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Allgeier SE Annual Report 2020

Jul 2, 2021

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Annual Report

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Publication

ALLGEIER SE

München

Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020

Bilanz zum 31. Dezember 2020

A K T I V A

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 39.651,30 8.085,02
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 447.964,46 488.886,08
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 499.952,43 479.378,62
947.916,89 968.264,70
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 57.952.647,58 128.065.921,86
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 60.612.263,72 115.861.015,00
3. sonstige Ausleihungen 2.000.000,00 1.845.322,58
120.564.911,30 245.772.259,44
121.552.479,49 246.748.609,16
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 367.216,28 0,00
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 131.769.936,88 125.144.857,15
3. sonstige Vermögensgegenstände 2.068.740,73 889.659,01
134.205.893,89 126.034.516,16
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 9.161.354,05 6.403.486,91
143.367.247,94 132.438.003,07
C. Rechnungsabgrenzungsposten 74.952,89 1.353.858,24
D. Aktive latente Steuern 1.176.043,12 2.000.000,00
266.170.723,44 382.540.470,47

P A S S I V A

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 11.382.513,00 11.289.000,00
./. Nennbetrag eigener Anteile 0,00 94.782,00
Ausgegebenes Kapital 11.382.513,00 11.194.218,00
II. Kapitalrücklage 62.980.861,89 57.120.742,43
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 102.258,38 102.258,38
2. andere Gewinnrücklagen 0,00 63.405.563,07
102.258,38 63.507.821,45
IV. Bilanzgewinn 48.839.595,53 66.283.968,80
123.305.228,80 198.106.750,68
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 6.069.279,23 800.000,00
2. sonstige Rückstellungen 6.964.284,58 4.654.147,58
13.033.563,81 5.454.147,58
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 24.966.937,34 150.510.927,49
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 214.059,69 516.539,28
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 96.116.349,60 24.383.664,48
4. sonstige Verbindlichkeiten 8.534.584,20 3.568.440,96
- davon aus Steuern: 129.831.930,83 178.979.572,21
EUR 7.340.785,24 (31.12.2019: EUR 3.345.140,60)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 0,00 (31.12.2019: EUR 0,00)
266.170.723,44 382.540.470,47

Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020

2020 2019
EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 6.558.972,68 767.518,15
2. sonstige betriebliche Erträge 182.201.251,22 214.644,45
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung

EUR 0,00 (i.Vj.: EUR 5.070,61)
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.071.551,95 0,00
- davon aus verbundenen Unternehmen

EUR 4.071.551,95 (i.Vj.: EUR 0,00)
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.078.748,17 4.735.494,88
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 121.461,25 117.296,35
6.200.209,42 4.852.791,23
5. Abschreibungen
- auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 154.251,28 1 19.890,36
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 21.477.920,10 9.409.083,15
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 17.918.766,26 70.812.039,72
8. Aufwendungen aus Verlustübernahme 2.807,35 1.983.965,52
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 4.881.436,01 3.762.916,78
- davon aus verbundenen Unternehmen

EUR 2.941.296,56 (i.Vj.: EUR 3.761.596,70)
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.320.329,69 1.202.153,55
- davon aus verbundenen Unternehmen

EUR 900.597,67 (i.Vj.: EUR 1.202.145,93)
11. Abschreibungen Finanzanlagen 3.528.527,46 0,00
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.952.344,24 3.538.219,75
- davon an verbundene Unternehmen

EUR 687.847,15 (i.Vj.: EUR 492.623,22)
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.920.063,48 2.154.077,81
- davon aus der Auflösung aktiver latenter Steuern

EUR 823.956,88 (i.Vj.: EUR 1.330.806,20)
14. Ergebnis nach Steuern 168.573.080,58 54.701.244,83
15. sonstige Steuern 12.760,92 12.045,56
16. Jahresüberschuss 168.560.319,66 54.689.199,27

Anhang für das Geschäftsjahr 2020

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Allgeier SE hat den Sitz in München und ist eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht München unter HRB 198543.

Der Gegenstand des Unternehmens ist das Halten und Verwalten von Unternehmensbeteiligungen sowie die Zusammenarbeit mit, Finanzierung von, Erbringung von Beratungs- und anderen Dienstleistungen für und Management von anderen Gesellschaften und Unternehmen, insbesondere im Technologiebereich und damit verwandten Bereichen.

Als kapitalmarktorientierte Gesellschaft gemäß § 264d HGB fällt die Gesellschaft aufgrund des § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB in die Klasse der großen Kapitalgesellschaften. Der handelsrechtliche Jahresabschluss (Einzelabschluss) zum 31. Dezember 2020 ist unter Beachtung der Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften, der Satzung und des AktG aufgestellt worden. Zur Klarheit der Darstellung werden die nach den gesetzlichen Vorschriften zu Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erforderlichen Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang erfolgen können, im Anhang aufgeführt.

Abspaltung der Aktien der Allgeier Connect AG sowie der Aktien der Nagarro SE auf die Nagarro SE als aufnehmende Gesellschaft mit Sachkapitalerhöhung

Der Vorstand der Allgeier SE, München, hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 5. November 2019 entschieden, die Geschäftsaktivitäten des Allgeier Konzerns im Bereich des Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäfts rechtlich zu verselbständigen und zu diesem Zweck eine Abspaltung nach dem Umwandlungsgesetz auf eine zukünftig eigenständige börsennotierte Gesellschaft, die spätere Nagarro SE, vorzunehmen.

Zur Vorbereitung und Durchführung der geplanten rechtlichen Verselbstständigung des Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäfts wurden im Wesentlichen die folgenden Maßnahmen im Allgeier Konzern durchgeführt:

Erwerb der Nagarro SE als Vorratsgesellschaft (damals als Blitz 20-361 SE, München, firmierend) mit Kaufvertrag vom 19. Februar 2020
Konzerninterne Übertragung der der Teilkonzerne iQuest, Objectiva, Allgeier Enterprise Services auf die Nagarro Holding GmbH, München, oder deren Tochtergesellschaften bis Ende Juni 2020.
Übertragung der gesamten Beteiligung an der Nagarro Holding GmbH sowie die Beteiligungsvehikel der Nagarro Mitarbeiterbeteiligung (SPP) im Juli 2020 auf die Nagarro SE.
Verkauf und Abtretung der aus konzerninternen Veräußerungen resultierenden Kaufpreisforderungen durch die (mittlerweile auf die Allgeier SE verschmolzene) Allgeier Project Solutions an die Allgeier SE. Dies betrifft aus der Veräußerung der Nagarro Holding GmbH einschließlich der mit dem SPP zusammenhängenden Beteiligungsgesellschaften eine Kaufpreisforderung in Höhe von 193.609 T€ gegen die Nagarro SE sowie aus dem Verkauf der iQuest Holding GmbH ein Teilbetrag von 50.000 T€ gegen die Nagarro Holding GmbH. Beide Kaufpreisforderung wurden bis zu ihrer unterjährigen Begleichung verzinslich mit einem Zinssatz von 3% p.a. gestundet.
Mit Einbringungs- und Abtretungsvertrag vom 11. August 2020 erfolgte die Einlage der beiden zuvor genannten abgetretenen Kaufpreisforderungen von insgesamt 243.609 T€ gegen die Nagarro SE und Nagarro Holding GmbH zu Nominalwerten sowie der Marke "Nagarro" mit einem Wert von 10 T€ durch die Allgeier SE in die Kapitalrücklage der Connect AG gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Zur weiteren Umsetzung der Abspaltung haben die Allgeier SE als übertragender Rechtsträger und die Nagarro SE als übernehmender Rechtsträger am 14. August 2020 einen notariell beurkundeten Abspaltungs- und Übernahmevertrag abgeschlossen. Der Abspaltungs- und Übernahmevertrag sieht vor, dass die Abspaltung mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. Januar 2020 (nachfolgend Abspaltungsstichtag) erfolgt. Gemäß diesem Vertrag gelten zwischen der Allgeier SE und der Nagarro SE ab dem Abspaltungsstichtag alle Handlungen und Geschäfte der Allgeier SE, die das abzuspaltende Vermögen betreffen, als für Rechnung der Nagarro SE vorgenommen. Der Abspaltungs- und Übernahmevertrag wurde nach Zustimmung der Hauptversammlungen der Allgeier SE am 24. September 2020 und der Nagarro SE am 30. Oktober 2020 wirksam.

Die operativen Aktivitäten des Softwareentwicklungs- und IT-Beratungsgeschäfts des Allgeier Konzerns wurden im Zuge der oben beschrieben Reorganisation auf die Nagarro SE übertragen. Die Allgeier SE hielt bis zur Wirksamkeit der Abspaltung sämtliche Aktien der Allgeier Connect AG. Die Allgeier Connect AG hielt ihrerseits keine Beteiligungen an weiteren Unternehmen, ihr wesentliches Vermögen besteht aus der Kaufpreisforderung gegen die Nagarro SE aus der zuvor erfolgten konzerninternen Veräußerungen der Nagarro Holding GmbH und des Nagarro SPP, eines Teils der Kaufpreisforderung gegen die Nagarro Holding GmbH aus dem Verkauf der iQuest sowie dem Markennamen Nagarro.

Die Allgeier SE hat ihre gesamten Aktien der Allgeier Connect AG sowie ihre gesamten Aktien der Nagarro SE ("abgespaltenes Vermögen") im Wege der Abspaltung zur Aufnahme gemäß § 123 Abs. 2 Nr. 1 UmwG auf die Nagarro SE abspalten. Als Gegenleistung für diese Abspaltung wurden den Aktionären der Allgeier SE Aktien der Nagarro SE im Verhältnis 1:1 zugeteilt, d. h. für je eine Aktie an der Allgeier SE haben Aktionäre der Allgeier SE eine Aktie der Nagarro SE erhalten. Die den Allgeier-Aktionären gewährten Aktien waren entweder Aktien, die im Zuge der Abspaltung an die Nagarro SE übertragen wurden (120.000 Stück) oder neue Aktien (11.362.513 Stück), die von der Nagarro SE mittels einer Kapitalerhöhung zur Durchführung der Abspaltung (Spaltungskapitalerhöhung) geschaffen wurden. Die Kapitalerhöhung erfolgte gegen Sacheinlage, es wurde das von der Allgeier "abgespaltene Vermögen", jeweils 100% der Aktien an der Allgeier Connect AG und an der Nagarro SE, in die Nagarro SE eingebracht.

Unmittelbar nach Wirksamwerden der Abspaltung mit Eintragung im Handelsregister der Allgeier SE am 16. Dezember 2020 wurden die Aktien der Nagarro SE planmäßig zum Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Mit Wirksamwerden der Abspaltung wurden die Aktionäre der Allgeier SE somit im gleichen Verhältnis Aktionäre der Nagarro SE und bleiben am abgespaltenen Vermögen des Allgeier Konzerns in Form ihrer Beteiligung an der Nagarro SE weiterhin unverändert beteiligt

Bei einer Abspaltung (§ 123 Abs. 2 UmwG) besteht der übertragende Rechtsträger fort, da nur ein Teil seines Vermögens übertragen wird. Die Abspaltung stellt eine auf einer Beschlussfassung der Anteilsinhaber des übertragenden Rechtsträgers beruhende Vermögensauskehrung (Abspaltung eines positiven bilanziellen Vermögenssaldos) dar. Bei der Übertragung wurde handelsrechtlich vom Wahlrecht der Buchwertfortführung Gebrauch gemacht. Es handelt sich somit um einen durch das Gesellschaftsverhältnis veranlassten Vorgang und nicht um einen laufenden Geschäftsvorfall des abspaltenden Rechtsträgers. Aus dem Vorgang ergeben sich keine das Jahresergebnis beeinflussenden Aufwendungen oder Erträge.

Verschmelzungen durch Aufnahme der Project Solutions GmbH, der Allgeier Neo GmbH sowie der iQuest SPP GmbH.

Mit Vertrag vom 14. August 2020 wurde im Geschäftsjahr das Tochterunternehmen Project Solutions GmbH, München, rückwirkend zum 1. Januar 2020 auf die Allgeier SE, München, verschmolzen. Die Verschmelzung erfolgte nach dem Anschaffungskostenprinzip zu Buchwerten. Durch die Verschmelzung ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund wurden ergänzende Angaben zu den wesentlichen betroffenen Positionen im Anhang sowie gesonderte Spalten im Anlagespiegel aufgenommen.

Des Weiteren wurde mit Vertrag vom 20. November 2020 im Geschäftsjahr das Tochterunternehmen Allgeier Neo GmbH, Düsseldorf, rückwirkend zum 1.1.2020 auf die Allgeier SE, München, verschmolzen. Die Verschmelzung erfolgte nach dem Anschaffungskostenprinzip zu Buchwerten. Durch diese Verschmelzung ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten nicht wesentlich beeinträchtigt.

Ferner wurde mit Vertrag vom 24. Juni 2020 im Geschäftsjahr die iQuest SPP GmbH, München, rückwirkend zum 1. Januar 2020 auf die Allgeier Project Solutions GmbH, München, bzw. auf die Allgeier SE, München, verschmolzen. Die Verschmelzung erfolgte nach dem Anschaffungskostenprinzip zu Buchwerten. Durch diese Verschmelzung ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten nicht wesentlich beeinträchtigt.

2. Bilanzierung und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden gegenüber dem Vorjahr unverändert fortgeführt.

Die Angaben zum Eigenkapital und Jahresergebnis der Tochtergesellschaften (gleichzeitig Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB) erfolgen entsprechend den nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften aufgestellten Einzelabschlüssen und sind in der Anlage 2 zum Anhang dargestellt.

Auf fremde Währungen lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Transaktionskurs bzw. Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

2.1 Anlagevermögen

2.1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über 3 bis 5 Jahre linear abgeschrieben.

2.1.2 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten - bei abnutzbaren Gegenständen abzüglich planmäßiger Abschreibungen - bzw. mit dem am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer, welche für bewegliche Sachanlagen zwischen 3 und 10 Jahren liegen, linear vorgenommen.

Für Gebäude wird eine Nutzungsdauer von 50 Jahren zugrunde gelegt.

2.1.3 Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten angesetzt bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung.

2.2 Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert gem. § 253 Abs. 4 HGB bilanziert.

2.3 Kassenbestand/Guthaben bei Kreditinstituten

Liquide Mittel werden mit dem Nennwert ausgewiesen. Auf fremde Währung lautende Guthaben werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.

2.4 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

2.5 Aktive latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern sind mit einem Ertragsteuersatz von 31% der temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt.

2.6 Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz (veröffentlicht durch die Deutsche Bundesbank) abgezinst worden.

2.7 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

3. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Gliederung und Entwicklung der einzelnen Positionen des Anlagevermögens ist dem als Anlage 1 zum Anhang beigefügten Anlagespiegel zu entnehmen.

Die durch die erfolgten Verschmelzungen bedingten Zugänge und Abgänge (insbesondere durch Konfusion der Anteile und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen) werden im Anlagespiegel in gesonderten Spalten gezeigt.

Im Rahmen der Abspaltung der Allgeier Connect AG sowie der Nagarro SE sind unter Berücksichtigung der unterjährig erfolgten Einlagen Abgänge in Höhe von 243.861 T€ zu verzeichnen, welche unter den Abgängen gezeigt werden. Die weiteren Abgänge betreffen die zur Herstellung der gesellschaftsrechtlichen Struktur vorbereitenden Veräußerungen.

Aufgrund von voraussichtlich dauernder Wertminderung wurden im Geschäftsjahr 2020 außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 3.529 T€ vorgenommen.

3.2 Umlaufvermögen

3.2.1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5.697 T€ (Vorjahr 374 T€) sowie aus laufenden Finanzierungen in Höhe von 126.073 T€ (Vorjahr 124.771 T€).

Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

3.3 Eigenkapital

3.3.1 Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2020 11.382.513,00 € (Vorjahr 11.289.000,00 €). Es ist eingeteilt in 11.382.513 auf den Namen lautenden Stückaktien. Zum 31. Dezember 2020 stellt es sich wie folgt dar:

2020 2019
Rechnerischer Nennwert je Stückaktie 1,00 € 1,00 €
Aktienkurs 30. Dezember 2020 (Vj. 30. Dezember 2019) 18,65 € 33,90 €

Der Kurs zum 31. Dezember 2019 beinhaltet aus Konzernsicht auch die Nagarro Gruppe, welche im Geschäftsjahr 2020 abgespalten, eigenständig gelistet und bewertet wurde.

Sämtliche Stückaktien der Gesellschaft gehören der gleichen Aktiengattung an. Die Aktien sind voll eingezahlt.

Im Geschäftsjahr 2020 erhöhte sich das gezeichnete Kapital der Allgeier SE durch Zuteilung von 93.513 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien).

