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Andritz AG Annual Report 2015

Mar 4, 2016

735_10-k_2016-03-04_c792a718-06b6-4dad-8b9a-6009e0c8bd09.pdf

Annual Report

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Jeden Tag werden uns viele interessante Fragen zu sehr unterschiedlichen Themen rund um ANDRITZ gestellt. Im Fachjargon werden diese Fragen FAQs genannt: Frequently Asked Questions, also häufig gestellte Fragen. Diese Fragen, zumeist über aktuelle und zukünftige Entwicklungen des Unternehmens, stellen uns Kunden, Lieferanten, Finanzinvestoren und -analysten, Aktionäre, Journalisten und Mitarbeiter. Bei unseren Antworten sind uns größtmögliche Transparenz, Ausführlichkeit, Offenheit und Schnelligkeit besonders wichtig. Grund genug, die wichtigsten Fragen an ANDRITZ und unsere Antworten darauf im aktuellen Geschäftsbericht in den Vordergrund zu rücken. Der Geschäftsbericht soll Ihnen, sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, einige dieser Fragen beantworten. Und sollte dennoch eine Frage offen bleiben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an [email protected] – wir versprechen, transparent, ausführlich, offen und rasch zu antworten! Der ANDRITZ-Geschäftsbericht steht so wie der Jahresfinanzbericht 2015 auf www.andritz.com als Download zur Verfügung – oder Sie fordern kostenlose Druckexemplare per E-Mail an: [email protected].

KENNZAHLEN DER ANDRITZ-GRUPPE

Einheit 2015 2014* 2013 2012 2011
Auftragseingang MEUR 6.017,7 6.101,0 5.611,0 4.924,4 5.706,9
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 7.324,2 7.510,6 7.388,5 6.614,8 6.683,1
Umsatz MEUR 6.377,2 5.859,3 5.710,8 5.176,9 4.596,0
Umsatzrendite1) % 5,8 5,0 1,6 6,5 6,8
EBITDA2) MEUR 534,7 472,0 255,2 418,6 386,2
EBITA3) MEUR 429,0 379,5 164,1 357,8 331,5
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) MEUR 369,1 295,7 89,8 334,5 312,7
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 376,4 299,4 80,3 330,4 321,7
Konzernergebnis
(vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen)
MEUR 270,4 210,0 53,2 241,3 231,5
Konzernergebnis
(nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) MEUR 267,7 210,9 66,6 242,7 230,7
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit MEUR 179,4 342,1 93,7 346,5 433,8
Investitionen4) MEUR 101,4 106,5 111,4 109,1 77,0
Free Cashflow5) MEUR 85,0 245,8 -11,5 239,7 361,1
Free Cashflow je Aktie6) EUR 0,8 2,4 -0,1 2,3 3,5
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 24.508 24.853 23.713 17.865 16.750
Anlagevermögen MEUR 1.771,1 1.807,6 1.759,0 1.390,8 1.151,8
Umlaufvermögen MEUR 4.006,9 4.187,6 3.812,4 3.770,2 3.414,8
Summe Eigenkapital7) MEUR 1.215,6 1.038,3 929,5 1.033,8 938,9
Rückstellungen MEUR 1.130,4 1.056,2 993,6 725,4 667,3
Verbindlichkeiten MEUR 3.432,0 3.900,7 3.648,3 3.401,8 2.960,4
Bilanzsumme MEUR 5.778,0 5.995,2 5.571,4 5.161,0 4.566,6
Eigenkapitalquote8) % 21,0 17,3 16,7 20,0 20,6
Eigenkapitalrentabilität9) % 31,0 28,8 8,6 32,0 34,3
Gesamtkapitalrentabilität10) % 6,4 4,9 1,6 6,5 6,8
Bruttoliquidität11) MEUR 1.449,4 1.701,6 1.517,0 2.047,8 1.814,5
Nettoliquidität12) MEUR 984,0 1.065,1 893,1 1.285,7 1.400,6
Nettoverschuldung13) MEUR -601,6 -659,4 -585,0 -1.053,3 -1.198,4
Nettoumlaufvermögen14) MEUR -182,1 -570,9 -539,4 -631,8 -639,2
Capital employed15) MEUR 736,7 387,0 443,6 -36,5 -128,6
Verschuldungsgrad16) % -49,5 -63,5 -62,9 -101,9 -127,6
EBITDA-Marge % 8,4 8,1 4,5 8,1 8,4
EBITA-Marge % 6,7 6,5 2,9 6,9 7,2
EBIT-Marge % 5,8 5,0 1,6 6,5 6,8
Konzernergebnis/Umsatz % 4,2 3,6 0,9 4,7 5,0
ROE17) % 22,2 20,2 5,7 23,3 24,7
EV18)/EBITDA - 6,9 7,8 15,1 9,0 5,0
Abschreibungen/Umsatz % 2,4 2,9 2,8 1,6 1,6

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

1) Ergebnis vor Zinsen und Steuern/Umsatz 2) Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 3) Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 44.644 TEUR (2014: 78.038 TEUR) sowie Wertminderungsverlust Firmenwert in Höhe von 15.273 TEUR (2014: 5.747 TEUR) 4) Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 5) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen plus Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 6) Free Cashflow/Aktiengesamtzahl 7) Summe Eigenkapital inkl. nicht beherrschende Anteile 8) Summe Eigenkapital/Bilanzsumme 9) Ergebnis vor Steuern/Summe Eigenkapital 10) Ergebnis vor Zinsen und Steuern/Bilanzsumme 11) Zahlungsmittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens plus Schuldscheindarlehen 12) Bruttoliquidität plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten 13) Verzinsliches Fremdkapital inkl. Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie Schuldscheindarlehen 14) Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Wertpapiere des Umlaufvermögens, Zahlungsmittel sowie Schuldscheindarlehen) abzüglich sonstige langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen) 15) Nettoumlaufvermögen plus immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 16) Nettoverschuldung/Summe Eigenkapital 17) ROE (Return On Equity): Konzernergebnis/Summe Eigenkapital 18) EV (Enterprise Value): Marktkapitalisierung per ultimo minus Nettoliquidität

Alle Zahlen gemäß IFRS. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten. MEUR = Million Euro, TEUR = Tausend Euro.

Der Schuler-Konzern wurde per 1. März 2013 in den Konzernabschluss der ANDRITZ-GRUPPE einbezogen und ist dem Geschäftsbereich METALS zugeordnet. Für die Vergleichsperioden der Vorjahre sind keine Pro-forma-Zahlen verfügbar.

KENNZAHLEN DER GESCHÄFTSBEREICHE

HYDRO

Einheit 2015 2014 2013 2012 2011
Auftragseingang MEUR 1.718,7 1.816,7 1.865,4 2.008,4 2.096,2
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 3.640,9 3.708,6 3.722,4 3.842,3 3.671,4
Umsatz MEUR 1.834,8 1.752,3 1.804,8 1.836,8 1.772,9
EBITDA MEUR 183,6 177,2 176,8 182,4 174,3
EBITDA-Marge % 10,0 10,1 9,8 9,9 9,8
EBITA MEUR 145,3 144,8 146,9 153,2 147,7
EBITA-Marge % 7,9 8,3 8,1 8,3 8,3
Investitionen MEUR 27,4 39,4 44,5 56,7 44,3
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 8.230 8.339 7.445 7.469 7.285

PULP & PAPER

Einheit 2015 2014 2013 2012 2011
Auftragseingang MEUR 2.263,9 1.995,7 1.907,7 1.962,4 2.694,1
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 1.998,6 1.875,4 1.885,6 2.018,1 2.230,0
Umsatz MEUR 2.196,3 1.969,3 2.005,3 2.282,2 1.884,9
EBITDA MEUR 214,8 127,6 -11,5 156,2 138,1
EBITDA-Marge % 9,8 6,5 -0,6 6,8 7,3
EBITA MEUR 190,9 102,9 -35,7 134,6 120,4
EBITA-Marge % 8,7 5,2 -1,8 5,9 6,4
Investitionen MEUR 21,1 28,1 26,0 36,4 22,5
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 7.324 7.236 7.136 6.774 6.208

METALS

Einheit 2015 2014 2013 2012 2011
Auftragseingang MEUR 1.438,6 1.692,8 1.233,8 324,2 318,6
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 1.332,5 1.566,1 1.427,6 451,4 465,1
Umsatz MEUR 1.718,1 1.550,4 1.311,0 404,7 372,7
EBITDA MEUR 104,8 134,0 76,6 28,0 21,5
EBITDA-Marge % 6,1 8,6 5,8 6,9 5,8
EBITA MEUR 70,5 110,2 53,5 25,1 19,4
EBITA-Marge % 4,1 7,1 4,1 6,2 5,2
Investitionen MEUR 40,2 27,9 32,7 2,6 1,8
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 6.160 6.432 6.300 1.129 945

Der Schuler-Konzern wurde per 1. März 2013 in den Konzernabschluss der ANDRITZ-GRUPPE einbezogen und ist dem Geschäftsbereich METALS zugeordnet. Für die Vergleichsperioden der Vorjahre sind keine Pro-forma-Zahlen verfügbar.

SEPARATION

Einheit 2015 2014 2013 2012 2011
Auftragseingang MEUR 596,5 595,8 604,1 629,4 598,0
Auftragsstand (per ultimo) MEUR 352,2 360,5 352,9 303,0 316,6
Umsatz MEUR 628,0 587,3 589,7 653,2 565,5
EBITDA MEUR 31,5 33,2 13,3 52,0 52,3
EBITDA-Marge % 5,0 5,7 2,3 8,0 9,2
EBITA MEUR 22,3 21,6 -0,6 44,9 44,0
EBITA-Marge % 3,6 3,7 -0,1 6,9 7,8
Investitionen MEUR 12,7 11,1 8,2 13,4 8,4
Mitarbeiter (per ultimo, ohne Lehrlinge) - 2.794 2.846 2.832 2.493 2.312

PROFIL, STRATEGIE, VISION UND ZIELE

Unternehmensprofil

ANDRITZ ist einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für Wasserkraftwerke, die Zellstoff- und Papierindustrie, die Metall verarbeitende Industrie und Stahlindustrie sowie die kommunale und industrielle Fest-Flüssig-Trennung. Der Hauptsitz des börsennotierten Technologiekonzerns, der weltweit rund 24.500 Mitarbeiter beschäftigt, befindet sich in Graz, Österreich. Die ANDRITZ-GRUPPE betreibt mehr als 250 Standorte weltweit.

Strategie

1. Position in Europa und Nordamerika ausbauen, Chancen in Südamerika und Asien nützen

ANDRITZ bedient in allen vier Geschäftsbereichen Märkte, die über ein langfristiges und nachhaltiges Wachstumspotenzial verfügen. Innerhalb dieser Märkte fokussiert die Gruppe auf kontinuierlich wachsende Segmente, wie zum Beispiel auf die Lieferung von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie aus Wasserkraft oder zur Produktion von Tissue- und Verpackungspapieren. Regional betrachtet, bedeutet dies: ANDRITZ baut die bestehende Position in Europa und Nordamerika aus und nutzt die Wachstums- und Absatzchancen in den aufstrebenden Ländern Südamerikas und Asiens.

2. Globale und lokale Kundennähe

Die ANDRITZ-GRUPPE ist weltweit präsent. Kunden profitieren von diesem Netzwerk einerseits durch das globale Know-how von ANDRITZ und andererseits durch die lokale Nähe zu ANDRITZ. Mit dieser Mischung aus globaler und lokaler Kundennähe unterstützt die Gruppe ihre Kunden bei der Erreichung ihrer Ziele hinsichtlich Produktivität, Rentabilität und Nachhaltigkeit. Durch ihre weltweite Präsenz profitiert die ANDRITZ-GRUPPE vom Wachstum der aufstrebenden Länder, die in den kommenden Jahren sicherlich die Hauptwachstumsregionen für ANDRITZ sein werden.

3. Technologie- und Kostenführerschaft

ANDRITZ ist in Märkten mit hoher Wettbewerbsintensität tätig. Um die Marktposition abzusichern und Wachstumschancen nutzen zu können, muss die Gruppe auf beides setzen, Technologie- und Kostenführerschaft. Im Rahmen der organischen Expansion investiert ANDRITZ im Durchschnitt rund 3% des Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung, um technologie- und kostenseitig bevorzugter Lieferant zu sein. Im Vordergrund steht die Entwicklung von kundenindividuell maßgeschneiderten Technologien, welche die Produktivität von Kundenanlagen steigern, Betriebskosten minimieren sowie Energieeffizienz und Umweltschutz maximieren. Zusätzlich sucht ANDRITZ laufend nach Möglichkeiten, die internen Kostenstrukturen durch operative und organisatorische Maßnahmen zu verbessern. Dazu gehören die regionale und logistische Optimierung der eigenen Fertigungskapazitäten, die Bündelung des Einkaufs sowie Kostendisziplin sowohl bei operativen Einheiten als auch bei gruppenübergreifenden Funktionen.

Vision

Die Gruppe hat das Ziel, in allen von ihr bedienten Märkten die Weltmarktführerschaft zu erreichen beziehungsweise die bestehende Spitzenposition zu festigen und auszubauen. Gleichzeitig soll das langfristige, profitable Wachstum fortgesetzt werden. ANDRITZ will dieses Ziel durch das Angebot der jeweils besten am Markt verfügbaren Technologien erreichen und Produkte und Serviceleistungen liefern, die für Kunden, Gesellschaft und Umwelt nachhaltig Nutzen stiften.

Finanzziel

Die ANDRITZ-GRUPPE verfolgt seit vielen Jahren die Strategie, langfristig profitabel zu wachsen. Organisches Wachstum, komplementäre Akquisitionen und eine solide Bilanzstruktur sind wesentliche Eckpfeiler, um die Finanzziele zu erreichen. Die Gruppe konnte seit dem Jahr 2000 den Umsatz um durchschnittlich rund 14% pro Jahr steigern und gleichzeitig die Rentabilität (EBITA-Marge) schrittweise erhöhen. Das mittelfristige Ziel für die kommenden Jahre ist, eine nachhaltige EBITA-Marge von 7-8% zu erreichen.

GESCHÄFTSBEREICHE: PROFIL UND MARKTENTWICKLUNG 2015

ANDRITZ HYDRO

ANDRITZ HYDRO zählt zu den weltweit führenden Anbietern von elektromechanischen Ausrüstungen für Wasserkraftwerke. Mit mehr als 170 Jahren kumulierter Erfahrung und mehr als 30.000 gelieferten Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund 420.000 Megawatt liefert der Geschäftsbereich die komplette Produktpalette einschließlich Turbinen, Generatoren und Zusatzausrüstungen aller Typen und Größen: "from water to wire" f ür die Kleinwasserkraft bis hin zu großen Wasserkraftwerken mit mehr als 800 Megawatt Leistung pro Turbineneinheit. ANDRITZ HYDRO nimmt auch eine führende Position im Wachstumsmarkt der Modernisierung, Erneuerung und Leistungserhöhung bestehender Wasserkraftanlagen ein. Dem Geschäftsbereich zugeordnet sind auch die Bereiche Pumpen (für Wassertransport, Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und Anwendungen in unterschiedlichen Industrien) sowie Turbogeneratoren für thermische Kraftwerke.

Die weltweite Investitions- und Projektaktivität für elektromechanische Ausrüstungen für Wasserkraftwerke war 2015 weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Bedingt durch die anhaltend niedrigen Strom- und Energiepreise wurden viele Modernisierungs- und Rehabilitationsprojekte, vor allem in Europa, bis auf Weiteres verschoben. In den Emerging Markets, insbesondere in Afrika und Südamerika, befinden sich einige neue Wasserkraftwerksprojekte in der Planungsphase, deren Vergabe wird allerdings erst mittelfristig erwartet. In den Bereichen Kleinwasserkraft und Pumpen wurde eine zufriedenstellende Projektaktivität verzeichnet.

ANDRITZ PULP & PAPER

ANDRITZ PULP & PAPER ist ein weltweit führender Anbieter von Anlagen, Systemen und Serviceleistungen für die Erzeugung und Weiterverarbeitung aller Arten von Faserstoffen, Papier, Tissuepapier und Karton. Die Technologien umfassen die Verarbeitung von Holz, Einjahrespflanzen und Altpapier, die Erzeugung von Zellstoff, Holzstoff und Recyclingfaserstoffen, die Rückgewinnung und Wiederverwertung von Chemikalien, die Aufbereitung des Papiermaschineneintrags, die Erzeugung von Papier, Tissuepapier und Karton, die Veredelung und Beschichtung von Papier sowie die Rejekt- und Schlammbehandlung. Das Serviceangebot inkludiert Modernisierungen, Umbauten, Ersatz- und Verschleißteile, Wartung und Instandhaltung sowie Maschinentransfer und Gebrauchtanlagen. Dem Geschäftsbereich zugeordnet sind auch die Bereiche Biomasse-, Dampf- und Rückgewinnungskessel sowie Gasifizierungsanlagen für die Energieerzeugung, Rauchgasreinigungsanlagen, Anlagen zur Produktion von Vliesstoffen, Viskosezellstoff und Faserplatten (MDF) sowie Recyclinganlagen.

Der internationale Zellstoffmarkt verzeichnete 2015 eine sehr positive Entwicklung. Sowohl für Langfaserzellstoff (NBSK: Northern Bleached Softwood Kraft) als auch für Kurzfaserzellstoff (Eukalyptus) blieben die Preise, bedingt durch ein weitgehend ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage, auf hohem Niveau stabil. Der Markt für Zellstoffausrüstungen verzeichnete in diesem Umfeld eine gute Projekt- und Investitionsaktivität. Neben Aufträgen zur Modernisierung bestehender Zellstoffwerke wurden auch Aufträge für neue Anlagen vergeben. Das Wettbewerbsumfeld und der Preisdruck für Lieferanten von Zellstoffausrüstungen blie ben jedoch insbesondere bei Großprojekten unverändert fordernd.

ANDRITZ METALS

ANDRITZ METALS ist über den Schuler-Konzern, an dem ANDRITZ über 95% hält, Technologie- und Weltmarktführer in der Metallumformung. Schuler liefert Pressen, Automationslösungen, Werkzeuge, Verfahrens - Know-how und Dienstleistungen für die gesamte Metall verarbeitende Industrie. Zu den Kunden gehören Automobilhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Schmiede-, Haushaltsgeräte-, Verpackungs-, Energie- und Elektroindustrie. Schuler ist auch führend auf dem Gebiet der Münzprägetechnik und realisiert Systemlösungen in der Luft-, Raumfahrt- und Eisenbahnindustrie. Darüber hinaus ist ANDRITZ METALS einer der weltweit führenden Lieferanten von kompletten Linien für die Herstellung und Weiterverarbeitung von Kaltband aus Edelstahl, Kohlenstoffstahl, Aluminium und Nichteisenmetall. Die Linien umfassen Anlagen zum Kaltwalzen, zur Wärmebehandlung, Oberflächenveredelung, Bandbeschichtung und -veredelung, zum Stanzen und Tiefziehen sowie zum Regenerieren von Beizsäuren. Zusätzlich liefert der Geschäftsbereich schlüsselfertige Industrieofenanlagen für die Stahl-, Kupfer- und Aluminiumindustrie sowie Schweißsysteme für die Metall verarbeitende Industrie.

Der Markt für Metallumformung für die Automobil- und Automobilzulieferindustrie (Schuler) entwickelte sich 2015 differenziert. Während sich in Europa und Nordamerika die Investitionstätigkeit auf dem zufriedenstellenden Niveau des Vorjahrs hielt, wurden insbesondere in China, bedingt durch die Abschwächung des lokalen Automobilmarkts, viele Projektentscheidungen bis auf Weiteres verschoben. Zufriedenstellende Investitions aktivität hingegen gab es in allen anderen Umformbereichen, wie zum Beispiel der Schmiede - und Münztechnik. Die Projektaktivität für Ausrüstungen zur Herstellung und Verarbeitung von Bändern aus Edelstahl und Kohlenstoffstahl war aufgrund der anhaltenden Überkapazitäten in der internationalen Stahl- und Edelstahlindustrie sowie der konjunkturell bedingt schwachen Nachfrage unverändert niedrig. Selektive Projekte zielten auf die Modernisierung und Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Anlagen ab, Investitionen in neue

Anlagen wurden weiterhin kaum getätigt. Im Bereich Aluminium lag die Projekt- und Investitionsaktivität unter dem guten Niveau des Vorjahrs.

ANDRITZ SEPARATION

ANDRITZ SEPARATION zählt zu den weltweit führenden Lieferanten von Technologien und Serviceleistungen im Bereich der Fest-Flüssig-Trennung sowie für die Produktion von Tierfutter- und Biomassepellets. Das umfangreiche Produktangebot für die Fest-Flüssig-Trennung umfasst Zentrifugen, Filter- und Trocknungsanlagen, Rechen, Eindicker, Separatoren und Förderanlagen – zu den bedienten Industrien zählen die kommunale und industrielle Abwasserbehandlung, die chemische Industrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie Bergbau und Mineralienaufbereitung. Der Servicebereich fokussiert auf Anlagenmodernisierungen, Verschleißund Ersatzteile sowie Prozessoptimierung.

Die Investitions- und Projekttätigkeit für Ausrüstungen zur Fest-Flüssig-Trennung entwickelte sich 2015 in den von ANDRITZ bedienten Industrien unverändert differenziert. Während die Nachfrage in der kommunalen und industriellen Abwasserbehandlung, in der Lebensmittelindustrie und in der chemischen Industrie zufrieden stellend war, blieb die Investitionsaktivität in der Bergbauindustrie weiterhin sehr gering. Im Bereich Tie rfutter wurde sowohl für Erweiterungsprojekte als auch für Neuanlagen solide Projektaktivität verzeichnet. Im Bereich Biomassepelletierung war die Projekt- und Investitionstätigkeit unverändert gut.

DIE ANDRITZ-AKTIE

Relative Kursentwicklung der ANDRITZ-Aktie im Vergleich zum ATX seit Börsengang

Kennzahlen der ANDRITZ-Aktie

Einheit 2015 2014* 2013 2012 2011
Gewinn je Aktie EUR 2,60 2,04 0,64 2,35 2,25
Dividende je Aktie EUR 1,351 1,00 0,50 1,20 1,10
Ausschüttungsquote % 51,9 49,0 78,1 51,1 49,0
Kurs-Gewinn-Verhältnis (Basis Jahresschlusskurs) 17,33 22,40 71,23 20,66 14,24
Eigenmittel je Aktie EUR 11,63 9,86 8,70 9,76 8,75
Höchster Schlusskurs EUR 57,49 47,58 54,94 50,00 37,75
Niedrigster Schlusskurs EUR 38,14 37,00 37,93 32,83 27,41
Jahresschlusskurs EUR 45,05 45,69 45,59 48,54 32,05
Marktkapitalisierung (per ultimo) MEUR 4.685,2 4.751,8 4.741,4 5.048,2 3.333,2
Performance % -2,1 0,0 -9,4 +47,9 -7,6
ATX-Gewichtung (per ultimo) % 9,5854 11,6479 9,5082 10,6128 9,2705
Durchschnittliches Handelsvolumen² Stück 355.821 305.027 316.787 345.754 568.138

Quelle: Wiener Börse 1) Vorschlag an die Hauptversammlung 2) Doppelzählung, wie von der Wiener Börse veröffentlicht * Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

Eckdaten zur ANDRITZ-Aktie

ISIN-Code AT0000730007
Tag der Erstnotiz 25. Juni 2001
Aktiengattung Inhaberaktien
Aktienzahl 104 Millionen
Genehmigtes Kapital keines
Streubesitz < 70%
Börse Wien (Prime Market)
Ticker-Symbole Reuters: ANDR.VI; Bloomberg: ANDR, AV
Börsenindizes ATX, ATX five, ATX Global Players, ATX Prime, WBI

Finanzterminkalender 2016

4. März 2016 Ergebnisse Geschäftsjahr 2015
20. März 2016 Nachweisstichtag Hauptversammlung
30. März 2016 Ordentliche Hauptversammlung
1. April 2016 Ex-Dividende
4. April 2016 Nachweisstichtag Dividende
5. April 2016 Dividendenzahltag
4. Mai 2016 Ergebnisse 1. Quartal 2016
5. August 2016 Ergebnisse 1. Halbjahr 2016
4. November 2016 Ergebnisse 1. bis 3. Quartal 2016

Den laufend aktualisierten Finanzterminkalender sowie Informationen zur ANDRITZ-Aktie finden Sie auf der Investor-Relations-Seite der ANDRITZ-Homepage: www.andritz.com/aktie.

Lagebericht 09
Corporate-Governance-Bericht 32
Bericht des Aufsichtsrats 39
Konzernabschluss 2015
der
ANDRITZ-GRUPPE
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung 41
Konzerngesamtergebnisrechnung 42
Konzernbilanz 43
Konzern-Cashflow-Statement 44
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Konzernanhang
45
46
Erklärung des Vorstands gemäß § 82 (4) Börsegesetz 121
Bestätigungsvermerk – Konzernabschluss 122

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Mit einem realen Wirtschaftswachstum von rund 3% im Vergleich zum Vorjahr erreichte die Weltwirtschaft 2015 den geringsten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit der Finanzkrise 2009, wobei sich die wichtigsten Wirtschaftsregionen unterschiedlich entwickelten. Während sich die Wirtschaft in den USA nach wie vor auf Erholungskurs befand, blieb die Wirtschaftsentwicklung in Europa unverändert verhalten; das Wachstum in den meisten aufstrebenden Ländern Asiens und Südamerikas hat sich weiter verlangsamt, einige Länder dieser Regionen sind sogar in die Rezession gerutscht.

In den USA setzte sich im Jahresverlauf der Wirtschaftsaufschwung fort. Insbesondere der Privatkonsum, der die wichtigste Triebfeder für das Wachstum des BIP in den USA ist und für rund 70% der nationalen Wirtschaftsleistung steht, stieg auf 2,5% an. Die Arbeitslosenquote ging weiter zurück und erreichte mit Jahresende einen Wert von rund 5%, und damit quasi Vollbeschäftigung. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (FED) erhöhte wie erwartet Mitte Dezember den Leitzinssatz auf eine Spanne von 0,25-0,50%.

In der Eurozone entwickelte sich die Wirtschaft im Berichtsjahr weiterhin moderat, das BIP-Wachstum betrug nur rund 1,5%. Belastend wirkten sich das gegenseitige Handelsembargo zwischen der Europäischen Union und Russland sowie die allgemeine Wirtschaftsschwäche in den Schwellenländern aus. Zur Abwendung der sehr niedrigen Inflation und zur Belebung der Wirtschaft im Euroraum startete die Europäische Zentralbank (EZB) im März ein umfangreiches Anleihekaufprogramm, das gegen Ende des Jahres ausgeweitet wurde. Die EZB kündigte auch an, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05% zu belassen, um die Konjunktur in der Eurozone weiter anzukurbeln.

Die meisten Emerging Markets verzeichneten 2015 eine Verlangsamung der Wirtschaft bzw. einige aufstrebende Länder mussten sogar ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung gegenüber 2014 hinnehmen. China befindet sich am Übergang von einer Industrie- zu einer Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft. Die Regierung möchte das Wirtschaftswachstum nicht mehr wie bisher durch hohe Industrieinvestitionen forcieren sondern durch einen starken Dienstleistungssektor wachsen. Trotz dieser Verlangsamung erreichte Chinas Wirtschaft ein BIP-Wachstum von knapp unter 7%. In den anderen wichtigen aufstrebenden Ländern war die Wirtschaftsentwicklung vor allem aufgrund stark fallender Rohstoffpreise und Währungsturbulenzen im Jahresverlauf unverändert schwach; so schrumpfte das BIP in Brasilien im Jahresvergleich um 3%, auch Russland verzeichnete ein negatives BIP-Wachstum von 4%.

Quellen: Research-Berichte verschiedener Banken, OECD

GESCHÄFTSENTWICKLUNG Anmerkungen

  • Alle Zahlen gemäß IFRS
  • Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten.
  • MEUR = Million Euro; TEUR = Tausend Euro

Veränderung des Konsolidierungskreises

Informationen zum Konsolidierungskreis sind im Konzernanhang Kapitel "D) Konsolidierungskreis" ersichtlich.

Umsatz

Der Umsatz der ANDRITZ-GRUPPE im Geschäftsjahr 2015 betrug 6.377,2 MEUR und lag damit um 8,8% über dem Wert des Vorjahrs (2014: 5.859,3 MEUR). Alle vier Geschäftsbereiche konnten ihren Umsatz im Jahresvergleich erhöhen:

Einheit 2015 2014 +/-
HYDRO MEUR 1.834,8 1.752,3 +4,7%
PULP & PAPER MEUR 2.196,3 1.969,3 +11,5%
METALS MEUR 1.718,1 1.550,4 +10,8%
SEPARATION MEUR 628,0 587,3 +6,9%

Anteil Serviceumsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche in %

2015 2014
ANDRITZ-GRUPPE 30 29
HYDRO 25 26
PULP & PAPER 37 35
METALS 20 18
SEPARATION 44 43

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Gruppe im Geschäftsjahr 2015 betrug 6.017,7 MEUR und lag damit nur knapp unter dem Rekordwert des Vorjahrs (-1,4% versus 2014: 6.101,0 MEUR). Die Entwicklung der Geschäftsbereiche im Detail:

  • HYDRO: Mit 1.718,7 MEUR erreichte der Auftragseingang angesichts der unverändert schwierigen Marktbedingungen ein zufriedenstellendes Niveau und lag etwas unter dem Vorjahresvergleichswert (-5,4% versus 2014: 1.816,7 MEUR). Es ist jedoch anzumerken, dass der im 1. Quartal 2015 erhaltene Großauftrag zur Lieferung der elektromechanischen Ausrüstung für das Gezeitenlagunen-Wasserkraftwerksprojekt in Wales (Auftragswert rund 250 MEUR) noch nicht als Auftragseingang verbucht wurde. Aus heutiger Sicht ist die Inkraftsetzung dieses Auftrags nicht vor Ende des 1. Halbjahrs 2016 zu erwarten.
  • PULP & PAPER: Der Auftragseingang entwickelte sich sehr zufriedenstellend und erhöhte sich deutlich auf 2.263,9 MEUR (+13,4% versus 2014: 1.995,7 MEUR). Dieser Anstieg ist insbesondere auf den Auftrag von Fibria zur Lieferung von Ausrüstungen für das neue Zellstoffwerk Horizonte 2, Brasilien, zurückzuführen. Der Auftragswert vergleichbarer Projekte liegt bei rund 600 MEUR.
  • METALS: Mit 1.438,6 MEUR lag der Auftragseingang deutlich unter dem hohen Vorjahresvergleichswert (-15,0% versus 2014: 1.692,8 MEUR). Dieser Rückgang ist vor allem auf Projektverschiebungen im Bereich Metallumformung für die Automobil- und Automobilzulieferindustrie (Marktsegment Schuler) zurückzuführen.
  • SEPARATION: Der Auftragseingang lag mit 596,5 MEUR praktisch auf dem Vorjahresniveau (+0,1% versus 2014: 595,8 MEUR).

Auftragsstand

Der Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE per 31. Dezember 2015 betrug 7.324,2 MEUR (-2,5% versus 31. Dezember 2014: 7.510,6 MEUR).

Ergebnis

Die Ergebnisentwicklung war durch außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit den angekündigten Maßnahmen zur Optimierung der Wertschöpfungskette bei Schuler gekennzeichnet. Zur Anpassung der Fertigungskapazitäten an den Produktmix und an das Geschäftsvolumen wurde ein Betrag von 78 MEUR in der Ergebnisrechnung berücksichtigt, dem projektbedingte positive Sondereffekte im Geschäftsbereich PULP & PAPER von rund 40 MEUR gegenüberstanden. Das EBITA betrug 429,0 MEUR (+13,0% versus 2014: 379,5 MEUR), die EBITA-Marge erhöhte sich auf 6,7% (2014: 6,5%). Ohne diese im Berichtsjahr verbuchten Sondereffekte hätte das EBITA der Gruppe 467,0 MEUR und die EBITA-Marge 7,3% betragen.

Die Entwicklung der Rentabilität nach Geschäftsbereichen:

  • Die EBITA-Marge im Geschäftsbereich HYDRO sank im Jahresvergleich leicht von 8,3% auf 7,9% und erreichte damit erneut ein gutes Niveau.
  • Im Geschäftsbereich PULP & PAPER stieg die EBITA-Marge aufgrund der oben genannten Sondereffekte deutlich auf 8,7% an (2014: 5,2%). Auch ohne diese Sondereffekte erreichte die EBITA-Marge mit 6,9% einen sehr erfreulichen Wert.
  • Die EBITA-Marge im Geschäftsbereich METALS sank aufgrund der finanziellen Vorsorgen zur Optimierung der Wertschöpfungskette bei Schuler auf 4,1% (2014: 7,1%). Ohne diese Restrukturierungsaufwendungen erreichte die EBITA-Marge ein sehr erfreuliches Niveau von 8,6%.

Im Geschäftsbereich SEPARATION betrug die EBITA-Marge 3,6% und lag damit unverändert auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau (2014: 3,7%).

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

(in MEUR) 2015 2014 +/-
Umsatz 6.377,2 5.859,3 +8,8%
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen und aktivierte Eigenleistungen
-7,7 3,1 -348,4%
Sonstige betriebliche Erträge 133,4 122,1 +9,3%
Materialaufwand -3.377,3 -3.155,0 +7,0%
Personalaufwand -1.698,6 -1.574,0 +7,9%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -892,3 -783,6 +13,9%
EBITDA 534,7 471,9 +13,3%
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
-150,4 -170,5 -11,8%
Wertminderung Firmenwerte -15,3 -5,7 +168,4%
EBIT 369,0 295,7 +24,8%
Finanzergebnis 7,3 3,7 +97,3%
EBT 376,3 299,4 +25,7%
Steuern vom Einkommen und Ertrag -106,0 -89,4 +18,6%
KONZERNERGEBNIS 270,4 210,0 +28,8%
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 267,7 210,9 +26,9%
Nicht beherrschende Anteile 2,7 -0,9 +400,0%
Unverwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 2,60 2,04 +27,4%

Anteil individueller Aufwendungen am betrieblichen Gesamtaufwand der Gruppe 2015 (2014) in %

54,2% der gesamten betrieblichen Aufwendungen entfielen 2015 auf den Materialaufwand (2014: 54,5%), die Materialtangente (Anteil des Materialaufwands am Umsatz) betrug damit 53,0% und lag damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2014: 53,8%). Der Anteil des Personalaufwands lag mit 27,8% praktisch auf dem Vorjahresniveau (2014: 27,7%), die Personaltangente (Anteil des Personalaufwands am Umsatz) lag bei 26,6% (2014: 26,9%).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Berichtszeitraum 892,3 MEUR (2014: 783,6 MEUR) und umfassen vor allem Aufwendungen für Vertrieb, Miete und Leasing sowie für Reparaturen und Instandhaltungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 133,4 MEUR leicht über dem Vorjahresniveau (2014: 122,1 MEUR) und umfassen vor allem Fremdwährungskursgewinne aus der Bewertung von Devisentermingeschäften, öffentliche Zuwendungen, Auflösung von sonstigen Rückstellungen und Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen.

Die Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betrugen 2015 150,4 MEUR (2014: 170,5 MEUR). Diese Veränderung ist insbesondere auf planmäßig zurückgehende Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten (IFRS 3) aus der Akquisition von Schuler zurückzuführen.

2015 wurden für die Gruppe eine Firmenwertminderung in Höhe von 15,3 MEUR (2014: 5,7 MEUR) sowie eine Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 12,1 MEUR erfasst (2014: 6,4 MEUR). Die Firmenwertminderung ist den Geschäftsbereichen HYDRO (3,1 MEUR), PULP & PAPER (1,4 MEUR), METALS (7,7 MEUR) und SEPARATION (3,0 MEUR) zuzuordnen, da der Geschäftsverlauf einiger Tochtergesellschaften sich nicht wie erwartet entwickelte. Die Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrifft im Wesentlichen Grundstücke, Gebäude und Maschinen.

Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich auf 7,3 MEUR (2014: 3,7 MEUR). Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf die im Jahresvergleich höhere durchschnittliche Nettoliquidität und auf einen Einmal-Zinseffekt im Zusammenhang mit einer von einem Kunden erhaltenen Ausgleichszahlung zurückzuführen.

Die Steuerquote reduzierte sich im Wesentlichen aufgrund höherer Steuergutschriften aus Vorperioden sowie der Veränderung aktiver latenter Steuern auf 28,2% (2014: 29,9%); siehe dazu auch Konzernanhang Kapitel "H) 8. Steuern vom Einkommen und Ertrag".

Das Konzernergebnis (vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) betrug 270,4 MEUR (+28,8% versus 2014: 210,0 MEUR), wovon 267,7 MEUR auf die Gesellschafter der Muttergesellschaft und 2,7 MEUR (siehe dazu auch Konzernanhang Kapitel "J) 23. Eigenkapital") auf nicht beherrschende Anteile entfielen.

Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 2,60 EUR (2014: 2,04 EUR). Bei der Hauptversammlung am 30. März 2016 wird der Vorstand für das Geschäftsjahr 2015 eine deutliche Erhöhung der Dividende auf 1,35 EUR je Aktie vorschlagen (2014: 1,00 EUR). Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 51,9% (2014: rund 49,0%).

Ausschüttungsquote

Anmerkung: Bei der Dividende für 2015 handelt es sich um den Vorschlag an die Hauptversammlung.

Eigene Aktien

Zum 31. Dezember 2015 hat die Gesellschaft 1.675.699 eigene Aktien bzw. 1,6% des Grundkapitals mit einem Marktwert von 75,5 MEUR gehalten.

Weitere Informationen zu eigenen Aktien sind im Konzernanhang Kapitel "J) Erläuterungen zur Bilanz" ersichtlich.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Vermögens- und Kapitalstruktur per 31. Dezember 2015 war unverändert solide. Die Bilanzsumme betrug 5.778,0 MEUR (31. Dezember 2014 angepasst: 5.995,2 MEUR), die Eigenkapitalquote 21,0% (31. Dezember 2014 angepasst: 17,3%).

Die Bruttoliquidität (Zahlungsmittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens plus Schuldscheindarlehen) erreichte 1.449,4 MEUR (per ultimo 2014: 1.701,6 MEUR), die Nettoliquidität (Bruttoliquidität plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten) 984,0 MEUR (per ultimo 2014: 1.065,1 MEUR).

Entwicklung der Brutto- und Nettoliquidität

Zusätzlich zur hohen Nettoliquidität standen der ANDRITZ-GRUPPE per Jahresende 2015 folgende Kredit- und Avallinien für Vertragserfüllungen, Anzahlungen, Gewährleistungen etc. zur Verfügung:

  • Kreditlinien: 188 MEUR, davon 102 MEUR ausgenutzt
  • Avallinien: 5.995 MEUR, davon 2.971 MEUR ausgenutzt
Aktiva
1.844,7
MEUR
2.573,9
MEUR
1.359,4
MEUR
Langfristiges
Vermögen: 32%
Sonstiges kurz
fristiges Vermögen: 44%
Passiva
1.215,6
MEUR
483,3
MEUR
827,8
MEUR
3.251,3
MEUR
Summe Eigenkapital
inkl. nicht beherrschende
Anteile: 21%
Finanzver
bindlich
keiten: 8%
Sonstige
langfristige
Verbindlich
keiten: 14%
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten: 57%

Auf der Aktivseite waren per 31. Dezember 2015 Sachanlagen (715,4 MEUR), Firmenwerte (528,5 MEUR) und immaterielle Vermögenswerte (203,4 MEUR) die bedeutendsten Positionen im Bereich des langfristigen Vermögens (1.844,7 MEUR). Zu den wichtigsten Positionen des sonstigen kurzfristigen Vermögens von 2.573,9 MEUR zählen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inklusive Forderungen aus Aufträgen (1.446,4 MEUR), die nach der Percentage-of-Completion-Methode (Umsatz- und Ergebnisrealisierung nach Projektfortschritt) bilanziert werden, sowie Vorräte (665,4 MEUR).

Passivseitig inkludieren die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (3.251,3 MEUR) vor allem erhaltene An- und Teilzahlungen aus ebenfalls nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanzierten Aufträgen (1.313,7 MEUR), Rückstellungen (524,1 MEUR) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (478,5 MEUR). In den sonstigen Verbindlichkeiten (910,1 MEUR) sind ausstehende Rechnungen für auftragsbezogene Kosten (470,8 MEUR) sowie Urlaubsverpflichtungen und sonstige Personalverbindlichkeiten (220,0 MEUR) die bedeutendsten Positionen. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten von insgesamt 827,8 MEUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen (606,3 MEUR) und Passive latente Steuern (159,2 MEUR).

Weitere Informationen zu Rückstellungen sind im Konzernanhang Kapitel "J) Erläuterungen zur Bilanz" ersichtlich.

Investitionen

Die Investitionen in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 2015 101,4 MEUR und lagen damit etwas unter dem Niveau des Vorjahrs (2014: 106,5 MEUR). Die Investitionen verteilen sich wie folgt auf die Geschäftsbereiche:

Die Investitionsschwerpunkte betrafen – wie in den Vorjahren – insbesondere Modernisierungen von Fertigungsstätten sowie vereinzelte Erweiterungsinvestitionen. Bei den Neuinvestitionen ist der Bau des Engineering Centers sowie des Formhärtezentrums für Schuler in Göppingen, Deutschland, nennenswert.

Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug 179,4 MEUR und lag damit deutlich unter dem Vorjahresvergleichswert (2014: 342,1 MEUR). Der Rückgang ist vor allem auf projektbedingte Veränderungen des Nettoumlaufvermögens (Reduktion der Verbindlichkeiten, Erhöhung der Forderungen) zurückzuführen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -57,2 MEUR (2014: -85,3 MEUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -302,0 MEUR (2014: -50,9 MEUR). Die starke Veränderung resultiert hauptsächlich aus der Tilgung einer Unternehmensanleihe der ANDRITZ AG im Februar 2015 (Nominale: 150 MEUR) und aus höheren Dividendenzahlungen (-103,2 MEUR in 2015 vs. -51,9 MEUR in 2014).

Weitere wichtige Kennzahlen im Überblick

Einheit 2015 2014* 2013 2012 2011
Umsatzrendite1) % 5,8 5,0 1,6 6,5 6,8
EBITDA2) MEUR 534,7 472,0 255,2 418,6 386,2
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) MEUR 369,1 295,7 89,8 334,5 312,7
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 376,4 299,4 80,3 330,4 321,7
Konzernergebnis
(vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) MEUR 270,4 210,0 53,2 241,3 231,5
Free Cashflow3) MEUR 85,0 245,8 -11,5 239,7 361,1
Free Cashflow je Aktie4) EUR 0,8 2,4 -0,1 2,3 3,5
Eigenkapitalrentabilität5) % 31,0 28,8 8,6 32,0 34,3
Gesamtkapitalrentabilität6) % 6,4 4,9 1,6 6,5 6,8
Nettoverschuldung7) MEUR -601,6 -659,4 -585,0 -1.053,3 -1.198,4
Nettoumlaufvermögen8) MEUR -182,1 -570,9 -539,4 -631,8 -639,2
Capital employed9) MEUR 736,7 387,0 443,6 -36,5 -128,6
Verschuldungsgrad10) % -49,5 -63,5 -62,9 -101,9 -127,6

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

1) Ergebnis vor Zinsen und Steuern/Umsatz 2) Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 3) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen plus Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 4) Free Cashflow/Aktiengesamtzahl 5) Ergebnis vor Steuern/Summe Eigenkapital 6) Ergebnis vor Zinsen und Steuern/Bilanzsumme 7) Verzinsliches Fremdkapital inkl. Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie Schuldscheindarlehen 8) Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Wertpapiere des Umlaufvermögens, Zahlungsmittel und Schuldscheindarlehen) abzüglich sonstige langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen) 9) Nettoumlaufvermögen plus immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 10) Nettoverschuldung/Summe Eigenkapital

Wichtige Akquisitionen

Der zu ANDRITZ gehörende Schuler-Konzern unterzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Vertrag zum Erwerb eines 51%-Anteils am chinesischen Pressen- und Werkzeugmaschinenhersteller Yangzhou Metal Forming Machine Tool Co., Ltd. (Yadon). Yadon ist einer der führenden Hersteller von mechanischen Pressen in China und erzielt einen Jahresumsatz von rund 120 Millionen Euro. Der Kauf erfolgte mit Zustimmung der Kartellbehörden; das Closing der Transaktion wird für das Ende des 1. Quartals 2016 erwartet. Yadon mit Sitz in Yangzhou, Provinz Jiangsu, rund 300 Kilometer nördlich von Shanghai gelegen, beschäftigt an drei Standorten in China rund 1.000 Mitarbeiter. Zu den wesentlichen Kundensegmenten, die Yadon bedient, gehören die Haushaltsgeräteindustrie, die Metall verarbeitende Industrie und die Automobilzulieferindustrie.

Weiters erwarb ANDRITZ die Firma Euroslot KDSS mit Hauptsitz in Scorbé Clairvaux, Frankreich, inklusive der Tochtergesellschaften in China und Indien. ANDRITZ Euroslot plant und fertigt Ausrüstungen für die Filtration und Fest-Flüssig-Trennung in der Zellstoff- und Papierindustrie, der Wasser- und Abwasseraufbereitung und in weiteren Industrieanwendungen.

Darüber hinaus übernahm ANDRITZ den restlichen 25,67%-Anteil an ANDRITZ HYDRO S.A., Brasilien.

Weitere Informationen zu Akquisitionen sind im Konzernanhang Kapitel "E) Akquisitionen" ersichtlich.

RISIKOMANAGEMENT/UNTERNEHMENSRISIKEN

Die ANDRITZ-GRUPPE ist ein global agierendes Unternehmen, das eine Vielzahl verschiedenster industrieller Märkte und Kunden beliefert. Als solches ist die Gruppe gewissen allgemeinen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. ANDRITZ verfügt über ein konzernweites Kontroll- und Steuerungssystem, dessen Hauptaufgabe es ist, entstehende Risiken bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren, um nach Möglichkeit rasch Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bzw. die Finanzberichterstattung liegt in der Verantwortung des Vorstands. Dazu wurden sowohl für die wesentlichen Geschäftsrisiken innerhalb der Gruppe als auch für den Finanzberichterstattungsprozess gruppenweit verbindlich anzuwendende Regelungen und Richtlinien verabschiedet.

Das Rechnungswesen und die darin integrierte Finanzbuchhaltung sind dem Vorstand unterstellt. Durch organisatorische Maßnahmen wird sichergestellt, dass die gesetzliche Vorgabe, dass die Eintragungen in die Bücher und die sonstigen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu erfolgen haben, erfüllt wird. Der gesamte Prozess von der Beschaffung bis zur Zahlung unterliegt Richtlinien, die wesentliche damit in Zusammenhang stehende Risiken minimieren sollen. Zu diesen Maßnahmen und Regeln zählen unter anderem Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen, ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigungen für Zahlungen sowie systemunterstützte Prüfungen durch die verwendete Finanzsoftware (SAP).

Durch ein standardisiertes, konzernweites Finanzberichtswesen sowie durch sofortige, anlassbezogene Berichterstattung über bedeutende Ereignisse soll sichergestellt werden, dass der Vorstand angemessen über alle relevanten Sachverhalte in der Gruppe informiert wird. Der Aufsichtsrat wird in zumindest einer pro Quartal stattfindenden Aufsichtsratssitzung über den laufenden Geschäftsgang inklusive operative Planung und mittelfristige Strategie des Konzerns unterrichtet, in besonderen Fällen wird der Aufsichtsrat auch unmittelbar informiert. Darüber hinaus erhält der Vorsitzende des Aufsichtsrats einen monatlichen Bericht mit den wichtigsten Finanzkennzahlen einschließlich Kommentaren. In den Prüfungsausschusssitzungen wird unter anderem auch das interne Kontroll- und Risikomanagement behandelt.

Die Interne Revision, die als Stabsstelle des Vorstands eingerichtet ist, auditiert konzernweit einzelne Prozesse oder Gesellschaften anhand eines jährlich festgelegten Prüfplans sowie in besonderen Anlassfällen.

Finanzielle Risiken

ANDRITZ verfügt über ein gruppenweites Risikomanagementsystem, mit dem Risikopotenziale erkannt und Gegenmaßnahmen getroffen werden sollen. Es stellt ein wichtiges Element in der aktiven Unternehmenssteuerung dar.

Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings innerhalb der gesamten ANDRITZ-GRUPPE. Kontinuierliches Controlling und regelmäßiges Reporting sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass größere Risiken früh erkannt und wenn notwendig Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Überwachungs und Risikokontrollsysteme effektiv genug sind.

Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beziehen sich vor allem auf die Abhängigkeit der Gruppe von der allgemeinen Konjunkturentwicklung und der Entwicklung der von ihr bedienten Industrien, auf den Erhalt von Großaufträgen und auf die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse aus dem hohen Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen unerwartete Kostensteigerungen wesentliche Risiken dar, insbesondere bei sogenannten Turnkey- oder EPC-Aufträgen, bei denen die Gruppe zusätzlich zur Lieferung von ANDRITZ-Ausrüstungen und -Systemen auch die Verantwortung für Engineering, Bau und Montage von Anlagen übernehmen kann. Siehe dazu unten "Risiken in Verbindung mit Großaufträgen und anderen Verträgen".

Die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euroländer und die unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung (insbesondere in Europa und in einzelnen Emerging Markets, vor allem in Brasilien, Russland und China) bedeuten ebenso ein ernstes Risiko für die finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE. Eine neuerliche signifikante Schwäche der Weltwirtschaft bzw. eine deutliche Wirtschaftsverlangsamung in einer der wesentlichen Wirtschaftsregionen könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge und zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe auswirken könnte.

Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firmenwerte könnte die Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele für diese Firmen nicht erreicht werden können. Abgesehen davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für einen Großteil der Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken und durch Abschluss von Exportversicherungen reduziert. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es einzelne Zahlungsausfälle gibt, die im Eintrittsfall einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe haben. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls umfassend versichert. Nicht immer sind jedoch die Voraussetzungen für eine vollständige Absicherung gegeben. Zur Transparenz hinsichtlich finanzieller Risiken bei Projekten und der raschen Möglichkeit zur Gegensteuerung wurde ein quartalsweises Credit-Risk-Reporting an den Vorstand implementiert. Dabei werden das maximal erwartete ungedeckte Kundenausfallsrisiko für Aufträge mit einem Auftragswert von über einer Million Euro, die nach Projektfortschritt (Percentage-of-completion – POC) abgerechnet werden, und das Rating der Kunden dargestellt.

Gegenüber ANDRITZ HYDRO S.A., Brasilien, wurde von den brasilianischen Finanzbehörden aufgrund der früheren Minderheitsbeteiligung von Inepar eine wirtschaftliche Zugehörigkeit der Gesellschaft zur Inepar-Gruppe im Hinblick auf steuerliche und arbeitsrechtliche Verhältnisse angenommen. Daraus abgeleitet könnte eine gesamtschuldnerische Haftung für bestehende Steuerforderungen sowie Arbeitnehmerforderungen von Mitarbeitern der Inepar-Gesellschaften gegenüber Inepar gegen die ANDRITZ HYDRO S.A. geltend gemacht werden. ANDRITZ ficht die arbeitsrechtlichen Forderungen in mehreren arbeitsgerichtlichen Verfahren vehement an. Die ebenfalls angefochtenen Steuerverfahren sind mittlerweile aufgrund einer Teilnahme von Inepar an einem staatlichen Steueramnestieprogramm (REFIS) ausgesetzt. Falls Inepar die Verpflichtungen im Rahmen des REFIS-Programms nicht einhält, könnten die Steuerverfahren gegen ANDRITZ HYDRO S.A. wieder aufgenommen werden.

Zur bestmöglichen Reduktion der finanziellen Risiken sowie zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition hat die ANDRITZ-GRUPPE umfassende Treasury-Richtlinien und ein transparentes Informationssystem implementiert.

Die ANDRITZ-GRUPPE ist hinsichtlich Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über hohe Liquiditätsreserven. Die Gruppe vermeidet es, von einer einzigen Bank oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (Zahlungsmittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Durch diese Diversifikation versucht ANDRITZ, das Kontrahentenrisiko bestmöglich zu minimieren. Dennoch würde die Insolvenz einzelner oder mehrerer Banken einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung und das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE haben. Darüber hinaus kann eine Verschlechterung der Einschätzung der Bonität von ANDRITZ durch mehrere Banken den finanziellen Spielraum von ANDRITZ, insbesondere im Hinblick auf zu erstellende Avale, einschränken. Liquidität bedeutet für die ANDRITZ-GRUPPE nicht nur die Zahlungsfähigkeit im engeren Sinn, sondern auch die Verfügbarkeit von Avalen. Die operative Tätigkeit erfordert die laufende Bereitstellung von Bietungs-, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs-, Performance- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften. Der finanzielle Handlungsspielraum wird damit auch durch genügend freie Avallinien bestimmt.

ANDRITZ verfolgt eine risikoaverse Veranlagungsstrategie. Geld wird weitgehend in risikoarme Finanzanlagen investiert, wie zum Beispiel in Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Geldmarktfonds, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen, einlagengesicherte Schuldscheindarlehen oder Termingelder. Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten können jedoch zu einer ungünstigen Preisentwicklung bei verschiedenen Wertpapieren, in welche die Gruppe investiert hat, oder zu deren Unhandelbarkeit führen. Dies könnte sich aufgrund notwendig werdender Abwertungen oder Wertberichtigungen negativ auf das Finanz ergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE auswirken, zudem könnte sich das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten erhöhen. Der Vorstand wird in regelmäßigen Abständen über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposures in der ANDRITZ-GRUPPE informiert.

Das Risiko eines kompletten oder teilweisen Zerfalls der Eurozone und eines damit verbundenen möglichen Zusammenbruchs der Eurowährung hat sich zwar im Jahr 2015 verringert, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Ein kompletter oder teilweiser Zerfall der Eurozone würde sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ auf die Finanz-, Liquiditäts- und Ergebnisentwicklung der Gruppe auswirken. Weitere Informationen über Unternehmensrisiken sind dem ANDRITZ-Jahresfinanzbericht 2015 zu entnehmen.

Für weitere Informationen siehe Konzernanhang Kapitel "M) Risikomanagement".

Auswirkungen von Wechselkursänderungen

Wechselkursänderungen im Zusammenhang mit der Abarbeitung des Auftragsstands werden durch die Verwendung von Devisentermingeschäften und Swaps weitgehend abgesichert. Bei in Fremdwährung fakturierten Aufträgen wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Termingeschäften gesichert. Wechselkursrisiken aus der Bilanzierung des Eigenkapitals werden nicht abgesichert.

Die Abwertung des Euro gegenüber vielen anderen Währungen könnte sich auch umrechnungsbedingt positiv auf das Eigenkapital sowie die Umsatz- und Ertragsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE auswirken (Translationseffekt).

Nicht-finanzielle Risiken

Im Bereich der Fertigung sind exakte Planung, hoher Einsatz und Flexibilität seitens der M itarbeiter wesentliche Erfolgsfaktoren, um kurze Auftragsdurchlaufzeiten und hohe Termintreue zu garantieren. ANDRITZ setzt intern auf flexible Arbeitszeitmodelle und vor allem im europäischen Raum auf einen ebenfalls flexiblen Anteil an Leiharbeitskräften, um zyklischen Auslastungsschwankungen zu begegnen. Ebenso werden durch eine gezielte Make-or-Buy-Strategie die im Projektgeschäft typischen Schwankungen in der Kapazitätsauslastung besser ausgeglichen und die vorhandenen eigenen Fertigungskapazitäten bestmöglich ausgelastet. Dabei werden prozessrelevante Schlüsselkomponenten für Anlagen und Produkte von ANDRITZ meist in eigenen Produktionsstätten gefertigt und montiert. Einfache Komponenten werden dagegen vorwiegend bei qualifizierten Lieferanten beschafft, deren Qualität und Termintreue laufend kontrolliert werden. Die ANDRITZ-GRUPPE versucht, Auslastungsschwankungen möglichst flexibel durch die Zuteilung von Aufträgen auf die einzelnen globalen Standorte sowie lokal durch den Einsatz von Leiharbeitern bestmöglich auszugleichen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es ANDRITZ immer gelingen wird, größere Schwankungen in der Kapazitätsauslastung sofort auszugleichen, was sich wiederum negativ auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe auswirken könnte. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass es ANDRITZ immer gelingt, größere Schwankungen in der Kapazitätsauslastung sofort auszugleichen, was sich widrigenfalls negativ auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe auswirken könnte.

Im Bereich Personal wurde auch im Berichtsjahr größtes Augenmerk auf die Entwicklung und Stärkung von erforderlichen Mitarbeiterressourcen gelegt. Dies umfasst im Wesentlichen das Angebot interessanter Karrieremöglichkeiten, eine leistungsorientierte Entlohnung und fokussierte Managementtrainingsprogramme. Die ANDRITZ-GRUPPE möchte für bestens ausgebildete und hoch qualifizierte Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber sein und diese langfristig an das Unternehmen binden. Hohe Qualitätsstandards im Auswahlverfahren gewährleisten, dass die am besten geeigneten Kandidaten für die jeweiligen vakanten Positionen eingestellt werden. Für Schlüsselpositionen werden laufend interne Nachfolgekandidaten identifiziert, um für kurz- und mittelfristige Nachbesetzungen ausreichend Kandidaten verfügbar zu haben.

In zahlreichen Konzerngesellschaften wurden die in jüngster Vergangenheit ausgearbeiteten, lokalen Entwicklungsprogramme für spezielle Zielgruppen (zum Beispiel für Mitarbeiter im Verkauf, im Einkauf oder für Führungskräfte in der Fertigung) intensiv weitergeführt. Der Erwartung, dass sich verstärkt Geschäftsmöglichkeiten für die ANDRITZ-GRUPPE auch in China ergeben werden, wurde dahingehend Rechnung getragen, dass der Managementausbildung in chinesischen Gesellschaften verstärktes Augenmerk geschenkt wird. Bei der Programmentwicklung wird nach Möglichkeit darauf geachtet, diese Trainings mit globalen Personalentwicklungsprogrammen zu kombinieren. Mehrere sogenannte "Change-Projekte" wurden zur Optimierung der Neuorganisation einzelner Divisionen bzw. Geschäftsbereiche durchgeführt. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass ANDRITZ frei werdende Stellen immer sofort mit Personen nachbesetzen kann, welche die Erfordernisse und Qualifikationen für die vakante Position erfüllen. Für vakante Positionen werden sowohl interne Konzernmitarbeiter als auch externe Kandidaten in Betracht gezogen.

Im Bereich Einkauf wird die finanzielle Lage von wichtigen Lieferanten regelmäßig überprüft. Das gilt auch für Aufträge ab einer festgelegten Höhe. Zusätzlich werden die Kapazitätsmöglichkeiten überprüft und wenn möglich, eine zweite Lieferoption überprüft.

Risiken in Verbindung mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung

Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise

Die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft stellt ein maßgebliches Risiko für die zukünftige finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE dar und könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Dies könnte zu einem Rückgang des Auftragseingangs der Gruppe führen. Ebenso könnte die mögliche Stornierung bestehender Aufträge auch den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen. Beides könnte sich negativ auf die zukünftige Umsatz- und Ertragsentwicklung sowie die Kapazitätsauslastung der Gruppe niederschlagen.

Branchenspezifische Risiken

Volatilität des Auftragseingangs

Einige Kundengruppen und Industrien, die ANDRITZ beliefert, sind direkt von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig und unterliegen damit häufig Nachfrageschwankungen hinsichtlich ihrer Produkte. Dies trifft vor allem auf die Geschäftsbereiche PULP & PAPER sowie METALS zu; es können jedoch alle Geschäftsbereiche davon betroffen sein. Das Preisniveau für die von ANDRITZ für diese Branchen gelieferten Anlagen und Produkte steht teilweise in direktem Zusammenhang mit dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage der Endprodukte, die mit den von ANDRITZ gelieferten Anlagen und Produkten hergestellt werden. Mögliche Preisschwankungen können daher einen direkten Einfluss auf die Investitionsentscheidungen von Kunden und in weiterer Folge auf den Auftragseingang der Gruppe haben. Dies könnte daher zu einer Volatilität in der Entwicklung des Auftragseingangs führen.

Kundenkonzentration

In vielen Abnehmerindustrien der ANDRITZ-GRUPPE ist ein Trend zu Firmenzusammenschlüssen erkennbar. Dies trifft insbesondere auf die Zellstoff- und Papierindustrie sowie die Stahlindustrie zu. Eine solche Konsolidierung könnte dazu führen, dass die Gruppe in Zukunft einer kleineren Anzahl von Kunden mit größerer Kaufkraft gegenübersteht. Die Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselkunden könnte steigen, was auch direkte Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe haben könnte.

Unsicherheiten bei zukünftigen Aufträgen

Der künftige Erfolg der Gruppe hängt unter anderem davon ab, ob neue Aufträge erhalten werden können. Es ist teilweise schwierig vorherzusagen, wann genau ein Auftrag, für den die Gruppe ein Angebot gelegt hat, vergeben wird. Die Vergabe von Aufträgen kann von Ereignissen beeinflusst werden, die nicht im Einflussbereich der Gruppe liegen, wie beispielsweise Preissituation, Nachfrage, allgemeine wirtschaftliche Bedingungen, behördliche Genehmigungen und Erhalt von Projektfinanzierungen. So kann es zu Schwierigkeiten beim Abgleich von Fixkosten und erwartetem Auftragsvolumen kommen.

Sicherheit und Umweltschutz

Die Gruppe unterliegt mit ihren Geschäftstätigkeiten zahlreichen lokalen, nationalen und internationalen Umweltvorschriften. In den Fertigungsstätten der ANDRITZ-GRUPPE werden auch gefährliche Substanzen verwendet und generiert. Weiters wurden und werden zahlreiche Grundstücke, die sich im Besitz der Gruppe befanden und/oder noch befinden, industriell genutzt. In diesen Fällen wurde und wird eine entsprechende Verbringung der Abfälle auf Deponien veranlasst. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Gruppe für die Untersuchung und Säuberung verseuchter Grundstücke haften muss. Die Geschäftsbereiche übernehmen bei bestimmten Projekten vereinzelt eine gemeinsame Haftung für Umweltrisiken.

