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Andritz AG Annual Report 2011

Mar 1, 2012

735_10-k_2012-03-01_58a45809-110c-4d3a-ab10-f101b2a755fd.pdf

Annual Report

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Jahresfi nanzbericht

Kennzahlen der ANDRITZ-GRUPPE

(Gemäß IFRS) Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Auftragseingang MEUR 5.706,9 4.131,9 3.349,3 3.705,3 3.749,5
Auftragsstand (per Ultimo) MEUR 6.683,1 5.290,9 4.434,5 4.277,4 3.843,3
Umsatz MEUR 4.596,0 3.553,8 3.197,5 3.609,8 3.282,5
Umsatzrendite1) % 6,8 6,9 4,6 6,1 6,1
EBITDA2) MEUR 386,2 307,3 218,2 278,2 250,7
EBITA3) MEUR 331,5 257,6 164,1 233,2 209,7
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) MEUR 312,7 245,5 147,1 218,5 200,9
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 321,7 247,9 149,6 210,5 200,8
Konzern-Ergebnis (vor Abzug von
nicht beherrschenden Anteilen) MEUR 231,5 177,0 102,9 147,0 137,8
Konzern-Ergebnis (nach Abzug von
nicht beherrschenden Anteilen) MEUR 230,7 179,6 96,8 139,7 132,7
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit MEUR 433,8 704,5 345,7 255,0 33,1
Investitionen4) MEUR 77,0 68,8 70,5 69,7 57,0
Free Cashflow5) MEUR 361,1 644,9 285,6 187,5 -19,6
Free Cashflow je Aktie6) EUR 6,9 12,4 5,5 3,6 -0,4
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (per Ultimo, ohne Lehrlinge) - 16.750 14.655 13.049 13.707 12.016
Anlagevermögen MEUR 1.151,8 858,9 731,4 732,1 632,3
Umlaufvermögen MEUR 3.414,8 3.176,9 2.577,9 2.354,2 1.877,1
Summe Eigenkapital7) MEUR 938,9 794,4 663,5 577,4 481,6
Rückstellungen MEUR 667,3 582,8 529,9 477,3 402,4
Verbindlichkeiten MEUR 2.960,4 2.658,6 2.115,9 2.031,6 1.625,4
Bilanzsumme MEUR 4.566,6 4.035,8 3.309,3 3.086,3 2.509,4
Eigenkapitalquote8) % 20,6 19,7 20,0 18,7 19,2
Eigenkapitalrentabilität9) % 34,3 31,2 22,5 36,5 41,7
Gesamtkapitalrentabilität10) % 6,8 6,1 4,4 7,1 8,0
Bruttoliquidität (liquide Mittel)11) MEUR 1.814,5 1.594,7 1.082,1 821,8 598,8
Nettoliquidität12) MEUR 1.400,6 1.177,0 677,9 408,9 246,5
Nettoverschuldung13) MEUR -1.198,4 -992,0 -505,3 -242,9 -94,8
Nettoumlaufvermögen14) MEUR -639,2 -556,1 -104,3 22,7 99,1
Capital employed15) MEUR -128,6 -86,0 285,9 406,8 405,6
Verschuldungsgrad16) % -127,6 -124,9 -76,2 -42,1 -19,7
EBITDA-Marge % 8,4 8,6 6,8 7,7 7,6
EBITA-Marge % 7,2 7,2 5,1 6,5 6,4
EBIT-Marge % 6,8 6,9 4,6 6,1 6,1
Konzern-Ergebnis/Umsatz % 5,0 5,0 3,2 4,1 4,2
ROE17) % 24,7 22,3 15,5 25,5 28,6
EV18)/EBITDA - 5,0 7,8 6,5 1,9 7,6
Abschreibungen/Umsatz % 1,6 1,7 2,0 1,5 1,4

1) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Umsatz 2) Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen 3) Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 17.839 TEUR (2010: 12.158 TEUR) sowie Wertminderungsverlust Firmenwert in Höhe von 1.000 TEUR (2010: 0 TEUR) 4) Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 5) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen plus Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 6) Free Cashflow/Aktiengesamtzahl 7) Summe Eigenkapital inkl. nicht beherrschenden Anteilen 8) Summe Eigenkapital/Bilanzsumme 9) Ergebnis vor Ertragsteuern/Summe Eigenkapital 10) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Bilanzsumme 11) Flüssige Mittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens plus Schuldscheindarlehen 12) Bruttoliquidität plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten 13) Verzinsliches Fremdkapital inkl. Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder abzüglich flüssige Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie Schuldscheindarlehen 14) Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Wertpapiere des Umlaufvermögens und flüssige Mittel) abzüglich sonstige langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen) 15) Nettoumlaufvermögen plus immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 16) Nettoverschuldung/Summe Eigenkapital 17) ROE (Return On Equity): Konzern-Ergebnis/Summe Eigenkapital 18) EV (Enterprise Value): Marktkapitalisierung per Ultimo minus Nettoliquidität

Kennzahlen der Geschäftsbereiche

HYDRO Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Auftragseingang MEUR 2.096,2 1.870,1 1.693,9 1.543,4 1.216,1
Auftragsstand (per Ultimo) MEUR 3.671,4 3.376,0 2.894,5 2.590,1 1.954,9
Umsatz MEUR 1.772,9 1.579,2 1.378,0 1.205,9 910,0
EBITDA MEUR 174,3 139,9 120,9 105,7 66,3
EBITDA-Marge % 9,8 8,9 8,8 8,8 7,3
EBITA MEUR 147,7 118,0 100,5 87,9 52,2
EBITA-Marge % 8,3 7,5 7,3 7,3 5,7
Investitionen MEUR 44,3 41,5 44,5 35,0 25,4
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (per Ultimo, ohne Lehrlinge) - 7.285 6.530 5.993 5.606 4.390
PULP & PAPER Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Auftragseingang MEUR 2.664,3 1.388,4 923,0 1.033,8 1.406,4
Auftragsstand (per Ultimo) MEUR 2.221,6 1.099,6 778,7 752,8 1.060,4
Umsatz MEUR 1.855,9 1.105,3 903,3 1.326,6 1.462,2
EBITDA MEUR 136,6 98,4 42,0 84,5 105,3
EBITDA-Marge % 7,4 8,9 4,6 6,4 7,2
EBITA MEUR 118,9 80,7 17,5 66,3 87,8
EBITA-Marge % 6,4 7,3 1,9 5,0 6,0
Investitionen MEUR 19,5 16,4 14,9 20,2 21,8
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (per Ultimo, ohne Lehrlinge) - 5.984 4.851 4.239 5.102 4.843
SEPARATION Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Auftragseingang MEUR 468,6 424,3 305,4 361,2 346,9
Auftragsstand (per Ultimo) MEUR 259,2 242,3 139,6 151,8 161,1
Umsatz MEUR 448,9 375,4 322,6 366,6 364,4
EBITDA MEUR 44,2 34,8 29,3 32,1 30,8
EBITDA-Marge % 9,8 9,3 9,1 8,8 8,5
EBITA MEUR 38,2 29,5 24,6 27,3 25,7
EBITA-Marge % 8,5 7,9 7,6 7,4 7,1
Investitionen MEUR 7,0 5,7 5,7 7,4 4,9
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (per Ultimo, ohne Lehrlinge) - 1.976 1.816 1.329 1.437 1.349
METALS Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Auftragseingang MEUR 318,6 302,7 296,2 611,5 636,4
Auftragsstand (per Ultimo) MEUR 465,1 521,0 564,1 736,2 631,5
Umsatz MEUR 372,7 340,2 473,4 566,2 408,0
EBITDA MEUR 21,5 21,2 23,2 42,6 33,1
EBITDA-Marge % 5,8 6,2 4,9 7,5 8,1
EBITA MEUR 19,4 18,4 20,5 40,1 30,6
EBITA-Marge % 5,2 5,4 4,3 7,1 7,5
Investitionen MEUR 1,8 1,9 2,0 4,3 3,2
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (per Ultimo, ohne Lehrlinge) - 945 937 971 996 880
FEED & BIOFUEL Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Auftragseingang MEUR 159,2 146,4 130,8 155,4 143,7
Auftragsstand (per Ultimo) MEUR 65,8 52,0 57,6 46,5 35,3
Umsatz MEUR 145,6 153,7 120,2 144,5 137,8
EBITDA MEUR 9,6 13,0 2,8 13,3 15,2
EBITDA-Marge % 6,6 8,5 2,3 9,2 11,0
EBITA MEUR 7,3 11,0 1,0 11,6 13,4
EBITA-Marge % 5,0 7,2 0,8 8,0 9,7
Investitionen MEUR 4,4 1,8 3,4 2,9 1,7
Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (per Ultimo, ohne Lehrlinge) - 560 522 517 566 553

Unternehmensprofil

ANDRITZ HYDRO

liefert elektromechanische Ausrüstungen für Wasserkraftwerke. Mit mehr als 170 Jahren kumulierter Erfahrung und über 30.000 gelieferten Turbinen mit einer Gesamtleistung von rd. 400.000 MW ist der Geschäftsbereich einer der weltweit größten Anbieter im Markt für hydraulische Stromerzeugung und bietet die komplette Produktpalette einschließlich Turbinen, Generatoren und Zusatzausrüstungen aller Typen und Größen an: "from water to wire" für die Kleinwasserkraft bis hin zu mehr als 800 MW Leistung. ANDRITZ HYDRO nimmt auch eine führende Position im Wachstumsmarkt der Reparatur, Erneuerung und Leistungserhöhung bestehender Wasserkraftanlagen ein.

ANDRITZ PULP & PAPER

ist ein weltweit führender Anbieter von Anlagen und Systemen für die Erzeugung und Verarbeitung aller Arten von Faserstoffen, Papier, Tissue und Karton. Die Technologien umfassen u. a. die Verarbeitung von Holzstämmen und Einjahrespflanzen, die Erzeugung von Zellstoff, Holzstoff und Recyclingfaserstoffen, die Rückgewinnung und Wiederverwertung von Chemikalien, die Aufbereitung des Papiermaschineneintrags, die Erzeugung von Papier, Tissue und Karton, die Papierveredelung und Beschichtung von Papier sowie die Rejekt- und Schlammbehandlung. Darüber hinaus bietet der Geschäftsbereich eine umfassende Produktpalette von Biomasse- und Rückgewinnungskesseln für die Energieerzeugung an.

ANDRITZ SEPARATION*

ist einer der weltweit führenden Anbieter von Anlagen und Ausrüstungen zur mechanischen Fest-Flüssig-Trennung für kommunale und industrielle Schlämme, für Suspensionen verschiedenster Industrien (Kohle-, Erz- und Mineralaufbereitung, chemische und petrochemische Industrie, Lebensmittelindustrie) und für Biomasse (Holz, Bagasse, Papier-, Faser- und Deinkingschlämme, Rejekte) sowie der anschließenden thermischen Trocknung dieser Produkte. Der Tätigkeitsbereich umfasst Planung und Fertigung von Schlüsselkomponenten und schlüsselfertigen Anlagen (Eindicker und Rechen zur Abwasserbehandlung, Zentrifugen, Trommel- und Scheibenfilter, Band- und Filterpressen zur Entwässerung sowie Trocknungsanlagen und -systeme zur thermischen Verwertung von Schlamm), die Montage und Inbetriebnahme kompletter Anlagen, die gesamte Automatisierungs- und Sicherheitstechnik sowie Serviceleistungen.

* Der Geschäftsbereich ENVIRONMENT & PROCESS wurde per 1. Oktober 2011 in SEPARATION umbenannt.

ANDRITZ METALS

zählt zu den weltweit führenden Lieferanten von kompletten Linien für die Herstellung und Weiterverarbeitung von Kaltband aus Kohlenstoffstahl, Edelstahl und Nicht-Eisen-Metallen, bestehend aus Anlagen zum Kaltwalzen, zur Wärmebehandlung, Oberflächenveredelung, Bandbeschichtung und -veredelung, zum Stanzen und Tiefziehen sowie zum Regenerieren von Beizsäuren. Darüber hinaus liefert der Geschäftsbereich schlüsselfertige Industrie-Ofensysteme für thermische Prozesse wie die Wärmebehandlung von Brammen und Schmiedeteilen sowie Raffinationsöfen für die Kupferindustrie.

ANDRITZ FEED & BIOFUEL

liefert Anlagen, Maschinen und Serviceleistungen für die industrielle Herstellung von Tierfutterpellets (Haustierfutter, Fisch- und Shrimpfutter) sowie für Biomassepellets (Holzpelletierungsanlagen und Anlagen zur Pelletierung von landwirtschaftlichen und industriellen Restprodukten wie z. B. Stroh). In beiden Bereichen zählt der Geschäftsbereich zu den Weltmarktführern.

Darüber hinaus bietet ANDRITZ Technologien für einige andere Bereiche an, u. a. Automatisierung, Pumpen, Anlagen zur Produktion von Vliesstoffen und Kunststofffolien, Dampfkessel-, Biomassekessel- und Gasifizierungsanlagen für die Energieerzeugung, Rauchgasreinigungsanlagen, Anlagen zur Produktion von Faserplatten (MDF), Turbogeneratoren sowie Ausrüstungen zur Torrefizierung von Biomasse.

Die ANDRITZ-AKTIE

Kennzahlen der ANDRITZ-Aktie Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Gewinn je Aktie EUR 4,49 3,48 1,89 2,73 2,61
Dividende je Aktie EUR 2,201) 1,70 1,00 1,10 1,00
Ausschüttungsquote % 49,0 48,9 52,9 40,3 38,3
Eigenmittel je Aktie EUR 17,49 14,68 12,28 10,59 9,07
Höchster Schlusskurs EUR 75,50 68,92 41,94 43,53 54,00
Niedrigster Schlusskurs EUR 54,82 39,49 17,50 15,96 35,80
Jahresschlusskurs EUR 64,10 68,79 40,52 18,16 41,45
Marktkapitalisierung (per Ultimo) MEUR 3.333,2 3.577,1 2.107,0 944,3 2.155,6
Performance % -7,6 +67,8 +111,0 -54,4 +2,6
ATX-Gewichtung (per Ultimo) % 9,2705 7,3211 4,3701 2,9209 2,3950
Durchschnittliches Handelsvolumen 2) Stück 284.069 230.773 307.029 488.638 452.909

1) Vorschlag an die Hauptversammlung. 2) Doppelzählung, wie von der Wiener Börse veröffentlicht. Quelle: Wiener Börse

Eckdaten zur ANDRITZ-Aktie

ISIN-Code AT0000730007
Tag der Erstnotiz 25. Juni 2001
Aktiengattung Inhaberaktien
Aktienzahl 52 Millionen
Genehmigtes Kapital Keines
Streubesitz Rd. 70%
Börse Wien (Prime Market)
Ticker-Symbole Reuters: ANDR.VI; Bloomberg: ANDR, AV
Börse-Indizes ATX, ATX five, ATXPrime, WBI

Finanzterminkalender 2012

Ergebnisse Geschäftsjahr 2011 1. März 2012
Ordentliche Hauptversammlung 22. März 2012
Ex-Dividende 26. März 2012
Dividendenzahltag 28. März 2012
Ergebnisse Q1 2012 4. Mai 2012
Ergebnisse H1 2012 7. August 2012
Ergebnisse Q1–Q3 2012 6. November 2012
Lagebericht 05
Corporate-Governance-Bericht 16
Unternehmensrisiken 20
Bericht des Aufsichtsrats 25
Erklärung des Vorstands gemäß
§ 82 (4) Börsegesetz
26
Konzern-Abschluss 2011
der Andritz-Gruppe
Bestätigungsvermerk
Konzern-Bilanz
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Konzern-Cashflow-Statement
Konzern-Anhang
29
30
32
33
34
35
36
37

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die globale Wirtschaftsentwicklung war 2011 sehr stark von den Staatsschuldenkrisen in Europa und den USA geprägt. Insbesondere in den USA und in der Euro-Zone kam es zu einer deutlichen wirtschaftlichen Abkühlung. Rückläufige Investitionen der Industrie gepaart mit geringer Konsumnachfrage führten gemeinsam mit den Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten zu einer Stagnation bzw. deutlichen Verlangsamung der weltweiten Wirtschaftsaktivitäten.

Die Wirtschaftsentwicklung in den USA war im Berichtszeitraum von deutlich rückläufigem Privatkonsum, der den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leistet, sowie stagnierender Beschäftigung auf niedrigem Niveau geprägt. Ebenso war bei Investitionen des verarbeitenden Gewerbes eine massive Verlangsamung feststellbar. Die amerikanische Notenbank FED hat angekündigt, bis mindestens Ende 2014 die Leitzinsen auf knapp über 0% zu belassen und ihre expansive Geldpolitik zur Belebung der Wirtschaft fortzusetzen. Darüber hinaus wurde das langfristige Inflationsziel mit 2% fixiert.

Auch in Europa war die Entwicklung 2011 von deutlich nachlassender Wirtschaftsleistung geprägt. Teilweise rückläufiger Privatkonsum in den größten Ländern der Euro-Zone sowie deutlich reduzierte Investitionen der Regierungen und Industriebetriebe führten zu einer Stagnation der wirtschaftlichen Aktivitäten. Aufgrund der latenten Wirtschaftsschwäche hat die auf Geldwertstabilität ausgerichtete Europäische Zentralbank trotz der noch immer über 2% liegenden Inflationsrate im Euro-Raum die Leitzinsen auf 1,0% gesenkt.

In Asien und den anderen großen aufstrebenden Wirtschaftsregionen kam es ebenfalls zu einer wirtschaftlichen Abkühlung, allerdings deutlich moderater als in den USA bzw. Europa. Insbesondere in China kam es durch die restriktive Kreditvergabe der Regierung, die einem Überhitzen der Konjunktur entgegenwirken soll, zu einem deutlichen Nachlassen des Wirtschaftswachstums. Unterstützend wirkten jedoch weiterhin der anhaltend gute Binnenkonsum sowie die Exportwirtschaft.

Quelle: OECD

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Veränderung des Konsolidierungskreises/Akquisitionen

Die folgenden Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2010 nicht oder nur teilweise im Konzern-Abschluss der ANDRITZ-GRUPPE enthalten:

  • Precision Machine & Supply, Inc.: Service für den Wasserkraftbereich
  • ANDRITZ Biax: Anlagen und Systeme zur Herstellung von biaxial verstreckten Kunststofffolien
  • ANDRITZ Perfojet: Maschinen und Anlagen für die Herstellung von Vliesstoffen (Nonwovens)
  • ANDRITZ Frautech: Separatoren für Anwendungen in der Milch- und Olivenölindustrie
  • ANDRITZ Delkor Capital Equipment: Entwässerungsaggregate, v. a. für die Bergbauindustrie
  • ANDRITZ KMPT-Gruppe: mechanische und thermische Fest-Flüssig-Trennung, insbesondere für die chemische und pharmazeutische Industrie
  • ANDRITZ Ritz-Gruppe: Pumpen für Wasserversorgung, Bergbau, Off-Shore und Unterwasser (Sub-Sea)

Folgende Unternehmen wurden 2011 im Konzern-Abschluss der ANDRITZ-GRUPPE neu konsolidiert:

  • ANDRITZ Energy & Environment: Wirbelschichtkessel zur Dampferzeugung und Rauchgasreinigungsanlagen
  • Hemicycle Controls: Automatisierungssysteme für Wasserkraftwerke
  • ANDRITZ Iggesund-Gruppe: Hack- und Entrindungsmaschinen für Zellstoff- und Sägewerke
  • Vermögenswerte von Tristar Industries: Service- und Fertigungscenter für den PULP & PAPER-Servicebereich
  • ANDRITZ Asselin-Thibeau: Systeme für die Produktion von Trockenvlies (v. a. für Anwendungen im Textilund Hygienebereich)

Die erstmalige Einbeziehung der in 2011 erworbenen Unternehmen/Geschäftsfelder erfolgte auf Basis vorläufiger Werte.

Umsatz

Der Umsatz der ANDRITZ-GRUPPE betrug im Geschäftsjahr 2011 4.596,0 MEUR und lag damit um 29,3% über dem Vergleichswert des Vorjahrs (2010: 3.553,8 MEUR). Dies ist v. a. auf den Geschäftsbereich PULP & PAPER zurückzuführen, der den Umsatz um 67,9% auf 1.855,9 MEUR steigerte (2010: 1.105,3 MEUR). Zuwächse verzeichneten auch die Geschäftsbereiche HYDRO, SEPARATION und METALS. Nur im Geschäftsbereich FEED & BIOFUEL ging der Umsatz im Jahresvergleich leicht zurück.

Anteil Serviceumsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche in % 2011 2010
ANDRITZ-GRUPPE 27 29
HYDRO 24 24
PULP & PAPER 30 40
SEPARATION 34 30
METALS 10 8
FEED & BIOFUEL 50 44

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Gruppe erreichte im Berichtsjahr mit 5.706,9 MEUR einen neuen Rekordwert und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 38,1% (2010: 4.131,9 MEUR). Hauptgrund für diesen starken Anstieg war der Erhalt von drei Großaufträgen in den Geschäftsbereichen PULP & PAPER sowie HYDRO (Lieferung von Technologien und Systemen für die beiden Zellstoffwerke Eldorado, Brasilien, und Montes del Plata, Uruguay bzw. elektromechanische Ausrüstungen für das Wasserkraftwerk Belo Monte, Brasilien).

So konnte der Geschäftsbereich PULP & PAPER seinen Auftragseingang mit 2.664,3 MEUR gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln (2010: 1.388,4 MEUR), der Geschäftsbereich HYDRO erreichte mit 2.096,2 MEUR ebenfalls einen neuen Rekordwert beim Auftragseingang (2010: 1.870,1 MEUR). Auch die drei anderen Geschäftsbereiche konnten den Auftragseingang im Jahresvergleich steigern.

Auftragsstand

Der Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE per 31. Dezember 2011 betrug 6.683,1 MEUR (31. Dezember 2010: 5.290,9 MEUR). Bis auf den Geschäftsbereich METALS stieg der Auftragsstand im Jahresvergleich in allen Geschäftsbereichen an.

Ergebnis

Das EBITA der Gruppe entwickelte sich im Berichtsjahr sehr zufriedenstellend. Es betrug 331,5 MEUR und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 28,7% an (2010: 257,6 MEUR). Die EBITA-Marge lag mit 7,2% auf dem Vorjahresvergleichswert (2010: 7,2%).

2011 wurde eine Firmenwertminderung in Höhe von 1,0 MEUR, die dem Geschäftsbereich PULP & PAPER zuzuordnen ist, erfasst (2010: 0 MEUR). Darüber hinaus wurde eine Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in der Höhe von 1,5 MEUR erfasst (2010: 0 MEUR).

Das Finanz-Ergebnis der ANDRITZ-GRUPPE betrug 9,0 MEUR und lag damit deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahrs (2010: 2,4 MEUR).

Die Steuerquote betrug 2011 28,1% (2010: 28,6%).

Das Konzern-Ergebnis der Gruppe nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen betrug im Berichtsjahr 230,7 MEUR (2010: 179,6 MEUR).

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme der ANDRITZ-GRUPPE per 31. Dezember 2011 stieg v. a. bedingt durch Akquisitionen auf 4.566,6 MEUR an (31. Dezember 2010: 4.035,8 MEUR). Die Eigenkapitalquote per 31. Dezember 2011 betrug 20,6% (31. Dezember 2010: 19,7%).

Die liquiden Mittel (flüssige Mittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens plus Schuldscheindarlehen) per 31. Dezember 2011 betrugen 1.814,5 MEUR (31. Dezember 2010: 1.594,7 MEUR). Die Nettoliquidität (liquide Mittel plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten) betrug 1.400,6 MEUR und lag damit ebenfalls deutlich über dem Wert zum Ende des Vorjahrs (31. Dezember 2010: 1.177,0 MEUR). Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Erhalt von Anzahlungen für einige Großprojekte zurückzuführen.

Zusätzlich zur hohen Nettoliquidität stehen der ANDRITZ-GRUPPE derzeit bis auf weiteres auch folgende Kredit- und Avallinien für Vertragserfüllungen, Anzahlungen, Gewährleistungen etc. zur Verfügung:

  • Kreditlinien: 187 MEUR, davon 72 MEUR ausgenützt
  • Avallinien: 4.922 MEUR, davon 2.486 MEUR ausgenützt
Aktiva
1.207,3 1.744,3 1.615,0
MEUR MEUR MEUR
Langfristiges Sonstiges kurz Flüssige Mittel und Wertpapiere
Vermögen: 26% fristiges Vermögen: 39% des Umlaufvermögens: 35%
Passiva
938,9
MEUR
436,3
MEUR
400,8
MEUR
2.790,6
MEUR
Summe Eigenkapital
inkl. nicht beherrschende
Anteile: 21%
Finanzver
bindlich
keiten:
9%
Sonstige
langfristige
Verbindlich
keiten: 9%
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten: 61%

Investitionen und Cashflow

Die Investitionen in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 2011 77,0 MEUR (2010: 68,8 MEUR) und betrafen im Wesentlichen Modernisierungen von Fertigungsstätten.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 433,8 MEUR und lag damit deutlich unter dem Vorjahresvergleichswert (2010: 704,5 MEUR). Dieser Rückgang ist v. a. auf projektbedingte Veränderungen des Umlaufvermögens zurückzuführen.

Weitere wichtige Kennzahlen im Überblick

(Gemäß IFRS) Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Umsatzrendite1) % 6,8 6,9 4,6 6,1 6,1
EBITDA2) MEUR 386,2 307,3 218,2 278,2 250,7
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) MEUR 312,7 245,5 147,1 218,5 200,9
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 321,7 247,9 149,6 210,5 200,8
Konzern-Ergebnis (vor Abzug von
nicht beherrschenden Anteilen) MEUR 231,5 177,0 102,9 147,0 137,8
Free Cashflow3) MEUR 361,1 644,9 285,6 187,5 -19,6
Free Cashflow je Aktie4) EUR 6,9 12,4 5,5 3,6 -0,4
Eigenkapitalrentabilität5) % 34,3 31,2 22,5 36,5 41,7
Gesamtkapitalrentabilität6) % 6,8 6,1 4,4 7,1 8,0
Nettoverschuldung7) MEUR -1.198,4 -992,0 -505,3 -242,9 -94,8
Nettoumlaufvermögen8) MEUR -639,2 -556,1 -104,3 22,7 99,1
Capital employed9) MEUR -128,6 -86,0 285,9 406,8 405,6
Verschuldungsgrad10) % -106,4 -124,9 -76,2 -42,1 -19,7

1) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Umsatz 2) Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen 3) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen plus Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 4) Free Cashflow/Aktiengesamtzahl 5) Ergebnis vor Ertragsteuern/Summe Eigenkapital 6) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Bilanzsumme 7) Verzinsliches Fremdkapital inkl. Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder abzüglich flüssige Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie Schuldscheindarlehen 8) Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Wertpapiere des Umlaufvermögens und flüssige Mittel) abzüglich sonstige langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen) 9) Nettoumlaufvermögen plus immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 10) Nettoverschuldung/ Summe Eigenkapital

Wichtige Akquisitionen

Im Jänner 2011 hat ANDRITZ die AE&E Austria GmbH & Co KG, nunmehr ANDRITZ Energy & Environment, erworben und damit sein Produktangebot im Geschäftsbereich PULP & PAPER erweitert. ANDRITZ Energy & Environment ist Spezialist für Wirbelschichttechnologie in Kesselanlagen sowie für Rauchgasreinigungsanlagen.

Mit der Übernahme des kanadischen Unternehmens Hemicycle Controls erweitert und stärkt der Geschäftsbereich HYDRO sein Automatisierungsgeschäft in Nordamerika. Hemicycle Controls ist ein etablierter Anbieter von Automatisierungssystemen für Wasserkraftwerke.

ANDRITZ hat weiters Asselin-Thibeau, eine Tochtergesellschaft der französischen NSC-Gruppe, erworben. ANDRITZ Asselin-Thibeau liefert Systeme für die Produktion von Trockenvlies (v. a. für Anwendungen im Textilund Hygienebereich). In Kombination mit den bewährten Produkten und Technologien von ANDRITZ Küsters und ANDRITZ Perfojet kann der Geschäftsbereich PULP & PAPER seinen Kunden nun komplette Systemlösungen für die Produktion von Vliesstoffen anbieten.

Der Geschäftsbereich PULP & PAPER stärkt und ergänzt sein Serviceangebot im Bereich der Holzverarbeitung mit der Akquisition von Iggesund Tools International AB mit Hauptsitz in Iggesund, Schweden. ANDRITZ Iggesund Tools liefert Hack- und Entrindungsmaschinen für Zellstoff- und Sägewerke.

RISIKOMANAGEMENT

ANDRITZ verfügt über ein gruppenweites Risikomanagementsystem, mit dem Risikopotenziale erkannt und Gegenmaßnahmen getroffen werden sollen. Dies ist ein wichtiges Element des aktiven Risikomanagements innerhalb der Gruppe.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bzw. die Finanzberichterstattung liegt in der Verantwortung des Vorstands. Dazu hat der Vorstand sowohl für die wesentlichen Geschäftsrisiken innerhalb der Gruppe als auch für den Finanzberichterstattungsprozess gruppenweit verbindlich anzuwendende Regelungen und Richtlinien verabschiedet.

Das Rechnungswesen und die darin integrierte Finanzbuchhaltung sind direkt dem Vorstand unterstellt. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen wird sichergestellt, dass die gesetzliche Vorgabe, dass die Eintragungen in die Bücher und die sonstigen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu erfolgen haben, erfüllt wird. Der gesamte Prozess von der Beschaffung bis zur Zahlung unterliegt strengen Regeln und Richtlinien, die wesentliche damit im Zusammenhang stehenden Risken vermeiden sollen. Zu diesen Maßnahmen und Regeln zählen u. a. Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen, ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigung für Zahlungen sowie systemunterstützte Prüfungen durch die verwendete Software (SAP).

Durch ein standardisiertes, konzernweites Finanzberichtswesen sowie durch sofortige, anlassbezogene Berichterstattung über bedeutende Ereignisse wird der Vorstand laufend über alle relevanten Sachverhalte informiert. Der Aufsichtsrat wird in zumindest einer pro Quartal stattfindenden Aufsichtsratssitzung über den laufenden Geschäftsgang inklusiver operativer Planung und mittelfristiger Strategie des Konzerns unterrichtet, in besonderen Fällen wird der Aufsichtsrat auch unmittelbar informiert. In den Prüfungsausschusssitzungen wird u. a. auch das interne Kontroll- und Risikomanagement behandelt.

Eine interne Revision, die als Stabstelle des Vorstands eingerichtet ist, auditiert konzernweit einzelne Prozesse oder Gesellschaften anhand eines jährlich festgelegten Prüfplans sowie in besonderen Anlassfällen.

Finanzielle Risiken

Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings innerhalb der gesamten ANDRITZ-GRUPPE. Kontinuierliches Controlling und regelmäßiges Reporting sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass größere Risiken früh erkannt und wenn notwendig Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Überwachungs- und Risikokontrollsysteme effektiv genug sind.

Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beziehen sich v. a. auf die Abhängigkeit der Gruppe von der allgemeinen Konjunkturentwicklung und der Entwicklung der von ihr bedienten Industrien, den Erhalt von Großaufträgen und die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse aus dem hohen Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen unerwartete Kostensteigerungen und Schwierigkeiten bei der Erreichung der garantierten Leistungsparameter der von ANDRITZ gelieferten Anlagen wesentliche Risiken dar. Eine mögliche fehlerhafte Funktion der von ANDRITZ gelieferten Komponenten und Systeme kann gravierende Folgen für Menschen und materielles Vermögen haben. Die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euro-Länder und die unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung (v. a. in Europa und den USA) bedeuten ebenso ein ernstes Risiko für die finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE. Weiters stellt eine mögliche Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Emerging Markets ein Risiko für die Gruppe dar. Die Wirtschaftsschwäche könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe auswirken könnte.

Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firmenwerte könnte die Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele für diese Firmen nicht erreicht werden können. Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für einen Großteil der Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie durch Abschluss von Exportversicherungen reduziert, jedoch können einzelne Zahlungsausfälle einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe haben. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls in großem Ausmaß versichert. Wechselkursrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung des Auftragsstands werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – v. a. Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert und gesteuert. Bei in Fremdwährung fakturierten Aufträgen (hauptsächlich solchen in US-Dollar und Schweizer Franken) wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Termingeschäften gesichert. Cashflowrisiken werden über monatliche Cashflowberichte überwacht.

Zur bestmöglichen Reduktion der finanziellen Risiken und zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition hat die ANDRITZ-GRUPPE umfassende Treasury-Richtlinien und ein transparentes Informationssystem implementiert.

Die ANDRITZ-GRUPPE ist hinsichtlich Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven sowie einen gesicherten Zugang zu Liquidität. Die Gruppe vermeidet es, von einer einzigen Bank oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (flüssige Mittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Durch diese Diversifikation versucht ANDRITZ, das Kontrahentenrisiko bestmöglich zu minimieren. Dennoch würde die Insolvenz einzelner oder mehrerer Banken einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung und das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE haben. Darüber hinaus kann eine Verschlechterung der Einschätzung der Bonität von ANDRITZ durch mehrere Banken den finanziellen Spielraum von ANDRITZ, insbesondere im Hinblick auf zu erstellende Avale, einschränken.

ANDRITZ verfolgt eine risikoaverse Veranlagungsstrategie. Geld wird weitgehend in risikoarme Finanzanlagen investiert, wie z. B. in Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen, einlagengesicherte Schuldscheindarlehen oder Termingelder. Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten können jedoch zu einer ungünstigen Preisentwicklung bei verschiedenen Wertpapieren, in welche die Gruppe investiert hat (z. B. Wertpapierfonds oder Anleihen), oder zu deren Unhandelbarkeit führen. Dies könnte sich aufgrund notwendig werdender Abwertungen oder Wertberichtigungen negativ auf das Finanzergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE auswirken. Durch die Krise erhöht sich zudem das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten der Wertpapiere bzw. der Kunden. Der Vorstand wird in regelmäßigen Abständen über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposure in der ANDRITZ-GRUPPE informiert.

Aufgrund der aktuellen Staatsschuldenkrise in der Europäischen Union ist das Risiko eines kompletten oder teilweisen Zerfalls der Euro-Zone und eines damit verbundenen möglichen Zusammenbruchs des Euro-Währungssystems gegeben. Dies würde sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ auf die Finanz-, Liquiditäts- und Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE auswirken.

Nicht-finanzielle Risiken

Im Bereich der Fertigung sind exakte Planung, hoher Einsatz und Flexibilität seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wesentliche Erfolgsfaktoren, um kurze Auftragsdurchlaufzeiten und hohe Termintreue zu garantieren. ANDRITZ setzt intern auf flexible Arbeitszeitmodelle und einen Anteil an Zeitarbeitern, um zyklischen Auslastungsschwankungen zu begegnen. Ebenso werden durch eine gezielte Make-or-Buy-Strategie die im Projektgeschäft typischen Schwankungen in der Kapazitätsauslastung besser ausgeglichen und die vorhandenen eigenen Fertigungskapazitäten bestmöglich ausgelastet. Dabei werden prozessrelevante Schlüsselkomponenten für Anlagen und Produkte von ANDRITZ meist in eigenen Produktionsstätten gefertigt und montiert. Einfache Komponenten werden dagegen vorwiegend bei qualifizierten Lieferanten beschafft, deren Qualität und Termintreue laufend kontrolliert werden.

Im Bereich Personal sind interessante Karrieremöglichkeiten, eine leistungsorientierte Entlohnung und fokussierte Management-Trainingsprogramme wesentliche Voraussetzungen, dass ANDRITZ bestens ausgebildete und hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzieht und auch langfristig an das Unternehmen binden kann. Hohe Qualitätsstandards im Auswahlverfahren gewährleisten, dass die am besten geeigneten Kandidaten eingestellt werden.

Im Rahmen der Nachfolgeplanung werden auf Basis standardisierter Leistungs- und Potenzialbeurteilungen für jede Schlüsselposition interne Nachfolgekandidaten identifiziert, um für kurz- und mittelfristige Nachbesetzungen jederzeit Kandidaten verfügbar zu haben. Die implementierten Trainingsprogramme für Nachwuchsführungskräfte sind wesentliche Voraussetzung für die Erreichung dieses Ziels. Lokale Entwicklungsprogramme für spezielle Zielgruppen wurden initiiert bzw. weitergeführt.

Die ANDRITZ-GRUPPE versucht, Auslastungsschwankungen durch die Zuteilung von Aufträgen auf die einzelnen globalen Standorte sowie lokal durch den Einsatz von Leiharbeitern bestmöglich auszugleichen.

Auswirkungen von Wechselkursänderungen

Wechselkursänderungen im Zusammenhang mit der Abarbeitung des Auftragsstands werden durch entsprechende Terminkontrakte weitgehend abgesichert.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Fertigung

Bedingt durch die gute Entwicklung des Auftragseingangs war das Jahr 2011 im Bereich der Fertigung von hoher Kapazitätsauslastung geprägt. An vielen ANDRITZ-Fertigungsstandorten wurden Rekordwerte beim Fertigungsausstoß erreicht.

Die Investitionen im Bereich der Fertigung konzentrierten sich auf den Auf- und Ausbau der Produktionskapazitäten in den Emerging Markets Asiens und Osteuropas (vor allem in China und der Slowakei) sowie die Modernisierung bestehender Standorte in Mitteleuropa und Nordamerika.

Personalwesen

Die ANDRITZ-GRUPPE beschäftigte per Ende 2011 16.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (+14,3% gegenüber 31. Dezember 2010: 14.655 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter).

Das Human-Resources-Management ist gruppenweit für die Koordination und Planung der wesentlichen Personalprozesse verantwortlich. Hauptziele dieser Prozesse sind die Nachbesetzung von Schlüsselpositionen sowie die Schaffung attraktiver Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten für zukünftige Führungskräfte bzw. Fachexperten. Um die Attraktivität von ANDRITZ als Arbeitgeber für Techniker zu steigern, wurde das Projekt "Engineering Career Path", ein gruppenweites Karrieremodell für Techniker, gestartet.

2011 wurden an ANDRITZ-Standorten erneut sicherheitsrelevante Maßnahmen für das Personal durchgeführt, bei denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u. a. zu den Themen Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeitssicherheit, Abfalltrennung sowie Brandschutz unterwiesen und informiert wurden.

Umweltschutzbelange

Die ANDRITZ-GRUPPE hat 2011 ihre Bemühungen hinsichtlich des Umweltschutzes an den ANDRITZ-Niederlassungen fortgeführt. Fokussiert wurde v. a. auf die Reduzierung des Wasserverbrauchs durch Sanierungsmaßnahmen an Rohrnetzen und Sanitäranlagen sowie auf energiesparende Adaptierungsmaßnahmen mit moderner Sensorik an Hallenbeleuchtungen in Teilbereichen der Fertigung. Neue energiesparende und kosteneffiziente Leuchtmittel für Büros, Fertigungshallen sowie Straßen- und Freiflächen sind in der Erprobung.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

2011 investierte die ANDRITZ-GRUPPE 65,6 MEUR in Forschung und Entwicklung (2010: 52,5 MEUR). Einschließlich auftragsbezogener Entwicklungsarbeiten wurden rd. 3% des Umsatzes für die Erforschung und Weiterentwicklung neuer Verfahren und Produkte aufgewendet, um die Technologieführerschaft von ANDRITZ weiter auszubauen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Geschäftsbereiche im Detail:

HYDRO

ANDRITZ HYDRO setzt im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten einen Schwerpunkt auf flexible, drehzahlvariable Lösungen für die hydraulische Energieerzeugung. Insbesondere wurden dafür notwendige Generatoren, elektrische und hydraulische Anlagen sowie übergeordnete Regelungssysteme weiterentwickelt. Hintergrund ist die kontinuierliche Zunahme des Anteils erneuerbarer Energiequellen in der Stromproduktion, die für Netzbetreiber wachsende Herausforderungen hinsichtlich Netzstabilität, Zuverlässigkeit der Energieübertragung und Flexibilität der Erzeugungseinheiten bedeuten.

Kavitation an der Schaufelspitze einer Kaplanturbine kann zu signifikanten Beschädigungen der Schaufeloberflächen führen. Die Vorhersagbarkeit des Risikos wurde durch die Entwicklung einer instationären CFD-Modellierung (CFD: Computational Fluid Dynamics – numerische Strömungsmechanik) und verfeinerter Messtechnik am Modellversuch wesentlich verbessert. Damit kann die Sicherheit insbesondere bei Umbauprojekten deutlich erhöht werden.

Abgeschlossen wurde die Entwicklung einer neuen Betonspiralgehäusepumpe, die bei einem Durchfluss von mehr als 70 m3/sec und einer vergleichsweise hohen Motordrehzahl von 200 U/min Wirkungsgrade bis über 90% erreicht, sowie einer neuen Blechspiralen-Pumpenhydraulik für große Förderhöhen von 300–400 m, die gegenüber vergleichbaren Hydrauliken eine deutliche Wirkungsgradsteigerung (bis über 92%) aufweist.

