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Andritz AG Interim / Quarterly Report 2021

Jul 30, 2021

735_ir_2021-07-30_1d4bf7ba-2d20-4f0d-a1dc-b380980221f2.pdf

Interim / Quarterly Report

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Kennzahlen im Überblick

ANDRITZ-GRUPPE
Geschäftsbereiche
02
03
Lagebericht 04
Konzernabschluss
der
ANDRITZ-GRUPPE
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzerngesamtergebnisrechnung
Konzernbilanz
Konzern-Cashflow-Statement
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Konzernanhang
09
10
11
12
13
14
Erklärung des Vorstands 25
Glossar 26

KENNZAHLEN DER ANDRITZ-GRUPPE

Einheit H1 2021 H1 2020 +/- Q2 2021 Q2 2020 +/- 2020
Auftragseingang MEUR 3.591,8 3.036,7 +18,3% 1.862,3 1.183,8 +57,3% 6.108,0
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 7.403,5 7.396,6 +0,1% 7.403,5 7.396,6 +0,1% 6.774,0
Umsatz MEUR 3.027,0 3.173,0 -4,6% 1.533,8 1.662,8 -7,8% 6.699,6
EBITDA MEUR 318,6 258,6 +23,2% 167,5 146,0 +14,7% 571,1
EBITA1) MEUR 237,7 174,3 +36,4% 126,8 104,2 +21,7% 391,7
EBITA-Marge % 7,9 5,5 - 8,3 6,3 - 5,8
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(EBIT)
MEUR 204,1 137,4 +48,5% 107,7 83,6 +28,8% 315,0
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 185,9 119,0 +56,2% 101,9 74,7 +36,4% 280,9
Konzernergebnis (vor Abzug von nicht
beherrschenden Anteilen)
MEUR 134,8 83,3 +61,8% 73,8 52,8 +39,8% 203,7
Konzernergebnis (nach Abzug von
nicht beherrschenden Anteilen)
MEUR 136,7 84,9 +61,0% 74,6 53,4 +39,7% 207,1
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit MEUR 153,0 100,0 +53,0% 83,8 43,1 +94,4% 461,5
Investitionen MEUR 60,1 59,9 +0,3% 28,2 30,0 -6,0% 131,8
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 26.711 27.828 -4,0% 26.711 27.828 -4,0% 27.232
Bilanzsumme MEUR 7.182,9 7.016,0 +2,4% 7.182,9 7.016,0 +2,4% 7.056,7
Eigenkapitalquote % 18,6 17,3 - 18,6 17,3 - 17,8
Bruttoliquidität MEUR 1.670,7 1.531,0 +9,1% 1.670,7 1.531,0 +9,1% 1.719,3
Nettoliquidität MEUR 384,5 205,7 +86,9% 384,5 205,7 +86,9% 420,9
Nettoumlaufvermögen MEUR 31,9 -4,9 n.a. 31,9 -4,9 n.a. -48,8

1) Die Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte betragen 30,4 MEUR (H1 2020: 32,2 MEUR; 2020: 72,0 MEUR); der Wertminderungsaufwand der Firmenwerte beträgt 3,3 MEUR (H1 2020: 4,7 MEUR; 2020: 4,7 MEUR).

Alle Zahlen gemäß IFRS. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten. MEUR = Million Euro

KENNZAHLEN DER GESCHÄFTSBEREICHE

Pulp & Paper

Einheit H1 2021 H1 2020 +/- Q2 2021 Q2 2020 +/- 2020
Auftragseingang MEUR 1.712,3 1.699,8 +0,7% 866,8 621,6 +39,4% 2.961,1
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 2.888,4 3.118,4 -7,4% 2.888,4 3.118,4 -7,4% 2.591,0
Umsatz MEUR 1.464,6 1.595,6 -8,2% 753,7 882,3 -14,6% 3.339,0
EBITDA MEUR 189,2 184,8 +2,4% 101,9 103,6 -1,6% 399,6
EBITDA-Marge % 12,9 11,6 - 13,5 11,7 - 12,0
EBITA MEUR 152,0 146,3 +3,9% 83,2 84,5 -1,5% 322,7
EBITA-Marge % 10,4 9,2 - 11,0 9,6 - 9,7
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 11.363 11.204 +1,4% 11.363 11.204 +1,4% 11.127

Metals

Einheit H1 2021 H1 2020 +/- Q2 2021 Q2 2020 +/- 2020
Auftragseingang MEUR 843,6 488,1 +72,8% 414,5 126,6 +227,4% 1.143,6
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 1.365,9 1.302,1 +4,9% 1.365,9 1.302,1 +4,9% 1.181,6
Umsatz MEUR 638,1 698,2 -8,6% 322,0 343,0 -6,1% 1.420,5
EBITDA MEUR 34,9 5,8 +501,7% 16,3 8,2 +98,8% 5,5
EBITDA-Marge % 5,5 0,8 - 5,1 2,4 - 0,4
EBITA MEUR 15,2 -15,0 n.a. 6,3 -2,0 n.a. -46,7
EBITA-Marge % 2,4 -2,1 - 2,0 -0,6 - -3,3
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 6.129 6.903 -11,2% 6.129 6.903 -11,2% 6.513

Hydro

Einheit H1 2021 H1 2020 +/- Q2 2021 Q2 2020 +/- 2020
MEUR 654,5 492,4 +32,9% 370,2 246,9 +49,9% 1.335,4
MEUR 2.664,4 2.505,9 +6,3% 2.664,4 2.505,9 +6,3% 2.587,9
MEUR 609,5 587,6 +3,7% 293,5 289,4 +1,4% 1.296,0
MEUR 57,2 42,1 +35,9% 29,5 18,3 +61,2% 98,5
% 9,4 7,2 - 10,1 6,3 - 7,6
MEUR 40,0 24,0 +66,7% 21,0 9,2 +128,3% 62,0
% 6,6 4,1 - 7,2 3,2 - 4,8
- 6.651 6.987 -4,8% 6.651 6.987 -4,8% 6.941

Separation

Einheit H1 2021 H1 2020 +/- Q2 2021 Q2 2020 +/- 2020
Auftragseingang MEUR 381,4 356,4 +7,0% 210,8 188,7 +11,7% 667,9
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 484,8 470,2 +3,1% 484,8 470,2 +3,1% 413,5
Umsatz MEUR 314,8 291,6 +8,0% 164,6 148,1 +11,1% 644,1
EBITDA MEUR 37,3 25,9 +44,0% 19,8 15,9 +24,5% 67,5
EBITDA-Marge % 11,8 8,9 - 12,0 10,7 - 10,5
EBITA MEUR 30,5 19,0 +60,5% 16,3 12,5 +30,4% 53,7
EBITA-Marge % 9,7 6,5 - 9,9 8,4 - 8,3
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 2.568 2.734 -6,1% 2.568 2.734 -6,1% 2.651

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die Weltwirtschaft setzte im 2. Quartal 2021 ihre Erholung weiter fort, wenngleich es regional sehr unterschiedliche Entwicklungen gab.

In den USA führte die anhaltend lockere Zinspolitik der amerikanischen Notenbank FED zu unverändert reger Investitionstätigkeit der Industrie sowie zu hoher Nachfrage der Privathaushalte. Mittel- bis langfristig sollte sich gemäß Wirtschaftsforschern auch das milliardenschwere Investitionspaket zur Modernisierung der Infrastruktur positiv auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken.

