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AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Annual Report Jun 9, 2016

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Annual Report

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AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT

Jahresfinanzbericht zum 31. März 2016

INHALTSVERZEICHNIS

Seite

Konzernabschluss zum 31. März 2016 2
Konzernlagebericht 2015/16 53
Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss 93
Jahresabschluss zum 31. März 2016 94
Lagebericht zum Jahresabschluss 2015/16 120
Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss 143
Erklärung aller gesetzlicher Vertreter 145

Seite

AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT

Konzernabschluss zum 31. März 2016

INHALTSVERZEICHNIS

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 3
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 3
Konzernbilanz 4
Konzern-Kapitalflussrechnung 5
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 6
Anhang zum Konzernabschluss 7

Konzern-Gewinnund Verlustrechnung

in Tsd. € Erläuterung 2015/16 2014/15
Umsatzerlöse 1 762.879 667.010
Umsatzkosten 2 (611.247) (511.628)
Bruttogewinn 151.632 155.382
Vertriebskosten 2 (34.624) (31.595)
Allgemeine Verwaltungskosten 2 (29.376) (28.005)
Sonstiges betriebliches Ergebnis 4 (10.663) (5.696)
Betriebsergebnis 76.969 90.086
Finanzierungserträge 6 7.533 9.067
Finanzierungsaufwendungen 6 (15.668) (14.170)
Finanzergebnis (8.135) (5.103)
Ergebnis vor Steuern 68.834 84.983
Ertragsteuern 7 (12.883) (15.634)
Konzernjahresergebnis 55.951 69.349
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 55.951 69.279
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 70
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären des Mutterunternehmens zusteht
(in € je Aktie):
25
- unverwässert 1,44 1,78
- verwässert 1,44 1,78

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Konzernjahresergebnis 55.951 69.349
Zu reklassifizierende Ergebnisse:
Währungsumrechnungsdifferenzen (82.521) 161.373
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern
2.831 (2.517)
Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse: 2.659 -6757
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
2.659 (6.757)
Sonstiges Ergebnis (77.031) 152.099
Konzerngesamtergebnis (21.080) 221.448
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen (21.080) 221.350
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 98

Konzernbilanz

in Tsd. € Erläuterung 31.03.2016 31.03.2015
VERMÖGENSWERTE
Sachanlagen 8 689.161 603.664
Immaterielle Vermögenswerte 9 103.736 45.211
Finanzielle Vermögenswerte 13 96 96
Aktive latente Steuern 7 33.826 34.301
Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 39.519 29.485
Langfristige Vermögenswerte 866.338 712.757
Vorräte 11 83.438 89.222
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 12 134.687 143.130
Finanzielle Vermögenswerte 13 87.817 780
Laufende Ertragsteuerforderungen 504 1.004
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14 171.866 273.919
Kurzfristige Vermögenswerte 478.312 508.055
Summe Vermögenswerte 1.344.650 1.220.812
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 22 141.846 141.846
Sonstige Rücklagen 23 73.688 150.774
Gewinnrücklagen 353.402 311.642
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 568.936 604.262
Nicht beherrschende Anteile 96
Summe Eigenkapital 568.936 604.358
SCHULDEN
Finanzielle Verbindlichkeiten 16 361.558 359.268
Rückstellungen für Personalaufwand 17 36.293 33.726
Sonstige Rückstellungen 18 6.957 7.545
Passive latente Steuern 7 8.844 7.774
Sonstige Verbindlichkeiten 15 7.755 4.757
Langfristige Schulden 421.407 413.070
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 15 180.257 149.409
Finanzielle Verbindlichkeiten 16 161.413 46.037
Laufende Ertragsteuerschulden 7.557 2.823
Sonstige Rückstellungen 18 5.080 5.115
Kurzfristige Schulden 354.307 203.384
Summe Schulden 775.714 616.454
Summe Eigenkapital und Schulden 1.344.650 1.220.812

Konzern-Kapitalflussrechnung

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Betriebsergebnis 76.969 90.086
Abschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 90.519 77.485
Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 632 114
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert 576 5.900
Gezahlte Zinsen (15.507) (14.460)
Erhaltene Zinsen 3.047 2.267
Gezahlte Ertragsteuern (10.308) (16.436)
Cashflow aus dem Ergebnis 145.928 144.956
Vorräte (426) (16.011)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (11.099) (23.612)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 2.254 36.926
Sonstige Rückstellungen 268 1.611
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 136.925 143.870
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (254.764) (165.318)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 499 539
Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (272)
Auszahlungen für den Erwerb/Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten (89.480)
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 1.775
Cashflow aus Investitionstätigkeit (342.242) (164.779)
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 252.140 34.623
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (131.740) (16.249)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 4.659 1.339
Dividendenzahlungen (13.986) (7.770)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 111.073 11.943
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (94.244) (8.966)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 273.919 260.133
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (7.809) 22.752
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 171.866 273.919

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Tsd. € Gezeichnetes
Kapital
Sonstige
Rücklagen
Gewinn
rücklagen
Den Eigen
tümern des
Mutterunter
nehmens zu
rechenbares
Eigenkapital
Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 31.03.2014 141.846 (1.297) 250.133 390.682 (2) 390.680
Konzernjahresergebnis 69.279 69.279 70 69.349
Sonstiges Ergebnis 152.071 152.071 28 152.099
davon Währungsumrechnungsdifferenzen 161.339 161.339 34 161.373
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses,
nach Steuern
(6.751) (6.751) (6) (6.757)
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern
(2.517) (2.517) (2.517)
Konzerngesamtergebnis 2014/15 152.071 69.279 221.350 98 221.448
Dividendenzahlung für 2013/14 (7.770) (7.770) (7.770)
Stand zum 31.03.2015 141.846 150.774 311.642 604.262 96 604.358
Konzernjahresergebnis 55.951 55.951 55.951
Sonstiges Ergebnis (77.031) (77.031) (77.031)
davon Währungsumrechnungsdifferenzen (82.521) (82.521) (82.521)
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses,
nach Steuern
2.659 2.659 2.659
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern 2.831 2.831 2.831
Konzerngesamtergebnis 2015/16 (77.031) 55.951 (21.080) (21.080)
Dividendenzahlung für 2014/15 (13.986) (13.986) (13.986)
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (55) (205) (260) (96) (356)
Stand zum 31.03.2016 141.846 73.688 353.402 568.936 568.936

Anhang zum Konzernabschluss

I. Allgemeine Erläuterungen

A. ALLGEMEINES AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "die Gesellschaft" und mit ihren Tochtergesellschaften "der Konzern" genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, 8700 Leoben-Hinterberg.

Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienstleistungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufacturer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manufacturer) abgesetzt.

Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Österreich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsenplatz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse. Aufgrund des gestiegenen Handelsumsatzes wurde die AT&S - Aktie ab dem 21. März 2016 erstmalig in den österreichischen Leitindex ATX einbezogen. Die Aufnahmekriterien für den ATX sind das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der letzten zwölf Monate sowie die Streubesitzkapitalisierung zum Stichtag Ende Februar 2016.

Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten Standards (IFRSs und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

a. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2016 mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der AT&S (China) Company Limited und der AT&S (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Abschlussstichtag: 31. Dezember 2015), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2016 erfolgte.

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 9. Mai 2016 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 6. Juni 2016 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung – die Gesellschafter können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.

KONSOLIDIERUNGSKREIS Die Gesellschaft beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert:

  • AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, China (im Folgenden AT&S Asia Pacific genannt), Anteil 100 %
  • AT&S (China) Company Limited, China (im Folgenden AT&S China genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden AT&S Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S Japan K.K., Japan, 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden AT&S Taiwan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S India Private Limited, Indien (im Folgenden AT&S Indien genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden AT&S Korea genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Americas LLC, USA (im Folgenden AT&S Americas genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Deutschland GmbH, Deutschland, Anteil 100 %

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden bei der AT&S Korea Co., Ltd. alle nicht beherrschenden Anteile von 1,24 % erworben, und die Tochtergesellschaft AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu. wurde liquidiert und aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dementsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgeblichen Einfluss über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital in das Ergebnis umgegliedert wird.

KONSOLIDIERUNGSMETHODEN Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen handeln.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 10 "Konzernabschlüsse" (Consolidated Financial Statements). Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden darüber hinaus einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

Der Konzern betrachtet Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen als Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns. Bei Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem zuordenbaren erworbenen Anteil am Nettovermögen des Tochterunternehmens vom Eigenkapital abgezogen. Gewinne oder Verluste bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.

b. GESCHÄFTSSEGMENTINFORMATIONEN Als Geschäftssegment wird ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmenten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Im Geschäftsjahr 2011/12 hat sich der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats dazu entschlossen, die Organisationsstruktur weiter zu entwickeln, um die operativen Prozesse noch mehr an die Kundenbedürfnisse anzupassen. Es wurden daher drei Segmente (Business Units) – Mobile Devices, Industrial & Automotive sowie Sonstige eingerichtet.

Aufgrund des Einstiegs in das für die AT&S neue Geschäft mit IC-Substraten (Integrated Circuit Substrates) und der Zuordnung dieses Geschäftsfeldes in die Business Unit Mobile Devices wurde diese Business Unit in Mobile Devices & Substrates umbenannt. Sowohl für den Bereich Mobile Devices als auch Substrates besteht nunmehr eine entsprechende Organisationsstruktur. Das Managementreporting erfolgt hingegen weiterhin einheitlich unter dem Segment Mobile Devices & Substrates.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2015/16 wurde das Segment Industrial & Automotive auf Automotive, Industrial, Medical umbenannt. Mit dieser Änderung soll die steigende Bedeutung des Geschäfts mit medizinischen Geräten sowohl in der Therapie als auch in der Diagnose hervorgehoben werden.

Das Segment Mobile Devices & Substrates umfasst die Herstellung von Leiterplatten für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smartphones, Tablets, Notebooks und Consumer-Produkte wie Digitalkameras. Leiterplatten für diese Applikationen werden großteils in unserem Werk in Shanghai (AT&S China) produziert. Die Serienproduktion der IC-Substrate erfolgt ab März 2016 in unserem Werk in Chongqing (AT&S Chongqing).

Das Segment Automotive, Industrial, Medical beliefert Kunden in den Bereichen Automobilzulieferungen, Industrieanwendungen, Medizintechnik, aber auch Luftfahrt, Sicherheitstechnik und anderen Branchen. Für dieses Segment wird in unseren Werken in Indien, Korea und an den Standorten in Österreich produziert.

Im Segment Sonstige sind die Aktivitäten des im Aufbau befindlichen Geschäftsbereichs Advanced Packaging sowie übergeordnete Konzernaktivitäten abgebildet. Advanced Packaging steht für neue, technologisch sehr hochwertige Anwendungen. Hier werden diverse Komponenten bereits direkt in die Leiterplatte integriert, um eine weitere Verkleinerung der Endgeräte bei höherer Funktionalität zu gewährleisten. Diese neue Technologie ist für unterschiedlichste Anwendungen nützlich. Dieser Geschäftsbereich befindet sich im Aufbau und so erfolgt der Ausweis noch nicht separat, da derzeit weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht noch die damit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind.

c. FREMDWÄHRUNGEN Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung.

AUSLÄNDISCHE GESELLSCHAFTEN Die Umrechnung der Bilanzen der AT&S Indien, AT&S China, AT&S Asia Pacific, AT&S Japan K.K., AT&S Korea, AT&S Americas, AT&S Chongqing und AT&S Taiwan erfolgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

FREMDWÄHRUNGSTRANSAKTIONEN In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Ausnahme jener aus "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" – werden erfolgswirksam erfasst. Die Währungsdifferenzen aus "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.03.2016 31.03.2015 Veränderung
in %
01.04.2015-
31.03.2016
01.04.2014-
31.03.2015
Veränderung
in %
Chinesischer Renminbi 7,3514 6,6572 10,4 % 6,9623 7,8448 (11,2 %)
Hongkong Dollar 8,8231 8,3285 5,9 % 8,5393 9,8166 (13,0 %)
Indische Rupie 75,3466 67,2055 12,1 % 72,0208 77,3582 (6,9 %)
Japanischer Yen 127,8200 128,7780 (0,7 %) 132,1891 138,6920 (4,7 %)
Südkoreanischer Won 1.297,7560 1.191,6030 8,9 % 1.269,9367 1.341,2992 (5,3 %)
Taiwan Dollar 36,5967 33,6151 8,9 % 35,3607 38,7183 (8,7 %)
US Dollar 1,1378 1,0740 5,9 % 1,1011 1,2660 (13,0 %)

d. ERTRAGSREALISIERUNG Unter den Umsatzerlösen sind die beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält. Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen sowie nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Erträge werden wie folgt realisiert:

ERLÖSE AUS PRODUKTVERKÄUFEN Erlöse aus Produktverkäufen werden erfasst, wenn die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der verkauften Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übertragen werden. Gewöhnlich erfolgt dies bei Eigentumsübergang.

ZINS- UND DIVIDENDENERTRÄGE Die Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns erfolgswirksam erfasst.

e. ERTRAGSTEUERN Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern.

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buchwerten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie steuerlichen Verlustvorträgen und Firmenwertabschreibungen.

Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie auf noch nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne genutzt werden können.

Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern; und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

f. SACHANLAGEN Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert, hingegen werden Instandhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert.

Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude und Bauten 10 – 50 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 4 – 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 15 Jahre

Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Gemietete Sachanlagen, bei denen der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen innehat und die wirtschaftlich als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind, werden entsprechend IAS 17 "Leasingverhältnisse" (Leases) mit dem Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Anlagegegenstands. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sichergestellt, dass das Eigentum auf den Leasingnehmer übergehen wird, so wird der Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind abgezinst passiviert. Die laufenden Zahlungen der Leasingraten werden in Tilgungsanteil und Finanzierungskosten aufgeteilt.

Die überlassenen Gegenstände aller anderen Leasing- und Pachtverträge werden als operatives Leasing behandelt und dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden als Aufwand erfasst.

Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

g. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

PATENTE, MARKENRECHTE UND LIZENZEN Ausgaben für erworbene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN Forschungskosten werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstellungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Periodenaufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden Nachweise kumulativ erbracht werden können:

  • Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.
  • Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.
  • Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.
  • Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen.

Die aktivierten Entwicklungsprojekte umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten. Finanzierungskosten werden aktiviert, wenn das Entwicklungsprojekt einen qualifizierten Vermögenswert gemäß IAS 23 darstellt. Entwicklungskosten werden linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von 6 bis 7 Jahren, die sich aus den erwarteten Verkaufsperioden ableitet, abgeschrieben.

h. ABSCHREIBUNGEN FÜR WERTVERLUSTE UND ZUSCHREIBUNGEN AUF SACHANLAGEN, IMMATERIELLES

ANLAGEVERMÖGEN Die Werthaltigkeit der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Für immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung vorliegt. Liegt der erzielbare Betrag des jeweiligen Anlagegegenstands unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschreibung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrags. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden. Die angewandten Abzinsungssätze entsprechen den marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewichteten Kapitalkosten auf Basis extern verfügbarer Kapitalmarktdaten.

Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

i. VORRÄTE Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im regulären Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der notwendigen variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die FIFO-Methode (First-in, First-out) ermittelt. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht angesetzt.

j. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Forderungen werden zum Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, bilanziert. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Risikovorsorgen decken alle erkennbaren Bonitäts- und Länderrisiken ab.

k. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsdatum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel mit dem Marktpreis bestimmt. Der Erstansatz erfolgt zuzüglich der Transaktionskosten – außer bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten.

Finanzielle Vermögenswerte werden in nachfolgend erläuterte Kategorien unterteilt. Die Klassifizierung hängt von dem jeweiligen Zweck der finanziellen Vermögenswerte ab und wird jährlich überprüft.

ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Finanzinstrumente, die hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, einen Gewinn aus kurzfristigen Schwankungen des Preises oder der Händlermarge zu erzielen, sind als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzinstrumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das "Hedge Accounting" zur Anwendung gelangt (siehe l. Derivative Finanzinstrumente).

BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT GEHALTENE INVESTMENTS Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Investments werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorgenommen.

AUSLEIHUNGEN UND FORDERUNGEN Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. In der Bilanz werden diesbezügliche Vermögenswerte unter der Position "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen.

ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte betreffen jederzeit verkaufbare Wertpapiere (Securities Available-for-Sale). Es handelt sich dabei um Wertpapiere, die nach Meinung des Managements als Reaktion auf einen erwarteten Liquiditätsbedarf oder aufgrund erwarteter Änderungen von Zinssätzen, Wechselkursen oder Aktienkursen verkauft werden können. Die Einteilung in lang- und kurzfristige Aktiva erfolgt dabei in Übereinstimmung mit der voraussichtlichen Behaltedauer.

Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils beizulegenden Zeitwert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden abzüglich entsprechender Ertragsteuern erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst, bis diese Wertpapiere verkauft oder als wertgemindert eingestuft werden.

Zins- und Dividendenerträge aus jederzeit verkaufbaren Wertpapieren werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Bei der Veräußerung von jederzeit verkaufbaren Wertpapieren wird der kumulierte und bis dahin im Eigenkapital erfasste nicht realisierte Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung der Berichtsperiode im Finanzergebnis erfasst.

Sobald ein jederzeit verkaufbares Wertpapier als wertgemindert eingestuft wird, wird der bis dahin im Eigenkapital erfasste, kumulierte nicht realisierte Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen. Eine Wertminderung ist dann gegeben, wenn Hinweise darauf bestehen, dass der erzielbare Betrag unter den Buchwert gesunken ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Rückgang des Marktpreises ein solches Ausmaß annimmt, dass eine Wertaufholung auf den Anschaffungswert innerhalb eines vorhersehbaren Zeitraums vernünftigerweise nicht erwartet werden kann. Eine Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zu jedem Bilanzstichtag.

Weiters werden unter den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten jene finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen, die keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Wenn sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der beizulegende Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen lässt, werden diese finanziellen Vermögenswerte mit den Anschaffungskosten bewertet. Gegebenenfalls erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorgenommen, wobei diesbezügliche Wertminderungen nicht rückgängig gemacht werden.

l. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Der Konzern schließt nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Währungsschwankungen bei Transaktionen in Fremdwährung – in erster Linie in US-Dollar – abzusichern. Diese Instrumente betreffen hauptsächlich Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen sowie Währungsswaps. Sie werden abgeschlossen, um den Konzern gegen Wechselkursschwankungen – durch Fixierung von zukünftigen Wechselkursen für Fremdwährungsaktiva und -passiva – zu schützen.

Der Konzern schließt weiters Zinsswaps ab, um sich gegen Zinssatzschwankungen abzusichern.

Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein.

Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Marktwerten. Das "Hedge Accounting" gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" (Financial Instruments: Recognition and Measurement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der Zahlungsströme des Grundgeschäftes hocheffektiv kompensieren. Sofern kein erfolgsneutrales "Hedge Accounting" anzuwenden ist, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

m. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).

n. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2015/16 den nicht beherrschenden Anteil von 1,24 % des Eigenkapitals an der AT&S Korea erworben und weist somit keine nicht beherrschenden Anteile mehr aus.

Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den Eigentümern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet. Die Zuordnung zu den nicht beherrschenden Anteilen erfolgt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen.

o. RÜCKSTELLUNGEN Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrscheinlich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft, und ihre Höhe wird der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

p. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONALAUFWAND

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen.

Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiedene Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflichtung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der Rentenanpassungen berechnet.

Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen aktiviert.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kündigungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezahlen. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker.

Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter der österreichischen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für seit dem 1. Januar 2003 eingetretene Mitarbeiter wird der Abfertigungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht.

Für Mitarbeiter der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsansprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeitern in Südkorea und China Abfertigungsansprüche. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter in Österreich und China. Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Eine bestimmte Mindestdauer des Dienstverhältnisses ist Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergebnisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.

q. AKTIENOPTIONEN Der Konzern hat aktienbasierte Vergütungspläne mit wahlweisem Barausgleich oder Ausgleich durch eigene Anteile aufgelegt. Das diesbezügliche Erfüllungswahlrecht liegt bei den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern. Diese aktienorientierten Mitarbeitervergütungen (Stock-Option-Pläne) werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Die anteilsbasierten Vergütungen sind in der Weise strukturiert, dass die beiden Erfüllungsalternativen den gleichen beizulegenden Zeitwert haben. Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung der Aktienoptionen erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus den aktienorientierten Mitarbeitervergütungen werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 15 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

r. AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGSRECHTE Der Konzern hat ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung von SAR erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 15 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

s. VERBINDLICHKEITEN Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet.

t. ÖFFENTLICHE ZUWENDUNGEN Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen werden und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt.

Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

u. EVENTUALSCHULDEN, -FORDERUNGEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt, aber im Anhang unter Punkt 21 erläutert. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.

Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

v. ERSTMALS ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr erstmalig angewendet und beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS.

  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2010 2012.
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2011 2013.
  • IAS 19: Leistungen an Arbeitnehmer (Klärung von Vorschriften zu Beiträgen von Arbeitnehmern an einen leistungsorientierten Versorgungsplan).
  • IFRIC 21: Abgaben (Regelung des Ansatzzeitpunktes von Rückstellungen für Abgaben).

Aus der erstmaligen Anwendung ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Angaben des Konzerns.

w. KÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2015/16 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind.

Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union übernommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses bereits veröffentlicht und sind noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet:

Standard/Interpretation Erwartete Auswirkungen
(Inhalt der Regelung) Anwendung 1) EU 2) auf den Konzernabschluss
IFRS 11 Erwerb von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit 01.01.2016 Ja Keine
IAS 16,
IAS 41
Sachanlagen/Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen 01.01.2016 Ja Keine
IAS 1 Angabeninitiative (Änderungen an IAS 1) 01.01.2016 Ja Keine
IAS 16,
IAS 38
Sachanlagen/Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung akzeptabler
Abschreibungsmethoden
01.01.2016 Ja Keine
Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2012 - 2014 01.01.2016 Ja Keine
IFRS 9 Finanzinstrumente (Neuregelung der Einstufung und Bewertung von
Finanzinstrumenten, zu Hedge Accounting und Wertminderungen)
01.01.2018 Nein Die Erfassung der Zeitwertänderungen von
Finanzinstrumenten, die der Konzern zurzeit "als zur
Veräußerung verfügbar" einstuft, wird künftig
(teilweise) im Gewinn oder Verlust erfasst.
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018 Nein Keine
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.2016 Nein Keine
IAS 27 Konzern- und separate Abschlüsse: Anwendung der Equity-Methode
in separaten Abschlüssen
01.01.2016 Nein Keine
IFRS 10,
IFRS 12,
IAS 28
Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme 01.01.2016 Nein Keine
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen/Konzernabschlüsse: Auf unbe Nein Keine
IFRS 10 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen
einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint
Venture
stimmte Zeit
verschoben
IFRS 16 Leasingstandard 01.01.2019 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.

1) Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet. 2) Status der Übernahme durch die EU

C. KRITISCHE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN BEI DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Werts der angegebenen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und -schulden. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind.

ENTWICKLUNGSKOSTEN Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen im Wesentlichen die Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiterchips für das Projekt Chongqing. Diese Entwicklungskosten wurden aktiviert, da die in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellten Kriterien zur Aktivierung zum 1. März 2014 vollständig erfüllt waren. Ab März 2016 steht diese Technologie zur Nutzung bereit, und es wurde mit der Abschreibung begonnen.

Für Zwecke der Ermittlung der Werthaltigkeit der aktivierten Entwicklungskosten traf die Geschäftsleitung im Geschäftsjahr 2014/15 Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus dem Projekt, den anzuwendenden Abzinsungssatz, die Wachstumsrate und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens.

Eine Erhöhung der wesentlichen Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Wertminderungstest zum 31. März 2015 gehabt:

Vorsteuer
Diskontierungszins Wachstumsrate
+5,00 % +5,00 %
kein Wertminderungs kein Wertminderungs
Aktivierte Entwicklungskosten bedarf bedarf

Eine Reduktion derselben Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Wertminderungstest zum 31. März 2015:

Vorsteuer
Diskontierungszins Wachstumsrate
-5,00 % -5,00 %
kein Wertminderungs kein Wertminderungs
Aktivierte Entwicklungskosten bedarf bedarf

ERMITTLUNG DER ANWARTSCHAFTSBARWERTE FÜR PERSONALVERPFLICHTUNGEN Der Barwert der langfristigen Personalverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.p. "Rückstellungen für Personalaufwand").

Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen: Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehalts- beziehungsweise der künftigen Pensionssteigerungen für die österreichischen Gesellschaften um in der Tabelle angegebene Prozentpunkte hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2016:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € +0,50 % +0,25 % +0,25 %
Pensionsverpflichtung (1.230) 111 563
Abfertigungsverpflichtung (1.104) 561

Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesellschaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2016:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € -0,50 % -0,25 % -0,25 %
Pensionsverpflichtung 1.389 (108) (537)
Abfertigungsverpflichtung 1.203 (541)

Es wird auf Erläuterung 17 "Rückstellungen für Personalaufwand" verwiesen.

BEWERTUNG DER LATENTEN STEUERN UND LAUFENDEN ERTRAGSTEUERSCHULDEN Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 138,3 Mio. € im Konzern wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 34,6 Mio. € gebildet. Der Großteil dieser nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge ist unbegrenzt vortragsfähig. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 7 "Ertragsteuern" verwiesen.

Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen.

SONSTIGE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN Weiters erfolgen Schätzungen, sofern nötig, die Wertminderungen (Impairment) des Anlagevermögens und der Rückstellungen, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbewertungen betreffen. Es wird insbesondere auf Erläuterung 4 "Sonstiges betriebliches Ergebnis", Erläuterung 8 "Sachanlagen", Erläuterung 9 "Immaterielle Vermögenswerte" und Erläuterung 18 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

II. Segmentberichterstattung

Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. "Geschäftssegmentinformationen").

Aufgrund des Einstiegs in das für die AT&S neue Geschäft mit IC-Substraten und der Zuordnung dieses Geschäftsfeldes in die Business Unit Mo– bile Devices wurde diese Business Unit in Mobile Devices & Substrates umbenannt. Sowohl für den Bereich Mobile Devices als auch Substrates gibt es nun eine entsprechende Organisationsstruktur, wogegen das Management-Reporting weiterhin einheitlich unter dem Segment Mobile Devices & Substrates erfolgt.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2015/16 wurde das Segment Industrial & Automotive auf Automotive, Industrial, Medical umbenannt. Mit dieser Änderung soll die steigende Bedeutung des Geschäfts mit medizinischen Geräten sowohl in der Therapie als auch in der Diagnose hervorgehoben werden.

Als berichtspflichtige primäre Segmente sind die Business Units Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige definiert. Im Segment Sonstige befindet sich die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging. Da Advanced Packaging weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind, wird es in der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt. Weiters beinhaltet das Segment Sonstige die allgemeinen Holdingaktivitäten sowie die Finanzierungsaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung.

Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt I.B. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" ausgeführt, angewendet.

in Tsd. € Mobile Devices &
Substrates
Automotive,
Industrial, Medical
Sonstige Eliminierung/
Konsolidierung
Konzern
2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15
Umsatzerlöse 539.665 455.192 326.679 301.790 22.135 10.913 (125.600) (100.885) 762.879 667.010
Innenumsatz (87.206) (73.115) (20.143) (18.898) (18.251) (8.872) 125.600 100.885
Außenumsatz 452.459 382.077 306.536 282.892 3.884 2.041 762.879 667.010
Betriebsergebnis
vor Abschreibungen 126.439 127.501 30.087 34.780 10.876 5.211 86 79 167.488 167.571
Abschreibungen (78.182) (67.368) (10.856) (8.874) (1.481) (1.243) (90.519) (77.485)
Betriebsergebnis 48.257 60.133 19.231 25.906 9.395 3.968 86 79 76.969 90.086
Finanzergebnis (8.135) (5.103)
Ergebnis vor Steuern 68.834 84.983
Ertragsteuern (12.883) (15.634)
Konzernjahresergebnis 55.951 69.349
Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 696.578 567.909 92.695 70.036 3.624 10.930 792.897 648.875
Zugänge zu Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten 271.752 126.825 29.362 25.515 1.869 2.135 302.983 154.475

INFORMATIONEN NACH GEOGRAFISCHEN REGIONEN

Umsatzerlöse nach Kundenregionen, nach dem Sitz des Kunden:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Österreich 17.525 19.308
Deutschland 163.374 142.269
Sonstiges Europa 46.073 41.562
China 32.387 27.429
Sonstiges Asien 75.603 80.687
Amerika 427.917 355.755
Umsatzerlöse 762.879 667.010

Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von 56 % (im Geschäftsjahr 2014/15: 52 %) aller Umsatzerlöse.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft:

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Österreich 66.054 49.019
China 696.534 567.867
Übrige 30.309 31.989
Summe 792.897 648.875

III. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. UMSATZERLÖSE

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Haupterlöse 762.646 666.705
Nebenerlöse 233 305
Umsatzerlöse 762.879 667.010
  1. AUFWANDSARTEN Die Aufwandsarten der Umsatzkosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2015/16 2014/15
Materialaufwand 267.806 227.503
Personalaufwand 160.898 133.572
Abschreibungen 79.679 67.755
Bezogene Leistungen inkl. Leiharbeiter 46.405 46.744
Energie 41.415 37.786
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 47.022 40.732
Frachtkosten 14.845 13.086
Miet- und Leasingaufwendungen 5.634 4.878
Bestandsveränderung Vorräte (3.023) (12.231)
Sonstiges 14.566 11.403
Summe 675.247 571.228

Die Position "Sonstiges" betrifft in den Geschäftsjahren 2015/16 und 2014/15 vorwiegend Reisekosten, Versicherungsaufwendungen, IT-Serviceleistungen, Rechts- und Beratungsaufwendungen.

  1. AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2015/16 Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 34.428 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 28.150 Tsd. €). Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst werden. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden Entwicklungskosten in Höhe von 61.052 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 29.789 Tsd. €) aktiviert. Es wird auf Erläuterung 9 "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

4. SONSTIGES BETRIEBLICHES ERGEBNIS

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 191 309
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 3.193 3.402
Erträge/(Aufwendungen) aus Wechselkursdifferenzen 52 987
Gewinne/(Verluste) aus Anlagenabgängen (632) (114)
Wertminderungen von Sachanlagen1) (3.113) (5.966)
Anlaufverluste (10.774) (8.703)
Übrige Erträge 420 4.389
Sonstiges betriebliches Ergebnis (10.663) (5.696)

1) Es wird auf Erläuterung 8 "Sachanlagen" verwiesen.

In den Geschäftsjahren 2015/16 und 2014/15 betreffen die öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergütungen sowie Forschungs- und Entwicklungsprämien. Wie im Geschäftsjahr 2014/15 resultierten 2015/16 die Anlaufverluste aus der Errichtung des neuen Werkes in Chongqing, China, sowie aus Kosten für den Aufbau einer neuen Linie in Hinterberg-Leoben, Österreich. Im Geschäftsjahr 2015/16 betrifft die Position "Übrige Erträge" im Wesentlichen verrechnete Sachleistungen für diverse Projekte sowie die Ausbuchung von weggefallenen sonstigen Verbindlichkeiten. Im Geschäftsjahr 2014/15 betrifft die Position "Übrige Erträge" im Wesentlichen die Verringerung der Rückstellung für nicht mehr genutzte Gebäudeflächen – es wird auf Erläuterung 18 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen – sowie Einmalerträge aus einer Ausgleichszahlung durch einen Lieferanten.

5. NICHT WIEDERKEHRENDE POSTEN Im abgelaufenen und im vorangegangenen Geschäftsjahr sind keine nicht wiederkehrenden Aufwendungen beziehungsweise Erträge entstanden.

6. FINANZERGEBNIS

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Zinserträge aus bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewerteten finanziellen Vermögenswerten und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 1.610 35
Sonstige Zinserträge 1.437 2.232
Gewinne aus dem Verkauf von Zahlungsmitteläquivalenten 91
Realisierte Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten, netto 604
Fremdwährungsgewinne, netto 3.882 6.709
Finanzierungserträge 7.533 9.067
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen (8.860) (11.308)
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen (363) (1.327)
Realisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, netto (690)
Verluste aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto (3.871)
Sonstige finanzielle Aufwendungen (2.574) (845)
Finanzierungsaufwendungen (15.668) (14.170)
Finanzergebnis (8.135) (5.103)

In der Position "Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen" sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 6.620 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 2.791 Tsd. €) saldiert dargestellt.

7. ERTRAGSTEUERN Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Laufende Ertragsteuern 15.821 14.564
Latente Steuern (2.938) 1.070
Summe Steueraufwand 12.883 15.634

Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt sich wie folgt:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz 17.209 21.245
Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland (5.057) (5.354)
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 1.825 1.142
Effekt aus der Veränderung nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und temporärer Unterschiede (807) (938)
Effekt aus der Änderung von Steuersätzen (622) 979
Effekt aus permanenten Differenzen 195 (1.479)
Effekt aus Steuern aus Vorperioden 140 39
Summe Steueraufwand 12.883 15.634

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge und werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gegeben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben werden:

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Anlagevermögen 26.639 (4.740) 23.435 (2.806)
Rückstellungen für Personalaufwand 4.607 4.977
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen 46
Noch nicht realisierte Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur
Absicherung von Zahlungsströmen, erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasst 944
Ertragssteuerliche Verlustvorträge inkl. steuerlicher Firmenwerte 1.620 415
Latente Steuer aus langfristigen Vermögenswerten/Schulden 32.866 (4.740) 29.817 (2.806)
Vorräte 3.505 2.897
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Forderungen 8 16
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
1.871 2.994
Übrige 466 1.682
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen (8.844) (7.675)
Übrige (151) (398)
Latente Steuer aus kurzfristigen Vermögenswerten/Schulden 5.850 (8.995) 7.589 (8.073)
Aktive/passive latente Steuern 38.716 (13.735) 37.406 (10.879)
Saldierung aktive/passive latente Steuern gegenüber derselben
Steuerbehörde (4.890) 4.891 (3.105) 3.105
Aktive/passive latente Steuern, saldiert 33.826 (8.844) 34.301 (7.774)

Zum 31. März 2016 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von insgesamt 147.797 Tsd. € (171.820 Tsd. € zum 31. März 2015), die zum überwiegenden Teil unbegrenzt vortragsfähig sind. Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 138.279 Tsd. € (164.163 Tsd. € zum 31. März 2015) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 34.570 Tsd. € (42.083 Tsd. € zum 31. März 2015) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist.

Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 26.527 18.800
Währungsdifferenzen (3.736) 7.958
Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung 2.938 (1.070)
Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern (747) 839
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 24.982 26.527
2015/16 2014/15
in Tsd. € Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Währungsumrechnungsdifferenzen (82.521) (82.521) 161.373 161.373
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungs
instrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen
3.775 (944) 2.831 (3.356) 839 (2.517)
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
2.462 197 2.659 (6.757) (6.757)
Sonstiges Ergebnis (76.284) (747) (77.031) 151.260 839 152.099

Die Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz

8. SACHANLAGEN

in Tsd. € Grundstücke, Ge
bäude und Bauten
Maschinen und
technische Anlagen
Andere Anlagen,
Betriebs- und Ge
schäftsausstattung
Geleistete
Anzahlungen und
Anlagen im Bau
Total
Buchwert 31.03.2014 46.996 267.635 4.865 115.607 435.103
Umrechnungsdifferenzen 18.381 77.073 994 26.411 122.859
Zugänge 7.890 68.478 2.925 43.650 122.943
Abgänge (3) (658) (661)
Umbuchungen 27.163 53.572 11 (80.746)
Wertminderungen (5.966) (5.966)
Abschreibungen, laufend (4.656) (63.998) (1.960) (70.614)
Buchwert 31.03.2015 95.771 396.136 6.835 104.922 603.664
Davon
Anschaffungskosten 135.314 1.088.131 27.223 104.922 1.355.590
Kumulierte Abschreibungen (39.543) (691.995) (20.388) (751.926)
Umrechnungsdifferenzen (8.701) (39.227) (583) (12.557) (61.068)
Zugänge 386 87.365 4.428 143.434 235.613
Abgänge (1.044) (86) (1.130)
Umbuchungen 54 91.228 832 (92.114)
Wertminderungen (3.113) (3.113)
Abschreibungen, laufend (6.195) (76.048) (2.562) (84.805)
Buchwert 31.03.2016 81.315 455.297 8.864 143.685 689.161
Davon
Anschaffungskosten 123.028 1.148.510 27.817 143.685 1.443.040
Kumulierte Abschreibungen (41.713) (693.213) (18.953) (753.879)

Der in "Grundstücke, Gebäude und Bauten" enthaltene Grundwert beträgt 1.701 Tsd. € (1.858 Tsd. € zum 31. März 2015).

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils in den Umsatzkosten und zusätzlich in den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden, ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 5.365 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 2.557 Tsd. €) auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Es wurde ein Finanzierungssatz von 4,1 % (im Geschäftsjahr 2014/15: 3,6 %) herangezogen.

WERTMINDERUNGEN Die Wertminderungen für Maschinen und technische Anlagen im Geschäftsjahr 2015/16 betrugen 3.113 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 5.966 Tsd. €). Diese Wertminderungen wurden in beiden Jahren für nicht mehr verwertbare Maschinen im Segment Mobile Devices & Substrates eingestellt.

9. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Sonstiges
Vorteile sowie daraus Aktivierte Geleistete immaterielles
in Tsd. € abgeleitete Lizenzen Entwicklungskosten Firmenwerte Anzahlungen Anlagevermögen Total
Buchwert 31.03.2014 1.313 140 7.692 9.145
Umrechnungsdifferenzen 85 5.354 5.439
Zugänge 1.535 29.789 208 31.532
Abschreibungen, laufend (697) (208) (905)
Buchwert 31.03.2015 2.236 35.283 7.692 45.211
Davon
Anschaffungskosten 16.572 35.283 7.767 7.692 67.314
Kumulierte Abschreibungen (14.336) (7.767) (22.103)
Umrechnungsdifferenzen (52) (6.204) 12 (6.244)
Zugänge 5.877 61.052 87 354 67.370
Umbuchungen 7.791 (7.791)
Abschreibungen, laufend (930) (1.317) (354) (2.601)
Buchwert 31.03.2016 14.922 88.814 103.736
Davon
Anschaffungskosten 29.987 90.065 7.132 127.184
Kumulierte Abschreibungen (15.065) (1.251) (7.132) (23.448)

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und in dem sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Die Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiterchips für das Projekt Chongqing stellte das größte Entwicklungsprojekt der Unternehmensgruppe dar. Da für dieses Projekt die für die Aktivierung von Entwicklungskosten erforderlichen Nachweise erbracht werden konnten, wurden die entsprechenden Kosten im Konzernabschluss aktiviert. Mit der Serienproduktion der entwickelten Substrate wurde im März 2016 begonnen und die planmäßige Abschreibung der Entwicklungskosten gestartet.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 1.255 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 234 Tsd. €) auf aktivierte Entwicklungskosten aktiviert. Ein Finanzierungssatz von 4,1 % (im Geschäftsjahr 2014/15: 3,6 %) wurde herangezogen.

