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AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Annual Report Jun 14, 2017

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Annual Report

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AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT

Jahresfinanzbericht zum 31. März 2017

INHALTSVERZEICHNIS

Seite

Konzernabschluss zum 31. März 2017 2
Konzernlagebericht 2016/17 52
Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss 93
Jahresabschluss zum 31. März 2017 97
Lagebericht zum Jahresabschluss 2016/17 126
Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss 148
Erklärung aller gesetzlicher Vertreter 152

Seite

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT

Konzernabschluss zum 31. März 2017

INHALTSVERZEICHNIS

Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung
3
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 3
Konzernbilanz 4
Konzern-Kapitalflussrechnung 5
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 6
Anhang zum Konzernabschluss 7

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in Tsd. € Erläuterung 2016/17 2015/16
Umsatzerlöse 1 814.906 762.879
Umsatzkosten 2 (760.172) (611.247)
Bruttogewinn 54.734 151.632
Vertriebskosten 2 (29.392) (34.624)
Allgemeine Verwaltungskosten 2 (28.283) (29.376)
Sonstiger betrieblicher Ertrag 4 15.994 3.857
Sonstiger betrieblicher Aufwand 4 (6.404) (14.520)
Sonstiges betriebliches Ergebnis 9.590 (10.663)
Betriebsergebnis 6.649 76.969
Finanzierungserträge 6 2.646 7.533
Finanzierungsaufwendungen 6 (20.145) (15.668)
Finanzergebnis (17.499) (8.135)
Ergebnis vor Steuern (10.850) 68.834
Ertragsteuern 7 (12.047) (12.883)
Konzernjahresergebnis (22.897) 55.951
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen (22.897) 55.951
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären des Mutterunternehmens zusteht
(in € je Aktie): 25
- unverwässert (0,59) 1,44
- verwässert (0,59) 1,44

Konzern- Gesamtergebnisrechnung in Tsd. € 2016/17 2015/16

Konzernjahresergebnis (22.897) 55.951
Zu reklassifizierende Ergebnisse:
Währungsumrechnungsdifferenzen 2.906 (82.521)
(Verluste) aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von zur
Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach Steuern
(1)
Gewinne aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern
2.831
Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse: 5.136 2659
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
5.136 2.659
Sonstiges Ergebnis 8.041 (77.031)
Konzerngesamtergebnis (14.856) (21.080)
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen (14.856) (21.080)

Konzernbilanz

in Tsd. € Erläuterung 31.03.2017 31.03.2016
VERMÖGENSWERTE
Sachanlagen 8 833.095 689.161
Immaterielle Vermögenswerte 9 91.655 103.736
Finanzielle Vermögenswerte 13 173 96
Aktive latente Steuern 7 38.659 33.826
Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 65.781 39.519
Langfristige Vermögenswerte 1.029.363 866.338
Vorräte 11 108.844 83.438
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 12 85.796 134.687
Finanzielle Vermögenswerte 13 8.660 87.817
Laufende Ertragsteuerforderungen 546 504
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14 203.485 171.866
Kurzfristige Vermögenswerte 407.331 478.312
Summe Vermögenswerte 1.436.694 1.344.650
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 22 141.846 141.846
Sonstige Rücklagen 23 81.729 73.688
Gewinnrücklagen 316.519 353.402
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 540.094 568.936
Summe Eigenkapital 540.094 568.936
SCHULDEN
Finanzielle Verbindlichkeiten 16 519.830 361.558
Rückstellungen für Personalaufwand 17 34.282 36.293
Sonstige Rückstellungen 18 47 6.957
Passive latente Steuern 7 4.700 8.844
Sonstige Verbindlichkeiten 15 10.990 7.755
Langfristige Schulden 569.849 421.407
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 15 230.845 180.257
Finanzielle Verbindlichkeiten 16 73.037 161.413
Laufende Ertragsteuerschulden 15.572 7.557
Sonstige Rückstellungen 18 7.297 5.080
Kurzfristige Schulden 326.751 354.307
Summe Schulden 896.600 775.714
Summe Eigenkapital und Schulden 1.436.694 1.344.650

Konzern-Kapitalflussrechnung

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Betriebsergebnis 6.649 76.969
Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 124.284 90.519
Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 17 632
Veränderung langfristiger Rückstellungen (9.167) 2.492
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (2.927) (1.916)
Gezahlte Zinsen (17.511) (15.507)
Erhaltene Zinsen 1.549 3.047
Gezahlte Ertragsteuern (12.370) (10.308)
Cashflow aus dem Ergebnis 90.524 145.928
Vorräte (18.311) (426)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 25.526 (11.099)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 36.527 2.254
Sonstige Rückstellungen 2.150 268
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 136.416 136.925
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (240.925) (254.764)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 256 499
Auszahlungen für den Erwerb von finanziellen Vermögenswerten (89.508) (89.480)
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 169.029 1.775
Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (272)
Cashflow aus Investitionstätigkeit (161.148) (342.242)
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 222.865 252.140
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (160.221) (131.740)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 6.214 4.659
Dividendenzahlungen (13.986) (13.986)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 54.872 111.073
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 30.140 (94.244)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 171.866 273.919
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 1.479 (7.809)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 203.485 171.866

Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung

Den Eigen
tümern des
Mutterunter Nicht
nehmens zu beherr
Gezeichnetes Sonstige Gewinn rechenbares schende Summe
in Tsd. € Kapital Rücklagen rücklagen Eigenkapital Anteile Eigenkapital
Stand zum 31.03.2015 141.846 150.774 311.642 604.262 96 604.358
Konzernjahresergebnis 55.951 55.951 55.951
Sonstiges Ergebnis (77.031) (77.031) (77.031)
davon Währungsumrechnungsdifferenzen (82.521) (82.521) (82.521)
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach
Steuern
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der Ab
2.659 2.659 2.659
sicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern 2.831 2.831 2.831
Konzerngesamtergebnis 2015/16 (77.031) 55.951 (21.080) (21.080)
Dividendenzahlung für 2014/15 (13.986) (13.986) (13.986)
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (55) (205) (260) (96) (356)
Stand zum 31.03.2016 141.846 73.688 353.402 568.936 568.936
Konzernjahresergebnis (22.897) (22.897) (22.897)
Sonstiges Ergebnis 8.041 8.041 8.041
davon Währungsumrechnungsdifferenzen 2.906 2.906 2.906
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach
Steuern 5.136 5.136 5.136
davon Veränderung von zur Veräußerung verfügbaren finan
ziellen Vermögenswerten, nach Steuern (1) (1) (1)
Konzerngesamtergebnis 2016/17 8.041 (22.897) (14.856) (14.856)
Dividendenzahlung für 2015/16 (13.986) (13.986) (13.986)
Stand zum 31.03.2017 141.846 81.729 316.519 540.094 540.094

Anhang zum Konzernabschluss

I. Allgemeine Erläuterungen

A. ALLGEMEINES AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "die Gesellschaft" und mit ihren Tochtergesellschaften "der Konzern" genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, 8700 Leoben-Hinterberg.

Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienstleistungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufacturer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manufacturer) abgesetzt.

Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Österreich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsenplatz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse. Die AT&S Aktie wurde vom 21. März 2016 bis zum 19. September 2016 in den österreichischen Leitindex ATX einbezogen. Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten Standards (IFRSs und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

a. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2017, mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der AT&S (China) Company Limited und der AT&S (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Abschlussstichtag: 31. Dezember 2016), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2017 erfolgte.

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 8. Mai 2017 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 2. Juni 2017 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung – die Gesellschafter können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.

KONSOLIDIERUNGSKREIS Die Gesellschaft beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert:

  • AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, China (im Folgenden AT&S Asia Pacific genannt), Anteil 100 %
  • AT&S (China) Company Limited, China (im Folgenden AT&S China genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden AT&S Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S Japan K.K., Japan, 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden AT&S Taiwan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S India Private Limited, Indien (im Folgenden AT&S Indien genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden AT&S Korea genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Americas LLC, USA (im Folgenden AT&S Americas genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Deutschland GmbH, Deutschland, Anteil 100 %

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden bei der AT&S Korea Co., Ltd. alle nicht beherrschenden Anteile von 1,24 % erworben, und die Tochtergesellschaft AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu. wurde liquidiert und aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Im Geschäftsjahr 2016/17 gab es keine Veränderungen im Konsolidierungskreis.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dementsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgeblichen Einfluss über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital in das Ergebnis umgegliedert wird.

KONSOLIDIERUNGSMETHODEN Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen handeln.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (Business Combinations) und IFRS 10 "Konzernabschlüsse" (Consolidated Financial Statements). Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden darüber hinaus einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

Der Konzern betrachtet Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen als Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns. Bei Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem zuordenbaren erworbenen Anteil am Nettovermögen des Tochterunternehmens vom Eigenkapital abgezogen. Gewinne oder Verluste bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.

b. GESCHÄFTSSEGMENTINFORMATIONEN Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Gesellschaft als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet. Als Geschäftssegment wird ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmenten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Der AT&S Konzern gliedert seine betrieblichen Tätigkeiten in drei Segmente:

  • Mobile Devices & Substrates
  • Automotive, Industrial, Medical
  • Sonstige

Das Segment Mobile Devices & Substrates umfasst die Herstellung von Leiterplatten für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smartphones, Tablets, Notebooks und Consumer-Produkte wie Digitalkameras, sowie Substrate für Desktop-PCs und Server. Leiterplatten für diese Applikationen werden hauptsächlich in unseren Werken in Shanghai (AT&S China) und Chongqinq (AT&S Chongqing) produziert.

Das Segment Automotive, Industrial, Medical beliefert Kunden in den Bereichen Automobilzulieferungen, Industrieanwendungen, Medizintechnik, aber auch Luftfahrt, Sicherheitstechnik und anderen Branchen. Für dieses Segment wird hauptsächlich in unseren Werken in Indien, Korea und an den Standorten in Österreich produziert.

Im Segment Sonstige sind die Aktivitäten des im Aufbau befindlichen Geschäftsbereichs Advanced Packaging sowie übergeordnete Konzernaktivitäten abgebildet. Advanced Packaging steht für neue, technologisch sehr hochwertige Anwendungen. Hier werden diverse Komponenten bereits direkt in die Leiterplatte integriert, um eine weitere Verkleinerung der Endgeräte bei höherer Funktionalität zu gewährleisten. Diese neue Technologie ist für unterschiedlichste Anwendungen nützlich. Dieser Geschäftsbereich befindet sich im Aufbau und so erfolgt der Ausweis noch nicht separat, da derzeit weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht noch die damit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind.

c. FREMDWÄHRUNGEN Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung.

AUSLÄNDISCHE GESELLSCHAFTEN Die Umrechnung der Bilanzen der AT&S Indien, AT&S China, AT&S Asia Pacific, AT&S Japan K.K., AT&S Korea, AT&S Americas, AT&S Chongqing und AT&S Taiwan erfolgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

FREMDWÄHRUNGSTRANSAKTIONEN In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Ausnahme jener aus "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" – werden erfolgswirksam erfasst. Die Währungsdifferenzen aus "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.03.2017 31.03.2016 Veränderung
in %
01.04.2016–
31.03.2017
01.04.2015–
31.03.2016
Veränderung
in %
Chinesischer Renminbi 7,3693 7,3514 0,2 % 7,3719 6,9623 5,9 %
Hongkong-Dollar 8,2997 8,8231 (5,9 %) 8,5153 8,5393 (0,3 %)
Indische Rupie 69,3504 75,3466 (8,0 %) 73,4662 72,0208 2,0 %
Japanischer Yen 119,4300 127,8200 (6,6 %) 119,2785 132,1891 (9,8 %)
Südkoreanischer Won 1.195,4117 1.297,7560 (7,9 %) 1.254,5680 1.269,9367 (1,2 %)
Taiwan-Dollar 32,4490 36,5967 (11,3 %) 34,8195 35,3607 (1,5 %)
US-Dollar 1,0681 1,1378 (6,1 %) 1,0975 1,1011 (0,3 %)

d. ERTRAGSREALISIERUNG Unter den Umsatzerlösen sind die beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält. Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen sowie nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Erträge werden wie folgt realisiert:

ERLÖSE AUS PRODUKTVERKÄUFEN Erlöse aus Produktverkäufen werden erfasst, wenn die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der verkauften Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übertragen werden. Gewöhnlich erfolgt dies bei Eigentumsübergang.

ZINS- UND DIVIDENDENERTRÄGE Die Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns erfolgswirksam erfasst.

e. ERTRAGSTEUERN Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern.

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buchwerten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie steuerlichen Verlustvorträgen und Firmenwertabschreibungen.

Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie auf noch nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne genutzt werden können.

Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern; und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

f. SACHANLAGEN Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert, hingegen werden Instandhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert.

Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude und Bauten 10 – 50 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 4 – 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 15 Jahre

Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Gemietete Sachanlagen, bei denen der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen innehat und die wirtschaftlich als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind, werden entsprechend IAS 17 "Leasingverhältnisse" (Leases) mit dem Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Anlagegegenstands. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sichergestellt, dass das Eigentum auf den Leasingnehmer übergehen wird, so wird der Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind abgezinst passiviert. Die laufenden Zahlungen der Leasingraten werden in Tilgungsanteil und Finanzierungskosten aufgeteilt.

Die überlassenen Gegenstände aller anderen Leasing- und Pachtverträge werden als operatives Leasing behandelt und dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden als Aufwand erfasst.

Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

g. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

PATENTE, MARKENRECHTE UND LIZENZEN Ausgaben für erworbene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN Forschungskosten werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstellungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Periodenaufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden Nachweise kumulativ erbracht werden können:

  • Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.
  • Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.
  • Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.
  • Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen.

Die aktivierten Entwicklungsprojekte umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten. Finanzierungskosten werden aktiviert, wenn das Entwicklungsprojekt einen qualifizierten Vermögenswert gemäß IAS 23 darstellt. Entwicklungskosten werden linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von 6 bis 7 Jahren, die sich aus den erwarteten Verkaufsperioden ableitet, abgeschrieben.

h. ABSCHREIBUNGEN FÜR WERTVERLUSTE UND ZUSCHREIBUNGEN AUF SACHANLAGEN, IMMATERIELLES ANLAGE-

VERMÖGEN Die Werthaltigkeit der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Für immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung vorliegt. Liegt der erzielbare Betrag des jeweiligen Anlagegegenstands unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschreibung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrags. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden. Die angewandten Abzinsungssätze entsprechen den marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewichteten Kapitalkosten auf Basis extern verfügbarer Kapitalmarktdaten.

Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

i. VORRÄTE Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im regulären Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der notwendigen variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die FIFO-Methode (First in - First out) ermittelt. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht angesetzt.

j. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Forderungen werden zum Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, bilanziert. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Risikovorsorgen decken alle erkennbaren Bonitäts- und Länderrisiken ab.

k. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsdatum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel mit dem Marktpreis bestimmt. Der Erstansatz erfolgt zuzüglich der Transaktionskosten – außer bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten.

Finanzielle Vermögenswerte werden in nachfolgend erläuterte Kategorien unterteilt. Die Klassifizierung hängt von dem jeweiligen Zweck der finanziellen Vermögenswerte ab und wird jährlich überprüft.

ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Finanzinstrumente, die hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, einen Gewinn aus kurzfristigen Schwankungen des Preises oder der Händlermarge zu erzielen, sind als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzinstrumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das "Hedge Accounting" zur Anwendung gelangt (siehe l. Derivative Finanzinstrumente).

BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT GEHALTENE INVESTMENTS Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Investments werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorgenommen.

AUSLEIHUNGEN UND FORDERUNGEN Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. In der Bilanz werden diesbezügliche Vermögenswerte unter der Position "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen.

ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte (Available-for-sale financial Assets) betreffen jederzeit verkaufbare Wertpapiere. Es handelt sich dabei um Wertpapiere, die nach Meinung des Managements als Reaktion auf einen erwarteten Liquiditätsbedarf oder aufgrund erwarteter Änderungen von Zinssätzen, Wechselkursen oder Aktienkursen verkauft werden können. Die Einteilung in lang- und kurzfristige Aktiva erfolgt dabei in Übereinstimmung mit der voraussichtlichen Behaltedauer.

Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils beizulegenden Zeitwert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden abzüglich entsprechender Ertragsteuern erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst, bis diese Wertpapiere verkauft oder als wertgemindert eingestuft werden.

Zins- und Dividendenerträge aus jederzeit verkaufbaren Wertpapieren werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Bei der Veräußerung von jederzeit verkaufbaren Wertpapieren wird der kumulierte und bis dahin im Eigenkapital erfasste nicht realisierte Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung der Berichtsperiode im Finanzergebnis erfasst.

Sobald ein jederzeit verkaufbares Wertpapier als wertgemindert eingestuft wird, wird der bis dahin im Eigenkapital erfasste, kumulierte nicht realisierte Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen. Eine Wertminderung ist dann gegeben, wenn Hinweise darauf bestehen, dass der erzielbare Betrag unter den Buchwert gesunken ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Rückgang des Marktpreises ein solches Ausmaß annimmt, dass eine Wertaufholung auf den Anschaffungswert innerhalb eines vorhersehbaren Zeitraums vernünftigerweise nicht erwartet werden kann. Eine Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zu jedem Bilanzstichtag.

Weiters werden unter den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten jene finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen, die keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Wenn sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der beizulegende Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen lässt, werden diese finanziellen Vermögenswerte mit den Anschaffungskosten bewertet. Gegebenenfalls erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorgenommen, wobei diesbezügliche Wertminderungen nicht rückgängig gemacht werden.

l. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Der Konzern schließt nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Währungsschwankungen bei Transaktionen in Fremdwährung – in erster Linie in US-Dollar – abzusichern. Diese Instrumente betreffen hauptsächlich Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen sowie Währungsswaps. Sie werden abgeschlossen, um den Konzern gegen Wechselkursschwankungen – durch Fixierung von zukünftigen Wechselkursen für Fremdwährungsaktiva und -passiva – zu schützen.

Der Konzern schließt weiters Zinsswaps ab, um sich gegen Zinssatzschwankungen abzusichern.

Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein.

Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Marktwerten. Das "Hedge Accounting" gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" (Financial Instruments: Recognition and Measurement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der Zahlungsströme des Grundgeschäftes hocheffektiv kompensieren. Sofern kein erfolgsneutrales "Hedge Accounting" anzuwenden ist, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

m. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).

n. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2015/16 den nicht beherrschenden Anteil von 1,24 % des Eigenkapitals an der AT&S Korea erworben und weist somit keine nicht beherrschenden Anteile mehr aus.

Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den Eigentümern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet. Die Zuordnung zu den nicht beherrschenden Anteilen erfolgt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen.

o. RÜCKSTELLUNGEN Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrscheinlich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft, und ihre Höhe wird der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

p. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONALAUFWAND

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen.

Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiedene Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflichtung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der Rentenanpassungen berechnet.

Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen aktiviert.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kündigungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezahlen. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker.

Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter der österreichischen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für seit dem 1. Januar 2003 eingetretene Mitarbeiter wird der Abfertigungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht.

Für Mitarbeiter der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsansprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeitern in Südkorea und China Abfertigungsansprüche. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter in Österreich und China.

Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Eine bestimmte Mindestdauer des Dienstverhältnisses ist Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergebnisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.

q. AKTIENOPTIONEN Der Konzern hat aktienbasierte Vergütungspläne mit wahlweisem Barausgleich oder Ausgleich durch eigene Anteile aufgelegt. Das diesbezügliche Erfüllungswahlrecht liegt bei den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern. Diese aktienbasierten Mitarbeitervergütungen (Stock-Option-Pläne) werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Die anteilsbasierten Vergütungen sind in der Weise strukturiert, dass die beiden Erfüllungsalternativen den gleichen beizulegenden Zeitwert haben. Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung der Aktienoptionen erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus den aktienorientierten Mitarbeitervergütungen werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 15 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

r. AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGSRECHTE Der Konzern hat ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung von SAR erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 15 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

s. VERBINDLICHKEITEN Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet.

t. ÖFFENTLICHE ZUWENDUNGEN Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen werden und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt.

Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

u. EVENTUALSCHULDEN, -FORDERUNGEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt, aber im Anhang unter Punkt 21 erläutert. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.

Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

v. ERSTMALS ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen waren im Geschäftsjahr 2016/17 erstmalig anzuwenden und beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS.

  • IFRS 11: Erwerb von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit
  • IAS 16, IAS 41: Sachanlagen/Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen
  • IAS 1: Angabeninitiative (Änderungen an IAS 1)
  • IAS 16, IAS 38: Sachanlagen/Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2012 2014

Aus der erstmaligen Anwendung ergaben sich aufgrund fehlender Relevanz keine wesentlichen Auswirkungen auf die Angaben des Konzerns.

w. KÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2016/17 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind.

Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union übernommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses bereits veröffentlicht, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet:

Standard/Interpretation
(Inhalt der Regelung)
Anwendung 1) EU 2) Erwartete Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
IFRS 9 Finanzinstrumente (Neuregelung der Einstufung und Bewertung von
Finanzinstrumenten, zu Hedge Accounting und Wertminderungen)
01.01.2018 Ja Die Zeitwertänderungen von Finanzinstrumenten, die
der Konzern zurzeit "als zur Veräußerung verfügbar"
einstuft, werden künftig (teilweise) im Gewinn oder
Verlust erfasst
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018 Ja in Prüfung
Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2014 – 2016 01.01.2017 und
1.1.2018
Nein Keine
IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteils
basierter Vergütung
01.01.2018 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IFRS 4 Versicherungsverträge 01.01.2018 Nein Keine
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung 01.01.2018 Nein Keine
IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien 01.01.2018 Nein Keine
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.2016 Nein Keine
IAS 7 Angabeninitiative 01.01.2017 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 12 Ansatz latenter Steueransprüche für unrealisierte Verluste 01.01.2017 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 28
IFRS 10
Anteile an assoziierten Unternehmen/Konzernabschlüsse: Veräuße
rung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Inves
tor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture
Auf unbe
stimmte Zeit
verschoben
Nein Keine
IFRS 16 Leasingstandard 01.01.2019 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

1) Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet. 2) Status der Übernahme durch die EU

C. KRITISCHE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN BEI DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Werts der angegebenen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und -schulden. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind.

ENTWICKLUNGSKOSTEN Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen im Wesentlichen die Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiterchips für das Projekt Chongqing. Ab März 2016 stand diese Technologie zur Nutzung bereit, und es wurde mit der Abschreibung begonnen. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden Entwicklungskosten für die nächste Substratgeneration in Höhe von 4.819 Tsd. € aktiviert. Mit der Nutzung dieser neuen Fertigungsmethode wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017/18 begonnen. Für Zwecke der Ermittlung der Werthaltigkeit der aktivierten Entwicklungskosten traf die Geschäftsleitung im Geschäftsjahr 2016/17 Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus dem Projekt, den anzuwendenden Abzinsungssatz und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens.

ERMITTLUNG DER ANWARTSCHAFTSBARWERTE FÜR PERSONALVERPFLICHTUNGEN Der Barwert der langfristigen Personalverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.p. "Rückstellungen für Personalaufwand").

Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen: Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehalts- beziehungsweise der künftigen Pensionssteigerungen für die österreichischen Gesellschaften um in der Tabelle angegebene Prozentpunkte hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2017:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € +0,50 % +0,25 % +0,25 %
Pensionsverpflichtung (1.032) 80 478
Abfertigungsverpflichtung (1.034) 524

Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesellschaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2017:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € -0,50 % -0,25 % -0,25 %
Pensionsverpflichtung 1.159 (78) (456)
Abfertigungsverpflichtung 1.121 (506)

Es wird auf Erläuterung 17 "Rückstellungen für Personalaufwand" verwiesen.

BEWERTUNG DER LATENTEN STEUERN UND LAUFENDEN ERTRAGSTEUERSCHULDEN Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 213.630 Tsd. € wurden im Konzern keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 38.071 Tsd. € gebildet. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 7 "Ertragsteuern" verwiesen.

Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen.

SONSTIGE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN Weiters erfolgen Schätzungen, sofern nötig, die Wertminderungen (Impairment) des Anlagevermögens und der Rückstellungen, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbewertungen betreffend. Es wird insbesondere auf Erläuterung 4 "Sonstiges betriebliches Ergebnis", Erläuterung 8 "Sachanlagen", Erläuterung 9 "Immaterielle Vermögenswerte" und Erläuterung 18 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

II. Segmentberichterstattung

Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. "Geschäftssegmentinformationen").

Als berichtspflichtige Segmente sind die Business Units Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige definiert. Im Segment Sonstige befindet sich die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging. Da Advanced Packaging weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind, wird es in der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt. Weiters beinhaltet das Segment Sonstige die allgemeinen Holdingaktivitäten sowie die Finanzierungsaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung.

Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt I.B. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" ausgeführt, angewendet.

Mobile Devices & Automotive, Eliminierung/
in Tsd. € Substrates Industrial, Medical Sonstige Konsolidierung Konzern
2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Umsatzerlöse 572.960 539.665 351.485 326.679 15.164 22.135 (124.703) (125.600) 814.906 762.879
Innenumsatz (86.422) (87.206) (27.373) (20.143) (10.908) (18.251) 124.703 125.600
Außenumsatz 486.538 452.459 324.112 306.536 4.256 3.884 814.906 762.879
Betriebsergebnis
vor Abschreibungen 68.515 126.439 51.475 30.087 10.943 10.876 86 130.933 167.488
Abschreibungen
inkl. Zuschreibungen (107.557) (78.182) (15.292) (10.856) (1.435) (1.481) (124.284) (90.519)
Betriebsergebnis (39.042) 48.257 36.183 19.231 9.508 9.395 86 6.649 76.969
Finanzergebnis (17.499) (8.135)
Ergebnis vor Steuern (10.850) 68.834
Ertragsteuern (12.047) (12.883)
Konzernjahresergebnis (22.897) 55.951
Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 822.490 696.578 98.933 92.695 3.327 3.624 924.750 792.897
Zugänge zu Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten 238.058 271.752 18.982 29.362 1.143 1.869 258.183 302.983

INFORMATIONEN NACH GEOGRAFISCHEN REGIONEN

Umsatzerlöse nach Regionen, basierend auf dem Sitz des Kunden:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Österreich 19.739 17.525
Deutschland 170.090 163.374
Sonstiges Europa 52.792 46.073
China 47.972 32.387
Sonstiges Asien 59.387 75.603
Amerika 464.926 427.917
Umsatzerlöse 814.906 762.879

Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von 56,8 % (Vorjahr: 56,1 %) aller Umsatzerlöse.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft:

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Österreich 69.039 66.054
China 822.422 696.534
Übrige 33.289 30.309
Summe 924.750 792.897

III. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. UMSATZERLÖSE

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Haupterlöse 814.698 762.646
Nebenerlöse 208 233
Umsatzerlöse 814.906 762.879
  1. AUFWANDSARTEN Die Aufwandsarten der Umsatzkosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2016/17 2015/16
Materialaufwand 320.186 267.806
Personalaufwand 206.051 160.898
Abschreibungen 124.489 79.679
Bezogene Leistungen inkl. Leiharbeiter 27.675 46.405
Energie 46.579 41.415
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 53.831 47.022
Frachtkosten 15.563 14.845
Miet- und Leasingaufwendungen 6.708 5.634
Bestandsveränderung Vorräte (4.322) (3.023)
Sonstiges 21.087 14.566
Summe 817.847 675.247

Die Position "Sonstiges" betrifft in den Geschäftsjahren 2016/17 und 2015/16 vorwiegend Reisekosten, Versicherungsaufwendungen, IT-Serviceleistungen, Rechts- und Beratungsaufwendungen.

  1. AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2016/17 Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 57.950 Tsd. € (Vorjahr: 34.428 Tsd. €). Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst werden. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden Entwicklungskosten in Höhe von 4.819 Tsd. € (Vorjahr: 61.052 Tsd. €) aktiviert. Es wird auf Erläuterung 9 "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

4. SONSTIGES BETRIEBLICHES ERGEBNIS

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 830 191
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 3.468 3.194
Erträge/(Aufwendungen) aus Wechselkursdifferenzen 2.566 52
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 7.250
Übrige Erträge 1.880 420
Sonstiger betrieblicher Ertrag 15.994 3.857
Wertminderungen von Sachanlagen 1) (3.113)
Anlaufverluste (6.387) (10.774)
Gewinne/(Verluste) aus Anlagenabgängen (17) (633)
Sonstiger betrieblicher Aufwand (6.404) (14.520)
Sonstiges betriebliches Ergebnis 9.590 (10.663)

1) Es wird auf Erläuterung 8 "Sachanlagen" verwiesen.

In den Geschäftsjahren 2016/17 und 2015/16 betreffen die öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergütungen sowie Forschungs- und Entwicklungsprämien. Wie im Geschäftsjahr 2015/16 resultierten 2016/17 die Anlaufverluste aus der Errichtung des neuen Standortes in Chongqing, China, sowie 2015/16 zusätzlich aus Kosten für den Aufbau einer neuen Linie in Hinterberg-Leoben, Österreich. Im Geschäftsjahr 2016/17 betrifft die Position "Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen" die Auflösung der Rückstellung für nicht mehr genutzte Gebäudeflächen sowie die Auflösung der Rückstellung für einen möglichen Verwertungsverlust der Immobilie – es wird auf Erläuterung 18 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen. Die übrigen Erträge betreffen vor allem die Ausbuchung von weggefallenen sonstigen Verbindlichkeiten. Im Geschäftsjahr 2015/16 betrifft die Position "Übrige Erträge" im Wesentlichen verrechnete Sachleistungen für diverse Projekte sowie die Ausbuchung von weggefallenen sonstigen Verbindlichkeiten.

  1. NICHT WIEDERKEHRENDE POSTEN Im abgelaufenen und im vorangegangenen Geschäftsjahr werden keine nicht wiederkehrenden Aufwendungen und Erträge berichtet.

6. FINANZERGEBNIS

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Zinserträge aus bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewerteten finanziellen Vermögenswerten und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 29 1.610
Sonstige Zinserträge 1.520 1.437
Realisierte Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten, netto 604
Gewinne aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto 1.097
Fremdwährungsgewinne, netto 3.882
Finanzierungserträge 2.646 7.533
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen (13.816) (8.860)
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen (545) (363)
Realisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, netto (644)
Verluste aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto (3.871)
Fremdwährungsverluste, netto (3.331)
Sonstige finanzielle Aufwendungen (1.809) (2.574)
Finanzierungsaufwendungen (20.145) (15.668)
Finanzergebnis (17.499) (8.135)

In der Position "Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen" sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 2.150 Tsd. € (Vorjahr: 6.620 Tsd. €) saldiert dargestellt.

7. ERTRAGSTEUERN Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Laufende Ertragsteuern 20.186 15.821
Latente Steuern (8.139) (2.938)
Summe Steueraufwand 12.047 12.883

Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt sich wie folgt:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz (2.712) 17.209
Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland 10.288 (5.057)
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 1.038 1.825
Effekt aus der Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 11.982 (807)
Effekt aus der Änderung von Steuersätzen (2.283) (622)
Effekt aus permanenten Differenzen (6.268) 195
Effekt aus Steuern aus Vorperioden 2 140
Summe Steueraufwand 12.047 12.883

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge und werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gegeben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben werden:

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Anlagevermögen 26.183 (4.788) 26.639 (4.740)
Rückstellungen für Personalaufwand 4.070 4.607
Ertragsteuerliche Verlustvorträge inkl. steuerlicher Firmenwerte 51.800 36.190
Latente Steuer aus langfristigen Vermögenswerten/Schulden 82.053 (4.788) 67.436 (4.740)
Vorräte 4.522 3.505
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 12 8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 1.310 1.871
Übrige 2.437 (56) 466 (150)
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen (4.700) (8.844)
Latente Steuer aus kurzfristigen Vermögenswerten/Schulden 8.281 (4.756) 5.850 (8.994)
Aktive/passive latente Steuern 90.334 (9.544) 73.286 (13.734)
Nicht angesetzte latente Steuern (46.831) (34.570)
Saldierung aktive/passive latente Steuern gegenüber
derselben Steuerbehörde (4.844) 4.844 (4.890) 4.890
Aktive/passive latente Steuern, saldiert 38.659 (4.700) 33.826 (8.844)

Zum 31. März 2017 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von insgesamt 268.546 Tsd. € (Vorjahr: 147.797 Tsd. €). Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 213.630 Tsd. € (Vorjahr: 138.279 Tsd. €) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 38.071 Tsd. € (Vorjahr: 34.570 Tsd. €) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Zusätzlich wurden für temporäre Differenzen in Höhe von 58.398 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 8.760 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) gebildet, da ebenso von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist.

Die steuerlichen Verlustvorträge, die nicht angesetzt wurden, sind wie folgt vortragsfähig:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Vortragsfähig bis zu fünf Jahre 118.025
Vortragsfähig zwischen sechs und zehn Jahren 35.346
Unbegrenzt vortragsfähig 60.259 138.279
Summe nicht angesetzter Verlustvorträge 213.630 138.279

Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 24.982 26.527
Währungsdifferenzen 275 (3.736)
Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung 8.139 2.938
Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern 563 (747)
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 33.959 24.982
2016/17 2015/16

Die Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

Ertrag/ Steuer Ertrag/ Ertrag/ Steuer Ertrag/
in Tsd. € (Aufwand)
vor Steuern
ertrag/
(-aufwand)
(Aufwand)
nach Steuern
(Aufwand)
vor Steuern
ertrag/
(-aufwand)
(Aufwand)
nach Steuern
Währungsumrechnungsdifferenzen 2.906 2.906 (82.521) (82.521)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungs
instrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen (1) (1) 3.775 (944) 2.831
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 4.572 564 5.136 2.462 197 2.659
Sonstiges Ergebnis 7.478 563 8.041 (76.284) (747) (77.031)

IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz

8. SACHANLAGEN

Andere Anlagen, Geleistete
Grundstücke, Ge Maschinen und Betriebs- und Ge Anzahlungen und
in Tsd. € bäude und Bauten technische Anlagen schäftsausstattung Anlagen im Bau Total
Buchwert 31.03.2015 95.771 396.136 6.835 104.922 603.664
Umrechnungsdifferenzen (8.701) (39.227) (583) (12.557) (61.068)
Zugänge 386 87.365 4.428 143.434 235.613
Abgänge (1.044) (86) (1.130)
Umbuchungen 54 91.228 832 (92.114)
Wertminderungen (3.113) (3.113)
Abschreibungen, laufend (6.195) (76.048) (2.562) (84.805)
Buchwert 31.03.2016 81.315 455.297 8.864 143.685 689.161
Davon
Anschaffungskosten 123.028 1.148.510 27.817 143.685 1.443.040
Kumulierte Abschreibungen (41.713) (693.213) (18.953) (753.879)
Umrechnungsdifferenzen 517 927 95 (303) 1.236
Zugänge 6.008 155.561 3.519 86.670 251.758
Abgänge (1.277) (12) (1.798) (3.087)
Umbuchungen 21.595 116.455 207 (138.257)
Wertaufholungen 378 378
Abschreibungen, laufend (6.928) (96.095) (3.328) (106.351)
Buchwert 31.03.2017 102.507 631.246 9.345 89.997 833.095
Davon
Anschaffungskosten 151.372 1.374.696 30.759 89.997 1.646.824
Kumulierte Abschreibungen (48.865) (743.450) (21.414) (813.729)

Der in "Grundstücke, Gebäude und Bauten" enthaltene Grundwert beträgt 1.847 Tsd. € (Vorjahr: 1.701 Tsd. €).

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils in den Umsatzkosten und zusätzlich in den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden, ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 2.150 Tsd. € (Vorjahr: 5.365 Tsd. €) auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Es wurde ein Finanzierungssatz von 4,4 % (Vorjahr: 4,1 %) herangezogen.

WERTMINDERUNGEN/WERTAUFHOLUNGEN Die Wertminderungen für Maschinen und technische Anlagen im Geschäftsjahr 2015/16 betrugen 3.113 Tsd. €. Diese Wertminderungen wurden für nicht mehr verwertbare Maschinen im Segment Mobile Devices & Substrates eingestellt. Im Geschäftsjahr 2016/17 betrugen die Wertaufholungen 378 Tsd. €, da diese Maschinen und technischen Anlagen zum Teil einem anderen Verwendungszweck im Segment Mobile Devices & Substrates zugeführt werden konnten.

9. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Gewerbliche Schutz
rechte und ähnliche
Rechte und Vorteile
sowie daraus abgelei Aktivierte Geleistete Sonstiges immateriel
in Tsd. € tete Lizenzen Entwicklungskosten Firmenwerte Anzahlungen les Anlagevermögen Total
Buchwert 31.03.2015 2.236 35.283 7.692 45.211
Umrechnungsdifferenzen (52) (6.204) 12 (6.244)
Zugänge 5.877 61.052 87 354 67.370
Umbuchungen 7.791 (7.791)
Abschreibungen, laufend (930) (1.317) (354) (2.601)
Buchwert 31.03.2016 14.922 88.814 103.736
Davon
Anschaffungskosten 29.987 90.065 7.132 127.184
Kumulierte Abschreibungen (15.065) (1.251) (7.132) (23.448)
Umrechnungsdifferenzen 10 (205) (195)
Zugänge 1.375 4.819 231 6.425
Abschreibungen, laufend (3.108) (14.972) (231) (18.311)
Buchwert 31.03.2017 13.199 78.456 91.655
Davon
Anschaffungskosten 31.212 94.681 7.743 133.636
Kumulierte Abschreibungen (18.013) (16.225) (7.743) (41.981)

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und in dem sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 4.819 Tsd. € für die nächste Substrategeneration aktiviert. Mit der Serienproduktion wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2017/18 begonnen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden keine Fremdkapitalkosten (Vorjahr: 1.255 Tsd. €) auf aktivierte Entwicklungskosten aktiviert. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde ein Finanzierungssatz von 4,1 % herangezogen.

WERTMINDERUNGEN Im Geschäftsjahr 2016/17 war keine Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte anzusetzen. Der Wertminderungstest für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Substrate für das noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekt der nächsten Substratgeneration basiert auf Berechnungen des Nutzungswerts. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt jährlich mittels eines DCF-Verfahrens. Die wesentlichen Bewertungsannahmen dabei sind:

  • Langfristige Wachstumsrate: 0 %
  • (Vorsteuer-)Diskontierungszins: 10,6 %

Aufgrund der Langfristigkeit des Projekts und um die in den zukünftigen Perioden erwarteten Mittelabflüsse aus dem Substratgeschäft adäquat zu berücksichtigen, wurden der Ermittlung des Nutzungswerts die erwarteten Zahlungsströme für die nächsten neun Jahre zugrunde gelegt. Eine Betrachtung über einen kürzeren Zeitraum würde zu einer unverhältnismäßig erhöhten Gewichtung der Mittelzuflüsse führen.

10. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Vorauszahlungen 5.919 6.081
Gegebene Kautionen 6.164 5.477
Sonstige langfristige Forderungen 53.698 27.961
Buchwert 65.781 39.519

Die Vorauszahlungen betreffen langfristige Mietvorauszahlungen für Betriebsgrundstücke in China. Die sonstigen langfristigen Forderungen bestehen aus Vorsteuerrückvergütungen in China für das Werk Chongqing, welche sukzessive in der operativen Phase mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten verrechnet werden.

11. VORRÄTE

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 46.995 28.918
Unfertige Erzeugnisse 30.409 23.871
Fertige Erzeugnisse 31.440 30.649
Buchwert 108.844 83.438

Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorräten beträgt zum 31. März 2017 20.808 Tsd. € (Vorjahr: 17.454 Tsd. €). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräußerungswert resultiert weder für das Geschäftsjahr 2016/17 noch für das Geschäftsjahr 2015/16 eine wesentliche Abwertung.

12. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 53.969 110.275
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (464) (322)
Umsatzsteuerforderungen 22.966 14.242
Sonstige Forderungen gegenüber Behörden 2.620 3.564
Vorauszahlungen 3.847 3.750
Energieabgabenrückvergütungen 732 1.170
Kautionen 1.123 1.589
Übrige Forderungen 1.003 419
Summe 85.796 134.687

Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2017 sowie zum 31. März 2016 vor allem Forderungen aus Abgrenzungspositionen.

Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 32.000 Tsd. €) als Besicherung. Es wird auf Erläuterung 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen entsprechen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

RESTLAUFZEITEN VON FORDERUNGEN Alle Forderungen zum 31. März 2017 sowie zum 31. März 2016 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

FACTORING Zum 31. März 2017 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 50.852 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) zu 100 % des Nennwerts an Banken verkauft und in Übereinstimmung mit IAS 39 vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Das Ausfallsrisiko wurde vollständig an die Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der zur Anwendung kommenden Kreditversicherungen. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag 4.919 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €). Ansprüche aus vorhandenen Kreditversicherungen wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der durch den Erwerber noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in der Position "Finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Forderungsverwaltung verbleibt bei AT&S.