Auch die Wirtschaft in Europa zeigte im Berichtszeitraum eine starke Entwicklung, die vor allem von der Nachfrage aus dem Ausland gestützt wurde. Die durch die Covid-19-Pandemie entstandenen Engpässe und Verzögerungen in den globalen Lieferketten wirkten jedoch belastend auf viele Industrien, da dringend benötigte Rohstoffe und Vorprodukte fehlten oder nur mit Verspätung geliefert werden konnten und es dadurch zu erheblichen Produktionseinschränkungen kam.

Chinas Wirtschaft verzeichnete im Berichtszeitraum ebenfalls einen starken Anstieg, vor allem getrieben durch einen Boom des Außenhandels. Weiterhin sehr angespannt bleibt die wirtschaftliche Situation in Schwellenländern wie Brasilien oder Indien, die noch immer stark von der Pandemie betroffen sind.

Quellen: Research-Berichte verschiedener Banken, OECD

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Gruppe entwickelte sich im 2. Quartal 2021 sehr erfreulich und lag mit 1.862,3 MEUR deutlich über dem – durch die Covid-19-Pandemie – sehr niedrigen Vorjahresvergleichswert (Q2 2020: 1.183,8 MEUR). Er stieg auch gegenüber dem sehr guten Vorquartal (Q1 2021: 1.729,5 MEUR) an.

Die Entwicklung der Geschäftsbereiche im Detail:

  • Pulp & Paper: Der Auftragseingang entwickelte sich mit 866,8 MEUR weiterhin sehr erfreulich und lag deutlich über dem niedrigen Vorjahresvergleichswert (+39,4% versus Q2 2020: 621,6 MEUR) bzw. auch geringfügig über dem Vorquartal (Q1 2021: 845,5 MEUR).
  • Metals: Mit 414,5 MEUR verzeichnete der Auftragseingang einen signifikanten Anstieg im Vergleich zum sehr niedrigen Vorjahresvergleichsquartal (+227,4% versus Q2 2020: 126,6 MEUR). Dies ist im Wesentlichen auf den Bereich Metals Processing zurückzuführen, der den Auftragseingang – bedingt durch unverändert hohe Stahlpreise und einer daraus resultierenden hohen Projekt- und Investitionsaktivität der internationalen Stahlhersteller – im Quartalsvergleich deutlich erhöhen konnte. Der Bereich Metals Forming (Schuler) verzeichnete im Quartalsvergleich ebenfalls einen starken Anstieg bzw. setzte den leichten Aufwärtstrend der Vorquartale fort.

A N D R I T Z – F i n a n z b e r i c h t H 1 2 0 2 1 L a g e b e r i c h t

  • Hydro: Mit 370,2 MEUR lag der Auftragseingang deutlich über dem Niveau des Vorjahresvergleichsquartals (+49,9% versus Q2 2020: 246,9 MEUR) bzw. auch über dem Vorquartal (Q1 2021: 284,3 MEUR). Neben einigen kleineren und mittelgroßen Aufträgen (u.a. in Australien) trug vor allem auch das Servicegeschäft zum Anstieg bei.
  • Separation: Der Auftragseingang betrug 210,8 MEUR und lag damit über dem Vorjahresvergleichswert (+11,7% versus Q2 2020: 188,7 MEUR) bzw. auch deutlich über dem Vorquartal (Q1 2021: 170,6 MEUR). Sowohl der Bereich Fest-Flüssig-Trennung als auch der Bereich Feed Technologies verzeichneten eine gute Entwicklung.

Im 1. Halbjahr 2021 lag der Auftragseingang der Gruppe mit 3.591,8 MEUR deutlich über dem niedrigen Vorjahresvergleichswert (+18,3% versus H1 2020: 3.036,7 MEUR), der vor allem durch die Covid-19-Pandemie und dem damit verbundenen weltweiten Konjunktureinbruch stark beeinträchtigt war. Vor allem die Geschäftsbereiche Metals und Hydro konnten den Auftragseingang im Jahresvergleich deutlich steigern. Und auch der Auftragseingang des Geschäftsbereichs Pulp & Paper lag im 1. Halbjahr 2021 praktisch auf dem hohen Niveau des Vorjahresvergleichswerts, der einen Großauftrag zur Lieferung von Zellstoffproduktionstechnologien nach Südamerika enthalten hatte.

Die Geschäftsbereiche im Detail:

Einheit H1 2021 H1 2020 +/-
Pulp & Paper MEUR 1.712,3 1.699,8 +0,7%
Metals MEUR 843,6 488,1 +72,8%
Hydro MEUR 654,5 492,4 +32,9%
Separation MEUR 381,4 356,4 +7,0%

Umsatz

Der Umsatz der ANDRITZ-GRUPPE im 2. Quartal 2021 betrug 1.533,8 MEUR und lag damit um 7,8% unter dem Vorjahresvergleichswert (Q2 2020: 1.662,8 MEUR). Dies ist im Wesentlichen auf den Bereich Pulp & Paper Capital zurückzuführen – einige größere Aufträge, die im Vorjahresvergleichsquartal noch stark umsatzwirksam waren, befinden sich kurz vor Fertigstellung und waren im Berichtsquartal daher nur mehr wenig umsatzwirksam. Ebenso ging der Umsatz im Geschäftsbereich Metals (-6,1%) durch den verringerten Auftragseingang im letzten Jahr zurück. Der Geschäftsbereich Hydro (+1,4%) verzeichnete eine stabile Umsatzentwicklung. Der Geschäftsbereich Separation konnte den Umsatz im Quartalsvergleich deutlich steigern (+11,1%).

Der Umsatz der Gruppe im ersten Halbjahr 2021 betrug 3.027,0 MEUR und lag damit etwas unter dem Niveau des Vorjahresvergleichswerts (-4,6% versus H1 2020: 3.173,0 MEUR).

Die Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche im Überblick:

Einheit H1 2021 H1 2020 +/-
Pulp & Paper MEUR 1.464,6 1.595,6 -8,2%
Metals MEUR 638,1 698,2 -8,6%
Hydro MEUR 609,5 587,6 +3,7%
Separation MEUR 314,8 291,6 +8,0%

Anteil Serviceumsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche in %

H1 2021 H1 2020 Q2 2021 Q2 2020
ANDRITZ-GRUPPE 39 37 41 35
Pulp & Paper 43 41 46 38
Metals 25 23 25 23
Hydro 38 33 43 33
Separation 50 52 49 52

Auftragsstand

Der Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE per 30. Juni 2021 betrug 7.403,5 MEUR (+9,3% versus 31. Dezember 2020: 6.774,0 MEUR).

Ergebnis

Trotz des im Jahresvergleich leicht niedrigeren Umsatzes erhöhte sich das operative Ergebnis (EBITA) der Gruppe im 2. Quartal 2021 deutlich und erreichte mit 126,8 MEUR (+21,7% versus Q2 2020: 104,2 MEUR) ein sehr erfreuliches Niveau. Damit einhergehend stieg die Rentabilität (EBITA-Marge) deutlich auf 8,3% (Q2 2020: 6,3%). Dies ist im Wesentlichen auf die unverändert gute Geschäftsentwicklung in den Geschäftsbereichen Pulp & Paper und Separation zurückzuführen, deren Rentabilität im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich anstieg. Darüber hinaus kam es aufgrund der im Vorjahr gesetzten Kostensenkungsmaßnahmen in den Geschäftsbereichen Metals und Hydro zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung.

