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AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG

Annual / Quarterly Financial Statement Jun 6, 2019

736_10-k_2019-06-06_436fa2d2-82a4-4b3d-8ec6-2abd1e22520c.pdf

Annual / Quarterly Financial Statement

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AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft

Jahresfinanzbericht zum 31. März 2019

Inhaltsverzeichnis

Konzernabschluss zum 31. März 2019 2
Konzernlagebericht 2018/19 67
Bestätigungsvermerk zum Konzernabschluss 2018/19 100
Jahresabschluss zum 31. März 2019 106
Lagebericht 2018/19 133
Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss 2018/19 153
Erklärung aller gesetzlicher Vertreter 158

Konzernabschluss zum 31. März 2019

Inhaltsverzeichnis

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 3
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 3
Konzernbilanz 4
Konzern-Kapitalflussrechnung 5
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 6
Anhang zum Konzernabschluss 7

KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

in Tsd. € Erläuterung 2018/19 2017/18
Umsatzerlöse 1 1.027.983 991.843
Umsatzkosten 2 (860.828) (829.539)
Bruttogewinn 167.155 162.304
Vertriebskosten 2 (30.723) (32.606)
Allgemeine Verwaltungskosten 2 (36.593) (39.480)
Sonstiger betrieblicher Ertrag 4 18.858 8.006
Sonstiger betrieblicher Aufwand 4 (1.487) (7.938)
Sonstiges betriebliches Ergebnis 17.371 68
Betriebsergebnis 117.210 90.286
Finanzierungserträge 5 15.172 3.348
Finanzierungsaufwendungen 5 (17.190) (18.123)
Finanzergebnis (2.018) (14.775)
Ergebnis vor Steuern 115.192 75.511
Ertragsteuern 6 (28.243) (18.992)
Konzernjahresergebnis 86.949 56.519
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer, nach Steuern 6.235 2.892
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 80.714 53.627
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären
des Mutterunternehmens zusteht (in € je Aktie):
25
- unverwässert 2,08 1,38
- verwässert 2,08 1,38

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Konzernjahresergebnis 86.949 56.519
Zu reklassifizierende Ergebnisse:
Währungsumrechnungsdifferenzen, nach Steuern 24.466 (53.523)
Gewinne aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von zur
Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, nach Steuern 1) 15
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern (3.730) 68
Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse: (5.797) -784
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern (5.797) (784)
Sonstiges Ergebnis 14.939 (54.224)
Konzerngesamtergebnis 101.888 2.295
davon vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer, nach Steuern 6.235 2.892
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 95.653 (597)

'1) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstumente bezeichnet eine Klassifizierung von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39, welche im Berichtsjahr aufgrund der Erstanwendung von IFRS 9 nicht mehr relevant ist.

KONZERNBILANZ

in Tsd. € Erläuterung 31.03.2019 31.03.2018
VERMÖGENSWERTE
Sachanlagen 7 777.742 766.378
Immaterielle Vermögenswerte 8 60.121 75.856
Finanzielle Vermögenswerte 12 193 284
Aktive latente Steuern 6 35.555 45.530
Sonstige langfristige Vermögenswerte 9 24.664 56.219
Langfristige Vermögenswerte 898.275 944.267
Vorräte 10 84.465 136.097
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 11 229.045 118.650
Finanzielle Vermögenswerte 12 239.752 59.635
Laufende Ertragsteuerforderungen 5.728 1.061
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 326.841 270.729
Kurzfristige Vermögenswerte 885.831 586.172
Summe Vermögenswerte 1.784.106 1.530.439
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 21 141.846 141.846
Sonstige Rücklagen 22 42.444 27.505
Hybridkapital 23 172.887 172.887
Gewinnrücklagen 446.274 369.153
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 803.451 711.391
Summe Eigenkapital 803.451 711.391
SCHULDEN
Finanzielle Verbindlichkeiten 15 679.076 458.359
Rückstellungen für Personalaufwand 16 48.409 37.322
Passive latente Steuern 6 5.547 5.069
Sonstige Verbindlichkeiten 14 16.196 14.526
Langfristige Schulden 749.228 515.276
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten
14
15
179.954
37.967
199.880
81.525
Laufende Ertragsteuerschulden 9.331 16.425
Sonstige Rückstellungen
Kurzfristige Schulden
17 4.175
231.427
5.942
303.772
Summe Schulden 980.655 819.048
Summe Eigenkapital und Schulden 1.784.106 1.530.439

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Betriebsergebnis 117.210 90.286
Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 132.888 135.692
Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 37 363
Veränderung langfristiger Rückstellungen 10.833 3.569
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (17.523) 2.081
Gezahlte Zinsen (13.624) (14.988)
Erhaltene Zinsen 4.939 1.113
Gezahlte Ertragsteuern (28.788) (26.015)
Cashflow aus dem Ergebnis 205.972 192.101
Vorräte 20.755 (35.037)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte (23.405) (34.044)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (30.898) 20.913
Sonstige Rückstellungen (1.890) (742)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 170.534 143.191
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (100.913) (141.933)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 77 234
Auszahlungen für den Erwerb von finanziellen Vermögenswerten (275.669) (118.506)
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 99.926 66.816
Cashflow aus Investitionstätigkeit (276.579) (193.389)
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 355.278 112.751
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (190.892) (151.693)
Einzahlungen aus der Begebung von Hybridkapital 172.887
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 5.112 5.487
Dividendenzahlungen (13.986) (3.885)
Hybridkuponzahlungen (8.313)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 147.199 135.547
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 41.154 85.349
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 270.729 203.485
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 14.958 (18.105)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 326.841 270.729

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

Gezeichnetes Sonstige Hybrid Gewinn Den Eigen
tümern des
Mutterunter
nehmens zu
rechenbares
Nicht
beherr
schende
Summe
in Tsd. € Kapital Rücklagen kapital rücklagen Eigenkapital Anteile Eigenkapital
Stand zum 31.03.2017 141.846 81.729 316.519 540.094 540.094
Konzernjahresergebnis 56.519 56.519 56.519
Sonstiges Ergebnis (54.224) (54.224) (54.224)
davon Währungsumrechnungsdifferenzen (53.523) (53.523) (53.523)
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
davon Veränderung von zur Veräußerung
verfügbaren finanziellen Vermögenswerten,
(784) (784) (784)
nach Steuern 15 15 15
davon Veränderung von
Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung
von Zahlungsströmen, nach Steuern
68 68 68
Konzerngesamtergebnis 2017/18 (54.224) 56.519 2.295 2.295
Dividendenzahlung für 2016/17 (3.885) (3.885) (3.885)
Begebung Hybridkapital 172.887 172.887 172.887
Stand zum 31.03.2018 141.846 27.505 172.887 369.153 711.391 711.391
Anpassungen IFRS 15, IFRS 9 10.393 10.393 10.393
Stand zum 01.04.2018 141.846 27.505 172.887 379.546 721.784 721.784
Konzernjahresergebnis 86.949 86.949 86.949
Sonstiges Ergebnis 14.939 14.939 14.939
davon Währungsumrechnungsdifferenzen,
nach Steuern
24.466 24.466 24.466
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
(5.797) (5.797) (5.797)
davon Veränderung von
Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung
von Zahlungsströmen, nach Steuern (3.730) (3.730) (3.730)
Konzerngesamtergebnis 2018/19 14.939 86.949 101.888 101.888
Dividendenzahlung für 2017/18 (13.986) (13.986) (13.986)
Hybridkuponzahlung (8.313) (8.313) (8.313)
Steuereffekt auf Hybridkupon 2.078 2.078 2.078
Stand zum 31.03.2019 141.846 42.444 172.887 446.274 803.451 803.451

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS I.ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

A. Allgemeines

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "die Gesellschaft" und mit ihren Tochtergesellschaften "der Konzern" genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, 8700 Leoben-Hinterberg.

Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienstleistungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufacturer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manufacturer) abgesetzt.

Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Österreich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsenplatz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse. Die AT&S Aktie wird seit 19. März 2018 in den österreichischen Leitindex ATX einbezogen. Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten Standards (IFRSs und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

a. Konsolidierungsgrundsätze

Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2019, mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der AT&S (China) Company Limited und der AT&S (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Abschlussstichtag: 31. Dezember 2018), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2019 erfolgte.

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 16. Mai 2019 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 3. Juni 2019 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung – die Gesellschafter können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.

Konsolidierungskreis Die Gesellschaft beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert:

  • AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong, China (im Folgenden AT&S Asia Pacific genannt), Anteil 100 %
  • AT&S (China) Company Limited, China (im Folgenden AT&S China genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden AT&S Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S Japan K.K., Japan, 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden AT&S Taiwan genannt), 100 % Tochtergesellschaft der AT&S Asia Pacific
  • AT&S India Private Limited, Indien (im Folgenden AT&S Indien genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden AT&S Korea genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Americas LLC, USA (im Folgenden AT&S Americas genannt), Anteil 100 %
  • AT&S Deutschland GmbH, Deutschland, Anteil 100 %

Im Geschäftsjahr 2018/19 gab es keine Veränderungen im Konsolidierungskreis.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dementsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgeblichen Einfluss über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte.

Konsolidierungsmethoden Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen handeln.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (Business Combinations) und IFRS 10 "Konzernabschlüsse" (Consolidated Financial Statements). Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden darüber hinaus einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden angewendet.

Der Konzern betrachtet Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen als Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns. Bei Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem zuordenbaren erworbenen Anteil am Nettovermögen des Tochterunternehmens vom Eigenkapital abgezogen. Gewinne oder Verluste bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.

b. Geschäftssegmentinformationen

Die Einteilung der Geschäftssegmente und die Darstellung der Segmentergebnisse erfolgt nach dem Management Approach und folgt den internen Berichten an den Vorstand der Gesellschaft als jene verantwortliche Unternehmensinstanz (chief operating decision maker), welche über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet. Als Geschäftssegment wird ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmenten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Der AT&S Konzern gliedert seine betrieblichen Tätigkeiten in drei Segmente:

  • Mobile Devices & Substrates
  • Automotive, Industrial, Medical
  • Sonstige

Das Segment Mobile Devices & Substrates umfasst die Herstellung von Leiterplatten für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smartphones, Tablets, Notebooks und Consumer-Produkte wie Digitalkameras, sowie Substrate für Desktop-PCs und Server. Leiterplatten für diese Applikationen werden hauptsächlich in unseren Werken in Shanghai (AT&S China) und Chongqing (AT&S Chongqing) produziert.

Das Segment Automotive, Industrial, Medical beliefert Kunden in den Bereichen Automobilzulieferungen, Industrieanwendungen, Medizintechnik, aber auch Luftfahrt, Sicherheitstechnik und anderen Branchen. Für dieses Segment wird hauptsächlich in unseren Werken in Indien, Südkorea und an den Standorten in Österreich produziert.

Im Segment Sonstige sind die Aktivitäten der Embedding-Technologie sowie übergeordnete Konzernaktivitäten abgebildet. Embedding-Technologie steht für neue, technologisch sehr hochwertige Anwendungen. Hier werden diverse Komponenten bereits direkt in die Leiterplatte integriert, um eine weitere Verkleinerung der Endgeräte bei höherer Funktionalität zu gewährleisten. Diese Technologie ist für unterschiedlichste Anwendungen nützlich.

c. Fremdwährungen

Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung.

Ausländische Gesellschaften Die Umrechnung der Bilanzen der AT&S Indien, AT&S China, AT&S Asia Pacific, AT&S Japan K.K., AT&S Korea, AT&S Americas, AT&S Chongqing und AT&S Taiwan erfolgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Fremdwährungstransaktionen In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Ausnahme jener finanziellen Vermögenswerte, die als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert wurden – werden erfolgswirksam erfasst.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.03.2019 31.03.2018 Veränderung
in %
01.04.2018–
31.03.2019
01.04.2017–
31.03.2018
Veränderung
in %
Chinesischer Renminbi 7,5618 7,7690 (2,7 %) 7,7751 7,7430 0,4 %
Hongkong-Dollar 8,8159 9,6712 (8,8 %) 9,1080 9,1366 (0,3 %)
Indische Rupie 77,6621 80,1981 (3,2 %) 80,6668 75,4776 6,9 %
Japanischer Yen 124,3700 131,3000 (5,3 %) 128,4076 129,5684 (0,9 %)
Südkoreanischer Won 1.275,6888 1.310,1405 (2,6 %) 1.287,1060 1.293,4904 (0,5 %)
Taiwan-Dollar 34,6394 35,9455 (3,6 %) 35,3469 35,0181 0,9 %
US-Dollar 1,1230 1,2323 (8,9 %) 1,1613 1,1699 (0,7 %)

d. Ertragsrealisierung

Unter den Umsatzerlösen sind die beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält. Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen sowie nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Erträge werden wie folgt realisiert:

Erlöse aus Produktverkäufen Gemäß IFRS 15 sind Umsatzerlöse zu erfassen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus ihnen ziehen kann. Die Umsatzrealisierung kann zeitpunkt- und zeitraumbezogen erfolgen. Bei Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen sowie ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive einer Marge besteht, erlangt der Abnehmer gemäß IFRS 15.3 c Kontrolle über diese Produkte. Bei einem Teil der Kunden der AT&S Gruppe werden diese Kriterien erfüllt, sodass in diesen Fällen die Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu realisieren sind. Die Messung des Leistungsfortschritts erfolgt anhand der bisher angefallenen Kosten in Relation zu den Gesamtkosten.

Bei jenen Kunden, bei denen diese Kriterien nicht erfüllt sind, erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen, wenn die Kontrolle bei Lieferung (abhängig von den vereinbarten Incoterms) auf den Käufer übergegangen ist.

e. Ertragsteuern

Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern.

Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buchwerten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie steuerlichen Verlustvorträgen und Firmenwertabschreibungen.

Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von Eigenkapitalinstrumenten sowie auf noch nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne genutzt werden können.

Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern; und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

f. Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert, hingegen werden Instandhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert.

Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude und Bauten 10 – 50 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 4 – 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 15 Jahre

Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Gemietete Sachanlagen, bei denen der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen innehat und die wirtschaftlich als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind, werden entsprechend IAS 17 "Leasingverhältnisse" (Leases) mit dem Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Anlagegegenstands. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sichergestellt, dass das Eigentum auf den Leasingnehmer übergehen wird, so wird der Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind abgezinst passiviert. Die laufenden Zahlungen der Leasingraten werden in Tilgungsanteil und Finanzierungskosten aufgeteilt.

Die überlassenen Gegenstände aller anderen Leasing- und Pachtverträge werden als operatives Leasing behandelt und dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden als Aufwand erfasst.

Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

g. Immaterielle Vermögenswerte

Patente, Markenrechte und Lizenzen Ausgaben für erworbene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.

Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungskosten werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstellungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Periodenaufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden Nachweise kumulativ erbracht werden können:

  • Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.
  • Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
  • Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.
  • Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.
  • Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen.

Die aktivierten Entwicklungsprojekte umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten. Finanzierungskosten werden aktiviert, wenn das Entwicklungsprojekt einen qualifizierten Vermögenswert gemäß IAS 23 darstellt. Entwicklungskosten werden linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von sechs bis sieben Jahren, die sich aus den erwarteten Verkaufsperioden ableitet, abgeschrieben.

h. Abschreibungen für Wertverluste und Zuschreibungen auf Sachanlagen, immaterielles Anlagevermögen

Die Werthaltigkeit der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regelmäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Für immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung vorliegt. Liegt der erzielbare Betrag des jeweiligen Anlagegegenstands unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschreibung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrags. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden. Die angewandten Abzinsungssätze entsprechen den marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewichteten Kapitalkosten auf Basis extern verfügbarer Kapitalmarktdaten.

Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

i. Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im regulären Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der notwendigen variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die FIFO-Methode (First in - First out) ermittelt. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht angesetzt.

j. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Forderungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden erstmalig mit dem Transaktionspreis im Sinne des IFRS 15 angesetzt und in weiterer Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen für erwartete und tatsächliche Kreditausfälle, ausgewiesen. Die Forderungen werden gemäß dem vereinfachten Modell (erwartete Kreditausfälle während der erwarteten Laufzeit) bewertet. Hierfür wird im Rahmen einer Wertberichtigungsmatrix mittels einer Vergangenheitsanalyse und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen der Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Sämtliche Forderungen weisen ein Zahlungsziel von weniger als einem Jahr auf und enthalten somit keine Finanzierungskomponente in Form von Zinsen.

k. Finanzielle Vermögenswerte

Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsdatum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel mit dem Marktpreis bestimmt. Der Erstansatz erfolgt zuzüglich der Transaktionskosten – außer bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten.

Nach IFRS 9 werden alle finanziellen Vermögenswerte in zwei Klassifizierungskategorien aufgeteilt — diejenigen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und diejenigen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Wenn finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, so können Aufwendungen und Erträge entweder vollständig im Periodenergebnis oder im sonstigen Ergebnis zu erfassen sein.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten Darunter fallen jene finanziellen Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und deren Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Die Bewertung erfolgt zum Zeitpunkt des Zuganges zum beizulegenden Zeitwert bzw. zum Transaktionspreis gemäß IFRS 15 (vertragliche Vermögenswerte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Diese Wertminderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

AT&S wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen an, in dem erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden. Die Bestimmung des Kreditverlustes erfolgt auf Basis einer Wertberichtigungstabelle, die auf Grundlage eines Ratings der Kunden erstellt wird.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Darunter fallen jene finanziellen Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf der finanziellen Vermögenswerte besteht, und deren Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Alle Eigenkapitalinstrumente, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen; Wertveränderungen werden im Periodenergebnis erfasst. Wenn ein Eigenkapitalinstrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann ein Unternehmen beim erstmaligen Ansatz die unwiderrufliche Entscheidung treffen, dieses zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Gesamtergebnis zu bewerten, wobei nur Erträge aus Dividenden im Periodenergebnis erfasst werden, sofern sie keine Kapitalrückzahlung darstellen.

Gemäß IFRS 9 wurde die unwiderrufliche Option der erfolgsneutralen Bewertung in Anspruch genommen. Wertänderungen der Eigenkapitalinstrumente werden somit im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Darunter fallen finanzielle Vermögenswerte, die weder als fortgeführte Anschaffungskosten noch als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzinstrumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das "Hedge Accounting" zur Anwendung gelangt (siehe Derivative Finanzinstrumente).

Derivative Finanzinstrumente Der Konzern schließt nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Zinsschwankungen abzusichern. Diese Instrumente betreffen hauptsächlich Zinsswaps. Sie werden abgeschlossen, um den Konzern gegen ein steigendes Zinsniveau zu schützen.

Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein.

Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Marktwerten. AT&S wendet weiterhin die Bestimmungen des IAS 39 betreffend Hedge Accounting an. Das "Hedge Accounting" gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" (Financial Instruments: Recognition and Measurement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der Zahlungsströme des Grundgeschäftes hocheffektiv kompensieren. Sofern kein erfolgsneutrales "Hedge Accounting" anzuwenden ist, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Zins- und Dividendenerträge Die Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns erfolgswirksam erfasst.

l. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).

m. Nicht beherrschende Anteile

Die Gesellschaft hat keine nicht beherrschenden Anteile.

Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den Eigentümern des Mutterunternehmens und den Eigentümern der Hybridanleihe zugeordnet.

n. Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrscheinlich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ihre Höhe wird der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

o. Rückstellungen für Personalaufwand

Rückstellungen für Pensionen Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Versorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen.

Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiedene Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflichtung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der Rentenanpassungen berechnet.

Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen aktiviert.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Rückstellungen für Abfertigungen Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kündigungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezahlen. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker.

Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter der österreichischen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für seit dem 1. Jänner 2003 eingetretene Mitarbeiter wird der Abfertigungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht.

Für Mitarbeiter der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsansprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeitern in Südkorea und China Abfertigungsansprüche. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar.

Rückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter in Österreich und China.

Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Eine bestimmte Mindestdauer des Dienstverhältnisses ist Voraussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansammlungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen.

Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergebnisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.

p. Aktienoptionen

Das Programm ist im Geschäftsjahr 2017/18 ausgelaufen.

q. Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte

Der Konzern hat ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (Share-based Payment) bilanziert.

Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung von SAR erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmaligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 14 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

r. Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet.

s. Öffentliche Zuwendungen

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen werden, und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt.

Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

t. Eventualschulden, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt, aber im Anhang unter Punkt 20 erläutert. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.

Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

u. Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen waren im Geschäftsjahr 2018/19 erstmalig anzuwenden und beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS.

  • IAS 40: Übertragungen in den und aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
  • IFRS 2: Einstufung und Bewertung anteilsbasierter Vergütungen
  • IFRS 4: Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit IFRS 4 Versicherungsverträge
  • IFRS 9: Finanzinstrumente
  • IFRS 15: Erlöse aus Kundenverträgen
  • IFRS 15: Klarstellung zu Erlöse aus Verträgen mit Kunden
  • IFRIC 22: Fremdwährungstransaktionen und im Voraus erbrachte oder erhaltene Gegenleistungen
  • Jährliche Verbesserungen IFRS 2014 2016: IFRS 1 Erstmalige Anwendung
  • Jährliche Verbesserungen IFRS 2014 2016: IAS 28 Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen

Die aus der erstmaligen Anwendung dieser neu in Kraft getretenen Standards resultierenden Änderungen werden weiter unten erläutert.

v. Künftige Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften sowie Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von neuen Rechnungslegungsstandards

Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2018/19 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind.

Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union übernommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses bereits veröffentlicht, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet:

Standard/Interpretation Erwartete Auswirkungen
(Inhalt der Regelung) Anwendung 1) EU 2) auf den Konzernabschluss
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019 Ja Die Auswirkungen werden im Folgenden erläutert
IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 01.01.2019 Ja Keine
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 01.01.2019 Ja Keine
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten Auf den
endgültigen
Standard wird
gewartet
Nein Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2022 Nein Keine
IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebes 01.01.2020 Nein Keine
IAS 1, IAS 8 Definition von "wesentlich" 01.01.2020 Nein Keine
IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
01.01.2019 Ja Es werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen/Konzernabschlüsse: Auf Nein Keine
IFRS 10 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen unbestimmte
einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint
Venture
Zeit verschoben
IAS 19 Planänderungen, -kürzungen und Abgeltungen 01.01.2019 Ja In Prüfung
Rahmenkonzept: Änderungen der Verweise auf das
Rahmenkonzept in den IFRS Standards
01.01.2020 Nein Keine
Jährliche Verbesserungen zu IFRS 2015 - 2017 01.01.2019 Ja Es werden keine Auswirkungen erwartet

1) Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet.

2) Status der Übernahme durch die EU

IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen IFRS 15 regelt die Erlösrealisierung und ersetzt somit IAS 11 "Fertigungsaufträge", IAS 18 "Umsatzerlöse", SIC 31 "Umsatzerlöse – Tausch von Werbedienstleistungen", IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme", IFRIC 15 "Verträge über die Errichtung von Immobilien" sowie IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden".

Gemäß IFRS 15 sind Umsatzerlöse zu erfassen, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus ihnen ziehen kann. Zur Ermittlung der zu realisierenden Umsatzerlöse sieht der neue Standard ein fünfstufiges Schema vor.

Zum 1. April 2018 hat der Konzern erstmalig IFRS 15 angewendet.

Aufgrund der vom Konzern gewählten Übergangsmethoden bei der Anwendung dieses Standards wurden die Vergleichsinformationen im vorliegenden Abschluss nicht an die Anforderungen der neuen Standards angepasst.

Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung des Standards:

Umsatzerlöse aus Produktionsaufträgen wurden bisher erfasst, wenn die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der verkauften Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übergehen. IFRS 15 beinhaltet neue Kriterien für die Erfassung von Umsatzerlösen über einen bestimmten Zeitraum. Bei Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen und bei denen ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive einer Marge besteht, erlangt der Abnehmer Kontrolle über diese Produkte (IFRS 15.35 c). Bei einem Teil der Kunden der AT&S Gruppe werden diese Kriterien erfüllt, sodass in diesen Fällen die Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu realisieren sind. Der Leistungsfortschritt wird anhand der bisher angefallenen Kosten (inputorientierte Methode) gemessen. Bei jenen Kunden, bei denen diese Kriterien nicht erfüllt sind, erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen, wenn die Kontrolle bei Lieferung auf den Käufer übergegangen ist.

Die nachstehenden Tabelle stellt die Auswirkungen des Übergangs auf IFRS 15 auf die Gewinnrücklagen zum 1. April 2018 dar:

01.04.2018
Vor IFRS 15 Nach IFRS 15
in Tsd. €
Aktiva
Anpassung Umwertung Anpassung
Vorräte 136.097 (35.304) 100.793
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 118.650 48.702 167.352
Aktive latente Steuer 45.530 (2.754) 42.776
Eigenkapital
Gewinnrücklagen 369.153 10.644 379.797

Der wesentliche Anstieg resultiert aus der Erfassung der vertraglichen Vermögenswerte, da aufgrund der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung es nun zu einer vorgezogenen Realisierung kommt und sich folglich die Vorräte entsprechend vermindern.

Die nachstehenden Tabellen fassen die Auswirkungen der Anwendung des IFRS 15 auf die betroffenen Posten der Konzernbilanz zum 31. März 2019 sowie der Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2018/19 zusammen:

31.03.2019
Vor IFRS 15 Nach IFRS 15
in Tsd. € Anpassung Umwertung Anpassung
Aktiva
Vorräte 135.722 (51.257) 84.465
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte 156.598 72.447 229.045
Aktive latente Steuer 39.587 (4.032) 35.555
Eigenkapital
Gewinnrücklagen 429.116 17.158 446.274
01.04.2018 - 31.3.2019
Vor IFRS 15 Nach IFRS 15
in Tsd. € Anpassung Umwertung Anpassung
Umsatzerlöse 1.005.518 22.465 1.027.983
Umsatzkosten (845.777) (15.051) (860.828)
Bruttogewinn 159.741 7.414 167.155
Betriebsergebnis 109.796 7.414 117.210
Ergebnis vor Steuern 107.778 7.414 115.192
Konzernperiodenergebnis 80.753 6.196 86.949

IFRS 9 Finanzinstrumente IFRS 9, "Finanzinstrumente", befasst sich mit der Klassifizierung, dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Dieser Standard ersetzt IAS 39, "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung", mit Ausnahme der Option, das Hedge Accounting unter IAS 39 (vorläufig) beizubehalten.

IFRS 9 sieht neue Grundsätze zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten auf Basis der Zahlungsstromeigenschaften und des Geschäftsmodells, nach dem sie gesteuert werden, vor. IFRS 9 enthält drei Hauptkategorien für finanzielle Vermögenswerte: zu fortgeführten Anschaffungskosten, zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) und zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam (FVTPL). Die neue Klassifizierung hat derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte. Die Klassifizierung für Finanzverbindlichkeiten bleibt in IFRS 9 unverändert.

Mit Ausnahme der Vorschriften für Hedge Accounting ist IFRS 9 retrospektiv anzuwenden. Gemäß den Vorschriften von IFRS 9 ist es vorgesehen, die Zahlen der Vergleichsperiode nicht anzupassen. Die retrospektiven Auswirkungen durch die Anwendung von IFRS 9 werden durch eine Anpassung der Eröffnungswerte der entsprechenden Posten im Eigenkapital zum 1. April 2018 erfasst.

Die Überleitung der Kategorien und der Bewertungsanpassungen zum 1. April 2018 stellen sich wie folgt dar:

Finanzinstrumente Bewertungskategorie Buchwert
31.03.2018 01.04.2018
in Tsd. € nach IAS 39 nach IFRS 9 IAS 39 Umwertung IFRS 9
Erfolgswirksam zum Erfolgswirksam zum
Anleihen beizulegenden Zeitwert beizulegenden Zeitwert 775 775
Zur Veräußerung
verfügbar erfolgsneutral Erfolgsneutral zum
zum beizulegenden beizulegenden Zeitwert
Sonstige Beteiligungen Zeitwert ohne Recycling 193 193
Bis zur Endfälligkeit
gehalten zu fortgeführten Zu fortgeführten
Kredite und Forderungen Anschaffungskosten Anschaffungskosten 58.860 58.860
Derivative Erfolgsneutral zum Erfolgsneutral zum
Finanzinstrumente (Hedge Accounting) beizulegenden Zeitwert beizulegenden Zeitwert 91 91
Kredite und Forderungen
zu fortgeführten Zu fortgeführten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Anschaffungskosten Anschaffungskosten 65.473 (211) 65.262
Kredite und Forderungen
zu fortgeführten Zu fortgeführten
Sonstige Forderungen Anschaffungskosten Anschaffungskosten 704 704
Kredite und Forderungen
zu fortgeführten Zu fortgeführten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Anschaffungskosten Anschaffungskosten 270.729 270.729

Die Anleihen wurden unter IAS 39 der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet, da diese der kurzfristigen Gewinnerzielung dienen. Gegenüber IFRS 9 ergibt sich hier somit keine Veränderung.

Bei den sonstigen Beteiligungen handelt es sich um Eigenkapitalinstrumente, die gemäß IFRS 9 grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden müssen. Da jedoch eine Halteabsicht besteht, wurde nach IFRS 9 die Option der erfolgsneutralen Bewertung in Anspruch genommen. Wertänderungen werden somit weiterhin im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen beinhalten im Wesentlichen Kündigungsgelder und Forderungen gegenüber Banken aus Zessionsverträgen. Diese werden in IFRS 9 der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Da die Forderungen ausschließlich gegenüber renommierten Kreditinstituten bestehen, ist keine Ausfallswahrscheinlichkeit gegeben. Daher wurde aus Wesentlichkeitsgründen kein Kreditverlust erfasst.

Die derivativen Finanzinstrumente beinhalten Zinsswaps. Wertänderungen von Zinsswaps, bei denen die Voraussetzungen für das Hedge Accounting erfüllt sind, werden erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Ansonsten werden Wertänderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Umwertung bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 1. April 2018 in Höhe von 211 Tsd. € betrifft die Wertberichtigung, die aufgrund der Anwendung des Modells der "erwarteten Kreditverluste" erforderlich ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden dem Geschäftsmodell "Halten" zugeordnet. Darin enthalten sind auch Kundenforderungen, die veräußerbar wären, jedoch zum Stichtag nicht veräußert sind.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten IFRS 9 ersetzt das Modell der "eingetretenen Verluste" des IAS 39 durch ein Modell der "erwarteten Kreditverluste" ("ECL"). Das neue Wertminderungsmodell ist auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, auf Vertragsvermögenswerte und zum FVOCI bewertete Schuldinstrumente anzuwenden. Nach IFRS 9 werden Kreditverluste nun früher als nach IAS 39 erfasst.

Nach IFRS 9 ist die Wertminderung entweder mit dem Zwölf-Monats-Modell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der nächsten zwölf Monate berücksichtigt werden, oder dem Lebenszeit-Modell, bei dem erwartete Verluste von möglichen Ausfällen innerhalb der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden, zu ermitteln.

AT&S wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen an, in dem erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt werden. Die Bestimmung des Kreditverlustes erfolgt auf Basis einer Wertberichtigungstabelle, die auf Grundlage eines Ratings der Kunden erstellt wird.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 ergibt sich durch die Anwendung dieses neuen Wertminderungsmodells ein Aufwand von 62 Tsd. €.

Hedge Accounting Der Konzern hat sich für die Beibehaltung der Bestimmungen des IAS 39 entschieden. AT&S wendet Hedge Accounting (Cash-Flow Hedges) für Zinssicherungen an.

IFRS 16 Leasingverhältnisse IFRS 16 regelt die Bilanzierung von Leasingverhältnissen. Dieser Standard ersetzt IAS 17 und die bisherigen Interpretationen. Aufgrund der neuen Regelungen ist eine Unterscheidung zwischen Finance- und Operating-Leasingverhältnissen nicht mehr nötig. Für den Leasingnehmer ist ein einziges Bilanzierungsmodell vorgesehen. Dieses Modell führt beim Leasingnehmer dazu, dass sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen in der Bilanz zu erfassen sind, es sei denn, die Laufzeit beträgt 12 Monate oder weniger oder es handelt sich um einen geringwertigen Vermögenswert mit einem Wert von nicht mehr als 5 Tsd. €. Die Vereinfachungen stellen Wahlrechte dar, welche von AT&S auch in Anspruch genommen werden

Dieser neue Standard ist für Berichtsperioden, die am 1. Jänner 2019 oder danach beginnen, verpflichtend anzuwenden. Für die AT&S Gruppe ist der IFRS 16 somit seit dem 1. April 2019 anzuwenden, wobei die modifizierte retrospektive Methode zur Anwendung kommt. Eine Anpassung der Vergleichsinformationen ist nicht erforderlich.

Durch die Anwendung des IFRS 16 werden Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet. Durch die Aktivierung von Nutzungsrechten und der korrrespondierenden Verbindlichkeit wird es zu einer Verlängerung der Bilanzsumme kommen. Folglich kommt es statt der bisherigen Erfassung von Leasingaufwendungen zu einem Ansatz von Aufwendungen für die Abschreibung der Nutzungsrechte und Zinsen für die Leasingverbindlichkeiten. Daraus folgt eine Verbesserung von EBITDA und EBIT.

Die zum 1. April zu erfassenden Nutzungsrechte werden voraussichtlich 27,0 Mio. € betragen. Demgegenüber wird eine Verbindlichkeit in derselben Höhe auf der Passivseite eingestellt. Die Abschreibungen für das Geschäftsjahr 2019/20 werden voraussichtlich 3,3 Mio. € betragen.

C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung

Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Werts der angegebenen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und -schulden. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind.

Entwicklungskosten Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen im Wesentlichen die Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiterchips für das Projekt Chongqing. Ab März 2016 stand diese Technologie zur Nutzung bereit und es wurde mit der Abschreibung begonnen. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden Entwicklungskosten für die nächste Substratgeneration in Höhe von 4.868 Tsd. € aktiviert. Mit der Nutzung dieser neuen Fertigungsmethode wurde im zweiten Halbjahr 2017/18 begonnen. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden keine Entwicklungskosten aktiviert.

Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte für Personalverpflichtungen Der Barwert der langfristigen Personalverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.o. "Rückstellungen für Personalaufwand").

Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen: Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehalts- bzw. der künftigen Pensionssteigerungen für die österreichischen Gesellschaften um in der Tabelle angegebene Prozentpunkte hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2019:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € +0,50 % +0,25 % +0,25 %
Pensionsverpflichtung (1.159) 106 625
Abfertigungsverpflichtung (1.423) 722

Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesellschaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2019:

Gehalts Pensions
Zinssatz steigerung steigerung
in Tsd. € -0,50 % -0,25 % -0,25 %
Pensionsverpflichtung 1.287 (104) (596)
Abfertigungsverpflichtung 1.552 (695)

Es wird auf Erläuterung 16 "Rückstellungen für Personalaufwand" verwiesen.

Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragsteuerschulden Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.

Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 305.538 Tsd. € wurden im Konzern keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 45.831 Tsd. € gebildet. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 6 "Ertragsteuern" verwiesen.

Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen.

Sonstige Schätzungen und Annahmen Außerdem erfolgen Schätzungen, sofern nötig, die Wertminderungen (Impairment) des Anlagevermögens und der Rückstellungen, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbewertungen betreffend. Es wird insbesondere auf Erläuterung 4 "Sonstiges betriebliches Ergebnis", Erläuterung 7 "Sachanlagen", Erläuterung 8 "Immaterielle Vermögenswerte" und Erläuterung 17 "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

II. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. "Geschäftssegmentinformationen").

Als berichtspflichtige Segmente sind die Business Units Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical sowie Sonstige definiert. Das Segment Sonstige beinhaltet die allgemeinen Holdingaktivitäten, die Embedding-Technologie sowie die Finanzierungsaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung.

Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt I.B. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" ausgeführt, angewendet.

