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Andritz AG Interim / Quarterly Report 2020

Jul 31, 2020

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Interim / Quarterly Report

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FINANZBERICHT 1. HALBJAHR 2020

Kennzahlen im Überblick

ANDRITZ-GRUPPE
Geschäftsbereiche
02
03
Lagebericht 04
Konzernabschluss
der
ANDRITZ-GRUPPE
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzerngesamtergebnisrechnung
Konzernbilanz
Konzern-Cashflow-Statement
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Konzernanhang
10
11
12
13
14
15
Erklärung des Vorstands 25
Glossar 26

KENNZAHLEN DER ANDRITZ-GRUPPE

Einheit H1 2020 H1 2019 +/- Q2 2020 Q2 2019 +/- 2019
Auftragseingang MEUR 3.036,7 3.705,2 -18,0% 1.183,8 2.047,1 -42,2% 7.282,0
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 7.396,6 7.724,2 -4,2% 7.396,6 7.724,2 -4,2% 7.777,6
Umsatz MEUR 3.173,0 3.062,4 +3,6% 1.662,8 1.573,2 +5,7% 6.673,9
EBITDA MEUR 258,6 262,7 -1,6% 146,0 136,2 +7,2% 537,6
EBITA1) MEUR 174,3 177,5 -1,8% 104,2 94,7 +10,0% 343,2
EBITA-Marge % 5,5 5,8 - 6,3 6,0 - 5,1
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(EBIT)
MEUR 137,4 128,9 +6,6% 83,6 76,0 +10,0% 237,9
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 119,0 108,1 +10,1% 74,7 61,6 +21,3% 180,9
Konzernergebnis (vor Abzug von nicht
beherrschenden Anteilen)
MEUR 83,3 75,8 +9,9% 52,8 43,2 +22,2% 122,8
Konzernergebnis (nach Abzug von
nicht beherrschenden Anteilen)
MEUR 84,9 77,5 +9,5% 53,4 43,9 +21,6% 127,8
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit MEUR 100,0 271,9 -63,2% 43,1 215,9 -80,0% 821,6
Investitionen MEUR 59,9 62,0 -3,4% 30,0 36,6 -18,0% 157,1
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 27.828 29.616 -6,0% 27.828 29.616 -6,0% 29.513
Bilanzsumme MEUR 7.016,0 7.470,0 -6,1% 7.016,0 7.470,0 -6,1% 7.234,1
Eigenkapitalquote % 17,3 15,9 - 17,3 15,9 - 16,9
Bruttoliquidität MEUR 1.531,0 1.614,4 -5,2% 1.531,0 1.614,4 -5,2% 1.609,8
Nettoliquidität MEUR 205,7 -97,6 +310,8% 205,7 -97,6 +310,8% 244,9
Nettoumlaufvermögen MEUR -4,9 84,2 -105,8% -4,9 84,2 -105,8% -134,0

1) Die Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte betragen 32,2 MEUR (H1 2019: 44,2 MEUR; 2019: 76,2 MEUR); der Wertminderungsaufwand der Firmenwerte beträgt 4,7 MEUR (H1 2019: 4,5 MEUR; 2019: 29,1 MEUR).

Alle Zahlen gemäß IFRS. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten. MEUR = Million Euro, TEUR = Tausend Euro.

KENNZAHLEN DER GESCHÄFTSBEREICHE

Pulp & Paper

Einheit H1 2020 H1 2019 +/- Q2 2020 Q2 2019 +/- 2019
Auftragseingang MEUR 1.699,8 1.925,7 -11,7% 621,6 1.118,8 -44,4% 3.632,5
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 3.118,4 3.054,0 +2,1% 3.118,4 3.054,0 +2,1% 3.164,3
Umsatz MEUR 1.595,6 1.310,3 +21,8% 882,3 707,6 +24,7% 2.869,5
EBITDA MEUR 184,8 163,0 +13,4% 103,6 91,1 +13,7% 351,4
EBITDA-Marge % 11,6 12,4 - 11,7 12,9 - 12,2
EBITA MEUR 146,3 123,6 +18,4% 84,5 71,1 +18,8% 271,0
EBITA-Marge % 9,2 9,4 - 9,6 10,0 - 9,4
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 11.204 11.772 -4,8% 11.204 11.772 -4,8% 11.984

Metals

Einheit H1 2020 H1 2019 +/- Q2 2020 Q2 2019 +/- 2019
Auftragseingang MEUR 488,1 809,8 -39,7% 126,6 461,7 -72,6% 1.582,2
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 1.302,1 1.654,2 -21,3% 1.302,1 1.654,2 -21,3% 1.532,7
Umsatz MEUR 698,2 758,7 -8,0% 343,0 370,9 -7,5% 1.636,9
EBITDA MEUR 5,8 15,8 -63,3% 8,2 3,0 +173,3% -1,5
EBITDA-Marge % 0,8 2,1 - 2,4 0,8 - -0,1
EBITA MEUR -15,0 -6,9 -117,4% -2,0 -8,4 +76,2% -73,8
EBITA-Marge % -2,1 -0,9 - -0,6 -2,3 - -4,5
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 6.903 7.680 -10,1% 6.903 7.680 -10,1% 7.485

Hydro

Q2 2019 +/- 2019
492,4 601,8 -18,2% 246,9 287,9 -14,2% 1.350,2
2.505,9 2.563,3 -2,2% 2.505,9 2.563,3 -2,2% 2.661,0
587,6 675,6 -13,0% 289,4 337,2 -14,2% 1.470,7
42,1 60,2 -30,1% 18,3 30,0 -39,0% 134,1
% 7,2 8,9 - 6,3 8,9 - 9,1
24,0 44,0 -45,5% 9,2 23,4 -60,7% 105,9
% 4,1 6,5 - 3,2 6,9 - 7,2
- 6.987 7.332 -4,7% 6.987 7.332 -4,7% 7.202
MEUR
MEUR
MEUR
MEUR
MEUR

Separation

Einheit H1 2020 H1 2019 +/- Q2 2020 Q2 2019 +/- 2019
Auftragseingang MEUR 356,4 367,9 -3,1% 188,7 178,7 +5,6% 717,1
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 470,2 452,7 +3,9% 470,2 452,7 +3,9% 419,6
Umsatz MEUR 291,6 317,8 -8,2% 148,1 157,6 -6,0% 696,8
EBITDA MEUR 25,9 23,7 +9,3% 15,9 12,0 +32,5% 53,6
EBITDA-Marge % 8,9 7,5 - 10,7 7,6 - 7,7
EBITA MEUR 19,0 16,8 +13,1% 12,5 8,5 +47,1% 40,1
EBITA-Marge % 6,5 5,3 - 8,4 5,4 - 5,8
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 2.734 2.832 -3,5% 2.734 2.832 -3,5% 2.842

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die globale Covid-19-Pandemie führte im Berichtszeitraum zu einem deutlichen Einbruch der Weltkonjunktur. In allen großen Wirtschaftsregionen der Welt kam es zu einem signifikanten Anstieg der Arbeitslosigkeit und zu einem deutlichen Schrumpfen der Wirtschaftsleistung. Sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien waren bzw. sind immer noch stark davon betroffen. Zur Bewältigung der Krise und ihrer wirtschaftlichen Folgen wurden von vielen Staaten diverse Maßnahmen wie staatlich gestützte Konjunkturund Hilfspakete (Steuersenkungen, Zinssenkungen, Kurzarbeit, etc.) eingeleitet.

