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AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Annual Report Jul 15, 2010

736_10-k_2010-07-15_921ce8d9-50e2-4fb8-ae1b-76218ee45dbc.pdf

Annual Report

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Kennzahlen

IFRS
2009/10 2008/09 2007/08
vor Einmal nach Einmal vor Einmal nach Einmal
(Wenn nicht anders erwähnt, alle Finanzzahlen in EUR 1.000) effekten1) effekten1) effekten2) effekten2)
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Gesamterlöse 372.184 449.881 485.744
davon in Asien produziert 67,1 % 61,0 % 52,8 %
davon in Europa produziert 32,9 % 39,0 % 47,2 %
EBITDA 54.082 34.480 70.778 52.377 79.809
EBITDA-Marge 14,5 % 9,3 % 15,7 % 11,6 % 16,4 %
EBIT 10.971 (25.562) 26.582 (1.060) 42.115
EBIT-Marge 2,9 % (6,9 %) 5,9 % (0,2 %) 8,7 %
Konzernergebnis (1.084) (37.617) 24.755 (5.787) 41.290
ROS (0,3 %) (10,1 %) 5,5 % (1,3 %) 8,5 %
Anteiliges Konzernergebnis der Aktionäre der Gesellschaft (739) (37.271) 25.166 (5.376) 42.691
Cash Earnings 42.372 22.771 69.362 48.060 80.386
KONZERNBILANZ
Bilanzsumme 483.390 536.815 495.600
Eigenkapital 208.793 252.734 226.291
Den Aktionären der Gesellschaft zurechenbares Eigenkapital 208.304 252.240 225.761
Nettoverschuldung 147.985 174.379 139.900
Verschuldungsgrad 70,9 % 69,1 % 62,0 %
Nettoumlaufvermögen 71.906 99.424 82.657
Nettoumlaufvermögen/Gesamterlöse 19,3 % 22,1 % 17,0 %
KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG
Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) 47.003 38.733 61.828
Netto-Investitionen (Net CAPEX) 19.505 58.802 102.882
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Ultimo 5.875 5.610 6.417
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt 5.616 6.319 6.273
AKTIENKENNZAHLEN
Gewinn/Aktie (EUR) (0,03) (1,60) 1,08 (0,23) 1,83
Cash Earnings/Aktie (EUR) 1,82 0,98 2,97 2,06 3,44
Dividende/Aktie (EUR)3) 0,1 0,18 0,34
Dividendenrendite (zum Schlusskurs)3) 1,2 % 6,1 % 3,3 %
Marktkapitalisierung, Ultimo 192.411 68.802 239.989
Marktkapitalisierung/Eigenkapital 92,2 % 27,2 % 106,1 %
Anzahl der Aktien, gewichteter Durchschnitt (Stück) 23.322.588 23.322.588 23.384.651
FINANZKENNZAHLEN
Eigenkapitalrendite (ROE)4) (0,5 %) (16,3 %) 10,5 % (2,3 %) 19,1 %
ROCE 1,9 % (7,5 %) 5,5 % (1,7 %) 10,4 %
Eigenmittelquote 43,2 % 47,0 % 45,6 %

1) Die Einmaleffekte umfassen insbesondere die Restrukturierung des Standorts Leoben-Hinterberg.

2) Die Einmaleffekte umfassen insbesondere die Restrukturierung des Standorts Leoben-Hinterberg und Wertberichtigungen bei AT&S Korea.

3) Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung am 7. Juli 2010

4) Die Berechnung zielt auf das durchschnittliche Eigenkapital ab.

  • Größter Leiterplattenproduzent Europas
  • Größter Leiterplattenproduzent Indiens
  • Größtes HDI-Leiterplattenwerk in China
  • Seit 1999 klar stärker gewachsen als der Leiterplattenmarkt
  • Einzigartiges Kundenportfolio
  • Technologisch führend

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft Fabriksgasse 13 8700 Leoben Österreich

Highlights 2009/10 Highlights 2009/10

Restrukturierungen und Neuausrichtung des Standorts Leoben-Hinterberg erfolgreich AT&S verlagerte die gesamte Volumensproduktion vom österreichischen Standort Leoben-Hinterberg nach Asien. Dadurch mussten rund 200 Mitarbeiter abgebaut werden. Gleichzeitig wurde das österreichische Werk auf die Bedürfnisse der europäischen Kunden ausgerichtet – mit Erfolg: In einem sich halbierenden Markt konnte das AT&S Werk das europäische Geschäft mehr als verdoppeln.

AT&S – Technologieführer in der Leiterplattenindustrie Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte das Unternehmen eine Reihe vielversprechender

neuer Technologien auf den Markt bringen. Insbesondere bei der Integration von elektronischen Bauteilen in das Innere der Leiterplatte erzielte AT&S bemerkenswerte Erfolge. Auch für die kommenden Jahre ist die Entwicklungspipeline gut gefüllt.

Fokus auf High-End-Segment im Geschäftsfeld Mobile Devices

Im Bereich Mobile Devices (verantwortlich für rd. 60 % des Umsatzes) konzentriert sich AT&S auf das hochtechnologische Segment und verfolgt darin einen weiteren Wachs tumskurs. Für dieses Marktsegment werden sowohl beträchtliches Stückwachstum als auch weiterhin extrem schnelle technologi sche Entwicklungen erwartet. Die Aufstel lung der AT&S, die langjährige Erfahrung bei der Entwicklung und Industrialisierung innovativer und komplexer Technologien sowie die Möglichkeit, sich im hochtechno logischen Bereich besser von den Mitbewer bern differenzieren zu können, waren wesentliche Treiber für diese Entscheidung.

AT&S senkt Kostenbasis deutlich

Durch die Restrukturierung des Standorts Leoben-Hinterberg und weitere Kostensenkungsmaßnahmen wurde die Kostenbasis der AT&S Gruppe deutlich reduziert. Dadurch sowie mit intensivierten Vertriebsaktivitäten konnte nach einem verlustreichen 1. Quartal die Profitabilität des Unternehmens deutlich gesteigert werden. Schon im 2. Quartal waren ein klarer Aufwärtstrend und wieder positive Ergebnisse zu verzeichnen. Das zweite Halbjahr 2009/10 zählte zu den profitabelsten in der Unternehmensgeschichte.

Andreas Gerstenmayer übernimmt AT&S Führung von Harald Sommerer

Andreas Gerstenmayer, geboren am 18. Februar 1965, übernimmt mit 1. Februar 2010 die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der AT&S. Harald Sommerer entschied sich nach mehr als 12 Jahren bei AT&S, das Unternehmen zu verlassen.

Inhaltsverzeichnis

AT&S im Überblick 6
Brief an unsere Aktionäre 10
Bericht des Aufsichtsrats 12
Unsere Mission und Strategien für zukünftigen Erfolg 14
AT&S – ein Global Player 15
Umfassendes Produktportfolio 16
Sales & Marketing: Erfolgreiche Kunden, erfolgreiche AT&S 18
Führende Forschung & Entwicklung (F&E) 20
Top-Leistungen im Supply Chain Management & Einkauf 22
Mitarbeiter machen den Unterschied 24
Nachhaltiges Wirtschaften im Sinne unserer Stakeholder 26
Marktumfeld – von Krise zu Boom 28
Preisgekrönte Investor Relations 30
Solide Finanzierung 32
Geschäftsverlauf 34
Ausblick in Richtung Wachstum 37
Corporate-Governance-Bericht 38
Konzernabschluss zum 31. März 2010 50
Konzernlagebericht 2009/10 103
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 111
Bestätigungsvermerk 112
Glossar 113
Impressum/Kontakt 115

AT&S im Überblick

AT&S ist der größte Leiterplattenhersteller in Europa und Indien. In China betreibt der Konzern das größte HDI-Leiterplattenwerk des Landes. AT&S ist der mit Abstand größte Leiterplattenproduzent Europas und Indiens und zählt auch weltweit zu den wichtigsten Unternehmen der Branche. Die AT&S Gruppe beschäftigt mehr als 5500 Mitarbeiter; Sitz des 1987 gegründeten Unternehmens ist Leoben, Österreich. Nach einem Management-Buy-out im Jahr 1994 erfolgte im Jahr 1999 der Börsegang. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. April bis 31. März.

Die Leiterplatte

Eine Leiterplatte ist das "Nervenzentrum" vieler elektronischer Geräte, dient sie doch zur Verbindung aktiver und passiver Bauteile. Je nach technologischen und wirtschaftlichen Anforderungen werden verschiedene Leiterplattenvarianten angeboten: einseitige, doppelseitige, mehrlagige, HDI (High Density Interconnection; eine mehrlagige Leiterplatte mit extrem feinen Strukturen), flexible, starrflexible und semiflexible.

Leiterplatten haben in den letzten Jahren eine rasante technologische Entwicklung erfahren. Am Beispiel der Mobiltelefone kann man dies erahnen: Vor rund zehn Jahren waren diese im Schnitt doppelt so groß und nur zum Telefonieren vorgesehen. Heute handelt es sich um Multimediageräte mit GPS, Kamera, Fernsehen usw. Der Trend zur Miniaturisierung und zu komplexeren Bauteilen charakterisiert die technologischen Herausforderungen für Leiterplattenproduzenten.

AT&S in der Wertschöpfungskette

Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die Produktion von Leiterplatten. Diese werden nach den Kundenspezifikationen maßgeschneidert hergestellt. Um einerseits den Kunden ein umfangreicheres Leistungsspektrum anzubieten und andererseits die eigene Marktposition zu stärken, bietet AT&S auch Designleistungen an. Mit der derzeit in Entwicklung befindlichen Embedding-Technologie wird AT&S in Zukunft auch Bestückungs- und Chip-Packaging-Dienstleistungen anbieten können.

Der Leiterplattenmarkt

Weltweit wurden im Jahr 2009 rund USD 41 Mrd. mit Leiterplatten umgesetzt. Rund 60 % davon in Asien, 17 % in Japan, 14 % in Amerika und 9 % in Europa. Es wird erwartet, dass der Gesamtmarkt bis 2014 ein Volumen von USD 53 Mrd. erreichen wird. Wachstumsmotor wird eindeutig der asiatische Raum sein, während die Nachfrage in Europa, Japan und den USA nur leicht zulegen wird.

AT&S und der Wettbewerb

Der Leiterplattenmarkt ist äußerst fragmentiert. Weltweit gibt es rund 2000 Hersteller, in Europa rund 290. Im Jahr 1997 war AT&S noch der drittgrößte Produzent in Europa, im Jahr 2000 schon auf Position eins. Diese Stellung wurde weiter ausgebaut, sodass das Unternehmen mittlerweile größer ist als die nächsten vier Mitbewerber zusammen. Seit Jahren ist eine stetige Marktkonsolidierung bemerkbar. Diese beschleunigte sich durch die Wirtschaftskrise, die gut positionierte Unternehmen wie AT&S begünstigte.

AT&S erkannte früh, dass die Massenproduktion von Europa und Amerika nach Asien abwandern würde. Daher akquirierte das Unternehmen im Jahr 1999 den größten indischen Leiterplattenproduzenten und erweiterte in den Folgejahren die Kapazitäten signifikant. Um den wachsenden Kundenbedarf zu befriedigen, wird hier derzeit ein zweites Werk angrenzend an das bestehende errichtet, sodass die führende Position in Indien weiter ausgebaut wird. Im Jahr 2002 wurde der erste Bauabschnitt des neuen Standorts in Shanghai, China, in Betrieb genommen. Seitdem wurde schrittweise, den Kundenbedarfen angepasst, erweitert. Mittlerweile ist das Werk Shanghai nicht nur das größte der AT&S Gruppe, sondern überhaupt das größte auf HDI-Technologie spezialisierte Werk Chinas. In diesem Segment zählt AT&S zu den größten Produzenten weltweit, wobei die wichtigsten Wettbewerber allesamt in Asien (Japan, Taiwan) beheimatet sind.

Die Positionierung der AT&S

AT&S hat drei Standorte in Österreich (Leoben, Fehring, Klagenfurt) und drei in Asien (Shanghai/ China, Nanjangud/Indien, Ansan/Korea). Jedes Werk ist technologisch spezialisiert.

Die österreichischen Werke fokussieren auf den europäischen Markt. Dieser ist im Wesentlichen durch schnelle Produktion und Lieferzeiten, Spezialanwendungen sowie eine hohe Bedeutung der Nähe zum Kunden gekennzeichnet. Auch das Werk in Indien fokussiert mit mittleren Seriengrößen von doppelseitigen und mehrlagigen Leiterplatten auf den europäischen Markt. Das im Jahr 2006 akquirierte Werk in Korea fertigt flexible Leiterplatten für den europäischen Markt, aber auch für Kunden des Geschäftsfelds Mobile Devices. Das größte Werk der AT&S Gruppe in Shanghai ist auf Großserien mit HDI-Technologie, die in Mobile Devices, verstärkt aber auch im Automobil- und Computingbereich zur Anwendung kommt, spezialisiert. Die Forschungseinheiten in Leoben-Hinterberg und Shanghai sind wesentliche Technologietreiber innerhalb der AT&S Gruppe.

Unterscheidungsmerkmale der AT&S aus Sicht der Kunden

Neben der technologischen Stärke der AT&S schätzen europäische und globale Kunden in der Regel unterschiedliche Aspekte der AT&S.

Für europäische Kunden zählen die

  • Position des Marktführers,
  • preiswerten Produktionskapazitäten in Asien,
  • Nähe zu den Kunden,
  • finanzielle Stabilität und
  • hohe Qualität.

Globale Kunden honorieren die

  • langjährige Erfahrung mit der HDI-Technologie,
  • umfangreichen HDI-Produktionskapazitäten,
  • langjährigen Kundenreferenzen mit großen, global agierenden Unternehmen sowie
  • hohen Standards unseres Werks in Shanghai.

Die Geschäftsfelder der AT&S

AT&S verfügt im Leiterplattengeschäft über drei Geschäftsfelder: Mobile Devices, Automotive und Industrial. Mit 60 % Umsatzanteil ist der Bereich Mobile Devices (Leiterplatten für Mobiltelefone, Digitalkameras, mobile Music Player, usw.) am bedeutendsten. AT&S beliefert 8 der 10 größten Hersteller von Mobiltelefonen und nimmt somit eine einzigartige Position in diesem Geschäftsfeld ein. Automotive erwirtschaftet 11 % des Gesamtumsatzes, wobei alle großen Zulieferer der europäischen Automobilindustrie zu den Kunden der AT&S gehören. Der Bereich Industrial mit einem Umsatzanteil von rund 28 % ist auf den europäischen Markt ausgerichtet und bedient die Bedürfnisse von mehr als 500 Kunden.

Umsatzverteilung nach Geschäftsfeldern

Technologische Führerschaft

AT&S ist technologisch einer der führenden Spieler am Leiterplattenmarkt. Ein Grund dafür sind hervorragende Leistungen im Bereich Forschung & Entwicklung. AT&S arbeitet in Netzwerken aus Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen an immer neuen innovativen Techniken. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen profunde langjährige Erfahrung im Bereich der industriellen Großserienfertigung. Nur so konnte sich AT&S als Partner der größten und bekanntesten Hersteller von Elektronikgeräten etablieren.

Eigenarten des Geschäfts

Der Bereich Mobile Devices und – aufgrund dessen hohen Umsatzanteils – auch das Gesamtgeschäft der AT&S unterliegen einer Saisonalität: Das erste und vierte Quartal des Geschäftsjahres sind in der Regel von niedrigerer Auslastung gekennzeichnet, während das zweite und dritte Quartal in der Regel eine sehr gute Auslastung vorweisen. Eine geringere Auslastung bedeutet für das fixkostenintensive Geschäft der AT&S gleichzeitig Druck auf die Margen.

Währungsdifferenzen zwischen dem Zeitpunkt der Rechnungslegung und – je nachdem was früher eintritt – deren Bezahlung oder Bewertung zum Quartalsultimo können zu einem Sonstigen betrieblichen Ergebnis führen, das in das Betriebs-

AT&S ist technologisch einer der führenden Spieler am Leiterplattenmarkt. Ein Grund dafür sind hervorragende Leistungen im Bereich Forschung & Entwicklung. 60 %

Strategisches Ziel ist es, weltweit leistungsstärkster Anbieter von Verbindungslösungen zu werden. ergebnis einfließt. Wechselkursveränderungen wirken sich auch, verlängernd oder verkürzend, auf die Bilanz aus. Da ein großer Teil der Aktiva der AT&S in Asien angesiedelt ist, können Veränderungen der relevanten Wechselkurse deutliche Auswirkungen auf das Eigenkapital haben.

Umsatz produziert in Europa / Asien über die letzten Jahre

Strategie

Strategisches Ziel der AT&S ist es, weltweit leistungsstärkster Anbieter von Verbindungslösungen zu werden. Leistungsstärke bedeutet in diesem Zusammenhang Qualität, Zuverlässigkeit, Effizienz und Service.

Die Strategie der AT&S ist auf Innovation sowie organisches, profitables und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Dabei strebt das Unternehmen eine klare Führerschaft in den Zielmärkten an.

AT&S und die Aktie

Der Börsegang fand im Juli 1999 am Neuen Markt in Frankfurt statt. Nach Platzen der Dotcom-Blase wurde der TecDAX ins Leben gerufen, dem AT&S ebenfalls angehörte. Nachdem das Unternehmen im Frühjahr 2008 aus dem TecDAX fiel, entschloss man sich, an die Heimbörse nach Wien zu wechseln. Hier notiert die Aktie seit 20. Mai 2008 im Börsesegment Prime Market.

50,8 % der Aktien befinden sich in Streubesitz, 10,0 % werden von AT&S selbst gehalten. 21,5 % befinden sich in der Androsch Privatstiftung, 17,7 % in der Dörflinger Privatstiftung. Die Herren Hannes Androsch und Willi Dörflinger waren zwei von drei Persönlichkeiten, die den Managment-Buy-out im Jahr 1994 vornahmen.

Corporate Governance

AT&S bekennt sich als börsennotiertes Unternehmen ausdrücklich zu einer umfassenden Corporate Governance und verleiht dieser Haltung durch Übernahme des Österreichischen Corporate Governance Kodex Ausdruck.

Der Vorstand der AT&S setzt sich zusammen aus:

  • Andreas Gerstenmayer, seit Februar 2010 Vorstandsvorsitzender
  • Steen E. Hansen, seit April 2004 Finanzvorstand und seit Juni 2005 Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter
  • Heinz Moitzi, seit April 2005 Technikvorstand

Dr. Harald Sommerer, seit Juli 2005 Vorstandsvorsitzender, schied mit 31. Jänner 2010 aus dem Vorstand aus.

Der Aufsichtsrat besteht aus neun Personen, davon drei Arbeitnehmervertreter. Aufsichtsratsvorsitzender ist Hannes Androsch, sein Stellvertreter ist Willi Dörflinger.

Corporate Social Responsibility

Nachhaltig zu wirtschaften bedeutet für AT&S, die verfügbaren Ressourcen langfristig im Sinne ihrer Stakeholder bestmöglich einzusetzen. Ökologie, soziales Engagement und Ökonomie müssen dabei nicht im Widerspruch zueinander stehen. Ganz im Gegenteil, diese Faktoren sind Garanten für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens. AT&S kombiniert die Faktoren Qualität – Umwelt – Mensch in einem integrierten Managementsystem (IMS) und dokumentiert so die Relevanz und Gleichwertigkeit dieser Faktoren.

Der für alle Mitarbeiter weltweit gültige AT&S Ethik- und Verhaltenskodex regelt, wie AT&S ihre Geschäfte auf ethische und sozialverantwortliche Weise führt.

AUTOMOTIVE

9

Brief an unsere Aktionäre

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

AT&S blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2009/10 zurück. Die Einmalbelastungen in Zusammenhang mit der Restrukturierung des Standorts Leoben-Hinterberg sowie ein negatives operatives Ergebnis bescherten dem Unternehmen im ersten Quartal kräftige Verluste. Durch die Restrukturierung und weitere Kostensenkungsmaßnahmen konnte die Kostenbasis der AT&S deutlich gesenkt werden. Schon im zweiten Quartal wurden wieder positive Ergebnisse erwirtschaftet. Das dritte Quartal zählte überhaupt zu den profitabelsten in der Unternehmensgeschichte. Obwohl der Produktmix im vierten Quartal nicht optimal war, die Betriebsleistung im Werk in Shanghai in Folge des Chinese New Year niedriger war und die Rohstoff- und Energiekosten deutlich gestiegen waren, konnte auch in diesem Quartal eine gute EBIT-Marge erzielt werden.

Im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr fiel der Umsatz um 17,3 % auf EUR 372,2 Mio. Das Mobile Devices-Geschäft verzeichnete mit -23,0 % den kräftigsten Rückgang. Dafür war wesentlich die Verlagerung der Volumensproduktion von Leoben-Hinterberg nach Asien verantwortlich. Da in Österreich Maschinen (deren Verlagerung nicht wirtschaftlich war) stillgelegt, in Asien aber nicht im gleichen Umfang neu aufgebaut wurden, sanken die Kapazitäten der AT&S Gruppe für die Volumensproduktion und limitierten so das Umsatzpotenzial dieses Bereichs.

Die neue Ausrichtung des Werks Leoben-Hinterberg auf technologisch anspruchsvolle Klein- und Mittelserien, schwerpunktmäßig für den europäischen Markt, sowie Marktanteilsgewinne in Europa führten im Geschäftsfeld Industrial trotz eines wirtschaftlich schwierigen Umfelds zu einer stabilen Umsatzentwicklung. Auch der Automotive-Bereich litt unter der Wirtschaftskrise. Dennoch ermöglichte eine gute Vertriebsarbeit sowie das Fortschreiten der Marktbereinigung auch in diesem Geschäftsfeld eine stabile Umsatzentwicklung. Die projektabhängigen Umsätze im Servicegeschäft fielen durch die Beendigung einiger Aktivitäten um 72,6 % auf EUR 3,8 Mio.

Versöhnliche Ergebnisse aus dem ordentlichen Geschäftsbetrieb

Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2009/10 waren durch Einmalaufwendungen (im Zusammenhang mit Restrukturierungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen) in Höhe von EUR 36,5 Mio. belastet. Unsere ordentlichen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2009/10, also ohne Einmaleffekte, stellten sich wie folgt dar:

  • Betriebsergebnis: EUR 11,0 Mio., das entspricht einer EBIT-Marge von 2,9 %

EBITDA: EUR 54,1 Mio., was einer EBITDA-Marge von 14,5 % entspricht

  • Ergebnis vor Steuern: EUR 2,6 Mio.
  • Konzernergebnis: EUR -1,1 Mio.
  • Gewinn pro Aktie: EUR -0,03

Nach dem ersten Quartal, das uns ein EBIT von EUR -11,8 Mio., ein Ergebnis vor Steuern von EUR -14,9 Mio. und ein Konzernergebnis in Höhe von EUR -13,9 Mio. brachte (alle Werte exkl. Einmaleffekte), war nicht von einem positiven ordentlichen Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr auszugehen. Mit einer tollen Performance im zweiten Halbjahr 2009/10 – es zählte zu den stärksten in der Unternehmensgeschichte – konnten wir schließlich doch, sogar auf Ebene des Vorsteuerergebnisses, positiv abschließen.

Restrukturierung und Neuausrichtung des Standorts Leoben-Hinterberg

Schon in den vergangenen Jahren verzeichneten wir ein Abwandern von Volumensgeschäft von Europa nach Asien. Dieser Trend beschleunigte sich mit Einsetzen der Wirtschaftskrise rapide. Im November 2008 glaubten wir noch, dass eine Redimensionierung des Werks im Bereich der großvolumigen Fertigung ausreichen würde, um wieder rentabel produzieren zu können und dass Teile der Massenproduktion von HDI-Leiterplatten in Österreich gehalten werden können. Die verschärfte Weltwirtschaftslage führte aber bei Kunden zu einem verstärkten Fokus auf die erzielbaren Einkaufspreise. Durch den somit gestiegenen Preisdruck war bei den gegebenen Kosten die Volumensproduktion in Österreich nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Aus diesem Grund verlagerten wir die Volumensproduktion vom Standort Leoben-Hinterberg komplett nach Asien und richteten das bestehende Werk auf technologisch anspruchsvolle Klein- und Mittelserien, schwerpunktmäßig für den europäischen Markt, aus. Die Produktionskapazitäten – gemessen in produzierter Leiterplatten-Fläche – wurden mit diesem Schritt von ca. 130.000 m² auf 85.000 m² angepasst. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme und weiteren Effizienzsteigerungen in Österreich wurden auch die Personalkapazitäten der AT&S weiter den erwarteten zukünftigen Anforderungen angepasst und um rund 230 Mitarbeiter reduziert.

Fokus auf Kerngeschäft und Effizienzsteigerungen

Zusätzlich zu den Veränderungen am Standort Leoben-Hinterberg strafften wir in der gesamten AT&S Gruppe Prozesse und setzten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung. So verlagerten wir etwa den Logistik-Standort Nörvenich, Deutschland, nach Leoben-Hinterberg in den Bereich Logistics; Nörvenich bleibt aber als Design-, Service- und Vertriebsbüro weiter bestehen. Außerdem beendeten wir unsere Aktivitäten im Bereich Foundry Services aufgrund zu geringer Ertragsaussichten in Relation mit den damit verbundenen Risiken. Das im Juli 2005 erworbene indische Leiterplattendesignunternehmen ECAD sollte eigentlich das vorhandene Know-how hinsichtlich Lagenaufbau und Leiterzug-Layout frühzeitig bei den Kunden einfließen lassen. Dies ist jedoch nur unzureichend gelungen, und es wurden im Wesentlichen nur Design-Stunden verkauft, die genau so gut auch am Markt zugekauft werden können. Daher verkaufte AT&S am 4. Juni 2009 diese Gesellschaft, wobei die Transaktion finanziell nur unwesentliche Auswirkungen auf den Konzern hatte. Unser Designcenter in Nörvenich wird weiterhin zusammen mit unseren Kunden an innovativen Lösungen arbeiten.

Im Frühjahr 2010 wurde beschlossen, das Headquarter der AT&S nach Leoben-Hinterberg zu verlagern und den Bürostandort Wien mit Ende des Kalenderjahres 2010 zu schließen. Dadurch werden Verwaltungskosten weiter reduziert sowie Prozesse und Strukturen optimiert. Mit 31. März 2010 arbeiteten am Standort Wien rund 50 Personen.

Guidance

Im Geschäftsjahr 2010/11 werden wir in Summe rund EUR 80 Mio. in das zukünftige Wachstum der AT&S investieren. Herzstück sind dabei der weitere Kapazitätsausbau des auf die Volumensproduktion von HDI-Leiterplatten spezialisierten Werks in Shanghai (China), die Fertigstellung des zweiten Werks in Nanjangud (Indien) und die Entwicklung neuer Technologien und konkreter Anwendungen. Da rund zwei Drittel der geplanten Investitionen im ersten Halbjahr stattfinden werden, könnte der Verschuldungsgrad unterjährig bis auf 100 % steigen. Gegen Ende des Geschäftsjahres sollte der Wert – unter der Annahme stabiler Wechselkurse – wieder unter dem Zielwert von 80 % zu liegen kommen.

Wir gehen für das Geschäftsjahr 2010/11 von reger Kundennachfrage aus und erwarten uns einen Umsatz von rund EUR 435 Mio. Die EBIT-Marge sollte über 7 % betragen, wobei die Profitabilität im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres, also nach Hochfahren der neuen Kapazitäten in Asien, deutlich höher sein sollte als zu Beginn des Wirtschaftsjahres. Zudem führte die generell starke Marktnachfrage nach Elektronikkomponenten zu Beginn des Jahres zu kräftig steigenden Material- und Energiekosten. Daher sehen auch wir uns gezwungen, die Verkaufspreise an das neue Kostenniveau anzupassen. Gleichzeitig liegt unser Augenmerk weiterhin auf der Steigerung der Effizienz unserer Prozesse und Strukturen.

Der effektive Steuersatz wird voraussichtlich rund 25 % betragen.

Unser Dank am Ende des Geschäftsjahres gilt wie immer allen Kunden und Lieferanten der AT&S, unseren Geschäftspartnern sowie den Partnerinstitutionen aus Forschung & Entwicklung für die gute Zusammenarbeit. Ein spezieller Dank gebührt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement. Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir für Ihr Vertrauen, auch in schwierigen Zeiten.

DI (FH) Andreas Gerstenmayer Vorstandsvorsitzender

Mit freundlichen Grüßen

Dkfm. Steen E. Hansen Finanzvorstand

Ing. Heinz Moitzi Technikvorstand

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat wurde während des Wirtschaftsjahres vom 1. April 2009 bis zum 31. März 2010 vom Vorstand schriftlich und mündlich über die Geschäftspolitik und die Geschäftsentwicklung unterrichtet und befasste sich intensiv mit den Unternehmensbelangen.

Im Geschäftsjahr 2009/10 tagte der Aufsichtsrat viermal unter Teilnahme des Vorstands. In diesen

Sitzungen berieten der Vorstand und der Aufsichtsrat ausführlich über die wirtschaftliche Lage der AT&S Gruppe. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen anhand eines ausführlichen Berichts über die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, die Personalsituation und die Investitionsvorhaben. Weiters wurden strategische Projekte, die langfristige Strategie, neue gesetzliche Anforderungen, insbesondere das Aktienrechtsänderungsgesetz 2009, Maßnahmen zum Umgang mit der Wirtschaftskrise sowie strukturelle und personelle Änderungen diskutiert und beschlossen. Der Vorstand und der Aufsichtsratsvorsitzende standen auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in laufender Diskussion zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens und dessen Geschäftsentwicklung.

Bei der Hälfte der Sitzungen waren alle Mitglieder des Aufsichtsrats anwesend, Dr. Schwarzbichler sowie Dkfm. Fink blieben je einer Sitzung entschuldigt fern. Ab der Sitzung vom 10. Juni 2009 ersetzte Günther Wölfler Herrn Markus Schumy als vom Betriebsrat entsandtes Aufsichtsratsmitglied.

In den vom Aufsichtsrat eingerichteten Ausschüssen wurden einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet. Der Prüfungsausschuss tagte im abgelaufenen Geschäftsjahr zweimal. Die erste Sitzung stand unter dem Vorsitz von Dr. Erich Schwarzbichler, der mit der Hauptversammlung am 2. Juli 2009 sein Mandat niederlegte. Ihm folgte Mag. Gerhard Pichler, der ohne Gegenstimme als neues Aufsichtsratsmitglied gewählt wurde. Der Aufsichtsrat betraute ihn in weiterer Folge mit dem Vorsitz des Prüfungsausschusses. Mag. Pichler war in dieser Funktion regelmäßig bei der Quartalsberichterstattung eingebunden und berichtete diesbezüglich an den Prüfungsausschuss.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entschloss sich Dr. Harald Sommerer, Vorstandsvorsitzender, sein mit 30. Juni 2010 auslaufendes Vorstandsmandat nicht zu verlängern. Der Nominierungsund Vergütungsausschuss trat ein Mal zusammen, um die, mit der Nachbesetzung von Dr. Harald Sommerer als scheidenden Vorstandsvorsitzenden zu tätigenden Maßnahmen, einzuleiten. In der Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2009 wurde DI (FH) Andreas Gerstenmayer mit 1. Februar 2010 für die Dauer von drei Jahren zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Dr. Sommerer verließ den Vorstand mit 31. Jänner 2010.

Weitere Ausführungen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich im Corporate-Governance-Bericht.

Der Jahresabschluss der AT&S AG und der Konzernabschluss zum 31. März 2010 wurden jeweils von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2009/10 stehen im Einklang mit dem Jahresabschluss und Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat billigt nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses und ausführlicher Erörterung und Prüfung den Jahresabschluss zum 31. März 2010, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist. Er erklärt sich außerdem nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses sowie eingehender Erörterung und Prüfung mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corporate-Governance-Bericht für einverstanden. Die Prüfungen des Aufsichtsrats haben keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an. Demnach soll der Bilanzgewinn zum 31. März 2010 in Höhe von EUR 14.143.889,47 derart verteilt werden, dass pro bezugsberechtigter Aktie eine Dividende in Höhe von EUR 0,10 ausbezahlt und der verbleibende Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorgetragen wird.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit und für ihr Engagement in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Für den Aufsichtsrat

Dr. Hannes Androsch Vorsitzender des Aufsichtsrats Leoben-Hinterberg, 8. Juni 2010

INDUSTRIAL

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Unsere Mission und Strategien für zukünftigen Erfolg

Die Strategie der AT&S Gruppe ist auf Innovation sowie organisches, profitables und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet.

AT&S Mission

Erfolg für unsere Kunden, denn diese tragen grundlegend zu unserem eigenen Erfolg bei.

Strategisches Ziel

Das strategische Ziel der AT&S ist, weltweit leistungsstärkster Anbieter von Verbindungstechnologien zu werden. Leistungsstärke bedeutet in diesem Zusammenhang

  • Qualität,
  • Zuverlässigkeit,
  • Effizienz und
  • Service.

Strategie

Die Strategie der AT&S Gruppe ist auf Innovation sowie organisches, profitables und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Dabei streben wir eine klare Führerschaft in unseren Zielmärkten an. Durch die konsequente Verfolgung und aktive Gestaltung von technologischen Trends werden darüber hinaus zusätzliche Marktpotenziale eröffnet.

Für die Geschäftsfelder der AT&S bedeutet das im Detail:

Automotive

AT&S vereint Kompetenzen sowohl im Bereich der HDI-Leiterplatten als auch in der Fertigung für die Automobilbranche. Daher ist es unser logisches Ziel, an der wachsenden Nachfrage nach HDI-Leiterplatten zu partizipieren. Spezialtechnologien wie etwa im Bereich Wärmemanagement sollen weiter forciert werden. Zusätzliches Wachstum in Europa soll auch durch intensivere Vertriebsaktivitäten in Frankreich, UK und Italien sowie durch Ausnutzen der Schwächen der alt eingesessenen Mitbewerber generiert werden. Darüber hinaus gilt es, das heute primär europäische Geschäft auf ein globales Niveau zu heben.

Industrial

Im klassischen Industrial-Geschäft soll die Kundenbasis optimiert sowie die Umsätze und Marktanteile mit US-Kunden gesteigert werden. Im Computing-Geschäft wird sich AT&S zwar auf HDI-Leiterplatten konzentrieren, aber den Kunden im Sinne eines Universalanbieters auch durchkontaktierte Leiterplatten selektiv anbieten. Das Industriecomputer-Geschäft soll weiter ausgebaut werden. Im Medical-Bereich weitet AT&S das Leistungsspektrum konsequent auf alle Bereiche der Medizintechnik aus und ergänzt die Segmente Diagnose sowie bildgebende Verfahren durch Projekte im Therapie- und Gerätebereich.

Mobile Devices

In diesem Geschäftsfeld konzentrieren wir uns konsequent auf das High-End-Segment und positionieren uns für diese Kunden als Leiterplatten-Universalanbieter. Neben Mobiltelefonen (schwerpunktmäßig Smartphones) umfasst Mobile Devices auch einen steigenden Markt an weiteren Anwendungen wie etwa Spielkonsolen, Digitalkameras und tragbare Music Player. AT&S soll vom Wachstum dieses Bereichs profitieren. Um unsere Marktposition weiter zu stärken, gilt es, neue Technologien wie etwa die Integration von Bauteilen in das Innere der Leiterplatte zu forcieren.

Forschung & Entwicklung

Mit unserer Forschung & Entwicklung decken wir vor allem die Bereiche Material-, Prozess- und Applikationsentwicklung ab. Den generellen Trend zur weiteren Miniaturisierung und Funktionsintegration beantworten wir etwa mit unserer ECP® Technologie (Embedded Component Packaging) und weiteren Lösungen wie z.B. der von uns entwickelten 2.5DTM Technologie.

Ein weiteres Entwicklungsprojekt ist NucleuS®. Mit dieser Technologie ist es serientauglich gelungen, Leiterplatten unter optimaler Ausnutzung des Produktionsformats separat (als Einzelkarte) zu produzieren und erst vor Auslieferung an Bestückungsunternehmen in Rahmen zu verbinden. Das ermöglicht Kosten- und Effizienzsteigerungen.