Mobile Devices & Automotive, Eliminierung/
in Tsd. € Substrates Industrial, Medical Sonstige Konsolidierung Konzern
2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18
Umsatzerlöse 775.959 738.875 365.219 364.909 5.268 8.077 (118.463) (120.018) 1.027.983 991.843
Innenumsatz (92.094) (90.875) (26.369) (25.610) (3.533) 118.463 120.018
Außenumsatz 683.865 648.000 338.850 339.299 5.268 4.544 1.027.983 991.843
Betriebsergebnis
vor Abschreibungen
193.507 179.015 52.622 46.795 3.969 73 95 250.098 225.978
Abschreibungen
inkl. Zuschreibungen
(112.720) (117.440) (18.570) (16.640) (1.598) (1.612) (132.888) (135.692)
Betriebsergebnis 80.787 61.575 34.052 30.155 2.371 (1.539) 95 117.210 90.286
Finanzergebnis (2.018) (14.775)
Ergebnis vor Steuern 115.192 75.511
Ertragsteuern (28.243) (18.992)
Konzernjahresergebnis 86.949 56.519
Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 711.119 736.115 122.043 102.922 4.701 3.197 837.863 842.234
Zugänge zu Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten
69.614 76.756 36.105 25.426 3.077 1.737 108.796 103.919

Informationen nach geografischen Regionen

Umsatzerlöse nach Regionen, basierend auf dem Sitz des Kunden:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Österreich 19.704 22.227
Deutschland 173.687 189.564
Sonstiges Europa 81.153 58.982
China 14.149 35.269
Sonstiges Asien 56.771 60.916
Amerika 682.519 624.885
Umsatzerlöse 1.027.983 991.843

Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von 64,0 % (Vorjahr: 64,6 %) aller Umsatzerlöse, wobei der jeweilige Anteil zwischen 2 % und 33 % lag.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Österreich 73.275 66.435
China 711.064 736.059
Übrige 53.524 39.740
Summe 837.863 842.234

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Haupterlöse 1.027.829 991.652
Nebenerlöse 154 191
Umsatzerlöse 1.027.983 991.843

Die Haupterlöse der AT&S Gruppe werden durch den Verkauf von Leiterplatten, welche selbst hergestellt werden, erzielt.

Nach Segmenten gegliedert verteilen sich die zeitpunkt- und zeitraumbezogenen Umsatzerlöse wie folgt:

Mobile Devices &
Substrates
Automotive, Industrial,
Medical
Sonstige Konzern
in Tsd. € 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18
Umsatzerlöse 683.865 648.000 338.850 339.299 5.268 4.544 1.027.983 991.843
Art der Umsatzrealisierung
Zeitpunktbezogen 421.005 648.000 339.299 4.544 421.005 991.843
Zeitraumbezogen 262.860 338.850 5.268 606.978

2. Aufwandsarten

Die Aufwandsarten der Umsatzkosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Materialaufwand 377.284 380.579
Personalaufwand 237.781 241.139
Abschreibungen 132.852 135.685
Bezogene Leistungen inkl. Leiharbeiter 18.291 28.592
Energie 46.829 47.906
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 64.950 61.505
Frachtkosten 14.147 14.921
Miet- und Leasingaufwendungen 8.199 7.478
Bestandsveränderung Vorräte 1.373 (41.989)
Sonstiges 26.438 25.809
Summe 928.144 901.625

Die Position "Sonstiges" betrifft in den Geschäftsjahren 2018/19 und 2017/18 vorwiegend Reisekosten, Versicherungsaufwendungen, IT-Serviceleistungen, Rechts- und Beratungsaufwendungen.

3. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2018/19 Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 75.650 Tsd. € (Vorjahr: 60.948 Tsd. €). Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam in den

Umsatzkosten erfasst werden. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden keine Entwicklungskosten (Vorjahr: 4.868 Tsd. €) aktiviert. Es wird auf Erläuterung 8 "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

4. Sonstiges betriebliches Ergebnis

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 1.940 1.680
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 6.143 5.789
Erträge aus Wechselkursdifferenzen 8.464
Übrige Erträge 2.311 537
Sonstiger betrieblicher Ertrag 18.858 8.006
Aufwendungen aus Wechselkursdifferenzen (6.944)
Anlaufverluste (1.247) (615)
Verluste aus Anlagenabgängen (37) (362)
Übrige Aufwendungen (203) (17)
Sonstiger betrieblicher Aufwand (1.487) (7.938)
Sonstiges betriebliches Ergebnis 17.371 68

In den Geschäftsjahren 2018/19 und 2017/18 betreffen die öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergütungen sowie Forschungs- und Entwicklungsprämien. Im Geschäftsjahr 2018/19 resultieren die Anlaufverluste aus dem Ausbau des Werkes am Standort Fehring, Österreich und dem Werk am Standort in Nanjangud, Indien sowie im Geschäftsjahr 2017/18 aus der Errichtung einer neuen Produktionslinie am Standort in Nanjangud, Indien. Die übrigen Erträge betreffen im Geschäftsjahr 2018/19 vor allem die Ausbuchung von weggefallenen sonstigen Verbindlichkeiten, den Eingang bereits abgeschriebener Forderungen und wie im Vorjahr Zuschüsse für Mitarbeiter sowie verrechnete Sachleistungen für diverse Projekte.

5. Finanzergebnis in Tsd. € 2018/19 2017/18 Zinserträge aus bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten – 12 Zinserträge aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 24 – Sonstige Zinserträge 4.915 1.102 Gewinne aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, netto 1.031 1.003 Fremdwährungsgewinne, netto 9.202 1.231 Finanzierungserträge 15.172 3.348 Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen (12.172) (13.708) Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen (1.066) (821) Realisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, netto (1.133) (1.493) Sonstige finanzielle Aufwendungen (2.819) (2.101) Finanzierungsaufwendungen (17.190) (18.123) Finanzergebnis (2.018) (14.775)

In der Position "Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen" sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 236 Tsd. € (Vorjahr: 90 Tsd. €) saldiert dargestellt.

6. Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Laufende Ertragsteuern 15.701 26.898
Latente Steuern 12.542 (7.906)
Summe Steueraufwand 28.243 18.992

Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt sich wie folgt:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz 28.797 18.878
Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland (5.617) (3.615)
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 1.857 2.293
Effekt aus der Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 4.418 (682)
Effekt aus der Änderung von Steuersätzen 3.349 2.688
Effekt aus permanenten Differenzen (4.516) 521
Effekt aus Steuern aus Vorperioden (45) (1.091)
Summe Steueraufwand 28.243 18.992

Der Effekt aus der Änderung von Steuersätzen resultiert überwiegend aus dem wieder anzuwendenden begünstigten Steuersatz von 15 % im Tochterunternehmen AT&S China gegenüber dem allgemeinen Steuersatz von 25 %.

Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge und werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gegeben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben werden:

31.03.2019 31.03.2018
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Anlagevermögen 16.266 (5.083) 24.320 (4.701)
Rückstellungen für Personalaufwand 6.687 4.673
Ertragsteuerliche Verlustvorträge inkl. steuerlicher Firmenwerte 68.479 63.713
Latente Steuer aus langfristigen Vermögenswerten/Schulden 91.432 (5.083) 92.706 (4.701)
Vorräte 12.423 5.691
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen
und vertragliche Vermögenswerte 56 (13.358) 9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 1.587 2.090
Übrige 1.291 (190) 3.603 (2.515)
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen (5.547) (5.069)
Latente Steuer aus kurzfristigen Vermögenswerten/Schulden 15.357 (19.095) 11.393 (7.584)
Aktive/passive latente Steuern 106.789 (24.178) 104.099 (12.285)
Nicht angesetzte latente Steuern (52.603) (51.353)
Saldierung aktive/passive latente Steuern gegenüber
derselben Steuerbehörde (18.631) 18.631 (7.216) 7.216
Aktive/passive latente Steuern, saldiert 35.555 (5.547) 45.530 (5.069)

Zum 31. März 2019 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von insgesamt 395.769 Tsd. € (Vorjahr: 328.781 Tsd. €). Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 305.538 Tsd. € (Vorjahr: 242.606 Tsd. €) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 45.831 Tsd. € (Vorjahr: 42.170 Tsd. €) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Zusätzlich wurden für temporäre Differenzen in Höhe von 45.147 Tsd. € (Vorjahr: 61.220 Tsd. €) keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 6.772 Tsd. € (Vorjahr: 9.183 Tsd. €) gebildet, da ebenso von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist.

Die steuerlichen Verlustvorträge, die nicht angesetzt wurden, sind wie folgt vortragsfähig:

2018/19 2017/18
280.433 176.889
25.105 7.928
57.789
242.606
305.538

Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 40.461 33.959
Anpassung IFRS 15,9 (2.686)
Währungsdifferenzen 361 (1.629)
Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung (12.542) 7.906
Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern 4.414 225
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 30.008 40.461

Die Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

2018/19 2017/18
in Tsd. € Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Währungsumrechnungsdifferenzen 26.567 (2.101) 24.466 (53.523) (53.523)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten 1)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von
19 (4) 15
Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von
Zahlungsströmen (4.973) 1.243 (3.730) 91 (23) 68
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (7.714) 1.917 (5.797) (1.036) 252 (784)
Sonstiges Ergebnis 13.880 1.059 14.939 (54.449) 225 (54.224)

'1) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstumente bezeichnet eine Klassifizierung von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39, welche im Berichtsjahr aufgrund der Erstanwendung von IFRS 9 nicht mehr relevant ist.

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

7. Sachanlagen

Andere Anlagen, Geleistete
Grundstücke, Ge Maschinen und Betriebs- und Ge Anzahlungen und
in Tsd. € bäude und Bauten technische Anlagen schäftsausstattung Anlagen im Bau Total
Buchwert 31.03.2017 102.507 631.246 9.345 89.997 833.095
Umrechnungsdifferenzen (5.652) (31.825) (431) (5.330) (43.238)
Zugänge 397 68.010 2.791 26.146 97.344
Abgänge (2) (3.085) (19) (471) (3.577)
Umbuchungen 24 70.401 76 (70.501)
Abschreibungen, laufend (7.266) (106.774) (3.206) (117.246)
Buchwert 31.03.2018 90.008 627.973 8.556 39.841 766.378
Davon
Anschaffungskosten 143.352 1.429.667 29.604 39.841 1.642.464
Kumulierte Abschreibungen (53.344) (801.694) (21.048) (876.086)
Umrechnungsdifferenzen 2.315 15.550 139 1.290 19.294
Zugänge 6.351 48.482 3.401 48.176 106.410
Abgänge (811) (43) (854)
Umbuchungen 244 36.226 380 (36.850)
Abschreibungen, laufend (7.321) (102.849) (3.316) (113.486)
Buchwert 31.03.2019 91.597 624.571 9.117 52.457 777.742
Davon
Anschaffungskosten 153.882 1.542.539 31.427 52.457 1.780.305
Kumulierte Abschreibungen (62.285) (917.968) (22.310) (1.002.563)

Der in "Grundstücke, Gebäude und Bauten" enthaltene Grundwert beträgt 6.293 Tsd. € (Vorjahr: 1.676 Tsd. €).

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils in den Umsatzkosten und zusätzlich in den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden, ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 236 Tsd. € (Vorjahr: 90 Tsd. €) auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Es wurden Finanzierungssätze zwischen 3,5 % und 5,0 % (Vorjahr: 3,6 %) herangezogen.

Für die ausgewiesenen Sachanlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen.

Wertminderungen/Wertaufholungen Im Geschäftsjahr 2018/19 gab es weder Wertminderungen noch Wertaufholungen für Sachanlagen.

8. Immaterielle Vermögenswerte

Gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Sonstiges
Vorteile sowie daraus Aktivierte immaterielles
in Tsd. € abgeleitete Lizenzen Entwicklungskosten Firmenwerte Anlagevermögen Total
Buchwert 31.03.2017 13.199 78.456 91.655
Umrechnungsdifferenzen (54) (3.773) (3.827)
Zugänge 1.341 4.868 366 6.575
Abgänge (101) (101)
Abschreibungen, laufend (3.257) (14.823) (366) (18.446)
Buchwert 31.03.2018 11.128 64.728 75.856
Davon
Anschaffungskosten 32.135 94.947 7.065 134.147
Kumulierte Abschreibungen (21.007) (30.219) (7.065) (58.291)
Umrechnungsdifferenzen 26 1.254 1.280
Zugänge 2.162 224 2.386
Abschreibungen, laufend (3.364) (15.813) (224) (19.401)
Buchwert 31.03.2019 9.952 50.169 60.121
Davon
Anschaffungskosten 34.113 97.396 7.255 138.764
Kumulierte Abschreibungen (24.161) (47.227) (7.255) (78.643)

Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und in dem sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden keine Entwicklungskosten (Vorjahr: 4.868 Tsd. €) aktiviert.

Wertminderungen In den Geschäftsjahren 2018/19 und 2017/18 war keine Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte anzusetzen.

9. Sonstige langfristige Vermögenswerte

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Vorauszahlungen 5.482 5.475
Gegebene Kautionen 7.333 6.676
Sonstige langfristige Forderungen 11.849 44.068
Buchwert 24.664 56.219

Die Vorauszahlungen betreffen langfristige Mietvorauszahlungen für Betriebsgrundstücke in China. Die sonstigen langfristigen Forderungen bestehen aus Vorsteuerrückvergütungen in China für das Werk Chongqing, welche sukzessive in der operativen Phase mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten verrechnet werden.

10. Vorräte

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 50.446 44.369
Unfertige Erzeugnisse 10.601 34.995
Fertige Erzeugnisse 23.418 56.733
Buchwert 84.465 136.097

Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorräten beträgt zum 31. März 2019 27.489 Tsd. € (Vorjahr: 30.031 Tsd. €). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräußerungswert resultiert für das Geschäftsjahr 2018/19 eine unwesentliche Abwertung in Höhe von 774 Tsd. € (Vorjahr: 5.527 Tsd. €). Der Ausweis der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen erfolgt in der GuV in den Umsatzkosten.

11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und vertragliche Vermögenswerte

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertragliche Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 108.488 65.641
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (390) (168)
Vertragliche Vermögenswerte 72.447
Wertberichtigungen zu vertraglichen Vermögenswerten (140)
Umsatzsteuerforderungen 35.759 40.906
Sonstige Forderungen gegenüber Behörden 4.375 4.779
Vorauszahlungen 5.001 4.294
Energieabgabenrückvergütungen 1.394 1.427
Kautionen 1.353 1.067
Übrige Forderungen 758 704
Summe 229.045 118.650

Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2019 sowie zum 31. März 2018 vor allem Forderungen aus Abgrenzungspositionen.

Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10.000 Tsd. € (Vorjahr: 10.000 Tsd. €) als Besicherung. Es wird auf Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen sowie vertraglichen Vermögenswerte entsprechen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Restlaufzeiten von Forderungen Alle Forderungen zum 31. März 2019 sowie zum 31. März 2018 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Factoring Zum 31. März 2019 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 40.595 Tsd. € (Vorjahr: 51.035 Tsd. €) zu 100 % des Nennwerts an Banken verkauft und in Übereinstimmung mit IFRS 9 vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Das Ausfallsrisiko wurde an die Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der zur Anwendung kommenden Kreditversicherungen. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag 4.060 Tsd. € (Vorjahr: 5.093 Tsd. €). Ansprüche aus vorhandenen Kreditversicherungen wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der durch den Erwerber noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in der Position "Finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die vertraglichen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Vertragliche Vermögenswerte am Beginn des Geschäftsjahres 48.702
Verbrauch (48.702)
Zuführung 72.447
Wertberichtigungen gem. IFRS 9 (140)
Vertragliche Vermögenswerte am Ende des Geschäftsjahres 72.307

Entwicklung der Überfälligkeiten und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:

31.03.2019
in Tsd. € Bruttoforderung Wertminderung Buchwert
Nicht fällig 100.579 (177) 100.402
Bis 15 Tage überfällig 5.574 (29) 5.545
15 bis 30 Tage überfällig 916 (8) 908
31 bis 60 Tage überfällig 971 (15) 956
61 bis 90 Tage überfällig 183 (3) 180
Mehr als 90 Tage überfällig 265 (158) 107
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 108.488 (390) 108.098
Zum 31.03.2018: davon nicht
wertgemindert
davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
folgenden Zeitbändern überfällig
und nicht
überfällig bzw.
weniger als zwischen
3 und 6
zwischen
6 und 12
mehr als
in Tsd. € Buchwert versichert 3 Monate Monaten Monaten 12 Monate
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 65.641 64.931 516 18 8

Bei den überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird.

Einzelwertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gebildet, wenn Anzeichen (Überfälligkeit, Insolvenz) bestehen, dass der gesamte Betrag wahrscheinlich nicht mehr einbringlich ist. Forderungen werden ausgebucht, wenn auf Basis einer rechtlichen Grundlage davon ausgegangen werden kann, dass keine Zahlung mehr zu erwarten ist.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Wertberichtigungen am Beginn des Geschäftsjahres 168 464
Anpassung IFRS 9 211
Wertberichtigung nach Anpassung IFRS 9 379 464
Verwendung (17) (175)
Auflösung (76) (162)
Zuführung 92 67
Umrechnungsdifferenzen 12 (26)
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 390 168

12. Finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

31.03.2019 davon langfristig davon kurzfristig
896 896
193 193
238.856 238.856
239.945 193 239.752
31.03.2018 davon langfristig davon kurzfristig
775 775
193 193
58.860 58.860
91 91
284 59.635
59.919

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Anleihen 896 775
Summe 896 775

Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 193 173
Zugänge/(Abgänge) 20
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 193 193

Sämtliche erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Nominalwährung Euro gehalten. Die im Geschäftsjahr 2017/18 ausgewiesenen Werte betreffen die Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte", die aufgrund der Erstanwendung von IFRS 9 nicht mehr relevant ist.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in den Nominalwährungen Euro, US-Dollar und chinesischer Renminbi gehalten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Kündigungsgelder mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten und Forderungen gegenüber Banken aus Zessionsverträgen.

Derivative Finanzinstrumente:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Derivative Finanzinstrumente 91
Summe 91

13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 326.841 270.729
Buchwert 326.841 270.729

Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

14. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

in Tsd. € Restlaufzeit
31.03.2019 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 131.936 131.936
Zuschüsse der öffentlichen Hand 16.486 1.122 7.524 7.840
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen
3.307 3.307
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 5.057 5.057
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 5.888 5.888
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 1.000 190 810
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 25.170 25.170
Übrige Verbindlichkeiten 7.306 7.284 22
Buchwert 196.150 179.954 8.356 7.840
in Tsd. € Restlaufzeit
31.03.2018 bis zu einem Jahr mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 141.498 141.498
Zuschüsse der öffentlichen Hand 13.861 1.022 6.675 6.164
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen
4.486 4.486
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 4.349 4.349
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 5.093 5.093
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 2.684 1.018 1.666
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 34.745 34.745
Übrige Verbindlichkeiten 7.690 7.669 21
Buchwert 214.406 199.880 8.362 6.164

Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.

Zuschüsse der öffentlichen Hand Die Zuschüsse der öffentlichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst.

Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Projektkostenzuschüsse erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazugehörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen Hand enthalten.

Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen Der Stock-Option-Plan (2009 bis 2012) ist im Geschäftsjahr 2017/18 ausgelaufen. An dessen Stelle wurde ein langfristiges Vergütungsmodell auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen.

Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Ihre Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016. In der 91. Aufsichtsratsitzung vom 6. Juni 2016 wurde ein weiterer Stock-Appreciation-Rights-Plan (SAR-Plan 2017) für drei weitere Geschäftsjahre aufgrund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) beschlossen. Ihre Zuteilung erfolgte im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes. Der Differenzbetrag ist mit maximal 200 % des Ausübungspreises gedeckelt.

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft des AT&S Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs- bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in AT&S Aktien in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS-)Performance-Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midterm-Plan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilungstag
1. April 2018 1. April 2017 1. April 2016 1. April 2015
Ausübungspreis (in €) 21,94 9,96 13,66 10,70
31.03.2017 115.000 100.000
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 297.500
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 7.500 5.000 5.000
31.03.2018 290.000 110.000 95.000
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 270.000
Ausgeübte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 71.967
Verfallene Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 15.000 14.565
31.03.2019 270.000 275.000 110.000 8.468
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienkurs
Wertsteigerungsrechte 4 Jahre 3 Jahre 2 Jahre
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienkurs
Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag (in Tsd. €)
31.03.2018 2.738 568 934
31.03.2019 393 883 137 39

Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Die für die Bewertung der Verbindlichkeiten ermittelten Werte können von später am Markt realisierten Werten abweichen.

Risikofreier Zinssatz -0,46 bis -0,56 %
Volatilität 40,47 bis 47,28 %

Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktienkurse von 1. März 2016 bis zum Bilanzstichtag.

Die Aufwendungen aus den Wertsteigerungsrechten sind in den Verwaltungskosten enthalten.

Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst.

Übrige Verbindlichkeiten Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Abgrenzungen.

15. Finanzielle Verbindlichkeiten

31.03.2019 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre Nominalzinssatz
in %
10.000 10.000 0,24
5.494 1.751 3.402 341 0,75 –1,00
695.927 26.216 525.969 143.742 0,85 –4,75
5.622 3.194 2.428
717.043 37.967 532.565 146.511
Restlaufzeit
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2018 bis zu einem Jahr zwischen einem und
fünf Jahren
mehr als fünf Jahre Nominalzinssatz
in %
Exportkredite 10.000 10.000 0,24
Kredite der öffentlichen Hand 6.251 1.578 4.673 0,75 –1,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 521.863 69.156 317.879 134.828 1,15 –4,75
Derivative Finanzinstrumente1) 1.770 791 979
Buchwert 539.884 81.525 323.531 134.828

1) Es wird auf Erläuterung 18 "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investitionsfinanzierungen.

Zur Refinanzierung des Eigenkapitalbedarfs für den Standort Chongqing wurde im Geschäftsjahr 2012/13 eine langfristige Finanzierung im Rahmen einer OeKB-Beteiligungsfinanzierung aufgenommen. Die Tilgung erfolgt ab September 2014 in Halbjahresraten bis Februar 2020. Für 80 % der Finanzierung gilt ein Fixzinssatz, für 20 % ein variabler Zinssatz, wobei der variable Teil zuerst getilgt wird. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

Kein Kontrollwechsel

Auf die ursprünglich vereinbarten Covenants (Nettoverschuldung/EBITDA max. 4 und Eigenkapitalquote mindestens 30 %) wurde am 17. Jänner 2018 mit einem Waiver verzichtet.

Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Februar 2014 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 158 Mio. € erfolgreich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die variable Euro-Verzinsung wurde zur Gänze durch Zinsswaps abgesichert. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Eigenkapitalquote mindestens 35 %
  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung der Kreditverpflichtungen führt

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurden im Oktober 2015 und im Februar 2016 die variabel verzinsten Euro-Tranchen im Ausmaß von 92 Mio. € vorzeitig gekündigt und getilgt. Die Zinsswaps werden zur Sicherung der variablen Tranche des im Oktober 2015 abgeschlossenen Schuldscheindarlehens weiterverwendet. Aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten und Höhe ist keine effektive Sicherungsbeziehung gegeben.

Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Oktober 2015 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 221 Mio. € erfolgreich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Zur weiteren Sicherstellung des Investitionsprogrammes wurden zwei variabel verzinste bilaterale Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von insgesamt 150 Mio. € im Geschäftsjahr 2016/17 abgeschlossen. Die Tranche mit 100 Mio. € hat eine Laufzeit von sieben Jahren, die Tranche mit 50 Mio. € hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Zur weiteren Expansionsfinanzierung für den Standort Chongqing wurde im Geschäftsjahr 2016/17 eine langfristige Finanzierung im Rahmen einer OeKB-Beteiligungsfinanzierung mit einem Volumen von insgesamt 75 Mio. € aufgenommen. Die Tilgung erfolgt ab September 2018 in Halbjahresraten bis Juni 2026. Für 95 % der Finanzierung gilt ein Fixzinssatz, für 5 % ein variabler Zinssatz, wobei der variable Teil zuerst getilgt wird. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten, oder eine wesentliche nachteilige Veränderung zur Folge hat

Zur Refinanzierung des Investitionsprogrammes für den Standort Nanjangud wurde im Geschäftsjahr 2018/19 eine langfristige Finanzierung im Rahmen einer OeKB-Beteiligungsfinanzierung mit einem Volumen von insgesamt 20 Mio. € aufgenommen. Die Tilgung erfolgt ab Juni 2019 in Halbjahresraten bis September 2025. Für 95 % der Finanzierung gilt ein Fixzinssatz, für 5 % ein variabler Zinssatz, wobei der variable Teil zuerst getilgt wird. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten, oder eine wesentliche nachteilige Veränderung zur Folge hat

Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Juli und Oktober 2018 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 335 Mio. € erfolgreich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro abgeschlossen. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Nettoverschuldung/EBITDA >3 (Step-up Covenant)
  • Kein Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser es für den Darlehensgeber aufgrund zwingender gesetzlicher oder regulatorischer Vorschriften unzulässig macht, das Darlehen aufrechtzuerhalten, oder eine wesentliche nachteilige Veränderung zur Folge hat

Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 50 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2019 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Sonstige
Verbindlichkeiten
Derivative
Kredite gegenüber Finanz
in Tsd. € Exportkredite öffentlicher Hand Kreditinstituten instrumente
2019/20
Tilgung 10.000 1.751 23.456
Zinsen fix 47 4.277
Zinsen variabel 24 5.068
2020/21
Tilgung 2.054 85.214 740
Zinsen fix 29 3.910
Zinsen variabel 5.068
2021/22
Tilgung 970 61.857
Zinsen fix 10 2.398
Zinsen variabel 5.068
2022/23
Tilgung 113 44.857
Zinsen fix 6 2.269
Zinsen variabel 4.493
2023/24
Tilgung 301 334.857 2.454
Zinsen fix 4 1.420
Zinsen variabel 2.877
nach 2023/24
Tilgung 144.214 2.428
Zinsen fix 2.172
Zinsen variabel 2.273

Es werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.

Zum Vorjahresstichtag 31. März 2018 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:

Sonstige
Verbindlichkeiten Derivative
Kredite gegenüber Finanz
in Tsd. € Exportkredite öffentlicher Hand Kreditinstituten instrumente
2018/19
Tilgung 10.000 1.578 66.719 791
Zinsen fix 57 5.475
Zinsen variabel 24 4.312
2019/20
Tilgung 1.578 20.500
Zinsen fix 41 3.537
Zinsen variabel 4.329
2020/21
Tilgung 2.054 163.829 979
Zinsen fix 23 3.104
Zinsen variabel 4.129
2021/22
Tilgung 1.090 59.000
Zinsen fix 5 1.618
Zinsen variabel 2.986
2022/23
Tilgung 75.152
Zinsen fix 1.479
Zinsen variabel 2.483
nach 2022/23
Tilgung 135.000
Zinsen fix 1.004
Zinsen variabel 985

Die finanziellen Verbindlichkeiten weisen teilweise eine vom Markt abweichende Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren Buchwerten kommen.

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018
Exportkredite 10.000 10.000 10.000 10.000
Kredite der öffentlichen Hand 5.494 6.251 5.542 6.316
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 695.927 521.863 700.630 525.425
Derivative Finanzinstrumente 5.622 1.770 5.622 1.770
Summe 717.043 539.884 721.794 543.511

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzinsung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen bestimmt.

Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Euro 703.535 497.052
US Dollar 13.508 42.832
Summe 717.043 539.884

Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Exportkredit 22.000 22.000
Sonstige Kredite 165.325 173.152
Summe 187.325 195.152

Leasingverhältnisse Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Mietverhältnissen stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Bis zu einem Jahr 2.359 2.943
Zwischen einem und fünf Jahren 2.967 4.761
Summe 5.326 7.704

Im Konzern bestehen mehrere Operating-Leasingverträge für die Anmietung von Büroräumen, Grundstücken und Produktionshallen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung und technischen Anlagen.

Die Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen betreffen zum Großteil ein im Geschäftsjahr 2006/07 durchgeführtes Sale-and-Lease-Back für Betriebsgrundstücke und -gebäude in Leoben-Hinterberg und Fehring, Österreich mit einer unkündbaren Leasingdauer bis Dezember 2021.

Die im laufenden Jahr erfassten Zahlungen für unkündbare Leasing- und Mietaufwendungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Leasing- und Mietaufwand 3.056 3.425

16. Rückstellungen für Personalaufwand

Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.

Beitragsorientierte Pensionspläne Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskasse ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensionspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Arbeitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 534 Tsd. € im Geschäftsjahr 2018/19 und 526 Tsd. € im Geschäftsjahr 2017/18.

Leistungsorientierte Pensionspläne Für einzelne aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands und für ehemalige leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiterbeiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an andere Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensionskassen fondsfinanziert ("funded") und teilweise nicht fondsfinanziert ("unfunded"). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Führungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen Risiken aus der Lebenserwartung und der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie bei fondsfinanzierten Pensionsplänen in Form von Ertragsabweichungen.

Fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche Den Mitarbeitern in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensversicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Nicht fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche Den Mitarbeitern in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter, die im Allgemeinen vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienstzeit zwei bis zwölf Zwölftel des Jahresgehaltes. Mitarbeitern in Südkorea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgeltabhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen.

Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorgekasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen betrugen 462 Tsd. € im Geschäftsjahr 2018/19 und 365 Tsd. € im Geschäftsjahr 2017/18.

Sonstige Dienstnehmeransprüche Den Mitarbeitern der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.

Die Aufwendungen für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche
in Tsd. € 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18
Laufender Dienstzeitaufwand 118 123 2.025 1.867 2.084 2.001
Zinsaufwand 42 56 582 480 210 169
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 200
Umbewertung von Verpflichtungen aus sonstigen
Dienstnehmeransprüchen 1.874 464
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 160 179 2.607 2.547 4.168 2.634
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 6.503 (1.136) 1.210 2.173
Aufwand/(Ertrag) im sonstigen Ergebnis erfasst 6.503 (1.136) 1.210 2.173
Summe 6.663 (957) 3.817 4.720 4.168 2.634

Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten und im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

In der Bilanz sind folgende Ansprüche abgegrenzt:

in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018
Gedeckte Pensionsansprüche 7.305 916
Ungedeckte Pensionsansprüche 1.388 1.180
Summe Pensionsansprüche 8.693 2.096
Ungedeckte Abfertigungsansprüche 28.317 25.932
Gedeckte Abfertigungsansprüche 383 493
Summe Abfertigungsansprüche 28.700 26.425
Sonstige Dienstnehmeransprüche 11.016 8.801
Rückstellungen für Personalaufwand 48.409 37.322

Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 16.684 12.952 1.590 1.427
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (9.379) (12.036) (1.207) (934)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 7.305 916 383 493
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.388 1.180 28.317 25.932
Bilanzierte Rückstellungen 8.693 2.096 28.700 26.425

Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar:

in Tsd. € Fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
2018/19 2017/18 2018/19 2017/18
Barwert der Pensionsverpflichtung:
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 12.952 13.366 1.180 1.230
Laufender Dienstzeitaufwand 118 123
Zinsaufwand 259 241 24 22
Umbewertung aus der Veränderung von demographischen Annahmen 1.991 122
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 1.956 (388) 124 (27)
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen (130) 65 4 20
Auszahlungen (463) (455) (66) (65)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 16.683 12.952 1.388 1.180

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens: Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 12.036 11.479 Veranlagungsergebnis (2.436) 805 Zinserträge 241 207 Auszahlungen (463) (455) Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 9.378 12.036 Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne / gedeckte Pensionsansprüche 7.305 916

Zum 31. März 2019 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 14 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten Pensionsansprüche 12 Jahre.

Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in % 31.03.2019 31.03.2018
Anleihen 30 % 51 %
Aktien 58 % 37 %
Immobilien 5 % 4 %
Liquide Mittel 7 % 8 %
Summe 100 % 100 %

Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt.

Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:

Fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 2018/19 2017/18 2018/19 2017/18
Barwert der Abfertigungsverpflichtung:
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 1.427 1.359 25.932 22.465
Umrechnungsdifferenzen 51 (200) 92 (173)
Dienstzeitaufwand 90 78 1.936 1.789
Zinsaufwand 104 88 548 455
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (19) (18) (285) 1.067
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen (145) (74) 1.211 1.376
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 126 34 335 (205)
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 200
Auszahlungen (45) (40) (1.452) (842)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 1.589 1.427 28.317 25.932

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens:

Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 934 911
Umrechnungsdifferenzen 40 (132)
Einzahlungen 195 125
Veranlagungsergebnis 13 7
Zinserträge 69 63
Auszahlungen (45) (40)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 1.206 934
Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 383 493

Zum 31. März 2019 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche 12 Jahre.

Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 8.801 8.252
Umrechnungsdifferenzen 150 (251)
Dienstzeitaufwand 2.084 2.001
Zinsaufwand 211 169
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen 1.116 296
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 231 115
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 527 53
Auszahlungen (2.104) (1.834)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 11.016 8.801

Zum 31. März 2019 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche 11 Jahre.

Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet:

Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer
ansprüche (Jubiläumsgelder)
31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018
Zinssatz 1,80 % 2,00 % 2,22 % 2,24 % 2,18 % 2,73 %
Erwartete Gehaltssteigerung 2,70 % 2,60 % 3,26 % 2,98 % 4,06 % 4,81 %
Künftige Pensionserhöhung 1,80 % 1,20 %
Pensionseintrittsalter 65 65 1) 1)

1) individuell gemäß landesspezifischen Gesetzen

Der Berechnung der Rückstellungen werden Fluktuationsabschläge und biometrische Rechengrundlagen miteinbezogen.

17. Sonstige Rückstellungen

in Tsd. € Summe Gewährleistung Übrige
Buchwert 31.03.2018 5.942 2.526 3.416
Verwendung (1.397) (97) (1.300)
Auflösung (1.830) (1.811) (19)
Zuführung 1.338 415 923
Umrechnungsdifferenzen 122 20 102
Buchwert 31.03.2019 4.175 1.053 3.122
in Tsd. € Summe Gewährleistung Übrige
Buchwert 31.03.2017 7.344 1.353 5.991
Verwendung (3.330) (59) (3.271)
Auflösung (341) (341)
Zuführung 2.886 1.688 1.198
Umrechnungsdifferenzen (617) (115) (502)
Buchwert 31.03.2018 5.942 2.526 3.416
4.175 5.942
4.175 5.942

Rückstellung für Gewährleistung Diese Position betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamationen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist eine auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausgewiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der Produkthaftpflichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt.

Übrige Diese Position enthält im Wesentlichen Rückstellungen für Risiken aus schwebenden Geschäften sowie für Risiken im Zusammenhang mit Pensionsversicherungsbeiträgen in Asien, die sich aufgrund der unklaren Rechtslage ergeben.

18. Derivative Finanzinstrumente

Die derivativen Finanzinstrumente betreffen Zinsswaps. Gesichert werden Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten.

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erlöst werden würde.

Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31.03.2019 31.03.2018
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Zinsswaps zu Marktwerten 5.622 91 1.770
Summe Marktwerte 5.622 91 1.770
abzüglich kurzfristiger Anteil:
Zinsswaps zu Marktwerten 791
Kurzfristiger Anteil 791
Langfristiger Anteil 5.622 91 979

Zum 31. März 2019 liegen die festen Zinssätze der Zinsswaps zwischen 0,1719 % und 1,405 %, der variable Zinssatz basiert auf dem Sechs-Monats-EURIBOR.

Basierend auf den verschiedenen Szenarien sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derartige Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern Darlehen mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nominalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung der variablen Tranchen des Schuldscheindarlehens aus 2014 im Geschäftsjahr 2015/16 fiel das Basisgeschäft weg. Die Zinsswaps werden für andere variabel verzinste Kreditverbindlichkeiten verwendet. Aufgrund der unterschiedlichen Laufzeit und Höhe lässt sich eine effektive Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39, welche Voraussetzung für eine ergebnisneutrale Erfassung der Bewertungsgewinne oder -verluste ist, nicht mehr herstellen, und die laufende Folgebewertung erfolgt ergebniswirksam in den Finanzaufwendungen.

Die Nominalbeträge und die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag freistehenden derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit der Absicherung von Zinssatzschwankungen stellen sich wie folgt dar:

31.03.2019 31.03.2018
Nominalbetrag Marktwert Nominalbetrag Marktwert
Währung in 1.000 Landeswährung in Tsd. € in 1.000 Landeswährung in Tsd. €
Euro 22.500 (740) 92.000 (1.770)

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag freistehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31.03.2019 31.03.2018
Zinsswaps 23 11 – 23

In den Geschäftsjahren 2017/18 und 2018/19 wurden Zinsswaps abgeschlossen, die für variabel verzinste Darlehensverbindlichkeiten verwendet werden und in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen sind. Aufgrund derselben Laufzeit und Höhe liegt eine effektive Sicherungsbeziehung vor, welche gemäß IAS 39 Voraussetzung für eine ergebnisneutrale Erfassung der Bewertungsgewinne oder – verluste ist. Dementsprechend erfolgt die laufende Folgebewertung erfolgsneutral im Eigenkapital.