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 23. Juni 2025 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrfach um bis zu insgesamt 5.664.500,00 € durch Ausgabe von bis zu 5.664.500 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020).

Die neuen Aktien sind den Aktionären grundsätzlich zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre für folgende Fälle auszuschließen:

a) Bei einer Bezugsrechtsemission für aufgrund des Bezugsverhältnisses entstehende Spitzenbeträge.

b) Für eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, von Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen mit einem solchen Erwerb im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Vermögensgegenständen, wenn der Erwerb im Interesse der Gesellschaft liegt.

c) Für eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Anteil am genehmigten Kapital in Höhe von bis zu 10% €, sofern der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Der rechnerisch auf die gemäß § 186 Absatz 3 Satz 4 des Aktiengesetzes (AktG) gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital darf insgesamt 10% des Grundkapitals zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung - oder falls dieser Wert geringer ist -zum Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung nicht überschreiten. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung in direkter oder entsprechender Anwendung dieser Vorschrift ausgegeben oder veräußert werden sowie auch Aktien, die aufgrund einer während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Absatz 3 Satz 4 des Aktiengesetzes (AktG) begebenen Wandel- beziehungsweise Optionsschuldverschreibung auszugeben oder zu gewähren sind.

Der Vorstand hat im Geschäftsjahr 2020 von den erteilten Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2018 kein Gebrauch gemacht.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Juni 2010, abgeändert durch Beschlüsse der Hauptversammlung vom 17. Juni 2014 und 28. Juni 2017 sowie die Ausgabe von insgesamt 406.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien) zum 31. Dezember 2020 um bis zum 54.000 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010). Das Bedingte Kapital 2010 dient der Bedienung von den noch offenen 54.000 Optionsrechten zur Ausgabe von bis zu 54.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 3.500.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 3.500.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten, die von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, bis zum 27. Juni 2022 auf der Grundlage des Beschlusses der Hauptversammlung vom 28. Juni 2017 begeben werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Konzern hat bislang keine entsprechenden Wandlungs- oder Optionsrechte ausgegeben.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 340.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 340.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Optionsrechten aus dem Aktienoptionsplan 2018, die von der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 29. Juni 2018 im Zeitraum bis zum 28. Juni 2023 ausgegeben werden können, von ihren Bezugsrechten auf Stückaktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Die neuen Stückaktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Optionsrechten entstehen, am Gewinn teil. Der Konzern hat bislang keine entsprechenden Wandlungs- oder Optionsrechte ausgegeben.

Eigene Anteile

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Allgeier SE alle bis dahin gehaltenen eigenen Aktien veräußert. Die Allgeier SE hält zum Stichtag 31. Dezember 2020 keine eigenen Aktien. Mithin entfallen 0 % (Vorjahr: 0,84%) des Grundkapitals auf eigene Aktien.

Die Hauptversammlung der Allgeier SE vom 24. September 2020 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 23. September 2025 eigene Aktien der Gesellschaft in einem Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals mit der Maßgabe zu erwerben, dass auf diese zusammen mit anderen eigenen Aktien, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen.

Darüber hinaus hat die Hauptversammlung vom 24. September 2020 den Vorstand ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund der vorstehenden oder früher erteilten Ermächtigungen erworben werden bzw. wurden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu folgenden:

Weiterveräußerung an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre;
Verwendung als Gegenleistung für eine direkte oder indirekte Sacheinlage Dritter in die Gesellschaft, insbesondere beim Zusammenschluss mit Unternehmen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder anderen Wirtschaftsgütern;
Verwendung zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten, welche die Gesellschaft oder ihr nachgeordnete Konzernunternehmen ausgeben, gegenüber den Inhabern dieser Rechte;
Verwendung zur Ausgabe als Mitarbeiteraktien an Arbeitnehmer oder Organmitglieder der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen.

Erfolgt die Veräußerung in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre, insbesondere in den vorstehend genannten vier Fällen, darf der Veräußerungspreis den Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung um nicht mehr als 5% unterschreiten. Maßgeblicher Börsenkurs im Sinne dieser Regelung ist der rechnerische Mittelwert der Schlusskurse der Aktien der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten drei Börsentage vor der Veräußerung der Aktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird insoweit ausgeschlossen. Diese Ermächtigung beschränkt sich auf höchstens 10% des bei Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft. Auf den Fall der Veräußerung eigener Aktien an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre werden Aktien angerechnet, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts bis zu diesem Zeitpunkt ausgegeben oder veräußert werden, oder auf die Umtausch- bzw. Bezugsrechte von Options- oder Wandelschuldverschreibungen entfallen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die aufgrund der Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien sowie zu ihrer Verwendung kann ganz oder auch in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, durch die Gesellschaft oder durch ihre Konzerngesellschaften ausgeübt werden.

Die Allgeier SE hat im Geschäftsjahr 2020 sämtliche zum 31. Dezember 2019 gehalten eigenen Aktien veräußert. Aus der Veräußerung der 94.782 Stück eigenen Aktien mit Anschaffungskosten von 954 T€ flossen der Allgeier SE 5.164 T€ zu. Der Durchschnittspreis der Aktie aus der Veräußerung beträgt 54,48 € je Aktie.

3.3.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2020 62.981 T€ (Vorjahr 57.121 T€). Während des Geschäftsjahres wurden 791 T€ im Zusammenhang mit der Ausnutzung des bedingten Kapitals sowie im Rahmen der Veräußerung der eigenen Anteile in Höhe von 5.069 T€ in die Kapitalrücklage eingestellt.

3.3.3 Gewinnrücklagen / Bilanzgewinn

Die gesetzliche Rücklage in Höhe von 102 T€ blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Gewinnrücklagen des Vorjahres in Höhe von 63.406 T€ wurden im Rahmen der Abspaltung vollständig entnommen.

Die Ermittlung des Bilanzgewinns von 48.840 T€ wird wie folgt zusammengefasst.

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
--- --- ---
Jahresüberschuss 168.560.319,66 54.689.199,27
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr nach Entnahmen 0,00 11.594.769,53
Vermögensminderung durch Abspaltung -243.807.060,00 0,00
- davon Entnahmen aus Gewinnrücklagen 63.405.563,07 0,00
- davon Entnahmen aus Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 60.680.772,80 0,00
Bilanzgewinn 48.839.595,53 66.283.968,80

3.3.4 Entwicklung des Eigenkapitals zum 31.12.2020

Die folgende Aufstellung zeigt zusammenfassend die Eigenkapitalentwicklung im Geschäftsjahr 2020:

Eigenkapitalentwicklung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

Stand 1.1.20 Optionsausübung Verkauf eigene Anteile Ausschüttung Jahresüberschuss 2020
EUR EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Gezeichnetes Kapital 11.289.000,00 93.513,00 0,00 0,00 0,00
./. Nennbetrag eigener Anteile -94.782,00 0,00 94.782,00 0,00 0,00
Ausgegebenes Kapital 11.194.218,00 93.513,00 94.782,00 0,00 0,00
II. Kapitalrücklage 57.120.742,43 791.119,98 5.068.999,48 0,00 0,00
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 102.258,38 0,00 0,00 0,00 0,00
2. andere Gewinnrücklagen 63.405.563,07 0,00 0,00 0,00 0,00
63.507.821,45 0,00 0,00 0,00 0,00
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr / Bilanzgewinn 31.12.2019 66.283.968,80 0,00 0,00 -5.603.196,00 0,00
IV. Bilanzgewinn 31.12.2020 0,00 0,00 0,00 0,00 168.560.319,66
Eigenkapital 198.106.750,68 884.632,98 5.163.781,48 -5.603.196,00 168.560.319,66
Entnahmen aus Abspaltung Stand 31.12.20
EUR EUR
--- --- --- ---
I. Gezeichnetes Kapital 0,00 11.382.513,00
./. Nennbetrag eigener Anteile 0,00 0,00
Ausgegebenes Kapital 0,00 11.382.513,00
II. Kapitalrücklage 0,00 62.980.861,89
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 0,00 102.258,38
2. andere Gewinnrücklagen -63.405.563,07 0,00
-63.405.563,07 102.258,38
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr / Bilanzgewinn 31.12.2019 -60.680.772,80 0,00
IV. Bilanzgewinn 31.12.2020 -119.720.724,13 48.839.595,53
Eigenkapital -243.807.060,00 123.305.228,80

Die Hauptversammlung der Allgeier SE vom 24. September 2020 beschloss eine Gewinnausschüttung von 0,50 € je Aktie. Es waren 11.206.392 (Vorjahr 9.979.771) Stück Aktien dividendenberechtigt. Der Gesamtbetrag der Ausschüttung betrug 5.603 T€ (Vorjahr 4.994 T€), der verbleibende Betrag des Bilanzgewinns wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Des Weiteren beschloss die Hauptversammlung die Abspaltung der Connect AG, München, und der Nagarro SE, München.

3.4 Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Kosten für die Hauptversammlung, ausstehende Eingangsrechnungen, Tantiemen für Vorstand und Aufsichtsrat, die Kosten für die Erstellung und Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss sowie die Kosten für die Erstellung des Geschäftsberichts und die Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

3.5 Verbindlichkeiten

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten sind nachstehendem Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen:

bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5 Jahre Gesamt
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.466.937,41 17.500.000 0,00 24.966.937,34
(VJ 10.927,49) (VJ 150.500.000) (VJ 0,00) (VJ 150.510.927,49)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 214.059,69 0,00 0,00 214.059,69
(VJ 516.539,28) (VJ 0,00) (VJ 0,00) (VJ 516.539,28)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 96.116.349,60 0,00 0,00 96.116.349,60
(VJ 24.383.664,48) (VJ 0,00) (VJ 0,00) (VJ 24.383.664,48)
sonstige Verbindlichkeiten 8.534.584,20 0,00 0,00 8.534.584,20
(VJ 3.568.440,96) (VJ 0,00) (VJ 0,00) (VJ 3.568.440,96)
Summe 112.331.930,83 17.500.000 0,00 129.831.930,83
(VJ 28.479.572,21) (VJ 150.000,00) (VJ 0,00) (VJ 178.979.572,21)

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.445 T€ (Vorjahr 556 T€) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 92.671 T€ (Vorjahr 23.828 T€) enthalten.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

4.1 Umsatzerlöse

Sämtliche Umsatzerlöse wurden in Deutschland erbracht und beinhalten nahezu ausschließlich Beratungsleistungen. Von den im Geschäftsjahr erzielten Umsatzerlöse entfallen ca. 4.072 T€ aus operativem Geschäft der Allgeier Project Solutions GmbH, München, welche im Geschäftsjahr 2020 auf die Allgeier SE verschmolzen wurde.

4.2 Angaben zu den Erträgen und Aufwendungen nach § 285 Nr. 31 HGB

Im Zusammenhang mit den oben genannten Verschmelzungen und Abspaltung sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Erträge von außergewöhnlicher Bedeutung in Höhe von 181.893 T€ und Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung in Höhe von 425 T€ angefallen. Die außergewöhnlichen Erträge betreffen in Höhe von 177.554 T€ Buchgewinne aus der Veräußerung der von der Allgeier Project Solutions GmbH gehaltenen Beteiligungen, zur vorbereitenden Herstellung der gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen und Zuordnungen vor dem Hintergrund der Abspaltung der Connect AG und der Nagarro SE mitsamt des zugehörigen gebündelten Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäftes. Die vereinbarten Kaufpreise für die Transaktionen lagen extern erstellte Wertermittlungsgutachten zugrunde.

Erträge von einmaliger Bedeutung in Höhe von 4.339 T€ stammen aus der Verschmelzung der Allgeier Project Solutions GmbH, München. Die außergewöhnlichen Aufwendungen resultieren in Höhe von 197 T€ aus der Verschmelzung der Allgeier Neo GmbH, Düsseldorf, sowie in Höhe von 228 T€ aus der Verschmelzung der iQuest SPP GmbH, München.

4.3 Materialaufwand

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst ausgewiesene Materialaufwand stammt von der Allgeier Projects Solutions GmbH, welche im Geschäftsjahr 2020 auf die Allgeier SE verschmolzen wurde.

5. Angaben zu latenten Steuern

Der sich nach der Steuerbilanz ergebende Steueraufwand entspricht nicht dem Ergebnis der Handelsbilanz. Von der Möglichkeit, einen saldierten Aktiv-Posten für latente Steuerbeträge zu bilden, wurde Gebrauch gemacht.

Die Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz haben insbesondere die Ursache in Konzernunternehmen, welche über eine Ergebnisabführung mit der Allgeier SE in einem steuerlichen Organschaftsverhältnis stehen.

Die aktiven latenten Steuern beruhen insbesondere auf nachfolgenden Differenzen:

Buchwertunterschiede bei Sachanlagen,
Pensionsrückstellungen,
Rückstellungen für Aufbewahrungspflicht und Drohverluste,
Berücksichtigung steuerlicher Verlustvorträge.

Die passiven latenten Steuern aus Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen wurden mit den aktiven latenten Steuern verrechnet.

In Höhe der aktiven latenten Steuern von 1.176 T€ (Vorjahr 2.000 T€) ergibt sich eine Ausschüttungssperre.

6. Haftungsverhältnisse

Aus der Abspaltung der Nagarro ergibt sich im Zusammenhang mit § 133 UmwG und dem zwischen Allgeier und Nagarro geschlossenen Abspaltungsvertrag und Übernahmevertrag die Möglichkeit, dass Allgeier von Gläubigern der Nagarro aus Verbindlichkeiten, Verpflichtungen oder Haftungsverhältnissen in Anspruch genommen wird, die auf die Nagarro übertragen wurden. Eine Inanspruchnahme zeichnet sich bisher nicht ab. Die Nagarro hat sich verpflichtet, Allgeier auf erste Anforderung von einer solchen Inanspruchnahme freizustellen. Aufgrund der Finanz- und Liquiditätsausstattung und der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung der Nagarro wird derzeit nicht mit einer Inanspruchnahme gerechnet.

Weiterhin besteht eine selbständige, unwiderrufliche und unabhängige Garantie an die Bremer Landesbank über insgesamt 1,4 Mio. € für das Teilnehmerprogramm der Allgeier Experts Medical GmbH. Zum Stichtag zeichnet sich eine Inanspruchnahme von 78 T€ ab. Eine darüberhinausgehende nennenswerte Inanspruchnahme wird vor dem Hintergrund, dass die Teilnehmer ihre Verpflichtungen selbst erfüllen werden, nicht ausgegangen.

Ferner haftet die Allgeier SE für den Avalkreditvertrag über 10 T€ der Allgeier Experts Medical GmbH gemäß Garantie-Vereinbarung vom 17./18. Februar 2016. Hiervon wurden 4 T€ in Anspruch genommen. Mit einer weiteren Inanspruchnahme wird vor dem Hintergrund, dass die Gesellschaften ihren Verpflichtungen aufgrund der Finanz- und Liquiditätsausstattung selber nachkommen können, nicht gerechnet.

7. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Am Abschlussstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 79 T€ (Vorjahr 6 T€) aus Kfz-Leasing Verträgen mit einer maximalen Laufzeit bis April 2023 sowie in Höhe von 19.190 T€ (Vorjahr 20.929 T€) aus einem Raummietvertrag (Nettomiete) mit einer vereinbarten Vertragslaufzeit von noch 11 Jahren. Die außerbilanziellen Verpflichtungen dienen insbesondere dem Zweck der Erzielung von Liquiditätsvorteilen.

8. Sonstige Angaben

8.1 Angabe nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die Lantano Beteiligungen GmbH hat uns gem. § 21 Abs.1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Allgeier SE, München, Deutschland, ISIN: DE 0005086300, WKN 508630 am 22. August 2008 die Schwelle von 25% der Stimmrechte überschritten hat und 25,02% (2.269.320 Stimmrechte) betrug.

Herr Detlef Dinsel, Deutschland, hat uns gem. § 33 Abs. 1 WpHG am 29. März 2010 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Allgeier SE, München, Deutschland, ISIN: DE 0005086300, WKN 508630 am 29. März 2010 die Schwelle von 10% der Stimmrechte überschritten hat und nunmehr 10,01% (das entspricht 908.092 Stimmrechten) beträgt. Herrn Dinsel sind gem. § 34 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG 12,13% der Stimmrechte zuzurechnen.

Frau Dr. Christa Kleine-Dürschmidt, Deutschland hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 30. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Allgeier SE, München, Deutschland am 24. Oktober 2012 die Schwelle von 3%, 5%, 10%, 15%, 20% und 25% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 28,24% (das entspricht 2.720.822 Stimmrechten) betragen hat. 27,57% der Stimmrechte (das entspricht 2.500.820 Stimmrechten) sind Frau Kleine-Dürschmidt gemäß § 34 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der Lantano Beteiligungen GmbH zuzurechnen.