Strategien für zukünftigen Erfolg AT&S – ein Global Player

Vertriebsbüros
Australien
China
Hongkong
Indien
Kalifornien/USA
Malaysia
Spanien
Südkorea
0 %
Automotive
Industrial Mobile Devices
38 %
38 %
62 %
62 %
Automotive
Automotive
Automotive
Standort Klagenfurt
Erworben:
Beteiligung:
Produktion:
Zielregion:
Zertifizierungen:
Industrial
Industrial
Industrial
0 %
Automotive
2003
77,3 %
einseitige Leiterplatten,
38 %
Wärmemanagement
Europa
ISO 9001:2008
ISO/TS 16949:2002
ISO 14001:2004
62 %
OHSAS 18001:2007
MobileDevices
Mobile Devices
Mobile Devices
Industrial
0 %
0 %
21 %
21 %
79 %
79 %
Mobile Devices
Standort Ansan, Korea
Erworben:
Beteiligung:
Produktion:
Zielregion:
Zertifizierungen:
1 %
2006
0 %
98,8 %
flexible Leiterplatten
21 %
Korea, Europa
ISO 9001:2008
ISO/TS 16949:2002
ISO 14001:2004
79 %
OHSAS 18001:2007
37 %
37 %
63 %
63 %
Automotive
Automotive
Automotive
Standort Fehring
Gegründet:
Produktion:
Zielregion:
Zertifizierungen:
Industrial
Industrial
Industrial
Automotive
1974
doppelseitige, flexible und
starrflexible Leiterplatten
37 %
Europa
ISO 9001:2008
ISO/TS 16949:2002
ISO 14001:2004
OHSAS 18001:2007
63 %
Mobile Devices
Mobile Devices
MobileDevices
Industrial
40 %
40 %
59 %
59 %
1 %
1 %
Mobile Devices
Standort Nanjangud, Indien
Erworben:
Beteiligung:
Produktion:
Zielregion:
Zertifizierungen:
1999
100 %
doppelseitige und
40 %
mehrlagige Leiterplatten
Europa, Indien
ISO 9001:2008
ISO/TS 16949:2002
ISO 14001:2004
59 %
OHSAS 18001:2007
17 %
17 %
63 %
63 %
20 %
20 %
Automotive
Automotive
Automotive
Standort Leoben-Hinterberg
Gegründet:
Produktion:
Zielregion:
Zertifizierungen:
Industrial
Industrial
Industrial
1982
HDI, Spezialprodukte,
17 %
Prototypen, schnelle Produktion
Europa
ISO 9001:2008
63 %
ISO/TS 16949:2002
ISO 14001:2004
OHSAS 18001:2007
20 %
MobileDevices
Mobile Devices
Mobile Devices
1 %
1 %
8 %
8 %
%
91 %
91 %
Standort Shanghai, China
Gegründet:
Produktion:
Zielregion:
Zertifizierungen:
2002
1 %
8 %
HDI-Massengeschäft
Global
ISO 9001:2008
ISO/TS 16949:2002
91 %
ISO 14001:2004
OHSAS 18001:2007

Deutschland Irland/UK Österreich Tschechien Frankreich Japan Singapur Ungarn

Österreichische Produktionsstandorte Asiatische Produktionsstandorte

15

Umfassendes Produktportfolio

AT&S verfügt über sechs technologisch spezialisierte Produktionsstandorte. So können wir unseren Kunden ein umfassendes Produktportfolio anbieten und effizient und mit höchster Qualität fertigen. Die technologischen und wirtschaftlichen Anforderungen bestimmen, welche Leiterplattenvariante zu wählen ist.

3 Einseitige Leiterplatten

Aus Phenolharz- oder Epoxidharz-Materialien für die Bestückung im Bereich der Industrie- und Automotive-Applikationen.

4 Doppelseitige durchkontaktierte Leiterplatten

Aus Epoxidharz- oder Spezialmaterialien für den Hochfrequenzbereich. Das Einsatzgebiet zieht sich durch alle Anwendungen und Industrien im Elektronikbereich.

3 IMS Insulated Metallic Substrate

Leiterplatten zur verbesserten Wärmeableitung von Bauteilen. Anwendungen in der LED-Technik im Bereich Automotive und Gebäudebeleuchtung.

4 Multilayer Leiterplatten bis zu 22 Lagen

Aus Standard-TG- bis Hoch-TG-Materialien und auch Spezialmaterialien für Hochfrequenz bzw. alle Anwendungen und Industrien im Elektronikbereich.

Semiflexible Leiterplatten

4 Auf Basis von dünnen Epoxidharz-Materialien für "Flex-to-Install"- Anwendungen. Zum einmaligen Biegen (Radius 5 mm) verwendbar. Hauptanwendungsgebiet in den Bereichen Automotive und Industrial.

3 HDI Microvia Leiterplatten*

Lasergebohrte Leiterplatten bis zu 5 Microvia-Aufbaulagen pro Leiterplattenseite oder durchgehend mit gestappelten Microvias über die gesamte Leiterplattendicke. Haupteinsatzgebiet im Bereich Handheld-Applikationen bis hin zu Consumer Electronics.

4 Flexible Leiterplatten

Für statische und dynamische Biege-Verdreh-Anwendungen. Das Anwendungsgebiet geht quer durch alle Industriebereiche bis hin zur Weltraumtechnik.

Embedded Components

Integration von passiven und aktiven elektronischen Bauelementen in die Leiterplatte, um Anwendungen noch kleiner realisieren zu können. Die Leiterplattendicken liegen im selben Bereich wie bei Standard-Leiterplatten.

4 Starrflexible Leiterplatten

Verbinden die Vorteile von starren und flexiblen Leiterplatten, um Kabel und Steckverbindung zu ersetzen. Dadurch wird die Zuverlässigkeit der Anwendungen erhöht und die Anzahl der Prozesse im Zusammenbau der Applikation reduziert.

* Aufschriften, Bilder und Symbole der RIM und BlackBerry Familien sind das exklusive Eigentum 17 und Schutzmarke von Research In Motion und werden mit deren Erlaubnis verwendet.

Sales & Marketing: Erfolgreiche Kunden, erfolgreiche AT&S

Mit Werken in Europa und Asien sowie einem Service- und Vertriebsnetzwerk, das sich über vier Kontinente erstreckt, ist AT&S global präsent und in der Lage, rasch und flexibel auf Kundenanforderungen zu reagieren.

Wir betrachten den Erfolg unserer Kunden als Schlüssel zu langfristigen und nachhaltigen Geschäftsbeziehungen. Deshalb steht kompromisslose Kundenorientierung bei allen Aktivitäten der AT&S an oberster Stelle. Denn durch die enge Kooperation mit unseren Kunden sowie Zusatzleistungen, die konkret auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind, können wir uns von unseren Mitbewerbern differenzieren. Ziel ist es, höchste Lieferperformance und Produktqualität zu garantieren sowie effizientes Service zu bieten.

AT&S als globaler Partner

Mit Werken in Europa und Asien sowie einem Service- und Vertriebsnetzwerk, das sich über vier Kontinente erstreckt, ist AT&S global präsent und in der Lage, rasch und flexibel auf Kundenanforderungen zu reagieren. Insgesamt beliefern wir derzeit mehr als 500 Kunden in den Geschäftsfeldern Automotive, Industrial und Mobile Devices.

Umsatzverteilung nach Geschäftsfeldern

Unsere Kunden sind – je nach Geschäftsfeld – sowohl kleine Entwicklungsgesellschaften als auch bekannte globale Konzerne.

Automotive

Mit ihrem breiten Produktportfolio zählt AT&S mittlerweile zu den größten Leiterplattenherstellern für den europäischen Automobilmarkt. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern kann AT&S durch

Fokussierung auf technologisch anspruchsvolle Produkte (wie Rigid-Flex-Lösungen, HDI-Produkte und Hochstromlösungen) profitabel produzieren.

Zu unseren Kunden zählen die wichtigsten europäischen Automobilzulieferer wie Continental oder Hella. Sie stellen enorm hohe Anforderungen an Liefertreue sowie Qualität der Leiterplatten und fordern strenge Zertifizierungen. Da als Folge der Wirtschaftskrise eine Reihe von Leiterplattenproduzenten für die Automobilindustrie Insolvenz anmelden mussten, legen unsere Kunden spezielles Augenmerk auf die Bonität ihrer Zulieferer. Die gesunde finanzielle Stellung der AT&S stärkt die Position als langfristiger und verlässlicher Partner.

Die in Automobilen verbaute Elektronik wird immer leistungsfähiger. Das bedeutet auch, dass die eingesetzten integrierten Schaltkreise immer komplexer werden, was wiederum die Komplexität der Leiterplatte erhöht. Mittlerweile sind Chips – auch in der Automobilindustrie – so klein und weisen derart viele Input/Output-Kanäle auf, dass sie eine HDI-Leiterplatte zur Verbindung mit anderen Bauteilen benötigen.

Während viele etablierte europäische Automobilzulieferer bis dato ausschließlich Standardleiterplatten produzieren und viele HDI-Produzenten nicht die notwendigen Automotive-Zertifizierungen besitzen, kann AT&S beides vorweisen: eine führende Position als Zulieferer der europäischen Automobilindustrie und als HDI-Produzent weltweit. Diesen Wettbewerbsvorteil gilt es in Zukunft zu nutzen, um zusätzliches Wachstum in diesem Geschäftsfeld zu erzielen.

Industrial

Das Geschäftsfeld Industrial umfasst u. a. Industrieelektronik, Mess- und Regeltechnik, Medizin, Computing, Luftfahrt sowie weiße und braune Ware. Die Hauptmärkte sind Europa (insbesondere

Deutschland, Österreich, Schweiz) und die USA. AT&S zählt auch im Industrial-Geschäft zu den größten Leiterplattenunternehmen Europas. Insgesamt werden rund 500 Kunden beliefert, von kleinen Entwicklungsgesellschaften bis hin zu globalen Großkonzernen.

Es sind in der Regel viele kleine Aufträge verschiedenster Technologien und Spezifikationen zu fertigen. Dabei gibt es oft schon im Entwicklungsstadium eine intensive Zusammenarbeit unserer Experten mit den Produktentwicklern der Kunden, um für sie die bestmögliche Lösung zu erarbeiten. Beim schnellen Geschäft gilt es, innerhalb kürzester Fristen zu produzieren und zu liefern. Das ist insbesondere für Produktentwicklungen von Bedeutung, wo Zeitverzögerungen aufgrund einer fehlenden Leiterplatte zu enormen Kosten führen würden.

Die österreichischen Werke der AT&S sind bestens auf diese Anforderungen ausgerichtet. Das Werk in Indien ist eine wesentliche Ergänzung im Fertigungsnetzwerk, um das Industrial-Geschäft mit mittelgroßen und preiswerten Stückzahlen an doppelseitigen und mehrlagigen Leiterplatten zu unterstützen. Wie im Automobilbereich werden nun auch die bei Notebooks eingesetzten Chips immer komplexer und leistungsfähiger. Daher produziert AT&S am Standort Shanghai auch vermehrt HDI-Leiterplatten für Laptops.

Mobile Devices

Dieses Geschäftsfeld umfasst Leiterplatten für Mobiltelefone, aber auch für Digitalkameras, portable Music und Video Player, Spielkonsolen usw. AT&S beliefert hier große, weltweit tätige Konzerne.

So zählen etwa 8 der 10 größten Hersteller von Mobiltelefonen zu unseren Kunden. Obwohl in der Regel jeweils mehrere Leiterplattenlieferanten diese Konzerne beliefern, ist die Breite des Kundenportfolios der AT&S einzigartig. Wir legen unser Augenmerk auf den rasch wachsenden Smartphone-Markt, in dem hochlagige komplexe HDI-Leiterplatten benötigt werden. Diese mit hoher Ausbeute und Qualität zu produzieren ist eines der wesentlichen Differenzierungsmerkmale gegenüber unseren Mitbewerbern.

Das Segment Mobile Devices unterliegt einer Saisonalität: Das erste und vierte Quartal des Geschäftsjahres sind in der Regel von niedrigerer Auslastung und schlechterem Produktmix gekennzeichnet, während das zweite und dritte Quartal in der Regel eine sehr gute Auslastung vorweisen. Der hohe Anteil dieses Geschäftsfelds am Gesamtumsatz der AT&S bedeutet, dass dieser ebenfalls saisonalen Schwankungen unterliegt.

Saisonalität im Geschäftsfeld Mobile Devices

AT&S ist als Technologiepartner in den Bereichen Automotive, Industrial und Mobile Devices hervorragend etabliert. Zusätzliche Serviceleistungen runden das breite Produktportfolio ab.

Die Endprodukte, in die AT&S Leiterplatten Eingang finden, zeigen über die letzten Jahre einen klaren Trend in Richtung Miniaturisierung und Steigerung der Leistungsfähigkeit. Folglich nahmen auch die technologischen Anforderungen an die verwendeten Leiterplatten und somit auch der Kapazitätsbedarf pro Leiterplatte stetig zu. Darüber hinaus stieg im Zeitraum 2000 bis 2008 die Anzahl der verkauften Mobiltelefone im Schnitt um 24 % pro Jahr, sodass weltweit mehr als 4 Mrd. Geräte im Einsatz waren. Im Jahr 2009 sank die Zahl der verkauften Mobiltelefone zwar um rund 7 %, das Segment der Smartphones konnte aber mit gut 19 % ein kräftiges Wachstum verzeichnen. Aus diesem Grund errichtet AT&S weitere Kapazitäten in Shanghai, um eine preislich konkurrenzfähige Massenproduktion komplexester Leiterplatten (HDI-Technologie) in ausreichendem Umfang anbieten zu können. Die hohe und beständige Qualität unserer Produktion ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dazu übernehmen wir die globale Logistik mit Leistungen wie Versand und Lagermanagement für unsere Kunden.

Das Geschäftsfeld Mobile Devices ist sicherlich eines der technologisch herausforderndsten und innovativsten. Unsere Forschung & Entwicklung arbeitet intensiv an neuartigen Konzepten, die die führende Position der AT&S untermauern werden.

Führende Forschung & Entwicklung (F&E)

Die permanente Weiterentwicklung der angewandten Technologien hat AT&S im High-End-Bereich zu einem der weltweit führenden Leiterplattenanbieter gemacht. AT&S hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1987 zum größten Leiterplattenhersteller in Europa und Indien entwickelt. Im Hochtechnologiesegment der HDI-Microvia-Leiterplatten zählen wir weltweit zu den führenden Anbietern und bauen diese Position ständig aus.

Ein Grund für diesen Erfolg ist sicherlich die permanente Weiterentwicklung der angewendeten Technologien. So konnten wir uns die Position eines Technologieführers im Bereich der High-End-Leiterplattenfertigung erarbeiten. Darüber hinaus wird auch in Richtung neuer Kundensegmente geforscht. Für angewandte Forschung und Technologieevaluierung wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 6 % des Umsatzes investiert. Ziel muss es in Zukunft sein, sich weiter vom Mitbewerb zu differenzieren. Die Wichtigkeit der unternehmensinternen Technologieentwicklung wird auch dadurch unterstrichen, dass im vergangenen, wirtschaftlich schwierigen Jahr mehr für Forschung & Entwicklung aufgewandt wurde als je zuvor.

Organisation der F&E

AT&S verfügt über einen zweistufigen Innovationsprozess: In unserem technologischen Headquarter in Leoben-Hinterberg erfolgen die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozesse und Applikationen. In Shanghai wird die HDI-Technologie systematisch weiterentwickelt und optimiert.

Forschungsnetzwerk

Die F&E Aktivitäten der AT&S erfolgen oft unter Einbeziehung zahlreicher externer Partner. In der Regel teilen uns Kunden ihre Anforderungen und Ideen für zukünftige Produkte mit. Aber auch wir leiten aus zukünftigen Applikationen neue Techniken ab, wie etwa die Integration von Bauteilen in das Innere der Leiterplatte. Je nach Bedarf werden zusätzlich zu den eigenen Ressourcen auch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen oder Lieferanten eingegangen. Dieses professionelle Netzwerk bietet uns die Möglichkeit, komplexeste Herausforderungen äußerst effizient zu meistern.

F&E Themen

und ausgewählte Forschungsprojekte

Unsere Aktivitäten können in vier Projektpaketen zusammengefasst werden:

High-End-HDI

AT&S verfolgt eine Reihe von Ansätzen zur Weiterentwicklung des Hochtechnologiesegments der HDI-Leiterplatten. Zur weiteren Miniaturisierung wird dabei spezielles Augenmerk auf feinere Leiterzugsgeometrien gelegt. Parallel dazu läuft die Entwicklung neuer Produktionsprozesse, die zum einen die Herstellung der neuen Produkte ermöglichen und zum anderen bestehende Prozesse durch preisgünstigere Alternativen ersetzen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten zum Beispiel die ersten Produkte mit der innovativen NucleuS® Produktionstechnologie, die dem Kunden ein gänzlich neues, fertigungsoptimiertes Design zur Verfügung stellt, erfolgreich hergestellt werden.

Made in Austria

Dies umfasst eine Vielzahl von Projekten zur Entwicklung und Einführung neuer Produktionstechnologien, um die Leiterplattenfertigung flexibler und effektiver zu gestalten. Ziel ist es auch, für die österreichischen Werke kleinere Volumina oder komplexere Produkte einfach und wettbewerbsfähig produzieren zu können.

Forschungsprojekt 2.5DTM Technologie

Diese Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass sie strukturelle Ausnehmungen (Kavitäten) in und auf der Leiterplatte ermöglicht. So können Elektronikkomponenten "tiefer gelegt" werden, wodurch die Leiterplatte insgesamt dünner wird. Außerdem lassen sich neben Kavitäten auch starrflexible Leiterplatten für "Flexto-Install" verwirklichen.

Aufgrund von massiven Prozessvereinfachungen stellt die 2.5DTM Technologie eine kostengünstige, flexible und qualitativ hochwertige Lösung für verschiedenste Anforderungen dar.

Forschungsprojekt Thermal Management

Im Bereich der Hochleistungselektronik wird es zunehmend notwendig, thermische Energie aus der Leiterplatte auch über die Leiterplatte abzuführen. Leistungsstarke Bauteile erzeugen Wärme, diese reduziert deutlich die Performance und Lebensdauer sowohl des Bauteils selbst als auch anderer Komponenten. Für die Leiterplatte ergibt sich die Anforderung, Wärmeleistung im Bereich von mehreren hundert Watt abzuführen.

Forschungsprojekt Ink-Jet-Druck

Das Verfahren ist im Unterschied zum derzeit im Hochtechnologiesegment standardmäßig verwendeten Siebdruck hochflexibel und für kleinere Losgrößen mit unterschiedlichen Designs einfach und günstig adaptierbar. Zusätzlich können mit dieser Technologie relativ einfach funktionelle Schichten aufgebracht werden.

ECP® Technologie

Bei der Embedded Component Packaging Technology geht es darum, aktive und passive elektronische Bauteile (z. B. Widerstände, Kondensatoren, Chips) in das Innere einer Leiterplatte einzubetten. Dabei werden die Arbeitsschritte Leiterplattenproduktion und -bestückung der derzeitigen Wertschöpfungskette zusammengezogen. Dies hat neben Kosteneinsparungen zum Vorteil, dass einerseits Platz auf der Leiterplattenoberfläche gewonnen und andererseits die Zuverlässigkeit durch die Direkteinbettung massiv erhöht wird.

Forschungsprojekt Hermes

Hervorzuheben ist das von AT&S geleitete und von der EU geförderte Hermes-Projekt. Zusammen mit zehn weiteren prominenten Unternehmen aus verschiedensten Stufen der Wertschöpfungskette wird an einem Industriestandard für die serientaugliche Einbettung von Chips in das Leiterplatteninnere gearbeitet.

Photovoltaik

In diesem Projektpaket werden Synergien der Prozesse zur Herstellung von Leiterplatten und der Herstellung von Photovoltaikpanelen genutzt, um ein technologisch neues Produkt zu erstellen. Wir fokussieren auf die Entwicklung und Produktion der energieeffizienteren, rückseitenkontaktierten Photovoltaikpanele. Ziel ist es, durch die Industrialisierung einer innovativen Technologie die Kosten von Modulen zu senken und deren Effizienz zu erhöhen.

Die Wichtigkeit der unternehmensinternen Technologieentwicklung wird auch dadurch unterstrichen, dass im vergangenen, wirtschaftlich schwierigen Jahr mehr für Forschung & Entwicklung aufgewandt wurde als je zuvor.

Patentstrategie

Die noch stärkere Fokussierung von AT&S auf Forschung & Entwicklung führte auch zur weiteren rechtlichen Absicherung ihrer Kerntechnologien. So wurden im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 13 Patente neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 53 Patente und Patentanmeldungen. Mit diesem stetig wachsenden Patentportfolio kann der Status als technologisch führender Leiterplattenlieferant untermauert und die Entwicklungsaufwendungen nachhaltig abgegolten werden.

Top-Leistungen im Supply Chain Management & Einkauf

Erstklassige Lieferperformance und Qualität haben oberste Priorität. Supply Chain Management ist die Integration aller logistischen Anforderungen von Lieferanten, internen Bereichen und Kunden in einen geschlossenen Ablauf. Das umfasst Prozesse wie etwa Kapazitätsplanung, Materialplanung, Lagerbereitstellung, Logistik und Fakturierung.

Supply Chain Management – ein wesentlicher Erfolgsfaktor für AT&S

AT&S liefert im Jahr ca. 15.000 verschiedene Produkte. Lieferzuverlässigkeit und Qualität sind dabei aus Kundensicht besonders relevant. Insbesondere die Just-in-Time-Produktion, bei der Güter oder Bauteile erst im Bedarfsfall geliefert und somit Lagerbestände reduziert werden, erfordert in einer volatilen Branche wie der Leiterplattenproduktion, die durch große Produktvielfalt sowie kurzfristiges Bestellverhalten geprägt ist, größte Kompetenz im Supply Chain Management. Ziel ist es, den weltweiten Bedarfs- und Kapazitätsabgleich laufend zu verbessern, die Gesamtkosten für das Endprodukt zu optimieren und unseren Kunden verstärkt One-Stop-Shopping sowie Vendor-Managed-Inventory-Lösungen anzubieten. Dabei organisieren wir für nunmehr fast 500 verschiedene Produkte in über 60 global verteilten Lagerstätten Logistik und Lagerhaltung und sorgen dafür, dass definierte Minimal- und Maximalbestände auf Lager vorhanden sind.

Weltweit umspannendes Kunden- und Lieferantennetzwerk

Die Kooperation aller Teilnehmer entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist in jedem Fall eine zentrale Voraussetzung für ein erfolgreiches Supply Chain Management. Insgesamt umfasst das weltweite Netzwerk der AT&S rund 500 Kunden und 800 Lieferanten (davon 35 Schlüssellieferanten). Pro Tag werden durchschnittlich 300 Sendungen und 270 unterschiedliche Materialnummern bewegt, was einer Steigerung von ca. 60 % zum Vorjahr entspricht.

Kundenbindung und Kosteneffizienz durch optimierte Planungstools

Die zuverlässige und durchgängige Steuerung des gesamten Waren- und Informationsflusses aller Lieferanten, Kunden und internen Prozesse wird mit hochwertigen IT-Tools sichergestellt. So steht uns mit dem "Advanced Planning and Optimising Tool" (APO) von SAP in Verbindung mit einer globalen Verfügbarkeitsprüfung an allen österreichischen Standorten ein integriertes Planungssystem zur Verfügung. Es ermöglicht eine finite Planung unter Berücksichtigung der verfügbaren Produktionskapazitäten und überprüft jeden Auftrag auf seine Machbarkeit. Damit können wir nicht nur erhebliche Kosten einsparen, sondern auch die Customer Service Rate weiter verbessern. So konnten wir im Verlauf der letzten beiden Jahre unsere Liefertreue von knapp 90 % auf 93 % steigern. Das bedeutet, dass knapp 60.000 Aufträge genau zum bestellten Termin mit exakt der bestellten Menge beim Kunden abgeliefert wurden. Wird bei einem Auftrag auch nur ein Stück zu wenig oder zu spät geliefert, bedeutet das in diesem Zusammenhang eine Zielerreichung von 0 %.

Konkurrenzfähigkeit durch Lieferantenzusammenarbeit

Unsere Lieferanten tragen durch Standardisierungen und Effizienzsteigerungen sowie durch die technische und kommerzielle Optimierung unserer Bedarfe maßgeblich zu unserer Konkurrenzfähigkeit bei. Voraussetzung dafür sind eine strikte Auswahl und ein aktives Portfoliomanagement unserer Zulieferer. Dabei wurde auch im letzten Jahr bei jedem einzelnen ein starker Fokus auf den Wertbeitrag gelegt. Dieser reflektiert nicht nur die besten Kosten, sondern auch seine Marktposition und das Bekenntnis, Innovationen mit AT&S voranzutreiben.

Der Preisdruck in der Elektronikindustrie, der auch AT&S betrifft, wird ebenso an Lieferanten weitergegeben. Wir erwarten von unseren strategischen Zulieferern, dass sie durch erhöhte Produktivität und Effizienz – etwa durch optimierte interne Strukturen – mit diesem Druck umgehen können, ohne bei Qualität und Innovationskraft einzubüßen.

Wesentliche Einkaufspositionen

2009/10 2008/09 2007/08
Strom (GWh) 202,5 234,4 219,5
Laminate (m² Mio.) 8,5 7,5 8,6
Kupferfolien (m² Mio.) 5,5 5,3 5,2
Kupfer-Clippings (t) 1.598 1.733 1.872
Gold (kg) 885 896 880
Verschiedene
Chemikalien (t) 35.809 38.675 38.216
Kartonagen ('000 Stück) 6.046 5.684 5.116

MEDICAL

Mitarbeiter machen den Unterschied

Mit profunder Ausund Weiterbildung, auch auf internationaler Ebene, steigert AT&S den Qualifikationsgrad der zuletzt mehr als 5800 Mitarbeiter kontinuierlich. AT&S ist ein global agierendes Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebsbüros auf vier Kontinenten. Für den Erfolg im harten Wettbewerb brauchen wir an allen Stellen kompetente und motivierte Fachleute, die unser Geschäft verstehen, hart arbeiten und sich auch unter schwierigsten Marktbedingungen durchsetzen wollen. Kundenorientierung, die ständige Bereitschaft, neue Herausforderungen rasch anzunehmen, eine Leidenschaft für die Erzielung maximaler Ergebnisse und das Streben nach Perfektion in allem, was getan wird, sind dafür notwendige Erfolgsfaktoren.

Aus- und Weiterbildung als Erfolgsfaktor

Auch und gerade in der Krise war die gezielte Weiterbildung ausgewählter Mitarbeitergruppen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Trotz aller Einsparungsbemühungen und in dem Bewusstsein, dass Ausbildung eine notwendige Investition in zukünftige Erfolge ist, wurden vor allem Nachwuchsförderungsprogramme und Führungskräftetrainings fortgesetzt. Auch im Bereich der Lehrlingsausbildung in Österreich und mittels vergleichbarer Regierungsprogramme in Indien wurde durch kontinuierliches Weiterführen der Konzepte die Basis für die zukünftige Leistungsfähigkeit der Organisation weiterentwickelt.

Erste Schulung schon bei Eintritt in die AT&S

An allen Standorten erhalten neue Mitarbeiter der AT&S ein ausführliches Basistraining. Dabei werden der gesamte Produktionsprozess einer Leiterplatte, die Struktur und Administration der AT&S sowie soziale Werte des Unternehmens vermittelt.

Nachwuchsförderung bedeutet Zukunftssicherung

Um auch in Zukunft über ausreichend Mitarbeiter mit der notwendigen Qualifikation zu verfügen, ist uns die Nachwuchsförderung ein wichtiges Anliegen. Derzeit stehen in Österreich rund 31 Lehrlinge

Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter) Leiharbeiter

(Zahlen per 31.3.) 2009/10 2008/09 +/-
Österreich 1280 1439 -159
China 3380 3077 303
Indien 942 761 181
Korea 227 274 -47
Andere 46 59 -13
5875 5610 265

in 6 verschiedenen Berufsgruppen (Mechatroniker, Chemielabortechniker, Physiklaborant, Maschinenbautechniker, Elektrobetriebstechniker, Produktionstechniker) in Ausbildung.

In Indien beteiligen wir uns gezielt an einem Qualifizierungsprogramm für Industriearbeiter, in dessen Rahmen jährlich eine große Anzahl von Personen auf die Arbeit in internationalen Industrieunternehmen vorbereitet und dann auch zertifiziert wird. Per 31. März 2010 nahmen 75 Personen an diesem Programm teil.

Internationale Aus- und Weiterbildung

Unsere weltweit tätigen Managementtalente müssen die notwendigen einschlägigen Fähigkeiten entwickeln und auch als Individuen in ihrer Führungskompetenz wachsen können. Daher hat sich AT&S entschlossen, eine Reihe von Führungskräfteentwicklungs- und Ausbildungsprogrammen zu starten. Einige der Programme wurden bereits im abgelaufenen Jahr mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen. Einzelne Teilnehmer konnten schon unmittelbar neue, sehr verantwortungsvolle Aufgaben für AT&S übernehmen.

Hohe Zahl an Leiharbeitern in China

Während in anderen Ländern Leiharbeiter zur Abdeckung von Kapazitätsspitzen eingesetzt werden, ist es am chinesischen Markt üblich, die Personalbeschaffung von Mitarbeitern mit einfacherer Qualifikation über externe Beschäftigungsagenturen abzuwickeln.

Globale Präsenz braucht gute internationale Zusammenarbeit

Die weltweiten Strukturen und die internationale Ausrichtung der AT&S machen einen ständigen Erfahrungsaustausch und Know-how-Transfer sowie eine starke Integration unterschiedlicher Kulturen erforderlich, um das volle Potenzial des Unternehmens nutzen zu können. Dazu gehören

(Zahlen per 31.3.) 2009/10 2008/09 +/-
Österreich 44 51 -7
China 2623 2340 283
Indien 22 17 5
Korea 17 9 8
Andere 0 0 0
2706 2417 289

etwa die jährlich stattfindenden Führungskräfte-Meetings mit Mitarbeitern aus allen Ländern.

Karrierechancen auf breiter Basis

Durch ein klar definiertes System der internen Stellenausschreibung werden alle relevanten Positionen zunächst intern angeboten, und bei vergleichbarer Qualifikation erhalten unsere eigenen Mitarbeiter jedenfalls den Vorzug gegenüber externen Kandidaten. So wurden in Indien und Korea alle ausgeschriebenen Positionen intern besetzt, in Österreich waren es 10 von 13 und bei den Gruppenfunktionen 7 von 10.

Durch unsere internationale Präsenz bieten wir unseren Mitarbeitern vielfältige Karrieremöglichkeiten auf internationalem Niveau. So wird das weitere qualitative und quantitative Wachstum des Unternehmens an den asiatischen Standorten durch den gezielten Einsatz von internationalen Experten entsprechend unterstützt. Dabei steht vor allem der notwendige Know-how-Transfer nach China und Indien, wo jeweils die Kapazitäten deutlich erweitert werden, im Vordergrund.

Berufliche Mobilität und der Einsatz an den verschiedenen Standorten des Unternehmens werden ausdrücklich gefördert und durch eine spezifische Mobility Policy unterstützt.

Internationale Manager pro Land

31. März 2010 31. März 2009
Indien 0 2
Korea 2 2
China 30 32
Andere 5 6
37 42

Strukturelle Personalanpassungen und Auswirkungen der Wirtschaftskrise

Im Lichte der Wirtschaftskrise war im abgelaufenen Geschäftsjahr jedes Werk und jeder Unternehmensbereich gefordert, seinen Beitrag zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu erbringen. In einzelnen Organisationseinheiten mussten teilweise monatelange Perioden der Unterauslastung überbrückt und die Kosten durch alle nur denkbaren Einsparungen angepasst werden. Trotz aller Bemühungen konnte der Personalstand in einzelnen Werken nicht gehalten werden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2009/10 bzw. 2008/09 beschäftigte AT&S 5875 bzw. 5610 Mitarbeiter, durchschnittlich waren 5616 bzw. 6319 Personen bei AT&S tätig.

Einen großen Einschnitt gab es am österreichischen Standort Leoben-Hinterberg, dessen Volumensgeschäft nach Asien verlagert wurde. Im gleichen Zug erfolgte die Ausrichtung des Werks auf die Bedürfnisse des europäischen Marktes. Zusätzlich wurden in der gesamten AT&S Gruppe Prozesse gestrafft und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion gesetzt. In diesem Zusammenhang mussten wir uns von 229 Personen (47 % Frauen und 53 % Männer) trennen.

Im Frühjahr 2010 wurde beschlossen, das Headquarter der AT&S nach Leoben-Hinterberg zu verlagern und den Bürostandort Wien mit Ende des Kalenderjahres 2010 zu schließen. Dadurch sollen Verwaltungskosten weiter reduziert und Prozesse weiter optimiert werden. Mit 31. März 2010 arbeiteten am Standort Wien rund 50 Personen.

Diensterfindungen

Im Sinne der weiteren Intensivierung unserer Bestrebungen, AT&S als Technologieführer zu positionieren, wurde im abgelaufenen Jahr verstärkt am Aufbau eines Portfolios von Intellectual Property (Patente) gearbeitet. In diesem Zusammenhang wurde auch eine eigene Policy für Diensterfindungen erstellt, die weltweit zur Anwendung kommt. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Arbeit Diensterfindungen tätigen, wird so eine adäquate und nach internationalen Regeln ermittelte finanzielle Vergütung ermöglicht, mit der sie am nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzen der Diensterfindung teilhaben können.

Mitarbeiterstand

(Zahlen per 31.3.) 2009/10 2008/09 +/-
Angestellte 1264 1363 -99
Arbeiter &
Leiharbeiter 4161 4040 121
Lehrlinge &
Praktikanten 450 207 243
5875 5610 265

Personalaufwand (exkl. Einmalaufwendungen)

Nachhaltiges Wirtschaften im Sinne unserer Stakeholder

AT&S kombiniert die Faktoren Qualität – Umwelt – Mensch in einem integrierten Managementsystem und verdeutlicht damit anschaulich, dass Ökologie, soziales Engagement und Ökonomie nicht im Widerspruch zueinander stehen. AT&S ist ein weltweit agierendes Unternehmen in der Elektronikindustrie und steht im globalen Wettbewerb insbesondere mit asiatischen Unternehmen. Als Global Corporate Citizen verbindet AT&S aus Überzeugung unternehmerisches Handeln mit sozialer und umweltorientierter Verantwortung.

Nachhaltig zu wirtschaften bedeutet für AT&S, die verfügbaren Ressourcen langfristig im Sinne unserer Stakeholder bestmöglich einzusetzen. Ökologie, soziales Engagement und Ökonomie müssen dabei nicht im Widerspruch zueinander stehen. Ganz im Gegenteil, diese Faktoren sind Garanten für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens.

Integriertes Managementsystem

AT&S kombiniert die Faktoren Qualität – Umwelt – Mensch in einem integrierten Managementsystem (IMS) und dokumentiert so die Relevanz und Gleichwertigkeit dieser Faktoren. Dieses einheitliche Regelwerk basiert auf den internationalen Qualitätsnormen ISO 9001, ISO/TS 16949 (Qualitätsmanagement der Automobilindustrie), der Umweltnorm ISO 14001 sowie auf dem Standard OHSAS 18001 für den Bereich Sicherheit und Gesundheit. Regelmäßige interne Audits und Überprüfungen durch unabhängige Dritte bestätigten für das Wirtschaftsjahr 2009/10 die Einhaltung des Managementsystems.

Arbeitssicherheit

Der Sicherheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der AT&S Mitarbeiter wird höchstes Augenmerk geschenkt. Detaillierte Aufzeichnungen der Unfall-, Umwelt-, Transport- und Schadensereignisse sowie von Beinahe-Unfällen helfen uns seit Jahren, potenzielle Schwachstellen zu erkennen und Risiken systematisch zu minimieren. Die diesbezüglichen Aktivitäten folgen dem Sicherheits- und Gesundheitsmanagement-Konzept der OHSAS 18001.

Zahlreiche Programme und Maßnahmen zur Förderung des Sicherheitsbewusstseins wurden teils weltweit, teils an den einzelnen Standorten entwickelt und umgesetzt. Der Erfolg dieser Aktivitäten zeigt sich anhand der Reduktion der Betriebsausfallstage um 66 %. Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit mehr als einem Tag Arbeitsausfall verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 30 %. Niedrige Fehlzeiten und jährlich sinkende Unfallzahlen bedeuten für AT&S und ihre Mitarbeiter eine Winwin-Situation.

Aufgrund der positiven Resonanz der Mitarbeiter wurde auch im Geschäftsjahr 2009/10 ein Gesundheitsförderungsprogramm entwickelt und an den österreichischen Standorten ausgerollt. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern. Ein wesentliches Projekt behandelte die Ergonomie am Arbeitsplatz (Analyse nach der Leitmerkmalmethode, Unterweisungen sowie die Erarbeitung von Ausgleichsübungen mit einem externen Trainer und deren Umsetzung). Hautvorsorgeaktionen (Skin Monitoring) sowie eine Kampagne gegen "Sturz und Fall" ("3S Check": Sensomotorik, Symmetrie, Stabilität) rundeten die Aktivitäten im Wirtschaftjahr 2009/10 ab.

Mutual Aid Response Scheme

AT&S India startete im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Kooperation mit drei namhaften Unternehmen der Industrieregion Nanjangud, um im Falle von Industrieunfällen bestmöglich zusammenzuarbeiten. Durch die Bündelung von Gerätschaften und Rettungspersonal soll in Notfällen bestmögliche Hilfe gewährleistet werden. Um eine effiziente Umsetzung zu gewährleisten, wurde ein gemeinsames Handbuch erarbeitet. Dieses beinhaltet z.B. Details zu den einzelnen Unternehmen der Kooperation sowie Informationen zur Lagerung von Chemikalien, Gasen und Ölen.

Umweltschutz

AT&S hat bereits im Geschäftsjahr 1996/97 als einer der ersten Leiterplattenhersteller das Umweltmanagement nach ISO 14001 eingeführt. Mittlerweile sind alle unsere Standorte nach dieser Norm zertifiziert. Unser unternehmerischer Auftrag geht jedoch weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus: So wird AT&S sowohl von Zertifizierungsstellen als auch Behörden oft als Vorreiter in Umweltfragen gesehen. Das Shanghai Environmental Protection Bureau etwa verlieh AT&S China als Anerkennung für die Unterstützung zahlreicher Bildungsinitiativen im Bereich Umwelt die Auszeichnung "Long-term Partnership Enterprise in Promoting Environmental Protection". Dies soll aber nicht bedeuten, dass wir nicht auch in Zukunft neue Ziele setzen, Maßnahmen entwickeln und deren Einhaltung überprüfen werden. Denn wir verstehen Umweltschutz als einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Die Reduktion bzw. Optimierung der eingesetzten Ressourcen und Materialien ist Teil unserer Management Policy. Aus diesem Grund arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung unserer Umweltperformance. Unser Fokus liegt weiterhin klar auf der Reduktion bzw. Optimierung der relativen Verbräuche. Einige Projekte dazu möchten wir hier gerne vorstellen:

Reduzierung des Energiebedarfs bei Ätzanlagen

Durch eine Isolierung der Ätzanlagen am Standort Leoben-Hinterberg konnte im Geschäftsjahr 2009/10 eine Energieeinsparung von 5 kW Kälte sowie 15 kW Wärme je Anlage erzielt werden.