Die Konditionen der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €, in Monaten, in % Durchschnittlicher
gesicherter Zinssatz
Nominalvolumen Fälligkeit während der Periode
Zinsswaps 258.000 49 - 76 Monate 0,1719 % - 0,5450 %

Die Wertentwicklung der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Zinsswaps stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €
Buchwert des Sicherungsintruments 1)
Aktiva Passiva Änderungen im Fair
Value des
Sicherungsinstruments,
welcher der Berechnung
der Ineffiktivität
zugrundegelegt wird
Änderungen im Fair
Value des
Sicherungsinstruments,
die in der Cashflow
Hedge Rücklage erfasst
wurden
Zinsswaps (Cashflow - Hedge) 4.882 (4.983)

1) Die Zinsswaps sind unter den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Wertentwicklung der Grundgeschäfte (variable verzinste Kreditverbindlichkeiten) und die Fortschreibung der Cashflow-Hedge-Rücklage im Eigenkapital stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. €
Änderungen im Fair
Value des Beträge, die in der
Grundgeschäfts, Periode aus der
welcher der Berechnung Hedge-Ineffektivität, die Stand der Cashflow Cashflow-Hedge
der Ineffektivität in der Periode in der Hedge Rücklage Rücklage in die GuV
zugrundegelegt wird GuV erfasst wurde per 31. März 2019 umgegliedert wurden 1)
Zinsswaps (Cashflow - Hedge) 4.882

1) Die Erfassung von aus der Cashflow-Hedge Rücklage in die Gewinn- oder Verlustrechnung umgegliederten Beträge erfolgt im Finanzierungsaufwand.

19. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten:

31.03.2019 Bewertungskategorie
nach IFRS 9 oder
Bewertung nach
Beizulegender Zeitwert

193
193
108.098
757
120.190
229.045
896
238.856
239.752
326.841
326.841
716.172
4.882
740
721.794
131.936
25.170
39.044
196.150
in Tsd. € anderen IFRS Level Buchwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente DHI 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAFVOCI 2 193
Finanzielle Vermögenswerte 193
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen FAAC 108.098
Vertragliche Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen 72.307
Sonstige Forderungen FAAC 757
Sonstige Forderungen 47.883
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 229.045
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 896
Finanzielle Vermögenswerte FAAC 238.856
Finanzielle Vermögenswerte 239.752
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente FAAC 326.841
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 326.841
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 711.421
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 4.882
Derivative Finanzinstrumente FVPL 2 740
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 717.043
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 131.936
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 25.170
Sonstige Verbindlichkeiten 39.044
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten
196.150
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten FAAC1) 674.552
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVOCI2) 193
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVPL3) 896
Derivate DHI4)
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC5) 868.527
Derivate als Sicherungsinstrumente
Derivative6)
DHI4)
FVPL
4.882
740

1) Financial assets at amortised costs (Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten)

2) Financial assets at fair value through OCI (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

3) Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

4) Derivatives as hedging intruments (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate) 5) Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

6) Derivatives at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate)

31.03.2018 Bewertungskategorie
nach IAS 39 oder
Bewertung nach
in Tsd. € anderen IFRS Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente FAAFVPL 2 91 91
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 193 193
Finanzielle Vermögenswerte 284 284
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 65.473 65.473
Sonstige Forderungen LAR 704 704
Sonstige Forderungen 52.473 52.473
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 118.650 118.650
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 775 775
Finanzielle Vermögenswerte HTMI 58.860 58.860
Finanzielle Vermögenswerte 59.635 59.635
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 270.729 270.729
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 270.729 270.729
Schulden
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 538.114 541.741
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 1.770 1.770
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 539.884 543.511
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 141.498 141.498
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 34.745 34.745
Sonstige Verbindlichkeiten 38.163
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten
214.406 214.406
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen LAR1) 336.906
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2) 193
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte FAAFVPL3) 866
Bis zu Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen HTMI4) 58.860
Derivate DHI6) 91
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC5) 714.357
Derivate DHI6) 1.770

1) Loans and receivables (Kredite und Forderungen)

2) Available-for-sale financial assets (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)

3) Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)

4) Held-to-maturity investments (Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen)

5) Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)

6) Derivatives (Derivate)

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden.

  • Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bestimmt.
  • Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.
  • Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde.

Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 27.770 (11.163)
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 9 8
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 2.314 1.175
Finanzielle Verbindlichkeiten zu forgeführten Anschaffungskosten (18.196) (6.712)
Summe 11.897 (16.692)
in Tsd. € 2018/19 2017/18
Kredite und Forderungen (11.233)
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.175
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 8
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen 70
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (6.712)

Summe

Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Dividendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Abgang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzinstrumente.

(16.692)

Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 8.365 Tsd. € Nettoertrag (Vorjahr: 6.667 Tsd. € Nettoaufwand) im Betriebsergebnis dargestellt. Des Weiteren sind 3.532 Tsd. € Nettoertrag (Vorjahr: 10.025 Tsd. € Nettoaufwand) im Finanzergebnis enthalten.

Finanzrisiken

Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen erläutert.

Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt durch das zentrale Treasury, entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungsparameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns ab.

Finanzierungsrisiko Das Finanzierungsrisiko umfasst sowohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente.

Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapiervermögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt. Es wird auf Erläuterung 12 "Finanzielle Vermögenswerte" und Erläuterung 13 "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" verwiesen.

Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 76,9 % des Gesamtbetrags aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vorjahr: 83,0 %). Es wird weiters auf Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis bzw. Jahresbasis überprüft werden. Bei Nichteinhalten dieser Verpflichtungen haben die Kreditgeber teilweise ein Kündigungsrecht.

Liquiditätsrisiko Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 754,1 Mio. € (Vorjahr: 525,9 Mio. €). Davon entfallen 566,8 Mio. € (Vorjahr: 330,7 Mio. €) auf Zahlungsmittel(äquivalente), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare Wertpapiere und 187,3 Mio. € (Vorjahr: 195,2 Mio. €) auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 228,2 Mio. € erhöht. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe von 43,4 Mio. € (Vorjahr: 43,1 Mio. €), welche auf die AT&S in China entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen.

Kreditrisiko Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls. Der Konzern hat es stets verstanden, starke Partnerschaften zu seinen größten Kunden aufzubauen.

Das Kreditrisiko wird durch einen umfassenden Prozess minimiert. Kunden werden regelmäßigen Bonitätsprüfungen unterzogen, und deren Forderungen sind zum großen Teil versichert. Nicht versicherte Forderungen werden kontinuierlich überwacht, und im Falle von erkennbaren Risiken erfolgen Lieferungen nur noch gegen Vorauskasse oder auf Basis von Bankgarantien. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) bzw. 0,4 % (Vorjahr: 0,3 %) des Forderungsstands wertberichtigt.

Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 11 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" verwiesen.

Wechselkursrisiko Als weltweit tätiges Unternehmen ist der AT&S Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wertschöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise "natürliche Hedges" vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch Schließen von Positionen (Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und eventuell durch die Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z. B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Währungsswaps abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine derartigen Instrumente.

Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßiger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden.

Finanzmarktrisiken Zu den Finanzmarktrisiken und derivativen Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläuterung I.B.k. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Derivative Finanzinstrumente" und Erläuterung 18 "Derivative Finanzinstrumente".

Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Optionen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Evaluierung der Finanzmarktrisiken durch Sensitivitätsanalysen Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. Dabei wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine prozentuelle Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwährungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrelationen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt. Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der ertragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach Steuern errechnet.

Es gibt zwei mögliche Zinsänderungsrisiken. Bei Finanzierungen mit fixer Verzinsung besteht das Risiko in fallenden Zinssätzen, und bei Finanzierungen mit variabler Verzinsung besteht das Risiko in steigenden Zinssätzen (veranlagungsseitig verhält es sich umgekehrt). Ergebniseffekte resultieren nur durch Zinsänderungen bei variablen Verzinsungen. Dem Zinsänderungsrisiko wird bei AT&S durch zwei Maßnahmen begegnet: durch Einsatz derivativer Finanzinstrumente und durch Finanzierungen in unterschiedlichen Währungen und die damit verbundene Risikostreuung der Zinsentwicklungen. Die Auswirkung auf die finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

31.03.2019
EUR USD Sonstige Summe In %
252.758 13.509 266.267 37,4%
445.155 445.155 62,6%
697.913 13.509 711.422 100,0%
98,1% 1,9% 100,0%
533.258 13.509 546.767 76,9%
164.655 164.655 23,1%
697.913 13.509 711.422 100,0%
98,1% 1,9% 100,0%
EUR USD Sonstige Summe In %
243.701 12.298 255.999 47,4%
253.351 30.534 283.885 52,6%
497.052 42.832 539.884 100,0%
92,1% 7,9% 100,0%
435.701 12.298 447.999 83,0%
61.351 30.534 91.885 17,0%
497.052 42.832 539.884 100,0%
92,1% 7,9% 100,0%
31.03.2018

Wären die EUR-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) geringer bzw. 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Wären die USD-Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) geringer bzw. 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) höher ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären.

Dieser Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzuwenden wären.

Die Auswirkung von hypothetischen Wechselkursänderungen auf das Periodenergebnis resultiert gemäß IFRS 7 aus Finanzinstrumenten monetärer Art, die nicht in der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens denominiert sind. Folglich dienen Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmittel bzw. gegebenenfalls Fremdwährungsderivate als Basis für die Berechnung des Ergebniseffektes. Bei AT&S besteht dieses Risiko im Wesentlichen aus USD-Salden, daher werden Sensitivitätsanalysen nur für diese Währung durchgeführt. Die durchschnittliche Veränderung des USD/EUR-Stichtagskurses in den letzten 5 Jahren betrug 9,0 %. Eine Aufwertung des USD zum EUR um 9,0 % würde das Ergebnis um 20,5 Mio. € (Vorjahr: 10,8 Mio. €) erhöhen. Eine Abwertung des USD zum EUR um ebendiesen Prozentsatz würde das Ergebnis um 20,5 Mio. € (Vorjahr: 10,8 Mio. €) reduzieren.

Kapitalrisikomanagement Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten verändert.

Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerten (Covenants) überwacht der Konzern sein Kapital in Bezug auf die Eigenkapitalquote sowie das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer).

Die Strategie des Konzerns besteht darin, die Eigenkapitalquote von 40 % nicht zu unterschreiten sowie die fiktive Entschuldungsdauer von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Dadurch besteht ausreichend Spielraum, um das Eintreten von ungünstigen Geschäftsentwicklungen abzufedern und den Fortbestand des Unternehmens auch in Krisensituationen zu gewährleisten. Kurzfristige Abweichungen werden in Kauf genommen.

Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapitalquote 45,0 % und lag damit unter dem Vorjahreswert von 46,5 %. Die fiktive Entschuldungsdauer lag mit 0,6 Jahren unter dem Vorjahreswert von 0,9 Jahren.

20. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

In Bezug auf unkündbare Leasing- und Mietverträge wird auf Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten" verwiesen. Zum 31. März 2019 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 100.136 Tsd. € (Vorjahr: 19.918 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorhaben. Die zum Bilanzstichtag übernommene Ausfallshaftung im Rahmen der Forderungsverkäufe beträgt 4.060 Tsd. € (Vorjahr: 5.093 Tsd. €). Dieser Betrag entspricht dem maximalen Risiko, d. h. wenn es bei allen übertragenen Forderungen gleichzeitig zu Forderungsausfällen kommen würde. Diese Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der erwartete Wert dieses Risikos ist unwesentlich. Weiters bestehen zum Bilanzstichtag keine Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien (Vorjahr: 0 Tsd. €). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse aus Garantien (Vorjahr: 0 Tsd. €).

21. Gezeichnetes Kapital

Im Umlauf
befindliche Aktien Grundkapital Kapitalrücklage Gezeichnetes Kapital
in Tsd. Stück in Tsd. € in Tsd. € in Tsd. €
31.03.2017 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2018 38.850 42.735 99.111 141.846
31.03.2019 38.850 42.735 99.111 141.846

Grundkapital Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig einbezahlt und beträgt zum 31. März 2019 42.735 Tsd. € (Vorjahr: 42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 € eingeteilt.

Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367,5 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000 Tsd. € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367,5 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.

In Bezug auf die Erhöhung des Genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Im Umlauf befindliche Aktien Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2019 (Vorjahr: 38.850.000 Stück).

Eigene Anteile In der 23. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2017 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben sowie einzuziehen. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 5. Juli 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitarbeiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Dividende pro Aktie Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden pro Aktie 0,36 € (Vorjahr: 0,10 €) an Dividenden ausgeschüttet.

22. Sonstige Rücklagen

Die im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € Währungsumrech
nungsdifferenzen
Erfolgsneutral zum
beizulegenden
Zeitwert bewertete
finanzielle
Vermögenswerte
Sicherungs
instrumente aus der
Absicherung von
Zahlungsströmen
Umbewertung von
Verpflichtungen aus
Leistungen an
Arbeitnehmer nach
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
Sonstige
Rücklagen
Buchwert 31.03.2017 83.942 2 (2.215) 81.729
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern
(53.523) 68 (53.455)
Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses
(784) (784)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte, nach Steuern 1)
15 15
Buchwert 31.03.2018 30.419 17 68 (2.999) 27.505
Saldo unrealisierter Veränderungen
vor Umgliederung, nach Steuern
24.466 (3.730) 20.736
Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses, nach Steuern
(5.797) (5.797)
Buchwert 31.03.2019 54.885 17 (3.662) (8.796) 42.444

1) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte bezeichnet eine Klassifizierung von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39, welche im Berichtsjahr aufgrund der Erstanwendung von IFRS 9 nicht mehr relevant ist und ab dem Geschäftsjahr in der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" enthalten sind.

Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfallen, wird auf Erläuterung 6 "Ertragsteuern" verwiesen.

23. Hybridkapital

Am 17. November 2017 wurde eine Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von 175.000 Tsd. € und einer Verzinsung von 4,75 % platziert, welche am 24. November 2017 ausgezahlt wurde. Die nachrangige Anleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren durch die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt und getilgt werden. Wird die Anleihe nach diesem Zeitraum nicht gekündigt, erhöht sich der Aufschlag auf den dann gültigen Zinssatz um weitere 5,0 %.

Der Erlös aus der Begebung der Hybridanleihe wird als Teil des Eigenkapitals ausgewiesen, da dieses Instrument die Kriterien von Eigenkapital gemäß IAS 32 erfüllt. Es werden daher auch die zu zahlenden Kupons als Teil der Ergebnisverwendung gezeigt. Die Begebungskosten der Hybridanleihe betrugen 2.113 Tsd. €. Dadurch ergibt sich ein Wertansatz für das Hybridkapital von 172.887 Tsd. € (Vorjahr: 172.887 Tsd. €).

24. Cashflow

In Übereinstimmung mit IAS 7 umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Sichteinlagen sowie kurzfristige, liquide Anlagen, die jederzeit in Geldbeträge umgewandelt werden können und die nur unwesentlichen Risiken von Wertänderungen unterliegen. Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird nach der indirekten Methode erstellt.

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2018/19 205.972 Tsd. € (Vorjahr: 192.101 Tsd. €), der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 170.534 Tsd. € (Vorjahr: 143.191 Tsd. €).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -276.579 Tsd. € (Vorjahr: -193.389 Tsd. €) und ist im Wesentlichen durch die Investitionstätigkeiten in Leoben, Chongqing, Shanghai und Indien (-100.913 Tsd. €) sowie die Veranlagung bzw. die Rückflüsse aus der Veranlagung liquider Mittel (-175.743 Tsd. €) verursacht. Zum 31. März 2019 bestehen Verbindlichkeiten aus Investitionen in Höhe von 31.172 Tsd. € (Vorjahr: 23.600 Tsd. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2018/19 von 147.199 Tsd. € (Vorjahr: 135.547 Tsd. €) ist im Wesentlichen auf die Einzahlung aus der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens zurückzuführen.

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Cashflow aus dem Ergebnis 205.972 192.101
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 170.534 143.191
Cashflow aus Investitionstätigkeit (276.579) (193.389)
Freier Cashflow (106.045) (50.198)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 147.199 135.547
Veränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 41.154 85.349
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 14.958 (18.105)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Geschäftsjahresende 326.841 270.729

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Geschäftsjahresende 2018/19 beträgt 326.841 Tsd. € (Vorjahr: 270.729 Tsd. €). Der aktuell sehr hohe Wert dient der Sicherstellung weiterer Investitionen bei Tochterunternehmen.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge stellen sich im Detail wie folgt dar:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Auflösung von Investitionszuschüssen (2.880) (2.795)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (14.643) 4.876
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert (17.523) 2.081

Überleitung Nettoverschuldung:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 326.841 270.729
Finanzielle Vermögenswerte 239.945 59.918
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig (37.967) (81.525)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig (679.076) (458.359)
Nettoverschuldung (150.257) (209.237)
Sonstige Vermögenswerte
in Tsd. € Zahlungsmittel Finanzielle
Vermögenswerte
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Summe
Nettoverschuldung 31.03.2017 203.485 8.833 (592.868) (380.550)
Cashflow 85.349 51.468 38.942 175.759
Währungsumrechnungseffekte (18.105) (662) 16.210 (2.557)
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen 279 (2.168) (1.889)
Nettoverschuldung 31.03.2018 270.729 59.918 (539.884) (209.237)
Cashflow 41.154 176.891 (164.386) 53.659
Währungsumrechnungseffekte 14.958 3.106 (3.853) 14.211
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen 30 (8.920) (8.890)
Nettoverschuldung 31.03.2019 326.841 239.945 (717.043) (150.257)

V. SONSTIGE ANGABEN

25. Ergebnis je Aktie

Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" (Earnings per Share) berechnet.

Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2019 werden keine eigenen Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug zu bringen gewesen wären.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2018/19 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2017/18.

Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2018/19 bzw. 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2017/18.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden:

in Tsd. Stück 2018/19 2017/18
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 38.850
Verwässernde Auswirkung
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 38.850

Unverwässertes Ergebnis je Aktie Die Basisberechnung des Ergebnisses pro Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.

2018/19 2017/18
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) 80.714 53.627
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 2,08 1,38

Verwässertes Ergebnis je Aktie Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewichteten Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausständigen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und sind im verwässerten Ergebnis pro Aktie enthalten.

Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 2,08 1,38
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 38.850
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Konzernergebnis (in Tsd. €) 80.714 53.627
2018/19 2017/18

26. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im aktuellen Geschäftsjahr gab es keine wesentlichen Geschäftsfälle nach dem Bilanzstichtag.

27. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting GmbH sowie Rechtsberatung von Frotz Riedl Rechtsanwälte, wo Aufsichtsratsmitglied Dr. Riedl als selbständiger Rechtsanwalt tätig ist, erhalten:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 376 383
Frotz Riedl Rechtsanwälte 1 5
Summe 377 388

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2018/19 und bis zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Mag.a Monika Stoisser-Göhring (stellvertretende Vorstandsvorsitzende)
  • Ing. Heinz Moitzi

Im Geschäftsjahr 2018/19 waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Ing. Willibald Dörflinger (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • DDr. Regina Prehofer (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dkfm. Karl Fink
  • DI Albert Hochleitner
  • Mag. Gerhard Pichler
  • Dr. Georg Riedl
  • Dr. Karin Schaupp

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang Fleck
  • Siegfried Trauch
  • Günter Pint
  • Günther Wölfler

Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten stellen sich wie folgt dar:

Anzahl der ausstehenden
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2019 31.03.2018 2018/19 2017/18
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 150.000 140.000 (113) 791
Mag.a
Monika Stoisser-Göhring
65.000 40.000 (49) 179
Ing. Heinz Moitzi 60.000 30.000 (17) 84
Vorstandsmitglieder gesamt 275.000 210.000 (179) 1.054
Dr. Karl Asamer1) 60.000 90.000 (507) 810
Andere Führungskräfte gesamt 328.468 195.000 (253) 781
Summe 663.468 495.000 (939) 2.645

1) ehemaliges Mitglied des Vorstands

Es wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 14 "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" verwiesen.

Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtvergütungen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten gemäß IAS 24:

2018/19 2017/18
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 532 714 1.246 532 624 1.156
Mag.a
Monika Stoisser-Göhring1)
391 175 566 321 316 637
Ing. Heinz Moitzi 417 186 603 417 405 822
Dr. Karl Asamer2) 142 142 634 471 1.105
Leitende Angestellte 5.212 1.443 6.655 5.131 2.190 7.321
Summe 6.552 2.660 9.212 7.035 4.006 11.041

1) Der Ausweis der Vergütung im Geschäftsjahr 2017/18 erfolgt ab der erstmaligen Bestellung zur Vorständin am 2. Juni 2017. Ausübungen von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten, welche vor Bestellung zur Vorständin zugeteilt wurden, sind nicht enthalten.

2) ehemaliges Mitglied des Vorstands

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von 427 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) enthalten. In den fixen Bezügen von Dr. Karl Asamer im Geschäftsjahr 2017/18 sind die vertragliche Abfertigungszahlung und sonstige Ansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung des Vorstandsvertrages enthalten.

Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Gerstenmayer 52 Tsd. € (Vorjahr: 52 Tsd. €) und für Mag.a Monika Stoisser-Göhring 38 Tsd. € (Vorjahr: 33 Tsd. €) in die Pensionskasse einbezahlt.

Gemäß IAS 24 sind dies Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt oder indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens zuständig und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der aktuellen und ehemaligen Mitglieder des Vorstands, leitenden Angestellten und deren Hinterbliebenen betragen:

in Tsd. € Abfertigungen
Geschäftsjahr
Pensionen
Geschäftsjahr
2018/19 2017/18 2018/19 2017/18
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 261 180 299 312
Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst 174 257 6.503 (1.136)

Die Abfertigungsaufwendungen von Dr. Karl Asamer im Geschäftsjahr 2017/18 sind in den Gesamtvergütungen enthalten.

Auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mitglieder des Aufsichtsrats:

2018/19 2017/18
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Dr. Hannes Androsch 65 14 79 63 30 93
Ing. Willibald Dörflinger 51 9 60 49 20 69
DDr. Regina Prehofer 53 9 62 50 20 70
Dkfm. Karl Fink 30 7 37 31 15 46
DI Albert Hochleitner 30 7 37 30 15 45
Mag. Gerhard Pichler 34 7 41 33 15 48
Dr. Georg Riedl 38 7 45 36 15 51
Dr. Karin Schaupp 30 7 37 30 15 45
Summe 331 67 398 322 145 467

Aktienbesitz der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zum 31. März 2019:

Aktien % Kapital
Vorstandsmitglieder:
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 10.000 0,03
Mag.a
Monika Stoisser-Göhring
2.000 0,01
Ing. Heinz Moitzi 6.001 0,02
Summe Vorstandsmitglieder 18.001 0,05
Aufsichtsratsmitglieder:
Dr. Hannes Androsch 120.258 0,31
Übrige Aufsichtsratsmitglieder 42.250 0,11
Summe Aufsichtsratsmitglieder 162.508 0,42
Privatstiftungen:
Androsch Privatstiftung 6.819.337 17,55
Dörflinger Privatstiftung 6.902.380 17,77
Summe Privatstiftungen 13.721.717 35,32
Summe 13.902.226 35,78

28. Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2018/19 2017/18
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 137 137
Andere Bestätigungsleistungen 4 8
Sonstige Leistungen 69 112
Summe 210 257

Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, nicht enthalten.

29. Personalstand

Die Durchschnittszahlen der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter stellen sich wie folgt dar:

2018/19 2017/18
Arbeiter 7.321 7.657
Angestellte 2.490 2.324
Summe 9.811 9.981

Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal im Bereich der Arbeiter für das Geschäftsjahr 2018/19 in durchschnittlicher Höhe von 371 und für das Geschäftsjahr 2017/18 in durchschnittlicher Höhe von 608.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2019

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Mag.a

Monika Stoisser-Göhring e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Konzernlagebericht 2018/19

Inhaltsverzeichnis

1. Markt- und Branchenumfeld 68
1.1. Wirtschaftliches Gesamtumfeld 68
1.2. Branchenumfeld 68
2. Wirtschaftsbericht 72
2.1. Gesamtentwicklung des Konzerns 72
2.2. Ertragsentwicklung im Konzern 72
2.3. Ertragsentwicklung in den Segmenten 75
2.4. Vermögens- und Finanzlage 78
2.4.1. Vermögen 78
2.4.2. Finanzierung 79
2.4.3. Cashflow 82
2.4.4. Leistungskennzahlen 83
2.5. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 84
3. Weitere gesetzliche Angaben 85
3.1. Standorte und Zweigniederlassungen 85
3.2. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB) 86
3.3. Nichtfinanzielle Erklärung 88
4. Forschung und Entwicklung 89
5. Chancen- und Risiken 92
5.1. Chancen- und Risikomanagement 92
5.2. Erläuterung der Einzelrisiken 93
5.3. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen 98
6. Ausblick 99

1 MARKT- UND BRANCHENUMFELD

1.1 Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Globale Konjunktur trübt sich ein

Übereinstimmende Vorhersagen von IMF, Weltbank und einer Reihe von Marktforschungsfirmen signalisierten zuletzt eine deutliche Eintrübung der globalen Konjunktur. Die WTO sieht das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2019 und 2020 nur mehr bei 2,6 % im Vergleich zu 2,9 % im Jahr 2018 (WTO 4/20191 ), wobei in Asien (inkl. China) nur ein kleiner Wachstumsrückgang von 4,3 % (2018) bis 2020 auf 4 % erwartet wird. Hauptursache des Rückgangs ist ein gemäß Konjunkturzyklus erwarteter Abschwung, der derzeit durch Handelskonflikte verstärkt wird.

1.2 Branchenumfeld

Elektronikindustrie: Modularisierung bleibt trendbestimmend und eröffnet Chancen für zusätzliche Wertschöpfung

Digitale Technologien und Elektronik sind wesentliche Bestandteile bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen und der Weiterentwicklung des menschlichen Lebensstils. Informationen und Kommunikationsmittel müssen beispielsweise zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort verfügbar sein, Geräte sollen Aufgaben zur Unterstützung der Menschen möglichst selbstständig (Sensorik, Künstliche Intelligenz, Vernetzung, …) und effizient erledigen können. Auch die Mobilität soll unbeschränkt sicher und umweltfreundlich zur Verfügung stehen, und die persönliche Sicherheit und Gesundheit sollen bei gleichzeitig alternder Bevölkerung immer weiter verbessert werden.

Möglichst kleine mobile Endgeräte wie Smartphones, Smartwatches, Earpods oder Virtual Reality-Brillen unterstützen Menschen bei vielfältigen Aufgaben. Auch die Gesundheit kann mittels mobiler Diagnostik- oder Therapiegeräte zunehmend besser überwacht werden. Vom Nutzer werden dabei immer mehr Funktionen auf immer kleinerem Raum bei gleichzeitig längerer Batterielebensdauer zur Unterstützung eines solchen mobilen Lebensstils erwartet.

Bei immer geringerer Größe der mobilen Endgeräte und immer mehr Platzbedarf für die Batterie ergibt sich daraus die Anforderung der "Miniaturisierung" der darin enthaltenen Elektronik.

Produkte müssen auch in immer kürzeren Zyklen entwickelt und auf den Markt gebracht werden, bei gleichzeitig steigenden Qualitätsanforderungen. Das kann durch Kombination von vielseitig verwendbaren, bereits im Vorfeld entwickelten, Systemteilen mit einer oder mehreren Systemfunktionen in elektronischen Modulen erreicht werden ("Modularisierung"). Beispiele für solche Module sind Sensormodule, Computing oder Artificial Intelligence(AI)- Module, Speichermodule, Funk(RF)-Module für drahtlose Kommunikation und Datenübertragung.

Der Modularisierungstrend wird nicht nur in Consumer-, Computer- und Kommunikationsprodukten wie Smartphones, Smartwatches, Smart Speakers, Notebooks etc. verstärkt sichtbar, sondern auch in allen anderen Bereichen der Elektronik inklusive Automobil-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen.

Verbindungslösungen ("Interconnect Solutions"), bestehend aus Leiterplatten und IC-Substraten mit "Embedding" als eine der Schlüsseltechnologien zur Integration von Modulen mit immer mehr Funktionen, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung des Modularisierungstrends. Sie verkürzen die elektrischen Leitungen zwischen den Bauteilen und sparen Platz.

Leiterplatten und Verbindungslösungen für Consumer-, Computer- und Kommunikationsanwendungen ("CCC") werden zusätzlich von der Notwendigkeit geprägt, kleinste Leiterzugsbreiten für Hochintegration bei großen Produktionsvolumina verfügbar zu machen. Automobil-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen ("AIM") nutzen High-End-Technologien mit reduzierten Leiterzugsbreiten aus "CCC" als Plattform für weitere Innovationen. Der Fokus liegt dabei auf der Einführung neuer Materialien (z.B. Hochfrequenz-Leiterplatten für Radar-Anwendungen im Automobilbereich), der Prozesskontrolle in noch engeren Grenzen und weiteren technologischen Verbesserungen zur Erfüllung der besonders hohen Qualitätsanforderungen.

1 https://www.wto.org/english/news_e/pres19_e/pr837_e.pdf

Applikationstrends wie Konnektivität zum Austausch möglichst großer Datenmengen ("Internet of Things", "Machine-to-Machine Communication") oder Artificial Intelligence (autonomes Fahren, Automatisierung, Robotik) mit besonders hohem Datenverarbeitungs- und Rechenbedarf führen zu einer immer stärkeren Konvergenz der technologischen Anforderungen und Roadmaps in den einzelnen Marktsegmenten.

Diese Applikationstrends folgen dem Megatrend, neben immer höherer Rechenleistung und Konnektivität mit höheren Datenraten auch verstärkt Interaktion der Geräte mit der Umwelt zu ermöglichen. Das treibt unter anderem die Entwicklung immer besserer und kleinerer Kameras und anderer Arten von optischen, Positions- und Umweltsensoren, miniaturisierten Lichtquellen und Displays, miniaturisierten Lautsprechern usw. voran. Die immer höheren Rechenleistungen, unterstützt durch parallele Rechnerarchitekturen, ermöglichen immer bessere Algorithmen für Artificial Intelligence.

Signifikante Verbesserungen der Konnektivität werden mit der Einführung des 5G-Mobilfunkstandards (Datenraten von vielen Gigabit/s bei Latenzzeiten [= Reaktionszeiten] von < 1 ms) erwartet. Das wird de facto Echtzeitanwendungen auch für mobile Endgeräte, Robotik oder autonomes Fahren möglich machen.

Ein wichtiger Trend ist das Ziel der Emissionsvermeidung, was

z.B. die Elektrifizierung von Fahrzeugen vorantreibt und so neben dem autonomen Fahren ein weiterer wichtiger Applikationstreiber für mehr Elektronik im Fahrzeug ist. Effizientere Netze im Fahrzeug (48-V-Bordnetz) und auch Elektromotoren erfordern das Übertragen und Schalten immer höherer Leistungen, was entsprechende Maßnahmen zur Kühlung der Elektronik zur Minimierung der Schaltverluste erfordert.

Je nach Entwicklungsstadium einzelner Applikationen haben die zugehörigen Märkte für Hardware bereits in wenigen Jahren signifikante Größen. Für "Smart Automotive" wird bereits 2021 der jährliche Verkauf von ca. 25 Mio. autonomen Fahrzeugen ("Level 2" – "Hands off") mit einer Gesamtmarktgröße von 1.630 Mrd. US-\$ erwartet. Für die jährlich verkauften 2,5 Mrd. mobilen Endgeräte wird der Hardware-Markt ungefähr 500 Mrd. US-\$, für 5G 272 Mrd. US-\$, für Industrieautomatisierung ("Industrie 4.0") ca. 100 Mrd. US-\$ und für Data Center ca. 80 Mrd. US-\$ betragen. "Emerging Applications" wie Stimmenerkennung (20 Mrd. US-\$), Artificial Intelligence (12 Mrd. US-\$), Sensorik für Healthcare (8,5 Mrd. US-\$) oder Virtual Reality (8,5 Mrd. US-\$) sind vergleichsweise noch kleinere Märkte – allerdings mit besonders starkem Wachstumspotential.

Alle diese Applikationen lassen sich nur mit hochentwickelten Verbindungslösungen als immer wesentlicherem Teil des Gesamtsystems realisieren. Modularisierung eröffnet High-End-Leiterplatten- und IC-Substratherstellern wie AT&S über

Quelle: Yole, AT&S, März 2019

das proaktive Eingehen von Entwicklungspartnerschaften mit den Kunden signifikante Wachstumspotentiale.

Elektronik-Gesamtmarkt: weiteres Wachstum durch neue Funktionen wie 5G-Konnektivität und Artificial Intelligence

Im Elektronik-Gesamtmarkt werden sämtliche hergestellte elektronische Geräte und Elektroniksysteme erfasst. Insgesamt soll der globale Elektronikmarkt im Jahr 2019 eine Größe von ca. 2.142 Mrd. US-\$ erreichen, wobei die jährliche Wachstumsrate zwischen 2018 und 2021 ca. 2,3 % betragen wird. Am stärksten wachsen die Segmente Automobil (5,3 %), Luftfahrt/Militär2 (4,5 %), Consumer (3,7 %) und Medizintechnik (3,3 %). Während für das Industriesegment ein jährliches Wachstum von 2,8 % erwartet wird, werden die jährlichen Wachstumsraten für die Bereiche Kommunikation (1,4 %) und Computer (0,4 %) wegen stagnierender Verkaufszahlen bei Smartphones und PC/Notebooks unterdurchschnittlich sein.

Die Einführung des neuen Funkstandards (5G) ist ein starker Wachstumstreiber. 5G ermöglicht drahtlose Kommunikation in Echtzeit (< 1ms) mit sehr hohen Datenraten, was neben dem Abspielen von Videos über mobile Endgeräte und allgemeiner mobiler Datenübertragung aus dem Internet ohne zeitliche Verzögerung auch alle Arten von Kommunikation zwischen Maschinen ("Machine-to-Machine"(M2M)-Kommunikation) oder Autos ("Vehicle-to-X"- oder "V2X"-Kommunikation) ermöglicht. Ein weiterer starker Wachstumstreiber sind Zusatzfunktionen für Artificial Intelligence, die derzeit in eine Vielzahl elektronischer Geräte integriert werden. Neben der bereits in zahlreichen Produkten (Smartphone, Smartwatch, Robots, …) verfügbaren menschlichen Spracherkennung und automatischen Auswertungen von Bildinformationen wird Artificial Intelligence auch in vielen Bereichen wie z.B. autonomes Fahren für automatisierte Steuerungsentscheidungen eingesetzt werden.

Elektronikmarkt nach Segmenten in Mrd. US-\$

Quelle: Prismark, März 2019

Leiterplatten- und IC-Substratmarkt: Langfristiges Wachstum durch mehr integrierte Funktionen

Der Leiterplatten- und IC-Substratmarkt als der Teil des Elektronikmarkts, in dem AT&S aktiv ist, erreichte 2018 eine Größe von 61,7 Mrd. US-\$ und soll bis 2021 auf 68,9 Mrd. US-\$ (3,7 % p.a.) anwachsen. Leiterplatten für die Bereiche Computer (16,4 Mrd. US-\$, 2,4 % p.a.), Kommunikation (18,0 Mrd. US-\$, 1,6 % p.a.) und Consumer werden als gemeinsames Segment "CCC" weiterhin ca. 64 % Anteil am Gesamtmarkt im Jahr 2021 halten. Schlüsselapplikationen in diesen Bereichen bleiben Smartphones, PCs & Tablets sowie Server. Neue Applikationen wie Wearables (Smartwatches etc.), "Internet of Things(IoT)"-Geräte und die Einführung neuer Gerätefunktionen wie Artificial Intelligence und des neuen Mobilfunkstandards 5G bieten langfristig sehr gute Wachstumschancen. Sie sind nicht nur auf "CCC"- Anwendungen beschränkt, sondern treiben auch das Wachstum in Automobil-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen.

2 In diesem Segment ist die AT&S Geschäftstätigkeit auf zivile Luft- und Raumfahrt beschränkt und wird in den Geschäftszahlen im Automobilsegment konsolidiert.