ENTWICKLUNG DER ÜBERFÄLLIGKEITEN UND WERTBERICHTIGUNGEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

davon nicht davon nicht wertgemindert und in den
Zum 31.03.2017: wertgemindert folgenden Zeitbändern überfällig
und nicht zwischen zwischen
überfällig bzw. weniger als 3 und 6 6 und 12 mehr als
in Tsd. € Buchwert versichert 3 Monate Monaten Monaten 12 Monate
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 53.969 53.235 231 36 3
davon nicht davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
Zum 31.03.2016: wertgemindert folgenden Zeitbändern überfällig
und nicht zwischen zwischen
überfällig bzw. weniger als 3 und 6 6 und 12 mehr als
in Tsd. € Buchwert versichert 3 Monate Monaten Monaten 12 Monate
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 110.275 109.306 593 17 37

Bei den nicht wertgeminderten überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Wertberichtigungen am Beginn des Geschäftsjahres 322 394
Verwendung (7)
Auflösung (230) (275)
Zuführung 353 232
Umrechnungsdifferenzen 19 (22)
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 464 322

13. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2017 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 606 606
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 173 173
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 8.054 8.054
Summe 8.833 173 8.660
in Tsd. € 31.03.2016 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 631 631
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 96 96
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 87.186 87.186
Summe 87.913 96 87.817

ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Anleihen 606 631

Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 96 96
Zugänge/(Abgänge) 77
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 173 96

Sämtliche zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT GEHALTENE FINANZINVESTITIONEN

Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen werden in den Nominalwährungen Euro und chinesischer Renminbi gehalten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Forderungen gegenüber Banken aus Zessionsverträgen und jederzeit diskontierbare Bankwechsel mit einer Laufzeit von mehr als 3 und höchstens 12 Monaten.

14. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 203.485 171.866
Buchwert 203.485 171.866

Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

15. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2017 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 189.824 189.824
Zuschüsse der öffentlichen Hand 11.675 699 6.528 4.448
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen
3.706 3.706
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 9.338 9.338
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 6.059 6.059
Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 25 25
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 14 14
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 13.121 13.121
Übrige Verbindlichkeiten 8.073 8.073
Buchwert 241.835 230.845 6.542 4.448
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2016 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 130.668 130.668
Zuschüsse der öffentlichen Hand 7.164 152 3.851 3.161
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen
4.131 4.131
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 3.888 3.888
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 5.856 5.856
Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 207 207
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 743 743
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 25.842 25.842
Übrige Verbindlichkeiten 9.513 9.513
Buchwert 188.012 180.257 4.594 3.161

Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND Die Zuschüsse der öffentlichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst.

Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Zuschüsse für Projektkosten erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazugehörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen Hand enthalten.

VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENOPTIONEN Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2005 bis 2008) wurde in der 1. Sitzung des Nominierungs- und Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats vom 17. März 2009 ein weiterer Stock-Option-Plan (SOP 2009 von 2009 bis 2012) beschlossen, nachdem dieser in der 55. Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2008 zur Begutachtung vorgelegt wurde. Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen.

Jede dieser Optionen berechtigt entweder

  • zum Erwerb von Aktien (Equity-settled Share-based Payment Transactions) oder
  • zu einem Barausgleich (Cash-settled Share-based Payment Transactions), der in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung der AT&S Aktie am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes durch den Optionsberechtigten verlangt werden kann.

Der Ausübungspreis wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und errechnet sich aus dem Durchschnittspreis der AT&S Aktie über einen Zeitraum von sechs Kalendermonaten vor dem Tag der jeweiligen Zuteilung. Auf diesen Durchschnittspreis wird ein Aufschlag von 10 % hinzugerechnet. Der Ausübungspreis entspricht jedoch zumindest dem auf eine Aktie der Gesellschaft entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals.

Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach zwei Jahren, 30 % nach drei Jahren und 50 % nach vier Jahren ausübbar sind. Die Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der nächstfolgenden Wartefrist ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig. Für den Fall, dass eine Sperrfrist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst, gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die betreffende Fünfjahresfrist unterbricht. Nach Ende der Sperrfrist können die Aktienoptionen weiterhin für die Zeit dieser Unterbrechung ausgeübt werden. Aktienoptionen, die nicht spätestens zum Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig.

Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen. Ein neuer Stock-Option-Plan, beginnend mit 1. April 2013, wurde nicht abgeschlossen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Aktienoptionen in den Geschäftsjahren 2016/17 und 2015/16.

Zuteilungstag
1. April 2012 1. April 2011 1. April 2010
Ausübungspreis (in €) 9,86 16,60 7,45
31.03.2015 87.000 87.000 3.000
Ausgeübte Aktienoptionen 24.500
Verfallene Aktienoptionen 3.000
31.03.2016 62.500 87.000
Ausgeübte Aktienoptionen 20.000
Verfallene Aktienoptionen 6.500 87.000
31.03.2017 36.000
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienoptionen 5 Monate1)
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienoptionen zum Bilanzstichtag (in Tsd. €)
31.03.2016 194
31.03.2017 23

1) Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen. Da im Geschäftsjahr 2016/17 eine Sperrfrist das Ende dieser Verfallsfrist verlängerte, ist der überwiegende Teil dieser Aktienoptionen für zumindest noch fünf Monate über den Bilanzstichtag hinaus ausübbar.

Weiters wird auf Erläuterung 27 "Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen" verwiesen.

Der gewichtete Aktiendurchschnittskurs am Tag der Ausübung aller im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen beträgt im Geschäftsjahr 2016/17 11,70 € (im Geschäftsjahr 2015/16: 15,36 €).

Die Bewertung der Aktienoptionen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten für sämtliche zum 1. April 2011 und zum 1. April 2012 zugeteilten Aktienoptionen abweichen.

Risikofreier Zinssatz -0,81 %
Volatilität 25,06 %

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse ab 16. Jänner 2017 bis zum Bilanzstichtag.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienoptionen wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst.

Der gesamte innere Wert der zum 31. März 2017 ausübbaren Aktienoptionen beträgt 15 Tsd. € (zum 31. März 2016: 58 Tsd. €).

Zum 31. März 2017 sind noch 36.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2012 ausübbar. Zum 31. März 2016 waren 19.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2012 und 87.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2011 ausübbar.

VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGSRECHTEN Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Ihre Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes.

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft des AT&S Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs- bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share-(EPS-)Performance-Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midterm-Plan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilungstag
1. April 2016 1. April 2015 1. April 2014
Ausübungspreis (in €) 13,66 10,70 7,68
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 235.000 225.000
31.03.2016 235.000 225.000
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 250.000
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 135.000 135.000 135.000
31.03.2017 115.000 100.000 90.000
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 4 Jahre 3 Jahre 2 Jahre
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag
(in Tsd. €)
31.03.2016 418 832
31.03.2017 39

Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten abweichen.

Risikofreier Zinssatz -0,79 bis -0,81 %
Volatilität 25,06 bis 33,56 %

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse von 4. Dezember 2014 bis zum Bilanzstichtag.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst.

ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Abgrenzungen.

16. FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

in Tsd. € 31.03.2017 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre Nominal
zinssatz in %
Anleihen
Exportkredite
Kredite der öffentlichen Hand 7.007 1.016 5.991 0,50 –1,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 583.087 72.021 339.609 171.457 0,85 –4,79
Derivative Finanzinstrumente1) 2.773 2.773
Buchwert 592.867 73.037 348.373 171.457
in Tsd. € 31.03.2016 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre Nominal
zinssatz in %
Anleihen 76.798 76.798 5,00
Exportkredite 32.000 32.000 0,29
Kredite der öffentlichen Hand 741 213 528 0,75 –2,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 409.561 52.402 280.853 76.306 1,16 –5,18
Derivative Finanzinstrumente1) 3.871 3.871
Buchwert 522.971 161.413 285.252 76.306

1) Es wird auf Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investitionsfinanzierungen.

Zur Refinanzierung des Eigenkapitalbedarfs für das Werk in Chongqing wurde im Geschäftsjahr 2012/13 eine langfristige Finanzierung im Rahmen einer OeKB-Beteiligungsfinanzierung aufgenommen. Die Tilgung erfolgt ab September 2014 in Halbjahresraten bis Februar 2020. Für 80 % der Finanzierung gilt ein Fixzinssatz, für 20 % ein variabler Zinssatz, wobei der variable Teil zuerst getilgt wird. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA max. 4
  • Eigenkapitalquote mindestens 30 %
  • Kein Kontrollwechsel

Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Februar 2014 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 158 Mio. € erfolgreich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die variable Euro-Verzinsung wurde zur Gänze durch Zinsswaps abgesichert. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Eigenkapitalquote mindestens 35 %
  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung der Kreditverpflichtungen führt.

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurden im Oktober 2015 und im Februar 2016 die variabel verzinsten Euro-Tranchen im Ausmaß von 92 Mio. € vorzeitig gekündigt und getilgt. Die Zinsswaps werden zur Sicherung der variablen Tranche des im Oktober 2015 abgeschlossenen Schuldscheindarlehens weiterverwendet. Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Höhe ist keine effektive Sicherungsbeziehung gegeben.

Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Oktober 2015 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 221 Mio. € erfolgreich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten.

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Zur weiteren Sicherstellung des Investitionsprogrammes wurden zwei variabel verzinste bilaterale Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von insgesamt 150 Mio. € im Geschäftsjahr 2016/17 abgeschlossen. Die Tranche mit 100 Mio. € hat eine Laufzeit von sieben Jahren, die Tranche mit 50 Mio. € hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten.

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2017 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

in Tsd. € Anleihen Exportkredite Kredite
öffentlicher Hand
Sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
Derivative
Finanz
instrumente
2017/18
Tilgung 1.016 69.286 1.285
Zinsen fix 29 5.359
Zinsen variabel 8.297
2018/19
Tilgung 1.578 80.411 1.241
Zinsen fix 55 4.896
Zinsen variabel 6.314
2019/20
Tilgung 1.734 24.911 352
Zinsen fix 40 4.515
Zinsen variabel 5.624
2020/21
Tilgung 1.947 173.978 332
Zinsen fix 22 2.314
Zinsen variabel 4.738
2021/22
Tilgung 789 59.131
Zinsen fix 4 911
Zinsen variabel 2.904
nach 2021/22
Tilgung 171.713
Zinsen fix 1.148
Zinsen variabel 3.111

Es werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.

Sonstige
Verbindlichkeiten
Derivative
Kredite gegenüber Finanz
in Tsd. € Anleihen Exportkredite öffentlicher Hand Kreditinstituten instrumente
2016/17
Tilgung 75.500 32.000 213 50.605
Zinsen fix 3.775 8 5.570
Zinsen variabel 93 3.781
2017/18
Tilgung 227 19.526
Zinsen fix 3 5.167
Zinsen variabel 3.431
2018/19
Tilgung 76.870 2.280
Zinsen fix 2 4.765
Zinsen variabel 3.127
2019/20
Tilgung 113 28.948
Zinsen fix 2 2.574
Zinsen variabel 2.882
2020/21
Tilgung 188 165.976 1.591
Zinsen fix 1 2.289
Zinsen variabel 2.225
nach 2020/21
Tilgung 76.607
Zinsen fix 2.059
Zinsen variabel 1.292

Zum Vorjahresstichtag 31. März 2016 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Zur besseren Verständlichkeit wurden die aus den Swaps resultierenden erwarteten Zahlungen gemäß ihrer Fristigkeit dargestellt. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden aufgrund Unwesentlichkeit nicht angepasst.

Die finanziellen Verbindlichkeiten weisen teilweise eine nicht mehr marktübliche Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren Buchwerten kommen.

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016 31.03.2017 31.03.2016
Anleihen 76.798 77.388
Exportkredite 32.000 32.000
Kredite der öffentlichen Hand 7.007 741 7.066 745
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 583.087 409.561 588.215 415.876
Derivative Finanzinstrumente 2.773 3.871 2.773 3.871
Summe 592.867 522.971 598.054 529.880

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen bestimmt.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Euro 441.436 400.390
US-Dollar 126.211 122.528
Sonstige 25.220 53
Summe 592.867 522.971

Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien:

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Exportkredit 32.000 8.000
Sonstige Kredite 168.894 239.416
Summe 200.894 247.416

LEASINGVERHÄLTNISSE Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Mietverhältnissen stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Bis zu einem Jahr 3.353 3.212
Zwischen einem und fünf Jahren 6.868 6.388
Mehr als fünf Jahre 168 1.200
Summe 10.389 10.800

Im Konzern bestehen mehrere Operating-Leasingverträge für die Anmietung von Büroräumen, Grundstücken und Produktionshallen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung und technische Anlagen.

Die Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen betreffen zum Großteil ein im Geschäftsjahr 2006/07 durchgeführtes Sale-and-Lease-Back für Betriebsgrundstücke und -gebäude in Leoben-Hinterberg und Fehring, Österreich, mit einer unkündbaren Leasingdauer bis Dezember 2021.

Die im laufenden Jahr erfassten Zahlungen für unkündbare Leasing- und Mietaufwendungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Leasing- und Mietaufwand 3.505 3.213
  1. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONALAUFWAND Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.

BEITRAGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskasse ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensionspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Arbeitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 500 Tsd. € im Geschäftsjahr 2016/17 und 491 Tsd. € im Geschäftsjahr 2015/16.

LEISTUNGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einzelne aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands und für ehemalige leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiterbeiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an andere Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensionskassen fondsfinanziert ("funded") und teilweise nicht fondsfinanziert ("unfunded"). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Führungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen Risiken aus der Lebenserwartung und der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie bei fondsfinanzierten von Ertragsabweichungen.

FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den Mitarbeitern in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensversicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

NICHT FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den Mitarbeitern in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter, die im Allgemeinen vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienstzeit zwei bis zwölf Zwölftel des Jahresgehaltes. Mitarbeitern in Südkorea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgeltabhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen betrugen 367 Tsd. € im Geschäftsjahr 2016/17 und 335 Tsd. € im Geschäftsjahr 2015/16.

SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE Den Mitarbeitern der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.

Die AUFWENDUNGEN für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche
in Tsd. € 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Laufender Dienstzeitaufwand 123 132 2.041 1.703 2.051 1.352
Zinsaufwand 126 120 470 409 151 126
Umbewertung von Verpflichtungen aus sonstigen
Dienstnehmeransprüchen
30 2.066
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 249 252 2.511 2.112 2.232 3.544
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
(3.392) (905) (1.181) (1.556)
Aufwand im sonstigen Ergebnis erfasst (3.392) (905) (1.181) (1.556)
Summe (3.143) (653) 1.330 556 2.232 3.544

Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

In der BILANZ sind folgende Ansprüche abgegrenzt:

in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
Gedeckte Pensionsansprüche 1.887 4.929
Ungedeckte Pensionsansprüche 1.230 1.394
Summe Pensionsansprüche 3.117 6.323
Ungedeckte Abfertigungsansprüche 22.465 22.091
Gedeckte Abfertigungsansprüche 448 252
Summe Abfertigungsansprüche 22.913 22.343
Sonstige Dienstnehmeransprüche 8.252 7.627
Rückstellungen für Personalaufwand 34.282 36.293

Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016 31.03.2017 31.03.2016
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 13.366 14.941 1.359 1.055
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (11.479) (10.012) (911) (803)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 1.887 4.929 448 252
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.230 1.394 22.465 22.091
Bilanzierte Rückstellungen 3.117 6.323 22.913 22.343

Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar:

Fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
in Tsd. € 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Barwert der Pensionsverpflichtung:
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 14.941 15.862 1.394 1.493
Laufender Dienstzeitaufwand 123 132
Zinsaufwand 299 270 28 25
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (1.270) (759) (91) (53)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen (277) (230) (37) (8)
Auszahlungen (450) (334) (64) (63)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 13.366 14.941 1.230 1.394
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens:
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 10.012 10.316
Veranlagungsergebnis 1.717 (146)
Zinserträge 200 175
Auszahlungen (450) (333)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 11.479 10.012
Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne / gedeckte Pensionsansprüche 1.887 4.929

Zum 31. März 2017 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 16 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten Pensionsansprüche 12 Jahre.

Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in % 31.03.2017 31.03.2016
Anleihen 44 % 54 %
Aktien 44 % 33 %
Immobilien 4 % 4 %
Liquide Mittel 8 % 9 %
Summe 100 % 100 %

Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt.

Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

Fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Barwert der Abfertigungsverpflichtung:
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 1.055 1.014 22.091 22.284
Umrechnungsdifferenzen 103 (116) 221 (196)
Dienstzeitaufwand 72 64 1.969 1.639
Zinsaufwand 81 74 452 396
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen 265 253
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 90 29 (827) (1.713)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen (15) 15 (770) (130)
Auszahlungen (27) (25) (936) (442)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 1.359 1.055 22.465 22.091

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens:

Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 803 812
Umrechnungsdifferenzen 72 (91)
Einzahlungen 36
Veranlagungsergebnis 4 10
Zinserträge 63 61
Auszahlungen (31) (25)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 911 803
Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 448 252

Zum 31. März 2017 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche 11 Jahre.

Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 7.628 4.201
Umrechnungsdifferenzen (10) (290)
Dienstzeitaufwand 2.051 1.352
Zinsaufwand 151 126
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (95) 363
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (203) (292)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 327 1.995
Umgliederung 1.968
Auszahlungen (1.597) (1.795)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 8.252 7.628

Zum 31. März 2017 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche 11 Jahre. Die Umgliederung in Höhe von 1.968 Tsd. € im Vorjahr betrifft eine Übertragung von einem kurzfristigen Anteil von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten.

Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche (Jubiläumsgelder)
31.03.2017 31.03.2016 31.03.2017 31.03.2016 31.03.2017 31.03.2016
Zinssatz 1,80 % 2,00 % 2,20 % 2,12 % 2,50 % 2,28 %
Erwartete Gehaltssteigerung 2,25 % 2,25 % 2,42 % 2,85 % 4,47 % 5,08 %
Künftige Pensionserhöhung 1,20 % 2,00 %
Pensionseintrittsalter 65 65 1) 1)

1) individuell gemäß landesspezifischen Gesetzen

18. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

in Tsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige
Buchwert 31.03.2016 12.037 2.198 7.546 2.293
Verwendung (1.953) (537) (308) (1.108)
Auflösung (8.270) (907) (7.250) (113)
Zuführung 5.448 542 4.906
Zinseffekt 12 12
Umrechnungsdifferenzen 70 57 13
Buchwert 31.03.2017 7.344 1.353 5.991
in Tsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige
Buchwert 31.03.2015 12.660 2.515 8.153 1.992
Verwendung (1.421) (178) (622) (621)
Auflösung (1.796) (1.796)
Zuführung 2.885 1.856 1.029
Zinseffekt 15 15
Umrechnungsdifferenzen (306) (199) (107)
Buchwert 31.03.2016 12.037 2.198 7.546 2.293
in Tsd. € 31.03.2017 31.03.2016
davon langfristig 47 6.957
davon kurzfristig 7.297 5.080
Buchwert 7.344 12.037

RÜCKSTELLUNG FÜR GEWÄHRLEISTUNG Diese Position betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamationen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist eine auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausgewiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der Produkthaftpflichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt.

RÜCKSTELLUNG FÜR RESTRUKTURIERUNG Diese Rückstellung hat im Geschäftsjahr 2015/16 die künftigen Leerstandskosten für die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen auf Basis der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtung sowie einen möglichen Verlust aus der Verwertung der Immobilie durch den Leasinggeber, welcher vom Leasingnehmer zu tragen ist, betroffen. Im Geschäftsjahr 2016/17 erfolgt die gänzliche Auflösung, da keine nicht mehr genutzten Gebäudeflächen bestehen und auch aus der Verwertung der Immobilie keine weiteren Verluste erwartet werden.

ÜBRIGE Diese Position enthält Rückstellungen für Risiken aus schwebenden Geschäften sowie für Risiken im Zusammenhang mit Pensionsversicherungsbeiträgen in Asien, die sich aufgrund der unklaren Rechtslage ergeben.

  1. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Die derivativen Finanzinstrumente betreffen Zinsswaps. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erlöst werden würde.

Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31.03.2017 31.03.2016
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Zinsswaps zu Marktwerten 2.773 3.871
Summe Marktwerte 2.773 3.871

Die Nominalbeträge und die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit der Absicherung von Zinssatzschwankungen stellen sich nach Währungen wie folgt dar:

31.03.2017 31.03.2016
Nominalbetrag Marktwert Nominalbetrag Marktwert
Währung in 1.000 Landeswährung in Tsd. € in 1.000 Landeswährung in Tsd. €
Euro 92.000 (2.773) 92.000 (3.871)

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31.03.2017 31.03.2016
Zinsswaps 23 – 47 35 – 59

Zum 31. März 2017 sind die festen Zinssätze der Zinsswaps 1,01 % und 1,405 %, der variable Zinssatz basiert auf dem 6-Monats-EURIBOR.

Basierend auf den verschiedenen Szenarien, sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derartige Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern Darlehen mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nominalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung der variablen Tranchen des Schuldscheindarlehens aus 2014 im Geschäftsjahr 2015/16 fiel das Basisgeschäft weg. Die Zinsswaps werden für andere variabel verzinste Kreditverbindlichkeiten verwendet. Aufgrund der unterschiedlichen Laufzeit und Höhe lässt sich eine effektive Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39, welche Voraussetzung für eine ergebnisneutrale Erfassung der Bewertungsgewinne oder -verluste ist, nicht mehr herstellen, und daher wurden im Geschäftsjahr 2015/16 3,8 Mio. € aus dem Eigenkapital einmalig ergebniswirksam erfasst. Die laufende Folgebewertung erfolgt ergebniswirksam in den Finanzaufwendungen.

20. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

BUCHWERTE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten:

31.03.2017 Bewertungskategorie
in Tsd. € nach IAS 39 oder Bewer
tung nach anderen IFRS
Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 173 173
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 53.505 53.506
Sonstige Forderungen LAR 1.003 1.003
Sonstige Forderungen 31.288 31.287
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 85.796 85.796
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 606 606
Finanzielle Vermögenswerte HTMI 8.054 8.054
Finanzielle Vermögenswerte 8.660 8.660
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 203.485 203.485
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 203.485 203.485
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 590.094 595.281
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 2.773 2.773
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 592.867 598.054
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 189.824 189.824
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 13.121 13.121
Sonstige Verbindlichkeiten 38.890 38.890
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten
241.835 241.835
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen LAR 1) 257.993
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2) 173
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVPL 3) 606
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen HTMI 4) 8.054
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 5) 793.039
Derivate DHI 6) 2.773
31.03.2016 Bewertungskategorie
in Tsd. € nach IAS 39 oder Bewer
tung nach anderen IFRS
Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 96 96
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 109.953 109.953
Sonstige Forderungen LAR 419 419
Sonstige Forderungen 24.315 24.315
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 134.687 134.687
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 631 631
Finanzielle Vermögenswerte HTMI 87.186 87.186
Finanzielle Vermögenswerte 87.817 87.817
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 171.866 171.866
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 171.866 171.866
Schulden
Anleihen FLAAC 1 76.798 77.388
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 442.302 448.621
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 3.871 3.871
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 522.971 529.880
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 130.668 130.668
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 25.842 25.842
Sonstige Verbindlichkeiten 31.502
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten
188.012 188.012
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen LAR 1) 282.238
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2) 96
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
FAAFVPL 3) 631
Bis zu Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen HTMI 4) 87.186
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 5) 675.610
Derivate DHI 6) 3.871

1) Loans and receivables (Kredite und Forderungen)

2) Available-for-sale financial assets (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) 3) Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte) 4) Held-to-maturity investments (Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen) 5) Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

6) Derivatives (Derivate)

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden.

  • Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bestimmt.
  • Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.
  • Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde.

NETTOERGEBNISSE IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Kredite und Forderungen 2.326 3.499
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.886 (2.223)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 8 8
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen 457 1.579
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (16.078) (7.490)
Summe (11.401) (4.627)

Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Dividendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Abgang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzinstrumente.

Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 2.378 Tsd. € Nettoertrag (Vorjahr: 121 Tsd. €) im Betriebsergebnis dargestellt. Des Weiteren sind 13.778 Tsd. € Nettoaufwand (Vorjahr: 4.747 Tsd. €) im Finanzergebnis enthalten.

FINANZRISIKEN

Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen erläutert.

Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt durch das zentrale Treasury, entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungsparameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns ab.

FINANZIERUNGSRISIKO Das Finanzierungsrisiko umfasst sowohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente.

Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapiervermögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt. Es wird auf Erläuterung 13 "Finanzielle Vermögenswerte" und Erläuterung 14 "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" verwiesen.

Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 51,4 % des Gesamtbetrags aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vorjahr: 73,9 %). Es wird weiters auf Erläuterung 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis bzw. Jahresbasis überprüft werden. Bei Nichteinhalten dieser Verpflichtungen haben die Kreditgeber teilweise ein Kündigungsrecht.

LIQUIDITÄTSRISIKO Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 413,2 Mio. € (Vorjahr: 507,1 Mio. €). Davon entfallen 212,3 Mio. € (Vorjahr: 259,7 Mio. €) auf Zahlungsmittel(äquivalente), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare Wertpapiere und 200,9 Mio. € (Vorjahr: 247,4 Mio. €) auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 93,9 Mio. € verringert. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe von 22,1 Mio. € (Vorjahr: 99,4 Mio. €), welche auf die AT&S in China entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen.

Zwar verfügt der Konzern über einen positiven operativen Cashflow, die getätigten Investitionen in die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte übersteigen diesen Betrag jedoch.

KREDITRISIKO Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls. Der Konzern hat es stets verstanden, starke Partnerschaften zu seinen größten Kunden aufzubauen.

Das Kreditrisiko wird durch einen umfassenden Prozess minimiert. Kunden werden regelmäßigen Bonitätsprüfungen unterzogen, und deren Forderungen sind zum großen Teil versichert. Nicht versicherte Forderungen werden kontinuierlich überwacht, und im Falle von erkennbaren Risiken erfolgen Lieferungen nur noch gegen Vorauskasse oder auf Basis von Bankgarantien. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) wertberichtigt bzw. 0,9 % (Vorjahr: 0,3 %) des Forderungsstands.

Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 12 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" verwiesen.

WECHSELKURSRISIKO Als weltweit tätiges Unternehmen ist der AT&S Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wertschöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise "natürliche Hedges" vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch Schließen von Positionen (Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und eventuell durch die Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z. B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Währungsswaps abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine derartigen Instrumente.

Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßiger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden.

FINANZMARKTRISIKEN Zu den Finanzmarktrisiken und derivativen Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläuterung I.B.l. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Derivative Finanzinstrumente" und Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente". Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Optionen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

EVALUIERUNG DER FINANZMARKTRISIKEN DURCH SENSITIVITÄTSANALYSEN Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. Dabei wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine prozentuelle Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwährungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt. Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der ertragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach Steuern errechnet.

Es gibt zwei mögliche Zinsänderungsrisiken. Bei Finanzierungen mit fixer Verzinsung besteht das Risiko in fallenden Zinssätzen, und bei Finanzierungen mit variabler Verzinsung besteht das Risiko in steigenden Zinssätzen (veranlagungsseitig verhält es sich umgekehrt). Ergebniseffekte resultieren nur durch Zinsänderungen bei variablen Verzinsungen. Dem Zinsänderungsrisiko wird bei AT&S durch zwei Maßnahmen begegnet: durch Einsatz derivativer Finanzinstrumente und durch Finanzierungen in unterschiedlichen Währungen und die damit verbundene Risikostreuung der Zinsentwicklungen. Die Auswirkung auf die finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2017
Vor Hedging EUR USD Sonstige Summe In %
Fix verzinst 197.039 15.392 212.431 35,8 %
Variabel verzinst 244.397 110.819 25.220 380.436 64,2 %
Summe 441.436 126.211 25.220 592.867 100,0 %
In % 74,5 % 21,3 % 4,2 % 100,0 %
Nach Hedging
Fix verzinst 289.039 15.392 304.430 51,4 %
Variabel verzinst 152.397 110.819 25.220 288.437 48,6 %
Summe 441.436 126.211 25.220 592.867 100,0 %
In % 74,5 % 21,3 % 4,2 % 100,0 %
in Tsd. € 31.03.2016
Vor Hedging EUR USD Sonstige Summe In %
Fix verzinst 281.266 13.300 3 294.569 56,3 %
Variabel verzinst 119.124 109.228 50 228.402 43,7 %
Summe 400.390 122.528 53 522.971 100,0 %
In % 76,6 % 23,4 % 0,0 % 100,0 %
Nach Hedging
Fix verzinst 373.266 13.300 3 386.569 73,9 %
Variabel verzinst 27.124 109.228 50 136.402 26,1 %
Summe 400.390 122.528 53 522.971 100,0 %
In % 76,6 % 23,4 % 0,0 % 100,0 %

Wären die EUR-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 877 Tsd. € (Vorjahr: 177 Tsd. €) geringer bzw. 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Wären die USD-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 942 Tsd. € (Vorjahr: 928 Tsd. €) geringer bzw. 942 Tsd. € (Vorjahr: 584 Tsd. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären.

Dieser Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzuwenden wären.

Die Auswirkung von hypothetischen Wechselkursänderungen auf das Periodenergebnis resultiert gemäß IFRS 7 aus Finanzinstrumenten monetärer Art, die nicht in der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens denominiert sind. Folglich dienen Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmittel bzw. gegebenenfalls Fremdwährungsderivate als Basis für die Berechnung des Ergebniseffektes. Bei AT&S besteht dieses Risiko im Wesentlichen aus USD-Salden, daher werden Sensitivitätsanalysen nur für diese Währung durchgeführt. Die durchschnittliche Veränderung des USD/EUR-Stichtagskurses in den letzten 5 Jahren betrug 6,0 %. Eine Aufwertung des USD zum EUR um 6,0 % würde das Ergebnis um 673 Tsd. € (Vorjahr: 633 Tsd. €) erhöhen. Eine Abwertung des USD zum EUR um ebendiesen Prozentsatz würde das Ergebnis um 673 Tsd. € (Vorjahr: 633 Tsd. €) reduzieren.

KAPITALRISIKOMANAGEMENT Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten verändert.

Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerten (Covenants), überwacht der Konzern sein Kapital in Bezug auf die Eigenkapitalquote sowie das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer).

Die Strategie des Konzerns besteht darin, die Eigenkapitalquote von 40 % nicht zu unterschreiten sowie die fiktive Entschuldungsdauer von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Dadurch besteht ausreichend Spielraum, um das Eintreten von ungünstigen Geschäftsentwicklungen abzufedern und den Fortbestand des Unternehmens auch in Krisensituationen zu gewährleisten. Kurzfristige Abweichungen werden in Kauf genommen.

Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapitalquote 37,6 % und lag damit unter dem Vorjahreswert von 42,3 %. Die fiktive Entschuldungsdauer lag mit 2,9 Jahren über dem Vorjahreswert von 1,6 Jahren.

  1. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN In Bezug auf unkündbare Leasing- und Mietverträge wird auf Erläuterung 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen. Zum 31. März 2017 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 57.927 Tsd. € (Vorjahr: 80.127 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorhaben. Die zum Bilanzstichtag übernommene Ausfallshaftung im Rahmen der Forderungsverkäufe beträgt 4.919 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €). Dieser Betrag entspricht dem maximalen Risiko, d. h. wenn es bei allen übertragenen Forderungen gleichzeitig zu Forderungsausfällen kommen würde. Diese Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der erwartete Wert dieses Risikos beträgt 21 Tsd. €. Weiters bestehen zum Bilanzstichtag keine Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien (Vorjahr: 0 Tsd. €). Andere Garantien bzw. sonstige Haftungszusagen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sind zum Bilanzstichtag nicht gegeben.

22. GEZEICHNETES KAPITAL

Im Umlauf
befindliche Aktien
in Tsd. Stück
Grundkapital
in Tsd. €
Kapitalrücklage
in Tsd. €
Gezeichnetes Kapital
in Tsd. €
31.03.2015 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2016 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2017 38.850 42.735 99.111 141.846

GRUNDKAPITAL Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. März 2017 42.735 Tsd. € (Vorjahr: 42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 € eingeteilt.

GENEHMIGTES KAPITAL UND BEDINGTE KAPITALERHÖHUNG Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367,5 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000 Tsd. € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Die Wandelschuldverschreibungen können auch durch eine zu 100 % direkt oder indirekt im Eigentum der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft stehende Gesellschaft ausgegeben werden. Für diesen Fall wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft eine Garantie für die Wandelschuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern der Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf Aktien der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft zu gewähren.

Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367,5 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.

In Bezug auf das genehmigte Kapital bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten.

IM UMLAUF BEFINDLICHE AKTIEN Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2017 (Vorjahr: 38.850.000 Stück).

EIGENE ANTEILE In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, gemäß § 65 Abs 1 Z 8 AktG binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen ausgeübt werden.

Zum 31. März 2017 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Weiters wurde der Vorstand in der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015, gemäß § 65 Abs 1b AktG, ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien

  • zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,
  • zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,
  • als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und
  • zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck

zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden.

DIVIDENDE PRO AKTIE Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden pro Aktie 0,36 € (Vorjahr: 0,36 €) an Dividenden ausgeschüttet.

  1. SONSTIGE RÜCKLAGEN Die im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar:
Umbewertung von
Sicherungs Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeit
Zur Veräußerung instrumente aus der nehmer nach Beendi
Währungsumrech verfügbare finanzielle Absicherung von gung des Arbeitsver Sonstige
in Tsd. € nungsdifferenzen Vermögenswerte Zahlungsströmen hältnisses Rücklagen
Buchwert 31.03.2015 163.607 3 (2.831) (10.005) 150.774
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern (82.521) 2.831 (79.690)
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistun
gen an Arbeitnehmer nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 2.659 2.659
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (50) (5) (55)
Buchwert 31.03.2016 81.036 3 (7.351) 73.688
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern 2.906 2.906
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistun
gen an Arbeitnehmer nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses, nach Steuern 5.136 5.136
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte, nach Steuern (1) (1)
Buchwert 31.03.2017 83.942 2 (2.215) 81.729

Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfallen, wird auf Erläuterung 7 "Ertragsteuern" verwiesen.

  1. CASHFLOW In Übereinstimmung mit IAS 7 umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Sichteinlagen sowie kurzfristige, liquide Anlagen, die jederzeit in Geldbeträge umgewandelt werden können und die nur unwesentlichen Risiken von Wertänderungen unterliegen. Die Konzern-Geldflussrechnung wird nach der indirekten Methode erstellt.

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2016/17 90.524 Tsd. € (Vorjahr: 145.928 Tsd. €).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -161.148 Tsd. € (Vorjahr: -342.242 Tsd. €) und ist im Wesentlichen durch die Investitionstätigkeiten in Chongqing und Shanghai, durch diverse technologische Reinvestitionen sowie die Veranlagung bzw. die Rückflüsse aus der Veranlagung liquider Mittel verursacht. Zum 31. März 2017 bestehen Verbindlichkeiten aus Investitionen in Höhe von 67.876 Tsd. € (Vorjahr: 55.639 Tsd. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2016/17 54.872 Tsd. € (Vorjahr: 111.073 Tsd. €) und war durch die Platzierung von Schuldscheindarlehen im Ausmaß von 150.000 Tsd. € überdurchschnittlich hoch.

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Cashflow aus dem Ergebnis 90.524 145.928
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 136.416 136.925
Cashflow aus Investitionstätigkeit (161.148) (342.242)
Freier Cashflow (24.732) (205.317)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 54.872 111.073
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 30.140 (94.244)
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 1.479 (7.809)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 203.485 171.866

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Geschäftsjahresende 2016/17 beträgt 203.485 Tsd. € (Vorjahr: 171.866 Tsd. €). Der aktuell sehr hohe Wert dient der Sicherstellung der Finanzierung des Projektes Chongqing und weiterer Investitionen bei Tochterunternehmen.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge stellen sich im Detail wie folgt dar:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Auflösung von Investitionszuschüssen (1.693) (1.340)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (1.234) (576)
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (2.927) (1.916)

V. Sonstige Angaben

  1. ERGEBNIS JE AKTIE Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" (Earnings per Share) berechnet.

GEWICHTETER DURCHSCHNITT DER IM UMLAUF BEFINDLICHEN AKTIEN Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2017 werden keine eigenen Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug zu bringen gewesen wären.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2016/17 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2015/16.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2016/17 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2015/16.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden:

in Tsd. Stück 2016/17 2015/16
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 38.850
Verwässernde Auswirkung
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 38.850

UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Die Basisberechnung des Ergebnisses pro Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.

2016/17 2015/16
Konzernergebnis (in Tsd. €) (22.897) 55.951
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) (0,59) 1,44

VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausständigen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und sind im verwässerten Ergebnis pro Aktie enthalten.

2016/17 2015/16
Konzernergebnis (in Tsd. €) (22.897) 55.951
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) (0,59) 1,44
  1. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Im aktuellen Geschäftsjahr gab es keine wesentlichen Geschäftsfälle nach dem Bilanzstichtag.

27. GESCHÄFTSVORFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting GmbH bzw. der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Ing. Dörflinger für die Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH als Geschäftsführer einzelvertretungsbefugt sind, erhalten:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 383 395
Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH 4 5
Summe 387 400

Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Hannes Androsch wurden Spesen in Höhe von 14 Tsd. € ersetzt. Zum 31. März 2017 bestehen gegenüber der AIC Androsch International Management Consulting GmbH Verbindlichkeiten in Höhe von 9 Tsd. €.

MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS Im Geschäftsjahr 2016/17 und bis zur Veröffentlichung des Konzernab-

schlusses waren folgende Personen als VORSTAND tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Karl Asamer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Ing. Heinz Moitzi

Im Geschäftsjahr 2016/17 waren folgende Personen als AUFSICHTSRATSMITGLIEDER bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Ing. Willibald Dörflinger (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • DDr. Regina Prehofer (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dkfm. Karl Fink
  • DI Albert Hochleitner
  • Mag. Gerhard Pichler
  • Dr. Georg Riedl
  • Dr. Karin Schaupp

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang Fleck
  • Sabine Fussi
  • Siegfried Trauch
  • Günther Wölfler

Die Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der ausstehenden
Aktienoptionen
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2017 31.03.2016 2016/17 2015/16
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 60.000 (28) (4)
Ing. Heinz Moitzi 30.000 60.000 (79) (36)
Vorstandsmitglieder gesamt 30.000 120.000 (107) (40)
Andere Führungskräfte gesamt 6.000 29.500 (35) (36)
Summe 36.000 149.500 (142) (76)

Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der ausstehenden
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2017 31.03.2016 2016/17 2015/16
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 130.000 80.000 (128) 65
Dr. Karl Asamer 90.000 60.000 (96) 48
Ing. Heinz Moitzi 60.000 (99) 47
Vorstandsmitglieder gesamt 220.000 200.000 (323) 160
Andere Führungskräfte gesamt 85.000 260.000 (406) 186
Summe 305.000 460.000 (729) 346

Es wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 15 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtvergütungen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten gemäß IAS 24:

in Tsd. € 2016/17 2015/16
Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 532 371) 569 430 457 887
Dr. Karl Asamer 455 455 376 277 653
Ing. Heinz Moitzi 417 417 360 289 649
Leitende Angestellte 4.874 60 4.934 4.419 2.259 6.678
Summe 6.278 97 6.375 5.585 3.282 8.867

1) Die angeführte variable Vergütung resultiert aus der Ausübung von Stock-Options, wobei keine Aktien übertragen wurden, sondern eine Barablöse erfolgte.

Gemäß IAS 24 sind dies Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt oder indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens zuständig und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der aktuellen und ehemaligen Mitglieder des Vorstands, leitenden Angestellten und deren Hinterbliebenen betragen:

Abfertigungen
Geschäftsjahr
Pensionen
Geschäftsjahr
in Tsd. € 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 186 202 352 345
Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst 47 (267) (3.392) (905)

Auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

2016/17 2015/16
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Dr. Hannes Androsch 63 63 63 24 87
Ing. Willibald Dörflinger 49 49 49 16 65
DDr. Regina Prehofer 51 51 51 16 67
Dkfm. Karl Fink 30 30 29 12 41
DI Albert Hochleitner 30 30 30 12 42
Mag. Gerhard Pichler 33 33 33 12 45
Dr. Georg Riedl 36 36 36 12 48
Dr. Karin Schaupp 30 30 30 12 42
Summe 322 322 321 116 437

Aktienbesitz und Aktienoptionen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zum 31. März 2017:

Summe Aktien und
Aktien Aktienoptionen Aktienoptionen % Kapital
Vorstandsmitglieder 24.000 30.000 54.000 0,14
Aufsichtsratsmitglieder:
Dr. Hannes Androsch 599.699 599.699 1,54
Übrige Aufsichtsratsmitglieder 42.250 42.250 0,11
Summe Aufsichtsratsmitglieder 641.949 641.949 1,65
Privatstiftungen:
Androsch Privatstiftung 6.339.896 6.339.896 16,32
Dörflinger Privatstiftung 6.902.380 6.902.380 17,77
Summe Privatstiftungen 13.242.276 13.242.276 34,09
Summe 13.908.225 30.000 13.938.225 35,88
  1. AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNABSCHLUSSPRÜFER Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2016/17 2015/16
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 137 137
Andere Bestätigungsleistungen 2 6
Sonstige Leistungen 71 7
Summe 210 150

Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, nicht enthalten.