Quellen: Research-Berichte verschiedener Banken, OECD

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Umsatz

Der Umsatz der ANDRITZ-GRUPPE erhöhte sich im 2. Quartal 2020 trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen leicht auf 1.662,8 MEUR (+5,7% versus Q2 2019: 1.573,2 MEUR). Der Geschäftsbereich Pulp & Paper konnte den Umsatz – insbesondere durch die Abarbeitung der in den vergangenen Quartalen erhaltenen Großaufträge – im Jahresvergleich deutlich erhöhen (+24,7%). Die Umsätze in den Geschäftsbereichen Metals (-7,5%) und Hydro (-14,2%) waren durch den Rückgang des Auftragseingangs der letzten Quartale bzw. Jahre im Jahresvergleich rückläufig. Der Umsatz des Geschäftsbereichs Separation war ebenso rückläufig (-6,0%).

Der Umsatz der Gruppe im ersten Halbjahr 2020 betrug 3.173,0 MEUR und lag damit etwas über dem Niveau des Vorjahresvergleichswerts (+3,6% versus H1 2019: 3.062,4 MEUR).

Die Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche im Überblick:

Einheit H1 2020 H1 2019 +/-
Pulp & Paper MEUR 1.595,6 1.310,3 +21,8%
Metals MEUR 698,2 758,7 -8,0%
Hydro MEUR 587,6 675,6 -13,0%
Separation MEUR 291,6 317,8 -8,2%

Anteil Serviceumsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche in %

H1 2020 H1 2019 Q2 2020 Q2 2019
ANDRITZ-GRUPPE 37 40 35 41
Pulp & Paper 41 54 38 52
Metals 23 26 23 28
Hydro 33 28 33 31
Separation 52 47 52 48

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Gruppe im 2. Quartal 2020 wurde von der durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten globalen Wirtschaftsschwäche stark beeinträchtigt. Er lag mit 1.183,8 MEUR um 42,2% unter dem Vorjahresvergleichswert (Q2 2019: 2.047,1 MEUR).

Die Entwicklung der Geschäftsbereiche im Detail:

  • Pulp & Paper: Der Auftragseingang betrug 621,6 MEUR und lag damit um 44,4% unter dem hohen Vorjahresvergleichswert (Q2 2019: 1.118,8 MEUR), der einige größere Aufträge zur Lieferung von Biomassekesseln sowie Ausrüstungen für neue Zellstoffwerke enthalten hatte. Sowohl der Bereich Neuanlagen als auch der Bereich Service verzeichneten durch die schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rückgänge beim Auftragseingang.
  • Metals: Mit 126,6 MEUR verzeichnete der Auftragseingang einen signifikanten Rückgang im Vergleich zum Vorjahresvergleichsquartal (-72,6% versus Q2 2019: 461,7 MEUR). Sowohl der Bereich Metals Forming (Schuler) als auch der Bereich Metals Processing waren – als Folge des weltweiten Konjunktureinbruchs – mit einer sehr geringen Investitionstätigkeit der Automobil- bzw. Stahlhersteller konfrontiert. Im Bereich Metals Forming wirkte sich zusätzlich auch die anhaltende strukturelle Schwäche des globalen Automobilmarkts negativ auf die Entwicklung des Auftragseingangs aus.
  • Hydro: In einem von unverändert geringer Investitionstätigkeit gekennzeichneten Marktumfeld erreichte der Auftragseingang mit 246,9 MEUR in etwa das niedrige Niveau des Vorquartals bzw. lag deutlich unter dem Vorjahresvergleichsquartal (-14,2% versus Q2 2019: 287,9 MEUR). Bedingt durch das anhaltend geringe Investitionsverhalten – als Folge der niedrigen Strompreise und der verringerten Stromnachfrage aufgrund der Wirtschaftsschwäche – der Strom- und Energieversorger sind viele Modernisierungs- und Rehabilitierungsprojekte von Wasserkraftwerken nach wie vor verschoben.
  • Separation: Der Auftragseingang betrug 188,7 MEUR und lag damit etwas über dem Vorjahresvergleichswert (+5,6% versus Q2 2019: 178,7 MEUR). Vor allem der Bereich Fest-Flüssig-Trennung entwickelte sich im Berichtszeitraum sehr positiv.

05

Im 1. Halbjahr 2020 lag der Auftragseingang der Gruppe mit 3.036,7 MEUR deutlich unter dem hohen Niveau des Vorjahresvergleichswerts (-18,0% versus H1 2019: 3.705,2 MEUR).

Die Geschäftsbereiche im Detail:

Einheit H1 2020 H1 2019 +/-
Pulp & Paper MEUR 1.699,8 1.925,7 -11,7%
Metals MEUR 488,1 809,8 -39,7%
Hydro MEUR 492,4 601,8 -18,2%
Separation MEUR 356,4 367,9 -3,1%

Auftragsstand

Der Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE per 30. Juni 2020 betrug 7.396,6 MEUR (-4,9% versus 31. Dezember 2019: 7.777,6 MEUR).

Ergebnis

Das EBITA der Gruppe im 2. Quartal 2020 erreichte mit 104,2 MEUR angesichts der sehr fordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein solides Niveau und lag damit über dem Niveau des Vorjahresvergleichswerts (+10,0% versus Q2 2019: 94,7 MEUR). Hier wirkten sich die unmittelbar nach Beginn der Corona-Krise in allen Unternehmensbereichen gesetzten Kostensenkungsmaßnahmen positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Die Rentabilität (EBITA-Marge) betrug 6,3% (Q2 2019: 6,0%).

Die Entwicklung nach Geschäftsbereichen:

  • Im Geschäftsbereich Pulp & Paper erreichte die Rentabilität mit 9,6% erneut ein sehr hohes Niveau (Q2 2019: 10,0%), wobei sich sowohl der Bereich Neuanlagen als auch der Bereich Service erfreulich entwickelten.
  • Die EBITA-Marge im Geschäftsbereich Metals entwickelte sich mit -0,6% weiter unbefriedigend (Q2 2019: -2,3%). Diese anhaltend negative Entwicklung ist auf den Bereich Metals Forming (Schuler) zurückzuführen, der durch die Abarbeitung von margenschwachen Aufträgen sowie durch die anhaltende Unterauslastung einen Ergebnisund Rentabilitätsrückgang im Jahresvergleich verzeichnete. Der Bereich Metals Processing hingegen verzeichnete eine positive Rentabilitätsentwicklung im Vergleich zum 2. Quartal 2019.
  • Die Rentabilität im Geschäftsbereich Hydro reduzierte sich deutlich auf 3,2% (Q2 2019: 6,9%). Diese rückläufige Entwicklung ist im Wesentlichen auf Unterauslastung und die Abarbeitung von margenschwachen Aufträgen zurückzuführen.
  • Im Geschäftsbereich Separation entwickelte sich die Rentabilität weiter erfreulich, die EBITA-Marge stieg auf 8,4% an (Q2 2019: 5,4%).

Das EBITA der Gruppe lag im ersten Halbjahr 2020 mit 174,3 MEUR praktisch auf dem Niveau des Vorjahresvergleichswerts (-1,8% versus H1 2019: 177,5 MEUR). Die Rentabilität betrug 5,5% (H1 2019: 5,8%).