Die Entwicklung nach Geschäftsbereichen:

  • Im Geschäftsbereich Pulp & Paper erreichte die Rentabilität trotz des im Jahresvergleich verringerten Umsatzes mit 11,0% erneut ein sehr hohes Niveau (Q2 2020: 9,6%), wobei sich sowohl der Bereich Neuanlagen als auch der Bereich Service sehr erfreulich entwickelten.
  • Der Geschäftsbereich Metals setzte die positive Ergebnisentwicklung des 1. Quartals fort und erreichte eine Rentabilität von 2,0% (Q2 2020: -0,6%). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im Vorjahr gesetzten Kostenanpassungsmaßnahmen im Bereich Metals Forming (Schuler) zurückzuführen. Der Bereich Metals Processing verzeichnete eine solide Ergebnisentwicklung.
  • Die Rentabilität im Geschäftsbereich Hydro erhöhte sich auf 7,2% und lag damit deutlich über dem niedrigen Vorjahresvergleichswert (Q2 2020: 3,2%), der durch teilweise Unterauslastung der Kapazitäten und die Abarbeitung von margenschwachen Aufträgen beeinträchtigt war.
  • Im Geschäftsbereich Separation entwickelte sich die Rentabilität weiter sehr erfreulich und stieg auf 9,9% an (Q2 2020: 8,4%).

Das EBITA der Gruppe stieg im ersten Halbjahr 2021 trotz des im Jahresvergleich etwas niedrigeren Umsatzes deutlich an und erreichte 237,7 MEUR (+36,4% versus H1 2020: 174,3 MEUR). Die Rentabilität erhöhte sich ebenfalls deutlich auf 7,9% (H1 2020: 5,5%).

Im ersten Halbjahr 2021 wurde für die Gruppe eine Wertminderung auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 3,3 MEUR (H1 2020: 4,7 MEUR) erfasst. Die Wertminderung ist dem Geschäftsbereich Hydro zuzuordnen, da sich der Geschäftsverlauf nicht wie erwartet entwickelte.

Das Finanzergebnis im 1. Halbjahr 2021 betrug -18,2 MEUR (H1 2020: -18,4 MEUR).

Das Konzernergebnis (vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) erhöhte sich deutlich auf 134,8 MEUR (+61,8% versus H1 2020: 83,3 MEUR), wovon 136,7 MEUR (H1 2020: 84,9 MEUR) auf die Gesellschafter der Muttergesellschaft und -1,9 MEUR (H1 2020: -1,6 MEUR) auf nicht beherrschende Anteile entfielen.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme per 30. Juni 2021 lag bei 7.182,9 MEUR (31. Dezember 2020: 7.056,7 MEUR), die Eigenkapitalquote betrug 18,6% (31. Dezember 2020: 17,8%).

Die Bruttoliquidität per 30. Juni 2021 betrug 1.670,7 MEUR (per ultimo 2020: 1.719,3 MEUR), die Nettoliquidität lag bei 384,5 MEUR (per ultimo 2020: 420,9 MEUR).

Zusätzlich zur hohen Liquidität standen der ANDRITZ-GRUPPE per 30. Juni 2021 folgende Kredit- und Avallinien für Vertragserfüllungen, Anzahlungen, Gewährleistungen etc. zur Verfügung:

  • Kreditlinien: 334 MEUR, davon 211 MEUR ausgenutzt
  • Avallinien: 5.607 MEUR, davon 2.797 MEUR ausgenutzt

Mitarbeiter

ANDRITZ beschäftigte per 30. Juni 2021 26.711 Mitarbeiter (31. Dezember 2020: 27.232 Mitarbeiter).

Wesentliche Risiken in den restlichen Monaten des Geschäftsjahrs

Aktuelle Risiken

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sowie die von ANDRITZ bedienten Märkte stellen nach wie vor wesentliche, erhebliche Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE dar. Schwellenländer wie Brasilien oder Indien waren bzw. sind noch immer stark von der Covid-19-Pandemie betroffen. Auch wenn sich die Weltwirtschaft in den letzten Quartalen stark erholt hat und die Covid-19-Pandemie in vielen Ländern eingedämmt werden konnte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in den kommenden Monaten erneut zu einer konjunkturellen Abkühlung infolge eines erneuten Ausbruchs der Covid-19-Pandemie kommt.

Die durch die Covid-19-Pandemie bedingte, aufgestaute Konsumnachfrage führte in Kombination mit Verzögerungen in den wichtigsten internationalen Lieferketten und Transportwegen zu einem deutlichen Preisanstieg bei

vielen Rohstoffen und industriellen Vorprodukten. ANDRITZ ist bestrebt, etwaige Preiserhöhungen bestmöglich abzufedern, es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Preiserhöhungen negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE auswirken.

Eine detaillierte Darstellung der strategischen und operativen Risiken sowie Informationen zum internen Kontrollund Risikomanagementsystem können dem ANDRITZ-Finanzbericht 2020 entnommen werden.

AUSBLICK

Wirtschaftsexperten gehen auch für die restlichen Monate des Jahres 2021 von einer weiteren Erholung der globalen Konjunktur aus, wobei der überwiegend größte Anteil dieses Wirtschaftswachstums auf die beiden größten Volkswirtschaften USA und China entfallen sollte. Und auch für Europa wird mit einer weiteren Verbesserung der Wirtschaft gerechnet. Die derzeit vorherrschenden Engpässe bei wichtigen Schlüsselgütern und Rohstoffen und die damit verbundenen Verzögerungen in den Lieferketten werden sich laut Wirtschaftsexperten aus heutiger Sicht nur kurzfristig und nur in geringem Ausmaß auf die Konjunktur auswirken.

Die Aussichten für die ANDRITZ-Geschäftsbereiche haben sich gegenüber dem Vorquartal nicht verändert:

  • Pulp & Paper: Die gute Projekt- und Investitionsaktivität sollte auch in den verbleibenden Monaten des laufenden Jahres anhalten, wobei auch die Vergabe einzelner Großprojekte im Zellstoffbereich wahrscheinlich ist.
  • Metals: Im Bereich Metals Forming (Schuler) wird im zweiten Halbjahr 2021 mit einer Fortsetzung der leicht ansteigenden Investitionsaktivität gerechnet. Als Folge der unverändert hohen Stahlpreise wird für den Bereich Metals Processing ein weiterhin sehr gutes Marktumfeld mit hoher Projektaktivität erwartet.
  • Hydro: Im Geschäftsbereich Hydro ist mit einer Fortsetzung der soliden Projekt- und Investitionstätigkeit des 1. Halbjahrs 2021 zu rechnen. Selektiv ist auch die Vergabe einzelner mittelgroßer bzw. großer Aufträge in den kommenden Monaten möglich.
  • Separation: Sowohl im Bereich Fest-Flüssig-Trennung als auch im Bereich Feed Technologies wird mit einer anhaltend guten Projekt- und Investitionstätigkeit in den nächsten Monaten gerechnet.