WERTMINDERUNGEN In den Geschäftsjahren 2015/16 und 2014/15 waren keine Wertminderungen für immaterielle Vermögenswerte anzusetzen. Der Wertminderungstest für das im Geschäftsjahr 2014/15 noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekt in Chongqing, China, basierte auf Berechnungen des Nutzungswerts. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt jährlich mittels eines DCF-Verfahrens. Die wesentlichen Bewertungsannahmen im Vorjahr waren wie folgt:

  • Langfristige Wachstumsrate: 5 %
  • (Vorsteuer-) Diskontierungszins: 11,1 %

Aufgrund der Langfristigkeit des Projekts und um die in den zukünftigen Perioden erwarteten Mittelabflüsse aus dem Substratgeschäft adäquat zu berücksichtigen, wurden der Ermittlung des Nutzungswerts die erwarteten Zahlungsströme für die nächsten zehn Jahre zugrunde gelegt. Eine Betrachtung über einen kürzeren Zeitraum würde zu einer unverhältnismäßig erhöhten Gewichtung der Mittelzuflüsse führen.

10. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Vorauszahlungen 6.081 6.878
Gegebene Kautionen 5.477 5.013
Sonstige langfristige Forderungen 27.961 17.594
Buchwert 39.519 29.485

Die Vorauszahlungen betreffen langfristige Mietvorauszahlungen für Betriebsgrundstücke in China. Die sonstigen langfristigen Forderungen bestehen aus Vorsteuerrückvergütungen in China für das Werk Chongqing, welche sukzessive in der operativen Phase mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten verrechnet werden.

11. VORRÄTE

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 28.918 32.558
Unfertige Erzeugnisse 23.871 22.533
Fertige Erzeugnisse 30.649 34.131
Buchwert 83.438 89.222

Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorräten beträgt zum 31. März 2016 17.454 Tsd. € (13.953 Tsd. € zum 31. März 2015). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräußerungswert resultiert weder für das Geschäftsjahr 2015/16 noch für das Vorjahr eine wesentliche Abwertung.

  1. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 110.275 113.886
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (322) (394)
Umsatzsteuerforderungen 14.242 15.140
Sonstige Forderungen gegenüber Behörden 3.564 6.253
Vorauszahlungen 3.750 4.722
Energieabgabenrückvergütungen 1.170 1.937
Kautionen 1.589 977
Übrige Forderungen 419 609
Summe 134.687 143.130

Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2016 sowie zum 31. März 2015 vor allem Forderungen aus Abgrenzungspositionen.

Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 32.000 Tsd. € (32.000 Tsd. € zum 31. März 2015) als Besicherung. Es wird auf Erläuterung 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen entsprechen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

RESTLAUFZEITEN VON FORDERUNGEN Alle Forderungen zum 31. März 2016 sowie zum 31. März 2015 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

ENTWICKLUNG DER ÜBERFÄLLIGKEITEN UND WERTBERICHTIGUNGEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113.886 112.508 957 27
in Tsd. € Buchwert versichert 3 Monate Monaten Monaten 12 Monate
und nicht
überfällig bzw.
weniger als zwischen
3 und 6
zwischen
6 und 12
mehr als
Zum 31.03.2015: davon nicht
wertgemindert
davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
folgenden Zeitbändern überfällig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 110.275 109.306 593 17 37
in Tsd. € Buchwert und nicht
überfällig bzw.
versichert
weniger als
3 Monate
zwischen
3 und 6
Monaten
zwischen
6 und 12
Monaten
mehr als
12 Monate
Zum 31.03.2016: davon nicht
wertgemindert
davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
folgenden Zeitbändern überfällig

Bei den nicht wertgeminderten überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Wertberichtigungen am Beginn des Geschäftsjahres 394 82
Verwendung (7)
Auflösung (275)
Zuführung 232 253
Umrechnungsdifferenzen (22) 59
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 322 394

13. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2016 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 631 631
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 96 96
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 87.186 87.186
Summe 87.913 96 87.817
in Tsd. € 31.03.2015 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 780 780
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 96 96
Summe 876 96 780

ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Anleihen 631 780

Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 96 96
Abgänge
Realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode aus dem Eigenkapital entnommen
Umrechnungsdifferenzen
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 96 96

Sämtliche zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT GEHALTENE FINANZINVESTITIONEN

Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen werden in den Nominalwährungen Euro und chinesischer Renminbi gehalten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Festgelder, sonstige zins- und kapitalgarantierte Vermögensveranlagungen und jederzeit diskontierbare Bankwechsel mit einer Laufzeit von mehr als 3 und höchstens 12 Monaten.

14. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 171.866 273.919
Buchwert 171.866 273.919

Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

15. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Restlaufzeit
zwischen einem und
in Tsd. € 31.03.2016 bis zu einem Jahr fünf Jahren mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 130.668 130.668
Zuschüsse der öffentlichen Hand 7.164 152 3.851 3.161
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen 4.131 4.131
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 3.888 3.888
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 5.856 5.856
Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 207 207
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 743 743
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 25.842 25.842
Übrige Verbindlichkeiten 9.513 9.513
Buchwert 188.012 180.257 4.594 3.161
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2015 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.785 97.785
Zuschüsse der öffentlichen Hand 4.265 311 3.868 86
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen 5.853 5.853
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 2.523 2.523
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 5.303 5.303
Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 418 54 364
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 397 397
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 29.133 29.133
Übrige Verbindlichkeiten 8.489 8.447 42
Buchwert 154.166 149.409 4.671 86

Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND Die Zuschüsse der öffentlichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst.

Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Zuschüsse für Projektkosten erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazugehörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen Hand enthalten.

VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENOPTIONEN Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2005 bis 2008) wurde in der 1. Sitzung des Nominierungs- und Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats vom 17. März 2009 ein weiterer Stock-Option-Plan (SOP 2009 von 2009 bis 2012) beschlossen, nachdem dieser in der 55. Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2008 zur Begutachtung vorgelegt wurde. Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen.

Jede dieser Optionen berechtigt entweder

  • zum Erwerb von Aktien (Equity-settled Share-based Payment Transactions) oder
  • zu einem Barausgleich (Cash-settled Share-based Payment Transactions), der in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung der AT&S Aktie am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes durch den Optionsberechtigten verlangt werden kann.

Der Ausübungspreis wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und errechnet sich aus dem Durchschnittspreis der AT&S Aktie über einen Zeitraum von sechs Kalendermonaten vor dem Tag der jeweiligen Zuteilung. Auf diesen Durchschnittspreis wird ein Aufschlag von 10 % hinzugerechnet. Der Ausübungspreis entspricht jedoch zumindest dem auf eine Aktie der Gesellschaft entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals.

Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach zwei Jahren, 30 % nach drei Jahren und 50 % nach vier Jahren ausübbar sind. Die Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der nächstfolgenden Wartefrist ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig. Für den Fall, dass eine Sperrfrist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst, gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die betreffende Fünfjahresfrist unterbricht. Nach Ende der Sperrfrist können die Aktienoptionen weiterhin für die Zeit dieser Unterbrechung ausgeübt werden. Aktienoptionen, die nicht spätestens zum Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig.

Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen. Ein neuer Stock-Option-Plan, beginnend mit 1. April 2013, wurde nicht abgeschlossen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Aktienoptionen in den Geschäftsjahren 2015/16 und 2014/15.

Zuteilungstag
1. April 2012 1. April 2011 1. April 2010
Ausübungspreis (in €) 9,86 16,60 7,45
31.03.2014 88.500 88.500 88.500
Ausgeübte Aktienoptionen 84.000
Verfallene Aktienoptionen 1.500 1.500 1.500
31.03.2015 87.000 87.000 3.000
Ausgeübte Aktienoptionen 24.500
Verfallene Aktienoptionen 3.000
31.03.2016 62.500 87.000
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienoptionen 1 Jahr 3 Monate1)
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienoptionen zum Bilanzstichtag (in Tsd. €)
31.03.2015 417 32 21
31.03.2016 194

1) Sperrfrist endet mit Mitte Juni, danach drei Tage Ausübungszeit.

Weiters wird auf Erläuterung 27 "Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen" verwiesen.

Der gewichtete Aktiendurchschnittskurs am Tag der Ausübung aller im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen beträgt im Geschäftsjahr 2015/16 15,36 € (im Geschäftsjahr 2014/15: 9,93 €).

Die Bewertung der Aktienoptionen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten für sämtliche zum 1. April 2011 und zum 1. April 2012 zugeteilten Aktienoptionen abweichen.

Risikofreier Zinssatz -0,47 %
Volatilität 37,24 %

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse ab 4. Mai 2015 bis zum Bilanzstichtag.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienoptionen wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst.

Der gesamte innere Wert der zum 31. März 2016 ausübbaren Aktienoptionen beträgt 58 Tsd. € (zum 31. März 2015: 104 Tsd. €).

Zum 31. März 2016 sind noch 19.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2012 und 87.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2011 ausübbar. Zum 31. März 2015 waren 3.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2010, 43.500 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2011 und 17.400 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2012 ausübbar.

VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGSRECHTEN Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Ihre Zuteilung kann im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016 erfolgen.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes.

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Vor– aussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft des AT&S Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs- bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) gehalten wird. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance-Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilungstag
1. April 2015 1. April 2014
Ausübungspreis (in €) 10,70 7,68
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 230.000
31.03.2015 230.000
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 240.000
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 5.000 5.000
31.03.2016 235.000 225.000
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 4 Jahre 3 Jahre
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag (in Tsd. €)
31.03.2015 1.192
31.03.2016 418 832

Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten abweichen.

Risikofreier Zinssatz -0,37 bis -0,47 %
Volatilität 33,40 bis 34,69 %

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse von 1. März 2013 bis zum Bilanzstichtag.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst.

ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Abgrenzungen.

16. FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Restlaufzeit
zwischen einem und
Nominalzinssat
in Tsd. € 31.03.2016 bis zu einem Jahr fünf Jahren mehr als fünf Jahre z in %
Anleihen 76.798 76.798 5,00
Exportkredite 32.000 32.000 0,29
Kredite der öffentlichen Hand 741 213 528 0,75-2,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 409.561 52.402 280.853 76.306 1,16-5,18
Derivative Finanzinstrumente1) 3.871 3.871
Buchwert 522.971 161.413 285.252 76.306
Restlaufzeit
zwischen einem und
Nominalzinssat
in Tsd. € 31.03.2015 bis zu einem Jahr fünf Jahren mehr als fünf Jahre z in %
Anleihen 101.505 1.822 99.683 5,00
Exportkredite 32.000 32.000 0,49
Kredite der öffentlichen Hand 508 508 0,75-2,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 267.515 12.215 219.116 36.184 1,15-5,76
Derivative Finanzinstrumente1) 3.777 2.266 1.511
Buchwert 405.305 46.037 321.573 37.695

1) Es wird auf Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

Die Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 100 Mio. € wurde am 18. November 2011 mit einer Laufzeit von fünf Jahren von der Gesellschaft platziert und ist im Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse gelistet. Die Anleihe hat eine Stückelung von 1.000 €, und die jährliche Fixverzinsung in Höhe von 5,00 % vom Nennwert ist nachträglich am 18. November eines jeden Jahres zahlbar. Der Erlös der Anleihe dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung.

Für die Anleihe gelten die folgenden Anleihebedingungen: Es besteht kein ordentliches Kündigungsrecht der Anleihegläubiger. Ein außerordentliches Kündigungsrecht ist im Wesentlichen bei folgenden Ereignissen bei der Gesellschaft oder einer ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften vereinbart:

  • Einstellung von Zahlungen oder Bekanntgabe von Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung,
  • Konkurs- oder sonstiges Insolvenzverfahren (Ausnahme: gerichtlicher Ausgleich) oder Liquidation,
  • wesentliche Verschlechterung der Finanz- und Ertragslage durch überwiegende Einstellung der Geschäftstätigkeit, Veräußerung wesentlicher Teile der Vermögenswerte oder nicht fremdüblicher Geschäfte mit verbundenen Unternehmen,
  • Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung der Anleiheverpflichtungen führt.

Vom Gesamtnennbetrag von 100 Mio. € wurden am 22. Oktober 2015 Anteile im Nominale von 18,0 Mio. € und am 25. Februar 2016 Anteile im Nominale von 6,5 Mio. € vorzeitig zurückgekauft.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investitionsfinanzierungen.

Zur Refinanzierung des Eigenkapitalbedarfs für das Werk in Chongqing wurde im Geschäftsjahr 2012/13 eine langfristige Finanzierung im Rahmen einer OeKB-Beteiligungsfinanzierung aufgenommen. Die Tilgung erfolgt ab September 2014 in Halbjahresraten bis Februar 2020. Für 80 % der Finanzierung gilt ein Fixzinssatz, für 20 % ein variabler Zinssatz, wobei der variable Teil zuerst getilgt wird. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA max. 4
  • Eigenkapitalquote mindestens 30 %
  • Kein Kontrollwechsel

Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen in Chongqing und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Februar 2014 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 158 Mio. € erfolgreich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die variable Euro-Verzinsung wurde zur Gänze durch Zinsswaps abgesichert. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Eigenkapitalquote mindestens 35 %
  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung der Kreditverpflichtungen führt.

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurden im Oktober 2015 und im Februar 2016 die variabel verzinsten Euro Tranchen im Ausmaß von 92 Mio. € vorzeitig gekündigt und getilgt. Die Zinsswaps werden zur Sicherung der variablen Tranche des im Oktober 2015 abgeschlossenen Schuldscheindarlehens weiterverwendet. Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Höhe ist keine effektive Sicherungsbeziehung gegeben.

Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Oktober 2015 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 221 Mio. € erfolgreich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten.

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2016 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Sonstige
Verbindlichkeiten
Derivative
Kredite gegenüber Finanz
in Tsd. € Anleihen Exportkredite öffentlicher Hand Kreditinstituten instrumente
2016/17
Tilgung 75.500 32.000 213 50.605
Zinsen fix 3.775 8 5.570
Zinsen variabel 93 3.781
2017/18
Tilgung 227 19.526
Zinsen fix 3 5.167
Zinsen variabel 3.431
2018/19
Tilgung 76.870 2.280
Zinsen fix 2 4.765
Zinsen variabel 3.127
2019/20
Tilgung 113 28.948
Zinsen fix 2 2.574
Zinsen variabel 2.882
2020/21
Tilgung 188 165.976 1.591
Zinsen fix 1 2.289
Zinsen variabel 2.225
nach 2020/21
Tilgung 76.607
Zinsen fix 2.059
Zinsen variabel 1.292

Mit Ausnahme des Exportkredites, der voraussichtlich wieder prolongiert wird, werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.

in Tsd. € Anleihen Exportkredite Kredite
öffentlicher Hand
Sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
Derivative
Finanz
instrumente
2015/16
Tilgung 32.000 11.611
Zinsen fix 5.000 6 4.121
Zinsen variabel 159 3.910
2016/17
Tilgung 100.000 213 11.679
Zinsen fix 5.000 6 3.748
Zinsen variabel 4.373
2017/18
Tilgung 251 42.764
Zinsen fix 1 3.334
Zinsen variabel 4.516
2018/19
Tilgung 150 148.907
Zinsen fix 1 2.920
Zinsen variabel 2.744
2019/20
Tilgung 44 16.068 2.266
Zinsen fix 693
Zinsen variabel 853
nach 2019/20
Tilgung 36.360 1.511
Zinsen fix 1.122
Zinsen variabel 740

Zum Vorjahresstichtag 31. März 2015 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Die Anleihen, Kredite der öffentlichen Hand und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen teilweise eine nicht mehr marktübliche Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren Buchwerten kommen.

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015 31.03.2016 31.03.2015
Anleihen 76.798 101.505 77.388 105.000
Exportkredite 32.000 32.000 32.000 32.000
Kredite der öffentlichen Hand 741 508 745 520
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 409.561 267.515 415.876 270.801
Derivative Finanzinstrumente 3.871 3.777 3.871 3.777
Summe 522.971 405.305 529.880 412.098

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen bestimmt.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Euro 400.390 351.610
US-Dollar 122.528 53.534
Sonstige 53 161
Summe 522.971 405.305

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 32.000 Tsd. € (zum 31. März 2015: 32.000 Tsd. €) besichert. Es wird auf Erläuterung 12 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" verwiesen.

Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien:

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Exportkredit 8.000 8.000
Sonstige Kredite 239.416 203.068
Summe 247.416 211.068

LEASINGVERHÄLTNISSE Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Mietverhältnissen stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Bis zu einem Jahr 3.212 2.113
Zwischen einem und fünf Jahren 6.388 7.133
Mehr als fünf Jahre 1.200 2.709
Summe 10.800 11.955

Im Konzern bestehen mehrere Operating-Leasingverträge für die Anmietung von Büroräumen, Grundstücken und Produktionshallen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung und technische Anlagen.

Die Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen betreffen zum Großteil ein im Geschäftsjahr 2006/07 durchgeführtes Sale-and-Lease-Back für Betriebsgrundstücke und -gebäude in Leoben-Hinterberg und Fehring, Österreich, mit einer unkündbaren Leasingdauer bis Dezember 2021. Die angeführten Beträge beinhalten zum 31. März 2016 mit 3.461 Tsd. € (zum 31. März 2015: 4.219 Tsd. €) auch die auf die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen in Leoben-Hinterberg entfallenden Mindestzahlungen aus dem Operating-Leasing-Verhältnis, die bereits in der Bilanz als sonstige Rückstellungen enthalten sind. Es wird auf Erläuterung 18 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

Die im laufenden Jahr erfassten Zahlungen für unkündbare Leasing- und Mietaufwendungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Leasing- und Mietaufwand 3.213 3.551
  1. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONALAUFWAND Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.

BEITRAGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskasse ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensionspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Arbeitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 491 Tsd. € im Geschäftsjahr 2015/16 und 472 Tsd. € im Geschäftsjahr 2014/15.

LEISTUNGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einzelne aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands und für ehemalige leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiterbeiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an andere Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensionskassen fondsfinanziert ("funded") und teilweise nicht fondsfinanziert ("unfunded"). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Führungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen Risiken aus der Lebenserwartung und der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie bei fondsfinanzierten von Ertragsabweichungen.

FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den Mitarbeitern in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensversicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

NICHT FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den Mitarbeitern in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter, die im Allgemeinen vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienstzeit zwei bis zwölf Zwölftel des Jahresgehaltes. Mitarbeitern in Südkorea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgeltabhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen betrugen 335 Tsd. € im Geschäftsjahr 2015/16 und 288 Tsd. € im Geschäftsjahr 2014/15.

SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE Den Mitarbeitern der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.

Die AUFWENDUNGEN für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche
in Tsd. € 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15
Laufender Dienstzeitaufwand 132 98 1.703 1.366 1.352 261
Zinsaufwand 120 136 409 549 126 149
Umbewertung von Verpflichtungen aus sonstigen
Dienstnehmeransprüchen
2.066 1.121
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 252 234 2.112 1.915 3.544 1.531
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
(905) 2.551 (1.556) 4.206
Aufwand im sonstigen Ergebnis erfasst (905) 2.551 (1.556) 4.206
Summe (653) 2.785 556 6.121 3.544 1.531

Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und in dem sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

In der BILANZ sind folgende Ansprüche abgegrenzt:

in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
Gedeckte Pensionsansprüche 4.929 5.546
Ungedeckte Pensionsansprüche 1.394 1.493
Summe Pensionsansprüche 6.323 7.039
Ungedeckte Abfertigungsansprüche 22.091 22.284
Gedeckte Abfertigungsansprüche 252 202
Summe Abfertigungsansprüche 22.343 22.486
Sonstige Dienstnehmeransprüche 7.627 4.201
Rückstellungen für Personalaufwand 36.293 33.726

Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015 31.03.2016 31.03.2015
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 14.941 15.862 1.055 1.014
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (10.012) (10.316) (803) (812)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 4.929 5.546 252 202
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.394 1.493 22.091 22.284
Bilanzierte Rückstellungen 6.323 7.039 22.343 22.486

Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar:

Fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
in Tsd. € 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15
Barwert der Pensionsverpflichtung:
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 15.862 13.010 1.493 1.226
Laufender Dienstzeitaufwand 132 98
Zinsaufwand 270 424 25 39
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (759) 3.604 (53) 269
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen (230) (1.132) (8) 21
Auszahlungen (334) (142) (63) (62)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 14.941 15.862 1.394 1.493

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens:

Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne / gedeckte Pensionsansprüche 4.929 5.546
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 10.012 10.316
Auszahlungen (333) (141)
Zinserträge 175 327
Veranlagungsergebnis (146) 211
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 10.316 9.919

Zum 31. März 2016 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 16 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten Pensionsansprüche 13 Jahre.

Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in % 31.03.2016 31.03.2015
Anleihen 54 % 39 %
Aktien 33 % 45 %
Immobilien 4 % 4 %
Liquide Mittel 9 % 12 %
Summe 100 % 100 %

Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt.

Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

Fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15
Barwert der Abfertigungsverpflichtung:
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 1.014 674 22.284 16.505
Umrechnungsdifferenzen (116) 181 (196) 354
Dienstzeitaufwand 64 50 1.639 1.316
Zinsaufwand 74 64 396 544
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen 253 (369)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 29 59 (1.713) 3.820
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 15 12 (130) 680
Auszahlungen (25) (26) (442) (566)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 1.055 1.014 22.091 22.284
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens:
Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 252 202
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 803 812
Auszahlungen (25) (26)
Zinserträge 61 59
Veranlagungsergebnis 10 (4)
Einzahlungen 36 26
Umrechnungsdifferenzen (91) 149
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 812 608

Zum 31. März 2016 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche 12 Jahre.

Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 4.201 3.867
Umrechnungsdifferenzen (290) 305
Dienstzeitaufwand 1.352 261
Zinsaufwand 126 149
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen 363 (286)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (292) 493
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 1.995 914
Umgliederung 1.968
Auszahlungen (1.795) (1.502)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 7.628 4.201

Zum 31. März 2016 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche 11 Jahre. Die Umgliederung in Höhe von 1.968 Tsd. € ist eine Übertragung von einem kurzfristigen Anteil von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten.

Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche (Jubiläumsgelder)
31.03.2016 31.03.2015 31.03.2016 31.03.2015 31.03.2016 31.03.2015
Zinssatz 2,00 % 1,70 % 2,12 % 2,10 % 2,28 % 2,15 %
Erwartete Gehaltssteigerung 2,25 % 2,25 % 2,85 % 3,40 % 5,08 % 5,00 %
Künftige Pensionserhöhung 2,00 % 2,00 %
Pensionseintrittsalter 65 65 1) 1)

1) individuell gemäß landesspezifischen Gesetzen

18. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

in Tsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige
Buchwert 31.03.2015 12.660 2.515 8.153 1.992
Verwendung (1.421) (178) (622) (621)
Auflösung (1.796) (1.796)
Zuführung 2.885 1.856 1.029
Zinseffekt 15 15
Umrechnungsdifferenzen (306) (199) (107)
Buchwert 31.03.2016 12.037 2.198 7.546 2.293
in Tsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige
Buchwert 31.03.2014 12.809 893 10.816 1.100
Verwendung (1.970) (240) (1.030) (700)
Auflösung (2.578) (530) (1.612) (436)
Zuführung 3.978 2.005 1.973
Zinseffekt (21) (21)
Umrechnungsdifferenzen 442 387 55
Buchwert 31.03.2015 12.660 2.515 8.153 1.992
in Tsd. € 31.03.2016 31.03.2015
davon langfristig 6.957 7.545
davon kurzfristig 5.080 5.115
Buchwert 12.037 12.660

RÜCKSTELLUNG FÜR GEWÄHRLEISTUNG Diese Position betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamationen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist eine auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausgewiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der Produkthaftpflichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt.

RÜCKSTELLUNG FÜR RESTRUKTURIERUNG Diese Rückstellung betrifft die künftigen Leerstandskosten für die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen auf Basis der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtung sowie einen möglichen Verlust aus der Verwertung der Immobilie durch den Leasinggeber, welcher vom Leasingnehmer zu tragen ist. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurde aufgrund der Verringerung der nicht genutzten Gebäudefläche der Wert angepasst. Die Rückstellung wurde überwiegend in Höhe des Barwerts der erwarteten Ausgaben bis zur Beendigung der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtung im Dezember 2021 angesetzt. Zusätzlich war im Geschäftsjahr 2013/14 eine Rückstellung für die Schließungskosten des Werks Klagenfurt enthalten, welche im Geschäftsjahr 2014/15 verbraucht wurde.

ÜBRIGE Diese Position enthält Rückstellungen für Risiken aus schwebenden Geschäften sowie für Risiken im Zusammenhang mit Pensionsversicherungsbeiträgen in Asien, die sich aufgrund der unklaren Rechtslage ergeben.

  1. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Die derivativen Finanzinstrumente betreffen Zinsswaps. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erlöst werden würde.

Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31.03.2016 31.03.2015
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Zinsswaps zu Marktwerten 3.871 3.777
Summe Marktwerte 3.871 3.777

Die Nominalbeträge und die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit der Absicherung von Zinssatzschwankungen stellen sich nach Währungen wie folgt dar:

31.03.2016 31.03.2015
Währung Nominalbetrag
in 1.000 Landeswährung
Marktwert
in Tsd. €
Nominalbetrag
in 1.000 Landeswährung
Marktwert
in Tsd. €
Euro 92.000 (3.871) 92.000 (3.777)

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31.03.2016 31.03.2015
Zinsswaps 35 - 59 47 - 71

Zum 31. März 2016 sind die festen Zinssätze der Zinsswaps 1,01 % und 1,405 %, der variable Zinssatz basiert auf dem 6-Monats-EURIBOR.

Basierend auf den verschiedenen Szenarien, sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derartige Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern

Darlehen mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nominalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung der variablen Tranchen des Schuldscheindarlehens aus 2014 im Geschäftsjahr 2015/16 fiel das Basisgeschäft weg. Die Zinsswaps werden für andere variable Kreditverbindlichkeiten verwendet. Aufgrund der unterschiedlichen Laufzeit und Höhe lässt sich eine effektive Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39, welche Voraussetzung für eine ergebnisneutrale Erfassung der Bewertungsgewinne oder -verluste ist, nicht mehr herstellen, und daher wurden im Geschäftsjahr 2015/16 3,8 Mio. € aus dem Eigenkapital einmalig ergebniswirksam erfasst. Die laufende Folgebewertung erfolgt ergebniswirksam in den Finanzaufwendungen.

20. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

BUCHWERTE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten:

31.03.2016 Bewertungskategorie
nach IAS 39 oder
Bewertung nach
in Tsd. € anderen IFRS Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 96 96
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 109.953 109.953
Sonstige Forderungen LAR 419 419
Sonstige Forderungen 24.315 24.315
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 134.687 134.687
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 631 631
Finanzielle Vermögenswerte HTMI 87.186 87.186
Finanzielle Vermögenswerte 87.817 87.817
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 171.866 171.866
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 171.866 171.866
Schulden
Anleihen FLAAC 1 76.798 77.388
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 442.302 448.621
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 3.871 3.871
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 522.971 529.880
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 130.668 130.668
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 25.842 25.842
Sonstige Verbindlichkeiten 31.502 31.502
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten
188.012 188.012
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen LAR 1) 282.238
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2) 96
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVPL 3) 631
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen HTMI 4) 87.186
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 5) 675.610
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI 6) 3.871
31.03.2015 Bewertungskategorie
nach IAS 39 oder
Bewertung nach
in Tsd. € anderen IFRS Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 96 96
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 113.492
Sonstige Forderungen LAR 609
Sonstige Forderungen 29.029
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 143.130
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 780 780
Finanzielle Vermögenswerte 780 780
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 273.919
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 273.919
Schulden
Anleihen FLAAC 1 101.505 105.000
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 300.023 303.321
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 3.777 3.777
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 405.305 412.098
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 97.785
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 29.133
Sonstige Verbindlichkeiten 27.248
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten 154.166
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen LAR 1) 388.020
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2) 96
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVPL 3) 780
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 5) 528.446
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI 6) 3.777

1) Loans and receivables (Kredite und Forderungen)

2) Available-for-sale financial assets (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)

3) Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

4) Held-to-maturity investments (Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen)

5) Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

6) Derivatives as hedging instruments (Derivate als Sicherungsinstrumente)

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden.

  • Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bestimmt.
  • Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.
  • Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde.

NETTOERGEBNISSE IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Kredite und Forderungen 3.499 6.815
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (2.223) (29)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 8 8
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen 1.579
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (7.490) (8.712)
Summe (4.627) (1.918)

Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Dividendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Abgang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzinstrumente.

Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 121 Tsd. € Nettoertrag (2014/15: 427 Tsd. €) im Betriebsergebnis dargestellt. Des Weiteren sind 4.747 Tsd. € Nettoaufwand (2014/15: 2.345 Tsd. €) im Finanzergebnis enthalten.

FINANZRISIKEN

Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen erläutert.

Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt durch das zentrale Treasury entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungsparameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns ab.

FINANZIERUNGSRISIKO Das Finanzierungsrisiko umfasst sowohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente.

Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapiervermögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt. Es wird auf Erläuterung 13 "Finanzielle Vermögenswerte" und Erläuterung 14 "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" verwiesen.

Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 74 % des Gesamtbetrags aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vorjahr: 78 %). Es wird weiters auf Erläuterung 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis überprüft werden. Bei Nichteinhalten dieser Verpflichtungen haben die Kreditgeber ein Kündigungsrecht.

LIQUIDITÄTSRISIKO Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 507,1 Mio. € (Vorjahr: 485,9 Mio. €). Davon entfallen 259,7 Mio. € (Vorjahr: 274,8 Mio. €) auf Zahlungsmittel(äquivalente), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare Wertpapiere und 247,4 Mio. € (Vorjahr: 211,1 Mio. €) auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 21,2 Mio. € erhöht. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe von 99,4 Mio. € (Vorjahr: 131,7 Mio. €), welche auf die AT&S in China entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen.

Der Konzern verfügt über einen deutlich positiven operativen Cashflow. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt für das Geschäftsjahr 2015/16 136,9 Mio. € (Vorjahr: 143,9 Mio. €). Somit konnten die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen nur zum Teil durch den operativen Cashflow finanziert werden.

KREDITRISIKO Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls. Der Konzern hat es stets verstanden, starke Partnerschaften zu seinen größten Kunden aufzubauen. Die am Umsatz gemessen fünf wesentlichsten Kunden trugen zu den Umsatzerlösen insgesamt 56 % bei.

Der Beitrag zu den am Bilanzstichtag aushaftenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht im Wesentlichen den Umsatzanteilen der einzelnen Kunden. Das Kreditrisiko wird durch einen umfassenden Prozess minimiert. Kunden werden regelmäßigen Bonitätsprüfungen unterzogen und deren Forderungen sind zum großen Teil versichert. Nicht versicherte Forderungen werden kontinuierlich überwacht und im Falle von erkennbaren Risiken erfolgen Lieferungen nur noch gegen Vorauskasse oder auf Basis von Bankgarantien. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €) wertberichtigt bzw. 0,3 % (Vorjahr: 0,3 %) des Forderungsstands.

Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 12 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" verwiesen.

WECHSELKURSRISIKO Als weltweit tätiges Unternehmen ist der AT&S Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wertschöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise "natürliche Hedges" vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch Schließen von Positionen (Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und durch die Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z. B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Währungsswaps abgesichert.

Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßiger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden.

FINANZMARKTRISIKEN Zu den Finanzmarktrisiken und derivativen Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläuterung I.B.l. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Derivative Finanzinstrumente" und Erläuterung 19 "Derivative Finanzinstrumente". Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Optionen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

EVALUIERUNG DER FINANZMARKTRISIKEN DURCH SENSITIVITÄTSANALYSEN Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. In sogenannten GAP-Analysen wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine 1 % ige Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwährungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt. Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der ertragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach Steuern errechnet.

Wären die Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher (bzw. niedriger) gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 1,4 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) geringer (bzw. höher) ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Dies wäre im Wesentlichen auf höhere (bzw. niedrigere) Zinsaufwendungen für variabel verzinste Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Dieser Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzuwenden wären.

Eine 1 % ige Veränderung des US-Dollar im Vergleich zum Euro hätte in der Bewertung von auf US-Dollar basierenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzierungssalden und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten derivativen Finanzinstrumenten einen Konzernjahresergebniseffekt in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) zur Folge gehabt.

Es wird weiters auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 12 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" verwiesen.

KAPITALRISIKOMANAGEMENT Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten verändert.

Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerten (Covenants) überwacht der Konzern sein Kapital in Bezug auf die Eigenkapitalquote sowie das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer).

Die Strategie des Konzerns besteht darin, die Eigenkapitalquote von 40 % nicht zu unterschreiten sowie die fiktive Entschuldungsdauer von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Dadurch besteht ausreichend Spielraum, um das Eintreten von ungünstigen Geschäftsentwicklungen abzufedern und den Fortbestand des Unternehmens auch in Krisensituationen zu gewährleisten. Kurzfristige Abweichungen werden in Kauf genommen.

Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapital-Quote 42,3 % und lag damit unter dem Vorjahreswert von 49,5 %. Die fiktive Entschuldungsdauer lag mit 1,6 Jahren über dem Vorjahreswert von 0,8 Jahren.

  1. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN In Bezug auf unkündbare Leasing- und Mietverträge wird auf Erläuterung 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen. Zum 31. März 2016 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 80.127 Tsd. € (zum 31. März 2015: 32.857 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorhaben. Weiters bestehen zum Bilanzstichtag keine Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien (zum 31. März 2015: 51 Tsd. €). Andere Garantien bzw. sonstige Haftungszusagen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sind zum Bilanzstichtag nicht gegeben.

22. GEZEICHNETES KAPITAL

Im Umlauf
befindliche Aktien
in Tsd. Stück
Grundkapital
in Tsd. €
Kapitalrücklage
in Tsd. €
Gezeichnetes Kapital
in Tsd. €
31.03.2014 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2015 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2016 38.850 42.735 99.111 141.846

GRUNDKAPITAL Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. März 2016 42.735 Tsd. € (Vorjahr: 42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 € eingeteilt.

GENEHMIGTES KAPITAL UND BEDINGTE KAPITALERHÖHUNG Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367,5 Tsd. €, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000 Tsd. € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Die Wandelschuldverschreibungen können auch durch eine zu hundert Prozent direkt oder indirekt im Eigentum der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft stehende Gesellschaft ausgegeben werden. Für diesen Fall wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft eine Garantie für die Wandelschuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern der Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf Aktien der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft zu gewähren.

Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367,5 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.

In Bezug auf das genehmigte Kapital bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten.

IM UMLAUF BEFINDLICHE AKTIEN Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2016 (zum 31. März 2015: 38.850.000 Stück).

EIGENE ANTEILE In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, gemäß § 65 Abs 1 Z 8 AktG binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen ausgeübt werden.

Zum 31. März 2016 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Weiters wurde der Vorstand in der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 erneut, gemäß § 65 Abs 1b AktG, ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien

  • zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,
  • zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,
  • als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und
  • zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck

zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden.

DIVIDENDE PRO AKTIE Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden pro Aktie 0,36 € (im Geschäftsjahr 2014/15: 0,20 €) an Dividenden ausgeschüttet.

  1. SONSTIGE RÜCKLAGEN Die im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € Währungsumrech
nungsdifferenzen
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
Sicherungs
instrumente aus der
Absicherung von
Zahlungsströmen
Umbewertung von
Verpflichtungen aus
Leistungen an
Arbeitnehmer nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
Sonstige
Rücklagen
Buchwert 31.03.2014 2.268 3 (314) (3.254) (1.297)
Saldo unrealisierter Veränderungen vor
Umgliederung, nach Steuern
161.339 (2.517) 158.822
Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses
(6.751) (6.751)
Buchwert 31.03.2015 163.607 3 (2.831) (10.005) 150.774
Saldo unrealisierter Veränderungen vor
Umgliederung, nach Steuern
(82.521) 2.831 (79.690)
Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
2.659 2.659
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (50) (5) (55)
Buchwert 31.03.2016 81.036 3 (7.351) 73.688

Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfallen, wird auf Erläuterung 7 "Ertragsteuern" verwiesen.

  1. CASHFLOW In Übereinstimmung mit IAS 7 umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Sichteinlagen und kurzfristige, liquide Anlagen, die jederzeit in Geldbeträge umgewandelt werden können, und die nur unwesentlichen Risiken von Wertänderungen unterliegen. Die Konzern-Geldflussrechnung wird nach der indirekten Methode erstellt.

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2015/16 145.928 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 144.956 Tsd. €).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -342.242 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: -164.779 Tsd. €) und ist im Wesentlichen durch die Investitionstätigkeiten in Chongqing und Shanghai, durch diverse technologische Reinvestitionen sowie die Veranlagung liquider Mittel verursacht.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2015/16 111.073 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2014/15: 11.943 Tsd. €) und war durch die Platzierung von Schuldscheindarlehen im Ausmaß von 221,0 Mio. € überdurchschnittlich hoch.

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Cashflow aus dem Ergebnis 145.928 144.956
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 136.925 143.870
Cashflow aus Investitionstätigkeit (342.242) (164.779)
Freier Cashflow (205.317) (20.909)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 111.073 11.943
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (94.244) (8.966)
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (7.809) 22.752
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 171.866 273.919

Der Bestand an Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten am Geschäftsjahresende 2015/16 beträgt 171.866 Tsd. € (am Geschäftsjahresende 2014/15: 273.919 Tsd. €). Aufgrund der sehr hohen Investitionen sind trotz eines sehr starken Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gesunken. Der aktuell nach wie vor sehr hohe Wert dient der Sicherstellung der Finanzierung des Projektes Chongqing und der Refinanzierung der am 18. November 2016 auslaufenden Anleihe.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge stellen sich im Detail wie folgt dar:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Veränderung langfristiger Rückstellungen 2.492 6.079
Auflösung von Investitionszuschüssen (1.340) (1.189)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (576) 1.010
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert 576 5.900

V. Sonstige Angaben

  1. ERGEBNIS JE AKTIE Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" (Earnings per Share) berechnet.

GEWICHTETER DURCHSCHNITT DER IM UMLAUF BEFINDLICHEN AKTIEN Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2016 werden keine eigenen Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug zu bringen gewesen wären.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2015/16 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2014/15.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2015/16 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2014/15.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden:

in Tsd. Stück 2015/16 2014/15
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 38.850
Verwässernde Auswirkung
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 38.850

UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Die Basisberechnung des Ergebnisses pro Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.

2015/16 2014/15
Konzernergebnis (in Tsd. €) 55.951 69.279
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 1,44 1,78

VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausständigen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und sind im verwässerten Ergebnis pro Aktie enthalten.

2015/16 2014/15
Konzernergebnis (in Tsd. €) 55.951 69.279
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 1,44 1,78
  1. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Im aktuellen Geschäftsjahr gab es keine wesentlichen Geschäftsfälle nach dem Bilanzstichtag.

  2. GESCHÄFTSVORFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting GmbH bzw. der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Ing. Dörflinger für die Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH als Geschäftsführer einzelvertretungsbefugt sind, sowie Rechtsberatung von Frotz Riedl Rechtsanwälte, bei denen Aufsichtsratsmitglied Dr. Riedl als selbstständiger Rechtsanwalt tätig ist, erhalten:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 395 380
Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH 5 8
Frotz Riedl Rechtsanwälte 3
Summe 400 391

Zum Bilanzstichtag bestehen keine ausstehenden Salden oder Verpflichtungen gegenüber den benannten Rechts- und Beratungsunternehmen.

MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS Im Geschäftsjahr 2015/16 und bis zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses waren folgende Personen als VORSTAND tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Karl Asamer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Ing. Heinz Moitzi

Im Geschäftsjahr 2015/16 waren folgende Personen als AUFSICHTSRATSMITGLIEDER bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Ing. Willibald Dörflinger (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • DDr. Regina Prehofer (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dkfm. Karl Fink
  • DI Albert Hochleitner
  • Mag. Gerhard Pichler
  • Dr. Georg Riedl
  • Dr. Karin Schaupp

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang Fleck
  • Sabine Fussi
  • Franz Katzbeck (bis 28. Jänner 2016)
  • Siegfried Trauch (ab 28. Jänner 2016)
  • Günther Wölfler

Die Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der ausstehenden
Aktienoptionen
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2016 31.03.2015 2015/16 2014/15
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 60.000 80.000 (4) 218
Ing. Heinz Moitzi 60.000 60.000 (36) 114
Vorstandsmitglieder gesamt 120.000 140.000 (40) 332
Andere Führungskräfte gesamt 29.500 37.000 (36) 99
Summe 149.500 177.000 (76) 431

Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der ausstehenden
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2016 31.03.2015 2015/16 2014/15
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 80.000 40.000 65 69
Dr. Karl Asamer 60.000 30.000 48 52
Ing. Heinz Moitzi 60.000 30.000 47 52
Vorstandsmitglieder gesamt 200.000 100.000 160 173
Andere Führungskräfte gesamt 260.000 130.000 186 224
Summe 460.000 230.000 346 397

Es wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 15 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtvergütungen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten gemäß IAS 24:

in Tsd. € 2015/16 2014/15
Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 430 457 887 429 506 935
Dr. Karl Asamer 376 277 653 3741) 301 675
Ing. Heinz Moitzi 360 289 649 359 361 720
Leitende Angestellte 4.419 2.259 6.678 4.134 1.996 6.130
Summe 5.585 3.282 8.867 5.296 3.164 8.460

1) Die Vorjahreszahl wurde um ein anteiliges 13. und 14. Gehalt aufgrund des Einstiegs per 1.4.2014 geringfügig angepasst

Gemäß IAS 24 sind dies Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt oder indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens zuständig sind und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten betragen:

Abfertigungen
Geschäftsjahr
Pensionen
Geschäftsjahr
in Tsd. € 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 202 165 345 328
Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst (267) 381 (905) 2.550

Auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

2015/16 2014/15
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Dr. Hannes Androsch 63 24 87 35 19 54
Ing. Willibald Dörflinger 49 16 65 28 9 37
DDr. Regina Prehofer 51 16 67 25 9 34
Dkfm. Karl Fink 29 12 41 24 9 33
DI Albert Hochleitner 30 12 42 25 9 34
Mag. Gerhard Pichler 33 12 45 25 9 34
Dr. Georg Riedl 36 12 48 25 9 34
Dr. Karin Schaupp 30 12 42 22 9 31
Summe 321 116 437 209 82 291

Aktienbesitz und Aktienoptionen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zum 31. März 2016:

Summe Aktien und
Aktien Aktienoptionen Aktienoptionen % Kapital
Vorstandsmitglieder 24.000 120.000 144.000 0,37
Aufsichtsratsmitglieder:
Dr. Hannes Androsch 599.699 599.699 1,54
Übrige Aufsichtsratsmitglieder 42.250 42.250 0,11
Summe Aufsichtsratsmitglieder 641.949 641.949 1,65
Privatstiftungen:
Androsch Privatstiftung 6.339.896 6.339.896 16,32
Dörflinger Privatstiftung 6.902.380 6.902.380 17,77
Summe Privatstiftungen 13.242.276 13.242.276 34,09
Summe 13.908.225 120.000 14.028.225 36,11
  1. AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNABSCHLUSSPRÜFER Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2015/16 2014/15
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 137 137
Andere Bestätigungsleistungen 6 2
Sonstige Leistungen 7 48
Summe 150 187

Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, nicht enthalten.

  1. PERSONALSTAND Die Durchschnittszahlen der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter stellen sich wie folgt dar:
2015/16 2014/15
Arbeiter 6.754 5.924
Angestellte 2.005 1.714
Summe 8.759 7.638

Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal im Bereich der Arbeiter für das Geschäftsjahr 2015/16 in durchschnittlicher Höhe von 3.059 und für das Geschäftsjahr 2014/15 in durchschnittlicher Höhe von 3.264.

Leoben-Hinterberg, am 9. Mai 2016

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

1. Geschäftsentwicklung 54
1.1. Markt und Branche 54
1.2. Ertragslage 59
1.3. Vermögens- und Finanzlage 63
2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 70
3. Standorte und Zweigniederlassungen 71
4. Geschäftsentwicklung nach Segmenten 72
5. Konzern 75
5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 75
5.2. Nachhaltigkeit 79
5.3. Forschung und Entwicklung 82
6. Chancen- und Risikomanagement 84
7. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen 89
8. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB) 90
9. Ausblick 92

1. Geschäftsentwicklung 1.1. Markt und Branche

Quelle: Prismark, Februar 2016 IC-Packaging Luftfahrt/Militär Industrie/Medizin Automotive Consumer Kommunikation Computer

Der globale Markt für Leiterplatten war in den letzten zwei Jahrzehnten geprägt vom Wachstum und den technologischen Entwicklungen der Elektronikindustrie im Allgemeinen und Endgeräten wie Computer – vom Server über Desktop bis Notebook – sowie Smartphones und Tablets im Speziellen.

Die außerordentlichen Wachstumsraten für Smartphones und Tablets sind deutlich zurückgegangen und der Markt für Desktop- und Notebook-Computer ist rückläufig. Nach wie vor sind die Segmente Kommunikation und Computer die größten Abnehmer von High-End-Leiterplatten und Substraten.

Entgegen ursprünglichen Einschätzungen von Prismark, welche für 2015 ein durchschnittliches Marktwachstum für Leiterplatten und Substrate von rund 3 % gegenüber 2014 prognostizierten, verzeichnete der Markt insgesamt einen Rückgang von rund 4 %, hingegen verzeichnete AT&S ein organisches Wachstum von 5,2 %. Maßgeblich für den Marktrückgang im Jahr 2015 war die schwache Nachfrage im Computersegment und im Consumer-Bereich. Der ebenfalls überdurchschnittliche Rückgang bei Substraten in der Höhe von 8,9 % steht dabei im direkten Zusammenhang mit dem Rückgang in Höhe von 10 % im Computersegment.

Nach neuesten Einschätzungen von Prismark liegt das jährliche durchschnittliche Marktwachstum zwischen 2015 und 2018 bei rund 2 %. Demzufolge wird der globale Leiterplattenmarkt erst im Jahr 2017 wieder das Volumen von 2014 erreichen.

Weitere Gründe für die niedrigeren Wachstumsprognosen für den Gesamtmarkt sind die weiter fortschreitende Miniaturisierung und höhere Integration in der Halbleiterindustrie sowie die Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten, wodurch die benötigte Fläche für diese Verbindungsplattformen kleiner wird. Davon betroffen sind insbesondere Anbieter im mittleren und niedrigeren Technologiesegment, für Anbieter von High-End-Technologien wie AT&S sind diese breit gefassten Marktprognosen differenziert zu betrachten.

Die technologische Entwicklung von High-End-Leiterplatten und Substraten wird in den nächsten Jahren weiterhin von Anwendungen in den Bereichen Kommunikation und Computer getrieben. Sie werden die Architektur der dafür benötigten elektronischen Komponenten wie Halbleiter weiterhin beeinflussen und die technologische Entwicklung von Substraten und Leiterplatten nicht nur noch schneller vorantreiben, sondern auch die dafür angewandten Technologien verschmelzen lassen.

Die konsequente Miniaturisierung in der Halbleiterindustrie gemäß Moore's Gesetz wird – wenn auch zukünftig nicht mehr alle zwei Jahre, sondern in längeren Zeiträumen – die damit einhergehende Erhöhung der Leistungsdichte bei gleichzeitiger Reduzierung der Größe von Halbleitern und die Miniaturisierung bei Leiterplatten und Substraten und somit das weitere Wachstum der HDI- und Microvia-Technologie bestimmen. Weiters werden durch die Kombination von Produktionsprozessen und Materialien für High-End-Leiterplatten mit Prozessen und Technologien aus der Substratfertigung zusätzliche Miniaturisierungspotenziale entstehen.

Durch die zusätzliche Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten können die Abmessungen in allen Dimensionen weiter reduziert werden, wie das nachfolgende beispielhafte Prinzipbild verdeutlicht.

Die Möglichkeiten, die durch die intelligente Kombination unterschiedlicher Technologien entstehen, bedeuten gleichzeitig neue Wachstumspotenziale für die Leiterplattenindustrie. Damit eröffnet sich Herstellern von High-End-Leiterplatten und Substraten mit Embedding-Technologien der heute ausschließlich von den "Electronic Manufacturing Service"- und "Original Device Manufacturing"-Firmen beherrschte "Assembly Service"-Markt sowie der von der Halbleiterindustrie dominierte Packaging-Markt.

TRENDS UND TECHNOLOGIEN Die Welt wird zunehmend digitaler. Treibende Kräfte dafür sind die verfügbaren und nahezu allgegenwärtigen Verbindungsmöglichkeiten, die immer günstigeren Kosten für die Übertragung von Daten und Sensoren und die Nutzung des Internets zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten.

Als solches befindet sich die Gesellschaft am Beginn des "Internet of Things" (IoT) – eine logische technologische Entwicklung, die darauf basiert, dass internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaustausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu generieren. Das Potenzial des "Internet of Things" (IoT) als das "nächste große Ding" wird meist am Wachstum der über das Internet "verbundenen Geräte" eingeschätzt.

Neueste Studien von Yole gehen aber davon aus, dass die am stärksten wachsenden Bereiche in Zusammenhang mit IoT nicht die Endgeräte wie z.B. Wearables, Sensoren bzw. Smartphones und Tablets sein werden, sondern die notwendige Infrastruktur wie Basisstationen zur Übertragung der digitalen Daten sowie Großrechner und Datencenter zur Verarbeitung und Speicherung der rasant zunehmenden Datenmengen.

Quelle: Yole, April 2016

Diese Entwicklung wird das weitere Wachstum der gesamten Elektronikindustrie in allen Segmenten wesentlich beeinflussen. Die größten Wachstumspotenziale zeigen Server und Speichermedien im Segment Computer mit einem jährlichen durchschnittlichen Zuwachs bis 2018 von 5,7 %, Endgeräte im Consumerbereich mit 5,8 % sowie der Elektronikanteil bei Automobilen mit 7,9 %, Industrieelektronik mit 8,0 % und der Markt für Medizinelektronik mit 5,4 %.

Eine Leiterplatte ist eine Verbindungsplattform für elektrische, elektronische und mechanische Bauteile. Sie ermöglicht die mechanische Befestigung sowie die elektrische Verbindung von Widerständen, Kondensatoren, Mikroprozessoren, Speicherbausteinen, Sensoren, Steckern und vielen anderen Komponenten, welche für die volle Funktionsfähigkeit elektronischer Systeme erforderlich sind. Nachdem nahezu jedes elektronische Gerät eine oder mehrere Leiterplatten enthält, sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil in unserem täglichen Leben.

Leiterplatten bestehen aus einem elektrisch isolierenden Trägermaterial – zum Großteil werden dafür in Epoxidharz getränkte Glasfasermatten verwendet – und darauf aufgebrachten leitenden Verbindungen – zumeist aus geätzten Kupferschichten. Es gibt unzählige Arten von Leiterplatten von einseitigen bis zu hochkomplexen mehrlagigen Ausführungen. Die Komplexität von Leiterplatten und damit verbunden die Anforderungen an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse werden von mehreren Faktoren bestimmt. Es sind dies die Lagenanzahl, die vertikalen Verbindungen der einzelnen Lagen und deren minimaler Lochdurchmesser, die Breite und Abstände der Leiterzüge sowie das Oberflächen-Finish. Die fortschreitende Miniaturisierung der elektronischen Komponenten in den Endgeräten bei gleichzeitig zunehmender Leistungsdichte erhöht die Anforderungen an und die Komplexität der Leiterplatten. AT&S hat seit Jahren den

Schwerpunkt auf die Produktion hochkomplexer Leiterplatten für anspruchsvollste Anwendungen gesetzt und realisiert mittlerweile mehr als 75 % des Umsatzes in dieser höchsten Technologieklasse.

IC-Substrate repräsentieren die Spitzentechnologie für Verbindungsplattformen. Der größte Unterschied zu Leiterplatten liegt in den realisierbaren Strukturen, welche ein Minimum von weniger als 10 µm erreichen können. Dazu sind im Gegensatz zur Herstellung von Leiterplatten wesentlich anspruchsvollere Reinraumanforderungen zu erfüllen und alternative Plating-Verfahren zur Formierung der vertikalen Verbindungen erforderlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leiterplatten können IC-Substrate auch aus Keramik- oder Glasmaterialien bestehen.

INTERNATIONALE MARKTENTWICKLUNG Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt von der hoch entwickelten, aber immer schwieriger prognostizierbaren Elektronikindustrie. Die Märkte für Endgeräte und Halbleiter unterliegen aufgrund der sich rasch ändernden Bedürfnisse der Kunden und des wechselnden globalen Wirtschaftsklimas immer größeren Schwankungen. Die Leiterplattenindustrie folgt untrennbar diesen Makro-Trends, welche den Bedarf an elektronischen Geräten und Systemen bestimmen. Zusätzlich beeinflussen die Unausgewogenheit von Angebot und Nachfrage, die fortschreitende geografische Migration, der Preisverfall und der harte Wettbewerb diesen stark fragmentierten Markt. Weltweit gab es 2014 etwa 2.400 Hersteller (Quelle: NTI, August 2015). Die Top-30-Unternehmen haben einen gemeinsamen Marktanteil von rund 60 % (Quelle: Prismark, Februar 2016).

Die Prognosen unabhängiger Marktforscher zeigen ein durchschnittliches jährliches Wachstum für den weltweiten Leiterplattenmarkt von rund 2 % bis zum Jahr 2018 (Quelle: Prismark, Februar 2016), wobei für höherwertige Technologien wie z.B. Anylayer-Leiterplatten überdurchschnittliche Zuwachsraten in Höhe von 5,8 % prognostiziert werden (Quelle: Prismark, Juni 2015).

Im Jahr 2015 lag der weltweite Bedarf für Leiterplatten bei 55,3 Mrd. US-\$ (Quelle: Prismark, Februar 2016). Dies entspricht im Vergleich zu 2014 einem Rückgang von rund 4 %.

KOMMUNIKATION: SMARTPHONES BLEIBEN DER TECHNOLOGISCHE MOTOR DER ELEKTRONIKINDUSTRIE Mit rund 1,429 Mrd. verkauften Geräten war der Markt für Smartphones im Jahr 2015 das mit Abstand größte und mit rund 10 % Wachstum gegenüber 2014 auch das am stärksten wachsende Segment der globalen Elektronikindustrie. Auch wenn die Prognosen unabhängiger Marktforscher für die nächsten Jahre deutlich niedrigere Wachstumsraten von rund 6,6 % zeigen (Quelle: IDC, Dezember 2015), bleiben Smartphones das größte Segment in der Elektronikindustrie.

Der Markt für Kommunikations-Infrastruktur wird in den kommenden Jahren durch das IoT und ab 2019 mit der Einführung der fünften Generation (5G) wieder an Bedeutung gewinnen und soll nach letzten Prognosen ein jährliches Wachstum von 2,6 % aufweisen (Quelle: Prismark, Februar 2016).

COMPUTER: DAS "INTERNET OF THINGS" WIRD BEI SERVER UND SPEICHERMEDIEN NEUES WACHSTUM GENERIEREN Der Markt für Computer – Desktops, Notebooks und Tablets – verzeichnete 2015 einen Rückgang von rund 9 %. Entgegen ursprünglichen Prognosen, welche vor allem für Tablet-Computer von einem Wachstum von durchschnittlichen 13 % p.a. ausgegangen sind (Quelle: IDC, Jänner 2014), verlor auch dieser Markt erstmals im Jahr 2015 rund 11,4 % gegenüber 2014 (Quelle: Prismark, Februar 2016). Für die kommenden Jahre wird ein gleichbleibender Bedarf mit unterschiedlichen Wachstumsraten der verschiedenen Endgeräte prognostiziert.

Absatzvolumen Smartphones in Mio. verkauften Stück 1.302 1.429 1.499 1.610 1.729

Quelle: IDC, Dezember, 2015 2014 2015 2016 2017 2018

Für Server- und Speicher-Computer wird in den kommenden Jahren aufgrund der weiteren Digitalisierung und der damit ansteigenden Datenmenge, die ausgewertet und gespeichert werden muss, ein solides und nachhaltiges Wachstum von rund 5 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2016).

CONSUMER Der Consumer-Markt, welcher mit Produkten wie Digitalkameras, TV-Geräten und sogenannten Smart Devices wie Smart-Watches oder Fitness-Tracker einen bedeutenden Bedarf an High-End-Leiterplatten hat, verzeichnete im Jahr 2015 ebenfalls einen Rückgang von 1,3 %, da einerseits Wearable-Anwendungen den Marktdurchbruch nicht schafften und Digitalkameras durch Smartphones verdrängt werden.

Dieser Markt wird gemäß Prismark auch im Jahr 2016 ein Nullwachstum verzeichnen, aber ab 2017 mit durchschnittlich rund 5,8 % wieder wachsen. Wesentliche Wachstumstreiber sollen dabei 4K TV-Geräte, Smart-Watches, Consumer-Roboter und Pico-Projektoren darstellen.

AUTOMOBILELEKTRONIK: ÜBERDURCHSCHNITTLICHES WACHSTUM DURCH NEUE

ANWENDUNGEN Der Anteil an Elektronik-Systemen in Automobilen verzeichnete im Jahr 2015 einen wertmäßigen Rückgang auf US-\$-Basis von 8,1 %. Im Zeitraum bis 2018 sollen diese ein jährliches Wachstum von 7,9 % aufweisen (Quelle: Prismark, März 2016). Für den Bedarf an Leiterplatten für die Automobilelektronik wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,6 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2016). Damit liegen die Wachstumsraten für elektronische Systeme für den Automobilmarkt als auch für Leiterplatten in diesem Segment deutlich über den durchschnittlichen Gesamtwerten der globalen Elektronikbranche.

Anwendungen im Bereich Sicherheit und Information treiben auch in diesem Segment die Nachfrage und den Einsatz von HDI- und Microvia-Leiterplatten. Die Anwendungen, bei denen mittlerweile HDI- und Microvia-Leiterplatten eingesetzt werden, reichen von Navigations-, Multimedia- und Infotainment-Systemen über Emergency-Call- und Kamerasysteme bis zu elektronischen Getriebesteuerungen.

Das Thema "autonomes Fahren" hat die Entwicklung von neuen zentralen Systemen für die Erfassung von Informationen und Daten getrieben, welche von Kamerasystemen, Radar- und Ultraschallsensoren zur Verfügung stehen, sowie für deren Auswertung und die anschließende Ansteuerung der entsprechenden Aktuatoren für Brems-, Stabilitäts- und Lenksysteme. Aufgrund des großen Datenvolumens und der notwendigen schnellen Übertragungsraten benötigen diese neuen Zentralrechner ebenfalls HDI-Technologie.

INDUSTRIEELEKTRONIK Der Industrieelektronik-System-Markt ging von 2014 auf 2015 um 3,9 % zurück. Für das Jahr 2016 rechnen unabhängige Marktanalysten mit einem Wachstum von 4,8 % (Quelle: Prismark, Februar 2016). Das korrelierende Wachstum für Leiterplatten für dieses Segment wird für den gleichen Zeitraum mit rund 3 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2016).

Das Industrieelektronik-Segment ist nach wie vor stark geprägt von Anwendungen in den Bereichen Mess-, Regel- und Steuertechnik, Leistungselektronik, Beleuchtungssysteme sowie Diagnostikgeräte, RFID-Erfassungssysteme, aber auch Eisenbahntechnik. Zukünftig werden M2M-(Maschine-zu-Maschine und Maschine-zu-Mensch)Kommunikationsmodule, getrieben durch die Industrie 4.0 Aktivitäten, weiteres Wachstum in diesem Segment ermöglichen.

MEDIZINELEKTRONIK Der globale Markt für medizintechnische Elektroniksysteme stellte im Jahr 2015 einen Wert von 99 Mrd. US-\$ dar (Quelle: Prismark, Februar 2016). Gegenüber 2014 bedeutet dies eine Stagnation. Medizinelektronik ist geprägt von einer hohen Komplexität und Vielschichtigkeit hinsichtlich der Anwendungen wie Diagnose- und bildgebende Geräte, Therapieapplikationen, Patientenüberwachung. Weitere Anwendungsbereiche sind chirurgische Beleuchtung, analytische Instrumente und Molekulardiagnostik. Die Preise für medizintechnische Geräte bzw. Systeme reichen von niedrigen zweistelligen US-\$-Beträgen für Fitness-Tracker bis zu mehreren 100.000 US-\$ für ein Computer-Tomographie-System. Bis 2018 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 5,4 % prognostiziert.

Absatzvolumen Automobilmarkt in Mio. verkaufte Fahrzeuge

Quelle: Prismark, Februar 2016 2014 2015 2016 2017 2018

Absatzvolumen Industrieelektronik-Systemmarkt in Mrd. US-\$

Quelle: Prismark, Februar 2016 2014 2015 2016 2017 2018

Absatzvolumen Medizinelektronik-System-Markt in Mrd. US-\$

Quelle: Prismark, Februar 2016 2014 2015 2016 2017 2018

Quelle: Prismark, Februar 2016; Yole, April 2016 2014 2015 2016 2017 2018 Yole Prismark

Quelle: Yole, März 2015 2014 2015 2016 2017 2018

DER MARKT FÜR IC-SUBSTRATE Die Analysen unabhängiger Marktanalysten zeigen für das Jahr 2014 ein Volumen von 7,5 Mio. m² (Yole) bzw. 7,4 Mio. m² (Prismark) und für das Jahr 2015 ein Volumen von 8,7 Mio. m² (Yole) bzw. 7,5 Mio. m² (Prismark) Produktionsfläche. Dies entspricht bei Yole einem Wachstum von rund 16 % und bei Prismark einem Wachstum von 1,2 %. Die Prognosen für das Jahr 2016 belaufen sich bei Yole auf 9,6 Mio. m² und bei Prismark auf 7,5 Mio. m².

Diese unterschiedlichen Einschätzungen ergeben sich einerseits durch verschiedene Betrachtungsweisen des Marktes für Substrate, d.h. der Einbeziehung verschiedener Substrattechnologien wie z.B. Wire-Bond-Substrate vs. Flip-Chip-Substrate oder auch Chip-on-Board- bzw. Chip-on-Flex-Verbindungsplattformen, und andererseits durch die immer schwierigeren Prognosen bezüglich des Bedarfes der Endanwendungen und Applikationen.

Nachdem der Substratmarkt in den letzten Jahren vor allem durch das Wachstum der Smartphone-Industrie und den Rückgang des Computermarktes geprägt war, wird in den nächsten Jahren das "Internet of Things" (IoT) das weitere Wachstum der Halbleiterindustrie und damit verbunden den Bedarf an Substraten wesentlich beeinflussen. IoT ist nicht eine einzige Applikation, sondern die Vernetzung von Endgeräten wie Wearables oder Sensoren mit sogenannten Gateways wie Smartphones oder Tablets. Diese Gateways werden durch Basisstationen via WiFi-Netzwerke verbunden und verarbeiten die Daten über Server und Datencenter in der Cloud. Abhängig davon, wie man den Bedarf an Endgeräten oder den notwendigen Ausbau der Netzwerke bzw. der Datencenter als Motor des IoT einschätzt, resultieren daraus unterschiedliche Wachstumsprogno-sen.

IC-Substrate werden in allen Segmenten der Elektronikindustrie eingesetzt, über 80 % in Smartphones, Desktop- und Notebook-Computer, Tablets, Server und Speichersystemen (Quelle: Prismark, Juli 2014). Im Gegensatz zur Vielzahl an Leiterplattenproduzenten gibt es für IC-Substrate nur wenige Hersteller, wobei die Top-10-Anbieter gemeinsam einen Marktanteil von mehr als 80 % für sich beanspruchen (Quelle: Prismark, Juli 2014). Dieses Umfeld bietet für AT&S die Möglichkeit, sich in den nächsten Jahren in diesem Hochtechnologiesegment als einer der führenden Marktanbieter zu etablieren.

MINIATURISIERUNG, FUNKTIONSINTEGRATION UND MODULARISIERUNG BE-STIMMEN DEN MARKT FÜR EMBEDDED COMPONENT PACKAGING (ECP) BZW. EMBEDDED-DIE-PACKAGING Die Embedded-Die-Packaging-Technologie befindet sich noch in der Markteinführungsphase. Die Analysten von Yole schätzen den Gesamtmarkt für das Jahr 2015 auf ein Volumen von 27 Mio. US-\$ und prognostizieren einen Anstieg des Marktes bis zum Jahr 2018 auf ein Gesamtvolumen von rund 142 Mio. US-\$. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 73 % (Quelle: Yole, März 2015).

Im Mittelpunkt der ECP-Technologie stehen Miniaturisierung durch Integration von Komponenten und damit Funktionalität in die Leiterplatte sowie die Verbesserung der Zuverlässigkeit der Verbindungstechnologie zwischen Komponenten und Leiterplatte. Weitere Herausforderungen sind die Erhöhung der mechanischen Stabilität und die Verbesserung der thermischen und elektrischen Eigenschaften für Anwendungen im Hochfrequenzbereich, für Leistungselektronik, aber auch für Audio-Anwendungen und High-Speed-Datenübertragung.

Die ECP-Technologie fokussiert auf zwei unterschiedliche Bereiche. Den derzeit größten Anteil haben sogenannte Packages bzw. System-in-Package-(SiP-)Module. Typische Anwendungsbeispiele sind Leistungsmodule, MOSFET und IGBT-Applikationen, MEMS-Module, Sensor- und Kamera-Module, Audio- und Radio-Module sowie DC/DC-Converter.

Der zweite Bereich sind die Motherboards, mit Anwendungen wie hochzuverlässigen Leiterplatten für raue Umweltbedingungen (z.B. Motorsteuerungen), Notebook-Computer, Geräte für mobiles Internet, Smartphones, Hörgeräte und integrierte RFID-Lösungen.

1.2. Ertragslage

AT&S konnte beim Umsatz im Geschäftsjahr 2015/16 das Rekordjahr 2014/15 nochmals deutlich übertreffen, auch wenn die Leiterplattenindustrie und die von AT&S adressierten Kundensegmente eine im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014/15 uneinheitliche Entwicklung aufwiesen und der Preisdruck im Kerngeschäft zunahm. In Summe steigerte AT&S im Berichtsjahr 2015/16 den Konzernumsatz um 95,9 Mio. € bzw. 14,4 % auf 762,9 Mio. € (Vorjahr: 667,0 Mio. €). Eine sehr starke Nachfrage in allen Segmenten ermöglichte diese positive Entwicklung und erhöhte den Umsatz organisch um 34,4 Mio. € bzw. 5,2 %. Neben diesem starken organischen Wachstum trugen im Berichtsjahr positive Fremdwährungseffekte von 58,9 Mio. € bzw. 8,8 % zum Umsatzanstieg bei. Erste Umsätze aus dem Projekt Chongqing erhöhten den Umsatz um 2,6 Mio. € bzw. 0,4 %. Rund 73,3 % des Umsatzes 2015/16 wurden in Fremdwährungen verrechnet. Der Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte stieg von 79,0 % im Vorjahr auf 81,0 % im Geschäftsjahr an. Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Sitzes der Kunden weist für Amerika einen Anteil von 56,1 % nach 53,4 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der übrigen Regionen hat sich dementsprechend verschoben.

Der Umsatz der AT&S weist aufgrund der hohen Bedeutung der mobilen Endgeräte einen gewissen saisonalen Verlauf auf. Das erste Quartal des Geschäftsjahres ist üblicherweise schwächer als Quartal zwei und drei, welche als Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft meist eine sehr hohe Nachfrage aufweisen, und ist gekennzeichnet durch die Produktlaunches der neuesten Gerätegeneration. Das vierte Quartal weist in der Regel eine geringe Kundennachfrage aus und ist aufgrund des chinesischen Neujahrsfests durch Produktionsunterbrechungen in unserem großen Werk in Shanghai (und künftig in Chongqing) gekennzeichnet. Im laufenden Jahr war die Saisonalität kaum ausgeprägt, da die Nachfrage aus dem Segment Mobile Devices & Substrates in den ersten Monaten des Geschäftsjahres außergewöhnlich stark war. Darüber hinaus profitierte AT&S vom im Vergleich zum Vorjahr sehr starken US-Dollar. Die Wachstumsraten reduzierten sich zur Jahresmitte, da die Vergleichsperioden des Vorjahres bereits außergewöhnlich stark waren, die zur Verfügung stehenden Produktionskapazitäten bereits im Vorjahr weitgehend ausgelastet waren und darüber hinaus die Wechselkurse keine relevanten Veränderungen mehr zeigten. Die Produktionsunterbrechung im Rahmen des chinesischen Neujahrsfests war im Vergleich zum Vorjahr (hier wurde die Werksschließung maximal reduziert) wieder im Rahmen der üblichen Dauer, konnte aber durch eine über das ganze Jahr stabil hohe Nachfrage aus dem Segment Automotive, Industrial, Medical kompensiert werden.

Ergebniskennzahlen

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2015/16 2014/15 Veränderung
in %
Umsatzerlöse 762,9 667,0 14,4 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 167,5 167,6 0,0 %
EBITDA-Marge (%) 22,0 % 25,1 %
Betriebsergebnis (EBIT) 77,0 90,1 (14,6 %)
EBIT-Marge (%) 10,1 % 13,5 %
Konzernjahresergebnis 56,0 69,3 (19,3 %)
Gewinn je Aktie (€) 1,44 1,78 (19,1 %)
Anlagenzugänge 303,0 154,5 96,1 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 8.759 7.638 14,7 %

Umsatz nach Quartalen in Mio. €

Umsatz nach Regionen

EBITDA nach Quartalen in Mio. €

Der im Segment Mobile Devices & Substrates (MS) erzielte Umsatz von 539,7 Mio. € lag im Berichtsjahr um 84,5 Mio. € bzw. 18,6 % über dem Vorjahrwert von 455,2 Mio. €. Das Segment profitierte von einer sehr starken Nachfrage in den ersten beiden Quartalen des Berichtsjahres und positiven Währungseffekten, während insbesondere das vierte Quartal in diesem Segment eine übliche Saisonalität aufwies. Das Segment Automotive, Industrial, Medical (AIM) konnte 2015/16 den Umsatz um 24,9 Mio. € bzw. 8,2 % auf 326,7 Mio. € (Vorjahr: 301,8 Mio. €) steigern. Wichtige Treiber dieser Entwicklung waren der anhaltende Trend zu mehr Elektronik in den Kraftfahrzeugen und die stärkere Nachfrage nach mobilen Anwendungen im Bereich Patienten-Monitoring. Der Industriebereich entwickelte sich stabil und konnte die hohen Vorjahreszahlen halten. Der im Segment Sonstige (OT) enthaltene Geschäftsbereich Advanced Packaging konnte im Geschäftsjahr wiederum sehr stark weiterentwickelt werden und erzielte im Berichtsjahr einen um 11,2 Mio. € bzw. 102,9 % höheren Umsatz von 22,1 Mio. € (Vorjahr: 10,9 Mio. €). Der Anstieg beruht sowohl auf einer erfolgreichen Neukundenakquisition als auch auf der kontinuierlichen Implementierung der Embeddingtechnologie bei bestehenden Kunden der anderen Segmente. Insgesamt stieg die Bedeutung des Segments Mobile Devices & Substrates im laufenden Jahr weiter an, da die Wachstumsraten in diesem Segment höher als im Segment Automotive, Industrial, Medical waren.

Das EBITDA der Gruppe war mit 167,5 Mio. € auf dem hohen Vorjahresniveau von 167,6 Mio. €. In den Ergebniszahlen spiegeln sich jedoch bereits erste negative Effekte aus dem Start der Serienproduktion des Projekts Chongqing wider. Die Anlaufkosten für das Projekt Chongqing belasten das EBITDA im Berichtsjahr mit 12,7 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €), der Anstieg um insgesamt 8,4 Mio. € resultierte mit 6,9 Mio. € aus dem planmäßigen Start der Serienproduktion und mit 1,5 Mio. € aus Wechselkurseffekten. Über die gesamte Gruppe erhöhten Währungseffekte das EBITDA um 13,0 Mio. € bzw. 7,7 %. Die Ergebnisentwicklung in den ersten beiden Quartalen verlief analog zu der sehr positiven Umsatzentwicklung, während das letzte Quartal bereits durch die Anlaufkosten sehr stark belastet war.

in Mio. € 2014/15 Einmaleffekte1) Währungseffekte2) Organisch 2015/16
Umsatzerlöse 667,0 2,6 58,9 34,4 762,9
Umsatzkosten (511,6) (13,2) (50,2) (36,3) (611,2)
Bruttogewinn 155,4 (10,6) 8,7 (1,9) 151,6
Vertriebskosten (31,6) (0,3) (1,8) (1,0) (34,6)
Allgemeine Verwaltungskosten (28,0) (0,7) (0,9) 0,2 (29,4)
Sonstiges betriebliches Ergebnis (5,7) (3,8) (2,1) 0,9 (10,7)
Betriebsergebnis vor
Abschreibungen (EBITDA)
Betriebsergebnis (EBIT)
167,6
90,1
(6,9)
(15,3)
13,0
3,9
(6,2)
(1,8)
167,5
77,0
Finanzergebnis (5,1) (0,3) (2,1) (0,7) (8,1)
Ergebnis vor Steuern 85,0 (15,5) 1,8 (2,5) 68,8
Ertragsteuern (15,6) 3,7 (1,3) 0,4 (12,9)
Konzernjahresergebnis 69,3 (11,8) 0,5 (2,0) 56,0

1) Projekt Chongqing

Ertragsentwicklung

2) Im Konzernabschluss enthaltene Translations- und Bewertungseffekte

Die EBITDA-Marge der Gruppe ging im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozentpunkte von 25,1 % auf 22,0 % zurück. Diese Entwicklung ist vor allem auf Anlaufkosten in Zusammenhang mit dem Start der Serienproduktion für das Projekt Chongqing zurückzuführen. Bereinigt man die Margen der beiden Jahre um diesen Effekt, beträgt der Rückgang von 25,8 % des Vorjahres auf 23,7 % im laufenden Jahr 2,1 Prozentpunkte. Die im Vorjahresergebnis enthaltene Kompensationszahlung eines Lieferanten, Änderungen bei Lohn- und Gehaltsnebenkosten in unserem größten Werk in Shanghai sowie der temporäre Wegfall einer Exportförderung in Indien erklären zum großen Teil diesen Rückgang. Die EBITDA-Marge konnte jedoch über unserem langfristigen Ziel von 18-20 % gehalten werden.

Die Materialquote erhöhte sich von 34,1 % im Vorjahr auf 35,1 % im Berichtsjahr und spiegelt die Entwicklung zu höherwertigen, komplexen Produkten sowie die Anlaufkosten wider. Die Personaltangente war mit 21,1 % der Umsatzerlöse leicht über dem Vorjahresniveau von 20,0 % und beeinflußt durch die Änderung bei Lohnund Gehaltsnebenkosten in Shanghai sowie die Anlaufkosten. Der absolute Anstieg bei den Verwaltungs- und Vertriebskosten resultiert aus Wechselkurseffekten, dem planmäßigen Aufbau der Organisation in Chongqing und der weiteren Verstärkung der Vertriebsaktivitäten, die sich jedoch in Relation zum Umsatz unterproportional erhöhten. Das sonstige betriebliche Ergebnis enthält nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten für das Projekt Chongqing von 10,7 Mio. € (Vorjahr: 8,7 Mio. €), positive Währungsdifferenzen aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) und Sonderabschreibungen in Höhe von 3,1 Mio. € (Vorjahr: 6,0 Mio. €).

Die planmäßigen Abschreibungen auf das Sach- und immaterielle Anlagevermögen in Höhe von 87,4 Mio. € bzw. 11,0 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 71,5 Mio. € bzw. 11,0 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen technischen Standard sowie die Anlagenintensität von AT&S wider und erhöhten sich vor allem aufgrund von Wechselkurseffekten und dem Abschreibungsbeginn der technischen Anlagen und der Entwicklungskosten für Chongqing. Neben laufenden Abschreibungen sind, im Vergleich zum Vorjahr, auch geringere Sonderabschreibungen in Höhe von 3,1 Mio. € bzw. 0,4 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 6,0 Mio. € bzw. 0,9 % des Anlagevermögens) angefallen, die aus der Abwertung von nicht mehr verwertbaren technischen Anlagen in China resultieren. Sonderabschreibungen erfolgen immer dann, wenn in der laufenden Geschäftstätigkeit keine Nutzungsmöglichkeit mehr gegeben ist und der erzielbare Betrag im Rahmen einer Veräußerung unter dem Buchwert liegt.

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich aufgrund der höheren Abschreibungen um 13,1 Mio. € bzw. -14,6 % auf 77,0 Mio. € (Vorjahr: 90,1 Mio. €). Bereinigt um das Projekt Chongqing erzielte AT&S einen Anstieg um 5,0 Mio. € bzw. 5,1 % auf 103,2 Mio. € (Vorjahr: 98,2 Mio. €). Die EBIT-Marge verringerte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 10,1 % (Vorjahr: 13,5 %) bzw. bereinigt um das Projekt Chongqing um 1,1 Prozentpunkte von 14,7 % im Vorjahr auf 13,6 % im laufenden Geschäftsjahr.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich von -5,1 Mio. € auf -8,1 Mio. €. Der Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen reduzierte sich von 11,3 Mio. € auf 8,9 Mio. €. Hauptursache waren ein Anstieg der aktivierten Fremdkapitalzinsen auf 6,6 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €), die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten Vermögensgegenständen in Chongqing stehen. Der Bruttozinsaufwand stieg aufgrund durchgeführter Optimierungsmaßnahmen nur geringfügig um 1,4 Mio. € von 14,1 Mio. € auf 15,5 Mio. €, obwohl die Bruttoverschuldung von 405,3 Mio. € auf 523,0 Mio. € erhöht wurde. Diese Optimierungen führten jedoch auch dazu, dass Sicherungsinstrumente, welche variable in fixe Zinszahlungen swapen, ineffektiv wurden, da Laufzeit und Höhe nicht mehr mit den gesicherten originären Finanzverbindlichkeiten übereinstimmten und die Kriterien des Hedge-Accountings nicht mehr erfüllt wurden. Aufgrund dieser notwendigen Bilanzierungsänderung wurden im laufenden Jahr 3,8 Mio. € einmalig als Aufwand ergebniswirksam erfasst.