Frau Laura Maximiliane Dürschmidt, Deutschland hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 30. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Allgeier SE, München, Deutschland am 24. Oktober 2012 die Schwelle von 3%, 5%, 10%, 15%, 20% und 25% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 26,03% (das entspricht 2.500.820 Stimmrechten) betragen hat. 27,57% der Stimmrechte (das entspricht 2.500.820 Stimmrechten) sind Frau Dürschmidt gemäß § 34 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der Lantano Beteiligungen GmbH zuzurechnen.

Frau Linda Viktoria Dürschmidt, Deutschland hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 30. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Allgeier SE, München, Deutschland am 24. Oktober 2012 die Schwelle von 3%, 5%, 10%, 15%, 20% und 25% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 26,03% (das entspricht 2.500.920 Stimmrechten) betragen hat. 27,57% der Stimmrechte (das entspricht 2.500.820 Stimmrechten) sind Frau Dürschmidt gemäß § 34 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der Lantano Beteiligungen GmbH zuzurechnen.

Die Axxion S.A., Luxemburg hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 04. August 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Allgeier SE, München, Deutschland am 04. August 2014 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,16% (das entspricht 286615 Stimmrechten) betragen hat.

Die Axxion S.A., Grevenmacher, Luxemburg, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 7. Oktober 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Allgeier SE, München, Deutschland am 7. Oktober 2015 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,16% (das entspricht 467.846 Stimmrechten) betragen hat.

8.2 Arbeitnehmer (Angestellte)

Im Durchschnitt ergibt sich eine Beschäftigung von 9 (Vorjahr 8) Angestellten und einer Teilzeitkraft (Vorjahr 1).

8.3 Angaben nach § 285 Nr. 17 HGB

Die von LOHR+COMPANY GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, erbrachten Leistungen im Jahr 2020 werden im Konzernanhang detailliert aufgeführt.

8.4 Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten im Jahr 2020 an:

Herr Detlef Dinsel, (Vorsitzender), Geschäftsführer IK Investment Partners GmbH, Hamburg, Dipl.-Ing./MBA, Hamburg
Herr Thies Eggers, (stellvertretender Vorsitzender), Wirtschaftsprüfer, Pullach
Herr Christian Eggenberger, Geschäftsführender Gesellschafter der CHE Consulting GmbH, Dipl. Kfm., Binningen/Schweiz

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Geschäftsjahr 2020 Bezüge von insgesamt 724 T€ (Vorjahr 717 T€) erhalten. Darin enthalten ist eine Rückstellung für eine variable Vergütung in Höhe von 600 T€ (Vorjahr 600 T€), die im Geschäftsjahr 2021 zur Auszahlung kommt.

Am 31. Dezember 2020 hielten die Mitglieder des Aufsichtsrats mittelbar und unmittelbar 1.728.298 Stück Aktien der Allgeier SE.

Angabe zu den weiteren Aufsichtsrats- bzw. Verwaltungsratstätigkeiten im Geschäftsjahr 2020:

Herr Detlef Dinsel
Aufsichtsratsvorsitzender: Alanta Health Group, Hamburg,
Aufsichtsratsmitglied: Nagarro SE, München
Klingel Medical Group, Pforzheim
Schock GmbH, Regen (stellvertretender Vorsitzender)
Winkelmann Group, Ahlen
Verwaltungsratsmitglied: IK Investment Partners S.A.R.L., Luxemburg
IK Investment Partners Ltd., London/Großbritannien
Herr Thies Eggers
Aufsichtsratsvorsitzender: Bayerische Gewerbebau AG, München
Aufsichtsratsmitglied: Plenum AG, Frankfurt am Main
SBF AG, Leipzig
Herr Christian Eggenberger
Präsident des Verwaltungsrates: Focus Discount AG, Basel (Schweiz)
Mitglied des Verwaltungsrats: doc.coach AG, Basel (Schweiz)
Arvis Solution AG, Ried (Schweiz)
Truvis AG, Basel (Schweiz)
wininvest AG, Gurmels, (Schweiz)

8.6 Vorstand

Dem Vorstand gehörten im Jahr 2020 an:

Herr Carl Georg Dürschmidt, nach AktG verantwortlicher Vorstand, Dipl.-Betriebswirt, Kaufmann, Bad Abbach (Vorsitzender)
Herr Hubert Rohrer, nach AktG verantwortlicher Vorstand, Kaufmann, Kirchlinteln,
Herr Dr. Marcus Goedsche, nach AktG verantwortlicher Vorstand, Rechtsanwalt, München,
Herr Manas Fuloria (PhD), nach AktG verantwortlicher Vorstand, Ingenieur, Gurgaon, Indien bis 24. September 2020.

Angaben nach § 285 Nr. 9 HGB

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2020 insgesamt (ohne Aktienoptionen) 5.196 T€ (Vorjahr 3.975 T€). Die Bezüge beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2020 und sind kurzfristig fällig. Die Bezüge beinhalten eine vom Ergebnis des Konzerns abhängige variable Vergütung in Höhe von 3.835 T€ (Vorjahr 2.575 T€), die als Rückstellung bilanziert wurde und nach Billigung des Konzernabschlusses 2020 in 2021 zur Auszahlung kommen wird.

An drei Mitglieder des Vorstands wurden in Summe 520.000 Aktienoptionen ausgegeben, davon im Jahr 2012 380.000 und im Jahr 2017 140.000, im Jahr 2020 wurden keine Aktienoptionen ausgegeben. Die erste Ausübung ist jeweils frühestens vier Jahre nach Ausgabe möglich. Die Ausübung ist für 2020 ab einem Aktienkurs vom 9.46 € und für 2014 ab einem Aktienkurs von 24,42 € möglich. Im Jahr 2020 haben drei Mitglieder des Vorstands insgesamt 179.000 Aktienoptionen zu einem Kurs von 9,46 € ausgeübt.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 24. September 2020 unterbleibt die Angabe individueller Vorstandsbezüge gemäß § 285 S. 1 Nr. 9 Buchstabe a S. 5 bis 9 HGB.

Am 31. Dezember 2020 hielten die Mitglieder des Vorstands mittelbar oder unmittelbar 3.089.155 Stück Aktien der Allgeier SE.

Angabe zu den Aufsichtsrats- bzw. Verwaltungsratstätigkeiten:

Herr Carl Georg Dürschmidt
Aufsichtsratsvorsitzender: Allgeier Management AG, München
Allgeier Enterprise Services AG, München
Allgeier Experts SE, Wiesbaden
Nagarro SE, München
Beiratsmitglied: U.N.P. Software GmbH, Düsseldorf
Board Member: Oxygen Consultancy A.S., Istanbul/Türkei
Dr. Marcus Goedsche
Aufsichtsratsmitglied: Allgeier Management AG, München
Allgeier Enterprise Services AG, München
Beiratsmitglied: U.N.P. Software GmbH, Düsseldorf
Verwaltungsratsmitglied: Allgeier (Schweiz) AG, Thalwil/Schweiz
Board Member: Oxygen Consultancy A.S., Istanbul/Türkei
Herr Hubert Rohrer
Aufsichtsratsmitglied: Allgeier Experts SE, Wiesbaden
Allgeier Management AG, München
Verwaltungsratsmitglied: Allgeier (Schweiz) AG, Thalwil/Schweiz
Board Member: Oxygen Consultancy A.S., Istanbul/Türkei

9. Sonstige Ausleihungen

Hierunter sind Anteile an, einer nicht börsennotierten Venture Capital Gesellschaft, der Speedinvest II EuVECA GmbH & Co. KG, Wien, Österreich, erfasst. Von der Kapitalzusage in Höhe von insgesamt 2.000 T€ wurden bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 insgesamt 2.000 T€ eingezahlt. Der beizulegende Zeitwert nach dem im Quartalsreport zum 31. Dezember 2020 der Venture Capital Gesellschaft errechneten "net asset value" belief sich Ende 2020 auf 3.241 T€ (Vorjahr: 2.495 T€).

10. Corporate Governance Kodex

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und den Aktionären auf unserer Internetseite dauerhaft zugänglich gemacht.

11. Gewinnverwendungsvorschlag

Aufsichtsrat und Vorstand der Allgeier SE sehen die Kontinuität der Dividendenzahlungen als wesentliches Ziel an. Die Dividende betrug in den Jahren von 2009 bis 2020 in der Regel 0,50 €. Für die Zukunft soll an der Zahlung einer Dividende nach Möglichkeit festgehalten werden. Dabei muss die Dividende im Kontext aller Ziele des Unternehmens gesehen werden und insbesondere auch eine nachhaltige Unternehmensentwicklung angemessen berücksichtigen. Rechtlich ist die Ausschüttung an ein ausreichendes handelsrechtliches Ergebnis der Allgeier SE gebunden. Aufsichtsrat und Vorstand werden prüfen, inwieweit sich die Abspaltung der Nagarro auf die Dividendenpolitik für die künftigen Geschäftsjahre auswirken wird. Schließlich bedürfen sämtliche Gewinnverwendungsvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats der Zustimmung der Hauptversammlung.

12. Konzernabschluss

Die Gesellschaft erstellt einen Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und nach den ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften. Dieser Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

13. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und vor Feststellung der Bilanz

Die seit dem Frühjahr 2020 global auftretende Corona-Pandemie (Sars-CoV-2) und die Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung der Infektion in zahlreichen Ländern stellen weiterhin einen signifikanten Risikofaktor für die künftige Entwicklung der globalen Märkte, wichtiger Einzelmärkte, Branchen und Unternehmen dar. Im Zuge der Coronakrise kam und kommt es zu weitgehenden Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens bis hin zu angeordneten Massenquarantänen (sog. Lockdowns) mit Schließungen von Betrieben sowie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Zudem sind insbesondere der internationale Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehr stark negativ beeinflusst und sowohl die Produktion als auch die Inlandsnachfrage in wichtigen Volkswirtschaften immer wieder teilweise wesentlich eingeschränkt. Hinzu kommt fortwährendes beträchtliches menschliches Leid. Mit hohen Investitionen in Wirtschaft sowie Sozial- und Gesundheitssysteme versuchen Regierungen die Schäden zu begrenzen und die Krisenfolgen abzumildern. Im vergangenen Geschäftsjahr hat sich gezeigt, dass die weltweite Ausbreitung des Coronavirus (Sars-CoV-2) und die Lockdowns starke negative Auswirkungen auf eine Vielzahl von Volkswirtschaften zur Folge hatten, insbesondere auch auf die Kernmärkte der Allgeier Gruppe. Nach dem gravierenden Einbruch in der ersten Jahreshälfte 2020 schien die deutsche Wirtschaft die Pandemie-Folgen besser als ursprünglich erwartet zu verkraften. Im Zuge der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen kam es im zweiten Quartal 2020 zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung sowohl global als auch in Deutschland, die Börsen brachen ein, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nahmen zu und zahlreiche Staaten baten um internationale Kredithilfe. Im Ergebnis ging das deutsche Bruttoinlandsprodukt laut Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent zurück. Zwar kam es in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu einer raschen Erholung der deutschen Wirtschaftsleistung. Mit dem im Herbst 2020 eingeleiteten neuerlichen Lockdown im Zuge der zweiten Infektionswelle erscheint es jedoch wahrscheinlicher, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Wirtschaft doch erheblicher sein werden und das Vorkrisenniveau in absehbarer Zeit nicht erreicht werden kann. Auch die Gefahren einer Rezession, eines weiteren Anstiegs der Arbeitslosigkeit und einer Insolvenzwelle zahlreicher Unternehmen waren im Frühjahr 2021 nicht gebannt. Inwieweit einige Wirtschaftszweige durch die Krise nachhaltigen Schaden genommen haben, ließ sich noch nicht absehen. Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2021 davon aus, dass die Wirtschaftsleistung vor der Krise erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden dürfte und dass die wirtschaftliche Entwicklung auch weiterhin maßgeblich vom Pandemieverlauf und von den ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen beeinflusst wird. Hoffnung auf eine baldige Überwindung der Coronakrise verbindet sich mit der weltweit angelaufenen Impfkampagne, zugleich sorgt die Ausbreitung von potenziell gefährlicheren Virusmutanten für neue Unsicherheit. So wird die kurz- und mindestens mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft sowohl global als auch auf nationaler Ebene weiterhin wesentlich davon abhängen, wie schnell und umfassend es gelingt, die Pandemie vollständig in den Griff zu bekommen und ob sich die erhoffte wirtschaftliche Erholung materialisiert. Sollten für Allgeier relevante Märkte indes von einer Rezession betroffen sein, bestimmte Wirtschaftszeige einen massiven Nachfrageeinbruch verzeichnen oder etwa wichtige Einzelkunden in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, so wird dies sehr wahrscheinlich Auswirkungen auf die kurz- und mittelfristige Entwicklung und das weitere Wachstum des Allgeier Konzerns und der Allgeier SE haben.

München, 31. März 2021

Allgeier SE

Carl Georg Dürschmidt Dr. Marcus Goedsche Hubert Rohrer
Vorstand Vorstand Vorstand

Anlagespiegel der Allgeier SE, München

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1.1.20 Zugang Verschmelzungen Zugang Abgang Verschmelzungen Abgang Stand 31.12.20
--- --- --- --- --- --- ---
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 163.298,51 62.992,00 7.800,00 0,00 0,00 234.090,51
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.457.416,48 0,00 0,00 0,00 0,00 1.457.416,48
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 709.323,64 94.678,75 0,00 0,00 1,00 804.001,39
2.166.740,12 94.678,75 0,00 0,00 1,00 2.261.417,87
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 128.129.222,98 79.978.926,39 273.072.180,36 85.827.346,93 337.309.661,10 58.043.321,70
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 115.861.015,00 38.103.361,29 8.801.593,48 33.993.965,26 64.658.586,33 64.113.418,18
3. Beteiligungen 0,00 2.128,00 0,00 0,00 2.128,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen 1.845.322,58 0,00 200.000,00 0,00 45322,58 2 000 000,00
245.835.560,56 118.084.415,68 282.073.773,84 119.821.312,19 402.015.698,01 124.156.739,88
248.165.599,19 118.242.086,43 282.081.573,84 119.821.312,19 402.015.699,01 126.652.248,26
kumulierte Abschreibungen
Stand 1.1.20 Zugang Abgang Stand 31.12.20
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EUR EUR EUR EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 155.213,49 39.225,72 0,00 194.439,21
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 968.530,40 40.921,62 0,00 1.009.452,02
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 229.945,02 74.103,94 0,00 304.048,96
1.198.475,42 115.025,56 0,00 1.313.500,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 63.301,12 27.373,00 0,00 90.674,12
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 3.501.154,46 0,00 3.501.154,46
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
63.301,12 3.528.527,46 0,00 3591 828,58
1.416.990,03 3.682.778,74 0,00 5.099.768,77
Buchwert
Stand 31.12.20 Stand 31.12.19
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EUR EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 39.651,30 8.085,02
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 447.964,46 488.886,08
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 499.952,43 479.378,62
947.916,89 968.264,70
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 57.952.647,58 128.065.921,86
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 60.612.263,72 115.861.015,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen 2 000 000,00 1.845.322,58
120.564.911,30 245.772.259,44
121.552.479,49 246.748.609,16