Abwasserbehandlung

Am Standort Nanjangud wird im Zuge des Werksausbaus eine innovative Umkehrosmose zur Abwasserreinigung installiert. Dadurch können 80 % des aufbereiteten Wassers wiederverwendet werden.

Recycling von Ätzmedium

Am indischen Standort Nanjangud wurde erfolgreich ein Säure-Ätzlösung-Recycling-Prozess bei Kupferrückgewinnungssystemen implementiert. Es handelt sich dabei um das erste umgesetzte Recycling dieser Art in der Leiterplattenindustrie. Für diese Initiative wurde AT&S India mit dem Preis von Elcina-Dun & Bradstreet in der Kategorie "Environment Managment Systems" ausgezeichnet.

Recycling von Leiterplattenabfällen

An den größten Standorten der AT&S, in Shanghai und in Leoben-Hinterberg, werden Leiterplattenabfälle einer externen Entsorgung zugeführt. Dabei werden die Metalle (Kupfer, Nickel, Gold usw.) von der Leiterplatte abgeschieden und als Wertstoffe wiederverwertet. Der Recyclinganteil einer Leiterplatte liegt bei rund 30 %.

Reduktion der CO2 -Emissionen

Obwohl die Leiterplattenproduktion im Vergleich zu anderen Industrien einen relativ geringen CO2 -Ausstoß verursacht, wollen auch wir unseren Beitrag zur Senkung der Treibhausgase leisten. So werden im Geschäftsjahr 2010/11 globale Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung gesetzt und die Mitarbeiter umfangreich zum Thema Energieeinsparung informiert. Wir erwarten uns schon für dieses Geschäftsjahr eine Reduktion der CO2 - Emissionen um 5 % und werden dies in unser Umweltkennzahlenprogramm aufnehmen. In weiterer Folge soll der Ausstoß durch gezielte Einsparungsprogramme um rund 7 % pro Jahr gesenkt werden.

Auch unsere Kunden erkennen unser vorbildliches Umweltmanagementsystem an. So wurde das Werk in Shanghai als Canon Green Partner und die Werke Leoben, Fehring und Shanghai als Sony Green Partner zertifiziert.

Umfangreiche Informationen zu relevanten Umweltkennzahlen können dem englischsprachigen AT&S Umweltbericht auf der Homepage www.ats.net entnommen werden.

Soziales

Für AT&S ist es ein zentraler Gesichtspunkt, ihrer Verantwortung als Corporate Citizen nachzukommen. Das bedeutet, mehr als die gesetzlich zwingenden sozialen Vorgaben zu erfüllen. Mit gezielten Gesundheits- und Bildungsprojekten wollen wir einen positiven Beitrag zum Wohl der Menschen im Einzugsgebiet unserer weltweiten Werke leisten.

Letztes Jahr unterstützten wir etwa den Bau und die Ausstattung eines medizinischen Zentrums und eines Kindergartens in Indien. Anfang 2010 finanzierte AT&S einen Multimediaraum für das in Europa einzigartige Down-Syndrom Kompetenzzentrum in Leoben-Hinterberg. Dieser Raum ermöglicht die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen mit Trisomie 21 und die optimale Weitergabe der neuesten Erkenntnisse der modernen Hirnforschung an deren Eltern. Durch die Förderung verschiedenster Sozialprojekte im Umfeld unserer Werke konnten wir zahlreiche Menschen und Organisationen unterstützen. Doch nicht nur AT&S als Unternehmen verfolgt eine nachhaltige Unternehmensphilosophie, das gilt auch für unsere Mitarbeiter. In unserem indischen Werk spendeten sie ad-hoc einen Tageslohn, um den Überschwemmungsopfern in der Region infolge der starken Regenfälle im September 2009 zu helfen. AT&S India verdoppelte den erzielten Spendenbetrag. Für AT&S ist es ein zentraler Gesichtspunkt, ihrer Verantwortung als Corporate Citizen nachzukommen. Das bedeutet, mehr als die gesetzlich zwingenden sozialen Vorgaben zu erfüllen.

Marktumfeld – von Krise zu Boom

Auf Fünfjahresfrist, also bis Ende 2014, soll der Leiterplattenmarkt ein Umsatzvolumen von USD 52,5 Mrd. erreichen, das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5,3 %. Das abgelaufene Geschäftsjahr war von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise geprägt. Die weltweite Leiterplattenproduktion sank im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 % auf USD 40,6 Mrd. Von dieser Entwicklung waren alle Regionen betroffen: Die Produktion in Europa sank um -45,7 %, die in Amerika um -23,5 %, Japan verzeichnete einen Rückgang um -18,8 % und Asien (ohne Japan) um -10,6 %. Auch aus Sicht der einzelnen Technologien ließen die Produktionsvolumina deutlich nach, wobei es am stärksten die ein- und doppelseitigen Leiterplatten mit -19,0 % traf. Die Produktion mehrlagiger Leiterplatten sank um -16,9 %, die von HDI-Leiterplatten um 15,1 %. Flexible Leiterplatten kamen mit einem Rückgang von -10,9 % am besten weg.

Während AT&S die Krise nutzte, sich neu aufzustellen, zu optimieren und im Bereich Forschung & Entwicklung wichtige Projekte voranzutreiben, bedeutete der Einbruch des Marktes für zahlreiche schwache Mitbewerber entweder das Aus oder zwang sie zu massiven Redimensionierungen ihres Geschäfts. Diese durchaus gesunde Marktbereini-

gung ließ die Anzahl der Leiterplattenproduzenten weltweit auf etwa 2000 sinken.

In Europa stellten nur noch 289 Unternehmen Leiterplatten her, im Vorjahr waren es rund 320. Während die Anzahl der kleinen Betriebe mit bis zu EUR 2 Mio. Umsatz sogar um 11 auf 131 zulegte, sank die Zahl der größeren Unternehmen rapide. So gab es nur noch 3 Hersteller mit mehr als EUR 50 Mio. und 39 mit zwischen EUR 10 Mio. und EUR 50 Mio. Umsatz. Im Jahr zuvor waren es noch 7 bzw. 50 Unternehmen. Die größten 5 Leiterplattenunternehmen repräsentierten gut 22 % des Gesamtproduktionsvolumens in Europa, die größten 20 gut 47 %. Alle 72 deutschen Leiterplattenhersteller waren für knapp 42 % der gesamteuropäischen Produktion verantwortlich. Deutschland war damit weiterhin der größte Produktionsstandort in Europa.

Für 2010 wird ein kräftiges Marktwachstum von 9,2 % prognostiziert. Auch diese Entwicklung wird auf alle Regionen zutreffen. Asien (ohne Japan) wird gemäß Analysten mit 11,5 % die stärksten Zuwachsraten verzeichnen, Amerika wird um 5,2 % und Japan um 4,8 % wachsen. Am schwächsten wird sich Europa mit einer Zuwachsrate von 3,2 % entwickeln. Aus technologischer Sicht werden flexible Leiterplatten mit 11,9 % das stärkste Wachstum verzeichnen. Die Produktion mehrlagiger Leiterplatten wird um 10 % steigen, die der HDI-Leiterplatten um 7,3 %. Ein- und doppelseitige Platinen werden Zuwachsraten von 4,9 % aufweisen.

Auf Fünfjahresfrist, also bis Ende 2014, soll der Leiterplattenmarkt ein Umsatzvolumen von USD 52,5 Mrd. erreichen, das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5,3 %. Dafür ist im Wesentlichen die Produktion in China verantwortlich, die im Schnitt um 9,3 % pro Jahr wachsen soll. Die Produktionsniveaus in Amerika, Europa und Japan werden bis 2014 konstant bleiben. Während der Umsatz mit ein- und doppelseitigen Leiterplatten pro Jahr im Schnitt mit 2,7 % wachsen soll, ist für alle anderen Technologien mit Wachstumsraten von deutlich über 5 % auszugehen. 0

Wachstum des Leiterplattenmarktes

Entwicklungen auf den Endmärkten Automotive

Laut dem deutschen Verband der Automobilindustrie (VDA) sank die Weltautomobilproduktion im Jahr 2009 um rund -13 %. Die Produktion in Europa fiel um rund -22 %, die in den USA gar um etwa -34 %. Lediglich China verzeichnete einen Produktionszuwachs von stattlichen 48 %. Die Leiterplattenumsätze für den Automotive-Markt brachen im abgelaufenen Geschäftsjahr um über 20 % ein. Für das Jahr 2010 prognostizieren Analysten eine Wachstumsrate von über 7 %; das durchschnittliche jährliche Wachstum bis 2014 soll knapp 6 % betragen.

Industrial

Der Industrial Bereich litt massiv unter dem schlechten wirtschaftlichen Umfeld; die Leiterplattenproduktion für dieses Marktsegment brach weltweit um rund 19 % ein. Für 2010 gehen Analysten von einem kräftigen Wachstum in Höhe von 11 % aus. Bis 2014 soll der Leiterplattenmarkt für Industrial im Durchschnitt um knapp 5 % pro Jahr an Wert zulegen.

Mobile Devices

Nach Jahren zum Teil extrem ausgeprägten Wachstums sank 2009 die Zahl der verkauften Mobiltelefone um rund 7 %. Lediglich das Segment der Smartphones konnte mit gut 19 % ein kräftiges Wachstum verzeichnen.

Der Markt für Mobiltelefone muss zunehmend in ein Low-Cost-Segment und ein hochtechnologisches High-End-Segment (z.B. für Smartphones) unterteilt werden. Im Low-Cost-Segment wird versucht, möglichst niedrige Herstellkosten zu erreichen und dafür auch im Bereich der Leiterplatten auf einfachere und kostengünstigere Technologien zurückzugreifen. Demgegenüber sind im High-End-Segment aufgrund zunehmend komplexer Anwendungen und dem Wunsch nach dünneren und kleineren Geräten weiterhin extrem schnelle technologische Entwicklungen zu erwarten.

Die Verkaufszahlen der anderen Mobile Devices sanken im Krisenjahr 2009 um rund -3 %. Für 2010 rechnen Analysten mit einem Wachstum von mehr als 7 %.

Leiterplattenmarkt nach Technologien 21,8

Entwicklung der Stückzahlen am Mobiltelefonmarkt

Preisgekrönte Investor Relations

IR der AT&S bei Publikumsvoting auf Platz 2 in Österreich

Ziel unserer Investor Relations-Aktivitäten ist eine transparente, zeitnahe und gleichzeitige Information aller Kapitalmarktteilnehmer. Nur so kann das Vertrauen der Eigentümer und der Financial Community in das Unternehmen gefestigt und ausgebaut werden.

Das Geschäftsjahr 2009/10 war aufgrund des schwierigen ökonomischen Fahrwassers und der Restrukturierungen besonders anspruchsvoll. Mit einer klaren, umfassenden und schlüssigen Kommunikation unserer Aktivitäten und Geschäftszahlen gelang uns ein Vertrauensgewinn bei Analysten und Investoren. Dies belegt der äußerst positive Kursverlauf der AT&S-Aktie.

Unser direkter Kontakt zu Investoren und Analysten

Zu Beginn des Geschäftsjahres war das Interesse der Investoren an Roadshow-Terminen mit AT&S sehr gering. Getrieben durch das Marktumfeld konzentrierten sich viele unserer aktuellen und potenziellen Investoren verstärkt auf hoch kapitalisierte Aktien bzw. hoben sie die internen Größenkriterien für erlaubte Engagements an. Somit geriet AT&S außerhalb deren Investitionsfokus. In dieser Zeit bewährte sich die telefonische Kontaktaufnahme mit bestehenden aber auch potenziellen Investoren.

Im Herbst nahm das Anlegerinteresse wieder zu, sodass sich AT&S den Investoren in weiterer Folge bei einer Reihe von Roadshows präsentierte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war AT&S darüber hinaus bei zwei wichtigen Investorenkonferenzen in Österreich vertreten und nutzte diesen Rahmen für zahlreiche Einzelgespräche.

Am 26. November 2009 fand der alljährliche Capital Markets Day statt. Dabei stand am Beginn ein Rückblick auf die Entwicklungen der letzten 12 Monate im Fokus. Zentrale Themen waren zudem die erwarteten Trends auf dem Leiterplattenmarkt, die Strategie der AT&S Gruppe sowie die Strategien für die einzelnen Geschäftsfelder. Die Veranstaltung wurde von einem Überblick über die Finanzen und die neuesten technologischen Errungenschaften und Projekte, welche die Position der AT&S als technologisch führendes Unternehmen seiner Branche weiter festigen sollen, abgerundet.

Aktienkursentwicklung

Die Aktie eröffnete das Geschäftsjahr bei einem Kurs von EUR 3,05. Nach einem kräftigen Anstieg, der bis zu einem (Intraday-)Hochkurs von EUR 4,76 führte, musste das Wertpapier zuerst in Folge der Bekanntgabe der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2008/09 und dann aufgrund der Bekanntgabe der neuerlichen Restrukturierung des Standorts Leoben-Hinterberg einen signifikanten Kursabschlag hinnehmen. Danach kehrte das Vertrauen der Investoren zurück, und die Aktie legte bis auf einen Intraday-Hochkurs von EUR 7,40 am 30. September 2009 zu. Nach dem rasanten Anstieg des Aktienkurses im 2. Quartal verlor er in den folgenden Wochen gegenüber dem Referenzindex ATX Prime an Boden. Die im Zuge des Capital Markets Day am 26. November 2009 verlautbarten Informationen verliehen der Aktie jedoch Ende November neuen Schwung. In weiterer Folge intensivierten wir die Investor Relations-Aktivitäten erfolgreich. Das hatte positive Auswirkungen auf den Aktienkurs, der weiter an Wert gewann. Anfang März durchbrach er die EUR-8-Marke und schloss zum Ende des Geschäftsjahres bei EUR 8,25. Damit stieg das Wertpapier im abgelaufenen Geschäftsjahr um 270 %, während der ATX Prime um 161 % stieg.

AT&S zum ATX Prime

Der Kursverlauf im Überblick

in EUR 2009/10 2008/09** 2007/08*
Höchstkurs 8,37 13,56 20,44
Tiefstkurs 2,99 2,60 9,00
Ultimokurs
(31. März) 8,25 2,95 10,29

* Listing an der Frankfurter Wertpapierbörse

** Daten reflektieren das Listing an der Wiener Börse ab 20. Mai 2008

Aufgrund der guten Entwicklung der AT&S-Aktie verbesserte sich die Position des Unternehmens in der ATX-Beobachtungsliste der Wiener Börse im Jahresverlauf deutlich. Nach dem Kriterium Marktkapitalisierung legte AT&S von anfangs Platz 29 auf Position 25 zu, nach dem Kriterium Börseumsatz von Platz 34 auf Position 29.

Dividende

AT&S verfolgt seit Jahren konsequent eine konservative Dividendenpolitik. Diese sieht vor, rund 10 % der Cash Earnings an die Aktionäre auszuschütten. Der Vorstand der AT&S wird – dieser Formel folgend – der Hauptversammlung am 7. Juli 2010 vorschlagen, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von EUR 0,10 je ausstehender Aktie auszuschütten.

Aktienrückkaufprogramm

Laut Beschluss der 14. ordentlichen Hauptversammlung vom 3. Juli 2008 dürfen binnen 30 Monaten bis zu 10 % des Grundkapitals rückgekauft werden. Per 31. März 2010 hielt AT&S 2.577.412 eigene Aktien, dies entspricht 9,95 % des Grundkapitals. Rund 51 % der Aktien befinden sich in Streubesitz.

Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine weiteren eigenen Aktien erworben.

Research Coverage

Im abgelaufenen Jahr reduzierte sich die Zahl der Analysten, die über AT&S schreiben, signifikant. Gründe sind Sparmaßnahmen, Kapazitätsreduktionen und/oder Restrukturierungen innerhalb der Banken verbunden mit der – aus internationaler Sicht gesehen – niedrigen Marktkapitalisierung der AT&S.

Folgende Analysten veröffentlichen Research Reports über AT&S:

  • Deutsche Bank:
  • Uwe Schupp Erste Bank:
  • Thomas Unger/Daniel Lion
  • Landesbank Baden-Württemberg: Stephan Wittwer
  • Raiffeisen Centrobank: Daniel Damaska

Aktionärsstruktur

Finanztermine

16. ordentliche
Hauptversammlung 7. Juli 2010
1. Quartal 2010/11 22. Juli 2010
Dividendenzahltag &
Ex-Tag 28. Juli 2010
2. Quartal 2010/11 21. Oktober 2010
3. Quartal 2010/11 25. Jänner 2011
Jahresergebnis 2010/11 12. Mai 2011

Kontakt Investor Relations

Mag. Martin Theyer Tel.: +43 (0) 3842 200-5909 E-Mail: [email protected]

Basisinformationen

zur AT&S-Aktie

WP-Kennnummer 969985
ISIN-Code AT0000969985
Börse-Kürzel ATS
Reuters RIC ATSV.VI
Bloomberg ATS AV
Notierung Wiener Börse
Indizes ATX Prime, WBI

Solide Finanzierung

Das Management erachtet die Finanzlage der AT&S derzeit als sehr solide. Es stehen ausreichend schriftlich und mündlich zugesagte Banklinien zur Verfügung.

Finanzierungsansatz

AT&S verfolgt unter Maßgabe lokaler Regelungen einen zentralen Treasury-Ansatz, wonach externe Finanzierungen vorrangig von der AT&S AG aufgenommen werden. Eine detaillierte Übersicht der verschiedenen Finanzierungsquellen inklusive der jeweiligen Laufzeiten kann Erläuterung 17 im Anhang zum Jahresabschluss (Seite 85 ff) entnommen werden.

Nettoverschuldung

Durch die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen und die deutlich reduzierten Investitionen konnte die Nettoverschuldung im abgelaufenen Geschäftsjahr um EUR 26,4 Mio. auf EUR 148,0 Mio. gesenkt werden. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 sank das Eigenkapital insbesondere durch das negative Konzernergebnis des ersten Quartals sowie aufgrund von Währungseffekten, die sich mit EUR -25,1 Mio. niederschlugen, von EUR 252,7 Mio. auf EUR 173,5 Mio.; der Verschuldungsgrad stieg auf 95,4 %. Im zweiten Halbjahr erzielte AT&S ein deutlich positives Konzernergebnis und verzeichnete vorteilhafte Währungsentwicklungen. Somit erreichte das Eigenkapital am 31. März 2010 EUR 208,8 Mio.; der Verschuldungsgrad betrug 70,9 %.

Nettoverschuldung 2009/10 und 2008/09

in EUR Mio. per 31.03.2010 per 31.03.2009
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 70,5 98,5
+ Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 105,2 97,1
- Zahlungsmittel und -äquivalente (13,4) (7,0)
- Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (14,2) (14,0)
- Langfristige finanzielle Vermögenswerte (0,1) (0,1)
Nettoverschuldung 148,0 174,4

Finanzierungen

Per 31. März 2010 betrug das Finanzierungsvolumen EUR 175,7 Mio. 79 % der aufgenommenen Mittel mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr waren fix verzinst, 21 % variabel (jedoch mittels Zinsswap abgesichert). 99 % der Gesamtverschuldung wurden in Euro aufgenommen, 1 % entfiel auf sonstige Währungen. Finanzierungen in der ausstehenden Höhe von EUR 35,4 Mio. enthielten Financial Covenants, die AT&S allesamt erfüllte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte AT&S das Fristigkeitenprofil der Finanzierungen weiter verbessern.

Fristigkeiten der Finanzierungen

< 1 1 - 2 2 - 3 3 - 4
in EUR Mio. Jahr Jahre Jahre Jahre Summe
Anleihen 3,7 79,7 83,4
Exportkredite 36,0 36,0
Kredite
öffentlicher
Hand 0,2 0,2 0,1 0,5
Verbindlich
keiten gegen
über Kredit
instituten 29,2 9,3 6,2 9,3 54,0
Derivate &
sonstige 1,4 0,4 1,8
Summe 70,5 9,5 6,3 89,4 175,7

Anleihe

Die im Mai 2008 platzierte Anleihe mit einem Nominale von EUR 80 Mio. ist am 27. Mai 2013 fällig. Der Kupon beträgt 5,5 % p.a. fix. Das Wertpapier mit der ISIN: AT0000A09S02 notiert an der Wiener Börse im Dritten Markt.

Exportkredite der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB)

Die OeKB finanziert Exporte von Gütern und Leistungen, wenn diese eine direkte oder indirekte Verbesserung der österreichischen Leistungsbilanz bewirken. Großunternehmen steht für kurzfristige, revolvierende Exportgeschäfte der Kontrollbank-Refinanzierungsrahmen in Höhe von max. 15 % des Exportumsatzes zur Verfügung.

Status und Ausblick

Wir erachten die Finanzlage der AT&S derzeit als sehr solide. Es stehen uns ausreichend schriftlich und mündlich zugesagte Banklinien zur Verfügung. Vor dem Hintergrund kräftig steigender Kapazitätsbedarfe unserer Kunden werden wir im Geschäftsjahr 2010/11 Investitionen von rund EUR 80 Mio. tätigen. Dadurch könnte der Verschuldungsgrad – unter Annahme stabiler Wechselkurse – bis auf 100 % steigen. Wir erwarten durch die zusätzlichen Kapazitäten kräftiges Wachstum und einen deutlichen Anstieg des Cashflows. Dies wirkt in weiterer Folge wieder positiv auf den Verschuldungsgrad.

MOBILE DEVICES

Geschäftsverlauf

Aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Umfelds brachen im ersten Quartal die Umsätze massiv ein. Mitte August war wieder ein rapider Anstieg der Kundennachfrage zu verzeichnen; ab September stellte sich die Auslastungssituation der Werke sehr positiv dar.

Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung

in % der in % der
in EUR Mio. 2009/10 Gesamterlöse 2008/09 Gesamterlöse Veränderung
Umsatzerlöse 372,2 100,0 % 449,9 100,0 % (17,3 %)
Herstellungskosten (327,3) (87,9 %) (383,5) (85,3 %) 14,7 %
Bruttogewinn 44,9 12,1 % 66,4 14,7 % (32,4 %)
Vertriebskosten (18,8) (5,1 %) (22,4) (5,0 %) 16,1 %
Allgemeine Verwaltungskosten (17,7) (4,8 %) (21,2) (4,7 %) 16,5 %
Sonstiges betriebliches Ergebnis 2,6 0,7 % 3,9 0,9 % (32,0 %)
Nicht wiederkehrende Posten (36,5) (9,8 %) (27,6) (6,1 %) (32,2 %)
Betriebsergebnis (25,6) (6,9 %) (1,1) (0,2 %) (2.312,2 %)
Finanzergebnis (8,4) (2,2 %) 1,3 0,3 % (760,5 %)
Ergebnis vor Steuern (33,9) (9,1 %) 0,2 0,0 % (16.593,5 %)
Ertragsteuern (3,7) (1,0 %) (6,0) (1,3 %) 38,3 %
Konzernjahresergebnis (37,6) (10,1 %) (5,8) (1,3 %) (550,0 %)
davon Minderheiten zuzurechnen (0,3) (0,1 %) (0,4) (0,1 %) 15,9 %
davon den Gesellschaftern des
Mutterunternehmens zuzurechnen (37,3) (10,0 %) (5,4) (1,2 %) (593,3 %)
Ergebnis je Aktie (in EUR) (1,6) (0,2)

Umsatz

Aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Umfelds brachen im ersten Quartal 2009/10 die Umsätze massiv ein. Mitte August war jedoch ein rapider Anstieg der Kundennachfrage zu verzeichnen, und im September stellte sich die Auslastungssituation der Werke wieder sehr positiv dar. Im dritten und vierten Quartal 2009/10 konnten Umsätze von jeweils rund EUR 100 Mio. erzielt werden.

Im Sommer 2009 wurde die Volumensproduktion vom Standort Leoben-Hinterberg nach Asien verlagert. Das bedeutete einen Abbau von Produktionskapazitäten im Bereich der Volumensfertigung, weil Maschinen in Österreich stillgelegt wurden, in Asien jedoch nicht im gleichen Umfang neue Kapazitäten geschaffen wurden. Folglich sank der Anteil der Mobile Devices-Umsätze an den Gesamtumsätzen von 64 % im Geschäftsjahr 2008/09 auf 59 % im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das Werk Leoben-Hinterberg wurde auf die Bedürfnisse des europäischen Marktes ausgerichtet. Dieser Fokus und erfolgreiche Vertriebsaktivitäten führten zu einem Anstieg des Umsatzanteils des Geschäftsfelds Industrial von 24 % auf 28 %. Die Marktbereinigung durch die Wirtschaftskrise traf im vergangenen Jahr namhafte Mitbewerber der AT&S, speziell im Bereich Automotive. Dadurch konnte der Umsatzanteil, trotz eines für gerade diese Industrie schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, von 9 % auf 11 % gesteigert werden.

Umsatzentwicklung

Unsere asiatischen Werke produzierten im Geschäftsjahr 2009/10 67 % des Gesamtumsatzes. Im vorangegangenen Geschäftsjahr (vor der Verlagerung der Volumensproduktion von Österreich nach Asien) lag dieser Wert noch bei 61 %. Mit dem geplanten Ausbau der Produktionskapazitäten in Asien wird der dort generierte Umsatzanteil auch in Zukunft weiter wachsen.

Die Umsatzverteilung nach Ländern zeigt, dass 47 % des Umsatzes auf Europa entfallen, wobei Deutschland mit EUR 88,3 Mio., Ungarn mit EUR 39,8 Mio. und Österreich mit EUR 18,0 Mio. am bedeutendsten waren. 34 % des Umsatzes wurden in Asien erzielt. USA und Kanada trugen 17 % zum Gesamtumsatz teil, sonstige Länder in Summe etwa 2 %.

Ergebnisse

Wie der Umsatz war auch die Profitabilität der AT&S durch die Wirtschaftskrise erheblich beeinflusst. Im ersten Quartal war die Auslastung sämtlicher Werke extrem schwach. Unterauslastungen in einem fixkostenintensiven Geschäft wie der Leiterplattenproduktion bedeuten einen erheblichen Druck auf die Margen. Zudem fokussierten unsere Kunden verstärkt auf die erzielbaren Einkaufspreise. Das brachte speziell die Ergebnisse des Standorts Leoben-Hinterberg mit seiner Volumensproduktion unter Druck. Folglich mussten wir ein negatives ordentliches Betriebsergebnis von EUR 11,8 Mio. verzeichnen. Da die Volumensproduktion in Leoben-Hinterberg ökonomisch nicht mehr aufrecht zu erhalten war, wurde sie nach Asien verlagert und das österreichische Werk neu ausgerichtet. Die mit der Verlagerung und weiteren Kostensenkungsmaßnahmen verbundenen Aufwendungen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 36,5 Mio. Schon im zweiten Quartal zeigten sich die Erfolge dieser Maßnahmen und es konnten wieder positive Ergebnisse erzielt werden. Im dritten Quartal verzeichneten wir durch die gesenkte Kostenbasis und eine gute Auslastung der Werke eines der profitabelsten Quartale in der Unternehmensgeschichte. Obwohl der Produktmix im vierten Quartal nicht optimal war, die Betriebsleistung im Werk in Shanghai in Folge des Chinese New Year niedriger war und die Rohstoff- und Energiekosten deutlich gestiegen waren, konnte eine EBIT-Marge von 6,2 % erzielt werden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei -1,5 %.

Ergebnisse exkl. Einmalaufwendungen

in % der
Gesamt
in EUR Mio. 2009/10 erlöse
Betriebsergebnis (25,5) (6,9 %)
+ Restrukturierung Leoben-
Hinterberg/Kosten-
einsparungsprogramm
ƒ Wertminderungen 16,9
ƒ Sonstige Aufwendungen 19,6
Betriebsergebnis
exkl. Einmaleffekte 11,0 2,9 %
Finanzergebnis (8,4)
Ergebnis vor Steuern 2,6 0,7 %
Ertragsteuern (3,7)
Konzernergebnis
exkl. Einmaleffekte (1,1) (0,3 %)

Ergebnis je Aktie (in EUR) (0,03)

Dividende

AT&S bleibt auch heuer ihrer konservativen Dividendenpolitik treu, wonach rund 10 % der Cash Earnings ausgeschüttet werden sollen. Der Vorstand wird somit der Hauptversammlung am 7. Juli 2010 vorschlagen, eine Dividende von EUR 0,10 auszuschütten.

Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 7. Juli 2010 vorschlagen, eine Dividende von EUR 0,10 auszuschütten.

Der Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit legte im Vergleich zum Vorjahr trotz des durch Einmalaufwendungen negativen Konzernergebnisses um 21 % auf EUR 47,0 Mio. zu.

Vermögens- und Finanzlage Bilanz (Kurzfassung)

in EUR Mio. 31. März 2010 Struktur 31. März 2009 Struktur Veränderung
Langfristige Vermögenswerte 326,0 67,4 % 365,2 68,0 % (10,7 %)
Kurzfristige Vermögenswerte 157,4 32,6 % 171,6 32,0 % (8,3 %)
VERMÖGENSWERTE 483,4 536,8
Eigenkapital 208,8 43,2 % 252,7 47,1 % (17,4 %)
Langfristige Schulden 135,6 28,1 % 126,2 23,5 % 7,5 %
Kurzfristige Schulden 139,0 28,8 % 157,9 29,4 % (12,0 %)
EIGENKAPITAL und SCHULDEN 483,4 536,8

Das Gesamtvermögen der AT&S zum 31. März 2010 belief sich auf EUR 483,4 Mio. und umfasste zu 67,4 % langfristige Vermögenswerte. Der Bilanzwert der Sachanlagen sank durch laufende Abschreibungen und Wertminderungen in Zusammenhang mit der Restrukturierung des Standorts Leoben-Hinterberg gegenüber dem Beginn des Geschäftsjahres um EUR 41,3 Mio. Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte um EUR 14,2 Mio. ist im Wesentlichen auf einen geringeren Lagerund Forderungsbestand zurückzuführen.

Das Eigenkapital zum Bilanzstichtag betrug EUR 208,8 Mio. und reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr wegen der signifikanten Einmalaufwendungen und der Dividendenzahlung um EUR 43,9 Mio. Die Eigenmittelquote sank um rund 3,8 Prozentpunkte auf 43,2 % und ist weiterhin als stark einzuschätzen. Im Geschäftsjahr 2009/10 wurden im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms keine weiteren eigenen Aktien erworben. Zum 31. März 2010 hielt AT&S somit weiterhin 2.577.412 eigene Aktien (9,95 % des Grundkapitals) mit einem Kaufpreis von EUR 46,6 Mio.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde weiter an der Optimierung der Fristigkeiten der Finanzverbindlichkeiten gearbeitet. So erhöhten sich die langfristigen Schulden per Saldo um EUR 9,5 Mio. und die kurzfristigen verringerten sich um EUR 19,0 Mio. Der gesamte Schuldenstand konnte im Geschäftsjahr 2009/10 um EUR 9,5 Mio. reduziert werden. Die Nettoverschuldung nahm um EUR 26,4 Mio. auf EUR 148 Mio. ab. Damit beträgt der Verschuldungsgrad 70,9 % und entspricht trotz des geringeren Eigenkapitals im Wesentlichen dem Vorjahreswert von 69,1 %. Detailliertere Informationen zur Finanzierung der AT&S werden im Kapitel "Solide Finanzierung" dargestellt.

Cashflow

Der Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit legte im Vergleich zum Vorjahr trotz des durch Einmalaufwendungen negativen Konzernergebnisses um 21 % auf EUR 47,0 Mio. zu. Ein wesentlicher Grund für diese Verbesserung ist ein um EUR 27,5 Mio. geringeres Nettoumlaufvermögen.

Die Nettoauszahlungen für Anlagevermögen (CAPEX), insbesondere für Instandhaltungsinvestitionen, sanken um 66,8 % auf EUR 19,5 Mio. Damit machten diese Investitionen 5,2 % des Umsatzes aus.

Im Geschäftsjahr 2009/10 war ein Nettomittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von EUR 22,8 Mio. zu verzeichnen. Während im Jahr zuvor noch finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 20,7 Mio. aufgenommen wurden, erfolgte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Rückführung im Ausmaß von EUR 19,5 Mio.

Ausblick in Richtung Wachstum

Der Markt wächst wieder

Analysen gehen für das Jahr 2010 von einem weltweiten Wachstum des Leiterplattenmarktes um 9 % aus. Dabei wird der asiatische Markt sowohl produktionsseitig (um 11,5 %) als auch nachfrageseitig (um 14,4 %) am stärksten wachsen. Das Geschäft in Europa sollte stabil bleiben.

Kapazitätsausbau in Shanghai

AT&S fokussiert im Geschäftsfeld Mobile Devices auf das High-End-Segment, d.h. auf die technologisch hochwertigen Smartphones. Die Verkaufszahlen dieser Telefone sollen, gemäß Analystenmeinungen, in den nächsten Jahren mit durchschnittlich 20 % p.a. wachsen. Darüber hinaus sehen wir auch starke Nachfrage nach hochkomplexen Leiterplatten aus den Bereichen "Sonstige Mobile Devices" (z.B. Digitalkameras, Spielekonsolen, mobile Music Player), Automotive und Notebooks. Zusätzlich zu den somit steigenden Stückzahlen an nachgefragten HDI-Leiterplatten werden diese auch immer komplexer und hochlagiger. In Summe bedeutet das einen enorm schnell wachsenden Bedarf an HDI-Kapazitäten. Daher haben wir beschlossen, das auf die Volumensproduktion von HDI-Leiterplatten spezialisierte Werk in Shanghai zu erweitern. Dafür werden im Geschäftsjahr 2009/10 rund EUR 55 Mio. investiert.

Neues Werk in Indien

Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichneten wir stark steigenden Bedarf nach mittleren Serien doppelseitiger und mehrlagiger Leiterplatten. Daher wurden die Arbeiten zur Fertigstellung des zweiten Werks in Nanjangud intensiviert. Die im laufenden Geschäftsjahr zu tätigenden Investitionen werden rund EUR 10 Mio. betragen. Es ist geplant, die Produktion im Herbst 2010 aufzunehmen.

Leoben-Hinterberg neu ausgerichtet

Nachdem das Volumensgeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr von Leoben-Hinterberg nach Asien verlagert wurde, erfolgt nun im laufenden Geschäftsjahr die Neuausrichtung des österreichischen Standorts auf europäische Bedarfe (kleine Stückzahlen, Prototypen, Spezialprodukte) und die Stärkung als Technologiezentrum der AT&S. Da die Nachfrage nach in Indien gefertigten Leiterplatten deutlich die Kapazitäten dieses Standorts überschreitet, werden diese Aufträge im ersten Halbjahr 2010/11 temporär am Standort Leoben-Hinterberg produziert. Als Folge dessen wird weniger Kapazität für das margenstarke europäische Geschäft verfügbar sein; der Produktmix und die Profitabilität werden sich in den ersten 6 Monaten des Geschäftsjahres verschlechtern. Mit Hochfahren des zweiten Werks in Indien wird der Standort die "ausgelagerten" Aufträge übernehmen und von Beginn an eine gute Auslastung aufweisen können.

Technologischer Marktführer

AT&S sieht sich als Technologieführer innerhalb der Leiterplattenindustrie und wird diese Position auch in Zukunft absichern und ausbauen. Daher werden im Geschäftsjahr 2010/11 rund EUR 10 Mio. in neue Technologien investiert. Etwa EUR 5 Mio. werden für die Instandhaltung des bestehenden Maschinenparks aufgewandt.

Investieren in profitables Wachstum

Im Geschäftsjahr 2010/11 werden in Summe rund EUR 80 Mio. in das Wachstum der AT&S investiert, rund zwei Drittel davon im ersten Halbjahr. Dadurch könnte der Verschuldungsgrad – unter Annahme stabiler Wechselkurse – unterjährig bis auf 100 % steigen. Mit den zusätzlichen Kapazitäten soll bereits im laufenden Geschäftsjahr ein kräftiger Umsatzanstieg auf rund EUR 435 Mio. bei einer EBIT-Marge von über 7 % erzielt werden. Die Profitabilität der Gruppe wird im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres noch durch den unvorteilhaften Produktmix im Werk Leoben-Hinterberg belastet. Da die im Zusammenhang mit der Werkserrichtung in Shanghai gewährten Steuervorteile 2009 ausgelaufen sind, ist für die AT&S Gruppe von einem effektiven Steuersatz in Höhe von rund 25 % auszugehen.

Guidance GJ 2010/11

Umsatz: ca. EUR 435 Mio.
EBIT-Marge: > 7 %
Effektiver
Steuersatz:
ca. 25 %
CAPEX: ca. EUR 80 Mio.

Corporate-Governance-Bericht

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen & Corporate-Governance-Erklärung 41
Vorstand der AT&S AG 42
Aufsichtsrat der AT&S AG 43
Unabhängigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats 45
Ausschüsse 46
Vergütungsbericht 47
Directors' Holdings & Dealings 49
Sonstige Verhaltenskodizes 49

Grundlagen & Corporate-Governance-Erklärung

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) erklärt die freiwillige Selbstverpflichtung zum Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) in der Fassung Jänner 2010.

