169 4.220
in Tsd. € Summe Gewährleistung Übrige
Buchwert 31.03.2020 5.237 3.053 2.184
Verwendung (1.711) (1.091) (620)
Auflösung (916) (878) (38)
Zuführung 1.849 1.119 730
Umrechnungsdifferenzen (54) (72) 18
Buchwert 31.03.2021 4.405 2.131 2.274
in Tsd. € 31.03.2022 31.03.2021
davon langfristig
davon kurzfristig 6.389 4.405
Buchwert 6.389 4.405

Rückstellung für Gewährleistung Diese Position betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamationen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist eine auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausgewiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der Produkthaftpflichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt.

Übrige Diese Position enthält im Wesentlichen Rückstellungen für Risiken aus schwebenden Geschäften sowie für Risiken im Zusammenhang mit Pensionsversicherungsbeiträgen in Asien, die sich aufgrund der unklaren Rechtslage ergeben.

19.Derivative Finanzinstrumente

Die derivativen Finanzinstrumente des Geschäftsjahres betreffen zur Gänze Zinsswaps. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erzielt werden würde.

Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31.03.2022 31.03.2021
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Zinsswaps zu Marktwerten 4.463 508 6.599
Summe Marktwerte 4.463 508 6.599
Langfristiger Anteil 4.463 508 6.599

Zum 31. März 2022 liegen die festen Zinssätze der Zinsswaps zwischen -0,03 % und 0,5450 %, der variable Zinssatz basiert auf dem Sechs-Monats-EURIBOR.

Basierend auf den verschiedenen Szenarien sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derartige Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern Darlehen mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nominalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen.

Während des Geschäftsjahres stimmten alle wesentlichen Vertragsbedingungen (wie Laufzeit, Volumen, Marktzinssatz etc.) der abgeschlossenen Zinsswaps mit jenen der Grundgeschäfte überein, sodass von einer Sicherungsbeziehung auszugehen ist, vor allem, da die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht.

In der Vergangenheit führten unterschiedliche Vertragsbedingungen zu einer Ineffektivität bei einzelnen Zinsswaps. Diese ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis enthalten.

Die Konditionen der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

Durchschnittlicher
gesicherter Zinssatz
in Tsd. €, in Monaten, in % Nominalvolumen Fälligkeit während der Periode
Zinsswaps 408.000 13 - 48 Monate 0,1719 % - 0,5450 %

Die Wertentwicklung der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

Buchwert des Sicherungsinstruments1)
Änderungen im Änderungen im
Fair Value des Si Fair Value des Si
cherungsinstru cherungsinstru
ments, welcher der ments, die in der
Berechnung der In Cashflow-Hedge
effektivität zugrun Rücklage erfasst
in Tsd. € Aktiva Passiva degelegt wird wurden
zum 31.03.2022 4.463 508 6.987 3.566
zum 31.03.2021 6.599

1) Die Zinsswaps sind unter den finanziellen Forderungen und finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

20. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten:

31.03.2022
Bewertungskategorie nach
IFRS 9 oder Bewertung nach Beizulegender
in Tsd. € anderen IFRS1) Level Buchwert Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 4.463 4.463
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 2 117 117
Finanzielle Vermögenswerte 4.580 4.580
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen FAAC 91.155
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAFVOCI 3 5.677
Vertragliche Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen - 177.328
Sonstige Forderungen FAAC 7.769
Sonstige Forderungen - 108.337
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 390.266
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 849 849
Finanzielle Vermögenswerte FAAC 17.984
Finanzielle Vermögenswerte 18.833 849
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 1.119.921
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.119.921 1.119.921
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 1.354.472 1.356.286
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 508 508
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.354.980 1.356.794
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 442.205
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 49.435
Sonstige Verbindlichkeiten - 127.643
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurz
fristige Verbindlichkeiten 619.283
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC 1.236.829
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVOCI 5.794
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVPL 849
Derivate DHI 4.463
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 1.846.112
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI 508

1) FAAC: Financial assets at amortised cost (Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten)

FAAFVOCI: Financial assets at fair value through OCI (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

FAAFVPL: Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

DHI: Derivatives as hedging instruments (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate)

FLAAC: Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

31.03.2021
in Tsd. € Bewertungskategorie nach
IFRS 9 oder Bewertung nach
anderen IFRS1)
Level Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 2 117 117
Finanzielle Vermögenswerte 117 117
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen FAAC 77.919
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAFVOCI 3 6.124
Vertragliche Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen - 92.767
Sonstige Forderungen FAAC 1.809
Sonstige Forderungen - 86.674
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 265.293
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 986 986
Finanzielle Vermögenswerte FAAC 38.760
Finanzielle Vermögenswerte 39.746 986
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 552.850
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 552.850
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 1.094.645 1.100.160
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 6.599 6.599
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.101.244 1.106.759
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 319.300
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 31.213
Sonstige Verbindlichkeiten - 73.110
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurz
fristige Verbindlichkeiten
423.623
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC 671.338
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVOCI 6.241
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVPL 986
Derivate DHI
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 1.445.158
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI 6.599

1) FAAC: Financial assets at amortised cost (Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten)

FAAFVOCI: Financial assets at fair value through OCI (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

FAAFVPL: Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

DHI: Derivatives as hedging instruments (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate)

FLAAC: Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden.

  • Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bestimmt.
  • Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.

Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde.

Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.992 (16.675)
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 9
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 4.353 (1.460)
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (8.861) (10.395)
Summe (2.507) (28.530)

Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Dividendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Abgang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzinstrumente.

Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 1.921 Tsd. € Nettoaufwand (Vorjahr: 10.631 Tsd. € Nettoaufwand) im Betriebsergebnis dargestellt. Es handelt sich hierbei vor allem um Fremdwährungseffekte. Des Weiteren sind 586 Tsd. € Nettoaufwand (Vorjahr: 17.899 Tsd. € Nettoaufwand) im Finanzergebnis enthalten.

Finanzrisiken

Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen erläutert.

Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt zentral durch das Group-Treasury, entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungsparameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns ab.

Finanzierungsrisiko Das Finanzierungsrisiko umfasst sowohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente.

Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapiervermögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt. Es wird auf Erläuterung 12 "Finanzielle Vermögenswerte" und Erläuterung 13 "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" verwiesen.

Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 43,8 % des Gesamtbetrags aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vorjahr: 46,3 %). Es wird weiters auf Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis bzw. Jahresbasis überprüft werden. Bei Überschreitung vorgegebener Grenzwerte bestimmter KPIs haben die Kreditgeber Anspruch auf einen Step-Up auf die bestehende Zinsvereinbarung; Kündigungsrechte sind in diesem Zusammenhang nicht vereinbart.

Liquiditätsrisiko Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 1.457,0 Mio. € (Vorjahr: 1.011,2 Mio. €). Davon entfallen 1.138,8 Mio. € (Vorjahr: 592,6 Mio. €) auf Zahlungsmittel(äquivalente), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare Wertpapiere sowie 318,2 Mio. € (Vorjahr: 418,6 Mio. €) auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 445,8 Mio. € erhöht. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe von 21,6 Mio. € (Vorjahr: 19,7 Mio. €), welche auf AT&S in China entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen.

Kreditrisiko Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls.

Das Kreditrisiko wird durch einen umfassenden Prozess minimiert. Kunden werden regelmäßigen Bonitätsprüfungen unterzogen, und deren Forderungen sind zum großen Teil versichert. Nicht versicherte Forderungen werden kontinuierlich überwacht, und im Falle von erkennbaren Risiken erfolgen Lieferungen nur noch gegen Vorauskasse oder auf Basis von Bankgarantien. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden 0,7 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) bzw. 0,8 % (Vorjahr: 1,1 %) des Forderungsstands wertberichtigt.

Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 11 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte" verwiesen.

Wechselkursrisiko Als weltweit tätiges Unternehmen ist der AT&S Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wertschöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise "natürliche Hedges" vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch die maximale Reduktion des FX-Exposure (Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und eventuell durch die Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z.B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Währungswaps abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine derartigen Instrumente.

Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßiger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden.

Finanzmarktrisiken Zu den Finanzmarktrisiken und derivativen Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläuterung I.B.l. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Derivative Finanzinstrumente" und Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente". Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Optionen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Evaluierung der Finanzmarktrisiken durch Sensitivitätsanalysen Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zinsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. Dabei wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine prozentuelle Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwährungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt. Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der ertragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach Steuern errechnet.

Zinsänderungsrisiken ergeben sich für den AT&S Konzern aus Positionen mit variabler Verzinsung, und zwar hauptsächlich aus der Refinanzierungstätigkeit. Basis- oder Optionsrisiken spielen dabei eine geringe Rolle. Gesteuert wird das Risiko des Zinsbuchs neben dem Abschluss von Geschäften mit fixer Verzinsung auch durch den Einsatz von Zinsderivaten. Die Auswirkung auf die finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2022
EUR USD Sonstige Summe In %
Vor Hedging
Fix verzinst 184.674 184.674 13,6 %
Variabel verzinst 1.169.798 1.169.798 86,4 %
Summe 1.354.472 1.354.472 100,0 %
In % 100,0 % 100,0 %
Nach Hedging
Fix verzinst 592.674 592.674 43,8 %
Variabel verzinst 761.798 761.798 56,2 %
Summe 1.354.472 1.354.472 100,0 %
In % 100,0 % 100,0 %
31.03.2021
in Tsd. € EUR USD Sonstige Summe In %
Vor Hedging
Fix verzinst 236.447 236.447 22,2 %
Variabel verzinst 830.696 830.696 77,8 %
Summe 1.067.143 1.067.143 100,0 %
In % 100,0 % 100,0 %
Nach Hedging
Fix verzinst 494.447 494.447 46,3 %
Variabel verzinst 572.696 572.696 53,7 %
Summe 1.067.143 1.067.143 100,0 %
In % 100,0 % 100,0 %

Wären die Euro-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 3,6 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €) geringer bzw. 1,4 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Wären die USD-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) geringer bzw. 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären.

Dieser Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzuwenden wären.

Die Auswirkung von hypothetischen Wechselkursänderungen auf das Periodenergebnis resultiert gemäß IFRS 7 aus Finanzinstrumenten monetärer Art, die nicht in der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens denominiert sind. Folglich dienen Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmittel bzw. gegebenenfalls Fremdwährungsderivate als Basis für die Berechnung des Ergebniseffekts. Bei AT&S besteht dieses Risiko im Wesentlichen aus US-Dollar Salden, daher werden Sensitivitätsanalysen nur für diese Währung durchgeführt. Die durchschnittliche Veränderung des US-Dollar/Euro-Stichtagskurses in den letzten fünf Jahren betrug 7,0 % (Vorjahr: 7,0%). Eine Aufwertung des US-Dollars zum Euro um 7,0 % würde das Ergebnis um 20,9 Mio. € (Vorjahr: 10,5 Mio. €) erhöhen. Eine Abwertung des US-Dollars zum Euro um ebendiesen Prozentsatz würde das Ergebnis um 20,9 Mio. € (Vorjahr: 10,5 Mio. €) reduzieren. Auf Stichtagsbasis hat der USD zum EUR um 5,5 % abgewertet.

Kapitalrisikomanagement Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten verändert.

Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerten (Covenants) überwacht der Konzern sein Kapital in Bezug auf das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer).

Die Strategie des Konzerns besteht darin, die Eigenkapitalquote über 30 % zu halten sowie die fiktive Entschuldungsdauer von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Dadurch besteht ausreichend Spielraum, um das Eintreten von ungünstigen Geschäftsentwicklungen abzufedern und den Fortbestand des Unternehmens auch in Krisensituationen zu gewährleisten. Kurzfristige Abweichungen werden in Kauf genommen.

Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapitalquote 33,4 % und lag damit unter dem Vorjahreswert von 33,6 %, aber über dem Zielwert von mehr als 30,0 %. Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Bilanzsumme infolge der Investitionen und der vorzeitigen Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms zurückzuführen. Die fiktive Entschuldungsdauer lag mit 0,6 Jahren unter dem Vorjahreswert von 2,1 Jahren.

21. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. März 2022 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 498.942 Tsd. € (Vorjahr: 251.528 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorhaben. Die zum Bilanzstichtag übernommene Ausfallshaftung im Rahmen der Forderungsverkäufe beträgt 19.327 Tsd. € (Vorjahr: 12.906 Tsd. €) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Dieser Betrag entspricht dem maximalen Risiko, d. h., wenn es bei allen übertragenen Forderungen gleichzeitig zu Forderungsausfällen kommen würde. Diese Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der erwartete Wert dieses Risikos ist unwesentlich. Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien in Höhe von 151 Tsd. € (Vorjahr: 148 Tsd. €). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse aus Garantien (Vorjahr: 0 Tsd. €).

22.Gezeichnetes Kapital

Im Umlauf
befindliche Aktien Grundkapital Kapitalrücklage Gezeichnetes Kapital
in Tsd. Stück in Tsd. € in Tsd. € in Tsd. €
31.03.2020 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2021 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2022 38.850 42.735 99.111 141.846

Grundkapital Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig einbezahlt und beträgt zum 31. März 2022 42.735 Tsd. € (Vorjahr: 42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 € eingeteilt.

Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung Der Vorstand wurde durch die 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu 21.367.500 € zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien bedingt um bis zu 21.367.500 € erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Freie Rücklagen In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns mit Zustimmung des Aufsichtsrats in freie Rücklagen umzuwidmen.

Im Umlauf befindliche Aktien Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2022 (Vorjahr: 38.850.000 Stück).

Eigene Anteile In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach

erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 zu Punkt 9 der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2022 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Dividende pro Aktie Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden je Aktie 0,39 € (Vorjahr: 0,25 €) an Dividenden ausgeschüttet.

23. Sonstige Rücklagen

Die im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar:

Umbewertung von
Erfolgsneutral zum Sicherungs Verpflichtungen
beizulegenden instrumente aus aus Leistungen an
Zeitwert bewertete der Arbeitnehmer nach
Währungsumrech finanzielle Vermö Absicherung von Beendigung des Ar Sonstige
in Tsd. € nungsdifferenzen genswerte Zahlungsströmen beitsverhältnisses Rücklagen
Buchwert 31.03.2020 24.593 17 (9.887) 14.723
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern 11.926 11.926
Umgliederung realisierter, im Konzernergebnis erfasster
Änderungen, nach Steuern
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Ar
beitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses,
nach Steuern 485 485
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte, nach Steuern (55) (55)
Buchwert 31.03.2021 36.519 (38) (9.402) 27.079
Buchwert 01.04.2021 36.519 (38) (9.402) 27.079
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern 158.732 2.746 161.478
Umgliederung realisierter, im Konzernergebnis erfasster
Änderungen, nach Steuern
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Ar
beitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses,
nach Steuern (647) (647)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte, nach Steuern (1) (1)
Buchwert 31.03.2022 195.251 (39) 2.746 (10.049) 187.909

Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfallen, wird auf Erläuterung 6 "Ertragsteuern" verwiesen.

24.Hybridkapital

Am 17. November 2017 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von 175.000 Tsd. € und einer Verzinsung von 4,75 % platziert, welche am 24. November 2017 ausgezahlt wurde. Die nachrangige Anleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren durch die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Wird die Anleihe nach diesem Zeitraum nicht gekündigt, erhöht sich der Aufschlag auf den dann gültigen Zinssatz um weitere 5,0 Prozentpunkte.

Der Erlös aus der Begebung der Hybridanleihe wird als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen, da dieses Instrument die Kriterien von Eigenkapital gemäß IAS 32 erfüllt. Es werden daher auch die zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung gezeigt. Die Begebungskosten der Hybridanleihe betrugen 2.113 Tsd. €.

Im Jänner 2022 wurde ein Teil dieser Hybridanleihe mit einem Nominale von 133.607 Tsd. € infolge einer Einladung an die Inhaber der Hybridanleihe 2017, diese zum Kauf gegen Barzahlung anzubieten, zurückerworben. Der Kaufpreis betrug 103,7 % des Nominales. Die restliche Hybridanleihe 2017 hat eine unendliche Laufzeit und kann nur die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden und wird weiterhin als Eigenkapital ausgewiesen.

Im Jänner 2022 wurde eine weitere Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen 350.000 Tsd. € und einer Verzinsung von 5,0 % platziert. Diese Hybridanleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren durch die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Der Erlös dieser Hybridanleihe wird als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen, da dieses Instrument die Kriterien von Eigenkapital gemäß IAS 32 erfüllt. Es werden daher auch die zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung gezeigt. Die Begebungskosten der Hybridanleihe betrugen 2.676 Tsd. €.

25. Cashflow

In Übereinstimmung mit IAS 7 umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Sichteinlagen sowie kurzfristige, liquide Anlagen, die jederzeit in Geldbeträge umgewandelt werden können und die nur unwesentlichen Risiken von Wertänderungen unterliegen. Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird nach der indirekten Methode erstellt.

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 776.290 Tsd. € (Vorjahr: 232.231 Tsd. €), der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 713.192 Tsd. € (Vorjahr: 184.651 Tsd. €). Neben dem gegenüber der Vergleichsperiode wesentlich verbesserten Ergebnis sind die Einzahlungen aus den vertraglichen Verbindlichkeiten die Hauptursache für diese Steigerung (siehe Erläuterung 16 "Vertragliche Verbindlichkeiten").

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -579.693 Tsd. € (Vorjahr: -339.809 Tsd. €) und ist vor allem durch die Investitionstätigkeiten für die neuen Werke in Chongqing und Kulim sowie Technologie-Upgrades in den übrigen Werken (-605.571 Tsd. €) und die Veranlagung bzw. die Rückflüsse aus der Veranlagung liquider Mittel (22.180 Tsd. €) verursacht. Zum 31. März 2022 bestehen Verbindlichkeiten aus Investitionen in Höhe von 244.026 Tsd. € (Vorjahr: 170.050 Tsd. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2021/22 beträgt 396.870 Tsd. €. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahreswert von 303.628 Tsd. € war im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus der Hybridkapitaltransaktion sowie auf Einzahlungen und Rückführung von Krediten und Schuldscheindarlehen zurückzuführen.

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Cashflow aus dem Ergebnis 776.290 232.231
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 713.192 184.651
Cashflow aus Investitionstätigkeit (579.693) (339.809)
Freier Cashflow 133.499 (155.158)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 396.870 303.628
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 530.369 148.470
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 36.702 (13.570)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 1.119.921 552.850

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Geschäftsjahresende 2021/22 beträgt 1.119.921 Tsd. € (Vorjahr: 552.850 Tsd. €) und dient vor allem zur Sicherstellung weiterer Investitionen.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge stellen sich im Detail wie folgt dar:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Auflösung von Investitionszuschüssen (7.118) (3.896)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert 13.068 13.622
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert 5.950 9.726

Überleitung Nettoverschuldung:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.119.921 552.850
Finanzielle Vermögenswerte 23.413 39.863
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig (78.402) (84.101)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig (1.276.579) (1.017.143)
Nettoverschuldung (211.647) (508.531)
Sonstige Vermögenswerte
in Tsd. € Zahlungsmittel Finanzielle
Vermögenswerte
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Summe
Nettoverschuldung 31.03.2020 417.950 136.435 (801.133) (246.748)
Cashflow 148.470 (95.557) (300.959) (248.046)
Währungsumrechnungseffekte (13.570) (960) 24 (14.506)
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen (55) 824 769
Nettoverschuldung 31.03.2021 552.850 39.863 (1.101.244) (508.531)
Cashflow 530.369 (21.538) (256.502) 252.329
Währungsumrechnungseffekte 36.702 763 (3.326) 34.139
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen 4.325 6.090 10.415
Nettoverschuldung 31.03.2022 1.119.921 23.413 (1.354.981) (211.647)

V. SONSTIGE ANGABEN

26. Ergebnis je Aktie

Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" (Earnings per Share) berechnet.

Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2022 werden keine eigenen Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug zu bringen gewesen wären.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2021/22 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2020/21.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2021/22 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2020/21.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden:

in Tsd. Stück 2021/22 2020/21
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 38.850
Verwässernde Auswirkung
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 38.850

Unverwässertes Ergebnis je Aktie Die Basisberechnung des Ergebnisses je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.

2021/22 2020/21
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) 92.838 39.111
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 2,39 1,01

Verwässertes Ergebnis je Aktie Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausständigen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und sind im verwässerten Ergebnis je Aktie enthalten.

2021/22 2020/21
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) 92.838 39.111
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 2,39 1,01

27.Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im aktuellen Geschäftsjahr gab es keine wesentlichen Geschäftsfälle nach dem Bilanzstichtag.

28.Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting GmbH tätig ist, erhalten:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 363 365
Summe 363 365

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2021/22 und bis zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • DI Ingolf Schröder
  • Dr. Peter Schneider (seit 1. Juni 2021)
  • Dipl.-Vw. Simone Faath (bis 25. Oktober 2021)
  • Ing. Heinz Moitzi (bis 31. Mai 2021)

Im Geschäftsjahr 2021/22 waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Mag.a DDr. Regina Prehofer (1. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dr. Georg Riedl (2. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • Prof. Dr. Hermann Eul
  • DI (FH) Georg Hansis, MBA
  • Mag. Robert Lasshofer
  • Dipl.-Phys. Lars Reger, MBA
  • Mag.a Dr. Karin Schaupp
  • Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang Fleck
  • Siegfried Trauch
  • Günter Pint
  • Günther Wölfler

Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der ausstehenden
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2022 31.03.2021 2021/22 2020/21
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 150.000 150.000 3.410 781
Dr. Peter Schneider 30.000 293
DI Ingolf Schröder 30.000 293
Ing. Heinz Moitzi1) 77.949 90.000 1.993 462
Mag.a Monika Stoisser-Göhring2) 90.000 468
Vorstandsmitglieder gesamt 287.949 330.000 5.989 1.711
Mag.a Monika Stoisser-Göhring2) 60.000 1.607
Andere Führungskräfte gesamt 484.439 355.000 8.134 1.816
Summe 832.388 685.000 15.730 3.527

1) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021

2) ehemaliges Mitglied des Vorstands

Es wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 14 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtvergütungen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten gemäß IAS 24:

2021/22 2020/21
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 585 1.552 2.137 562 331 893
Dr. Peter Schneider 327 330 657
DI Ingolf Schröder 409 344 753 329 116 445
Dipl.-Vw. Simone Faath1) 238 178 416 196 83 279
Ing. Heinz Moitzi2) 256 72 328 456 240 696
Mag.a Monika Stoisser-Göhring3) 54 26 80
Vorstand gesamt 1.815 2.476 4.291 1.597 796 2.393
Dipl.-Vw. Simone Faath1) 599 125 724
Ing. Heinz Moitzi2) 308 308
Mag.a Monika Stoisser-Göhring3) 87 436 523 378 184 562
Ehemaliger Vorstand gesamt 686 869 1.555 378 184 562
Leitende Angestellte 7.339 5.191 12.530 7.813 1.781 9.594
Summe 9.840 8.536 18.376 9.788 2.761 12.549

1) Beendigung des Vorstandsmandats per 25. Oktober 2021

2) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021

3) Ehemaliges Mitglied des Vorstands

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 848 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) enthalten. In den variablen Bezügen von Ing. Heinz Moitzi sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 308 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) enthalten. In den variablen Bezügen von Mag.a Monika Stoisser-Göhring sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 376 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) enthalten.

In den fixen Bezügen "ehemaliger Vorstand gesamt" sind die Abfertigungszahlung und sonstige Ansprüche im Zusammenhang mit der Beendigung des Vorstandsvertrages von Dipl.-Vw. Simone Faath enthalten.

Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Andreas Gerstenmayer 58 Tsd. € (Vorjahr: 55 Tsd. €), für Dipl.-Vw. Simone Faath 40 Tsd. € (Vorjahr: 15 Tsd. €), für DI Ingolf Schröder 40 Tsd. € (Vorjahr: 22 Tsd. €) und für Dr. Peter Schneider 33 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) in die Pensionskasse einbezahlt.

Gemäß IAS 24 sind nahestehende Personen Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt oder indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens zuständig und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der aktuellen und ehemaligen Mitglieder des Vorstands, leitenden Angestellten und von deren Hinterbliebenen betragen:

Abfertigungen Pensionen
in Tsd. € 2021/22 2020/21 2021/22 2020/21
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 213 204 393 492
Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst 141 (77) 1.299 529

Auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

2021/22 2020/21
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Dr. Hannes Androsch 162 162 65 15 80
Ing. Willibald Dörflinger 14 3 17
DDr. Regina Prehofer 110 110 55 10 65
Dr. Georg Riedl 113 113 53 9 62
Prof. Dr. Hermann Eul 77 77 25 5 30
Dkfm. Karl Fink 8 2 10
DI (FH) Georg Hansis, MBA 77 77 23 5 28
DI Albert Hochleitner 8 2 10
Mag. Robert Lasshofer 74 74 27 5 32
Mag. Gerhard Pichler
Dipl. Phys. Lars Reger, MBA 75 75 22 6 28
Dr. Karin Schaupp 77 77 30 7 37
Mag.a Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell 76 76 33 8 41
Summe 841 841 363 77 440

29.Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 512 424
Andere Bestätigungsleistungen 512 25
Sonstige Leistungen 170 17
Summe 1.194 466

Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, ebenfalls enthalten.

30. Personalstand

Die Durchschnittszahlen der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter:innen stellen sich wie folgt dar:

2021/22 2020/21
Arbeiter:innen 8.925 7.980
Angestellte 4.121 3.369
Summe 13.046 11.349

Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal im Bereich der Arbeiter:innen für das Geschäftsjahr 2021/22 in durchschnittlicher Höhe von 317 und für das Geschäftsjahr 2020/21 in durchschnittlicher Höhe von 252.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2022

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Peter Schneider e.h. DI Ingolf Schröder e.h.

1. Markt- und Branchenumfeld 68
1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld 68
1.2. Branchenumfeld 68
1.3. Branchen- und Technologietrends 71
2. Wirtschaftsbericht 73
2.1. Gesamtentwicklung des Konzerns 73
2.2. Ertragsentwicklung im Konzern 73
2.3. Ertragsentwicklung in den Segmenten 76
2.4. Vermögens- und Finanzlage 80
2.4.1. Vermögen 80
2.4.2. Finanzierung 82
2.4.3. CashFlow 84
2.4.4. Leistungskennzahlen 86
2.5. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 87
3. Weitere gesetzliche Angaben 88
3.1. Standorte und Zweigniederlassungen 88
3.2. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB) 89
3.3. Nichtfinanzielle Erklärung 91
4. Forschung und Entwicklung 92
5. Chancen und Risiken 95
5.1. Chancen- und Risikomanagement 95
5.2. Erläuterung der Einzelrisiken 96
5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen 102
6. Ausblick 104

1. MARKT- UND BRANCHENUMFELD

1.1.Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Weitere Erholung nach COVID-19

Im Anschluss an die pandemiebedingte weltweite Rezession setzte im Jahr 2021 eine Erholung ein, die jedoch von Lieferkettenproblemen und hohen Preisen beeinträchtigt wurde. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2021 um 5,6 % zu. Das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum wuchs um 5,2 %, das in China um 8,1 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2022 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3,5 % steigen1,2 . Hersteller, die aufgrund der Pandemie ihre Produktion 2020 herunterfahren oder einstellen mussten, konnten ihren Betrieb noch nicht ausreichend wieder hochfahren, um die erhöhte Nachfrage nach Gütern zu decken. Dies führte in Verbindung mit Transportproblemen zu Engpässen bei Rohmaterialien und zu Preisanstiegen, wodurch die Inflation Ende 2021 auf einem hohen Niveau lag1,2 . Ende 2021 und Anfang 2022 gab es Anzeichen für eine Entlastung der Lieferketten, die Optimismus hinsichtlich eines geringeren Inflationsdrucks aufkommen ließen.

Zu Beginn des Jahres 2022 kam es zur Lockerung der pandemiebedingten Einschränkungen und diese ließen auf eine Entspannung bei den Lieferengpässen und der Teuerung hoffen. Die optimistische Stimmung währte aufgrund von geopolitischen Spannungen jedoch nur kurz. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 löste einen Schock an den globalen Rohstoffmärkten aus. Die unmittelbaren Auswirkungen der Invasion äußerten sich u.a. in drastisch gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreisen, da Russland und die Ukraine wichtige globale Lieferanten von Öl, Gas und Weizen sowie von Vormaterialien für die Elektronikherstellung wie Neon, Palladium, Kupfer, Aluminium und Nickel sind. Als Reaktion auf den Einmarsch verhängten mehrere Länder Sanktionen und andere Handelsbeschränkungen für russische Waren.

Die USA und die EU gaben bekannt, die Fertigung von Elektronik außerhalb von China fördern zu wollen und auch Produktionsunternehmen kündigten beträchtliche Investitionen für neue

2 OECD, "Economic Outlook, Interim Report", März 2022

Anlagen an. Verschärfte Lockdowns in China aufgrund der Nulltoleranzpolitik im Hinblick auf COVID-19-Neuinfektionen sorgen weiterhin für Unsicherheit und Volatilität. Um geopolitischen Risiken entgegenzuwirken, ist einer der Erfolgsfaktoren, die Beschaffung von Rohmaterialien zu diversifizieren. Der russische Einmarsch in die Ukraine hat dies abermals verdeutlicht.