ANDRITZ bestätigt die am 19. Juli 2021 veröffentlichte Guidance und erwartet für das Gesamtjahr 2021 einen deutlichen Anstieg des berichteten EBITA im Vergleich zum Vorjahr und rechnet mit einer Rentabilität (EBITA-Marge berichtet) von rund 8% (EBITA-Marge berichtet 2020: 5,8%). Aus heutiger Sicht werden für 2021 keine wesentlichen Sondereffekte erwartet. Beim Umsatz des Gesamtjahres 2021 wird mit einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Sollte sich die von den Marktforschern erwartete Erholung der Weltwirtschaft 2021 verzögern oder sich die Pandemie wieder verschärfen, dann könnte dies negative Auswirkungen auf die Abarbeitung von Aufträgen bzw. auf den Auftragseingang und somit einen negativen Einfluss auf die finanzielle Entwicklung von ANDRITZ haben. Dies könnte zu kapazitiven Anpassungen – finanzielle Vorsorgen für zusätzliche Anpassungsmaßnahmen in einzelnen Geschäftsbereichen – führen, die das Ergebnis der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinträchtigen könnten. Ebenso könnten sich weiter steigende Rohstoffpreise bzw. Engpässe in den globalen Lieferketten negativ auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe auswirken.

KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

Für das 1. Halbjahr 2021 (ungeprüft)

(in MEUR) H1 2021 H1 2020 Q2 2021 Q2 2020
Umsatz 3.027,0 3.173,0 1.533,8 1.662,8
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 68,4 37,0 37,1 -11,6
Aktivierte Eigenleistungen 1,2 3,1 0,4 1,3
Sonstige Erträge 46,7 41,7 22,6 12,4
Materialaufwand -1.577,2 -1.711,4 -800,6 -927,2
Personalaufwand -899,5 -905,3 -449,2 -412,4
Sonstige Aufwendungen -348,0 -379,5 -176,6 -179,3
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) 318,6 258,6 167,5 146,0
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswer
ten und Sachanlagen
-111,2 -116,5 -56,5 -57,7
Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte -3,3 -4,7 -3,3 -4,7
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 204,1 137,4 107,7 83,6
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen -1,9 -0,3 -1,1 -0,4
Zinserträge 9,2 8,9 4,0 3,9
Zinsaufwendungen -17,6 -24,0 -7,8 -12,3
Sonstiges Finanzergebnis -7,9 -3,0 -0,9 -0,1
Finanzergebnis -18,2 -18,4 -5,8 -8,9
Ergebnis vor Steuern (EBT) 185,9 119,0 101,9 74,7
Ertragsteuern -51,1 -35,7 -28,1 -21,9
KONZERNERGEBNIS 134,8 83,3 73,8 52,8
Auf Eigentümer der Muttergesellschaft entfallendes Konzernergebnis 136,7 84,9 74,6 53,4
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis -1,9 -1,6 -0,8 -0,6
Unverwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 1,38 0,85 0,75 0,53
Verwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 1,37 0,85 0,75 0,53

KONZERNGESAMTERGEBNIS-RECHNUNG

Für das 1. Halbjahr 2021 (verkürzt, ungeprüft)

(in MEUR) H1 2021 H1 2020 Q2 2021 Q2 2020
KONZERNERGEBNIS 134,8 83,3 73,8 52,8
Neubewertung von leistungsorientierten Plänen 12,6 5,5 1,1 -13,3
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumen
ten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
1,0 -0,1 -0,1 -0,1
Sonstiges Ergebnis (nach Ertragsteuern), das in Folgeperioden nicht in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
13,6 5,4 1,0 -13,4
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 35,7 -73,2 20,2 -15,9
Absicherung von Zahlungsströmen -6,0 -7,3 9,0 -6,3
Sonstiges Ergebnis (nach Ertragsteuern), das in Folgeperioden in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden kann
29,7 -80,5 29,2 -22,2
SONSTIGES ERGEBNIS (NACH ERTRAGSTEUERN) 43,3 -75,1 30,2 -35,6
GESAMTERGEBNIS 178,1 8,2 104,0 17,2
Auf Eigentümer der Muttergesellschaft entfallendes Gesamtergebnis 180,1 10,2 104,9 17,8
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis -2,0 -2,0 -0,9 -0,6

KONZERNBILANZ

Zum 30. Juni 2021 (ungeprüft)

(in MEUR) 30. Juni 2021 31. Dezember 2020
AKTIVA
Sachanlagen 1.178,4 1.170,1
Geschäfts- oder Firmenwerte 768,1 760,0
Immaterielle Vermögenswerte außer Geschäfts- oder Firmenwerte 205,5 223,8
Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen 11,0 5,5
Veranlagungen und sonstige Finanzanlagen 86,2 84,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 37,8 46,0
Aktive latente Steuern 189,4 207,7
Langfristige Vermögenswerte 2.476,4 2.497,5
Vorräte 868,7 761,2
Geleistete Anzahlungen 164,5 143,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 750,4 818,3
Vertragsvermögenswerte 877,5 795,6
Forderungen aus laufenden Steuern 25,5 17,5
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 437,7 377,2
Veranlagungen 605,9 486,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 974,8 1.158,0
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 1,5 1,6
Kurzfristige Vermögenswerte 4.706,5 4.559,2
SUMME AKTIVA 7.182,9 7.056,7
PASSIVA
Grundkapital 104,0 104,0
Kapitalrücklagen 36,5 36,5
Gewinnrücklagen und sonstige Rücklagen 1.200,4 1.117,1
Auf Eigentümer der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital 1.340,9 1.257,6
Nicht beherrschende Anteile -4,4 -1,9
Summe Eigenkapital 1.336,5 1.255,7
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.204,1 1.205,1
Leasingverbindlichkeiten 181,6 184,4
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 434,8 453,9
Rückstellungen 160,0 153,1
Sonstige Verbindlichkeiten 28,9 28,4
Passive latente Steuern 136,1 145,0
Langfristige Schulden 2.145,5 2.169,9
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 82,8 95,2
Leasingverbindlichkeiten 43,1 48,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 726,2 749,7
Vertragsverbindlichkeiten aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 956,6 895,7
Vertragsverbindlichkeiten aus zeitpunktbezogener Umsatzrealisierung 308,4 256,6
Rückstellungen 513,7 537,9
Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern 40,5 65,2
Sonstige Verbindlichkeiten 1.029,6 982,5
Kurzfristige Schulden 3.700,9 3.631,1
SUMME PASSIVA 7.182,9 7.056,7

KONZERN-CASHFLOW-STATEMENT

Für das 1. Halbjahr 2021 (ungeprüft)

(in MEUR) H1 2021 H1 2020
Konzernergebnis 134,8 83,3
Ertragsteuern 51,1 35,7
Zinsergebnis 8,4 15,1
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten sowie von Geschäfts
und Firmenwerten und Sachanlagen 114,5 121,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 1,9 0,3
Veränderung der Rückstellungen -28,3 12,5
Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten -0,8 -0,7
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen 7,2 16,7
Cashflow aus dem Ergebnis 288,8 284,1
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -53,2 -138,2
Erhaltene Zinsen 8,1 8,3
Gezahlte Zinsen -16,2 -17,9
Erhaltene Dividenden 0,3 0,1
Gezahlte Ertragsteuern -74,8 -36,4
CASHFLOW AUS BETRIEBLICHER TÄTIGKEIT 153,0 100,0
Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -42,9 -44,8
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 5,2 4,1
Auszahlungen für lang- und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte -234,4 -189,0
Einzahlungen aus dem Verkauf von lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 100,5 191,0
Auszahlungen für nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen -7,5 0,0
Netto-Cashflow aus Unternehmenserwerben -21,3 0,0
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT -200,4 -38,7
Einzahlungen aus Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten 7,8 12,2
Auszahlungen für Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten sowie
Leasingverbindlichkeiten -42,5 -57,3
Dividendenzahlung -99,8 0,0
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen sowie Zahlungen an frühere Eigentümer -24,4 -2,0
Erwerb eigener Aktien 0,0 -12,9
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT -158,9 -60,0
VERÄNDERUNG DER ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE -206,3 1,3
Währungsumrechnung 22,1 -63,7
Veränderungen im Konsolidierungskreis 1,0 -0,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 1.158,0 1.200,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 974,8 1.138,3

ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALS

Für das 1. Halbjahr 2021 (ungeprüft)

Davon entfallen auf Eigentümer der Muttergesellschaft Summe Eigen
kapital
(in MEUR) Grundkapital Kapitalrücklagen Gewinnrück
lagen
Fair Value
Rücklage
Rücklage der
Neubewertung
von leistungs
orientierten
Plänen
Währungsum
rechnungsrück
lage
Eigene Aktien Gesamt
STAND ZUM 1. JÄNNER 2020 104,0 36,5 1.413,5 -5,3 -102,9 -70,2 -169,0 1.206,6 13,0 1.219,6
Konzernergebnis 84,9 84,9 -1,6 83,3
Sonstiges Ergebnis -7,4 5,5 -72,8 -74,7 -0,4 -75,1
Gesamtergebnis 84,9 -7,4 5,5 -72,8 10,2 -2,0 8,2
Veränderung der eigenen Aktien -0,5 -11,1 -11,6 -11,6
Veränderung aus Aktienoptionsprogrammen 0,7 0,7 0,7
STAND ZUM 30. JUNI 2020 104,0 36,5 1.498,6 -12,7 -97,4 -143,0 -180,1 1.205,9 11,0 1.216,9
STAND ZUM 1. JÄNNER 2021 104,0 36,5 1.566,0 9,9 -106,0 -167,7 -185,1 1.257,6 -1,9 1.255,7
Konzernergebnis 136,7 136,7 -1,9 134,8
Sonstiges Ergebnis -5,0 12,6 35,8 43,4 -0,1 43,3
Gesamtergebnis 136,7 -5,0 12,6 35,8 180,1 -2,0 178,1
Dividenden -99,3 -99,3 -0,5 -99,8
Veränderung der eigenen Aktien 1,5 1,5 1,5
Veränderung aus Aktienoptionsprogrammen 1,0 1,0 1,0
Umgliederungen und sonstige Veränderungen -1,3 1,3
STAND ZUM 30. JUNI 2021 104,0 36,5 1.603,1 4,9 -93,4 -130,6 -183,6 1.340,9 -4,4 1.336,5

KONZERNANHANG

Zum 30. Juni 2021

A) ALLGEMEINES UND RECHTLICHE GRUNDLAGEN

1. Allgemeines

Die ANDRITZ AG ist eine Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht und notiert seit Juni 2001 an der Wiener Börse. Der eingetragene Sitz der ANDRITZ AG, der Muttergesellschaft der ANDRITZ-GRUPPE, befindet sich in der Stattegger Straße 18, 8045 Graz, Österreich. Die ANDRITZ-GRUPPE (der "Konzern" oder "ANDRITZ") ist ein führender Hersteller von hochtechnologischen Industriemaschinen und -anlagen und arbeitet in vier strategischen Geschäftsbereichen: Pulp & Paper, Metals, Hydro sowie Separation.

Der Geschäftsverlauf der ANDRITZ-GRUPPE ist im Allgemeinen durch keine Saisonalität gekennzeichnet.

Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten.

2. Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2021 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung der Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31. Dezember 2020 wurden – mit Ausnahme der nachfolgend erläuterten Änderungen – unverändert angewandt. Für weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 verwiesen, der die Basis für den vorliegenden Konzernzwischenabschluss darstellt.

a) Erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen

Für das am 1. Jänner 2021 beginnende Geschäftsjahr wurden von ANDRITZ folgende neue und überarbeitete bzw. ergänzte Standards des IASB sowie Interpretationen des IFRIC angewendet:

Standard/Interpretation Titel Erstmals gültig für Ge
schäftsjahre beginnend
am oder nach dem
Von der EU übernommen
IFRS 16 Änderung: Covid-19 bezogene Mieterleichterungen 1. Juni 2020 9. Oktober 2020
IFRS 4 Änderung: Verschiebung von IFRS 9 1. Jänner 2021 15. Dezember 2020
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7,
IFRS 4 und IFRS 16
Änderung: Reform der Referenzzinssätze (Phase 2) 1. Jänner 2021 13. Jänner 2021

Die Änderungen an IFRS 16 betreffend Covid-19 bezogene Mieterleichterungen gewähren Leasingnehmern eine Befreiung von der Beurteilung, ob aufgrund der Covid-19-Pandemie eingeräumte Mietkonzessionen eine Leasingmodifikation darstellen. Vom Wahlrecht, die Änderung in Anspruch zu nehmen, wird nicht Gebrauch gemacht.

Das festgelegte Auslaufen der vorübergehenden Ausnahme von der Anwendung von IFRS 9 in IFRS 4 wurde verschoben. IFRS 4 ist für ANDRITZ nicht relevant.

Die Reform der Referenzzinssätze – Phase 2 (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16) befasst sich mit Fragen, die die Finanzberichterstattung infolge der Reform der Referenzzinssätze beeinflussen könnten, einschließlich der Auswirkungen von Änderungen von vertraglichen Zahlungsströmen oder von Sicherungsbeziehungen, die sich aus dem Ersatz eines Referenzzinssatzes durch einen alternativen Referenzzinssatz ergeben. Die Änderungen bieten praktische Erleichterungen betreffend die Basis zur Ermittlung der Zahlungsströme und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften. Die Änderungen verpflichten zusätzliche Informationen über die Risiken, denen das Unternehmen durch die Reform der Referenzzinssätze ausgesetzt ist und über die damit verbundenen Risikomanagementaktivitäten offenzulegen. Die Anwendung wird keine Auswirkung auf Werte haben, die 2020 oder in Vorjahren berichtet wurden.

Diese geänderten Standards haben bei ANDRITZ keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen.

b) Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards und Interpretationen

Die nachfolgenden vom IASB veröffentlichten Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind auch von ANDRITZ bislang noch nicht angewendet worden:

Standard/Interpretation Titel Erstmals gültig für Ge
schäftsjahre beginnend
am oder nach dem
Von der EU übernommen
IAS 16 Änderung: Sachanlagen – Einnahmen vor der beab
sichtigten Nutzung
1. Jänner 2022 28. Juni 2021
IAS 37 Änderung: Belastende Verträge – Kosten der Ver
tragserfüllung
1. Jänner 2022 28. Juni 2021
IFRS 3 Änderung: Referenz zum Framework 1. Jänner 2022 28. Juni 2021
IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16
und IAS 41
Jährliche Verbesserungen der IFRS
(Zyklus 2018-2020)
1. Jänner 2022 28. Juni 2021
IAS 1 Änderung: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als
kurz- oder langfristig
1. Jänner 2023 offen
IAS 1 Änderung: Angaben zu Bilanzierungs- und Bewer
tungsmethoden
1. Jänner 2023 offen
IAS 8 Änderung: Definition von Schätzungen 1. Jänner 2023 offen
IAS 12 Änderung: Latente Steuern, die sich auf Vermögens
werte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen
Transaktion entstehen
1. Jänner 2023 offen
IFRS 17 Versicherungsverträge inkl. Änderungen an IFRS 17 1. Jänner 2023 offen

Die Änderung betreffend IAS 16 klärt, dass es unzulässig ist, von den Kosten einer Sachanlage Erträge abzuziehen, die aus der Veräußerung von Gütern entstehen, die produziert werden, während eine Sachanlage in den betriebsbereiten Zustand gebracht wird, davon ausgenommen sind Kosten für Testläufe.