Corporate Governance Kodex

In Österreich ist der vom Arbeitskreis für Corporate Governance unter Leitung des Kapitalmarktbeauftragten der Regierung ausgearbeitete Corporate Governance Kodex seit 1. Oktober 2002 in Kraft und wird seitdem jährlich vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Entwicklungen überprüft und gegebenenfalls angepasst, zuletzt mit Wirkung ab 1. Jänner 2010. Der ÖCGK enthält die für eine gute Unternehmensführung wesentlichen Regeln. Diese sind in die folgenden Regelkategorien eingeteilt:

  • L-Regeln (Legal Requirement): das sind Regeln, die auf zwingenden Rechtsvorschriften beruhen;
  • C-Regeln (Comply or Explain): das sind Regeln, bei denen ein Abweichen zu erklären und zu begründen ist; und
  • R-Regeln (Recommendation): das sind Regeln mit Empfehlungscharakter, die bei Nichteinhaltung weder offenzulegen noch zu begründen sind.

Die jeweils aktuelle Fassung des ÖCGK ist auf der Website des Arbeitskreises unter www.corporate-governance.at abrufbar. Die Website enthält auch eine englische Übersetzung des Kodex sowie vom Arbeitskreis erarbeitete Interpretationen.

AT&S verfolgt seit Jahren eine auf nachhaltige und langfristige Wertsteigerung des Unternehmens ausgerichtete Strategie. Seit Mai 2008 notieren die Aktien der AT&S an der Wiener Börse; das Unternehmen bekennt sich seitdem ausdrücklich zum Österreichischen Corporate Governance Kodex. Diese Verpflichtungserklärung ist für österreichische Gesellschaften Voraussetzung für die Aufnahme in den Prime Market an der Wiener Börse. Eine den Grundsätzen guter Corporate Governance folgende Unternehmensführung findet im Rahmen offener Diskussionen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und innerhalb dieser Organe statt.

AT&S erfüllt per 31. März 2010 mit folgenden Erklärungen inhaltlich alle geforderten Bestimmungen des ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2010:

C-Regeln 27–28a und alle darauf Bezug nehmenden Passagen:

Diese Regeln wurden im Zuge der letzten Anpassung des ÖCGK im Dezember 2009 überarbeitet. Aufgrund der zeitlichen Nähe zur Bestellung von DI (FH) Gerstenmayer zum Vorstandsvorsitzenden der AT&S Mitte Dezember wurden die neuen Regelungen in den im Jänner 2010 unterfertigten Vorstandsvertrag von Herrn Gerstenmayer nicht übernommen.

Organe einer Aktiengesellschaft

Der Vorstand leitet unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so, wie das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordert. Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt.

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung zu überwachen und muss mindestens vierteljährlich eine Sitzung abhalten. Die Aufsichtsratsmitglieder werden von der Hauptversammlung gewählt. Darüber hinaus ist die Arbeitnehmervertretung berechtigt, für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden.

Die Hauptversammlung ist das Forum für das Mitbestimmungsrecht der Aktionäre primär in den ihr gemäß Gesetz und Satzung zur Entscheidung zugeordneten Angelegenheiten.

Vorstand der AT&S AG

Der Vorstand ist in seiner Gesamtheit für die Leitung der Gesellschaft verantwortlich. Unbeschadet der Gesamtverantwortung ist jedes Vorstandsmitglied für spezielle Geschäftsbereiche zuständig. Über alle wichtigen Vorgänge und Geschäftsfälle haben die Vorstandsmitglieder einander zu informieren. Grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik und wesentliche Entscheidungen erfordern die Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand. Bei nicht einstimmigen Beschlüssen ist unverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrats zu informieren. Darüber hinaus ist über beabsichtigte Maßnahmen mit weitreichenden Auswirkungen der Aufsichtsrat in Kenntnis zu setzen.

Die Geschäftsordnung für den Vorstand der AT&S sieht vor, dass dieser mindestens ein Mal pro Monat tagen soll. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fanden insgesamt 30 Sitzungen statt. Über alle Vorstandssitzungen und -beschlüsse sind schriftliche Protokolle zu verfassen.

Dem Vorstand der AT&S gehörten per 31. März 2010 DI (FH) Andreas Gerstenmayer als Vorstandsvorsitzender, Dkfm. Steen Ejlskov Hansen als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand sowie Ing. Heinz Moitzi als Technikvorstand an.

Dr. Harald Sommerer ist mit 31. Jänner 2010 aus dem Vorstand ausgeschieden.

DI (FH) Andreas Gerstenmayer – Vorstandsvorsitzender

seit 1. Februar 2010, bestellt bis 31. Jänner 2013

Herr Gerstenmayer, geboren am 18. Februar 1965, ist deutscher Staatsbürger und Absolvent der Studienrichtung Produktionstechnik an der Fachhochschule Rosenheim. Er trat im Jahr 1990 in den Siemens Konzern in Deutschland ein, wo er zuerst im Geschäftsgebiet Beleuchtungstechnik tätig war und danach verschiedene Führungspositionen innerhalb der Siemens Gruppe übernahm. 2003 erfolgte seine Bestellung als Geschäftsführer der Siemens Transportation Systems GmbH Österreich & CEO der Business Unit Fahrwerke Graz (World Headquarters). Seit 1. Jänner 2009 ist er Gesellschafter der FOCUSON Business Consulting GmbH. Mit Übernahme der Position des Vorstandsvorsitzenden der AT&S zog er sich aus dem operativen Consulting-Geschäft zurück. Herr DI (FH) Gerstenmayer übt kein Aufsichtsratsmandat in einem anderen börsennotierten Unternehmen aus.

DI (FH) Gerstenmayer obliegen funktional die Agenden aus den Bereichen Vertrieb/Marketing, Human Resources, Investor Relations/Public Relations/Interne Kommunikation sowie Business Development & Strategie. In seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstands hat er die Vollziehung der Beschlüsse des Vorstands, des Aufsichtsrats und der Hauptversammlung zu veranlassen und zu überwachen.

Dkfm. Steen Ejlskov Hansen – Finanzvorstand seit 1. April 2004, bestellt bis 31. März 2014

Herr Hansen, geboren am 28. Oktober 1958, ist dänischer Staatsbürger und studierte in Kopenhagen und Südafrika, wo er an der University of South Africa mit dem Titel Diplom-Kaufmann abschloss. Dkfm. Hansen arbeitete von 1979 bis 1994 bei The East Asiatic Company, wo er verschiedenste Führungstätigkeiten in Skandinavien, Australien, Großbritannien und Deutschland bekleidete. Von 1994 bis 1996 war er Finance Director bei Rasmussen & Schlötz GmbH in Deutschland, bevor er bis 1999 CFO der ACO Gruppe wurde. Von 1999 bis 2003 war Steen Hansen kaufmännischer Vorstand der Roto Frank AG.

Dkfm. Hansen, seit 8. Juni 2005 auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AT&S, obliegen funktional die Agenden aus den Bereichen Finanzund Rechnungswesen, Controlling, Interne Revision, Recht & Versicherungen, IT/Organisation, Supply Chain Management und Einkauf.

Ing. Heinz Moitzi – Technikvorstand seit 1. April 2005, bestellt bis 31. März 2013

Herr Moitzi, geboren am 5. Juli 1956, absolvierte von 1971 bis 1975 die Elektroinstallationslehre bei den Stadtwerken Judenburg. Danach, von 1976 bis 1981, besuchte er die HTBL für Elektrotechnik, wo er die Reifeprüfung ablegte. Ing. Moitzi arbeitete 1981 als Messtechniker an der Montanuniversität Leoben. Seit 1981 ist er bei AT&S tätig, zuerst als Abteilungsleiter für den mechanischen Bereich und Galvanik, später als Produktions- und Standortleiter Leoben-Hinterberg. Von 2001 bis 2004 war er Projektleiter und COO der AT&S in Shanghai. Nach seiner Rückkehr übernahm er die Position des Vice President Produktion.

Ing. Moitzi obliegen funktional die Agenden aus den Bereichen Produktion, Forschung & Entwicklung, Qualitätswesen, Umwelt, Sicherheit, Instandhaltung, Ver- & Entsorgung.

DI (FH) Andreas Gerstenmayer Vorstandsvorsitzender

Dkfm. Steen E. Hansen Finanzvorstand

Ing. Heinz Moitzi Technikvorstand

Aufsichtsrat der AT&S AG

Datum der Ende der lfd.
Name Geboren Erstbestellung Funktionsperiode
Hannes Androsch 18.04.1938 30.09.1995* 16. oHV 2010
Willibald Dörflinger 20.05.1950 05.07.2005 16. oHV 2010
Erich Schwarzbichler 09.06.1947 30.09.1995* **
Gerhard Pichler 30.05.1948 02.07.2009 20. oHV 2014
Georg Riedl 30.10.1959 28.05.1999 17. oHV 2011
Karl Fink 22.08.1945 05.07.2005 16. oHV 2010
Albert Hochleitner 04.07.1940 05.07.2005 16. oHV 2010
Wolfgang Fleck 15.06.1962 03.09.2008***
Johann Fuchs 16.12.1959 20.11.1996***
Markus Schumy 14.08.1970 04.10.2001*** ****
Günther Wölfler 21.10.1960 10.06.2009***

* AT&S hatte ursprünglich die Rechtsform einer GmbH. Die Gesellschafterversammlung vom 23. Juni 1995 beschloss eine Rechtsformänderung zu einer Aktiengesellschaft und bestellte Dr. Androsch und Dr. Schwarzbichler in den Aufsichtsrat. Die Aktiengesellschaft wurde am 30. September 1995 in das Firmenbuch eingetragen.

** Dr. Schwarzbichler legte seine Funktion als Aufsichtsrat der AT&S mit der 15. ordentlichen Hauptversammlung am 2. Juli 2009 zurück. Er wollte seine Position – in Hinblick auf das vom Aufsichtsrat festgelegte Unabhängigkeitskriterium, wonach ein Aufsichtsratsmitglied nicht länger als 15 Jahre dem Gremium angehören darf – rechtzeitig einem neuen unabhängigen Finanzexperten zur Verfügung stellen.

*** vom Betriebsrat entsandt; Datum der Erstbestellung entspricht dem Datum der ersten Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung

**** Markus Schumy schied aus dem Aufsichtsrat aus. Ihm folgte ab der Sitzung vom 10. Juni 2009 Günther Wölfler.

Der Aufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Im Geschäftsjahr 2009/10 tagte der Aufsichtsrat viermal unter Teilnahme des Vorstands. In diesen Sitzungen informierte der Vorstand den Aufsichtsrat ausführlich über die Lage der AT&S Gruppe. Weiters wurden strategische Projekte, die langfristige Strategie, Maßnahmen zum Umgang mit der Wirtschaftskrise sowie strukturelle und personelle Änderungen diskutiert und beschlossen. Darüber hinaus standen der Vorstand und der Aufsichtsratsvorsitzende auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in laufender Diskussion zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens und deren Geschäftsentwicklung.

Zusammensetzung

Hannes Androsch ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Der promovierte Wirtschaftswissenschafter ist beeideter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater mit ruhender Befugnis. Von 1970 bis 1981 war Dr. Androsch Bundesminister für Finanzen und von 1976 bis 1981 auch Vizekanzler. Danach, von Juli 1981 bis 1988, leitete er als Generaldirektor die Creditanstalt-Bankverein (heute Teil der UniCredit Gruppe). Im Jahr 1994 beteiligte er sich zusammen mit Ing. Willibald Dörflinger und Dkfm. Helmut Zoidl am Management-Buy-out der AT&S. Dr. Androsch ist an einer Reihe namhafter österreichischer Betriebe beteiligt.

Weitere Aufsichtsratsmandate von Dr. Androsch in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:

  • bwin.com Interactive Entertainment AG (Vorsitzender)
  • HTI High Tech Industries AG

Willibald Dörflinger ist Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Ing. Dörflinger begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 1972 bei M. Schmid & Söhne und wechselte 1974 zu Honesta, Holz- und Kunststoffwarenindustrie. 1978 übernahm er die Leitung des technischen Einkaufs bei EUMIG Elektrizitäts- und Metallwaren Industrie GesmbH, war ab 1980 Leiter der Abteilung Leiterplatten und Oberflächentechnik und von 1986 bis 1990 Geschäftsführer. In den Jahren 1990 bis 1994 agierte er als Vorstand der AT&S sowie Geschäftsführer der EUMIG Fohnsdorf Industrie GmbH. Er beteiligte sich 1994 zusammen mit Dr. Androsch und Dkfm. Zoidl am Management-Buy-out der AT&S und war bis 2005 zuerst geschäftsführender Gesellschafter, Vorstand und zuletzt Vorstandsvorsitzender. Im Jahr 2005 wechselte Ing. Dörflinger in den Aufsichtsrat der AT&S.

Weitere Aufsichtsratsmandate von Ing. Dörflinger in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:

  • HTI High Tech Industries AG
  • HWA AG

Erich Schwarzbichler, bis 2. Juli 2009 Aufsichtsrat der AT&S, promovierte 1970 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Ab 1971 war er als Steuerberater in einer namhaften internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft tätig. Im Jahr 1980 trat er in die Österreichische Länderbank (später Bank Austria, heute UniCredit) ein. Von 1988 bis 2007 verantwortete er die Bereiche Mergers & Acquisitions, Risk-Management sowie Projekt-, Investitions- und Unternehmensfinanzierungen als Kreditdirektor der Bank Austria (heute UniCredit). Seit Juli 2007 ist Dr. Schwarzbichler Privatier.

Gerhard Pichler, seit 2. Juli 2009 Aufsichtsrat der AT&S, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist beeideter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Seit 1986 ist Mag. Pichler Geschäftsführer der CONSULTATIO Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., seit 1995 Partner und geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.

Karl Fink graduierte 1971 an der Hochschule für Welthandel in Wien zum Diplomkaufmann. Von 1971 bis 1975 war er bei Marubeni Corporation im internationalen Warenhandel tätig. Danach wechselte er zur Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt nach Wien. 1979 bis 1987 war er Vorsitzender des Vorstands der Interrisk – Internationale Versicherungs-Aktiengesellschaft. Im Jahr 1987 wurde er Mitglied des Vorstands der Wiener Städtische Allgemeine Versicherungs AG und im Juli 2004 Generaldirektor-Stellvertreter. Per Oktober 2007 wurde ihm der Titel Generaldirektor der Wiener Städtische Versicherung AG, Vienna Insurance Group verliehen. Mit 30. September 2009 beendete Dkfm. Fink seine aktive Laufbahn im Vorstand der Vienna Insurance Group.

Weitere Aufsichtsratsmandate von Dkfm. Fink in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:

Wienerberger AG

Albert Hochleitner schloss 1965 das Studium der technischen Physik an der Technischen Universität Wien ab. Im selben Jahr trat er in die damaligen Wiener Schwachstromwerke des Hauses Siemens ein. 1984 wurde DI Hochleitner zum Vorsitzenden des Vorstands der Uher AG ernannt. 1988 wechselte er zur Siemens AG und übernahm die Leitung des Geschäftsgebiets Elektromotoren im Bereich Automobiltechnik mit Sitz in Würzburg. Im Oktober 1992 wurde er in den Vorstand der Siemens AG Österreich berufen, dessen Vorsitz er im Februar 1994 übernahm. Im Jahr 2005 wechselte er in den Aufsichtsrat der Siemens AG Österreich.

Georg Riedl promovierte 1984 an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften. 1991 wurde er als selbstständiger Rechtsanwalt in der Kanzlei Riedl & Ringhofer eingetragen. Die Schwerpunkte liegen im Wirtschafts-, Handels-, Gesellschaftsund Steuerrecht, Mergers & Acquisitions sowie Vertragsrecht.

Weitere Aufsichtsratsmandate von Dr. Riedl in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:

  • bwin.com Interactive Entertainment AG
  • Porr Allgemeine Baugesellschaft A. Porr AG

Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen ist ein gesetzlich geregelter Teil des österreichischen Corporate-Governance-Systems. Die Arbeitnehmervertretung ist berechtigt, für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsenden. Bei ungerader Zahl der Aktionärsvertreter wird zugunsten der Arbeitnehmervertreter aufgestockt. Diese Drittelparität gilt auch für alle Ausschüsse des Aufsichtsrats, außer für Sitzungen und Abstimmungen, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen. Ausgenommen sind Beschlüsse auf Bestellung oder Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds sowie die Einräumung von Optionen auf Aktien der Gesellschaft.

Die Herren Wolfgang Fleck, Johann Fuchs und Günther Wölfler (ab der Sitzung vom 10. Juni 2009 als Nachfolger von Markus Schumy) wurden vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat entsandt.

Unabhängigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats

Der ÖCGK sieht vor, dass die Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat unabhängig sein soll. Der C-Regel 53 ÖCGK entsprechend hat der Aufsichtsrat die folgenden Kriterien festgelegt, nach denen seine Mitglieder als unabhängig anzusehen sind:

Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Folgende Kriterien dienen der Beurteilung der Unabhängigkeit eines Aufsichtsratsmitglieds:

  • Das Aufsichtsratsmitglied war in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft.
  • Das Aufsichtsratsmitglied unterhielt im letzten Geschäftsjahr und unterhält derzeit zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat.
  • Das Aufsichtsratsmitglied war in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft.
  • Das Aufsichtsratsmitglied ist nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.

  • Das Aufsichtsratsmitglied gehört nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat an. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.

  • Das Aufsichtsratsmitglied ist kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkeln, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Nach diesen Kriterien hat jeder Kapitalvertreter im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 16. März 2010 erneut erklärt, ob er unabhängig ist. Hannes Androsch erklärte sich wiederholt aufgrund des zwischen der AIC Androsch International Management Consulting GmbH und AT&S bestehenden Beratungsvertrags (siehe auch unten: "Zustimmungspflichtige Verträge") als nicht unabhängig. Willibald Dörflinger war bis 30. Juni 2005 Vorsitzender des Vorstands der AT&S und erklärte sich aus diesem Grund ebenfalls als nicht unabhängig. Alle anderen von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats erklärten sich unabhängig.

C-Regel 54 ÖCGK sieht vor, dass bei Gesellschaften mit einem Streubesitz von mehr als 50 % mindestens zwei nach C-Regel 53 ÖCGK unabhängige Mitglieder dem Aufsichtsrat angehören sollen, die darüber hinaus keine Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % sind oder deren Interessen vertreten. Die Herren Fink und Hochleitner erfüllen diese Voraussetzungen.

Zustimmungspflichtige Verträge

Im Zusammenhang mit diversen Akquisitionen und Projekten hat der Konzern Beratungsleistungen von AIC Androsch International Management Consulting GmbH, welche unter der Leitung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats geführt wird, erhalten. Im Geschäftsjahr 2009/10 fielen Honorare in Höhe von TEUR 365 an.

Ausschüsse

Der Aufsichtsrat richtete zu seiner effizienten Unterstützung und zur Behandlung komplexer Sachverhalte zwei Ausschüsse ein, die einzelne Sachgebiete vertiefend behandeln und dem Aufsichtsrat darüber berichten:

Prüfungsausschuss

Dieser Ausschuss setzt sich zusammen aus:

  • Mag. Gerhard Pichler (Vorsitzender und Finanzexperte)
  • Dr. Georg Riedl
  • Wolfgang Fleck

Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Arbeit des Abschlussprüfers, mit der Überwachung und Prüfung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, der Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts sowie des Corporate-Governance-Berichts und ist für die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat zuständig.

Auch beschäftigt sich der Prüfungsausschuss vorbereitend für den Aufsichtsrat mit allen Fragen der Prüfung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie mit dem Konzernrechnungslegungsprozess.

Er unterbreitet weiters einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers und berichtet dem Aufsichtsrat darüber.

Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des unternehmensweiten internen Kontrollsystems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft zu überwachen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr tagte der Prüfungsausschuss zweimal. Tätigkeitsschwerpunkte waren die Behandlung und Prüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. März 2009, die Planung und Vorbereitung der Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2009/10 sowie die Behandlung des Risikomanagements, des internen Kontrollsystems und der internen Revision. Weiters ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses als Ausschussvertreter bei der Quartalsberichterstattung eingebunden und berichtet diesbezüglich an den Prüfungsausschuss.

Nominierungs- und Vergütungsausschuss

Dieser Ausschuss setzt sich zusammen aus:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Dkfm. Karl Fink
  • DI Albert Hochleitner
  • Wolfgang Fleck
  • Johann Fuchs

Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand, befasst sich mit Fragen der Nachfolgeplanung, mit den Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss ist weiters zur Entscheidung in dringenden Fällen befugt. Sämtliche Kapitalvertreter in diesem Ausschuss verfügen als ehemalige Vorstandsvorsitzende bzw. Generaldirektoren über Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Vergütungspolitik.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr tagte der Nominierungs- und Vergütungsausschuss ein Mal, um die mit der Nachbesetzung von Dr. Harald Sommerer als scheidenden Vorstandsvorsitzenden zu tätigenden Maßnahmen einzuleiten.

Vergütungsbericht

Der folgende Bericht stellt die Vergütung an die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der AT&S dar. Er ist in Verbindung mit den Erläuterungen im Anhang zum Jahresabschluss bzw. Konzernabschluss 2009/10 zu lesen.

Vorstandsvergütung

Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands

Geschäftsjahr 2009/10 Geschäftsjahr 2008/09
(in EUR 1.000) Fix Variabel* Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 58 58 n.a. n.a. n.a.
Dr. Harald Sommerer 457 423 880 457 457
Dkfm. Steen E. Hansen 365 365 366 366
Ing. Heinz Moitzi 314 314 316 316
1.617 1.139

* Die variablen Bezüge des Vorstands betreffen die vertraglichen Abfertigungszahlungen und Abfindungen sonstiger Ansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung des Vorstandsvertrages.

Der Bestand an von den Vorständen gehaltenen Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:

Aufrechte Optionen, zugeteilt am 1. April
2006 2007 2008 2009 Summe
Dr. Harald Sommerer 40.000 40.000 40.000 40.000 160.000
Dkfm. Steen E. Hansen 30.000 30.000 30.000 30.000 120.000
Ing. Heinz Moitzi 30.000 30.000 30.000 30.000 120.000
Ausübungspreis (EUR) 17,99 22,57 15,67 3,86

Die aktuelle aktienorientierte Vorstandsvergütung basiert auf dem Stock-Option-Plan 2009–2012 der AT&S, welcher vom 1. April 2009 bis zum 1. April 2012 läuft. Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei bis zu 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach Ablauf von zwei Jahren, bis zu 30 % nach Ablauf von drei Jahren und bis zu 50 % nach Ablauf von vier Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden können. Aktienoptionen können nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig.

Die (nicht auf Aktienoptionen entfallende) variable Vergütung des Vorstands sowie aller Mitarbeiter mit variablen Gehaltsbestandteilen hing bis zum Geschäftsjahr 2009/10 von der Erreichung von zwei im Rahmen des Budgets festgelegten Kenngrößen (Economic Value Added [EVA] und Return on Capital Employed [ROCE]) ab. Es konnte maximal ein Bonus von 200 % erreicht werden.

Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses haben die Vorstände Anspruch auf Abfertigung gemäß Angestelltengesetz. Im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses seitens eines Vorstandsmitglieds aus berechtigtem und wichtigem Grund oder aufgrund des Erlöschens der Funktion aus gesellschaftsrechtlichen Gründen ist das Entgelt bis zum Vertragsende weiterzubezahlen. Sollte ein Vorstand sein Amt niederlegen oder aufgrund einer schwerwiegenden Pflichtverletzung von seiner Funktion abberufen und entlassen werden sowie im Todesfall endet die Gehaltszahlung mit Ende des entsprechenden Monats.

Pensionsansprüche der Vorstände sind mittels einzelvertraglicher Leistungszusagen oder Beitragszahlungen geregelt. Dkfm. Hansen und Ing. Moitzi wurde für jedes anrechenbare Dienstjahr ein Pensionsanspruch in Höhe von 1,2 % des zuletzt bezogenen Aktiveinkommens, maximal jedoch 40 % davon zugesagt. Für DI (FH) Gerstenmayer wird ein Beitrag in Höhe von 10 % des monatlichen Bruttogehalts in eine Pensionskasse eingezahlt.

Ausscheiden von Dr. Harald Sommerer aus dem Vorstand

Mit 31. Jänner 2010 wurde der Vorstandsvertrag mit Dr. Harald Sommerer einvernehmlich beendet. Entsprechend den Regelungen des Optionsvertrags wurden alle ihm zu diesem Zeitpunkt zugeteilten Aktienoptionen zur Ausübung fällig und sind bis spätestens 31. Jänner 2011 ausübbar. Danach verfallen alle nicht ausgeübten Optionen ohne jede weitere Entschädigung. Finanziell erhielt Dr. Sommerer seine vertragliche Abfertigung in Höhe von 4 Jahreszwölfteln sowie eine Pauschalabfindung für sonstige Ansprüche aus dem Vorstandsvertrag in Höhe von EUR 280.000 brutto. Sein Pensionsanspruch ruht und wird bis zur vertragsmäßigen Inanspruchnahme wertgesichert.

Aufsichtsratsvergütung

Gesamtvergütung und persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

Geschäftsjahr endend zum Geschäftsjahr endend zum
31. März 2010 31. März 2009
(in EUR 1.000) Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Dr. Hannes Androsch 16 16 18 18
Ing. Willibald Dörflinger 9 9 9 9
Dr. Erich Schwarzbichler 2 2 11 11
Mag. Gerhard Pichler 9 9 n.a. n.a. n.a.
Dr. Georg Riedl 11 11 11 11
DI Albert Hochleitner 11 11 10 10
Dkfm. Karl Fink 10 10 11 11
68 68 70 70

Die in den Aufsichtsrat entsandten Arbeitnehmervertreter üben ihre Funktion ehrenamtlich aus.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine fixe Vergütung in Höhe von EUR 11.000 pro Wirtschaftsjahr, alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 7.300. Der Vorsitz eines Ausschusses wird mit einem Fixum von EUR 3.000 pro Wirtschaftsjahr, die Mitgliedschaft mit EUR 2.000 remuneriert. Die variable Vergütungskomponente setzt sich aus dem Sitzungsgeld und einem Bonus für das Erreichen eines im Budget festgelegten EVA-Wertes durch AT&S zusammen. Das Sitzungsgeld beträgt generell EUR 400 pro Aufsichtsratssitzung. Darüber hinaus erhält der Vorsitzende des Aufsichtsrats einen auf EVA basierenden Bonus in Höhe von EUR 10.000 pro Wirtschaftsjahr bei 100%-iger Zielerreichung, die Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von EUR 5.000. Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten keine Aktienoptionen der Gesellschaft.

Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung)

Die bei AT&S bestehende D&O-Versicherung gilt für alle ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftigen Mitglieder der geschäftsführenden Organe und der Kontrollorgane der Versicherungsnehmerin oder ihrer Tochterunternehmen. Umfasst sind die gerichtliche und außergerichtliche Abwehr ungerechtfertigter und die Befriedigung begründeter Schadenersatzansprüche wegen reiner Vermögensschäden aus Pflichtverletzungen der versicherten Personen aus ihrer organschaftlichen Tätigkeit. Die Versicherung gilt weltweit. Die Jahresprämie wird von AT&S bezahlt.

Directors' Holdings & Dealings

Aktien Optionen gemäß Stock-Option-Plan
Durchschn.
Stand Stand Stand Stand Ausübungs
(in EUR 1.000) 31.03.2009 Veränderung 31.03.2010 % Kapital 31.03.2009 Veränderung 31.03.2010 preis
Steen Hansen 2.000 0 2.000 0,01 % 120.000 0 120.000 EUR 15,02
Heinz Moitzi 1.672 0 1.672 0,01 % 120.000 0 120.000 EUR 15,02
Hannes Androsch 445.853 0 445.853 1,72 %
Androsch Privatstiftung 5.570.666 0 5.570.666 21,51 %
Dörflinger Privatstiftung 4.574.688 0 4.574.688 17,66 %
Gerhard Pichler 1) 19.118 0,07 %
Georg Riedl 9.290 0 9.290 0,04 %
Johann Fuchs 4 500 504 0,00 %
im GJ 2009/10
ausgeschiedene Directors 171.878 n.a. n.a. n.a. 160.000 0 160.000 EUR 15,02
Summe Directors'
Holdings/Dealings 10.776.051 0 10.623.791 41,02 % 400.000 0 400.000
Eigene Aktien 2) 3) 2.577.412 0 2.577.412 9,95 %
Restliche ausgegebene Aktien 12.546.537 12.698.797 49,03 %
Summe 25.900.000 25.900.000 100,00 % 400.000 400.000

1) per 31.3.2009 noch kein Director der AT&S AG

2) Der rechnerische Betrag des Grundkapitals eigener Aktien betrug zum 31. März 2010 EUR 2.835.153.

3) Rückgekaufte Aktien können zur Durchführung des Mitarbeiterbeteiligungs- bzw. Stock-Option-Programms sowie für potenzielle Akquisitionen verwendet werden.

Sonstige Verhaltenskodizes

AT&S Ethik- und Verhaltenskodex

Zusätzlich zum ÖCGK hat sich AT&S selbst einen Ethik- und Verhaltenskodex auferlegt. Dieser beschreibt, wie AT&S ihre Geschäfte auf ethische und sozialverantwortliche Weise führt. Die Richtlinien gelten für alle Aktivitäten von AT&S weltweit. Jeder AT&S Mitarbeiter ist verantwortlich, sich bei der Ausübung seines Berufs und seiner täglichen Arbeit ausnahmslos an diesen Kodex zu halten. Für bestimmte Regionen, Länder oder Funktionen können strengere oder detailliertere Richtlinien gelten, die jedoch grundsätzlich im Einklang mit dieser Unternehmenspolitik sind. Ein Kernpunkt des Kodex ist, dass AT&S etwa bei Einstellung, Vergütung, Beförderung keinerlei Form der Diskriminierung aufgrund z. B. Rasse, Religion, politischer Zugehörigkeit, aber auch Geschlecht unterstützt; es zählt die persönliche Leistung. Daher wurden seitens AT&S keine generellen Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Vorstand, Aufsichtsrat und in leitenden Positionen gesetzt.

AT&S Compliance Code

Die Gleichbehandlung und umfassende Information aller Aktionäre hat für uns hohe Bedeutung. Zur Vermeidung von Insiderhandel wurde ein Compliance Code ("Erweiterte Konzernrichtlinie zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen") im Unternehmen installiert, der die Bestimmungen der Emittenten-Compliance-Verordnung der österreichischen Finanzmarktaufsicht unter Einbezug aller Aufsichtsratsmitglieder umsetzt. Seine Einhaltung wird vom Compliance Officer kontinuierlich überwacht.

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dkfm. Steen Ejlskov Hansen e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Konzernabschluss zum 31. März 2010

Inhaltsverzeichnis

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 52
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 52
Konzernbilanz 53
Konzern-Geldflussrechnung 54
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 55
Anhang zum Konzernabschluss 56

Konzern-Gewinnund Verlustrechnung

Geschäftsjahr endend zum 31. März
(in TEUR) Erläuterung 2010 2009
Umsatzerlöse 1 372.184 449.881
Herstellungskosten 2 (327.301) (383.528)
Bruttogewinn 44.883 66.353
Vertriebskosten 2 (18.819) (22.427)
Allgemeine Verwaltungskosten 2 (17.739) (21.236)
Sonstiges betriebliches Ergebnis 4 2.646 3.892
Nicht wiederkehrende Posten 5 (36.533) (27.642)
Betriebsergebnis (25.562) (1.060)
Finanzierungserträge 6 2.956 15.795
Finanzierungsaufwendungen 6 (11.313) (14.530)
Finanzergebnis (8.357) 1.265
Ergebnis vor Steuern (33.919) 205
Ertragsteuern 7 (3.698) (5.992)
Konzernjahresergebnis (37.617) (5.787)
davon den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen (37.271) (5.376)
davon den Minderheitenanteilen zuzurechnen (346) (411)
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären des Mutterunternehmens zusteht
(in EUR je Aktie): 25
- unverwässert (1,60) (0,23)
- verwässert (1,59) (0,23)

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Geschäftsjahr endend zum 31. März
(in TEUR) 2010 2009
Konzernjahresergebnis (37.617) (5.787)
Währungsumrechnungsdifferenzen (1.841) 40.292
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von zur Veräußerung
verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach Steuern 19 (17)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von
Zahlungsströmen, nach Steuern (299)
Sonstiges Ergebnis (2.121) 40.275
Gesamtkonzernergebnis (39.738) 34.488
davon den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen (39.392) 34.891
davon den Minderheitenanteilen zuzurechnen (346) (403)

Konzernbilanz

31. März
(in TEUR) Erläuterung 2010 2009
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 8 308.527 349.853
Immaterielle Vermögenswerte 9 2.037 2.238
Finanzielle Vermögenswerte 13 99 122
Übergedeckte Pensionsansprüche 18 620 46
Aktive latente Steuern 7 11.124 9.962
Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 3.622 3.066
326.029 365.287
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 11 38.700 46.998
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 12 90.976 101.013
Finanzielle Vermögenswerte 13 14.214 14.013
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 14 2.151
Laufende Ertragsteuerforderungen 117 322
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 15 13.354 7.031
157.361 171.528
Summe Vermögenswerte 483.390 536.815
Gezeichnetes Kapital
Sonstige Rücklagen
Gewinnrücklagen
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital
Minderheitenanteile
23
24
45.680
(1.560)
164.184
208.304
489
45.680
561
205.999
252.240
494
Summe Eigenkapital 208.793 252.734
SCHULDEN
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 17 105.197 97.060
Rückstellungen für Personalaufwand 18 11.369 9.751
Sonstige Rückstellungen 19 12.769 7.322
Passive latente Steuern 7 4.664 9.845
Sonstige Verbindlichkeiten 16 1.618 2.172
135.617 126.150
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 16 60.436 53.022
Finanzielle Verbindlichkeiten 17 70.455 98.485
Laufende Ertragsteuerschulden 2.611 3.449
Sonstige Rückstellungen 19 5.478 2.975
138.980 157.931
Summe Schulden
Summe Eigenkapital und Schulden
274.597
483.390
284.081
536.815

Konzern-Geldflussrechnung

Geschäftsjahr endend zum 31. März
(in TEUR) 2010 2009
Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis (37.617) (5.787)
Überleitungspositionen zum Nettogeldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit:
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen von Anlagevermögen und von zur
Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 60.042 53.436
Veränderung langfristiger Rückstellungen 5.447 6.528
Ertragsteuern 3.698 5.992
Finanzierungsaufwendungen/(-erträge) 8.357 (1.265)
(Gewinne)/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 391 88
Auflösung von Investitionszuschüssen (1.695) (1.105)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (1.012) 1.303
Veränderungen des Working Capital:
- Vorräte 8.361 8.210
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 10.149 (4.357)
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 5.652 (18.459)
- Sonstige Rückstellungen 2.255 1.251
Aus der laufenden Geschäftstätigkeit generierte Zahlungsmittel 64.028 45.835
gezahlte Zinsen (7.453) (5.243)
erhaltene Zinsen und Dividendenerträge 728 966
gezahlte Ertragsteuern (10.300) (2.825)
Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 47.003 38.733
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (19.742) (59.058)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 237 256
Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochtergesellschaften, abzüglich dabei veräußerter
liquider Mittel 174
Auszahlungen für den Erwerb von finanziellen Vermögenswerten (2.329) (3)
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 3.406 3.085
Nettomittelabfluss aus Investitionstätigkeit (18.254) (55.720)
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 44.183 118.546
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (63.675) (97.888)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 899 1.645
Dividendenzahlungen (4.198) (7.930)
Nettomittelzufluss/(-abfluss) aus Finanzierungstätigkeit (22.791) 14.373
Nettozunahme/(-abnahme) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 5.958 (2.614)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 7.031 9.364
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 365 281
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresende 13.354 7.031

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Den Gesell
schaftern des
Mutterunter
nehmens zu
(in TEUR) Gezeichnetes
Kapital
Sonstige
Rücklagen
Gewinn
rücklagen
rechenbares
Eigenkapital
Minder
heitenanteile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 31. März 2008 45.658 (39.714) 219.817 225.761 530 226.291
Gesamtkonzernergebnis in 2008/09 40.275 (5.376) 34.899 (403) 34.496
Aktienoptionsprogramme:
- Wert der erbrachten Leistungen 22 22 22
Dividendenzahlung für 2007/08 (7.930) (7.930) (7.930)
Minderheitenanteile durch Unternehmens
erwerbe und Umgliederung von auf Min
derheitenanteile entfallenden Verlusten (512) (512) 367 (145)
Stand zum 31. März 2009 45.680 561 205.999 252.240 494 252.734
Gesamtkonzernergebnis in 2009/10 (2.121) (37.271) (39.392) (346) (39.738)
Dividendenzahlung für 2008/09 (4.198) (4.198) (4.198)
Umgliederung von auf Minderheitenanteile
entfallenden Verlusten (346) (346) 346
Veränderung Konsolidierungskreis (5) (5)
Stand zum 31. März 2010 45.680 (1.560) 164.184 208.304 489 208.793

Anhang zum Konzernabschluss I. Allgemeine Erläuterungen

A. Allgemeines

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "die Gesellschaft" und mit ihren Tochtergesellschaften "der Konzern" genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, A-8700 Leoben-Hinterberg.

Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienstleistungen primär für die Telekommunikations-, Automobil- und Industrieelektronik. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufacturer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manufacturer) abgesetzt.

Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Österreich, im Börsesegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellisting auf dem bisherigen Börseplatz Frankfurt am Main, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börseplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse, Deutschland, im Segment Prime Standard.

Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten Standards (IFRS und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungsoder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert bzw. zu Marktwerten bewertet werden.

a. Konsolidierungsgrundsätze

Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2010 mit folgender Ausnahme: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der AT&S (China) Company Limited dem Kalenderjahr (31. Dezember 2009), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2010 erfolgte.

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 10. Mai 2010 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 8. Juni 2010 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und, im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung, die Gesellschafter können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen ab dem Zeitpunkt einbezogen und vollkonsolidiert, ab dem die Gesellschaft die Möglichkeit hat, die Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens zu bestimmen, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %:

  • AT&S India Private Limited, Indien (im Folgenden AT&S Indien genannt, Anteil 100 %),
  • AT&S Verwaltungs GmbH & Co KG, Deutschland (Anteil 100 %),
  • AT&S Deutschland GmbH, Deutschland (Anteil 100 %),
  • C2C Technologie für Leiterplatten GmbH, Österreich (Anteil 100 %),
  • AT&S (China) Company Limited, China (im Folgenden AT&S China genannt, Anteil 100 %),
  • DCC Development Circuits & Components GmbH, Österreich (Anteil 100 %),
  • AT&S Klagenfurt Leiterplatten GmbH, Österreich (Anteil 77,32 %),
  • AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong (im Folgenden AT&S Asia Pacific genannt, Anteil 100 %),
  • AT&S Japan K.K., Japan (Anteil 100 %),
  • AT&S Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden AT&S Korea genannt, Anteil 98,76 %),
  • AT&S Americas LLC, USA (im Folgenden AT&S Americas genannt, Anteil 100 %).

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt zuzüglich der dem Erwerb direkt zurechenbaren Kosten. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang der Minderheitsanteile. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Konsolidierungskreisänderungen

Die AT&S ECAD Technologies Private Limited, Indien und deren Tochtergesellschaft AT&S ECAD Technologies Inc., USA wurden per Anfang Juni 2009 endkonsolidiert.

Konsolidierungsmethoden

Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen handeln.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IAS 27 "Konzern- und separate Einzelabschlüsse" (Consolidated and Separate Financial Statements). Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Im Übrigen werden für alle einbezogenen Tochterunternehmen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

Der Konzern betrachtet Transaktionen mit Minderheiten als Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns. Bei Käufen von Minderheitenanteilen wird die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem zuordenbaren erworbenen Anteil am Nettoreinvermögen des Tochterunternehmens vom Eigenkapital abgezogen. Gewinne oder Verluste aus Veräußerungen an Minderheiten werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Bei Verkäufen an Minderheiten wird die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem zuordenbaren veräußerten Anteil am Nettoreinvermögen des Tochterunternehmens auch im Eigenkapital erfasst.

b. Geschäftssegmentinformationen

Als Geschäftssegment wird ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet und es fallen Aufwendungen an, wobei diese auch im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmenten des Unternehmens stehen können. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Gemäß der internen Berichterstattung nach regionalen Produktionsstandorten ist zwischen den beiden Geschäftssegmenten Europa und Asien zu unterscheiden. Das Geschäftssegment Europa umfasst die Aktivitäten der Produktionsstandorte in Österreich und das Geschäftssegment Asien die Aktivitäten der Produktionsstandorte in China, Indien und Südkorea. Die Geschäftssegmente inkludieren jeweils auch die den betroffenen Produktionsstandorten zuzurechnenden Vertriebsaktivitäten.

c. Fremdwährungen

Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (EUR). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung.

Ausländische Gesellschaften

Die Umrechnung der Bilanzen der AT&S Indien, AT&S China, AT&S Asia Pacific, AT&S Japan K.K., AT&S Korea und AT&S Americas erfolgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Fremdwährungstransaktionen

In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum Umrechnungskurs des Entstehungstages bewertet. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtages umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Ausnahme jener aus "Jederzeit verkaufbare Wertpapiere" – werden erfolgswirksam erfasst. Die Währungsdifferenzen aus "Jederzeit verkaufbare Wertpapiere" werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

d. Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden abzüglich Umsatzsteuer und Erlösschmälerungen entsprechend den Incoterms zum Zeitpunkt der Eigentumsübertragung an den Kunden realisiert. Transportkosten im Zusammenhang mit den Umsatzerlösen sind in den Vertriebskosten ausgewiesen.

Zinserträge

Die Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswertes erfasst.

e. Ertragsteuern

Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern.

Aktive und passive Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buchwerten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Bei der Berechnung des Steuereffekts wurde der derzeit jeweils gültige oder verbindlich verlautbarte Steuersatz unterstellt.

Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie steuerlichen Verlustvorträgen und Firmenwertabschreibungen.

Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von jederzeit verkaufbaren Wertpapieren sowie auf noch nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne genutzt werden können.

Latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

f. Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert, hingegen werden Instandhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswertes aktiviert. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden keine diesbezüglichen Fremdkapitalkosten aktiviert.

Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude und Bauten 15-50 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 5-15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 3-10 Jahre

Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Erwartete Abbruch- und Entsorgungskosten am Ende der Nutzungsdauer werden als Teil der Anschaffungskosten aktiviert und in eine Rückstellung eingestellt. Voraussetzung dafür ist eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten und dass eine Schätzung zuverlässig durchgeführt werden kann.

Gemietete Sachanlagen, bei denen der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen innehat und die wirtschaftlich als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind, werden entsprechend IAS 17 "Leasingverhältnisse" (Leases) mit dem Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Anlagegegenstandes. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sichergestellt, dass das Eigentum auf den Leasingnehmer übergehen wird, so wird der Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind abgezinst passiviert. Die laufenden Zahlungen der Leasingraten werden in Tilgungsanteil und Finanzierungskosten aufgeteilt.

Die überlassenen Gegenstände aller anderen Leasing- und Pachtverträge werden als operatives Leasing behandelt und dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden als Aufwand erfasst.

Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

g. Immaterielle Vermögenswerte

Patente, Markenrechte und Lizenzen

Ausgaben für erworbene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von 4 bis 10 Jahren abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert, der den Überschuss der Anschaffungskosten zum Zeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Erwerbers an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens darstellt, wird zum Erwerbszeitpunkt als immaterieller Vermögenswert angesetzt.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstellungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Periodenaufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden Nachweise kumulativ erbracht werden können:

  • Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.
  • Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.
  • Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.
  • Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswertes zurechenbaren Aufwendungen.

Im vorliegenden Konzernabschluss wurden keine Entwicklungskosten aktiviert.

h. Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen, immaterielles Anlagevermögen und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Die Werthaltigkeit der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegt der erzielbare Betrag des jeweiligen Anlagegegenstandes unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschreibung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrages. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden.

Es wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung (Impairment) des Geschäfts- oder Firmenwertes vorliegt. Falls unterjährig Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units) verteilt.

Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst werden wird statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung.

Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäftsoder Firmenwertes, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

i. Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der notwendigen variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die FIFO-Methode (first-in, first-out) ermittelt. Bei der Ermittlung der Herstellkosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Zinsen werden nicht angesetzt.

j. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Forderungen werden zum Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, bilanziert. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Risikovorsorgen decken alle erkennbaren Bonitäts- und Länderrisiken ab.

k. Finanzielle Vermögenswerte

Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsdatum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Der Erstansatz erfolgt, außer bei den "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten" finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der Transaktionskosten.

Finanzielle Vermögenswerte werden in nachfolgend erläuterte Kategorien unterteilt. Die Klassifizierung hängt von dem jeweiligen Zweck der finanziellen Vermögenswerte ab und wird jährlich überprüft.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Finanzinstrumente, die hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, einen Gewinn aus kurzfristigen Schwankungen des Preises oder der Händlermarge zu erzielen, sind als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzinstrumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das "Hedge Accounting" zur Anwendung gelangt (siehe l. Derivative Finanzinstrumente).

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere

Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapiere werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Gegebenenfalls erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorgenommen.

Ausleihungen und Forderungen

Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. In der Bilanz werden diesbezügliche Vermögenswerte unter der Position "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte betreffen jederzeit verkaufbare Wertpapiere (Securities Available-for-Sale). Es handelt sich dabei um Wertpapiere, die nach Meinung des Managements als Reaktion auf einen – oder wegen eines – erwarteten Liquiditätsbedarf/s oder aufgrund erwarteter Änderungen von Zinssätzen, Wechselkursen oder Aktienkursen verkauft werden können, wobei die Einteilung in lang- und kurzfristige Aktiva in Übereinstimmung mit der voraussichtlichen Behaltedauer erfolgt.

Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden abzüglich entsprechender Ertragsteuern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, bis diese Wertpapiere verkauft oder als wertgemindert eingestuft werden.

Zins- und Dividendenerträge aus jederzeit verkaufbaren Wertpapieren werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Bei der Veräußerung von jederzeit verkaufbaren Wertpapieren wird der kumulierte und bis dahin im Eigenkapital erfasste nicht realisierte Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung der Berichtsperiode im Finanzergebnis erfasst.

Sobald ein jederzeit verkaufbares Wertpapier als wertgemindert eingestuft wird, wird der bis dahin im Eigenkapital erfasste, kumulierte nicht realisierte Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Eine Wertminderung ist dann gegeben, wenn Hinweise darauf bestehen, dass der beizulegende Zeitwert unter den Buchwert gesunken ist. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn der Rückgang des Marktpreises ein solches Ausmaß annimmt, dass eine Wertaufholung auf den Anschaffungswert innerhalb eines vorhersehbaren Zeitraums vernünftigerweise nicht erwartet werden kann. Eine Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zu jedem Bilanzstichtag.

Weiters werden unter den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten jene finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen, die keiner der anderen der dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Wenn sich für nicht börsenotierte Eigenkapitalinstrumente der Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen lässt, werden diese finanziellen Vermögenswerte mit den Anschaffungskosten bewertet. Gegebenenfalls erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorgenommen, wobei diesbezügliche Wertminderungen nicht rückgängig gemacht werden.

l. Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern schließt derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Währungsschwankungen bei Transaktionen in Fremdwährung – in erster Linie in US-Dollar – abzusichern. Diese Instrumente betreffen hauptsächlich Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen sowie Währungsswaps und werden abgeschlossen, um den Konzern gegen Wechselkursschwankungen – durch Fixierung von zukünftigen Wechselkursen für Fremdwährungsaktiva und -passiva – zu schützen.

Der Konzern schließt weiters Zinsswaps ab, um sich gegen Zinssatzschwankungen abzusichern.

Wertschwankungen der gesicherten Position werden durch korrespondierende Wertschwankungen des Termingeschäfts ausgeglichen. Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein.

Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt mit deren Marktwerten. Das "Hedge Accounting" gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" (Financial Instruments: Recognition and Measurement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Sofern kein erfolgsneutrales "Hedge Accounting" anzuwenden ist, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

m. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hoch liquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).

n. Minderheitenanteile

Die Minderheitenanteile stellen sich wie folgt dar:

  • 22,68 % betreffen das Eigenkapital an der AT&S Klagenfurt Leiterplatten GmbH,
  • 1,24 % betreffen das Eigenkapital an der AT&S Korea.

Die auf Minderheitenanteile entfallenden Verluste können den auf diese Anteile entfallenden Anteil am Eigenkapital dieser Gesellschaften übersteigen. Der übersteigende Betrag und jeder weitere auf Minderheitenanteile entfallende Verlust wird gegen die Mehrheitsbeteiligung am Konzerneigenkapital verrechnet, mit Ausnahme des Betrages, für den die Minderheiten eine verbindliche Verpflichtung besitzen und in der Lage sind, die Verluste auszugleichen.

o. Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, und es wahrscheinlich ist, dass Ressourcen notwendig sein werden, um dieser Verpflichtung nachkommen zu können, und der Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

p. Rückstellungen für Personalaufwand Rückstellungen für Pensionen

Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen gegeben sind.

Für Vorstände und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiedene Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die sich nach der Methode laufender Einmalprämien des Anwartschaftsansammlungsverfahrens (Projected Unit Credit Method) ergebende Pensionsverpflichtung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der Rentenanpassungen berechnet.

Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den überdeckten Pensionsansprüchen ausgewiesen.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet die erworbenen Ansprüche, den Zinsaufwand, die versicherungstechnischen Ergebnisse unter Anwendung der Korridormethode sowie die Veranlagungsergebnisse der zur Deckung vorgesehenen Vermögenswerte.

Zu jedem Bilanzstichtag ergeben sich aufgrund der Änderung von versicherungsmathematischen Schätzannahmen (Fluktuationsrate, aktueller Marktzinssatz erstrangiger festverzinslicher Industrieanleihen, Gehaltsniveau sowie die tatsächlichen Erträge aus dem zweckgebundenen Vermögen des Pensionsfonds) wertmäßige Auswirkungen, die als versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste bezeichnet werden. Diese versicherungstechnischen Ergebnisse werden unter Anwendung der Korridormethode gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" (Employee Benefits) bilanziert. Die Verteilung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten außerhalb des Korridors (10 % des Barwertes der Verpflichtung oder des dem Planvermögen beizulegenden Zeitwerts) erfolgt über die durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom Plan erfassten Arbeitnehmer, jene innerhalb des Korridors werden nicht angesetzt.

Rückstellungen für Abfertigungen

Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kündigungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezahlen. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker.

Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter der österreichischen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Berücksichtigung der Korridormethode bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Die Verteilung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten außerhalb des Korridors erfolgt über die durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom Plan erfassten Arbeitnehmer. Für seit dem 1. Jänner 2003 eingetretene Mitarbeiter wird der Abfertigungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht.

Für Mitarbeiter der Gesellschaften in Indien sind die Abfertigungsansprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeitern in Südkorea Abfertigungsansprüche.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet die erworbenen Ansprüche, den Zinsaufwand sowie die versicherungstechnischen Ergebnisse unter Anwendung der Korridormethode.

Rückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche

Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter in Österreich und China.

Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Das Erreichen einer Anzahl von Dienstjahren, die ununterbrochen sein müssen, ist Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen, jedoch ohne Berücksichtigung der Korridormethode. Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche, den Zinsaufwand und die versicherungstechnischen Ergebnisse. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.

q. Aktienorientierte Mitarbeitervergütungen

Der Konzern hat sowohl einen aktienbasierten Vergütungsplan, der durch die Ausgabe eigener Anteile bedient wird, als auch einen aktienbasierten Vergütungsplan, mit wahlweisem Barausgleich oder Ausgleich durch eigene Anteile, aufgelegt. Diese aktienorientierten Mitarbeitervergütungen (Stock-Option-Pläne) werden gemäß IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung der Aktienoptionen erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Der Konzern berücksichtigt eine entsprechende Zunahme im Eigenkapital, wenn ein Ausgleich für die erbrachten Arbeitsleistungen durch Ausgabe eigener Anteile erfolgt. Es wird auf Punkt 23 "Gezeichnetes Kapital" verwiesen. Der Konzern berücksichtigt eine Zunahme als Verbindlichkeit, wenn wahlweise ein Barausgleich oder Ausgleich durch Ausgabe eigener Anteile erfolgt. Es wird auf Punkt 16 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

r. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtages bewertet.

s. Öffentliche Zuwendungen

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird und der Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendungen erfüllt.

Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

t. Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt, aber im Anhang erläutert. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.

Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

u. Neue Rechnungslegungsvorschriften

Im Konzernabschluss werden die am Bilanzstichtag bereits verpflichtend in Kraft getretenen IFRS angewendet. Der IASB hatte zum vergangenen Bilanzstichtag bereits Änderungen bei bestehenden Standards verabschiedet sowie neue Standards und Interpretationen herausgegeben, die ab 2009/10 verpflichtend anzuwenden sind. Diese Regelungen sind auch in der EU anzuwenden und betreffen folgende Standards:

  • IFRS 8 "Geschäftssegmente" ersetzt IAS 14 "Segmentberichterstattung" (Anwendung des "Management Approach", wonach Geschäftssegmente wie bei der internen Berichterstattung des Managements verwendet werden)
  • IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme"
  • IFRIC 14 "IAS 19 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung"
  • IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" und IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" (Änderung: Ansatz des Beteiligungsbuchwertes des Tochterunternehmens im IFRS-Einzelabschluss des Mutterunternehmens)

  • IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und "IAS 1 (2007)" ersetzen den bestehenden IAS 1

  • IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Änderung: Ausübungsbedingungen und Kündigungen)
  • IAS 23 "Fremdkapitalkosten" (Änderung: Verpflichtende Aktivierung von Fremdkapitalkosten für einen qualifizierten Vermögenswert)
  • IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" und IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" (Änderung: Kündbare Finanzinstrumente und Verpflichtungen aus Kündigungen)

Weiters wurden im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprojekts des IASB im Mai 2008 insgesamt 20 Standards geändert, welche ebenfalls von der EU bereits übernommen wurden und im Geschäftsjahr 2008/09 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Änderungen:

  • IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" und entsprechende Änderung von IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" (Änderung: Plan zur Veräußerung von Anteilen an einem Tochterunternehmen, die zum Verlust der Beherrschung führt)
  • IAS 23 "Fremdkapitalkosten" (Änderung: Bestandteile der Fremdkapitalkosten)
  • IAS 16 "Sachanlagen" (Änderung: Verkauf von zu Vermietungszwecken gehaltenen Vermögenswerten sowie erzielbarer Betrag)
  • IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" (Änderung: Eventualverbindlichkeiten)
  • IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" (Änderung: Bilanzierung von unterverzinslichen Darlehen der öffentlichen Hand)
  • IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" (Änderung: Bewertung von zur Veräußerung gehaltenen Tochterunternehmen im Einzelabschluss des Mutterunternehmens)
  • IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" (Änderung: Wertaufholungsverbot und Goodwill sowie Angaben für Anteile an assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen)
  • IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" (Änderung: Beschreibung der Bewertungsbasis in Jahresabschlüssen)
  • IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" (Änderung: Anhangangaben zur Ermittlung des erzielbaren Betrags bei der Anwendung des Fair-Value-less-Cost-to-Sell)
  • IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" (Änderung: Werbung und Verkaufsförderung sowie anzuwendende Abschreibungsmethode)
  • IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" (Änderun-

gen: Umklassifizierung von Finanzinstrumenten, Anpassung des Effektivzinssatzes sowie Sicherungsbeziehung und Segmentberichterstattung)

  • IAS 40 "Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien" (Änderungen: Immobilien, die für die zukünftige Nutzung als Finanzinvestition erstellt oder entwickelt werden sowie Unmöglichkeit der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts)
  • IAS 41 "Landwirtschaft" (Änderungen: Berechnung des beizulegenden Zeitwerts sowie Marktzinssatz bei der Diskontierung künftiger Cashflows)

Die Änderungen sind für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2009 beginnen, mit Ausnahme der Änderung des IFRS 5 und IFRS 1 (anzuwenden für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen). Der Konzern wendet daher diese Neuregelungen ab dem Geschäftsjahr 2009/10 an bzw. werden die Änderungen von IFRS 5 und IFRS 1 ab dem folgenden Geschäftsjahr 2010/11 anwendet werden.

Folgende Standardänderungen im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprojekts des IASB vom Mai 2008 betreffen Formulierungsänderungen oder redaktionelle Änderungen, die keine oder nur minimale Auswirkungen auf die Bilanzierung haben. Diese Änderungen und Neuregelungen werden im Konzern ab dem Geschäftsjahr 2009/10 angewendet:

  • IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" (Änderung: Darstellung des Finanzergebnisses)
  • IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" (Änderung: Leitlinien)
  • IAS 10 "Ereignisse nach dem Abschlussstichtag" (Änderung: Dividenden, die nach dem Bilanzstichtag, aber vor der Freigabe des Abschlusses zur Veröffentlichung beschlossen wurden)
  • IAS 18 "Umsatzerlöse" (Änderung: Kosten der Darlehensbegebung)
  • IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" (Änderung: Anpassung der Terminologie)
  • IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" (Änderung: Anpassung der Terminologie)
  • IAS 34 "Zwischenberichterstattung" (Änderung: Ergebnisse je Aktie)
  • IAS 40 "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" (Änderung: Anpassung der Terminologie)
  • IAS 41 "Landwirtschaft" (Änderung: Anpassung der Terminologie; Änderung eines Beispiels)

Die ab dem Geschäftsjahr 2009/10 anzuwendenden Änderungen der angeführten Regelungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Von den Änderungen ist insbesondere die Abschlussdarstellung

betroffen, die gemäß den geänderten Regelungen des IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und IFRS 8 "Geschäftssegmente" angepasst wurde. Im Wesentlichen werden dementsprechend die Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die bisher in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung aufgegliedert wurden, nunmehr in der zusätzlichen Konzern-Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Weiters ergeben sich aus den geänderten Regelungen des IAS 1 die gesonderte Angabe der Ertragsteuern und der in das Konzernergebnis erfolgten Umgliederungen in Bezug auf jede Komponente des sonstigen Ergebnisses.

Die erstmalige Anwendung des IFRS 8 "Geschäftssegmente" führte zu keiner Veränderung im Bereich der Segmente, weil sich das bisherige primäre Segmentberichtsformat bereits an der internen Berichterstattung orientierte.

Aufgrund der Änderungen des IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" ergeben sich zusätzliche Angaben zu den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten gemäß Bewertungshierarchien, weiters zusätzliche Angaben zum Liquiditätsrisiko und zu den Nettoergebnissen je Finanzinstrumentkategorie. Von der Befreiung zur Angabe von Vorjahresvergleichsangaben wird Gebrauch gemacht.

Alle anderen neu anzuwendenden Regelungen, die im Geschäftsjahr 2009/10 erstmals anzuwenden waren, hatten keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Der IASB hat weitere Standards bzw. Änderungen von Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2009/10 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses von der EU übernommen und im offiziellen Journal veröffentlicht:

IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" (Änderungen: Erfassung von Kosten eines Unternehmenszusammenschlusses, Wahlrecht Full-Goodwill-Methode; Klarstellungen zu stufenweisem Erwerb und sonstige Überarbeitung)

Die Änderungen sind für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Der Konzern wird daher diese Neuregelungen ab dem Geschäftsjahr 2010/11 anwenden.

Von der Europäischen Union wurden eine Reihe von weiteren Änderungen von Standards sowie neue und geänderte Interpretationen publiziert und übernommen. Die Auswirkungen dieser Regelungen auf den Konzernabschluss sind nicht wesentlich und werden daher im Detail nicht dargestellt.

Zusätzlich wurden Änderungen von Standards, neue Standards sowie neue und geänderte Interpretationen bereits publiziert, aber bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses von der Europäischen Union noch nicht übernommen. Die Auswirkungen dieser Regelungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft sind nicht wesentlich und werden daher ebenfalls im Detail nicht dargestellt.

C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung

Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Wertes der angegebenen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und -schulden. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind.

Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte für Personalverpflichtungen

Der Barwert der langfristigen Personalverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.p. "Rückstellungen für Personalaufwand"). Eine Reduktion des Zinssatzes (versicherungsmathematischer Parameter) für die österreichischen Gesellschaften um 0,5 % von 5,0 % auf 4,5 % hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2010:

Pensions Abfertigungs
(in TEUR) ansprüche ansprüche
Erhöhung Barwert der
Verpflichtung 777 636

Eine Erhöhung des Zinssatzes (versicherungsmathematischer Parameter) für die österreichischen Gesellschaften um 0,5 % von 5,0 % auf 5,5 % hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2010:

ansprüche

Es wird auf Punkt 18 "Rückstellungen für Personalaufwand" verwiesen.

Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragsteuerschulden

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern. Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltung zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen.

Für ertragsteuerliche Verlustvorträge im Konzern wurden aktive latente Steuern in Höhe von EUR 39,0 Mio. nicht gebildet. Der Großteil dieser nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge ist unbegrenzt vortragsfähig. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und ein entsprechender Steuerertrag auszuweisen. Es wird auf Punkt 7 "Ertragsteuern" verwiesen.

Sonstige Schätzungen und Annahmen

Weiters erfolgen Schätzungen, die Wertminderungen (Impairment) des Anlagevermögens, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, die Restrukturierung des Standortes Leoben-Hinterberg, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbewertungen betreffen. Es wird insbesondere auf Punkt 4 "Sonstiges betriebliches Ergebnis", Punkt 5 "Nicht wiederkehrende Posten", Punkt 8 "Sachanlagen" und Punkt 19 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

II. Risikobericht

Finanzrisiken

Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt durch das zentrale Treasury entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungsparameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns. Der Vorstand gibt sowohl für das bereichsübergreifende Risikomanagement als auch für bestimmte Bereiche, wie z. B. den Umgang mit dem Fremdwährungsrisiko, dem Zins- und Kreditrisiko, dem Einsatz derivativer und nicht-derivativer Finanzinstrumente sowie der Investition von Liquiditätsüberschüssen, Richtlinien vor.

Das Risikomanagement der Finanzrisiken ist in das unternehmensweite Risikomanagement des Konzerns integriert und somit Bestandteil der zeitnahen Risikoberichterstattung an Führungskräfte, Vorstand und Aufsichtsrat.

Liquiditätsrisiko

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von EUR 87,3 Mio. Davon entfallen EUR 27,5 Mio. auf Zahlungsmittel(äquivalente) sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit verkaufbare Wertpapiere und EUR 59,8 Mio. auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um EUR 20,4 Mio. erhöht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insbesondere die gesicherten Kreditrahmen von EUR 143,0 Mio. auf EUR 167,7 Mio. ausgeweitet und so betragen die nicht ausgenützten gesicherten Kreditrahmen EUR 37,3 Mio.

Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zu 11.300.000 neue Aktien aus genehmigtem Kapital zu emittieren sowie Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu TEUR 100.000 auszugeben, weiters die eigenen Anteile (zum Bilanzstichtag hält der Konzern 2.577.412 eigene Aktien) zu veräußern. Zur detaillierten Erläuterung der Möglichkeiten hinsichtlich Kapitalmaßnahmen wird auf Punkt 23 "Gezeichnetes Kapital" verwiesen.

Der Konzern verfügt über einen deutlich positiven operativen Cashflow. Der Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt für das Geschäftsjahr 2009/10 EUR 47,0 Mio. (2008/09: EUR 38,7 Mio.). Im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigt auch der Free-Cashflow (Saldo Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Investitionstätigkeit) einen positiven Wert.

Zu den Liquiditätsrisiken wird weiters auf die detaillierten Angaben unter Punkt 17 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Finanzmarktrisiken

Zu den Marktrisiken und derivativen Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Punkt I.B.l. "Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze: Derivative Finanzinstrumente" und Punkt 20 "Derivative Finanzinstrumente". Derivative Finanzinstrumente, wie Devisentermingeschäfte, Optionen und Swaps, werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Zinsänderungsrisiken

Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapiervermögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt, und der gesamte Wertpapierbestand ist jederzeit veräußerbar. Es wird auf Punkt 13 "Finanzielle Vermögenswerte" und Punkt 15 "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" verwiesen.

Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 79 % des Gesamtbetrages aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst. Die verbleibenden variabel verzinsten Kredite (21 %) weisen eine Laufzeit von unter einem Jahr auf. Es wird weiters auf Punkt 17 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Währungsrisiken

Zur Absicherung der Währungsrisiken wird eine laufende Überwachung aller Transaktions-, Umrechnungs- und ökonomischen Risiken durchgeführt. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch Schließen von Positionen (Netting), für offene Positionen werden zum Teil derivative Finanzinstrumente eingesetzt.

Durch die Tochterunternehmen in Asien bestehen Kursrisiken aus den lokalen Währungen. Sicherungsgeschäfte vor Ort sind aufgrund gesetzlicher Bestimmungen teilweise nur eingeschränkt möglich, außerdem ergeben sich Beschränkungen durch die Illiquidität der Währungen. Bei Bedarf wird das Risiko nach Europa transferiert und dort abgesichert.

Evaluierung der Marktrisiken durch VAR und Sensitivitätsanalysen

Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken das Value-at-Risk-Konzept (VAR) ein. VAR ist ein Maß für das Marktpreisrisiko und zeigt den höchstmöglichen Verlust, der über einen bestimmten Zeitraum eintreten kann. Dabei werden die Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt.

Zusätzlich wird in einer so genannten GAP-Analyse der mögliche Verlust durch eine 1%ige Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen) bezogen auf die Fremdwährungs- bzw. Zinsnettoposition ermittelt. Dabei werden keine Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt.

Wären die Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher (bzw. niedriger) gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um EUR 0,3 Mio. (2008/09: EUR 0,5 Mio.) geringer (bzw. höher) ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Dies wäre im Wesentlichen auf höhere (bzw. niedrigere) Zinsaufwendungen für variabel verzinste Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Weitere Komponenten des Eigenkapitals wären nicht unmittelbar betroffen. Der Auswirkung dieser Zinssatz-Sensitivitätsanalyse liegt die Annahme zu Grunde, dass die Zinssätze jeweils während des gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden.

Hätte sich zum Bilanzstichtag der Kurs des Euro gegenüber sämtlichen Währungen um 1 % erhöht (bzw. reduziert), wäre das Konzernjahresergebnis um EUR 0,5 Mio. (2008/09: EUR 0,6 Mio.) geringer (bzw. höher) ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Dies wäre im Wesentlichen auf die Bewertung von auf US-Dollar basierenden Forderungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente zurückzuführen gewesen. Weitere Komponenten des Eigenkapitals wären im Sinne dieser Währungskurs-Sensitivitätsanalyse nicht unmittelbar betroffen.

Hätte sich zum Bilanzstichtag der Kurs des US-Dollar gegenüber sämtlichen Währungen um 1 % erhöht (bzw. reduziert), wäre das Konzernjahresergebnis um EUR 2,0 Mio. (2008/09: EUR 1,7 Mio.) höher (bzw. geringer) ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Dies wäre im Wesentlichen auf die Bewertung von auf US-Dollar basierenden Forderungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente zurückzuführen gewesen. Weitere Komponenten des Eigenkapitals wären im Sinne dieser Währungskurs-Sensitivitätsanalyse nicht unmittelbar betroffen.

Bei der Währungskurs-Sensitivitätsanalyse wird auf Basis der Fremdwährungsnettopositionen zum Bilanzstichtag und der budgetgemäß für die nächsten 12 Monate erwarteten Entwicklung der Nettogeldflüsse unter Berücksichtigung der derivativen Finanzinstrumente der entsprechende Ergebniseffekt berechnet. Die Angaben zu den Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis beinhalten daher auch die Ergebniseffekte der Nettogeldflüsse für die nächsten 12 Monate. Die Finanzierungen innerhalb des Konzerns zwischen den Konzerngesellschaften sowie wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt.

Kreditrisiko

Im Rahmen des starken Wachstums der vergangenen Jahre hat der Konzern intensive und langfristige Partnerschaften mit Schlüsselkunden aufgebaut, die zu einer gewissen Konzentration auf Kundenseite geführt haben. Um diesem potenziellen Risiko entgegenzuwirken, forciert der Konzern die weitere Diversifikation im Kunden-, Branchen- und Produkt-Mix und konzentriert sich neben dem Bereich Mobile Devices zunehmend auch auf die Bereiche Industrial und Automotive. Um das bestehende Kundenportfolio weiter zu verbreitern, werden laufend verstärkt Akzente in der Neukundengewinnung gesetzt und die Vertriebsstruktur entsprechend den Markterfordernissen weiterentwickelt. Das erwartete und bereits eingetretene Ausscheiden von schwachen Marktteilnehmern der Leiterplattenproduktion in Europa bietet auch in der Krise für den Konzern Möglichkeiten, neben Marktanteilen auch Neukunden zu gewinnen. Mit Werken in Europa und Asien sowie einem Service- und Vertriebsnetzwerk, das sich über vier Kontinente erstreckt, kann rasch und flexibel auf Kundenanforderungen sowie auch auf aktuelle Entwicklungen der Kunden reagiert werden.

Ein wesentlicher Anteil der Umsatzerlöse im Konzern entfiel im Geschäftsjahr 2009/10 mittelbar auf zwei im Bereich Mobile Devices tätige multinationale Konzerne. Die Forderungen gegenüber diesen Kunden betreffen zum 31. März 2010 lediglich 2 % der gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31. März 2009: 35 %). Aufgrund der vorwiegenden Lieferung an Auftragsfertiger (CEM) der mittelbaren Kunden besteht bei den Forderungen eine vergleichweise breite Streuung. So beträgt der höchste Anteil von Forderungen eines direkten Vertragspartners 17 % der gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Generell basiert die Kontrolle des Kreditrisikos auf einer laufenden Bonitätsprüfung und auf dem Abschluss von Kreditversicherungen für Kunden im Konzern.

Es wird weiters auf die detaillierten Angaben unter Punkt 12 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" verwiesen.

Technologierisiken

Der Konzern zählt im Hochtechnologiesegment der HDI-Microvia-Leiterplatten weltweit zu den führenden Anbietern und baut diese Position ständig aus. Um eine eventuelle Verdrängung von der Technologiespitze auszuschließen, räumt der Konzern der Innovationskraft und damit einer intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeit einen hohen Stellenwert ein. Der Konzern hat im abgelaufenen, wirtschaftlich schwierigen Geschäftsjahr sogar mehr Aufwendungen für Forschung und Entwicklung geleistet als in den vergangenen Jahren. Neben einer Reihe von Weiterentwicklungen im Hochtechnologiesegment der HDI-Leiterplatten werden eine Vielzahl von Projekten zur Entwicklung und Einführung neuer Produktionstechnologien verfolgt, um die Leiterplattenfertigung flexibler und effektiver zu gestalten. Darüber hinaus wurde auch in Richtung neuer Kundensegmente und neuer Produkte, etwa im Bereich Photovoltaik, geforscht. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Konzerns erfolgen oft unter Einbeziehung zahlreicher externer Partner. Neben der Berücksichtigung von Kundenanforderungen und -ideen werden projektweise Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, Lieferanten oder sonstigen Technologieunternehmen eingegangen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Forschungsprojekt Hermes im Bereich der Embedded Component Packaging Technology. Durch die aktive Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist der Konzern in der Lage, technologische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, mitzugestalten und Produkte rasch zur Marktreife zu bringen.

Kapitalrisikomanagement

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Dazu passt der Konzern je nach Erfordernis die Dividendenzahlungen an die Anteilseigner an, nimmt Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vor (Einziehung eigener Aktien), gibt neue Anteile heraus oder verändert den Bestand von Vermögenswerten.

Branchenüblich überwacht der Konzern sein Kapital auf Basis des Nettoverschuldungsgrads ("Net Gearing"), berechnet aus dem Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum Eigenkapital. Die Nettofinanzverbindlichkeiten errechnen sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie finanziellen Vermögenswerten. Die einzelnen Werte zur Berechnung der Nettofinanzverbindlichkeiten sowie das Eigenkapital sind direkt der Konzernbilanz zu entnehmen.

Unverändert zum Vorjahr besteht die Strategie des Konzerns darin, grundsätzlich einen Verschuldungsgrad bis zu 80 % aufrecht zu erhalten, um sich weiterhin den Zugang zu Fremdmitteln zu vertretbaren Kosten zu sichern. Der Nettoverschuldungsgrad zum Bilanzstichtag 31. März 2010 beträgt 71 % (31. März 2009: 69 %).

Risikomanagementsystem

Das unternehmensweite Risiko- und Chancenmanagement-System enthält in dem auf Konzernebene definierten Risikokatalog noch weitere Risikokategorien, die sich insbesondere auf strategische Risiken, Markt- und Beschaffungsrisiken, Umfeldrisiken und operative sowie Organisationsrisiken beziehen. Der Risikokatalog, der einen Orientierungsrahmen für die Unternehmensbereiche bei der Risikoidentifikation darstellt, wird dynamisch an die sich verändernde Unternehmenssituation angepasst. Wichtigste Zielsetzung des konzernweiten Risiko- und Chancenmanagements ist die Optimierung der Gesamtrisikoposition bei gleichzeitiger Nutzung der sich bietenden Chancen. Es erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an die Führungs- und Aufsichtsgremien des Konzerns.

III. Segmentberichterstattung

Die Segmentinformationen werden im Folgenden gemäß der internen Berichterstattung nach regionalen Produktionsstandorten in Europa und Asien dargestellt. Die Segmentberichterstattung entspricht somit dem bisherigen primären Segmentsberichtsformat der geografischen Segmentierung.

Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie mit Dritten zur Anwendung kämen.

Geschäftsjahr 2009/10:

Nicht zugeordnet und
(in TEUR) Europa Asien Konsolidierung Konzern
Außenumsatz 264.247 107.937 372.184
Innenumsatz 20 141.895 (141.915)
Gesamterlöse 264.267 249.832 (141.915) 372.184
Nicht wiederkehrende Posten (36.533) (36.533)
Betriebsergebnis (42.405) 22.445 (5.602) (25.562)
Finanzergebnis (8.357)
Ergebnis vor Steuern (33.919)
Ertragsteuern (3.698)
Konzernjahresergebnis (37.617)
Vermögenswerte 111.611 374.069 (2.290) 483.390
Schulden 69.758 46.265 158.574 274.597
Investitionen 2.255 19.050 (559) 20.746
Abschreibungen der Sachanlagen
und immateriellen Vermögenswerte 22.069 36.638 1.335 60.042

Zu wesentlichen Effekten auf das Segmentergebnis wird auf Punkt 5 "Nicht wiederkehrende Posten" verwiesen.

