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AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Annual Report (ESEF) Jun 8, 2023

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AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft Jahresfinanzbericht zum 31. März 2023

Inhaltsverzeichnis

  • Konzernabschluss zum 31. März 2023
  • Konzernlagebericht 2022/23
  • Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss 2022/23
  • Jahresabschluss zum 31. März 2023
  • Lagebericht 2022/23
  • Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss 2022/23
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Konzernabschluss zum 31. März 2023

Inhaltsverzeichnis

  • Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern- Gesamtergebnisrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern- Kapitalflussrechnung
  • Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • Anhang zum Konzernabschluss zum 31. März 2023

Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung

in Tsd. €

Erläuterung 2022/23 2021/22
Umsatzerlöse 1.791.344 1.589.867
Umsatzkosten (1.516.604) (1.336.950)
Bruttogewinn 274.740 252.917
Vertriebskosten (52.911) (44.743)
Allgemeine Verwaltungskosten (72.341) (78.747)
Sonstiger betrieblicher Ertrag 48.661 44.726
Sonstiger betrieblicher Aufwand (51.906) (47.693)
Sonstiges betriebliches Ergebnis (3.245) (2.967)
Betriebsergebnis 146.243 126.460
Finanzierungserträge 58.314 18.257
Finanzierungsaufwendungen (36.716) (22.608)
Finanzergebnis 21.598 (4.351)
Ergebnis vor Steuern 167.841 122.109
Ertragsteuern (31.197) (18.819)
Konzernjahresergebnis 136.644 103.290
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 18.782 10.452
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 117.862 92.838
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären des Mutterunternehmens zusteht (in € je Aktie):
- unverwässert 3,03 2,39
- verwässert 3,03 2,39

Konzern- Gesamtergebnisrechnung

in Tsd. €

2022/23 2021/22
Konzernjahresergebnis 136.644 103.290
Zu reklassifizierende Ergebnisse:
Währungsumrechnungsdifferenzen, nach Steuern (143.188) 158.732
Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach Steuern (1)
Gewinne aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern 4.572 2.746
Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse:
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern 3.028 (647)
Sonstiges Ergebnis (135.588) 160.830
Konzerngesamtergebnis 1.056 264.120
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 18.782 10.452
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen (17.726) 253.668

Konzernbilanz

in Tsd. €

Erläuterung 31.03.2023 31.03.2022
VERMÖGENSWERTE
Sachanlagen 7 2.679.293 1.950.185
Immaterielle Vermögenswerte 8 24.794 31.807
Finanzielle Vermögenswerte 12 27.694 4.580
Aktive latente Steuern 6 19.911 24.698
Sonstige langfristige Vermögenswerte 9 48.559 11.742
Langfristige Vermögenswerte 2.800.251 2.023.012
Vorräte 10 145.383 193.236
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 11 394.381 390.266
Finanzielle Vermögenswerte 12 25.141 18.833
Laufende Ertragsteuerforderungen 4.970 1.056
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 791.738 1.119.921
Kurzfristige Vermögenswerte 1.361.613 1.723.312
Summe Vermögenswerte 4.161.864 3.746.324
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 22 141.846 141.846
Sonstige Rücklagen 23 52.321 187.909
Hybridkapital 24 347.956 388.849
Gewinnrücklagen 615.402 533.689
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 1.157.525 1.252.293
Summe Eigenkapital 1.157.525 1.252.293
SCHULDEN
Finanzielle Verbindlichkeiten 15 1.033.346 1.276.578
Vertragliche Verbindlichkeiten 16 607.243 446.410
Rückstellungen für Personalaufwand 17 50.923 55.232
Passive latente Steuern 6 4.763 2.167
Sonstige Verbindlichkeiten 14 66.278 69.604
Langfristige Schulden 1.762.553 1.849.991
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 14 558.545 549.679
Finanzielle Verbindlichkeiten 15 662.433 78.402
Laufende Ertragsteuerschulden 4.315 9.570
Sonstige Rückstellungen 18 16.493 6.389
Kurzfristige Schulden 1.241.786 644.040
Summe Schulden 3.004.339 2.494.031
Summe Eigenkapital und Schulden 4.161.864 3.746.324

Konzern- Kapitalflussrechnung

in Tsd. €

2022/23 2021/22
Betriebsergebnis 146.243 126.460
Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 270.473 223.073
Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 2.542 1.774
Veränderung langfristiger Rückstellungen (3.356) 1.267
Veränderung langfristiger Vertragsverbindlichkeiten 136.944 446.374
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (34.627) 5.950
Gezahlte Zinsen (23.023) (19.331)
Erhaltene Zinsen 12.311 2.432
Gezahlte Ertragsteuern (35.498) (11.709)
Cashflow aus dem Ergebnis 472.009 776.290
Vorräte 41.076 (27.661)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 4.476 (109.500)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (51.774) 72.246
Sonstige Rückstellungen 10.583 1.817
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 476.370 713.192
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (1.100.973) (605.571)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 104.811 3.698
Auszahlungen für den Erwerb von finanziellen Vermögenswerten (61.323) (17.481)
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 12.624 39.661
Cashflow aus Investitionstätigkeit (1.044.861) (579.693)
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 340.085 255.484
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (54.696) (70.943)
Einzahlungen aus der Begebung von Hybridkapital 347.324
Auszahlungen für die Rückzahlung von Hybridkapital (41.393) (138.584)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 21.404 28.045
Dividendenzahlungen (34.965) (15.152)
Hybridkuponzahlungen (19.466) (9.304)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 210.969 396.870
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (357.522) 530.369
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 1.119.921 552.850
Währungsgewinne aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 29.339 36.702
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 791.738 1.119.921

Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Tsd. €

Gezeichnetes Kapital Sonstige Rücklagen Hybridkapital Gewinnrücklagen Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Stand zum 31.03.2021 141.846 27.079 172.887 460.201 802.013 802.013
Konzernjahresergebnis 103.290 103.290 103.290
Sonstiges Ergebnis 160.830 160.830 160.830
davon Währungsumrechnungsdifferenzen, nach Steuern 158.732 158.732 158.732
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern (647) (647) (647)
davon Veränderung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach Steuern (1) (1) (1)
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern 2.746 2.746 2.746
Konzerngesamtergebnis 2021/22 160.830 103.290 264.120 264.120
Dividendenzahlung für 2020/21 (15.152) (15.152) (15.152)
Begebung Hybridkapital 347.955 347.955 347.955
Rückzahlung Hybridkapital (131.993) (6.590) (138.583) (138.583)
Hybridkuponzahlung (9.304) (9.304) (9.304)
Steuereffekt auf Hybridkupon 1.244 1.244 1.244
Stand zum 31.03.2022 141.846 187.909 388.849 533.689 1.252.293 1.252.293
Konzernjahresergebnis 136.644 136.644 136.644
Sonstiges Ergebnis (135.588) (135.588) (135.588)
davon Währungsumrechnungsdifferenzen, nach Steuern (143.188) (143.188) (143.188)
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern 3.028 3.028 3.028
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern 4.572 4.572 4.572
Konzerngesamtergebnis 2022/23 (135.588) 136.644 1.056 1.056
Dividendenzahlung für 2021/22 (34.965) (34.965) (34.965)
Rückzahlung Hybridkapital (40.893) (500) (41.393) (41.393)

Inhaltsverzeichnis

Anhang zum Konzernabschluss

I. Allgemeine Erläuterungen
A. Allgemeines
B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
a. Konsolidierungsgrundsätze
b. Geschäftssegmentinformationen
c. Fremdwährungen
d. Ertragsrealisierung
e. Ertragsteuern
f. Sachanlagen
g. Leasingverhältnisse
h. Immaterielle Vermögenswerte
i. Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen
j. Vorräte
k. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte
l. Finanzielle Vermögenswerte
m. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
n. Nicht beherrschende Anteile
o. Rückstellungen
p. Rückstellungen für Personalaufwand
q. Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte
r. Verbindlichkeiten
s. Vertragliche Verbindlichkeiten
t. Öffentliche Zuwendungen
u. Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen
v. Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften
w. Künftige Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften sowie Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von neuen Rechnungslegungsstandards
C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung
D. Auswirkungen von COVID-19
E. Auswirkungen geopolitischer Spannungen
F. Auswirkungen der Klimakrise
G. Investitionsprojekte

II. Segmentberichterstattung

III. Erläuterungen zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung
1. Umsatzerlöse
2. Aufwandsarten
3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
4. Sonstiges betriebliches Ergebnis
5. Finanzergebnis
6. Ertragsteuern

IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz
7. Sachanlagen
8. Immaterielle Vermögenswerte
9. Sonstige langfristige Vermögenswerte
10. Vorräte
11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte
12. Finanzielle Vermögenswerte
13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
14. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
15. Finanzielle Verbindlichkeiten
16. Vertragliche Verbindlichkeiten
17. Rückstellungen für Personalaufwand
18. Sonstige Rückstellungen
19. Derivative Finanzinstrumente
20. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
21. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen
22. Gezeichnetes Kapital
23. Sonstige Rücklagen
24. Hybridkapital
25. Cashflow

V. Sonstige Angaben
26. Ergebnis je Aktie
27. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
28. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen
29. Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer
30. Personalstand

Anhang zum Konzernabschluss

A. Allgemeines

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz „die Gesellschaft“ und mit ihren Tochtergesellschaften „der Konzern“ genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, 8700 Leoben-Hinterberg. Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienstleistungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufacturer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manufacturer) abgesetzt.

Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Österreich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsenplatz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse. Die AT&S Aktie wird seit 19. März 2018 in den österreichischen Leitindex ATX einbezogen.

Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten Standards (IFRSs und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere, der derivativen Finanzinstrumente sowie desjenigen Teils der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welcher im Folgemonat im Rahmen des Factorings an Banken übertragen wird: Diese werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

a. Konsolidierungsgrundsätze

Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2023 mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der AT&S (China) Company Limited und der AT&S (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Abschlussstichtag: 31. Dezember 2022), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2023 erfolgte.

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 15. Mai 2023 freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 31. Mai 2023 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung – die Gesellschafter können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.

Konsolidierungskreis

Die Gesellschaft beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert:

  • AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, China (im Folgenden AT&S Asia Pacific genannt), Anteil 100 %
  • AT&S (China) Company Limited, China (im Folgenden AT&S China genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden AT&S Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S Japan K.K., Japan (im Folgenden AT&S Japan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden AT&S Taiwan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S India Private Limited, Indien (im Folgenden AT&S Indien genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden AT&S Korea genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Americas LLC, USA (im Folgenden AT&S Americas genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Deutschland GmbH, Deutschland (im Folgenden AT&S Deutschland genannt), Anteil 100 %
  • AT & S Skandinavia AB, Schweden (im Folgenden AT&S Schweden genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) SDN. BHD. (im Folgenden AT&S Malaysia genannt), Anteil 100 %

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde in Schweden eine neue Gesellschaft gegründet. Die Auswirkungen der Erstkonsolidierung dieser Gesellschaft auf den Konzernabschluss sind unwesentlich.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dementsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgeblichen Einfluss auf ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte.

Konsolidierungsmethoden

Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen handeln. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ (Business Combinations) und IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ (Consolidated Financial Statements). Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert.# Anhang

Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden darüber hinaus einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

b. Geschäftssegmentinformationen

Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgen nach dem Management Approach und folgen den internen Berichten an den Vorstand der Gesellschaft als diejenige verantwortliche Unternehmensinstanz (Chief Operating Decision Maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet. Als Geschäftssegment wird ein Unternehmensbestandteil bezeichnet, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmenten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Der AT&S-Konzern gliedert seine betrieblichen Tätigkeiten in drei Segmente:

  • Mobile Devices & Substrates
  • Automotive, Industrial, Medical
  • Sonstige

Das Segment Mobile Devices & Substrates umfasst die Herstellung von Leiterplatten für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smartphones, Tablets, Notebooks und Consumer-Produkte wie Digitalkameras, sowie Substrate für Desktop-PCs und Server. Leiterplatten für diese Applikationen werden hauptsächlich in unseren Werken in Shanghai (AT&S China) und Chongqing (AT&S Chongqing) produziert.

Das Segment Automotive, Industrial, Medical beliefert Kunden in den Bereichen Automobilzulieferungen, Industrieanwendungen, Medizintechnik, aber auch Luftfahrt, Sicherheitstechnik und andere Branchen. Für dieses Segment wird hauptsächlich in unseren Werken in Indien, Südkorea und an den Standorten in Österreich produziert.

Das Segment Sonstige ist von Konzern- und Holdingaktivitäten geprägt.

c. Fremdwährungen

Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung.

Ausländische Gesellschaften

Die Umrechnung der Bilanzen der AT&S Indien, AT&S China, AT&S Asia Pacific, AT&S Japan, AT&S Korea, AT&S Americas, AT&S Chongqing, AT&S Malaysia, AT&S Taiwan und AT&S Schweden erfolgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Fremdwährungstransaktionen

In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Ausnahme jener finanziellen Vermögenswerte, die als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ klassifiziert wurden – werden erfolgswirksam erfasst.

Stichtagskurs 31.03.2023 Stichtagskurs 31.03.2022 Veränderung in % Durchschnittskurs 01.04.2022– 31.03.2023 Durchschnittskurs 01.04.2021– 31.03.2022 Veränderung in %
Chinesischer Renminbi 7,4738 7,0420 6,1 % 7,1498 7,4579 (4,1 %)
Hongkong-Dollar 8,5378 8,6853 (1,7 %) 8,1995 9,0419 (9,3 %)
Malaysischer Ringgit 4,7917 4,6643 2,7 % 4,6329 4,8392 (4,3 %)
Indische Rupie 89,2900 83,9684 6,3 % 83,8214 86,2440 (2,8 %)
Japanischer Yen 145,0400 134,9800 7,5 % 140,8161 130,8508 7,6 %
Südkoreanischer Won 1.417,9600 1.345,7967 5,4 % 1.361,4682 1.351,7529 0,7 %
Schwedische Krone 11,2582 10,3360 8,9 % 10,8021 n.a. n.a.
Taiwan-Dollar 33,1537 31,8146 4,2 % 31,6838 32,4252 (2,3 %)
US-Dollar 1,0875 1,1093 (2,0 %) 1,0465 1,1613 (9,9 %)

d. Ertragsrealisierung

Unter den Umsatzerlösen sind die beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält. Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen sowie nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen.

Erträge werden wie folgt realisiert:

Erlöse aus Produktverkäufen

Gemäß IFRS 15 sind Umsatzerlöse zu erfassen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus ihnen ziehen kann. Die Umsatzrealisierung kann zeitpunkt- und zeitraumbezogen erfolgen. Bei der Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen sowie ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive einer Marge besteht, erlangt der Abnehmer gemäß IFRS 15.35 c Kontrolle über diese Produkte. Bei einem Teil der Kunden der AT&S Gruppe werden diese Kriterien erfüllt, sodass in diesen Fällen die Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu realisieren sind. Die Messung des Leistungsfortschritts erfolgt anhand der bisher angefallenen Kosten in Relation zu den Gesamtkosten. Bei jenen Kunden, bei denen diese Kriterien nicht erfüllt sind, erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen, wenn die Kontrolle bei Lieferung (abhängig von den vereinbarten Incoterms) auf den Käufer übergegangen ist.

e. Ertragsteuern

Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern. Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buchwerten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern. Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von Eigenkapitalinstrumenten, Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer anlässlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie auf noch nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne genutzt werden können. Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern; und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

f. Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert. Hingegen werden Instandhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden, linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

  • Gebäude und Bauten: 10 – 50 Jahre
  • Maschinen und technische Anlagen: 4 – 15 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 – 15 Jahre

Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft. Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

g. Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Seit dem 1. April 2019 bilanziert der Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, wenn dieser bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten feste Zahlungen, variable indexgebundene Zahlungen sowie den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen.# Accounting Policies

Leasing arrangements

For lease arrangements where the underlying asset is of low value (up to €5k) and for short-term lease arrangements (up to twelve months or less), the practical expedients are used and payments are recognized as an expense on a straight-line basis in the income statement. Furthermore, the regulations are not applied to lease arrangements for intangible assets. Primarily, real estate lease agreements contain extension and termination options. When determining contract terms, all facts and circumstances that provide an economic incentive to exercise extension options or not to exercise termination options are taken into account. Changes in term resulting from the exercise or non-exercise of such options are only taken into account in the contract term if they are reasonably certain. The Group only acts as a lessee. Transactions in which the Group acts as a lessor do not occur.

Intangible Assets

Patents, trademarks, and licenses

Expenditure on acquired patents, trademarks, and licenses is recognized at cost, including directly attributable acquisition costs, and is amortized on a straight-line basis over their estimated useful lives of two to ten years. Amortization periods and methods are reviewed annually at the end of the financial year.

Research and development costs

Research costs are recognized as an expense in the year in which they are incurred in the cost of goods sold. Development costs also represent period expenses. Capitalization only occurs if the following conditions can be cumulatively demonstrated:
* The technical feasibility of completing the intangible asset so that it will be available for use or sale is established.
* The intention to complete the intangible asset and the ability to use or sell it is demonstrated.
* The ability to use or sell the intangible asset is established.
* The existence of a probable future economic benefit that will be generated by the intangible asset is demonstrated.
* The availability of adequate technical, financial, and other resources to complete the development and to use or sell the intangible asset is established.
* The ability to measure reliably the expenditures attributable to the intangible asset during its development is established.

Capitalized development projects include all costs directly attributable to the development process. Finance costs are capitalized if the development project represents a qualifying asset in accordance with IAS 23. Development costs are amortized on a straight-line basis over their estimated useful lives of six to seven years, derived from the expected sales periods.

Impairment losses and reversals on property, plant and equipment and intangible assets

The recoverable amount of property, plant and equipment and intangible assets is regularly reviewed for indicators of impairment. If indicators of impairment are present, an immediate review is performed. For intangible assets under development, it is checked annually whether an impairment exists. If the recoverable amount of the respective asset is below its carrying amount, an impairment loss is recognized for the difference. The recoverable amount of an asset is the higher of its fair value less costs to sell and its value in use. The value in use is the present value of the estimated future cash flows expected to arise from the continuing use of an asset and from its disposal at the end of its useful life. The discount rates applied correspond to the market-based and risk-adjusted weighted average cost of capital based on externally available capital market data. If the reason for a previously recognized impairment loss ceases to exist, an impairment reversal is recognized up to the original cost of the asset, with the exception of goodwill.

Inventories

Inventories are measured at the lower of cost or net realizable value. Net realizable value is the estimated selling price in the ordinary course of business less the estimated costs of completion and the estimated costs necessary to make the sale. Costs of purchase are determined using the FIFO (First in – First out) method. The cost of production for work in progress and finished goods includes raw materials, direct labor, and other direct production costs, as well as an appropriate portion of manufacturing overheads. Borrowing costs are not capitalized.

Trade receivables, other receivables and contract assets

Receivables without a significant financing component are initially recognized at the transaction price in accordance with IFRS 15 and subsequently measured at amortized cost, if necessary, less allowances for expected and actual credit losses. The receivables are measured using the simplified approach (expected credit losses over the expected term). For this purpose, the allowance for doubtful accounts is determined using an allowance matrix based on historical analysis and an assessment of future developments. All receivables have a payment term of less than one year and therefore do not contain a financing component in the form of interest.

Financial assets

Financial assets are recognized and derecognized on the settlement date. The fair values recognized in the balance sheet are generally determined by market prices. Initial recognition is at cost plus transaction costs, except for financial assets measured at fair value through profit or loss. Under IFRS 9, all financial assets are divided into two classification categories – those measured at amortized cost and those measured at fair value. When financial assets are measured at fair value, gains and losses can be recognized either in profit or loss or in other comprehensive income.

At amortized cost

This includes financial assets held within a business model whose objective is to hold financial assets to collect contractual cash flows, and whose contract terms give rise on specified dates to cash flows that are solely payments of principal and interest on the outstanding principal amount. They are measured at the date of initial recognition at fair value or at the transaction price in accordance with IFRS 15 (contract assets and trade receivables). Subsequent measurement is at amortized cost less any impairment losses. These impairment losses are recognized in profit or loss. AT&S applies the simplified impairment model to trade receivables and contract assets from customer contracts, which considers expected losses over the entire term. The determination of credit loss is based on an allowance table that takes into account customer ratings and overdue payments.

Financial assets at fair value through other comprehensive income

This includes financial assets held within a business model whose objective is to both collect contractual cash flows and sell financial assets, and whose contract terms give rise on specified dates to cash flows that are solely payments of principal and interest on the outstanding principal amount. In the AT&S Group, trade receivables are partly sold to banks under a factoring arrangement. The portion of receivables as of March 31, which is sold to banks at nominal value after this reporting date, is measured at fair value through other comprehensive income. Measurement at fair value has no significant impact on the consolidated financial statements. For this reason, it is assumed that the fair value corresponds to the previous measurement basis of amortized cost. All equity instruments within the scope of IFRS 9 are recognized in the balance sheet at fair value; changes in value are recognized in profit or loss. If an equity instrument is not held for trading purposes, an entity may make an irrevocable election at initial recognition to measure it at fair value through other comprehensive income, with only dividend income recognized in profit or loss, provided they do not constitute a repayment of capital. In accordance with IFRS 9, the irrevocable option of measurement through other comprehensive income has been exercised. Changes in the fair value of equity instruments are therefore recognized in other comprehensive income.

Financial assets at fair value through profit or loss

This includes financial assets that are neither classified as at amortized cost nor at fair value through other comprehensive income.## Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzinstrumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das Hedge Accounting zur Anwendung gelangt (siehe Derivative Finanzinstrumente).

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern schließt nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Zinsschwankungen abzusichern. Diese Instrumente betreffen hauptsächlich Zinsswaps. Sie werden abgeschlossen, um den Konzern gegen ein steigendes Zinsniveau zu schützen. Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein. Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Marktwerten. AT&S wendet weiterhin die Bestimmungen des IAS 39 betreffend Hedge Accounting an. Das Hedge Accounting gemäß IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ (Financial Instruments: Recognition and Measurement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der Zahlungsströme des Grundgeschäfts hocheffektiv kompensieren. Sofern kein erfolgsneutrales Hedge Accounting anzuwenden ist, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Zins- und Dividendenerträge

Die Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns erfolgswirksam erfasst.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Das Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 (Expected Credit Loss) ist auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, auf Vertragsvermögenswerte und Schuldinstrumente, die zum Fair Value through OCI bewertet werden, anzuwenden. Nach IFRS 9 ist die Wertminderung entweder mit dem Zwölfmonatsmodell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der nächsten zwölf Monate berücksichtigt werden, oder dem Lebenszeitmodell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden, zu ermitteln. AT&S wendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen und finanzielle Vermögenswerte das vereinfachte Wertminderungsmodell an, in dem erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden. Die Bestimmung des Kreditverlusts erfolgt auf Basis einer Wertberichtigungstabelle, die das Rating der Kunden und Überfälligkeiten berücksichtigt.

m. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).

n. Nicht beherrschende Anteile

Die Gesellschaft hat keine nicht beherrschenden Anteile. Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den Eigentümern des Mutterunternehmens und den Eigentümern der Hybridanleihe zugeordnet.

o. Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrscheinlich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft, und ihre Höhe wird der jeweiligen Neueinschätzung angepasst. Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

Rückstellungen für Personalaufwand

Pensionen

Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorientierte Versorgungssysteme. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen. Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker:innen bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiedene Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflichtung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der Rentenanpassungen berechnet. Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen aktiviert. Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Rückstellungen für Abfertigungen

Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kündigungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezahlen. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker. Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter:innen der österreichischen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für seit dem 1. Jänner 2003 eingetretene Mitarbeiter:innen wird der Abfertigungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht. Für Mitarbeiter:innen der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsansprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeiter:innen in Südkorea und China Abfertigungsansprüche. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar.

Rückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche

Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter:innen in Österreich und China. Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und von der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Eine bestimmte Mindestdauer des Dienstverhältnisses ist Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen. Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergebnisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.

q. Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte

Der Konzern hat ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ (Share-based Payment) bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeiter:innen als Gegenleistung für die Gewährung von SAR erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 14 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten“ verwiesen.

r. Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet.

s.# Vertragliche Verbindlichkeiten

Vertragliche Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Vertragliche Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes bewertet, da es sich um einen nicht monetären Posten handelt. Liegt eine signifikante Finanzierungskomponente vor, erfolgt eine entsprechende Aufzinsung der Verbindlichkeit.

Öffentliche Zuwendungen

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen werden und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt. Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt. Es wird auf Erläuterung 21 „Eventualschulden und sonstige Verpflichtungen“ verwiesen. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist. Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen waren im Geschäftsjahr 2022/23 erstmals anzuwenden und beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS.

  • IAS 16: Erlöse vor beabsichtigter Nutzung
  • IAS 37: Kosten der Vertragserfüllung
  • Jährliche Verbesserungen zu IFRS 2018 – 2020

Durch die geänderten Standards haben sich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.

Künftige Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften sowie Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von neuen Rechnungslegungsstandards

Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2022/23 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union übernommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits veröffentlicht, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet:

Standard/Interpretation (Inhalt der Regelung) Anwendung 1) EU 2) Erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten Auf den Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
endgültigen
Standard
wird
gewartet
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 1 Klassifikation von Verbindlichkeiten (kurz- oder langfristig) 01.01.2024 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 1 Langfristige Verbindlichkeiten mit Nebenbedingungen 01.01.2024 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 12 Latente Steuern auf Leasingverhältnisse und Stilllegungsverpflichtungen 01.01.2023 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 28, IFRS 10 Anteile an assoziierten Unternehmen/Konzernabschlüsse: Veräußerung Auf unbestimmte Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Zeit verschoben
Unternehmen oder Joint Venture
IAS 1, IAS 8 Änderungen Bilanzierungsmethoden und -schätzungen 01.01.2023 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten in einer Sale-and-Leaseback Transaktion 01.01.2024 Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

1) Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet.
2) Status der Übernahme durch die EU

Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung

Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Werts der angegebenen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und ‑schulden. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. In die Planung der zukünftigen Cashflows werden im Rahmen der strategischen Unternehmensplanung die aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen, das wirtschaftliche Umfeld sowie die aktuellsten Einschätzungen über die zukünftige Entwicklung der Märkte berücksichtigt. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind.

Entwicklungskosten

Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen einerseits die Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiterchips für das Projekt Chongqing. Ab März 2016 stand diese Technologie zur Nutzung bereit, und es wurde mit der Abschreibung begonnen. Für die im Geschäftsjahr 2020/21 begonnene Entwicklung der nächsten Substratgeneration wurden im Geschäftsjahr 2021/22 Kosten in Höhe von 5.539 Tsd. € aktiviert. Mit der Nutzung dieser neuen Fertigungsmethode wurde im Geschäftsjahr 2021/22 begonnen. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden keine Entwicklungskosten aktiviert.

Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte für Personalverpflichtungen

Der Barwert der langfristigen Personalverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.p. „Rückstellungen für Personalaufwand“). Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen:

Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehalts- bzw. der künftigen Pensionssteigerungen für die österreichischen Gesellschaften um die in der Tabelle angegebene Prozentpunkte hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2023:

Zinssatz +0,50 % Gehaltssteigerung +0,25 % Pensionssteigerung +0,25 %
in Tsd. €
Pensionsverpflichtung (1.040) 45 518
Abfertigungsverpflichtung (957) 482

Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesellschaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2023:

Zinssatz -0,50 % Gehaltssteigerung -0,25 % Pensionssteigerung -0,25 %
in Tsd. €
Pensionsverpflichtung 1.153 (44) (496)
Abfertigungsverpflichtung 1.029 (468)

Es wird auf Erläuterung 17 „Rückstellungen für Personalaufwand“ verwiesen.

Wertminderungstests

Aufgrund des Vorliegens eines triggering events bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Hinterberg“ und „Substrate-Chongqing“ wurden entsprechende Wertminderungstests durchgeführt. Eine Veränderung der wesentlichen Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf die Wertminderungsteste zum 31. März 2023 für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Hinterberg“ und „Substrate-Chongqing“:

Vorsteuer-Diskontierungszins +1,0%-Punkte EBIT-Marge -10,0 %
ZGE Hinterberg und Substrate-Chongqing kein Wertminderungsbedarf kein Wertminderungsbedarf

Es wird auf Erläuterung 7 „Sachanlagen“ verwiesen.

Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragsteuerschulden

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern. Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 538.885 Tsd. € wurden im Konzern keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 80.833 Tsd. € gebildet. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 6 „Ertragsteuern“ verwiesen. Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen.

Sonstige Schätzungen und Annahmen

Außerdem erfolgen Schätzungen, sofern nötig, die Wertminderungen (Impairment) des Anlagevermögens, Rückstellungen, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbewertungen betreffen. Es wird insbesondere auf Erläuterung 4 „Sonstiges betriebliches Ergebnis“, Erläuterung 7 „Sachanlagen“, Erläuterung 8 „Immaterielle Vermögenswerte“ und Erläuterung 18 „Sonstige Rückstellungen“ verwiesen.

Auswirkungen von COVID-19

Die seit Jänner 2020 globale Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) führte zu weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Vor allem im Laufe des zweiten Halbjahres entspannte sich die Situation wesentlich, sodass ein Großteil der Maßnahmen in der Zwischenzeit zurückgenommen wurde. Auch die chinesische Regierung rückte von der Null-Covid Strategie ab und hat ebenfalls einen Großteil der Maßnahmen aufgehoben, sodass auch keine weiteren Lockdowns mehr erwartet werden.# E. Auswirkungen geopolitischer Spannungen

Der seit Februar 2022 andauernde Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Dieser Konflikt hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich dementsprechend in der jeweiligen Preisentwicklung zeigt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Gasversorgung können auch einen negativen Effekt auf AT&S mit sich bringen. Insbesondere die österreichischen Produktionsstätten wären von einem Stopp der Gaslieferungen aus Russland betroffen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen. Ziel ist dabei auch im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Des Weiteren beeinflusst der Ukraine-Russland-Konflikt die Entwicklung im Automotive Segment negativ. Dessen ungeachtet konnte der Umsatz im AT&S-Geschäftsbereich Automotive im Geschäftsjahr 2022/23 gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die temporäre Schließung von Produktionsstätten sowie Schwierigkeiten im Hinblick auf die Materialverfügbarkeit stellen Automobilhersteller vor Herausforderungen, welche sich auch auf AT&S auswirken können. Neben den direkten Auswirkungen auf Materiallieferungen und die Nachfrage einzelner Märkte werden signifikante sekundäre Effekte erwartet. Die Störung der Lebensmittelversorgung, der Energielieferungen und Transportwege hat schwerwiegende Auswirkungen. Je nach Länge des Konflikts, können die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft immens sein. Die stark gestiegenen Energiepreise führen insbesondere in Europa zu einem erhöhten Risiko einer Rezession. Entwicklungen in der Lieferkette und dem Energiemarkt werden laufend beobachtet, um im Bedarfsfall rasch reagieren zu können. Durch ein kontinuierliches Monitoring der Marktentwicklung wird versucht etwaigen Nachfrageschwächen frühestmöglich entgegenzuwirken. Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aus derzeitiger Sicht hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Des Weiteren könne eine Verschlimmerung des Korea-Konflikts oder ein Krieg in Ostasien (z.B. China und Taiwan) einen negativen Effekt auf die Geschäftstätigkeiten haben. Die langfristigen geoökonomischen Folgen können jedoch nicht abgeschätzt werden.

F. Auswirkungen der Klimakrise

Im Rahmen des Risikomanagements werden auch klimabezogene Risiken erhoben. Das Risiko der globalen Erwärmung wurde als wesentliches Risiko eingestuft. Um diesem Risiko zu begegnen wählt AT&S ein klimaresilientes Geschäftsmodell und bezieht nach Möglichkeit die benötigte Energie für die Produktionsprozesse aus erneuerbaren Quellen. Die AT&S Energiestrategie und die damit verbundenen Dekarbonisierungsziele sind wirksame Maßnahmen, um den klimabezogenen Risiken zu begegnen. Diese Energiestrategie verfolgt das Ziel, den konzernweiten Energiebedarf bis 2025 mindestens zu 80 % über erneuerbare Energieträger abzudecken. Weiters wird angestrebt, bis 2030 sämtliche fossile Energieträger innerhalb der eigenen Produktionsstandorte weltweit zu ersetzen, um die direkte Freisetzung klimaschädlicher Gase im eigenen Unternehmen zu vermeiden. Weiters setzt AT&S auf ein effizientes Energiemanagement und beim Bezug von Energie auf eine Erhöhung des zugekauften Anteils an grüner Energie. Neben dem jährlichen Festlegen von Energiezielen für die einzelnen Produktionsstandorte werden Anstrengungen unternommen, den Anteil an erneuerbarer Energie durch unterschiedliche Maßnahmen zu steigern und den Energieverbrauch zu senken. Durch all diese Maßnahmen werden die Auswirkungen der Klimakrise auf die AT&S-Gruppe möglichst gering gehalten. Wenn sich aus dem Risikomanagement Maßnahmen ergeben, welche bilanzielle Auswirkungen (Änderung von Nutzungsdauern, zusätzlicher Rückstellungsbedarf) haben, werden diese im Abschluss erfasst. Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn durch gesetzliche Maßnahmen Anlagen nicht mehr genutzt werden können, weil die Emissionen zu hoch sind und deswegen durch modernere ersetzt werden müssen. Im April 2020 veröffentliche die Europäische Kommission detaillierte Definitionen für die wirtschaftlichen Aktivitäten, die zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen sollen. Die Vorschriften und Standards in Bezug auf die EU-Taxonomie schaffen jedoch nicht nur Unsicherheit und erhöhen die Kosten für deren Einhaltung im Allgemeinen, sondern verursachen auch hohe Kosten für die tatsächliche Umsetzung erforderlicher Maßnahmen, um Mindeststandards einzuhalten. Es kann nicht vorhergesagt werden, wie sich die Vorschriften in Zukunft entwickeln werden. Strenge Regeln werden tendenziell zu höheren Kosten führen und damit einen größeren negativen Einfluss auf die Profitabilität haben. Im Rahmen des ESG Chancen- und Risikomanagements (ESG steht dabei für Environmental, Social, Governance) werden auch wesentliche ESG-Risiken identifiziert. Darin enthaltene sind auch Klimarisiken. Diese wurden im Rahmen der durchgeführten impairment tests für ein zusätzliches Szenario berücksichtigt und führten zu keinem Abwertungsbedarf. Für nähere Informationen zu den wesentlichen ESG-Risiken wird auf den nichtfinanziellen Bericht 2022/23, Kapitel „Die Verankerung und Steuerung der Nachhaltigkeit“ verwiesen.

G. Investitionsprojekte

Um Wachstumspotenziale zu nutzen, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien in Kulim, Malaysia und Chongqing, China getätigt (SLP, mSAP, HDI). Diese werden in Kooperation mit zwei führenden Herstellern von High-Performance-Computing-Halbleitern durchgeführt. Aktuell wird eines der beiden Werke in Kulim finalisiert und die ersten Maschinen wurden bereits eingebracht. Mit dem Start der Produktion wird planmäßig im Jahr 2024 gerechnet. Die Gebäudehülle des zweiten Werkes wird fertiggestellt. Der Zeipunkt der Beschaffung und Installation der Infrastruktur und des Produktionsequipments zur Fertigstellung des zweiten Werks in Kulim hängt von der Entwicklung des Marktes und der wirtschaftlichen Situation eines wesentlichen Kunden ab. Ein Teil der Investitionen in Chongqing in Höhe von 198.161 Tsd. € wurde von Kunden finanziert und als Verbindlichkeit gegenüber Finanzierungspartner eingestellt (siehe auch Erläuterung 15 „Finanzielle Verbindlichkeiten“). Sollte sich aufgrund einer geringeren Nachfrage für AT&S zukünftig keine Notwendigkeit zur Nutzung ergeben, kann AT&S die erhaltenen Finanzmittel für getätigte Investitionen einbehalten. Des Weiteren investiert das Unternehmen am Standort Leoben-Hinterberg in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird, unterstützt durch Finanzierungsbeiträge der neuen Kunden. Unvorhergesehene technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten. Es wurde eine Triggering-Events-Analyse durchgeführt. Es wird auf Erläuterung 7 „Sachanlagen“ verwiesen.

II. Segmentberichterstattung

Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. „Geschäftssegmentinformationen“). Als berichtspflichtige Segmente sind die Business Units Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige definiert. Das Segment Sonstige beinhaltet die allgemeinen Holdingaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung. Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt I.B. „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ ausgeführt, angewendet.

Mobile Devices & Substrates Automotive, Industrial, Medical Sonstige Eliminierung/ Konsolidierung Konzern
2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
in Tsd. €
Umsatzerlöse 1.489.697 1.312.580 513.720 457.864
Innenumsatz (157.613) (122.015) (54.460) (58.562)
Außenumsatz 1.332.084 1.190.565 459.260 399.302
Betriebsergebnis vor Abschreibungen 408.846 306.667 16.437 57.473 (8.567)
Abschreibungen inkl.
## Betriebsergebnis 175.719 116.622 (14.260) 29.219 (15.216) (19.381) – – 146.243 126.460
## Finanzergebnis 21.598 (4.351)
## Ergebnis vor Steuern 167.841 122.109
## Ertragsteuern (31.197) (18.819)
## Konzernjahresergebnis 136.644 103.290
## Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 2.387.291 1.721.795 263.187 246.492 53.609 13.705 – – 2.704.087 1.981.992
## Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 1.031.494 619.678 146.193 107.919 56.398 6.665 – – 1.234.085 734.262

Informationen nach geografischen Regionen

Umsatzerlöse nach Regionen, basierend auf dem Sitz des Kunden:
in Tsd. €

2022/23 2021/22
Österreich 27.256 21.612
Deutschland 186.999 159.793
Sonstiges Europa 100.631 97.115
China 4.348 9.513
Sonstiges Asien 95.584 87.037
Amerika 1.376.526 1.214.797
Umsatzerlöse 1.791.344 1.589.867

Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von 75,1 % (Vorjahr: 70,2 %) aller Umsatzerlöse, wobei der jeweilige Anteil zwischen 2 % und 37 % (Vorjahr: 1 % und 41 %) lag.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft:
in Tsd. €

31.03.2023 31.03.2022
Österreich 248.094 186.579
China 1.853.501 1.646.725
Übrige 602.492 148.688
Summe 2.704.087 1.981.992

III. Erläuterungen zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

in Tsd. €

2022/23 2021/22
Haupterlöse 1.791.327 1.589.836
Nebenerlöse 17 31
Umsatzerlöse 1.791.344 1.589.867

Die Haupterlöse der AT&S-Gruppe werden durch den Verkauf von Leiterplatten und Substraten, welche selbst hergestellt werden, erzielt. Nach Segmenten gegliedert verteilen sich die zeitpunkt- und zeitraumbezogenen Umsatzerlöse wie folgt:

Konzern in Tsd. € 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22
Mobile Devices & Substrates Automotive, Industrial, Medical Konzern
2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22
Umsatzerlöse 1.332.084 1.190.565 459.260 399.302 1.791.344 1.589.867
Art der Umsatzrealisierung Zeitpunktbezogen 709.572 451.858 66.507 52.974 776.079 504.832
Zeitraumbezogen 622.512 738.707 392.753 346.328 1.015.265 1.085.035

2. Aufwandsarten

Die Aufwandsarten der Umsatzkosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. €

2022/23 2021/22
Materialaufwand 660.925 670.963
Personalaufwand 419.579 370.876
Abschreibungen 268.662 199.826
Bezogene Leistungen inkl. Leihpersonal 29.455 22.639
Energie 89.031 66.362
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 90.371 92.683
Frachtkosten 27.873 24.916
Miet- und Leasingaufwendungen 15.564 10.795
Bestandsveränderung Vorräte (29.290) (66.774)
Rechts- und Beratungskosten 21.179 12.517
IT-Serviceleistungen 16.532 10.951
Dienstleistungen Dritter 15.399 17.784
Sonstiges 16.576 26.902
Summe 1.641.856 1.460.440

Die Position „Sonstiges“ betrifft in den Geschäftsjahren 2022/23 und 2021/22 vorwiegend Versicherungsaufwendungen, Reinigungsaufwendungen, Reisekosten und Abfallentsorgung mit verrechneten Entsorgungserlösen.