Aufstellung der Konzerngesellschaften

IFRS- Anteil am Kapital Eigenkapital 31.12.2020 Jahresergebnis 01.01.2020 - 31.12.2020
Nr. Buchungskreis 31.12.2020 Landeswährung Euro Landeswährung
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1. Allgeier SE, München 123.305.229 123.305.229 168.560.320
Unmittelbare Beteiligungen der Allgeier SE:
2. Allgeier Enterprise Services AG, Bremen 100,00% 11.145.441 11.145.441 0
3. Allgeier Experts SE, Wiesbaden 100,00% 35.898.079 35.898.079 0
4. Allgeier CORE Group GmbH, München 100,00% -1.905.993 -1.905.993 -765.844
5. Allgeier Beteiligungen GmbH, München 100,00% -5.685.489 -5.685.489 -5.471.223
6. mgm technology partners GmbH, München 80,00% 17.979.208 17.979.208 0
7. Allgeier Management AG, München 100,00% 4.440.112 4.440.112 -9.346
8. Allgeier Project MBO GmbH, München 100,00% 23.348 23.348 0
9. Allgeier Experts Medical GmbH, Düsseldorf 100,00% -12.192.223 -12.192.223 -543.779
10. Allgeier Middle East Ltd., Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100,00% 10.000 AED 2.220 0 AED
Mittelbare Beteiligungen über abhängige Tochtergesellschaften:
11. Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen 100,00% 6.122.591 6.122.591 855.684
12. BSH IT Solutions GmbH, Bremen 100,00% 121.590 121.590 0
13. Allgeier (Schweiz) AG, Thalwil, Schweiz 100,00% 3.671.331 CHF 3.392.063 577.572 CHF
14. AURELO GmbH, Kiel 100,00% 116.671 116.671 -61.746
15. Allgeier CORE GmbH, Kronberg im Taunus 100,00% 193.686 193.686 165.698
16. secion GmbH, Hamburg 100,00% 253.367 253.367 -28.210
17. Allgeier Dritte Beteiligungs GmbH, München 100,00% -275.978 -275.978 -108.968
18. Oxygen Consultancy, Istanbul, Türkei 90,00% 4.197.994 TRY 461.595 240.507 TRY
19. Allgeier Education GmbH, Düsseldorf 100,00% -1.961.680 -1.961.680 -561.934
Allgeier Project Humboldt GmbH, München (ab 27.01.2021: Allgeier
20. publicplan Holding GmbH) 100,00% 1.377.853 1.377.853 -3.397
21. Allgeier Experts Go GmbH, Wiesbaden 100,00% 13.701.398 13.701.398 0
22. Allgeier Experts Pro GmbH, München 100,00% 11.764.009 11.764.009 0
23. Allgeier Experts Services GmbH, Wiesbaden 100,00% 5.272.589 5.272.589 0
24. Allgeier Engineering GmbH, München 100,00% 3.303.901 3.303.901 0
25. Allgeier Experts Select GmbH, Düsseldorf 80,00% -3.088.993 -3.088.993 -326.702
26. U.N.P.-Software GmbH, Düsseldorf 100,00% 3.056.391 3.056.391 0
27. U.N.P.-HRSolutions GmbH, Düsseldorf 100,00% 25.000 25.000 0
28. Allgeier Fünfte Beteiligungs GmbH, München 100,00% 25.000 25.000 0
29. mgm technology partners eurl, Grenoble, Frankreich 80,00% 2.464.543 2.464.543 261.693
30. mgm technology partners s.r.o., Prag, Tschechien 80,00% 29.724.305 CZK 1.132.838 12.265.086 CZK
31. mgm technology partners Vietnam Co. Ltd., Đà Nẵng, Vietnam 80,00% 12.348.904.033 VND 436.244 409.545.965 VND
32. mgm technology partners schweiz AG, Zug, Schweiz 80,00% 805.320 805.320 193.248
33. mgm technology partners USA Corp., Arlington, USA 80,00% -223.705 USD -182.397 -144.623 USD
34. mgm security partners GmbH, München 56,00% 408.797 408.797 383.231
35. MGM Consulting Partners GmbH, Hamburg 55,997% 1.271.183 1.271.183 1.022.633
36. MGM Consulting Partners GmbH, Salzburg, Österreich 55,997% -24.403 -24.403 -74.403
Nach der At-Equity-Methode konsolidiertes Unternehmen:
37. Talentry GmbH, München 33,34% -2.125.794 -2.125.794 -1.188.151
38. IPP northport InsurancePartner Platform GmbH, Hamburg 40,00% -2.735 -2.735 -31.323
Jahresergebnis 01.01.2020 - 31.12.2020 Ergebnisabführungsvertrag
Nr. Buchungskreis Euro mit Segment Offenlegung
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1. Allgeier SE, München 168.560.320 Übrige Jahresabschluss und Konzernabschluss im Bundesanzeiger
Unmittelbare Beteiligungen der Allgeier SE:
2. Allgeier Enterprise Services AG, Bremen 0 (1) 1. Enterprise IT
3. Allgeier Experts SE, Wiesbaden 0 (1) 1. Enterprise IT
4. Allgeier CORE Group GmbH, München -765.844 Enterprise IT Bundesanzeiger
5. Allgeier Beteiligungen GmbH, München -5.471.223 Enterprise IT Bundesanzeiger
6. mgm technology partners GmbH, München 0 (1) 1. mgm technology partners
7. Allgeier Management AG, München -9.346 Übrige Bundesanzeiger
8. Allgeier Project MBO GmbH, München 0 (1) 1. Enterprise IT
9. Allgeier Experts Medical GmbH, Düsseldorf -543.779 Enterprise IT Bundesanzeiger
10. Allgeier Middle East Ltd., Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 0 Übrige
Mittelbare Beteiligungen über abhängige Tochtergesellschaften:
11. Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen 855.684 Enterprise IT
12. BSH IT Solutions GmbH, Bremen 0 (1) 11. Enterprise IT
13. Allgeier (Schweiz) AG, Thalwil, Schweiz 539.570 Enterprise IT
14. AURELO GmbH, Kiel -61.746 Enterprise IT Bundesanzeiger
15. Allgeier CORE GmbH, Kronberg im Taunus 165.698 Enterprise IT Bundesanzeiger
16. secion GmbH, Hamburg -28.210 Enterprise IT Bundesanzeiger
17. Allgeier Dritte Beteiligungs GmbH, München -108.968 Enterprise IT Bundesanzeiger
18. Oxygen Consultancy, Istanbul, Türkei 29.547 Enterprise IT
19. Allgeier Education GmbH, Düsseldorf -561.934 Enterprise IT Bundesanzeiger
Allgeier Project Humboldt GmbH, München (ab 27.01.2021: Allgeier
20. publicplan Holding GmbH) -3.397 Enterprise IT Bundesanzeiger
21. Allgeier Experts Go GmbH, Wiesbaden 0 (1) 3. Enterprise IT
22. Allgeier Experts Pro GmbH, München 0 (1) 3. Enterprise IT
23. Allgeier Experts Services GmbH, Wiesbaden 0 (1) 3. Enterprise IT
24. Allgeier Engineering GmbH, München 0 (1) 3. Enterprise IT
25. Allgeier Experts Select GmbH, Düsseldorf -326.702 Enterprise IT Bundesanzeiger
26. U.N.P.-Software GmbH, Düsseldorf 0 (1) 3. Enterprise IT
27. U.N.P.-HRSolutions GmbH, Düsseldorf 0 (1) 26. Enterprise IT
28. Allgeier Fünfte Beteiligungs GmbH, München 0 (1) 3. Enterprise IT
29. mgm technology partners eurl, Grenoble, Frankreich 261.693 mgm technology partners
30. mgm technology partners s.r.o., Prag, Tschechien 463.055 mgm technology partners
31. mgm technology partners Vietnam Co. Ltd., Đà Nẵng, Vietnam 15.405 mgm technology partners
32. mgm technology partners schweiz AG, Zug, Schweiz 193.248 mgm technology partners
33. mgm technology partners USA Corp., Arlington, USA -126.143 mgm technology partners
34. mgm security partners GmbH, München 383.231 mgm technology partners Bundesanzeiger
35. MGM Consulting Partners GmbH, Hamburg 1.022.633 mgm technology partners Bundesanzeiger
36. MGM Consulting Partners GmbH, Salzburg, Österreich -74.403 mgm technology partners
Nach der At-Equity-Methode konsolidiertes Unternehmen:
37. Talentry GmbH, München -1.188.151 Enterprise IT Bundesanzeiger
38. IPP northport InsurancePartner Platform GmbH, Hamburg -31.323 mgm technology partners Bundesanzeiger

(1) Nach Gewinnabführung bzw. Verlustübernahme

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

1. Wirtschaftliches Umfeld

1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen: Deutsche Wirtschaft schwer von Corona-Krise getroffen

Durch die Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen geriet die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr in eine der schwersten Rezessionen seit Jahrzehnten. So ging das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 laut vorläufiger Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 5,0 Prozent zurück. Allerdings fiel der konjunkturelle Einbruch insgesamt weniger stark aus als in Folge der Finanzkrise: Im Jahr 2009 war die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent zurückgegangen. In den Folgenjahren von 2010 bis 2019 war das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland dann aber jährlich gestiegen - im Durschnitt um 1,9 Prozent.

Im Jahr 2020 hinterließ die Pandemie laut Statistischem Bundesamt deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. So wurde die Produktion in den Dienstleistungsbereichen wie im Produzierenden Gewerbe zum Teil massiv eingeschränkt. Das Produzierende Gewerbe - ohne den Bausektor, dessen Bruttowertschöpfung preisbereinigt sogar zunahm - verzeichnete einen Rückgang der preisbereinigten Wirtschaftsleistung um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2019. Im verarbeitenden Gewerbe sank die Wirtschaftsleistung sogar um 10,4 Prozent. Dabei wirkten sich insbesondere im ersten Halbjahr die zeitweise gestörten Lieferketten negativ auf die Industrieproduktion aus. Einige Teile des Dienstleistungssektors verzeichneten so starke Rückgänge wie niemals zuvor. Die Wirtschaftsleistung des zusammengefassten Wirtschaftsbereichs Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank preisbereinigt um 6,3 Prozent. Innerhalb des Sektors gab es gegenläufige Entwicklungen: Während der Onlinehandel deutlich zunahm, verzeichneten stationärer Handel und Gastgewerbe historische Rückgänge.

Die in- und ausländische Nachfrage gingen so stark wie nie zuvor zurück (preisbereinigt um 6,0 Prozent), demgegenüber wirkten die Konsumausgaben des Staates (plus 3,4 Prozent) stabilisierend. Auch der Außenhandel brach ein: Die Importe von Waren und Dienstleistungen gingen 2020 preisbereinigt um 8,6 Prozent zurück, die Exporte um 9,9 Prozent.

Auch der über 14 Jahre anhaltende Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt, der sogar während der Wirtschafts- und Finanzkrise Bestand gehabt hatte, ging bedingt durch die Coronakrise zu Ende. Die Zahl der Erwerbstätigen sank um 1,1 Prozent, wobei insbesondere geringfügig Beschäftigte und Selbstständige von den Krisenfolgen betroffen waren. Die massive Ausweitung der Regelungen zur Kurzarbeit dürften indes dafür gesorgt haben, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vorerst stabil blieb.

Das Finanzierungsdefizit der staatlichen Haushalte liegt nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2020 bei 158,2 Milliarden Euro (entsprechend einer Defizitquote von 4,8 Prozent), gleichbedeutend mit dem ersten Defizit seit 2011 und zugleich dem zweithöchsten Defizit seit der Wiedervereinigung. Damit wurde sowohl der europäische Referenzwert des Stabilitäts- und Wachstumspakts als auch die Zielgröße für die nationale Schuldenbremse verfehlt - die Anwendung beider Zielgrößen wurde für die Jahre 2020 und 2021 ausgesetzt.

Auch weltweit kam es durch die Ausbreitung des sog. Coronavirus und die daraufhin vollzogenen Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Die globalen Lieferketten und Handelsströme wurden stark beeinträchtigt, die Börsen brachen ein, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nahmen zu und zahlreiche Staaten baten um internationale Kredithilfe. So hatten auch die internationale Märkten, in denen die Allgeier Gruppe tätig ist, 2020 stark unter den Folgen der Corona-Pandemie zu leiden. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht in ihrem aktuellen Interim Economic Outlook aus dem März 2021 von einem Rückgang des weltweiten BIP um 3,4 Prozent aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nimmt in seinem World Economic Outlook aus dem Januar 2021 für das Jahr 2020 einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent an. Ein ursprünglich erwarteter noch deutlicherer Rückgang konnte durch das stärkere Wachstumsmoment im zweiten Halbjahr 2020 vermieden werden. Vor allem die sog. Advanced Economies wurden hart von der Krise getroffen. Laut IWF ging deren Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent zurück, besonders hart traf es das Vereinigte Königreich (-10,0 Prozent) sowie die Euro-Zone (-7,2 Prozent) mit Spanien (-11,1 Prozent) und Italien (-9,2 Prozent). Die USA (-3,4 Prozent), die weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle beklagen, und China (Wachstum um 2,3 Prozent), das als Ursprungsland der Pandemie gilt, kamen vergleichsweise glimpflich durch die Krise.

Nach der Abspaltung des in der Nagarro gebündelten internationalen Softwaregeschäfts war Deutschland für das fortgeführte Geschäft der Allgeier Gruppe mit 94,6 Prozent des Umsatzes der mit Abstand bedeutendste Markt (Vorjahr: 95,4 Prozent), gefolgt vom ausländischen Markt der Schweiz mit einem Anteil von 3,6 Prozent der Gesamtumsätze und einigen weiteren ausländischen Märkten, die gemeinsam für 1,8 Prozent des Umsatzes der Gruppe stehen. Allgeier erwirtschaftete im Jahr 2020 96,1 Prozent der Gruppenumsätze innerhalb der EU.

Die Schweiz ist für Allgeier mit einem Umsatzanteil von 3,6 Prozent der wichtigste ausländische Markt (Vorjahr: 3,0 Prozent). Die Gruppenunternehmen konnten ihre Umsätze im Schweizer Markt im Geschäftsjahr 2020 um 15,4 Prozent steigern. Auch die Schweiz wurde von den Folgen der Corona-Pandemie hart getroffen. Die OECD rechnet in ihrem Economic Outlook aus dem Dezember 2020 damit, dass die Schweizer Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 4,7 Prozent geschrumpft sei. Private Investitionen und der Konsum werden durch geringes Vertrauen und eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit gebremst. Die Exportwirtschaft leidet unter dem gedämpften Wachstum in den Abnehmerländern. Die Wirtschaft hatte sich Ende April 2020 nach dem Ende eines sechswöchigen Lockdowns erholt, der die Schließung von Schulen und vielen wirtschaftlichen Aktivitäten beinhaltete. Im Herbst begann sich die Situation wieder zu verschlechtern, mit einem starken Anstieg der Fallzahlen im Oktober, die zu einer erhöhten Unsicherheit führte. Die erwartete breite Einführung wirksamer Impfstoffe in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 sollte aber zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation führen. Die politischen Unterstützungsmaßnahmen in der Schweiz waren erheblich, und die Geldpolitik bleibt akkommodierend. Weitere fiskalische Unterstützung könnte nach Meinung der OECD aber auch künftig notwendig sein, da die Inanspruchnahme der Kurzarbeiterregelung zurückgeht und zahlreiche Arbeitnehmer möglicherweise weitergebildet oder umgeschult werden müssen, um mittelfristig die Nachfrage nach Arbeitskräften zu decken. Die OECD geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft erst im Jahr 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreichen wird. Aktuell gehen die Prognosen von einer Steigerung der Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent im Jahr 2021 und einer Beschleunigung des Wachstums auf 3,4 Prozent im Jahr 2022 aus.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Kernmärkte der Allgeier Gruppe weiterhin stark von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie getroffen sind. Das Vorkrisenniveau dürfte in Deutschland, in der Schweiz und vielen weiteren entwickelten Ökonomien inner- und außerhalb Europas erst 2022 wieder erreicht werden. Es zeichnet sich ab, dass die durch die Pandemie entstandenen Schäden für das sozioökonomische Gefüge in den einzelnen Staaten noch länger fortbestehen werden. Und obwohl die jüngsten Impfstoffzulassungen die Hoffnung auf eine Trendwende bei der Pandemiebekämpfung noch im laufenden Jahr geweckt haben, geben erneute Ausbruchswellen und Virusvarianten Anlass zur Sorge. Inmitten dieser außergewöhnlichen Unsicherheit prognostiziert die OECD in ihrem Interim Economic Outlook aus dem März 2021 für die Weltwirtschaft ein Wachstum von 5,6 Prozent im Jahr 2021 sowie von 4,0 Prozent für das Jahr 2022. Die Prognosen für das laufende Jahr wurden in den vergangenen Monate nach oben revidiert, was die Erwartung einer durch die Impfung ausgelösten Belebung der Wirtschaftstätigkeit im späteren Verlauf des aktuellen Jahres und weitere politische Unterstützungsmaßnahmen in einigen großen Volkswirtschaften widerspiegelt.

Als mit Abstand größter Einzelmarkt ist die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland für Allgeier von besonderer Bedeutung. Sollte die Erholung der deutschen Wirtschaft langsamer vonstattengehen, kann sich dies auch auf unseren Konzern auswirken. Die derzeit positive wirtschaftliche Entwicklung mit einer spürbaren Erholung in vielen für Allgeier relevanten Märkten geben uns aktuell - trotz fortbestehender großer Unsicherheiten - weiterhin Anlass für verhaltenen Optimismus. Auch hat sich das Geschäft der Allgeier Gruppe während des ersten Pandemiejahres als weitgehend resilient gegenüber den Auswirkungen der Wirtschaftskrise erwiesen. Dennoch könnten sich ein neuerlicher Nachfrageeinbruch in vielen Branchen und Kernmärkten - etwa durch neue Viruswellen oder die Ausbreitung gefährlicher Virusmutanten -oder Verzögerungen beim Ausrollen der Impfkampagnen und damit verbundene Einschränkungen oder neuerliche Unsicherheiten negativ auf das Wachstum und die weitere Entwicklung der Allgeier Gruppe auswirken.