Geschäftsjahr 2008/09:

Nicht zugeordnet und
(in TEUR) Europa Asien Konsolidierung Konzern
Außenumsatz 335.299 114.582 449.881
Innenumsatz 159.938 (159.938)
Gesamterlöse 335.299 274.520 (159.938) 449.881
Nicht wiederkehrende Posten (21.996) (5.646) (27.642)
Betriebsergebnis (28.645) 42.844 (15.259) (1.060)
Finanzergebnis 1.265
Ergebnis vor Steuern 205
Ertragsteuern (5.992)
Konzernjahresergebnis (5.787)
Vermögenswerte 134.333 391.862 10.620 536.815
Schulden 60.253 34.199 189.629 284.081
Investitionen 9.191 39.375 725 49.291
Abschreibungen der Sachanlagen
und immateriellen Vermögenswerte 13.563 38.747 1.126 53.436

Zu wesentlichen Effekten auf das Segmentergebnis wird auf Punkt 5 "Nicht wiederkehrende Posten" verwiesen.

Zusatzinformationen

Als Zusatzinformation zur Segmentberichterstattung wird im Folgenden dargestellt, welchen Branchen und welchen Abnehmerländern die Umsatzerlöse zugeordnet werden können.

Die Umsatzerlöse nach Branchen stellen sich wie folgt dar: Die Umsatzerlöse nach Ländern stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Mobile Devices 221.346 287.538
Industrial 105.153 107.001
Automotive 41.841 41.298
Übrige 3.844 14.044
372.184 449.881
Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Österreich 17.983 20.038
Deutschland 88.315 92.169
Ungarn 39.752 52.149
Sonstige EU 29.917 34.113
Asien 125.432 175.060
Kanada, USA 64.809 70.476
Übrige 5.976 5.876
372.184 449.881

Der übrige Bereich betrifft im Wesentlichen das Servicesegment (Design, Bestückung und Trading).

IV. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Haupterlöse 371.950 449.666
Nebenerlöse 234 215
372.184 449.881

2. Aufwandsarten

Die Aufwandsarten der Herstellungskosten, Vertriebskosten und Allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Materialaufwand 144.594 172.571
Personalaufwand 84.715 105.839
Abschreibungen 43.011 44.192
Energie 22.126 21.813
Bezogene Leistungen inkl. Leiharbeiter 21.902 24.489
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 18.879 22.072
Frachtkosten 6.891 7.689
Bestandsveränderung Vorräte 5.094 7.395
Miet- und Leasingaufwendungen 4.861 6.221
Sonstiges 11.786 14.910
363.859 427.191

Die Position "Sonstiges" betrifft in den Geschäftsjahren 2009/10 und 2008/09 vorwiegend Versicherungsaufwendungen, Rechtsund Beratungsaufwendungen, IT-Serviceleistungen sowie Reisekosten.

3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Dem Konzern sind für die Geschäftsjahre 2009/10 und 2008/09 Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von TEUR 20.681 bzw. TEUR 8.590 entstanden. Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam in den Herstellungskosten erfasst werden. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist neben der Ausweitung diesbezüglicher Aktivitäten vor allem auf eine detailliertere und somit weitreichendere gesonderte Erfassung von Entwicklungstätigkeiten zurückzuführen.

4. Sonstiges betriebliches Ergebnis

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Erträge aus der Auflösung von Investi
tionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln
758 843
Öffentliche Zuwendungen für
Aufwendungen*) 1.844 992
Aufwendungen/Erträge aus Wechsel
kursdifferenzen (104) 1.639
Verluste aus Anlagenabgängen (391) (89)
Wertaufholungen/Wertminderungen von
Sachanlagen**) (95) 1
Anlaufverluste***) (295) (380)
Übrige Erträge 929 886
2.646 3.892

*) Die öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen betreffen Exportvergütungen sowie Forschungs- und Entwicklungsprämien.

**) Es wird auf Punkt 8 "Sachanlagen" verwiesen.

***) Die Anlaufverluste für die Geschäftsjahre 2009/10 und 2008/09 stehen in Verbindung mit der Errichtung des zweiten Werks in Indien.

Die Position "Übrige Erträge" betrifft in den Geschäftsjahren 2009/10 und 2008/09 im Wesentlichen nachträgliche Forderungseingänge sowie die Ausbuchung von weggefallenen sonstigen Verbindlichkeiten.

5. Nicht wiederkehrende Posten

Die nicht wiederkehrenden Posten stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Wertminderungen Firmenwerte (5.426)
Wertminderungen sonstige immaterielle
Vermögenswerte (193) (108)
Wertminderungen Sachanlagen (16.738) (3.706)
Verluste aus Anlagenabgängen (13)
Personalaufwendungen (11.852) (8.866)
Nettokosten aus sonstigen vertraglichen
Verpflichtungen
(7.750) (9.605)
Erträge aus der Auflösung von
Restrukturierungsrückstellungen 82
(36.533) (27.642)

Wertminderungen Firmenwerte

Die Wertminderungen der Firmenwerte im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 betrifft die Abwertung des Firmenwertes der AT&S Korea. Es wird auf Punkt 9 "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

Restrukturierungen Leoben-Hinterberg

Im Zusammenhang mit den Restrukturierungen des Produktionsstandortes Leoben-Hinterberg, Österreich, sind für die Geschäftsjahre 2009/10 und 2008/09 nicht wiederkehrende Aufwendungen in Höhe von TEUR 33.255 bzw. TEUR 20.971 entstanden. Diesbezügliche Aufwandsposten stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Wertminderungen immaterielle
Vermögenswerte (193) (12)
Wertminderungen Sachanlagen (16.738) (3.582)
Personalaufwendungen (8.574) (7.788)
Nettokosten aus sonstigen vertraglichen
Verpflichtungen (7.750) (9.589)
(33.255) (20.971)

Die Restrukturierung des Standortes Leoben-Hinterberg im Geschäftsjahr 2009/10 resultiert aus umfassenden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der österreichischen Werke, die gegen Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres beschlossen wurden. Die Volumensproduktion des Standortes Leoben-Hinterberg wurde nun zu Gänze nach Shanghai verlagert, und die Produktionskapazitäten wurden an die aktuelle und künftig erwartete Auslastung des Werks entsprechend angepasst. Insbesondere wurden nicht mehr benötigte Produktionsmaschinen abgewertet, wobei einige Maschinen in die asiatischen Produktionsstandorte verlagert wurden. Die Personalaufwendungen resultieren aus einem vereinbarten Sozialplan. Die Nettokosten aus sonstigen vertraglichen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen die für zusätzliche nicht genutzte Gebäudeflächen bereits angefallenen und vor allem künftigen Leerstehungskosten auf Basis der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtungen, weiters sonstige aufwandsmäßig zu erfassende Vertragsverpflichtungen. Es wird ergänzend auf Punkt 8 "Sachanlagen", Punkt 9 "Immaterielle Vermögenswerte" und Punkt 19 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

Die Restrukturierung des Standortes Leoben-Hinterberg im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 umfasste die Anpassung der Produktionskapazitäten an die erwartete Auslastung des Werks aus damaliger Sicht. Die Wertminderungen von Sachanlagen betrafen nicht mehr benötigte Produktionsmaschinen. Die Personalaufwendungen resultierten aus dem im Geschäftsjahr 2008/09 vereinbarten Sozialplan. Die Nettokosten aus sonstigen vertraglichen Verpflichtungen betrafen im Wesentlichen die Leerstehungskosten auf Basis der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtungen, weiters sonstige aufwandsmäßig zu erfassende Vertragsverpflichtungen. Es wird ergänzend auf Punkt 8 "Sachanlagen", Punkt 9 "Immaterielle Vermögenswerte" und Punkt 19 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

Sonstige nicht wiederkehrende Aufwendungen

Die sonstigen nicht wiederkehrenden Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 3.278 bzw. TEUR 1.078 in den Geschäftsjahren 2009/10 bzw. 2008/09 sind auf konzernweit durchgeführte Kosteneinsparungsprogramme und den damit verbundenen Personalabbau insbesondere im Gemeinkostenbereich zurückzuführen. Von dem Kosteneinsparungsprogramm waren im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 auch Anlagevermögenswerte betroffen. Es wird auf Punkt 8 "Sachanlagen" und Punkt 9 "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

6. Finanzergebnis

(in TEUR) 2009/10 2008/09
Zinserträge aus zum beizulegenden Zeitwert
bewerteten finanziellen Vermögenswerten
und jederzeit verkaufbaren Wertpapieren 600 706
Sonstige Zinserträge 128 260
Gewinne aus dem Verkauf von
Zahlungsmitteläquivalenten 3 8
Realisierte Erträge aus derivativen
Finanzinstrumenten, netto 1.056
Gewinne aus der Bewertung von derivativen
Finanzinstrumenten zum beizulegenden
Zeitwert, netto 1.111
Fremdwährungsgewinne, netto 14.764
Sonstige finanzielle Erträge 58 57
Finanzierungserträge 2.956 15.795
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten (7.960) (8.764)
Zinsaufwendungen aus
Finanzierungsleasing (76)
Realisierte Erträge aus derivativen
Finanzinstrumenten, netto 2.755
Verluste aus der Bewertung von derivativen
Finanzinstrumenten zum beizulegenden
Zeitwert, netto (8.029)
Fremdwährungsverluste, netto (3.243)
Sonstige finanzielle Aufwendungen (110) (416)
Finanzierungsaufwendungen (11.313) (14.530)
Finanzergebnis (8.357) 1.265

7. Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen: Geschäftsjahr

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Laufende Ertragsteuern 9.798 3.367
Latente Steuern (6.100) 2.625
Summe Steueraufwand 3.698 5.992

Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergibt, erklärt sich wie folgt:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Steueraufwand/(-ertrag) bei
österreichischem Steuersatz (5.064) 51
Effekt aus abweichenden Steuersätzen
im Ausland (824) (11.527)
Nicht anrechenbare, ausländische
Quellensteuern 2.989 4.292
Effekt aus der Veränderung nicht
berücksichtigter steuerlicher Verluste
und temporärer Unterschiede 8.031 16.475
Effekt aus der Änderung von
Steuersätzen (1.107) (1.268)
Effekt aus permanenten Differenzen (435) (1.821)
Effekt aus Steuern aus Vorperioden 114 (235)
Sonstige Steuereffekte, saldiert (6) 25
Summe Steueraufwand 3.698 5.992

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge:

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Aktive latente Steuerabgrenzung
Ertragsteuerliche Verlustvorträge
inkl. steuerlicher Firmenwerte 2.342 3.459
Anlagevermögen 6.565 5.625
Vorräte 1.168 1.264
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 137 129
Rückstellungen für Pensionen,
Abfertigungen und sonstige
Dienstnehmeransprüche 731 972
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 906 48
Temporäre Differenzen aus Anteilen an
Tochterunternehmen 1.705
Noch nicht realisierte Verluste aus
Sicherungsinstrumenten zur Absicherung
von Zahlungsströmen, erfolgsneutral im
Eigenkapital erfasst 100
Übrige 227 12
Aktive latente Steuern 12.176 13.214
Passive latente Steuerabgrenzung
Anlagevermögen (703) (2.662)
Noch nicht realisierte Gewinne aus
jederzeit verkaufbaren Wertpapieren,
erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (19) (8)
Rückstellungen für Abfertigungen (692)
Fremdwährungsbewertung (2.364)
Temporäre Differenzen aus Anteilen an
Tochterunternehmen (4.490) (4.589)
Sonstige steuerbare temporäre Differenzen (2.725)
Übrige (504) (57)
Passive latente Steuern (5.716) (13.097)
Aktive latente Steuern, saldiert 6.460 117

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden dann saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gegeben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben werden. Nach Saldierung ergeben sich folgende Beträge:

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Aktive latente Steuern:
- langfristig 8.237 7.876
- kurzfristig 2.887 2.086
11.124 9.962
Passive latente Steuern:
- langfristig (904) (6.740)
- kurzfristig (3.760) (3.105)
(4.664) (9.845)
Aktive latente Steuern, saldiert 6.460 117

Zum 31. März 2010 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von insgesamt TEUR 168.645 (zum 31. März 2009 TEUR 135.308). Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von TEUR 159.080 (zum 31. März 2009 TEUR 120.673) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 39.019 (zum 31. März 2009 TEUR 29.588) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Davon entfallen latente Steuern in Höhe von TEUR 6.104 (zum 31. März 2009 TEUR 9.519) auf die Bewertung von eigenen Anteilen, wodurch eine diesbezügliche Aktivierung ergebnisneutral im Konzerneigenkapital auszuweisen wäre.

Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
2009/10 2008/09
117 2.111
153 622
6.100 (2.625)
90 9
6.460 117

Die Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
2009/10 2008/09
Ertrag/
Ertrag/
Steuer
Ertrag/ Steuer Ertrag/
(Aufwand) ertrag/ (Aufwand) (Aufwand) ertrag/ (Aufwand)
(in TEUR) vor Steuern (-aufwand) nach Steuern vor Steuern -aufwand) nach Steuern
Währungsumrechnungsdifferenzen (1.841) (1.841) 40.292 40.292
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung zum
beizulegenden Zeitwert von zur Veräußerung
verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
29 (10) 19 (26) 9 (17)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung
von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen (399) 100 (299)
Sonstiges Ergebnis (2.211) 90 (2.121) 40.266 9 40.275

V. Erläuterungen zur Konzernbilanz

8. Sachanlagen

Andere Anlagen, Geleistete
Grundstücke, Ge Maschinen und Betriebs- und Ge Anzahlungen und
(in TEUR) bäude und Bauten technische Anlagen schäftsausstattung Anlagen in Bau Total
Buchwert 31. März 2009 51.651 276.910 5.708 15.584 349.853
Änderungen des Konsolidie
rungskreises 6 6
Umrechnungsdifferenzen (4) (3.737) 29 (58) (3.770)
Zugänge 883 4.425 515 14.261 20.084
Abgänge (604) (24) (628)
Umbuchungen 4.448 16.252 410 (18.959) 2.151
Wertminderungen (91) (16.169) (573) (16.833)
Abschreibungen, laufend (2.834) (37.734) (1.768) (42.336)
Buchwert 31. März 2010 54.053 239.343 4.303 10.828 308.527
Zum 31. März 2010
Bruttowert 71.042 573.515 20.416 10.828 675.801
Abschreibungen, kumuliert (16.989) (334.172) (16.113) (367.274)
Buchwert 54.053 239.343 4.303 10.828 308.527
Andere Anlagen, Geleistete
Grundstücke, Ge Maschinen und Betriebs- und Ge Anzahlungen und
(in TEUR) bäude und Bauten technische Anlagen schäftsausstattung Anlagen in Bau Total
Buchwert 31. März 2008 45.002 225.630 5.685 21.433 297.750
Umrechnungsdifferenzen 8.097 38.970 320 3.552 50.939
Zugänge 1.247 13.184 2.233 32.011 48.675
Abgänge (3) (238) (93) (334)
Umbuchungen 41.355 57 (41.412)
Wertminderungen (3.264) (442) (3.706)
Wertaufholungen 1 1
Abschreibungen, laufend (2.692) (38.728) (2.052) (43.472)
Buchwert 31. März 2009 51.651 276.910 5.708 15.584 349.853
Zum 31. März 2009
Bruttowert 61.261 591.115 21.607 15.584 689.567
Abschreibungen, kumuliert (9.610) (314.205) (15.899) (339.714)
Buchwert 51.651 276.910 5.708 15.584 349.853

Der in Grundstücke, Gebäude und Bauten enthaltene Grundwert beträgt TEUR 1.513 (TEUR 1.280 zum 31. März 2009).

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Herstellungskosten, Vertriebskosten und den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen.

Umbuchungen

Der Saldo der Umbuchungen in Höhe von TEUR 2.151 im Geschäftsjahr 2009/10 betrifft die Umgliederung des zum 31. März 2009 als zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswertes. Es wird auf Punkt 14 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte" verwiesen.

Wertminderungen

Einige Sachanlagegegenstände, welche die Kriterien für eine Wertminderung erfüllten, wurden auf den erzielbaren Betrag abgewertet. Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von TEUR 16.833 und die Wertminderung im Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von TEUR 3.706 sind fast ausschließlich auf Restrukturierungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen zurückzuführen. Die Ermittlung dieser Werte beruht auf verfügbaren Einschätzungen für die Veräußerung dieser Anlagen aufgrund von markt- und fremdüblichen Bedingungen. Es wird auf Punkt 5 "Nicht wiederkehrende Posten" und Punkt 4 "Sonstiges betriebliches Ergebnis" verwiesen.

Belastungen

Im Zusammenhang mit der Besicherung diverser Finanzierungsverträge sind Sachanlagen in Höhe von TEUR 0 (TEUR 1.772 zum 31. März 2009) belastet.

9. Immaterielle Vermögenswerte

Gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und
Vorteile sowie daraus
Sonstiges immaterielles
(in TEUR) abgeleitete Lizenzen Firmenwerte Anlagevermögen Total
Buchwert 31. März 2009 2.136 102 2.238
Änderungen des Konsolidie
rungskreises
4 4
Umrechnungsdifferenzen 5 5
Zugänge 663 663
Abgänge
Umgliederung 102 (102)
Wertminderungen (193) (193)
Abschreibungen, laufend (680) (680)
Buchwert 31. März 2010 2.037 2.037
Zum 31. März 2010
Bruttowert 13.180 6.046 19.226
Abschreibungen, kumuliert (11.143) (6.046) (17.189)
Buchwert 2.037 2.037
Gewerbliche Schutzrechte
(in TEUR) und ähnliche Rechte und
Vorteile sowie daraus ab
geleitete Lizenzen
Firmenwerte Sonstiges immaterielles
Anlagevermögen
Total
Buchwert 31. März 2008 2.331 5.910 106 8.347
Umrechnungsdifferenzen 29 (484) (455)
Zugänge 617 617
Abgänge (11) (11)
Wertminderungen (108) (5.426) (5.534)
Abschreibungen, laufend (722) (4) (726)
Buchwert 31. März 2009 2.136 102 2.238
Zum 31. März 2009
Bruttowert 12.786 5.052 131 17.969
Abschreibungen, kumuliert (10.650) (5.052) (29) (15.731)
Buchwert 2.136 102 2.238

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Herstellungskosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen.

Wertminderungen

Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von TEUR 193 sind ausschließlich auf Restrukturierungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen zurückzuführen. Die Ermittlung der immateriellen Vermögenswerte beruht auf verfügbaren Einschätzungen für die Veräußerung dieser Vermögenswerte aufgrund von markt- und fremdüblichen Bedingungen. Es wird auf Punkt 5 "Nicht wiederkehrende Posten" verwiesen.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 führte der Werthaltigkeitstest der AT&S Korea zur Wertminderung des gesamten Firmenwertes in Höhe von TEUR 5.426. Der Firmenwert war zum Zweck des Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Cash Generating Unit) AT&S Korea und dem Segment Asien zuzurechnen. Der Nutzwert (Value-in-Use) wurde aus zukünftigen Cashflows, die auf einer vom Management verabschiedeten detaillierten Planungsrechnung basieren, abgeleitet. Zur Bestimmung des Nutzwertes der AT&S Korea wurde ein detaillierter Planungszeitraum von sieben Jahren herangezogen.

Die sonstigen Wertminderungen im Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von TEUR 108 waren ausschließlich auf Restrukturierungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen zurückzuführen.

10. Sonstige langfristige Vermögenswerte

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Vorauszahlungen 1.805 1.887
Gegebene Kautionen 1.817 1.128
Sonstige langfristige
Forderungen 51
Buchwert 3.622 3.066

Die Vorauszahlungen betreffen langfristige Mietvorauszahlungen für das Betriebsgrundstück in China.

11. Vorräte

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Roh-, Hilfs- und Be
triebsstoffe 15.915 18.207
Unfertige Erzeugnisse 10.064 8.963
Fertige Erzeugnisse 12.721 19.828
Buchwert 38.700 46.998

Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorräten beträgt zum 31. März 2010 TEUR 6.521 (TEUR 8.979 zum 31. März 2009).

Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Vorräte in Höhe von TEUR 87 (TEUR 0 zum 31. März 2009) als Besicherung. Es wird auf Punkt 17 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen stellen sich wie folgt dar:

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 70.703 86.001
Umsatzsteuerforderungen 12.013 6.803
Energieabgabenrückvergütungen 4.407 3.511
Vorauszahlungen 2.398 2.327
Sonstige Forderungen gegenüber
Behörden 1.277 138
Kautionen 423 1.014
Versicherungsvergütungen 44 1.573
Übrige Forderungen 714 625
Wertberichtigungen (1.003) (979)
90.976 101.013

Die übrigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen Abgrenzungspositionen.

Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 36.000 (TEUR 36.000 zum 31. März 2009) als Besicherung. Es wird auf Punkt 17 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Restlaufzeiten von Forderungen

Sämtliche Forderungen zum 31. März 2010 und zum 31. März 2009 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Factoring

Zum Bilanzstichtag 31. März 2010 waren Forderungen in Höhe von TEUR 7.511 (TEUR 6.072 zum 31. März 2009) im Rahmen eines echten Factoring an eine Bank übertragen und ausgebucht.

Entwicklung Überfälligkeiten und Wertberichtigungen

Zum 31. März 2010: Buchwert davon: nicht
wertgemindert
davon: nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
folgenden Zeitbändern überfällig
und nicht
überfällig
bzw.
weniger als zwischen
3 und 6
zwischen
6 und 12
mehr als
(in TEUR) versichert 3 Monate Monaten Monaten 12 Monate
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Forderungen
90.976 86.353 4.300 169 32 122
Zum 31. März 2009: Buchwert davon: nicht
wertgemindert
davon: nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
folgenden Zeitbändern überfällig
und nicht
überfällig
bzw.
weniger als zwischen
3 und 6
zwischen
6 und 12
mehr als
(in TEUR) versichert 3 Monate Monaten Monaten 12 Monate
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Forderungen
101.013 92.555 7.868 263 240 87

Bei den nicht wertgeminderten überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen entwickelten sich wie folgt:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Wertberichtigungen am
Beginn des Geschäfts
jahres 979 908
Verwendung (159) (81)
Auflösung (10) (141)
Zuführung 101 358
Umrechnungsdifferenzen 92 (65)
Wertberichtigungen am
Ende des
Geschäftsjahres
1.003 979

13. Finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

31. März davon lang davon kurz
(in TEUR) 2010 fristig fristig
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle
Vermögenswerte
14.153 14.153
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
160 99 61
14.313 99 14.214
(in TEUR) 31. März
2009
davon lang
fristig
davon kurz
fristig
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
13.987 13.987
Vermögenswerte 148 122 26
14.135 122 14.013

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Marktwerte der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte entsprechen den Buchwerten und stellen sich wie folgt dar:

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Anleihen 13.986 13.448
Derivative Finanzinstrumente*) 167 539
14.153 13.987

*) Es wird auf Punkt 20 "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Anschaffungskosten 1.000 1.000
Wertberichtigung (1.000) (1.000)
Buchwert

Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapiere betreffen Wandelanleihen der Adcon Telemetry AG, Klosterneuburg. Aufgrund des laufenden Konkursverfahrens der Adcon Telemetry AG sind diese Wandelanleihen zur Gänze abgewertet. Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapiere werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Jederzeit verkaufbare
Wertpapiere, zu Marktwerten
Sonstige zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
157 123
Vermögenswerte 3 25
Buchwert 160 148

Die jederzeit verkaufbaren Wertpapiere, zu Marktwerten, entwickelten sich wie folgt:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Buchwert am Beginn des
Geschäftsjahres 123 171
Abgänge (1) (19)
Noch nicht realisierte Gewinne/(Verluste) aus
der laufenden Periode im Eigenkapital erfasst 29 (26)
Umrechnungsdifferenzen 6 (3)
Buchwert am Ende des
Geschäftsjahres 157 123

Sämtliche jederzeit verkaufbare Wertpapiere werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Die sonstigen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte betreffen Beteiligungen und sind mit den Anschaffungskosten bewertet.

14. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 2.151
Wertminderungen
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 2.151

Ein langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Veräußerung muss höchstwahrscheinlich sein und erwartungsgemäß innerhalb von einem Jahr erfolgen.

Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte betrafen im Geschäftsjahr 2008/09 das Grundstück und Betriebsgebäude der AT&S Verwaltungs GmbH & Co KG, Deutschland. Letztlich haben die Verkaufsverhandlungen im Geschäftsjahr 2009/10 zu keinem konkreten Ergebnis geführt, und es ist aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation nicht davon auszugehen, dass die Veräußerung innerhalb eines Jahres erfolgen wird. Im Geschäftsjahr 2009/10 erfolgte daher eine Umgliederung zu den Sachanlagen als langfristiger Vermögenswert. Es wird auf Punkt 8 "Sachanlagen" verwiesen.

15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Guthaben bei Kreditinstituten
und Kassenbestand 12.574 4.250
Termingelder 771 2.304
Gebundene Barmittel 9 477
Buchwert 13.354 7.031

Die gebundenen Barmittel ("Restricted Cash") betreffen zum 31. März 2010 AT&S Indien (zum 31. März 2009 AT&S Indien und AT&S China).

Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

16. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
von mehr als
einem Jahr und von mehr als fünf
(in TEUR) 31. März 2010 bis zu einem Jahr bis fünf Jahre Jahren
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 41.896 41.896
Zuschüsse der öffentlichen Hand 787 146 641
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen 1.862 1.862
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 1.505 1.505
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 3.394 3.394
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 8.708 8.520 188
Übrige Verbindlichkeiten 3.902 3.113 789
Buchwert 62.054 60.436 1.618
Restlaufzeit
von mehr als
einem Jahr und von mehr als fünf
(in TEUR) 31. März 2009 bis zu einem Jahr bis fünf Jahre Jahren
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.826 32.826
Zuschüsse der öffentlichen Hand 1.582 197 1.239 146
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen
2.610 2.610
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 1.789 1.789
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 4.117 4.117
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 7.987 7.987
Übrige Verbindlichkeiten 4.283 3.496 787
Buchwert 55.194 53.022 2.026 146

Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Zuschüsse der öffentlichen Hand

Die Zuschüsse der öffentlichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst. Die ursprünglich zu erfüllenden Bedingungen sind bereits zum letzten Bilanzstichtag abgelaufen.

Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Zuschüsse für Projektkosten erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden bzw. ist der Abgrenzungsbetrag in den Verbindlichkeiten enthalten.

Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen

In der Aufsichtsratssitzung vom 8. November 2004 wurde ein Stock-Option-Plan (2005–2008) zur Gewährung von Aktienoptionen mit wahlweisem Barausgleich oder Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und leitende Angestellte genehmigt.

Jede dieser Optionen berechtigt entweder

  • zum Erwerb von Aktien (Equity-settled Share-based Payment Transactions) oder
  • es kann ein Barausgleich (Cash-settled Share-based Payment Transactions) in Höhe des Differenzbetrages zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung der AT&S-Aktie am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes durch den Optionsberechtigten verlangt werden.

Die Zuteilung von Aktienoptionen kann im Zeitraum zwischen 1. April 2005 und 1. April 2008 erfolgen.

Der Ausübungspreis wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und errechnet sich aus dem Durchschnittspreis der AT&S-Aktie über einen Zeitraum von sechs Kalendermonaten vor dem Tag der jeweiligen Zuteilung. Auf diesen Durchschnittspreis wird ein Aufschlag von 10 % hinzugerechnet. Der Ausübungspreis entspricht jedoch zumindest dem auf eine Aktie der Gesellschaft entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals.

Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach zwei Jahren, 30 % nach drei Jahren und 50 % nach vier Jahren ausübbar sind. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der nächstfolgenden Wartefrist ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig.

In der 1. Sitzung des Nominierungs- und Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats vom 17. März 2009 wurde ein weiterer Stock-Option-Plan beschlossen, nachdem dieser in der 55. Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2008 zur Begutachtung vorgelegt wurde. Dieser Stock-Option-Plan 2009–2012 zur Gewährung von Aktienoptionen mit wahlweisem Barausgleich oder Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und leitende Angestellte entspricht dem Stock-Option-Plan 2005–2008.

Jede dieser Optionen berechtigt entweder zum Erwerb von Aktien oder es kann ein Barausgleich verlangt werden, auf den sechsmonatigen Durchschnittspreis wird ein Aufschlag von 10 % hinzugerechnet, und die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach zwei Jahren, 30 % nach drei Jahren und 50 % nach vier Jahren ausübbar sind. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der nächstfolgenden Wartefrist ausgeübt werden.

Die Zuteilung von Aktienoptionen kann im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen.

Die Aktienoptionen können jeweils nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden.

Die nachfolgende Tabelle zeigt Informationen bezüglich aller bis zum 31. März 2010 zugeteilten Aktienoptionen.

Zuteilungstag
1. April 2009 1. April 2008 1. April 2007 1. April 2006
Ausübungspreis (in EUR) 3,86 15,67 22,57 17,99
31. März 2008 129.000 128.000
Gewährte Aktienoptionen 137.000
Verwirkte Aktienoptionen
Ausgeübte Aktienoptionen
Verfallene Aktienoptionen
31. März 2009 137.000 129.000 128.000
Gewährte Aktienoptionen 138.000
Verwirkte Aktienoptionen
Ausgeübte Aktienoptionen
Verfallene Aktienoptionen 3.000 5.000 5.000 4.000
31. März 2010 135.000 132.000 124.000 124.000
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienoptionen 4 Jahre 3 Jahre 2 Jahre 1 Jahr
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienoptionen
zum Bilanzstichtag (in TEUR)
31. März 2009
31. März 2010 638 61 8 4

Abweichend von den angegebenen Vertragslaufzeiten werden die Aktienoptionen von Herrn Dr. Harald Sommerer mit Austrittsdatum am 31. Jänner 2010 fällig und sind bis spätestens 31. Jänner 2011 ausübbar.

Weiters wird auf Punkt 29 "Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Personen und Unternehmen" verwiesen.

Die Bewertung der Aktienoptionen erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Diese können von später am Markt realisierten Werten für sämtliche zum 1. April 2006, zum 1. April 2007, zum 1. April 2008 und zum 1. April 2009 zugeteilten Aktienoptionen abweichen:

Risikofreier Zinssatz 1,03-2,24 %
Volatilität 49,91-51,28 %
Dividende je Aktie 0,0
Gewichtete durchschnittliche Laufzeiten
der gewährten Aktienoptionen 3,6 Jahre

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse ab 1. Oktober 2006 bzw. ab 1. April 2009 bis zum Bilanzstichtag.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienoptionen wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst. Die entsprechende Abgrenzungsposition ist in den Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern enthalten.

Übrige Verbindlichkeiten

Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen, kreditorische Debitoren, Pensionsverbindlichkeiten und sonstige Abgrenzungen sowie einbehaltene Kautionen.

17. Finanzielle Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
von mehr als
einem Jahr und von mehr als fünf
(in TEUR) 31. März 2010 bis zu einem Jahr bis fünf Jahre Jahren Zinssatz in %
Anleihen 83.418 3.713 79.705 5,5
Exportkredite 36.000 36.000 1,3
Kredite der öffentlichen Hand:
- Öffentliche Stellen 430 177 253 2,0-2,5
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 54.019 29.179 24.840 1,2-6,0
Derivative Finanzinstrumente*) 1.785 1.386 399
Buchwert 175.652 70.455 105.197
von mehr als
einem Jahr und von mehr als fünf
(in TEUR) 31. März 2009 bis zu einem Jahr bis fünf Jahre Jahren Zinssatz in %
Anleihen 83.374 3.764 79.610 5,5
Exportkredite 36.000 36.000 3
Kredite der öffentlichen Hand:
- European Recovery Program 128 128 1,5
- Öffentliche Stellen 340 29 311 2,0-2,5
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 72.834 55.695 17.139 1,2-3,85
Derivative Finanzinstrumente*) 2.869 2.869
Buchwert 195.545 98.485 97.060

*) Es wird auf Punkt 20 "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

Die Anleihen mit einem Gesamtnennbetrag von EUR 80 Mio. wurden am 27. Mai 2008 mit einer Laufzeit von fünf Jahren am Dritten Markt der Wiener Börse von der Gesellschaft platziert. Die Anleihe in einer Stückelung von EUR 50.000,– ist gemäß § 3 Abs. 1 Z 9 KMG von der Prospektpflicht befreit. Die jährliche Fixverzinsung in Höhe von 5,50 % vom Nennwert ist nachträglich am 27. Mai eines jeden Jahres zahlbar. Es besteht kein ordentliches Kündigungsrecht der Anleihegläubiger. Ein außerordentliches Kündigungsrecht ist im Wesentlichen bei folgenden Ereignissen bei der Gesellschaft oder einer ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften vereinbart:

  • Einstellung von Zahlungen oder Bekanntgabe von Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung,
  • Konkurs- oder sonstiges Insolvenzverfahren (Ausnahme: gerichtlicher Ausgleich) oder Liquidation,
  • wesentliche Verschlechterung der Finanz- und Ertragslage durch überwiegende Einstellung der Geschäftstätigkeit, Veräußerung wesentlicher Teile der Vermögenswerte oder nicht fremdüblicher Geschäfte mit verbundenen Unternehmen,
  • Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung zur Erfüllung der Anleiheverpflichtungen führt.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf zu einem großen Teil langfristige Finanzierungen der Werke in China, Südkorea und Indien. Für das Werk in Südkorea und den Ausbau in Indien wurde im Geschäftsjahr 2009/10 eine langfristige Finanzierung aufgenommen, die in Halbjahresraten bis 31. März 2014 zurückzuführen ist. Die variable Verzinsung wurde zur Gänze durch einen Zinsswap abgesichert. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Aufrechterhaltung der 98,76%-Beteiligung an der AT&S Korea und der 100%-Beteiligung an der AT&S Indien,
  • keine Belastungen hinsichtlich der Beteiligungen.

Insbesondere für den Ausbau des Werks in China besteht ein Finanzierungspaket (auf Basis einer Garantie G4 der Republik Österreich), welches in Halbjahresraten bis 31. März 2011 rückzuführen ist. Die Zinsen auf die Restlaufzeit sind großteils fixiert und teilweise variabel. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Aufrechterhaltung der 100%-Beteiligung an der AT&S China,
  • Bestehen der Garantie G4,
  • keine Belastungen hinsichtlich der Beteiligungen.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2010 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren wie folgt dar: Sonstige

Verbindlichkeiten Derivative
Kredite gegenüber Finanz
(in TEUR) Anleihen Exportkredite öffentlicher Hand Kreditinstituten instrumente
2010/11
Tilgung 36.000 177 29.179 1.386
Zinsen fix 4.461 9 564
Zinsen variabel 849
2011/12
Tilgung 162 9.340
Zinsen fix 4.461 3 650
Zinsen variabel
2012/13
Tilgung 91 6.200
Zinsen fix 4.461 2 423
Zinsen variabel
2013/14
Tilgung 80.000 9.300
Zinsen fix 697 212
Zinsen variabel

Es werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.

Zum Vorjahresstichtag 31. März 2009 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren wie folgt dar:

Sonstige
Verbindlichkeiten Derivative
Kredite gegenüber Finanz
(in TEUR) Anleihen Exportkredite öffentlicher Hand Kreditinstituten instrumente
2009/10
Tilgung 36.000 157 55.695 2.869
Zinsen fix 4.461 8 1.065
Zinsen variabel 157
2010/11
Tilgung 177 14.000
Zinsen fix 4.461 6 479
Zinsen variabel
2011/12
Tilgung 94 3.139
Zinsen fix 4.461 2 13
Zinsen variabel
2012/13
Tilgung 40
Zinsen fix 4.461 1
Zinsen variabel
2013/14
Tilgung 80.000
Zinsen fix 697
Zinsen variabel

Die Anleihen, Exportkredite, Kredite der öffentlichen Hand und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen teilweise eine nicht marktübliche Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und Buchwerten kommen.

Buchwerte 31. März Geschätzte Marktwerte 31. März
(in TEUR) 2010 2009 2010 2009
Anleihen 83.418 83.374 89.029 77.932
Exportkredite 36.000 36.000 36.000 36.000
Kredite der öffentlichen Hand 430 468 433 469
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 54.019 72.834 55.789 71.138
Derivative Finanzinstrumente 1.785 2.869 1.785 2.869
175.652 195.545 183.036 188.408

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der derzeitigen Effektivverzinsung von Krediten und Anleihen mit ähnlicher Laufzeit, die dem Konzern zur Verfügung stehen würden.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar:

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Euro 174.473 193.712
Koreanische Won 1.474
US-Dollar 399 27
Japanische Yen 271
Chinesische Renminbi Yuan 366
Indische Rupien 414 61
175.652 195.545

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie folgt besichert:

  • durch Sachanlagen in Höhe von TEUR 0 (zum 31. März 2009: TEUR 1.772). Es wird auf Punkt 8 "Sachanlagen" verwiesen;
  • durch Vorratsvermögen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 36.087 (zum 31. März 2009: TEUR 36.000). Es wird auf Punkt 11 "Vorräte" und Punkt 12 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" verwiesen;
  • durch die Abtretung der Rechte aus der Absicherung des politischen Risikos für den Standort in China in Höhe von TEUR 14.000 zum 31. März 2010 (zum 31. März 2009: TEUR 35.500) sowie für den Standort in Südkorea in Höhe von TEUR 3.139 (zum 31. März 2009: TEUR 3.139).