Mit der Änderung an IAS 37 wird festgelegt, dass die Kosten der Vertragserfüllung sich aus den Kosten, die sich direkt auf den Vertrag beziehen zusammensetzen. Das umfasst zusätzliche Kosten für die Erfüllung dieses Vertrags und Zuweisungen anderer Kosten, die sich direkt auf die Erfüllung von Verträgen beziehen.

Die Änderung betreffend IFRS 3 beinhaltet, dass sich der Standard nicht mehr auf das Rahmenkonzept 1989 sondern auf das Rahmenkonzept 2018 bezieht, sowie zwei Ergänzungen. Bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Eventualforderungen sind nicht anzusetzen, und ein Erwerber hat bei der Identifizierung von Schulden, die er bei einem Unternehmenszusammenschluss übernommen hat, auf Geschäftsvorfälle und ähnliche Ereignisse im Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 diese Vorschriften anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden.

Die jährlichen Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018-2020) enthalten Klarstellungen zu IFRS 1 – Erstmalige Anwendung, IFRS 9 – Finanzinstrumente, IFRS 16 – Leasingverhältnisse und IAS 41 – Landwirtschaft.

Die erste Änderung an IAS 1 betrifft die Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurzfristig oder langfristig. Zukünftig sollen ausschließlich Rechte, die am Ende der Berichtsperiode bestehen, maßgeblich für die Klassifizierung einer Verbindlichkeit sein. Darüber hinaus wurden ergänzende Leitlinien für die Auslegung des Kriteriums "Recht, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate zu verschieben" sowie Erläuterungen zum Merkmal "Erfüllung" aufgenommen.

Die zweite Änderung an IAS 1 betreffend Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden soll klarstellen, welche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Abschluss angegeben werden müssen.

Die Änderung an IAS 8 betrifft die Unterscheidung zwischen Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen. Dabei wird die Definition einer "Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen" durch eine Definition von "rechnungslegungsbezogenen Schätzungen" ersetzt.

Die Änderung an IAS 12 engt den Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung (initial recognition exemption) ein, nach der im Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswerts oder einer Schuld keine aktiven oder passiven latenten Steuern anzusetzen sind. Entstehen bei einer Transaktion gleichzeitig abzugsfähige und zu versteuernde temporäre Differenzen in gleicher Höhe, fallen diese nun nicht mehr unter die Ausnahmeregelung, sodass aktive und passive latente Steuern zu bilden sind.

IFRS 17 regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge.

Diese neuen oder geänderten Standards haben bei ANDRITZ voraussichtlich keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen.

B) ANGABEN ZUR STRUKTUR VON ANDRITZ

3. Konsolidierungskreis

Der Konzernzwischenabschluss beinhaltet die ANDRITZ AG und die von ihr kontrollierten Unternehmen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Der Konsolidierungskreis hat sich wie folgt entwickelt:

2021
Vollkonsolidierung Equity-Methode Vollkonsolidierung Equity-Methode
Stand zum 1. Jänner 176 4 183 4
Zugänge aus Unternehmenserwerben 3
Neugründungen 1
Änderung der Konsolidierungsmethode -1 -1
Umgründungen und Liquidationen -4 -6
Stand zum 30. Juni 175 4 176 4
Davon entfallen auf:
Inländische Unternehmen 7 0 7 0
Ausländische Unternehmen 168 4 169 4

4. Akquisitionen

Laroche

ANDRITZ hat 100% an LM Industries – inklusive der beiden Tochterunternehmen Laroche SA und Miltec SA, Frankreich – erworben. Laroche ist führender Lieferant von Faseraufbereitungstechnologien wie Faseröffnung, -mischung und -dosierung, Airlay-Vliesbildung, Recycling von Textilabfällen und Entrindung von Bastfasern (Dekortikation). Die Akquisition erweitert das bestehende Produktangebot von ANDRITZ Nonwoven (Geschäftsbereich Pulp & Paper). Das Closing der Transaktion fand im März 2021 statt. Durch diese Akquisition wurden drei vollkonsolidierte Gesellschaften in den Konsolidierungskreis von ANDRITZ aufgenommen.

(in MEUR) Gesamt
Immaterielle Vermögenswerte außer Geschäfts- oder Firmenwerte 9,5
Sachanlagen 15,4
Aktive latente Steuern 0,5
Vorräte 15,0
Geleistete Anzahlungen 0,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 15,5
Forderungen aus laufenden Steuern 1,1
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 1,2
Passive latente Steuern -2,8
Rückstellungen -0,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -5,5
Vertragsverbindlichkeiten aus zeitpunktbezogener Umsatzrealisierung -13,0
Sonstige Verbindlichkeiten -2,9
Nettovermögen 39,7
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis 0,0
Geschäfts- oder Firmenwert 6,4
ÜBERTRAGENE GEGENLEISTUNG 46,1

Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzen sich folgendermaßen zusammen:

Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden als Aufwand der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen sind keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sein werden.

Seit der erstmaligen Konsolidierung hat die Akquisition Umsatzerlöse in Höhe von 21,3 MEUR erzielt und ein EBIT in Höhe von 1,7 MEUR zur ANDRITZ-GRUPPE beigetragen.

Die erstmalige Einbeziehung aller erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfolgt aufgrund noch nicht finaler Bewertungen auf Basis vorläufiger Werte. Die endgültige Feststellung der angegebenen Bilanzposten erfolgt gemäß den Bestimmungen für die Erstkonsolidierung des IFRS 3 (überarbeitet) – Unternehmenszusammenschlüsse.

GE Steam Power

ANDRITZ hat einen Vertrag mit GE Steam Power zum Erwerb wesentlicher Teile dessen Geschäfts mit Rauchgasreinigungssystemen unterzeichnet. Der Kauf umfasst auch das Technologiezentrum in Växjö, Schweden. Das Closing der Transaktion fand am 1. Juli 2021 statt.

5. Nahestehende Unternehmen und Personen

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden nur in unwesentlichem Ausmaß getätigt und bestehen hauptsächlich aus Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen.

Es gab keine wesentlichen Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Personen, die im letzten Jahresfinanzbericht dargelegt wurden und welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns während der ersten sechs Monate des aktuellen Geschäftsjahrs wesentlich beeinflusst haben.