1.2.Branchenumfeld

Verbraucher:innen, Computing, Kommunikation

Der Homeoffice-Trend hat sich 2021 angesichts der in den meisten Teilen der Welt andauernden Pandemie fortgesetzt. Ähnlich wie 2020 haben die Verbraucher:innen daher auch mehr in Elektrogeräte investiert. Der Absatz von Notebooks nahm mit 19 % im Jahresvergleich weiter kräftig zu und erreichte ein Rekordniveau von 257 Millionen verkauften Einheiten3 . Auch bei Spielekonsolen wurde aufgrund der hohen Nachfrage nach neuen Modellen ein starkes Wachstum der Stückzahlen von 27 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet4 . Angesichts des zunehmenden Verbraucherinteresses für modernere Wearables konnte zudem der Absatz von Smartwatches und True Wireless Stereo Headsets im Vergleich zum Vorjahr um 10 % bzw. 32 % gesteigert werden. Insgesamt wurden 11 % mehr Wearables ausgeliefert als im Vorjahr5 .

Die Nachfrage nach Ausrüstung im Bereich Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) dürfte den Abwärtstrend bei Kopfhörern umkehren: Der globale Markt für AR-/VR-Headsets legte 2021 gegenüber dem Vorjahr um 92,1 % auf 11,2 Millionen verkaufte Einheiten zu. Vor allem die Weihnachtszeit verhalf der Branche zu einem Rekordjahr. So wurde im vierten Quartal 2021 nahezu die Hälfte des gesamten Jahresvolumens ausgeliefert6 .

Der Smartphone-Markt verzeichnete vor dem Hintergrund einer Welle von 5G-Upgrades trotz der Versorgungsengpässe und logistischen Schwierigkeiten ein Plus von 5,7 % bei den Stückzahlen gegenüber dem Vorjahr. Der weltweite Absatz von 5G-Smartphones stieg von 256 Millionen im Jahr 2020 auf

1 OECD, "Economic Outlook", Dezember 2021

3 IDC, "Quarterly Personal Computing Device Tracker", März 2022

4 IDC, "Gaming Forecast", Dezember 2021

5 IDC, "Wearables Tracker", März 2021

6 Prismark, "Electronics Supply Chain Reporter Q1 2022", März 2022

559 Millionen Einheiten im Jahr 20217 . Dank eines soliden Wachstums im ersten Halbjahr 2021 schlossen alle Regionen das Gesamtjahr positiv ab. In China führte eine Abschwächung der Verbrauchernachfrage zu einer Seitwärtsentwicklung. Der Markt wuchs lediglich um 1 % gegenüber dem Vorjahr, obwohl die Anzahl der verkauften 5G-Smartphones im Jahresvergleich um 60 % gestiegen war8 .

Zwar scheinen die Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen nach und nach zur Rückkehr in die Büros aufzufordern, es wird jedoch erwartet, dass branchenübergreifend (Technologie, Banking etc.) vermehrt ein "hybrides" Arbeitsmodell eingeführt wird, d. h. eine Kombination aus Büro- und Telearbeit während einer Arbeitswoche. Die in diesem Zusammenhang vorgenommene Aufrüstung der Büroausstattung könnte das Computing-Segment im ersten Halbjahr 2022 stützen. Künftige hybride Arbeitsmodelle dürften zur Folge haben, dass der Absatz von rechnerbezogener Hardware auf solidem Niveau bleibt, auch wenn das Wachstum 2022 geringer ausfallen wird als in den beiden Vorjahren9 .

Automotive

Die Entwicklung in der Automobilbranche wurde 2021 von zwei wesentlichen Themen bestimmt: von der Elektrifizierung und von Fahrer-Assistenzsystemen (ADAS). Die Durchdringung von Elektrofahrzeugen hat deutlich zugenommen. China führt hierbei das Feld an mit einer Absatzsteigerung um 190 % (Q3 2021 vs. Q3 2020), die durch Pläne für ein Verbot von Verbrennungsmotoren gestützt wurde10. Auf der anderen Seite begünstigen neue Sicherheitsanforderungen und der Wettbewerb um autonome Fahrzeuge den Verkauf von Sensoren und Rechnerkapazität. Als wichtiger Meilenstein im Jahr 2021 gilt die Tatsache, dass das erste Auto die hohen rechtlichen ADAS-Anforderungen von Level 3 erfüllte – ein großer Schritt in Richtung autonomes Fahren.

Allerdings ist die Automobilindustrie immer mehr von der Halbleiterindustrie abhängig und war daher stark von den Engpässen bei der Halbleiter- und Materialversorgung betroffen, sodass 2021 76 Millionen gegenüber 75 Millionen Autos im Jahr 2020

produziert wurden11. Für 2022 wird mit einer Erholung und einer Produktion von 86 Millionen Fahrzeugen gerechnet11. Die hohe Inflation und der Krieg in der Ukraine gefährden dieses Ziel jedoch. Der Markt für Fahrzeugelektronik ist um 12 % und der Markt für Leiterplatten um 25 % gewachsen12. Dies verdeutlicht den Trend hin zu mehr Elektronik in Fahrzeugen und der Verlagerung der Branche auf höherwertige Fahrzeuge während der Krise.

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Elektronik in Fahrzeugen suchen Original Equipment Manufacturers (OEMs) aus der Automobilbranche und Halbleiterproduzenten nach Möglichkeiten für Joint Ventures und die Umstrukturierung und Verlagerung der gesamten Lieferkette. Solche Joint Ventures entwickeln auch Softwareplattformen für die nächste Generation an Fahrerassistenzsystemen. Durch die vermehrte Zusammenarbeit von Automobilbranche und traditionellen Computer-/Verbraucherunternehmen treten neue Akteure in den Automotive-Markt ein.

Medizintechnik

Nachdem der Aufschub von Operationen und Konsultationen aufgrund der Coronavirus-Pandemie 2020 zu erheblichen Absatzverlusten geführt und die Branche für Medizintechnik eines ihrer schlechtesten Jahre erlebt hatte, setzte in diesem Jahr eine Erholung ein. 2021 sind die Umsätze für Medizinelektronik und Leiterplatten um 13 % bzw. 17 % gestiegen12 .

Auf dem Medizintechnikmarkt lassen sich zwei Trends beobachten. Zum einen legen Verbraucher:innen mehr Wert auf Wohlbefinden und Gesundheit, wodurch der weltweite Absatz von Wearables begünstigt wurde. Gesundheitsbehörden wie die FDA in den USA regulieren die Verwendung dieser Geräte und Verbraucherunternehmen bringen immer mehr FDA-konforme Funktionen auf den Markt, um ihr Angebot zu erweitern und auf diese Weise mehr gesundheitsbewusste Kunden zu gewinnen. Zum anderen zeigt sich, dass Regierungen zunehmend versuchen, Verbraucher:innen medizinische Geräte besser zugänglich zu machen, indem sie den Over-the-Counter-(OTC)-Markt öffnen und somit Medizintechnik ohne Rezept erhältlich wird.

7 IDC, "Quarterly Mobile Phone Tracker", März 2022

8 Bernstein, "Global Semiconductors: Asian Semis, QCOM – China Smartphone Tracker (jan)", Februar 2022

9 Prismark, "Electronics Supply Chain Reporter Q4 2021", Dezember 2021

10 PWC, "Electric Vehicle Sales Review Q4 2021", November 2021

11 LMC, "Light Vehicle Forecast", Januar 2022

12 Prismark, "Application Forecasts", März 2022

So drängen beispielsweise Mitglieder des US-Senats darauf, die neue OTC-Verordnung für Hörhilfen auf den Weg zu bringen, deren Einführung für Ende 2022 vorgesehen ist. Der neue Markt öffnet auch nicht-medizinischen Unternehmen mit umfassender Erfahrung auf dem Verbrauchermarkt die Türen, sodass entsprechende Geräte für die Konsument:innen erschwinglicher werden. Ebenso planen Medizinunternehmen, diesen Markt zu bedienen. Dazu kooperieren sie mit Verbraucherunternehmen zum Zwecke des Austauschs von Wissen und Kompetenzen.

Industrie und Infrastruktur

Der Bereich Kommunikation ist vom Digitalisierungstrend geprägt, der Jahr um Jahr verstärkt Einzug bei Unternehmen und Verbraucher:innen hält. Der wichtigste Treiber hierbei ist die 5G-Technologie, die Konnektivität und den höheren Datendurchsatz ermöglicht, der zur Erfassung großer Datenmengen erforderlich ist. Mehr als 50 Länder haben bereits das 5G-Funkfrequenzspektrum von unter 6 GHz und mehr als 20 Länder Millimeterwellenfrequenzen versteigert. Telekommunikationsunternehmen können dementsprechend mit dem Aufbau der neuen Infrastruktur beginnen13. 2021 nahm der Einsatz von 5G-Makrozellen und -Kleinzellen um 66 % auf 2 Millionen Einheiten zu. Dies war in erster Linie in China gefolgt von den USA der Fall14. Die Nachfrage nach 5G-IoT-Konnektivität verzeichnete ebenfalls einen starken Anstieg um 250 % gegenüber dem Vorjahr auf 7 Millionen Einheiten. Dies entspricht weniger als 2 % aller IoT-Geräte; bei 4G liegt der Anteil hingegen bei 49 %15 .

Da Unternehmen auf kostengünstigere Verbindungstechnologien zurückgreifen können, integrieren sie verstärkt verbundene Sensoren in ihre Prozesse. Dabei handelt es sich in erster Linie um Bildsensoren, die in der Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Die Stückzahlen haben hier im Jahresvergleich um 28,6 % auf 25 Millionen zugelegt16 .

Halbleiter

Mit einer Umsatzsteigerung von rund 26 % gegenüber dem Vorjahr auf 556 Mrd. \$ hat die globale Halbleiterindustrie 2021 zum Höhenflug angesetzt17. Die Branche war geprägt vom Chipmangel, von der Nachfrageerholung bei Halbleiterchips, der andauernden Pandemie und enormen Investitionen. Über das ganze Jahr 2021 hinweg sah sie sich einer hohen Nachfrage nach Halbleiterkomponenten für verschiedene Anwendungsbereiche gegenüber, darunter das Automotive- und Verbrauchersegment. Dieser verstärkte Bedarf war zunächst in der Automobilindustrie erkennbar, als die Bestellungen von Neufahrzeugen nach einem sehr niedrigen Niveau zu Beginn der Pandemie wieder zunahmen. Die allmähliche Verlagerung der Nachfrage von der Fahrzeugbranche auf andere Segmente kennzeichnete die schwierige Versorgungslage bei Halbleitern im Jahr 2021. Erschwert wurde die Situation durch die gestiegene Anzahl von Verbraucher-, Telekommunikations- und Unterhaltungsgeräten und die Erholung der Fahrzeugnachfrage selbst. Vor diesem Hintergrund erhöhte die Bevorratung von Chips aufgrund geopolitischer Spannungen die Nachfrage zusätzlich. 2021 wurde eine Rekordzahl von 1,15 Billionen Halbleitern ausgeliefert17. Allein im Dezember 2021 ließ sich ein Zuwachs des globalen Absatzes von 28,3 % gegenüber Dezember 2020 verzeichnen17 .

Halbleiterhersteller erhöhten ihre Produktion, um dem Chipmangel und der hohen Nachfrage so gut wie möglich Herr zu werden, was zu Rekordumsätzen führte. Die angespannte Lage dürfte jedoch auch im Laufe des Jahres 2022 andauern. Angesichts neuer Technologien, durch die verschiedene Produktsegmente wie Grafikprozessoren sowie Crypto und Edge Computing zunehmend gefragt sind, ist mit Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Halbleitern zu rechnen. Große Branchenplayer kündigten beträchtliche Investitionen in ihre Produktionsanlagen an, um mittelfristig die Kapazitäten für die Chip-Herstellung auszuweiten und so dem Chipmangel zu begegnen. 2021 beliefen sich die Investitionen in der globalen Halbleiterindustrie auf insgesamt 152 Mrd. \$ – das sind 30 % mehr als im Vorjahr18. Die Ausgaben flossen mehrheitlich in Foundrys und standen im Zusammenhang mit neuen Werken und der Einführung von 7-/5-/3-nm-Prozessen.

Der Markt für Flip-Chip-(FC)-Substrate für den Einsatz in Gehäusen von hochwertigen Halbleitern wuchs mit einem Plus von

13 Global Mobile Suppliers Association, "Spectrum Auction Calendar", Januar 2022

14 Prismark, "5G Base Station Shipments", November 2021

15 Yole Development, "5G mMTC and IoT Platforms – Technology and Market Trends 2021", September 2021

16 Yole Development, "Sensors for Robotic Goods Transportation 2021", Mai 2021

17 Semiconductor Industry Association (SIA), "SIA Databook", Februar 2022

18 IC Insights, "The McClean Report", Januar 2022

43 % gegenüber dem Vorjahr (10,6 Mrd. \$) schneller als der Halbleitermarkt selbst12. Vor allem die Nachfrage nach der fortschrittlichsten FC-Substratkategorie des Ball Grid Array (BGA) mit Verwendung des Trägermaterials Ajinomoto Build-up Film (ABF) überstieg das Angebot. 2021 ließen sich zwei Trends beobachten: Zum einen verstärkte der hohe Absatz von Notebooks die Nachfrage nach Substraten für den Einsatz in CPUs. Zum anderen hat sich die vor allem in Rechenzentren verwendete Technologie in Hochleistungsschaltkreisen für Computing und Netzwerke gewandelt und bedarf nun komplexerer und größerer Substrate. Dazu ist pro Einheit eine größere Produktionskapazität erforderlich, wodurch die Engpässe zunehmen. Der Trend hin zu größeren und komplexeren Substraten ist das Ergebnis heterogener Packaging-Konzepte und dürfte anhalten bzw. noch zunehmen19 .

1.3.Branchen- und Technologietrends

Trend an den Endmärkten – das Metaverse

Das Metaverse lässt sich am besten als Weiterentwicklung zu einem intensiveren 3D-Web beschreiben, in das man mit herkömmlichen und AR-/VR-Geräten eintauchen kann. In diesem Zusammenhang ist mit einer Aktualisierung von fünf wichtigen Vektoren zu rechnen: Benutzerhardware, Infrastruktur, Inhalt, Community und Währungs- sowie Abwicklungsmechanismus. Das Metaverse schafft verbesserte Anwendungsfälle rund um Gaming, Unterhaltung, Teamarbeit, Social Media, virtuelle Welten, Bildung und Fitness sowie in verschiedenen Industrieanwendungen. Auf Hardware-Seite liegt der Schwerpunkt auf ARund VR-Geräten. Prognostiziert wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei den Auslieferungen von 48 % auf 42 Millionen Einheiten bis 2025. Auch die größeren Kategorien traditioneller Technik könnten Upgrades zur umfassenderen Darstellung von Inhalten durchlaufen5 . Da Headwear leicht sein muss, ist eine verstärkte Modularisierung und Miniaturisierung zu erwarten. Für die höheren Datenraten werden ausgereiftere Kommunikationsmodule und integrierte Antennen (Antenna in Package, AiP) erforderlich sein. Im Zuge der Einführung von

AR-/VR-Geräten steigt die Nachfrage nach Kommunikationslösungen mit höheren Bandbreiten, wie 5G und potenzielle Folgetechnologien, sowie nach Rechenleistung aus Rechenzentren.

Neue Packaging-Technologien – heterogene Integration und Chiplets

Zur Steigerung der Rechenleistung wurden Verfahren der Halbleiterverarbeitung verbessert, um auf gleicher Fläche mehr Funktionalität bei geringerem Energiebedarf und gleicher Leistung bieten zu können20. Zusätzlich wurde die Rechnerarchitektur optimiert, um Platz für mehr Prozessorkerne zu schaffen und eine bessere Interoperabilität zu gewährleisten, wodurch immer höhere Rechenleistungen möglich werden. Allerdings ist eine weitere Steigerung der Rechenleistung über das mooresche Gesetz hinaus nicht möglich. Weitere Erhöhungen der Rechenleistung können durch innovative Packaging-Konzepte realisiert werden. Im Gegensatz zum klassischen System-on-Chip(SoC)-Design mit einem einzigen Chip werden heterogene Packaging-Konzepte verwendet, wobei der Mikrochip in mehrere kleine modulare Komponenten, sogenannte Chiplets, aufgeteilt wird. Dieses Konzept ermöglicht eine höhere Rechenleistung zu vergleichsweise moderaten Kosten und mit erweiterter Flexibilität. Dies betrifft nicht nur hochleistungsfähige interne Schaltkreise (Integrated Circuit, IC), wie sie in Servern Anwendung finden, sondern kann auch zur Integration anderer Komponenten wie optischen Schnittstellen verwendet werden. Aktuelle Entwicklungen von Netzwerk-ICs bedienen sich der heterogenen Integration der optoelektronischen Einheit innerhalb des Gehäuses und verbessern somit drastisch die Kommunikationsleistung und Energieeffizienz. Üblicherweise sind optische Einheiten separate Komponenten, die in das System eingebaut werden. Dies zeigt, dass heterogenes Packaging und Chiplets nichts Außergewöhnliches sind, sondern den neuen Standard von leistungsstarken ICs für Rechen-, KI-, Networking- und andere Anwendungen bilden.

Die technische Herausforderung bei heterogenen Packages ergibt sich aus der Verbindung der Chiplets20. Während beim SoC-Design nur Verbindungen vom Chip zur darunter liegenden Leiterplatte erforderlich sind, müssen bei der heterogenen Integration zusätzlich die einzelnen Chiplets miteinander vernetzt

19 TechSearch International, "Advanced Packaging Update: Market and Technology Trends", Bd. 4, Januar 2022

20 TechSearch International, "Quantifying the Impact of Heterogeneous Integration: Chiplets and SiP", Februar 2021

werden. Es gibt verschiedene Konzepte unter Einbindung von Substraten, Interposern und Siliziumbrücken, die in das Substrat integriert oder darauf angebracht werden. Alle vorherrschenden Lösungen funktionieren mit einem Substrat – in der Regel ein FC Ball Grid Array unter Verwendung von ABF-Material. Die Aufteilung des Chips ermöglicht den Aufbau deutlich größerer ICs, die wiederum größere Substrate benötigen. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Lagen zu, um die benötigte Vernetzung zu gewährleisten. Heterogenes Packaging bedingt also in erster Linie wertorientierte Zuwächse bei Substraten, sie werden größer und komplexer. Diese Entwicklung stellt einen Paradigmenwechsel dar: Während Chiplets günstiger in der Herstellung sind und mehr Flexibilität zulassen als bei Einzelchip-Lösungen, werden Substrate immer komplexer und teurer und gewinnen für den IC an Bedeutung.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1.Gesamtentwicklung des Konzerns

AT&S verzeichnet robustes Wachstum

AT&S konnte im Geschäftsjahr 2021/22 in einem volatilen Marktumfeld Umsatz und EBITDA deutlich steigern und verzeichnete bei beiden Kennzahlen einen Rekord.

Mit einem Konzernumsatz von 1.589,9 Mio. € konnte der im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielte Umsatz von 1.188,2 Mio. € um 401,6 Mio. € übertroffen werden.

Das Wachstum fand auf breiter Basis statt. Die zusätzlichen Kapazitäten für ABF-Substrate in Chongqing erwiesen sich als der größte Treiber. Daneben trugen das verbreiterte Anwendungsportfolio bei mobilen Endgeräten sowie die Modulleiterplatten zum Umsatzwachstum bei.

Im Segment AIM konnten alle drei Bereiche den Wachstumstrend unterstützen, wobei der Bereich Industrial die größte Steigerung verzeichnete. Im Bereich Automotive wurde ebenfalls eine deutlich positive Umsatzdynamik erzielt, wenngleich der Engpass bei Halbleitern eine noch bessere Entwicklung einbremste.

2.2.Ertragsentwicklung im Konzern

Umsatz steigt um 33,8 %

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 33,8 % auf 1.589,9 Mio. €, was insbesondere auf Kapazitätserweiterungen in Chongqing zurückzuführen war. So lief das Werk Chongqing I für Substrate das ganze Jahr auf Volllast und es konnten zusätzliche Kapazitäten durch das Hochfahren des Werkes Chongqing III geschaffen werden.

Aus Wechselkurseffekten ergab sich ein positiver Einfluss von 5,1 Mio. € bzw. 0,4 % auf die Umsatzentwicklung. 87,7 % des Umsatzes (Vorjahr: 87,1 %) wurden in Fremdwährungen (vor allem US-Dollar) fakturiert.

Die Quartale zwei und drei wiesen deutlich höhere Umsätze auf als das erste Quartal. Im dritten Quartal konnte der höchste jemals erreichte Quartalsumsatz erzielt werden. Anders als in der Vergangenheit lag auch der Umsatz des vierten Quartals wie im Vorjahr über jenem des zweiten Quartals.

Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Sitzes der Endkunden weist für Amerika einen Anteil von 76,4 % nach 73,3 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte stieg geringfügig von 87,7 % auf 88,4 % an.

73

Die Effekte aus einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung, welche für eine Reihe von Kunden nach IFRS 15 notwendig ist, führte zu einer Erhöhung des ausgewiesenen Umsatzes um 74,2 Mio. € bzw. 4,7 % (Auswirkung im Vorjahr: Erhöhung um 24,5 Mio. € bzw. 2,1 %). Für weiterführende Informationen wird auf die erläuternden Anhangsangaben zum Konzernabschluss verwiesen.

In der Betrachtung nach Segmenten zeigt sich folgendes Bild:

Der Anteil des Segments Mobile Devices & Substrates (MS) an den externen Umsatzerlösen erhöhte sich auf 74,9 % (Vorjahr: 74,2 %), der Anteil des Segments Automotive, Industrial, Medical (AIM) reduzierte sich auf 25,1 % (Vorjahr: 25,8 %). Weitere Informationen zur Entwicklung der Segmente können dem Kapitel 2.3. "Ertragsentwicklung in den Segmenten" entnommen werden.

EBITDA steigt auf 349,5 Mio. €, EBITDA-Marge 22,0 %

Das EBITDA lag mit 349,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 245,7 Mio. €. Während die Umsatzsteigerung und ein damit einhergehender Anstieg des Bruttogewinns das Ergebnis positiv beeinflussten, reduzierten höhere Vertriebs- und Verwaltungskosten das Betriebsergebnis. Das sonstige betriebliche Ergebnis lag über dem Vorjahresergebnis und wurde insbesondere durch höhere Zuschüsse positiv und durch höhere Anlaufverluste negativ beeinflusst. Währungseffekte, die sich vor allem aus der Translation der ausländischen Tochtergesellschaften in die Konzernwährung ergaben, beeinflussten das EBITDA negativ mit -19,6 Mio. €.

Die EBITDA-Marge erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte von 20,7 % auf 22,0 %.

Ergebniskennzahlen

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2021/22 2020/21 Veränderung in %
Umsatzerlöse 1.589,9 1.188,2 33,8 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 349,5 245,7 42,3 %
EBITDA-Marge (%) 22,0 % 20,7 %
Betriebsergebnis (EBIT) 126,5 79,8 58,6 %
EBIT-Marge (%) 8,0 % 6,7 %
Konzernjahresergebnis 103,3 47,4 >100 %
Gewinn je Aktie (€) 2,39 1,01 >100 %
Anlagenzugänge 734,3 552,2 3.297,8 %
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 13.046 11.349 14,9 %

Die höheren Anlaufkosten von 43,5 Mio. € (Vorjahr: 9,8 Mio. €) resultierten insbesondere aus der Kapazitätserweiterung in Chongqing sowie dem Start der Bautätigkeiten in Kulim. Bereinigt um die Anlaufkosten betrug das EBITDA 378,4 Mio. € (Vorjahr: 255,3 Mio. €), was einem Wachstum von 48,2 % entspricht.

Die um Anlaufkosten bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich von 21,5 % im Vorjahr auf 23,8 %.

Anstieg der Aufwandspositionen

Der Anstieg bei den Herstellkosten um 315,7 Mio. € auf 1.337,0 Mio. € resultiert vor allem aus höheren Umsätzen sowie höheren Kosten für Personal, Forschung & Entwicklung und Abschreibungen. Die Entwicklung wurde durch negative Wechselkurseffekte verstärkt.

Zur Vorbereitung auf zukünftige Technologiegenerationen und zur Verfolgung der Modularisierungsstrategie investiert AT&S mit 181,5 Mio. € verstärkt in Forschung & Entwicklung (Vorjahr: 118,9 Mio. €). Diese Aufwendungen sichern die Zukunftsfähigkeit und erweitern das Ertragspotenzial mittelfristig signifikant.

Die Verwaltungs- und Vertriebskosten lagen vor allem aufgrund von Effekten aus der Vorbereitung für das künftige Wachstum um 40,1 Mio. € bzw. 48,0 % über den Vorjahreswerten. Darin enthalten ist auch die aus der positiven Aktienkursentwicklung resultierende Erhöhung der Rückstellung für Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte um 12,2 Mio. €, welche aufwandwirksam im Segment Sonstige berücksichtigt wird.

Das sonstige betriebliche Ergebnis verbesserte sich von -3,6 Mio. € auf -3,0 Mio. €. Positiv wirkten sich dabei vor allem höhere Zuschüsse von 41,7 Mio. € (Vorjahr: 15,7 Mio. €) und ein verbessertes Wechselkursergebnis aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten von -2,0 Mio. € (Vorjahr: -10,4 Mio. €) aus. Negativ wurde das sonstige betriebliche Ergebnis durch höhere Anlaufverluste von 43,5 Mio. € (Vorjahr: 9,8 Mio. €) insbesondere infolge des Produktionsanlaufes in Chongqing und dem Beginn der Arbeiten in Kulim belastet.

Die planmäßigen Abschreibungen auf die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 223,1 Mio. € bzw. 11,3 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 165,4 Mio. € bzw. 12,3 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen technischen Standard sowie die Anlagenintensität von AT&S wider. Der Anstieg um 57,7 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert resultierte im Ausmaß von 53,7 Mio. € aus dem Segment Mobile Devices & Substrates (MS) und hier überwiegend aus höheren Abschreibungen am Standort Chongqing. Die Abschreibungen im Segment Automotive, Industrial, Medical (AIM) erhöhten sich um 2,7 Mio. €.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich aufgrund der genannten Effekte um 46,7 Mio. € bzw. 58,6 % auf 126,5 Mio. € (Vorjahr: 79,8 Mio. €).

Die EBIT-Marge erhöhte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 8,0 % (Vorjahr: 6,7 %).

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis verbesserte sich von -20,1 Mio. € auf -4,4 Mio. €. Der Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen lag bei 15,7 Mio. € (Vorjahr: 11,2 Mio. €). Die Sozialkapitalzinsen lagen mit 0,6 Mio. € unter dem Vorjahresniveau von 1,0 Mio. €.

Aus der Absicherung des Zinsrisikos mit Sicherungsinstrumenten (Bewertung und realisiertes Ergebnis) resultierte ein Gewinn von 4,5 Mio. € (Vorjahr: Verlust 1,1 Mio. €). Die Sicherungsinstrumente tauschen variable in fixe Zinszahlungen, die nicht die Kriterien des Hedge Accountings erfüllen, da Laufzeit und Höhe nicht mit den gesicherten originären Finanzverbindlichkeiten übereinstimmen.

Die aktivierten Fremdkapitalzinsen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten Vermögensgegenständen stehen, erhöhten sich um 0,9 Mio. € auf 2,7 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €).

Aufgrund des geringeren Volumens der Termingeldveranlagungen und des nach wie vor für Veranlagungen ungünstigen Umfelds verringerte sich das Veranlagungsergebnis um 0,8 Mio. € auf 2,4 Mio. € (Vorjahr: 3,2 Mio. €).

Die positive Abweichung im Finanzergebnis ist auf Fremdwährungseffekte zurückzuführen. So wurden im Geschäftsjahr 2021/22 positive Fremdwährungsdifferenzen in Höhe von 8,8 Mio. € als Ertrag erfasst (Vorjahr: Aufwand 8,1 Mio. €). Die Fremdwährungsdifferenzen ergaben sich im Wesentlichen aus der Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und realisierten Kursgewinnen aus Konzernfinanzierungen.

Das Finanzergebnis ist von Währungseffekten beeinflusst, da Teile der Veranlagungen in Fremdwährungen erfolgt sind. Die größten konzerninternen Darlehen sind langfristiger Natur, deren Rückzahlung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Die Bewertung dieser Darlehen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung.

Konzernergebnis verbessert sich

Das Konzernjahresergebnis erhöhte sich von 47,4 Mio. € im Vorjahr um 55,6 Mio. € auf 103,3 Mio. €. Die Konzernsteuerbelastung beträgt 18,8 Mio. € (Vorjahr: 12,2 Mio. €).

Die laufende Ertragsteuerbelastung stieg auf 17,4 Mio. € (Vorjahr: 12,8 Mio. €). Der latente Steueraufwand (Vorjahr: -0,6 Mio. €) veränderte sich um 2,1 Mio. € und wurde zu einem latenten Steuerertrag von 1,4 Mio. €. Hauptursache für die Veränderung war der Anstieg der laufenden Ertragsteuern in Höhe von 4,5 Mio. € infolge der höheren Ergebnisse.

Die AT&S China wies ab dem Kalenderjahr 2020 den begünstigenden Steuerstatus als "Hightech-Company" aus. Der Steuerstatus begann am 1. Januar 2020, ist für drei Jahre gültig und hängt jährlich vom Erreichen bestimmter Kriterien ab.

Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von € 1,01 auf € 2,39 bei gleichbleibender Aktienanzahl. Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden Hybridkapitalzinsen in Höhe von 10,5 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €) vom Konzernjahresergebnis in Abzug gebracht.