  1. PERSONALSTAND Die Durchschnittszahlen der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter stellen sich wie folgt dar:
2016/17 2015/16
Arbeiter 7.341 6.754
Angestellte 2.185 2.005
Summe 9.526 8.759

Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal im Bereich der Arbeiter für das Geschäftsjahr 2016/17 in durchschnittlicher Höhe von 432 und für das Geschäftsjahr 2015/16 in durchschnittlicher Höhe von 3.059.

Leoben-Hinterberg, am 8. Mai 2017

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

1. Geschäftsentwicklung 53
1.1. Markt und Branche 53
1.2. Ertragslage 58
1.3. Vermögens- und Finanzlage 62
2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 69
3. Standorte und Zweigniederlassungen70
4. Geschäftsentwicklung nach Segmenten 71
5. Konzern 75
5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 75
5.2. Nachhaltigkeit79
5.3. Forschung und Entwicklung82
6. Chancen- und Risikomanagement84
7. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen 89
8. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)90
9. Ausblick 92

1. Geschäftsentwicklung 1.1. Markt und Branche

Die globale Elektronikindustrie ist vom Trend der weiteren Miniaturisierung und der Integration zusätzlicher Funktionen in Modulen geprägt. Um kleinere, stromsparendere und leistungsfähigere Geräte für den Endverbraucher herzustellen, leisten elektrische und elektronische Verbindungslösungen einen wesentlichen Beitrag. Der globale Markt für Leiterplatten und Substrate hat sich zu einem gemeinsamen Markt für Verbindungslösungen ("Interconnect Solutions") entwickelt. Die "klassische" Leiterplatten-Technologie deckt hierbei Leiterzugsbreiten bis 40 µm ("HDI/Anylayer") ab. Kleinere Leiterzugsbreiten werden durch Substrattechnologien (mSAP – modified semi-additive process, SAP – semi-additive process) abgedeckt.

Der gesamte Substrat- und Leiterplattenmarkt betrug im Jahr 2016 ca. 52,7 Mrd. USD. Die Bereiche Computer, Communication und Consumer (CCC) halten ca. 70 % Anteil am Gesamtmarkt. Schlüsselapplikationen in diesen Bereichen sind Smartphones, PCs & Tablets sowie Server. Neue Applikationen wie Wearables, Smartwatches, "Internet of Things (IoT)"-Geräte und Geräte mit künstlicher Intelligenz, die hohe Rechenleistungen erfordern, bieten langfristig sehr gute Wachstumschancen. Die Bereiche Automotive, Industrie und Medizintechnik (inklusive Luftfahrt) entsprechen ca. 20 % des Gesamtmarktes und bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Applikationen, wobei neben Infotainment auch Anwendungen für autonomes Fahren sehr gute Wachstumschancen bieten. Auf den Bereich IC-Substrate entfallen die restlichen 10 % des Gesamtmarktes. IC-Substrate fanden bisher vor allem im Bereich "Packaging" für Halbleiter Verwendung, bilden aber technologisch die Basis für die nächste Leiterplatten-Technologiegeneration (mSAP). Mittlere erwartete Wachstumsraten (CAGR) ab 2017 bis 2019 für die jeweiligen Bereiche liegen dabei jeweils in der Größenordnung von 2,5 % für den Bereich CCC, 4,0 % für Automotive, Industrie und Medizintechnik und 2,7 % für IC-Substrate. Im Jahr 2016 war der Leiterplatten- und IC-Substrate-Gesamtmarkt mit -1,9 % allerdings leicht rückläufig, was vor allem auf Rückgänge im Bereich CCC und IC-Substrate zurückzuführen ist, während der Bereich Automotive, Industrie und Medizintechnik auch 2016 ein solides Wachstum von 3,5 % zeigte. Das Umsatzwachstum von AT&S hat sich im Gegensatz zum rückläufigen Gesamtmarkt mit 6,8 % im Vergleich zum Vorjahr wiederum sehr gut entwickelt.

TRENDS UND TECHNOLOGIEN Die Welt wird zunehmend digitaler. Treibende Kräfte dafür sind die verfügbaren und nahezu allgegenwärtigen Verbindungsmöglichkeiten, die immer günstigeren Kosten für die Übertragung von Daten und Sensoren und die Nutzung des Internets zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten.

Die Gesellschaft befindet sich noch immer am Beginn des "Internet of Things" (IoT): Die technologische Entwicklung, die darauf basiert, dass via Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaustausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und Informationen zu generieren. Das Potenzial des "Internet of Things" als das "nächste große Ding" wird meist am Wachstum der über das Internet verbundenen Geräte eingeschätzt. Marktstudien gehen davon aus, dass besonders stark wachsende Bereiche in Zusammenhang mit IoT nicht die Endgeräte wie z.B. Wearables, Sensoren bzw. Smartphones und Tablets sein werden, sondern die notwendige Infrastruktur wie Basisstationen zur Übertragung der digitalen Daten sowie Server und Datencenter zur Speicherung und Verarbeitung der rasant zunehmenden Datenmengen.

Quelle: Yole, April 2016

Diese Entwicklung wird das weitere Wachstum der gesamten Elektronikindustrie in allen Segmenten wesentlich beeinflussen. Die Leiterplatte wird in ihrer Bedeutung als Verbindungsplattform für elektrische, elektronische und mechanische Bauteile in Kombination mit "Advanced Packaging" im Sinne der ("All-in-One")-

Substrat- und Leiterplattenmarkt in Mrd. US-\$

Quelle: Prismark, Februar 2017, Yole, April 2017 2015 2016 2017 2018 2019 IC-Substrate Luftfahrt/Militär Industrie Medizin Automotive Consumer Communication Computer

Modulintegration weiter an Bedeutung gewinnen. Sie ermöglicht so wie bisher die mechanische Befestigung sowie die elektrische Verbindung von Widerständen, Kondensatoren, Mikroprozessoren, Speicherbausteinen, Sensoren, Steckern und vielen anderen Komponenten, welche für die volle Funktionsfähigkeit elektronischer Systeme erforderlich sind. Dies geschieht allerdings mit immer feineren Leiterzugsstrukturen.

Technologisch bestehen Leiterplatten aus einem elektrisch isolierenden Trägermaterial. Zum Großteil werden dafür in Epoxidharz getränkte Glasfasermatten verwendet. Die darauf aufgebrachten leitenden Verbindungen bestehen zumeist aus geätzten Kupferschichten. Es gibt unzählige Arten von Leiterplatten: von einseitigen bis zu hochkomplexen mehrlagigen Ausführungen. Die Komplexität von Leiterplatten und damit verbunden die Anforderungen an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse werden von folgenden Faktoren bestimmt: der Lagenanzahl, den vertikalen Verbindungen der einzelnen Lagen und deren minimalen Lochdurchmessern, der Breite und den Abständen der Leiterzüge sowie dem Oberflächen-Finish. Die fortschreitende Miniaturisierung der elektronischen Komponenten in den Endgeräten bei gleichzeitig zunehmender Leistungsdichte erhöht die Anforderungen an und die Komplexität der Leiterplatten. AT&S hat seit Jahren den Schwerpunkt auf die Produktion hochkomplexer Leiterplatten für anspruchsvollste Anwendungen gelegt und realisiert mittlerweile mehr als 75 % des Umsatzes in dieser höchsten Technologieklasse. IC-Substrate repräsentieren die Spitzentechnologie für Verbindungsplattformen, und diese Technologie bildet auch die Basis für die neuesten Leiterplattengenerationen (mSAP) mit Leiterzugsbreiten von weniger als 30 µm. Der größte Unterschied zu herkömmlichen Leiterplatten liegt in den realisierbaren Strukturen, welche derzeit ein Minimum von unter 10 µm erreichen. Die zukünftigen Roadmaps sehen sogar Leiterzugsbreiten von weniger als 2 µm vor, was diese Verbindungstechnologie ideal positioniert, um auch fortschrittlichste Schaltkreise (ICs) in Zukunft direkt auf der Leiterplatte integrieren zu können.

Die technologische Entwicklung von High-End-Leiterplatten und IC-Substraten in Bezug auf verringerte Leiterzugsbreiten wird in den nächsten Jahren weiterhin von Anwendungen in den Bereichen Kommunikation und Computer und dabei insbesondere durch Entwicklungen bei High-End Computing (Server) und Smartphones bestimmt. Der wichtigste Trend ist dabei die weitere Integration von Funktionen auf immer kleineren Flächen bei gleichzeitig geringerer Dicke des Elektronikmoduls. Viele der klassischen Packaging-Methoden für IC-Substrate werden in diesem Zusammenhang an Bedeutung verlieren. Im Gegensatz dazu werden "Advanced Packaging"-Lösungen sowie die ("All-in-One")-Modulintegration von Halbleiterkomponenten, integrierten Schaltkreisen (ICs) und diskreten Bauelementen direkt auf oder in die Leiterplatten bzw. das IC-Substrat immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die potenziellen Lösungen auf allen Verbindungsebenen, für die sich AT&S durch die bereits in Umsetzung befindlichen Technologien (IC-Substrate, mSAP und Embedding) positionieren wird.

Grafik: Lösungen für alle Verbindungsebenen Quelle: AT&S

Leiterplatten und Verbindungslösungen für Automotive-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen nutzen High-End-Technologien mit reduzierten Leiterzugsbreiten aus dem Computer-, Communications- und Consumer-Bereich als Plattform für weitere Innovationen. Der Fokus liegt dabei auf der Einführung neuer Materialien (z.B. Hochfrequenz-Leiterplatten für Radar-Anwendungen bei Automotive), der Prozesskontrolle in engeren Grenzen und weiteren technologischen Verbesserungen zur Erfüllung der besonders hohen Qualitätsanforderungen. Applikationstrends wie autonomes Fahren, Robotik oder Online-Patientenmonitoring führen zu einer immer stärkeren Konvergenz der technologischen Anforderungen in den einzelnen Marktsegmenten.

Die Möglichkeiten, die durch die erforderliche intelligente Kombination unterschiedlicher Technologien entstehen, bedeuten gleichzeitig neue Wachstumspotenziale für die Leiterplattenindustrie. Es eröffnen sich Herstellern von High-End-Leiterplatten und IC-Substraten mit Embedding-Technologiekompetenz auch Potenziale für die Integration weiterer Wertschöpfung aus dem Markt für Bestückung und Packaging-Dienstleistungen.

INTERNATIONALE MARKTENTWICKLUNG Der globale Markt für Leiterplatten ist Teil der sehr dynamischen Elektronikindustrie. Insgesamt wird der globale Elektronikmarkt 2017 eine Größe von ca. 1.884 Mrd. USD erreichen, wobei die jährlichen Wachstumsraten zwischen 2017 und 2019 ca. 3,4 % betragen sollen (Quelle: Prismark, Februar 2017). Am stärksten sollen dabei die Segmente Automotive und Industrie (mit jeweils 5,9 %) wachsen, die Bereiche Consumer und Communication mit 3,7 % bzw. 3,4 %. Das Segment Computer soll weitgehend ohne Wachstum bleiben (0,8 % jährliches Wachstum zwischen 2017 und 2019). Die Märkte für Halbleiter und Leiterplatten unterliegen aufgrund der sich rasch ändernden Bedürfnisse der Kunden und des wechselnden globalen Wirtschaftsklimas immer größeren Schwankungen. Die Leiterplattenindustrie folgt untrennbar diesen Makro-Trends. Der Leiterplattenmarkt wird laut aktuellen Prognosen 2017 wieder auf 54,3 Mrd. USD ansteigen, das bedeutet ein mittleres jährliches Wachstum von 2,4 % zwischen 2017 und 2019 (Quelle: Prismark, Februar 2017; Yole, Februar 2017). Für höherwertige Technologien wie z.B. Anylayer- und mSAP-Leiterplatten werden überdurchschnittliche Zuwachsraten in Höhe von 6,0 % prognostiziert (Quelle: Prismark, April 2017).

COMMUNICATION: SMARTPHONES BLEIBEN DER TECHNOLOGISCHE MOTOR DER

ELEKTRONIKINDUSTRIE Nach starkem Wachstum 2015 ist das Absatzvolumen für Smartphones 2016 mit rund 1,471 Mrd. verkauften Geräten gegenüber 2015 fast konstant geblieben. Für den Zeitraum zwischen 2017 und 2019 wird ein mittleres jährliches Wachstum von 3,7 % erwartet (Quelle: IDC, März 2017). Innerhalb dieses Zeitraumes bleiben Smartphones trotz sich abschwächender Innovationszyklen der wesentliche Umsatz- und Technologietreiber der Elektronikindustrie.

CONSUMER Dieses Marktsegment enthält eine Reihe von unterschiedlichen Applikationen wie Audio- /Video-/TV-Geräte, Gaming Devices, Video-Streaming-Geräte, Virtual-Reality-(VR-)Brillen, Drohnen, Haushaltsgeräte, Consumer-Roboter, Kameras und Wearable Devices (Fitness Bands, Smartwatches etc.). Wesentlicher Markttrend ist das Vernetzen von Geräten ("Connected Devices", "Internet of Things" (IoT)) und der Download sowie das Streaming von Videos über das Internet. Dadurch soll bei Connected-4K-HD-TV-Geräten und Video-Streaming-Geräten zwischen 2017 und 2019 wieder ein jährliches Wachstum von bis zu 10 % erreicht werden (Quelle: BI Intelligence, Juni 2016). Auch bei Virtual-Reality-Brillen in Kombination mit Connected-TV-Geräten oder Drohnen wird ab 2017 ein sehr starkes Wachstum erwartet. Wearables und Smartwatches zeigen laut Marktprognosen ebenfalls starkes weiteres Wachstum. Alle diese Consumer-Geräte benötigen Verbindungslösungen auf Basis von Leiterplatten. Durch die fortschreitende Miniaturisierung ergibt sich auch hier – ähnlich wie bei Smartphones – ein Trend in Richtung Leiterplatten mit immer kleineren Leiterzugsbreiten und integrierten ("All-in-One")-Modulen, von dem AT&S durch frühzeitige Positionierung profitieren kann. Ab 2017 wird daher im gesamten Consumer-Leiterplattenmarktsegment mit einer derzeitigen Größe von 7,3 Mrd. USD ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 3,5 % erwartet (Quelle: Prismark, Februar 2017).

Elektronikmarkt nach Segmenten in Mrd. US-\$

Absatzvolumen Smartphones in Mio. verkaufte Stück

Quelle: IDC, März 2017 2015 2016 2017 2018 2019

Absatzvolumen Computer-Markt in Mio. verkaufte Stück

Quelle: Prismark, März 2017

Absatzvolumen Automobilmarkt in Mio. verkaufte Fahrzeuge

91 96 98 100 102

Quelle: Prismark, März 2017 2015 2016 2017 2018 2019

Absatzvolumen Industrieelektroniksystem-Markt in Mrd. US-\$

Quelle: Prismark, Februar 2017 2015 2016 2017 2018 2019

Absatzvolumen Medizinelektroniksystem-Markt in Mrd. US-\$

Quelle: Prismark, Februar 2017 2015 2016 2017 2018 2019

COMPUTER: DAS "INTERNET OF THINGS" WIRD BEI SERVERN UND SPEICHERME- DIEN NEUES WACHSTUM GENERIEREN Auch 2016 verzeichnete der Markt für Computer – Desk-

tops, Notebooks, Tablets und Server – einen weiteren Rückgang von mehr als 7,1 % (Quelle: Prismark, März 2017). Das Desktop-Absatzvolumen schrumpfte um 10,2 % auf 106 Millionen Stück, Tablet-Verkaufszahlen verringerten sich um 9,2 % auf 177 Millionen Stück, und die Notebook-Verkaufszahlen sanken um 2,9 %. Der Bereich Server blieb konstant. Ab 2017 wird eine Stabilisierung der Verkaufszahlen erwartet. Wachstum wird zukünftig vor allem bei Servern erwartet (ca. 6,4 % jährliches Wachstum zwischen 2017 und 2019).

AUTOMOBILELEKTRONIK: ÜBERDURCHSCHNITTLICHES WACHSTUM DURCH NEUE

ANWENDUNGEN Die Anzahl der jährlich verkauften Fahrzeuge hat 2016 96 Millionen erreicht und wird zwischen 2017 und 2019 jährlich um ca. 2,0 % wachsen. Wesentlicher Wachstumstreiber für den Leiterplattenabsatz in diesem Segment ist der stark steigende Anteil elektronischer Applikationen je Fahrzeug (autonomes Fahren, Infotainment etc.). Der Markt für Leiterplatten hat 2016 4,9 Mrd. USD erreicht und soll im Zeitraum 2017 bis 2019 ein jährliches Wachstum von 3,8 % aufweisen (Quelle: Prismark, Februar 2017). Damit liegen die Wachstumsraten für elektronische Systeme für den Automobilmarkt als auch für Leiterplatten in diesem Segment deutlich über den durchschnittlichen Gesamtwerten der globalen Elektronikbranche. Anwendungen im Bereich Sicherheit und Infotainment treiben auch in diesem Segment die Nachfrage und den Einsatz von HDI- und Microvia-Leiterplatten. Zu Anwendungen, bei denen mittlerweile HDI- und Microvia-Leiterplatten eingesetzt werden, gehören Navigations- und Multimedia-Systeme, Emergency-Callund Kamerasysteme ebenso wie beispielsweise elektronische Getriebesteuerungen. Wesentliche zukünftige Wachstumstreiber in diesem Segment sind die weitere Elektrifizierung, Vernetzung und vor allem autonomes Fahren. Autonomes Fahren benötigt unter anderem die Entwicklung von neuen zentralen Systemen für die Erfassung von Informationen und Daten, welche von Kamerasystemen und Sensoren (Radar-, optische Abstands- und Geschwindigkeitsmessung und Ultraschallsensoren etc.) zur Verfügung gestellt werden, sowie für deren Auswertung und die anschließende Ansteuerung der entsprechenden Aktuatoren für Brems-, Stabilitäts- und Lenksysteme. Aufgrund des großen Datenvolumens und der notwendigen schnellen Übertragungsraten benötigen diese neuen Zentralrechner bereits jetzt HDI-Technologie.

INDUSTRIEELEKTRONIK Im Jahr 2016 war der Markt für Industrieelektronik mit 197 Mrd. USD mit - 1,0 % leicht rückläufig. Beginnend mit 2017 wird allerdings ein jährliches Wachstum von 5,9 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2017). Das Marktvolumen für Leiterplatten in diesem Segment ist mit 2,6 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben und soll zwischen 2017 und 2019 jährlich im Mittel um bis zu 5,6 % weiter wachsen (Quelle: Prismark, Februar 2017).

Das Industrieelektronik-Segment ist nach wie vor stark geprägt von Anwendungen in den Bereichen Mess-, Regel- und Steuertechnik, Leistungselektronik, Beleuchtungssysteme sowie Diagnostikgeräte, RFID-Erfassungssysteme, aber auch Eisenbahntechnik. Zukünftig werden M2M-(Maschine-zu-Maschine- und Maschine-zu-Mensch-)Kommunikationsmodule, getrieben durch Robotik, Automatisierung und Industrie-4.0- Aktivitäten, weiteres Wachstum in diesem Segment ermöglichen.

MEDIZINELEKTRONIK Der globale Markt für medizintechnische Elektroniksysteme ist im Jahr 2016 um ca. 2,0 % auf 104 Mrd. USD gewachsen (Quelle: Prismark, Februar 2017). Medizinelektronik ist geprägt von einer hohen Komplexität und Vielschichtigkeit hinsichtlich der Anwendungen wie Diagnose- und bildgebende Geräte, Therapieapplikationen und mobile Geräte am und im Körper (z.B.: Hörgeräte, Herzschrittmacher, Insulinpumpen). Weitere Anwendungsbereiche sind chirurgische Beleuchtung, analytische Instrumente und Molekulardiagnostik. Die Preise für medizintechnische Geräte bzw. Systeme reichen von niedrigen zweistelligen USD-Beträgen bis zu mehr als 1.000.000 USD für Computer-Tomographie-Systeme. Der Markt für Leiterplatten betrug 2016 in diesem Segment 1,1 Mrd. USD mit jährlichen Steigerungsraten von 4,5 % bis 2019.

DER MARKT FÜR IC-SUBSTRATE IC-Substrate bilden die Basis für das Packaging von einem oder mehreren Halbleiterchips ("Integrated Circuits" oder kurz "ICs"). Im Falle von mehreren Chips spricht man auch von "System in Package" oder kurz "SiP". Ebenso bilden IC-Substrate eine wichtige Komponente in zukünftigen ("Allin-One")-Modulen. Der Markt für IC-Substrate ist besonders stark durch den technologischen Wandel im Packaging-Bereich geprägt, wobei die Silizium-ICs und die Leiterplatten/Substrate immer direkter miteinander verbunden werden. Dabei werden viele Zwischenschritte im IC-Packaging, die derzeit von OSAT(Outsourced Semiconductor Assembly and Test-)Firmen durchgeführt werden, im Zuge der Miniaturisierung und Systemkostenreduktion eliminiert. Dabei kann ein Teil der bisherigen Packaging-Prozessschritte in die Silizium-Wafer-Fertigung ("Wafer Level Packaging") und ein anderer Teil in die Substrat- und Leiterplattenfertigung verlagert werden. Embedding wird dabei an Bedeutung für die weitere funktionale Integration im System gewinnen.

Nach einem Rückgang von 3,8 % gegenüber 2015 hat der Markt für IC-Substrate 2016 ein Volumen von 5,1 Mrd. USD erreicht, wobei für die Jahre 2017 bis 2019 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 2,7 % erwartet wird (Quelle: Yole, Februar 2017).

IC-Substrate finden praktisch in allen Applikationen im Elektronikmarkt Verwendung. Wesentlicher Wachstumstreiber sind in diesem Zusammenhang alle Arten von "System-in-Package"- ("SiP") oder ("All-in-One")-Modulen zur Integration verschiedener Funktionen (ICs, Sensoren, passive Bauelemente etc.). Der Gesamtmarkt für IC-Substrate von 5,1 Mrd. USD (2016) teilt sich in "CSP" ("Chip Scale Packaging") und "BGA" ("Ball Grid Array") auf. BGA-Substrate sind zumeist großflächiger, sie haben einen Anteil von etwas mehr als 50 % am Gesamtmarkt. Typische Anwendungen sind IC-Substrate für Prozessoren in PCs, Notebooks oder für Server. Die Wachstumsraten sind daher für BGA-Substrate – ähnlich wie im Computermarkt – in den nächsten Jahren gering. Eine Ausnahme bildet hingegen der Markt für High-End-BGA-Substrate für Server, der – getrieben durch Internet/Cloud-Applikationen – sehr hohe Wachstumsraten aufweisen wird. CSP-Substrate finden in einer Vielzahl von Applikationen in Bereichen wie Consumer, Communication, Automotive, Industrie oder Medizintechnik Verwendung. Dieser CSP-Substratmarkt zeigt in den nächsten Jahren ein Wachstum von mehr als 4 % jährlich.

In Kombination mit der Embedding- und Leiterplatten-Kompetenz bietet das Umfeld der Substrate für AT&S die Möglichkeit, sich in den nächsten Jahren in diesem Hochtechnologiesegment als einer der führenden Marktanbieter für Verbindungslösungen und Modulintegration zu etablieren.

MINIATURISIERUNG, FUNKTIONSINTEGRATION UND MODULARISIERUNG BE- STIMMEN DEN MARKT FÜR "EMBEDDED COMPONENT PACKAGING" ("ECP") BZW. "EMBEDDED-DIE-PACKAGING" Embedding von Komponenten in Leiterplatten/Substraten ist eine Technik, die in allen Elektronikmodulen eine Systemkostenreduktion, eine Verringerung des Platzbedarfes für Elektronik und eine Performanceverbesserung der Module ermöglichen wird. Sie ist daher für alle Applikationen anwendbar. Embedding ist, wie bereits ausgeführt, in Kombination mit Leiterplatten- /Substrattechnologie eine wesentliche Kompetenz, um zukünftige ("All-in-One")-Module zu ermöglichen.

Der Einsatz der "Embedded-Die-Packaging"-Technologie ("ECP") ist derzeit noch auf Nischen beschränkt. Das erklärt das vergleichsweise geringe Volumen des Gesamtmarktes im Jahr 2016 von 17 Mio. USD (Quelle: Yole, Februar 2017). Breitere Marktdurchdringung erster, bereits etablierter Anwendungen und das hohe Potenzial von ECP durch weitere technologische Verbesserungen sind in der externen Marktanalyse noch nicht berücksichtigt. Die technologische Barriere war in der Vergangenheit vor allem der Ausbeuteverlust beim "Embedding" teurer Chips. Durch Verbesserung der Prozessführung konnte die Ausbeute signifikant gesteigert werden, was eine breite Anwendung in allen Märkten – von Consumer und Communications bis Automotive-, Industrie- und Medizintechnik – ermöglichen wird. Typische Anwendungsbeispiele von ECP-Produkten, die entweder bereits im Markt eingeführt wurden oder knapp vor der Markteinführung stehen, sind Kameramodule oder diskrete Spannungswandler in allen Spannungsklassen von Niedervolt bis hin zu Leistungsmodulen mit Power-MOSFETs oder IGBTs. Da integrierte Spannungswandler Bestandteil praktisch aller Elektronikmodule sind, ergeben sich in diesem Fall eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten sowohl im Consumer- und Communications-Bereich als auch im Bereich Automotive-, Industrie- oder Medizintechnik. Derzeit diskrete realisierte Lösungen werden immer dann durch eine integrierte "Embedding"-Lösungen ersetzt, wenn Performancevorteile (reduzierte Schaltverluste, bessere thermische Performance) oder ein verringerter Platzbedarf für das Gesamtsystem besonders wichtig sind.

Quelle: Yole, April 2017 2015 2016 2017 2018 2019

Absatzvolumen Embedded-Die-Packaging-Technologie in Mio. US-\$

Quelle: Yole, April 2017 2015 2016 2017 2018 2019

Umsatz nach Quartalen in Mio. €

Umsatz nach Regionen (Sitz des Kunden) in %

1.2. Ertragslage

AT&S konnte im Geschäftsjahr 2016/17 die guten Vorjahresumsatzzahlen neuerlich übertreffen. In Summe steigerte AT&S im Geschäftsjahr 2016/17 den Konzernumsatz um 52,0 Mio. € bzw. 6,8 % auf 814,9 Mio. € (Vorjahr: 762,9 Mio. €). Eine starke Nachfrage in allen Segmenten und der Trend zu höherlagigen High-End-Leiterplatten ermöglichten diese positive Entwicklung und konnten den anhaltenden Preisdruck und geringfügig negative Wechselkurseffekte im Kerngeschäft überkompensieren. Der größte Anteil des Umsatzanstieges beruht aus ersten Umsätzen mit IC-Substraten und Produkten aus dem zweiten Werk in Chongqing. Rund 76,1 % des Umsatzes 2016/17 (Vorjahr: 73,3 %) wurden in Fremdwährungen (vor allem US-Dollar) verrechnet. Der Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte stieg von 81,0 % im Vorjahr auf 82,0 % im Geschäftsjahr an. Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Sitzes der Kunden weist für Amerika einen Anteil von 57,1 % nach 56,1 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der übrigen Regionen hat sich dementsprechend verschoben.

Der Umsatz der AT&S weist im Normalfall aufgrund der hohen Bedeutung der mobilen Endgeräte folgenden saisonalen Verlauf auf: Das erste Quartal des Geschäftsjahres ist üblicherweise schwächer als Quartal zwei und drei, welche als Vorbereitung für die Produktlaunches der neuesten Gerätegeneration meist eine sehr hohe Nachfrage aufweisen. Das vierte Quartal weist in der Regel eine geringere Kundennachfrage auf und ist durch Werksferien aufgrund des chinesischen Neujahrsfests in unseren großen chinesischen Standorten gekennzeichnet.

Während in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 die Saisonalität aufgrund einer außergewöhnlichen Nachfrage nach mobilen Endgeräten kaum ausgeprägt war, gab es im ersten Quartal 2016/17 hingegen die übliche Saisonalität, welche durch erste Umsätze mit IC-Substraten nicht kompensiert werden konnte. Im zweiten Quartal war die Nachfrage aus dem Kerngeschäft sehr stark und führte zu einer deutlichen Umsatzsteigerung. Diese erfreuliche Entwicklung verstärkte sich im dritten Quartal, in dem es darüber hinaus erste Umsätze aus dem zweiten Werk in Chongqing gab. Das vierte Quartal war im Kerngeschäft durch den Beginn des Technologie-Upgrades unseres größten Werkes in Shanghai auf die nächste Technologiegeneration gekennzeichnet, das zu reduzierten Kapazitäten und darauf basierend etwas geringeren Umsätzen führte. Dieser leichte Rückgang im Kerngeschäft konnte durch signifikante Umsatzbeiträge aus IC-Substraten mehr als kompensiert werden.

Ergebniskennzahlen

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2016/17 2015/16 Veränderung
in %
Umsatzerlöse 814,9 762,9 6,8 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 130,9 167,5 (21,8 %)
EBITDA-Marge (%) 16,1 % 22,0 %
EBITDA bereinigt1) 194,8 180,2 8,1 %
EBITDA-Marge bereinigt (%)1) 25,4 % 23,7 %
Betriebsergebnis (EBIT) 6,6 77,0 (91,4 %)
EBIT-Marge (%) 0,8 % 10,1 %
EBIT bereinigt1) 119,0 103,2 15,3 %
EBIT-Marge bereinigt (%)1) 15,5 % 13,6 %
Konzernjahresergebnis (22,9) 56,0 (140,9 %)
Gewinn je Aktie (€) (0,59) 1,44 (141,0 %)
Anlagenzugänge 258,2 303,0 (14,8 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 9.526 8.759 8,8 %

1) bereinigt um Projekt Chongqing und Auflösung Restrukturierungsrückstellung

Der Einfluss von Wechselkursentwicklungen auf den Umsatz war, trotz des steigenden Anteils von Fremdwährungsumsätzen, von untergeordneter Bedeutung. Während der Umsatz in den ersten beiden Quartalen leicht durch negative Wechselkurseffekte beeinflusst war, war der Umsatz im dritten Quartal nicht und im vierten Quartal leicht positiv beeinflusst. In Summe ergab sich eine leichte Umsatzreduktion.

Der Umsatzanteil der verschiedenen Segmente hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Der Anteil des Segments Mobile Devices & Substrates (MS) an den externen Umsatzerlösen erhöhte sich auf 59,7 % (Vorjahr: 59,3 %), der Anteil des Segments Automotive, Industrial, Medical (AIM) reduzierte sich im Gegenzug auf 39,8 % (Vorjahr: 40,2 %). Diese Verschiebung resultiert aus dem überdurchschnittlich starken Umsatzwachstum durch IC-Substrate. Weitere Informationen zur Entwicklung der Segmente können dem Kapitel 4 "Geschäftsentwicklung nach Segmenten" entnommen werden.

Das EBITDA der Gruppe war mit 130,9 Mio. € deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 167,5 Mio. €. Der Rückgang resultierte in erster Linie aus den Kosten der Anlaufphase der beiden neuen Werke des Projektes Chongqing, die zu einem, verglichen mit dem Vorjahr, geringeren EBITDA von 65,9 Mio. € führten. Die organische EBITDA-Veränderung, d.h. bereinigt um das Projekt Chongqing, die Auflösung der Restrukturierungsrückstellung und Wechselkurseffekte, betrug -3,9 Mio. € und resultiert aus dem anhaltenden Preisdruck im Bereich der mobilen Endgeräte, welcher durch Kosteneinsparungen nur teilweise kompensiert werden konnte. In den Kosteneinsparungen ist auch die Anpassung der variablen Vergütungen auf den erwarteten Zielerreichungsgrad inkludiert. Die vollständige Auflösung einer Rückstellung für ungenutzte Flächen und einer Rückstellung für einen möglichen Verwertungsverlust aus einem Leasingvertrag führten zu einem positiven Sondereffekt von gesamt 7,2 Mio. €. Positive Wechselkurseffekte, vor allem aus dem chinesischen Renminbi, führten zu einer EBITDA-Verbesserung von 26,0 Mio. €.

Die EBITDA-Entwicklung nach Quartalen spiegelt die allgemeine Umsatzentwicklung und die Ergebnisbelastungen aus den Anlaufphasen wider. Das erste Quartal 2016/17 war trotz positiver Wechselkurseffekte aufgrund der stärkeren Saisonalität und der Anlaufkosten aus dem Projekt Chongqing deutlich unter den Vorjahresvergleichszahlen. Das zweite Quartal 2016/17 konnte im Kerngeschäft an das starke Vorjahr anschließen, und die Abweichung zum Vorjahr resultierte primär aus den Anlaufkosten für das Projekt Chongqing. Im dritten Quartal 2016/17 konnten wir das starke Vorjahresergebnis trotz der Anlaufkosten aus dem Projekt Chongqing übertreffen. Neben einer sehr starken operativen Performance war die Ergebnisentwicklung auch durch – für AT&S positive – Wechselkursentwicklungen begünstigt. Im vierten Quartal 2016/17 konnte das Vorjahresergebnis, trotz der höheren Anlaufkosten, verbessert werden. Neben positiven Wechselkurseffekten konnte AT&S auch kostenseitige Verbesserungsmaßnahmen erzielen.

Die oben angeführten Effekte wirkten auch auf die einzelnen Kostenbereiche. Der Anstieg bei den Herstellkosten resultiert aus den Effekten des Projektes Chongqing. Der Kostenanstieg aufgrund der höheren Volumen im Kerngeschäft (exklusive Projekt Chongqing) wird durch positive Wechselkurseffekte kompensiert. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten beinhalten im Geschäftsjahr 2016/17 ganzjährig die Kosten für das IC-Substratwerk und, beginnend mit dem dritten Quartal, auch für das zweite Werk in Chongqing, welche im Vorjahr noch im Bereich sonstiges betriebliches Ergebnis ausgewiesen wurden. Dieser durch die Reklassifizierung bedingte Anstieg konnte durch Kosteneinsparungen und leicht positive Wechselkurseffekte mehr als kompensiert werden. Das sonstige betriebliche Ergebnis verbesserte sich von 10,6 Mio. € Aufwand auf 9,6 Mio. € Ertrag. Wesentliche Effekte waren neben der vorhin erwähnten Auflösung der Rückstellungen geringere Kosten für das Projekt Chongqing von 5,6 Mio. €, ein um 2,5 Mio. € verbessertes Wechselkursergebnis und der Wegfall der Aufwendungen für Sonderabschreibungen in 2015/16 von 3,1 Mio. €.

Ertragsentwicklung in Mio. € 2015/16 Einmaleffekte1) Währungseffekte2) Organisch 2016/17 Umsatzerlöse 762,9 45,7 (2,5) 8,8 814,9 Umsatzkosten (611,2) (150,1) 31,3 (30,2) (760,2) Bruttogewinn 151,6 (104,4) 28,8 (21,3) 54,7 Vertriebskosten (34,6) (2,1) 0,4 6,9 (29,4) Allgemeine Verwaltungskosten (29,4) (5,2) 0,6 5,7 (28,3) Sonstiges betriebliches Ergebnis (10,7) 15,5 2,5 2,3 9,6 Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 167,5 (58,6) 26,0 (4,0) 130,9 Betriebsergebnis (EBIT) 77,0 (96,2) 32,3 (6,4) 6,6 Finanzergebnis (8,1) (6,7) (6,3) 3,6 (17,5) Ergebnis vor Steuern 68,8 (102,9) 26,0 (2,8) (10,9) Ertragsteuern (12,9) (2,5) 1,0 2,4 (12,0) Konzernjahresergebnis 56,0 (105,5) 27,0 (0,4) (22,9)

1) Projekt Chongqing, Auflösung Restrukturierungsrückstellung und Aktivierung latenter Steuern der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft 2) Im Konzernabschluss enthaltene Translations- und Bewertungseffekte

EBIT-Entwicklung in Mio. €

EBIT-Marge

Die EBITDA-Marge der Gruppe ging im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozentpunkte von 22,0 % auf 16,1 % zurück. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die Anlaufphase in den neuen Werken in Chongqing zurückzuführen. Bereinigt man die Margen der beiden Jahre um diesen Effekt und die Auflösung der Restrukturierungsrückstellung im Geschäftsjahr 2016/17, ergibt sich eine Verbesserung um 1,7 Prozentpunkte von 23,7 % des Vorjahres auf 25,4 % im laufenden Jahr. Dieser Anstieg resultiert aus positiven Wechselkurseffekten und kontinuierlichen Kosten- und Effizienzverbesserungen. In den Kostensenkungen ist auch eine Anpassung der variablen Vergütungen auf den erwarteten Zielerreichungsgrad inkludiert.

Die planmäßigen Abschreibungen auf die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 124,7 Mio. € bzw. 13,5 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 87,4 Mio. € bzw. 11,0 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen technischen Standard sowie die Anlagenintensität von AT&S wider und erhöhten sich vor allem aufgrund des Projektes Chongqing um 40,6 Mio. €. Positive Wechselkurseffekte reduzierten die Abschreibung um 6,4 Mio. €. Der verbleibende Anstieg von 3,1 Mio. € zum Vorjahreswert resultiert aus Investititionen für Technologie-Upgrades und den damit verbundenen Abschreibungen. Im Geschäftsjahr 2016/17 sind keine Sonderabschreibungen angefallen (Vorjahr: 3,1 Mio. €). Zuschreibungen im Ausmaß von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) wurden im Geschäftsjahr 2016/17 ergebniswirksam erfasst, da die Gründe für die Wertminderung weggefallen sind.

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich aufgrund der genannten Effekte und der höheren Abschreibungen um 70,3 Mio. € bzw. -91,4 % auf 6,6 Mio. € (Vorjahr: 77,0 Mio. €). Bereinigt um das Projekt Chongqing und die Auflösung der Restrukturierungsrückstellungen, erzielte AT&S einen Anstieg um 15,8 Mio. € bzw. 15,3 % auf 119,0 Mio. € (Vorjahr: 103,2 Mio. €). Die EBIT-Marge verringerte sich um 9,3 Prozentpunkte auf 0,8 % (Vorjahr: 10,1 %), bereinigt um die vorhin genannten Effekte, erhöhte sie sich um 1,9 Prozentpunkte von 13,6 % im Vorjahr auf 15,5 % im laufenden Geschäftsjahr.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich von -8,1 Mio. € auf -17,5 Mio. €. Der Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen erhöhte sich von 8,9 Mio. € auf 13,8 Mio. €. Hauptursache war ein Rückgang der aktivierten Fremdkapitalzinsen auf 2,2 Mio. € (Vorjahr: 6,6 Mio. €), die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten Vermögensgegenständen in Chongqing stehen. Trotz der von 523,0 Mio. € auf 592,2 Mio. € gestiegenen Bruttoverschuldung stieg der Bruttozinsaufwand aufgrund der planmäßigen Tilgung der Anleihe im November 2016 nur geringfügig um 0,5 Mio. € von 15,5 Mio. € auf 16,0 Mio. €. Aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten, welche variable in fixe Zinszahlungen tauschen, die jedoch nicht die Kriterien des Hedge-Accountings erfüllen, da Laufzeit und Höhe nicht mit den gesicherten originären Finanzverbindlichkeiten übereinstimmen, resultierte ein Gewinn von 0,5 Mio. € (Vorjahr: Aufwand 3,3Mio. €).

Die Sozialkapitalzinsen erhöhten sich geringfügig auf 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €). Das derzeit für Veranlagungen ungünstige Umfeld führte zu einem Rückgang des Veranlagungsergebnisses auf 1,5 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €). Im Finanzergebnis wurden im Geschäftsjahr 2016/17 negative Fremdwährungsdifferenzen, die sich aufgrund der Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und -schulden sowie realisierter Kursgewinne von Finanzinstrumenten ergaben, in Höhe von 3,4 Mio. € als Aufwand erfasst (Vorjahr: Ertrag 3,9 Mio. €). Grundsätzlich ist das Finanzergebnis in geringerem Ausmaß von Währungseffekten beeinflusst, da ein Großteil der Ausleihungen gegenüber Kreditinstituten Euro-Verbindlichkeiten sind. Die größten konzerninternen Ausleihungen sind langfristiger Natur, deren Rückzahlung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Die Bewertung dieser Ausleihungen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung.

Die Konzernsteuerbelastung beträgt 12,0 Mio. € (Vorjahr: 12,9 Mio. €). Die laufende Ertragsteuerbelastung stieg auf 20,2 Mio. € (Vorjahr: 15,8 Mio. €). Hauptursache waren steigende Gewinne in Ländern mit höheren Steuersätzen. Der Anstieg des latenten Steuerergebnisses (Ertrag) auf 8,1 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €) resultiert primär aus der Aktivierung von Verlustvorträgen in Österreich. Aufgrund des Vorliegens von überzeugenden substanziellen Hinweisen für das Vorhandensein künftiger steuerlicher Ergebnisse wurden die strengen Kriterien des IAS 12 erfüllt und eine Aktivierung von latenten Steuern im Ausmaß von 11,5 Mio. € wurde vorgenommen. Der Effektivsteuersatz hat aufgrund des negativen Ergebnisses vor Steuern keine Aussagekraft, da für Verluste der AT&S Chongqing Company Limited in China aufgrund des Vorliegens von neuen Steuerplanungen keine latenten Steuern mehr angesetzt wurden. Aus der Auflösung von bereits gebildeten aktiven latenten Steuern entstand ein latenter Steueraufwand von 6,7 Mio. €. Darüber hinaus wurde der Effektivsteuersatz durch den Wegfall des reduzierten Steuersatzes bei der AT&S (China) Company Limited mit 31. Dezember 2016 beeinflusst (an einer Rückkehr in das begünstigte Steuerschema wird gearbeitet).