3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2022/23 Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 183.441 Tsd. €. (Vorjahr: 181.464 Tsd. €). Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst werden. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden Entwicklungskosten in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 5.539 Tsd. €) aktiviert. Es wird auf Erläuterung 8 „Immaterielle Vermögenswerte“ verwiesen.

4. Sonstiges betriebliches Ergebnis

in Tsd. €

2022/23 2021/22
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 9.612 6.037
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 31.043 35.629
Erträge aus Wechselkursdifferenzen 11.749
Übrige Erträge 8.005 3.060
Sonstiger betrieblicher Ertrag 60.409 44.726
Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen (1.961)
Anlaufverluste (54.689) (43.479)
Verluste aus Anlagenabgängen (2.515) (1.740)
Übrige Aufwendungen (6.450) (513)
Sonstiger betrieblicher Aufwand (63.654) (47.693)
Sonstiges betriebliches Ergebnis (3.245) (2.967)

In den Geschäftsjahren 2022/23 und 2021/22 betreffen die öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergütungen, Forschungs- und Entwicklungsprämien sowie Förderungen für Industrie- und Beschäftigungsentwicklung. Die übrigen Erträge betreffen im Geschäftsjahr 2022/23 vor allem Erträge aus Kompensationszahlungen und im Geschäftsjahr 2021/22 erhaltene Vertragsstrafen. Darüber hinaus sind wie im Vorjahr Zuschüsse für Mitarbeiter:innen sowie verrechnete Sachleistungen für diverse Projekte enthalten. Das Geschäftsjahr 2021/22 beinhaltet Zuschüsse für COVID-19-Tests. Im Geschäftsjahr 2022/23 resultieren die Anlaufverluste wie im Geschäftsjahr 2021/22 aus dem Ausbau der Werke am Standort Leoben, Österreich, am Standort in Chongqing, China, sowie in Kulim, Malaysia. Die übrigen Aufwendungen beinhalten unter anderem im Geschäftsjahr 2022/23 drohende Rücktrittskosten aus belastenden Verträgen.

5. Finanzergebnis

in Tsd. €

2022/23 2021/22
Zinserträge aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte 26 16
Sonstige Zinserträge 12.285 2.416
Realisierte Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten, netto 1.723
Gewinne aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto 6.012 6.987
Fremdwährungsgewinne, netto 38.268 8.838
Finanzierungserträge 58.314 18.257
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen (23.935) (15.690)
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen (432) (567)
Realisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, netto (2.503)
Verluste aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto
Sonstige finanzielle Aufwendungen (12.349) (3.848)
Finanzierungsaufwendungen (36.716) (22.608)
Finanzergebnis 21.598 (4.351)

In der Position „Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen“ sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 7.211 Tsd. € (Vorjahr: 2.694 Tsd. €) saldiert dargestellt.

6. Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:
in Tsd. €

2022/23 2021/22
Laufende Ertragsteuern 26.088 17.385
Latente Steuern 5.109 1.434
Summe Steueraufwand 31.197 18.819

Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt sich wie folgt:
in Tsd. €

2022/23 2021/22
Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz 41.542 30.527
Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland (11.419) (3.763)
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 8.785 3.615
Effekt aus der Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 16.592 (4.140)
Effekt aus der Änderung von Steuersätzen 701 2.247
Effekt aus permanenten Differenzen (24.845) (9.453)
Effekt aus Steuern aus Vorperioden (159) (214)
Summe Steueraufwand 31.197 18.819

Der Effekt aus der Änderung von Steuersätzen resultiert überwiegend aus der stufenweisen österreichischen Körperschaftsteuersatzsenkung auf 23 %, welche auf langfristige aktive latente Steuern angesetzt wurde, sowie dem wieder anzuwendenden begünstigten Steuersatz von 15 % im Tochterunternehmen AT&S China gegenüber dem allgemeinen Steuersatz von 25 %.

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge und werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gegeben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben werden:

in Tsd. € 31.03.2023 31.03.2022
Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Anlagevermögen 5.291 (36.911) 1.712 (15.485)
Rückstellungen für Personalaufwand 5.882 7.683
Finanzielle Verbindlichkeiten 18.985 12.060
Ertragsteuerliche Verlustvorträge 108.740 79.837
Latente Steuer aus langfristigen Vermögenswerten/Schulden 138.898 (36.911) 101.292 (15.485)
Vorräte 25.681 26.518
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 15 (23.722) 15 (29.941)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 12.941 13.156
Übrige 1.302 (4.351) 926 (1.205)
Vertragliche Verbindlichkeiten (3.905) (2.267)
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen (1.657) (2.167)
Latente Steuer aus kurzfristigen Vermögenswerten/Schulden 39.939 (33.635) 40.615 (35.580)
Aktive/passive latente Steuern 178.837 (70.546) 141.907 (51.065)
Nicht angesetzte latente Steuern (93.143) (68.311)
Saldierung aktive/passive latente Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde (65.783) 65.783 (48.898) 48.898
Aktive/passive latente Steuern, saldiert 19.911 (4.763) 24.698 (2.167)

Zum 31. März 2023 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 660.165 Tsd. € (Vorjahr: 471.178 Tsd. €). Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 538.885 Tsd. € (Vorjahr: 357.924 Tsd. €) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 80.833 Tsd. € (Vorjahr: 53.689 Tsd. €) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Zusätzlich wurden für temporäre Differenzen in Höhe von 82.067 Tsd. € (Vorjahr: 97.480 Tsd. €) keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 12.310 Tsd. € (Vorjahr: 14.622 Tsd. €) gebildet, da ebenso von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 18.673 Tsd. € (Vorjahr: 21.883 Tsd. €) werden aktiviert, obwohl die betroffenen Gesellschaften im laufenden Geschäftsjahr oder im Vorjahr Verluste ausgewiesen haben. Aufgrund der vorliegenden Steuerplanungen geht AT&S davon aus, dass die zukünftigen steuerpflichtigen Einkünfte dieser Gesellschaften ausreichen werden, um diese aktiven latenten Steuern realisieren zu können.# Steuerliche Verlustvorträge

Die steuerlichen Verlustvorträge, die nicht angesetzt wurden, sind wie folgt vortragsfähig:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Vortragsfähig bis zu fünf Jahre 140.676 127.624
Vortragsfähig zwischen sechs und zehn Jahren 398.209 221.202
Vortragsfähig mehr als zehn Jahre 9.098
Summe nicht angesetzter Verlustvorträge 538.885 357.924

Veränderung der latenten Steuern

Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 22.531 23.178
Währungsdifferenzen 21 (160)
Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung (5.109) (1.434)
Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern (2.295) 947
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 15.148 22.531

Ertragsteuern im Zusammenhang mit Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses

Die Ertragsteuern im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

2022/23 2021/22
Ertrag/ (Aufwand) vor Steuern Steuer- ertrag/ (-aufwand)
Währungsumrechnungsdifferenzen (143.188)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen 5.954 (1.382)
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 3.941 (913)
Sonstiges Ergebnis (133.293) (2.295)

IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz

7. Sachanlagen

in Tsd. € Grundstücke, Gebäude und Bauten Maschinen und technische Anlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Total
Buchwert 31.03.2021 122.729 732.468 15.368 430.835 1.301.400
Umrechnungsdifferenzen 15.186 81.276 645 34.493 131.600
Zugänge 93.670 280.594 8.267 343.664 726.195
Abgänge (3.567) (4.065) (91) 43 (7.680)
Umbuchungen 66.297 296.963 (7) (363.785) (532)
Abschreibungen, laufend (20.639) (173.051) (7.108) (200.798)
Buchwert 31.03.2022 273.676 1.214.185 17.074 445.250 1.950.185
Davon Anschaffungskosten 383.338 2.544.226 48.593 445.250 3.421.407
Kumulierte Abschreibungen (109.662) (1.330.041) (31.519) (1.471.222)
Buchwert 31.03.2022 273.676 1.214.185 17.074 445.250 1.950.185
Umrechnungsdifferenzen (12.931) (72.601) (668) (43.052) (129.252)
Zugänge 47.685 209.370 19.092 954.535 1.230.682
Abgänge (2.404) (5.712) (227) (102.626) (110.969)
Umbuchungen 6.135 256.960 2.797 (266.050) (158)
Abschreibungen, laufend (25.979) (224.948) (10.268) (261.195)
Buchwert 31.03.2023 286.182 1.377.254 27.800 988.057 2.679.293
Davon Anschaffungskosten 413.704 2.830.829 65.369 988.057 4.297.959
Kumulierte Abschreibungen (127.522) (1.453.575) (37.569) (1.618.666)

Der in „Grundstücke, Gebäude und Bauten“ enthaltene Grundwert beträgt 5.670 Tsd. € (Vorjahr: 5.976 Tsd. €). Der Posten „Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau“ beinhaltet vor allem Zugänge betreffend das Investitionsprojekt in Kulim, Malaysia, sowie Anlagen für die Werke in Chongqing, China. Weiters sind Zugänge in Höhe von 67.663 Tsd. € (Vorjahr: 34.589 Tsd. €) und Abgänge in Höhe von 102.252 Tsd. € enthalten, welche sich auf Vorleistungen im Zusammenhang mit der Errichtung des Forschungszentrums und Produktionswerks in Leoben-Hinterberg beziehen. Die hierfür geleisteten Vorleistungen wurden nach Finalisierung der Finanzierungsart in Form eines Leasingvertrags, an die Leasingesellschaft übertragen.

Die folgende Tabelle zeigt die separat dargestellten Nutzungsrechte gemäß IFRS 16, die im Rahmen eines Leasings in den Sachanlagen zum 31. März 2023 enthalten sind:

in Tsd. € Grundstücke, Gebäude und Bauten Maschinen und technische Anlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Total
Anschaffungskosten 132.768 107 8.845 141.720
Davon Zugänge 43.366 3.222 46.588
Kumulierte Abschreibungen (17.819) (80) (5.328) (23.227)
Buchwert 31.03.2023 114.949 27 3.517 118.493

Im Geschäftsjahr 2022/23 ergab sich für die Gewinn- und Verlustrechnung folgende Darstellungen:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 2.832 1.943
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert 371 316
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 11.544 7.397
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 3.188 1.622

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils in den Umsatzkosten ausgewiesen und zusätzlich in den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden.

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 7.211 Tsd. € (Vorjahr: 2.694 Tsd. €) auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Es wurden Finanzierungssätze zwischen 2,06 % und 3,85 % (Vorjahr: zwischen 1,00 % und 3,44 %) herangezogen. Für die ausgewiesenen Sachanlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen.

Wertminderungen/Wertaufholungen

Im Geschäftsjahr 2022/23 hat es keine Wertminderungen/Wertaufholungen gegeben. Die Werthaltigkeit der Sachanlagen wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Werthaltigkeitstests werden für zahlungsmittelgenerierende Einheiten durchgeführt. Als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation als zahlungsmittelgenerierende Einheit wird deren technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Für sämtliche zahlungsmittelgenerierende Einheiten werden Triggering-Event-Analysen durchgeführt, bei denen sowohl interne als auch externe Faktoren gemäß IAS 36 zur Beurteilung des Vorliegens eines Triggering Events berücksichtigt werden. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung der Werthaltigkeit mittels eines Wertminderungstests. Die Wertminderungstests basieren auf Berechnungen des Nutzungswerts. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt mittels eines DCF-Verfahrens. Dabei wird der Nutzungswert als Barwert der zukünftigen geschätzten Cashflows vor Steuern der nächsten fünf bis acht Jahre aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmensplanung ermittelt. Die mittelfristige Unternehmensplanung wird jährlich erstellt. Jährlich werden somit die zugrundeliegenden Annahmen plausibilisiert und aktualisiert und darauf basierend eine Anpassung der geschätzten Cashflows vorgenommen. In die jährliche aktualisierte Mittelfristplanung fließen die in der strategischen Unternehmensplanung enthaltenen Annahmen zur Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds und der Kundennachfrage in den jeweiligen Märkten ein. Nach dem Detailplanungszeitraum wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer ewigen Rente gerechnet. Der Diskontierungssatz wird aus einem marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewogenen Kapitalkostensatz nach Steuern nach anerkannten finanzmathematischen Verfahren aus externen Quellen abgeleitet. Die Umrechnung der Nutzungswerte erfolgt mit dem Stichtagskurs zum Durchführungszeitpunkt des Wertminderungstests. Sämtliche Kapitalkostensätze wurden gemäß den Vorgaben von IAS 36 für die Offenlegung in einen WACC vor Steuern übergeleitet.

Die Triggering-Event-Analyse hat im Geschäftsjahr 2022/23 für zwei zahlungsmittelgenerierende Einheiten, insbesondere aufgrund von Marktunsicherheiten und damit einhergehenden Planabweichungen, ein Erfordernis zur Durchführung eines Wertminderungstests gezeigt. Es wurden Wertminderungstests für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Hinterberg“ und „Substrate-Chongqing“ durchgeführt. Bei Durchführung der Impairmenttests wurden folgende Annahmen zugrundegelegt.

Die wesentlichen Bewertungsannahmen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Hinterberg“ waren:
Langfristige Wachstumsrate: 0 %
(Vorsteuer-)Diskontierungszins: 12,16 %
Der Ermittlung des Nutzungswerts wurden die erwarteten Zahlungsströme für die nächsten fünf Jahre zugrunde gelegt. Für den Zeitraum danach wurde der Barwert einer ewigen Rente herangezogen. Die Berechnungen haben keinen Wertminderungsbedarf ergeben.

Die wesentlichen Bewertungsannahmen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Substrate-Chongqing“ waren:
Langfristige Wachstumsrate: 0 %
(Vorsteuer-)Diskontierungszins: 11,22 %
Die zahlungsmittelcgenerierende Einheit „Substrate-Chongqing“ ist in einem Industriezweig tätig, in dem die Zusammenarbeit zwischen den Kunden und den Lieferanten sehr langfristig angelegt ist. Dies resultiert aus langjährigen Entwicklungs-, Qualifikations- und Vorbereitungsphasen bis neue Produkte auf den Markt kommen. Aufgrund dieser Langfristigkeit und um die in den zukünftigen Perioden erwarteten Mittelzu- und -abflüsse aus dem Substratgeschäft adäquat zu berücksichtigen, wurden der Ermittlung des Nutzungswerts die erwarteten Zahlungsströme für die nächsten acht Jahre zugrunde gelegt. Eine Betrachtung über einen kürzeren Zeitraum würde zu einer unverhältnismäßig erhöhten Gewichtung der Mittelabflüsse führen. Für den Zeitraum danach wurde der Barwert einer ewigen Rente herangezogen. Die Berechnungen haben keinen Wertminderungsbedarf ergeben.

Sale-and-Leaseback-Transaktion

Im Rahmen einer Sale-and-Leaseback-Transaktion im Geschäftsjahr 2006/07 wurden die Liegenschaften am Standort Leoben an eine Leasinggesellschaft verkauft und zurückgeleast. Die Laufzeit dieses Leasingvertrags (Kündigungsverzichtsdauer) wurde im Geschäftsjahr 2021/22 um weitere zehn Jahre verlängert, sodass ein Kündigungsverzicht bis zum Jahr 2032 besteht. Danach ist beabsichtigt, die Liegenschaften zum Restwert zu erwerben.

8. Immaterielle Vermögenswerte

in Tsd. €# € Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
Aktivierte Entwicklungskosten
Firmenwerte
Geleistete Anzahlungen
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen
Total Buchwert
31.03.2021 | 9.075 | 33.731 | ‒ | 7 | ‒ | 42.813
Umrechnungsdifferenzen | 199 | 2.472 | ‒ | ‒ | ‒ | 2.671
Zugänge | 2.425 | 5.539 | ‒ | 54 | 49 | 8.067
Umbuchungen | 592 | ‒ | ‒ | (61) | ‒ | 531
Abschreibungen, laufend | (4.832) | (17.394) | ‒ | ‒ | (49) | (22.275)
Buchwert | 31.03.2022 | 7.459 | 24.348 | ‒ | ‒ | ‒ | 31.807
Davon Anschaffungskosten | 44.303 | 127.947 | 6.877 | ‒ | ‒ | 179.127
Kumulierte Abschreibungen | (36.844) | (103.599) | (6.877) | ‒ | ‒ | (147.320)
Buchwert | 31.03.2022 | 7.459 | 24.348 | ‒ | ‒ | ‒ | 31.807
Umrechnungsdifferenzen | (133) | (1.163) | ‒ | ‒ | ‒ | (1.296)
Zugänge | 3.011 | ‒ | ‒ | 312 | 80 | 3.403
Umbuchungen | 470 | ‒ | ‒ | (312) | ‒ | 158
Abschreibungen, laufend | (3.589) | (5.609) | ‒ | ‒ | (80) | (9.278)
Buchwert | 31.03.2023 | 7.218 | 17.576 | ‒ | ‒ | ‒ | 24.794
Davon Anschaffungskosten | 46.950 | 120.875 | 6.527 | ‒ | ‒ | 174.352
Kumulierte Abschreibungen | (39.732) | (103.299) | (6.527) | ‒ | ‒ | (149.558)

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 0 € (Vorjahr: 5.539 Tsd. €) aktiviert.

9. Sonstige langfristige Vermögenswerte in Tsd. €

31.03.2023 31.03.2022
Vorauszahlungen 10.298 5.424
Gegebene Kautionen 33.601 733
Sonstige Vorauszahlungen 518 1.425
Sonstige langfristige Forderungen 4.142 4.160
Buchwert 48.559 11.742

Die Vorauszahlungen betreffen Betriebsgrundstücke in China. Die sonstigen Vorauszahlungen betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Versicherungsprämien. Die sonstigen langfristigen Forderungen beinhalten COVID-19-Investitionsprämien für die österreichischen Standorte. Die gegebenen Kautionen beinhalten im Geschäftsjahr 2022/23 größtenteils Sicherstellungsleistungen im Zusammenhang mit dem Investitionsprojekt in Hinterberg, die im laufenden Geschäftsjahr erstmalig zu leisten waren.

10. Vorräte in Tsd. €

31.03.2023 31.03.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 86.324 108.225
Unfertige Erzeugnisse 25.873 48.343
Fertige Erzeugnisse 33.186 36.668
Buchwert 145.383 193.236

Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorräten beträgt zum 31. März 2023 54.238 Tsd. € (Vorjahr: 54.451 Tsd. €). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräußerungswert resultiert für das Geschäftsjahr 2022/23 eine Abwertung in Höhe von 2.285 Tsd. € (Vorjahr: 1.336 Tsd. €). Der Ausweis der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten.

11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerten stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2023 31.03.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 141.178 97.569
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (672) (737)
Vertragliche Vermögenswerte 135.427 177.605
Wertberichtigungen zu vertraglichen Vermögenswerten (251) (277)
Umsatzsteuerforderungen 18.017 78.530
Sonstige Forderungen gegenüber Behörden 16.699 11.655
Vorauszahlungen 15.319 13.297
Energieabgabenrückvergütungen 1.105 2.633
Kautionen 31.634 2.222
Versicherungsvergütungen 888
Übrige Forderungen 35.925 6.881
Summe 394.381 390.266

Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2023 vor allem Forderungen aus noch nicht ausbezahlten Zuschüssen sowie aus Vertragsverbindlichkeiten, welche noch nicht ausbezahlt wurden. Die Kautionen beinhalten vor allem Sicherstellungsleistungen für Zölle und Steuern im Zusammenhang mit dem Investitionsprojekt in Kulim, Malaysia. Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10.000 Tsd. € (Vorjahr: 10.000 Tsd. €) als Besicherung. Es wird auf Erläuterung 15 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen sowie vertraglichen Vermögenswerte entsprechen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Restlaufzeiten von Forderungen

Alle Forderungen zum 31. März 2023 sowie zum 31. März 2022 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Factoring

Zum 31. März 2023 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 131.837 Tsd. € (Vorjahr: 193.267 Tsd. €) zu 100 % des Nennwerts an Banken verkauft und in Übereinstimmung mit IFRS 9 vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Das Ausfallsrisiko wurde an die Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der zur Anwendung kommenden Kreditversicherungen. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag 13.184 Tsd. € (Vorjahr: 19.327 Tsd. €) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Ansprüche aus vorhandenen Kreditversicherungen wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der durch den Erwerber noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in der Position „Finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen. Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Vertragliche Vermögenswerte

Die vertraglichen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Vertragliche Vermögenswerte am Beginn des Geschäftsjahres 177.328 93.113
Verbrauch (177.328) (93.113)
Zuführung 135.427 177.605
Wertberichtigungen gem. IFRS 9 (251) (277)
Vertragliche Vermögenswerte am Ende des Geschäftsjahres 135.176 177.328

Entwicklung der Überfälligkeiten und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:

31.03.2023

in Tsd. € Bruttoforderung Wertminderung Buchwert
Nicht fällig 135.971 (507) 135.464
Bis 15 Tage überfällig 3.517 (61) 3.456
16 bis 30 Tage überfällig 690 (34) 656
31 bis 60 Tage überfällig 876 (33) 843
61 bis 90 Tage überfällig 52 (17) 35
Mehr als 90 Tage überfällig 72 (20) 52
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 141.178 (672) 140.506

31.03.2022

in Tsd. € Bruttoforderung Wertminderung Buchwert
Nicht fällig 93.709 (454) 93.255
Bis 15 Tage überfällig 3.117 (86) 3.031
16 bis 30 Tage überfällig 181 (25) 156
31 bis 60 Tage überfällig 184 (39) 145
61 bis 90 Tage überfällig 36 (15) 21
Mehr als 90 Tage überfällig 342 (118) 224
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 97.569 (737) 96.832

Bei den überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird. Einzelwertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gebildet, wenn Anzeichen (Überfälligkeit, Insolvenz) dafür bestehen, dass der gesamte Betrag wahrscheinlich nicht mehr einbringlich ist. Forderungen werden ausgebucht, wenn auf Basis einer rechtlichen Grundlage davon ausgegangen werden kann, dass keine Zahlung mehr zu erwarten ist. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde keine Forderungen (Vorjahr: 46 Tsd. €) aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Wertberichtigungen am Beginn des Geschäftsjahres 737 977
Verwendung (46)
Auflösung (535) (597)
Zuführung 474 389
Umrechnungsdifferenzen (4) 14
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 672 737

Von den Wertberichtigungen des Geschäftsjahres entfallen 616 Tsd. € (Vorjahr: 672 Tsd. €) auf erwartete Kreditverluste im Sinne des Expected-Credit-Loss-Modells gemäß IFRS 9.

12. Finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2023 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 877 877
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 118 118
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 34.439 13.624 20.815
Derivate 17.401 13.952 3.449
Summe 52.835 27.694 25.141
in Tsd. € 31.03.2022 davon langfristig davon kurzfristig
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 849 849
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 117 117
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 17.984 17.984
Derivate 4.463 4.463
Summe 23.413 4.580 18.833

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

in Tsd. € 31.03.2023 31.03.2022
Anleihen 877 849
Summe 877 849

Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 117 117
Zugänge/(Abgänge) 1
Noch nicht realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode im Eigenkapital erfasst
Realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode aus dem Eigenkapital entnommen
Umrechnungsdifferenzen
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 118 117

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in den Nominalwährungen Euro, US-Dollar, chinesischer Renminbi und japanischer Yen gehalten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Kündigungsgelder mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten und Forderungen gegenüber Banken aus Zessionsverträgen sowie um ein an Dritte gewährtes Darlehen. Für dieses Darlehen ergibt sich ein Expected Credit Loss in Höhe von 196 Tsd. €.

Derivative Finanzinstrumente:

in Tsd.€ 31.03.2023 31.03.2022
Derivative Finanzinstrumente | 17.401 | 4.463
Summe | 17.401 | 4.463

  1. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Tsd. €
31.03.2023 31.03.2022
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 791.738 1.119.921
Buchwert 791.738 1.119.921

Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

  1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Restlaufzeit in Tsd. € 31.03.2023 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 457.897 457.897
Zuschüsse der öffentlichen Hand 74.752 8.479 36.547 29.726
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen öffentlichen Abgabestellen 8.759 8.759
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 11.085 11.085
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 9.962 9.962
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 2.204 2.204
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 43.179 43.179
Übrige Verbindlichkeiten 16.985 16.980 5
Buchwert 624.823 558.545 36.552 29.726
Restlaufzeit in Tsd. € 31.03.2022 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 442.205 442.205
Zuschüsse der öffentlichen Hand 67.956 6.630 30.053 31.273
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen öffentlichen Abgabestellen 8.046 8.046
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 10.976 10.976
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 9.370 9.370
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 16.938 8.664 8.274
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 49.435 49.435
Übrige Verbindlichkeiten 14.357 14.353 4
Buchwert 619.283 549.679 38.331 31.273

Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Zuschüsse der öffentlichen Hand

Die Zuschüsse der öffentlichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst. Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Projektkostenzuschüsse erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazugehörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen Hand enthalten.

Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten

In der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 wurde ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Ihre Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016. In der 91. Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni 2016 wurde ein weiterer Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan 2017) für drei weitere Geschäftsjahre aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) beschlossen. Die Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019. In der 112. Aufsichtsratssitzung vom 12. März 2020 wurde ein weiterer Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan 2020) für drei weitere Geschäftsjahre aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2017 bis 2019) beschlossen. Ihre Zuteilung erfolgte bzw. wird erfolgen im Zeitraum zwischen 1. April 2020 und 1. April 2022. Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Differenzbetrag ist mit maximal 200 % des Ausübungspreises gedeckelt. Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien von AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien von AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen. Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig. Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft des AT&S-Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs- bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden. Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist. Das Earnings-per-Share (EPS-)Performance-Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midterm-Plan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilungstag 1. April 2022 1. April 2021 1. April 2020 1. April 2019 1. April 2018
Ausübungspreis (in €) 42,81 22,92 17,56 17,25 21,94
31.03.2021 342.500 277.500 210.000 197.500
Ausgeübte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 125.598
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 30.000 7.500 5.000 27.014
31.03.2022 312.500 270.000 205.000 44.888
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 381.500 10.000
Ausgeübte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 200.000 40.572
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 12.500 17.500 42.500 4.316
31.03.2023 369.000 305.000 227.500 5.000
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 4 Jahre 3 Jahre 2 Jahre
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag (in Tsd. €)
31.03.2022 8.297 7.431 6.796
31.03.2023 2.010 56

Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, auf Basis von Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten abweichen.

Risikofreier Zinssatz | 2,39 bis 2,72 %
Volatilität | 46,00 bis 47,00 %
Dividende je Aktie | 0,39

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse vom 1. April 2020 bis zum Bilanzstichtag. Die Aufwendungen aus den Wertsteigerungsrechten sind in den Verwaltungskosten enthalten. Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird, über deren Laufzeit verteilt, aufwandsmäßig erfasst.

Übrige Verbindlichkeiten

Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Abgrenzungen.

  1. Finanzielle Verbindlichkeiten
Restlaufzeit in Tsd. € 31.03.2023 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre Nominalzinssatz in %
Namensschuldverschreibungen 14.995 16 14.979 1,80
Exportkredite 10.000 10.000 2,98
Kredite der öffentlichen Hand 2.232 1.163 1.069 0,75
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.371.788 533.408 790.955 47.425 1,04 – 5,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner 198.161 108.506 89.655
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 98.603 9.340 29.693 59.570
Derivative Finanzinstrumente1)
Buchwert 1.695.779 662.433 926.351 106.995
Restlaufzeit in Tsd. € 31.03.2022 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre Nominalzinssatz in %
Namensschuldverschreibungen 14.991 16 14.975 1,80
Exportkredite 10.000 10.000 0,48
Kredite der öffentlichen Hand 2.477 2.477 0,75
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.248.546 50.250 1.144.897 53.399 1,00 – 4,75
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 78.458 18.136 23.177 37.145
Derivative Finanzinstrumente1) 508 508
Buchwert 1.354.980 78.402 1.171.059 105.519

1) Es wird auf Erläuterung 19 „Derivative Finanzinstrumente” verwiesen. Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investitionsfinanzierungen.Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten im Wesentlichen nachstehende Finanzierungen:
* Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2013/14
* Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2016/17
* OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2016/17
* OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2018/19
* Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2018/19
* Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2019/20
* OeKB-Beteiligungsfinanzierung im Geschäftsjahr 2019/20
* Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibung im Geschäftsjahr 2020/21
* Einmalbarkredite im Geschäftsjahr 2020/21
* Schuldscheindarlehen im Geschäftsjahr 2021/22
* Einmalbarkredite im Geschäftsjahr 2021/22

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden nachstehende Finanzierungen abgeschlossen:
* OeKB Finanzierung über € 300 Mio.
* EIB (Europäische Investitionsbank) Finanzierung über € 250 Mio.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner betreffen Finanzierungen aus Investitionsprojekten in Chongqing, China.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2023 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Namensschuld- verschreibungen Exportkredite Kredite öffentlicher Hand Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 Derivative Finanz- instrumente
in Tsd. €
2023/24
Tilgung 16 10.000 1.163 520.427 108.506 9.341
Zinsen fix 270 16 1.838
Zinsen variabel 298 42.487 3.827
2024/25
Tilgung 1.069 255.177 89.655 8.284
Zinsen fix 270 8 1.027
Zinsen variabel 32.358 3.477
2025/26
Tilgung 389.177 7.719
Zinsen fix 270 948
Zinsen variabel 18.147 3.150
2026/27
Tilgung 141.790 6.947
Zinsen fix 270 292
Zinsen variabel 6.113 2.841
2027/28
Tilgung 6.000 6.743
Zinsen fix 270 272
Zinsen variabel 1.956 2.541
nach 2027/28
Tilgung 15.000 47.500 59.569
Zinsen fix 270 272
Zinsen variabel 2.600 7.816

Es werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.

Zum Vorjahresstichtag 31. März 2022 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Namensschuld- verschreibungen Exportkredite Kredite öffentlicher Hand Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 Derivative Finanz- instrumente
in Tsd. €
2022/23
Tilgung 16 10.000 46.977 18.137
Zinsen fix 270 19 2.924
Zinsen variabel 48 13.686 2.394
2023/24
Tilgung 788 483.856 6.491 508
Zinsen fix 270 16 1.995
Zinsen variabel 14.476 1.990
2024/25
Tilgung 913 218.606 5.860
Zinsen fix 270 8 1.122
Zinsen variabel 10.858 1.753
2025/26
Tilgung 777 352.606 5.529
Zinsen fix 270 1 1.009
Zinsen variabel 6.285 1.528
2026/27
Tilgung 91.502 5.296
Zinsen fix 270 302
Zinsen variabel 1.853 1.314
nach 2026/27
Tilgung 15.000 53.500 37.145
Zinsen fix 270 545
Zinsen variabel 1.294 3.327

Die finanziellen Verbindlichkeiten weisen teilweise eine vom Markt abweichende Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren Buchwerten kommen.

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
in Tsd. € 31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022
Namensschuldverschreibungen 14.995 14.990 15.000 15.000
Exportkredite 10.000 10.000 10.000 10.000
Kredite der öffentlichen Hand 2.232 2.477 2.236 2.482
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.371.788 1.248.547 1.374.875 1.250.345
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartner 198.161 198.161
Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 98.603 78.458 98.603 78.459
Derivative Finanzinstrumente 508 508
Summe 1.695.779 1.354.980 1.698.875 1.356.794

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen bestimmt.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €
31.03.2023 31.03.2022
Euro 1.497.618 1.354.980
US Dollar 198.161
Summe 1.695.779 1.354.980

Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien:

in Tsd. €
31.03.2023 31.03.2022
Exportkredit 22.000 22.000
Sonstige Kredite 703.626 296.172
Summe 725.626 318.172

16. Vertragliche Verbindlichkeiten

Die vertraglichen Verbindlichkeiten in Höhe von 607.243 Tsd. € (Vorjahr: 446.410 Tsd. €) beinhalten Zahlungen aus bilateralen Vereinbarungen für die Finanzierung neuer Produktionsstätten. Aufgrund des Vorliegens einer signifikanten Finanzierungskomponente sind im Geschäftsjahr 2022/23 Zinsen in der Gesamthöhe von 6.628 Tsd. € (Vorjahr: 1.209 Tsd. €) passiviert.

17. Rückstellungen für Personalaufwand

Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.

Beitragsorientierte Pensionspläne

Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter:innen in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskasse ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensionspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Arbeitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 800 Tsd. € im Geschäftsjahr 2022/23 und 739 Tsd. € im Geschäftsjahr 2021/22.

Leistungsorientierte Pensionspläne

Für einzelne aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands und für ehemalige leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiterbeiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an andere Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensionskassen fondsfinanziert („funded“) und teilweise nicht fondsfinanziert („unfunded“). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Führungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen Risiken aus der Lebenserwartung und der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie bei fondsfinanzierten Pensionsplänen in Form von Ertragsabweichungen.

Fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche

Den Mitarbeiter:innen in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensversicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Nicht fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche

Den Mitarbeiter:innen in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter:innen, die im Allgemeinen vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienstzeit zwei bis zwölf Zwölftel des Jahresgehalts. Mitarbeiter:innen in Südkorea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgeltabhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen. Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter:innen wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen betrugen 1.328 Tsd. € im Geschäftsjahr 2022/23 und 894 Tsd. € im Geschäftsjahr 2021/22.

Sonstige Dienstnehmeransprüche

Den Mitarbeiter:innen der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.

Die Aufwendungen für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer- ansprüche
in Tsd. € 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22
Laufender Dienstzeitaufwand 53 2.483 2.300 3.868 3.342
Zinsaufwand 194 115 653 480 250 223
Umbewertung von Verpflichtungen aus sonstigen Dienstnehmeransprüchen 719 474
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 194 168 3.136 2.780 4.837 4.039
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (1.430) 1.299 (2.511) (762)
Aufwand/(Ertrag) im sonstigen Ergebnis erfasst (1.430) 1.299 (2.511) (762)
Summe (1.236) 1.467 625 2.018 4.837 4.039

Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

In der Bilanz sind folgende Ansprüche abgegrenzt:
in Tsd.€ 31.03.2023 31.03.2022 Gedeckte Pensionsansprüche 7.670 8.894 Ungedeckte Pensionsansprüche 1.241 1.323 Summe Pensionsansprüche 8.911 10.217 Ungedeckte Abfertigungsansprüche 27.221 30.557 Gedeckte Abfertigungsansprüche 34 143 Summe Abfertigungsansprüche 27.255 30.700 Sonstige Dienstnehmeransprüche 14.757 14.315 Rückstellungen für Personalaufwand 50.923 55.232

Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €
31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 15.800 17.807 2.073 2.056
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (8.130) (8.913) (2.039) (1.913)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 7.670 8.894 34 143
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.241 1.323 27.221 30.557
Bilanzierte Rückstellungen 8.911 10.217 27.255 30.700

Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar:

Fondsfinanzierte Pensionsansprüche

in Tsd. €
2022/23 2021/22 2022/23 2021/22
Barwert der Pensionsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 17.807 17.568 1.323 1.346
Laufender Dienstzeitaufwand 53
Zinsaufwand 338 228 25 17
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (2.309) 3 (131)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 688 575 95 29
Auszahlungen (724) (620) (71) (69)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 15.800 17.807 1.241 1.323
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 8.913 10.094
Veranlagungsergebnis (228) (692)
Zinserträge 169 131
Auszahlungen (724) (620)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 8.130 8.913
Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne/gedeckte Pensionsansprüche 7.670 8.894

Zum 31. März 2023 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 14 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten Pensionsansprüche zehn Jahre. Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert.

Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

31.03.2023 31.03.2022
Anleihen 28 % 30 %
Aktien 55 % 57 %
Immobilien 10 % 7 %
Liquide Mittel 7 % 6 %
Summe 100 % 100 %

Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt.

Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

Fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche

in Tsd. €
2022/23 2021/22 2022/23 2021/22
Barwert der Abfertigungsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 2.056 1.879 30.557 31.313
Umrechnungsdifferenzen (132) 44 (363) (86)
Dienstzeitaufwand 142 129 2.341 2.171
Zinsaufwand 143 120 646 457
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (392) (184)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (67) (87) (2.323) (1.940)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 51 22 224 1.449
Umgliederung in sonstige Verbindlichkeiten (518)
Auszahlungen (120) (51) (2.951) (2.623)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 2.073 2.056 27.221 30.557
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 1.913 1.490
Umrechnungsdifferenzen (130) 43
Einzahlungen 236 313
Veranlagungsergebnis 4 22
Zinserträge 136 96
Auszahlungen (120) (51)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 2.039 1.913
Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 34 143

Zum 31. März 2023 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche zehn Jahre.

Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. €
2022/23 2021/22
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 14.315 12.809
Umrechnungsdifferenzen (589) 719
Dienstzeitaufwand 3.868 3.342
Zinsaufwand 250 223
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (489) (218)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (665) (251)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 1.873 944
Auszahlungen (3.806) (3.253)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 14.757 14.315

Zum 31. März 2023 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche neun Jahre.

Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet:

31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022
Pensions- ansprüche Pensions- ansprüche Abfertigungs- ansprüche Abfertigungs- ansprüche Sonstige Dienstnehmer- ansprüche (Jubiläumsgelder) Sonstige Dienstnehmer- ansprüche (Jubiläumsgelder)
Zinssatz 4,10 % 1,90 % 4,26 % 2,21 % 2,90 % 2,06 %
Erwartete Gehaltssteigerung 4,29 % 3,35 % 6,22 % 5,40 %
Künftige Pensionserhöhung 3,30 % 2,10 %
Pensionseintrittsalter 65 65 1) 1)

1) individuell gemäß landesspezifischen Gesetzen

In die Berechnung der Rückstellungen werden Fluktuationsabschläge und biometrische Rechengrundlagen miteinbezogen.