06

Im ersten Halbjahr 2020 wurde für die Gruppe eine Wertminderung auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 4,7 MEUR (H1 2019: 4,5 MEUR) erfasst. Die Wertminderung ist dem Geschäftsbereich Metals zuzuordnen, da sich der Geschäftsverlauf nicht wie erwartet entwickelte.

Das Finanzergebnis verbesserte sich im 1. Halbjahr 2020 auf -18,4 MEUR (H1 2019: -20,8 MEUR). Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang des Zinsaufwands – u. a. bedingt durch die Tilgung einer Unternehmensanleihe (Volumen: 350 MEUR) im Juli 2019 – zurückzuführen.

Das Konzernergebnis (vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) erhöhte sich auf 83,3 MEUR (+9,9% versus (H1 2019: 75,8 MEUR), wovon 84,9 MEUR (H1 2019: 77,5 MEUR) auf die Gesellschafter der Muttergesellschaft und -1,5 MEUR (H1 2019: -1,7 MEUR) auf nicht beherrschende Anteile entfielen.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme lag bei 7.016,0 MEUR (31. Dezember 2019: 7.234,1 MEUR), die Eigenkapitalquote betrug 17,3% (31. Dezember 2019: 16,9%).

Die Bruttoliquidität per 30. Juni 2020 betrug 1.531,0 MEUR (per ultimo 2019: 1.609,8 MEUR), die Nettoliquidität lag bei 205,7 MEUR (per ultimo 2019: 244,9 MEUR).

Zusätzlich zur hohen Liquidität standen der ANDRITZ-GRUPPE per 30. Juni 2020 folgende Kredit- und Avallinien für Vertragserfüllungen, Anzahlungen, Gewährleistungen etc. zur Verfügung:

  • Kreditlinien: 359 MEUR, davon 252 MEUR ausgenutzt
  • Avallinien: 5.921 MEUR, davon 2.906 MEUR ausgenutzt

Mitarbeiter

ANDRITZ beschäftigte per 30. Juni 2020 27.828 Mitarbeiter (31. Dezember 2019: 29.513 Mitarbeiter).

Wesentliche Risiken in den restlichen Monaten des Geschäftsjahrs

Aktuelle Risiken

Die Corona-Krise und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die von ANDRITZ bedienten Märkte stellen wesentliche Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 und auch darüber hinaus dar. Da weder die weitere Entwicklung der Pandemie noch deren Ende aus heutiger Sicht abschätzbar sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die weltweite Wirtschaftsschwäche auch 2021 andauert bzw. sich eventuell sogar noch weiter verschärft. Dies könnte zu weiteren negativen Auswirkungen auf die Entwicklung von Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis der ANDRITZ-GRUPPE führen.

Eine detaillierte Darstellung der strategischen und operativen Risiken sowie Informationen zum internen Kontrollund Risikomanagementsystem können dem ANDRITZ-Finanzbericht 2019 entnommen werden.

WICHTIGE EREIGNISSE

Die ANDRITZ AG hat am 14. April 2020 adhoc informiert, dass sie die Anteile an der Schuler Aktiengesellschaft vollumfänglich übernehmen möchte und hierfür ein Verfahren zur Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre bei der Schuler Aktiengesellschaft durchführen (sogenannter aktienrechtlicher Squeeze Out gemäß deutschem Aktiengesetz) wird.

Die Geschäftsführung der ANDRITZ Beteiligungsgesellschaft IV GmbH ("ANDRITZ BTG IV") hat daraufhin dem Vorstand der Schuler Aktiengesellschaft das förmliche Verlangen übermittelt, das Verfahren zur Durchführung eines aktienrechtlichen Squeeze Out einzuleiten. Die ANDRITZ BTG IV, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der ANDRITZ AG, hält derzeit 96,62% des Grundkapitals der Schuler Aktiengesellschaft und ist damit deren Hauptaktionärin im Sinne von § 327a Absatz 1 Satz 1 AktG.

Die Höhe der angemessenen Barabfindung, die die ANDRITZ BTG IV als Hauptaktionärin den Minderheitsaktionären der Schuler Aktiengesellschaft für die Übertragung der Aktien gewähren wird, steht derzeit noch nicht fest.

AUSBLICK

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Schrumpfen der weltweiten Wirtschaftsleistung im 1. Halbjahr 2020 geführt. Sämtliche große Wirtschaftsregionen waren bzw. sind immer noch davon betroffen. Wirtschaftsforscher erwarten auch für das laufende zweite Halbjahr keine wesentliche Änderung der Weltwirtschaft und gehen von einer spürbaren Erholung frühestens ab dem 2. Quartal 2021 aus.

Die von ANDRITZ bedienten Märkte waren bzw. sind ebenso von den negativen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Viele Investitionsprojekte bzw. Auftragsvergaben wurden kundenseitig verlangsamt oder bis auf weiteres verschoben. Das betrifft vor allem den Bereich Neuanlagen, aber auch der Bereich Service ist – wenngleich auch in etwas geringerem Maße – davon betroffen. Aus heutiger Sicht ist mit keiner wesentlichen Änderung in den verbleibenden Monaten 2020 zu rechnen, wobei jedoch selektiv die Vergabe einzelner Großprojekte möglich ist.

ANDRITZ wird die unmittelbar nach Beginn der Corona-Krise gesetzten Maßnahmen zur Erzielung kurzfristiger Kosteneinsparungen auch in den kommenden Monaten fortführen und auch Anpassungen zur mittelfristigen Optimierung der Kostenstrukturen vornehmen. Dies betrifft insbesondere die Geschäftsbereiche Hydro und Metals (Metals Forming), die beide von anhaltend strukturellen Marktschwächen betroffen sind, die durch die globale Wirtschaftsabschwächung aufgrund der Corona-Krise nochmals verstärkt werden. Aus diesem Grund sind für beide Bereiche kapazitive Anpassungen geplant, für die im 3. Quartal 2020 insgesamt Rückstellungen in Höhe eines mittleren/oberen zweistelligen Millionen-Euro-Betrags gebildet werden. Ziel dieser Maßnahmen ist die Anpassung der Kapazitäten und der Kostenstrukturen auf ein mittelfristig etwas niedrigeres Geschäftsvolumen in beiden Bereichen.

Basierend auf der Entwicklung des Auftragseingangs im 1. Halbjahr 2020, dem bestehenden Auftragsbestand der Gruppe per Ultimo Juni sowie den Markterwartungen für das laufende zweite Halbjahr erwartet ANDRITZ für das Geschäftsjahr 2020 aus heutiger Sicht einen im Vergleich zu 2019 (6.674 MEUR) etwas niedrigeren Umsatz.

Die Rentabilität (EBITA-Marge, basierend auf dem berichteten operativen Ergebnis (EBITA) inklusive der oben genannten Aufwendungen für kapazitive Anpassungsmaßnahmen) sollte trotz des Umsatzrückgangs in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen (EBITA-Marge 2019 berichtet: ca. 5%).

Sollte sich die Situation der Weltwirtschaft im Jahresverlauf jedoch deutlich verschärfen, könnten weitere finanzielle Vorsorgen für zusätzliche kapazitive Anpassungen in einzelnen Geschäftsbereichen notwendig sein, die das Ergebnis der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinträchtigen könnten.

KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

Für das 1. Halbjahr 2020 (ungeprüft)

(in TEUR) H1 2020 H1 2019 Q2 2020 Q2 2019
Umsatz 3.172.980 3.062.441 1.662.735 1.573.276
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 36.969 29.830 -11.587 10.725
Aktivierte Eigenleistungen 3.107 389 1.269 194
3.213.056 3.092.660 1.652.417 1.584.195
Sonstige betriebliche Erträge 41.715 33.971 12.443 13.253
Materialaufwand -1.711.433 -1.458.867 -927.236 -764.565
Personalaufwand -905.315 -1.004.267 -412.410 -505.524
Sonstige betriebliche Aufwendungen -379.407 -400.748 -179.245 -191.120
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) 258.616 262.749 145.969 136.239
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswer
ten und Sachanlagen
-116.530 -129.396 -57.710 -60.250
Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte -4.674 -4.500 -4.674 0
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 137.412 128.853 83.585 75.989
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -335 -33 -444 -14
Zinserträge 8.977 9.800 3.930 4.716
Zinsaufwendungen -24.028 -27.500 -12.254 -14.598
Sonstiges Finanzergebnis -3.032 -3.034 -142 -4.544
Finanzergebnis -18.418 -20.767 -8.910 -14.440
Ergebnis vor Steuern (EBT) 118.994 108.086 74.675 61.549
Ertragsteuern -35.657 -32.306 -21.851 -18.391
KONZERNERGEBNIS 83.337 75.780 52.824 43.158
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 84.853 77.457 53.381 43.814
Nicht beherrschende Anteile -1.516 -1.677 -557 -656
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien 99.615.483 100.829.463 99.426.553 100.726.308
Unverwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 0,85 0,77 0,53 0,44
Potenzielle Verwässerung durch Aktienoptionen 0 0 0 0
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien und
Optionen
99.615.483 100.829.463 99.426.553 100.726.308
Verwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 0,85 0,77 0,53 0,44

KONZERNGESAMTERGEBNIS-RECHNUNG

Für das 1. Halbjahr 2020 (verkürzt, ungeprüft)

H1 2020 H1 2019 Q2 2020 Q2 2019
83.337 75.780 52.824 43.158
-73.241 6.275 -15.908 -13.694
-7.254 -4.705 -6.271 -2.315
-1 0 0 0
5.510 -27.275 -13.303 -8.781
-104 -5.137 -85 -2.911
-75.090 -30.842 -35.567 -27.701
8.247 44.938 17.257 15.457
10.262 46.901 17.827 16.616
-2.015 -1.963 -572 -1.159

KONZERNBILANZ

Zum 30. Juni 2020 (ungeprüft)

AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte
277.598
309.197
Geschäfts- oder Firmenwerte
769.506
776.915
Sachanlagen
1.228.273
1.295.238
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
4.463
4.802
Veranlagungen und sonstige Finanzanlagen
102.490
109.241
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
33.895
30.685
Aktive latente Steuern
167.790
179.457
Langfristige Vermögenswerte
2.584.015
2.705.535
Vorräte
877.849
842.389
Geleistete Anzahlungen
135.941
137.833
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
769.726
931.804
Vertragsvermögenswerte
811.331
734.146
Forderungen aus laufenden Steuern
24.671
30.293
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
361.779
336.017
Veranlagungen
307.643
304.045
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
1.138.328
1.200.794
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
4.733
11.238
Kurzfristige Vermögenswerte
4.432.001
4.528.559
SUMME AKTIVA
7.016.016
7.234.094
PASSIVA
Grundkapital
104.000
104.000
Kapitalrücklagen
36.476
36.476
Gewinnrücklagen
1.065.493
1.066.111
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital
1.205.969
1.206.587
Nicht beherrschende Anteile
10.931
12.972
Summe Eigenkapital
1.216.900
1.219.559
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten
1.225.965
1.227.044
Leasingverbindlichkeiten
195.524
213.714
Rückstellungen
612.036
593.267
Sonstige Verbindlichkeiten
49.496
43.164
Passive latente Steuern
155.758
159.662
Langfristige Schulden
2.238.779
2.236.851
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten
107.287
132.437
Leasingverbindlichkeiten
47.215
46.394
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
717.180
668.934
Vertragsverbindlichkeiten aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung
1.055.796
1.230.276
Vertragsverbindlichkeiten aus zeitpunktbezogener Umsatzrealisierung
246.273
231.962
Rückstellungen
465.197
489.847
Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern
30.746
37.830
Sonstige Verbindlichkeiten
890.643
935.028
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
0
4.976
Kurzfristige Schulden
3.560.337
3.777.684
SUMME PASSIVA
7.016.016
7.234.094
(in TEUR) 30. Juni 2020 31. Dezember 2019

KONZERN-CASHFLOW-STATEMENT

Für das 1. Halbjahr 2020 (ungeprüft)

(in TEUR) H1 2020 H1 2019
Ergebnis vor Steuern (EBT) 118.994 108.086
Zinsergebnis 15.051 17.700
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten sowie von Geschäfts
und Firmenwerten und Sachanlagen
121.204 133.896
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 335 33
Veränderung der Rückstellungen 12.541 -18.341
Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen und Finanzvermögen -704 -5.689
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen 16.711 8.929
Cashflow aus dem Ergebnis 284.132 244.614
Veränderung der Vorräte -62.767 -75.260
Veränderung der geleisteten Anzahlungen -1.352 -44.775
Veränderung der Forderungen 93.720 51.786
Veränderung der Vertragsvermögenswerte -94.738 35.493
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung -136.977 147.952
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten aus zeitpunktbezogener Umsatzrealisierung 20.558 -9.642
Veränderung der Verbindlichkeiten 43.251 -7.429
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -138.305 98.125
Erhaltene Zinsen 8.333 7.803
Gezahlte Zinsen -17.890 -21.318
Erhaltene Dividenden 44 498
Gezahlte Ertragsteuern -36.357 -57.838
CASHFLOW AUS BETRIEBLICHER TÄTIGKEIT 99.957 271.884
Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -44.791 -53.877
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 4.185 4.155
Auszahlungen für lang- und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte -189.006 -179.634
Einzahlungen aus dem Verkauf von lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 190.983 136.763
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT -38.629 -92.593
Einzahlungen aus der Begebung von Schuldscheindarlehen 0 175.000
Einzahlungen aus Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten 12.175 172.373
Auszahlungen für Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten sowie Leasingverbindlichkeiten -57.271 -38.468
Dividendenzahlung durch ANDRITZ AG 0 -156.491
Dividendenzahlung an nicht beherrschende Anteilsinhaber sowie frühere Eigentümer -26 -601
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen sowie Zahlungen an frühere Eigentümer -2.000 -2.539
Erwerb eigener Aktien -12.921 -34.220
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT -60.043 115.054
VERÄNDERUNG DER ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE 1.285 294.345
Währungsumrechnung -63.647 4.929
Änderungen im Konsolidierungskreis -104 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 1.200.794 858.758
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 1.138.328 1.158.032

ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALS

Für das 1. Halbjahr 2020 (ungeprüft)