Die ANDRITZ-GRUPPE liefert außerdem viele Systeme, bei denen Produkte und/oder Prozesse zum Einsatz kommen, die das Risiko von schwerer Verletzung, Tod – auch einer großen Anzahl von Menschen – oder bedeutender Eigentumsbeschädigung in sich bergen. In zahlreichen Systemen kommen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe zum Einsatz. Produkte von ANDRITZ werden auch im Primärkühlkreislauf von Kernkraftwerken eingesetzt. Die Gruppe bietet Montage- und sonstige Dienstleistungen auf Baustellen an, auf denen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe verwendet werden. Im Falle eines Unfalls, wie etwa des Auslaufens solcher gefährlichen Stoffe, eines Feuers oder einer Explosion, könnte die Gruppe für Sach- oder Personenschäden und die Beseitigung von Umweltschäden haften müssen.

Versicherungen

Obwohl die ANDRITZ-GRUPPE Versicherungsprogramme zur Abdeckung der für das Geschäft üblichen Risiken abgeschlossen hat, gibt es keine Garantie, dass mögliche Verluste durch diese Versicherungen vollständig abgedeckt werden, die Versicherungen schadenersatzpflichtig bzw. die Versicherungsbeträge ausreichend sind. Darüber hinaus ist die Gruppe in gewissen Industrien tätig (zum Beispiel in der Raumfahrt und Nuklearindustrie), für die Risiken nicht versicherbar sind bzw. nicht immer alle Voraussetzungen gegeben sind, um Versicherungen abschließen zu können. Jegliche substanzielle Verbindlichkeit, die nicht durch Versicherungen gedeckt ist, könnte daher eine wesentliche negative Auswirkung auf die finanzielle Situation der Gruppe haben.

Risiken in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit der Gruppe

Währungen

Die Gruppe verfügt über Niederlassungen und Tochtergesellschaften in vielen Ländern außerhalb des Euroraums. Ein beträchtlicher Teil des Umsatzes bzw. der Kosten wird nicht in Euro, sondern in anderen Währungen, vor allem US-Dollar, abgerechnet. Die Währungen in diesen Ländern können erheblichen Wechselkursschwankungen unterliegen. Währungsrisiken im Zusammenhang mit Aufträgen, die nicht in Euro fakturiert werden, werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – insbesondere Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert.

Obwohl die Gruppe bestrebt ist, die Nettowährungsposition von nicht in Euro fakturierten Aufträgen durch den Abschluss von Termingeschäften abzusichern, können sich Währungsschwankungen mit Wechselkursverlusten im Konzernabschluss niederschlagen. Die Entwicklung der Wechselkurse kann sich auch auf den in Euro umgerechneten Umsatz und das Ergebnis der Gruppe negativ auswirken. Wechselkursänderungen können auch dazu führen, dass sich die Position von ANDRITZ gegenüber der Konkurrenz verändert, obgleich viele Mitbewerber von ANDRITZ ihren Firmensitz ebenfalls im Euroraum haben. Da einige der größeren ANDRITZ-Kunden ihren Hauptsitz außerhalb des Euroraums haben, können Wechselkursänderungen zu einer Verzögerung von Projektentscheidungen durch diese Kunden führen. Ebenso ist das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE nicht abgesichert und könnte durch Wechselkursänderungen beeinflusst werden.

Wettbewerbsposition

Die ANDRITZ-GRUPPE agiert in sehr wettbewerbsintensiven Märkten, in denen einige wenige große Anbieter um einige wenige Großaufträge bieten. Darüber hinaus gibt es lokal eine Vielzahl von kleinen konkurrierenden Unternehmen, die über eine vergleichsweise niedrige Kostenbasis verfügen. Diese Wettbewerbssituation wirkt sich negativ auf die Umsatzmargen der Gruppe aus. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Gruppe ihre derzeitige Marktposition auch in Zukunft halten kann.

Da die Wettbewerbsposition der Gruppe auch auf proprietären Technologien beruht, kann die durch das digitale Zeitalter begünstigte Zunahme von Produktpiraterie und Industriespionage und die damit einhergehende erhöhte Piraterie von geistigem Eigentum ebenfalls negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition der Gruppe haben. Die Gruppe bemüht sich, ihr geistiges Eigentum zu schützen, es gibt allerdings keine Garantie, dass dies immer ausreichend gelingt.

Akquisition und Integration von komplementären Geschäftsfeldern

Eines der wesentlichen strategischen Ziele der ANDRITZ-GRUPPE besteht darin, durch organisches Wachstum und komplementäre Akquisitionen in allen Geschäftsbereichen zum Komplettanbieter zu werden. In Umsetzung dieser Strategie akquirierte die Gruppe seit 1990 eine Reihe von weltweit tätigen Unternehmen und gliederte diese in den Konzern ein.

Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die Gruppe auch künftig in der Lage sein wird, geeignete Akquisitionsziele zu identifizieren und zu erwerben, dass überhaupt geeignete Unternehmen zur Verfügung stehen und ausreichend Finanzmittel für Akquisitionen aufgebracht werden können. ANDRITZ war bei der Integration neuer Unternehmen bisher erfolgreich. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die angestrebten Ziele und Synergien bei allen zukünftigen Akquisitionen (wie auch bei der derzeit laufenden Integrationen der zuletzt akquirierten Unternehmen) vollständig erreicht werden, oder dass die Gruppe sich nicht neuen oder Altlastrisiken ausgesetzt sieht, die nicht identifiziert oder nicht exakt evaluiert wurden.

Der 2013 erworbene Schuler-Konzern erzielt rund 80% des Umsatzes in der Automobilindustrie, die in der Regel starken zyklischen Schwankungen ausgesetzt ist. Mögliche negative zyklische Schwankungen können daher eine negative Auswirkung auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Schuler-Konzerns und damit auf die ANDRITZ-GRUPPE haben.

Gerichtsverfahren

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hat die ANDRITZ-GRUPPE in zahlreichen Verfahren bei Verwaltungsbehörden, Gerichten und Schiedsgerichten Parteienstellung. Der Großteil dieser Verfahren (wie beispielsweise Vertrags- und Projektstreitigkeiten, Produkthaftungsklagen und Verfahren im Bereich geistiges Eigentum) kann als typisch für die Branche, in der die Gruppe tätig ist, angesehen werden. Die ANDRITZ - GRUPPE bildet in Fällen, bei denen ein negativer Ausgang von Verfahren wahrscheinlich erscheint und zuverlässige Schätzungen gemacht werden können, entsprechende Rückstellungen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass diese Rückstellungen ausreichend sind. In Anbetracht der Risikosummen in einigen dieser Streitfälle kann ein für ANDRITZ negativer Ausgang einer oder mehrerer dieser Rechtsstreitigkeiten zu einer wesentlichen negativen Auswirkung auf Ergebnis und Liquiditätsbestand der Gruppe führen.

Der Bereich Produkthaftung inkludiert einige Fälle wegen mutmaßlicher Körperverletzungen und/oder Todesfälle aufgrund Asbestbelastungen. Zwei Tochtergesellschaften der ANDRITZ-GRUPPE sind Beklagte in 51 Asbestverfahren in den USA (Stand per 31. Dezember 2015; 66 Asbestverfahren per 31. Dezember 2014), in die insgesamt 431 Kläger involviert sind (445 Kläger per 31. Dezember 2014). Alle Verfahren betreffen Forderungen gegenüber einer großen Anzahl von Beklagten. ANDRITZ ist der Ansicht, dass keine der beiden Tochtergesellschaften in diesen Fällen haftbar gemacht werden kann und beide Tochtergesellschaften haben vor, jede der Klagen nachdrücklich anzufechten.

Compliance-Fragen

In Österreich und in anderen Ländern, in denen die ANDRITZ-GRUPPE tätig ist, ist eine Reihe von rechtlichen Compliance-Bestimmungen, inklusive kartellrechtliche Bestimmungen und Antikorruptionsgesetze, einzuhalten. Die Gruppe hat ein Compliance-Komitee zur Überwachung der Compliance-Tätigkeiten eingerichtet sowie eine Reihe interner Richtlinien festgelegt, darunter geltende Richtlinien zur Verhinderung von Insider-Trading, von Verstößen gegen Kartellgesetze und Antikorruptionsgesetze sowie einen Kodex über Geschäftsverhalten und Geschäftsethik. Zwar ist die Gruppe bestrebt, die Einhaltung dieser Richtlinien durch eine Vielzahl von Maßnahmen sicherzustellen, doch gibt es keine Garantie, dass es nicht zu Verstößen kommen wird oder

gekommen ist. Derartige Verstöße könnten die Finanzlage und den Ruf der Gruppe nachhaltig schädigen bzw. auch zu Stornierungen von bestehenden Aufträgen führen.

Risiken in Verbindung mit Großaufträgen und anderen Verträgen

Zahlungsrisiko durch Kunden

Ein Großteil der Geschäftsbereiche der ANDRITZ-GRUPPE hat Projekte mit hohem Auftragswert abzuwickeln. Die Nichteinhaltung von Zahlungsverpflichtungen durch Kunden im Rahmen solcher Großprojekte kann sich nachteilig auf die Finanz- und Liquiditätsposition der Gruppe auswirken. Die ANDRITZ-GRUPPE versucht, diese Risiken durch Besicherung von Zahlungen durch Banken und Exportkreditversicherungen zu beschränken. Auch im Fall des Abschlusses einer Exportkreditversicherung sind jedoch für gewöhnlich nur bis zu 85% des Verkaufspreises abgedeckt. Nicht immer sind allerdings auch die Voraussetzungen für eine vollständige Absicherung gegeben. Darüber hinaus ist ein Großteil des Servicegeschäfts nicht oder nur teilweise durch Bankgarantien abgesichert. Mögliche Zahlungsausfälle aus diesen Geschäften sollen durch die Implementierung einer Pauschalversicherung auf ein Minimum reduziert werden. Schlechter werdende gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass einige Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber ANDRITZ nicht nachkommen können.

Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilw eise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Risiko durch Projekte

Im Zusammenhang mit Lieferungen von Ausrüstungen und Serviceleistungen ist die ANDRITZ-GRUPPE häufig vertraglich verpflichtet, Leistungs- und Termingarantien abzugeben. Werden die garantierten Leistungen nicht erreicht oder Termine nicht eingehalten, sind üblicherweise gestaffelte Vertragsstrafen zu leisten oder auf Kosten der Gruppe Änderungen an den gelieferten Teilen zu erbringen. Bleibt die Anlagenleistung weit hinter den garantierten Werten zurück, werden Termine deutlich überschritten oder akzeptiert der Kunde die Übernahme der Anlage aus sonstigen Gründen nicht, könnte der Kunde das Recht haben, vom Vertrag zurückzutreten und den Vertragsgegenstand bei vollem Kosten- und Schadenersatz an ANDRITZ zurückzugeben. Ein solcher Fall könnte die Finanzentwicklung der Gruppe nachteilig beeinflussen.

Kostenüberschreitungen

Viele der Aufträge, die ANDRITZ abwickelt, basieren auf langfristigen Fixpreisverträgen. Umsatz und Margen können bei Fixpreisverträgen, zum Beispiel wegen Änderungen bei Kosten (vor allem schwankenden Materialkosten), von ursprünglichen Kalkulationen abweichen, insbesondere bei Projekten, die das Engineering und den Bau gesamter Anlagen umfassen.

Da die Gruppe gewisse Teile einer zu liefernden Anlage von Unterlieferanten bezieht, kann es vorkommen, dass ein Angebot ohne genaue Kenntnis der Preise der zugekauften Teile gelegt werden muss. Obwohl ANDRITZ bei der Kalkulation auf Erfahrungswerte und Angebote potenziel ler Lieferanten zurückgreifen kann, ist es möglich, dass diese Kalkulationen nicht immer exakt sind. Die Gruppe hat aus diesem Grund bei e inigen vergangenen Projekten erhebliche Verluste erlitten. Derartige Probleme und Verluste können auch zukünftig auftreten und die finanzielle Entwicklung der Gruppe negativ beeinflussen.

Risiko durch EPC-/Turnkey-Verträge

Bei einzelnen Projekten übernimmt ANDRITZ – zusätzlich zur Lieferung von Ausrüstungen und Systemen von ANDRITZ – auch die Verantwortung für das gesamte Engineering und/oder die Errichtung und den Bau von Fabriken. Diese Verträge bergen neben den oben angeführten Risiken auch Risiken in sich, die sich aus größerer Vorort-Verantwortung ergeben; das sind beispielsweise Umweltrisiken, Risiken in Bezug auf die lokalen Arbeitsbedingungen oder Risiken, die mit der Geologie, mit dem Bau und der Errichtung der Anlagen zu tun haben. Darüber hinaus ist die Gruppe auch Risiken in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Drittparteien ausgesetzt, die bei diesen Projekten mit Bau-, Montage- und Engineering-Leistungen beauftragt werden (z. B. Streiks oder andere Arbeitsunterbrechungen, die zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme führen, oder Nichteinhaltung von Terminen). Die Gruppe hat zur Minimierung dieser EPC-Risiken Risikomanagementsysteme implementiert, die – soweit vertraglich möglich – unter anderem den Abschluss von Versicherungen, die Festsetzung bestimmter vertraglicher Klauseln und standardisierte Abläufe beim Projektmanagement umfassen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass diese Systeme ausreichend sind, um negative finanzielle Auswirkungen zu verhindern. Die Gruppe hat diesbezüglich bei bestimmten früheren Projekten große Verluste gemacht, und ähnliche Schwierigkeiten und Verluste könnten auch künftig auftreten und eine negative Auswirkung auf die finanzielle Situation der Gruppe haben.

Konsortialrisiken

Bei vielen EPC- und anderen Projekten übernimmt die ANDRITZ-GRUPPE gemeinsam mit Drittparteien eine Reihe von gemeinsamen Risiken. Obwohl die Gruppe bestrebt ist, dass die Risiken aus solchen Projekten klar zugeordnet werden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Gruppe dabei immer erfolgreich ist. Darüber hinaus kann der Fall, dass ein Konsortialpartner seinen Verbindlichkeiten (inklusive Schadenersatz gegenüber der Gruppe) nicht nachkommen kann, eine bedeutende negative Auswirkung auf die Geschäftsergebnisse und die Liquiditätssituation der Gruppe haben.

Haftungsbeschränkungen

Haftungen, die sich aus Verträgen der Gruppe ergeben, können Haftungen bezüglich eines Gewinnentgangs von Kunden und andere Haftungen beinhalten, die den jeweiligen Vertragswert erheblich überschreiten können. Die ANDRITZ-GRUPPE ist bestrebt, in Verträgen entsprechende Haftungsbeschränkungen festzulegen; es kann jedoch keine Garantie dafür geben, dass in allen Verträgen ausreichende Haftungsbeschränkungen enthalten sind, oder dass Haftungsbeschränkungen im jeweils anzuwendenden Recht durchsetzbar sein werden.

Verträge mit staatlichen Stellen

Bei diversen Projekten der Geschäftsbereiche sind staatliche Stellen die Auftraggeber. In Zusammenhang mit diesen Projekten kann die Gruppe den oben beschriebenen Leistungs-, Haftungs- und EPC-/Turnkey-Risiken in verstärktem Maße unterliegen, weil es der Gruppe aufgrund des Erfordernisses öffentlicher Aus schreibungen und lokaler Gesetze eventuell nicht immer möglich ist, ihre angestrebten vertraglichen Absicherungen zu erreichen.

Risiken in Verbindung mit den Kapitalmärkten

Abhängigkeit von der Entwicklung internationaler Finanzmärkte

Die Entwicklung des ANDRITZ-Aktienkurses ist nicht nur von unternehmensspezifischen Faktoren, sondern auch von Kursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten abhängig. Starke Kursschwankungen und starke Volatilität an den wichtigsten Wertpapierbörsen können den Kurs der ANDRITZ-Aktie negativ beeinflussen.

Empfehlungen von Analysten

Als börsennotiertes Unternehmen wird die ANDRITZ-GRUPPE regelmäßig von Finanzanalysten und institutionellen Investoren bewertet. Kauf- und Verkaufsempfehlungen von Analysten und darauf basierende Investitionsentscheidungen durch Aktionäre können erhebliche Kursschwankungen der ANDRITZ-Aktie bewirken. ANDRITZ ist bemüht, unbegründete Kursschwankungen durch offene und transparente Informationspolitik und durch gute Beziehungen zu den Aktionären und anderen Teilnehmern am Kapitalmarkt zu vermeiden.

Aktiver Handel mit ANDRITZ-Aktien

Der hohe Anteil des Streubesitzes der ANDRITZ-Aktien (knapp 70%) und die umfassenden Investor-Relations-Tätigkeiten haben zu einem aktiven Handel mit ANDRITZ-Aktien an der Wiener Börse geführt. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass dieser aktive Handel auch in Zukunft anhalten wird. Sollte dies nicht der Fall sein, hätte dies negative Auswirkungen auf die Liquidität und den Kurs der ANDRITZ-Aktie; Investoren könnten ihre Aktien nicht zu einem für sie angemessenen Preis verkaufen. Ein Ausbleiben des aktiven Handels oder eine größere Veränderung der Marktkapitalisierung könnte weiters dazu führen, dass die ANDRITZ-Aktie aus verschiedenen internationalen Branchen- und Börsenindices, zum Beispiel dem ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, oder anderen Indices, gestrichen wird. Dies könnte zu größeren Kursveränderungen der ANDRITZ-Aktie führen.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Fertigung

Bedingt durch eine zufriedenstellende Entwicklung des Auftragsstands war das Jahr 2015 im Bereich der Fertigung von einer guten Kapazitätsauslastung geprägt. An den ANDRITZ-Fertigungsstandorten konnten die geplanten Budgetwerte erreicht und in vielen Standorten auch überschritten werden.

Die Investitionen im Bereich der Fertigung konzentrierten sich – wie auch schon in den Vorjahren – auf Qualitätsund Effizienzmaßnahmen der Produktionskapazitäten sowohl in den Emerging Markets Asiens und Osteuropas (insbesondere in Ungarn und der Slowakei) als auch an den bestehenden Standorten in Mitteleuropa und Nordamerika.

Personalwesen

Die ANDRITZ-GRUPPE beschäftigte per Ende 2015 24.508 Mitarbeiter (-1,4% versus 31. Dezember 2014: 24.853 Mitarbeiter).

Group Human Resources ist gruppenweit für die Koordination und Planung der wesentlichen Personalprozesse verantwortlich. Die wichtigsten Aufgaben des Bereichs sind die Nachfolgeplanung und Nachbesetzung von vakant gewordenen Schlüsselpositionen. Ziel ist es, ein attraktives Arbeitsumfeld, gerechte Entlohnung und chancengleiche Entwicklung für alle Mitarbeiter zu schaffen. In gruppenweiten Programmen werden interne Nachfolgekandidaten gesucht und deren individueller Karriereweg gefördert. Das "ANDRITZ Global Talent Program" soll sicherstellen, dass die Stärken von Nachwuchstalenten gezielt und bedarfsorientiert unterstützt und entwickelt werden können. Es fokussiert die Unternehmens- und Mitarbeiterführung in einem globalen Umfeld unter besonderer Berücksichtigung von interkulturellen Kompetenzen. Damit wurde in den vergangenen Jahren der Anteil an internen Nachfolgekandidaten deutlich erhöht. Neben globalen Personalentwicklungsmaßnahmen gibt es in der ANDRITZ-GRUPPE mehrere regionale Programme zur Förderung der Potenziale der Mitarbeiter. Das "Austrian Young Talent Program" zum Beispiel dient der Förderung der Potenziale von Nachwuchsführungskräften, um eine Gruppe von Kandidaten für die zukünftige Übernahme von Schlüsselpositionen aufzubauen.

ANDRITZ unterstützt seine Mitarbeiter, um Beruf und Familie bestmöglich vereinbaren zu können. So werden z. B. für Mitarbeiter mit Kindern flexible Teilzeitmodelle angeboten. Zudem wird am Standort Graz ein Betriebskindergarten betrieben.

Ein wichtiger Fokus liegt auch auf der Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter, vor allem auf präventiven Maßnahmen im physischen und mentalen Bereich. Zahlreiche Beschäftigte profitieren im Rahmen von Initiativen, Seminaren und Workshops zum Thema Gesundheit, die an ANDRITZ-Standorten weltweit angeboten werden.

2015 wurden an ANDRITZ-Standorten auch sicherheitsrelevante Maßnahmen für das Personal durchgeführt, bei denen die Mitarbeiter unter anderem zu den Themen Arbeitssicherheit, Abfalltrennung sowie Brandschutz unterwiesen und informiert wurden.

Umweltschutzbelange

Die ANDRITZ-GRUPPE leistet mit einer Vielzahl an innovativen Produkten und Serviceleistungen einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt, zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Steigerung der Energieeffizienz. Auch in der Fertigung dieser Produkte stehen die Reduktion von möglichen Umweltauswirkungen und die Schonung natürlicher Ressourcen an oberster Stelle. Der Fokus der Umweltschutzmaßnahmen lag insbesondere auf der Einsparung von Energie durch den Tausch von Fenstern, die Isolierung von Fassaden und Rohrleitungen, durch die Modernisierung der Heizungssysteme sowie durch Reduktion von Standzeiten von Fertigungsanlagen. Die Reduktion von CO2-Emissionen konnte durch laufenden Austausch von alten Transportfahrzeugen durch neue Fahrzeuge mit Hybridtechnik sowie durch den schrittweisen Einsatz von energiesparenden und kosteneffizienten Leuchtmitteln für Büros und Fertigungshallen erzielt werden. Wichtige Investitionen wurden auch mit der laufenden Erneuerung des Maschinenparks getätigt, die zur Steigerung der Energieeffizienz an den Fertigungsstandorten führten. Zahlreiche Initiativen im Bereich Müllvermeidung, Abfalltrennung und Recycling an den weltweiten ANDRITZ-Standorten leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) für neue Prozesse und Produkte wendete die ANDRITZ-GRUPPE im Berichtsjahr 88,5 MEUR auf (2014: 84,3 MEUR). Inklusive auftragsbezogener Arbeiten betrugen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen rund 3% des Umsatzes.

Wesentliche Schwerpunkte bei der Entwicklung neuer und innovativer Technologien sind erhöhter Umweltschutz, die Verminderung des Energie- und Ressourceneinsatzes bei der Produktion sowie die Verlängerung des Lebenszyklus von Maschinen und Anlagen. Damit unterstützt ANDRITZ seine Kunden weltweit, Umweltauflagen bestmöglich zu erfüllen und gleichzeitig durch Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen ökonomischen Mehrwert zu schaffen. Oft werden auftragsbezogene Entwicklungsarbeiten in Zusammenarbeit mit den Kunden durchgeführt.

Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nach Geschäftsbereichen HYDRO

Die ersten Pilotprojekte mit Erregungs- und Schutzmodulen des Automatisierungssystems HIPASE wurden erfolgreich in Betrieb genommen. Diese Automatisierungsplattform ist ein weltweit einzigartiger Neuansatz zur Vereinheitlichung unterschiedlicher Gerätespezifikationen (für den elektrischen Schutz, den Spannungsregler und die Synchronisiereinrichtung) sowie zur Anwendung der neuesten und modernsten Hard- und Softwaretechnologien. Durch HIPASE können Kosten und Aufwand für den Einbau und den Anlagenbetrieb signifikant reduziert werden.

Vor dem Hintergrund steigender Stromerzeugung auf Basis von Windkraft und Sonnenergie, vor allem in Europa, ist Flexibilität im Anlagenbetrieb die wichtigste Voraussetzung für die Stromversorgung. Wasserkraftwerke leisten einen wesentlichen Beitrag zur Balance von Stromangebot und -nachfrage, indem sie die Schwankungen wetterabhängiger Energieträger ausgleichen. Gleichzeitig sind sie, weil eher auf kontinuierlichen Betrieb ausgelegt, aufgrund häufiger Start-Stoppmanöver auch höheren Belastungen ausgesetzt. ANDRITZ HYDRO hat ein neues Rechentool entwickelt, um die Ermüdung hoch beanspruchter Komponenten zu berechnen und deren Lebensdauer zu bestimmen. Zudem werden Kunden, die ältere Generatoren betreiben, durch Beratung und gezielte Serviceangebote unterstützt, die neuen Herausforderungen zu erfüllen und einen fortgesetzten sicheren Anlagenbetrieb garantieren zu können.

Für das geplante Gezeitenlagunen-Wasserkraftwerksprojekt in der Bucht von Swansea wurde eine neue Rohrturbine entwickelt. Diese verfügt über Laufradschaufeln, die man um mehr als 180 Grad verstellen kann und Leitschaufeln, die um mehr als 120 Grad geöffnet werden können, damit Wasser ungehindert in beiden Richtungen fließen kann. Die Turbine arbeitet sowohl als Pumpe wie auch als Turbine bei variabler Drehzahl. Dadurch wird die Jahresenergieleistung so optimiert, dass die Gezeitenlagunentechnik eine wirtschaftlich wettbewerbsfähige Lösung darstellt. Weiters wurde die Turbinenkonstruktion mit Hinblick auf Fischfreundlichkeit optimiert.

Die Division Pumpen konzentrierte sich auf Mehrstufenentwicklungen, die die Basis für zwei wichtige Aufträge bildeten. Eine sechsstufige Speicherpumpe mit verbesserter Leistung und erhöhter Produktion (32,3 MW) wird für einen Drei-Maschinen-Satz "Oschenik 1" geliefert. Als erster Meilenstein wurde die hydraulische Entwicklungsarbeit mit einem Modellabnahmetest gemeinsam mit dem Kunden abgeschlossen. Das zweite Projekt in Yuxi, Yunnan Province, China umfasste die Entwicklung und Lieferung von 18 Stück zwei- und dreistufigen doppelflutigen Pumpen (ASPM) für ein großes Infrastrukturprojekt im Westen Chinas. Die hydraulische Entwicklung, maschinelle Auslegung und komplette Fertigung sowie die Abnahmetests für die Pumpen konnten innerhalb weniger als 14 Monaten durchgeführt werden. Das Projekt wurde mit der erfolgreichen Inbetriebnahme aller Einheiten im Juni 2015 abgeschlossen.

PULP & PAPER

Mehrere aktuelle Forschungsprojekte des Geschäftsbereichs PULP & PAPER beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und der besseren Verwertung von Abfallstoffen in Zellstoff- und Papierfabriken. Eine Neuentwicklung für die Behandlung von Abfällen aus der Stoffaufbereitung in Papierfabriken ist der Ballistikseparator ReBal. Bei dieser Technologie wird das Material über eine oszillierende Siebplatte geführt und dabei in drei Fraktionen getrennt, die gesondert abgeführt werden können. Durch die Abscheidung von Steinen und Metall wird die Lebensdauer der nachgeschalteten Maschinen, wie etwa Zerkleinerungsmaschinen, verlängert. Zusätzlich können auch verkaufsfähige Fraktionen, wie etwa Plastik für PET-Flaschen, generiert werden. ReBal wurde bereits mehrmals verkauft und wird zurzeit vor allem für Projekte im asiatischen Raum gefertigt.

Auch das Konzept der Bioraffinerien leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Zellstoff- und Papierindustrie. Die Forschungsaktivitäten zielen darauf ab, Wertstoffe (Ligninbestandteile und Hemicellulosen) aus dem Abwasser von Holzstoffanlagen zurückzugewinnen. Diese wertvollen Bioprodukte (Biochemikalien) werden unter anderem in der Zellstoff- und Papierherstellung, in der Verpackungsindustrie, in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie sowie in der Lebensmittelindustrie verwendet. Trennt man die Wertstoffe vor der Abwasserbehandlung ab, können Anlagen wirtschaftlicher und ressourcenschonender betrieben werden, weil sich einerseits die Abwasserbelastung und damit auch die Produktionskosten verringern und andererseits durch den Verkauf der Bioprodukte Marktchancen in neuen Geschäftsfeldern entstehen.

Weitere innovative ANDRITZ-Technologien im Bereich Recycling verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und reduzieren den Anfall von Abfall auf Deponien. ANDRITZ MeWa etwa bietet Zerkleinerungstechnologien sowie spezifische Trenn-, Sortier- und Fördertechnik und damit komplette Recyclinglösungen aus einer Hand an. Dazu zählen Anlagen zur Aufbereitung von Elektro- und Elektronikschrott, Kühlgeräten, Kabeln und Altreifen, Anlagen zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen, zur Metallreinigung und Substrataufbereitung in Biogasanlagen sowie zur Aufbereitungen von sogenannten Spuckstoffen in der Altpapieraufbereitung (Spuckstoffe sind alle Materialien, die nicht aus Papier bestehen, wie Kunststoffe, Textilien oder Metalle). Der Fokus der Entwicklungstätigkeiten von ANDRITZ MeWa lag im vergangenen Jahr auf Verbesserungen und Kostenreduktionen von Maschinen und Prozessen, wie etwa der Granulatoren, und der Weiterentwicklung des Querstromzerspaners für Bioanwendungen. Dieser wird unter anderem für die Zerkleinerung von Bioabfällen aus Haushalten, Schlachthaus- und Speiseabfällen oder Energiepflanzen, wie Mais- und Grassilage, Mist, Roggensilage der Zuckerrüben, eingesetzt.

Vor dem Hintergrund des weltweit kontinuierlich ansteigenden Abfallvolumens entwickelte ANDRITZ gemeinsam mit dem Kooperationspartner Alucha eine Pyrolysetechnologie zur wirtschaftlichen Rückgewinnung und Aufbereitung der in gebrauchten Getränkekartons vorhandenen Wertstoffe, wie Papierfasern, Aluminium und Polyethylen. Durch Pyrolyse der Getränkeverpackungen wird Polyethylen in Gas oder Öl transformiert und Aluminium als reines Metall rückgewonnen. Hauptmerkmal der Pyrolyse ist die starke Erhitzung des Materials unter Ausschluss von Sauerstoff.

Die Pyrolyse ist derzeit das einzige ökonomisch sinnvolle Verfahren zur Aufbereitung aluminiumhaltiger Laminatverpackungen. Bisher konnte allerdings das abgetrennte Polyethylen nur zu Brennstoff (Gas, Öl) weiterverarbeitet werden. Ziel eines laufenden ANDRITZ-Entwicklungsprojekts ist es, daraus ein neues, für den Verkauf geeignetes Produkt zu erzeugen. Das neue Verfahren löst die aluminium- und kunststoffhaltigen Bestandteile nach der Abtrennung der Papierfasern in Salzsäure auf und trennt dabei Aluminium und Polyethylen. Das Aluminium wird als Korund (Aluminiumoxid) wiedergewonnen. Das Polyethylen kann in einem weiteren Prozessschritt zu Flocken aufbereitet werden und steht somit wieder als Rohstoff für die Kunststoffherstellung zur Verfügung.

Für die Entwässerung von Faserstoffen mit niedriger Zulaufkonsistenz wurde ein neuer Vertikaleindicker entwickelt, der den Faserstoff ohne Zwischenstufe von ca. 3 auf bis zu 30% entwässert. Bisher waren zwei separate Entwässerungsmaschinen notwendig, um diese Konsistenz zu erreichen. Durch den neuen Vertikaleindicker kann ein Prozessschritt übersprungen werden. Dadurch werden der maschinelle Aufwand und die Investitionskosten bei Neuanlagen gesenkt; darüber hinaus reduziert sich auch der Wasser- und Energieverbrauch der Anlagen. Nach einer Testphase in der ANDRITZ-Pilotanlage in Graz wird der neue Eindicker derzeit am Markt eingeführt.

Der PrimeCoat Curtain von ANDRITZ ist ein innovatives Verfahren, das die Streichsubstanz, die in der Papierproduktion zur Verbesserung der optischen Merkmale eingesetzt wird, als fertig dosierten Vorhangfilm direkt auf die Papier- oder Kartonbahn aufträgt. Das Verfahren gewährleistet einen idealen Konturstrich, wodurch eine optimale Abdeckung erzielt und Fehler in diesem Prozessschritt ausgeschlossen werden können. Das damit erreichte Abdeckungsverhalten ist besser als bei allen bisherigen Streichmethoden am Markt. Ein wertvoller Nebeneffekt sind Rohstoff- und Energieeinsparungen. Diese werden durch den Einsatz von kostengünstigeren Faserstoffen, teilweise ohne zusätzliche Aufbereitung wie Deinking, in der Schonschicht des Kartons ohne Qualitätseinbußen erreicht. Da das Auftragsverfahren völlig ohne Verschleißteile auskommt, gibt es auch keine Produktionsunterbrechungen bzw. -ausfälle aufgrund von Rakel- oder Streichklingentausch.

Eine Neuentwicklung im Bereich Nonwoven sind biologisch abbaubare Vliesstoffprodukte wie feuchtes Toilettenpapier und Kosmetiktücher, die sich nach Gebrauch innerhalb kurzer Zeit im Wasser vollständig auflösen. Statt Synthesefasern werden Nassvliese aus abbaubaren Zellulosefasern, wie etwa auch bei Teebeuteln, verwendet. Auf sonst übliche Bindemittel und deren thermische Verfestigung wird verzichtet. Stattdessen arbeiten die Anlagen von ANDRITZ mit chemiefreier Wasserstrahlverfestigung (Wetlace). Das beim Wetlace-Prozess eingesetzte Wasser wird gesammelt, auf Trinkwasserqualität gereinigt und in anderen Prozessstufen wiederverwendet. Auch die heiße Luft für das Trocknen der Nassvliese wird teilweise aufgefangen und in den Anlagenkreislauf rückgeführt, um Energie einzusparen. So können Energieeinsparungen von bis zu 20% gegenüber Vorgängerlinien erreicht werden.

METALS

Schuler wurde 2015 für die Entwicklung des Smart DC Grid, einem Gleichstromnetz für Pressenlinien, das den Energiebedarf deutlich senkt, mit dem Umwelttechnikpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Pressen in einer Servopressenlinie benötigen nicht nur bei jedem Hub elektrische Energie, sondern erzeugen sie auch bei den zyklischen Bremsvorgängen. Die dadurch erzeugte Energie lässt sich über das intelligente Gleichstromnetz direkt an die Pressen weiterleiten, die gerade beschleunigen oder umformen und damit Energie benötigen. Das Schuler Smart DC Grid ist bereits in mehreren Pressenlinien in der Automobilindustrie im Einsatz.

Eine weitere Auszeichnung, nämlich den Red Dot Award, hat Schuler im Juli 2015 für den Crossbar Roboter 4.0 zur Automation von Pressenlinien erhalten. Der Roboter ist zu 20% energieeffizienter, 50% leichter und 50% dynamischer als das Vorgänger-Modell.

Schuler hat sich bisher auf die Warmumformung von Stahl konzentriert. Durch den Einsatz von Aluminium kann das Gewicht der Karosserie noch deutlicher verringert werden, der Werkstoff war aber bisher aufgrund der Elastizität des Metalls nur schwer umformbar. Dank einer speziellen Legierung kann aber Aluminium seit kurzem auch warm umgeformt und somit das Gewicht eines Karosserieteils um 30 bis 50% reduziert werden. Auch der Umformprozess benötigt deutlich weniger Energie.

Schuler hat 2015 auch an einer Verkürzung der Prozessketten durch die Kombination von Präzisionsschneiden und Massivumformung in einem Werkzeug gearbeitet. Bislang wurden Bauteile, die in unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Materialstärken aufweisen, durch Zusammenfügen mehrerer Einzelbauteile hergestellt. Die Verkürzung der Prozessketten durch die Produktion der Bauteile in einem Pressendurchgang bietet großes Einsparpotential.

Mit der CSC 1000 hat Schuler einen Ein-Pleuel-Stanzautomaten für den Automatik- und Handeinlegebetrieb entwickelt, der im Vergleich zu bisherigen Anlagen sowohl Ausbringungsleistung als auch Energie -Effizienz steigert. Der Grund dafür ist ein dynamischer Einbau-Torquemotor, der einen so genannten Pendelhub-Betrieb realisieren kann. Zudem ist das Antriebskonzept schmierölfrei, was die Gefahr der Vermischung mit Prozessstoffen ausschließt und den Wartungsaufwand minimiert.

2015 erhielt der Geschäftsbereich für die beiden Umweltschutztechnologien PYROMARS und ZEMAP den Energy Globe Award Austria in der Kategorie Wasser. Der renommierte Umweltpreis zeichnet seit 1999 herausragende nachhaltige Projekte mit Fokus auf Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien aus. Die beiden ausgezeichneten Technologien ermöglichen einen abwasserfreien Betrieb von Edelstahlbeizen und eine nahezu vollständige Wiedergewinnung der Wertstoffe aus Abbeize und Spülwasser. PYROMARS hat sich bereits in zahlreichen Anwendungen bewährt, das neue ZEMAP-Verfahren wird derzeit erstmals an einen taiwanesischen Edelstahlproduzenten geliefert. Die Technologien wurden zudem 2016 für den österreichischen Staatspreis Innovation nominiert.

Ein wesentlicher Schritt zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Säureregeneration in der Kohlenstoffstahlproduktion wurde mit dem neuen ANDRITZ ECOmode-Verfahren gesetzt. Basierend auf einem neu entwickelten Berechnungsmodell wird ein Teil der Abbeize vor der Regeneration abgezweigt und nach der Regeneration wieder zugeführt, ohne das Beizergebnis zu beeinflussen. Dadurch kann der Gasverbrauch um bis zu 25% reduziert werden, wodurch auch die Gesamtemissionen sinken. Die Optimierung wird durch ein Upgrade der Anlagensteuerung umgesetzt und ist mit sehr geringen Investitionskosten verbunden. Das patentierte Verfahren wurde in einem taiwanesischen Stahlwerk erfolgreich getestet und wird derzeit am Markt eingeführt.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Entwicklungstätigkeit von ANDRITZ METALS sind Prozessmodelle und hier insbesondere mathematische Modelle sowie darauf basierende modellprädiktive Regler für kontinuierliche Glühöfen. Ziel ist es, dem Wunsch der Industrie nach mehr Produktivität bei gleichzeitiger Verringerung des Energieverbrauchs und der Emissionen gerecht zu werden. Darüber hinaus gilt es, die Produktqualität zu steigern, den Ausschuss zu minimieren und den technologischen Prozess vorab durch exakte Simulation abzubilden.

Die von ANDRITZ entwickelten Low- und Ultralow-NOx-Brenner reduzieren die Stickstoffemissionen von Stahlund Aluminiumwerken. Die Brenner basieren auf dem Prinzip der Rauchgaszirkulation und der Verdünnung der Reaktionsmedien. Durch eine optimierte Mischung und Verteilung von Brennstoff, Verbrennungsluft und Rauchgas sinken die Spitzentemperaturen der Flamme. Dadurch entsteht deutlich weniger Stickoxid als bei herkömmlichen Brennern. Diese Technologie setzt ANDRITZ sowohl bei konventionellen Seitenwandbrennern als auch bei verbrauchsoptimierten Regenerativbrennern ein.

SEPARATION

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Technologien zielen auch im Geschäftsbereich SEPARATION auf eine Senkung des Energieverbrauchs (Strom, Wärme) bei Neuanlagen und die damit verbundene Erhöhung der Wirtschaftlichkeit ab. Auch die Nachfrage nach Serviceleistungen zur Verlängerung der Lebensdauer bestehender Maschinen und Anlagen nimmt deutlich zu.

Mit der Entwicklung einer neuen Separatorproduktlinie für Olivenöl hat ANDRITZ SEPARATION sein Produktportfolio deutlich erweitert. Durch die kontinuierlich gleichbleibende Temperatur im Separator wird die erforderliche hohe Qualität des Olivenöls sichergestellt. Die Trommel aus rostfreiem Stahl garantiert höchste Sauberkeit. Die Reinigungskosten sind gering, weil die Trommel für die Reinigung nicht ausgebaut werden muss, da es einen automatisierten Reinigungsdurchgang gibt

Der neue Separator verbraucht kein Wasser, da der geringe Anteil an Wasser im Olivenölgemisch für den eingesetzten Trennprozess bereits ausreichend ist und daher kein zusätzliches Wasser zur Verbesserung des Trennergebnisses zugeführt werden muss. Dank der hohen Effektivität des Trennprozesses bietet der Separator zudem eine höhere Produktivität bei geringerem Energieverbrauch und niedrigeren Ersatzteilkosten.

Die neu entwickelte Automatisierungslösung CentriTune ist ein modular zusammenstellbares, komplettes Steuerungs- und Kontrollsystem für alle ANDRITZ-Dekanterzentrifugen. Das einfach zu bedienende System regelt unter anderem Geschwindigkeit sowie Drehmoment und erfüllt sämtliche sicherheitsrelevanten Anforderungen.

Das neue Sicherheitspaket Zero-Access für den Trommeltrockner von ANDRITZ Gouda reduziert durch den Einbau von Barrieren oder Abdeckkappen bei Schälmessern das Unfallrisiko und verbessert die Bedienbarkeit. Das wirkt sich auch positiv auf die Betriebskosten aus. Die Lösung wurde in enger Zusammenarbeit mit einem Kunden entwickelt.

ANDRITZ Feed & Biofuel Technologies hat mit der Markteinführung eines neuen Paddelmischers die bestehende Serie erweitert. Der OptiMix 4000 mischt bis zu 30 Chargen pro Stunde und ist damit drei Mal schneller als bisherige Mischer. Dank seiner Konstruktionsmerkmale arbeitet der Mischer außerdem äußerst sauber und wartungsfreundlich. Auf Basis einer speziellen Selbstreinigungsfunktion wechselt der Rotor zwischen jeder Charge die Richtung und stellt somit sicher, dass alle Flächen vom Mischmaterial gereinigt werden. Weiters sorgt die Anordnung der Düsen direkt im Einlauf dafür, dass auch diese bei der Chargenzufuhr gereinigt werden. Das neue Modell wurde bereits mehrfach auf Fachmessen als innovativste bzw. optisch attraktivste Maschine ausgezeichnet. Die Marktfreigabe einer weiteren Innovation, des OptiMix 8000 ist für 2016 geplant, die gesamte Serie soll bis zum Sommer 2016 marktreif sein.

Im Bereich Haustierfutter hat ANDRITZ Feed & Biofuel Technologies neue maschinelle Ausrüstungen entwickelt, mit denen es möglich ist, Pellets mit bis zu vier verschiedenen Farben und Formen auf nur einem Extruder herzustellen. Der erste erfolgreiche Testlauf fand bereits statt, derzeit wird an der Entwicklung eines Prototyps, der in einer Kundenanlage zum Einsatz kommen soll, gearbeitet.

Auch die Verbesserung der Leistung der Pressen für Biobrennstoff ist regelmäßiger Bestandteil der Forschungs und Entwicklungstätigkeiten. Die in diesem Bereich im Jahr 2015 durchgeführten Entwicklungen sichern eine längere Lebensdauer für die wichtigsten Verschleißteile.

Corporate-Governance-Bericht

Den Corporate-Governance-Bericht finden Sie im nachfolgenden Kapitel – oder auf der ANDRITZ-Website www.andritz.com.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Situation der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten hat sich in der Zeit zwischen dem Bilanzstichtag und der Veröffentlichung dieses Berichts nicht wesentlich geändert.

AUSBLICK

Gemäß der Einschätzung von Wirtschaftsexperten wird sich auch 2016 das leichte Wachstum der Weltwirtschaft fortsetzen. In den USA soll demnach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,8% und in Europa um 2,1% ansteigen. Für China wird eine weitere leichte Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf 6,5% prognostiziert, und für Brasilien wird – nach einer Rezession 2015 - ein geringfügiges Wirtschaftswachstum erwartet.

Die Aussichten für die ANDRITZ-Geschäftsbereiche sind im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Im Geschäftsbereich HYDRO ist – bedingt durch die unverändert niedrigen Strom- und Energiepreise – mit einem anhaltend schwierigen Umfeld zu rechnen. Viele Modernisierungsprojekte sind nach wie vor verschoben oder vorübergehend gestoppt. Einige größere neue Wasserkraftwerksprojekte sind zwar in Planung, jedoch ist die Vergabe dieser Projekte erst mittel- bis langfristig zu erwarten. Im Geschäftsbereich PULP & PAPER wird weiterhin mit einer guten Projektaktivität, wenngleich auch unter dem Niveau des Vorjahrs, gerechnet. Im Bereich Metallumformung (Schuler, Geschäftsbereich METALS) ist im Jahr 2016 von einer unverändert zurückhaltenden Investitionstätigkeit auszugehen. Bedingt durch die anhaltend schwache Nachfrage im Automobilbereich in China stoppten oder verschoben die meisten Automobilproduzenten und -lieferanten vorerst ihre Investitionsentscheidungen; im Segment der Anlagen zur Produktion von Edelstahl-/Stahlbändern wird ein Anhalten der geringen Investitionsaktivität erwartet. Eine insgesamt moderate und gegenüber dem Vorjahr unveränderte Projektaktivität wird auch für den Geschäftsbereich SEPARATION erwartet.

Unternehmensintern wird ANDRITZ auch 2016 weiter den Fokus auf Kostendisziplin sowie Optimierung der Organisations- und Kostenstrukturen legen. Im Schuler-Konzern werden die im Geschäftsjahr 2015 beschlossenen Maßnahmen zur Optimierung der Wertschöpfungskette 2016 und 2017 umgesetzt.

Basierend auf den oben angeführten Erwartungen zur Entwicklung der Weltwirtschaft sowie der Projekt- und Investitionsaktivität in den ANDRITZ-Geschäftsbereichen sowie basierend auf dem Auftragsstand per ultimo 2015 erwartet die ANDRITZ-GRUPPE für das Geschäftsjahr 2016 eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung.

Sollte sich 2016 die globale Weltwirtschaft jedoch entgegen den allgemeinen Erwartungen eintrüben, ist mit negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von ANDRITZ zu rechnen. Dies könnte zu weiteren organisatorischen und kapazitiven Anpassungen sowie möglicherweise daraus entstehenden finanziellen Vorsorgen führen, die das Ergebnis negativ beeinträchtigen könnten.

AKTIEN UND AKTIONÄRSSTRUKTUR Offenlegung gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der ANDRITZ AG per 31. Dezember 2015 betrug 104.000.000 EUR. Auf jede nennwertlose Aktie entfällt damit ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR. Es bestehen keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.

ANDRITZ verfügt über eine langfristig sehr stabile und ausgewogene Aktionärsstruktur. Mit einem Streubesitz von knapp unter 70% stellen nationale und internationale institutionelle Anleger sowie Privataktionäre den Hauptanteil der Aktionäre. Darunter befinden sich mit einem Aktienanteil von 6,7% FMR LLC (Fidelity Management & Research, eine 1946 gegründete US-Fondgesellschaft mit Sitz in Boston, Massachusetts) und mit 3,96% The Capital Group Companies, Inc. (eine 1931 gegründete US-amerikanische Investmentgesellschaft mit Sitz in Los Angeles, Kalifornien). Der Hauptteil der institutionellen Anleger kommt aus Großbritannien, den USA, Österreich und Deutschland, jener der Privataktionäre aus Österreich und Deutschland. 25% plus eine Aktie sind im Besitz der Custos Vermögensverwaltungs GmbH (Custos) und 0,77% im Besitz der Cerberus Vermögensverwaltung GmbH (Cerberus). Die Geschäftsanteile dieser Gesellschaften werden teils direkt und teils indirekt von der Custos Privatstiftung beziehungsweise von Wolfgang Leitner, dem Vorstandsvorsitzenden der ANDRITZ AG, gehalten. 5,721% gehören der Certus Beteiligungs-GmbH (Certus), deren Geschäftsanteile sich mittelbar im Eigentum der Manile Privatstiftung befinden.

Die Übernahmekommission hat der ANDRITZ AG am 25. März 2015 die Entscheidung zum Nachprüfungsverfahren gem. § 33 ÜbG übermittelt. Gegenstand des Verfahrens war die Prüfung, ob im Zusammenhang mit den im August 2014 von den Kernaktionären der ANDRITZ AG, insbesondere Custos Privatstiftung bzw. Certus Beteiligungs-GmbH durchgeführten Umgründungsmaßnahmen sowie mit der erfolgten Rückführung eines seit 2004 bestehenden Wertpapierdarlehens über Aktien der ANDRITZ AG ein Pflichtangebot zu Unrecht nicht gestellt wurde (§§ 22ff ÜbG). Die Übernahmekommission sprach aus, dass die von Certus Beteiligungs-GmbH gehaltenen Aktien zwar der Custos Privatstiftung übernahmerechtlich zurechenbar sind, jedoch keine Verletzung der Angebotspflicht vorlag und daher kein Pflichtangebot gestellt werden musste. Custos Privatstiftung kann mit wenigen Ausnahmen die ihr übernahmerechtlich zurechenbaren Stimmrechte zwischen 26% und 30% jedenfalls bis zum 30. Juni 2018 ausüben.

Es gibt derzeit kein genehmigtes Kapital. Aufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 22. März 2013 ist der Vorstand ermächtigt, zwischen 1. Oktober 2013 und 31. März 2016 bis zu 10% des Grundkapitals der ANDRITZ AG zurück zu erwerben. Anfang Oktober 2013 hat der Vorstand der ANDRITZ AG beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und Aktien zwischen 12. November 2013 und 31. März 2016 zurückzukaufen. Es gibt keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse für Mitglieder des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Die Arbeitnehmer üben das Stimmrecht direkt aus. Es existieren darüber hinaus auch keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist keine bedeutenden Vereinbarungen eingegangen, die bei einem Kontrollwechsel der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden würden.

Gemäß der Bedingungen der im Juli 2012 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2012-2019 ist jeder Inhaber von Teilschuldverschreibungen berechtigt, seine Teilschuldverschreibungen fällig zu stellen und sofortige Rückzahlung zum Nennbetrag zuzüglich der bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen zu verlangen, falls ein Kontrollwechsel durch einen neuen Großaktionär erfolgt und dieser Kontrollwechsel zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Fähigkeit der Emittentin führt, ihre Verpflichtungen aus den Teilschuldverschreibungen zu erfüllen.

Es existieren Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands im Falle eines Kontrollwechsels. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen für die Aufsichtsratsmitglieder und Arbeitnehmer.

Graz, 22. Februar 2016

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Vorstandsvorsitzender PULP & PAPER

Wolfgang Leitner Humbert Köfler Joachim Schönbeck Wolfgang Semper

(Service & Systemlösungen), SEPARATION

PULP & PAPER

(Neuanlagen), METALS

HYDRO

Disclaimer:

Bestimmte Aussagen im Jahresfinanzbericht 2015 und im Geschäftsbericht 2015 sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpfl ichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich.

Der Jahresfinanzbericht 2015 und der Geschäftsbericht 2015 enthalten Annahmen und Prognosen, die auf Basis aller bis Redaktionsschluss am 22. Februar 2016 zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die den Annahmen und Prognosen zugrunde liegenden Einschätzungen nicht eintreffen oder die im Kapitel "Unternehmensrisiken" und im Lagebericht des Jahresfinanzberichts 2015 angesprochenen Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den im Jahresfinanzbericht 2015 und im Geschäftsbericht 2015 erwarteten Ergebnissen abweichen. Trotz größter Sorgfalt erfolgen daher alle zukunftsbezogenen Aussagen ohne Gewähr.

CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

Der vorliegende Bericht erläutert die im Hinblick auf die Finanzgebarung und gegenüber Aktionären implementierten Strukturen, Prozesse und Regeln, denen ANDRITZ im Bereich Corporate Governance folgt. Als börsennotierte Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Österreich ergibt sich der Gestaltungsrahmen für Corporate Governance aus dem österreichischen Recht, der Satzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie aus dem Österreichischen Corporate-Governance-Kodex.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate-Governance-Kodex

ANDRITZ bekennt sich uneingeschränkt zur Einhaltung der im Österreichischen Corporate -Governance-Kodex festgelegten Verhaltensregeln und sieht darin die wesentliche Voraussetzung für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung, die auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung und ein hohes Maß an Transparenz gegenüber Aktionären und anderen Interessensgruppen ausgerichtet ist. Der Vorstand und der Aufsichtsrat sowie alle Mitarbeiter der ANDRITZ-GRUPPE haben sich zur Beachtung des Kodex verpflichtet.

Der für das Geschäftsjahr gültige Österreichische Corporate-Governance-Kodex (Fassung Jänner 2015) ist auf der Website der ANDRITZ-GRUPPE unter www.andritz.com sowie auf der Website des Arbeitskreises für Corporate Governance in Österreich unter www.corporate-governance.at verfügbar und öffentlich zugänglich.

Der Österreichische Corporate-Governance-Kodex basiert auf freiwilliger Selbstverpflichtung und geht über die gesetzlichen Anforderungen an eine Aktiengesellschaft hinaus. ANDRITZ befolgt die Regeln des Kodex beinahe lückenlos. Im Sinne des Kodex-Grundsatzes "Comply or Explain" begründet ANDRITZ die Nichteinhaltung bzw. abweichende Einhaltung jener Regeln, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen (sogenannte C-Regeln), wie folgt:

Regel 27 und Regel 30 (Offenlegung der Grundsätze des Vergütungssystems für den Vorstand): Die variable Komponente orientiert sich ausschließlich am Jahresüberschuss, es gibt keine nicht-finanziellen Kriterien, die maßgeblich für die Höhe der variablen Vergütung sind. Die ANDRITZ-GRUPPE ist in teilweise sehr unterschiedlichen Geschäftsbereichen tätig, weshalb es nicht in Betracht kommt, nicht-finanzielle Kriterien einheitlich für die gesamte Gruppe zu definieren. Damit wird dem Gedanken der Objektivierung und klaren Nachvollziehbarkeit Rechnung getragen. Der Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ist bei der Ausgestaltung des Aktienoptionsprogramms berücksichtigt worden.

Zusammensetzung des Vorstands

Der Vorstand der ANDRITZ AG bestand per 31. Dezember 2015 aus vier Mitgliedern. Mit 31. März 2015 endete das Vorstandsmandat von Friedrich Papst, der seit 1. April 1999 für die Bereiche HYDRO (Pumpen), SEPARATION (Futtermittel- und Biomassepelletierung) sowie gruppenweit für Fertigung und Einkauf verantwortlich war.

Name (Geburtsdatum) Funktion Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Aufsichtsratsmandate in
anderen in- und
ausländischen
Gesellschaften
Schuler AG;
Haas Beteiligungs- und
Management GmbH;
Haas Food Equipment
1. Oktober 1987
(Finanzvorstand)
GmbH; Franz Haas
Vermögens- und
Beteiligungs
Aktiengesellschaft;
Wolfgang Leitner
(27. März 1953)
Vorsitzender
des Vorstands
29. Juni 1994
(Vorstandsvorsitzender)
28. Juni 2018 HBB Haas Beratung und
Beteiligungen GmbH
Humbert Köfler
(11. Jänner 1961)
Mitglied des
Vorstands
1. April 2007 31. März 2020 keine
Joachim Schönbeck
(30. Jänner 1964)
Mitglied des
Vorstands
1. Oktober 2014 30. September
2017
Westag & Getalit AG
Wolfgang Semper
(9. März 1958)
Mitglied des
Vorstands
1. April 2011 31. März 2019 keine

Wolfgang Leitner

Verantwortungsbereiche:

Zentrale Gruppenfunktionen wie Human Resources Management, Controlling und Rechnungswesen, Treasury, Konzernkommunikation, Investor Relations, Interne Revision, Informationstechnologie, Fertigung

Beruflicher Werdegang:

Mitglied des Vorstands der AGIV AG, Gründer und Geschäftsführer der GENERICON Pharma GmbH, Unternehmensberater bei McKinsey & Company, Forschungschemiker bei Vianova/HOECHST

Humbert Köfler

Verantwortungsbereiche: PULP & PAPER (Service & Systemlösungen), SEPARATION sowie Einkauf gruppenweit

Beruflicher Werdegang:

Leiter der Division Service-Papierindustrie der ANDRITZ AG, Leiter der Division Refinersysteme der ANDRITZ AG, regionaler Verkaufsleiter der ANDRITZ Sprout-Bauer GmbH, Exportmarketingmanager der Biochemie GmbH

Joachim Schönbeck

Verantwortungsbereiche:

PULP & PAPER (Neuanlagen), METALS sowie Qualitäts- und Sicherheitsmanagement gruppenweit

Beruflicher Werdegang:

Sprecher der Geschäftsführung der SMS Holding GmbH und Vorsitzender der Geschäftsführung der SMS Meer GmbH, Führungspositionen bei der SMS Group, Siemens und Mannesmann

Wolfgang Semper

Verantwortungsbereiche: HYDRO sowie Automation gruppenweit

Beruflicher Werdegang:

Geschäftsführer der ANDRITZ HYDRO GmbH und Leiter der Division Large Hydro des Geschäftsbereichs HYDRO, leitende Funktionen bei VA TECH VOEST MCE und Voest-Alpine MCE, Berechnungsingenieur bei Voest-Alpine AG

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG besteht aus sechs Kapitalvertretern sowie aus drei Vertretern aus dem Betriebsrat.

Fritz Oberlerchner und Kurt Stiassny wurden von der Hauptversammlung im März 2015 für die satzungsmäßige Höchstdauer von fünf Jahren erneut in den Aufsichtsrat der ANDRITZ AG gewählt.

Name (Geburtsdatum) Funktion Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Aufsichtsratsmandate in
anderen in- und
ausländischen
börsennotierten
Gesellschaften
Kapitalvertreter
Christian Nowotny
(23. Juli 1950)
Vorsitzender des
Aufsichtsrats
29. Dezember 1999 Bis zur
ordentlichen
Hauptversammlung
im Jahr 2017
Schuler AG
Klaus Ritter
(20. April 1940)
Stellvertreter des
Vorsitzenden
30. März 2004 Bis zur
ordentlichen
Hauptversammlung
im Jahr 2016
keine
Ralf Dieter
(25. März 1961)
Mitglied des
Aufsichtsrats
21. März 2014 Bis zur
ordentlichen
Hauptversammlung
im Jahr 2019
Homag Group AG
(Vorsitzender);
Schuler AG
Monika Kircher
(8. Juli 1957)
Mitglied des
Aufsichtsrats
21. März 2014 Bis zur
ordentlichen
Hauptversammlung
im Jahr 2019
keine
Fritz Oberlerchner
(16. Juni 1948)
Mitglied des
Aufsichtsrats
29. März 2006 Bis zur
ordentlichen
Hauptversammlung
im Jahr 2020
STRABAG AG, Köln
Kurt Stiassny
(6. Oktober 1950)
Mitglied des
Aufsichtsrats
29. Dezember 1999 Bis zur
ordentlichen
Hauptversammlung
im Jahr 2020
keine
Name (Geburtsdatum) Funktion Datum der
Erstbestellung
Ende der
laufenden
Funktionsperiode
Zusätzliche
Aufsichtsratsmandate
Entsandte Mitglieder
Georg Auer Mitglied des
(12. Oktober 1974) Aufsichtsrats 1. Juli 2011 keine
Isolde Findenig Mitglied des
(1. April 1956) Aufsichtsrats 1. Jänner 2012 keine
Andreas Martiner
(11. November 1964)
Mitglied des
Aufsichtsrats
14. Februar 2001 keine

Angaben zur Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG orientiert sich bei den Kriterien für die Unabhängigkeit an den im Corporate-Governance-Kodex angeführten Leitlinien. Gemäß diesen Leitlinien wird vermutet, dass Mitglieder nicht unabhängig sind, wenn sie dem Aufsichtsrat länger als 15 Jahre angehören. Dies trifft für die Herrn Nowotny und Stiassny zu. Beide haben bestätigt, dass sie dessen ungeachtet ihre Aufgaben in voller Unabhängigkeit wahrnehmen. Davon unabhängig besteht der Aufsichtsrat zu mehr als 75% aus unabhängigen Mitgliedern. Im Aufsichtsrat der ANDRITZ AG gibt es kein Mitglied, das Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10% ist.

Offenlegung von Informationen über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vergütungsbericht erläutert Höhe und Struktur der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen der ANDRITZ AG.

Vergütung des Vorstands

Die Vorstandsvergütungen betrugen im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 9.625.399 EUR (2014: 8.398.462 EUR) und teilen sich wie folgt auf:

(in EUR) Fix Variabel Sonstige
Vergütungen
Gesamt
Wolfgang Leitner
(Vorstandsvorsitzender) 800.000 2.899.870 10.512 3.710.382
Humbert Köfler 348.929 1.452.350 9.441 1.810.720
Joachim Schönbeck 400.000 1.144.987 7.784 1.552.771
Wolfgang Semper 375.000 1.464.162 10.329 1.849.491
Friedrich Papst (ausgeschieden mit
Wirkung vom 31. März 2015) 68.637 607.750 25.648 702.035

Friedrich Papst hat anlässlich der Beendigung seiner Tätigkeit eine Abfertigung in Höhe von 1.609.143 EUR erhalten.

Grundsätze der Vergütungspolitik

Die Grundsätze der Vergütung für den Vorstand und für leitende Mitarbeiter entsprechen beinahe lückenlos den Vorgaben des österreichischen Corporate-Governance-Kodex.

Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe und variable/erfolgsabhängige Bestandteile, wobei die Höhe der variablen Vergütung vom erzielten Jahresüberschuss abhängig ist. Dabei wurde als Höchstwert der jährlichen variablen Vergütung das Dreifache der fixen Jahresvergütung festgesetzt. Ein etwaiger darüber hinausgehender Betrag wird als variable Vergütung auf die Folgejahre gutgeschrieben. Bei Unterschreiten eines definierten Mindestbetrags beim Konzernergebnis entsteht ein Malus, der ebenso auf die Folgejahre übertragen wird und zur Kürzung zukünftiger variabler Gehaltsbestandteile führt. Die sonstigen Vergütungen betreffen überwiegend steuerpflichtige Sachbezüge für Firmen-Pkw.