2.3.Ertragsentwicklung in den Segmenten

Segment Mobile Devices & Substrates

Das Segment Mobile Devices & Substrates setzte im Geschäftsjahr 2021/22 seine positive Geschäftsentwicklung fort. Diese erfreuliche Performance des Segments ist vor allem auf die verstärkten Investitionen der letzten Jahre zurückzuführen, die auch in näherer Zukunft fortgesetzt werden. Der erfolgreiche Produktionsanlauf der erweiterten Kapazitäten in Chongqing, der die wachsende Nachfrage nach ABF-Substraten bedient, trug wesentlich zum Umsatzwachstum bei. Positiv wirkte auch das verbreiterte Kunden- und Anwendungsportfolio bei mobilen Endgeräten sowie die Nachfrage nach Leiterplatten für Module. Ergebnisvermindernd wirkten sich negative Währungseffekte aus.

Das Segment Mobile Devices & Substrates ist mit einem Umsatzanteil von 74,9 % (Vorjahr: 74,2 %) weiterhin das größte Segment des AT&S Konzerns.

Der Umsatz lag mit 1.312,6 Mio. € um 336,9 Mio. € bzw. 34,5 % über dem Wert des Vorjahres von 975,7 Mio. €. Der Umsatz wurde von der Fremdwährungs-Kursentwicklung positiv beeinflusst. Insgesamt fiel dadurch das Umsatzwachstum um 14,8 Mio. € höher aus. Geografisch ist eine weitere Steigerung des Umsatzes mit amerikanischen Kunden zu verzeichnen.

Das EBITDA des Segments lag mit 306,7 Mio. € um 88,1 Mio. € bzw. 40,3 % über dem Vorjahreswert von 218,6 Mio. €. Trotz Anlaufkosten in Höhe von 41,8 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €) aus der Kapazitätserweiterung in Chongqing und dem Start der Bautätigkeiten in Kulim stieg das EBITDA aufgrund der guten operativen Performance am Standort Chongqing. Während Währungsumrechnungseffekte den Umsatz positiv beeinflusst haben, wird auf EBITDA-Ebene die Verbesserung durch negative Effekte aus der Währungsumrechnung um 19,7 Mio. € verringert.

Aufgrund der guten operativen Performance lag die EBITDA-Marge des Segments Mobile Devices & Substrates trotz der gestiegenen Anlaufkosten mit 23,4 % um 1,0 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 22,4 %.

Die Abschreibungen des Segments erhöhten sich um 53,2 Mio. € bzw. 38,9 % von 136,8 Mio. € auf 190,0 Mio. €. Die Erhöhung resultierte vor allem aus höheren Abschreibungen am Standort Chongqing.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 34,9 Mio. € auf 116,6 Mio. € (Vorjahr: 81,8 Mio. €). Die EBIT-Marge erhöhte sich aufgrund des EBIT-Anstiegs um 0,5 Prozentpunkte auf 8,9 % (Vorjahr: 8,4 %).

Die Anlagenzugänge erhöhten sich um 121,8 Mio. € bzw. 24,5 % auf 619,7 Mio. € (Vorjahr: 497,9 Mio. €). Neben Zugängen von 65,5 Mio. € für laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrades am Standort Chongqing erhöhten sich die Anlagenzugänge aufgrund des Baustarts im Werk Kulim um 72,1 Mio. €.

Segment Mobile Devices & Substrates – Überblick

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2021/22 2020/21 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse 1.312,6 975,7 34,5 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 1.190,6 881,7 35,0 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 306,7 218,6 40,3 %
EBITDA-Marge (%) 23,4 % 22,4 %
Betriebsergebnis (EBIT) 116,6 81,8 42,6 %
EBIT-Marge (%) 8,9 % 8,4 %
Anlagenzugänge 619,7 497,9 24,5 %
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 9.695 8.264 17,3 %

Segment Automotive, Industrial, Medical: auf stabilem Niveau

Der Segmentumsatz lag mit 457,9 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau von 350,5 Mio. €. Umsatzsteigerungen konnten in allen Bereichen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden, wobei der Bereich Industrial die größte Steigerung verzeichnen konnte. Sowohl im Bereich Automotive als auch im Bereich Medical & Healthcare lagen die Absatzmengen und daraus resultierend auch der Umsatz wesentlich über dem Vorjahr. Zusätzlich konnten in allen drei Bereichen Verbesserungen aufgrund eines vorteilhafteren Produktmixes erzielt werden.

Zur Entwicklung der dem Segment Automotive, Industrial, Medical zugeordneten Standorte Leoben, Fehring, Ansan und Nanjangud wird auf Punkt 3.1. "Standorte und Zweigniederlassungen" des Lageberichts verwiesen.

Das EBITDA erhöhte sich um 31,4 Mio. € bzw. 120,4 % auf 57,5 Mio. € (Vorjahr: 26,1 Mio. €). Die Erhöhung resultierte aus den höheren Umsatzerlösen und damit einhergehenden zusätzlichen Deckungsbeiträgen sowie aus höheren Zuschüssen für getätigte Forschungsaufwendungen.

Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 5,1 Prozentpunkte auf 12,6 % (Vorjahr: 7,4 %).

Das Betriebsergebnis (EBIT) änderte sich um 28,7 Mio. € auf 29,2 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €).

Die EBIT-Marge des Segments Automotive, Industrial, Medical lag aufgrund der oben genannten Effekte mit 6,4 % um 6,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresvergleichswert von 0,1 %.

Die Anlagenzugänge erhöhten sich um 62,0 Mio. € auf 107,9 Mio. € (Vorjahr: 45,9 Mio. €). Die Zugänge betrafen laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrade-Investitionen insbesondere in Österreich.

Segment Automotive, Industrial, Medical – Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2021/22 2020/21 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse 457,9 350,5 30,6 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 399,3 306,5 30,3 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 57,5 26,1 >100 %
EBITDA-Marge (%) 12,6 % 7,4 %
Betriebsergebnis (EBIT) 29,2 0,5 >100 %
EBIT-Marge (%) 6,4 % 0,1 %
Anlagenzugänge 107,9 45,9 >100 %
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt 3.035 2.841 6,8 %

Segment Sonstige

Das Ergebnis der im Segment Sonstige enthaltenen allgemeinen Holding-Aktivitäten lag im EBITDA um 15,6 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Wesentlicher Grund für die Abweichung war die Erhöhung der Rückstellung für Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte um 12,2 Mio. € infolge der positiven Aktienkursentwicklung im Geschäftsjahr 2021/22.

Segment Sonstige – Überblick
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2021/22 2020/21 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse n.a.
Umsatzerlöse mit externen Kunden n.a.
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) (14,6) 1,0 (>100 %)
EBITDA-Marge (%) -
Betriebsergebnis (EBIT) (19,4) (2,5) (>100 %)
EBIT-Marge (%) -
Anlagenzugänge 6,7 8,4 (20,3 %)
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 316 244 29,4 %

2.4.Vermögens- und Finanzlage

2.4.1. VERMÖGEN

Anstieg der langfristigen Vermögenswerte

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2021/22 um 56,8 % auf 3.746,3 Mio. € an.

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 645,6 Mio. € auf 2.023,0 Mio. €. Während sich die Sachanlagen um 648,8 Mio. € auf 1.950,2 Mio. € erhöhten, reduzierten sich die immateriellen Vermögenswerte um 11,0 Mio. € auf 31,8 Mio. €. Im Sachanlagevermögen standen Anlagenzugänge bzw. Technologie-Upgrades in Höhe von 726,2 Mio. € Abschreibungen von insgesamt 200,8 Mio. € gegenüber. Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Sachanlagen beinhalten zudem zusätzlich Nutzungsrechte aus der Anwendung des IFRS 16 von 89,3 Mio. €.

Die Nettoveränderung des Anlagevermögens betrug 637,8 Mio. € bzw. 47,4 % auf 1.982,0 Mio. € (Vorjahr: 1.344,2 Mio. €).

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 710,7 Mio. € auf 1.723,3 Mio. €. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erhöhte sich auf 1.119,9 Mio. € (Vorjahr: 552,9 Mio. €). Die finanziellen Vermögenswerte wurden um 20,9 Mio. € auf 18,8 Mio. € reduziert. Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 1.138,8 Mio. € (Vorjahr: 592,6 Mio. €). Der Anstieg der Vorräte um 40,7 Mio. € auf 193,2 Mio. € resultiert – im Wesentlichen – aus dem Aufbau der Rohmaterialbestände und unfertigen Erzeugnisse infolge des gestiegenen Geschäftsvolumens. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerte stiegen um 125,0 Mio. € auf 390,3 Mio. €. Dabei erhöhten sich die sonstigen Forderungen um 27,6 Mio. €, die vertraglichen Vermögenswerte um 84,6 Mio. € und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des höheren Geschäftsvolumens um 76,8 Mio. €. Teilweise kompensiert wurde diese Erhöhung durch zusätzliche Factoring-Aktivitäten (Veränderung: 64,2 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 122,9 Mio. € bzw. 38,5 % von 319,3 Mio. € auf 442,2 Mio. €. Darin enthalten ist ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Investitionen um 74,0 Mio. € auf 244,0 Mio. € (Vorjahr: 170,1 Mio. €).

Verschuldungsgrad sinkt deutlich

Das Eigenkapital erhöhte sich um 56,1 % von 802,0 Mio. € auf 1.252,3 Mio. €. Eigenkapitalerhöhend wirkte sich das positive Konzernergebnis von 103,3 Mio. € aus. Positive Effekte stammten aus Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung langfristiger Darlehen an Tochterunternehmen mit 158,7 Mio. €. Durch die Begebung einer neuen Hybridan-

Nettoumlaufvermögen

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

31.03.2022 31.03.2021 Veränderung in %
Vorräte 193,2 152,5 26,7 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vertragliche Vermögenswerte 274,2 176,8 55,1 %
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (442,2) (319,3) (38,5 %)
Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 244,0 170,1 43,5 %
Umlaufvermögen Handel 269,2 180,1 49,5 %
Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen 2,3 20,8 (89,2 %)
Nettoumlaufvermögen 271,5 200,9 35,1 %
Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 17,1% 16,9%
Außenstandsdauer (in Tagen):
Vorräte 53 55 (3,6 %)
Forderungen 63 54 16,7 %
Verbindlichkeiten 76 77 (1,3 %)

leihe und die teilweise Rückzahlung der im Jahr 2017 begebenen Anleihe erhöhte sich das Eigenkapital um 216,0 Mio. €. Die Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen erhöhte das Eigenkapital um 2,7 Mio. €.

Eigenkapitalmindernd wirkten sich auch die versicherungsmathematischen Verluste mit 0,6 Mio. € (Vorjahr: Gewinn von 0,5 Mio. €) aus, die sich aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen verwendeten Parameter ergeben.

Eigenkapitalmindernd wirkte der Zinsaufwand für die Hybridanleihe in Höhe von 9,3 Mio. € sowie die Dividendenzahlung in Höhe von 15,2 Mio. €.

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 259,4 Mio. € bzw. 25,5 % auf 1.276,6 Mio. €. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden ein weiteres Schuldscheindarlehen platziert sowie eine neue Kreditvereinbarung mit einer Bank abgeschlossen. Die verbliebenen Mittel wurden kurzfristig veranlagt und finden sich dementsprechend im Bestand der Zahlungsmittel und -äquivalente bzw. in den finanziellen Vermögenswerten wieder.

Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 84,1 Mio. € auf 78,4 Mio. €.

Die Nettoverschuldung verminderte sich um 296,9 Mio. € bzw. - 58,4 % auf € 211,6 million (Vorjahr: 508,5 Mio. €). Die Reduktion resultierte im Wesentlichen aus der Begebung einer Hybridanleihe sowie von Zahlungen im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen in Höhe von 445,2 Mio. € welche in den vertraglichen Verbindlichkeiten enthalten sind.

Der Verschuldungsgrad verminderte sich auf 16,9 % und liegt damit signifikant unter dem Vorjahresniveau von 63,4 %.

Nettoverschuldung
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
31.03.2022 31.03.2021 Veränderung in %
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 78,4 84,1 (6,8 %)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 1.276,6 1.017,1 25,5 %
Bruttoverschuldung 1.355,0 1.101,2 23,0 %
Zahlungsmittel und -äquivalente (1.119,9) (552,9) (>100 %)
Finanzielle Vermögenswerte (23,4) (39,9) 41,3 %
Nettoverschuldung 211,7 508,5 (58,4 %)
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 349,5 245,7 42,3 %
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 0,6 2,1
Eigenkapital 1.252,3 802,0 56,1 %
Bilanzsumme 3.746,3 2.390,0 56,8 %
Eigenkapitalquote (%) 33,4 % 33,6 %
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 16,9 % 63,4 %

2.4.2. FINANZIERUNG

Der Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2021/22 bestand darin, die finanzelle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen und unter Berücksichtigung einer ausreichenden Liquidität, die laufende Geschäftstätigkeit sowie die geplanten Investitionen in allen Phasen vornehmen zu können. Hierzu wurde im Jänner 2022 eine Hybridschuldverschreibung im Ausmaß von 350 Mio. € (XS2432941693) erfolgreich am Markt platziert. Die Nachranganleihe mit unbegrenzter Laufzeit und einer vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit nach fünf Jahren unterstützt nicht nur das strategische Wachstum der kommenden Jahre, sondern dient auch der Stärkung der Kapitalbasis der AT&S. Mit der Emission ging das Angebot an berechtigte Inhaber der 175 Mio. € Hybridschuldverschreibung von 2017 (XS 1721410725) einher, die Anleihe zum Kauf durch AT&S gegen Barzahlung anzubieten. Dieses Angebot wurde im Ausmaß von 76,4% des Nominales angenommen, sodass noch ein Nominale von 41,4 Mio. € ausstehend bleibt.

Neben dieser an institutionelle Investoren gerichteten Markttransaktion wurden endfällige Einmalbarkredite mit einem Gesamtvolumen von 130 Mio. € aufgenommen und eine Schuldscheintransaktion mit einem Gesamtvolumen von 40 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus erfolgten noch kleinere Finanzierungen und weitere Optimierungen der Finanzierungsstruktur.

Fokus auf Diversifikation bei den Finanzierungsinstrumenten

Die Finanzierung von AT&S basiert auf einer breiten Streuung sowohl bei den Finanzierungsinstrumenten als auch bei den Fristigkeiten. Basierend auf den aktuell herrschenden Finanzmarktbedingungen werden einzelne Instrumente stärker forciert oder können gegebenenfalls auch zeitweise nicht genutzt werden.

Einen wesentlichen Bestandteil des Refinanzierungsportfolios bilden Kredite, die Garantien von staatlichen und supranationalen Organisationen beinhalten: Ihr Vorteil liegt in einer anteiligen Übernahme des Kreditrisikos durch diese Organisationen sowie in günstigen Konditionen, die Anreize für Investitionen in bestimmte Regionen, Innovationen bzw. zur Förderung der Exportwirtschaft schaffen sollen. Aktuell nutzt die AT&S Finanzierungen mit Garantien der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB).

Die Bedeutung von Schuldscheindarlehen als wesentliche Finanzierungssäule hat sich im Geschäftsjahr 2021/22 nicht verändert. Die Vorteile von Schuldscheindarlehen liegen in der hohen Planbarkeit sowie im geringen Platzierungsaufwand. Aufgrund dieser Vorteile plant AT&S, auch künftig diese Form der Finanzierung zu nutzen.

Zum Bilanzstichtag 31. März 2022 waren Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 728,8 Mio. € (Vorjahr:738,5 Mio. €) bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Die Restlaufzeiten liegen zwischen zwei Monaten und rund acht Jahren.

Weiters werden Bankdarlehen genutzt. 532,8 Mio. € sind per 31. März 2022 bei mehreren nationalen und internationalen Banken als Darlehen aufgenommen (Vorjahr: 320,2 Mio. €). Diese weisen Restlaufzeiten von einem bis zu sieben Jahren aus.

Zur Deckung von Liquiditätsschwankungen und als Finanzierungsreserve dienen Kreditlinien. Zum Bilanzstichtag verfügte

Finanzierungsinstrumente
in Mio. €
31.03.2022 in % 31.03.2021 in %
Namensschuldverschreibung 15,0 0,9 % 15,0 1,0 %
Schuldscheindarlehen 728,8 45,7 % 738,5 49,5 %
Bankdarlehen 532,8 33,4 % 320,2 21,5 %
Bruttoverschuldung 1.276,5 80,0 % 1.073,7 72,0 %
Kreditlinien 318,2 20,0 % 418,6 28,0 %
Kontrahierte Finanzierungen 1.594,7 100,0 % 1.492,3 100,0 %

AT&S über 318,2 Mio. € an nicht genutzten Kreditlinien (Vorjahr: 418,6 Mio. €) in Form von kontrahierten Kreditzusagen von Banken. AT&S hat sein kontrahiertes Finanzierungspotenzial zum 31. März 2022 erst zu 79,2 % (Vorjahr: 74,1 %) ausgenutzt und verfügt, zusätzlich zum Bestand an liquiden Mitteln, weiterhin über genügend bestehende Finanzierungsreserven.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Treasury-Aktivitäten von AT&S liegt in der Sicherstellung ausreichender Liquiditätsreserven. Zudem gilt es, die in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerte (Covenants) zu überwachen und deren Einhaltung sicherzustellen. Ziel von AT&S ist es hierbei auch, die Kreditvereinbarungen einheitlich zu gestalten, um alle Kreditgeber gleich zu behandeln.

Niedrige Entschuldungsdauer und hohe Eigenkapitalquote

Die theoretische Entschuldungsdauer, definiert durch Nettoverschuldung/EBITDA, lag mit 0,6 Jahren deutlich unter dem Vorjahr (2,1 Jahre) und unter dem von AT&S selbst definierten Maximalwert von 3,0 Jahren.

Die Eigenkapitalquote sank von 33,6 % im Vorjahr auf 33,4 % im Berichtsjahr und lag damit über dem mittelfristig anvisierten Zielwert von über 30,0 %. Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Bilanzsumme infolge der Investitionen und der Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms zurückzuführen. Zu weiterführenden Informationen im Hinblick auf das Kapitalrisikomanagement wird auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" – Unterkapitel Kapitalrisikomanagement – im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

AT&S strebt eine möglichst ausgeglichene Struktur bei den Fristigkeiten an. Die Tilgungsstruktur weist im Jahr 2023/24 aufgrund der Rückzahlung von Teilen der Schuldscheindarlehen, Bankkredite sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 491,7 Mio. € einen hohen Wert aus. AT&S ist bestrebt, den Kapitalbedarf frühzeitig zu finanzieren und verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 1.457,0 Mio. € (Vorjahr: 1.011,2 Mio. €). Diese bestehen aus finanziellen Mitteln sowie aus nicht ausgenutzten Finanzierungsrahmen.

Effektives Zins- und Währungsmanagement

Ein wichtiges Treasury-Ziel ist auch die Risikominimierung im Zinsbereich mit einem ausgeglichenen Verhältnis von variablen und fixen Zinssätzen. 43,8 % (Vorjahr: 46,3 %) der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz gedreht und 56,2 % (Vorjahr: 53,8 %) werden variabel verzinst.

Die Zinssicherungsstrategien werden auf Basis der Zinserwartungen quartalsweise definiert und gegebenenfalls adaptiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der variablen Zinssätze gestiegen, um die Vorteile aus der negativen Marktverzinsung zu nutzen. Insgesamt ist AT&S gegen eine mögliche Zinswende bzw. einen Zinsanstieg im Euro-Raum gut abgesichert.

Weiters sollen die vorhandenen liquiden Mittel ertragreich, aber risikobewusst veranlagt werden. Zum 31. März 2022 verfügte AT&S über finanzielle Mittel von insgesamt 1.138,8 Mio. € (Vorjahr: 592,6 Mio. €). Durch Optimierung von Veranlagungszeiten und durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die einerseits höhere Zinssätze aufweisen und an denen AT&S kontinuierlichen Bedarf hat, sollen möglichst hohe Erträge in einem derzeit aus Anlegersicht sehr herausfordernden Umfeld erwirtschaftet bzw. Negativzinsen vermieden werden.

Frühzeitiges Konvertieren in Fremdwährungen dient einem natürlichen Währungs-Hedging und einer Reduktion des Fremdwährungsexposures. Das Ziel von AT&S ist hierbei, eine möglichst kleine US-Dollar-Nettorisikoposition auszuweisen. Zum Bilanzstichtag 31. März 2022 standen US-Dollar-Vermögenswerten (auf US-Dollar lautende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finanzielle Vermögenswerte und Zahlungsmittel) in Höhe von 386,6 Mio. € (Vorjahr: 236,3 Mio. €) US-Dollar-Schulden (auf US-Dollar lautende Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten) in Höhe von 87,4 Mio. € (Vorjahr: 86,8 Mio. €) gegenüber. Die sich daraus ergebende Nettorisikoposition – zum Bilanzstichtag 31. März 2022 war dies ein Aktivsaldo von 299,2 Mio. € (Vorjahr: 149,5 Mio. €) – betrug somit 8,0 % (Vorjahr: 6,3 %) der Konzernbilanzsumme.

Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei AT&S fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert.

Translationsrisiken, die sich aus der Umrechnung von Tochtergesellschaften mit abweichender Währung ergeben, werden nicht abgesichert.

Weiterentwicklung des Finanzierungsnetzwerks

Ein weiteres Treasury-Ziel besteht in einem optimierten Relationship Management mit Finanzierungspartnern. Hierunter versteht AT&S die Auswahl der Banken für nationale und internationale Zusammenarbeit und den Aufbau und die Aufrechterhaltung der für beide Seiten notwendigen Kommunikation. Ziel ist es, eine hohe Transparenz über die Chancen und Risiken von AT&S zu schaffen, um mit den finanzierenden Instituten eine für beide Seiten langfristige, erfolgreiche Partnerschaft zu festigen. Als Basis dazu dienen der Geschäftsbericht und die Quartalsveröffentlichungen.

Daneben findet zumindest einmal jährlich ein Treffen mit den finanzierenden Bankpartnern statt, bei dem Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erörtert werden.

2.4.3. CASHFLOW

Ertragslage stärkt Liquidität

Der Cashflow aus dem Ergebnis erhöhte sich von 232,2 Mio. € auf 776,3 Mio. €. Hauptursachen für die Erhöhung sind die im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen erhaltenen Zahlungen in Höhe von 446,4 Mio. € und der Anstieg des Betriebsergebnisses von 79,8 Mio. € auf 126,5 Mio. €. Die Zinszahlungen erhöhten sich um 4,7 Mio. € auf 19,3 Mio. € (Vorjahr: 14,6 Mio. €). Die erhaltenen Zinsen spiegeln das derzeit äußerst schwierige Marktumfeld für Veranlagungen im Euro wider und verringerten sich um 0,8 Mio. € auf 2,4 Mio. € (Vorjahr: 3,2 Mio. €). Die gezahlten Ertragsteuern reduzierten sich um 2,2 Mio. € auf 11,7 Mio. € (Vorjahr: 13,9 Mio. €).

Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten nach Fristigkeiten

in Mio. €
31.03.2022 in % 31.03.2021 in %
Restlaufzeit
bis zu einem Jahr 78,4 5,8 84,1 7,6 %
zwischen einem und fünf Jahren 1.171,1 86,4 946,3 85,9 %
mehr als fünf Jahre 105,5 7,8 70,9 6,4 %
Summe Finanzverbindlichkeiten 1.355,0 100,0 1.101,2 100,0 %

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist mit 713,2 Mio. € (Vorjahr: 184,7 Mio. €) vor allem aus den oben angeführten Gründen sehr deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Der höhere Cashflow aus dem Ergebnis wurde durch die um 72,2 Mio. € höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten weiter erhöht und der um 109,5 Mio. € erhöhten Geldfluss aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerten sowie die Veränderungen bei den Vorräten um -27,7 Mio. € wiederum etwas verringert.

Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 605,6 Mio. € lagen deutlich über dem Vorjahreswert von 438,0 Mio. €. Die wesentlichen Auszahlungen resultieren aus den Investitionen in Chongqing sowie in Kulim und nur zum geringeren Teil aus Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrades in Shanghai und Österreich.

Während sich die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen im Geschäftsjahr 2021/22 um 167,6 Mio. € erhöht haben, ist es bei den finanziellen Vermögenswerten zu einem Nettozufluss von 73,8 Mio. € gekommen. In Summe lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit -579,7 Mio. € aber deutlich über dem Vorjahreswert von -339,8 Mio. €.

Der operative freie Cashflow, d.h. der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Nettoauszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, betrug im Geschäftsjahr 2021/22 111,3 Mio. € (Vorjahr: -251,1 Mio. €).

Der freie Cashflow, d.h. der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit, war mit 133,5 Mio. € um 288,7 Mio. € über dem Vorjahreswert von -155,2 Mio. €, was einerseits auf die erhaltenen Kundenzahlungen (+446,4 Mio. €) und andererseits auf den Anstieg der Investitionstätigkeit (Veränderung Net-Capex -166,1 Mio. €) zurückzuführen ist.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 396,9 Mio. € lag in erster Linie aufgrund des Mittelzuflusses aus der Aufnahme von finanziellen Mitteln von 255,5 Mio. € und von Investitionszuschüssen von 28,0 Mio. €, der Hybridkapitaltransaktionen von 208,7 Mio. € der Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten von -70,9 Mio. € sowie der Dividendenzahlung von -15,2 Mio. € und der Hybridkuponzahlung von -9,3 Mio. € um 93,2 Mio. € über dem Vorjahreswert von 303,6 Mio. €.

Umfassende Liquidität zur Rückzahlung bestehender Finanzierungen und für weitere Investitionen verfügbar

Die Zahlungsmittel sind trotz der sehr hohen Investitionen, aufgrund eines stabil hohen Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit und der erläuterten Finanzierungs- und Veranlagungsmaßnahmen, von 552,9 Mio. € auf 1.119,9 Mio. € gestiegen. Darüber hinaus verfügt AT&S über kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 18,8 Mio. € (Vorjahr: 39,7 Mio. €).

Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 1.138,7 Mio. € (Vorjahr: 592,6 Mio. €). Dieser aktuell sehr hohe Wert dient zur Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms und kurzfristig fälliger Rückzahlungen.

Cashflow (Kurzfassung) in Mio. €

2021/22 2020/21 Veränderung in %
Cashflow aus dem Ergebnis 776,3 232,2 >100 %
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 713,2 184,7 >100 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit (579,7) (339,8) (70,6 %)
Operativer Free Cashflow 111,3 (251,1) >100 %
Free Cashflow 133,5 (155,2) >100 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 396,9 303,6 30,7 %
Veränderung der liquiden Mittel 530,4 148,5 >100 %
Währungseffekte auf liquide Mittel 36,7 (13,6) >100 %
Liquide Mittel am Jahresende 1.119,9 552,9 >100 %

2.4.4. LEISTUNGSKENNZAHLEN

Kennzahlen belegen eine hohe operative Performance

Neben dem Umsatz und dem EBITDA verwendet AT&S für die strategische Unternehmenssteuerung die Kennzahlen ROCE und Vitality Index. Sie spiegeln die operative Performance gegenüber Investoren und Kunden wider.

Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst AT&S die operative Unternehmensperformance aus der Sicht von Investoren. Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus kann abgeleitet werden, inwieweit AT&S die Verzinsungsansprüche seiner Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 9,9 %. Im Berichtsjahr lag AT&S mit einem ROCE von 7,8 % unter diesem Wert.

Das Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des besseren EBIT und trotz der höheren Steuern von 67,6 Mio. € auf 107,6 Mio. €.

Das eingesetzte Kapital erhöhte sich um 228,4 Mio. € vor allem aufgrund des höheren durchschnittlichen Eigenkapitals infolge der durchgeführten Kapitalmaßnahmen. Nachdem das NOPAT stärker gestiegen ist als das eingesetzte Kapital, ist der ROCE von 5,8 % im Vorjahr auf 7,8 % gestiegen.

Die zweite Kennzahl zur Performancemessung zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnah umzusetzen. AT&S misst diese Fähigkeit mit dem Vitality Index, der den Umsatzanteil von Produkten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2021/22 beläuft sich der Vitality Index auf 44,4 % nach 20,7 % im Vorjahr. AT&S strebt im mittelfristigen Durchschnitt einen Vitality Index von mindestens 20 % an. Dieses Ziel konnte im Geschäftsjahr 2021/22 übertroffen werden.

Gesamtkapitalrendite (ROCE)
in Mio. €
2021/22 2020/21 Veränderung in %
Betriebsergebnis (EBIT) 126,5 79,8 58,6 %
Ertragsteuern (18,8) (12,2) (54,3 %)
Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) 107,6 67,6 59,3 %
Durchschnittliches Eigenkapital 1.027,2 781,1 31,5 %
Durchschnittliche Nettoverschuldung 360,1 377,6 (4,6 %)
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 1.387,2 1.158,8 19,7 %
ROCE 7,8 % 5,8 %
Vitality Index
in Mio. €
2021/22 2020/21 Veränderung in %
Haupterlöse 1.589,8 1.188,1 33,8 %
Haupterlöse mit innovativen Produkten 705,2 246,0 >100 %
Vitality Index 44,4 % 20,7 %

2.5.Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Hinsichtlich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 27 "Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" verwiesen.

3. WEITERE GESETZLICHE ANGABEN

3.1.Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Basierend auf der Produktions- und Technologievielfalt, der Flexibilitität in der Fertigung und dem breiten Kundenspektrum setzt das Werk in Leoben den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt u.a. die Produktion mittels der Embedding-Technologie. Weiters wurde in den Ausbau der IC-Core-Linie investiert, um die benötigten Vormaterial Kapazitäten für die Produktion in Chongqing bereitzustellen. Das Werk in Fehring, dessen Auslastung im Geschäftsjahr 2021/22 sehr gut war, bedient alle Business-Unit-AIM-Segmente Industrie, Medizin und Automotive.