Das Konzernjahresergebnis ging von 56,0 Mio. € im Vorjahr um 78,8 Mio. € auf -22,9 Mio. € zurück, und das Ergebnis je Aktie reduzierte sich um 2,03 € von 1,44 € auf -0,59 € bei gleichbleibender Aktienanzahl.

1.3. Vermögens- und Finanzlage

Bilanzentwicklung
in Mio. € 31.03.2016 Einmaleffekte1) Währungseffekte Organisch 31.03.2017
Langfristige Vermögenswerte 866,3 149,3 0,9 12,9 1.029,4
Kurzfristige Vermögenswerte 478,3 (85,1) 3,8 10,3 407,3
Summe Vermögenswerte 1.344,7 64,2 4,7 23,1 1.436,7
Eigenkapital 568,9 (115,4) 2,9 83,7 540,1
Langfristige Schulden 421,4 157,0 0,7 (9,3) 569,8
Kurzfristige Schulden 354,3 22,6 1,1 (51,3) 326,8
Summe Eigenkapital und
Schulden 1.344,7 64,2 4,7 23,1 1.436,7

1) Projekt Chongqing, Auflösung Restrukturierungsrückstellung und Aktivierung latenter Steuern der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft

Die Bilanzsumme wuchs im Geschäftsjahr 2016/17 um 92,0 Mio. € bzw. 6,8 % von 1.344,7 Mio. € auf 1.436,7 Mio. € an.

Die Sachanlagen stiegen vor allem durch Zugänge in Chongqing in Höhe von 157,9 Mio. € und Technologie-Upgrades in Shanghai in Höhe von 74,7 Mio. € um insgesamt 251,8 Mio. €. In der Nettoveränderung des Anlagevermögens von 131,9 Mio. € bzw. 16,6 % auf 924,8 Mio. € (Vorjahr: 792,9 Mio. €) sind darüber hinaus planmäßige Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen in Höhe von 124,3 Mio. € (Vorjahr: 90,5 Mio. €), Wechselkurseffekte von 1,0 Mio. € und aktivierte Entwicklungskosten, die die Kriterien des IAS 38 erfüllen, in Höhe von 4,8 Mio. € berücksichtigt.

In den langfristigen Vermögenswerten sind Vorsteuerforderungen in Höhe von 53,7 Mio. € enthalten (Vorjahr: 27,9 Mio. €), welche erst in mehr als einem Jahr mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten gegengerechnet werden können.

Nettoumlaufvermögen

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2017 31.03.2016 Veränderung
in %
Vorräte 108,8 83,4 30,4 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 53,5 110,0 (51,3 %)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (189,8) (130,7) 45,3 %
Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 67,9 55,6 22,0 %
Umlaufvermögen Handel 40,4 118,4 (65,9 %)
Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen (16,0) (29,9) (46,5 %)
Nettoumlaufvermögen 24,4 88,4 (72,4 %)
Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 3,0 % 11,6 %
Außenstandsdauer (in Tagen):
Vorräte 52 50 4,0 %
Forderungen 24 53 (54,7 %)
Verbindlichkeiten 91 63 44,4 %

Die Vorräte erhöhten sich um 25,4 Mio. € bzw. 30,4 % von 83,4 Mio. € auf 108,8 Mio. €. Der Anstieg beruht in erster Linie auf dem Projekt Chongqing. In den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen spiegeln sich verschiedene Optimierungsmaßnahmen wider, die getroffen wurden, um die Nettoverschuldung zu verbessern. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 56,4 Mio. € bzw. -51,3 % auf 53,5 Mio. € (Vorjahr: 110,0 Mio. €). Die durchschnittliche Außenstandsdauer sank dadurch um 54,7 % auf 24 Tage (Vorjahr: 53 Tage). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen konnten um 59,2 Mio. € bzw. 45,3 % von 130,7 Mio. € auf 189,8 Mio. € erhöht werden. Darin enthalten ist ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Investitionen um 12,3 Mio. € auf 67,9 Mio. € (Vorjahr: 55,6 Mio. €), der restliche Anstieg resultiert aus dem höheren Geschäftsvolumen und den gesetzten Optimierungsschritten zum Jahresende.

Das Eigenkapital reduzierte sich um 28,8 Mio. € bzw. -5,1 % von 568,9 Mio. € auf 540,1 Mio. €. Das Konzernergebnis reduzierte mit 22,9 Mio. € (Vorjahr: Erhöhung 56,0 Mio. €) das Eigenkapital. Die Dividende führte zu einer Eigenkapitalreduktion von 14,0 Mio. €. Eigenkapitalerhöhend wirkten sich hingegen leicht positive Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung langfristiger Ausleihungen an Tochterunternehmen mit 2,9 Mio. € und versicherungsmathematische Gewinne, die sich aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen verwendeten Parameter ergeben, mit 5,1 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) aus.

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen um 158,3 Mio. € bzw. 43,8 % von 361,6 Mio. € auf 519,8 Mio. € und lagen damit deutlich über Vorjahresniveau. Der kurzfristige Teil verringerte sich von 161,4 Mio. € auf 73,0 Mio. €. In dem Rückgang enthalten ist die planmäßige Rückzahlung der am 18. November 2016 fälligen Anleihe mit einem Buchwert zum 31. März 2016 von 76,8 Mio. €. Die im Geschäftsjahr 2015/16 für die Rückzahlung der Anleihe fristenkongruent veranlagten finanziellen Mittel wurden plangemäß verwendet.

Nettoverschuldung

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2017 31.03.2016 Veränderung
in %
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 73,0 161,4 (54,7 %)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 519,8 361,6 43,8 %
Bruttoverschuldung 592,9 523,0 13,4 %
Zahlungsmittel und -äquivalente (203,5) (171,9) 18,4 %
Finanzielle Vermögenswerte (8,8) (87,9) (90,0 %)
Nettoverschuldung 380,6 263,2 44,6 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 130,9 167,5 (21,8 %)
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 2,9 1,6
Eigenkapital 540,1 568,9 (5,1 %)
Bilanzsumme 1.436,7 1.344,7 6,8 %
Eigenkapitalquote (%) 37,6 % 42,3 %
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 70,5 % 46,3 %

Die Nettoverschuldung stieg um 117,4 Mio. € bzw. 44,6 % auf 380,6 Mio. € (Vorjahr: 263,2 Mio. €). Hauptursache für den weiteren Anstieg waren die nach wie vor hohe Investitionstätigkeit und die Belastungen aus der Anlaufphase für das Projekt Chongqing, welche durch ein Working-Capital-Optimierungsprogramm nur teilweise kompensiert werden konnten. Der Verschuldungsgrad stieg auf 70,5 % und lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau von 46,3 %. Die Kennzahl Nettoverschuldung/EBITDA, die eine fiktive Entschuldungsdauer widerspiegelt, verschlechterte sich aufgrund der höheren Nettoverschuldung von 1,6 Jahren auf 2,9 Jahren und lag damit knapp unter dem langfristigen internen Limit von 3,0 Jahren.

TREASURY-AKTIVITÄTEN Das Geschäftsjahr 2016/17 war aus Treasury-Sicht zweigeteilt. In der ersten Jahreshälfte wurde das 2015/16 gestartete Finanzierungsprogramm erfolgreich zu einem Abschluss gebracht. Dabei wurden unter anderem das Ende März 2016 unterzeichnete bilaterale Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 100,0 Mio. € und 7 Jahren Laufzeit an AT&S ausgezahlt und im Mai 2016 ein weiteres bilaterales Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 50,0 Mio. € und 5 Jahren Laufzeit unterzeichnet und ausbezahlt. Darüber hinaus konnte Ende Juni 2016 noch eine OeKB-Beteiligungsfinanzierung mit einem österreichischen Bankenkonsortium über 75,0 Mio. € abgeschlossen werden. Davon können 25,0 Mio. € bis zum 31. Dezember 2017 und 50,0 Mio. € bis zum 31. März 2018 gezogen werden. Nach einer tilgungsfreien Zeit laufen die Tilgungen vom 30. September 2018 bis 30. Juni 2026. Insgesamt konnte AT&S im Zeitraum von Oktober 2015 bis Juni 2016 Finanzierungen von über 500,0 Mio. € aufstellen. Damit sind die Rückzahlung der Anleihe, die Finanzierung der Investitionen für das Projekt Chongqing, das Upgrade des Standortes Shanghai auf die nächste Technologiegeneration und die Finanzierung der Anlaufphase in Chongqing sichergestellt worden.

Die zweite Jahreshälfte war gekennzeichnet durch ein Nettoverschuldungs-Optimierungsprogamm, welches die Einhaltung des intern definierten Nettoverschuldungs/EBITDA-Zielverhältnisses von 3,0 sicherstellen sollte. Dabei wurden die den Forderungen und Verbindlichkeiten innewohnenden Finanzierungspotenziale entsprechend genutzt.

Neben diesen beiden Schwerpunkten erfolgten noch mehrere kleinere Finanzierungen und Optimierungen der Finanzierungstruktur und die planmäßige Tilgung der Anleihe im November mit einem Restnominale von 75,5 Mio. €. Darüber hinaus wurde die Fremdkapital-Investorenkommunikation weiter intensiviert.

Die Finanzierung von AT&S basiert auf einer Vier-Säulen-Strategie, mit der die Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsinstrumenten minimiert werden soll. Basierend auf den aktuell herrschenden Finanzmarktbedingungen, werden einzelne Bereiche stärker forciert oder können gegebenenfalls auch zeitweise nicht genutzt werden.

Finanzierungsinstrumente
in Mio. € 31.03.2017 in % 31.03.2016 in %
Anleihe 76,8 10,0 %
Schuldscheindarlehen 441,2 55,6 % 287,2 37,3 %
Bankdarlehen 151,6 19,1 % 159,0 20,6 %
Bruttoverschuldung 592,9 74,7 % 523,0 67,9 %
Kreditlinien 200,9 25,3 % 247,4 32,1 %
Kontrahierte Finanzierungen 793,8 100,0 % 770,4 100,0 %

Die Basis bilden langfristige, fix verzinste Retail-Bonds: Ihr Vorteil liegt in einer hohen Planbarkeit und Sicherheit für das Unternehmen, die sich aufgrund der fixen Verzinsung und Unkündbarkeit ergeben. Nachteilig sind die höheren Platzierungskosten. Der Retail-Bond mit einem Restnominale von 75,5 Mio. € wurde am 18. November 2016 planmäßig rückbezahlt. Basierend auf der aktuellen Marktsituation, ist keine Begebung eines neuen Standard-Retail-Bonds geplant.

Die Bedeutung von Schuldscheindarlehen als zweiter Finanzierungssäule hat sich im Geschäftsjahr 2016/17 durch die beiden eingangs genannten Transaktionen weiter erhöht. Die Vorteile von Schuldscheindarlehen liegen neben der hohen Planbarkeit im geringen Platzierungsaufwand. Aufgrund dieser Vorteile plant AT&S auch künftig diese Form der Finanzierung zu forcieren. Zum Bilanzstichtag 31. März 2017 waren Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 441,2 Mio. € (Vorjahr: 287,2 Mio. €) bei diversen nationalen bzw. internationalen Investoren platziert. Die Restlaufzeiten liegen zwischen 2 und 6 Jahren.

Als dritte Säule werden Bankdarlehen genutzt. 151,6 Mio. € sind per 31. März 2017 bei mehreren nationalen bzw. internationalen Banken als Darlehen aufgenommen (Vorjahr: 159,0 Mio. €). Diese sind zum Großteil variabel verzinst und weisen Restlaufzeiten von 1 bis 6 Jahren aus.

Die vierte Säule sind Kreditlinien, die der Deckung von Liquiditätsschwankungen und als Finanzierungsreserve dienen. Zum Bilanzstichtag verfügte AT&S über 200,9 Mio. € nicht genutzte Kreditlinien (Vorjahr: 247,4 Mio. €) in Form von kontrahierten Kreditzusagen von Banken. AT&S hat sein kontrahiertes Finanzierungspotenzial zum 31. März 2017 erst zu 74,7 % (Vorjahr: 67,9 %) ausgenützt und verfügt weiterhin über komfortable bestehende Finanzierungsreserven.

Die wichtigste Aufgabe des Treasury von AT&S liegt in der Sicherstellung ausreichender Liquiditätsreserven. Zudem gilt es, die in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerte (Covenants) zu überwachen und deren Einhaltung sicherzustellen. Ziel von AT&S ist es hierbei auch, die Kreditvereinbarungen entsprechend zu vereinheitlichen, um alle Kreditgeber gleich zu behandeln.

Die fiktive Entschuldungsdauer, definiert durch Nettoverschuldung/EBITDA, lag mit 2,9 Jahren deutlich unter dem Schwellenwert von 4,0 Jahren und knapp unter dem selbst definierten Zielwert von 3,0 Jahren. Sie hat sich aufgrund der hohen Investitionstätigkeit deutlich erhöht (Vorjahr: 1,6 Jahre). Die Eigenkapitalquote sank von 42,3 % im Vorjahr auf 37,6 % im Berichtsjahr und lag somit unter dem Zielwert – jedoch über dem Schwellenwert. Zu weiterführenden Informationen im Hinblick auf das Kapitalrisikomanagement wird auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" – Unterkapitel Kapitalrisikomanagement – im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Treasury-Kennzahlen

Schwellenwert1) Zielwert2) 31.03.2017 31.03.2016
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis < 4,0 < 3,0 2,9 1,6
Eigenkapitalquote > 35 % > 40 % 37,6 % 42,3 %

1) Schwellenwerte sind in alten Kreditvereinbarungen enthaltene Grenzen, welche von AT&S nicht über- (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unterschritten (Eigenkapitalquote) werden dürfen. 2) Zielwerte sind die von AT&S definierten Grenzen, die unter normalen Umständen nicht über- (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unterschritten (Eigenkapitalquote)

werden sollen.

AT&S strebt eine möglichst ausgeglichene Finanzierungsstruktur mit einer durchschnittlichen Rückzahlungsdauer (Duration) an, die mit dem Investitionsprogramm in Einklang steht. Zum Bilanzstichtag betrug die Duration 3,7 Jahre (Vorjahr: 3,9 Jahre). Sie konnte damit stabil auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden.

Die Tilgungsstruktur weist im Jahr 2020/21 mit der Rückzahlung von Teilen des Schuldscheindarlehens sowie Bankkrediten in Höhe von 176,3 Mio. € einen hohen Wert aus.

Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten nach

Fristigkeiten
in Mio. € 31.03.2017 in % 31.03.2016 in %
Restlaufzeit
bis zu einem Jahr 73,0 12,3 % 161,4 30,9 %
zwischen einem und fünf Jahren 348,4 58,8 % 285,3 54,5 %
mehr als fünf Jahre 171,5 28,9 % 76,3 14,6 %
Summe Finanzverbindlichkeiten 592,9 100,0 % 523,0 100,0 %

Als weiteres Treasury-Ziel wurde die Risikominimierung im Zinsbereich mit vorwiegend fixen Zinssätzen definiert. 51,4 % (Vorjahr: 73,9 %) der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz geswapt, und lediglich 48,6 % (Vorjahr: 26,1 %) werden variabel verzinst. Die Zinssicherungsstrategien werden auf Basis der Zinserwartungen quartalsweise definiert und gegebenenfalls adaptiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der fixen Zinssätze zurückgegangen.

Weiters sollen die vorhandenen liquiden Mittel ertragreich, aber risikobewusst veranlagt werden: Zum 31. März 2017 verfügte AT&S über finanzielle Mittel von insgesamt 212,3 Mio. € (Vorjahr: 259,8 Mio. €). Durch Optimierung von Veranlagungszeiten und durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die einerseits höhere Zinssätze aufweisen und an denen AT&S kontinuierlichen Bedarf hat, sollen möglichst hohe Erträge in einem derzeit aus Anlegersicht sehr herausfordernden Umfeld erwirtschaftet werden.

Die Maßnahme des frühzeitigen Konvertierens in Fremdwährungen dient zudem auch einem natürlichen Währungs-Hedging und einer Reduktion des Fremdwährungsexposures.

Das Ziel von AT&S ist hierbei, eine möglichst kleine USD-Nettorisikoposition auszuweisen. Zum Bilanzstichtag 31. März 2017 standen USD-Vermögenswerten (auf USD lautende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finanzielle Vermögenswerte und Zahlungsmittel) in Höhe von 147,1 Mio. € (Vorjahr: 138,5 Mio. €) USD-Schulden (auf USD lautende Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten) in Höhe von 158,3 Mio. € (Vorjahr: 149,1 Mio. €) gegenüber. Die sich daraus ergebende Nettorisikoposition – zum Bilanzstichtag 31. März 2017 war dies ein Passivsaldo von 11,2 Mio. € (Vorjahr: 10,6 Mio. €) – betrug somit nur 0,8 % (Vorjahr: 0,8 %) der Konzernbilanzsumme und zeigt die erfolgreiche Umsetzung der Strategie. Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei AT&S fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Sicherungsinstrumente aus diesem Titel. Translationsrisiken, die sich aus der Umrechnung von Tochtergesellschaften mit abweichender Währung ergeben, werden nicht abgesichert.

Das letzte Treasury-Ziel besteht in einem optimierten Relationship Management mit Finanzierungspartnern. Hierunter versteht AT&S die Auswahl der Banken für nationale und internationale Zusammenarbeit und den Aufbau und die Aufrechterhaltung der für beide Seiten notwendigen Kommunikation. Ziel ist es, eine hohe Transparenz über die Chancen und Risiken der AT&S zu schaffen, um mit den finanzierenden Instituten eine für beide Seiten langfristige, erfolgreiche Partnerschaft zu festigen. Als Basis dazu dienen der Geschäftsbericht und die Quartalsveröffentlichungen. Daneben findet zumindest einmal jährlich ein Treffen mit den finanzierenden Bankpartnern statt, bei dem Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erörtert werden. Weiters wurden die finanzierenden Bankpartner auch zum Kapitalmarkttag, welcher am 13. September 2016 stattfand, nach Leoben eingeladen.

Restlaufzeiten finanzieller Verbindlichkeiten in %

AT&S betreibt ein sehr aktives Finanzmanagement, um die genannten Treasury-Ziele möglichst kosteneffizient zu erreichen. Auf Basis der in den Geschäftsjahren 2014/15 und 2015/16 gesetzten Maßnahmen konnte das günstige Finanzierungsniveau langfristig gesichert werden. Für das Geschäftsjahr 2017/18 gilt es, die Einhaltung der Schwellenwerte sicherzustellen und möglichen künftigen Finanzierungsbedarf vorzubereiten.

CASHFLOW Der Cashflow aus dem Ergebnis ging von 145,9 Mio. € auf 90,5 Mio. € zurück. Hauptursache für diesen deutlichen Rückgang waren die Kosten der Anlaufphase für das Projekt Chongqing. Diese führten zu einer starken Reduktion des Betriebsergebnisses von 77,0 Mio. € auf 6,6 Mio. € und zu höheren Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen von 124,3 Mio. € (Vorjahr: 90,5 Mio. €). Weiters sind im Betriebsergebnis nicht zahlungswirksame Auflösungen von langfristigen Rückstellungen und sonstige zahlungsunwirksame Erträge von 12,1 Mio. € enthalten (Vorjahr: Aufwand 0,5 Mio. €). Die Zinszahlungen erhöhten sich, bedingt durch die höhere Bruttoverschuldung, um 2,0 Mio. € auf 17,5 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €). Die erhaltenen Zinsen spiegeln das derzeit äußerst schwierige Marktumfeld für Veranlagungen im EUR wider und reduzierten sich um 1,5 Mio. € auf 1,5 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €). Die gezahlten Ertragssteuern hingegen stiegen um 2,1 Mio. € auf 12,4 Mio. € (Vorjahr: 10,3 Mio. €).

Durch das in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2016/17 initiierte Nettoverschuldungs-Optimierungsprogramm gelang es AT&S, den Rückgang im Cashflow aus dem Ergebnis beinahe vollständig zu kompensieren. Dadurch konnte der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stabil bei 136,4 Mio. € gehalten werden (Vorjahr: 136,9 Mio. €). Dem durch das Projekt Chongqing bedingten Anstieg bei den Vorräten von 18,3 Mio. € standen um 25,5 Mio. € geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, um 36,5 Mio. € höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowie um 2,2 Mio. € geringere sonstige Rückstellungen gegenüber.

Die weiterhin hohe Investitionstätigkeit aufgrund des Ausbaus der Werke in Chongqing und des Technologie-Upgrades in Shanghai führte zu Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 240,9 Mio. € (Vorjahr: 254,8 Mio. €). Die im Vorjahr primär für die Rückzahlung der Anleihe veranlagten finanziellen Mittel führten zu einem Nettozufluss von 79,5 Mio. € (Vorjahr: Nettoabfluss 87,7 Mio. €). Aufgrund dieses Veranlagungseffektes lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit -161,1 Mio. € unter dem Vorjahreswert von -342,2 Mio. €.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 54,9 Mio. € lag um 56,2 Mio. € unter dem hohen Vorjahreswert von 111,1 Mio. € welcher durch die Platzierung von Schuldscheindarlehen von 221,0 Mio. € überdurchschnittlich hoch war.

Der freie Cashflow, d. h. der Cashflow aus laufender Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit, war aufgrund der hohen Investitionstätigkeit mit 24,7 Mio. € leicht negativ. Er lag jedoch um 180,6 Mio. € über dem Vorjahreswert von -205,3 Mio. €. 167,2 Mio. € der Veränderung resultieren aus der Veranlagung bzw. Rückflüssen aus der Veranlagung liquider Mittel.

Cashflow (Kurzfassung)
in Mio. € 2016/17 2015/16 Veränderung
in %
Cashflow aus dem Ergebnis 90,5 145,9 (38,0 %)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 136,4 136,9 (0,4 %)
Cashflow aus Investitionstätigkeit (161,2) (342,2) (52,9 %)
Freier Cashflow (24,7) (205,3) (88,0 %)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 54,9 111,1 (50,6 %)
Veränderung der liquiden Mittel 30,1 (94,2) (132,0 %)
Währungseffekte auf liquide Mittel 1,5 (7,8) (119,0 %)
Liquide Mittel am Jahresende 203,5 171,9 18,4 %

Die Zahlungsmittel sind trotz der sehr hohen Investitionen, aufgrund eines stabil hohen Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit und der erläuterten Finanzierungs- und Veranlagungsmaßnahmen, von 171,9 Mio. €

13/14 14/15 15/16 16/17

auf 203,5 Mio. € gestiegen. Darüber hinaus verfügt AT&S über kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 8,7 Mio. € (Vorjahr: 87,8 Mio. €). Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 212,2 Mio. € (Vorjahr: 259,7 Mio. €). Dieser aktuell nach wie vor sehr hohe Wert dient zur Sicherstellung der Finanzierung des neuen Standortes in Chongqing und des Umbaus des Werkes in Shanghai.

AT&S PERFORMANCE SYSTEM Neben dem Umsatz und dem EBITDA verwendet AT&S zwei weitere Kennzahlen für die strategische Unternehmenssteuerung: ROCE und die IRR. Damit soll die operative Performance gegenüber Investoren und Kunden abgebildet und gesteuert werden. Die bis zum Geschäftsjahr 2015/16 verwendete Kennzahl Cash Earnings wurde aufgrund der hohen Redundanz mit dem ROCE ab dem Geschäftsjahr 2016/17 nicht mehr verwendet.

Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst AT&S ihre operative Performance aus der Sicht von Investoren. Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus ist ersichtlich, inwieweit AT&S die Verzinsungsansprüche ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 8,5 %. Im Berichtsjahr konnte AT&S den WACC-Wert mit einem ROCE von -0,6 % aufgrund der Aufwendungen für das Projekt Chongqing und dem damit verbundenen, höheren durchschnittlichen Capital Employed nicht erreichen. Bereinigt um das Projekt Chongqing, Einmaleffekten aus der Auflösung der Restrukturierungsrückstellung und der Aktivierung der latenten Steuern in der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, betrug der ROCE 25,8 % (Vorjahr: 19,3 %). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital war im Kerngeschäft somit deutlich höher als die von den Kapitalgebern erwartete Rendite.

Der ROCE verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr durch das niedrigere EBIT, dem aufgrund der hohen Investitionstätigkeit für das Projekt Chongqing ein höheres durchschnittlich eingesetztes Kapital von 876,4 Mio. € (Vorjahr: 783,5 Mio. €) gegenüberstand.

Gesamtkapitalrendite (ROCE)

in Mio. € 2016/17 2015/16 Veränderung
in %
Betriebsergebnis (EBIT) vor Einmaleffekten 6,7 77,0 (91,4 %)
Ertragsteuern (12,1) (12,9) (6,4 %)
Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) (5,4) 64,1 (108,4 %)
Durchschnittliches Eigenkapital 554,5 586,7 (5,5 %)
Durchschnittliche Nettoverschuldung 321,9 196,9 63,5 %
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 876,4 783,5 11,9 %
ROCE (0,6 %) 8,2 %

Innovation Revenue Rate (IRR) in %

Die zweite Kennzahl zur Performance-Messung zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnahe umzusetzen. AT&S misst diese Fähigkeit mit der Innovation Revenue Rate (IRR), die den Umsatzanteil von Produkten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2016/17 beläuft sich die IRR auf 21,8 % nach 19,6 % im Vorjahr. AT&S strebt eine IRR von mindestens 20 % an. Dieses Ziel konnte im Geschaftsjahr 2016/17 wieder erreicht werden.

Innovation Revenue Rate (IRR)

Veränderung
in %
6,8 %
19,1 %

2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es wurden bis zum 8. Mai 2017 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten gegenüber dem 31. März 2017 geführt hätten.

3. Standorte und Zweigniederlassungen

Die AT&S Gruppe unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezia
lisiert sind.
Österreich LEOBEN UND FEHRING
Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zuneh
mend den amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendun
gen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben setzte den in den vergangenen
Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt auch die
Produktion für den Zukunftsmarkt Advanced Packaging. Nicht genutzte Flächen wurden im Geschäftsjahr
2016/17 genutzt, um den Standort technologisch weiter zu verbessern. Die Entwicklung des Werks in Fehring
entwickelte sich im Berichtsjahr erfreulich. Durch eine verstärkte Fokussierung auf spezifische Applikationen
und Märkte konnten sowohl Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nanjangud) als auch eine Ver
besserung des Produktmixes erreicht werden.
China SHANGHAI
Das Werk in Shanghai fertigt HDI-(High Density Interconnection-)Leiterplatten höchster Tech
nologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Die Auslastung
war im Geschäftsjahr 2016/17 sehr gut, und in mehreren Monaten wurde durchgängig an der maximalen
Kapazitätsgrenze produziert. 2016/17 zeigte sich eine weiterhin hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten für
die Automobilindustrie, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden. Zur Sicher
stellung der technologischen Spitzenposition erfolgte ab dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 die
Umrüstung eines Teils des Werkes auf die nächste Technologiegeneration, welche Mitte 2017 abgeschlossen
sein wird.
China CHONGQING
An diesem neuen Standort in China setzt AT&S mit der Produktion von IC-Substraten (In
tegrated Circuit Substrates) einen weiteren technologischen Meilenstein. Nach der erfolgreichen Zertifizie
rung im Februar 2016 war das Geschäftsjahr 2016/17 durch das Hochfahren der Serienproduktion gekenn
zeichnet, die jedoch nicht mit der erwarteten Geschwindigkeit umgesetzt werden konnte. Die zweite Produk
tionslinie wurde erfolgreich installiert, und das Hochfahren der Serienproduktion wurde mit Dezember 2016
gestartet. Aufgrund des Umbruchs in der Halbleiterindustrie mit entsprechenden Technologieverzögerungen
entsprechen die Preise und der Produktmix nicht den Erwartungen. Der Aufbau des zweiten Werks verläuft
erwartungsgemäß. Das Hochfahren der Serienproduktion der ersten Linie wurde plangemäß durchgeführt
und hat bereits erste Umsatzbeiträge geliefert. Die zweite Linie wird derzeit installiert, und der Beginn der
Serienproduktion sollte Mitte 2017 starten.
Südkorea ANSAN
Die sehr positive Entwicklung des Standortes in Korea konnte im Geschäftsjahr 2016/17 weiter
fortgesetzt werden. Neben der sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische und ame
rikanische Abnehmer konnten substanzielle Mengen für den Bereich Mobile Devices & Substrates gefertigt
werden.
Indien NANJANGUD
Der Standort profitiert im Geschäftsjahr 2016/17 von einer durchgängig hohen Auslastung,
operativen Verbesserungen und einem besseren Produktmix, was zu einer sehr guten Umsatz- und Ergebnis
entwicklung führte.
China HONGKONG
Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das
Segment Mobile Devices & Substrates – damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsge
sellschaften – sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden
sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.
Vertriebsgesellschaften Die Vertriebsgesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2016/17
weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

4. Geschäftsentwicklung nach Segmenten

Der AT&S Konzern gliedert seine betriebliche Tätigkeit in drei Segmente: Mobile Devices & Substrates, Automotive, Industrial, Medical und Sonstige. Das Segment Mobile Devices & Substrates umfasst im Wesentlichen die Applikationen Smartphones, Tablets, Notebooks, Desktop-PC, Server und Consumer-Produkte wie Digitalkameras. Das Segment Automotive, Industrial, Medical beinhaltet die Applikationen Industrial Electronics, Automotive, Aviation & Security und Medical & Healthcare. Im Segment Sonstige sind die Aktivitäten des im Aufbau befindlichen Geschäftsbereichs Advanced Packaging sowie übergeordnete Konzernaktivitäten abgebildet. Da Advanced Packaging weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind, wird es in der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt.

SEGMENT MOBILE DEVICES & SUBSTRATES Die Anwendungen im Segment Mobile Devices & Substrates erfordern technologisch sehr anspruchsvolle Leiterplatten und permanente Prozess- und Produktionsinnovationen. Wichtigster Wachstumstreiber ist die weltweit hohe Nachfrage nach mobilen Endgeräten wie z.B. Smartphones. Die immer höhere Leistung dieser Geräte wäre ohne HDI-Leiterplatten (High-Density-Interconnection-Leiterplatten) nicht möglich. AT&S ist weltweit einer der führenden Anbieter von HDI-Technologie. Das Segment Mobile Devices & Substrates ist mit einem Umsatzanteil von 59,7 % (Vorjahr: 59,3 %) weiterhin das größte Segment des AT&S Konzerns.

Segment Mobile Devices & Substrates – Überblick

2016/17 2015/16 Veränderung
in %
573,0 539,7 6,2 %
486,5 452,5 7,5 %
68,5 126,4 (45,8 %)
12,0 % 23,4 %
135,7 139,6 (2,8 %)
25,9 % 26,0 %
(39,0) 48,3 (180,9 %)
(6,8 %) 8,9 %
71,7 73,3 (2,1 %)
13,7 % 13,7 %
238,1 271,8 (12,4 %)
6.693 5.990 11,7 %

1) bereinigt um Projekt Chongqing

Der erzielte Umsatz lag mit 573,0 Mio. € um 33,3 Mio. € bzw. 6,2 % über dem Wert des Vorjahres von 539,7 Mio. €. Das Wachstum beruht primär auf ersten Umsätzen mit IC-Substraten und Produkten aus dem zweiten Werk in Chongqing. Die Nachfrage nach High-End-Leiterplatten für mobile Endgeräte war sehr gut, jedoch im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015/16 durch eine stärkere Saisonalität im ersten Quartal geprägt. Darüber hinaus wurden die Umsätze im vierten Quartal durch den teilweisen Werksumbau am Standort Shanghai limitiert.

Geografisch ist eine weitere Steigerung des erzielten Umsatzes mit amerikanischen Kunden zu erkennen. Die Nachfrage aus dem Segment Automotive, Industrial, Medical nach hochwertigen HDI-Leiterplatten war stabil auf einem sehr hohen Niveau.

Das EBITDA des Segments lag mit 68,5 Mio. € um 57,9 Mio. € bzw. -45,8 % unter dem Vorjahreswert von 126,4 Mio. € und war von den Anlaufkosten für den neuen Standort Chongqing belastet. Negativ beeinflusst wurde das Ergebnis auch durch einen höheren Preisdruck sowohl im Bereich der mobilen Endgeräte als auch im Bereich der IC-Substrate, welcher primär durch den Umbruch in der Halbleiterindustrie mit entsprechenden Technologieverzögerungen verursacht wurde. Darüber hinaus entfielen durch den teilweisen Umbau des Werkes in Shanghai ab Dezember 2016 Kapazitäten und damit Ergebnisbeiträge im sehr profitablen Kerngeschäft. Positive Wechselkurseffekte und Kosteneinsparungen konnten den Preisdruck großteils kompensie-

Mobile Devices & Substrates Externe Umsatzerlöse nach Quartalen in Mio. €

Mobile Devices & Substrates EBITDA nach Quartalen in Mio. €

ren. Das um die Anlaufkosten von Chongqing bereinigte EBITDA lag mit 135,7 Mio. € nur um 3,9 Mio. € bzw. 2,8 % unter dem Wert des Geschäftsjahres 2015/16 von 139,6 Mio. €.

Die EBITDA-Marge des Segments Mobile Devices & Substrates lag mit 12,0 % um -11,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 23,4 %. Bereinigt um die Ergebnisse des neuen Standortes Chongqing, beträgt die EBITDA-Marge 25,9 % nach 26,0 % im Vorjahr. Damit konnte AT&S trotz des herausfordernden Marktumfeldes die Profitabilität im Kerngeschäft halten.

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 87,3 Mio. € auf -39,0 Mio. € (Vorjahr: 48,3 Mio. €). Zusätzlich zu den EBITDA-wirksamen Anlaufkosten für den neuen Standort Chongqing war die Abschreibung mit 107,6 Mio. € um 29,4 Mio. € über dem Vorjahreswert von 78,2 Mio. €. Die höheren Abschreibungen für den Standort Chongqing von 40,6 Mio. € wurden durch Wechselkurseffekte von 6,3 Mio. € teilweise reduziert. Die verbleibende Restdifferenz von 4,9 Mio. € resultiert aus dem Wegfall der Sonderabschreibung für nicht mehr genutze Technologien in Höhe von 3,1 Mio. € aus dem Geschäftsjahr 2015/16 und leicht höheren Abschreibungen von 1,7 Mio. €. Bereinigt um die Effekte aus dem Standort Chongqing, beträgt das EBIT 71,7 Mio. € und liegt damit nur 2,1 % unter dem Vorjahreswert von 73,3 Mio. €.

Die EBIT-Marge verschlechterte sich aufgrund des EBIT-Rückgangs sowie gestiegener Umsätze um -15,7 Prozentpunkte auf -6,8 % (Vorjahr: 8,9 %). Bereinigt um die Effekte aus dem Standort Chongqing, beträgt die EBIT-Marge stabil 13,7 % (Vorjahr: 13,7 %).

Die Anlagenzugänge reduzierten sich um 33,7 Mio. € bzw. -12,4 % auf 238,1 Mio. € (Vorjahr: 271,8 Mio. €). Neben Zugängen von 74,9 Mio. € durch laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrade-Investitionen im Werk Shanghai erhöhte sich das Anlagevermögen am neuen Standort Chongqing um 163,1 Mio. €. Die zweite IC-Substratlinie wurde erfolgreich installiert und das Hochfahren der Serienproduktion wurde gestartet. Die erste Linie im zweiten Werk wurde erfolgreich installiert und nahm planmäßig mit Mitte des Geschäftsjahres 2016/17 ihren Betrieb auf. Die zweite Linie wird derzeit installiert und sollte ab Mitte 2017 zu ersten Umsätzen führen.

SEGMENT AUTOMOTIVE, INDUSTRIAL, MEDICAL Mit einem Umsatzzuwachs um 24,8 Mio. € auf 351,5 Mio. € (Vorjahr: 326,7 Mio. €) konnte das Segment Automotive, Industrial, Medical eine deutliche Steigerung von 7,6 % erzielen. Die positive Entwicklung konnte in allen Geschäftsbereichen erzielt werden und spiegelt die erfolgreiche Strategie als High-End-Anbieter wider. Während die Bereiche Automotive und Industrial von mixbedingten höheren Umsätzen profitierte, konnte der Bereich Medizintechnik sowohl qualitativ als auch quantitativ wachsen. Darüber hinaus konnte auch der Umsatz mit Kunden des Segments Mobile Devices & Substrates erhöht werden.

Zur Entwicklung der dem Segment Automotive, Industrial, Medical zugeordneten Standorte Leoben, Fehring, Ansan und Nanjangud wird auf Punkt 3 des Lageberichts verwiesen.

Automotive, Industrial, Medical Umsatzentwicklung in Mio. €

Automotive, Industrial, Medical Externe Umsatzerlöse nach Quartalen

Segment Automotive, Industrial, Medical – Überblick
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2016/17 2015/16 Veränderung
in %
Segmentumsatzerlöse 351,5 326,7 7,6 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 324,1 306,5 5,7 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 51,5 30,1 71,1 %
EBITDA-Marge (%) 14,6 % 9,2 %
EBITDA bereinigt1) 48,1 29,7 61,8 %
EBITDA-Marge bereinigt1) 14,0 % 9,2 %
Betriebsergebnis (EBIT) 36,2 19,2 88,1 %
EBIT-Marge (%) 10,3 % 5,9 %
EBIT bereinigt1) 37,8 20,5 84,2 %
EBIT-Marge bereinigt (%)1) 11,0 % 6,4 %
Anlagenzugänge 19,0 29,4 (35,4 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt 2.678 2.616 2,3 %

1) bereinigt um Projekt Chongqing und Auflösung Restrukturierungsrückstellung

Die sehr erfreuliche Umsatzentwicklung spiegelt sich auch im EBITDA wider, welches sich um 21,4 Mio. € bzw. 71,1 % auf 51,5 Mio. € (Vorjahr: 30,1 Mio. €) steigerte. Dieser hohe Anstieg resultiert neben den operativen Verbesserungen auch aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen am Standort Hinterberg in Höhe von 7,2 Mio. € sowie der Anpassung der variablen Vergütungen auf den erwarteten Zielerreichungsgrad. Bereinigt um die anteiligen Anlaufkosten aus dem Projekt Chongqing und dem Ertrag aus der Auflösung der Restrukturierungsrückstellung, ergibt sich ein EBITDA von 48,1 Mio. €, welches um 18,3 Mio. € über dem bereinigten Vorjahreswert liegt.

Die EBITDA-Marge erhöhte sich um 5,4 Prozentpunkte auf einen Wert von 14,6 % (Vorjahr: 9,2 %). Bereinigt um die beiden genannten Effekte, erhöhte sie sich auf 14,0 % (Vorjahr: 9,2 %).

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 17,0 Mio. € bzw. 88,1 % auf 36,2 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €). Der im Vergleich zum EBITDA geringere EBIT-Anstieg hat seine Ursache in den um 4,4 Mio. € höheren Abschreibungen des Segments. Dieser Anstieg der Abschreibung reflektiert die kontinuierliche technologische Weiterentwicklung der Standorte des Segments. Bereinigt um die Sondereffekte, erhöhte sich das EBIT auf 37,8 Mio. € (Vorjahr: 20,5 Mio. €).

Die EBIT-Marge des Segments Automotive, Industrial, Medical lag aufgrund der oben genannten Effekte mit 10,3 % deutlich über dem Vorjahresvergleichswert von 5,9 %. Die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich auf 11,0 % (Vorjahr: 6,4 %).

Die Anlagenzugänge reduzierten sich um 10,4 Mio. € auf 19,0 Mio. € (Vorjahr: 29,4 Mio. €). Diese Zugänge betrafen laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrade-Investitionen an allen Standorten mit einem Schwerpunkt am Standort Leoben.

SEGMENT SONSTIGE Im Segment Sonstige wird neben den allgemeinen Holdingaktivitäten auch noch die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging abgebildet. Diese beschäftigt sich mit der Einbettung aktiver und passiver elektronischer Bauelemente in die Leiterplatte mithilfe der von AT&S patentierten ECP®-Technologie. Ziel ist es, die Leiterplatten weiter zu miniaturisieren, bei gleichzeitiger Verbesserung der Wärmeverteilung, elektrischen Performance und Lebensdauer.

Die Business Unit musste im Geschäftsjahr 2016/17 einen Rückgang ihrer Umsätze hinnehmen. Das im Aufbau befindliche Geschäft ist derzeit noch sehr stark projektbezogen. Daraus ergeben sich die derzeit volatileren Umsatzentwicklungen. In Linie mit der Umsatzentwicklung gingen auch die Ergebnisse der Business Unit Advanced Packaging im EBITDA und EBIT zurück. Die Business Unit wird aufgrund der noch geringen Größe weiterhin nicht als eigenständiges Segment berichtet.