Bei sämtlichen seit dem Börsengang aufgelegten Aktienoptionsprogrammen für leitende Angestellte und den Vorstand war ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands spätestens zum Zeitpunkt der Zuteilung der Optionen zu erbringen. Dieses Eigeninvestment muss bis zu einer allfälligen Ausübung der Optionen ununterbrochen von den am Optionsprogramm teilnehmenden Personen gehalten und bei Ausübung nachgewiesen werden. Als Wartefrist zur Ausübung der Optionen sind drei Jahre bei aufrechter Beschäftigung (Ausnahme: planmäßiges Ende gemäß Vertragsbestimmungen) vorgesehen.

Im Geschäftsjahr 2015 wurden von keinem Vorstandsmitglied Optionen ausgeübt.

Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese beinhalten neben einer Alterspension Ansprüche im Falle einer Berufsunfähigkeit sowie Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach dem Ableben der Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt bereits beendet ist. Die Verwaltung wurde in eine Pensionskasse ausgelagert. Überwiegend sind die Pensionsverträge beitragsorientiert ausgestaltet. Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Arbeitsverhältnisse werden die bis zu diesem Zeitpunkt einbezahlten Beiträge unverfallbar. Die Höhe des Versorgungsanspruchs ist bis zum Anfall einer Versorgungsleistung nicht wertgesichert; danach können jährliche Anpassungen unter Berücksichtigung der Lohn- und Gehaltsentwicklung und der wirtschaftlichen Lage von ANDRITZ erfolgen.

Alle Vorstandsmitglieder haben bei Beendigung der Funktion und unter der Voraussetzung der gleichzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses Abfertigungsansprüche im Sinne des § 23 des österreichischen Angestelltengesetzes, außer die Beendigung beruht auf einer gerechtfertigten Entlassung.

Die ANDRITZ AG hat für 2015 eine Organhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Die D&O-Versicherung sichert bestimmte persönliche Haftungsrisiken der verantwortlich handelnden Personen der ANDRITZ-GRUPPE ab. Die jährlichen Kosten betragen rund 200.000 EUR.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Aufsichtsratsvergütungen (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2015 betragen vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung insgesamt 285.000 EUR (2014: 295.000 EUR) und teilen sich wie folgt auf die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder auf:

(in EUR) Vergütung
(inkl. Sitzungsgelder)
Christian Nowotny (Vorsitzender des Aufsichtsrats) 72.500
Klaus Ritter (Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden) 57.500
Ralf Dieter 32.500
Monika Kircher 40.000
Fritz Oberlerchner 42.500
Kurt Stiassny 40.000

Die von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Aufsichtsratsvergütung.

Das Vergütungsschema für die Aufsichtsratsmitglieder setzt sich aus einer fixen und einer anwesenheitsabhängigen Komponente zusammen. Die fixe Komponente besteht aus einem Gesamtbetrag, der so zu verteilen ist, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Doppelte und sein Stellvertrete r das Eineinhalbfache der Vergütung eines einfachen Mitglieds erhält. Die zweite Komponente besteht aus einem Sitzungsgeld, das sich aus einem Pauschalbetrag pro Sitzung ergibt, an der ein Mitglied teilnimmt.

Der Vergütungsbericht für den Vorstand und den Aufsichtsrat der ANDRITZ AG ist im Konzernanhang des Jahresfinanzberichts 2015 verfügbar.

Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats

Kompetenzverteilung im Vorstand

Der Vorstand der ANDRITZ AG hält in regelmäßigen Abständen Vorstandssitzungen über wesentliche gruppenrelevante Themen und über einzelne Geschäftsbereiche ab. Die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder sind in den Erläuterungen zu den Vorstandsmitgliedern in diesem Corporate-Governance-Bericht angeführt. Die Geschäftsordnung des Vorstands enthält einen über die zwingenden Regelungen des Aktiengesetzes hinausgehenden umfassenden Katalog jener Geschäftsfälle, die der vorangehenden Genehmigung des Aufsichtsrats bedürfen.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG hat einen Prüfungsausschuss eingerichtet, der zwei Sitzungen zur Behandlung des Jahres- und Konzernabschlusses 2015, zur Vorbereitung der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2015 und des Ergebnisverwendungsvorschlags, ferner zu Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Abschlussprüfer sowie zur Umsetzung des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements in der ANDRITZ-GRUPPE abgehalten hat.

Der Aufsichtsrat hat auch einen Nominierungs- und Vergütungsausschuss eingerichtet, der im Geschäftsjahr 2015 zwei Sitzungen abgehalten hat und sich unter anderem mit der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen, ferner mit der Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand und Aufsichtsrat sowie mit Fragen der Nachfolgeplanung befasst hat.

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG hielt im Geschäftsjahr 2015 fünf Sitzungen (vier ordentliche Sitzungen, eine konstituierende Sitzung) ab. Schwerpunkte dieser Sitzungen waren die Überwachung der laufenden Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE inklusive eventueller Abweichungen vom Budget, die strategischen Ziele, die Mittelfristplanungen der einzelnen Geschäftsbereiche sowie besondere Anlässe, wie Akquisition von Firmen bzw. Erteilung von Prokuren und andere genehmigungspflichtige Geschäfte. Der Vorsitzende und sein Stellvertreter erhalten eine monatliche Darstellung der wesentlichen Entwicklungen. In den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen wird jeweils ein Geschäftsbereich ausführlich dargestellt und dessen

Strategie erörtert. In einer Sitzung des Aufsichtsrats wird über die gruppenweite Compliance umfasse nd berichtet; ebenso werden die Ergebnisse der internen Revision und allenfalls sich daraus ergebende Maßnahmen dargelegt und erörtert.

Ausschuss Mitglieder
Prüfungsausschuss  Christian Nowotny (Vorsitzender)
 Klaus Ritter (Stellvertreter)
 Monika Kircher
Nominierungs- und Vergütungsausschuss  Andreas Martiner
 Christian Nowotny (Vorsitzender)
 Klaus Ritter (Stellvertreter)
 Fritz Oberlerchner

Wirtschaftsprüfer

Bei der am 26. März 2015 abgehaltenen 108. ordentlichen Hauptversammlung der ANDRITZ AG wurde die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, zum unabhängigen Abschlussprüfer für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss 2015 der ANDRITZ AG gewählt.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Vorstand, im Aufsichtsrat und in leitenden Funktionen

Dem Vorstand der ANDRITZ AG gehört keine Frau an. Dem Aufsichtsrat gehören zwei Frauen an, der Frauenanteil beträgt damit rund 22%. In zahlreichen Bereichen der ersten und zweiten Berichtsebene haben Frauen Führungsfunktionen inne. Der Anteil von Frauen am gesamten Mitarbeiterstand betrug gruppenweit per 31. Dezember 2015 15,8% (2014: 15,4%).

Die ANDRITZ-GRUPPE unterstützt und fördert die Anstellung von Frauen, insbesondere in technischen Bereichen. Dabei ist ANDRITZ allerdings sehr oft mit der Situation konfrontiert, dass in vielen Ländern noch immer deutlich weniger Frauen als Männer technische Berufe ergreifen bzw. technische Studien absolvieren.

ANDRITZ fördert daher verschiedene Initiativen, um Frauen für einen technischen Beruf bzw. den Beginn eines Technikstudiums zu begeistern. Dazu zählt unter anderem die regelmäßige Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen wie Rekrutierungs- und Berufsorientierungstagen für junge Frauen an Universitäten und Fachhochschulen. ANDRITZ setzt auch Maßnahmen und tätigt Investitionen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Der am Stammsitz der ANDRITZ-GRUPPE in Graz eingerichtete Kindergarten sowie flexible Arbeitszeitmodelle für Mitarbeiter mit Familie sind Beispiele dafür. Bei der Schaffung von Büroraum im Rahmen von Neubauprojekten werden stets Überlegungen hinsichtlich der Schaffung von Betreuungseinrichtungen für Kinder von Mitarbeitern einbezogen. Weiters wird im Rekrutierungsprozess hohes Augenmerk auf eine strenge Gleichbehandlung der Geschlechter gelegt. ANDRITZ wird bei allen Bemühungen zur Förderung von Mitarbeiterinnen allerdings alles unterlassen, was zu einer Benachteiligung von Männern führen würde.

Internal Auditing

Die Gruppenfunktion Internal Auditing, die direkt an den Vorstandsvorsitzenden der ANDRITZ-GRUPPE berichtet, führt basierend auf einer umfangreichen Risikoanalyse und den Anforderungen des Vorstands umfas sende Prüfungen von Gesellschaften durch. Diese sind darauf ausgerichtet, die Einhaltung der Konzernrichtlinien und grundlegender Prinzipien der Wirtschaftlichkeit sicherzustellen sowie Verbesserungspotenziale in den betrieblichen Abläufen aufzuzeigen. Jährlich wird ein Zwei-Jahres-Plan für die routinemäßigen Audits vorbereitet, in Verdachtsfällen werden auch anlassbezogene, nicht angekündigte Prüfungen durchgeführt. Ziel ist die Evaluierung von Risikomanagement, internen Kontrollen und Geschäftsführungsprozessen und damit die bestmögliche Sicherstellung, dass Geschäftsrisiken ausreichend identifiziert sind und angemessen behandelt werden. Im Geschäftsjahr 2015 hat Internal Auditing weltweit 45 Audits (2014: 40 Audits) durchgeführt, deren Ergebnisse in Form von Prüfberichten dem ANDRITZ-Vorstand und in zusammengefasster Form den Mitgliedern des Aufsichtsrats vorliegen. Die Prüfberichte enthalten auch konkrete Handlungsempfehlungen.

Compliance

ANDRITZ verfügt über einen gruppenweiten Compliance-Ausschuss ("Compliance Committee"), der sich aus fünf Mitgliedern aus den Bereichen Legal, Human Resources, Controlling und Investor Relations zusammensetzt und als eigenständige Gruppenfunktion direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Zusätzlich unterstützen acht Regional Compliance Officers und ein Compliance-Manager die Arbeit des Komitees. Der Vorstand erhält vom Compliance-Ausschuss zwei Mal jährlich einen umfassenden Bericht über wesentliche Ereignisse und Maßnahmen.

Ziel der Compliance-Aktivitäten ist es, die bestehenden unternehmensinternen Regelwerke zu den Schwerpunktthemen Antikorruption, Kartellrecht, Antidiskriminierung, Insider-Trading-Verbote, Exportkontrollen und Datenschutz laufend zu aktualisieren, deren Einhaltung zu überwachen und Schulungen anzubieten. Ebenso sollen aktuelle Themen bzw. Trends im Bereich Compliance rasch erfasst und durch entsprechende Maßnahmen bzw. neue Regelwerke umgesetzt werden. Sämtliche Compliance-Dokumente sind im Corporate Manual zusammengefasst, das den Mitarbeitern als Nachschlagewerk für alle wichtigen, gruppenweit relevanten Informationen zu Geschäftsgrundsätzen und -prozessen dient und im Intranet für alle Mitarbeiter zugänglich ist. Vor Ort stehen den Mitarbeitern die regionalen Compliance Officer als direkte Ansprechpartner und Schulungsreferenten zur Verfügung.

ANDRITZ-Mitarbeiter sind aufgefordert, Fälle von Compliance-Verstößen bei Verdacht umgehend zu melden. Zu diesem Zweck wurde eine E-Mail-Adresse für Compliance-Angelegenheiten eingerichtet, die von den Mitgliedern des Ausschusses unter strenger Geheimhaltung eingesehen wird. Darüber hinaus steht Mitarbeitern in den USA eine Whistleblowing-Hotline zur Verfügung, um Hinweise zu möglichen Verstößen umgehend und anonym melden zu können. Bis Ende des 1. Halbjahrs 2016 soll auch gruppenweit ein online-basiertes Hinweisgebersystem implementiert sein, über das Mitarbeiter bzw. alle an ANDRITZ Interessierten Verstöße in Compliance-Angelegenheiten, wie zum Beispiel Bestechung, Insiderhandel, wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen, Verletzung von Betriebsgeheimnissen etc. in absolut vertraulicher Form melden können.

ANDRITZ-Kodex über Geschäftsverhalten und Geschäftsethik

Die ANDRITZ-GRUPPE verpflichtet sich den Werten von Integrität, Respekt, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit. Angesichts des Wachstums der Gruppe in den vergangenen Jahren und um sicherzustellen, dass die gemeinsamen Werte, Vorgaben und Richtlinien von allen Mitarbeitern, allen anderen Personen, die ANDRITZ vertreten, aber auch von Geschäftspartnern wie Kunden und Lieferanten verstanden und eingehalten werden, hat ANDRITZ einen gruppenweit gültigen Kodex zu Geschäftsverhalten und Geschäftsethik (Code of Business Conduct and Ethics) im Einsatz. Der Kodex fasst die Geschäftsgrundsätze und die Verhaltensvorgaben der ANDRITZ-GRUPPE in Handlungsfeldern mit fünf wichtigen Stakeholder-Gruppen zusammen: Mitarbeiter, Kunden und Mitbewerber, Geschäftspartner und Aktionäre, Gemeinden sowie Regierungen und Gesetzgeber.

Alle Mitarbeiter, inklusive Leihpersonal, sind verpflichtet, diesen Kodex einzuhalten. Darüber hinaus wird von Vertragspartnern, Lieferanten, Konsulenten, Vertretern und anderen Personen, die vorübergehend für ANDRITZ arbeiten, erwartet, den Kodex bei allen in Auftrag von ANDRITZ erbrachten Leistungen einzuhalten. Das gemeinsame Verständnis über das richtige Geschäftsverhalten wird als wichtiger Grundstein der weiteren Unternehmensentwicklung erachtet, und auch in die Entwicklung von Lösungen für Kunden, be i der Erzielung von profitablem Wachstum für Aktionäre oder bei der Schaffung und Erhaltung einer positiven Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter miteinbezogen. Auch für die Beauftragung von Lieferanten und die laufende Zusammenarbeit mit Lieferanten ist der Kodex essentiell.

Die Einhaltung des Kodex wird in erster Linie von der an den Vorstand berichtenden Gruppenfunktion Compliance überprüft. Eine Nichteinhaltung des Kodex durch Mitarbeiter kann schwerwiegende Folgen haben und Disziplinarmaßnahmen bis hin zur Aufkündigung des Dienstverhältnisses und unter Umständen auch eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. Bei Nichteinhaltung des Kodex seitens Lieferanten, Konsulenten oder anderer Dienstleister sind die Konsequenzen je nach Umfang und Härte des Verstoßes unterschiedlich.

Externe Evaluierung des Corporate-Governance-Berichts

Die ANDRITZ AG hat bisher noch keine externe Evaluierung hinsichtlich der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate-Governance-Kodex durchführen lassen. Es ist aber geplant, eine solche externe Evaluierung im Einklang mit den Bestimmungen des Österreichischen-Corporate-Governance Kodex in den kommenden Jahren durchführen zu lassen.

Graz, im Februar 2016

Der Vorstand der ANDRITZ AG

(Vorstandsvorsitzender)

Wolfgang Leitner e.h. Humbert Köfler e.h. Joachim Schönbeck e.h. Wolfgang Semper e.h.

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in fünf Sitzungen (vier ordentliche Sitzungen, eine konstituierende Sitzung) intensiv die wirtschaftliche Lage und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens sowie wesentliche Ereignisse, Investitionen und Maßnahmen beraten. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen anhand ausführlicher Berichte über die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, die Personalsituation, die Mittelfristplanung sowie die Investitions- und Akquisitionsvorhaben schriftlich und mündlich umfassend unterrichtet und Auskunft erteilt. Über besondere Vorgänge wurde zusätzlich informiert. Darüber hinaus war der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstandsvorsitzenden in Kontakt, um über die Strategie und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens zu diskutieren.

Das Präsidium des Aufsichtsrats hat das Unternehmen in Vorstandsangelegenheiten vertreten. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss hat in zwei Sitzungen Vorstandsangelegenheiten behandelt. Nur ein Mitglied hat an mehr als der Hälfte der Sitzungen nicht teilgenommen.

Im Prüfungsausschuss wurden in zwei Sitzungen einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet. Der Prüfungsausschuss ist vollzählig zusammengetreten.

Zur Behandlung des Jahresabschlusses 2014 hat der Prüfungsausschuss in der Sitzung vom 4. März 2015 den Abschlussprüfer hinzugezogen, um den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht und den Gewinnverteilungsvorschlag des Vorstands zu prüfen. Weiters wurde eine Stellungnahme über den vorgesehenen Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015 ausgearbeitet, dessen Rechtsbeziehung mit der ANDRITZ-GRUPPE sowie den Organmitgliedern überprüft, das Honorar für die Abschlussprüfung verhandelt und eine Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers abgegeben. Weitere Tagesordnungspunkte betrafen einen Bericht des Abschlussprüfers über die Funktion des Risikomanagementsystems der Gesellschaft, einen Bericht über die Interne Revision und den Compliance-Bericht.

In der Prüfungsausschusssitzung vom 3. Dezember 2015 wurden – ebenfalls unter Zuziehung des Abschlussprüfers – Ablauf, Zeitplan und Prüfung des Jahresabschlusses 2015 sowie ein Bericht des Vorstands zu Ausgestaltung und Wirkungsweise des internen Kontrollsystems und der internen Revision diskutiert.

Mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 26. März 2015 sind die Mandate von Herrn Mag. Kurt Stiassny und Fritz Oberlerchner ausgelaufen. Aufgrund des Besetzungsvorschlags des Aufsichtsrats sind beide von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2020 gewählt worden. Im Anschluss an die am 26. März 2015 abgehaltene Hauptversammlung wurden in der am selben Tag abgehaltenen Sitzung des Aufsichtsrats Univ.-Prof. Dr. Christian Nowotny als dessen Vorsitzender und DDipl.-Ing. Klaus Ritter als sein Stellvertreter gewählt. Als Mitglieder des Prüfungsausschusses wurden Univ.-Prof. Dr. Christian Nowotny (Vorsitzender) und DDipl.-Ing. Klaus Ritter (Stellvertreter) sowie Dr. Monika Kircher und Andreas Martiner gewählt. Als Mitglieder des Nominierungs- und Vergütungsausschusses sind Univ.-Prof. Dr. Christian Nowotny, DDipl.-Ing. Klaus Ritter und Dipl.-Ing. Fritz Oberlerchner gewählt worden.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der ANDRITZ AG sowie der Konzernabschluss 2015 nach IFRS sind unter Einbeziehung der Buchführung durch die von der Hauptversammlung als Abschlussprüfer gewählte Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG sowie den Corporate-Governance-Bericht geprüft und den Jahresabschluss gebilligt, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist; ebenso hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Gewinnverteilungsvorschlag geprüft und ihm seine Zustimmung erteilt. Die vorgenommenen Prüfungen haben nach ihrem abschließenden Ergebnis keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben.

Das langjährige Vorstandsmitglied Dipl.-Ing. Friedrich Papst ist mit dem 31. März 2015 aus dem Vorstand ausgeschieden und in den wohl verdienten Ruhestand getreten. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dipl.-Ing. Friedrich Papst für seine langjährige sowie von Fachwissen und Verantwortung geprägte Tätigkeit für die ANDRITZ-GRUPPE.

Graz, im Februar 2016

Univ.-Prof. Dr. Christian Nowotny e.h. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Konzern abschluss 201 5 der ANDRITZ -GRUPPE

Konzern
-Gewinn
- und
-Verlustrechnung
4
1
Konzern 4
gesamtergebnisrechnung 2
Konzern 4
bilanz 3
Konzern
-Cashflow
-Statement
4
4
Entwicklung des Konzern 4
eigenkapitals 5
Konzern 4
anhang 6
Erklärung des Vorstands gemäß § 82 (4) Börsegesetz 12
1
Bestätigungsvermerk
– Konzern
abschluss
12
2

KONZERN-GEWINN-UND -VERLUSTRECHNUNG

Für das Geschäftsjahr 2015

(in TEUR) Anhang 2015 2014
Umsatz 1. 6.377.220 5.859.269
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -12.936 -1.460
Aktivierte Eigenleistungen 5.241 4.522
6.369.525 5.862.331
Sonstige betriebliche Erträge 2. 133.421 122.141
Materialaufwand 3. -3.377.301 -3.154.951
Personalaufwand 4. -1.698.601 -1.573.972
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5. -892.319 -783.552
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) 534.725 471.997
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen 6. -150.375 -170.549
Wertminderung Firmenwerte 11. -15.273 -5.747
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 369.077 295.701
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen -95 -65
Zinserträge 41.824 36.763
Zinsaufwendungen -32.478 -37.662
Sonstiges Finanzergebnis -1.968 4.635
Finanzergebnis 7. 7.283 3.671
Ergebnis vor Steuern (EBT) 376.360 299.372
Steuern vom Einkommen und Ertrag 8. -105.989 -89.385
KONZERNERGEBNIS 270.371 209.987
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 267.688 210.874
Nicht beherrschende Anteile 2.683 -887
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien 102.977.789 103.606.533
Unverwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 9. 2,60 2,04
Potenzielle Verwässerung durch Aktienoptionen 120.426 284.720
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien und
Optionen
103.098.215 103.891.253
Verwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 9. 2,60 2,03
Vorgeschlagene oder bezahlte Dividende je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 23. 1,35 1,00

KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

Für das Geschäftsjahr 2015

(in TEUR) Anhang 2015 2014*
KONZERNERGEBNIS 270.371 209.987
Posten, die unter bestimmten Bedingungen in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden:
Kursdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe
16.648 35.272
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 -9
Kursdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe
16.648 35.263
Ergebnis aus zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
36.264 26.020
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung -291 -54
Darauf entfallene Ertragsteuern -5.360 -3.913
Ergebnis aus zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte, nach Ertragsteuern
L) 30.613 22.053
Ergebnis aus der Absicherung von Zahlungsströmen 865 -5.240
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 -273
Darauf entfallene Ertragsteuern -497 1.677
Ergebnis aus der Absicherung von Zahlungsströmen,
nach Ertragsteuern
L) 368 -3.836
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden:
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 17.101 -78.219
Darauf entfallene Ertragsteuern -4.415 18.867
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, nach
Ertragsteuern
26. 12.686 -59.352
SONSTIGES ERGEBNIS DER PERIODE 60.315 -5.872
GESAMTERGEBNIS DER PERIODE 330.686 204.115
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 328.341 205.584
Nicht beherrschende Anteile 2.345 -1.469

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

KONZERNBILANZ

Zum 31. Dezember 2015

(in TEUR) Anhang 2015 2014* 1. Jänner 2014
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte 10. 203.397 242.593 309.458
Firmenwerte 11. 528.515 538.475 530.067
Sachanlagen 12. 715.394 715.255 673.479
Anteile an assoziierten Unternehmen 13. 0 0 0
Sonstige Finanzanlagen 14. 140.585 98.845 45.649
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15. 11.450 62.522 16.849
Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für
laufende Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und
Teilzahlungen übersteigen 19. 0 25.634 0
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 16. 62.105 111.738 75.338
Aktive latente Steuern 8. 183.284 212.406 200.318
Langfristige Vermögenswerte 1.844.730 2.007.468 1.851.158
Vorräte 17. 665.419 693.234 673.761
Geleistete Anzahlungen 18. 126.664 150.207 152.786
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15. 735.375 705.819 620.821
Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für
laufende Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und
Teilzahlungen übersteigen 19. 711.062 476.549 509.534
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 16. 335.415 350.339 376.368
Wertpapiere des Umlaufvermögens 20. 103.618 154.294 159.107
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21. 1.255.746 1.457.335 1.227.860
Kurzfristige Vermögenswerte 3.933.299 3.987.777 3.720.237
SUMME AKTIVA 5.778.029 5.995.245 5.571.395
PASSIVA
Grundkapital 104.000 104.000 104.000
Kapitalrücklagen 36.476 36.476 36.476
Gewinnrücklagen 1.057.557 881.078 759.261
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft
entfallendes Eigenkapital 1.198.033 1.021.554 899.737
Nicht beherrschende Anteile 17.543 16.721 29.743
Summe Eigenkapital 23. 1.215.576 1.038.275 929.480
Anleihen 24. 364.984 370.130 510.658
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 24. 74.785 44.803 44.483
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing 24. 15.018 14.564 15.324
Rückstellungen 25./26. 606.262 548.840 438.563
Sonstige Verbindlichkeiten 27. 62.414 59.910 54.374
Passive latente Steuern 8. 159.168 141.815 159.040
Langfristige Verbindlichkeiten 1.282.631 1.180.062 1.222.442
Anleihen 24. 0 150.839 0
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 24. 27.633 75.907 63.004
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing 24. 868 802 962
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 478.464 493.436 453.219
Erhaltene An- und Teilzahlungen für laufende Projekte,
soweit sie die dafür realisierten Umsatzerlöse
übersteigen 19. 1.044.976 1.203.593 1.081.412
Erhaltene Anzahlungen 28. 268.756 251.288 269.066
Rückstellungen 25. 524.134 507.356 555.063
Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern 24.926 46.470 39.622
Sonstige Verbindlichkeiten 27. 910.065 1.047.217 957.125
Kurzfristige Verbindlichkeiten 3.279.822 3.776.908 3.419.473
SUMME PASSIVA 5.778.029 5.995.245 5.571.395

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

KONZERN-CASHFLOW-STATEMENT

Für das Geschäftsjahr 2015

(in TEUR) Anhang 2015 2014*
Ergebnis vor Steuern (EBT) 376.360 299.372
Zinsergebnis 7. -9.346 899
Ab- und Zuschreibungen sowie Wertminderungsverlust auf das Anlagevermögen 165.648 176.296
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen 7. 95 65
Veränderung der Rückstellungen 81.286 -67.632
Verluste/Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen 206 -1.648
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen -4.660 6.415
Cashflow aus dem Ergebnis 609.589 413.767
Veränderung der Vorräte 38.431 5.751
Veränderung der geleisteten Anzahlungen 21.115 5.039
Veränderung der Forderungen 81.821 -193.460
Veränderung der Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für laufende Projekte,
soweit sie dafür erhaltene An- und Teilzahlungen übersteigen -206.948 22.750
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 15.700 -23.782
Veränderung der Verbindlichkeiten -156.665 54.403
Veränderung der erhaltenen An- und Teilzahlungen für laufende Projekte, soweit sie
die dafür realisierten Umsatzerlöse übersteigen
-143.234 102.674
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -349.780 -26.625
Erhaltene Zinsen 38.439 29.827
Gezahlte Zinsen -22.635 -21.986
Gezahlte Ertragsteuern -96.175 -52.911
CASHFLOW AUS BETRIEBLICHER TÄTIGKEIT 179.438 342.072
Einzahlungen aus Anlagenabgängen (inkl. Finanzanlagen) 11.054 13.046
Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -96.222 -106.450
Auszahlungen für Finanzanlagevermögen -30.604 -50.658
Erwerb von Unternehmen, abzüglich übernommener Zahlungsmittel 29. -10.141 -33.691
Einzahlungen aus kurzfristiger Veranlagung von Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten
158.002 123.414
Auszahlungen für kurzfristige Veranlagung von Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten
-89.320 -30.942
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT -57.231 -85.281
Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen -150.000 0
Erwerb eigener Anleihen -3.406 0
Zuflüsse aus sonstigen Finanzverbindlichkeiten 48.978 45.936
Rückzahlungen von sonstigen Finanzverbindlichkeiten -52.976 -13.990
Gezahlte Dividenden durch ANDRITZ AG 23. -103.240 -51.907
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 23. -3.023 -4.529
Dividendenzahlung an nicht beherrschende Anteilsinhaber 23. -1.057 -1.436
Erlöse aus der Ausgabe eigener Aktien 23. 1.530 3.226
Erwerb eigener Aktien 23. -38.801 -28.218
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT -301.995 -50.918
VERÄNDERUNG DER ZAHLUNGSMITTEL UND
ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE -179.788 205.873
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
-21.801 23.602
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE AM ANFANG DER
PERIODE
21. 1.457.335 1.227.860
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE AM ENDE DER
PERIODE
21. 1.255.746 1.457.335

* Änderung der Darstellung gegenüber dem Vorjahr.

ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALS

Für das Geschäftsjahr 2015 Davon entfallen auf Gesellschafter der Muttergesellschaft Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital (in TEUR) Anhang Grundkapital Kapitalrücklagen Sonstige Gewinnrücklagen IAS 39- Rücklage Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung Eigene Aktien Gesamt STAND ZUM 1. JÄNNER 2014 104.000 36.476 838.057 -381 -24.240 -45.718 -8.457 899.737 29.743 929.480 Konzernergebnis 210.874 210.874 -887 209.987 Sonstiges Ergebnis der Periode* 18.347 -58.704 35.067 -5.290 -581 -5.871 Gesamtergebnis der Periode 210.874 18.347 -58.704 35.067 205.584 -1.468 204.116 Dividenden 23. -51.907 -51.907 -1.436 -53.343 Veränderung durch Endkonsolidierung -830 -830 -830 Kapitalerhöhungen 11.868 -2.697 9.171 -8.033 1.138 Veränderung der eigenen Aktien 23. -1.641 -24.490 -26.131 -26.131 Änderungen aus Aktienoptionsprogrammen 23. 6.104 6.104 6.104 Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen -2.401 -4 -33 -2.438 -2.090 -4.528 Sonstige Veränderungen -17.642 -2 -53 -38 -17.735 5 -17.730 STAND ZUM 31. DEZEMBER 2014* 104.000 36.476 992.482 17.964 -83.001 -13.419 -32.947 1.021.555 16.721 1.038.276 STAND ZUM 1. JÄNNER 2015 104.000 36.476 992.482 17.964 -83.001 -13.419 -32.947 1.021.555 16.721 1.038.276 Konzernergebnis 267.688 267.688 2.683 270.371 Sonstiges Ergebnis der Periode 30.968 12.467 17.218 60.653 -338 60.315 Gesamtergebnis der Periode 267.688 30.968 12.467 17.218 328.341 2.345 330.686 Dividenden 23. -103.240 -103.240 -1.057 -104.297 Veränderung der eigenen Aktien 23. -1.040 -35.626 -36.666 -36.666 Änderungen aus Aktienoptionsprogrammen 23. -9.222 -9.222 -9.222 Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen -1.609 -947 -2.556 -467 -3.023 Änderung der Konsolidierungsmethode 44 44 1 45 Sonstige Veränderungen -223 -223 -223 STAND ZUM 31. DEZEMBER 2015 104.000 36.476 1.144.880 48.932 -70.534 2.852 -68.573 1.198.033 17.543 1.215.576

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

KONZERNANHANG

Zum 31. Dezember 2015

A) ALLGEMEINES

Die ANDRITZ AG ist eine Gesellschaft nach österreichischem Recht und notiert seit Juni 2001 an der Wiener Börse. Die ANDRITZ-GRUPPE (der "Konzern" oder "ANDRITZ") ist ein führender Hersteller von hochtechnologischen Industriemaschinen und -anlagen und arbeitet in vier strategischen Geschäftsbereichen: HYDRO, PULP & PAPER, METALS sowie SEPARATION.

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten im Konzern betrug 24.825 im Jahr 2015 und 24.211 im Jahr 2014. Der eingetragene Geschäftssitz des Konzerns befindet sich in der Stattegger Straße 18, 8045 Graz, Österreich.

Der Konzernabschluss wird unter der Verantwortung des Vorstands erstellt und dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung vorgelegt. Am 22. Februar 2016 wurde der Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2015 vom Vorstand zur Veröffentlichung genehmigt.

Zahlreiche Beträge und Prozentsätze, die im Konzernabschluss dargestellt werden, wurden gerundet. Summierungen können deshalb von den dargestellten Beträgen abweichen. Die Zahlen sind, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, in Tausend Euro (TEUR) dargestellt.

B) GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit sämtlichen vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten, von der Europäischen Union übernommenen und für 2015 verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Ebenso wurden sämtliche für 2015 verpflichtend anzuwendende Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet. Der Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen des § 245a UGB über befreiende Konzernabschlüsse nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen.

a) Erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen

Im Geschäftsjahr 2015 sind folgende neue und überarbeitete bzw. ergänzte Standards des IASB sowie Interpretationen des IFRIC verpflichtend zu beachten:

Erstmals gültig für
Geschäftsjahre
beginnend
Von der EU
Standard/Interpretation Titel am oder nach dem übernommen
IFRIC 21 Abgaben 1. Juli 2014 13. Juni 2014
IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 Jährliche Verbesserungen der IFRS
und IAS 40 (Zyklus 2011-2013) 1. Jänner 2015 18. Dezember 2014

IFRIC 21 (Abgaben) bietet Leitlinien dazu, wann eine Schuld für eine Abgabe anzusetzen ist, die von einer Regierung auferlegt wird. Die Interpretation gilt sowohl für Abgaben, die nach IAS 37 (Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen) bilanziert werden, als auch für Abgaben, bei denen Zeitpunkt und Betrag bekannt sind. ANDRITZ ist von den Auswirkungen dieser Änderungen nicht wesentlich betroffen.

Im Jahr 2015 sind außerdem die jährlichen Verbesserungen der IFRS (2011–2013) zu beachten. Diese beinhalten Änderungen des IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards), IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse), IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwerts) und IAS 40 (Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien). Durch die Änderung des IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards) im Hinblick auf die "Basis for Conclusions" wird die Bedeutung von "Zeitpunkt des Inkrafttretens" im Zusammenhang mit IFRS 1 klargestellt. IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) formuliert die bestehende Ausnahme von Gemeinschaftsunternehmen ("joint ventures") vom Anwendungsbereich des IFRS 3 neu. Die Verbesserung des IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwerts) sieht eine Klarstellung der Ausnahme zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts auf sämtliche Verträge im Anwendungsbereich des IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) oder des IFRS 9 (Finanzinstrumente) vor. Die Änderung des IAS 40 (Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) stellt klar, dass der Anwendungsbereich und jener des IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) unabhängig voneinander sind, das heißt sich in keinem Fall gegenseitig ausschließen. Die beschriebenen Änderungen aus den jährlichen Verbesserungen der IFRS (2011–2013) haben keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss von ANDRITZ.

b) Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards und Interpretationen

Der International Accounting Standards Board (IASB) arbeitet an zahlreichen Projekten, die sich erst auf Geschäftsjahre ab 2016 auswirken werden. Die nachfolgenden vom IASB veröffentlichten Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind auch von ANDRITZ bislang noch nicht angewendet worden:

Erstmals gültig für
Geschäftsjahre
Standard/Interpretation Titel beginnend
am oder nach dem
Von der EU
übernommen
IAS 19 Änderung: Leistungen an Arbeitnehmer –
Leistungsorientierte Pläne; Arbeitnehmerbeiträge 1. Februar 2015 17. Dezember 2014
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 1. Jänner 2016 abgelehnt
IFRS 11 Änderung: Bilanzierung des Erwerbs von Anteilen
an gemeinschaftlichen Tätigkeiten
1. Jänner 2016 24. November 2015
IAS 16 und IAS 38 Klarstellung der zulässigen
Abschreibungsmethoden
1. Jänner 2016 2. Dezember 2015
IAS 16 und IAS 41 Änderung: Landwirtschaft; fruchttragende
Gewächse
1. Jänner 2016 23. November 2015
IAS 27 Änderung: Einzelabschlüsse (Equity-Methode) 1. Jänner 2016 18. Dezember 2015
IAS 1 Änderung; Angabeninitiative 1. Jänner 2016 18. Dezember 2015
IFRS10, IFRS 12 und Änderung: Investmentgesellschaften -
IAS 28 Anwendung der Konsolidierungsausnahme 1. Jänner 2016 geplant Q1 2016
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1. Jänner 2018 geplant Q1 2016
IFRS 9 Finanzinstrumente 1. Jänner 2018 geplant H1 2016
IFRS 16 Leasing 1. Jänner 2019 offen
IFRS 10 und IAS 28 Änderung: Veräußerung von Vermögenswerten
eines Investors an bzw. Einbringung in ein
assoziiertes Unternehmen oder
Gemeinschaftsunternehmen verschoben offen
IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8,
IFRS 13, IAS 16, IAS 24
und IAS 38
Jährliche Verbesserungen der IFRS
(Zyklus 2010-2012)
1. Februar 2015 17. Dezember 2014
IFRS 5, IFRS 7, IAS 19
und IAS 34
Jährliche Verbesserungen der IFRS
(Zyklus 2012-2014)
1. Jänner 2016 15. Dezember 2015

Die Änderung des IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) stellt klar, dass Arbeitnehmerbeiträge nach wie vor in der Periode von dem Dienstzeitaufwand abgezogen werden können, in der die entsprechende Dienstzeit e rbracht wurde, wenn der Betrag der Beiträge unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre ist. ANDRITZ ist von den Auswirkungen dieser Änderungen nicht wesentlich betroffen.

IFRS 15 (Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden) führt ein fünfstufiges Modell für die Bilanzierung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden ein. Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse in Höhe der Gegenleistung erfasst, mit der ein Unternehmen im Gegenzug für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden rechnen kann (der Transaktionspreis im Sinne von IFRS 15). Der Standard wird alle derzeit bestehenden Vorschriften zur Umsatzrealisierung nach IFRS ersetzen. Sowohl beim Verkauf von Gütern als auch bei der Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen des Projektgeschäfts kann es aufgrund von vertraglich vereinbarten Leistungen, welche als separate Leistungsverpflichtungen innerhalb des Vertrags zu qualifizieren sind, zu einer Beeinflussung der zeitlichen Vereinnahmung von Umsatzerlösen kommen. ANDRITZ hat bereits begonnen die Auswirkungen auf den Konzern zu evaluieren. Die bisherigen Analysen haben ergeben, dass die Verträge mit Kunden separate Leistungsverpflichtungen enthalten können und es somit zu einer ähnlichen Umsatzrealisierung wie unter der "Percentage of Completion"-Methode kommen kann. Die Implementierung des IFRS 15 wird auch Anpassungen der IT-Systeme erfordern. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jedoch noch keine verlässliche Abschätzung der Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 15 auf den Konzernabschluss von ANDRITZ vorgenommen werden. Der Evaluierungsprozess wird kontinuierlich weitergeführt. Eine vorzeitige Anwendung ist derzeit nicht geplant.

Der im Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 (Finanzinstrumente) ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung). IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertmi nderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sich erungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. IFRS 9 ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am 1. Jänner 2018 oder danach beginnenden Geschäftsjahrs anzuwenden. ANDRITZ analysiert aktuell die Auswirkungen des IFRS 9. Auf den Konzernabschluss sollten sich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.

Kerngedanke des neuen Standards IFRS 16 (Leasing) ist es, beim Leasingnehmer alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz zu erfassen. Für alle Leasingverhältnisse erfasst der Leasingnehmer eine Leasingverbindlichkeit für die Verpflichtung, künftig Leasingzahlungen vorzunehmen. Gleichzeitig aktiviert der Leasingnehmer ein Nutzungsrecht am zugrundeliegenden Vermögenswert, welches grundsätzlich dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten entspricht. Die bisher unter IAS 17 erforderliche Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverträgen entfällt damit künftig für den Leasingnehmer. Beim Leasinggeber sind die Regelungen des neuen Standards dagegen ähnlich zu den bisherigen Vorschriften des IAS 17. Die Leasingverträge werden we iterhin entweder als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen werden, werden als Finanzi erungs-Leasingverhältnisse klassifiziert, alle anderen Leasingverträge als Operating Leases. Für die Klassifizierung nach IFRS 16 wurden die Kriterien des IAS 17 übernommen. ANDRITZ beurteilt derzeit die Auswirkungen der Anwendung des IFRS 16 auf den Konzernabschluss.

Die jährlichen Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2010–2012) betreffen ANDRITZ im Wesentlichen aufgrund von Änderungen bzw. Klarstellungen an den IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung), IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse), IFRS 8 (Geschäftssegmente) und IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwert s). Zum jetzigen Zeitpunkt werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

Die sonstigen in der Tabelle genannten neuen oder geänderten Standards haben voraussichtlich keine wesentl ichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

C) ANGABEN ZU ANPASSUNGEN AUS FRÜHEREN PERIODEN

Die Anteile an einem seit dem 1. Quartal 2014 in China börsennotierten Unternehmen wurden rückwirkend gemäß IAS 39 in Verbindung mit IFRS 13 zum Marktwert bilanziert. Die Vorperiode wurde gemäß IAS 8 entsprechend angepasst. Weder im Jahr 2015 noch im Jahr 2014 ergaben sich dadurch Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Außerdem ergaben sich auch keine Auswirkungen auf die Konzernbilanz zum 1. Jänner 2014.

Die beschriebene rückwirkende Anpassung des Vorjahrs per 31. Dezember 2014 wirkt sich in den betroffenen Konzernbilanzposten wie folgt aus:

Ursprünglich Angepasste
(in TEUR) berichtete Werte Anpassung Werte
AKTIVA
Sonstige Finanzanlagen 71.225 27.620 98.845
Langfristige Vermögenswerte 1.979.848 27.620 2.007.468
Kurzfristige Vermögenswerte 3.987.777 0 3.987.777
SUMME AKTIVA 5.967.625 27.620 5.995.245
PASSIVA
Gewinnrücklagen 857.601 23.477 881.078
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft
entfallendes Eigenkapital 998.077 23.477 1.021.554
Summe Eigenkapital 1.014.798 23.477 1.038.275
Passive latente Steuern 137.672 4.143 141.815
Langfristige Verbindlichkeiten 1.175.919 4.143 1.180.062
Kurzfristige Verbindlichkeiten 3.776.908 0 3.776.908
SUMME PASSIVA 5.967.625 27.620 5.995.245

Die beschriebene rückwirkende Anpassung für das Geschäftsjahr 2014 wirkt sich auf das Gesamtergebnis wie folgt aus:

Ursprünglich Angepasste
(in TEUR)
KONZERNERGEBNIS
berichtete Werte
209.987
Anpassung
0
Werte
209.987
Posten, die unter bestimmten Bedingungen in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Kursdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer
Geschäftsbetriebe
33.443 1.829 35.272
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung -9 0 -9
Kursdifferenzen aus der Umrechnung
ausländischer Geschäftsbetriebe
33.434 1.829 35.263
Ergebnis aus zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
552 25.468 26.020
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung -54 0 -54
Darauf entfallene Ertragsteuern -93 -3.820 -3.913
Ergebnis aus zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte, nach Ertragsteuern
405 21.648 22.053
SONSTIGES ERGEBNIS DER PERIODE -29.349 23.477 -5.872
GESAMTERGEBNIS DER PERIODE 180.638 23.477 204.115
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 182.107 23.477 205.584
Nicht beherrschende Anteile -1.469 0 -1.469

D) KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der Konzernabschluss beinhaltet die ANDRITZ AG und die von ihr kontrollierten Unternehmen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Zusammensetzung des Konzerns ist unter der Anhangangabe "S) Konzernunternehmen" zu finden.

Der Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

2015 2014
Voll
konsolidierung
Equity
Methode
Voll
konsolidierung
Equity
Methode
Bestand zum 1. Jänner 139 3 146 3
Zugänge aus Unternehmenserwerben 2 6
Abgänge aus Unternehmensverkäufen
Änderung der Konsolidierungsmethode
Zugänge 3
Abgänge -3
Umgründungen -10 -10
Bestand zum 31. Dezember 134 3 139 3
Davon entfallen auf:
Inländische Unternehmen 6 0 7 0
Ausländische Unternehmen 128 3 132 3

Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde auf die Einbeziehung von 54 (2014: 59) Tochterunternehmen verzichtet. Diese werden unter der Position "Sonstige Finanzanlagen" zu Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen als Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen erfasst. Der Einfluss der nicht konsolidierten Tochterunternehmen auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns ist einzeln und insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Des Weiteren wurde aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von ANDRITZ auf die Equity-Bilanzierung von vier (2014: 4) assoziierten Unternehmen verzichtet. Diese werden unter der Position "Sonstige Finanzanlagen" zu Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen als Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen erfasst.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises, die in den einzelnen Unterpunkten zu den Erläuterungen in der Konzernbilanz dargestellt sind, stammen neben dem Erwerb von Unternehmen aus Änderungen der Einbeziehungsart von Konzerngesellschaften.

E) AKQUISITIONEN

Yangzhou Metal Forming Machine Tool Co. Ltd. (Yadon)

Yangzhou Metal Forming Machine Tool Co. Ltd. (Yadon), China, ist ein Hersteller von mechanischen Pressen für die Automobilzuliefer-, Haushaltsgeräte- sowie die Metall verarbeitende Industrie. Der Kauf erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden. Das Closing der Transaktion wird für Ende des 1. Quartals 2016 erwartet.

Euroslot KDSS

Die ANDRITZ-GRUPPE hat im Juni 2015 100% an der Euroslot KDSS mit Hauptsitz in Scorbé-Clairvaux, Frankreich inklusive der Gesellschaften unter anderem in China und Indien erworben. Das Unternehmen beschäftigt rund 140 Mitarbeiter und erzielt einen konsolidierten Jahresumsatz von circa 24 MEUR. Euroslot KDSS plant und fertigt Ausrüstungen für die Filtration und Fest-Flüssig-Trennung in der Zellstoff- und Papierindustrie, der Wasser- und Abwasseraufbereitung und in weiteren Industrieanwendungen. Die Akquisition wurde dem Geschäftsberiech PULP & PAPER zugeordnet und stellt eine Ergänzung des bestehenden Produktportfolios dar.

Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf Basis von Transaktionskursen für die Akquisition sind in Summe wie folgt:

(in TEUR) IFRS
Buchwerte
Anpassungen an den
beizulegenden
Zeitwert
Beizulegender
Zeitwert
Immaterielle Vermögenswerte 0 3.210 3.210
Sachanlagen 3.980 0 3.980
Vorräte 1.798 0 1.798
Forderungen 7.290 0 7.290
Verbindlichkeiten -4.952 -1.070 -6.022
Nicht verzinsliches Nettovermögen 8.116 2.140 10.256
Wertpapiere des Umlaufvermögens 0 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 650 0 650
Finanzanlagevermögen 327 0 327
Finanzverbindlichkeiten -2.014 0 -2.014
Firmenwerte 0 1.492 1.492
Nicht beherrschende Anteile 0 0 0
Nettovermögen 7.079 3.632 10.711

Seit der erstmaligen Konsolidierung hat die Akquisition Umsatzerlöse von 7.085 TEUR erzielt und ein EBIT von -167 TEUR zur ANDRITZ-GRUPPE beigetragen. Hätte die Akquisition zu Beginn des Geschäftsjahrs 2015 stattgefunden, hätte die Auswirkung auf den Konzernumsatz 9.655 TEUR sowie auf das EBIT 822 TEUR für die Akquisition betragen.

Die erstmalige Einbeziehung der 2015 erworbenen Unternehmen erfolgt auf Basis vorläufiger Werte.

F) BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die wichtigsten bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendeten Bilanzierungsgrundsätze sind folgende:

a) Konsolidierungsgrundsätze

Die Grundlage für den Konzernabschluss bilden die auf Basis konzerneinheitlicher Standards und die nach IFRS-Bestimmungen erstellten Einzelabschlüsse aller vollkonsolidierten Unternehmen.

Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten und Leistungsverrechnungen, inklusive konzerninterner Zw ischenergebnisse, wurden eliminiert. Der Konzernabschluss wurde unter Zugrundelegung von einheitlichen Bilanzierungsgrundsätzen für vergleichbare Geschäftsvorfälle erstellt.

Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt nach der Erwerbsmethode, bei der der Kau fpreis dem neu bewerteten anteiligen Nettoreinvermögen des erworbenen Unternehmens gegenübergestellt wird (Kapitalkonsolidierung). Dabei sind die Wertverhältnisse zum Erwerbszeitpunkt zugrunde zu legen, der dem Zeitpunkt entspricht, zu dem die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt wurde. Wertdiffere nzen werden in voller Höhe aufgedeckt, d.h. ansatzfähige Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des Tochterunternehmens werden unabhängig von vorliegenden Anteilen ohne beherrschenden Einfluss grundsät zlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten in der Konzernbilanz ausgewiesen.

Die Anwendung der Erwerbsmethode erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem in Bezug auf die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Nutzungsdauer der erworb enen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile erfolgt entweder zu Anschaffungskosten (partielle Goodwill-Methode) oder zum Fair Value (Full-Goodwill-Methode). Das gegebene Wahlrecht kann einzelfallweise ausgeübt werden. In der ANDRITZ-GRUPPE wird grundsätzlich die partielle Goodwill-Methode angewandt.

Gemäß IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) ist bei sukzessiven Unternehmenskäufen, bei denen ein Unternehmen in mehreren Tranchen erworben wird, zum Zeitpunkt der Erlangung der Kontrolle über das betreffende Unternehmen eine erfolgswirksame Neubewertung des bisherigen Gesellschaftsanteils zum beizulegenden Zeitwert notwendig. Im Anschluss daran findet eine Buchwertanpassung der bereits bilanzierten Vermögenswe rte und Schulden auf ihren beizulegenden Zeitwert statt.

b) Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt entha lten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet.

Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen, nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigenkapital aus. Jeder entstehende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

c) Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro erstellt.

Fremdwährungstransaktionen

Fremdwährungstransaktionen werden in der funktionalen Währung, durch Anwendung des Wechselkurses zw ischen funktionaler Währung und Fremdwährung zum Zeitpunkt der Transaktion, dargestellt. Wechselkursdifferenzen aus der Bezahlung von monetären Posten zu Umrechnungskursen, welche von den ursprünglich erfassten abweichen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Ausländische Tochtergesellschaften

Ausländische vollkonsolidierte Tochtergesellschaften werden als selbstständige Unternehmen angesehen, da sie finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch unabhängig sind. Ihre funktionalen Währungen sind in der Regel die jeweiligen Landeswährungen. Die Bilanzwerte dieser Tochtergesellschaften werden mit dem Bilanzstichtagskurs in die Darstellungswährung (EUR) umgerechnet. Aufwendungen und Erträge werden zu Jahresdurchschnittsku rsen umgerechnet. Alle daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen sind im Posten "Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung" im Konzerneigenkapital ausgewiesen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen sind folgende:

Für 1 Euro Stichtagskurs am Durchschnittskurs für
Währung 31. Dezember 2015 31. Dezember 2014 2015 2014
BRL Brasilianischer Real 4,31 3,22 3,70 3,13
CAD Kanadischer Dollar 1,51 1,41 1,42 1,47
CHF Schweizer Franken 1,08 1,20 1,07 1,21
CNY Chinesischer Yuan 7,06 7,54 6,93 8,17
DKK Dänische Krone 7,46 7,45 7,46 7,46
GBP Britischer Pfund 0,73 0,78 0,73 0,81
INR Indische Rupie 72,02 76,72 71,30 81,09
SEK Schwedische Krone 9,19 9,39 9,37 9,10
USD Amerikanischer
Dollar 1,09 1,21 1,11 1,33

d) Umsatz- und Ertragsrealisierung

Die Umsatzerlöse umfassen alle Erträge, die aus der typischen Geschäftstätigkeit der ANDRITZ-GRUPPE resultieren. Umsätze werden dann erfasst, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird und die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmbar ist. Die Umsätze werden ohne Umsatzsteuer und Rabatte ausgewiesen, wenn die Lieferung erfolgt ist und sowohl Ris iko als auch Eigentum übergegangen sind. Die Auftragserlöse aus Fertigungsaufträgen werden nach dem Leistungsfortschritt entsprechend der "cost-to-cost method" erfasst (siehe Unterpunkt "n").

Die Zinsen werden aliquot auf Basis des jeweiligen Zinssatzes abgegrenzt.

Dividendenerträge aus Kapitalanlagen werden erfasst, wenn der Anspruch auf Zahlung rechtlich entstanden ist.

e) Ertragsteuern

Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche Steuern und latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem Unternehmenszusamme nschluss oder im sonstigen Ergebnis der Periode erfassten Posten verbunden sind.

Tatsächliche Steuern umfassen die erwartete Steuerschuld (oder Steuerforderung) auf das für das Geschäftsjahr zu versteuernde Einkommen (oder den steuerlichen Verlust) auf der Grundlage von jeweils anzuwendenden Steuersätzen sowie alle Anpassungen der Steuerschuld hinsichtlich früherer Jahre. Tatsächliche Steuerschulden beinhalten auch alle Steuerschulden, die als Folge der Festsetzung von Dividenden entstehen.

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRS-Konzernabschluss und den steuerlichen Wertansätzen auf Ebene des Tochterunternehmens erfasst. Latente Steuern werden nicht erfasst für:

  • zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts
  • temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäft svorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanziell e Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst
  • temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften) bewertet, die am Bilan zstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Real isierung der aktiven latenten Steuern bzw. der passiven latenten Steuern erwartet wird.

Ein latenter Steueranspruch wird für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, noch nicht genutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, für die sie genutzt werden können. Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene Steuervorteil realisiert werden wird. Die Einschätzung basiert auf einer Steuervorschau der folgenden fünf Geschäftsjahre.

Sofern sich Steuerlatenzen auf dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde beziehen und ferner ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden aufz urechnen, erfolgt eine Verrechnung von aktiven mit passiven latenten Steuern. Tatsächliche Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden aufgerechnet, sofern gegenüber einer Steuerbehörde das Recht zum Ausgleich auf Nettobasis besteht.

f) Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Nach der erstmaligen Aktivierung werden die immateriellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet. Mit Ausnahme vom Firmenwert weisen die immateriellen Vermögenswerte eine bestimmbare Nutzungsdauer auf und werden deshalb linear über ihre erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden jährl ich zum Ende jedes Geschäftsjahrs überprüft.

Immaterielle Vermögenswerte werden auf Wertminderungen geprüft, sobald Ereignisse oder Veränderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert des Vermögenswerts möglicherweise höher als der erzielbare Betrag (höherer Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert eines Ve rmögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) ist. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung vorgenommen.

Die für Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte geleisteten Beträge werden aktiviert und dann mittels linearer Abschreibung über die erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Die erwartete Nutzungsdauer liegt zwischen 3 und 15 Jahren. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erfasst wurden, bestehen aus Kundenbeziehungen, Auftragsstand, Technologie und Markennamen. Deren Nutzungsdauer liegt in der Regel zwischen 3 und 10 Jahren für Kundenbeziehungen, zwischen 1 und 3 Jahren für den Auftragsstand, zwischen 3 und 10 Jahren für Technologie und bei 10 Jahren für Markennamen.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Entwicklungsaufwendungen werden aktiviert, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch, wirtschaftlich und kapazitativ realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung voraus, dass die zurechenbaren Aufwe ndungen des immateriellen Vermögenswerts während seiner Entwicklungszeit verlässlich bewertet werden können und nach der Fertigstellung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden. Entwicklungsaufwendungen, die diese Voraussetzungen erfüllen, werden zu Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der Gemeinkosten. Sofern nicht früher Hinweise auf eine etwaige Wertminderung vorliegen, werden die aktivierten Kosten bis zum Abschluss eines Entwicklungsprojekts jährlich auf ihre Wertha ltigkeit hin überprüft. Nach Fertigstellung werden die aktivierten Entwicklungsaufwendungen planmäßig über den erwarteten Lebenszyklus der Produkte abgeschrieben.

Forschungsaufwendungen werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

g) Firmenwerte

Für Unternehmenszusammenschlüsse sowie daraus resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte wird IFRS 3 angewandt. Gemäß diesem Standard ermittelt sich der Firmenwert als Residualgröße aus den Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs und dem mit dem beizulegenden Zeitwert bewerteten Reinvermögen unter Berücksichtigung der Eventualverbindlichkeiten. Ein sich aus dem Vergleich von Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Unternehmens ergebender passiver Unterschied sbetrag wird nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ein Firmenwert wird gemäß IAS 36 nicht planmäßig abgeschrieben, es ist jedoch ein Werthaltigkeitstest durchzuführen. Dieser Werthaltigkeitstest hat zumindest jährlich zu erfolgen oder wenn interne oder externe Indikat oren eine Wertminderung andeuten. ANDRITZ führt den planmäßigen Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte jährlich zum 31. Dezember durch. Zur Bestimmung, ob ein Wertminderungsaufwand erforderlich ist, wird der Firmenwert jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die vom erwarteten Synergiep otenzial des Unternehmenszusammenschlusses künftig profitieren. Ist der Buchwert höher als der mittels Di scounted-Cashflow-Kalkulation (DCF) ermittelte Nutzungswert und ergibt der beizulegende Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs keinen höheren Wert, wird ein entsprechender Wertminderungsaufwand vorgenommen. Eine spätere Wertaufholung ist nicht zulässig.

Die Planung erfolgt grundsätzlich auf Ebene der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welche für die nächsten drei Jahre erstellt wird. Die zukünftigen Einzahlungsüberschüsse basieren auf internen Planungen, welche detailliert für das nächste Wirtschaftsjahr und mit Vereinfachungen für die nachfolgenden zwei Jahre erstellt und aus bisherigen Ergebnissen und den besten Schätzungen bezüglich künftiger Entwicklungen abgeleitet werden. Nach diesem Detailplanungszeitraum wird von einer normalisierten Entwicklung ausgegangen.

Der im Rahmen der DCF-Kalkulation angewendete Diskontierungssatz entspricht jenem Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen des Zinseffekts und die speziellen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt. Es wird ein Diskontierungssatz vor Steuern unter der Berücksichtigung der anwendbaren Währung sowie des Risikoprofils verwendet.

Wenn sich die Zusammensetzungen der ursprünglichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Laufe der Zeit aufgrund von Reorganisationen und Veränderungen in der Berichtsstruktur ändern, werden die Geschäfts- oder Firmenwerte entsprechend neu zugeordnet.

h) Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen ausgewiesen. Wird ein Vermögenswert verkauft oder ausgeschieden, so werden die Anscha ffungskosten und die kumulierten Abschreibungen ausgebucht und ein allfälliger Gewinn oder Ve rlust aus der Veräußerung erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

Die Anschaffungskosten von Sachanlagen umfassen den Kaufpreis einschließlich der Importzölle und nicht refundierbarer Steuern und all jene direkt zurechenbaren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert an den zur Nutzung vorgesehenen Ort zu bringen und in einen arbeitsbereiten Zustand zu versetzen.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die aktivierten Eigenleistungen dienen der Neutralisierung von Aufwendungen.

Unter den in Bau befindlichen Anlagen werden noch nicht betriebsbereite Sachanlagen erfasst und mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.

Ausgaben, die nach der Inbetriebnahme von Anlagevermögen entstehen, wie Instandhaltungen und Reparaturen, werden in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in welcher die Kosten entstanden sind.

Die Abschreibung erfolgt linear über folgende erwartete Nutzungsdauern:

Gebäude 20-50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4-10 Jahre
Werkzeuge, Büro- und Geschäftsausstattung und Fahrzeuge 3-10 Jahre

Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden periodisch geprüft, um sicherzustellen, dass diese dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzenverlauf des Sachanlagegegenstands entsprechen.

Sachanlagen werden auf Wertminderungen geprüft, sobald Ereignisse oder Veränderungen der Umstände a nzeigen, dass der Buchwert des Vermögenswerts möglicherweise höher als der erzielbare Betrag (höherer Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) ist. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung vorgenommen. Der erzielbare Betrag wird für die einzelnen Verm ögenswerte eingeschätzt; ist dies nicht möglich, erfolgt eine Beurteilung der übergeordneten, zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuschüsse der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden von den Anschaffungskosten abgezogen. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden grundsätzlich als Teil der Anschaffungskosten aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst.

i) Leasing

Als Leasingverhältnis gilt eine Vereinbarung, bei welcher der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Es wird zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing unterschieden. Als Finanzierungsleasing werden Leasingtransaktionen behandelt, bei denen der Leasingnehmer im Wesentlichen alle mit dem Eigentum eines Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen trägt. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating Leasing bezeichnet. Ist ANDRITZ Leasingnehmer in einem Finanzierungsleasing, wird in der Bilanz der niedrigere Wert aus beizulegendem Zeitwert und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen zu Beginn des Leasingverhältnisses aktiviert und gleichzeitig unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert. Der Leasinggegenstand wird linear über die erwartete Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit nach den auf den Vermögenswert anwendbaren Regeln in Übereinstimmung mit IAS 16 abgeschrieben. Bei einem Operating Leasing erfasst der Konzern die als Leasingnehmer zu zahlenden Leasingraten grundsätzlich linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse als Aufwand. Der Vermögenswert wird weiterhin in der Bilanz des Leasinggebers als Sachanlage erfasst.

j) Anteile an assoziierten Unternehmen

Die Anteile des Konzerns an nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen umfassen Anteile an assoziierten Unternehmen. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen liegen nicht vor.

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben.

k) Sonstige Finanzanlagen

Diese langfristigen Vermögenswerte bestehen primär aus Wertpapieren des Anlagevermögens, Schuldscheinda rlehen, Anteilen an nicht konsolidierten Unternehmen sowie sonstigen Beteiligungen.

Wertpapiere des Anlagevermögens und Schuldscheindarlehen werden zum Zeitpunkt des Zugangs zu Anschaffungskosten einschließlich Transaktionskosten bewertet und als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Verm ögenswerte klassifiziert. In den Folgeperioden werden diese mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieser Zeitwerte werden nach Abzug von Ertragsteuern im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst, bis das Wertpapier veräußert oder eine Wertminderung festgestellt wird. In einem solchen Fall werden die kumulierten Veränderungen, die davor im Eigenkapital erfasst wurden, in der Gewinn- und Verlustrechnung der Periode ausgewiesen. Zinserträge werden in der Periode, in der sie anfallen, direkt in der Gewin n- und Verlustrechnung erfasst.

Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten abzüglich eventuell erforderlicher Wertminderungen bilanziert. Diese umfassen sonstige Beteiligungen und Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen.