Davon entfallen auf Gesellschafter der Muttergesellschaft
(in TEUR) Grundkapital Kapitalrücklagen Sonstige
Gewinnrück
lagen
Fair Value
Rücklage
Versicherungs
mathematische
Gewinne/
Verluste
Unterschieds
beträge aus
Währungsum
rechnung
Eigene Aktien Gesamt
STAND ZUM 1. JÄNNER 2019 104.000 36.476 1.445.686 8.531 -82.140 -66.327 -130.934 1.315.292 15.504 1.330.796
Konzernergebnis 77.457 77.457 -1.677 75.780
Sonstiges Ergebnis -9.842 -26.887 6.173 -30.556 -286 -30.842
Gesamtergebnis 77.457 -9.842 -26.887 6.173 46.901 -1.963 44.938
Dividenden -156.491 -156.491 -602 -157.093
Veränderung der eigenen Aktien -123 -32.857 -32.980 -32.980
Änderungen aus Aktienoptionsprogrammen 1.619 1.619 1.619
Änderung der Konsolidierungsmethode -88 -88 -88
STAND ZUM 30. JUNI 2019 104.000 36.476 1.368.148 -1.311 -109.115 -60.154 -163.791 1.174.253 12.939 1.187.192
STAND ZUM 1. JÄNNER 2020 104.000 36.476 1.413.451 -5.256 -102.880 -70.221 -168.983 1.206.587 12.972 1.219.559
Konzernergebnis 84.853 84.853 -1.516 83.337
Sonstiges Ergebnis -7.358 5.510 -72.743 -74.591 -499 -75.090
Gesamtergebnis 84.853 -7.358 5.510 -72.743 10.262 -2.015 8.247
Dividenden -26 -26
Veränderung der eigenen Aktien -504 -11.122 -11.626 -11.626
Änderungen aus Aktienoptionsprogrammen 746 746 746
STAND ZUM 30. JUNI 2020 104.000 36.476 1.498.546 -12.614 -97.370 -142.964 -180.105 1.205.969 10.931 1.216.900

KONZERNANHANG

Zum 30. Juni 2020

A) ALLGEMEINES UND RECHTLICHE GRUNDLAGEN

1. Allgemeines

Die Andritz AG ist eine Gesellschaft nach österreichischem Recht und notiert seit Juni 2001 an der Wiener Börse. Die ANDRITZ-GRUPPE (der "Konzern" oder "ANDRITZ") ist ein führender Hersteller von hochtechnologischen Industriemaschinen und -anlagen und arbeitet in vier strategischen Geschäftsbereichen: Pulp & Paper, Metals, Hydro sowie Separation.

Der Geschäftsverlauf der ANDRITZ-GRUPPE ist im Allgemeinen durch keine Saisonalität gekennzeichnet.

Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten.

2. Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung der Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31. Dezember 2019 wurden – mit Ausnahme der nachfolgend erläuterten Änderungen – unverändert angewandt. Für weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 verwiesen, der die Basis für den vorliegenden Konzernzwischenabschluss darstellt.

Mit Ausnahme der Änderungen aufgrund der Covid-19-Pandemie, die im Kapitel "Auswirkungen von Covid-19" beschrieben sind, sind die wesentlichen Annahmen und Schätzungsunsicherheiten unverändert zu jenen, die im Konzernanhang vom 31. Dezember 2019 beschrieben sind. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

a) Erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen

Für das am 1. Jänner 2020 beginnende Geschäftsjahr wurden von ANDRITZ folgende neue und überarbeitete bzw. ergänzte Standards des IASB sowie Interpretationen des IFRIC angewendet:

Standard/Interpretation Titel Erstmals gültig für Ge
schäftsjahre beginnend
am oder nach dem
Von der EU übernommen
IAS 1 und IAS 8 Änderung: Definition von Wesentlichkeit 1. Jänner 2020 29. November 2019
Änderung der Verweise auf das Rahmenkonzept zur
Rechnungslegung
1. Jänner 2020 29. November 2019
IAS 39, IFRS 9 und IFRS 7 Änderung: Reform der Referenzzinssätze 1. Jänner 2020 15. Jänner 2020
IFRS 3 Änderung: Definition eines Geschäftsbetriebs 1. Jänner 2020 21. April 2020

Mit den Änderungen an IAS 1 und IAS 8 wird ein einheitlicher Definitionsbegriff der Wesentlichkeit von Abschlussinformationen geschaffen.

Bei der Änderung der Verweise auf das Rahmenkonzept zur Rechnungslegung hat die Europäische Beratungsgruppe für Rechnungslegung (EFRAG) eine redaktionelle Anpassung der bisherigen Verweise auf das Framework in diversen Standards vorgesehen. Betroffen sind IFRS 2, IFRS 3, IFRS 6, IFRS 14, IAS 1, IAS 8, IAS 34, IAS 37, IAS 38, IFRIC 12, IFRIC 19, IFRIC 20, IFRIC 22 und SIC 32.

Die Änderung an IAS 39, IFRS 9 und IFRS 7 betrifft die Anforderungen für Sicherungsgeschäfte in Bezug auf Ansatz, Bewertung und Offenlegung.

Mit der Änderung an IFRS 3 stellt der IASB klar, dass ein Geschäftsbetrieb eine Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten umfasst, die mindestens einen Ressourceneinsatz (Input) und einen substanziellen Prozess beinhalten, die dann zusammen signifikant zur Fähigkeit beitragen, Leistungen (Output) zu produzieren.

Diese geänderten Standards haben bei ANDRITZ keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen.

b) Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards und Interpretationen

Die nachfolgenden vom IASB veröffentlichten Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind auch von ANDRITZ bislang noch nicht angewendet worden:

Titel Erstmals gültig für Ge
schäftsjahre beginnend
am oder nach dem
Von der EU übernommen
Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten
Nutzung
1. Jänner 2022 offen
Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung 1. Jänner 2022 offen
Referenz zum Framework 1. Jänner 2022 offen
Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018-
2020)
1. Jänner 2022 offen
Änderung: Darstellung des Abschlusses 1. Jänner 2023 offen
Versicherungsverträge inkl. Änderungen an IFRS 17 1. Jänner 2023 offen

Die Änderung betreffend IAS 16 klärt, dass es unzulässig ist, von den Kosten einer Sachanlage Erträge abzuziehen, die aus der Veräußerung von Gütern entstehen, die produziert werden, während eine Sachanlage in den betriebsbereiten Zustand gebracht wird, davon ausgenommen sind Kosten für Testläufe.

Mit der Änderung an IAS 37 wird festgelegt, dass die Kosten der Vertragserfüllung sich aus den Kosten, die sich direkt auf den Vertrag beziehen zusammensetzen. Das umfasst zusätzliche Kosten für die Erfüllung dieses Vertrags und Zuweisungen anderer Kosten, die sich direkt auf die Erfüllung von Verträgen beziehen.

Die Änderung betreffend IFRS 3 beinhaltet, dass sich der Standard nicht mehr auf das Rahmenkonzept 1989 sondern auf das Rahmenkonzept 2018 bezieht, sowie zwei Ergänzungen. Bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Eventualforderungen sind nicht anzusetzen und ein Erwerber hat bei der Identifizierung von Schulden, die er bei einem Unternehmenszusammenschluss übernommen hat, auf Geschäftsvorfälle und ähnliche Ereignisse im Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 diese Vorschriften anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden.

Die jährlichen Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018-2020) enthalten Klarstellungen zu IFRS 1 – Erstmalige Anwendung, IFRS 9 – Finanzinstrumente, IFRS 16 – Leasingverhältnisse und IAS 41 – Landwirtschaft.

Die Änderung der Darstellung bezüglich IAS 1 betrifft die Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig.

IFRS 17 regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge.