18. Sonstige Rückstellungen

in Tsd. €
Summe Gewähr- leistung Übrige
Buchwert 31.03.2022 6.389 2.169 4.220
Verwendung (2.777) (702) (2.075)
Auflösung (2.206) (1.618) (588)
Zuführung 15.565 4.144 11.421
Umrechnungsdifferenzen (478) (185) (293)
Buchwert 31.03.2023 16.493 3.808 12.685
in Tsd. €
Summe Gewähr- leistung Übrige
Buchwert 31.03.2021 4.405 2.131 2.274
Verwendung (1.184) (495) (689)
Auflösung (1.318) (1.221) (97)
Zuführung 4.319 1.697 2.622
Umrechnungsdifferenzen 167 57 110
Buchwert 31.03.2022 6.389 2.169 4.220
in Tsd. €
31.03.2023 31.03.2022
davon langfristig
davon kurzfristig 16.493 6.389
Buchwert 16.493 6.389

Rückstellung für Gewährleistung

Diese Position betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamationen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist die auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausgewiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der Produkthaftpflichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt.

Übrige

Diese Position enthält im Wesentlichen Rückstellungen für Risiken aus belastenden Verträgen in Höhe von 6.014 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) und Rückstellungen im Zusammenhang mit Pensionsversicherungsbeiträgen und steuerlichen Sachverhalten in Asien, die sich aufgrund der unklaren Rechtslage ergeben in Höhe von 5.436 Tsd. € (Vorjahr: 1.542 Tsd. €). Die restlichen Risiken entfallen wie im Vorjahr auf Risiken aus schwebenden Geschäften.

19. Derivative Finanzinstrumente

Die derivativen Finanzinstrumente des Geschäftsjahres betreffen zur Gänze Zinsswaps. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten. Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erzielt werden würde.

Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31.03.2023 31.03.2022
Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Zinsswaps zu Marktwerten 17.401 4.463 508
Summe Marktwerte 17.401 4.463 508
Langfristiger Anteil 17.401 4.463 508

Zum 31. März 2023 liegen die festen Zinssätze der Zinsswaps zwischen -0,03 % und 0,5450 %, der variable Zinssatz basiert auf dem Sechs-Monats-EURIBOR. Basierend auf den verschiedenen Szenarien sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derartige Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern Darlehen mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nominalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Während des Geschäftsjahres stimmten alle wesentlichen Vertragsbedingungen (wie Laufzeit, Volumen, Marktzinssatz etc.) der abgeschlossenen Zinsswaps mit jenen der Grundgeschäfte überein, sodass von einer Sicherungsbeziehung auszugehen ist, vor allem weil die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht.

Die Konditionen der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € in Monaten in %
Nominalvolumen 408.000 1 - 36 -0,03 % - 0,5450 %
Fälligkeit
Durchschnittlicher gesicherter Zinssatz während der Periode
Zinsswaps

Die Wertentwicklung der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €
Buchwert des Sicherungsinstruments1)
Aktiva Passiva Änderungen im Fair Value des Sicherungsinstruments, welcher der Berechnung der Ineffektivität zugrundegelegt wird Änderungen im Fair Value des Sicherungsinstruments, die in der Cashflow-Hedge-Rücklage erfasst wurden
zum 31.03.2023 17.401 7.493 5.953
zum 31.03.2022 4.463 508 6.987 3.566

1) Die Zinsswaps sind unter den finanziellen Forderungen ausgewiesen (Vorjahr: finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten)

20. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten:

in Tsd. €
31.03.2023

Bewertung von Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Übersicht stellt die Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 sowie nach anderen IFRS-Standards zum 31.03.2023 und 31.03.2022 dar:

31.03.2023 in Tsd. €

Bewertungskategorie nach IFRS 9 oder Bewertung nach anderen IFRS¹⁾ Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 13.952
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 2 118
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC 13.624
Finanzielle Vermögenswerte 27.694 14.070
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen FAAC 132.890
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAFVOCI 3 7.616
Vertragliche Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen - 135.176
Sonstige Forderungen FAAC 35.925
Sonstige Forderungen - 82.774
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 394.381
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 3.449
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 877
Finanzielle Vermögenswerte FAAC 20.815
Finanzielle Vermögenswerte 25.141 877
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 791.738
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 791.738
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 1.695.779
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.695.779
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 457.897
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 43.179
Sonstige Verbindlichkeiten - 123.747
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten 624.823

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC 994.992
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 7.734
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 877
Derivate DHI 17.401
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 2.196.855

31.03.2022 in Tsd. €

Bewertungskategorie nach IFRS 9 oder Bewertung nach anderen IFRS¹⁾ Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 4.463
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 2 117
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC
Finanzielle Vermögenswerte 4.580 4.580
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen FAAC 91.155
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAFVOCI 3 5.677
Vertragliche Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen - 177.328
Sonstige Forderungen FAAC 7.769
Sonstige Forderungen - 108.337
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 390.266
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 849
Finanzielle Vermögenswerte FAAC 17.984
Finanzielle Vermögenswerte 18.833 849
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 1.119.921
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.119.921
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 1.354.472
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 508
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.354.980
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 442.205
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 49.435
Sonstige Verbindlichkeiten - 127.643
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten 619.283

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.236.829
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 5.794
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 5.312
Derivate 4.463
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.846.112
Derivate als Sicherungsinstrumente 508

1) FAAC: Financial assets at amortised cost (Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten)
FAAFVOCI: Financial assets at fair value through OCI (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)
FAAFVPL: Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)
DHI: Derivatives as hedging instruments (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate)
FLAAC: Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden:

  • Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bestimmt.
  • Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.
  • Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde.

Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien

Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 58.502 1.992
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 5 9
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 7.784 4.353
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (25.229) (8.861)
Summe 41.062 (2.507)

Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Dividendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Abgang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzinstrumente. Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 12.100 Tsd. € Nettoertrag (Vorjahr: 1.921 Tsd. € Nettoaufwand) im Betriebsergebnis dargestellt. Es handelt sich hierbei vor allem um Fremdwährungseffekte. Des Weiteren sind 28.962 Tsd. € Nettoertrag (Vorjahr: 586 Tsd. € Nettoaufwand) im Finanzergebnis enthalten.

Finanzrisiken

Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen erläutert. Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt zentral durch das Group Treasury, entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungsparameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns ab.

Finanzierungsrisiko

Das Finanzierungsrisiko umfasst sowohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente. Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapiervermögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt. Es wird auf Erläuterung 12 „Finanzielle Vermögenswerte“ und Erläuterung 13 „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ verwiesen. Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 44,0 % des Gesamtbetrags aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vorjahr: 43,8 %). Es wird weiters auf Erläuterung 15 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen. Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis bzw. Jahresbasis überprüft werden. Bei Überschreitung vorgegebener Grenzwerte bestimmter KPIs haben die Kreditgeber Anspruch auf einen Step-up auf die bestehende Zinsvereinbarung; Kündigungsrechte sind in diesem Zusammenhang nicht vereinbart.

Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können. Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 1.542,5 Mio. € (Vorjahr: 1.457,0 Mio. €). Davon entfallen 816,9 Mio. € (Vorjahr: 1.138,8 Mio. €) auf Zahlungsmittel(äquivalente), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare Wertpapiere sowie 725,6 Mio. € (Vorjahr: 318,2 Mio. €) auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 85,5 Mio. € erhöht. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe von 20,3 Mio. € (Vorjahr: 21,6 Mio. €), welche auf AT&S in China entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen.

Kreditrisiko

Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls. Das Kreditrisiko wird durch einen umfassenden Prozess minimiert. Kunden werden regelmäßigen Bonitätsprüfungen unterzogen, und deren Forderungen sind zum großen Teil versichert. Nicht versicherte Forderungen werden kontinuierlich überwacht, und im Falle von erkennbaren Risiken erfolgen Lieferungen nur noch gegen Vorauskasse oder auf Basis von Bankgarantien. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) bzw. 0,5 % (Vorjahr: 0,8 %) des Forderungsstands wertberichtigt.Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 11 „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte“ verwiesen.

Wechselkursrisiko

Als weltweit tätiges Unternehmen ist der AT&S-Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wertschöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise „natürliche Hedges“ vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch die maximale Reduktion des FX-Exposure (Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und eventuell durch die Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z.B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Währungswaps abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine derartigen Instrumente. Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßiger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden.

Finanzmarktrisiken

Zu den Finanzmarktrisiken und derivativen Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläuterung I.B.l. „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Finanzielle Vermögenswerte: Derivative Finanzinstrumente“ und Erläuterung 19 „Derivative Finanzinstrumente“. Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Optionen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Evaluierung der Finanzmarktrisiken durch Sensitivitätsanalysen

Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zinsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. Dabei wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine prozentuelle Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwährungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt. Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der ertragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach Steuern errechnet. Zinsänderungsrisiken ergeben sich für den AT&S-Konzern aus Positionen mit variabler Verzinsung, und zwar hauptsächlich aus der Refinanzierungstätigkeit. Basis- oder Optionsrisiken spielen dabei eine geringe Rolle. Gesteuert wird das Risiko des Zinsbuchs neben dem Abschluss von Geschäften mit fixer Verzinsung auch durch den Einsatz von Zinsderivaten.

Die Auswirkung auf die finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

31.03.2023 in Tsd. €

EUR USD Sonstige Summe In %
Vor Hedging
Fix verzinst 139.653 198.161 337.814 19,9%
Variabel verzinst 1.357.966 1.357.966 80,1%
Summe 1.497.618 198.161 1.695.779 100,0%
In % 88,3% 11,7% 100,0%
Nach Hedging
Fix verzinst 547.653 198.161 745.814 44,0%
Variabel verzinst 949.966 949.966 56,0%
Summe 1.497.618 198.161 1.695.779 100,0%
In % 88,3% 11,7% 100,0%

31.03.2022 in Tsd. €

EUR USD Sonstige Summe In %
Vor Hedging
Fix verzinst 184.674 184.674 13,6%
Variabel verzinst 1.169.798 1.169.798 86,4%
Summe 1.354.472 1.354.472 100,0%
In % 100,0% 100,0%
Nach Hedging
Fix verzinst 592.674 592.674 43,8%
Variabel verzinst 761.798 761.798 56,2%
Summe 1.354.472 1.354.472 100,0%
In % 100,0% 100,0%

Wären die Euro-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 7,1 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) geringer bzw. 7,1 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären.

Wären die USD-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) geringer bzw. 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären.

Dieser Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzuwenden wären.

Die Auswirkung hypothetischer Wechselkursänderungen auf das Periodenergebnis resultiert gemäß IFRS 7 aus Finanzinstrumenten monetärer Art, die nicht in der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens denominiert sind. Folglich dienen Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmittel bzw. gegebenenfalls Fremdwährungsderivate als Basis für die Berechnung des Ergebniseffekts. Bei AT&S besteht dieses Risiko im Wesentlichen aus US-Dollar Salden, daher werden Sensitivitätsanalysen nur für diese Währung durchgeführt. Die durchschnittliche Veränderung des US-Dollar/Euro-Stichtagskurses in den letzten fünf Jahren betrug 5,0 % (Vorjahr: 7,0%). Eine Aufwertung des US-Dollars zum Euro um 5,0 % würde das Ergebnis um 21,2 Mio. € (Vorjahr: 20,9 Mio. €) erhöhen. Eine Abwertung des US-Dollars zum Euro um ebendiesen Prozentsatz würde das Ergebnis um 21,2 Mio. € (Vorjahr: 20,9 Mio. €) reduzieren. Auf Stichtagsbasis hat der US-Dollar zum Euro um 2,0 % aufgewertet.

Kapitalrisikomanagement

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten verändert. Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerten (Covenants) überwacht der Konzern sein Kapital in Bezug auf das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer). Die Strategie des Konzerns besteht darin, die Eigenkapitalquote über 30 % zu halten sowie die fiktive Entschuldungsdauer von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Abweichungen sind in Abhängigkeit vom Marktumfeld und aufgrund von Investitionsprojekten möglich und können in einem volatilen Umfeld auftreten. Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapitalquote 27,8 % und lag damit unter dem Vorjahreswert von 33,4 % sowie unter dem Zielwert von mehr als 30,0 %. Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Bilanzsumme infolge der Investitionen und der vorzeitigen Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms zurückzuführen. Die fiktive Entschuldungsdauer lag mit 2,0 Jahren über dem Vorjahreswert von 0,6 Jahren.

  1. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. März 2023 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 979.500 Tsd. € (Vorjahr: 498.942 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorhaben. Die zum Bilanzstichtag übernommene Ausfallshaftung im Rahmen der Forderungsverkäufe beträgt 13.183 Tsd. € (Vorjahr: 19.327 Tsd. €) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Dieser Betrag entspricht dem maximalen Risiko, d. h., wenn es bei allen übertragenen Forderungen gleichzeitig zu Forderungsausfällen kommen würde. Diese Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der erwartete Wert dieses Risikos ist unwesentlich. Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien in Höhe von 197 Tsd. € (Vorjahr: 151 Tsd. €). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse aus Garantien (Vorjahr: 0 Tsd. €).

  1. Gezeichnetes Kapital
31.03.2021 31.03.2022 31.03.2023
Umlaufende Aktien in Tsd. Stück 38.850 38.850 38.850
Grundkapital in Tsd. € 42.735 42.735 42.735
Kapitalrücklage in Tsd. € 99.112 99.112 99.112
Gezeichnetes Kapital in Tsd. € 141.847 141.847 141.847

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig einbezahlt und beträgt zum 31. März 2023 42.735 Tsd. € (Vorjahr: 42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 € eingeteilt.

Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung

Der Vorstand wurde durch die 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, um bis zu 21.367.500 € zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt um bis zu 21.367.500 € erhöht.# D. PROPERTY, PLANT AND EQUIPMENT

E. SHAREHOLDERS’ EQUITY

23. OTHER RESERVES

The reclassifications in the consolidated profit or loss and the development of other reserves are as follows:

| | Book value 31.03.2021 | Currency translation differences | Fair value reserves for financial assets measured at fair value | Hedging instruments from cash flow hedging | Remeasurement of employee benefit obligations after employment termination | Other Reserves |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| Balance of unrealised changes before reclassification, after taxes | 158,732 | – | 2,746 | – | – | 161,478 |
| Reclassification of realised changes recognised in consolidated profit or loss, after taxes | – | – | – | – | – | – |
| Remeasurement of employee benefit obligations after employment termination, after taxes | – | – | – | (647) | (647) | (647) |
| Available-for-sale financial assets, after taxes | – | (1) | – | – | – | (1) |
| Book value 31.03.2022 | 195,251 | (39) | 2,746 | (10,049) | 187,909 |
| Balance of unrealised changes before reclassification, after taxes | (143,188) | – | 4,572 | – | – | (138,616) |
| Reclassification of realised changes recognised in consolidated profit or loss, after taxes | – | – | – | – | – | – |
| Remeasurement of employee benefit obligations after employment termination, after taxes | – | – | – | 3,028 | 3,028 | 3,028 |
| Available-for-sale financial assets, after taxes | – | – | – | – | – | – |
| Book value 31.03.2023 | 52,063 | (39) | 7,318 | (7,021) | 52,321 |

In Tsd. €

Explanations on the income taxes attributable to the individual components of other comprehensive income, including reclassifications, can be found in Note 6 "Income Taxes".

24. HYBRID CAPITAL

On November 17, 2017, a hybrid bond with an issue volume of €175,000 thousand and an interest rate of 4.75% was placed, which was paid out on November 24, 2017. The subordinated bond had an indefinite term and could only be terminated and repaid by AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, not by the creditors, after five years for the first time. If the bond had not been terminated after this period, the surcharge on the then-valid interest rate would have increased by a further 5.0 percentage points. The proceeds from the issuance of the hybrid bond were recognised as part of equity, as this instrument fulfilled the criteria of equity according to IAS 32. Therefore, the coupons to be paid are also shown as part of the appropriation of profit. The issuance costs of the hybrid bond amounted to €2,113 thousand. In January 2022, a portion of this hybrid bond with a nominal value of €133,607 thousand was repurchased following an invitation to the holders of the hybrid bond 2017 to offer them for purchase against cash payment. The purchase price was 103.7% of the nominal value. The remaining hybrid bond 2017 continued to have an indefinite term and could only be terminated and repaid by AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, not by the creditors, and continued to be recognised as equity. By resolution of the Management Board of November 8, 2022, the remaining portion of this hybrid bond with a nominal value of €41,393 thousand was repaid on November 24, 2022, so that it is now fully repaid. The pro rata transaction costs for this portion amounted to €500 thousand. In January 2022, another hybrid bond with an issue volume of €350,000 thousand and an interest rate of 5.0% was placed. This hybrid bond has an indefinite term and can only be terminated and repaid by AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, not by the creditors, after five years for the first time. The proceeds from this hybrid bond are recognised as part of equity, as this instrument fulfils the criteria of equity according to IAS 32. Therefore, the coupons to be paid are also shown as part of the appropriation of profit. The issuance costs of the hybrid bond amounted to €2,676 thousand.

25. CASH FLOW

In accordance with IAS 7, cash and cash equivalents include cash on hand and bank balances, as well as short-term, liquid investments that can be converted into cash at any time and are subject to only insignificant risks of changes in value. The consolidated cash flow statement is prepared using the indirect method. The cash flow from earnings amounted to €472,009 thousand in the 2022/23 financial year (previous year: €776,290 thousand), and the cash flow from operating activities was €476,370 thousand (previous year: €713,192 thousand). The main reason for the decrease is a lower amount of €309,430 thousand from payments received under bilateral agreements amounting to €136,944 thousand (previous year: €446,374 thousand) (see Note 16 "Contractual Liabilities"). Cash flow from investing activities amounted to -€1,044,861 thousand (previous year: -€579,693 thousand) and is primarily caused by the investment activities for the new plants in Chongqing, Kulim and Hinterberg (-€1,100,973 thousand) anddisbursements from the investment of liquid funds (-€48,699 thousand). As of March 31, 2023, there are liabilities from investments amounting to €313,952 thousand (previous year: €244,026 thousand). Cash flow from financing activities in the 2022/23 financial year amounts to €210,969 thousand. The decrease compared to the previous year's figure of €396,870 thousand is essentially due to the payments received in the previous year from a hybrid capital transaction, while no such transaction took place in the reporting period.

in Tsd.# € 2022/23 2021/22
Cashflow aus dem Ergebnis | 472.009 | 776.290
---|---|---
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 476.370 | 713.192
Cashflow aus Investitionstätigkeit | (1.044.861) | (579.693)
Freier Cashflow | (568.491) | 133.499
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 210.969 | 396.870
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | (357.522) | 530.369
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 29.339 | 36.702
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende | 791.738 | 1.119.921

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Geschäftsjahresende 2022/23 beträgt 791.738 Tsd. € (Vorjahr: 1.119.921 Tsd. €) und dient vor allem zur Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge stellen sich im Detail wie folgt dar:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Auflösung von Investitionszuschüssen (10.516) (7.118)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (24.111) 13.068
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (34.627) 5.950

Überleitung Nettoverschuldung:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 791.738 1.119.921
Finanzielle Vermögenswerte 52.835 23.413
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig (662.433) (78.402)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig (1.033.346) (1.276.579)
Nettoverschuldung (851.207) (211.647)

Sonstige Vermögenswerte

in Tsd. € Zahlungsmittel Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Verbindlichkeiten Summe Nettoverschuldung
31.03.2021 552.850 39.863 (1.101.243) (508.530)
Cashflow 530.369 (21.538) (256.502) 252.329
Währungsumrechnungseffekte 36.702 763 (3.326) 34.139
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen 4.325 6.090 10.415
Nettoverschuldung 31.03.2022 1.119.921 23.413 (1.354.981) (211.647)
Cashflow (357.522) 2.630 (344.052) (698.944)
Währungsumrechnungseffekte 29.339 201 2.744 32.284
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen 26.591 508 27.099
Nettoverschuldung 31.03.2023 791.738 52.835 (1.695.779) (851.207)

V. Sonstige Angaben

26. Ergebnis je Aktie

Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 „Ergebnis je Aktie“ (Earnings per Share) berechnet.

Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2023 werden keine eigenen Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug zu bringen gewesen wären.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2022/23 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2021/22.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2022/23 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2021/22.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden:

in Tsd. Stück 2022/23 2021/22
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 38.850
Verwässernde Auswirkung
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 38.850

Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Die Basisberechnung des Ergebnisses je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.

2022/23 2021/22
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) 117.862 92.838
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 3,03 2,39

Verwässertes Ergebnis je Aktie

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausständigen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und sind im verwässerten Ergebnis je Aktie enthalten.

2022/23 2021/22
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) 117.862 92.838
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 3,03 2,39

27. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung zum 1. April 2023 hat der Aufsichtsrat der AT&S Peter Griehsnig für fünf Jahre als CTO in den Vorstand berufen. Er wird die Bereiche Research & Development, Innovationsmanagement, Advanced Interconnect Solution Services (AISS), Quality, ESG und Industrial Planning verantworten.

28. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting GmbH tätig ist, erhalten:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 363 363
Summe 363 363

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2022/23 und bis zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Dr. Peter Schneider (stellvertretender Vorstandsvorsitzender seit 7. Juli 2022)
  • DI Ingolf Schröder
  • Mag.a Petra Preining (seit 1. Oktober 2022)
  • Dr. Peter Griehsnig (seit 1. April 2023)

Im Geschäftsjahr 2022/23 waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Mag.a DDr. Regina Prehofer (1. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dr. Georg Riedl (2. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • Prof. Dr. Hermann Eul
  • DI (FH) Georg Hansis, MBA
  • Mag. Robert Lasshofer
  • Dipl.-Phys. Lars Reger, MBA
  • Mag.a Dr. Karin Schaupp
  • Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Bianca Ernhardt
  • Wolfgang Fleck
  • Günter Pint
  • Siegfried Trauch
  • Günther Wölfler

Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten stellen sich wie folgt dar:

| Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte | Personalaufwand (in Tsd. €) |
|---|---|---|
| | 31.03.2023 | 31.03.2022 | 2022/23 | 2021/22 |
| DI (FH) Andreas Gerstenmayer | 150.000 | 150.000 | (948) | 3.410 |
| Dr. Peter Schneider | 60.000 | 30.000 | (293) | 293 |
| Mag.a Petra Preining | 30.000 | – | – | – |
| DI Ingolf Schröder | 60.000 | 30.000 | (293) | 293 |
| Ing. Heinz Moitzi1) | – | 77.949 | – | 1.993 |
| Vorstandsmitglieder gesamt | 300.000 | 287.949 | (1.534) | 5.989 |
| Ing. Heinz Moitzi1) | 35.000 | – | (586) | – |
| Mag.aMonika Stoisser-Göhring1) | – | 60.000 | (586) | 1.607 |
| Summe | 335.000 | 347.949 | (2.706) | 7.596 |
| 1) ehemaliges Mitglied des Vorstands | | | | |

Aufgrund der Aktienkursentwicklung ergab sich im Geschäftsjahr 2022/23 eine Reduktion des Personalaufwands. Diese wird in der Tabelle mit einem negativen Vorzeichen dargestellt. Für weitere diesbezügliche Ausführungen wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 14 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten“ verwiesen.

Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtvergütungen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten gemäß IAS 24:

2022/23 2021/22
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Fixe und erwartete variable Zahlungen
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 647 2.366 3.013 585 1.552 2.137
Dr. Peter Schneider 449 176 625 327 330 657
Mag.a Petra Preining 225 216 441
DI Ingolf Schröder 449 176 625 409 344 753
Dipl.-Vw. Simone Faath1) 238 178 416
Ing. Heinz Moitzi2) 256 72 328
Vorstand gesamt 1.770 2.934 4.704 1.815 2.476 4.291
Dipl.-Vw. Simone Faath1) 5 100 105 599 125 724
Ing. Heinz Moitzi2) 1.166 1.166 308 308
Mag.a Monika Stoisser-Göhring3) 1.016 1.016 87 436 523
Ehemaliger Vorstand gesamt 5 2.282 2.287 686 869 1.555
Summe fixe und erwartete variable Zahlungen 1.775 5.216 6.991 2.501 3.345 5.846
Überleitung zum im Abschluss erfassten Aufwand 569 569
Summe 1.775 5.785 7.560 2.501 3.345 5.846
1) Beendigung des Vorstandsmandats per 25. Oktober 2021
2) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021
3) ehemaliges Mitglied des Vorstands

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde die Gruppe der leitenden Angestellten angepasst und umfasst nunmehr ausschließlich die Mitglieder des Vorstands. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde für den erweiterten Kreis der leitenden Angestellten eine zusätzliche Vergütung in Höhe von 12.530 Tsd. € in der Vorjahrestabelle zur Gesamtvergütung ausgewiesen.

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 1.725 Tsd. € (Vorjahr: 848 Tsd. €) enthalten.

In den variablen Bezügen von Ing. Heinz Moitzi sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 1.166 Tsd. € (Vorjahr: 308 Tsd. €) enthalten.

In den variablen Bezügen von Mag.a Monika Stoisser-Göhring sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 1.016 Tsd. € (Vorjahr: 376 Tsd. €) enthalten.

Außerdem ist in den variablen Bezügen für DI (FH) Andreas Gerstenmayer eine Sonderprämie in Höhe von 321 Tsd. € enthalten. Diese Prämie wurde aufgrund der erheblichen Auswirkungen auf seine Vorstandstätigkeit durch die notwendige temporäre, längerfristige Übernahme der Finanzvorstandsagenden gewährt.

Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Andreas Gerstenmayer 64 Tsd. € (Vorjahr: 58 Tsd. €), für Dr. Peter Schneider 44 Tsd. € (Vorjahr: 33 Tsd. €), für DI Ingolf Schröder 44 Tsd. € (Vorjahr: 40 Tsd. €) und für Mag.a Petra Preining 20 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) in die Pensionskasse einbezahlt.

Für das ehemalige Vorstandsmitglied Frau Dipl.-Vw.Simone Faath wurden im laufenden Geschäftsjahr 45 Tsd. € (Vorjahr: 40 Tsd. €) in die Pensionskasse einbezahlt. Gemäß IAS 24 sind nahestehende Personen Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt oder indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens zuständig und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der aktuellen und ehemaligen Mitglieder des Vorstands, der leitenden Angestellten und von deren Hinterbliebenen betragen:

Abfertigungen in Tsd. € Pensionen in Tsd. €
2022/23 2021/22 2022/23
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 157 213 217
Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst 13 141

Das auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Dr. Hannes Androsch 170 162
Mag.a DDr. Regina Prehofer 124 110
Dr. Georg Riedl 137 113
Prof. Dr. Hermann Eul 75 77
DI (FH) Georg Hansis, MBA 62 77
Mag. Robert Lasshofer 84 74
Dipl. Phys. Lars Reger, MBA 62 75
Mag.a Dr. Karin Schaupp 62 77
Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell 73 76
Summe 849 841

29. Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2022/23 2021/22
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 589 512
Andere Bestätigungsleistungen 33 512
Sonstige Leistungen 44 170
Summe 666 1.194

Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, ebenfalls enthalten. Die anderen Bestätigungsleistungen des Vorjahres beinhalten die zusätzlichen Aufwendungen im Rahmen der Begebung einer Hybridanleihe.

30. Personalstand

Die Durchschnittszahlen der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter:innen stellen sich wie folgt dar:

2022/23 2021/22
Arbeiter:innen 9.854 8.925
Angestellte 5.426 4.121
Summe 15.280 13.046

Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal im Bereich der Arbeiter:innen für das Geschäftsjahr 2022/23 in durchschnittlicher Höhe von 383 und für das Geschäftsjahr 2021/22 in durchschnittlicher Höhe von 317.

Leoben-Hinterberg, am 15. Mai 2023

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h.
Dr. Peter Schneider e.h.
Dr. Peter Griehsnig e.h.
Mag. Petra Preining e.h.
DI Ingolf Schröder e.h.

Konzernlagebericht 2022/23

Inhaltsverzeichnis

  1. Markt- und Branchenumfeld
    1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld
    1.2. Branchenumfeld
    1.3. Branchen- und Technologietrends
  2. Wirtschaftsbericht
    2.1. Gesamtentwicklung des Konzerns
    2.2. Ertragsentwicklung im Konzern
    2.3. Ertragsentwicklung in den Segmenten
    2.4. Vermögens- und Finanzlage
    2.4.1. Vermögen
    2.4.2. Finanzierung
    2.4.3. CashFlow
    2.4.4. Leistungskennzahlen
    2.5. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  3. Weitere gesetzliche Angaben
    3.1. Standorte und Zweigniederlassungen
    3.2. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)
    3.3. Nichtfinanzielle Erklärung
  4. Forschung und Entwicklung
  5. Chancen und Risiken
    5.1. Chancen- und Risikomanagement
    5.2. Erläuterung der Einzelrisiken
    5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen
  6. Ausblick

1. Markt- und Branchenumfeld

1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Während die weltweite Coronavirus-Pandemie weiter anhielt, gab es 2022 weitere Schocks für die Weltwirtschaft. Dazu zählten geopolitische Erschütterungen wie die russische Invasion in die Ukraine und die Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten, aber auch makroökonomische Schocks wie die anhaltende Inflation auf breiter Basis und die Straffung der Geldpolitik in zahlreichen Volkswirtschaften. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2022 um geschätzte 3,4 % zu. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wuchs um 3,5 %, in China um 3,0 % und in den Vereinigten Staaten um 2,0 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2023 um 2,9 % steigen¹. Der Druck auf die Lieferketten und die Inflation schienen vor der Invasion in die Ukraine nachzulassen, wenngleich der Krieg und die in der Folge gegen Russland verhängten Sanktionen nicht nur zu einem Preisanstieg führten, sondern auch für Unsicherheit hinsichtlich des Energiezugangs in Europa sorgten und zu einer weltweiten Krise der Lebenshaltungskosten beitrugen. Diese Preissteigerungen und auch der gestiegene Bedarf, um weitere Lager zur Sicherheit aufzubauen, zeigten sich in allen Segmenten der Elektronik- und Halbleiterindustrie. Der Inflationsanstieg dämpfte die Kaufkraft der Konsument:innen. Notenbanken weltweit zogen die geldpolitischen Zügel an, um die Nachfrage zu bremsen und die Inflation im Zaum zu halten. Aufgrund der höheren Preise und Zinsen fand eine Verlagerung der Konsumausgaben hin zu Gütern des täglichen Bedarfs statt. Unternehmen, die mit gestiegenen Zinssätzen konfrontiert waren, überdachten ihre Investitions- und Personalstrategie, um Kosten zu senken. Die geopolitischen Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten erhöhten den Druck auf die globale Lieferkette für Elektronik 2022 weiter und beschleunigen sich zunehmend seit Anfang 2023. Aufgrund selbst formulierter nationaler Sicherheitsbedenken schränkten die Vereinigten Staaten Chinas Zugang zu fortschrittlicher Elektronik durch verschiedene Ausfuhrkontrollen weiter ein. Die Spannungen führten nicht nur zur Begrenzung der Technologieexporte nach China, sondern auch zu einer Stärkung der Lieferkettenresilienz durch Investitionen in Produktionskapazitäten außerhalb Chinas. Zum Jahresende 2022 lockerte China seine Null-Covid-Politik, die es während der gesamten Pandemiezeit verfolgt hatte. Die Öffnung Chinas, ein relativ milder Winter in Europa, der zu einem Rückgang der Energiepreise beigetragen hat, und die nachlassende Inflation in manchen Teilen der Welt gaben Anlass zu vorsichtigem Optimismus für die Weltwirtschaft.

1.2. Branchenumfeld

Halbleiter

Zu Beginn des Jahres 2022 legte der Halbleiterbereich weiter stark zu; das Wachstum des Vorjahres setzte sich in der ersten Jahreshälfte fort, was unter anderem darauf zurückzuführen war, dass viele Unternehmen aufgrund der jüngsten Lieferengpässe bei Chips Bestände aufbauten. Im zweiten Halbjahr hingegen war die Entwicklung durchwachsen. In vielen Marktsegmenten ging die Nachfrage infolge des einsetzenden konjunkturellen Abschwungs deutlich zurück. Verstärkt wurde dieser Trend durch makroökonomische Faktoren und volle Lagerbestände. Trotz der Herausforderungen der letzten Quartale verzeichnete die Branche als Ganzes ein Umsatzwachstum von insgesamt 3,2 % für das Gesamtjahr und erreichte damit ein Rekordniveau von 574 Mrd. US-$.² Das stärkste Wachstum zeigte sich bei analogen und diskreten Halbleitern infolge der starken Nachfrage aus den Automobil- und Industrieendmärkten, die durch langfristige Wachstumstrends bei der Fahrzeugelektrifizierung und der industriellen Automation gestützt wird. Eine wichtige Rolle dabei spielen Power-Management-ICs. Auch die drahtgebundene Konnektivität verzeichnete ein deutliches Wachstum von 20,1 %, das auf die Nachfrage nach Chips für die Next-Generation-Networking- und Speicherkonnektivität von Cloud-Rechenzentren in Kombination mit den aufgrund der angespannten Lieferkette gestiegenen durchschnittlichen Verkaufspreisen zurückzuführen ist.³ Die Verlagerung der Konsumausgaben nach der ungewöhnlich hohen Nachfrage der Jahre 2020/2021 führte zu einem rückläufigen Umsatz bei PCs und Smartphones, der mit einem Rückgang bei Kategorien wie Bildschirmtreiber-ICs und GPUs in 2022 einherging. Datenspeicher, die 2022 rund 25 % der Halbleiterverkäufe ausmachten, zeigten mit einem Umsatzrückgang von 10,0 % die schlechteste Entwicklung, vor allem aufgrund der sinkenden Nachfrage von Hyperscale-Kunden. Auf technischer Seite setzte sich der 2021 beobachtete Trend der Verlagerung von High-End-Computing- und -Networking-ICs zu größeren Substraten auch 2022 fort. Darüber hinaus vollzieht sich durch den Eintritt neuer Akteure und die Tendenz zur Entwicklung maßgeschneiderter Chips durch Hyperscaler eine stärkere Diversifizierung des Marktes. Zu Beginn des neuen Jahres deuten die Aussichten für 2023 auf einen Rückgang hin, der mindestens zwei Quartale andauern dürfte, wobei der Datenspeichermarkt und das Verbrauchersegment weiterhin die stärksten Verluste verzeichnen dürften. Den Prognosen zufolge werden die Ausgaben für Unternehmens-IT zurückgehen, und die großen Hyperscaler haben eine Verringerung ihrer Investitionsausgaben und Verzögerungen bei Neuinvestitionen angekündigt. Dies deutet auf eine Verlangsamung des Umsatzwachstums bei Servern hin. Größere Ungewissheit besteht hinsichtlich der Frage, wie viele Quartale der Abbau der Bestände und die Erholung der IT-Ausgaben dauern werden. Gleichzeitig konnten Märkte wie die Automobilbranche, drahtgebundene Vernetzung und Industrie 2022 ihr stabiles Wachstum fortsetzen, das sich 2023 noch verstärken dürfte. Während sich die wichtigsten globalen Akteure bei ihren Investitionen in die Chipherstellung vor allem auf fortschrittliche Halbleiterprozesstechnologie (7/5/3 nm) konzentrieren, investieren Auftragsfertiger in der Halbleiterindustrie auch in ältere Halbleiterprozesstechnologie, um Märkte wie die Automobilbranche zu unterstützen. Nach den angebotsseitigen Engpässen im Jahr 2021 haben sich die Lieferketten für Substrate im Laufe von 2022 stabilisiert. Prognosen zufolge wird sich die geringe Verbrauchernachfrage, die 2023 anhalten dürfte, auch auf die Nachfrage nach Flip-Chip-Substraten auswirken. Leistungsstarke Computing-Anwendungen dürften sich indes weiterhin besser entwickeln, was zu einem durchweg knappen Angebot von Substraten für große Package führt. Dies zog 2022 ein Wachstum bei fortschrittlichen Substraten (einschließlich Flip-Chip, SiP und Embedded Die) um 23,2 % nach sich.# Consumer, Computing, Kommunikation

Die Verbrauchernachfrage war im zweiten Halbjahr stark rückläufig. Dies wirkte sich 2022 bei den meisten Consumer-Electronic-Geräten, z. B. Smartphones, PCs und Tablets, und auch bei einigen Wearables auf die Liefermengen aus. Die Elektronik-Lieferkette wurde zudem durch verschiedene Einflüsse wie die geopolitische Instabilität und vor allem die strengen und umfassenden Lockdowns in vielen chinesischen Städten gestört, in denen ein Großteil der Unterhaltungselektronik hergestellt und montiert wird. Daher war bei vielen wichtigen Consumer-Anwendungen im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme festzustellen, die auf die negativen angebots- und nachfrageseitigen Effekte zurückzuführen war. Die Smartwatch zählt zu den wenigen Anwendungen, die 2022 ein positives Wachstum (+9 %) verzeichneten, da der Marktführer trotz des Rückgangs des Wearable-Marktes um 8 % im Jahr 2022 weiterhin sehr starke Verkaufszahlen erreichte.

Während der globale 5G-Smartphone-Markt 2022 im Vergleich zum Vorjahr einen Volumenanstieg von 14,4 % erzielte, gab der Smartphone-Gesamtmarkt aufgrund der schwachen Nachfrage in China (-13,2 %) und Indien (-10,2 %) und der gravierenden Störungen der Lieferkette gegen Jahresende 2022 verglichen mit dem Vorjahr um 11,3 % nach.

Die Abschwächung des PC-Marktes setzte im letzten Quartal 2021 ein und hielt über den gesamten Jahresverlauf 2022 an. Notebooks verzeichneten 2022 aufgrund der schwachen Nachfrage einen Volumenrückgang von 19,0 % gegenüber dem Vorjahr. Im PC-Segment findet aktuell eine Lagerbereinigung statt, wobei der Überhang an Lagerbeständen in den kommenden Quartalen ein zentrales Thema ist. Auch wenn der pandemiebedingte Boom am PC-Markt größtenteils abgeebbt ist, liegt das Gesamtvolumen für 2022 deutlich über dem Vor-Corona-Niveau von 2019.

Infolge der Entwicklung bei den Endanwendungen gaben die Leiterplatten-Märkte Consumer und Computing 2022 um 3,8 % bzw. 9,9 % nach. 2023 dürften die beiden Leiterplatten-Märkte um 5,3 % bzw. 5,6 % weiter zurückgehen.

Der Leiterplatten-Markt für Kommunikation, wie er von Prismark Partners berichtet wird, beinhaltet Endgeräte wie Smartphones sowie Infrastruktur. Der konsolidierte Leiterplatten-Markt in diesem Segment zog 2022 um 2 % gegenüber dem Vorjahr an und dürfte den Erwartungen zufolge im kommenden Jahr um 3,3 % nachgeben. Hier haben die Investitionen in drahtlose und drahtgebundene Infrastruktur den sehr schwachen Smartphone-Markt ausgeglichen.