Automotive , Industrial, Medical EBITDA nach Quartalen in Mio. €

Die Kosten der im Segment Sonstige enthaltenen allgemeinen Holdingaktivitäten waren aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen sowie der Anpassung der variablen Vergütungen auf den erwarteten Zielerreichungsgrad deutlich unter den Vorjahreswerten.

Segment Sonstige – Überblick
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2016/17 2015/16 Veränderung
in %
Segmentumsatzerlöse 15,2 22,1 (31,5 %)
Umsatzerlöse mit externen Kunden 4,3 3,9 9,8 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 10,9 10,9 0,6 %
EBITDA-Marge (%) 72,2 % 49,2 %
Betriebsergebnis (EBIT) 9,5 9,4 1,2 %
EBIT-Marge (%) 62,7 % 42,4 %
Anlagenzugänge 1,1 1,9 (39,0 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 155 153 1,5 %

5. Konzern 5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Arbeitszufriedenheit und die Unternehmensbindung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zentrale Elemente für das Erreichen der AT&S Vision und Mission und damit für den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Entwicklungsmöglichkeiten und eine offene Kommunikation – vor allem mit der Führungskraft – haben eine positive Wirkung auf diese Faktoren. Deshalb lag der Fokus von AT&S auch im vergangenen Geschäftsjahr auf der Förderung der Feedbackkultur und des Dialogs sowie auf Trainings- und Entwicklungsmaßnahmen – von der Leadership-Initiative über das Lean-Six-Sigma-Projekt iPOK bis hin zum International Talent Program. Denn wir brauchen die hohe Leistungsbereitschaft, das umfassende Wissen sowie die Offenheit, Flexibilität und Kreativität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die besonderen Herausforderungen unserer Industrie erfolgreich meistern zu können.

HUMAN RESOURCES IN ZAHLEN Im Geschäftsjahr 2016/17 beschäftigte AT&S durchschnittlich 9.526 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Angaben beziehen sich auf Vollzeitäquivalente inklusive Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Das sind um 767 Vollzeitäquivalente mehr als im Durchschnitt des vorherigen Geschäftsjahrs. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf den personellen Aufbau in den Werken in Chongqing zurückzuführen.

Durchschnittlicher Stand Leistungspersonal (inkl. Leiharbeiter)

2016/17 2015/16 Veränderung
Segment Mobile Devices & Substrates 6.693 5.990 703
Segment Automotive, Industrial, Medical 2.678 2.616 62
Sonstige 155 153 2
Konzern gesamt 9.526 8.759 767

LEADERSHIP-INITIATIVE Gemeinsam definierte Werte ermöglichen wirksame Führung und eine gemeinsame Ausrichtung. Das AT&S Führungsmodell wurde gemeinsam mit Führungskräften der ersten Ebene entwickelt. Gleichzeitig herrschte Einigkeit darüber, dass der primäre Fokus auf der Stärkung der Feedbackkultur und dem offenen Dialog liegt.

Nach dem Pilotprojekt des Geschäftsjahrs 2015/16, in dem die erste Führungsebene Module mit Fokus auf Kommunikation und Feedbackkultur absolvierte, wurde diese Initiative im vergangenen Geschäftsjahr auf die nächste Führungsebene ausgedehnt. Rund 130 Führungskräfte weltweit absolvierten im abgelaufenen Ge-

schäftsjahr die Module der Leadership-Initiative. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv, und weitere Maßnahmen für das Geschäftsjahr 2017/18 sind in Planung.

FÖRDERN UND FORDERN Das gezielte Fördern und Fordern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein zentrales Element wirksamer Führung. Deshalb wurde in Einklang mit der Leadership-Initiative auch das jährliche Mitarbeitergespräch überarbeitet. Die Neugestaltung des Mitarbeitergesprächs wurde gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Standorten weltweit definiert. Die Leiter der Business Units und der Konzernfunktionen waren als Steuerungskomitee intensiv eingebunden.

Ziel des neuen Designs ist es ebenfalls, die Kommunikations- und Feedbackkultur innerhalb der Organisation zu stärken sowie Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und somit Mitarbeiterengagement und -bindung zu erhöhen. Außerdem dient das Mitarbeitergespräch dazu, von Unternehmenszielen individuelle Ziele abzuleiten, um sicherzustellen, dass unsere Vision, Mission und Ziele nicht nur verstanden, sondern auch umgesetzt werden. Bonussysteme sollen zusätzliche Anreize bieten. Das Zielvereinbarungs- und das Entwicklungsgespräch werden getrennt und zeitversetzt stattfinden. Dadurch soll ein stärkerer Fokus auf die Wachstums- und Entwicklungspotenziale gelegt werden. Zusätzlich soll auch dieses Entwicklungsgespräch eine Möglichkeit bieten, Selbst- und Fremdbild abzugleichen und Unterschiede in einem offenen Dialog zu reflektieren.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von individuellen, standortbezogenen Trainingskatalogen und in Absprache mit ihren Führungskräften die Möglichkeit, spezifische Trainings und Weiterbildungen zu absolvieren. Das vielfältige Angebot reicht von Trainings mit technologischen und qualitätsrelevanten Schwerpunkten über IT-Themen, Projektmanagement und Kreativitätstechniken bis hin zu interkulturellen Trainings, Sprachkursen, Soft Skills, Leadership und Nachhaltigkeit. Zusätzlich bieten wir als Teil des Onboarding-Prozesses Basistrainings, um neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Überblick über den Markt, die Produkte, die Aufbau- und Ablauforganisation von AT&S zu geben und sie mit den Werten des Unternehmens vertraut zu machen.

LEAN SIX SIGMA Die Kombination aus Lean Management und Six Sigma ist eine Methode zur systematischen Verbesserung von Prozessen. Dabei fokussiert Lean Management darauf, nicht wertschöpfende Prozessschritte zu minimieren (Effizienz). Six Sigma konzentriert sich auf die kontinuierliche Reduzierung von Fehlern (Effektivität).

Durch Effizienz- und Effektivitätssteigerungen sowie die interne Trainingsstruktur und dem damit einhergehenden Wissens- und Informationstransfer zwischen Mitarbeitern, Abteilungen und Werken trägt die iPOK- (Implementation of Practice Orientated Knowledge-)Initiative dazu bei, die AT&S Vision und Mission umzusetzen. Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, um das theoretische Wissen nachhaltig in der Organisation zu verankern. Seit Projektstart wurden 77 "Black Belt"- und 133 "Green Belt"-Ausbildungen absolviert bzw. waren zu Geschäftsjahresende noch im Laufen. Im Rahmen dieser Zertifizierungen bzw. Ausbildungen wurden 160 Lean-Six-Sigma-Projekte gestartet.

AT&S bietet umfassende Lehrlingsausbildungen für die Fachkräfte von morgen vor allem in den Bereichen Mechatronik, Labortechnik, Physiklabor, Prozesstechnik, Maschinenbautechnik und Metalltechnik, aber auch im administrativen Bereich. Zum Ende des Geschäftsjahrs beschäftigte AT&S 33 Lehrlinge in Österreich und einen in Deutschland, wobei im abgelaufenen Geschäftsjahr 15 Lehrlinge ihre Lehre bei AT&S begonnen haben. Unser Ziel ist es, junge Menschen unterschiedlicher Ausbildungsgrade für Berufe im Bereich Technik, Wirtschaft und IT bei AT&S zu begeistern – ob durch Schnupper- und Ferialpraktika oder bei Berufs- und Karrieremessen. Mit Ende des Geschäftsjahrs 2016/17 haben bereits 11 Jungakademikerinnen und -akademiker unser "International Talent Program" absolviert, zwei weitere Talente werden ihre Ausbildung an unseren österreichischen Standorten innerhalb des Geschäftsjahrs 2017/18 abschließen. Die Ausbildung in acht Modulen über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten soll die Kolleginnen und Kollegen auf ihre Aufgaben an unseren Standorten in China und Indien vorbereiten. Derzeit rekrutieren wir weitere internationale Talente – vor allem für die Werke in Shanghai und Chongqing. Das sehr große internationale Interesse für dieses Programm drückte sich in rund 1.700 Bewerbungen aus über 60 Nationen aus.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden rund 977 Tsd. € in externe Trainings und Weiterbildungen investiert. Mit einer Reduktion um 949 Tsd. € im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Ausgaben für externe Trainings wieder dem Geschäftsjahr 2014/15 angenähert. Damals beliefen sich die Trainingskosten auf 870 Tsd. €. Das Geschäftsjahr 2015/16 war vor allem aufgrund des starken Ausbaus der Mitarbeiteranzahl in Chongqing, der Startphase der globalen Leadership-Initiative und des iPOK-Lean-Six-Sigma-Programms ein besonders intensives Jahr. Durch den Aufbau von Know-how kann mittlerweile ein Großteil von internen Trainern übernommen werden, wodurch die Trainingskosten im vergangenen Geschäftsjahr wieder reduziert werden konnten.

FÖRDERUNG DER VIELFALT Die Vielfalt und das Einbringen unterschiedlicher Sichtweisen ist ein absoluter Mehrwert für jedes Team und jede Organisation. Speziell als global agierendes Unternehmen hat jegliche Form der Diskriminierung bei AT&S keinen Platz. AT&S legt Wert auf Chancengleichheit, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung, ethnischer Abstammung, Beeinträchtigung, religiöser oder politischer Überzeugung in jeder Hinsicht. Eine entsprechende Erklärung ist auch Teil des AT&S Ethikund Verhaltenskodex, zu dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichtet haben. Ab dem kommenden Geschäftsjahr kann über eine Whistleblowing-Plattform das anonyme Melden von Fehlverhalten erfolgen.

Zum Ende des Geschäftsjahrs betrug der Frauenanteil insgesamt über alle AT&S Standorte 35 %. Der Frauenanteil ist in Europa und den USA mit 43 % deutlich höher als in Asien, wo der Frauenanteil innerhalb AT&S 33 % beträgt. In der direkten Berichtslinie an den Vorstand der AT&S Gruppe liegt der Anteil an weiblichen Mitarbeiterinnen bei 11 %.

Die Vielfalt drückt sich aber auch dadurch aus, dass AT&S als internationales Unternehmen zum Ende des Geschäftsjahres weltweit Menschen aus 46 Nationen beschäftigt. Ein weiterer wichtiger Faktor für den Austausch unterschiedlicher Sichtweisen ist die intensive Zusammenarbeit zwischen jungen und erfahrenen Menschen. Das Durchschnittsalter bei AT&S liegt mit Stichtag 31. März 2017 bei 31 Jahren. Das ist vor allem auf die große Zahl an jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in China zurückzuführen, wo das Durchschnittsalter bei 30 Jahren liegt. In Europa und den USA liegt das Durchschnittsalter hingegen bei 39 Jahren. Auch das durchschnittliche Dienstalter zeigt starke regionale Unterschiede. Während das Durchschnittliche Dienstalter in Europa und den USA rund 11,9 Jahre beträgt, liegt es in Asien mit rund 4,5 Jahren deutlich darunter. Insgesamt ergibt sich aus der großen Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Asien und hier vor allem aus dem starken Zuwachs durch den Ausbau in Chongqing konzernweit ein durchschnittliches Dienstalter von 5,7 Jahren.

ETHIK- UND VERHALTENSKODEX AT&S ist Teil der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC). Damit verpflichten wir uns zur Einhaltung eines Standard in Bezug auf Arbeit, Ethik, Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit und dehnen diese Verantwortung auf unsere Lieferanten aus. Der AT&S Ethik- und Verhaltenskodex wird laufend an die EICC-Anforderungen angepasst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Kodex beispielsweise durch Vertrauenspersonen ergänzt, die bei besonderen Bedürfnissen in Bezug auf die Religionsausübung zu kontaktieren sind. Weitere Details zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten finden sich im Kapitel "Nachhaltigkeit" und im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

VERGÜTUNGSSYSTEME AT&S bietet neben einer marktgerechten Vergütung auch die Chance, eine Beteiligung am finanziellen Erfolg des Unternehmens zu erlangen. Das ist ein weiterer wesentlicher Faktor für das Engagement und die Gewinnung und Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend dem globalen Bonussystem von AT&S werden individuell oder kollektiv vereinbarte Bonuszahlungen ausgeschüttet, sofern definierte Mindestkennzahlen erreicht wurden. Die Grundvoraussetzung für eine Beteiligung ist ein positives EBIT für die Gesamtgruppe. Zusätzlich richtet sich die Bonusauszahlung nach der Erreichung der budgetierten Ziele des jeweiligen Verantwortungsbereichs. Im Falle von individuellen Bonusvereinbarungen kann schließlich je nach individueller Leistung die Höhe der Bonusauszahlung zusätzlich variieren.

Das Berechnungsmodell zur Auszahlungshöhe hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert und definiert als Schlüsselkennzahlen ROCE und Innovation Revenue Rate sowie die individuelle Leistung der einzelnen Mitarbeiterin oder des einzelnen Mitarbeiters. Details zur Berechnung von ROCE und Innovation Revenue Rate finden sich im Glossar sowie im Kapitel "Vermögens- und Finanzlage". Ebenso gewährleistet das Bonussys-

tem, dass im Falle von wirtschaftlich schwierigen Situationen, in denen gesteckte Ziele nicht erreicht wurden, die Bonusausschüttung teilweise oder gänzlich ausgesetzt wird.

AUSBLICK Eine kontinuierliche Personalentwicklung im Einklang mit der Technologieentwicklung und dem sich ändernden Arbeitsumfeld ist essenziell für unseren Geschäftserfolg und daher auch im nächsten Jahr die Basis der Personalarbeit. Darüber hinaus werden die Leadership-Initiative, das iPOK-Projekt sowie das International Talent Program auch im Geschäftsjahr 2017/18 internationale Schwerpunkte innerhalb von AT&S bilden. Zusätzlich ist es unser Ziel, die Transparenz in Bezug auf Ausbildungs- und Karrierewege und somit Perspektiven für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen.

5.2. Nachhaltigkeit

Klimawandel und knapper werdende Ressourcen sind aktuelle Herausforderungen unserer Zeit. Verantwortungsvolles und damit nachhaltiges Denken und Handeln über Generationen ist ein wesentlicher Bestandteil der AT&S Vision und Mission und damit der Unternehmensstrategie.

  • Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck
  • Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt
  • Wir schaffen Werte

Eine ganzheitliche Sichtweise, die die Interessen aller Stakeholder und alle drei Dimensionen – Ökologie, Soziales und Ökonomie – gleichberechtigt betrachtet, ermöglicht nachhaltiges Wirtschaften.

WIR REDUZIEREN UNSEREN ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK Und zwar durch unterschiedliche Maßnahmen weltweit in den Bereichen Energieeffizienz, Wasser und Ressourcen. Wir setzten uns auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ambitionierte Ziele, um den CO2-Fußabdruck sowie den Verbrauch an Frischwasser kontinuierlich um 5 % bzw. 3 % pro Jahr zu senken. Entsprechend großen Wert legt AT&S auf Effizienzsteigerungsprojekte, die unter anderem innerhalb des AT&S-spezifischen Lean-Six-Sigma-Projekts (iPOK) sowie in laufenden Energieeffizienzprogrammen umgesetzt werden.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden Energieeffizienzanalysen für die österreichischen Standorte durchgeführt, die ein Einsparungspotenzial von rund 10 GWh pro Jahr ergaben. Im vergangenen Geschäftsjahr konnten durch die umgesetzten Maßnahmen bereits fast 5 GWh/a tatsächlich eingespart werden. Nach demselben Vorbild wurden im Geschäftsjahr 2016/17 vergleichbare Analysen an unseren Standorten in Indien und China durchgeführt. Das erhobene Einsparungspotenzial an unserem Standort in Indien beträgt 9 GWh/a, und in Shanghai gibt es nach ersten Abschätzungen sogar das Potenzial bis zu 36 GWh/a Energie einzusparen. Derzeit wird die Durchführbarkeit der möglichen Maßnahmen geprüft. Die Aktivitäten des vergangenen Geschäftsjahres sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer globalen Verbesserung unserer Energieeffizienz. Das Ziel für das Geschäftsjahr 2017/18 muss es sein, ökonomisch sinnvolle Maßnahmen entsprechend umzusetzen.

Die Energieeffizienz steht in direktem Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß. Im Geschäftsjahr 2016/17 konnten wir die CO2-Emissionen in unserem Kerngeschäft pro m2 Leiterplatte von 50,7 kg auf 46,4 kg verringern. Das entspricht einer Reduktion um 8,5 %. Allerdings erforderte der Aufbau und die Qualifikation der Werke in Chongqing einen erhöhten Energiebedarf, bezogen auf die produzierten m² Leiterplatte, wodurch sich insgesamt eine Erhöhung der CO2-Emissionen auf 55,7 kg/m² ergibt. Zusätzlich stellen die klimatischen Veränderungen – dabei vor allem die extrem heißen Temperaturen während der Sommermonate – eine zunehmende Herausforderung dar, die schwer abschätzbar ist.

CO2-Fußabdruck in kg CO2 je m² gewichteter Leiterplatte

13/14 14/15 15/16 16/17

Frischwasser ist für die Herstellung von Leiterplatten ein essenzieller Rohstoff. Daher arbeiten wir ständig an der Verbesserung unserer Messsysteme und haben uns auch in diesem Bereich das ambitionierte Ziel gesetzt, die Menge an Frischwasser jährlich um 3 % zu senken. Auch beim Frischwasserverbrauch sind die Effekte durch den Aufbau und die Qualifikation der Werke in Chongqing sichtbar. Während in unserem Kerngeschäft der Frischwasserverbrauch reduziert werden konnte, ist der Gesamtverbrauch leicht angestiegen auf 739,5 L/m².

Neben Strom und Wasser erfordert die Herstellung unserer Produkte weitere Rohstoffe und Materialen. Der Anteil der Materialkosten in Bezug auf die Betriebsleistung ist in unserem Kerngeschäft im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Unter Einbezug des Aufbaus und der Qualifikation im Bereich Substrattechnologie ergibt sich jedoch ein geringer Anstieg der Materialkosten bezogen auf die Betriebsleistung. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Einkauf wesentlicher Materialien.

Einkauf wesentlicher Materialien

Einheit 2016/17*) 2015/16 2014/15
Gold kg 554 (495) 593 596
Kupfer t 3.766 (3.576) 3.362 3.550
Laminate Mio. m² 14,9 (14,2) 13,5 13,4
Chemikalien Tsd. t 119,2 (101,2) 96,2 92,9

*) Die Werte in Klammern beziehen sich auf den Einkauf wesentlicher Materialien exklusive Chongqing

Miniaturisierungstrends und die damit einhergehende steigende Komplexität unserer Produkte bedeuten meist auch einen höheren Ressourcenverbrauch – das gilt sowohl für Energie und Wasser als auch für sonstige Materialien. Die derzeit definierten Kennzahlen spiegeln diese gesteigerte Komplexität nicht wider, da die Bezugsgröße m² Leiterplatte dies nicht berücksichtigt. Daher arbeiten wir für das Geschäftsjahr 2017/18 an einer neuen Definition unserer Kennzahlen.

WIR STELLEN DEN MENSCHEN IN DEN MITTELPUNKT Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine unserer größten Interessengruppen. Daher sind die Themen Gesundheit und Arbeitssicherheit zentrale Bereiche unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass weltweit alle unsere Werke OHSAS 18001 zertifiziert sind. Entsprechend versuchen wir ein Umfeld zu schaffen, in dem es selbstverständlich ist, Arbeitsunfälle zu melden. Denn nur wenn man Art, Häufigkeit, Ausmaß und Ursachen von Arbeitsunfällen kennt, kann man effektiv an der Verbesserung der Arbeitssicherheit arbeiten. Trotz umfassender Sicherheitsmaßnahmen lassen sich Arbeitsunfälle zumindest noch nicht vollständig vermeiden. Im Geschäftsjahr 2016/17 sind die Ausfallsstunden pro eine Million Arbeitsstunden ab einer Ausfallsdauer größer einem Tag mit 5,4 leicht gestiegen.

Weitere wesentliche Faktoren für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg sind Arbeitszufriedenheit und Unternehmensbindung. Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten wirken sich auf diese Faktoren positiv aus. Deshalb lag der Fokus von AT&S auch im vergangenen Geschäftsjahr auf Trainings- und Entwicklungsmaßnahmen. Davon profitieren nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die Qualität unserer Technologien und Produkte, die Beziehung zu unseren Kunden und letztlich das gesamte Unternehmen. Details zu den Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen finden sich im Kapitel 5.1. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter".

WIR SCHAFFEN WERTE, die über eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung hinausgehen. Ausdruck der nachhaltigen Unternehmensführung bei AT&S sind unter anderem europäische Standards an allen Standorten in den Bereichen Qualität, Sicherheit, Umwelt und Energie – und das trotz starken Wettbewerbs und kontinuierlichen Preisdrucks.

Anzahl Arbeitsunfälle Ausfallsstunden je eine Million Arbeits-

$r_{\nu \rho}$
Standort
ISO 9001
Qualität
ISO/TS 16949
Qualität
Automobil
AS/EN 9100
Qualität
Luftfahrt
DS/EN 13485
Qualität
Medizin
ISO 50001
Energie
OHSAS 18001
Sicherheit
ISO 14001
Umwelt
LEOBEN x
FEHRING $\mathsf{x}$
NANJANGUD $\mathsf{x}$ X" X X
ANSAN X
SHANGHAI X
CHONGQING

Aber auch unser klares Bekenntnis zum "Good Corporate Citizen" wird greifbar durch unsere Complianceund Anti-Korruptions-Richtlinien sowie durch unseren Ethik- und Verhaltenskodex. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten sich mit Unterschrift zur Einhaltung des Verhaltenskodex. Zuwiderhandlungen können ab dem Geschäftsjahr 2017/18 über eine anonyme Whistleblowing-Plattform gemeldet werden. Die Schwerpunkte des Kodex sind in Anlehnung an EICC (Electronic Industry Citizenship Coalition) Managementthemen wie beispielsweise Compliance oder eine korrekte Buchführung sowie Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Aus- und Weiterbildung, Ethik, Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz.

Darüber hinaus verlangen wir ein ebenso verantwortungsvolles Handeln von unseren Lieferanten durch eine Erklärung zur Geschäftsethik, einen Fragebogen zur Selbstbewertung und Audits. Weiters wurde in einer Richtlinie festgehalten, dass AT&S die Herstellung von Produkten zur Unterstützung von aktiven Waffensystemen sowie waffentragenden Systemen ausschließt.

Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Zukunft von AT&S. Konkrete Ziele und Details zu den Maßnahmen sowie weitere AT&S Aktivitäten mit sozialer Relevanz sind dem Nachhaltigkeitsbericht 2016/17 zu entnehmen.

5.3. Forschung und Entwicklung

Innovation Revenue Rate (IRR) in %

HIGHLIGHTS IM GESCHÄFTSJAHR 2016/17

  • 21,8 % des Gesamtumsatzes von AT&S kommen von Produkten, die weniger als 3 Jahre auf dem Markt sind
  • Einführung mSAP-Technologie der nächste Technologiezyklus bei Leiterplatten für Smartphones
  • Abschluss des Entwicklungsprojekts EmPower Grundlagen für neue Systeme in der Leistungselektronik geschaffen

AT&S verfolgt das Ziel, die führende Position an der Technologiespitze weiter kontinuierlich auszubauen, um ein klares Differenzierungsmerkmal zum Wettbewerb zu schaffen und die Basis für das langfristig profitable Wachstum zu legen. In einem sich extrem dynamisch entwickelnden Umfeld begegnen wir diesen Herausforderungen mit einer langfristig ausgerichteten Technologie-Roadmap. Daraus leiten wir unsere F&E-Schwerpunktthemen und -projekte ab und messen die Erfolge mit der Zielgröße "Innovation Revenue Rate". Diese definiert die Umsätze mit innovativen Produkten, die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. AT&S erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 eine Innovation Revenue Rate von 21,8 %, das bedeutet eine Outperformance gegenüber unserer gesetzten Zielgröße von 20 %. Auch im Geschäftsjahr 2016/17 setzte sich der Umbruch in der Elektronikindustrie, charakterisiert durch eine Verlangsamung der Entwicklungsgeschwindigkeit in der Prozessortechnologie (Moore's Law, das besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise innerhalb von 12 bis 24 Monaten immer verdoppelt, ist nicht mehr gültig), fort. Das eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten für die Packaging-, Substrat- und Leiterplattenindustrie. Viele neue Funktionen und Eigenschaften können mit deutlich weniger Entwicklungsaufwand erzeugt werden, als er zur Realisierung auf Chips notwendig wäre. Die Weiterentwicklung in unseren Geschäftsfeldern hat somit enorme Auswirkungen auf die gesamte Elektronikindustrie der nächsten Jahre. Daher waren auch im Geschäftsjahr 2016/17 die F&E-Schwerpunktthemen von AT&S an den technologischen Trends der gesamten Elektronikindustrie ausgerichtet.

GLEICHBLEIBENDE F&E-SCHWERPUNKTE IM ABGELAUFENEN GESCHÄFTSJAHR

  • Flexibilisierung/Design: Integration von Elektronik auf engstem Raum und Verbindung von Elektronikmodulen
  • Miniaturisierung/Gewichtsreduktion: Geräte werden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger Elektronik muss die Grundlage dafür schaffen
  • Modularisierung/Packages: Neue, hoch integrierte Module zur Erreichung kleinster Packungsdichte und höchster Leistungsfähigkeit bei einer vereinfachten Wertschöpfungskette
  • High Speed/Hohe Frequenzen: Kontaktlose Kommunikation von Menschen und Geräten mit großen Datenmengen und Radaranwendungen für selbstfahrende Autos und Arbeitsgeräte
  • Leistungselektronik/Hohe Ströme: Energieeffiziente Mobilität führt zu Elektrifizierung der Mobilität mechanische Lösungen werden durch energiesparende elektronische Lösungen ersetzt
  • Herstellungsprozesse/Geschäftsmodelle: Nutzung von Daten zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen, Integration neuer und zusätzlicher Schritte in die Wertschöpfungskette und sparsamer Umgang mit Ressourcen in der Produktion

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2016/17 auf 62,8 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. Relation zum Umsatz) von 7,7 % gegenüber 12,5 % im Vorjahr. Der Wert des Geschäftsjahrs 2015/16 (95,5 Mio. €) war geprägt durch die hohen Entwicklungskosten für das IC-Substrat-Geschäft. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichern wir unsere Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Patente. Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 34 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 196 Patentfamilien, die in 227 erteilten Schutzrechten resultieren. Das IP-Portfolio enthält auch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie.

Die Effizienz in der Entwicklung wird dadurch sichergestellt, dass wir global mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten. Intern betreiben wir einen zweistufigen Innovationsprozess. In den Forschungseinrichtungen von Leoben-Hinterberg werden die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozesse und Applikationen bis zu dem Punkt durchgeführt, an dem die prinzipielle Machbarkeit der Technologie erreicht ist. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und Implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

HIGHLIGHTS AUS DEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTEN Im Bereich High Density Interconnects (HDI), also Leiterplatten aus unserem Kerngeschäft der vergangenen Jahre, haben wir die Entwicklungsarbeiten für die nächste Leiterplatten-Generation weiter fortgesetzt. Hier wird derzeit ein Technologiesprung in der Strukturierungstechnologie vorbereitet. Anstelle der subtraktiven Strukturierungsmethode (Kupfer wird in den nicht-leitenden Bereichen entfernt) kommt bei der nächsten Technologiegeneration die sogenannte modifizierte Semiadditivtechnologie (Kupfer wird auf einer dünnen Kupferschicht in den Bereichen, die leitfähig sein sollten, abgeschieden) zum Einsatz. Mit dieser Technologie, die der Strukturierungstechnologie in Substraten sehr ähnlich ist, können die Strukturen auf der Leiterplatte noch kleiner gemacht werden. Ein weiterer Vorteil: Es wird weniger Kupfer zur Herstellung benötigt.

Zum Thema Leistungselektronik in der Automotive-Industrie konnte ein europäisches Entwicklungsprojekt (Projektname: EmPower), bei dem AT&S die technische Koordination übernommen hat, abgeschlossen werden. AT&S konnte zusammen mit sechs Partnern aus unterschiedlichen Positionen in der Wertschöpfungskette – Continental (D), STMicrolectronics (F, I), ATOTECH (D), ILFA (D), TU Berlin (D) und TU Wien (A) – neue technologische Lösungen zur Herstellung miniaturisierter und somit gewichtsreduzierter Module für Elektrofahrzeuge entwickeln. Basierend auf diesen technologischen Grundlagen, können nun Produkte in bilateralen Projekten für die Massenanwendung entwickelt werden.

Details EmPower: Embedded power components for electric vehicle application

Laufzeit: Mai 2013 – Februar 2017
Projektkoordinator: AT&S
Projekt-Gesamtbudget: 5,6 Mio. €

Im Bereich Hochfrequenztechnologie, ebenfalls für die Automotive-Industrie, wurde an der Weiterentwick-lung der Lösungen für Radaranwendung gearbeitet. Ziel ist es, speziell für den 77 GHz-Radar-Sensorik-Bereich Leiterplattenlösungen anzubieten, die die anspruchsvollen Anforderungen erfüllen und in großen Stückzahlen, die von diesem stark wachsenden Markt nachgefragt werden, herstellbar sind. Die größten technologischen Hürden konnten überwunden werden. Derzeit wird diese Technologie als zukunftsweisende Technologie im Werk Fehring industrialisiert. Unterstützt werden diese Arbeiten durch eine Kooperation mit der TU Graz.

6. Chancen- und Risikomanagement

GRUNDSÄTZE, STRUKTUREN UND PROZESSE Risiko- und Chancenmanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Der Internal Auditor und der Group Risk Manager berichten dem Gesamtvorstand einmal monatlich in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen. Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2).

Abb. 1: AT&S Risikomanagementprozess

RM: Risikomanagement; IKS: Internes Kontrollsystem; BU: Business Unit Abb. 2: AT&S Risikolevels und Risikosteuerung

RISIKOMANAGEMENT IN 2016/17 Die Etablierung eines Governance, Risk & Compliance Committees ("GRC Committee") und die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Compliance- und Governance-Risiken im Rahmen dieses Gremiums war einer der Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2016/17. Der Compliance Officer von AT&S hat den Vorsitz im GRC Committee inne, der Internal Auditor und Group Risk Manager fungiert als dessen Stellvertreter, als Mitglieder wurden verschiedene Vertreter aus dem Senior Management der Gruppe bestellt.

Zweck des GRC Committee ist es, den AT&S Vorstand bei der Aufsicht der Einhaltung rechtlicher und regulatorischer Bestimmungen in der AT&S Gruppe sowie beim entsprechenden Risikomanagement zu unterstützen, um die Art von Risiken und potenziellen Risiken besser zu verstehen und sicherzustellen, dass die Unternehmensführung der AT&S Gruppe wesentliche Risiken in den Bereichen Legal, Compliance und Governance entsprechend erkennt und steuert.

Zusätzlich zu laufenden kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen im Internen Kontrollsystem (IKS) wurde im Geschäftsjahr 2016/17 der IKS-Assurance Prozess neu aufgesetzt und die Sicherstellung der IKS-Compliance durch die verstärkte Einbindung der Prozessverantwortlichen verstärkt. Mit Ende des Geschäftsjahrs 2016/17 erfolgte weiters die Umsetzung der Abwicklung und Dokumentation des gesamten Risikomanagementprozesses über die von AT&S entwickelte Risikomanagement-Software.

OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance geprägt. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und der erwarteten Risikotendenz im kommenden Geschäftsjahr ist in Abb. 3 dargestellt und wird in Folge genauer erläutert.

Risikokategorie Wesentliche Risiken & Chancen Tendenz Risikominderung & Chancenrealisierung
STRATEGIE Verkaufspreisentwicklung
Kapazitätsauslastung
Technologische Entwicklung
Investitionen
• Konsequenter Fokus auf High-End-Technologien & Zielapplikationen
· Kundennähe und frühzeitige Kundenkontakte
· Technologie-Entwicklungsprojekte & Technologie-Roadmap
- Kostenreduktion, Effizienzsteigerung, Strategieprüfung und -anpassung
MARKT Markt- und Segmententwicklung
Entwicklung Schlüsselkunden
Verkaufsstrategie und Umsetzung
- Ausbalancierte Segmentportfolios und Diversifikation des Kundenportfolios
- Neukundenakquisition & Anteilssteigerung bei bestehenden Kunden
• Konsequente Akquisition von definierten Zielapplikationen
BESCHAFFUNG Entwicklung Einkaufspreise
Single-Source-Risiko
Versorgungssicherheit
- Beschaffungsstrategie (Verhandlung, Allokation, technische Änderungen)
· Single-Source-Strategie, Lieferanten-Risikobewertung & Multi-Sourcing
- Lieferkettenoptimierung und regionale Diversifikation
UMFELD Katastrophen, Brandfall
Politisches Risiko
· Interne & externe Audits, Notfallübungen
- Business Continuity Management, Versicherung
OPERATIV Qualitätsperformance
Geistiges Eigentum
Technisches Projektmanagement
Betriebskosten
- Black-Belt-Programm, laufende Qualitätsverbesserungsmaßnahmen
• Kontinuierlicher Ausbau und Absicherung des IP-Portfolios
- Konsequentes technisches Projektmanagement
• Kostenreduktions- und Effizienzsteigerungsprogramme an allen Standorten
ORGANISATION Verlust von Schlüsselkräften • Mitarbeiterbindung, Stellvertreterregelung & Nachfolgeplanung
FINANZ Wechselkursrisiko
Finanzierung & Liquidität
Steuerrisiko
Wertberichtigungen
- Natürliches FX Hedging durch langfristige CF-Planung
• Langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, Zinsswaps
• Kontinuierliche Compliance-Überprüfung mit Steuergesetzgebungen
. Projektcontrolling, Impairment Tests, Strategieprüfung und -anpassung

IP: Intellectual Property; FX: Foreign Exchange; CF: Cashflow

Abb. 3: AT&S Risikokategorien, wesentliche Einzelrisiken, Risikotendenz und Risikominderungsmaßnahmen

INVESTITIONEN Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP).

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, negative Preisentwicklungen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit dieser Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann insbesondere das Substratgeschäft, den Aufbau von Produktionskapazitäten für mSAP-Technologie in Shanghai und Chongqing und generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

WETTBEWERB Durch den klaren Fokus auf das High-Tech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle konnte sich AT&S im Technologiesegment HDI (High Density Interconnect) einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einem Großteil der Mitbewerber erarbeiten. Durch diesen Fokus konnte AT&S dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion in diesem Bereich bislang erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie zum Beispiel für Strategie

die Automotive-Industrie übertragen. Das derzeit stattfindende technologische Upgrade von Teilen der HDI-Linien auf die mSAP-Technologie ist eine konsequente Fortführung der AT&S Strategie und beinhaltet die Möglichkeit, die HDI-Wettbewerbsvorteile auf die nächste Technologiegeneration auszuweiten. Die Umsetzung beinhaltet jedoch auch entsprechende Risiken.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industrie-Segment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Neue technische Entwicklungen, verlängerte Produktzyklen und Überkapazitäten am Markt stellen AT&S im Segment IC-Substrate vor große Herausforderungen aufgrund des dadurch entstandenen Preisdrucks. Die erfolgreiche Umsetzung der geplanten Kostenreduktionen und die Erschließung von profitableren Produkten sind wesentlich für dieses Segment.

Das Segment Advanced Packaging, eine Technologie, die von AT&S unter dem Markennamen ECP® entwickelt wurde, birgt großes Chancenpotenzial, allerdings muss die Industrialisierung dieser Technologie noch weiter vorangetrieben werden.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Korea und China, weniger wettbewerbsfähig weden könnten.

SCHLÜSSELKUNDEN AT&S hat es, insbesondere mit den Kapazitäten in Asien, durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Die Umsätze mit den größten fünf dieser Kunden tragen 57 % zum Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt diese Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder Profitabilität bei diesen Kunden. Besonders kritisch ist dies im Segment IC-Substrate, wo das gesamte Geschäft zurzeit auf einen Kunden konzentriert ist. Die laufende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produkte sind daher von großer Bedeutung für eine schnelle Kompensation von negativen Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden.

MARKTENTWICKLUNG Ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2017/18 könnte die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Ein möglicher wirtschaftlicher Aufschwung könnte jedoch auch gesteigerte Geschäftschancen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern.

EINKAUFSPREISE Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Nach mehreren Jahren mit überwiegend positiven Effekten zeichnen sich hier für das Geschäftsjahr 2017/18 Kostensteigerungen in gewissen Materialbereichen (Kupfer, Laminate) und damit negative Tendenzen ab, die auch durch die gezielte Umsetzung der Beschaffungsstrategie nur zum Teil abgefedert werden können.

SOURCING Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es daher in der Regel

Markt

Beschaffung

alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen. Eine Herausforderung im Bereich Sourcing stellt zurzeit aufgrund von global stark gestiegener Nachfrage die Beschaffung von Kupferfolien dar.

STANDORTRISIKEN Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie zum Beispiel Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business Continuity Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

COMPLIANCE Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100 %ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeitern. Die Etablierung eines Governance, Risk & Compliance Committees ("GRC Committee") und die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Complianceund Governance-Risiken im Rahmen dieses Gremiums war einer der Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2016/17 in diesem Bereich.

BETRUGSFÄLLE, DATENSICHERHEIT UND CYBERCRIME Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und IT-Sicherheitsmaßnahmen.

QUALITÄTS- UND LIEFERPERFORMANCE Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung von zugesagten Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch zu Rückrufaktionen und dem Verlust von Kunden führen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. AT&S ist grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

GEISTIGES EIGENTUM Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigem Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen. Gerade das neue Geschäftsfeld der IC-Substrate birgt diesbezügliche Risiken in sich, da AT&S entsprechendes Know-how in diesem Bereich noch weiter aufbauen muss.

Umfeld

Operativ

TECHNOLOGIE- UND PROJEKTENTWICKLUNG Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate und mSAP-Technologie in Chongqing ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing spezifische Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Der Fokus im kommenden Geschäftsjahr liegt bei der kontinuierlichen Performanceverbesserung der Substratproduktion sowie der Qualifizierung neuer Technologien an den Standorten Shanghai und Chongqing.

KOSTENKONTROLLE Strikte Kostenreduktion und Effizienzsteigerung speziell im neuen Segment IC-Substrate, aber auch an allen anderen Standorten ist wesentlich für die Konkurrenzfähigkeit und Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen vor allem im Bereich IC-Substrate – aber auch an anderen Standorten – nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

MITARBEITER Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der AT&S Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen Engineering, Verkauf und Administration zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter weiter auszubauen.

WECHSELKURSRISIKEN Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in China ergeben sich wesentliche Währungsrisiken aus dem RMB, welche das Eigenkapital der Gruppe erhöhen oder verringern könnten. Eine Absicherung dieses Risikos wäre mit hohen Kosten verbunden und wird nicht durchgeführt.

FINANZIERUNG UND LIQUIDITÄT Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten – und in Finanzierungen zugesicherten – Eigenkapitalquoten bzw. des Verhältnisses Nettoverschuldung zu EBITDA und in Folge zusätzlichem Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury, teilweise über entsprechende Finanzinstrumente.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

STEUERRISIKO Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien, wie z.B. den BEPS-("Base Erosion and Profit Shifting"-)Richtlinien der OECD, und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor. Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht ein Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung führen könnten.

Organisation

Finanz

7. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Group Accounting und Group Controlling (Teilbereiche von Group Finance & Controlling) überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Group Controlling (Teilbereich von Group Finance & Controlling). Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

8. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

KAPITALANTEILSSTRUKTUR UND ANGABEN ZU GESELLSCHAFTERRECHTEN Zum Bilanzstichtag 31. März 2017 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,1 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (AT & S AG), die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar:

Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien 6.902.380 17,77 % 17,77 %
Androsch Privatstiftung,
Schottengasse 10/12, A-1010 Wien 6.339.896 16,32 % 16,32 %

Zum Stichtag 31. März 2017 befanden sich rund 65,91 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT & S AG hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der AT & S AG und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

In Bezug auf die Erhöhung des genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

EIGENE AKTIEN In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben sowie einzuziehen. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Anteile auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitarbeiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Zum 31. März 2017 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der AT & S AG und ihren Tochtergesellschaften.

Die AT & S AG hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 22 "Gezeichnetes Kapital" sowie auf die Erläuterungen 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten", verwiesen.

Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/corporate-governance/berichte/ abrufbar.

9. Ausblick

Die aktuellen Entwicklungen in der Elektronikindustrie – Miniaturisierung bei gleichzeitiger Leistungssteigerung und höherer Integration von elektronischen Bauteilen – werden sich auch im Geschäftsjahr 2017/18 in einer ungebrochenen Dynamik fortsetzen. Die Basis dafür ist die kontinuierliche Vernetzung von Geräten und die damit einhergehende enorme Datenmenge und -übertragungsgeschwindigkeit – Stichwort: Big Data und Cloud Computing zum Beispiel für Kommunikationsanwendungen, Mobilität oder Industrieanwendungen.

Diese Entwicklung bietet weiterhin ein enormes Wachstumspotenzial – für jene Unternehmen, die sich in der Lieferkette entsprechend positioniert haben bzw. diese antizipieren.