Finanzielle Vermögenswerte, die als Kredite und Forderungen klassifiziert wurden, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bewertet.

l) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, ausgewiesen.

m) Vorräte

Das Vorratsvermögen, einschließlich der unfertigen Erzeugnisse und noch nicht abrechenbaren Leistungen, wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten sowie nach Wertberichtigungen für veraltete und sich langsam umschlagende Güter bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Verkaufspreis, abzüglich der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie der notwendigen Vertriebskosten. Die Kosten werden überwiegend auf Basis des FIFO-Verfahrens festgestellt. In den Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind auch zureche nbare fixe und variable Gemeinkosten enthalten. Nicht mehr verwertbares Vorratsvermögen wird vollständig a bgeschrieben. Reine Liefergeschäfte werden zu Herstellungskosten bewertet. Bei diesen Aufträgen erfolgt die Umsatzerfassung erst zum Zeitpunkt des Eigentums- und Gefahrenübergangs ("completed contract method"). Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen dient der Neutralisierung von Aufwendungen für Erzeugnisse, die sich am Bilanzstichtag noch auf Lager befanden.

n) Fertigungsaufträge

Forderungen aus Projekten und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("percentage of completion method") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbe itungsgrad wird durch die "cost-to-cost method" festgelegt. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind auf monatlicher Basis verfügbar. Die geschätzten Auftragsgewinne werden im Verhältnis zu den ermittelten Umsätzen realisiert. Bei der "cost-to-cost method" werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Veränderungen der gesamten geschätzten Auftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für tec hnologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden real isiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden. Für mögliche Kosten für Nachbesserung und Garantieleistungen einschließlich erwarteter Gewährleistungskosten werden Rückstellungen entsprechend der jeweiligen Gewinnrealisierung gebildet. Nach Fertigstellung des Au ftrags wird das verbleibende Gewährleistungsrisiko neu eingeschätzt.

o) Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens setzen sich aus Staatsanleihen, Anleihen erstklassiger Banken, Geldmarktfonds und Anleihefonds zusammen. Diese dienen zur Veranlagung liquider Mittel und sind im Allgemeinen nicht dazu bestimmt, langfristig gehalten zu werden. Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zum Zeitpunkt des Zugangs zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet und als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. In Folgeperioden werden diese mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieser Zeitwerte werden nach Abzug von Ertragsteuern im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst, bis das Wertpapier veräußert oder eine Wertminderung festgestellt wird. Bei erheblichen und andauernden Wertminderungen werden die Verluste aus diesen Wertminderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Periode ausgewiesen.

p) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel beinhalten Bargeld und Bankguthaben. Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus geldnahen Forderungen ("cash equivalents"), die aus kurzfristigen Veranlagungen mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten mit geringem Wertänderungsrisiko bestehen.

q) Grundkapital

Es gibt nur Stammaktien, die alle ausgegeben sind und dieselben Rechte verbriefen.

Das Gesamtgrundkapital der ANDRITZ AG beträgt 104.000 TEUR, aufgeteilt auf 104 Millionen nennwertlose Stückaktien.

r) Kapitalrücklagen

In den Kapitalrücklagen sind – in Übereinstimmung mit dem österreichischen Recht – Zuzahlungen der Aktionäre anlässlich der Ausgabe von Aktien enthalten.

s) Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten insbesondere thesaurierte Gewinne, die IAS 39-Rücklage, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung.

t) Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn dem Unternehmen aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) entstanden ist, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und der jeweiligen Neueinschätzung angepasst. Bei wesentlichen Zinseffekten werden langfristige Rückstellungen mit dem Barwert der erwarteten Ausgaben zur Erfüllung der Verpflichtung angesetzt.

u) Leistungen an Arbeitnehmer

Pensionsverpflichtungen

Einige Konzernunternehmen haben für bestimmte Arbeitnehmer leistungsorientierte Pensionspläne. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden für Zahlungen wegen Ruhestands, Invalidität und für hinterbliebene Familienangehörige gebildet. Die angebotenen Leistungen differieren in Abhängigkeit von der rechtlichen, steue rlichen und wirtschaftlichen Situation jedes Landes. Die Leistungen hängen von den Dienstjahren und in der Regel von den jeweiligen Arbeitnehmerentgelten ab.

Die Verpflichtungen werden jedes Jahr durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet. Die Verpflichtungen und Aufwendungen aus Pensionszahlungen werden durch Anwendung des Anwartschaft sbarwertverfahrens ("projected unit credit method") ermittelt. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des letztendlichen Leistungsanspruchs erdient wird und bewertet jeden dieser Teile separat, um so die endgültige Verpflichtung aufzubauen. Von dieser Bruttopensionsverpflichtung wird das Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Hieraus ergibt sich die anzusetzende Nettoschuld beziehungsweise der anzusetzende Nettovermögenswert.

Aufgrund des net-interest-approachs bestimmt der Konzern den Nettozinsaufwand (Nettozinsertrag) durch Multiplikation der Nettoschuld (des Nettovermögens) zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der lei stungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung am Periodenbeginn zugrunde liegenden Zinssatz . Die Nettozinskomponente resultierend aus Pensionsverpflichtung und Planvermögen wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsaufwand erfasst.

Sämtliche Neubewertungseffekte werden im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst. Die Neubewertungskomponente umfasst zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung und zum anderen den Unterschied zwischen tatsächlich real isierter Planvermögensrendite und der zu Periodenbeginn methodisch angenommenen Rendite. Im Falle einer Überdotierung des Plans enthält die Neubewertungskomponente darüber hinaus die Veränderung des Nettovermögenswerts aus der Anwendung der Obergrenze (asset ceiling), soweit diese nicht in der Nettozinskomp onente berücksichtigt wurde.

Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge von Planänderungen oder Plankürzu ngen, erfasst ANDRITZ die hieraus resultierenden Effekte im Gewinn und Verlust der Periode. Die Erfassung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands erfolgt grundsätzlich zu jenem Zeitpunkt, zu dem die Planänderung eintritt.

Die Pensionsverpflichtung wird zum Barwert zukünftiger Abflüsse unter Verwendung verschiedener Abzinsung ssätze für unterschiedliche Länder bewertet.

Andere Konzernunternehmen haben für bestimmte Arbeitnehmer beitragsorientierte Pensionszusagen. Die damit verbundenen Kosten werden im Zeitpunkt des Anfallens als Aufwand erfasst.

Abfertigungsverpflichtungen

In einigen Ländern ist der Konzern gesetzlich verpflichtet, in bestimmten Fällen der Beendigung des Dienstverhältnisses Abfertigungen zu zahlen. Im Falle einer freiwilligen Kündigung durch den Arbeitnehmer sind keine Abfertigungen zu zahlen. Entsprechende Abfertigungsverpflichtungen werden rückgestellt. Die Verpflichtungen werden jedes Jahr durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet. Die Verpflichtu ngen und Aufwendungen aus Abfertigungszahlungen werden durch Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfa hrens ("projected unit credit method") ermittelt. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des letztendlichen Leistungsanspruchs erdient wird und bewertet jeden dieser Teile separat, um so die endgültige Verpflichtung aufzubauen. Von dieser Bruttoverpflichtung wird das Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Hieraus ergibt sich die anzusetzende Nettoschuld beziehungsweise der anzusetzende Nettovermögenswert.

Aufgrund des net-interest-approachs bestimmt der Konzern den Nettozinsaufwand (Nettozinsertrag) durch Multiplikation der Nettoschuld (des Nettovermögens) zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der lei stungsorientierten Bruttoverpflichtung am Periodenbeginn zugrunde liegenden Zinssatz. Die Nettozinskompone nte resultierend aus Abfertigungsverpflichtung und Planvermögen wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem "Zinsaufwand" erfasst.

Sämtliche Neubewertungseffekte werden im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst. Die Neubewertungskomponente umfasst zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttoverpflichtung und zum anderen den Unterschied zwischen tatsächlich realisierter Planvermögensrendite und der zu Periodenbeginn typisierend angenommenen Rendite. Im Falle einer Überdotierung des Plans enthält die Neubewertungskomponente darüber hinaus die Veränderung des Nettovermögen swerts aus der Anwendung der Obergrenze (asset ceiling), soweit diese nicht in der Nettozinskomponente berücksichtigt wurde.

Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge von Planänderungen oder Plankürzu ngen, erfasst ANDRITZ die hieraus resultierenden Effekte im Gewinn und Verlust der Periode. Die Erfassung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands erfolgt grundsätzlich zu jenem Zeitpunkt, zu dem die Planänderung eintritt.

Die Abfertigungsverpflichtung wird zum Barwert zukünftiger Abflüsse unter Verwendung verschiedener Abzinsungssätze für unterschiedliche Länder bewertet.

Andere Konzernunternehmen haben für bestimmte Arbeitnehmer beitragsorientierte Abfertigungszusagen. Die damit verbundenen Kosten werden im Zeitpunkt des Anfallens als Aufwand erfasst.

v) Aktienoptionsprogramme für Führungskräfte

Aktienoptionsprogramm 2010

Die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 beschloss ein Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands. Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen betrug je nach Verantwortungsbereich 12.000, 20.000, 30.000 oder 40.000, für Mitglieder des Vorstands 80.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 100.000. Die Optionen sollten aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden. Eine Aktienoption berechtigte zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, musste der Berechtigte von 1. Mai 2010 bis vor jeden Ausübungszeitpunkt ununterbrochen in einem aktiven Arbeitsverhältnis zu einer zum ANDRITZ-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung war ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen war der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der ANDRITZ-Aktie während der vier auf die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 folgenden Kalenderwochen.

Die Optionen konnten in der Zeit vom 1. Mai 2013 bis 30. April 2015 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2012 bis 30. April 2013 mindestens 15% über dem Ausübungspreis lag und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2011 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2012 minde stens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2009 lag, oder wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2013 bis 30. April 2014 mindestens 20% über dem Ausübungspreis lag und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2012 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2013 minde stens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2009 lag.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen konnten 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten gezogen werden. Die Aktienoptionen k onnten nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden und sind nicht übertragbar. Die in Au sübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterlagen keiner Behaltefrist.

Insgesamt wurden 2010 2.066.000 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung betrug insgesamt 8.362 TEUR, wobei 2015 kein Aufwand mehr erfasst wurde. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte auf Basis eines Optionspreismodells. Der Aktienpreis zum Zeitpunkt der Gewährung der Optionsrechte war der Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie vom 4. Mai 2010 und betrug EUR 22,34. Der Ausübungspreis wurde gemäß den Bedingungen des Optionsprogramms mit EUR 23,18 ermittelt. Die Lau fzeit der Optionen wurde mit drei Jahren angesetzt. Die erwartete Dividendenrendite betrug 2,5%. Als erwartete Volatilität wurde der von der Wiener Börse veröffentlichte Wert angesetzt. Weitere Merkmale der Optionsgewä hrung wurden nicht in die Berechnung einbezogen.

Aktienoptionsprogramm 2012

Die 105. ordentliche Hauptversammlung vom 22. März 2012 beschloss ein weiteres Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands. Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Opt ionen beträgt je nach Verantwortungsbereich 12.000, 20.000, 30.000 oder 40.000, für Mitglieder des Vorstands 80.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 100.000. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rücke rworbenen eigenen Aktien bedient werden. Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um e ine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte von 1. Mai 2012 bis vor jeden Ausübungszeitpunkt ununterbrochen in einem aktiven Arbeitsverhältnis zu einer zum ANDRITZ-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der ANDRITZ-Aktie während der vier auf die 105. ordentliche Hauptversammlung vom 22. März 2012 folgenden Kalenderwochen.

Die Optionen können in der Zeit vom 1. Mai 2015 bis 30. April 2017 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2014 bis 30. April 2015 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2013 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2014 minde stens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2011 liegt, oder wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2015 bis 30. April 2016 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Gesc häftsjahrs 2014 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2015 minde stens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2011 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten gezogen werden. Die Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden und sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Insgesamt wurden 2012 2.146.000 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung beträgt insgesamt 13.553 TEUR. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte auf Basis eines Optionspreismodells. Der Aktienpreis zum Zeitpunkt der Gewährung der Optionsrechte ist der Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie vom 11. Mai 2012 und beträgt EUR 39,17. Der Ausübungspreis wurde gemäß den Bedingungen des Optionsprogramms mit EUR 37,15 ermittelt. Die Laufzeit der Optionen wurde mit 3,2 Jahren angesetzt. Die erwartete Dividendenrendite betrug 2,5%. Die erwartete Volatilität wurde auf Basis der historischen Kursentwicklung der ANDRITZ-Aktie im Zeitraum der der Gewährung vorangegangenen 38 Monate ermittelt.

Aufgrund der Nichterreichung der Leistungsbedingungen zur Ausübung der Optionen wurde im Jahr 2015 der beizulegende Zeitwert der Optionen zur Gänze ergebniswirksam aufgelöst. Daraus ergab sich ein Ergebniseffekt von 11.671 TEUR.

Aktienoptionsprogramm 2014

Die 107. ordentliche Hauptversammlung vom 21. März 2014 beschloss ein weiteres Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands. Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen kann je nach Verantwortungsbereich bis zu 20.000, für die Mitglieder des Vorstands jeweils 37.500 betr agen. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden. Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte von 1. Mai 2014 bis zur Ausübung der Option ununterbrochen in einem aktiven Arbeitsverhältnis zu einer zum ANDRITZ-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Bör senschlusskurse der ANDRITZ-Aktie während der vier auf die 107. ordentliche Hauptversammlung vom 21. März 2014 folgenden Kalenderwochen.

Die Optionen können in der Zeit vom 1. Mai 2017 bis 30. April 2019 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2016 bis 30. April 2017 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 201 5 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 201 6 mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2012 liegt, oder wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 201 6 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 201 7 mindestens 25% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2013 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten gezogen werden. Die Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden und sind nicht übertragbar. Die in Au sübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Insgesamt wurden 2014 1.012.500 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung beträgt insgesamt 8.159 TEUR, davon wurden 2015 anteilig 2.449 TEUR als Aufwand erfasst. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte auf Basis eines Optionspreismodells. Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2014 wurde auf die Monte-Carlo-Simulation zurückgegriffen. Der Aktienpreis zum Zeitpunkt der Gewährung der Optionsrechte ist der Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie vom 2. Juni 2014 und beträgt EUR 43,36. Der Ausübungspreis wurde gemäß den Bedingungen des Optionsprogramms mit EUR 44,42 ermittelt. Die erwartete Dividendenrendite betrug 2,5%. Die erwartete Volatilität wurde auf Basis der historischen Kursentwicklung der ANDRITZ-Aktie ermittelt.

Aufgrund des Umstands, dass die Aktienoptionsprogramme keine Abgeltung in Form eines Barausgleichs vorsehen, werden diese entsprechend den internationalen Rechnungslegungsvorschriften durch direkte Erfassung des resultierenden Aufwands im Eigenkapital erfasst.

w) Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen zur Begründung einer finanziellen Verpflichtung oder eines Eigenkap italinstruments führt.

Gemäß IAS 39 sind alle finanziellen Vermögenswerte und Verpflichtungen einschließlich derivativer Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfassen. Die Bilanzierung von Finanzinstrumenten erfolgt zum Handelstag.

Kategorien von Finanzinstrumenten

Die Bewertung der Finanzinstrumente richtet sich nach der Zugehörigkeit zu bestimmten Kategorien, die wie folgt unterschieden und in weiterer Folge erläutert werden:

  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (financial assets at fair value through profit or loss)
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables)
  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale)
  • Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen (held to maturity)
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (financial liabilities at fair value through profit or loss)
  • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (other financial liabilities measured at amortized costs)

"Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" (financial assets at fair value through profit or loss) sind Finanzinstrumente, die vom Unternehmen entweder "Zu Handelszwecken gehalten" (held for trading) oder der Kategorie "Designiert erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet werden.

"Zu Handelszwecken gehalten" eingestuft ist dann der Fall, wenn der Vermögenswert hauptsächlich mit der Absicht erworben wurde, kurzfristig verkauft oder zurückgekauft zu werden oder ein Derivat ist (mit Ausna hme solcher, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und effektiv sind).

"Designiert erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" umfasst im Wesentlichen jene finanziellen Vermögenswerte, die im Zugangszeitpunkt unabhängig von einer Handelsabsicht unwiderruflich als "Finanzieller Vermögenswert erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" designiert werden (sog. Fair-Value-Option). Die Fair-Value-Option für ein Finanzinstrument wird im Konzern nicht ausgeübt.

Finanzielle Vermögenswerte zur Erzielung von Gewinnen aus kurzfristigen Schwankungen des Marktpreises oder aus der Händlermarge werden ebenfalls nicht gehalten.

Der Konzern verwendet Derivate zur Absicherung von Zins- und Fremdwährungsrisiken sowie zur Absicherung des Preisrisikos von Rohstoffen. Im Konzern werden jene Derivate dieser Kategorie zugerechnet, die die strengen Kriterien einer Sicherungsbeziehung nach IAS 39 (Hedge Accounting) nicht erfüllen. Die Derivate werden erstmalig zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert fortgeschrieben. Jeder aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst.

Je nach beizulegendem Zeitwert werden die Derivate entweder als sonstige Forderung oder als sonstige Ve rbindlichkeit erfasst.

Im Konzern werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und Teilzahlungen übersteigen, Kredite und sonstige Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind, als "Kredite und Forderungen" (loans and receivables) kategorisiert. Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet.

"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" (available for sale) sind jene nicht-derivativen Finanzinstrumente, welche in diese Kategorie klassifiziert beziehungsweise nicht der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" oder "Kredite und Forderungen" zugeordnet wurden. Hierbei werden Eigenkapitalinstrumente (z. B. Aktien), Fremdkapitalinstrumente (z. B. Anleihen) sowie sonstige Investitionen (z. B. Fondsanteile), welche vom Konzern gehalten werden, in die Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" klassifiziert.

"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Wertänderungen werden im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst. Ausgenommen hiervon sind Wertminderungsverluste, nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinsen sowie Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung von monetären Posten. Hier findet eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung statt. Wird ein Finanzinstrument veräußert oder wird bei diesem eine Wertminderung festgestellt, werden die bis dahin in der IAS 39-Rücklage angesammelten Veränderungen im Konzernergebnis erfasst.

Der beizulegende Zeitwert von auf Fremdwährung lautenden monetären Finanzinstrumenten der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" wird in der Fremdwährung ermittelt und anschließend mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf Fremdwährungsumrechnungen zurückzuführen sind und aus der Änderung der fortgeführten Anschaffungskosten des Vermögenswerts resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Dividenden aus den Eigenkapitalinstrumenten der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sobald der Konzern einen Anspruch auf die Zahlung erlangt hat.

Auf die Kategorie "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen" (held to maturity) wird nicht näher eingegangen, da es im Konzern keinen bis zur Endfälligkeit zu haltenden Bestand gibt.

Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Verbindlichkeiten in die Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" (financial liabilities at fair value through profit or loss), wenn die finanzielle Verbindlichkeit zu Handelszwecken gehalten wird oder wenn es sich um ein Derivat handelt, welches nicht als Sicherungsinstrument designiert wurde und als solches effektiv ist. Die Fair-Value-Option wird im Konzern nicht ausgeübt.

Der Konzern verwendet Derivate zur Absicherung von Zins- und Fremdwährungsrisiken und zur Absicherung des Preisrisikos von Rohstoffen. Im Konzern werden jene Derivate dieser Kategorie zugerechnet, die die strengen Kriterien einer Sicherungsbeziehung nach IAS 39 (Hedge Accounting) nicht erfüllen. Die Derivate werden mit den Zeitwerten zum Bilanzstichtag angesetzt. Jeder aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst.

Je nach beizulegendem Zeitwert werden die Derivate entweder als sonstige Forderung oder als sonstige Ve rbindlichkeit erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten zur Erzielung von Gewinnen aus kurzfristigen Schwankungen des Marktpreises oder aus der Händlermarge werden nicht gehalten.

"Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (other financial liabilities measured at amortized costs), einschließlich aufgenommener Kredite, werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung werden sonstige finanzielle Verbindlichkeiten gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei der Zinsaufwand entsprechend dem Effektivzinssat z erfolgswirksam erfasst wird.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanz iellen Vermögenswerte, werden zu jedem Bilanzstichtag auf das Vorhandensein von Indikatoren für eine Wertminderung untersucht. Finanzielle Vermögenswerte werden wertgemindert, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswerts eintreten, ein objektiver Hinweis dafür vorliegt, dass sich die erwarteten künftigen Cashflows der Finanzanlage negativ verändern. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen dem Buchwert des Finanzinstruments und dem anhand des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Cashflows.

Wird eine Forderung zweifelhaft, wird dieser Teil dem Wertminderungskonto zugeführt. Änderungen des Buchwerts des Wertberichtigungskontos werden erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Diese vormals erfasste Wertminderung ist über die Gewinn- und Verlustrechnung rückzuführen, wenn sich die Höhe der Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts in einer der folgenden Berichtsperioden verringert und diese Verringerung objektiv auf ein nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenes Ereignis zurückg eführt werden kann. Dabei darf jedoch auf keinen höheren Wert zugeschrieben werden als den, der sich als for tgeführte Anschaffungskosten ergeben hätte, wenn keine Wertminderung erfolgt wäre. Die Ausnahme dieser Vorgehensweise stellen als zur Veräußerung verfügbar klassifizierte Eigenkapitalinstrumente dar. Bei diesen wird jegliche Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts nach einer erfolgten Wertminderung im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst. Für Wertminderungen von Eigenkapitalinstrumenten, die zu Anschaffungskosten bewertet we rden, dürfen bei Wegfall der Gründe keine Wertaufholungen von Wertminderungen über die Gewinn- oder Verlustrechnung durchgeführt werden.

Vom Konzern emittierte Eigen- und Fremdkapitalinstrumente – Klassifizierung als Fremd- oder Eigenkapital

Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert.

Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unte rnehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkter Ausgabekosten erfasst.

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten (Fair value)

Der beizulegende Zeitwert ist jener Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneina nder unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.

Die Bewertung der Finanzinstrumente zum Fair Value folgt einer dreistufigen Hierarchie und orientiert sich an der Nähe der herangezogenen Bewertungsfaktoren zu einem aktiven Markt.

Nach Stufe 1 werden Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Wertpapiere bewertet, die auf einem aktiven Markt notiert sind. In diesem Zusammenhang stellen notierte Preise an einem aktiven Markt den besten Anhaltspunkt für den beizulegenden Zeitwert dar.

Wenn der Markt für ein Finanzinstrument nicht aktiv ist, wird mithilfe von allgemein anerkannten Bewertungsve rfahren der beizulegende Zeitwert (Transaktionspreis) festgestellt, der sich am Bewertungsstichtag zwischen unabhängigen Vertragspartnern bei Vorliegen normaler Geschäftsbedingungen ergeben hätte. Zu den Bewertungsverfahren gehören der Rückgriff auf unlängst aufgetretene Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern und – sofern verfügbar – der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, DCF-Verfahren sowie Optionspreismodelle. Diese Finanzinstrumente gehören zu nach Stufe 2 bewerteten Finanzinstrumenten sofern deren Bewertung auf marktbezogenen, anerkannten finanzmathematischen Bewertungsmodellen beruht und deren Bewertungsfaktoren auf aktiven Märkten direkt oder indirekt beobachtet werden können.

Sind die wesentlichen Bewertungsfaktoren nicht auf aktiven Märkten beobachtbar, wird das Finanzinstrument der Stufe 3 zugeordnet.

Falls kein notierter Preis auf einem aktiven Markt existiert und die verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts mithilfe von Bewertungsverfahren nicht möglich ist, wird das Finanzinstrument zu Anschaffungskosten bewertet.

Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)

Der Konzern nutzt Hedge Accounting zur Bilanzierung der Absicherung des beizulegenden Zeitwerts der Anleihe sowie für weitere Zins- und Währungsderivate. Da diese eine wirksame Sicherungsbeziehung nach Vorgaben des IAS 39 (Hedge Accounting) bilden, werden sie entweder als Fair-Value Hedge oder als Cashflow Hedge bilanziert.

Den Regeln des Hedge Accounting im Zusammenhang mit der Absicherung des beizulegenden Zeitwerts ("Fair Value Hedge") folgend wird die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführende Änderung des beizul egenden Zeitwerts des Grundgeschäfts führt zu einer entsprechenden Buchwertanpassung und wird ebenfalls direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies hat zur Folge, dass sich die Gewinn- und Verlustauswirkung des Sicherungsinstruments und des Grundgeschäfts gegenseitig aufheben, wenn die Sicherungsbeziehung zu 100% effektiv ist. Die bilanzielle Abbildung der Sicherungsbeziehung endet, wenn der Konzern die Sicherungsbeziehung auflöst, das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird oder sich nicht mehr für Sicherungszwecke eignet. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die erfolgswirksame Auflösung der auf das gesicherte Risiko zurückzuführenden Buchwertanpassung des Geschäfts.

ANDRITZ hat die emittierten Anleihen und die dazugehörigen Zinsswaps in einem Sicherungszusamme nhang im Sinne von IAS 39 zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts ("Fair Value Hedge") der Anleihen designiert. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung dokumentierte der Konzern die Beziehung zwischen dem Grund- und Sicherungsgeschäft, einschließlich der Risikomanagementziele sowie der dem Abschluss von Sicherungsbeziehungen zu Grunde liegenden Unternehmensstrategie. Des Weiteren wurde bei Eingehen der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert und nachgewiesen, dass der Zinsswap hoch effektiv in Bezug auf das abgesicherte Risiko der Änderung des beizulegenden Zeitwerts ist.

Entsprechend der Hedge Accounting-Regeln im Zusammenhang mit der Absicherung künftiger Zahlungsströme ("Cashflow Hedge") werden Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsinstrumente, die als effektiv wirksame Absicherung von künftigen Cashflows qualifiziert werden, direkt im Eigenkapital als IAS 39-Rücklage ausgewiesen. Ansonsten werden alle Gewinne oder Verluste für Absicherungen von Cashflows, die urs prünglich im Eigenkapital ausgewiesen wurden, von der IAS 39-Rücklage im Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung jener Periode transferiert, in der die gesicherte Verpflichtung oder erwartete Transaktion die Ergebnisrec hnung beeinflusst.

Eingebettete Derivate

IAS 39 regelt die Bilanzierung von Derivaten, die in nicht-derivative Basisverträge eingebettet sind (Embedded Derivatives). Einige hybride Verträge enthalten sowohl eine derivative als auch eine nicht derivative Komponente. In diesen Fällen wird die derivative Komponente als eingebettetes Derivat und die nicht derivative Komponente als Basisvertrag bezeichnet. Sind die wirtschaftlichen Merkmale und die Risiken eingebetteter Derivate nicht eng mit denjenigen des Basisvertrags verknüpft, und wird der betreffende Vertrag nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wird das eingebettete Derivat vom Basisvertrag getrennt und zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Basisvertrag wird weiterhin in Übereinstimmung mit dem entsprechenden Rechnungslegungsstandard bewertet. Wertänderungen im Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten eingebetteten Derivaten werden im Konzern als "held for trading" bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten erfasst. Der Buchwert des eingebetteten Derivats wird in der Bilanz als sonstige Forderung oder als sonstige Verbindlichkeit ausgewiesen.

Ansatz und Ausbuchung

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn der Konzern Vertragspartner hinsichtlich der vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird. Finanzvermögen und -verbindlichkeiten, die in der Bilanz enthalten sind, beinhalten Zahlungsmittel, Wertpapiere des Umlaufvermögens, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie einen Teil der sonstigen Forderungen und sonstigen Verbindlichkeiten, langfristige Forderungen, verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Beteiligungen, die ausgegebenen Anleihen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens.

Ansatz und Ausbuchung von Finanzinvestitionen erfolgen zum Handelstag. Dies ist der Tag des Kaufs oder Verkaufs einer Finanzanlage, an dem die Vertragsbedingungen eine Lieferung der Finanzanlage innerhalb des für den betroffenen Markt üblichen Zeitrahmens vorsehen.

Der Erstansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Davon ausgenommen sind finanzielle Vermögenswerte, die als "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" kategorisiert wurden. Hier erfolgt der Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten. Finanz instrumente werden saldiert, wenn der Konzern ein gesetzlich durchsetzbares Recht zur Saldierung besitzt und beabsichtigt, entweder nur den Saldo oder sowohl die Forderung als auch die Verbindlichkeit gleichzeitig zu begleichen.

x) Eventualforderungen und -verbindlichkeiten

Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht berücksichtigt. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn die Möglichkeit eines Ressourcenabflusses mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.

G) VERWENDUNG VON SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN

Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen Schätzungen abweichen.

a) Schätzungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungsmethoden hat der Konzern Schätzungen vorgenommen. Außerdem hat der Konzern zum Bilanzstichtag wichtige zukunftsbezogene Annahmen getroffen und wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Bilanzstichtag identifiziert, die mit dem Risiko einer wesentlichen Änderung der Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr behaftet sind:

Fertigungsaufträge

Die Abrechnung von Fertigungsaufträgen basiert auf Einschätzungen von Auftragskosten, erzielbaren Auftragserlösen und Auftragsrisiken (inklusive technischer, politischer und finanzieller Risiken). Obwohl die Einschätzungen unter Einbeziehung aller Informationen zum Bilanzstichtag getroffen werden, sind Änderungen nach dem Bilanzstichtag möglich. Diese Änderungen können zu Anpassungen von Vermögenswerten führen sowie das Ergebnis von Folgeperioden wesentlich beeinflussen.

Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen

Die Bewertung der verschiedenen Pensionspläne beruht auf einer Methode, bei der Parameter wie der erwartete Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie die erwarteten Erträge aus Planvermögen angewendet werden. Wenn sich die relevanten Parameter wesentlich anders entwickeln als erwartet, kann dies w esentliche Auswirkungen auf die Rückstellung und in der Folge auf die damit zusammenhängenden Aufwendungen des Konzerns haben.

Rückstellungen

Die Bilanzierung und die Bewertung von Rückstellungen basieren auf der Einschätzung über Höhe und Eintritt swahrscheinlichkeit zukünftiger Ereignisse sowie der Einschätzung des Diskontierungszinssatzes. Soweit möglich wird überdies auf Erfahrungen der Vergangenheit zurückgegriffen.

Wertminderungen

Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen basi eren hauptsächlich auf geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Faktoren wie geringere Umsatzerlöse und daraus resultierende niedrigere Netto-Zahlungsströme sowie Änderungen der verwendeten Abzinsungsfaktoren können zu einer Wertminderung führen. Hinsichtlich der Buchwerte der Firmenwerte, immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen wird auf die Anhangangabe "J) Erläuterungen zur Konzernbilanz" verwiesen.

Aktienoptionsprogramme für Führungskräfte

Die Aktienoptionspläne werden auf Basis der Marktwerte der Optionen am Ausgabetag bewertet. Der Marktwert der Optionen wird auf Basis von Parametern wie Volatilität, Zinssatz, Aktienkurs, Laufzeit der Optionen und erwartete Dividenden ermittelt. Die für die Bestimmung von Marktwerten erforderliche Interpretation von Marktinformationen verlangt mitunter subjektive Beurteilungen. Entsprechend können die angeführten Werte auch von den später am Markt realisierten Werten abweichen.

Latente Steuern

Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der latenten Steuern überprüft der Konzern, ob es wahrscheinlich ist, dass alle latenten Steuern realisiert werden. Die endgültige Realisierbarkeit von latenten Steuern ist davon abhängig, ob in jenen Perioden steuerpflichtiges Einkommen erzielt wird, in denen die temporären Differenzen abzugsfähig werden. Wenn die Gesellschaft nicht ausreichend steuerpflichtiges Einkommen erzielt, dann können aktive latente Steuern nicht verwertet werden und müssen wertberichtigt werden.

b) Ermessensentscheidungen

Nachfolgend sind die wesentlichsten Ermessensausübungen aufgezeigt, die durch das Management im Rahmen der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen wurden.

Anteile an Tochterunternehmen

Voraussetzung für die Konsolidierung eines Unternehmens ist die Möglichkeit der Beherrschung des anderen Unternehmens. Ein Beherrschungsverhältnis setzt nach IFRS 10 Verfügungsgewalt, Rendite (positive und/oder negative Rückflüsse) sowie eine Verknüpfung von Verfügungsgewalt und Rendite voraus. Unter Verfügungsgewalt versteht man die Möglichkeit, gegenwärtig die Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu lenken, die einen wesentlichen Einfluss auf die variablen Rückflüsse haben. Verfügungsgewalt kann mittels Stimmrechten oder sonstiger vertraglicher Rechte nachgewiesen werden. Sie liegt vor, wenn ein Investor mehr als 50% der Stimmrechte an einem Beteiligungsunternehmen hält und keine sonstigen Vereinbarungen oder Umstände vorliegen, die dagegen sprechen. Diese Verfügungsgewalt ist grundsätzlich immer dann gegeben, wenn ANDRITZ entweder direkt oder indirekt mehr als 50% der Stimmrechte einer Gesellschaft besitzt, um so auf die Finanzund Geschäftspolitik des Unternehmens Einfluss zu nehmen und von dessen Aktivitäten zu profitieren.

Anteile an assoziierten Unternehmen

Unter den Anteilen an assoziierten Unternehmen werden in der Regel Beteiligungen an Unternehmen im Ausmaß von 20–50% ausgewiesen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausübt. Diese werden unter Anwendung der Equity-Methode bewertet. Eine Überprüfung des Buchwerts der Anteile an assoziierten Unternehmen und eine entsprechende Wertminderung oder Zuschreibung werden dann durchgeführt, wenn Anzeichen für eine Wertminderung oder deren Wegfall vorliegen.

H) ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG 1. Umsatzerlöse

(in TEUR) 2015 2014
Als Umsatzerlöse ausgewiesene Auftragserlöse aus laufenden Projekten 4.439.165 4.012.491
Sonstige 1.938.055 1.846.778
6.377.220 5.859.269

Die im Berichtsjahr nach der PoC-Methode erfassten Umsatzerlöse aus Auftragsfertigung werden "Als Umsatzerlöse ausgewiesene Auftragserlöse aus laufenden Projekten" dargestellt. Als "Sonstige" werden im Wesentlichen Aufträge nach der "completed contract method" erfasst.

Im Rahmen der Segmentberichterstattung (siehe Anhangangabe "I) Segmentberichterstattung") sind die Umsätze des Konzerns nach Geschäftsbereichen und Regionen dargestellt.

2. Sonstige betriebliche Erträge

(in TEUR) 2015 2014
Fremdwährungskursgewinne 46.324 40.400
Öffentliche Zuwendungen 16.745 9.956
Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen 14.064 8.971
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen 11.237 6.295
Mieterträge 6.573 6.958
Verschrottungserträge 4.809 4.852
Erträge aus Versicherungsleistungen 3.393 4.288
Gewinne aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1.611 3.125
Übrige 28.665 37.296
133.421 122.141

3. Materialaufwand

(in TEUR) 2015 2014
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 2.576.798 2.359.864
Aufwendungen für bezogene Leistungen 800.503 795.087
3.377.301 3.154.951

4. Personalaufwand

(in TEUR) 2015 2014
Löhne und Gehälter 1.315.332 1.264.062
Aufwendungen für gesetzliche Sozialabgaben und vom Entgelt abhängige Abgaben und
Pflichtbeiträge 218.033 213.012
Sonstige Sozialaufwendungen und Abfindungen 114.811 55.758
Aufwendungen für Altersversorgung 44.885 35.917
Aufwendungen für Abfertigungen 5.540 5.223
1.698.601 1.573.972

Im Geschäftsjahr 2015 sind für Österreich in den Aufwendungen für Abfertigungen ergebniswirksame Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) im Zusammenhang mit beitragsorientierten Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 1.811 TEUR (2014: 1.823 TEUR) enthalten.

5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

(in TEUR) 2015 2014
Vertriebsaufwendungen 198.438 167.489
Reiseaufwendungen 170.834 157.884
Miet- und Leasingaufwendungen 74.509 72.767
Reparaturen und Instandhaltungen 69.476 72.747
Rechts-, Beratungs- und Prüfungsaufwendungen 69.242 56.200
Verwaltungsaufwendungen 56.186 56.595
Fremdwährungskursverluste 54.263 51.146
Versicherungsaufwendungen 35.067 32.925
Bankgebühren, Garantien und ähnliche Aufwendungen 23.801 26.266
Aufwendungen für Wertberichtigungen zu Forderungen 12.606 13.876
Aufwendungen für Weiterbildung von Arbeitnehmern 10.500 9.964
Aufwendungen für Patente, Rechte und Lizenzen 9.951 10.343
Übrige 107.446 55.350
892.319 783.552

6. Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

(in TEUR) 2015 2014
Immaterielle Vermögenswerte
Abschreibungen 51.793 85.381
Wertminderungen 0 770
Sachanlagen
Abschreibungen 86.530 78.818
Wertminderungen 12.052 5.580
150.375 170.549

Im Geschäftsjahr 2015 wurden bei den Sachanlagen im Wesentlichen Wertminderungen für ein Grundstück in China in Höhe von 2.500 TEUR, ein Grundstück und Gebäude in Deutschland in Höhe von 4.700 TEUR sowie für Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung einer Gießerei in China in Höhe von insgesamt 4.221 TEUR vorgenommen. Die Wertminderungen sind den Geschäftsbereichen METALS mit 7.356 TEUR, HYDRO mit 4.324 TEUR, SEPARATION mit 316 TEUR und PULP & PAPER mit 56 TEUR zuzuordnen.

7. Finanzergebnis

(in TEUR) 2015 2014
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen -95 -65
Zinserträge 41.824 36.763
Zinsaufwendungen -32.478 -37.662
Sonstiges Finanzergebnis -1.968 4.635
7.283 3.671

In den Zinsaufwendungen sind 7.277 TEUR (2014: 9.691 TEUR) für Zinsaufwendungen aus Verpflichtungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder sowie erwartete Erträge aus Planvermögen enthalten.

Die Veränderung des Zinsergebnisses ist insbesondere auf die höhere durchschnittliche Nettoliquidität zurückzuführen. In den Zinserträgen ist ein Einmaleffekt im Zusammenhang mit der von einem Kunden erhaltenen Ausgleichszahlung enthalten.

Die Position "Sonstiges Finanzergebnis" beinhaltet im Wesentlichen Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Beteiligungen und Finanzanlagen sowie Fremdwährungskursgewinne und -verluste aus Krediten und Zahlungsmittelkonten.

8. Steuern vom Einkommen und Ertrag

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und Ertrag setzt sich aus folgenden Positionen zusammen:

(in TEUR) 2015 2014
Tatsächlicher Steueraufwand -76.800 -73.733
Latenter Steueraufwand/-ertrag aus dem Entstehen und der Auflösung von temporären
Differenzen -29.189 -15.652
-105.989 -89.385

Die Überleitung vom rechnerischen Ertragsteueraufwand zum effektiven Steueraufwand wird nachfolgend darg estellt. Der rechnerische Steueraufwand in Höhe von 94.090 TEUR ergibt sich durch Multiplikation des Ergebnisses vor Steuern in Höhe von 376.360 TEUR mit dem von der ANDRITZ AG anzuwendenden Steuersatz von 25%:

(in TEUR) 2015 2014
Ergebnis vor Steuern (EBT) 376.360 299.372
Rechnerischer Ertragsteueraufwand (25% in 2015 und 25% in 2014) -94.090 -74.843
Erhöhung (-)/Minderung (+) der Ertragsteuerbelastung durch:
Steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwand -21.174 -17.944
Steuerbegünstigungen und steuerfreie Erträge 5.242 5.821
Steuerfreie Erträge (Aufwendungen) aus Finanzanlagen 86 41
Steuersatzdifferenzen -1.520 1.648
Effekt aus Steuersatzänderungen 720 608
Steuern für Vorjahre 13.294 4.503
Veränderung bisher nicht berücksichtigter aktiver latenter Steuern 10.230 0
Nicht abzugsfähige Firmenwertabschreibungen -3.720 -2.843
Nicht abzugsfähige Quellensteuern; Steuern ausländischer Betriebsstätten -11.783 -9.962
Sonstige -3.274 3.586
Effektiver Steueraufwand -105.989 -89.385
in % von EBT -28,2% -29,9%

Die im Geschäftsjahr bei den ausländischen Konzernunternehmen gültigen nominalen Ertragsteuersätze liegen zwischen 10,0% und 41,3% (2014: zwischen 10,0% und 39,0%).

Die Veränderungen der latenten Steuern stellen sich wie folgt dar:

(in TEUR) 2015 2014*
Aktive latente Steuern 212.406 200.318
Passive latente Steuern -141.815 -159.040
Bestand zum 1. Jänner 70.591 41.278
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste latente Steuern -29.189 -15.652
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern -10.272 16.631
Änderungen im Konsolidierungskreis, Währungsumrechnung -7.014 28.334
Bestand zum 31. Dezember 24.116 70.591
Davon:
Aktive latente Steuern 183.284 212.406
Passive latente Steuern -159.168 -141.815

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

Aktive und passive latente Steuern zum 31. Dezember 2015 und 2014 sind das Ergebnis folgender temporärer Bewertungsunterschiede zwischen den Buchwerten in der IFRS-Konzernbilanz und den relevanten Steuerbemessungsgrundlagen:

2015 2014*
Latente Steuern Latente Steuern
(in TEUR) Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 2.837 -53.887 2.249 -64.249
Sachanlagen 10.426 -31.866 8.453 -32.734
Finanzanlagevermögen 5.343 -15.817 1.681 -12.036
Vorräte 349.346 -11.582 293.492 -67.664
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 44.513 -163.827 46.999 -94.641
412.465 -276.979 352.874 -271.324
Rückstellungen 129.096 -31.624 130.360 -25.173
Verbindlichkeiten 90.355 -351.150 124.654 -309.376
219.451 -382.774 255.014 -334.549
Steuerliche Verlustvorträge 123.526 0 151.167 0
Aktive latente Steuern/passive latente Steuern vor
Wertberichtigung und Aufrechnung 755.442 -659.753 759.055 -605.873
Wertberichtigung von aktiven latenten Steuern -71.573 0 -82.591 0
683.869 -659.753 676.464 -605.873
Aufrechnung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen,
Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde -500.585 500.585 -464.058 464.058
Saldierte aktive und passive latente Steuern 183.284 -159.168 212.406 -141.815

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

Die Fristigkeiten der latenten Steuern, vor Aufrechnung gegenüber derselben Steuerbehörde, setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2015 2014*
Realisierung innerhalb von 12 Monaten 511.856 503.227
Realisierung nach mehr als 12 Monaten 172.013 173.237
Aktive latente Steuern vor Aufrechnung 683.869 676.464
Realisierung innerhalb von 12 Monaten -541.751 -486.153
Realisierung nach mehr als 12 Monaten -118.002 -119.720
Passive latente Steuern vor Aufrechnung -659.753 -605.873

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

Ausschlaggebend für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern sind Einschätzungen über die künftige Realisierung der aktiven latenten Steuern. Diese Realisierung ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Hierbei werden die Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der passiven latenten Steuern sowie die künftigen steuerlichen Gewinne berücksichtigt. Verlustvo rträge werden nur insoweit einbezogen, als steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist. Bei dieser Einschätz ung wird auf eine Steuervorschau der künftigen fünf Geschäftsjahre abgestellt.

Demnach wurden für folgende Sachverhalte keine aktiven latenten Steuern angesetzt (Bruttobeträge):

(in TEUR) 2015 2014
Abzugsfähige temporäre Differenzen 38.015 44.943
Steuerliche Verlustvorträge 266.153 353.746

Zum Bilanzstichtag bestehen im Konzern Verlustvorträge (Bruttobeträge) in Höhe von 637.629 TEUR (2014: 696.121 TEUR).

Steuerliche Gruppen bestehen im Wesentlichen in Österreich, Deutschland, den USA, den Niederlanden und Frankreich.

Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentelabschreibungen beläuft sich auf 10.612 TEUR. Es wurden für diesen Betrag latente Steuern in Höhe von 2.653 TEUR angesetzt.

Im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen und assoziierten Unternehmen sowie Anteilen an Gemeinsamen Vereinbarungen wurden keine latenten Steuerschulden auf temporäre Differe nzen in Höhe von 509.669 TEUR angesetzt.

9. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (wie im Anschluss an die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung angegeben) wurde berechnet, indem das den Gesellschaftern der Muttergesellschaft zurechenbare Konzernergebnis durch den gewogenen Durchschnitt der Stammaktien, die während der Periode ausgegeben waren, dividiert wurde.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wurde berechnet, indem das den Gesellschaftern der Muttergesellschaft zurechenbare Konzernergebnis durch den gewogenen Durchschnitt der Stammaktien unter Berücksichtigung von Aktienoptionen dividiert wurde.

2015
(in TEUR)
2014
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes Konzernergebnis
267.688
210.874
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien
102.977.789
103.606.533
Potenzielle Verwässerung durch Aktienoptionen
120.426
284.720
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien und Optionen
103.098.215
103.891.253
Unverwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR)
2,60
2,04
Verwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR)
2,60
2,03

I) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Geschäftsbereiche

Für Managementzwecke ist der Konzern weltweit in vier Geschäftsbereiche gegliedert:

ANDRITZ HYDRO (HY)

ANDRITZ HYDRO zählt zu den weltweit führenden Anbietern von elektromechanischen Ausrüstungen für Wasserkraftwerke. Mit mehr als 170 Jahren kumulierter Erfahrung und mehr als 30.000 gelieferten Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund 420.000 Megawatt liefert der Geschäftsbereich die komplette Produktpalette einschließlich Turbinen, Generatoren und Zusatzausrüstungen aller Typen und Größen: "from water to wire" für die Kleinwasserkraft bis hin zu großen Wasserkraftwerken mit mehr als 800 Megawatt Leistung pro Turbineneinheit. ANDRITZ HYDRO nimmt auch eine führende Position im Wachstumsmarkt der Modernisierung, Erneuerung und Leistungserhöhung bestehender Wasserkraftanlagen ein. Dem Geschäftsbereich zugeordnet sind auch die Bereiche Pumpen (für Wassertransport, Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und Anwendungen in unterschiedlichen Industrien) sowie Turbogeneratoren für thermische Kraftwerke.

ANDRITZ PULP & PAPER (PP)

ANDRITZ PULP & PAPER ist ein weltweit führender Anbieter von Anlagen, Systemen und Serviceleistungen für die Erzeugung und Weiterverarbeitung aller Arten von Faserstoffen, Papier, Tissuepapier und Karton. Die Tec hnologien umfassen die Verarbeitung von Holz, Einjahrespflanzen und Altpapier, die Erzeugung von Zellstoff, Holzstoff und Recyclingfaserstoffen, die Rückgewinnung und Wiederverwertung von Chemikalien, die Aufbereitung des Papiermaschineneintrags, die Erzeugung von Papier, Tissuepapier und Karton, die Veredelung und Beschichtung von Papier sowie die Rejekt- und Schlammbehandlung. Das Serviceangebot inkludiert Modernisierungen, Umbauten, Ersatz- und Verschleißteile, Wartung und Instandhaltung sowie Maschinentransfer und Gebrauchtanlagen. Dem Geschäftsbereich zugeordnet sind auch die Bereiche Biomasse -, Dampf- und Rückgewinnungskessel sowie Gasifizierungsanlagen für die Energieerzeugung, Rauchgasreinigungsanlagen, Anlagen zur Produktion von Vliesstoffen, Viskosezellstoff und Faserplatten (MDF) sowie Recyclinganlagen.

ANDRITZ METALS (ME)

ANDRITZ METALS ist über den Schuler-Konzern, an dem ANDRITZ über 95% hält, Technologie- und Weltmarktführer in der Metallumformung. Schuler liefert Pressen, Automationslösungen, Werkzeuge, Verfahrens -Knowhow und Dienstleistungen für die gesamte Metall verarbeitende Industrie. Zu den Kunden gehören Automobi lhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Schmiede-, Haushaltsgeräte-, Verpackungs-, Energie- und Elektroindustrie. Schuler ist auch führend auf dem Gebiet der Münzprägetechnik und realisiert Systemlösungen in der Luft-, Raumfahrt- und Eisenbahnindustrie. Darüber hinaus ist ANDRITZ METALS einer der weltweit führenden Lieferanten von kompletten Linien für die Herstellung und Weiterverarbeitung von Kaltband aus Edelstahl, Kohlenstoffstahl, Aluminium und Nichteisenmetall. Die Linien umfassen Anlagen zum Kaltwalzen, zur Wärme behandlung, Oberflächenveredelung, Bandbeschichtung und -veredelung, zum Stanzen und Tiefziehen sowie zum Regenerieren von Beizsäuren. Zusätzlich liefert der Geschäftsbereich schlüsselfertige Industrieofenanlagen für die Stahl-, Kupfer- und Aluminiumindustrie sowie Schweißsysteme für die Metall verarbeitende Industrie.

ANDRITZ SEPARATION (SE)

ANDRITZ SEPARATION zählt zu den weltweit führenden Lieferanten von Technologien und Serviceleistungen im Bereich der Fest-Flüssig-Trennung sowie für die Produktion von Tierfutter- und Biomassepellets. Das umfangreiche Produktangebot für die Fest-Flüssig-Trennung umfasst Zentrifugen, Filter- und Trocknungsanlagen, Rechen, Eindicker, Separatoren und Förderanlagen – zu den bedienten Industrien zählen die kommunale und industrielle Abwasserbehandlung, die chemische Industrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie Bergbau und Mineralienaufbereitung. Der Servicebereich fokussiert auf Anlagenmodernisierungen, Verschleiß- und Ersatzteile sowie Prozessoptimierung.

Diese strategischen Geschäftsbereiche bilden die Basis für die interne Berichtsstruktur an den Vorstand als Hauptentscheidungsträger.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen denen des Konzerns (siehe Anhangangabe "F) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze".

Im Rahmen des internen Berichtswesens werden alle Umsätze und alle direkten und indirekten Kosten (einschließlich Gemeinkosten und Verwaltungskosten) den Geschäftsbereichen zugeteilt und spiegeln die Managementstruktur und die Hauptquellen der Risiken und Chancen wider. Die zentrale Ergebnissteuerungsgröße ist dabei das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Amortisation (EBITA). Es existieren keine wesentlichen Aktivitäten zwischen den Geschäftsbereichen. Alle erfolgswirksamen Konsolidierungseffekte sind jeweils in dem betreffenden Geschäftsbereich enthalten.

Geografische Segmentierung

Die Konzernaktivitäten werden hauptsächlich in Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien betrieben.

Segmenterlöse von externen Kunden nach geografischen Regionen werden auf Basis des Standorts der Kunden ermittelt.

Es gibt keine Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem einzigen externen Kunden, die sich auf mehr als 10% der Unternehmensgesamterlöse belaufen.

2015 Geschäftsbereichsinformationen

(in TEUR) HY PP ME SE Gesamt
Umsatz 1.834.817 2.196.325 1.718.089 627.989 6.377.220
EBITDA 183.653 214.831 104.779 31.462 534.725
EBITA 145.379 190.883 70.482 22.250 428.994
Investitionen 27.280 21.130 40.241 12.732 101.383
Abschreibungen und Wertminderungen von
immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
42.131 33.217 61.638 13.389 150.375
Anteile am Jahresüberschuss/
-fehlbetrag von assoziierten Unternehmen
0 -95 0 0 -95
Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 0 0 0

Informationen nach geografischen Segmenten

(in TEUR) Europa Nordamerika Südamerika Asien Rest der
Welt und
Konsoli
dierung
Gesamt
Außenumsätze 2.472.782 1.186.035 864.587 1.568.259 285.557 6.377.220
Langfristige
Vermögenswerte 873.181 136.843 26.253 90.206 394.379 1.520.862
Investitionen 66.135 8.407 5.792 20.951 98 101.383

In den Außenumsätzen für Europa ist ein Betrag von 228.398 TEUR für Umsätze enthalten, die in Österreich ausgeführt werden. Langfristige Vermögenswerte in Höhe von 280.886 TEUR befinden sich in Österreich.

Langfristige Vermögenswerte bestehen aus Sachanlagen, Firmenwerten, immateriellen Vermögenswerten, langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen langfristigen Forderungen und Vermögenswerten.

2014 Geschäftsbereichsinformationen

(in TEUR) HY PP ME SE Gesamt
Umsatz 1.752.317 1.969.262 1.550.395 587.295 5.859.269
EBITDA 177.255 127.592 133.978 33.172 471.997
EBITA 144.825 102.859 110.154 21.646 379.484
Investitionen 39.320 28.145 27.879 11.106 106.450
Abschreibungen und Wertminderungen von
immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
36.935 34.687 79.120 19.807 170.549
Anteile am Jahresüberschuss/
-fehlbetrag von assoziierten Unternehmen
0 -65 0 0 -65
Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 0 0 0

Informationen nach geografischen Segmenten

Rest der
Welt und
Konsoli
(in TEUR) Europa Nordamerika Südamerika Asien dierung Gesamt
Außenumsätze 2.404.794 957.436 890.748 1.396.829 209.462 5.859.269
Langfristige
Vermögenswerte 885.827 143.552 164.695 86.457 415.687 1.696.218
Investitionen 58.840 10.790 10.154 26.566 100 106.450

In den Außenumsätzen für Europa ist ein Betrag von 199.851 TEUR für Umsätze enthalten, die in Österreich ausgeführt werden. Langfristige Vermögenswerte in Höhe von 292.917 TEUR befinden sich in Österreich.

Langfristige Vermögenswerte bestehen aus Sachanlagen, Firmenwerten, immateriellen Vermögenswerten, langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen langfristigen Forderungen und Verm ögenswerten.

J) ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

10. Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ist wie folgt:

Kunden- und
technologie
bezogene Sonstige
immaterielle immaterielle
Vermögens Vermögens
(in TEUR) werte werte Gesamt
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Bestand zum 31. Dezember 2013 397.703 66.292 463.995
Zugänge 0 7.551 7.551
Abgänge -64.241 -871 -65.112
Umbuchungen 0 191 191
Währungsumrechnung 3.667 492 4.159
Änderungen im Konsolidierungskreis 9.343 -48 9.295
Bestand zum 31. Dezember 2014 346.472 73.607 420.079
Zugänge 0 6.577 6.577
Abgänge -43.692 -2.301 -45.993
Umbuchungen 0 378 378
Währungsumrechnung 4.499 -930 3.569
Änderungen im Konsolidierungskreis 3.210 0 3.210
Bestand zum 31. Dezember 2015 310.489 77.331 387.820
KUMULIERTE ABSCHREIBUNG
Bestand zum 31. Dezember 2013 -109.456 -45.081 -154.537
Abschreibungen -78.038 -7.343 -85.381
Wertminderung 0 -770 -770
Abgänge 64.241 787 65.028
Umbuchungen 0 26 26
Währungsumrechnung -1.574 -363 -1.937
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 85 85
Bestand zum 31. Dezember 2014 -124.827 -52.659 -177.486
Abschreibungen -44.644 -7.149 -51.793
Abgänge 43.692 2.193 45.885
Umbuchungen 0 -41 -41
Währungsumrechnung -1.818 830 -988
Bestand zum 31. Dezember 2015 -127.597 -56.826 -184.423
BUCHWERT
Bestand zum 31. Dezember 2014 221.645 20.948 242.593
Bestand zum 31. Dezember 2015 182.892 20.505 203.397

Forschungs- und Entwicklungskosten

Als Aufwand für Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten wurden im Jahr 2015 88.514 TEUR und im Jahr 2014 84.280 TEUR berücksichtigt. Eine Aktivierung von Entwicklungskosten erfolgte im Geschäftsjahr 2015 nicht, da die Kriterien für die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 nicht erfüllt wurden.

Zusätzlich leistet der Konzern einen Teil der Entwicklungsarbeit im Rahmen von kundenbezogenen Projekten bzw. Großprojekten. Die zugehörigen Aufwendungen stellen keine zu aktivierenden Entwicklungskosten im Sinne der IFRS-Rechnungslegung dar und werden entsprechend als Auftragskosten erfasst.

Sicherheiten

Aus der Sicherheitenbestellung resultieren bei den immateriellen Vermögenswerten keine Verfügungsbeschränkungen (2014: 24.437 TEUR).

11. Firmenwerte

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Firmenwerte für die Jahre zum 31. Dezember 2015 und 2014:

(in TEUR) 2015 2014
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Bestand zum 1. Jänner 731.131 705.036
Änderungen im Konsolidierungskreis 1.492 8.803
Neubewertung gemäß IFRS 3 80 577
Währungsumrechnung 15.008 16.715
Bestand zum 31. Dezember 747.711 731.131
KUMULIERTE WERTMINDERUNG
Bestand zum 1. Jänner -192.656 -174.969
Wertminderung -15.273 -5.747
Währungsumrechnung -11.267 -11.940
Bestand zum 31. Dezember -219.196 -192.656
BUCHWERT
Bestand zum 1. Jänner 538.475 530.067
Bestand zum 31. Dezember 528.515 538.475

Diese teilen sich nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt auf:

(in TEUR) 2015 2014
Schuler 215.061 215.061
VA TECH HYDRO 97.775 97.775
ANDRITZ AG 59.596 59.596
Ahlstrom 21.364 21.188
Iggesund 12.029 12.029
Übrige 122.690 132.826
528.515 538.475

Diese teilen sich auf die Geschäftsbereiche wie folgt auf:

(in TEUR) 2015 2014
HYDRO 117.085 120.428
PULP & PAPER 124.815 123.499
METALS 248.102 253.428
SEPARATION 38.513 41.120
528.515 538.475

Wertminderung

Im Geschäftsjahr 2015 wurde eine Wertminderung auf Firmenwerte in Höhe von 15.273 TEUR vorgenommen, da sich der Geschäftsverlauf hier nicht wie erwartet entwickelt hat. Die Wertminderungen betreffen zahlungsmittelgenerierende Einheiten für Produktlinien und Technologien, die in den USA und Europa akquiriert wurden. Diese Wertminderung ist den Geschäftsbereichen METALS mit 7.747 TEUR, HYDRO mit 3.133 TEUR, SEPARA-TION mit 2.966 TEUR und PULP & PAPER mit 1.427 TEUR zuzuordnen. 2014 wurden Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 5.747 TEUR für den Firmenwert in den Geschäftsbereichen HYDRO (4.283 TEUR) und METALS (1.464 TEUR) erfasst.

Berechnungsparameter

Nach dem Planungszeitraum wird von einem Wachstum in Höhe von 1,3% ausgegangen.

Bei den wesentlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden folgende Diskontierungssätze vor Steuern unter Berücksichtigung der anwendbaren Währung sowie des Risikoprofils verwendet:

(in TEUR) 2015 2014
Schuler 10,73% 8,23%
VA TECH HYDRO 13,05% 9,26%
ANDRITZ AG 11,75% -15,13% 8,48% -10,09%
Ahlstrom 14,64% 10,29%
Iggesund 12,11% 8,53%

Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen

Zur Validierung der ermittelten Nutzungswerte zum 31. Dezember 2015 wurden weitere Szenarien bezüglich der oben beschriebenen Berechnungsparameter durchgeführt. Vom Management wurden folgende Szenarien als möglich erachtet:

Eine Änderung des Diskontierungssatzes um +/- 0,5 Prozentpunkte

Eine Änderung der geplanten Cashflows um +/- 10 Prozentpunkte

Die Änderung hätte bei Gleichbleiben aller anderen Parameter folgende Auswirkung auf den Wertberichtigungsbedarf der Firmenwerte ergeben:

2015

(in TEUR) Diskontierungssatz Geplante Cashflows
Änderung +0,5% -0,5% +10% -10%
Wertberichtigungsbedarf -318 0 0 -2.957

2014

(in TEUR) Diskontierungssatz Geplante Cashflows
Änderung +0,5% -0,5% +10% -10%
Wertberichtigungsbedarf -351 254 254 -620

Die vorliegende Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Entwicklung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.

12. Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen ist wie folgt:

Grundstücke Technische
Anlagen und
Andere
Anlagen,
Betriebs
und
Geschäfts
In Bau
befindliche
Anlagen und
geleistete
(in TEUR)
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
und Bauten Maschinen ausstattung Anzahlungen Gesamt
Bestand zum 31. Dezember 2013 473.893 482.943 167.338 36.327 1.160.501
Zugänge 19.931 27.563 18.830 32.575 98.899
Abgänge -4.190 -10.257 -11.163 -31 -25.641
Umbuchungen -5.271 28.267 -1.851 -21.336 -191
Währungsumrechnung 10.779 12.001 3.419 1.823 28.022
Änderungen im Konsolidierungskreis 9.862 9.659 1.171 20 20.712
Sonstige Anpassungen 899 4.983 34 0 5.916
Bestand zum 31. Dezember 2014 505.903 555.159 177.778 49.378 1.288.218
Zugänge 8.765 26.318 20.426 39.297 94.806
Abgänge -4.581 -29.267 -15.276 -172 -49.296
Umbuchungen 13.400 36.470 819 -51.067 -378
Währungsumrechnung 10.251 3.290 -1.473 1.647 13.715
Änderungen im Konsolidierungskreis 2.692 1.073 24 191 3.980
Bestand zum 31. Dezember 2015 536.430 593.043 182.298 39.274 1.351.045
KUMULIERTE ABSCHREIBUNG
Bestand zum 31. Dezember 2013 -120.487 -266.556 -99.979 0 -487.022
Abschreibungen -16.898 -42.069 -19.851 0 -78.818
Wertminderung -950 -4.617 -13 0 -5.580
Abgänge 1.792 5.604 9.663 0 17.059
Umbuchungen 90 -3.486 3.370 0 -26
Währungsumrechnung -3.333 -6.967 -2.363 0 -12.663
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 26 -23 0 3
Sonstige Anpassungen -899 -4.856 -161 0 -5.916
Bestand zum 31. Dezember 2014 -140.685 -322.921 -109.357 0 -572.963
Abschreibungen -18.688 -46.261 -21.581 0 -86.530
Wertminderung -9.977 -1.910 -165 0 -12.052
Abgänge 4.228 24.601 13.502 0 42.331
Umbuchungen 725 -2.469 1.785 0 41
Währungsumrechnung -3.237 -3.200 -41 0 -6.478
Bestand zum 31. Dezember 2015 -167.634 -352.160 -115.857 0 -635.651
BUCHWERT
Bestand zum 31. Dezember 2014 365.218 232.238 68.421 49.378 715.255

Sicherheiten

Sachanlagen in Höhe von 11.996 TEUR wurden zum 31. Dezember 2015 als Sicherheiten gestellt (31. Dezember 2014: 63.793 TEUR).

Bestand zum 31. Dezember 2015 368.796 240.883 66.441 39.274 715.394

Bestellobligo

Vertragliche Verpflichtungen für den Kauf von Sachanlagen sind nur im gewöhnlichen Geschäftsumfang vorhanden. Zum 31. Dezember 2015 betrugen diese Verpflichtungen 38.553 TEUR (31. Dezember 2014: 12.855 TEUR).