Shanghai Der Standort Shanghai fertigt HDI (High Density Interconnection)-Leiterplatten höchster Technologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Der Standort war in der Lage, die Nachfrage nach HDI- und mSAP-Leiterplatten erfolgreich zu bedienen, und konnte sich als führender Anbieter in der neuesten Technologiegeneration etablieren. Das breite technologische Leistungsspektrum des Standortes wurde von den Kunden sehr gut aufgenommen und der Standort war in den Monaten der Hochsaison durchgängig an der Kapazitätsgrenze. 2021/22 zeigte sich eine weiterhin stabil hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden.

Chongqing Am Standort Chongqing befinden sich derzeit zwei operative und ein im Bau befindliches Werk für High-End-Produkte. Das Werk Chongqing I für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrates) lief das ganze Jahr an der Kapazitätsgrenze. Der Neubau des neuen zweiten Werks (Chongqing III) für IC-Substrate verlief plangemäß. Die erste von vier Linien wurde erfolgreich hochgefahren und die Installation der zweiten und dritten Linie verlief wie geplant. Ende des kommenden Geschäftsjahres sollten alle Linien erfolgreich installiert und im Vollbetrieb sein. Im Werk Chongqing II werden für mobile Anwendungen High-EndmSAP-Leiterplatten sowie Leiterplatten für Module gefertigt. Die Produktionskapazitäten für Module wurden weiter ausgebaut, um die steigendenden Kundenbedarfe im High-End-Bereich zu bedienen. Der Vollausbau des Werks soll im kommenden Geschäftsjahr abgeschlossen werden.

Kulim Aufgrund der hohen Nachfrage nach IC-Substraten wurde in Kulim/Malaysia mit der Errichtung von zwei neuen Werken für IC-Substrate begonnen. Der Werksneubau wurde im Oktober gestartet und verläuft plangemäß. Im Vollausbau können in den beiden Werken bis zu zehn Linien installiert werden. Darüber hinaus bietet der Standort Platz, um bis zu zwei weitere Werke zu errichten.

Ansan Die sehr positive Entwicklung des Standorts in Korea konnte im Geschäftsjahr 2021/22 weiter fortgesetzt werden, vor allem im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer. Die Erweiterung des Werks wurde im Geschäftsjahr 2021/22 fertiggestellt und die Produktion gestartet.

Nanjangud Der Standort war im gesamten Geschäftsjahr gut ausgelastet und konnte vor allem Kunden aus dem Automotiveund Industriesegement bedienen. Die Qualifizierung für die HFund HDI-Produkte konnte fortgesetzt werden und damit die Strategie zu höherwertigen Technologien im Produktmix weiter verfolgt werden.

Hongkong Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holding-Gesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates – und damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsgesellschaften – sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Vertriebsservicegesellschaften Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2021/22 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

3.2.Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2022 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,10 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar: siehe Tabelle unten.

Zum Stichtag 31. März 2022 befanden sich rund 64,4 % der Aktien im Streubesitz. Außer den unten angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer:innen mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Die Verträge von allen Vorständen enthalten eine "Change of Control"-Klausel: Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor. In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen ("Sonderkündigungsrecht"). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrags, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrags einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu 21.367.500 € zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Außerdem wurde der Vorstand von AT&S in der Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende

Maßgebliche direkte und indirekte Beteiligungen
Stk./in % Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Wien, Österreich
7.013.133 18,05 % 18,05 %
Androsch Privatstiftung,
Wien, Österreich
6.819.337 17,55 % 17,55 %

Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde diesbezüglich auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats nach Maßgabe der aktienrechtlichen Vorschriften die Ausgabe- und Ausstattungsmerkmale sowie die Wertpapierbedingungen der Wandelschuldverschreibungen (insbesondere Zinssatz, Ausgabebetrag, Laufzeit und Stückelung, Verwässerungsschutzbestimmungen, Wandlungszeitraum, Wandlungsrechte und -pflichten, Wandlungsverhältnis sowie Wandlungspreis) zu bestimmen. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen.

Zudem wurde das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien um bis zu 21.367.500 € bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

Folgende betragsmäßige Determinierung der angeführten Ermächtigungen ist zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Satzung wurde entsprechend dieser Beschlüsse zum genehmigten Kapital und zum bedingten Kapital bzw. zu den Wandelschuldverschreibungen in § 4 (Grundkapital) geändert.

Eigene Aktien

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 zu Punkt 9 der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2022 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Freie Rücklagen

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen AT&S und ihren Tochtergesellschaften.

AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 22 "Gezeichnetes Kapital" sowie Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten", verwiesen.

Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/corporate-governance/berichte/ abrufbar.

3.3.Nichtfinanzielle Erklärung

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs. 6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2021/22 als gesondertes Kapitel beigefügt.

4. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Strukturierte Erschließung der technologischen Chancen

Der Fokus der AT&S Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten richtet sich darauf, die Chancen aus der Digitalisierung und Ökologisierung für AT&S zu nutzen. Die Elektronikindustrie, speziell die Mikroelektronik, nimmt hier eine besondere Schlüsselrolle ein. Sie stellt Systeme zur Verfügung, welche die Digitalisierung erst ermöglichen (z.B.: Datenzentren und Computer mit Hochleistungsprozessoren). Durch geschickten Aufbau der Gesamtsysteme kann zudem auch der Energieverbrauch dieser Geräte drastisch reduziert werden. Zusätzlich ist die Mikroelektronik auch die Basis für gänzlich neue Lösungen zur effizienteren Energienutzung im Zuge der Elektrifizierung entlang der Energiewertschöpfungskette (Energiegewinnung, Transport, Speicherung und Nutzung wie für die Elektromobilität) und dessen Management. Die dazu laufenden Projekte werden in unseren vier Kernentwicklungsfeldern zusammengefasst:

Miniaturisierung und Funktionale Integration: Elektronische Geräte werden nicht nur immer kleiner und leichter, sie werden zugleich zunehmend leistungsfähiger und erfüllen immer mehr Funktionen. Aufgabe von AT&S ist es, dafür die Grundlage zu schaffen. Dazu arbeitet das Unternehmen im Besonderen an neuen Technologien, die die Dichte der Leiterstrukturen erhöhen und die Dicke der Systeme verringern. Ein weiteres Forschungsfeld sind Technologien, mit denen elektronische Komponenten direkt in Leiterplatten und Substrate integriert werden können. Dies erhöht die Packungsdichte und die Effizienz des Gesamtsystems.

Schnelle Signalleitung: Mit der fortschreitenden Digitalisierung und getrieben durch verbesserte Datenübertragungsmöglichkeiten (5G und 6G oder Ähnliches in weiterer Folge) wird das zu verarbeitende Datenvolumen in den kommenden Jahren stark wachsen. Bei elektronischen Systemen, die bei höheren Frequenzen arbeiten (z.B. Kommunikationsmodule für 5G und in Zukunft 6G, Radarsysteme für Autos), werden neue Lösungen für die Verbindungstechnologie benötigt. Über Entwicklungsprojekte in diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell, präzise und verlustarm leiten.

Leistung und Leistungseffizienz: Im Bereich der Elektrifizierung gibt es derzeit angesichts der Nachhaltigkeitsbestrebungen einen starken Trend zu CO2-neutraler Energieerzeugung, neuen Energieträgersystemen und elektrisch basierten Antriebsformen. AT&S konzentriert seine Entwicklungstätigkeit auf Systeme, die eine optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten von der Energieerzeugung bis zur Nutzung ermöglichen und somit große Leistungen schalten, regeln bzw. übertragen können.

Manufacturing of the Future: Die industriellen Produktionsprozesse werden sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Die Prozesse werden verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) organisiert sein, und die Nachhaltigkeit wird auch hier eine wichtige Rolle spielen: Die Herstellung von Produkten muss mit einem minimalen Verbrauch von natürlichen Ressourcen erfolgen, höchst zuverlässig sein und hinsichtlich der eingesetzten Materialien eine Nachnutzung ermöglichen. AT&S arbeitet an neuen Lösungen, die eine effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, Energie etc.) erlauben. Dabei werden über Digitalisierung große Datenmengen zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen sowie von Produkteigenschaften und -qualität nutzbar gemacht und neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion erarbeitet.

Innovationsrate weiterhin hoch

Der Vitality Index misst die Auswirkung der Innovationskraft eines Unternehmens. Er beschreibt den Anteil am Umsatz, den AT&S mit innovativen Produkten erzielt hat, die während der vergangenen drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. Grundsätzlich gilt: Der Vitality Index ist in den Jahren nach einer erfolgreichen Implementierung neuer Technologien höher und in Phasen der Entwicklung von neuen Technologien (also in der Phase vor ihrer Markteinführung) niedriger. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sehen wir die Auswirkung von der Einführung von neuen, innovativen Produkten am Markt. AT&S strebt im Mittel einen jährlichen Vitality Index von mindestens 20 % an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ergab sich ein Vitality Index von 44,4 %.

AT&S beschäftigt sich derzeit intensiv mit neuen Technologien zur Herstellung von leistungsfähigeren und energieeffizienten Substraten für Computerprozessoren. Ebenfalls im Fokus stehen Technologien zur Herstellung von Modulen (elektronische Einheiten für spezifische Aufgaben, die mehrere Bauelemente miteinander verbinden) sowie neue Lösungen für den Mobilfunkstandard 5G.

Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens spiegeln sich u.a. in der Anzahl und Qualität seiner geistigen Schutzrechte: Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt 49 Erfindungen neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 446 Patentfamilien, die zu 600 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

Anzahl der erteilten Schutzrechte

F&E-Aufwand: 11,4 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf 181,5 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d.h. in Relation zum Umsatz) von 11,4 % gegenüber 10 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Zweistufiger Entwicklungsprozess

AT&S stellt die Effizienz in der Entwicklung u.a. dadurch sicher, dass das Unternehmen weltweit eng mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen zusammenarbeitet.

AT&S folgt einem zweistufigen Innovationsprozess: Im ersten Schritt werden Möglichkeiten identifiziert, Ideen auf ihr Entwicklungspotenzial geprüft, neuartige Konzepte entwickelt und die prinzipielle Realisierbarkeit dieser Konzepte geprüft. Diese Stufe entspricht der angewandten Forschung und Technologieevaluierung.

Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und -implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

Begleitet werden diese Entwicklungstätigkeiten durch Entwicklungen im virtuellen Bereich. Zusehens werden Produkteigenschaften, Zuverlässigkeitsverhalten und Prozesse durch Simulation unterstützt. Das Zentrum für diese Entwicklungen ist am Standort in Leoben angesiedelt. Hier wurde auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr beschlossen, ein neues Entwicklungszentrum für "Substrate und Advanced Packaging" zu errichten.

Wesentliche Entwicklungsprojekte

Ein Schwerpunkt der F&E Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr waren weiterhin die Arbeiten an den nächsten Substrat- und Packaging-Technologien. Hier ist der Fokus auf neuen Technologien, die es ermöglichen, die Strukturen auf den Leiterplatten und Substraten noch kleiner zu machen. An den Standorten Chongqing und Leoben befinden sich derzeit einige der benötigten Technologien in Entwicklung. Dabei wird auch sehr intensiv mit unseren Lieferanten an neuen Herstellungskonzepten gearbeitet. Diese Technologiebausteine werden dazu benutzt, um bei zukünftigen Generationen an Computerprozessoren die Signalleitung ins System und die Energieversorgung sicher zu stellen. Diese Computerprozessoren bilden das Herzstück für fast alle elektronischen Systeme.

Intensiv weitergearbeitet wurde an Projekten im Hochfrequenzbereich für den neuen Mobilkommunikationsstandard 5G und Radarsystemen. Mit einer hochinnovativen technischen Lösung von AT&S aus diesem Forschungsfeld, den sogenannten "Air Filled Wave Guides", konnte auch der letztjährige "Futurezone Award" gewonnen werden.

Zusätzlich konnte ein großes, kooperatives Forschungsprojekt mit vielen europäischen Partnern entlang der elektronischen Wertschöpfungskette gestartet werden, das zum Ziel hat, hocheffiziente elektronische Systeme basierend auf einer neuen Halbleiterklasse, den sogenannten "wide band-gap devices", die auf Silicium Carbid (SiC) bzw. Galium Nitirid (GaN) basieren, für die Anwendungen in der Leistungselektronik zu entwickeln. Diese kommen in Zukunft in Bereichen der Elektromobilität, industriellen Anwendungen bis hin zur Energieerzeugung zum Einsatz.

Im Bereich Medizintechnik konnte ein neuer Entwicklungsschritt in Richtung Miniaturisierung erreicht werden. Speziell für die Anwendung in Hörgeräten wurden substratähnliche Leiterplatten, die extrem klein und dünn sind, entwickelt. Diese stellen nicht nur sehr robuste Substrate dar, sondern müssen auch sehr gute Eigenschaften im Signaltransport aufweisen, um eine optimale Audioqualität sicher stellen zu können. Diese Entwickung wurde mit dem Innovationspreis des Landes Steiermark 2022 ausgezeichnet.

Kooperation mit Forschungseinrichtungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die nationale und internationale Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen weiter intensiviert. Im Vordergrund stand die Festigung der Kooperationen, die in den vorangegangen beiden Jahre eingegangen wurden. Hier konnten schon erste gute Ergebnisse erreicht werden. Zusätzlich wurde der Fokus auf Forschungseinrichtungen um den neuen Standort in Malaysia gelegt und es konnte eine strategische Kooperation mit der Shanghai University eingegangen werden.

5. CHANCEN UND RISIKEN

5.1.Chancen- und Risikomanagement

STRUKTUR UND INSTRUMENTE

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, ein einheitliches System zur Verfügung zu stellen, welches es ermöglicht, positive oder negative Abweichungen von den Unternehmenszielen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Das Risikomanagement berichtet dem Gesamtvorstand quartalsweise in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems

wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen.

Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (s. Abb. 2).

RISIKOMANAGEMENT 2021/22

Im Geschäftsjahr 2021/22 lag der Fokus des Risikomanagements, neben dem Management der Risiken aus dem operativen Geschäft, in der Implementierung und Weiterentwicklung einer softwarebasierten GRC-Lösung. Ziel dieser Weiterentwicklung ist eine engere Verknüpfung der Governance-, Risk- und Compliance-Prozesse sowie die Nutzung von Synergien.

5.2.Erläuterung der Einzelrisiken

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplattenund Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und der erwarteten Risikotendenz in den kommenden Geschäftsjahren ist in Abb. 3 dargestellt und wird in der Folge genauer erläutert.

Risikokategorie Wesentliche Risiken & Chancen Tendenz Risikominderung & Chancenrealisierung
STRATEGIE · Verkaufspreisentwicklung
· Kapazitatsauslastung
· Technologische Entwicklung
· Investitionen
· Konsequenter Fokus auf High-End-Technologien & Zielapplikationen
· Kundennahe und frühzeitige Kundenkontakte
· Technologieentwicklungsprojekte & Technologie-Roadmap
· Marktanalyse, Strategieprüfung und -anpassung
MARKT · Markt- und Segmententwicklung
· Entwicklung Schlüsselkunden
· Verkaufsstrategie und Umsetzung
· Ausbalancierte Segmentportfolios und Diversifikation des Kundenportfolios
· Neukundenakquisition & Anteilsteigerung bei bestehenden Kunden
Konsequente Akquisition von definierten Zielapplikationen
BESCHAFFUNG · Entwicklung Einkaufspreise
· Single-Source-Risiko & Supply Chain
Disruption
· Beschaffungsstrategie (Verhandlung, Allokation, technische Anderungen)
· Lieferanten-Risikobewertung & Multi-Sourcing
UMFELD · Verlust von vertraulichen
Informationen
· Katastrophen, Brandfall
· Politisches Risiko
· Pandemie
· Erhöhung des Sicherheitsleveis durch die Implementierung eines
Informationssicherheitmanagementsystems (ISO 27001)
· Interne & externe Audits, Notfallübungen
Business-Continuity-Management, Versicherung
· Sofortmaßnahmen (z. B. Schutzmaßnahmen, Abstandsregelungen, Home Office)
OPERATIV · Qualitatsperformance
· Geistiges Eigentum
· Projektmanagement
· Betriebskosten
· Black-Belt-Programm, laufende Qualitätsverbesserungsmaßnahmen
· Kontinuierlicher Ausbau und Absicherung des IP-Portfollo
Konsequentes Projektmanagement
· Kostenreduktions- und Effizienzsteigerungsprogramme an allen Standorten
ORGANISATION · Verlust von Schlüsselkräften · Mitarbeiterbindung, Steilvertreterregelung & Nachfoigeplanung
FINANZ · Wechseikursrisiko
· Finanzierung & Liquiditat
· Steuerrisiko
· Wertberichtigungen
· Natürliches FX Hedging durch langfristige CF-Planung
· Langfristige Finanzierungs- und Liquiditatsplanung, Zinsswaps
· Kontinuierliche Compliance-Uberprüfung mit Steuergesetzgebungen
· Projektcontrolling; Impairment-Tests; Strategieprüfung und -anpassung

STRATEGIE

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI). Um das Geschäft mit High-End-Substraten als strategisches Standbein zu sichern, tätigt AT&S die bisher größte Investition in der Geschichte des Unternehmens für eine Produktionsstätte im Kulim Hi-Tech Park, Kedah, Malaysia, mit einer geplanten Investitionssumme von rund 1,7 Mrd. €. Das Projekt wird in Kooperation mit zwei führenden Herstellern von High-Performance-Computing-Halbleitern durchgeführt, welche auch zur Finanzierung des Projekts beitragen. Der Bau der Anlage ist bereits im Gang, sie soll bis 2024 betriebsbereit sein. Auch der erfolgreiche Produktionsanlauf der erweiterten Kapazitäten in Chongqing bedient die wachsende Nachfrage nach ABF-Substraten. Die vollen Kapazitäten sollen im dritten Quartal im Geschäftsjahr 2023/24 zur Verfügung stehen.

Des Weiteren investiert das Unternehmen am Standort Leoben-Hinterberg in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Ein wesentlicher Teil des Investitionsvolumens von 500 Mio. € wird in ein neues Forschungszentrum inklusive einer Kleinserien- und Prototypenproduktion fließen. Zusätzlich erfolgt ein weiteres Technologie-Upgrade bei Produktionsanlagen.

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kundenspezifische Technologien, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Durch den klaren Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle, konnte AT&S im Technologiesegment HDI (High Density Interconnect) dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion in diesem Bereich bislang erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie z.B. für die Automotive-Industrie übertragen. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf neue Technologien sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industriesegment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Der Bedarf nach ABF-Substraten, die am Standort in Chongqing, China, produziert werden, ist ungebrochen stark. Um der Nachfrage gerecht zu werden, investiert AT&S in Chongqing in den Ausbau der vorhandenen Flächen (Chongqing III) für die Produktion von ABF-Substraten sowie in einen Produktionsstandort in Kulim, Malaysia. Diese Kapazitätserweiterung wird das Unternehmenswachstum weiter unterstützen und es ermöglicht AT&S, sich bei neuen Kunden zu positionieren.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Des Weiteren haben Mitbewerber im letzten Jahr substanzielle Investitionen in ABF-Substrat-Kapazitäten angekündigt. Auch wenn aktuelle Nachfrageprognosen dagegensprechen, besteht die Möglichkeit einer Überkapazität mit damit verbundenem Preisverfall, sobald die Investitionen für den Markt als Produktionskapazität zur Verfügung stehen.

Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2022/23 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Geringere Nachfrage für IC-Substrate, stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive und Industrie sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Trotz der pandemiebedingten Beschleunigung der Digitalisierung und der damit erhöhten Nachfrage nach High-End-Verbindungslösungen kann die ungewisse Entwicklung der COVID-19-Pandemie weiterhin zu einer negativen Geschäftsentwicklung führen. Eine Verschärfung der COVID-19-Pandemie, wie derzeit in China (SHA), könnte einen negativen Effekt für AT&S haben. Die Pandemie führt zu unterschiedlichen Entwicklungen in den Segmenten. Im Bereich Automotive führt weiterhin der Engpass an Chips zu einer Verzögerung des Marktaufschwungs. Des Weiteren beeinflusst der Ukraine-Russland-Konflikt die Entwicklung im Automotive-Segment negativ. Die temporäre Schließung von Produktionsstätten sowie die Schwierigkeiten im Hinblick auf Materialverfügbarkeit stellen Automobilhersteller vor Herausforderungen, welche sich auch auf AT&S auswirken können. Neben den direkten Auswirkungen auf Materiallieferungen und die Nachfrage einzelner Märkte werden signifikante sekundäre Effekte erwartet. Die Störung der Lebensmittelversorgung, Energielieferungen und Transportwege hat schwerwiegende Auswirkungen. Je nach Länge des Konflikts, können die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft immens sein. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern. Neben der Beherrschung von Risiken werden aufgrund von Kunden- und Applikationsanalysen krisenfeste Applikationen forciert.

MARKT

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 70 % zum Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder Profitabilität bei diesen Kunden. Die laufende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produkte konnten zuletzt erfolgreich vorangetrieben werden und unterstützen die schnelle Kompensation von möglichen negativen Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden.

BESCHAFFUNG

Einkaufspreise und Verfügbarkeit

Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Der Fokus im Geschäftsjahr 2021/22 lag auf der Verfügbarkeit von Rohmaterialien sowie der Preisentwicklung. Insbesondere der Ukraine-Russland-Konflikt und dessen Auswirkung auf die Verfügbarkeit von Materialen und in weiterer Folge auf die Preissituation können einen negativen Effekt für AT&S haben. AT&S hat durch gezieltes Lieferantenmanagement das Beschaffungsrisiko reduzieren können. Jedoch wird damit gerechnet, dass der derzeitige Trend steigender Rohmaterialpreise auch noch im kommenden Geschäftsjahr anhält, da die globalen Produktionskapazitäten von Materialien aufgrund der COVID-19-Pandemie sowie dem Ukraine-Russland-Konflikt gesunken sind, während die weltweite Nachfrage wieder steigt. Insbesondere die Entwicklung der Preise und Verfügbarkeit von Rohmaterialien, wie z.B. Kupfer, können eine massive Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung haben. Die Rohmaterialknappheit führt zu längeren Vorlaufzeiten und Unsicherheiten in Bezug auf Liefertermine. Steigende Transportkosten, insbesondere für Luft- und Seefracht, sowie knappe Transportkapazitäten stellen AT&S vor weitere Herausforderungen. Die Sperre des russischen Luftraums sowie die Umgehung von Häfen im Krisengebiet führen zu alternativen Transportrouten, welche sich negativ auf die Transportkosten und Lieferzeiten auswirken können. Auch pandemiebedingte lokale Lockdowns können zur Verringerung von Transportkapazitäten, beispielsweise Stau in Flughäfen und Häfen, führen. Die starke Nachfrage von Produktionsequipment führt zu längeren Lieferzeiten von Maschinen und kann geplante Investitionen verzögern. Auch zukünftig kann es in den von AT&S angesteuerten Wachstumsmärkten zu Kapazitätsengpässen von Produktionsmaterialien, Komponenten und Equipment kommen und den Geschäftsverlauf von AT&S beeinflussen.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Knowhow und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Kundenspezifikationen können die verwendeten Rohmaterialien nur auf bestimmte Lieferanten beschränken, weshalb eine Abhängigkeit für AT&S entstehen kann. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es aber in der Regel alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

UMFELD

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie z.B. Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolicen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Die seit nun zwei Jahren andauernde Pandemie stellt AT&S nach wie vor vor Herausforderungen. Mit dem Ziel, einerseits Mitarbeiter:innen bestmöglich vor dem Erreger SARS-CoV-2 zu schützen und andererseits den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten, um damit Arbeitsplätze zu sichern, wurden zahlreiche Schutzmaßnahmen getroffen. Es wurde eine Maskenpflicht am Betriebsgelände eingeführt, die Homeoffice-Regelungen umfassend ausgeweitet, der Kantinenbetrieb eingeschränkt und die Dienstreisetätigkeit gestoppt. Insbesondere an den chinesischen Produktionsstandorten kann durch das Einrichten von Schlafstätten für das Personal im Fall eines lokalen Lockdowns der Betrieb aufrechterhalten werden. Sondertransportgenehmigungen ermöglichen im Fall eines Lockdowns, dass dringende Lieferungen ausgeliefert und neue Materialien für die Fertigung beschafft werden können. Zur regelmäßigen Information aller Mitarbeiter:innen wurde außerdem ein eigener Infopoint im AT&S Intranet erstellt und eine eigene Telefonhotline für alle Fragen der Belegschaft eingerichtet. Für die Umsetzung, Überwachung und gegebenenfalls Anpassung dieser Maßnahmen wurde eine Taskforce in den jeweiligen Standorten eingerichtet.

Eine Verschärfung der aktuellen Rahmenbedingungen, die Bereitstellung der Fertigungsmaterialen und des Personals, die Abläufe in der Lieferkette sowie die Nachfragesituation können den Geschäftsverlauf nach wie vor beeinflussen. Die weltweiten Auswirkungen der Pandemie können zu einer Nachfrageschwäche in einigen Kundensegmenten führen.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen.

Der seit Februar 2022 andauernde Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Neben der daraus resultierenden humanitären Katastrophe hat dieser Konflikt auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich auch in deren Preisentwicklung widerspiegelt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Gasversorgung können auch einen negativen Effekt auf AT&S mit sich bringen. Inbesondere die österreichischen Produktionsstätten wären von einem Stopp der Gaszufuhr betroffen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Weitreichende Sanktionen und weitere unerwartete geopolitische Entwicklungen können die Geschäftstätigkeit von AT&S negativ beeinflussen. Um neue Entwicklungen im Konflikt und daraus resultierende Auswirkungen auf AT&S schnellstmöglich identifizieren zu können, wurde ein Krisenteam etabliert, welches mit dem Monitoring und der Mitigation betraut ist.

Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aus derzeitiger Sicht hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S, da die Weiterverarbeitung der Produkte zum Großteil in China erfolgt. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Des Weiteren könnte eine Verschlimmerung des Korea-Konflikts oder ein Krieg in Ostasien (z.B. China und Taiwan) einen negativen Effekt auf die Geschäftstätigkeiten haben. Weiters können daraus resultierende makroökonomische Entwicklungen einen negativen Einfluss auf die Geschäfte von AT&S haben.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Schadenersatzbzw. Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100%-ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeiter:innen. Das Governance, Risk & Compliance Committee ("GRC Committee") hat die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Compliance- und Governance-Risiken zum Ziel. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform "We Care" eingeführt, welche es Mitarbeiter:innen und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und Informationssicherheit. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde ein Projekt zum Thema "EU-Datenschutz-Grundverordnung" umgesetzt. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Zertifizierung aller europäischen Standorte nach ISO 27001 wurde das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) in allen Produktionsstandorten ausgerollt. In diesem Zuge wurden diese Standorte auch nach ISO 27001:2013 zertifiziert und befinden sich derzeit in der Rezertifizierungsphase. Durch die Orientierung an internationalen IT-Standards werden ein sicherer Umgang und angemessener Zugang zu Informationen gewährleistetsowie zuverlässige Systeme zur Verfügung gestellt.

OPERATIV

Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance, geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung von zugesagten Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Im Mobile Device Business können Qualitätsmängel zur Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess der AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil, Luftfahrt und Medizintechnik. Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu erhalten. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate in Chongqing und Kulim ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens spezifische Risiken. Der Markt für IC-Substrate wird durch technologische Änderungen beeinflusst. Der Aufbau eines R&D-Centers mit Prototypenproduktion in Österreich soll auch der Entwicklung neuer Technologien dienen und so zur Minderung des Marktrisikos von IC-Substraten beitragen. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko von neuen Technologieentwicklungen. Komplikationen beim Vorantreiben dieser technologischen Entwicklungen und der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Im laufenden Jahr wird sich AT&S auf den Produktionsanlauf der neuen Kapazitäten im Werk III in Chongqing, China, konzentrieren, die Investitionsvorhaben in Kulim, Malaysia, und den Ausbau des Standorts in Leoben, Österreich, weiter vorantreiben sowie Technologie-Upgrades an anderen Standorten durchführen.

Kostenkontrolle

Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

ORGANISATION

Mitarbeiter:innen

Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter:innen der AT&S Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter:innen in allen Bereichen der Wertschöpfung zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. Die beiden Großprojekte (Leoben und Kulim) erfordern eine hohe Anzahl an qualifiziertem Personal. AT&S sucht rund 6.000 neue Arbeitskräfte in Malaysia und 700 Arbeitskräfte in Österreich. Sollte es nicht möglich sein, ausreichend qualifiziertes Personal anzuwerben, könnte sich dies negativ auf den Projektfortschritt der Großprojekte auswirken. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen weiter auszubauen.

FINANZ

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in China ergeben sich wesentliche Währungsrisiken aus dem RMB sowie aus dem USD. Das Ausmaß dieser Risiken wird laufend analysiert. Die Ergebnisse fließen in Strategien zur Umsetzung eines effizienten Währungsmanagements ein.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury mit entsprechenden Finanzinstrumenten.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z.B. der OECD (insbesondere in Hinblick auf den BEPS Aktionsplan ("Base Erosion and Profit Shifting")). Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht ein Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten.