AT&S ist überzeugt, mit dem strategischen Fokus auf High-End-Technologien und -Anwendungen im bestehenden Geschäft sowie dem Aufbau eines erweiterten Technologieportfolios auf Basis von IC-Substraten und der nächsten Technologiegeneration (mSAP) die richtigen Schritte zur breiteren Positionierung in einer sich verändernden Lieferkette gesetzt zu haben. Die Transformation von einem High-End-Leiterplattenhersteller zu einem High-End-Verbindungslösungs-Anbieter ist Voraussetzung für das künftige profitable Wachstum, denn nur durch die kontinuierliche Technologieweiterentwicklung und entsprechende Investitionen kann AT&S die Position als Tier-1-Lieferant für Technologie- und Weltmarktführer absichern.

Effekte aus dem Geschäftsjahr 2016/17 werden sich fortsetzen und die Geschäftsentwicklung 2017/18 ebenfalls beeinflussen: die Marktentwicklung bei IC-Substraten, basierend auf der Verlangsamung von Moore's Law, die niedrigere Nachfrage nach Computing-Anwendungen (Desktop, Notebook) führen zu einem weiter anhaltenden Preisdruck auf IC-Substrate.

Die nächste Technologiegeneration (mSAP) für mobile Endgeräte wird im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 in Serienproduktion gehen und befindet sich derzeit in Installation in Shanghai und im zweiten Werk in Chongqing. Diese soll AT&S weiterhin als führenden Lieferanten für mobile Anwendungen positionieren.

Für das Kerngeschäft erwartet AT&S im Geschäftsjahr 2017/18 eine weiterhin stabile bis steigende Nachfrage in allen Kundensegmenten in einem extrem kompetitiven Wettbewerbsumfeld.

Im Geschäftsjahr 2017/18 rechnet AT&S daher unter der Voraussetzung eines makroökonomisch stabilen Umfelds und einer Währungsrelation USD/EUR auf ähnlichem Niveau wie im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von 10 – 16 %. Die EBITDA-Marge soll auf Basis der Marktentwicklungen bei IC-Substraten und dem Anlauf der nächsten Technologiegeneration (mSAP) bei 16 – 18 % liegen. Höhere Abschreibungen für hauptsächlich neue Produktionslinien in Höhe von rund 25 Mio. € im Geschäftsjahr 2017/18 werden das EBIT beeinflussen.

Leoben-Hinterberg, am 8. Mai 2017

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Bestätigungsvermerk

BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

PRÜFUNGSURTEIL Wir haben den Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2017, der gesonderten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngeldflussrechnung und der Konzern– Eigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2017 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • Sachverhalt
  • Prüferisches Vorgehen
  • Verweis auf weitergehende Information

1. AKTIVE LATENTE STEUERN AUS VERLUSTVORTRÄGEN UND SONSTIGEN ABZUGSFÄHIGEN TEMPORÄREN DIFFERENZEN

Sachverhalt

Der Konzern hat insgesamt TEUR 38.659 aktive latente Steuern angesetzt. Darin sind im Wesentlichen latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von TEUR 13.729 sowie aus abzugsfähigen temporären Differenzen in Höhe von TEUR 24.930 enthalten.

Dem Ansatz der latenten Steueransprüche liegt die Annahme zu Grunde, dass in einem Planungszeitraum von zumindest 5 Jahren ausreichend zu versteuernde Einkünfte erwirtschaftet werden, gegen die Verlustvorträge und sonstige abzugsfähige temporäre Differenzen verwendet werden können. Diese Annahmen beruhen auf Einschätzungen der aktuellen sowie der geplanten steuerlichen Ergebnisse und allfälligen mit steuerlicher Wirkung umgesetzten zukünftigen Maßnahmen der betroffenen Gesellschaften.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben:

  • für wesentliche Gesellschaften den Prozess zur Ermittlung der zukünftigen steuerlichen Ergebnisse als Basis für die Berechnung der latenten Steueransprüche erhoben,
  • für wesentliche Gesellschaften nachvollzogen, ob die verwendeten Planzahlen im Vergleich mit unseren Kenntnissen zum geplanten Geschäftsverlauf plausibel sind,
  • uns das Vorhandensein und die Richtigkeit der Verlustvorträge durch Einholung von Steuerberaterschreiben bestätigen lassen,
  • die bilanziellen Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert und nachvollzogen und
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Konzernanhang geprüft.

Verweis auf weitergehende Informationen

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernhang Abschnitt I. B. (e.) bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu latenten Steuern, Abschnitt I. C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragsteuerschulden sowie Abschnitt III. 7. Erläuterung zu Ertragsteuern.

2. WERTHALTIGKEIT VON AKTIVIERTEN ENTWICKLUNGSKOSTEN IM BEREICH DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE

Sachverhalt

Der Konzern weist in der Konzernbilanz zum Bilanzstichtag unter den immateriellen Vermögenswerten aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 78.456 aus, welche überwiegend zur zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Substrate" im Rahmen des Projektes Chongqing, Volksrepublik China, gehören. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 4.819 für die nächste Substratgeneration aktiviert, welche noch nicht genutzt werden. Es wurde unter Anwendung eines "Discounted Cash Flow"-Verfahrens ein Wertminderungstest durchgeführt, welcher den aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erzielbaren Betrag mit dem Buchwert der enthaltenen Vermögenswerte vergleicht. Dabei werden ausgehend von den Daten aus dem jährlichen Planungsprozess Annahmen hinsichtlich des Abzinsungssatzes, der Profitabilität sowie der Wachstumsraten getroffen.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben:

  • den Prozess zur Identifizierung und Definition von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, zur Ermittlung des erzielbaren Betrages, zur Analyse der Werthaltigkeit, zur Ermittlung des Kapitalkostenzinssatzes und der Wachstumsrate sowie zum Berechnungsmodell erhoben,
  • nachvollzogen, ob die in der Planungsrechnung verwendeten künftig angenommenen Zahlungsflüsse mit den Angaben der vom Vorstand aufgestellten und dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gebrachten Planung übereinstimmen,
  • uns für die Verplausibilisierung der Berechnungen und des Berechnungsmodells interner Sachverständiger bedient, die die Berechnungen nachvollzogen haben und die Übereinstimmung des Berechnungsmodells mit den allgemeinen Grundsätzen der internationalen Rechnungslegung überprüft haben,
  • uns bei der Abstimmung der verwendeten Parameter, wie z.B. der verwendeten Zinssätze oder Wachstumsraten, die der Berechnung zugrunde liegen, interner Sachverständiger bedient und die Ergebnisse kritisch gewürdigt und
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Konzernhang geprüft.
  • Verweis auf weitergehende Informationen

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernhang Abschnitt I. B. (h) bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen, immaterielles Anlagevermögen, Abschnitt I. C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung von Entwicklungskosten sowie Abschnitt IV. 9. Erläuterung zu immateriellen Vermögenswerten.

VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN

KONZERNABSCHLUSS Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbe-

absichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil der Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHTDer Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

URTEIL Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

ERKLÄRUNG Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

SONSTIGE INFORMATIONEN Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir werden keine Art der Zusicherung darauf abgeben.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss stehen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Jürgen Schauer.

Wien, den 8. Mai 2017

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH gez.:

Mag. Jürgen Schauer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung und Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT

Jahresabschluss zum 31. März 2017

INHALTSVERZEICHNIS

Seite
Bilanz 98
Gewinn und Verlustrechnung 99
Anhang zum Jahresabschluss 100

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT Anlage 1 LEOBEN-HINTERBERG

BILANZ ZUM 31. MÄRZ 2017 (Vorjahr zum Vergleich)

A K T I V A EUR EUR P A S S I V A EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN A. EIGENKAPITAL
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Eingefordertes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte gezeichnetes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 11.298.690,28
11.298.690,28
13.260.937,80
13.260.937,80
eingezahltes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
II. Sachanlagen II. gebundene Kapitalrücklagen 163.270.702,50 163.270.702,50
1. Bauten auf fremdem Grund 2.701.221,72 840.999,53 III. Gewinnrücklagen
2. technische Anlagen und Maschinen 35.637.474,33 32.337.098,42 1. gesetzliche Rücklage 4.273.500,00 4.273.500,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.458.863,06 2.028.965,94 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 17.505.782,55 17.505.782,55
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 527.270,00 1.959.256,58
41.324.829,11 37.166.320,47 IV. Bilanzgewinn 77.591.616,50 40.075.119,15
III. Finanzanlagen davon Gewinnvortrag 26.089.119,15 22.888.815,29
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 265.919.963,70 287.608.368,82 305.376.601,55 267.860.104,20
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 407.056.687,90 232.766.673,26
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 400.807.227,24 226.423.221,38 B. ZUSCHÜSSE AUS ÖFFENTLICHEN MITTELN 1.251.442,05 1.472.242,44
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 168.753,81 92.003,81
4. sonstige Ausleihungen 5.346.467,55 4.734.259,59 C. RÜCKSTELLUNGEN
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 5.346.467,55 4.734.259,59
678.491.872,96 525.201.305,48 1. Rückstellungen für Abfertigungen 18.719.333,40 17.647.683,84
731.115.392,35 575.628.563,75 2. Rückstellungen für Pensionen 1.230.186,92 1.393.719,15
B. UMLAUFVERMÖGEN 3. Steuerrückstellungen 2.132.240,78 458.806,11
4. sonstige Rückstellungen 17.110.618,59 33.695.478,33
I. Vorräte 39.192.379,69 53.195.687,43
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.041.543,58 5.732.352,62
2. unfertige Erzeugnisse 4.139.523,89 4.461.707,62 D. VERBINDLICHKEITEN
3. fertige Erzeugnisse und Waren 14.224.881,75 15.268.534,26
24.405.949,22 25.462.594,50 1. Anleihen 0,00 75.500.000,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 75.500.000,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.967.154,60 46.899.983,36 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 44.168.928,46 78.018.510,30
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 8.718.552,01 5.311.084,99 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 15.646.828,46 43.518.510,30
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 28.522.100,00 34.500.000,00
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 7.895.428,01 5.278.875,35 3. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 442.193.689,72 288.335.830,77
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 2.540.988,67 1.694.153,85
29.581.134,62 57.489.943,70 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 439.652.701,05 286.641.676,92
III. Wertpapiere und Anteile 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 25.470.083,96 19.292.266,94
1. sonstige Wertpapiere und Anteile 606.100,00 631.000,00 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 25.470.083,96 19.292.266,94
606.100,00 631.000,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22.615.963,23 19.960.434,98
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 89.097.912,53 151.264.306,87 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 22.615.963,23 19.960.434,98
143.691.096,37 234.847.845,07 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
6. sonstige Verbindlichkeiten 9.302.563,19 7.535.904,83
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 843.834,62 1.335.699,56 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 8.777.491,19 7.007.750,83
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 525.072,00 528.154,00
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 14.671.049,00 0,00 davon aus Steuern 1.482.091,78 1.883.302,09
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.486.831,10 1.295.848,50
543.751.228,56 488.642.947,82
  1. März 2017 31. März 2016 31. März 2017 31. März 2016 II. gebundene Kapitalrücklagen 163.270.702,50 163.270.702,50 41.324.829,11 37.166.320,47 IV. Bilanzgewinn 77.591.616,50 40.075.119,15 678.491.872,96 525.201.305,48 1. Rückstellungen für Abfertigungen 18.719.333,40 17.647.683,84 731.115.392,35 575.628.563,75 2. Rückstellungen für Pensionen 1.230.186,92 1.393.719,15 4. sonstige Rückstellungen 17.110.618,59 33.695.478,33 24.405.949,22 25.462.594,50 1. Anleihen 0,00 75.500.000,00 29.581.134,62 57.489.943,70 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 439.652.701,05 286.641.676,92 606.100,00 631.000,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22.615.963,23 19.960.434,98 143.691.096,37 234.847.845,07 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 6. sonstige Verbindlichkeiten 9.302.563,19 7.535.904,83 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 525.072,00 528.154,00 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.486.831,10 1.295.848,50 543.751.228,56 488.642.947,82 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 75.051.355,51 166.973.116,90 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 468.699.873,05 321.669.830,92 E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 749.720,49 641.126,49 SUMME AKTIVA 890.321.372,34 811.812.108,38 SUMME PASSIVA 890.321.372,34 811.812.108,38

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. APRIL 2016 BIS 31. MÄRZ 2017 LEOBEN-HINTERBERG

(Vorjahr zum Vergleich)

2016/17
EUR
2015/16
EUR
1. Umsatzerlöse 370.878.843,45 354.913.727,62
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 346.718,03 474.854,54
3. andere aktivierte Eigenleistungen 211.942,72 58.305,07
4. sonstige betriebliche Erträge 18.047.356,97 7.115.165,27
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanz
anlagen 105.070,03 111.317,21
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 7.555.981,04 10.246,79
c) übrige 10.386.305,90 6.993.601,27
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -251.158.677,47 -236.678.321,32
a) Materialaufwand -233.616.396,60 -220.871.547,70
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -17.542.280,87 -15.806.773,62
6. Personalaufwand -67.849.521,86 -74.750.195,43
a) Löhne und Gehälter
aa) Löhne -21.441.534,08 -22.415.578,02
bb) Gehälter -29.395.058,92 -34.795.531,81
b) Soziale Aufwendungen
aa) Aufwendungen für Altersvorsorgung -423.279,75 -446.290,40
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeiter-
vorsorgekassen -2.288.033,02 -2.362.193,95
cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -13.652.230,58 -14.104.882,51
dd) sonstige Sozialaufwendungen -649.385,51 -625.718,74
7. Abschreibungen -13.069.217,49 -10.526.965,57
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -13.319.355,82 -10.690.585,57
b) abzüglich Amortisation von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 250.138,33 163.620,00
8. sonstige betriebliche Aufwendungen -35.430.588,97 -35.491.749,79
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen -273.203,16 -206.851,06
b) übrige -35.157.385,81 -35.284.898,73
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 21.976.855,38 5.114.820,39
10. Erträge aus Beteiligungen 0,00 15.000.000,00
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 15.000.000,00
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlage
vermögens 16.043.621,99 8.516.850,92
davon aus verbundenen Unternehmen 16.035.392,99 8.508.621,92
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 983.847,73 2.315.437,60
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens 13.821.863,30 7.628.427,11
a) Erträge aus verbundenen Unternehmen 13.028.963,79 5.853.480,33
davon aus Zuschreibungen 4.317.766,50 1.581.384,08
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlauf
vermögens -24.900,00 -4.631.840,05
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen 0,00 -4.530.840,05
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -13.438.009,81 -16.264.435,43
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 17.386.423,21 12.564.440,15
17. Ergebnis vor Steuern 39.363.278,59 17.679.260,54
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12.139.218,76 -492.956,68
davon Veränderung aus latenten Steuern 14.671.049,00 0,00
19. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 51.502.497,35 17.186.303,86
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 26.089.119,15 22.888.815,29
21. Bilanzgewinn 77.591.616,50 40.075.119,15

Anlage 2

Seite
1. ALLGEMEINE ANGABEN101
2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE 102
3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 103
3.1. Anlagevermögen103
3.2. Umlaufvermögen103
3.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten103
3.4. Aktive latente Steuern104
3.5. Rückstellungen104
3.6. Verbindlichkeiten105
3.7. Passive Rechnungsabgrenzungsposten105
4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ106
4.1. Anlagevermögen106
4.2. Zusatzangaben gemäß § 238 (1) Z 4 UGB 108
4.3. Ausleihungen gemäß § 227 UGB 108
4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände108
4.5. Aktive latente Steuern109
4.6. Eigenkapital110
4.7. Rückstellungen112
4.8. Verbindlichkeiten117
4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB118
4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen 118
4.11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen 118
4.12. Derivative Finanzinstrumente119
5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG120
6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB 122
6.1. Gruppenbesteuerung 122
6.2. Organe, Arbeitnehmer 123
6.3. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag125

1. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" genannt) zum 31. März 2017 wurde gemäß den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie die Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, wurden beachtet.

Auf Grund des Rechnungslegungs-Änderungsgesetzes 2014 (RÄG 2014) wurde gemäß den Übergangsbestimmungen des § 906 UGB die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung an die neuen Bestimmungen angepasst und, wenn gesetzlich vorgeschrieben, die Vorjahreszahlen angepasst.

Dies betrifft insbesondere den erstmaligen Ansatz aktiver latenter Steuern, Umgliederungen von sonstigen Erlösen zu den Umsatzerlösen, unabhängig davon ob sie für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit typisch sind oder nicht. Damit in Zusammenhang stehende Aufwendungen werden von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu den bezogenen Leistungen umgegliedert. Weiters wurde auch die Darstellung des Anlagenspiegels geändert.

Insbesondere wurde bei der Bewertung von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen sowie der Grundsatz der Einzelbewertung von Vermögensgegenständen und Schulden beachtet. Dem Vorsichtsprinzip wurde durch Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken und drohenden Verluste Rechnung getragen. Nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne wurden ausgewiesen. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den Schätzungen berücksichtigt.

Fallen Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten unter mehrere Posten der Bilanz, erfolgt die Angabe bei jenem Posten, unter dem der Ausweis erfolgt.

2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE

Seit dem 31. März 1999 übt die AT&S die Funktion eines Mutterunternehmens im Sinne des § 244 UGB aus.

Unter Anwendung der Bestimmungen des § 245a UGB werden ein Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards (IFRS)), ergänzt um die unternehmensrechtlich verpflichtend vorgeschriebenen Erläuterungen und Anmerkungen, und ein Konzernlagebericht aufgestellt.

Die AT&S stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Abschluss wird beim Firmenbuchgericht in Leoben hinterlegt.

Die Erleichterungsbestimmungen gemäß § 245 Abs. 1 UGB werden in Anspruch genommen.

Im Geschäftsjahr wurden folgende gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen durchgeführt:

• Im Geschäftsjahr 2016/17 wurde im Juli 2016 eine Kapitalherabsetzung bei der AT&S Korea Co., Ltd. in Höhe von 50 % des Stammkapitals von 66 Mrd. KRW auf 33 Mrd. KRW durchgeführt. Im Zuge dieser Transaktion sind Fremdwährungserträge in Höhe von EUR 3.912.732,17 entstanden, die im Finanzergebnis unter dem Posten: "Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens" erfasst wurden.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Nutzungsdauer
immaterielle Vermögensgegenstände 4 - 10 Jahre
Bauten auf fremdem Grund 12 -25 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 5 - 15 Jahre
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre

Für Zugänge während der ersten Hälfte des Geschäftsjahres wurde eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge während der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine halbe Jahresabschreibung angesetzt. Die Abschreibung für Zugänge erfolgt nach Maßgabe des Zeitpunktes ihrer Inbetriebnahme.

Die Möglichkeit der Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen gemäß § 226 Abs. 3 UGB wurde in Anspruch genommen.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. entsprechend dem Niederstwertprinzip zum niedrigeren Marktwert (Kurswert) zum Bilanzstichtag.

3.2. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Ersatzteile werden zu Anschaffungskosten abzüglich prozentueller Gruppenabschläge bewertet. Erhaltene Skonti, Boni sowie Frachtkosten und Zölle wurden berücksichtigt.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten. In den Herstellkosten wurden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkennbare Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.

Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Kurswerten zum Bilanzstichtag.

Die auf Fremdwährung lautenden Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Entstehungskurs oder dem Kurs zum Bilanzstichtag bilanziert.

3.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

3.4. Aktive latente Steuern

Latente Steuern werden auf Differenzen angesetzt, die zwischen den unternehmens- und den steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten bestehen und die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleichen.

Für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen werden aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt, soweit überzeugende substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung des Steuersatzes, der am Bilanzstichtag gilt oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet ist und dessen Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der Steuerentlastung bzw. Steuerbelastung erwartet wird. Die Berechnung erfolgt mit dem aktuell gültigen Steuersatz von 25 %.

Eine Saldierung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern wird gegebenenfalls vorgenommen, soweit eine Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche mit den tatsächlichen Steuerschulden rechtlich möglich ist.

3.5. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Juni 2016) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes (Stichtagszinssatz) in Höhe von 1,80 % (Vorjahr: 2,00 %) und eines Pensionseintrittsalters gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 sowie unter Berücksichtigung der betriebsindividuellen Fluktuation durch entsprechende Abschläge. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 1,90 % (Vorjahr: 2,50 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) beträgt zum Bilanzstichtag EUR 19.624.466,00 (Vorjahr: EUR 19.457.950,00).

Gemäß Fachgutachten "Zweifelsfragen bei Anwendung der Fachgutachten über die Bilanzierung von Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen nach den Vorschriften des Rechnungslegungsgesetzes (KFS/RL 2 und 3) im Hinblick auf IAS 19 (2011)" des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der Kammer der Wirtschaftstreuhänder war eine weitere Anwendung der Korridormethode für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen, nicht mehr zulässig. Die zum 31. März 2013 bestehenden versicherungstechnischen Verluste in Höhe von EUR 4.525.665,00 werden über einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren verteilt. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden daher ein Fünftel davon bzw. EUR 905.132,72 in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Ertrag von EUR 827.750,00 (Vorjahr: Ertrag von EUR 1.909.848,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Juni 2016) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes in Höhe von 1,80 % (Vorjahr: 2,00 %) unter Zugrundelegung der Sterbetafeln AVÖ 2008-P. Das Pensionseintrittsalter wurde gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 ermittelt. Die Anhebung der Altersgrenze für die Alterspension für weibliche Versicherte ab 2024 wurde berücksichtigt. Als Valorisierung der Pension wurden im Geschäftsjahr 2,25 % (Vorjahr: 2,25 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag EUR 1.230.187,00 (Vorjahr: EUR 1.393.719,00). Zusätzlich wurden Pensionsverpflichtungen teilweise an die APK Pensionskasse Aktiengesellschaft, Wien, übertragen.

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Ertrag von EUR 90.688,00 (Vorjahr: Ertrag von EUR 53.413,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (Juni 2016) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Grund der kollektivvertraglichen Ansprüche bei Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,80 % (Vorjahr: 2,00 %), sowie unter Berücksichtigung der betriebsindividuellen Fluktuation durch entsprechende Abschläge. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 1,90 % (Vorjahr: 2,50 %) angesetzt.

Gemäß dem Steuerreformgesetz 2015/16 sind bei sämtlichen Jubiläumsgeldzahlungen Sozialversicherungsbeiträge als auch Betriebliche Vorsorgekassen-Beiträge (für Eintritte ab dem Jahr 2003) vom Dienstgeber zu leisten. Die Beitragszahlungen wurden in der Berechnung der Jubiläumsgeldrückstellung berücksichtigt. In den Löhnen sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 114.682,37 (Vorjahr: EUR 369.434,13) enthalten. In den Gehältern sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 60.524,47 (Vorjahr: EUR 244.001,55) enthalten.

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Ertrag von EUR 115.268,00 (Vorjahr: Ertrag von EUR 221.020,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Bei der Berechnung der sonstigen Rückstellungen sind entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden. Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

3.6. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

3.7. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Um ein möglichst getreues Bild der Vermögens und Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, wurden abzugrenzende Aufwandszuschüsse vom Posten "Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln" in die Passiven Rechnungsabgrenzungsposten umgegliedert. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

4.1. Anlagevermögen

Zur Entwicklung der Posten des Anlagevermögens siehe Seite 107.

Anlagenspiegel zum 31. März 2017

Anschaffungs-/Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
Stand Stand Stand Stand Stand Stand
1/April 2016 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31/März 2017 1/April 2016 Zugänge Abgänge Zuschreibungen 31/März 2017 31/März 2017 31/März 2016
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 27.901.488,43 1.021.882,55 299.404,24 0,00 28.623.966,74 14.640.550,63 2.984.130,07 299.404,24 0,00 17.325.276,46 11.298.690,28 13.260.937,80
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 230.614,34 230.614,34 0,00 0,00 0,00 230.614,34 230.614,34 0,00 0,00 0,00 0,00
Zwischensumme 27.901.488,43 1.021.882,55 299.404,24 0,00 28.623.966,74 14.640.550,63 2.984.130,07 299.404,24 0,00 17.325.276,46 11.298.690,28 13.260.937,80
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremdem Grund 1.283.916,49 2.256.083,85 0,00 0,00 3.540.000,34 442.916,96 395.861,66 0,00 0,00 838.778,62 2.701.221,72 840.999,53
2. technische Anlagen und Maschinen 200.504.773,48 10.369.777,82 2.840.093,45 1.828.056,58 209.862.514,43 168.167.675,06 8.874.681,12 2.817.316,08 0,00 174.225.040,10 35.637.474,33 32.337.098,42
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.870.554,80 1.408.672,72 635.317,01 92.200,00 14.736.110,51 11.841.588,86 1.064.682,97 629.024,38 0,00 12.277.247,45 2.458.863,06 2.028.965,94
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 210.631,75 210.631,75 0,00 0,00 0,00 210.631,75 210.631,75 0,00 0,00 0,00 0,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 1.959.256,58 488.270,00 0,00 -1.920.256,58 527.270,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 527.270,00 1.959.256,58
Zwischensumme 217.618.501,35 14.522.804,39 3.475.410,46 0,00 228.665.895,28 180.452.180,88 10.335.225,75 3.446.340,46 0,00 187.341.066,17 41.324.829,11 37.166.320,47
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 310.170.873,97 0,00 21.688.405,12 0,00 288.482.468,85 22.562.505,15 0,00 0,00 0,00 22.562.505,15 265.919.963,70 287.608.368,82
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 237.297.513,31 210.941.983,35 40.969.735,21 0,00 407.269.761,45 4.530.840,05 0,00 0,00 4.317.766,50 213.073,55 407.056.687,90 232.766.673,26
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 92.003,81 76.750,00 0,00 0,00 168.753,81 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 168.753,81 92.003,81
4. sonstige Ausleihungen 4.734.259,59 612.207,96 0,00 0,00 5.346.467,55 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 5.346.467,55 4.734.259,59
Zwischensumme 552.294.650,68 211.630.941,31 62.658.140,33 0,00 701.267.451,66 27.093.345,20 0,00 0,00 4.317.766,50 22.775.578,70 678.491.872,96 525.201.305,48
Summe 797.814.640,46 227.175.628,25 66.432.955,03 0,00 958.557.313,68 222.186.076,71 13.319.355,82 3.745.744,70 4.317.766,50 227.441.921,33 731.115.392,35 575.628.563,75

4.2. Zusatzangaben gemäß § 238 (1) Z 4 UGB

Buchwert
31. März 2017
EUR
Höhe
des
Anteils
%
Höhe des
Eigenkapitals
EUR
Ergebnis des
letzten
Geschäftsjahres
EUR
Buchwert
31. März 2016
EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
AT&S Deutschland GmbH, Düren,
Deutschland 1.053.000,00 100 730.738,60 86.780,23 1) 1.053.000,00
AT&S India Private Limited, Nanjangud,
Indien
16.898.516,89 100 15.653.746,27 5.525.907,44 1) 16.898.516,89
AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong,
Volksrepublik China
229.768.865,92 100 252.185.628,12 3.583.487,65 1) 229.768.865,92
AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City,
Südkorea
18.193.136,55 100 10.634.665,71 11.151.578,39 1) 39.881.541,67
AT&S Americas LLC, San José, Kali
fornien, USA
6.444,34 100 693.410,10 124.602,05 1) 6.444,34
Summe 265.919.963,70 287.608.368,82

1) Zahlen nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften zum 31. März 2017

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgte zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag.

Die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen wurden einer Werthaltigkeitsüberprüfung nach der DCF-Methode unterzogen, deren Basis die Planungsrechnungen für die nächsten Jahre sind.

4.3. Ausleihungen gemäß § 227 UGB

Unter dem Posten "Ausleihungen an verbundene Unternehmen" ist ein Betrag in Höhe von EUR 6.249.460,66 (Vorjahr: EUR 6.343.451,88) innerhalb eines Jahres fällig. Im Zusammenhang mit den Ausleihungen wurden im Geschäftsjahr Zuschreibungen in Höhe von EUR 4.317.766,50 (Vorjahr: EUR 1.581.384,08) vorgenommen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Im März 2017 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu 100 % des Nennwerts an eine Bank verkauft und vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Zum Bilanzstichtag am 31. März 2017 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 34.240.249,87 (Vorjahr: EUR 0,00) verkauft. Das Ausfallsrisiko wurde vollständig an den Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag EUR 3.448.088,53 (Vorjahr: EUR 0,00). Ansprüche aus der vorhandenen Kreditversicherung wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der, durch den Erwerber, noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in den sonstigen Forderungen ausgewiesen. Erhaltene Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die Forderungsverwaltung verbleibt bei AT&S.

Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen ausschließlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 8.718.552,01 (Vorjahr: EUR 5.311.084,99).

Zur besseren Darstellung der Finanz, Vermögens- und Ertragslage wurden Steuervorauszahlungen aus den sonstigen Forderungen mit den Steuerrückstellungen saldiert. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

4.4.1. Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Erträge

In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind folgende wesentliche Erträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

31. März 2017
EUR
31. März 2016
EUR
Factoringforderungen 3.448.088,53 0,00
Energieabgabenrückvergütung 731.968,57 1.169.902,22
Lieferantenboni 470.076,36 0,00
steuerfreie Prämien 1.673.122,80 2.599.822,61
Summe 6.323.256,26 3.769.724,83

In den Factoringforderungen ist der Restkaufpreis der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inkl. unterschiedlicher verrechneter Umsatzsteuer enthalten.

4.5. Aktive latente Steuern

Die Gesellschaft hat für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 50.287.500,00 latente Steuern aktiviert, die aufgrund der aktuellen Steuerplanung, gegen zukünftige positive steuerliche Einkünfte verrechnet werden können. Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 60.259.615,00 wurden keine latenten Steuern gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist.

Die Entwicklung der aktiven latenten Steuern stellt sich, gegliedert nach Bilanzposten (temporäre Differenzen) und Verlustvorträgen, wie folgt dar:

Rechnungs
Anlage abgrenzungs Verlust Rück Verbindlich
Aktive latente Steuern vermögen posten vorträge stellungen keiten Summe
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
zum 31. März 2016 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Erfolgswirksame Erfassung
im Geschäftsjahr
178.446,00 37.500,00 12.571.875,00 1.610.060,00 273.168,00 14.671.049,00
zum 31. März 2017 178.446,00 37.500,00 12.571.875,00 1.610.060,00 273.168,00 14.671.049,00
Darstellung latenter Steuern
zum 31. März 2017
Anlage
vermögen
EUR
Rechnungs
abgrenzungs
posten
EUR
Verlust
vorträge
EUR
Rück
stellungen
EUR
Verbindlich
keiten
EUR
Summe
EUR
aus aktiver latenter Steuer
aus passiver latenter Steuer
178.446,00
0,00
37.500,00
0,00
12.571.875,00
0,00
1.610.060,00
0,00
273.168,00
0,00
14.671.049,00
0,00
Summe 178.446,00 37.500,00 12.571.875,00 1.610.060,00 273.168,00 14.671.049,00

4.6. Eigenkapital

4.6.1. Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. März 2017 EUR 42.735.000,00 (Vorjahr: EUR 42.735.000,00) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Wert von je EUR 1,10 eingeteilt.

4.6.2. Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung

Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 21.367.500,00, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu EUR 150.000.000,00 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Die Wandelschuldverschreibungen können auch durch eine zu hundert Prozent direkt oder indirekt im Eigentum der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft stehende Gesellschaft ausgegeben werden. Für diesen Fall wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft eine Garantie für die Wandelschuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern der Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf Aktien der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft zu gewähren.

Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu EUR 21.367.500,00 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.

In Bezug auf das genehmigte Kapital bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potentiell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegeben Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten.

4.6.3. Eigene Anteile

In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen ausgeübt werden.

Weiters wurde der Vorstand in der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien

  • a) zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,
  • b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,
  • c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und
  • d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck

zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden.

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft hält zum Bilanzstichtag keine eigenen Anteile (Vorjahr: 0 Stück).

4.6.4. Beschränkung der Ausschüttung

Für die aktivierten latenten Steuern in Höhe von EUR 14.671.049,00 besteht eine Ausschüttungssperre, sofern keine gemäß § 235 (2) UGB verbleibenden jederzeit auflösbaren Rücklagen vorhanden sind.

4.6.5. Vorschlag zur Verwendung des Ergebnisses

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft schlagen vor, den Bilanzgewinn der Gesellschaft zum 31. März 2017 in Höhe von EUR 77.591.616,50 wie folgt zu verwenden: Auf die zum Auszahlungstag ausstehenden und gewinnberechtigten Stückaktien soll eine Dividende in Höhe von EUR 0,10 pro Aktie ausgeschüttet und der Restbetrag in Höhe von EUR 73.706.616,50 auf neue Rechnung vorzutragen.

4.7. Rückstellungen

4.7.1. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31. März 2017 31. März 2016
EUR EUR
nicht konsumierte Urlaube 3.644.021,71 3.801.764,95
Jubiläumsgelder 3.425.663,82 3.370.802,72
Drohverluste derivative Finanzinstrumente 2.773.422,93 3.871.064,90
Urlaubszuschuss/Weihnachtsremuneration 2.309.265,65 2.210.017,37
Zeitausgleich 990.735,01 1.008.013,29
Rechts- und Beratungsaufwand 883.873,87 581.763,15
Kundenboni 855.500,43 786.309,11
Drohverluste aus schwebenden Geschäften 673.948,87 1.030.037,28
sonstiger Personalaufwand 393.174,00 7.355.683,77
Aufsichtsratsvergütung 322.360,00 437.200,00
Gewährleistung und Schadensfälle 315.275,00 339.553,81
Skonto Debitoren 219.359,75 255.359,46
Aktienoptionen 25.046,00 207.295,00
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 14.010,00 743.237,00
Restrukturierung Werk Leoben-Hinterberg 0,00 7.545.662,66
sonstige Rückstellungen < EUR 150.000 264.961,55 151.713,86
Summe 17.110.618,59 33.695.478,33

Im Vorjahr waren unter dem Posten sonstige Rückstellungen "Restrukturierung Werk Leoben-Hinterberg" im Wesentlichen Kosten im Zusammenhang mit zukünftigen Leasingzahlungen für ungenutzte Produktionsflächen enthalten sowie ein möglicher Verlust aus der Verwertung durch den Leasinggeber, welcher vom Leasingnehmer zu tragen ist. Aufgrund der Wiedernutzung von Leerstandsflächen wurde die Rückstellung für ungenutzte Produktionsflächen aufgelöst. Die Werthaltigkeit der Liegenschaft wurde durch ein externes Gutachten untermauert, daher geht die Gesellschaft von keinem möglichen Verwertungsverlust der Liegenschaft aus.

Stock-Option-Plan (2009 bis 2012)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2005 bis 2008) wurde in der 1. Sitzung des Nominierungs- und Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats vom 17. März 2009 der Stock-Option-Plan (SOP 2009 von 2009 bis 2012) beschlossen, nachdem dieser in der 55. Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2008 zur Begutachtung vorgelegt wurde. Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen.

Jede dieser Optionen berechtigt

  • entweder zum Erwerb einer Stückaktie der AT&S zum Ausübungspreis oder
  • es kann anstelle von Aktien ein Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der AT&S-Aktie am Tag der Ausübung des Bezugsrechts durch den Optionsberechtigten verlangt werden.

Im Rahmen des "SOP 2009" wurden am 1. April 2009 138.000 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 3,86, am 1. April 2010 135.000 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 7,45, am 1. April 2011 118.500 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 16,60 und am 1. April 2012 118.500 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 9,86 zugeteilt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienoptionen wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen, zuzüglich eines auf Basis dieses Durchschnitts berechneten Aufschlags in Höhe von 10 %. Als Kurs gilt der Schlusskurs im Xetra-Handel oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem. Der Ausübungspreis entspricht jedoch zumindest dem auf eine Aktie der AT&S entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals.

Ausübungszeitraum:

Die Ausübung der zugeteilten Aktienoptionen ist wie folgt gestaffelt:

  • 20 % der zugeteilten Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf von zwei Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden.
  • 30 % der zugeteilten Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden.
  • 50 % der zugeteilten Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf von vier Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden.

Die Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der nächstfolgenden Wartezeit ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig. Für den Fall, dass eine Sperrfrist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst, gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die betreffende Fünfjahresfrist unterbricht. Nach Ende der Sperrfrist können die Aktienoptionen weiterhin für die Zeit dieser Unterbrechung ausgeübt werden. Aktienoptionen, die nicht spätestens zum Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Optionen können nur von Optionsberechtigten ausgeübt werden, die zum Zeitpunkt der Ausübung im aufrechten Anstellungs- /Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe stehen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Optionen noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs-/Dienstverhältnisses ausgeübt werden. Die Optionen sind nicht übertragbar und nicht verpfändbar.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Optionen:

DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Dr. Harald
Sommerer
Mag. Thomas
Obendrauf
Dkfm. Steen E.
Hansen
Ing. Heinz
Moitzi
leitende
Angestellte
gesamt
Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stück
1. April 2009 0 40.000 1.500 30.000 30.000 36.500 138.000
davon ausgelaufen 0 0 -1.500 0 0 -4.200 -5.700
davon ausgeübt 0 -40.000 0 -30.000 -30.000 -32.300 -132.300
1. April 2010 40.000 0 1.500 30.000 30.000 33.500 135.000
davon ausgelaufen 0 0 -1.500 0 0 -4.500 -6.000
davon ausgeübt -40.000 0 0 -30.000 -30.000 -29.000 -129.000
1. April 2011 40.000 0 30.000 0 30.000 18.500 118.500
davon ausgelaufen -40.000 0 -30.000 0 -30.000 -18.500 -118.500
1. April 2012 40.000 0 30.000 0 30.000 18.500 118.500
davon ausgelaufen 0 0 -30.000 0 0 -8.000 -38.000
davon ausgeübt -40.000 0 0 0 0 -4.500 -44.500
Summe 0 0 0 0 30.000 6.000 36.000

Die im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen hatten zum Zeitpunkt der Ausübung einen Wert von EUR 36.800,00.

Bewertung der Aktienoptionen zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienoptionen erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienoptionen wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienoptionen:

1. April 2012
Zuteilung am: EUR
Beizulegender Wert zum 31. März 2017 23.429,00

Stock Appreciation Rights Plan (2014 bis 2016)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2014-2016" wurden am 1. April 2014 230.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 7,68, am 1. April 2015 240.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 10,70 und am 1. April 2016 250.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 13,66 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt. Der maximale Nutzen je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht beträgt daher für die Zuteilung per 1. April 2014 EUR 15,36, für die Zuteilung per 1. April 2015 EUR 21,40 und für die Zuteilung per 1. April 2016 EUR 27,32.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs-/Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wieviele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

DI (FH) Andreas Dr. Karl Ing. Heinz leitende
Gerstenmayer Asamer Moitzi Angestellte Gesamt
Stück Stück Stück Stück Stück
1. April 2014 40.000 30.000 30.000 130.000 230.000
davon ausgelaufen 0 0 -30.000 -110.000 -140.000
1. April 2015 40.000 30.000 30.000 140.000 240.000
davon ausgelaufen 0 0 -30.000 -110.000 -140.000
1. April 2016 50.000 30.000 30.000 140.000 250.000
davon ausgelaufen 0 0 -30.000 -105.000 -135.000
Summe 130.000 90.000 0 85.000 305.000

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilung am: 1. April 2014 1. April 2015 1. April 2016
EUR EUR EUR
Beizulegender Wert zum 31. März 2017 0,00 0,00 38.565,00

4.8. Verbindlichkeiten

4.8.1. Zusatzangaben zu Verbindlichkeiten

Bilanzwert am
31. März 2017
EUR
Restlaufzeit
von mehr als fünf
Jahren
EUR
davon dinglich
besichert
EUR
Anleihen 0,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
44.168.928,46 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus
Schuldscheindarlehen
442.193.689,72 171.713.088,66 0,00
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
25.470.083,96 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
22.615.963,23 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 9.302.563,19 0,00 0,00
Summe 543.751.228,56 171.713.088,66 0,00
Bilanzwert am
31. März 2016
EUR
Restlaufzeit
von mehr als fünf
Jahren
EUR
davon dinglich
besichert
EUR
Anleihen 75.500.000,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
78.018.510,30 0,00 32.000.000,00
Verbindlichkeiten aus
Schuldscheindarlehen
288.335.830,77 71.455.000,88 0,00
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
19.292.266,94 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
19.960.434,98 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 7.535.904,83 0,00 0,00
Summe 488.642.947,82 71.455.000,88 32.000.000,00

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 22.615.963,23 (Vorjahr: EUR 19.960.434,98). Als dingliche Sicherheiten gegenüber Kreditinstituten dienten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

4.8.2. Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Aufwendungen

Unter den "sonstigen Verbindlichkeiten" sind folgende wesentliche Aufwendungen enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

31. März 2017
EUR
31. März 2016
EUR
Zinsen Anleihen 0,00 1.385.890,41
Gebietskrankenkasse 5.486.831,10 1.295.848,50
Finanzamt 734.895,24 705.091,37
Löhne und Gehälter 128.160,23 226.253,24
Gemeinden 108.278,67 102.832,62
Summe 6.458.165,24 3.715.916,14

4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB

Hinsichtlich der Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der Factoringforderungen wird auf Punkt 4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände verwiesen. Darüber hinaus bestanden zum Stichtag gemäß § 199 UGB keine Haftungsverhältnisse.