Da China Ende 2022 / Anfang 2023 von seiner „Null-Covid-Politik“ abgekehrt ist, dürften die Störungen der Lieferkette 2023 minimal sein. Dennoch steht der Markt weiterhin unter dem Einfluss verschiedener makroökonomischer (Inflation, Zinssätze, Geopolitik usw.) und branchenspezifischer (Lagerüberhang, Marktsättigung usw.) Faktoren. Daher wird 2023 sowohl für Erstausrüster als auch für Verbraucher:innen ein Jahr der Vorsicht, das Wachstumschancen bei ausgewählten Anwendungen bietet.

Automotive

Die Automobilproduktion ist 2022 weltweit auf 82 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 6 % gegenüber den 77 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2021. Grund hierfür waren die deutliche Verbesserung des Chipangebots zum Jahresende und Steuervergünstigen für Elektrofahrzeuge in China. Dennoch konnte der Ende 2021 prognostizierte Wert von 86 Millionen Fahrzeugen aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der Lockdowns in China nicht erreicht werden.

Die erheblichen Engpässe bei Halbleitern zu Jahresbeginn belasteten nicht nur den Fahrzeugabsatz, sondern auch den Markt für Fahrzeugelektronik und den Automotive-Leiterplatten-Markt, die 2022 um lediglich 0,4 % bzw. 6,8 % zulegten. Für 2023 wird für beide Märkte ein Wachstum um weitere 4,4 % bzw. 1,1 % erwartet.

Die mittel- bis langfristigen Prognosen wurden aufgrund gewisser makroökonomischer Entwicklungen, wie etwa des andauernden Konflikts in der Ukraine, nach unten korrigiert. Diese Entwicklungen erhöhen das Risiko neuer Materialengpässe, die die Erschwinglichkeit von Fahrzeugen und das Tempo bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge beeinträchtigen, und vergrößern das Risiko einer Preiseskalation. Ferner könnte sich der Trend zu flexibleren Arbeitsmodellen langfristig auf die Fahrzeugnachfrage auswirken.

Andererseits wirken Elektrifizierung und Fahrer-Assistenzsysteme / autonomes Fahren (ADAS/AD) in der Automobilindustrie weiterhin als treibende Kraft. Beim Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) wurde im dritten Quartal 2022 erstmals die Zwei-Millionen-Marke erreicht und somit ein Anstieg um 75 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Weltweit wurden 2022 mehr als 7,8 Millionen solcher Autos verkauft, eine Steigerung um 70 % gegenüber 2021. Diese Zunahme ist in erster Linie auf China zurückzuführen, wo der BEV-Markt weiter mit hoher Geschwindigkeit wächst. In den USA konnte der BEV-Markt 2022 auch endlich durchstarten. Bislang schien er noch hinter der Entwicklung in China und weiten Teilen Europas zurückzubleiben. Beflügelt durch massive OEM-Investitionen in neue spannende Modelle, beträchtliche staatliche Anreize und eine sich allmählich verbessernde Ladeinfrastruktur legte der BEV-Absatz in den USA 2022 gegenüber dem Vorjahr um 88 % zu und wies damit das höchste Wachstum aller Märkte auf.

Zudem entwickeln sich die Bereiche ADAS/AD schneller als noch vor einem Jahr angenommen. Mehrere Regionen, darunter die EU, China, Japan und diverse US-Bundesstaaten, kündigten im Sommer 2022 entsprechende Gesetze an, um Tests oder den Einsatz von autonomen Fahrzeugen auf ihren Straßen zuzulassen. Damit öffneten sie die Türen für die Massenproduktion von L4-Fahrzeugen, die bereits 2030 beginnen könnte.

Sogenannte ACES-Fahrzeuge (Autonomous, Connected, Electric, Shared) vereinen die großen Trends, die die Automobilindustrie transformieren werden. Möglich wird dies durch den Fortschritt bei technologischen Entwicklungen in der Elektronik und Software. Sie haben dementsprechend erheblichen Einfluss auf die Märkte für Fahrzeugelektronik und -software, die den Erwartungen zufolge in den nächsten zehn Jahren deutlich wachsen werden.

Die Software in Fahrzeugen spielt eine immer wichtigere Rolle. Die Folge ist eine Trennung von Hardware und Software, die die Dynamik von Branchenakteuren und die Wertelandschaft grundlegend verändern dürfte. Es ist davon auszugehen, dass dies nach einer gemeinsamen Entwicklungstätigkeit von OEMs und Zulieferern verlangt. Zudem wird eine separate Beschaffung etablierte Erlösmodelle aufbrechen und so die Hürden für den Markteintritt senken und Unternehmen aus dem Tech-Bereich anziehen. Für OEMs würde die Trennung auch bedeuten, dass die Beschaffung wettbewerbsintensiver und die Skalierung weniger komplex wird. Dies würde eine standardisierte Plattform für Anwendungssoftware ermöglichen, während der Wettbewerb bei Hardware gewahrt bliebe.

Medizintechnik

Die Branche für Medizintechnik wies nach den pandemiebedingten Verwerfungen der letzten beiden Jahre 2022 wieder stabile Umsätze auf. Die wichtigsten Unternehmen in diesem Sektor verzeichneten ein Umsatzwachstum von über 6 %. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 16 % von 2021, die infolge der Erholung von den Lockdowns des Jahres 2020 erzielt wurden. Auf globaler Ebene stiegen die Umsätze bei Medizinelektronik um 4,6 % und bei Leiterplatten für medizinische Geräte um 3,5 %. Somit war auch in diesen Bereichen das Wachstum stark rückläufig von jeweils 13 % in der Medizinelektronik bzw. 20 % bei Leiterplatten für medizinische Geräte in 2021.

Auf der anderen Seite gefährden geopolitische Spannungen, steigende Lieferkettenrisiken, die zunehmende Inflation und ein globaler Wirtschaftsabschwung das nachhaltige Wachstum in der Zukunft. Darüber hinaus gingen die Ausgaben im Bereich der Medizintechnik 2022 aufgrund einer deutlich abgeflauten Nachfrage nach Produkten mit Covid-19-Bezug weltweit zurück, vor allem im Asien-Pazifik-Raum.

Für 2023 stehen die Zeichen jedoch wieder auf Wachstum. Die Pandemie hat die Akzeptanz von telemedizinischen Produkten und die Entwicklungen im Bereich der In-vitro-Diagnostik (IVD) beschleunigt. Im ersten Fall führte dies zu einem Zuwachs in der Healthcare-IT, einem Sektor, der Potenzial für langfristige Umsatzgenerierung gezeigt hat. Unter Medizintechnikunternehmen herrscht starker Wettbewerb, was den Erwerb oder die Entwicklung von Innovationen im Bereich gesundheitsbezogene IT-Lösungen und künstliche Intelligenz (KI) betrifft. Es konnte eine Zunahme der Kooperationen und Fusionen von führenden Unternehmen aus der Medizintechnik und Tech-Unternehmen beobachtet werden.

Mit Blick auf die regulatorischen Entwicklungen arbeitete die Europäische Kommission 2021 an der Erweiterung der Verordnung über Medizinprodukte, um Störungen in der Lieferkette zu vermeiden, während die Food and Drug Administration (FDA) in Rekordtempo neue Bestimmungen herausgibt. Die Einführung der neuen Verordnung über Over-The-Counter-Hörgeräte, die Menschen mit leichtem bis mittelgradigem Hörverlust Zugang zu erschwinglicheren Geräten ermöglicht, ist hierfür ein gutes Beispiel. Mehrere Unternehmen, die sich im Verbrauchermarkt etabliert haben (z. B. Sony, HP, Bose), wie auch andere Akteure im Markt für Hörhilfen (z. B. GN, Nuehara, Sonova) wenden unterschiedliche Geschäftsmodelle an, um dieses vielversprechende Segment zu bedienen.

Industrie und Infrastruktur

Die kontinuierlich wachsende Datenmenge ist kennzeichnend für die heutige Zeit und die Digitalisierung – ein Mega-trend und einer der wichtigsten Treiber für die Industrie. 2022 bestand eine installierte Basis von 49,6 Milliarden vernetzten Geräten, das Sechsfache der Weltbevölkerung.# 75 % dieser vernetzten Geräte sind IoT-Geräte.

Die 5G-Technologie, die die Konnektivität bei höheren Übertragungsgeschwindigkeiten, eine geringe Latenz und umfassende Datenkapazitäten ermöglicht, gewann im letzten Berichtszeitraum an Dynamik, die sie sich im Jahr 2023 bewahren dürfte. Mehr als 225 Betreiber aus 87 Ländern führten 5G-Dienste im Midband- bis mmWave-Frequenzbereich ein. 2022 belief sich die Zahl der bereitgestellten 5G-Makrozellen und -Kleinzellen weltweit auf 2,6 Millionen Einheiten, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 42,9 % (2020-2028). In ländlichen Regionen und Vororten haben viele Menschen nach wie vor keinen Breitbandzugang, da die Verlegung entsprechender Leitungen hoher mittel- bis langfristiger Investitionen bedarf. Dies begünstigt den 5G Fixed Wireless Access (FWA) als kosteneffiziente Alternative, um die digitale Kluft zu verringern. 2022 wurden Prognosen zufolge 20,5 Millionen Teilnehmer-Endgeräte (Customer Premises Equipment, CPE) für den Innen- und Außenbereich in Verbindung mit FWA-Lösungen ausgeliefert. Diese Zahl dürfte auf mehr als 36 Millionen Lieferungen im Jahr 2028 steigen, vor allem gestützt durch den US-Markt, wo 5G-CPE eingesetzt werden. Private Netzwerke, die sowohl 5G-Kleinzellen als auch FWA nutzen, dürften den Markt ebenfalls begünstigen. Es wird damit gerechnet, dass Branchen und Unternehmen bis 2026 1,92 Mrd. US-$ in die Verwaltung privater Netzwerke investieren werden – bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 41,3 %. Es wird damit gerechnet, dass Branchen und Unternehmen bis 2026 1,92 Mrd. US-$ in die Verwaltung privater Netzwerke investieren werden – bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 41,3 %. Zwar lässt sich die genaue Anzahl der privaten Netzwerke derzeit schwer beziffern, Prognosen gehen von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 83,8 % zwischen 2019 und 2021 aus; vor allem durch LTE- und 5G-Netze. Während die Bereitstellung von 5G weiter voranschreitet, deutet sich schon die nächste Generation an. Die 6G-Technologie befindet sich bereits bei großen Playern in der Entwicklung und steht auf der Agenda von Aufsichtsbehörden und Normungsinstituten. Die Kommerzialisierung wird für 2030 erwartet. Einfache Netzwerke dürften durch diese Technologiegeneration in Kombination mit Edge/Cloud-Computing, KI, maschinellem Lernen und Big-Data-Analytik in Rechnernetze verwandelt werden.

Prismark Partners berichtet zum Markt für Leiterplatten für Kommunikation, Infrastruktur und Endgeräte. Dieser konsolidierte Markt wies 2022 ein Wachstum von 2 % auf und dürfte 2023 um 3,3 % nachgeben. Das starke Infrastruktursegment dürfte hierbei die allgemeine Schwäche des Smartphone-Segments ausgleichen. Der Markt für Leiterplatten für Industrieelektronik legte im Einklang mit der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung 2022 um 7,6 % zu und dürfte 2023 um 2,5 % nachgeben. Zentrale Faktoren waren Investitionen zur Ausweitung der Fertigungskapazitäten in verschiedenen Branchen im Jahr 2022.

1.3. Branchen- und Technologietrends

Neue Packaging-Technologien – heterogene Integration und Chiplets

Die am Markt aufgekommenen Chiplets für ICs in Rechenzentren und Verbraucherprodukten werden 2023 voraussichtlich stärker nachgefragt werden. Im Hinblick auf das Packaging sorgte die Notwendigkeit zur Verbindung der Chiplets mit einer großen Anzahl von parallelen Kanälen mit hoher Bandbreite dafür, dass alle großen Packaging-Unternehmen Lösungen mit Brücken auf Siliziumbasis in ihr Angebot aufnahmen, während organische Substrate und ABF weiter essenzielle Bausteine für das Advanced Packaging darstellen. Wichtige Entwicklungen auf dem Gebiet waren die Einführung eines neuen organischen Interposers durch TSMC, den CoWoS-R + (plus). Dieser integriert Chiplets und passive Bauteile und stärkt so die allgemeine Package-Leistung. Alle hochmodernen Technologien, die derzeit für Packages aus großen Gehäusen zur Verfügung stehen, einschließlich EMIB von Intel und anderen Alternativen, benötigen große FC-BGA-Substrate mit hoher Komplexität.

KI-Anwendungen machen sich in Rechenzentren und leistungsstarken Computing-Anwendungen immer mehr bemerkbar. Dieser Anwendungstrend wirkt sich mittlerweile erheblich auf die Investitionen in Rechenzentren aus. Eine Reihe von Hyperscalern lenkt ihre Investitionen in die deutliche Ausweitung ihrer Kapazitäten im Bereich von KI-Modell-Training und Anwendung. Die Zunahme von Arbeitslasten durch künstliche Intelligenz wirkt sich aber auch auf System- und Chiparchitekturen aus. Der Anstieg von KI-Berechnungen fördert nicht nur die Übernahme von GPUs und speziellen Beschleunigern, sondern beeinflusst auch das Design von Schaltkreisen. Hier geht der Trend immer mehr hin zu größeren integrierten Speichern und Coprozessoren speziell für die Vektor- und Matrizenverarbeitung. Der konstante Anstieg von Rechenleistung und zu verarbeitenden Datenmengen sorgt für immer höhere Leistungsanforderungen an die Netzwerkinfrastruktur innerhalb und außerhalb von Rechenzentren. Von Transceivern über Router und Switches bis hin zu Schnittstellenkarten – um schnellere Datenübertragungsraten zu unterstützen, nimmt der Anteil an Netzwerkausrüstung zu, die nach einer hohen Leistung verlangt, und dies hat direkte Auswirkungen auf die Chipgröße und Komplexität.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtentwicklung des Konzerns

AT&S verzeichnet robustes Wachstum

AT&S konnte im Geschäftsjahr 2022/23 seinen Wachstumskurs fortsetzen, Umsatz und EBITDA steigern und bei beiden Kennzahlen einen Rekordwert erzielen. Nach der guten Entwicklung im ersten Geschäftsjahreshalbjahr hat sich das Marktumfeld allerdings im dritten Quartal deutlich eingetrübt. Die großen Trends in Bezug auf Digitalisierung und Elektrifizierung sind weiter intakt. Um Effekte der kurzfristigen Schwankungen abzumildern, hat AT&S zusätzliche Kostenoptimierungsprogramme initiiert. Mit einem Konzernumsatz von 1.791,3 Mio. € konnte der im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielte Umsatz von 1.589,9 Mio. € um 201,5 Mio. € übertroffen werden. Das Wachstum fand auf breiter Basis statt. Im Segment Mobile Devices & Substrates (MS) trägt neben den zusätzlichen Kapazitäten in Chongqing, China, für ABF-Substrate darüber hinaus auch weiterhin die Strategie, das Anwendungsportfolio bei mobilen Endgeräten zu verbreitern und das Geschäft mit Modulleiterplatten zu forcieren, wesentlich zum Erfolg bei. Im Segment Automotive, Industrial, Medical (AIM) verzeichneten die Bereiche Automotive und Industrial ein Wachstum, während im Bereich Medical der Vorjahresumsatz nicht zur Gänze erreicht werden konnte. Der Bereich Automotive erzielte die größte Steigerung in diesem Segment.

2.2. Ertragsentwicklung im Konzern

Umsatz steigt um 12,7 %

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 12,7 % auf 1.791,3 Mio. €, den höchsten jemals erzielten Jahresumsatz. Das Wachstum wurde von beiden Segmenten getragen. Während im Segment MS der Umsatz um 13,5 % gesteigert werden konnte, wurde im Segment AIM eine Steigerung von 12,2 % erzielt. Aus Wechselkurseffekten ergab sich ein positiver Einfluss von 159,7 Mio. € bzw. 10,0 % auf die Umsatzentwicklung. 88,6 % des Umsatzes (Vorjahr: 87,7 %) wurden in Fremdwährungen (vor allem US-Dollar) fakturiert. Die (Geschäftsjahres-)Quartale eins und zwei wiesen deutlich höhere Umsätze auf als die Vorquartale und es konnten jeweils die höchsten jemals erreichten Quartalsumsätze erzielt werden. Ab dem dritten Quartal ist es im Segment MS zu einer deutlichen Eintrübung des Marktumfelds und damit zu einer Verringerung der Nachfrage gekommen. Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Sitzes der Endkunden weist für Amerika einen Anteil von 76,8 % nach 76,4 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte stieg geringfügig von 88,4 % auf 90,0 % an. Die Effekte aus einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung, welche für eine Reihe von Kunden nach IFRS 15 notwendig ist, führten zu einem um 34,8 Mio. € bzw. -1,9 % verminderten Umsatz (Auswirkung im Vorjahr: Umsatzerhöhung um 74,2 Mio. € bzw. 4,7 %). Für weiterführende Informationen wird auf die erläuternden Anhangangaben zum Konzernabschluss verwiesen.

In der Betrachtung nach Segmenten zeigt sich folgendes Bild: Der Anteil des Segments Mobile Devices & Substrates (MS) an den externen Umsatzerlösen verringerte sich geringfügig auf 74,4 % (Vorjahr: 74,9 %), der Anteil des Segments Automotive, Industrial, Medical (AIM) erhöhte sich auf 25,6 % (Vorjahr: 25,1 %). Weitere Informationen zur Entwicklung der Segmente können dem Kapitel 2.3. „Ertragsentwicklung in den Segmenten“ entnommen werden.

EBITDA steigt auf 416,7 Mio. €, EBITDA-Marge 23,3 %

Das EBITDA lag mit 416,7 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 349,5 Mio. €. Während die Umsatzsteigerung und ein damit einhergehender Anstieg des Bruttogewinns das Ergebnis positiv beeinflussten, reduzierten höhere Vertriebs- und Verwaltungskosten das Betriebsergebnis. Das sonstige betriebliche Ergebnis lag unter dem Vorjahresergebnis und wurde insbesondere durch höhere Währungseffekte positiv und durch höhere Anlaufverluste negativ beeinflusst. Währungseffekte, die sich vor allem aus der Translation der ausländischen Tochtergesellschaften in die Konzernwährung ergaben, beeinflussten das EBITDA positiv mit 124,9 Mio. €.

Ergebniskennzahlen in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2022/23 2021/22 Veränderung in %
Umsatzerlöse 1.791,3 1.589,9 12,7 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 416,7 349,5 19,2 %
EBITDA-Marge (%) 23,3 % 22,0 %
Betriebsergebnis (EBIT) 146,2 126,5 15,6 %
EBIT-Marge (%) 8,2 % 8,0 %
Konzernjahresergebnis 136,6 103,3 32,3 %
Gewinn je Aktie (€) 3,03 2,39 26,8 %
Anlagenzugänge 1.234,1 734,3 6.807,1 %
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 15.280 13.046 17,1 %

Die EBITDA-Marge erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte von 22,0 % auf 23,3 %. Die höheren Anlaufkosten von 54,7 Mio. € (Vorjahr: 43,5 Mio. €) resultierten insbesondere aus der Fortsetzung bzw. Ausweitung der Bautätigkeiten in Kulim und Hinterberg, während sich die Anlaufkosten in Chongqing verringert haben.# 2.2. Ertragsentwicklung im Konzern

Bereinigt um die Anlaufkosten betrug das EBITDA 469,6 Mio. € (Vorjahr: 378,4 Mio. €), was einem Wachstum von 24,1 % entspricht. Die um Anlaufkosten bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich von 23,8 % im Vorjahr auf 26,2 %.

Anstieg der Aufwandspositionen

Der Anstieg bei den Umsatzkosten um 179,7 Mio. € auf 1.516,6 Mio. € resultiert vor allem aus höheren Umsätzen und damit einhergehend höheren Kosten für Personal und Abschreibungen. Zusätzlich haben sich auch die Kosten für Forschung & Entwicklung erhöht. Negative Wechselkurseffekte verstärkten den Anstieg der Umsatzkosten. Zur Vorbereitung auf zukünftige Technologiegenerationen und zur Verfolgung der Modularisierungsstrategie investiert AT&S mit 183,4 Mio. € verstärkt in Forschung & Entwicklung (Vorjahr: 181,5 Mio. €). Diese Aufwendungen sichern die Zukunftsfähigkeit und erweitern das Ertragspotenzial mittelfristig signifikant.

Die Verwaltungs- und Vertriebskosten lagen um 1,8 Mio. € bzw. 1,4 % über den Vorjahreswerten.

Das sonstige betriebliche Ergebnis verringerte sich von -3,0 Mio. € auf -3,2 Mio. €. Positiv wirkte sich dabei vor allem ein verbessertes Wechselkursergebnis aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten von 11,7 Mio. € (Vorjahr: -2,0 Mio. €) aus. Negativ wurde das sonstige betriebliche Ergebnis durch höhere Anlaufverluste von 54,7 Mio. € (Vorjahr: 43,5 Mio. €) insbesondere infolge der Fortsetzung bzw. Ausweitung der Bautätigkeiten in Kulim und Hinterberg belastet.

Die Zuschüsse verringerten sich von 41,7 Mio. € im Vorjahr auf 40,7 Mio. € im Geschäftsjahr 2022/23.

Die planmäßigen Abschreibungen auf die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 270,5 Mio. € bzw. 10,0 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 223,1 Mio. € bzw. 11,3 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen technischen Standard sowie die Anlagenintensität von AT&S wider. Der Anstieg um 47,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert resultierte im Ausmaß von 43,1 Mio. € aus dem Segment Mobile Devices & Substrates (MS) und hier überwiegend aus höheren Abschreibungen am Standort Chongqing. Die Abschreibungen im Segment Automotive, Industrial, Medical (AIM) erhöhten sich um 2,4 Mio. €.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich aufgrund der genannten Effekte um 19,8 Mio. € bzw. 15,6 % auf 146,2 Mio. € (Vorjahr: 126,5 Mio. €). Die EBIT-Marge erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 8,2 % (Vorjahr: 8,0 %).

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis verbesserte sich von -4,4 Mio. € auf 21,6 Mio. €. Der Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen lag bei 23,9 Mio. € (Vorjahr: 15,7 Mio. €). Die darin aufwandsmindernd enthaltenen aktivierten Fremdkapitalzinsen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten Vermögensgegenständen stehen, erhöhten sich um 4,5 Mio. € auf 7,2 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €). Die Sozialkapitalzinsen lagen mit 0,4 Mio. € unter dem Vorjahresniveau von 0,6 Mio. €. Aus der Absicherung des Zinsrisikos mit Sicherungsinstrumenten (Bewertung und realisiertes Ergebnis) resultierte ein Gewinn von 7,7 Mio. € (Vorjahr: Gewinn 4,5 Mio. €). Die Sicherungsinstrumente tauschen variable in fixe Zinszahlungen, erfüllen allerdings nicht die Kriterien des Hedge Accountings. Laufzeit und Höhe stimmen nicht mit den gesicherten originären Finanzverbindlichkeiten überein.

Aufgrund des zwischenzeitlich hohen Volumens bei Termingeldveranlagungen und eines sich langsam verbessernden Umfelds für Veranlagungen erhöhte sich das Veranlagungsergebnis um 9,9 Mio. € auf 12,3 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €).

Die positive Abweichung im Finanzergebnis ist auf Fremdwährungseffekte zurückzuführen. So wurden im Geschäftsjahr 2022/23 positive Fremdwährungsdifferenzen in Höhe von 37,5 Mio. € als Ertrag erfasst (Vorjahr: Ertrag 8,8 Mio. €). Die Fremdwährungsdifferenzen ergaben sich im Wesentlichen aus der Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und realisierten Kursgewinnen aus Konzernfinanzierungen. Das Finanzergebnis ist von Währungseffekten beeinflusst, da Teile der Veranlagungen in Fremdwährungen erfolgt sind.

Die größten konzerninternen Darlehen sind langfristiger Natur; ihre Rückzahlung ist auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich. Die Bewertung dieser Darlehen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung.

Konzernergebnis verbessert sich

Das Konzernjahresergebnis erhöhte sich von 103,3 Mio. € im Vorjahr um 33,4 Mio. € auf 136,6 Mio. €.

Die Konzernsteuerbelastung beträgt 31,2 Mio. € (Vorjahr: 18,8 Mio. €). Die laufende Ertragsteuerbelastung stieg auf 26,1 Mio. € (Vorjahr: 17,4 Mio. €). Wie im Vorjahr resultierte aus den latenten Steuern ein Ertrag, der sich um 3,7 Mio. € auf 5,1 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) erhöhte.

AT&S China wies ab dem Kalenderjahr 2020 den begünstigenden Steuerstatus als „Hightech-Company“ aus. Der Steuerstatus begann am 1. Januar 2020, ist für drei Jahre gültig und hängt jährlich vom Erreichen bestimmter Kriterien ab. Auch für die nächsten drei Jahre wird vom Erhalt der Steuerbegünstigung ausgegangen.

Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von € 2,39 auf € 3,03 bei gleichbleibender Aktienanzahl. Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde der Anteil der Hybridkapitalbesitzer in Höhe von 18,8 Mio. € (Vorjahr: 10,5 Mio. €) vom Konzernjahresergebnis in Abzug gebracht.

2.3. Ertragsentwicklung in den Segmenten

Segment Mobile Devices & Substrates

Das Segment Mobile Devices & Substrates setzte im Geschäftsjahr 2022/23 seine positive Geschäftsentwicklung fort. Diese erfreuliche Performance des Segments ist vor allem auf die verstärkten Investitionen der letzten Jahre zurückzuführen, die auch in näherer Zukunft fortgesetzt werden. Der erfolgreiche Produktionsanlauf der erweiterten Kapazitäten in Chongqing, der die wachsende Nachfrage nach ABF-Substraten bedient, trug ebenso zum Umsatzwachstum bei, wie das verbreiterte Kunden- und Anwendungsportfolio bei mobilen Endgeräten sowie die Nachfrage nach Leiterplatten für Module. Ergebniserhöhend wirkten sich positive Währungseffekte aus. Nach einem starken ersten Halbjahr, wirkte sich das herausfordernde Marktumfeld negativ auf die Entwicklung im zweiten Halbjahr aus.

Segment Mobile Devices & Substrates – Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2022/23 2021/22 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse 1.489,7 1.312,6 13,5 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 1.332,1 1.190,6 11,9 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 408,8 306,7 33,3 %
EBITDA-Marge (%) 27,4 % 23,4 %
Betriebsergebnis (EBIT) 175,7 116,6 50,7 %
EBIT-Marge (%) 11,8 % 8,9 %
Anlagenzugänge 1.031,5 619,7 66,5 %
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 11.577 9.695 19,4 %

Das Segment Mobile Devices & Substrates ist mit einem Umsatzanteil von 74,4 % (Vorjahr: 74,9 %) weiterhin das größte Segment des AT&S-Konzerns. Der Umsatz lag mit 1.489,7 Mio. € um 177,1 Mio. € bzw. 13,5 % über dem Wert des Vorjahres von 1.312,6 Mio. €. Der Umsatz wurde von der Fremdwährungskursentwicklung positiv beeinflusst. Insgesamt fiel dadurch das Umsatzwachstum um 139,5 Mio. € höher aus. Geografisch ist eine weitere Steigerung des Umsatzes mit amerikanischen Kunden zu verzeichnen.

Das EBITDA des Segments lag mit 408,8 Mio. € um 102,2 Mio. € bzw. 33,3 % über dem Vorjahreswert von 306,7 Mio. €. Trotz Anlaufkosten in Höhe von 35,5 Mio. € (Vorjahr: 41,8 Mio. €) aus der Kapazitätserweiterung in Chongqing und vor allem dem Fortsetzen der Bautätigkeiten in Kulim stieg das EBITDA aufgrund der guten operativen Performance an den Standorten Chongqing und Shanghai. Positive Effekte aus der Währungsumrechnung verbessern das Ergebnis im Ausmaß von 109,4 Mio. €. Unterstützt durch diese positiven Währungsumrechnungseffekt lag die EBITDA-Marge des Segments Mobile Devices & Substrates trotz der Anlaufkosten mit 27,4 % um 4,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 23,4 %.

Die Abschreibungen des Segments erhöhten sich um 43,1 Mio. € bzw. 22,7 % von 190,0 Mio. € auf 233,1 Mio. €. Die Erhöhung resultierte vor allem aus höheren Abschreibungen am Standort Chongqing.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 59,1 Mio. € auf 175,7 Mio. € (Vorjahr: 116,6 Mio. €). Die EBIT-Marge erhöhte sich aufgrund des EBIT-Anstiegs um 2,9 Prozentpunkte auf 11,8 % (Vorjahr: 8,9 %).

Die Anlagenzugänge erhöhten sich um 411,8 Mio. € bzw. 66,5 % auf 1.031,5 Mio. € (Vorjahr: 619,7 Mio. €). Neben Zugängen für laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrades an den Standorten Chongqing und Shanghai erhöhten sich die Anlagenzugänge vor allem aufgrund der Bautätigkeiten im Werk Kulim um 405,8 Mio. €.

Segment Automotive, Industrial, Medical: auf stabilem Niveau

Der Segmentumsatz lag mit 513,7 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 457,9 Mio. €. Während in den Bereichen Automotive und Industrial Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden konnten, wurde das Vorjahresniveau im Bereich Medical & Healthcare geringfügig unterschritten. Die größte Steigerung konnte der Bereich Automotive verzeichnen. Sowohl im Bereich Automotive als auch im Bereich Industrial konnten nicht nur die Absatzmengen, sondern auch die Durchschnittspreise gesteigert werden. Im Bereich Medical & Healthcare konnten die Durchschnittspreise zwar ebenfalls erhöht werden, aufgrund eines Rückgangs im Vergleich zu den Mengen während der Coronapandemie ist es aber zu einer leichten Unterschreitung des Vorjahresniveaus gekommen. Zur Entwicklung der dem Segment Automotive, Industrial, Medical zugeordneten Standorte Leoben, Fehring, Ansan und Nanjangud wird auf Punkt 3.1. „Standorte und Zweigniederlassungen“ des Lageberichts verwiesen.

Das EBITDA verringerte sich um 41,0 Mio. € bzw. 71,4 % auf 16,4 Mio. € (Vorjahr: 57,5 Mio. €). Trotz höherer Umsatzerlöse konnte der Bruttogewinn aufgrund gestiegener Personal-, Material- und Energiekosten nicht erhöht werden. Preisanpassungen werden laufend verhandelt und umgesetzt, können zeitlich allerdings hinter den exogenen Einflussfaktoren zurückliegen.Negativ auf das Ergebnis wirkten sich auch die gestiegenen Anlaufkosten und geringere Zuschüsse für getätigte Forschungsaufwendungen aus. Die EBITDA-Marge verringerte sich um 9,4 Prozentpunkte auf 3,2 % (Vorjahr: 12,6 %).

Segment Automotive, Industrial, Medical

Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2022/23 2021/22 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse 513,7 457,9 12,2 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 459,3 399,3 15,0 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 16,4 57,5 (71,4 %)
EBITDA-Marge (%) 3,2 % 12,6 %
Betriebsergebnis (EBIT) (14,3) 29,2 (>100 %)
EBIT-Marge (%) (2,8 %) 6,4 %
Anlagenzugänge 146,2 107,9 35,5 %
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt 3.286 3.035 8,3 %

Das Betriebsergebnis (EBIT) änderte sich um -43,5 Mio. € auf -14,3 Mio. € (Vorjahr: 29,2 Mio. €). Die EBIT-Marge des Segments Automotive, Industrial, Medical lag aufgrund der oben genannten Effekte mit -2,8 % um 9,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresvergleichswert von 6,4 %. Die Anlagenzugänge erhöhten sich um 38,3 Mio. € auf 146,2 Mio. € (Vorjahr: 107,9 Mio. €). Die Zugänge betrafen laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrade-Investitionen insbesondere in Österreich.

Segment Sonstige

Das Ergebnis der im Segment Sonstige enthaltenen allgemeinen Holding-Aktivitäten lag im EBITDA bei -8,6 Mio. € (Vorjahr: -14,6 Mio. €) um 6,0 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Wesentlicher Grund für die Abweichung war die Reduktion der Rückstellung für Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die durch höhere Kosten im Produktionsprozess teilweise kompensiert wurde.

Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2022/23 2021/22 Veränderung in %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) (8,6) (14,6) 41,3 %
EBITDA-Marge (%) -
Betriebsergebnis (EBIT) (15,2) (19,4) 21,5 %
EBIT-Marge (%) -
Anlagenzugänge 56,4 6,7 >100 %
Mitarbeiter:innenstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 417 316 32,1 %

2.4. Vermögens- und Finanzlage

2.4.1. Vermögen

Anstieg der langfristigen Vermögenswerte

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2022/23 um 11,1 % auf 4.161,9 Mio. € an. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 777,2 Mio. € auf 2.800,3 Mio. €. Während sich die Sachanlagen um 729,1 Mio. € auf 2.679,3 Mio. € erhöhten, reduzierten sich die immateriellen Vermögenswerte um 7,0 Mio. € auf 24,8 Mio. €. Im Sachanlagevermögen standen Anlagenzugänge bzw. Technologie-Upgrades in Höhe von 1.230,7 Mio. € Abschreibungen von insgesamt 261,2 Mio. € gegenüber. Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Sachanlagen beinhalten zudem zusätzlich Nutzungsrechte aus der Anwendung des IFRS 16 von 118,5 Mio. €. Die Nettoveränderung des Anlagevermögens betrug 722,1 Mio. € bzw. 36,4 % auf 2.704,1 Mio. € (Vorjahr: 1.982,0 Mio. €).

Nettoumlaufvermögen in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

31.03.2023 31.03.2022 Veränderung in %
Vorräte 145,4 193,2 (24,8 %)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vertragliche Vermögenswerte 275,7 274,2 0,6 %
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (457,9) (442,2) (3,5 %)
Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 314,0 244,0 28,7 %
Umlaufvermögen Handel 277,1 269,2 2,9 %
Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen 1,6 2,3 (30,7 %)
Nettoumlaufvermögen 278,7 271,5 2,7 %
Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 15,6% 17,1%

Außenstandsdauer (in Tagen):

1) 2022/23 2021/22 Veränderung in %
Vorräte 95 86 10,5 %
Forderungen 65 67 (3,0 %)
Verbindlichkeiten 74 68 8,8 %

1) Berechnungslogik im Geschäftsjahr 2022/23 geändert. Vorjahreswert wurde angepasst.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um -361,7 Mio. € auf 1.361,6 Mio. €. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verringerte sich auf 791,7 Mio. € (Vorjahr: 1.119,9 Mio. €). Die finanziellen Vermögenswerte wurden um 6,3 Mio. € auf 25,1 Mio. € erhöht. Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 816,8 Mio. € (Vorjahr: 1.138,8 Mio. €). Die Reduktion der Vorräte um 47,9 Mio. € auf 145,4 Mio. € resultiert – im Wesentlichen – aus einer Reduktion der Rohmaterialbestände und unfertigen Erzeugnisse infolge der Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds am Ende des Geschäftsjahres. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerte stiegen um 4,1 Mio. € auf 394,4 Mio. €. Dabei erhöhten sich die sonstigen Forderungen um 2,6 Mio. €, während sich die vertraglichen Vermögenswerte um 42,2 Mio. € und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 17,8 Mio. € reduzierten. Teilweise kompensiert wurde diese Reduktion durch damit einhergehende geringere Factoring-Aktivitäten (Veränderung: -61,4 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 15,7 Mio. € bzw. 3,5 % von 442,2 Mio. € auf 457,9 Mio. €. Darin enthalten ist ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Investitionen um 69,9 Mio. € auf 314,0 Mio. € (Vorjahr: 244,0 Mio. €).

Verschuldungsgrad erhöhte sich

Das Eigenkapital verringerte sich um -7,6 % von 1.252,3 Mio. € auf 1.157,5 Mio. €. Eigenkapitalerhöhend wirkte sich das positive Konzernergebnis von 136,6 Mio. € aus. Negative Effekte stammten aus Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung langfristiger Darlehen an Tochterunternehmen mit -143,2 Mio. €. Durch die Rückzahlung des Restbestandes der im Jahr 2017 begebenen Hybridanleihe verringerte sich das Eigenkapital um 40,9 Mio. €. Weiters wirkte die Kuponzahlung für die Hybridanleihen (2017 und 2022 begeben) von 19,5 Mio. € ebenso eigenkapitalmindernd wie die Dividendenzahlung von 35,0 Mio. €. Eigenkapitalerhöhend wirkte sich der versicherungsmathematische Gewinn mit 3,0 Mio. € (Vorjahr: Verlust von 0,6 Mio. €) aus, der sich aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen verwendeten Parameter ergibt. Die Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen erhöhte das Eigenkapital um 4,6 Mio. € (Vorjahr: Gewinn von 2,7 Mio. €).

Nettoverschuldung in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

31.03.2023 31.03.2022 Veränderung in %
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 662,4 78,4 >100 %
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 1.033,4 1.276,6 (19,1 %)
Bruttoverschuldung 1.695,8 1.355,0 25,2 %
Zahlungsmittel und -äquivalente (791,7) (1.119,9) 29,3 %
Finanzielle Vermögenswerte (52,8) (23,4) (>100 %)
Nettoverschuldung 851,2 211,7 >100 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 416,7 349,5 19,2 %
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 2,0 0,6
Eigenkapital 1.157,5 1.252,3 (7,6 %)
Bilanzsumme 4.161,9 3.746,3 11,1 %
Eigenkapitalquote (%) 27,8 % 33,4 %
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 73,5 % 16,9 %

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten verringerten sich um 243,2 Mio. € bzw. -19,1 % auf 1.033,4 Mio. €. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde eine Finanzierung mit einer Garantie der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) sowie ein Darlehen mit der Europäischen Investitionsbank abgeschlossen. Beide Finanzierungen finden sich als kontrahierte, aber noch nicht gezogene Kreditzusagen von Banken im Bestand der freien Kreditlinien wieder. Darüber hinaus wurden Teile der Investitionen für das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Leoben mittels einer Leasingvereinbarung finanziert. Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 78,4 Mio. € auf 662,4 Mio. €. Die Nettoverschuldung erhöhte sich um 639,6 Mio. € bzw. 302,2 % auf 851,2 Mio. € (Vorjahr: 211,7 Mio. €). Die Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus einer Verringerung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente infolge der Investitionstätigkeit von AT&S und eines gleichzeitigen Anstiegs der finanziellen Verbindlichkeiten insbesondere zur Finanzierung der weiterhin geplanten Bautätigkeiten. Die Zahlungen im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen, welche in den vertraglichen Verbindlichkeiten enthalten sind, erhöhten sich um 160,8 Mio. € auf 607,2 Mio. €. Der Verschuldungsgrad erhöhte sich auf 73,5 % und liegt damit über dem Vorjahresniveau von 16,9 %.