PULP & PAPER

Weitere Minimierung des Betriebsmittelverbrauchs, insbesondere geringerer Rohmaterial- und Energieeinsatz, standen im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Geschäftsbereichs PULP & PAPER.

ANDRITZ entwickelte erfolgreich die Technologie für die erste komplette Advanced TMP (ATMP)-Holzstoffproduktionsanlage. Diese Technologie erreichte in Hinblick auf den Energiebedarf für TMP zur Herstellung von Zeitungspapier einen Weltrekord: Im Vergleich zu konventionellen Anwendungen konnte der Energieverbrauch mit weniger als 1.500 kWh/t um 30% gesenkt werden.

Für die kontinuierliche Produktion von Dissolving-Zellstoff entwickelte ANDRITZ ein neues Autohydrolyse-Verfahren, mit dem bestehende Zellstofflinien für die Produktion von Dissolving-Zellstoff mit nur geringfügigen Änderungen einfach umgerüstet werden können. Die neue Technologie wurde am Markt rasch positiv aufgenommen und wird an mehrere Kunden in Asien geliefert, wo das Wachstum von Viskosefasern am höchsten ist.

Nach erfolgreichem Betrieb mehrerer Versuchsanlagen wird 2012 die erste industrielle Anlage für die Herstellung von Ethanol aus zellulosehaltiger Biomasse mit der neu entwickelten kontinuierlichen Vorbehandlungstechnologie von ANDRITZ in Europa planmäßig in Betrieb genommen. In den USA wurde ein weiterer Auftrag für eine Versuchsanlage verbucht. Die verwendeten ANDRITZ-Technologien haben sich in anderen Industrieverfahren bewährt und wurden an die Anforderungen für den Vorbehandlungsprozess von Biomasse angepasst. Dabei werden die in der Biomasse enthaltenen Hemizellulosen bei einer erhöhten, kontrollierten Temperatur gelöst und extrahiert, bevor die Fasern rasch in sehr kleine Partikel zerlegt werden. Dies unterstützt die enzymatische Konvertierung dieser Kleinstpartikel in Zucker, die anschließend in Biochemikalien und Alkohole, wie z. B. Bioethanol und Butanol, umgewandelt werden.

Auch in der Faserplattenindustrie ist die Reduktion des Energiebedarfs ein wichtiger Erfolgsfaktor. ANDRITZ entwickelt eine neue Generation von Entwässerungsgehäusen, die den thermischen Energieverbrauch eines Fasertrockners um rd. 20% reduziert.

Fortgesetzt wurden die Arbeiten an einer Versuchsanlage mit einem neuen Rauchgasentschwefelungssystem, mit dem die Betriebskosten um rd. 20% gesenkt werden können.

SEPARATION

Im Bereich der Fest-Flüssig-Trennung standen unterschiedliche Anwendungserfordernisse im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Bei Dekantern, die im Umweltbereich eingesetzt werden, wurde der Fokus auf die Reduzierung des Energieverbrauchs gelegt, die je nach Größe des Dekanters und der Durchsatzleistung bis zu 40% beträgt. Die insbesondere in der Kunststoffindustrie eingesetzten, schnell laufenden Einzellen-Trommelfilter wurden für größere Durchsätze erweitert, die spezifischen Filtrationskosten werden dabei gesenkt.

In Frohnleiten, Österreich, wurde eine Pilotanlage zur Torrefizierung von Biomasse erfolgreich in Betrieb genommen. Torrefizierung verbessert die Brennstoffeigenschaften von Biomasse, womit in Kohlekraftwerken mehr Biomasse mitverbrannt und damit CO2-Einsparungen erzielt werden können.

METALS

Weiterentwickelt wurde im Berichtszeitraum das ANDRITZ-Pyromars-Verfahren. Dieses Verfahren ermöglicht es, in Edelstahlbeizen die Beizsäure sowie wertvolle Inhaltsstoffe wie Chrom und Nickel zurückzugewinnen. Zusätzlich zu diesem wirtschaftlichen Vorteil können dadurch auch die Deponie von sonst anfallenden Neutralisationsschlämmen deutlich verringert und die Nitratbelastung des Abwassers um bis zu 90% reduziert werden. Um auch die verbleibende Restbelastung des Spülwassers zu verwerten, wurde gemeinsam mit einem Kunden aus China eine Pilotanlage in Betrieb genommen, in der die Spülwässer neutralisiert und eingedampft werden. Das in dieser Anlage anfallende Konzentrat kann der Pyromars-Anlage zugeführt und wieder für Spülzwecke eingesetzt werden. In einer weiteren Ausbaustufe wird die Pilotanlage mit Abwärme aus dem Glühofen betrieben – ANDRITZ kann seinen Kunden damit einen völlig geschlossenen Medienkreislauf unter Einsatz von sonst ungenutzter Abwärme anbieten.

FEED & BIOFUEL

Um die Produktionsleistung von Pelletierungsanlagen zu verbessern, die als Rohmaterial Biomasse (insbesondere Holz oder Stroh) verwenden, entwickelte der Geschäftsbereich die BioMax-Pelletierungspresse. BioMax liefert im Vergleich zu bislang im Markt angebotenen Hochleistungspressen den doppelten Durchsatz. Durch die höhere Kapazität der Maschine werden weniger Linien pro Anlage benötigt, die Betriebskosten aufgrund des niedrigeren Personalaufwands gesenkt, die Energieeffizienz gesteigert und der Wartungsaufwand minimiert.

Aufgrund der Nachfrage aus der Fisch- und Haustierfutterindustrie sowie aus der Futtermittelinhaltsstoffe verarbeitenden Industrie entwickelte der Geschäftsbereich ein neues Extruder-Programm für die Produktion aller Arten von Fisch-, Schalentier- und Haustierfutter. Die Extruder wurden hinsichtlich Kapazität, Energieeffizienz, Regelbarkeit, Kosten für Verschleißteile und Wartung, Lebensdauer, Hygienestandards und Reinigung verbessert.

AUSBLICK

Führende Wirtschaftsexperten erwarten für das Jahr 2012 keine wesentliche Änderung der wirtschaftlichen Entwicklung in den wichtigsten Regionen der Welt. Insbesondere in Europa ist angesichts der latenten Euro-Krise und der damit verbundenen Rückkoppelung auf die Realwirtschaft ein Verharren der wirtschaftlichen Aktivitäten auf niedrigem Niveau zu erwarten. Auch in den USA ist mit keiner nachhaltigen Erholung der Wirtschaft zu rechnen. Einzig in den aufstrebenden Ländern Südamerikas und Asiens wird ein zufriedenstellendes, wenn auch verlangsamtes Wirtschaftswachstum erwartet.

Trotz dieser insgesamt schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht die ANDRITZ-GRUPPE aktuell in den von ihr bedienten Märkten eine solide Projektaktivität. Nur im Geschäftsbereich METALS wird mit einer Fortsetzung der moderaten Projekt- und Investitionstätigkeit gerechnet.

Im Geschäftsbereich HYDRO wird auch für 2012 ein gutes Marktumfeld mit solider Projekttätigkeit sowohl im Bereich der Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen als auch im Bereich der Errichtung neuer Wasserkraftwerke erwartet. In den Emerging Markets ist bedingt durch das starke Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und das Bestreben, von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu werden, mit einer Reihe von neuen Wasserkraftwerksprojekten zu rechnen. In Europa und Nordamerika wird sich – bedingt durch das hohe durchschnittliche Alter der installierten Basis – die Investitionstätigkeit weiterhin v. a. auf Modernisierung, Rehabilitation und Kapazitätssteigerung bestehender Anlagen konzentrieren. Die Projekttätigkeit bei Kleinwasserkraftwerken sowie bei Pumpspeicherkraftwerken zur Sicherung der Netzstabilität sollte ebenfalls auf hohem Niveau bleiben.

Im Geschäftsbereich PULP & PAPER wird für 2012 eine insgesamt zufriedenstellende Projektaktivität – wenngleich auch nicht auf dem sehr hohen Niveau von 2011 – erwartet. In Südamerika ist aus heutiger Sicht frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2012 mit der Vergabe von einzelnen Aufträgen zur Errichtung neuer Zellstoffwerke bzw. zur Modernisierung und Kapazitätserweiterung bestehender Fabriken zu rechnen. Auch im Bereich der Umwelttechnologien (Rückgewinnungs- und Biomassekessel) sowie bei Modernisierungen bestehender Anlagen ist eine zufriedenstellende Investitionstätigkeit, v. a. in Europa, zu erwarten.

Im Geschäftsbereich SEPARATION sollte sich 2012 die Projektaktivität sowohl bei kommunalen als auch industriellen Entwässerungs- und Trocknungsanlagen unverändert solide entwickeln. Neben Europa wird eine starke Investitionstätigkeit insbesondere in Asien (v. a. China und Indien) erwartet.

Im Geschäftsbereich METALS wird auch 2012 sowohl für Kohlenstoffstahl- als auch für Edelstahlausrüstungen mit einer Fortsetzung der moderaten Investitionstätigkeit gerechnet. Angesichts der recht stark schwankenden Kapazitätsauslastungen haben einige internationale Stahlhersteller, v. a. in Europa und Nordamerika, ihre Investitionspläne auf ein absolutes Minimum reduziert. Nur in den Emerging Markets ist bedingt durch das starke Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in diesen Regionen selektive Projektaktivität zu erwarten.

Der Geschäftsbereich FEED & BIOFUEL sollte sich auch 2012 weiter zufriedenstellend entwickeln. In den Bereichen Fischfutter- und Haustierfuttererzeugung ist mit einer soliden Entwicklung der Projektaktivität zu rechnen, v. a. in Südamerika, Asien und Osteuropa. Im Bereich Biomasse-/Holzpelletierungsanlagen ist ebenso eine insgesamt gute Projektsituation zu erwarten.

Auf Basis dieser Erwartungen und angesichts des sehr hohen Auftragsstands per Ultimo 2011 erwartet die ANDRITZ-GRUPPE für das Geschäftsjahr 2012 aus heutiger Sicht einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Auch beim Konzern-Ergebnis wird mit einer Steigerung im Jahresvergleich gerechnet. Sollte sich jedoch die globale Weltwirtschaft im Jahr 2012 erneut stärker eintrüben, so ist mit negativen Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE zu rechnen, die das Erreichen der Umsatz- und Ertragsziele unmöglich machen könnten.

Wichtige Ereignisse nach dem 31. Dezember 2011

Die Situation der Weltwirtschaft sowie an den Finanzmärkten hat sich in der Zeit zwischen dem Bilanzstichtag und der Veröffentlichung dieses Berichts nicht wesentlich geändert. Bestimmende Faktoren bleiben weiterhin die Staatsschuldenkrisen in Europa und den USA sowie die Abschwächung der Weltwirtschaft.

AKTIEN UND AKTIONÄRSSTRUKTUR

Offenlegung gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der ANDRITZ AG per 31. Dezember 2011 betrug 104.000.000 EUR. Auf jede nennwertlose Aktie entfällt damit ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 2,00 EUR.

Es bestehen keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Knapp 30% der Aktien befinden sich in Besitz der Certus Beteiligungs-GmbH, deren Geschäftsführer Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender der ANDRITZ AG, ist.

Es gibt derzeit kein genehmigtes Kapital. Aufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 29. März 2011 ist der Vorstand ermächtigt, zwischen 1. April 2011 und 30. September 2013 bis zu 10% des Grundkapitals der ANDRITZ AG zurückzuerwerben. Ende März 2011 hat der Vorstand der ANDRITZ AG beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und Aktien zwischen 6. April 2011 und 30. September 2013 zurückzukaufen. Es gibt keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse für Mitglieder des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Die Arbeitnehmer üben das Stimmrecht direkt aus. Es existieren darüber hinaus auch keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist keine bedeutenden Vereinbarungen eingegangen, die bei einem Kontrollwechsel der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam, sich ändern oder enden würden. Gemäß den Bedingungen der im Juni 2006 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2006–2013 bzw. der im Februar 2008 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2008–2015 ist jeder Inhaber von Teilschuldverschreibungen berechtigt, seine Teilschuldverschreibungen fällig zu stellen und sofortige Rückzahlung zum Nennbetrag zuzüglich der bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen zu verlangen, falls ein Kontrollwechsel durch einen neuen Großaktionär erfolgt und dieser Kontrollwechsel zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Fähigkeit der Emittentin führt, ihre Verpflichtungen aus den Teilschuldverschreibungen zu erfüllen.

Es existieren Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands im Falle eines Kontrollwechsels. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen für die Aufsichtsratsmitglieder und Arbeitnehmer.

Graz, am 23. Februar 2012

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Wolfgang Leitner Karl Hornhofer Humbert Köfler Friedrich Papst Wolfgang Semper Vorstandsvorsitzender PULP & PAPER PULP & PAPER METALS, HYDRO (Neuanlagen) (Service & Systemlösungen), FEED & BIOFUEL, SEPARATION HYDRO

Disclaimer:

Bestimmte Aussagen im Jahresfinanzbericht 2011 und im Geschäftsbericht 2011 sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich.

Der Jahresfinanzbericht 2011 und der Geschäftsbericht 2011 enthalten Annahmen und Prognosen, die auf Basis aller bis Redaktionsschluss am 23. Februar 2012 zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die den Annahmen und Prognosen zugrunde liegenden Einschätzungen nicht eintreffen oder die im Kapitel "Unternehmensrisiken" und im Lagebericht des Jahresfinanzberichts 2011 angesprochenen Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den im Jahresfinanzbericht 2011 und im Geschäftsbericht 2011 erwarteten Ergebnissen abweichen. Trotz größter Sorgfalt erfolgen daher alle zukunftsbezogenen Aussagen ohne Gewähr.

CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

ANDRITZ bekennt sich zur Einhaltung der im Österreichischen Corporate-Governance-Kodex festgelegten Verhaltensregeln und sieht darin die wesentliche Voraussetzung für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung, die auf nachhaltige Wertschaffung und Transparenz gegenüber Aktionären und anderen Interessensgruppen ausgerichtet ist. Der Vorstand und der Aufsichtsrat sowie sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ANDRITZ-GRUPPE haben sich zur Beachtung des Kodex verpflichtet.

Pflichtangaben gemäß § 243b UGB

ANDRITZ bekennt sich zum Österreichischen Corporate-Governance-Kodex, der auf der Homepage der ANDRITZ-GRUPPE unter www.andritz.com sowie auf der Homepage des Arbeitskreises für Corporate Governance in Österreich unter www.corporate-governance.at verfügbar und öffentlich zugänglich ist.

Regelkategorien des Österreichischen Corporate-Governance-Kodex

Der Österreichische Corporate-Governance-Kodex umfasst folgende drei Regelkategorien:

L-Regeln (Legal Requirement): beruhen auf zwingenden Rechtsvorschriften.

C-Regeln (Comply or Explain): müssen eingehalten werden bzw. müssen Abweichungen
davon erklärt werden.
R-Regeln (Recommendation): haben Empfehlungscharakter, ihre Nichteinhaltung ist
weder offenzulegen noch zu begründen.

ANDRITZ bekennt sich bereits jetzt zur Neufassung des Österreichischen Corporate-Governance-Kodex, der erst für Geschäftsjahre gilt, die nach dem 31. Dezember 2011 beginnen, und gibt zu den C-Regeln des Kodex hinsichtlich Vorschriften und Abweichungen folgende Erklärungen ab:

C-Regel 31, C-Regel 51: Die ANDRITZ AG ist der Meinung, dass der Einzelausweis von Vorstandsbezügen bzw. von Aufsichtsratsbezügen den Aktionären und sonstigen Stakeholdern keine kapitalmarktrelevante Zusatzinformation und damit auch keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn unter wirtschaftlichen Aspekten bringt.

Zusammensetzung des Vorstands gemäß § 243b Abs. 2 UGB

Der Vorstand der ANDRITZ AG besteht aus fünf Mitgliedern:

Wolfgang Leitner, geboren am 27. März 1953

  • Vorsitzender des Vorstands
  • Im Vorstand verantwortlich für zentrale Gruppenfunktionen wie Controlling, Human-Resources-Management, Informationstechnologie, Interne Revision, Investor Relations, Konzernkommunikation, Recht und Treasury
  • Datum der Erstbestellung: Vorstandsvorsitzender: 29. Juni 1994; Finanzvorstand: 1. Oktober 1987
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: 28. Juni 2013
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Karl Hornhofer, geboren am 9. März 1968

  • Im Vorstand verantwortlich für den Bereich Neuanlagen des Geschäftsbereichs PULP & PAPER sowie gruppenweit für den Bereich Qualitätsmanagement
  • Datum der Erstbestellung: 1. Jänner 2007
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. Dezember 2014
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Humbert Köfler, geboren am 11. Jänner 1961

  • Im Vorstand verantwortlich für den Bereich Service & Systemlösungen des Geschäftsbereichs PULP & PAPER sowie für den Geschäftsbereich SEPARATION
  • Datum der Erstbestellung: 1. April 2007
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. März 2015
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Friedrich Papst, geboren am 6. November 1952

  • Im Vorstand verantwortlich für den Bereich Pumpen des Geschäftsbereichs HYDRO, die Geschäftsbereiche METALS und FEED & BIOFUEL sowie gruppenweit für die Bereiche Fertigung und Einkauf
  • Datum der Erstbestellung: 1. April 1999
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. Dezember 2015
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Wolfgang Semper, geboren am 9. März 1958

  • Im Vorstand verantwortlich für den Geschäftsbereich HYDRO sowie gruppenweit für den Bereich AUTOMATION
  • Datum der Erstbestellung: 1. April 2011
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. März 2014
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Zusammensetzung des Aufsichtsrats gemäß § 243b Abs. 2 UGB

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG besteht aus sechs Kapitalvertretern sowie aus drei Vertretern aus dem Betriebsrat.

Kapitalvertreter:

Hellwig Torggler, geboren am 26. August 1938

  • Vorsitzender des Aufsichtsrats
  • Datum der Erstbestellung: 6. September 2000
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2013 beschließt
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Klaus Ritter, geboren am 20. April 1940

  • Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
  • Datum der Erstbestellung: 30. März 2004
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2015 beschließt
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Peter Mitterbauer, geboren am 14. November 1942

  • Datum der Erstbestellung: 8. April 2003
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2013 beschließt
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: Oberbank AG, Rheinmetall AG

Christian Nowotny, geboren am 23. Juli 1950

  • Datum der Erstbestellung: 29. Dezember 1999
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2012 beschließt
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: keine

Fritz Oberlerchner, geboren am 16. Juni 1948

  • Datum der Erstbestellung: 29. März 2006
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014 beschließt
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: STRABAG AG, Köln

Kurt Stiassny, geboren am 6. Oktober 1950

  • Datum der Erstbestellung: 29. Dezember 1999
  • Ende der laufenden Funktionsperiode: Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014 beschließt
  • Aufsichtsratsmandate in anderen in- und ausländischen börsenotierten Gesellschaften: Austria Email AG, Knittelfeld

Vom Betriebsrat entsendet:

  • Georg Auer, geboren am 12. Oktober 1974
  • Datum der Erstbestellung: 1. Juli 2011

Isolde Findenig, geboren am 1. April 1956

Datum der Erstbestellung: 1. Jänner 2012

Andreas Martiner, geboren am 11 November 1964 Datum der Erstbestellung: 14. Februar 2001

Brigitta Wasserbauer, geboren am 14. Juni 1952

Datum der Erstbestellung: 6. September 2000 (bis 31. Dezember 2011)

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG orientiert sich bei den Kriterien für die Unabhängigkeit an den im Corporate-Governance-Kodex, Anhang 1, angeführten Leitlinien. Gemäß diesen Leitlinien sind mit Ausnahme von Hellwig Torggler alle Mitglieder des Aufsichtsrats der ANDRITZ AG als unabhängig einzustufen. Im Aufsichtsrat der ANDRITZ AG gibt es kein Mitglied, das Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10% ist.

Die Angabe der Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 243b Abs. 2 UGB Kompetenzverteilung im Vorstand

Der Vorstand der ANDRITZ AG hält in regelmäßigen Abständen Vorstandssitzungen über wesentliche gruppenrelevante Themen bzw. über einzelne Geschäftsbereiche, wie beispielsweise PULP & PAPER oder HYDRO, ab. Die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder sind in den Erläuterungen zu den Vorstandsmitgliedern in diesem Corporate-Governance-Bericht angeführt. Die Geschäftsordnung des Vorstands enthält einen über die zwingenden Regelungen des AktG hinausgehenden umfassenden Katalog jener Geschäftsfälle, die der vorangehenden Genehmigung des Aufsichtsrats bedürfen.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG hat einen Prüfungsausschuss eingerichtet, der zwei Sitzungen (3. März 2011 und 1. Dezember 2011) zur Behandlung des Konzern-Abschlusses 2010, zur Vorbereitung der Prüfung des Jahres- und Konzern-Abschlusses 2011 und des Ergebnisverwendungsvorschlags, ferner zu Angelegenheiten im Zusammenhang mit den Abschlussprüfern sowie zur Umsetzung des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements in der ANDRITZ-GRUPPE abgehalten hat. Mitglieder des Prüfungsausschusses waren bis 25. August 2011: Hellwig Torggler (Vorsitzender), Kurt Stiassny (Stellvertreter), Klaus Ritter, Christian Nowotny und Andreas Martiner. Kurt Stiassny hat mit Wirkung vom 25. August 2011 seine Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss zurückgelegt. An seiner Stelle wurde Klaus Ritter zum Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt.

Der Aufsichtsrat hat auch einen Nominierungs- und Vergütungsausschuss eingerichtet, der sich u. a. mit der Vergütung der Vorstandsmitglieder und dem Inhalt von Anstellungsverträgen, ferner mit der Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand und Aufsichtsrat sowie mit Fragen der Nachfolgeplanung befasst. Mitglieder des Nominierungs- und Vergütungsausschusses waren bis 25. August 2011: Kurt Stiassny (Vorsitzender) und Hellwig Torggler (Stellvertreter). Kurt Stiassny hat mit Wirkung vom 25. August 2011 seine Mitgliedschaft auch in diesem Ausschuss zurückgelegt. An diesem Tag wurden zu weiteren Mitgliedern des Nominierungs- und Vergütungsausschusses Peter Mitterbauer und Klaus Ritter gewählt. Zugleich wurden zum Vorsitzenden dieses Ausschusses Hellwig Torggler und zu seinem Stellvertreter Peter Mitterbauer gewählt.

Der Aufsichtsrat der ANDRITZ AG hielt im Geschäftsjahr 2011 vier ordentliche Sitzungen ab. Schwerpunkte dieser Sitzungen waren die Überwachung der laufenden Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE inklusive eventueller Abweichungen vom Budget, die strategischen Ziele, die Mittelfristplanungen der einzelnen Geschäftsbereiche sowie besondere Anlässe, wie Akquisition von Firmen bzw. Erteilung von Prokuren und andere genehmigungspflichtige Geschäfte.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Vorstand, im Aufsichtsrat und in leitenden Stellungen (§ 80 AktG)

Die ANDRITZ-GRUPPE verfolgt seit Jahren das Ziel, die Vielfältigkeit und Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bezug auf Ausbildung, Erfahrung und Alter, kultureller Herkunft, Geschlecht und ähnlicher Gesichtspunkte zu fördern. Im Berichtsjahr wurden überregionale Aktivitäten gestartet, um Absolventen verschiedenster Universitäten für die ANDRITZ-GRUPPE anzusprechen.

Im Rekrutierungsprozess wird auf strenge Gleichbehandlung der Geschlechter hohes Augenmerk gelegt. In vielen Ländern ergreifen noch immer viel weniger Frauen als Männer technische Berufe bzw. absolvieren technische Studien. ANDRITZ versucht, Absolventinnen technischer Studien für eine Bewerbung zu motivieren.

Soweit Gesellschaftsstrukturen in einzelnen Ländern dies erfordern, werden Maßnahmen und Investitionen getätigt, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Der am Stammsitz der ANDRITZ-GRUPPE in Graz eingerichtete Betriebskindergarten sowie flexible Arbeitszeitmodelle für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familie sind Beispiele dafür. Bei der Schaffung von Büroraum im Rahmen von Neubauprojekten werden stets Überlegungen hinsichtlich der Schaffung von Betreuungseinrichtungen für Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einbezogen.

In zahlreichen Bereichen konnten sich Frauen für die Übernahme von Führungsfunktionen qualifizieren. In jüngster Vergangenheit wurden konzernweit Leitungspositionen in der ersten und zweiten Berichtsebene mit Frauen besetzt. ANDRITZ fördert verschiedene Initiativen, um Frauen für den Beginn eines Technikstudiums zu begeistern.

Offenlegung von Informationen über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat (C-Regel 30)

Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe und variable/erfolgsabhängige Bestandteile, wobei die Höhe der variablen Vergütung vom erzielten Jahresüberschuss inklusive Berücksichtigung von linearen Firmenwertabschreibungen abhängig ist. Bei neu abgeschlossenen Vorstandsverträgen wurde als Höchstwert der jährlichen variablen Vergütung das Dreifache der fixen Jahresvergütung festgesetzt. Ein etwaiger darüber hinausgehender Betrag wird als variable Vergütung auf die Folgejahre gutgeschrieben. Bei Unterschreiten eines definierten Mindestbetrags beim Konzern-Ergebnis entsteht ein Malus, der ebenso auf die Folgejahre übertragen wird und zur Kürzung zukünftiger variabler Gehaltsbestandteile führt.

  • Bei sämtlichen seit dem Börsengang aufgelegten Aktienoptionsprogrammen für leitende Angestellte und den Vorstand war ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands spätestens zum Zeitpunkt der Zuteilung der Optionen zu erbringen. Dieses Eigeninvestment muss bis zu einer allfälligen Ausübung der Optionen ununterbrochen von den am Optionsprogramm teilnehmenden Personen gehalten werden und bei Ausübung nachgewiesen werden. Als Wartefrist zur Ausübung der Optionen sind drei Jahre bei aufrechter Beschäftigung (Ausnahme: planmäßiges Ende gemäß Vertragsbestimmungen) vorgesehen.
  • Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese beinhalten neben einer Alterspension Ansprüche im Falle einer Berufsunfähigkeit sowie Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach dem Ableben der Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt bereits beendet ist. Die Verwaltung wurde in eine Pensionskasse ausgelagert. Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Arbeitsverhältnisse werden die bis zu diesem Zeitpunkt einbezahlten Beiträge unverfallbar. Die Höhe des Versorgungsanspruchs ist bis zum Anfall einer Versorgungsleistung nicht wertgesichert; danach erfolgen jährliche Anpassungen.
  • Alle Vorstandsmitglieder haben bei Beendigung der Funktion und unter der Voraussetzung der gleichzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses Abfertigungsansprüche im Sinne des § 23 des österreichischen Angestelltengesetzes, außer die Beendigung beruht auf einer gerechtfertigten Entlassung.
  • Die Grundsätze der Vergütung für den Vorstand und leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechen den Vorgaben des österreichischen Corporate-Governance-Kodex.
  • Die ANDRITZ AG hat für 2011 eine Organhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Die D&O-Versicherung sichert bestimmte persönliche Haftungsrisiken der verantwortlich handelnden Personen der ANDRITZ-GRUPPE ab. Die jährlichen Kosten betragen ca. 240.000 EUR.
  • Das Vergütungsschema für die Aufsichtsratsmitglieder setzt sich aus einer fixen und einer anwesenheitsabhängigen Komponente zusammen. Die fixe Komponente besteht aus einem Gesamtbetrag, der so zu verteilen ist, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Doppelte und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der Vergütung eines einfachen Mitglieds erhält. Die zweite Komponente besteht aus einem Sitzungsgeld, das sich aus einem Pauschalbetrag pro Sitzung ergibt, an der ein Mitglied teilnimmt.
  • Der Vergütungsbericht für den Vorstand und den Aufsichtsrat der ANDRITZ AG ist im Konzern-Anhang des Jahresfinanzberichts 2011 verfügbar.

Graz, im Februar 2012

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Vorstandsvorsitzender

Wolfgang Leitner e. h. Karl Hornhofer e. h. Humbert Köfler e. h. Friedrich Papst e. h. Wolfgang Semper e. h.

UNTERNEHMENSRISIKEN

Die ANDRITZ-GRUPPE ist ein global agierendes Unternehmen, das eine Vielzahl verschiedenster industrieller Märkte und Kunden beliefert. Als solches ist die Gruppe gewissen allgemeinen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. ANDRITZ verfügt über ein konzernweites Kontroll- und Steuerungssystem, dessen Hauptaufgabe es ist, entstehende Risiken bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren, um nach Möglichkeit rasch Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Folgende Risiken sind für die ANDRITZ-GRUPPE von wesentlicher Bedeutung (nicht taxative Aufzählung) – siehe dazu auch Lagebericht, Kapitel Risikomanagement:

Risiken in Verbindung mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung

Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise

Die globale wirtschaftliche Entwicklung stellt ein maßgebliches Risiko für die zukünftige finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE dar und könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Dies könnte zu einem Rückgang beim Auftragseingang der Gruppe führen. Ebenso könnte die mögliche Stornierung bestehender Aufträge auch den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen. Beides könnte sich negativ auf die zukünftige Umsatz- und Ertragsentwicklung sowie die Kapazitätsauslastung der Gruppe niederschlagen.

Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und die damit zusammenhängende negative und volatile Entwicklung an den Wertpapier-, Kapital- und Währungsbörsen stellen auch ein maßgebliches finanzielles Risiko für die ANDRITZ-GRUPPE dar. Zwar vermeidet es die Gruppe, von einer einzigen Bank oder nur wenigen Banken abhängig zu sein, indem Limits für wesentliche Finanzpositionen (Finanzmittelbestand, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagenvermögen, Garantien und Derivate) vorgegeben werden. Geld wird weitgehend in traditionell risikoarme Finanzanlagen, wie Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen oder Termingelder investiert. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine oder mehrere Banken, mit der die ANDRITZ-GRUPPE Geschäfte tätigt, in finanzielle Schwierigkeiten gerät und sich dies negativ auf das bei diesen Banken veranlagte Volumen auswirkt oder kein unmittelbarer oder nur teilweiser Zugriff auf diese Veranlagungen möglich ist. Ebenso können ungünstige Entwicklungen an den Finanzmärkten zu negativen Kursentwicklungen oder Illiquidität bei diversen Wertpapieren (z. B. Wertpapierfonds, Anleihen), in welche die Gruppe investiert hat, führen, die das Finanzergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE durch Abschreibungen oder Wertberichtigungen negativ beeinflussen können.

Eine negative Konjunkturentwicklung kann auch die komplette oder teilweise Abschreibung von einzelnen Firmenwerten (Impairments), die im Zuge von Akquisitionen entstanden sind, notwendig machen, wenn die angestrebten Geschäftsziele nicht erreicht werden können. Dies könnte die Ergebnisentwicklung maßgeblich beeinflussen.

Die latente globale Staatsschuldenkrise stellt für die ANDRITZ-GRUPPE ebenso ein ernsthaftes Risiko für die finanzielle Entwicklung dar. Aufgrund der aktuellen Staatsschuldenkrise in der Europäischen Union ist das Risiko eines kompletten oder teilweisen Zerfalls der Euro-Zone und eines damit verbundenen möglichen Zusammenbruchs des Euro-Währungssystems gegeben. Dies würde sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ auf die Finanz-, Liquiditäts- und Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE auswirken. Die damit in Zusammenhang stehenden finanziellen Risiken sind im Lagebericht im Kapitel Risikomanagement/finanzielle Risiken beschrieben.

Branchenspezifische Risiken

Volatilität des Auftragseingangs

Einige Kundengruppen und Industrien, die ANDRITZ beliefert, sind direkt von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig und unterliegen damit häufig Nachfrageschwankungen hinsichtlich ihrer Produkte. Dies trifft v. a. auf die Geschäftsbereiche PULP & PAPER sowie METALS zu; es können jedoch alle Geschäftsbereiche davon betroffen sein. Das Preisniveau für die Produkte in diesen Branchen steht teilweise in direktem Zusammenhang mit dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage der Endprodukte, die von diesen Produkten hergestellt werden. Mögliche Preisschwankungen können daher einen direkten Einfluss auf die Investitionsentscheidungen von Kunden und in weiterer Folge auf den Auftragseingang der Gruppe haben. Dies könnte daher zu einer Volatilität in der Entwicklung des Auftragseingangs führen.

Kundenkonzentration

In vielen Abnehmerindustrien der ANDRITZ-GRUPPE ist ein Trend zu Firmenzusammenschlüssen erkennbar. Dies trifft v. a. auf die Zellstoff- und Papierindustrie sowie die Stahlindustrie zu. Eine solche Konsolidierung könnte dazu führen, dass die Gruppe in Zukunft einer kleineren Anzahl von Kunden mit größerer Kaufkraft gegenübersteht. Die Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselkunden könnte steigen, was auch direkte Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe haben könnte.

Unsicherheiten bei zukünftigen Aufträgen

Der künftige Erfolg der Gruppe hängt u. a. davon ab, ob neue Aufträge erhalten werden können. Es ist teilweise schwierig vorherzusagen, wann genau ein Auftrag, für den die Gruppe ein Angebot gelegt hat, vergeben wird. Die Vergabe von Aufträgen kann von Ereignissen beeinflusst werden, die nicht im Einflussbereich der Gruppe liegen, wie z. B. Preissituation, Nachfrage, allgemeine wirtschaftliche Bedingungen, behördliche Genehmigungen und Erhalt von Projektfinanzierungen. So kann es zu Schwierigkeiten beim Abgleich von Fixkosten und erwartetem Auftragsvolumen kommen.

Sicherheit und Umweltschutz

Die Gruppe unterliegt mit ihren Geschäftstätigkeiten zahlreichen lokalen, nationalen und internationalen Umweltvorschriften. In den Fertigungsstätten der ANDRITZ-GRUPPE werden auch gefährliche Substanzen verwendet und generiert. Weiters wurden und werden zahlreiche Grundstücke, die sich im Besitz der Gruppe befanden und/oder noch befinden, industriell genutzt. In diesen Fällen wurde und wird eine entsprechende Verbringung der Abfälle auf Deponien veranlasst. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Gruppe für die Untersuchung und Säuberung verseuchter Grundstücke haften muss. Der Geschäftsbereich HYDRO übernimmt bei bestimmten Wasserkraftwerksprojekten vereinzelt gemeinsame Haftung für Umweltrisiken.

Die ANDRITZ-GRUPPE liefert außerdem viele Systeme, bei denen Produkte und/oder Prozesse zum Einsatz kommen, die das Risiko von schwerer Verletzung, Tod – auch einer großen Anzahl von Menschen – oder bedeutender Eigentumsbeschädigung in sich bergen. In zahlreichen Systemen kommen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe zum Einsatz. Produkte von ANDRITZ werden auch im Primärkühlkreislauf von Kernkraftwerken eingesetzt. Die Gruppe bietet Montage- und sonstige Dienstleistungen auf Baustellen an, auf denen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe verwendet werden. Im Falle eines Unfalls, wie etwa des Auslaufens solcher gefährlichen Stoffe, eines Feuers oder einer Explosion, könnte die Gruppe für Sach- oder Personenschäden und die Beseitigung von Umweltschäden haften müssen.

Versicherungen

Obwohl die ANDRITZ-GRUPPE Versicherungsprogramme zur Abdeckung der für das Geschäft üblichen Risiken abgeschlossen hat, gibt es keine Garantie, dass die Versicherungen schadenersatzpflichtig sind bzw. die Versicherungsbeträge ausreichend sind. Darüber hinaus ist die Gruppe in gewissen Industrien tätig (z. B. in der Raumfahrt und Nuklearindustrie), für die Risiken nicht versicherbar sind. Jegliche substanzielle Verbindlichkeit, die nicht durch Versicherungen gedeckt ist, könnte daher eine wesentliche negative Auswirkung auf die finanzielle Situation der Gruppe haben.

Risiken in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit der Gruppe Währungen

Die Gruppe verfügt über Niederlassungen und Tochtergesellschaften in vielen Ländern außerhalb von Euro-Land. Ein beträchtlicher Teil des Umsatzes bzw. der Kosten wird nicht in Euro, sondern in anderen Währungen, vor allem US-Dollar und Britischen Pfund, abgerechnet. Die Währungen in diesen Ländern können erheblichen Wechselkursschwankungen unterliegen. Währungsrisiken im Zusammenhang mit der Abarbeitung des Auftragsstands werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – v. a. Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert.

Obwohl die Gruppe bestrebt ist, die Nettowährungsposition von nicht in Euro fakturierten Aufträgen durch den Abschluss von Termingeschäften abzusichern, können sich Währungsschwankungen mit Wechselkursverlusten im Konzern-Abschluss niederschlagen. Die Entwicklung der Wechselkurse kann sich auch auf den in Euro umgerechneten Umsatz und das Ergebnis der Gruppe negativ auswirken. Wechselkursänderungen können auch dazu führen, dass sich die Position von ANDRITZ gegenüber der Konkurrenz verändert, obgleich viele Mitbewerber von ANDRITZ ihren Firmensitz ebenfalls in Euro-Land haben. Da einige der größeren ANDRITZ-Kunden ihren Hauptsitz außerhalb von Euro-Land haben, können Wechselkursänderungen zu einer Verzögerung von Projektentscheidungen durch diese Kunden führen. Ebenso ist das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE nicht abgesichert und könnte durch Wechselkursänderungen beeinflusst werden.

Cashflowrisiken werden über monatliche Cashflowberichte überwacht.

Wettbewerbsposition

Die ANDRITZ-GRUPPE agiert in sehr wettbewerbsintensiven Märkten, in den einige wenige große Anbieter um einige wenige Großaufträge bieten. Darüber hinaus gibt es lokal eine Vielzahl von kleinen konkurrierenden Unternehmen, die über eine vergleichsweise niedrige Kostenbasis verfügen. Diese Wettbewerbssituation wirkt sich negativ auf die Umsatzmargen der Gruppe aus. Die ANDRITZ-GRUPPE hat in der Vergangenheit rund 3% ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert und kann ihren Kunden so Technologien auf dem neuesten Stand der Technik anbieten. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass die Gruppe ihre derzeitige Marktposition auch in Zukunft halten kann.

Da die Wettbewerbsposition der Gruppe auch auf proprietären Technologien beruht, kann die weltweite Zunahme von Produktpiraterie und Reverse Engineering ebenfalls negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition der Gruppe haben. Die Gruppe bemüht sich, ihr geistiges Eigentum zu schützen, es gibt allerdings keine Garantie, dass diese Bemühungen erfolgreich sind.

Akquisition und Integration von komplementären Geschäftsfeldern

Eines der wesentlichen strategischen Ziele der ANDRITZ-GRUPPE besteht darin, durch organisches Wachstum und komplementäre Akquisitionen in allen Geschäftsbereichen zum Komplettanbieter zu werden. In Umsetzung dieser Strategie hat die Gruppe seit 1990 eine Reihe von weltweit tätigen Unternehmen akquiriert und in den Konzern eingegliedert.

Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die Gruppe auch künftig in der Lage sein wird, geeignete Akquisitionsziele zu identifizieren und zu erwerben, dass überhaupt geeignete Unternehmen zur Verfügung stehen und dass ausreichend Finanzmittel für Akquisitionen aufgebracht werden können. ANDRITZ war bei der Integration neuer Unternehmen bisher erfolgreich. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die angestrebten Ziele und Synergien bei allen zukünftigen Akquisitionen (wie auch bei der derzeit laufenden Integrationen der zuletzt akquirierten Unternehmen) vollständig erreicht werden, oder dass die Gruppe sich nicht neuen oder Altlastrisiken ausgesetzt sieht, die nicht identifiziert oder nicht exakt evaluiert wurden.

Gerichtsverfahren

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hat die ANDRITZ-GRUPPE in zahlreichen Verfahren bei Verwaltungsbehörden, Gerichten und Schiedsgerichten Parteienstellung. Der Großteil dieser Verfahren (wie z. B. Vertragsstreitigkeiten, Produkthaftungsklagen und Verfahren zum Bereich geistiges Eigentum) kann als typisch für die Branche, in der die Gruppe tätig ist, angesehen werden. Die ANDRITZ-GRUPPE bildet in Fällen, bei denen ein negativer Ausgang von Verfahren wahrscheinlich erscheint und zuverlässige Schätzungen gemacht werden können, entsprechende Rückstellungen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass diese Rückstellungen ausreichend sind.

Die Tochtergesellschaft ANDRITZ Inc. ist eine von vielen Beklagten in 58 Asbestverfahren (Stand per 31. Dezember 2011) in den USA, in die insgesamt 450 Kläger involviert sind. Alle Verfahren betreffen Forderungen gegenüber einer großen Anzahl von Beklagten. ANDRITZ Inc. ist der Ansicht, dass sie in keinem dieser Fälle haftbar gemacht werden kann und hat vor, jede der Klagen nachdrücklich anzufechten.