4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

des folgenden
Geschäftsjahres
EUR
der folgenden fünf
Geschäftsjahre
EUR
Verpflichtungen aus Sale-and-Lease-Back-Transaktion 1.387.417,00 6.590.230,75
Vorjahr: 1.418.898,98 7.094.494,90
Verpflichtungen aus Mietverträgen 550.265,00 1.365.746,00
Vorjahr: 626.565,64 679.573,99
Summe 1.937.682,00 7.955.976,75
Vorjahr: 2.045.464,62 7.774.068,89

4.11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag waren für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen Bestellungen in Höhe von EUR 4.797.143,00 (Vorjahr: EUR 5.967.894,00) offen.

4.12. Derivative Finanzinstrumente

In der AT&S werden derivative Finanzinstrumente zum Schutz gegen mögliche Zinssatzschwankungen abgeschlossen. Gesichert werden hauptsächlich Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Nominalwert in EUR Marktwert in EUR Buchwert in EUR
31. März 2017 31. März 2017 31. März 2017
Zinsabhängige Produkte
Swaps
92.000.000,00 -2.773.422,93 -2.773.422,93
Nominalwert in EUR Marktwert in EUR Buchwert in EUR
31. März 2016 31. März 2016 31. März 2016
Zinsabhängige Produkte
Swaps
92.000.000,00 -3.871.064,90 -3.871.064,90

Die Schuldscheindarlehen (Grundgeschäfte), für welche Zinssicherungen im Ausmaß von EUR 92,0 Mio. (Nominale) abgeschlossen wurden, sind im Geschäftsjahr 2015/16 vollständig zurückbezahlt worden. Die Zinssicherungsinstrumente werden zur Absicherung für die im Oktober 2015 platzierten variablen Schuldscheindarlehen verwendet.

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31. März 2017 31. März 2016
Zinsabhängige Produkte: Swaps 23 - 47 35 - 59

5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

2016/17
EUR
2015/16
EUR
1.
Umsatzerlöse
Ausland 344.501.944,51 332.580.944,87
Inland 26.376.898,94 22.332.782,75
Summe 370.878.843,45 354.913.727,62
2016/17
EUR
2015/16
EUR
2.
Übrige sonstige betriebliche Erträge
Erträge aus Kursdifferenzen 3.891.616,06 2.537.106,91
Erträge aus steuerfreien Prämien 2.182.598,60 1.495.643,08
Energieabgabenrückvergütung 1.237.233,54 781.937,00
sonstige übrige Erträge 3.074.857,70 2.178.914,28
Summe 10.386.305,90 6.993.601,27
2016/17
EUR
2015/16
EUR
3.
Personalaufwand
a)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitar
beitervorsorgekassen
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 251.311,95 233.761,10
übrige Arbeitnehmer 2.036.721,07 2.128.432,85
Summe 2.288.033,02 2.362.193,95

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von EUR 1.921.229,09 (Vorjahr: EUR 2.027.002,04) enthalten.

2016/17
EUR
2015/16
EUR
b) Aufwendungen für Altersversorgung
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 86.796,94 75.565,16
übrige Arbeitnehmer 336.482,81 370.725,24
Summe 423.279,75 446.290,40
2016/17 2015/16
EUR EUR
4. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen
Fremdleistungen 11.413.103,14 11.625.981,27
Aufwand aus Kursdifferenzen 4.582.679,37 3.502.669,64
Instandhaltungskosten 3.186.526,26 2.860.420,10
Rechts-, Prüfungs-, und Beratungsaufwand 2.900.793,70 3.328.241,50
Mieten 2.679.442,21 2.218.628,83
Ausgangsfrachten Kunden 2.205.854,19 2.402.655,07
Reisekosten 1.670.429,00 1.979.963,60
Werbe- und Vertreterkosten 1.099.650,96 1.089.379,00
Versicherungen 936.519,43 1.474.259,96
Raumkosten 708.921,98 665.516,36
Aufwendungen aus Forderungsausfällen 599.047,45 654.034,67
Kraftfahrzeugkosten 170.778,82 199.694,07
sonstige übrige betriebliche Aufwendungen 3.003.639,30 3.283.454,66
Summe übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 35.157.385,81 35.284.898,73

5. Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer werden im Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, 8700 Leoben-Hinterberg, offengelegt.

6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB

6.1. Gruppenbesteuerung

Die Unternehmensgruppe mit der AT&S als Gruppenträger wurde im laufenden Geschäftsjahr beendet, da nach dem Ausscheiden der AT&S Korea Co., Ltd. aus der Unternehmensgruppe im laufenden Geschäftsjahr keine weiteren Gruppenmitglieder mehr bestanden.

Im Vorjahr hat gemäß § 9 Abs. 8 KStG 1988 die AT&S als Gruppenträger mit folgenden Töchtern (Gruppenmitgliedern) eine Unternehmensgruppe gebildet:

  • AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu., Leoben (Die Liquidation der Gesellschaft wurde im Vorjahr abgeschlossen.)
  • AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City, Südkorea

Zum Zwecke des Ausgleichs der steuerlichen Wirkungen, die sich aus der Zurechnung der steuerlichen Ergebnisse ergaben, verpflichteten sich die Vertragsparteien zur Entrichtung einer Steuerumlage.

Durch die Unternehmensgruppe ergab sich im Vorjahr eine Verminderung des Postens "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" in Höhe von EUR 28.189,84.

6.2. Organe, Arbeitnehmer

Die Durchschnittszahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter betrug:

2016/17 2015/16
Arbeiter 656 660
Angestellte 489 451
Gesamt 1.145 1.111

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats:

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Karl Asamer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Ing. Heinz Moitzi

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Ing. Willibald Dörflinger (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • DDr. Regina Prehofer (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dkfm. Karl Fink
  • DI Albert Hochleitner
  • Mag. Gerhard Pichler
  • Dr. Georg Riedl
  • Dr. Karin Schaupp

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang Fleck
  • Sabine Fussi
  • Siegfried Trauch
  • Günther Wölfler

Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands:

2016/17 2015/16
in Tsd. EUR fix variabel Summe fix variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 532 37 569 430 457 887
Dr. Karl Asamer 455 0 455 376 277 653
Ing. Heinz Moitzi 417 0 417 360 289 649
Gesamt 1.404 37 1.441 1.166 1.023 2.189

In den variablen Bezügen von Herrn DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienoptionen in Höhe von TEUR 37 (Vorjahr: TEUR 111) enthalten.

Anzahl der zum Bilanzstichtag gesamt gewährten Aktienoptionen nach Abzug der ausgeübten beziehungsweise verfallenen Aktienoptionen der Mitglieder des Vorstands:

31. März 2017 31. März 2016
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 0 60.000
Ing. Heinz Moitzi 30.000 60.000
Summe 30.000 120.000

Zum 31. März 2017 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2012 in Höhe von EUR 9,86 (30.000 Stück) unter dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (EUR 10,29).

Anzahl der zum Bilanzstichtag gesamt gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte nach Abzug der verfallenen Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Mitglieder des Vorstands:

31. März 2017 31. März 2016
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 130.000 80.000
Dr. Karl Asamer 90.000 60.000
Ing. Heinz Moitzi 0 60.000
Summe 220.000 200.000

Zum 31. März 2017 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2014 in Höhe von EUR 7,68 (70.000 Stück), vom 1. April 2015 in Höhe von EUR 10,70 (70.000 Stück) und vom 1. April 2016 in Höhe von EUR 13,66 (80.000 Stück) unter beziehungsweise über dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (EUR 10,29).

Für die Aufsichtsratsmitglieder sind Vergütungen in Höhe von EUR 322.360,00 (Vorjahr: EUR 437.200,00) aufwandsmäßig erfasst und werden der Hauptversammlung vorgeschlagen.

Aktienbesitz des Vorstands und der Aufsichtsräte der Gesellschaft zum Bilanzstichtag:

Aktien
Stand
31. März 2017
Stand
31. März 2016
Veränderung
Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 10.000 10.000 0
Dr. Karl Asamer 9.000 9.000 0
Ing. Heinz Moitzi 5.000 5.000 0
Aufsichtsrat
Dr. Hannes Androsch 599.699 599.699 0
Androsch Privatstiftung* 6.339.896 6.339.896 0
Dörflinger Privatstiftung* 6.902.380 6.902.380 0
Mag. Gerhard Pichler 26.768 26.768 0
Dr. Georg Riedl 15.482 15.482 0

* Die angegebene Anzahl der jeweils an der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft gehaltenen Aktien schließt alle direkten und indirekten Beteiligungen mit ein. Bei der Androsch Privatstiftung sind damit in dieser Angabe auch jene Aktien enthalten, die von der im Eigentum der Androsch Privatstiftung stehenden AIC Androsch International Management Consulting GmbH gehalten werden, bei der Dörflinger-Privatstiftung sind auch jene Aktien enthalten, die von der im Mehrheitseigentum der Dörflinger-Privatstiftung stehenden Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH gehalten werden.

6.3. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es wurden bis zum 8. Mai 2017 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2017 geführt hätten.

Leoben-Hinterberg, am 8. Mai 2017

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Dr. Karl Asamer e.h.

Lagebericht zum Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2016/17

1. Unternehmensprofil

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" genannt) ist der führende Leiterplattenhersteller in Europa und global einer der Technologieführer in der Leiterplattenindustrie. AT&S konzentriert sich auf High-End-Technologien und Anwendungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical. AT&S punktet im mehrheitlich asiatischen Wettbewerb durch den klaren Fokus auf High-End, überdurchschnittliches Prozess-Know-how, Qualität, Effizienz, Kapazitätsauslastung und europäischer Governance. AT&S verfügt über sechs kosteneffiziente und kundennahe Standorte in Österreich (Leoben, Fehring), Indien (Nanjangud), China (Shanghai, Chongqing) und Südkorea (Ansan).

2. Markt und Branche

Die globale Elektronikindustrie ist vom Trend der weiteren Miniaturisierung und der Integration zusätzlicher Funktionen in Modulen geprägt. Um kleinere, stromsparendere und leistungsfähigere Geräte für den Endverbraucher herzustellen, leisten elektrische und elektronische Verbindungslösungen einen wesentlichen Beitrag. Der globale Markt für Leiterplatten und Substrate hat sich zu einem gemeinsamen Markt für Verbindungslösungen (Interconnect Solutions) entwickelt. Die klassische Leiterplatten-Technologie deckt hierbei Leiterzugsbreiten bis 40 µm (HDI/Anylayer) ab. Kleinere Leiterzugsbreiten werden durch Substrattechnologien (mSAP – modified semi-additive process, SAP – semi-additive process) abgedeckt.

Der gesamte Substrat- und Leiterplattenmarkt betrug im Jahr 2016 ca. USD 52,7 Mrd. Die Bereiche Computer, Communication und Consumer (CCC) halten ca. 70 % Anteil am Gesamtmarkt. Schlüsselapplikationen in diesen Bereichen sind Smartphones, PCs & Tablets sowie Server. Neue Applikationen wie Wearables, Smartwatches, "Internet of Things (IoT)"-Geräte und Geräte mit künstlicher Intelligenz, die hohe Rechenleistungen erfordern, bieten langfristig sehr gute Wachstumschancen. Die Bereiche Automotive, Industrie und Medizintechnik (inklusive Luftfahrt) entsprechen ca. 20 % des Gesamtmarktes und bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Applikationen, wobei neben Infotainment auch Anwendungen für autonomes Fahren sehr gute Wachstumschancen bieten. Auf den Bereich IC-Substrate entfallen die restlichen 10 % des Gesamtmarktes. IC-Substrate fanden bisher vor allem im Bereich "Packaging" für Halbleiter Verwendung, bilden aber technologisch die Basis für die nächste Leiterplatten-Technologiegeneration (mSAP). Mittlere, erwartete Wachstumsraten (CAGR) ab 2017 bis 2019 für die jeweiligen Bereiche liegen dabei jeweils in der Größenordnung von 2,5 % für den Bereich CCC, 4,0 % für Automotive, Industrie und Medizintechnik und 2,7 % für IC-Substrate. Im Jahr 2016 war der Leiterplatten- und IC-Substrate-Gesamtmarkt mit -1,9 % allerdings leicht rückläufig, was vor allem auf Rückgänge im Bereich CCC und IC-Substrate zurückzuführen ist, während der Bereich Automotive, Industrie und Medizintechnik auch 2016 ein solides Wachstum von 3,5 % zeigte. Das Umsatzwachstum von AT&S hat sich im Gegensatz zum rückläufigen Gesamtmarkt mit 6,8 % im Vergleich zum Vorjahr wiederum sehr gut ent-wickelt.

TRENDS UND TECHNOLOGIEN Die Welt wird zunehmend digitaler. Treibende Kräfte dafür sind die verfügbaren und nahezu allgegenwärtigen Verbindungsmöglichkeiten, die immer günstigeren Kosten für die Übertragung von Daten und Sensoren und die Nutzung des Internets zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten.

Die Gesellschaft befindet sich noch immer am Beginn des "Internet of Things" (IoT): die technologische Entwicklung, die darauf basiert, dass via Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaus-tausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und Informationen zu generieren. Das Potenzial des "Internet of Things" als das "nächste große Ding" wird meist am Wachstum der über das Internet verbundenen Geräte eingeschätzt. Marktstudien gehen davon aus, dass besonders stark wachsende Bereiche in Zusammenhang mit IoT nicht die Endgeräte wie z.B. Wearables, Sensoren bzw. Smartphones und Tablets sein werden, sondern die notwendige Infrastruktur wie Basisstationen zur Übertragung der digitalen Daten sowie Server und Datencenter zur Speicherung und Verarbeitung der rasant zunehmenden Datenmengen.

Diese Entwicklung wird das weitere Wachstum der gesamten Elektronikindustrie in allen Segmenten wesentlich beeinflussen. Die Leiterplatte wird in ihrer Bedeutung als Verbindungsplattform für elektrische, elektronische und mechanische Bauteile in Kombination mit "Advanced Packaging" im Sinne der ("All-in-One")-Modulintegration weiter an Bedeutung gewinnen. Sie ermöglicht so wie bisher die mechanische Befestigung sowie die elektrische Verbindung von Widerständen, Kondensatoren, Mikroprozessoren, Speicherbausteinen, Sensoren, Steckern und vielen anderen Komponenten, welche für die volle Funktionsfähigkeit elektronischer Systeme erforderlich sind. Dies geschieht allerdings mit immer feineren Leiterzugsstrukturen.

Technologisch bestehen Leiterplatten aus einem elektrisch isolierenden Trägermaterial. Zum Großteil werden dafür in Epoxidharz getränkte Glasfasermatten verwendet. Die darauf aufgebrachten leitenden Verbindungen bestehen zumeist aus geätzten Kupferschichten. Es gibt unzählige Arten von Leiterplatten: von einseitigen bis zu hochkomplexen mehrlagigen Ausführungen. Die Komplexität von Leiterplatten und damit verbunden die Anforderungen an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse werden von folgenden Faktoren bestimmt: der Lagenanzahl, den vertikalen Verbindungen der einzelnen Lagen und deren minimalen Lochdurchmessern, der Breite und den Abständen der Leiterzüge sowie dem Oberflächen-Finish. Die fortschreitende Miniaturisierung der elektronischen Komponenten in den Endgeräten bei gleichzeitig zunehmender Leistungsdichte erhöht die Anforderungen an und die Komplexität der Leiterplatten. AT&S hat seit Jahren den Schwerpunkt auf die Produktion hochkomplexer Leiterplatten für anspruchsvollste Anwendungen gelegt und realisiert mittlerweile mehr als 75 % des Umsatzes in dieser höchsten Technologieklasse. IC-Substrate repräsentieren die Spitzentechnologie für Verbindungsplattformen, und diese Technologie bildet auch die Basis für die neuesten Leiterplattengenerationen (mSAP) mit Leiterzugsbreiten von weniger als 30 µm. Der größte Unterschied zu herkömmlichen Leiterplatten liegt in den realisierbaren Strukturen, welche derzeit ein Minimum von unter 10 µm erreichen. Die zukünftigen Roadmaps sehen sogar Leiterzugsbreiten von weniger als 2 µm vor, was diese Verbindungstechnologie ideal positioniert, um auch fortschrittlichste Schaltkreise (ICs) in Zukunft direkt auf der Leiterplatte integrieren zu können.

Die technologische Entwicklung von High-End-Leiterplatten und IC-Substraten in Bezug auf verringerte Leiterzugsbreiten wird in den nächsten Jahren weiterhin von Anwendungen in den Bereichen Kommunikation und Computer und dabei insbesondere durch Entwicklungen bei High-End Computing (Server) und Smartphones bestimmt. Der wichtigste Trend ist dabei die weitere Integration von Funktionen auf immer kleineren Flächen bei gleichzeitig geringerer Dicke des Elektronikmoduls. Viele der klassischen Packaging-Methoden für IC-Substrate werden in diesem Zusammenhang an Bedeutung verlieren. Im Gegensatz dazu werden "Advanced Packaging"-Lösungen sowie die ("All-in-One")-Modulintegration von Halbleiterkomponenten, integrierten Schaltkreisen (ICs) und diskreten Bauelementen direkt auf oder in die Leiterplatten bzw. das IC-Substrat immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Leiterplatten und Verbindungslösungen für Automotive-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen nutzen High-End-Technologien mit reduzierten Leiterzugsbreiten aus dem Computer-, Communications- und Consumer-Bereich als Plattform für weitere Innovationen. Der Fokus liegt dabei auf der Einführung neuer Materialien (z.B. Hochfrequenz-Leiterplatten für RADAR-Anwendungen bei Automotive), der Prozesskontrolle in engeren Grenzen und weiteren technologischen Verbesserungen zur Erfüllung der besonders hohen Qualitätsanforderungen. Applikationstrends wie autonomes Fahren, Robotik oder Online-Patientenmonitoring führen zu einer immer stärkeren Konvergenz der technologischen Anforderungen in den einzelnen Marktsegmenten.

Die Möglichkeiten, die durch die erforderliche intelligente Kombination unterschiedlicher Technologien entstehen, bedeuten gleichzeitig neue Wachstumspotenziale für die Leiterplattenindustrie. Es eröffnen sich Herstellern von High-End-Leiterplatten und IC-Substraten mit Embedding-Technologiekompetenz auch Potenziale für die Integration weiterer Wertschöpfung aus dem Markt für Bestückung und Packaging-Dienstleistungen.

INTERNATIONALE MARKTENTWICKLUNG Der globale Markt für Leiterplatten ist Teil der sehr dynamischen Elektronikindustrie. Insgesamt wird der globale Elektronikmarkt 2017 eine Größe von ca. USD 1.884 Mrd. erreichen, wobei die jährlichen Wachstumsraten zwischen 2017 und 2019 ca. 3,4 % betragen sollen (Quelle: Prismark, Februar 2017). Am stärksten sollen dabei die Segmente Automotive und Industrie (mit jeweils 5,9 %) wachsen, die Bereiche Consumer und Communication mit 3,7 % bzw. 3,4 %. Das Segment Computer soll weitgehend ohne Wachstum bleiben (0,8 % jährliches Wachstum zwischen 2017 und 2019).

Die Märkte für Halbleiter und Leiterplatten unterliegen aufgrund der sich rasch ändernden Bedürfnisse der Kunden und des wechselnden globalen Wirtschaftsklimas immer größeren Schwankungen. Die Leiterplattenindustrie folgt untrennbar diesen Makro-Trends. Der Leiterplattenmarkt wird laut aktuellen Prognosen 2017 wieder auf USD 54,3 Mrd. ansteigen, das bedeutet ein mittleres jährliches Wachstum von 2,4 % zwischen 2017 und 2019 (Quelle: Prismark, Februar 2017; Yole, Februar 2017). Für höherwertige Technologien wie z.B. Anylayer- und mSAP-Leiterplatten werden überdurchschnittliche Zuwachsraten in Höhe von 6,0 % prognostiziert (Quelle: Prismark, April 2017).

COMMUNICATION: SMARTPHONES BLEIBEN DER TECHNOLOGISCHE MOTOR DER ELEKTRONIKINDUSTRIE Nach starkem Wachstum 2015 ist das Absatzvolumen für Smartphones 2016 mit rund 1,471 Mrd. verkauften Geräten gegenüber 2015 fast konstant geblieben. Für den Zeitraum zwischen 2017 und 2019 wird ein mittleres jährliches Wachstum von 3,7 % erwartet (Quelle: IDC, März 2017). Innerhalb dieses Zeitraumes bleiben Smartphones trotz sich abschwächender Innovationszyklen der wesentliche Umsatz- und Technologietreiber der Elektronikindustrie.

CONSUMER Dieses Marktsegment enthält eine Reihe von unterschiedlichen Applikationen wie Audio-/Video-/TV-Geräte, Gaming Devices, Video-Streaming-Geräte, Virtual-Reality-(VR-)Brillen, Drohnen, Haushaltsgeräte, Consumer-Roboter, Kameras und Wearable Devices (Fitness Bands, Smartwatches etc.). Wesentlicher Markttrend ist das Vernetzen von Geräten ("Connected Devices", "Internet of Things" (IoT)) und der Download sowie das Streaming von Videos über das Internet. Dadurch soll bei Connected

4K-HD-TV-Geräten und Video-Streaming-Geräten zwischen 2017 und 2019 wieder ein jährliches Wachstum von bis zu 10 % erreicht werden (Quelle: BI Intelligence, Juni 2016). Auch bei Virtual-Reality-Brillen in Kombination mit Connected-TV-Geräten oder Drohnen wird ab 2017 ein sehr starkes Wachstum erwartet. Wearables und Smartwatches zeigen laut Marktprognosen ebenfalls starkes weiteres Wachstum. Alle diese Consumer-Geräte benötigen Verbindungslösungen auf Basis von Leiterplatten. Durch die fortschreitende Miniaturisierung ergibt sich auch hier – ähnlich wie bei Smartphones – ein Trend in Richtung Leiterplatten mit immer kleineren Leiterzugsbreiten und integrierten ("All-in-One")- Modulen, von dem AT&S durch frühzeitige Positionierung profitieren kann. Ab 2017 wird daher im gesamten Consumer-Leiterplattenmarktsegment mit einer derzeitigen Größe von USD 7,3 Mrd. ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 3,5 % erwartet (Quelle: Prismark, Februar 2017).

COMPUTER: DAS "INTERNET OF THINGS" WIRD BEI SERVERN UND SPEICHERMEDIEN NEUES WACHSTUM GENERIEREN Auch 2016 verzeichnete der Markt für Computer – Desktops, Notebooks, Tablets und Server – einen weiteren Rückgang von mehr als 7,1 % (Quelle: Prismark, März 2017). Das Desktop-Absatzvolumen schrumpfte um 10,2 % auf 106 Millionen Stück, Tablet-Verkaufszahlen verringerten sich um 9,2 % auf 177 Millionen Stück, und die Notebook-Verkaufszahlen sanken um 2,9 %. Der Bereich Server blieb konstant. Ab 2017 wird eine Stabilisierung der Verkaufszahlen erwartet. Wachstum wird zukünftig vor allem bei Servern erwartet (ca. 6,4 % jährliches Wachstum zwischen 2017 und 2019).

AUTOMOBILELEKTRONIK: ÜBERDURCHSCHNITTLICHES WACHSTUM DURCH NEUE ANWENDUNGEN Die Anzahl der jährlich verkauften Fahrzeuge hat 2016 96 Millionen erreicht und wird zwischen 2017 und 2019 jährlich um ca. 2,0 % wachsen. Wesentlicher Wachstumstreiber für den Leiterplattenabsatz in diesem Segment ist der stark steigende Anteil elektronischer Applikationen je Fahrzeug (autonomes Fahren, Infotainment etc.). Der Markt für Leiterplatten hat 2016 USD 4,9 Mrd. erreicht und soll im Zeitraum 2017 bis 2019 ein jährliches Wachstum von 3,8 % aufweisen (Quelle: Prismark, Februar 2017). Damit liegen die Wachstumsraten für elektronische Systeme für den Automobilmarkt als auch für Leiterplatten in diesem Segment deutlich über den durchschnittlichen Gesamtwerten der globalen Elektronikbranche. Anwendungen im Bereich Sicherheit und Infotainment treiben auch in diesem Segment die Nachfrage und den Einsatz von HDI- und Microvia-Leiterplatten. Zu Anwendungen, bei denen mittlerweile HDI- und Microvia-Leiterplatten eingesetzt werden, gehören Navigations- und Multimedia-Systeme, Emergency-Call- und Kamerasysteme ebenso wie beispielsweise elektronische Getriebesteuerungen. Wesentliche zukünftige Wachstumstreiber in diesem Segment sind die weitere Elektrifizierung, Vernetzung und vor allem autonomes Fahren. Autonomes Fahren benötigt unter anderem die Entwicklung von neuen zentralen Systemen für die Erfassung von Informationen und Daten, welche von Kamerasystemen und Sensoren (Radar-, optische Abstands- und Geschwindigkeitsmessung und Ultraschallsensoren etc.) zur Verfügung gestellt werden, sowie für deren Auswertung und die anschließende Ansteuerung der entsprechenden Aktuatoren für Brems-, Stabilitäts- und Lenksysteme. Aufgrund des großen Datenvolumens und der notwendigen schnellen Übertragungsraten benötigen diese neuen Zentralrechner bereits jetzt HDI-Technologie.

INDUSTRIEELEKTRONIK Im Jahr 2016 war der Markt für Industrieelektronik mit USD 197 Mrd. mit -1,0 % leicht rückläufig. Beginnend mit 2017 wird allerdings ein jährliches Wachstum von 5,9 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2017). Das Marktvolumen für Leiterplatten in diesem Segment ist mit 2,6 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben und soll zwischen 2017 und 2019 jährlich im Mittel um bis zu 5,6 % weiter wachsen (Quelle: Prismark, Februar 2017).

Das Industrieelektronik-Segment ist nach wie vor stark geprägt von Anwendungen in den Bereichen Mess-, Regel- und Steuertechnik, Leistungselektronik, Beleuchtungssysteme sowie Diagnostikgeräte, RFID-Erfassungssysteme, aber auch Eisenbahntechnik. Zukünftig werden M2M- (Maschine-zu-Maschine- und Ma-schine-zu-Mensch-)Kommunikationsmodule, getrieben durch Robotik, Automatisierung und Industrie-4.0- Aktivitäten, weiteres Wachstum in diesem Segment ermöglichen.

MEDIZINELEKTRONIK Der globale Markt für medizintechnische Elektroniksysteme ist im Jahr 2016 um

ca. 2,0 % auf USD 104 Mrd. gewachsen (Quelle: Prismark, Februar 2017). Medizinelektronik ist geprägt von einer hohen Komplexität und Vielschichtigkeit hinsichtlich der Anwendungen wie Diagnose- und bildgebende Geräte, Therapieapplikationen und mobile Geräte am und im Körper (z.B.: Hörgeräte, Herzschrittmacher, Insulinpumpen). Weitere Anwendungsbereiche sind chirurgische Beleuchtung, analytische Instrumente und Molekulardiagnostik. Die Preise für medizintechnische Geräte bzw. Systeme reichen von niedrigen zweistelligen USD-Beträgen bis zu mehr als USD 1.000.000 für Computer-Tomographie-Systeme. Der Markt für Leiterplatten betrug 2016 in diesem Segment USD 1,1 Mrd. mit jährlichen Steigerungsraten von 4,5 % bis 2019.

DER MARKT FÜR IC-SUBSTRATE IC-Substrate bilden die Basis für das Packaging von einem oder mehreren Halbleiterchips ("Integrated Circuits" oder kurz "ICs"). Im Falle von mehreren Chips spricht man auch von "System in Package" oder kurz "SiP". Ebenso bilden IC-Substrate eine wichtige Komponente in zukünftigen ("All-in-One")-Modulen. Der Markt für IC-Substrate ist besonders stark durch den technologischen Wandel im Packaging-Bereich geprägt, wobei die Silizium-ICs und die Leiterplatten/Substrate immer direkter miteinander verbunden werden. Dabei werden viele Zwischenschritte im IC-Packaging, die derzeit von OSAT-(Outsourced Semiconductor Assembly and Test-) Firmen durchgeführt werden, im Zuge der Miniaturisierung und Systemkostenreduktion eliminiert. Dabei kann ein Teil der bisherigen Packaging-Prozessschritte in die Silizium Wafer-Fertigung-("Wafer Level Packaging") und ein anderer Teil in die Substrat- und Leiterplattenfertigung verlagert werden. Embedding wird dabei an Bedeutung für die weitere funktionale Integration im System gewinnen.

Nach einem Rückgang von 3,8 % gegenüber 2015 hat der Markt für IC-Substrate 2016 ein Volumen von USD 5,1 Mrd. erreicht, wobei für die Jahre 2017 bis 2019 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 2,7 % erwartet wird (Quelle: Yole, Februar 2017).

IC-Substrate finden praktisch in allen Applikationen im Elektronikmarkt Verwendung. Wesentlicher Wachstumstreiber sind in diesem Zusammenhang alle Arten von "System-in-Package"- ("SiP") oder ("All-in-One")-Modulen zur Integration verschiedener Funktionen (ICs, Sensoren, passive Bauelemente etc.). Der Gesamtmarkt für IC-Substrate von USD 5,1 Mrd. (2016) teilt sich in "CSP" ("Chip Scale Packaging") und "BGA" ("Ball Grid Array") auf. BGA-Substrate sind zumeist großflächiger sie haben einen Anteil von etwas mehr als 50 % am Gesamtmarkt. Typische Anwendungen sind IC-Substrate für Prozessoren in PCs, Notebooks oder für Server. Die Wachstumsraten sind daher für BGA-Substrate – ähnlich wie im Computermarkt – in den nächsten Jahren gering. Eine Ausnahme bildet hingegen der Markt für High-End-BGA-Substrate für Server, der – getrieben durch Internet/Cloud-Applikationen – sehr hohe Wachstumsraten aufweisen wird. CSP-Substrate finden in einer Vielzahl von Applikationen in Bereichen wie Consumer, Communication, Automotive, Industrie oder Medizintechnik Verwendung. Dieser CSP-Substratmarkt zeigt in den nächsten Jahren ein Wachstum von mehr als 4 % jährlich.

In Kombination mit der Embedding- und Leiterplatten-Kompetenz bietet das Umfeld der Substrate für AT&S die Möglichkeit, sich in den nächsten Jahren in diesem Hochtechnologiesegment als einer der führenden Marktanbieter für Verbindungslösungen und Modulintegration zu etablieren.

MINIATURISIERUNG, FUNKTIONSINTEGRATION UND MODULARISIERUNG BESTIMMEN DEN MARKT FÜR "EMBEDDED COMPONENT PACKAGING" ("ECP") BZW. "EMBEDDED-DIE-PACKAGING" Embedding von Komponenten in Leiterplatten/Substraten ist eine Technik, die in allen Elektronikmodulen eine Systemkostenreduktion, eine Verringerung des Platzbedarfes für Elektronik und eine Performanceverbesserung der Module ermöglichen wird. Sie ist daher für alle Applikationen anwendbar. Embedding ist, wie bereits ausgeführt, in Kombination mit Leiterplatten- /Substrattechnologie eine wesentliche Kompetenz, um zukünftige ("All-in-One")-Module zu ermöglichen.

Der Einsatz der "Embedded-Die-Packaging"-Technologie ("ECP") ist derzeit noch auf Nischen beschränkt. Das erklärt das vergleichsweise geringe Volumen des Gesamtmarktes im Jahr 2016 von USD 17 Mio. (Quelle: Yole, Februar 2017). Breitere Marktdurchdringung erster bereits etablierter Anwendungen und das hohe Potenzial von ECP durch weitere technologische Verbesserungen sind in der externen Marktanalyse noch nicht berücksichtigt. Die technologische Barriere war in der Vergangenheit vor allem der Ausbeuteverlust beim "Embedding" teurer Chips. Durch Verbesserung der Prozessführung konnte die Ausbeute signifikant gesteigert werden, was eine breite Anwendung in allen Märkten – von Consumer und Communications bis Automotive-, Industrie- und Medizintechnik - ermöglichen wird. Typische Anwendungsbeispiele von ECP-Produkten, die entweder bereits im Markt eingeführt wurden oder knapp vor der Markteinführung stehen, sind Kameramodule oder diskrete Spannungswandler in allen Spannungsklassen von Niedervolt bis hin zu Leistungsmodulen mit Power-MOSFETs oder IGBTs. Da integrierte Spannungswandler Bestandteil praktisch aller Elektronikmodule sind, ergeben sich in diesem Fall eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten sowohl im Consumer- und Communications-Bereich als auch im Bereich Automotive -, Industrie- oder Medizintechnik. Derzeit diskrete realisierte Lösungen werden immer dann durch eine integrierte "Embedding"-Lösungen ersetzt, wenn Performancevorteile (reduzierte Schaltverluste, bessere thermische Performance) oder ein verringerter Platzbedarf für das Gesamtsystem besonders wichtig sind.

3. Geschäftsverlauf

3.1. Ertragslage

Die UMSATZERLÖSE der AT&S sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 um EUR 16,0 Mio. bzw. 4,5 % auf EUR 370,9 Mio. gestiegen. Der Umsatzanstieg resultierte sowohl aus höheren Handelswarenumsätzen als auch durch höhere Umsätze mit selbst produzierten Waren.

Die EBIT-MARGE hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4,5 % auf 5,9 % erhöht (Vorjahr: 1,4 %). Hauptursachen für die Verbesserung waren die Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen und die Anpassung der variablen Prämie auf den Zielerreichungsgrad.

Das FINANZERGEBNIS betrug EUR 17,4 Mio. (Vorjahr: EUR 12,6 Mio.). Die Verbesserung des Finanzergebnisses um insgesamt EUR 4,8 Mio. resultiert aus um EUR 7,5 Mio. höheren Zinserträgen aus verbunden Unternehmen von EUR 16,0 Mio. (Vorjahr: EUR 8,5 Mio.) die aus dem Anstieg der Ausleihungen resultieren. EUR 6,2 Mio. höheren Erträgen aus dem Abgang von und Zuschreibungen zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens von EUR 13,8 Mio. (Vorjahr: EUR 7,6 Mio.) die in erster Linie aus Wechselkursgewinnen resultierten. Darüber hinaus reduzierte sich die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen um EUR 2,8 Mio. auf EUR 13,4 Mio. (Vorjahr: EUR 16,3 Mio.) und die Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens verbesserten sich aufgrund von geringeren Wechselskursverlusten um EUR 4,6 Mio. auf EUR 0,0 Mio. (Vorjahr: EUR 4,6 Mio.).

Negativ auf das Finanzergebnis wirkten sich mit EUR 15,0 Mio. geringere Erträge aus Beteiligungen von EUR 0,0 Mio. (Vorjahr: EUR 15,0 Mio.) und um EUR 1,3 Mio. geringere Zinserträge von EUR 1,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2,3 Mio.) die das derzeitig herausfordernde Umfeld bei EUR Veranlagungen widerspiegeln aus.

Die STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG resultieren aus der Nutzung des Wahlrechts zur Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge, die maßgeblich für den latenten Steuerertrag von EUR 14,7 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) verantwortlich waren. Der laufende Steueraufwand stieg hingegen aufgrund der höheren steuerlichen Ergebnisse des abgelaufenen Wirtschaftsjahres um EUR 2,5 Mio.

Aufgrund der erläuterten Effekte im Betriebs- und Finanzergebnis und den Steuern vom Einkommen und Ertrag ergab sich somit im aktuellen Geschäftsjahr ein positives JAHRESERGEBNIS in Höhe von EUR 51,5 Mio. (Vorjahr: EUR 17,2 Mio.).

3.2. Vermögenslage

Der Buchwert des SACHANLAGEVERMÖGENS ist aufgrund von Investitionen in Technologieupgrades von EUR 37,2 Mio. auf EUR 41,3 Mio. gestiegen, jener des IMMATERIELLEN VERMÖGENS reduzierte sich von EUR 13,2 Mio. auf EUR 11,3 Mio. aufgrund der höheren Abschreibungen im Geschäftsjahr.

Die ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN reduzierten sich aufgrund einer Kapitalherabsetzung der AT&S Korea Co., Ltd. von EUR 287,6 Mio. auf EUR 265,9 Mio. im laufenden Jahr. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen aufgrund der Aufstockung von Gesellschafterdarlehen von EUR 232,8 Mio. auf EUR 407,1 Mio.

Beim kurzfristigen UMLAUFVERMÖGEN reduzierten sich die Vorräte leicht von EUR 25,5 Mio. auf EUR 24,4 Mio. Der Rückgang der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von EUR 57,5 Mio. auf EUR 29,6 Mio. resultierte primär aus dem Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Kassenbestand bzw. die Guthaben bei Kreditinstituten reduzierten sich von EUR 151,3 Mio. auf EUR 89,1 Mio.

Die AKTIVEN LATENTEN STEUERN wurden heuer erstmals mit einem Wert von EUR 14,7 Mio. bilanziell erfasst.

Das EIGENKAPITAL zum Bilanzstichtag 31. März 2017 erhöhte sich von EUR 267,9 Mio. auf EUR 305,4 Mio. Der Anstieg resultierte aus dem Jahresüberschuss von EUR 51,5 Mio., der den Rückgang aufgrund der durchgeführten Dividendenausschüttung von EUR 14,0 Mio. überkompensieren konnte. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 34,3 % lag über dem Vorjahreswert von 33,1 %.

Im Geschäftsjahr 2016/17 erhöhte sich die NETTOVERSCHULDUNG der AT&S von EUR 290,0 Mio. auf aktuell EUR 393,3 Mio. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Anleihen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen abzüglich Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, Forderungen gegenüber Kreditinstituten sowie sonstigen Wertpapieren und Anteilen des Umlaufvermögens. Der Nettoverschuldungsgrad, berechnet aus dem Verhältnis der Nettoverschuldung zu Eigenkapital, hat sich von 108,2 % im Vorjahr auf 128,8 % erhöht.

3.3. Geldflussrechnung

Die Teilergebnisse der Geldflussrechnung zeigen im mehrjährigen Vergleich folgende Werte (berechnet gemäß Fachgutachten KFS/BW2 der österreichischen Kammer der Wirtschaftstreuhänder):

In MEUR 2016/17 2015/16 2014/15
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 71,3 54,0 17,3
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -160,5 -137,4 -46,7
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 27,0 80,5 -19,3

Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Anstieg. Der höhere Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis von EUR 48,3 Mio. (Vorjahr: EUR 31,2 Mio.) konnte durch den Abbau der Forderungen und einem Anstieg der Verbindlichkeiten erhöht werden. Dies führte zu einem Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit der von EUR 54,0 Mio. auf EUR 71,3 Mio. im laufenden Geschäftsjahr erhöht werden konnte.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit der AT&S wurden im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt EUR 15,4 Mio. in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen netto investiert (Vorjahr: EUR 19,7 Mio.). Diese Auszahlungen sowie die weitere Aufstockung von Gesellschafterdarlehen durch die Tochtergesellschaften führen im Wesentlichen zu dem Netto-Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit von EUR 160,5 Mio. (Vorjahr: EUR 137,4 Mio.)

Durch die Platzierung von bilateralen Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 150,0 Mio. konnten planmäßige Anleihe- und Darlehenstilgungen sowie die Dividende bezahlt werden. Der verbleibende Nettomittelzufluss von EUR 27,0 Mio. (Vorjahr: EUR 80,5 Mio.) diente zur Finanzierung von Tochterunternehmen.

4. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Arbeitszufriedenheit und die Unternehmensbindung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zentrale Elemente für das Erreichen der AT&S Vision und Mission und damit für den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Entwicklungsmöglichkeiten und eine offene Kommunikation – vor allem mit der Führungskraft – haben eine positive Wirkung auf diese Faktoren. Deshalb lag der Fokus von AT&S auch im vergangenen Geschäftsjahr auf der Förderung der Feedbackkultur und des Dialogs sowie auf Trainings- und Entwicklungsmaßnahmen – von der Leadership-Initiative über das Lean-Six–Sigma-Projekt iPOK bis hin zum International Talent Program. Denn wir brauchen die hohe Leistungsbereitschaft, das umfassende Wissen sowie die Offenheit, Flexibilität und Kreativität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die besonderen Herausforderungen unserer Industrie erfolgreich meistern zu können.

HUMAN RESOURCES IN ZAHLEN Im Geschäftsjahr 2016/17 beschäftigte AT&S durchschnittlich 1.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.284). Die Angaben beziehen sich auf Vollzeitäquivalente inklusive Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Das sind um 66 Vollzeitäquivalente mehr als im Durchschnitt des vorherigen Geschäftsjahrs. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf den personellen Aufbau am Standort Leoben zurückzuführen.

LEADERSHIP-INITIATIVE Gemeinsam definierte Werte ermöglichen wirksame Führung und eine gemeinsame Ausrichtung. Das AT&S Führungsmodell wurde gemeinsam mit Führungskräften der ersten Ebene entwickelt. Gleichzeitig herrschte Einigkeit darüber, dass der primäre Fokus auf der Stärkung der Feedbackkultur und dem offenen Dialog liegt.