ESG

Im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements wurden auch Risiken in Bezug auf ESG – das sind jene im Hinblick auf Umwelt, Soziales und verantwortungsvolles Unternehmertum – berücksichtigt. Für nähere Informationen zu den wesentlichen ESG-Risiken wird auf den nichtfinanziellen Bericht 2021/22 im Kapitel "Die Verankerung und Steuerung der Nachhaltigkeit" verwiesen.

5.3.Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Corporate Accounting und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

6. AUSBLICK

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges ging man davon aus, dass die meisten wichtigen globalen makroökonomischen Variablen nach der COVID-19-Pandemie im Zeitraum 2022-23 zur Normalität zurückkehren. Der OECD-Wirtschaftsausblick vom Dezember 2021 prognostizierte ein globales BIP-Wachstum von 4,5 % im Jahr 2022 und 3,2 % im Jahr 2023. Russland und die Ukraine sind große Produzenten und Exporteure von wichtigen Nahrungsmitteln, Mineralien und Energie. Die seit dem Ausbruch des Krieges zu beobachtenden Bewegungen bei den Rohstoffpreisen und auf den Finanzmärkten könnten, wenn sie anhalten, das weltweite BIP-Wachstum im laufenden Jahr um über 1 Prozentpunkt verringern und die weltweite Verbraucherpreisinflation um etwa 2½ Prozentpunkte erhöhen21 .

Die Nachfrage nach Kommunikationsinfrastruktur dagegen, die für das Übertragen der Daten notwendig ist, steigt ebenso wie die Nachfrage nach Rechenkapazität. Neben dem Zuwachs an Endgeräten ist es vor allem die gesteigerte Nutzung, die hier den Bedarf treibt. Positiv auf die Nachfrage wirkt dabei der Anstieg des Datenverkehrs und des Datenvolumens. Für das Kalenderjahr 2022 gehen die Marktanalysen von einem weiteren Wachstum bei Leiterplatten von 4 % und IC-Substraten von 15 % aus. Bezüglich weiterführender Informationen zu Industrie- und Technologie-Trends wird auf Punkt 1 "Markt- und Branchenumfeld" des Konzernlageberichts verwiesen.

Strukturelle Trends treiben Wachstum

Auch im Geschäftsjahr 2022/23 wird die globale Entwicklung in Richtung einer digitalen Gesellschaft voranschreiten. Der Einsatz von immer smarter werdenden Geräten und die zunehmende Vernetzung generieren exponentiell wachsende Datenmengen. AT&S ist in allen davon betroffenen Marktsegmenten mit seinen Lösungen und Dienstleistungen bestens positioniert. Die Geschäftsmöglichkeiten, die sich dadurch bieten, wird AT&S nutzen, um auch künftig schneller als der Markt profitabel zu wachsen. Zur Ausweitung unserer Leistungsfähigkeit investieren wir konsequent hohe Summen in Technologieentwicklung und Kapazitätsausbau. Unsere langfristigen Unternehmensziele spiegeln unseren klaren Wachstumsanspruch in profitablen Marktsegmenten und Applikationen wider.

Der positive Ausblick der Elektronikindustrie wird aktuell durch den Engpass bei Halbleitern und der Ungewissheit bezüglich der Auswirkungen der COVID-Maßnahmen in China gedämpft. Für die Segmente von AT&S gestalten sich die Erwartungen derzeit wie folgt: Die Marktgegebenheiten bei IC-Substraten bieten mittelfristig weiterhin erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. Im Bereich der mobilen Endgeräte bleiben der Mobilfunkstandard 5G wie auch das Geschäft mit Modulleiterplatten ein positiver Treiber. Bei Automotive sollte sich die Halbleiterknappheit etwas entspannen und einen positiven Trend zeigen. Bei Industrial und Medical erwartet AT&S für das laufende Geschäftsjahr weiterhin eine positive Entwicklung.

Operativ wird sich AT&S im laufenden Jahr auf den Produktionsanlauf der neuen Kapazitäten im Werk III in Chongqing, China, konzentrieren, die Investitionsvorhaben in Kulim, Malaysia, und den Ausbau des Standorts in Leoben, Österreich, weiter vorantreiben, Technologie-Upgrades an anderen Standorten durchführen und natürlich die geschäftliche Performance weiter optimieren.

Investitionen

Der Vorstand sieht die künftigen Markttrends als umfassend intakt. Deshalb wird AT&S sein Investitionsprogramm für neue Kapazitäten und Technologien wie bereits angekündigt im laufenden Geschäftsjahr ungehindert fortsetzen.

Die steigenden technologischen Anforderungen und hohen Investitionen in Produktkapazitäten führen zu einem Anstieg der erforderlichen Basisinvestitionen (Erhaltung und Technologie-Upgrades). In Abhängigkeit von der Marktentwicklung werden rund 150 Mio. € veranschlagt.

Für das Geschäftsjahr 2021/22 geplante Investitionen in Höhe von 100 Mio. € haben sich in das Geschäftsjahr 2022/23 verschoben.

Im Rahmen der strategischen Projekte plant das Management für das Geschäftsjahr 2022/23 – in Abhängigkeit vom Projektfortschritt – zusätzliche Investitionen in einer Höhe von bis zu 1 Mrd. €.

21 OECD, "Economic Outlook, Interim Report", März 2022

Gesamtaussage für das Geschäftsjahr 2022/23

Vor dem Hintergrund der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft, der zur Verfügung stehenden Kapazitäten und der für AT&S relevanten Märkte erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von rund 2 Mrd. €. Dabei wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,17 unterstellt. Unter Berücksichtigung der Effekte in Höhe von rund 75 Mio. € aus dem Anlauf der neuen Produktionskapazitäten in Kulim, Leoben und Chongqing wird die bereinigte EBITDA-Marge voraussichtlich zwischen 23 bis 26 % liegen. Aufgrund des zu erwartenden Anstiegs der Bilanzsumme und möglicher Währungseffekte ist nicht auszuschließen, dass die Eigenkapitalquote unter die mittelfristige Zielmarke von >30 % fallen kann.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2022

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Peter Schneider e.h. DI Ingolf Schröder e.h.

BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM KONZERNABSCHLUSS 2021/22

Bericht zum Konzernabschluss Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang zum Konzernabschluss, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1. Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen und sonstigen abzugsfähigen temporären Differenzen

Sachverhalt und Problemstellung

Gemäß IAS 12.34 ist ein latenter Steueranspruch für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in dem Umfang zu bilanzieren, in dem es wahrscheinlich erscheint, dass zukünftig zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das noch nicht genutzte Verluste verwendet werden können. Darüber hinaus sind überzeugende substantielle Hinweise erforderlich, falls in der näheren Vergangenheit Verluste angefallen sind.

Dem Ansatz der latenten Steueransprüche liegt die Annahme zu Grunde, dass in einem Planungszeitraum von zumindest 5 Jahren ausreichende zu versteuernde Einkünfte erwirtschaftet werden, gegen die Verlustvorträge und sonstige abzugsfähige temporäre Differenzen verwendet werden können. Diese Annahmen beruhen auf Einschätzungen der aktuellen sowie der geplanten steuerlichen Ergebnisse und allfälligen mit steuerlicher Wirkung umgesetzten zukünftigen Maßnahmen der betroffenen Gesellschaften.

Der Konzern hat insgesamt TEUR 24.698 (Vorjahr: TEUR 25.113) aktive latente Steuern angesetzt. Darin sind latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von TEUR 26.148 (Vorjahr: TEUR 22.527) sowie aus abzugsfähigen passiven bzw. aktiven temporären Differenzen in Höhe von TEUR -1.450 (Vorjahr: TEUR 2.586) enthalten.

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernanhang

  • Abschnitt I.B.e. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu latenten Steuern,
  • Abschnitt I.C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung, Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragssteuerschulden
  • sowie Abschnitt III.6. Erläuterung zu Ertragssteuern.

Die Bewertung der aktiven latenten Steuern ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit erheblichen Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Konzernabschluss. Schätzunsicherheiten bestehen insbesondere in Zusammenhang mit getroffenen Planannahmen und deren Auswirkungen auf die steuerlichen Ergebnisse. Deshalb haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben für wesentliche in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften

  • den Prozess zur Ermittlung der zukünftigen steuerlichen Ergebnisse als Basis für die Berechnung der latenten Steueransprüche erhoben,
  • die Veränderung der Verlustvorträge auf Basis der vorläufigen Steuerberechnungen nachvollzogen und
  • nachvollzogen, ob die der Berechnung zugrunde liegenden künftigen steuerlichen Gewinne konsistent mit dem Geschäftsplan der Gesellschaft sind,
  • die bilanziellen Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert sowie die zugrundeliegenden Planannahmen kritisch gewürdigt sowie
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Konzernanhang geprüft.

2. Zeitraumbezogene Erfassung der Umsatzerlöse nach IFRS 15

Sachverhalt und Problemstellung

Die Umsatzrealisierung des Konzerns erfolgt gemäß IFRS 15 für einen Teil der Kunden zeitraumbezogen. Gemäß IFRS 15.35c sind Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu erfassen, wenn bei Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen, ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive Marge besteht.

Gemäß IFRS 15 sind Leistungsverpflichtungen, die entsprechend der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung bereits erfüllt sind und für welche die Gegenleistungen der Kunden noch ausstehen, als vertragliche Vermögenswerte darzustellen. Zum 31. März 2022 weist der Konzern vertragliche Vermögenswerte nach Berücksichtigung von Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 in Höhe von TEUR 177.328 (Vorjahr: TEUR 92.767) aus. Die Umsatzerlöse aus der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung betragen im Geschäftsjahr 2021/22 TEUR 1.085.035 (Vorjahr: TEUR 808.555).

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernanhang Abschnitt I.B.d. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden. Zusätzlich verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Umsatzerlösen im Konzernanhang Abschnitt III.1. sowie auf die Erläuterungen zu den vertraglichen Vermögenswerten in Abschnitt IV.11.

Bei der konzernweiten Würdigung der vertraglichen und gesetzlichen Grundlagen im Hinblick auf die bilanzierungsrelevanten Kriterien zur Identifizierung der von der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung betroffenen Umsätze sind wesentliche Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter inbesondere hinsichtlich der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistung zu treffen. Außerdem kann auf Grund der Vielzahl an unterschiedlich gestalteten Kundenverträgen die konzernweite Ermittlung der zum Stichtag anzusetzenden vertraglichen Vermögenswerte als komplex angesehen werden. Deshalb haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben:

  • die Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns zur Umsatzrealisierung unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Gegebenheiten, unseres Verständnisses des Geschäfts sowie mittels stichprobenartiger Beurteilung der vom Management durchgeführten Vertragsanalysen im Hinblick auf die richtige Umsetzung von IFRS 15 überprüft,
  • die für die Ermittlung der vertraglichen Vermögenswerte automatisch generierten Berichte auf Richtigkeit und Vollständigkeit unter Hinzuziehung interner Spezialisten geprüft und
  • mittels Stichproben geprüft, ob die erfassten Umsatzerlöse den in den Rechnungslegungsgrundsätzen des Konzerns festgelegten Kriterien für die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung entsprechen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den Nichtfinanziellen Bericht haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt "Bericht zum Konzernlagebericht".

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 8. Juli 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2022 endende Geschäftsjahr gewählt und am 21. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2021 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard Marterbauer.

Wien, 16. Mai 2022

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft JAHRESABSCHLUSS ZUM 31. MÄRZ 2022

Inhaltsverzeichnis

Bilanz 113
Gewinn- und Verlustrechnung114
Anhang zum Jahresabschluss zum 31. März 2022115

Bilanz

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT LEOBEN-HINTERBERG

BILANZ ZUM 31. MÄRZ 2022 (Vorjahr zum Vergleich)

in € A K T I V A 31.03.2022 31.03.2021 P A S S I V A 31.03.2022 31.03.2021
A. ANLAGEVERMÖGEN A. EIGENKAPITAL
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Eingefordertes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte gezeichnetes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 4.403.036,29 5.822.714,81 eingezahltes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
4.403.036,29 5.822.714,81
II. gebundene Kapitalrücklagen 163.270.702,50 163.270.702,50
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremdem Grund 9.453.676,90 4.690.904,75 III. Gewinnrücklagen
2. technische Anlagen und Maschinen 86.273.381,97 60.478.649,36 1. gesetzliche Rücklage 4.273.500,00 4.273.500,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.106.714,66 4.926.791,48 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 17.505.782,55 17.505.782,55
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 45.890.774,47 614.503,41
146.724.548,00 70.710.849,00 IV. Bilanzgewinn 57.800.790,14 68.547.554,76
III. Finanzanlagen davon Gewinnvortrag 53.396.054,76 95.485.564,56
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 320.406.007,60 251.440.490,16 285.585.775,19 296.332.539,81
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.524.271.885,75 850.442.556,87
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.519.955.998,89 844.644.980,02 B
. ZUSCHÜSSE AUS ÖFFENTLICHEN MITTELN
4.692.289,74 1.640.616,40
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 93.753,81 93.753,81
4. sonstige Ausleihungen 0,00 7.739.932,51 C
. RÜCKSTELLUNGEN
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
1.844.771.647,16 1.109.716.733,35 1. Rückstellungen für Abfertigungen 23.970.325,03 25.329.836,56
1.995.899.231,45 1.186.250.297,16 2. Rückstellungen für Pensionen 10.217.802,27 8.820.381,78
B . UMLAUFVERMÖGEN 3. Steuerrückstellungen 1.253.638,48 658.641,44
4. sonstige Rückstellungen 54.752.088,60 34.730.075,90
I. Vorräte 90.193.854,38 69.538.935,68
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.350.045,14 8.663.615,31
2. unfertige Erzeugnisse 9.404.178,22 8.888.949,35 D. VERBINDLICHKEITEN
3. fertige Erzeugnisse und Waren 19.540.552,83 12.068.148,87
4. geleistete Anzahlungen 1.554.684,33 0,00 1. Anleihen 406.393.000,00 190.000.000,00
45.849.460,52 29.620.713,53 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 0,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 406.393.000,00 190.000.000,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 40.984.859,17 35.433.165,82 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 527.699.712,80 309.111.288,72
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 24.128.288,80 23.682.720,72
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 20.332.080,35 12.039.809,88 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 503.571.424,00 285.428.568,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 3. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 732.783.499,32 742.622.224,34
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 40.114.323,29 16.385.005,03 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 36.283.499,32 53.122.224,34
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 696.500.000,00 689.500.000,00
101.431.262,81 63.857.980,73 4. Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern 401.869.999,10 0,00
III. Wertpapiere und Anteile davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 0,00
1. sonstige Wertpapiere und Anteile 848.500,00 986.000,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 401.869.999,10 0,00
848.500,00 986.000,00 5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 52.717.414,50 0,00
6. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.591.759,35 15.727.621,85
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 425.948.294,80 347.424.356,65 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 61.591.759,35 15.727.621,85
574.077.518,13 441.889.050,91 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
7. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.055.652,26 18.516.446,96
C . RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 5.844.205,52 3.333.874,45 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 16.055.652,26 18.516.446,96
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 18.024.417,00 21.973.500,00 8. sonstige Verbindlichkeiten 13.364.264,83 9.220.498,48
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 10.886.930,83 7.219.848,48
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.477.334,00 2.000.650,00
davon aus Steuern 2.011.693,87 1.558.831,52
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.237.161,62 1.890.668,60
2.212.475.302,16 1.285.198.080,35
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 898.150,63 736.550,28
SUMME AKTIVA 2.593.845.372,10 1.653.446.722,52 SUMME PASSIVA 2.593.845.372,10 1.653.446.722,52

Gewinn- und Verlustrechnung

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. APRIL 2021 BIS 31. MÄRZ 2022 (Vorjahr zum Vergleich) LEOBEN-HINTERBERG

in € 2021/22 2020/21
1. Umsatzerlöse 437.320.519,23 347.372.910,98
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.612.533,25 2.880.376,05
3. andere aktivierte Eigenleistungen 5.134,10 49.605,51
4. sonstige betriebliche Erträge 39.933.313,33 14.655.511,93
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 0,00 9.375,00
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 251.302,92 466.627,90
c
) übrige
39.682.010,41 14.179.509,03
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -276.791.032,01 -216.608.247,94
a) Materialaufwand -252.591.081,90 -202.907.553,78
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -24.199.950,11 -13.700.694,16
6. Personalaufwand -133.905.278,43 -99.744.315,06
a) Löhne und Gehälter
aa) Löhne -26.105.484,89 -23.532.068,15
bb) Gehälter -80.689.163,29 -53.552.773,42
b) Soziale Aufwendungen
aa) Aufwendungen für Altersvorsorgung -1.362.822,16 -1.043.388,71
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -2.777.293,90 -1.370.253,10
cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -21.874.814,31 -18.704.737,50
dd) sonstige Sozialaufwendungen -1.095.699,88 -1.541.094,18
7. Abschreibungen -20.629.397,57 -19.808.791,88
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -21.151.580,44 -20.128.155,47
b) abzüglich Amortisation von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 522.182,87 319.363,59
8. sonstige betriebliche Aufwendungen -65.572.784,77 -50.402.951,70
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen -443.867,55 -307.633,11
b) übrige -65.128.917,22 -50.095.318,59
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 -18.026.992,87 -21.605.902,11
10. Erträge aus Beteiligungen 0,00 21.750.951,60
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 21.750.951,60
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 37.229.952,63 30.447.882,26
davon aus verbundenen Unternehmen 37.221.090,63 30.447.882,26
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.615.022,17 261.944,65
davon aus verbundenen Unternehmen 10.742,71 8.923,76
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens 37.337.361,47 2.724.812,31
davon Erträge aus verbundenen Unternehmen 29.644.249,48 1.919.455,01
davon aus Zuschreibungen 35.734.625,22 93.500,00
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens -137.500,00 -33.493.018,43
davon aus Abschreibungen -137.500,00 -33.493.018,43
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen 0,00 33.418.018,43
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -49.191.330,28 -24.614.833,51
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 27.853.505,99 -2.922.261,12
17. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 9 und Z 16) 9.826.513,12 -24.528.163,23
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -5.421.777,74 -2.409.846,57
davon Veränderung aus latenten Steuern -3.949.083,00 -1.971.307,00
19. Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag/-überschuss 4.404.735,38 -26.938.009,80
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 53.396.054,76 95.485.564,56
21. Bilanzgewinn 57.800.790,14 68.547.554,76

1. ALLGEMEINE ANGABEN116
2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE 117
3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN118
3.1.
Anlagevermögen118
3.2.
Umlaufvermögen 118
3.3.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 119
3.4.
Aktive latente Steuern 119
3.5.
Rückstellungen119
3.6.
Verbindlichkeiten120
3.7.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten120
4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ 121
4.1.
Anlagevermögen121
4.2.
Anteile an verbundenen Unternehmen123
4.3.
Ausleihungen 123
4.4.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 123
4.5.
Aktive latente Steuern 124
4.6.
Eigenkapital125
4.7.
Rückstellungen127
4.8.
Verbindlichkeiten132
4.9.
Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB133
4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen 133
4.11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen133
4.12. Derivative Finanzinstrumente134
5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 135
5.1.
Umsatzerlöse 135
5.2.
Übrige sonstige betriebliche Erträge 135
5.3.
Personalaufwand 135
5.4.
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen136
5.5.
Aufwendungen für den Abschlussprüfer 136
6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB 137
6.1.
Organe, Arbeitnehmer:innen137
6.2.
Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag 139

1. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" genannt) zum 31. März 2022 wurde gemäß den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie die Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, wurden beachtet.

Insbesondere wurde bei der Bewertung von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen sowie der Grundsatz der Einzelbewertung von Vermögensgegenständen und Schulden beachtet. Dem Vorsichtsprinzip wurde durch Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken und drohenden Verluste Rechnung getragen. Nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne wurden ausgewiesen. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den Schätzungen berücksichtigt.

Fallen Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten unter mehrere Posten der Bilanz, erfolgt die Angabe bei jenem Posten, unter dem der Ausweis erfolgt.

2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE

Seit dem 31. März 1999 übt die AT&S die Funktion eines Mutterunternehmens im Sinne des § 244 UGB aus.

Unter Anwendung der Bestimmungen des § 245a UGB werden ein Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards (IFRS)), ergänzt um die unternehmensrechtlich verpflichtend vorgeschriebenen Erläuterungen und Anmerkungen, und ein Konzernlagebericht aufgestellt.

Die AT&S stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Abschluss wird beim Firmenbuchgericht in Leoben hinterlegt.

Die Erleichterungsbestimmungen gemäß § 245 Abs. 1 UGB werden in Anspruch genommen.

Im Geschäftsjahr wurden folgende gesellschaftsrechtliche Maßnahmen durchgeführt:

Mit 15. Juni 2021 wurden 100% Anteile (MYR 1,00) an der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd. erworben. In weiterer Folge wurde am 28. Juli 2021 bei AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd. eine Kapitalerhöhung von MYR 347.146.999,00 auf MYR 347.147.000,00 durchgeführt.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Nutzungsdauer
immaterielle Vermögensgegenstände 4 - 10 Jahre
Bauten auf fremdem Grund 12 - 40 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 5 - 15 Jahre
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre

Für Zugänge während der ersten Hälfte des Geschäftsjahres wurde eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge während der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine halbe Jahresabschreibung angesetzt. Die Abschreibung für Zugänge erfolgt nach Maßgabe des Zeitpunktes ihrer Inbetriebnahme.

Die Möglichkeit der Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen gemäß § 226 Abs. 3 UGB wurde in Anspruch genommen.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. entsprechend dem Niederstwertprinzip zum niedrigeren Marktwert (Kurswert) zum Bilanzstichtag.

3.2. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Ersatzteile werden zu Anschaffungskosten abzüglich prozentueller Gruppenabschläge bewertet. Erhaltene Skonti, Boni sowie Frachtkosten und Zölle wurden berücksichtigt.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten. In den Herstellungskosten wurden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkennbare Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.

Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Kurswerten zum Bilanzstichtag.

Die auf Fremdwährung lautenden Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Entstehungskurs oder dem niedrigeren Kurs zum Bilanzstichtag bilanziert.

3.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

3.4. Aktive latente Steuern

Latente Steuern werden auf Differenzen angesetzt, die zwischen den unternehmens- und den steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten bestehen und die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleichen.

Für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen werden aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt, soweit überzeugende substanzielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung des Steuersatzes, der am Bilanzstichtag gilt oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet ist und dessen Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der Steuerentlastung bzw. Steuerbelastung erwartet wird. Die Berechnung erfolgt mit dem Steuersatz von 24,75 % bei voraussichtlicher Realisierung im Wirtschaftsjahr 2022/2023, mit dem Steuersatz von 23,75 % bei voraussichtlicher Realisierung im Wirtschaftsjahr 2023/2024 und mit dem Steuersatz von 23 % bei voraussichtlicher Realisierung ab dem Wirtschaftsjahr 2024/2025.

Eine Saldierung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern wird gegebenenfalls vorgenommen, soweit eine Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche mit den tatsächlichen Steuerschulden rechtlich möglich ist.

3.5. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Dezember 2020) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes (Stichtagszinssatz) in Höhe von 1,70 % (Vorjahr: 1,10 %) und eines Pensionseintrittsalters gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiters wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 2,60 % (Vorjahr: 2,50 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) beträgt zum Bilanzstichtag € 23.970.325,04 (Vorjahr: € 25.329.836,56).

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Ertrag von € 1.377.765,72 (Vorjahr: Aufwand von € 73.682,77), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Dezember 2020) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes in Höhe von 1,90 % (Vorjahr: 1,30 %) unter Verwendung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Das Pensionseintrittsalter wurde gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 ermittelt. Die Anhebung der Altersgrenze für die Alterspension für weibliche Versicherte ab 2024 wurde berücksichtigt. Als Valorisierung der Pension wurden im Geschäftsjahr 2,10 % (Vorjahr: 1,50 %) angesetzt.

Die Defined Benefit Obligation (DBO) der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag € 1.323.018,55 (Vorjahr: € 1.346.062,20). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Ertrag von € 162,12 (Vorjahr: Aufwand von € 29.910,58), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Zusätzlich wurden Pensionsverpflichtungen teilweise an die APK Pensionskasse AG, Wien, übertragen, die zum Bilanzstichtag in den Rückstellungen erfasst werden. Die Defined Benefit Obligation (DBO) abzüglich Planvermögen betrug zum Bilanzstichtag € 8.894.783,32 (Vorjahr: € 7.474.319,59). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Aufwand von € 695.306,39 (Vorjahr: Aufwand von € 245.857,65), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Dezember 2020) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Grund der kollektivvertraglichen Ansprüche bei Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,70 % (Vorjahr: 1,00 %), sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiteres wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 2,60 % (Vorjahr: 2,50 %) angesetzt.

In den Löhnen sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von € 23.188,11 (Vorjahr: € 63.303,61) enthalten. In den Gehältern sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von € 159.722,04 (Vorjahr: € 400.055,05) enthalten.

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Ertrag von € 370.922,13 (Vorjahr: Aufwand von € 171.375,42), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Bei der Berechnung der sonstigen Rückstellungen sind entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden. Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

3.6. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

3.7. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Um ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, werden abzugrenzende Aufwandszuschüsse in den Passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

4.1. Anlagevermögen

Zur Entwicklung der Posten des Anlagevermögens siehe folgende Tabelle:

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT LEOBEN-HINTERBERG

Anlagenspiegel zum 31.03.2022

in € Anschaffungs-/Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
01.04.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.03.2022 01.04.2021 Zugänge Abgänge Zuschreibungen 31.03.2022 31.03.2022 31.03.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 35.745.375,90 1.917.403,66 121.282,64 0,00 37.541.496,92 29.922.661,09 3.337.082,18 121.282,64 0,00 33.138.460,63 4.403.036,29 5.822.714,81
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 48.643,28 48.643,28 0,00 0,00 0,00 48.643,28 48.643,28 0,00 0,00 0,00 0,00
35.745.375,90 1.917.403,66 121.282,64 0,00 37.541.496,92 29.922.661,09 3.337.082,18 121.282,64 0,00 33.138.460,63 4.403.036,29 5.822.714,81
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten auf fremdem Grund 9.176.093,56 5.997.632,47 27.769,78 0,00 15.145.956,25 4.485.188,81 1.234.860,32 27.769,78 0,00 5.692.279,35 9.453.676,90 4.690.904,75
2. technische Anlagen und Maschinen 251.023.063,95 39.354.500,87 14.015.150,82 613.199,73 276.975.613,73 190.544.414,59 14.111.304,78 13.953.487,61 0,00 190.702.231,76 86.273.381,97 60.478.649,36
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.550.114,15 2.671.992,78 883.187,11 0,00 21.338.919,82 14.623.322,67 2.468.333,16 859.450,67 0,00 16.232.205,16 5.106.714,66 4.926.791,48
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 669.383,86 669.383,86 0,00 0,00 0,00 669.383,86 669.383,86 0,00 0,00 0,00 0,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 614.503,41 45.889.470,79 0,00 -613.199,73 45.890.774,47 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 45.890.774,47 614.503,41
280.363.775,07 93.913.596,91 14.926.107,71 0,00 359.351.264,27 209.652.926,07 17.814.498,26 14.840.708,06 0,00 212.626.716,27 146.724.548,00 70.710.849,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 274.002.995,31 68.965.517,44 0,00 0,00 342.968.512,75 22.562.505,15 0,00 0,00 0,00 22.562.505,15 320.406.007,60 251.440.490,16
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 885.430.834,66 687.159.594,25 42.974.514,85 0,00 1.529.615.914,06 34.988.277,79 0,00 0,00 29.644.249,48 5.344.028,31 1.524.271.885,75 850.442.556,87
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 168.753,81 0,00 0,00 0,00 168.753,81 75.000,00 0,00 0,00 0,00 75.000,00 93.753,81 93.753,81
4. sonstige Ausleihungen 7.739.932,51 0,00 7.739.932,51 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.739.932,51
1.167.342.516,29 756.125.111,69 50.714.447,36 0,00 1.872.753.180,62 57.625.782,94 0,00 0,00 29.644.249,48 27.981.533,46 1.844.771.647,16 1.109.716.733,35
1.483.451.667,26 851.956.112,26 65.761.837,71 0,00 2.269.645.941,81 297.201.370,10 21.151.580,44 14.961.990,70 29.644.249,48 273.746.710,36 1.995.899.231,45 1.186.250.297,16

In der Position "Grundstücke und Bauten auf fremden Grund" sind Grundwerte in Höhe von € 1.229.400,11 (Vorjahr: € 0,00) enthalten.

4.2. Anteile an verbundenen Unternehmen

Anteile an verbundenen Unternehmen

in €
Ergebnis des letzten
Buchwert Höhe des Höhe des Eigen Geschäftsjahrs nach Buchwert
31.03.2022 Anteils in % kapitals nach IFRS IFRS 31.03.2021
AT&S Deutschland GmbH, Düren, Deutschland 1.053.000,00 100 1.137.077,96 81.822,64 1.053.000,00
AT&S India Private Limited, Nanjangud, Indien 16.898.516,89 100 15.594.680,99 1.212.855,71 16.898.516,89
AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, Volksrepublik
China 229.768.865,92 100 699.662.190,65 41.981.665,89 229.768.865,92
AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City, Südkorea 3.713.663,01 100 56.006.996,14 19.317.660,58 3.713.663,01
AT&S Americas LLC, San José, Kalifornien, USA 6.444,34 100 1.507.480,94 284.755,37 6.444,34
AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia)
Sdn. Bhd. 68.965.517,44 100 69.275.715,63 -4.964.538,41 0,00
Summe 320.406.007,60 251.440.490,16

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgte zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag.