1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen: Erholung nach Krisenjahr

Auch an der ITK-Gesamtbranche (Informationstechnik, Telekommunikation und Consumer Electronics) ging die pandemiebedingte Krise nicht spurlos vorüber. Der Branchenverband BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) geht in einer aktuellen Erhebung aus dem Januar 2021 nach jahrelangem Wachstum für das Krisenjahr von einem leichten Rückgang der Umsätze mit Produkten und Diensten der Gesamtbranche -0,6 Prozent auf 169,8 Mrd. Euro aus. Verglichen mit der Gesamtwirtschaft verzeichnete die Branche damit allerdings nur moderate Einbußen. Die Umsätze mit IT-Hardware verzeichneten dabei sogar ein stabiles Wachstum, was vor allem auf die Bedürfnisse von Unternehmen und Privatpersonen bei der technischen Ausstattung von mobilen Arbeitsplätzen zurückzuführen sein dürfte. Bereits für das laufende Jahr 2021 rechnet der Branchenverband mit einer deutlichen Erholung der Branchenkonjunktur und einem Wachstum des Marktes um 2,7 Prozent auf insgesamt 174,4 Mrd. Euro. Dafür verantwortlich ist insbesondere das überproportionale Wachstum im Markt für Informationstechnik um 4,2 Prozent (Vorjahr: -0,7 Prozent) auf erwartete 98,6 Mrd. Euro. Der IT-Markt war laut BITKOM im Jahr 2020 ebenfalls geschrumpft auf 94,6 Mrd. Euro (2019: 95,3 Mrd. Euro). Dabei wurden die Auswirkungen der Krise in den für Allgeier relevanten Sektoren Software (Rückgang im Jahr 2020 um 1,0 Prozent auf 25,9 Mrd. Euro) sowie IT-Services (Rückgang um 3,2 Prozent auf 39,6 Mrd. Euro) ebenfalls deutlich. Allerdings hat sich bereits in den Schlussmonaten des vergangenen Jahres das Geschäftsklima überwiegend positiv entwickelt. So kletterte der Bitkom-ifo-Digitalindex im Dezember auf den höchsten Stand seit Februar 2020. Laut BITKOM hat die Corona-Krise zudem dazu beigetragen, die Digitalisierung in vielen Bereichen zu beschleunigen. Wirtschaft, Staat und Verbraucher investierten in digitale Technologien und auch zwischenzeitlich aufgeschobene Investitionen würden nachgeholt. Entsprechend gut sei die Branche durch die Krise gekommen. Für 2021 stünden die Zeichen wieder auf Wachstum.

Im laufenden Jahr sollen laut BITKOM-Vorhersage die Umsätze mit Hardware besonders stark wachsen (+8,6 Prozent). Aber auch die für Allgeier besonders relevanten Märkte für Software (+4,1 Prozent) und IT-Services (+1,1 Prozent) erwarten eine Rückkehr auf ihren Wachstumskurs. Die Investitionen von Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern in die Transformation ihrer Organisationsprozesse und Geschäftsmodelle dürften sich dabei weiter steigern. Sie zeigten sich bereits in den zurückliegenden Jahren weitestgehend losgelöst von Schwankungen in der Konjunktur der Gesamtwirtschaft. Wesentlich für diesen Prozess sind Markttrends und Technologien wie Cyber/Information Security, Cloud Solutions, Big Data Analytics, IoT (Internet der Dinge) sowie digitale Plattformen und mobile Applikationen, aber auch neuere Themen wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz, Blockchain und Augmented/Virtual Reality. Allgeier besetzt seit vielen Jahren diese Technologien und High Tech-Trends und baut das entsprechende Portfolio und Know-how stetig weiter aus.

1.3 Geschäftsmodell und Struktur der Allgeier Gruppe

Das nachstehende Organigramm gibt einen Überblick über die beiden Segmente des fortgeführten Geschäfts.

Enterprise IT mgm technology partners

1.3.1 Geschäft und Struktur der Allgeier Gruppe

Der Allgeier Konzern umfasst zum Ende des Berichtzeitraums 3 6 vollkonsolidierte Gesellschaften und 2 At-Equity konsolidierte Gesellschaften (Vorjahr inkl. des abgespaltenen Geschäft der Nagarro: 82 vollkonsolidierte Gesellschaften und 1 At-Equity konsolidierte Gesellschaft). Davon werden 2 vollkonsolidierte Gesellschaften und 1 At-Equity konsolidierte Gesellschaften als aufgegebenes Geschäft gezeigt (Vorjahr: keine Gesellschaft im aufgegebenen Geschäftsbereich).

Das operative Geschäft des fortgeführten Geschäft des Konzerns ist in die beiden operativen Segmente "Enterprise IT" und "mgm technology partners" mit jeweils eigenem operativen Geschäft strukturiert. Die Konzernsegmente wurden im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 neu gegliedert. Das neue Segment Enterprise IT besteht gegenüber der Segmentgliederung im letztjährigen Geschäftsbericht 2019 aus den damaligen Segmenten Enterprise Services (ohne das an die Nagarro im Zuge des Spin-offs abgespaltene SAP-Geschäft der Allgeier Gruppe), Experts sowie Neue Geschäftsfelder. Das neue Segment mgm technology partners umfasst das Geschäft der mgm technology partners, die im Geschäftsjahr 2019 noch Teil des Segments Technology war.

1.3.2 Aufgaben der Allgeier SE

Die wirtschaftliche Lage der Allgeier SE ist durch diejenige ihrer Tochtergesellschaften geprägt, deren Erträge in der Regel durch Ergebnisabführungsverträge oder über Gewinnausschüttungsbeschlüsse als Beteiligungserträge von der Allgeier SE vereinnahmt werden. Die Allgeier SE nimmt im Verhältnis zu ihren Tochterunternehmen eine Finanzierungsfunktion ein, indem sie für Akquisitionen Ausleihungen an Tochtergesellschaften erbringt.

Darüber hinaus obliegt der Allgeier SE die Führung und Strategieentwicklung der Geschäftsbereiche des Konzerns. Die Trennung der Führung von Holding und Tochterunternehmen ermöglicht der Holding eine schlanke Struktur. Die Holding beschäftigte Ende 2020 drei Vorstände, neun Angestellte und eine Teilzeitkraft. Ferner wurde die Holding von der Tochtergesellschaft Allgeier Management AG unterstützt, in der acht weitere Personen tätig sind.

Der Allgeier SE obliegt die Führung und Strategieentwicklung der Segmente des Konzerns:

Strategische Ausrichtung und laufende Strategieüberprüfung des Konzerns, der Segmente sowie der Beteiligungsunternehmen unter der Maßgabe einer wertorientierten Unternehmensentwicklung,
Koordination und organisatorische Strukturierung der Gruppe,
Organisation der Finanzen und Finanzierung der weiteren Konzernentwicklung,
Identifikation, Ansprache und Prüfung von potenziell geeigneten weiteren Beteiligungen im In- und Ausland basierend auf der Konzernstrategie,
Verhandlung und Durchführung der Erwerbe sowie Veräußerungen von Unternehmen und Beteiligungen,
Controlling, Risikomanagement und Compliance,Aufstellung von Bewertungs- und Bilanzierungsrichtlinien sowie Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS,
Konzernplanung und -finanzierung,
Führung und Unterstützung des Managements der Gruppenunternehmen und der Divisionen,
Integration der einzelnen Beteiligungen in den Konzernverbund,
Organisation und Koordination gruppenübergreifender Gremien und Prozesse,
Koordination von gruppenübergreifenden Projekt- und Vertriebsaktivitäten,
Steuerung der gruppenübergreifenden Kommunikation (Public Relations, Investor Relations, interne Kommunikation) sowie des Marketings.

2. Steuerungssystem

Das Geschäft der Allgeier SE wird in einer abgestuften Organisation gesteuert. Dabei gibt es folgende Ebenen, auf denen jeweils die Unternehmenssteuerung erfolgt:

Group Level: Steuerung durch den Vorstand der Allgeier SE
Segment Level: Steuerung durch die Führungen der operativen Segmente
Company Level: Steuerung durch die Geschäftsleitungen der Einzelgesellschaften

Auf jeder Ebene findet die Steuerung des operativen Geschäfts anhand von Kennzahlen wie Deckungsbeitrag, Profitabilität und Bilanzrelationen statt, die für jedes Geschäftsjahr in einer Unternehmensplanung festgelegt werden. Diese Unternehmensplanung wird im Laufe des Jahres in der Regel quartalsweise durch weitere Forecasts ergänzt. Die Unternehmensplanung ist Maßstab für die Steuerung der Geschäftsaktivitäten auf Ebene der Einzelgesellschaften sowie für das monatliche Reporting zwischen Einzelgesellschaft und Segment sowie Allgeier SE. Das Reporting sieht einen monatlichen Plan/Ist-Vergleich vor. Quartalsweise finden zwischen dem Vorstand der Allgeier SE und den Führungen der einzelnen Segmente Quarterly Business Review Meetings statt, in denen der Geschäftsverlauf, die Entwicklung des Geschäftsumfelds und des Marktes, die Strategie und eventuell erforderliche Maßnahmen besprochen werden. Im Fall von Abweichungen werden in den Quarterly Business Review Meetings - sowie bei Bedarf zusätzlich in Meetings und Telefonaten in höherer Frequenz - auf den verschiedenen Ebenen entsprechende Maßnahmen zur Rückkoppelung auf das operative Geschäft beschlossen und ergriffen. Das Reporting des Vorstands an den Aufsichtsrat basiert ausgehend von der Unternehmensplanung auf den vorgenannten finanziellen und qualitativen Parametern.

3. Geschäftsverlauf

Das Jahr 2020 brachte für die Allgeier SE wegweisende Veränderungen. Bereits im Jahr 2019 hatten wir entschieden und angekündigt, dass wir für 2020 ein eigenständiges Börsenlisting für die Nagarro anstreben. Allgeier hat mit Eintragung im Handelsregister am 15. Dezember 2020 die Nagarro wirksam abgespaltet Am 16. Dezember 2020 hat die Nagarro SE schließlich ihre eigenständige Notierung an der Frankfurter Börse aufgenommen. Damit ist die Nagarro Gruppe von der Allgeier Gruppe abgespalten und unabhängig. Zudem ist es uns mit der Abspaltung gelungen, unseren Aktienkurs und damit unsere Marktkapitalisierung im Laufe des Jahres deutlich zu steigern.

Der Geschäftsverlauf 2020 für die Allgeier SE war geprägt durch den der Gruppengesellschaften und die Abspaltung der Nagarro Gruppe. Weiterhin wurde mit Vertrag vom 14. August 2020 die Allgeier Project Solutions GmbH auf die Allgeier SE verschmolzen. Die operative Tätigkeit der Allgeier Project Solutions GmbH sowie der Ergebnisabführungsvertrag mit der mgm technology Partners GmbH gingen auf die Allgeier SE über.

Im Berichtsjahr haben sich die Erlöse für Beratungsleistungen um 323 Prozent auf 2,5 Mio. Euro erhöht, die Umsatzerlöse betrugen 6,6 Mio. Euro. Hiervon entfallen 4,1 Mio. Euro auf das ehemalige operative Geschäft der Allgeier Project Solutions GmbH. Die Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen betrugen netto 177,6 Mio. Euro und betreffen ebenfalls die Allgeier Project Solutions GmbH. Das Ergebnis aus der Verschmelzung der Allgeier Project Solutions GmbH beläuft sich auf 4,1 Mio. EUR und wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Im Jahr 2020 vereinnahmte die Allgeier SE 18,9 Mio. Euro Erträge aus Gewinnabführungsverträgen. Der Verschmelzungsverlust aus der Verschmelzung der Allgeier Neo von 0,2 Mio. Euro ist unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 84 Prozent, das Zinsergebnis (einschließlich der Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens) erhöhte sich um 32 Prozent, die Ertragssteuerbelastung erhöhte sich um 175 Prozent. Das Ergebnis der Allgeier SE erhöhte sich von 54.689 Tsd. Euro im Jahr 2019 auf 168.560 Tsd. Euro im Jahr 2020.

Der Allgeier Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2020 (01. Januar 2020 - 31. Dezember 2020) im fortgeführten Geschäft eine Gesamtleistung von 351,7 Mio. Euro (Vorjahr: 378,4 Mio. Euro). Die Wertschöpfung des fortgeführten Geschäfts (definiert als Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) konnte auf 101,9 Mio. Euro gesteigert werden (Vorjahr: 99,2 Mio. Euro). Das entspricht einer Wertschöpfungsmarge von 28,9 Prozent (Vorjahr: 26,1 Prozent). Das bereinigte EBITDA (EBITDA vor Effekten, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden) betrug 30,3 Mio. Euro (Vorjahr: 18,2 Mio. Euro), entsprechend einer Steigerung um 66 Prozent und einer Marge von 8,6 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent). Bereinigt wurden hierbei insbesondere Personalkosten, Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Ablösung von Darlehen, Aufwendungen im Rahmen der Akquisitionstätigkeit sowie früheren Perioden zuzurechnende Aufwendungen. Das EBITDA betrug 23,4 Mio. Euro (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro), entsprechend einer Steigerung um 159 Prozent. Die EBITDA-Marge erhöhte sich somit auf 6,6 Prozent (Vorjahr: 2,4 Prozent). Das EBIT belief sich auf 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro). Der Konzern erzielte ein EBT (Ergebnis vor Steuern) in Höhe von 8,2 Mio. Euro (Vorjahr: -5,4 Mio. Euro) - entsprechend einer absoluten Steigerung um 13,6 Mio. Euro. Das Ergebnis der Periode stieg auf 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: -10,1 Mio. Euro). Das fortgeführte Geschäft des Konzerns erzielte in der Berichtsperiode ein Ergebnis je Aktie von 0,00 Euro (Vorjahr: -0,83 Euro). Das um die Abschreibungen aus Akquisitionstätigkeit bereinigte und mit einer normalisierten Steuerquote von 30 Prozent gerechnete Ergebnis je Aktie des fortgeführten Geschäfts beträgt für das Berichtsjahr 2020 0,94 Euro (Vorjahr: 0,48 Euro).

Auch zeigt es sich zum wiederholten Male, dass die Allgeier Gruppe mit ihrer Positionierung im Bereich Informationstechnik in den Segmenten Enterprise IT und mgm technology partners sehr gut aufgestellt ist. Die in den einzelnen Segmenten angebotenen Produkte und erbrachten Leistungen passen sehr gut zu den Anforderungen der Märkte.

Auch die von Allgeier betriebene Akquisitionspolitik ist überwiegend wertschaffend. Die Strategie wird dabei unverändert fortgeführt und umfasst fünf Punkte:

1. Fortsetzen des Wachstumskurses durch Förderung des internen Wachstums und durch streng selektive, wertschaffende Akquisitionen im Dienstleistungsumfeld

2. Weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Gruppengesellschaften und Hebung von Synergien

3. Fortsetzen der Full-Service-Strategie - dabei Erschließung margenstarker Tätigkeitsfelder und Gewinn weiterer, auslastungssichernder Großprojekte

4. Ausbau der Präsenz in der DACH-Region, schrittweiser Ausbau unseres internationalen Geschäfts

5. Investition in die Qualifizierung unserer Mitarbeiter

Bei der Umsetzung der Akquisitionsstrategie profitiert Allgeier weiterhin von der hohen Fragmentierung des Marktes für IT Services und dem anhaltenden Trend zur Konsolidierung. Zahlreiche Unternehmen passen strategisch gut zur Allgeier Gruppe und können von der Größe, dem Know-how und dem Kundenzugang der Gruppe profitieren. Insofern lässt der Markt eine Fortsetzung der Akquisitionsstrategie der Allgeier Gruppe auch in Zukunft zu. 2020 baute Allgeier das Softwareentwicklungsgeschäft im Segment mgm technology partners durch eine Transaktion weiter aus.

4. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Chancen-und Risikobericht

4.1 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

4.1.1 Ergebnislage

Die Allgeier SE hat neben dem Halten und Führen der Beteiligungen im Jahr 2020 Beratungsleistungen und andere Dienstleistungen insbesondere für Gesellschaften der Gruppe erbracht. Die Erlöse durch Beratungsleistungen an verbundene Unternehmen erhöhten sich auf 2,5 Mio. EUR in der Berichtsperiode (Vorjahr: 768 Tsd. EUR), verursacht im Wesentlichen durch die im Vorfeld zur Abspaltung der Nagarro Gruppe erbrachten Leistungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 182,2 Mio. EUR (Vorjahr: 215 Tsd. EUR) enthalten im Wesentlichen Erträge aus dem Abgang der Beteiligungen 177,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0 EUR), Sachbezüge aus Kfz-Nutzung 135 Tsd. EUR (Vorjahr: 129 Tsd. EUR) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 150 Tsd. EUR (Vorjahr: 78 Tsd. EUR).