Das daraus abgeleitete Programm für Führungskräfte besteht im Wesentlichen aus drei Modulen: Die Persönlichkeitsanalyse nach dem DISG Modell soll die Führungskräfte im ersten Schritt dahingehend sensibilisieren, dass es unterschiedliche Persönlichkeiten gibt, deren Kommunikationsbedürfnisse mindestens genauso unterschiedlich sein können. Das zweite Modul konzentriert sich darauf, dieses zum Teil theoretische Wissen in einem Kommunikations- und Feedbackworkshop praktisch anzuwenden. Den Abschluss bildet das Feedback-Modul, das es ermöglichen soll, Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdbild zu erkennen und zu reflektieren. Nach dem Pilotprojekt des Geschäftsjahrs 2015/16, in dem die erste Führungsebene diese Module absolvierte, wurde diese Initiative im vergangenen Geschäftsjahr auf die nächste Führungsebene ausgedehnt. Rund 130 Führungskräfte weltweit absolvierten im abgelaufenen Geschäftsjahr die drei Module der Leadership-Initiative. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv und weitere Maßnahmen für das Geschäftsjahr 2017/18 sind in Planung.

FÖRDERN UND FORDERN Das gezielte Fördern und Fordern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein zentrales Element wirksamer Führung. Deshalb wurde in Einklang mit der Leadership-Initiative auch das jährliche Mitarbeitergespräch überarbeitet. Die Neugestaltung des "IPM Reloaded" wurde auf Basis von Gesprächen mit Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Standorten weltweit in den letzten zwei Jahren definiert. Die Business Units und Konzernfunktionen waren als Steuerungskomitee intensiv eingebunden.

Ziel des neuen Designs ist es ebenfalls, die Kommunikations- und Feedbackkultur innerhalb der Organisation zu stärken sowie Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und somit Mitarbeiterengagement und -bindung zu erhöhen. Außerdem dient das Mitarbeitergespräch dazu, von Unternehmenszielen individuelle Ziele abzuleiten, um sicherzustellen, dass unsere Vision, Mission und Ziele nicht nur verstanden, sondern auch umgesetzt werden. Bonussysteme sollen zusätzliche Anreize bieten. Das Zielvereinbarungs- und das Entwicklungsgespräch werden getrennt und zeitversetzt stattfinden. Dadurch soll ein stärkerer Fokus auf die Wachstums- und Entwicklungspotenziale gelegt werden. Zusätzlich soll auch dieses Entwicklungsgespräch eine Möglichkeit bieten, Selbst- und Fremdbild abzugleichen und Unterschiede in einem offenen Dialog zu reflektieren.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von individuellen, standortbezogenen Trainingskatalogen und in Absprache mit ihren Führungskräften die Möglichkeit, spezifische Trainings und Weiterbildungen zu absolvieren. Das vielfältige Angebot reicht von Trainings mit technologischen und qualitätsrelevanten Schwerpunkten über IT-Themen, Projektmanagement und Kreativitätstechniken bis hin zu interkulturellen Trainings, Sprachkursen, Soft Skills, Leadership und Nachhaltigkeit. Zusätzlich bieten wir als Teil des Onboarding-Prozesses Basistrainings, um neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Überblick über den Markt, die Produkte, die Aufbau- und Ablauforganisation von AT&S zu geben und sie mit den Werten des Unternehmens vertraut zu machen.

LEAN SIX SIGMA Die Kombination aus Lean Managment und Six Sigma ist eine Methode zur systematischen Verbesserung von Prozessen. Dabei fokussiert Lean Managment darauf, nicht wertschöpfende Prozessschritte zu minimieren (Effizienz). Six Sigma konzentriert sich auf die kontinuierliche Reduzierung von Fehlern (Effektivität).

Durch Effizienz- und Effektivitätssteigerungen sowie die interne Trainingsstruktur und dem damit einhergehenden Wissens- und Informationstransfer zwischen Mitarbeitern, Abteilungen und Werken trägt die iPOK-(Implementation of Practice Orientated Knowledge-)Initiative dazu bei, die AT&S Vision und Mission umzusetzen. Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, um das theoretische Wissen nachhaltig in der Organisation zu verankern. Seit Projektstart wurden 77 "Black Belt"- und 133 "Green Belt"-Ausbildungen absolviert bzw. waren zu Geschäftsjahresende noch im Laufen. Im Rahmen dieser Zertifizierungen bzw. Ausbildungen wurden 160 Lean-Six-Sigma-Projekte gestartet.

AT&S bietet umfassende Lehrlingsausbildungen für die Fachkräfte von morgen vor allem in den Bereichen Mechatronik, Labortechnik, Physiklabor, Prozesstechnik, Maschinenbautechnik und Metalltechnik, aber auch im administrativen Bereich. Zum Ende des Geschäftsjahrs beschäftigte AT&S 33 Lehrlinge in Österreich. Unser Ziel ist es, junge Menschen unterschiedlicher Ausbildungsgrade für technische Berufe bei AT&S zu begeistern – ob durch Schnupper- und Ferialpraktika oder bei Berufs- und Karrieremessen. Mit Ende des Geschäftsjahrs 2016/17 haben bereits 11 Jungakademikerinnen und -akademiker unser "International Talent Program" absolviert, zwei weitere Talente werden ihre Ausbildung an unseren österreichischen Standorten innerhalb des Geschäftsjahrs 2017/18 abschließen. Die Ausbildung in acht Modulen über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten soll die Kolleginnen und Kollegen auf ihre Aufgaben an unseren Standorten in China und Indien vorbereiten. Derzeit rekrutieren wir weitere internationale Talente – vor allem für die Werke in Shanghai und Chongqing. Das sehr große internationale Interesse für dieses Programm drückte sich in rund 1.700 Bewerbungen aus über 60 Nationen aus.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden rund EUR 0,5 Mio. in externe Trainings und Weiterbildungen investiert. Mit dieser Reduktion um rund EUR 0,2 Mio. im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Ausgaben für externe Trainings wieder dem Geschäftsjahr 2014/15 angenähert. Damals beliefen sich die Trainingskosten auf EUR 0,4 Mio. Das Geschäftsjahr 2015/16 war vor allem aufgrund der Startphase der globalen Leadership-Initiative und des iPOK-Lean-Six-Sigma-Programms ein besonders kostenintensives Jahr. Durch den Aufbau von Know-how kann mittlerweile ein Großteil von internen Trainern übernommen werden, wodurch die Trainingskosten im vergangenen Geschäftsjahr wieder reduziert werden konnten.

FÖRDERUNG DER VIELFALT Die Vielfalt und das Einbringen unterschiedlicher Sichtweisen ist ein absoluter Mehrwert für jedes Team und jede Organisation. Speziell als global agierendes Unternehmen hat jegliche Form der Diskriminierung bei AT&S keinen Platz. AT&S legt Wert auf Chancengleichheit, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung, ethnischer Abstammung, Beeinträchtigung, religiöser oder politischer Überzeugung in jeder Hinsicht. Eine entsprechende Erklärung ist auch Teil des AT&S Ethik- und Verhaltenskodex, zu dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichtet haben. Ab dem kommenden Geschäftsjahr kann über eine Whistleblowing-Plattform das anonyme Melden von Fehlverhalten erfolgen.

ETHIK- UND VERHALTENSKODEX AT&S ist Teil der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC). Damit verpflichten wir uns zur Einhaltung eines Standards in Bezug auf Arbeit, Ethik, Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit und dehnen diese Verantwortung auf unsere Lieferanten aus. Der AT&S Ethik- und Verhaltenskodex wird laufend an die EICC-Anforderungen angepasst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Kodex beispielsweise durch Vertrauenspersonen ergänzt, die bei besonderen Bedürfnissen in Bezug auf die Religionsausübung zu kontaktieren sind. Weitere Details zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten finden sich im Kapitel "Nachhaltigkeit" und im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

VERGÜTUNGSSYSTEME AT&S bietet neben einer marktgerechten Vergütung auch die Chance, eine Beteiligung am finanziellen Erfolg des Unternehmens zu erlangen. Das ist ein weiterer wesentlicher Faktor für das Engagement und die Gewinnung und Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend dem globalen Bonussystem von AT&S werden individuell oder kollektiv vereinbarte Bonuszahlungen ausgeschüttet, sofern definierte Mindestkennzahlen erreicht wurden. Die Grundvoraussetzung für eine Beteiligung ist ein positives EBIT für die Gesamtgruppe. Zusätzlich richtet sich die Bonusauszahlung nach der Erreichung der budgetierten Ziele des jeweiligen Verantwortungsbereichs. Im Falle von individuellen Bonusvereinbarungen kann schließlich je nach individueller Leistung die Höhe der Bonusauszahlung zusätzlich variieren.

Das Berechnungsmodell zur Auszahlungshöhe hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert und definiert als Schlüsselkennzahlen ROCE, Innovation Revenue Rate sowie die individuelle Leistung der einzelnen Mitarbeiterin oder des einzelnen Mitarbeiters. Ebenso gewährleistet das Bonussystem, dass im Falle von wirtschaftlich schwierigen Situationen, in denen gesteckte Ziele nicht erreicht wurden, die Bonusausschüttung teilweise oder gänzlich ausgesetzt ist.

AUSBLICK Eine kontinuierliche Personalentwicklung im Einklang mit der Technologieentwicklung und dem sich ändernden Arbeitsumfeld ist essenziell für unseren Geschäftserfolg und daher auch im nächsten Jahr die Basis der Personalarbeit. Darüber hinaus werden die Leadership-Initiative, das iPOK-Projekt sowie das International Talent Program auch im Geschäftsjahr 2017/18 internationale Schwerpunkte innerhalb von AT&S bilden. Zusätzlich ist es unser Ziel, die Transparenz in Bezug auf Ausbildungs- und Karrierewege und somit Perspektiven für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen.

5. Nachhaltigkeit

Klimawandel, immer knapper werdende Ressourcen und Armut sind aktuelle Herausforderungen unserer Zeit. Verantwortungsvolles und damit nachhaltiges Denken und Handeln über Generationen ist ein wesentlicher Bestandteil der AT&S Vision und Mission und damit der Unternehmensstrategie.

  • Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck
  • Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt
  • Wir schaffen Werte

Eine ganzheitliche Sichtweise, die die Interessen aller Stakeholder und alle drei Dimensionen – Ökologie, Soziales und Ökonomie – gleichberechtigt betrachtet, ermöglicht nachhaltiges Wirtschaften.

WIR REDUZIEREN UNSEREN ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK Und zwar durch unterschiedliche Maßnahmen weltweit in den Bereichen Energieeffizienz, Wasser und Ressourcen. Wir setzen uns ambitionierte Ziele, um den CO2-Fußabdruck sowie den Verbrauch an Frischwasser kontinuierlich um 5 % bzw. 3 % pro Jahr zu senken. Entsprechend großen Wert legt AT&S auf Effizienzsteigerungsprojekte, die unter anderem innerhalb des AT&S spezifischen Lean-Six-Sigma-Projekts (iPOK) sowie in laufenden Energieeffizienzprogrammen umgesetzt werden.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden Energieeffizienzanalysen für die österreichischen Standorte durchgeführt, die ein Einsparungspotenzial von rund 10 GWh pro Jahr ergaben. Im vergangenen Geschäftsjahr konnten durch die umgesetzten Maßnahmen bereits fast 5 GWh/a tatsächlich eingespart werden. Nach demselben Vorbild wurden im Geschäftsjahr 2016/17 vergleichbare Analysen an unseren Standorten in Indien und China durchgeführt. Das erhobene Einsparungspozential an unserem Standort in Indien beträgt 9 GWh/a, und in Shanghai gibt es nach ersten Abschätzungen sogar das Potenzial bis zu 36 GWh/a Energie einzusparen. Derzeit wird die Durchführbarkeit der möglichen Maßnahmen geprüft. Die Aktivitäten des vergangenen Geschäftsjahres sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer globalen Verbesserung unserer Energieeffizienz. Das Ziel für das Geschäftsjahr 2017/18 muss es sein, ökonomisch sinnvolle Maßnahmen entsprechend umzusetzen.

Die Energieeffizienz steht in direktem Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß. Im Geschäftsjahr 2016/17 konnten wir die CO2-Emissionen in unserem Kerngeschäft pro m2 Leiterplatte von 50,7 kg auf 46,4 kg verringern. Das entspricht einer Reduktion um 8,5 %. Allerdings erforderte der Aufbau und die Qualifikation der Werke in Chongqing einen erhöhten Energiebedarf, bezogen auf die produzierten m² Leiterplatte, wodurch sich insgesamt eine Erhöhung der CO2-Emissionen auf 55,7 kg/m² ergibt. Zusätzlich stellen die klimatischen Veränderungen – dabei vor allem die extrem heißen Temperaturen während der Sommermonate – eine zunehmende Herausforderung dar, die schwer abschätzbar ist.

Frischwasser ist für die Herstellung von Leiterplatten ein essenzieller Rohstoff. Daher arbeiten wir ständig an der Verbesserung unserer Messsysteme und haben uns auch in diesem Bereich das ambitionierte Ziel gesetzt, die Menge an Frischwasser jährlich um 3 % zu senken. Auch beim Frischwasserverbrauch sind die Effekte durch den Aufbau und die Qualifikation der Werke in Chongqing sichtbar. Während in unserem Kerngeschäft der Frischwasserverbrauch reduziert werden konnte, ist der Gesamtverbrauch leicht angestiegen auf 739,5 L/m².

Neben Strom und Wasser erfordert die Herstellung unserer Produkte weitere Rohstoffe und Materialien. Der Anteil der Materialkosten in Bezug auf die Betriebsleistung ist in unserem Kerngeschäft im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Unter Einbezug des Aufbaus und der Qualifikation im Bereich Substrattechnologie ergibt sich jedoch ein geringer Anstieg der Materialkosten bezogen auf die Betriebsleistung.

Miniaturisierungstrends und die damit einhergehende steigende Komplexität unserer Produkte bedeuten meist auch einen höheren Ressourcenverbrauch – das gilt sowohl für Energie und Wasser als auch für sonstige Materialien. Die derzeit definierten Kennzahlen spiegeln diese gesteigerte Komplexität nicht wider, da die Bezugsgröße m² Leiterplatte die Komplexität der Leiterplatte nicht berücksichtigt. Daher arbeiten wir für das Geschäftsjahr 2017/18 an einer neuen Definition unserer Kennzahlen.

WIR STELLEN DEN MENSCHEN IN DEN MITTELPUNKT Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine unserer größten Interessensgruppen. Entsprechend sind die Themen Gesundheit und Arbeitssicherheit zentrale Bereiche unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass weltweit alle unsere Werke OHSAS 18001 zertifiziert sind. Daher versuchen wir ein Umfeld zu schaffen, in dem es selbstverständlich ist, Arbeitsunfälle zu melden. Denn nur wenn man die Art, Häufigkeit, Ausmaß und Ursachen von Arbeitsunfällen kennt, kann man effektiv an der Verbesserung der Arbeitssicherheit arbeiten. Trotz umfassender Sicherheitsmaßnahmen lassen sich Arbeitsunfälle zumindest noch nicht vollständig vermeiden. Im Geschäftsjahr 2016/17 sind die Ausfallsstunden pro eine Million Arbeitsstunden ab einer Ausfallsdauer größer einem Tag mit 5,4 in der Gruppe leicht gestiegen.

Weitere wesentliche Faktoren für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg sind Arbeitszufriedenheit und Unternehmensbindung. Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten wirken sich auf diese Faktoren positiv aus. Deshalb lag der Fokus von AT&S auch im vergangenen Geschäftsjahr auf Trainings- und Entwicklungsmaßnahmen. Davon profitieren nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die Qualität unserer Technologien und Produkte, die Beziehung zu unseren Kunden und letztlich das gesamte Unternehmen.

WIR SCHAFFEN WERTE, die über eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung hinausgehen. Ausdruck der nachhaltigen Unternehmensführung bei AT&S sind unter anderem europäische Standards an allen Standorten in den Bereichen Qualität, Sicherheit, Umwelt und Energie – und das trotz starken Wettbewerbs und kontinuierlichen Preisdrucks.

Aber auch unser klares Bekenntnis zum "Good Corporate Citizen" wird greifbar durch unsere Compliance- und Anti-Korruptions-Richtlinien sowie durch unseren Ethik- und Verhaltenskodex. Dieser Kodex wird von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Unterschrift zur Kenntnis genommen, wodurch an die Eigenverantwortung appelliert wird. Zuwiderhandlungen können ab dem Geschäftsjahr 2017/18 über eine anonyme Whistleblowing-Plattform gemeldet werden. Die Schwerpunkte des Kodex sind in Anlehnung an EICC (Electronic Industry Citizenship Coalition) Managementthemen wie beispielsweise Compliance oder eine korrekte Buchführung sowie Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Ausund Weiterbildung, Ethik, Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz.

Darüber hinaus verlangen wir ein ebenso verantwortungsvolles Handeln von unseren Lieferanten durch eine Erklärung zur Geschäftsethik, einen Fragebogen zur Selbstbewertung und Audits. Weiters wurde in einer Richtlinie festgehalten, dass AT&S die Herstellung von Produkten zur Unterstützung von aktiven Waffensystemen sowie waffentragenden Systemen ausschließt.

Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Zukunft von AT&S. Konkrete Ziele und Details zu den Maßnahmen sind dem Nachhaltigkeitsbericht 2016/17 zu entnehmen.

6. Forschung und Entwicklung

  • 21,8 % des Gesamtumsatzes von AT&S kommen von Produkten, die weniger als 3 Jahre auf dem Markt sind
  • Einführung mSAP-Technologie der nächste Technologiezyklus bei Leiterplatten für Smartphones
  • Abschluss des Entwicklungsprojekts EmPower Grundlagen für neue Systeme in der Leistungselektronik geschaffen

AT&S verfolgt das Ziel, die führende Position an der Technologiespitze weiter kontinuierlich auszubauen, um ein klares Differenzierungsmerkmal zum Wettbewerb zu schaffen und die Basis für das langfristig profitable Wachstum zu legen. In einem sich extrem dynamisch entwickelnden Umfeld begegnen wir diesen Herausforderungen mit einer langfristig ausgerichteten Technologie-Roadmap. Daraus leiten wir unsere F&E-Schwerpunktthemen und -projekte ab und messen die Erfolge mit der Zielgröße "Innovation Revenue Rate". Diese definiert die Umsätze mit innovativen Produkten, die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. AT&S erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 eine Innovation Revenue Rate von 21,8 %, das bedeutet eine Outperformance gegenüber unserer gesetzten Zielgröße von 20 %. Auch im Geschäftsjahr 2016/17 setzte sich der Umbruch in der Elektronikindustrie, charakterisiert durch eine Verlangsamung der Entwicklungsgeschwindigkeit in der Prozessortechnologie (Moore's Law, das besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise innerhalb von 12 bis 24 Monaten immer verdoppelt, ist nicht mehr gültig), fort. Das eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten für die Packaging-, Substrat- und Leiterplattenindustrie. Viele neue Funktionen und Eigenschaften können mit deutlich weniger Entwicklungsaufwand erzeugt werden, als er zur Realisierung auf Chips notwendig wäre. Die Weiterentwicklung in unseren Geschäftsfeldern hat somit enorme Auswirkungen auf die gesamte Elektronikindustrie der nächsten Jahre. Daher waren auch im Geschäftsjahr 2016/17 die F&E-Schwerpunktthemen von AT&S an den technologischen Trends der gesamten Elektronikindustrie ausgerichtet:

GLEICHBLEIBENDE F&E-SCHWERPUNKTE IM ABGELAUFENEN GESCHÄFTSJAHR

  • Flexibilisierung/Design: Integration von Elektronik auf engstem Raum und Verbindung von Elektronikmodulen
  • Miniaturisierung/Gewichtsreduktion: Geräte werden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger Elektronik muss die Grundlage dafür schaffen
  • Modularisierung/Packages: Neue, hoch integrierte Module zur Erreichung kleinster Packungsdichte und höchster Leistungsfähigkeit bei einer vereinfachten Wertschöpfungskette
  • High Speed/Hohe Frequenzen: Kontaktlose Kommunikation von Menschen und Geräten mit großen Datenmengen und Radaranwendungen für selbstfahrende Autos und Arbeitsgeräte
  • Leistungselektronik/Hohe Ströme: Energieeffiziente Mobilität führt zu Elektrifizierung der Mobilität mechanische Lösungen werden durch energiesparende elektronische Lösungen ersetzt
  • Herstellungsprozesse/Geschäftsmodelle: Nutzung von Daten zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen, Integration neuer und zusätzlicher Schritte in die Wertschöpfungskette und sparsamer Umgang mit Ressourcen in der Produktion

Die Kosten der AT&S Gruppe für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2016/17 auf EUR 62,8 Mio. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. Relation zum Umsatz) von 7,7 % gegenüber 12,5 % im Vorjahr. Der Wert des Geschäftsjahrs 2015/16 (EUR 95,6 Mio.) war geprägt durch die hohen Entwicklungskosten für das IC-Substrat-Geschäft. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichern wir unsere Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Patente. Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2016/17 34 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 196 Patentfamilien, die in 227 erteilten Schutzrechten resultieren. Das IP-Portfolio besteht auch aus extern erworbenen Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie.

Die Effizienz in der Entwicklung wird dadurch sichergestellt, dass wir global mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten. Intern betreiben wir einen zweistufigen Innovati-onsprozess. In den Forschungseinrichtungen von Leoben-Hinterberg werden die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozesse und Applikationen bis zu dem Punkt durchgeführt, an dem die prinzipielle Machbarkeit der Technologie erreicht ist. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und Implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

HIGHLIGHTS AUS DEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTEN Im Bereich High-End High Density Interconnects (HDI), also Leiterplatten aus unserem Kerngeschäft der vergangenen Jahre, haben wir die Entwicklungsarbeiten für die nächste Leiterplatten-Generation weiter fortgesetzt. Hier wird derzeit ein Technologiesprung in der Strukturierungstechnologie vorbereitet. Anstelle der subtraktiven Strukturierungsmethode (Kupfer wird in den nicht-leitenden Bereichen entfernt) kommt bei der nächsten Technologiegeneration die sogenannte modifizierte Semiadditivtechnologie (Kupfer wird auf einer dünnen Kupferschicht in den Bereichen, die leitfähig sein sollten, abgeschieden) zum Einsatz. Mit dieser Technologie, die der Strukturierungstechnologie in Substraten sehr ähnlich ist, können die Strukturen auf der Leiterplatte noch kleiner gemacht werden. Ein weiterer Vorteil: Es wird weniger Kupfer zur Herstellung benötigt.

Zum Thema Leistungselektronik in der Automotive-Industrie konnte ein europäisches Entwicklungsprojekt (Projektname: EmPower), bei dem AT&S die technische Koordination übernommen hat, abgeschlossen werden. AT&S konnte zusammen mit sechs Partnern aus unterschiedlichen Positionen in der Wertschöpfungskette wie Continental (D), STMicrolectronics (F, I), ATOTECH (D), ILFA (D), TU Berlin (D) und TU Wien (A) neue technologische Lösungen zur Herstellung miniaturisierter und somit gewichtsreduzierter Module für Elektrofahrzeuge entwickeln. Basierend auf diesen technologischen Grundlagen können nun Produkte in bilateralen Projekten für die Massenanwendung entwickelt werden.

Details EmPower:

Embedded power components for electric vehicle application

Laufzeit: Mai 2013 – Februar 2017
Projektkoordinator: AT&S
Projekt-Gesamtbudget: EUR 5,6 Mio.

Im Bereich Hochfrequenztechnologie, ebenfalls für die Automotive-Industrie, wurde auf die Weiterentwicklung der Lösungen für Radaranwendung gearbeitet. Ziel ist es, speziell für den 77 GHz-Radar-Sensorik-Bereich Leiterplattenlösungen anzubieten, die die anspruchsvollen Anforderungen erfüllen und in großen Stückzahlen, die von diesem stark wachsenden Markt benötigt werden, herstellbar sind. Die größten technologischen Hürden konnten überwunden werden. Derzeit wird diese Technologie als zukunftsweisende Technologie im Werk Fehring industrialisiert. Unterstützt werden diese Arbeiten durch eine Kooperation mit der TU Graz.

7. Tochterunternehmen und Repräsentanzen

Die AT&S Gruppe unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

LEOBEN UND FEHRING Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zunehmend amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben setzte den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt auch die Produktion für den Zukunftsmarkt Advanced Packaging. Nicht genutzte Flächen wurden im Geschäftsjahr 2016/17 genutzt, um den Standort technologisch weiter zu verbessern. Die Entwicklung des Werks in Fehring entwickelte sich im Berichtsjahr erfreulich. Durch eine verstärkte Fokussierung auf spezifische Applikationen und Märkte konnten sowohl Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nanjangud) als auch eine Verbesserung des Produktmixes erreicht werden.

SHANGHAI Das Werk in Shanghai fertigt HDI-(High Density Interconnection-)Leiterplatten höchster Technologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Die Auslastung war im Geschäftsjahr 2016/17 sehr gut, und in mehreren Monaten wurde durchgängig an der maximalen Kapazitätsgrenze produziert. 2016/17 zeigte sich eine weiterhin hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten für die Automobilindustrie, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden. Zur Sicherstellung der technologischen Spitzenposition erfolgte ab dem 3. Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 die Umrüstung eines Teils des Werkes auf die nächste Technologiegeneration, welche Mitte 2017 abgeschlossen sein wird.

CHONGQING An diesem neuen Standort in China setzt AT&S mit der Produktion von IC-Substraten (Integrated Circuit Substrates) einen weiteren technologischen Meilenstein. Nach der erfolgreichen Zertifizierung im Februar 2016 war das Geschäftsjahr 2016/17 durch das Hochfahren der Serienproduktion gekennzeichnet, die jedoch nicht mit der erwarteten Geschwindigkeit umgesetzt werden konnte. Die zweite Produktionslinie wurde erfolgreich installiert und das Hochfahren der Serienproduktion wurde mit Dezember 2016 gestartet. Aufgrund des Umbruchs in der Halbleiterindustrie mit entsprechenden Technologieverzögerungen entsprechen die Preise und der Produktmix nicht den Erwartungen. Der Aufbau des zweiten Werks verläuft erwartungsgemäß. Das Hochfahren der Serienproduktion der ersten Linie wurde plangemäß durchgeführt und hat bereits erste Umsatzbeiträge geliefert. Die zweite Linie wird derzeit installiert und der Beginn der Serienproduktion sollte Mitte 2017 starten.

ANSAN Die sehr positive Entwicklung des Standortes in Korea konnte im Geschäftsjahr 2016/17 weiter fortgesetzt werden. Neben der weiterhin sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer konnten substanzielle Mengen für den Bereich Mobile Devices & Substrates gefertigt werden.

NANJANGUD Der Standort profitiert im Geschäftsjahr 2016/17 von einer durchgängig hohen Auslastung, operativen Verbesserungen und einem besseren Produktmix, die zu einer sehr guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung führten.

HONGKONG Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates und damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsgesellschaften sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Die Vertriebsgesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2016/17 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

8. Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

KAPITALANTEILSSTRUKTUR UND ANGABEN ZU GESELLSCHAFTERRECHTEN Zum Bilanzstichtag per 31. März 2017 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft EUR 42.735.000 und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je EUR 1,10 pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (AT & S AG), die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar:

Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien 6.902.380 17,77 % 17,77 %
Androsch Privatstiftung,
Schottengasse 10/12, A-1010 Wien 6.339.896 16,32 % 16,32 %

Zum Stichtag 31. März 2017 befanden sich rund 65,91 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT & S AG hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der AT & S AG und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu EUR 21.367.500 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 150.000.000 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu EUR 21.367.500 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

In Bezug auf die Erhöhung des genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

EIGENE AKTIEN In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben sowie einzuziehen. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Anteile auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitarbeiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft hält zum Bilanzstichtag keine eigenen Anteile. (Vorjahr: 0 Stück)

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften.

Die Gesellschaft hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/corporategovernance/berichte/ abrufbar.

9. Chancen und Risikomanagement

GRUNDSÄTZE, STRUKTUREN UND PROZESSE Risiko- und Chancenmanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Der Internal Auditor und der Group Risk Manager berichten dem Gesamtvorstand einmal monatlich in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen. Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2).

RM: Risikomanagement; IKS: Internes Kontrollsystem; BU: Business Unit Abb. 2: AT&S Risikolevels und Risikosteuerung

RISIKOMANAGEMENT IN 2016/17 Die Etablierung eines Governance, Risk & Compliance Committees ("GRC Committee") und die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Compliance- und Governance-Risiken im Rahmen dieses Gremiums war einer der Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2016/17. Der Compliance Officer von AT&S hat den Vorsitz im GRC Committee inne, der Internal Auditor und Group Risk Manager fungiert als dessen Stellvertreter, als Mitglieder wurden verschiedene Vertreter aus dem Senior Management der Gruppe bestellt.

Zweck des GRC Committee ist es, den AT&S Vorstand bei der Aufsicht der Einhaltung rechtlicher und regulatorischer Bestimmungen in der AT&S Gruppe sowie beim entsprechenden Risikomanagement zu unterstützen, um die Art von Risiken und potenziellen Risiken besser zu verstehen und sicherzustellen, dass die Unternehmensführung der AT&S Gruppe wesentliche Risiken in den Bereichen Legal, Compliance und Governance entsprechend erkennt und steuert.

Zusätzlich zu laufenden kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen im Internen Kontrollsystem (IKS) wurde im Geschäftsjahr 2016/17 der IKS-Assurance-Prozess neu aufgesetzt und die Sicherstellung der IKS-Compliance durch die verstärkte Einbindung der Prozessverantwortlichen verstärkt. Mit Ende des Geschäftsjahrs 2016/17 erfolgte weiters die Umsetzung der Abwicklung und Dokumentation des gesamten Risikomanagementprozesses über die von AT&S entwickelte Risikomanagement-Software.

OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance geprägt. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und der erwarteten Risikotendenz im kommenden Geschäftsjahr ist in Abb. 3 dargestellt und wird in Folge genauer erläutert.

IP: Intellectual Property; FX: Foreign Exchange; CF: Cashflow

Abb. 3: AT&S Risikokategorien, wesentliche Einzelrisiken, Risikotendenz und Risikominderungsmaßnahmen

INVESTITIONEN Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP).

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, negative Preisentwicklungen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit dieser Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann insbesondere das Substratgeschäft, den Aufbau von Produktionskapazitäten für mSAP-Technologie in Shanghai und Chongqing und generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

WETTBEWERB Durch den klaren Fokus auf das High-Tech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle konnte sich AT&S im Technologiesegment HDI (High Density Interconnect) einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einem Großteil der Mitbewerber erarbeiten. Durch diesen Fokus konnte AT&S dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion in diesem Bereich bislang erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie zum Beispiel für die Automotive-Industrie übertragen. Das derzeit stattfindende technologische Upgrade von Teilen der HDI-Linien auf die mSAP-Technologie ist eine konsequente Fortführung der AT&S Strategie und beinhaltet die Möglichkeit, die HDI-Wettbewerbsvorteile auf die nächste Technologiegeneration auszuweiten. Die Umsetzung beinhaltet jedoch auch entsprechende Risiken.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industrie-Segment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Neue technische Entwicklungen, verlängerte Produktzyklen und Überkapazitäten am Markt stellen AT&S im Segment IC-Substrate aufgrund des dadurch entstandenen Preisdrucks vor große Herausforderungen. Die erfolgreiche Umsetzung der geplanten Kostenreduktionen und die Erschließung von profitableren Produkten sind wesentlich für dieses Segment.

Das Segment Advanced Packaging, eine Technologie, die von AT&S unter dem Markennamen ECP® entwickelt wurde, birgt großes Chancenpotenzial, allerdings muss die Industrialisierung dieser Technologie noch weiter vorangetrieben werden.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Korea und China, weniger wettbewerbsfähig werden könnten.

SCHLÜSSELKUNDEN AT&S hat es, insbesondere mit den Kapazitäten in Asien, durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Die Umsätze mit den größten fünf dieser Kunden tragen 57 % zum Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt diese Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder Profitabilität bei diesen Kunden. Besonders kritisch ist dies im Segment IC-Substrate, wo das gesamte Geschäft zurzeit auf einen Kunden konzentriert ist. Die laufende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produkte sind daher von großer Bedeutung für eine schnelle Kompensation von negativen Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden.

MARKTENTWICKLUNG Ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2017/18 könnte die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Ein möglicher wirtschaftlicher Aufschwung könnte jedoch auch gesteigerte Geschäftschancen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern.

EINKAUFSPREISE Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Nach mehreren Jahren mit überwiegend positiven Effekten zeichnen sich hier für das Geschäftsjahr 2017/18 Kostensteigerungen und damit negative Tendenzen ab, die auch durch die gezielte Umsetzung der Beschaffungsstrategie nur zum Teil abgefedert werden können.

SOURCING Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es daher in der Regel alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen. Eine Herausforderung im Bereich Sourcing stellt zurzeit aufgrund von global stark gestiegener Nachfrage die Beschaffung von Kupferfolien dar.

STANDORTRISIKEN Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie zum Beispiel Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business Continuity Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

COMPLIANCE Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100 %ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeitern. Die Etablierung eines Governance, Risk & Compliance Committees ("GRC Committee") und die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Compliance- und Governance-Risiken im Rahmen dieses Gremiums war einer der Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2016/17 in diesem Bereich.

BETRUGSFÄLLE, DATENSICHERHEIT UND CYBERCRIME Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und IT-Sicherheitsmaßnahmen.

QUALITÄTS- UND LIEFERPERFORMANCE Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung von zugesagten Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch zu Rückrufaktionen und dem Verlust von Kunden führen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. AT&S ist grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

GEISTIGES EIGENTUM Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigem Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen. Gerade das neue Geschäftsfeld der IC-Substrate birgt diesbezügliche Risiken in sich, da AT&S entsprechendes Know-how in diesem Bereich noch weiter aufbauen muss.

TECHNOLOGIE- UND PROJEKTENTWICKLUNG Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate und mSAP-Technologie in Chongqing ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing spezifische Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Der Fokus im kommenden Geschäftsjahr liegt bei der kontinuierlichen Performanceverbesserung der Substratproduktion sowie der Qualifizierung neuer Technologien an den Standorten Shanghai und Chongqing.

KOSTENKONTROLLE Strikte Kostenreduktion und Effizienzsteigerung speziell im neuen Segment IC-Substrate, aber auch an allen anderen Standorten ist wesentlich für die Konkurrenzfähigkeit und Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen vor allem im Bereich IC-Substrate – aber auch an anderen Standorten – nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

MITARBEITER Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der AT&S Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen Engineering, Verkauf und Administration zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter weiter auszubauen.

WECHSELKURSRISIKEN Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in China ergeben sich wesentliche Währungsrisiken aus dem RMB, welche das Eigenkapital der Gruppe erhöhen oder verringern könnten. Eine Absicherung dieses Risikos wäre mit hohen Kosten verbunden und wird nicht durchgeführt.

FINANZIERUNG UND LIQUIDITÄT Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten – und in Finanzierungen zugesicherten – Eigenkapitalquoten bzw. des Verhältnisses Nettoverschuldung zu EBITDA und in Folge zusätzlichem Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury, teilweise über entsprechende Finanzinstrumente.

STEUERRISIKO Die Gesellschaft ist international tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien, wie z.B. den BEPS-("Base Erosion and Profit Shifting"-) Richtlinien der OECD, und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor. Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht ein Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung führen könnten.

10. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Group Accounting und Group Controlling (Teilbereiche von Group Finance & Controlling) überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Group Controlling (Teilbereich von Group Finance & Controlling). Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

11. Ausblick

Die aktuellen Entwicklungen in der Elektronikindustrie – Miniaturisierung bei gleichzeitiger Leistungssteigerung und höherer Integration von elektronischen Bauteilen – werden sich auch im Geschäftsjahr 2017/18 in einer ungebrochenen Dynamik fortsetzen. Die Basis dafür ist die kontinuierliche Vernetzung von Geräten und die damit einhergehende enorme Datenmenge und -übertragungsgeschwindigkeit – Stichwort: Big Data und Cloud Computing zum Beispiel für Kommunikationsanwendungen, Mobilität oder Industrieanwendungen.

Diese Entwicklung bietet weiterhin ein enormes Wachstumspotenzial – für jene Unternehmen, die sich in der Lieferkette entsprechend positioniert haben bzw. diese antizipieren.

AT&S ist überzeugt, mit dem strategischen Fokus auf High-End-Technologien und -Anwendungen im bestehenden Geschäft sowie dem Aufbau eines erweiterten Technologieportfolios auf Basis von IC-Substraten und substrat-ähnlichen Leiterplatten die richtigen Schritte zur breiteren Positionierung in einer sich verändernden Lieferkette gesetzt zu haben. Die Transformation von einem High-End-Leiterplattenhersteller zu einem High-End-Verbindungslösungs-Anbieter ist Voraussetzung für das künftige profitable Wachstum, denn nur durch die kontinuierliche Technologieweiterentwicklung und entsprechende Investitionen kann AT&S die Position als Tier-1-Lieferant für Technologie- und Weltmarktführer absichern.

Effekte aus dem Geschäftsjahr 2016/17 werden sich fortsetzen und die Geschäftsentwicklung 2017/18 ebenfalls beeinflussen: die Marktentwicklung bei IC-Substraten, basierend auf der Verlangsamung von Moore's Law, die niedrigere Nachfrage nach Computing-Anwendungen (Desktop, Notebook) führen zu einem weiter anhaltenden Preisdruck auf IC-Substrate.

Die nächste Technologiegeneration (mSAP) für mobile Endgeräte wird im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 in Serienproduktion gehen und befindet sich derzeit in Installation in Shanghai und im zweiten Werk in Chongqing. Diese soll AT&S weiterhin als führenden Lieferanten für mobile Anwendungen positionieren.

Für das Kerngeschäft erwartet AT&S im Geschäftsjahr 2017/18 eine weiterhin stabile bis steigende Nachfrage in allen Kundensegmenten in einem extrem kompetitiven Wettbewerbsumfeld.

Im Geschäftsjahr 2017/18 rechnet die AT&S Gruppe daher unter der Voraussetzung eines makroökonomisch stabilen Umfelds und einer Währungsrelation USD/EUR auf ähnlichem Niveau wie im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von 10 – 16 %. Die EBITDA-Marge soll auf Basis der Marktentwicklungen bei IC-Substraten und dem Anlauf der nächsten Technologiegeneration (mSAP) bei 16 – 18 % liegen. Höhere Abschreibungen für hauptsächlich neue Produktionslinien in Höhe von rund EUR 25 Mio. im Geschäftsjahr 2017/18 werden das EBIT beeinflussen.

Leoben-Hinterberg, am 8. Mai 2017

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Bestätigungsvermerk

BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS

PRÜFUNGSURTEIL Wir haben den Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2017 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • Sachverhalt
  • Prüferisches Vorgehen
  • Verweis auf weitergehende Informationen

AKTIVE LATENTE STEUERN AUS VERLUSTVORTRÄGEN UND SONSTIGEN ABZUGSFÄHIGEN TEMPORÄREN DIFFERENZEN

• Sachverhalt

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, weist in der Bilanz zum 31. März 2017 aktive latente Steuern in Höhe von EUR 14.671.049,00 aus. Die Aktivierung von latenten Steuern aus temporären Differenzen war aufgrund des Rechnungslegungs-Änderungsgesetzes 2014 (RÄG 2104) erstmalig verpflichtend vorzunehmen und betrug im Geschäftsjahr EUR 2.099.174,00. Darüber hinaus machte die Gesellschaft vom Wahlrecht der Aktivierung von latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen Gebrauch und bilanzierte EUR 12.571.875,00 unter Anwendung des gültigen Steuersatzes von 25 % auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 50.287.500,00. Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 60.259.615,00 wurden keine latenten Steuern gebildet, da die Gesellschaft auf Basis der aktuellen Steuerplanung nicht von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit ausgeht. Gemäß § 198 Abs. 9 UGB können für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt werden, in dem ausreichende passive latente Steuern vorhanden sind oder soweit überzeugende substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird.

• Prüferisches Vorgehen

Wir haben:

  • den Prozess zur Berechnung der laufenden und latenten Steuern erhoben,
  • die Berechnung der laufenden und latenten Steuern auf rechnerische Richtigkeit überprüft sowie die für die Ermittlung der temporären Differenzen zugrundeliegenden Daten abgestimmt,
  • uns das Vorhandensein und die Richtigkeit der Verlustvorträge durch Einholung von Steuerberaterschreiben bestätigen lassen,
  • die bilanziellen Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert und nachvollzogen,
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Anhang geprüft.

• Verweis auf weitergehende Informationen

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Anhang der Gesellschaft Punkt 3.4. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Punkt 4.5. bezüglich erläuternder Darstellungen inklusive der Entwicklung der aktiven latenten Steuern.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil der Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

BERICHT ZUM LAGEBERICHT

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

URTEIL Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

ERKLÄRUNG Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Jürgen Schauer.

Wien, den 8. Mai 2017

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH

gez.:

Mag. Jürgen Schauer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Leoben-Hinterberg, am 8. Mai 2017

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h. Chief Executive Officer Chief Financial Officer Chief Operations Officer

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