Geringere Sozialkapitalzinsen von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) und ein, trotz des derzeit für Veranlagungen ungünstigen Umfeldes, höheres Veranlagungsergebnis von 3,0 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €) führten zu einer Entlastung des Finanzergebnisses. Im Finanzergebnis wurden im laufenden Jahr positive Fremdwährungsdifferenzen, die sich aufgrund der Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und schulden sowie realisierter Kursgewinne von Finanzinstrumenten ergaben, in Höhe von 3,9 Mio. € als Ertrag erfasst (Vorjahr: 6,7 Mio. €). Grundsätzlich ist das Finanzergebnis in geringerem Ausmaß von Währungseffekten beeinflusst, da ein Großteil der Ausleihungen gegenüber Kreditinstituten Euro-Verbindlichkeiten sind. Die größten konzerninternen Ausleihungen sind langfristiger Natur, deren Rückzahlung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Die Bewertung dieser Ausleihungen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung.

Analog zum Konzernjahresergebnis vor Steuern reduzierte sich auch die Konzernsteuerbelastung und beträgt 12,9 Mio. € (Vorjahr: 15,6 Mio. €). Der Effektivsteuersatz lag mit 18,7 % leicht über dem Vorjahresniveau von 18,4 %. Im Vergleich zum Vorjahr gab es keine wesentlichen steuerlichen Änderungen. Auswirkungen des BEPS-Projekts der OECD auf AT&S lassen sich erst nach der Implementierung in die Steuergesetzgebung der einzelnen Länder final beurteilen. Aus derzeitiger Sicht wird dies jedoch zu deutlich erhöhten Reporting- und Dokumentationsanforderungen (country by country reporting) und zu einem höheren Verwaltungsaufwand führen, um die tax compliance in allen Konzerngesellschaften sicherzustellen und das Risiko von Doppelbesteuerungen zu minimieren.

Das Konzernjahresergebnis reduzierte sich von 69,3 Mio. € im Vorjahr um 13,3 Mio. € bzw. -19,3 % auf 56,0 Mio. €, und das Ergebnis je Aktie sank um 0,34 € bzw. -19,1 % von 1,78 € auf 1,44 € bei gleichbleibender Aktienanzahl.

1.220,8 200,6 (117,1) 40,3 1.344,7
Summe Eigenkapital und
Kurzfristige Schulden 203,4 81,4 (18,2) 87,7 354,3
Langfristige Schulden 413,1 148,6 (16,3) (124,0) 421,4
Eigenkapital 604,4 (29,4) (82,6) 76,6 568,9
Summe Vermögenswerte 1.220,8 200,6 (117,1) 40,3 1.344,7
Kurzfristige Vermögenswerte 508,1 (21,9) (36,1) 28,2 478,3
Langfristige Vermögenswerte 712,8 222,5 (81,0) 12,1 866,3
in Mio. € 31.03.2015 Einmaleffekte1) Währungseffekte Organisch 31.03.2016

1.3. Vermögens- und Finanzlage

1) Projekt Chongqing

Die Bilanzsumme wuchs im Geschäftsjahr 2015/16 um 123,9 Mio. € bzw. 10,1 % von 1.220,8 Mio. € auf 1.344,7 Mio. € an. Die Hauptursache für den Anstieg waren die Anlagenzugänge für das Projekt in Chongqing in Höhe von gesamt 231,5 Mio. €, welche durch Wechselkurseffekte teilweise ausgeglichen wurden.

Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte um insgesamt 58,5 Mio. € bzw. 129,4 % auf 103,7 Mio. € (Vorjahr: 45,2 Mio. €) ist in erster Linie auf aktivierte Entwicklungskosten, die die Kriterien des IAS 38 erfüllen, in Höhe von 61,1 Mio. € zurückzuführen. Das Sachanlagevermögen stieg vor allem durch Zugänge in Chongqing in Höhe von 163,7 Mio. € und Technologie-Upgrades in Shanghai in Höhe von 52,1 Mio. € um insgesamt 235,6 Mio. €. In der Nettoveränderung des Anlagevermögens von 144,0 Mio. € bzw. 22,2 % auf 792,9 Mio. € (Vorjahr: 648,9 Mio. €) sind darüber hinaus planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 90,5 Mio. € (Vorjahr: 77,5 Mio. €) sowie Wechselkurseffekte von -67,3 Mio. € berücksichtigt.

In den langfristigen Vermögenswerten sind Vorsteuerforderungen in Höhe von 27,9 Mio. € enthalten (Vorjahr: 17,6 Mio. €), welche erst in mehr als einem Jahr mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten gegengerechnet werden können.

Nettoumlaufvermögen

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2016 31.03.2015 Veränderung
in %
Vorräte 83,4 89,2 (6,5 %)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 110,0 113,5 (3,1 %)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (130,7) (97,8) 33,6 %
Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 55,6 17,5 218,1 %
Umlaufvermögen Handel 118,4 122,4 (3,3 %)
Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen (29,9) (27,1) 10,5 %
Nettoumlaufvermögen 88,4 95,3 (7,2 %)
Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 11,6 % 14,3 %
Außenstandsdauern (in Tagen):
Vorräte 50 64 (21,4 %)
Forderungen 53 62 (14,7 %)
Verbindlichkeiten 63 77 (17,9 %)

Die Vorräte sanken um 5,8 Mio. € bzw. -6,5 % von 89,2 Mio. € auf 83,4 Mio. €. Der Rückgang beruht in erster Linie auf Wechselkurseffekten. Der Aufbau der Vorräte aufgrund Chongqing konnte durch Reduktion an den anderen Standorten fast vollständig kompensiert werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 3,5 Mio. € bzw. -3,1 % auf 110,0 Mio. € (Vorjahr: 113,5 Mio. €). Der Rückgang resultiert aus Wechselkurseffekten. Die durchschnittlichen Außenstandsdauern sanken aufgrund des höheren Umsatzes um 16,3 % auf 53 Tage (Vorjahr: 62 Tage). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen konnten um 32,9 Mio. € bzw. 33,6 % von 97,8 Mio. € auf 130,7 Mio. € erhöht werden. Der Anstieg basiert auf um 38,1 Mio. € höheren Verbindlichkeiten aus Investitionen von 55,6 Mio. € (Vorjahr: 17,5 Mio. €).

Das Eigenkapital reduzierte sich um 35,5 Mio. € bzw. -5,9 % von 604,4 Mio. € auf 568,9 Mio. €. Der positive Beitrag aus dem Konzernergebnis erhöhte mit 56,0 Mio. € (Vorjahr: 69,3 Mio. €) das Eigenkapital, hingegen reduzierten negative Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung langfristiger Ausleihungen an Tochterunternehmen das Eigenkapital um 82,5 Mio. €. Die Reduktion resultiert aus einer Abwertung des chinesischen Renminbi, der indischen Rupie, des US-Dollar und des südkoreanischen Won im Vergleich zum Euro. Versicherungsmathematische Gewinne, die sich in erster Linie aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen verwendeten höheren Zinssätze ergeben, steigerten das Eigenkapital um 2,7 Mio. € (Vorjahr: Reduktion 6,8 Mio. €).

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen um 2,3 Mio. € bzw. 0,6 % von 359,3 Mio. € auf 361,6 Mio. € und waren damit auf Vorjahresniveau. Der kurzfristige Teil erhöhte sich von 46,0 Mio. € auf 161,4 Mio. €. Darin enthalten ist die Umgliederung der am 18. November 2016 fälligen Anleihe mit einem verbleibenden Buchwert von 76,8 Mio. €.

Nettoverschuldung
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2016 31.03.2015 Veränderung
in %
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 161,4 46,0 250,6 %
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 361,6 359,3 0,6 %
Bruttoverschuldung 523,0 405,3 29,0 %
Zahlungsmittel und -äquivalente (171,9) (273,9) (37,3 %)
Finanzielle Vermögenswerte (87,9) (0,9) 9.890,9 %
Nettoverschuldung 263,2 130,5 101,7 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 167,5 167,6 (0,0 %)
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 1,6 0,8
Eigenkapital 568,9 604,4 (5,9 %)
Bilanzsumme 1.344,7 1.220,8 10,1 %
Eigenkapitalquote (%) 42,3 % 49,5 %
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 46,3 % 21,6 %

Die Nettoverschuldung stieg, trotz eines hohen Cashflow aus dem Ergebnis, aufgrund der sehr hohen Investitionstätigkeit und der gezahlten Dividende, um 132,7 Mio. € bzw. 101,7 % auf 263,2 Mio. € (Vorjahr: 130,5 Mio. €). Der Verschuldungsgrad stieg auf 46,3 % und lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau von 21,6 %. Die Kennzahl Nettoverschuldung/EBITDA, die eine fiktive Entschuldungsdauer widerspiegelt, verschlechterte sich aufgrund der höheren Nettoverschuldung von 0,8 Jahre auf 1,6 Jahre.

Nettoverschuldung/EBITDA

0,9 0,8 12/13 13/14 14/15 15/16

TREASURY-AKTIVITÄTEN Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden vom Group Treasury grundlegende Weichenstellungen für die kommenden Jahre gelegt. Mit den Zielen, das derzeit äußerst günstige Marktumfeld im Finanzierungsbereich langfristig zu sichern, die Zinsbelastungen in den kommenden Jahren zu reduzieren, die am 18. November 2016 auslaufende Anleihe zu refinanzieren und die Fälligkeitsstruktur nach hinten zu verschieben, wurden am 23. Oktober 2015 Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 221,0 Mio. € erfolgreich am Markt platziert. Weiters wurde Anfang März 2016 ein bilaterales Schuldscheindarlehen im Volumen von 100,0 Mio. € unterzeichnet, welches im April 2016 zur Auszahlung gelangt. Neben der allgemeinen Konzernfinanzierung wurden die vereinnahmten Mittel zum teilweisen vorzeitigen Rückkauf der Anleihe im Nominale von 24,5 Mio. € und zur vorzeitigen Tilgung des variablen Teils des 2014 platzierten Schuldscheindarlehens im Volumen von 92,0 Mio. € verwendet.

Die Finanzierung von AT&S basiert auf einer Vier-Säulen-Strategie, mit der die Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsinstrumenten minimiert werden soll. Basierend auf den aktuell herrschenden Finanzmarktbedingungen, werden einzelne Bereiche stärker forciert oder können gegebenenfalls auch zeitweise nicht genutzt werden.

Die Basis bilden langfristige, fix verzinste Retail Bonds: Ihr Vorteil liegt in einer hohen Planbarkeit und Sicherheit für das Unternehmen, die sich aufgrund der fixen Verzinsung und Unkündbarkeit ergeben. Nachteilig sind die höheren Platzierungskosten. Der aktuelle Retail Bond, mit einem Buchwert in Höhe von 76,8 Mio. €, läuft am 18. November 2016 aus. Am 22. Oktober 2015 wurden Bonds im Nominale von 18,0 Mio. € und am 25. Februar 2016 Bonds im Nominale von 6,5 Mio. € vorzeitig von institutionellen Investoren zurückgekauft. Ziel dieser Maßnahme war es, vorhandene Liquidität gewinnbringend einzusetzen. Aus derzeitiger Sicht wird der auslaufende Bond vorerst nicht ersetzt werden.

Als im Geschäftsjahr 2015/16 wesentlichste Finanzierungssäule dienten Schuldscheindarlehen: Auch sie überzeugen mit einer hohen Planbarkeit – der Platzierungsaufwand ist jedoch deutlich geringer. Im März 2014 wurden 156,5 Mio. € sowie 2,0 Mio. US-\$ mit Laufzeiten von 5, 7 bzw. 10 Jahren platziert. Künftige variable Euro-Zinsverpflichtungen wurden mittels eines Zinsswaps in fixe Zinszahlungen umgewandelt. Die variable Tranche des 2014 platzierten Schuldscheindarlehens im Ausmaß von 92,0 Mio. € wurde teilweise im Oktober 2015 und der verbleibende Teil im Februar 2016 rückbezahlt, um die Finanzierungskosten zu optimieren. Die abgeschlossenen Zinsswaps werden für die Sicherung des im Oktober 2015 platzierten Schuldscheindarlehens weiterverwendet, um die variablen Euro-Zinsverpflichtungen über einen großen Teil der Laufzeit abzusichern. Die Effektivitätskriterien des Hedge Accountings gemäß IFRS werden jedoch nicht mehr erfüllt und die Bewertung erfolgt daher ergebniswirksam.

Am 23. Oktober 2015 wurde eine Schuldscheintransaktion mit einem Gesamtvolumen von 221,0 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Das ursprünglich angestrebte Emissionsvolumen von 100 Mio. € wurde aufgrund der hohen Nachfrage auf 221,0 Mio. € erhöht. Das Schuldscheindarlehen besteht aus Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren zu festen und variablen Zinsen in Euro und US-Dollar mit einem bei Emission gültigen Durchschnittszinssatz von rund 1,6 %. Am 4. März 2016 wurde ein bilaterales Schuldscheindarlehen über 100,0 Mio. € mit sieben Jahren Laufzeit unterzeichnet, welches im April 2016 zur Auszahlung kommt. Der Betrag wird im Geschäftsjahr 2015/16 als noch nicht genutzte Kreditlinie ausgewiesen. Aufgrund der eingangs erwähnten Vorteile plant AT&S auch künftig diese Form der Finanzierung zu forcieren.

Als dritte Säule werden Bankdarlehen genutzt. 122,3 Mio. € wurden bei mehreren nationalen bzw. internationalen Banken als Darlehen aufgenommen. Diese sind zum Großteil variabel verzinst und weisen Restlaufzeiten von 1 bis 6 Jahren aus.

Die vierte Säule sind Kreditlinien, die der Deckung von Liquiditätsschwankungen dienen. Zum Bilanzstichtag verfügte AT&S über 247,4 Mio. € nicht genutzte Kreditlinien in Form von Kreditzusagen von Banken bzw. bereits kontrahierten Schuldscheindarlehen.

Die wichtigste Aufgabe des Treasury von AT&S liegt in der Sicherstellung ausreichender Liquiditätsreserven. Zudem gilt es, die in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerte (Covenants) zu überwachen und deren Einhaltung sicherzustellen.

Die fiktive Entschuldungsdauer, definiert durch Nettoverschuldung/EBITDA, lag mit 1,6 Jahren deutlich unter dem Schwellenwert von 4,0 und dem selbst definierten Zielwert von 3,0 und hat sich aufgrund der hohen Investitionstätigkeit verschlechtert (Vorjahr: 0,8 Jahre). Die Eigenkapitalquote sank von 49,5 % im Vorjahr auf 42,3 % im Berichtsjahr und lag somit weiterhin deutlich über dem Zielwert und dem Schwellenwert. Die Eigenkapitalquote ist durch die höhere Bruttoverschuldung belastet, welche aus den frühzeitigen Finanzierungen resultiert. Zu weiterführenden Informationen im Hinblick auf das Kapitalrisikomanagement wird auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" – Unterkapitel Kapitalrisikomanagment – im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Treasury-Kennzahlen

Schwellenwert1) Zielwert2) 31.03.2016 31.03.2015
Nettoverschuldung/EBITDA - Verhältnis < 4,0 < 3,0 1,6 0,8
Eigenkapitalquote > 35 % > 40 % 42,3 % 49,5 %

1) Schwellenwerte sind in alten Kreditvereinbarungen enthaltene Grenzen, welche von AT&S nicht über- (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unterschritten (Eigenkapitalquote) werden dürfen.

2) Zielwerte sind die von AT&S definierten Grenzen, die unter normalen Umständen nicht über- (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unterschritten (Eigenkapitalquote) werden sollen.

AT&S strebt eine möglichst ausgeglichene Finanzierungsstruktur mit einer durchschnittlichen Rückzahlungsdauer (Duration), die mit dem Investitionsprogramm in Einklang steht, an. Zum Bilanzstichtag betrug die Duration 3,9 Jahre (Vorjahr: 3,8 Jahre). Der leichte Anstieg ist auf das im Oktober 2015 platzierte Schuldscheindarlehen zurückzuführen, mit dem einerseits Teile des höher verzinsten 2014er Schuldscheins abgelöst wurden und andererseits die am 18. November 2016 fällige Anleihe getilgt werden soll.

Die Finanzierungsstrukur weist im Jahr 2016/17 mit der Rückzahlung der Anleihe und Bankkrediten in Höhe von 158,3 Mio. € sowie im Jahr 2020/21 mit der Rückzahlung von Teilen des Schuldscheindarlehens sowie Bankkrediten in Höhe von 167,8 Mio. € zwei hohe Werte aus.

Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten nach Fristigkeiten
---------------------------------------------------------- --
in Mio. € 31.03.2016 in % 31.03.2015 in %
Restlaufzeit
bis zu einem Jahr 161,4 30,9 % 46,0 11,4 %
zwischen einem und fünf Jahren 285,3 54,5 % 321,6 79,3 %
mehr als fünf Jahre 76,3 14,6 % 37,7 9,3 %
Summe Finanzverbindlichkeiten 523,0 100,0 % 405,3 100,0 %

Als weiteres Ziel wird die Risikominimierung im Zinsbereich mit vorwiegend fixen Zinssätzen verfolgt. 73,9 % (Vorjahr: 78,3 %) der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz geswapt, und lediglich 26,1 % (Vorjahr: 21,7 %) werden variabel verzinst. Die Zinssicherungsstrategien werden auf Basis der Zinserwartungen laufend adaptiert.

Weiters sollen die vorhandenen liquiden Mittel ertragreich, aber risikobewusst veranlagt werden: Zum 31. März 2016 verfügte AT&S über finanzielle Mittel von insgesamt 259,8 Mio. € (Vorjahr: 274,8 Mio. €). Durch Optimierung von Veranlagungszeiten und durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die einerseits höhere Zinssätze aufweisen und bei denen AT&S kontinuierlichen Bedarf hat, sollen möglichst hohe Erträge in einem derzeitig aus Anlegersicht sehr herausfordernden Umfeld erwirtschaftet werden.

Die Maßnahme des frühzeitigen Konvertierens in Fremdwährungen dient zudem auch einem natürlichen Währungs-Hedging und einer Reduktion des Fremdwährungsexposures. Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei AT&S fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Sicherungsinstrumente aus diesem Titel. Translationsrisiken, die sich aus der Umrechnung von Tochtergesellschaften mit abweichender Hauswährung ergeben, werden nicht abgesichert.

Das letzte Treasuryziel besteht in einem optimierten Relationship Management mit Finanzierungspartnern. Hierunter versteht AT&S die Auswahl der Banken für nationale und internationale Zusammenarbeit und den Aufbau und die Aufrechterhaltung der für beide Seiten notwendigen Kommunikation. Ziel ist es, eine Transparenz über die AT&S innewohnenden Chancen und Risiken zu schaffen, um mit den uns finanzierenden Instituten eine für beide Seiten langfristige, gewinnbringende Partnerschaft zu festigen. Als Basis dazu dienen der Geschäftsbericht und die Quartalsveröffentlichungen. Daneben findet zumindest einmal jährlich ein Treffen mit unseren finanzierenden Bankpartnern statt, bei dem Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erörtert werden.

AT&S betreibt ein sehr aktives Finanzmanagement, um die genannten Treasury-Ziele möglichst kosteneffizient zu erreichen. Auf Basis der im Geschäftsjahr 2015/16 gesetzten Maßnahmen werden sich sowohl die durchschnittlichen Finanzierungskosten als auch nach derzeitiger Sicht die absoluten Finanzierungskosten im kommenden Jahr reduzieren. Dies trotz einer zu erwartenden Erhöhung der Bruttound Nettoverschuldung. Für das Geschäftsjahr 2016/17 gilt es, die aktuell niedrigen Finanzierungszinsen zu nutzen, um weitere langfristigen Finanzierungen abzuschließen.

CASHFLOW Der Cashflow aus dem Ergebnis konnte von 145,0 Mio. € auf 145,9 Mio. € leicht gesteigert werden. Dabei stehen der Reduktion des Jahresergebnisses von 69,3 Mio. € auf 56,0 Mio. € und dem Anstieg der Zinszahlungen von 14,5 Mio. € auf 15,5 Mio. € höhere Abschreibungen sowie eine Reduktion der Steuerzahlung von 16,4 Mio. € auf 10,3 Mio. € gegenüber.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit reduzierte sich von 143,9 Mio. € um 7,0 Mio. € bzw. -4,8 % auf 136,9 Mio. €. Dem im Vergleich zum Vorjahreswert um 0,9 Mio. € bzw. 0,7 % höheren Cashflow aus dem Ergebnis von 145,9 Mio. € stand ein um 6,5 Mio. € höherer Mittelabfluss aus der Veränderung des Working Capital gegenüber. Aus den sonstigen Rückstellungen ergab sich ein geringerer Zufluss von 1,3 Mio. €.

Restlaufzeiten finanzieller Verbindlichkeiten in %

Aufgrund der Investitionstätigkeiten in Chongqing und Shanghai sowie diverser technologischer Reinvestitionen an den anderen Standorten sowie der Veranlagung liquider Mittel mit Laufzeiten über 3 Monaten ergab sich ein Cashflow aus Investitionstätigkeit von 342,2 Mio. €. Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 254,8 Mio. € und lagen damit 89,5 Mio. € über dem sehr hohen Vorjahreswert von 165,3 Mio. €.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 111,1 Mio. € lag um 99,2 Mio. € über dem Vorjahreswert und war durch die Platzierung von Schuldscheindarlehen von 221,0 Mio. € überdurchschnittlich hoch.

Der Freie Cashflow, d. h. der Cashflow aus laufender Tätigkeit zuzüglich des Cashflow aus Investitionstätigkeit, war aufgrund der hohen Investitionstätigkeit mit 205,3 Mio. € negativ und lag um 184,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert von -20,9 Mio. €. 87,7 Mio. € der Veränderung resultieren aus der Veranlagung liquider Mittel und 0,3 Mio. € aus den Auszahlungen für den Erwerb von Minderheitenanteilen.

2015/16 2014/15 Veränderung
in %
145,9 145,0 0,7 %
(4,8 %)
(342,2) (164,8) 107,7 %
(205,3) (20,9) 881,9 %
111,1 11,9 830,2 %
950,6 %
(7,8) 22,8 (134,3 %)
171,9 273,9 (37,3 %)
136,9
(94,2)
143,9
(9,0)

Die Zahlungsmittel sind aufgrund der sehr hohen Investitionen, trotz eines sehr starken Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und der erläuterten Finanzierungs- und Veranlagungsmaßnahmen, von 273,9 Mio. € auf 171,9 Mio. € gesunken. Darüber hinaus verfügt AT&S über kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 87,8 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Dieser aktuell nach wie vor sehr hohe Wert dient zur Sicherstellung der Finanzierung des neuen Standortes in Chongqing und der Rückzahlung der am 18. November 2016 fälligen Anleihe.

AT&S PERFORMANCE SYSTEM Neben dem Umsatz und dem EBITDA als primäre Führungsgrößen der internen strategischen Unternehmenssteuerung verwendet AT&S weitere drei Kennzahlen für die Performance-Messung: ROCE, Cash Earnings sowie die IRR. Damit soll die Performance gegenüber Investoren, operativ und gegenüber Kunden abgebildet und gesteuert werden.

Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst AT&S ihre Performance aus der Sicht von Investoren. Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus ist ersichtlich, inwieweit AT&S die Verzinsungsansprüche ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 8,9 %. Im Berichtsjahr konnte AT&S den WACC-Wert mit einem ROCE von 8,2 % aufgrund der Aufwendungen für das Projekt Chongqing und dem damit verbundenen durchschnittlichen Capital Employed nicht erreichen. Bereinigt betrug der ROCE 19,3 % (Vorjahr: 18,5 %). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital war im Kerngeschäft somit deutlich höher als die von den Kapitalgebern erwartete Rendite.

Der ROCE verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr durch das niedrigere EBIT dem aufgrund der hohen Investitionstätigkeit für das Projekt Chongqing ein höheres durchschnittlich eingesetztes Kapital von 783,5 Mio. € (Vorjahr: 618,2 Mio. €) gegenüberstand.

in Mio. € 2015/16 2014/15 Veränderung
in %
Betriebsergebnis (EBIT) vor Einmaleffekten 77,0 90,1 (14,6 %)
Ertragsteuern (12,9) (15,6) (17,6 %)
Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) 64,1 74,5 (13,9 %)
Durchschnittliches Eigenkapital 586,7 497,5 17,9 %
Durchschnittliche Nettoverschuldung 196,9 120,7 63,1 %
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 783,5 618,2 26,7 %
ROCE 8,2 % 12,0 %

Gesamtkapitalrendite (ROCE)

Neben der kapitalgeberorientierten Kennzahl (ROCE) verwendet AT&S die Cash Earnings als Steuerungsgröße. Diese Kennzahl gibt Auskunft über die operative finanzielle Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.

Die Cash Earnings reduzierten sich nur geringfügig um 0,3 Mio. € bzw. -0,2 % auf 146,5 Mio. € (Vorjahr: 146,8 Mio. €). Der Rückgang des Konzernergebnisses war zum großen Teil durch gestiegene Abschreibungen verursacht, daher nicht cash-wirksam und somit ohne Auswirkung auf die Cash Earnings.

Die dritte Kennzahl zur Performance-Messung zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnahe umzusetzen. AT&S misst diese Fähigkeit mit der Innovation Revenue Rate (IRR), die den Umsatzanteil von Produkten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2015/16 beläuft sich die IRR auf 19,6 % nach 29,2 % im Vorjahr. AT&S strebt eine IRR von mindestens 20 % an. Der Rückgang ist auf die Abreifung bestimmter Technologiegenerationen im Geschäftsjahr 2015/16 zurückzuführen.

Cash Earnings

2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es wurden bis zum 9. Mai 2016 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2016 geführt hätten.

3. Standorte und Zweigniederlassungen

Die AT&S Gruppe unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

LEOBEN UND FEHRING Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zunehmend amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben konnte den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin erfolgreich fortsetzen. Trotz der hohen Auslastung am Standort Leoben konnte die Flexibilität zur Bedienung von kurzfristigen Anfragen aufrechterhalten werden. In Leoben erfolgt auch die Produktion für den Zukunftsmarkt Advanced Packaging. Die Auslastung des Werks in Fehring entwickelte sich im Berichtsjahr zufriedenstellend. Es wurden verstärkt Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nanjangud) im Bereich der Außenlagenfertigung von Multilayern genutzt. Durch diese Maßnahmen konnte der Rückgang im Bereich des ursprünglichen Kerngeschäfts (2-lagige Leiterplatten) kompensiert werden.

SHANGHAI Das Werk in Shanghai fertigt HDI-(High Density Interconnection-)Leiterplatten höchster Technologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Die Auslastung war im Geschäftsjahr 2015/16 sehr gut, und in mehreren Monaten wurde durchgängig an der maximalen Kapazitätsgrenze produziert. 2015/16 zeigte sich eine weiterhin hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten für die Automobilindustrie, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden. Der Trend zu immer feineren Leiterplattenzügen wird vom Standort proaktiv genutzt, um die technologische Spitzenposition auch in den nächsten Jahren sicherzustellen.

CHONGQING An diesem neuen Standort in China setzt AT&S mit der Produktion von IC-Substraten (Integrated Circuit Substrates) einen weiteren technologischen Meilenstein. Die Zertifizierung der ersten Produkte konnte im Februar 2016 erreicht werden, und die Serienproduktion wird hochgefahren. Im Geschäftsjahr 2016/17 soll auch die zweite Substratlinie in Betrieb gehen. Der Aufbau des zweiten Werks für substrat-ähnliche Leiterplatten verläuft planmäßig, die Installation der ersten Linie soll bis zur Mitte des Jahres abgeschlossen sein, der Start der Serienproduktion und erste Umsätze werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

ANSAN Die positive Entwicklung des Standortes in Korea konnte im Geschäftsjahr 2015/16 fortgesetzt werden. Neben der weiterhin sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer konnten substanzielle Mengen für den Bereich Mobile Devices & Substrates gefertigt werden. Die von Dritten gehaltenen Minderheitenanteile wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erworben, und mit der Einführung von SAP hat sich dieser Standort auch organisatorisch weiterentwickelt.

NANJANGUD Sowohl die Umsätze als auch das Betriebsergebnis entwickelten sich aufgrund von Wechselkurseinflüssen rückläufig. Durch gezielte Maßnahmen konnten die Effizienz in der Fertigung (Materialverbrauch, Energieverbrauch und Instandhaltungskosten) verbessert werden. Die Auslastung des Werkes war durchgängig auf einem sehr hohen Niveau.

HONGKONG Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates und Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird. Rund 60 % des Konzernumsatzes wird über diese Gesellschaft abgewickelt.

Die Vertriebsbüros in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2015/16 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

Österreich

China

China

Südkorea

Indien

China

Vertriebsbüros

4. Geschäftsentwicklung nach Segmenten

Der AT&S Konzern gliedert seine betriebliche Tätigkeit in drei Segmente: Mobile Devices & Substrates, Automotive, Industrial, Medical und Sonstige. Das Segment Mobile Devices & Substrates umfasst im Wesentlichen die Applikationen Smartphones, Tablets, Notebooks und Consumer-Produkte wie Digitalkameras. Das Segment Industrial & Automotive wurde mit Beginn des Geschäftsjahres in Automotive, Industrial, Medical umbenannt. Mit dieser Änderung soll die steigende Bedeutung des Geschäfts mit medizinischen Geräten sowohl in der Therapie als auch in der Diagnose hervorgehoben werden. Das Segment beinhaltet die Applikationen Industrial Electronics, Automotive, Aviation & Security und Medical. Im Segment Sonstige sind die Aktivitäten des im Aufbau befindlichen Geschäftsbereichs Advanced Packaging sowie übergeordnete Konzernaktivitäten abgebildet. Da Advanced Packaging weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind, wird es in der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt.

SEGMENT MOBILE DEVICES & SUBSTRATES Die Anwendungen im Segment Mobile Devices & Substrates erfordern technologisch sehr anspruchsvolle Leiterplatten und permanente Prozess- und Produktionsinnovationen. Wichtigster Wachstumstreiber ist die weltweit weiterhin steigende Nachfrage nach Smartphones. Die immer höhere Leistung dieser Geräte wäre ohne HDI-Leiterplatten (High-Density-Interconnection-Leiterplatten) nicht möglich. AT&S ist weltweit einer der führenden Anbieter von HDI-Technologie und hatte im Jahr 2014 die dritte Marktposition eingenommen (Quelle: Prismark, August 2015). Das Segment Mobile Devices & Substrates ist mit einem Umsatzanteil von 59,3 % (Vorjahr: 57,3 %) weiterhin das größte Segment des AT&S Konzerns.

Segment Mobile Devices & Substrates – Überblick

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2015/16 2014/15 Veränderung
in %
Segmentumsatzerlöse 539,7 455,2 18,6 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 452,5 382,1 18,4 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 126,4 127,5 (0,8 %)
EBITDA-Marge (%) 23,4 % 28,0 %
Betriebsergebnis (EBIT) 48,3 60,1 (19,7 %)
EBIT-Marge (%) 8,9 % 13,2 %
Anlagenzugänge 271,8 126,8 114,3 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 5.990 5.017 19,4 %

Der erzielte Umsatz lag mit 539,7 Mio. € um 84,5 Mio. € bzw. 18,6 % über dem Wert des Vorjahres von 455,2 Mio. €. Die sehr hohe Nachfrage aus dem Bereich der hochwertigen mobilen Endgeräte wie Smartphones hielt auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres an und führte in Kombination mit den für AT&S vorteilhaften Wechselkursen zu deutlich gestiegenen Umsätzen. Das zweite Quartal profitierte wiederum von der anhaltend starken Nachfrage, den Produktlaunches der Mobilbranche und den vorteilhaften Wechselkursen. Das dritte Quartal war durch eine Rückkehr zu normalen Wachstumsraten gekennzeichnet, und der Umsatz konnte an den außergewöhnlich hohen Vorjahreswerten anschließen. Das vierte Quartal, welches, bedingt durch Werksschließungen aufgrund des chinesischen Neujahrs, üblicherweise schwächer ausfällt, zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine stabile Nachfrage und lag nur geringfügig unter dem außergewöhnlich starken Vorjahresvergleichswert.

Geografisch ist eine weitere Steigerung des erzielten Umsatzes mit amerikanischen Kunden zu erkennen. Darüber hinaus wurde die Segmentumsatzentwicklung durch eine anhaltend starke Nachfrage aus dem Segment Automotive, Industrial, Medical begünstigt. Das dem Segment Mobile Devices & Substrates zugeordnete Werk in Shanghai erzielte deutlich höhere Umsätze mit dem Segment Automotive, Industrial, Medical.

Das EBITDA des Segments lag mit 126,4 Mio. € um 1,1 Mio. € bzw. -0,8 % unter dem Vorjahreswert von 127,5 Mio. € und war im vierten Quartal bereits von den Anlaufkosten für den neuen Standort Chongqing belastet. Durch die stabil hohe Nachfrage über das gesamte Jahr konnte eine sehr hohe Auslastung erreicht werden. Darüber hinaus trugen der weiterhin gute Produktmix und positive Wechselkurseffekte zu

12/13 13/14 14/15 15/16

Ergebnisverbesserungen bei, die die höheren Anlaufkosten am Standort Chongqing beinahe kompensieren konnten. Die EBITDA-Marge des Segments Mobile Devices & Substrates lag mit 23,4 % um 4,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 28,0 %. Bereinigt um die Ergebnisse des neuen Standortes Chongqing, beträgt die EBITDA-Marge 26,0 % nach 28,5 % im Vorjahr und stellt eine Rückkehr zur Normalität dar.

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 11,8 Mio. € bzw. -19,7 % auf 48,3 Mio. € (Vorjahr: 60,1 Mio. €). Im Vergleich zum Vorjahr gab es um 2,9 Mio. € geringere Sonderabschreibungen von nicht mehr genutzten Technologien in Höhe von 3,1 Mio. € (Vorjahr: 6,0 Mio. €). Die planmäßige Abschreibung war geprägt durch den Beginn der Abschreibung des Substratwerkes in Chongqing, der durch die Zertifizierung und den damit einhergehenden Beginn der Serienproduktion ausgelöst wurde. Davor wurde nur das Administrationsgebäude in den Abschreibungen berücksichtigt.

Die EBIT-Marge verschlechterte sich aufgrund des EBIT-Rückgangs sowie gestiegener Umsätze um 4,3 Prozentpunkte auf 8,9 % (Vorjahr: 13,2 %).

Die Anlagenzugänge stiegen um 145,0 Mio. € bzw. 114,3 % auf 271,8 Mio. € (Vorjahr: 126,8 Mio. €) an. Neben Zugängen von 52,2 Mio. € durch laufende Erweiterungs, Ersatz- und Technologie-Upgrade-Investitionen im Werk Shanghai erhöhte sich das Anlagevermögen um 219,6 Mio. € am neuen Standort Chongqing. Die ersten Produkte der neuen IC-Substratlinie wurden erfolgreich zertifiziert, die Serienproduktion wurde gestartet. Der weitere Ausbau des Standorts verläuft planmäßig. Die zweite Fertigungslinie für IC-Substrate wird derzeit installiert und sollte im Geschäftsjahr 2016/17 die Serienproduktion aufnehmen. Weiters wurde auch mit der Installation der ersten Fertigungslinie im fast fertigen Gebäude des Werkes für substrat-ähnliche Leiterplatten begonnen, welche auch im kommenden Geschäftsjahr 2016/17 ihren Betrieb aufnehmen und zu ersten Umsätzen führen wird.

SEGMENT AUTOMOTIVE, INDUSTRIAL, MEDICAL Mit einem Umsatzzuwachs um 24,9 Mio. € auf 326,7 Mio. € (Vorjahr: 301,8 Mio. €) konnte das Segment Automotive, Industrial, Medical eine Steigerung von 8,2 % erzielen. Die positive Entwicklung basierte einerseits auf einem nach wie vor steigenden Bedarf im Bereich Automotive (der Anteil an elektronischen Komponenten in Fahrzeugen beispielsweise für Advanced Driver Assistance Systems steigt kontinuierlich) und andererseits auf einem erhöhten Bedarf im Bereich Medizintechnik.

Segment Automotive, Industrial, Medical – Überblick

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2015/16 2014/15 Veränderung
in %
Segmentumsatzerlöse 326,7 301,8 8,2 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 306,5 282,9 8,4 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 30,1 34,8 (13,5 %)
EBITDA-Marge (%) 9,2 % 11,5 %
Betriebsergebnis (EBIT) 19,2 25,9 (25,8 %)
EBIT-Marge (%) 5,9 % 8,6 %
Anlagenzugänge 29,4 25,5 15,0 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt 2.616 2.489 5,1 %

Zu der Entwicklung der dem Segment Automotive, Industrial, Medical zugeordneten Standorte Leoben, Fehring, Ansan und Nanjangud wird auf Punkt 3 des Lageberichts verwiesen. Generell war das Geschäftsjahr 2015/16 durch eine stabile Auslastung auf hohem Niveau gekennzeichnet.

Belastet wurde das Ergebnis des Segments im Geschäftsjahr 2015/16 durch negative Wechselkurseffekte, welche zu währungsbedingten Kostensteigerungen führten und die Ergebnisse deutlich belasteten. Dies führte in Summe zu einem Rückgang des EBITDA um 4,7 Mio. € bzw. -13,5 % auf 30,1 Mio. € (Vorjahr: 34,8 Mio. €).

Die EBITDA-Marge ging um 2,3 Prozentpunkte auf einen Wert von 9,2 % (Vorjahr: 11,5 %) zurück.

Automotive, Industrial, Medical Externe Umsatzerlöse nach Quartalen in Mio. €

Automotive, Industrial, Medical EBITDA-Entwicklung in Mio. € 34,8

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 6,7 Mio. € bzw. -25,8 % auf 19,2 Mio. € (Vorjahr: 25,9 Mio. €). Die EBIT-Marge des Segments Automotive, Industrial, Medical lag aufgrund der oben genannten Effekte mit 5,9 % deutlich unter dem Vorjahresvergleichswert von 8,6 %.

Automotive , Industrial, Medical EBITDA nach Quartalen in Mio. €

Die Anlagenzugänge wurden um 3,9 Mio. € bzw. 15,0 % auf 29,4 Mio. € (Vorjahr: 25,5 Mio. €) erhöht. Diese Zugänge betrafen laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrade-Investitionen an allen Standorten.

SEGMENT SONSTIGE Im Segment Sonstige wird neben den allgemeinen Holdingaktivitäten auch noch die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging abgebildet. Diese beschäftigt sich mit der Einbettung aktiver und passiver elektronischer Bauelemente in die Leiterplatte, mithilfe der von AT&S patentierten ECP® Technologie. Ziel ist es, die Leiterplatten weiter zu miniaturisieren, bei gleichzeitiger Verbesserung der Wärmeverteilung, elektrischen Performance und Lebensdauer. Die Business Unit konnte im Geschäftsjahr 2015/16 ihre Umsätze weiter deutlich steigern und etabliert sich immer mehr als Entwicklungspartner ihrer Kunden. Die Business Unit wird aufgrund der noch geringen Größe weiterhin nicht als eigenständiges Segment berichtet.