Compliance-Fragen

In Österreich und in anderen Ländern, in denen die ANDRITZ-GRUPPE tätig ist, ist eine Reihe von rechtlichen Compliance-Bestimmungen, inklusive kartellrechtliche Bestimmungen und Antikorruptionsgesetze, einzuhalten. Die Gruppe hat ein Compliance-Komitee zur Überwachung der Compliance-Tätigkeiten eingerichtet sowie eine Reihe interner Richtlinien festgelegt, darunter geltende Richtlinien zur Verhinderung von Insider-Trading, von Verstößen gegen Kartellgesetze und Antikorruptionsgesetze sowie einen Kodex über Geschäftsverhalten und -ethik. Zwar ist die Gruppe bestrebt, die Einhaltung dieser Richtlinien durch eine Vielzahl von Maßnahmen sicherzustellen, doch gibt es keine Garantie, dass es nicht zu Verstößen kommen wird oder gekommen ist. Derartige Verstöße könnten die Finanzlage und den Ruf der Gruppe nachhaltig schädigen.

Risiken in Verbindung mit Großaufträgen und anderen Verträgen

Zahlungsrisiko durch Kunden

Ein Großteil der Geschäftsbereiche der ANDRITZ-GRUPPE hat Projekte mit hohem Auftragswert abzuwickeln. Die Nichteinhaltung von Zahlungsverpflichtungen durch Kunden im Rahmen solcher Großprojekte kann sich nachteilig auf die Finanz- und Liquiditätsposition der Gruppe auswirken. Die ANDRITZ-GRUPPE versucht, diese Risiken durch Besicherung von Zahlungen durch Banken und Exportkreditversicherungen zu beschränken. Auch im Fall des Abschlusses einer Exportkreditversicherung sind jedoch für gewöhnlich nur bis zu 85% des Verkaufspreises abgedeckt. Darüber hinaus ist ein Großteil des Servicegeschäfts nicht durch Bankgarantien abgesichert. Schlechter werdende gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass einige Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber ANDRITZ nicht nachkommen können.

Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Risiko durch Projekte

Im Zusammenhang mit Anlagenlieferungen ist die ANDRITZ-GRUPPE häufig vertraglich verpflichtet, Leistungsund Termingarantien abzugeben. Werden die garantierten Leistungen nicht erreicht oder Termine überschritten, sind üblicherweise gestaffelte Vertragsstrafen zu leisten oder auf Kosten der Gruppe Änderungen an den gelieferten Teilen zu erbringen. Bleibt die Anlagenleistung weit hinter den garantierten Werten zurück oder werden Termine deutlich überschritten, hat der Kunde das Recht, vom Vertrag zurückzutreten und den Vertragsgegenstand bei vollem Kosten- bzw. Schadenersatz an ANDRITZ zurückzugeben. Ein solcher Fall könnte die Finanzentwicklung der Gruppe nachteilig beeinflussen.

Kostenüberschreitungen

Die meisten Aufträge, die ANDRITZ abwickelt, basieren auf langfristigen Fixpreisverträgen. Umsatz und Margen können bei Fixpreisverträgen – wegen Änderungen bei Kosten (v. a. schwankenden Materialkosten) und bei der Produktivität innerhalb des Vertragszeitraums – von ursprünglichen Kalkulationen abweichen, insbesondere bei Projekten, die das Engineering und den Bau gesamter Anlagen umfassen.

Da die Gruppe gewisse Teile einer zu liefernden Anlage von Unterlieferanten bezieht, kann es vorkommen, dass ein Angebot ohne genaue Kenntnis der Preise der zugekauften Teile gelegt werden muss. Obwohl ANDRITZ bei der Kalkulation auf Erfahrungswerte und Angebote potenzieller Lieferanten zurückgreifen kann, ist es möglich, dass diese Kalkulationen nicht immer exakt sind. Die Gruppe hat aus diesem Grund bei einigen vergangenen und laufenden Projekten erhebliche Verluste erlitten. Derartige Probleme und Verluste können auch zukünftig auftreten und die finanzielle Entwicklung der Gruppe negativ beeinflussen.

Risiko durch EPC-/Turnkey-Verträge

In einem immer stärkeren Ausmaß übernimmt ANDRITZ bei Projekten – zusätzlich zur Lieferung von Ausrüstungen und Systemen – die Verantwortung für das gesamte Engineering und/oder den Bau von Fabriken. Diese so genannten Turnkey- oder EPC-Verträge bergen neben den oben angeführten Risiken auch Risiken in sich, die sich aus größerer Vorort-Verantwortung ergeben; das sind beispielsweise Umweltrisiken, Risiken in Bezug auf die lokalen Arbeitsbedingungen oder Risiken, die mit dem Bau und der Errichtung der Anlagen zu tun haben. Darüber hinaus ist die Gruppe auch Risiken in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Drittparteien ausgesetzt, die bei diesen Projekten mit Bau-, Montage- und Engineeringleistungen beauftragt werden. Die Gruppe hat zur Minimierung dieser EPC-Risiken Risikomanagementsysteme implementiert, die u. a. den Abschluss von Versicherungen, die Festsetzung bestimmter vertraglicher Klauseln und standardisierte Abläufe beim Projektmanagement umfassen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass diese Systeme ausreichend sind, um negative finanzielle Auswirkungen zu verhindern.

Konsortialrisiken

Bei vielen EPC- und gewissen anderen Projekten übernimmt die ANDRITZ-GRUPPE gemeinsam mit Drittparteien eine Reihe von gemeinsamen Risiken. Obwohl die Gruppe bestrebt ist, dass die Risiken aus solchen Projekten klar zugeordnet werden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Gruppe dabei immer erfolgreich ist. Darüber hinaus kann der Fall, dass ein Konsortialpartner seinen Verbindlichkeiten (inklusive Schadenersatz gegenüber der Gruppe) nicht nachkommen kann, eine bedeutende negative Auswirkung auf die Geschäftsergebnisse der Gruppe haben.

Haftungsbeschränkungen

Haftungen, die sich aus Verträgen der Gruppe ergeben, können Haftungen bezüglich eines Gewinnentgangs von Kunden und andere Haftungen beinhalten, die den jeweiligen Vertragswert erheblich überschreiten können. Die ANDRITZ-GRUPPE ist bestrebt, in Verträgen entsprechende Haftungsbeschränkungen festzulegen; es kann jedoch keine Garantie dafür geben, dass in allen Verträgen ausreichende Haftungsbeschränkungen enthalten sind, oder dass Haftungsbeschränkungen im jeweils anzuwendenden Recht durchsetzbar sein werden.

Verträge mit staatlichen Stellen

Im Geschäftsbereich HYDRO sind bei zahlreichen Projekten staatliche Stellen die Auftraggeber. Im Zusammenhang mit diesen Projekten kann die Gruppe den oben beschriebenen Leistungs-, Haftungs- und EPC-/ Turnkey-Risiken in verstärktem Maße unterliegen, weil es der Gruppe aufgrund des Erfordernisses öffentlicher Ausschreibungen und lokaler Gesetze eventuell nicht immer möglich ist, ihre angestrebten vertraglichen Absicherungen zu erreichen.

Risiken in Verbindung mit den Kapitalmärkten

Abhängigkeit von der Entwicklung internationaler Finanzmärkte

Die Entwicklung des ANDRITZ-Aktienkurses ist nicht nur von unternehmensspezifischen Faktoren, sondern auch von Kursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten abhängig. Starke Kursschwankungen und starke Volatilität an den wichtigsten Wertpapierbörsen können den Kurs der ANDRITZ-Aktie negativ beeinflussen.

Empfehlungen von Analysten

Als börsennotiertes Unternehmen wird die ANDRITZ-GRUPPE regelmäßig von Finanzanalysten und institutionellen Investoren bewertet. Kauf- und Verkaufsempfehlungen von Analysten und darauf basierende Investitionsentscheidungen durch Aktionäre können erhebliche Kursschwankungen der ANDRITZ-Aktie bewirken. ANDRITZ ist bemüht, unbegründete Kursschwankungen durch offene und transparente Informationspolitik und durch gute Beziehungen zu den Aktionären und anderen Teilnehmern am Kapitalmarkt zu vermeiden.

Aktiver Handel mit ANDRITZ-Aktien

Der hohe Anteil des Streubesitzes der ANDRITZ-Aktien (rd. 70%) und die umfassenden Investor-Relations-Tätigkeiten haben zu einem aktiven Handel mit ANDRITZ-Aktien an der Wiener Börse geführt. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass dieser aktive Handel auch in Zukunft anhalten wird. Sollte dies nicht der Fall sein, hätte dies negative Auswirkungen auf die Liquidität und den Kurs der ANDRITZ-Aktie; Investoren könnten ihre Aktien nicht zu einem für sie angemessenen Preis verkaufen. Ein Ausbleiben des aktiven Handels oder eine größere Veränderung der Marktkapitalisierung könnte weiters dazu führen, dass die ANDRITZ-Aktie aus verschiedenen internationalen Branchen- und Börsenindices, z. B. dem ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, oder anderen nationalen und internationalen Indices, gestrichen wird. Dies könnte zu größeren Kursveränderungen der ANDRITZ-Aktie führen.

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in vier Sitzungen intensiv die wirtschaftliche Lage und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens sowie wesentliche Ereignisse, Investitionen und Maßnahmen beraten. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen anhand eines ausführlichen Berichts über die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, die Personalsituation sowie die Investitions- und Akquisitionsvorhaben unterrichtet. Über besondere Vorgänge wurde zusätzlich informiert. Darüber hinaus war der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstandsvorsitzenden in Kontakt, um über die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens zu diskutieren.

Im Prüfungsausschuss wurden in zwei Sitzungen einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet. Das Präsidium des Aufsichtsrats hat sich vom Vorstand laufend über die aktuelle Geschäftslage informieren lassen und das Unternehmen in Vorstandsangelegenheiten vertreten. Kein Aufsichtsratsmitglied war bei mehr als der Hälfte der Sitzungen abwesend. Der Prüfungsausschuss ist vollzählig zusammengetreten.

Zur Behandlung des Jahresabschlusses 2010 hat der Prüfungsausschuss in der Sitzung vom 3. März 2011 den Abschlussprüfer hinzugezogen, um den Jahresabschluss, den Konzern-Abschluss, den Lagebericht und den Gewinnverteilungsvorschlag des Vorstands zu prüfen. Weiters wurde eine Erklärung über den vorgesehenen Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 ausgearbeitet, dessen Rechtsbeziehung mit der ANDRITZ-GRUPPE sowie den Organmitgliedern überprüft, das Honorar für die Abschlussprüfung verhandelt und eine Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers abgegeben. Als weitere Tagesordnungspunkte hat der Prüfungsausschuss die Umsetzung des Risikomanagements im Unternehmen, die Prüfungen und den Prüfplan der Internen Revision behandelt.

In der Prüfungsausschusssitzung vom 1. Dezember 2011 wurden – ebenfalls unter Zuziehung des Abschlussprüfers – Ablauf, Zeitplan und Prüfung des Jahresabschlusses 2011 sowie ein Bericht des Vorstands zu Ausgestaltung und Wirkungsweise des Internen Kontrollsystems diskutiert. Weiters hat der Aufsichtsrat die Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat an die geänderten wirtschaftlichen und rechtlichen Gegebenheiten angepasst.

In der Hauptversammlung am 29. März 2011 wurde DDipl.-Ing. Klaus Ritter für die satzungsmäßige Höchstdauer, das ist bis zum Ende jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2015 beschließt, in den Aufsichtsrat wiedergewählt. In seiner Sitzung am 3. März 2011 hat der Aufsichtsrat die Corporate Governance im Konzern überprüft.

Im Anschluss an die am 29. März 2011 abgehaltene Hauptversammlung wurden in der am selben Tag abgehaltenen Sitzung des Aufsichtsrats Hon. Prof. DDr. Hellwig Torggler als Vorsitzender und Mag. Kurt Stiassny als sein Stellvertreter gewählt. Mag. Stiassny hat mit Wirkung vom 25. August 2011 seine Position als Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie seine Mitgliedschaft im Nominierungs- und Vergütungsausschuss für Vorstandsangelegenheiten und im Prüfungsausschuss zurückgelegt. In der Sitzung vom 25. August 2011 wurden DDipl.-Ing. Klaus Ritter zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und zum Mitglied des Nominierungs- und Vergütungsausschusses sowie Dipl.-Ing Peter Mitterbauer zum Mitglied und Stellvertreter des Vorsitzenden des Nominierungs- und Vergütungsausschusses gewählt. In der Sitzung am 1. Dezember 2011 wurde intensiv über die aktuelle Geschäftslage und deren Beeinflussung durch die Euro-Krise, über die Vorschau auf das Jahresergebnis 2011 sowie über das Budget 2012 und die Mittelfristplanung diskutiert.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der ANDRITZ AG sowie der Konzern-Abschluss 2011 nach IFRS sind unter Einbeziehung der Buchführung durch die von der Hauptversammlung als Abschlussprüfer gewählte Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft und den Jahresabschluss gebilligt, der damit gemäß § 96 Abs 4 AktG festgestellt ist; ebenso hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Gewinnverteilungsvorschlag geprüft und seine Zustimmung erteilt.

Graz, im Februar 2012

Hellwig Torggler e. h. Vorsitzender des Aufsichtsrats

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Erklärung des Vorstands der ANDRITZ AG gemäß § 82 (4) Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzern-Abschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzern-Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzern-Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Graz, im Februar 2012

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Wolfgang Leitner Karl Hornhofer Humbert Köfler Friedrich Papst Wolfgang Semper Vorstandsvorsitzender PULP & PAPER PULP & PAPER METALS, HYDRO (Neuanlagen) (Service & Systemlösungen), FEED & BIOFUEL, SEPARATION HYDRO

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der ANDRITZ AG, Graz, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2011, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der ANDRITZ AG zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 23. Februar 2012

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Manfred GERITZER e. h. Dr. Nikolaus MÜLLER e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Konzern-Abschluss 2011 der Andritz-Gruppe

Bestätigungsvermerk 30
Konzern-Bilanz 32
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung 33
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 34
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 35
Konzern-Cashflow-Statement 36
Konzern-Anhang 37

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzern-Abschluss

Wir haben den beigefügten Konzern-Abschluss der ANDRITZ AG, Graz, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Dieser Konzern-Abschluss umfasst die Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2011, die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, das Konzern-Cashflow-Statement und die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzern-Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzern-Abschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzern-Buchführung sowie für die Aufstellung eines Konzern-Abschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzern-Abschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzern-Abschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt.

Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzern-Abschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzern-Abschluss.

Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern.

Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzern-Abschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben.

Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzern-Abschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzern-Abschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzern-Lagebericht

Der Konzern-Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzern-Abschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzern-Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzern-Lagebericht mit dem Konzern-Abschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzern-Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzern-Abschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 23. Februar 2012

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Manfred GERITZER e. h. Dr. Nikolaus MÜLLER e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzern-Abschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzern-Abschluss samt Konzern-Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Konzern-Bilanz

Zum 31. Dezember 2011

(in TEUR) Anhang 2011 2010
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte 1. 77.238 62.042
Firmenwerte 2. 284.713 255.063
Sachanlagen 1. 433.369 408.023
Anteile an assoziierten Unternehmen 3. 13.428 22.110
Sonstige Finanzanlagen 4. 235.890 19.986
Langfristige Forderungen und sonstige langfristige Vermögenswerte 5./ 8./ 10. 55.480 39.309
Aktive latente Steuern 21. 107.180 91.704
Langfristige Vermögenswerte 1.207.298 898.237
Vorräte 6. 411.743 334.912
Geleistete Anzahlungen 7. 141.291 105.752
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8. 581.367 510.148
Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für Projekte,
soweit sie dafür erhaltene An- und Teilzahlungen übersteigen 9. 290.490 339.886
Sonstige kurzfristige Forderungen 10. 319.366 252.159
Wertpapiere des Umlaufvermögens 445.159 406.728
Flüssige Mittel 1.169.888 1.187.946
Kurzfristige Vermögenswerte 3.359.304 3.137.531
SUMME AKTIVA 4.566.602 4.035.768
PASSIVA
Grundkapital 104.000 104.000
Kapitalrücklagen 36.476 36.476
Gewinnrücklagen 11. 756.193 616.141
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital 896.669 756.617
Nicht beherrschende Anteile 42.204 37.763
Summe Eigenkapital 938.873 794.380
Anleihen – langfristig 14. 357.706 372.880
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten – langfristig 14. 11.422 19.128
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing – langfristig 14. 7.696 8.163
Rückstellungen – langfristig 12./ 13. 301.496 218.968
Sonstige Verbindlichkeiten – langfristig 15. 14.135 14.639
Verbindlichkeiten aus latenten Steuern 21. 85.155 79.796
Langfristige Verbindlichkeiten 777.610 713.574
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten – kurzfristig 14. 58.713 39.669
Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing – kurzfristig 14. 757 748
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 438.596 305.340
Erhaltene An- und Teilzahlungen für Projekte,
soweit sie die dafür realisierten Umsatzerlöse übersteigen 9. 1.068.292 993.706
Erhaltene Anzahlungen 85.410 91.358
Rückstellungen – kurzfristig 12. 365.809 363.784
Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern 46.006 46.038
Sonstige Verbindlichkeiten – kurzfristig 15. 786.536 687.171
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.850.119 2.527.814
SUMME PASSIVA 4.566.602 4.035.768

Der folgende Konzern-Anhang bildet einen wesentlichen Bestandteil dieser Konzern-Bilanz.

Konzern-Gewinnund -Verlustrechnung

Für das Geschäftsjahr 2011

(in TEUR) Anhang 2011 2010
Umsatzerlöse 16. 4.595.993 3.553.787
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 56.299 (55.886)
Aktivierte Eigenleistungen 1.003 1.212
4.653.295 3.499.113
Sonstige betriebliche Erträge 17. 84.763 72.291
Materialaufwand (2.807.121) (1.981.379)
Personalaufwand 18. (995.402) (827.457)
Sonstige betriebliche Aufwendungen 19. (549.383) (455.282)
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) 386.152 307.286
Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen 1. (72.456) (61.806)
Wertminderung Firmenwerte 2. (1.000) 0
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 312.696 245.480
Erträge/(Aufwendungen) aus assoziierten Unternehmen (1.747) 156
Zinsergebnis 10.957 2.111
Sonstiges Finanzergebnis (161) 180
Finanzergebnis 20. 9.049 2.447
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 321.745 247.927
Steuern vom Einkommen und Ertrag 21. (90.277) (70.958)
KONZERN-ERGEBNIS 231.468 176.969
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 230.658 179.586
Nicht beherrschende Anteile 810 (2.617)
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien 51.348.733 51.543.778
Gewinn je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 22. 4,49 3,48
Potenzielle Verwässerung durch Aktienoptionen 384.321 318.279
Gewogene durchschnittliche Anzahl an nennwertlosen Stückaktien und Optionen 51.733.054 51.862.057
Verwässertes Ergebnis je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 22. 4,46 3,46
Vorgeschlagene oder bezahlte Dividende je nennwertloser Stückaktie (in EUR) 11. 2,20 1,70

Der folgende Konzern-Anhang bildet einen wesentlichen Bestandteil dieser Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Für das Geschäftsjahr 2011

(in TEUR) Anhang 2011 2010
Konzern-Ergebnis 231.468 176.969
Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung (3.995) 33.501
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) (21.794) 3.731
Ertragsteuern auf versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) 4.681 (633)
Veränderung der IAS 39-Rücklage K) (1.931) 577
Ertragsteuern auf Veränderung der IAS 39-Rücklage K) 479 (129)
Sonstiges Ergebnis der Periode (22.560) 37.047
Gesamtergebnis der Periode 208.908 214.016
Davon entfallen auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft 210.181 214.194
Nicht beherrschende Anteile (1.273) (178)

Der folgende Konzern-Anhang bildet einen wesentlichen Bestandteil dieser Konzern-Gesamtergebnisrechnung.

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Für das Geschäftsjahr 2011

Davon entfallen auf Gesellschafter der Muttergesellschaft Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigen
kapital
(in TEUR) An
hang
Grund
kapital
Kapi
tal
rück
lagen
Sonstige
Gewinn
rück
lagen
IAS 39-
Rück
lage
Versiche
rungsma
thema
tische
Gewinne/
(Verluste)
Unter
schieds
beträge
aus Wäh
rungsum
rechnung
Gesamt
Stand zum
1. Jänner 2010
104.000 36.476 521.366 1.157 (4.802) (28.847) 629.350 34.142 663.492
Gesamtergebnis
der Periode
179.586 491 3.109 31.008 214.194 (178) 214.016
Dividenden 11. (51.741) (51.741) (1.545) (53.286)
Änderungen aus
Akquisitionen
(902) 466 (436) (3.181) (3.617)
Kapitalerhöhungen 0 8.525 8.525
Veränderung
eigene Aktien
(37.788) (37.788) (37.788)
Änderungen aus
Aktienoptions
programm
13. 3.232 3.232 3.232
Sonstige
Veränderungen
(178) (16) (194) (194)
STAND ZUM
31. DEZEMBER 2010
104.000 36.476 613.575 1.648 (1.693) 2.611 756.617 37.763 794.380
Stand zum
1. Jänner 2011
104.000 36.476 613.575 1.648 (1.693) 2.611 756.617 37.763 794.380
Gesamtergebnis
der Periode
230.658 (1.459) (17.058) (1.960) 210.181 (1.273) 208.908
Dividenden 11. (86.857) (86.857) (3.063) (89.920)
Kapitalerhöhungen 0 8.777 8.777
Veränderung
eigene Aktien
13.534 13.534 13.534
Änderungen aus
Aktienoptions
programm
13. 2.539 2.539 2.539
Sonstige
Veränderungen
655 655 655
STAND ZUM
31. DEZEMBER 2011
104.000 36.476 774.104 189 (18.751) 651 896.669 42.204 938.873

Der folgende Konzern-Anhang bildet einen wesentlichen Bestandteil der dargestellten Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals.

Konzern-Cashflow-Statement

Für das Geschäftsjahr 2011

(in TEUR) Anhang 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 321.745 247.927
Zinsergebnis (10.957) (2.111)
Zu- und Abschreibungen sowie Wertminderungsverlust auf das Anlagevermögen 73.456 61.806
Aufwendungen/(Erträge) aus assoziierten Unternehmen 1.747 (156)
Veränderungen langfristiger Rückstellungen 11.553 (9.914)
Verluste/(Gewinne) aus dem Abgang von Anlagevermögen (727) (2.281)
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen 2.991 387
Steuerzahlungen (102.345) (73.553)
Zinseinzahlungen 29.025 20.955
Zinsauszahlungen (16.540) (14.116)
Cashflow aus dem Ergebnis 309.948 228.944
Veränderungen der Vorräte (53.548) 36.889
Veränderungen der geleisteten Anzahlungen (35.642) 810
Veränderungen der Forderungen (99.225) 29.918
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 721 24.266
Veränderungen erhaltener Anzahlungen (15.747) 16.763
Veränderungen der Verbindlichkeiten 327.290 366.930
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 433.797 704.520
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 3.927 12.796
Auszahlungen für Investitionen in das Sach- und immaterielle Anlagevermögen (76.974) (68.767)
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen (197.837) (10.433)
Zahlungen aus dem Erwerb von Tochtergesellschaften I) (65.195) (57.907)
Sonstige Veränderungen des Konsolidierungskreises 2.518 1.841
Auszahlungen aus kurzfristiger Veranlagung liquider Mittel (49.410) (27.344)
Cashflow aus Investitionstätigkeit (382.971) (149.814)
Veränderungen verzinslicher Finanzverbindlichkeiten (10.581) (8.635)
Gezahlte Dividenden durch ANDRITZ AG (86.857) (51.741)
Sonstige Veränderungen betreffend nicht beherrschender Anteile 6.282 (5.162)
Einzahlungen/Auszahlungen betreffend eigene Aktien 13.534 (37.788)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (77.622) (103.326)
Veränderungen des Finanzmittelbestands (26.796) 451.380
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 8.738 27.034
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 1.187.946 709.532
FINANZMITTELBESTAND AM ENDE DER PERIODE 1.169.888 1.187.946

Der folgende Konzern-Anhang bildet einen wesentlichen Bestandteil dieses Konzern-Cashflow-Statements.

Konzern-Anhang

Zum 31. Dezember 2011

A) ALLGEMEINES

Die ANDRITZ AG ("ANDRITZ") ist eine Gesellschaft nach österreichischem Recht und notiert seit Juni 2001 an der Wiener Börse. Die ANDRITZ-GRUPPE (der "Konzern") ist ein führender Hersteller von hochtechnologischen Industrie-Maschinen und -Anlagen und arbeitet in fünf strategischen Geschäftsfeldern: HYDRO, PULP & PAPER, SEPARATION, METALS sowie FEED & BIOFUEL.

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten im Konzern betrug 16.280 im Jahr 2011 und 13.776 im Jahr 2010. Der eingetragene Geschäftssitz des Konzerns befindet sich in der Stattegger Straße 18, 8045 Graz, Österreich.

Der Konzern-Abschluss wird unter der Verantwortung des Vorstands erstellt und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen.

Zahlreiche Beträge und Prozentsätze, die im Konzern-Abschluss dargestellt werden, wurden gerundet. Summierungen können deshalb von den dargestellten Beträgen abweichen.

B) BILANZIERUNGSGRUNDSÄTZE

Die wichtigsten bei der Erstellung des Konzern-Abschlusses angewandten Bilanzierungsgrundsätze sind folgende:

a) Allgemeines

Der Konzern-Abschluss wurde in Übereinstimmung mit sämtlichen vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten, von der Europäischen Union übernommenen und für 2011 verpflichtend anzuwendenden Standards erstellt. Ebenso wurden sämtliche für 2011 verpflichtend anzuwendende Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet.

ANDRITZ wendet die Änderungen des Standards IFRS 3 (überarbeitet) "Unternehmenszusammenschlüsse" und IAS 24 (überarbeitet) "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" mit dem am 1. Jänner 2011 beginnenden Geschäftsjahr an.

Ein Teil der Änderung des Standards IFRS 3 (überarbeitet) bezieht sich auf das Bewertungswahlrecht für die Einbeziehung von nicht beherrschenden Anteilen. Demnach kann das Bewertungswahlrecht nur für Instrumente mit einem gegenwärtigen Anspruch auf einen Anteil am Nettovermögen im Fall der Auflösung bzw. Abwicklung des erworbenen Tochterunternehmens, ausgeübt werden. Andere Bestandteile der nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Tochterunternehmen, z. B. als Eigenkapital klassifizierte Aktienoptionen, sind nach den für diese Instrumente einschlägigen IFRS bzw. zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Mit der Änderung des IFRIC 14 – Beitragsvorauszahlungen bei bestehenden Mindestdotierungsverpflichtungen ist es nun in bestimmten Fällen möglich, den Nutzen aus Vorauszahlungen auf Mindestbeitragszahlungen als Vermögenswert anzusetzen.

IAS 24 (überarbeitet) wurde in folgenden zwei Punkten geändert. Zum einen wurde durch die Überarbeitung die Definition von nahestehenden Unternehmen und Personen geändert und zum anderen wurden für Unternehmen der öffentlichen Hand (government-related entities) durch neue Befreiungsvorschriften weitgehende Erleichterungen der Angabepflichten eingeführt.

Die nachfolgenden vom IASB veröffentlichten Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind auch von ANDRITZ bislang noch nicht angewendet worden:

Standard/Interpretation Titel Erstmals gültig für
Geschäftsjahre beginnend
am oder nach dem:
Ergänzungen zu IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1. 7. 2011
IFRS 9 Finanzinstrumente 1. 1. 2015
IFRS 10 Konzernabschlüsse 1. 1. 2013
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen 1. 1. 2013
IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen 1. 1. 2013
IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts 1. 1. 2013
Ergänzungen zu IAS 1 Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses 1. 7. 2012
Ergänzungen zu IAS 12 Latente Steuern – Realisierung zugrundeliegender
Vermögenswerte
1. 1. 2012
IAS 19 (überarbeitet 2011) Leistungen an Arbeitnehmer 1. 1. 2013
IAS 27 (überarbeitet 2011) Einzelabschlüsse 1. 1. 2013
IAS 28 (überarbeitet 2011) Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 1. 1. 2013
IAS 32 (überarbeitet 2011) Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller
Verbindlichkeiten
1. 1. 2014

Diese Auflistung stellt den Auszug der für ANDRITZ relevanten Änderungen dar. Die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen bei erstmaliger Anwendung werden gerade evaluiert.

b) Berichtswährung

Der Konzern-Abschluss wird in Euro erstellt.

c) Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzern-Abschluss beinhaltet die ANDRITZ AG und die von ihr kontrollierten Unternehmen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Diese Kontrolle (Beherrschung) ist grundsätzlich immer dann gegeben, wenn ANDRITZ, entweder direkt oder indirekt, mehr als 50% der Stimmrechte einer Gesellschaft besitzt, um so auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens Einfluss zu nehmen und von dessen Aktivitäten zu profitieren. Der Anteil des Eigenkapitals und des Ergebnisses, der auf nicht beherrschende Anteile entfällt, ist in der Konzern-Bilanz und der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die Erwerbsmethode wurde bei allen erworbenen Unternehmen angewandt. Unternehmen, die während des Jahres gekauft oder verkauft wurden, sind im Konzern-Abschluss ab dem Stichtag des Kaufs oder bis zum Zeitpunkt ihres Verkaufs berücksichtigt.

Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten und Leistungsverrechnungen, inklusive konzerninterner Zwischenergebnisse, wurden eliminiert. Der Konzern-Abschluss wurde unter Zugrundelegung von einheitlichen Bilanzierungsgrundsätzen für vergleichbare Geschäftsvorfälle erstellt.

C) AKQUISITIONEN

Im Jänner 2011 erwarb ANDRITZ 100% der AE&E Austria GmbH & Co KG, nunmehr ANDRITZ Energy & Environment, und erweiterte damit sein Produktangebot im Geschäftsbereich PULP & PAPER. ANDRITZ Energy & Environment ist u. a. Spezialist für Wirbelschichttechnologie in Kesselanlagen sowie Rauchgasreinigungsanlagen.

Mit der 100%-igen Übernahme des kanadischen Unternehmens Hemicycle Controls im Juni 2011 erweitert und stärkt der Geschäftsbereich HYDRO sein Automatisierungsgeschäft, insbesondere in Nordamerika. Hemicycle Controls ist ein etablierter Anbieter von Automatisierungssystemen für Wasserkraftwerke.

Der Geschäftsbereich PULP & PAPER stärkt und ergänzt sein Serviceangebot im Bereich der Holzverarbeitung mit der Akquisition von 100% an Iggesund Tools International AB mit Hauptsitz in Iggesund, Schweden, im September 2011. ANDRITZ Iggesund Tools liefert Hack- und Entrindungsmaschinen für Zellstoff- und Sägewerke.

Im September 2011 wurden Vermögenswerte von Tristar Industries übernommen, einem Service- und Fertigungscenter für den PULP & PAPER-Servicebereich.

Von der französischen NSC-Gruppe erwarb ANDRITZ im November 2011 100% der Tochtergesellschaft Asselin-Thibeau, Frankreich. ANDRITZ Asselin-Thibeau liefert Systeme für die Produktion von Trockenvlies (v. a. für Anwendungen im Textil- und Hygienebereich). In Kombination mit den bewährten Produkten und Technologien von ANDRITZ Küsters und ANDRITZ Perfojet kann der Geschäftsbereich PULP & PAPER seinen Kunden nun komplette Systemlösungen für die Produktion von Vliesstoffen liefern.

Die neu akquirierten Unternehmen trugen seit dem Erwerb TEUR 224.001 zum Umsatz und TEUR 12.048 zum EBIT der ANDRITZ-GRUPPE bei. Hätten die Akquisitionen zu Beginn des Geschäftsjahrs 2011 stattgefunden, so wäre der Konzern-Umsatz der Gruppe auf TEUR 4.651.677 angestiegen bzw. das EBIT auf TEUR 307.590 gesunken.

Der Gesamtkaufpreis aller in 2011 durchgeführten Akquisitionen beträgt TEUR 73.732, die Nebenkosten betragen TEUR 1.158.

Die geschätzten Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf Basis von Transaktionskursen sind wie folgt:

den beizulegenden Beizulegender
IFRS Buchwerte Zeitwert Zeitwert
414 32.845 33.259
10.957 0 10.957
23.812 0 23.812
58.978 0 58.978
(80.966) (5.637) (86.603)
13.195 27.208 40.403
4.035 0 4.035
8.537 0 8.537
1.010 0 1.010
(10.231) 0 (10.231)
0 29.978 29.978
16.546 57.186 73.732
Anpassungen an

Die erstmalige Einbeziehung der in 2011 erworbenen Unternehmen erfolgt auf Basis vorläufiger Werte, da die Einführung der Berichterstattung nach IFRS nicht abgeschlossen ist.

Im Jänner 2012 wurden weitere 22,2% der Anteile an Hammerfest Strøm AS erworben. Die Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses ist aufgrund der erst abzuschließenden Einführung der Berichterstattung nach IFRS nicht vollständig, wodurch keine Angaben gemacht werden können.

D) BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

a) Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Nach der erstmaligen Aktivierung werden die immateriellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende jedes Geschäftsjahres überprüft.

Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte

Die für Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte geleisteten Beträge werden aktiviert und dann mittels linearer Abschreibung über die erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Die erwartete Nutzungsdauer liegt zwischen drei und 15 Jahren.

Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwert

Für Unternehmenszusammenschlüsse sowie daraus resultierende Firmenwerte wurde IFRS 3 (überarbeitet) angewandt. Gemäß diesem Standard ermittelt sich der Firmenwert als Residualgröße aus den Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs und dem mit dem beizulegenden Zeitwert bewerteten Reinvermögen unter Berücksichtigung der Eventualverbindlichkeiten. Ein sich ergebender Firmenwert wird ab 2005 nicht mehr planmäßig abgeschrieben, es ist jedoch ein Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 durchzuführen. Dieser Werthaltigkeitstest hat zumindest jährlich zu erfolgen oder wenn interne oder externe Indikatoren eine Wertminderung andeuten. Zur Bestimmung, ob eine Abschreibung aufgrund einer Wertminderung erforderlich ist, wird der Firmenwert jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die vom erwarteten Synergiepotenzial des Unternehmenszusammenschlusses künftig profitieren. Ist der Buchwert höher als der mittels Discounted Cashflow-Kalkulation (DCF) ermittelte Nutzungswert, wird ein entsprechender Wertminderungsaufwand vorgenommen. Eine spätere Wertaufholung ist nicht zulässig.

Die zukünftigen Einzahlungsüberschüsse basieren auf internen Planungen, welche detailliert für das nächste Wirtschaftsjahr und mit Vereinfachungen für die nachfolgenden zwei Jahre erstellt werden und aus bisherigen Ergebnissen und den besten Schätzungen des Vorstands bezüglich künftiger Entwicklungen abgeleitet werden. Nach diesem Detailplanungszeitraum wird von einem gleichbleibenden Niveau ausgegangen, sofern keine wesentlichen Gründe dagegensprechen. Der im Rahmen der DCF-Kalkulation angewendete Diskontierungssatz entspricht jenem Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen des Zinseffekts und die speziellen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt. Es wurde ein Diskontierungssatz unter Berücksichtigung der anwendbaren Währung sowie des Risikoprofils zwischen 10,71% und 16,67% verwendet.

Wesentliche Firmenwerte wurden den zum Zeitpunkt der Akquisitionen bestehenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der ANDRITZ AG (1999), des mit der ANDRITZ-Ahlstrom-Gruppe erworbenen Zellstoffgeschäfts (2000/2001) sowie der VA TECH HYDRO-Gruppe im Bereich Wasserkraft (2006) zugeordnet.

Ein sich aus dem Vergleich von Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Unternehmens ergebender negativer Firmenwert wird sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

b) Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen ausgewiesen. Wird ein Vermögenswert verkauft oder ausgeschieden, so werden die Anschaffungskosten und die kumulierten Abschreibungen ausgebucht und ein allfälliger Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung erfolgswirksam erfasst.

Die Anschaffungskosten von Sachanlagen umfassen den Kaufpreis einschließlich der Importzölle und nicht refundierbarer Steuern und alle jene direkt zurechenbaren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert an den zur Nutzung vorgesehenen Ort zu bringen und in einen arbeitsbereiten Zustand zu versetzen. Ausgaben, die nach der Inbetriebnahme von Anlagevermögen entstehen, wie Reparaturen, Wartung und Überholungskosten, werden in jener Periode aufwandswirksam, in welcher die Kosten entstanden sind. Die Abschreibung erfolgt linear über folgende geschätzte Nutzungsdauern:

Gebäude 20–50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4–10 Jahre
Werkzeuge, Büro- und Geschäftsausstattung und Fahrzeuge 3–10 Jahre

Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden periodisch geprüft, um sicherzustellen, dass diese dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzenverlauf des Sachanlagegegenstands entsprechen. Unter den in Bau befindlichen Anlagen werden noch nicht betriebsbereite Sachanlagen erfasst und mit den Anschaffungskosten bewertet. Diese inkludieren Herstellungskosten und andere direkt zurechenbare Kosten.

c) Finanzanlagevermögen und Anteile an assoziierten Unternehmen

Diese langfristigen Vermögenswerte bestehen primär aus Anteilen an assoziierten Unternehmen, Wertpapieren des Anlagevermögens, Schuldscheindarlehen, Anteilen an nicht konsolidierten Unternehmen sowie Ausleihungen.

Unter den Anteilen an assoziierten Unternehmen werden in der Regel Beteiligungen an Unternehmen im Ausmaß von 20–50% ausgewiesen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausübt. Diese werden unter Anwendung der Equity-Methode bewertet. Eine Überprüfung des Buchwerts der Anteile an assoziierten Unternehmen und eine entsprechende Wertminderung oder Zuschreibung wird dann durchgeführt, wenn Anzeichen für eine Wertminderung oder deren Wegfall vorliegen.

Wertpapiere des Anlagevermögens werden im Zeitpunkt des Zugangs zu Anschaffungskosten einschließlich Transaktionskosten bewertet und als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. In Folgeperioden werden diese mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieser Zeitwerte werden als Gewinn oder Verlust direkt im Eigenkapital erfasst, bis das Wertpapier veräußert wird oder eine Wertminderung festgestellt wird. In einem solchen Fall werden die kumulierten Gewinne und Verluste, die davor im Eigenkapital erfasst wurden, in der Gewinn- und Verlustrechnung der Periode ausgewiesen. Zinserträge werden in der Periode, in der sie anfallen, direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Finanzielle Vermögenswerte, die als Kredite und Forderungen klassifiziert wurden, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bewertet.

d) Fertige und unfertige Erzeugnisse, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Das Vorratsvermögen, einschließlich der unfertigen Erzeugnisse und noch nicht abrechenbaren Leistungen, wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten sowie nach Wertberichtigungen für veraltete und sich langsam umschlagende Güter bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Verkaufspreis, abzüglich der noch zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie der notwendigen Vertriebskosten. Die Kosten werden überwiegend auf Basis des FIFO-Verfahrens festgestellt. In den Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind auch zurechenbare fixe und variable Gemeinkosten enthalten. Nicht mehr verwertbares Vorratsvermögen wird vollständig abgeschrieben. Reine Liefergeschäfte werden zu Herstellungskosten bewertet. Bei diesen Aufträgen erfolgt die Umsatzerfassung erst zum Zeitpunkt des Eigentums- und Gefahrenübergangs ("completed contract method").

e) Fertigungsaufträge

Forderungen aus Projekten und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("percentage of completion method") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbeitungsgrad wird durch die "cost-to-cost method" festgelegt. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind auf monatlicher Basis verfügbar. Die geschätzten Auftragsgewinne werden im Verhältnis zu den ermittelten Umsätzen realisiert. Bei der "cost-to-cost method" werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Veränderungen der gesamten geschätzten Auftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden. Für mögliche Gewährleistungsansprüche von Kunden werden Rückstellungen entsprechend der jeweiligen Gewinnrealisierung gebildet. Nach Fertigstellung des Auftrags wird das verbleibende Gewährleistungsrisiko neu eingeschätzt.

f) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen werden zum Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, ausgewiesen.

g) Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens setzen sich aus Bundesanleihen, Anleihen und Wertpapieren erstklassiger Banken sowie Fonds zusammen. Diese dienen zur Veranlagung liquider Mittel und sind im Allgemeinen nicht dazu bestimmt, langfristig gehalten zu werden. Wertpapiere des Umlaufvermögens werden im Zeitpunkt des Zugangs zu Anschaffungskosten einschließlich Transaktionskosten bewertet und als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. In Folgeperioden werden diese mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieser Zeitwerte werden als Gewinn oder Verlust direkt im Eigenkapital erfasst, bis das Wertpapier veräußert wird oder eine Wertminderung festgestellt wird. Bei erheblichen und andauernden Wertminderungen werden die Verluste aus diesen Wertminderungen in der Gewinn- und Verlustrechung der Periode ausgewiesen.

h) Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel beinhalten Bargeld und Bankguthaben. Hierunter können auch geldnahe Forderungen ("cash equivalents") enthalten sein, die aus kurzfristigen Guthaben bei Banken mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten mit geringem Wertänderungsrisiko bestehen.

i) Grundkapital

Es gibt nur Stammaktien, die alle ausgegeben sind und dieselben Rechte verbriefen.