Fremdkapitalkosten

Weder im Geschäftsjahr 2015 noch im Geschäftsjahr 2014 wurden Fremdkapitalkosten auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert, weil die zu aktivierenden Beträge unwesentlich sind.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im Geschäftsjahr 2015 wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand im Ausmaß von 323 TEUR (2014: 135 TEUR) für Investitionen in Gebäude, Maschinen und Anlagen geleistet und von den Anschaffungskosten abgesetzt. Andere Zuschüsse wurden in Höhe von 16.745 TEUR (2014: 9.956 TEUR) unmittelbar in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgswirksam erfasst.

Finanzierungsleasing

Angaben zum Finanzierungsleasing sind im Kapitel "N) Leasing" zu finden.

13. Assoziierte Unternehmen

Bei einem assoziierten Unternehmen liegt zwar ein maßgeblicher Einfluss des Konzerns vor, es ist jedoch keine Beherrschung und gemeinschaftliche Führung gegeben.

Anteile an gemeinsamen Vereinbarungen sowie Anteile an nicht konsolidierten strukturierten Einheiten liegen bei ANDRITZ nicht vor.

Angaben zu den assoziierten Unternehmen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Assoziierte Unternehmen Sitz Stimmrechts- und Kapitalanteil
2015 2014
Enmas ANDRITZ Pvt. Ltd. Chennai, Indien 40,00% 40,00%
Viafin Brazil Oy Teuva, Finnland 40,00% 40,00%
A&V Montagens INDUSTRIAIS Ltda. Lapa, Brasilien 40,00% 40,00%

Die assoziierten Unternehmen werden dem Geschäftsbereich PULP & PAPER zugeordnet.

Alle oben angeführten assoziierten Unternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von ANDRITZ wird auf die Equity-Bilanzierung von weiteren vier (2014: 4) assoziierten Unternehmen verzichtet. Diese werden unter der Position "Sonstige Finanzanlagen" zu Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen als Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen erfasst.

Die folgende Übersicht zeigt die Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen:

(in TEUR) 2015 2014
Angaben zur Bilanz
Vermögenswerte 4.373 4.138
Verbindlichkeiten 5.367 5.166
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatz 2.013 1.274
Jahresergebnis 36 -278

Vom Jahresergebnis wurde ein anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von -95 TEUR (2014: -65 TEUR) im Konzern erfasst.

Die zusammenfassenden Finanzinformationen für assoziierte Unternehmen werden in aggregierter Form dargestellt, da die einzelnen Gesellschaften als unwesentlich betrachtet werden können. ANDRITZ ist wie folgt am Ergebnis der assoziierten Unternehmen beteiligt:

(in TEUR) 2015 2014
Anteil am Jahresergebnis 14 -111
Anteil am sonstigen Ergebnis -1 2
Anteil am Gesamtergebnis 13 -109
Summe der Buchwerte an assoziierten Unternehmen 0 0

Die nicht erfassten Verluste assoziierter Unternehmen setzen sich für das Geschäftsjahr und kumulativ bis zum 31. Dezember 2015 wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2015 2014
Nicht erfasste Verluste assoziierter Unternehmen 0 -44
Kumulierte nicht erfasste Verluste assoziierter Unternehmen -926 -1.031

Die kumulierten nicht erfassten Verluste betreffen zur Gänze die Enmas ANDRITZ Pvt. Ltd.

14. Sonstige Finanzanlagen

(in TEUR) 2015 2014*
Wertpapiere des Anlagevermögens 73.376 35.742
Schuldscheindarlehen 50.000 45.000
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen 6.698 5.744
Sonstige Beteiligungen 2.401 3.825
Übrige 8.110 8.534
140.585 98.845

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

Im Geschäftsjahr 2015 wurden Wertminderungen auf Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen in Höhe von 184 TEUR (2014: 0 TEUR) erfasst.

Bei den Anteilen an nicht konsolidierten Unternehmen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen TEUR (2014: 128 TEUR).

Die Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und die sonstigen Beteiligungen werden, sofern für diese weder liquide Marktpreise vorliegen noch die für Bewertungsmodelle relevanten Faktoren zuverlässig bestimmbar sind, zu Anschaffungskosten angesetzt.

15. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

(in TEUR) 2015 2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - kurzfristig 735.375 705.819
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - langfristig 11.450 62.522
746.825 768.341
davon weder überfällig noch wertgemindert 503.648 490.443
davon überfällig, aber nicht wertgemindert 237.873 273.405
davon wertgemindert 58.021 58.695
Wertminderung -52.717 -54.202

Vor Aufnahme eines neuen Kunden führt die Gruppe eine interne Kreditwürdigkeitsprüfung durch, um die Kreditwürdigkeit potenzieller Kunden zu beurteilen und deren Kreditlimits festzulegen. Die Kundenbeurteilung sowie die Kreditlimits werden laufend überprüft.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 237.873 TEUR (2014: 273.405 TEUR), welche zum Berichtszeitpunkt überfällig waren, wurden keine Wertminderungen gebildet, da keine wesentliche Veränd erung in der Kreditwürdigkeit dieser Schuldner festgestellt wurde und mit der Tilgung der ausstehenden Beträge gerechnet wird.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist wie folgt:

(in TEUR) 2015 2014
Bestand zum 1. Jänner -54.202 -50.241
Dotierung -12.603 -13.876
Verbrauch 3.865 6.683
Auflösung 11.026 6.295
Währungsumrechnung -803 -1.811
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 -1.252
Bestand zum 31. Dezember -52.717 -54.202

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende Forderungen, welche überfällig, aber nicht wertgemindert sind:

(in TEUR) 2015 2014
Bis 60 Tage überfällig 145.844 107.670
61 bis 120 Tage überfällig 34.194 37.628
Mehr als 120 Tage überfällig 57.835 128.107
237.873 273.405

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung in der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgte unter Berücksichtigung der Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie der abgeschlossenen Exportversicherungen. Das Management ist der Ansicht, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.

Die Verfügungsbeschränkungen aus der Bestellung von Kreditsicherheiten belaufen sich auf 16.554 TEUR (2014: 67.303 TEUR). Die besicherten Parteien besitzen keine Rechte, die gestellten Sicherheiten zu veräußern oder weiterzuverpfänden.

16. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

(in TEUR) 2015 2014
Forderungen aus Umsatzsteuer und sonstigen Steuern und Abgaben 118.996 116.872
Beizulegende Zeitwerte von eingebetteten Derivaten 44.480 47.647
Schuldscheindarlehen 40.000 45.000
Forderungen aus vorausbezahlten Steuern vom Einkommen und Ertrag 33.049 28.695
Rechnungsabgrenzungsposten 24.678 28.011
Beizulegende Zeitwerte von Devisentermingeschäften 24.537 23.079
Marktwerte der Zinsswaps 17.942 20.496
Erhaltene Wechsel 16.055 11.199
Übrige 77.783 141.078
397.520 462.077
davon sonstige kurzfristige Forderungen 335.415 350.339
davon sonstige langfristige Forderungen 62.105 111.738

Die Wertberichtigungen auf die sonstigen Forderungen haben sich wie folgt entwickelt:

(in TEUR) 2015 2014
Bestand zum 1. Jänner -5.988 -6.427
Dotierung -3.228 -1.055
Verbrauch 2.376 787
Auflösung 2.003 699
Währungsumrechnung 10 8
Bestand zum 31. Dezember -4.827 -5.988

17. Vorräte

(in TEUR) 2015 2014
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 207.196 223.961
Unfertige Erzeugnisse 357.899 372.547
Fertige Erzeugnisse 100.324 96.726
665.419 693.234

Die erfolgswirksam erfassten Beträge im Zusammenhang mit Wertberichtigungen zu Vorräten belaufen sich auf -4.863 TEUR (2014: 629 TEUR). Im Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen Wertaufholungen als Verminderungen des Materialaufwands erfasst.

Die als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändeten Buchwerte der Vorräte belaufen sich auf 20.206 TEUR (2014: 86.836 TEUR).

18. Geleistete Anzahlungen

Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen geleisteten Anzahlungen stehen im Zusammenhang mit noch nicht abgeschlossenen Aufträgen.

19. Fertigungsaufträge

(in TEUR) 2015 2014
Als Umsatzerlöse ausgewiesene Auftragserlöse aus laufenden Projekten 4.439.165 4.012.491
Bis zum Stichtag angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Gewinne
(abzüglich ausgewiesener Verluste) 10.130.961 10.232.508
Erhaltene An- und Teilzahlungen 10.464.875 10.933.918
Einbehalte seitens Kunden 21.915 12.970

Die Nettobeträge der Fertigungsaufträge setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2015 2014
Bis zum Stichtag angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Gewinne
(abzüglich ausgewiesener Verluste) 10.130.961 10.232.508
Abzüglich erhaltene An- und Teilzahlungen -10.464.875 -10.933.918
-333.914 -701.410
Im Abschluss als Forderungen bzw. Verbindlichkeiten erfasst:
Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für laufende Projekte, soweit sie
dafür erhaltene An- und Teilzahlungen übersteigen 711.062 502.183
Erhaltene An- und Teilzahlungen für laufende Projekte, soweit sie die dafür
realisierten Umsatzerlöse übersteigen -1.044.976 -1.203.593
-333.914 -701.410

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende überfällige An- und Teilzahlungsanforderungen für Projekte:

(in TEUR) 2015 2014
61 bis 120 Tage überfällig 26.170 13.244
Mehr als 120 Tage überfällig 110.483 76.845
136.653 90.089

Die Verfügungsbeschränkungen aus der Bestellung von Kreditsicherheiten belaufen sich auf 1.846 TEUR (2014: 81.241 TEUR). Die besicherten Parteien besitzen keine Rechte, die gestellten Sicherheiten zu veräußern oder weiterzuverpfänden.

20. Wertpapiere des Umlaufvermögens

(in TEUR) 2015 2014
Fonds 56.078 72.455
Bankanleihen 47.540 81.839
103.618 154.294

21. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

(in TEUR) 2015 2014
Termingeldanlagen 777.358 1.075.893
Bankguthaben 478.388 381.442
1.255.746 1.457.335

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz entsprechen den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten im Konzern-Cashflow-Statement.

22. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Zum 31. Dezember 2015 bestehen keine nach IFRS 5 klassifizierten, zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche.

23. Eigenkapital

(in TEUR) 2015 2014*
Grundkapital 104.000 104.000
Kapitalrücklagen 36.476 36.476
Sonstige Gewinnrücklagen 1.144.880 992.482
IAS 39-Rücklage 48.932 17.964
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -70.534 -83.001
Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung 2.852 -13.419
Eigene Aktien -68.573 -32.947
Gesamt 1.198.033 1.021.555
Nicht beherrschende Anteile 17.543 16.721
SUMME EIGENKAPITAL 1.215.576 1.038.276

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

IAS 39-Rücklage

Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewegungen der direkt im Eigenkapital erfassten IAS 39-Rücklage:

davon aus
Sicherungs
geschäften davon aus
(in TEUR) (Cashflow Hedge) Wertpapieren IAS 39-Rücklage
Bestand zum 31. Dezember 2013 -194 -187 -381
Gewinne und Verluste durch Änderungen der Zeitwerte* -5.054 26.020 20.966
Darauf entfallende latente Steuern* 1.539 -3.921 -2.382
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung -273 -54 -327
Darauf entfallende latente Steuern 82 8 90
Sonstige Anpassungen 0 -2 -2
Bestand zum 31. Dezember 2014* -3.900 21.864 17.964
Gewinne und Verluste durch Änderungen der Zeitwerte 835 36.264 37.099
Darauf entfallende latente Steuern -480 -5.433 -5.913
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 -291 -291
Darauf entfallende latente Steuern 0 73 73
Bestand zum 31. Dezember 2015 -3.545 52.477 48.932

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

Dividenden

Für 2015 wird vom Vorstand eine Dividende von 1,35 EUR je im Umlauf befindlicher Aktie vorgeschlagen. Die Ausschüttung für 2014 in Höhe von 103.240 TEUR, was einer Dividende von 1,00 EUR je Aktie entspricht, wurde vom Vorstand vorgeschlagen und in der 108. ordentlichen Hauptversammlung am 26. März 2015 beschlossen. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 2. April 2015.

Eigene Aktien

Der Vorstand hat auf Basis einer Ermächtigung der Hauptversammlung und mit Zustimmung des Aufs ichtsrats Aktienrückkauf- und -wiederverkaufsprogramme beschlossen, welche den Erwerb von bis zu 10.400.000 Stückaktien im Zeitraum 1. Oktober 2013 bis 31. März 2016 ermöglichen.

2015 wurden 950.000 Stückaktien zu einem Durchschnittspreis von 40,84 EUR je Aktie zurückgekauft. 66.000 Stückaktien wurden zu einem Preis von 23,18 EUR je Aktie an berechtigte Führungskräfte im Rahmen des Aktienoptionsprogramms für Führungskräfte wieder verkauft sowie 11.408 Aktien im Zuge von Mitarbeiterbeteiligungsaktionen an Mitarbeiter von ANDRITZ abgegeben. Zum 31. Dezember 2015 hat die Gesellschaft 1.675.699 eigene Aktien mit einem Marktwert von 75.490 TEUR gehalten. Es ist vorgesehen, diese Aktien für die Bedienung der Optionen im Rahmen des Aktienoptionsprogramms für Führungskräfte und für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme zu verwenden.

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:

Stückaktien davon eigene
Aktien
davon im Umlauf
befindliche Aktien
Bestand zum 31. Dezember 2013
Erwerb eigener Aktien
104.000.000
0
216.993
672.000
103.783.007
-672.000
Bedienung von Aktienoptionen und
Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen
0 -85.886 85.886
Bestand zum 31. Dezember 2014 104.000.000 803.107 103.196.893
Erwerb eigener Aktien 0 950.000 -950.000
Bedienung von Aktienoptionen und
Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen
0 -77.408 77.408
Bestand zum 31. Dezember 2015 104.000.000 1.675.699 102.324.301

Aktienoptionsprogramme für Führungskräfte

Aufgrund des Umstands, dass die Aktienoptionspläne keine Abgeltung in Form eines Barausgleichs vorsehen, wird der daraus resultierende Aufwand entsprechend den internationalen Rechnungslegungsvorschriften direkt im Eigenkapital erfasst.

2010 wurden 2.066.000 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewä hrung betrug insgesamt 8.362 TEUR, wobei 2015 kein Aufwand mehr erfasst wurde.

2012 wurden 2.146.000 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung betrug insgesamt 13.553 TEUR. Aufgrund der Nichterreichung der Leistungsbedingungen zur Ausübung der Optionen wurde im Jahr 2015 der beizulegende Zeitwert der Optionen zur Gänze ergebniswirksam aufgelöst. Daraus ergab sich ein Ergebniseffekt von 11.671 TEUR.

Des Weiteren wurden 2014 1.012.500 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung beträgt insgesamt 8.159 TEUR, davon wurden 2015 anteilig 2.449 TEUR als Aufwand erfasst.

Zusammenfassend entwickelten sich die Aktienoptionsprogramme in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 wie folgt:

2015 2014
Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis
je Stück (in EUR)
Anzahl der
Optionsrechte
Durchschnittlicher
Ausübungspreis
je Stück (in EUR)
Bestand zum 1. Jänner 3.067.500 39,17 2.215.000 36,07
Gewährte Optionen 0 - 1.012.500 44,42
Ausgeübte Optionen -66.000 23,18 -76.000 23,18
Verfallene und verwirkte Optionen -2.019.000 37,13 -84.000 35,15
Bestand zum 31. Dezember 982.500 44,42 3.067.500 39,17
Ausübbar am Jahresende 982.500 44,42 84.000 23,18

Nicht beherrschende Anteile

Unter dieser Position ist der Anteilsbesitz Dritter an den Konzerngesellschaften erfasst.

Die nachfolgende Übersicht enthält Angaben zu jenen Tochterunternehmen von ANDRITZ, an denen nicht beherrschende Anteile bestehen:

(in TEUR) Sitz Beteiligungs- und
Stimmrechtsquote
der nicht beherr
schenden Anteile
Anteile entfallendes Auf nicht
beherrschende
Konzernergebnis
Nicht beherrschende Anteile
2015 2014 2015 2014 2015 2014
ANDRITZ-Wolfensberger
Special Alloy Foundry Co.
Ltd. Foshan, China 0,00% 5,00% -945 -72 0 -330
PT. ANDRITZ HYDRO Jakarta,
Indonesien
49,00% 49,00% 743 552 1.281 1.099
ANDRITZ HYDRO S.A. Araraquara,
Brasilien
0,00% 25,67% 1.706 -2.738 0 -1.499
ANDRITZ HYDRO
Hammerfest AS
Hammerfest,
Norwegen
40,12% 40,12% 278 436 7.927 8.172
ANDRITZ HYDRO
Hammerfest (UK) Limited
Glasgow,
Großbritannien
40,12% 40,12% 133 -455 -11.683 -11.300
Shanghai Shende
Machinery Co. Ltd.
Schanghai, China 0,00% 20,00% 0 11 0 1.681
Schuler Aktiengesellschaft
(Teilkonzern)
Göppingen,
Deutschland
3,38% 3,38% 768 1.378 20.018 18.898
Gesamt 2.683 -887 17.543 16.721

Der Anteil, der auf nicht beherrschende Anteile entfällt, ist in der Konzernbilanz im Eigenkapital und in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung sowie im sonstigen Ergebnis der Periode gesondert ausgewiesen. Die Erwerbsmethode wurde bei allen erworbenen Unternehmen angewandt. Unternehmen, die während des Jahres gekauft oder verkauft wurden, sind im Konzernabschluss ab dem Stichtag des Kaufs oder bis zum Zeitpunkt ihres Verkaufs berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr erwarb ANDRITZ Anteile in Höhe von 5% an ANDRITZ-Wolfensberger Special Alloy Foundry Co. Ltd., Anteile in Höhe von 25,67% an ANDRITZ HYDRO S.A. und Anteile in Höhe von 20% an Shanghai Shende Machinery Co. Ltd. Dadurch erhöhte sich der Beteiligungsansatz auf jeweils 100%. Die ANDRITZ-GRUPPE erfasste diese Änderungen der Beteiligungsquote als Eigenkapitaltransaktion.

Die zusammenfassenden Finanzinformationen der Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen stellen sich wie folgt dar:

2015

ANDRITZ HYDRO ANDRITZ HYDRO
Hammerfest (UK)
Schuler Aktien
gesellschaft
(in TEUR) Hammerfest AS Limited (Teilkonzern)
Kurzfristige Vermögenswerte 44 1.435 775.748
Langfristige Vermögenswerte 28.550 1.188 396.632
Kurzfristige Schulden -7.657 -5.392 -429.717
Langfristige Schulden 0 -1.026 -337.973
Minderheiten Teilkonzern -6.309
Nettovermögen 20.937 -3.795 398.381
Beteiligungs- und Stimmrechtsquote der nicht
beherrschenden Anteile
40,12% 40,12% 3,38%
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 8.399 -1.523 19.756
Umsatzerlöse 0 7.642 1.200.018
Gewinn/Verlust 694 1.507 24.835
Sonstiges Ergebnis -1.306 -1.286 11.526
Gesamtergebnis -612 221 36.361
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft -367 132 35.133
Nicht beherrschende Anteilsinhaber -246 89 1.228
Dividendenzahlung an nicht beherrschende
Anteilsinhaber
0 0 -329
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 12 31.688 -81.622
Cashflow aus Investitionstätigkeit 0 6 -33.985
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 0 -29.250 11.888
Gesamt 12 2.443 -103.719

2014

(in TEUR) ANDRITZ HYDRO
S.A.
ANDRITZ HYDRO
Hammerfest AS
ANDRITZ HYDRO
Hammerfest (UK)
Limited
Schuler Aktien
gesellschaft
(Teilkonzern)
Kurzfristige Vermögenswerte 74.126 29.221 5.450 841.357
Langfristige Vermögenswerte 70.509 8 946 400.998
Kurzfristige Schulden -97.382 -7.680 -36.323 -573.477
Langfristige Schulden -13.186 0 -2.348 -297.000
Minderheiten Teilkonzern -6.297
Nettovermögen 34.067 21.549 -32.274 365.580
Beteiligungs- und
Stimmrechtsquote der nicht
beherrschenden Anteile
25,67% 40,12% 40,12% 3,38%
Buchwert der nicht
beherrschenden Anteile
8.745 8.644 -12.947 18.647
Umsatzerlöse 118.158 0 711 1.178.495
Gewinn/Verlust -5.147 1.087 -77 32.985
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -13.147
Gesamtergebnis -5.147 1.087 -77 19.838
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der
Muttergesellschaft
-3.826 651 -46 19.168
Nicht beherrschende
Anteilsinhaber
-1.321 436 -31 670
Dividendenzahlung an nicht
beherrschende Anteilsinhaber
0 0 0 -195
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -25.871 -1.500 3.192 152.058
Cashflow aus Investitionstätigkeit 3.511 0 -5 -20.712
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 22.051 1.309 4 195
Gesamt -309 -191 3.191 131.541

Zusätzliche Angaben zum Kapitalmanagement

ANDRITZ ist einem starken Finanzprofil verpflichtet, das durch eine konservative Kapitalstruktur geprägt ist und eine finanzielle Flexibilität ermöglicht. Das Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen zum 31. Dezember 2015 und 2014:

(in TEUR) 2015 2014*
Summe Eigenkapital 1.215.576 1.038.275
Bilanzsumme 5.778.029 5.995.245
Eigenkapitalquote 21,0% 17,3%

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

ANDRITZ unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Die Gesellschaft hat Verpflichtungen zur Veräußerung oder sonstigen Ausgabe von Aktien im Zusammenhang mit bestehenden aktienbasierten Verg ütungsplänen. In den vergangenen Jahren wurden die Verpflichtungen aus der aktienbasierten Vergütung überwiegend durch den Rückkauf von eigenen Aktien erfüllt.

Ziel des Kapitalmanagements ist einerseits, den Fortbestand ("going concern") der Konzerngesellschaften sicherzustellen und andererseits, die Rendite der Aktionäre durch Optimierung des Eigen- und Fremdkapitaleinsatzes zu maximieren. Zur Absicherung der finanziellen Stabilität wurden in der Vergangenheit Anleihen platziert, welche auch die Basis für weiteres Wachstum der ANDRITZ-GRUPPE darstellen. Die Kapitalstruktur besteht aus Finanzschulden, Zahlungsmitteln und Eigenkapital, das den Aktionären der Muttergesellschaft zurechenbar ist und Grundkapital, Kapitalrücklagen sowie Gewinnrücklagen umfasst.

Die Kapitalstruktur wird laufend überwacht. Dabei werden die Kapitalkosten und die Risiken, welche mit jeder Art von Kapital verbunden sind, berücksichtigt. Die Gruppe wird auch weiterhin die Kapitalstruktur optimieren, indem sie Dividendenausschüttungen, Neuemissionen und Aktienrückkäufe sowie die Aufnahme und Tilgung von Schulden vornehmen wird.

Die Strategie der Gruppe wurde gegenüber 2014 nicht verändert.

24. Restlaufzeiten der Finanzverbindlichkeiten

2015

(in TEUR) Restlaufzeit
kleiner
1 Monat
Restlaufzeit
zwischen
1 und
3 Monaten
Restlaufzeit
zwischen
4 und
12 Monaten
Restlaufzeit
zwischen
1 und
5 Jahren
Restlaufzeit
über 5 Jahre
Gesamt
Anleihen 0 0 0 364.984 0 364.984
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
3.939 15.187 8.507 70.108 4.677 102.418
Verpflichtungen aus
Finanzierungsleasing 58 157 653 3.122 11.896 15.886
3.997 15.344 9.160 438.214 16.573 483.288

2014

(in TEUR) Restlaufzeit
kleiner
1 Monat
Restlaufzeit
zwischen
1 und
3 Monaten
Restlaufzeit
zwischen
4 und
12 Monaten
Restlaufzeit
zwischen
1 und
5 Jahren
Restlaufzeit
über 5 Jahre
Gesamt
Anleihen 0 150.839 0 370.130 0 520.969
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
3.401 31.457 41.049 38.448 6.355 120.710
Verpflichtungen aus
Finanzierungsleasing 58 138 606 2.639 11.925 15.366
3.459 182.434 41.655 411.217 18.280 657.045

Die verzinslichen Bankverbindlichkeiten bestehen hauptsächlich aus Kontokorrentkrediten von Kreditinstituten zu variablen und fixen Zinssätzen.

In der ANDRITZ-GRUPPE gibt es keine wesentlichen Zahlungsverzüge bei eigenen Zahlungsverpflichtungen, sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten werden im Regelfall fristgemäß getilgt.

Der Buchwert der Verbindlichkeiten entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

25. Rückstellungen

Ände
rungen
(in TEUR) Bestand
zum 1.
Jänner
2015
Zu
führung
Auf
zins
ung
Ver
brauch
Auf
lösung
Um
gliede
rungen
Wäh
rungs
um
rech
nung
im
Konso
lidie
rungs
kreis
Bestand
zum
31. De
zember
2015
Rückstellungen für
Pensionen
260.682 8.706 4.977 -13.231 -20.913 0 2.962 439 243.622
Rückstellungen für
Abfertigungen
98.382 3.584 1.990 -6.285 -3.176 0 0 0 94.495
Rückstellungen für
Jubiläumsgelder
23.282 1.543 291 -134 -154 -998 139 0 23.969
Auftragsbezogene
langfristige
Rückstellungen
122.266 131.045 0 -8.146 -26.769 -19.883 -1.283 0 197.230
Sonstige
langfristige
Rückstellungen
44.228 12.891 35 -15.604 -2.512 7.644 264 0 46.946
Langfristige
Rückstellungen
548.840 157.769 7.293 -43.400 -53.524 -13.237 2.082 439 606.262
Auftragsbezogene
kurzfristige
Rückstellungen
379.838 193.995 0 -61.883 -130.276 20.175 3.590 0 405.439
Sonstige
kurzfristige
Rückstellungen
127.518 90.278 19 -66.740 -21.977 -6.938 -3.602 137 118.695
Kurzfristige
Rückstellungen
507.356 284.273 19 -128.623 -152.253 13.237 -12 137 524.134

Die auftragsbezogenen Rückstellungen beinhalten hauptsächlich Vorsorgen für Auftragsrisiken und Drohverluste.

ANDRITZ erwartet für die auftragsbezogenen langfristigen Rückstellungen, dass sie in der Regel innerhalb der nächsten drei Jahre zahlungswirksam werden. Für die auftragsbezogenen kurzfristigen Rückstellungen erwartet das Unternehmen, dass sie im nächsten Geschäftsjahr zahlungswirksam werden.

In den sonstigen langfristigen und sonstigen kurzfristigen Rückstellungen sind Personalkosten und sonstige Ausgaben für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 65.851 TEUR enthalten. Diese betreffen die finanziellen Vorsorgen zur Optimierung der Wertschöpfungskette bei Schuler.

26. Leistungen an Arbeitnehmer

Die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unterteilen sich in Pensionspläne in Höhe von 243.622 TEUR (2014: 260.682 TEUR) und Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 94.495 TEUR (2014: 98.382 TEUR).

Pensionspläne

Gemäß IAS 19.138 erfolgt eine Aufgliederung der Pensionspläne nach den unterschiedlichen geografischen Standorten. Die Pensionspläne entfallen im Wesentlichen auf Deutschland, Österreich und die Schweiz. In der Position "Sonstige" sind vor allem die Länder Kanada und USA enthalten.

Grundsätzliche versicherungsmathematische Annahmen zur Berechnung der Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2015 und 2014 der wesentlichen Konzernunternehmen sind wie folgt:

2015

(in %) Deutschland und
Österreich
Schweiz Sonstige
Abzinsungsfaktor 2,25 0,80 4,04
Gehaltserhöhungen 1,92 0,56 2,07
Erhöhungen bei Pensionsbezügen 1,75 0,00 0,22

2014

(in %) Deutschland und
Österreich
Schweiz Sonstige
Abzinsungsfaktor 1,95 1,26 3,54
Gehaltserhöhungen 2,31 1,00 1,62
Erhöhungen bei Pensionsbezügen 1,96 0,00 0,30

Als wesentlichste Sterbetafeln wurden die folgenden verwendet:

2015 2014
Österreich AVÖ 2008-P Pagler&Pagler AVÖ 2008-P Pagler&Pagler
Deutschland Heubeck "Richttafeln 2005G" Heubeck "Richttafeln 2005G"
Schweiz BVG 2014 Generationentafel BVG 2014 Generationentafel

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft sich zum 31. Dezember 2015 für Deutschland und Österreich auf 13,98 Jahre (2014: 12,96 Jahre), für die Schweiz auf 15,25 Jahre (2014: 16,84 Jahre) und für Sonstige auf 14,76 Jahre (2014: 10,36 Jahre). Insgesamt beläuft sich die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31. Dezember 2015 auf 14,56 Jahre (2014: 13,11 Jahre).

Die folgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der Brutto-Pensionsverpflichtung von 1. Jänner bis 31. Dezember:

Deutschland
Gesamt
544.370
11.064
-515
-1.125
10.680
0 -5.471 -172 -5.643
-20.217
5.648 -1.456 418 4.610
-15.142 -4.436 -10.911 -30.489
3.513 3.669 0 7.182
493 20.880 -773 20.600
0 0 439 439
247.510 217.348 76.098 540.956
-48.388 -188.350 -60.706 -297.444
110 0 0 110
199.232 28.998 15.392 243.622
und Österreich
268.603
3.722
-14
-520
5.256
-24.049
Schweiz
190.949
6.872
-326
0
2.408
4.259
Sonstige
84.818
470
-175
-605
3.016
-427

2014

Deutschland
(in TEUR) und Österreich Schweiz Sonstige Gesamt
Barwert der leistungsorientierten Zusagen
zum 1. Jänner 216.848 156.075 54.307 427.230
Laufende Dienstzeitaufwendungen 3.708 4.775 390 8.873
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 -3.373 -511 -3.884
Auswirkungen von Plankürzungen und
-abgeltungen
0 0 44 44
Zinsaufwand aus Verpflichtungen 7.489 3.452 2.439 13.380
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und
Verluste (+) aus der Veränderung
demographischer Annahmen 361 0 -56 305
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und
Verluste (+) aus der Veränderung finanzieller
Annahmen 47.342 26.819 8.310 82.471
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und
Verluste (+) aus der Veränderung
erfahrungsbedingter Anpassungen 288 4.240 -391 4.137
Gezahlte Leistungen -10.912 -11.949 -2.614 -25.475
Beiträge der Planteilnehmer 2.512 3.241 0 5.753
Währungsumrechnung 163 3.644 2.618 6.424
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 4.024 20.283 24.307
Sonstige Änderungen 805 0 0 805
Barwert der leistungsorientierten Zusagen
zum 31. Dezember
268.604 190.948 84.819 544.370
Zeitwert des Planvermögens -48.688 -168.481 -66.631 -283.800
Kürzung des Vermögenswerts 111 0 0 111
Rückstellung zum 31. Dezember 220.027 22.467 18.188 260.681

Von den gesamten Brutto-Pensionsverpflichtungen in Höhe von 540.956 TEUR (2014: 544.370 TEUR) sind 346.727 TEUR (2014: 335.078 TEUR) ganz oder teilweise durch Veranlagungen in Fonds abgedeckt.

Die folgenden Aufstellungen leiten den Zeitwert des Planvermögens über:

2015

(in TEUR) Deutschland
und Österreich
Schweiz Sonstige Gesamt
Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner 48.688 168.482 66.630 283.800
Zinsertrag 1.168 2.121 2.414 5.703
Erträge aus Planvermögen (ohne Zinserträge) -238 -5.076 -713 -6.027
Auswirkungen von Plankürzungen und
-abgeltungen
0 0 -45 -45
Gezahlte Leistungen -1.941 -4.436 -10.881 -17.258
Beiträge des Arbeitgebers 387 5.121 4.450 9.958
Beiträge der Planteilnehmer 6 3.669 0 3.675
Währungsumrechnung 318 18.470 -1.150 17.638
Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 48.388 188.351 60.705 297.444

2014

(in TEUR) Deutschland
und Österreich
Schweiz Sonstige Gesamt
Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner 46.126 154.730 44.732 245.588
Zinsertrag 1.660 3.398 2.067 7.125
Erträge aus Planvermögen (ohne Zinserträge) 2.296 6.912 4.138 13.346
Gezahlte Leistungen -4.158 -11.949 -2.531 -18.638
Beiträge des Arbeitgebers 2.474 4.701 1.657 8.832
Beiträge der Planteilnehmer 3 3.242 0 3.245
Währungsumrechnung 59 3.393 2.048 5.500
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 4.055 14.544 18.599
Sonstige Änderungen 228 0 -25 203
Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 48.688 168.482 66.630 283.800

Die Veranlagung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

2015

(in TEUR) Deutschland
und Österreich
Schweiz Sonstige Gesamt
Eigenkapitalinstrumente 4.521 38.616 19.570 62.707
davon an einem aktiven Markt notiert 4.499 38.616 19.570 62.685
Schuldinstrumente 9.200 80.065 28.424 117.689
davon an einem aktiven Markt notiert 8.894 80.065 28.424 117.383
Sachanlagen 736 46.062 0 46.798
davon an einem aktiven Markt notiert 0 8.698 0 8.698
Sonstige Vermögenswerte 33.931 23.608 12.711 70.250
davon an einem aktiven Markt notiert 739 19.314 5.765 25.818
48.388 188.351 60.705 297.444

2014

Deutschland
(in TEUR) und Österreich Schweiz Sonstige Gesamt
Eigenkapitalinstrumente 6.286 32.270 20.230 58.786
davon an einem aktiven Markt notiert 6.216 32.270 20.230 58.716
Schuldinstrumente 10.270 74.869 29.903 115.042
davon an einem aktiven Markt notiert 9.233 74.869 29.903 114.005
Sachanlagen 630 38.603 0 39.233
davon an einem aktiven Markt notiert 0 4.156 0 4.156
Sonstige Vermögenswerte 31.503 22.738 16.498 70.739
davon an einem aktiven Markt notiert 729 19.211 9.609 29.549
48.689 168.480 66.631 283.800

Das 2015 tatsächlich realisierte Veranlagungsergebnis des Planvermögens betrug -0,25% (2014: Veranlagungsergebnis von 7,02%).

Für 2016 sind leistungsorientierte Zahlungen an Pensionskassen im Ausmaß von 7.109 TEUR geplant.

Die Pensionsaufwendungen bestehen aus:

(in TEUR) 2015 2014
Laufende Dienstzeitaufwendungen 11.064 8.873
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -515 -3.884
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen -1.080 44
9.469 5.033
Zahlungen an beitragsorientierte Pläne 35.416 30.884
44.885 35.917

Der Finanzierungsstatus hat sich wie folgt entwickelt:

(in TEUR) 2015 2014 2013 2012 2011
Barwert der leistungsorientierten Zusagen 540.956 544.370 427.230 258.725 217.494
Zeitwert des Planvermögens 297.444 283.800 245.588 158.471 132.187
Nicht durch Planvermögen gedeckte Verpflichtung 243.512 260.570 181.642 100.254 85.307

Per 31. Dezember 2015 bestehen gemäß IAS 19.139 keine außergewöhnlichen unternehmens- oder planspezifischen Risiken sowie keine erheblichen Risikokonzentrationen.

Den Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogenen Annahmen der Bewertung der bestehenden Pensionsrückstellungen liegen maßgebliche versicherungsmathematische Annahmen zugrunde. Eine Änderung des Abzinsungsfaktors um +/- 0,5 Prozentpunkte, eine Änderung der Gehaltssteigerung um +/- 0,5 Prozentpunkte, eine Änderung der Erhöhungen der Pensionsbezüge um +/- 0,5 Prozentpunkte sowie eine Änderung der Lebenserwartung um +/- 1 Jahr hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf den Barwert der Pensionsverpflichtung:

2015

(in TEUR) Deutschland
und Österreich
Schweiz Sonstige Gesamt
Abzinsungsfaktor +0,5% -14.805 -15.732 -4.805 -35.342
-0,5% 17.868 17.987 5.373 41.228
Gehaltserhöhungen +0,5% 826 1.898 481 3.205
-0,5% -769 -1.815 -456 -3.040
Erhöhungen bei Pensionsbezügen +0,5% 10.330 12.969 614 23.913
-0,5% -9.428 -1.263 -343 -11.034
Lebenserwartung +1 Jahr 9.117 5.725 1.778 16.620
-1 Jahr -7.674 -5.842 -1.784 -15.300

2014

(in TEUR) Deutschland
und Österreich
Schweiz Sonstige Gesamt
Abzinsungsfaktor +0,5% -17.267 -14.423 -5.822 -37.512
-0,5% 19.396 16.488 6.521 42.405
Gehaltserhöhungen +0,5% 978 1.694 750 3.422
-0,5% -911 -1.685 -712 -3.308
Erhöhungen bei Pensionsbezügen +0,5% 11.341 12.141 709 24.191
-0,5% -10.270 -963 -476 -11.709
Lebenserwartung +1 Jahr 9.319 4.993 1.927 16.239
-1 Jahr -9.352 -5.104 -1.866 -16.322

Die vorliegende Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.

Abfertigungsverpflichtungen

Gemäß IAS 19.138 unterbleibt eine Aufgliederung der Abfertigungsverpflichtungen nach den unterschiedlichen geografischen Standorten, da diese im Wesentlichen auf Österreich entfallen.

Grundsätzliche versicherungsmathematische Annahmen zur Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2015 und 2014 der wesentlichen Konzernunternehmen sind wie folgt:

(in %) 2015 2014
Abzinsungsfaktor 2,20 2,29
Gehaltserhöhungen 2,10 2,09

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft sich zum 31. Dezember 2015 auf 10,0 Jahre (2014: 11,5 Jahre).

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der leistungsorientierten Zusagen von 1. Jänner bis 31. Dezember:

(in TEUR) 2015 2014
Barwert der leistungsorientierten Zusagen zum 1. Jänner 99.678 91.088
Laufende Dienstzeitaufwendungen 2.992 2.733
Zinsaufwand aus Verpflichtungen 2.106 3.065
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Veränderung
demographischer Annahmen
26 -90
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Veränderung
finanzieller Annahmen
-3.170 10.975
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Veränderung
erfahrungsbedingter Anpassungen
716 -3.418
Gezahlte Leistungen -6.412 -4.858
Währungsumrechnung 82 183
Barwert der leistungsorientierten Zusagen zum 31. Dezember 96.018 99.678
Zeitwert des Planvermögens -1.523 -1.296
Rückstellung zum 31. Dezember 94.495 98.382

Die folgende Aufstellung leitet den Zeitwert des Planvermögens über:

(in TEUR) 2015 2014
Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner 1.296 999
Zinsertrag 116 100
Erträge aus Planvermögen (ohne Zinserträge) 6 -31
Gezahlte Leistungen -127 -44
Beiträge des Arbeitgebers 150 148
Währungsumrechnung 82 124
Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 1.523 1.296

Die Veranlagung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

(in TEUR) 2015 2014
Schuldinstrumente 1.144 1.009
davon an einem aktiven Markt notiert 0 0
Sonstige Vermögenswerte 379 287
davon an einem aktiven Markt notiert 109 91
1.523 1.296

Die Aufwendungen für Abfertigungen bestehen aus:

(in TEUR) 2015 2014
Laufende Dienstzeitaufwendungen 2.991 2.733
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen 0 0
2.991 2.733
Zahlungen an beitragsorientierte Pläne 2.549 2.490
5.540 5.223

Der Finanzierungsstatus hat sich wie folgt entwickelt:

(in TEUR) 2015 2014 2013 2012 2011
Barwert der leistungsorientierten Zusagen 96.018 99.678 91.088 86.100 78.571
Zeitwert des Planvermögens 1.523 1.296 999 837 716
Nicht durch Planvermögen gedeckte Verpflichtung 94.495 98.382 90.089 85.263 77.855

Den Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogenen Annahmen der Bewertung der bestehenden Abfertigungsrückstellungen liegen maßgebliche versicherungsmathematische Annahmen zugrunde. Eine Änderung des Abzinsungsfaktors um +/- 0,5 Prozentpunkte sowie eine Änderung der Gehaltssteigerung um +/- 0,5 Prozentpunkte hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf den Barwert der Abfertigungsverpflichtung.

(in TEUR) 2015
Sensitivität
+0,5%
Sensitivität
-0,5%
Sensitivität
+0,5%
Sensitivität
-0,5%
Abzinsungsfaktor -4.373 4.730 -4.631 5.027
Gehaltserhöhungen 4.614 -4.310 4.916 -4.554

Die vorliegende Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.

27. Sonstige Verbindlichkeiten

(in TEUR) 2015 2014
Abgrenzungen und ausstehende auftragsbezogene Kosten 470.827 588.126
Urlaubsverpflichtungen und sonstige Personalverbindlichkeiten 220.028 214.022
Beizulegende Zeitwerte von Devisentermingeschäften 72.188 76.815
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer und sonstigen Steuern und Abgaben 53.623 60.400
Verbindlichkeiten aus Sozialabgaben 19.600 21.013
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 14.723 15.024
Beizulegende Zeitwerte von eingebetteten Derivaten 13.138 15.801
Verbindlichkeiten aus Provisionen 10.312 8.445
Rechnungsabgrenzungsposten 9.688 8.357
Übrige 88.352
972.479
910.065
62.414
99.124
1.107.127
davon sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 1.047.217
davon sonstige langfristige Verbindlichkeiten 59.910

Der Buchwert der sonstigen Verbindlichkeiten entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

28. Erhaltene Anzahlungen

Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen stehen im Zusammenhang mit noch nicht abgeschlossenen Aufträgen, welche keine Fertigungsaufträge darstellen.

K) ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERN-CASHFLOW-STATEMENT

In der Konzernkapitalflussrechnung ("Konzern-Cashflow-Statement") werden die Zahlungsströme erläutert, und zwar getrennt nach Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit, unabhängig von der Gliederung der Konzernbilanz.

Ausgehend vom Ergebnis vor Steuern wird der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit indirekt erstellt. Das Ergebnis vor Steuern wird um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (vor allem Abschreibungen) und Erträge bere inigt. Unter Berücksichtigung der Veränderungen des Nettoumlaufvermögens ergibt sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit.

Die Investitionstätigkeit umfasst hauptsächlich Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Finanzanlagen, Ein- und Auszahlungen für Geldanlagen in Wertpapieren und Schuldscheindarlehen sowie Auszahlungen für Erwerbe von Tochterunternehmen. Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen enthalten die Investitionen (Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen) des Jahres 2015, soweit diese bereits zahlungswirksam wurden.

In der Finanzierungstätigkeit sind neben Dividendenzahlungen, Zahlungsflüsse aus der Tilgung oder Begebung von Anleihen sowie sonstiger Finanzschulden und Zahlungsmittelabflüsse für den Rückkauf eigener Aktien sowie eigener Anleihen enthalten.

Die Veränderungen der Bilanzposten, die im Konzern-Cashflow-Statement dargestellt werden, sind nicht unmittelbar aus der Konzernbilanz ableitbar, da Effekte aus der Währungsumrechnung und Konsolidierungskreisänderungen nicht zahlungswirksam sind und eliminiert werden.

29. Cashflows aus Unternehmensakquisitionen
(in TEUR) Geschäftsbereich
Gesamt
Gesamt
PP
ME
2015
2014
3.210
3.210
9.380
3.980
3.980
20.146
1.798
1.798
7.128
7.290
7.290
10.935
-6.022
-6.022
-22.612
10.256
0
10.256
24.977
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
Vorräte
Forderungen
Verbindlichkeiten
Nicht verzinsliches Nettovermögen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 650 650 1.806
Finanzanlagevermögen 327 327 0
Finanzverbindlichkeiten -2.014 -2.014 -89
Firmenwerte 1.492 80 1.572 8.803
Kaufpreis gesamt 10.711 80 10.791 35.497
In bar entrichteter Kaufpreis -10.711 -80 -10.791 -35.497
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 650 650 1.806
Netto-Cashflow -10.061 -80 -10.141 -33.691
Verbindlichkeiten aus nicht bezahltem Kaufpreis 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert zuvor gehaltener Anteile 0 0 0 0
Nicht in bar entrichteter Kaufpreis 0 0 0 0

Die Cashflows aus Unternehmensakquisitionen sind zu Transaktionskursen bewertet. Die erstmalige Einbeziehung der 2015 erworbenen Unternehmen erfolgt auf Basis vorläufiger Werte. Die endgültige Feststellung der im Cashflow aus dem Erwerb von Tochtergesellschaften angegebenen Bilanzpositionen erfolgt gemäß den Besti mmungen für die Erstkonsolidierung des IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse).

L) BERICHTERSTATTUNG ZU FINANZINSTRUMENTEN

a) Beizulegende Zeitwerte (Fair Value) der Finanzinstrumente

Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) ist jener Betrag, zu dem Finanzinstrumente zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern verkauft oder gekauft werden können.

Sonstige Finanzanlagen

Der beizulegende Zeitwert von öffentlich gehandelten Ausleihungen und Schuldscheindarlehen basiert auf aktuellen Kursen. Sofern öffentliche Notierungen nicht vorliegen, wurden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cashflows berechnet.

Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige Beteiligungen werden mit Ausnahme bö rsennotierter Beteiligungen zu Anschaffungskosten angesetzt, da der Fair Value nicht zuverlässig ermittelt werden kann.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft und mit dem Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Bei den kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Der beizulegende Zeitwert von langfristigen Forderungen mit Restlau fzeiten von über einem Jahr entspricht den Barwerten unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Der beizulegende Zeitwert von langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten mit Restlaufzeiten von über einem Jahr entspricht den Barwerten unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter. Bei den kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwe rte den Buchwerten entsprechen.

Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie die, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind, umfassen Währungssicherungs- und Zinssicherungskontrakte. Börsengehandelte Derivate werden zu quotierten Marktpreisen angesetzt. Der Fair Value von Devisen- und Warentermingeschäften wird auf Basis aktueller Terminkurse ermittelt. Zinsswaps sowie Zinstermingeschäfte werden auf Basis abgezinster Cashflows ermittelt, wobei jeweils die für die Restlaufzeit geltenden Marktzinssätze verwendet werden. Sowohl das Kreditrisiko des Vertragspartners als auch das eigene Kreditrisiko wurden durch ein Credit Value Adjustment (CVA) für Aktiva bzw. ein Debit Value Adjustment (DVA) für Verpflichtungsbestände berücksichtigt.

Wertpapiere des Umlaufvermögens

Der beizulegende Zeitwert von öffentlich gehandelten Wertpapieren basiert auf aktuellen Kursen. Die Wertpapi ere werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht aufgrund der relativ kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente dem Marktwert.

Finanzverbindlichkeiten

Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Finanzverbindlichkeiten werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Die Diskontierungssätze basieren auf den aktuellen Zinssätzen für Verbindlichkeiten mit demselben Fälligkeitsmuster.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Es wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aufgrund der kurzen Laufzeiten den Buchwerten dieser Finanzinstrumente entsprechen.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten betreffen derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Für Erläuterungen zu diesen Finanzinstrumenten sowie zu derivativen Finanzinstrumenten, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind, vergleiche dazu die Ausführungen unter "Forderungen und sonstige Vermögenswerte".

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Langfristige sonstige Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten von über einem Jahr entsprechen den Barwerten unter Berücksichtigung der aktuellen Zinsparameter.

b) Informationen zu Finanzinstrumenten nach Kategorien

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den IFRS-Kategorien sowie zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie. Diese unterscheidet Fair Values nach Bedeutung der in die Bewertung einbezogenen Parameter und verdeutlicht, inwiefern beobachtbare Marktdaten bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verfügbar sind.

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1: Notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten.

Stufe 2: Andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (z. B. Preise) oder indirekt (z. B. abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind.

Stufe 3: Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen, kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten ist aufgrund der kurzen Restlaufzeit der Buchwert als realistische Schätzung des beizulegenden Zeitwerts anzunehmen.

Jene Finanzinstrumente, für die weder liquide Märkte vorliegen noch für die Bewertungsmodelle relevanten Faktoren auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wurden in der folgenden Tabelle in der Stufe 3 dargestellt.

(in TEUR) Buchwert 31. Dezember 2015 Fair Value 31. Dezember 2015
An
hang
Held for
trading
Hedge
Accounting
Loans and
receivables
Available
for sale
Other
financial
liabilities
Keine IAS 39-
Bewertungs
kategorie
Total davon
Stufe 1
davon
Stufe 2
davon
Stufe 3
Total
AKTIVA
Sonstige Finanzanlagen 14. 58.110 82.475 140.585 73.376 58.457 9.099 140.932
Ausleihungen und Schuldscheindarlehen - langfristig 50.000 50.000 50.347 50.347
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige
Beteiligungen1) 9.099 9.099 9.099 9.099
Wertpapiere des Anlagevermögens 73.376 73.376 73.376 73.376
Übrige 8.110 8.110 8.110 8.110
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15. 746.825 746.825 746.917 746.917
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - langfristig 11.450 11.450 11.542 11.542
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - kurzfristig 735.375 735.375 735.375 735.375
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 16. 67.448 19.511 963.896 57.727 1.108.582 1.108.691 1.108.691
Ausleihungen und Schuldscheindarlehen - kurzfristig 40.000 40.000 40.000 40.000
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - langfristig 18.420 18.420 18.529 18.529
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - kurzfristig 194.414 57.727 252.141 252.141 252.141
Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für laufende
Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und Teilzahlungen
übersteigen 19. 711.062 711.062 711.062 711.062
Derivate L) 22.968 19.511 42.479 42.479 42.479
Eingebettete Derivate L) 44.480 44.480 44.480 44.480
Wertpapiere des Umlaufvermögens 20. 103.618 103.618 103.618 103.618
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21. 1.255.746 1.255.746 1.255.746 1.255.746
SUMME AKTIVA 67.448 19.511 3.024.577 186.093 57.727 3.355.356 176.994 3.169.810 9.099 3.355.903
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten 24. 467.402 15.886 483.288 483.288 483.288
Anleihen - langfristig 364.984 364.984 364.984 364.984
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten - langfristig 74.785 74.785 74.785 74.785
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten - kurzfristig 27.633 27.633 27.633 27.633
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing 15.886 15.886 15.886 15.886
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 478.464 478.464 478.464 478.464
Sonstige Verbindlichkeiten 27. 78.368 7.245 823.555 1.108.287 2.017.455 2.017.595 2.017.595
Sonstige Verbindlichkeiten - langfristig 32.032 32.032 32.172 32.172
Sonstige Verbindlichkeiten - kurzfristig 791.523 63.311 854.834 854.834 854.834
Erhaltene An- und Teilzahlungen für laufende Projekte,
soweit sie die dafür realisierten Umsatzerlöse übersteigen 19. 1.044.976 1.044.976 1.044.976 1.044.976
Derivate L) 65.230 7.245 72.475 72.475 72.475
Eingebettete Derivate L) 13.138 13.138 13.138 13.138
SUMME PASSIVA 78.368 7.245 1.769.421 1.124.173 2.979.207 2.979.347 2.979.347

1 Darin enthalten sind zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile, für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind (9.099 TEUR).

(in TEUR) Buchwert 31. Dezember 2014* Fair Value 31. Dezember 2014*
An
hang
Held for
trading
Hedge
Accounting
Loans and
receivables
Available
for sale
Other
financial
liabilities
Keine
IAS 39-
Bewertungs
kategorie
Total davon
Stufe 1
davon
Stufe 2
davon
Stufe 3
Total
AKTIVA
Sonstige Finanzanlagen 14. 53.534 45.311 98.845 8.122 81.183 9.569 98.874
Ausleihungen und Schuldscheindarlehen - langfristig 45.000 45.000 45.029 45.029
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige
Beteiligungen1)
9.569 9.569 9.569 9.569
Wertpapiere des Anlagevermögens 35.742 35.742 8.122 27.620 35.742
Übrige 8.534 8.534 8.534 8.534
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15. 768.341 768.341 768.464 768.464
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - langfristig 62.522 62.522 62.645 62.645
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - kurzfristig 705.819 705.819 705.819 705.819
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 16. 70.915 20.496 816.143 56.706 964.260 964.309 964.309
Ausleihungen und Schuldscheindarlehen - kurzfristig 45.000 45.000 45.000 45.000
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - langfristig 70.107 70.107 70.156 70.156
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - kurzfristig 198.853 56.706 255.559 255.559 255.559
Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für laufende
Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und Teilzahlungen
übersteigen
19. 502.183 502.183 502.183 502.183
Derivate L) 23.269 20.496 43.765 43.765 43.765
Eingebettete Derivate L) 47.646 47.646 47.646 47.646
Wertpapiere des Umlaufvermögens 20. 154.294 154.294 154.294 154.294
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21. 1.457.335 1.457.335 1.457.335 1.457.335
SUMME AKTIVA 70.915 20.496 3.095.353 199.605 56.706 3.443.075 162.416 3.271.291 9.569 3.443.276
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten 24. 641.679 15.366 657.045 657.045 657.045
Anleihen - langfristig 370.130 370.130 370.130 370.130
Anleihen - kurzfristig 150.839 150.839 150.839 150.839
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten - langfristig 44.803 44.803 44.803 44.803
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten - kurzfristig 75.907 75.907 75.907 75.907
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing 15.366 15.366 15.366 15.366
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 493.436 493.436 493.436 493.436
Sonstige Verbindlichkeiten 27. 87.424 5.240 945.706 1.272.350 2.310.720 2.310.806 2.310.806
Sonstige Verbindlichkeiten - langfristig 33.402 33.402 33.488 33.488
Sonstige Verbindlichkeiten - kurzfristig 912.304 68.757 981.061 981.061 981.061
Erhaltene An- und Teilzahlungen für laufende Projekte,
soweit sie die dafür realisierten Umsatzerlöse übersteigen
19. 1.203.593 1.203.593 1.203.593 1.203.593
Derivate L) 71.623 5.240 76.863 76.863 76.863
Eingebettete Derivate L) 15.801 15.801 15.801 15.801
SUMME PASSIVA 87.424 5.240 2.080.821 1.287.716 3.461.201 3.461.287 3.461.287

1 Darin enthalten sind zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile, für die beizulegende Zeitwerte nicht verlässlich bestimmbar sind (9.569 TEUR).

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

Die in Stufe 3 gegliederten Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten bewertet, da deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich bestimmbar ist.

c) Fair Value Hedges

Zur Sicherung der Änderung des beizulegenden Zeitwerts emittierter Anleihen aufgrund von Zinsänderungen setzt der Konzern Zinsswaps ein. Wenn die Sicherung als effektiv betrachtet werden kann, wird der Buchwert der Anleihen um die Änderung des beizulegenden Zeitwerts angepasst, die auf das abgesicherte Risiko zurüc kzuführen sind.

Der Bestand der Anleihen (der abgesicherten Grundgeschäfte) entwickelte sich wie folgt:

(in TEUR) 2015 2014
Bestand zum 1. Jänner 520.969 510.658
Gewinne (-)/Verluste (+) im Ergebnis erfasst -2.724 10.311
Rückkauf eigener Anleihen -3.261 0
Emission 0 0
Tilgungen -150.000 0
Bestand zum 31. Dezember 364.984 520.969

Die Marktwerte der Zinsswaps (der Absicherungsgeschäfte) entwickelten sich wie folgt:

(in TEUR) 2015 2014
Marktwert der Swaps zum 1. Jänner 20.496 10.526
Marktwert der Swaps zum 31. Dezember 17.942 20.496
Gewinne/Verluste im Ergebnis erfasst -2.554 9.970

Die nachfolgende Tabelle zeigt die ergebniswirksam erfassten Änderungen von Grundgeschäften und Sich erungsinstrumenten in Fair Value Hedge-Beziehungen:

(in TEUR) 2015 2014
Aus abgesicherten Grundgeschäften 2.724 -10.311
Aus Sicherungsinstrumenten -2.554 9.970
Gewinne/Verluste im Ergebnis erfasst 170 -341

d) Cashflow Hedges

Die folgende Tabelle stellt die Überleitung der IAS 39-Rücklage für Cashflow Hedges im Eigenkapital dar:

Sicherungs
(in TEUR) geschäfte
(Cashflow Hedge)
Bestand zum 31. Dezember 2013 -194
Gewinne und Verluste durch Änderungen der Zeitwerte -5.054
Darauf entfallende latente Steuern 1.539
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung -273
Darauf entfallende latente Steuern 82
Bestand zum 31. Dezember 2014 -3.900
Gewinne und Verluste durch Änderungen der Zeitwerte 835
Darauf entfallende latente Steuern -480
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung 0
Darauf entfallende latente Steuern 0
Bestand zum 31. Dezember 2015 -3.545

Wertänderungen, die die effektiven Teile der Sicherungsbeziehungen darstellen und im Eigenkapital in der IAS 39-Rücklage erfasst wurden, sind in der Konzerngesamtergebnisrechnung im Ergebnis aus der Absicherung von Zahlungsströmen ausgewiesen. Bei Realisierung des Grundgeschäfts werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen oder Materialaufwendungen (Devisenderivate) bzw. in den sonstigen Erträgen oder sonstigen Aufwendungen (Zinsderivate) erfasst.

e) Derivative Finanzgeschäfte

Die beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte und der eingebetteten Derivate werden auf Basis der Terminkurse zum Bilanzstichtag ermittelt. Das eigene Kreditrisiko als auch das Kreditrisiko des Vertragspartners wurden in die Fair-Value-Bewertung einbezogen.

Die derivativen Finanzgeschäfte – gegliedert nach Restlaufzeiten – stellen sich wie folgt dar:

2015

(in TEUR) Restlaufzeit Nominalwerte Beizulegender Zeitwert
unter 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt positiv negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
Zinsswaps 0 354.497 354.497 17.942 34
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
Devisentermingeschäfte 1.388.448 453.762 1.842.210 24.537 72.188
Eingebettete Derivate 130.403 128.762 259.165 44.480 13.138
1.518.851 582.524 2.101.375 69.017 85.326
Sonstige Termingeschäfte
Warentermingeschäfte 1.869 1.352 3.221 0 253
GESAMT 1.520.720 938.373 2.459.093 86.959 85.613

2014

(in TEUR) Restlaufzeit Nominalwerte Beizulegender Zeitwert
unter 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt positiv negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
Zinsswaps 150.000 350.000 500.000 20.496 0
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
Devisentermingeschäfte 1.466.345 475.229 1.941.574 23.079 76.815
Eingebettete Derivate 387.363 76.158 463.521 47.647 15.801
1.853.708 551.387 2.405.095 70.726 92.616
Sonstige Termingeschäfte
Warentermingeschäfte 4.871 627 5.498 190 48
GESAMT 2.008.579 902.014 2.910.593 91.412 92.664

Die beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte gegliedert nach Transaktionswährung sind wie folgt:

(in TEUR) unter 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt 2015 Gesamt 2014
Amerikanischer Dollar -27.362 -17.767 -45.129 -49.532
Chinesischer Yuan -2.596 -61 -2.657 2.092
Euro -576 -1.396 -1.972 -4.631
Andere Währungen 2.185 -78 2.107 -1.666
-28.349 -19.302 -47.651 -53.737

Die beizulegenden Zeitwerte der eingebetteten Derivate gegliedert nach Transaktionswährung sind wie folgt:

(in TEUR) unter 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt 2015 Gesamt 2014
Amerikanischer Dollar 16.907 16.232 33.139 33.518
Euro -1.410 -749 -2.159 -2.382
Schweizer Franken 401 -247 154 495
Andere Währungen 190 18 208 214
16.088 15.254 31.342 31.845

f) Angaben zur Saldierung gemäß IFRS 7

In der folgenden Tabelle werden die Beträge, die gemäß IAS 32 in der Konzernbilanz saldiert wurden, sowie potenzielle Effekte von Master Netting Agreements oder ähnlichen Vereinbarungen dargestellt.

(in TEUR) 2015 2014
Derivate positiv negativ positiv negativ
Bruttobeträge vor Aufrechnung 86.959 -85.613 91.412 -92.664
Aufgerechnete Bruttobeträge 0 0 0 0
Nettobeträge ausgewiesen in der Bilanz 86.959 -85.613 91.412 -92.664
Andere Beträge im Anwendungsbereich, die nicht
in der Bilanz aufgerechnet werden -6.233 6.233 -5.168 5.168
NETTOBETRÄGE 80.726 -79.380 86.244 -87.496

g) Die Nettogewinne und -verluste für jede Kategorie von Finanzinstrumenten lauten wie folgt:

Die nachstehenden Übersichten geben die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten entsprechend der Kategorien des IAS 39 wieder.

2015

(in TEUR) Zu
Handels
zwecken
gehalten
Hedge
Accounting
Kredite und
Forderungen
Zur
Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögens
werte
Sonstige
finanzielle
Verbind
lichkeiten
Änderungen des Zeitwerts in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst -1.372 -2.554 -1.369 44 2.724
Änderungen des Zeitwerts im Eigenkapital
erfasst 835 36.264
Recycling aus Eigenkapital -291
Sonstige Ergebnisse in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst 40.281 2.239 -25.036
Nettogewinne/-verluste -1.372 -1.719 38.912 38.256 -22.312

2014*

(in TEUR) Zu
Handels
zwecken
gehalten
Hedge
Accounting
Kredite und
Forderungen
Zur
Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögens
werte
Sonstige
finanzielle
Verbind
lichkeiten
Änderungen des Zeitwerts in der Gewinn
und Verlustrechnung erfasst
-24.101 9.970 -7.581 54 -10.311
Änderungen des Zeitwerts im Eigenkapital
erfasst*
-5.054 26.020
Recycling aus Eigenkapital -273 -54
Sonstige Ergebnisse in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst
31.001 7.172 -28.054
Nettogewinne/-verluste* -24.101 4.643 23.420 33.192 -38.365

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

M) RISIKOMANAGEMENT

Als global tätiges Unternehmen, das eine Vielzahl verschiedenster Märkte und Kunden bedient, ist die Gruppe gewissen allgemeinen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken beziehen sich vor allem auf die von der Gruppe bedienten Industrien (Unsicherheit zukünftiger Aufträge, Schwankungen beim Auftragseingang, Kundenkonzentration, etc.), die Geschäftstätigkeit der Gruppe (Währungen, Wettbewerbsposition, Gerichtsverfahren, etc.) sowie Großaufträge (Zahlungsrisiken, Haftung und Leistung bei Projekten, Kostenüberschreitungen, etc.).