Segment Sonstige – Überblick

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2015/16 2014/15 Veränderung
in %
Segmentumsatzerlöse 22,1 10,9 102,9 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 3,9 2,0 90,2 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 10,9 5,2 108,8 %
EBITDA-Marge (%) 49,2 % 47,8 %
Betriebsergebnis (EBIT) 9,4 4,0 136,8 %
EBIT-Marge (%) 42,4 % 36,4 %
Anlagenzugänge 1,9 2,1 (12,6 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 153 133 14,9 %

5. Konzern 5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der heutigen Zeit, in der Veränderung die einzige Konstante ist, von besonders großer Bedeutung für uns. Um die erste Wahl für hoch entwickelte Technologien zu sein, muss ein Unternehmen wie AT&S seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven und klare Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sie fördern und fordern. Einen ganz besonderen Beitrag leisten dazu auch die AT&S Führungskräfte. Um als Unternehmen Innovation täglich leben zu können, brauchen wir Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen, und offen sind, in Alternativen zu denken.

HUMAN RESOURCES IN ZAHLEN Im Geschäftsjahr 2015/16 zählte AT&S inklusive Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter einen durchschnittlichen Stand von 8.759 Vollzeitäquivalenten. Das sind um 1.121 Vollzeitäquivalente mehr als im Durchschnitt des vorherigen Geschäftsjahres. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf den personellen Aufbau in den Werken in Chongqing zurückzuführen.

2015/16 2014/15 Veränderung
Segment Mobile Devices & Substrates 5.990 5.017 973
Segment Automotive, Industrial, Medical 2.616 2.489 127
Sonstige 153 132 21
Konzern gesamt 8.759 7.638 1.121

Durchschnittlicher Stand Leistungspersonal (inkl. Leiharbeiter)

EXZELLENTE FÜHRUNG Abgeleitet von der AT&S Vision und Mission wurden drei Grundwerte für eine exzellente Führung definiert: OPEN-MINDEDNESS, COMMITMENT und RESPONSIBILITY. Dabei verstehen wir Führung als wesentlichen Bestandteil zur Erreichung unserer Vision und Mission. Studien belegen eindeutig, dass gute Führungsarbeit einen wesentlichen Einfluss auf Mitarbeiterengagement und -bindung hat. Unsere Führungswerte bieten allen Führungskräften einen Rahmen, um wirksame Führung leben zu können. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir den Führungskräften der ersten Ebene die Möglichkeit geboten, Module mit Fokus auf Kommunikation und Feedbackkultur zu besuchen, was von diesen auch wahrgenommen wurde. Der damit initiierte verstärkte Dialog führt zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und gibt Raum zur Reflexion. Ein offenes und wertschätzendes Feedback bildet den Nährboden für eine friktionsfreie offene und dynamische Weiterentwicklung der gesamten Organisation. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wird diese Initiative im Geschäftsjahr 2016/17 auf die nächsten Führungsebenen ausgedehnt.

FÖRDERN UND FORDERN Kommunikation und Feedback sind wesentliche Instrumente, um das Engagement und den Gestaltungswillen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch zukünftig für AT&S zu sichern. Führungskräfte bei AT&S haben daher die Verantwortung, eine Atmosphäre des lebenslangen Lernens sowie eine Kultur des Dialogs für jeden einzelnen Mitarbeiter zu schaffen. Zu den Kernaufgaben zählen dabei die Bereiche Talent-Management, die Weiterentwicklung wesentlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Weiterentwicklung einer offenen beidseitigen Feedbackkultur sowie das Fördern und Fordern der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das jährliche Mitarbeitergespräch ist ein Basiswerkzeug, das die AT&S Führungskräfte dabei unterstützt, ein strukturiertes Bild über die Potenziale, Erfahrungen und innovativen Ideen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erlangen. Im Mitarbeitergespräch werden, basierend auf den Unternehmenszielen, Zielvereinbarungen für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter für das folgende Geschäftsjahr entsprechend ihrem Aufgabenbereich definiert. Zudem werden Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Position und potenzielle Karrierewege besprochen. Es liegt in der Verantwortung der jeweiligen Führungskraft, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ihren Potenzialen und Interessen zu fördern und zu fordern.

Auf dieser Basis werden in jährlich stattfindenden Evaluierungen jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den größten Entwicklungspotenzialen für weitere Karriereschritte ausgewählt und die dafür notwendigen nächsten Schritte beschlossen.

AT&S Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im Rahmen von internen und externen Trainings, Workshops und Coachings die Möglichkeit, zusätzliche Qualifikationen zu erlangen. Intern bieten wir Basistrainings für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, um sie mit dem Markt, unseren Produkten, der Aufbau- und Ablauforganisation von AT&S sowie mit den Werten des Unternehmens vertraut zu machen. AT&Sspezifische Trainings werden von internen Spezialisten angeboten. Funktionsübergreifende, internationale sowie interkulturelle Trainings sollen der internen Vernetzung, der Optimierung von Abläufen und einem kontinuierlichen Wissenstransfer dienen. Basis-Führungskräftetrainings umfassen die Grundlagen des Führens und Schulungen zum immer aktuellen Thema Change Management und Strategieentwicklung. Wesentliche Module werden im Rahmen von maßgeschneiderten, standortspezifischen Trainingskatalogen angeboten.

AT&S hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm für die Bereiche Administration, Forschung und Produktion, basierend auf einem Lean-Management- (Effizienz) und Six-Sigma-Ansatz (Effektivität), gestartet. Die Lean-Six-Sigma-Initiative von AT&S wird intern iPOK genannt (Implementation of Practice Oriented Knowledge) und umfasst sämtliche Mitarbeiter- und Organisationsstufen. Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, letzterer um das theoretisch Gelernte tief in der Organisation nachhaltig zu verankern. iPOK soll AT&S beim Erreichen der Vision/Mission im Rahmen von Verbesserungsprojekten unterstützen und darüber hinaus positive Effekte auf das Arbeitsumfeld der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen. An allen Standorten wurden insgesamt 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für "Black Belt"-Ausbildungen (Projektmanager mit abteilungsübergreifenden Projekten und rund 140 Stunden Ausbildung) und 81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für "Green Belt"-Ausbildungen (Projektmanager mit abteilungsinternen Projekten und rund 40 Stunden Ausbildung) zertifiziert bzw. befanden sich noch in Ausbildung. Im Rahmen dieser Zertifizierungen bzw. Ausbildungen wurden 133 Lean-Six-Sigma-Projekte gestartet.

AT&S bietet umfassende Lehrlingsausbildungen für die Fachkräfte von morgen vor allem in den Bereichen Mechatronik, Labortechnik, Physiklabor, Maschinenbautechnik und Metalltechnik, aber auch im administrativen Bereich. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigten wir 27 Lehrlinge in Österreich und einen in Deutschland, wobei im abgelaufenen Geschäftsjahr 11 Lehrlinge ihre Lehre bei AT&S begonnen haben. Um junge Menschen für technische Berufe bei AT&S zu begeistern, präsentiert sich AT&S bei zielgruppenspezifischen Berufsmessen und bietet im Rahmen der institutionalisierten AT&S Erlebniswelt sowie Schnupperund Ferialpraktika Schülerinnen und Schülern direkte Einblicke in die Produktion. AT&S positioniert sich aber auch bei Jungakademikerinnen und -akademikern als attraktiver Arbeitgeber. Wir informieren junge Absolventinnen und Absolventen auf Karrieremessen und vergeben in enger Zusammenarbeit mit Hochschulen Bachelor- oder Masterarbeiten. Mit unserem ersten "International Talent Program", das den 7 Teilnehmern über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten eine Ausbildung in 8 Modulen ermöglichte, konnten wir bereits talentierte Jungakademikerinnen und -akademiker aus unterschiedlichen Nationen in Österreich ausbilden und "fit" für unsere Standorte in China machen. Derzeit rekrutieren wir die zweite Generation an internationalen Talenten – diesmal für Einsätze in China und Indien. Das sehr große internationale Interesse für dieses Programm drückte sich in Bewerbungen aus 63 Nationen aus.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden rund 1.926 Tsd. € in externe Trainings und Weiterbildungen investiert. Dieser Anstieg um 1.056 Tsd. € im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf die fachlichen Trainings der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen, die im Zuge des Aufbaus der Werke in Chongqing rekrutiert wurden. Darüber hinaus hat AT&S in China in eine universitäre Ausbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie in globale Leadership- und iPOK-Lean-Six-Sigma-Initiativen investiert. Diese Zahlen spiegeln daher die Wichtigkeit der Qualifikation neuer Arbeitskräfte einerseits, aber auch die Schwerpunktsetzung in den Bereichen Effizienz & Effektivität sowie Leadership wider.

Konzern gesamt 1.926 870 121,5 %
Sonstige 460 202 127,3 %
Segment Automotive, Industrial, Medical 319 284 12,5 %
Segment Mobile Devices & Substrates 1.147 384 198,9 %
in Tsd. € 2015/16 2014/15 Veränderung
in %
Ausgaben für externe Weiterbildung

DIVERSITÄT & MOBILITÄT Als global agierendes Unternehmen ist die Vielfalt unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Grundvoraussetzung für unseren Erfolg. AT&S fördert die Chancengleichheit in Hinblick auf Karrierewege und Entlohnung oder Weiterbildung – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, ethnischer Abstammung, Beeinträchtigung, religiöser oder politischer Überzeugung.

Zu Ende des Geschäftsjahres betrug der Frauenanteil insgesamt über alle AT&S Standorte 35 %. Der Frauenanteil ist in Europa mit 43 % und USA mit 37 % deutlich höher als in Asien, wo der Frauenanteil innerhalb AT&S 33 % beträgt. In der direkten Berichtslinie an den Vorstand der AT&S Gruppe liegt der Anteil an weiblichen Mitarbeiterinnen bei 10 %.

Als internationales Unternehmen beschäftigt AT&S weltweit Menschen aus 45 Nationen. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch externen Bewerberinnen und Bewerbern bieten wir vielfältige Karrieremöglichkeiten auf internationaler Ebene – unter anderem mit dem "International Talent Program" – und schätzen die berufliche Mobilität. Zudem fördern wir die standortübergreifende Zusammenarbeit und bieten interkulturelle Trainings ganz im Sinne der lernenden Organisation und entsprechend unserem Führungsgrundsatz "Open Mindedness".

Das Durchschnittsalter bei AT&S liegt bei 31 Jahren. Das ist vor allem auf die große Zahl an jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in China zurückzuführen, wo das Durchschnittsalter bei 29 Jahren liegt. In Europa und den USA liegt das Durchschnittsalter bei 39 bzw. 45 Jahren. Das durchschnittliche Dienstalter liegt konzernweit bei 5,4 Jahren, bezogen auf den jeweiligen Standort, wobei es in Europa mit 12,2 Jahren weit höher liegt als in Asien mit 4,2 Jahren. Auch das ist auf unsere Standorte in China bzw. vor allem auf den kontinuierlichen Aufbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Chongqing zurückzuführen.

ETHIK- UND VERHALTENSKODEX AT&S hat sich freiwillig zu Corporate-Social-Responsibility- (CSR-) Maßnahmen sowie zur Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) verpflichtet. Entsprechend dem Triple-Bottom-Line-Ansatz, haben wir aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht die Verantwortung, nachhaltig und im Sinne aller Stakeholder zu wirtschaften. Klare ökologische Standards und Zielsetzungen sowie die Schaffung eines entsprechenden Umfeldes für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für das Unternehmen ermöglichen uns das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen der umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Ziele. Wir sind stolz darauf, dass in all unseren Werken dieselben Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards gelten und auch angewendet werden. Mit dem Ethik- und Verhaltenskodex verpflichten sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich verantwortungsvoll und respektvoll zu verhalten und die von AT&S gesetzten Standards einzuhalten. Das schafft Transparenz und beidseitiges Vertrauen, appelliert aber gleichzeitig an die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen. Weitere Details zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten finden sich im Kapitel "Nachhaltigkeit" und im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

VERGÜTUNGSSYSTEME Ein wesentlicher Faktor für die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Gewinnung und Bindung neuer Talente ist neben einer marktgerechten Vergütung auch die Chance, eine Beteiligung am finanziellen Erfolg des Unternehmens zu erlangen. Entsprechend dem globalen Bonussystem der AT&S werden individuell oder kollektiv vereinbarte Bonuszahlungen ausgeschüttet, sofern bestimmte Hurdle Rates (definierte Mindestkennzahlen) erreicht wurden. Die Grundvoraussetzung für eine Beteiligung ist ein positives EBIT für die Gesamtgruppe. Die Hurdle Rate selbst ist gekoppelt an die Erreichung bestimmter EBIT-Werte in Beziehung zu den budgetierten Zielen des jeweiligen Verantwortungsbereiches.

Die Höhe der Auszahlung ist abhängig vom ROCE, den Cash Earnings, der Innovation Revenue Rate sowie der individuellen Leistung der einzelnen Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters. Details zur Berechnung von ROCE, Cash Earnings und Innovation Revenue Rate finden sich im Kapitel 1.3. "Vermögens- und Finanzlage" im Lagebericht. Ebenso gewährleistet das Bonussystem, dass im Falle von wirtschaftlich schwierigen Situationen, in denen gesteckte Ziele nicht erreicht wurden, die Bonusausschüttung teilweise oder gänzlich ausgesetzt werden kann.

AUSBLICK Exzellente Führung hat einen erheblichen Einfluss auf den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Das Führungskräfteprogramm – die Weiterentwicklung des Managements im Sinne der Nachhaltigkeit – ist daher auch ein wesentlicher inhaltlicher Schwerpunkt für das Geschäftsjahr 2016/17 und die darauffolgenden Jahre. Zudem streben wir auf Basis von neuen Standards eine höhere Transparenz und Durchlässigkeit in Bezug auf unsere Ausbildungs- und Karrierewege in allen Bereichen an. Die Einführung einer Fachkarriere neben der Managementkarriere ist dafür ein wesentlicher Eckpfeiler. Unser Ziel ist klar: Wir wollen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Voraussetzungen für ein überdurchschnittliches Engagement zur nachhaltigen Erreichung der hochgesteckten Ziele schaffen.

5.2. Nachhaltigkeit

Mit Verantwortung und Nachhaltigkeit wirtschaften. Das ist ein klares Bekenntnis, dem AT&S auch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die konsequente Weiterführung der Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie und die damit verbundenen Aktivitäten Nachdruck verliehen hat.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit spiegelt sich in unserer Unternehmensmission klar wider:

  • Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck
  • Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt
  • Wir schaffen Werte

Wir schaffen Werte, die über eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung hinausgehen. Ausdruck der nachhaltigen Unternehmensführung bei AT&S sind unter anderem europäische Standards an allen Standorten, ambitionierte Key Performance Indicators für Ressourcenverbrauch und Emissionen sowie ein klares Bekenntnis als "Good Corporate Citizen".

Wirksame Nachhaltigkeitsstrategien konzentrieren sich bei AT&S auf jene Themenfelder, die im unmittelbaren Einflussbereich des Unternehmens stehen und sich im Nachhaltigkeitsdreieck von Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung bewegen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden in einem umfassenden Prozess alle wichtigen Anspruchsgruppen evaluiert und gemeinsam über eine Wesentlichkeitsanalyse die Kernthemen der AT&S Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt.

Aus der Wesentlichkeitsanalyse kristallisierten sich folgende Themenfelder als Schwerpunkte der AT&S Nachhaltigkeitsaktivitäten heraus:

ENERGIE UND CO2-FUSSABDRUCK In allen unseren Werken haben wir Prozesse etabliert, mit denen wir laufend energieeffizientere Verfahren sicherstellen. Die kontinuierliche technologische Entwicklung in der Leiterplattenindustrie stellt dabei eine große Herausforderung für die Energieeffizienz dar: Neue Prozesse brauchen Zeit, um nach der Qualifikationsphase auf Energieeffizienz evaluiert und optimiert werden zu können.

Gegen Ende des Geschäftsjahrs 2014/15 wurde die Energiemanagement-Norm ISO50001 für die beiden österreichischen Standorte eingeführt. In diesem Rahmen wurden im Geschäftsjahr 2015/16 Potenzialanalysen durchgeführt und ergaben ein Einsparungspotenzial von rund 7 GWh. Vergleichbare Effizienzanalysen sind für die asiatischen Standorte bereits in Planung und sollen im Geschäftsjahr 2016/17 durchgeführt werden.

Die Energieeffizienz spiegelt sich im errechneten CO2 -Ausstoß wider, denn ein wesentlicher Teil des gesamten Ausstoßes basiert auf der Kenngröße "eingekaufter Strom". Im Vierjahresvergleich ist der CO2 -Ausstoß von AT&S, umgerechnet auf kg CO2 je Quadratmeter produzierter Leiterplatte, von 51 kg je m2 auf 50,7 kg zurückgegangen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es uns aber nicht gelungen, das angepeilte Ziel, den CO2 - Ausstoß gegenüber dem Vorjahr um 5 % zu reduzieren, zu erreichen. Diese Entwicklung basiert auf zwei Faktoren: Aufgrund der hohen Außentemperaturen in den Sommermonaten des vergangenen Jahres war ein erhöhter Energiebedarf für die Prozess- und Gebäudekühlung zu verzeichnen. Dies hatte einen erhöhten CO2- Ausstoß zur Folge. Darüber hinaus erfordert die Herstellung immer komplexerer Leiterplatten mit zusätzlichen funktionellen Anforderungen auch einen steigenden Energiebedarf pro produziertem m2 Leiterplatte. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, für das kommende Jahr weitere Verbesserungen zu implementieren.

WASSER Ein besonderes Augenmerk wurde im vergangenen Geschäftsjahr wiederum auf den Wasserverbrauch gelegt, da die Herstellung von Leiterplatten einen intensiven Wasserverbrauch bedingt. Daher haben wir, wie auch im Bereich Energie, Schwerpunkte gesetzt, um durch effektive Messsysteme wesentliche Verbraucher aufzuzeigen und daraus resultierend Optimierungen – sofern dies die Produktionsparameter zulassen – durchzuführen.

Durch kontinuierliche Verbesserungsprojekte konnten wir unseren weltweiten Wasserverbrauch deutlich reduzieren. Details dazu können dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht entnommen werden.

RESSOURCEN Materialkosten sind ein wesentlicher Teil der Herstellkosten einer Leiterplatte. Effizienzsteigerungen in diesem Bereich haben aber nicht nur ökonomische Auswirkungen. Vor allem reduzieren wir damit unnötige Abfälle und verbessern unsere Recyclingquoten.

Der in der folgenden Tabelle angegebene Materialverbrauch bezieht sich auf die im Geschäftsjahr 2015/16 produktiven Werke.

Einkauf wesentlicher Materialien

Einheit 2015/16 2014/15 2013/14
Gold kg 593 596 484
Kupfer t 3.362 3.550 3.144
Laminate Mio. m² 13,5 13,4 12,5
Chemikalien Tsd. t 96,2 92,9 87,2

AT&S ALS ORT DES LERNENS Wie bereits in den vergangenen Jahren ist eines unserer Hauptanliegen die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. Von einer soliden Ausbildung und entsprechender Erfahrung profitieren nicht nur unsere Mitarbeiter, die dadurch den Grundstein für ihre Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens legen, sondern auch die Qualität unserer Technologien, die Effizienz unserer Handlungen und die Beziehung zu unseren Kunden. Genaue Darstellungen zu den Maßnahmen und Angeboten sowie Kennzahlen sind im Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" beschrieben.

ZUKUNFT GESTALTEN DURCH VORDENKEN Die Zukunft antizipieren. Das ist die Basis für unsere Vision "First choice for advanced applications". Obwohl wir speziell im asiatischen Umfeld einem starken Wettbewerb und generell einem kontinuierlichen Preisdruck ausgesetzt sind, machen wir keine Kompromisse, wenn es um die höchsten Standards in allen unseren Wirkungsbereichen geht. Sei es bei der Umsetzung der Arbeits- und Sicherheitsnorm OHSAS18001 an allen Standorten, die bereits abgeschlossen ist, oder bei Umwelt- und Qualitätsstandards: Wir wollen an allen Standorten die Benchmark der Industrie und gleichzeitig einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller sein.

Im Bereich Arbeitssicherheit ist es uns gelungen, eine Verbesserung zum Vorjahr zu erzielen. Speziell in diesem Bereich halten wir die Aufmerksamkeit sehr hoch und arbeiten permanent an der Weiterentwicklung der bestehenden, umfassenden Sicherheitsmaßnahmen. Die Bewusstseinsbildung bei den Mitarbeitern spielt dabei eine große Rolle. Dazu wurde in unserem Standort Chongqing die Initiative "LIFE – Living in an Injury Free Environment" gestartet. "LIFE" stellt mit verschiedensten Maßnahmen sicher, dass das Thema Gesundheit und Sicherheit einen ständigen Begleiter im Arbeitsalltag bildet.

Aufgrund unserer globalen Präsenz haben ethische Grundwerte beim Thema Mitarbeiter und Partner einen sehr hohen Stellenwert. Entsprechend dem Verhaltenskodex der EICC, einer Organisation der Elektronikindustrie, stellen wir sicher, dass in allen unseren Werken über die gesetzlichen Vorschriften hinaus ein Arbeitsumfeld geschaffen wird, in dem der Mitarbeiter als Mensch zählt. Über eine jährlich wiederkehrende Selbstauskunft stellen wir diese Daten unseren Geschäftspartnern zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr haben wir unseren Ethik- und Verhaltenskodex neu überarbeitet. Der Kodex wurde an die Anforderungen der EICC, den Verhaltenskodex der Elektronikindustrievereinigung, angepasst. Damit spiegelt der Kodex die neuesten Entwicklungen unserer Firmenethik wider. Wir stellen damit sicher, dass alle unsere Mitarbeiter in Hinblick auf unternehmenswichtige Themen wie Prävention von Diskriminierung, Antikorruption oder Umwelt und Arbeitssicherheit sensibilisiert sind und sich diesen Regeln und Erwartungen des Unternehmens gemäß verhalten. Jeder Mitarbeiter verpflichtet sich mit seiner Unterschrift dazu. Die Leitung der entsprechenden Standorte soll die Einhaltung kontinuierlich überprüfen.

Nachhaltigkeit ist für AT&S ein wesentlicher Beitrag für die erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens. Konkrete Ziele und Maßnahmen erfahren Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2015/16.

5.3. Forschung und Entwicklung

HIGHLIGHTS IM GESCHÄFTSJAHR 2015/16

  • 19,6 % des Gesamtumsatzes resultiert aus technologisch innovativen Produkten, die weniger als 3 Jahre auf dem Markt sind (Innovation Revenue Rate)
  • Entwicklungsprojekt zur Herstellung der ersten Generation von IC-Substraten erfolgreich abgeschlossen wesentliche und zukunftsweisende Innovation für AT&S
  • Vermehrter Einsatz von Industrie 4.0-Technologien und -Prozessen in den Produktionsprozessen

Der Leitsatz aus der AT&S Mission - "Wir industrialisieren zukunftsweisende Technologien" - wirkt. AT&S erzielte rund 20 % des Umsatzes mit innovativen Produkten, die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. Diese Produkte sind Ergebnisse der konsequenten Unternehmens- und Innovationsstrategie, die den weiteren Ausbau der Technologieführerschaft zum Ziel hat. AT&S hat sich eine jährliche Innovation Revenue Rate (IRR) von mindestens 20 % zum Ziel gesetzt. Sie soll nicht nur wesentlich zur Generierung von Umsätzen beitragen, sondern auch Ausdruck des wesentlichen Unterscheidungsmerkmals zu den Wettbewerbern sein. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 29,2 %. Der Rückgang ist auf die Abreifung bestimmter Technologiegenerationen im Geschäftsjahr 2015/16 zurückzuführen.

Die Elektronikindustrie befindet sich derzeit in einem Umbruch. Dieser wurde ausgelöst durch die Verlangsamung der Entwicklungsgeschwindigkeit in der Prozessortechnologie (Moore's Law, das besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise innerhalb von 12 bis 24 Monaten immer verdoppelt, ist nicht mehr gültig). Das eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten für bestimmte Segmente der Elektronikzulieferkette: kon-kret für die Packaging-, Substrat- und Leiterplattenindustrie. Viele neue Funktionen und Eigenschaften können mit deutlich weniger Entwicklungsaufwand erzeugt werden, als dies zur Realisierung auf Chips notwendig wäre. Die Weiterentwicklung in unseren Geschäftsfeldern hat somit enorme Auswirkungen auf die gesamte Elektronikindustrie in den nächsten Jahren. AT&S antizipiert diese Trends, indem die kurz- und langfristigen Entwicklungsschwerpunkte diesen Themenstellungen Rechnung tragen.

F&E-SCHWERPUNKTE IM ABGELAUFENEN GESCHÄFTSJAHR

  • Flexibilisierung/Design: Integration von Elektronik auf engstem Raum und Verbindung von Elektronikmodulen
  • Miniaturisierung/Gewichtsreduktion: Geräte werden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger die Verbindungselektronik muss die Grundlage dafür schaffen
  • Modularisierung/Packages: Neue, hochintegrierte Module zur Erreichung kleinster Packungsdichte und höchster Leistungsfähigkeit bei einer vereinfachten Wertschöpfungskette
  • High Speed/hohe Frequenzen: Kontaktlose Kommunikation von Menschen und Geräten mit großen Datenmengen und Radaranwendungen für selbstfahrende Autos und Arbeitsgeräte
  • Leistungselektronik/hohe Ströme: Energieeffiziente Mobilität führt zu Elektrifizierung der Mobilität mechanische Lösungen werden durch energiesparende elektronische Lösungen ersetzt
  • Herstellungsprozesse/Geschäftsmodelle: Nutzung von Daten zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen, Integration neuer und zusätzlicher Schritte in die Wertschöpfungskette und sparsamer Umgang mit Ressourcen in der Produktion

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2015/16 auf 95,5 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (im Verhältnis zum Umsatz) von 12,5 % gegenüber 8,7 % im Vorjahr. Der Wert des Geschäftsjahres 2015/16 war wie im Vorjahr geprägt durch die hohen Entwicklungskosten für die Substrat-Technologie. Bereinigt um dieses Sonderprojekt, betrug die Forschungsquote 4,5 %, die dazugehörenden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen haben sich um 6,3 Mio. € bzw. 22,3 % auf 34,4 Mio. € erhöht (Vorjahr: 28,2 Mio. €). Diese Forschungsquote ist die Basis für die Absicherung der Position als Technologieführer für die kommenden Jahre.

Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Patente. Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2015/16 46 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 162 Patentfamilien, die in 212 erteilten Schutzrechten resultieren.

Die Effizienz in der Entwicklung wird dadurch sichergestellt, dass wir global mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten. Intern betreibt AT&S einen zweistufigen Innovationsprozess. In den Forschungseinrichtungen in Leoben werden die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozesse und Applikationen bis zu dem Punkt durchgeführt, an dem die prinzipielle Machbarkeit der Technologie demonstriert wird. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen, die für Technologieentwicklung und Implementierung an den globalen Standorten verantwortlich sind, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln, um sie anschließend in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

HIGHLIGHTS AUS DEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTEN Nach rund 17 Monaten umfangreicher Entwicklung und intensiver Arbeit konnte im Februar 2016 die Zertifizierung für die Serienproduktion der ersten Generation von IC-Substraten im Werk 1 in Chongqing erhalten werden. Dazu mussten alle Anlagen und hunderte Prozessschritte präzise definiert und Test-Substrate unter Serienproduktionsbedingungen produziert werden. Dieser Schritt bedeutet gleichzeitig den Start der Serienproduktion für die erste von vorerst zwei Produktionslinien. AT&S wird IC-Substrate, sogenannte Flip Chip Ball Grid Array Substrate, für den Einsatz in Mikroprozessoren herstellen. Damit ist AT&S der erste Hersteller von High-End-IC-Substraten in China.

Im Bereich High-End High Density Interconnects (HDI), dem aktuellen Kerngeschäft, setzte AT&S die Entwicklungsarbeiten für die nächste Leiterplatten-Generation, die sogenannten "substrat-ähnlichen Leiterplatten", fort. Die Entwicklung dieser Technologie wurde am Standort in Shanghai in Form einer Testlinie vorangetrieben und führt auch zu einer technologischen Weiterentwicklung des gesamten Standorts. Die Serienproduktion wird in einem weiteren Werk am Standort in Chongqing stattfinden. Der signifikante Technologiesprung, der mit den "substrat-ähnlichen Leiterplatten" einhergeht, wird in der zweiten Jahreshälfte 2016 eingeführt. Dieser ermöglicht eine gänzlich neue Produktgeneration in Hinblick auf Miniaturisierung und Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Produkte in unserem Kerngeschäft.

Der Trend hin zu höheren Strömen auf der Leiterplatte und die damit einhergehende Notwendigkeit eines integrierten Wärmemanagements in Leiterplatten und elektronischen Modulen setzt sich weiter fort und unterstreicht, dass die Entwicklungen von AT&S der vergangenen Jahre nun auf fruchtbaren Boden fallen. Der Treiber hinter diesem Trend ist die zunehmende Elektromobilität und der Zukunftstrend des autonomen Fahrens. Die neuen AT&S Lösungen für Leistungselektronik, die mit einem internationalen Netzwerk entwickelt wurden, stoßen auf großes Interesse bei den Kunden. International fand eine Packaging-Lösung von AT&S beispielsweise im Rahmen der "Little Box Challenge", die Google zur Entwicklung des kleinsten 2-kV-Leistungsinverters ausgeschrieben hat, Niederschlag. Durch die AT&S Entwicklung war es möglich, das Volumen um mehr als den Faktor 10 im Vergleich zu einem heute üblichen Inverter zu reduzieren.

AT&S setzt vermehrt auf den Einsatz von Industrie 4.0-Methoden in den Produktionsprozessen. Dabei werden Daten aus den Herstellungsprozessen zur Optimierung von Produkteigenschaften und der Effizienz des Prozessflusses herangezogen. In den letzten Jahren hat AT&S bereits in einigen Standorten ein "Manufacturing Execution System" (MES) eingeführt, das die Produktionssteuerung und -kontrolle mit Daten in Echtzeit erlaubt. Um dieses Thema noch weiter zu entwickeln und zusätzliche Anwendungen einzuführen, beteiligt sich AT&S an einem europäischen Konsortium, bestehend aus 37 Partnern aus unterschiedlichen Positionen in der elektronischen Wertschöpfungskette. In den nächsten 3 Jahren werden hier über die bestehenden Grenzen der Wertschöpfungskette hinaus neue und abgestimmte Lösungen entwickelt, die an dieser Stelle aus Wettbewerbsgründen nicht angeführt werden.

12/13 13/14 14/15 15/16

6. Chancen- und Risikomanagement

GRUNDSÄTZE, STRUKTUREN UND PROZESSE Risiko- und Chancenmanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Der Internal Auditor und der Group Risk Manager berichten dem Gesamtvorstand einmal monatlich in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen des zweimal jährlich stattfindenden Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen. Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2).

RM: Risikomanagement; IKS: Internes Kontrollsystem; BU: Business Unit

Abb. 2: AT&S Risikolevels und Risikosteuerung

RISIKOMANAGEMENT IN 2015/16 Zusätzlich zur Erweiterung der AT&S Risikolandkarte und einer tieferen Verankerung des Risikomanagements an allen Standorten wurde im vergangenen Geschäftsjahr eine gruppenweit einheitliche quantitative Bewertungsmethode für alle Risiken und Chancen etabliert. Die konzernweit einheitliche Dokumentation im Rahmen des Internen Kontrollsystems ist durch die von AT&S entwickelte Risikomanagementsoftware für alle wesentlichen Prozesse und Standorte gewährleistet. Die ebenfalls bereits im vergangenen Geschäftsjahr erfolgte Weiterentwicklung dieser Software ermöglicht nun mit Anfang des Geschäftsjahres 2016/17 die Abwicklung und Dokumentation des gesamten Risikomanagementprozesses über diese Anwendung.

OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt geprägt. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und der erwarteten Risikotendenz im kommenden Geschäftsjahr ist in Abb. 3 dargestellt und wird in Folge genauer erläutert.

Risikostrategie Wesentliche Risiken & Chancen Tendenz Risikominderung & Chancenrealisierung
STRATEGIE Verkaufspreisentwicklung
Kapazitätsauslastung
Technologische Entwicklung
Investitionen (Substrate & SLP)
Konsequenter Fokus auf High-End-Technologie & Zielapplikationen
· Zukünftige technologische und strategische Standortausrichtung
· Technologie-Entwicklungsprojekte & Technologie Roadmap
• Konsequentes Projektcontrolling, regelmäßige Strategieworkshops
MARKT Markt- und Segmententwicklung
Entwicklung Schlüsselkunden
Verkaufsstrategie und Umsetzung
• Ausbalancierte Segmentportfolios und Diversion des Kundenportfolios
• Neukundenakquisition & Anteilssteigerung bei bestehenden Kunden
• Konsequente Akquisition von definierten Zielapplikationen
BESCHAFFUNG Entwicklung Einkaufspreise
Single-Source-Risiko
Lieferkettenrisiko
· Beschaffungsstrategie (Verhandlung, Allokation, technische Änderungen)
· Single-Source-Strategie; Lieferanten-Risikobewertung & Multi-Sourcing
• Lieferkettenoptimierung und regionale Diversifikation
UMFELD Katastrophen, Brandfall
Politisches Risiko
· Interne & externe Audits, Notfallübungen, Versicherung
· Business Continuity Management, Versicherung
OPERATIV Qualitätsperformance
Geistiges Eigentum
Technisches Projektmanagement
Betriebskosten
· Black Belt Programm, laufende Qualitätsverbesserungsmaßnahmen
• Kontinuierlicher Ausbau und Absicherung des IP Portfolios
• Konsequentes technisches Projektmanagement
• Kostensenkungsprogramme an allen Standorten
ORGANISATION Verlust von Schlüsselkräften · Mitarbeiterbindung, Stellvertreterregelung & Nachfolgeplanung
FINANZ Wechselkursrisiko
Finanzierung & Liquidität
Steuerrisiko
· Natürliches FX Hedging durch langfristige CF-Planung
• Langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, Zinsswaps
• Kontinuierliche Compliance Überprüfung mit Steuergesetzgebungen

IP: Intellectual Property; FX: Foreign Exchange; CF: Cashflow

Abb. 3: AT&S Risikokategorien, wesentliche Einzelrisiken, Risikotendenz und Risikominderungsmaßnahmen

INVESTITIONEN Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, tätigt AT&S wesentliche Investitionen in neue sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien. Besondere Chancen, aber auch Risiken ergeben sich durch den Einstieg in das Substratgeschäft. Der Einstieg in dieses neue Geschäftssegment erfolgte auf Basis einer strategischen Partnerschaft mit einem weltweit führenden Halbleiterhersteller. Zusätzlich bietet der Standort Chongqing im Hinblick auf Produktionskosten Wettbewerbsvorteile gegenüber dem hauptsächlich japanisch dominierten Mitbewerb.

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderung in der Nachfrage und negative Preisentwicklungen können die Werthaltigkeit von Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann insbesondere den Einstieg in das Substratgeschäft, den Aufbau von Produktionskapazitäten für substratähnliche Leiterplatten in Chongqing, aber auch generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen.

WETTBEWERB Durch den klaren Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle, konnte sich AT&S im Technologiesegment HDI (High Density Interconnect) einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einem Großteil der Mitbewerber erarbeiten. Durch diesen Fokus konnte AT&S dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie zum Beispiel für die Automotive-Industrie übertragen.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industrie-Segment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Strategie

Das Segment Advanced Packaging, eine Technologie, die von AT&S unter dem Markennamen ECP® zur Marktreife gebracht wurde, birgt ebenfalls großes Chancenpotenzial. Die bisher erfolgreiche Industrialisierung dieser Technologie wird weiter vorangetrieben.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte wie in Korea und China weniger wettbewerbsfähig sein könnten.

Markt

SCHLÜSSELKUNDEN AT&S hat es, insbesondere mit den Kapazitäten in Asien, durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Die Umsätze mit den größten fünf dieser Kunden tragen 56 % zum Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt diese Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina durch diese Kunden. Daher sind sowohl der laufende Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die kontinuierliche Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produktsegmente von großer Bedeutung für eine schnelle Kompensation einer möglichen Reduktion der Absatzmengen einzelner wesentlicher Kunden.

MARKTENTWICKLUNG Ein sich abzeichnendes schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2016/17 könnte die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Ein weiterer möglicher wirtschaftlicher Aufschwung könnte jedoch auch gesteigerte Geschäftschancen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern.

EINKAUFSPREISE Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Zurzeit überwiegen hier positive Tendenzen, die durch gezielte Umsetzung der Beschaffungsstrategie noch verstärkt werden sollen. Beschaffung

SOURCING Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate, für den eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es daher alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

STANDORTRISIKEN Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie zum Beispiel Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls negativ beeinflussen. Umfeld

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business Continuity Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

COMPLIANCE Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich

verfolgt AT&S eine Zero-Tolerance-Politik und erwartet eine 100 %ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeitern.

BETRUGSFÄLLE, DATENSICHERHEIT UND CYBERCRIME Die steigende Zahl von immer professionelleren Betrugsversuchen und "Cybercrime" wird auch von AT&S wahrgenommen. Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen im Geschäftsjahr 2015/16 weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und IT-Sicherheitsmaßnahmen.

QUALITÄTSPERFORMANCE Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Dies könnte in weiterer Folge zu Rückrufaktionen und dem Verlust von Kunden führen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitätswesen, um mangelnde Produktqualität und negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen. AT&S ist grundsätzlich im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen wesentliche Risiken abgesichert.

GEISTIGES EIGENTUM Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen, und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen. Gerade der Einstieg in das neue Geschäftsfeld der IC-Substrate birgt diesbezügliche Risiken in sich, da AT&S entsprechendes Know-how in diesem Bereich weiter aufbauen muss.

TECHNOLOGIE- UND PROJEKTENTWICKLUNG Das Know-how der Gruppe in der Projekt- und Technologieentwicklung, speziell in China, ermöglicht die Nutzung von weiteren erfolgversprechenden Wachstumschancen, wie insbesondere den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate und substrat-ähnliche Leiterplatten in Chongqing. Allerdings ergeben sich dadurch auch angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing spezifische Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektumsetzung könnten die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Mit der erfolgreichen Zertifizierung/Qualifizierung des Substratwerks in Chongqing liegt der Fokus im kommenden Geschäftsjahr beim Hochfahren der Serienproduktion und der kontinuierlichen Performanceverbesserung sowie der Qualifizierung weiterer Produktionslinien.

KOSTENKONTROLLE Strikte Kostenkontrolle an allen Standorten ist wesentlich zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit und Profitabilität der Gruppe. Kostensteigerungen wie zum Beispiel durch einen wesentlichen Anstieg der Lohnkosten, besonders an den Produktionsstandorten in China, könnten sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

MITARBEITER Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der AT&S Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen Engineering, Verkauf und Administration zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter weiter auszubauen.

WECHSELKURSRISIKEN Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse Organisation

Operativ

Finanz

der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch langfristige Planung der Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen.

FINANZIERUNG UND LIQUIDITÄT Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury, teilweise über entsprechende Finanzinstrumente.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

STEUERRISIKO Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie, z.B. den BEPS-("Base Erosion and Profit Shifting"-)Richtlinien der OECD und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor.