Das Gesamtgrundkapital der ANDRITZ AG beträgt TEUR 104.000, aufgeteilt auf 52 Millionen nennwertlose Stückaktien.

Der Vorstand hat auf Basis einer Ermächtigung der Hauptversammlung und mit Zustimmung des Aufsichtsrats Aktienrückkauf- und -wiederverkaufsprogramme beschlossen, welche den Erwerb von bis zu 5.200.000 Stückaktien im Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis 31. März 2011 und im Zeitraum 6. April 2011 bis 30. September 2013 ermöglichen.

2011 wurden 375.000 Stückaktien zu einem Durchschnittspreis von EUR 60,72 zurückgekauft. 1.011.200 Stückaktien wurden zu einem Preis von EUR 35,44 je Aktie an berechtigte Führungskräfte im Rahmen des Aktienoptionsprogramms für Führungskräfte wieder verkauft sowie 6.866 Aktien im Zuge von Mitarbeiterbeteiligungsaktionen an Mitarbeiter von ANDRITZ abgegeben. Zum 31. Dezember 2011 hat die Gesellschaft 412.197 eigene Aktien mit einem Marktwert von TEUR 26.422 gehalten. Es ist vorgesehen, diese Aktien für die Bedienung der Optionen im Rahmen des Aktienoptionsprogramms für Führungskräfte und Mitarbeiterbeteiligungsprogramme zu verwenden.

j) Kapitalrücklagen

In den Kapitalrücklagen sind – in Übereinstimmung mit österreichischem Recht – Zuzahlungen der Aktionäre anlässlich der Ausgabe von Aktien enthalten.

k) Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten insbesondere thesaurierte Gewinne, die IAS 39-Rücklage, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung.

l) Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann und nur dann gebildet, wenn das Unternehmen aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung (gesetzlicher oder vertraglicher Natur) hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist (d. h. eher wahrscheinlich denn nicht) und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und der jeweiligen Neueinschätzung angepasst. Bei wesentlichen Zinseffekten wird der Rückstellungsbetrag mit dem Barwert der erwarteten Ausgaben zur Erfüllung der Verpflichtung angesetzt.

m) Finanzinstrumente nach IAS 39 und IFRS 7

Finanzielle Vermögenswerte

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen zur Begründung einer finanziellen Verpflichtung oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn der Konzern Vertragspartner hinsichtlich der vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird. Finanzvermögen und -verbindlichkeiten, die in der Bilanz enthalten sind, beinhalten flüssige Mittel, Wertpapiere des Umlaufvermögens, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und sonstige Verbindlichkeiten, langfristige Forderungen, verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Beteiligungen, die ausgegebenen Anleihen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens.

Ansatz und Ausbuchung von Finanzinvestitionen erfolgen zum Handelstag. Dies ist der Tag des Kaufs oder Verkaufs einer Finanzanlage, an dem die Vertragsbedingungen eine Lieferung der Finanzanlage innerhalb des für den betroffenen Markt üblichen Zeitrahmens vorsehen. Der Erstansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Davon ausgenommen sind finanzielle Vermögenswerte, die als "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" kategorisiert wurden. Hier erfolgt der Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten. Finanzinstrumente werden saldiert, wenn der Konzern ein gesetzlich durchsetzbares Recht zur Saldierung besitzt und beabsichtigt, entweder nur den Saldo oder sowohl die Forderung als auch die Verbindlichkeit gleichzeitig zu begleichen.

Die Kategorisierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt nach "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte", "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen", "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" und "Kredite und Forderungen". Die Kategorisierung hängt von der Art und dem Verwendungszweck der finanziellen Vermögenswerte ab und erfolgt bei Zugang. Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Vermögenswerte entweder in die Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte", "Kredite und Forderungen" oder "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte".

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Financial assets at fair value through profit or loss)

Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Vermögenswerte in die Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte", wenn der finanzielle Vermögenswert zu Handelszwecken (Held for trading) gehalten wird, was nur bei Derivaten der Fall ist. Der Konzern verwendet Derivate zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken, Risiken der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Anleihen und zur Absicherung des Preisrisikos von Rohstoffen. Die Derivate werden mit den Zeitwerten zum Bilanzstichtag angesetzt. Jeder aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst, sofern das Derivat nicht zur Absicherung von Zahlungsströmen dient und somit im Eigenkapital erfasst wird.

Derivate werden erstmalig zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert fortgeschrieben. Je nach beizulegendem Zeitwert werden die Derivate entweder als sonstige Forderung oder als sonstige Verbindlichkeit beziehungsweise als Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten erfasst.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available for sale)

"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind jene nicht-derivativen Finanzinstrumente, welche in diese Kategorie klassifiziert wurden beziehungsweise nicht der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte", oder "Kredite und Forderungen" zugeordnet wurden. Hierbei werden Eigenkapitalinstrumente (z. B. Aktien), Fremdkapitalinstrumente (z. B. Anleihen) sowie sonstige Investitionen (z. B. Fondsanteile), welche vom Konzern gehalten werden, in die Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" klassifiziert.

"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Gewinne und Verluste werden direkt im Eigenkapital in der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen (IAS 39-Rücklage) erfasst. Ausgenommen hiervon sind Wertminderungsverluste, nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinsen sowie Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung von monetären Posten. Hier findet eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung statt. Wird eine Finanzanlage veräußert oder wird bei ihr eine Wertminderung festgestellt, werden die bis dahin in der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen angesammelten Gewinne und Verluste im Periodenergebnis erfasst. Dividenden aus den Eigenkapitalinstrumenten der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sobald der Konzern einen Anspruch auf die Zahlung erlangt hat.

Der beizulegende Zeitwert von auf Fremdwährung lautenden monetären Finanzinstrumenten der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" wird in der Fremdwährung ermittelt und anschließend mit dem Kassakurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf Fremdwährungsumrechnungen zurückzuführen sind und aus der Änderung der fortgeführten Anschaffungskosten des Vermögenswerts resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sämtliche verbleibenden Wertänderungen werden direkt im Eigenkapital erfasst.

Kredite und Forderungen (Loans and receivables)

Im Konzern werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und Teilzahlungen übersteigen, Kredite und sonstige Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind, als "Kredite und Forderungen" kategorisiert. Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte, werden zu jedem Bilanzstichtag auf das Vorhandensein von Indikatoren für eine Wertminderung untersucht. Finanzielle Vermögenswerte sind wertgemindert, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswerts eintraten, ein objektiver Hinweis dafür vorliegt, dass sich die erwarteten künftigen Cashflows der Finanzanlage negativ verändert haben. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen dem Buchwert des Finanzinstruments und dem anhand des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Cashflows.

Eine Wertminderung führt zu einer direkten Minderung des Buchwerts aller betroffenen finanziellen Vermögenswerte. Wird eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen uneinbringlich, erfolgt der Verbrauch gegen das Wertminderungskonto. Nachträgliche Eingänge bereits abgeschriebener Beträge werden ebenfalls gegen das Wertminderungskonto gebucht. Änderungen des Buchwerts des Wertberichtigungskontos werden erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Diese vormals erfasste Wertminderung ist über die Gewinn- und Verlustrechnung rückzuführen, wenn sich die Höhe der Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts in einer der folgenden Berichtsperioden verringert und diese Verringerung objektiv auf ein nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenes Ereignis zurückgeführt werden kann. Dabei darf jedoch auf keinen höheren Wert zugeschrieben werden als den, der sich als fortgeführte Anschaffungskosten ergeben hätte, wäre keine Wertminderung erfolgt. Die Ausnahme dieser Vorgehensweise stellen als zur Veräußerung verfügbar klassifizierte Eigenkapitalinstrumente dar. Bei diesen wird jegliche Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts nach einer erfolgten Wertminderung direkt im Eigenkapital erfasst.

Vom Konzern emittierte Eigen- und Fremdkapitalinstrumente – Klassifizierung als Fremd- oder Eigenkapital

Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert.

Eigenkapitalinstrumente

Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkter Ausgabekosten erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten können entweder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert werden.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (Financial liabilities at fair value through profit or loss)

Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Vermögenswerte in die Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten", wenn die finanzielle Verbindlichkeit zu Handelszwecken gehalten wird, was nur bei Derivaten der Fall ist. Der Konzern verwendet Derivate zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken, Risiken der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Anleihen und zur Absicherung des Preisrisikos von Rohstoffen. Die Derivate werden mit den Zeitwerten zum Bilanzstichtag angesetzt. Jeder aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst, sofern das Derivat nicht zur Absicherung von Zahlungsströmen dient und somit im Eigenkapital erfasst wird.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Other financial liabilities measured at amortized costs)

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, einschließlich aufgenommener Kredite, werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung werden sonstige finanzielle Verbindlichkeiten gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei der Zinsaufwand entsprechend dem Effektivzinssatz erfolgswirksam erfasst wird.

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten (Fair value)

Der beizulegende Zeitwert ist jener Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. In diesem Zusammenhang stellen notierte Preise an einem aktiven Markt den besten Anhaltspunkt für den beizulegenden Zeitwert dar. Wenn der Markt für ein Finanzinstrument nicht aktiv ist, wird mithilfe von allgemein anerkannten Bewertungsverfahren der beizulegende Zeitwert (Transaktionspreis) festgestellt, der sich am Bewertungsstichtag zwischen unabhängigen Vertragspartnern bei Vorliegen normaler Geschäftsbedingungen ergeben hätte. Zu den Bewertungsverfahren gehören der Rückgriff auf unlängst aufgetretene Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern und – sofern verfügbar – der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, DCF-Verfahren sowie Optionspreismodelle. Falls kein notierter Preis auf einem aktiven Markt existiert und die verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts mithilfe von Bewertungsverfahren nicht möglich ist, wird das Finanzinstrument zu Anschaffungskosten bewertet.

Effektivzinsmethode und fortgeführte Anschaffungskosten

Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten (amortized costs) eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit und der Zuordnung von Zinserträgen und -aufwendungen zu den jeweiligen Perioden. Der Effektivzinssatz ist derjenige Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Ein- und Auszahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder eine kürzere Periode, sofern zutreffend, exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts oder der finanziellen Verbindlichkeit abgezinst werden. Zinserträge und -aufwendungen werden basierend auf dem Effektivzinssatz zeitproportional in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)

Der Konzern hat die emittierten Anleihen und die dazugehörigen Zinsswaps in einem Sicherungszusammenhang im Sinne von IAS 39 zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts ("Fair Value Hedge") der Anleihen designiert. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung dokumentierte der Konzern die Beziehung zwischen dem Grund- und Sicherungsgeschäft, einschließlich der Risikomanagementziele sowie der dem Abschluss von Sicherungsbeziehungen zu Grunde liegenden Unternehmensstrategie. Des Weiteren wurde bei Eingehen der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert und nachgewiesen, dass der Zinsswap hoch effektiv in Bezug auf das abgesicherte Risiko der Änderung des beizulegenden Zeitwerts ist.

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts ("Fair Value Hedge")

Den Regeln des Hedge Accounting folgend wird die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführende Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts führt zu einer entsprechenden Buchwertanpassung und wird ebenfalls direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies hat zur Folge, dass sich die Gewinnund Verlustauswirkung des Sicherungsinstruments und des Grundgeschäfts gegenseitig aufheben, wenn die Sicherungsbeziehung zu 100% effektiv ist. Die bilanzielle Abbildung der Sicherungsbeziehung endet, wenn der Konzern die Sicherungsbeziehung auflöst, das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird oder sich nicht mehr für Sicherungszwecke eignet. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die erfolgswirksame Auflösung der auf das gesicherte Risiko zurückzuführenden Buchwertanpassung des Geschäfts.

Absicherung künftiger Zahlungsströme ("Cash Flow Hedge")

Der Konzern nützt Warentermingeschäfte, um das durch Projekte entstehende Rohstoffpreisrisiko abzusichern. Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsinstrumente, die als effektiv wirksame Absicherung von künftigen Cashflows qualifiziert werden können, werden direkt im Eigenkapital als IAS 39-Rücklage ausgewiesen. Ansonsten werden alle Gewinne oder Verluste für Absicherungen von Cashflows, die ursprünglich im Eigenkapital ausgewiesen wurden, von der IAS 39-Rücklage im Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung jener Periode transferiert, in der die gesicherte Verpflichtung oder erwartete Transaktion die Ergebnisrechnung beeinflusst.

n) Sonstige Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Forschungs- und Entwicklungskosten

Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden in jener Periode, in der sie angefallen sind, als Aufwand ausgewiesen, da die Kriterien für die Aktivierung von Entwicklungskosten (IAS 38) nicht erfüllt werden. Insgesamt wurden im Jahr 2011 TEUR 65.641 und im Jahr 2010 TEUR 52.545 als Aufwand berücksichtigt.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuschüsse der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden von den Anschaffungskosten abgezogen. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen.

Umsatzrealisierung (ausgenommen Fertigungsaufträge)

Umsätze werden dann erfasst, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird und die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmbar ist. Die Umsätze werden ohne Umsatzsteuer und Rabatte ausgewiesen, wenn die Lieferung erfolgt ist und sowohl Risiko als auch Eigentum übergegangen sind. Die Zinsen werden aliquot auf Basis des jeweiligen Zinssatzes abgegrenzt. Dividendenerträge werden ausgewiesen, wenn das Recht der Aktionäre, die Zahlung zu erhalten, begründet wurde.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden grundsätzlich als Teil der Anschaffungskosten aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst.

Wertminderungsverlust

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden auf Wertminderungen geprüft, sobald Ereignisse oder Veränderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert des Vermögenswerts möglicherweise höher als der erzielbare Betrag (höherer Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert eines Vermögenswertes oder einer Zahlungsmittel generierenden Einheit) ist. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung vorgenommen. Der erzielbare Betrag wird für die einzelnen Vermögenswerte eingeschätzt; ist dies nicht möglich, erfolgt eine Beurteilung der übergeordneten, Zahlungsmittel generierenden Einheiten.

Aktienoptionspläne

Aufgrund des Umstands, dass die Aktienoptionspläne keine Abgeltung in Form eines Barausgleichs vorsehen, werden diese entsprechend den internationalen Rechnungslegungsvorschriften durch direkte Erfassung des resultierenden Aufwands im Eigenkapital erfasst.

o) Fremdwährungen

Fremdwährungstransaktionen

Fremdwährungstransaktionen werden in der funktionalen Währung, durch Anwendung des Wechselkurses zwischen funktionaler Währung und Fremdwährung im Zeitpunkt der Transaktion, dargestellt. Wechselkursdifferenzen aus der Bezahlung von monetären Posten zu Umrechnungskursen, welche von den ursprünglich erfassten abweichen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Ausländische Gesellschaften

Ausländische vollkonsolidierte Tochtergesellschaften werden als selbstständige Unternehmen angesehen, da sie finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch unabhängig sind. Ihre funktionalen Währungen sind die jeweiligen Landeswährungen. Die Bilanzwerte dieser Tochtergesellschaften werden mit dem Bilanzstichtagskurs in die Darstellungswährung (EUR) umgerechnet. Aufwendungen und Erträge werden zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Alle daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen sind im Posten "Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung" im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Für 1 Euro Stichtagskurs am Durchschnittskurs für
Währung 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010 2011 2010
BRL Brasilianischer Real 2,42 2,22 2,32 2,35
CAD Kanadischer Dollar 1,32 1,33 1,38 1,37
CHF Schweizer Franken 1,22 1,25 1,23 1,38
CNY Chinesischer Yuan 8,16 8,82 8,99 9,00
DKK Dänische Krone 7,43 7,45 7,45 7,45
GBP Pfund Sterling 0,84 0,86 0,87 0,86
INR Indische Rupie 68,71 59,76 65,18 60,97
SEK Schwedische Krone 8,91 8,97 9,03 9,56
USD Amerikanischer Dollar 1,29 1,34 1,39 1,33

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden ab 2005 unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet.

p) Leistungen an Arbeitnehmer

Pensionsverpflichtungen

Einige Konzern-Unternehmen haben für bestimmte Arbeitnehmer leistungsorientierte Pensionspläne. Die Verpflichtungen werden jedes Jahr durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet. Die Verpflichtungen und Aufwendungen aus Pensionszahlungen werden durch Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ("projected unit credit method") ermittelt. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des letztendlichen Leistungsanspruchs verdient wird und bewertet jeden dieser Teile separat, um so die endgültige Verpflichtung aufzubauen. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird linear über den durchschnittlichen Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit der Anwartschaften verteilt. Gewinne und Verluste aus der Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Plans sind zum Zeitpunkt der Kürzung oder Abgeltung zu erfassen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.93A im Jahr ihrer Entstehung erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Zinsaufwendungen resultierend aus Pensionsverpflichtungen werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung unter dem "Zinsergebnis" erfasst. Die Pensionsverpflichtung wird zum Barwert zukünftiger Abflüsse unter Verwendung verschiedener Abzinsungssätze für unterschiedliche Länder bewertet.

Andere Konzern-Unternehmen haben für bestimmte Arbeitnehmer beitragsorientierte Pensionszusagen. Die damit verbundenen Kosten werden im Zeitpunkt des Auftretens als Aufwand erfasst.

Abfertigungsverpflichtungen

In einigen Ländern ist der Konzern gesetzlich verpflichtet, in bestimmten Fällen der Beendigung des Dienstverhältnisses Abfertigungen zu zahlen. Im Falle einer freiwilligen Kündigung durch den Arbeitnehmer sind keine Abfertigungen zu zahlen. Entsprechende Abfertigungsverpflichtungen werden rückgestellt. Die Verpflichtungen werden jedes Jahr durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker bewertet. Die Verpflichtungen und Aufwendungen aus Abfertigungszahlungen werden durch Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ("projected unit credit method") ermittelt. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des letztendlichen Leistungsanspruchs verdient wird und bewertet jeden dieser Teile separat, um so die endgültige Verpflichtung aufzubauen. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird linear über den durchschnittlichen Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit der Anwartschaften verteilt. Gewinne und Verluste aus der Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Plans sind zum Zeitpunkt der Kürzung oder Abgeltung zu erfassen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.93A im Jahr ihrer Entstehung erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Zinsaufwendungen resultierend aus den Abfertigungsverpflichtungen werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung unter dem "Zinsergebnis" erfasst. Die Abfertigungsverpflichtung wird zum Barwert zukünftiger Abflüsse unter Verwendung verschiedener Abzinsungssätze für unterschiedliche Länder bewertet.

Andere Konzern-Unternehmen haben für bestimmte Arbeitnehmer beitragsorientierte Abfertigungszusagen erteilt. Die damit verbundenen Kosten werden im Zeitpunkt des Auftretens als Aufwand erfasst.

q) Ertragsteuern

Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern. Steuerlatenzen werden unter Anwendung der "balance sheet liability method" errechnet. Latente Steuern spiegeln die Steuereffekte der temporären Differenzen zwischen den ausgewiesenen Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden und den entsprechenden Beträgen aufgrund der jeweiligen steuerlichen Vorschriften wider.

Aktive und passive Steuerabgrenzungen werden unter Verwendung der erwarteten Steuersätze für das steuerbare Einkommen ermittelt, die zum Zeitpunkt des Ausgleichs der temporären Differenzen anwendbar sein werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuervorschriften) verwendet, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind. Das Ausmaß der aktiven und passiven Steuerabgrenzung spiegelt die Steuerauswirkungen wider, die sich nach Einschätzung des Unternehmens zum Bilanzstichtag ergeben würden, wenn die Buchwerte des Vermögens realisiert und die Verbindlichkeiten beglichen würden.

Aktive und passive Steuerabgrenzungen werden für alle temporären Differenzen ohne Rücksicht darauf, wann wahrscheinlich ein Umkehreffekt eintreten wird, berücksichtigt.

Die aktive Steuerabgrenzung wird berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass zum Zeitpunkt der Verwendung der aktiven Steuerabgrenzung genügend steuerbare Gewinne vorhanden sein werden. Zu jedem Bilanzstichtag werden die bisher unberücksichtigten sowie der Buchwert der gebildeten aktiven Steuerabgrenzungen neu eingeschätzt. Jene bisher nicht aktivierten latenten Steueransprüche werden in dem Ausmaß berücksichtigt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass der zukünftige steuerbare Gewinn die Verwendung der aktiven Steuerabgrenzungen zulässt. Im Gegensatz dazu wird der Buchwert aktiver latenter Steuern in jenem Ausmaß wertberichtigt, in dem es nicht länger wahrscheinlich ist, dass in Zukunft genügend steuerbare Gewinne zur Verwendung der aktiven latenten Steuern vorhanden sein werden.

Latente Steuern werden direkt mit dem Eigenkapital verrechnet oder diesem gutgeschrieben, wenn die Steuer sich auf Posten bezieht, die in derselben oder in einer anderen Periode mit dem Eigenkapital verrechnet oder diesem gutgeschrieben werden, inklusive Wechselkursdifferenzen, die sich aus der Umrechnung von konzerninternen Darlehen ergeben.

r) Verwendung von Schätzungen

Für die Erstellung des Konzern-Abschlusses sind vom Vorstand Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzern-Abschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen Schätzungen abweichen.

Bei der Anwendung der Bilanzierungsmethoden der Gesellschaft hat der Vorstand Schätzungen vorgenommen. Weiters hat der Vorstand zum Bilanzstichtag wichtige zukunftsbezogene Annahmen getroffen und wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Bilanzstichtag identifiziert, die mit dem Risiko einer wesentlichen Änderung der Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr behaftet sind:

  1. Fertigungsaufträge: Die Abrechnung von Großaufträgen basiert auf Einschätzungen von Kosten und erzielbaren Erlösen. Obwohl die Einschätzungen unter Einbeziehung aller Informationen zum Bilanzstichtag getroffen werden, sind Änderungen nach dem Bilanzstichtag möglich. Diese Änderungen können zu Anpassungen von Vermögenswerten führen sowie das Ergebnis von Folgeperioden wesentlich beeinflussen.

  2. Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen: Die Bewertung der verschiedenen Pensionspläne beruht auf einer Methode, bei der Parameter wie der erwartete Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie die erwarteten Erträge aus Planvermögen angewendet werden. Wenn sich die relevanten Parameter wesentlich anders entwickeln als erwartet, kann dies wesentliche Auswirkungen auf die Rückstellung und in der Folge auf die damit zusammenhängenden Aufwendungen der Gesellschaft haben.

  3. Wertminderungen: Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen basieren hauptsächlich auf geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Faktoren wie geringere Umsatzerlöse und daraus resultierende niedrigere Netto-Zahlungsströme sowie Änderungen der verwendeten Abzinsungsfaktoren können zu einer Wertminderung führen. Hinsichtlich der Buchwerte der Firmenwerte, immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen wird auf die Anhangangabe F (Erläuterungen zur Bilanz) verwiesen.

  4. Aktienoptionsprogramme für Führungskräfte: Die Aktienoptionspläne werden auf Basis der Marktwerte der Optionen am Ausgabetag bewertet. Der Marktwert der Optionen wird auf Basis von Parametern wie Volatilität, Zinssatz, Aktienkurs, Laufzeit der Optionen und erwarteter Dividenden ermittelt.

  5. Latente Steuern: Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der latenten Steuern überprüft der Vorstand, ob es wahrscheinlich ist, dass alle latenten Steuern realisiert werden. Die endgültige Realisierbarkeit von latenten Steuern ist davon abhängig, ob in jenen Perioden steuerpflichtiges Einkommen erzielt wird, in denen die temporären Differenzen abzugsfähig werden. Wenn die Gesellschaft nicht ausreichend steuerpflichtiges Einkommen erzielt, dann können aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen nicht verwertet werden und müssen wertberichtigt werden.

s) Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht berücksichtigt. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn die Möglichkeit eines Ressourcenabflusses mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist. Eine Eventualforderung wird im Konzern-Abschluss nicht berücksichtigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

E) SEGMENTINFORMATIONEN

Geschäftsbereiche

Für Managementzwecke ist der Konzern auf weltweiter Basis in fünf Hauptgeschäftsbereiche untergliedert: HYDRO

Elektromechanische Ausrüstungen – v. a. Turbinen, Wasserkraftgeneratoren und Turbogeneratoren – sowie Serviceleistungen für den Neubau von Wasserkraftwerken und für die Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke; Pumpen für die Zellstoff- und Papierindustrie sowie für andere Anwendungen (Trinkwasserversorgung etc.).

PULP & PAPER

Anlagen und Serviceleistungen für die Erzeugung aller Arten von Faserstoffen (Zellstoff, Holzstoff, Recycling), Papier, Karton, Tissuepapier und Faserplatten (MDF); Biomasse-Verbrennungskessel für die Stromproduktion; Anlagen zur Produktion von Kunststofffolien.

SEPARATION

Anmerkung: Der Geschäftsbereich ENVIRONMENT & PROCESS wurde per 1. Oktober 2011 in Separation umbenannt.

Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen zur Fest-Flüssig-Trennung für Kommunen und für bestimmte Industrien (z. B. Bergbau, chemische und petrochemische Industrie, Lebensmittelindustrie).

METALS

Anlagen zur Produktion und Veredelung von Metallband, v. a. aus Kohlenstoffstahl und Edelstahl.

FEED & BIOFUEL

Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen zur Produktion von Tierfutter und Biomassepellets (v. a. Holzpellets).

Diese strategischen Geschäftsbereiche bilden die Basis für die primäre Segmentberichterstattung des Konzerns. Finanzinformationen nach Geschäftsbereichen und geografischen Bereichen werden gemäß IFRS 8 ("Geschäftssegmente") in Abschnitt H (Segmentberichterstattung) dargestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen denen des Konzerns (siehe Anhangangabe D).

Im Rahmen des internen Berichtswesens, welches die Basis für die primäre Segmentberichterstattung darstellt, werden alle Umsätze und alle direkten und indirekten Kosten (einschließlich Gemeinkosten und Verwaltungskosten) den Geschäftsbereichen zugeteilt und spiegeln die Managementstruktur und die Hauptquellen der Risiken und Chancen wider. Die zentrale Ergebnissteuerungsgröße ist dabei das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA). Es existieren keine wesentlichen Aktivitäten zwischen den Geschäftsbereichen. Alle erfolgswirksamen Konsolidierungseffekte sind jeweils in dem betreffenden Geschäftsbereich enthalten.

Die Überleitung umfasst zentrale Vermögenswerte und Schulden sowie Konsolidierungseffekte und Eliminierungen.

Segmenterlöse von externen Kunden nach geografischen Regionen werden auf Basis des Standorts der Kunden ermittelt.

Es gibt keine Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem einzigen externen Kunden, die sich auf mehr als 10% der Unternehmenserlöse belaufen.

F) ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Anschaffungs- oder Herstellungskosten

2011

Ände Bestand
Bestand rungen zum
zum Wäh im Kon Um 31. De
1. Jänner rungsum Zu solidie Ab buch zember
(in TEUR) 2011 rechnung gänge rungskreis gänge ungen 2011
Immaterielle Vermögenswerte 138.716 (194) 3.777 33.266 1.418 1.078 175.225
Grundstücke und Bauten 278.884 (125) 4.084 5.473 4.662 6.035 289.689
Technische Anlagen und Maschinen 311.537 (1.819) 19.683 4.371 5.683 29.573 357.662
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 110.641 (856) 15.373 1.109 6.679 6.611 126.199
In Bau befindliche Anlagen und
geleistete Anzahlungen 44.673 (1.153) 34.057 0 165 (43.297) 34.115
Summe Sachanlagen 745.735 (3.953) 73.197 10.953 17.189 (1.078) 807.665
Summe immaterielle Vermögens
werte und Sachanlagen 884.451 (4.147) 76.974 44.219 18.607 0 982.890

2010

Ände Bestand
Bestand rungen zum
zum Wäh im Kon Um 31. De
1. Jänner rungsum Zu solidie Ab buch zember
(in TEUR) 2010 rechnung gänge rungskreis gänge ungen 2010
Immaterielle Vermögenswerte 107.471 1.716 3.224 31.026 4.852 131 138.716
Grundstücke und Bauten 237.217 6.459 7.227 24.568 1.712 5.125 278.884
Technische Anlagen und Maschinen 274.766 9.690 16.715 5.002 8.655 14.019 311.537
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 106.794 3.698 13.877 1.627 16.567 1.212 110.641
In Bau befindliche Anlagen und
geleistete Anzahlungen 35.912 3.707 27.724 737 2.920 (20.487) 44.673
Summe Sachanlagen 654.689 23.554 65.543 31.934 29.854 (131) 745.735
Summe immaterielle Vermögens
werte und Sachanlagen 762.160 25.270 68.767 62.960 34.706 0 884.451

Abschreibungen

2011

(in TEUR) Bestand
zum
1. Jänner
2011
Wäh
rungsum
rechnung
Abschrei
bungen
und Wert
minder
ungen
Ände
rungen
im Kon
solidie
rungskreis
Ab
gänge
Um
buch
ungen
Bestand
zum
31. De
zember
2011
Immaterielle Vermögenswerte 76.674 (72) 22.916 0 1.380 (151) 97.987
Grundstücke und Bauten 92.303 652 8.626 0 4.033 137 97.685
Technische Anlagen und Maschinen 175.244 452 26.548 0 3.994 39 198.289
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
70.165 (113) 14.366 (74) 5.997 (25) 78.322
In Bau befindliche Anlagen und
geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 337.712 991 49.540 (74) 14.024 151 374.296
Summe immaterielle Vermögens
werte und Sachanlagen
414.386 919 72.456 (74) 15.404 0 472.283

2010

(in TEUR) Bestand
zum
1. Jänner
2010
Wäh
rungsum
rechnung
Abschrei
bungen
und Wert
minder
ungen
Ände
rungen
im Kon
solidie
rungskreis
Ab
gänge
Um
buch
ungen
Bestand
zum
31. De
zember
2010
Immaterielle Vermögenswerte 63.253 1.239 16.991 7 4.852 36 76.674
Grundstücke und Bauten 83.531 1.727 7.514 0 782 313 92.303
Technische Anlagen und Maschinen 156.712 3.283 24.391 75 8.935 (282) 175.244
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
68.455 1.908 12.910 (252) 12.789 (67) 70.165
In Bau befindliche Anlagen und
geleistete Anzahlungen
0 0 0 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 308.698 6.918 44.815 (177) 22.506 (36) 337.712
Summe immaterielle Vermögens
werte und Sachanlagen
371.951 8.157 61.806 (170) 27.358 0 414.386

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises stammen neben dem Erwerb von Tochtergesellschaften aus Änderungen der Einbeziehungsart von Konzern-Gesellschaften.

Die Darstellung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie der Abschreibungen zum Stand per 1. Jänner 2010 wurde im Zusammenhang mit in früheren Jahren durchgeführten Akquisitionen geändert. Diese Änderung wirkte sich weder auf die Buchwerte noch auf die Bewegungen der dargestellten Perioden aus.

Buchwerte

(in TEUR) Anschaffungs
werte zum
31. Dezem
ber 2011
Kumulierte
Abschreibung
Buch
werte zum
31. Dezem
ber 2011
Buch
werte zum
31. Dezem
ber 2010
Immaterielle Vermögenswerte 175.225 97.987 77.238 62.042
Grundstücke und Bauten 289.689 97.685 192.004 186.581
Technische Anlagen und Maschinen 357.662 198.289 159.373 136.293
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 126.199 78.322 47.877 40.476
In Bau befindliche Anlagen und geleistete
Anzahlungen 34.115 0 34.115 44.673
Summe Sachanlagen 807.665 374.296 433.369 408.023
Summe immaterielle Vermögens
werte und Sachanlagen 982.890 472.283 510.607 470.065

Wertminderungen

2011 wurde eine Wertminderung in Höhe von TEUR 1.506 (2010 : TEUR 0) für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erfasst.

Sicherheiten

Sachanlagen in Höhe von TEUR 11.242 wurden zum 31. Dezember 2011 als Sicherheiten gestellt (31. Dezember 2010: TEUR 3.414).

Bestellobligo

Vertragliche Verpflichtungen für den Kauf von Sachanlagen sind nur im gewöhnlichen Geschäftsumfang vorhanden. Zum 31. Dezember 2011 betrugen diese Verpflichtungen TEUR 7.599 (2010: TEUR 10.170).

Fremdkapitalkosten

Weder im Geschäftsjahr 2011 noch 2010 wurden Fremdkapitalkosten auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert, weil die zu aktivierenden Beträge unwesentlich sind.

Finanzierungsleasing

Der Buchwert für Grundstücke und Bauten enthält einen Betrag von TEUR 6.595 (2010: TEUR 6.836), der Buchwert für technische Anlagen und Maschinen enthält einen Betrag von TEUR 934 (2010: TEUR 1.034), der Buchwert für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung enthält einen Betrag von TEUR 12 (2010: TEUR 19) für Anlagegüter, die über Finanzierungsleasing angeschafft wurden. Es handelt sich um Leasingverträge mit Laufzeiten von 36 bis 180 Monaten.

2. Firmenwerte

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Firmenwerte für die Jahre zum 31. Dezember 2011 und 2010:

(in TEUR) 2011 2010
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Bestand zum 1. Jänner 430.604 388.037
Währungsumrechnung 3.724 10.615
Änderungen im Konsolidierungskreis 29.978 31.952
Bestand zum 31. Dezember 464.306 430.604
KUMULIERTE WERTMINDERUNGEN
Bestand zum 1. Jänner 175.541 168.143
Währungsumrechnung 3.052 7.398
Wertminderung 1.000 0
Bestand zum 31. Dezember 179.593 175.541
BUCHWERT
Bestand zum 1. Jänner 255.063 219.894
Bestand zum 31. Dezember 284.713 255.063
(in TEUR) 2011 2010
VA TECH HYDRO 97.846 97.843
ANDRITZ Ahlstrom 21.664 22.267
Akquisition der ANDRITZ AG 59.596 59.596
Übrige 105.607 75.357
284.713 255.063

Wertminderung

Im Geschäftsjahr 2011 wurde eine Wertminderung auf den Firmenwert, der aus einer Akquisition im Bereich Hackschnitzeldickensortierung stammt, in Höhe von TEUR 1.000 vorgenommen, da sich der Geschäftsverlauf nicht wie erwartet entwickelt hat. Die Wertminderung ist dem Geschäftsbereich PULP & PAPER zuzuordnen. 2010 wurden keine Wertminderungsaufwendungen für den Firmenwert erfasst.

3. Assoziierte Unternehmen

Wesentliche im Konzern-Abschluss enthaltene assoziierte Unternehmen weisen zum 31. Dezember 2011 Vermögenswerte in Höhe von TEUR 60.647 (31. Dezember 2010: TEUR 188.029), Verbindlichkeiten von TEUR 36.030 (31. Dezember 2010: TEUR 157.213) sowie einen Umsatz von TEUR 44.652 (2010: TEUR 49.173) und ein zusammengefasstes Jahresergebnis von TEUR -2.557 (2010: TEUR -452) aus. Die Verminderung der Vermögenswerte und Schulden ist auf die Änderungen der Einbeziehungsart einiger Unternehmen zurückzuführen.

4. Sonstige Finanzanlagen

Die sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2011 2010
Schuldscheindarlehen 199.500 0
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen 16.876 2.849
Sonstige Beteiligungen 8.870 8.589
Wertpapiere des Anlagevermögens 2.876 2.664
Übrige Finanzanlagen 7.768 5.884
235.890 19.986

In den Schuldscheindarlehen befindet sich ein Betrag von TEUR 11.464, der 2010 in der Bilanzposition "Wertpapiere des Umlaufvermögens" enthalten war.

5. Langfristige Forderungen und sonstige langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Forderungen und sonstigen langfristigen Vermögenswerte bestehen aus langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen langfristigen Forderungen.

6. Vorräte

(in TEUR) 2011 2010
Fertige Erzeugnisse 66.462 45.020
Unfertige Erzeugnisse 161.498 131.410
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 183.783 158.482
411.743 334.912

Die Wertberichtigungen auf Vorräte bei jenen Produkten, bei denen der Nettoveräußerungswert (Verkaufspreis abzüglich zuzurechnender Vertriebs- und Verwaltungskosten) geringer als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ist, bzw. die veraltete und langsam drehende Güter darstellen, erhöhte sich um TEUR 5.425 (2010: TEUR 7.831).

7. Geleistete Anzahlungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen geleisteten Anzahlungen für offene Bestellungen stehen im Zusammenhang mit noch nicht abgeschlossenen Aufträgen.

8. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (abzüglich Wertberichtigungen) zum 31. Dezember 2011 beläuft sich auf TEUR 595.717 (2010: TEUR 517.240), wobei der langfristige Anteil in der Bilanzposition langfristige Forderungen und sonstige langfristige Vermögenswerte enthalten ist.

(in TEUR) 2011 2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen − kurzfristig 581.367 510.148
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen − langfristig 14.350 7.092
595.717 517.240
davon weder überfällig noch wertgemindert 425.224 350.571
davon überfällig, aber nicht wertgemindert 165.923 162.285
davon wertgemindert 30.096 26.738
Wertberichtigung (25.526) (22.354)
595.717 517.240

Vor Aufnahme eines neuen Kunden führt die Gruppe eine interne Kreditwürdigkeitsprüfung durch, um die Kreditwürdigkeit potenzieller Kunden zu beurteilen und deren Kreditlimits festzulegen. Die Kundenbeurteilung sowie die Kreditlimits werden laufend überprüft. Mehr als zwei Drittel der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind weder überfällig noch wertgemindert.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 165.923 (2010: TEUR 162.285), welche zum Berichtszeitpunkt überfällig waren, wurden keine Wertminderungen gebildet, da keine wesentliche Veränderung in der Kreditwürdigkeit dieser Schuldner festgestellt wurde und mit der Tilgung der ausstehenden Beträge gerechnet wird.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist wie folgt:

(in TEUR) 2011 2010
Bestand zum 1. Jänner (22.354) (23.240)
Währungsumrechnung 379 (1.573)
Dotierung (9.513) (7.201)
Verbrauch 2.809 6.293
Auflösung 3.153 3.367
Bestand zum 31. Dezember (25.526) (22.354)

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende Forderungen, welche überfällig aber nicht wertgemindert sind:

(in TEUR) 2011 2010
Bis 60 Tage überfällig 101.504 98.171
61 bis 120 Tage überfällig 19.436 18.044
Mehr als 120 Tage überfällig 44.983 46.070
165.923 162.285

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung in der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgte unter Berücksichtigung der Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie der abgeschlossenen Exportversicherungen. Der Vorstand ist der Ansicht, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.

9. Fertigungsaufträge

(in TEUR) 2011 2010
Als Umsätze ausgewiesene Auftragserlöse aus dem laufenden Projektgeschäft 3.318.549 2.462.148
Bis zum Stichtag angefallene Auftragskosten und ausgewiesene
Gewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 7.166.344 5.347.447
Erhaltene An- und Teilzahlungen 7.944.146 6.001.267
Einbehalte seitens Kunden 7.934 10.461

Die in der Bilanz ausgewiesenen "Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und Teilzahlungen übersteigen" fallen zur Gänze in die Kategorie "Weder überfällig noch wertgemindert".

10. Sonstige Forderungen

(in TEUR) 2011 2010
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 5.719 5.645
Beizulegende Zeitwerte von Devisentermingeschäften 16.373 17.106
Beizulegende Zeitwerte von Warentermingeschäften 0 861
Forderungen aus Umsatzsteuer und sonstigen Steuern und Abgaben 121.998 79.055
Forderungen aus vorausbezahlten Steuern vom Einkommen und Ertrag 23.867 19.513
Rechnungsabgrenzungsposten 17.464 15.961
Erhaltene Wechsel 28.050 10.461
Marktwerte der Zinsswaps 22.312 22.880
Übrige Forderungen 124.713 112.894
360.496 284.376
davon sonstige kurzfristige Forderungen 319.366 252.159
davon sonstige langfristige Forderungen 41.130 32.217
360.496 284.376

Der Vorstand ist der Ansicht, dass der Buchwert der sonstigen Forderungen ihrem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Dividenden

Für 2011 wird vom Vorstand eine Dividende von 2,20 Euro je im Umlauf befindlicher Aktie vorgeschlagen. Die Ausschüttung für 2010 in Höhe von TEUR 86.857, was einer Dividende von 1,70 Euro je Aktie entspricht, wurde vom Vorstand vorgeschlagen und in der 104. ordentlichen Hauptversammlung am 29. März 2011 beschlossen. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 4. April 2011.

Am 23. Februar 2012 wurde der Konzern-Abschluss zum 31. Dezember 2011 nach IFRS vom Vorstand freigegeben. Am 24. Februar 2011 wurde der Konzern-Abschluss zum 31. Dezember 2010 nach IFRS vom Vorstand zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Konzern-Abschluss wurde dem Aufsichtsrat und danach der Hauptversammlung vorgelegt.