Substrat- und Leiterplattenmarkt in Mrd. US-\$

Quelle: Prismark, März 2019; Yole, April 2019

Leiterplatten für die Bereiche Automobil (8,8 Mrd. US-\$, 5,5% p.a.), Luftfahrt/Militär (2,9 Mrd. US-\$, 4,2 % p.a.) und Medizintechnik (1,3 Mrd. US-\$, 3,2 % p.a.) werden als gemeinsames Segment "AIM" bis 2021 ca. 23 % des Gesamtmarktes darstellen. Das größte "AIM" Teilsegment "Automotive" wächst mit 5,5 % jährlich am stärksten, verursacht durch einen kontinuierlich steigenden Elektronikanteil im Auto. Wesentliche Wachstumstreiber der Automobilelektronik sind neben Anwendungen für autonomes Fahren (Sensoren (Radar, Lidar, Camera), 5G, Artificial Intelligence), Konnektivität und Infotainment auch die Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs. Auch im Segment Industrie verspricht Automatisierung ("Industrie 4.0" mit Artificial Intelligence, 5G-Machine-to-Machine("M2M")- Kommuni-kation) sehr gute Wachstumschancen. Leiterplatten für Medizintechnik bieten vor allem in den Bereichen Sensorik und mobile Diagnostik und bei Implantable Devices sehr gute Wachstumsmöglichkeiten.

Auf das Segment IC-Substrate (9,0 Mrd. US-\$, 9,2 % p.a.) entfallen die restlichen ca. 13 % des Gesamtmarktes. IC-Substrate finden vor allem im Bereich "Packaging" einzelner Komponenten (Integrated Circuits (ICs)) wie Prozessoren und bei der Integration von Modulen bestehend aus mehreren Komponenten ("System in Package") Anwendung. Das besonders starke Wachstum zwischen 2018 und 2021 (9,2 % p.a.) lässt sich vor allem durch Wachstum bei IC-Substraten für Prozessoren für Datencenter, Networking-Prozessoren, Prozessoren mit zusätzlichen Artificial-Intelligence-Funktionen und IC-Substraten für Funkmodule für Konnektivität (4G, 5G, WiFi/WiGiG) erklären. Durch größere Prozessoren bzw. immer mehr integrierte Funktionen und Komponenten je Modul steigen auch die "Unit Sizes" und "Layer Counts" und somit die Komplexität der IC-Substrate. Zusätzlich ist der Markt für IC-Substrate derzeit durch einen starken technologischen Wandel geprägt. Die minimalen Strukturgrößen werden, getrieben durch neue Chipgenerationen, immer kleiner. Darüber hinaus werden die Komponenten und die Verdrahtungslagen auf IC-Substraten als nächste Stufe der Systemintegration immer öfter direkt miteinander verbunden ("Fan Out", "Embedding").

Technologieoptionen für Modulintegration (mSAP, SAP, Embedding): IC-Substrate (SAP) und auch die neueste Generation der Leiterplatten (mSAP) mit Strukturgrößen von < 10 µm bis < 30µm werden zur Integration von Modulen mit immer mehr integrierten Funktionen (Konnektivität, Prozessor, Speicher, Sensoren, …) verwendet. Der Modulmarkt zeigt dabei jährliche Wachstumsraten von 12 %, weil immer mehr Packages von Einzelkomponenten durch "Systems in Package" ("SiP") für eine Vielzahl von Komponenten ersetzt werden. Das bietet speziell für Firmen, die sowohl High-End-Leiterplatten als auch High-End-Substrate herstellen können, im Rahmen des Modularisierungstrends sehr gute Wachstumschancen. Durch zusätzliche Assemblierung von Komponenten auf oder in der Leiterplatte und Funktionstest fertiger Module kann die Wertschöpfung gegenüber dem reinen Substrat um einen Faktor von mehr als 5 gesteigert werden. Entsprechend vergrößert sich auch der adressierbare Markt für AT&S und erreicht so für die Modulfertigung in wenigen Jahren eine ähnliche Größe wie der gesamte Leiterplattenmarkt. "Embedded-Component Packaging" ("ECP") ist dabei neben "Surface Mount und Overmold" eine weitere Technologieoption für Modulintegration, die speziell bei der Reduktion der Modulgröße in einzelnen Applikationen Vorteile bieten kann.

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtentwicklung des Konzerns

AT&S setzt sein Wachstum erfolgreich fort

AT&S konnte im Geschäftsjahr 2018/19, trotz eines sehr herausfordernden Marktumfelds, die Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Vorjahres übertreffen. In Summe steigerte AT&S im Geschäftsjahr 2018/19 den Konzernumsatz um 36,2 Mio. € bzw. 3,6 % auf 1.028,0 Mio. € (Vorjahr: 991,8 Mio. €). Insbesondere im abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres zeichnete sich eine Abschwächung der Nachfrage in den Bereichen mobile Endgeräte, Automotive und Industrie ab und dieser Trend manifestierte sich im vierten Quartal. Diese Abschwächung der letzten beiden Quartale konnte aufgrund des optimierten Produkt-, Technologie- und Kundenportfolios sowie durch das starke erste Halbjahr kompensiert werden.

81,5 % des Umsatzes (Vorjahr: 78,6 %) wurden in Fremdwährungen (vor allem US-Dollar) fakturiert. Mit dem im Geschäftsjahr stärkeren US-Dollar-Kurs, ergab sich aus Wechselkurseffekten ein leicht positiver Einfluss von 1,5 Mio. € bzw. 0,2 % auf die Umsatzentwicklung.

Unterjährig bewegten sich die Umsätze entsprechend dem saisonalen Zyklus. Die beiden Quartale zwei und drei wiesen deutlich höhere Umsätze auf, als das erste und das vierte Quartal.

Die Effekte aus der Umsetzung des neuen IFRS 15 führten zu einer Erhöhung des ausgewiesenen Umsatzes um 22,5 Mio. €, bzw. 2,3 %. Diese Änderung resultiert aus einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung, welche für eine Reihe von Kunden notwendig ist. Für weiterführende Informationen wird auf die erläuternden Anhangsangaben zum Konzernabschluss verwiesen.

2.2 Ertragsentwicklung im Konzern

Umsatz steigt um 3,6 %

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,6 % auf 1.028 Mio. €. Absatzsteigerungen bei IC-Substraten und im Bereich Medical & Healthcare konnten die rückläufige Nachfrage in den Bereichen Mobile, Automotive und Industrial größtenteils kompensieren.

Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Sitzes der Endkunden weist für Amerika einen Anteil von 66,4 % nach 63,0 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte stieg geringfügig von 84,0 % auf 85,0 % an.

In der Betrachtung nach Segmenten zeigt sich folgendes Bild: Der Anteil des Segments Mobile Devices & Substrates (MS) an den externen Umsatzerlösen erhöhte sich auf 66,5 % (Vorjahr: 65,3 %), der Anteil des Segments Automotive, Industrial, Medical (AIM) reduzierte sich, bei gleichbleibenden absoluten Zahlen, auf 33,0 % (Vorjahr: 34,2 %). Weitere Informationen zur Entwicklung der Segmente können dem Kapitel 2.3. "Ertragsentwicklung in den Segmenten" entnommen werden.

EBITDA steigt auf 250 Mio. €, EBITDA - Marge 24,3 %

Das EBITDA lag mit 250,1 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 226,0 Mio. €. Der Anstieg resultiert vor allem aus der deutlich höheren Absatzmenge für IC-Substrate sowie Effizienz-, Produktivitätsverbesserungen und einem verbesserten Produktmix. Unterstützt wurde das Ergebnis durch positive Währungseffekte, die in erster Linie aus positiven Bewertungseffekten aufgrund des stärkeren USD und aus der Translation der ausländischen Tochtergesellschaften in die Konzernwährung resultieren. Insgesamt ergab sich hierdurch eine positive Auswirkung des Wechselkurses von 22,1 Mio. €.

Die EBITDA-Marge erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozentpunkte von 22,8 % auf 24,3 %.

Aufwandspositionen entwickeln sich proportional

Die oben angeführten Effekte wirkten auch auf die einzelnen Kostenbereiche. Der Anstieg bei den Herstellkosten um 31,3 Mio. € auf 860,8 Mio. € resultiert aus den höheren Umsätzen. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch positive Wechselkurseffekte. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten lagen leicht unter den Vorjahreswerten.

Das sonstige betriebliche Ergebnis erhöhte sich von 0,1 Mio. € auf 17,4 Mio. €. Wesentlicher Effekt war ein im Geschäftsjahr 2018/19 um 15,4 Mio. € verbessertes Wechselkursergebnis. Welches sich vor allem aus der Bewertung von Forderungen

Ergebniskennzahlen in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2018/19 2017/18 Veränderung in %
Umsatzerlöse 1.028,0 991,8 3,6 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 250,1 226,0 10,7 %
EBITDA-Marge (%) 24,3 % 22,8 %
Betriebsergebnis (EBIT) 117,2 90,3 29,8 %
EBIT-Marge (%) 11,4 % 9,1 %
Konzernjahresergebnis 86,9 56,5 53,8 %
Gewinn je Aktie (€) 2,08 1,38 50,7 %
Anlagenzugänge 108,8 103,9 4,7 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 9.811 9.981 (1,7 %)

und Verbindlichkeiten aus dem stärkeren US-Dollar ergab.

Die planmäßigen Abschreibungen auf die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 132,9 Mio. € bzw.

15,9 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 135,7 Mio. € bzw. 16,1 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen technischen Standard sowie die Anlagenintensität von AT&S wider. Der Rückgang um 2,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert resultiert im Wesentlichen aus etwas geringeren Abschreibungen am Standort Shanghai.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich aufgrund der genannten Effekte um 26,9 Mio. € bzw. 29,8 % auf 117,2 Mio. € (Vorjahr: 90,3 Mio. €).

Die EBIT-Marge erhöhte sich um 2,3 Prozentpunkte auf 11,4 % (Vorjahr: 9,1 %).

Finanzergebnis verbessert sich wesentlich

Das Finanzergebnis verbesserte sich von -14,8 Mio. € auf -2,0 Mio. €. Der Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen lag bei 12,2 Mio. € (Vorjahr: 13,7 Mio. €). Die Sozialkapitalzinsen erhöhten sich um 0,3 Mio. € von 0,8 Mio. € auf 1,1 Mio. €.

Aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten resultierte ein Verlust von 0,1 Mio. € (Vorjahr: Verlust 0,5 Mio. €). Die Sicherungsinstrumente tauschen variable in fixe Zinszahlungen, die nicht die Kriterien des Hedge-Accountings erfüllen, da Laufzeit und Höhe nicht mit den gesicherten originären Finanzverbindlichkeiten übereinstimmen.

Die aktivierten Fremdkapitalzinsen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten Vermögensgegenständen stehen, erhöhten sich um 0,1 Mio. € auf 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).

Aufgrund des höheren Volumens der Termingeldveranlagungen konnte, trotz des derzeit für Veranlagungen ungünstigen Umfelds, eine Erhöhung des Veranlagungsergebnisses um 3,8 Mio. € auf 4,9 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) erzielt werden.

Im Finanzergebnis wurden im Geschäftsjahr 2018/19 positive Fremdwährungsdifferenzen in Höhe von 9,2 Mio. € als Ertrag erfasst (Vorjahr: Ertrag 1,2 Mio. €). Die Fremdwährungsdifferenzen ergaben sich aufgrund der Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und -schulden sowie realisierter Kursgewinne von Finanzinstrumenten.

Das Finanzergebnis ist von Währungseffekten beeinflusst, da Teile der Veranlagungen und der Ausleihungen gegenüber Kreditinstituten in Fremdwährungen sind. Die größten konzerninternen Ausleihungen sind langfristiger Natur, deren Rückzahlung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Die Bewertung dieser Ausleihungen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung.

Konzernergebnis um 53,8 % gesteigert

Das Konzernjahresergebnis erhöhte sich von 56,5 Mio. € im Vorjahr um 30,4 Mio. € auf 86,9 Mio. €. Die Konzernsteuerbelastung beträgt 28,2 Mio. € (Vorjahr: 19,0 Mio. €).

Die laufende Ertragsteuerbelastung sank auf 15,7 Mio. € (Vorjahr: 26,9 Mio. €). Hauptursache für die Reduzierung waren höhere steuerliche Abschreibungen bei der AT&S China. Dies führte gleichzeitig zu niedrigeren aktiven latenten Steuern, so dass sich ein latentes Steuerergebnis (Aufwand) von 12,5 Mio. € ergab. Der Vorjahreswert von 7,9 Mio. € (Ertrag) resultierte primär aus der Aktivierung von Verlustvorträgen in Österreich.

Die AT&S China wies für das Kalenderjahr 2018 den begünstigenden Steuerstatus als "Hightech-Company" aus. Der Steuerstatus begann mit 1. Januar 2017, ist für drei Jahre gültig und hängt jährlich vom Erreichen bestimmter Kriterien ab.

Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 0,70 € von 1,38 € auf 2,08 € bei gleichbleibender Aktienanzahl. Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden Hybridkapitalzinsen in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €) vom Konzernjahresergebnis in Abzug gebracht.

2.3 Ertragsentwicklung in den Segmenten

Segment Mobile Devices & Substrates: Wachstum um 5 %

Das Segment Mobile Devices & Substrates setzte im Geschäftsjahr 2018/19 seine positive Geschäftsentwicklung fort, wobei sich im zweiten Geschäftshalbjahr bei mobilen Endgeräten eine Abschwächung der Nachfrage einstellte. Die deutliche Ergebnisverbesserung resultiert primär aus den erfolgreich umgesetzten Effizienz- und Produktivitätsverbesserungsmaßnahmen am Standort Chongqing sowie aus dem Wegfall der Anlaufkosten. Unterstützt wurde dieser Effekt von einem höherwertigen Produktportfolio bei IC-Substraten sowie durch positive Währungseffekte.

Die immer höhere Leistung der mobilen Endgeräte wäre ohne HDI (High Density Interconnection)-Leiterplatten und mSAP (modified Semi-Additive Process)-Leiterplatten nicht möglich. AT&S ist weltweit einer der führenden Anbieter von HDI-Technologie und hat sich eine führende Position bei der mSAP-Technologie erarbeitet.

Das Segment Mobile Devices & Substrates ist mit einem Umsatzanteil von 66,5 % (Vorjahr: 65,3 %) weiterhin das größte Segment des AT&S Konzerns.

Segment Mobile Devices & Substrates – Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2018/19 2017/18 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse 776,0 738,9 5,0 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 683,9 648,0 5,5 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 193,5 179,0 8,1 %
EBITDA-Marge (%) 24,9 % 24,2 %
Betriebsergebnis (EBIT) 80,8 61,6 31,2 %
EBIT-Marge (%) 10,4 % 8,3 %
Anlagenzugänge 69,6 76,8 (9,3 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 6.860 7.083 (3,1 %)

Der Umsatz lag mit 776,0 Mio. € um 37,1 Mio. € bzw. 5,0 % über dem Wert des Vorjahres von 738,9 Mio. €. Das Umsatzwachstum wurde leicht von der positiven US-Dollar-Kursentwicklung beeinflusst. Insgesamt fiel dadurch das Umsatzwachstum um 1,9 Mio. € höher aus. Der Umsatz mit Kunden aus dem Segment Automotive, Industrial, Medical konnte leicht gesteigert werden.

Geografisch ist eine weitere, deutliche Steigerung des Umsatzes mit amerikanischen Kunden zu verzeichnen.

Das EBITDA des Segments lag mit 193,5 Mio. € um 14,5 Mio. € bzw. 8,1 % über dem Vorjahreswert von 179,0 Mio. €. Der EBITDA-Anstieg resultierte aus der guten operativen Performance am Standort Chongqing sowie der positiven Wechselkursentwicklung. Die EBITDA-Marge des Segments Mobile Devices & Substrates lag mit 24,9 % um 0,7 Prozentpunkte deutlich über dem Vorjahreswert von 24,2 %.

Die Abschreibungen des Segments sanken um 4,7 Mio. € bzw. 4,0 % von 117,4 Mio. € auf 112,7 Mio. €. Die Reduktion resultierte aus etwas geringeren Abschreibungen am Standort Shanghai.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 19,2 Mio. € auf 80,8 Mio. € (Vorjahr: 61,6 Mio. €). Die EBIT-Marge verbesserte sich aufgrund des EBIT-Anstiegs um 2,1 Prozentpunkte auf 10,4 % (Vorjahr: 8,3 %).

Die Anlagenzugänge reduzierten sich um 7,2 Mio. € bzw. 9,3 % auf 69,6 Mio. € (Vorjahr: 76,8 Mio. €). Neben Zugängen von 26,8 Mio. € für laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrades im Werk Shanghai erhöhte sich das Anlagevermögen am neuen Standort Chongqing um 42,4 Mio. €.

Segment Automotive, Industrial, Medical: Stabil auf Vorjahresniveau

Mit einem Umsatzzuwachs von 0,3 Mio. € auf 365,2 Mio. € (Vorjahr: 364,9 Mio. €) blieb das Segment Automotive, Industrial, Medical stabil auf Vorjahresniveau. Während die Bereiche Automotive und Industrial eine etwas schwächere Nachfrage verzeichneten, war das Wachstum im Bereich Medical sehr hoch. Der Umsatz mit Kunden des Segments Mobile Devices & Substrates und Sonstige konnte leicht gesteigert werden.

Zur Entwicklung der dem Segment Automotive, Industrial, Medical zugeordneten Standorte Leoben, Fehring, Ansan und Nanjangud wird auf Punkt 3.1. "Standorte und Zweigniederlassungen" des Lageberichts verwiesen.

Automotive, Industrial, Medical - Umsatzentwicklung, EBITDA-Marge

Die Umsatzentwicklung spiegelt sich im EBITDA nur eingeschränkt wider, welches sich um 5,8 Mio. € bzw. 12,4 % auf 52,6 Mio. € (Vorjahr: 46,8 Mio. €) erhöhte. Diese Steigerung resultiert aus einem besseren Produktmix,

Segment Automotive, Industrial, Medical – Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)

2018/19 2017/18 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse 365,2 364,9 0,1 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 338,9 339,3 (0,1 %)
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 52,6 46,8 12,4 %
EBITDA-Marge (%) 14,4 % 12,8 %
Betriebsergebnis (EBIT) 34,1 30,2 12,9 %
EBIT-Marge (%) 9,3 % 8,3 %
Anlagenzugänge 36,1 25,4 42,0 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt 2.771 2.737 1,2 %

positiven Wechselkurseffekten sowie Effizienz- und Produktivitätsmaßnahmen.

Die EBITDA-Marge erhöhte sich um 1,6 Prozentpunkte auf 14,4 % (Vorjahr: 12,8 %).

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 3,9 Mio. € bzw. 12,9 % auf 34,1 Mio. € (Vorjahr: 30,2 Mio. €).

Die EBIT-Marge des Segments Automotive, Industrial, Medical lag aufgrund der oben genannten Effekte mit 9,3 % über dem Vorjahresvergleichswert von 8,3 %.

Die Anlagenzugänge erhöhten sich um 10,7 Mio. € auf 36,1 Mio. € (Vorjahr: 25,4 Mio. €). Diese Zugänge betrafen laufende Erweiterungs-, Ersatz- und Technologie-Upgrade-Investitionen an allen Standorten.

Segment Sonstige

Segment Sonstige – Überblick

Im Segment Sonstige wird neben den allgemeinen Holdingaktivitäten auch die im Aufbau befindliche Embedding-Technologie abgebildet. Diese beschäftigt sich mit der Einbettung aktiver und passiver elektronischer Bauelemente in die Leiterplatte mithilfe der von AT&S patentierten ECP®- Technologie. Ziel ist es, die Leiterplatten weiter zu miniaturisieren, bei gleichzeitiger Verbesserung der Wärmeverteilung, elektrischen Performance und Lebensdauer.

Das weiterhin im Aufbau befindliche Geschäft ist derzeit noch sehr stark projektbezogen und musste im Geschäftsjahr 2018/19 einen Rückgang der Umsätze hinnehmen.

Das Ergebnis des Segments Sonstige lag über dem durch negative Einmaleffekte belasteten Vorjahresniveau. In den Sondereffekten des Geschäftsjahres 2017/18 waren Aufwendungen von 2,5 Mio. € für die Anpassung der variablen Vergütung an den Zielerreichungsgrad und Aufwendungen aus dem SAR-Programm von 2,6 Mio. € enthalten.

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2018/19 2017/18 Veränderung in %
Segmentumsatzerlöse 5,3 8,1 (34,8 %)
Umsatzerlöse mit externen Kunden 5,3 4,5 16,1 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 4,0 0,1 >100 %
EBITDA-Marge (%) 75,3 % 0,9 %
Betriebsergebnis (EBIT) 2,4 (1,5) >100 %
EBIT-Marge (%) 45,0 % (19,1 %)
Anlagenzugänge 3,1 1,7 77,0 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 181 162 11,5 %

2.4 Vermögens- und Finanzlage

2.4.1 VERMÖGEN

Nettoumlaufvermögen

Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2018/19 um 16,6 % auf 1.784,1 Mio. € an. Zu den wesentlichen Gründen zählt die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in drei Tranchen.

Die langfristigen Vermögenswerte sanken um 46,0 Mio. € auf 898,3 Mio. €. Es reduzierten sich insbesondere die sonstigen langfristigen Forderungen um 32,2 Mio. €, welche Vorsteuerforderungen für das Werk Chongqing in Höhe von 11,8 Mio. € enthalten (Vorjahr: 44,1 Mio. €), die sukzessive mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten gegengerechnet werden können.

Die Nettoveränderung des Anlagevermögens betrug -4,3 Mio. € bzw. -0,5 % auf 837,9 Mio. € (Vorjahr: 842,2 Mio. €).

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 299,7 Mio. € auf 885,8 Mio. €. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten konnte mit 326,8 Mio. € wesentlich erhöht werden (Vorjahr: 270,7 Mio. €). Zusätzlich zu den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erhöhten sich die finanziellen Vermögenswerte um 180,1 Mio. € auf 239,8 Mio. €. Der Rückgang der Vorräte um 51,6 Mio. € auf 84,5 Mio. € resultiert – im Wesentlichen – aus der Anwendung des IFRS 15. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerten enthält die entsprechende Gegenposition zur Erfassung der vertraglichen Vermögenswerte in Höhe von 72,4 Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich zusätzlich um 42,8 Mio. € aus dem Geschäftsvolumen, so dass die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerte nach Wertberichtigungen um 114,9 Mio. € bzw. 175,5 % auf 180,4 Mio. € (Vorjahr: 65,5 Mio. €) stieg.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 9,6 Mio. € bzw. -6,8 % von 141,5 Mio. € auf 131,9 Mio. €. Darin enthalten ist ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Investitionen um 7,7 Mio. € auf 31,2 Mio. € (Vorjahr: 23,5 Mio. €).

Verschuldungsgrad sinkt deutlich

Das Eigenkapital erhöhte sich um 92,1 Mio. € bzw. 12,9 % von 711,4 Mio. € auf 803,5 Mio. €. Der Anstieg resultiert aus dem positiven Konzernergebnis von 86,9 Mio. € und den positiven Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung langfristiger Ausleihungen an Tochterunternehmen mit 24,5 Mio. €.

Eigenkapitalmindernd wirkten sich der Nettozinsaufwand für die Hybridanleihe von 6,2 Mio. € sowie die versicherungsmathematischen Verluste mit 5,8 Mio. € (Vorjahr: Verlust von 0,8 Mio. €) aus, die sich aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen verwendeten Parameter ergeben.

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
31.03.2019 31.03.2018 Veränderung in %
Vorräte 84,5 136,1 (37,9 %)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen, vertragliche Vermögenswerte 180,4 65,5 >100 %
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (131,9) (141,5) 6,8 %
Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 31,2 23,5 32,5 %
Umlaufvermögen Handel 164,1 83,6 96,4 %
Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen (3,6) (11,2) 68,2 %
Nettoumlaufvermögen 160,5 72,4 >100 %
Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 15,6 % 7,3 %
Außenstandsdauer (in Tagen):
Vorräte 36 60 (40,0 %)
Forderungen 64 24 >100 %
Verbindlichkeiten 66 76 (13,2 %)

Die Dividende führte zu einer Eigenkapitalreduktion von 14,0 Mio. €.

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 220,7 Mio. € bzw. 48,2 % von 458,4 Mio. € auf 679,1 Mio. €. Der kurzfristige Teil reduzierte sich von 81,5 Mio. € auf 38,0 Mio. €.

Am 19. Juli 2018 wurde eine Schuldscheintransaktion mit einem Gesamtvolumen von 292,5 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Das ursprünglich angestrebte Emissionsvolumen von 150,0 Mio. €, welches unter anderem die vorzeitige Refinanzierung der im Februar 2019 fälligen Tranche des Schuldscheindarlehens 2014 sicherstellen sollte, wurde aufgrund der hohen Nachfrage auf 292,5 Mio. € erhöht. Im dritten Quartal wurde eine weitere Tranche dieses Schuldscheindarlehens mit einem Volumen von 43,0 Mio. € abgeschlossen.

Die liquiden Mittel, welche durch die Schuldscheintransaktion zugeflossen sind, wurden teilweise zur Optimierung bzw. Rückführung von höher verzinsten finanziellen Verbindlichkeiten verwendet. Die verbliebenen Mittel wurden kurzfristig veranlagt und finden sich dementsprechend im Bestand der Zahlungsmittel und -äquivalente bzw. in den finanziellen Vermögenswerten wieder.

Die Nettoverschuldung verminderte sich um 59,0 Mio. € bzw. 28,2 % auf 150,3 Mio. € (Vorjahr: 209,2 Mio. €). Der Rückgang resultierte aus dem positiven operativen freien Cashflow.

Nettoverschuldung

Der Verschuldungsgrad sank auf 18,7 % und lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau von 29,4 %.

2.4.2 FINANZIERUNG

Der Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2018/19 bestand darin, den Kapitalbedarf der nächsten Jahre frühzeitig zu finanzieren, um das nach wie vor günstige Finanzierungsumfeld langfristig zu sichern. Hierzu wurde eine Schuldscheintransaktion mit einem Gesamtvolumen von 335,5 Mio. € sehr erfolgreich abgeschlossen.

Neben diesem Schwerpunkt erfolgten noch mehrere kleinere Finanzierungen und weitere Optimierungen der Finanzierungsstruktur.

in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
31.03.2019 31.03.2018 Veränderung in %
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 38,0 81,5 (53,4 %)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 679,1 458,4 48,2 %
Bruttoverschuldung 717,1 539,9 32,8 %
Zahlungsmittel und -äquivalente (326,8) (270,7) (20,7 %)
Finanzielle Vermögenswerte (239,9) (59,9) (>100 %)
Nettoverschuldung 150,3 209,2 (28,2 %)
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 250,1 226,0 10,7 %
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 0,6 0,9
Eigenkapital 803,5 711,4 12,9 %
Bilanzsumme 1.784,1 1.530,4 16,6 %
Eigenkapitalquote (%) 45,0 % 46,5 %
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 18,7 % 29,4 %

Finanzierung beruht auf einer Vier-Säulen-Strategie

Die Finanzierung von AT&S basiert auf einer Vier-Säulen-Strategie, mit der die Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsinstrumenten minimiert werden soll. Basierend auf den aktuell herrschenden Finanzmarktbedingungen werden einzelne Bereiche stärker forciert oder können gegebenenfalls auch zeitweise nicht genutzt werden.

Die erste Säule bilden langfristige, fix verzinste Retail-Bonds: Ihr Vorteil liegt in einer hohen Planbarkeit und Sicherheit für das Unternehmen, die sich aufgrund der fixen Verzinsung und Unkündbarkeit ergeben. Nachteilig sind die höheren Platzierungs- und Finanzierungskosten. Zurzeit ist kein Standard-Retail-Bond begeben.

Die Bedeutung von Schuldscheindarlehen als wesentlichste Finanzierungssäule hat sich im Geschäftsjahr 2018/19 nicht verändert. Die Vorteile von Schuldscheindarlehen liegen in der hohen Planbarkeit sowie im geringen Platzierungsaufwand. Aufgrund dieser Vorteile plant AT&S auch künftig diese Form der Finanzierung zu forcieren.

Zum Bilanzstichtag 31. März 2019 waren Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 598,5 Mio. € (Vorjahr: 422,4 Mio. €) bei diversen nationalen und internationalen Investoren platziert. Die Restlaufzeiten liegen zwischen 1 und 9 Jahren.

Als dritte Säule werden Bankdarlehen genutzt. 118,5 Mio. € sind per 31. März 2019 bei mehreren nationalen und internationalen Banken als Darlehen aufgenommen (Vorjahr: 117,5 Mio. €). Diese sind zum Großteil fix verzinst und weisen Restlaufzeiten von 1 bis 7 Jahren aus.

Die vierte Säule sind Kreditlinien, die der Deckung von Liquiditätsschwankungen und als Finanzierungsreserve dienen. Zum Bilanzstichtag verfügte AT&S über 187,3 Mio. € an nicht genutzten Kreditlinien (Vorjahr: 195,2 Mio. €) in Form von kontrahierten Kreditzusagen von Banken. AT&S hat sein kontrahiertes Finanzierungspotenzial zum 31. März 2019 erst zu 79,7 % (Vorjahr: 73,4 %) ausgenützt und verfügt, zusätzlich zum Bestand an liquiden Mitteln, weiterhin über genügend bestehende Finanzierungsreserven.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Treasury-Aktivitäten von AT&S liegt in der Sicherstellung ausreichender Liquiditätsreserven. Zudem gilt es, die in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerte (Covenants) zu überwachen und deren Einhaltung sicherzustellen. Ziel von AT&S ist es hierbei auch, die Kreditvereinbarungen entsprechend zu vereinheitlichen, um alle Kreditgeber gleich zu behandeln.

Niedrige Entschuldungsdauer und hohe Eigenkapitalquote

Die theoretische Entschuldungsdauer, definiert durch Nettoverschuldung/EBITDA, lag mit 0,6 Jahren deutlich unter dem von AT&S selbst definierten Maximalwert von 3,0 Jahren. Sie hat sich auch in diesem Jahr wieder reduziert (Vorjahr: 0,9 Jahre).

Nettoverschuldung/EBITDA

Die Eigenkapitalquote sank von 46,5 % im Vorjahr auf 45,0 % im Berichtsjahr und lag dennoch über dem Zielwert von

Finanzierungsinstrumente
in Mio. €
31.03.2019 in % 31.03.2018 in %
Schuldscheindarlehen 598,5 66,2 % 422,4 57,4 %
Bankdarlehen 118,5 13,1 % 117,5 16,0 %
Bruttoverschuldung 717,0 79,3 % 539,9 73,4 %
Kreditlinien 187,3 20,7 % 195,2 26,6 %
Kontrahierte Finanzierungen 904,4 100,0 % 735,0 100,0 %

40,0 %. Zu weiterführenden Informationen im Hinblick auf das Kapitalrisikomanagement wird auf Erläuterung 19 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" – Unterkapitel Kapitalrisikomanagement – im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

AT&S strebt eine möglichst ausgeglichene Finanzierungsstruktur mit einer durchschnittlichen Rückzahlungsdauer (Duration) an. Zum Bilanzstichtag betrug die Duration wie im Vorjahr 3,7 Jahre. Sie konnte damit stabil auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden.

Die Tilgungsstruktur weist im Jahr 2023/24 aufgrund der Rückzahlung von Teilen des Schuldscheindarlehens sowie Bankkrediten in Höhe von 337,6 Mio. € einen hohen Wert aus.

Effektives Zins- und Währungsmanagement

Ein wichtiges Treasury-Ziel ist auch die Risikominimierung im Zinsbereich mit vorwiegend fixen Zinssätzen. 76,9 % (Vorjahr: 82,9 %) der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz geswapt und lediglich 23,1 % (Vorjahr: 17,1 %) werden variabel verzinst.

Die Zinssicherungsstrategien werden auf Basis der Zinserwartungen quartalsweise definiert und gegebenenfalls adaptiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der fixen Zinssätze leicht gesunken. Insgesamt ist AT&S gegen eine mögliche Zinswende bzw. einen Zinsanstieg im Euro-Raum gut abgesichert.

Weiters sollen die vorhandenen liquiden Mittel ertragreich, aber risikobewusst veranlagt werden. Zum 31. März 2019 verfügte AT&S über finanzielle Mittel von insgesamt 566,6 Mio. € (Vorjahr: 330,6 Mio. €). Durch Optimierung von Veranlagungszeiten und durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die einerseits höhere Zinssätze aufweisen und an denen AT&S kontinuierlichen Bedarf hat, sollen möglichst hohe Erträge in einem derzeit aus Anlegersicht sehr herausfordernden Umfeld erwirtschaftet bzw. Negativzinsen vermieden werden.

Frühzeitiges Konvertieren in Fremdwährungen dient einem natürlichen Währungs-Hedging und einer Reduktion des Fremdwährungsexposures. Das Ziel von AT&S ist hierbei, eine möglichst kleine USD-Nettorisikoposition auszuweisen. Zum Bilanzstichtag 31. März 2019 standen USD-Vermögenswerten (auf USD lautende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finanzielle Vermögenswerte und Zahlungsmittel) in Höhe von 270,5 Mio. € (Vorjahr: 232,0 Mio. €) USD-Schulden (auf USD lautende Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten) in Höhe von 43,3 Mio. € (Vorjahr: 77,2 Mio. €) gegenüber. Die sich daraus ergebende Nettorisikoposition – zum Bilanzstichtag 31. März 2019 war dies ein Aktivsaldo von 227,2 Mio. € (Vorjahr: 154,8 Mio. €) – betrug somit 12,7 % (Vorjahr: 10,1 %) der Konzernbilanzsumme.

Treasury-Kennzahlen

Schwellenwert1) Zielwert2) 31.03.2019 31.03.2018
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis < 4,0 < 3,0 0,6 0,9
Eigenkapitalquote > 35 % > 40 % 45,0 % 46,5 %

1) Schwellenwerte sind in alten Kreditvereinbarungen enthaltene Grenzen, welche von AT&S nicht über- (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unterschritten (Eigenkapitalquote) werden dürfen, bzw. Grenzen, deren Nichteinhaltung Neufinanzierungen äußerst schwierig und teuer machen würde.

2) Zielwerte sind die von AT&S definierten Grenzen, die unter normalen Umständen nicht über- (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unterschritten (Eigenkapitalquote) werden sollen.

Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei AT&S fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Sicherungsinstrumente aus diesem Titel.

Translationsrisiken, die sich aus der Umrechnung von Tochtergesellschaften mit abweichender Währung ergeben, werden nicht abgesichert.

Sicherung des Finanzierungsnetzwerks

Das letzte Treasury-Ziel besteht in einem optimierten Relationship Management mit Finanzierungspartnern. Hierunter versteht AT&S die Auswahl der Banken für nationale und internationale Zusammenarbeit und den Aufbau und die Aufrechterhaltung der für beide Seiten notwendigen Kommunikation. Ziel ist es, eine hohe Transparenz über die Chancen und Risiken der AT&S zu schaffen, um mit den finanzierenden Instituten eine für beide Seiten langfristige, erfolgreiche Partnerschaft zu festigen. Als Basis dazu dienen der Geschäftsbericht und die Quartalsveröffentlichungen.

Daneben findet zumindest einmal jährlich ein Treffen mit den finanzierenden Bankpartnern statt, bei dem Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erörtert werden. Im Rahmen der Platzierung des Schuldscheindarlehens wurden neue Investorenkontakte hergestellt und die Investorenbasis weiter verbreitert.

2.4.3 CASHFLOW

Gute Ertragslage stärkt Liquidität

Der Cashflow aus dem Ergebnis erhöhte sich von 192,1 Mio. € auf 206,0 Mio. €. Hauptursache für diesen deutlichen Anstieg waren die Ergebnisverbesserungen in den Werken. Diese Verbesserungen waren auch hauptverantwortlich für die Erhöhung des Betriebsergebnisses von 90,3 Mio. € auf 117,2 Mio. €. Die Zinszahlungen reduzierten sich, primär bedingt durch bessere Konditionen bei den Schuldscheindarlehen, um 1,4 Mio. € auf 13,6 Mio. € (Vorjahr: 15,0 Mio. €). Die erhaltenen Zinsen spiegeln das derzeit äußerst schwierige Marktumfeld für Veranlagungen im Euro wider, erhöhten sich dennoch aufgrund des höheren Veranlagungsvolumens um 3,8 Mio. € auf 4,9 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €). Die gezahlten Ertragsteuern hingegen stiegen um 2,8 Mio. € auf 28,8 Mio. € (Vorjahr: 26,0 Mio. €).