7. Internes Kontroll-und Risikomanagementsystem im Hinblick auf dasRechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Nach Möglichkeit sind diese konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Group Accounting und Group Controlling (Teilbereiche von Group Finance & Controlling) überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Group Controlling (Teilbereich von Group Finance & Controlling). Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

8. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

KAPITALANTEILSSTRUKTUR UND ANGABEN ZU GESELLSCHAFTERRECHTEN Zum Bilanzstichtag per 31. März 2016 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,1 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (AT & S AG), die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar:

Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien 6.902.380 17,77 % 17,77 %
Androsch Privatstiftung,
Schottengasse 10/12, A-1010 Wien 6.339.896 16,32 % 16,32 %

Zum Stichtag 31. März 2016 befanden sich rund 65,91 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT & S AG hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der AT & S AG und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

In Bezug auf die Erhöhung des genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

EIGENE AKTIEN In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben sowie einzuziehen. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Anteile auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitar-beiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Zum 31. März 2016 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der AT & S AG und ihren Tochtergesellschaften.

Die AT & S AG hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 22 "Gezeichnetes Kapital" sowie auf die Erläuterungen 16 "Finanzielle Verbindlichkeiten", verwiesen.

Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/corporate-governance/berichte/ abrufbar.

9. Ausblick

Die Effekte der Digitalisierung, der kontinuierlichen Vernetzung von Geräten (IoT) und die Verarbeitung großer Datenmengen erfordern eine permanente Leistungssteigerung elektronischer Geräte.

Diese steigende Durchdringung nahezu aller Anwendungen mit elektronischen Technologien führt zu einem weiteren Wachstum in der Elektronikindustrie. Die Verbindungstechnologien folgen diesen Trends sowohl in Volumen als auch in der technologischen Entwicklung. Durch die Kombination verschiedener bekannter und neuer Technologien entstehen innovative Lösungen, die die anspruchsvollen Anforderungen erfüllen können.

Es ist davon auszugehen, dass nach Abschwächung der Wachstumsraten im Bereich der Kommunikationsgeräte (Smartphones, Tablets) neue Impulse aus dem Bereich des "Internet of Things" für weiteres Wachstum sorgen werden. Diese Entwicklung zeigt gleichzeitig auf, dass davon auszugehen ist, dass es künftig nicht das eine "big thing" geben wird, sondern viele verbundene "smart things".

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich AT&S im kommenden Geschäftsjahr noch stärker als bisher darauf, neue Technologien rasch zu industrialisieren und in Kombination mit den bestehenden Technologien neue High-End-Verbindungslösungen für die Zukunft zu entwickeln. Die Werke in Chongqing sollen maßgeblich dazu beitragen. Daher liegen die Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2016/17 darauf, die erste Produktionslinie für IC-Substrate weiter auszulasten, die zweite Produktionslinie für IC-Substrate gegen Ende des Kalenderjahres 2016 zu starten und die erste Produktionslinie für substrat-ähnliche Leiterplatten in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 2016 hochzufahren. Im Kerngeschäft, High-End-Leiterplatten und Embedding-Technologie, wird AT&S kontinuierlich Investitionen in technologische Weiterentwicklungen an den bestehenden Standorten durchführen, um die führende Marktposition von AT&S auszubauen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 rechnet AT&S vor dem Hintergrund einer abgeschwächten Wachstumsdynamik in Teilen der bestehenden Kundensegmente sowie im Rahmen eines verstärkten Wettbewerbs mit einer wieder stärkeren Saisonalität in bestimmten Geschäftsquartalen (vor allem 1. Quartal 2016/17 und 4. Quartal 2016/17) und einer weiterhin geringen Visibilität. Unter der Voraussetzung eines makroökonomisch stabilen Umfelds, einer Währungsrelation USD/EUR auf ähnlichem Niveau wie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 und einer stabilen Nachfrage im Kerngeschäft geht das Management für das kommende Geschäftsjahr von einem Umsatzwachstum von 10–12 % aus. Die EBITDA-Marge soll auf Basis der zu erwartenden Belastungen für das weitere Hochfahren in Chongqing bei 18–20 % liegen, die EBITDA-Marge im Kerngeschäft hingegen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Geschäftsjahr 2015/16. Die höheren Abschreibungen von zusätzlich rund 40 Mio. € im Geschäftsjahr 2016/17 für die neuen Werke in Chongqing werden das EBIT deutlich beeinflussen.

Leoben-Hinterberg, am 9. Mai 2016

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Bestätigungsvermerk

BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2016, der gesonderten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

PRÜFUNGSURTEIL Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2016 sowie der Ertragslage des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach§ 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, den 9. Mai 2016

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH gez.:

Mag. Jürgen Schauer Wirtschaftsprüfer

Eine von den gesetzlichen Vorschriften abweichende Offenlegung, Veröffentlichung und Vervielfältigung im Sinne des § 281 Abs. 2 UGB in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form unter Beifügung unseres Bestätigungsvermerks ist nicht zulässig. Im Fall des bloßen Hinweises auf unsere Prüfung bedarf dies unserer vorherigen schriftlichen Zustimmung

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AT & S AUSTRIA TECHNOLOGIE & SYSTEMTECHNIK AKTIENGESELLSCHAFT

Jahresabschluss zum 31. März 2016

INHALTSVERZEICHNIS

Bilanz 95
Gewinn und Verlustrechnung 96
Anhang zum Jahresabschluss 97

AT & S AU STRIA TECHNOLOG IE & SY STEMTECHNIK AKTIENG ESELLSCHAF T LEOBEN-HINTERBERG BILANZ Z U M 31. MÄRZ 2016 ( Vorjahr zum Verg leich)

A K T I V A 31. März 2016
EUR
31. März 2015
EUR
P A S S I V A 31. März 2016
EUR
31. März 2015
EUR
A
. ANLAGEVERMÖGEN
A
. EIGENKAPITAL
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
I. Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 13.260.937,80 1.694.012,63 II. Kapitalrücklagen
2. geleistete Anzahlungen 0,00 7.691.700,00 gebundene 163.270.702,50 163.270.702,50
13.260.937,80 9.385.712,63
III. Gewinnrücklagen
II. Sachanlagen 1. gesetzliche Rücklage 4.273.500,00 4.273.500,00
1. Bauten auf fremdem Grund 840.999,53 611.367,12 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 17.505.782,55 17.505.782,55
2. technische Anlagen und Maschinen 32.337.098,42 28.768.479,54
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.028.965,94 1.576.425,17 IV. Bilanzgewinn 40.075.119,15 36.874.815,29
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 1.959.256,58 945.834,35 davon Gewinnvortrag 22.888.815,29 7.964.956,75
37.166.320,47 31.902.106,18 267.860.104,20 264.659.800,34
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 287.608.368,82 287.336.365,29 B. ZUSCHÜSSE AUS ÖFFENTLICHEN MITTELN 2.113.368,93 1.101.517,19
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 232.766.673,26 118.877.518,37
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 92.003,81 92.003,81
4. sonstige Ausleihungen 4.734.259,59 4.129.389,19 C. RÜCKSTELLUNGEN
525.201.305,48 410.435.276,66
575.628.563,75 451.723.095,47 1. Rückstellungen für Abfertigungen 17.647.683,84 17.352.576,72
B. UMLAUFVERMÖGEN 2. Rückstellungen für Pensionen 1.393.719,15 1.493.347,96
3. Steuerrückstellungen 610.537,00 579.097,00
I. Vorräte 4. sonstige Rückstellungen 33.695.478,33 32.384.374,89
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.732.352,62 5.814.145,90 53.347.418,32 51.809.396,57
2. unfertige Erzeugnisse 4.461.707,62 3.983.561,73
3. fertige Erzeugnisse und Waren 15.268.534,26 13.804.625,68 D. VERBINDLICHKEITEN
25.462.594,50 23.602.333,31
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Anleihen 75.500.000,00 100.000.000,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 46.899.983,36 42.861.042,80 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 78.018.510,30 89.502.376,60
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 5.311.084,99 16.098.972,25 3. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 288.335.830,77 158.902.568,61
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 5.430.606,24 6.650.635,02 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.292.266,94 8.747.239,18
57.641.674,59 65.610.650,07 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.960.434,98 14.417.458,98
III. Wertpapiere und Anteile 6. sonstige Verbindlichkeiten 7.535.904,83 8.062.163,06
1. sonstige Wertpapiere und Anteile 631.000,00 732.000,00 davon aus Steuern 1.883.302,09 2.575.823,78
631.000,00 732.000,00 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.295.848,50 1.246.619,80
488.642.947,82 379.631.806,43
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 151.264.306,87 154.118.346,52
234.999.575,96 244.063.329,90
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.335.699,56 1.416.095,16
SU
MME AKTIVA
811.963.839,27 697.202.520,53 SU
MME PASSIVA
811.963.839,27 697.202.520,53
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE 0,00 51.317,25

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE 0,00 51.317,25

AT & S AU STRIA TECHNOLOG IE & SY STEMTECHNIK AKTIENG ESELLSCHAF T G EW INN- U ND VERLU STRECHNU NG F Ü R DEN Z EITRAU M VOM 1. APRIL 2015 BIS 31. MÄRZ 2016 ( Vorjahr zum Verg leich) LEOBEN-HINTERBERG

2015/16 2014/15
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 334.328.645,58 290.005.915,37
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 474.854,54 448.513,65
3. andere aktivierte Eigenleistungen 58.305,07 556.205,00
4. sonstige betriebliche Erträge
a
) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanz
anlagen 111.317,21 19.728,46
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 10.246,79 658.346,87
5. c) übrige
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
27.867.158,57 32.036.941,94
a) Materialaufwand -220.242.777,40 -183.308.000,83
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -15.806.773,62 -14.323.795,80
6. Personalaufwand
a
) Löhne
-22.415.578,02 -22.036.229,26
b) Gehälter -34.795.531,81 -32.584.378,58
c) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeiter
vorsorgekassen -2.362.193,95 -2.026.422,02
d) Aufwendungen für Altersversorgung -446.290,40 -461.298,40
e) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -14.104.882,51 -13.578.705,95
f
) sonstige Sozialaufwendungen
-625.718,74 -680.988,17
7. Abschreibungen
a
) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
-10.690.585,57 -7.514.592,92
b) abzüglich Amortisation von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 163.620,00 311.593,50
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a
) Steuern, soweit sie nicht unter Z 20 fallen
-206.851,06 -213.227,51
b) übrige -36.202.144,29 -29.755.000,04
9. Z
wischensum
m
e aus Z
1 bis 8 (
Betriebserg
ebnis)
5.114.820,39 17.554.605,31
10. Erträge aus Beteiligungen 15.000.000,00 11.166.476,56
davon aus verbundenen Unternehmen 15.000.000,00 11.166.476,56
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlage
vermögens 8.516.850,92 5.398.679,70
davon aus verbundenen Unternehmen 8.508.621,92 5.390.450,70
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.315.437,60 1.548.957,85
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 304,33
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens 7.628.427,11 14.452.851,77
a) Erträge aus verbundenen Unternehmen 5.853.480,33 14.384.591,61
davon aus Zuschreibungen 1.581.384,08 12.372.000,00
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlauf
vermögens -4.631.840,05 -235.268,44
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-4.530.840,05
-16.264.435,43
-235.268,44
-21.697.926,11
16. Z wischensum
m
e aus Z
10 bis 15 (
F
inanzerg
ebnis)
12.564.440,15 10.633.771,33
17. Erg
ebnis der g
ewöhnlichen G
eschäf
tstätig
keit
17.679.260,54 28.188.376,64
18. außerordentliche Erträge 0,00 1.612.267,31
19. außerordentliches Erg
ebnis
0,00 1.612.267,31
20. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -492.956,68 -890.785,41
21. Jahresüberschuss 17.186.303,86 28.909.858,54
22. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 22.888.815,29 7.964.956,75
23. Bilanzg
ewinn
40.075.119,15 36.874.815,29
Seite
1. ALLGEMEINE ANGABEN 98
2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE 98
3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 99
3.1.
Anlagevermögen 99
3.2.
Umlaufvermögen 99
3.3.
Rückstellungen 100
3.4.
Verbindlichkeiten 100
4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ 101
4.1.
Anlagevermögen 101
4.2.
Zusatzangaben gemäß § 238 Z 2 UGB 103
4.3.
Ausleihungen gemäß § 227 UGB 103
4.4.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 104
4.5.
Eigenkapital 105
4.6.
Rückstellungen 107
4.7.
Verbindlichkeiten 111
4.8.
Dingliche Sicherheiten 112
4.9.
Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB 112
4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen 113
4.11. Derivative Finanzinstrumente 113
5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 114
6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB 116
6.1.
Aktivierbare latente Steuern 116
6.2.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 116
6.3.
Organe, Arbeitnehmer 117

1. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" genannt) zum 31. März 2016 wurde gemäß den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie die Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, wurden beachtet.

Insbesondere wurde bei der Bewertung von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen sowie der Grundsatz der Einzelbewertung von Vermögensgegenständen und Schulden beachtet. Dem Vorsichtsprinzip wurde durch Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken und drohenden Verluste Rechnung getragen. Nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne wurden ausgewiesen. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Fallen Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten unter mehrere Posten der Bilanz, erfolgt die Angabe bei jenem Posten, unter dem der Ausweis erfolgt.

2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE

Seit dem 31. März 1999 übt die AT&S die Funktion eines Mutterunternehmens im Sinne des § 244 UGB aus.

Unter Anwendung der Bestimmungen des § 245a UGB werden ein Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards (IFRS)), ergänzt um die unternehmensrechtlich verpflichtend vorgeschriebenen Erläuterungen und Anmerkungen, und ein Konzernlagebericht aufgestellt.

Die AT&S stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Abschluss wird beim Firmenbuchgericht in Leoben hinterlegt.

Die Erleichterungsbestimmungen gemäß § 241 Abs. 3 UGB werden in Anspruch genommen.

Im Folgenden werden die gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen des Geschäftsjahres dargestellt:

  • Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die restlichen 1,24 % Anteile der AT&S Korea Co., Ltd. von den verbliebenen Alteigentümern um EUR 272.003,53 übernommen, womit die AT&S nun zu 100 % Eigentümer von AT&S Korea Co., Ltd. ist.
  • Am 8. September 2015 wurde die per 1. April 2015 bereits in Liquidation befindliche AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu., Leoben aus dem Firmenbuch gelöscht.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Nutzungsdauer
immaterielle Vermögensgegenstände 4 - 10 Jahre
Bauten auf fremdem Grund 10 - 15 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 5 - 15 Jahre
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre

Für Zugänge während der ersten Hälfte des Geschäftsjahres wurde eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge während der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine halbe Jahresabschreibung angesetzt. Die Abschreibung für Zugänge erfolgt nach Maßgabe des Zeitpunktes ihrer Inbetriebnahme.

Die Möglichkeit der Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen gemäß § 226 Abs. 3 UGB wurde in Anspruch genommen.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. entsprechend dem Niederstwertprinzip zum niedrigeren Marktwert (Kurswert) zum Bilanzstichtag.

3.2. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Ersatzteile werden zu Anschaffungskosten abzüglich prozentueller Gruppenabschläge bewertet. Erhaltene Skonti, Boni sowie Frachtkosten und Zölle wurden berücksichtigt.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten.

Die Ermittlung der Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse zum 31. März 2016 erfolgt auf Basis der Vollkosten, wie es § 203 Abs. 3 UGB als Wahlrecht vorsieht.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkennbare Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.

Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Kurswerten zum Bilanzstichtag. Im Zusammenhang mit Wertpapieren des Umlaufvermögens wurden Zuschreibungen in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 48.400,00) aus steuerrechtlichen Gründen unterlassen.

3.3. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen erfolgt nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes in Höhe von 2,00 % (Vorjahr: 1,70 %) und eines Pensionseintrittsalters gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 sowie unter Berücksichtigung der betriebsindividuellen Fluktuation durch entsprechende Abschläge. Die Berechnung erfolgt unter Beachtung der Bestimmungen des Fachgutachtens KFS/RL 2 und 3 vom 5. Mai 2004 des Institutes für Betriebswirtschaft, Steuerrecht und Organisation der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Als Valorisierung des Gehalts- bzw. Lohns wurden 2,50 % (Vorjahr: 3,00 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) beträgt zum Bilanzstichtag EUR 19.457.950,00 (Vorjahr: EUR 20.067.976,00).

Gemäß Fachgutachten "Zweifelsfragen bei Anwendung der Fachgutachten über die Bilanzierung von Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen nach den Vorschriften des Rechnungslegungsgesetzes (KFS/RL 2 und 3) im Hinblick auf IAS 19 (2011)" des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der Kammer der Wirtschaftstreuhänder ist eine weitere Anwendung der Korridormethode für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen, nicht mehr zulässig. Die zum 31. März 2013 bestehenden versicherungstechnischen Verluste in Höhe von EUR 4.525.665,00 werden über einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren verteilt. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden daher ein Fünftel davon bzw. EUR 905.132,72 in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Durch die Erhöhung des Zinssatzes ergibt sich ein Ertrag von EUR 1.909.848,00 (Vorjahr: Aufwand von EUR 3.635.241,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes in Höhe von 2,00 % (Vorjahr: 1,70 %) unter Zugrundelegung der Sterbetafeln AVÖ 2008-P. Das Pensionseintrittsalter wurde gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 ermittelt. Die Anhebung der Altersgrenze für die Alterspension für weibliche Versicherte ab 2024 wurde berücksichtigt. Als Valorisierung der Pension wurden im Geschäftsjahr 2,25 % (Vorjahr: 2,25 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag EUR 1.393.719,00 (Vorjahr: EUR 1.493.348,00). Zusätzlich wurden Pensionsverpflichtungen teilweise an die APK Pensionskasse Aktiengesellschaft, Wien, übertragen.

Durch die Zinssatzänderung ergibt sich ein Ertrag von EUR 53.413,00 (Vorjahr: Aufwand von EUR 268.401,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgt nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Grund der kollektivvertraglichen Ansprüche bei Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 2,00 % (Vorjahr: 1,70 %), sowie unter Berücksichtigung der betriebsindividuellen Fluktuation durch entsprechende Abschläge. Als Valorisierung des Gehalts- bzw. Lohns wurden 2,50 % (Vorjahr: 3,00 %) angesetzt.

Gemäß dem Steuerreformgesetz 2015/16 sind bei sämtlichen Jubiläumsgeldzahlungen Sozialversicherungsbeiträge als auch Betriebliche Vorsorgekassen-Beiträge (für Eintritte ab dem Jahr 2003) vom Dienstgeber zu leisten. Die Beitragszahlungen wurden in der Berechnung der Jubiläumsgeldrückstellung berücksichtigt.

Durch die Zinssatzänderung ergibt sich ein Ertrag von EUR 221.020,00 (Vorjahr: Aufwand von EUR 486.977,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Bei der Berechnung der sonstigen Rückstellungen sind entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden.

3.4. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

4.1. Anlagevermögen

Zur Entwicklung der Posten des Anlagevermögens siehe Seite 102.

Anlagenspiegel zum 3
1. März 2016
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Abschreibungen Abschreibungen Zuschreibungen
Anschaffungswerte
Stand am
kumuliert
Buchwert
Buchwert im im
1. April 2015
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31. März 2016
31. März 2016
31. März 2016
31. März 2015 Geschäftsjahr Geschäftsjahr
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbl. Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus
abgeleitete Lizenzen
14.779.463,48
5.833.612,20
415.574,25
7.703.987,00
27.901.488,43
14.640.550,63
13.260.937,80
1.694.012,63 1.970.674,03 0,00
davon geringwertige Vermögensgegenstände
353.716,43
353.716,43
353.716,43 0,00
2. geleistete Anzahlungen
7.691.700,00
0,00
0,00
-7.691.700,00
0,00
0,00
0,00
7.691.700,00 0,00 0,00
Zwischensumme
22.471.163,48
5.833.612,20
415.574,25
12.287,00
27.901.488,43
14.640.550,63
13.260.937,80
9.385.712,63 1.970.674,03 0,00
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremdem Grund
934.758,44
344.793,05
0,00
4.365,00
1.283.916,49
442.916,96
840.999,53
611.367,12 119.525,64 0,00
2. technische Anlagen und Maschinen
200.170.397,63
10.224.782,94
10.780.589,44
890.182,35
200.504.773,48
168.167.675,06
32.337.098,42
28.768.479,54 7.531.551,78 0,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
14.432.880,08
1.523.541,12
2.085.866,40
0,00
13.870.554,80
11.841.588,86
2.028.965,94
1.576.425,17 1.068.834,12 0,00
davon geringwertige Vermögensgegenstände
228.290,41
228.290,41
228.290,41 0,00
4. geleistete Anzahlungen und
945.834,35
1.920.256,58
0,00
-906.834,35
1.959.256,58
0,00
1.959.256,58
Anlagen in Bau
945.834,35 0,00 0,00
Zwischensumme
216.483.870,50
14.013.373,69
12.866.455,84
-12.287,00
217.618.501,35
180.452.180,88
37.166.320,47
31.902.106,18 8.719.911,54 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
311.672.066,62
272.003,53
1.773.196,18
0,00
310.170.873,97
22.562.505,15
287.608.368,82
287.336.365,29 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
121.021.352,18
144.611.128,34
28.334.967,21
0,00
237.297.513,31
4.530.840,05
232.766.673,26
118.877.518,37 4.530.840,95 1.581.384,08
3. Wertpapiere des Anlagevermögens
92.003,81
0,00
0,00
0,00
92.003,81
0,00
92.003,81
4. sonstige Ausleihungen
4.129.389,19
604.870,40
0,00
0,00
4.734.259,59
0,00
4.734.259,59
92.003,81
4.129.389,19
0,00
0,00
0,00
0,00
Zwischensumme
436.914.811,80
145.488.002,27
30.108.163,39
0,00
552.294.650,68
27.093.345,20
525.201.305,48
410.435.276,66 4.530.840,95 1.581.384,08

4.2. Zusatzangaben gemäß § 238 Z 2 UGB

Buchwert
31. März 2016
EUR
Höhe
des
Anteils
%
Höhe des
Eigenkapitals
EUR
Ergebnis des
letzten
Geschäftsjahres
EUR
Buchwert
31. März 2015
EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
AT&S Deutschland GmbH, Nörvenich, 1.053.000,00 100 643.958,37 119.917,42 1) 1.053.000,00
Deutschland
AT&S India Private Limited, Nanjangud,
Indien
16.898.516,89 100 9.065.087,88 -738.926,27 1) 16.898.516,89
AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH
in Liqu., Leoben
0,00 100 0,00 121,68 2) 0,00
AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong,
Volksrepublik China
229.768.865,92 100 249.767.532,13 17.829.184,07 1) 229.768.865,92
AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City,
Südkorea
39.881.541,67 100 23.888.412,60 8.509.593,00 1) 39.609.538,14
AT&S Americas LLC, San José,
Kalifornien, USA
6.444,34 100 530.744,05 306.434,70 1) 6.444,34
Summe 287.608.368,82 287.336.365,29

1) Zahlen nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften zum 31. März 2016

2) Jahresergebnis 1. April bis 30. Juni 2015 nach UGB

Die Liquidationsschlussbilanz vom 30. Juni 2015 für die AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu., Leoben zeigt für den Zeitraum vom 1. April 2013 bis 30. Juni 2015 einen gesamten Jahresfehlbetrag von EUR 469.764,69.

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgte zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag.

Die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen wurden einer Werthaltigkeitsüberprüfung nach der DCF-Methode unterzogen, deren Basis die Planungsrechnungen für die nächsten Jahre sind. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde keine Zuschreibung vorgenommen (Vorjahr: EUR 12.372.000,00).

4.3. Ausleihungen gemäß § 227 UGB

Unter dem Posten "Ausleihungen an verbundene Unternehmen" ist ein Betrag in Höhe von EUR 6.343.451,88 (Vorjahr: EUR 14.254.012,45) innerhalb eines Jahres fällig.

Im Zusammenhang mit den Ausleihungen wurden im Geschäftsjahr Zuschreibungen in Höhe von EUR 1.581.384,88 vorgenommen. Im Vorjahr wurden Zuschreibungen in Höhe von EUR 2.143.833,81 aus steuerrechtlichen Gründen unterlassen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

4.4.1. Zusatzangaben gemäß § 225 Abs. 3 und § 226 Abs. 5 UGB

Bilanzwert
am
31. März 2016
EUR
davon Restlaufzeit
mehr als ein Jahr
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 46.899.983,36 0,00
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 5.311.084,99 0,00
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 5.430.606,24 0,00
Summe 57.641.674,59 0,00
Bilanzwert
am
31. März 2015
EUR
davon Restlaufzeit
mehr als ein Jahr
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 42.861.042,80 0,00
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 16.098.972,25 0,00
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 6.650.635,02 0,00

Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 5.311.084,99 (Vorjahr: EUR 4.932.495,69) und aus sonstigen Forderungen in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 11.166.476,56).

4.4.2. Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Erträge

In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind folgende wesentliche Erträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

31. März 2016
EUR
31. März 2015
EUR
Energieabgabenrückvergütung 1.169.902,22 1.937.129,63
Lieferantenboni 0,00 150.000,00
Forschungsleistungen 0,00 6.307,67
Zuschuss Altersteilzeit 1.743,59 1.273,30
steuerfreie Prämien 2.599.822,61 3.169.810,50
Summe 3.771.468,42 5.264.521,10

4.5. Eigenkapital

4.5.1. Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. März 2016 EUR 42.735.000,00 (Vorjahr: EUR 42.735.000,00) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Wert von je EUR 1,10 eingeteilt.

4.5.2. Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung

Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 21.367.500,00, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu EUR 150.000.000,00 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Die Wandelschuldverschreibungen können auch durch eine zu hundert Prozent direkt oder indirekt im Eigentum der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft stehende Gesellschaft ausgegeben werden. Für diesen Fall wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft eine Garantie für die Wandelschuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern der Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf Aktien der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft zu gewähren.

Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu EUR 21.367.500,00 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.

In Bezug auf das genehmigte Kapital bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potentiell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegeben Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten.

4.5.3. Eigene Anteile/Rücklage für eigene Anteile

In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen ausgeübt werden.

Weiters wurde der Vorstand in der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 erneut ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien

  • a) zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,
  • b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,
  • c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und
  • d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck

zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden.

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft hält zum Bilanzstichtag keine eigenen Anteile (Vorjahr: 0 Stück).

4.5.4. Beschränkung der Ausschüttung

Gemäß § 235 Z1 UGB besteht für den ausschüttbaren Gewinn eine Beschränkung in Höhe von EUR 1.581.384,08, welche aus der Zuschreibung einer Ausleihung resultiert (Vorjahr: EUR 12.372.000,00, welche aus der Zuschreibung einer Beteiligung resultierte).

4.6. Rückstellungen

4.6.1. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31. März 2016
EUR
31. März 2015
EUR
nicht konsumierte Urlaube 3.801.764,95 3.471.992,51
sonstiger Personalaufwand 7.355.683,77 7.170.586,92
Urlaubszuschuss/Weihnachtsremuneration 2.210.017,37 2.100.464,13
Jubiläumsgelder 3.370.802,72 2.997.907,48
Drohverluste derivative Finanzinstrumente 3.871.064,90 3.776.562,83
Zeitausgleich 1.008.013,29 1.060.344,27
Drohverluste aus schwebenden Geschäften 1.030.037,28 531.286,98
Gewährleistung und Schadensfälle 339.553,81 153.000,00
Rechts- und Beratungsaufwand 581.763,15 356.253,50
Skonto Debitoren 255.359,46 286.736,89
Aktienoptionen 207.295,00 417.715,00
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 743.237,00 397.262,00
Restrukturierung Werk Leoben-Hinterberg 7.545.662,66 8.153.050,29
Aufsichtsratsvergütung 437.200,00 291.150,00
Kundenboni 786.309,11 813.121,29
sonstige Rückstellungen < EUR 150.000 151.713,86 406.940,80
Summe 33.695.478,33 32.384.374,89

Unter dem Posten "Restrukturierung Werk Leoben-Hinterberg" sind im Wesentlichen Kosten im Zusammenhang mit zukünftigen Leasingzahlungen für ungenutzte Produktionsflächen enthalten sowie ein möglicher Verlust aus der Verwertung durch den Leasinggeber, welcher vom Leasingnehmer zu tragen ist.

Stock-Option-Plan (2009 bis 2012)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2005 bis 2008) wurde in der 1. Sitzung des Nominierungs- und Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats vom 17. März 2009 der Stock-Option-Plan (SOP 2009 von 2009 bis 2012) beschlossen, nachdem dieser in der 55. Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2008 zur Begutachtung vorgelegt wurde. Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen.

Jede dieser Optionen berechtigt

  • entweder zum Erwerb einer Stückaktie der AT&S zum Ausübungspreis oder
  • es kann anstelle von Aktien ein Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der AT&S-Aktie am Tag der Ausübung des Bezugsrechts durch den Optionsberechtigten verlangt werden.

Im Rahmen des "SOP 2009" wurden am 1. April 2009 138.000 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 3,86, am 1. April 2010 135.000 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 7,45, am 1. April 2011 118.500 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 16,60 und am 1. April 2012 118.500 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von je EUR 9,86 zugeteilt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienoptionen wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen, zuzüglich eines auf Basis dieses Durchschnitts berechneten Aufschlags in Höhe von 10 %. Als Kurs gilt der Schlusskurs im Xetra-Handel oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem. Der Ausübungspreis entspricht jedoch zumindest dem auf eine Aktie der AT&S entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals.

Ausübungszeitraum:

Die Ausübung der zugeteilten Aktienoptionen ist wie folgt gestaffelt:

  • 20 % der zugeteilten Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf von zwei Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden.
  • 30 % der zugeteilten Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden.
  • 50 % der zugeteilten Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf von vier Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden.

Die Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der nächstfolgenden Wartezeit ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig. Für den Fall, dass eine Sperrfrist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst, gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die betreffende Fünfjahresfrist unterbricht. Nach Ende der Sperrfrist können die Aktienoptionen weiterhin für die Zeit dieser Unterbrechung ausgeübt werden. Aktienoptionen, die nicht spätestens zum Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Optionen können nur von Optionsberechtigten ausgeübt werden, die zum Zeitpunkt der Ausübung im aufrechten Anstellungs- /Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe stehen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Optionen noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs-/Dienstverhältnisses ausgeübt werden. Die Optionen sind nicht übertragbar und nicht verpfändbar.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Optionen:

DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Dr. Harald
Sommerer
Mag. Thomas
Obendrauf
Dkfm. Steen E.
Hansen
Ing. Heinz
Moitzi
leitende
Angestellte
gesamt
Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stück
1. April 2009 0 40.000 1.500 30.000 30.000 36.500 138.000
davon ausgelaufen 0 0 -1.500 0 0 -4.200 -5.700
davon ausgeübt 0 -40.000 0 -30.000 -30.000 -32.300 -132.300
1. April 2010 40.000 0 1.500 30.000 30.000 33.500 135.000
davon ausgelaufen 0 0 -1.500 0 0 -4.500 -6.000
davon ausgeübt -40.000 0 0 -30.000 -30.000 -29.000 -129.000
1. April 2011 40.000 0 30.000 0 30.000 18.500 118.500
davon ausgelaufen 0 0 -30.000 0 0 -1.500 -31.500
1. April 2012 40.000 0 30.000 0 30.000 18.500 118.500
davon ausgelaufen 0 0 -30.000 0 0 -1.500 -31.500
davon ausgeübt -20.000 0 0 0 0 -4.500 -24.500
Summe 60.000 0 0 0 60.000 29.500 149.500

Die im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen hatten zum Zeitpunkt der Ausübung einen Wert von EUR 134.629,00.

Bewertung der Aktienoptionen zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienoptionen erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienoptionen wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienoptionen:

Zuteilung am: 1. April 2011
EUR
1. April 2012
EUR
Beizulegender Wert zum 31. März 2016 0,00 193.750,00

Stock Appreciation Rights Plan (2014 bis 2016)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten kann im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2014-2016" wurden am 1. April 2014 230.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 7,68 und am 1. April 2015 240.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 10,70 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt. Der maximale Nutzen je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht beträgt daher für die Zuteilung per 1. April 2014 EUR 15,36 und für die Zuteilung per 1. April 2015 EUR 21,40.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs-/Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.

  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wieviele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Dr. Karl
Asamer
Ing. Heinz
Moitzi
leitende
Angestellte
gesamt
Stück Stück Stück Stück Stück
1. April 2014 40.000 30.000 30.000 130.000 230.000
davon ausgelaufen 0 0 0 -5.000 -5.000
1. April 2015 40.000 30.000 30.000 140.000 240.000
davon ausgelaufen 0 0 0 -5.000 -5.000
Summe 80.000 60.000 60.000 260.000 460.000

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilung am: 1. April 2014
EUR
1. April 2015
EUR
Beizulegender Wert zum 31. März 2016 831.744,00 417.760,00

4.7. Verbindlichkeiten

4.7.1. Zusatzangaben zu Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
Bezeichnung: Bilanzwert am
31. März 2016
EUR
von bis zu einem
Jahr
EUR
von mehr als
einem Jahr und bis
zu fünf Jahren
EUR
von mehr als fünf
Jahren
EUR
Anleihen 75.500.000,00 75.500.000,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
78.018.510,30 43.518.510,30 34.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten aus
Schuldscheindarlehen
288.335.830,77 1.694.153,85 215.186.676,04 71.455.000,88
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber
19.292.266,94 19.292.266,94 0,00 0,00
verbundenen Unternehmen 19.960.434,98 19.960.434,98 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 7.535.904,83 7.007.750,83 528.154,00 0,00
Summe 488.642.947,82 166.973.116,90 250.214.830,04 71.455.000,88
Restlaufzeit
Bezeichnung: Bilanzwert am
31. März 2015
EUR
von bis zu einem
Jahr
EUR
von mehr als
einem Jahr und bis
zu fünf Jahren
EUR
von mehr als fünf
Jahren
EUR
Anleihen 100.000.000,00 0,00 100.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
89.502.376,60 43.502.376,60 46.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten aus
--Schuldscheindarlehen
158.902.568,61 540.371,22 126.862.197,39 31.500.000,00
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
8.747.239,18 8.747.239,18 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
14.417.458,98 14.417.458,98 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 8.062.163,06 7.553.893,06 508.270,00 0,00
Summe 379.631.806,43 74.761.339,04 273.370.467,39 31.500.000,00

Im Geschäftsjahr wurden Anleihen im Nominale von EUR 24.500.000,00 vorzeitig zurückgekauft. Zurückgekaufte Tranchen sollen grundsätzlich bis zur Endfälligkeit im November 2016 gehalten werden. Aus diesem Grund wurde eine Saldierung durchgeführt.

Zur besseren Darstellung der Vermögenslage wurden die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen in eine eigene Bilanzposition gegliedert. Die Vorjahreswerte wurden ebenfalls angepasst.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 19.960.434,98 (Vorjahr: EUR 14.417.458,98).

4.7.2. Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Aufwendungen

Unter den "sonstigen Verbindlichkeiten" sind folgende wesentliche Aufwendungen enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

31. März 2016
EUR
31. März 2015
EUR
Zinsen Anleihen 1.385.890,41 1.821.917,81
Gebietskrankenkasse 1.295.848,50 1.246.619,80
Finanzamt 705.091,37 782.458,94
Löhne und Gehälter 226.253,24 128.940,56
Gemeinden 102.832,62 100.278,12
Summe 3.715.916,14 4.080.215,23

4.8. Dingliche Sicherheiten

Bilanzwert am
31. März.2016
EUR
Bilanzwert am
31. März 2015
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 78.018.510,30 89.502.376,60
davon dinglich besichert 32.000.000,00 32.000.000,00

Als dingliche Sicherheiten gegenüber Kreditinstituten dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB

Stand
31. März 2016
EUR
Stand
31. März 2015
EUR
aus Garantien 0,00 51.317,25
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 51.317,25

Im Geschäftsjahr 2002/03 wurde ein Garantieübereinkommen zwischen der Deutschen Bank AG, Bangalore, Indien, und der AT&S geschlossen:

  • Die Übernahme der Haftung für einen Betriebsmittelkredit in Höhe von INR 180.000.000,00 (EUR 2.388.959,82) ist im Geschäftsjahr 2015/16 ausgelaufen. Der zum Bilanzstichtag aushaftende Betrag beläuft sich somit auf EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 51.317,25).

4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

des folgenden
Geschäftsjahres
EUR
der folgenden fünf
Geschäftsjahre
EUR
Verpflichtungen aus Sale-and-Lease-Back-Transaktion 1.418.898,98 7.094.494,90
Vorjahr: 1.472.154,42 7.360.772,10
Verpflichtungen aus Mietverträgen 626.565,64 679.573,99
Vorjahr: 318.410,00 768.609,00
Summe 2.045.464,62 7.774.068,89
Vorjahr: 1.790.564,42 8.129.381,10

4.11. Derivative Finanzinstrumente

In der AT&S werden derivative Finanzinstrumente zum Schutz gegen mögliche Zinssatzschwankungen abgeschlossen. Gesichert werden hauptsächlich Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Nominalwert in EUR
31. März 2016
Marktwert in EUR
31. März 2016
Buchwert in EUR
31. März 2016
Zinsabhängige Produkte
Swaps 92.000.000,00 -3.871.064,90 -3.871.064,90
Nominalwert in EUR
31. März 2015
Marktwert in EUR
31. März 2015
Buchwert in EUR
31. März 2015
Zinsabhängige Produkte
Swaps 92.000.000,00 -3.776.562,83 -3.776.562,83

Die Schuldscheindarlehen (Grundgeschäfte), für welche Zinssicherungen im Ausmaß von EUR 92 Mio. (Nominale) abgeschlossen wurden, sind im Geschäftsjahr 2015/2016 vollständig zurückbezahlt worden.

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31. März 2016 31. März 2015
Zinsabhängige Produkte: Swaps 35 - 59 47 - 71

5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

2015/16
EUR
2014/15
EUR
1. Umsatzerlöse
Ausland 312.219.602,09 265.694.121,45
Inland 22.109.043,49 24.311.793,92
Summe 334.328.645,58 290.005.915,37
2015/16
EUR
2014/15
EUR
2. Übrige sonstige betriebliche Erträge
Erträge aus Konzernverrechnungen 20.369.037,23 17.473.417,46
Erträge aus Kursdifferenzen 2.537.106,91 7.731.838,10
Erträge aus steuerfreien Prämien 1.495.643,08 1.163.052,35
sonstige übrige Erträge 3.465.371,35 5.668.634,03
Summe 27.867.158,57 32.036.941,94
2015/16
EUR
2014/15
EUR
3. Personalaufwand
a) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 233.761,10 236.905,16
übrige Arbeitnehmer 2.128.432,85 1.789.516.87
Summe 2.362.193,95 2.026.422,02

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von EUR 2.027.002,04 (Vorjahr: EUR 1.738.337,45) enthalten.