Zusätzliche Angaben zum Kapitalmanagement

ANDRITZ bekennt sich zu einer soliden Vermögens- und Kapitalstruktur mit hoher finanzieller Flexibilität. Das Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen zum 31. Dezember 2011 und 2010:

(in TEUR) 2011 2010
Summe Eigenkapital 938.873 794.380
Eigenkapitalquote 20,6% 19,7%
Bilanzsumme 4.566.602 4.035.768

ANDRITZ unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Die Gesellschaft hat Verpflichtungen zur Veräußerung von Aktien im Zusammenhang mit bestehenden aktienbasierten Vergütungsplänen. In den vergangenen Jahren wurden die Verpflichtungen aus der aktienbasierten Vergütung durch den Rückkauf von eigenen Aktien erfüllt (siehe Anhangangabe F 13).

Ziel des Kapitalmanagements ist einerseits, den Fortbestand ("going concern") der Konzern-Gesellschaften sicherzustellen und andererseits, die Rendite der Aktionäre durch Optimierung des Eigen- und Fremdkapitaleinsatzes zu optimieren. Zur Absicherung der finanziellen Stabilität wurden in der Vergangenheit Anleihen platziert, welche auch die Basis für weiteres Wachstum der ANDRITZ-GRUPPE darstellen. Die Kapitalstruktur besteht aus Finanzschulden, Flüssigen Mitteln und Eigenkapital, das den Aktionären der Muttergesellschaft zurechenbar ist und Grundkapital, Kapitalrücklagen sowie Gewinnrücklagen umfasst.

Die Kapitalstruktur wird laufend überwacht. Dabei werden die Kapitalkosten und die Risiken, welche mit jeder Art von Kapital verbunden sind, berücksichtigt. Die Gruppe ist bestrebt, auch weiterhin die Kapitalstruktur durch Dividendenausschüttungen, Neuemissionen und Aktienrückkäufe sowie durch die Aufnahme und Tilgung von Schulden zu optimieren.

Die Gesamtstrategie der Gruppe wurde gegenüber 2010 nicht verändert.

12. Rückstellungen

2011

(in TEUR) Bestand
zum
1. Jänner
2011
Wäh
rungsum
rechnung
Ände
rungen im
Konsolidie
rungskreis
Umglie
derungen
Ver
brauch
Auf
lösung
Zu
führung
Auf
zinsung
Bestand
zum
31. De
zember
2011
Rückstellungen
für Abfertigungen 73.936 (81) 1.484 0 6.690 5 5.980 3.231 77.855
Rückstellungen
für Pensionen
71.847 429 0 0 3.799 1.899 16.705 2.024 85.307
Auftragsbezogene
langfristige
Rückstellungen
56.940 (323) 42.018 (4.073) 7.299 6.914 41.322 0 121.671
Sonstige langfristige
Rückstellungen
16.245 (13) 99 15 492 34 348 495 16.663
Langfristige
Rückstellungen
218.968 12 43.601 (4.058) 18.280 8.852 64.355 5.750 301.496
Auftragsbezogene
kurzfristige
Rückstellungen 337.613 (508) 1.291 3.295 50.685 50.837 104.339 0 344.508
Sonstige kurzfristige
Rückstellungen
26.171 (416) 937 763 9.402 3.045 6.293 0 21.301
Kurzfristige
Rückstellungen
363.784 (924) 2.228 4.058 60.087 53.882 110.632 0 365.809

2010

Bestand
Bestand Ände zum
zum Wäh rungen im 31. De
1. Jänner rungsum Konsolidie Umglie Ver Auf Zu Auf zember
(in TEUR) 2010 rechnung rungskreis derungen brauch lösung führung zinsung 2010
Rückstellungen
für Abfertigungen 73.838 100 294 0 6.514 107 2.643 3.682 73.936
Rückstellungen
für Pensionen 61.456 1.703 11.477 0 2.572 (565) (3.579) 2.797 71.847
Auftragsbezogene
langfristige
Rückstellungen 58.808 2.020 342 1.173 15.675 10.625 20.897 0 56.940
Sonstige langfristige
Rückstellungen 15.754 253 246 59 537 192 94 568 16.245
Langfristige
Rückstellungen 209.856 4.076 12.359 1.232 25.298 10.359 20.055 7.047 218.968
Auftragsbezogene
kurzfristige
Rückstellungen 295.175 11.859 4.901 (1.232) 40.788 39.816 107.514 0 337.613
Sonstige kurzfristige
Rückstellungen 24.913 1.124 1.192 0 5.850 654 5.446 0 26.171
Kurzfristige
Rückstellungen 320.088 12.983 6.093 (1.232) 46.638 40.470 112.960 0 363.784

Die auftragsbezogenen Rückstellungen beinhalten hauptsächlich Gewährleistungen, zu erwartende Auftragsrisiken und Drohverluste.

ANDRITZ erwartet für die auftragsbezogenen langfristigen Rückstellungen, dass sie in der Regel innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre zahlungswirksam werden. Für die auftragsbezogenen kurzfristigen Rückstellungen erwartet das Unternehmen, dass sie im nächsten Geschäftsjahr zahlungswirksam werden.

13. Leistungen an Arbeitnehmer

Pensionspläne

Einige Konzern-Unternehmen haben für bestimmte Arbeitnehmer leistungsorientierte Pensionszusagen. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden für Zahlungen wegen Ruhestands, Invalidität und für hinterbliebene Familienangehörige gebildet. Die angebotenen Leistungen differieren in Abhängigkeit von der rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Situation jedes Landes. Die Leistungen hängen von den Dienstjahren und in manchen Fällen von den jeweiligen Arbeitnehmerentgelten ab.

Die folgende Aufstellung zeigt die Entwicklung der Brutto-Pensionsverpflichtung von 1. Jänner bis 31. Dezember 2011 und 2010:

(in TEUR) 2011 2010
Barwert der leistungsorientierten Zusagen zum 1. Jänner 198.284 167.131
Währungsumrechnung 3.124 17.145
Laufende Dienstzeitaufwendungen 5.715 6.576
Zinsaufwand aus Verpflichtungen 7.576 7.998
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste 13.379 (1.887)
Gezahlte Leistungen (6.578) (12.357)
Beiträge der Planteilnehmer 2.458 2.171
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 279 0
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen (6.743) 30
Akquirierte Unternehmen 0 11.477
Barwert der leistungsorientierten Zusagen zum 31. Dezember 217.494 198.284
Zeitwert des Planvermögens (132.187) (126.437)
Rückstellung zum 31. Dezember 85.307 71.847

Von den gesamten Brutto-Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 217.494 (2010: TEUR 198.284) sind TEUR 171.199 (2010: TEUR 145.677) ganz oder teilweise durch Veranlagungen in Fonds abgedeckt.

Die folgende Aufstellung leitet den Zeitwert des Planvermögens über:

(in TEUR) 2011 2010
Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner 126.437 105.675
Währungsumrechnung 2.695 15.442
Erwartete Erträge aus Planvermögen 5.552 5.201
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) (5.200) 1.688
Beiträge des Arbeitgebers 7.868 6.580
Beiträge der Planteilnehmer 2.458 2.171
Gezahlte Leistungen (2.779) (9.785)
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen (4.844) (535)
Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 132.187 126.437

Die Veranlagung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

(in TEUR) 2011 2010
Eigenkapitalinstrumente 31.382 35.294
Schuldinstrumente 60.712 54.372
Sachanlagen 19.264 18.277
Sonstige Vermögenswerte 20.829 18.494
132.187 126.437

Die Pensionsaufwendungen bestehen aus:

(in TEUR) 2011 2010
Laufende Dienstzeitaufwendungen 5.715 6.576
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 279 0
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen (1.899) 565
4.095 7.141
Zahlungen an beitragsorientierte Pläne 23.856 18.471
27.951 25.612

Grundsätzliche versicherungsmathematische Annahmen zur Berechnung der Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2011 und 2010 sind wie folgt:

(in %) 2011 2010
von bis von bis
Abzinsungsfaktor 2,30 5,60 1,80 7,50
Gehaltserhöhungen 1,00 5,00 1,00 5,98
Erhöhungen bei Pensionsbezügen 2,50 3,00 2,00 3,75
Erwarteter Veranlagungsertrag des Planvermögens 4,00 8,00 1,06 7,50

Der durchschnittlich erwartete Veranlagungsertrag ist bestimmt durch die Portfoliostruktur des Planvermögens, Erfahrungswerte aus der Vergangenheit sowie zukünftig zu erwartende langfristige Renditen. Der 2011 tatsächlich realisierte Veranlagungsgewinn des Planvermögens betrug 0,23% (2010: Veranlagungsgewinn von 5,88%).

Die erfahrungsbedingten Anpassungen sind wie folgt:

(in TEUR) 2011 2010 2009 2008 2007
Barwert der leistungsorientierten Zusagen 217.494 198.284 167.131 170.449 143.350
Zeitwert des Planvermögens 132.187 126.437 105.675 102.108 86.385
Nicht durch Planvermögen gedeckte Verpflichtung 71.847 61.456 68.341 56.965
Erfahrungsbedingte Anpassungen der leistungsorientierten Zusagen (15.322) (9.085) (7.489) (15.112) 341
Erfahrungsbedingte Anpassungen des Planvermögens 2.223 2.081 (1.895) (917)

Für 2012 sind leistungsorientierte Zahlungen an Pensionskassen im Ausmaß von TEUR 4.817 geplant.

Abfertigungsverpflichtungen

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der leistungsorientierten Zusagen von 1. Jänner bis 31. Dezember 2011 und 2010:

(in TEUR) 2011 2010
Barwert der leistungsorientierten Zusagen zum 1. Jänner 74.596 74.212
Währungsumrechnung (81) 100
Laufende Dienstzeitaufwendungen 2.806 2.783
Zinsaufwand aus Verpflichtungen 3.231 3.682
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste 3.174 (140)
Gezahlte Leistungen (6.634) (6.228)
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen (5) (107)
Akquirierte Unternehmen 1.484 294
Barwert der leistungsorientierten Zusagen zum 31. Dezember 78.571 74.596
Zeitwert des Planvermögens (716) (660)
Rückstellung zum 31. Dezember 77.855 73.936

Die Aufwendungen für Abfertigungen bestehen aus:

(in TEUR) 2011 2010
Laufende Dienstzeitaufwendungen 2.806 2.783
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen (5) (107)
2.801 2.676
Zahlungen an beitragsorientierte Pläne 1.792 1.430
4.593 4.106

Die erfahrungsbedingten Anpassungen sind wie folgt:

(in TEUR) 2011 2010 2009 2008 2007
Barwert der leistungsorientierten Zusagen 78.571 74.596 74.212 81.741 80.075
Zeitwert des Planvermögens 716 660 374 235 145
Nicht durch Planvermögen gedeckte Verpflichtung 77.855 73.936 73.838 81.506 79.930
Erfahrungsbedingte Anpassungen der leistungsorientierten Zusagen (233) (65) 6.411 529 (5.264)
Erfahrungsbedingte Anpassungen des Planvermögens (16) (9) 18 0

Die grundsätzlichen Annahmen zur versicherungsmathematischen Berechnung sind die gleichen wie bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen.

Aktienoptionsprogramme für Führungskräfte

Die 101. ordentliche Hauptversammlung vom 27. März 2008 beschloss ein Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands. Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen beträgt je nach Verantwortungsbereich 6.000, 10.000 oder 20.000, für Mitglieder des Vorstands 40.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 50.000. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden. Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte von 1. Mai 2008 bis vor jeden Ausübungszeitpunkt dauernd in einem aktiven Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einer zum ANDRITZ-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest EUR 20.000 für leitende Angestellte und EUR 40.000 für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der ANDRITZ-Aktie während der vier auf die 101. ordentliche Hauptversammlung vom 27. März 2008 folgenden Kalenderwochen.

Die Optionen können in der Zeit von 1. Mai 2010 bis 30. April 2012 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2010 bis 30. April 2011 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2009 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2010 mindestens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2007 liegt, oder wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2010 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2011 mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2007 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten gezogen werden. Die Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden und sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Insgesamt wurden 2008 1.100.000 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung beträgt insgesamt TEUR 9.396, wobei 2011 kein Aufwand mehr erfasst wurde. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte auf Basis des "Black-Scholes Option Pricing"-Modells. Der Aktienpreis zum Zeitpunkt der Gewährung der Optionsrechte ist der Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie vom 5. Mai 2008 und beträgt EUR 39,55. Der Ausübungspreis wurde gemäß den Bedingungen des Optionsprogramms mit EUR 35,44 ermittelt. Die Laufzeit der Optionen wurde mit zwei Jahren angesetzt. Die erwartete Dividendenrendite betrug 2,5%, als risikofreier Zinssatz wurde 4,5% herangezogen. Als erwartete Volatilität wurde der von der Wiener Börse veröffentlichte Wert angesetzt. Weitere Merkmale der Optionsgewährung wurden nicht in die Berechnung einbezogen.

Die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 beschloss ein weiteres Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands. Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen beträgt je nach Verantwortungsbereich 6.000, 10.000, 15.000 oder 20.000, für Mitglieder des Vorstands 40.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 50.000. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden. Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte von 1. Mai 2010 bis vor jeden Ausübungszeitpunkt dauernd in einem aktiven Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einer zum ANDRITZ-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest EUR 20.000 für leitende Angestellte und EUR 40.000 für Mitglieder des Vorstands.

Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der ANDRITZ-Aktie während der vier auf die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 folgenden Kalenderwochen.

Die Optionen können in der Zeit von 1. Mai 2013 bis 30. April 2015 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2012 bis 30. April 2013 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2011 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2012 mindestens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2009 liegt, oder wenn der ungewichtete Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie im Durchschnitt von 20 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2013 bis 30. April 2014 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2012 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2013 mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahres 2009 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten gezogen werden. Die Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden und sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Insgesamt wurden 2010 1.033.000 Optionen gewährt. Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung beträgt insgesamt TEUR 8.362, davon wurden 2011 anteilig TEUR 2.539 als Aufwand erfasst. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte auf Basis des "Black-Scholes Option Pricing"-Modells. Der Aktienpreis zum Zeitpunkt der Gewährung der Optionsrechte ist der Schlusskurs der ANDRITZ-Aktie vom 4. Mai 2010 und beträgt EUR 44,68. Der Ausübungspreis wurde gemäß den Bedingungen des Optionsprogramms mit EUR 46,36 ermittelt. Die Laufzeit der Optionen wurde mit drei Jahren angesetzt. Die erwartete Dividendenrendite betrug 2,5%, als risikofreier Zinssatz wurde 4,8% herangezogen. Als erwartete Volatilität wurde der von der Wiener Börse veröffentlichte Wert angesetzt. Weitere Merkmale der Optionsgewährung wurden nicht in die Berechnung einbezogen.

Zusammenfassend entwickelten sich die Aktienoptionsprogramme in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wie folgt:

2011 2010
Durchschnittlicher Durchschnittlicher
Anzahl der Ausübungspreis je Anzahl der Ausübungspreis je
Optionsrechte Stück (in EUR) Optionsrechte Stück (in EUR)
Bestand zum 1. Jänner 2.079.000 40,87 1.334.000 34,68
Gewährte Optionen 0 0 1.033.000 46,36
Ausgeübte Optionen (1.011.200) 35,44 (238.000) 31,67
Verfallene Optionen (18.000) 46,36 (50.000) 33,18
Bestand zum 31. Dezember 1.049.800 46,00 2.079.000 40,87
Ausübbar am Jahresende 40.800 35,44 0 0,00

14. Verbindlichkeitenspiegel

2011

(in TEUR) Rest
laufzeit
kleiner
1 Monat
Restlauf
zeit zwi
schen 1 und
3 Monaten
Restlauf
zeit zwi
schen 4 und
12 Monaten
Restlauf
zeit zwi
schen 1 und
5 Jahren
Rest
laufzeit
über
5 Jahre
Gesamt
Anleihen 0 0 0 357.706 0 357.706
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
13.643 14.942 30.128 6.957 4.465 70.135
Verpflichtungen aus
Finanzierungsleasing 62 133 562 1.402 6.294 8.453
13.705 15.075 30.690 366.065 10.759 436.294

2010

(in TEUR) Rest
laufzeit
kleiner
1 Monat
Restlauf
zeit zwi
schen 1 und
3 Monaten
Restlauf
zeit zwi
schen 4 und
12 Monaten
Restlauf
zeit zwi
schen 1 und
5 Jahren
Rest
laufzeit
über
5 Jahre
Gesamt
Anleihen 0 0 0 372.880 0 372.880
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten 20.340 6.246 13.083 14.706 4.422 58.797
Verpflichtungen aus
Finanzierungsleasing 66 145 537 1.638 6.525 8.911
20.406 6.391 13.620 389.224 10.947 440.588

Die verzinslichen Bankverbindlichkeiten bestehen hauptsächlich aus Kontokorrentkrediten von Kreditinstituten zu variablen und fixen Zinssätzen.

Im ANDRITZ-Konzern gibt es keine wesentlichen Zahlungsverzüge bei eigenen Zahlungsverpflichtungen, sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten werden im Regelfall fristgemäß getilgt.

Der Vorstand ist der Ansicht, dass der Buchwert der Verbindlichkeiten ihrem beizulegenden Zeitwert entspricht.

15. Sonstige Verbindlichkeiten

(in TEUR) 2011 2010
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 3.766 2.246
Boni, Urlaubsrückstellungen und sonstige Personalverbindlichkeiten 150.244 127.131
Ausstehende Rechnungen für auftragsbezogene Kosten 435.164 354.950
Rechnungsabgrenzungsposten 9.185 4.623
Beizulegende Zeitwerte von Devisentermingeschäften 43.227 26.080
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer und sonstigen Steuern und Abgaben 53.400 43.185
Verbindlichkeiten aus Provisionen 8.811 6.673
Beizulegende Zeitwerte von Warentermingeschäften 468 0
Übrige Verbindlichkeiten 96.406 136.922
800.671 701.810
davon sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 786.536 687.171
davon sonstige langfristige Verbindlichkeiten 14.135 14.639
800.671 701.810

In den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 1.572 enthalten (2010: TEUR 1.353).

Der Vorstand ist der Ansicht, dass der Buchwert der sonstigen Verbindlichkeiten ihrem beizulegenden Zeitwert entspricht.

G) ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG 16. Umsatzerlöse

(in TEUR) 2011 2010
Als Umsatzerlöse ausgewiesene Erlöse aus dem laufenden Projektgeschäft 3.318.549 2.462.149
Sonstige 1.277.444 1.091.638
4.595.993 3.553.787

17. Sonstige betriebliche Erträge

(in TEUR) 2011 2010
Gewinne aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2.076 2.811
Fremdwährungskursgewinne 28.006 24.781
Mieteinkünfte 2.551 2.893
Öffentliche Zuwendungen 10.065 7.404
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen 3.153 3.367
Erträge aus Versicherungsleistungen 3.585 2.196
Übrige 35.327 28.839
84.763 72.291

18. Personalaufwand

(in TEUR) 2011 2010
Löhne und Gehälter 797.277 649.298
Aufwendungen für Altersversorgung 27.951 25.613
Aufwendungen für Abfertigungen 4.593 4.105
Aufwendungen für Sozialabgaben und vom Entgelt abhängige Abgaben 130.116 112.116
Sonstige Sozialaufwendungen 35.465 36.325
995.402 827.457

19. Sonstige betriebliche Aufwendungen

(in TEUR) 2011 2010
Fremdwährungskursverluste 36.124 26.177
Vertriebsaufwendungen 236.250 207.675
Verwaltungsaufwendungen 43.526 38.096
Miet- und Leasingaufwendungen 44.244 35.171
Veränderung von Wertberichtigungen zu Forderungen 9.513 7.201
Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1.006 981
Aufwendungen für Patente, Rechte und Lizenzen 6.172 4.202
Versicherungsaufwendungen 24.117 21.405
Übrige 148.431 114.374
549.383 455.282

20. Finanzergebnis

(in TEUR) 2011 2010
Erträge/(Aufwendungen) aus assoziierten Unternehmen (1.747) 156
Zinsen und ähnliche Erträge 34.208 22.155
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (23.251) (20.044)
Zinsergebnis 10.957 2.111
Sonstiges Finanzergebnis (161) 180
9.049 2.447

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind TEUR 5.750 (2010: TEUR 7.047) für den Zinsaufwand aus Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder sowie erwartete Erträge aus Planvermögen enthalten.

21. Steuern vom Einkommen und Ertrag

Aufwand für Steuern vom Einkommen und Ertrag setzt sich aus folgenden Positionen zusammen:

(in TEUR) 2011 2010
Laufender Steueraufwand (100.422) (82.902)
Latenter Steuerertrag aus dem Entstehen und
der Auflösung von temporären Differenzen 10.145 11.944
(90.277) (70.958)

Die Veränderungen der latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2011 2010
Aktive latente Steuern 91.704 89.171
Verbindlichkeiten aus latenten Steuern (79.796) (89.955)
Bilanzansätze zum 1. Jänner 11.908 (784)
Latente Steuern aus dem Entstehen und der Auflösung von temporären Differenzen
erfolgswirksam 10.145 11.944
erfolgsneutral (28) 748
22.025 11.908
davon
aktive latente Steuern 107.180 91.704
Verbindlichkeiten aus latenten Steuern (85.155) (79.796)

Die Überleitung des effektiven Steuersatzes zum anzuwendenden Steuersatz lässt sich wie folgt darstellen:

(in TEUR) 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 321.745 247.927
Steueraufwand zum entsprechenden Steuersatz (25% in 2011 und 25% in 2010) (80.436) (61.982)
Steuerliche Auswirkungen von
Steuersatzänderungen und Steuersatzdifferenzen (4.113) (4.155)
sonstigen Veränderungen (5.728) (4.821)
(90.277) (70.958)
Laufender Steueraufwand (100.422) (82.902)
Erfolgswirksame Veränderung der latenten Steuern 10.145 11.944

Aktive latente Steuern und Verbindlichkeiten aus latenten Steuern zum 31. Dezember 2011 und 2010 sind das Ergebnis folgender temporärer Bewertungsunterschiede zwischen den Buchwerten in den IFRS-Jahresabschlüssen und den relevanten Steuerbemessungsgrundlagen:

2011 2010
Latente Steuern Latente Steuern
(in TEUR) Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 1.333 (15.443) 1.861 (11.452)
Sachanlagevermögen 4.728 (14.811) 7.130 (14.914)
Finanzanlagen 934 (10.305) 24 (10.953)
Vorräte 235.646 (3.263) 391.100 (2.502)
Forderungen und sonstige Aktiva 18.288 (81.351) 8.082 (81.680)
260.929 (125.173) 408.197 (121.501)
Rückstellungen 101.255 (23.845) 79.604 (28.341)
Verbindlichkeiten 56.268 (241.607) 56.805 (391.651)
157.523 (265.452) 136.409 (419.992)
Steuerlicher Verlustvortrag 56.637 0 68.959 0
Aktive latente Steuern/
(Verbindlichkeiten aus latenten Steuern) 475.089 (390.625) 613.565 (541.493)
Wertberichtigung von aktiven latenten Steuern (62.439) 0 (60.164) 0
Aufrechnung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen,
Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde (305.470) 305.470 (461.697) 461.697
Saldierte aktive und passive Steuerabgrenzung 107.180 (85.155) 91.704 (79.796)

Hohe Werte an aktiven latenten Steuern in Vorräten und passiven latenten Steuern in Verbindlichkeiten ergeben sich aufgrund des unterschiedlichen Ausweises zwischen lokalen Steuerbilanzen und IFRS bzw. Saldierung von Vorräten und Verbindlichkeiten in lokalen Steuerbilanzen.

Für die folgenden Sachverhalte wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt (Brutto-Beträge):

(in TEUR) 2011 2010
Abzugsfähige temporäre Differenzen 18.592 13.651
Steuerliche Verlustvorträge 187.325 184.516

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern trifft der Vorstand eine Einschätzung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass diese Posten in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern setzt ausreichend steuerpflichtiges Einkommen in jenen Perioden voraus, in denen die temporären Unterschiede abzugsfähig werden. Der Vorstand zieht die geplante Auflösung von passiven latenten Steuern und das geschätzte künftige steuerpflichtige Einkommen für diese Beurteilung heran.

Unter Heranziehung des steuerpflichtigen Einkommens früherer Jahre sowie der Prognosen über das steuerpflichtige Einkommen zukünftiger Jahre, in denen die aktiven latenten Steuern abzugsfähig sind, ist der Vorstand der Auffassung, dass die Realisierung dieser Steuervorteile und der steuerlichen Verlustvorträge wahrscheinlich ist. Es wurden im Berichtsjahr keine wesentlichen aktiven latenten Steuern aktiviert, die auf eine Jurisdiktion entfallen, in der im laufenden Jahr oder im Vorjahr ein Verlust erzielt wurde.

22. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (wie im Anschluss an die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung angegeben) wurde errechnet, indem das den Gesellschaftern der Muttergesellschaft zurechenbare Konzern-Ergebnis durch den gewogenen Durchschnitt der Stammaktien, die während der Periode ausgegeben waren, dividiert wurde. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wurde errechnet, indem das den Gesellschaftern der Muttergesellschaft zurechenbare Konzern-Ergebnis durch den gewogenen Durchschnitt der Stammaktien unter Berücksichtigung von Aktienoptionen dividiert wurde.

H) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentinformationen werden nach folgenden Kriterien dargestellt: Geschäftsbereiche Die ANDRITZ-GRUPPE betreibt ihre Geschäftsaktivitäten in den folgenden Bereichen: a) HYDRO (HY) b) PULP & PAPER (PP) c) SEPARATION (SE) d) METALS (ME) e) FEED & BIOFUEL (FB)

Geografische Segmentierung

Die Konzern-Aktivitäten werden hauptsächlich in Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien betrieben. Die Außenumsätze werden nach Sitz der Kunden dargestellt.

2011

Geschäftsbereichsinformationen

Über
(in TEUR) HY PP SE ME FB leitung Gesamt
Umsatzerlöse 1.772.863 1.855.891 448.863 372.736 145.640 0 4.595.993
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern
und Abschreibungen (EBITDA) 174.265 136.570 44.185 21.554 9.578 0 386.152
Summe Aktiva 1.491.171 785.424 369.697 182.232 92.746 1.645.332 4.566.602
Summe Passiva exkl. Summe
Eigenkapital 1.476.399 979.991 189.932 192.118 51.026 738.263 3.627.729
Investitionen 44.320 19.437 7.042 1.790 4.385 0 76.974
Abschreibungen und Wertminderungen
von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen* 35.556 23.023 9.076 2.557 2.244 0 72.456
Anteile am Jahresüberschuss/
(-fehlbetrag) von assoziierten
Unternehmen (1.162) (1.702) 0 801 316 0 (1.747)
Anteile an assoziierten Unternehmen 10.681 954 0 1.793 0 0 13.428

* In den Abschreibungen ist ein Betrag von TEUR 17.839 enthalten, der Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte betrifft.

Informationen nach geografischen Segmenten Rest der Welt
und Konsoli
(in TEUR) Europa Nordamerika Südamerika Asien dierung Gesamt
Außenumsätze 1.731.984 598.635 951.342 1.153.104 160.928 4.595.993
Langfristige Vermögenswerte 483.167 73.283 59.394 65.855 169.101 850.800
Investitionen 57.351 5.536 5.030 8.593 464 76.974

In den Außenumsätzen für Europa ist ein Betrag von TEUR 124.220 für Umsätze enthalten, die in Österreich ausgeführt werden. Langfristige Vermögenswerte in Höhe von TEUR 258.088 befinden sich in Österreich.

Langfristige Vermögenswerte bestehen aus Sachanlagen, Geschäfts- und Firmenwert, immateriellen Vermögenswerten sowie langfristigen Forderungen.

2010 Geschäftsbereichsinformationen

Über
(in TEUR) HY PP SE ME FB leitung Gesamt
Umsatzerlöse 1.579.230 1.105.279 375.444 340.150 153.682 0 3.553.787
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern
und Abschreibungen (EBITDA) 139.930 98.354 34.816 21.196 12.989 0 307.286
Summe Aktiva 1.471.102 599.380 336.195 171.741 100.868 1.356.482 4.035.768
Summe Passiva exkl. Summe
Eigenkapital 1.477.853 726.389 172.761 186.326 51.256 626.802 3.241.388
Investitionen 41.438 17.944 5.692 1.879 1.815 0 68.767
Abschreibungen und Wertminderungen
von immateriellen Vermögenswerten
und Sachanlagen* 30.224 19.150 7.109 3.381 1.942 0 61.806
Anteile am Jahresüberschuss/
(-fehlbetrag) von assoziierten
Unternehmen 0 (31) 0 0 187 0 156
Anteile an assoziierten Unternehmen 11.819 8.307 0 1.188 795 0 22.110

* In den Abschreibungen ist ein Betrag von TEUR 12.158 enthalten, der Abschreibungen für im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierte und vom Firmenwert getrennt angesetzte immaterielle Vermögenswerte betrifft.

Informationen nach geografischen Segmenten

Rest der Welt
und Konsoli
(in TEUR) Europa Nordamerika Südamerika Asien dierung Gesamt
Außenumsätze 1.361.957 549.974 524.407 998.969 118.480 3.553.787
Langfristige Vermögenswerte 442.097 65.071 54.214 62.804 140.250 764.437
Investitionen 43.705 5.340 7.663 11.682 378 68.767

In den Außenumsätzen für Europa ist ein Betrag von TEUR 125.485 für Umsätze enthalten, die in Österreich ausgeführt werden. Langfristige Vermögenswerte in Höhe von TEUR 228.934 befinden sich in Österreich.

Langfristige Vermögenswerte bestehen aus Sachanlagen, Geschäfts- und Firmenwert, immateriellen Vermögenswerten sowie langfristigen Forderungen.

I) ERLÄUTERUNGEN ZUM CASHFLOW-STATEMENT

Cashflows aus dem Erwerb von Tochtergesellschaften*

Geschäftsbereich Gesamt
(in TEUR) HY PP 2011 2010
Immaterielle Vermögenswerte 981 32.278 33.259 31.089
Sachanlagen 139 10.818 10.957 29.676
Vorräte 92 23.720 23.812 34.672
Forderungen 916 58.062 58.978 26.539
Verbindlichkeiten (773) (85.830) (86.603) (76.628)
Nicht verzinsliches Nettovermögen 1.355 39.048 40.403 45.348
Wertpapiere des Umlaufvermögens 0 4.035 4.035 2.454
Flüssige Mittel 288 8.249 8.537 22.309
Finanzanlagevermögen 0 1.010 1.010 2.820
Finanzverbindlichkeiten (5) (10.226) (10.231) (19.933)
Firmenwerte 1.657 28.321 29.978 31.952
Kaufpreis gesamt 3.295 70.437 73.732 84.950
In bar entrichteter Kaufpreis (3.295) (70.437) (73.732) (80.216)
Erworbene Flüssige Mittel 288 8.249 8.537 22.309
Netto-Cashflow (3.007) (62.188) (65.195) (57.907)
Verbindlichkeiten aus nicht bezahltem Kaufpreis 0 0 0 (2.000)
Ertrag aus Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0 0 (2.734)
Nicht in bar entrichteter Kaufpreis 0 0 0 (4.734)

* Bewertet zu Transaktionskursen.

Die erstmalige Einbeziehung der in 2011 erworbenen Unternehmen erfolgt auf Basis vorläufiger Werte. Die endgültige Feststellung der im Cashflow aus dem Erwerb von Tochtergesellschaften angegebenen Bilanzpositionen erfolgt gemäß den Bestimmungen für die Erstkonsolidierung des IFRS 3 (überarbeitet) "Unternehmenszusammenschlüsse".

J) RISIKOMANAGEMENT

Als global tätiges Unternehmen, das eine Vielzahl verschiedenster Märkte und Kunden bedient, ist die Gruppe gewissen allgemeinen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken beziehen sich vor allem auf die von der Gruppe bedienten Industrien (z. B. Unsicherheit zukünftiger Aufträge, Schwankungen beim Auftragseingang, Kundenkonzentration etc.), die Geschäftstätigkeit der Gruppe (Währungen, Wettbewerbsposition, Gerichtsverfahren etc.) sowie Großaufträge (Zahlungsrisiken, Haftung und Leistung bei Projekten, Kostenüberschreitungen etc.).

Zur frühzeitigen Erkennung dieser Risiken hat ANDRITZ ein bewährtes, konzernweites Kontroll- und Risiko-Managementsystem implementiert, dessen Hauptaufgabe es ist, entstehende Risiken bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren und rasch Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dieses System ist ein wesentlicher Bestandteil des aktiven Risikomanagements innerhalb der Gruppe.

Trotz dieses Kontroll- und Risiko-Managementsystems kann nicht ausgeschlossen werden, dass Risken nicht frühzeitig erkannt werden und sich daraus negative Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns ergeben.

Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beziehen sich v. a. auf die Abhängigkeit der Gruppe von der allgemeinen Konjunkturentwicklung und der Entwicklung der von ihr bedienten Industrien, den Erhalt von Großaufträgen und die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse aus dem hohen Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen unerwartete Kostensteigerungen und Schwierigkeiten bei der Erreichung der garantierten Leistungsparameter der von ANDRITZ gelieferten Anlagen wesentliche Risiken dar. Eine mögliche fehlerhafte Funktion der von ANDRITZ gelieferten Komponenten und Systeme kann gravierende Folgen für Menschen und materielles Vermögen haben. Die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euro-Länder und die unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung (v. a. in Europa und den USA) bedeuten ebenso ein ernstes Risiko für die finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE. Weiters stellt eine mögliche Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Emerging Markets ein Risiko für die Gruppe dar. Die Wirtschaftsschwäche könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe auswirken könnte.

Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firmenwerte könnte die Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele für diese Firmen nicht erreicht werden können. Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für einen Großteil der Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie durch Abschluss von Exportversicherungen reduziert, jedoch können einzelne Zahlungsausfälle einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe haben. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls in großem Ausmaß versichert. Wechselkursrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung des Auftragsstands werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – v. a. Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert und gesteuert.

Der Konzern schließt Devisentermingeschäfte ab, um das Fremdwährungskursrisiko auszuschließen, das aus dem Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert. Das Transaktionsrisiko wird für jede einzelne Fremdwährung berechnet und berücksichtigt Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie bestimmte außerbilanzielle Positionen, wie zum Beispiel sehr wahrscheinliche künftige Cashflows aus festen Verpflichtungen und aus sehr wahrscheinlichen Ein- und Verkäufen. Die Fremdwährungskursrisiken des Konzerns resultieren aus dem Umstand, dass der Konzern in verschiedenen Ländern weltweit operiert, Produktionsstätten besitzt und Umsätze tätigt. Der Konzern hat seine Devisentermingeschäfte mit dem beizulegenden Zeitwert ("fair value") bewertet.

Cashflow-Risiken werden durch das Cashmanagement-System der Gruppe, das alle Cash-Zu- und -Abflüsse der großen ANDRITZ-Tochtergesellschaften kontrolliert, minimiert. Das Cashmanagement-System überwacht auch das zentrale Pooling dieser Aktivitäten, um die Zinseinkünfte zu optimieren. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken, insbesondere durch das Halten von angemessenen Rücklagen, durch die Ausgabe von Anleihen, durch umfangreiche Anzahlungen von Kunden sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows und Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

a) Liquiditätsrisiken

Zur bestmöglichen Reduktion der finanziellen Risiken und zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition hat die ANDRITZ-GRUPPE umfassende Treasury-Richtlinien und ein transparentes Informationssystem implementiert.

Die ANDRITZ-GRUPPE ist hinsichtlich Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven sowie einen gesicherten Zugang zu Liquidität. Die Gruppe vermeidet es, von einer einzigen Bank oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (flüssige Mittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Durch diese Diversifikation versucht ANDRITZ, das Kontrahentenrisiko bestmöglich zu minimieren. Dennoch würde die Insolvenz einzelner oder mehrerer Banken einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung und das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE haben. Darüber hinaus kann eine Verschlechterung der Einschätzung der Bonität von ANDRITZ durch mehrere Banken den finanziellen Spielraum von ANDRITZ, insbesondere im Hinblick auf zu erstellende Avale, einschränken.

ANDRITZ verfolgt eine risikoaverse Veranlagungsstrategie. Geld wird weitgehend in risikoarme Finanzanlagen investiert, wie z. B. in Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen, einlagengesicherte Schuldscheindarlehen oder Termingelder. Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten können jedoch zu einer ungünstigen Preisentwicklung bei verschiedenen Wertpapieren, in welche die Gruppe investiert hat (z. B. Wertpapierfonds oder Anleihen), oder zu deren Unhandelbarkeit führen. Dies könnte sich aufgrund notwendig werdender Abwertungen oder Wertberichtigungen negativ auf das Finanzergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE auswirken. Durch die Krise erhöht sich zudem das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten der Wertpapiere bzw. der Kunden. Der Vorstand wird in regelmäßigen Abständen über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposure in der ANDRITZ-GRUPPE informiert.

Aufgrund der aktuellen Staatsschuldenkrise in der Europäischen Union ist das Risiko eines kompletten oder teilweisen Zerfalls der Euro-Zone und eines damit verbundenen möglichen Zusammenbruchs des Euro-Währungssystems gegeben. Dies würde sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ auf die Finanz-, Liquiditäts- und Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE auswirken.

b) Kreditrisiken

Kreditrisiken und das Risiko des Zahlungsverzugs oder -ausfalls der Vertragspartner werden durch die Anwendung von Kreditprüfungen, Kreditlimits und Prüfungsroutinen kontrolliert. Sofern geeignet, erhält der Konzern staatliche Exportgarantien oder Garantien von ähnlichen privaten Institutionen, um das Risiko des Zahlungsausfalls zu reduzieren.

Das Ausfallsrisiko aus flüssigen Mitteln und Wertpapieren ist gering, da durch eine konservative Anlagestrategie eine möglichst breite Streuung bei gleichzeitig festgelegten Mindestkriterien für die Bonität der Vertragspartner in der Veranlagung festgelegt wird.

Für gewisse Positionen im Finanzvermögen und in den Finanzverbindlichkeiten hat die Gruppe ein einklagbares Recht auf gegenseitige Aufrechnung. Im Konzern-Abschluss sind diese Positionen nur mit dem Nettobetrag ausgewiesen. Für alle bekannten Risiken wurden Wertberichtigungen durchgeführt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zukünftig zum Eintritt von über die gebildeten Wertberichtigungen hinausgehenden Zahlungsausfällen kommt. Ohne Berücksichtigung der oben beschriebenen Risikominderungsstrategien entspricht das maximale Ausfallsrisiko des Konzerns den erfassten finanziellen Vermögenswerten in den entsprechenden Kategorien und lautet wie folgt:

(in TEUR) 2011 2010
Held for trading 61.158 53.297
Available for sale 473.781 409.392
Loans and receivables 1.375.350 1.089.566
Flüssige Mittel 1.169.888 1.187.946
3.080.177 2.740.201

In der Kategorie "Available for sale" ist ein Stand an Wertminderungen in Höhe von TEUR 4.038 enthalten (Stand 2010: TEUR 4.386). In der Kategorie "Loans and receivables" ist ein Stand an Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von insgesamt TEUR 25.526 (Stand 2010: TEUR 22.354) enthalten.

Der Konzern ist keinen wesentlichen Ausfallsrisiken einer Vertragspartei oder einer Gruppe von Vertragsparteien mit ähnlichen Merkmalen ausgesetzt. Der Konzern definiert Vertragsparteien als solche mit ähnlichen Merkmalen, wenn es sich hierbei um nahe stehende Unternehmen handelt. Durch den Erhalt von insgesamt drei Großaufträgen (zwei im Geschäftsbereich PULP & PAPER, einer im Geschäftsbereich HYDRO) im Jahr 2011 entfallen auf die drei größten Kunden rund 25% des Gesamtauftragseingangs der Gruppe. Die Auftragsausführung wird weitgehend durch die erhaltenen An- und Teilzahlungen für diese Aufträge finanziert. Das Kreditorenrisiko für noch darüber hinausgehende offene Zahlungen wird durch Besicherung durch Banken sowie Exportkreditversicherungen so weit wie möglich verringert, sodass aus Sicht des Unternehmens auch in diesem Fall keine Konzentration des Kreditrisikos besteht.

c) Zinsrisiko

Die Gesellschaft hat im Juni 2006 eine Anleihe über einen Nominalwert von MEUR 200 begeben, mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einer Nominalverzinsung von 4,5% p.a. Für diese Anleihe wurden Zinsswaps zur Absicherung des Risikos abgeschlossen, welches sich aus der fixen Verzinsung der Anleihe ergibt. Mit diesen Zinsswaps wurde für die gesamte Laufzeit der Anleihe die fixe Verzinsung der Anleihe in eine variable Verzinsung auf Basis 1-Monats-Euribor getauscht. Dadurch wird die Gesellschaft zwar einem Zinsänderungsrisiko bei den Zahlungsmittelströmen ausgesetzt, der Zeitwert der Anleihe wird jedoch gesichert und Hedge Accounting im Sinne von IAS 39 angewandt. Im Geschäftsjahr wurden im Nominalwert 14.000 TEUR von dieser Anleihe erworben, der anteilige Zinsswap wurde nicht verkauft.