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betragen im Geschäftsjahr 17,9 Mio. EUR (Vorjahr: 70,8 Mio. EUR). Hinsichtlich der Verminderung der Erträge aus Gewinnabführungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr ist auf einen Sondereffekt aus einer konzerninternen Transaktion bei einem Tochterunternehmen zu verweisen. Insgesamt konnte die Erwartung aus dem Vorjahr ohne Einbezug des im letzten Jahr vorhandenen konzerninternen Veräußerungsergebnisses deutlich übertroffen werden. Die Verlustübernahmen aus Gewinnabführungsverträgen betrugen 0,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR).

Der Personalaufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode auf 6,2 Mio. EUR (Vorjahr 4,9 Mio. EUR).

Der sonstige betriebliche Aufwand erhöhte sich von 9,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 21,4 Mio. EUR, im Wesentlichen bedingt durch Mietaufwendungen in Höhe von 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR), Finanzierungskosten von 2,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR) und den Kosten der Abspaltung der Nagarro in Höhe von 5,4 Mio. EUR. Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens beliefen sich auf 4,9 Mio. EUR (Vorjahr: 3,8 Mio. EUR). Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge erhöhten sich auf 2,3 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR).

Der Zinsaufwand im Geschäftsjahr 2020 erhöhte sich auf 4,0 Mio. EUR (Vorjahr: 3,5 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern liegt bei 168,6 Mio. EUR (Vorjahr: 54,7 Mio. EUR). Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 168,6 Mio. EUR (Vorjahr: 54,7 Mio. EUR).

Der Bilanzgewinn beträgt 48,8 Mio. EUR (Vorjahr: 66,3 Mio. EUR).

4.1.2 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanz der Allgeier SE umfasst auf der Aktivseite im Wesentlichen die Anteile und Ausleihungen an Tochterunternehmen in Höhe von insgesamt 118,6 Mio. EUR (Vorjahr: 243,9 Mio. EUR) und die Forderungen gegenüber Verbundunternehmen von 131,8 Mio. EUR (Vorjahr: 125,1 Mio. EUR). Neben Forderungen auf Gewinnausschüttungen beinhaltet diese Position auch die Finanzmittel, die den Erwerbergesellschaften von der Allgeier SE konzernintern zur Verfügung gestellt wurden. Die Position Sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 2,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR) umfasst im Wesentlichen Steuerrückforderungen.

Die Passivseite weist als wesentliche Positionen das Eigenkapital in Höhe von 123,3 Mio. EUR (Vorjahr: 198,1 Mio. EUR), Rückstellungen in Höhe von 13,0 Mio. EUR (Vorjahr: 5,5 Mio. EUR), Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 25,0 Mio. Euro (Vorjahr: 150,5 Mio. Euro) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Verbundunternehmen in Höhe von 96,1 Mio. EUR (Vorjahr: 24,4 Mio. EUR) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 8,5 Mio. EUR (Vorjahr: 3,6 Mio. EUR) aus. Die Bilanzsumme reduzierte sich von 382,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 266,2 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme) zum Bilanzstichtag 31.12.2020 beträgt 46 Prozent (Vorjahr: 52 Prozent).

Ergebnisabführungsverträge sowie andere Unternehmensverträge im Sinne des Aktiengesetzes bestehen am 31.12.2020 mit der Allgeier Enterprise Services AG (direkt) und der Allgeier Experts SE (direkt) und im Wege der Verschmelzung der Allgeier Project Solutions GmbH auf die Allgeier SE mit der mgm technology partners GmbH (direkt).

Die liquiden Mittel (Barmittel- und Wertpapierbestand ohne eigene Anteile) betragen am 31.12.2020 9,2 Mio. EUR (Vorjahr: 6,4 Mio. EUR). Den liquiden Mitteln standen zum 31.12.2020 kurzfristige Verbindlichkeiten (inkl. Rückstellungen) 142,9 Mio. EUR (Vorjahr: 184,4 Mio. EUR) gegenüber.

Liquidität fließt der Allgeier SE über die Gewinnabführung von Tochtergesellschaften zu. Unternehmenserwerbe werden durch die Aufnahme von Krediten finanziert.

Im Zuge der Abspaltung der Nagarro Gruppe wurde eine Ablösung der Ende 2019 abgeschlossenen Kreditfazilität notwendig. Die Ablösung der im Jahr 2019 abgeschlossenen Kreditfazilität wurde im Dezember 2020 durch den Abschluss der neuen zentralen Kreditfazilität der Allgeier SE vollzogen. Durch den Neuabschluss wurde die Allgeier SE aus einer etwaigen Nachhaftung aus der Kreditfazilität aus 2019 entlassen. Darüber hinaus wurde die langfristige Finanzierung der Allgeier Gruppe für weitere Jahre auf eine stabile Basis gestellt und zugleich der Freiraum für künftige Akquisitionen und Investitionen an die Finanzkraft der Allgeier SE angepasst. Die revolvierende Kreditlinie weist eine Höhe von bis zu 140 Mio. Euro auf. Sie verfügt über eine initiale Laufzeit von fünf Jahren. Die Laufzeit kann einmalig um ein Jahr und weiteres Mal um ein bzw. zwei Jahre verlängert werden. Finanzierungspartner sind die Kreditinstitute Commerzbank, ING Bank, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen sowie Norddeutsche Landesbank.

Die Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von 140 Mio. EUR wurde per 31.12.2020 in Höhe von 17,5 Mio. EUR beansprucht. Daneben besteht eine Avallinie in Höhe von 4 Mio. EUR, 2 Mio. EUR können von Tochtergesellschaften in Anspruch genommen werden.

Aus einem Schuldscheindarlehen aus dem Jahre 2014 bestehen noch Verbindlichkeiten in Höhe von 5,5 Mio. EUR. mit einer Laufzeit unter einem Jahr.

4.2 Risikomanagement

4.2.1. Risikomanagementsystem

Für die Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs ist es unerlässlich, die Risiken zu identifizieren und diesen durch geeignete Steuerungsmaßnahmen zu entgegnen. Dazu haben wir die Elemente eines Top-Down- und Bottom-Up-Ansatzes kombiniert und bedienen uns abgestufter Risikomanagement- und Kontrollsysteme auf Ebene des Vorstands und des Konzerncontrollings der Allgeier SE sowie auf Ebene der operativen Segmente und einzelnen Gruppenunternehmen, die uns dabei unterstützen, Risiken und Entwicklungen, die den Fortbestand unseres Unternehmens gefährden, frühzeitig zu erkennen. Unsere Risikomanagement- und Kontrollsysteme entwickeln wir laufend weiter und passen sie an die geänderten Anforderungen der Gruppe und deren Umfeld an. Darüber hinaus überprüft der Aufsichtsrat der Allgeier SE die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems mindestens jährlich. Auf Ebene der Gruppenunternehmen agieren jeweils die unternehmerisch eigenständig handelnden, organrechtlichen Geschäftsleitungsmitglieder auf der Basis ihres spezifischen Geschäfts. In den einzelnen Gesellschaften haben wir Controlling-Systeme eingesetzt und eine Führungsorganisation etabliert, die in den Unternehmen eine hohe Transparenz gewährleistet, so dass wir sehr zeitnah Informationen über die Entwicklung der Unternehmen erhalten. Die Führungen der operativen Segmente und die Konzernleitung begleiten und kontrollieren die Arbeit der einzelnen Vorstände und Geschäftsführer zusätzlich über die entsprechenden Kontrollgremien wie Aufsichtsräte und Gesellschafterversammlungen. In den Geschäftsordnungen für die Geschäftsführungen von Gruppenunternehmen sind dezidierte Informationspflichten und Zustimmungserfordernisse geregelt. Darüber hinaus besteht ein intensiver und regelmäßiger Austausch zwischen den Geschäftsführungen der einzelnen Gruppenunternehmen untereinander sowie mit den Segment-Führungen und der Konzernleitung. Neben dem monatlichen Reporting und Controlling finden vierteljährliche "Quarterly Business Review"-Meetings zwischen dem Vorstand der Allgeier SE und den einzelnen Segment-Führungen statt, in denen die Geschäftsentwicklung einschließlich festgelegter Key Performance Indicators (KPI), die Marktentwicklung und aktuelle Chancen und Risiken sowie die Strategie und Maßnahmen zur Planeinhaltung intensiv besprochen werden. Konzernweite, regelmäßig zusammentretende Gremien wie das Management Committee und ein jährliches Finanzmeeting ergänzen den regelmäßigen Informationsaustausch.

Auf Ebene der Allgeier SE existiert ein Konzerncontrolling und Risikomanagement, dessen Funktion und Effizienz wir regelmäßig überprüfen und an veränderte Gegebenheiten anpassen. Systemisch basiert dies auf integrierten Planungs-, Controlling- und Reporting-Instrumenten, die die laufende betriebswirtschaftliche Analyse der operativen Segmente und der Einzelgesellschaften bis hin zum Konzern sicherstellen. In das System fließen auf Holdingebene u. a. monatlich sämtliche Konzernzahlen ein. Wir erfassen und kontrollieren die Konzernliquidität und die Liquiditätsplanung aller Gruppenunternehmen wöchentlich. Zudem fragen wir leistungswirtschaftliche Daten sowie deren Entwicklung wie u. a. Umsatz, Auftragsbestand, Auftragseingang oder Mitarbeiterzahlen teilweise bis auf Projektebene aufgeschlüsselt bei den Einzelgesellschaften im Rahmen festgelegter Routinen ab und erfassen diese in einem Business Intelligence-System, mit dessen Hilfe wir die Daten auswerten.

Die jährliche Geschäftsplanung im Sinne eines vom Aufsichtsrat der Allgeier SE zu genehmigenden Budgets für das folgende Geschäftsjahr - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Planbilanz sowie Finanzplan - nehmen wir auf der Grundlage einer Bottom-Up-Planung der Business Units und Einzelgesellschaften vor, die für jede Business Unit in Planungsgesprächen mit der Konzernleitung vorgestellt und umfassend diskutiert wird. Das geplante Budget des Folgejahres wird durch eine Zweijahresplanung für die nachfolgenden Jahre zu einer Dreijahresplanung ergänzt. Wir führen monatlich eine Soll-Ist-Analyse sowie einen Vergleich mit der jeweiligen Vorjahresperiode durch, was es uns ermöglicht, die operativen Business Units und Einzelgesellschaften als auch den Konzern adäquat zu steuern. Die Ergebnisse der Analysen werden in den vierteljährlichen Sitzungen mit dem Management der einzelnen Business Units diskutiert, mögliche Abweichungen erörtert und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen beschlossen. Für wesentliche Abweichungen von der Planung haben wir einen Eskalationsprozess definiert, der verschiedene Maßnahmen wie die sofortige, tiefergehende Prüfung bis hin zur Einleitung von Sanierungsschritten vorsieht. Nach Ablauf eines jeden Quartals des folgenden Planungsjahres überprüfen wir die Planung insgesamt und ermitteln eventuellen Anpassungsbedarf im Sinne eines Forecasts.

Eine Risikobewertung erfolgt anhand einer softwarebasierten, konzernweiten Risikomatrix. Für die Erstellung dieser Matrix fragen wir unter Verwendung eines professionellen Software-Tools von den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführern der Konzerngesellschaften in regelmäßigen Zeitabständen Einzelrisikomeldungen auf der Grundlage eines standardisierten Katalogs von Risiken sowie individueller Risiken nach den verschiedenen Risikobereichen einschließlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe ab. Dabei werden Methoden eingesetzt, die unternehmensweit einheitlich gestaltet sind und damit eine Vergleichbarkeit der Risikobewertung über alle Segmente hinweg ermöglichen.

Der Vorstand der Allgeier SE wertet mit Unterstützung des Konzerncontrollings regelmäßig die vorhandenen Informationen aus allen eingesetzten Risikomanagementinstrumenten aus und leitet bei Bedarf frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung ein. Der Vorstand berichtet ferner regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Gruppe sowie über einzelne Ereignisse und Entscheidungen an den Aufsichtsrat der Allgeier SE und bindet diesen, wie in der Geschäftsordnung für den Vorstand festgelegt, in alle Entscheidungen von besonderer Bedeutung für die Gruppe ein.

Mit dem Thema Risikomanagement eng verbunden ist das Thema Compliance. Unternehmen sind heute mit immer komplexeren gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Entsprechend der hohen Bedeutung dieses Themas sowohl in Deutschland, als auch international, steht die Compliance in der Allgeier Gruppe im Fokus des Vorstands und Aufsichtsrats. Das Compliance-Management-System der Allgeier Gruppe folgt dem 5-Säulen-Modell. Dieses hat auf abstrakter Ebene die Grundelemente von Compliance-Anforderungen in fünf Säulen zusammengefasst:

Leadership

Die Führungskräfte, allen voran die Geschäftsleitung, sind für eine regelkonforme, gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Leadership) verantwortlich. Vorstand und Aufsichtsrat leben daher unsere Werte täglich vor und fordern das auch von den weiteren Führungskräften der Gruppe.
Risk Assessment

Die Identifizierung, Bewertung und Dokumentation von Compliance-Risiken des Unternehmens ist das Kernelement unseres Compliance-Management-Systems. Die unternehmensspezifischen Compliance-Risiken beeinflussen zum einen die unternehmensabhängige Ausrichtung des Compliance Management Systems und zum anderen den effektiven Einsatz der Unternehmensressourcen. Alle Gruppenunternehmen ermitteln und bewerten ihre jeweiligen Compliance-Risiken halbjährlich und berichten diese an die jeweilige Segment-Führung und an die Konzernleitung.
Standards & Controls

Diese Säule enthält die sich aus dem Risk Assessment abgeleiteten Bausteine zur Einrichtung der Compliance-Organisation, für ein sich in die Managementlandschaft einfügendes Compliance Management System und die dazu gehörende schriftlich fixierte Ordnung. Für die gesamte Allgeier Gruppe gilt ein umfassender Verhaltenskodex (Code of Conduct für Angestellte), die Allgeier Compliance-Guideline, welche in allen Tochtergesellschaften in ihren Mindeststandards implementiert ist. Diese Guideline setzt Mindeststandards, von denen die einzelnen Business Units und Gruppengesellschaften nur nach oben im Sinne einer strengeren individuellen Regelung und Ausgestaltung abweichen dürfen. Die Umsetzung der Compliance-Guideline und ihre Beachtung werden insbesondere durch eine halbjährliche Berichtspflicht und Überprüfung durch den benannten Compliance-Ansprechpartner der Allgeier SE sichergestellt.
Training & Communication

Ein primäres Ziel einer effektiven Compliance-Schulung und Compliance-Kommunikation ist es, die Mitarbeiter für bestehende Risiken zu sensibilisieren. Dies führt in einem zweiten Schritt im Optimalfall zu einer Minimierung eben dieser Risiken, da Gefahren erkannt und so vermieden werden können. So erleichtert die Kommunikation auch das erforderliche Risiko-Monitoring, da die Compliance-Präsenz im Unternehmen die Wahrscheinlichkeit steigert, dass der Compliance-Funktion relevante Vorfälle bekannt gemacht werden. Die Sensibilisierung der Mitarbeiter erfolgt in Präsenz- und E-Schulungen. Die geschulten Themen sind dabei in der Regel von den Aufgaben des jeweiligen Mitarbeiters abhängig. Darüber hinaus werden die Führungskräfte und Mitarbeiter zu aktuellen Compliance-Themen und -entwicklungen durch einen regelmäßigen Legal & Compliance-Newsletter sowie bei Sonderthemen durch einen Sonder-Newsletter informiert.
Monitoring, Auditing & Response

Diese Säule richtet den Fokus auf die relevanten Themen zur Überwachung, Prüfung und Beurteilung des Compliance Management Systems sowie auf die Berichterstattung über das Compliance Management System selbst. Festgelegte anlassabhängige und anlassunabhängige Spot Checks sowie Audits in der Gruppe helfen, mögliche Compliance-Verstöße schon frühzeitig zu erkennen. Im Falle der Aufdeckung eines Compliance-Verstoßes werden entsprechende Maßnahmen ergriffen, die gegebenenfalls arbeitsrechtliche Maßnahme miteinschließen können. Das Compliance-Management-System wird zudem auf eine mögliche Verbesserungswürdigkeit hin geprüft. Im Konzern gibt es eine zentrale Meldestelle zur Anzeige von Compliance-Verstößen oder von entsprechenden Verdachtsmomenten, die allen Mitarbeitern bekannt gemacht ist. Solche Mitteilungen können auch anonym abgegeben werden.