C) ERGEBNIS DES HALBJAHRES

6. Segmentberichterstattung

Die ANDRITZ-GRUPPE betreibt ihre Geschäftsaktivitäten in den folgenden Geschäftsbereichen:

  • Pulp & Paper (PP)
  • Metals (ME)
  • Hydro (HY)
  • Separation (SE)

a) Informationen nach Geschäftsbereichen für das 1. Halbjahr 2021

(in MEUR) PP ME HY SE Gesamt
Umsatz 1.464,6 638,1 609,5 314,8 3.027,0
EBITDA 189,2 34,9 57,2 37,3 318,6
EBITA 152,0 15,2 40,0 30,5 237,7
Investitionen 27,6 12,8 14,1 5,6 60,1
Abschreibungen und Wertminderungen
von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen
54,9 31,9 17,6 6,8 111,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen
0,0 -2,0 0,1 0,0 -1,9
Buchwert der nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen
0,0 6,2 4,8 0,0 11,0

b) Informationen nach Geschäftsbereichen für das 1. Halbjahr 2020

(in MEUR) PP ME HY SE Gesamt
Umsatz 1.595,6 698,2 587,6 291,6 3.173,0
EBITDA 184,8 5,8 42,1 25,9 258,6
EBITA 146,3 -15,0 24,0 19,0 174,3
Investitionen 32,4 9,6 13,5 4,4 59,9
Abschreibungen und Wertminderungen
von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen
55,8 34,2 19,6 6,9 116,5
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen
0,0 -0,4 0,1 0,0 -0,3
Buchwert der nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen
0,0 0,1 4,4 0,0 4,5

7. Umsatzerlöse

Die folgende Übersicht zeigt die Außenumsätze von ANDRITZ für das 1. Halbjahr 2021 bzw. 2020 auf Basis der berichteten Geschäftsbereiche:

Metals Hydro Gesamt
2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020
450,9 474,7 270,2 301,2 173,4 193,2 108,5 100,6 1.003,0 1.069,7
230,8 290,0 141,8 174,5 128,7 109,2 85,1 84,1 586,4 657,8
389,7 493,5 12,7 17,6 34,7 28,8 31,5 27,7 468,6 567,6
149,2 162,5 31,3 30,1 117,0 138,6 29,7 32,3 327,2 363,5
220,9 131,3 175,9 168,5 62,8 50,8 43,1 30,2 502,7 380,8
23,1 43,6 6,2 6,3 92,9 67,0 16,9 16,7 139,1 133,6
1.464,6 1.595,6 638,1 698,2 609,5 587,6 314,8 291,6 3.027,0 3.173,0
890,0 988,4 400,4 479,9 508,3 488,6 103,7 94,9 1.902,4 2.051,8
574,6 607,2 237,7 218,3 101,2 99,0 211,1 196,7 1.124,6 1.121,2
1.464,6 1.595,6 638,1 698,2 609,5 587,6 314,8 291,6 3.027,0 3.173,0
834,2 950,8 480,2 535,1 370,0 387,5 156,7 138,8 1.841,0 2.012,2
630,4 644,8 157,9 163,1 239,5 200,1 158,1 152,8 1.186,0 1.160,8
1.464,6 1.595,6 638,1 698,2 609,5 587,6 314,8 291,6 3.027,0 3.173,0
Pulp & Paper Separation

D) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN

8. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen im ersten Halbjahr 2021 betrugen 60,1 MEUR. Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich auf 111,2 MEUR.

Im ersten Halbjahr 2021 wurden Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 3,3 MEUR vorgenommen, da sich der Geschäftsverlauf nicht wie erwartet entwickelt hat. Die Wertminderung betrifft eine zahlungsmittelgenerierende Einheit, die dem Geschäftsbereich Hydro zugeordnet ist. Der erzielbare Betrag dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit entspricht ihrem Nutzungswert.

9. Rückstellungen

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bewertung der verschiedenen Pensionspläne und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen beruht auf einer Methode, bei der Parameter wie der erwartete Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie die erwarteten Erträge aus Planvermögen angewendet werden. Wenn sich die relevanten Parameter wesentlich anders als erwartet entwickeln, kann dies wesentliche Auswirkungen auf die Rückstellung und somit die Vermögenslage des Konzerns haben.

Im Hinblick auf die Entwicklung der Rechnungszinssätze gemäß IAS 19.83 wurde zum 30. Juni 2021 eine Schätzungsanpassung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen in Höhe von -17,5 MEUR (vor Ertragsteuern) vorgenommen.

E) FINANZ- UND KAPITALSTRUKTUR UND FINANZINSTRUMENTE

10. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die nachstehenden Tabellen zeigen die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden, einschließlich ihrer Stufen in der Fair-Value-Hierarchie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt:

A N D R I T Z – F i n a n z b e r i c h t H 1 2 0 2 1 K o n z e r n a n h a n g

Zum 30. Juni 2021

(in MEUR) Buchwert Beizulegender Zeitwert
Hedge
Accounting -
zum beizule
genden
Zeitwert
bewertet
Verpflichtend
erfolgswirk
sam zum
beizulegen
den Zeitwert
Eigenkapi
talinstrumente
- Erfolgsneut
ral zum
beizulegen
den Zeitwert
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
Keine IFRS 9-
Bewertungs
kategorie
Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Unter "Veranlagungen" ausgewiesene Termingelder 449,5 449,5
Übrige Veranlagungen 209,0 13,8 222,8 209,0 12,5 1,3 222,8
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige
Beteiligungen
0,6 17,9 18,5 0,6 0,6
Derivative Finanzinstrumente 21,0 21,0 42,0 42,0 42,0
Übrige sonstige Finanzanlagen 1,3 1,3 1,3 1,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 750,4 750,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 160,3 233,2 393,5
Schuldscheindarlehen 40,0 40,0 40,1 40,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 974,8 974,8
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE 21,0 230,0 14,4 2.376,3 251,1 2.892,8
Derivative Finanzinstrumente 13,0 33,9 46,9 46,9 46,9
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 213,2 213,2 213,3 213,3
Leasingverbindlichkeiten 224,7 224,7 228,6 228,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 726,2 726,2
Verbindlichkeiten Erwerb nicht beherrschende Anteile und bedingte Gegen
leistungen
9,5 9,5 9,2 9,2
Schuldscheindarlehen 1.073,7 1.073,7 1.092,2 1.092,2
Sonstige Verbindlichkeiten 100,7 901,4 1.002,1
FINANZIELLE SCHULDEN 13,0 43,4 2.338,5 901,4 3.296,3

A N D R I T Z – F i n a n z b e r i c h t H 1 2 0 2 1 K o n z e r n a n h a n g

Zum 31. Dezember 2020

(in MEUR) Buchwert Beizulegender Zeitwert
Hedge
Accounting -
zum beizule
genden
Zeitwert
bewertet
Verpflichtend
erfolgswirk
sam zum
beizulegen
den Zeitwert
Eigenkapi
talinstrumente
- Erfolgsneut
ral zum
beizulegen
den Zeitwert
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
Keine IFRS 9-
Bewertungs
kategorie
Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Unter "Veranlagungen" ausgewiesene Termingelder 336,6 336,6
Übrige Veranlagungen 177,3 10,1 187,4 177,3 8,8 1,3 187,4
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige
Beteiligungen
0,6 19,1 19,7 0,6 0,6
Derivative Finanzinstrumente 32,5 40,9 73,4 73,4 73,4
Übrige sonstige Finanzanlagen 7,0 7,0 7,0 7,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 818,3 818,3
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 115,6 204,2 319,8
Schuldscheindarlehen 50,0 50,0 50,0 50,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.158,0 1.158,0
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE 32,5 218,2 10,7 2.485,5 223,3 2.970,2
Derivative Finanzinstrumente 12,9 31,7 44,6 44,6 44,6
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 226,7 226,7 229,6 229,6
Leasingverbindlichkeiten 232,7 232,7 240,9 240,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 749,7 749,7
Verbindlichkeiten Erwerb nicht beherrschende Anteile und bedingte Gegen
leistungen
0,6 23,8 24,4 24,2 24,2
Schuldscheindarlehen 1.073,6 1.073,6 110,5 110,5
Sonstige Verbindlichkeiten 92,8 849,1 941,9
FINANZIELLE SCHULDEN 12,9 32,3 2.399,3 849,1 3.293,6

11. Eigenkapital

a) Dividenden

Die Ausschüttung für 2020 in Höhe von 99,3 MEUR – das entspricht einer Dividende von 1,00 EUR je Aktie – wurde vom Vorstand vorgeschlagen und in der 114. ordentlichen Hauptversammlung am 24. März 2021 beschlossen. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 30. März 2021.

b) Eigene Aktien

Im ersten Halbjahr 2021 hat ANDRITZ keine eigenen Aktien zurückgekauft. 37.690 Aktien wurden an Mitarbeiter von ANDRITZ im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsaktionen ausgegeben.