Die Gesellschaft hat im Februar 2008 eine weitere Anleihe über einen Nominalwert von MEUR 150 begeben, mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einer Nominalverzinsung von 5,25% p.a. Für diese Anleihe wurden Zinsswaps zur Absicherung des Risikos abgeschlossen, welches sich aus der fixen Verzinsung der Anleihe ergibt. Mit diesen Zinsswaps wurde für die gesamte Laufzeit der Anleihe die fixe Verzinsung der Anleihe in eine variable Verzinsung auf Basis 3-Monats-Euribor getauscht. Dadurch wird die Gesellschaft zwar einem Zinsänderungsrisiko bei den Zahlungsmittelströmen ausgesetzt, der Zeitwert der Anleihe wird jedoch gesichert und Hedge Accounting im Sinne von IAS 39 angewandt.

Die Basisparameter der Swaps entsprechen jenen der Anleihen und aus diesem Grund war die Absicherung der beizulegenden Zeitwerte ("Fair Value Hedges") zu 100% effektiv. Den Regeln des Hedge Accounting folgend wurden die Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Zinsswaps in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführende Änderung der beizulegenden Zeitwerte der Anleihen führt zu einer entsprechenden Buchwertanpassung und wurde ebenfalls direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies hat zur Folge, dass sich die Gewinn- und Verlustauswirkung der Swaps und der Anleihen mit Ausnahme des anteiligen Zinsswap für die am Markt zurück erworbenen Bestände gegenseitig aufheben.

Die Marktwertänderung der als "Fair Value Hedge" designierten Swaps ist wie folgt:

(in TEUR) 2011 2010
Marktwert der Swaps zum 1. Jänner 22.880 21.553
Marktwert der Swaps zum 31. Dezember 22.312 22.880
Gewinn/(Verlust) im Ergebnis erfasst (568) 1.327

Der Vorstand schätzt das Risiko aus den übrigen Zinsänderungen bei Finanzanlagen und -verbindlichkeiten als minimal ein, weitere wesentliche derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zinsrisiken werden daher nicht verwendet.

Die gewichteten durchschnittlichen Zinssätze zum Bilanzstichtag waren folgende:

(in %) 2011 2010
Guthaben auf laufenden Konten 0,9 0,8
Kurzfristige Geldanlagen 2,1 1,3
Wertpapiere, kurzfristig 2,1 1,2
Wertpapiere, langfristig 2,9 2,4
Überziehungskredite 5,9 7,4
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 13,8 6,7
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1,8 2,7
Anleihen 2,1 1,5

Die Zinssätze sind auf Restlaufzeiten der jeweiligen Geldanlagen bezogen.

d) Sensitivitäten

Im Wesentlichen ist der Konzern durch seine Aktivitäten finanziellen Risiken aus der Änderung der Wechselkurse, der Änderung der beizulegenden Zeitwerte und der Änderung der Zinssätze ausgesetzt. Zur Steuerung der Risiken aus der Änderung der Wechselkurse und des beizulegenden Zeitwerts schließt der Konzern derivative Finanzinstrumente ab. Diese Marktrisikoexpositionen des Konzerns werden mittels Sensitivitätsanalysen bewertet:

Fremdwährungssensitivität

Die Sensitivitätsanalyse quantifiziert näherungsweise das Risiko, das im Rahmen gesetzter Annahmen auftreten kann, wenn bestimmte Parameter in einem definierten Umfang verändert werden. Der Konzern ist hauptsächlich dem Wechselkursrisiko des US-Dollars (USD) sowie des Schweizer Frankens (CHF) ausgesetzt. Die folgenden Angaben beschreiben aus Konzern-Sicht die Sensitivität eines Anstiegs oder Rückgangs des US-Dollars bzw. des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro (EUR). Die Veränderung ist derjenige Wert, der im Rahmen der internen Berichterstattung des Wechselkursrisikos Anwendung findet, und stellt die Einschätzung des Vorstands hinsichtlich einer möglichen Wechselkursänderung dar. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet die wesentlichen am Bilanzstichtag ausstehenden Finanzinstrumente der ANDRITZ-GRUPPE.

Die Auswirkungen auf das Konzern-Ergebnis gegenüber dem nun ausgewiesenen Konzern-Ergebnis bzw. auf das Konzern-Eigenkapital gegenüber dem nun ausgewiesenen Konzern-Eigenkapital sind wie folgt:

(in TEUR) 2011 2010
Anstieg USD gegenüber EUR um 10% (2.719) (1.848)
Rückgang USD gegenüber EUR um 10% 2.471 698
Anstieg CHF gegenüber EUR um 10% (1.438) (1.096)
Rückgang CHF gegenüber EUR um 10% 690 507

Die Veränderung gegenüber den ausgewiesenen Konzern-Ergebnissen stammt hauptsächlich aus der Marktbewertung von Devisentermingeschäften für US-Dollar bzw. Schweizer Franken mit neuen Kursen.

Zinssatzsensitivität

Die Sensitivitätsanalyse wurde für das Zinsänderungsrisiko der Anleihen zum Bilanzstichtag durchgeführt. Die Gesellschaft als Anleiheemittent ist grundsätzlich durch die fixe Verzinsung gegenüber den Anleiheinhabern keinem Zinsänderungsrisiko bei den Zahlungsmittelströmen ausgesetzt, jedoch würde sich eine Änderung des Zinssatzes in den beizulegenden Zeitwerten der Anleihen niederschlagen. Für die Anleihen wurden jedoch Zinsswaps zur Absicherung des Risikos aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgeschlossen. Dadurch ergibt sich für die Gesellschaft netto die Verpflichtung, eine variable Verzinsung auf Basis des 1-Monats-Euribor bzw. 3-Monats-Euribor zu leisten.

Im Rahmen der internen Berichterstattung über das Zinsrisiko wird dabei eine Zinssatzsensitivität von 100 Basispunkten unterstellt. Dies stellt die Einschätzung des Vorstands hinsichtlich einer möglichen Änderung des Zinssatzes dar.

Eine Erhöhung der Zinsen um 100 Basispunkte unter Konstanthaltung aller anderen Variablen hätte zu einer Verminderung der beizulegenden Zeitwerte der Swaps in Höhe von TEUR 8.664 (2010: Verminderung um TEUR 10.728) geführt. Diesen Verminderungen würden jedoch erfolgswirksame Buchwerterhöhungen der Anleihen um denselben Betrag entgegenstehen.

Eine Verminderung der Zinsen um 100 Basispunkte unter Konstanthaltung aller anderen Variablen hätte zu einer Erhöhung der beizulegenden Zeitwerte der Swaps in Höhe von TEUR 6.938 (2010: Erhöhung um TEUR 11.394) geführt. Diesen Erhöhungen würden jedoch erfolgswirksame Buchwertverminderungen der Anleihen um denselben Betrag entgegenstehen.

Eine Erhöhung des Zinsniveaus für das Jahr 2011 um 100 Basispunkte unter Konstanthaltung aller anderen Variablen hätte zu einer Erhöhung des Zinsergebnisses von TEUR 13.032 (2010: Erhöhung um TEUR 9.345) geführt. Ein Sinken des Zinsniveaus hätte zu einer Verminderung des Zinsergebnisses in gleicher Höhe geführt.

K) FINANZINSTRUMENTE

a) Marktwert der Finanzinstrumente

Die finanziellen Vermögenswerte sind grundsätzlich mit dem Marktwert bewertet. Da bei den Anleihen Hedge Accounting (Fair Value Hedge) angewandt wurde, werden diese zum Marktwert bewertet.

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und Marktwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten pro Klasse:

Bilanzansatz Marktwert Bilanzansatz Marktwert
31. Dezem 31. Dezem 31. Dezem 31. Dezem
(in TEUR) ber 2011 ber 2011 ber 2010 ber 2010
AKTIVA
Sonstige Finanzanlagen
Available for sale 28.622 28.622 14.102 14.102
Loans and receivables 207.269 207.269 5.884 5.884
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Loans and receivables 1.168.081 1.168.081 1.072.244 1.072.244
At fair value through profit and loss − trading* 61.158 61.158 53.297 53.297
Wertpapiere des Umlaufvermögens
Available for sale 445.159 445.159 406.728 406.728
Flüssige Mittel 1.169.888 1.169.888 1.187.946 1.187.946
3.080.177 3.080.177 2.740.201 2.740.201
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten
At fair value through profit and loss − designation 357.706 357.706 372.880 372.880
Measured at amortized costs 70.135 70.135 58.797 58.797
Keiner IAS 39-Bewertungskategorie zuordenbar 8.453 8.453 8.911 8.911
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Measured at amortized costs 438.596 438.596 305.340 305.340
Sonstige Verbindlichkeiten
At fair value through profit and loss − trading 47.594 47.594 34.377 34.377
Measured at amortized costs 1.821.369 1.821.369 1.661.139 1.661.139
2.743.853 2.743.853 2.441.444 2.441.444

* Davon zur Absicherung von Zahlungsströmen TEUR 0 (2010: TEUR 861).

Die folgende Tabelle zeigt die IAS 39-Bewertungskategorien für die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:

Buchwert
31. Dezem
Marktwert
31. Dezem
Buchwert
31. Dezem
Marktwert
31. Dezem
(in TEUR) ber 2011 ber 2011 ber 2010 ber 2010
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Flüssige Mittel 1.169.888 1.169.888 1.187.946 1.187.946
At fair value through profit and loss − trading
Derivate* 38.685 38.685 40.847 40.847
Eingebettete Derivate 22.473 22.473 12.450 12.450
Available for sale
Wertpapiere des Anlagevermögens und Beteiligungen 28.622 28.622 14.102 14.102
Wertpapiere des Umlaufvermögens 445.159 445.159 406.728 406.728
Loans and receivables
Ausleihungen und Schuldscheindarlehen 207.269 207.269 5.884 5.884
Langfristige Forderungen und sonstige
langfristige Vermögenswerte 33.168 33.168 16.429 16.429
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 581.367 581.367 510.148 510.148
Forderungen aus realisierten Umsatzerlösen für
Projekte, soweit sie dafür erhaltene An- und
Teilzahlungen übersteigen 290.490 290.490 339.886 339.886
Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte 263.056 263.056 205.781 205.781
3.080.177 3.080.177 2.740.201 2.740.201
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
At fair value through profit and loss − trading
Derivate 43.695 43.695 26.080 26.080
Eingebettete Derivate 3.899 3.899 8.297 8.297
At fair value through profit and loss − designation
Anleihen 357.706 357.706 372.880 372.880
Financial liabilities measured at amortized costs
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 70.135 70.135 58.797 58.797
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 438.596 438.596 305.340 305.340
Erhaltene An- und Teilzahlungen für Projekte, soweit sie
die dafür realisierte Umsatzerlöse übersteigen 1.068.292 1.068.292 993.706 993.706
Sonstige Verbindlichkeiten 753.077 753.077 667.433 667.433
Sonstige, keiner IAS 39-Bewertungskategorie
zuordenbare Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 8.453 8.453 8.911 8.911
2.743.853 2.743.853 2.441.444 2.441.444

* Davon zur Absicherung von Zahlungsströmen TEUR 0 (2010: TEUR 861).

Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der zum Marktwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie. Diese unterscheidet Zeitwerte nach Bedeutung der in die Bewertung einbezogenen Inputparameter und verdeutlicht, inwiefern beobachtbare Marktdaten bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verfügbar sind.

2011

Gesamt zum
31. Dezem davon davon davon
(in TEUR) ber 2011 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
At fair value through profit and loss − trading
Derivate 38.685 38.685
Eingebettete Derivate 22.473 22.473
Available for sale
Wertpapiere des Anlagevermögens und Beteiligungen 28.662 2.876 25.746
Wertpapiere des Umlaufvermögens 445.159 445.159
534.939 448.035 61.158 25.746
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
At fair value through profit and loss − trading
Derivate 43.695 43.695
Eingebettete Derivate 3.899 3.899
At fair value through profit and loss − designation
Anleihen 357.706 357.706
405.300 0 47.594 357.706

2010

Gesamt zum
31. Dezem davon davon davon
(in TEUR) ber 2010 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
At fair value through profit and loss − trading
Derivate 40.847 40.847
Eingebettete Derivate 12.450 12.450
Available for sale
Wertpapiere des Anlagevermögens und Beteiligungen 14.102 2.664 11.438
Wertpapiere des Umlaufvermögens 406.728 406.728
474.127 409.392 53.297 11.438
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
At fair value through profit and loss − trading
Derivate 26.080 26.080
Eingebettete Derivate 8.297 8.297
At fair value through profit and loss − designation
Anleihen 372.880 372.880
407.257 0 34.377 372.880

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1:

Notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten.

Stufe 2:

Andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (z. B. Preise) oder indirekt (z. B. abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind.

Stufe 3:

Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die zu Stufe 3 gegliederten und zum Marktwert bewerteten Finanzinstrumente bestehen hauptsächlich aus den Anleihen. Die Überleitung der Anleihen ist wie folgt:

(in TEUR) 2011 2010
Bestand zum 1. Jänner 372.880 371.553
(Gewinne)/Verluste in Gewinn- und Verlustrechnung* (873) 1.327
Tilgungen (14.301) 0
Bestand zum 31. Dezember 357.706 372.880
Gewinne und Verluste für die am Jahresende bestehenden Verbindlichkeiten (545) 1.327

* Ohne Berücksichtigung der Gewinn- und Verlustauswirkung der abgeschlossenen Swaps.

Der Marktwert der Anleihen hängt unter anderem vom Zinsniveau und von der Bonität der ANDRITZ AG ab. Zur Änderung des Zinsniveaus siehe auch Kapitel J d) Sensitivitäten "Zinssatzsensitivität".

b) Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ("fair value")

Die beizulegenden Zeitwerte für Devisentermingeschäfte und eingebettete Derivate werden auf Basis der Terminkurse zum Bilanzstichtag ermittelt.

Zum Bilanzstichtag ergaben sich folgende beizulegende Zeitwerte für die mit Kreditinstituten abgeschlossenen Devisentermingeschäfte:

(in TEUR) 2011 2010
Devisentermingeschäfte mit positiven Zeitwerten 16.373 17.106
Devisentermingeschäfte mit negativen Zeitwerten (43.227) (26.080)
(26.854) (8.974)

Die Restlaufzeiten der Devisentermingeschäfte sind wie folgt:

(in TEUR) unter 1 Jahr mehr als 1 Jahr Gesamt 2011 Gesamt 2010
US-Dollar (9.409) (3.997) (13.406) (484)
Schweizer Franken (978) (6.684) (7.662) (6.476)
Euro (3.787) (2.632) (6.419) (866)
Andere Währungen 15 618 633 (1.148)
(14.159) (12.695) (26.854) (8.974)

Zum Bilanzstichtag ergaben sich folgende beizulegende Zeitwerte für die eingebetteten Derivate:

(in TEUR) 2011 2010
Eingebettete Derivate mit positiven Zeitwerten 22.473 12.450
Eingebettete Derivate mit negativen Zeitwerten (3.899) (8.297)
18.574 4.153

Die Restlaufzeiten der eingebetteten Derivate sind wie folgt:

(in TEUR) unter 1 Jahr mehr als 1 Jahr Gesamt 2011 Gesamt 2010
US-Dollar 8.345 3.290 11.635 557
Schweizer Franken 107 6.457 6.564 4.655
Euro (550) 737 187 (840)
Andere Währungen 188 0 188 (219)
8.090 10.484 18.574 4.153

Der beizulegende Zeitwert für die Zinssicherungen mit einem insgesamt positiven Zeitwert beträgt für 2011 TEUR 22.312 (2010: positiver Zeitwert von TEUR 22.880).

Der beizulegende Zeitwert für die Warentermingeschäfte mit einem insgesamt negativen Zeitwert beträgt für 2011 TEUR 468 (2010: positiver Zeitwert von TEUR 861). Davon sind TEUR 305 (2010: TEUR 722) in weniger als einem Jahr fällig.

Flüssige Mittel, kurz- und langfristiges Finanzvermögen

Der Buchwert der flüssigen Mittel und des sonstigen Finanzvermögens entspricht aufgrund der relativ kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente dem Marktwert.

Wertpapiere des Anlage- und Umlaufvermögens

Der beizulegende Zeitwert von öffentlich gehandelten Wertpapieren basiert auf aktuellen Kursen. Die Wertpapiere des Konzerns werden als zur Veräußerung verfügbare, finanzielle Vermögenswerte eingestuft und mit dem Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet.

Forderungen und Verbindlichkeiten

Die historischen Buchwerte von Forderungen und Verbindlichkeiten, alle zu üblichen Zahlungskonditionen, entsprechen im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Der Buchwert entspricht wegen der kurzen Fälligkeit dieser Verbindlichkeiten im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Verbindlichkeiten basieren auf den aktuellen Zinssätzen für Verbindlichkeiten mit demselben Fälligkeitsmuster. Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Darlehen und anderen Verbindlichkeiten mit variablen Zinssätzen entsprechen im Wesentlichen deren Buchwerten. Das Marktwertänderungsrisiko für die Anleihen wurde durch Zinsswaps abgesichert. Der Vorstand ist der Auffassung, dass das Risiko von Zinssatzänderungen bei Finanzanlagen und übrigen Verbindlichkeiten nicht von Bedeutung ist.

c) IAS 39-Rücklage

Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewegungen der direkt im Eigenkapital erfassten IAS 39-Rücklage:

(in TEUR) Nicht realisierter
Gewinn (Verlust)
aus Sicherungs
geschäften
Nicht realisierter
Gewinn (Verlust)
aus Wert
papieren
Nicht realisierter
Gewinn (Verlust)
gesamt IAS 39 -
Rücklage
Bestand zum 31. Dezember 2009 975 182 1.157
Gewinne und Verluste durch Änderungen der Zeitwerte 792 1.200 1.992
Darauf entfallende latente Steuern (198) (288) (486)
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung (1.232) (121) (1.353)
Darauf entfallende latente Steuern 308 30 338
Bestand zum 31. Dezember 2010 645 1.003 1.648
Gewinne und Verluste durch Änderungen der Zeitwerte 0 (1.564) (1.564)
Darauf entfallende latente Steuern 0 389 389
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung (861) 484 (377)
Darauf entfallende latente Steuern 216 (123) 93
Bestand zum 31. Dezember 2011 0 189 189

Die Nettogewinne und -verluste für jede Kategorie von Finanzinstrumenten lauten wie folgt:

2011

Held for Held for Available
(in TEUR) trading trading for sale
eingebettete
Derivate Derivate Wertpapiere
Änderungen des Zeitwerts in der Gewinn- und Verlustrechung erfasst (18.055) 14.421 (484)
Änderungen des Zeitwerts im Eigenkapital erfasst 0 (1.564)
Recycling aus Eigenkapital (861) 484
Nettogewinne/(-verluste) (18.916) 14.421 (1.564)

2010

(in TEUR) Held for
trading
Held for
trading
Available
for sale
eingebettete
Derivate Derivate Wertpapiere
Änderungen des Zeitwerts in der Gewinn- und Verlustrechung erfasst (4.090) 6.020 121
Änderungen des Zeitwerts im Eigenkapital erfasst 792 1.200
Recycling aus Eigenkapital (1.232) (121)
Nettogewinne/(-verluste) (4.530) 6.020 1.200

L) LEASING

Der Konzern ist verschiedene Operating-Leasingvereinbarungen für Maschinen, Büroräume und andere Gegenstände als Leasingnehmer eingegangen. Die Leasingvereinbarungen beinhalten keine Beschränkungen der Konzern-Aktivitäten betreffend Dividenden, zusätzliche Schulden oder weitere Leasingvereinbarungen.

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus den unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen stellen sich wie folgt dar:

(in TEUR) 2011 2010
Bis zu einem Jahr 24.995 19.411
1 bis 5 Jahre 39.866 35.895
Länger als 5 Jahre 5.767 12.614
70.628 67.920

ANDRITZ least Anlagen für ihren Geschäftsbetrieb, die als Finanzierungsleasing eingestuft werden und im Wesentlichen das Anmieten von Immobilien umfassten. Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus den unkündbaren Finanzierungsleasing-Verträgen betragen:

(in TEUR) 2011 2010
Bis zu einem Jahr 1.126 1.131
1 bis 5 Jahre 2.654 2.939
Länger als 5 Jahre 7.399 7.923
Summe der Mindestleasingzahlungen 11.179 11.993
Abzüglich Zinsenanteil (2.726) (3.082)
Barwert der Leasingzahlungen 8.453 8.911
Abzüglich kurzfristiger Anteil (757) (748)
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 7.696 8.163

M) EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTE

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder werden in der Zukunft gegen den Konzern vielleicht geltend gemacht werden. Diese stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit Projekten, Fragen des Geistigen Eigentums, Arbeitsrecht und Produkthaftung. Obwohl der Ausgang der Verfahren und Klagen nicht mit Sicherheit bestimmt werden kann, ist der Vorstand der Meinung, dass das Ergebnis dieser Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der Gesellschaft haben wird.

Zum 31. Dezember 2011 war die ANDRITZ Inc., ein Unternehmen der ANDRITZ-GRUPPE, eine von vielen Beklagten in 58 Asbestverfahren in den USA. Bei fast all diesen Fällen handelt es sich um Mehrparteienverfahren gegen mehrere Beklagte. Insgesamt sind 450 Kläger in diese Verfahren involviert. ANDRITZ Inc. plant jede einzelne Klage anzufechten. Da für den Großteil dieser Verfahren bisher weder Erkenntnisse noch Sachverhaltsdarstellungen vorliegen, ist es für ANDRITZ nicht möglich, das volle Ausmaß von eventuellen Auswirkungen abzuschätzen.

Rücknahmeverpflichtungen, die über die branchenüblichen Gewährleistungsansprüche hinausgehen liegen nicht vor. Weitere Chancen und Risiken aus außerbilanziellen Geschäften sind dem Vorstand derzeit nicht bekannt.

N) ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden nur in unwesentlichem Ausmaß getätigt. Da die Transferpreis-Richtlinie des Konzerns Verrechnungspreise vorsieht, die den marktüblichen Bedingungen entsprechen, werden keine Transaktionen durchgeführt, die marktunüblich sind. Die Nichteinbeziehung der nicht konsolidierten Gesellschaften in den Konzern-Abschluss hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die Posten betragen:

(in TEUR) 2011 2010
Forderungen 9.150 7.854
Verbindlichkeiten 5.831 3.725
Umsätze 4.687 1.281
Aufwendungen (24.368) (19.401)

Knapp 30% der Aktien befinden sich in Besitz der Certus Beteiligungs-GmbH, deren Geschäftsführer Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender der ANDRITZ AG, ist.

Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, in denen Aufsichtsratsmitglieder bzw. Mitglieder des Vorstands der ANDRITZ AG tätig sind, sind von untergeordneter Bedeutung.

Vorstandsvergütungen

Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe und variable/erfolgsabhängige Bestandteile, wobei die Höhe der variablen Vergütung vom erzielten Jahresüberschuss inklusive Berücksichtigung von linearen Firmenwertabschreibungen abhängig ist. Bei neu abgeschlossenen Vorstandsverträgen wurde als Höchstwert der jährlichen variablen Vergütung das Dreifache der fixen Jahresvergütung festgesetzt. Ein etwaiger darüber hinausgehender Betrag wird als variable Vergütung auf die Folgejahre gutgeschrieben. Bei Unterschreiten eines definierten Mindestbetrags beim Konzern-Ergebnis entsteht ein Malus, der ebenso auf die Folgejahre übertragen wird und zur Kürzung zukünftiger variabler Gehaltsbestandteile führt.

Bei sämtlichen seit dem Börsengang aufgelegten Aktienoptionsprogrammen für leitende Angestellte und den Vorstand war ein Eigeninvestment in ANDRITZ-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands spätestens zum Zeitpunkt der Zuteilung der Optionen zu erbringen. Dieses Eigeninvestment muss bis zu einer allfälligen Ausübung der Optionen ununterbrochen von den am Optionsprogramm teilnehmenden Personen gehalten werden und bei Ausübung nachgewiesen werden. Als Wartefrist zur Ausübung der Optionen sind drei Jahre bei aufrechter Beschäftigung (Ausnahme: planmäßiges Ende gemäß Vertragsbestimmungen) vorgesehen.

Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese beinhalten neben einer Alterspension Ansprüche im Falle einer Berufsunfähigkeit sowie Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach dem Ableben der Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt bereits beendet ist. Die Verwaltung wurde in eine Pensionskasse ausgelagert. Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Arbeitsverhältnisse werden die bis zu diesem Zeitpunkt einbezahlten Beiträge unverfallbar. Die Höhe des Versorgungsanspruchs ist bis zum Anfall einer Versorgungsleistung nicht wertgesichert; danach erfolgen jährliche Anpassungen. Alle Vorstandsmitglieder haben bei Beendigung der Funktion und unter der Voraussetzung der gleichzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses Abfertigungsansprüche im Sinne des § 23 des österreichischen Ange-

Die Grundsätze der Vergütung für den Vorstand und leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechen den Vorgaben des österreichischen Corporate-Governance-Kodex.

stelltengesetzes, außer die Beendigung beruht auf einer gerechtfertigten Entlassung.

Als Aufwendungen für den Vorstand wurden erfasst:

(in TEUR) 2011 2010
Kurzfristige Leistungen 10.114 8.375
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 399 611
Aktienbasierte Vergütungen 541 737
11.054 9.723

Im Jahr 2011 wurde eine Pensionsrückstellung von TEUR 4.446 (2010: TEUR 4.178) für frühere Vorstandsmitglieder und deren Angehörige ausgewiesen. Die laufenden jährlichen Aufwendungen betrugen im Jahr 2011 TEUR 825 (TEUR 458 in 2010).

Die ANDRITZ AG hat für 2011 eine Organhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Die D&O-Versicherung sichert bestimmte persönliche Haftungsrisiken der verantwortlich handelnden Personen der ANDRITZ-GRUPPE ab. Die jährlichen Kosten betragen ca. 240 TEUR).

Vergütungen an den Aufsichtsrat

Das Vergütungsschema für die Aufsichtsratsmitglieder setzt sich aus einer fixen und einer anwesenheitsabhängigen Komponente zusammen. Die fixe Komponente besteht aus einem Gesamtbetrag, der so zu verteilen ist, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Doppelte und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der Vergütung eines einfachen Mitglieds erhält. Die zweite Komponente besteht aus einem Sitzungsgeld, das sich aus einem Pauschalbetrag pro Sitzung ergibt, an der ein Mitglied teilnimmt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten insgesamt Vergütungen in der Höhe von TEUR 110 (2010: TEUR 113).

O) AUFWENDUNGEN FÜR LEISTUNGEN DES KONZERN-ABSCHLUSSPRÜFERS

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzern-Abschlussprüfers setzen sich wie folgt zusammen:

(in TEUR) 2011 2010
Abschlussprüfungen 378 273
Steuerberatungsleistungen 151 81
529 354

P) KONZERN-UNTERNEHMEN

Gesellschaft Firmensitz Beteili
gung
Einbezieh
ungsart
Anmer
kung
Anstalt für Strömungsmaschinen GmbH Graz, Österreich 100% NK 1)
ANDRITZ Technology and Asset Management GmbH Graz, Österreich 100% VK
ANDRITZ Finance GmbH Wien, Österreich 100% VK
ANDRITZ Power & Water GmbH Wien, Österreich 100% VK
ANDRITZ Energy & Environment GmbH Raaba, Österreich 100% VK
AE&E Energy & Environmental Engineering (Shanghai) Co Ltd. Shanghai, China 100% NK 1)
AE Energietechnik GmbH Raaba, Österreich 100% NK 1)
AFB Holding GmbH Graz, Österreich 75% NK 1)
ANDRITZ Feed & Biofuel (China) Limited Foshan, China 75% NK 1)
European Mill Service GmbH Graz, Österreich 50% NK 1)
ANDRITZ R&M Service S.R.L. Bukarest, Rumänien 27,5% NK 1)
ANDRITZ HYDRO GmbH Wien, Österreich 100% VK
ANDRITZ HYDRO S.A.S. Grenoble, Frankreich 100% VK
ANDRITZ HYDRO Private Limited Bhopal, Indien 100% VK
ANDRITZ Deutschland Beteiligungs GmbH Krefeld, Deutschland 100% VK
ANDRITZ GmbH Hemer, Deutschland 100% VK
ANDRITZ Kaiser GmbH Bretten-Gölshausen, Deutschland 100% VK
ANDRITZ Sundwig GmbH Hemer, Deutschland 75% VK
ANDRITZ Fiedler GmbH Regensburg, Deutschland 100% VK
ANDRITZ Separation GmbH Köln, Deutschland 100% VK
ANDRITZ Jochman s.r.o. Spišská Nová Ves, Slowakei 100% VK
ANDRITZ Fliessbett Systeme GmbH Ravensburg, Deutschland 100% VK
Lenser Verwaltungs GmbH Senden, Deutschland 100% VK
ANDRITZ S.R.L. Cisnadie, Rumänien 100% NK 1)
Lenser Filtration GmbH Senden, Deutschland 100% VK
Lenser Asia Sdn. Bhd. Selangor, Malaysien 100% VK
ANDRITZ HYDRO GmbH Ravensburg, Deutschland 100% VK
ANDRITZ Küsters GmbH Krefeld, Deutschland 100% VK
ANDRITZ Kufferath GmbH Düren, Deutschland 100% VK
AKRE Real Estate GmbH Düren, Deutschland 100% VK
ANDRITZ Maerz GmbH Düsseldorf, Deutschland 100% VK
Modul Systeme Engineering AG Laufen, Deutschland 50% NK 1)
Modul Systeme Projekt Verwaltungs GmbH Laufen, Deutschland 50% NK 1)
Modul Systeme Projekt GmbH & Co. KG Laufen, Deutschland 50% NK 1)
Modul Seeger Verwaltungs GmbH Laufen, Deutschland 25% NK 1)
Springer Maschinen- und Reparatur-Service GmbH Springe, Deutschland 50% NK 1)
ANDRITZ KMPT GmbH Vierkirchen, Deutschland 100% VK
ANDRITZ KMPT Inc. Florence, Delaware, USA 100% VK
ANDRITZ Ritz GmbH Schwäbisch Gmünd, Deutschland 100% VK
Ritz Verwaltungs GmbH Schwäbisch Gmünd, Deutschland 100% NK 1)
ANDRITZ Atro GmbH Roding, Deutschland 100% VK
Ritz Pumps Pte Ltd. Singapur, Singapur 100% VK
Ritz Pumps South Africa (Pty) Ltd. Boksburg, Südafrika 23% NK 1)
ANDRITZ Ritz Immobilien GmbH Krefeld, Deutschland 100% VK
TANIAM GmbH & Co. KG Pullach im Isartal, Deutschland 100% VK
ANDRITZ HYDRO S.L. Madrid, Spanien 100% VK
ANDRITZ HYDRO S.r.l., Unipersonale Vicenza, Italien 100% VK
ANDRITZ HYDRO Aosta S.r.l., Unipersonale Aosta, Italien 100% NK 1)
ANDRITZ HYDRO AG Kriens, Schweiz 100% VK
ANDRITZ HYDRO S.A. de C.V. Morelia, Mexiko 100% VK
ANDRITZ HYDRO AS Jevnaker, Norwegen 100% VK
ANDRITZ HYDRO S.A. El Dorado, Panama 100% NK 1)
ANDRITZ HYDRO Brasil Ltda. São Paulo, Brasilien 100% VK
ANDRITZ HYDRO Ltd. Sti. Ankara, Türkei 100% VK
PT. ANDRITZ HYDRO Jakarta, Indonesien 51% VK
ANDRITZ HYDRO S.A. Lima, Peru 100% NK 1)
ANDRITZ HYDRO (Pty) Ltd. Kyalami, Südafrika 100% NK 1)
ANDRITZ HYDRO Ltda. Bogotá, Kolumbien 100% VK
ANDRITZ HYDRO s.r.o. Prag, Tschechische Republik 100% NK 1)
ANDRITZ India Private Limited New Delhi, Indien 100% NK 1)
ANDRITZ HYDRO C.A. Caracas, Venezuela 100% NK 1)
ANDRITZ POWER Sdn. Bhd. Kuala Lumpur, Malaysien 30% VK
ANDRITZ HYDRO Inc. Makati City, Philippinen 100% NK 1)
PHP Philippines HYDRO Project Inc. Makati City, Philippinen 25% NK 1)
Hammerfest Strøm AS Hammerfest, Norwegen 33,3% EQ
Hammerfest Strøm UK Ltd. Glasgow, Großbritannien 33,3% EQ 1)
The Hydro Equipment Association Limited Leeds, Großbritannien 33,3% NK 1)
HGI Holdings Limited Limassol, Zypern 100% NK 1)
AP Anlage-Projektierungs AG Bülach, Schweiz 100% VK
ANDRITZ Separation (India) Private Ltd. Chennai, Indien 100% VK
ACB Entwicklungsgesellschaft mbH Wien, Österreich 73% NK 1)
ANDRITZ FEED & BIOFUEL A/S Esbjerg, Dänemark 100% VK
ANDRITZ FEED & BIOFUEL Brasil Ltda. Porto Alegre, Brasilien 100% NK 1)
ANDRITZ FEED & BIOFUEL s.r.o. Humenné, Slowakei 100% NK 1)
ANDRITZ Chile Ltda. Santiago de Chile, Chile 100% VK
ANDRITZ (USA) Inc. Roswell, Georgia, USA 100% VK
ANDRITZ Inc. Roswell, Georgia, USA 100% VK
ANDRITZ Finance Inc. Tualatin, Oregon, USA 100% VK
Delta Holding Corporation Tualatin, Oregon, USA 100% VK
ANDRITZ Separation Inc. Arlington, Texas, USA 100% VK
ANDRITZ AUTOMATION Inc. Decatur, Georgia, USA 100% VK
ANDRITZ HYDRO Corp. Charlotte, North Carolina, USA 100% VK
Precision Machine and Supply, Inc. Spokane, Washington, USA 51% VK
ANDRITZ S. A. S. Vélizy-Villacoublay, Frankreich 100% VK
ANDRITZ Selas S.A.S. Asnières-sur-Seine, Frankreich 100% VK
Lenser Filtration S.a.r.l. Haguenau, Frankreich 100% VK
Jaybee Eng. (Holdings) Pty. Ltd. Carrum Downs, Australien 100% VK
ANDRITZ Pty. Ltd. Carrum Downs, Australien 100% VK
ANDRITZ Ingeniería S.A. Madrid, Spanien 100% VK
ANDRITZ Brasil Ltda. Curitiba, Brasilien 100% VK
ANDRITZ Separation Indústria e Comércio de Equipamentos de Pomerode, Brasilien 100% VK
Filtraçâo Ltda.
Sindus ANDRITZ Ltda. Porto Alegre, Brasilien 100% VK
ANDRITZ HYDRO Inepar do Brasil S/A São Paulo, Brasilien 50% VK
ANDRITZ Pilão Equipamentos Ltda. São Paulo, Brasilien 100% VK
ANDRITZ Oy Helsinki, Finnland 100% VK
Savonlinna Works Oy Savonlinna, Finnland 100% VK
ANDRITZ HYDRO Oy Tampere, Finnland 100% VK
Carbona Oy Helsinki, Finnland 80% NK 1)
Warkaus Works Oy Varkaus, Finnland 50% EQ
Enmas ANDRITZ Pvt. Ltd. Chennai, Indien 40% EQ
Viafin Brazil Oy Teuva, Finnland 40% EQ
A&V MONTAGENS INDUSTRIAIS Ltda. Lapa, Brasilien 40% EQ
ANDRITZ HYDRO Canada Inc. Peterborough, Ontario, Kanada 100% VK
ANDRITZ HYDRO Ltée/Ltd. Pointe-Claire, Quebec, Kanada 100% VK
ANDRITZ HYDRO Installations Inc. Pointe-Claire, Quebec, Kanada 100% NK 1)
ANDRITZ Ltd./Ltée. Lachine, Quebec, Kanada 100% VK
ANDRITZ Paper Machinery Ltd. Lachine, Quebec, Kanada 100% VK
Universal Dynamics Group Ltd. Richmond, British Columbia, Kanada 100% VK
ANDRITZ AUTOMATION Ltd. Richmond, British Columbia, Kanada 100% VK
IDEAS Simulation & Control Ltd. Richmond, British Columbia, Kanada 100% VK
Universal Dynamics Group (USA) Ltd. Richmond, British Columbia, Kanada 100% VK
Universal Dynamics America Corp. Bellingham, Washington, USA 100% VK
Hemi Controls Inc. Chambly, Quebec, Kanada 100% VK
ANDRITZ AB Örnsköldsvik, Schweden 100% VK
ANDRITZ HYDRO AB Nälden, Schweden 100% VK
ANDRITZ Ltd. Newcastle-under-Lyme, Großbritannien 100% VK
ANDRITZ Technologies Ltd. Foshan, China 100% VK
ANDRITZ-Wolfensberger Special Alloy Foundry Co., Ltd. Foshan, China 95% VK
ANDRITZ Technologies H.K. Ltd. Hong Kong, China 100% VK
ANDRITZ Thermtec Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100% VK
ANDRITZ Thermtec B.V. Rotterdam, Niederlande 100% VK
ANDRITZ Technologies Private Limited Bangalore, Indien 100% EQ
ANDRITZ FEED & BIOFUEL Ltd. Hull, Großbritannien 100% VK
ANDRITZ FEED & BIOFUEL B.V. Geldrop, Niederlande 100% VK

ANDRITZ B.V. Den Helder, Niederlande 100% VK ANDRITZ 3SYS AG Hendschiken, Schweiz 100% VK

ANDRITZ Singapore Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100% VK
ANDRITZ (Thailand) Ltd. Bangkok, Thailand 100% NK 1)
ANDRITZ Uruguay S.A. Fray Bentos, Uruguay 100% VK
ANDRITZ Pulp Technologies Punta Pereira S.A. Montevideo, Uruguay 100% VK
ANDRITZ K.K. Tokio, Japan 100% VK
ANDRITZ Delkor (Pty) Ltd. Kyalami, Südafrika 100% VK
GKD Delkor (Pty) Ltd. Kyalami, Südafrika 100% NK 1)
PT. ANDRITZ Jakarta, Indonesien 100% VK
LLC ANDRITZ St. Petersburg, Russland 100% VK
LLC ANDRITZ HYDRO Moskau, Russland 100% NK 1)
ANDRITZ Kufferath s.r.o. Levice, Slowakei 100% VK
ANDRITZ Kft. Tiszakécske, Ungarn 100% VK
ANDRITZ Perfojet S.A.S. Montbonnot Saint-Martin, Frankreich 100% VK
ANDRITZ Biax S.A.S. Le Bourget du Lac, Frankreich 100% VK
ANDRITZ Frautech S. r. l. Vicenza, Italien 100% VK
Larvik Cell Holding AS Jevnaker, Norwegen 100% NK 1)
ANDRITZ Biax GmbH Graz, Österreich 100% NK 1)
ANDRITZ Como S.r.l. Grandate, Italien 100% NK 1)
ANDRITZ Asselin-Thibeau S.A.S. Elbeuf, Frankreich 100% VK
ProGENF IP GmbH Wolfsburg, Deutschland 30% NK 1)
ANDRITZ Iggesund Tools International AB Iggesund, Schweden 100% VK
Iggesund Tools Deutschland GmbH Burgsinn, Deutschland 100% NK 1)
ANDRITZ Iggesund Tools Canada Inc. Laval, Quebec, Kanada 100% VK
ANDRITZ Iggesund Tools AB Iggesund, Schweden 100% VK
ANDRITZ Iggesund Tools Europa AB Iggesund, Schweden 100% VK
ANDRITZ Boisfer Iggesund S.A.S. Miribel, Frankreich 100% VK
ANDRITZ Iggesund Tools Norge AS Larvik, Norwegen 100% NK 1)
ANDRITZ Iggesund Tools Oy Helsinki, Finnland 100% NK 1)
Iggesund Tools Australia Pty. Ltd. Mooroolbark, Australien 100% NK 1)
ANDRITZ Iggesund Tools, Inc. Oldsmar, Florida, USA 100% VK
Iggesund Tools New Zealand Ltd. Tauranga, Neuseeland 100% NK 1)

1) untergeordnete Bedeutung

VK ... Vollkonsolidierung

EQ ... Equitybewertung

NK ... Keine Einbeziehung

Graz, am 23. Februar 2012

Wolfgang Leitner e. h. Karl Hornhofer e. h. Humbert Köfler e. h. Friedrich Papst e. h. Wolfgang Semper e. h. Vorstandsvorsitzender

ANDRITZ AG

Stattegger Straße 18, 8045 Graz, Österreich www.andritz.com

Design: Faschingbauer & Schaar Druck: Medienfabrik

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Oliver Pokorny, Corporate Communications [email protected]

Disclaimer

Bestimmte Aussagen im Geschäftsbericht 2011 und Jahresfinanzbericht 2011 sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich. Der Geschäftsbericht 2011 und der Jahresfinanzbericht 2011 enthalten Annahmen und Prognosen, die auf Basis aller bis Redaktionsschluss am 24. Februar 2012 zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die den Annahmen und Prognosen zugrunde liegenden Einschätzungen nicht eintreffen oder die im Kapitel "Unternehmensrisiken" und im Lagebericht des Jahresfinanzberichts 2011 angesprochenen Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den im Geschäftsbericht 2011 und Jahresfinanzbericht 2011 erwarteten Ergebnissen abweichen. Trotz größter Sorgfalt erfolgen daher alle zukunftsbezogenen Aussagen ohne Gewähr.