Teil einer funktionierenden Compliance ist die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften. Dies gilt besonders seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung. Daher hat sich Allgeier dazu entschieden, ein effizienteres Datenschutzmanagement zu etablieren und auf Ebene der Allgeier SE zur übergreifenden Koordination einen Datenschutzkoordinator ernannt. Alle Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung wurden in einer gruppenübergreifenden verpflichtenden Policy umgesetzt. Allgeier harmonisiert und verbessert zudem den Datenschutz gruppenweit stetig. Dazu wurde ein gruppenweites Datenschutzmanagement eingeführt, in dem Allgeier besonderen Wert auf folgende Punkte legt:

die Reduktion von Compliance-Risiken durch die Sicherstellung von gruppenweiter Konformität mit den jeweils geltenden datenschutzrechtlichen Standards
die Fähigkeit, Nachweise über die Einhaltung datenschutzrechtlicher Standards zu erbringen
die Möglichkeit zur Identifizierung von Vorteilen, die aus einem gruppenweiten Datenschutzmanagement resultieren - besonders in Bezug auf die strategische Ausrichtung der Allgeier Gruppe
die Definition und Umsetzung eines gruppenweiten datenschutzrechtlichen Mindeststandards und dadurch die Ermöglichung der richtigen Verteilung der Verantwortlichkeiten auf Gruppenebene bzw. auf Ebene der Gruppengesellschaften

Darüber hinaus gehört die Berücksichtigung von Anforderungen der Informationssicherheit zu einer umfassenden Compliance. Zur übergreifenden Koordination der Informationssicherheit wurde auf der Ebene der Holding für die gesamte Gruppe ein Chief Information Security Officer (CISO) ernannt. Eine neu definierte Allgeier Security-Guideline, befindet sich in der Einführung. Sie stellt einen gruppenweiten Mindeststandard für Informationssicherheit dar. Ziel ist die Sicherstellung eines adäquaten Sicherheitsniveaus bei größtmöglicher Eigenständigkeit der einzelnen Einheiten. Grundsätzlich wird auf bestehende Regelungen aus Compliance und Datenschutz aufgesetzt, um keine unnötigen zusätzlichen Strukturen und Regelungen zu schaffen. Kern der an der ISO27001 angelehnten Security Guideline ist ein einfach zu handhabender Managementprozess mit den Bestandteilen des PDCA-Zyklus. Ein Risikomanagement identifiziert und behandelt Informationssicherheitsrisiken und aggregiert diese für den Vorstand der Allgeier SE. Zur schnellen Reaktion auf potenzielle Vorfälle wird ein gruppenweiter Vorfall-Managementprozess eingeführt. Er gewährleistet insbesondere eine nachhaltige Behandlung potenzieller Sicherheitsvorfälle. Zur Umsetzung der Allgeier Information Security Guideline haben die Unternehmen der Allgeier Gruppe jeweils einen Information Security Officer (ISO) ernannt.

Bei der Prüfung und Durchführung von Unternehmenserwerben oder anderen Transaktionen agiert der Vorstand der Allgeier SE unter Beachtung der hohen Sorgfaltsanforderungen für Entscheidungen mit besonderer Tragweite für die Allgeier Gruppe. Dabei greift der Vorstand regelmäßig auch auf die Expertise und Erfahrung interner Berater, wie der Mitglieder des Aufsichtsrats oder ausgewählter Personen aus der Gruppe, sowie externer Berater wie Banken, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte zurück. Vor der Durchführung von Transaktionen nehmen wir im angemessenen Umfang Due-Diligence-Prüfungen vor. Zur Absicherung gegen spezielle Risiken treffen wir entsprechende vertragliche Regelungen.

Eine Steuerung und Begrenzung von Risiken durch den Abschluss von Versicherungen erfolgt dann, wenn wir dies im Hinblick auf den wirtschaftlichen Nutzen als erforderlich und sinnvoll erachten. In der Allgeier Gruppe bestehen für die wesentlichen Geschäftsrisiken Versicherungsverträge, wie insbesondere eine gruppenweite Betriebshaftpflicht- und D&O-Versicherung.

Der Vorstand der Allgeier SE wertet mit Unterstützung des Konzerncontrollings regelmäßig die vorhandenen Informationen aus und leitet bei Bedarf frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung ein. Aus besonderen Anlässen werden gezielte Projekte zur Analyse und Einleitung entsprechender Maßnahmen durchgeführt. Der Vorstand berichtet ferner regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Gruppe sowie über einzelne Ereignisse und Entscheidungen an den Aufsichtsrat der Allgeier SE und bindet diesen, wie in der Geschäftsordnung für den Vorstand festgelegt, in Entscheidungen von besonderer Bedeutung für die Gruppe ein.

4.2.2. Wesentliche Risiken

Für die Allgeier SE sind neben den genannten spezifischen Risiken der Holdingtätigkeit vor allem auch die Risiken relevant, die für den Konzern gelten. Im Folgenden werden wesentliche Risiken genannt, die eine erhebliche, nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Allgeier SE und der Gruppe und damit auch auf den Aktienkurs haben können. Die Aufzählung der Risiken ist nicht abschließend. Neben den genannten kann es weitere Risiken geben, denen unsere Gruppe ausgesetzt sein kann und die das Geschäft unserer Gruppenunternehmen beeinträchtigen können. Daneben existieren potentielle weitere Risiken, die wir im Folgenden nicht einbeziehen, da wir sie als nicht-wesentlich identifiziert haben.

4.3 Marktrisiken und strategische Risiken

4.3.1 Wirtschaftliches Umfeld

Unser Marktumfeld wird stark von den globalen und lokalen makroökonomischen Faktoren, wie der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in unseren Kernmärkten in Europa und den USA beeinflusst. Insbesondere beeinflusst die wirtschaftliche Situation unserer Kunden, die größtenteils ebenfalls von der Wirtschaftsentwicklung in den für sie relevanten Märkten abhängig sind, deren Ausgabeverhalten im Hinblick auf IT-Ausgaben und damit indirekt unser Geschäft. Gleiches gilt auch für die öffentlichen Haushalte, die zudem von Themen wie Staatsverschuldung und Verschuldung der öffentlichen Haushalte beeinflusst sind. Unser Geschäft, das im Wesentlichen in der Erbringung von Dienstleistungen für Industrie- und Handelsunternehmen, aber auch für öffentliche Auftraggeber besteht, wird damit direkt und indirekt durch die allgemeine, konjunkturelle Entwicklung beeinflusst, der unsere Kunden ausgesetzt sind und die auf unsere Kunden unterschiedliche Auswirkungen hat. Eine zurückhaltende, volatile oder gar weitere rezessive Entwicklung der Märkte, die sich für den europäischen Markt insbesondere in der Staatsschuldenkrise der Eurozone begründet, kann dazu führen, dass einzelne Kunden keine Aufträge mehr erteilen oder über geringere Budgets für IT-Dienstleistungen verfügen. Dies kann einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. In diesem Zusammenhang kann ein negativer Einfluss durch die COVID-19-Pandemie weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Nach dem gravierenden Einbruch der Wirtschaftsleistung in den für Allgeier relevanten Märkten der DACH-Region in der ersten Jahreshälfte 2020 kam es zwar zu einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Mit dem im Herbst 2020 eingeleiteten neuerlichen Lockdown im Zuge der zweiten Infektionswelle erscheint es jedoch wahrscheinlicher, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Wirtschaft langfristiger sein werden und das Vorkrisenniveau in näherer Zeit nicht erreicht wird. Auch die Gefahren einer Rezession, eines weiteren Anstiegs der Arbeitslosigkeit und einer Insolvenzwelle zahlreicher Unternehmen waren im Frühjahr 2021 nicht gebannt. Inwieweit einige Wirtschaftszweige durch die Krise nachhaltigen Schaden genommen haben, ließ sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht absehen. Die kurz- und mindestens mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft wird nach unserer Erwartung sowohl global als auch auf nationaler Ebene weiterhin wesentlich davon abhängen, wie schnell und umfassend es gelingt, die Pandemie vollständig in den Griff zu bekommen und ob sich die erhoffte nachhaltige wirtschaftliche Erholung materialisiert. Sollten für Allgeier relevante Märkte indes von einer Rezession betroffen sein, bestimmte Wirtschaftszeige einen starken Nachfrageeinbruch verzeichnen oder etwa wichtige Einzelkunden in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, so wird dies wahrscheinlich Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die weitere Entwicklung des Allgeier Konzerns haben.

4.3.2 Marktentwicklung im Branchenumfeld

In der IT-Branche gibt es darüber hinaus weitere Faktoren, die erheblichen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung haben, wie die dynamische Entwicklung von Technologietrends, hoher Wettbewerbs- und Preisdruck sowie Personalknappheit. Der Technologiewandel ist im IT-Sektor sehr groß und schreitet rasch voran, was Chance und Risiko zugleich bedeutet. Wer nicht mithalten kann, oder zu lange auf Technologien und Marktsegmente setzt, deren Zukunft durch neue Trends überholt wird, kann dadurch erhebliche, zum Teil sogar existenzielle, Nachteile erleiden. Der weltweite, wie auch der deutsche IT-Markt befinden sich in stetiger Veränderung und sind einer damit einhergehenden Konsolidierung unterworfen. Insbesondere große Kunden mit hohen Anforderungen und großen Auftragsvolumina streben danach, ihre Lieferanten zu konsolidieren, um einerseits die Leistungsfähigkeit und Qualität zu verbessern, aber andererseits auch Kosten zu senken. Dies erhöht den Wettbewerb in der Branche und stellt uns vor die Herausforderung, dem Kostendruck und Wettbewerb standzuhalten und gegebenenfalls sogar davon zu profitieren. Einige unserer Wettbewerber sind deutlich größer und umsatzstärker als wir und verfügen über umfangreichere Ressourcen. Kleinere Wettbewerber sind zum Teil spezialisierter als wir. Es ist möglich, dass Wettbewerber im Einzelfall effektiver und schneller auf neue Marktchancen reagieren könnten. Die vorgenannten Szenarien können für uns sinkende Umsätze, sinkende Margen oder einen negativen Einfluss auf unsere Marktanteile zur Folge haben. Der Eintritt der genannten Risiken kann dementsprechend einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

4.4 Operative Risiken

4.4.1 Personal

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere Unternehmen sind die engagierten und unternehmerisch handelnden Mitarbeiter. Dies betrifft sowohl die Mitglieder der Geschäftsleitungen sowie weitere Führungspersonen als auch sämtliche Mitarbeiter und Know-how-Träger der Gruppengesellschaften. Im Managementbereich sind wir mit der Herausforderung konfrontiert, für das weitere Wachstum eigenen Führungsnachwuchs zu fördern oder im Einzelfall von außen Verstärkung zu rekrutieren. Bei Generationswechseln sind rechtzeitig Nachfolgelösungen zu entwickeln. Im Mitarbeiterbereich allgemein gilt es andauernd, IT-Fachkräfte und Mitarbeiter mit sonstigen Ausrichtungen wie z. B. Vertrieb in ausreichender Zahl und hoher Qualifikation zu finden. Dies ist insbesondere in den Boom-Regionen, in denen wir aktiv sind, eine wichtige Thematik. Daher entgegnen wir diesem Risiko mit entsprechenden Recruitment-Aktivitäten und bieten attraktive Arbeitsbedingungen, denn für uns ist es ebenso wesentlich, unsere Mitarbeiter langfristig an uns zu binden. Fehlende Management- und IT-Fachkräfte können unsere Geschäftsentwicklung und damit auch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigen. Um auf die Dynamik heutiger Märkte flexibel reagieren zu können, bietet Allgeier die Vermittlung von Fachpersonal zur Umsetzung von IT-Projekten an und bezieht teilweise selbst solche Leistungen. Hierbei entsteht ein rechtliches und finanzielles Risiko, falls die Vertragsgestaltung, die Auftragsdurchführung oder das Einsatzmanagement des Fachpersonals Rückschlüsse auf eine verdeckte oder unerlaubte Arbeitnehmerüberlassung zulässt Diesem Risiko begegnen wir mit etablierten Prozessen und Kontrollen, die sich über den gesamten Projektzyklus erstrecken. Dennoch kann durch dieses Risiko die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage negativ beeinträchtigt werden.

4.4.2 Kunden

Ein weiterer, entscheidender Erfolgsfaktor für Allgeier ist die Pflege der Beziehungen zu unseren Kunden durch exzellente Arbeit und eine kontinuierlich gute und kompetente Betreuung sowie die Gewinnung von neuen Kundenaufträgen. Als Gruppe haben wir die Möglichkeit, neben der Kompetenz und langjährigen Verlässlichkeit der einzelnen Unternehmen, unseren Kunden eine größtmögliche fachliche und regionale Abdeckung durch die Zusammenarbeit mehrerer Gruppenunternehmen zu bieten. Gleichwohl besteht das Risiko, dass wir wesentliche Kunden zum Beispiel aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten auf Kundenseite, personeller Änderungen insbesondere in der Führungsebene des Kunden sowie damit verbundener Veränderungen in den Geschäftsstrategien, oder aufgrund von Konkurrenzangeboten verlieren oder Projekte nur in einem geringeren Umfang weitergeführt werden können. Wir arbeiten für viele Mittelstandskunden sowie für internationale Konzerne und öffentliche Auftraggeber in großen Projekten. Bei 58 Kunden verzeichneten wir 2020 einen Jahresumsatz von jeweils über 1 Mio. Euro). Mit den zehn größten Kunden der Gruppe erwirtschafteten die Konzerngesellschaften im Geschäftsjahr 2020 gemeinsam einen Umsatz von 162,2 Mio. Euro, entsprechend 45 Prozent des Gesamtumsatzes des fortgeführten Geschäfts der Allgeier Gruppe. Mit dem größten Einzelkunden haben wir 11 Prozent des Umsatzes im fortgeführten Geschäft erzielt. Bereits in den Vorjahren hat sich gezeigt, dass der Wegfall von Teilen solcher Großprojekte erhebliche Auswirkungen auf die jeweils betroffene Gruppengesellschaft haben kann. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Gruppe als Ganzes mit einem solchen Szenario umgehen und den Wegfall zeitnah durch neues Geschäft kompensieren kann. Sollte uns dies nicht oder nicht rasch genug gelingen, kann das negative Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

4.4.3 Produkte, Technologie und Know-how

Weiterhin stellen IT-Trends und technologischer Vorsprung sowohl Chance als auch Risiko dar. Das rechtzeitige Erkennen und Anwenden dieser Trends sind von immenser Bedeutung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Technologischer Wandel und sich ändernde Anforderungen, z. B. an IT-Sicherheit und Datenschutz, erfordern stetige Innovation in der entsprechenden Schnelligkeit. Dies gilt auch für die Weiterentwicklung der eigenen Softwareprodukte. Für diese kommt das Risiko hinzu, dass bei nicht ordnungs- oder vertragsgemäßer Funktion Haftungs- und Gewährleistungsrisiken bestehen können. Allgeier setzt hier auf das Know-how seiner Mitarbeiter und wendet viel Sorgfalt für die Produkt- und Lösungsentwicklung auf. An einigen Stellen müssen sich die Unternehmen auf Partnerunternehmen oder Subunternehmer verlassen. Falls wir die sich wandelnden Anforderungen nicht ausreichend erfüllen können, kann unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigt werden.

4.4.4 Verträge und Projekte

Die Allgeier Gruppenunternehmen übernehmen im Rahmen des operativen Geschäfts in den Verträgen mit ihren Kunden zum Teil vertragliche Haftungen und Gewährleistungen, z. B. im Rahmen von Festpreiskalkulationen für Projektaufträge oder zur Einhaltung von bestimmten Service Levels. Entscheidend ist diesbezüglich eine gute Unternehmensorganisation und Projektsteuerung einschließlich eines effizienten Risikomanagements. Konkrete rechtliche Risiken können teilweise durch Versicherungen oder Ansprüche gegen Dritte abgedeckt werden. Eine Steuerung und Begrenzung von Risiken durch den Abschluss von Versicherungen erfolgt dann, wenn wir dies im Hinblick auf den wirtschaftlichen Nutzen als erforderlich und sinnvoll erachten. In der Allgeier Gruppe bestehen für die wesentlichen Geschäftsrisiken Versicherungsverträge, wie insbesondere eine gruppenweite Betriebshaftpflicht- und D&O Versicherung. Trotz der ergriffenen Maßnahmen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass im Einzelfall Nacharbeiten oder erhöhte Aufwendungen erforderlich werden, die das finanzielle Ergebnis aus dem betreffenden Auftrag negativ beeinflussen oder Verlustbeiträge bedeuten können. Auch Haftungsrisiken aus Projekten können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Sollten sich aus vertraglichen Haftungen konkrete Risiken ergeben, werden bei den betreffenden Gesellschaften entsprechende Rückstellungen gebildet. Der Eintritt solcher Vertrags- und Projektrisiken kann sich auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ auswirken.