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit konnte mit 170,5 Mio. € (Vorjahr: 143,2 Mio. €) wesentlich verbessert werden. Den um 30,9 Mio. € niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten und den um 23,4 Mio. € verringerten Geldfluss der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und vertraglichen Vermögenswerten standen Veränderungen bei den Vorräten um 20,8 Mio. €, gegenüber.

Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 100,9 Mio. € lagen deutlich unter dem Vorjahreswert von 141,9 Mio. €. Die wesentlichen Auszahlungen resultieren aus dem Upgrade von Shanghai und Chongqing auf neue Technologien.

Der operative freie Cashflow, d.h. der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Netto-Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, betrug im Geschäftsjahr 2018/19 69,7 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €). Damit gelang es AT&S, die nach wie vor hohe Investitionstätigkeit aus eigener Kraft zu finanzieren.

Die durch die Begebung der Schuldscheine vereinnahmten Mittel wurden teilweise mit Laufzeiten über drei Monate veranlagt. Dies führte insgesamt zu einem Nettoabfluss aus finanziellen Vermögenswerten von 175,8 Mio. € (Vorjahr: Nettozufluss 51,7 Mio. €). Aufgrund dieses Veranlagungseffektes lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit -276,6 Mio. € über dem Vorjahreswert von -193,4 Mio. €.

Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten nach Fristigkeiten
in Mio. €
31.03.2019 in % 31.03.2018 in %
Restlaufzeit
bis zu einem Jahr 38,0 5,3 81,5 15,1 %
zwischen einem und fünf Jahren 532,6 74,3 323,5 59,9 %
mehr als fünf Jahre 146,5 20,4 134,8 25,0 %
Summe Finanzverbindlichkeiten 717,0 100,0 539,9 100,0 %

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 147,2 Mio. € lag in erster Linie aufgrund des Mittelzuflusses aus der Aufnahme von finanziellen Mitteln von 355,3 Mio. € und der Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten von -190,9 Mio. € sowie der Dividendenzahlung von -14,0 Mio. € und der Hybridkuponzahlung von -8,3 Mio. € um 11,7 Mio. € über dem Vorjahreswert von 135,5 Mio. €.

Der freie Cashflow, d. h. der Cashflow aus laufender Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit, war mit -106,0 Mio. € um 55,8 Mio. € unter dem Vorjahreswert von -50,2 Mio. €. 124,1 Mio. € der Veränderung zum Vorjahr resultieren aus der Veranlagung bzw. Rückflüssen aus der Veranlagung liquider Mittel. Diesen standen um 41,0 Mio. € niedrigere Investitionstätigkeit und höherer Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber.

Umfassende Liquidität zur Rückzahlung bestehender Finanzierungen und für weitere Investitionen verfügbar

Die Zahlungsmittel sind trotz der sehr hohen Investitionen, aufgrund eines stabil hohen Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit und der erläuterten Finanzierungs- und Veranlagungsmaßnahmen, von 270,7 Mio. € auf 326,8 Mio. € gestiegen. Darüber hinaus verfügt AT&S über kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 239,8 Mio. € (Vorjahr: 59,6 Mio. €).

Insgesamt verfügt AT&S somit über Zahlungsmittel bzw. kurzfristig verfügbare Finanzmittel von 566,6 Mio. € (Vorjahr: 330,6 Mio €). Dieser aktuell sehr hohe Wert dient zur Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms und kurzfristig fälliger Rückzahlungen.

2.4.4 LEISTUNGSKENNZAHLEN

Kennzahlen belegen eine hohe operative Performance

Neben dem Umsatz und dem EBITDA verwendet AT&S für die strategische Unternehmenssteuerung die Kennzahlen ROCE und IRR. Sie spiegeln die operative Performance gegenüber Investoren und Kunden wider.

Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst AT&S die operative Unternehmensperformance aus der Sicht von Investoren. Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus kann abgeleitet werden, inwieweit AT&S die Verzinsungsansprüche ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 8,5 %. Im Berichtsjahr lag AT&S mit einem ROCE von 9,5 % über diesem Wert.

Der ROCE verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr durch das bessere EBIT, dem ein höheres durchschnittlich eingesetztes Kapital von 937,2 Mio. € (Vorjahr: 920,6 Mio. €) gegenüberstand.

Cashflow (Kurzfassung) in Mio. €

Veränderung
2018/19 2017/18 in %
Cashflow aus dem Ergebnis 206,0 192,1 7,2 %
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 170,5 143,2 19,1 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit (276,6) (193,4) (43,0 %)
Operativer Free Cashflow 69,7 1,5 >100 %
Free Cashflow (106,1) (50,2) (>100 %)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 147,2 135,6 8,6 %
Veränderung der liquiden Mittel 41,2 85,4 (51,8 %)
Währungseffekte auf liquide Mittel 15,0 (18,1) >100 %
Liquide Mittel am Jahresende 326,8 270,7 20,7 %

2.5 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es wurden bis zum 16. Mai 2019 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten gegenüber dem 31. März 2019 geführt hätten.

Die zweite Kennzahl zur Performance-Messung zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnahe umzusetzen. AT&S misst diese Fähigkeit mit der Innovation Revenue Rate (IRR), die den Umsatzanteil von Produkten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2018/19 beläuft sich die IRR auf 35,3 % nach 40,4 % im Vorjahr. AT&S strebt eine IRR von mindestens 20 % an. Dieses Ziel konnte im Geschäftsjahr 2018/19 deutlich übertroffen werden.

Gesamtkapitalrendite (ROCE)
in Mio. €
Veränderung
2018/19 2017/18 in %
Betriebsergebnis (EBIT) 117,2 90,3 29,8 %
Ertragsteuern (28,2) (19,0) (48,7 %)
Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) 89,0 71,3 24,8 %
Durchschnittliches Eigenkapital 757,4 625,7 21,0 %
Durchschnittliche Nettoverschuldung 179,8 294,9 (39,0 %)
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 937,2 920,6 1,8 %
ROCE 9,5 % 7,7 %

Innovation Revenue Rate (IRR) in Mio. €

Veränderung
2018/19 2017/18 in %
Haupterlöse 1.027,8 991,7 3,6 %
Haupterlöse mit innovativen Produkten 362,5 400,7 (9,5 %)
IRR 35,3 % 40,4 %

3 WEITERE GESETZLICHE ANGABEN

3.1 Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring

Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zunehmend den amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben setzte den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt unter anderem die Produktion der Embedding Technologie. Das Werk in Fehring entwickelte sich im Berichtsjahr erfreulich. Durch eine verstärkte Fokussierung auf spezifische Applikationen und Märkte konnten sowohl Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nanjangud) als auch eine Verbesserung des Produktmixes erreicht werden. Die mit Ende des Geschäftsjahres 2017/18 eingeleitete Erweiterung bzw. das technologische Upgrade des Werkes wurde im Geschäftsjahr 2018/19 weitgehend abgeschlossen. Damit können am Standort Fehring hochwertige Leiterplatten (HDI/HF-Technologie) für die Segmente Industrie, Medizin und Automotive gefertigt werden.

Shanghai

Der Standort Shanghai fertigt HDI (High Density Interconnection)-Leiterplatten höchster Technologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Der Standort war in der Lage, die Nachfrage nach HDI- und mSAP-Leiterplatten erfolgreich zu bedienen, und konnte sich als führender Anbieter in der neuesten Technologiegeneration etablieren. Das breite technologische Leistungsspektrum des Standortes wurde von den Kunden sehr gut aufgenommen und der Standort war in den Monaten der Hochsaison durchgängig an der Kapazitätsgrenze. 2018/19 zeigte sich eine weiterhin hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden. Darüber hinaus wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die Embedding Technologie erfolgreich implementiert und Shanghai ist künftig in der Lage, diese Technologie anzubieten, um vom Trend zur Integration von aktiven und passiven Komponenten in der Leiterplatte zu profitieren.

Chongqing

Am Standort Chongqing befinden sich zwei Werke für High-End Produkte. Das Werk für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrates) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr durch Effizienzverbesserungen die Produktion weiter erhöhen und damit die gute Marktnachfrage bedienen. Um unsere Kunden weiterhin optimal zu versorgen, wurde gegen Ende des Jahres mit dem Vollausbau des Substratwerkes begonnen. Im Werk für mobile Anwendungen werden High-End-mSAP-Leiterplatten gefertigt. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde der Standort technologisch weiterentwickelt und wird künftig auch in der Lage sein, Leiterplatten für Module zu fertigen. Das Werk ist derzeit zu rund 50 % ausgebaut und kann daher in relativ kurzer Zeit seine Kapazitäten erhöhen, um künftige Bedarfssteigerungen zu bedienen.

Ansan

Die sehr positive Entwicklung des Standortes in Korea konnte im Geschäftsjahr 2018/19 weiter fortgesetzt werden. Neben der sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer konnten auch substanzielle Mengen für mobile Anwendungen gefertigt werden. Um die Option einer Erweiterung des Werkes zu sichern, wurden im Geschäftsjahr zwei Nachbargrundstücke im Gesamtausmaß von 3.305 Quadratmetern erworben.

Nanjangud

Der Standort entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018/19 weiter positiv. Die Effizienzsteigerung aus operativen Verbesserungen und eine weitere Anhebung des Produktmix im Bereich höherwertiger Technologien führten zu einer leichten Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2018/19 konnte die Werkserweiterung bzw. das technologische Upgrade des Werkes nahezu abgeschlossen werden, so dass volle Kapazitäten für die steigende Nachfrage nach Hochfrequenz-Leiterplatten aus dem Automotive-Bereich zur Verfügung stehen.

Hongkong

Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates – und damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsgesellschaften – sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2018/19 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

3.2 Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2019 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,10 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Am 20. Dezember 2018 hat Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats von AT&S, 202.095 Stück Aktien der AT&S verkauft. Die Androsch Privatstiftung, welche in enger Beziehung zu den AT&S-Aufsichtsräten Dr. Hannes Androsch, Dr. Georg Riedl und Mag. Gerhard Pichler steht, hat diese 202.095 Stück Aktien der AT&S gekauft. Die Durchführung der Transaktion wurde ordnungsgemäß am 21. Dezember 2018 veröffentlicht. Der durchschnittliche Preis je Aktie betrug 19,09 € und der Gesamtwert der damit veräußerten Aktien belief sich auf 3.857.993,55 €.

Am 20. Dezember 2018 hat Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats von AT&S, 277.346 Stück Aktien der AT&S verkauft. Die AIC Androsch International Management GmbH, welche in enger Beziehung zum AT&S-Aufsichtsvorsitzenden Dr. Hannes Androsch steht, hat diese 277.346 Stück Aktien der AT&S gekauft. Die Durchführung der Transaktion wurde ordnungsgemäß am 21. Dezember 2018 veröffentlicht. Der durchschnittliche Preis je Aktie betrug 19,09 € und der Gesamtwert der damit veräußerten Aktien belief sich auf 5.294.535,14 €.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar: siehe Tabelle unten.

Zum Stichtag 31. März 2019 befanden sich rund 64,68 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Die Verträge von allen Vorständen enthalten eine "Change of Control"-Klausel: Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor. In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen ("Sonderkündigungsrecht"). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied

Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien
6.902.380 17,77 % 17,77 %
Androsch Privatstiftung,
Schottengasse 10/12, A-1010 Wien
6.819.337 17,55 % 17,55 %

Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrages, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrages einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind.

Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000 € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugsund/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

In Bezug auf die Erhöhung des genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Eigene Aktien

In der 23. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2017 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 5. Juli 2022, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Anteile auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitarbeiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Zum 31. März 2019 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der AT&S und ihren Tochtergesellschaften.

Die AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 21 "Gezeichnetes Kapital" sowie auf die Erläuterung 15 "Finanzielle Verbindlichkeiten", verwiesen.

Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/ corporate-governance/berichte/ abrufbar.

3.3 Nichtfinanzielle Erklärung

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs. 6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2018/19 als gesondertes Kapitel beigefügt.

4 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Highlights im Geschäftsjahr 2018/19

Fast alle der Aktivitäten von AT&S im Forschungs- und Entwicklungsbereich haben zum Ziel, den derzeit stattfindenden Wandel in der Elektronikindustrie zu antizipieren und die sich dadurch ergebenden Chancen aufzugreifen und somit Schritt für Schritt "More than AT&S" zu werden. Die aktuell laufenden Projekte von AT&S suchen nach neuen Lösungen für:

Miniaturisierung/Gewichtsreduktion: Geräte werden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger – AT&S kann und muss die Grundlage dafür schaffen. AT&S arbeitet an neuen Technologien, welche die Dichte an Leiterzügen erhöhen und die Dicke der Systeme verringern.

Integration von neuen und zusätzlichen Funktionen: Elektronische Geräte erfüllen immer mehr Funktionen, was meist durch zusätzliche Komponenten ermöglicht wird. Diese müssen in kleinster Packungsdichte und höchster Leistungsfähigkeit verbunden werden – idealerweise bei einer vereinfachten Wertschöpfungskette. AT&S erarbeitet neue Konzepte zur effizienten Integration und Verbindung von elektronischen Komponenten.

Schnelle Signalleitung: In den nächsten Jahren wird es zu einem starken Anstieg an der zu verarbeitenden Datenmenge kommen (z.B. 5G, autonomes Fahren). In den Entwicklungsprojekten aus diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell und verlustarm leiten.

Leistung und Leistungseffizienz: Energieeffiziente Mobilität führt zu Elektrifizierung der Mobilität – mechanische Lösungen werden durch energiesparende elektronische Lösungen ersetzt. Die Projekte in diesem Bereich fokussieren auf Systeme, die die optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten ermöglichen, große Leistungen schalten und übertragen und in Zukunft vielleicht auch Energie gewinnen können.

Durch die Verknappung der natürlichen Ressourcen muss AT&S effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, CO2 etc.) sicherstellen. AT&S macht sich große Datenmengen nutzbar zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen, Produkteigenschaften und -qualität, Integration neuer und zusätzlicher Schritte in die Wertschöpfungskette und erarbeitet neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion.

Innovationsrate nahe Rekordniveau, zahlreiche neue Schutzrechte

Die Einführung von sehr wichtigen Technologien in den letzten Geschäftsjahren (z.B. mSAP und Substrate) hatte auch Auswirkungen auf die Innovation Revenue Rate (IRR) im abgelaufenen Geschäftsjahr. AT&S erzielte mit 35,3 % die zweithöchste IRR in seiner Unternehmensgeschichte. Mit der IRR wird die Innovationskraft des Unternehmens gemessen. Sie stellt den Anteil am Umsatz dar, den AT&S mit innovativen Produkten, die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden, erzielt hat. AT&S setzt sich eine jährliche IRR von mindestens 20 % zum Ziel.

Beruht dieser Erfolg noch sehr stark auf der Verfügbarkeit der mSAP- und Substrattechnologie, hat AT&S in der Entwicklung bereits die Weichen auf neue Applikationen gestellt, bei denen AT&S die Erkenntnisse seiner Entwicklungsfelder als Technologiebausteine anwendet. Derzeit arbeitet AT&S an neuen Lösungen für Module (elektronische Einheiten für spezifische Aufgaben, die mehrere Bauelemente miteinander verbinden), neuen Lösungen für die Leistungselektronik getrieben durch Entwicklungen in der e-Mobility und erarbeitet mit seinen Kunden Lösungen für den neuen Mobilfunkstandard 5G.

Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Patente. Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 72 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 286 Patentfamilien, die zu 279 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

F&E-Aufwand: 7,4 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2018/19 auf 75,7 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d.h. in Relation zum Umsatz) von 7,4 % gegenüber 6,6 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Effiziente F&E-Prozesse

Die Effizienz in der Entwicklung wird dadurch sichergestellt, dass AT&S global mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeitet. Intern betreibt AT&S einen zweistufigen Innovationsprozess. In einem ersten Schritt werden neuartige Konzepte entwickelt und die prinzipielle Machbarkeit dieser Konzepte wird gezeigt. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und implementierung an den Standorten von AT&S (TDI und Engineering), die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde begonnen, die Entwicklungseinheit in Chongqing zu einem weiteren Entwicklungszentrum auszubauen. Es wurden eine Prototypenline konzipiert und angeschafft sowie die Maschinen für neue Prozesse erworben, die es ermöglichen, die Entwicklung speziell im Bereich Substrat und Advanced Packaging unter Nutzung der Substrattechnologie auf ein neues Niveau zu heben. Im Entwicklungszentrum Leoben, das auch weiterhin die Zentrale in der Forschung der AT&S AG darstellt, werden neben Advanced-Packaging-Konzepten auch Konzepte für die Leistungselektronik und Hochfrequenzelektronik entwickelt.

Wesentliche Entwicklungsprojekte im Geschäftsjahr

Entwicklungs-Highlights waren im abgelaufenen Geschäftsjahr die ersten Projekte für den neuen Mobilkommunikationsstandard 5G. Die erste Generation der 5G-Technologie, mit deren Einführung soeben begonnen wird, wird sich noch in einem moderaten Funkfrequenzbereich von unter 5 GHz bewegen. Hier stellt neben neuen Antennensystemen vor allem der Energieverbrauch der Systeme die Herausforderung dar, die gelöst werden muss. In der zweiten Generation ist es geplant, Funkfrequenzen aus dem mm-Wellenlängenbereich (25-30GHz) zu verwenden. Hier müssen gänzlich neue Leiterplatten- und Verbindungssysteme entwickelt werden, um Verluste so klein wie möglich zu halten. In beiden Bereichen arbeitet AT&S derzeit an unterschiedlichen Projekten.

Entwicklungen in der Leistungselektronik werden derzeit sehr stark von der Elektromobilität getrieben. AT&S entwickelt hier neuartige elektronische Systeme, die einen sehr geringen Energieverbrauch aufweisen und darüber hinaus mit hohen Strömen und hohen Spannungen arbeiten können. Dies gelingt durch den Einsatz der Embedding-Technologie, durch die die Komponenten optimal gekühlt und elektrisch verbunden werden können. Das Resultat sind elektrisch effiziente und sehr zuverlässige Systeme und Module.

Module (spezialisierte, elektronische Einheiten, die mehrere Bauelemente miteinander optimal verbinden) befinden sich auch in dem Bereich der mobilen Kommunikation im Vormarsch. AT&S partizipiert an diesem Trend mit neuartigen Modulkonzepten, die auf der mSAP- und Substrattechnologie beruhen. Mit diesen Technologien und Konzepten des "All in One Package" können hochintegrierte und spezialisierte Module aufgebaut werden, die speziell bei Geräten verwendet werden, die wenig Platz für die Elektronik haben.

5 CHANCEN UND RISIKEN

5.1 Chancen- und Risikomanagement

STRUKTUR UND INSTRUMENTE

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Da Entscheidungen normalerweise unter Unsicherheit getroffen werden, ist es die Aufgabe des Risikomanagements, mögliche positive oder negative Abweichungen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Der Group Risk Manager berichtet dem Gesamtvorstand einmal monatlich in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen.

Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (s. Abb. 2).

RISIKOMANAGEMENT IN 2018/19

Im Geschäftsjahr 2018/19 lag der Fokus des Risikomanagements auf der Anpassung der Risikotragfähigkeit sowie der Weiterentwicklung der Instrumente zur Risikobewertung. Die in Abb. 2 ersichtlichen Risikolevels wurden um eine Stufe 6 erweitert. Ziel dieser Anpassung war die Sicherstellung einer sofortigen Berichterstattung an den Aufsichtsrat über signifikante Änderungen der Risikoposition.

Zusätzlich zu laufenden kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen im Internen Kontrollsystem (IKS) wurde im Geschäftsjahr 2018/19 mit der Evaluierung der Anschaffung einer softwarebasierten GRC-Lösung begonnen. Ziel dieser Weiterentwicklung ist eine engere Verknüpfung der Governance-, Risk- und Compliance-Prozesse sowie die Nutzung von Synergien.

5.2 Erläuterung der Einzelrisiken

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und der erwarteten Risikotendenz in den kommenden Geschäftsjahren ist in Abb. 3 dargestellt und wird in der Folge genauer erläutert.

Strategie

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI) und wird diese auch künftig tätigen. Damit die technologisch führende Position auch in Zukunft gefestigt werden kann, werden in Chongqing Investitionen für die zweite Ausbaustufe des Werks I getätigt.

Risikokategorie Wesentliche Risiken & Chancen Tendenz Risikominderung & Chancenrealisierung
STRATEGIE · Verkaufspreisentwicklung · Konsequenter Fokus auf High-End-Technologien & Zielapplikationen
· Kapazitätsauslastung · Kundennähe und frühzeitige Kundenkontakte
· Technologische Entwicklung · Technologieentwicklungsprojekte & Technologie-Roadmap
· Investitionen · Marktanalyse, Strategieprüfung und -anpassung
MARKT · Markt- und Segmententwicklung · Ausbalancierte Segmentportfolios und Diversifikation des Kundenportfolios
· Entwicklung Schlüsselkunden · Neukundenakquisition & Anteilsteigerung bei bestehenden Kunden
· Verkaufsstrategie und Umsetzung · Konsequente Akquisition von definierten Zielapplikationen
BESCHAFFUNG · Entwicklung Einkaufspreise · Beschaffungsstrategie (Verhandlung, Allokation, technische Anderungen)
· Single-Source-Risiko · Lieferanten-Risikobewertung & Multi-Sourcing
UMFELD · Verlust von vertraulichen · Erhöhung des Sicherheitslevels durch die Implementierung eines
Informationen Informationssicherheitmanagementsystems (ISO 27001)
· Katastrophen, Brandfall · Interne & externe Audits, Notfallübungen
· Politisches Risiko · Business-Continuity-Management, Versicherung
OPERATIV · Qualitätsperformance · Black-Belt-Programm, laufende Qualitätsverbesserungsmaßnahmen
· Geistiges Eigentum · Kontinuierlicher Ausbau und Absicherung des IP-Portfolio
· Projektmanagement · Konsequentes Projektmanagement
· Betriebskosten · Kostenreduktions- und Effizienzsteigerungsprogramme an allen Standorten
ORGANISATION · Verlust von Schlüsselkräften · Mitarbeiterbindung, Stellvertreterregelung & Nachfolgeplanung
FINANZ · Wechselkursrisiko · Natürliches FX Hedging durch langfristige CF-Planung
· Finanzierung & Liquidität · Langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, Zinsswaps
· Steuerrisiko · Kontinuierliche Compliance-Überprüfung mit Steuergesetzgebungen
· Wertberichtigungen · Projektcontrolling; Impairment-Tests; Strategieprüfung und -anpassung

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kundenspezifische Technologien, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann insbesondere das Substratgeschäft, die Produktionskapazitäten für mSAP-Technologie in Shanghai und Chongqing, die Kapazitätserweiterung für Hochfrequenzleiterplatten in Nanjangud und Fehring und generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Durch den klaren Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle konnte AT&S im Technologiesegment HDI (High Density Interconnect) dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion in diesem Bereich bislang erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie zum Beispiel für die Automotive-Industrie übertragen. Das technologische Upgrade von Teilen der HDI-Linien auf die mSAP-Technologie gewährleistet die Übertragung der HDI-Wettbewerbsvorteile auf die nächste Technologiegeneration. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf die neue Technologie sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industrie-Segment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Neue technische Entwicklungen und Überkapazitäten am Markt stellen AT&S im Geschäftsbereich IC-Substrate vor Herausforderungen. Die Fokussierung auf ein höherwertiges Produktportfolio sowie die erfolgreiche Umsetzung von geplanten Kostenreduktionen sind wesentlich für diesen Geschäftsbereich. Der Markt für IC-Substrate wird stark durch technologische Änderungen beeinflusst. Die Entwicklung neuer Technologien dient zur Minderung des Marktrisikos von IC-Substraten. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko von neuen Technologieentwicklungen. Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnten.

Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2019/20 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Eine positive Marktentwicklung könnte im Gegensatz dazu auch gesteigerte Geschäftschancen und überproportionale Wachstumschancen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern.

MARKT

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 64 % zum Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder Profitabilität bei diesen Kunden. Besonders kritisch ist dies bei den IC-Substraten und mSAP. Die laufende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produkte sind daher von großer Bedeutung für eine schnelle Kompensation von negativen Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden.

BESCHAFFUNG

Einkaufspreise

Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Die steigenden Rohmaterialpreise im Geschäftsjahr 2018/19 konnten durch die gezielte Umsetzung der Beschaffungsstrategie zum Teil abgefedert werden. Aufgrund der Marktentwicklung wird auch im kommenden Geschäftsjahr mit steigenden Rohmaterialpreisen gerechnet.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Kundenspezifikationen können die verwendeten Rohmaterialien nur auf bestimmte Lieferanten beschränken, weshalb eine Abhängigkeit für AT&S entstehen kann. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es aber in der Regel alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

UMFELD

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie zum Beispiel Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen.

In Europa bestehen derzeit Unsicherheiten betreffend den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. AT&S hat nur wenige Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten, deren Sitz in Großbritannien liegt. Dennoch wurden aufgrund der bestehenden Unsicherheiten Maßnahmen von AT&S vorgenommen, um einen reibungslosen Ablauf der Supply Chain gewährleisten zu können. Enger Kundenkontakt, der Aufbau von Lagerbeständen sowie die Vorbereitung von internen Systemen auf mögliche Austrittsszenarien zählen zu den getroffenen Vorkehrungen. Nichtsdestotrotz können Auswirkungen des Austritts Großbritanniens auf die europäische Wirtschaft auch die Geschäftsentwicklung von AT&S beeinflussen.

Aufgrund des latenten Handelskonflikts zwischen den USA und China werden Strafzölle auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern eingehoben. Aus derzeitiger Sicht ist AT&S von dem Handelskonflikt nur unwesentlich betroffen, da die Weiterverarbeitung der Produkte zum Großteil in China erfolgt. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Weiters können die makroökonomischen Entwicklungen aufgrund des Handelskonflikts einen negativen Einfluss auf die Geschäfte von AT&S haben.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100%ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeitern. Das Governance, Risk & Compliance Committee ("GRC Committee") hat die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Compliance- und Governance-Risiken zum Ziel. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform "We Care" eingeführt, welche es Mitarbeitern und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und Informationssicherheit. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde ein Projekt zum Thema "EU-Datenschutz-Grundverordnung" umgesetzt. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Ein weiterer Fokus im Geschäftsjahr 2018/19 lag auf dem Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS), welches an den europäischen Standorten auch nach ISO 27001 zertifiziert wurde. Durch die Orientierung an internationalen IT-Standards wird ein sicherer Umgang und angemessener Zugang zu Informationen gewährleistet sowie zuverlässige Systeme zur Verfügung gestellt. Die Zertifizierung von weiteren AT&S Standorten ist geplant.

OPERATIV

Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitäts-performance, geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung von zugesagten Mengen-garantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Im Mobile Device Business können Qualitätsmängel zur Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess der AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil, Luftfahrt und Medizintechnik. Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigem Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate und mSAP-Technologie in Chongqing ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing spezifische Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Der Fokus im kommenden Geschäftsjahr liegt bei der kontinuierlichen Performanceverbesserung der Substratproduktion und auf der Durchführung der zweiten Ausbaustufe des Werk I in Chongqing.

Kostenkontrolle

Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

ORGANISATION

Mitarbeiter

Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der AT&S Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter in allen Bereichen der Wertschöpfung zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter weiter auszubauen.

FINANZ

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in China ergeben sich wesentliche Währungsrisiken aus dem RMB, welche das Eigenkapital der Gruppe erhöhen oder verringern könnten. Eine Absicherung dieses Risikos wäre mit hohen Kosten verbunden und wird nicht durchgeführt.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge zusätzlichem Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury, teilweise über entsprechende Finanzinstrumente.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 19 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie z.B. den BEPS("Base Erosion and Profit Shifting")-Richtlinien der OECD. Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht ein Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten.

5.3 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Corporate Accounting und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

6 AUSBLICK

Globale Konjunktur trübt sich ein

Übereinstimmende Vorhersagen von IMF, Weltbank und einer Reihe von Marktforschungsfirmen signalisierten zuletzt eine deutliche Eintrübung der globalen Konjunktur. Die WTO sieht das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2019 und 2020 nur mehr bei 2,6 % im Vergleich zu 2,9 % im Jahr 2018 (WTO 4/2019), wobei in Asien (inkl. China) nur ein kleiner Wachstumsrückgang von 4,3 % (2018) bis 2020 auf 4,0 % erwartet wird. Hauptursache des Rückgangs ist ein gemäß Konjunkturzyklus erwarteter Abschwung, der derzeit durch Handelskonflikte verstärkt wird.

Ausblick 2019/20

Basierend auf der seit der zweiten Jahreshälfte 2018/19 sichtbaren Nachfrageschwäche in den Bereichen Smartphone, Automotive und Industrie, dem fortwährend volatilen Marktumfeld und der geringen Visibilität ist zu Jahresbeginn 2019/20 weiterhin eine hohe Unsicherheit im Markt zu verzeichnen. AT&S konnte diese Entwicklung durch das gut diversifizierte Produkt-, Technologie- und Kundenportfolio sowie über einen erfolgreichen Einstieg in das IC-Substrate-Geschäft abfedern.

In Anbetracht dieses Marktumfelds geht der Vorstand zunächst von einer auf Jahresbasis stabilen Umsatzentwicklung und einer EBITDA-Marge in der Bandbreite entsprechend der Mittelfrist-Guidance von 20 und 25 % aus. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Rahmenbedingungen (Wirtschaftspolitik und Wechselkurse) nicht wesentlich verschlechtern. Neben der im Jahresverlauf üblichen Saisonalität wird insbesondere ein durch die Marktunsicherheit belastetes erstes Halbjahr erwartet.

Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2019/20

Aus dem bereits kommunizierten und im Geschäftsjahr 2018/19 gestarteten Ausbau der Kapazitäten im Bereich der IC-Substrate werden in der laufenden Periode rund 80 Mio. € zahlungswirksam. Für Basisinvestitionen (Erhaltung und Technologie-Upgrades) ist ein Volumen zwischen 80 und 100 Mio. € geplant. Abhängig von der Marktentwicklung können zusätzlich 100 Mio. € für Kapazitäts- und Technologieerweiterungen schlagend werden.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2019

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Mag.a Monika Stoisser-Göhring e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bericht zum Konzernabschluss Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2019, der gesonderten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2019 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • Sachverhalt
  • Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
  • Verweis auf weitergehende Informationen

1. Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen und sonstigen abzugsfähigen temporären Differenzen

Sachverhalt

Der Konzern hat insgesamt TEUR 35.555 (Vorjahr: TEUR 45.530) aktive latente Steuern angesetzt. Darin sind latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von TEUR 22.648 (Vorjahr: TEUR 21.544) sowie aus abzugsfähigen temporären Differenzen in Höhe von TEUR 12.907 (Vorjahr: TEUR 23.986) enthalten.

Dem Ansatz der latenten Steueransprüche liegt die Annahme zu Grunde, dass in einem Planungszeitraum von zumindest 5 Jahren ausreichend zu versteuernde Einkünfte erwirtschaftet werden, gegen die Verlustvorträge und sonstige abzugsfähige temporäre Differenzen verwendet werden können. Diese Annahmen beruhen auf Einschätzungen der aktuellen sowie der geplanten steuerlichen Ergebnisse und allfälligen mit steuerlicher Wirkung umgesetzten zukünftigen Maßnahmen der betroffenen Gesellschaften.

Die Beurteilung des beschriebenen Sachverhalts ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Konzernabschluss und stellt aus diesem Grund einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben:

  • für wesentliche Gesellschaften den Prozess zur Ermittlung der zukünftigen steuerlichen Ergebnisse als Basis für die Berechnung der latenten Steueransprüche erhoben,
  • für wesentliche Gesellschaften nachvollzogen, ob die verwendeten Planzahlen im Vergleich mit unseren Kenntnissen zum geplanten Geschäftsverlauf plausibel sind,
  • uns das Vorhandensein und die Richtigkeit der Verlustvorträge durch Einholung von Steuerberaterschreiben bestätigen lassen,
  • die bilanziellen Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert und in Stichproben nachvollzogen und
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Konzernanhang geprüft.

Die vorgenommene Aktivierung von latenten Steuern aus Verlustvorträgen und sonstigen abzugsfähigen temporären Differenzen erscheint uns begründet und der Höhe nach vertretbar.

Verweis auf weitergehende Informationen

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernhang Abschnitt I. B. e. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu latenten Steuern, Abschnitt I. C. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung, Bewertung der latenten Steuern und laufenden Ertragsteuerschulden sowie Abschnitt III. 6. Erläuterung zu Ertragsteuern.

2. Zeitraumbezogene Erfassung der Umsatzerlöse unter IFRS 15

Sachverhalt

Die Realisierung des Umsatzes des Konzerns erfolgt gemäß IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden, bei einem Teil der Kunden zeitraumbezogen. Nach IFRS 15.35 c sind Umsatzerlöse zeitraumbezogen zu erfassen, wenn bei Erzeugung von Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Abnehmer zugeschnitten sind und somit keinen alternativen Nutzen aufweisen, ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inklusive einer Marge besteht.

Der Konzern wendet IFRS 15 mit 1. April 2018 erstmalig an, wobei die modifiziert retrospektive Methode zur Anwendung kam. Aufgrund der vom Konzern gewählten Methode bei der Anwendung dieses Standards wurden die Vergleichsinformationen im vorliegenden Abschluss nicht angepasst, sondern der kumulierte Effekt der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 zum 1. April 2018 als Anpassung des Eröffnungsbilanzwerts der Gewinnrücklagen erfasst. Dies führte zu einer Verminderung der Vorräte in Höhe von TEUR 35.304 und einer Erfassung von vertraglichen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 48.702, woraus unter Berücksichtigung latenter Steuern eine Erhöhung der Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 10.644 resultierte.

Zum 31. März 2019 weist der Konzern vertragliche Vermögenswerte nach Berücksichtigung von Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 in Höhe von TEUR 72.307 aus. Die Umsatzerlöse aus der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung betragen im Geschäftsjahr 2018/19 TEUR 606.978.

Die (zeitraumbezogene) Bilanzierung von Verträgen mit Kunden unter IFRS 15 ist aus unserer Sicht ein Bereich mit einem bedeutsamen Risiko wesentlich falscher Darstellungen (einschließlich des möglichen Risikos, dass Führungskräfte Kontrollen umgehen) und damit ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt, da bei der notwendigen konzernweiten Würdigung von vertraglichen Grundlagen im Hinblick auf die neuen bilanzierungsrelevanten Kriterien zur Ermittlung der betroffenen Kunden die Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter eine wesentliche Auswirkung haben und für die Ermittlung des Fertigstellungsgrads teilweise komplexe Berechnungsverfahren angewendet werden. Die zutreffende Erlöserfassung und Erlösabgrenzung unter konzernweiter Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 15 war zudem als komplex zu betrachten.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben:

  • im Hinblick auf die Umsetzung von IFRS 15 die Schlussfolgerungen des Managements durch die Beurteilung verschiedener Vertragsanalysen in Stichproben und die Richtigkeit der überarbeiteten Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Gegebenheiten und unseres Verständnisses des Geschäfts überprüft,
  • die Angemessenheit der Bilanzierung auf Stichprobenbasis getestet und die daraus resultierenden Anpassungen in der Eröffnungsbilanz überprüft,
  • für die im Laufe des Jahres ausgewiesenen Umsätze ausgewählte Schlüsselkontrollen auf ihre Effektivität getestet und Prüfungshandlungen durchgeführt, um ausreichende Prüfungsnachweise für die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung für Kundenverträge zu erhalten,
  • die in den vertraglichen Vermögenswerten enthaltenen Kosten auf Stichprobenbasis überprüft, indem wir die Beträge mit den Quelldaten verglichen haben, die mathematische Genauigkeit der Berechnungen geprüft haben und deren Wiederverwertbarkeit getestet haben, indem die Nettoveräußerungswerte gemäß den Vereinbarungen mit den geschätzten Gesamtkosten verglichen wurden,
  • darüber hinaus die Richtigkeit der Angaben nach IFRS 15 überprüft.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der zeitraumbezogenen Bilanzierung von Verträgen mit Kunden und der daraus resultierenden Erfassung der Umsatzerlöse unter IFRS 15 ergeben.