Wenn Sie mehr über ANDRITZ wissen wollen, sind Sie bei www.andritz.com an der richtigen Adresse. Auf unserer neuen Website finden Sie alle wichtigen Informationen über die ANDRITZ-GRUPPE und ihre fünf Geschäftsbereiche, unser gesamtes Produkt- und Serviceangebot, aktuelle Veröffentlichungen zu wichtigen Aufträgen, Akquisitionen und Finanzergebnissen, alle Standorte weltweit sowie die Online-Version des Geschäfts- und Jahresfinanzberichts mit zahlreichen nützlichen Features.

Global faces

Der internationale Technologiekonzern ANDRITZ hat viele Gesichter. In Zahlen ausgedrückt: Mehr als 16.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die weltweit Tag für Tag ihren ganz persönlichen Beitrag zum Erfolg von ANDRITZ leisten. Während die einen Visionen und Strategien für eine erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens entwickeln, erforschen andere in Laboratorien neue Technologien, um unseren Kunden bestmögliche Lösungen liefern zu können. Lang gediente Facharbeiter wiederum bearbeiten in Handarbeit Millimeter für Millimeter unsere Produkte und geben dabei ihre Erfahrungen an junge Lehrlinge weiter. Und Technikerinnen konstruieren am Computer neue Anlagen, während ihre Kinder im ANDRITZ-Kindergarten spielen – junge Menschen, die vielleicht bald auch Technikerinnen und Techniker bei ANDRITZ sein werden. Die im Geschäftsbericht 2011 vorgestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen stellvertretend für die "globalen Gesichter", also die "global faces" von ANDRITZ, die zum Erfolg im Geschäftsjahr 2011 beigetragen haben. Den Geschäftsbericht finden Sie online unter reports. andritz.com/2011/de/ – oder Sie bestellen per E-Mail unter [email protected] ein kostenloses Druck-Exemplar.

Jahresabschluss 2011 der ANDRITZ AG

Präambel Lagebericht ANDRITZ-GRUPPE Bilanz ANDRITZ AG Gewinn- und Verlustrechnung ANDRITZ AG Anhang ANDRITZ AG

Lagebericht

Präambel

Der Jahresabschluss (Einzelabschluss) der ANDRITZ AG wird nach den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des österreichischen UGB aufgestellt. Entsprechend dieser Vorschriften sind die verbundenen Unternehmen im Rahmen des Finanzanlagevermögens ausgewiesen. Dadurch ergibt sich aus dem Einzelabschluss lediglich ein Ausschnitt der wirtschaftlichen Lage für die ANDRITZ AG und ihre verbundenen Unternehmen.

Finanzielle Leistungsindikatoren der ANDRITZ AG:

Die Kennzahlen wurden entsprechend dem Fachgutachten zur Mindestausgestaltung finanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht berechnet.

in MEUR bzw. in % 2011 2010
Auftragsstand 1.931,9 1.631,8
Umsatzerlöse 424,7 621,5
Ergebnis vor Zinsen und Steuern 105,7 121,1
Umsatzrentabilität 24,9% 19,5%
Eigenkapitalrentabilität 24,7% 30,2%
Gesamtkapitalrentabilität 6,7% 7,8%
Nettoverschuldung 115,7 89,6
Nettoumlaufvermögen -25,6 57,3
Eigenkapitalquote 24,5% 24,4%
Verschuldungsgrad 29,9% 23,7%
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 139,0 140,7

Im laufenden Geschäftsjahr wurden weniger Großaufträge endabgerechnet, sodass die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen sind.

Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit betrug in 2011 161,7 MEUR (2010: +254,6 MEUR), jener aus der Investitionstätigkeit -119,4 MEUR (2010: -164,0 MEUR) und jener aus der Finanzierungstätigkeit -97,2 MEUR (2010: -52,1 MEUR). Der Finanzmittelbestand am Ende der Periode verringerte sich daher von 156,5 MEUR am 31.12.2010 auf 101,6 MEUR am 31.12.2011.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren der ANDRITZ AG:

Bezüglich der Themenbereiche Fertigung, Personalwesen und Umweltschutz wird auf die Ausführungen im Konzernlagebericht verwiesen, welche auch für die ANDRITZ AG zutreffend sind. Im Bereich Forschung und Entwicklung ist die ANDRITZ AG eines von mehreren Forschungszentren in der ANDRITZ-GRUPPE und in sämtlichen Geschäftsbereichen mit Ausnahme des Geschäftsbereichs FEED & BIOFUEL in verschiedenen Projekten tätig.

Zur besseren Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage basiert der folgende Lagebericht auf dem nach IFRS erstellten Konzernabschluss.

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die globale Wirtschaftsentwicklung war 2011 sehr stark von den Staatsschuldenkrisen in Europa und den USA geprägt. Insbesondere in den USA und in der Euro-Zone kam es zu einer deutlichen wirtschaftlichen Abkühlung. Rückläufige Investitionen der Industrie gepaart mit geringer Konsumnachfrage führten gemeinsam mit den Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten zu einer Stagnation bzw. deutlichen Verlangsamung der weltweiten Wirtschaftsaktivitäten.

Die Wirtschaftsentwicklung in den USA war im Berichtszeitraum von deutlich rückläufigem Privatkonsum, der den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leistet, sowie stagnierender Beschäftigung auf niedrigem Niveau geprägt. Ebenso war bei Investitionen des verarbeitenden Gewerbes eine massive Verlangsamung feststellbar. Die amerikanische Notenbank FED hat angekündigt, bis mindestens Ende 2014 die Leitzinsen auf knapp über 0% zu belassen und ihre expansive Geldpolitik zur Belebung der Wirtschaft fortzusetzen. Darüber hinaus wurde das langfristige Inflationsziel mit 2% fixiert.

Auch in Europa war die Entwicklung 2011 von deutlich nachlassender Wirtschaftsleistung geprägt. Teilweise rückläufiger Privatkonsum in den größten Ländern der Euro-Zone sowie deutlich reduzierte Investitionen der Regierungen und Industriebetriebe führten zu einer Stagnation der wirtschaftlichen Aktivitäten. Aufgrund der latenten Wirtschaftsschwäche hat die auf Geldwertstabilität ausgerichtete Europäische Zentralbank trotz der noch immer über 2% liegenden Inflationsrate im Euro-Raum die Leitzinsen auf 1,0% gesenkt.

In Asien und den anderen großen aufstrebenden Wirtschaftsregionen kam es ebenfalls zu einer wirtschaftlichen Abkühlung, allerdings deutlich moderater als in den USA bzw. Europa. Insbesondere in China kam es durch die restriktive Kreditvergabe der Regierung, die einem Überhitzen der Konjunktur entgegenwirken soll, zu einem deutlichen Nachlassen des Wirtschaftswachstums. Unterstützend wirkten jedoch weiterhin der anhaltend gute Binnenkonsum sowie die Exportwirtschaft.

Quelle: OECD

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Veränderung des Konsolidierungskreises/Akquisitionen

Die folgenden Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2010 nicht oder nur teilweise im Konzern-Abschluss der ANDRITZ-GRUPPE enthalten:

  • Precision Machine & Supply, Inc.: Service für den Wasserkraftbereich
  • ANDRITZ Biax: Anlagen und Systeme zur Herstellung von biaxial verstreckten Kunststofffolien
  • ANDRITZ Perfojet: Maschinen und Anlagen für die Herstellung von Vliesstoffen (Nonwovens)
  • ANDRITZ Frautech: Separatoren für Anwendungen in der Milch- und Olivenölindustrie
  • ANDRITZ Delkor Capital Equipment: Entwässerungsaggregate, v. a. für die Bergbauindustrie
  • ANDRITZ KMPT-Gruppe: mechanische und thermische Fest-Flüssig-Trennung, insbesondere für die chemische und pharmazeutische Industrie
  • ANDRITZ Ritz-Gruppe: Pumpen für Wasserversorgung, Bergbau, Off-Shore und Unterwasser (Sub-Sea)

Folgende Unternehmen wurden 2011 im Konzern-Abschluss der ANDRITZ-GRUPPE neu konsolidiert:

  • ANDRITZ Energy & Environment: Wirbelschichtkessel zur Dampferzeugung und Rauchgasreinigungsanlagen
  • Hemicycle Controls: Automatisierungssysteme für Wasserkraftwerke
  • ANDRITZ Iggesund-Gruppe: Hack- und Entrindungsmaschinen für Zellstoff- und Sägewerke
  • Vermögenswerte von Tristar Industries: Service- und Fertigungscenter für den PULP & PAPER-Servicebereich
  • ANDRITZ Asselin-Thibeau: Systeme für die Produktion von Trockenvlies (v. a. für Anwendungen im Textilund Hygienebereich)

Die erstmalige Einbeziehung der in 2011 erworbenen Unternehmen/Geschäftsfelder erfolgte auf Basis vorläufiger Werte.

Umsatz

Der Umsatz der ANDRITZ-GRUPPE betrug im Geschäftsjahr 2011 4.596,0 MEUR und lag damit um 29,3% über dem Vergleichswert des Vorjahrs (2010: 3.553,8 MEUR). Dies ist v. a. auf den Geschäftsbereich PULP & PAPER zurückzuführen, der den Umsatz um 67,9% auf 1.855,9 MEUR steigerte (2010: 1.105,3 MEUR). Zuwächse verzeichneten auch die Geschäftsbereiche HYDRO, SEPARATION und METALS. Nur im Geschäftsbereich FEED & BIOFUEL ging der Umsatz im Jahresvergleich leicht zurück.

Anteil Serviceumsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche in % 2011 2010
ANDRITZ-GRUPPE 27 29
HYDRO 24 24
PULP & PAPER 30 40
SEPARATION 34 30
METALS 10 8
FEED & BIOFUEL 50 44

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Gruppe erreichte im Berichtsjahr mit 5.706,9 MEUR einen neuen Rekordwert und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 38,1% (2010: 4.131,9 MEUR). Hauptgrund für diesen starken Anstieg war der Erhalt von drei Großaufträgen in den Geschäftsbereichen PULP & PAPER sowie HYDRO (Lieferung von Technologien und Systemen für die beiden Zellstoffwerke Eldorado, Brasilien, und Montes del Plata, Uruguay bzw. elektromechanische Ausrüstungen für das Wasserkraftwerk Belo Monte, Brasilien).

So konnte der Geschäftsbereich PULP & PAPER seinen Auftragseingang mit 2.664,3 MEUR gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln (2010: 1.388,4 MEUR), der Geschäftsbereich HYDRO erreichte mit 2.096,2 MEUR ebenfalls einen neuen Rekordwert beim Auftragseingang (2010: 1.870,1 MEUR). Auch die drei anderen Geschäftsbereiche konnten den Auftragseingang im Jahresvergleich steigern.

Auftragsstand

Der Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE per 31. Dezember 2011 betrug 6.683,1 MEUR (31. Dezember 2010: 5.290,9 MEUR). Bis auf den Geschäftsbereich METALS stieg der Auftragsstand im Jahresvergleich in allen Geschäftsbereichen an.

Ergebnis

Das EBITA der Gruppe entwickelte sich im Berichtsjahr sehr zufriedenstellend. Es betrug 331,5 MEUR und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 28,7% an (2010: 257,6 MEUR). Die EBITA-Marge lag mit 7,2% auf dem Vorjahresvergleichswert (2010: 7,2%).

2011 wurde eine Firmenwertminderung in Höhe von 1,0 MEUR, die dem Geschäftsbereich PULP & PAPER zuzuordnen ist, erfasst (2010: 0 MEUR). Darüber hinaus wurde eine Wertminderung für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in der Höhe von 1,5 MEUR erfasst (2010: 0 MEUR).

Das Finanz-Ergebnis der ANDRITZ-GRUPPE betrug 9,0 MEUR und lag damit deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahrs (2010: 2,4 MEUR).

Die Steuerquote betrug 2011 28,1% (2010: 28,6%).

Das Konzern-Ergebnis der Gruppe nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen betrug im Berichtsjahr 230,7 MEUR (2010: 179,6 MEUR).

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme der ANDRITZ-GRUPPE per 31. Dezember 2011 stieg v. a. bedingt durch Akquisitionen auf 4.566,6 MEUR an (31. Dezember 2010: 4.035,8 MEUR). Die Eigenkapitalquote per 31. Dezember 2011 betrug 20,6% (31. Dezember 2010: 19,7%).

Die liquiden Mittel (flüssige Mittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens plus Schuldscheindarlehen) per 31. Dezember 2011 betrugen 1.814,5 MEUR (31. Dezember 2010: 1.594,7 MEUR). Die Nettoliquidität (liquide Mittel plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten) betrug 1.400,6 MEUR und lag damit ebenfalls deutlich über dem Wert zum Ende des Vorjahrs (31. Dezember 2010: 1.177,0 MEUR). Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Erhalt von Anzahlungen für einige Großprojekte zurückzuführen.

Zusätzlich zur hohen Nettoliquidität stehen der ANDRITZ-GRUPPE derzeit bis auf weiteres auch folgende Kredit- und Avallinien für Vertragserfüllungen, Anzahlungen, Gewährleistungen etc. zur Verfügung:

  • Kreditlinien: 187 MEUR, davon 72 MEUR ausgenützt
  • Avallinien: 4.922 MEUR, davon 2.486 MEUR ausgenützt
Aktiva
1.207,3 1.744,3 1.615,0
MEUR MEUR MEUR
Langfristiges Sonstiges kurz Flüssige Mittel und Wertpapiere
Vermögen: 26% fristiges Vermögen: 39% des Umlaufvermögens: 35%
Passiva
938,9
MEUR
436,3
MEUR
400,8
MEUR
2.790,6
MEUR
Summe Eigenkapital
inkl. nicht beherrschende
Anteile: 21%
Finanzver
bindlich
keiten:
9%
Sonstige
langfristige
Verbindlich
keiten: 9%
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten: 61%

Investitionen und Cashflow

Die Investitionen in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 2011 77,0 MEUR (2010: 68,8 MEUR) und betrafen im Wesentlichen Modernisierungen von Fertigungsstätten.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 433,8 MEUR und lag damit deutlich unter dem Vorjahresvergleichswert (2010: 704,5 MEUR). Dieser Rückgang ist v. a. auf projektbedingte Veränderungen des Umlaufvermögens zurückzuführen.

Weitere wichtige Kennzahlen im Überblick

(Gemäß IFRS) Einheit 2011 2010 2009 2008 2007
Umsatzrendite1) % 6,8 6,9 4,6 6,1 6,1
EBITDA2) MEUR 386,2 307,3 218,2 278,2 250,7
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) MEUR 312,7 245,5 147,1 218,5 200,9
Ergebnis vor Steuern (EBT) MEUR 321,7 247,9 149,6 210,5 200,8
Konzern-Ergebnis (vor Abzug von
nicht beherrschenden Anteilen) MEUR 231,5 177,0 102,9 147,0 137,8
Free Cashflow3) MEUR 361,1 644,9 285,6 187,5 -19,6
Free Cashflow je Aktie4) EUR 6,9 12,4 5,5 3,6 -0,4
Eigenkapitalrentabilität5) % 34,3 31,2 22,5 36,5 41,7
Gesamtkapitalrentabilität6) % 6,8 6,1 4,4 7,1 8,0
Nettoverschuldung7) MEUR -1.198,4 -992,0 -505,3 -242,9 -94,8
Nettoumlaufvermögen8) MEUR -639,2 -556,1 -104,3 22,7 99,1
Capital employed9) MEUR -128,6 -86,0 285,9 406,8 405,6
Verschuldungsgrad10) % -106,4 -124,9 -76,2 -42,1 -19,7

1) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Umsatz 2) Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen 3) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen plus Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 4) Free Cashflow/Aktiengesamtzahl 5) Ergebnis vor Ertragsteuern/Summe Eigenkapital 6) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Bilanzsumme 7) Verzinsliches Fremdkapital inkl. Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder abzüglich flüssige Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie Schuldscheindarlehen 8) Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Wertpapiere des Umlaufvermögens und flüssige Mittel) abzüglich sonstige langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten (exkl. Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen) 9) Nettoumlaufvermögen plus immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 10) Nettoverschuldung/ Summe Eigenkapital

Wichtige Akquisitionen

Im Jänner 2011 hat ANDRITZ die AE&E Austria GmbH & Co KG, nunmehr ANDRITZ Energy & Environment, erworben und damit sein Produktangebot im Geschäftsbereich PULP & PAPER erweitert. ANDRITZ Energy & Environment ist Spezialist für Wirbelschichttechnologie in Kesselanlagen sowie für Rauchgasreinigungsanlagen.

Mit der Übernahme des kanadischen Unternehmens Hemicycle Controls erweitert und stärkt der Geschäftsbereich HYDRO sein Automatisierungsgeschäft in Nordamerika. Hemicycle Controls ist ein etablierter Anbieter von Automatisierungssystemen für Wasserkraftwerke.

ANDRITZ hat weiters Asselin-Thibeau, eine Tochtergesellschaft der französischen NSC-Gruppe, erworben. ANDRITZ Asselin-Thibeau liefert Systeme für die Produktion von Trockenvlies (v. a. für Anwendungen im Textilund Hygienebereich). In Kombination mit den bewährten Produkten und Technologien von ANDRITZ Küsters und ANDRITZ Perfojet kann der Geschäftsbereich PULP & PAPER seinen Kunden nun komplette Systemlösungen für die Produktion von Vliesstoffen anbieten.

Der Geschäftsbereich PULP & PAPER stärkt und ergänzt sein Serviceangebot im Bereich der Holzverarbeitung mit der Akquisition von Iggesund Tools International AB mit Hauptsitz in Iggesund, Schweden. ANDRITZ Iggesund Tools liefert Hack- und Entrindungsmaschinen für Zellstoff- und Sägewerke.

RISIKOMANAGEMENT

ANDRITZ verfügt über ein gruppenweites Risikomanagementsystem, mit dem Risikopotenziale erkannt und Gegenmaßnahmen getroffen werden sollen. Dies ist ein wichtiges Element des aktiven Risikomanagements innerhalb der Gruppe.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bzw. die Finanzberichterstattung liegt in der Verantwortung des Vorstands. Dazu hat der Vorstand sowohl für die wesentlichen Geschäftsrisiken innerhalb der Gruppe als auch für den Finanzberichterstattungsprozess gruppenweit verbindlich anzuwendende Regelungen und Richtlinien verabschiedet.

Das Rechnungswesen und die darin integrierte Finanzbuchhaltung sind direkt dem Vorstand unterstellt. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen wird sichergestellt, dass die gesetzliche Vorgabe, dass die Eintragungen in die Bücher und die sonstigen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu erfolgen haben, erfüllt wird. Der gesamte Prozess von der Beschaffung bis zur Zahlung unterliegt strengen Regeln und Richtlinien, die wesentliche damit im Zusammenhang stehenden Risken vermeiden sollen. Zu diesen Maßnahmen und Regeln zählen u. a. Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen, ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigung für Zahlungen sowie systemunterstützte Prüfungen durch die verwendete Software (SAP).

Durch ein standardisiertes, konzernweites Finanzberichtswesen sowie durch sofortige, anlassbezogene Berichterstattung über bedeutende Ereignisse wird der Vorstand laufend über alle relevanten Sachverhalte informiert. Der Aufsichtsrat wird in zumindest einer pro Quartal stattfindenden Aufsichtsratssitzung über den laufenden Geschäftsgang inklusiver operativer Planung und mittelfristiger Strategie des Konzerns unterrichtet, in besonderen Fällen wird der Aufsichtsrat auch unmittelbar informiert. In den Prüfungsausschusssitzungen wird u. a. auch das interne Kontroll- und Risikomanagement behandelt.

Eine interne Revision, die als Stabstelle des Vorstands eingerichtet ist, auditiert konzernweit einzelne Prozesse oder Gesellschaften anhand eines jährlich festgelegten Prüfplans sowie in besonderen Anlassfällen.

Finanzielle Risiken

Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings innerhalb der gesamten ANDRITZ-GRUPPE. Kontinuierliches Controlling und regelmäßiges Reporting sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass größere Risiken früh erkannt und wenn notwendig Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Überwachungs- und Risikokontrollsysteme effektiv genug sind.

Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beziehen sich v. a. auf die Abhängigkeit der Gruppe von der allgemeinen Konjunkturentwicklung und der Entwicklung der von ihr bedienten Industrien, den Erhalt von Großaufträgen und die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse aus dem hohen Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen unerwartete Kostensteigerungen und Schwierigkeiten bei der Erreichung der garantierten Leistungsparameter der von ANDRITZ gelieferten Anlagen wesentliche Risiken dar. Eine mögliche fehlerhafte Funktion der von ANDRITZ gelieferten Komponenten und Systeme kann gravierende Folgen für Menschen und materielles Vermögen haben. Die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euro-Länder und die unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung (v. a. in Europa und den USA) bedeuten ebenso ein ernstes Risiko für die finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE. Weiters stellt eine mögliche Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Emerging Markets ein Risiko für die Gruppe dar. Die Wirtschaftsschwäche könnte zu Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe auswirken könnte.

Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firmenwerte könnte die Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele für diese Firmen nicht erreicht werden können. Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für einen Großteil der Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie durch Abschluss von Exportversicherungen reduziert, jedoch können einzelne Zahlungsausfälle einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der Gruppe haben. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls in großem Ausmaß versichert. Wechselkursrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung des Auftragsstands werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – v. a. Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert und gesteuert. Bei in Fremdwährung fakturierten Aufträgen (hauptsächlich solchen in US-Dollar und Schweizer Franken) wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Termingeschäften gesichert. Cashflowrisiken werden über monatliche Cashflowberichte überwacht.

Zur bestmöglichen Reduktion der finanziellen Risiken und zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition hat die ANDRITZ-GRUPPE umfassende Treasury-Richtlinien und ein transparentes Informationssystem implementiert.

Die ANDRITZ-GRUPPE ist hinsichtlich Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven sowie einen gesicherten Zugang zu Liquidität. Die Gruppe vermeidet es, von einer einzigen Bank oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (flüssige Mittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Durch diese Diversifikation versucht ANDRITZ, das Kontrahentenrisiko bestmöglich zu minimieren. Dennoch würde die Insolvenz einzelner oder mehrerer Banken einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung und das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE haben. Darüber hinaus kann eine Verschlechterung der Einschätzung der Bonität von ANDRITZ durch mehrere Banken den finanziellen Spielraum von ANDRITZ, insbesondere im Hinblick auf zu erstellende Avale, einschränken.

ANDRITZ verfolgt eine risikoaverse Veranlagungsstrategie. Geld wird weitgehend in risikoarme Finanzanlagen investiert, wie z. B. in Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen, einlagengesicherte Schuldscheindarlehen oder Termingelder. Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten können jedoch zu einer ungünstigen Preisentwicklung bei verschiedenen Wertpapieren, in welche die Gruppe investiert hat (z. B. Wertpapierfonds oder Anleihen), oder zu deren Unhandelbarkeit führen. Dies könnte sich aufgrund notwendig werdender Abwertungen oder Wertberichtigungen negativ auf das Finanzergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE auswirken. Durch die Krise erhöht sich zudem das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten der Wertpapiere bzw. der Kunden. Der Vorstand wird in regelmäßigen Abständen über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposure in der ANDRITZ-GRUPPE informiert.

Aufgrund der aktuellen Staatsschuldenkrise in der Europäischen Union ist das Risiko eines kompletten oder teilweisen Zerfalls der Euro-Zone und eines damit verbundenen möglichen Zusammenbruchs des Euro-Währungssystems gegeben. Dies würde sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ auf die Finanz-, Liquiditäts- und Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE auswirken.

Nicht-finanzielle Risiken

Im Bereich der Fertigung sind exakte Planung, hoher Einsatz und Flexibilität seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wesentliche Erfolgsfaktoren, um kurze Auftragsdurchlaufzeiten und hohe Termintreue zu garantieren. ANDRITZ setzt intern auf flexible Arbeitszeitmodelle und einen Anteil an Zeitarbeitern, um zyklischen Auslastungsschwankungen zu begegnen. Ebenso werden durch eine gezielte Make-or-Buy-Strategie die im Projektgeschäft typischen Schwankungen in der Kapazitätsauslastung besser ausgeglichen und die vorhandenen eigenen Fertigungskapazitäten bestmöglich ausgelastet. Dabei werden prozessrelevante Schlüsselkomponenten für Anlagen und Produkte von ANDRITZ meist in eigenen Produktionsstätten gefertigt und montiert. Einfache Komponenten werden dagegen vorwiegend bei qualifizierten Lieferanten beschafft, deren Qualität und Termintreue laufend kontrolliert werden.

Im Bereich Personal sind interessante Karrieremöglichkeiten, eine leistungsorientierte Entlohnung und fokussierte Management-Trainingsprogramme wesentliche Voraussetzungen, dass ANDRITZ bestens ausgebildete und hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzieht und auch langfristig an das Unternehmen binden kann. Hohe Qualitätsstandards im Auswahlverfahren gewährleisten, dass die am besten geeigneten Kandidaten eingestellt werden.

Im Rahmen der Nachfolgeplanung werden auf Basis standardisierter Leistungs- und Potenzialbeurteilungen für jede Schlüsselposition interne Nachfolgekandidaten identifiziert, um für kurz- und mittelfristige Nachbesetzungen jederzeit Kandidaten verfügbar zu haben. Die implementierten Trainingsprogramme für Nachwuchsführungskräfte sind wesentliche Voraussetzung für die Erreichung dieses Ziels. Lokale Entwicklungsprogramme für spezielle Zielgruppen wurden initiiert bzw. weitergeführt.

Die ANDRITZ-GRUPPE versucht, Auslastungsschwankungen durch die Zuteilung von Aufträgen auf die einzelnen globalen Standorte sowie lokal durch den Einsatz von Leiharbeitern bestmöglich auszugleichen.

Auswirkungen von Wechselkursänderungen

Wechselkursänderungen im Zusammenhang mit der Abarbeitung des Auftragsstands werden durch entsprechende Terminkontrakte weitgehend abgesichert.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Fertigung

Bedingt durch die gute Entwicklung des Auftragseingangs war das Jahr 2011 im Bereich der Fertigung von hoher Kapazitätsauslastung geprägt. An vielen ANDRITZ-Fertigungsstandorten wurden Rekordwerte beim Fertigungsausstoß erreicht.

Die Investitionen im Bereich der Fertigung konzentrierten sich auf den Auf- und Ausbau der Produktionskapazitäten in den Emerging Markets Asiens und Osteuropas (vor allem in China und der Slowakei) sowie die Modernisierung bestehender Standorte in Mitteleuropa und Nordamerika.

Personalwesen

Die ANDRITZ-GRUPPE beschäftigte per Ende 2011 16.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (+14,3% gegenüber 31. Dezember 2010: 14.655 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter).

Das Human-Resources-Management ist gruppenweit für die Koordination und Planung der wesentlichen Personalprozesse verantwortlich. Hauptziele dieser Prozesse sind die Nachbesetzung von Schlüsselpositionen sowie die Schaffung attraktiver Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten für zukünftige Führungskräfte bzw. Fachexperten. Um die Attraktivität von ANDRITZ als Arbeitgeber für Techniker zu steigern, wurde das Projekt "Engineering Career Path", ein gruppenweites Karrieremodell für Techniker, gestartet.

2011 wurden an ANDRITZ-Standorten erneut sicherheitsrelevante Maßnahmen für das Personal durchgeführt, bei denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u. a. zu den Themen Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeitssicherheit, Abfalltrennung sowie Brandschutz unterwiesen und informiert wurden.

Umweltschutzbelange

Die ANDRITZ-GRUPPE hat 2011 ihre Bemühungen hinsichtlich des Umweltschutzes an den ANDRITZ-Niederlassungen fortgeführt. Fokussiert wurde v. a. auf die Reduzierung des Wasserverbrauchs durch Sanierungsmaßnahmen an Rohrnetzen und Sanitäranlagen sowie auf energiesparende Adaptierungsmaßnahmen mit moderner Sensorik an Hallenbeleuchtungen in Teilbereichen der Fertigung. Neue energiesparende und kosteneffiziente Leuchtmittel für Büros, Fertigungshallen sowie Straßen- und Freiflächen sind in der Erprobung.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

2011 investierte die ANDRITZ-GRUPPE 65,6 MEUR in Forschung und Entwicklung (2010: 52,5 MEUR). Einschließlich auftragsbezogener Entwicklungsarbeiten wurden rd. 3% des Umsatzes für die Erforschung und Weiterentwicklung neuer Verfahren und Produkte aufgewendet, um die Technologieführerschaft von ANDRITZ weiter auszubauen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Geschäftsbereiche im Detail:

HYDRO

ANDRITZ HYDRO setzt im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten einen Schwerpunkt auf flexible, drehzahlvariable Lösungen für die hydraulische Energieerzeugung. Insbesondere wurden dafür notwendige Generatoren, elektrische und hydraulische Anlagen sowie übergeordnete Regelungssysteme weiterentwickelt. Hintergrund ist die kontinuierliche Zunahme des Anteils erneuerbarer Energiequellen in der Stromproduktion, die für Netzbetreiber wachsende Herausforderungen hinsichtlich Netzstabilität, Zuverlässigkeit der Energieübertragung und Flexibilität der Erzeugungseinheiten bedeuten.

Kavitation an der Schaufelspitze einer Kaplanturbine kann zu signifikanten Beschädigungen der Schaufeloberflächen führen. Die Vorhersagbarkeit des Risikos wurde durch die Entwicklung einer instationären CFD-Modellierung (CFD: Computational Fluid Dynamics – numerische Strömungsmechanik) und verfeinerter Messtechnik am Modellversuch wesentlich verbessert. Damit kann die Sicherheit insbesondere bei Umbauprojekten deutlich erhöht werden.

Abgeschlossen wurde die Entwicklung einer neuen Betonspiralgehäusepumpe, die bei einem Durchfluss von mehr als 70 m3/sec und einer vergleichsweise hohen Motordrehzahl von 200 U/min Wirkungsgrade bis über 90% erreicht, sowie einer neuen Blechspiralen-Pumpenhydraulik für große Förderhöhen von 300–400 m, die gegenüber vergleichbaren Hydrauliken eine deutliche Wirkungsgradsteigerung (bis über 92%) aufweist.

PULP & PAPER

Weitere Minimierung des Betriebsmittelverbrauchs, insbesondere geringerer Rohmaterial- und Energieeinsatz, standen im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Geschäftsbereichs PULP & PAPER.

ANDRITZ entwickelte erfolgreich die Technologie für die erste komplette Advanced TMP (ATMP)-Holzstoffproduktionsanlage. Diese Technologie erreichte in Hinblick auf den Energiebedarf für TMP zur Herstellung von Zeitungspapier einen Weltrekord: Im Vergleich zu konventionellen Anwendungen konnte der Energieverbrauch mit weniger als 1.500 kWh/t um 30% gesenkt werden.

Für die kontinuierliche Produktion von Dissolving-Zellstoff entwickelte ANDRITZ ein neues Autohydrolyse-Verfahren, mit dem bestehende Zellstofflinien für die Produktion von Dissolving-Zellstoff mit nur geringfügigen Änderungen einfach umgerüstet werden können. Die neue Technologie wurde am Markt rasch positiv aufgenommen und wird an mehrere Kunden in Asien geliefert, wo das Wachstum von Viskosefasern am höchsten ist.

Nach erfolgreichem Betrieb mehrerer Versuchsanlagen wird 2012 die erste industrielle Anlage für die Herstellung von Ethanol aus zellulosehaltiger Biomasse mit der neu entwickelten kontinuierlichen Vorbehandlungstechnologie von ANDRITZ in Europa planmäßig in Betrieb genommen. In den USA wurde ein weiterer Auftrag für eine Versuchsanlage verbucht. Die verwendeten ANDRITZ-Technologien haben sich in anderen Industrieverfahren bewährt und wurden an die Anforderungen für den Vorbehandlungsprozess von Biomasse angepasst. Dabei werden die in der Biomasse enthaltenen Hemizellulosen bei einer erhöhten, kontrollierten Temperatur gelöst und extrahiert, bevor die Fasern rasch in sehr kleine Partikel zerlegt werden. Dies unterstützt die enzymatische Konvertierung dieser Kleinstpartikel in Zucker, die anschließend in Biochemikalien und Alkohole, wie z. B. Bioethanol und Butanol, umgewandelt werden.

Auch in der Faserplattenindustrie ist die Reduktion des Energiebedarfs ein wichtiger Erfolgsfaktor. ANDRITZ entwickelt eine neue Generation von Entwässerungsgehäusen, die den thermischen Energieverbrauch eines Fasertrockners um rd. 20% reduziert.

Fortgesetzt wurden die Arbeiten an einer Versuchsanlage mit einem neuen Rauchgasentschwefelungssystem, mit dem die Betriebskosten um rd. 20% gesenkt werden können.

SEPARATION

Im Bereich der Fest-Flüssig-Trennung standen unterschiedliche Anwendungserfordernisse im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Bei Dekantern, die im Umweltbereich eingesetzt werden, wurde der Fokus auf die Reduzierung des Energieverbrauchs gelegt, die je nach Größe des Dekanters und der Durchsatzleistung bis zu 40% beträgt. Die insbesondere in der Kunststoffindustrie eingesetzten, schnell laufenden Einzellen-Trommelfilter wurden für größere Durchsätze erweitert, die spezifischen Filtrationskosten werden dabei gesenkt.

In Frohnleiten, Österreich, wurde eine Pilotanlage zur Torrefizierung von Biomasse erfolgreich in Betrieb genommen. Torrefizierung verbessert die Brennstoffeigenschaften von Biomasse, womit in Kohlekraftwerken mehr Biomasse mitverbrannt und damit CO2-Einsparungen erzielt werden können.

METALS

Weiterentwickelt wurde im Berichtszeitraum das ANDRITZ-Pyromars-Verfahren. Dieses Verfahren ermöglicht es, in Edelstahlbeizen die Beizsäure sowie wertvolle Inhaltsstoffe wie Chrom und Nickel zurückzugewinnen. Zusätzlich zu diesem wirtschaftlichen Vorteil können dadurch auch die Deponie von sonst anfallenden Neutralisationsschlämmen deutlich verringert und die Nitratbelastung des Abwassers um bis zu 90% reduziert werden. Um auch die verbleibende Restbelastung des Spülwassers zu verwerten, wurde gemeinsam mit einem Kunden aus China eine Pilotanlage in Betrieb genommen, in der die Spülwässer neutralisiert und eingedampft werden. Das in dieser Anlage anfallende Konzentrat kann der Pyromars-Anlage zugeführt und wieder für Spülzwecke eingesetzt werden. In einer weiteren Ausbaustufe wird die Pilotanlage mit Abwärme aus dem Glühofen betrieben – ANDRITZ kann seinen Kunden damit einen völlig geschlossenen Medienkreislauf unter Einsatz von sonst ungenutzter Abwärme anbieten.

FEED & BIOFUEL

Um die Produktionsleistung von Pelletierungsanlagen zu verbessern, die als Rohmaterial Biomasse (insbesondere Holz oder Stroh) verwenden, entwickelte der Geschäftsbereich die BioMax-Pelletierungspresse. BioMax liefert im Vergleich zu bislang im Markt angebotenen Hochleistungspressen den doppelten Durchsatz. Durch die höhere Kapazität der Maschine werden weniger Linien pro Anlage benötigt, die Betriebskosten aufgrund des niedrigeren Personalaufwands gesenkt, die Energieeffizienz gesteigert und der Wartungsaufwand minimiert.

Aufgrund der Nachfrage aus der Fisch- und Haustierfutterindustrie sowie aus der Futtermittelinhaltsstoffe verarbeitenden Industrie entwickelte der Geschäftsbereich ein neues Extruder-Programm für die Produktion aller Arten von Fisch-, Schalentier- und Haustierfutter. Die Extruder wurden hinsichtlich Kapazität, Energieeffizienz, Regelbarkeit, Kosten für Verschleißteile und Wartung, Lebensdauer, Hygienestandards und Reinigung verbessert.

AUSBLICK

Führende Wirtschaftsexperten erwarten für das Jahr 2012 keine wesentliche Änderung der wirtschaftlichen Entwicklung in den wichtigsten Regionen der Welt. Insbesondere in Europa ist angesichts der latenten Euro-Krise und der damit verbundenen Rückkoppelung auf die Realwirtschaft ein Verharren der wirtschaftlichen Aktivitäten auf niedrigem Niveau zu erwarten. Auch in den USA ist mit keiner nachhaltigen Erholung der Wirtschaft zu rechnen. Einzig in den aufstrebenden Ländern Südamerikas und Asiens wird ein zufriedenstellendes, wenn auch verlangsamtes Wirtschaftswachstum erwartet.

Trotz dieser insgesamt schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht die ANDRITZ-GRUPPE aktuell in den von ihr bedienten Märkten eine solide Projektaktivität. Nur im Geschäftsbereich METALS wird mit einer Fortsetzung der moderaten Projekt- und Investitionstätigkeit gerechnet.

Im Geschäftsbereich HYDRO wird auch für 2012 ein gutes Marktumfeld mit solider Projekttätigkeit sowohl im Bereich der Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen als auch im Bereich der Errichtung neuer Wasserkraftwerke erwartet. In den Emerging Markets ist bedingt durch das starke Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und das Bestreben, von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu werden, mit einer Reihe von neuen Wasserkraftwerksprojekten zu rechnen. In Europa und Nordamerika wird sich – bedingt durch das hohe durchschnittliche Alter der installierten Basis – die Investitionstätigkeit weiterhin v. a. auf Modernisierung, Rehabilitation und Kapazitätssteigerung bestehender Anlagen konzentrieren. Die Projekttätigkeit bei Kleinwasserkraftwerken sowie bei Pumpspeicherkraftwerken zur Sicherung der Netzstabilität sollte ebenfalls auf hohem Niveau bleiben.

Im Geschäftsbereich PULP & PAPER wird für 2012 eine insgesamt zufriedenstellende Projektaktivität – wenngleich auch nicht auf dem sehr hohen Niveau von 2011 – erwartet. In Südamerika ist aus heutiger Sicht frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2012 mit der Vergabe von einzelnen Aufträgen zur Errichtung neuer Zellstoffwerke bzw. zur Modernisierung und Kapazitätserweiterung bestehender Fabriken zu rechnen. Auch im Bereich der Umwelttechnologien (Rückgewinnungs- und Biomassekessel) sowie bei Modernisierungen bestehender Anlagen ist eine zufriedenstellende Investitionstätigkeit, v. a. in Europa, zu erwarten.

Im Geschäftsbereich SEPARATION sollte sich 2012 die Projektaktivität sowohl bei kommunalen als auch industriellen Entwässerungs- und Trocknungsanlagen unverändert solide entwickeln. Neben Europa wird eine starke Investitionstätigkeit insbesondere in Asien (v. a. China und Indien) erwartet.

Im Geschäftsbereich METALS wird auch 2012 sowohl für Kohlenstoffstahl- als auch für Edelstahlausrüstungen mit einer Fortsetzung der moderaten Investitionstätigkeit gerechnet. Angesichts der recht stark schwankenden Kapazitätsauslastungen haben einige internationale Stahlhersteller, v. a. in Europa und Nordamerika, ihre Investitionspläne auf ein absolutes Minimum reduziert. Nur in den Emerging Markets ist bedingt durch das starke Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in diesen Regionen selektive Projektaktivität zu erwarten.

Der Geschäftsbereich FEED & BIOFUEL sollte sich auch 2012 weiter zufriedenstellend entwickeln. In den Bereichen Fischfutter- und Haustierfuttererzeugung ist mit einer soliden Entwicklung der Projektaktivität zu rechnen, v. a. in Südamerika, Asien und Osteuropa. Im Bereich Biomasse-/Holzpelletierungsanlagen ist ebenso eine insgesamt gute Projektsituation zu erwarten.

Auf Basis dieser Erwartungen und angesichts des sehr hohen Auftragsstands per Ultimo 2011 erwartet die ANDRITZ-GRUPPE für das Geschäftsjahr 2012 aus heutiger Sicht einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Auch beim Konzern-Ergebnis wird mit einer Steigerung im Jahresvergleich gerechnet. Sollte sich jedoch die globale Weltwirtschaft im Jahr 2012 erneut stärker eintrüben, so ist mit negativen Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE zu rechnen, die das Erreichen der Umsatz- und Ertragsziele unmöglich machen könnten.

Wichtige Ereignisse nach dem 31. Dezember 2011

Die Situation der Weltwirtschaft sowie an den Finanzmärkten hat sich in der Zeit zwischen dem Bilanzstichtag und der Veröffentlichung dieses Berichts nicht wesentlich geändert. Bestimmende Faktoren bleiben weiterhin die Staatsschuldenkrisen in Europa und den USA sowie die Abschwächung der Weltwirtschaft.