Die Wertansätze der Beteiligungen wurden einer Analyse unterzogen. Dabei haben sich keine Anhaltspunkte für einen gesunkenen beizulegenden Wert ergeben.

4.3. Ausleihungen

Unter dem Posten "Ausleihungen an verbundene Unternehmen" ist ein Betrag in Höhe von € 4.315.886,86 (Vorjahr: € 5.797.576,85) innerhalb eines Jahres fällig. Im Zusammenhang mit den Ausleihungen wurden im Geschäftsjahr Zuschreibungen in Höhe von € 29.644.249,48 (Vorjahr: Abschreibungen in Höhe von € 33.418.018,43) vorgenommen.

Unter dem Posten "Sonstige Ausleihungen" war im Vorjahr ein Betrag in Höhe von € 7.739.932,51 innerhalb eines Jahres fällig.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

ZUSATZANGABEN ZU FORDERUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden zu 100 % des Nennwerts an eine Bank verkauft und vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Zum Bilanzstichtag am 31. März 2022 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 15.048.976,13 (Vorjahr: € 8.566.389,36) verkauft. Das Ausfallsrisiko wurde vollständig an den Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung, welche zum Teil durch eine Kreditversicherung gedeckt ist. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag € 1.504.898,16 (Vorjahr: € 856.639,46) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Ansprüche aus der vorhandenen Kreditversicherung wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der, durch den Erwerber, noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in den sonstigen Forderungen ausgewiesen.

Erhaltene Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die Forderungsverwaltung verbleibt bei AT&S.

Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen ausschließlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 20.332.080,35 (Vorjahr: € 12.039.809,88).

NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG ZAHLUNGSWIRKSAME ERTRÄGE

In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind folgende wesentliche Erträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Erträge

in €

31.03.2022 31.03.2021
steuerfreie Prämien 10.340.074,86 9.906.401,28
COVID-19 Förderungsmaßnahmen 4.669.511,57 846.332,53
IPCEI Förderung 4.231.464,00 0,00
Energieabgabenrückvergütung 2.632.654,75 2.413.250,83
Lieferantenboni 803.082,78 614.992,89
Summe 22.676.787,96 13.780.977,53

4.5. Aktive latente Steuern

Die Gesellschaft hat für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 52.596 (Vorjahr: T€ 64.379) latente Steuern aktiviert, die aufgrund der aktuellen Steuerplanung gegen zukünftige positive steuerliche Einkünfte verrechnet werden können. Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 55.634 (Vorjahr: T€ 55.240) wurden keine latenten Steuern gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist.

Die Entwicklung der aktiven latenten Steuern stellt sich, gegliedert nach Bilanzposten (temporäre Differenzen) und Verlustvorträgen, wie folgt dar:

Aktive latente Steuern
in €
Verbindlich Summe
Anlagevermögen Verlustvorträge Rückstellungen keiten
zum 31.03.2020 0,00 18.581.955,00 5.130.325,00 232.527,00 23.944.807,00
Erfolgswirksame Erfassung im Geschäftsjahr 16.071,00 -2.487.282,00 432.129,00 67.775,00 -1.971.307,00
zum 31.03.2021 16.071,00 16.094.673,00 5.562.454,00 300.302,00 21.973.500,00
Erfolgswirksame Erfassung im Geschäftsjahr -3.750,00 -3.998.644,00 -629.713,00 683.024,00 -3.949.083,00
zum 31.03.2022 12.321,00 12.096.029,00 4.932.741,00 983.326,00 18.024.417,00

4.6. Eigenkapital

GRUNDKAPITAL

Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig einbezahlt und beträgt zum 31. März 2022 € 42.735.000,00 (Vorjahr: € 42.735.000,00) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Wert von je € 1,10 eingeteilt.

GENEHMIGTES KAPITAL UND BEDINGTE KAPITALERHÖHUNG

Der Vorstand wurde durch die 25. Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ermächtigt, bis zum 3. Juli 2024 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu € 21.367.500,00, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu € 150.000.000,00 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen.Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG um bis zu € 21.367.500,00 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtauschund/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potentiell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegeben Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

FREIE RÜCKLAGEN

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu € 50.000.000,00 des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

IM UMLAUF BEFINDLICHE AKTIEN

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2022 (Vorjahr: 38.850.000 Stück).

EIGENE ANTEILE

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 zu Punkt 9. der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft hält zum Bilanzstichtag keine eigenen Anteile (Vorjahr: 0 Stück).

BESCHRÄNKUNG DER AUSSCHÜTTUNG

Für die aktivierten latenten Steuern in Höhe von € 18.024.417,00 (Vorjahr: € 21.973.500,00) besteht eine Ausschüttungssperre, sofern keine gemäß § 235 (2) UGB verbleibenden jederzeit auflösbaren Rücklagen vorhanden sind. Aus diesem Grund besteht eine Ausschüttungssperre für € 518.634,45 (Vorjahr: € 4.467.717,45).

VORSCHLAG ZUR VERWENDUNG DES ERGEBNISSES

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft schlagen vor, den Bilanzgewinn der Gesellschaft zum 31. März 2022 in Höhe von € 57.800.790,14 wie folgt zu verwenden: Auf die zum Auszahlungstag ausstehenden und gewinnberechtigten Stückaktien soll eine Dividende in Höhe von € 0,90 pro Aktie ausgeschüttet und der Restbetrag in Höhe von € 22.835.790,14 auf neue Rechnung vorgetragen werden.

4.7. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

in € 31.03.2022 31.03.2021
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 16.938.087,00 3.586.793,00
sonstiger Personalaufwand 10.782.536,09 5.481.577,29
nicht konsumierte Urlaube 5.803.495,55 4.442.876,42
Jubiläumsgelder 5.613.429,63 5.902.019,55
Urlaubszuschuss/Weihnachtsremuneration 3.759.501,58 3.140.430,30
Drohverluste aus schwebenden Geschäften 3.675.495,32 1.911.331,62
Gewährleistung und Schadensfälle 1.348.609,71 148.609,71
Zeitausgleich 1.331.519,10 908.613,74
Rechts- und Beratungsaufwand 1.231.424,72 660.846,00
Aufsichtsratsvergütung 841.000,00 439.521,00
Drohverluste derivative Finanzinstrumente 508.473,11 6.598.848,85
Kundenboni 224.400,03 713.292,25
Skonto Debitoren 223.460,63 137.406,32
Diverse sonstige Rückstellungen 2.470.656,13 657.909,85
Summe 54.752.088,60 34.730.075,90

STOCK APPRECIATION RIGHTS PLAN (2017 BIS 2019)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) wurde in der 91. Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni 2016 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2017-2019" wurden am 1. April 2017 297.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 9,96, am 1. April 2018 270.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 21,94 und am 1. April 2019 267.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 17,25 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2017-2019" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.
in Stk. DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Ing. Heinz
Moitzi1)
Mag.a Monika
Stoisser-Göhring2)
Dr. Karl
Asamer2)
leitende
Angestellte
Gesamt
01.04.2017 50.000 30.000 30.000 30.000 157.500 297.500
davon ausgelaufen -50.000 -30.000 -30.000 -30.000 -157.500 -297.500
01.04.2018 50.000 30.000 30.000 0 160.000 270.000
davon ausgelaufen -6.838 -4.103 -4.103 0 -84.470 -99.514
davon ausgeübt -43.162 -12.948 -25.897 0 -43.591 -125.598
01.04.2019 50.000 30.000 30.000 0 157.500 267.500
davon ausgelaufen 0 0 0 0 -62.500 -62.500
Summe 50.000 42.949 30.000 0 126.939 249.888

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

1) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021.

2) ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Die im Geschäftsjahr ausgeübten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte hatten zum Zeitpunkt der Ausübung einen Wert von € 2.199.806,27.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in € Zuteilung vom 01.04.2018 01.04.2019
Beizulegender Wert zum 31.03.2022 1.277.512,00 6.795.750,00

STOCK APPRECIATION RIGHTS PLAN (2020)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2017 bis 2019) wurde in der 112. Aufsichtsratssitzung vom 12. März 2020 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte am 1. April 2020 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2020" wurden am 1. April 2020 290.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 17,56 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2020" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanz-

stichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in Stk. DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Ing. Heinz
Moitzi1)
Mag.a Monika
Stoisser-Göhring2)
leitende
Angestellte
Gesamt
01.04.2020 50.000 30.000 30.000 180.000 290.000
davon ausgelaufen 0 0 0 -20.000 -20.000
Summe 50.000 30.000 30.000 160.000 270.000

1) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021

2) ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in € Zuteilung vom 01.04.2020
Beizulegender Wert zum 31.03.2022 7.431.210,00

STOCK APPRECIATION RIGHTS PLAN (2021 BIS 2023)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2020) wurde in der 118. Aufsichtsratssitzung vom 18. März 2021 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten kann im Zeitraum zwischen 1. April 2021 und 1. April 2023 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2021-2023" wurden am 1. April 2021 342.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 22,92 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilung von SAR multipliziert mit € 10,00 wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2021-2023" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.
01.04.2021
50.000
davon ausgelaufen
0
30.000
0
30.000
0
30.000
-30.000
5.000
0
197.500
0
342.500
-30.000
DI (FH) Andreas
in Stk.
Gerstenmayer
DI Ingolf
Schröder
Dr. Peter
Schneider
Dipl.-Vw. Simone
Faath1)
Ing. Heinz
Moitzi2)
leitende
Angestellte
Gesamt

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

1) Beendigung des Vorstandsmandats per 25. Oktober 2021. 2) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in € Zuteilung vom 01.04.2021
Beizulegender Wert zum 31.03.2022 8.297.088,00

4.8. Verbindlichkeiten

ZUSATZANGABEN ZU VERBINDLICHKEITEN

in € Bilanzwert am 31.03.2022 Restlaufzeit von
mehr als fünf Jahren
davon dinglich besichert
Anleihen 406.393.000,00 15.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 527.699.712,80 30.000.000,00 10.000.000,00
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 732.783.499,32 23.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern 401.869.999,10 74.844.915,94 0,00
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 52.717.414,50 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.591.759,35 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 16.055.652,26 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 13.364.264,83 0,00 0,00
Summe 2.212.475.302,16 143.344.915,94 10.000.000,00
in € Bilanzwert am 31.03.2021 Restlaufzeit von
mehr als fünf Jahren
davon dinglich besichert
Anleihen 190.000.000,00 15.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 309.111.288,72 20.072.000,00 10.000.000,00
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 742.622.224,34 23.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.727.621,85 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber 18.516.446,96
verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 9.220.498,48 0,00 0,00
Summe 1.285.198.080,35 58.572.000,00 10.000.000,00

Im Posten "Anleihen" ist eine, im November 2017 begebene Hybridanleihe mit einem Nominale von € 41.393.000,00 (Vorjahr: € 175.000.000,00) und einer Verzinsung von 4,75 % enthalten. Im Jänner 2022 wurde ein Teil dieser Hybridanleihe mit einem Nominale von € 133.607.000,00, infolge einer Einladung an die Inhaber der Hybridanleihe 2017, diese zum Kauf gegen Barzahlung anzubieten, zurückerworben. Der Kaufpreis betrug € 1.037,00 je € 1.000,00 Nennbetrag zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen. Die verbleibende nachrangige Anleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren, somit im November 2022, durch AT&S, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Wird die Anleihe nach diesem Zeitraum nicht gekündigt, erhöht sich der Aufschlag auf den dann gültigen Zinssatz um 5 Prozentpunkte.

Weiters ist im Posten "Anleihen" eine, im Jänner 2022 begebene Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von € 350.000.000,00 und einer Verzinsung von 5 % enthalten. Die nachrangige Anleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren, somit im Jänner 2027, durch AT&S, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Wird die Anleihe nach diesem Zeitraum nicht gekündigt, erhöht sich der Aufschlag auf den dann gültigen Zinssatz um 5 Prozentpunkte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern resultieren aus erhaltenen Zahlungen in Höhe von US-\$ 447.000.000,00 im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen für die Finanzierung der Errichtung neuer Produktionsstätten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 16.055.652,26 (Vorjahr: € 18.516.446,96). Als dingliche Sicherheiten gegenüber Kreditinstituten dienten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG ZAHLUNGSWIRKSAME AUFWENDUNGEN

Unter den "sonstigen Verbindlichkeiten" sind folgende wesentliche Aufwendungen enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

in € 31.03.2022 31.03.2021
Zinsen Anleihen 4.056.032,93 2.908.044,52
Gebietskrankenkasse 2.237.161,62 1.890.668,60
Finanzamt 1.469.694,94 1.099.000,83
Löhne und Gehälter 1.095.399,51 152.814,82
Gemeinden 189.890,32 149.382,91
Summe 9.048.179,32 6.199.911,68

4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse aus Garantien (Vorjahr: € 0,00). Hinsichtlich der Ausfallshaftung der Factoringforderungen wird auf Punkt 4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände verwiesen.

4.10.Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

in € des folgenden Geschäftsjahres der folgenden fünf Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Sale-and-Lease-Back-Transaktion 1.431.000,24 7.533.689,04
Vorjahr: 1.424.324,40 7.126.104,96
Verpflichtungen aus Mietverträgen 960.071,64 4.082.300,70
Vorjahr: 952.449,48 4.709.357,40
Summe 2.391.071,88 11.615.989,74
Vorjahr: 2.376.773,88 11.835.462,36

4.11.Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag waren für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen Bestellungen in Höhe von € 84.333.066,59 (Vorjahr: € 12.907.947,00) offen.

4.12.Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden zum Schutz gegen mögliche Zinssatzschwankungen abgeschlossen. Gesichert werden hauptsächlich Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten und Schuldscheindarlehen.

Nominalwert 31.03.2022 Marktwert 31.03.2022 Buchwert 31.03.2022
Zinsabhängige Produkte in € in €
Swaps € 408.000.000,00 3.954.226,76 -508.473,11
Nominalwert 31.03.2021 Marktwert 31.03.2021 Buchwert 31.03.2021
in € in €
Zinsabhängige Produkte
Swaps € 258.000.000,00 -6.598.848,85 -6.598.848,85

Die Zinssicherungsinstrumente werden zur Absicherung von variabel verzinsten Schuldscheindarlehen und Krediten verwendet. In den Marktwerten per 31.03.2022 sind sowohl positive als auch negative Marktwerte von Zinssicherungsinstrumenten enthalten.

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31.03.2022 31.03.2021
Zinsabhängige Produkte: Swaps 13 - 48 25 - 52

5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

5.1. Umsatzerlöse

in € 2021/22 2020/21
Ausland 398.807.773,48 317.823.193,64
Inland 38.512.745,75 29.549.717,34
Summe 437.320.519,23 347.372.910,98

5.2. Übrige sonstige betriebliche Erträge

in € 2021/22 2020/21
IPCEI Förderung 17.332.464,00 0,00
Erträge aus Kursdifferenzen 11.422.662,90 2.988.523,55
Erträge aus steuerfreien Prämien 6.065.293,00 4.906.376,28
Energieabgabenrückvergütung 1.141.338,81 1.341.854,80
Erträge aus nicht steuerbaren Zuschüssen F&E 1.080.780,32 1.719.882,50
COVID-19-Förderungsmaßnahmen 327.349,71 691.221,88
sonstige übrige Erträge 2.312.121,67 2.531.650,02
Summe 39.682.010,41 14.179.509,03

5.3. Personalaufwand

a) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen

in € 2021/22 2020/21
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 317.042,41 66.434,25
übrige Arbeitnehmer:innen 2.460.251,49 1.303.818,85
Summe 2.777.293,90 1.370.253,10

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von € 1.982.357,81 (Vorjahr: € 792.531,93) enthalten.

b) Aufwendungen für Altersversorgung

in € 2021/22 2020/21
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 278.052,28 418.503,89
übrige Arbeitnehmer:innen 1.084.769,88 624.884,82
Summe 1.362.822,16 1.043.388,71

5.4. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen

in € 2021/22 2020/21
Fremdleistungen 23.425.533,06 17.297.418,42
Rechts- und Beratungsaufwand 9.263.884,93 5.635.667,28
Mieten 8.928.210,66 6.675.021,48
Instandhaltungskosten 4.738.035,04 4.152.486,13
Aufwand aus Kursdifferenzen 3.047.910,03 5.900.101,12
Aufwendungen aus Forderungsausfällen 3.043.611,76 1.255.316,67
Ausgangsfrachten Kunden 2.382.254,73 1.885.246,92
Werbe- und Vertreterkosten 1.421.888,19 808.250,63
Versicherungen 1.416.447,19 1.213.992,48
Raumkosten 936.396,85 852.585,70
Reisekosten 827.531,99 210.515,98
Kraftfahrzeugkosten 269.005,67 175.404,72
sonstige übrige betriebliche Aufwendungen 5.428.207,12 4.033.311,06
Summe übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 65.128.917,22 50.095.318,59

5.5. Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer werden im Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, 8700 Leoben-Hinterberg, offengelegt.

6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB

6.1. Organe, Arbeitnehmer:innen

Die Durchschnittszahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter:innen betrug:

2021/22 2020/21
Arbeiter:innen 656 637
Angestellte 794 674
Gesamt 1.450 1.311

MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS:

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • DI Ingolf Schröder
  • Dr. Peter Schneider (seit 1. Juni 2021)
  • Dipl.-Vw. Simone Faath (bis 25. Oktober 2021)
  • Ing. Heinz Moitzi (bis 31. Mai 2021)

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Mag.a DDr. Regina Prehofer (1. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dr. Georg Riedl (2. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • Prof. Dr. Hermann Eul
  • DI (FH) Georg Hansis, MBA
  • Mag. Robert Lasshofer
  • Dipl.-Phys. Lars Reger, MBA
  • Mag.a Dr. Karin Schaupp
  • Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang Fleck
  • Siegfried Trauch
  • Günter Pint
  • Günther Wölfler

GESAMTBEZÜGE DER MITGLIEDER DES VORSTANDS:

in Tsd. € 2021/22 2020/21
fix variabel Summe fix variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 585 1.552 2.137 562 331 893
DI Ingolf Schröder 409 344 753 329 116 445
Dr. Peter Schneider 327 330 657 0 0 0
Dipl.-VW. Simone Faath1) 238 178 416 196 83 279
Ing. Heinz Moitzi2) 256 72 328 456 240 696
Mag.a Monika Stoisser-Göhring3) 0 0 0 54 26 80
Vorstand gesamt 1.815 2.476 4.291 1.597 796 2.393
Dipl.-VW. Simone Faath1) 599 125 724 0 0 0
Ing. Heinz Moitzi2) 0 308 308 0 0 0
Mag.a Monika Stoisser-Göhring3) 87 436 523 378 184 562
Ehemaliger Vorstand gesamt 686 869 1.555 378 184 562
Summe 2.501 3.345 5.846 1.975 980 2.955

1) Beendigung des Vorstandsmandats per 25. Oktober 2021.

2) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021.

3) ehemaliges Mitglied des Vorstands.

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 848 (Vorjahr: T€ 0) enthalten. In den variablen Bezügen von Ing. Heinz Moitzi sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 308 (Vorjahr: T€ 0) enthalten. In den variablen Bezügen von Mag.a Monika Stoisser-Göhring sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T € 376 (Vorjahr: T€ 0) enthalten.

In den fixen Bezügen "Ehemaliger Vorstand gesamt" sind die Abfertigungszahlung und sonstige Ansprüche im Zusammenhang mit der Beendigung des Vorstandsvertrags von Dipl.-VW. Simone Faath enthalten.

Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Andreas Gerstenmayer T€ 58 (Vorjahr: T€ 55), für Dipl.-VW. Simone Faath T€ 40 (Vorjahr: T€ 15), für DI Ingolf Schröder T€ 40 (Vorjahr: T€ 22) und für Dr. Peter Schneider T€ 33 (Vorjahr: T€ 0) in die Pensionskasse einbezahlt.

ANZAHL DER ZUM BILANZSTICHTAG GESAMT GEWÄHRTEN AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGSRECHTE nach Ab-

zug der ausgeübten beziehungsweise verfallenen Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Mitglieder des Vorstands und ehemaligen Vorstands:

31.03.2022 31.03.2021
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 150.000 150.000
DI Ingolf Schröder 30.000 0
Dr. Peter Schneider 30.000 0
Ing. Heinz Moitzi1) 77.949 90.000
Mag.a Monika Stoisser-Göhring2) 0 90.000
Vorstand gesamt 287.949 330.000
Mag.a Monika Stoisser-Göhring2) 60.000 0
Summe 347.949 330.000

1) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021.

2) ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Zum 31. März 2022 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2018 in Höhe von € 21,94 (12.949 Stück), vom 1. April 2019 in Höhe von € 17,25 (110.000 Stück), vom 1. April 2020 in Höhe von € 17,56 (110.000 Stück) und vom 1. April 2021 in Höhe von € 22,92 (115.000 Stück) unter dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (€ 50,40).

Für die Aufsichtsratsvergütungen 2021/22 wurden € 841.000,00 (Vorjahr: € 439.521,00) aufwandsmäßig erfasst.

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats.

6.2. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es wurden bis zum 16. Mai 2022 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2022 geführt hätten.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2022

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Peter Schneider e.h. DI. Ingolf Schröder e.h.

1. Markt- und Branchenumfeld 141
1.1.
Unternehmensprofil141
1.2.
Wirtschaftliches Gesamtumfeld141
1.3.
Branchenumfeld141
1.4.
Branchen- und Technologietrends144
2. Geschäftsverlauf147
2.1.
Ertragslage 147
2.2.
Vermögenslage 147
2.3.
Geldflussrechnung 148
3. Weitere Angaben149
3.1.
Standorte und Zweigniederlassungen149
3.2.
Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)150
3.3.
Nichtfinanzielle Erklärung 152
4. Forschung und Entwicklung153
5. Chancen und Risiken156
5.1.
Chancen- und Risikomanagement 156
5.2.
Erläuterung der Einzelrisiken 157
5.3.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen164

1. MARKT- UND BRANCHENUMFELD LAGEBERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/22

1.1.Unternehmensprofil

Die AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" bzw. mit ihren Töchtern "AT&S Konzern" genannt) ist der führende Leiterplattenhersteller in Europa und global einer der Technologieführer in der Leiterplattenindustrie. Der AT&S Konzern konzentriert sich auf High-End-Technologien und Anwendungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical. Der AT&S Konzern punktet im mehrheitlich asiatischen Wettbewerb durch den klaren Fokus auf High-End, überdurchschnittliches Prozess-Know-how, Qualität, Effizienz, Kapazitätsauslastung und mit europäischer Governance. Der AT&S Konzern verfügt über sieben kosteneffiziente und kundennahe Standorte in Österreich (Leoben, Fehring), Indien (Nanjangud), China (Shanghai, Chongqing), Malaysia (Kulim) und Südkorea (Ansan).

1.2.Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Weitere Erholung nach COVID-19

Im Anschluss an die pandemiebedingte weltweite Rezession setzte im Jahr 2021 eine Erholung ein, die jedoch von Lieferkettenproblemen und hohen Preisen beeinträchtigt wurde. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2021 um 5,6 % zu. Das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum wuchs um 5,2 %, das in China um 8,1 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2022 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3,5 % steigen22,2 . Hersteller, die aufgrund der Pandemie ihre Produktion 2020 herunterfahren oder einstellen mussten, konnten ihren Betrieb noch nicht ausreichend wieder hochfahren, um die erhöhte Nachfrage nach Gütern zu decken. Dies führte in Verbindung mit Transportproblemen zu Engpässen bei Rohmaterialien und zu Preisanstiegen, wodurch die Inflation Ende 2021 auf einem hohen Niveau lag22,23. Ende 2021 und Anfang 2022 gab es Anzeichen für eine Entlastung der Lieferketten, die Optimismus hinsichtlich eines geringeren Inflationsdrucks aufkommen ließen.

Zu Beginn des Jahres 2022 kam es zur Lockerung der pandemiebedingten Einschränkungen und diese ließen auf eine Entspannung bei den Lieferengpässen und der Teuerung hoffen. Die optimistische Stimmung währte aufgrund von geopolitischen Spannungen jedoch nur kurz. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 löste einen Schock an den globalen Rohstoffmärkten aus. Die unmittelbaren Auswirkungen der Invasion äußerten sich u.a. in drastisch gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreisen, da Russland und die Ukraine wichtige globale Lieferanten von Öl, Gas und Weizen sowie von Vormaterialien für die Elektronikherstellung wie Neon, Palladium, Kupfer, Aluminium und Nickel sind. Als Reaktion auf den Einmarsch verhängten mehrere Länder Sanktionen und andere Handelsbeschränkungen für russische Waren.

Die USA und die EU gaben bekannt, die Fertigung von Elektronik außerhalb von China fördern zu wollen und auch Produktionsunternehmen kündigten beträchtliche Investitionen für neue Anlagen an. Verschärfte Lockdowns in China aufgrund der Nulltoleranzpolitik im Hinblick auf COVID-19-Neuinfektionen sorgen weiterhin für Unsicherheit und Volatilität. Um geopolitischen Risiken entgegenzuwirken, ist einer der Erfolgsfaktoren, die Beschaffung von Rohmaterialien zu diversifizieren. Der russische Einmarsch in die Ukraine hat dies abermals verdeutlicht.

1.3.Branchenumfeld

Verbraucher:innen, Computing, Kommunikation

Der Homeoffice-Trend hat sich 2021 angesichts der in den meisten Teilen der Welt andauernden Pandemie fortgesetzt. Ähnlich wie 2020 haben die Verbraucher:innen daher auch mehr in Elektrogeräte investiert. Der Absatz von Notebooks nahm mit 19 % im Jahresvergleich weiter kräftig zu und erreichte ein Rekordniveau von 257 Millionen verkauften Einheiten24. Auch bei Spielekonsolen wurde aufgrund der hohen Nachfrage nach neuen Modellen ein starkes Wachstum der Stückzahlen von

22 OECD, "Economic Outlook", Dezember 2021

23 OECD, "Economic Outlook, Interim Report", März 2022

24 IDC, "Quarterly Personal Computing Device Tracker", März 2022

27 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet25. Angesichts des zunehmenden Verbraucherinteresses für modernere Wearables konnte zudem der Absatz von Smartwatches und True Wireless Stereo Headsets im Vergleich zum Vorjahr um 10 % bzw. 32 % gesteigert werden. Insgesamt wurden 11 % mehr Wearables ausgeliefert als im Vorjahr26 .

Die Nachfrage nach Ausrüstung im Bereich Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) dürfte den Abwärtstrend bei Kopfhörern umkehren: Der globale Markt für AR-/VR-Headsets legte 2021 gegenüber dem Vorjahr um 92,1 % auf 11,2 Millionen verkaufte Einheiten zu. Vor allem die Weihnachtszeit verhalf der Branche zu einem Rekordjahr. So wurde im vierten Quartal 2021 nahezu die Hälfte des gesamten Jahresvolumens ausgeliefert27 .

Der Smartphone Markt verzeichnete vor dem Hintergrund einer Welle von 5G Upgrades trotz der Versorgungsengpässe und logistischen Schwierigkeiten ein Plus von 5,7 % bei den Stückzahlen gegenüber dem Vorjahr. Der weltweite Absatz von 5G Smartphones stieg von 256 Millionen im Jahr 2020 auf 559 Millionen Einheiten im Jahr 202128. Dank eines soliden Wachstums im ersten Halbjahr 2021 schlossen alle Regionen das Gesamtjahr positiv ab. In China führte eine Abschwächung der Verbrauchernachfrage zu einer Seitwärtsentwicklung. Der Markt wuchs lediglich um 1 % gegenüber dem Vorjahr, obwohl die Anzahl der verkauften 5G-Smartphones im Jahresvergleich um 60 % gestiegen war29 .

Zwar scheinen die Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen nach und nach zur Rückkehr in die Büros aufzufordern, es wird jedoch erwartet, dass branchenübergreifend (Technologie, Banking etc.) vermehrt ein "hybrides" Arbeitsmodell eingeführt wird, d. h. eine Kombination aus Büro- und Telearbeit während einer Arbeitswoche. Die in diesem Zusammenhang vorgenommene Aufrüstung der Büroausstattung könnte das Computing-Segment im ersten Halbjahr 2022 stützen. Künftige hybride Arbeitsmodelle dürften zur Folge haben, dass der Absatz von rechnerbezogener Hardware auf solidem Niveau bleibt, auch wenn das

Wachstum 2022 geringer ausfallen wird als in den beiden Vorjahren30 .

Automotive

Die Entwicklung in der Automobilbranche wurde 2021 von zwei wesentlichen Themen bestimmt: von der Elektrifizierung und von Fahrer Assistenzsystemen (ADAS). Die Durchdringung von Elektrofahrzeugen hat deutlich zugenommen. China führt hierbei das Feld an mit einer Absatzsteigerung um 190 % (Q3 2021 vs. Q3 2020), die durch Pläne für ein Verbot von Verbrennungsmotoren gestützt wurde31. Auf der anderen Seite begünstigen neue Sicherheitsanforderungen und der Wettbewerb um autonome Fahrzeuge den Verkauf von Sensoren und Rechnerkapazität. Als wichtiger Meilenstein im Jahr 2021 gilt die Tatsache, dass das erste Auto die hohen rechtlichen ADAS-Anforderungen von Level 3 erfüllte – ein großer Schritt in Richtung autonomes Fahren.