Die Kreditrahmen der Finanzierungsverbindlichkeiten zum 31. März 2010 stellen sich wie folgt dar:

(in TEUR) Kreditrahmen Ausgenützt
Exportkreditrahmen –
gesichert
36.000 36.000
Sonstige Kreditrahmen –
gesichert
167.693 130.366
Kreditrahmen –
ungesichert
30.000 7.500
233.693 173.866

Leasingverhältnisse

Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren operativen Leasing- und Mietverhältnissen stellt sich wie folgt dar:

31. März
(in TEUR) 2010 2009
Bis zu einem Jahr 3.078 3.541
Von einem Jahr bis fünf Jahre 7.796 10.090
Mehr als fünf Jahre 11.236 16.510
Summe der Mindestzahlungen 22.110 30.141

Im Konzern bestehen mehrere operative Leasingverträge für die Anmietung von Büroräumen, Grundstücken und Produktionshallen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung und technische Anlagen.

Die Verpflichtungen aus operativen Leasingverhältnissen betreffen zum Großteil ein im Geschäftsjahr 2006/07 durchgeführtes Sale-and-Lease-back für Betriebsgrundstücke und -gebäude in Leoben-Hinterberg und Fehring, Österreich, mit einer unkündbaren Leasingdauer bis Dezember 2021. Die angeführten Beträge beinhalten mit TEUR 10.016 auch die auf die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen in Leoben-Hinterberg entfallenden Mindestzahlungen aus dem operativen Leasingverhältnis, die bereits in der Bilanz als sonstige Rückstellungen enthalten sind. Es wird auf Punkt 19 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

Die als Aufwand erfassten Zahlungen für unkündbare Leasingund Mietaufwendungen stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Leasing- und Mietaufwand 3.359 4.023

18. Rückstellungen für Personalaufwand

Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.

Beitragsorientierte Pensionspläne

Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskasse ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich wurden im Geschäftsjahr 2008/09 die Pensionspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Arbeitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge und am erzielten Jahresüberschuss der Gesellschaft. Die Beitragszahlungen betrugen TEUR 147 im Geschäftsjahr 2009/10 und TEUR 450 im Geschäftsjahr 2008/09.

Leistungsorientierte Pensionspläne

Für Mitglieder des Vorstands und für leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiterbeiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an andere Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensionskassen fondsfinanziert ("funded"), teilweise nicht fondsfinanziert ("unfunded").

Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Führungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig.

Fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche

Den Mitarbeitern in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgeltes abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensversicherung gedeckt.

Nicht fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche

Den Mitarbeitern in Österreich, Korea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgeltes abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich je nach Dienstzeit 2 bis 12 Zwölftel des Jahresgehaltes, in Korea und China einen ebenfalls je nach Dienstzeit fixierten entgeltabhängigen Betrag.

Für seit dem 1. Jänner 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen im Geschäftsjahr 2009/10 betrugen TEUR 239 und für 2008/09 TEUR 358.

Sonstige Dienstnehmeransprüche

Den Mitarbeitern der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei langjähriger Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.

Die Bewertung erfolgt im Wesentlichen analog dem Verfahren für Abfertigungen unter Zugrundelegung derselben Parameter, jedoch ohne Berücksichtigung der Korridormethode.

Die Aufwendungen für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen:

Sonstige Dienstnehmer
Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche ansprüche
Geschäftsjahr Geschäftsjahr Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Laufender Dienstzeitaufwand 191 188 1.115 1.267 706 259
Zinsaufwand 466 433 555 626 113 96
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 195
Abfindungen 3.069
Erwartetes Veranlagungsergebnis der zur
Deckung vorgesehenen Vermögenswerte (291) (395) (13) (13)
Versicherungsmathematische Verluste/(Gewinne) 101 32 182 159 (23) (129)
Summe Aufwendungen 467 453 4.908 2.039 796 226

Die Aufwendungen für Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Herstellungskosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Die Abfindungen im Geschäftsjahr 2009/10 sind in den nicht wiederkehrenden Posten enthalten.

In der Bilanz sind folgende Ansprüche abgegrenzt:

31. März
(in TEUR) 2010 2009
(Übergedeckte) Pensionsansprüche (620) (46)
Untergedeckte Pensionsansprüche 1.021 953
Untergedeckte Abfertigungsansprüche 8.233 6.554
Sonstige Dienstnehmeransprüche 2.115 2.244
Rückstellungen für Personalaufwand 11.369 9.751
Abgrenzung für Pensionen, Abfertigungen und sonstige Dienstnehmeransprüche, saldiert 10.749 9.705

Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:

Pensionsansprüche
31. März
Abfertigungsansprüche
31. März
(in TEUR) 2010 2009 2010 2009
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 8.662 8.381 437 392
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (8.480) (6.769) (194) (184)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 182 1.612 243 208
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 968 900 9.085 10.653
Nicht realisierte versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) (749) (1.605) (1.095) (4.307)
Bilanzierte Rückstellungen/(Forderungen), netto 401 907 8.233 6.554
davon Forderungen (übergedeckte Ansprüche) (620) (46)
davon Rückstellungen (untergedeckte Ansprüche) 1.021 953 8.233 6.554

Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar:

Fondsfinanzierte Nicht fondsfinanzierte
Pensionsansprüche Pensionsansprüche
Geschäftsjahr Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Barwert der Pensionsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 8.381 7.811 900 825
Laufender Dienstzeitaufwand 191 188
Zinsaufwand 419 390 47 43
Versicherungsmathematische Verluste/(Gewinne) (174) 142 21 32
Auszahlungen (155) (150)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 8.662 8.381 968 900
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 6.769 8.042
Einzahlungen 973
Erwartetes Veranlagungsergebnis 291 395
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) 602 (1.518)
Auszahlungen (155) (150)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 8.480 6.769
Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne 182 1.612

Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

31. März
(in %) 2010 2009
Anleihen 31 % 47 %
Aktien 38 % 24 %
Immobilien 7 % 4 %
Liquide Mittel 24 % 25 %
100 % 100 %

Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

Fondsfinanzierte Nicht fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
Geschäftsjahr
Abfertigungsansprüche
Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Barwert der Abfertigungsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 392 383 10.653 11.948
Änderungen des Konsolidierungskreises (22)
Umrechnungsdifferenzen 41 (25) 81 (64)
Dienstzeitaufwand 30 37 1.085 1.230
Zinsaufwand 29 29 526 598
Versicherungsmathematische Verluste/(Gewinne) (11) (18) (3.019) 298
Abfindungen 3.069
Auszahlungen (22) (14) (3.310) (3.357)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 437 392 9.085 10.653
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 184 160
Änderungen des Konsolidierungskreises (15)
Umrechnungsdifferenzen 18 (11)
Einzahlungen 16 34
Erwartetes Veranlagungsergebnis 13 13
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) 2
Auszahlungen (22) (14)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 194 184
Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 243 208

Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 2.244 1.969
Umrechnungsdifferenzen (24) 174
Dienstzeitaufwand 706 259
Zinsaufwand 113 96
Versicherungsmathematische Verluste/(Gewinne) (23) (129)
Auszahlungen (901) (125)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 2.115 2.244
Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende ver
sicherungsmathematische Parameter angewendet:
Sonstige Dienstnehmer
Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche ansprüche (Jubiläumsgelder)
31. März 31. März 31. März
2010 2009 2010 2009 2010 2009
Zinssatz 5 % 5,25 % 5-8,25 % 5,25-8 % 2-5 % 4-5,25 %
Erwartete Rendite auf
Planvermögen 5,55 % 4,44 % 8 % 8 %
Erwartete Gehaltssteigerung 2,25 % 2,50 % 3-7 % 3,25-10 % 3-10 % 3,25-10 %
Künftige Pensionserhöhung 2 % 2,25 %
Pensionsalter (Frauen/Männer) 58-65 58-65 Individuell Individuell
gemäß Pensions
gemäß Pensions
reform reform
2003 2003

19. Sonstige Rückstellungen

Stilllegung Restrukturierung
(in TEUR) Summe Gewährleistung Augsburg Leoben Übrige
Buchwert 31. März 2009 10.297 1.265 39 8.533 460
Verwendung (2.048) (535) (39) (1.015) (459)
Auflösung (79) (78) (1)
Zuführung 9.762 248 6.072 3.442
Zinseffekt 67 67
Umrechnungsdifferenzen 248 1 247
Buchwert 31. März 2010 18.247 901 13.657 3.689
31. März
2010 2009
12.769 7.322
5.478 2.975
18.247 10.297

Rückstellung für Gewährleistung

Die Rückstellung für Gewährleistung betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamationen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist eine auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausgewiesen werden.

Rückstellung für Restrukturierung Leoben-Hinterberg

Diese Rückstellung für Kosten aus vertraglichen Verpflichtungen betrifft die künftigen Leerstehungskosten für die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen auf Basis der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtungen. Die Rückstellung wurde in Höhe des Barwertes der überwiegend langfristig erwarteten Ausgaben angesetzt. Zur Gesamtdarstellung der Restrukturierungen des Standortes Leoben-Hinterberg wird auf Punkt 5 "Nicht wiederkehrende Posten" verwiesen.

Übrige Rückstellungen

Bei den übrigen sonstigen Rückstellungen handelt es sich um Rückstellungen für sonstige belastende Verträge mit kurzfristiger Restlaufzeit.

20. Derivative Finanzinstrumente

Die derivativen Finanzinstrumente betreffen vor allem Devisentermingeschäfte, Währungsswaps und Zinsswaps. Gesichert werden hauptsächlich Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem Marktwert. Der Marktwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erlöst werden würde.

Die Marktwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31. März 2010 31. März 2009
(in TEUR) Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Devisentermingeschäfte zu Marktwerten 254 131
Währungsswaps zu Marktwerten 167 1.132 372 2.869
Währungsoptionen zu Marktwerten 3
Zinsswaps zu Marktwerten 399 33
Summe Marktwerte 167 1.785 539 2.869
abzüglich kurzfristiger Anteil:
Devisentermingeschäfte zu Marktwerten 254 131
Währungsswaps zu Marktwerten 167 1.132 372 2.869
Währungsoptionen zu Marktwerten 3
Zinsswaps zu Marktwerten 33
Kurzfristiger Anteil 167 1.386 539 2.869
Langfristiger Anteil 399

Die Nominalbeträge und die Marktwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit der Absicherung von Wechselkursschwankungen stellen sich nach Währungen wie folgt dar:

31. März 2010 31. März 2009
Nominalbetrag Marktwert Nominalbetrag Marktwert
Währung (in 1.000 Landeswährung) (in TEUR) (in 1.000 Landeswährung) (in TEUR)
US-Dollar 35.301 (1.219) 67.158 (2.363)

Die Nominalbeträge und die Marktwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit der Absicherung von Zinssatzschwankungen stellen sich nach Währungen wie folgt dar:

31. März 2010 31. März 2009
Nominalbetrag Marktwert Nominalbetrag Marktwert
Währung (in 1.000 Landeswährung) (in TEUR) (in 1.000 Landeswährung) (in TEUR)
Euro 23.600 (399) 10.000 33

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31. März
(in Monaten) 2010 2009
Devisentermingeschäfte 4 10
Währungsswaps 7 10
Währungsoptionen 3
Zinsswaps 48 15

Zum 31. März 2010 ist der feste Zinssatz der Zinsswaps 2,34 %, der variable Zinssatz basiert auf dem 6-Monats-EURIBOR.

21. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien

Die Zusammenfassung der Buchwerte und Wertansätze der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

(in TEUR)
31. März 2010
Zeitwerte
erfolgswirksam
Zeitwerte
erfolgsneutral
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Buchwerte
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 97 2 99
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 70.845 70.845
Finanzielle Vermögenswerte 14.153 61 14.214
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13.354 13.354
Schulden
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 105.197 105.197
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 50.235 50.235
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.785 68.670 70.455
(in TEUR) Zeitwerte Zeitwerte Fortgeführte
31. März 2009 erfolgswirksam erfolgsneutral Anschaffungskosten Buchwerte
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 97 25 122
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 87.358 87.358
Finanzielle Vermögenswerte 13.987 26 14.013
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.031 7.031
Schulden
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 97.060 97.060
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 40.813 40.813
Finanzielle Verbindlichkeiten 2.869 95.616 98.485

Bewertungshierarchien der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente

Bei der Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden.

  • Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bestimmt.
  • Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.
  • Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde.

Die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den drei Bewertungshierarchien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

(in TEUR)
31. März 2010 Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Finanzielle
Vermögenswerte
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Anleihen 13.986 13.986
Derivative
Finanzinstrumente
167 167
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
157 3 160
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Derivative
Finanzinstrumente 1.785 1.785

Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien

Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
Ausleihungen und Forderungen (538) 869
Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte 3.305 (4.515)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
1 4
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet werden (11.203) 5.925
(8.435) 2.283

Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Dividendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, realisierte Erträge und Verluste aus dem Abgang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzinstrumente.

Das gesamte Nettoergebnis (Nettoaufwand) aus Finanzinstrumenten ist in Höhe von TEUR –7.766 (2008/09: TEUR 1.682 Nettoertrag) im Finanzergebnis und in Höhe von TEUR –669 (2008/09: TEUR 601 Nettoertrag) im Betriebsergebnis enthalten.

22. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

In Bezug auf unkündbare Leasing- und Mietverträge wird auf Punkt 17 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen. Zum 31. März 2010 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 25.774 (TEUR 6.264 zum 31. März 2009) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorhaben. Weiters bestehen zum Bilanzstichtag Haftungsverhältnisse gegenüber der Zollbehörde sowie aus Bankgarantien in Höhe von TEUR 9 (TEUR 2 zum 31. März 2009). Andere Garantien bzw. sonstige Haftungszusagen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sind zum Bilanzstichtag nicht gegeben.

23. Gezeichnetes Kapital

Im Umlauf
befindliche Eigene Aktien Gezeichnetes
Aktien Grundkapital Kapitalrücklage Stock Options (nach Steuern) Kapital
(in 1.000 Stück) (in TEUR) (in TEUR) (in TEUR) (in TEUR) (in TEUR)
31. März 2008 23.323 28.490 63.294 226 (46.352) 45.658
Aktienoptionsprogramme:
Wert der erbrachten Leistungen 22 22
Veränderung Aktienoptionen 248 (248)
31. März 2009 23.323 28.490 63.542 (46.352) 45.680
Aktienoptionsprogramme:
Wert der erbrachten Leistungen
Veränderung Aktienoptionen
31. März 2010 23.323 28.490 63.542 (46.352) 45.680

Grundkapital

Das Grundkapital zum 31. März 2010 in Höhe von TEUR 28.490 besteht aus 25.900.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je EUR 1,1.

Im Umlauf befindliche Aktien

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 25.900.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2010 hält der Konzern 2.577.412 eigene Aktien, 23.322.588 Aktien befanden sich im Umlauf.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand wurde mit Beschluss der 11. ordentlichen Hauptversammlung vom 5. Juli 2005 ermächtigt, bis zum 4. Juli 2010 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu TEUR 12.430, allenfalls in mehreren Tranchen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 11.300.000 auf den Inhaber lautenden nennbetragslosen Stückaktien gegen Bareinzahlung oder Sacheinlage, auch unter teilweisem oder gänzlichem Ausschluss des Bezugsrechtes der Aktionäre, zu erhöhen und die näheren Ausgabebedingungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Wandelschuldverschreibungen

In der 11. ordentlichen Hauptversammlung vom 5. Juli 2005 wurde der Vorstand ermächtigt, gemäß § 174 Abs. 2 AktG bis 4. Juli 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu TEUR 100.000, auch in mehreren Tranchen, auszugeben, alle Bedingungen, die Ausgabe und das Umtauschverfahren der Wandelschuldverschreibungen festzusetzen sowie das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Bedingte Kapitalerhöhung

In der 11. ordentlichen Hauptversammlung vom 5. Juli 2005 erfolgte die Beschlussfassung über die bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu TEUR 12.430 durch Ausgabe von bis zu 11.300.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stammaktien zur Gewährung von Bezugs- oder Umtauschrechten an die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen und Feststellung der Erfordernisse gemäß § 160 Abs. 2 AktG über die Ermächtigung des Vorstands, die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen und über die Ermächtigung des Aufsichtsrats, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Die neu ausgegebenen Aktien der bedingten Kapitalerhöhung haben die volle Dividendenberechtigung für das laufende Geschäftsjahr, in dem sie begeben werden.

Eigene Aktien

Zuletzt in der 14. ordentlichen Hauptversammlung vom 3. Juli 2008 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben, wobei der Erwerbskurs je zu erwerbender Stückaktie EUR 1,10 nicht unterschreiten und EUR 110 nicht überschreiten darf, sowie die erworbenen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen oder zur Durchführung des Mitarbeiterbeteiligungs- bzw. Stock-Option-Plans der Gesellschaft zu verwenden. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Der Konzern hat seit 15. Mai 2006 insgesamt 2.632.432 eigene Aktien zum jeweiligen Börsekurswert im Gesamtwert von TEUR 47.484 gekauft. Im Geschäftsjahr 2009/10 wurden Aktien weder gekauft noch zur Bedienung des Stock-Option-Plans der Gesellschaft verwendet. Zum 31. März 2010 hält der Konzern unverändert zum letzten Bilanzstichtag 2.577.412 eigene Aktien (9,95 % des Grundkapitals) mit einem Gesamtkaufpreis von TEUR 46.577.

In der 14. ordentlichen Hauptversammlung vom 3. Juli 2008 wurde der Vorstand erneut gemäß § 65 Abs. 1b AktG ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 3. Juli 2013, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung die erworbenen eigenen Anteile auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Wandelschuldverschreibungen als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Beteiligungen, und hierbei – soweit erforderlich – das Bezugsrecht der Aktionäre gemäß §§ 169 bis 179 AktG auszuschließen, wobei die Ermächtigung ganz oder in Teilen ausgeübt werden kann.

Dividende pro Aktie

Im Geschäftsjahr 2009/10 wurden pro Aktie EUR 0,18 (im Geschäftsjahr 2008/09 EUR 0,34) an Dividenden ausgeschüttet.

Aktienoptionsprogramme mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente

In der Aufsichtsratssitzung vom 15. Juni 2000 wurde der Stock-Option-Plan 2000–2004 zur Gewährung von Aktienoptionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und leitende Angestellte genehmigt. Die Zuteilung von Aktienoptionen erfolgte über den Zeitraum zwischen 1. August 2000 und 1. April 2004. Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen war gestaffelt, wobei 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach zwei Jahren, 30 % nach drei Jahren und 50 % nach vier Jahren ausübbar waren, wobei die Aktienoptionen nur innerhalb eines Ausübungsfensters von drei Monaten, beginnend mit 1. Juli des jeweiligen Geschäftsjahres, ausgeübt werden konnten. Die letzte Ausübungsfrist des Stock-Option-Planes 2000–2004 endete daher bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09.

24. Sonstige Rücklagen

Die im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar:

Sicherungs
Zur Veräußerung instrumente aus der
Währungsumrech verfügbare finanzielle Absicherung von Sonstige
(in TEUR) nungsdifferenzen Vermögenswerte Zahlungsströmen Rücklagen
Buchwert zum 31. März 2008 (39.755) 41 (39.714)
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern 40.292 (17) 40.275
Buchwert zum 31. März 2009 537 24 561
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern (2.060) 19 (299) (2.340)
Umgliederung realisierter, im Konzernergebnis
erfasster Änderungen, nach Steuern 219 219
Buchwert zum 31. März 2010 (1.304) 43 (299) (1.560)

Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfallen, wird auf Punkt 7 "Ertragsteuern" verwiesen.

VI. Sonstige Angaben

25. Ergebnis je Aktie

Der Gewinn je Aktie ist gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" (Earnings per Share) berechnet.

Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 25.900.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2010 wurden 2.577.412 eigene Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug gebracht werden.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie betrug 23,3 Mio. Stück im Geschäftsjahr 2009/10 bzw. 23,3 Mio. Stück im Geschäftsjahr 2008/09.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie betrug 23,4 Mio. Stück im Geschäftsjahr 2009/10 bzw. 23,3 Mio. Stück im Geschäftsjahr 2008/09.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden:

Geschäftsjahr
(in 1.000 Stück) 2009/10 2008/09
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien – Basisberechnung 23.323 23.323
Verwässernde Auswirkung der Optionen 71
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien – verwässerter Wert 23.394 23.323

Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Die Basisberechnung des Ergebnisses pro Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewogenen Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.

Geschäftsjahr
2009/10 2008/09
Konzernergebnis (in TEUR) (37.271) (5.376)
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien – Basisberechnung
(in 1.000 Stück)
23.323 23.323
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) (1,60) (0,23)

Verwässertes Ergebnis je Aktie

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewogenen Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausständigen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen zusammen und sind im verwässerten Ergebnis pro Aktie unter der Annahme, dass diese Aktien verwässert sind, enthalten.

Geschäftsjahr
2009/10 2008/09
Konzernergebnis (in TEUR) (37.271) (5.376)
Gewichteter Durchschnitt der im
Umlauf befindlichen Aktien –
verwässerter Wert (in 1.000 Stück)
23.394 23.323
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) (1,59) (0,23)

Die eigenen Aktien, die zur Bedienung des Stock-Option-Plans reserviert sind, führen nach IAS 33 zu keiner Verwässerung der ausgegebenen Aktien.

26. Vorschlag für die Gewinnverteilung

Gemäß den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischem Unternehmensrecht aufgestellte Einzelabschluss der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft zum 31. März 2010 die Grundlage für die Dividendenausschüttung. Dieser Jahresabschluss weist zum 31. März 2010 einbehaltene Gewinne von TEUR 14.144 (TEUR 45.615 zum 31. März 2009) aus.

Die Ausschüttung unterliegt der Zustimmung der Hauptversammlung. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus den einbehaltenen Gewinnen von TEUR 14.144 eine Dividende je ausstehender Aktie in Höhe von EUR 0,10 auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

27. Veräußerungen Veräußerung der AT&S ECAD

Mit Kaufvertrag vom 20. April 2009 wurden die AT&S ECAD Technologies Private Limited, Indien und deren Tochtergesellschaft AT&S ECAD Technologies Inc., USA veräußert und mit Übergang der Beherrschung auf den Erwerber per Anfang Juni 2009 endkonsolidiert. Der Verkauf und die Konsolidierungskreisänderung haben nur unwesentliche Auswirkungen auf den Konzern.

28. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Anfang Mai 2010 hat der Vorstand beschlossen, nach den bisher bereits konzernweit durchgeführten Kosteneinsparungsprogrammen und dem damit verbundenen Personalabbau weitere Anpassungen in der Verwaltungsstruktur vorzunehmen. Es sollen internationale und regionale Strukturen teilweise zusammengelegt und damit Synergien erschlossen werden. Zu diesem Zweck wurde die Entscheidung getroffen, den Standort Wien, an welchem bisher wesentliche Konzernfunktionen im Sinne eines Headquarters wahrgenommen wurden, mit Kalenderjahresende 2010 zu schließen und einzelne Funktionen an andere Standorte des Unternehmens zu verlagern. Die Rolle des Headquarters wird seit diesem Vorstandsbeschluss dem Sitz der Gesellschaft und Produktionsstandort Leoben-Hinterberg zugeordnet.

29. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Personen und Unternehmen

Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsfirmen, die im Besitz des Vorsitzenden des Aufsichtsrats (AIC Androsch International Management Consulting GmbH, Wien) bzw. eines Aufsichtsratsmitglieds (Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH, Wien) stehen, erhalten. Die dabei angefallenen Honorare stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09
AIC Androsch International Management
Consulting GmbH
365 366
Dörflinger Management & Beteiligungs
GmbH 10 9
375 375

Weiters sind bestimmte Fertigungsprozesse der AT&S Korea ausgelagert. Ein Teil dieser Fremdfertigungsleistungen wurde von Minderheitsgesellschaftern nahe stehenden Personen durchgeführt und beläuft sich für das Geschäftsjahr 2009/10 auf TEUR 7 (2008/09: TEUR 432). Die ausstehenden Verpflichtungen zum 31. März 2010 betrugen TEUR 0 (31. März 2009: TEUR 25).

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2009/10 und bis zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorsitzender,
  • seit 1. Februar 2010)
  • Dr. Harald Sommerer (Vorsitzender, bis 31. Jänner 2010)
  • Dkfm. Steen Ejlskov Hansen
  • Ing. Heinz Moitzi

Im Geschäftsjahr 2009/10 waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dkfm. Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Ing. Willibald Dörflinger (Stellvertreter)
  • Dr. Erich Schwarzbichler (bis 2. Juli 2009)
  • Mag. Gerhard Pichler (seit 2. Juli 2009)
  • Dr. Georg Riedl
  • DI Albert Hochleitner
  • Dkfm. Karl Fink

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Johann Fuchs
  • Wolfgang Fleck
  • Günther Wölfler (seit 3. Juni 2009)
  • Markus Schumy (bis 31. März 2009)

Die Anzahl der zugeteilten Aktienoptionen und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der zugeteilten Aktienoptionen Personalaufwand
31. März Geschäftsjahr
(in Stück) (in TEUR)
2010 2009 2009/10 2008/09
Dr. Harald Sommerer 160.000 160.000 178 10
Dkfm. Steen Ejlskov Hansen 120.000 120.000 61 8
Ing. Heinz Moitzi 120.000 120.000 61 16
Vorstandsmitglieder gesamt 400.000 400.000 300 34
Andere Führungskräfte gesamt 115.000 112.500 69 7
515.000 512.500 369 41

Es wird auf Punkt 16 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen. Die Aktienoptionen von Herrn Dr. Harald Sommerer waren mit Austrittsdatum am 31. Jänner 2010 fällig und sind bis spätestens 31. Jänner 2011 ausübbar.

Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten:

Geschäftsjahr 2009/10 Geschäftsjahr 2008/09
(in TEUR) Fix Variabel*) Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 58 58
Dkfm. Steen Ejlskov Hansen 365 365 366 366
Ing. Heinz Moitzi 314 314 316 316
Dr. Harald Sommerer 457 423 880 457 457
Leitende Angestellte 2.917 2.917 2.907 2.907
4.534 4.046

* ) Die variablen Bezüge des Vorstands betreffen die vertraglichen Abfertigungszahlungen und Abfindungen sonstiger Ansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung des Vorstandsvertrages.

Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten:

Abfertigungen Pensionen
Geschäftsjahr Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 423 109 473 476

Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

Geschäftsjahr 2009/10 Geschäftsjahr 2008/09
(in TEUR) Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Dkfm. Dr. Hannes Androsch 16 16 18 18
Ing. Willibald Dörflinger 9 9 9 9
Dr. Erich Schwarzbichler 2 2 11 11
Dr. Georg Riedl 11 11 11 11
DI Albert Hochleitner 11 11 10 10
Dkfm. Karl Fink 10 10 11 11
Mag. Gerhard Pichler 9 9
68 68 70 70

Aktienbesitz der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

zum 31. März 2010:
Summe Aktien und
Aktien Optionen Optionen % Kapital
Vorstandsmitglieder 3.672 240.000 243.672 0,95
Aufsichtsratsmitglieder:
Dkfm. Dr. Hannes Androsch 445.853 445.853 1,72
Übrige Aufsichtsratsmitglieder 28.912 28.912 0,11
Summe Aufsichtsratsmitglieder 474.765 474.765 1,83
Privatstiftungen:
Dörflinger Privatstiftung 4.574.688 4.574.688 17,66
Androsch Privatstiftung 5.570.666 5.570.666 21,51
Summe Privatstiftungen 10.145.354 10.145.354 39,17
10.623.791 240.000 10.863.791 41,95

30. Aufwendungen für Konzernabschlussprüfer

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr
(in TEUR) 2009/10
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 133
Andere Bestätigungsleistungen 13
Steuerberatungsleistungen 12
Sonstige Leistungen 14
172

Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers zur Abschlussprüfung der Tochterunternehmen nicht enthalten.

31. Personalstand

Die Durchschnittszahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter betrug:

Geschäftsjahr
2009/10 2008/09
Arbeiter 4.345 4.931
Angestellte 1.271 1.388
5.616 6.319

Die Ermittlung des Personalstandes beinhaltet Leihpersonal im Bereich der Arbeiter für das Geschäftsjahr 2009/10 in durchschnittlicher Höhe von 2.486 und für das Geschäftsjahr 2008/09 in durchschnittlicher Höhe von 2.734.

Leoben-Hinterberg, am 10. Mai 2010

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dkfm. Steen Ejlskov Hansen e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Konzernlagebericht 2009/10

1. Unternehmensprofil

AT&S zählt weltweit zu den führenden Unternehmen der Branche und ist in Europa und Indien bereits der mit Abstand größte Leiterplattenproduzent. Neben einfachen Leiterplatten bietet AT&S vor allem hochkomplexe elektronische Verbindungselemente, die auf Grund des kundenseitig wachsenden Miniaturisierungsbedarfs im Produktportfolio der AT&S einen hohen Anteil ausmachen. Dabei steht insbesondere die HDI-Microvia-Technologie im Zentrum, die vor allem in mobilen Endgeräten wie Mobiltelefonen oder PDAs zum Einsatz kommt.

Im Laufe der Zeit haben sich Mobiltelefone zu Multimediageräten mit GPS, Kamera, Fernsehen und sonstigen Zusatzfunktionen entwickelt. Die Branche Mobile Devices umfasst daher neben Mobiltelefonen auch Digitalkameras, Musik-, Videoplayer usw. Zunehmende Nachfrage nach technologisch komplexen Bauteilen ist auch im Bereich Industrial, der insbesondere Industrieelektronik, Mess- und Regeltechnik, Medizintechnik sowie Luftfahrt umfasst, zu verzeichnen. In der Regel sind in diesem Bereich viele kleine Aufträge verschiedener Technologien und Spezifikationen zu fertigen. Auch im Automotive-Bereich steigt die Komplexität der Leiterplatten aufgrund der immer leistungsfähigeren in Automobilen verbauten Elektronik, getrieben durch die Bauteilhersteller und die erhöhte Anzahl der benötigten Input/Output-Kanäle. Neben Standardleiterplatten kommt daher vermehrt die HDI-Technologie zur Anwendung.

Aus Produktionsstätten in Europa und Asien sowie einem Vertriebsnetzwerk, das vier Kontinente umspannt, beliefert AT&S weltweit agierende Konzerne. Gleichzeitig bedient AT&S auch die Nachfrage von kleineren Unternehmen und fertigt Prototypen und Kleinserien. Mit ihren gegenwärtigen Produktionskapazitäten ist AT&S in der Lage, sowohl die in Asien bestehende Volumensproduktion als auch das europäische Nischengeschäft zu bedienen.

AT&S ist auch technologisch einer der führenden Leiterplattenhersteller. Die hervorragenden Leistungen im Bereich Forschung und Entwicklung stellen eine dafür wesentliche Voraussetzung dar. AT&S arbeitet in Netzwerken aus Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen an immer neuen innovativen Techniken. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen profunde langjährige Erfahrung im Bereich der industriellen Großserienfertigung. Die laufende Optimierung der Geschäftsprozesse ist eines der wesentlichen Kernelemente der Unternehmensstrategie.

AT&S fertigt eine breite Palette an Leiterplatten: einseitige, doppelseitige, mehrlagige, HDI (High Density Interconnection, eine mehrlagige Leiterplatte mit extrem feinen Strukturen), flexible, starrflexible und semiflexible. Das Leistungsspektrum umfasst unterschiedlichste Techniken der Behandlung von Leiterplatten unter Einsatz verschiedener Basismaterialien.

Neben der Entwicklung und Herstellung von Leiterplatten für Groß-, Kleinserien und Prototypen bietet die AT&S ihren Kunden als Gesamtlösungsanbieter insbesondere Designleistungen an. Bis zum abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das Angebot auch durch den Bereich Bestückungsleistungen und bis zum vorangegangenen Geschäftsjahr 2008/09 durch den Bereich Trading (Leiterplattenhandel von Drittherstellern) ergänzt, wobei diesbezügliche Aktivitäten aufgrund zu geringer Ertragsaussichten in Relation mit den damit verbundenen Risiken beendet wurden.

2. Geschäftsverlauf und Lage

Das Geschäftsjahr 2009/10 des AT&S Konzerns war deutlich von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise geprägt. Die weltweite Leiterplattenproduktion ist im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 % auf USD 40,6 Mrd. gesunken. Das Gesamtgeschäft des AT&S-Konzerns unterliegt aufgrund des hohen Umsatzanteils des Bereiches Mobile Devices einer Saisonalität, wodurch in der Regel das erste und vierte Quartal durch eine niedrige Auslastung und das zweite und dritte Quartal des Geschäftsjahres durch eine sehr gute Auslastung gekennzeichnet sind.

Im ersten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres 2009/10 war zunächst ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Geschäftsjahres von EUR 32,0 Mio. bzw. 27,7 % und auch im Verhältnis zum bereits sehr umsatzschwachen vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres von EUR 15,3 Mio. bzw. 15,5 % zu verzeichnen. Die verschärfte Wirtschaftslage und der neuerlich verstärkte Preisdruck führten Anfang Juni zu der Entscheidung, die Volumensproduktion des Standortes Leoben-Hinterberg komplett nach Asien zu verlagern, um nachhaltig Erträge zu sichern. Im Werk Leoben-Hinterberg werden in Zukunft – wie bereits in den beiden anderen österreichischen Standorten Fehring und Klagenfurt – ausschließlich Kleinserien und kurzfristige Spezialaufträge gefertigt. Im zweiten Quartal konnte dann trotz des schwierigen Marktumfelds der Quartalsumsatz um 6 % und im dritten Quartal um weitere 15 % gesteigert werden. Der Umsatz im vierten Quartal liegt nur um knapp 2 % unter dem starken dritten Quartal und bereits über dem Vergleichszeitraum des vergangenen Geschäftsjahres. Insofern ist bei der unterjährigen Umsatzentwicklung ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2009/10 war entsprechend der gesamtwirtschaftlichen Situation und den weltweiten Entwicklungen am Leiterplattenmarkt gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Rückgang der Umsatzerlöse des AT&S-Konzerns gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die Reduktion der Umsatzerlöse von EUR 449,9 Mio. um EUR 77,7 Mio. auf EUR 372,2 Mio. entspricht einer Abweichung von –17,3 %.

In geografischer Hinsicht bzw. Segmentbetrachtung zeigt sich der Produktionsrückgang im Vorjahresvergleich besonders deutlich in Europa. Entsprechend dem generellen Preisdruck und dem Industrietrend wurden während der letzten Jahre die Produktionskapazitäten der AT&S in Asien ausgebaut und vermehrt Volumensaufträge im Bereich Mobile Devices nach China verlagert. Diese Entwicklung ist notwendig, um weiterhin auf den internationalen Märkten konkurrenzfähig in höchster Qualität produzieren zu können. Von den Gesamterlösen wurden daher im Geschäftsjahr 2009/10 bereits 67 % (im Vorjahr 61 %) in Asien produziert.

Mobile Devices ist mit EUR 221,3 Mio. Verkaufserlösen bzw. einem Umsatzanteil von 59 % (Vorjahr 64 %) weiterhin die mit Abstand größte Absatzbranche des AT&S-Konzerns. Erwartungsgemäß haben sich entsprechend der Strategie der AT&S, sich auf das unter anderem ertragreichere High-End-Segment zu konzentrieren, speziell bei Kunden mit Fokus auf das Low-Cost-Segment Umsatzrückgänge ergeben. Trotz bereits zu verzeichnenden Marktanteilsgewinnen im Hochtechnologiebereich ist der Umsatzanteil von Mobile Devices im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Der Bereich Industrial gewinnt mit einem Umsatzanteil von annähernd 30 % zunehmend an Bedeutung. Es konnte mit EUR 105,2 Mio. annähernd der Vorjahresumsatz erreicht werden. Im drittgrößten Geschäftsbereich Automotive zeigte sich bereits im Vorjahr die weltweite Automobilkrise, und so konnte im Geschäftsjahr 2009/10 der Vorjahresumsatz sogar übertroffen werden. Die projektabhängigen Umsätze im Servicegeschäft sind aufgrund der Beendigung einiger Aktivitäten in diesem Bereich stark zurückgegangen.

Hinsichtlich der Umsatzverteilung nach Ländern ist zwar langfristig der Trend der Industrieverlagerung nach Asien erkennbar. Durch Änderungen in der Kundenstruktur haben aber im Laufe des Geschäftsjahres vor allem Umsatzerlöse an Produzenten in Kanada und den USA weiter an Bedeutung gewonnen. Durch die vor zwei Jahren gegründete Vertriebsgesellschaft AT&S Americas kann dieser Markt nun kundennah betreut werden. Innerhalb Europas waren ebenfalls Verschiebungen zu verzeichnen, wobei sich der Umsatzanteil an Kunden in Mitteleuropa wieder erhöhte.

Die Ausrichtung der österreichischen Produktionsstandorte auf das europäische Nischengeschäft von Kleinserien und kurzfristigen Spezialaufträgen hat am Standort Leoben-Hinterberg nach den Maßnahmen im vorangegangenen Geschäftsjahr ein weiteres Restrukturierungsprogramm erforderlich gemacht. Es wurde die gesamte Volumensproduktion von HDI-Leiterplattenmodellen nach China verlagert. Neben den damit verbundenen nicht wiederkehrenden Aufwendungen haben sich die Umstellungsmaßnahmen auch auf das laufende Produktionsergebnis negativ ausgewirkt.

Die Bruttogewinnmarge hat sich insbesondere durch die geringere Auslastung der Produk-tionskapazitäten im AT&S-Konzern und die damit verbundene hohe anteilige Fixkostenbelastung gegenüber dem Vorjahr von 14,7 % auf 12,1 % bzw. der Bruttogewinn von EUR 66,4 Mio. auf EUR 44,9 Mio. reduziert. Der Rückgang der Bruttogewinnmarge ist insbesondere auf die geringe Auslastung in den Werken, sowohl in Österreich als auch in Asien, im ersten Quartal zurückzuführen. Durch die Restrukturierungsmaßnahmen konnte die Kapazitätsauslastung verbessert werden, und so liegt die Bruttogewinnmarge im dritten und vierten Quartal jeweils über den Vergleichswerten des Vorjahres.