2.4.2. Finanzierung

Der Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2022/23 bestand darin, die finanzielle Flexibilität weiterhin zu gewährleisten und ausreichend Liquidität für die laufende Geschäftstätigkeit sowie die geplanten Investitionen zu sichern. Hierzu wurde im Oktober 2022 ein OeKB-Darlehen in Höhe von 300 Mio. € abgeschlossen. Weiters konnte mit der Europäischen Investitionsbank im Dezember 2022 ein Darlehen über 250 Mio. € zur Unterstützung des Ausbaus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Österreich fixiert werden.

Fokus auf Diversifikation bei den Finanzierungsinstrumenten

Die Finanzierung von AT&S basiert auf einer breiten Streuung sowohl bei den Finanzierungsinstrumenten als auch bei den Fristigkeiten. Auf Basis der aktuell herrschenden Finanzmarktbedingungen werden einzelne Instrumente stärker forciert oder können gegebenenfalls auch zeitweise nicht genutzt werden. Einen wesentlichen Bestandteil des Refinanzierungsportfolios bilden Kredite, die Garantien von staatlichen und supranationalen Organisationen beinhalten: Ihr Vorteil liegt in einer anteiligen Übernahme des Kreditrisikos durch diese Organisationen sowie in günstigen Konditionen, die Anreize für Investitionen in bestimmte Regionen, Innovationen bzw. zur Förderung der Exportwirtschaft schaffen sollen. Aktuell nutzt AT&S Finanzierungen mit Garantien der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) bzw. einem direkten Engagement mit der Europäischen Investitionsbank. Die Bedeutung von Schuldscheindarlehen als wesentliche Finanzierungssäule hat sich im Geschäftsjahr 2022/23 nicht verändert. Die Vorteile von Schuldscheindarlehen liegen in der hohen Planbarkeit sowie den vergleichsweise günstigen Emissionskosten. Aufgrund dieser Vorteile plant AT&S, auch künftig diese Form der Finanzierung zu nutzen. Zum Bilanzstichtag 31. März 2023 waren Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 696,1 Mio. € (Vorjahr: 728,8 Mio. €)€) bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Die Restlaufzeiten liegen zwischen einem Monat und rund sechs Jahren.

Finanzierungsinstrumente
| | 31.03.2023 in % | 31.03.2022 in % |
|:---------------------|-----------------:|-----------------:|
| Namensschuldverschreibung | 0,6 | 0,9 |
| Schuldscheindarlehen | 28,7 | 45,7 |
| Bankdarlehen | 40,7 | 33,4 |
| Bruttoverschuldung | 70,0 | 80,0 |
| Kreditlinien | 30,0 | 20,0 |
| Kontrahierte Finanzierungen | 100,0 | 100,0 |

Weiters werden Bankdarlehen genutzt. 984,7 Mio. € sind per 31. März 2023 bei mehreren nationalen und internationalen Banken als Darlehen aufgenommen (Vorjahr: 532,8 Mio. €). Sie weisen Restlaufzeiten von einigen Monaten bis zu sechs Jahren aus. Zur Deckung von Liquiditätsschwankungen, als Finanzierungsreserve und auch als Finanzierungsvorsorge dienen Kreditlinien. Zum Bilanzstichtag verfügte AT&S über 725,6 Mio. € an nicht genutzten Kreditlinien (Vorjahr: 318,2 Mio. €) in Form von kontrahierten Kreditzusagen von Banken. AT&S hat sein kontrahiertes Finanzierungspotenzial zum 31. März 2023 erst zu 65,8 % (Vorjahr: 79,2 %) ausgenutzt und verfügt, zusätzlich zum Bestand an liquiden Mitteln, weiterhin über genügend bestehende Finanzierungsreserven. Die theoretische Entschuldungsdauer, definiert durch Netto-verschuldung/EBITDA, lag mit 2,0 Jahren deutlich über dem Vorjahr (0,6 Jahre). Die Eigenkapitalquote sank von 33,4 % im Vorjahr auf 27,8 % im Berichtsjahr und lag damit auch unter dem mittelfristig anvisierten Zielwert von über 30,0 %. Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Bilanzsumme infolge der Investitionen und der Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms zurückzuführen. Zu weiterführenden Informationen im Hinblick auf das Kapitalrisikomanagement wird auf Erläuterung 20 „Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten“ – Unterkapitel „Kapitalrisikomanagement“ – im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen. AT&S strebt eine möglichst ausgeglichene Struktur bei den Fristigkeiten an. Die Tilgungsstruktur weist im Jahr 2023/24 aufgrund der Rückzahlung von Teilen der Schuldscheindarlehen, Bankkredite sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 649,5 Mio. € einen hohen Wert aus. AT&S ist bestrebt, den Kapitalbedarf frühzeitig zu finanzieren, und verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 1.542,4 Mio. € (Vorjahr: 1.457,0 Mio. €). Diese bestehen aus finanziellen Mitteln sowie aus nicht ausgenutzten Finanzierungsrahmen.

Effektives Zins- und Währungsmanagement
Ein wichtiges Treasury-Ziel ist auch die Risikominimierung im Zinsbereich mit einem angemessenen Verhältnis von variablen und fixen Zinssätzen. 44,0 % (Vorjahr: 43,8 %) der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz gedreht, 56,0 % (Vorjahr: 56,2 %) werden variabel verzinst. Die Zinssicherungsstrategien werden regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls adaptiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der variablen Zinssätze aufgrund des Abreifens fix verzinster Schuldpositionen gestiegen. Insgesamt ist AT&S jederzeit in der Lage, das Zinsexposure mittels geeigneter Hedge-Instrumente in die gewünschte Richtung zu drehen. Weiters sollen die vorhandenen liquiden Mittel ertragreich und dennoch risikobewusst veranlagt werden. Zum 31. März 2023 verfügte AT&S über finanzielle Mittel von insgesamt 816,8 Mio. € (Vorjahr: 1.138,8 Mio. €). Durch Optimierung von Veranlagungszeiten und durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die höhere Zinssätze als der Euro aufweisen, sollen möglichst hohe Erträge mit den kurzzeitig zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln erzielt werden. Frühzeitiges Konvertieren in Fremdwährungen dient einem natürlichen Währungs-Hedging und einer Reduktion des Fremdwährungsexposures. Das Ziel von AT&S ist hierbei, eine möglichst kleine US-Dollar-Nettorisikoposition auszuweisen. Zum Bilanzstichtag 31. März 2023 standen US-Dollar-Vermögenswerten (auf US-Dollar lautende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finanzielle Vermögenswerte und Zahlungsmittel) in Höhe von 714,2 Mio. € (Vorjahr: 386,6 Mio. €) US-Dollar-Schulden (auf US-Dollar lautende Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten) in Höhe von 291,1 Mio. € (Vorjahr: 87,4 Mio. €) gegenüber. Die sich daraus ergebende Nettorisikoposition – zum Bilanzstichtag 31. März 2023 war dies ein Aktivsaldo von 423,1 Mio. € (Vorjahr: 299,2 Mio. €) – betrug somit 10,2 % (Vorjahr: 8,0 %) der Konzernbilanzsumme. Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei AT&S fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert.

Weiterentwicklung des Finanzierungsnetzwerks
Ein weiteres Treasury-Ziel besteht in einem optimierten Relationship Management mit Finanzierungspartnern. Hierunter versteht AT&S die Auswahl der Banken für die Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene sowie den Aufbau und die Aufrechterhaltung der für beide Seiten notwendigen Kommunikation. Ziel ist es, eine hohe Transparenz der Chancen und Risiken von AT&S zu schaffen, um mit den finanzierenden Instituten eine für beide Seiten langfristige, erfolgreiche Partnerschaft zu festigen. Als Basis dafür dienen der Geschäftsbericht und die Quartalsveröffentlichungen.

Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten nach Fristigkeiten
| | 31.03.2023 in % | 31.03.2022 in % |
|:--------------------------------|------------------:|------------------:|
| Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 39,1 | 5,8 |
| zwischen einem und fünf Jahren | 54,6 | 86,4 |
| mehr als fünf Jahre | 6,3 | 7,8 |
| Summe Finanzverbindlichkeiten | 100,0 | 100,0 |

2.4.3. CashFlow
Ertragslage stärkt Liquidität
Der Cashflow aus dem Ergebnis verringerte sich um 304,3 Mio. € von 776,3 Mio. € auf 472,0 Mio. €. Hauptursache für die Verringerung ist ein um 309,4 Mio. € geringerer Betrag aus den im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen erhaltenen Zahlungen in Höhe von 136,9 Mio. € (Vorjahr: 446,4 Mio. €). Positiv wirkte das im Vergleich zum Vorjahr um 67,2 Mio. € höhere EBITDA von 416,7 Mio. € (Vorjahr: 349,5 Mio. €). Die Zinszahlungen erhöhten sich um 3,7 Mio. € auf 23,0 Mio. € (Vorjahr: 19,3 Mio. €). Die erhaltenen Zinsen erhöhten sich um 9,9 Mio. € auf 12,3 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €). Die gezahlten Ertragsteuern erhöhten sich um 23,8 Mio. € auf 35,5 Mio. € (Vorjahr: 11,7 Mio. €). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist mit 476,4 Mio. € (Vorjahr: 713,2 Mio. €) vor allem aufgrund des geringeren Cashflows aus dem Ergebnis deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der Cashflow aus dem Ergebnis wurde durch eine Verringerung der Vorräte um 41,1 Mio. € erhöht (Vorjahr: -27,7 Mio. €) und durch eine Verringerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerten um 4,5 Mio. € erhöht (Vorjahr: -109,5 Mio. €). Die negative Veränderung bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten verringert den Cashflow um -51,8 Mio. € (Vorjahr: cashflowerhöhend 72,2 Mio. €).

Cashflow (Kurzfassung)
| | 2022/23 | 2021/22 | Veränderung in % |
|:--------------------------|----------:|----------:|:-----------------|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 472,0 | 776,3 | (39,2 %) |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 476,4 | 713,2 | (33,2 %) |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | (1.044,9) | (579,7) | (80,2 %) |
| Operativer Free Cashflow | (519,8) | 111,3 | (>100 %) |
| Free Cashflow | (568,5) | 133,5 | (>100 %) |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 211,0 | 396,9 | (46,8 %) |
| Veränderung der liquiden Mittel | (357,5) | 530,4 | (>100 %) |
| Währungseffekte auf liquide Mittel | 29,3 | 36,7 | (20,1 %) |
| Liquide Mittel am Jahresende | 791,7 | 1.119,9 | (29,3 %) |

Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 1.101,0 Mio. € lagen infolge der weiter gestiegenen Investitionstätigkeit deutlich über dem Vorjahreswert von 605,6 Mio. €. Die wesentlichen Auszahlungen resultieren aus den Investitionen in Chongqing, Kulim und Hinterberg. Während sich die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen im Geschäftsjahr 2022/23 um 495,4 Mio. € erhöht haben, ist es auch zu beträchtlichen Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen in Höhe von 104,8 Mio. € (Vorjahr: 3,7 Mio. €) gekommen, die überwiegend auf die geänderte Finanzierungsmodalität (Leasing) bei der Bautätigkeit in Hinterberg, Österreich, zurückzuführen ist. Bei den finanziellen Vermögenswerten ist es zu einem Nettoabfluss von 48,7 Mio. € gekommen (Vorjahr: Nettozufluss von 22,2 Mio. €). In Summe lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit -1.044,9 Mio. € aber deutlich über dem Vorjahreswert von -579,7 Mio. €. Der operative freie Cashflow, d. h. der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Nettoauszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, betrug im Geschäftsjahr 2022/23 -519,8 Mio. € (Vorjahr: 111,3 Mio. €). Der freie Cashflow, d. h. der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit, betrug -568,5 Mio. € (Vorjahr: 133,5 Mio. €), was im Wesentlichen insbesondere auf die im Vorjahr in höherem Ausmaß erhaltenen Kundenzahlungen (Veränderung von -309,4 Mio. €) und den Anstieg der Investitionstätigkeit (Veränderung Net-Capex -394,3 Mio. €) zurückzuführen ist. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 211,0 Mio. € lag um 185,9 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 396,9 Mio. €. Die größte Abweichung ergibt sich dabei aus der im Geschäftsjahr 2021/22 getätigten Begebung einer Hybridkapitalanleihe, woraus im Vorjahr Zahlungseingänge in Höhe von 347,3 Mio. € resultierten. Im Geschäftsjahr 2022/23 gab es keine derartige Hybridkapitalbegebung. Es ist allerdings zu Zahlungsabflüssen aus der Rückzahlung von Hybridkapital in Höhe von -41,4 Mio. € gekommen (Vorjahr: -138,6 Mio. €). Mittelzuflüsse resultierten aus der Aufnahme von finanziellen Mitteln in Höhe von 340,1 Mio. € (Vorjahr: 255,5 Mio. €) und aus Investitionszuschüssen in Höhe von 21,4 Mio. € (Vorjahr: 28,0 Mio. €). Mittelabflüsse resultierten aus der Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten von -54,7 Mio. € (Vorjahr: -70,9 Mio. €).# €) sowie der Dividendenzahlung von -35,0 Mio. € (Vorjahr: -15,2 Mio. €) und der Hybridkuponzahlung von -19,5 Mio. € (Vorjahr: -9,3 Mio. €). Die Zahlungsmittel haben sich insbesondere aufgrund der hohen Investitionen von 1.119,9 Mio. € auf 791,7 Mio. € reduziert. Teilweise kompensiert wurde diese Verringerung durch den positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und die erläuterten Finanzierungs- und Veranlagungsmaßnahmen. Darüber hinaus verfügt AT&S über kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 25,1 Mio. € (Vorjahr: 18,8 Mio. €). Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 816,8 Mio. € (Vorjahr: 1.138,7 Mio. €). Dieser nach wie vor sehr hohe Wert dient zusammen mit den nicht genutzten Kreditlinien von 725,6 Mio. € (Vorjahr: 318,2 Mio. €) zur Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms und kurzfristig fälliger Rückzahlungen.

2.4.4. Leistungskennzahlen

Kennzahlen belegen eine hohe operative Performance

Neben dem Umsatz und dem EBITDA verwendet AT&S für die strategische Unternehmenssteuerung die Kennzahlen ROCE und Vitality Index. Sie spiegeln die operative Performance gegenüber Investoren und Kunden wider. Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst AT&S die operative Unternehmensperformance aus der Sicht von Investoren. Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus kann abgeleitet werden, inwieweit AT&S die Verzinsungsansprüche seiner Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 9,2 %. Im Berichtsjahr lag AT&S mit einem ROCE von 6,6 % unter diesem Wert. Das Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des besseren EBIT und trotz der höheren Steuern von 107,6 Mio. € auf 115,0 Mio. €. Das eingesetzte Kapital erhöhte sich um 356,0 Mio. € sowohl aufgrund des höheren durchschnittlichen Eigenkapitals als auch infolge der höheren Nettoverschuldung. Nachdem das eingesetzte Kapital stärker gestiegen ist als das NOPAT, ist der ROCE von 7,8 % im Vorjahr auf 6,6 % gesunken.

Gesamtkapitalrendite (ROCE) in Mio. € 2022/23 2021/22 Veränderung in %
Betriebsergebnis (EBIT) 146,2 126,5 15,6 %
Ertragsteuern (31,2) (18,8) (65,8 %)
Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) 115,0 107,6 6,9 %
Durchschnittliches Eigenkapital 1.204,9 1.027,2 17,3 %
Durchschnittliche Nettoverschuldung 531,4 360,1 47,6 %
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 1.736,3 1.387,2 25,2 %
ROCE 6,6 % 7,8 %
Vitality Index in Mio. € 2022/23 2021/22 Veränderung in %
Haupterlöse 1.791,3 1.589,8 12,7 %
Haupterlöse mit innovativen Produkten 637,9 705,2 (9,5 %)
Vitality Index 35,6 % 44,4 %

Die zweite Kennzahl zur Performancemessung, der Vitality Index, zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnah umzusetzen. AT&S misst diese Fähigkeit mit dem Vitality Index, der den Umsatzanteil von Produkten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2022/23 beläuft sich der Vitality Index auf 35,6 % nach 44,4 % im Vorjahr. AT&S strebt im mittelfristigen Durchschnitt einen Vitality Index von mindestens 20 % an. Dieses Ziel konnte im Geschäftsjahr 2022/23 übertroffen werden.

2.5. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Hinsichtlich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wird auf die Erläuterung 27 „Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

3. Weitere gesetzliche Angaben

3.1. Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S-Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstand-orte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring

Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Auf Basis der Produktions- und Technologievielfalt, der Flexibilität in der Fertigung und des breiten Kundenspektrums setzt das Werk in Leoben den in den vergangenen Jahren eingeschlagene Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt u. a. die Produktion mittels der Embedding-Technologie. Weiters wurde in den Ausbau der IC-Core-Linie investiert, um die benötigten Vormaterialkapazitäten für die Produktion in Chongqing bereitzustellen. Nunmehr wird am Standort Leoben in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie investiert. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird. Das Werk in Fehring, dessen Auslastung im Geschäftsjahr 2022/23 gut war, bedient alle Business-Unit-AIM-Segmente Industrie, Medizin und Automotive.

Shanghai

Der Standort Shanghai fertigt HDI-Leiterplatten (High Density Interconnection) und mSAP- Leiterplatten (modified Semi-Additive Process) für Kunden insbesondere für das Segment Mobile Devices & Substrates. Der Standort hat sich als führender Anbieter der neuesten Technologiegeneration etabliert, und sein breites Technologiespektrum wird von den Kunden sehr gut angenommen. Der Standort war in den Monaten der Hochsaison 2022/23 durchgehend in Betrieb und hat die installierten Kapazitäten voll ausgelastet. Es zeigte sich eine hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten, welche insbesondere für die Marktsegmente Consumer und Automotive gefertigt wurden.

Chongqing

Der Standort in Chongqing umfasst derzeit drei operative Werke. Die Werke Chongqing I und Chongqing III sind für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrate) bestimmt. Für Chongqing III, das 2021 neu gebaut wurde, hatte die erste von vier Produktionslinien ab Oktober 2021 mit der Großserienfertigung begonnen. Die zweite Linie wurde 2022 in Betrieb genommen, während die Installation der dritten und vierten Linie aufgrund von Produktionsrückgängen in der Halbleiterindustrie in der zweiten Jahreshälfte 2022 und Anfang 2023 verlangsamt wurde. Die Installationsarbeiten für die beiden verbleibenden Linien werden reaktiviert, sobald sich der Halbleitermarkt erholt hat. Im Werk Chongqing II werden für mobile Anwendungen High-End-mSAP-Leiterplatten sowie Leiterplatten für Module gefertigt. Die Produktionskapazitäten für Module wurden weiter ausgebaut, um die steigenden Kundenbedarfe im High-End-Bereich zu bedienen. Der Vollausbau des Werks soll im kommenden Geschäftsjahr abgeschlossen werden.

Kulim

Der im Oktober 2021 begonnene Bau für IC-Substrate ist im Gange. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig, jedoch wird ein Teil des Investitionsvorhabens später als geplant realisiert. Nach Fertigstellung können in den beiden Werken bis zu zehn Linien installiert werden. Ab April 2023 kann in einem Werk mit der Installation der Anlagen begonnen werden.

Ansan

Die sehr positive Entwicklung des Standorts in Korea konnte im Geschäftsjahr 2022/23 weiter fortgesetzt werden, vor allem im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer. Die Erweiterung des Werks wurde bereits im Geschäftsjahr 2021/22 fertiggestellt und auf dieser Basis die Produktion ausgeweitet.

Nanjangud

Der Standort war im gesamten Geschäftsjahr gut ausgelastet und konnte vor allem Kunden aus dem Automotive- und Industriesegment bedienen. Die Qualifizierung für HDI-Produkte konnte fortgesetzt und damit die Strategie zu höherwertigen Technologien im Produktmix weiterverfolgt werden.

Hongkong

Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates – und damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsgesellschaften – sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Vertriebsservicegesellschaften

Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan, Taiwan und Schweden konnten im Geschäftsjahr 2022/23 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

3.2. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2023 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,10 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Maßgebliche direkte und indirekte Beteiligungen

Stk./in % Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung, Wien, Österreich 7.043.133 18,13 % 18,13 %
Androsch Privatstiftung, Wien, Österreich 6.819.337 17,55 % 17,55 %

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar: Siehe Tabelle unten. Zum Stichtag 31. März 2023 befanden sich rund 64,3 % der Aktien im Streubesitz. Außer den unten angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Und es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer:innen mit Kapitalbeteiligung. Weiters gibt es keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.# Die Verträge aller Vorstände enthalten eine „Change of Control“-Klausel:

Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor.

In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen („Sonderkündigungsrecht“).

Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrags, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrags einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind.

Der Vorstand wurde durch die 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, bis zum 3. Juli 2024 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen.

Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital).

Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren.

Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen.

Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautender Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen.

Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.

Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Eigene Aktien

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann.

Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.

Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2023 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Freie Rücklagen

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen AT&S und ihren Tochtergesellschaften. AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen 22 „Gezeichnetes Kapital“ sowie 15 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen. Der Corporate-Governance-Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter https://ats.net/unternehmen/corporate-governance/ abrufbar.

3.3. Nichtfinanzielle Erklärung

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs. 6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2022/23 als gesondertes Kapitel beigefügt.

4. Forschung und Entwicklung

Strukturierte Erschließung der technologischen Chancen

Der Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von AT&S richtet sich darauf, die Chancen aus der Digitalisierung und Ökologisierung für AT&S zu nutzen. Die Elektronikindustrie, speziell die Mikroelektronik, nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Sie stellt Systeme zur Verfügung, welche die Digitalisierung erst ermöglichen (z. B. Datenzentren und Computer mit Hochleistungsprozessoren). Durch effizienten Aufbau der Gesamtsysteme kann zudem auch der Energieverbrauch dieser Geräte drastisch reduziert werden. Zusätzlich ist die Mikroelektronik auch die Basis für gänzlich neue Lösungen zur effizienteren Energienutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Gewinnung, Transport, Speicherung und Nutzung). Die dazu laufenden Projekte werden in unseren vier Kernentwicklungsfeldern zusammengefasst.

Miniaturisierung und funktionale Integration:

Elektronische Geräte werden nicht nur immer kleiner und leichter, sie werden zugleich zunehmend leistungsfähiger und erfüllen immer mehr Funktionen bei einem gleichzeitig optimierten Energieverbrauch. Aufgabe von AT&S ist es, dafür die Grundlage zu schaffen. Dazu arbeitet das Unternehmen im Besonderen an neuen Technologien, welche die Dichte der Leiterstrukturen erhöhen und die Dicke der Systeme verringern. Ein weiteres Forschungsfeld sind Technologien, mit denen elektronische Komponenten direkt in Leiterplatten und Substrate integriert werden können. Dies erhöht die Packungsdichte und die Effizienz des Gesamtsystems.

Hohe Datenübertragungsraten:

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird auch das zu übertragende Datenvolumen in den kommenden Jahren stark wachsen. Lösungen bieten hier elektronische Systeme, die bei höheren Frequenzen arbeiten (z. B. Kommunikationsmodule für 5G und in Zukunft 6G, Radarsysteme für Autos). Diese werden neue Lösungen für die Verbindungstechnologie benötigen. Über Entwicklungsprojekte in diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell, präzise und verlustarm leiten.

Leistung und Leistungseffizienz:

Im Bereich der Elektrifizierung gibt es derzeit angesichts der Nachhaltigkeitsbestrebungen einen starken Trend zu CO2-neutraler Energieerzeugung, neuen Energieträgersystemen und elektrisch basierten Antriebsformen.# AT&S konzentriert seine Entwicklungstätigkeit auf Systeme, die eine optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten von der Energieerzeugung bis zur Nutzung ermöglichen und somit große Leistungen schalten, regeln bzw. übertragen können.

Virtuelle Entwicklung und Ressourceneffizienz: Die industriellen Produktionsprozesse werden sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Die Prozesse werden verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) organisiert sein, und die Nachhaltigkeit wird auch hier eine wichtige Rolle spielen: Die Herstellung von Produkten muss mit einem minimalen Verbrauch natürlicher Ressourcen erfolgen, höchst zuverlässig sein und hinsichtlich der eingesetzten Materialien eine Nachnutzung ermöglichen. AT&S arbeitet an neuen Lösungen, die eine effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, Energie etc.) erlauben. Dabei werden über die Digitalisierung große Datenmengen zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen sowie von Produkteigenschaften und Produktqualität nutzbar gemacht und neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion erarbeitet.

Innovationsrate weiterhin hoch

Der Vitality Index misst die Auswirkung der Innovationskraft eines Unternehmens. Er beschreibt den Anteil am Umsatz, den AT&S mit innovativen Produkten erzielt hat, die während der vergangenen drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden. Grundsätzlich gilt: Der Vitality Index ist in den Jahren nach einer erfolgreichen Implementierung neuer Technologien höher und in Phasen der Entwicklung neuer Technologien (also in der Phase vor ihrer Markteinführung) niedriger. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sehen wir die Auswirkung der Einführung von neuen, innovativen Produkten am Markt. AT&S strebt im Mittel einen jährlichen Vitality Index von mindestens 20 % an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ergab sich ein Vitality Index von 35,6 %.

Die Innovationskraft und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens spiegeln sich u. a. in der Anzahl und Qualität seiner geistigen Schutzrechte: Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt 79 Erfindungen neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 522 Patentfamilien, die zu 693 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

F&E-Aufwand: 10,2 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2022/23 auf 183,4 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. in Relation zum Umsatz) von 10,2 % gegenüber 11,4 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Zweistufiger Entwicklungsprozess

AT&S folgt einem zweistufigen Innovationsprozess: Die Grundlage für den ersten Schritt stellen sogenannte Technologieplattformen dar. In diesen Technologieplattformen werden technische Lösungsansätze erarbeitet, die technische Problemstellungen der nächsten Jahre in den strategischen Applikationen von AT&S lösen. Diese Stufe entspricht der angewandten Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und -implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren. Begleitet werden diese Entwicklungstätigkeiten durch Entwicklungen im virtuellen Bereich und eine starke Kooperation mit unseren Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen.

Wesentliche Entwicklungsprojekte

Der Schwerpunkt der F&E-Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr lag im Ausbau des F&E-Zentrums in der AT&S-Zentrale in Leoben. Dabei handelt es sich um ein Entwicklungszentrum für IC-Substrate und andere Technologien im Bereich des „Advanced Electronic Packaging“. Das Kernstück stellt eine F&E-, Prototypen- und Serienfertigungslinie dar, die technologisch global einen neuen Standard in diesem Bereich setzt. Durch diese Maßnahme wird ein Technologiebereich, der heute nur in Asien verfügbar ist, nach Europa gebracht, was natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Versorgungssicherheit darstellt. Zusammen mit den Investitionen in die Forschung und Entwicklung in der Zentrale in Leoben in den Bereichen „Substrat - Core“ und „Packaging-Technologien“ über die letzten Jahre wird dieses neue Zentrum zu einem „Hotspot“ der Elektronikentwicklung und der Garant für zukunftsweisende Lösungen aus dem Hause AT&S. Parallel wurden die Technologieplattformen für „High Performance Computing“, „Hochfrequenzelektronik“ und „Power and Power Efficiency“ weiter ausgebaut. In diesen Plattformen werden Lösungskonzepte entwickelt, welche die Herausforderungen der elektronischen Systeme bis zum Ende der Dekade unterstützen und bestmöglich meistern werden. So werden z. B. neue Lösungskonzepte für die energieeffiziente Stromversorgung von Hochleistungsrechenmodulen, verlustarme Schaltungs- und Entwärmungskonzepte für die Elektromobilität und Energieversorgung sowie erste Grundkonzepte für den nächsten Mobilfunkstandard 6 G entwickelt.

5. Chancen und Risiken

5.1. Chancen- und Risikomanagement

Struktur und Instrumente

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S-Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, ein einheitliches System zur Verfügung zu stellen, welches es ermöglicht, positive oder negative Abweichungen von den Unternehmenszielen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision. Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Das Risikomanagement berichtet dem Gesamtvorstand regelmäßig in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen. Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2), welche in einer konzernweiten Risikomanagementrichtlinie festgelegt wurde.

RISIKOMANAGEMENT 2022/23

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde eine Umstrukturierung des Risikomanagements vorgenommen. Um Synergien bestmöglich nutzen zu können, wurde das Enterprise Risk Management mit dem Projektrisikomanagement sowie dem Business Continuity Management in einer Abteilung vereint. Ziel dieser Weiterentwicklung ist eine engere Verknüpfung der Risikomanagementprozesse. Des Weiteren wurde die neue Struktur dazu genutzt, das Risikobewusstsein zu stärken sowie besser im Unternehmen zu verankern. Im Rahmen von Risikomanagement-Workshops mit Gruppen-, Business-Unit- und Werksfunktionen werden allumfassend Risiken identifiziert, bewertet und Mitigationsmaßnahmen definiert.

5.2. Erläuterung der Einzelrisiken

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Im nachfolgenden Abschnitt werden die wesentlichen Risiken je Risikokategorie beschrieben.

Strategie

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI). Um das Geschäft mit High-End-Substraten als strategisches Standbein zu sichern, tätigt AT&S Investitionen in eine Produktionsstätte im Kulim Hi-Tech Park, Kedah, Malaysia. Das Projekt wird in Kooperation mit zwei führenden Herstellern von High-Performance-Computing-Halbleitern durchgeführt. Aktuell wird eines der beiden Werke finalisiert, und die ersten Maschinen wurden bereits eingebracht. Mit dem Start der Produktion wird planmäßig im Jahr 2024 gerechnet. Die Gebäudehülle des zweiten Werks wird fertiggestellt. Die Beschaffung und Installation der Infrastruktur und des Produktionsequipments hängt zeitlich davon ab, wie sich der Markt und die Situation bei einem wesentlichen Kunden entwickeln. Des Weiteren investiert das Unternehmen am Standort Leoben-Hinterberg in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird, unterstützt durch Finanzierungsbeiträge der neuen Kunden. Unvorhergesehene technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Der Einsatz der HDI-Technologie konnte gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie z. B.# Markt

Risiken

Technologische Entwicklung und Nachfrage

Die Nachfrage nach Produkten von AT&S ist eng mit der Entwicklung neuer Technologien in den Zielmärkten verbunden. Insbesondere die schnelle Einführung neuer Technologien für mobile Endgeräte, die fortschreitende Digitalisierung in der Automobilindustrie sowie die zunehmende Verbreitung von Industrie 4.0-Anwendungen schaffen Chancen für das Unternehmen. Andererseits birgt die Abhängigkeit von kundenseitigen Technologieentscheidungen und deren Marktdurchdringung Risiken. Eine Verlangsamung der technologischen Entwicklung oder eine geringere Marktakzeptanz neuer Technologien könnten die Nachfrage nach den Produkten von AT&S negativ beeinflussen.
Die breite Diversifizierung von AT&S über verschiedene Marktsegmente und Technologien hinweg, wie z.B. IC-Substrate, Produkte für die Automobilindustrie, für industrielle Anwendungen oder für den Medical-Bereich, leistet einen Beitrag zur Risikostreuung. Die stark zyklische Natur der Elektronikindustrie und die damit verbundenen Nachfrageschwankungen können jedoch nicht vollständig abgefedert werden. Insbesondere die für die Automobilindustrie typischen langen Produktzyklen und die damit verbundenen hohen Stückzahlen bei gleichzeitig erforderlicher hoher Qualität erfordern eine sorgfältige Planung und ein kontinuierliches Risikomanagement. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf neue Technologien sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen. Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industriesegment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben. In den Märkten für IC-Substrate wird 2023 für Notebook-CPUs eine geringere Nachfrage als 2022 erwartet. Der extreme Absatzanstieg bei PCs und Notebooks wegen des Home-Office während der Covid-Pandemie führte in diesem Bereich zu einem Vorzieheffekt und somit zu einer Sättigung. In Verbindung mit hohen Lagerbeständen wird der Effekt auf die Zuliefererkette noch verstärkt. Laut derzeitigen Prognosen wird eine Erholung des Bedarfs für Ende 2023 erwartet. Dementsprechend passt AT&S das Investitionsprogramm in Malaysia an die gegebene Marktsituation an. Bei Server-ICs wird die Nachfrage nach IC-Substraten mittelfristig vom Technologiewandel hin zu Heterogeneous Integration profitieren. Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten, beispielsweise Vietnam oder Philippinen. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S-Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Des Weiteren haben Mitbewerber im letzten Jahr substanzielle Investitionen in ABF-Substrat-Kapazitäten angekündigt, welche zu weiteren Überkapazitäten im Markt und einem damit verbundenen Preisverfall führen können. Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2023/24 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Der Ukraine-Krieg mit Auswirkungen auf den Energiemarkt, die verschärften Spannungen zwischen den USA und China sowie allgemeine Konjunkturabschwächungen, kombiniert mit gestiegener Inflation sowie einem höheren Zinsniveau, haben die Marktbedingungen nach dem Ende der Covid-Pandemie deutlich eingetrübt. Geringere Nachfrage für IC-Substrate, stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive und Industrie sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern. Neben der Beherrschung von Risiken werden aufgrund von Kunden- und Applikationsanalysen krisenfeste Applikationen forciert, wie z. B. Anwendungen im Medizinbereich.

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 75 % zum Gesamtumsatz bei, wobei der jeweilige Anteil zwischen 2% und 37% liegt. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder der Profitabilität bei diesen Kunden. Im Rahmen der Diversifikationsstrategie ist es AT&S gelungen, bereits weitere IC-Substrat-Kunden zu gewinnen, welche insbesondere im Bereich Server-ICs tätig sind. Auch im Geschäft mit PCBs konnten große Neukunden gewonnen und die Profitabilität deutlich gesteigert werden. Diese Maßnahmen unterstützen die schnelle Kompensation möglicher negativer Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden. Nichtsdestotrotz können nachteilige Änderungen in den Märkten eine negative Auswirkung auf AT&S haben, da die Kunden in ähnlichen Marktsegmenten agieren.

Beschaffung

Einkaufspreise und Verfügbarkeit

Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf die erzielbaren Margen auswirken. Der Fokus im Geschäftsjahr 2022/23 lag auf der Verfügbarkeit von Rohmaterialien sowie der Preisentwicklung. Insbesondere der Ukraine-Russland-Krieg und dessen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie sowie in der Folge auf die Preissituation stellten AT&S vor eine Herausforderung. Es wird damit gerechnet, dass die Rohmaterialpreise sich im kommenden Geschäftsjahr stabilisieren. Insbesondere die Entwicklung der Preise und der Verfügbarkeit von Rohmaterialien wie z. B. Kupfer könnte eine massive Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung haben. Die Rohmaterialknappheit führt zu längeren Vorlaufzeiten und Unsicherheiten in Bezug auf Liefertermine. AT&S hat durch gezieltes Lieferantenmanagement das Beschaffungsrisiko jedoch reduzieren können. Auch zukünftig kann es in den von AT&S angesteuerten Wachstumsmärkten zu Kapazitätsengpässen bei Produktionsmaterialien, Komponenten und Equipment kommen, was den Geschäftsverlauf von AT&S beeinflussen würde.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Kundenspezifikationen können die verwendeten Rohmaterialien nur auf bestimmte Lieferanten beschränken, weshalb eine Abhängigkeit für AT&S entstehen kann. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es aber in der Regel alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

Umfeld

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb Österreichs, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie z. B. Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen. Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolicen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen. Der seit Februar 2022 andauernde Krieg zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Neben der daraus resultierenden humanitären Katastrophe hat dieser Krieg auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich auch in deren Preisentwicklung widerspiegelt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Energieversorgung, insbesondere mit Strom, können auch einen negativen Effekt auf AT&S mit sich bringen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Des Weiteren arbeitet AT&S an einer Energie-Strategie für alle Produktionsstandorte, welche neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit auch die Versorgungssicherheit einbezieht. Nichtsdestotrotz können weitreichende Sanktionen und weitere unerwartete geopolitische Entwicklungen die Geschäftstätigkeit von AT&S negativ beeinflussen. Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aus derzeitiger Sicht hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Des Weiteren kam es in den letzten Monaten verstärkt zu Provokationen in Ostasien (insbesondere zwischen China und Taiwan aber auch im Korea-Konflikt). Eine Verschlimmerung dieser Konflikte könnte einen negativen Effekt auf die Geschäftstätigkeiten haben. Weiters können daraus resultierende makroökonomische Entwicklungen einen negativen Einfluss auf die Geschäfte von AT&S haben.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen (z. B. REACH und ROHS), wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen.# Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Schadenersatz- bzw. Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine „Zero-Tolerance-Politik“ gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100%-ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeiter:innen. Das Governance, Risk & Compliance Committee („GRC Committee“) unterstützt das Enterprise Risk Management in der Überwachung der Risikolandschaft und hilft die damit verbundene Einhaltung von rechtlichen und regulatorischen Vorschriften zu fördern. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform „We Care“ eingeführt, welche es Mitarbeiter:innen und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Zertifizierung aller europäischen Standorte nach ISO 27001 wurde das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) in allen Produktionsstandorten ausgerollt und eine Zertifizierung nach ISO 27001:2013 durchgeführt. Durch die Orientierung an internationalen IT-Standards werden ein sicherer Umgang und ein angemessener Zugang zu Informationen gewährleistet sowie zuverlässige Systeme zur Verfügung gestellt.

Operativ Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft die Chance bieten, sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance, geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung zugesagter Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Im Mobile Device Business können Qualitätsmängel zur Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess von AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil (z. B. IATF 16949), Luftfahrt (z. B. NADCAP-Akkreditierung) und Medizintechnik (z. B. DS/EN ISO 13485). Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu erhalten. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate in Chongqing und Kulim ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens spezifische Risiken. Der Markt für IC-Substrate wird durch technologische Änderungen beeinflusst. Der Aufbau eines R&D-Centers mit Prototypenproduktion in Österreich soll auch der Entwicklung neuer Technologien dienen und so zur Minderung des Marktrisikos von IC-Substraten beitragen. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko neuer Technologieentwicklungen. Komplikationen beim Vorantreiben dieser technologischen Entwicklungen und bei der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten.

Kostenkontrolle

Um aus Nachfrageschwächen sowie Inflation resultierende Effekte wie den Preisdruck abzumildern, hat AT&S umfassende Kostenoptimierungsprogramme initiiert. Deren Fokus liegt darauf, den Umfang der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen zu erhöhen sowie deren Umsetzung zu beschleunigen sowie die ineffiziente Nutzung von Materialien und Ressourcen weitestgehend zu eliminieren. Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

Organisation Mitarbeiter:innen

Die kollektive Industrieerfahrung und die Managementexpertise der Mitarbeiter:innen der AT&S-Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die beiden Großprojekte (Leoben und Kulim) erfordern eine hohe Anzahl an qualifiziertem Personal. Sollte es nicht möglich sein, ausreichend qualifiziertes Personal anzuwerben, könnte sich dies negativ auf den Fortschritt der Großprojekte auswirken. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen weiter auszubauen.