Diese neuen oder geänderten Standards haben bei ANDRITZ voraussichtlich keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen.

c) Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Um die ökonomischen Auswirkungen der Risikomanagementaktivitäten besser abbilden zu können, hat ANDRITZ beschlossen die Bestimmungen zur bilanziellen Behandlung von Sicherungsgeschäften nach IFRS 9 ab 1. Jänner 2020 anzuwenden. Hinsichtlich der Risikomanagementstrategie des Konzerns wird auf die Ausführungen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 verwiesen (Kapitel F – Finanz- und Kapitalstruktur, Finanzinstrumente und Risikomanagement). Derivative Finanzinstrumente, bei denen die Kriterien des IFRS 9 für Hedge Accounting nicht erfüllt sind, werden gemäß IFRS 9 als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert und erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst.

Die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften erfolgt gemäß den Vorgaben des IFRS 9.6.4. hinsichtlich der Anforderungen an zulässigen Grund- und Sicherungsgeschäften sowie der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen. Die Regelungen des Hedge Accounting nach IFRS 9 werden prospektiv ab Beginn der Dokumentation des Sicherungszusammenhangs angewendet. Eine retrospektive Anpassung betreffend die bilanzielle Behandlung von Sicherungsbeziehungen hat nicht zu erfolgen, da die bestehenden nach IAS 39 bilanzierten Hedge Accounting Beziehungen auch die Voraussetzungen zum Hedge Accounting nach IFRS 9 erfüllen.

Die Bestimmungen des Hedge Accounting im Sinne von IFRS 9 werden auch bei nicht-finanziellen Grundgeschäften zur Absicherung einzelner Risikokomponenten eingesetzt. In der ANDRITZ-GRUPPE betrifft dies vor allem die zeitraumbezogene Realisierung der Umsatzerlöse in Fremdwährung.

Cashflow-Hedges

Im Zusammenhang mit der Absicherung künftiger Zahlungsströme aus einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig eintretenden Transaktion wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis und der ineffektive Teil sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Führt die Cashflow-Absicherung zu einem Vermögenswert oder zu einer Schuld, werden die Beträge, die im Eigenkapital abgegrenzt wurden, in dem Zeitpunkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem die abgesicherte Position das Ergebnis beeinflusst. Resultiert die Absicherung einer erwarteten Transaktion im Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Verbindlichkeit, werden die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge Teil der Anschaffungskosten zum Zugangszeitpunkt des nicht finanziellen Vermögenswerts oder der nicht finanziellen Verbindlichkeit.

In der ANDRITZ-GRUPPE werden Zahlungsströme aus Kundenaufträgen und Beschaffungsvorgängen durch Fremdwährungs-Forwards bzw. Fremdwährungsswaps gesichert. Hierdurch sollen die im Rahmen der Projektkalkulation erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktionen in Fremdwährung gesichert werden. ANDRITZ wendet zur Absicherung einer mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktion die Bestimmungen des Cashflow-Hedge Accounting an und sichert sich gegen künftige Ergebnisauswirkungen aus Cash-Flow-Schwankungen ab. Überdies sichert sich ANDRITZ gegen das Zinsrisiko zukünftiger Zahlungsströme aus finanziellen Schulden durch Zinsswaps ab.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im Zusammenhang mit erfolgsbezogenen Zuwendungen wird die Darstellung danach unterschieden, ob mit der Zuwendung mehrere Aufwandsarten entlastet werden oder nicht. So werden Zuwendungen im Zusammenhang mit F&E-Aktivitäten als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, wohingegen Zuwendungen im Zusammenhang mit nur einer Aufwandsart direkt als Kürzung dieser Aufwandsart ausgewiesen werden.

B) ANGABEN ZUR STRUKTUR VON ANDRITZ

3. Konsolidierungskreis

Der Konzernzwischenabschluss beinhaltet die Andritz AG und die von ihr kontrollierten Unternehmen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Der Konsolidierungskreis hat sich wie folgt entwickelt:

2020 2019
Vollkonsolidierung Equity-Methode Vollkonsolidierung Equity-Methode
Stand zum 1. Jänner 183 4 190 3
Zugänge aus Unternehmenserwerben
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen
Neugründungen 1 1
Zugänge aus der Änderung der Konsolidierungsmethode
Abgänge aus der Änderung der Konsolidierungsmethode -1 -5
Umgründungen und Liquidationen -3 -3
Stand zum 30. Juni 179 4 183 4
Davon entfallen auf:
Inländische Unternehmen 7 0 7 0
Ausländische Unternehmen 172 4 176 4

4. Akquisitionen

Es wurden im Berichtszeitraum keine Akquisitionen durchgeführt.

5. Nahestehende Unternehmen und Personen

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden nur in unwesentlichem Ausmaß getätigt und bestehen hauptsächlich aus Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen.

Es gab keine wesentlichen Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Personen, die im letzten Jahresfinanzbericht dargelegt wurden und welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns während der ersten sechs Monate des aktuellen Geschäftsjahrs wesentlich beeinflusst haben.

C) ERGEBNIS DES JAHRES

6. Segmentberichterstattung

Die ANDRITZ-GRUPPE betreibt ihre Geschäftsaktivitäten in den folgenden Geschäftsbereichen:

  • Pulp & Paper (PP)
  • Metals (ME)
  • Hydro (HY)
  • Separation (SE)

a) Informationen nach Geschäftsbereichen für das 1. Halbjahr 2020

(in TEUR) PP ME HY SE Gesamt
Umsatz 1.595.600 698.186 587.639 291.555 3.172.980
EBITDA 184.792 5.821 42.117 25.886 258.616
EBITA 146.390 -15.006 23.997 18.952 174.333
Investitionen 32.375 9.639 13.491 4.411 59.916
Abschreibungen und Wertminderungen
von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen
55.763 34.248 19.586 6.933 116.530
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
4 -388 50 0 -335
Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
0 98 4.365 0 4.463

b) Informationen nach Geschäftsbereichen für das 1. Halbjahr 2019

(in TEUR) PP ME HY SE Gesamt
Umsatz 1.310.319 758.746 675.603 317.773 3.062.441
EBITDA 163.030 15.755 60.236 23.728 262.749
EBITA 123.638 -6.869 44.032 16.744 177.545
Investitionen 24.218 14.536 17.500 5.752 62.006
Abschreibungen und Wertminderungen
von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen
66.224 38.938 17.254 6.980 129.396
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen
-8 -1 -24 0 -33
Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
0 499 4.391 0 4.890

7. Umsatzerlöse

Die folgende Übersicht zeigt die Außenumsätze von ANDRITZ für das 1. Halbjahr 2020 bzw. 2019 auf Basis der berichteten Geschäftsbereiche:

Pulp & Paper Metals Hydro Separation Gesamt
(in TEUR) 2020 2019 2020 2019 2020 2019 2020 2019 2020 2019
REGIONEN
Europa 474.680 456.264 301.200 312.951 193.154 244.067 100.641 110.588 1.069.675 1.123.870
Nordamerika 290.048 295.425 174.476 152.805 109.167 133.321 84.066 84.569 657.757 666.120
Südamerika 493.463 225.439 17.625 23.065 28.780 39.824 27.687 29.361 567.555 317.689
Asien (ohne China) 162.543 147.549 30.145 49.891 138.573 150.100 32.310 34.125 363.571 381.665
China 131.272 136.519 168.421 209.414 50.969 67.128 30.170 43.544 380.832 456.605
Sonstige 43.594 49.123 6.319 10.620 66.996 41.163 16.681 15.586 133.590 116.492
1.595.600 1.310.319 698.186 758.746 587.639 675.603 291.555 317.773 3.172.980 3.062.441
ZEITPUNKT DER UM
SATZREALISIERUNG
Über einen Zeitraum 988.431 692.155 479.852 465.281 488.599 551.580 94.890 103.972 2.051.772 1.812.988
Zu einem Zeitpunkt 607.169 618.164 218.334 293.465 99.040 124.023 196.665 213.801 1.121.208 1.249.453
1.595.600 1.310.319 698.186 758.746 587.639 675.603 291.555 317.773 3.172.980 3.062.441
UMSATZKATEGORIEN
Neuanlagen 950.796 617.306 535.102 559.830 387.524 480.143 138.726 167.257 2.012.148 1.824.536
Service 644.804 693.013 163.084 198.916 200.115 195.460 152.829 150.516 1.160.832 1.237.905
1.595.600 1.310.319 698.186 758.746 587.639 675.603 291.555 317.773 3.172.980 3.062.441

D) LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN

8. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen im ersten Halbjahr 2020 betrugen 59.920 TEUR. Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich auf 116.530 TEUR.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 4.674 TEUR vorgenommen, da sich der Geschäftsverlauf nicht wie erwartet entwickelt hat. Die Wertminderung betrifft eine zahlungsmittelgenerierende Einheit, die dem Geschäftsbereich Metals zugeordnet ist. Der erzielbare Betrag dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit entspricht ihrem Nutzungswert.

9. Rückstellungen

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bewertung der verschiedenen Pensionspläne und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen beruht auf einer Methode, bei der Parameter wie der erwartete Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie die erwarteten Erträge aus Planvermögen angewendet werden. Wenn sich die relevanten Parameter wesentlich anders als erwartet entwickeln, kann dies wesentliche Auswirkungen auf die Rückstellung und somit die Vermögenslage des Konzerns haben.

Im Hinblick auf die Entwicklung der Rechnungszinssätze gemäß IAS 19.83 wurde zum 30. Juni 2020 eine Schätzungsanpassung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen in Höhe von -7.683 TEUR (vor Ertragsteuern) vorgenommen.

E) FINANZ- UND KAPITALSTRUKTUR UND FINANZINSTRUMENTE

10. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die nachstehenden Tabellen zeigen die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden, einschließlich ihrer Stufen in der Fair-Value-Hierarchie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt:

A N D R I T Z – F i n a n z b e r i c h t H 1 2 0 2 0 K o n z e r n a n h a n g

Zum 30. Juni 2020

(in TEUR) Buchwert Beizulegender Zeitwert
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Hedge
Accounting
Verpflichtend
erfolgswirk
sam zum
beizulegen
den Zeitwert
Eigenkapi
talinstrumente
– Erfolgs
neutral zum
beizulegen
den Zeitwert
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
Sonstige
finanzielle
Verbindlich
keiten
Keine IFRS 9-
Bewertungs
kategorie
Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Unter "Veranlagungen" ausgewiesene Termingelder 199.115 199.115
Übrige Veranlagungen 135.877 8.117 143.994 143.994 143.994
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige Beteiligungen 607 18.803 19.410 607 607
Derivative Finanzinstrumente 2.418 47.852 50.270 50.270 50.270
Übrige sonstige Finanzanlagen 7.614 7.614 7.456 7.456
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 769.726 769.726
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 125.327 190.077 315.404
Schuldscheindarlehen 70.000 70.000 70.048 70.048
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.138.328 1.138.328
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE 2.418 183.729 8.724 2.310.110 208.880 2.713.861
Derivative Finanzinstrumente 18.911 43.845 62.756 62.756 62.756
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 259.870 259.870 257.718 257.718
Leasingverbindlichkeiten 242.739 242.739 246.609 246.609
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 717.180 717.180
Verbindlichkeiten Erwerb NCI und bedingte Gegenleistungen 717 23.775 24.492 23.542 23.542
Schuldscheindarlehen 1.073.382 1.073.382 1.074.890 1.074.890
Sonstige Verbindlichkeiten 91.825 761.066 852.891
FINANZIELLE SCHULDEN 18.911 44.562 2.408.771 761.066 3.233.310

A N D R I T Z – F i n a n z b e r i c h t H 1 2 0 2 0 K o n z e r n a n h a n g

Zum 31. Dezember 2019

(in TEUR) Buchwert Beizulegender Zeitwert
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Hedge
Accounting
Verpflichtend
erfolgswirk
sam zum
beizulegen
den Zeitwert
Eigenkapi
talinstrumente
– Erfolgs
neutral zum
beizulegen
den Zeitwert
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
Sonstige
finanzielle
Verbindlich
keiten
Keine IFRS 9-
Bewertungs
kategorie
Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Unter "Veranlagungen" ausgewiesene Termingelder 236.948 236.948
Übrige Veranlagungen 94.386 6.457 100.843 100.843 100.843
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige Beteiligungen 606 17.188 17.794 606 606
Derivative Finanzinstrumente 40.084 40.084 40.084 40.084
Übrige sonstige Finanzanlagen 7.701 7.701 7.788 7.788
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 931.804 931.804
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 105.982 190.636 296.618
Schuldscheindarlehen 80.000 80.000 80.081 80.081
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.200.794 1.200.794
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE 134.470 7.063 2.563.229 207.824 2.912.586
Derivative Finanzinstrumente 6.253 45.527 51.780 51.780 51.780
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 286.272 286.272 283.952 283.952
Leasingverbindlichkeiten 260.108 260.108 266.335 266.335
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 668.934 668.934
Verbindlichkeiten Erwerb NCI und bedingte Gegenleistungen 2.691 23.775 26.466 25.548 25.548
Schuldscheindarlehen 1.073.209 1.073.209 1.087.586 1.087.586
Sonstige Verbindlichkeiten 96.385 803.561 899.946
FINANZIELLE SCHULDEN 6.253 48.218 2.408.683 803.561 3.266.715

11. Eigenkapital

a) Dividenden

Die Ausschüttung für 2019 in Höhe von 49.719 TEUR – das entspricht einer Dividende von 0,50 EUR je Aktie – wurde vom Vorstand vorgeschlagen und in der 113. ordentlichen Hauptversammlung am 7. Juli 2020 beschlossen. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 13. Juli 2020. Per 30. Juni 2020 wurde die Ausschüttung daher noch nicht erfasst.

b) Eigene Aktien

Im ersten Halbjahr 2020 hat ANDRITZ insgesamt 475.000 Stück eigene Aktien mit einem Gesamtwert von 12.921 TEUR zurückgekauft. 45.550 Aktien wurden an Mitarbeiter von ANDRITZ im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsaktionen ausgegeben.

F) SONSTIGES

12. Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2020 99.957 TEUR (H1 2019: 271.884 TEUR). Der Rückgang ist vor allem auf projektbedingte Veränderungen des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2020 -38.629 TEUR (H1 2019: -92.593 TEUR). Die Veränderung gegenüber der Vorperiode resultiert hauptsächlich aus unterschiedlichen Ein- und Auszahlungshöhen von finanziellen Vermögenswerten.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2020 -60.043 TEUR (H1 2019: 115.054 TEUR). Die Veränderung ist vor allem auf die Begebung von Schuldscheindarlehen im Mai 2019 (mit Nominale von insgesamt 175.000 TEUR) sowie die Aufnahme von Krediten zurückzuführen. Demgegenüber wurde im ersten Halbjahr 2020 noch keine Dividende ausgeschüttet (im ersten Halbjahr 2019 wurden 156.491 TEUR ausgeschüttet).

13. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Im Geschäftsbereich Hydro wurde 2019 der Verkauf von Sachanlagen (technische Anlagen, Grundstücke und Gebäude) in Araraquara, Brasilien, eingeleitet. Der Verkauf wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 abgeschlossen sein. Es wurden Vermögenswerte von 4.257 TEUR als zur Veräußerung gehalten angesetzt. Gemäß IFRS 5 fand zum 31. Dezember 2019 eine Bewertung der Buchwerte unmittelbar vor der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten statt. Daraus ergaben sich im Geschäftsjahr 2019 Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 920 TEUR. An dieser Bewertung hat sich zum 30. Juni 2020 keine wesentliche Änderung ergeben.

Der Geschäftsbereich Pulp & Paper enthält eine Produktionsstätte in Warwick/Québec, Kanada, die bereits im Geschäftsjahr 2018 als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurde. Der Verkauf hat sich verzögert, da Umstände eingetreten sind, die zuvor als unwahrscheinlich eingestuft wurden. Es wird weiterhin am Plan zum Verkauf der Produktionsstätte festgehalten und es wurden bereits die erforderlichen Maßnahmen zur Berücksichtigung der geänderten Umstände ergriffen. Die entsprechenden Sachanlagen in Höhe von 476 TEUR sind weiterhin als zur Veräußerung gehalten angesetzt.

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14. Auswirkungen von Covid-19

Seit Beginn des Geschäftsjahrs breitet sich Covid-19 weltweit aus und stellt für die ANDRITZ-GRUPPE ein signifikantes Ereignis im Sinne von IAS 34.15-15C dar. Es bestehen keine Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung für die ANDRITZ-GRUPPE. Es gibt keine wesentliche Veränderung der finanziellen Risiken und Neuverhandlungen von Finanzverbindlichkeiten. Die bezüglich IFRS 16 veröffentlichte Befreiung von der Beurteilung, ob aufgrund der Covid-19-Pandemie eingeräumte Mietkonzessionen eine Leasingmodifikation darstellen, wurde nicht in Anspruch genommen. Nachfolgend sind wesentliche Auswirkungen dargestellt:

  • Der Umsatz erhöhte sich trotz der schlechten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund von Großaufträgen, die erwartungsgemäß abgearbeitet werden konnten. Jedoch ergaben sich durch Reiseeinschränkungen und Zugangsbeschränkungen zu Standorten von Kunden teilweise negative Auswirkungen auf den Umsatz in der Kategorie Service.
  • Zuwendungen der öffentlichen Hand wurden in mehreren Ländern in Anspruch genommen. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, sind die Zuschüsse planmäßig im Gewinn oder Verlust erfasst worden. Die ANDRITZ-GRUPPE hat im Berichtszeitraum staatliche Unterstützung im Wesentlichen im Zusammenhang mit Kurzarbeit erhalten.
  • Diverse Aufwendungen wie zum Beispiel Reisekosten konnten Covid-19-bedingt und bedingt durch kurzfristige Kostensenkungsmaßnahmen reduziert werden.
  • Aufgrund höher erwarteter Kreditausfälle der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Folge von Covid-19 hat die ANDRITZ-GRUPPE die Gruppenwertberichtigung erhöht und den Fokus auf die genaue Beobachtung der Entwicklung des Kreditrisikos gesetzt.
  • ANDRITZ hat beurteilt, ob ein Anhaltspunkt für eine anlassbezogene Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegt. Die Analyse von internen und externen Quellen wie Marktkapitalisierung, Marktrenditen, Marktentwicklung und das rechtliche Umfeld haben teilweise vorübergehend negative Effekte gezeigt, von denen jedoch erwartet wird, dass sie sich langfristig wieder ausgleichen. Es ergab sich, basierend auf diesen Annahmen und aktualisierten gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten, das Erfordernis einer Wertminderung bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit im Geschäftsbereich Metals.
  • In Summe konnte die ANDRITZ-GRUPPE das EBIT im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr erhöhen.

15. Ereignisse nach dem 30. Juni 2020

Es gibt keine außerordentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands der ANDRITZ AG gemäß § 125 Abs. 1 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Lagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss und bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahrs und bezüglich der offen zu legenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Graz, Juli 2020

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Vorstandsvorsitzender Pulp & Paper

(Service), Separation

Finanzvorstand Pulp & Paper

(Neuanlagen), Metals Processing

Wolfgang Leitner Humbert Köfler Norbert Nettesheim Joachim Schönbeck Wolfgang Semper

Hydro

GLOSSAR

Auftragseingang

Der Auftragseingang entspricht den geschätzten Umsatzerlösen der in Kraft gesetzten Aufträge unter Berücksichtigung von Änderungen und Korrekturen des Auftragswerts; Absichtserklärungen sind nicht Teil des Auftragseingangs

Auftragsstand

Der Auftragsstand stellt die aktuellen Kundenaufträge im Berichtszeitpunkt dar und wird im Wesentlichen ermittelt als Auftragsstand am Beginn der Berichtsperiode erhöht um neue Auftragseingänge in der Berichtsperiode und vermindert um die Erfassung der Umsatzerlöse der Berichtsperiode

Avale

Diese umfassen Bietungs-, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs-, Performance- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften zu Lasten der ANDRITZ-GRUPPE

Bruttoliquidität

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente plus Veranlagungen plus Schuldscheindarlehen

Dividende je Aktie

Teil des Gewinns je Aktie, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird

EBIT

Ergebnis vor Zinsen und Steuern

EBITA

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Geschäfts- oder Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderungsaufwendungen für Geschäfts- oder Firmenwerte

EBITDA

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

EBT Ergebnis vor Steuern

Eigenkapitalquote

Summe Eigenkapital/Bilanzsumme

Gewinn je Aktie

Konzernergebnis der Gesellschafter der Muttergesellschaft/gewogene durchschnittliche Anzahl an Aktien

HY

Geschäftsbereich Hydro

Investitionen

Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

ME

Geschäftsbereich Metals

MEUR

Millionen Euro

Mitarbeiter Anzahl der Mitarbeiter ohne Lehrlinge

MUSD

Millionen US-Dollar

NCI

Non-controlling interests – Minderheiten

Nettoliquidität

Bruttoliquidität plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten

Nettoumlaufvermögen

Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Veranlagungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Schuldscheindarlehen) abz. sonstiger langfristiger und kurzfristiger Schulden (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen)

PP

Geschäftsbereich Pulp & Paper

SE Geschäftsbereich Separation

Summe Eigenkapital

Summe Eigenkapital inkl. nicht beherrschender Anteile

TEUR

26

Tausend Euro

Kontakt und Impressum ANDRITZ AG Stattegger Straße 18 8045 Graz, Österreich [email protected] Inhouse produziert mit firesys

Disclaimer:

Bestimmte Aussagen in diesem Bericht sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Bericht auf geschlechtsspezifische Formulierungen verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen beziehen sich auf beide Geschlechter.

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