Allerdings ist die Automobilindustrie immer mehr von der Halbleiterindustrie abhängig und war daher stark von den Engpässen bei der Halbleiter- und Materialversorgung betroffen, sodass 2021 76 Millionen gegenüber 75 Millionen Autos im Jahr 2020 produziert wurden32. Für 2022 wird mit einer Erholung und einer Produktion von 86 Millionen Fahrzeugen gerechnet32. Die hohe Inflation und der Krieg in der Ukraine gefährden dieses Ziel jedoch. Der Markt für Fahrzeugelektronik ist um 12 % und der Markt für Leiterplatten um 25 % gewachsen33. Dies verdeutlicht den Trend hin zu mehr Elektronik in Fahrzeugen und der Verlagerung der Branche auf höherwertige Fahrzeuge während der Krise.

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Elektronik in Fahrzeugen suchen Original Equipment Manufacturers (OEMs) aus der Automobilbranche und Halbleiterproduzenten nach Möglichkeiten für Joint Ventures und die Umstrukturierung und Verlagerung der gesamten Lieferkette. Solche Joint Ventures entwickeln auch Softwareplattformen für die nächste Generation

25 IDC, "Gaming Forecast", Dezember 2021

26 IDC, "Wearables Tracker", März 2021

27 Prismark, "Electronics Supply Chain Reporter Q1 2022", März 2022

28 IDC, "Quarterly Mobile Phone Tracker", März 2022

29 Bernstein, "Global Semiconductors: Asian Semis, QCOM – China Smartphone Tracker (jan)", Februar 2022

30 Prismark, "Electronics Supply Chain Reporter Q4 2021", Dezember 2021

31 PWC, "Electric Vehicle Sales Review Q4 2021", November 2021

32 LMC, "Light Vehicle Forecast", Januar 2022

33 Prismark, "Application Forecasts", März 2022

an Fahrerassistenzsystemen. Durch die vermehrte Zusammenarbeit von Automobilbranche und traditionellen Computer- /Verbraucherunternehmen treten neue Akteure in den Automotive-Markt ein.

Medizintechnik

Nachdem der Aufschub von Operationen und Konsultationen aufgrund der Coronavirus-Pandemie 2020 zu erheblichen Absatzverlusten geführt und die Branche für Medizintechnik eines ihrer schlechtesten Jahre erlebt hatte, setzte in diesem Jahr eine Erholung ein. 2021 sind die Umsätze für Medizinelektronik und Leiterplatten um 13 % bzw. 17 % gestiegen33 .

Auf dem Medizintechnikmarkt lassen sich zwei Trends beobachten. Zum einen legen Verbraucher:innen mehr Wert auf Wohlbefinden und Gesundheit, wodurch der weltweite Absatz von Wearables begünstigt wurde. Gesundheitsbehörden wie die FDA in den USA regulieren die Verwendung dieser Geräte und Verbraucherunternehmen bringen immer mehr FDA konforme Funktionen auf den Markt, um ihr Angebot zu erweitern und auf diese Weise mehr gesundheitsbewusste Kunden zu gewinnen. Zum anderen zeigt sich, dass Regierungen zunehmend versuchen, Verbraucher:innen medizinische Geräte besser zugänglich zu machen, indem sie den Over-the-Counter-(OTC)-Markt öffnen und somit Medizintechnik ohne Rezept erhältlich wird. So drängen beispielsweise Mitglieder des US-Senats darauf, die neue OTC Verordnung für Hörhilfen auf den Weg zu bringen, deren Einführung für Ende 2022 vorgesehen ist. Der neue Markt öffnet auch nicht-medizinischen Unternehmen mit umfassender Erfahrung auf dem Verbrauchermarkt die Türen, sodass entsprechende Geräte für die Konsument:innen erschwinglicher werden. Ebenso planen Medizinunternehmen, diesen Markt zu bedienen. Dazu kooperieren sie mit Verbraucherunternehmen zum Zwecke des Austauschs von Wissen und Kompetenzen.

Industrie und Infrastruktur

Der Bereich Kommunikation ist vom Digitalisierungstrend geprägt, der Jahr um Jahr verstärkt Einzug bei Unternehmen und Verbraucher:innen hält. Der wichtigste Treiber hierbei ist die 5G-Technologie, die Konnektivität und den höheren Datendurchsatz ermöglicht, der zur Erfassung großer Datenmengen erforderlich ist. Mehr als 50 Länder haben bereits das 5G-Funkfrequenzspektrum von unter 6 GHz und mehr als 20 Länder Millimeterwellenfrequenzen versteigert. Telekommunikationsunternehmen können dementsprechend mit dem Aufbau der neuen Infrastruktur beginnen34. 2021 nahm der Einsatz von 5G-Makrozellen und -Kleinzellen um 66 % auf 2 Millionen Einheiten zu. Dies war in erster Linie in China gefolgt von den USA der Fall35. Die Nachfrage nach 5G-IoT-Konnektivität verzeichnete ebenfalls einen starken Anstieg um 250 % gegenüber dem Vorjahr auf 7 Millionen Einheiten. Dies entspricht weniger als 2 % aller IoT-Geräte; bei 4G liegt der Anteil hingegen bei 49 %36 .

Da Unternehmen auf kostengünstigere Verbindungstechnologien zurückgreifen können, integrieren sie verstärkt verbundene Sensoren in ihre Prozesse. Dabei handelt es sich in erster Linie um Bildsensoren, die in der Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Die Stückzahlen haben hier im Jahresvergleich um 28,6 % auf 25 Millionen zugelegt37 .

Halbleiter

Mit einer Umsatzsteigerung von rund 26 % gegenüber dem Vorjahr auf 556 Mrd. \$ hat die globale Halbleiterindustrie 2021 zum Höhenflug angesetzt38. Die Branche war geprägt vom Chipmangel, von der Nachfrageerholung bei Halbleiterchips, der andauernden Pandemie und enormen Investitionen. Über das ganze Jahr 2021 hinweg sah sie sich einer hohen Nachfrage nach Halbleiterkomponenten für verschiedene Anwendungsbereiche gegenüber, darunter das Automotive- und Verbrauchersegment. Dieser verstärkte Bedarf war zunächst in der Automobilindustrie erkennbar, als die Bestellungen von Neufahrzeugen nach einem sehr niedrigen Niveau zu Beginn der Pandemie wieder zunahmen. Die allmähliche Verlagerung der Nachfrage von der Fahrzeugbranche auf andere Segmente kennzeichnete die schwierige Versorgungslage bei Halbleitern im Jahr 2021. Erschwert wurde die Situation durch die gestiegene Anzahl von Verbraucher-, Telekommunikations- und Unterhaltungsgeräten und die Erholung der Fahrzeugnachfrage selbst. Vor diesem Hin-

34 Global Mobile Suppliers Association, "Spectrum Auction Calendar", Januar 2022

35 Prismark, "5G Base Station Shipments", November 2021

36 Yole Development, "5G mMTC and IoT Platforms – Technology and Market Trends 2021", September 2021

37 Yole Development, "Sensors for Robotic Goods Transportation 2021", Mai 2021 38 Semiconductor Industry Association (SIA), "SIA Databook", Februar 2022

tergrund erhöhte die Bevorratung von Chips aufgrund geopolitischer Spannungen die Nachfrage zusätzlich. 2021 wurde eine Rekordzahl von 1,15 Billionen Halbleitern ausgeliefert38. Allein im Dezember 2021 ließ sich ein Zuwachs des globalen Absatzes von 28,3 % gegenüber Dezember 2020 verzeichnen3838 .

Halbleiterhersteller erhöhten ihre Produktion, um dem Chipmangel und der hohen Nachfrage so gut wie möglich Herr zu werden, was zu Rekordumsätzen führte. Die angespannte Lage dürfte jedoch auch im Laufe des Jahres 2022 andauern. Angesichts neuer Technologien, durch die verschiedene Produktsegmente wie Grafikprozessoren sowie Crypto und Edge Computing zunehmend gefragt sind, ist mit Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Halbleitern zu rechnen. Große Branchenplayer kündigten beträchtliche Investitionen in ihre Produktionsanlagen an, um mittelfristig die Kapazitäten für die Chip-Herstellung auszuweiten und so dem Chipmangel zu begegnen. 2021 beliefen sich die Investitionen in der globalen Halbleiterindustrie auf insgesamt 152 Mrd. \$ – das sind 30 % mehr als im Vorjahr39. Die Ausgaben flossen mehrheitlich in Foundrys und standen im Zusammenhang mit neuen Werken und der Einführung von 7-/5-/3-nm-Prozessen.

Der Markt für Flip-Chip-(FC)-Substrate für den Einsatz in Gehäusen von hochwertigen Halbleitern wuchs mit einem Plus von 43 % gegenüber dem Vorjahr (10,6 Mrd. \$) schneller als der Halbleitermarkt selbst33. Vor allem die Nachfrage nach der fortschrittlichsten FC-Substratkategorie des Ball Grid Array (BGA) mit Verwendung des Trägermaterials Ajinomoto Build-up Film (ABF) überstieg das Angebot. 2021 ließen sich zwei Trends beobachten: Zum einen verstärkte der hohe Absatz von Notebooks die Nachfrage nach Substraten für den Einsatz in CPUs. Zum anderen hat sich die vor allem in Rechenzentren verwendete Technologie in Hochleistungsschaltkreisen für Computing und Netzwerke gewandelt und bedarf nun komplexerer und größerer Substrate. Dazu ist pro Einheit eine größere Produktionskapazität erforderlich, wodurch die Engpässe zunehmen. Der Trend hin zu größeren und komplexeren Substraten ist das Ergebnis heterogener Packaging-Konzepte und dürfte anhalten bzw. noch zunehmen40 .

1.4.Branchen- und Technologietrends

Trend an den Endmärkten – das Metaverse

Das Metaverse lässt sich am besten als Weiterentwicklung zu einem intensiveren 3D-Web beschreiben, in das man mit herkömmlichen und AR-/VR-Geräten eintauchen kann. In diesem Zusammenhang ist mit einer Aktualisierung von fünf wichtigen Vektoren zu rechnen: Benutzerhardware, Infrastruktur, Inhalt, Community sowie Währungs- und Abwicklungsmechanismus. Das Metaverse schafft verbesserte Anwendungsfälle rund um Gaming, Unterhaltung, Teamarbeit, Social Media, virtuelle Welten, Bildung und Fitness sowie in verschiedenen Industrieanwendungen. Auf Hardware-Seite liegt der Schwerpunkt auf ARund VR-Geräten. Prognostiziert wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei den Auslieferungen von 48 % auf 42 Millionen Einheiten bis 2025. Auch die größeren Kategorien traditioneller Technik könnten Upgrades zur umfassenderen Darstellung von Inhalten durchlaufen26. Da Headwear leicht sein muss, ist eine verstärkte Modularisierung und Miniaturisierung zu erwarten. Für die höheren Datenraten werden ausgereiftere Kommunikationsmodule und integrierte Antennen (Antenna in Package, AiP) erforderlich sein. Im Zuge der Einführung von AR-/VR-Geräten steigt die Nachfrage nach Kommunikationslösungen mit höheren Bandbreiten, wie 5G und potenzielle Folgetechnologien, sowie nach Rechenleistung aus Rechenzentren.

Neue Packaging-Technologien – heterogene Integration und Chiplets

Zur Steigerung der Rechenleistung wurden Verfahren der Halbleiterverarbeitung verbessert, um auf gleicher Fläche mehr Funktionalität bei geringerem Energiebedarf und gleicher Leistung bieten zu können41. Zusätzlich wurde die Rechnerarchitektur optimiert, um Platz für mehr Prozessorkerne zu schaffen und eine bessere Interoperabilität zu gewährleisten, wodurch immer höhere Rechenleistungen möglich werden. Allerdings ist

39 IC Insights, "The McClean Report", Januar 2022

40 TechSearch International, "Advanced Packaging Update: Market and Technology Trends", Bd. 4, Januar 2022

41 TechSearch International, "Quantifying the Impact of Heterogeneous Integration: Chiplets and SiP", Februar 2021

eine weitere Steigerung der Rechenleistung über das mooresche Gesetz hinaus nicht möglich. Weitere Erhöhungen der Rechenleistung können durch innovative Packaging-Konzepte realisiert werden. Im Gegensatz zum klassischen System-on-Chip(SoC)-Design mit einem einzigen Chip werden heterogene Packaging-Konzepte verwendet, wobei der Mikrochip in mehrere kleine modulare Komponenten, sogenannte Chiplets, aufgeteilt wird. Dieses Konzept ermöglicht eine höhere Rechenleistung zu vergleichsweise moderaten Kosten und mit erweiterter Flexibilität. Dies betrifft nicht nur hochleistungsfähige interne Schaltkreise (Integrated Circuit, IC), wie sie in Servern Anwendung finden, sondern kann auch zur Integration anderer Komponenten wie optischen Schnittstellen verwendet werden. Aktuelle Entwicklungen von Netzwerk-ICs bedienen sich der heterogenen Integration der optoelektronischen Einheit innerhalb des Gehäuses und verbessern somit drastisch die Kommunikationsleistung und Energieeffizienz. Üblicherweise sind optische Einheiten separate Komponenten, die in das System eingebaut werden. Dies zeigt, dass heterogenes Packaging und Chiplets nichts Außergewöhnliches sind, sondern den neuen Standard von leistungsstarken ICs für Rechen-, KI-, Networking- und andere Anwendungen bilden.

Die technische Herausforderung bei heterogenen Packages ergibt sich aus der Verbindung der Chiplets41. Während beim SoC Design nur Verbindungen vom Chip zur darunter liegenden Leiterplatte erforderlich sind, müssen bei der heterogenen Integration zusätzlich die einzelnen Chiplets miteinander vernetzt werden. Es gibt verschiedene Konzepte unter Einbindung von Substraten, Interposern und Siliziumbrücken, die in das Substrat integriert oder darauf angebracht werden. Alle vorherrschenden Lösungen funktionieren mit einem Substrat – in der Regel ein FC Ball Grid Array unter Verwendung von ABF-Material. Die Aufteilung des Chips ermöglicht den Aufbau deutlich größerer ICs, die wiederum größere Substrate benötigen. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Lagen zu, um die benötigte Vernetzung zu gewährleisten. Heterogenes Packaging bedingt also in erster Linie wertorientierte Zuwächse bei Substraten, sie werden größer und komplexer. Diese Entwicklung stellt einen Paradigmenwechsel dar: Während Chiplets günstiger in der Herstellung sind und mehr Flexibilität zulassen als bei Einzelchip-Lösungen, werden Substrate immer komplexer und teurer und gewinnen für den IC an Bedeutung.

2. GESCHÄFTSVERLAUF

2.1.Ertragslage

Die Umsatzerlöse der AT&S sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 um € 89,9 Mio. bzw. 25,9 % auf € 437,3 Mio. gestiegen. Der Umsatzanstieg resultierte aus höheren Handelswarenumsätzen als auch aus höheren Umsätzen mit selbst produzierten Waren.

Die EBIT-Marge hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,1 %-Punkte auf -4,1 % verändert (Vorjahr: -6,2 %). Hauptursachen für den Anstieg waren Wechselkursgewinne, negativ hat sich die Anpassung der variablen Prämie auf den Zielerreichungsgrad, Kosten aus dem SAR-Programm sowie höhere sonstige betriebliche Aufwendungen auf das Ergebnis ausgewirkt.

Das Finanzergebnis betrug € 27,9 Mio. (Vorjahr: € -2,9 Mio.). Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens belaufen sich auf € 37,3 Mio. (Vorjahr: € 2,7 Mio.). Die Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens reduzierten sich auf € 0,1 Mio. (Vorjahr: € 33,5 Mio). Höhere Erträge aus Ausleihungen von € 37,2 Mio. (Vorjahr: € 30,4 Mio.) und der Anstieg bei den sonstige Zinsen und ähnlichen Erträgen auf € 2,6 Mio. (Vorjahr: € 0,3 Mio.) wirkten sich positiv auf das Finanzergebnis aus. Gegenläufig wirkten sich die geringeren Erträge aus Beteiligungen in Höhe von € 0,0 Mio. (Vorjahr: € 21,8 Mio.) sowie die gestiegenen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen von € 49,2 Mio. (Vorjahr: € 24,6 Mio.) aus.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind durch die Reduzierung von aktiven latenten Steuern beeinflusst, woraus ein latenter Steueraufwand von € 3,9 Mio. (Vorjahr: € 2,0 Mio.) resultierte. Der laufende Steueraufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um € 0,7 Mio auf € 1,5 Mio.

Aufgrund der erläuterten Effekte im Betriebs- und Finanzergebnis und den Steuern vom Einkommen und Ertrag ergab sich im aktuellen Geschäftsjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von € 4,4 Mio. (Vorjahr: Jahresfehlbetrag € 26,9 Mio.).

2.2.Vermögenslage

Der Buchwert des Sachanlagevermögens stieg aufgrund von Investitionen in Technologieupgrades sowie in das in Bau befindliche Werk Hinterberg von € 70,7 Mio. auf € 146,7 Mio. an. Der Buchwert des immateriellen Vermögens reduzierte sich wegen der laufenden Abschreibung von € 5,8 Mio. auf € 4,4 Mio.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich aufgrund einer Kapitalerhöhung der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd. von € 251,4 Mio. auf € 320,4 Mio. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen aufgrund der Aufstockung von Gesellschafterdarlehen von € 850,4 Mio. auf € 1.524,3 Mio. Der Anstieg wurde auch durch US-Dollar-Wechselkurseffekte und die daraus resultierenden Bewertungen beeinflusst.

Beim kurzfristigen Umlaufvermögen erhöhten sich die Vorräte von € 29,6 Mio. auf € 45,8 Mio. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen gab es einen Anstieg von € 63,9 Mio. auf € 101,4 Mio. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um € 8,3 Mio. auf € 20,3 Mio. Der Kassenbestand bzw. die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich aufgrund der erhaltenen liquiden Mittel aus Krediten, Schuldscheindarlehen und von Finanzierungspartnern von € 347,3 Mio. auf € 425,9 Mio.

Die aktiven latenten Steuern reduzierten sich von € 21,9 Mio. auf € 18,0 Mio. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass steuerliche Verlustvorträge in einem geringeren Ausmaß angesetzt wurden.

Das Eigenkapital zum Bilanzstichtag 31. März 2022 verringerte sich von € 296,3 Mio. auf € 285,6 Mio. Die Veränderung resultierte aus dem Jahresüberschuss von € 4,4 Mio. und der Dividendenausschüttung von € 15,1 Mio. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 11,0 % lag aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme und des geringeren Eigenkapitals unter dem Vorjahreswert von 17,9 %.

Im Geschäftsjahr 2021/22 erhöhte sich die Nettoverschuldung der AT&S von € 892,6 Mio. auf aktuell € 1.640,5 Mio. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Anleihen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen und Finanzierungspartnern abzüglich Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, Forderungen gegenüber Kreditinstituten sowie sonstigen Wertpapieren und Anteilen des Umlaufvermögens. Der Nettoverschuldungsgrad, berechnet aus dem Verhältnis der Nettoverschuldung zu Eigenkapital, hat sich von 301,2 % im Vorjahr auf 574,4 % erhöht.

2.3.Geldflussrechnung

Die Teilergebnisse der Geldflussrechnung wurden im mehrjährigen Vergleich gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 "Geldflussrechnung UGB" (Juni 2020) berechnet.

Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit zeigte im Geschäftsjahr 2021/22 einen Anstieg. Der höhere Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit von € 74,1 Mio. (Vorjahr: € 2,4 Mio.) ist vorallem auf erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie auf Abweichungen bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit der AT&S wurden im Geschäftsjahr 2021/22 netto insgesamt € 95,8 Mio. in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen investiert (Vorjahr: € 32,2 Mio.). Diese Auszahlungen, die weitere Aufstockung von Gesellschafterdarlehen sowie eine Kapitalerhöhung bei AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd. führten im Wesentlichen zu dem Netto-Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit von € 758,3 Mio. (Vorjahr: € 196,9 Mio.).

Aus der Platzierung einer Hybridanleihe mit einem Nominale von € 350,0 Mio., Zahlungen von Finanzierungspartnern in Höhe von US-\$ 447,0 Mio. sowie der Aufnahme von Krediten und Schuldscheindarlehen in Höhe von € 270,0 Mio. (Vorjahr: € 386,0 Mio.) resultierte ein deutlich über dem Vorjahr liegender Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit von € 762,7 Mio. (Vorjahr: € 264,7 Mio.).

Cashflow (Kurzfassung)
In Mio. € 2021/22 2020/21 2019/20
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit 74,1 2,4 16,0
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -758,3 -196,9 -130,8
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 762,7 264,7 7,8

3. WEITERE ANGABEN

3.1.Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Basierend auf der Produktions- und Technologievielfalt, der Flexibilitität in der Fertigung und dem breiten Kundenspektrum setzt das Werk in Leoben den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt u.a. die Produktion mittels der Embedding-Technologie. Weiters wurde in den Ausbau der IC-Core-Linie investiert, um die benötigten Vormaterial Kapazitäten für die Produktion in Chongqing bereitzustellen. Das Werk in Fehring, dessen Auslastung im Geschäftsjahr 2021/22 sehr gut war, bedient alle Business-Unit-AIM-Segmente Industrie, Medizin und Automotive.

Shanghai Der Standort Shanghai fertigt HDI (High Density Interconnection)-Leiterplatten höchster Technologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Der Standort war in der Lage, die Nachfrage nach HDI- und mSAP-Leiterplatten erfolgreich zu bedienen und konnte sich als führender Anbieter in der neuesten Technologiegeneration etablieren. Das breite technologische Leistungsspektrum des Standortes wurde von den Kunden sehr gut aufgenommen und der Standort war in den Monaten der Hochsaison durchgängig an der Kapazitätsgrenze. 2021/22 zeigte sich eine weiterhin stabil hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden.

Chongqing Am Standort Chongqing befinden sich derzeit zwei operative und ein im Bau befindliches Werk für High-End-Produkte. Das Werk Chongqing I für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrates) lief das ganze Jahr an der Kapazitätsgrenze. Der Neubau des neuen zweiten Werks (Chongqing III) für IC-Substrate verlief plangemäß. Die erste von vier Linien wurde erfolgreich hochgefahren und die Installation der zweiten und dritten Linie verlief wie geplant. Ende des kommenden Geschäftsjahres sollten alle Linien erfolgreich installiert und im Vollbetrieb sein. Im Werk Chongqing II werden für mobile Anwendungen High-End-mSAP-Leiterplatten sowie Leiterplatten für Module gefertigt. Die Produktionskapazitäten für Module wurden weiter ausgebaut, um die steigendenden Kundenbedarfe im High-End-Bereich zu bedienen. Der Vollausbau des Werks soll im kommenden Geschäftsjahr abgeschlossen werden.

Kulim Aufgrund der hohen Nachfrage nach IC-Substraten wurde in Kulim/Malaysia mit der Errichtung von zwei neuen Werken für IC-Substrate begonnen. Der Werksneubau wurde im Oktober gestartet und verläuft plangemäß. Im Vollausbau können in den beiden Werken bis zu zehn Linien installiert werden. Darüber hinaus bietet der Standort Platz, um bis zu zwei weitere Werke zu errichten.

Ansan Die sehr positive Entwicklung des Standorts in Korea konnte im Geschäftsjahr 2021/22 weiter fortgesetzt werden, vor allem im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer. Die Erweiterung des Werks wurde im Geschäftsjahr 2021/22 fertiggestellt und die Produktion gestartet.

Nanjangud Der Standort war im gesamten Geschäftsjahr gut ausgelastet und konnte vor allem Kunden aus dem Automotiveund Industriesegement bedienen. Die Qualifizierung für die HFund HDI-Produkte konnte fortgesetzt werden und damit die Strategie zu höherwertigen Technologien im Produktmix weiter verfolgt werden.

Hongkong Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holding-Gesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates – und damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsgesellschaften – sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Vertriebsservicegesellschaften Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2021/22 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

3.2.Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2022 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,10 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar: siehe Tabelle unten.

Zum Stichtag 31. März 2022 befanden sich rund 64,4 % der Aktien im Streubesitz. Außer den unten angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer:innen mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Die Verträge von allen Vorständen enthalten eine "Change of Control"-Klausel: Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor. In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen ("Sonderkündigungsrecht"). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrags, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrags einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu 21.367.500 € zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Außerdem wurde der Vorstand von AT&S in der Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis

Maßgebliche direkte und indirekte Beteiligungen
Stk./in % Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Wien, Österreich
7.013.133 18,05 % 18,05 %
Androsch Privatstiftung,
Wien, Österreich
6.819.337 17,55 % 17,55 %

zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde diesbezüglich auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats nach Maßgabe der aktienrechtlichen Vorschriften die Ausgabe- und Ausstattungsmerkmale sowie die Wertpapierbedingungen der Wandelschuldverschreibungen (insbesondere Zinssatz, Ausgabebetrag, Laufzeit und Stückelung, Verwässerungsschutzbestimmungen, Wandlungszeitraum, Wandlungsrechte und -pflichten, Wandlungsverhältnis sowie Wandlungspreis) zu bestimmen. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen.

Zudem wurde das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien um bis zu 21.367.500 € bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

Folgende betragsmäßige Determinierung der angeführten Ermächtigungen ist zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Satzung wurde entsprechend dieser Beschlüsse zum genehmigten Kapital und zum bedingten Kapital bzw. zu den Wandelschuldverschreibungen in § 4 (Grundkapital) geändert.

Eigene Aktien

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Die diesbezüglichen Ermächtigungen durch Beschluss der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 zu Punkt 9 der Tagesordnung wurden widerrufen.

Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2022 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Freie Rücklagen

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen AT&S und ihren Tochtergesellschaften.

AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 22 "Gezeichnetes Kapital" sowie Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten", verwiesen.

Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/ corporategovernance/berichte/ abrufbar.

3.3.Nichtfinanzielle Erklärung

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs. 6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2021/22 als gesondertes Kapitel beigefügt.

4. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Strukturierte Erschließung der technologischen Chancen

Der Fokus der AT&S Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten richtet sich darauf, die Chancen aus der Digitalisierung und Ökologisierung für AT&S zu nutzen. Die Elektronikindustrie, speziell die Mikroelektronik, nimmt hier eine besondere Schlüsselrolle ein. Sie stellt Systeme zur Verfügung, welche die Digitalisierung erst ermöglichen (z.B.: Datenzentren und Computer mit Hochleistungsprozessoren). Durch geschickten Aufbau der Gesamtsysteme kann zudem auch der Energieverbrauch dieser Geräte drastisch reduziert werden. Zusätzlich ist die Mikroelektronik auch die Basis für gänzlich neue Lösungen zur effizienteren Energienutzung im Zuge der Elektrifizierung entlang der Energiewertschöpfungskette (Energiegewinnung, Transport, Speicherung und Nutzung wie für die Elektromobilität) und dessen Management. Die dazu laufenden Projekte werden in unseren vier Kernentwicklungsfeldern zusammengefasst:

Miniaturisierung und Funktionale Integration: Elektronische Geräte werden nicht nur immer kleiner und leichter, sie werden zugleich zunehmend leistungsfähiger und erfüllen immer mehr Funktionen. Aufgabe von AT&S ist es, dafür die Grundlage zu schaffen. Dazu arbeitet das Unternehmen im Besonderen an neuen Technologien, die die Dichte der Leiterstrukturen erhöhen und die Dicke der Systeme verringern. Ein weiteres Forschungsfeld sind Technologien, mit denen elektronische Komponenten direkt in Leiterplatten und Substrate integriert werden können. Dies erhöht die Packungsdichte und die Effizienz des Gesamtsystems.

Schnelle Signalleitung: Mit der fortschreitenden Digitalisierung und getrieben durch verbesserte Datenübertragungsmöglichkeiten (5G und 6G oder Ähnliches in weiterer Folge) wird das zu verarbeitende Datenvolumen in den kommenden Jahren stark wachsen. Bei elektronischen Systemen, die bei höheren Frequenzen arbeiten (z.B. Kommunikationsmodule für 5G und in Zukunft 6G, Radarsysteme für Autos), werden neue Lösungen für die Verbindungstechnologie benötigt. Über Entwicklungsprojekte in diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell, präzise und verlustarm leiten.

Leistung und Leistungseffizienz: Im Bereich der Elektrifizierung gibt es derzeit angesichts der Nachhaltigkeitsbestrebungen einen starken Trend zu CO2-neutraler Energieerzeugung, neuen Energieträgersystemen und elektrisch basierten Antriebsformen. AT&S konzentriert seine Entwicklungstätigkeit auf Systeme, die eine optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten von der Energieerzeugung bis zur Nutzung ermöglichen und somit große Leistungen schalten, regeln bzw. übertragen können.

Manufacturing of the Future: Die industriellen Produktionsprozesse werden sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Die Prozesse werden verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) organisiert sein, und die Nachhaltigkeit wird auch hier eine wichtige Rolle spielen: Die Herstellung von Produkten muss mit einem minimalen Verbrauch von natürlichen Ressourcen erfolgen, höchst zuverlässig sein und hinsichtlich der eingesetzten Materialien eine Nachnutzung ermöglichen. AT&S arbeitet an neuen Lösungen, die eine effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, Energie etc.) erlauben. Dabei werden über Digitalisierung große Datenmengen zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen sowie von Produkteigenschaften und -qualität nutzbar gemacht und neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion erarbeitet.