Finanzen

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung der Transaktionseffekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in Asien und des damit verbundenen starken Umsatzwachstums ergeben sich wesentliche Translationsrisiken aus dem RMB sowie dem MYR. Das Ausmaß dieser Risiken wird laufend analysiert. Die Ergebnisse fließen in Strategien zur Umsetzung eines effizienten Währungsmanagements ein.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, weitere Zinsänderungen, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des angestrebten Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge zu einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury mit entsprechenden Finanzinstrumenten. Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 „Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten“ im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z. B. der OECD (insbesondere im Hinblick auf den BEPS-Aktionsplan („Base Erosion and Profit Shifting“)). Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht das Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten. Darüber hinaus besteht das Risiko höherer Steuerbelastungen durch künftige Veränderungen in der Steuergesetzgebung (etwa die Einführung der globalen Mindestbesteuerung).

ESG

Im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements wurden auch Risiken in Bezug auf ESG – das sind jene im Hinblick auf Umwelt, Soziales und verantwortungsvolles Unternehmertum – berücksichtigt. Für nähere Informationen zu den wesentlichen ESG-Risiken wird auf das Kapitel „Die Verankerung und Steuerung der Nachhaltigkeit“ im nichtfinanziellen Bericht 2022/23 im verwiesen.

5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems.In Anlehnung an das Rahmenkonzept des COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten. Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung. Das Interne Kontrollsystem verfolgt das Ziel, die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften und internen Regularien sicherzustellen. Weitere Grundsätze des IKS sind: Identifikation operativer Risiken sowie Definition und Implementierung adäquater Kontrollmaßnahmen, Sicherstellung einer adäquaten Funktionstrennung, Sicherstellung der Richtigkeit und Vollständigkeit des Rechnungswesens, Gewährleistung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit, Aufdeckung bereits entstandener Schäden, Schutz materieller und immaterieller Vermögenswerte. Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzliche Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Dokumentenmanagementsystem archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die notwendigen Kontrollmaßnahmen im Zusammenhang mit den Prozessen der Rechnungslegung, beispielsweise Zugriffsberechtigungen und Funktionstrennungen, werden im Internen Kontrollsystem dokumentiert. Ihre Umsetzung und Wirksamkeit wird von der internen Revision regelmäßig überprüft und etwaige Verbesserungsmaßnahmen identifiziert. Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheiten Corporate Finance und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet. Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

6. Ausblick

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Während die weltweite Covid-Pandemie weiter anhielt, gab es 2022 weitere Schocks für die Weltwirtschaft. Dazu zählten geopolitische Erschütterungen wie die russische Invasion in die Ukraine und die Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten, aber auch makroökonomische Schocks wie die anhaltende Inflation auf breiter Basis und die Straffung der Geldpolitik in zahlreichen Volkswirtschaften. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2022 um geschätzte 3,4 % zu. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wuchs um 3,5 %, in China um 3,0 % und in den Vereinigten Staaten um 2,0 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2023 um 2,9 % steigen.

Die geopolitischen Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten erhöhten den Druck auf die globale Lieferkette für Elektronik 2022 weiter. Die Spannungen führten nicht nur zur Begrenzung der Technologieexporte nach China, sondern auch zu einer Stärkung der Lieferkettenresilienz durch Investitionen in Produktionskapazitäten außerhalb Chinas. Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aktuell hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Für das Kalenderjahr 2023 gehen die Marktanalysen von einer rückläufigen Tendenz von 3 % bei Leiterplatten und von 6 % bei IC-Substraten aus. Bezüglich weiterführender Informationen zu Industrie- und Technologie-Trends wird auf Punkt 1 „Markt- und Branchenumfeld“ des Konzernlageberichts verwiesen.

Strukturelle Trends intakt

Im Geschäftsjahr 2023/24 wird AT&S, abhängig von der Marktentwicklung, die Investitionsvorhaben in Kulim und den Ausbau des Standorts Leoben weiter vorantreiben sowie Technologie-Upgrades an anderen Standorten durchführen. Angesichts des äußerst volatilen Umfelds werden die laufenden Investitionsprojekte kurzzyklisch überprüft und bei Bedarf den jeweils aktuellen Gegebenheiten angepasst. Für die Segmente von AT&S gestalten sich die Erwartungen derzeit wie folgt:

  • IC-Substrate: In den Märkten für IC-Substrate wird 2023 für Notebooks eine geringere Nachfrage als 2022 erwartet. Durch hohe Lagerbestände wird der negative Effekt auf die Zuliefererkette noch verstärkt. Dies wird laut aktuellen Prognosen insbesondere das erste Halbjahr 2023 betreffen, gegen Ende des Jahres wird eine Erholung der Bedarfe erwartet. Bei Servern wird die Nachfrage nach IC-Substraten mittelfristig vom Technologiewandel hin zu Heterogeneous Integration profitieren.
  • Mobile Endgeräte: Im Bereich der mobilen Endgeräte bleiben der Mobilfunkstandard 5G sowie auch das Geschäft mit Modulleiterplatten ein positiver Treiber.
  • Automotive: Bei Automotive sollte sich die Halbleiterknappheit weiter entspannen und der Wachstumstrend aufgrund des weiterhin steigenden Elektronikanteils je Fahrzeug somit verstärken.
  • Industrial und Medical: Bei Industrial und Medical erwartet AT&S für das laufende Geschäftsjahr weiterhin eine positive Entwicklung.

Investitionen

Im Rahmen der strategischen Projekte plant das Management für das Geschäftsjahr 2023/24 – in Abhängigkeit vom Marktumfeld und von den Projektfortschritten – Investitionen in Höhe von bis zu 800 Mio. €. Für Basisinvestitionen werden rund 100 Mio. € veranschlagt. Aus dem Investitionsbudget für das Geschäftsjahr 2022/23 haben sich geplante Investitionen in Höhe von rund 200 Mio. € in das Geschäftsjahr 2023/24 verschoben. In Summe ergibt sich daraus derzeit ein geplantes Investitionsvolumen in Höhe von bis zu 1,1 Mrd. €.

Gesamtaussage für das Geschäftsjahr 2023/24

AT&S erwartet, dass sich die Eintrübung des Marktumfelds aus dem zweiten Halbjahr 2022/23, insbesondere im Markt für IC-Substrate, auch im ersten Halbjahr 2023/24 fortsetzt. Zusätzliche Unsicherheitsfaktoren für die Endmärkte stellen weiterhin hohe Inflationsraten, steigende Zinsen, Rezessionsrisiken sowie geopolitische Entwicklungen dar. Für die zweite Jahreshälfte 2023/24 erwartet das Unternehmen, dass sich, unter anderem, die Lagerbestände in der Lieferkette normalisiert haben werden und sich die Nachfrage wieder verbessert.

In diesem stark volatilen Umfeld erwartet AT&S einen Umsatz zwischen 1,7 und 1,9 Mrd. €. Exklusive der Effekte aus dem Anlauf der neuen Produktionskapazitäten in Kulim und Leoben in Höhe von rund 100 Mio. € wird die bereinigte EBITDA-Marge voraussichtlich zwischen 25 und 29 % liegen.

Leoben-Hinterberg, am 15. Mai 2023

Der Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer e. h.
Dr. Peter Schneider e. h.
Dr. Peter Griehsnig e. h.
Mag. Petra Preining e. h.
DI Ingolf Schröder e. h.

Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss 2022/23

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2023 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA).# Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An den Konzern

Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1. Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern

Sachverhalt und Problemstellung

Der Konzern hat insgesamt TEUR 19.911 (Vorjahr: TEUR 24.698) aktive latente Steuern angesetzt. Darin sind latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 27.908 (Vorjahr: TEUR 26.148) sowie aus abzugsfähigen passiven temporären Differenzen in Höhe von TEUR -7.996 (Vorjahr: TEUR -1.450) enthalten. Dem Ansatz der latenten Steueransprüche liegt die Annahme zu Grunde, dass im Planungszeitraum ausreichendes zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet wird, gegen das Verlustvorträge und sonstige abzugsfähige temporäre Differenzen verwendet werden können. Diese Annahmen beruhen auf Einschätzungen der aktuellen sowie der geplanten steuerlichen Ergebnisse und allfälligen mit steuerlicher Wirkung umgesetzten zukünftigen Maßnahmen der betroffenen Gesellschaften. Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernanhang Abschnitt I.B.e. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu latenten Steuern, Abschnitt I.C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung, Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragssteuerschulden sowie Abschnitt III.6. Erläuterung zu Ertragssteuern. Die Bewertung der aktiven latenten Steuern ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit erheblichen Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Konzernabschluss. Schätzunsicherheiten bestehen insbesondere in Zusammenhang mit getroffenen Planannahmen und deren Auswirkungen auf die steuerlichen Ergebnisse. Deshalb haben wir die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben für wesentliche in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften den Prozess zur Ermittlung der zukünftigen steuerlichen Ergebnisse als Basis für die Berechnung der latenten Steueransprüche erhoben, die Veränderung der Verlustvorträge auf Basis der vorläufigen Steuerberechnungen nachvollzogen und nachvollzogen, ob die der Berechnung zugrunde liegenden künftigen steuerlichen Gewinne konsistent mit dem Geschäftsplan der Gesellschaft sind, die Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert sowie die zugrundeliegenden Planannahmen kritisch gewürdigt sowie die Darstellung und die Erläuterungen im Konzernanhang geprüft.

2. Zeitraumbezogene Erfassung der Umsatzerlöse nach IFRS 15

Sachverhalt und Problemstellung

Die Umsatzrealisierung des Konzerns erfolgt gemäß IFRS 15 für einen Teil der Kunden zeitraumbezogen. Gemäß IFRS 15.35c sind Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu erfassen, wenn bei Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen, ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive Marge besteht. Gemäß IFRS 15 sind Leistungsverpflichtungen, die entsprechend der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung bereits erfüllt sind und für welche die Gegenleistungen der Kunden noch ausstehen, als vertragliche Vermögenswerte darzustellen. Zum 31. März 2023 weist der Konzern vertragliche Vermögenswerte nach Berücksichtigung von Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 in Höhe von TEUR 135.176 (Vorjahr: TEUR 177.328) aus. Die Umsatzerlöse aus der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung betragen im Geschäftsjahr 2022/23 TEUR 1.015.265 (Vorjahr: TEUR 1.085.035). Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernanhang Abschnitt I.B.d. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden. Zusätzlich verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Umsatzerlösen im Konzernanhang Abschnitt III.1. sowie auf die Erläuterungen zu den vertraglichen Vermögenswerten in Abschnitt IV.11. Bei der konzernweiten Würdigung der vertraglichen und gesetzlichen Grundlagen im Hinblick auf die bilanzierungsrelevanten Kriterien zur Identifizierung der von der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung betroffenen Umsätze sind wesentliche Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter insbesondere hinsichtlich der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistung inklusive Marge zu treffen. Außerdem kann auf Grund der Vielzahl an unterschiedlich gestalteten Kundenverträgen die konzernweite Ermittlung der zum Stichtag anzusetzenden vertraglichen Vermögenswerte als komplex angesehen werden. Deshalb haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben:
* die Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns zur Umsatzrealisierung unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Gegebenheiten, unseres Verständnisses des Geschäfts sowie mittels stichprobenartiger Beurteilung der vom Management durchgeführten Vertragsanalysen im Hinblick auf die richtige Umsetzung von IFRS 15 überprüft,
* die für die Ermittlung der vertraglichen Vermögenswerte automatisch generierten Berichte auf Richtigkeit und Vollständigkeit unter Hinzuziehung interner Spezialisten geprüft und
* mittels Stichproben geprüft, ob die erfassten Umsatzerlöse den in den Rechnungslegungsgrundsätzen des Konzerns festgelegten Kriterien für die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung entsprechen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den Nichtfinanziellen Bericht haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Konzernlagebericht“.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt.# Bericht zum Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Hauptversammlung der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft

Wir haben den Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, der die konsolidierte Bilanz, die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung, die konsolidierte Eigenkapitalveränderungsrechnung, die konsolidierte­­­

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Hauptversammlung der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft

Wir haben den Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, der die konsolidierte Bilanz, die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung, die konsolidierte Eigenkapitalveränderungsrechnung, den konsolidierten­­­ 79

2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE

Seit dem 31. März 1999 übt die AT&S die Funktion eines Mutterunternehmens im Sinne des § 244 UGB aus. Unter Anwendung der Bestimmungen des § 245a UGB werden ein Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards (IFRS)), ergänzt um die unternehmensrechtlich verpflichtend vorgeschriebenen Erläuterungen und Anmerkungen, und ein Konzernlagebericht aufgestellt.

Die AT&S stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Abschluss wird beim Firmenbuchgericht in Leoben hinterlegt. Die Erleichterungsbestimmungen gemäß § 245 Abs. 1 UGB werden in Anspruch genommen.

Im Geschäftsjahr wurden folgende gesellschaftsrechtliche Maßnahmen durchgeführt: Mit 03.10.2022 wurde eine neue Beteiligung mit der Firmenbezeichnung „AT & S Skandinavia AB“ mit einem Grundkapital von € 2.500 gegründet, welche im Finanzanlagevermögen unter den „Anteilen an verbundenen Unternehmen“ dargestellt ist. Die Gesellschaft mit Sitz in Solna (Schweden) wurde unter der Zielsetzung gegründet, in den Segmenten der AT&S AG vor allem den skandinavischen Markt zu bearbeiten.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen ausgewiesen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs. 2 UGB werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Nutzungsdauer J
immaterielle Vermögensgegenstände 4 - 10
Bauten auf fremdem Grund 15 - 40
technische Anlagen und Maschinen 7 - 15
andere Anlagen, Betriebs- und 3 - 10
Geschäftsausstattung

Für Zugänge während der ersten Hälfte des Geschäftsjahres wurde eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge während der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine halbe Jahresabschreibung angesetzt. Die Abschreibung für Zugänge erfolgt nach Maßgabe des Zeitpunktes ihrer Inbetriebnahme. Die Möglichkeit der Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen gemäß § 226 Abs. 3 UGB wurde in Anspruch genommen.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. entsprechend dem Niederstwertprinzip zum niedrigeren Marktwert (Kurswert) zum Bilanzstichtag.

3.2. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Ersatzteile werden zu Anschaffungskosten abzüglich prozentueller Gruppenabschläge bewertet. Erhaltene Skonti, Boni sowie Frachtkosten und Zölle wurden berücksichtigt.

Die Bewertung der unfertigen und fertigenErzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten. In den Herstellungskosten wurden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkennbare Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet, nicht identifizierte Ausfallrisiken wurde durch die Bildung von Portfoliowertberichtigungen Rechnung getragen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Kreditausleihungen bei denen keine substantiellen Hinweise auf Wertminderung vorliegen, werden im Rahmen einer pauschalen Betrachtung im Rahmen der Portfoliowertberichtigungen wertberichtigt. Bei der Ermittlung von Portfoliowertberichtigungen werden gemäß § 201 Abs. 2 Z. 7 UGB statistische Erfahrungswerte aus ähnlich gelagerten Sachverhalten verwendet bzw. berücksichtigt.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag angesetzt. Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Kurswerten zum Bilanzstichtag. Die auf Fremdwährung lautenden Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Entstehungskurs oder dem niedrigeren Kurs zum Bilanzstichtag bilanziert.

3.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als AktiveRechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

3.4. Aktive latente Steuern

Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Jahren voraussichtlich abbauen, werden nach dem „Temporary“-Konzept berechnet und bei einer sich daraus insgesamt ergebenden Steuerentlastung als aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt.

Für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen werden aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt, soweit überzeugende substanzielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung des Steuersatzes, der am Bilanzstichtag gilt oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet ist und dessen Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der Steuerentlastung bzw. Steuerbelastung erwartet wird. Die Berechnung erfolgt mit dem Steuersatz von 23,75 % bei voraussichtlicher Realisierung im Wirtschaftsjahr 2023/2024 und mit dem Steuersatz von 23 % bei voraussichtlicher Realisierung ab dem Wirtschaftsjahr 2024/2025.

Eine Saldierung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern wird gegebenenfalls vorgenommen, soweit eine Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche mit den tatsächlichen Steuerschulden rechtlich möglich ist.

3.5. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches“ (Dezember 2020) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der „projected unit credit method“ auf Basis eines Rechnungszinssatzes (Stichtagszinssatz) in Höhe von 4,00 % (Vorjahr: 1,70 %) und eines Pensionseintrittsalters gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiters wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 3,70 % (Vorjahr: 2,60 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) beträgt zum Bilanzstichtag € 20.312.172,46 (Vorjahr: € 23.970.325,04). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Ertrag von € 2.741.414,25 (Vorjahr: Ertrag von € 1.377.765,72), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches“ (Dezember 2020) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der „projected unit credit method“ auf Basis eines Rechnungszinssatzes in Höhe von 4,10 % (Vorjahr: 1,90 %) unter Verwendung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Das Pensionseintrittsalter wurde gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 ermittelt. Die Anhebung der Altersgrenze für die Alterspension für weibliche Versicherte ab 2024 wurde berücksichtigt. Als Valorisierung der Pension wurden im Geschäftsjahr 3,30 % (Vorjahr: 2,10 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag € 1.240.598,95 (Vorjahr: € 1.323.018,55). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Ertrag von € 130.964,41 (Vorjahr: Ertrag von € 162,12), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird. Zusätzlich wurden Pensionsverpflichtungen teilweise an die APK Pensionskasse AG, Wien, übertragen, die zum Bilanzstichtag in den Rückstellungen erfasst werden.

Die Defined Benefit Obligation (DBO) abzüglich Planvermögen betrug zum Bilanzstichtag € 7.670.101,08 (Vorjahr: € 8.894.783,32). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Ertrag von € 2.081.664,52 (Vorjahr: Aufwand von € 695.306,39), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Berechnung der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches“ (Dezember 2020) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der „projected unit credit method“ auf Grund der kollektivvertraglichen Ansprüche bei Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 4,00 % (Vorjahr: 1,70 %), sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiteres wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 3,70 % (Vorjahr: 2,60 %) angesetzt.

In den Löhnen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von € 85.750,50 (Vorjahr: Aufwand von € 23.188,11) enthalten. In den Gehältern sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von € 54.617,65 (Vorjahr: Aufwand von € 159.722,04) enthalten.# 3. RECHNUNGSLEGUNGSGEGENSTÄNDE

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Ertrag von € 641.517,43 (Vorjahr: Ertrag von € 370.922,13), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird. Rückstellungen für drohende Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten werden unter Beachtung des Imparitätsprinzips für negative Marktwerte gebildet. Positive Markwerte werden gemäß dem Vorsichtsprinzip bilanziell nicht erfasst. Bei der Berechnung der sonstigen Rückstellungen sind entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden. Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

3.6. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

3.7. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Um ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, werden abzugrenzende Aufwandszuschüsse in den Passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

4.1. Anlagevermögen

Zur Entwicklung der Posten des Anlagevermögens siehe folgende Tabelle:

In der Position „Grundstücke und Bauten auf fremden Grund“ sind Grundwerte in Höhe von € 1.229.400,11 (Vorjahr: € 1.229.400,11) enthalten. Im Posten „geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau“ sind Zugänge in Höhe von € 67.662.609,82 (Vorjahr: € 34.589.424,95) und Abgänge in Höhe von € 102.252.034,77 enthalten, welche sich auf Vorleistungen im Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Forschungszentrums und Produktionswerks in Hinterberg/Leoben beziehen. Die hierfür geleisteten Vorleistungen wurden nach Finalisierung der Finanzierungsart in Form eines Finanzierungsleasingvertrags, an die Leasinggesellschaft übertragen.

4.2. Anteile an verbundenen Unternehmen

ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN in € Buchwert 31.03.2023 Höhe des Anteils in % Höhe des Eigenkapitals nach IFRS Ergebnis des letzten Geschäftsjahrs nach IFRS Buchwert 31.03.2022
AT&S Deutschland GmbH, Düren, Deutschland 1.053.000,00 100 1.364.194,51 227.116,55 1.053.000,00
AT&S India Private Limited, Nanjangud, Indien 16.898.516,89 100 16.646.498,99 2.097.637,25 16.898.516,89
AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, Volksrepublik China 229.768.865,92 100 645.057.584,18 129.334.304,51 229.768.865,92
AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City, Südkorea 3.713.663,01 100 55.930.629,91 17.361.441,29 3.713.663,01
AT&S Americas LLC, San José, Kalifornien, USA 6.444,34 100 1.909.505,31 386.349,40 6.444,34
AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (Malaysia) Sdn. Bhd. 68.965.517,44 100 39.151.076,86 -29.251.614,64 68.965.517,44
AT&S Skandinavia (AB), Solna, Schweden 2.500,00 100 8.466,39 6.299,70 0
Summe 320.408.507,60 320.406.007,60

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgte zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag. Die Wertansätze der Beteiligungen wurden einer Analyse unterzogen. Dabei haben sich keine Anhaltspunkte für einen gesunkenen beizulegenden Wert ergeben. Es wurden keine Werthaltigkeitsüberprüfungen für die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen gemäß AFRAC-Stellungnahme 24: Beteiligungsbewertung (März 2018) durchgeführt.

4.3. Ausleihungen

Unter dem Posten „Ausleihungen an verbundene Unternehmen“ ist ein Betrag in Höhe von € 6.771.764,07 (Vorjahr: € 4.315.886,86) innerhalb eines Jahres fällig. Im Zusammenhang mit den Ausleihungen wurden im Geschäftsjahr Abschreibungen aufgrund von unrealisierten Fremdwährungseffekten in Höhe von € 16.456.157,67 (Vorjahr: Zuschreibungen in Höhe von € 29.644.249,48) vorgenommen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Zusatzangaben zu Forderungen: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden zu 100 % des Nennwerts an eine Bank verkauft und vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Zum Bilanzstichtag am 31. März 2023 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 19.998.258,39 (Vorjahr: € 15.048.976,13) verkauft. Das Ausfallsrisiko wurde vollständig an den Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung, welche zum Teil durch eine Kreditversicherung gedeckt ist. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag € 1.999.826,46 (Vorjahr: € 1.504.898,16) abzüglich der Deckung der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Ansprüche aus der vorhandenen Kreditversicherung wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der, durch den Erwerber, noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in den sonstigen Forderungen ausgewiesen. Erhaltene Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die Forderungsverwaltung verbleibt bei AT&S. Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen ausschließlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 7.330.273,96 (Vorjahr: € 20.332.080,35).

Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Erträge: In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind folgende wesentliche Erträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG ZAHLUNGSWIRKSAME ERTRÄGE in € 31.03.2023 31.03.2022
steuerfreie Prämien 16.345.590,86 10.340.074,86
IPCEI Förderung 14.238.000,00 4.231.464,00
COVID-19 Förderungsmaßnahmen 4.895.537,51 4.669.511,57
Energieabgabenrückvergütung 1.105.565,31 2.632.654,75
Lieferantenboni 545.448,10 803.082,78
Summe 37.130.141,78 22.676.787,96

4.5. Aktive latente Steuern

Die Gesellschaft hat für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 147.317 (Vorjahr: T€ 52.596) latente Steuern aktiviert, die aufgrund der aktuellen Steuerplanung gegen zukünftige positive steuerliche Einkünfte verrechnet werden können. Dieses Jahr wurden für sämtliche Verlustvorträge aufgrund der Realisierbarkeit in absehbarer Zeit aktive latente Steuern angesetzt, während im Vorjahr für T€ 55.634 keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden. Die Entwicklung der aktiven latenten Steuern stellt sich, gegliedert nach Bilanzposten (temporäre Differenzen) und Verlustvorträgen, wie folgt dar:

AKTIVE LATENTE STEUERN in € zum 31.03.2021 Erfolgswirksame Erfassung im Geschäftsjahr zum 31.03.2022 Erfolgswirksame Erfassung im Geschäftsjahr zum 31.03.2023
Anlagevermögen 16.071,00 -3.750,00 12.321,00 -2.464,00 9.857,00
Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 0,00 0,00 172.666 172.666
Verlustvorträge 16.094.673,00 -3.998.644,00 12.096.029,00 21.786.801,00 33.882.830,00
Rückstellungen 5.562.454,00 -629.713,00 4.932.741,00 -1.710.886,00 3.221.855,00
Verbindlichkeiten 300.302,00 683.024,00 983.326,00 -220.683,00 762.643,00
Summe 21.973.500,00 -3.949.083,00 18.024.417,00 20.025.434,00 38.049.851,00

4.6. Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig einbezahlt und beträgt zum 31. März 2023 € 42.735.000,00 (Vorjahr: € 42.735.000,00) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Wert von je € 1,10 eingeteilt.

Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung

Der Vorstand wurde durch die 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, bis zum 3. Juli 2024 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu € 21.367.500,00, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu € 150.000.000,00 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen.

Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu € 21.367.500,00 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautender Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.# Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potentiell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen). Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Freie Rücklagen

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu € 50.000.000,00 des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

Im Umlauf befindliche Aktien

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2023 (Vorjahr: 38.850.000 Stück).

Eigene Anteile

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Weiters wurde der Vorstand in der 25. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen. Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft hält zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr keine eigenen Anteile.

Beschränkung der Ausschüttung

Für die aktivierten latenten Steuern in Höhe von € 38.049.851,00 (Vorjahr: € 18.024.417,00) dürfen Gewinne gemäß § 235 (2) UGB nur ausgeschüttet werden, soweit die verbleibenden jederzeit auflösbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens dem aktivierten Betrag aus aktiven latenten Steuern entsprechen. Aus diesem Grund besteht für heuer keine Ausschüttungssperre (Vorjahr: € 518.634,45).

Vorschlag zur Verwendung des Ergebnisses

Der Vorstand der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft schlägt vor, den Bilanzgewinn der Gesellschaft zum 31. März 2023 in Höhe von € 238.505.515,30 wie folgt zu verwenden: Auf die zum Auszahlungstag ausstehenden und gewinnberechtigten Stückaktien soll eine Dividende in Höhe von € 0,40 pro Aktie ausgeschüttet und der Restbetrag in Höhe von € 222.965.515,30 auf neue Rechnung vorgetragen werden.

4.7. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN 31.03.2023 31.03.2022
sonstiger Personalaufwand 8.303.761,33 10.782.536,09
nicht konsumierte Urlaube 5.851.514,97 5.803.495,55
Urlaubszuschuss/Weihnachtsremuneration 4.685.338,28 3.759.501,58
Jubiläumsgelder 4.630.767,99 5.613.429,63
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 2.203.630,00 16.938.087,00
Zeitausgleich 1.180.318,24 1.331.519,10
Rechts- und Beratungsaufwand 1.128.869,38 1.231.424,72
Aufsichtsratsvergütung 848.930,00 841.000,00
Kundenboni 547.116,94 224.400,03
Gewährleistung und Schadensfälle 335.862,07 1.348.609,71
Drohverluste aus schwebenden Geschäften 142.052,53 3.675.495,32
Skonto Debitoren 98.378,42 223.460,63
Drohverluste derivative Finanzinstrumente 0,00 508.473,11
Diverse sonstige Rückstellungen 2.147.877,48 2.470.656,13
Summe 32.104.417,63 54.752.088,60

Stock Appreciation Rights Plan (2017 bis 2019)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) wurde in der 91. Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni 2016 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019 erfolgen. Im Rahmen des „SAR 2017-2019“ wurden am 1. April 2017 297.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 9,96, am 1. April 2018 270.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 21,94 und am 1. April 2019 267.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 17,25 zugeteilt. Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des „SAR 2017-2019“ zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

in Stk.

DI (FH) Andreas Gerstenmayer Ing. Heinz Moitzi1) Mag.a Monika Stoisser-Göhring1) Dr. Karl Asamer1) leitende Angestellte Gesamt
01.04.2017 50.000 30.000 30.000 30.000 157.500 297.500
davon ausgelaufen -50.000 -30.000 -30.000 -30.000 -157.500 -297.500
01.04.2018 50.000 30.000 30.000 0 160.000 270.000
davon ausgelaufen -6.838 -4.103 -4.103 0 -88.786 -103.830
davon ausgeübt -43.162 -25.897 -25.897 0 -71.214 -166.170
01.04.2019 50.000 30.000 30.000 0 157.500 267.500
davon ausgelaufen 0 0 0 0 -62.500 -62.500
davon ausgeübt -50.000 -30.000 -30.000 0 -90.000 -200.000
Summe 0 0 0 0 5.000 5.000

1)ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Die im Geschäftsjahr ausgeübten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte hatten zum Zeitpunkt der Ausübung einen Wert von € 7.207.066,75.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag: Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte: in €
Zuteilung vom 01.04.2019
Beizulegender Wert zum 31.03.2023
55.500,00

Stock Appreciation Rights Plan (2020)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2017 bis 2019) wurde in der 112. Aufsichtsratssitzung vom 12. März 2020 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte am 1. April 2020 erfolgen. Im Rahmen des „SAR 2020“ wurden am 1. April 2020 290.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 17,56 zugeteilt. Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des „SAR 2020“ zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

01.04.2020 davon ausgelaufen Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 50.000 0 50.000
Ing. Heinz Moitzi1) 30.000 0 30.000
Mag.a Monika Stoisser-Göhring1) 30.000 -30.000 0
leitende Angestellte 180.000 -32.500 147.500
Gesamt 290.000 -62.500 227.500

1)ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte: in €
Zuteilung vom 01.04.2020
Beizulegender Wert zum 31.03.2023
2.010.440,00

Stock Appreciation Rights Plan (2021 bis 2023)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2020) wurde in der 118. Aufsichtsratssitzung vom 18. März 2021 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten kann im Zeitraum zwischen 1. April 2021 und 1. April 2023 erfolgen. Im Rahmen des „SAR 2021-2023“ wurden am 1. April 2021 352.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 22,92 und am 1. April 2022 381.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je € 42,81 zugeteilt. Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilung von SAR multipliziert mit € 10,00 wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des „SAR 2021-2023“ zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

01.04.2021 davon ausgelaufen 01.04.2022 davon ausgelaufen Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 50.000 0 50.000 0 100.000
DI Ingolf Schröder 30.000 0 30.000 0 60.000
Dr. Peter Schneider 30.000 0 30.000 0 60.000
Mag.a Petra Preining 0 0 30.000 0 30.000
Dipl.-Vw. Simone Faath1) 30.000 -30.000 0 0 0
Ing. Heinz Moitzi1) 5.000 0 0 0 5.000
leitende Angestellte 207.500 -17.500 241.500 -12.500 419.000
Gesamt 352.500 -47.500 381.500 -12.500 674.000

1)ehemaliges Mitglied des Vorstands.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte: in €
Zuteilung vom 01.04.2021
01.04.2022
Beizulegender Wert zum 31.03.2023
0,00
0,00

4.8. Verbindlichkeiten

Zusatzangaben zu Verbindlichkeiten in €

Bilanzwert am 31.03.2023 Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren davon dinglich besichert
Anleihen 365.000.000,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 679.708.418,59 30.000.000,00 10.000.000,00
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 703.968.148,01 17.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern 609.551.145,98 915.331,81 0,00
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 190.890.187,39 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 37.622.998,74 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 59.428.244,19 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 13.479.168,45 0,00 0,00
Summe 2.659.648.311,35 48.415.331,81 10.000.000,00

in €

Bilanzwert am 31.03.2022 Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren davon dinglich besichert
Anleihen 406.393.000,00 15.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 527.699.712,80 30.000.000,00 10.000.000,00
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 732.783.499,32 23.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern 401.869.999,10 74.844.915,94 0,00
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 52.717.414,50 0,00 0,00

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
61.591.759,35
0,00
0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
16.055.652,26
0,00
0,00
Sonstige Verbindlichkeiten
13.364.264,83
0,00
0,00
Summe
2.212.475.302,16
143.344.915,94
10.000.000,00

Im Posten „Anleihen“ ist eine, im Jänner 2022 begebene Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von € 350.000.000,00 und einer Verzinsung von 5 % enthalten. Die nachrangige Anleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren, somit im Jänner 2027, durch AT&S, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Wird die Anleihe nach diesem Zeitraum nicht gekündigt, erhöht sich der Aufschlag auf den dann gültigen Zinssatz um 5 Prozentpunkte. Im Vorjahr war im Posten „Anleihen“ eine, im November 2017 begebene Hybridanleihe mit einem Nominale von € 41.393.000,00 und einer Verzinsung von 4,75 % enthalten. Die nachrangige Anleihe hatte eine unendliche Laufzeit und konnte erstmals nach fünf Jahren durch AT&S, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Der Vorstand hat beschlossen die Hybridanleihe 2017 mit Wirkung zur ersten Kündigungsmöglichkeit, somit im November 2022, vollständig zu kündigen. Die Anleihe wurde zum Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen in Höhe von € 1.966.167,50 zurückbezahlt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern in Höhe von US-$ 662.500.000,00 (Vorjahr: US-$ 447.000.000,00) resultieren aus erhaltenen Zahlungen im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen. Innerhalb eines Jahres fällig sind hierbei US-$ 118.500.000 (Vorjahr: US-$ 0). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 59.428.244,19 (Vorjahr: € 16.055.652,26) betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Als dingliche Sicherheiten gegenüber Kreditinstituten dienten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Aufwendungen

Unter den „sonstigen Verbindlichkeiten“ sind folgende wesentliche Aufwendungen enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

in € 31.03.2023 31.03.2022
Zinsen Anleihen 3.371.914,38 4.056.032,93
Gebietskrankenkasse 2.895.011,11 2.237.161,62
Löhne und Gehälter 2.299.205,59 1.095.399,51
Finanzamt 1.591.796,07 1.469.694,94
Gemeinden 230.777,94 189.890,32
Summe 10.388.705,09 9.048.179,32

4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse aus Garantien (Vorjahr: € 0,00). Hinsichtlich der Ausfallshaftung der Factoringforderungen wird auf Punkt 4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände verwiesen.

4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

in € des folgenden Geschäftsjahres der folgenden fünf Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Sale-and-Lease-Back-Transaktion 2.868.975,53 14.434.403,69
Vorjahr: 1.431.000,24 7.533.689,04
Verpflichtungen aus Mietverträgen 1.090.535,88 3.847.693,02
Vorjahr: 960.071,64 4.082.300,70
Summe 3.959.511,41 18.282.096,71
Vorjahr: 2.391.071,88 11.615.989,74

4.11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag waren für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen Bestellungen in Höhe von € 212.297.577,10 (Vorjahr: € 84.333.066,59) offen.

4.12. Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden zum Schutz gegen mögliche Zinssatzschwankungen abgeschlossen. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit variabel verzinsten Schuldscheindarlehen und Krediten.

Nominalwert 31.03.2023 Marktwert 31.03.2023 Buchwert 31.03.2023
in € in € in € in €
Zinsabhängige Produkte: Swaps € 408.000.000,00 15.919.972,23 0,00
Nominalwert 31.03.2022 Marktwert 31.03.2022 Buchwert 31.03.2022
in € in € in € in €
Zinsabhängige Produkte: Swaps € 408.000.000,00 3.954.226,76 -508.473,11

In den Marktwerten per 31.03.2023 sind ausschließlich positive Marktwerte enthalten. In den Marktwerten per 31.03.2022 sind positive Marktwerte in Höhe von € 4.462.699,87 und negative Marktwerte in Höhe von € 508.473,11 enthalten.

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31.03.2023 31.03.2022
Zinsabhängige Produkte: Swaps 1 - 36 13 - 48

5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

5.1. Umsatzerlöse

in € 2022/23 2021/22
Ausland 454.423.358,76 398.807.773,48
Inland 43.915.290,65 38.512.745,75
Summe 498.338.649,41 437.320.519,23

5.2. Übrige sonstige betriebliche Erträge

in € 2022/23 2021/22
IPCEI Förderung 11.167.536,00 17.332.464,00
Erträge aus Kursdifferenzen 11.615.095,58 11.422.662,90
Erträge aus steuerfreien Prämien 6.005.516,00 6.065.293,00
Erträge aus nicht steuerbaren Zuschüssen F&E 903.417,82 1.080.780,32
COVID-19-Förderungsmaßnahmen 545.487,60 327.349,71
Energieabgabenrückvergütung 291.362,67 1.141.338,81
sonstige übrige Erträge 1.501.296,87 2.312.121,67
Summe 32.029.712,54 39.682.010,41

5.3. Personalaufwand

a) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
in € 2022/23 2021/22
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 316.881,61 317.042,41
übrige Arbeitnehmer:innen 4.643.836,59 2.460.251,49
Summe 4.960.718,20 2.777.293,90

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von € 3.747.281,44 (Vorjahr: € 1.982.357,81) enthalten.

b) Aufwendungen für Altersversorgung
in € 2022/23 2021/22
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 199.918,74 278.052,28
übrige Arbeitnehmer:innen 1.346.226,82 1.084.769,88
Summe 1.546.145,56 1.362.822,16

5.4. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen

in € 2022/23 2021/22*
Fremdleistungen 30.579.393,56 23.425.533,06
Rechts- und Beratungsaufwand 16.830.577,25 9.263.884,93
Mieten 15.013.169,83 8.928.210,66
Aufwand aus Kursdifferenzen 10.384.660,98 3.047.910,03
Instandhaltungskosten 6.163.368,50 4.738.035,04
Sales Support Service 2.863.520,75 0,00
Reisekosten 2.856.086,98 827.531,99
Ausgangsfrachten Kunden 2.577.176,24 2.382.254,73
Aus- und Weiterbildung 2.321.851,08 1.106.351,42
Werbe- und Vertreterkosten 2.185.146,66 1.421.888,19
Versicherungen 1.589.963,34 1.416.447,19
Raumkosten 1.575.789,10 936.396,85
Aufwendungen aus Forderungsausfällen 534.822,06 3.043.611,76
Kraftfahrzeugkosten 460.997,62 269.005,67
sonstige übrige betriebliche Aufwendungen 4.920.976,85 4.321.855,70
Summe übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 100.857.500,80 65.128.917,22
  • In den Vergleichszahlen wurde entsprechend der neuen Darstellung im Vorjahr 1.106.351,42 aus den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in den Posten Aus- und Weiterbildung umgegliedert

5.5. Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer werden im Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, 8700 Leoben-Hinterberg, offengelegt.