Zur frühzeitigen Erkennung dieser Risiken hat ANDRITZ ein bewährtes, konzernweites Kontroll- und Risiko-Managementsystem implementiert, dessen Hauptaufgabe es ist, entstehende Risiken bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren und rasch Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dieses System ist ein wesentlicher Bestandteil des aktiven Risikomanagements innerhalb der Gruppe.

Trotz dieses Kontroll- und Risiko-Managementsystems kann nicht ausgeschlossen werden, dass Risiken nicht frühzeitig erkannt werden und sich daraus negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben.

Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beziehen sich v. a. auf die Abhängigkeit der Gruppe von der allgemeinen Konjunkturentwicklung und der Entwicklung der von ihr bedienten Industrien, auf den Erhalt von Großaufträgen und auf die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse aus dem hohen Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen une rwartete Kostensteigerungen und Schwierigkeiten bei der Erreichung der garantierten Leistungsparameter der von ANDRITZ gelieferten Anl agen wesentliche Risiken dar. Eine mögliche fehlerhafte Funktion der von ANDRITZ gelieferten Komponenten und Systeme kann gravierende Folgen für Menschen und materielles Vermögen haben.

Die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euro-Länder und die unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung (insbesondere in Europa und in einzelnen Emerging Markets, vor allem in Brasilien, Russland und China) bedeuten ebenso ein ernstes Risiko für die finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE. Eine neuerliche signifikante Schwäche der Weltwirtschaft bzw. eine deutliche Wirtschaftsverlangsamung in einer der wesentlichen Wirtschaftsregionen könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge und zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe sowie auf die Umsatz- und die Ertragsentwicklung auswirken könnte.

Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firme nwerte könnte die Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele für diese Firmen nicht erreicht werden können. Abgesehen davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Durch die weltweite Geschäftstätigkeit ist die ANDRITZ-GRUPPE auch mit finanzwirtschaftlichen Risiken konfrontiert. Von zentraler Bedeutung sind dabei Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Kredit- und Wechselkursrisiken.

a) Liquiditätsrisiken

Zur bestmöglichen Reduktion der finanziellen Risiken und zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition hat die ANDRITZ-GRUPPE eine umfassende Treasury-Policy und ein transparentes Informationssystem implementiert.

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken insbesondere durch das Halten von angemessenen finanziellen Rücklagen, durch die Emission von Anleihen, durch umfangreiche Anzahlungen von Kunden und durch Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten, Forderungen und Verbindlichkeiten. Eine auf einen fix festg elegten Planungshorizont ausgerichtete rollierende Liquiditätsvorschau, die quartalsweise Aktualisierung dieser Vorschau sowie vorhandene und nicht ausgenutzte Kreditlinien sollen die notwendige Liquiditätsversorgung der ANDRITZ-GRUPPE sicherstellen.

Die Gruppe ist bestrebt, das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden bestmöglich durch Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie durch Abschluss von Exportversicherungen zu reduzieren. Es kann jedoch dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass es einzelne Zahlungsausfälle gibt, die im Eintrittsfall einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung der Gruppe haben.

Die ANDRITZ-GRUPPE ist hinsichtlich Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über hohe Liquiditätsreserven. Die Gruppe vermeidet es, von einer einzigen Bank oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Siche rstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (Zahlungsmittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Liquidität bedeutet für die ANDRITZ-GRUPPE nicht nur die Zahlungsfähigkeit im engeren Sinn, sondern auch die Verfügbarkeit von Avalen. Die operative Tätigkeit erfordert die laufende Bereitstellung von Bietungs -, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs-, Performance- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften. Der finanzielle Handlungsspielraum wird damit auch durch genügend freie Avallinien bestimmt.

Durch diese Diversifikation versucht ANDRITZ das Kontrahentenrisiko bestmöglich zu minimieren. Das Risiko eines möglichen Ausfalls (Insolvenz) einzelner oder mehrerer Kontrahenten wird durch ein inte rnes Kontrahentenlimitsystem minimiert. Dabei wird unter Berücksichtigung der jeweiligen Bonität des Kontrahenten (Ratings von internationalen Rating-Agenturen wie Moody's, Standard & Poor's, Fitch) und der publizierten Credit Default Swap-Spreads (CDS-Spreads – Indikator für die Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten) das maximale Veranlagungslimit für jeden einzelnen Kontrahenten festgelegt. Die Anpassung der Kontrahenten limits erfolgt monatlich, sodass man im Falle von kurzfristigen Bonitätsänderungen rasch reagieren kann. Bei etwaigen kur zfristigen größeren Veränderungen von CDS-Spreads oder Kontrahenten-Ratings erfolgt die Reduktion des Kontrahenten-Exposures sofort.

ANDRITZ verfolgt eine risikoaverse Veranlagungsstrategie. Geld wird weitgehend in risikoarme Finanzanlagen investiert, wie z. B. in Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Geldmarktfonds, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen, einlagengesicherte Schuldscheindarlehen oder Termingelder. Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten können jedoch zu einer ungünstigen Preisentwicklung bei verschiedenen Wertp apieren, in welche die Gruppe investiert hat (z. B. Wertpapierfonds oder Anleihen), ode r zu deren Unhandelbarkeit führen. Dies könnte sich aufgrund notwendig werdender Abwertungen oder Wertberichtigungen negativ auf das Finanzergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE auswirken. Durch die Krise erhöht sich zudem das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten der Wertpapiere bzw. der Kunden. Der Vorstand wird monatlich über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposure und der jeweiligen Kontrahentenlimits in der ANDRITZ-GRUPPE informiert.

b) Wechselkursrisiken

Die Fremdwährungskursrisiken des Konzerns resultieren aus dem Umstand, dass der Konzern in verschiedenen Ländern weltweit operiert, deren Heimatwährung nicht der Euro ist.

Der Konzern schließt im Zuge von erhaltenen Aufträgen, die nicht in Euro fakturiert werden, Devisenterming eschäfte ab, um das Fremdwährungskursrisiko auszuschließen bzw. zu minimieren (Hedging). Devisenterminko ntrakte werden ausschließlich mit erstklassigen nationalen und internationalen Banken abgeschlossen, deren Bonität laufend vom Konzern-Treasury überprüft wird, um ein Klumpenrisiko zu vermeiden. Die im Zusammenhang mit dem Hedging von nicht in Euro fakturierten Aufträgen notwendigen Maßnahmen und Regeln sind in der konzernweiten Treasury-Policy geregelt.

Ein wesentlicher Teil der Tochtergesellschaften der ANDRITZ-GRUPPE befindet sich außerhalb der Eurozone. Da Euro die Berichtswährung der ANDRITZ AG ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse dieser Gesellschaften in Euro um. Um translationsbezogene Fremdwährungsrisiken zu adressieren, wird für das Risikomanagement generell unterstellt, dass Investitionen in ausländische Gesellschaften auf Dauer angelegt sind und die Ergebnisse kontinuierlich reinvestiert werden. Somit werden Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen seit 2005 unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Auswirkungen von Wechselkursschwankungen bei der Umrechnung von Nettovermögenspositionen in Euro werden im Posten Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung im Konzerneigenkapital ausgewiesen.

c) Rohstoffpreisrisiken

Rohstoffe sind aufgrund der Volatilität der Rohstoffmärkte Preisschwankungsrisiken ausgesetzt. Der Konzern verwendet Warentermingeschäfte hauptsächlich zur Absicherung des Preisrisikos bei Kupfer, das in der Gener atorfertigung verwendet wird. Kontrakte werden ausschließlich mit erstklassigen Banken abgeschlossen, deren Bonität laufend vom Konzern-Treasury überprüft wird.

d) Politische Risiken

Der Konzern ist unter anderem in Ländern tätig, die als politisch riskant oder sehr riskant einzustufen sind. Unterbrechungen von Aufträgen könnten die Folge terroristischer Aktivitäten oder politischer Veränderungen sein. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise umfassend versichert. Nicht immer sind jedoch die Voraussetzungen für eine vollständige Abs icherung gegeben. Die diesbezüglichen Maßnahmen und Vorgehensweisen sind in der konzernweiten Credit Risk-Policy geregelt. Zusätzlich könnten sich auch Naturkatastrophen oder Pandemien auf die Entwicklung des Auftragseingangs, der Liquidität und die finanzielle Struktur des Konzerns negativ auswirken.

e) Steuerliche Risiken

Die ANDRITZ-Gesellschaften sind in den jeweiligen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen sowohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen in der Steuergesetzgebung bzw. unte rschiedliche Auslegungen der jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steuerbelastungen führen. Dementsprechend kann die Steuerquote etwaigen positiven oder negativen Schwankungen ausgesetzt sein.

f) Kreditrisiken

Zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken aus offenen Handelsforderungen hat die ANDRITZ-GRUPPE einen einheitlichen Risikomanagementprozess etabliert und eine entsprechende konzernweite Richtlinie verfasst. Bei den ANDRITZ-Tochtergesellschaften sind jeweils Credit Risk-Manager verantwortlich, regelmäßig Bonitätsanalysen der Kunden bzw. Projektrisikoanalysen inklusive Bewertung der Sicherheiten vorzunehmen. Zu den Siche rheiten zählen insbesondere Kreditversicherungen, Anzahlungen, Akkreditive und Bürgschaften. Zur Minimierung der Kreditrisiken werden Finanztransaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits mit Banken und Partnern getätigt, die ein Investment-Grade-Rating besitzen.

Kreditrisiken und das Risiko des Zahlungsverzugs oder -ausfalls der Vertragspartner werden durch die Anwendung von Kreditprüfungen, Kreditlimits und Prüfungsroutinen kontrolliert. Sofern geeignet, erhält der Konzern staatliche Exportgarantien oder Garantien von ähnlichen privaten Institutionen, um das Risiko des Zahlungsau sfalls zu reduzieren.

Das Ausfallsrisiko aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Wertpapieren ist gering, da durch eine konservative Anlagestrategie eine möglichst breite Streuung bei gleichzeitig festgelegten Mindestkriterien für die Bonität der Vertragspartner in der Veranlagung festgelegt wird.

Für gewisse Positionen im Finanzvermögen und in den Finanzverbindlichkeiten hat die Gruppe ein einklagbares Recht auf gegenseitige Aufrechnung. Im Konzernabschluss sind diese Positionen nur mit dem Nettobetrag ausgewiesen. Für alle bekannten Risiken wurden Wertberichtigungen durchgeführt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zukünftig zum Eintritt von über die gebildeten Wertberichtigungen hinausgehenden Za hlungsausfällen kommt.

Ohne Berücksichtigung der oben beschriebenen Risikominderungsstrategien entspricht das maximale Ausfallsrisiko des Konzerns den erfassten finanziellen Vermögenswerten in den entsprechenden Kategorien und lautet wie folgt:

(in TEUR) 2015 2014*
Kredite und Forderungen 1.801.880 1.666.713
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.255.746 1.457.335
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1) 176.994 190.036
Zu Handelszwecken gehalten 67.448 70.915
Derivate (Hedge Accounting) 19.511 20.496
3.321.579 3.405.495

1 Ohne Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und sonstige Beteiligungen

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

In der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" wurden Wertminderungen in Höhe von 1.351 TEUR erfasst (2014 angepasst: 1.297 TEUR). In der Kategorie "Loans and receivables" wurden Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für sonstige Forderungen von insgesamt 57.544 TEUR (2014: 60.190 TEUR) vorgenommen.

Der Konzern ist keinen wesentlichen Ausfallsrisiken einer Vertragspartei oder einer Gruppe von Vertragsparteien mit ähnlichen Merkmalen ausgesetzt. Der Konzern definiert Vertragsparteien als solche mit ähnlichen Merkmalen, wenn es sich hierbei um nahestehende Unternehmen handelt. Es gibt keine Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem einzigen externen Kunden, die sich auf mehr als 10% der Unternehmensgesamterlöse belaufen . Es besteht insgesamt keine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos.

g) Zinsrisiken

Die ANDRITZ AG hat im Juli 2012 eine Anleihe über einen Nominalwert von 350 MEUR begeben, mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einer Nominalverzinsung von 3,875% p.a. Für diese Anleihe wurden Zinsswaps zur Absicherung des Risikos abgeschlossen, welches sich aus der fixen Verzinsung der Anleihe ergibt. Mit diesen Zinsswaps wurde für die gesamte Laufzeit der Anleihe die fixe Verzinsung der Anleihe in eine variable Verzinsung getauscht. Dadurch wird die ANDRITZ AG zwar einem Zinsänderungsrisiko bei den Zahlungsmittelströmen ausgesetzt, der Zeitwert der Anleihe wird jedoch gesichert und Hedge Accounting im Sinne von IAS 39 angewandt.

Die Basisparameter der Swaps entsprechen jenen der Anleihen und aus diesem Grund war die Absicherung der beizulegenden Zeitwerte (Fair Value Hedge) um beinahe zu 100% effektiv. Den Regeln des Hedge Accounting folgend wurden die Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Zinsswaps in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführende Änderung der beizulegenden Zeitwerte der Anleihen führt zu einer entsprechenden Buchwertanpassung und wurde ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies hat zur Folge, dass sich die Gewinn- und Verlustauswirkung der Swaps und der Anleihen nahezu vollständig aufheben.

Die ANDRITZ-GRUPPE schätzt das Risiko aus den übrigen Zinsänderungen bei Finanzanlagen und -verbindlichkeiten aufgrund der risikoaversen Strategie als gering ein, weitere wesentliche derivative Finanzi nstrumente zur Absicherung von Zinsrisiken werden daher nicht verwendet. Das Management der Zinsrisiken erfolgt durch eine interne Cashflow-at-Risk-Berechnung (CfaR) und Value-at-Risk-Berechnung (VaR) sowie vorgegebene Limits. Die Limitsetzung für CfaR und VaR folgt dabei einem Benchmark-orientierten Ansatz. Die Einhaltung der definierten Limits wird quartalsweise überwacht.

(in %) 2015 2014
Finanzielle Vermögenswerte
Guthaben auf laufenden Konten 0,4 0,4
Kurzfristige Geldanlagen 2,5 2,7
Wertpapiere, kurzfristig 1,6 1,1
Wertpapiere, langfristig 0,6 0,8
Finanzielle Verbindlichkeiten
Überziehungskredite 4,2 9,9
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 7,7 6,6
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 8,1 6,3
Anleihen - kurzfristig 1,2 1,3
Anleihen - langfristig 2,4 2,6

Die gewichteten durchschnittlichen Zinssätze zum Bilanzstichtag waren folgende:

Die Zinssätze sind auf Restlaufzeiten der jeweiligen Geldanlagen bezogen.

h) Sensitivitäten

Im Wesentlichen ist der Konzern durch seine Aktivitäten finanziellen Risiken aus der Änderung der Wechselkurse, der Änderung der beizulegenden Zeitwerte und der Änderung der Zinssätze ausgesetzt. Zur Steuerung der Risiken aus der Änderung der Wechselkurse und des beizulegenden Zeitwerts schließt der Konzern derivative Finanzinstrumente ab. Diese Marktrisikopositionen des Konzerns werden mittels Sensitivitätsanalysen bewertet:

Fremdwährungssensitivität

Die Sensitivitätsanalyse quantifiziert näherungsweise das Risiko, das im Rahmen gesetzter Annahmen auftreten kann, wenn bestimmte Parameter in einem definierten Umfang verändert werden. Wechselkursrisiken bestehen insbesondere bei US-Dollar (USD), chinesischem Renminbi (CNY), kanadischem Dollar (CAD), Schweizer Franken (CHF) und bei der indischen Rupie (INR). Die folgenden Angaben beschreiben aus Konzern-Sicht die Sensitivität eines Anstiegs oder Rückgangs des US-Dollars, Schweizer Frankens etc. gegenüber dem Euro (EUR). Die Veränderung ist derjenige Wert, der im Rahmen der internen Berichterstattung des Wechselku rsrisikos Anwendung findet, und stellt die Einschätzung des Konzerns hinsichtlich einer möglichen Wechselkursänderung dar. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind. Translationsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Konzernunternehmen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt.

Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet die wesentlichen am Bilanzstichtag ausstehenden Finanzinstrumente der ANDRITZ-GRUPPE.

Die Auswirkungen auf das Gesamtergebnis gegenüber dem ausgewiesenen Gesamtergebnis bzw. auf das Konzerneigenkapital gegenüber dem ausgewiesenen Konzerneigenkapital sind wie folgt:

(in TEUR) 2015 2014
+10% -10% +10% -10%
Währungsrelation
EUR/USD
Sonstiges Ergebnis -6.000 6.000 -2.137 2.137
Konzernergebnis -32.507 32.507 -44.526 44.526
EUR/CNY
Sonstiges Ergebnis -884 884 0 0
Konzernergebnis 6.369 -6.369 7.231 -7.231
EUR/CAD
Konzernergebnis -1.972 1.972 -1.010 1.010
EUR/CHF
Konzernergebnis 2.114 -2.114 -1.575 1.575
EUR/INR
Konzernergebnis -522 522 -1.251 1.251

Die ANDRITZ-GRUPPE ist Währungsrisiken aus Derivaten ausgesetzt, die in einer Cashflow Hedge-Beziehung zur Absicherung wechselkursbedingter Schwankungen von Zahlungsströmen nach IAS 39 eingebunden sind. Wechselkursänderungen der zugrunde liegenden Fremdwährungen beeinflussen über den veränderten beizulegenden Zeitwert der Sicherungsgeschäfte die im sonstigen Ergebnis erfassten unrealisierten Erfolge aus Cashflow Hedges. Dies gilt allerdings nur insoweit, als die Zeitwertänderungen der Sicherungsinstrumente nicht durch gegenläufige Wertentwicklungen der Grundgeschäfte in gleicher Höhe kompensiert werden. Dies ist regelmäßig während der Durchlaufzeit von Kundenaufträgen in Fremdwährung der Fall, die bei Auftragsabschluss zu 100% abgesichert werden. Bis zur Auftragsabnahme steht der Zeitwertänderung des Derivates keine bzw. nur eine nach Leistungsfortschritt anteilige gegenläufige Wertentwicklung des Grundgeschäfts gegenüber, so dass bei effektiver Sicherungsbeziehung der Wertsaldo aus der Stichtagskursbewertung von Grund- und Sicherungsgeschäft im sonstigen Ergebnis abzubilden ist.

Die Veränderungen gegenüber dem ausgewiesenen Konzernergebnis stammt hauptsächlich aus der Marktbewertung von Devisentermingeschäften mit neuen Kursen, die zur Sicherung von Planpositionen eingesetzt und in keine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden werden. Diesen Zeitwertänderungen der Derivate steht der abgesicherte Auftragsstand gegenüber, dessen Wertänderung weder im Konzernergebnis noch im Konzerneigenkapital erfasst wird.

Zinssatzsensitivität

Die Sensitivitätsanalyse wurde für das Zinsänderungsrisiko der Anleihen zum Bilanzstichtag durchgeführt. Die ANDRITZ AG als Anleiheemittent ist grundsätzlich durch die fixe Verzinsung gegenüber den Anleiheinhabern keinem Zinsänderungsrisiko bei den Zahlungsmittelströmen ausgesetzt, jedoch würde sich eine Änderung des Zinssatzes in den beizulegenden Zeitwerten der Anleihen niederschlagen. Für die Anleihen wurden jedoch Zin sswaps zur Absicherung des Risikos aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgeschlossen.

Im Rahmen der internen Berichterstattung über das Zinsrisiko wird dabei eine Zinssatzsensitivität von 100 Basispunkten unterstellt. Dies stellt die Einschätzung des Konzerns hinsichtlich einer möglichen Änderung des Zinssatzes dar.

Eine Veränderung der Zinsen um 100 Basispunkte unter Konstanthaltung aller anderen Variablen führt zu einer Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der Swaps und einer gegenläufigen erfolgswirksamen Buchwertveränderung der Anleihen um nahezu denselben Betrag.

2015 2014
Änderung des Marktzinsniveaus in Basispunkten +100 -100 +100 -100
Effekte auf das Ergebnis vor Steuern
Swaps TEUR -11.643 12.153 -12.726 12.819
Anleihen TEUR 11.643 -12.153 12.726 -12.819
TEUR 0 0 0 0

Eine Erhöhung des Zinsniveaus für das Jahr 2015 um 100 Basispunkte unter Konstanthaltung aller anderen Variablen hätte zu einer Erhöhung des Zinsergebnisses um 10.156 TEUR (2014: Erhöhung um 9.386 TEUR) geführt. Ein Sinken des Zinsniveaus hätte zu einer Verminderung des Zinsergebnisses in gleicher Höhe geführt.

N) LEASING

Leasing unterteilt sich in Operating Leasing und Finanzierungsleasing:

a) Operating Leasing

Der Konzern ist verschiedene Operating-Leasingvereinbarungen für Gebäude (Büro und Fertigung), Maschinen, Kraftfahrzeuge und andere Vermögenswerte als Leasingnehmer eingegangen. Die Leasingvereinbarungen beinhalten keine Beschränkungen der Konzernaktivitäten betreffend Dividenden, zusätzliche Schulden oder weitere Leasingvereinbarungen.

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus den unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen stellen sich wie folgt dar:

(in TEUR) 2015 2014
Bis zu einem Jahr 41.524 44.360
1 bis 5 Jahre 87.282 102.298
Länger als 5 Jahre 58.632 57.564
187.438 204.222

b) Finanzierungsleasing

ANDRITZ least Anlagen für ihren Geschäftsbetrieb, die als Finanzierungsleasing eingestuft werden und im Wesentlichen das Anmieten von Immobilien an den Standorten Raaba, Österreich und Vierkirchen, Deutschland umfassen. Es handelt sich hierbei um Leasingverträge mit Laufzeiten von 12 bis 180 Monaten. Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus den unkündbaren Finanzierungsleasingverträgen betragen:

(in TEUR) 2015 2014
Bis zu einem Jahr 1.298 1.203
1 bis 5 Jahre 4.622 4.088
Länger als 5 Jahre 12.106 12.481
Summe der Mindestleasingzahlungen 18.026 17.772
Abzüglich Zinsenanteil -2.140 -2.406
Barwert der Leasingzahlungen 15.886 15.366
Abzüglich kurzfristiger Anteil -868 -802
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 15.018 14.564

Die folgenden Vermögenswerte sind im Sachanlagevermögen enthalten:

(in TEUR) 2015 2014
Grundstücke und Bauten 16.459 13.661
Technische Anlagen und Maschinen 0 232
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 72 122
16.531 14.015

O) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTE

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hat die ANDRITZ-GRUPPE in zahlreichen Verfahren bei Verwaltungsbehörden, Gerichten und Schiedsgerichten Parteienstellung. Der Großteil dieser Verfahren (wie beispielsweise Vertrags- und Projektstreitigkeiten, Produkthaftungsklagen und Verfahren im Bereich geistiges Eigentum) kann als typisch für die Branche, in der die Gruppe tätig ist, angesehen werden. Die ANDRITZ-GRUPPE bildet in Fällen, bei denen ein negativer Ausgang von Verfahren wahrscheinlich erscheint und zuverlässige Schätzungen gemacht werden können, entsprechende Rückstellungen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass diese Rückstellungen ausreichend sind. In Anbetracht der Risikosummen in einigen dieser Streitfälle kann ein für ANDRITZ negativer Ausgang einer oder mehrerer dieser Rechtsstreitigkeiten zu einer wesentlichen negativen Auswirkung auf Ergebnis und Liquiditätsbestand der Gruppe führen.

Der Bereich Produkthaftung inkludiert einige Fälle wegen mutmaßlicher Körperverletzungen und/oder Todesfälle aufgrund Asbestbelastungen. Zwei Tochtergesellschaften der ANDRITZ-GRUPPE sind Beklagte in 51 Asbestverfahren in den USA (Stand per 31. Dezember 2015; 66 Asbestverfahren per 31. Dezember 2014), in die insgesamt 431 Kläger involviert sind (445 Kläger per 31. Dezember 2014). Alle Verfahren betreffen Forderungen gegenüber einer großen Anzahl von Beklagten. ANDRITZ ist der Ansicht, dass keine der beiden Tochtergesellschaften in diesen Fällen haftbar gemacht werden kann und beide Tochtergesellschaften haben vor, jede der Klagen nachdrücklich anzufechten.

Gegenüber ANDRITZ HYDRO S.A., Brasilien, wurde von den brasilianischen Finanzbehörden aufgrund der früheren Minderheitsbeteiligung von Inepar eine wirtschaftliche Zugehörigkeit der Gesellschaft zur Inepar-Gruppe im Hinblick auf steuerliche und arbeitsrechtliche Verhältnisse angenommen. Daraus abgeleitet könnte eine gesamtschuldnerische Haftung für bestehende Steuerforderungen sowie Arbeitnehmerforderungen von Mitarbeitern der Inepar-Gesellschaften gegenüber Inepar gegen die ANDRITZ HYDRO S.A. geltend gemacht werden. ANDRITZ ficht die arbeitsrechtlichen Forderungen in mehreren arbeitsgerichtlichen Verfahren vehement an. Die ebenfalls angefochtenen Steuerverfahren sind mittlerweile aufgrund einer Teilnahme von Inepar an einem staatlichen Steueramnestieprogramm (REFIS) ausgesetzt. Falls Inepar die Verpflichtungen im Rahmen des REFIS-Programms nicht einhält, könnten die Steuerverfahren gegen ANDRITZ HYDRO S.A. wieder aufgenommen werden.

Rücknahmeverpflichtungen, die über die branchenüblichen Gewährleistungsansprüche hinausgehen, liegen nicht vor. Weitere Chancen und Risiken aus außerbilanziellen Geschäften sind dem Management derzeit nicht bekannt.

P) ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Nach IAS 24 (Related Party Disclosures) müssen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss der ANDRITZ AG einbezogen werden.

Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen steht der Konzern unmittelbar oder mittelbar in Ausübung der normalen Geschäftstätigkeit mit nicht einbezogenen Unternehmen und assoziierten Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen des Konzerns gelten, in Beziehung.

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden nur in unwesentlichem Ausmaß getätigt. Da die Transferpreis-Richtlinie des Konzerns Verrechnungspreise vorsieht, die den marktüblichen Bedingungen entsprechen, werden keine Transaktionen durchgeführt, die marktunüblich sind. Die Nichteinbeziehung der nicht konsolidierten Gesellschaften in den Konzernabschluss hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Der Umfang der Geschäftsbeziehungen gegenüber nicht einbezogenen Unternehmen sowie gegenüber assoz iierten Unternehmen ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

(in TEUR) 2015 2014
Umsatzerlöse und sonstige Erträge 11.516 19.615
gegenüber nicht einbezogenen Unternehmen 10.290 19.606
gegenüber assoziierten Unternehmen 1.226 9
Aufwendungen -7.908 -10.788
gegenüber nicht einbezogenen Unternehmen -7.898 -10.716
gegenüber assoziierten Unternehmen -10 -72
Forderungen 15.601 6.234
gegenüber nicht einbezogenen Unternehmen 15.368 6.004
gegenüber assoziierten Unternehmen 233 230
Verbindlichkeiten 4.846 4.007
gegenüber nicht einbezogenen Unternehmen 4.517 3.678
gegenüber assoziierten Unternehmen 329 329

Gemäß IAS 24 berichtet der Konzern auch über Geschäftsvorfälle zwischen ihm und seinen nahestehenden Personen bzw. deren Familienangehörigen. Als nahestehende Personen wurden Vorstand, Aufsichtsrat und deren Familienangehörige definiert.

Eine dem Vorstandsvorsitzenden der ANDRITZ AG zuzurechnende Gesellschaft überlässt den Betrieb eines der in ihrem Eigentum stehenden Geschäftsflugzeugs einem professionellen Privatflugunternehmen, von dem die ANDRITZ AG 2015 rund 52% der Jahresflugstunden dieses Flugzeugs für Dienstreisen des Vorstandsvorsitzenden und anderer Vorstandsmitglieder gechartert hat. Der diesbezügliche Aufwand betrug 2015 859,5 TEUR (2014: 400,3 TEUR). Es bestanden diesbezüglich weder zum 31. Dezember 2015 als auch zum 31. Dezember 2014 Verbindlichkeiten.

Diese sowie andere Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder bzw. Mitglieder des Vorstands der ANDRITZ AG tätig sind, werden zu marktüblichen Bedingungen durchgeführt und sind einzeln und insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

25% plus eine Aktie sind im Besitz der Custos Vermögensverwaltungs GmbH und 0,77 Prozent im Besitz der Cerberus Vermögensverwaltung GmbH. Die Geschäftsanteile dieser Gesellschaften werden teils direkt und teils indirekt von der Custos Privatstiftung beziehungsweise von Wolfgang Leitner, dem Vorstandsvorsitzenden der ANDRITZ AG, gehalten. 5,721% gehören der Certus Beteiligungs-GmbH, deren Geschäftsanteile sich mittelbar im Eigentum der Manile Privatstiftung befinden.

Vorstandsvergütungen

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats.

Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe und variable/erfolgsabhängige Bestandteile, wobei die Höhe der variablen Vergütung vom erzielten Jahresüberschuss abhängig ist. Bei neu abgeschlossenen Vorstandsverträgen wurde als Höchstwert der jährlichen variablen Vergütung das Dreifache der fixen Jahresvergütung festgesetzt. Ein etwaiger darüber hinausgehender Betrag wird als variable Vergütung auf die Folgejahre gutgeschrieben. Bei Unterschreiten eines definierten Mindestbetrags beim Konzernergebnis entsteht ein Malus, der ebenso auf die Folgejahre übertragen wird und zur Kürzung zukünftiger variabler Gehaltsbestandteile führt.

Bei sämtlichen seit dem Börsengang aufgelegten Aktienoptionsprogrammen für leitende Angestellte und den Vorstand war ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands spätestens zum Zeitpunkt der Zuteilung der Optionen zu erbringen. Dieses Eigeninvestment muss bis zu einer allfälligen Ausübung der Optionen ununterbrochen von den am Optionsprogramm teilnehmenden Personen gehalten werden und bei Ausübung nachgewiesen werden. Als Wartefrist zur Ausübung der Optionen sind drei Jahre bei aufrechter Beschäftigung (Ausnahme: planmäßiges Ende gemäß Vertragsbestimmungen) vorgesehen.

Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese beinhalten neben einer Alterspension Ansprüche im Falle einer Berufsunfähigkeit sowie Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach dem Ableben der Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt bereits beendet ist. Die Verwaltung wurde in eine Pensionskasse ausgelagert. Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Arbeitsverhältnisse werden die bis zu diesem Zeitpunkt einbezahlten Beiträge unverfallbar. Die Höhe des Versorgungsanspruchs ist bis zum Anfall einer Versorgungsleistung nicht wertgesichert; danach können jährliche Anpassungen unter Berücksichtigung der Lohn- und Gehaltsentwicklung und der wirtschaftlichen Lage von ANDRITZ erfolgen.

Alle Vorstandsmitglieder haben bei Beendigung der Funktion und unter der Voraussetzung der gleichzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses Abfertigungsansprüche im Sinne des § 23 des österreichischen Angestelltengesetzes, außer die Beendigung beruht auf einer gerechtfertigten Entlassung.

Die Grundsätze der Vergütung für den Vorstand und leitende Angestellte entsprechen den Vorgaben des österreichischen Corporate-Governance-Kodex.

Als Aufwendungen für den Vorstand wurden erfasst:

(in TEUR) 2015 2014
Kurzfristige Leistungen 9.625 8.398
Aktienbasierte Vergütungen 891 1.501
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 434 723
10.950 10.622

Im Jahr 2015 wurde eine Pensionsrückstellung von 5.910 TEUR (2014: 5.530 TEUR) für frühere Vorstandsmitglieder und deren Angehörige ausgewiesen. Die laufenden jährlichen Aufwendungen betrugen im Jahr 2015 546 TEUR (2014: 270 TEUR).

Friedrich Papst hat anlässlich der Beendigung seiner Tätigkeit eine Abfertigung in Höhe von 1.609 TEUR erhalten.

Die ANDRITZ AG hat für 2015 eine Organhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Die D&O-Versicherung sichert bestimmte persönliche Haftungsrisiken der verantwortlich handelnden Personen der ANDRITZ-GRUPPE ab. Die jährlichen Kosten betragen ca. 200 TEUR (2014: 260 TEUR).

Vergütungen an den Aufsichtsrat

Das Vergütungsschema für die Aufsichtsratsmitglieder setzt sich aus einer fixen und einer anwesenheitsabhä ngigen Komponente zusammen. Die fixe Komponente besteht aus einem Gesamtbetrag, der so zu verteilen ist, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Doppelte und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der Vergütung eines einfachen Mitglieds erhält. Die zweite Komponente besteht aus einem Sitzungsgeld, das sich aus einem Pauschalbetrag pro Sitzung ergibt, an der ein Mitglied teilnimmt. Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr 2015 vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung insgesamt 285 TEUR (2014: 295 TEUR). Die von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Aufsichtsratsvergütung.

Q) AUFWENDUNGEN FÜR LEISTUNGEN DES KONZERNABSCHLUSSPRÜFERS

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2015 2014
Abschlussprüfungen 486 489
Andere Bestätigungsleistungen 5 10
Steuerberatungsleistungen 215 177
Sonstige Leistungen 0 0
706 676

R) EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es gab keine außerordentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

S) KONZERNUNTERNEHMEN

2015 2014
Sitz Beteili
gung
Einbezieh
ungsart
Beteili
gung
Einbezieh
ungsart
Anstalt für Strömungsmaschinen GmbH Graz, Österreich 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Technology and Asset Management
GmbH Graz, Österreich 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Finance GmbH Wien, Österreich - - 100,00% VK
ANDRITZ Power & Water GmbH Wien, Österreich 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Energy & Environment GmbH Raaba, Österreich - - 100,00% VK
ANDRITZ Environmental Engineering
(Shanghai) Co., Ltd. Schanghai, China 100,00% VK 100,00% VK
AE Energietechnik GmbH Raaba, Österreich 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Deutschland Beteiligungs GmbH Krefeld, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Ritz Immobilien GmbH Krefeld, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
TANIAM GmbH & Co. KG Pullach im Isartal,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ GmbH Hemer, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Kaiser GmbH Bretten-Gölshausen,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Sundwig GmbH Hemer, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Fiedler GmbH Regensburg,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ SEPARATION GmbH Köln, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Fliessbett Systeme GmbH Ravensburg,
Deutschland
100,00% VK 100,00% VK
Lenser Verwaltungs GmbH Senden,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ S.R.L. Cisnadie, Rumänien 100,00% NK 100,00% NK
Lenser Filtration GmbH Senden,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
Lenser Asia Sdn. Bhd. Kuala Lumpur,
Malaysia 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO GmbH Ravensburg,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Küsters GmbH Krefeld, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Kufferath GmbH Düren, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
AKRE Real Estate GmbH Düren, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ MAERZ GmbH Düsseldorf,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
Modul Systeme Engineering GmbH Laufen, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
Modul Systeme Projekt Verwaltungs
GmbH
Laufen, Deutschland - - 100,00% NK
ANDRITZ KMPT GmbH Vierkirchen,
Deutschland
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ KMPT Inc. Florence / Kentucky,
USA
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Ritz GmbH Schwäbisch Gmünd,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Atro GmbH Nürnberg,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Ritz Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100,00% VK 100,00% VK
Ritz Pumps South Africa (Pty) Ltd. Boksburg, Südafrika 23,00% NK 23,00% NK
Ritz Verwaltungsgesellschaft mit Schwäbisch Gmünd,
beschränkter Haftung Deutschland 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ MeWa GmbH Gechingen,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
MEWA RECYCLING Keleti Régió Kft. Győr, Ungarn 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ FBB GmbH Mönchengladbach,
Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO GmbH Wien, Österreich 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO S.A.S. Grenoble, Frankreich 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO Private Limited Bhopal, Indien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO S.L. Madrid, Spanien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO S.r.l., Unipersonale Vicenza, Italien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO AG Kriens, Schweiz 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO S.A. de C.V. Morelia, Mexiko 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO AS Jevnaker, Norwegen 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO S.A. El Dorado, Panama 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ HYDRO BRASIL Ltda. São Paulo, Brasilien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO Ltd. Sti. Ankara, Türkei 100,00% VK 100,00% VK
PT. ANDRITZ HYDRO Jakarta, Indonesien 51,00% VK 51,00% VK
ANDRITZ HYDRO S.A. Lima, Peru 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ HYDRO (Pty) Ltd. Kyalami, Südafrika 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ HYDRO Ltda. Bogota, Kolumbien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO s.r.o. Prag, Tschechische
Republik 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ India Private Limited New Delhi, Indien 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ HYDRO C.A. Caracas, Venezuela 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Power Sdn. Bhd. Kuala Lumpur,
Malaysia 100,00% NK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO INC. Makati City,
Philippinen
100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Ulu Jelai Project Sdn. Bhd. Kuala Lumpur,
Malaysia 100,00% NK 100,00% NK
PHP Philippines Hydro Project, Inc. Makati City,
Philippinen 24,98% NK 24,98% NK
ANDRITZ HYDRO Hammerfest AS Hammerfest,
Norwegen 59,88% VK 59,88% VK
ANDRITZ HYDRO Hammerfest (UK) Glasgow,
Limited Großbritannien 59,88% VK 59,88% VK
VA TECH Escher Wyss Peru S.A.C. Lima, Peru 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ HYDRO UNIPESSOAL LDA Porto, Portugal 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ HYDRO DRC SARL Kinshasa,
Demokratische
Republik Kongo
100,00% NK 100,00% NK
AH Pumpstorage GmbH Wien, Österreich 60,00% NK 60,00% NK
ANDRITZ HYDRO Beteiligungsholding
GmbH Graz, Österreich 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO Brasilien
Beteiligungsgesellschaft mbH Graz, Österreich 100,00% VK 100,00% NK
ANDRITZ HYDRO S.A. Araraquara, Brasilien 100,00% VK 74,33% VK
ANDRITZ Construcoes e Montagens
Ltda São Paulo, Brasilien 100,00% VK - -
ANDRITZ HYDRO (SU), LDA. Luanda, Angola 100,00% NK - -
HGI Holdings Limited Limassol, Zypern 100,00% NK 100,00% NK
ZAO HGI PCS St. Petersburg,
Russland - - 75,00% NK
ANDRITZ SEPARATION (India) Private Ltd. Chennai, Indien 100,00% VK 100,00% VK
ACB Entwicklungsgesellschaft mbH Wien, Österreich - - 73,00% NK
ANDRITZ FEED & BIOFUEL A/S Esbjerg, Dänemark 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ FEED & BIOFUEL Brasil Ltda. Curitiba, Brasilien 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Slovakia s.r.o. Humenné, Slowakei 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Chile Ltda. Santiago de Chile,
Chile
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ (USA) Inc. Alpharetta / Georgia,
USA 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Inc. Alpharetta / Georgia,
USA 100,00% VK 100,00% VK
Precision Machine and Supply, Inc. Spokane /

Washington, USA - - 51,00% VK

ANDRITZ SEPARATION Inc. Arlington / Texas,
USA
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO Corp. Charlotte / North
Carolina, USA
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Metals Inc. Canonsburg /
Pennsylvania, USA
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Environmental Solutions Inc. Wilmington /
Delaware, USA
- - 100,00% VK
HVS Acquisition, Inc. Alpharetta / Georgia,
USA
- - 100,00% VK
Genesis Worldwide II, Inc. Alpharetta / Georgia,
USA
100,00% VK 100,00% VK
Herr-Voss Stamco, Inc. Callery /
Pennsylvania, USA
100,00% VK 100,00% VK
Breakaway Services LLC Alpharetta / Georgia,
USA
100,00% VK 100,00% VK
RCI HV, Inc. Chesterton / Indiana,
USA
- - 100,00% VK
ANDRITZ S.A.S. Vélizy-Villacoublay,
Frankreich
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Selas S.A.S. Asnières-sur-Seine,
Frankreich
100,00% VK 100,00% VK
Jaybee Eng. (Holdings) Pty. Ltd. Carrum Downs /
Victoria, Australien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Pty. Ltd. Carrum Downs /
Victoria, Australien
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ (NZ) Ltd. Tauranga,
ANDRITZ Ingeniería S.A. Neuseeland
Madrid, Spanien
100,00%
100,00%
NK
VK
100,00%
100,00%
NK
VK
ANDRITZ Brasil Ltda. Curitiba, Brasilien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ SEPARATION Industria e
Comércio deEquipamentos de
Filtraçâo Ltda.
Pomerode, Brasilien 100,00% VK 100,00% VK
Sindus ANDRITZ Ltda. Porto Alegre,
Brasilien
100,00% VK 100,00% VK
Sindus ANDRITZ Uruguay S.A. Río Negro, Uruguay 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Pilão Equipamentos Ltda. São Paulo, Brasilien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Oy Helsinki, Finnland 100,00% VK 100,00% VK
Savonlinna Works Oy Savonlinna, Finnland 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Hydro Oy Tampere, Finnland 100,00% VK 100,00% VK
Warkaus Works Oy Varkaus, Finnland 100,00% VK 100,00% VK
Enmas ANDRITZ Pvt. Ltd. Chennai, Indien 40,00% EQ 40,00% EQ
Viafin Brazil Oy Teuva, Finnland 40,00% EQ 40,00% EQ
A&V Montagens INDUSTRIAIS Ltda. Lapa, Brasilien 40,00% EQ 40,00% EQ
ANDRITZ HYDRO Canada Inc. Peterborough /
Ontario, Kanada
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO Ltd./Ltee. Pointe Claire /
Quebec, Kanada
- - 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO Installations Inc. Pointe Claire /
Quebec, Kanada
100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Ltd./Ltée. Lachine / Quebec,
Kanada
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Paper Machinery Ltd. Lachine / Quebec,
Kanada
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Automation Ltd. Richmond / British
Columbia, Kanada
100,00% VK 100,00% VK
9181-9896 Quebec Inc. Pointe Claire /
Quebec, Kanada
- - 100,00% NK
9182-0399 Quebec Inc. Pointe Claire /
Quebec, Kanada
- - 100,00% NK
Hemicycle Controls Inc. Chambly / Quebec,
Kanada
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO AFI, Inc. Paris / Ontario,
Kanada 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ AB Örnsköldsvik / Växjö,
Schweden 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ HYDRO AB Nälden, Schweden 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Ltd. Newcastle-under
Lyme,
Großbritannien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ (China) Ltd. Foshan, China 100,00% VK 100,00% VK
Shanghai FOAO Enterprise Management
Consulting Co., Ltd. Schanghai, China - - 100,00% NK
Shanghai Shende Machinery Co. Ltd. Schanghai, China 100,00% VK 80,00% VK
Shanghai Shenliang Mechanical
Equipment and Erection Co. Ltd. Schanghai, China 100,00% VK 95,00% VK
ANDRITZ-Wolfensberger Special Alloy
Foundry Co. Ltd.
Foshan, China 100,00% VK 95,00% VK
ANDRITZ Technologies H.K. Ltd. Hong Kong, China 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Thermtec Holding B.V. Rotterdam,
Niederlande 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Thermtec B.V. Rotterdam,
Niederlande 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Technologies Pvt. Ltd. Bangalore, Indien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ FEED & BIOFUEL Ltd. Hull, Großbritannien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ FEED & BIOFUEL B.V. Geldrop,
Niederlande 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ B.V. Den Helder,
Niederlande 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Singapore Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ (Thailand) Ltd. Bangkok, Thailand - - 100,00% NK
ANDRITZ Uruguay S.A. Fray Bentos,
Uruguay 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Industrias S.A. Fray Bentos,
Uruguay 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Pulp Technologies Punta Pereira Montevideo,
S.A. Uruguay 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ K.K. Tokio, Japan 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ DELKOR (Pty) Ltd. Kyalami, Südafrika 100,00% VK 100,00% VK
GKD Delkor (Pty) Ltd. Kyalami, Südafrika 100,00% NK 100,00% NK
PT. ANDRITZ Jakarta, Indonesien 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Australia Pty. Ltd. Melbourne / Victoria,
Australien 100,00% NK 100,00% NK
LLC ANDRITZ St. Petersburg,
Russland 100,00% VK 100,00% VK
LLC ANDRITZ HYDRO Moskau, Russland 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Kufferath s.r.o. Levice, Slowakei 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Kft. Tiszakécske, Ungarn 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Perfojet S.A.S. Montbonnot Saint
Martin, Frankreich
100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Biax S.A.S. Le Bourget du Lac,
Frankreich 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Frautech S.R.L. Vicenza, Italien 100,00% VK 100,00% VK
ProGENF IP GmbH Wolfsburg,
Deutschland 30,00% NK 30,00% NK
ANDRITZ Como S.R.L. Grandate, Italien 100,00% NK 100,00% NK
ANDRITZ Iggesund Tools AB Iggesund, Schweden 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Iggesund Tools Inc. Oldsmar / Florida,
USA 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Iggesund Tools Canada Inc. Laval / Quebec,
Kanada 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Asselin-Thibeau S.A.S. Elbeuf, Frankreich 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Beteiligungsgesellschaft IV GmbH Krefeld, Deutschland 100,00% VK 100,00% VK
Schuler Aktiengesellschaft Göppingen,
Schuler Pressen GmbH Deutschland
Göppingen,
96,62% VK 96,62% VK
Deutschland 96,62% VK 96,62% VK
SUPERA Grundstücks-
Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Schönefeld,
Objekt Weingarten KG1) Deutschland 96,62% VK 96,62% VK
Nora Grundstücks-
Vermietungsgesellschaft mbH & Co.
Grünwald,
Objekt Weingarten KG1) Deutschland 96,62% VK 96,62% VK
Schuler Italia S.r.l. Turin, Italien 86,96% NK 86,96% NK
Schuler (Dalian) Forming
Technologies Co. Ltd. Dalian, China 96,62% VK 96,62% VK
Schuler Sales & Service (Shanghai)
Co., Ltd. Schanghai, China 96,62% VK 96,62% VK
Beutler Nova AG
Schuler Presses UK Limited
Gettnau, Schweiz
Walsall,
96,33% VK 96,33% VK
Großbritannien 96,62% VK 96,62% VK
BCN Technical Services Inc. Hastings / Michigan,
USA 96,62% VK 96,62% VK
Pressensysteme Schuler-México,
S.A. de C.V. Puebla, Mexiko 96,62% VK 96,62% VK
Schuler Thailand Co. Ltd. Bangkok, Thailand 96,62% NK 96,62% NK
Rena Grundstücksverwaltungsge
sellschaft mbH & Co.
Vermietungs-KG1)
Pullach im Isartal,
Deutschland
96,62% VK 96,62% VK
Tianjin SMG Presses Co. Ltd. Tianjin, China 96,62% NK 96,62% NK
Schuler (Tianjin) Metal Forming
Technology Center Co. Ltd. Tianjin, China 96,62% VK 96,62% -
Gräbener Pressensysteme GmbH & Co. Netphen,
KG1) Deutschland 96,62% VK 96,62% VK
Schuler Automation GmbH & Co. KG1) Heßdorf,
Schuler Cartec Engineering GmbH & Deutschland
Weingarten,
96,62% VK 96,62% VK
Co. KG1) Deutschland 96,62% VK 96,62% VK
Schuler Guß GmbH & Co. KG Göppingen,
Deutschland - - 96,62% VK
Vögtle Service GmbH Eislingen,
Deutschland 96,62% VK 96,62% VK
Schuler France S.A. Straßburg,
Frankreich
96,62% VK 96,62% VK
Schuler Inc. Canton / Michigan,
USA 96,62% VK 96,62% VK
Prensas Schuler S.A. São Paulo, Brasilien 96,62% VK 96,62% VK
BCN do Brasil Servicos e
Comercio Ltda. São Paulo, Brasilien - - 96,62% NK
Shanghai Schuler Presses Co. Ltd. Schanghai, China 76,70% VK 76,70% VK
Gräbener Pressensysteme-Verwaltungs Netphen,
GmbH Deutschland 96,62% NK 96,62% NK
Graebener Press Systems Inc. Warwick / Rhode
Island, USA
96,62% NK 96,62% NK
Schuler Automation Geschäftsführungs Heßdorf,
GmbH Deutschland 96,62% NK 96,62% NK
Schuler Guß Geschäftsführungs GmbH Göppingen,
Deutschland - - 96,62% NK
Schuler Ibérica S.A.U. Sant Cugat del
Valles, Spanien 96,62% NK 96,62% NK
Schuler Slovakia Services s.r.o. Dubnica nad Vahom,
Slowakei 96,62% NK 96,62% NK
Schuler India Private Limited
Schuler Poland Service Sp. Z o.o.
Mumbai, Indien
Kedzierzyn-Kozle,
96,62% NK 96,62% NK
Polen 96,62% NK 96,62% NK
Tianjin GMS Machine Tool Service
Co. Ltd.
Tianjin, China 48,31% NK 48,31% NK
Presse Italia S.p.A. Rom, Italien 91,79% NK 91,79% NK
ANDRITZ (Wuxi) Nonwoven Technology Co.
Ltd.
Wuxi, China 100,00% VK 100,00% VK
ANDRITZ Soutec AG Neftenbach,
Schweiz
100,00% VK 100,00% VK
Soutec Shanghai Ltd. Schanghai, China 100,00% NK 100,00% NK
Beheermaatschappij "G.M.F." B.V. Waddinxveen,
Niederlande
- - 100,00% VK
Vastgoedmaatschappij "G.M.F." B.V. Waddinxveen,
Niederlande
- - 100,00% VK
ANDRITZ Gouda B.V. Waddinxveen,
Niederlande
100,00% VK 100,00% VK
GMF-Gouda Singapore Pte Ltd. Singapur, Singapur - - 100,00% NK
S.A.S.J.E. Duprat & Cie La Roche Blanche,
Frankreich
100,00% NK 100,00% NK
GMF-Gouda China Co Ltd. Peking, China 100,00% NK 100,00% NK
EK Finance Scorbé-Clairvaux,
Frankreich
100,00% VK - -
Euroslot KDSS France SAS Scorbé-Clairvaux,
Frankreich
100,00% VK - -
Euroslot KDSS Deutschland GmbH Balingen,
Deutschland
100,00% NK - -
Euroslot KDSS India PTY LTD Mumbai, Indien 74,00% NK - -
Euroslot KDSS Hong-Kong PTY LTD Hong Kong, China 55,00% NK - -
Euroslot KDSS China Schanghai, China 55,00% NK - -
Euroslot KDSS South Africa PTY LTD Johannesburg,
Südafrika
50,00% NK - -

VK ... Vollkonsolidierung

EQ ... Equity-Bewertung

NK ... Keine Einbeziehung aufgrund untergeordneter Bedeutung

1) Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift nach § 264b deutsches HGB.

Graz, am 22. Februar 2016

Wolfgang Leitner e.h. Humbert Köfler e.h. Joachim Schönbeck e.h. Wolfgang Semper e.h. Vorstandsvorsitzender PULP & PAPER (Service & Systemlösungen), SEPARATION

PULP & PAPER (Neuanlagen), METALS

HYDRO

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands der ANDRITZ AG gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzern-Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzern-Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens -, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Graz, am 22. Februar 2016

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Vorstandsvorsitzender PULP & PAPER

Wolfgang Leitner Humbert Köfler Joachim Schönbeck Wolfgang Semper (Service & Systemlösungen), SEPARATION

PULP & PAPER

METALS

(Neuanlagen),

HYDRO

BESTÄTIGUNGSVERMERK KONZERNABSCHLUSS

An die Mitglieder des Aufsichtsrats und den Vorstand der ANDRITZ AG, Graz

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der ANDRITZ AG, bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2015, der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngeldflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfung sstandards (International Standards on Auditing). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinre ichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfung shandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und die sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens - und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2015 sowie der Ertragslage des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss . Die Angaben nach § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 23. Februar 2016

Mag. Walter MÜLLER e.h. Dr. Alfons STIMPFL-ABELE e.h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschlus s samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

ANDRITZ AG

Stattegger Straße 18 8045 Graz, Österreich [email protected]

Inhouse produziert mit FIRE.sys

Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Bericht auf geschlechtsspezifische Formulierungen verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen beziehen sich auf beide Geschlechter.

Disclaimer

Bestimmte Aussagen im Geschäftsbericht 2015 und im Jahresfinanzbericht 2015 sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu verö ffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich. Der Geschäftsbericht 2015 und der Jahresfinanzbericht 2015 enthalten Annahmen und Prognosen, die auf Basis aller bis Redaktionsschluss am 22. Februar 2016 zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die den Annahmen und Prognosen zugrunde liegenden Einschätzungen nicht eintreffen oder die im Kapitel "Risikomanagement" und im Lagebericht des Jahresfinanzberichts 2015 angesprochenen Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den im Geschäftsbericht 2015 und im Jahresfinanzbericht 2015 erwarteten Ergebnissen abweichen. Trotz größter Sorgfalt erfolgen daher alle zukunftsbezogenen Aussagen ohne Gewähr.

Jahresabschluss 2015 der ANDRITZ AG

Präambel Lagebericht ANDRITZ-GRUPPE Bilanz ANDRITZ AG Gewinn- und Verlustrechnung ANDRITZ AG Anhang ANDRITZ AG

Lagebericht

Präambel

Der Jahresabschluss (Einzelabschluss) der ANDRITZ AG wird nach den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des österreichischen UGB aufgestellt. Entsprechend dieser Vorschriften sind die verbundenen Unternehmen im Rahmen des Finanzanlagevermögens ausgewiesen. Dadurch ergibt sich aus dem Einzelabschluss lediglich ein Ausschnitt der wirtschaftlichen Lage für die ANDRITZ AG und ihre verbundenen Unternehmen.

Finanzielle Leistungsindikatoren der ANDRITZ AG:

Die Kennzahlen wurden entsprechend dem Fachgutachten zur Mindestausgestaltung finanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht berechnet. Aufgrund der im Geschäftsjahr 2015 erfolgten Verschmelzungen mit der ANDRITZ Energy & Environment GmbH und der ANDRITZ Finance GmbH sind die Kennzahlen nur bedingt vergleichbar.

in MEUR bzw. in % 2015 2014
Auftragsstand 2.969.9 2.422,4
Umsatzerlöse 782,7 578,6
Ergebnis vor Zinsen und Steuern 230,6 189,1
Umsatzrentabilität 29,5% 32,7%
Eigenkapitalrentabilität 32,5% 31,2%
Gesamtkapitalrentabilität 10,4% 8,6%
Nettoverschuldung 277,1 447,1
Nettoumlaufvermögen -80,1 -347,0
Eigenkapitalquote 30,7% 25,7%
Verschuldungsgrad 40,6% 79,0%
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 263,3 199,7

Im Geschäftsjahr 2015 wurden verglichen mit 2014 insbesondere aufgrund der Verschmelzungen deutlich höhere Umsatzerlöse erzielt, die Ergebnisse konnten ebenfalls verbessert werden.

Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit betrug in 2015 +228,5 MEUR (2014: +146,4 MEUR), jener aus der Investitionstätigkeit -24,5 MEUR (2014: -100,3 MEUR) und jener aus der Finanzierungstätigkeit -149,1 MEUR (2014: -51,9 MEUR). Der Finanzmittelbestand am Ende der Periode erhöhte sich daher von 39,1 MEUR am 31.12.2014 auf 94,0 MEUR am 31.12.2015.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren der ANDRITZ AG:

Bezüglich der Themenbereiche Fertigung, Personalwesen und Umweltschutz wird auf die Ausführungen im Konzernlagebericht verwiesen, welche auch für die ANDRITZ AG zutreffend sind. Im Bereich Forschung und Entwicklung ist die ANDRITZ AG eines von mehreren Forschungszentren in der ANDRITZ-Gruppe und in sämtlichen Geschäftsbereichen in verschiedenen Projekten tätig.

Zur besseren Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage basiert der folgende Lagebericht auf dem nach IFRS erstellten Konzernabschluss.

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Mit einem realen Wirtschaftswachstum von rund 3% im Vergleich zum Vorjahr erreichte die Weltwirtschaft 2015 den geringsten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit der Finanzkrise 2009, wobei sich die wichtigsten Wirtschaftsregionen unterschiedlich entwickelten. Während sich die Wirtschaft in den USA nach wie vor auf Erholungskurs befand, blieb die Wirtschaftsentwicklung in Europa unverändert verhalten; das Wachstum in den meisten aufstrebenden Ländern Asiens und Südamerikas hat sich weiter verlangsamt, einige Länder dieser Regionen sind sogar in die Rezession gerutscht.

In den USA setzte sich im Jahresverlauf der Wirtschaftsaufschwung fort. Insbesondere der Privatkonsum, der die wichtigste Triebfeder für das Wachstum des BIP in den USA ist und für rund 70% der nationalen Wirtschaftsleistung steht, stieg auf 2,5% an. Die Arbeitslosenquote ging weiter zurück und erreichte mit Jahresende einen Wert von rund 5%, und damit quasi Vollbeschäftigung. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (FED) erhöhte wie erwartet Mitte Dezember den Leitzinssatz auf eine Spanne von 0,25-0,50%.

In der Eurozone entwickelte sich die Wirtschaft im Berichtsjahr weiterhin moderat, das BIP-Wachstum betrug nur rund 1,5%. Belastend wirkten sich das gegenseitige Handelsembargo zwischen der Europäischen Union und Russland sowie die allgemeine Wirtschaftsschwäche in den Schwellenländern aus. Zur Abwendung der sehr niedrigen Inflation und zur Belebung der Wirtschaft im Euroraum startete die Europäische Zentralbank (EZB) im März ein umfangreiches Anleihekaufprogramm, das gegen Ende des Jahres ausgeweitet wurde. Die EZB kündigte auch an, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05% zu belassen, um die Konjunktur in der Eurozone weiter anzukurbeln.

Die meisten Emerging Markets verzeichneten 2015 eine Verlangsamung der Wirtschaft bzw. einige aufstrebende Länder mussten sogar ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung gegenüber 2014 hinnehmen. China befindet sich am Übergang von einer Industrie- zu einer Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft. Die Regierung möchte das Wirtschaftswachstum nicht mehr wie bisher durch hohe Industrieinvestitionen forcieren sondern durch einen starken Dienstleistungssektor wachsen. Trotz dieser Verlangsamung erreichte Chinas Wirtschaft ein BIP-Wachstum von knapp unter 7%. In den anderen wichtigen aufstrebenden Ländern war die Wirtschaftsentwicklung vor allem aufgrund stark fallender Rohstoffpreise und Währungsturbulenzen im Jahresverlauf unverändert schwach; so schrumpfte das BIP in Brasilien im Jahresvergleich um 3%, auch Russland verzeichnete ein negatives BIP-Wachstum von 4%.

Quellen: Research-Berichte verschiedener Banken, OECD

GESCHÄFTSENTWICKLUNG Anmerkungen

Alle Zahlen gemäß IFRS

  • Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten.
  • MEUR = Million Euro; TEUR = Tausend Euro

Veränderung des Konsolidierungskreises

Informationen zum Konsolidierungskreis sind im Konzernanhang Kapitel "D) Konsolidierungskreis" ersichtlich.

Umsatz

Der Umsatz der ANDRITZ-GRUPPE im Geschäftsjahr 2015 betrug 6.377,2 MEUR und lag damit um 8,8% über dem Wert des Vorjahrs (2014: 5.859,3 MEUR). Alle vier Geschäftsbereiche konnten ihren Umsatz im Jahresvergleich erhöhen:

Einheit 2015 2014 +/-
HYDRO MEUR 1.834,8 1.752,3 +4,7%
PULP & PAPER MEUR 2.196,3 1.969,3 +11,5%
METALS MEUR 1.718,1 1.550,4 +10,8%
SEPARATION MEUR 628,0 587,3 +6,9%

Anteil Serviceumsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche in %

2015 2014
ANDRITZ-GRUPPE 30 29
HYDRO 25 26
PULP & PAPER 37 35
METALS 20 18
SEPARATION 44 43

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Gruppe im Geschäftsjahr 2015 betrug 6.017,7 MEUR und lag damit nur knapp unter dem Rekordwert des Vorjahrs (-1,4% versus 2014: 6.101,0 MEUR). Die Entwicklung der Geschäftsbereiche im Detail:

  • HYDRO: Mit 1.718,7 MEUR erreichte der Auftragseingang angesichts der unverändert schwierigen Marktbedingungen ein zufriedenstellendes Niveau und lag etwas unter dem Vorjahresvergleichswert (-5,4% versus 2014: 1.816,7 MEUR). Es ist jedoch anzumerken, dass der im 1. Quartal 2015 erhaltene Großauftrag zur Lieferung der elektromechanischen Ausrüstung für das Gezeitenlagunen-Wasserkraftwerksprojekt in Wales (Auftragswert rund 250 MEUR) noch nicht als Auftragseingang verbucht wurde. Aus heutiger Sicht ist die Inkraftsetzung dieses Auftrags nicht vor Ende des 1. Halbjahrs 2016 zu erwarten.
  • PULP & PAPER: Der Auftragseingang entwickelte sich sehr zufriedenstellend und erhöhte sich deutlich auf 2.263,9 MEUR (+13,4% versus 2014: 1.995,7 MEUR). Dieser Anstieg ist insbesondere auf den Auftrag von Fibria zur Lieferung von Ausrüstungen für das neue Zellstoffwerk Horizonte 2, Brasilien, zurückzuführen. Der Auftragswert vergleichbarer Projekte liegt bei rund 600 MEUR.
  • METALS: Mit 1.438,6 MEUR lag der Auftragseingang deutlich unter dem hohen Vorjahresvergleichswert (-15,0% versus 2014: 1.692,8 MEUR). Dieser Rückgang ist vor allem auf Projektverschiebungen im Bereich Metallumformung für die Automobil- und Automobilzulieferindustrie (Marktsegment Schuler) zurückzuführen.
  • SEPARATION: Der Auftragseingang lag mit 596,5 MEUR praktisch auf dem Vorjahresniveau (+0,1% versus 2014: 595,8 MEUR).

Auftragsstand

Der Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE per 31. Dezember 2015 betrug 7.324,2 MEUR (-2,5% versus 31. Dezember 2014: 7.510,6 MEUR).