Innovationsrate weiterhin hoch

Der Vitality Index misst die Auswirkung der Innovationskraft eines Unternehmens. Er beschreibt den Anteil am Umsatz, den AT&S mit innovativen Produkten erzielt hat, die während der vergangenen drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. Grundsätzlich gilt: Der Vitality Index ist in den Jahren nach einer erfolgreichen Implementierung neuer Technologien höher und in Phasen der Entwicklung von neuen Technologien (also in der Phase vor ihrer Markteinführung) niedriger. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sehen wir die Auswirkung von der Einführung von neuen, innovativen Produkten am Markt. AT&S strebt im Mittel einen jährlichen Vitality Index von mindestens 20 % an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ergab sich ein Vitality Index von 44,4 %.

AT&S beschäftigt sich derzeit intensiv mit neuen Technologien zur Herstellung von leistungsfähigeren und energieeffizienten Substraten für Computerprozessoren. Ebenfalls im Fokus stehen Technologien zur Herstellung von Modulen (elektronische Einheiten für spezifische Aufgaben, die mehrere Bauelemente miteinander verbinden) sowie neue Lösungen für den Mobilfunkstandard 5G.

Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens spiegeln sich u.a. in der Anzahl und Qualität seiner geistigen Schutzrechte: Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt 49 Erfindungen neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 446 Patentfamilien, die zu 600 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

F&E-Aufwand: 11,4 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf 181,5 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d.h. in Relation zum Umsatz) von 11,4 % gegenüber 10 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Zweistufiger Entwicklungsprozess

AT&S stellt die Effizienz in der Entwicklung u.a. dadurch sicher, dass das Unternehmen weltweit eng mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen zusammenarbeitet.

AT&S folgt einem zweistufigen Innovationsprozess: Im ersten Schritt werden Möglichkeiten identifiziert, Ideen auf ihr Entwicklungspotenzial geprüft, neuartige Konzepte entwickelt und die prinzipielle Realisierbarkeit dieser Konzepte geprüft. Diese Stufe entspricht der angewandten Forschung und Technologieevaluierung.

Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und -implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

Begleitet werden diese Entwicklungstätigkeiten durch Entwicklungen im virtuellen Bereich. Zusehens werden Produkteigenschaften, Zuverlässigkeitsverhalten und Prozesse durch Simulation unterstützt. Das Zentrum für diese Entwicklungen ist am Standort in Leoben angesiedelt. Hier wurde auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr beschlossen, ein neues Entwicklungszentrum für "Substrate und Advanced Packaging" zu errichten.

Wesentliche Entwicklungsprojekte

Ein Schwerpunkt der F&E Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr waren weiterhin die Arbeiten an den nächsten Substrat- und Packaging-Technologien. Hier ist der Fokus auf neuen Technologien, die es ermöglichen, die Strukturen auf den Leiterplatten und Substraten noch kleiner zu machen. An den Standorten Chongqing und Leoben befinden sich derzeit einige der benötigten Technologien in Entwicklung. Dabei wird auch sehr intensiv mit unseren Lieferanten an neuen Herstellungskonzepten gearbeitet. Diese Technologiebausteine werden dazu benutzt, um bei zukünftige Generationen an Computerprozessoren die Signalleitung ins System und die Energieversorgung sicherzustellen. Diese Computerprozessoren bilden das Herzstück für fast alle elektronischen Systeme.

Intensiv weitergearbeitet wurde an Projekten im Hochfrequenzbereich für den neuen Mobilkommunikationsstandard 5G und Radarsystemen. Mit einer hochinnovativen technischen Lösung von AT&S aus diesem Forschungsfeld, den sogenannten "Air Filled Wave Guides", konnte auch der letztjährige "Futurezone Award" gewonnen werden.

Zusätzlich konnte ein großes, kooperatives Forschungsprojekt mit vielen europäischen Partnern entlang der elektronischen Wertschöpfungskette gestartet werden, das zum Ziel hat, hocheffiziente elektronische Systeme basierend auf einer neuen Halbleiterklasse, den sogenannten "wide band-gap devices", die auf Silicium Carbid (SiC) bzw. Galium Nitirid (GaN) basieren, für die Anwendungen in der Leistungselektronik zu entwickeln. Diese kommen in Zukunft in Bereichen der Elektromobilität, industriellen Anwendungen bis hin zur Energieerzeugung zum Einsatz.

Im Bereich Medizintechnik konnte ein neuer Entwicklungsschritt in Richtung Miniaturisierung erreicht werden. Speziell für die Anwendung in Hörgeräten wurden substratähnliche Leiterplatten, die extrem klein und dünn sind, entwickelt. Diese stellen nicht nur sehr robuste Substrate dar, sondern müssen auch sehr gute Eigenschaften im Signaltransport aufweisen, um eine optimale Audioqualität sicherstellen zu können. Diese Entwickung wurde mit dem Innovationspreis des Landes Steiermark 2022 ausgezeichnet.

Kooperation mit Forschungseinrichtungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die nationale und internationale Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen weiter intensiviert. Im Vordergrund stand die Festigung der Kooperationen, die in den vorangegangen beiden Jahre eingegangen wurden. Hier konnten schon erste gute Ergebnisse erreicht werden. Zusätzlich wurde der Fokus auf Forschungseinrichtungen um den neuen Standort in Malaysia gelegt und es konnte eine strategische Kooperation mit der Shanghai University eingegangen werden.

5. CHANCEN UND RISIKEN

5.1.Chancen- und Risikomanagement

STRUKTUR UND INSTRUMENTE

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, ein einheitliches System zur Verfügung zu stellen, welches es ermöglicht, positive oder negative Abweichungen von den Unternehmenszielen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Das Risikomanagement berichtet dem Gesamtvorstand quartalsweise in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest

zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen.

Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (s. Abb. 2).

RISIKOMANAGEMENT 2021/22

Im Geschäftsjahr 2021/22 lag der Fokus des Risikomanagements, neben dem Management der Risiken aus dem operativen Geschäft, in der Implementierung und Weiterentwicklung einer softwarebasierten GRC-Lösung. Ziel dieser Weiterentwicklung ist eine engere Verknüpfung der Governance-, Riskund Compliance-Prozesse sowie die Nutzung von Synergien.

5.2.Erläuterung der Einzelrisiken

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und der erwarteten Risikotendenz in den kommenden Geschäftsjahren ist in Abb. 3 dargestellt und wird in der Folge genauer erläutert.

Risikokategorie Wesentliche Risiken & Chancen Tendenz Risikominderung & Chancenrealisierung
STRATEGIE · Verkaufspreisentwicklung
· Kapazitatsauslastung
· Technologische Entwicklung
· Investitionen
· Konsequenter Fokus auf High-End-Technologien & Zielapplikationen
· Kundennähe und frühzeitige Kundenkontakte
· Technologieentwicklungsprojekte & Technologie-Roadmap
· Marktanalyse, Strategieprüfung und - anpassung
MARKT · Markt- und Segmententwicklung
· Entwicklung Schlüsselkunden
· Verkaufsstrategie und Umsetzung
· Ausbalancierte Segmentportfolios und Diversifikation des Kundenportfolios
· Neukundenakquisition & Anteilsteigerung bei bestehenden Kunden
· Konsequente Akquisition von definierten Zielapplikationen
BESCHAFFUNG · Entwicklung Einkaufspreise
· Single-Source-Risiko & Supply Chain
Disruption
· Beschaffungsstrategie (Verhandlung, Allokation, technische Anderungen)
· Lieferanten-Risikobewertung & Multi-Sourcing
UMFELD · Verlust von vertraulichen
Informationen
· Katastrophen, Brandfall
· Politisches Risiko
· Pandemie
· Erhöhung des Sicherheitsleveis durch die Implementierung eines
Informationssicherheitmanagementsystems (ISO 27001)
· Interne & externe Audits, Notfallübungen
· Business-Continuity-Management, Versicherung
· Sofortmaßnahmen (z.B. Schutzmaßnahmen, Abstandsregelungen, Home Office)
OPERATIV · Qualitätsperformance
· Geistiges Eigentum
· Projektmanagement
· Betriebskosten
· Black-Belt-Programm, laufende Qualitatsverbesserungsmaßnahmen
· Kontinuierlicher Ausbau und Absicherung des IP-Portfolio
· Konsequentes Projektmanagement
· Kostenreduktions- und Effizienzsteigerungsprogramme an allen Standorten
ORGANISATION · Verlust von Schlüsselkräften · Mitarbeiterbindung, Steilvertreterregelung & Nachfolgeplanung
FINANZ
· Wechselkursrisiko
· Finanzierung & Liquiditat
· Steuerrisiko
· Weltpenchtigungen
· Natürliches FX Hedging durch langfristige CF-Planung
· Langfristige Finanzierungs- und Liquiditatsplanung, Zinsswaps
· Kontinuierliche Compliance-Überprüfung mit Steuergesetzgebungen
· Projektcontrolling; Impairment-Tests; Strategieprüfung und -anpassung

STRATEGIE

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI). Um das Geschäft mit High-End-Substraten als strategisches Standbein zu sichern, tätigt AT&S die bisher größte Investition in der Geschichte des Unternehmens für eine Produktionsstätte im Kulim Hi-Tech Park, Kedah, Malaysia mit einer geplanten Investitionssumme von rund 1,7 Mrd. €. Das Projekt wird in Kooperation mit zwei führenden Herstellern von High-Performance-Computing-Halbleitern durchgeführt, welche auch zur Finanzierung des Projekts beitragen. Der Bau der Anlage ist bereits im Gang, sie soll bis 2024 betriebsbereit sein. Auch der erfolgreiche Produktionsanlauf der erweiterten Kapazitäten in Chongqing bedient die wachsende Nachfrage nach ABF-Substraten. Die vollen Kapazitäten sollen im dritten Quartal im Geschäftsjahr 2023/24 zur Verfügung stehen.

Des Weiteren investiert das Unternehmen am Standort Leoben-Hinterberg in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Ein wesentlicher Teil des Investitionsvolumens von 500 Mio. € wird in ein neues Forschungszentrum inklusive einer Kleinserien- und Prototypenproduktion fließen. Zusätzlich erfolgt ein weiteres Technologie-Upgrade bei Produktionsanlagen.

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kundenspezifische Technologien, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Durch den klaren Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle, konnte AT&S im Technologiesegment HDI (High Density Interconnect) dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion in diesem Bereich bislang erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie z.B. für die Automotive-Industrie übertragen. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf neue Technologien sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industriesegment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Der Bedarf nach ABF-Substraten, die am Standort in Chongqing, China, produziert werden, ist ungebrochen stark. Um der Nachfrage gerecht zu werden, investiert AT&S in Chongqing in den Ausbau der vorhandenen Flächen (Chongqing III) für die Produktion von ABF-Substraten, sowie in einen Produktionsstandort in Kulim, Malaysia. Diese Kapazitätserweiterung wird das Unternehmenswachstum weiter unterstützen und es ermöglicht AT&S, sich bei neuen Kunden zu positionieren.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Des Weiteren haben Mitbewerber im letzten Jahr substanzielle Investitionen in ABF-Substrat-Kapazitäten angekündigt. Auch wenn aktuelle Nachfrageprognosen dagegensprechen, besteht die Möglichkeit einer Überkapazität mit damit verbundenem Preisverfall, sobald die Investitionen für den Markt als Produktionskapazität zur Verfügung stehen.

Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2022/23 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Geringere Nachfrage für IC-Substrate, stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive und Industrie sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Trotz der pandemiebedingten Beschleunigung der Digitalisierung und der damit erhöhten Nachfrage nach High-End-Verbindungslösungen kann die ungewisse Entwicklung der COVID-19-Pandemie weiterhin zu einer negativen Geschäftsentwicklung führen. Eine Verschärfung der COVID-19-Pandemie, wie derzeit in China (SHA), könnte einen negativen Effekt für AT&S haben. Die Pandemie führt zu unterschiedlichen Entwicklungen in den Segmenten. Im Bereich Automotive führt weiterhin der Engpass an Chips zu einer Verzögerung des Marktaufschwungs. Des Weiteren beeinflusst der Ukraine-Russland-Konflikt die Entwicklung im Automotive-Segment negativ. Die temporäre Schließung von Produktionsstätten sowie die Schwierigkeiten im Hinblick auf Materialverfügbarkeit stellen Automobilhersteller vor Herausforderungen, welche sich auch auf AT&S auswirken können. Neben den direkten Auswirkungen auf Materiallieferungen und die Nachfrage einzelner Märkte werden signifikante sekundäre Effekte erwartet. Die Störung der Lebensmittelversorgung, Energielieferungen und Transportwege hat schwerwiegende Auswirkungen. Je nach Länge des Konflikts, können die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft immens sein. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern. Neben der Beherrschung von Risiken werden aufgrund von Kunden- und Applikationsanalysen krisenfeste Applikationen forciert.

MARKT

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 70 % zum Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder Profitabilität bei diesen Kunden. Die laufende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produkte konnten zuletzt erfolgreich vorangetrieben werden und unterstützen die schnelle Kompensation von möglichen negativen Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden.

BESCHAFFUNG

Einkaufspreise & Verfügbarkeit

Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Der Fokus im Geschäftsjahr 2021/22 lag auf der Verfügbarkeit von Rohmaterialen sowie der Preisentwicklung. Insbesondere der Ukraine-Russland-Konflikt und dessen Auswirkung auf die Verfügbarkeit von Materialien und in weiterer Folge auf die Preissituation können einen negativen Effekt für AT&S haben. AT&S hat durch gezieltes Lieferantenmanagement das Beschaffungsrisiko reduzieren können. Jedoch wird damit gerechnet, dass der derzeitige Trend steigender Rohmaterialpreise auch noch im kommenden Geschäftsjahr anhält, da die globalen Produktionskapazitäten von Materialien aufgrund der COVID-19-Pandemie sowie dem Ukraine-Russland-Konflikt gesunken sind, während die weltweite Nachfrage wieder steigt. Insbesondere die Entwicklung der Preise und Verfügbarkeit von Rohmaterialien, wie z.B. Kupfer, können eine massive Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung haben. Die Rohmaterialknappheit führt zu längeren Vorlaufzeiten und Unsicherheiten in Bezug auf Liefertermine. Steigende Transportkosten, insbesondere für Luft- und Seefracht, sowie knappe Transportkapazitäten stellen AT&S vor weitere Herausforderungen. Die Sperre des russischen Luftraums sowie die Umgehung von Häfen im Krisengebiet führen zu alternativen Transportrouten, welche sich negativ auf die Transportkosten und Lieferzeiten auswirken können. Auch pandemiebedingte lokale Lockdowns können zur Verringerung von Transportkapazitäten, beispielsweise Stau in Flughäfen und Häfen, führen. Die starke Nachfrage von Produktionsequipment führt zu längeren Lieferzeiten von Maschinen und kann geplante Investitionen verzögern. Auch zukünftig kann es in den von AT&S angesteuerten Wachstumsmärkten zu Kapazitätsengpässen von Produktionsmaterialien, Komponenten und Equipment kommen und den Geschäftsverlauf von AT&S beeinflussen.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Knowhow und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Kundenspezifikationen können die verwendeten Rohmaterialien nur auf bestimmte Lieferanten beschränken, weshalb eine Abhängigkeit für AT&S entstehen kann. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es aber in der Regel alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

UMFELD

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie z.B. Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolicen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Die seit nun zwei Jahren andauernde Pandemie stellt AT&S nach wie vor vor Herausforderungen. Mit dem Ziel, einerseits Mitarbeiter:innen bestmöglich vor dem Erreger SARS-CoV-2 zu schützen und andererseits den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten, um damit Arbeitsplätze zu sichern, wurden zahlreiche Schutzmaßnahmen getroffen. Es wurde eine Maskenpflicht am Betriebsgelände eingeführt, die Homeoffice-Regelungen umfassend ausgeweitet, der Kantinenbetrieb eingeschränkt und die Dienstreisetätigkeit gestoppt. Insbesondere an den chinesischen Produktionsstandorten kann durch das Einrichten von Schlafstätten für das Personal im Fall eines lokalen Lockdowns der Betrieb aufrechterhalten werden. Sondertransportgenehmigungen ermöglichen im Fall eines Lockdowns, dass dringende Lieferungen ausgeliefert und neue Materialien für die Fertigung beschafft werden können. Zur regelmäßigen Information aller Mitarbeiter:innen wurde außerdem ein eigener Infopoint im AT&S Intranet erstellt und eine eigene Telefonhotline für alle Fragen der Belegschaft eingerichtet. Für die Umsetzung, Überwachung und gegebenenfalls Anpassung dieser Maßnahmen wurde eine Taskforce in den jeweiligen Standorten eingerichtet.

Eine Verschärfung der aktuellen Rahmenbedingungen, die Bereitstellung der Fertigungsmaterialen und des Personals, die Abläufe in der Lieferkette sowie die Nachfragesituation können den Geschäftsverlauf nach wie vor beeinflussen. Die weltweiten Auswirkungen der Pandemie können zu einer Nachfrageschwäche in einigen Kundensegmenten führen.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen.

Der seit Februar 2022 andauernde Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Neben der daraus resultierenden humanitären Katastrophe hat dieser Konflikt auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich auch in deren Preisentwicklung widerspiegelt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Gasversorgung können auch einen negativen Effekt auf AT&S mit sich bringen. Inbesondere die österreichischen Produktionsstätten wären von einem Stopp der Gaszufuhr betroffen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Weitreichende Sanktionen und weitere unerwartete geopolitische Entwicklungen können die Geschäftstätigkeit von AT&S negativ beeinflussen. Um neue Entwicklungen im Konflikt und daraus resultierende Auswirkungen auf AT&S schnellstmöglich identifizieren zu können, wurde ein Krisenteam etabliert, welches mit dem Monitoring und der Mitigation betraut ist.

Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aus derzeitiger Sicht hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S, da die Weiterverarbeitung der Produkte zum Großteil in China erfolgt. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Des Weiteren könnte eine Verschlimmerung des Korea-Konflikts oder ein Krieg in Ostasien (z.B. China und Taiwan) einen negativen Effekt auf die Geschäftstätigkeiten haben. Weiters können daraus resultierende makroökonomische Entwicklungen einen negativen Einfluss auf die Geschäfte von AT&S haben.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Schadenersatzbzw. Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100 %-ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeiter:innen. Das Governance, Risk & Compliance Committee ("GRC Committee") hat die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Compliance- und Governance-Risiken zum Ziel. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform "We Care" eingeführt, welche es Mitarbeiter:innen und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und Informationssicherheit. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde ein Projekt zum Thema "EU-Datenschutz-Grundverordnung" umgesetzt. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Zertifizierung aller europäischen Standorte nach ISO 27001 wurde das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) in allen Produktionsstandorten ausgerollt. In diesem Zuge wurden diese Standorte auch nach ISO 27001:2013 zertifiziert und befinden sich derzeit in der Rezertifizierungsphase. Durch die Orientierung an internationalen IT-Standards werden ein sicherer Umgang und angemessener Zugang zu Informationen gewährleistet sowie zuverlässige Systeme zur Verfügung gestellt.

OPERATIV

Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance, geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung von zugesagten Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Im Mobile Device Business können Qualitätsmängel zur Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess der AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitätsund Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil, Luftfahrt und Medizintechnik. Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu erhalten. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate in Chongqing und Kulim ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens spezifische Risiken. Der Markt für IC-Substrate wird durch technologische Änderungen beeinflusst. Der Aufbau eines R&D-Centers mit Prototypenproduktion in Österreich soll auch der Entwicklung neuer Technologien dienen und so zur Minderung des Marktrisikos von IC-Substraten beitragen. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko von neuen Technologieentwicklungen. Komplikationen beim Vorantreiben dieser technologischen Entwicklungen und der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Im laufenden Jahr wird sich AT&S auf den Produktionsanlauf der neuen Kapazitäten im Werk III in Chongqing, China, konzentrieren, die Investitionsvorhaben in Kulim, Malaysia, und den Ausbau des Standorts in Leoben, Österreich, weiter vorantreiben sowie Technologie-Upgrades an anderen Standorten durchführen.

Kostenkontrolle

Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

ORGANISATION

Mitarbeiter:innen

Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter:innen der AT&S Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter:innen in allen Bereichen der Wertschöpfung zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. Die beiden Großprojekte (Leoben und Kulim) erfordern eine hohe Anzahl an qualifiziertem Personal. AT&S sucht rund 6.000 neue Arbeitskräfte in Malaysia und 700 Arbeitskräfte in Österreich. Sollte es nicht möglich sein, ausreichend qualifiziertes Personal anzuwerben, könnte sich dies negativ auf den Projektfortschritt der Großprojekte auswirken. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen weiter auszubauen.

FINANZ

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in China ergeben sich wesentliche Währungsrisiken aus dem RMB sowie aus dem USD. Das Ausmaß dieser Risiken wird laufend analysiert. Die Ergebnisse fließen in Strategien zur Umsetzung eines effizienten Währungsmanagements ein.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungsund Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury mit entsprechenden Finanzinstrumenten.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z.B. der OECD (insbesondere in Hinblick auf den BEPS Aktionsplan ("Base Erosion and Profit Shifting")). Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht ein Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten.

ESG

Im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements wurden auch Risiken in Bezug auf ESG – das sind jene im Hinblick auf Umwelt, Soziales und verantwortungsvolles Unternehmertum – berücksichtigt. Für nähere Informationen zu den wesentlichen ESG-Risiken wird auf den nichtfinanziellen Bericht 2021/22 im Kapitel "Die Verankerung und Steuerung der Nachhaltigkeit" verwiesen.

5.3.Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Corporate Accounting und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

6. AUSBLICK

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges ging man davon aus, dass die meisten wichtigen globalen makroökonomischen Variablen nach der COVID-19-Pandemie im Zeitraum 2022-23 zur Normalität zurückkehren. Der OECD-Wirtschaftsausblick vom Dezember 2021 prognostizierte ein globales BIP-Wachstum von 4,5 % im Jahr 2022 und 3,2 % im Jahr 2023. Russland und die Ukraine sind große Produzenten und Exporteure von wichtigen Nahrungsmitteln, Mineralien und Energie. Die seit dem Ausbruch des Krieges zu beobachtenden Bewegungen bei den Rohstoffpreisen und auf den Finanzmärkten könnten, wenn sie anhalten, das weltweite BIP-Wachstum im laufenden Jahr um über 1 Prozentpunkt verringern und die weltweite Verbraucherpreisinflation um etwa 2½ Prozentpunkte erhöhen42 .

Die Nachfrage nach Kommunikationsinfrastruktur dagegen, die für das Übertragen der Daten notwendig ist, steigt ebenso wie die Nachfrage nach Rechenkapazität. Neben dem Zuwachs an Endgeräten ist es vor allem die gesteigerte Nutzung, die hier den Bedarf treibt. Positiv auf die Nachfrage wirkt dabei der Anstieg des Datenverkehrs und des Datenvolumens. Für das Kalenderjahr 2022 gehen die Marktanalysen von einem weiteren Wachstum bei Leiterplatten von 4 % und IC-Substraten von 15 % aus. Bezüglich weiterführender Informationen zu Industrie- und Technologie-Trends wird auf Punkt 1 "Markt- und Branchenumfeld" des Lageberichts verwiesen.

Strukturelle Trends treiben Wachstum

Auch im Geschäftsjahr 2022/23 wird die globale Entwicklung in Richtung einer digitalen Gesellschaft voranschreiten. Der Einsatz von immer smarter werdenden Geräten und die zunehmende Vernetzung generieren exponentiell wachsende Datenmengen. AT&S ist in allen davon betroffenen Marktsegmenten mit seinen Lösungen und Dienstleistungen bestens positioniert. Die Geschäftsmöglichkeiten, die sich dadurch bieten, wird AT&S nutzen, um auch künftig schneller als der Markt profitabel zu wachsen. Zur Ausweitung unserer Leistungsfähigkeit investieren wir konsequent hohe Summen in Technologieentwicklung und Kapazitätsausbau. Unsere langfristigen Unternehmensziele spiegeln unseren klaren Wachstumsanspruch in profitablen Marktsegmenten und Applikationen wider.

Der positive Ausblick der Elektronikindustrie wird aktuell durch den Engpass bei Halbleitern und der Ungewissheit bezüglich der Auswirkungen der COVID-Maßnahmen in China gedämpft. Für die Segmente von AT&S gestalten sich die Erwartungen derzeit wie folgt: Die Marktgegebenheiten bei IC-Substraten bieten mittelfristig weiterhin erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. Im Bereich der mobilen Endgeräte bleiben der Mobilfunkstandard 5G wie auch das Geschäft mit Modulleiterplatten ein positiver Treiber. Bei Automotive sollte sich die Halbleiterknappheit etwas entspannen und einen positiven Trend zeigen. Bei Industrial und Medical erwartet AT&S für das laufende Geschäftsjahr weiterhin eine positive Entwicklung.

Operativ wird sich AT&S im laufenden Jahr auf den Produktionsanlauf der neuen Kapazitäten im Werk III in Chongqing, China, konzentrieren, die Investitionsvorhaben in Kulim, Malaysia, und den Ausbau des Standorts in Leoben, Österreich, weiter vorantreiben, Technologie-Upgrades an anderen Standorten durchführen und natürlich die geschäftliche Performance weiter optimieren.

Investitionen

Der Vorstand sieht die künftigen Markttrends als umfassend intakt. Deshalb wird AT&S sein Investitionsprogramm für neue Kapazitäten und Technologien wie bereits angekündigt im laufenden Geschäftsjahr ungehindert fortsetzen.

Die steigenden technologischen Anforderungen und hohen Investitionen in Produktkapazitäten führen zu einem Anstieg der erforderlichen Basisinvestitionen (Erhaltung und Technologie-Upgrades). In Abhängigkeit von der Marktentwicklung werden rund 150 Mio. € veranschlagt.

Für das Geschäftsjahr 2021/22 geplante Investitionen in Höhe von 100 Mio. € haben sich in das Geschäftsjahr 2022/23 verschoben.

42 OECD, "Economic Outlook, Interim Report", März 2022

Im Rahmen der strategischen Projekte plant das Management für das Geschäftsjahr 2022/23 – in Abhängigkeit vom Projektfortschritt – zusätzliche Investitionen in einer Höhe von bis zu 1 Mrd. €.

Gesamtaussage für das Geschäftsjahr 2022/23

Vor dem Hintergrund der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft, der zur Verfügung stehenden Kapazitäten und der für AT&S relevanten Märkte erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von rund 2 Mrd. €. Dabei wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,17 unterstellt. Unter Berücksichtigung der Effekte in Höhe von rund 75 Mio. € aus dem Anlauf der neuen Produktionskapazitäten in Kulim, Leoben und Chongqing wird die bereinigte EBITDA-Marge voraussichtlich zwischen 23 bis 26 % liegen. Aufgrund des zu erwartenden Anstiegs der Bilanzsumme und möglicher Währungseffekte ist nicht auszuschließen, dass die Eigenkapitalquote unter die mittelfristige Zielmarke von >30 % fallen kann.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2022

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Peter Schneider e.h. DI Ingolf Schröder e.h.

BESTÄTIGUNGSVERMERK ZUM JAHRESABSCHLUSS 2021/22

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen und sonstigen abzugsfähigen temporären Differenzen

Sachverhalt und Problemstellung

Gemäß § 198 Abs. 9 UGB müssen mittelgroße und große Gesellschaften zukünftige Steuerentlastungen aus temporären Differenzen zwischen steuer- und unternehmensrechtlichen Werten als aktive latente Steuer ansetzen. Für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen können aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt werden, in dem ausreichende passive latente Steuern vorhanden sind oder soweit überzeugende substanzielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird.

Die Gesellschaft weist in der Bilanz zum 31. März 2022 aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 18.024 (Vorjahr: TEUR 21.974) aus. Diese setzen sich aus aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen in Höhe von TEUR 5.928 und aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 12.096 zusammen. Im Rahmen der Bewertung wurde jener Steuersatz angewendet, der zum Zeitpunkt der Realisierung der Steuerentlastung bzw. Steuerbelastung erwartet wird. Basierend auf der vorhandenen Planung wurden zum 31. März 2022 für einen Teil der bestehenden Verlustvorträge in Höhe von TEUR 52.596 (Vorjahr: TEUR 64.379) latente Steuern aktiviert. Steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 55.634 (Vorjahr: TEUR 55.240) wurden nicht berücksichtigt, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf Punkt 3.4. des Anhangs bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Punkt 4.5. bezüglich erläuternder Darstellungen inklusive der Entwicklung der aktiven latenten Steuern.

Die Bewertung der aktiven latenten Steuern ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit erheblichen Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Jahresabschluss. Schätzunsicherheiten bestehen inbesondere in Zusammenhang mit getroffenen Planannahmen und deren Auswirkungen auf die steuerlichen Ergebnisse. Deshalb haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben

  • den Prozess zur Berechnung der laufenden und latenten Steuern erhoben,
  • die Berechnung der laufenden und latenten Steuern auf rechnerische Richtigkeit überprüft sowie die der Ermittlung der temporären Differenzen zugrundeliegenden Daten abgestimmt,
  • die Veränderung der Verlustvorträge auf Basis der vorläufigen Steuerberechnungen nachvollzogen,
  • die bilanziellen Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert sowie die zugrundeliegenden Planannahmen kritisch gewürdigt und
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Anhang geprüft.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 8. Juli 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2022 endende Geschäftsjahr gewählt und am 21. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2021 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard Marterbauer.

Wien, 16. Mai 2022

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2022

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Chief Executive Officer

Dr. Peter Schneider e.h. Chief Sales Officer

DI Ingolf Schröder e.h. Chief Operations Officer

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