2015/16
EUR
2014/15
EUR
b) Aufwendungen für Altersversorgung
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 75.565,16 73.053,80
übrige Arbeitnehmer 370.725,24 388.244,60
Summe 446.290,40 461.298,40
2015/16 2014/15
EUR EUR
4. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen
Fremdleistungen 11.625.981,27 10.057.786,09
Aufwand aus Kursdifferenzen 3.502.669,64 1.342.423,47
Rechts-, Prüfungs-, und Beratungsaufwand 3.328.241,50 2.427.331,47
Instandhaltungskosten 2.860.420,10 2.728.576,58
Ausgangsfrachten Kunden 2.402.655,07 2.128.043,81
Mieten 2.218.628,83 2.037.271,96
Reisekosten 1.979.963,60 1.846.132,63
Versicherungen 1.474.259,96 1.496.141,23
Werbe- und Vertreterkosten 1.089.379,00 987.212,18
Raumkosten 665.516,36 625.315,34
Aufwendungen aus Forderungsausfällen 654.034,67 720.989,87
Kraftfahrzeugskosten 199.694,07 182.666,30
sonstige übrige betriebliche Aufwendungen 4.200.700,22 3.175.109,11
Summe übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 36.202.144,29 29.755.000,04

5. Außerordentliche Erträge

Im Vorjahr ist in den außerordentlichen Erträgen eine anteilige Auflösung der Restrukturierungs-Rückstellung für Leoben-Hinterberg in Höhe von EUR 1.612.267,31 ausgewiesen. Die erstmalige Dotierung der Restrukturierungs-Rückstellung wurde ebenfalls als außerordentlicher Aufwand dargestellt.

6. Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer werden im Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, 8700 Leoben-Hinterberg, offengelegt.

6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB

6.1. Aktivierbare latente Steuern

Vom Wahlrecht, latente Gewinnsteuern auf temporäre Differenzen zwischen dem unternehmensrechtlichen und dem steuerlichen Ergebnis zu aktivieren, wurde nicht Gebrauch gemacht. Der gemäß § 198 Abs. 10 UGB aktivierbare Betrag beträgt EUR 2.523.218,00 (Vorjahr: EUR 2.809.009,00).

6.2. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Gemäß § 9 Abs. 8 KStG 1988 hat die AT&S als Gruppenträger mit folgenden Töchtern (Gruppenmitgliedern) eine Unternehmensgruppe gebildet:

  • AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu., Leoben (Die Liquidation der Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen.)
  • AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City, Südkorea

Zum Zwecke des Ausgleichs der steuerlichen Wirkungen, die sich aus der Zurechnung der steuerlichen Ergebnisse ergeben, verpflichten sich die Vertragsparteien zur Entrichtung einer Steuerumlage.

Durch die Unternehmensgruppe ergibt sich eine Verminderung des Postens "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" in Höhe von EUR 28.189,84 (Vorjahr: EUR 7.569,69).

6.3. Organe, Arbeitnehmer

Die Durchschnittszahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter betrug:

2015/16 2014/15
Arbeiter 660 658
Angestellte 451 420
Gesamt 1.111 1.078

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats:

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas GERSTENMAYER (Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Karl ASAMER (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Ing. Heinz MOITZI

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes ANDROSCH (Vorsitzender)
  • Ing. Willibald DÖRFLINGER (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • DDr. Regina PREHOFER (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dkfm. Karl FINK
  • DI Albert HOCHLEITNER
  • Mag. Gerhard PICHLER
  • Dr. Georg RIEDL
  • Dr. Karin SCHAUPP

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang FLECK
  • Sabine FUSSI
  • Franz KATZBECK (bis 28. Jänner 2016)
  • Siegfried TRAUCH (seit 28. Jänner 2016)
  • Günther WÖLFLER

Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands:

2015/16 2014/15
in Tsd. EUR fix variabel Summe fix variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 430 457 887 429 506 935
Dr. Karl Asamer 376 277 653 3741 301 675
Ing. Heinz Moitzi 360 289 649 359 361 720
Gesamt 1.166 1.023 2.189 1.162 1.168 2.330

1 Die Vorjahreszahl wurde um ein anteiliges 13. und 14. Gehalt aufgrund des Einstieges per 01. April 2014 geringfügig angepasst.

In den variablen Bezügen von Herrn DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienoptionen in Höhe von TEUR 111 (Vorjahr: TEUR 124) enthalten. In den variablen Bezügen von Herrn Ing. Heinz Moitzi sind Bezüge aus Aktienoptionen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 43) inkludiert.

Anzahl der zum Bilanzstichtag gesamt gewährten Aktienoptionen nach Abzug der ausgeübten beziehungsweise verfallenen Aktienoptionen der Mitglieder des Vorstands:

31. März 2016 31. März 2015
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 60.000 80.000
Ing. Heinz Moitzi 60.000 60.000
Summe 120.000 140.000

Zum 31. März 2016 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2011 in Höhe von EUR 16,60 (70.000 Stück) und vom 1. April 2012 in Höhe von EUR 9,86 (50.000 Stück) über beziehungsweise unter dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (EUR 12,90).

Anzahl der zum Bilanzstichtag gesamt gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Mitglieder des Vorstands:

31. März 2016 31. März 2015
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 80.000 40.000
Dr. Karl Asamer 60.000 30.000
Ing. Heinz Moitzi 60.000 30.000
Summe 200.000 100.000

Zum 31. März 2016 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2014 in Höhe von EUR 7,68 (100.000 Stück) und vom 1. April 2015 in Höhe von EUR 10,70 (100.000 Stück) unter dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (EUR 12,90).

Für die Aufsichtsratsmitglieder sind Vergütungen in Höhe von EUR 437.200,00 (Vorjahr: EUR 291.150,00) aufwandsmäßig erfasst und werden der Hauptversammlung vorgeschlagen.

Aktienbesitz des Vorstands und der Aufsichtsräte der Gesellschaft zum Bilanzstichtag:

Aktien
Stand
31. März 2016
Stand
31. März 2015
Veränderung
Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 10.000 10.000 0
Dr. Karl Asamer 9.000 4.000 +5.000
Ing. Heinz Moitzi 5.000 2.786 +2.214
Aufsichtsrat
Dr. Hannes Androsch 599.699 599.699 0
Androsch Privatstiftung* 6.339.896 6.339.896 0
Dörflinger Privatstiftung* 6.902.380 6.902.380 0
Mag. Gerhard Pichler 26.768 26.768 0
Dr. Georg Riedl 15.482 15.482 0

* Die angegebene Anzahl der jeweils an der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft gehaltenen Aktien schließt alle direkten und indirekten Beteiligungen mit ein. Bei der Androsch Privatstiftung sind damit in dieser Angabe auch jene Aktien enthalten, die von der im Eigentum der Androsch Privatstiftung stehenden AIC Androsch International Management Consulting GmbH gehalten werden, bei der Dörflinger-Privatstiftung sind auch jene Aktien enthalten, die von der im Mehrheitseigentum der Dörflinger-Privatstiftung stehenden Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH gehalten werden.

Leoben-Hinterberg, am 9. Mai 2016

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas GERSTENMAYER e.h. Ing. Heinz MOITZI e.h.

Dr. Karl ASAMER e.h.

Lagebericht zum Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2015/16

1. Unternehmensprofil

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" genannt) ist der führende Leiterplattenhersteller in Europa und global einer der Technologieführer in der Leiterplattenindustrie. AT&S konzentriert sich auf High-End-Technologien und Anwendungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical. AT&S punktet im mehrheitlich asiatischen Wettbewerb durch den klaren Fokus auf High-End, überdurchschnittliches Prozess-Know-how, Qualität, Effizienz, Kapazitätsauslastung und europäischer Governance. AT&S verfügt über sechs kosteneffiziente und kundennahe Standorte in Österreich (Leoben, Fehring), Indien (Nanjangud), China (Shanghai, Chongqing) und Südkorea (Ansan).

2. Markt und Branche

Der globale Markt für Leiterplatten war in den letzten zwei Jahrzehnten vom Wachstum und den technologischen Entwicklungen der Elektronikindustrie im allgemeinen und Endgeräten wie Computer – vom Server über Desktop bis Notebook – sowie Smartphones und Tablets im Speziellen geprägt.

Die außerordentlichen Wachstumsraten für Smartphones und Tablets sind deutlich zurückgegangen und der Markt für Desktopund Notebook-Computer ist rückläufig. Nach wie vor sind die Segmente Kommunikation und Computer die größten Abnehmer von High-End-Leiterplatten und Substraten.

Entgegen ursprünglicher Einschätzungen von Prismark, welche für 2015 ein durchschnittliches Marktwachstum für Leiterplatten und Substraten von rund 3 % gegenüber 2014 prognostizierten, verzeichnete der Markt insgesamt einen Rückgang von rund 4 %, hingegen verzeichnete die AT&S Gruppe ein organisches Wachstum von 5,2 %. Maßgeblich für den Marktrückgang im Jahr 2015 war die schwache Nachfrage im Computersegment und im Consumer-Bereich. Der ebenfalls überdurchschnittliche Rückgang bei Substraten in der Höhe von 8,9 % steht dabei im direkten Zusammenhang mit dem Rückgang in Höhe von 10 % im Computersegment.

Neuesten Einschätzungen von Prismark zufolge, liegt das jährliche durchschnittliche Marktwachstum zwischen 2015 und 2018 bei rund 2 %. Demzufolge wird der globale Leiterplattenmarkt erst im Jahr 2017 wieder das Volumen von 2014 erreichen.

Weitere Gründe für die niedrigeren Wachstumsprognosen für den Gesamtmarkt sind die weiter fortschreitende Miniaturisierung und höhere Integration in der Halbleiterindustrie sowie die Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten, wodurch die benötigte Fläche für diese Verbindungsplattformen kleiner wird. Davon betroffen sind insbesondere Anbieter im mittleren und niedrigeren Technologiesegment, für Anbieter von High-End-Technologien wie AT&S sind diese breit gefassten Marktprognosen differenziert zu betrachten.

Die technologische Entwicklung von High-End-Leiterplatten und Substraten wird in den nächsten Jahren weiterhin von Anwendungen in den Bereichen Kommunikation und Computer getrieben. Sie werden die Architektur der dafür benötigten elektronischen Komponenten wie Halbleiter weiterhin beeinflussen und die technologische Entwicklung von Substraten und Leiterplatten nicht nur noch schneller vorantreiben, sondern auch die dafür angewandten Technologien verschmelzen lassen.

Die konsequente Miniaturisierung in der Halbleiterindustrie gemäß Moore's Gesetz wird – wenn auch zukünftig nicht mehr alle zwei Jahre, sondern in längeren Zeiträumen – die damit einhergehende Erhöhung der Leistungsdichte bei gleichzeitiger Reduzierung der Größe von Halbleitern und die Miniaturisierung bei Leiterplatten und Substraten und somit das weitere Wachstum der HDI- und Microvia-Technologie bestimmen. Weiters werden durch die Kombination von Produktionsprozessen und Materialien für High-End- Leiterplatten mit Prozessen und Technologien aus der Substratfertigung zusätzliche Miniaturisierungspotenziale entstehen.

Durch die zusätzliche Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten können die Abmessungen in allen Dimensionen weiter reduziert werden.

Die Möglichkeiten, die durch die intelligente Kombination unterschiedlicher Technologien entstehen, bedeuten gleichzeitig neue Wachstumspotenziale für die Leiterplattenindustrie. Damit eröffnet sich Herstellern von High-End-Leiterplatten und Substraten mit Embedding-Technologien der heute ausschließlich von den "Electronic Manufacturing Service"- und "Original Device Manufacturing"-Firmen beherrschte "Assembly Service"-Markt sowie der von der Halbleiterindustrie dominierte Packaging-Markt.

TRENDS UND TECHNOLOGIEN Die Welt wird zunehmend digitaler. Treibende Kräfte dafür sind die verfügbaren und nahezu allgegenwärtigen Verbindungsmöglichkeiten, die immer günstigeren Kosten für die Übertragung von Daten und Sensoren und die Nutzung des Internet zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten.

Als solches befindet sich die Gesellschaft am Beginn des "Internet of Things" (IoT), – eine logische technologische Entwicklung, die darauf basiert, dass internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaustausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu generieren. Das Potential des "Internet of Things" (IoT) als das "nächste große Ding" wird meist am Wachstum der über das Internet "verbundenen Geräte" eingeschätzt.

Neueste Studien von Yole gehen aber davon aus, dass die am stärksten wachsenden Bereiche in Zusammenhang mit IoT nicht die Endgeräte wie z.B. Wearables, Sensoren bzw. Smartphones und Tablets sein werden, sondern die notwendige Infrastruktur wie Basisstationen zur Übertragung der digitalen Daten sowie Großrechner und Datencenter zur Verarbeitung und Speicherung der rasant zunehmenden Datenmengen.

Diese Entwicklung wird das weitere Wachstum der gesamten Elektronikindustrie in allen Segmenten wesentlich beeinflussen. Die größten Wachstumspotentiale zeigen Server und Speichermedien im Segment Computer mit einem jährlichen durchschnittlichen Zuwachs bis 2018 von 5,7 %, Endgeräte im Consumerbereich mit 5,8 % sowie der Elektronikanteil bei Automobilen mit 7,9 %, Industrieelektronik mit 8,0 % und der Markt für Medizinelektronik mit 5,4 %.

Eine Leiterplatte ist eine Verbindungsplattform für elektrische, elektronische und mechanische Bauteile. Sie ermöglicht die mechanische Befestigung sowie die elektrische Verbindung von Widerständen, Kondensatoren, Mikroprozessoren, Speicherbausteinen, Sensoren, Steckern und vielen anderen Komponenten, welche für die volle Funktionsfähigkeit elektronischer Systeme erforderlich sind. Nachdem nahezu jedes elektronische Gerät eine oder mehrere Leiterplatten enthält, sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil in unserem täglichen Leben.

Leiterplatten bestehen aus einem elektrisch isolierenden Trägermaterial – zum Großteil werden dafür in Epoxidharz getränkte Glasfasermatten verwendet – und darauf aufgebrachten leitenden Verbindungen – zumeist aus geätzten Kupferschichten. Es gibt unzählige Arten von Leiterplatten von einseitigen bis zu hochkomplexen mehrlagigen Ausführungen. Die Komplexität von Leiterplatten und damit verbunden die Anforderungen an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse werden von mehreren Faktoren bestimmt. Es sind dies die Lagenanzahl, die vertikalen Verbindungen der einzelnen Lagen und deren minimaler Lochdurchmesser, die Breite und Abstände der Leiterzüge sowie das Oberflächen-Finish. Die fortschreitende Miniaturisierung der elektronischen Komponenten in den Endgeräten bei gleichzeitig zunehmender Leistungsdichte erhöhen die Anforderungen an und die Komplexität der Leiterplatten. AT&S hat seit Jahren den Schwerpunkt auf die Produktion hochkomplexer Leiterplatten für anspruchsvollste Anwendungen gesetzt und realisiert mittlerweile mehr als 75 % des Konzernumsatzes in dieser höchsten Technologieklasse.

IC-Substrate (integrated circuit-Substrate) repräsentieren die Spitzentechnologie für Verbindungsplattformen. Der größte Unterschied zu Leiterplatten liegt in den realisierbaren Strukturen, welche ein Minimum von weniger als 10 µm erreichen können. Dazu sind im Gegensatz zur Herstellung von Leiterplatten wesentlich anspruchsvollere Reinraumanforderungen zu erfüllen und alternative Plating-Verfahren zur Formierung der vertikalen Verbindungen erforderlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leiterplatten können IC-Substrate auch aus Keramik- oder Glasmaterialien bestehen.

INTERNATIONALE MARKTENTWICKLUNG Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt von der hoch entwickelten, aber immer schwieriger prognostizierbaren Elektronikindustrie. Die Märkte für Endgeräte und Halbleiter unterliegen aufgrund der sich rasch ändernden Bedürfnisse der Kunden und des wechselnden globalen Wirtschaftsklimas immer größeren Schwankungen. Die Leiterplattenindustrie folgt untrennbar diesen Makro-Trends, welche den Bedarf an elektronischen Geräten und Systemen bestimmen. Zusätzlich beeinflussen die Unausgewogenheit von Angebot und Nachfrage, die fortschreitende geographische Migration, der Preisverfall und der harte Wettbewerb diesen stark fragmentierten Markt. Weltweit gab es 2014 etwa 2.400 Hersteller (Quelle: NTI, August 2015). Die Top-30-Unternehmen haben einen gemeinsamen Marktanteil von rund 60 % (Quelle: Prismark, Februar 2016).

Die Prognosen unabhängiger Marktforscher zeigen ein durchschnittliches jährliches Wachstum für den weltweiten Leiterplattenmarkt von rund 2 % bis zum Jahr 2018 (Quelle: Prismark, Februar 2016), wobei für höherwertigen Technologien wie z.B. Anylayer-Leiterplatten überdurchschnittliche Zuwachsraten in Höhe von 5,8 % prognostiziert werden (Quelle: Prismark, Juni 2015).

Im Jahr 2015 lag der weltweite Bedarf für Leiterplatten bei 55,3 Mrd. USD (Quelle: Prismark, Februar 2016). Dies entspricht im Vergleich zu 2014 einem Rückgang rund 4 %.

KOMMUNIKATION: SMARTPHONES BLEIBEN DER TECHNOLOGISCHE MOTOR DER ELEKTRONIKINDUSTRIE Mit rund 1,429 Mrd. verkauften Geräten war der Markt für Smartphones im Jahr 2015 das mit Abstand größte und mit rund 10 % Wachstum gegenüber 2014 auch das am stärksten wachsende Segment der globalen Elektronikindustrie. Auch wenn die Prognosen unabhängiger Marktforscher für die nächsten Jahre deutlich niedrigere Wachstumsraten von rund 6,6 % zeigen (Quelle: IDC, Dezember 2015), bleiben Smartphones das größte Segment in der Elektronikindustrie.

Der Markt für Kommunikations-Infrastruktur wird in den kommenden Jahren durch das IoT und ab 2019 mit der Einführung der fünften Generation (5G) wieder an Bedeutung gewinnen und soll nach letzten Prognosen ein jährliches Wachstum von 2,6 % aufweisen (Quelle: Prismark, Februar 2016).

COMPUTER: DAS IOT WIRD BEI SERVER UND SPEICHERMEDIEN NEUES WACHSTUM GENERIEREN Der Markt für Computer – Desktop, Notebook und Tablets – verzeichnete 2015 einen Rückgang von rund 9 %. Entgegen ursprünglicher Prognosen, welche vor allem für Tablet-Computer von einem Wachstum von durchschnittlichen 13 % p.a. ausgegangen sind (Quelle: IDC, Jänner 2014), verlor auch dieser Markt erstmals im Jahr 2015 rund 11,4 % (Quelle: Prismark, Februar 2016) gegenüber 2014. Für die kommenden Jahre wird ein gleichbleibender Bedarf mit unterschiedlichen Wachstumsraten der verschiedenen Endgeräte prognostiziert.

Für Server- und Speicher-Computer wird in den kommenden Jahren aufgrund der weiteren Digitalisierung und der damit ansteigenden Datenmenge, die ausgewertet und gespeichert werden muss, ein solides und nachhaltiges Wachstum von rund 5 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2016).

CONSUMER Der Consumer-Markt, welcher mit Produkten wie Digitalkameras, TV-Geräten und sogenannten Smart Devices wie Smart-Watches oder Fitness-Tracker einen bedeutenden Bedarf an High-End- Leiterplatten hat, verzeichnete im Jahr 2015 ebenfalls einen Rückgang von 1,3 %, da einerseits Wearable-Anwendungen den Marktdurchbruch nicht schafften und Digitalkameras durch Smartphones verdrängt werden.

Dieser Markt wird gemäß Prismark auch im Jahr 2016 ein Nullwachstum verzeichnen, aber ab 2017 mit durchschnittlich rund 5,8 % wieder wachsen. Wesentliche Wachstumstreiber sollen dabei 4K TV-Geräte, Smartwatches, Consumer-Roboter und Pico-Projektoren darstellen.

AUTOMOBILELEKTRONIK: ÜBERDURCHSCHNITTLICHES WACHSTUM DURCH NEUE ANWENDUNGEN Der Anteil an Elektronik-Systemen in Automobilen verzeichnete im Jahr 2015 einen wertmäßigen Rückgang auf USD Basis von 8,1 %. Im Zeitraum bis 2018 sollen diese ein jährliches Wachstum von 7,9 % aufweisen (Quelle: Prismark, März 2016). Für den Bedarf an Leiterplatten für die Automobilelektronik wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,6 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2016). Damit liegen die Wachstumsraten für Elektronische Systeme für den Automobilmarkt als auch für Leiterplatten in diesem Segment deutlich über den durchschnittlichen Gesamtwerten der globalen Elektronikbranche.

Anwendungen im Bereich Sicherheit und Information treiben auch in diesem Segment die Nachfrage und den Einsatz von HDI- und Microvia-Leiterplatten. Die Anwendungen, bei denen mittlerweile HDI- und Microvia-Leiterplatten eingesetzt werden, reichen von Navigation-, Multimedia- und Infotainment-Systemen über Emergency-Call- und Kamerasysteme bis zu elektronischen Getriebesteuerungen.

Das Thema "autonomes Fahren" hat die Entwicklung von neuen zentralen Systemen für die Erfassung von Informationen und Daten getrieben, welche von Kamerasystemen, Radar- und Ultraschallsensoren zur Verfügung stehen, sowie für deren Auswertung und die anschließende Ansteuerung der entsprechenden Aktuatoren für Brems-, Stabilitäts- und Lenksysteme. Aufgrund des großen Datenvolumens und der notwendigen schnellen Übertragungsraten benötigen diese neuen Zentralrechner ebenfalls HDI-Technologie.

INDUSTRIEELEKTRONIK Der Industrieelektronik-Systemmarkt ging von 2014 auf 2015 um 3,9 % zurück. Für das Jahr 2016 rechnen unabhängige Marktanalysten mit einem Wachstum von 4,8 % im Industrieelektronik-Systemmarkt (Quelle: Prismark, Februar 2016). Das korrelierende Wachstum für Leiterplatten für dieses Segment wird für den gleichen Zeitraum mit rund 3 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Februar 2016).

Das Industrieelektronik-Segment ist nach wie vor stark geprägt von Anwendungen in den Bereichen Mess-, Regel- und Steuertechnik, Leistungselektronik, Beleuchtungssysteme sowie Diagnostikgeräten, RFID-Erfassungssystemen aber auch Eisenbahntechnik. Zukünftig werden M2M-(Maschine-zu-Maschine und Maschine-zu-Mensch)Kommunikationsmodule getrieben durch die Industrie 4.0 Aktivitäten, weiteres Wachstum in diesem Segment ermöglichen.

MEDIZINELEKTRONIK Der globale Markt für medizintechnische Elektroniksysteme stellte im Jahr 2015 einen Wert von 99 Mrd. USD dar (Quelle: Prismark, Februar 2016). Gegenüber 2014 bedeutet dies eine Stagnation. Medizinelektronik ist geprägt von einer hohen Komplexität und Vielschichtigkeit hinsichtlich der Anwendungen wie Diagnose- und bildgebende Geräte, Therapieapplikationen, Patientenüberwachung. Weitere Anwendungsbereiche sind chirurgische Beleuchtung, analytische Instrumente und Molekulardiagnostik. Die Preise für medizintechnische Geräte bzw. Systeme reichen von niedrigen zweistelligen USD Beträgen für Fitness-Tracker bis zu mehreren 100.000 USD für ein Computer-Tomographie-System. Bis 2018 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 5,4 % prognostiziert.

DER MARKT FÜR IC-SUBSTRATE Die Analysen unabhängiger Marktanalysten zeigen für das Jahr 2014 ein Volumen von 7,5 Mio. m² (Yole) bzw. 7,4 Mio. m² (Prismark) und für das Jahr 2015 ein Volumen von 8,7 Mio. m² (Yole) bzw. 7,5 Mio. m² (Prismark) Produktionsfläche. Dies entspricht bei Yole einem Wachstum von rund 16 % und bei Prismark einem Wachstum von 1,2 %. Die Prognosen für das Jahr 2016 belaufen sich bei Yole auf 9,615 Mio. m² und bei Prismark auf 7,5 Mio. m².

Diese unterschiedlichen Einschätzungen ergeben sich einerseits durch verschiedene Betrachtungsweisen des Marktes für Substrate, d.h. der Einbeziehung verschiedener Substrattechnologien wie z.B. Wire-Bond -Substrate vs. Flip-Chip-Substrate oder auch Chip-on-Board- bzw. Chip-on-Flex-Verbindungsplattformen, und andererseits durch die immer schwierigeren Prognosen bezüglich des Bedarfes der Endanwendungen und Applikationen.

Nachdem der Substratmarkt in den letzten Jahren vor allem durch das Wachstum der Smartphone-Industrie und dem Rückgang des Computermarktes geprägt war, wird in den nächsten Jahren das "Internet of Things" das weitere Wachstum der Halbleiterindustrie und damit verbunden den Bedarf an Substraten wesentlich beeinflussen. IoT ist nicht eine einzige Applikation, sondern die Vernetzung von Endgeräten wie Wearables oder Sensoren mit sogenannten Gateways wie Smartphones oder Tablets. Diese Gateways werden durch Basisstationen via WiFi-Netzwerke verbunden und verarbeiten die Daten über Server und Datencenter in der Cloud. Abhängig davon, wie man den Bedarf an Endgeräten oder den notwendigen Ausbau der Netzwerke bzw. der Datencenter als Motor des IoT einschätzt, resultieren daraus unterschiedliche Wachstumsprognosen.

IC-Substrate werden in allen Segmenten der Elektronikindustrie eingesetzt, über 80 % in Smartphones, Desktop und Notebook-Computer, Tablets, Server und Speichersystemen (Quelle: Prismark, Juli 2014). Im Gegensatz zu der Vielzahl an Leiterplattenproduzenten gibt es für IC-Substrate nur wenige Hersteller, wobei die Top 10 Anbieter gemeinsam einen Marktanteil von mehr als 80 % für sich beanspruchen (Quelle: Prismark, Juli 2014). Dieses Umfeld bietet für AT&S die Möglichkeit, sich in den nächsten Jahren in diesem Hochtechnologiesegment als einer der führenden Marktanbieter zu etablieren.

MINIATURISIERUNG, FUNKTIONSINTEGRATION UND MODULARISIERUNG BESTIMMEN DEN MARKT FÜR EMBEDDED COMPONENT PACKAGING – (ECP) BZW. EMBEDDED-DIE-PACKAGING Die Embedded-Die-Packaging-Technologie befindet sich noch in der Markteinführungsphase. Die Analysten von Yole schätzen den Gesamtmarkt für das Jahr 2015 auf ein Volumen von 27 Mio. USD und prognostizieren einen Anstieg des Marktes bis zum Jahr 2018 auf ein Gesamtvolumen von rund 142 Mio. USD. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 73 % (Quelle Yole, März 2015).

Im Mittelpunkt der ECP-Technologie stehen Miniaturisierung durch Integration von Komponenten und damit Funktionalität in die Leiterplatte sowie die Verbesserung der Zuverlässigkeit der Verbindungstechnologie zwischen Komponenten und Leiterplatte. Weitere Herausforderungen sind die Erhöhung der mechanischen Stabilität und die Verbesserung der thermischen und elektrischen Eigenschaften für Anwendungen im Hochfrequenzbereich, für Leistungselektronik aber auch für Audio-Anwendungen und High-Speed- Datenübertragung.

Die ECP-Technologie fokussiert auf zwei unterschiedliche Bereiche. Den derzeit größten Anteil haben sogenannte Packages bzw. System-in-Package-(SiP-)Module. Typische Anwendungsbeispiele sind Leistungsmodule, MOSFET und IGBT-Applikationen, MEMS-Module, Sensor- und Kamera-Module, Audio- und Radio-Module sowie DC/DC-Converter.

Der zweite Bereich sind die Motherboards, mit Anwendungen wie hochzuverlässige Leiterplatten für raue Umweltbedingungen (z.B. Motorsteuerungen), Notebook-Computer, Geräte für mobiles Internet, Smartphones, Hörgeräte und integrierte RFID-Lösungen.

3. GESCHÄFTSVERLAUF

3.1.Ertragslage

Die UMSATZERLÖSE der AT&S sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 um EUR 44,3 Mio. bzw. 15,3 % auf EUR 334,3 Mio. gestiegen. Hauptursache für den Anstieg waren höhere Handelswarenerlöse mit Produkten der asiatischen Tochterunternehmen.

Die EBIT-MARGE ist im abgelaufenen Geschäftsjahr von 6,1 % im Vorjahr auf 1,1 % gefallen. Hauptursachen für den Rückgang waren negative Wechselkurseffekte und höhere Abschreibungen.

Das FINANZERGEBNIS betrug EUR 12,5 Mio. (Vorjahr: EUR 10,6 Mio.) und ist im Geschäftsjahr 2015/16 durch die Gewinnausschüttung einer Tochtergesellschaft in Höhe von EUR 15,0 Mio. (Vorjahr: EUR 11,2 Mio.) positiv beeinflusst. Die Erträge aus Ausleihungen an Tochterunternehmen erhöhten sich auf EUR 8,5 Mio. (Vorjahr: EUR 5,4 Mio.) und resultieren aus gestiegenen Ausleihungen aus verbundenen Unternehmen. Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen reduzierten sich auf EUR 7,6 Mio. (Vorjahr: EUR 14,4 Mio.), da in den Vorjahreszahlen eine Zuschreibung auf eine Beteiligung in der Höhe von EUR 12,4 Mio. enthalten war. In den Aufwendungen aus Finanzanlagen sind negative Fremdwährungsbewertungen von EUR 4,6 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) enthalten.

Die Zinsaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 5,4 Mio. auf EUR 16,2 Mio. gesunken. Der Rückgang der Zinsaufwendungen ist in erster Linie auf Sozialkapitalzinsen, welche im Vorjahr das Ergebnis mit EUR 5,0 Mio. belasteten zurückzuführen.

Im AUSSERORDENTLICHEN ERGEBNIS des Vorjahres war der Ertrag aus der Auflösung einer Restrukturierungsrückstellung in Höhe von EUR 1,6 Mio. ausgewiesen. Im laufenden Geschäftsjahr gab es keine außerordentlichen Ergebnisse.

Aufgrund der erläuterten Effekte im Betriebs- und Finanzergebnis ergab sich somit im aktuellen Geschäftsjahr ein positives JAHRESERGEBNIS in Höhe von EUR 17,2 Mio. (Vorjahr: EUR 28,9 Mio.).

3.2. Vermögenslage

Der Buchwert des SACHANLAGEVERMÖGENS ist aufgrund von Investitionen in Technologieupgrades von EUR 31,9 Mio. auf EUR 37,2 Mio. gestiegen, jener des IMMATERIELLEN VERMÖGENS erhöhte sich von EUR 9,4 Mio. auf EUR 13,2 Mio.

Die ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN erhöhten sich aufgrund des vollständigen Erwerbs der Gesellschaftsanteile an der AT&S Korea Co., Ltd. von EUR 287,3 Mio. auf EUR 287,6 Mio. im laufenden Jahr. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen aufgrund der Aufstockung von Gesellschafterdarlehen von EUR 118,9 Mio. auf EUR 232,8 Mio.

Beim kurzfristigen UMLAUFVERMÖGEN sind die Vorräte geringfügig von EUR 23,6 Mio. auf EUR 25,5 Mio. aufgrund von höheren Handelswarenbeständen gestiegen. Der Rückgang der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von EUR 65,6 Mio. auf EUR 57,6 Mio. basiert auf dem Wegfall einer Dividendenforderung welche, den umsatzbedingten Forderungsanstieg aus Lieferungen und Leistungen überkompensieren konnte.

Der Bestand an flüssigen Mitteln reduzierte sich leicht von EUR 154,1 Mio. auf EUR 151,3 Mio.

Das EIGENKAPITAL zum Bilanzstichtag 31. März 2016 erhöhte sich von EUR 264,7 Mio. auf EUR 267,9 Mio. Der Anstieg resultierte aus dem Jahresüberschusses von EUR 17,2 Mio., der den Rückgang aufgrund der durchgeführten Dividendenausschüttung von EUR 14,0 Mio. überkompensieren konnte. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 33,0 % lag aufgrund der höheren Bilanzsumme unter dem Vorjahreswert von 38,0 %.

Im Geschäftsjahr 2015/16 erhöhte sich die NETTOVERSCHULDUNG der AT&S von EUR 193,6 Mio. auf aktuell EUR 290,0 Mio. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Anleihen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen abzüglich Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sowie sonstigen Wertpapieren und Anteilen des Umlaufvermögens.

Der Nettoverschuldungsgrad, berechnet aus dem Verhältnis der Nettoverschuldung zu Eigenkapital, hat sich von 73,1 % im Vorjahr auf 108,2 % erhöht.

3.3. Geldflussrechnung

Die Teilergebnisse der Geldflussrechnung zeigen im mehrjährigen Vergleich folgende Werte (berechnet gemäß Fachgutachten KFS/BW2 der österreichischen Kammer der Wirtschaftstreuhänder):

In MEUR 2015/16 2014/15 2013/14
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 54,0 17,3 32,4
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -137,4 -46,7 -13,2
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 80,5 -19,3 161,2

Der Nettogeldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Anstieg. Der höhere Geldfluss aus dem Ergebnis von EUR 31,2 Mio. konnte durch höhere Verbindlichkeiten und geringere Forderungen von EUR 17,3 Mio. auf EUR 54,0 Mio. erhöht werden.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit der AT&S wurden im Geschäftsjahr 2015/16 insgesamt EUR 19,7 Mio. in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen investiert. Diese Auszahlungen sowie die weitere Aufstockung von Gesellschafterdarlehen durch die Tochtergesellschaften führen im Wesentlichen zu dem Netto-Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit von EUR 137,4 Mio.

Durch die Platzierung von Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 221,0 Mio. konnten vorzeitige Tilgungen der variablen Tranche des alten Schuldscheindarlehens, vorzeitige Anleihen-Rückkäufe, planmäßige Darlehenstilgungen und die Dividende bezahlt werden. Der verbleibende Nettomittelzufluss von EUR 80,5 Mio. dient zur Refinanzierung der im November 2016 auslaufenden Anleihe.

4. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der heutigen Zeit, in der Veränderung die einzige Konstante ist, von besonders großer Bedeutung für uns. Um die erste Wahl für hoch entwickelte Technologien zu sein, muss ein Unternehmen wie AT&S seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven und klare Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sie fördern und fordern. Einen ganz besonderen Beitrag leisten dazu auch die AT&S Führungskräfte. Um als Unternehmen Innovation täglich leben zu können, brauchen wir Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen, und offen sind, in Alternativen zu denken.

Im Jahresdurchschnitt waren im Geschäftsjahr 2015/16 in der AT&S unter Einbeziehung der Leiharbeiter 1.284 Mitarbeiter und damit um 61 Personen mehr beschäftigt als im Vorjahresdurchschnitt (2014/15: 1.223).

EXZELLENTE FÜHRUNG Abgeleitet von der AT&S Vision und Mission wurden drei Grundwerte für eine exzellente Führung definiert: OPEN-MINDEDNESS, COMMITMENT und RESPONSIBILITY. Dabei verstehen wir Führung als wesentlichen Bestandteil zur Erreichung unserer Vision und Mission. Studien belegen eindeutig, dass gute Führungsarbeit einen wesentlichen Einfluss auf Mitarbeiterengagement und -bindung hat. Unsere Führungswerte bieten allen Führungskräften einen Rahmen, um wirksame Führung leben zu können. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir den Führungskräften der ersten Ebene die Möglichkeit geboten, Module mit Fokus auf Kommunikation und Feedbackkultur zu besuchen, was von diesen auch wahrgenommen wurde. Der damit initiierte verstärkte Dialog führt zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und gibt Raum zur Reflexion. Ein offenes und wertschätzendes Feedback bildet den Nährboden für eine friktionsfreie offene und dynamische Weiterentwicklung der gesamten Organisation. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wird diese Initiative im Geschäftsjahr 2016/17 auf die nächsten Führungsebenen ausgedehnt.

FÖRDERN UND FORDERN Kommunikation und Feedback sind wesentliche Instrumente, um das Engagement und den Gestaltungswillen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch zukünftig für AT&S zu sichern. Führungskräfte bei AT&S haben daher die Verantwortung, eine Atmosphäre des lebenslangen Lernens sowie eine Kultur des Dialogs für jeden einzelnen Mitarbeiter zu schaffen. Zu den Kernaufgaben zählen dabei die Bereiche Talent-Management, die Weiterentwicklung wesentlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Weiterentwicklung einer offenen beidseitigen Feedbackkultur sowie das Fördern und Fordern der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das jährliche Mitarbeitergespräch ist ein Basiswerkzeug, das die AT&S Führungskräfte dabei unterstützt, ein strukturiertes Bild über die Potenziale, Erfahrungen und innovativen Ideen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erlangen. Im Mitarbeitergespräch werden, basierend auf den Unternehmenszielen, Zielvereinbarungen für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter für das folgende Geschäftsjahr entsprechend ihres Aufgabenbereiches definiert. Zudem werden Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Position und potenzielle Karrierewege besprochen. Es liegt in der Verantwortung der jeweiligen Führungskraft, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ihrer Potenziale und Interessen zu fördern und zu fordern.

Auf dieser Basis werden in jährlich stattfindenden Evaluierungen jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den größten Entwicklungspotenzialen für weitere Karriereschritte ausgewählt und die dafür notwendigen nächsten Schritte beschlossen.

AT&S Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im Rahmen von internen und externen Trainings, Workshops und Coachings die Möglichkeit, zusätzliche Qualifikationen zu erlangen. Intern bieten wir Basistrainings für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, um sie mit dem Markt, unseren Produkten, der Aufbau- und Ablauforganisation von AT&S sowie mit den Werten des Unternehmens vertraut zu machen. AT&S spezifische Trainings werden von internen Spezialisten angeboten. Funktionsübergreifende, internationale sowie interkulturelle Trainings sollen der internen Vernetzung, der Optimierung von Abläufen und einem kontinuierlichen Wissenstransfer dienen. Basis-Führungskräftetrainings umfassen die Grundlagen des Führens und Schulungen zum immer aktuellen Thema Change Management und Strategieentwicklung. Wesentliche Module werden im Rahmen von maßgeschneiderten, standortspezifischen Trainingskatalogen angeboten.

AT&S hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm für die Bereiche Administration, Forschung und Produktion, basierend auf Lean-Management- (Effizienz) und Six-Sigma-Ansatz (Effektivität), gestartet. Die Lean-Six-SigmaInitiative von AT&S wird intern iPOK genannt (Implementation of Practice Oriented Knowledge) und umfasst sämtliche Mitarbeiter- und Organisationsstufen. Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, letzterer um das theoretisch Gelernte tief in der Organisation nachhaltig zu verankern. iPOK soll AT&S beim Erreichen der Vision/Mission im Rahmen von Verbesserungsprojekten unterstützen und darüber hinaus positive Effekte auf das Arbeitsumfeld der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen. An allen Standorten wurden insgesamt 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für "Black Belt"-Ausbildungen (Projektmanager mit abteilungsübergreifenden Projekten und rund 140 Stunden Ausbildung) und 81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für "Green Belt"-Ausbildungen (Projektmanager mit abteilungsinternen Projekten und rund 40 Stunden Ausbildung) zertifiziert bzw. befanden sich noch in Ausbildung. Im Rahmen dieser Zertifizierungen bzw. Ausbildungen wurden 133 Lean-Six-Sigma-Projekte gestartet.