6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB

6.1. Organe, Arbeitnehmer:innen

Die Durchschnittszahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter:innen betrug:

2022/23 2020/21
Arbeiter:innen 733 656
Angestellte 1.023 794
Gesamt 1.756 1.450

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats:

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Vorstand tätig:
DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
Dr. Peter Schneider (stellvertretender Vorstandsvorsitzender seit 07.07.2022)
Dr. Peter Griehsnig (seit 01.04.2023)
Mag.a Petra Preining (seit 01.10.2022)
DI Ingolf Schröder

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:
Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
Mag.a DDr. Regina Prehofer (1. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
Dr. Georg Riedl (2. Stellvertreter des Vorsitzenden)
Prof. Dr. Hermann Eul
DI (FH) Georg Hansis, MBA
Mag. Robert Lasshofer
Dipl.-Phys. Lars Reger, MBA
Mag.a Dr. Karin Schaupp
Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Vom Betriebsrat waren delegiert:
Bianca Ernhardt
Wolfgang Fleck
Günter Pint
Siegfried Trauch
Günther Wölfler

Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands:

| | \multicolumn{3}{c|}{2022/23} | \multicolumn{3}{c|}{2021/22} |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| in Tsd. € | Fix | Variabel | Summe | Fix | Variabel | Summe |
| Fixe und erwartete variable Zahlungen | | | | | | |
| DI (FH) Andreas Gerstenmayer | 647 | 2.366 | 3.013 | 585 | 1.552 | 2.137 |
| Dr. Peter Schneider | 449 | 176 | 625 | 327 | 330 | 657 |
| Mag.a Petra Preining | 225 | 216 | 441 | 0 | 0 | 0 |
| DI Ingolf Schröder | 449 | 176 | 625 | 409 | 344 | 753 |
| Dipl.-Vw. Simone Faath¹⁾ | 0 | 0 | 0 | 238 | 178 | 416 |
| Ing. Heinz Moitzi²) | 0 | 0 | 0 | 256 | 72 | 328 |
| Vorstand gesamt | 1.770 | 2.934 | 4.704 | 1.815 | 2.476 | 4.291 |
| Dipl.-Vw. Simone Faath¹⁾ | 5 | 100 | 105 | 599 | 125 | 724 |
| Ing. Heinz Moitzi²) | 0 | 1.166 | 1.166 | 0 | 308 | 308 |
| Mag.a Monika Stoisser-Göhring³) | 0 | 1.016 | 1.016 | 87 | 436 | 523 |
| Ehemaliger Vorstand gesamt | 5 | 2.282 | 2.287 | 686 | 869 | 1.555 |
| Summe fixe und erwartete variable Zahlungen | 1.775 | 5.216 | 6.991 | 2.501 | 3.345 | 5.846 |
| Überleitung zum im Abschluss erfassten Aufwand | 0 | 569 | 569 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 1.775 | 5.785 | 7.560 | 2.501 | 3.345 | 5.846 |

¹) Beendigung des Vorstandsmandats per 25. Oktober 2021
²) Beendigung des Vorstandsmandats per 31. Mai 2021
³) ehemaliges Mitglied des Vorstands

Basierend auf vorläufig ermittelten Werten wurde eine Rückstellung für variable Bezüge in Höhe von 5.785 Tsd. € gebucht. Die tatsächliche Auszahlung für variable Vorstandsvergütungen wird 5.216 Tsd. € betragen.

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 1.725 (Vorjahr: T€ 848) enthalten. Außerdem ist in den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer eine Sonderprämie in Höhe von T€ 321 enthalten. Diese Prämie wurde aufgrund der erheblichen Auswirkungen auf seine Vorstandstätigkeit durch die notwendige temporäre, längerfristige Übernahme der Finanzvorstandsagenden gewährt.

In den Bezügen „Ehemaliger Vorstand gesamt“ sind sonstige Ansprüche im Zusammenhang mit der Beendigung des Vorstandsvertrags von Frau Dipl.-VW. Simone Faath enthalten. Weiters sind in den variablen Bezügen von Ing. Heinz Moitzi Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 1.166 (Vorjahr: T€ 308) enthalten. Ebenfalls in den variablen Bezügen sind von Mag.a Monika Stoisser-Göhring Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von T€ 1.016 (Vorjahr: T€ 376) enthalten.Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Andreas Gerstenmayer T€ 64 (Vorjahr: T€ 58), für Dr. Peter Schneider T€ 44 (Vorjahr: T€ 33), für DI Ingolf Schröder T€ 44 (Vorjahr: T€ 40) und und für Mag.a Petra Preining T€ 20 (Vorjahr: T€ 0) in die Pensionskasse einbezahlt. Für das ehemalige Vorstandsmitglied Frau Dipl.-VW. Simone Faath wurden im laufenden Geschäftsjahr noch T€ 45 (Vorjahr: T€ 40) in die Pensionskasse einbezahlt. Anzahl der zum Bilanzstichtag gesamt gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte nach Abzug der ausgeübten beziehungsweise verfallenen Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Mitglieder des Vorstands und ehemaligen Vorstands:

31.03.2023 31.03.2022
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 150.000 150.000
DI Ingolf Schröder 60.000 30.000
Dr. Peter Schneider 60.000 30.000
Mag.a Petra Preining 30.000 0
Vorstand gesamt 300.000 210.000
Ing. Heinz Moitzi 35.000 77.949
Mag.a Monika Stoisser-Göhring 0 60.000
Ehemaliger Vorstand gesamt 35.000 137.949
Summe 335.000 347.949

Zum 31. März 2023 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2020 in Höhe von € 17,56 (80.000 Stück), vom 1. April 2021 in Höhe von € 22,92 (115.000 Stück) und vom 1. April 2022 in Höhe von € 42,81 (140.000 Stück) unter beziehungsweise über dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (€ 28,35). Für die Aufsichtsratsvergütungen 2022/23 wurden € 937.430,00 (Vorjahr: € 841.000,00) aufwandsmäßig erfasst. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats.

6.2. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es wurden bis zum 15. Mai 2023 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2023 geführt hätten.

Leoben-Hinterberg, am 15. Mai 2023

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h.
Dr. Peter Schneider e.h.
Dr. Peter Griehsnig e.h.
Mag.a Petra Preining e.h.
DI Ingolf Schröder e.h.

Lagebericht 2022/23

Inhaltsverzeichnis

  1. Markt- und Branchenumfeld
    1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld
    1.2. Branchenumfeld
    1.3. Branchen- und Technologietrends
  2. Geschäftsverlauf
    2.1. Ertragslage
    2.2. Vermögenslage
    2.3. Geldflussrechnung
  3. Weitere Angaben
    3.1. Standorte und Zweigniederlassungen
    3.2. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)
    3.3. Nichtfinanzielle Erklärung
  4. Forschung und Entwicklung
  5. Chancen und Risiken
    5.1. Chancen- und Risikomanagement
    5.2. Erläuterung der Einzelrisiken
    5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen
  6. Ausblick

LAGEBERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23

1. Markt- und Branchenumfeld

1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Während die weltweite Coronavirus-Pandemie weiter anhielt, gab es 2022 weitere Schocks für die Weltwirtschaft. Dazu zählten geopolitische Erschütterungen wie die russische Invasion in die Ukraine und die Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten, aber auch makroökonomische Schocks wie die anhaltende Inflation auf breiter Basis und die Straffung der Geldpolitik in zahlreichen Volkswirtschaften. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2022 um geschätzte 3,4 % zu. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wuchs um 3,5 %, in China um 3,0 % und in den Vereinigten Staaten um 2,0 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2023 um 2,9 % steigen23. Der Druck auf die Lieferketten und die Inflation schienen vor der Invasion in die Ukraine nachzulassen, wenngleich der Krieg und die in der Folge gegen Russland verhängten Sanktionen nicht nur zu einem Preisanstieg führten, sondern auch für Unsicherheit hinsichtlich des Energiezugangs in Europa sorgten und zu einer weltweiten Krise der Lebenshaltungskosten beitrugen. Diese Preissteigerungen und auch der gestiegene Bedarf, um weitere Lager zur Sicherheit aufzubauen, zeigten sich in allen Segmenten der Elektronik- und Halbleiterindustrie. Der Inflationsanstieg dämpfte die Kaufkraft der Konsument:innen. Notenbanken weltweit zogen die geldpolitischen Zügel an, um die Nachfrage zu bremsen und die Inflation im Zaum zu halten. Aufgrund der höheren Preise und Zinsen fand eine Verlagerung der Konsumausgaben hin zu Gütern des täglichen Bedarfs statt. Unternehmen, die mit gestiegenen Zinssätzen konfrontiert waren, überdachten ihre Investitions- und Personalstrategie, um Kosten zu senken. Die geopolitischen Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten erhöhten den Druck auf die globale Lieferkette für Elektronik 2022 weiter und beschleunigen sich zunehmend seit Anfang 2023. Aufgrund selbst formulierter nationaler Sicherheitsbedenken schränkten die Vereinigten Staaten Chinas Zugang zu fortschrittlicher Elektronik durch verschiedene Ausfuhrkontrollen weiter ein. Die Spannungen führten nicht nur zur Begrenzung der Technologieexporte nach China, sondern auch zu einer Stärkung der Lieferkettenresilienz durch Investitionen in Produktionskapazitäten außerhalb Chinas. Zum Jahresende 2022 lockerte China seine Null-Covid-Politik, die es während der gesamten Pandemiezeit verfolgt hatte. Die Öffnung Chinas, ein relativ milder Winter in Europa, der zu einem Rückgang der Energiepreise beigetragen hat, und die nachlassende Inflation in manchen Teilen der Welt gaben Anlass zu vorsichtigem Optimismus für die Weltwirtschaft.

1.2. Branchenumfeld

Halbleiter

Zu Beginn des Jahres 2022 legte der Halbleiterbereich weiter stark zu; das Wachstum des Vorjahres setzte sich in der ersten Jahreshälfte fort, was unter anderem darauf zurückzuführen war, dass viele Unternehmen aufgrund der jüngsten Lieferengpässe bei Chips Bestände aufbauten. Im zweiten Halbjahr hingegen war die Entwicklung durchwachsen. In vielen Marktsegmenten ging die Nachfrage infolge des einsetzenden konjunkturellen Abschwungs deutlich zurück. Verstärkt wurde dieser Trend durch makroökonomische Faktoren und volle Lagerbestände. Trotz der Herausforderungen der letzten Quartale verzeichnete die Branche als Ganzes ein Umsatzwachstum von insgesamt 3,2 % für das Gesamtjahr und erreichte damit ein Rekordniveau von 574 Mrd. US-$.24 Das stärkste Wachstum zeigte sich bei analogen und diskreten Halbleitern infolge der starken Nachfrage aus den Automobil- und Industrieendmärkten, die durch langfristige Wachstumstrends bei der Fahrzeugelektrifizierung und der industriellen Automation gestützt wird. Eine wichtige Rolle dabei spielen Power-Management-ICs. Auch die drahtgebundene Konnektivität verzeichnete ein deutliches Wachstum von 20,1 %, das auf die Nachfrage nach Chips für die Next-Generation-Networking- und Speicherkonnektivität von Cloud-Rechenzentren in Kombination mit den aufgrund der angespannten Lieferkette gestiegenen durchschnittlichen Verkaufspreisen zurückzuführen ist.25 Die Verlagerung der Konsumausgaben nach der ungewöhnlich hohen Nachfrage der Jahre 2020/2021 führte zu einem rückläufigen Umsatz bei PCs und Smartphones, der mit einem Rückgang bei Kategorien wie Bildschirmtreiber-ICs und GPUs in 2022 einherging. Datenspeicher, die 2022 rund 25 % der Halbleiterverkäufe ausmachten, zeigten mit einem Umsatzrückgang von 10,0 % die schlechteste Entwicklung, vor allem aufgrund der sinkenden Nachfrage von Hyperscale-Kunden. Auf technischer Seite setzte sich der 2021 beobachtete Trend der Verlagerung von High-End-Computing- und -Networking-ICs zu größeren Substraten auch 2022 fort. Darüber hinaus vollzieht sich durch den Eintritt neuer Akteure und die Tendenz zur Entwicklung maßgeschneiderter Chips durch Hyperscaler eine stärkere Diversifizierung des Marktes. Zu Beginn des neuen Jahres deuten die Aussichten für 2023 auf einen Rückgang hin, der mindestens zwei Quartale andauern dürfte, wobei der Datenspeichermarkt und das Verbrauchersegment weiterhin die stärksten Verluste verzeichnen dürften. Den Prognosen zufolge werden die Ausgaben für Unternehmens-IT zurückgehen, und die großen Hyperscaler haben eine Verringerung ihrer Investitionsausgaben und Verzögerungen bei Neuinvestitionen angekündigt. Dies deutet auf eine Verlangsamung des Umsatzwachstums bei Servern hin. Größere Ungewissheit besteht hinsichtlich der Frage, wie viele Quartale der Abbau der Bestände und die Erholung der IT-Ausgaben dauern werden. Gleichzeitig konnten Märkte wie die Automobilbranche, drahtgebundene Vernetzung und Industrie 2022 ihr stabiles Wachstum fortsetzen, das sich 2023 noch verstärken dürfte. Während sich die wichtigsten globalen Akteure bei ihren Investitionen in die Chipherstellung vor allem auf fortschrittliche Halbleiterprozesstechnologie (7/5/3 nm) konzentrieren, investieren Auftragsfertiger in der Halbleiterindustrie auch in ältere Halbleiterprozesstechnologie, um Märkte wie die Automobilbranche zu unterstützen. Nach den angebotsseitigen Engpässen im Jahr 2021 haben sich die Lieferketten für Substrate im Laufe von 2022 stabilisiert. Prognosen zufolge wird sich die geringe Verbrauchernachfrage, die 2023 anhalten dürfte, auch auf die Nachfrage nach Flip-Chip-Substraten auswirken. Leistungsstarke Computing-Anwendungen dürften sich indes weiterhin besser entwickeln, was zu einem durchweg knappen Angebot von Substraten für große Package führt. Dies zog 2022 ein Wachstum bei fortschrittlichen Substraten (einschließlich Flip-Chip, SiP und Embedded Die) um 23,2 % nach sich. Für das kommende Jahr wird ein Rückgang von 6,2 % prognostiziert26.

Consumer, Computing, Kommunikation

Die Verbrauchernachfrage war im zweiten Halbjahr stark rückläufig. Dies wirkte sich 2022 bei den meisten Consumer-Electronic-Geräten, z. B. Smartphones, PCs und Tablets, und auch bei einigen Wearables auf die Liefermengen aus. Die Elektronik-Lieferkette wurde zudem durch verschiedene Einflüsse wie die geopolitische Instabilität und vor allem die strengen und umfassenden Lockdowns in vielen chinesischen Städten gestört, in denen ein Großteil der Unterhaltungselektronik hergestellt und montiert wird.Daher war bei vielen wichtigen Consumer-Anwendungen im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme festzustellen, die auf die negativen angebots- und nachfrageseitigen Effekte zurückzuführen war. Die Smartwatch zählt zu den wenigen Anwendungen, die 2022 ein positives Wachstum (+9 %) verzeichneten, da der Marktführer trotz des Rückgangs des Wearable-Marktes um 8 % im Jahr 2022 weiterhin sehr starke Verkaufszahlen erreichte. Während der globale 5G-Smartphone-Markt 2022 im Vergleich zum Vorjahr einen Volumenanstieg von 14,4 % erzielte, gab der Smartphone-Gesamtmarkt aufgrund der schwachen Nachfrage in China (-13,2 %) und Indien (-10,2 %) und der gravierenden Störungen der Lieferkette gegen Jahresende 2022 verglichen mit dem Vorjahr um 11,3 % nach. Die Abschwächung des PC-Marktes setzte im letzten Quartal 2021 ein und hielt über den gesamten Jahresverlauf 2022 an. Notebooks verzeichneten 2022 aufgrund der schwachen Nachfrage einen Volumenrückgang von 19,0 % gegenüber dem Vorjahr. Im PC-Segment findet aktuell eine Lagerbereinigung statt, wobei der Überhang an Lagerbeständen in den kommenden Quartalen ein zentrales Thema ist. Auch wenn der pandemiebedingte Boom am PC-Markt größtenteils abgeebbt ist, liegt das Gesamtvolumen für 2022 deutlich über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Infolge der Entwicklung bei den Endanwendungen gaben die Leiterplatten-Märkte Consumer und Computing 2022 um 3,8 % bzw. 9,9 % nach. 2023 dürften die beiden Leiterplatten-Märkte um 5,3 % bzw. 5,6 % weiter zurückgehen. Der Leiterplatten-Markt für Kommunikation, wie er von Prismark Partners berichtet wird, beinhaltet Endgeräte wie Smartphones sowie Infrastruktur. Der konsolidierte Leiterplatten-Markt in diesem Segment zog 2022 um 2 % gegenüber dem Vorjahr an und dürfte den Erwartungen zufolge im kommenden Jahr um 3,3 % nachgeben. Hier haben die Investitionen in drahtlose und drahtgebundene Infrastruktur den sehr schwachen Smartphone-Markt ausgeglichen. Da China Ende 2022 / Anfang 2023 von seiner „Null-Covid-Politik“ abgekehrt ist, dürften die Störungen der Lieferkette 2023 minimal sein. Dennoch steht der Markt weiterhin unter dem Einfluss verschiedener makroökonomischer (Inflation, Zinssätze, Geopolitik usw.) und branchenspezifischer (Lagerüberhang, Marktsättigung usw.) Faktoren. Daher wird 2023 sowohl für Erstausrüster als auch für Verbraucher:innen ein Jahr der Vorsicht, das Wachstumschancen bei ausgewählten Anwendungen bietet.

Automotive

Die Automobilproduktion ist 2022 weltweit auf 82 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 6 % gegenüber den 77 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2021. Grund hierfür waren die deutliche Verbesserung des Chipangebots zum Jahresende und Steuervergünstigen für Elektrofahrzeuge in China. Dennoch konnte der Ende 2021 prognostizierte Wert von 86 Millionen Fahrzeugen aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der Lockdowns in China nicht erreicht werden. Die erheblichen Engpässe bei Halbleitern zu Jahresbeginn belasteten nicht nur den Fahrzeugabsatz, sondern auch den Markt für Fahrzeugelektronik und den Automotive-Leiterplatten-Markt, die 2022 um lediglich 0,4 % bzw. 6,8 % zulegten. Für 2023 wird für beide Märkte ein Wachstum um weitere 4,4 % bzw. 1,1 % erwartet. Die mittel- bis langfristigen Prognosen wurden aufgrund gewisser makroökonomischer Entwicklungen, wie etwa des andauernden Konflikts in der Ukraine, nach unten korrigiert. Diese Entwicklungen erhöhen das Risiko neuer Materialengpässe, die die Erschwinglichkeit von Fahrzeugen und das Tempo bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge beeinträchtigen, und vergrößern das Risiko einer Preiseskalation. Ferner könnte sich der Trend zu flexibleren Arbeitsmodellen langfristig auf die Fahrzeugnachfrage auswirken. Andererseits wirken Elektrifizierung und Fahrer-Assistenzsysteme / autonomes Fahren (ADAS/AD) in der Automobilindustrie weiterhin als treibende Kraft. Beim Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) wurde im dritten Quartal 2022 erstmals die Zwei-Millionen-Marke erreicht und somit ein Anstieg um 75 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Weltweit wurden 2022 mehr als 7,8 Millionen solcher Autos verkauft, eine Steigerung um 70 % gegenüber 2021. Diese Zunahme ist in erster Linie auf China zurückzuführen, wo der BEV-Markt weiter mit hoher Geschwindigkeit wächst. In den USA konnte der BEV-Markt 2022 auch endlich durchstarten. Bislang schien er noch hinter der Entwicklung in China und weiten Teilen Europas zurückzubleiben. Beflügelt durch massive OEM-Investitionen in neue spannende Modelle, beträchtliche staatliche Anreize und eine sich allmählich verbessernde Ladeinfrastruktur legte der BEV-Absatz in den USA 2022 gegenüber dem Vorjahr um 88 % zu und wies damit das höchste Wachstum aller Märkte auf. Zudem entwickeln sich die Bereiche ADAS/AD schneller als noch vor einem Jahr angenommen. Mehrere Regionen, darunter die EU, China, Japan und diverse US-Bundesstaaten, kündigten im Sommer 2022 entsprechende Gesetze an, um Tests oder den Einsatz von autonomen Fahrzeugen auf ihren Straßen zuzulassen. Damit öffneten sie die Türen für die Massenproduktion von L4-Fahrzeugen, die bereits 2030 beginnen könnte. Sogenannte ACES-Fahrzeuge (Autonomous, Connected, Electric, Shared) vereinen die großen Trends, die die Automobilindustrie transformieren werden. Möglich wird dies durch den Fortschritt bei technologischen Entwicklungen in der Elektronik und Software. Sie haben dementsprechend erheblichen Einfluss auf die Märkte für Fahrzeugelektronik und -software, die den Erwartungen zufolge in den nächsten zehn Jahren deutlich wachsen werden. Die Software in Fahrzeugen spielt eine immer wichtigere Rolle. Die Folge ist eine Trennung von Hardware und Software, die die Dynamik von Branchenakteuren und die Wertelandschaft grundlegend verändern dürfte. Es ist davon auszugehen, dass dies nach einer gemeinsamen Entwicklungstätigkeit von OEMs und Zulieferern verlangt. Zudem wird eine separate Beschaffung etablierte Erlösmodelle aufbrechen und so die Hürden für den Markteintritt senken und Unternehmen aus dem Tech-Bereich anziehen. Für OEMs würde die Trennung auch bedeuten, dass die Beschaffung wettbewerbsintensiver und die Skalierung weniger komplex wird. Dies würde eine standardisierte Plattform für Anwendungssoftware ermöglichen, während der Wettbewerb bei Hardware gewahrt bliebe.

Medizintechnik

Die Branche für Medizintechnik wies nach den pandemiebedingten Verwerfungen der letzten beiden Jahre 2022 wieder stabile Umsätze auf. Die wichtigsten Unternehmen in diesem Sektor verzeichneten ein Umsatzwachstum von über 6 %. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 16 % von 2021, die infolge der Erholung von den Lockdowns des Jahres 2020 erzielt wurden. Auf globaler Ebene stiegen die Umsätze bei Medizinelektronik um 4,6 % und bei Leiterplatten für medizinische Geräte um 3,5 %. Somit war auch in diesen Bereichen das Wachstum stark rückläufig von jeweils 13 % in der Medizinelektronik bzw. 20 % bei Leiterplatten für medizinische Geräte in 2021. Auf der anderen Seite gefährden geopolitische Spannungen, steigende Lieferkettenrisiken, die zunehmende Inflation und ein globaler Wirtschaftsabschwung das nachhaltige Wachstum in der Zukunft. Darüber hinaus gingen die Ausgaben im Bereich der Medizintechnik 2022 aufgrund einer deutlich abgeflauten Nachfrage nach Produkten mit Covid-19-Bezug weltweit zurück, vor allem im Asien-Pazifik-Raum. Für 2023 stehen die Zeichen jedoch wieder auf Wachstum. Die Pandemie hat die Akzeptanz von telemedizinischen Produkten und die Entwicklungen im Bereich der In-vitro-Diagnostik (IVD) beschleunigt. Im ersten Fall führte dies zu einem Zuwachs in der Healthcare-IT, einem Sektor, der Potenzial für langfristige Umsatzgenerierung gezeigt hat. Unter Medizintechnikunternehmen herrscht starker Wettbewerb, was den Erwerb oder die Entwicklung von Innovationen im Bereich gesundheitsbezogene IT-Lösungen und künstliche Intelligenz (KI) betrifft. Es konnte eine Zunahme der Kooperationen und Fusionen von führenden Unternehmen aus der Medizintechnik und Tech-Unternehmen beobachtet werden. Mit Blick auf die regulatorischen Entwicklungen arbeitete die Europäische Kommission 2021 an der Erweiterung der Verordnung über Medizinprodukte, um Störungen in der Lieferkette zu vermeiden, während die Food and Drug Administration (FDA) in Rekordtempo neue Bestimmungen herausgibt. Die Einführung der neuen Verordnung über Over-The-Counter-Hörgeräte, die Menschen mit leichtem bis mittelgradigem Hörverlust Zugang zu erschwinglicheren Geräten ermöglicht, ist hierfür ein gutes Beispiel. Mehrere Unternehmen, die sich im Verbrauchermarkt etabliert haben (z. B. Sony, HP, Bose), wie auch andere Akteure im Markt für Hörhilfen (z. B. GN, Nuehara, Sonova) wenden unterschiedliche Geschäftsmodelle an, um dieses vielversprechende Segment zu bedienen.

Industrie und Infrastruktur

Die kontinuierlich wachsende Datenmenge ist kennzeichnend für die heutige Zeit und die Digitalisierung – ein Mega-trend und einer der wichtigsten Treiber für die Industrie. 2022 bestand eine installierte Basis von 49,6 Milliarden vernetzten Geräten, das Sechsfache der Weltbevölkerung. 75 % dieser vernetzten Geräte sind IoT-Geräte. Die 5G-Technologie, die die Konnektivität bei höheren Übertragungsgeschwindigkeiten, eine geringe Latenz und umfassende Datenkapazitäten ermöglicht, gewann im letzten Berichtszeitraum an Dynamik, die sie sich im Jahr 2023 bewahren dürfte. Mehr als 225 Betreiber aus 87 Ländern führten 5G-Dienste im Midband- bis mmWave-Frequenzbereich ein. 2022 belief sich die Zahl der bereitgestellten 5G-Makrozellen und -Kleinzellen weltweit auf 2,6 Millionen Einheiten, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 42,9 % (2020-2028). In ländlichen Regionen und Vororten haben viele Menschen nach wie vor keinen Breitbandzugang, da die Verlegung entsprechender Leitungen hoher mittel- bis langfristiger Investitionen bedarf.Dies begünstigt den 5G Fixed Wireless Access (FWA) als kosteneffiziente Alternative, um die digitale Kluft zu verringern. 2022 wurden Prognosen zufolge 20,5 Millionen Teilnehmer-Endgeräte (Customer Premises Equipment, CPE) für den Innen- und Außenbereich in Verbindung mit FWA-Lösungen ausgeliefert. Diese Zahl dürfte auf mehr als 36 Millionen Lieferungen im Jahr 2028 steigen, vor allem gestützt durch den US-Markt, wo 5G-CPE eingesetzt werden. Private Netzwerke, die sowohl 5G-Kleinzellen als auch FWA nutzen, dürften den Markt ebenfalls begünstigen. Es wird damit gerechnet, dass Branchen und Unternehmen bis 2026 1,92 Mrd. US-$ in die Verwaltung privater Netzwerke investieren werden – bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 41,3 %. Zwar lässt sich die genaue Anzahl der privaten Netzwerke derzeit schwer beziffern, Prognosen gehen von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 83,8 % zwischen 2019 und 2021 aus; vor allem durch LTE- und 5G-Netze. Während die Bereitstellung von 5G weiter voranschreitet, deutet sich schon die nächste Generation an. Die 6G-Technologie befindet sich bereits bei großen Playern in der Entwicklung und steht auf der Agenda von Aufsichtsbehörden und Normungsinstituten. Die Kommerzialisierung wird für 2030 erwartet. Einfache Netzwerke dürften durch diese Technologiegeneration in Kombination mit Edge/Cloud-Computing, KI, maschinellem Lernen und Big-Data-Analytik in Rechnernetze verwandelt werden. Prismark Partners berichtet zum Markt für Leiterplatten für Kommunikation, Infrastruktur und Endgeräte. Dieser konsolidierte Markt wies 2022 ein Wachstum von 2 % auf und dürfte 2023 um 3,3 % nachgeben. Das starke Infrastruktursegment dürfte hierbei die allgemeine Schwäche des Smartphone-Segments ausgleichen. Der Markt für Leiterplatten für Industrieelektronik legte im Einklang mit der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung 2022 um 7,6 % zu und dürfte 2023 um 2,5 % nachgeben. Zentrale Faktoren waren Investitionen zur Ausweitung der Fertigungskapazitäten in verschiedenen Branchen im Jahr 2022.

1.3. Branchen- und Technologietrends

Neue Packaging-Technologien – heterogene Integration und Chiplets

Die am Markt aufgekommenen Chiplets für ICs in Rechenzentren und Verbraucherprodukten werden 2023 voraussichtlich stärker nachgefragt werden. Im Hinblick auf das Packaging sorgte die Notwendigkeit zur Verbindung der Chiplets mit einer großen Anzahl von parallelen Kanälen mit hoher Bandbreite dafür, dass alle großen Packaging-Unternehmen Lösungen mit Brücken auf Siliziumbasis in ihr Angebot aufnahmen, während organische Substrate und ABF weiter essenzielle Bausteine für das Advanced Packaging darstellen. Wichtige Entwicklungen auf dem Gebiet waren die Einführung eines neuen organischen Interposers durch TSMC, den CoWoS-R + (plus). Dieser integriert Chiplets und passive Bauteile und stärkt so die allgemeine Package-Leistung. Alle hochmodernen Technologien, die derzeit für Packages aus großen Gehäusen zur Verfügung stehen, einschließlich EMIB von Intel und anderen Alternativen, benötigen große FC-BGA-Substrate mit hoher Komplexität.

KI-Anwendungen machen sich in Rechenzentren und leistungsstarken Computing-Anwendungen immer mehr bemerkbar. Dieser Anwendungstrend wirkt sich mittlerweile erheblich auf die Investitionen in Rechenzentren aus. Eine Reihe von Hyperscalern lenkt ihre Investitionen in die deutliche Ausweitung ihrer Kapazitäten im Bereich von KI-Modell-Training und Anwendung. Die Zunahme von Arbeitslasten durch künstliche Intelligenz wirkt sich aber auch auf System- und Chiparchitekturen aus. Der Anstieg von KI-Berechnungen fördert nicht nur die Übernahme von GPUs und speziellen Beschleunigern, sondern beeinflusst auch das Design von Schaltkreisen. Hier geht der Trend immer mehr hin zu größeren integrierten Speichern und Coprozessoren speziell für die Vektor- und Matrizenverarbeitung. Der konstante Anstieg von Rechenleistung und zu verarbeitenden Datenmengen sorgt für immer höhere Leistungsanforderungen an die Netzwerkinfrastruktur innerhalb und außerhalb von Rechenzentren. Von Transceivern über Router und Switches bis hin zu Schnittstellenkarten – um schnellere Datenübertragungsraten zu unterstützen, nimmt der Anteil an Netzwerkausrüstung zu, die nach einer hohen Leistung verlangt, und dies hat direkte Auswirkungen auf die Chipgröße und Komplexität.

2. Geschäftsverlauf

2.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse der AT&S AG sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 um € 61,0 Mio. bzw. 13,95 % auf € 498,3 Mio. gestiegen. Der Anstieg der Umsätze resultierte hauptsächlich aus höheren Handelswarenumsätzen, bei den Umsätzen mit eigens produzierten Produkten zeigte sich im vergangenen Wirtschaftsjahr ebenfalls ein Anstieg im Vergleich zur Vergleichsperiode. Die EBIT-Marge hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6,6 %-Punkte auf -10,7 % verringert (Vorjahr: -4,1 %). Hauptursachen für die Reduzierung der EBIT-Marge waren einerseits geringere sonstige betriebliche Erträge, beeinflusst durch geringere Förderungszusagen, als auch im Vergleich zur Vorperiode höhere sonstige betrieblichen Aufwendungen in Höhe von € 101,4 Mio. (Vorjahr: € 65,6 Mio.). Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Rechts- und Beratungsaufwendungen, Fremdleistungen, IT-Beratungen, Kursdifferenzen sowie aus gestiegenen Miet- und Leasingaufwendungen. Der durchschnittliche Personalstand ist gegenüber dem Vorjahr um 307 FTE auf 1.756 gestiegen, diesem steigenden Trend im Bereich des Personalaufwands wirkten positiv auf die EBIT-Marge sowohl die Anpassung variabler Prämien auf den Zielerreichungsgrad, als auch die Auflösung von Rückstellungen aus dem SAR-Programm in Höhe von € 7 Mio. (Vorjahr: Aufwand in Höhe von € 15,7 Mio.) entgegen. Das Finanzergebnis entwickelte sich äußert positiv und betrug im abgelaufenen Wirtschaftsjahr € 250,6 Mio. (Vorjahr: € 27,9 Mio.) Hauptverantwortlich für den starken Anstieg waren hierbei Erträge aus Beteiligungen in Höhe von € 214,0 Mio. (Vorjahr: € 0,0 Mio.). Ebenfalls einen starken Anstieg verzeichneten die Erträge aus den Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, diese stiegen um € 54,0 Mio. auf € 91,3 Mio. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge stiegen um € 18,3 Mio. auf € 20,9 Mio. Negativ beeinflusst wurde das Finanzergbnis durch unrealisierte Fremdwährungseffekte im Bereich der Aufwendungen aus dem Finanzanlagevermögen und Wertpapieren des Umlaufvermögens, diese betrugen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr € 16,5 Mio. (Vorjahr: Zuschreibungen in Höhe von € 29,6 Mio.). Zusätzlich negativ auf das Finanzergebnis wirkte sich der Anstieg bei den sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Folge von gestiegenen Finanzierungskosten von € 10,9 Mio. auf € 60,1 Mio. aus. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag entwickelten sich aufgrund der zusätzlichen Aktivierbarkeit von latenten Steuern aufgrund in der Zukunft verwertbaren Verlustvorträgen durchwegs positiv, wodurch ein Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von € 20.0 Mio. (Vorjahr: Aufwand in Höhe von € 3,9 Mio.) erfasst wurde. Gleichbleibend entwickelte sich der laufende Steueraufwand, dieser war im Jahresvergleich konstant und betrug € 1,5 Mio. (Vorjahr: € 1,5 Mio.). Aufgrund der erläuterten Effekte im Betriebs- und Finanzergebnis sowie dem Steuerergebnis, ergab sich im aktuellen Geschäftsjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von € 215,7 Mio. (Vorjahr: € 4,4 Mio.).

2.2. Vermögenslage

Der Buchwert des Sachanlagevermögens stieg aufgrund von Investitionen in Technologieupgrades sowie Zusatz- sowie Erweiterungsinvestitionen von € 146,7 Mio. auf € 172,4 Mio. an. Der Buchwert des immateriellen Vermögens erhöhe sich in einem geringeren Ausmaß von € 4,4 Mio. auf € 4,5 Mio. Die Anteile an verbundenen Unternehmen blieben gegenüber dem Vorjahr konstant und erhöhten sich marginal aufgrund der Gründung einer neuen Tochtergesellschaft, der AT & S Skandinavia (AB), um € 3.500,-. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen aufgrund der Aufstockung von Gesellschafterdarlehen von € 1.524,3 Mio. auf € 1.927,4 Mio. Gegenläufig wirkten hierbei bedingt durch den Euro /US-Dollar Wechselkurs, nicht realisierte Abwertungen. Die sonstigen Ausleihungen erhöhten sich aufgrund von Kautionsleistungen im Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Produktionswerks in Hinterberg/Leoben sowie durch ein langfristiges Darlehen an einen Zulieferer auf € 47,5 Mio. Im kurzfristigen Umlaufvermögen verringerten sich die Vorräte marginal von € 45,8 Mio. auf € 45,5 Mio. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen gab es einen Anstieg von € 22,9 Mio. auf € 124,3 Mio. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich um € 13,0 Mio. auf € 7,3 Mio. Der Kassenbestand bzw. die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich aufgrund erhaltener liquider Mittel aus Krediten, Schuldscheindarlehen und Finanzierungspartnern von € 425,9 Mio. auf € 505,6 Mio. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich von € 18,0 Mio. auf € 38,0 Mio. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass steuerliche Verlustvorträge aufgrund von ausreichend verwertbaren steuerlichen Ergebnissen in der Zukunft, in einem höheren Ausmaß angesetzt wurden. Das Eigenkapital zum Bilanzstichtag erhöhte sich von € 285,6 Mio. auf € 466,3 Mio. Die Veränderung resultierte einerseits aus dem im vergangenen Wirtschaftsjahr erzieltem Jahresüberschuss von € 215,7 Mio. sowie der im Zuge der Jahreshauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung von € 35,0 Mio. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 14,6 % lag aufgrund des gestiegenen Eigenkapitals, welches im abgelaufenen Jahr proportional stärker stieg als die Bilanzsumme, über dem Vorjahreswert von 11,0 %. Im Geschäftsjahr 2022/23 erhöhte sich die Nettoverschuldung der AT&S von € 1.640,5 Mio. auf aktuell € 1.794,6 Mio.# 2.3. Geldflussrechnung

Die Teilergebnisse der Geldflussrechnung wurden im mehrjährigen Vergleich gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 „Geldflussrechnung UGB“ (Juni 2020) berechnet. Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit zeigte im Geschäftsjahr 2022/23 einen Anstieg. Der höhere Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit von € 79,7 Mio. (Vorjahr: € 74,1 Mio.) ist vor allem auf erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, auf Veränderungen bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.

CASHFLOW (KURZFASSUNG)

In Mio. € 2022/23 2021/22 2020/21
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit 79,7 74,1 2,4
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -191,9 -758,3 -196,9
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 194,7 762,7 264,7

Im Rahmen der Investitionstätigkeit der AT&S wurden im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt € 152,3 Mio. in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen investiert (Vorjahr: € 95,8 Mio.). In den Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit sind fakturierte Vorleistungen in Höhe von € 102,3 Mio. enthalten, welche durch die Finanzierung des Produktionswerks in Form eines Finanzierungsleasings an die Leasinggesellschaft fakturiert wurden. Diese beschriebenen Auszahlungen, die weitere Aufstockung von Gesellschafterdarlehen sowie gegenläufige Effekte in Bezug auf Einzahlungen aus Zinsen und Beteiligungserträgen in Höhe von € 326,1 Mio. (Vorjahr: € 39,8 Mio.) führten im Wesentlichen zu einem Netto-Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit von € 191,9 Mio. (Vorjahr: € 758,3 Mio.). Aus Zahlungen von Finanzierungspartnern sowie der Aufnahme von Krediten, gemindert um gezahlte Zinsen, die Tilgung von Schuldscheindarlehen sowie um die Ausschüttung der Jahresdividende, resultiert ein Zufluss aus dem Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von € 194,7 Mio. (Vorjahr: € 762,7 Mio.).

3. Weitere Angaben

3.1. Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S-Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring

Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Auf Basis der Produktions- und Technologievielfalt, der Flexibilität in der Fertigung und des breiten Kundenspektrums setzt das Werk in Leoben den in den vergangenen Jahren eingeschlagene Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt u. a. die Produktion mittels der Embedding-Technologie. Weiters wurde in den Ausbau der IC-Core-Linie investiert, um die benötigten Vormaterialkapazitäten für die Produktion in Chongqing bereitzustellen. Nunmehr wird am Standort Leoben in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie investiert. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird. Das Werk in Fehring, dessen Auslastung im Geschäftsjahr 2022/23 gut war, bedient alle Business-Unit-AIM-Segmente Industrie, Medizin und Automotive.

Shanghai

Der Standort Shanghai fertigt HDI-Leiterplatten (High Density Interconnection) und mSAP-Leiterplatten (modified Semi-Additive Process) für Kunden insbesondere für das Segment Mobile Devices & Substrates. Der Standort hat sich als führender Anbieter der neuesten Technologiegeneration etabliert, und sein breites Technologiespektrum wird von den Kunden sehr gut angenommen. Der Standort war in den Monaten der Hochsaison 2022/23 durchgehend in Betrieb und hat die installierten Kapazitäten voll ausgelastet. Es zeigte sich eine hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten, welche insbesondere für die Marktsegmente Consumer und Automotive gefertigt wurden.