Das Betriebsergebnis ist ausgehend von dem geringeren Bruttoergebnis weiters durch nicht wiederkehrende Aufwendungen in Höhe von EUR 36,5 Mio. aus der Restrukturierung des Standortes Leoben-Hinterberg sowie konzernweite Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung belastet und zeigt einen deutlich negativen Wert. Das um die nicht wiederkehrenden Posten bereinigte Betriebsergebnis ergibt im Geschäftsjahr 2009/10 einen positiven Wert von EUR 11,0 Mio. gegenüber einem bereinigten Vorjahreswert von EUR 26,6 Mio. Die bereinigte EBIT-Marge beträgt demgemäß 2,9 % und hat sich daher um 3 Prozentpunkte gegenüber dem analog berechneten Vorjahreswert reduziert.

Bei Betrachtung der Segmentergebnisse zeigt sich im Vorjahresvergleich sowohl in Europa als auch insbesondere in Asien ein deutlicher Rückgang, wobei das Segment Europa in beiden Jahren insbesondere durch Restrukturierungsaufwendungen und das Segment Asien im Vorjahr durch eine Firmenwertabschreibung belastet war. Das zur Bemessung der Performance relevante bereinigte Segment-EBIT (Betriebsergebnis vor nicht wiederkehrenden Posten) reduzierte sich für Asien um EUR 26,1 Mio. auf EUR 22,4 Mio. und steigerte sich geringfügig für Europa um EUR 0,8 Mio. auf EUR –5,9 Mio.

Das Konzerneigenkapital zum Bilanzstichtag 31. März 2010 beträgt EUR 208,8 Mio. und reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 43,9 Mio. gemäß dem negativen Konzernjahresergebnis und den Dividendenzahlungen. Unterjährig war zum Halbjahr ein Konzerneigenkapital von EUR 173,5 Mio. ausgewiesen, nachdem bis dahin auch ein deutlich negatives bereinigtes operatives Ergebnis zu verzeichnen war und die direkt im Eigenkapital erfassten Währungsaufwertungen das Eigenkapital mit EUR 25,1 Mio. belasteten. Die Eigenmittelquote zum Bilanzstichtag von 43,2 % bedeutet eine Reduktion von rund 3,8 Prozentpunkten gegenüber dem vorgehenden Bilanzstichtag und zeigt eine weiterhin starke Eigenkapitalausstattung.

Die Nettoverschuldung des AT&S-Konzerns reduzierte sich im Geschäftjahr 2009/10 um EUR 26,4 Mio. auf EUR 148,0 Mio. Im Wesentlichen konnte ein deutlich positiver operativer Cashflow erzielt werden und auch der Free-Cashflow zeigt aufgrund des hohen operativen Cashflows und der vergleichweise geringen Investitionen einen deutlich positiven Wert. Damit beträgt der Verschuldungsgrad trotz des geringeren Eigenkapitals 70,9 % und entspricht im Wesentlichen dem Vorjahreswert von 69,1 %. Hinsichtlich der Finanzierungsstruktur erfolgte im Geschäftsjahr 2009/10 eine weitere Ausweitung der langfristigen Finanzierungen. Zur Berechnungsmethode der Kennzahlen bzw. zu weiterführenden Erläuterungen wird auf den Anhang zum Konzernabschluss, Punkt "II. Risikobericht" verwiesen.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit der AT&S erfolgten im Geschäftsjahr 2009/10 insgesamt EUR 20,7 Mio. Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten. Vorwiegend betreffen die Investitionen den Ausbau in China und die Errichtung eines zweiten Werks in Indien, aber auch Anlagen für neue Technologien und Innovationsprojekte in den österreichischen Werken.

Im Jahresdurchschnitt waren im Geschäftsjahr 2009/10 in der AT&S 5.616 Mitarbeiter und damit um 703 Personen weniger als im Vorjahresdurchschnitt (2008/09: 6.319) tätig. Durch die Wirtschaftskrise war im abgelaufenen Geschäftsjahr der gesamte Konzern und somit jedes Werk gefordert, auch im Personalbereich entsprechende Kapazitätsanpassungen vorzunehmen. Während in China und Indien die natürliche Fluktuation zur Anpassung des Personalstandes an das zurückgegangene Auslastungsniveau im Wesentlichen ausreichte bzw. in China großteils Leiharbeiter in der Produktion eingesetzt werden, wurde für den Standort Leoben-Hinterberg ein Sozialplan vereinbart bzw. jener des Vorjahres verlängert, der neben Abfertigungs- und Härteausgleichszahlungen die Einrichtung einer Arbeitsstiftung zur Finanzierung von Weiterbildungsprogrammen der ausgetretenen Mitarbeiter umfasste. Der Standort Leoben-Hinterberg war durch die Verlagerung der Volumensproduktion nach Asien besonders stark betroffen.

Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, stellen gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter einen wesentlichen Baustein dar. AT&S legt daher besonderen Wert auf internationale Aus- und Weiterbildungsprogramme, die neben den fachlichen Kompetenzen auch die interkulturellen Fähigkeiten weiterentwickeln. Auch in der Krise war die gezielte Weiterbildung für ausgewählte Mitarbeitergruppen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Zur Nachwuchsförderung werden in Österreich Lehrlinge in sechs verschiedenen Berufsgruppen ausgebildet, und in Indien beteiligt sich AT&S umfassend an einem Qualifizierungsprogramm für Industriearbeiter.

Das unternehmerische Denken und Handeln der Mitarbeiter fördert ein transparentes und leistungsorientiertes Vergütungssystem. Das Bonussystem basiert bis einschließlich Geschäftsjahr 2009/10 auf den Kenngrößen Economic Value Added und ROCE. Derzeit befindet sich eine Adaptierung des Bonussystems an geänderte Kriterien in Umsetzung.

Nachhaltiges Wirtschaften und der schonende Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen haben für AT&S höchste Priorität. AT&S kombiniert die drei Faktoren Qualität – Umwelt – Mensch in einem integrierten Managementsystem. Dieses einheitliche Regelwerk basiert auf den internationalen Qualitätsnormen ISO 9001, ISO/TS 16949 (Qualitätsmanagement der Automobilindustrie), der Umweltnorm ISO 14001 sowie auf dem Standard OHSAS 18001 für den Bereich Sicherheit und Gesundheit. Regelmäßige interne Audits und Überprüfungen durch unabhängige Dritte bestätigten für das Geschäftsjahr 2009/10 die Einhaltung des Managementsystems. Auch das Werk in Korea wurde bereits integriert und nach OHSAS 18001 und ISO/TS 16949 geprüft, wonach nun alle AT&S-Standorte weltweit zertifiziert sind.

Besondere Anliegen sind Sicherheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der AT&S Mitarbeiter. Diesbezügliche weltweit durchgeführte Aktivitäten folgen dem Sicherheits- und Gesundheitsmanagement-Konzept der OHSAS 18001. Der Erfolg der zahlreichen Programme zeigt sich anhand der Reduktion der Betriebsausfallstage um 66 % gegenüber dem Vorjahr.

Zum Umweltschutz ist hervorzuheben, dass die AT&S bereits im Geschäftsjahr 1996/97 als einer der ersten Leiterplattenhersteller das Umweltmanagement nach ISO 14001 eingeführt hat. Da AT&S weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus umweltschützende Maßnahmen setzt, wird die AT&S von Zertifizierungsstellen sogar als Vorreiter in Umweltfragen gesehen. So wurde etwa an AT&S China vom Shanghai Environmental Protection Bureau die Auszeichnung "Long-term Partnership Enterprise in Promoting Environmental Protection" verliehen und AT&S India mit dem Preis von Elcina-Dun&Bradstreet in der Kategorie "Environment Management Systems" ausgezeichnet.

Die Reduktion bzw. Optimierung der eingesetzten Ressourcen und Materialien ist Teil der AT&S-Managementpolitik. Aktuelle Projekte betreffen die Reduzierung des Energiebedarfs bei Ätzanlagen, Verbesserungen bei der Abwasseraufbereitung sowie Recycling von Ätzlösungen und von Leiterplattenabfällen. Als wesentliche Rohstoffmaterialien wurden im Geschäftsjahr 2009/10 ca. 880 kg Gold, 1.600 Tonnen Kupfer und 23 Mio. Stück Laminate verbraucht. Der gesamte Energiebedarf unter Einbezug von Öl- und Gasverbrauch belief sich im Geschäftsjahr 2009/10 auf rund 332 Mio. kWh.

Hinsichtlich bedeutender Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Punkt VI.28. "Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" verwiesen.

3. Tochterunternehmen und Repräsentanzen

  • Um den steigenden Kapazitätsanforderungen und der Verlagerung der Massenproduktion im höchsten Technologiesegment gerecht zu werden, wurden bei der 100%-Tochter AT&S (China) Company Limited bereits im Laufe des vorherigen Geschäftsjahres zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und die dritte Ausbaustufe in Betrieb genommen. Dadurch standen im gesamten Geschäftsjahr 2009/10 in Shanghai erhöhte Kapazitäten zur Verfügung und es wurden darüber hinaus zusätzliche Maschinen zur Optimierung der Gesamtauslastung und Beseitigung von Produktionsengpässen installiert. Gegen Ende des Geschäftsjahres wurde die Investition in eine weitere Produktionslinie beschlossen.
  • Am Standort AT&S Korea ist trotz der gesamtwirtschaftlichen Situation und der besonderen Herausforderungen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Stabilisierung erkennbar. Nach den erfolgreich umgesetzten umfassenden Maßnahmen der vergangenen Jahre zur Performanceverbesserung wurde im Geschäftsjahr 2009/10 verstärkt an Optimierungen der Kunden- und Kostenstruktur gearbeitet. Durch die verbesserte Kostenbasis und Finanzierungsstruktur konnte das Werksergebnis gegenüber dem Vorjahr signifikant verbessert werden. Die laufende Verbesserung der Kundenstruktur soll in weiterer Folge zu den gewünschten nachhaltigen Erträgen führen.
  • Bei der AT&S Indien befindet sich die Errichtung einer zweiten Produktionsstätte in Umsetzung. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2009/10 wurden zunächst das Gebäude mit Infrastruktur sowie einzelne Produktionseinheiten zur Verbesserung der Performance des bestehenden Werks fertiggestellt. Aufgrund der verstärkten Nachfrage erfolgt seit Ende des Geschäftsjahres der Komplettausbau des zweiten Werks, wobei bereits im Herbst 2010 die Produktion anlaufen und bis Geschäftsjahresende 2010/11 Vollbetrieb erreicht sein soll.

4. Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag per 31. März 2010 beträgt das gezeichnete Kapital der Gesellschaft EUR 28.490.000 und besteht aus 25.900.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je EUR 1,1 pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Die maßgeblichen Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT&S AG zum Bilanzstichtag stellen sich wie folgt dar:

Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger Privatstiftung:
Franz-Josefs-Kai 5
A-1010 Wien
4.574.688 17,66 % 19,61 %
Androsch Privatstiftung:
Franz-Josefs-Kai 5
A-1010 Wien
5.570.666 21,51 % 23,89 %

Zum Bilanzstichtag werden 2.577.412 Stück eigene Aktien gehalten. Die zuletzt am 3. Juli 2008 beschlossene Ermächtigung des Vorstands, bis zu 10 % des Grundkapitals der AT&S AG am Markt binnen 30 Monaten zurückzukaufen, läuft somit bis 2. Jänner 2011. Die eigenen Aktien können zur Bedienung des Stock-Option-Plans der Gesellschaft verwendet oder auch veräußert werden.

Bis zum 4. Juli 2010 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital um bis zu EUR 12.430.000 durch Ausgabe von bis zu 11.300.000 nennbetragslosen Inhaberstückaktien unter teilweisem oder gänzlichem Ausschluss des Bezugsrechtes zu erhöhen.

Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann der Vorstand auch bis zum 4. Juli 2010 bei Bedarf unter Ausschluss des Bezugsrechtes Wandelschuldverschreibungen von bis zu EUR 100.000.000 ausgeben. Zur Gewährung von Bezugs- oder Umtauschrechten an die Gläubiger der Wandelschuldverschreibung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu EUR 12.430.000 durch die Ausgabe von bis zu 11.300.000 neuen Inhaberaktien zu erhöhen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Punkt V.23. "Gezeichnetes Kapital" verwiesen.

5. Forschung und Entwicklung

Innerhalb der AT&S ist der Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) die treibende Kraft bei der Identifizierung neuer technologischer Verbindungslösungen. Einerseits umfasst dies die Optimierung aktueller Verfahren und Materialien bis hin zu deren Einführung in die Produktion, andererseits werden auch innovative Technologien zur Revolutionierung der Herstellung von Leiterplatten identifiziert und selbst entwickelt.

AT&S verfügt über einen zweistufigen Innovationsprozess. In den Forschungseinrichtungen des auch technologischen Headquarters Leoben-Hinterberg werden die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozesse und Applikationen bis zu dem Punkt durchgeführt, an dem die prinzipielle Machbarkeit der Technologie erreicht ist. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilung für Technologieentwicklung und Implementierung in den Werken, die Prozesse und Produkte mittels experimenteller Entwicklung weiterzuentwickeln und neue Prozesse in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren, sodass mit einer massenproduktionstauglichen Ausbeute produziert werden kann.

Um auch künftig technologisch an der Weltspitze zu bleiben, arbeitet die AT&S mit zahlreichen externen Partnern zusammen. Einerseits werden kundenseitig Anforderungen und Ideen für zukünftige Produkte mitgeteilt, andererseits leitet AT&S aus zukünftigen Applikationen neue Techniken ab, wie etwa die Embedding Component Packaging Technologie (ECP® Technologie). Je nach Bedarf werden zusätzlich zu den eigenen Ressourcen auch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen oder Lieferanten eingegangen.

Die Forschungsaktivitäten im Geschäftsjahr 2009/10 können in vier Projektpakete zusammengefasst werden:

Im Bereich "High-End-HDI" verfolgt AT&S eine Reihe von Weiterentwicklungsprojekten, wie feinere Leiterzugsgeometrien zur weiteren Miniaturisierung oder die Entwicklung neuer Produktionsprozesse zur Herstellung neuer Produkte sowie um bestehende Prozesse durch preisgünstigere Alternativen zu ersetzen.

"Made in Austria" betrifft eine Vielzahl von Projekten, um die Leiterplattenfertigung flexibler und effektiver zu gestalten und somit unter anderem in den österreichischen Werken kleinere Volumina und komplexere Produkte wettbewerbsfähig produzieren zu können. Beispielsweise können durch die 2.5DTM-Technologie massive Prozessvereinfachungen erreicht werden. Das Forschungsprojekt Thermal Management hat zum Ziel, thermische Energien aus der Leiterplatte auch über die Leiterplatte abzuführen, um Performance und Lebensdauer der Leiterplatte selbst sowie der Bauteile zu verlängern. Weiters wird an den Möglichkeiten zum Einsatz von Ink-Jet-Druck im Unterschied zum derzeit standardmäßig verwendeten Siebdruck geforscht.

Die "Embedded Component Packaging Technology" soll ermöglichen, aktive und passive elektronische Bauteile in das Innere einer Leiterplatte einzubetten. Unter anderem wird in dem von der AT&S geleiteten und von der EU geförderten Hermes-Forschungsprojekt mit zehn weiteren prominenten Unternehmen aus verschiedensten Stufen der Wertschöpfungskette an einem Industriestandard für serientaugliche Einbettung von Chips in das Leiterplatteninnere gearbeitet.

In dem Projektpaket "Photovoltaik" werden Synergien der Prozesse zur Herstellung von Leiterplatten und der Herstellung von Photovoltaikpanelen genutzt, um ein technologisch neues Produkt herzustellen. AT&S fokussiert dabei auf die Entwicklung und Produktion von energieeffizienteren, rückseitenkontaktierten Photovoltaikpanelen.

Die Gesamtaufwendungen für Forschung & Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2009/10 auf EUR 20,7 Mio.

6. Wesentliche Risiken, Ungewissheiten und Chancen

Die Risiken, Ungewissheiten und Chancen von AT&S sind grundsätzlich von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplattenmarkt geprägt. Die wesentlichen Risiken und Unsicherheiten, denen spezifisch der AT&S-Konzern ausgesetzt ist, sind im Konzernanhang unter "II. Risikobericht" erläutert.

Markt- und technologieseitig ist zu beobachten, dass der für AT&S bedeutende Markt für Mobiltelefone zunehmend in ein Low-Cost-Segment und ein hochtechnologisches High-End-Segment (z.B. für Smartphones) unterteilt werden muss. In dem gesamten Geschäftsfeld Mobile Devices wird sich AT&S konsequent auf das High-End-Segment konzentrieren und sich für diese Kunden als Leiterplatten-Universalanbieter positionieren. Das Marktsegment der Smartphones konnte selbst in dem vergangenen Krisenjahr ein Wachstum verzeichnen. Der Bereich Mobile Devices umfasst neben Mobiltelefonen auch einen steigenden Markt weiterer Anwendungen wie etwa Spielkonsolen, Digitalkameras und tragbare Music Player. Im gesamten Bereich Mobile Devices rechnen Analysten nach dem Krisenjahr 2009 für das Folgejahr wieder mit einem Wachstum von mehr als 7 %.

Auch am Industrial-Markt wird nach dem Einbruch im abgelaufenen Jahr im folgenden Geschäftsjahr ein kräftiges Wachstum von rund 11 % erwartet. Der Umsatzrückgang der AT&S ist in diesem Bereich im abgelaufenen Geschäftsjahr u.a. durch die starke Positionierung in Europa relativ gering ausgefallen. Durch die Marktbereinigung der Leiterplattenproduzenten ist die AT&S in Europa deutlich größter Leiterplattenlieferant. Weiters werden zusätzliche Möglichkeiten im Industriecomputer-Geschäft und Medical-Bereich gesehen.

Im Geschäftsfeld Automotive soll zusätzliches Wachstum in Europa durch intensivere Vertriebsaktivitäten generiert werden. Weiters besteht die Herausforderung und Chance, das heute primär europäische Geschäft auf globales Niveau zu heben.

Als Vorteil gegenüber dem Mitbewerb werden die starke Kapitalausstattung, die technologische Spitzenposition und die Positionierung von AT&S durch die Kombination der Standorte in Österreich und Asien gesehen. Der europäische Markt kann durch schnelle Produktion und Lieferzeiten der österreichischen Werke sowie kostenvorteilhafte Produktionskapazitäten in Asien bedient werden. Für den globalen Markt besteht langjährige Erfahrung in der HDI-Technologie und das Werk in Shanghai ist nicht nur das größte Werk der AT&S-Gruppe, sondern überhaupt das größte auf HDI-Technologie spezialisierte Werk Chinas.

Hinsichtlich der Verwendung von Finanzinstrumenten und der Erläuterung des Finanzrisikomanagements wird ebenfalls auf den Risikobericht im Konzernhang verwiesen. Bei den Währungsrisiken haben sich die Auswirkungen auf das operative Ergebnis der AT&S dadurch reduziert, dass neben der Abhängigkeit des Umsatzes vom US-Dollar nun auch die Produktionskapazitäten großteils im erweiterten US-Dollar-Raum etabliert sind. Neben den Auswirkungen auf das Finanzergebnis zeigen sich Wechselkursveränderungen der funktionalen Währungen im Konzern gegenüber der Berichtswährung Euro daher vor allem ergebnisneutral im Eigenkapital. Aufgrund der geplanten Investitionen wird im folgenden Geschäftsjahr 2010/11 der Nettoverschuldungsgrad voraussichtlich den angestrebten Maximalwert von 80 % vorübergehend überschreiten, wobei bis Geschäftsjahresende aufgrund des erwarteten erhöhten Nettomittelzuflusses aus laufender Geschäftstätigkeit die Zielgröße von 80 % wieder erreichbar sein sollte.

7. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf das Rechnungswesen

Die AT&S hat sich einen Ethik- und Verhaltenskodex auferlegt, der beschreibt, wie AT&S ihre Geschäfte auf ethische und sozialverantwortliche Weise führt. Diese Richtlinien gelten für alle Aktivitäten weltweit, wobei jeder Mitarbeiter verantwortlich ist, sich bei der Ausübung seines Berufes und der täglichen Arbeit ausnahmslos an diesen Kodex zu halten. Für bestimmte Regionen, Länder oder Funktionen können auch strengere und detailliertere Regelungen gelten.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organization of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des internen Kontrollsystems sowie der internen Revision im AT&S-Konzern sind in einem unternehmensweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten. Es wird unter anderem auf die Erläuterungen im Konzernanhang unter "II. Risikobericht" verwiesen.

In organisatorischer Hinsicht ist direkt beim Vorstand eine Stabstelle eingerichtet, die sowohl die konzernweite Koordination des Risikomanagements und internen Kontrollsystems als auch die Tätigkeiten der internen Revision wahrnimmt bzw. leitet. Gemäß Geschäftsordnung für den Vorstand ist die Stabstelle dem Finanzvorstand (CFO) unterstellt. Die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, der internen Revision und des Risikomanagementsystems sowie die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sind unter anderem besondere Aufgabenbereiche des Prüfungsausschusses des Aufsichtrats. Neben der Einbindung des Prüfungsausschusses in den Rechnungslegungsprozess bei der Quartalsberichterstattung erfolgt daher eine regelmäßige Berichterstattung über Risikomanagement und Tätigkeiten der internen Revision an den Prüfungsausschuss (Risiko- und Revisionsbericht). Der Prüfungsausschuss berichtet wiederum an die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats.

Die Führungskräfte der AT&S sind als Risikoverantwortliche für die Identifikation, Analyse, Steuerung und Überwachung der Risiken in ihrem jeweiligen Bereich zuständig. Die lokale Geschäftsleitung der Werke ist darüber hinaus für die Umsetzung des Risikomanagementprozesses in ihren Zuständigkeitsbereichen verantwortlich. Risikomanagment-Koordinatoren in den Konzerngesellschaften unterstützen bei der Erfassung und Weiterleitung der Risikoinformationen die Konzernfunktion. Im Sinne einer effizienten Ausgestaltung entsprechend der Unternehmensgröße ist die organisatorische Betreuung des internen Kontrollsystems analog ausgestaltet.

Auf Basis der im Management Manual dokumentierten Geschäftsprozesse werden von den Prozessverantwortlichen für jeden Haupt- bzw. Teilprozess die jeweiligen Risiken beschrieben und bewertet. Bei der Risikoeinschätzung sind grundsätzlich alle potenziell negativen Faktoren, die die Zielerreichung einer Organisation bzw. eines Prozesses gefährden, vom Prozesseigentümer zu dokumentieren. Die Kontrollziele für die Finanzberichterstattung werden von den bestehenden Risiken abgeleitet und den Kategorien Existenz (nur tatsächlich vorhandene und genehmigte Geschäftsvorfälle werden verarbeitet), Eintritt/Periodenabgrenzung (Abbildung der Geschäftsvorfälle in richtiger Periode oder zeitnahe Verarbeitung), Vollständigkeit (Geschäftsvorfälle, Vermögen und Schulden werden vollständig erfasst), Bewertung (Geschäftsvorfälle wurden mit angemessenen Bewertungsmethoden oder richtig berechnet), Rechte & Pflichten (das Unternehmen hat das wirtschaftliche Eigentum über die Vermögenswerte, und Schulden sind tatsächlich Verpflichtungen des Unternehmens), Darstellung & Offenlegung (Ausweis im Jahresabschluss und anderen Berichten), Richtigkeit der Geschäftsvorfälle/Daten und Zugangsbeschränkung (Zugang zu IT-Systemen ist auf die Prozessverantwortlichen beschränkt) zugeordnet.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Management-Datenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung und der Konzernrechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Grundlage für die Konzernberichterstattung bilden jeweils die lokalen Rechnungsabschlüsse, die in konzernweit einheitliche Berichterstattungen transformiert werden. Die einzelnen vorgelagerten Rechnungslegungsprozesse sind nach Möglichkeit konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Neben den Erfordernissen der Konzernberichterstattung sind unterschiedliche lokale Regelungen entsprechend zu berücksichtigen, woraus zusätzliche Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse resultieren.

Die Grundlagen der Konzernrechnungslegung und -berichterstattung sind im konzernweiten "Group Accounting Manual" (Konzernbilanzierungshandbuch) festgelegt. Darin werden die wesentlichen Bilanzierungs- und Berichterstattungserfordernisse konzernweit einheitlich geregelt. Neben grundlegenden Darstellungen zur Bilanzierung von einzelnen Geschäftsfällen und Bewertungsvorgaben auf Basis der IFRS wird insbesondere auf konzernweit einheitlich wahrgenommene Wahlrechte eingegangen. Zur zeitlichen Organisation wird jährlich ein Terminplan für die gesamte interne und externe Berichterstattung erstellt, der neben den Berichtsterminvorgaben auch die geplanten Termine der Sitzungen des Aufsichtsrats und Prüfungsausschusses sowie der Pressekonferenzen enthält.

Die Steuerung der Prozesse zu Konzernrechnungslegung und Konzernlageberichterstellung erfolgen bei der AT&S durch den Bereich Group Accounting/Group Finance, der dem Finanzvorstand unterstellt ist. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss und sonstiger Berichtserfordernisse analysiert.

Die Erfassung, laufende Verbuchung und Bilanzierung der Geschäftsfälle erfolgt in den Produktions-Konzerngesellschaften im Wesentlichen mit einer einheitlichen und zentralen Softwarelösung von SAP. Die einzelnen Geschäftsfälle und Bewertungen können jeweils sowohl gemäß den konzerneinheitlichen IFRS als auch gemäß den lokalen Rechnungslegungsvorschriften verbucht werden, um diesen unterschiedlichen Anforderungen zu entsprechen. Bei einzelnen Tochtergesellschaften kommen insbesondere aufgrund der Größe andere Softwarelösungen zum Einsatz, die ebenfalls den Konzernberichtserfordernissen und lokalen Vorschriften entsprechen. Zur Konsolidierung und Konzernberichterstattung wird die zentrale Reportingsoftware Oracle-Enterprise Performance Management System eingesetzt. Für die Überleitung der Buchhaltungsdaten vom Primärsystem in die Konzernberichtssoftware sind automatische Schnittstellen eingerichtet.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich, wobei die Finanzinformationen der Tochtergesellschaften auf Konzernebene durch die Organisationseinheit Group Accounting überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Werksergebnisse sowie des Konzernergebnisses wird intern an die Führungskräfte des Konzerns und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet. Zum Quartal werden umfassende Berichtspakete (Reporting Packages) mit allen relevanten Buchhaltungsdaten zu Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Geldflussrechnung sowie den Anhangsdarstellungen übermittelt. Diese Berichtspakete bilden die Basis für die externe quartalsweise Zwischenberichterstattung sowie Jahresberichterstattung des AT&S-Konzerns nach den IFRS.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch den Bereich Group Controlling, der ebenfalls dem Finanzvorstand unterstellt ist. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

Die Überwachung des gesamten internen Kontrollsystems und somit auch im Hinblick auf das Rechnungswesen und die Finanzberichterstattung erfolgt durch die prozessunabhängige Stabstelle Interne Revision, die dem Finanzvorstand unterstellt ist. Der Wirkungsbereich der internen Revision umfasst alle Funktionsbereiche und Gesellschaften des AT&S-Konzerns. Die Erteilung von Prüfungsaufträgen und die Behandlung der Prüfungsergebnisse obliegen dem Gesamtvorstand. Die Prüfungsaufträge werden durch Genehmigung des zumindest jährlich erstellten Revisionsplanes oder als Sonderauftrag durch den Vorstand erteilt. Der Revisionsplan sowie die Ergebnisse aus den internen Prüfungen werden unternehmensseitig an den Prüfungsausschuss berichtet.

8. Ausblick

Analysen gehen davon aus, dass die weltweiten Umsätze der Leiterplattenindustrie im Jahr 2010 in US-Dollar gemessen um rund 9 % steigen werden. Dabei wird der Markt in Asien sowohl produktionsseitig als auch nachfrageseitig voraussichtlich am stärksten wachsen, und das Geschäft in Europa sollte stabil bleiben. Für die Verkaufszahlen der Telefone im High-End-Segment werden gemäß Analystenmeinungen in den nächsten Jahren sogar durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 20 % erwartet. Auch für die Nachfrage nach hochkomplexen Leiterplatten für sonstige Produkte im Bereich Mobile Devices sowie in den Bereichen Industrial und Automotive wird eine starke Steigerung erwartet.

Um das erwartete Wachstum in den Geschäftsfeldern der AT&S ausreichend bedienen zu können, werden die Produktionskapazitäten im AT&S-Konzern ausgebaut, und so sind für das folgende Geschäftsjahr 2010/11 Investitionen von rund EUR 80 Mio. vorgesehen. In China werden rund EUR 55 Mio. zur Erweiterung der Kapazitäten für die Volumensproduktion von HDI-Leiterplatten investiert. In Indien betragen die geplanten noch erforderlichen Investitionen zur Fertigstellung des zweiten Werks bis Herbst 2010 rund EUR 10. Mio. Zur Stärkung des Standortes Leoben-Hinterberg als Technologiezentrum der AT&S und für Innovationen an den österreichischen Standorten sind ebenfalls rund EUR 10 Mio. vorgesehen.

Mit den zusätzlichen Kapazitäten erwartet das Management für das Geschäftsjahr 2010/11 einen Umsatz von rund EUR 435 Mio. und somit eine Steigerung von rund 17 % gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Profitabilität wird im ersten Halbjahr noch durch das Hochfahren der zusätzlichen Kapazitäten belastet sein. Weiters werden aufgrund der großen Nachfrage einige für das Werk in Indien vorgesehene Aufträge bis zur Fertigstellung des Werks vorübergehend noch in Leoben-Hinterberg gefertigt. Für das gesamte Geschäftsjahr 2010/11 wird eine EBIT-Marge von über 7 % erwartet.

Leoben-Hinterberg, am 10. Mai 2010

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dkfm. Steen Ejlskov Hansen e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis

und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Leoben-Hinterberg, am 10. Mai 2010

DI (FH) Andreas Gerstenmayer Vorstandsvorsitzender

Der Vorstand

Dkfm. Steen Ejlskov Hansen Finanzvorstand

Ing. Heinz Moitzi Technikvorstand

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2009 bis 31. März 2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. März 2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. März 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt und den in Österreich ergänzend anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften entspricht. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung sowie der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2010 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. April 2009 bis zum 31. März 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, den 10. Mai 2010

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

gez.: Mag. Dr. Aslan Milla Wirtschaftsprüfer

Glossar

2.5DTM Technologie Neue Technologie der AT&S, die sowohl strukturelle Ausnehmungen in und auf der Leiterplatte
ermöglicht als auch starrflexible Leiterplatten für "Flex-to-Install" realisiert
ATX Prime Der ATX Prime ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex der Wiener Börse und besteht aus
sämtlichen Aktien, die im Prime Market notiert sind. Der ATX Prime ist der breite Index für jene
Aktien, die über eine ausreichende Kapitalisierung verfügen und die erhöhten Transparenz- und
Publizitätskriterien erfüllen.
CAPEX Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
(CAPital EXpenditure)
Cash Earnings Berechnung: Anteiliges Konzernergebnis der Aktionäre der Gesellschaft + Abschreibungen, Wert
minderungen und Wertaufholungen von Anlagevermögen und von zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten
Corporate Governance Kodex Regelwerk für die verantwortungsvolle Führung und Leitung von Unternehmen; Geltung erlangt
der Kodex durch die freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen
Corporate Social Responsibilty Beitrag des Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderun
(CSR) gen hinausgeht. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen
Geschäftstätigkeit, über ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen mit
Mitarbeitern (Arbeitsplatz) und dem Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessen
gruppen.
Customer Service Rate Anzahl an Lieferungen innerhalb vom Kunden vorgegebener Zeit und Mengentoleranzen / Ge
samtanzahl an Lieferungen
EBIT Betriebsergebnis; Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Earnings Before Interest and Taxes)
EBIT-Marge EBIT in Prozent vom Gesamtumsatz
EBITDA Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen
(Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation)
EBITDA-Marge EBITDA in Prozent vom Gesamtumsatz
ECP® Technologie Von AT&S entwickelte Technologie, um aktive und/oder passive elektronische Bauteile in das Lei
terplatteninnere einzubetten (Embedded Component Packaging Technologie)
® Registrierte Marke AT 255868
Eigenkapitalrendite Berechnung: Anteiliges Konzernergebnis der Aktionäre der Gesellschaft + (den Aktionären der Ge
sellschaft zurechenbares Kapital zu Beginn des Geschäftsjahres + den Aktionären der Gesellschaft
zurechenbares Kapital per Ende des Geschäftsjahres) / 2
Embedding Integration aktiver und/oder passiver elektronischer Bauteile in das Innere der Leiterplatte
EPS Gewinn pro Aktie (Earnings Per Share)
EVA Geschäftswertbeitrag (Economic Value Added)
F&E Forschung & Entwicklung
Financial Covenants Dabei handelt es sich bei Finanzierungen um die Zusicherung, definierte Finanzkennzahlen einzu
halten.
Flex-to-Install Leiterplatten, die sich nur für den Einbau (z. B. in ein Gehäuse) biegen lassen
Foundry Services Hierunter versteht man den Handel mit Leiterplatten von Partnerunternehmen. Diese Dienst
leistungen wurden Ende des Geschäftsjahres 2008/09 aufgrund zu geringer Ertragsaussichten in
Relation mit den damit verbundenen Risiken eingestellt.
Global Player Global agierendes Unternehmen
GPS Satellitengestütztes System zur weltweiten Positionsbestimmung (Global Positioning System)
HDI-Leiterplatten Leiterplatten mit Strukturen kleiner 100 Mikrometer bzw. 0,1 Millimeter
(High Density Interconnection)
Hedging Finanzgeschäft zur Absicherung gegen Risiken, etwa von Wechselkursschwankungen
High-End-Segment Technologisch anspruchsvolles Segment, auf das AT&S als Technologieführer fokussiert
IFRS Internationale Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen
(International Financial Reporting Standards)
ISIN Alphanumerische Wertpapierkennnummer zur weltweiten Identifizierung von Wertpapieren
(International Securities Identification Number)
ISO Internationale Organisation für Normung
ISO 14001 Umweltmanagementnorm
ISO 9001 Qualitätsmanagementnorm
ISO/TS 16949 Anerkannte ISO-technische Spezifikation, fasst die Anforderungen der internationalen
Automobilhersteller zusammen
Just-in-Time-Produktion Fertigungs-/bedarfssynchrone Produktion
Mobile Devices Geschäftsfeld der AT&S, das portable Geräte wie Mobiltelefone, PDA, Music Player oder
Digitalkameras umfasst
Multilayer Mehrlagige Leiterplatte
Net CAPEX CAPEX abzüglich Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten
Nettoverschuldung Berechnung:
Finanzielle Verbindlichkeiten - Zahlungsmittel und -äquivalente - finanzielle Vermögenswerte
NucleuS® Produktionstechnologie, bei der serientauglich Leiterplatten unter optimaler Ausnutzung des
Produktionsformats separat (als Einzelkarten) produziert werden und erst vor Auslieferung an
Bestückungsunternehmen im Rahmen verbunden werden
® Registrierte Marke AT 255767
OHSAS 18001 Arbeitssicherheitsmanagementnorm (Occupational Health and Safety Assessment Series)
One-Stop-Shopping Dem Kunden ist es möglich, an einem Anlaufpunkt (One Stop – ein Halt) mehrere Bedürfnisse zu
befriedigen
ÖCGK Österreichischer Corporate Governance Kodex; siehe "Corporate Governance Kodex"
PDA Kleiner tragbarer Computer (Personal Digital Assistant)
Prime Market Umfasst Aktienwerte der Wiener Börse, die zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiver
kehr zugelassen sind und speziellen Zusatzanforderungen entsprechen
ROCE Beschreibt, wie effektiv und profitabel ein Unternehmen mit seinem eingesetzten Kapital umgeht
(Return on Capital Employed)
Berechnung: (EBIT - Ertragsteuern) / (Nettoverschuldung + den Gesellschaftern des Mutterunter
nehmens zurechenbares Eigenkapital)
Sale-and-Lease-Back Sonderform des Leasings, bei der eine Organisation eine Immobilie oder auch bewegliche Sachen
an eine Leasinggesellschaft verkauft und sie zur weiteren Nutzung anschließend wieder
zurückleast
SAP Einer der weltweit größten Softwarehersteller (Systemanalyse und Programmentwicklung)
Smartphone Vereint den Leistungsumfang eines Mobiltelefons mit dem eines PDA
Stock Options Aktienoptionen
TecDAX Auswahlindex der Deutschen Börse für mittelgroße Unternehmen aus den Technologie-Branchen,
der 30 Werte aus dem Teilbereich "Prime Standard" des Regulierten Marktes umfasst
Trading siehe "Foundry Services"
VDA Deutscher Verband der Automobilindustrie
VDL Deutscher Verband der Leiterplattenindustrie
Vendor-Managed-Inventory Dabei organisiert AT&S für verschiedene Produkte die Logistik und Lagerhaltung und sorgt dafür,
dass definierte Minimal- und Maximalbestände auf Lager vorhanden sind
Verschuldungsgrad Berechnung: Nettoverschuldung / Eigenkapital

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