AKTIEN UND AKTIONÄRSSTRUKTUR

Offenlegung gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der ANDRITZ AG per 31. Dezember 2011 betrug 104.000.000 EUR. Auf jede nennwertlose Aktie entfällt damit ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 2,00 EUR.

Es bestehen keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Knapp 30% der Aktien befinden sich in Besitz der Certus Beteiligungs-GmbH, deren Geschäftsführer Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender der ANDRITZ AG, ist.

Es gibt derzeit kein genehmigtes Kapital. Aufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 29. März 2011 ist der Vorstand ermächtigt, zwischen 1. April 2011 und 30. September 2013 bis zu 10% des Grundkapitals der ANDRITZ AG zurückzuerwerben. Ende März 2011 hat der Vorstand der ANDRITZ AG beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und Aktien zwischen 6. April 2011 und 30. September 2013 zurückzukaufen. Es gibt keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse für Mitglieder des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Die Arbeitnehmer üben das Stimmrecht direkt aus. Es existieren darüber hinaus auch keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist keine bedeutenden Vereinbarungen eingegangen, die bei einem Kontrollwechsel der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam, sich ändern oder enden würden. Gemäß den Bedingungen der im Juni 2006 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2006–2013 bzw. der im Februar 2008 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2008–2015 ist jeder Inhaber von Teilschuldverschreibungen berechtigt, seine Teilschuldverschreibungen fällig zu stellen und sofortige Rückzahlung zum Nennbetrag zuzüglich der bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen zu verlangen, falls ein Kontrollwechsel durch einen neuen Großaktionär erfolgt und dieser Kontrollwechsel zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Fähigkeit der Emittentin führt, ihre Verpflichtungen aus den Teilschuldverschreibungen zu erfüllen.

Es existieren Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands im Falle eines Kontrollwechsels. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen für die Aufsichtsratsmitglieder und Arbeitnehmer.

Graz, am 23. Februar 2012

Der Vorstand der ANDRITZ AG

Wolfgang Leitner Karl Hornhofer Humbert Köfler Friedrich Papst Wolfgang Semper Vorstandsvorsitzender PULP & PAPER PULP & PAPER METALS, HYDRO (Neuanlagen) (Service & Systemlösungen), FEED & BIOFUEL, SEPARATION HYDRO

Disclaimer:

Bestimmte Aussagen im Jahresfinanzbericht 2011 und im Geschäftsbericht 2011 sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Worte "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsleitung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich.

Der Jahresfinanzbericht 2011 und der Geschäftsbericht 2011 enthalten Annahmen und Prognosen, die auf Basis aller bis Redaktionsschluss am 23. Februar 2012 zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die den Annahmen und Prognosen zugrunde liegenden Einschätzungen nicht eintreffen oder die im Kapitel "Unternehmensrisiken" und im Lagebericht des Jahresfinanzberichts 2011 angesprochenen Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den im Jahresfinanzbericht 2011 und im Geschäftsbericht 2011 erwarteten Ergebnissen abweichen. Trotz größter Sorgfalt erfolgen daher alle zukunftsbezogenen Aussagen ohne Gewähr.

Andritz AG

Graz

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Andritz AG Graz

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2011

(Beträge in EUR)

2010
TEUR
1. Umsatzerlöse 424.730.725,26 621.530
2. Bestandsveränderungen
a)
Veränderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen sowie an
noch nicht abrechenbaren Leistungen
205.380.236,96 (67.344)
b)
Veränderungen der Auftragsrückstellungen
18.435.788,12 (35.393)
223.816.025,08 (102.737)
3.
4.
andere aktivierte Eigenleistungen
sonstige betriebliche Erträge
1.984,95 17
a)
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme
der Finanzanlagen 49.679,21 642
b)
übrige
58.252.705,99 50.633
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen 58.302.385,20 51.275
a)
Materialaufwand
(391.728.364,30) (272.888)
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen (45.006.430,26) (31.854)
6. Personalaufwand (436.734.794,56) (304.742)
a)
Löhne
(20.332.414,16) (18.901)
b)
Gehälter
(94.946.196,05) (94.321)
c)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
d)
Aufwendungen für Altersversorgung
(5.658.640,71)
(2.606.598,84)
(2.991)
(2.273)
e)
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge (25.646.058,75) (22.133)
f)
sonstige Sozialaufwendungen
(285.937,58) (149.475.846,09) (292)
(140.911)
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen (15.285.309,23) (14.082)
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a)
Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen
(1.208.428,52) (814)
b)
übrige
(104.077.734,31) (97.660)
(105.286.162,83) (98.474)
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) 69.007,78 11.876
10. Erträge aus Beteiligungen 118.855.950,46 100.498
davon aus verbundenen Unternehmen 118.855.950,46 (Vorjahr TEUR 100.498)
11. Erträge aus anderen Wertpapieren
44.500,00 52
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9.502.477,32 9.240
davon aus verbundenen Unternehmen 613.437,05 (Vorjahr TEUR 877)
13. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen und Wertpapieren des
Umlaufvermögens
152.746,80 5.721
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens (22.961.435,00) (6.266)
davon aus Abschreibungen -18.032.340,00 (Vorjahr TEUR -5.524)
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen -3.603.000,00
(Vorjahr TEUR -2.954)
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
(10.154.848,91) (6.678)
davon betreffend verbundene Unternehmen -1.955.518,74 (Vorjahr TEUR -477)
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 95.439.390,67 102.567
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 95.508.398,45 114.443
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (3.533.992,86) (9.613)
19. Jahresüberschuss 91.974.405,59 104.830
20. Auflösung Rücklage für eigene Anteile 31.351.643,39 --
21. Zuweisung Rücklage für eigene Anteile (41.443)
22. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 91.482.860,13 114.952
23. Bilanzgewinn 214.808.909,11 178.339

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011

A N H A N G

I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Für Zugänge werden ab dem Folgemonat der Anschaffung monatlich Abschreibungen vorgenommen. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang behandelt. Für die Abschreibung des Firmenwerts wird eine Nutzungsdauer von 14 Jahren zugrundegelegt, die Nachhaltigkeit ist durch die Marktpositionierung und die Zukunftsperspektiven der Andritz AG gegeben. Die Sätze der Normalabschreibungen entsprechen den unternehmensrechtlichen Vorschriften. Sie betragen für das übrige immaterielle Anlagevermögen zwischen 20% und 25%, für Gebäude und sonstige Baulichkeiten zwischen 2% und 14,29%, für technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 10% und 33,3%.

Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten oder im Falle einer dauernden Wertminderung mit den niedrigeren Ertragswerten bewertet. Ausleihungen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Kurswerten bewertet.

Die Vorräte und Forderungen werden unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Aufträge werden mit ihren Herstellungskosten abzüglich allfälliger Vorsorgen für drohende Verluste bewertet. Gewinnrealisierungen erfolgen bei Endabrechnung der Kundenaufträge, für das Gewährleistungsrisiko werden Einzelvorsorgen gebildet.

Der Bilanzansatz der noch nicht abrechenbaren Leistungen wird mit erhaltenen Anzahlungen, soweit diese bereits angearbeitete Aufträge betreffen, offen saldiert.

Wertpapiere und eigene Anteile werden zu den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Kurswerten bewertet.

Die Verpflichtungen aus vertraglichen Pensionszusagen und laufenden Pensionen, aus Abfertigungen sowie die kollektivvertraglichen Jubiläumsgelder sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen passiviert, wobei die Bewertungsvorschriften von IAS 19 angewandt wurden. Die Rückstellungen berücksichtigen die nach den Grundsätzen unternehmerischer Beurteilung erkennbaren Risiken und Verpflichtungen.

Anleihen werden mit ihren Rückzahlungsbeträgen ausgewiesen.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen, niedrigeren Stichtagskurs bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen, höheren Stichtagskurs bewertet.

Die Ansätze für die Vermögensgegenstände und Schulden entsprechen im Übrigen den bereits in den Vorjahren angewandten Grundsätzen.

II. Erläuterungen zur Bilanz

AKTIVA

Anlagevermögen

Entwicklung der Anschaffungskosten

(Beträge in EUR)

Stand am Zugänge Umbuchung Abgänge Stand am
1.1.2011 31.12.2011
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 5.154.340,83 1.530.749,68 0,00 0,00 6.685.090,51
2. Firmenwert 168.193.550,34 0,00 0,00 0,00 168.193.550,34
173.347.891,17 1.530.749,68 0,00 0,00 174.878.640,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 44.510.592,24 0,00 0,00 4.505.637,60 40.004.954,64
2. technische Anlagen und Maschinen 6.552.888,05 2.299.722,94 101.980,00 48.097,63 8.906.493,36
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts
ausstattung*) 2.149.775,34 2.309.612,96 0,00 250.547,04 4.208.841,26
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 1.739.323,54 14.194.301,66 -101.980,00 0,00 15.831.645,20
54.952.579,17 18.803.637,56 0,00 4.804.282,27 68.951.934,46
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 859.826.649,04 67.010.198,44 -35.000,00 17.500,00 926.784.347,48
2. Beteiligungen 610.796,00 47.150,00 35.000,00 100.015,00 592.931,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.584.190,00 0,00 0,00 0,00 1.584.190,00
4. Sonstige Ausleihungen 0,00 33.000.000,00 0,00 0,00 33.000.000,00
862.021.635,04 100.057.348,44 0,00 117.515,00 961.961.468,48
Summe 1.090.322.105,38 120.391.735,68 0,00 4.921.797,27 1.205.792.043,79

*) Im Zugang und Abgang sind geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von 165.322,04 EUR enthalten.

Entwicklung der kumulierten Abschreibungen

(Beträge in EUR)

Stand am Jahres- Abgänge/ Stand am
1.1.2011 abschreibung Zuschreibung 31.12.2011
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Software, Lizenzen und andere Rechte
955.331,08 1.098.292,58 0,00 2.053.623,66
2.
Firmenwert
134.404.667,44 11.262.960,96 0,00 145.667.628,40
135.359.998,52 12.361.253,54 0,00 147.721.252,06
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke und Bauten
31.038.837,77 940.037,86 3.905.383,82 28.073.491,81
2.
technische Anlagen und Maschinen
842.790,77 910.406,55 5.010,17 1.748.187,15
3.
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts
ausstattung*) 493.276,00 1.073.611,28 203.678,96 1.363.208,32
32.374.904,54 2.924.055,69 4.114.072,95 31.184.887,28
III. Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen Unternehmen
40.089.367,85 3.603.000,00 0,00 43.692.367,85
2.
Beteiligungen
0,00 0,00 0,00 0,00
3.
Wertpapiere des Anlagevermögens
388.030,00 0,00 0,00 388.030,00
4.
Sonstige Ausleihungen
0,00 0,00 0,00 0,00
40.477.397,85 3.603.000,00 0,00 44.080.397,85
Summe 208.212.300,91 18.888.309,23 4.114.072,95 222.986.537,19

*) In der Jahresabschreibung und in den Abgängen sind geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von 165.322,04 EUR enthalten.

Buchwerte zum 31.12.2011

(Beträge in EUR)

Anschaffungs- kumulierte Buchwerte
kosten Abschreibungen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 6.685.090,51 2.053.623,66 4.631.466,85
2. Firmenwert 168.193.550,34 145.667.628,40 22.525.921,94
174.878.640,85 147.721.252,06 27.157.388,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 40.004.954,64 28.073.491,81 11.931.462,83
2. technische Anlagen und Maschinen 8.906.493,36 1.748.187,15 7.158.306,21
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts
ausstattung 4.208.841,26 1.363.208,32 2.845.632,94
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 15.831.645,20 0,00 15.831.645,20
68.951.934,46 31.184.887,28 37.767.047,18
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 926.784.347,48 43.692.367,85 883.091.979,63
2. Beteiligungen 592.931,00 0,00 592.931,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.584.190,00 388.030,00 1.196.160,00
4. Sonstige Ausleihungen 33.000.000,00 0,00 33.000.000,00
961.961.468,48 44.080.397,85 917.881.070,63
Summe 1.205.792.043,79 222.986.537,19 982.805.506,60

Immaterielle Vermögensgegenstände

Der aus der Verschmelzung mit der Andritz Internationale Technologie AG stammende Firmenwert von 168 MEUR wird plangemäß über 14 Jahre verteilt abgeschrieben.

Sachanlagen

Der in den Grundstücken enthaltene Grundwert beträgt 1.511.642 EUR (Vorjahr: 1.511.642 EUR).

Finanzanlagen

Die Zugänge unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen im Jahr 2011 getätigte Akquisitionen sowie Kapitalmaßnahmen bei bestehenden Tochtergesellschaften.

Die aus steuerrechtlichen Gründen unterlassene Zuschreibung bei den Wertpapieren des Anlagevermögens beträgt 121.040 EUR (Vorjahr: 217.160 EUR).

Die Zugänge unter den sonstigen Ausleihungen betreffen zu Veranlagungszwecken erworbene Schuldscheindarlehen, welche durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken abgesichert sind.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Die Bewertung erfolgte zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder den niedrigeren Wiederbeschaffungspreisen des Bilanzstichtags. Für nicht- oder schwergängige Materialien wurden angemessene Abwertungen vorgenommen.

fertige Erzeugnisse und Waren

Die fertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten angesetzt. Wertberichtigungen wurden nach dem Grad der Verwertbarkeit bzw. dem unternehmerischen Vorsichtsgebot entsprechend in angemessener Höhe gebildet.

noch nicht abrechenbare Leistungen

Der Wertansatz bei diesen Leistungen erfolgte zu Herstellungskosten, wobei auch bei langfristiger Fertigung keine Zuschläge für Verwaltungs- und Vertriebskosten angesetzt werden. Wertberichtigungen wurden für aus Kundenaufträgen erwartete Verluste sowie für schwere Verwertbarkeit bei Vorratsaufträgen gebildet. Noch nicht verrechnete Anzahlungen von Kunden wurden, soweit die Aufträge bereits angearbeitet waren, in dieser Bilanzposition offen saldiert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

(Beträge in TEUR)

Restlaufzeit Restlaufzeit Bilanz
bis 1 Jahr > 1 Jahr wert
(Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23.345 0 23.345
(24.829) (0) (24.829)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 41.921 0 41.921
(59.907) (0) (59.907)
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 12.743 28.419 41.162
(15.550) (28.419) (43.969)
78.009 28.419 106.428
(100.286) (28.419) (128.705)

Unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips wurden bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erkennbare Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Auslandsforderungen sind in den meisten Fällen durch Exportgarantien besichert. Unverzinsliche langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden abgezinst.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind 20.209.946 EUR (Vorjahr: 18.454.726 EUR) aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

In den sonstigen Forderungen sind 1.924.240 EUR (Vorjahr: 3.256.835 EUR) Erträge enthalten, welche erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

In den sonstigen Forderungen ist insbesondere eine Restforderung an die UniCredit Bank Austria AG für die Abdeckung bereits rückgestellter Verluste der Jahre 1983 und 1984 enthalten.

eigene Anteile

Der Vorstand hat auf Basis einer Ermächtigung der Hauptversammlung und mit Zustimmung des Aufsichtsrats Aktienrückkauf- und -wiederverkaufsprogramme beschlossen, welche den Erwerb von bis zu 5.200.000 Stückaktien im Zeitraum 1.Oktober 2008 bis 31.März 2011 und im Zeitraum 6. April 2011 bis 30. September 2013 ermöglichen. Zum 31. Dezember 2011 befinden sich 412.197 Stückaktien in Besitz der Andritz AG, dies entspricht einem Anteil am Grundkapital in Höhe von 0,80% bzw. 824.394 EUR. Es ist vorgesehen, diese Aktien für die Bedienung der Optionen im Rahmen der Aktienbeteiligungsprogramme für Führungskräfte zu verwenden.

Datum Anzahl der Anteil am Anteil am Gewichteter
Durchschnittsprei
Wert der
des erworbenen Grundkapital Grundkapital s rückgekauften
Erwerbs Stückaktien in % in EUR je Aktie Aktien
9. Aug. 11 37.000 0,07% 74.000,00 56,43 2.087.754,60
10. Aug. 11 52.000 0,10% 104.000,00 61,91 3.219.403,20
11. Aug. 11 30.000 0,06% 60.000,00 60,74 1.822.323,00
12. Aug. 11 22.500 0,04% 45.000,00 63,90 1.437.808,50
16. Aug. 11 33.000 0,06% 66.000,00 63,91 2.109.122,40
17. Aug. 11 26.411 0,05% 52.822,00 63,98 1.689.680,70
18. Aug. 11 49.000 0,09% 98.000,00 61,26 3.001.813,50
19. Aug. 11 50.089 0,10% 100.178,00 59,32 2.971.399,69
23. Nov. 11 35.000 0,07% 70.000,00 58,85 2.059.732,50
24. Nov. 11 15.000 0,03% 30.000,00 59,51 892.696,50
25. Nov. 11 25.000 0,05% 50.000,00 59,10 1.477.580,00
Gesamt 375.000 0,72% 750.000,00 60,72 22.769.314,5
9

Im Jahr 2011 erworbene Stückaktien:

2011 wurden von berechtigten Führungskräften Optionen zum Erwerb von insgesamt 1.011.200 Stückaktien zu einem Preis von 35,44 EUR je Aktie ausgenutzt; die Bedienung erfolgte aus vorhandenen Beständen eigener Anteile. 481 Stückaktien wurden an eine Tochtergesellschaft zu einem Kurs von 64,00 EUR je Aktie anlässlich einer Mitarbeiterbeteiligungsaktion verkauft. Der auf alle verkauften Aktien entfallende Betrag des Grundkapitals ist 2.023.362 EUR, der Anteil am Grundkapital beträgt 1,95%. Die aus den Verkäufen erzielten Erlöse wurden zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung verwendet.

Weiters wurden im Rahmen einer Mitarbeiterbeteiligungsaktion 6.380 Stückaktien an Mitarbeiter der Andritz AG abgegeben, 5 Stückaktien wurden bei einem Gewinnspiel verlost.

Die aus steuerrechtlichen Gründen unterlassene Zuschreibung bei den eigenen Anteilen beträgt 0 EUR (Vorjahr: 2.368.805 EUR).

PASSIVA

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 104.000.000 EUR (Vorjahr: 104.000.000 EUR). Es ist in 52.000.000 Stückaktien ohne Nennwert zerlegt.

Optionsrücklage

Der Betrag der Verpflichtung, die aus dem am 26. März 2010 beschlossenen Optionsprogramm resultiert, wird während des Erdienungszeitraums in gleichen Raten als Aufwand verrechnet und in eine Optionsrücklage eingestellt. Der Aufwand für diese anteilsbasierten Vergütungen betrug im Geschäftsjahr 2.539.192 EUR (Vorjahr: 1.481.195 EUR).

Rücklage für eigene Anteile

Die Rücklage für eigene Anteile zum 31. Dezember 2011 beträgt 18.665.508 EUR (Vorjahr: 50.017.152 EUR); ihr stehen auf der Aktivseite ausgewiesene eigene Anteile in gleicher Höhe gegenüber.

Rückstellungen für Abfertigungen, Rückstellungen für Pensionen

Die Verpflichtungen aus den theoretischen Abfertigungsansprüchen der Dienstnehmer sowie die Rückstellungen für Pensionen wurden zum 31.12.2011 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Verwendung eines Zinssatzes von 5,00% (Vorjahr: 4,50%) sowie eines Gehaltstrends von 3,00% (Vorjahr: 2,50%) (IAS 19) berechnet. Für die Berechnung wurden die AVÖ2008 – Angestellte Pagler & Pagler zugrunde gelegt. Aufgrund der geänderten Prozentsätze sind aperiodische Aufwendungen in Höhe von 33.601 EUR entstanden. Die Korridormethode wurde nicht angewendet. Das rechnungsmäßige Pensionsalter entspricht wie im Vorjahr dem frühest möglichen Anfallsalter für die vorzeitige Alterspension gemäß der im Budgetbegleitgesetz 2003 verankerten Pensionsreform. Für die im Jahr 1999 an eine Pensionskasse übertragenen Pensionsansprüche wurde ein Gutachten nach den gleichen Grundsätzen erstellt. Zum 31. Dezember 2011 lag das Deckungskapital der Pensionsversicherung unter dem Niveau der entsprechenden Pensionsverpflichtungen; eine entsprechende Rückstellung für zu erwartende Nachschüsse wurde gebildet.

sonstige Rückstellungen

31.12.2011 31.12.2010
in MEUR in MEUR__
Auftragsbezogene Vorsorgen für
-
fehlende Selbstkosten
43,2 38,9
-
Gewährleistungen und Mehrkosten
42,7 65,4
Personalaufwendungen 51,4 50,7

Zu erwartende Auftragsverluste werden in Höhe der Unterschiedsbeträge zwischen den voraussichtlichen Gesamtselbstkosten und den Erlösen ermittelt und passiviert.

Die Rückstellung für unverbrauchte Urlaube ist mit 16,8 MEUR (Vorjahr: 15,1 MEUR) angesetzt.

Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen (IAS 19) berechnet. Aufgrund der geänderten %-Sätze sind aperiodische Aufwendungen in Höhe von 4.402 EUR entstanden.

Verbindlichkeiten

(Beträge in TEUR)

Restlaufzeit
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
Restlaufzeit
Restlaufzeit
> als 5 Jahre
davon
Hypothekar
schulden
(Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr)
Anleihen 0 350.000 0 350.000 0
(0) (350.000) (0) (350.000) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0 0
(10.360) (0) (0) (10.360) (0)
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 111.744 164.215 9.570 285.529 0
(104.485) (154.265) (11.890) (270.640) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 54.039 1.439 888 56.366 0
(36.997) (1.135) (0) (38.132) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 249.623 0 0 249.623 0
(203.353) (0) (0) (203.353) (0)
sonstige Verbindlichkeiten 9.460 509 0 9.969 58
(43.176) (438) (0) (43.614) (88)
424.866
(398.371)
516.163
(505.838)
10.458
(11.890)
951.487
(916.099)
58
(88)

Am 19. Juni 2006 wurde eine öffentliche Anleihe am Kapitalmarkt mit einer Laufzeit von 7 Jahren platziert; das Volumen beträgt 200 MEUR, die Kuponverzinsung wurde mit 4,5% p.a. fixiert. Am 20. Februar 2008 wurde eine weitere öffentliche Anleihe in Höhe von 150 MEUR mit einer Laufzeit von 7 Jahren und einer Fixverzinsung von 5,25% p.a. begeben. Über das gesamte Volumen und die gesamte Laufzeit beider Anleihen wurden Zinsswaps abgeschlossen, mit denen die fixen Zinszahlungen der Gesellschaft gegen variable Zinszahlungen auf Basis 1-Monats-EURIBOR bzw. 3-Monats-EURIBOR getauscht wurden.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind 22.824.394 EUR (Vorjahr: 8.974.845 EUR) aus Lieferungen und Leistungen und 92.415.478 EUR (Vorjahr: 88.190.281 EUR) aus erhaltenen Anzahlungen enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von 3.514.111 EUR (Vorjahr: 3.469.365 EUR) enthalten, welche erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

ANDRITZ AG Graz

Haftungsverhältnisse

In den Haftungsverhältnissen sind Haftungen für verbundene Unternehmen in Höhe von 2.476.831 TEUR (Vorjahr: 1.694.170 TEUR) enthalten. Die Haftungsverhältnisse entfallen zur Gänze auf übernommene Garantien.

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen

Diese betragen für die folgenden fünf Geschäftsjahre 9,0 MEUR (Vorjahr: 19,0 MEUR), davon für 2012 4,3 MEUR, und betreffen zur Gänze verbundene Unternehmen.

sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2010 bestand ein Bestellobligo für Investitionsgüter in Höhe von 0,0 MEUR (Vorjahr: 0,6 MEUR).

außerbilanzielle Geschäfte

Es bestehen keine Geschäfte, die weder in der Bilanz ausgewiesen noch gemäß § 237 Z 8 UGB oder § 199 UGB anzugeben sind, aus denen wesentliche Risken oder Vorteile entstehen.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

(Beträge in TEUR)

Inland Export 2011
Gesamt
2010
Gesamt
Papier und Zellstoff 5.986 241.411 247.397 344.923
Walz- und Bandbehandlungsanlagen 403 98.111 98.514 160.500
Hydraulische Maschinen 10.186 40.023 50.209 80.614
Umwelt- und Prozesstechnologien 2.499 14.367 16.866 25.743
Sonstige 5.252 6.636 11.888 9.870
Nebenerlöse, Skonti (143) 0 (143) (120)
24.183 400.548 424.731 621.530

Umsatzerlöse nach Märkten

in TEUR
2011 2010
Inland 24.183 31.756
Europäische Union 108.120 94.653
Übriges Europa 13.233 16.710
Nordamerika 60.135 48.280
Asien 183.265 329.690
Übrige Welt 35.795 100.441
424.731 621.530

Der Exportanteil bei den Umsatzerlösen beträgt 94% (Vorjahr 95%)

übrige sonstige betriebliche Erträge

In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind neben diversen Mieterlösen (1.084 TEUR, Vorjahr: 964 TEUR) und Erträgen aus Wechselkursdifferenzen (4.026 TEUR, Vorjahr: 6.350 TEUR) insbesondere Verrechnungen an Tochtergesellschaften (47.361 TEUR, Vorjahr 37.124 TEUR) enthalten.

Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von 5.095 TEUR (Vorjahr: 2.492 TEUR) enthalten. Der restliche Betrag von 564 TEUR (Vorjahr: 499 TEUR) betrifft Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen.

übrige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus auftragsbezogenen Kosten (17.979 TEUR, Vorjahr: 26.157 TEUR), Wechselkursdifferenzen (2.567 TEUR, Vorjahr: 5.441 TEUR) sowie aus Beratungs- (8.483 TEUR, Vorjahr: 9.434 TEUR), Reise- (21.795 TEUR, Vorjahr: 17.343 TEUR), Instandhaltungs- (14.294 TEUR, Vorjahr: 12.095) und sonstigen allgemeinen Verwaltungskosten zusammen.

Finanzergebnis

Die Erträge aus Beteiligungen von 118.856 TEUR (Vorjahr: 100.498 TEUR) stammen aus Gewinnausschüttungen von Tochterunternehmen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen insbesondere Ertragssteuern der Geschäftsjahre 2010 und 2011 sowie ausländische Quellensteuern. Seitens der Andritz AG als Gruppenträger erfolgten im Geschäftsjahr Weiterbelastungen an Gruppenmitglieder in Höhe von 25.792 TEUR (Vorjahr: 14.506 TEUR).

2011
TEUR
2010
TEUR
Körperschaftsteuer
laufendes Geschäftsjahr 27.252 22.577
Vorjahre (2.119) (281)
Weiterbelastungen an Gruppenmitglieder
laufendes Geschäftsjahr (25.792) (16.187)
Vorjahre 1.245 1.681
ausländische Quellensteuer 2.947 1.823
3.533 9.613

Die gemäß § 198 Abs. 10 UGB aktivierbare Steuerabgrenzung hätte zum 31. Dezember 2011 8,7 MEUR (Vorjahr: 8,9 MEUR) betragen.

IV. Sonstiges

Beteiligungen, verbundene Unternehmen

(Beträge in TEUR)

Sitz Beteiligungsquote in TEUR
Verbundene Unternehmen direkt indirekt Jahresüberschuss Eigenkapital
Anstalt für Strömungsmaschinen GmbH Graz / Österreich 100% 17 1.449
ANDRITZ Technology and Asset Management GmbH Graz / Österreich 100% 10.274 231.963
European Mill Service GmbH Graz / Österreich 50% -29 -1.921
ANDRITZ HYDRO GmbH Wien / Österreich 100% 75.755 256.147
ANDRITZ Deutschland Beteiligungs GmbH Krefeld / Deutschland 49% 51% 18.140 196.408
ANDRITZ GmbH Hemer / Deutschland 6,25% 93,75% 11.218 54.794
HGI Holdings Limited Limassol / Zypern 100% 474 3.515
AP Anlage-Projektierungs AG Bülach / Schweiz 100% 72 -6.613
ANDRITZ Separation (India) Private Ltd. Chennai / Indien 100% 1.031 1.920
ACB Entwicklungsgesellschaft mbH Wien / Österreich 73% -96 -61
ANDRITZ FEED & BIOFUEL A/S Esbjerg / Dänemark 100% 2.775 9.235
ANDRITZ Chile Ltda. Santiago de Chile / Chile 100% 1.525 3.715
ANDRITZ (USA) Inc. Roswell / Georgia (USA) 100% 8.769 105.659
ANDRITZ S. A. S. Vélizy-Villacoublay / Frankreich 100% 5.634 25.543
Jaybee Eng. (Holdings) Pty. Ltd. Carrum Downs / Australien 100% 926 5.465
ANDRITZ Ingeniería S.A. Madrid / Spanien 100% 638 1.500
ANDRITZ Brasil Ltda. Curitiba / Brasilien 100% 10.073 71.822
ANDRITZ Pilão Equipamentos Ltda. Vinhedo / São Paulo (Brasilien) 100% -623 -2.780
ANDRITZ Oy Helsinki / Finnland 100% 16.997 86.954
ANDRITZ HYDRO Canada Inc. Petersborough / Ontario (Kanada) 100% 5.547 25.772
ANDRITZ AB Örnsköldsvik / Schweden 100% 2.092 11.592
ANDRITZ Ltd. Newcstle-under-Lyme / Großbritannien 100% 429 4.324
ANDRITZ Technologies Ltd. Foshan / China 76% 24% 26.737 86.425
ANDRITZ-Wolfensberger Special Alloy Foundry Co., Ltd. Foshan / China 95% -410 -1.969
ANDRITZ Technologies H.K. Ltd. Hong Kong / China 100% 1.823 2.389
ANDRITZ Thermtec Holding B.V. Rotterdam / Niederlande 100% 1.298 3.473
ANDRITZ Technologies Private Limited Bangalore / Indien 100% 796 1.793
ANDRITZ FEED & BIOFUEL Ltd. Hull / Großbritannien 100% 449 1.743
ANDRITZ FEED & BIOFUEL B.V. Geldrop / Niederlande 100% 2.190 14.174
ANDRITZ 3SYS AG Hendschiken / Schweiz 100% -394 -6.009
ANDRITZ Singapore Pte. Ltd. Singapur / Singapur 100% 820 4.099
ANDRITZ (Thailand) Ltd. Bangkok / Thailand 100% -4 185
ANDRITZ Uruguay S. A. Rio Negro / Uruguay 100% 3.277 8.899
ANDRITZ Pulp Technologies Punta Pereira S.A. Montevideo/ Uruguay 100% 1.346 1.404
ANDRITZ K.K. Tokio / Japan 100% 609 5.848
ANDRITZ DELKOR (Pty) Ltd. Kyalami / Südafrika 100% -642 6.912
PT. ANDRITZ Jakarta / Indonesien 100% 248 283
LLC ANDRITZ St. Petersburg / Russland 100% 44 1.176
LLC ANDRITZ HYDRO Moskau / Russland 100% -489 -872
ANDRITZ Kufferath s.r.o. Levice / Slowakei 100% 320 7.050
ANDRITZ Kft. Tiszakécske / Ungarn 100% 2.227 18.775
ANDRITZ Perfojet S.A.S. Montbonnot Saint-Martin / Frankreich 100% 557 1.592
ANDRITZ Biax S.A.S. Le Bourget du Lac / Frankreich 100% 978 1.069
ANDRITZ Frautech S. r. l. Vicenza / Italien 100% -340 6.274
Larvik Cell Holding AS Jevnaker / Norwegen 100% -88 -18.543
ANDRITZ Biax GmbH Graz / Österreich 100% -1 34
ANDRITZ Como S.r.l. Grandate / Italien 100% 38 68
ANDRITZ Asselin-Thibeau S.A.S. Elbeuf / Frankreich 100% 0 -3.625
ANDRITZ Iggesund Tools International AB Iggesund / Schweden 100% -111 16.354

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit wurde die Liste der Beteiligungen im Vergleich zum Vorjahr auf die gesetzlichen Mindestanforderungen gemäß §238 UGB reduziert.

Die Angaben für Eigenkapital und Jahresüberschuss der verbundenen Unternehmen wurden den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend den "International Financial Reporting Standards" (IFRS) aufgestellt wurden, entnommen.

Steuerliche Unternehmensgruppe

Zwischen der Andritz AG als Gruppenträger und der Andritz Hydro GmbH, Wien als Gruppenmitglied besteht eine steuerliche Unternehmensgruppe gem. § 9 KSTG. Die aus dem Gruppenvertrag resultierenden Steuerumlagen werden nach der sogenannten Belastungsmethode verrechnet, wobei im Falle eines steuerlichen Gewinns das Gruppenmitglied eine Steuerumlage an den Gruppenträger zu entrichten hat, im Falle eines steuerlichen Verlusts dieser evident gehalten und mit späteren Gewinnen des Gruppenmitglieds ausgeglichen wird. Die Steuerumlage ist spätestens bis zum 30.9. des folgenden Geschäftsjahrs zu leisten, der Gruppenträger kann jedoch entsprechende Vorauszahlungen vorschreiben. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Dauer geschlossen und unterliegt österreichischem Recht.

Beschäftigte

Im Jahresdurchschnitt wurden 1.490 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) (Vorjahr: 1.414), davon 403 Arbeiter (Vorjahr: 395) und 1.087 Angestellte (Vorjahr: 1.019), beschäftigt.

Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen

2011 2010
TEUR TEUR
für Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte 3.804 1.285
für andere 4.461 3.979
8.265 5.264

Aktienbeteiligungsprogramm für Führungskräfte

Optionsprogramm 1:

Die 101. ordentliche Hauptversammlung vom 27. März 2008 hat ein Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands beschlossen.

Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen beträgt je nach Verantwortungsbereich 6.000, 10.000 oder 20.000, für Mitglieder des Vorstands 40.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 50.000. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden.

Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte vom 1.5.2008 bis vor einem jeden Ausübungszeitpunkt dauernd in einem aktiven Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einer zum Andritz-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in Andritz-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands. Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschluss-

kurse der Andritz-Aktie während der vier auf die 101. ordentliche Hauptversammlung vom 27. März 2008 folgenden Kalenderwochen und beträgt 35,44 EUR.

Die Optionen können in der Zeit vom 1. Mai 2010 bis 30. April 2012 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2010 bis 30. April 2011 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2009 oder der Gewinn je Aktie des Geschäftsjahrs 2010 (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) mindestens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2007 liegt

oder wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum 1. Mai 2011 bis 30. April 2012 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2010 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des

Geschäftsjahrs 2011 mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2007 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten bezogen werden. Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden. Die Aktienoptionen sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Optionsprogramm 2:

Die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 hat ein Aktienoptionsprogramm für leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands beschlossen.

Die Anzahl der je berechtigter Führungskraft gewährten Optionen beträgt je nach Verantwortungsbereich 6.000, 10.000, 15.000 oder 20.000, für Mitglieder des Vorstands 40.000 und für den Vorsitzenden des Vorstands 50.000. Die Optionen sollen aus von der Gesellschaft rückerworbenen eigenen Aktien bedient werden.

Eine Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie. Um eine Aktienoption ausüben zu können, muss der Berechtigte vom 1.5.2010 bis vor einem jeden Ausübungszeitpunkt dauernd in einem aktiven Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einer zum Andritz-Konzern gehörenden Gesellschaft gestanden haben. Weitere Voraussetzung ist ein Eigeninvestment in Andritz-Aktien von zumindest 20.000 EUR für leitende Angestellte und 40.000 EUR für Mitglieder des Vorstands. Der Ausübungspreis für die Aktienoptionen ist der ungewichtete Durchschnitt der Börsenschlusskurse der Andritz-Aktie während der vier auf die 103. ordentliche Hauptversammlung vom 26. März 2010 folgenden Kalenderwochen und beträgt 46,36 EUR.

Die Optionen können in der Zeit vom 1. Mai 2013 bis 30. April 2015 (= Ausübungszeitraum) ausgeübt werden und nur dann, wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum von 1. Mai 2012 bis 30. April 2013 mindestens 15% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2011 oder der Gewinn je Aktie des Geschäftsjahrs 2012 (bezogen auf die Gesamtzahl der

gelisteten Aktien) mindestens 15% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2009 liegt

oder wenn

  • der ungewichtete Schlusskurs der Andritz-Aktie im Durchschnitt von zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstagen im Zeitraum 1. Mai 2013 bis 30. April 2014 mindestens 20% über dem Ausübungspreis liegt und
  • der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2012 oder der Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2013 mindestens 20% über dem Gewinn je Aktie (bezogen auf die Gesamtzahl der gelisteten Aktien) des Geschäftsjahrs 2009 liegt.

Im Falle der Erfüllung der Ausübungsbedingungen können 50% der Optionen sofort, 25% der Optionen nach drei Monaten und die restlichen 25% nach weiteren drei Monaten bezogen werden. Aktienoptionen können nur durch schriftliche Erklärung an die Gesellschaft ausgeübt werden. Die Aktienoptionen sind nicht übertragbar. Die in Ausübung der Aktienoptionen bezogenen Aktien unterliegen keiner Behaltefrist.

Optionsprogramm 1 Optionsprogramm 2
im Jahr 2011
ausgenützte
Optionen
im Jahr 2012
ausnützbare
Optionen
eingeräumte
Optionen
per 31.12.2011
Vorstand
Wolfgang Leitner
Franz Hofmann
Karl Hornhofer
Humbert Köfler
Friedrich Papst
Wolfgang Semper
Leitende Angestellte
50.000
40.000
40.000
40.000
40.000
20.000
781.200
0
0
0
0
0
0
40.800
50.000
10.000
40.000
40.000
40.000
20.000
809.000
GESAMT 1.011.200 40.800 1.009.000
Ausübungspreis je Aktie in EUR
Wert Optionen gesamt
in EUR
35,44
bei Ausübung
30.873.403
35,44
31.12.2011
1.169.328
46,36
31.12.2011
17.899.660

Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte (in TEUR):

Umfang Zeitwert
US-Dollar: 9.236 -321
Renmimbi: 9.029 381
Pfund Sterling: 2.819 -74
Andere Währungen 3.889 140
Summe 24.973 126

Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis der Terminkurse zum Bilanzstichtag durch Abzinsung des ermittelten Endwerts über die Restlaufzeit errechnet.

Die beizulegenden Zeitwerte für die Zinssicherung der Anleihen in Form von Zinsswaps betragen zum 31.12.2011 22.312 TEUR (Vorjahr: 22.880 TEUR) und repräsentieren die Marktwerte zum Bilanzstichtag.

Weiters bestehen zum 31.12.2011 Zinssicherungsgeschäfte zu Beteiligungsfinanzierungen (Umfang: 8.715 TEUR). Die beizulegenden Zeitwerte für die Zinssicherungen betragen zum 31.12.2011 179 TEUR (Vorjahr: 519 TEUR) und repräsentieren die Marktwerte zum Bilanzstichtag.

Drohende Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten werden in der Bilanz nicht passiviert, da diese mit bilanzierten Aktiv- bzw. Passivposten eine geschlossene Position bilden.

Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vorstandsvergütungen betrugen:

in TEUR
2011 2010
Kurzfristige Leistungen 10.114 8.375
Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 399 611
Aktienbasierte Vergütungen 541 737
11.054 9.723

Der Gegenwert der aktienbasierten Vergütungen wurde nach IFRS ermittelt. Für Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldansprüche werden ab 2011 die Dienstzeitaufwendungen gemäß IAS 19 angesetzt.

Von verbundenen Unternehmen wurden keine Bezüge ausbezahlt. An ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene wurden 346.361 EUR (Vorjahr: 342.655 EUR) ausbezahlt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten Vergütungen von 110.000 EUR (Vorjahr: 112.500 EUR).

Aufsichtsrat:

Gewählte Mitglieder:
Hellwig Torggler
Vorsitzender
Klaus Ritter
Stellvertreter des Vorsitzenden (seit 25.8.2011)
Kurt Stiassny
Stellvertreter des Vorsitzenden (bis 25.8.2011)
Peter Mitterbauer
Christian Nowotny
Fritz Oberlerchner

ANDRITZ AG Graz

Delegierte Mitglieder: Georg Auer (seit 1.7.2011) Isolde Findenig (seit 1.1.2012) Andreas Martiner Martha Unger (bis 31.12.2011) Brigitta Wasserbauer (bis 30.6.2011)

Vorstand:

Wolfgang Leitner Vorsitzender Franz Hofmann (bis 31.3.2011) Karl Hornhofer Humbert Köfler Friedrich Papst Wolfgang Semper (seit 1.4.2011)

Graz, am 23. Februar 2012

Der Vorstand

Wolfgang Leitner Karl Hornhofer Humbert Köfler Friedrich Papst Wolfgang Semper

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der ANDRITZ AG, Graz, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2011, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der ANDRITZ AG zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 23. Februar 2012

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Manfred Geritzer e.h. Dr. Nikolaus Müller e.h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.