Ergebnis

Die Ergebnisentwicklung war durch außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit den angekündigten Maßnahmen zur Optimierung der Wertschöpfungskette bei Schuler gekennzeichnet. Zur Anpassung der Fertigungskapazitäten an den Produktmix und an das Geschäftsvolumen wurde ein Betrag von 78 MEUR in der Ergebnisrechnung berücksichtigt, dem projektbedingte positive Sondereffekte im Geschäftsbereich PULP & PAPER von rund 40 MEUR gegenüberstanden. Das EBITA betrug 429,0 MEUR (+13,0% versus 2014: 379,5 MEUR), die EBITA-Marge erhöhte sich auf 6,7% (2014: 6,5%). Ohne diese im Berichtsjahr verbuchten Sondereffekte hätte das EBITA der Gruppe 467,0 MEUR und die EBITA-Marge 7,3% betragen.

Die Entwicklung der Rentabilität nach Geschäftsbereichen:

  • Die EBITA-Marge im Geschäftsbereich HYDRO sank im Jahresvergleich leicht von 8,3% auf 7,9% und erreichte damit erneut ein gutes Niveau.
  • Im Geschäftsbereich PULP & PAPER stieg die EBITA-Marge aufgrund der oben genannten Sondereffekte deutlich auf 8,7% an (2014: 5,2%). Auch ohne diese Sondereffekte erreichte die EBITA-Marge mit 6,9% einen sehr erfreulichen Wert.
  • Die EBITA-Marge im Geschäftsbereich METALS sank aufgrund der finanziellen Vorsorgen zur Optimierung der Wertschöpfungskette bei Schuler auf 4,1% (2014: 7,1%). Ohne diese Restrukturierungsaufwendungen erreichte die EBITA-Marge ein sehr erfreuliches Niveau von 8,6%.

Im Geschäftsbereich SEPARATION betrug die EBITA-Marge 3,6% und lag damit unverändert auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau (2014: 3,7%).

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

(in MEUR) 2015 2014 +/-
Umsatz 6.377,2 5.859,3 +8,8%
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen und aktivierte Eigenleistungen
-7,7 3,1 -348,4%
Sonstige betriebliche Erträge 133,4 122,1 +9,3%
Materialaufwand -3.377,3 -3.155,0 +7,0%
Personalaufwand -1.698,6 -1.574,0 +7,9%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -892,3 -783,6 +13,9%
EBITDA 534,7 471,9 +13,3%
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
-150,4 -170,5 -11,8%
Wertminderung Firmenwerte -15,3 -5,7 +168,4%
EBIT 369,0 295,7 +24,8%
Finanzergebnis 7,3 3,7 +97,3%
EBT 376,3 299,4 +25,7%
Steuern vom Einkommen und Ertrag -106,0 -89,4 +18,6%
KONZERNERGEBNIS 270,4 210,0 +28,8%
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 267,7 210,9 +26,9%
Nicht beherrschende Anteile 2,7 -0,9 +400,0%
Unverwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 2,60 2,04 +27,4%

Anteil individueller Aufwendungen am betrieblichen Gesamtaufwand der Gruppe 2015 (2014) in %

54,2% der gesamten betrieblichen Aufwendungen entfielen 2015 auf den Materialaufwand (2014: 54,5%), die Materialtangente (Anteil des Materialaufwands am Umsatz) betrug damit 53,0% und lag damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2014: 53,8%). Der Anteil des Personalaufwands lag mit 27,8% praktisch auf dem Vorjahresniveau (2014: 27,7%), die Personaltangente (Anteil des Personalaufwands am Umsatz) lag bei 26,6% (2014: 26,9%).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Berichtszeitraum 892,3 MEUR (2014: 783,6 MEUR) und umfassen vor allem Aufwendungen für Vertrieb, Miete und Leasing sowie für Reparaturen und Instandhaltungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 133,4 MEUR leicht über dem Vorjahresniveau (2014: 122,1 MEUR) und umfassen vor allem Fremdwährungskursgewinne aus der Bewertung von Devisentermingeschäften, öffentliche Zuwendungen, Auflösung von sonstigen Rückstellungen und Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen.

Die Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betrugen 2015 150,4 MEUR (2014: 170,5 MEUR). Diese Veränderung ist insbesondere auf planmäßig zurückgehende Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten (IFRS 3) aus der Akquisition von Schuler zurückzuführen.

2015 wurden für die Gruppe eine Firmenwertminderung in Höhe von 15,3 MEUR (2014: 5,7 MEUR) sowie eine Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 12,1 MEUR erfasst (2014: 6,4 MEUR). Die Firmenwertminderung ist den Geschäftsbereichen HYDRO (3,1 MEUR), PULP & PAPER (1,4 MEUR), METALS (7,7 MEUR) und SEPARATION (3,0 MEUR) zuzuordnen, da der Geschäftsverlauf einiger Tochtergesellschaften sich nicht wie erwartet entwickelte. Die Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrifft im Wesentlichen Grundstücke, Gebäude und Maschinen.

Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich auf 7,3 MEUR (2014: 3,7 MEUR). Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf die im Jahresvergleich höhere durchschnittliche Nettoliquidität und auf einen Einmal-Zinseffekt im Zusammenhang mit einer von einem Kunden erhaltenen Ausgleichszahlung zurückzuführen.

Die Steuerquote reduzierte sich im Wesentlichen aufgrund höherer Steuergutschriften aus Vorperioden sowie der Veränderung aktiver latenter Steuern auf 28,2% (2014: 29,9%); siehe dazu auch Konzernanhang Kapitel "H) 8. Steuern vom Einkommen und Ertrag".

Das Konzernergebnis (vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) betrug 270,4 MEUR (+28,8% versus 2014: 210,0 MEUR), wovon 267,7 MEUR auf die Gesellschafter der Muttergesellschaft und 2,7 MEUR (siehe dazu auch Konzernanhang Kapitel "J) 23. Eigenkapital") auf nicht beherrschende Anteile entfielen.

Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 2,60 EUR (2014: 2,04 EUR). Bei der Hauptversammlung am 30. März 2016 wird der Vorstand für das Geschäftsjahr 2015 eine deutliche Erhöhung der Dividende auf 1,35 EUR je Aktie vorschlagen (2014: 1,00 EUR). Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 51,9% (2014: rund 49,0%).

Ausschüttungsquote

Anmerkung: Bei der Dividende für 2015 handelt es sich um den Vorschlag an die Hauptversammlung.

Eigene Aktien

Zum 31. Dezember 2015 hat die Gesellschaft 1.675.699 eigene Aktien bzw. 1,6% des Grundkapitals mit einem Marktwert von 75,5 MEUR gehalten.

Weitere Informationen zu eigenen Aktien sind im Konzernanhang Kapitel "J) Erläuterungen zur Bilanz" ersichtlich.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Vermögens- und Kapitalstruktur per 31. Dezember 2015 war unverändert solide. Die Bilanzsumme betrug 5.778,0 MEUR (31. Dezember 2014 angepasst: 5.995,2 MEUR), die Eigenkapitalquote 21,0% (31. Dezember 2014 angepasst: 17,3%).

Die Bruttoliquidität (Zahlungsmittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens plus Schuldscheindarlehen) erreichte 1.449,4 MEUR (per ultimo 2014: 1.701,6 MEUR), die Nettoliquidität (Bruttoliquidität plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten) 984,0 MEUR (per ultimo 2014: 1.065,1 MEUR).

Entwicklung der Brutto- und Nettoliquidität

Zusätzlich zur hohen Nettoliquidität standen der ANDRITZ-GRUPPE per Jahresende 2015 folgende Kredit- und Avallinien für Vertragserfüllungen, Anzahlungen, Gewährleistungen etc. zur Verfügung:

  • Kreditlinien: 188 MEUR, davon 102 MEUR ausgenutzt
  • Avallinien: 5.995 MEUR, davon 2.971 MEUR ausgenutzt
Aktiva
1.844,7
MEUR
2.573,9
MEUR
1.359,4
MEUR
Langfristiges
Vermögen: 32%
Sonstiges kurz
fristiges Vermögen: 44%
Flüssige Mittel und Wertpapiere
des Umlaufvermögens: 24%
Passiva
1.215,6
MEUR
483,3
MEUR
827,8
MEUR
3.251,3
MEUR
Summe Eigenkapital
inkl. nicht beherrschende
Anteile: 21%
Finanzver
bindlich
keiten: 8%
Sonstige
langfristige
Verbindlich
keiten: 14%
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten: 57%

Auf der Aktivseite waren per 31. Dezember 2015 Sachanlagen (715,4 MEUR), Firmenwerte (528,5 MEUR) und immaterielle Vermögenswerte (203,4 MEUR) die bedeutendsten Positionen im Bereich des langfristigen Vermögens (1.844,7 MEUR). Zu den wichtigsten Positionen des sonstigen kurzfristigen Vermögens von 2.573,9 MEUR zählen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inklusive Forderungen aus Aufträgen (1.446,4 MEUR), die nach der Percentage-of-Completion-Methode (Umsatz- und Ergebnisrealisierung nach Projektfortschritt) bilanziert werden, sowie Vorräte (665,4 MEUR).

Passivseitig inkludieren die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (3.251,3 MEUR) vor allem erhaltene An- und Teilzahlungen aus ebenfalls nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanzierten Aufträgen (1.313,7 MEUR), Rückstellungen (524,1 MEUR) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (478,5 MEUR). In den sonstigen Verbindlichkeiten (910,1 MEUR) sind ausstehende Rechnungen für auftragsbezogene Kosten (470,8 MEUR) sowie Urlaubsverpflichtungen und sonstige Personalverbindlichkeiten (220,0 MEUR) die bedeutendsten Positionen. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten von insgesamt 827,8 MEUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen (606,3 MEUR) und Passive latente Steuern (159,2 MEUR).

Weitere Informationen zu Rückstellungen sind im Konzernanhang Kapitel "J) Erläuterungen zur Bilanz" ersichtlich.

Investitionen

Die Investitionen in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 2015 101,4 MEUR und lagen damit etwas unter dem Niveau des Vorjahrs (2014: 106,5 MEUR). Die Investitionen verteilen sich wie folgt auf die Geschäftsbereiche:

Die Investitionsschwerpunkte betrafen – wie in den Vorjahren – insbesondere Modernisierungen von Fertigungsstätten sowie vereinzelte Erweiterungsinvestitionen. Bei den Neuinvestitionen ist der Bau des Engineering Centers sowie des Formhärtezentrums für Schuler in Göppingen, Deutschland, nennenswert.

Cashflow

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug 179,4 MEUR und lag damit deutlich unter dem Vorjahresvergleichswert (2014: 342,1 MEUR). Der Rückgang ist vor allem auf projektbedingte Veränderungen des Nettoumlaufvermögens (Reduktion der Verbindlichkeiten, Erhöhung der Forderungen) zurückzuführen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -57,2 MEUR (2014: -85,3 MEUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -302,0 MEUR (2014: -50,9 MEUR). Die starke Veränderung resultiert hauptsächlich aus der Tilgung einer Unternehmensanleihe der ANDRITZ AG im Februar 2015 (Nominale: 150 MEUR) und aus höheren Dividendenzahlungen (-103,2 MEUR in 2015 vs. -51,9 MEUR in 2014).

Weitere wichtige Kennzahlen im Überblick

Einheit 2015 2014* 2013 2012 2011
Umsatzrendite1) % 5,8 5,0 1,6 6,5 6,8
EBITDA2) MEUR 534,7 472,0 255,2 418,6 386,2
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) MEUR 369,1 295,7 89,8 334,5 312,7
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 376,4 299,4 80,3 330,4 321,7
Konzernergebnis
(vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) MEUR 270,4 210,0 53,2 241,3 231,5
Free Cashflow3) MEUR 85,0 245,8 -11,5 239,7 361,1
Free Cashflow je Aktie4) EUR 0,8 2,4 -0,1 2,3 3,5
Eigenkapitalrentabilität5) % 31,0 28,8 8,6 32,0 34,3
Gesamtkapitalrentabilität6) % 6,4 4,9 1,6 6,5 6,8
Nettoverschuldung7) MEUR -601,6 -659,4 -585,0 -1.053,3 -1.198,4
Nettoumlaufvermögen8) MEUR -182,1 -570,9 -539,4 -631,8 -639,2
Capital employed9) MEUR 736,7 387,0 443,6 -36,5 -128,6
Verschuldungsgrad10) % -49,5 -63,5 -62,9 -101,9 -127,6

* Angepasst, siehe Konzernanhang Kapitel "C) Angaben zu Anpassungen aus früheren Perioden".

1) Ergebnis vor Zinsen und Steuern/Umsatz 2) Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 3) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen plus Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 4) Free Cashflow/Aktiengesamtzahl 5) Ergebnis vor Steuern/Summe Eigenkapital 6) Ergebnis vor Zinsen und Steuern/Bilanzsumme 7) Verzinsliches Fremdkapital inkl. Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie Schuldscheindarlehen 8) Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Wertpapiere des Umlaufvermögens, Zahlungsmittel und Schuldscheindarlehen) abzüglich sonstige langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen) 9) Nettoumlaufvermögen plus immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 10) Nettoverschuldung/Summe Eigenkapital

Wichtige Akquisitionen

Der zu ANDRITZ gehörende Schuler-Konzern unterzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Vertrag zum Erwerb eines 51%-Anteils am chinesischen Pressen- und Werkzeugmaschinenhersteller Yangzhou Metal Forming Machine Tool Co., Ltd. (Yadon). Yadon ist einer der führenden Hersteller von mechanischen Pressen in China und erzielt einen Jahresumsatz von rund 120 Millionen Euro. Der Kauf erfolgte mit Zustimmung der Kartellbehörden; das Closing der Transaktion wird für das Ende des 1. Quartals 2016 erwartet. Yadon mit Sitz in Yangzhou, Provinz Jiangsu, rund 300 Kilometer nördlich von Shanghai gelegen, beschäftigt an drei Standorten in China rund 1.000 Mitarbeiter. Zu den wesentlichen Kundensegmenten, die Yadon bedient, gehören die Haushaltsgeräteindustrie, die Metall verarbeitende Industrie und die Automobilzulieferindustrie.

Weiters erwarb ANDRITZ die Firma Euroslot KDSS mit Hauptsitz in Scorbé Clairvaux, Frankreich, inklusive der Tochtergesellschaften in China und Indien. ANDRITZ Euroslot plant und fertigt Ausrüstungen für die Filtration und Fest-Flüssig-Trennung in der Zellstoff- und Papierindustrie, der Wasser- und Abwasseraufbereitung und in weiteren Industrieanwendungen.

Darüber hinaus übernahm ANDRITZ den restlichen 25,67%-Anteil an ANDRITZ HYDRO S.A., Brasilien.

Weitere Informationen zu Akquisitionen sind im Konzernanhang Kapitel "E) Akquisitionen" ersichtlich.

RISIKOMANAGEMENT/UNTERNEHMENSRISIKEN

Die ANDRITZ-GRUPPE ist ein global agierendes Unternehmen, das eine Vielzahl verschiedenster industrieller Märkte und Kunden beliefert. Als solches ist die Gruppe gewissen allgemeinen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. ANDRITZ verfügt über ein konzernweites Kontroll- und Steuerungssystem, dessen Hauptaufgabe es ist, entstehende Risiken bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren, um nach Möglichkeit rasch Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bzw. die Finanzberichterstattung liegt in der Verantwortung des Vorstands. Dazu wurden sowohl für die wesentlichen Geschäftsrisiken innerhalb der Gruppe als auch für den Finanzberichterstattungsprozess gruppenweit verbindlich anzuwendende Regelungen und Richtlinien verabschiedet.

Das Rechnungswesen und die darin integrierte Finanzbuchhaltung sind dem Vorstand unterstellt. Durch organisatorische Maßnahmen wird sichergestellt, dass die gesetzliche Vorgabe, dass die Eintragungen in die Bücher und die sonstigen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu erfolgen haben, erfüllt wird. Der gesamte Prozess von der Beschaffung bis zur Zahlung unterliegt Richtlinien, die wesentliche damit in Zusammenhang stehende Risiken minimieren sollen. Zu diesen Maßnahmen und Regeln zählen unter anderem Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen, ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigungen für Zahlungen sowie systemunterstützte Prüfungen durch die verwendete Finanzsoftware (SAP).

Durch ein standardisiertes, konzernweites Finanzberichtswesen sowie durch sofortige, anlassbezogene Berichterstattung über bedeutende Ereignisse soll sichergestellt werden, dass der Vorstand angemessen über alle relevanten Sachverhalte in der Gruppe informiert wird. Der Aufsichtsrat wird in zumindest einer pro Quartal stattfindenden Aufsichtsratssitzung über den laufenden Geschäftsgang inklusive operative Planung und mittelfristige Strategie des Konzerns unterrichtet, in besonderen Fällen wird der Aufsichtsrat auch unmittelbar informiert. Darüber hinaus erhält der Vorsitzende des Aufsichtsrats einen monatlichen Bericht mit den wichtigsten Finanzkennzahlen einschließlich Kommentaren. In den Prüfungsausschusssitzungen wird unter anderem auch das interne Kontroll- und Risikomanagement behandelt.

Die Interne Revision, die als Stabsstelle des Vorstands eingerichtet ist, auditiert konzernweit einzelne Prozesse oder Gesellschaften anhand eines jährlich festgelegten Prüfplans sowie in besonderen Anlassfällen.

Finanzielle Risiken

ANDRITZ verfügt über ein gruppenweites Risikomanagementsystem, mit dem Risikopotenziale erkannt und Gegenmaßnahmen getroffen werden sollen. Es stellt ein wichtiges Element in der aktiven Unternehmenssteuerung dar.

Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings innerhalb der gesamten ANDRITZ-GRUPPE. Kontinuierliches Controlling und regelmäßiges Reporting sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass größere Risiken früh erkannt und wenn notwendig Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Überwachungs und Risikokontrollsysteme effektiv genug sind.

Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beziehen sich vor allem auf die Abhängigkeit der Gruppe von der allgemeinen Konjunkturentwicklung und der Entwicklung der von ihr bedienten Industrien, auf den Erhalt von Großaufträgen und auf die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse aus dem hohen Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen unerwartete Kostensteigerungen wesentliche Risiken dar, insbesondere bei sogenannten Turnkey- oder EPC-Aufträgen, bei denen die Gruppe zusätzlich zur Lieferung von ANDRITZ-Ausrüstungen und -Systemen auch die Verantwortung für Engineering, Bau und Montage von Anlagen übernehmen kann. Siehe dazu unten "Risiken in Verbindung mit Großaufträgen und anderen Verträgen".

Die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euroländer und die unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung (insbesondere in Europa und in einzelnen Emerging Markets, vor allem in Brasilien, Russland und China) bedeuten ebenso ein ernstes Risiko für die finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE. Eine neuerliche signifikante Schwäche der Weltwirtschaft bzw. eine deutliche Wirtschaftsverlangsamung in einer der wesentlichen Wirtschaftsregionen könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge und zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe auswirken könnte.

Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firmenwerte könnte die Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele für diese Firmen nicht erreicht werden können. Abgesehen davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für einen Großteil der Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken und durch Abschluss von Exportversicherungen reduziert. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es einzelne Zahlungsausfälle gibt, die im Eintrittsfall einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe haben. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls umfassend versichert. Nicht immer sind jedoch die Voraussetzungen für eine vollständige Absicherung gegeben. Zur Transparenz hinsichtlich finanzieller Risiken bei Projekten und der raschen Möglichkeit zur Gegensteuerung wurde ein quartalsweises Credit-Risk-Reporting an den Vorstand implementiert. Dabei werden das maximal erwartete ungedeckte Kundenausfallsrisiko für Aufträge mit einem Auftragswert von über einer Million Euro, die nach Projektfortschritt (Percentage-of-completion – POC) abgerechnet werden, und das Rating der Kunden dargestellt.

Gegenüber ANDRITZ HYDRO S.A., Brasilien, wurde von den brasilianischen Finanzbehörden aufgrund der früheren Minderheitsbeteiligung von Inepar eine wirtschaftliche Zugehörigkeit der Gesellschaft zur Inepar-Gruppe im Hinblick auf steuerliche und arbeitsrechtliche Verhältnisse angenommen. Daraus abgeleitet könnte eine gesamtschuldnerische Haftung für bestehende Steuerforderungen sowie Arbeitnehmerforderungen von Mitarbeitern der Inepar-Gesellschaften gegenüber Inepar gegen die ANDRITZ HYDRO S.A. geltend gemacht werden. ANDRITZ ficht die arbeitsrechtlichen Forderungen in mehreren arbeitsgerichtlichen Verfahren vehement an. Die ebenfalls angefochtenen Steuerverfahren sind mittlerweile aufgrund einer Teilnahme von Inepar an einem staatlichen Steueramnestieprogramm (REFIS) ausgesetzt. Falls Inepar die Verpflichtungen im Rahmen des REFIS-Programms nicht einhält, könnten die Steuerverfahren gegen ANDRITZ HYDRO S.A. wieder aufgenommen werden.

Zur bestmöglichen Reduktion der finanziellen Risiken sowie zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition hat die ANDRITZ-GRUPPE umfassende Treasury-Richtlinien und ein transparentes Informationssystem implementiert.

Die ANDRITZ-GRUPPE ist hinsichtlich Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über hohe Liquiditätsreserven. Die Gruppe vermeidet es, von einer einzigen Bank oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (Zahlungsmittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Durch diese Diversifikation versucht ANDRITZ, das Kontrahentenrisiko bestmöglich zu minimieren. Dennoch würde die Insolvenz einzelner oder mehrerer Banken einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung und das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE haben. Darüber hinaus kann eine Verschlechterung der Einschätzung der Bonität von ANDRITZ durch mehrere Banken den finanziellen Spielraum von ANDRITZ, insbesondere im Hinblick auf zu erstellende Avale, einschränken. Liquidität bedeutet für die ANDRITZ-GRUPPE nicht nur die Zahlungsfähigkeit im engeren Sinn, sondern auch die Verfügbarkeit von Avalen. Die operative Tätigkeit erfordert die laufende Bereitstellung von Bietungs-, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs-, Performance- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften. Der finanzielle Handlungsspielraum wird damit auch durch genügend freie Avallinien bestimmt.

ANDRITZ verfolgt eine risikoaverse Veranlagungsstrategie. Geld wird weitgehend in risikoarme Finanzanlagen investiert, wie zum Beispiel in Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Geldmarktfonds, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen, einlagengesicherte Schuldscheindarlehen oder Termingelder. Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten können jedoch zu einer ungünstigen Preisentwicklung bei verschiedenen Wertpapieren, in welche die Gruppe investiert hat, oder zu deren Unhandelbarkeit führen. Dies könnte sich aufgrund notwendig werdender Abwertungen oder Wertberichtigungen negativ auf das Finanz ergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE auswirken, zudem könnte sich das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten erhöhen. Der Vorstand wird in regelmäßigen Abständen über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposures in der ANDRITZ-GRUPPE informiert.

Das Risiko eines kompletten oder teilweisen Zerfalls der Eurozone und eines damit verbundenen möglichen Zusammenbruchs der Eurowährung hat sich zwar im Jahr 2015 verringert, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Ein kompletter oder teilweiser Zerfall der Eurozone würde sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ auf die Finanz-, Liquiditäts- und Ergebnisentwicklung der Gruppe auswirken. Weitere Informationen über Unternehmensrisiken sind dem ANDRITZ-Jahresfinanzbericht 2015 zu entnehmen.

Für weitere Informationen siehe Konzernanhang Kapitel "M) Risikomanagement".

Auswirkungen von Wechselkursänderungen

Wechselkursänderungen im Zusammenhang mit der Abarbeitung des Auftragsstands werden durch die Verwendung von Devisentermingeschäften und Swaps weitgehend abgesichert. Bei in Fremdwährung fakturierten Aufträgen wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Termingeschäften gesichert. Wechselkursrisiken aus der Bilanzierung des Eigenkapitals werden nicht abgesichert.

Die Abwertung des Euro gegenüber vielen anderen Währungen könnte sich auch umrechnungsbedingt positiv auf das Eigenkapital sowie die Umsatz- und Ertragsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE auswirken (Translationseffekt).

Nicht-finanzielle Risiken

Im Bereich der Fertigung sind exakte Planung, hoher Einsatz und Flexibilität seitens der M itarbeiter wesentliche Erfolgsfaktoren, um kurze Auftragsdurchlaufzeiten und hohe Termintreue zu garantieren. ANDRITZ setzt intern auf flexible Arbeitszeitmodelle und vor allem im europäischen Raum auf einen ebenfalls flexiblen Anteil an Leiharbeitskräften, um zyklischen Auslastungsschwankungen zu begegnen. Ebenso werden durch eine gezielte Make-or-Buy-Strategie die im Projektgeschäft typischen Schwankungen in der Kapazitätsauslastung besser ausgeglichen und die vorhandenen eigenen Fertigungskapazitäten bestmöglich ausgelastet. Dabei werden prozessrelevante Schlüsselkomponenten für Anlagen und Produkte von ANDRITZ meist in eigenen Produktionsstätten gefertigt und montiert. Einfache Komponenten werden dagegen vorwiegend bei qualifizierten Lieferanten beschafft, deren Qualität und Termintreue laufend kontrolliert werden. Die ANDRITZ-GRUPPE versucht, Auslastungsschwankungen möglichst flexibel durch die Zuteilung von Aufträgen auf die einzelnen globalen Standorte sowie lokal durch den Einsatz von Leiharbeitern bestmöglich auszugleichen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es ANDRITZ immer gelingen wird, größere Schwankungen in der Kapazitätsauslastung sofort auszugleichen, was sich wiederum negativ auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe auswirken könnte. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass es ANDRITZ immer gelingt, größere Schwankungen in der Kapazitätsauslastung sofort auszugleichen, was sich widrigenfalls negativ auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe auswirken könnte.

Im Bereich Personal wurde auch im Berichtsjahr größtes Augenmerk auf die Entwicklung und Stärkung von erforderlichen Mitarbeiterressourcen gelegt. Dies umfasst im Wesentlichen das Angebot interessanter Karrieremöglichkeiten, eine leistungsorientierte Entlohnung und fokussierte Managementtrainingsprogramme. Die ANDRITZ-GRUPPE möchte für bestens ausgebildete und hoch qualifizierte Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber sein und diese langfristig an das Unternehmen binden. Hohe Qualitätsstandards im Auswahlverfahren gewährleisten, dass die am besten geeigneten Kandidaten für die jeweiligen vakanten Positionen eingestellt werden. Für Schlüsselpositionen werden laufend interne Nachfolgekandidaten identifiziert, um für kurz- und mittelfristige Nachbesetzungen ausreichend Kandidaten verfügbar zu haben.

In zahlreichen Konzerngesellschaften wurden die in jüngster Vergangenheit ausgearbeiteten, lokalen Entwicklungsprogramme für spezielle Zielgruppen (zum Beispiel für Mitarbeiter im Verkauf, im Einkauf oder für Führungskräfte in der Fertigung) intensiv weitergeführt. Der Erwartung, dass sich verstärkt Geschäftsmöglichkeiten für die ANDRITZ-GRUPPE auch in China ergeben werden, wurde dahingehend Rechnung getragen, dass der Managementausbildung in chinesischen Gesellschaften verstärktes Augenmerk geschenkt wird. Bei der Programmentwicklung wird nach Möglichkeit darauf geachtet, diese Trainings mit globalen Personalentwicklungsprogrammen zu kombinieren. Mehrere sogenannte "Change-Projekte" wurden zur Optimierung der Neuorganisation einzelner Divisionen bzw. Geschäftsbereiche durchgeführt. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass ANDRITZ frei werdende Stellen immer sofort mit Personen nachbesetzen kann, welche die Erfordernisse und Qualifikationen für die vakante Position erfüllen. Für vakante Positionen werden sowohl interne Konzernmitarbeiter als auch externe Kandidaten in Betracht gezogen.

Im Bereich Einkauf wird die finanzielle Lage von wichtigen Lieferanten regelmäßig überprüft. Das gilt auch für Aufträge ab einer festgelegten Höhe. Zusätzlich werden die Kapazitätsmöglichkeiten überprüft und wenn möglich, eine zweite Lieferoption überprüft.

Risiken in Verbindung mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung

Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise

Die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft stellt ein maßgebliches Risiko für die zukünftige finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE dar und könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Dies könnte zu einem Rückgang des Auftragseingangs der Gruppe führen. Ebenso könnte die mögliche Stornierung bestehender Aufträge auch den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen. Beides könnte sich negativ auf die zukünftige Umsatz- und Ertragsentwicklung sowie die Kapazitätsauslastung der Gruppe niederschlagen.

Branchenspezifische Risiken

Volatilität des Auftragseingangs

Einige Kundengruppen und Industrien, die ANDRITZ beliefert, sind direkt von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig und unterliegen damit häufig Nachfrageschwankungen hinsichtlich ihrer Produkte. Dies trifft vor allem auf die Geschäftsbereiche PULP & PAPER sowie METALS zu; es können jedoch alle Geschäftsbereiche davon betroffen sein. Das Preisniveau für die von ANDRITZ für diese Branchen gelieferten Anlagen und Produkte steht teilweise in direktem Zusammenhang mit dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage der Endprodukte, die mit den von ANDRITZ gelieferten Anlagen und Produkten hergestellt werden. Mögliche Preisschwankungen können daher einen direkten Einfluss auf die Investitionsentscheidungen von Kunden und in weiterer Folge auf den Auftragseingang der Gruppe haben. Dies könnte daher zu einer Volatilität in der Entwicklung des Auftragseingangs führen.

Kundenkonzentration

In vielen Abnehmerindustrien der ANDRITZ-GRUPPE ist ein Trend zu Firmenzusammenschlüssen erkennbar. Dies trifft insbesondere auf die Zellstoff- und Papierindustrie sowie die Stahlindustrie zu. Eine solche Konsolidierung könnte dazu führen, dass die Gruppe in Zukunft einer kleineren Anzahl von Kunden mit größerer Kaufkraft gegenübersteht. Die Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselkunden könnte steigen, was auch direkte Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe haben könnte.

Unsicherheiten bei zukünftigen Aufträgen

Der künftige Erfolg der Gruppe hängt unter anderem davon ab, ob neue Aufträge erhalten werden können. Es ist teilweise schwierig vorherzusagen, wann genau ein Auftrag, für den die Gruppe ein Angebot gelegt hat, vergeben wird. Die Vergabe von Aufträgen kann von Ereignissen beeinflusst werden, die nicht im Einflussbereich der Gruppe liegen, wie beispielsweise Preissituation, Nachfrage, allgemeine wirtschaftliche Bedingungen, behördliche Genehmigungen und Erhalt von Projektfinanzierungen. So kann es zu Schwierigkeiten beim Abgleich von Fixkosten und erwartetem Auftragsvolumen kommen.

Sicherheit und Umweltschutz

Die Gruppe unterliegt mit ihren Geschäftstätigkeiten zahlreichen lokalen, nationalen und internationalen Umweltvorschriften. In den Fertigungsstätten der ANDRITZ-GRUPPE werden auch gefährliche Substanzen verwendet und generiert. Weiters wurden und werden zahlreiche Grundstücke, die sich im Besitz der Gruppe befanden und/oder noch befinden, industriell genutzt. In diesen Fällen wurde und wird eine entsprechende Verbringung der Abfälle auf Deponien veranlasst. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Gruppe für die Untersuchung und Säuberung verseuchter Grundstücke haften muss. Die Geschäftsbereiche übernehmen bei bestimmten Projekten vereinzelt eine gemeinsame Haftung für Umweltrisiken.

Die ANDRITZ-GRUPPE liefert außerdem viele Systeme, bei denen Produkte und/oder Prozesse zum Einsatz kommen, die das Risiko von schwerer Verletzung, Tod – auch einer großen Anzahl von Menschen – oder bedeutender Eigentumsbeschädigung in sich bergen. In zahlreichen Systemen kommen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe zum Einsatz. Produkte von ANDRITZ werden auch im Primärkühlkreislauf von Kernkraftwerken eingesetzt. Die Gruppe bietet Montage- und sonstige Dienstleistungen auf Baustellen an, auf denen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe verwendet werden. Im Falle eines Unfalls, wie etwa des Auslaufens solcher gefährlichen Stoffe, eines Feuers oder einer Explosion, könnte die Gruppe für Sach- oder Personenschäden und die Beseitigung von Umweltschäden haften müssen.

Versicherungen

Obwohl die ANDRITZ-GRUPPE Versicherungsprogramme zur Abdeckung der für das Geschäft üblichen Risiken abgeschlossen hat, gibt es keine Garantie, dass mögliche Verluste durch diese Versicherungen vollständig abgedeckt werden, die Versicherungen schadenersatzpflichtig bzw. die Versicherungsbeträge ausreichend sind. Darüber hinaus ist die Gruppe in gewissen Industrien tätig (zum Beispiel in der Raumfahrt und Nuklearindustrie), für die Risiken nicht versicherbar sind bzw. nicht immer alle Voraussetzungen gegeben sind, um Versicherungen abschließen zu können. Jegliche substanzielle Verbindlichkeit, die nicht durch Versicherungen gedeckt ist, könnte daher eine wesentliche negative Auswirkung auf die finanzielle Situation der Gruppe haben.

Risiken in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit der Gruppe

Währungen

Die Gruppe verfügt über Niederlassungen und Tochtergesellschaften in vielen Ländern außerhalb des Euroraums. Ein beträchtlicher Teil des Umsatzes bzw. der Kosten wird nicht in Euro, sondern in anderen Währungen, vor allem US-Dollar, abgerechnet. Die Währungen in diesen Ländern können erheblichen Wechselkursschwankungen unterliegen. Währungsrisiken im Zusammenhang mit Aufträgen, die nicht in Euro fakturiert werden, werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – insbesondere Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert.

Obwohl die Gruppe bestrebt ist, die Nettowährungsposition von nicht in Euro fakturierten Aufträgen durch den Abschluss von Termingeschäften abzusichern, können sich Währungsschwankungen mit Wechselkursverlusten im Konzernabschluss niederschlagen. Die Entwicklung der Wechselkurse kann sich auch auf den in Euro umgerechneten Umsatz und das Ergebnis der Gruppe negativ auswirken. Wechselkursänderungen können auch dazu führen, dass sich die Position von ANDRITZ gegenüber der Konkurrenz verändert, obgleich viele Mitbewerber von ANDRITZ ihren Firmensitz ebenfalls im Euroraum haben. Da einige der größeren ANDRITZ-Kunden ihren Hauptsitz außerhalb des Euroraums haben, können Wechselkursänderungen zu einer Verzögerung von Projektentscheidungen durch diese Kunden führen. Ebenso ist das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE nicht abgesichert und könnte durch Wechselkursänderungen beeinflusst werden.

Wettbewerbsposition

Die ANDRITZ-GRUPPE agiert in sehr wettbewerbsintensiven Märkten, in denen einige wenige große Anbieter um einige wenige Großaufträge bieten. Darüber hinaus gibt es lokal eine Vielzahl von kleinen konkurrierenden Unternehmen, die über eine vergleichsweise niedrige Kostenbasis verfügen. Diese Wettbewerbssituation wirkt sich negativ auf die Umsatzmargen der Gruppe aus. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Gruppe ihre derzeitige Marktposition auch in Zukunft halten kann.

Da die Wettbewerbsposition der Gruppe auch auf proprietären Technologien beruht, kann die durch das digitale Zeitalter begünstigte Zunahme von Produktpiraterie und Industriespionage und die damit einhergehende erhöhte Piraterie von geistigem Eigentum ebenfalls negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition der Gruppe haben. Die Gruppe bemüht sich, ihr geistiges Eigentum zu schützen, es gibt allerdings keine Garantie, dass dies immer ausreichend gelingt.

Akquisition und Integration von komplementären Geschäftsfeldern

Eines der wesentlichen strategischen Ziele der ANDRITZ-GRUPPE besteht darin, durch organisches Wachstum und komplementäre Akquisitionen in allen Geschäftsbereichen zum Komplettanbieter zu werden. In Umsetzung dieser Strategie akquirierte die Gruppe seit 1990 eine Reihe von weltweit tätigen Unternehmen und gliederte diese in den Konzern ein.

Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die Gruppe auch künftig in der Lage sein wird, geeignete Akquisitionsziele zu identifizieren und zu erwerben, dass überhaupt geeignete Unternehmen zur Verfügung stehen und ausreichend Finanzmittel für Akquisitionen aufgebracht werden können. ANDRITZ war bei der Integration neuer Unternehmen bisher erfolgreich. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die angestrebten Ziele und Synergien bei allen zukünftigen Akquisitionen (wie auch bei der derzeit laufenden Integrationen der zuletzt akquirierten Unternehmen) vollständig erreicht werden, oder dass die Gruppe sich nicht neuen oder Altlastrisiken ausgesetzt sieht, die nicht identifiziert oder nicht exakt evaluiert wurden.

Der 2013 erworbene Schuler-Konzern erzielt rund 80% des Umsatzes in der Automobilindustrie, die in der Regel starken zyklischen Schwankungen ausgesetzt ist. Mögliche negative zyklische Schwankungen können daher eine negative Auswirkung auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Schuler-Konzerns und damit auf die ANDRITZ-GRUPPE haben.

Gerichtsverfahren

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hat die ANDRITZ-GRUPPE in zahlreichen Verfahren bei Verwaltungsbehörden, Gerichten und Schiedsgerichten Parteienstellung. Der Großteil dieser Verfahren (wie beispielsweise Vertrags- und Projektstreitigkeiten, Produkthaftungsklagen und Verfahren im Bereich geistiges Eigentum) kann als typisch für die Branche, in der die Gruppe tätig ist, angesehen werden. Die ANDRITZ - GRUPPE bildet in Fällen, bei denen ein negativer Ausgang von Verfahren wahrscheinlich erscheint und zuverlässige Schätzungen gemacht werden können, entsprechende Rückstellungen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass diese Rückstellungen ausreichend sind. In Anbetracht der Risikosummen in einigen dieser Streitfälle kann ein für ANDRITZ negativer Ausgang einer oder mehrerer dieser Rechtsstreitigkeiten zu einer wesentlichen negativen Auswirkung auf Ergebnis und Liquiditätsbestand der Gruppe führen.

Der Bereich Produkthaftung inkludiert einige Fälle wegen mutmaßlicher Körperverletzungen und/oder Todesfälle aufgrund Asbestbelastungen. Zwei Tochtergesellschaften der ANDRITZ-GRUPPE sind Beklagte in 51 Asbestverfahren in den USA (Stand per 31. Dezember 2015; 66 Asbestverfahren per 31. Dezember 2014), in die insgesamt 431 Kläger involviert sind (445 Kläger per 31. Dezember 2014). Alle Verfahren betreffen Forderungen gegenüber einer großen Anzahl von Beklagten. ANDRITZ ist der Ansicht, dass keine der beiden Tochtergesellschaften in diesen Fällen haftbar gemacht werden kann und beide Tochtergesellschaften haben vor, jede der Klagen nachdrücklich anzufechten.

Compliance-Fragen

In Österreich und in anderen Ländern, in denen die ANDRITZ-GRUPPE tätig ist, ist eine Reihe von rechtlichen Compliance-Bestimmungen, inklusive kartellrechtliche Bestimmungen und Antikorruptionsgesetze, einzuhalten. Die Gruppe hat ein Compliance-Komitee zur Überwachung der Compliance-Tätigkeiten eingerichtet sowie eine Reihe interner Richtlinien festgelegt, darunter geltende Richtlinien zur Verhinderung von Insider-Trading, von Verstößen gegen Kartellgesetze und Antikorruptionsgesetze sowie einen Kodex über Geschäftsverhalten und Geschäftsethik. Zwar ist die Gruppe bestrebt, die Einhaltung dieser Richtlinien durch eine Vielzahl von Maßnahmen sicherzustellen, doch gibt es keine Garantie, dass es nicht zu Verstößen kommen wird oder

gekommen ist. Derartige Verstöße könnten die Finanzlage und den Ruf der Gruppe nachhaltig schädigen bzw. auch zu Stornierungen von bestehenden Aufträgen führen.

Risiken in Verbindung mit Großaufträgen und anderen Verträgen

Zahlungsrisiko durch Kunden

Ein Großteil der Geschäftsbereiche der ANDRITZ-GRUPPE hat Projekte mit hohem Auftragswert abzuwickeln. Die Nichteinhaltung von Zahlungsverpflichtungen durch Kunden im Rahmen solcher Großprojekte kann sich nachteilig auf die Finanz- und Liquiditätsposition der Gruppe auswirken. Die ANDRITZ-GRUPPE versucht, diese Risiken durch Besicherung von Zahlungen durch Banken und Exportkreditversicherungen zu beschränken. Auch im Fall des Abschlusses einer Exportkreditversicherung sind jedoch für gewöhnlich nur bis zu 85% des Verkaufspreises abgedeckt. Nicht immer sind allerdings auch die Voraussetzungen für eine vollständige Absicherung gegeben. Darüber hinaus ist ein Großteil des Servicegeschäfts nicht oder nur teilweise durch Bankgarantien abgesichert. Mögliche Zahlungsausfälle aus diesen Geschäften sollen durch die Implementierung einer Pauschalversicherung auf ein Minimum reduziert werden. Schlechter werdende gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass einige Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber ANDRITZ nicht nachkommen können.

Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilw eise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Risiko durch Projekte

Im Zusammenhang mit Lieferungen von Ausrüstungen und Serviceleistungen ist die ANDRITZ-GRUPPE häufig vertraglich verpflichtet, Leistungs- und Termingarantien abzugeben. Werden die garantierten Leistungen nicht erreicht oder Termine nicht eingehalten, sind üblicherweise gestaffelte Vertragsstrafen zu leisten oder auf Kosten der Gruppe Änderungen an den gelieferten Teilen zu erbringen. Bleibt die Anlagenleistung weit hinter den garantierten Werten zurück, werden Termine deutlich überschritten oder akzeptiert der Kunde die Übernahme der Anlage aus sonstigen Gründen nicht, könnte der Kunde das Recht haben, vom Vertrag zurückzutreten und den Vertragsgegenstand bei vollem Kosten- und Schadenersatz an ANDRITZ zurückzugeben. Ein solcher Fall könnte die Finanzentwicklung der Gruppe nachteilig beeinflussen.

Kostenüberschreitungen

Viele der Aufträge, die ANDRITZ abwickelt, basieren auf langfristigen Fixpreisverträgen. Umsatz und Margen können bei Fixpreisverträgen, zum Beispiel wegen Änderungen bei Kosten (vor allem schwankenden Materialkosten), von ursprünglichen Kalkulationen abweichen, insbesondere bei Projekten, die das Engineering und den Bau gesamter Anlagen umfassen.

Da die Gruppe gewisse Teile einer zu liefernden Anlage von Unterlieferanten bezieht, kann es vorkommen, dass ein Angebot ohne genaue Kenntnis der Preise der zugekauften Teile gelegt werden muss. Obwohl ANDRITZ bei der Kalkulation auf Erfahrungswerte und Angebote potenziel ler Lieferanten zurückgreifen kann, ist es möglich, dass diese Kalkulationen nicht immer exakt sind. Die Gruppe hat aus diesem Grund bei e inigen vergangenen Projekten erhebliche Verluste erlitten. Derartige Probleme und Verluste können auch zukünftig auftreten und die finanzielle Entwicklung der Gruppe negativ beeinflussen.

Risiko durch EPC-/Turnkey-Verträge

Bei einzelnen Projekten übernimmt ANDRITZ – zusätzlich zur Lieferung von Ausrüstungen und Systemen von ANDRITZ – auch die Verantwortung für das gesamte Engineering und/oder die Errichtung und den Bau von Fabriken. Diese Verträge bergen neben den oben angeführten Risiken auch Risiken in sich, die sich aus größerer Vorort-Verantwortung ergeben; das sind beispielsweise Umweltrisiken, Risiken in Bezug auf die lokalen Arbeitsbedingungen oder Risiken, die mit der Geologie, mit dem Bau und der Errichtung der Anlagen zu tun haben. Darüber hinaus ist die Gruppe auch Risiken in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Drittparteien ausgesetzt, die bei diesen Projekten mit Bau-, Montage- und Engineering-Leistungen beauftragt werden (z. B. Streiks oder andere Arbeitsunterbrechungen, die zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme führen, oder Nichteinhaltung von Terminen). Die Gruppe hat zur Minimierung dieser EPC-Risiken Risikomanagementsysteme implementiert, die – soweit vertraglich möglich – unter anderem den Abschluss von Versicherungen, die Festsetzung bestimmter vertraglicher Klauseln und standardisierte Abläufe beim Projektmanagement umfassen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass diese Systeme ausreichend sind, um negative finanzielle Auswirkungen zu verhindern. Die Gruppe hat diesbezüglich bei bestimmten früheren Projekten große Verluste gemacht, und ähnliche Schwierigkeiten und Verluste könnten auch künftig auftreten und eine negative Auswirkung auf die finanzielle Situation der Gruppe haben.

Konsortialrisiken

Bei vielen EPC- und anderen Projekten übernimmt die ANDRITZ-GRUPPE gemeinsam mit Drittparteien eine Reihe von gemeinsamen Risiken. Obwohl die Gruppe bestrebt ist, dass die Risiken aus solchen Projekten klar zugeordnet werden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Gruppe dabei immer erfolgreich ist. Darüber hinaus kann der Fall, dass ein Konsortialpartner seinen Verbindlichkeiten (inklusive Schadenersatz gegenüber der Gruppe) nicht nachkommen kann, eine bedeutende negative Auswirkung auf die Geschäftsergebnisse und die Liquiditätssituation der Gruppe haben.

Haftungsbeschränkungen

Haftungen, die sich aus Verträgen der Gruppe ergeben, können Haftungen bezüglich eines Gewinnentgangs von Kunden und andere Haftungen beinhalten, die den jeweiligen Vertragswert erheblich überschreiten können. Die ANDRITZ-GRUPPE ist bestrebt, in Verträgen entsprechende Haftungsbeschränkungen festzulegen; es kann jedoch keine Garantie dafür geben, dass in allen Verträgen ausreichende Haftungsbeschränkungen enthalten sind, oder dass Haftungsbeschränkungen im jeweils anzuwendenden Recht durchsetzbar sein werden.

Verträge mit staatlichen Stellen

Bei diversen Projekten der Geschäftsbereiche sind staatliche Stellen die Auftraggeber. In Zusammenhang mit diesen Projekten kann die Gruppe den oben beschriebenen Leistungs-, Haftungs- und EPC-/Turnkey-Risiken in verstärktem Maße unterliegen, weil es der Gruppe aufgrund des Erfordernisses öffentlicher Aus schreibungen und lokaler Gesetze eventuell nicht immer möglich ist, ihre angestrebten vertraglichen Absicherungen zu erreichen.

Risiken in Verbindung mit den Kapitalmärkten

Abhängigkeit von der Entwicklung internationaler Finanzmärkte

Die Entwicklung des ANDRITZ-Aktienkurses ist nicht nur von unternehmensspezifischen Faktoren, sondern auch von Kursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten abhängig. Starke Kursschwankungen und starke Volatilität an den wichtigsten Wertpapierbörsen können den Kurs der ANDRITZ-Aktie negativ beeinflussen.

Empfehlungen von Analysten

Als börsennotiertes Unternehmen wird die ANDRITZ-GRUPPE regelmäßig von Finanzanalysten und institutionellen Investoren bewertet. Kauf- und Verkaufsempfehlungen von Analysten und darauf basierende Investitionsentscheidungen durch Aktionäre können erhebliche Kursschwankungen der ANDRITZ-Aktie bewirken. ANDRITZ ist bemüht, unbegründete Kursschwankungen durch offene und transparente Informationspolitik und durch gute Beziehungen zu den Aktionären und anderen Teilnehmern am Kapitalmarkt zu vermeiden.

Aktiver Handel mit ANDRITZ-Aktien

Der hohe Anteil des Streubesitzes der ANDRITZ-Aktien (knapp 70%) und die umfassenden Investor-Relations-Tätigkeiten haben zu einem aktiven Handel mit ANDRITZ-Aktien an der Wiener Börse geführt. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass dieser aktive Handel auch in Zukunft anhalten wird. Sollte dies nicht der Fall sein, hätte dies negative Auswirkungen auf die Liquidität und den Kurs der ANDRITZ-Aktie; Investoren könnten ihre Aktien nicht zu einem für sie angemessenen Preis verkaufen. Ein Ausbleiben des aktiven Handels oder eine größere Veränderung der Marktkapitalisierung könnte weiters dazu führen, dass die ANDRITZ-Aktie aus verschiedenen internationalen Branchen- und Börsenindices, zum Beispiel dem ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, oder anderen Indices, gestrichen wird. Dies könnte zu größeren Kursveränderungen der ANDRITZ-Aktie führen.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Fertigung

Bedingt durch eine zufriedenstellende Entwicklung des Auftragsstands war das Jahr 2015 im Bereich der Fertigung von einer guten Kapazitätsauslastung geprägt. An den ANDRITZ-Fertigungsstandorten konnten die geplanten Budgetwerte erreicht und in vielen Standorten auch überschritten werden.

Die Investitionen im Bereich der Fertigung konzentrierten sich – wie auch schon in den Vorjahren – auf Qualitätsund Effizienzmaßnahmen der Produktionskapazitäten sowohl in den Emerging Markets Asiens und Osteuropas (insbesondere in Ungarn und der Slowakei) als auch an den bestehenden Standorten in Mitteleuropa und Nordamerika.

Personalwesen

Die ANDRITZ-GRUPPE beschäftigte per Ende 2015 24.508 Mitarbeiter (-1,4% versus 31. Dezember 2014: 24.853 Mitarbeiter).

Group Human Resources ist gruppenweit für die Koordination und Planung der wesentlichen Personalprozesse verantwortlich. Die wichtigsten Aufgaben des Bereichs sind die Nachfolgeplanung und Nachbesetzung von vakant gewordenen Schlüsselpositionen. Ziel ist es, ein attraktives Arbeitsumfeld, gerechte Entlohnung und chancengleiche Entwicklung für alle Mitarbeiter zu schaffen. In gruppenweiten Programmen werden interne Nachfolgekandidaten gesucht und deren individueller Karriereweg gefördert. Das "ANDRITZ Global Talent Program" soll sicherstellen, dass die Stärken von Nachwuchstalenten gezielt und bedarfsorientiert unterstützt und entwickelt werden können. Es fokussiert die Unternehmens- und Mitarbeiterführung in einem globalen Umfeld unter besonderer Berücksichtigung von interkulturellen Kompetenzen. Damit wurde in den vergangenen Jahren der Anteil an internen Nachfolgekandidaten deutlich erhöht. Neben globalen Personalentwicklungsmaßnahmen gibt es in der ANDRITZ-GRUPPE mehrere regionale Programme zur Förderung der Potenziale der Mitarbeiter. Das "Austrian Young Talent Program" zum Beispiel dient der Förderung der Potenziale von Nachwuchsführungskräften, um eine Gruppe von Kandidaten für die zukünftige Übernahme von Schlüsselpositionen aufzubauen.

ANDRITZ unterstützt seine Mitarbeiter, um Beruf und Familie bestmöglich vereinbaren zu können. So werden z. B. für Mitarbeiter mit Kindern flexible Teilzeitmodelle angeboten. Zudem wird am Standort Graz ein Betriebskindergarten betrieben.

Ein wichtiger Fokus liegt auch auf der Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter, vor allem auf präventiven Maßnahmen im physischen und mentalen Bereich. Zahlreiche Beschäftigte profitieren im Rahmen von Initiativen, Seminaren und Workshops zum Thema Gesundheit, die an ANDRITZ-Standorten weltweit angeboten werden.

2015 wurden an ANDRITZ-Standorten auch sicherheitsrelevante Maßnahmen für das Personal durchgeführt, bei denen die Mitarbeiter unter anderem zu den Themen Arbeitssicherheit, Abfalltrennung sowie Brandschutz unterwiesen und informiert wurden.

Umweltschutzbelange

Die ANDRITZ-GRUPPE leistet mit einer Vielzahl an innovativen Produkten und Serviceleistungen einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt, zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Steigerung der Energieeffizienz. Auch in der Fertigung dieser Produkte stehen die Reduktion von möglichen Umweltauswirkungen und die Schonung natürlicher Ressourcen an oberster Stelle. Der Fokus der Umweltschutzmaßnahmen lag insbesondere auf der Einsparung von Energie durch den Tausch von Fenstern, die Isolierung von Fassaden und Rohrleitungen, durch die Modernisierung der Heizungssysteme sowie durch Reduktion von Standzeiten von Fertigungsanlagen. Die Reduktion von CO2-Emissionen konnte durch laufenden Austausch von alten Transportfahrzeugen durch neue Fahrzeuge mit Hybridtechnik sowie durch den schrittweisen Einsatz von energiesparenden und kosteneffizienten Leuchtmitteln für Büros und Fertigungshallen erzielt werden. Wichtige Investitionen wurden auch mit der laufenden Erneuerung des Maschinenparks getätigt, die zur Steigerung der Energieeffizienz an den Fertigungsstandorten führten. Zahlreiche Initiativen im Bereich Müllvermeidung, Abfalltrennung und Recycling an den weltweiten ANDRITZ-Standorten leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) für neue Prozesse und Produkte wendete die ANDRITZ-GRUPPE im Berichtsjahr 88,5 MEUR auf (2014: 84,3 MEUR). Inklusive auftragsbezogener Arbeiten betrugen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen rund 3% des Umsatzes.

Wesentliche Schwerpunkte bei der Entwicklung neuer und innovativer Technologien sind erhöhter Umweltschutz, die Verminderung des Energie- und Ressourceneinsatzes bei der Produktion sowie die Verlängerung des Lebenszyklus von Maschinen und Anlagen. Damit unterstützt ANDRITZ seine Kunden weltweit, Umweltauflagen bestmöglich zu erfüllen und gleichzeitig durch Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen ökonomischen Mehrwert zu schaffen. Oft werden auftragsbezogene Entwicklungsarbeiten in Zusammenarbeit mit den Kunden durchgeführt.

Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nach Geschäftsbereichen HYDRO

Die ersten Pilotprojekte mit Erregungs- und Schutzmodulen des Automatisierungssystems HIPASE wurden erfolgreich in Betrieb genommen. Diese Automatisierungsplattform ist ein weltweit einzigartiger Neuansatz zur Vereinheitlichung unterschiedlicher Gerätespezifikationen (für den elektrischen Schutz, den Spannungsregler und die Synchronisiereinrichtung) sowie zur Anwendung der neuesten und modernsten Hard- und Softwaretechnologien. Durch HIPASE können Kosten und Aufwand für den Einbau und den Anlagenbetrieb signifikant reduziert werden.

Vor dem Hintergrund steigender Stromerzeugung auf Basis von Windkraft und Sonnenergie, vor allem in Europa, ist Flexibilität im Anlagenbetrieb die wichtigste Voraussetzung für die Stromversorgung. Wasserkraftwerke leisten einen wesentlichen Beitrag zur Balance von Stromangebot und -nachfrage, indem sie die Schwankungen wetterabhängiger Energieträger ausgleichen. Gleichzeitig sind sie, weil eher auf kontinuierlichen Betrieb ausgelegt, aufgrund häufiger Start-Stoppmanöver auch höheren Belastungen ausgesetzt. ANDRITZ HYDRO hat ein neues Rechentool entwickelt, um die Ermüdung hoch beanspruchter Komponenten zu berechnen und deren Lebensdauer zu bestimmen. Zudem werden Kunden, die ältere Generatoren betreiben, durch Beratung und gezielte Serviceangebote unterstützt, die neuen Herausforderungen zu erfüllen und einen fortgesetzten sicheren Anlagenbetrieb garantieren zu können.

Für das geplante Gezeitenlagunen-Wasserkraftwerksprojekt in der Bucht von Swansea wurde eine neue Rohrturbine entwickelt. Diese verfügt über Laufradschaufeln, die man um mehr als 180 Grad verstellen kann und Leitschaufeln, die um mehr als 120 Grad geöffnet werden können, damit Wasser ungehindert in beiden Richtungen fließen kann. Die Turbine arbeitet sowohl als Pumpe wie auch als Turbine bei variabler Drehzahl. Dadurch wird die Jahresenergieleistung so optimiert, dass die Gezeitenlagunentechnik eine wirtschaftlich wettbewerbsfähige Lösung darstellt. Weiters wurde die Turbinenkonstruktion mit Hinblick auf Fischfreundlichkeit optimiert.

Die Division Pumpen konzentrierte sich auf Mehrstufenentwicklungen, die die Basis für zwei wichtige Aufträge bildeten. Eine sechsstufige Speicherpumpe mit verbesserter Leistung und erhöhter Produktion (32,3 MW) wird für einen Drei-Maschinen-Satz "Oschenik 1" geliefert. Als erster Meilenstein wurde die hydraulische Entwicklungsarbeit mit einem Modellabnahmetest gemeinsam mit dem Kunden abgeschlossen. Das zweite Projekt in Yuxi, Yunnan Province, China umfasste die Entwicklung und Lieferung von 18 Stück zwei- und dreistufigen doppelflutigen Pumpen (ASPM) für ein großes Infrastrukturprojekt im Westen Chinas. Die hydraulische Entwicklung, maschinelle Auslegung und komplette Fertigung sowie die Abnahmetests für die Pumpen konnten innerhalb weniger als 14 Monaten durchgeführt werden. Das Projekt wurde mit der erfolgreichen Inbetriebnahme aller Einheiten im Juni 2015 abgeschlossen.

PULP & PAPER

Mehrere aktuelle Forschungsprojekte des Geschäftsbereichs PULP & PAPER beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und der besseren Verwertung von Abfallstoffen in Zellstoff- und Papierfabriken. Eine Neuentwicklung für die Behandlung von Abfällen aus der Stoffaufbereitung in Papierfabriken ist der Ballistikseparator ReBal. Bei dieser Technologie wird das Material über eine oszillierende Siebplatte geführt und dabei in drei Fraktionen getrennt, die gesondert abgeführt werden können. Durch die Abscheidung von Steinen und Metall wird die Lebensdauer der nachgeschalteten Maschinen, wie etwa Zerkleinerungsmaschinen, verlängert. Zusätzlich können auch verkaufsfähige Fraktionen, wie etwa Plastik für PET-Flaschen, generiert werden. ReBal wurde bereits mehrmals verkauft und wird zurzeit vor allem für Projekte im asiatischen Raum gefertigt.

Auch das Konzept der Bioraffinerien leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Zellstoff- und Papierindustrie. Die Forschungsaktivitäten zielen darauf ab, Wertstoffe (Ligninbestandteile und Hemicellulosen) aus dem Abwasser von Holzstoffanlagen zurückzugewinnen. Diese wertvollen Bioprodukte (Biochemikalien) werden unter anderem in der Zellstoff- und Papierherstellung, in der Verpackungsindustrie, in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie sowie in der Lebensmittelindustrie verwendet. Trennt man die Wertstoffe vor der Abwasserbehandlung ab, können Anlagen wirtschaftlicher und ressourcenschonender betrieben werden, weil sich einerseits die Abwasserbelastung und damit auch die Produktionskosten verringern und andererseits durch den Verkauf der Bioprodukte Marktchancen in neuen Geschäftsfeldern entstehen.

Weitere innovative ANDRITZ-Technologien im Bereich Recycling verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und reduzieren den Anfall von Abfall auf Deponien. ANDRITZ MeWa etwa bietet Zerkleinerungstechnologien sowie spezifische Trenn-, Sortier- und Fördertechnik und damit komplette Recyclinglösungen aus einer Hand an. Dazu zählen Anlagen zur Aufbereitung von Elektro- und Elektronikschrott, Kühlgeräten, Kabeln und Altreifen, Anlagen zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen, zur Metallreinigung und Substrataufbereitung in Biogasanlagen sowie zur Aufbereitungen von sogenannten Spuckstoffen in der Altpapieraufbereitung (Spuckstoffe sind alle Materialien, die nicht aus Papier bestehen, wie Kunststoffe, Textilien oder Metalle). Der Fokus der Entwicklungstätigkeiten von ANDRITZ MeWa lag im vergangenen Jahr auf Verbesserungen und Kostenreduktionen von Maschinen und Prozessen, wie etwa der Granulatoren, und der Weiterentwicklung des Querstromzerspaners für Bioanwendungen. Dieser wird unter anderem für die Zerkleinerung von Bioabfällen aus Haushalten, Schlachthaus- und Speiseabfällen oder Energiepflanzen, wie Mais- und Grassilage, Mist, Roggensilage der Zuckerrüben, eingesetzt.

Vor dem Hintergrund des weltweit kontinuierlich ansteigenden Abfallvolumens entwickelte ANDRITZ gemeinsam mit dem Kooperationspartner Alucha eine Pyrolysetechnologie zur wirtschaftlichen Rückgewinnung und Aufbereitung der in gebrauchten Getränkekartons vorhandenen Wertstoffe, wie Papierfasern, Aluminium und Polyethylen. Durch Pyrolyse der Getränkeverpackungen wird Polyethylen in Gas oder Öl transformiert und Aluminium als reines Metall rückgewonnen. Hauptmerkmal der Pyrolyse ist die starke Erhitzung des Materials unter Ausschluss von Sauerstoff.

Die Pyrolyse ist derzeit das einzige ökonomisch sinnvolle Verfahren zur Aufbereitung aluminiumhaltiger Laminatverpackungen. Bisher konnte allerdings das abgetrennte Polyethylen nur zu Brennstoff (Gas, Öl) weiterverarbeitet werden. Ziel eines laufenden ANDRITZ-Entwicklungsprojekts ist es, daraus ein neues, für den Verkauf geeignetes Produkt zu erzeugen. Das neue Verfahren löst die aluminium- und kunststoffhaltigen Bestandteile nach der Abtrennung der Papierfasern in Salzsäure auf und trennt dabei Aluminium und Polyethylen. Das Aluminium wird als Korund (Aluminiumoxid) wiedergewonnen. Das Polyethylen kann in einem weiteren Prozessschritt zu Flocken aufbereitet werden und steht somit wieder als Rohstoff für die Kunststoffherstellung zur Verfügung.