Chongqing

Der Standort in Chongqing umfasst derzeit drei operative Werke. Die Werke Chongqing I und Chongqing III sind für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrate) bestimmt. Für Chongqing III, das 2021 neu gebaut wurde, hatte die erste von vier Produktionslinien ab Oktober 2021 mit der Großserienfertigung begonnen. Die zweite Linie wurde 2022 in Betrieb genommen, während die Installation der dritten und vierten Linie aufgrund von Produktionsrückgängen in der Halbleiterindustrie in der zweiten Jahreshälfte 2022 und Anfang 2023 verlangsamt wurde. Die Installationsarbeiten für die beiden verbleibenden Linien werden reaktiviert, sobald sich der Halbleitermarkt erholt hat. Im Werk Chongqing II werden für mobile Anwendungen High-End-mSAP-Leiterplatten sowie Leiterplatten für Module gefertigt. Die Produktionskapazitäten für Module wurden weiter ausgebaut, um die steigenden Kundenbedarfe im High-End-Bereich zu bedienen. Der Vollausbau des Werks soll im kommenden Geschäftsjahr abgeschlossen werden.

Kulim

Der im Oktober 2021 begonnene Bau für IC-Substrate ist im Gange. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig, jedoch wird ein Teil des Investitionsvorhabens später als geplant realisiert. Nach Fertigstellung können in den beiden Werken bis zu zehn Linien installiert werden. Ab April 2023 kann in einem Werk mit der Installation der Anlagen begonnen werden.

Ansan

Die sehr positive Entwicklung des Standorts in Korea konnte im Geschäftsjahr 2022/23 weiter fortgesetzt werden, vor allem im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer. Die Erweiterung des Werks wurde bereits im Geschäftsjahr 2021/22 fertiggestellt und auf dieser Basis die Produktion ausgeweitet.

Nanjangud

Der Standort war im gesamten Geschäftsjahr gut ausgelastet und konnte vor allem Kunden aus dem Automotive- und Industriesegment bedienen. Die Qualifizierung für HDI-Produkte konnte fortgesetzt und damit die Strategie zu höherwertigen Technologien im Produktmix weiterverfolgt werden.

Hongkong

Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates – und damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsgesellschaften – sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Vertriebsservicegesellschaften

Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan, Taiwan und Schweden konnten im Geschäftsjahr 2022/23 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

3.2. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2023 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,10 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Maßgebliche direkte und indirekte Beteiligungen

Stk./in % Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung, Wien, Österreich 7.043.133 18,13 % 18,13 %
Androsch Privatstiftung, Wien, Österreich 6.819.337 17,55 % 17,55 %

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar: Siehe Tabelle unten. Zum Stichtag 31. März 2023 befanden sich rund 64,3 % der Aktien im Streubesitz. Außer den unten angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Und es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer:innen mit Kapitalbeteiligung. Weiters gibt es keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Verträge aller Vorstände enthalten eine „Change of Control“-Klausel: Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor. In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen („Sonderkündigungsrecht“). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrags, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrags einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind. Der Vorstand wurde durch die 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, bis zum 3.Juli 2024 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand in der 25. Hauptversammlung am 4. Juli 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Juli 2024 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Diesbezüglich wurde der Vorstand auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs. 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautender Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juli 2019 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausübung der Ermächtigung zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen sowie im Falle der Nichtnutzung des bedingten Kapitals.

In Bezug auf das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 25. Hauptversammlung vom 4. Juli 2019, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen). Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesen Beschlüssen in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Eigene Aktien

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben, wobei der Erwerb über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen kann.

Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.

Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen.

Zum 31. März 2023 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Freie Rücklagen

In der 27. ordentlichen Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, einen Betrag in Höhe von bis zu 50.000.000 € des – nach Dividendenausschüttung – auf neue Rechnung vorgetragenen Bilanzgewinns, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in freie Rücklagen umzuwidmen.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen AT&S und ihren Tochtergesellschaften. AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen. Weiterführend wird auf die Erläuterungen 22 „Gezeichnetes Kapital“ sowie 15 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen. Der Corporate-Governance-Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter https://ats.net/unternehmen/corporate-governance/ abrufbar.

3.3. Nichtfinanzielle Erklärung

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs. 6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2022/23 als gesondertes Kapitel beigefügt.

4. Forschung und Entwicklung

Strukturierte Erschließung der technologischen Chancen

Die Fokussierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von AT&S richtet sich darauf, die Chancen aus der Digitalisierung und Ökologisierung für AT&S zu nutzen. Die Elektronikindustrie, speziell die Mikroelektronik, nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Sie stellt Systeme zur Verfügung, welche die Digitalisierung erst ermöglichen (z. B. Datenzentren und Computer mit Hochleistungsprozessoren). Durch effizienten Aufbau der Gesamtsysteme kann zudem auch der Energieverbrauch dieser Geräte drastisch reduziert werden. Zusätzlich ist die Mikroelektronik auch die Basis für gänzlich neue Lösungen zur effizienteren Energienutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Gewinnung, Transport, Speicherung und Nutzung).

Die dazu laufenden Projekte werden in unseren vier Kernentwicklungsfeldern zusammengefasst.

Miniaturisierung und funktionale Integration:

Elektronische Geräte werden nicht nur immer kleiner und leichter, sie werden zugleich zunehmend leistungsfähiger und erfüllen immer mehr Funktionen bei einem gleichzeitig optimierten Energieverbrauch. Aufgabe von AT&S ist es, dafür die Grundlage zu schaffen. Dazu arbeitet das Unternehmen im Besonderen an neuen Technologien, welche die Dichte der Leiterstrukturen erhöhen und die Dicke der Systeme verringern. Ein weiteres Forschungsfeld sind Technologien, mit denen elektronische Komponenten direkt in Leiterplatten und Substrate integriert werden können. Dies erhöht die Packungsdichte und die Effizienz des Gesamtsystems.

Hohe Datenübertragungsraten:

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird auch das zu übertragende Datenvolumen in den kommenden Jahren stark wachsen. Lösungen bieten hier elektronische Systeme, die bei höheren Frequenzen arbeiten (z. B. Kommunikationsmodule für 5G und in Zukunft 6G, Radarsysteme für Autos). Diese werden neue Lösungen für die Verbindungstechnologie benötigen. Über Entwicklungsprojekte in diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell, präzise und verlustarm leiten.

Leistung und Leistungseffizienz:

Im Bereich der Elektrifizierung gibt es derzeit angesichts der Nachhaltigkeitsbestrebungen einen starken Trend zu CO2-neutraler Energieerzeugung, neuen Energieträgersystemen und elektrisch basierten Antriebsformen. AT&S konzentriert seine Entwicklungstätigkeit auf Systeme, die eine optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten von der Energieerzeugung bis zur Nutzung ermöglichen und somit große Leistungen schalten, regeln bzw. übertragen können.

Virtuelle Entwicklung und Ressourceneffizienz:

Die industriellen Produktionsprozesse werden sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Die Prozesse werden verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) organisiert sein, und die Nachhaltigkeit wird auch hier eine wichtige Rolle spielen: Die Herstellung von Produkten muss mit einem minimalen Verbrauch natürlicher Ressourcen erfolgen, höchst zuverlässig sein und hinsichtlich der eingesetzten Materialien eine Nachnutzung ermöglichen. AT&S arbeitet an neuen Lösungen, die eine effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, Energie etc.) erlauben. Dabei werden über die Digitalisierung große Datenmengen zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen sowie von Produkteigenschaften und Produktqualität nutzbar gemacht und neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion erarbeitet.

Innovationsrate weiterhin hoch

Der Vitality Index misst die Auswirkung der Innovationskraft eines Unternehmens. Er beschreibt den Anteil am Umsatz, den AT&S mit innovativen Produkten erzielt hat, die während der vergangenen drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden.# AT&S

Innovation und Forschung & Entwicklung

Grundsätzlich gilt: Der Vitality Index ist in den Jahren nach einer erfolgreichen Implementierung neuer Technologien höher und in Phasen der Entwicklung neuer Technologien (also in der Phase vor ihrer Markteinführung) niedriger. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sehen wir die Auswirkung der Einführung von neuen, innovativen Produkten am Markt. AT&S strebt im Mittel einen jährlichen Vitality Index von mindestens 20 % an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ergab sich ein Vitality Index von 35,6 %.

Die Innovationskraft und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens spiegeln sich u. a. in der Anzahl und Qualität seiner geistigen Schutzrechte: Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt 79 Erfindungen neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 522 Patentfamilien, die zu 693 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

F&E-Aufwand: 10,2 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2022/23 auf 183,4 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. in Relation zum Umsatz) von 10,2 % gegenüber 11,4 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Zweistufiger Entwicklungsprozess

AT&S folgt einem zweistufigen Innovationsprozess: Die Grundlage für den ersten Schritt stellen sogenannte Technologieplattformen dar. In diesen Technologieplattformen werden technische Lösungsansätze erarbeitet, die technische Problemstellungen der nächsten Jahre in den strategischen Applikationen von AT&S lösen. Diese Stufe entspricht der angewandten Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und -implementierung an den Standorten von AT&S, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren. Begleitet werden diese Entwicklungstätigkeiten durch Entwicklungen im virtuellen Bereich und eine starke Kooperation mit unseren Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen.

Wesentliche Entwicklungsprojekte

Der Schwerpunkt der F&E-Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr lag im Ausbau des F&E-Zentrums in der AT&S-Zentrale in Leoben. Dabei handelt es sich um ein Entwicklungszentrum für IC-Substrate und andere Technologien im Bereich des „Advanced Electronic Packaging“. Das Kernstück stellt eine F&E-, Prototypen- und Serienfertigungslinie dar, die technologisch global einen neuen Standard in diesem Bereich setzt. Durch diese Maßnahme wird ein Technologiebereich, der heute nur in Asien verfügbar ist, nach Europa gebracht, was natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Versorgungssicherheit darstellt. Zusammen mit den Investitionen in die Forschung und Entwicklung in der Zentrale in Leoben in den Bereichen „Substrat - Core“ und „Packaging-Technologien“ über die letzten Jahre wird dieses neue Zentrum zu einem „Hotspot“ der Elektronikentwicklung und der Garant für zukunftsweisende Lösungen aus dem Hause AT&S.

Parallel wurden die Technologieplattformen für „High Performance Computing“, „Hochfrequenzelektronik“ und „Power and Power Efficiency“ weiter ausgebaut. In diesen Plattformen werden Lösungskonzepte entwickelt, welche die Herausforderungen der elektronischen Systeme bis zum Ende der Dekade unterstützen und bestmöglich meistern werden. So werden z. B. neue Lösungskonzepte für die energieeffiziente Stromversorgung von Hochleistungsrechenmodulen, verlustarme Schaltungs- und Entwärmungskonzepte für die Elektromobilität und Energieversorgung sowie erste Grundkonzepte für den nächsten Mobilfunkstandard 6 G entwickelt.

5. Chancen und Risiken

5.1. Chancen- und Risikomanagement

Struktur und Instrumente

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S-Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, ein einheitliches System zur Verfügung zu stellen, welches es ermöglicht, positive oder negative Abweichungen von den Unternehmenszielen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Das Risikomanagement berichtet dem Gesamtvorstand regelmäßig in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen. Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2), welche in einer konzernweiten Risikomanagementrichtlinie festgelegt wurde.

RISIKOMANAGEMENT 2022/23

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde eine Umstrukturierung des Risikomanagements vorgenommen. Um Synergien bestmöglich nutzen zu können, wurde das Enterprise Risk Management mit dem Projektrisikomanagement sowie dem Business Continuity Management in einer Abteilung vereint. Ziel dieser Weiterentwicklung ist eine engere Verknüpfung der Risikomanagementprozesse. Des Weiteren wurde die neue Struktur dazu genutzt, das Risikobewusstsein zu stärken sowie besser im Unternehmen zu verankern. Im Rahmen von Risikomanagement-Workshops mit Gruppen-, Business-Unit- und Werksfunktionen werden allumfassend Risiken identifiziert, bewertet und Mitigationsmaßnahmen definiert.

5.2. Erläuterung der Einzelrisiken

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Im nachfolgenden Abschnitt werden die wesentlichen Risiken je Risikokategorie beschrieben.

Strategie

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI). Um das Geschäft mit High-End-Substraten als strategisches Standbein zu sichern, tätigt AT&S Investitionen in eine Produktionsstätte im Kulim Hi-Tech Park, Kedah, Malaysia. Das Projekt wird in Kooperation mit zwei führenden Herstellern von High-Performance-Computing-Halbleitern durchgeführt. Aktuell wird eines der beiden Werke finalisiert, und die ersten Maschinen wurden bereits eingebracht. Mit dem Start der Produktion wird planmäßig im Jahr 2024 gerechnet. Die Gebäudehülle des zweiten Werks wird fertiggestellt. Die Beschaffung und Installation der Infrastruktur und des Produktionsequipments hängt zeitlich davon ab, wie sich der Markt und die Situation bei einem wesentlichen Kunden entwickeln. Des Weiteren investiert das Unternehmen am Standort Leoben-Hinterberg in ein neues R&D-Center für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Im Rahmen der derzeitigen Diversifikationsstrategie konnten für den IC-Substrate-Geschäftsbereich neue Kunden gewonnen werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass das R&D-Center um eine Serienproduktion erweitert wird, unterstützt durch Finanzierungsbeiträge der neuen Kunden.

Unvorhergesehene technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kürzere Technologie-zyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Der Einsatz der HDI-Technologie konnte gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie z. B. für die Automotive-Industrie übertragen werden. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf neue Technologien sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen. Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industriesegment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

In den Märkten für IC-Substrate wird 2023 für Notebook-CPUs eine geringere Nachfrage als 2022 erwartet. Der extreme Absatzanstieg bei PCs und Notebooks wegen des Home-Office während der Covid-Pandemie führte in diesem Bereich zu einem Vorzieheffekt und somit zu einer Sättigung. In Verbindung mit hohen Lagerbeständen wird der Effekt auf die Zulieferkette noch verstärkt. Laut derzeitigen Prognosen wird eine Erholung des Bedarfs für Ende 2023 erwartet. Dementsprechend passt AT&S das Investitionsprogramm in Malaysia an die gegebene Marktsituation an.# Risikobericht

Markt

Server-ICs, Technologiewandel und Wettbewerb

Bei Server-ICs wird die Nachfrage nach IC-Substraten mittelfristig vom Technologiewandel hin zu Heterogeneous Integration profitieren. Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten, beispielsweise Vietnam oder Philippinen. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S-Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Des Weiteren haben Mitbewerber im letzten Jahr substanzielle Investitionen in ABF-Substrat-Kapazitäten angekündigt, welche zu weiteren Überkapazitäten im Markt und einem damit verbundenen Preisverfall führen können. Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2023/24 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Der Ukraine-Krieg mit Auswirkungen auf den Energiemarkt, die verschärften Spannungen zwischen den USA und China sowie allgemeine Konjunkturabschwächungen, kombiniert mit gestiegener Inflation sowie einem höheren Zinsniveau, haben die Marktbedingungen nach dem Ende der Covid-Pandemie deutlich eingetrübt. Geringere Nachfrage für IC-Substrate, stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive und Industrie sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern. Neben der Beherrschung von Risiken werden aufgrund von Kunden- und Applikationsanalysen krisenfeste Applikationen forciert, wie z. B. Anwendungen im Medizinbereich.

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 75 % zum Gesamtumsatz bei, wobei der jeweilige Anteil zwischen 2% und 37% liegt. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder der Profitabilität bei diesen Kunden. Im Rahmen der Diversifikationsstrategie ist es AT&S gelungen, bereits weitere IC-Substrat-Kunden zu gewinnen, welche insbesondere im Bereich Server-ICs tätig sind. Auch im Geschäft mit PCBs konnten große Neukunden gewonnen und die Profitabilität deutlich gesteigert werden. Diese Maßnahmen unterstützen die schnelle Kompensation möglicher negativer Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden. Nichtsdestotrotz können nachteilige Änderungen in den Märkten eine negative Auswirkung auf AT&S haben, da die Kunden in ähnlichen Marktsegmenten agieren.

Beschaffung

Einkaufspreise und Verfügbarkeit

Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Der Fokus im Geschäftsjahr 2022/23 lag auf der Verfügbarkeit von Rohmaterialien sowie der Preisentwicklung. Insbesondere der Ukraine-Russland-Krieg und dessen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie sowie in der Folge auf die Preissituation stellten AT&S vor eine Herausforderung. Es wird damit gerechnet, dass die Rohmaterialpreise sich im kommenden Geschäftsjahr stabilisieren. Insbesondere die Entwicklung der Preise und der Verfügbarkeit von Rohmaterialien wie z. B. Kupfer können eine massive Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung haben. Die Rohmaterialknappheit führt zu längeren Vorlaufzeiten und Unsicherheiten in Bezug auf Liefertermine. AT&S hat durch gezieltes Lieferantenmanagement das Beschaffungsrisiko jedoch reduzieren können. Auch zukünftig kann es in den von AT&S angesteuerten Wachstumsmärkten zu Kapazitätsengpässen bei Produktionsmaterialien, Komponenten und Equipment kommen, was den Geschäftsverlauf von AT&S beeinflussen würde.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Kundenspezifikationen können die verwendeten Rohmaterialien nur auf bestimmte Lieferanten beschränken, weshalb eine Abhängigkeit für AT&S entstehen kann. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es aber in der Regel alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

Umgebung

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb Österreichs, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie z. B. Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen. Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolicen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen. Der seit Februar 2022 andauernde Krieg zwischen der Ukraine und Russland hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Neben der daraus resultierenden humanitären Katastrophe hat dieser Krieg auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Materialien und Energie, was sich auch in deren Preisentwicklung widerspiegelt. Unsicherheiten im Hinblick auf die Energieversorgung, insbesondere mit Strom, können auch einen negativen Effekt auf AT&S mit sich bringen. Um dieses Risiko zu mitigieren, wurden bereits Maßnahmen getroffen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Des Weiteren arbeitet AT&S an einer Energie-Strategie für alle Produktionsstandorte, welche neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit auch die Versorgungssicherheit einbezieht. Nichtsdestotrotz können weitreichende Sanktionen und weitere unerwartete geopolitische Entwicklungen die Geschäftstätigkeit von AT&S negativ beeinflussen. Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aus derzeitiger Sicht hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Des Weiteren kam es in den letzten Monaten verstärkt zu Provokationen in Ostasien (insbesondere China und Taiwan aber auch im Korea-Konflikt). Eine Verschlimmerung dieser Konflikte könnte einen negativen Effekt auf die Geschäftstätigkeiten haben. Weiters können daraus resultierende makroökonomische Entwicklungen einen negativen Einfluss auf die Geschäfte von AT&S haben.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen (z. B. REACH und ROHS), wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Schadenersatz- bzw. Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine „Zero-Tolerance-Politik“ gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100%ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeiter:innen. Das Governance, Risk & Compliance Committee („GRC Committee“) unterstützt das Enterprise Risk Management in der Überwachung der Risikolandschaft und hilft die damit verbundene Einhaltung von rechtlichen und regulatorischen Vorschriften zu fördern. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform „We Care“ eingeführt, welche es Mitarbeiter:innen und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten.# AT&S – Geschäftsbericht

Risiken und Chancen

Operativ

Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft die Chance bieten, sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance, geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung zugesagter Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Im Mobile Device Business können Qualitätsmängel zur Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess von AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil (z. B. IATF 16949), Luftfahrt (z. B. NADCAP-Akkreditierung) und Medizintechnik (z. B. DS/EN ISO 13485). Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu erhalten. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigen Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate in Chongqing und Kulim ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens spezifische Risiken. Der Markt für IC-Substrate wird durch technologische Änderungen beeinflusst. Der Aufbau eines R&D-Centers mit Prototypenproduktion in Österreich soll auch der Entwicklung neuer Technologien dienen und so zur Minderung des Marktrisikos von IC-Substraten beitragen. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko neuer Technologieentwicklungen. Komplikationen beim Vorantreiben dieser technologischen Entwicklungen und bei der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten.

Kostenkontrolle

Um resultierende Effekte aus Nachfrageschwächen, wie Preisdruck sowie aus Inflation abzumildern, hat AT&S umfassende Kostenoptimierungsprogramme initiiert. Deren Fokus liegt darauf, den Umfang der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen zu erhöhen sowie deren Umsetzung zu beschleunigen sowie die ineffiziente Nutzung von Materialien und Ressourcen weitestgehend zu eliminieren. Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

Organisation

Mitarbeiter:innen

Die kollektive Industrieerfahrung und die Managementexpertise der Mitarbeiter:innen der AT&S-Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die beiden Großprojekte (Leoben und Kulim) erfordern eine hohe Anzahl an qualifiziertem Personal. Sollte es nicht möglich sein, ausreichend qualifiziertes Personal anzuwerben, könnte sich dies negativ auf den Fortschritt der Großprojekte auswirken. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen weiter auszubauen.

Finanzen

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung der Transaktionseffekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in Asien und des damit verbundenen starken Umsatzwachstums ergeben sich wesentliche Translationsrisiken aus dem RMB sowie dem MYR. Das Ausmaß dieser Risiken wird laufend analysiert. Die Ergebnisse fließen in Strategien zur Umsetzung eines effizienten Währungsmanagements ein.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, weitere Zinsänderungen, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des angestrebten Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge zu einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury mit entsprechenden Finanzinstrumenten. Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 20 „Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten“ im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z. B. der OECD (insbesondere im Hinblick auf den BEPS-Aktionsplan („Base Erosion and Profit Shifting“)). Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht das Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten. Darüber hinaus besteht das Risiko höherer Steuerbelastungen durch künftige Veränderungen in der Steuergesetzgebung (etwa die Einführung der globalen Mindestbesteuerung).

ESG

Im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements wurden auch Risiken in Bezug auf ESG – das sind jene im Hinblick auf Umwelt, Soziales und verantwortungsvolles Unternehmertum – berücksichtigt. Für nähere Informationen zu den wesentlichen ESG-Risiken wird auf das Kapitel „Die Verankerung und Steuerung der Nachhaltigkeit“ im nichtfinanziellen Bericht 2022/23 im verwiesen.

5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept des COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten. Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung. Das Interne Kontrollsystem verfolgt das Ziel, die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften und internen Regularien sicherzustellen.# Weitere Grundsätze des IKS sind:

  • Identifikation operativer Risiken sowie Definition und Implementierung adäquater Kontrollmaßnahmen
  • Sicherstellung einer adäquaten Funktionstrennung
  • Sicherstellung der Richtigkeit und Vollständigkeit des Rechnungswesens
  • Gewährleistung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit
  • Aufdeckung bereits entstandener Schäden
  • Schutz materieller und immaterieller Vermögenswerte

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzliche Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Dokumentenmanagementsystem archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die notwendigen Kontrollmaßnahmen im Zusammenhang mit den Prozessen der Rechnungslegung, beispielsweise Zugriffsberechtigungen und Funktionstrennungen, werden im Internen Kontrollsystem dokumentiert. Ihre Umsetzung und Wirksamkeit wird von der internen Revision regelmäßig überprüft und etwaige Verbesserungsmaßnahmen identifiziert.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheiten Corporate Finance und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

6. Ausblick

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Während die weltweite Covid-Pandemie weiter anhielt, gab es 2022 weitere Schocks für die Weltwirtschaft. Dazu zählten geopolitische Erschütterungen wie die russische Invasion in die Ukraine und die Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten, aber auch makroökonomische Schocks wie die anhaltende Inflation auf breiter Basis und die Straffung der Geldpolitik in zahlreichen Volkswirtschaften. Die globale Wirtschaftsleistung (BIP) legte 2022 um geschätzte 3,4 % zu. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wuchs um 3,5 %, in China um 3,0 % und in den Vereinigten Staaten um 2,0 %. Den Prognosen zufolge wird das globale BIP 2023 um 2,9 % steigen.43 Die geopolitischen Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten erhöhten den Druck auf die globale Lieferkette für Elektronik 2022 weiter. Die Spannungen führten nicht nur zur Begrenzung der Technologieexporte nach China, sondern auch zu einer Stärkung der Lieferkettenresilienz durch Investitionen in Produktionskapazitäten außerhalb Chinas. Eine mögliche Verschärfung des Handelskonflikts könnte die Erhöhung von Strafzöllen auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern sowie Handelsrestriktionen für Technologieunternehmen zur Folge haben. Aktuell hat der Handelskonflikt nur unwesentlich Einfluss auf AT&S. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Für das Kalenderjahr 2023 gehen die Marktanalysen von einer rückläufigen Tendenz von 3 % bei Leiterplatten und von 6 % bei IC-Substraten aus. Bezüglich weiterführender Informationen zu Industrie- und Technologie-Trends wird auf Punkt 1 „Markt- und Branchenumfeld“ des Konzernlageberichts verwiesen.

Strukturelle Trends intakt

Im Geschäftsjahr 2023/24 wird AT&S, abhängig von der Marktentwicklung, die Investitionsvorhaben in Kulim und den Ausbau des Standorts Leoben weiter vorantreiben sowie Technologie-Upgrades an anderen Standorten durchführen. Angesichts des äußerst volatilen Umfelds werden die laufenden Investitionsprojekte kurzzyklisch überprüft und bei Bedarf den jeweils aktuellen Gegebenheiten angepasst. Für die Segmente von AT&S gestalten sich die Erwartungen derzeit wie folgt:

  • In den Märkten für IC-Substrate wird 2023 für Notebooks eine geringere Nachfrage als 2022 erwartet. Durch hohe Lagerbestände wird der negative Effekt auf die Zuliefererkette noch verstärkt. Dies wird laut aktuellen Prognosen insbesondere das erste Halbjahr 2023 betreffen, gegen Ende des Jahres wird eine Erholung der Bedarfe erwartet.
  • Bei Servern wird die Nachfrage nach IC-Substraten mittelfristig vom Technologiewandel hin zu Heterogeneous Integration44 profitieren.
  • Im Bereich der mobilen Endgeräte bleiben der Mobilfunkstandard 5G sowie auch das Geschäft mit Modulleiterplatten ein positiver Treiber.
  • Bei Automotive sollte sich die Halbleiterknappheit weiter entspannen und der Wachstumstrend aufgrund des weiterhin steigenden Elektronikanteils je Fahrzeug somit verstärken.
  • Bei Industrial und Medical erwartet AT&S für das laufende Geschäftsjahr weiterhin eine positive Entwicklung.

Investitionen

Im Rahmen der strategischen Projekte plant das Management für das Geschäftsjahr 2023/24 – in Abhängigkeit vom Marktumfeld und von den Projektfortschritten – Investitionen in Höhe von bis zu 800 Mio. €. Für Basisinvestitionen werden rund 100 Mio. € veranschlagt. Aus dem Investitionsbudget für das Geschäftsjahr 2022/23 haben sich geplante Investitionen in Höhe von rund 200 Mio. € in das Geschäftsjahr 2023/24 verschoben. In Summe ergibt sich daraus derzeit ein geplantes Investitionsvolumen in Höhe von bis zu 1,1 Mrd. €.

Gesamtaussage für das Geschäftsjahr 2023/24

AT&S erwartet, dass sich die Eintrübung des Marktumfelds aus dem zweiten Halbjahr 2022/23, insbesondere im Markt für IC-Substrate, auch im ersten Halbjahr 2023/24 fortsetzt. Zusätzliche Unsicherheitsfaktoren für die Endmärkte stellen weiterhin hohe Inflationsraten, steigende Zinsen, Rezessionsrisiken sowie geopolitische Entwicklungen dar. Für die zweite Jahreshälfte 2023/24 erwartet das Unternehmen, dass sich, unter anderem, die Lagerbestände in der Lieferkette normalisiert haben werden und sich die Nachfrage wieder verbessert. In diesem stark volatilen Umfeld erwartet AT&S einen Umsatz zwischen 1,7 und 1,9 Mrd. €. Exklusive der Effekte aus dem Anlauf der neuen Produktionskapazitäten in Kulim und Leoben in Höhe von rund 100 Mio. € wird die bereinigte EBITDA-Marge voraussichtlich zwischen 25 und 29 % liegen.

Leoben-Hinterberg, am 15. Mai 2023

Der Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer e. h.
Dr. Peter Schneider e. h.
Dr. Peter Griehsnig e. h.
Mag. Petra Preining e. h.
DI Ingolf Schröder e. h.

Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss 2022/23

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2023 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern

Sachverhalt und Problemstellung

Die Gesellschaft weist in der Bilanz zum 31. März 2023 aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 38.050 (Vorjahr: TEUR 18.024) aus. Diese setzen sich aus aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen in Höhe von TEUR 4.167 und aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 33.883 zusammen. Basierend auf der aktuellen Planung wurden zum 31.# Bericht des unabhängigen Wirtschaftsprüfers

Bericht zum Jahresabschluss

Urteil

Wir haben den Jahresabschluss der [Name des Unternehmens] – [Name des Unternehmens] Privatstiftung, [Ort], bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. März 2023 endende Geschäftsjahr, dem Anhang und dem Konzern-Cashflow-Statement für das am 31. März 2023 endende Geschäftsjahr, geprüft.

Nach unserer Beurteilung vermittelt der beigefügte Jahresabschluss nach den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zum 31. März 2023 und der Ergebnisse ihrer Tätigkeiten für das am 31. März 2023 endende Geschäftsjahr und steht mit dem Lagebericht in Einklang.

Grundlage für das Urteil

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden „EU-VO“) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA) vorschreiben, durchgeführt. Unsere Verantwortung gemäß diesen Vorschriften ist in den Abschnitten „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ weiter ausgeführt.

Wir sind unabhängig von der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und den von uns eingehaltenen berufsrechtlichen Verhaltensvorschriften. Wir haben unsere beruflichen Verhaltensvorschriften eingehalten und sind unabhängig von der Gesellschaft. Die uns zur Verfügung stehende unabhängige Bestätigung ist für unsere Prüfung des Jahresabschlusses ausreichend und geeignet.

Wir sind davon überzeugt, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind diejenigen Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des laufenden Geschäftsjahres waren. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Latente Steuern

Zum 31. März 2023 wurden latente Steuern in Höhe von TEUR 147.317 auf die gesamten bestehenden Verlustvorträge aktiviert. Im Vorjahr wurden für einen Teil der bestehenden Verlustvorträge in Höhe von TEUR 52.596 latente Steuern aktiviert und dabei steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 55.634 nicht berücksichtigt, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auszugehen war. Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf Punkt 3.4. des Anhangs bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Punkt 4.5. bezüglich erläuternder Darstellungen inklusive der Entwicklung der aktiven latenten Steuern. Die Bewertung der aktiven latenten Steuern ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit erheblichen Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Jahresabschluss. Schätzunsicherheiten bestehen insbesondere in Zusammenhang mit getroffenen Planannahmen und deren Auswirkungen auf die steuerlichen Ergebnisse. Deshalb haben wir die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben den Prozess zur Ermittlung der laufenden und latenten Steuern erhoben, die Berechnung der laufenden und latenten Steuern auf rechnerische Richtigkeit überprüft sowie die der Ermittlung der temporären Differenzen zugrundeliegenden Daten abgestimmt, die Veränderung der Verlustvorträge auf Basis der vorläufigen Steuerberechnungen nachvollzogen, die Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert sowie die zugrundeliegenden Planannahmen kritisch gewürdigt und die Darstellung und die Erläuterungen im Anhang geprüft.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Lagebericht

Urteil

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juli 2022 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2023 endende Geschäftsjahr gewählt und am 5. September 2022 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2021 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.

[Ort], [Datum]

[Name der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft]

[Unterschrift des Abschlussprüfers]

[Name des Abschlussprüfers]# Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Aktionäre der ams OSRAM AG

Erklärung zur unabhängigen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses

Wir haben die Jahresabschlüsse der ams OSRAM AG (im Folgenden „Gesellschaft“ genannt) sowie den Konzernabschluss, die für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr erstellt wurden, geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Jahresabschlüsse und die Konzernabschlüsse

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften und für die Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften und vermitteln damit ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns. Sie sind zudem verantwortlich für die tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten, die im Lagebericht dargestellt werden, und haben die wesentlichen Risiken und Unsicherheiten zu beschreiben, denen die Gesellschaft und der Konzern ausgesetzt sind.

Die gesetzlichen Vertreter sind ferner verantwortlich für die Gestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, das für die fehlerfreie Aufstellung und die Vermeidung von wesentlichen falschen Darstellungen, ob aufgrund von Betrug oder Irrtum, unerlässlich ist.

Bei der Festlegung der Rechnungslegungsgrundsätze sind die gesetzlichen Vertreter für die Beurteilung der Fähigkeit der Gesellschaft und des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit verantwortlich. Sie legen die Rechnungslegungsgrundsätze zugrunde, sofern sie nicht beabsichtigen, die Gesellschaft oder den Konzern zu liquidieren oder die Geschäftstätigkeit einzustellen oder keine realistischere Alternative dazu haben. Die für die Aufstellung der Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse berücksichtigten oder einschlägigen Anmerkungen sind anzugeben.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage unserer Prüfung ein Testat über die Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen gesetzlichen Vorschriften sowie den auf Grund dieser Vorschriften erlassenen Prüfungsstandards durchgeführt. Nach diesen Vorschriften und Standards hat der Wirtschaftsprüfer die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber gewonnen wird, ob die Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse frei von wesentlichen falschen Darstellungen sind.

Eine Prüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die im Jahresabschluss und im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze, Darstellungen und sonstigen finanziellen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen ist dem Ermessen des Wirtschaftsprüfers überlassen, einschließlich der Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und Konzernabschluss, sei es wegen Betrugs oder Irrtums. Bei der Vornahme der Risikobeurteilungen berücksichtigt der Wirtschaftsprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses relevant ist, um im Hinblick auf die jeweiligen Umstände geeignete Prüfungshandlungen festzulegen. Eine Prüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Schätzungen sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung der Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Testat zu dienen.

Grundlage für das Testat

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. Es wird darauf hingewiesen, dass der in unserem Prüfungsbericht enthaltene Bestätigungsvermerk mit einer qualifiziert elektronischen Signatur versehen wurde und der in diesem Urkundenexemplar enthaltene Bestätigungsvermerk nur deswegen nochmals qualifiziert elektronisch signiert wurde, um eine Überprüfung der Signatur zu ermöglichen.

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Leoben-Hinterberg, am 15. Mai 2023

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h.
Chief Executive Officer

Dr. Peter Schneider e.h.
Vorstandsmitglied, EVP BU Electronics Solutions, stellvertretender CEO

Dr. Peter Griehsnig e.h.
Chief Technology Officer

Mag. Petra Preining e.h.
Chief Financial Officer

DI Ingolf Schröder e.h.
Vorstandsmitglied, EVP BU Microelectronics

Wien, 15. Mai 2023

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer
Wirtschaftsprüfer

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard Marterbauer.

1 IMF, “World Economic Outlook Update”, Januar 2023
2 Semiconductor Industry Association, “SIA Databook”, Februar 2023
3 Gartner, “Market Share Analysis: Semiconductors - Worldwide 2022”, Januar 2023
4 Prismark Partners, “Application Forecasts”, März 2023
5 IDC, “Quarterly Wearable Device Tracker, 2022|Q4”, März 2023
6 IDC, “Quarterly Mobile Phone Tracker, 2022|Q4”, Februar 2023
7 IDC, “Quarterly Personal Computing Device Tracker, 2022|Q4”, Februar 2023
8 LMC Automotive, „Global Light Vehicle Forecast, Quarter 4, 2022”, März 2023
9 PwC, "Electric Vehicle Sales Review Q4 2022", Februar 2023
10 McKinsey & Company, “Automotive software and electronics 2030”, Juli 2019
11 Medical Device Network, “2022 Medtech: The shadow of Covid-19 lingers over industry”, Januar 2023
12 EY, “Pulse of the industry medical technlology report 2022”, Januar 2023
13 Euroactiv, “Commission suggests prolonging medical device certification periods”, Januar 2023
14 IDC, “Worldwide IDC Global DataSphere IoT Device Installed Base and Data Generated Forecast, 2022-2026”, September 2022
15 GSMA, “The telecoms industry in 2023-trends to watch”, Januar 2023
16 Prismark Partners, “Total Base Stations Installations – Annual”, Januar 2023
17 Yole, “RF for Fixed Wireless Access 2023”, Januar 2023
18 IDC, “Worldwide and U.S. Private Mobile Networks Managed Services”, Juni 2022
19 GSA, “Private Mobile Networks”, Dezember 2022
20 IDC, “6G Fulfilling the Promise of 5G”, Juli 2021
21 IMF, World Economic Outlook Update, Januar 2023
22 Bei Heterogeneous Integration werden die verschiedenen Funktionalitäten eines einzelnen Mikrochips in sogenannte Chiplets aufgeteilt, was sowohl die Kosten reduziert als auch die Leistung erhöht. Allerdings werden dafür deutlich größere und komplexere IC-Substrate benötigt, die die Verbindung zwischen den einzelnen Chiplets gewährleisten.
23 IMF, “World Economic Outlook Update”, Januar 2023
24 Semiconductor Industry Association, “SIA Databook”, Februar 2023
25 Gartner, “Market Share Analysis: Semiconductors - Worldwide 2022”, Januar 2023
26 Prismark Partners, “Application Forecasts”, März 2023
27 IDC, “Quarterly Wearable Device Tracker, 2022|Q4”, März 2023
28 IDC, “Quarterly Mobile Phone Tracker, 2022|Q4”, Februar 2023
29 IDC, “Quarterly Personal Computing Device Tracker, 2022|Q4”, Februar 2023
30 LMC Automotive, „Global Light Vehicle Forecast, Quarter 4, 2022”, März 2023
31 PwC, "Electric Vehicle Sales Review Q4 2022", Februar 2023
32 McKinsey & Company, “Automotive software and electronics 2030”, Juli 2019
33 Medical Device Network, “2022 Medtech: The shadow of Covid-19 lingers over industry”, Januar 2023
34 EY, “Pulse of the industry medical technlology report 2022”, Januar 2023
35 Euroactiv, “Commission suggests prolonging medical device certification periods”, Januar 2023
36 IDC, “Worldwide IDC Global DataSphere IoT Device Installed Base and Data Generated Forecast, 2022-2026”, September 2022
37 GSMA, “The telecoms industry in 2023-trends to watch”, Januar 2023
38 Prismark Partners, “Total Base Stations Installations – Annual”, Januar 2023
39 Yole, “RF for Fixed Wireless Access 2023”, Januar 2023
40 IDC, “Worldwide and U.S. Private Mobile Networks Managed Services”, Juni 2022
41 GSA, “Private Mobile Networks”, Dezember 2022
42 IDC, “6G Fulfilling the Promise of 5G”, Juli 2021
43 IMF, World Economic Outlook Update, Januar 2023
44 Bei Heterogeneous Integration werden die verschiedenen Funktionalitäten eines einzelnen Mikrochips in sogenannte Chiplets aufgeteilt, was sowohl die Kosten reduziert als auch die Leistung erhöht. Allerdings werden dafür deutlich größere und komplexere IC-Substrate benötigt, die die Verbindung zwischen den einzelnen Chiplets gewährleisten.

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