AT&S bietet umfassende Lehrlingsausbildungen für die Fachkräfte von morgen vor allem in den Bereichen Mechatronik, Labortechnik, Physiklabor, Maschinenbautechnik und Metalltechnik, aber auch im administrativen Bereich. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte die AT&S Gruppe 27 Lehrlinge in Österreich und einen in Deutschland, wobei im abgelaufenen Geschäftsjahr 11 Lehrlinge ihre Lehre bei AT&S begonnen haben. Um junge Menschen für technische Berufe bei AT&S zu begeistern, präsentiert sich AT&S bei zielgruppenspezifischen Berufsmessen und bietet im Rahmen der institutionalisierten AT&S Erlebniswelt sowie Schnupper- und Ferialpraktika Schülerinnen und Schülern direkte Einblicke in die Produktion. AT&S positioniert sich aber auch bei Jungakademikerinnen und -akademikern als attraktiver Arbeitgeber. Wir informieren junge Absolventinnen und Absolventen auf Karrieremessen und vergeben in enger Zusammenarbeit mit Hochschulen Bachelor- oder Masterarbeiten. Mit unserem ersten "International Talent Program", das den 7 Teilnehmern über einen Zeitraum von 12-18 Monaten eine Ausbildung in 8 Modulen ermöglichte, konnten wir bereits talentierte Jungakademikerinnen und -akademiker aus unterschiedlichen Nationen in Österreich ausbilden und "fit" für unsere Standorte in China machen. Derzeit rekrutieren wir die zweite Generation an internationalen Talenten – diesmal für Einsätze in China und Indien. Das sehr große internationale Interesse für dieses Programm drückte sich in Bewerbungen aus 63 Nationen aus.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden rund EUR 0,7 Mio. in externe Trainings und Weiterbildungen investiert. Dieser Anstieg um EUR 0,3 Mio. im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf die fachlichen Trainings der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen, als auch auf globale Leadership- und iPOK-Lean-Six-Sigma-Initiativen. Diese Zahlen spiegeln die Wichtigkeit der Qualifikation neuer Arbeitskräfte einerseits, aber auch die Schwerpunktsetzung in den Bereichen Effizienz & Effektivität sowie Leadership wider.

DIVERSITÄT & MOBILITÄT Als global agierendes Unternehmen ist die Vielfalt unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Grundvoraussetzung für unseren Erfolg. AT&S fördert die Chancengleichheit in Hinblick auf Karrierewege und Entlohnung oder Weiterbildung – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, ethnischer Abstammung, Beeinträchtigung, religiöser oder politscher Überzeugung.

Zu Ende des Geschäftsjahres betrug der Frauenanteil insgesamt über alle AT&S Standorte 35 %. Der Frauenanteil ist in Europa mit 43 % und USA mit 37 % deutlich höher als in Asien, wo der Frauenanteil innerhalb AT&S 33 % beträgt. In der direkten Berichtslinie an den Vorstand der AT&S Gruppe liegt der Anteil an weiblichen Mitarbeiterinnen bei 10 %.

AT&S als internationales Unternehmen beschäftigt weltweit Menschen aus 45 Nationen. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber auch externen Bewerberinnen und Bewerbern bieten wir vielfältige Karrieremöglichkeiten auf internationaler Ebene – unter anderem mit dem "International Talent Program" – und schätzen die berufliche Mobilität. Zudem fördern wir die standortübergreifende Zusammenarbeit und bieten interkulturelle Trainings ganz im Sinne der lernenden Organisation und entsprechend unserem Führungsgrundsatz 'Open Mindedness'.

ETHIK- UND VERHALTENSKODEX AT&S hat sich freiwillig zu Corporate-Social-Responsibility-(CSR-) Maßnahmen sowie zur Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) verpflichtet. Entsprechend dem Triple-Bottom-Line-Ansatz, haben wir aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht die Verantwortung, nachhaltig und im Sinne aller Stakeholder zu wirtschaften. Klare ökologische Standards und Zielsetzungen sowie die Schaffung eines entsprechenden Umfeldes für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für das Unternehmen ermöglicht uns das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen der umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Ziele. Wir sind stolz darauf, dass in all unseren Werken dieselben Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards gelten und auch angewendet werden. Mit dem Ethik- und Verhaltenskodex verpflichten sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich verantwortungsvoll und respektvoll zu verhalten und die von AT&S gesetzten Standards einzuhalten. Das schafft Transparenz und beidseitiges Vertrauen, appelliert aber gleichzeitig an die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen.

VERGÜTUNGSSYSTEME Ein wesentlicher Faktor für die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Gewinnung und Bindung neuer Talente ist neben einer marktgerechten Vergütung auch die Chance, eine Beteiligung am finanziellen Erfolg des Unternehmens zu erlangen. Entsprechend dem globalen Bonussystem der AT&S werden individuell oder kollektiv vereinbarte Bonuszahlungen ausgeschüttet, sofern bestimmte Hurdle Rates (Erfüllung von definierten Mindestkennzahlen) erreicht wurden. Die Grundvoraussetzung für eine Beteiligung ist ein positives EBIT für die Gesamtgruppe. Die Hurdle Rate selbst ist gekoppelt an die Erreichung bestimmter EBIT-Werte in Beziehung zu den budgetierten Zielen des jeweiligen Verantwortungsbereiches. Die Höhe der Auszahlung ist abhängig vom ROCE, der Cash Earnings, der Innovation Revenue Rate sowie der individuellen Leistung der einzelnen Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters. Ebenso gewährleistet das Bonussystem, dass im Falle von wirtschaftlich schwierigen Situationen in denen gesteckte Ziele nicht erreicht wurden, die Bonusausschüttung teilweise oder gänzlich ausgesetzt werden kann.

5. Nachhaltigkeit

Mit Verantwortung und Nachhaltigkeit wirtschaften. Das ist ein klares Bekenntnis, dem AT&S auch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die konsequente Weiterführung der Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie und den damit verbundenen Aktivitäten Nachdruck verliehen hat.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit spiegelt sich in unserer Unternehmensmission klar wider:

  • Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck
  • Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt
  • Wir schaffen Werte

Wir schaffen Werte, die über eine reine betriebswirtschaftliche Betrachtung hinausgehen. Ausdruck der nachhaltigen Unternehmensführung bei AT&S sind unter anderem europäische Standards an allen Standorten, ambitionierte Key Performance Indicators für Ressourcenverbrauch und Emissionen und ein klares Bekenntnis als "Good Corporate Citizen".

Wirksame Nachhaltigkeitsstrategien konzentrieren sich bei AT&S auf jene Themenfelder, die im unmittelbaren Einflussbereich des Unternehmens stehen und sich im Nachhaltigkeitsdreieck von Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung bewegen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden in einem umfassenden Prozess alle wichtigen Anspruchsgruppen evaluiert und gemeinsam über eine Wesentlichkeitsanalyse die Kernthemen der AT&S Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt.

Mit Unterstützung einer Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Abteilungen und allen Standorten wurden im Rahmen einer umfassenden Wesentlichkeitsanalyse die für AT&S zentralen Aspekte von Nachhaltigkeit definiert. Durch die Befragung und Einbeziehung von Abteilungen wie Produktion, Sales, Human Resources, Investor Relations, Umwelt und Arbeitssicherheit, etc. konnte ein umfassendes Bild der unterschiedlichen Ansprüche und wesentlichen Aspekte, die das Unternehmen beeinflussen, generiert werden. Weitere Details zur Wesentlichkeitsanalyse können dem Nachhaltigkeitsbericht 2015/16, welcher im Juli 2016 erscheint, entnommen werden.

Aus der Wesentlichkeitsanalyse kristallisierten sich folgende Themenfelder als Schwerpunkt der AT&S Nachhaltigkeitsaktivitäten heraus:

ENERGIE UND CO2-FUSSABDRUCK In allen unseren Werken haben wir Prozesse etabliert, mit denen wir laufend energieeffizientere Verfahren sicherstellen. Die kontinuierliche, technologische Entwicklung in der Leiterplattenindustrie stellt dabei eine große Herausforderung für die Energieeffizienz dar: Neue Prozesse brauchen Zeit, um nach der Qualifikationsphase auf Energieeffizienz evaluiert und optimiert werden zu können.

Gegen Ende des Geschäftsjahrs 2014/15 wurde die Energiemanagement Norm ISO50001 für die beiden österreichischen Standorte eingeführt. In diesem Rahmen wurden im Geschäftsjahr 2015/16 Potenzialanalysen durchgeführt und ergaben ein Einsparungspotenzial von rund 7 GWh. Vergleichbare Effizienzanalysen sind für die asiatischen Standorte bereits in Planung und sollen im Geschäftsjahr 2016/17 durchgeführt werden.

Die Energieeffizienz spiegelt sich im errechneten CO2-Ausstoß wider, denn ein wesentlicher Teil des gesamten Ausstoßes basiert auf der Kenngröße "eingekaufter Strom". Im Vierjahresvergleich ist der CO2-Ausstoß der AT&S Gruppe umgerechnet auf kg CO2 je Quadratmeter produzierter Leiterplatte von 51 kg je m2 auf 50,7 kg zurückgegangen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es uns aber nicht gelungen, das angepeilte Ziel, den CO2-Ausstoß gegenüber dem Vorjahr um 5 % zu reduzieren, zu erreichen. Diese Entwicklung basiert auf zwei Faktoren: Aufgrund der hohen Außentemperaturen in den Sommermonaten des vergangenen Jahres war ein erhöhter Energiebedarf für die Prozess- und Gebäudekühlung zu verzeichnen. Dies hatte einen erhöhten CO2-Ausstoß zur Folge. Darüber hinaus erfordert die Herstellung immer komplexerer Leiterplatten mit zusätzlichen, funktionellen Anforderungen auch einen steigenden Energiebedarf pro produziertem m2 Leiterplatte. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, für das kommende Jahr weitere Verbesserungen zu implementieren.

WASSER Ein besonderes Augenmerk wurde im vergangenen Geschäftsjahr wiederum auf den Wasserverbrauch gelegt, da die Herstellung von Leiterplatten einen intensiven Wasserverbrauch bedingt. Daher haben wir, wie auch im Bereich Energie, Schwerpunkte gesetzt, um durch effektive Messsysteme wesentliche Verbraucher aufzuzeigen und daraus resultierend Optimierungen – sofern dies die Produktionsparameter zulassen – durchzuführen.

Durch kontinuierliche Verbesserungsprojekte konnten wir unseren weltweiten Wasserverbrauch deutlich reduzieren. Details dazu können dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht entnommen werden.

RESSOURCEN Materialkosten sind ein wesentlicher Teil der Herstellkosten einer Leiterplatte. Effizienzsteigerungen in diesem Bereich haben aber nicht nur ökonomische Auswirkungen. Vor allem reduzieren wir damit unnötige Abfälle und verbessern unsere Recyclingquoten.

AT&S ALS ORT DES LERNENS Wie bereits in den vergangenen Jahren ist eines unserer Hauptanliegen die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. Von einer soliden Ausbildung und entsprechender Erfahrung profitieren nicht nur unsere Mitarbeiter, die dadurch den Grundstein für ihre Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens legen, sondern auch die Qualität unserer Technologien, die Effizienz unserer Handlungen und die Beziehung zu unseren Kunden. Genaue Darstellungen zu den Maßnahmen und Angeboten, sowie Kennzahlen sind im Kapitel "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" beschrieben.

ZUKUNFT GESTALTEN DURCH VORDENKEN Die Zukunft antizipieren. Das ist die Basis für unsere Vision "First Choice for advanced applications". Obwohl wir speziell im asiatischen Umfeld einem starken Wettbewerb und generell einem kontinuierlichen Preisdruck ausgesetzt sind, machen wir keine Kompromisse, wenn es um die höchsten Standards in allen unseren Wirkungsbereichen geht. Sei es die Umsetzung der Arbeits- und Sicherheitsnorm OHSAS18001 an allen Standorten, die bereits abgeschlossen ist, oder um Umwelt- und Qualitätsstandards: Wir wollen an allen Standorten die Benchmark der Industrie und gleichzeitig einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller sein.

Im Bereich Arbeitssicherheit ist es uns gelungen, eine Verbesserung zum Vorjahr zu erzielen. Speziell in diesem Bereich halten wir die Aufmerksamkeit sehr hoch und arbeiten permanent an der Weiterentwicklung der bestehenden, umfassenden Sicherheitsmaßnahmen. Die Bewusstseinsbildung bei den Mitarbeitern spielt dabei eine große Rolle. Dazu wurde in unserem Standort Chongqing die Initiative "LIFE – Living in an Injury Free Environment" gestartet. "LIFE" stellt mit verschiedensten Maßnahmen sicher, dass das Thema Gesundheit und Sicherheit einen ständigen Begleiter im Arbeitsalltag bildet.

Aufgrund unserer globalen Präsenz haben ethische Grundwerte beim Thema Mitarbeiter und Partner einen sehr hohen Stellenwert. Entsprechend dem Verhaltenskodex der EICC, einer Organisation der Elektronikindustrie, stellen wir sicher, dass in allen unseren Werken über die gesetzlichen Vorschriften hinaus ein Arbeitsumfeld geschaffen wird, in dem der Mitarbeiter als Mensch zählt. Über eine jährlich wiederkehrende Selbstauskunft stellen wir diese Daten unseren Geschäftspartnern zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr haben wir unseren Ethik und Verhaltenskodex neu überarbeitet. Der Kodex wurde an die Anforderungen der EICC, dem Verhaltenskodex der Elektronikindustrievereinigung, angepasst. Damit spiegelt der Kodex die neusten Entwicklungen unserer Firmenethik wider. Wir stellen damit sicher, dass alle unsere Mitarbeiter in Hinblick auf unternehmenswichtige Themen wie Prävention von Diskriminierung, Antikorruption oder Umwelt und Arbeitssicherheit sensibilisiert sind und sich diesen Regeln und Erwartungen des Unternehmens gemäß verhalten. Jeder Mitarbeiter verpflichtet sich mit seiner Unterschrift dazu. Die Leitung der entsprechenden Standorte soll die Einhaltung kontinuierlich überprüfen.

6. Forschung und Entwicklung

  • 19,6 % des Konzern-Gesamtumsatzes resultiert aus technologisch innovativen Produkten, die weniger als 3 Jahre auf dem Markt sind (Innovation Revenue Rate)
  • Entwicklungsprojekt zur Herstellung von der ersten Generation von IC-Substraten erfolgreich abgeschlossen wesentliche und zukunftsweisende Innovation für AT&S
  • Vermehrter Einsatz von Industrie 4.0-Technologien und Prozessen in den Produktionsprozessen

Der Leitsatz aus der AT&S Mission: "Wir industrialisieren zukunftsweisende Technologien" wirkt. Die AT&S Gruppe erzielte rund 20 % des Umsatzes mit innovativen Produkten, die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. Diese Produkte sind Ergebnisse der konsequenten Unternehmens- und Innovationsstrategie, die den weiteren Ausbau der Technologieführerschaft zum Ziel hat. AT&S hat sich eine jährliche Innovation Revenue Rate (IRR) von mindestens 20 % zum Ziel gesetzt. Sie soll nicht nur wesentlich zur Generierung von Umsätzen beitragen, sondern auch Ausdruck des wesentlichen Unterscheidungsmerkmals zu den Wettbewerbern sein. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 29,2 %. Der Rückgang ist auf die Abreifung bestimmter Technologiegenerationen im Geschäftsjahr 2015/16 zurückzuführen.

Die Elektronikindustrie befindet sich derzeit in einem Umbruch. Dieser wurde ausgelöst durch die Verlangsamung der Entwicklungsgeschwindigkeit in der Prozessortechnologie (Moore's Law, das besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreisen innerhalb von 12 bis 24 Monaten immer verdoppelt, ist nicht mehr gültig). Das eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten für bestimmte Segmente der Elektronikzulieferkette: konkret für die Packaging-, Substrat- und Leiterplattenindustrie. Viele neue Funktionen und Eigenschaften können mit deutlich weniger Entwicklungsaufwand erzeugt werden, als dies zur Realisierung auf Chips notwendig wäre. Die Weiterentwicklung in unseren Geschäftsfeldern hat somit enorme Auswirkungen auf die gesamte Elektronikindustrie in den nächsten Jahren. AT&S antizipiert diese Trends, in dem die kurz- und langfristigen Entwicklungsschwerpunkte diesen Entwicklungen Rechnung tragen.

F&E-Schwerpunkte im abgelaufenen Geschäftsjahr

  • Flexibilisierung/Design: Integration von Elektronik auf engstem Raum und Verbindung von Elektronikmodulen
  • Miniaturisierung/Gewichtsreduktion: Geräte werden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger die Verbindungselektronik muss die Grundlage dafür schaffen
  • Modularisierung/Packages: Neue, hochintegrierte Module zur Erreichung kleinster Packungsdichte und höchster Leistungsfähigkeit bei einer vereinfachten Wertschöpfungskette
  • High Speed/Hohe Frequenzen: Kontaktlose Kommunikation von Menschen und Geräten mit großen Datenmengen und Radaranwendungen für selbstfahrende Autos und Arbeitsgeräte
  • Leistungselektronik/hohe Ströme: Energieeffiziente Mobilität führt zu Elektrifizierung der Mobilität mechanische Lösungen werden durch energiesparende elektronische Lösungen ersetzt
  • Herstellungsprozesse/Geschäftsmodelle: Nutzung von Daten zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen, Integration neuer und zusätzlicher Schritte in die Wertschöpfungskette und sparsamer Umgang mit Ressourcen in der Produktion

Die Kosten der AT&S Gruppe für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2015/16 auf EUR 95,5 Mio. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. im Verhältnis zum Umsatz) von 12,5 % gegenüber 8,7 % im Vorjahr. Der Wert des Geschäftsjahres 2015/16 war wie im Vorjahr geprägt durch die hohen Entwicklungskosten für die Substrat-Technologie. Bereinigt um dieses Sonderprojekt betrug die Forschungsquote 4,5 %, die dazugehörenden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen haben sich um EUR 6,3 Mio. bzw. 22,3 % auf EUR 34,4 Mio. erhöht (Vorjahr: EUR 28,2 Mio.). Diese Forschungsquote ist die Basis für die Absicherung der Position als Technologieführer für die kommenden Jahre.

Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Patente. Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2015/16 46 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 162 Patentfamilien, die in 212 erteilten Schutzrechten resultieren.

Die Effizienz in der Entwicklung wird dadurch sichergestellt, dass wir global mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten. Intern betreibt AT&S einen zweistufigen Innovationsprozess. In den Forschungseinrichtungen in Leoben werden die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozesse und Applikationen bis zu dem Punkt durchgeführt, an dem die prinzipielle Machbarkeit der Technologie demonstriert wird. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen, die für Technologieentwicklung und Implementierung an den globalen Standorten verantwortlich sind, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln, um sie anschließend in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

HIGHLIGHTS AUS DEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTEN Nach rund 17 Monaten umfangreicher Entwicklung und intensiver Arbeit konnte im Februar 2016 die Zertifizierung für die Serienproduktion der ersten Generation von IC-Substraten im Werk 1 in Chongqing erhalten werden. Dazu mussten alle Anlagen und hunderte Prozessschritte präzise definiert und Test-Substrate unter Serienproduktionsbedingungen produziert werden. Dieser Schritt bedeutet gleichzeitig den Start der Serienproduktion für die erste von vorerst zwei Produktionslinien. AT&S wird IC-Substrate, sogenannte Flip Chip Ball Grid Array Substrate, für den Einsatz in Mikroprozessoren herstellen. Damit ist AT&S der erste Hersteller von High-End-IC-Substraten in China.

Im Bereich High-End High Density Interconnects (HDI), dem aktuellen Kerngeschäft, setzte AT&S die Entwicklungsarbeiten für die nächste Leiterplatten-Generation, den sogenannten "substrat-ähnlichen Leiterplatten", fort. Die Entwicklung dieser Technologie wurde am Standort in Shanghai in Form einer Testlinie vorangetrieben und führt auch zu einer technologischen Weiterentwicklung des gesamten Standorts. Die Serienproduktion wird in einem weiteren Werk am Standort in Chongqing stattfinden. Der signifikante Technologiesprung, der mit den "substrat-ähnlichen Leiterplatten" einhergeht, wird in der zweiten Jahreshälfte 2016 eingeführt. Dieser ermöglicht eine gänzlich neue Produktgeneration in Hinblick auf Miniaturisierung und Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Produkte in unserem Kerngeschäft.

Der Trend hin zu höheren Strömen auf der Leiterplatte und die damit einhergehende Notwendigkeit eines integrierten Wärmemanagements in Leiterplatten und elektronischen Modulen setzt sich weiter fort und unterstreicht, dass die Entwicklungen von AT&S der vergangenen Jahre nun auf fruchtbaren Boden fallen. Der Treiber hinter diesem Trend ist die zunehmende Elektromobilität und der Zukunftstrend des autonomen Fahrens. Die neuen AT&S Lösungen für Leistungselektronik, die mit einem internationalen Netzwerk entwickelt wurden, stoßen auf großes Interesse bei den Kunden. International fand eine Packaging-Lösung von AT&S beispielsweise im Rahmen der "Little Box Challenge", die Google zur Entwicklung des kleinsten 2-kV-Leistungsinverters ausgeschrieben hat, Niederschlag. Durch die AT&S Entwicklung war es möglich, das Volumen um mehr als den Faktor 10 im Vergleich zu einem heute üblichen Inverter zu reduzieren.

AT&S setzt vermehrt auf den Einsatz von Industrie 4.0-Methoden in den Produktionsprozessen. Dabei werden Daten aus den Herstellungsprozessen zur Optimierung von Produkteigenschaften und der Effizienz des Prozessflusses herangezogen. In den letzten Jahren hat AT&S bereits in einigen Standorten ein "Manufacturing Execution System" (MES) eingeführt, das die Produktionssteuerung und -kontrolle mit Daten in Echtzeit erlaubt. Um dieses Thema noch weiter zu entwickeln und zusätzliche Anwendungen einzuführen, beteiligt sich AT&S an einem europäischen Konsortium bestehend aus 37 Partnern aus unterschiedlichen Positionen in der elektronischen Wertschöpfungskette. In den nächsten 3 Jahren werden hier über die bestehenden Grenzen der Wertschöpfungskette hinaus neue und abgestimmte Lösungen entwickelt, die an dieser Stelle aus Wettbewerbsgründen nicht angeführt werden.

7. Tochterunternehmen und Repräsentanzen

Die AT&S Gruppe unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

LEOBEN UND FEHRING Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zunehmend amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben konnte den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin erfolgreich fortsetzen. Trotz der hohen Auslastung am Standort Leoben konnte die Flexibilität zur Bedienung von kurzfristigen Anfragen aufrechterhalten werden. In Leoben erfolgt auch die Produktion für den Zukunftsmarkt Advanced Packaging. Die Auslastung des Werks in Fehring entwickelte sich im Berichtsjahr zufriedenstellend. Es wurden verstärkt Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nanjangud) im Bereich der Außenlagenfertigung von Multilayern genutzt. Durch diese Maßnahmen konnte der Rückgang im Bereich des ursprünglichen Kerngeschäfts (2-lagige Leiterplatten) kompensiert werden.

SHANGHAI Das Werk in Shanghai fertigt HDI-(High Density Interconnection-)Leiterplatten höchster Technologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Die Auslastung war im Geschäftsjahr 2015/16 sehr gut, und in mehreren Monaten wurde durchgängig an der maximalen Kapazitätsgrenze produziert. 2015/16 zeigte sich eine weiterhin hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten für die Automobilindustrie, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden. Der Trend zu immer feineren Leiterplattenzügen wird vom Standort proaktiv genutzt, um die technologische Spitzenposition auch in den nächsten Jahren sicherzustellen.

CHONGQING An diesem neuen Standort in China setzt AT&S mit der Produktion von IC-Substraten (Integrated Circuit Substrates) einen weiteren technologischen Meilenstein. Die Zertifizierung der ersten Produkte konnte im Februar 2016 erreicht werden, und die Serienproduktion wird hochgefahren. Im Geschäftsjahr 2016/17 soll auch die zweite Substratlinie in Betrieb gehen. Der Aufbau des zweiten Werks für substrat-ähnliche Leiterplatten verläuft planmäßig, die Installation der ersten Linie soll bis zur Mitte des Jahres abgeschlossen sein, der Start der Serienproduktion und erste Umsätze werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

ANSAN Die positive Entwicklung des Standorts in Korea konnte im Geschäftsjahr 2015/16 fortgesetzt werden. Neben der weiterhin sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer, konnten substanzielle Mengen für den Bereich Mobile Devices & Substrates gefertigt werden. Die von Dritten gehaltenen Minderheitenanteile wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erworben, und mit der Einführung von SAP hat sich dieser Standort auch organisatorisch weiterentwickelt.

NANJANGUD Sowohl die Umsätze als auch das Betriebsergebnis entwickelten sich aufgrund von Wechselkurseinflüssen rückläufig. Durch gezielte Maßnahmen konnten die Effizienz in der Fertigung (Materialverbrauch, Energieverbrauch und Instandhaltungskosten) verbessert werden. Die Auslastung des Werkes war durchgängig auf einem sehr hohen Niveau.

HONGKONG Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates und Sitz des gruppenweiten Einkaufs. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird. Rund 60,0 % des Konzernumsatzes wird über diese Gesellschaft abgewickelt.

Die Vertriebsbüros in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2015/16 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

8. Bedeutende Ereignisse nach Ende des Geschäftsjahres

Es wurden bis zum 9. Mai 2016 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2016 geführt hätten.

9. Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag per 31. März 2016 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft EUR 42.735.000 und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je EUR 1,10 pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der AT&S, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar:

Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien
6.902.380 17,77 % 17,77 %
Androsch Privatstiftung,
Schottengasse 10, A-1010 Wien
6.339.896 16,32 % 16,32 %

Zum Stichtag 31. März 2016 befanden sich rund 65,91 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der AT & S und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu EUR 21.367.500 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 150.000.000 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu EUR 21.367.500 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

In Bezug auf die Erhöhung des genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegeben Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

EIGENE AKTIEN In der 21. ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juli 2015 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben sowie einzuziehen. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 8. Juli 2020 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Anteile auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitarbeiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Zum 31. März 2016 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der AT & S AG und ihren Tochtergesellschaften.

Die AT & S AG hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

10. Chancen und Risikomanagement

GRUNDSÄTZE, STRUKTUREN UND PROZESSE Risiko- und Chancenmanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, betreibt AT&S, gemäß ÖCGK Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS), sowie eine am IIA Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Der Internal Auditor und der Group Risk Manager berichten dem Gesamtvorstand einmal monatlich in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen des zweimal jährlich stattfindenden Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen. Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2).

RM: Risikomanagement IKS: Internes Kontrollsystem BU: Business Unit Abb. 2: AT&S Risikolevel und Risikosteuerung

RISIKOMANAGEMENT IN 2015/16 Zusätzlich zur Erweiterung der AT&S Risikolandkarte und einer tieferen Verankerung des Risikomanagements an allen Standorten wurde im vergangenen Geschäftsjahr eine gruppenweit einheitliche quantitative Bewertungsmethode für alle Risiken und Chancen etabliert. Die konzernweit einheitliche Dokumentation im Rahmen des Internen Kontrollsystems ist durch die von AT&S entwickelten Risikomanagementsoftware für alle wesentlichen Prozesse und Standorte gewährleistet. Die ebenfalls bereits im vergangenen Geschäftsjahr erfolgte Weiterentwicklung dieser Software ermöglicht nun mit Anfang des Geschäftsjahres 2016/17 die Abwicklung und Dokumentation des gesamten Risikomanagementprozesses über diese Anwendung.

OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt geprägt. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und die erwartete Risikotendenz im kommenden Geschäftsjahr ist in Abb. 3 dargestellt und wird in Folge genauer erläutert.

Risikostrategie Wesentliche Risiken & Chancen Tendenz Risikominderung & Chancenrealisierung
STRATEGIE Verkaufspreisentwicklung
Kapazitätsauslastung
Technologische Entwicklung
Investitionen (Substrate & SLP)
• Konsequenter Fokus auf High-end Technologie & Zielapplikationen
· Zukünftige technologische und strategische Standortausrichtung
· Technologie-Entwicklungsprojekte & Technologie Roadmap
• Konsequentes Prodjektcontrolling, regelmäßige Strategieworkshops
MARKT Markt- und Segmententwicklung
Entwicklung Schlüsselkunden
Verkaufsstrategie und Umsetzung
• Ausbalancierte Segmentportfolios und Diversion des Kundenportfolios
• Neukundenakquisition & Anteilssteigerung bei bestehenden Kunden
• Konsequente Akquisition von definierten Zielapplikationen
BESCHAFFUNG Entwicklung Einkaufspreise
Single Source Risiko
Lieferkettenrisiko
• Beschaffungsstrategie (Verhandlung, Allokation, technische Änderungen)
• Single Source Strategie; Lieferanten Risikobewertung & Mulit-Sourching
• Lieferkettenoptimierung und regionale Diversifikation
UMFELD Katastrophen, Brandfall
Politisches Risiko
· Interne & externe Audits, Notfallübungen, Versicherung
- Business Continuity Management, Versicherung
OPERATIV Qualitätsperformance
Geistiges Eigentum
Technisches Projektmanagement
Betriebskosten
· Black Belt Programm, laufende Qualtätsverbesserungsmaßnahmen
• Kontinuierlicher Ausbau und Absicherung des IP Portfolios
Konsequentes technisches Profjektmanagement
• Kostensenkungsprogramme an allen Standorten
ORGANISATION Verlust von Schlüsselkräften · Mitarbeiterbindung, Stellvertreterregelung & Nachfolgeplanung
FINANZ Wechselkursrisiko
Finanzierung & Liquidität
Steuerrisiko
• Natürliches FX Hedging durch langfristige CF Planung
· Langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, Zinsswaps
• Kontinuierliche Compliance Überprüfung mit Steuergesetzgebungen

IP: Intelectual Property FX: Foreign Exchange CF: Cash-Flow

Abb. 3: AT&S Risikokategorien, wesentliche Einzelrisiken, Risikotendenz und Risikominderungsmaßnahmen

INVESTITIONEN Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, tätigt AT&S wesentliche Investitionen in neue sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien. Besondere Chancen, aber auch Risiken ergeben sich durch den Einstieg in das Substratgeschäft. Der Einstieg in dieses neue Geschäftssegment erfolgte auf Basis einer strategischen Partnerschaft mit einem weltweit führenden Halbleiterhersteller. Zusätzlich bietet der Standort Chongqing im Hinblick auf Produktionskosten Wettbewerbsvorteile gegenüber dem hauptsächlich japanisch dominierten Mitbewerb.

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderung in der Nachfrage und negative Preisentwicklungen können die Werthaltigkeit von Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann insbesondere den Einstieg in das Substratgeschäft, den Aufbau von Produktionskapazitäten für substrat-ähnliche Leiterplatten in Chongqing, aber auch generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen.

WETTBEWERB Durch den klaren Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle, konnte sich AT&S im Technologiesegment HDI einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einem Großteil der Mitbewerber erarbeiten. Durch diesen Fokus konnte AT&S dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie zum Beispiel für die Automotive-Industrie übertragen.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hoher Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industrie-Segment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Das Segment Advanced Packaging, eine Technologie, die von AT&S unter dem Markennamen ECP® zur Marktreife gebracht wurde, birgt ebenfalls großes Chancenpotenzial. Die bisher erfolgreiche Industrialisierung dieser Technologie wird weiter vorangetrieben.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte wie in Korea und China weniger wettbewerbsfähig sein könnten.

SCHLÜSSELKUNDEN AT&S hat es, insbesondere mit den Kapazitäten in Asien, durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Die Umsätze mit den größten fünf dieser Kunden tragen 56 % zum Konzern-Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt diese Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina durch diese Kunden. Daher sind sowohl der laufende Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die kontinuierliche Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produktsegmente von großer Bedeutung für eine schnelle Kompensation einer möglichen Reduktion der Absatzmengen einzelner wesentlicher Kunden.

MARKTENTWICKLUNG Ein sich abzeichnendes schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2016/17 könnte die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Ein weiterer möglicher wirtschaftlicher Aufschwung könnte jedoch auch gesteigerte Geschäftschancen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmente Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern.

EINKAUFSPREISE Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Zurzeit überwiegen hier positive Tendenzen, die durch gezielte Umsetzung der Beschaffungsstrategie noch verstärkt werden sollen.

SOURCING Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate, für den eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es daher alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

STANDORTRISIKEN Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie zum Beispiel Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls negativ beeinflussen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren hat der Konzern ein Business Continuity Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

COMPLIANCE Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. der Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine Zero-Tolerance Politik und erwartet eine 100 %ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeitern.

BETRUGSFÄLLE, DATENSICHERHEIT UND CYBERCRIME Die steigende Zahl von immer professionelleren Betrugsversuchen und "Cybercrime" wird auch von AT&S wahrgenommen. Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen im Geschäftsjahr 2015/16 weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und IT-Sicherheitsmaßnahmen.

QUALITÄTSPERFORMANCE Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Dies könnte in weiterer Folge zu Rückrufaktionen und dem Verlust von Kunden führen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitätswesen, um mangelnde Produktqualität und negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen. AT&S ist grundsätzlich im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen wesentliche Risiken abgesichert.

GEISTIGES EIGENTUM Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen, und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage zu versetzen diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen. Gerade der Einstieg in das neue Geschäftsfeld der IC-Substrate birgt diesbezügliche Risiken in sich, da AT&S entsprechendes Know-how in diesem Bereich weiter aufbauen muss.

TECHNOLOGIE- UND PROJEKTENTWICKLUNG Das Know-how der Gruppe in der Projekt- und Technologieentwicklung, speziell in China, ermöglicht die Nutzung von weiteren erfolgversprechenden Wachstumschancen, wie insbesondere der Kapazitätsauf- und ausbau für IC-Substrate und substrat-ähnliche Leiterplatten in Chongqing. Allerdings ergeben sich dadurch, auch angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing, spezifische Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektumsetzung könnten die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Mit der erfolgreichen Zertifizierung/Qualifizierung des Substratwerks in Chongqing liegt der Fokus im kommenden Geschäftsjahr beim Hochfahren der Serienproduktion und der kontinuierlichen Performanceverbesserung sowie der Qualifizierung weiterer Produktionslinien.

KOSTENKONTROLLE Strikte Kostenkontrolle an allen Standorten ist wesentlich zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit und Profitabilität der Gruppe. Kostensteigerungen wie zum Beispiel durch einen wesentlichen Anstieg der Lohnkosten, besonders an den Produktionsstandorten in China, könnten sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

MITARBEITER Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der AT&S Gruppe ist ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen Engineering, Verkauf und Administration zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter weiter auszubauen.

WECHSELKURSRISIKEN Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch langfristige Planung der Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen.

FINANZIERUNG UND LIQUIDITÄT Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury teilweise über entsprechende Finanzinstrumente.

STEUERRISIKO Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerris-ken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z.B. der BEPS-("Base Erosion and Profit Shifting"-) Richtlinien der OECD und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor.

11. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organization of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Nach Möglichkeit sind diese konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungsund Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Group Accounting und Group Controlling (Teilbereiche von Group Finance & Controlling) überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Group Controlling (Teilbereich von Group Finance & Controlling). Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

12. Ausblick

Die Effekte der Digitalisierung, der kontinuierlichen Vernetzung von Geräten (IoT) und die Verarbeitung großer Datenmengen erfordern eine permanente Leistungssteigerung elektronischer Geräte.

Diese steigende Durchdringung nahezu aller Anwendungen mit elektronischen Technologien führt zu einem weiteren Wachstum in der Elektronikindustrie. Die Verbindungstechnologien folgen diesen Trends sowohl in Volumen als auch in der technologischen Entwicklung. Durch die Kombination verschiedener bekannter und neuer Technologien entstehen innovative Lösungen, die die anspruchsvollen Anforderungen erfüllen können.

Es ist davon auszugehen, dass nach Abschwächung der Wachstumsraten im Bereich der Kommunikationsgeräte (Smartphones, Tablets) neue Impulse aus dem Bereich des "Internet of Things" für weiteres Wachstum sorgen werden. Diese Entwicklung zeigt gleichzeitig auf, dass davon auszugehen ist, dass es künftig nicht das eine "big thing" geben wird, sondern viele verbundene "smart things".

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich AT&S im kommenden Geschäftsjahr noch stärker als bisher darauf, neue Technologien rasch zu industrialisieren und in Kombination mit den bestehenden Technologien neue High-End-Verbindungslösungen für die Zukunft zu entwickeln. Die Werke in Chongqing sollen maßgeblich dazu beitragen. Daher liegen die Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2016/17 darauf, die erste Produktionslinie für IC-Substrate weiter auszulasten, die zweite Produktionslinie für IC-Substrate gegen Ende des Kalenderjahres 2016 zu starten und die erste Produktionslinie für substrat-ähnliche Leiterplatten in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 2016 hochzufahren. Im Kerngeschäft, High-End-Leiterplatten und Embedding-Technologie, wird AT&S kontinuierlich Investitionen in technologische Weiterentwicklungen an den bestehenden Standorten durchführen, um unsere führende Marktposition auszubauen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 rechnet die AT&S Gruppe vor dem Hintergrund einer abgeschwächten Wachstumsdynamik in Teilen der bestehenden Kundensegmente sowie im Rahmen eines verstärkten Wettbewerbs mit einer wieder stärkeren Saisonalität in bestimmten Geschäftsquartalen (vor allem 1. Quartal 2016/17 und 4. Quartal 2016/17) und einer weiterhin geringen Visibilität. Unter der Voraussetzung eines makroökonomisch stabilen Umfelds, einer Währungsrelation USD-EUR auf ähnlichem Niveau wie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 und einer stabilen Nachfrage im Kerngeschäft geht das Management für das kommende Geschäftsjahr von einem Umsatzwachstum von 10 – 12 % aus. Die EBITDA-Marge soll auf Basis der zu erwartenden Belastungen für das weitere Hochfahren in Chongqing bei 18 – 20 % liegen, die EBITDA-Marge im Kerngeschäft hingegen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Geschäftsjahr 2015/16. Die höheren Abschreibungen von zusätzlich rund EUR 40 Mio. p.a. für die neuen Werke in Chongqing werden das EBIT deutlich beeinflussen.

Leoben-Hinterberg, am 9. Mai 2016

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

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Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2016, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Jahresabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Jahresabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschaft relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2016 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben nach § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, den 9. Mai 2016

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH

gez.:

Mag. Jürgen Schauer Wirtschaftsprüfer

Eine von den gesetzlichen Vorschriften abweichende Offenlegung Veröffentlichung und Vervielfältigung im Sinne des § 281 Abs. 2 UGB in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form unter Beifügung unseres Bestätigungsvermerks ist nicht zulässig. Im Fall des bloßen Hinweises auf unsere Prüfung bedarf dies unserer vorherigen schriftlichen Zustimmung.

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Leoben-Hinterberg, am 9. Mai 2016

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h. Chief Executive Officer Chief Financial Officer Chief Operations Officer

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