Für die Entwässerung von Faserstoffen mit niedriger Zulaufkonsistenz wurde ein neuer Vertikaleindicker entwickelt, der den Faserstoff ohne Zwischenstufe von ca. 3 auf bis zu 30% entwässert. Bisher waren zwei separate Entwässerungsmaschinen notwendig, um diese Konsistenz zu erreichen. Durch den neuen Vertikaleindicker kann ein Prozessschritt übersprungen werden. Dadurch werden der maschinelle Aufwand und die Investitionskosten bei Neuanlagen gesenkt; darüber hinaus reduziert sich auch der Wasser- und Energieverbrauch der Anlagen. Nach einer Testphase in der ANDRITZ-Pilotanlage in Graz wird der neue Eindicker derzeit am Markt eingeführt.

Der PrimeCoat Curtain von ANDRITZ ist ein innovatives Verfahren, das die Streichsubstanz, die in der Papierproduktion zur Verbesserung der optischen Merkmale eingesetzt wird, als fertig dosierten Vorhangfilm direkt auf die Papier- oder Kartonbahn aufträgt. Das Verfahren gewährleistet einen idealen Konturstrich, wodurch eine optimale Abdeckung erzielt und Fehler in diesem Prozessschritt ausgeschlossen werden können. Das damit erreichte Abdeckungsverhalten ist besser als bei allen bisherigen Streichmethoden am Markt. Ein wertvoller Nebeneffekt sind Rohstoff- und Energieeinsparungen. Diese werden durch den Einsatz von kostengünstigeren Faserstoffen, teilweise ohne zusätzliche Aufbereitung wie Deinking, in der Schonschicht des Kartons ohne Qualitätseinbußen erreicht. Da das Auftragsverfahren völlig ohne Verschleißteile auskommt, gibt es auch keine Produktionsunterbrechungen bzw. -ausfälle aufgrund von Rakel- oder Streichklingentausch.

Eine Neuentwicklung im Bereich Nonwoven sind biologisch abbaubare Vliesstoffprodukte wie feuchtes Toilettenpapier und Kosmetiktücher, die sich nach Gebrauch innerhalb kurzer Zeit im Wasser vollständig auflösen. Statt Synthesefasern werden Nassvliese aus abbaubaren Zellulosefasern, wie etwa auch bei Teebeuteln, verwendet. Auf sonst übliche Bindemittel und deren thermische Verfestigung wird verzichtet. Stattdessen arbeiten die Anlagen von ANDRITZ mit chemiefreier Wasserstrahlverfestigung (Wetlace). Das beim Wetlace-Prozess eingesetzte Wasser wird gesammelt, auf Trinkwasserqualität gereinigt und in anderen Prozessstufen wiederverwendet. Auch die heiße Luft für das Trocknen der Nassvliese wird teilweise aufgefangen und in den Anlagenkreislauf rückgeführt, um Energie einzusparen. So können Energieeinsparungen von bis zu 20% gegenüber Vorgängerlinien erreicht werden.

METALS

Schuler wurde 2015 für die Entwicklung des Smart DC Grid, einem Gleichstromnetz für Pressenlinien, das den Energiebedarf deutlich senkt, mit dem Umwelttechnikpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Pressen in einer Servopressenlinie benötigen nicht nur bei jedem Hub elektrische Energie, sondern erzeugen sie auch bei den zyklischen Bremsvorgängen. Die dadurch erzeugte Energie lässt sich über das intelligente Gleichstromnetz direkt an die Pressen weiterleiten, die gerade beschleunigen oder umformen und damit Energie benötigen. Das Schuler Smart DC Grid ist bereits in mehreren Pressenlinien in der Automobilindustrie im Einsatz.

Eine weitere Auszeichnung, nämlich den Red Dot Award, hat Schuler im Juli 2015 für den Crossbar Roboter 4.0 zur Automation von Pressenlinien erhalten. Der Roboter ist zu 20% energieeffizienter, 50% leichter und 50% dynamischer als das Vorgänger-Modell.

Schuler hat sich bisher auf die Warmumformung von Stahl konzentriert. Durch den Einsatz von Aluminium kann das Gewicht der Karosserie noch deutlicher verringert werden, der Werkstoff war aber bisher aufgrund der Elastizität des Metalls nur schwer umformbar. Dank einer speziellen Legierung kann aber Aluminium seit kurzem auch warm umgeformt und somit das Gewicht eines Karosserieteils um 30 bis 50% reduziert werden. Auch der Umformprozess benötigt deutlich weniger Energie.

Schuler hat 2015 auch an einer Verkürzung der Prozessketten durch die Kombination von Präzisionsschneiden und Massivumformung in einem Werkzeug gearbeitet. Bislang wurden Bauteile, die in unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Materialstärken aufweisen, durch Zusammenfügen mehrerer Einzelbauteile hergestellt. Die Verkürzung der Prozessketten durch die Produktion der Bauteile in einem Pressendurchgang bietet großes Einsparpotential.

Mit der CSC 1000 hat Schuler einen Ein-Pleuel-Stanzautomaten für den Automatik- und Handeinlegebetrieb entwickelt, der im Vergleich zu bisherigen Anlagen sowohl Ausbringungsleistung als auch Energie -Effizienz steigert. Der Grund dafür ist ein dynamischer Einbau-Torquemotor, der einen so genannten Pendelhub-Betrieb realisieren kann. Zudem ist das Antriebskonzept schmierölfrei, was die Gefahr der Vermischung mit Prozessstoffen ausschließt und den Wartungsaufwand minimiert.

2015 erhielt der Geschäftsbereich für die beiden Umweltschutztechnologien PYROMARS und ZEMAP den Energy Globe Award Austria in der Kategorie Wasser. Der renommierte Umweltpreis zeichnet seit 1999 herausragende nachhaltige Projekte mit Fokus auf Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien aus. Die beiden ausgezeichneten Technologien ermöglichen einen abwasserfreien Betrieb von Edelstahlbeizen und eine nahezu vollständige Wiedergewinnung der Wertstoffe aus Abbeize und Spülwasser. PYROMARS hat sich bereits in zahlreichen Anwendungen bewährt, das neue ZEMAP-Verfahren wird derzeit erstmals an einen taiwanesischen Edelstahlproduzenten geliefert. Die Technologien wurden zudem 2016 für den österreichischen Staatspreis Innovation nominiert.

Ein wesentlicher Schritt zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Säureregeneration in der Kohlenstoffstahlproduktion wurde mit dem neuen ANDRITZ ECOmode-Verfahren gesetzt. Basierend auf einem neu entwickelten Berechnungsmodell wird ein Teil der Abbeize vor der Regeneration abgezweigt und nach der Regeneration wieder zugeführt, ohne das Beizergebnis zu beeinflussen. Dadurch kann der Gasverbrauch um bis zu 25% reduziert werden, wodurch auch die Gesamtemissionen sinken. Die Optimierung wird durch ein Upgrade der Anlagensteuerung umgesetzt und ist mit sehr geringen Investitionskosten verbunden. Das patentierte Verfahren wurde in einem taiwanesischen Stahlwerk erfolgreich getestet und wird derzeit am Markt eingeführt.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Entwicklungstätigkeit von ANDRITZ METALS sind Prozessmodelle und hier insbesondere mathematische Modelle sowie darauf basierende modellprädiktive Regler für kontinuierliche Glühöfen. Ziel ist es, dem Wunsch der Industrie nach mehr Produktivität bei gleichzeitiger Verringerung des Energieverbrauchs und der Emissionen gerecht zu werden. Darüber hinaus gilt es, die Produktqualität zu steigern, den Ausschuss zu minimieren und den technologischen Prozess vorab durch exakte Simulation abzubilden.

Die von ANDRITZ entwickelten Low- und Ultralow-NOx-Brenner reduzieren die Stickstoffemissionen von Stahlund Aluminiumwerken. Die Brenner basieren auf dem Prinzip der Rauchgaszirkulation und der Verdünnung der Reaktionsmedien. Durch eine optimierte Mischung und Verteilung von Brennstoff, Verbrennungsluft und Rauchgas sinken die Spitzentemperaturen der Flamme. Dadurch entsteht deutlich weniger Stickoxid als bei herkömmlichen Brennern. Diese Technologie setzt ANDRITZ sowohl bei konventionellen Seitenwandbrennern als auch bei verbrauchsoptimierten Regenerativbrennern ein.

SEPARATION

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Technologien zielen auch im Geschäftsbereich SEPARATION auf eine Senkung des Energieverbrauchs (Strom, Wärme) bei Neuanlagen und die damit verbundene Erhöhung der Wirtschaftlichkeit ab. Auch die Nachfrage nach Serviceleistungen zur Verlängerung der Lebensdauer bestehender Maschinen und Anlagen nimmt deutlich zu.

Mit der Entwicklung einer neuen Separatorproduktlinie für Olivenöl hat ANDRITZ SEPARATION sein Produktportfolio deutlich erweitert. Durch die kontinuierlich gleichbleibende Temperatur im Separator wird die erforderliche hohe Qualität des Olivenöls sichergestellt. Die Trommel aus rostfreiem Stahl garantiert höchste Sauberkeit. Die Reinigungskosten sind gering, weil die Trommel für die Reinigung nicht ausgebaut werden muss, da es einen automatisierten Reinigungsdurchgang gibt

Der neue Separator verbraucht kein Wasser, da der geringe Anteil an Wasser im Olivenölgemisch für den eingesetzten Trennprozess bereits ausreichend ist und daher kein zusätzliches Wasser zur Verbesserung des Trennergebnisses zugeführt werden muss. Dank der hohen Effektivität des Trennprozesses bietet der Separator zudem eine höhere Produktivität bei geringerem Energieverbrauch und niedrigeren Ersatzteilkosten.

Die neu entwickelte Automatisierungslösung CentriTune ist ein modular zusammenstellbares, komplettes Steuerungs- und Kontrollsystem für alle ANDRITZ-Dekanterzentrifugen. Das einfach zu bedienende System regelt unter anderem Geschwindigkeit sowie Drehmoment und erfüllt sämtliche sicherheitsrelevanten Anforderungen.

Das neue Sicherheitspaket Zero-Access für den Trommeltrockner von ANDRITZ Gouda reduziert durch den Einbau von Barrieren oder Abdeckkappen bei Schälmessern das Unfallrisiko und verbessert die Bedienbarkeit. Das wirkt sich auch positiv auf die Betriebskosten aus. Die Lösung wurde in enger Zusammenarbeit mit einem Kunden entwickelt.

ANDRITZ Feed & Biofuel Technologies hat mit der Markteinführung eines neuen Paddelmischers die bestehende Serie erweitert. Der OptiMix 4000 mischt bis zu 30 Chargen pro Stunde und ist damit drei Mal schneller als bisherige Mischer. Dank seiner Konstruktionsmerkmale arbeitet der Mischer außerdem äußerst sauber und wartungsfreundlich. Auf Basis einer speziellen Selbstreinigungsfunktion wechselt der Rotor zwischen jeder Charge die Richtung und stellt somit sicher, dass alle Flächen vom Mischmaterial gereinigt werden. Weiters sorgt die Anordnung der Düsen direkt im Einlauf dafür, dass auch diese bei der Chargenzufuhr gereinigt werden. Das neue Modell wurde bereits mehrfach auf Fachmessen als innovativste bzw. optisch attraktivste Maschine ausgezeichnet. Die Marktfreigabe einer weiteren Innovation, des OptiMix 8000 ist für 2016 geplant, die gesamte Serie soll bis zum Sommer 2016 marktreif sein.

Im Bereich Haustierfutter hat ANDRITZ Feed & Biofuel Technologies neue maschinelle Ausrüstungen entwickelt, mit denen es möglich ist, Pellets mit bis zu vier verschiedenen Farben und Formen auf nur einem Extruder herzustellen. Der erste erfolgreiche Testlauf fand bereits statt, derzeit wird an der Entwicklung eines Prototyps, der in einer Kundenanlage zum Einsatz kommen soll, gearbeitet.

Auch die Verbesserung der Leistung der Pressen für Biobrennstoff ist regelmäßiger Bestandteil der Forschungs und Entwicklungstätigkeiten. Die in diesem Bereich im Jahr 2015 durchgeführten Entwicklungen sichern eine längere Lebensdauer für die wichtigsten Verschleißteile.

Corporate-Governance-Bericht

Den Corporate-Governance-Bericht finden Sie im nachfolgenden Kapitel – oder auf der ANDRITZ-Website www.andritz.com.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Situation der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten hat sich in der Zeit zwischen dem Bilanzstichtag und der Veröffentlichung dieses Berichts nicht wesentlich geändert.

AUSBLICK

Gemäß der Einschätzung von Wirtschaftsexperten wird sich auch 2016 das leichte Wachstum der Weltwirtschaft fortsetzen. In den USA soll demnach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,8% und in Europa um 2,1% ansteigen. Für China wird eine weitere leichte Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf 6,5% prognostiziert, und für Brasilien wird – nach einer Rezession 2015 - ein geringfügiges Wirtschaftswachstum erwartet.

Die Aussichten für die ANDRITZ-Geschäftsbereiche sind im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Im Geschäftsbereich HYDRO ist – bedingt durch die unverändert niedrigen Strom- und Energiepreise – mit einem anhaltend schwierigen Umfeld zu rechnen. Viele Modernisierungsprojekte sind nach wie vor verschoben oder vorübergehend gestoppt. Einige größere neue Wasserkraftwerksprojekte sind zwar in Planung, jedoch ist die Vergabe dieser Projekte erst mittel- bis langfristig zu erwarten. Im Geschäftsbereich PULP & PAPER wird weiterhin mit einer guten Projektaktivität, wenngleich auch unter dem Niveau des Vorjahrs, gerechnet. Im Bereich Metallumformung (Schuler, Geschäftsbereich METALS) ist im Jahr 2016 von einer unverändert zurückhaltenden Investitionstätigkeit auszugehen. Bedingt durch die anhaltend schwache Nachfrage im Automobilbereich in China stoppten oder verschoben die meisten Automobilproduzenten und -lieferanten vorerst ihre Investitionsentscheidungen; im Segment der Anlagen zur Produktion von Edelstahl-/Stahlbändern wird ein Anhalten der geringen Investitionsaktivität erwartet. Eine insgesamt moderate und gegenüber dem Vorjahr unveränderte Projektaktivität wird auch für den Geschäftsbereich SEPARATION erwartet.

Unternehmensintern wird ANDRITZ auch 2016 weiter den Fokus auf Kostendisziplin sowie Optimierung der Organisations- und Kostenstrukturen legen. Im Schuler-Konzern werden die im Geschäftsjahr 2015 beschlossenen Maßnahmen zur Optimierung der Wertschöpfungskette 2016 und 2017 umgesetzt.

Basierend auf den oben angeführten Erwartungen zur Entwicklung der Weltwirtschaft sowie der Projekt- und Investitionsaktivität in den ANDRITZ-Geschäftsbereichen sowie basierend auf dem Auftragsstand per ultimo 2015 erwartet die ANDRITZ-GRUPPE für das Geschäftsjahr 2016 eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung.

Sollte sich 2016 die globale Weltwirtschaft jedoch entgegen den allgemeinen Erwartungen eintrüben, ist mit negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von ANDRITZ zu rechnen. Dies könnte zu weiteren organisatorischen und kapazitiven Anpassungen sowie möglicherweise daraus entstehenden finanziellen Vorsorgen führen, die das Ergebnis negativ beeinträchtigen könnten.

AKTIEN UND AKTIONÄRSSTRUKTUR Offenlegung gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der ANDRITZ AG per 31. Dezember 2015 betrug 104.000.000 EUR. Auf jede nennwertlose Aktie entfällt damit ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR. Es bestehen keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.

ANDRITZ verfügt über eine langfristig sehr stabile und ausgewogene Aktionärsstruktur. Mit einem Streubesitz von knapp unter 70% stellen nationale und internationale institutionelle Anleger sowie Privataktionäre den Hauptanteil der Aktionäre. Darunter befinden sich mit einem Aktienanteil von 6,7% FMR LLC (Fidelity Management & Research, eine 1946 gegründete US-Fondgesellschaft mit Sitz in Boston, Massachusetts) und mit 3,96% The Capital Group Companies, Inc. (eine 1931 gegründete US-amerikanische Investmentgesellschaft mit Sitz in Los Angeles, Kalifornien). Der Hauptteil der institutionellen Anleger kommt aus Großbritannien, den USA, Österreich und Deutschland, jener der Privataktionäre aus Österreich und Deutschland. 25% plus eine Aktie sind im Besitz der Custos Vermögensverwaltungs GmbH (Custos) und 0,77% im Besitz der Cerberus Vermögensverwaltung GmbH (Cerberus). Die Geschäftsanteile dieser Gesellschaften werden teils direkt und teils indirekt von der Custos Privatstiftung beziehungsweise von Wolfgang Leitner, dem Vorstandsvorsitzenden der ANDRITZ AG, gehalten. 5,721% gehören der Certus Beteiligungs-GmbH (Certus), deren Geschäftsanteile sich mittelbar im Eigentum der Manile Privatstiftung befinden.

Die Übernahmekommission hat der ANDRITZ AG am 25. März 2015 die Entscheidung zum Nachprüfungsverfahren gem. § 33 ÜbG übermittelt. Gegenstand des Verfahrens war die Prüfung, ob im Zusammenhang mit den im August 2014 von den Kernaktionären der ANDRITZ AG, insbesondere Custos Privatstiftung bzw. Certus Beteiligungs-GmbH durchgeführten Umgründungsmaßnahmen sowie mit der erfolgten Rückführung eines seit 2004 bestehenden Wertpapierdarlehens über Aktien der ANDRITZ AG ein Pflichtangebot zu Unrecht nicht gestellt wurde (§§ 22ff ÜbG). Die Übernahmekommission sprach aus, dass die von Certus Beteiligungs-GmbH gehaltenen Aktien zwar der Custos Privatstiftung übernahmerechtlich zurechenbar sind, jedoch keine Verletzung der Angebotspflicht vorlag und daher kein Pflichtangebot gestellt werden musste. Custos Privatstiftung kann mit wenigen Ausnahmen die ihr übernahmerechtlich zurechenbaren Stimmrechte zwischen 26% und 30% jedenfalls bis zum 30. Juni 2018 ausüben.

Es gibt derzeit kein genehmigtes Kapital. Aufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 22. März 2013 ist der Vorstand ermächtigt, zwischen 1. Oktober 2013 und 31. März 2016 bis zu 10% des Grundkapitals der ANDRITZ AG zurück zu erwerben. Anfang Oktober 2013 hat der Vorstand der ANDRITZ AG beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und Aktien zwischen 12. November 2013 und 31. März 2016 zurückzukaufen. Es gibt keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse für Mitglieder des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Die Arbeitnehmer üben das Stimmrecht direkt aus. Es existieren darüber hinaus auch keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist keine bedeutenden Vereinbarungen eingegangen, die bei einem Kontrollwechsel der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden würden.

Gemäß der Bedingungen der im Juli 2012 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2012-2019 ist jeder Inhaber von Teilschuldverschreibungen berechtigt, seine Teilschuldverschreibungen fällig zu stellen und sofortige Rückzahlung zum Nennbetrag zuzüglich der bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen zu verlangen, falls ein Kontrollwechsel durch einen neuen Großaktionär erfolgt und dieser Kontrollwechsel zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Fähigkeit der Emittentin führt, ihre Verpflichtungen aus den Teilschuldverschreibungen zu erfüllen.

Es existieren Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands im Falle eines Kontrollwechsels. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen für die Aufsichtsratsmitglieder und Arbeitnehmer.

Graz, 22. Februar 2016

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Vorstandsvorsitzender PULP & PAPER

Wolfgang Leitner Humbert Köfler Joachim Schönbeck Wolfgang Semper

(Service & Systemlösungen), SEPARATION

PULP & PAPER

(Neuanlagen), METALS

HYDRO

Disclaimer:

Bestimmte Aussagen im Jahresfinanzbericht 2015 und im Geschäftsbericht 2015 sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpfl ichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich.

Der Jahresfinanzbericht 2015 und der Geschäftsbericht 2015 enthalten Annahmen und Prognosen, die auf Basis aller bis Redaktionsschluss am 22. Februar 2016 zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die den Annahmen und Prognosen zugrunde liegenden Einschätzungen nicht eintreffen oder die im Kapitel "Unternehmensrisiken" und im Lagebericht des Jahresfinanzberichts 2015 angesprochenen Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den im Jahresfinanzbericht 2015 und im Geschäftsbericht 2015 erwarteten Ergebnissen abweichen. Trotz größter Sorgfalt erfolgen daher alle zukunftsbezogenen Aussagen ohne Gewähr.

Andritz AG

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Andritz AG Graz

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2015

(Beträge in EUR)

2014
TEUR
1.
2.
Umsatzerlöse
Bestandsveränderungen
783.515.457,99 578.594
a)
Veränderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen sowie an
noch nicht abrechenbaren Leistungen
67.369.340,70 (9.582)
b)
Veränderungen der Auftragsrückstellungen
45.911.102,05 9.667
113.280.442,75 85
3. andere aktivierte Eigenleistungen 86.700,02 171
4. sonstige betriebliche Erträge
a)
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme
der Finanzanlagen
106.388,17 16
b)
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
4.510.304,42 --
c)
übrige
89.558.211,83 88.195
94.174.904,42 88.211
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a)
Materialaufwand
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
(609.756.301,91)
(63.214.145,14)
(329.045)
(53.617)
(672.970.447,05) (382.662)
6. Personalaufwand
a)
Löhne
(22.531.086,11) (20.785)
b)
Gehälter
(110.088.389,63) (101.363)
c)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
(1.274.460,34) (5.681)
d)
Aufwendungen für Altersversorgung
(260.162,37) (5.247)
e)
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge (31.983.499,91) (25.897)
f)
sonstige Sozialaufwendungen
(220.450,00) (347)
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und (166.358.048,36) (159.321)
Sachanlagen (10.154.563,97) (7.553)
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a)
Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen
(1.200.539,98) (850)
b)
übrige
(135.539.813,07) (132.030)
(136.740.353,05) (132.880)
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) 4.834.092,75 (15.355)
10. Erträge aus Beteiligungen 244.739.621,21 204.664
davon aus verbundenen Unternehmen 244.739.621,21 (Vorjahr TEUR 204.663)
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
109.884,50 107
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.730.580,74 1.941
davon aus verbundenen Unternehmen 7.504.854,62 (Vorjahr TEUR 769)
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und
Wertpapieren des Umlaufvermögens
5.648.649,79 2.792
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens
davon aus Abschreibungen -22.510.942,33 (Vorjahr TEUR -5.036)
(35.933.101,72) (5.072)
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen -35.720.288,72
(Vorjahr TEUR -5.036)
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon betreffend verbundene Unternehmen -333.656,81 (Vorjahr TEUR -1.131)
(9.256.173,44) (12.517)
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 214.039.461,08 191.914
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 218.873.553,83 176.559
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
19. Verschmelzungsgewinn
7.285.546,08
2.483.232,98
11.273
--
20. Jahresüberschuss 228.642.332,89 187.832
21. Zuweisung Rücklage für eigene Anteile (39.166.598,06) (22.583)
22. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 263.186.832,31 201.178
23. Bilanzgewinn 452.662.567,14 366.427

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015

A N H A N G

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 wurden die zu 100% in Besitz der Andritz Technology and Asset Management GmbH befindlichen Beteiligungen an der Andritz Energy & Environment GmbH mit Sitz in Raaba und an der Andritz Finance GmbH mit Sitz in Wien zur Aufnahme in die Andritz AG nach §17 SpaltG unter Inanspruchnahme der Begünstigungen des Art. VI UmgrStG abgespalten. In weiterer Folge wurden diese beiden Beteiligungen als jeweils übertragende Gesellschaften mit ihrer Muttergesellschaft Andritz AG als übernehmende Gesellschaft verschmolzen. Gemäß §96 GmbHG iVm § 234 AktG übernahm die Andritz AG das jeweilige Gesellschaftsvermögen dieser beiden Gesellschaften als Ganzes im Zuge der Gesamtrechtsnachfolge mit allen Aktiva und Passiva der Schlussbilanzen zum 31.12.2014.

I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Für Zugänge werden ab dem Folgemonat der Anschaffung monatlich Abschreibungen vorgenommen. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang behandelt. Die Sätze der Normalabschreibungen entsprechen den unternehmensrechtlichen Vorschriften. Sie betragen für das übrige immaterielle Anlagevermögen zwischen 20% und 25%, für Gebäude und sonstige Baulichkeiten zwischen 2% und 14,29%, für technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 10% und 33,3%.

Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten oder im Falle einer dauernden Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Ausleihungen und

1

Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Kurswerten bewertet.

Die Vorräte und Forderungen werden unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Aufträge werden mit ihren Herstellungskosten abzüglich allfälliger Vorsorgen für drohende Verluste bewertet. Gewinnrealisierungen erfolgen bei Endabrechnung der Kundenaufträge, für das Gewährleistungsrisiko werden Einzelvorsorgen gebildet.

Der Bilanzansatz der noch nicht abrechenbaren Leistungen wird mit erhaltenen Anzahlungen, soweit diese bereits angearbeitete Aufträge betreffen, offen saldiert.

Wertpapiere und eigene Anteile werden zu den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Kurswerten bewertet.

Die Verpflichtungen aus vertraglichen Pensionszusagen und laufenden Pensionen, aus Abfertigungen sowie die kollektivvertraglichen Jubiläumsgelder sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen passiviert, wobei die Bewertungsvorschriften von IAS 19 angewandt wurden. Die Rückstellungen berücksichtigen die nach den Grundsätzen unternehmerischer Beurteilung erkennbaren Risiken und Verpflichtungen.

Anleihen werden mit ihren Rückzahlungsbeträgen ausgewiesen.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen, niedrigeren Stichtagskurs bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen, höheren Stichtagskurs bewertet.

Die Ansätze für die Vermögensgegenstände und Schulden entsprechen im Übrigen den bereits in den Vorjahren angewandten Grundsätzen.

2

II. Erläuterungen zur Bilanz

AKTIVA

Anlagevermögen

Entwicklung der Anschaffungskosten

(Beträge in EUR)

Stand am Umstrukturierung Zugänge Umbuchung Abgänge Stand am
1.1.2015 31.12.2015
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 12.843.097,47 12.134.515,65 1.729.391,54 0,00 1.564.621,07 25.142.383,59
2. Firmenwert 0,00 7.806.005,04 0,00 0,00 0,00 7.806.005,04
12.843.097,47 19.940.520,69 1.729.391,54 0,00 1.564.621,07 32.948.388,63
Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 80.331.087,04 283.474,73 0,00 0,00 448.697,05 80.165.864,72
2. technische Anlagen und Maschinen 15.113.688,20 0,00 715.996,30 1.505.248,00 32.420,00 17.302.512,50
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts
ausstattung*) 12.267.572,43 1.634.246,44 2.610.520,37 0,00 1.033.132,16 15.479.207,08
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 3.060.570,69 0,00 566.539,98 -1.505.248,00 1.387.500,00 734.362,67
110.772.918,36 1.917.721,17 3.893.056,65 0,00 2.901.749,21 113.681.946,97
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.685.647.662,29 -283.244.292,52 20.438.883,81 0,00 0,00 1.422.842.253,58
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 9.369.841,98 0,00 0,00 0,00 9.369.841,98 0,00
3. Beteiligungen 32.380,00 0,50 0,00 0,00 0,00 32.380,50
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.584.190,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.584.190,00
1.696.634.074,27 -283.244.292,02 20.438.883,81 0,00 9.369.841,98 1.424.458.824,08
1.571.089.159,68
Summe 1.820.250.090,10 -261.386.050,16 26.061.332,00 0,00 13.836.212,26

*) Im Zugang und Abgang sind geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von 96.644,66 EUR enthalten.

Entwicklung der kumulierten Abschreibungen

(Beträge in EUR)

Stand am Jahres- Abgänge/ Stand am
1.1.2015 Umstrukturierung Abschreibung Zuschreibung 31.12.2015
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 7.121.438,22 9.437.669,14 4.190.468,26 1.564.080,08 19.185.495,54
2. Firmenwert 1.777.123,58 520.400,67 0,00 2.297.524,25
7.121.438,22 11.214.792,72 4.710.868,93 1.564.080,08 21.483.019,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 32.002.390,22 30.304,09 1.642.110,86 448.697,05 33.226.108,12
2. technische Anlagen und Maschinen 5.978.370,57 0,00 1.536.946,62 32.419,58 7.482.897,61
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts
ausstattung*) 6.517.948,98 1.094.325,80 2.264.637,55 898.875,44 8.978.036,89
44.498.709,77 1.124.629,89 5.443.695,03 1.379.992,07 49.687.042,62
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 51.021.000,16 0,00 21.944.019,62 0,00 72.965.019,78
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 9.369.841,98 0,00 0,00 9.369.841,98 0,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 388.030,00 0,00 0,00 0,00 388.030,00
60.778.872,14 0,00 21.944.019,62 9.369.841,98 73.353.049,78
Summe 112.399.020,13 12.339.422,61 32.098.583,58 12.313.914,13 144.523.112,19

*) In der Jahresabschreibung und in den Abgängen sind geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von 96.644,66 EUR enthalten.

Buchwerte zum 31.12.2015

(Beträge in EUR)

Anschaffungs-
kosten
kumulierte
Abschreibungen
Buchwerte
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 25.142.383,59 19.185.495,54 5.956.888,05
2. Firmenwert 7.806.005,04 2.297.524,25 5.508.480,79
32.948.388,63 21.483.019,79 11.465.368,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 80.165.864,72 33.226.108,12 46.939.756,60
2. technische Anlagen und Maschinen 17.302.512,50 7.482.897,61 9.819.614,89
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts
ausstattung 15.479.207,08 8.978.036,89 6.501.170,19
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 734.362,67 0,00 734.362,67
113.681.946,97 49.687.042,62 63.994.904,35
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.422.842.253,58 72.965.019,78 1.349.877.233,80
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 32.380,50 0,00 32.380,50
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.584.190,00 388.030,00 1.196.160,00
1.424.458.824,08 73.353.049,78 1.351.105.774,30
Summe 1.571.089.159,68 144.523.112,19 1.426.566.047,49

Sachanlagen

Der in den Grundstücken enthaltene Grundwert beträgt 1.748.591,62 EUR (Vorjahr: 1.748.591,62 EUR).

Finanzanlagen

Die Zugänge unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen im Jahr 2015 getätigte Akquisitionen sowie Kapitalmaßnahmen bei bestehenden Tochtergesellschaften. Die aus steuerrechtlichen Gründen unterlassene Zuschreibung bei den Wertpapieren des Anlagevermögens beträgt 261.660,00 EUR (Vorjahr: 274.120,00 EUR).

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Die Bewertung erfolgte zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder den niedrigeren Wiederbeschaffungspreisen des Bilanzstichtags. Für nicht- oder schwergängige Materialien wurden angemessene Abwertungen vorgenommen.

Fertige Erzeugnisse und Waren

Die fertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten angesetzt. Wertberichtigungen wurden nach dem Grad der Verwertbarkeit bzw. dem unternehmerischen Vorsichtsgebot entsprechend in angemessener Höhe gebildet.

Noch nicht abrechenbare Leistungen

Der Wertansatz bei diesen Leistungen erfolgte zu Herstellungskosten, wobei auch bei langfristiger Fertigung keine Zuschläge für Verwaltungs- und Vertriebskosten angesetzt werden. Wertberichtigungen wurden für aus Kundenaufträgen erwartete Verluste sowie für schwere Verwertbarkeit bei Vorratsaufträgen gebildet. Noch nicht verrechnete Anzahlungen von Kunden wurden, soweit die Aufträge bereits angearbeitet waren, in dieser Bilanzposition offen saldiert.

6

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

(Beträge in TEUR)

Restlaufzeit Restlaufzeit Bilanz
bis 1 Jahr > 1 Jahr wert
(Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.435 0 35.435
(19.744) (0) (19.744)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 298.925 0 298.925
(22.875) (0) (22.875)
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 13.941 0 13.941
(8.682) (0) (8.682)
348.301 0 348.301
(51.301) (0) (51.301)

Unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips wurden bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erkennbare Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Auslandsforderungen sind in den meisten Fällen durch Exportgarantien besichert. Unverzinsliche langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden abgezinst.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind 16.174.688,26 EUR (Vorjahr: 11.376.485,48 EUR) aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

In den sonstigen Forderungen sind 112.530,77 EUR (Vorjahr: 454.173,46 EUR) Erträge enthalten, welche erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Eigene Anteile

Der Vorstand hat auf Basis einer Ermächtigung der Hauptversammlung und mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Aktienrückkauf- und -wiederverkaufsprogramm beschlossen, welches den Erwerb von bis zu 10.400.000 Stückaktien im Zeitraum 6. November 2013 bis 31. März 2016 ermöglicht. Zum 31. Dezember 2015 befinden sich 1.675.699 Stückaktien in Besitz der Andritz AG, dies entspricht einem Anteil am Grundkapital in Höhe von 1,61% bzw. 1.675.699 EUR. Es ist vorgesehen, diese Aktien für die Bedienung der Optionen im Rahmen der Aktienbeteiligungsprogramme für Führungskräfte sowie für Mitarbeiterbeteiligungsaktionen zu verwenden.

7

Datum Anzahl der Anteil am Anteil am Gewichteter Wert der
des erworbenen Grundkapital Grundkapital Durchschnittspreis rückgekauften
Erwerbs Stückaktien in % in EUR je Aktie Aktien
27. Aug. 15 15.000 0,01% 15.000,00 43,86 657.849,00
28. Aug. 15 40.000 0,04% 40.000,00 43,20 1.727.836,00
31. Aug. 15 27.500 0,03% 27.500,00 42,68 1.173.829,25
1. Sep. 15 40.000 0,04% 40.000,00 41,52 1.660.744,00
2. Sep. 15 50.000 0,05% 50.000,00 40,91 2.045.305,00
3. Sep. 15 27.500 0,03% 27.500,00 40,59 1.116.252,50
4. Sep. 15 35.000 0,03% 35.000,00 40,37 1.412.894,00
7. Sep. 15 4.500 0,00% 4.500,00 40,63 182.842,20
9. Sep. 15 15.000 0,01% 15.000,00 42,23 633.462,00
10. Sep. 15 7.250 0,01% 7.250,00 41,83 303.271,85
11. Sep. 15 15.500 0,01% 15.500,00 42,42 657.522,40
14. Sep. 15 22.000 0,02% 22.000,00 42,19 928.206,40
15. Sep. 15 5.750 0,01% 5.750,00 41,97 241.316,00
16. Sep. 15 1.000 0,00% 1.000,00 42,98 42.978,70
17. Sep. 15 29.000 0,03% 29.000,00 42,64 1.236.484,60
18. Sep. 15 45.000 0,04% 45.000,00 41,32 1.859.283,00
21. Sep. 15 1.500 0,00% 1.500,00 40,61 60.908,70
22. Sep. 15 31.500 0,03% 31.500,00 40,13 1.264.167,45
23. Sep. 15 37.000 0,04% 37.000,00 39,75 1.470.824,00
24. Sep. 15 40.000 0,04% 40.000,00 38,35 1.534.068,00
25. Sep. 15 40.000 0,04% 40.000,00 38,85 1.553.868,00
28. Sep. 15 40.000 0,04% 40.000,00 39,66 1.586.284,00
29. Sep. 15 40.000 0,04% 40.000,00 39,43 1.577.344,00
30. Sep. 15 50.000 0,05% 50.000,00 40,25 2.012.470,00
1. Okt. 15 50.000 0,05% 50.000,00 40,06 2.003.210,00
2. Okt. 15 40.000 0,04% 40.000,00 39,83 1.593.264,00
5. Okt. 15 7.500 0,01% 7.500,00 40,79 305.912,25
6. Okt. 15 5.000 0,00% 5.000,00 41,04 205.197,00
7. Okt. 15 6.500 0,01% 6.500,00 41,85 272.049,70
8. Okt. 15 20.000 0,02% 20.000,00 41,53 830.516,00
9. Okt. 15 40.000 0,04% 40.000,00 41,37 1.654.864,00
12. Okt. 15 31.000 0,03% 31.000,00 41,53 1.287.337,00
13. Okt. 15 40.000 0,04% 40.000,00 40,93 1.637.396,00
14. Okt. 15 40.000 0,04% 40.000,00 40,78 1.631.112,00
15. Okt. 15 10.000 0,01% 10.000,00 42,10 420.952,00
Gesamt 950.000 0,91% 950.000,00 40,82 38.781.821,00

Im Geschäftsjahr 2015 erworbene Stückaktien:

Im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms wurden 66.000 Stückaktien zu einem Preis von 23,18 EUR je Aktie an berechtigte Führungskräfte verkauft. 2.705 Stückaktien wurden an eine Tochtergesellschaft zu einem Kurs von 47,62 EUR je Aktie anlässlich einer Mitarbeiterbeteiligungsaktion verkauft. Der auf alle verkauften Aktien entfallende Betrag des Grundkapitals ist 68.705 EUR, der Anteil am Grundkapital beträgt 0,07%. Die aus den Verkäufen erzielten Erlöse wurden zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung verwendet.

Weiters wurden im Rahmen einer Mitarbeiterbeteiligungsaktion 8.703 Stückaktien an Mitarbeiter der Andritz AG abgegeben.

Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die aus steuerrechtlichen Gründen unterlassene Zuschreibung bei den Wertpapieren des Umlaufvermögens beträgt 0,00 EUR (Vorjahr: 22.000 EUR).

PASSIVA

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 104.000.000 EUR (Vorjahr: 104.000.000 EUR). Es ist in 104.000.000 Stückaktien (Vorjahr: 104.000.000 Stückaktien) ohne Nennwert zerlegt.

Optionsrücklage

Der Betrag der Verpflichtung, die aus den seit dem Jahr 2010 beschlossenen Optionsprogrammen resultiert, wird während des Erdienungszeitraums in gleichen Raten als Aufwand verrechnet und in eine Optionsrücklage eingestellt. Der Aufwand für diese anteilsbasierten Vergütungen betrug im Geschäftsjahr 2.449.452 EUR (Vorjahr: 6.104.211 EUR).

Die Optionen aus dem im Jahr 2012 beschlossenen Optionsprogramm können nicht gezogen werden, da nicht sämtliche für die Ausübung notwendige Kriterien erfüllt werden konnten. Folglich wurde die Optionsrücklage um 11.670.978 EUR reduziert und in selber Höhe wurde ein Ertrag ausgewiesen.

Rücklage für eigene Anteile

Die Rücklage für eigene Anteile zum 31. Dezember 2015 beträgt 68.572.238,50 EUR (Vorjahr: 29.405.640 EUR); ihr stehen auf der Aktivseite ausgewiesene eigene Anteile in gleicher Höhe gegenüber.

Rückstellungen für Abfertigungen, Rückstellungen für Pensionen

Die Verpflichtungen aus den theoretischen Abfertigungsansprüchen der Dienstnehmer sowie die Rückstellungen für Pensionen wurden zum 31.12.2015 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Bei Ermittlung der Abfertigungsansprüche wurden ein Zinssatz von 2,06% (Vorjahr: 1,70%) und ein Gehaltstrend von 2,00% (Vorjahr 2,00%), bei den Pensionsverpflichtungen ein Zinssatz von 1,53% (Vorjahr: 1,70%) und ein Rententrend von 1,75% (Vorjahr 1,90%) herangezogen. Für die Berechnung wurden die AVÖ2008 – Angestellte Pagler & Pagler zugrunde gelegt. Aufgrund der geänderten Prozentsätze sind Erträge in Höhe von 1.817.015 EUR (Vorjahr: 5.511.935 EUR Aufwendungen) entstanden. Das rechnungsmäßige Pensionsalter entspricht wie im Vorjahr dem frühest möglichen Anfallsalter für die vorzeitige Alterspension gemäß der im Budgetbegleitgesetz 2003 verankerten Pensionsreform. Für die im Jahr 1999 an eine Pensionskasse übertragenen Pensionsansprüche wurde ein Gutachten nach den gleichen Grundsätzen erstellt, es wurde jedoch aufgrund der höheren Duration ein Zinssatz von 2,20% (Vorjahr 1,70%) herangezogen.

Zum 31. Dezember 2015 lag das Deckungskapital der Pensionsversicherung unter dem Niveau der entsprechenden Pensionsverpflichtungen; eine entsprechende Rückstellung für zu erwartende Nachschüsse wurde gebildet.

Sonstige Rückstellungen

31.12.2015 31.12.2014
in MEUR in MEUR
Auftragsbezogene Vorsorgen für
-
fehlende Selbstkosten
60,0 52,6
-
Gewährleistungen und Mehrkosten
69,8 77,0
Personalaufwendungen 49,6 45,4

Zu erwartende Auftragsverluste werden in Höhe der Unterschiedsbeträge zwischen den voraussichtlichen Gesamtselbstkosten und den Erlösen ermittelt und passiviert.

Die Rückstellung für unverbrauchte Urlaube ist mit 22,0 MEUR (Vorjahr: 18,4 MEUR) angesetzt.

Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen (IAS 19) berechnet. Aufgrund der geänderten %-Sätze sind Erträge in Höhe von 291.220 EUR (Vorjahr: 831.832 EUR Aufwendungen) entstanden.

11

Verbindlichkeiten

(Beträge in TEUR)

Restlaufzeit
bis 1 Jahr
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Restlaufzeit
> als 5 Jahre
Bilanz-
wert
davon
Hypothekar
schulden
(Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr)
Anleihen 0 350.000 0 350.000 0
(150.000) (350.000) (0) (500.000) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0 0
(10) (0) (0) (10) (0)
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 158.751 191.508 3.830 354.088 0
(88.921) (205.822) (0) (294.742) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 71.845 5.835 307 77.987 0
(33.711) (874) (0) (34.585) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 492.972 0 0 492.972 0
(515.508) (0) (0) (515.508) (0)
sonstige Verbindlichkeiten 12.256 144 0 12.401 0
(9.767) (177) (0) (9.944) (0)
735.824 547.487 4.137 1.287.448 0
(797.917) (556.873) (0) (1.354.789) (0)

Am 20. Februar 2008 wurde eine öffentliche Anleihe in Höhe von 150 MEUR mit einer Laufzeit von 7 Jahren und einer Fixverzinsung von 5,25% p.a. begeben; diese Anleihe wurde am 20. Februar 2015 planmäßig getilgt. Am 9. Juli 2012 wurde eine öffentliche Anleihe in Höhe von 350 MEUR mit einer Laufzeit von 7 Jahren und einer Fixverzinsung von 3,875% begeben. Über das gesamte Volumen und die gesamte Laufzeit der noch bestehenden Anleihe wurden Zinsswaps abgeschlossen, mit denen die fixen Zinszahlungen der Gesellschaft gegen variable Zinszahlungen auf Basis 3-Monats-EURIBOR bzw. 6-Monats-EURIBOR getauscht wurden.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind 32.197.109,96 EUR (Vorjahr: 23.078.360,09 EUR) aus Lieferungen und Leistungen und 128.666.618,23 EUR (Vorjahr: 200.716.294,04 EUR) aus erhaltenen Anzahlungen enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von 2.964.165,83 EUR (Vorjahr: 6.350.394,32 EUR) enthalten, welche erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

12

Haftungsverhältnisse

In den Haftungsverhältnissen sind Haftungen für verbundene Unternehmen in Höhe von 1.947.057 TEUR (Vorjahr: 2.761.947 TEUR) enthalten. Die Haftungsverhältnisse entfallen zur Gänze auf übernommene Garantien.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

des folgenden
Geschäftsjahres
MEUR
der folgenden
fünf Geschäftsjahre
MEUR
Verpflichtungen
Mietverträgen
aus Leasing- und 2,0 4,1
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1,0 2,1
Vorjahr
davon gegenüber verbundenen Unternehmen
2,0
1,5
4,8
4,4

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2015 bestand ein Bestellobligo für Investitionsgüter in Höhe von 0,0 MEUR (Vorjahr: 0,40 MEUR).

Außerbilanzielle Geschäfte

Es bestehen keine Geschäfte, die weder in der Bilanz ausgewiesen noch gemäß § 237 Z 8 UGB oder § 199 UGB anzugeben sind, aus denen wesentliche Risken oder Vorteile entstehen.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

(Beträge in TEUR)

Inland Export 2015
Gesamt
2014
Gesamt
PULP & PAPER 128.734 429.926 558.660 296.847
METALS 23.696 75.194 98.890 173.680
HYDRO 34.314 53.192 87.506 54.456
SEPARATION 3.181 23.928 27.109 39.279
Sonstige 3.012 8.469 11.481 14.468
Nebenerlöse, Skonti (131) 0 (131) (136)
192.806 590.709 783.515 578.594

Umsatzerlöse nach Märkten

in TEUR
2015 2014
Inland 192.806 29.514
Europäische Union 90.137 97.803
Übriges Europa 81.925 39.047
Nordamerika 43.085 24.892
Asien 136.616 265.344
Übrige Welt 238.946 121.994
783.515 578.594

Der Exportanteil bei den Umsatzerlösen beträgt 76% (Vorjahr 95%).

Übrige sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich im Wesentlichen aus Mieterlösen (1.149 TEUR, Vorjahr: 1.080 TEUR), Erträgen aus Wechselkursdifferenzen (1.661 TEUR, Vorjahr:

1.148 TEUR) und Verrechnungen an Tochtergesellschaften (74.259 TEUR, Vorjahr: 74.591 TEUR) zusammen.

Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von 232 TEUR (Vorjahr: 4.994 TEUR) enthalten. Der restliche Betrag von 1.042 TEUR (Vorjahr: 687 TEUR) betrifft Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen.

Übrige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus auftragsbezogenen Kosten (31.002 TEUR, Vorjahr: 20.290 TEUR), Wechselkursdifferenzen (480 TEUR, Vorjahr: 906 TEUR) sowie aus Beratungsleistungen (13.919 TEUR, Vorjahr: 15.827 TEUR), Reisekosten (24.442 TEUR, Vorjahr: 21.131 TEUR), Instandhaltungskosten (3.579 TEUR, Vorjahr: 4.016 TEUR), Mietaufwendungen (3.122 TEUR, Vorjahr: 2.606 TEUR), IT-Aufwendungen (14.918 TEUR, Vorjahr: 14.364 TEUR), Versicherungsaufwendungen (5.023 TEUR, Vorjahr: 7.308 TEUR), Forschungs- und Entwicklungskosten (6.931 TEUR, Vorjahr: 6.736 TEUR) und sonstigen allgemeinen Verwaltungskosten zusammen.

Finanzergebnis

Die Erträge aus Beteiligungen von 244.740 TEUR (Vorjahr: 204.664 TEUR) stammen aus Gewinnausschüttungen von Tochterunternehmen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen insbesondere Ertragssteuern der Geschäftsjahre 2014 und 2015 sowie ausländische Quellensteuern. Seitens der Andritz AG als Gruppenträger erfolgten im Geschäftsjahr Weiterbelastungen an Gruppenmitglieder in Höhe von 1.333 TEUR (Vorjahr: 12.622 TEUR).

Die gemäß § 198 Abs. 10 UGB aktivierbare Steuerabgrenzung hätte zum 31. Dezember 2015 15,6 MEUR (Vorjahr: 9,0 MEUR) betragen.

Verschmelzungsgewinn

In dieser Position sind ein Gewinn aus der Verschmelzung der Andritz Finance GmbH mit der Andritz AG in Höhe von 12.142 TEUR, sowie ein Verlust aus der Verschmelzung der Andritz Energy & Environment GmbH mit der Andritz AG in Höhe von 9.659 TEUR enthalten.

IV. Sonstiges

Beteiligungen, verbundene Unternehmen

(Beträge in TEUR)

Beteiligungsquote 2015 (in TEUR) 2014 (in TEUR)
Unternehmen Sitz direkt indirekt Jahresüberschuss Eigenkapital Jahresüberschuss Eigenkapital
Anstalt für Strömungsmaschinen GmbH Graz, Österreich 100,00% 16 1.557 13 1.541
ANDRITZ Technology and Asset Management GmbH Graz, Österreich 100,00% 10.250 28.860 15.912 334.711
ANDRITZ Environmental Engineering (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, China 100,00% -350 506 -9 1.496
ANDRITZ Deutschland Beteiligungs GmbH Krefeld, Deutschland 48,98% 51,02% 13.180 180.682 27.033 190.616
ANDRITZ GmbH Hemer, Deutschland 6,25% 93,75% 18.773 52.238 6.319 52.367
ANDRITZ HYDRO GmbH Wien, Österreich 100,00% 70.425 263.686 117.887 302.994
HGI Holdings Limited Limassol, Zypern 100,00% -127 23 -1.159 400
ANDRITZ SEPARATION (India) Private Ltd. Chennai, Indien 100,00% 135 1.910 -103 1.667
ANDRITZ FEED & BIOFUEL A/S Esbjerg, Dänemark 100,00% -9.076 -3.629 -1.026 -558
ANDRITZ Slovakia s.r.o. Humenné, Slowakei 100,00% -115 16.189 -192 6.304
ANDRITZ Chile Ltda. Santiago de Chile, Chile 100,00% 2.272 7.734 974 5.873
ANDRITZ (USA) Inc. Alpharetta / Georgia, USA 100,00% 20.729 75.652 17.214 78.068
ANDRITZ S.A.S. Vélizy-Villacoublay, Frankreich 100,00% -689 19.573 -533 19.653
Jaybee Eng. (Holdings) Pty. Ltd. Carrum Downs / Victoria, Australia 100,00% -1.028 -15.912 -7.333 -14.960
ANDRITZ Ingeniería S.A. Madrid, Spanien 100,00% 404 1.390 -27 986
ANDRITZ Brasil Ltda. Curitiba, Brasilien 100,00% 14.709 47.739 7.761 49.258
ANDRITZ Pilão Equipamentos Ltda. São Paulo, Brasilien 100,00% -1 -1.335 -201 -2.120
ANDRITZ Oy Helsinki, Finnland 100,00% 15.994 65.946 5.019 49.425
ANDRITZ HYDRO Canada Inc. Pointe-Claire / Québec, Kanada 100,00% 17.361 32.363 600 33.031
ANDRITZ AB Örnsköldsvik / Växjö , Schweden 100,00% 7.793 10.735 6.973 12.267
ANDRITZ Ltd. Staffordshire, Großbritannien 100,00% 412 3.830 522 4.924
ANDRITZ (China) Ltd. Foshan, China 77,31% 22,69% 49.375 190.951 37.406 138.106
ANDRITZ - Wolfensberger Special Alloy Foundry Co. Ltd. Foshan, China 100,00% -347 -5.690 -1.438 -5.012
ANDRITZ Technologies H.K. Ltd. Hong Kong, China 100,00% 1.824 5.307 3.157 6.583
ANDRITZ Thermtec Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100,00% 212 2.449 328 2.537
ANDRITZ Technologies Pvt. Ltd. Bangalore, Indien 100,00% 2.048 6.260 296 4.004
ANDRITZ FEED & BIOFUEL Ltd. Hull, Großbritannien 100,00% 1.027 2.722 778 2.406
ANDRITZ FEED & BIOFUEL B.V. Geldrop, Niederlande 100,00% 4.559 16.756 4.020 16.197
ANDRITZ Singapore Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100,00% 1.220 5.054 1.967 5.453
ANDRITZ Uruguay S. A. Fray Bentos, Uruguay 100,00% 5.052 8.065 3.101 8.175
ANDRITZ Industrias S. A. Fray Bentos, Uruguay 100,00% - 28 -1 31
ANDRITZ Pulp Technologies Punta Pereira S.A. Montevideo, Uruguay 100,00% -1.383 -4.164 -3.577 -3.194
ANDRITZ K.K. Tokyo, Japan 100,00% 141 4.311 489 4.236
ANDRITZ DELKOR (Pty) Ltd. Kyalami, Südafrika 100,00% 627 3.912 375 4.092
PT. ANDRITZ Jakarta, Indonesien 100,00% 164 714 268 745
LLC ANDRITZ St. Petersburg, Russland 100,00% 1.128 972 1.033 716
LLC ANDRITZ HYDRO Moskau, Russland 100,00% 27 95 161 76
ANDRITZ Kufferath s.r.o. Levice, Slowakei 100,00% 402 7.479 424 7.177
ANDRITZ Kft. Tiszakécske, Ungarn 100,00% 826 18.906 118 18.120
ANDRITZ Perfojet S.A.S. Montbonnot Saint-Martin, Frankreich 100,00% 1.654 4.709 2.279 5.192
ANDRITZ Biax S.A.S. Le Bourget, Frankreich 100,00% -1.391 -1.355 -1.141 30
ANDRITZ Frautech S.R.L. Schio, Italien 100,00% -2.244 1.482 -1.767 198
ANDRITZ Como S.R.L. Grandate, Italien 100,00% 30 197 29 168
ANDRITZ Iggesund Tools AB Iggesund, Schweden 100,00% 4.948 12.448 4.877 13.446
ANDRITZ Asselin-Thibeau S.A.S. Elbeuf, Frankreich 100,00% 3.447 11.094 2.230 7.618
ANDRITZ Beteiligungsgesellschaft IV GmbH Krefeld, Deutschland 100,00% 2.970 581.717 6.379 585.248
ANDRITZ (Wuxi) Nonwoven Technology Co. Ltd. Wuxi, China 100,00% -946 3.095 318 3.969
ANDRITZ Soutec AG Neftenbach, Schweiz 100,00% 4.748 463 4.505 -3.033
ANDRITZ Gouda B.V. Waddinxveen, Niederlande 100,00% 2.254 17.177 2.600 17.936
EK Finance Scorbé-Clairvaux, Frankreich 100,00% 788 5.124 - -

Die Angaben für Eigenkapital und Jahresüberschuss der verbundenen Unternehmen wurden den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend den "International Financial Reporting Standards" (IFRS) aufgestellt wurden, entnommen.

Steuerliche Unternehmensgruppe

Zwischen der Andritz AG als Gruppenträger und der Andritz Hydro GmbH, Wien als Gruppenmitglied besteht eine steuerliche Unternehmensgruppe gem. § 9 KStG. Die aus dem Gruppenvertrag resultierenden Steuerumlagen werden nach der sogenannten Belastungsmethode verrechnet, wobei im Falle eines steuerlichen Gewinns das Gruppenmitglied eine Steuerumlage an den Gruppenträger zu entrichten hat, im Falle eines steuerlichen Verlusts dieser evident gehalten und mit späteren Gewinnen des Gruppenmitglieds ausgeglichen wird. Die Steuerumlage ist spätestens bis zum 30.9. des folgenden Geschäftsjahrs zu leisten, der Gruppenträger kann jedoch entsprechende Vorauszahlungen vorschreiben. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Dauer geschlossen und unterliegt österreichischem Recht.

Beschäftigte

Im Jahresdurchschnitt wurden 1.768 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) (Vorjahr: 1.490), davon 389 Arbeiter (Vorjahr: 391) und 1.379 Angestellte (Vorjahr: 1.099), beschäftigt.

Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen

2015 2014
TEUR TEUR
für Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 1.159 4.430
für andere 376 6.499
1.535 10.929

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer werden im Konzernabschluss der Andritz AG angegeben.

Aktienbeteiligungsprogramm für Führungskräfte

Sämtliche Angaben wurden entsprechend dem im Geschäftsjahr 2012 durchgeführten Aktiensplit (1 : 2) angepasst.

Optionsprogramm 1:

Die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 hat ein Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands beschlossen.

Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen beträgt je nach Verantwortungsbereich 12.000, 20.000, 30.000 oder 40.000, für Mitglieder des Vorstands 80.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 100.000. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden.

Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte vom 1. Mai 2010 bis vor einem jeden Ausübungszeitpunkt dauernd in einem aktiven Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einer zum Andritz-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in Andritz-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der Andritz-Aktie während der vier auf die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 folgenden Kalenderwochen und beträgt 23,18 EUR.

Die Optionen können in der Zeit vom 1. Mai 2013 bis 30. April 2015 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2012 bis 30. April 2013 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2011 oder der Gewinn je Aktie des Geschäftsjahrs 2012 (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) mindestens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2009 liegt

oder wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum 1. Mai 2013 bis 30. April 2014 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2012 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2013 mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2009 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten bezogen werden. Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden. Die Aktienoptionen sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Optionsprogramm 2:

Die 105. ordentliche Hauptversammlung vom 22. März 2012 hat ein Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands beschlossen.

Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen beträgt je nach Verantwortungsbereich 12.000, 20.000, 30.000 oder 40.000, für Mitglieder des Vorstands 80.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 100.000. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden.

Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte vom 1. Mai 2012 bis vor einem jeden Ausübungszeitpunkt dauernd in einem aktiven Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einer zum Andritz-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in Andritz-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der Andritz-Aktie während der vier auf die 105. ordentliche Hauptversammlung vom 22. März 2012 folgenden Kalenderwochen und beträgt 37,15 EUR.

19

Die Optionen können in der Zeit vom 1. Mai 2015 bis 30. April 2017 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2014 bis 30. April 2015 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2013 oder der Gewinn je Aktie des Geschäftsjahrs 2014 (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) mindestens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2011 liegt

oder wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum 1. Mai 2015 bis 30. April 2016 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2014 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2015 mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2011 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten bezogen werden. Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden. Die Aktienoptionen sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Es konnten jedoch nicht sämtliche Ausübungsbedingungen erfüllt werden, daher sind die Optionen verfallen.

Optionsprogramm 3:

Die 107. ordentliche Hauptversammlung vom 21. März 2014 hat ein Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands beschlossen.

Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen beträgt je nach Verantwortungsbereich bis zu 20.000, für Mitglieder des Vorstands jeweils 37.500. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden.

Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte vom 1. Mai 2014 bis vor einem jeden Ausübungszeitpunkt dauernd in einem aktiven Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einer zum Andritz-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in Andritz-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der Andritz-Aktie während der vier auf die 107. ordentliche Hauptversammlung vom 21. März 2014 folgenden Kalenderwochen und beträgt 44,42 EUR.

Die Optionen können in der Zeit vom 1. Mai 2017 bis 30. April 2019 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2016 bis 30. April 2017 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2015 oder der Gewinn je Aktie des Geschäftsjahrs 2016 (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2012 liegt

oder wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2016 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2017 mindestens 25% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2012 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten bezogen werden. Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden. Die Aktienoptionen sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

21

Optionsprogramm 1 Optionsprogramm 2 Optionsprogramm 3
im Jahr 2015
ausgenützte
Optionen
eingeräumte
Optionen
per 31.12.2015**)
eingeräumte
Optionen
per 31.12.2015
Vorstand
Wolfgang Leitner
Humbert Köfler
Friedrich Papst*)
Joachim Schönbeck
Wolfgang Semper
Leitende Angestellte
0
0
0
0
0
66.000
100.000
80.000
80.000
0
80.000
1.527.000
37.500
37.500
37.500
37.500
37.500
795.000
GESAMT 66.000 1.867.000 982.500
Ausübungspreis je Aktie in EUR
Innerer Wert Optionen gesamt
in EUR
23,18
bei Ausübung
1.979.097
37,15
31.12.2015
14.749.300
44,42
31.12.2015
618.975

*) bis 31.3.2015

**) verfallen

Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte (in TEUR):

Währung Umfang Zeitwert
USD Kauf 3.624 39
Verkauf 156.279 -3.755
USD Summe 159.902 -3.716
CNY Kauf 7.468 -160
Verkauf 168 2
CNY Summe 7.636 -158
Andere Währungen Kauf 4.020 -50
Verkauf 18.062 -152
Andere Währungen Summe 22.082 -202
Summe 189.621 -4.076

Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis der Terminkurse zum Bilanzstichtag durch Abzinsung des ermittelten Endwerts über die Restlaufzeit errechnet.

Die beizulegenden Zeitwerte für die Zinssicherung der Anleihen in Form von Zinsswaps betragen zum 31.12.2015 18.245,21 TEUR (Vorjahr: 20.968,46 TEUR) und repräsentieren die Marktwerte zum Bilanzstichtag.

Drohende Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten werden in der Bilanz nicht passiviert, da diese mit bilanzierten Aktiv- bzw. Passivposten eine geschlossene Position bilden.

Vorstand und Aufsichtsrat

Als Aufwendungen für den Vorstand wurden erfasst:

in TEUR
2015 2014
Kurzfristige Leistungen 9.625 8.398
Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 434 723
Aktienbasierte Vergütungen 891 1.501
10.950 10.622

Der Gegenwert der aktienbasierten Vergütungen wurde nach IFRS ermittelt. Für Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldansprüche werden die Dienstzeitaufwendungen gemäß IAS 19 angesetzt.

Von verbundenen Unternehmen wurden keine Bezüge ausbezahlt. An ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene wurden 383.765 EUR (Vorjahr: 370.305 EUR) ausbezahlt.

Eine dem Vorstandsvorsitzenden der Andritz AG zuzurechnende Gesellschaft überlässt den Betrieb eines der in ihrem Eigentum stehenden Geschäftsflugzeuge einem professionellen Privatflugunternehmen, von dem die Andritz AG 2015 rund 52 % (Vorjahr: 34 %) der Jahresflugstunden dieses Flugzeugs für Dienstreisen des Vorstandsvorsitzenden und anderer Vorstandsmitglieder gechartert hat. Der diesbezügliche Aufwand betrug 2015 859 TEUR (Vorjahr: 400 TEUR). Es bestanden zum 31. Dezember 2015 Verbindlichkeiten in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Die Aufsichtsratsvergütungen (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2015 betragen vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung insgesamt 285.000 EUR (Vorjahr: 295.000 EUR).

Aufsichtsrat:

Gewählte Mitglieder:

Christian Nowotny

Vorsitzender

Klaus Ritter

Stellvertreter des Vorsitzenden

Ralf Dieter

Monika Kircher

Fritz Oberlerchner

Kurt Stiassny

Delegierte Mitglieder:

Georg Auer Isolde Findenig

Andreas Martiner

Vorstand:

Wolfgang Leitner Vorsitzender Humbert Köfler Friedrich Papst (bis 31.3.2015) Joachim Schönbeck Wolfgang Semper

Graz, am 23. Februar 2016

Der Vorstand

Wolfgang Leitner Humbert Köfler Joachim Schönbeck Wolfgang Semper

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der ANDRITZ AG, Graz, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2015 bis zum 31. Dezember 2015 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2015, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2015 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der ANDRITZ AG zum 31. Dezember 2015 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2015 bis zum 31. Dezember 2015 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 23. Februar 2016

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Walter Müller e.h. Wirtschaftsprüfer

Dr. Alfons Stimpfl-Abele e.h. Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.