Verweis auf weitergehende Informationen

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Konzernhang Abschnitt I. B. d. und Abschnitt I. B. v. bezüglich der Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze zur Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden einschließlich der Angaben zur Erstanwendung des neuen Standards. Zusätzlich verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Umsatzerlösen im Konzernanhang Abschnitt III. 1. sowie auf die Erläuterungen zu den vertraglichen Vermögenswerten in Abschnitt IV. 11.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir werden keine Art der Zusicherung darauf abgeben.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss stehen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juli 2018 als Abschlussprüfer gewählt. In der Folge wurden wir vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit mehr als 20 Jahren Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Jürgen Schauer.

Wien, den 16. Mai 2019

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH

gez.:

Mag. Jürgen Schauer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung und Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft

Jahresabschluss zum 31. März 2019

Inhaltsverzeichnis

Bilanz 107
Gewinn- und Verlustrechnung 108
Anhang zum Jahresabschluss 109

A T & S AUSTRIA TECHNOLOG IE & SY STEMTECHNIK A KTIENG ESELLSCHAF T LEOBEN-HIN TERBERG

BILA NZ Z UM 31. MÄRZ 2019 ( Vorja hr zum Verg l eich)

31. März 2019 31. März 2018 31. März 2019 31. März 2018
A K T I V A EUR EUR P A S S I V A EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN A. EIGENKAPITAL
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Eingefordertes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte gezeichnetes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 7.934.304,20 9.216.651,32 eingezahltes Grundkapital 42.735.000,00 42.735.000,00
7.934.304,20 9.216.651,32
II. gebundene Kapitalrücklagen 163.270.702,50 163.270.702,50
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremdem Grund 2.220.735,57 2.424.617,55 III. Gewinnrücklagen
2. technische Anlagen und Maschinen 37.970.082,91 33.968.810,48 1. gesetzliche Rücklage 4.273.500,00 4.273.500,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.867.148,21 3.165.232,74 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 17.505.782,55 17.505.782,55
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 3.810.863,50 707.520,00
47.868.830,19 40.266.180,77 IV. Bilanzgewinn 112.976.009,00 66.987.124,17
III. Finanzanlagen davon Gewinnvortrag 53.001.124,17 73.706.616,50
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 258.680.226,93 265.919.963,70 340.760.994,05 294.772.109,22
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 512.318.443,39 444.523.105,36
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 507.541.767,60 438.199.999,15 B. ZUSCHÜSSE AUS ÖFFENTLICHEN MITTELN 1.586.480,54 1.909.167,54
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 168.753,81 168.753,81
4. sonstige Ausleihungen 6.531.786,39 5.930.300,83 C. RÜCKSTELLUNGEN
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 6.531.786,39 5.930.300,83
777.699.210,52 716.542.123,70 1. Rückstellungen für Abfertigungen 24.300.231,68 22.777.102,78
833.502.344,91 766.024.955,79 2. Rückstellungen für Pensionen 8.693.391,31 2.095.826,36
B. UMLAUFVERMÖGEN 3. Steuerrückstellungen 3.885.687,77 1.535.085,67
4. sonstige Rückstellungen 29.106.066,18 30.357.024,60
I. Vorräte 65.985.376,94 56.765.039,41
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.685.920,08 6.161.637,25
2. unfertige Erzeugnisse 4.900.601,46 4.569.188,35 D. VERBINDLICHKEITEN
3. fertige Erzeugnisse und Waren 17.111.711,59 14.949.217,80
28.698.233,13 25.680.043,40 1. Anleihen 175.000.000,00 175.000.000,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 0,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 40.409.744,69 23.749.716,01 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 175.000.000,00 175.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 111.542.840,67 115.118.318,67
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 6.790.507,92 5.809.693,37 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 35.033.484,67 33.674.018,67
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 76.509.356,00 81.444.300,00
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 7.874.359,47 8.630.358,70 3. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 599.634.137,16 427.128.149,66
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 2.760.385,38 47.103.185,33
55.074.612,08 38.189.768,08 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 596.873.751,78 380.024.964,33
III. Wertpapiere und Anteile 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.106.140,08 17.919.044,63
1. sonstige Wertpapiere und Anteile 895.500,00 775.000,00 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 14.106.140,08 17.919.044,63
895.500,00 775.000,00 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 15.151.191,37 17.359.589,77
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 384.335.454,44 258.632.732,20 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 15.151.191,37 17.359.589,77
469.003.799,65 323.277.543,68 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
6. sonstige Verbindlichkeiten 8.190.369,75 8.183.275,48
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.225.031,45 1.315.709,24 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 6.777.783,75 7.404.958,48
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.412.586,00 778.317,00
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 27.798.412,00 23.937.108,00 davon aus Steuern 1.312.022,44 1.291.190,45
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.525.891,05 1.423.323,71
923.624.679,03 760.708.378,21
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 73.828.985,25 123.460.796,88
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 849.795.693,78 637.247.581,33

SUMME AKTIV A 1.332.529.588,01 1.114.555.316,71 SUMME PASSIVA 1.332.529.588,01 1.114.555.316,71

E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 572.057,45 400.622,33

AT & S AUSTRIA TECHN OLOG IE & SYSTEMTECHNIK AKTIEN G ESELLSCHAF T G EW INN - U ND VERLUSTRECHN UN G F ÜR DEN Z EITRAU M VOM 1. APRIL 2018 BIS 31. MÄRZ 2019 (Vorjahr zum Verg lei ch) LEOBEN- HINTERBERG

2018/19
EUR
2017/18
EUR
1. Um s atzerlös e 371.725.356,36 382.918.536,08
2. V eränderung des Bestands a n fertigen und unferti g en Erzeugniss en 1.715.900,08 -1.029.953,49
3. andere aktivi erte Eigenleistungen 26.786,63 50.168,41
4. s ons tig e betriebliche Erträg e 21.760.317,19 9.822.341,14
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanz
anlagen 10.874,55 1.000,00
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 559.872,99 259.668,03
c) übrige 21.189.569,65 9.561.673,11
5. Auf wendungen für Material und s onstige bezogene Hers tellungs leistungen -239.678.049,61 -250.550.937,54
a) Materialaufwand -224.415.330,04 -234.342.452,32
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -15.262.719,57 -16.208.485,22
6. Pers ona laufwa nd - 81.331.679,54 - 85.352.221,72
a) Löhne und Gehälter
aa) Löhne
-21.399.331,80 -22.513.873,64
bb) Gehälter -39.556.800,37 -42.517.469,32
b) Soziale Aufwendungen
aa) Aufwendungen für Altersvorsorgung -2.610.819,21 -690.462,43
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeiter-
vorsorgekassen -1.666.503,68 -3.350.039,12
cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -15.242.212,39 -15.531.898,17
dd) sonstige Sozialaufwendungen -856.012,09 -748.479,04
7. Abs chreibungen - 14.389.918,29 - 13.646.301,53
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -14.712.605,29 -14.169.292,53
b) abzüglich Amortisation von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 322.687,00 522.991,00
8. s ons tig e betriebliche Auf wendung en - 37.790.283,31 - 42.118.189,18
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen -220.980,12 -305.264,06
b) übrige -37.569.303,19 -41.812.925,12
9. Zwis chensum m e aus Z 1 bis 8 22.038.429,51 93.442,17
10. Erträg e a us Beteiligung en 0,00 20.912.845,72
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 20.912.845,72
11. Erträg e a us anderen W ertpa pieren und Aus leihung en des F inanza nla ge
verm ögens 30.199.101,48 21.856.622,24
davon aus verbundenen Unternehmen 30.190.239,48 21.848.393,24
12. s ons tig e Z ins en und ä hnl iche Erträ ge 3.091.842,33 439.930,97
13. Erträg e a us dem Abga ng von und der Z uschreibung zu F inanzanla gen
und W ertpa pieren des Um laufverm ögens
38.921.502,81 168.900,00
davon Erträge aus verbundenen Unternehmen 37.653.721,30 0,00
davon aus Zuschreibungen 33.737.638,52 168.900,00
14. Auf wendungen aus F inanzanl agen und aus W ertpa pieren des Um lauf
verm ögens 0,00 - 40.181.481,85
davon aus Abschreibungen 0,00 -40.181.481,85
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen 0,00 -40.181.481,85
15. Zins en und ä hnliche Aufwendungen - 33.598.364,83 - 18.905.342,56
16. Zwis chensum m e aus Z 10 bis 15 38.614.081,79 - 15.708.525,48
17. Ergebnis vor Steuern 60.652.511,30 - 15.615.083,31
18. Steuern vom Einkom m en und vom Ertrag -677.626,47 8.895.590,98
davon Veränderung aus latenten Steuern 3.861.304,00 9.266.059,00
19. Ergebnis na ch Steuern = Jahres überschuss /-f ehlbetra g 59.974.884,83 -6.719.492,33
20. G ewinnvortrag aus dem Vorja hr 53.001.124,17 73.706.616,50
21. Bila nzg ewinn 112.976.009,00 66.987.124,17

ANHANG

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

Seite
1. ALLGEMEINE ANGABEN 110
2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE 111
3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
3.1. Anlagevermögen 112
112
3.2. Umlaufvermögen 112
3.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 112
3.4. Aktive latente Steuern 113
3.5. Rückstellungen 113
3.6. Verbindlichkeiten 114
3.7. Passive Rechnungsabgrenzungsposten 114
4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ 115
4.1. Anlagevermögen 115
4.2. Zusatzangaben gemäß § 238 (1) Z 4 UGB 117
4.3. Ausleihungen gemäß § 227 UGB 117
4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 117
4.5. Aktive latente Steuern 118
4.6. Eigenkapital 119
4.7. Rückstellungen 121
4.8. Verbindlichkeiten 125
4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB 126
4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen 126
4.11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen 126
4.12. Derivative Finanzinstrumente 127
5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 128
6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB 130
6.1. Organe, Arbeitnehmer 130
6.2. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag 132

1. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" genannt) zum 31. März 2019 wurde gemäß den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie die Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, wurden beachtet.

Insbesondere wurde bei der Bewertung von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen sowie der Grundsatz der Einzelbewertung von Vermögensgegenständen und Schulden beachtet. Dem Vorsichtsprinzip wurde durch Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken und drohenden Verluste Rechnung getragen. Nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne wurden ausgewiesen. Die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den Schätzungen berücksichtigt.

Fallen Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten unter mehrere Posten der Bilanz, erfolgt die Angabe bei jenem Posten, unter dem der Ausweis erfolgt.

2. KONZERNVERHÄLTNISSE UND UMSTRUKTURIERUNGSVORGÄNGE

Seit dem 31. März 1999 übt die AT&S die Funktion eines Mutterunternehmens im Sinne des § 244 UGB aus.

Unter Anwendung der Bestimmungen des § 245a UGB werden ein Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards (IFRS)), ergänzt um die unternehmensrechtlich verpflichtend vorgeschriebenen Erläuterungen und Anmerkungen, und ein Konzernlagebericht aufgestellt.

Die AT&S stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Abschluss wird beim Firmenbuchgericht in Leoben hinterlegt.

Die Erleichterungsbestimmungen gemäß § 245 Abs. 1 UGB werden in Anspruch genommen.

Im Geschäftsjahr wurden folgende gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen durchgeführt:

• Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde im August 2018 bei der AT&S Korea Co., Ltd. eine Kapitalherabsetzung von 33 Mrd. KRW auf 20 Mrd. KRW durchgeführt. Im Zuge dieser Transaktion sind Fremdwährungserträge in Höhe von EUR 2.586.458,54 entstanden, die im Finanzergebnis unter dem Posten: "Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens" erfasst wurden.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Nutzungsdauer
immaterielle Vermögensgegenstände 4 - 10 Jahre
Bauten auf fremdem Grund 12 -25 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 5 - 15 Jahre
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre

Für Zugänge während der ersten Hälfte des Geschäftsjahres wurde eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge während der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine halbe Jahresabschreibung angesetzt. Die Abschreibung für Zugänge erfolgt nach Maßgabe des Zeitpunktes ihrer Inbetriebnahme.

Die Möglichkeit der Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen gemäß § 226 Abs. 3 UGB wurde in Anspruch genommen.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. entsprechend dem Niederstwertprinzip zum niedrigeren Marktwert (Kurswert) zum Bilanzstichtag.

3.2. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Ersatzteile werden zu Anschaffungskosten abzüglich prozentueller Gruppenabschläge bewertet. Erhaltene Skonti, Boni sowie Frachtkosten und Zölle wurden berücksichtigt.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten. In den Herstellkosten wurden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkennbare Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.

Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Kurswerten zum Bilanzstichtag.

Die auf Fremdwährung lautenden Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Entstehungskurs oder dem Kurs zum Bilanzstichtag bilanziert.

3.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

3.4. Aktive latente Steuern

Latente Steuern werden auf Differenzen angesetzt, die zwischen den unternehmens- und den steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten bestehen und die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleichen.

Für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen werden aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt, soweit überzeugende substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung des Steuersatzes, der am Bilanzstichtag gilt oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet ist und dessen Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der Steuerentlastung bzw. Steuerbelastung erwartet wird. Die Berechnung erfolgt mit dem aktuell gültigen Steuersatz von 25 %.

Eine Saldierung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern wird gegebenenfalls vorgenommen, soweit eine Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche mit den tatsächlichen Steuerschulden rechtlich möglich ist.

3.5. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (März 2018) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes (Stichtagszinssatz) in Höhe von 1,60 % (Vorjahr: 1,80 %) und eines Pensionseintrittsalters gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiters wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 2,70 % (Vorjahr: 2,60 %) angesetzt. Die Defined Benefit Obligation (DBO) beträgt zum Bilanzstichtag EUR 24.300.231,68 (Vorjahr: EUR 22.777.102,00).

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Aufwand von EUR 856.252,94 (Vorjahr: Aufwand von EUR 1.553.587,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird. Die Auswirkungen der Änderung der biometrischen Rechnungsgrundlagen (Umstellung von AVÖ 2008-P auf AVÖ 2018-P) ergeben einen Ertrag in Höhe von EUR 412.421,37, der zur Gänze im Periodenergebnis erfasst wurde.

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches" (März 2018) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Basis eines Rechnungszinssatzes in Höhe von 1,80 % (Vorjahr: 2,00 %) unter Verwendung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Das Pensionseintrittsalter wurde gemäß den Bestimmungen der Pensionsreform 2003 ermittelt. Die Anhebung der Altersgrenze für die Alterspension für weibliche Versicherte ab 2024 wurde berücksichtigt. Als Valorisierung der Pension wurden im Geschäftsjahr 2,25 % (Vorjahr: 2,25 %) angesetzt.

Die Defined Benefit Obligation (DBO) der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen beträgt zum Bilanzstichtag EUR 1.388.228,64 (Vorjahr: EUR 1.179.974,00). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Aufwand von EUR 124.041,07 (Vorjahr: Ertrag von EUR 26.629,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Zusätzlich wurden Pensionsverpflichtungen teilweise an die APK Pensionskasse Aktiengesellschaft, Wien, übertragen, die zum Bilanzstichtag in den Rückstellungen erfasst werden. Die Defined Benefit Obligation (DBO) abzüglich Planvermögen betrug zum Bilanzstichtag: EUR 7.305.162,67 (Vorjahr EUR 915.854,00). Durch die Änderung der finanziellen Annahmen bei den fondsfinanzierten Verpflichtungen ergibt sich ein Aufwand von EUR 4.391.098,16 (Vorjahr: Ertrag von EUR 1.192.788,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Die Auswirkungen der Änderung der biometrischen Rechnungsgrundlagen (Umstellung von AVÖ 2008-P auf AVÖ 2018-P) ergeben einen Aufwand in Höhe von EUR 2.113.338,69, welcher zur Gänze im laufenden Geschäftsjahr erfasst wurde.

Die Berechnung der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgt unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 "Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des

A T & S J A H R E S A B S C H L U S S Z U M 3 1 . M Ä R Z 2 0 1 9 FIRST CHOICE

Unternehmensgesetzbuches" (März 2018) nach den Bewertungsvorschriften der IFRS (IAS 19) nach der "projected unit credit method" auf Grund der kollektivvertraglichen Ansprüche bei Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,60 % (Vorjahr: 1,80 %), sowie unter Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P. Weiters wurde die betriebsindividuelle Fluktuation durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Als Valorisierung des Gehalts bzw. Lohns wurden 2,70 % (Vorjahr: 2,60 %) angesetzt.

In den Löhnen sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 514.351,70 (Vorjahr: EUR 150.147,97) enthalten. In den Gehältern sind Aufwendungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 816.109,67 (Vorjahr: EUR 258.900,64) enthalten.

Die Auswirkungen der Änderung der biometrischen Rechnungsgrundlagen (Umstellung von AVÖ 2008-P auf AVÖ 2018-P) ergeben einen Aufwand in Höhe von EUR 1.130.507,01, welcher zur Gänze im laufenden Geschäftsjahr erfasst wurde.

Durch die Änderung der finanziellen Annahmen ergibt sich ein Aufwand von EUR 167.560,41 (Vorjahr: Aufwand von EUR 166.559,00), der im Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Bei der Berechnung der sonstigen Rückstellungen sind entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden. Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

3.6. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

3.7. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Um ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, werden abzugrenzende Aufwandszuschüsse in den Passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

4. AUFGLIEDERUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

4.1. Anlagevermögen

Zur Entwicklung der Posten des Anlagevermögens siehe Seite 116.

Anschaffungs-/Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
Stand Zugange Abgange Umbuchungen Stand Stand Zugange Abgange Zuschreibungen Stand Stand Stand
1.April 2018 31.März 2019 1.April 2018 31.März 2019 31.März 2019 31.März 2018
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte und Shnliche Rechte
und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 29.172.804.63 1.997.553,88 448.053,22 0,00 30.722.305,29 19.956.153,31 3.279.901,00 448.053.22 0,00 22.788.001,0 7.934.304,20 9.216.651,32
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 224.847,05 224.847,05 0,00 0,00 0,00 224.847,05 224.847,05 0,00 0,00 0,00 0,00
29.172.804,63 1.997.553,88 448.053,22 0,00 30.722.305,29 19.956.153,31 3.279.901,00 448.053,22 0,00 22.788.001.09 7.934.304,20 9.216.651,32
Sachanlagen
1. Bauten auf fremdem Grund 3.889.538,20 509.977,90 0,00 0.00 4.399.516,10 1.464.920.65 713.859,88 0.00 0.00 2.178.780,53 2.220.735,57 2.424.617,55
2. technische Anlagen und Maschinen 212.774.716,15 12.824.153,95 4.029.825,80 705.520,00 222.274.564,30 178.805.905,67 9.505.576,07 4.007.000,35 0,00 184.304.481.39 37.970.082,91 33.968.810,48
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.969.593,36 1.915.183,81 936.347,80 0,00 16.948.429,37 12.804.360,62 1.213.268,34 936.347,80 0,00 13.081.281,16 3.867.148,21 3.165.232,74
davon geringwertige Vermögensgegenstände 0.00 190.990,92 190.990,92 0,00 0,00 0,00 190.990,92 190.990,92 0,00 0,00 0,00 0.00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 707.520,00 3.808.863.50 0.00 -705.520.00 3.810.863.5 0.00 0.00 0.00 0.00 0.0 3.810.863.50 707.520.00
233.341.367,71 19.058.179,16 4.966.173.60 0,00 247.433.373,27 193.075.186,94 11.432.704,29 4.943.348,15 0,00 199.564.543.0 47.868.830,19 40.266.180,77
. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 288.482.468,85 0,00 7.239.736,77 0,00 281.242.732,08 22.562.505,15 0,00 0,00 0,00 22.562.505,15 258.680.226,93 265.919.963,70
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 484.917.660.76 79.599.518,63 45.421.319,12 0.00 519.095.860.27 40.394.555.40 0,00 0.00 33.617.138,52 6.777.416.88 512.318.443.39 444.523.105.36
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 168.753,81 0,00 0,00 0,00 168.753,81 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 168.753,81 168.753,81
4. sonstige Ausleihungen 5.930.300,83 601.485,56 0,00 0,00 6.531.786,39 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 6.531.786,39 5.930.300,83
779.499.184,25 80.201.004,19 52.661.055,89 0,00 807.039.132,55 62.957.060,55 0,00 0,00 33.617.138,52 29.339.922,0 777.699.210,52 716.542.123,70
1.042.013.356,59 101.256.737,23 58.075.282,71 0,00 1.085.194.811,11 275.988.400,80 14.712.605,29 5.391.401,37 33.617.138,52 251.692.466,20 833.502.344.91 766.024.955,79

4.2. Zusatzangaben gemäß § 238 (1) Z 4 UGB

Buchwert
31. März 2019
EUR
Höhe
des
Anteils
%
Höhe des
Eigenkapitals
EUR
Ergebnis des
letzten
Geschäftsjahres
EUR1)
Buchwert
31. März 2018
EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
AT&S Deutschland GmbH, Düren,
Deutschland
1.053.000,00 100 904.663,18 79.735,32 1.053.000,00
AT&S India Private Limited, Nanjangud,
Indien
16.898.516,89 100 21.516.006,93 3.794.284,93 16.898.516,89
AT&S Asia Pacific Limited, Hongkong,
Volksrepublik China
229.768.865,92 100 363.484.666,54 109.177.437,51 229.768.865,92
AT&S Korea Co., Ltd., Ansan-City,
Südkorea
10.953.399,78 100 25.231.758,31 12.862.495,69 18.193.136,55
AT&S Americas LLC, San José,
Kalifornien, USA
6.444,34 100 842.950,55 131.728,23 6.444,34
Summe 258.680.226,93 265.919.963,70

1) Zahlen nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften zum 31. März 2019

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgte zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag.

Da keine Anhaltspunkte für einen gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen, wurden keine Werthaltigkeitsüberprüfungen für die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen gemäß AFRAC-Stellungnahme 24: Beteiligungsbewertung (März 2018) durchgeführt.

4.3. Ausleihungen gemäß § 227 UGB

Unter dem Posten "Ausleihungen an verbundene Unternehmen" ist ein Betrag in Höhe von EUR 4.776.675,79 (Vorjahr: EUR 6.323.106,21) innerhalb eines Jahres fällig. Im Zusammenhang mit den Ausleihungen wurden im Geschäftsjahr Zuschreibungen in Höhe von EUR 33.617.138,52 (Vorjahr: Abschreibungen in Höhe von EUR 40.181.481,85) vorgenommen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden zu 100 % des Nennwerts an eine Bank verkauft und vollständig ausgebucht, da sowohl Chancen und Risiken als auch die Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen sind. Zum Bilanzstichtag am 31. März 2019 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 5.386.475,57 (Vorjahr: EUR 23.050.787,85) verkauft. Das Ausfallsrisiko wurde vollständig an den Erwerber übertragen. AT&S übernimmt eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der zur Anwendung kommenden Kreditversicherung. Das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung beträgt zum Bilanzstichtag EUR 538.647,63 (Vorjahr: EUR 2.305.079,96). Ansprüche aus der vorhandenen Kreditversicherung wurden gegebenenfalls an den Erwerber übertragen. Der, durch den Erwerber, noch nicht bezahlte Teil des Kaufpreises wird in den sonstigen Forderungen ausgewiesen. Erhaltene Kundenzahlungen aus verkauften Forderungen werden in den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die Forderungsverwaltung verbleibt bei AT&S.

Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen ausschließlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 6.790.507,92 (Vorjahr: EUR 5.809.693,37).

4.4.1. Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Erträge

In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind folgende wesentliche Erträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

31. März 2019
EUR
31. März 2018
EUR
Energieabgabenrückvergütung 1.393.761,57 1.426.967,57
Factoringforderungen 538.647,63 2.305.079,96
Lieferantenboni 521.156,22 461.093,50
steuerfreie Prämien 3.547.235,00 3.470.992,00
Summe 6.000.800,42 7.664.133,03

In den Factoringforderungen ist der Restkaufpreis der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inkl. darauf angefallener Umsatzsteuer enthalten.

4.5. Aktive latente Steuern

Die Gesellschaft hat für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 89.992 (Vorjahr: TEUR 81.790) latente Steuern aktiviert, die aufgrund der aktuellen Steuerplanung gegen zukünftige positive steuerliche Einkünfte verrechnet werden können. Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 57.789 wurden im Vorjahr keine latenten Steuern gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen war.

Die Entwicklung der aktiven latenten Steuern stellt sich, gegliedert nach Bilanzposten (temporäre Differenzen) und Verlustvorträgen, wie folgt dar:

Aktive latente Steuern Anlage
vermögen
EUR
Rechnungs
abgrenzungs
posten
EUR
Verlust
vorträge
EUR
Rück
stellungen
EUR
Verbindlich
keiten
EUR
Summe
EUR
zum 31. März 2017 178.446,00 37.500,00 12.571.875,00 1.610.060,00 273.168,00 14.671.049,00
Erfolgswirksame Erfassung
im Geschäftsjahr
-59.482,00 -37.500,00 7.875.546,00 1.529.777,00 -42.282,00 9.266.059,00
zum 31. März 2018 118.964,00 0,00 20.447.421,00 3.139.837,00 230.886,00 23.937.108,00
Erfolgswirksame Erfassung
im Geschäftsjahr
-59.482,00 0,00 2.050.646,00 1.762.794,00 107.346,00 3.861.304,00
zum 31. März 2019 59.482,00 0,00 22.498.067,00 4.902.631,00 338.232,00 27.798.412,00

4.6. Eigenkapital

4.6.1. Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. März 2019 EUR 42.735.000,00 (Vorjahr: EUR 42.735.000,00) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) auf Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Wert von je EUR 1,10 eingeteilt.

4.6.2. Genehmigtes Kapital und bedingte Kapitalerhöhung

Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 21.367.500,00, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu EUR 150.000.000,00 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Umtauschund/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Die Wandelschuldverschreibungen können auch durch eine zu hundert Prozent direkt oder indirekt im Eigentum der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft stehende Gesellschaft ausgegeben werden. Für diesen Fall wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft eine Garantie für die Wandelschuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern der Wandelschuldverschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf Aktien der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft zu gewähren.

Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu EUR 21.367.500,00 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.

In Bezug auf das genehmigte Kapital bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potentiell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegeben Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten.

4.6.3. Eigene Anteile

In der 23. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG binnen 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung, eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage liegen darf, zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Erwerb kann

A T & S J A H R E S A B S C H L U S S Z U M 3 1 . M Ä R Z 2 0 1 9 FIRST CHOICE

FOR ADVANCED APPLICATIONS

über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen ausgeübt werden.

Weiters wurde der Vorstand in der 23. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2017, gemäß § 65 Abs. 1b AktG, ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 5. Juli 2022, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien

  • a) zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,
  • b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,
  • c) als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und
  • d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck

zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden.

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft hält zum Bilanzstichtag keine eigenen Anteile (Vorjahr: 0 Stück).

4.6.4. Beschränkung der Ausschüttung

Für die aktivierten latenten Steuern in Höhe von EUR 27.798.412,00 (Vorjahr: EUR 23.937.108,00) besteht eine Ausschüttungssperre, sofern keine gemäß § 235 (2) UGB verbleibenden jederzeit auflösbaren Rücklagen vorhanden sind. Aus diesem Grund besteht eine Ausschüttungssperre für EUR 10.292.629,45 (Vorjahr: EUR 6.431.325,45).

4.6.5. Vorschlag zur Verwendung des Ergebnisses

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft schlagen vor, den Bilanzgewinn der Gesellschaft zum 31. März 2019 in Höhe von EUR 112.976.009,00 wie folgt zu verwenden: Auf die zum Auszahlungstag ausstehenden und gewinnberechtigten Stückaktien soll eine Dividende in Höhe von EUR 0,60 pro Aktie ausgeschüttet und der Restbetrag in Höhe von EUR 89.666.009,00 auf neue Rechnung vorgetragen werden.

4.7. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31. März 2019 31. März 2018
EUR EUR
Drohverluste derivative Finanzinstrumente 5.621.820,03 1.770.511,82
Jubiläumsgelder 5.437.782,54 3.953.771,01
sonstiger Personalaufwand 4.956.837,01 10.098.605,31
nicht konsumierte Urlaube 3.946.720,18 3.179.126,40
Urlaubszuschuss/Weihnachtsremuneration 2.609.577,62 2.410.380,01
Drohverluste aus schwebenden Geschäften 2.475.375,67 2.398.642,68
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 1.000.108,00 2.683.580,00
Zeitausgleich 630.210,11 865.023,65
Rechts- und Beratungsaufwand 587.131,46 932.318,76
Kundenboni 579.397,84 530.797,41
Aufsichtsratsvergütung 397.327,00 466.960,00
Gewährleistung und Schadensfälle 264.485,82 481.555,21
Skonto Debitoren 206.507,41 274.207,51
sonstige Rückstellungen < EUR 150.000 392.785,49 311.544,83
Summe 29.106.066,18 30.357.024,60

Stock Appreciation Rights Plan (2014 bis 2016)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2014-2016" wurden am 1. April 2014 230.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 7,68, am 1. April 2015 240.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 10,70 und am 1. April 2016 250.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 13,66 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt. Der maximale Nutzen je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht beträgt daher für die Zuteilung per 1. April 2014 EUR 15,36, für die Zuteilung per 1. April 2015 EUR 21,40 und für die Zuteilung per 1. April 2016 EUR 27,32.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2014-2016" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wieviele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Vorstände und ehemaligen Vorstände:

DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Maga
. Monika
Stoisser-Göhring1)
Ing. Heinz
Moitzi
Dr. Karl
Asamer2)
leitende
Angestellte
Gesamt
Stück Stück Stück Stück Stück Stück
1. April 2014 40.000 5.000 30.000 30.000 125.000 230.000
davon ausgelaufen -40.000 -5.000 -30.000 -30.000 -125.000 -230.000
1. April 2015 40.000 5.000 30.000 30.000 135.000 240.000
davon ausgelaufen -6.134 -766 -30.000 -4.601 -118.064 -159.565
davon ausgeübt -33.866 -4.234 0 -25.399 -8.468 -71.967
1. April 2016 50.000 5.000 30.000 30.000 135.000 250.000
davon ausgelaufen 0 0 -30.000 0 -110.000 -140.000
Summe 50.000 5.000 0 30.000 33.468 118.468

1) Die Zuteilungen erfolgten vor Bestellung zum Mitglied des Vorstands.

2) ehemaliges Mitglied des Vorstands

Die im Geschäftsjahr ausgeübten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte hatten zum Zeitpunkt der Ausübung einen Wert von EUR 681.795,49.

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilung am: 1. April 2015
EUR
1. April 2016
EUR
Beizulegender Wert zum 31. März 2019 38.953,00 137.104,00

Stock Appreciation Rights Plan (2017 bis 2019)

Auf Grund des Auslaufens des Stock-Appreciation-Rights-Plans (2014 bis 2016) wurde in der 91. Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni 2016 erneut ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. Stock Appreciation Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Die Zuteilung von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten kann im Zeitraum zwischen 1. April 2017 und 1. April 2019 erfolgen.

Im Rahmen des "SAR 2017-2019" wurden am 1. April 2017 297.500 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 9,96 und am 1. April 2018 270.000 Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zu einem Ausübungspreis von je EUR 21,94 zugeteilt.

Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der AT&S-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechts. Der Auszahlungsbetrag je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht ist der Höhe nach bei 200 % des jeweiligen Ausübungspreises begrenzt. Der maximale Nutzen je Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht beträgt daher für die Zuteilung per 1. April 2017 EUR 19,92 und für die Zuteilung per 1. April 2018 EUR 43,88.

Ausübungspreis:

Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der AT&S an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der AT&S während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zuteilung vorausgehen.

Ausübungszeitraum:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig.

Voraussetzungen für die Ausübung:

Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft der AT&S-Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist ausgeübt werden.
  • Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als AT&S Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR des "SAR 2017-2019" zur Gänze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der

Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst abgebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.

  • Das Earnings per Share (EPS) Performance Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wieviele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanzstichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze.

Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Vorstände und ehemaligen Vorstände:

DI (FH) Andreas
Gerstenmayer
Maga
. Monika
Stoisser-Göhring
Ing. Heinz
Moitzi
Dr. Karl
Asamer1)
leitende
Angestellte
Gesamt
Stück Stück Stück Stück Stück Stück
1. April 2017 50.000 30.000 30.000 30.000 157.500 297.500
davon ausgelaufen 0 0 0 0 -22.500 -22.500
1. April 2018 50.000 30.000 30.000 0 160.000 270.000
Summe 100.000 60.000 60.000 30.000 295.000 545.000

1) ehemaliges Mitglied des Vorstands

-

Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag:

Die Bewertung dieser Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-Carlo-Verfahrens. Der beizulegende Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt bilanziell erfasst.

Beizulegender Wert der eingeräumten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte:

Zuteilung am: 1. April 2017 1. April 2018
EUR EUR
Beizulegender Wert zum 31. März 2019 883.332,00 393.380,00

4.8. Verbindlichkeiten

4.8.1. Zusatzangaben zu Verbindlichkeiten

Bilanzwert am
31. März 2019
EUR
Restlaufzeit
von mehr als fünf
Jahren
EUR
davon dinglich
besichert
EUR
Anleihen1) 175.000.000,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
111.542.840,67 20.542.280,00 10.000.000,00
Verbindlichkeiten aus
Schuldscheindarlehen
599.634.137,16 123.500.000,00 0,00
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
14.106.140,08 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
15.151.191,37 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 8.190.369,75 0,00 0,00
Summe 923.624.679,03 144.042.280,00 10.000.000,00

1) Erstmaliges Kündigungsrecht zum 17. November 2022

Summe 760.708.378,21 134.850.000,00 10.000.000,00
sonstige Verbindlichkeiten 8.183.275,48 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
17.359.589,77 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
17.919.044,63 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus
Schuldscheindarlehen
427.128.149,66 105.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
115.118.318,67 29.850.000,00 10.000.000,00
Anleihen1) 175.000.000,00 0,00 0,00
Bilanzwert am
31. März 2018
EUR
Restlaufzeit
von mehr als fünf
Jahren
EUR
davon dinglich
besichert
EUR

1) Erstmaliges Kündigungsrecht zum 17. November 2022

Am 17. November 2017 wurde die Begebung einer Hybridanleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 175,0 Millionen und einer Verzinsung von 4,75 % erfolgreich abgeschlossen. Die nachrangige Anleihe hat eine unendliche Laufzeit und kann erstmals nach fünf Jahren durch AT&S, nicht aber durch die Gläubiger, gekündigt werden. Wird die Anleihe nach diesem Zeitraum nicht gekündigt, dann erhöht sich der Aufschlag auf den dann gültigen Zinssatz um 5 Prozentpunkte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 15.151.191,37 (Vorjahr: EUR 17.359.589,77). Als dingliche Sicherheiten gegenüber Kreditinstituten dienten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

4.8.2. Nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksame Aufwendungen

Unter den "sonstigen Verbindlichkeiten" sind folgende wesentliche Aufwendungen enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:

31. März 2019
EUR
31. März 2018
EUR
Zinsen Anleihen 2.892.294,52 2.892.294,52
Gebietskrankenkasse 1.525.891,05 1.423.323,71
Finanzamt 787.008,55 768.346,18
Löhne und Gehälter 111.746,82 113.765,18
Gemeinden 119.306,87 112.192,65
Summe 5.436.247,81 5.309.922,24

4.9. Haftungsverhältnisse gemäß § 199 UGB

Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Garantien in Höhe von EUR 890.471,95 (Vorjahr EUR 811.490,71). Hinsichtlich der Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehalts der Factoringforderungen wird auf Punkt 4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände verwiesen.

4.10. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

des folgenden
Geschäftsjahres
EUR
der folgenden fünf
Geschäftsjahre
EUR
Verpflichtungen aus Sale-and-Lease-Back-Transaktion 1.422.338,45 3.898.914,67
Vorjahr: 1.432.948,84 5.390.632,47
Verpflichtungen aus Mietverträgen 271.979,64 353.286,03
Vorjahr: 549.883,32 822.500,79
Summe 1.694.318,09 4.252.200,70
Vorjahr: 1.982.832,16 6.213.133,26

4.11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag waren für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen Bestellungen in Höhe von EUR 6.135.504,00 (Vorjahr: EUR 5.296.389,00) offen.