F) SONSTIGES

12. Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2021 153,0 MEUR (H1 2020: 100,0 MEUR). Der Rückgang ist vor allem auf projektbedingte Veränderungen des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2021 -200,4 MEUR (H1 2020: -38,7 MEUR). Die Veränderung gegenüber der Vorperiode resultiert hauptsächlich aus unterschiedlichen Ein- und Auszahlungshöhen von finanziellen Vermögenswerten. Im ersten Halbjahr 2021 wurden 21,3 MEUR (H1 2020: 0 MEUR) im Rahmen von Akquisitionen bezahlt.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2021 -158,9 MEUR (H1 2020: -60,0 MEUR). Die Veränderung ist vor allem auf die Dividendenzahlung an Aktionäre der Andritz AG sowie an nicht beherrschende Anteilsinhaber in Höhe von 99,8 MEUR zurückzuführen (demgegenüber wurde im ersten Halbjahr 2020 noch keine Dividende ausgeschüttet).

13. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Im Geschäftsbereich Hydro wurde 2019 der Verkauf von Sachanlagen (technische Anlagen, Grundstücke und Gebäude) in Araraquara, Brasilien, eingeleitet und Vermögenswerte von 5,7 MEUR als zur Veräußerung gehalten angesetzt. Ein Teil dieser Vermögenswerte wurde 2020 verkauft und ein Teil in das Anlagevermögen zurückgeführt, weil keine Veräußerungsabsicht mehr gegeben war. Seit 31. Dezember 2020 sind noch Vermögenswerte in Höhe von 0,2 MEUR als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen. Der Verkauf hat sich aufgrund der Covid-19- Pandemie weiter verzögert. Es wird weiterhin am Plan zum Verkauf festgehalten, und es wurden bereits die erforderlichen Maßnahmen zur Berücksichtigung der geänderten Umstände ergriffen.

Der Geschäftsbereich Pulp & Paper unterhält eine Produktionsstätte in Warwick/Québec, Kanada, die bereits im Geschäftsjahr 2019 als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurde. Der Verkauf hat sich weiter verzögert, da Umstände eingetreten sind, die zuvor als unwahrscheinlich eingestuft wurden. Es wird weiterhin am Plan zum Verkauf der Produktionsstätte festgehalten und es wurden bereits die erforderlichen Maßnahmen zur Berücksichtigung der geänderten Umstände ergriffen. Die entsprechenden Sachanlagen in Höhe von 0,5 MEUR sind weiterhin als zur Veräußerung gehalten angesetzt.

Im Geschäftsbereich Metals wurde 2020 der Verkauf einer Produktionsstätte in New Ross/Indiana, USA eingeleitet. Der Verkauf wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen sein. Es wurden Vermögenswerte in Höhe von 0,8 MEUR als zur Veräußerung gehalten angesetzt, aus der vorgelagerten Bewertung wurden 2020 Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 1,3 MEUR erfasst. An dieser Bewertung hat sich zum 30. Juni 2021 keine wesentliche Änderung ergeben.

Im Geschäftsbereich Metals wurde 2020 auch der Verkauf von Sachanlagen (Maschinen) in Hastings/Michigan, USA eingeleitet. Es wurden Vermögenswerte in Höhe von 0,2 MEUR als zur Veräußerung gehalten angesetzt. Der Verkauf konnte in der ersten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen werden. Daraus ergab sich kein wesentlicher Veräußerungsgewinn oder -verlust.

14. Ereignisse nach dem 30. Juni 2021

Es gibt keine außerordentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands der ANDRITZ AG gemäß § 125 Abs. 1 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Lagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss und bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahrs und bezüglich der offen zu legenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Graz, Juli 2021

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Vorstandsvorsitzender Pulp & Paper

(Service), Separation

Finanzvorstand Pulp & Paper

(Neuanlagen), Metals Processing

Wolfgang Leitner Humbert Köfler Norbert Nettesheim Joachim Schönbeck Wolfgang Semper

Hydro

GLOSSAR

Auftragseingang

Der Auftragseingang entspricht den geschätzten Umsatzerlösen der in Kraft gesetzten Aufträge unter Berücksichtigung von Änderungen und Korrekturen des Auftragswerts; Absichtserklärungen sind nicht Teil des Auftragseingangs

Auftragsstand

Der Auftragsstand stellt die aktuellen Kundenaufträge im Berichtszeitpunkt dar und wird im Wesentlichen ermittelt als Auftragsstand am Beginn der Berichtsperiode erhöht um neue Auftragseingänge in der Berichtsperiode und vermindert um die Erfassung der Umsatzerlöse der Berichtsperiode

Avale

Diese umfassen Bietungs-, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs-, Performance- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften zu Lasten der ANDRITZ-GRUPPE

Bruttoliquidität

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente plus Veranlagungen plus Schuldscheindarlehen

Dividende je Aktie

Teil des Gewinns je Aktie, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird

EBIT

Ergebnis vor Zinsen und Steuern

EBITA

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Geschäfts- oder Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderungsaufwendungen für Geschäfts- oder Firmenwerte

EBITDA

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

EBT Ergebnis vor Steuern

Eigenkapitalquote

Summe Eigenkapital/Bilanzsumme

Gewinn je Aktie

Konzernergebnis der Gesellschafter der Muttergesellschaft/gewogene durchschnittliche Anzahl an Aktien

HY

Geschäftsbereich Hydro

Investitionen

Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

ME

Geschäftsbereich Metals

MEUR

Millionen Euro

Mitarbeiter

Anzahl der Mitarbeiter ohne Lehrlinge

NCI

Non-controlling interests – Nicht beherrschende Anteile

Nettoliquidität

Bruttoliquidität plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten

Nettoumlaufvermögen

Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Veranlagungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Schuldscheindarlehen) abz. sonstiger langfristiger und kurzfristiger Schulden (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen)

PP

Geschäftsbereich Pulp & Paper

SE

Geschäftsbereich Separation

Summe Eigenkapital

Summe Eigenkapital inkl. nicht beherrschender Anteile

Kontakt und Impressum ANDRITZ AG Stattegger Straße 18 8045 Graz, Österreich [email protected]

Inhouse produziert mit firesys

Disclaimer:

Bestimmte Aussagen in diesem Bericht sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Bericht auf geschlechtsspezifische Formulierungen verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen beziehen sich auf beide Geschlechter.