  • -

4.12. Derivative Finanzinstrumente

In der AT&S werden derivative Finanzinstrumente zum Schutz gegen mögliche Zinssatzschwankungen abgeschlossen. Gesichert werden hauptsächlich Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten und Schuldscheindarlehen.

Nominalwert in EUR Marktwert in EUR Buchwert in EUR
31. März 2019 31. März 2019 31. März 2019
Zinsabhängige Produkte
Swaps 280.500.000,00 -5.621.820,03 -5.621.820,03
-
Nominalwert in EUR Marktwert in EUR Buchwert in EUR
31. März 2018 31. März 2018 31. März 2018
Zinsabhängige Produkte
Swaps 192.000.000,00 -1.679.430,08 -1.770.511,82

Die Zinssicherungsinstrumente werden zur Absicherung von variabel verzinsten Schuldscheindarlehen verwendet.

Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

in Monaten 31. März 2019 31. März 2018
Zinsabhängige Produkte: Swaps 23 - 76 11 - 61

5. AUFGLIEDERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

2018/19
EUR
2017/18
EUR
1. Umsatzerlöse
Ausland 341.147.546,91 353.432.034,23
Inland 30.577.809,45 29.486.501,85
Summe 371.725.356,36 382.918.536,08
2018/19
EUR
2017/18
EUR
2. Übrige sonstige betriebliche Erträge
Erträge aus Kursdifferenzen 14.764.643,12 4.847.973,10
Erträge aus steuerfreien Prämien 2.019.543,00 1.797.869,20
Erträge aus nicht steuerbaren Zuschüssen F&E 939.842,40 1.114.602,84
Energieabgabenrückvergütung 747.337,37 717.529,04
sonstige übrige Erträge 2.718.203,76 1.083.698,93
Summe 21.189.569,65 9.561.673,11
2018/19
EUR
2017/18
EUR
3. Personalaufwand
a) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 204.669,17 806.183,65
übrige Arbeitnehmer 1.461.834,51 2.543.855,47
Summe 1.666.503,68 3.350.039,12

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von EUR 1.204.205,60 (Vorjahr: EUR 2.985.012,90) enthalten. Im Vorjahr war in den Aufwendungen für Abfertigungen die vertragliche Abfertigungszahlung im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung des Vorstandvertrages von Dr. Karl Asamer enthalten.

A T & S J A H R E S A B S C H L U S S Z U M 3 1 . M Ä R Z 2 0 1 9 FIRST CHOICE

FOR ADVANCED APPLICATIONS

2018/19
EUR
2017/18
EUR
b) Aufwendungen für Altersversorgung
Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 312.267,30 244.096,25
übrige Arbeitnehmer 2.298.551,91 446.366,18
Summe 2.610.819,21 690.462,43
2018/19 2017/18
EUR EUR
4. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen
Fremdleistungen 12.674.521,13 12.150.551,66
Rechts-, Prüfungs-, und Beratungsaufwand 4.972.883,11 4.323.079,09
Mieten 3.666.436,58 3.119.996,24
Instandhaltungskosten 2.874.810,88 3.115.884,04
Reisekosten 2.185.114,47 1.830.082,22
Ausgangsfrachten Kunden 2.043.790,49 2.251.034,30
Aufwand aus Kursdifferenzen 1.757.069,03 8.675.796,35
Werbe- und Vertreterkosten 1.074.501,71 1.066.324,66
Aufwendungen aus Forderungsausfällen 870.109,48 533.445,06
Versicherungen 866.229,52 572.251,38
Raumkosten 790.437,85 749.912,29
Kraftfahrzeugkosten 203.712,10 189.829,00
sonstige übrige betriebliche Aufwendungen 3.589.686,84 3.234.738,83
Summe übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 37.569.303,19 41.812.925,12

5. Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer werden im Konzernabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, 8700 Leoben-Hinterberg, offengelegt.

6. ZUSATZANGABEN GEMÄSS UGB

6.1. Organe, Arbeitnehmer

Die Durchschnittszahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter betrug:

2018/19 2017/18
615 647
553 522
1.168 1.169

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats:

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Vorstand tätig:

  • DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
  • Maga . Monika Stoisser-Göhring (stellvertretende Vorstandsvorsitzende)
  • Ing. Heinz Moitzi

Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

  • Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
  • Ing. Willibald Dörflinger (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • DDr. Regina Prehofer (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
  • Dkfm. Karl Fink
  • DI Albert Hochleitner
  • Mag. Gerhard Pichler
  • Dr. Georg Riedl
  • Dr. Karin Schaupp

Vom Betriebsrat waren delegiert:

  • Wolfgang Fleck
  • Siegfried Trauch
  • Günter Pint
  • Günther Wölfler

Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands:

2018/19 2017/18
in Tsd. EUR fix variabel Summe fix variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 532 714 1.246 532 624 1.156
Maga
. Monika Stoisser-Göhring1)
391 175 566 321 316 637
Ing. Heinz Moitzi 417 186 603 417 405 822
Summe Vorstand 1.340 1.075 2.415 1.270 1.345 2.615
Dr. Karl Asamer2) 0 142 142 634 471 1.105
Gesamt 1.340 1.217 2.557 1.904 1.816 3.720

1) Der Ausweis der Vergütung im Geschäftsjahr 2017/18 erfolgt ab der erstmaligen Bestellung zur Vorständin am 2. Juni 2017. Ausübungen von Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten, welche vor Bestellung zur Vorständin zugeteilt wurden, sind nicht enthalten.

2) ehemaliges Mitglied des Vorstands

In den variablen Bezügen von DI (FH) Andreas Gerstenmayer sind Bezüge aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten in Höhe von TEUR 427 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten. In den fixen Bezügen von Dr. Karl Asamer im Geschäftsjahr 2017/18 sind die vertragliche Abfertigungszahlung und sonstige Ansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung des Vorstandsvertrages enthalten.

Neben den oben angeführten Bezügen wurden für DI (FH) Gerstenmayer TEUR 52 (Vorjahr: TEUR 52) und für Mag.aMonika Stoisser-Göhring TEUR 38 (Vorjahr: TEUR 33) in die Pensionskasse einbezahlt.

Anzahl der zum Bilanzstichtag gesamt gewährten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte nach Abzug der ausgeübten beziehungsweise verfallenen Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte der Mitglieder des Vorstands und ehemaligen Vorstands:

31. März 2019 31. März 2018
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 150.000 140.000
Maga
. Monika Stoisser-Göhring1)
65.000 40.000
Ing. Heinz Moitzi 60.000 30.000
Summe Vorstand 275.000 210.000
Dr. Karl Asamer2) 60.000 90.000
Gesamt 335.000 300.000

1) Die Zuteilung erfolgte teilweise vor Bestellung zum Mitglied des Vorstands. 2) ehemaliges Mitglied des Vorstands

Zum 31. März 2019 liegt der Ausübungspreis der Zuteilungen für den Vorstand vom 1. April 2016 in Höhe von EUR 13,66 (85.000 Stück), vom 1. April 2017 in Höhe von EUR 9,96 (140.000 Stück) und vom 1. April 2018 in Höhe von EUR 21,94 (110.000 Stück) unter beziehungsweise über dem Tageskurs zum Bilanzstichtag (EUR 15,30).

Für die Aufsichtsratsmitglieder sind Vergütungen in Höhe von EUR 397.327,00 (Vorjahr: EUR 466.960,00) aufwandsmäßig erfasst und werden der Hauptversammlung vorgeschlagen.

Aktienbesitz des Vorstands und der Aufsichtsräte der Gesellschaft zum Bilanzstichtag:

Aktien
- Stand
31. März 2019
Stand
31. März 2018
Veränderung
Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 10.000 10.000 0
Maga
. Monika Stoisser-Göhring
2.000 1.000 1) +1.000
Ing. Heinz Moitzi 6.001 6.001 0
Aufsichtsrat
Dr. Hannes Androsch 120.258 599.699 -479.441
Androsch Privatstiftung2) 6.819.337 6.339.896 +479.441
Dörflinger Privatstiftung2) 6.902.380 6.902.380 0
Mag. Gerhard Pichler 26.768 26.768 0
Dr. Georg Riedl 15.482 15.482 0

1) Erworben vor Bestellung zum Mitglied des Vorstands.

2) Die angegebene Anzahl der jeweils an der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft gehaltenen Aktien schließt alle direkten und indirekten Beteiligungen mit ein. Bei der Androsch Privatstiftung sind damit in dieser Angabe auch jene Aktien enthalten, die von der im Eigentum der Androsch Privatstiftung stehenden AIC Androsch International Management Consulting GmbH gehalten werden, bei der Dörflinger-Privatstiftung sind auch jene Aktien enthalten, die von der im Mehrheitseigentum der Dörflinger-Privatstiftung stehenden Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH gehalten werden.

6.2. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es wurden bis zum 16. Mai 2019 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2019 geführt hätten.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2019

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Maga . Monika Stoisser-Göhring e.h.

LAGEBERICHT 2018/19

1. Unternehmensprofil

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "AT&S" bzw. mit ihren Töchtern "AT&S Konzern" genannt) ist der führende Leiterplattenhersteller in Europa und global einer der Technologieführer in der Leiterplattenindustrie. Der AT&S Konzern konzentriert sich auf High-End-Technologien und Anwendungen in den Segmenten Mobile Devices & Substrates und Automotive, Industrial, Medical. Der AT&S Konzern punktet im mehrheitlich asiatischen Wettbewerb durch den klaren Fokus auf High-End, überdurchschnittliches Prozess-Know-how, Qualität, Effizienz, Kapazitätsauslastung und europäischer Governance. Der AT&S Konzern verfügt über sechs kosteneffiziente und kundennahe Standorte in Österreich (Leoben, Fehring), Indien (Nanjangud), China (Shanghai, Chongqing) und Südkorea (Ansan).

2. Wirtschaftliches Gesamtumfeld

Globale Konjunktur trübt sich ein

Übereinstimmende Vorhersagen von IMF, Weltbank und einer Reihe von Marktforschungsfirmen signalisierten zuletzt eine deutliche Eintrübung der globalen Konjunktur. Die WTO sieht das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2019 und 2020 nur mehr bei 2,6 % im Vergleich zu 2,9 % im Jahr 2018 (WTO 4/20193 ), wobei in Asien (inkl. China) nur ein kleiner Wachstumsrückgang von 4,3 % (2018) bis 2020 auf 4 % erwartet wird. Hauptursache des Rückgangs ist ein gemäß Konjunkturzyklus erwarteter Abschwung, der derzeit durch Handelskonflikte verstärkt wird.

3. Branchenumfeld

Elektronikindustrie: Modularisierung bleibt trendbestimmend und eröffnet Chancen für zusätzliche Wertschöpfung

Digitale Technologien und Elektronik sind wesentliche Bestandteile bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen und der Weiterentwicklung des menschlichen Lebensstils. Informationen und Kommunikationsmittel müssen beispielsweise zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort verfügbar sein, Geräte sollen Aufgaben zur Unterstützung der Menschen möglichst selbständig (Sensorik, Künstliche Intelligenz, Vernetzung, …) und effizient erledigen können. Auch die Mobilität soll unbeschränkt sicher und umweltfreundlich zur Verfügung stehen, und die persönliche Sicherheit und Gesundheit sollen bei gleichzeitig alternder Bevölkerung immer weiter verbessert werden.

Möglichst kleine mobile Endgeräte wie Smartphones, Smartwatches, Earpods oder Virtual Reality-Brillen unterstützen Menschen bei vielfältigen Aufgaben. Auch die Gesundheit kann mittels mobiler Diagnostik- oder Therapiegeräte zunehmend besser überwacht werden. Vom Nutzer werden dabei immer mehr Funktionen auf immer kleinerem Raum bei gleichzeitig längerer Batterielebensdauer zur Unterstützung eines solchen mobilen Lebensstils erwartet. Bei immer geringerer Größe der mobilen Endgeräte und immer mehr Platzbedarf für die Batterie ergibt sich daraus die Anforderung der "Miniaturisierung" der darin enthaltenen Elektronik.

Produkte müssen auch in immer kürzeren Zyklen entwickelt und auf den Markt gebracht werden, bei gleichzeitig steigenden Qualitätsanforderungen. Das kann durch Kombination von vielseitig verwendbaren, bereits im Vorfeld entwickelten, Systemteilen mit einer oder mehreren Systemfunktionen in elektronischen Modulen erreicht werden ("Modularisierung"). Beispiele für solche Module sind Sensormodule, Computing oder Artificial Intelligence (AI)- Module, Speichermodule, Funk(RF)-Module für drahtlose Kommunikation und Datenübertragung.

3 https://www.wto.org/english/news_e/pres19_e/pr837_e.pdf

Der Modularisierungstrend wird nicht nur in Consumer-, Computer- und Kommunikationsprodukten wie Smartphones, Smartwatches, Smart Speakers, Notebooks, … verstärkt sichtbar, sondern auch in allen anderen Bereichen der Elektronik inklusive Automobil-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen.

Verbindungslösungen ("Interconnect Solutions"), bestehend aus Leiterplatten und IC-Substraten mit "Embedding" als einer der Schlüsseltechnologien zur Integration von Modulen mit immer mehr Funktionen, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung des Modularisierungstrends. Sie verkürzen die elektrischen Leitungen zwischen den Bauteilen und sparen Platz.

Leiterplatten und Verbindungslösungen für Consumer-, Computer- und Kommunikationsanwendungen ("CCC") werden zusätzlich von der Notwendigkeit geprägt, kleinste Leiterzugsbreiten für Hochintegration bei großen Produktionsvolumina verfügbar zu machen. Automobil-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen ("AIM") nutzen High-End-Technologien mit reduzierten Leiterzugsbreiten aus "CCC" als Plattform für weitere Innovationen. Der Fokus liegt dabei auf der Einführung neuer Materialien (z.B. Hochfrequenz-Leiterplatten für Radar-Anwendungen im Automobilbereich), der Prozesskontrolle in noch engeren Grenzen und weiteren technologischen Verbesserungen zur Erfüllung der besonders hohen Qualitätsanforderungen.

Applikationstrends wie Konnektivität zum Austausch möglichst großer Datenmengen ("Internet of Things", "Machineto-Machine Communication") oder Artificial Intelligence (autonomes Fahren, Automatisierung, Robotik) mit besonders hohem Datenverarbeitungs- und Rechenbedarf führen zu einer immer stärkeren Konvergenz der technologischen Anforderungen und Roadmaps in den einzelnen Marktsegmenten.

Diese Applikationstrends folgen dem Megatrend, neben immer höherer Rechenleistung und Konnektivität mit höheren Datenraten auch verstärkt Interaktion der Geräte mit der Umwelt zu ermöglichen. Das treibt unter anderem die Entwicklung immer besserer und kleinerer Kameras und anderer Arten von optischen, Positions- und Umweltsensoren, miniaturisierten Lichtquellen und Displays, miniaturisierten Lautsprechern usw. voran. Die immer höheren Rechenleistungen, unterstützt durch parallele Rechnerarchitekturen, ermöglichen immer bessere Algorithmen für "Artificial Intelligence".

Signifikante Verbesserungen der Konnektivität werden mit der Einführung des 5G-Mobilfunkstandards (Datenraten von vielen Giga Bit/s bei Latenzzeiten [=Reaktionszeiten] von < 1ms) erwartet. Das wird de facto "Echtzeitanwendungen" auch für mobile Endgeräte, Robotik oder autonomes Fahren möglich machen.

Ein wichtiger Trend ist das Ziel der Emissionsvermeidung, was z.B. die Elektrifizierung von Fahrzeugen vorantreibt und so neben dem autonomen Fahren ein weiterer wichtiger Applikationstreiber für mehr Elektronik im Fahrzeug ist. Effizientere Netze im Fahrzeug (48-V-Bordnetz) und auch Elektromotoren erfordern das Übertragen und Schalten immer höherer Leistungen, was entsprechende Maßnahmen zur Kühlung der Elektronik zur Minimierung der Schaltverluste erfordert.

Quelle: Yole, AT&S, März 2019

Je nach Entwicklungsstadium einzelner Applikationen haben die zugehörigen Märkte für Hardware bereits in wenigen Jahren signifikante Größen. Für "Smart Automotive" wird bereits 2021 der jährliche Verkauf von ca. 25 Mio. autonomen Fahrzeugen ("Level 2" – "Hands off") mit einer Gesamtmarktgröße von USD 1.630 Mrd. erwartet. Für die jährlich verkauften 2,5 Mrd. mobilen Endgeräte wird der Hardware Markt ungefähr USD 500 Mrd., für 5G USD 272 Mrd., für Industrieautomatisierung ("Industrie 4.0") ca. USD 100 Mrd. und für Data Center ca. USD 80 Mrd. betragen. "Emerging Applications" wie Stimmenerkennung (USD 20 Mrd.), Artificial Intelligence (USD 12 Mrd.), Sensorik für Healthcare (USD 8,5 Mrd.) oder Virtual Reality (USD 8,5 Mrd.) sind vergleichsweise noch kleinere Märkte – allerdings mit besonders starkem Wachstumspotential.

Alle diese Applikationen lassen sich nur mit hochentwickelten Verbindungslösungen als immer wesentlicherem Teil des Gesamtsystems realisieren. Modularisierung eröffnet High-End-Leiterplatten- und IC-Substratherstellern wie AT&S über das proaktive Eingehen von Entwicklungspartnerschaften mit den Kunden signifikante Wachstumspotentiale.

Elektronik-Gesamtmarkt: weiteres Wachstum durch neue Funktionen wie 5G Konnektivität und Artificial Intelligence

Im Elektronik-Gesamtmarkt werden sämtliche hergestellte elektronische Geräte und Elektroniksysteme erfasst.

Insgesamt soll der globale Elektronikmarkt im Jahr 2019 eine Größe von ca. USD 2.142 Mrd. erreichen, wobei die jährliche Wachstumsrate zwischen 2018 und 2021 ca. 2,3 % betragen wird. Am stärksten wachsen die Segmente Automobil (5,3 %), Luftfahrt/Militär4 (4,5 %), Consumer (3,7 %) und Medizintechnik (3,3 %). Während für das Industriesegment ein jährliches Wachstum von 2,8 % erwartet wird, werden die jährlichen Wachstumsraten für die Bereiche Kommunikation (1,4 %) und Computer (0,4 %) wegen stagnierender Verkaufszahlen bei Smartphones und PC/Notebooks unterdurchschnittlich sein.

Die Einführung des neuen Funkstandards (5G) ist ein starker Wachstumstreiber. 5G ermöglicht drahtlose Kommunikation in Echtzeit (< 1ms) mit sehr hohen Datenraten, was neben dem Abspielen von Videos über mobile Endgeräte und allgemeiner mobiler Datenübertragung aus dem Internet ohne zeitliche Verzögerung auch alle Arten von Kommunikation zwischen Maschinen (M2M- oder "Machine-to-Machine"-Kommunikation) oder Autos ("Vehicleto-X"- oder "V2X"-Kommunikation) ermöglicht. Ein weiterer starker Wachstumstreiber sind Zusatzfunktionen für Artificial Intelligence, die derzeit in eine Vielzahl elektronischer Geräte integriert werden. Neben der bereits in zahlreichen Produkten (Smartphone, Smartwatch, Robots, …) verfügbaren menschlichen Spracherkennung, automatischen Auswertungen von Bildinformationen, wird Artificial Intelligence auch in vielen Bereichen, wie z.B. autonomes Fahren für automatisierte Steuerungsentscheidungen, eingesetzt werden.

Quelle: Prismark, März 2019

Leiterplatten- und IC-Substratmarkt: Langfristiges Wachstum durch mehr integrierte Funktionen

Der Leiterplatten- und IC-Substratmarkt als der Teil des Elektronikmarkts, in dem AT&S aktiv ist, erreichte 2018 eine Größe von USD 61,7 Mrd. und soll bis 2021 auf USD 68,9 Mrd. (3,7 % p.a.) anwachsen. Leiterplatten für die Bereiche Computer (USD 16,4 Mrd., 2,4 % p.a.), Kommunikation (USD 18,0 Mrd., 1,6 % p.a.) und Consumer werden als gemeinsames Segment "CCC" weiterhin ca. 64 % Anteil am Gesamtmarkt im Jahr 2021 halten. Schlüsselapplikationen in diesen Bereichen bleiben Smartphones, PCs & Tablets sowie Server. Neue Applikationen wie Wearables (Smartwatches, …), "Internet of Things (IoT)"-Geräte, sowie die Einführung neuer Gerätefunktionen wie Artificial Intelligence und des neuen Mobilfunkstandards 5G bieten langfristig sehr gute Wachstumschancen und sind nicht nur auf "CCC"- Anwendungen beschränkt, sondern treiben auch das Wachstum in Automobil-, Industrie- und Medizintechnikanwendungen.

4 In diesem Segment ist die AT&S Geschäftstätigkeit auf zivile Luft- und Raumfahrt beschränkt und wird in den Geschäftszahlen im Automobilsegment konsolidiert.

Quelle: Prismark, März 2019; Yole, April 2019

Leiterplatten für die Bereiche Automobil (USD 8,8 Mrd., 5,5% p.a.), Luftfahrt/Militär (USD 2,9 Mrd., 4,2 % p.a.) und Medizintechnik (USD 1,3 Mrd., 3,2 % p.a.) werden als gemeinsames Segment "AIM" bis 2021 ca. 23 % des Gesamtmarktes darstellen. Das größte "AIM" Teilsegment "Automotive" wächst mit 5,5 % jährlich am stärksten, getrieben durch einen kontinuierlich steigenden Elektronikanteil im Auto. Wesentliche Wachstumstreiber der Automobilelektronik sind neben Anwendungen für autonomes Fahren (Sensoren (Radar, Lidar, Camera), 5G, Artificial Intelligence), Konnektivität und Infotainment auch die Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs. Auch im Segment Industrie verspricht Automatisierung ("Industrie 4.0" mit Artificial Intelligence, 5G Machine-to-Machine ("M2M") Kommunikation) sehr gute Wachstumschancen. Leiterplatten für Medizintechnik bieten vor allem in den Bereichen Sensorik und mobile Diagnostik und bei Implantable Devices sehr gute Wachstumschancen.

Auf das Segment IC-Substrate (USD 9,0 Mrd., 9,2 % p.a.) entfallen die restlichen ca. 13 % des Gesamtmarktes. IC-Substrate finden vor allem im Bereich "Packaging" einzelner Komponenten (Integrated Circuits (ICs)) wie Prozessoren und bei der Integration von Modulen bestehend aus mehreren Komponenten ("System in Package" oder "SiP") Anwendung. Das besonders starke Wachstum zwischen 2018 und 2021 (9,2 % p.a.) lässt sich vor allem durch Wachstum bei IC-Substraten für Prozessoren für Datencenter, Networking Prozessoren, Prozessoren mit zusätzlichen Artificial-Intelligence-Funktionen und IC-Substraten für Funkmodule für Konnektivität (4G, 5G, WiFi/WiGiG) erklären. Durch größere Prozessoren bzw. immer mehr integrierte Funktionen und Komponenten je Modul steigen auch die "Unit Sizes" und "Layer Counts" und somit die Komplexität der IC-Substrate. Zusätzlich ist der Markt für IC-Substrate derzeit durch einen starken technologischen Wandel geprägt. Die minimalen Strukturgrößen werden, getrieben durch neue Chipgenerationen, immer kleiner. Darüber hinaus werden die Komponenten und die Verdrahtungslagen auf IC-Substraten als nächste Stufe der Systemintegration immer öfter direkt miteinander verbunden ("Fan Out", "Embedding").

Technologieoptionen für Modulintegration (mSAP, SAP, Embedding): IC-Substrate (SAP) und auch die neueste Generation der Leiterplatten (mSAP) mit Strukturgrößen von < 10µm bis < 30µm werden zur Integration von Modulen mit immer mehr integrierten Funktionen (Konnektivität, Prozessor, Speicher, Sensoren, …) verwendet. Der Modulmarkt zeigt dabei jährliche Wachstumsraten von 12 %, weil immer mehr Packages von Einzelkomponenten durch "Systems in Package" ("SiP") für eine Vielzahl von Komponenten ersetzt werden. Das bietet speziell für Firmen, die sowohl High-End-Leiterplatten als auch High-End-Substrate herstellen können, im Rahmen des Modularisierungstrends sehr gute Wachstumschancen. Durch zusätzliche Assemblierung von Komponenten auf oder in der Leiterplatte und Funktionstest fertiger Module kann die Wertschöpfung gegenüber dem reinen Substrat um einen Faktor von mehr als 5 gesteigert werden. Entsprechend vergrößert sich auch der adressierbare Markt für AT&S und erreicht so für die Modulfertigung in wenigen Jahren eine ähnliche Größe wie der gesamte Leiterplattenmarkt. "Embedded-Die-Packaging"-Technologie ("ECP") ist dabei neben "Surface Mount und Overmold" eine weitere Technologieoption für Modulintegration, die speziell zur Reduktion der Modulgröße in einzelnen Applikationen Vorteile bieten kann.

4. GESCHÄFTSVERLAUF

4.1. Ertragslage

Die UMSATZERLÖSE der AT&S sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 um EUR 11,2 Mio. bzw. 2,9 % auf EUR 371,7 Mio. gesunken. Der Umsatzrückgang resultierte sowohl aus niedrigeren Handelswarenumsätzen als auch aus niedrigeren Umsätzen mit selbst produzierten Waren.

Die EBIT-MARGE hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5,9 % auf 5,9 % erhöht (Vorjahr: 0,0 %). Hauptursachen für den Zugang waren Wechselkursgewinne, sowie im Vergleich zum Vorjahr geringere Anpassungen der variablen Prämien auf den Zielerreichungsgrad und Aufwendungen aus dem SAR-Programm.

Das FINANZERGEBNIS betrug EUR 38,6 Mio. (Vorjahr: EUR -15,7 Mio.). Die Veränderung resultiert aus Erträgen aus Finanzanlagen, Wertpapieren und Ausleihungen des Umlaufvermögens von EUR 38,9 Mio. – davon sind EUR 33,7 Mio. durch Bewertungsgewinne, die ihre Ursache im stärkeren US-Dollar hatten, entstanden (Vorjahr: Verlust von EUR 40,2 Mio.), EUR 2,6 Mio. resultieren aus der Kapitalherabsetzung von einer Tochtergesellschaft. Den höheren Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens von EUR 30,2 Mio. (Vorjahr: EUR 21,9 Mio.) und höheren sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen von EUR 3,1 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.), stehen niedrigere Beteiligungserträge von EUR 0,0 Mio. (Vorjahr: EUR 20,9 Mio.) und Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 33,6 Mio. (Vorjahr: EUR 18,9 Mio.) gegenüber.

Die STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG sind durch die Aktivierung von latenten Steuern beeinflusst, daraus resultiert ein latenter Steuerertrag von EUR 3,9 Mio. (Vorjahr: EUR 9,3 Mio.). Der laufende Steueraufwand erhöhte sich aufgrund des hohen steuerlichen Ergebnisses des abgelaufenen Wirtschaftsjahres auf EUR 4,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.).

Aufgrund der erläuterten Effekte im Betriebs- und Finanzergebnis und den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich somit im aktuellen Geschäftsjahr ein JAHRESÜBERSCHUSS in Höhe von EUR 60,0 Mio. (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von EUR 6,7 Mio.).

4.2. Vermögenslage

Der Buchwert des SACHANLAGEVERMÖGENS ist aufgrund von unter den Investitionen liegenden Abschreibungen von EUR 40,3 Mio. auf EUR 47,9 Mio. angestiegen. Der Buchwert des IMMATERIELLEN VERMÖGENS reduzierte sich von EUR 9,2 Mio. auf EUR 7,9 Mio. aufgrund der laufenden Abschreibung.

Die ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN reduzierten sich im Jahresvergleich um EUR 7,3 Mio. aufgrund der Kapitalherabsetzung der AT&S Korea Co., Ltd. von EUR 265,9 Mio. auf EUR 258,7 Mio. im laufenden Jahr. Die AUSLEIHUNGEN AN VERBUNDENE UNTERNEHMEN stiegen aufgrund der Aufstockung von Gesellschafterdarlehen von EUR 444,5 Mio. auf EUR 512,3 Mio. an. Der Anstieg wurde durch USD-Wechselkurseffekte und die daraus resultierenden Bewertungen verstärkt.

Beim kurzfristigen UMLAUFVERMÖGEN erhöhten sich die Vorräte von EUR 25,7 Mio. auf EUR 28,7 Mio. Der Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von EUR 38,2 Mio. auf EUR 55,1 Mio. resultierte aus geringeren Verkäufen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und deren Anstieg aus dem laufenden Geschäft.

Der Kassenbestand bzw. die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich von EUR 258,6 Mio. auf EUR 384,3 Mio. aufgrund der erhaltenen liquiden Mittel aus dem Schuldscheindarlehen.

Die AKTIVEN LATENTEN STEUERN erhöhten sich von EUR 23,9 Mio. auf EUR 27,8 Mio. aufgrund der oben angeführten Aktivierungen.

Das EIGENKAPITAL zum Bilanzstichtag 31. März 2019 erhöhte sich auf EUR 340,8 Mio. (Vorjahr: 294,8 Mio.). Der Zugang resultierte aus dem Jahresüberschuss von EUR 60,0 Mio. abzüglich EUR 14,0 Mio. Dividendenausschüttung. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 25,6 % lag aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme und des höheren Eigenkapitals leicht unter dem Vorjahreswert von 26,5 %.

Im Geschäftsjahr 2018/19 erhöhte sich die NETTOVERSCHULDUNG der AT&S von EUR 455,6 Mio. auf aktuell EUR 500,4 Mio. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Anleihen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen abzüglich Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, Forderungen gegenüber Kreditinstituten sowie sonstigen Wertpapieren und Anteilen des Umlaufvermögens. Der Nettoverschuldungsgrad, berechnet aus dem Verhältnis der Nettoverschuldung zu Eigenkapital, hat sich von 154,6 % im Vorjahr auf 146,9 % verringert.

4.3. Geldflussrechnung

Die Teilergebnisse der Geldflussrechnung zeigen im mehrjährigen Vergleich folgende Werte (berechnet gemäß Fachgutachten KFS/BW2 der österreichischen Kammer der Wirtschaftstreuhänder):

In MEUR 2018/19 2017/18 2016/17
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 17,9 30,6 71,3
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -48,6 -89,4 -160,5
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 156,5 228,5 27,0

Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ging im Geschäftsjahr 2018/19 auf EUR 17,9 Mio. (Vorjahr: EUR 30,6 Mio.) zurück. Der Rückgang resultierte in erster Linie aus Abweichungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, wo es im Vorjahr einen niedrigeren Mittelabfluss von EUR 9,8 Mio. gab. Im Geschäftsjahr 2018/19 resultierte ein Mittelabfluss von EUR 18,6 Mio.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit der AT&S wurden im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt EUR 21,1 Mio. in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen netto investiert (Vorjahr: EUR 11,2 Mio.). Diese Auszahlungen, die weitere Aufstockung von Gesellschafterdarlehen durch die Tochtergesellschaften sowie Auszahlungen für die Veranlagung von Finanzmitteln führten im Wesentlichen zu dem Netto-Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit von EUR 48,6 Mio. (Vorjahr: EUR 89,4 Mio.).

Aus der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von EUR 335,5 Mio., deren liquide Mittel teilweise zur Optimierung bzw. Rückführung von höher verzinsten finanziellen Verbindlichkeiten verwendet wurden, resultierte ein unter dem Vorjahr liegender Cash-Flow aus Finanzierung von EUR 156,5 Mio. (Vorjahr: EUR 228,5 Mio.).

5. Forschung und Entwicklung

HIGHLIGHTS IM GESCHÄFTSJAHR 2018/19

Fast alle der Aktivitäten von AT&S im Forschungs- und Entwicklungsbereich haben zum Ziel, den derzeit stattfindenden Wandel in der Elektronikindustrie zu antizipieren und die sich dadurch ergebenden Chancen aufzugreifen und somit Schritt für Schritt "More than AT&S" zu werden. Die aktuell laufenden Projekte von AT&S suchen nach neuen Lösungen für:

Miniaturisierung/Gewichtsreduktion: Geräte werden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger – AT&S kann und muss die Grundlage dafür schaffen. AT&S arbeitet an neuen Technologien, welche die Dichte an Leiterzügen erhöhen und die Dicke der Systeme verringern.

Integration von neuen und zusätzlichen Funktionen: Elektronische Geräte erfüllen immer mehr Funktionen – diese werden meist durch zusätzliche Komponenten ermöglicht. Diese müssen in kleinster Packungsdichte und höchster Leistungsfähigkeit verbunden werden – idealerweise bei einer vereinfachten Wertschöpfungskette. AT&S erarbeitet neue Konzepte zur effizienten Integration und Verbindung von elektronischen Komponenten.

Schnelle Signalleitung: In den nächsten Jahren wird es zu einem starken Anstieg an der zu verarbeitenden Datenmenge kommen (z.B. 5G, autonomes Fahren). In den Entwicklungsprojekten aus diesem Bereich stellt AT&S sicher, dass die Produkte die Signale schnell und verlustarm leiten.

Leistung und Leistungseffizienz: Energieeffiziente Mobilität führt zu Elektrifizierung der Mobilität – mechanische Lösungen werden durch energiesparende elektronische Lösungen ersetzt. Die Projekte in diesem Bereich fokussieren auf Systeme, die die optimale Stromversorgung bei geringsten elektrischen Verlusten ermöglichen, große Leistungen schalten und übertragen und in Zukunft vielleicht auch Energie gewinnen können.

Durch die Verknappung der natürlichen Ressourcen muss AT&S effiziente und flexible Fertigung bei geringstem Ressourcenverbrauch (Material, Wasser, CO2, etc.) sicherstellen. AT&S macht sich große Datenmengen nutzbar zur Optimierung und Verbesserung von Produktionsprozessen, Produkteigenschaften und -qualität, Integration neuer und zusätzlicher Schritte in die Wertschöpfungskette und erarbeitet neue Lösungen zum sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion.

Innovationsrate nahe Rekordniveau, zahlreiche neue Schutzrechte

Die Einführung von sehr wichtigen Technologien in den letzten Geschäftsjahren (z.B. mSAP und Substrate) hatte auch Auswirkungen auf die Innovation Revenue Rate (IRR) im abgelaufenen Geschäftsjahr. AT&S erzielte mit 35,3 % die zweithöchste IRR in seiner Unternehmensgeschichte. Mit der IRR wird die Innovationskraft des Unternehmens gemessen. Sie stellt den Anteil am Umsatz dar, den AT&S mit innovativen Produkten, die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden, erzielt hat. AT&S setzt sich eine jährliche IRR von mindestens 20 % zum Ziel.

Beruht dieser Erfolg noch sehr stark auf der Verfügbarkeit der mSAP- und Substrattechnologie, hat AT&S in der Entwicklung bereits die Weichen auf neue Applikationen gestellt, bei denen AT&S die Erkenntnisse seiner Entwicklungsfelder als Technologiebausteine anwendet. Derzeit arbeitet AT&S an neuen Lösungen für Module (elektronische Einheiten für spezifische Aufgaben, die mehrere Bauelemente miteinander verbinden), neuen Lösungen für die Leistungselektronik getrieben durch Entwicklungen in der e-Mobility und erarbeitet mit seinen Kunden Lösungen für den neuen Mobilfunkstandard 5G.

Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Patente. Weltweit hat AT&S im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 72 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt AT&S auf 286 Patentfamilien, die zu 279 erteilten Schutzrechten führen. Das IP-Portfolio wird durch extern erworbene Lizenzen – insbesondere im Bereich der Embedding-Technologie – weiter gestärkt.

F&E-Aufwand: 7,4 % vom Umsatz

Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2018/19 auf EUR 75,7 Mio.. Dies entspricht einer Forschungsquote (d.h. in Relation zum Umsatz) von 7,4 % gegenüber 6,6 % im Vorjahr. Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichert AT&S seine Position als Technologieführer auch für die kommenden Jahre ab.

Effiziente F&E-Prozesse

Die Effizienz in der Entwicklung wird dadurch sichergestellt, dass AT&S global mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeitet. Intern betreibt AT&S einen zweistufigen Innovationsprozess. In einem ersten Schritt werden neuartige Konzepte entwickelt und die prinzipielle Machbarkeit dieser Konzepte wird gezeigt. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und -implementierung an den Standorten von AT&S (TDI und Engineering), die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den bestehenden Produktionsablauf zu integrieren.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde begonnen die Entwicklungseinheit in Chongqing zu einem weiteren Entwicklungszentrum auszubauen. Es wurden eine Prototypenlinie konzipiert und angeschafft, sowie die Maschinen für

neue Prozesse erworben, die es ermöglichen, die Entwicklung speziell im Bereich Substrat und Advanced Packaging unter Nutzung der Substrattechnologie auf ein neues Niveau zu heben. Im Entwicklungszentrum Leoben, das auch weiterhin die Zentrale in der Forschung der AT&S darstellt, werden neben Advanced Packaging Konzepten auch noch Konzepte für die Leistungselektronik und Hochfrequenzelektronik entwickelt.

Wesentliche Entwicklungsprojekte im Geschäftsjahr

Entwicklungs-Highlights waren im abgelaufenen Geschäftsjahr die ersten Projekte für den neuen Mobilkommunikationsstandart 5G. Die erste Generation der 5G-Technologie, mit deren Einführung soeben begonnen wird, wird sich noch in einem moderaten Funkfrequenzbereich von unter 5 GHz bewegen. Hier stellt neben neuen Antennensystemen vor allem der Energieverbrauch der Systeme die Herausforderung dar, die gelöst werden muss. In der zweiten Generation ist es geplant, Funkfrequenzen aus dem mm-Wellenlängenbereich (25-30 GHz) zu verwenden. Hier müssen gänzlich neue Leiterplatten- und Verbindungssysteme entwickelt werden, um Verluste so klein wie möglich zu halten. In beiden Bereichen arbeitet AT&S derzeit an unterschiedlichen Projekten.

Entwicklungen in der Leistungselektronik werden derzeit sehr stark von der Elektromobilität getrieben. AT&S entwickelt hier neuartige elektronische Systeme, die einen sehr geringen Energieverbrauch aufweisen und darüber hinaus mit hohen Strömen und hohen Spannungen arbeiten können. Dies gelingt durch den Einsatz der Embedding-Technologie, durch die die Komponenten optimal gekühlt und elektrisch verbunden werden können. Das Resultat sind elektrisch effiziente und sehr zuverlässige Systeme und Module.

Module (spezialisierte, elektronische Einheiten, die mehrere Bauelemente miteinander optimal verbinden) befinden sich auch in dem Bereich der mobilen Kommunikation im Vormarsch. AT&S partizipiert an diesem Trend mit neuartigen Modulkonzepten, die auf der mSAP- und Substrattechnologie beruhen. Mit diesen Technologien und Konzepten des "All in One Package" können hochintegrierte und spezialisierte Module aufgebaut werden, die speziell bei Geräten verwendet werden, die wenig Platz für die Elektronik haben.

6. Standorte und Zweigniederlassungen

Der AT&S Konzern unterhält aktuell sechs Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind.

Leoben und Fehring Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zunehmend den amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendungen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben setzte den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin fort. In Leoben erfolgt unter anderem die Produktion der Embedding Technologie. Das Werk in Fehring entwickelte sich im Berichtsjahr erfreulich. Durch eine verstärkte Fokussierung auf spezifische Applikationen und Märkte konnten sowohl Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nanjangud) als auch eine Verbesserung des Produktmixes erreicht werden. Die mit Ende des Geschäftsjahres 2017/18 eingeleitete Erweiterung bzw. das technologische Upgrade des Werkes wurde im Geschäftsjahr 2018/19 weitgehend abgeschlossen. Damit können am Standort Fehring hochwertige Leiterplatten (HDI/HF-Technologie) für die Segmente Industrie, Medizin und Automotive gefertigt werden.

Shanghai Der Standort Shanghai fertigt HDI-(High Density Interconnection)-Leiterplatten höchster Technologie in Großserien für das Segment Mobile Devices & Substrates mit weltweiten Kunden. Der Standort war in der Lage, die Nachfrage nach HDI- und mSAP-Leiterplatten erfolgreich zu bedienen, und konnte sich als führender Anbieter in der neuesten Technologiegeneration etablieren. Das breite technologische Leistungsspektrum des Standortes wurde von den Kunden sehr gut aufgenommen und der Standort war in den Monaten der Hochsaison durchgängig an der Kapazitätsgrenze. 2018/19 zeigte sich eine weiterhin hohe Nachfrage nach HDI-Leiterplatten, welche für das Segment Automotive, Industrial, Medical gefertigt wurden. Darüber hinaus wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die Embedding Technologie erfolgreich implementiert und Shanghai ist künftig in der Lage, diese Technologie anzubieten, um vom Trend zur Integration von aktiven und passiven Komponenten in der Leiterplatte zu profitieren.

Chongqing Am Standort Chongqing befinden sich zwei Werke für High-End Produkte. Das Werk für IC-Substrate (Integrated Circuit Substrates) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr durch Effizienzverbesserungen die Produktion weiter erhöhen und damit die gute Marktnachfrage bedienen. Um unsere Kunden weiterhin optimal zu versorgen, wurde gegen Ende des Jahres mit dem Vollausbau des Substratwerkes begonnen. Im Werk für Mobile Anwendungen werden High-End-mSAP Leiterplatten gefertigt. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde der Standort technologisch weiterentwickelt und wird künftig auch in der Lage sein, Leiterplatten für Module zu fertigen. Das Werk ist derzeit zu rund

50 % ausgebaut und kann daher in relativ kurzer Zeit seine Kapazitäten erhöhen, um künftige Bedarfssteigerungen zu bedienen.

Ansan Die sehr positive Entwicklung des Standortes in Korea konnte im Geschäftsjahr 2018/19 weiter fortgesetzt werden. Neben der sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer konnten auch substanzielle Mengen für mobile Anwendungen gefertigt werden. Um die Option einer Erweiterung des Werkes zu sichern, wurden im Geschäftsjahr zwei Nachbargrundstücke im Gesamtausmaß von 3.305 Quadratmetern erworben.

Nanjangud Der Standort entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018/19 weiter positiv. Die Effizienzsteigerung aus operativen Verbesserungen und eine weitere Anhebung des Produktmix im Bereich höherwertiger Technologien führten zu einer leichten Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2018/19 konnte die Werkserweiterung bzw. das technologische Upgrade des Werkes nahezu abgeschlossen werden, so dass volle Kapazitäten für die steigende Nachfrage nach Hochfrequenz-Leiterplatten aus dem Automotive-Bereich zur Verfügung stehen.

Hongkong Die in Hongkong ansässige Gesellschaft AT&S Asia Pacific ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices & Substrates – und damit für die chinesischen Werke und die zugeordneten Vertriebsgesellschaften – sowie Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieses Segments. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr geschätzt wird.

Die Vertriebsservicegesellschaften in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2018/19 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.

7. Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Kapitalanteilsstruktur und Angaben zu Gesellschafterrechten

Zum Bilanzstichtag 31. März 2019 beträgt das Grundkapital der AT&S EUR 42.735.000 und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je EUR 1,10 pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.

Am 20. Dezember 2018 hat Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats von AT&S, 202.095 Stück Aktien der AT&S verkauft. Die Androsch Privatstiftung, welche in enger Beziehung zu den AT&S-Aufsichtsräten Dr. Hannes Androsch, Dr. Georg Riedl und Mag. Gerhard Pichler steht, hat diese 202.095 Stück Aktien der AT&S gekauft. Die Durchführung der Transaktion wurde ordnungsgemäß am 21. Dezember 2018 veröffentlicht. Der durchschnittliche Preis je Aktie betrug EUR 19,09 und der Gesamtwert der damit veräußerten Aktien belief sich auf EUR 3.857.993,55.

Am 20. Dezember 2018 hat Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats von AT&S, 277.346 Stück Aktien der AT&S verkauft. Die AIC Androsch International Management GmbH, welche in enger Beziehung zum AT&S-Aufsichtsvorsitzenden Dr. Hannes Androsch steht, hat diese 277.346 Stück Aktien der AT&S gekauft. Die Durchführung der Transaktion wurde ordnungsgemäß am 21. Dezember 2018 veröffentlicht. Der durchschnittliche Preis je Aktie betrug EUR 19,09 und der Gesamtwert der damit veräußerten Aktien belief sich auf EUR 5.294.535,14.

Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betragen, stellen sich wie folgt dar:

Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien
6.902.380 17,77 % 17,77 %
Androsch Privatstiftung,
Schottengasse 10/12, A-1010 Wien
6.819.337 17,55 % 17,55 %

Zum Stichtag 31. März 2019 befanden sich rund 64,68 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT&S hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung.

Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats.

Die Verträge von allen Vorständen enthalten eine "Change of Control"-Klausel: Für den Fall, dass ein Aktionär an der Gesellschaft durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte (einschließlich der ihm nach Übernahmegesetz zuzurechnenden Stimmrechte Dritter) die Kontrolle gemäß § 22 ÜbG an der Gesellschaft erworben hat oder die Gesellschaft mit einem konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft, liegt ein solcher Kontrollwechsel vor. In diesem Fall ist das Vorstandsmitglied berechtigt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Rechtskraft des Kontrollwechsels mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende eines Kalendermonats sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen ("Sonderkündigungsrecht"). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder bei einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von sechs Monaten seit dem Kontrollwechsel hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit dieses Vorstandsvertrags, maximal aber in Höhe von drei Jahresbruttobezügen, wobei anderweitige Vergütungsbestandteile nicht in die Bemessung des Abfindungsbetrages einzubeziehen und davon ausgeschlossen sind.

Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der AT&S mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu EUR 21.367.500 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren

Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.

Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 150.000.000 auszugeben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu EUR 21.367.500 durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte).

In Bezug auf die Erhöhung des genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potentiell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).

Eigene Aktien

In der 23. ordentlichen Hauptversammlung vom 6. Juli 2017 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 5. Juli 2022, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitarbeiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.

Zum 31. März 2019 hält der Konzern keine eigenen Aktien.

Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der AT&S und ihren Tochtergesellschaften.

Die AT&S hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen.

Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/ corporate-governance/berichte/ abrufbar.

8. Chancen und Risikomanagement

STRUKTUR UND INSTRUMENTE

Das Chancen- und Risikomanagement ist im AT&S Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Da Entscheidungen normalerweise unter Unsicherheit getroffen werden, ist es die Aufgabe des Risikomanagements, mögliche positive oder negative Abweichungen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern. Daher betreibt AT&S, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risikomanagement (RM) und gemäß COSO-Standard ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine am IIA-Standard orientierte interne Revision.

Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Der Group Risk Manager berichtet dem Gesamtvorstand einmal monatlich in einer Vorstandssitzung. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen der zumindest zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems wird jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt.

Der in Abb. 1 dargestellte Risikomanagementprozess wird mindestens zweimal jährlich durchlaufen.

Abb. 1: AT&S Risikomanagementprozess

Die Risikosteuerung erfolgt gemäß Risikostrategie und Risikoappetit auf der dem entsprechenden Risikolevel zugeordneten Hierarchieebene (siehe Abb. 2).

Abb. 2: AT&S Risikolevels und Risikosteuerung

RISIKOMANAGEMENT IN 2018/19

Im Geschäftsjahr 2018/19 lag der Fokus des Risikomanagements auf der Anpassung der Risikotragfähigkeit sowie der Weiterentwicklung der Instrumente zur Risikobewertung. Die in Abb. 2 ersichtlichen Risikolevels wurden um eine Stufe 6 erweitert. Ziel dieser Anpassung war die Sicherstellung einer sofortigen Berichterstattung an den Aufsichtsrat über signifikante Änderungen der Risikoposition.

Zusätzlich zu laufenden kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen im Internen Kontrollsystem (IKS) wurde im Geschäftsjahr 2018/19 mit der Evaluierung der Anschaffung einer softwarebasierten GRC-Lösung begonnen. Ziel dieser Weiterentwicklung ist eine engere Verknüpfung der Governance-, Risk- und Compliance-Prozesse sowie die Nutzung von Synergien.

Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt sowie der eigenen operativen Performance abhängig. Eine Übersicht der AT&S Risikokategorien, wesentlicher Einzelrisiken, Risikominderungsmaßnahmen und der erwarteten Risikotendenz in den kommenden Geschäftsjahren ist in Abb. 3 dargestellt und wird in der Folge genauer erläutert.

Risikokategorie Wesentliche Risiken & Chancen Tendenz Risikominderung & Chancenrealisierung
STRATEGIE · Verkaufspreisentwicklung · Konsequenter Fokus auf High-End-Technologien & Zielapplikationen
· Kapazitätsauslastung · Kundennähe und frühzeitige Kundenkontakte
· Technologische Entwicklung · Technologieentwicklungsprojekte & Technologie-Roadmap
· Investitionen · Marktanalyse, Strategieprüfung und -anpassung
MARKT · Markt- und Segmententwicklung · Ausbalancierte Segmentportfolios und Diversifikation des Kundenportfolios
· Entwicklung Schlüsselkunden · Neukundenakquisition & Anteilsteigerung bei bestehenden Kunden
· Verkaufsstrategie und Umsetzung · Konsequente Akquisition von definierten Zielapplikationen
BESCHAFFUNG · Entwicklung Einkaufspreise · Beschaffungsstrategie (Verhandlung, Allokation, technische Anderungen)
· Single-Source-Risiko · Lieferanten-Risikobewertung & Multi-Sourcing
UMFELD · Verlust von vertraulichen · Erhöhung des Sicherheitslevels durch die Implementierung eines
Informationen Informationssicherheitmanagementsystems (ISO 27001)
· Katastrophen, Brandfall · Interne & externe Audits, Notfallübungen
· Politisches Risiko · Business-Continuity-Management, Versicherung
OPERATIV · Qualitatsperformance · Black-Belt-Programm, laufende Qualitätsverbesserungsmaßnahmen
· Geistiges Eigentum · Kontinuierlicher Ausbau und Absicherung des IP-Portfolio
· Projektmanagement · Konsequentes Projektmanagement
· Betriebskosten · Kostenreduktions- und Effizienzsteigerungsprogramme an allen Standorten
ORGANISATION · Verlust von Schlüsselkräften · Mitarbeiterbindung, Stellvertreterregelung & Nachfolgeplanung
FINANZ · Wechselkursrisiko · Natürliches FX Hedging durch langfristige CF-Planung
· Finanzierung & Liquidität · Langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, Zinsswaps
· Steuerrisiko · Kontinuierliche Compliance-Uberprüfung mit Steuergesetzgebungen
· Wertberichtigungen · Projektcontrolling; Impairment-Tests; Strategieprüfung und -anpassung

FX: Foreign Exchange; CF: Cashflow

Abb. 3: AT&S Risikokategorien, wesentliche Einzelrisiken, Risikotendenz und Risikominderungsmaßnahmen

STRATEGIE

Investitionsrisiken

Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, hat AT&S wesentliche Investitionen in neue Technologien (IC-Substrate) sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien getätigt (SLP, mSAP, HDI) und wird diese auch künftig tätigen. Damit die technologisch führende Position auch in Zukunft gefestigt werden kann, werden in Chongqing Investitionen für die zweite Ausbaustufe des Werks I getätigt.

Falsch eingeschätzte technologische Entwicklungen, Veränderungen in der Nachfrage, Einschränkungen durch Patente Dritter, negative Preisentwicklungen, kundenspezifische Technologien, kürzere Technologiezyklen oder Probleme bei der technischen Umsetzung können die Werthaltigkeit solcher Investitionen maßgeblich negativ beeinträchtigen. Dies kann insbesondere das Substratgeschäft, die Produktionskapazitäten für mSAP-Technologie in Shanghai und Chongqing, die Kapazitätserweiterung für Hochfrequenzleiterplatten in Nanjangud und Fehring und generell alle bestehenden Geschäftsaktivitäten von AT&S betreffen. Bei Vorliegen entsprechender Indikatoren finden anlassbezogen

Überprüfungen der Werthaltigkeit dieser Investitionen statt, welche aufgrund der hohen getätigten Investitionen zu einem entsprechend hohen Abschreibungsbedarf führen könnten.

Wettbewerbsrisiken

Durch den klaren Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstandards und konsequenter Kostenkontrolle konnte AT&S im Technologiesegment HDI (High Density Interconnect) dem intensiven Wettbewerb, am Markt vorhandenen Überkapazitäten und der permanenten "Kommodifizierung" mit entsprechender Margenreduktion in diesem Bereich bislang erfolgreich entgegenwirken. Ergänzend dazu wurde der Einsatz der HDI-Technologie gezielt und erfolgreich von der Anwendung für Smartphones und andere mobile Endgeräte auf weitere Anwendungen wie zum Beispiel für die Automotive Industrie übertragen. Das technologische Upgrade von Teilen der HDI-Linien auf die mSAP-Technologie gewährleistet die Übertragung der HDI-Wettbewerbsvorteile auf die nächste Technologiegeneration. Kundenseitige Verzögerungen beim Umstieg auf die neue Technologie sowie volatile Marktentwicklungen können Herausforderungen für AT&S darstellen und zu Angebotsüberhang, Überkapazitäten und fehlenden Auslastungen führen.

Die Chancen der österreichischen Werke von AT&S liegen in der hohen Flexibilität, den hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Industrie-Segment, das von unterschiedlichen Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden geprägt ist, eine unabdingbare Notwendigkeit, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Um diesen Vorsprung von AT&S abzusichern, werden in enger Kooperation mit den Kunden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben.

Neue technische Entwicklungen und Überkapazitäten am Markt stellen AT&S im Geschäftsbereich IC-Substrate vor große Herausforderungen. Die Fokussierung auf ein höherwertiges Produktportfolio sowie die erfolgreiche Umsetzung von geplanten Kostenreduktionen sind wesentlich für diesen Geschäftsbereich. Der Markt für IC-Substrate wird stark durch technologische Änderungen beeinflusst. Die Entwicklung neuer Technologien dient zur Minderung des Marktrisikos von IC-Substraten. Jedoch beinhaltet dieser technologische Fortschritt das allgemeine Risiko von neuen Technologieentwicklungen.

Wettbewerbsrisiken ergeben sich auch durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Dies könnte dazu führen, dass insbesondere die AT&S Standorte in Österreich, aber auch andere Produktionsstandorte, etwa in Südkorea und China, an Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnten.

Zusätzlich könnte ein schwierigeres Marktumfeld im Geschäftsjahr 2019/20 die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen. Stagnierende Smartphone-Verkäufe, Nachfrageschwächen im Bereich Automotive sowie nachteilige Marktentwicklungen in den übrigen Kernsegmenten könnten zu einem Umsatzrückgang führen. Eine positive Marktentwicklung könnte im Gegensatz dazu auch gesteigerte Geschäftschancen und überproportionale Wachstumschancen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung von AT&S in den Segmenten Mobile Devices & Substrates sowie Automotive, Industrial, Medical kann durch deren unterschiedliche Produktionszyklen Marktrisiken teilweise abfedern.

MARKT

Potenzieller Verlust von Schlüsselkunden

AT&S hat es durch fortgeschrittene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Aufgrund der Fokussierung auf High-End-Technologie ist die Zahl der Abnehmer auf die Technologieführer beschränkt. Die Umsätze mit den fünf größten Kunden tragen 64 % zum Gesamtumsatz bei. Die mittlerweile langfristigen Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt die Konzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäftsvolumina oder Profitabilität bei diesen Kunden. Besonders kritisch ist dies bei den IC-Substraten und mSAP. Die laufende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von AT&S als auch die Erweiterung der Kundenbasis sowie die Erschließung neuer Produkte sind daher von großer Bedeutung für eine schnelle Kompensation von negativen Entwicklungen bei einzelnen wesentlichen Kunden.

BESCHAFFUNG

Einkaufspreise

Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. Die steigenden Rohmaterialpreise im Geschäftsjahr 2018/19 konnten durch die gezielte Umsetzung der Beschaffungsstrategie zum Teil abgefedert werden. Aufgrund der Marktentwicklung wird auch im kommenden Geschäftsjahr mit steigenden Rohmaterialpreisen gerechnet.

Lieferanten

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, zielt die Sourcing-Strategie von AT&S auf eine klar diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit bestehen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Um Lieferengpässen vorzubeugen, betreibt AT&S ein konsequentes Lieferantenrisikomanagement unter Berücksichtigung von regionalen Clusterrisiken, unterschiedlichen Versorgungswegen und alternativen Beschaffungsmöglichkeiten. Kundenspezifikationen können die verwendeten Rohmaterialien nur auf bestimmte Lieferanten beschränken, weshalb eine Abhängigkeit für AT&S entstehen kann. Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise im Bereich IC-Substrate und ECP, für welche eine kleinere Lieferantenbasis vorhanden ist, gibt es aber in der Regel alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu begegnen.

UMFELD

Standortrisiken

Der weitaus überwiegende Teil der operativen Tätigkeiten von AT&S ist außerhalb von Österreich, insbesondere in China, angesiedelt. Dies könnte AT&S dem Risiko von potenziellen rechtlichen Unsicherheiten, staatlichen Eingriffen, Handelsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen. Weiters kann unabhängig davon jede Produktionsstätte disruptiven Ereignissen wie zum Beispiel Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder anderen Elementarereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Leasingverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls erheblich negativ beeinflussen.

Um die Auswirkungen solcher Risiken zu minimieren, hat der Konzern ein Business-Continuity-Management etabliert. Zusätzlich betreibt AT&S ein aktives Versicherungsmanagement, in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten. Es wurden für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten im Verhältnis zu den drohenden Risiken verfügbar sind.

Politische Risiken

Die Elektronikindustrie wird charakterisiert durch stark integrierte, transnationale Lieferketten, welche auf dem freien Handel von Waren und Dienstleistungen basieren. Mögliche Schutzzollpolitik oder steigende politische Spannungen können zu Diskontinuitäten in der Lieferkette sowie zu Wettbewerbsvorteilen für Konkurrenten in spezifischen Ländern führen.

In Europa bestehen derzeit Unsicherheiten betreffend den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. AT&S hat nur wenige Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten, deren Sitz in Großbritannien liegt. Dennoch wurden aufgrund der bestehenden Unsicherheiten Maßnahmen von AT&S vorgenommen, um einen reibungslosen Ablauf der Supply Chain gewährleisten zu können. Enger Kundenkontakt, der Aufbau von Lagerbeständen sowie die Vorbereitung von internen Systemen auf mögliche Austrittsszenarien zählen zu den getroffenen Vorkehrungen. Nichtsdestotrotz können Auswirkungen des Austritts Großbritanniens auf die europäische Wirtschaft auch die Geschäftsentwicklung von AT&S beeinflussen.

Aufgrund des latenten Handelskonflikts zwischen den USA und China werden Strafzölle auf Importe von bestimmten Gütern in beiden Ländern eingehoben. Aus derzeitiger Sicht ist AT&S von dem Handelskonflikt nur unwesentlich betroffen, da die Weiterverarbeitung der Produkte zum Großteil in China erfolgt. Dennoch ist ein laufendes Monitoring der betroffenen Güter notwendig. Weiters können die makroökonomischen Entwicklungen aufgrund des Handelskonflikts einen negativen Einfluss auf die Geschäfte von AT&S haben.

Compliance

Die Änderung regulatorischer Anforderungen, wie Verbote spezieller Prozesse oder Materialien, könnte zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforderungen von Kundenseite oder durch den Bruch gesetzlicher Bestimmungen könnten AT&S erhebliche Strafzahlungen drohen. AT&S hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. zur Minimierung von Compliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. Grundsätzlich verfolgt AT&S eine "Zero-Tolerance-Politik" gegenüber Compliance-Verstößen und erwartet eine 100 %ige Einhaltung aller geltenden Gesetze und Regulierungen von allen Mitarbeitern. Das Governance, Risk & Compliance Committee ("GRC Committee") hat die Identifizierung und Minderung potenziell relevanter Complianceund Governance-Risiken zum Ziel. Weiters hat AT&S die Whistleblowing-Plattform "We Care" eingeführt, welche es Mitarbeitern und externen Personen ermöglicht, potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.

Betrugsfälle, Datensicherheit und Cybercrime

Um Betrugsversuchen wie bisher erfolgreich begegnen zu können, wurden die internen Kontrollen in den letzten Geschäftsjahren weiter intensiviert und die Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich solcher Betrugsschemata erhöht. Zusätzlich arbeitet AT&S kontinuierlich am weiteren Ausbau der Daten- und Informationssicherheit. Im

Geschäftsjahr 2018/19 wurde ein Projekt zum Thema "EU-Datenschutz-Grundverordnung" umgesetzt. Durch die Analyse der unternehmensinternen Prozesse hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten wurden erforderliche Maßnahmen erhoben und implementiert, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Ein weiterer Fokus im Geschäftsjahr 2018/19 lag auf dem Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS), welches an den europäischen Standorten auch nach ISO 27001 zertifiziert wurde. Durch die Orientierung an internationalen IT-Standards wird ein sicherer Umgang und angemessener Zugang zu Informationen gewährleistet, sowie zuverlässige Systeme zur Verfügung gestellt. Die Zertifizierung von weiteren AT&S Standorten ist geplant.

OPERATIV

Qualitäts- und Lieferperformance

Wie bisher wird eine hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance bieten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren und entsprechende Wachstumschancen wahrzunehmen. Andererseits muss AT&S, insbesondere wichtigen Kunden, teilweise auch substanzielle vertragliche Zusagen, beispielsweise hinsichtlich Kapazitätsreserven und Mengengarantien, Termintreue und Qualitätsperformance geben. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten oder die Nichtbereitstellung von zugesagten Mengengarantien könnten AT&S Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen. Im Mobile Device Business können Qualitätsmängel zur Liefersperre von bestimmten Teilenummern führen. Solche Liefersperren können, auch wenn die Qualitätsmängel nicht durch den Produktionsprozess der AT&S, sondern innerhalb der Lieferkette verursacht wurden, erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge haben. Substanzielle Qualitätsmängel könnten auch Rückrufaktionen und den Verlust von Kunden nach sich ziehen. AT&S unterhält ein entsprechendes Qualitäts- und Planungswesen, um mangelnde Produktqualität und Planungsfehler sowie negative Folgen daraus nach Möglichkeit auszuschließen bzw. zu minimieren. Um eine hohe Produktqualität sicherstellen zu können, erfüllt AT&S nicht nur allgemeine internationale Qualitätsstandards (ISO 9001), sondern auch weiterführende Standards für Automobil, Luftfahrt und Medizintechnik. Weiters ist AT&S grundsätzlich – unter Berücksichtigung von Deckungsausschlüssen beziehungsweise üblichen Deckungslimits – im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftpflichtversicherung gegen Produkthaftpflichtrisiken abgesichert.

Geistiges Eigentum

Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen ist es die Intention von AT&S, Chancen zu nutzen, geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben sich, sollte AT&S es verabsäumen, das geistige Eigentum zu sichern, und dadurch Mitbewerber in die Lage versetzen, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten AT&S davon abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen. Weiters können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigem Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen.

Technologie- und Projektentwicklung

Durch den Kapazitätsauf- und -ausbau für IC-Substrate und mSAP-Technologie in Chongqing ergeben sich angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing spezifische Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektumsetzung können die Geschäftsentwicklung sowie die bestehenden finanziellen und administrativen Ressourcen erheblich belasten. Der Fokus im kommenden Geschäftsjahr liegt bei der kontinuierlichen Performanceverbesserung der Substratproduktion und auf der Durchführung der zweiten Ausbaustufe des Werk I in Chongqing.

Kostenkontrolle

Kontinuierliche Kostenreduktion und Effizienzsteigerung in allen Geschäftsbereichen sind wesentlich für die Profitabilität der Gruppe. Sollten Kostenreduktionsmaßnahmen und Performancesteigerungen nicht wie geplant umsetzbar sein (oder können Kosten nicht an Kunden weitergegeben werden), kann sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.

ORGANISATION

Mitarbeiter

Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der AT&S Gruppe sind ein Fundament zur Nutzung zukünftiger Chancen. Die Geschäftsentwicklung von AT&S könnte negativ beeinflusst werden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit AT&S beenden oder AT&S nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter in allen Bereichen der Wertschöpfung zu rekrutieren und diese langfristig an die Firma zu binden. AT&S arbeitet kontinuierlich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, zusätzliche wertvolle Mitarbeiter zu rekrutieren und die Fähigkeiten der Mitarbeiter weiter auszubauen.

FINANZ

Wechselkursrisiken

Wechselkursschwankungen von EUR, RMB und USD – sowie in geringerem Ausmaß von JPY, KRW und INR – können signifikant positive oder negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gruppe haben. Zur Minimierung dieser Effekte verfolgt die Gruppe eine natürliche Absicherungsstrategie durch die Herstellung gegenläufiger Cashflow-Ströme in den jeweiligen Währungen. Aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre in China ergeben sich wesentliche Währungsrisiken aus dem RMB, welche das Eigenkapital der Gruppe erhöhen oder verringern könnten. Eine Absicherung dieses Risikos wäre mit hohen Kosten verbunden und wird nicht durchgeführt.

Finanzierung und Liquidität

Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs der Expansionsstrategie verfolgt die Gruppe eine langfristige Finanzierungs- und Liquiditätsplanung. Negative Entwicklungen im Geschäftsverlauf, signifikante Abweichungen von Annahmen in Business Cases, Wechselkursschwankungen oder Wertberichtigungen können jedoch zu einem Verfehlen der angestrebten Eigenkapitalquoten bzw. des Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA und in der Folge zusätzlichem Finanzierungsbedarf unter erschwerten Bedingungen und höheren Kosten oder dem Verlust bestehender Finanzierungsmöglichkeiten führen. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt für die gesamte Gruppe zentral durch Group Treasury, teilweise über entsprechende Finanzinstrumente.

Bezüglich der Bereiche Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursrisiko wird weiters auf Erläuterung 19 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaft ist global tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuersystemen. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden nationale wie auch internationale Steuerrisiken unter Finanzrisiken subsumiert und entsprechend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Um zukünftige Steuerrisiken zu minimieren, überprüft der Konzern laufend die Compliance mit nationalen Steuergesetzgebungen und internationalen Richtlinien wie, z.B. den BEPS ("Base Erosion and Profit Shifting")-Richtlinien der OECD. Trotz des Bestrebens von AT&S, alle steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, besteht ein Risiko von unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen internationaler Transaktionen in verschiedenen Ländern, welche zu einer Doppelbesteuerung und zusätzlichen Steuerbelastungen führen könnten.

9. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unternehmensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems sowie der internen Revision von AT&S sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.

Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verantwortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der beschriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.

Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Diese sind konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentationsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozessbeschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Corporate Accounting und Corporate Controlling überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kommentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Führungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.

Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Corporate Controlling. Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chancen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.

10. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft ist gemäß § 243b Abs.6 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht befreit, da ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird. Dieser nichtfinanzielle Bericht ist dem Geschäftsbericht 2018/19 als gesondertes Kapitel beigefügt.

11. Ausblick

Globale Konjunktur trübt sich ein

Übereinstimmende Vorhersagen von IMF, Weltbank und einer Reihe von Marktforschungsfirmen signalisierten zuletzt eine deutliche Eintrübung der globalen Konjunktur. Die WTO sieht das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2019 und 2020 nur mehr bei 2,6 % im Vergleich zu 2,9 % im Jahr 2018 (WTO 4/2019), wobei in Asien (inkl. China) nur ein kleiner Wachstumsrückgang von 4,3 % (2018) bis 2020 auf 4,0 % erwartet wird. Hauptursache des Rückgangs ist ein gemäß Konjunkturzyklus erwarteter Abschwung, der derzeit durch Handelskonflikte verstärkt wird.

Ausblick 2019/20

Basierend auf der seit der zweiten Jahreshälfte 2018/19 sichtbaren Nachfrageschwäche in den Bereichen Smartphone, Automotive und Industrie, dem fortwährend volatilen Marktumfeld und der geringen Visibilität, ist zu Jahresbeginn 2019/20 weiterhin eine hohe Unsicherheit im Markt zu verzeichnen. AT&S konnte diese Entwicklung durch das gut diversifizierte Produkt-, Technologie- und Kundenportfolio sowie über einen erfolgreichen Einstieg in das IC-Substrate-Geschäft abfedern.

In Anbetracht dieses Marktumfelds geht der Vorstand zunächst von einer auf Jahresbasis stabilen Umsatzentwicklung und einer EBITDA-Marge in der Bandbreite entsprechend der Mittelfrist-Guidance von 20 und 25 % aus. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Rahmenbedingungen (Wirtschaftspolitik und Wechselkurse) nicht wesentlich verschlechtern. Neben der im Jahresverlauf üblichen Saisonalität wird insbesondere ein durch die Marktunsicherheit belastetes erstes Halbjahr erwartet.

Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2019/20

Aus dem bereits kommunizierten und im Geschäftsjahr 2018/19 gestarteten Ausbau der Kapazitäten im Bereich der IC-Substrate werden in der laufenden Periode rund EUR 80 Mio. zahlungswirksam. Für Basisinvestitionen (Erhaltung und Technologie-Upgrades) ist ein Volumen zwischen EUR 80 und 100 Mio. geplant. Abhängig von der Marktentwicklung können zusätzlich EUR 100 Mio. für Kapazitäts- und Technologieerweiterungen schlagend werden.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2019

Der Vorstand:

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.

Maga . Monika Stoisser-Göhring e.h.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2019 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • Sachverhalt
  • Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
  • Verweis auf weitergehende Informationen

Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen und sonstigen abzugsfähigen temporären Differenzen

• Sachverhalt

Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, weist in der Bilanz zum 31. März 2019 aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 27.798 (Vorjahr: TEUR 23.937) aus. Diese setzen sich aus aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen in Höhe von TEUR 5.300 und aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 22.498 zusammen. Im Rahmen der Bewertung wurde der gültige Steuersatz von 25 % angewendet. Gemäß § 198 Abs. 9 UGB können für künftige steuerliche Ansprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen aktive latente Steuern in dem Ausmaß angesetzt werden, in dem ausreichende passive latente Steuern vorhanden sind oder soweit überzeugende substantielle Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird. Basierend auf der vorhandenen Planung wurden zum 31. März 2019 für sämtliche bestehenden Verlustvorträge in Höhe von TEUR 89.992 latente Steuern aktiviert. Im Vorjahr wurden für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 81.790 aktive latente Steuern angesetzt. Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 57.789 wurden im Vorjahr keine latenten Steuern gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszugehen war.

Die Beurteilung des beschriebenen Sachverhalts ist sowohl ermessensbehaftet als auch mit Schätzunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit das Risiko einer wesentlichen Fehldarstellung im Jahresabschluss und stellt aus diesem Grund einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

• Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben:

  • den Prozess zur Berechnung der laufenden und latenten Steuern erhoben,
  • die Berechnung der laufenden und latenten Steuern auf rechnerische Richtigkeit überprüft sowie die für die Ermittlung der temporären Differenzen zugrundeliegenden Daten abgestimmt,
  • uns das Vorhandensein und die Richtigkeit der Verlustvorträge durch Einholung von Steuerberaterschreiben bestätigen lassen,
  • die bilanziellen Annahmen zur Verwertbarkeit der Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen analysiert und in Stichproben nachvollzogen,
  • die Darstellung und die Erläuterungen im Anhang geprüft.

Die vorgenommene Aktivierung von latenten Steuern aus Verlustvorträgen und sonstigen abzugsfähigen temporären Differenzen erscheint uns begründet und der Höhe nach vertretbar.

• Verweis auf weitergehende Informationen

Wir verweisen zu weitergehenden Informationen auf den Anhang der Gesellschaft Punkt 3.4. bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Punkt 4.5. bezüglich erläuternder Darstellungen inklusive der Entwicklung der aktiven latenten Steuern.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.

Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir werden keine Art der Zusicherung darauf abgeben.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Jahresabschluss stehen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juli 2018 als Abschlussprüfer gewählt. In der Folge wurden wir vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit mehr als 20 Jahren Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Jürgen Schauer.

Wien, den 16. Mai 2019

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH

gez.:

Mag. Jürgen Schauer

Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Leoben-Hinterberg, am 16. Mai 2019

Der Vorstand

DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Chief Executive Officer Mag.a Monika Stoisser-Göhring e.h. Chief Financial Officer

Ing. Heinz Moitzi e.h. Chief Operations Officer

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