4.4.5 Unternehmenstransaktionen

Unsere Strategie beinhaltet neben der organischen Weiterentwicklung der Gruppengesellschaften auch die Verstärkung der Gruppe durch weitere Akquisitionen. Viele Transaktionen sind mit meist erheblichen Investitionen und Kosten verbunden und bergen das Risiko, dass sich das erworbene Unternehmen nicht wie geplant entwickelt oder trotz aller Sorgfalt negative Folgen aus der Vergangenheit mit übernommen werden. Es besteht das Risiko, dass in so einem Fall aufgrund der Transaktion zu bilanzierende Vermögenswerte, einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerte, aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen abgeschrieben werden müssen, was die Jahresergebnisse erheblich belasten kann. Daneben besteht das Risiko, dass die neu erworbene Gesellschaft Verluste zum Konzernergebnis beisteuert und eine in solch einem Fall erforderlich werdende Restrukturierung Ressourcen und Mittel bindet, die dann nicht für die Weiterentwicklung der Gruppe eingesetzt werden können. Ferner bestehen Finanzierungsrisiken, wenn eine Transaktion teilweise mit Fremdmitteln finanziert wird. Dies kann unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigen. Entsprechendes gilt auch für die Entscheidung zur Veräußerung von Teilen des Geschäfts. In der Regel werden diese Entscheidungen getroffen, um für die Gruppe eine geänderte strategische Richtung einzuschlagen oder Geschäft abzugeben, das zur künftigen Entwicklung der Gruppe nicht ausreichend beiträgt. Auch aus solchen Transaktionen können vertragliche Risiken entstehen. Daneben ist auch die Entscheidung, ein Unternehmen oder einen Teil davon zu veräußern, mit strategischen Risiken belegt - die Entscheidung kann z. B. zu spät getroffen werden oder die Wahrnehmung der Gruppe im Markt und bei Kunden negativ beeinflussen. Schließlich bergen auch unternehmensinterne Strukturmaßnahmen wie Zusammenschlüsse und Integrationsprojekte Risiken, die sich auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ auswirken können, insbesondere wenn der geplante Erfolg nicht oder nicht in der erwarteten Weise eintritt oder dadurch das Wachstum verlangsamt wird oder Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Bei der Prüfung und Durchführung von Unternehmenserwerben oder anderen Transaktionen agiert der Vorstand der Allgeier SE unter Beachtung der hohen Sorgfaltsanforderungen für Entscheidungen mit besonderer Tragweite für die Allgeier Gruppe. Dabei greift der Vorstand regelmäßig auch auf die Expertise und Erfahrung interner Berater, wie der Mitglieder des Aufsichtsrats oder ausgewählter Personen aus der Gruppe, sowie externer Berater wie Banken, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte zurück. Vor der Durchführung von Transaktionen nehmen wir im angemessenen Umfang Due-Diligence-Prüfungen vor. Zur Absicherung gegen spezielle auftretende Risiken treffen wir im Vorfeld der Transaktion entsprechende vertragliche Regelungen.

4.5. Finanzrisiken

4.5.1 Liquiditäts- und Kreditrisiken

Die Allgeier Gruppe verfügt auf der einen Seite nach wie vor über ein hohes Maß an liquiden Mitteln in Höhe von 60,8 Mio. Euro am 31. Dezember 2020 (31. Dezember 2019: 97,4 Mio. Euro). Auf der anderen Seite bestehen verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 28,6 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 164,9 Mio. Euro), die im Wesentlichen aus der neu abgeschlossenen, revolvierenden Kreditlinie und zu einem geringen Teil aus dem aufgenommen Schuldscheindarlehen sowie aus den Verbindlichkeiten aus dem Factoring von Kundenforderungen bestehen. Tilgungen auf diese Darlehen sind zur Fälligkeit entweder aus einer noch abzuschließenden Refinanzierung oder aus Gesellschaftsmitteln zu leisten. Es besteht das Risiko, dass bei Fälligkeit eine Tilgung aus eigenen Mitteln nicht vollumfänglich möglich ist und eine Refinanzierung nicht im ausreichenden Maß und fristgerecht gelingt.

Aus den bestehenden Miet- und Leasingverträgen der Gruppenunternehmen resultieren Verbindlichkeiten, deren Tilgung kurzfristige Liquiditätsengpässe verursachen könnte. Diesem Risiko wird durch die laufende monatliche Liquiditätsplanung sowie das ausreichende Maß an liquiden Mitteln sowie Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung begegnet. Nach der Berücksichtigung der vorgenannten Aspekte resultiert aus den Leasingverbindlichkeiten kein erhebliches Netto-Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Aus den Finanzschulden resultieren ferner Zinsrisiken und vertragliche Risiken aus möglichen vorzeitigen Rückzahlungsverpflichtungen. Weiter bestehen Risiken aus der Einhaltung von Bilanz- und GuV-Kennzahlen und Relationen sowie weiteren Auflagen, die im Falle von Nichteinhalten zur Kündigung von Darlehen und zur sofortigen Fälligkeit der Kredite führen können. Auch die Verschlechterung des Ratings der Gruppe aufgrund negativer Geschäftsentwicklungen kann die Finanzierungsfähigkeit der Gruppe und die erzielbaren Konditionen erheblich beeinflussen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die näher im Anhang des Konzernabschlusses dargestellten Liquiditätsrisiken. Der Konzern steuert seine Finanzrisiken mit Hilfe von Bilanzkennzahlen und laufenden Ergebnis- und Bilanz-Forecasts, die den Fokus insbesondere auf die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Liquidität setzen. Geplante Akquisitionen von Konzerngesellschaften werden nur durchgeführt, wenn die Finanzierung dieser Gesellschaften zu keinen Liquiditäts- und Kreditrisiken führt. Die Auswirkungen geplanter Akquisitionen auf die Liquiditäts- und Kreditsituation werden in integrierten Finanzplanungen simuliert und die Machbarkeit getestet. Gleichwohl kann eine nicht vorhergesehene schlechtere Entwicklung einer akquirierten Gesellschaft problematisch im Hinblick auf die Finanzierungen und Einhaltung vertraglicher Finanzkennzahlen sein.

Wir führen fortlaufend Gespräche und Verhandlungen zur Evaluierung und Prüfung der Finanzierungen für das Gruppenwachstum und Akquisitionen. Sofern für unser künftiges Wachstum neues Eigen- oder Fremdkapital benötigt wird, sind wir abhängig von der Entwicklung der Finanz- und Kapitalmärkte und der Möglichkeit des Zugangs zu neuem Fremd- oder Eigenkapital.

Die künftigen Cashflows und die Liquiditätssituation der Gruppe können auch durch ein geändertes Zahlungsverhalten der Kunden, z. B. längere Zahlungsziele oder Zahlungsausfälle, negativ beeinflusst werden. Dieses Risiko ist entsprechend mit der COVID-19-Pandemie und den daraus resultierenden Folgen für die Wirtschaft bedeutender geworden. Bei einzelnen Tochtergesellschaften werden Forderungsausfallrisiken durch Versicherungen abgedeckt. Der Eintritt eines oder mehrerer der genannten Risiken können die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz-und Ertragslage erheblich negativ beeinflussen.

4.5.2. Sicherungspolitik und Finanzinstrumente

Die Allgeier Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Preis-, Zins- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Das Potential für Währungsrisiken steigt durch die verstärkte Internationalisierung an. Diese Risiken beobachten und bewerten wir laufend. In Einzelfällen haben wir sie durch Sicherungsmaßnahmen begrenzt oder vermieden, wenngleich die Sicherungsbeziehungen die Voraussetzungen nach IAS 39 für ein Hedge Accounting nicht erfüllen.

Durch eine implementierte Liquiditätsplanung und -steuerung sowie Cash-Management-Systeme werden mögliche Liquiditätsengpässe rechtzeitig transparent gemacht und angemessene Schritte ausgelöst. Zur Finanzierung des Working Capital-Bedarfs der operativen Gesellschaften stehen zum Stichtag 31. Dezember 2020 liquide Mittel und Betriebsmittelfinanzierungen in Form von Kontokorrentlinien in Höhe von 16,8 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 19,8 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus steht verschiedenen Allgeier Gesellschaften ein Volumen zum Factoring von Kundenforderungen in Höhe von bis zu 30,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr inkl. Nagarro: 60,0 Mio. Euro). Am Stichtag 31. Dezember 2020 war das Factoring in Höhe von 24,2 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 32,3 Mio. Euro) genutzt. Mögliche entstehende Verluste aus den abgeschlossenen Sicherungsinstrumenten könnten negative Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

4.6 Rechtliche und regulatorische Risiken

4.6.1 Rechtliche Risiken

Im Rahmen des operativen Geschäfts bestehen rechtliche Risiken in den Verträgen mit Kunden. Dies können sowohl Haftungs- und Gewährleistungsrisiken als auch Risiken der Kostenüberschreitung in einzelnen Projekten sein (siehe oben). Je nach Art des Projekts können sich Risiken aus Themen wie Datenschutzverletzungen oder Datenverlusten sowie Betriebsausfallschäden auf Kundenseite ergeben. Bei Verletzung von vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Unternehmen oder aus Unternehmenstransaktionen können sich am Ende Rechtsstreitigkeiten ergeben. Abhängig von dem Rechtsraum, in dem Streitigkeiten entstehen, kann das Risiko durch die lokalen Bedingungen erhöht sein. Themen der Vertragsgestaltung, z. B. für Outsourcing oder Werkverträge, können im Einzelfall unabhängig von den dahinterstehenden regulatorischen Fragen rechtliche Risiken auslösen, wenn die Anforderungen an solche Verträge nicht ausreichend berücksichtigt und umgesetzt werden. Sollten wir den rechtlichen Risiken nicht in angemessener Form begegnen können, kann sich das auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ auswirken.

4.6.2 Regulatorische und Compliance-Risiken

Änderungen der Gesetzgebung oder der Auslegung von Gesetzen können die Umsätze und Profitabilität der Unternehmen der Gruppe beeinträchtigen. Sollten sich die gesetzlichen Voraussetzungen in Deutschland, z. B. im Bereich der Steuern und Sozialabgaben, des Arbeitsrechts, des Dienst- oder Werkvertragsrechts, ändern, so kann dies zu einem höheren Aufwand oder zu höheren Haftungsrisiken der Unternehmen führen. Die zeitliche Beschränkung der Überlassung von Arbeitnehmern ist im Hinblick auf IT-Projekte kritisch zu beurteilen, da diese Projekte in vielen Fällen langfristig angesetzt werden. Im Einzelfall werden hierzu mit Kunden individuelle Lösungen abgestimmt. Mittelfristige Auswirkungen auf die gesamte Branche sind heute noch nicht ausreichend absehbar. Auch die regulatorischen Voraussetzungen für die Beschäftigung von selbstständigen IT-Experten als Subunternehmer unterliegen Diskussionen und Wandlungen, die im Einzelfall schwer abzusehen sind. An dieser Stelle besteht aufgrund von neueren gesetzlichen Regelungen, zu denen es noch keine hinreichend gesicherte Rechtsprechung gibt, zum Teil keine ausreichende Rechtssicherheit. Die betreffenden Gruppengesellschaften prüfen die jeweiligen Anforderungen zwar sehr sorgfältig, verfolgen jede angekündigte Änderung und berücksichtigen neue gesetzliche Anforderungen, aber es können auch durch sehr weitgehende Maßnahmen und Vorkehrungen nicht alle sich daraus ergebenden regulatorischen und Compliance-Risiken vollständig und sicher ausgeschlossen werden.

Durch den kontinuierlichen Ausbau unserer Geschäftstätigkeit werden auch regulatorische Risiken in anderen Staaten stärker relevant und finden entsprechend erhöhte Beachtung in der künftigen Geschäftstätigkeit. In konkreten Fällen ergeben sich steuerliche Fragen im Zusammenhang mit dem Leistungsaustausch von Gütern und Dienstleistungen und der Verrechnung dieser Leistungen im Rahmen des "Transfer-Pricing". Zu nennen sind darüber hinaus Risiken aus der Finanzierung von Gruppengesellschaften und damit in Verbindung stehenden Regelungen zur Deklaration der Darlehen und Abzugsfähigkeit von Zinsen auf solche Finanzierungsinstrumente. Falls wir diese Anforderungen nicht ausreichend erfüllen, können die Folgen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigen.

4.7 Gesamtbild der Risikolage

Die für den Allgeier Konzern relevantesten Risiken wurden in den vier vorgenannten Kapiteln "Marktrisiken und strategische Risiken", "Operative Risiken", "Finanzrisiken" sowie "Rechtliche und regulatorische Risiken" dargestellt. Im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts und ihrer möglichen Auswirkung schätzen wir die Risiken, die aus dem wirtschaftlichen Umfeld und der Entwicklung des Marktes resultieren, derzeit als am wesentlichsten ein. Durch den erfolgten Spin-off der Nagarro Gruppe haben sich die Risiken der Allgeier Gruppe insbesondere in den Bereichen der Wechselkursrisiken sowie der regulatorischen und Compliance-Risiken aufgrund der weniger starken internationalen Aufstellung der Gruppe verringert.

Die COVID-19-Pandemie und die von der Politik in den einzelnen Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus ergriffenen Maßnahmen führten zu einem Einbruch der weltweiten Konjunktur und wirkten sich wesentlich auf die einzelnen für Allgeier relevanten Märkte sowie Branchen und Kundenunternehmen aus. Mit den von uns im vergangenen Geschäftsjahr ergriffenen Maßnahmen konnten wir den Service für unsere Kunden und die Arbeit in den Projekten in sicherer und produktiver Weise ohne größere Einschränkungen fortsetzen. Auf Seite der Kunden bestehen aufgrund der hohen Diversifikation des Kundenspektrums unserer Gruppe in Bezug auf Größe, Region, Branchen und Geschäftsmodelle keine relevanten Klumpenrisiken. So erwies sich unser Geschäft im Geschäftsjahr 2020 als weitgehend resilient gegenüber den Folgen der COVID-19-Pandemie. Stärkere temporäre Einbrüche unseres Geschäfts blieben bislang aus. Aufgrund der anhaltenden weltweiten Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus und der durch die Eindämmung der Pandemie verursachten wirtschaftlichen Folgen herrscht allerdings nach wie vor erhebliche Unsicherheit über das Ausmaß der Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die nachhaltige Stabilisierung der internationalen Kapital- und Finanzmärkte. Auch wenn wir nicht mit einem fundamentalen Rückgang der Ausgaben für Digitalisierung und IT rechnen, können die negativen Auswirkungen auf einzelne Kunden oder Branchen auch unser Geschäft punktuell negativ beeinflussen. Daher überwacht der Vorstand weiterhin jene Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit sich aufgrund der COVID-19-Pandemie und bestehender sowie ggf. zukünftig auftretender Virusvarianten erhöht hat, und diejenigen Risiken, die sich auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Allgeier Gruppe auswirken.

Dazu dienen unsere Risiko- und Kontrollsysteme, die laufend überprüft und angepasst werden, und mit denen wir der Risikolage des Konzerns aus unserer Sicht angemessen Rechnung tragen. Durch die vorgenannten Risiken hat sich die Risikolandschaft für Allgeier im Laufe des vergangenen Jahres wesentlich verändert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir dennoch keine Risiken identifiziert, die einzeln oder bei gesammeltem Auftreten den Fortbestand unseres Konzerns gefährden könnten. Daher ist der Vorstand der Überzeugung, dass Allgeier die aus den vorgenannten Risiken resultierenden Herausforderungen auch in Zukunft erfolgreich meistern kann.

4.8 Chancen

Neben den vorstehend beschriebenen Risiken gibt es für die Allgeier Gruppe über die bereits in den konkreten Planungen erfasste Geschäftsentwicklung hinaus auch weitere Chancen zur Verbesserung des Leistungsangebots und der Stellung im Wettbewerb. Diese sieht der Vorstand vor allem in folgenden Aspekten:

4.8.1 Akquisitionen

In der Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2021 sind keine konkreten Akquisitionsvorhaben eingeplant, da diese im Einzelfall vorab in der Regel nicht planbar sind. Gleichwohl sollen Akquisitionen ein integraler Bestandteil der weiteren

Unternehmensentwicklung sein. Korrespondierend zu den beschriebenen Risiken aus Akquisitionen stellen diese aber auch eine erhebliche Chance zur Beschleunigung des Wachstums und für den weiteren gezielten und strategischen Ausbau der Gruppe dar. Ebenso korrespondierend können auch andere Portfolioumschichtungen, wie die Veräußerung einzelner Geschäftsteile, Chancen für eine Neuausrichtung der Gruppe bedeuten.

4.8.2 Mitarbeiter

Im Zuge des Wachstums der Gruppe erhöhen sich auch die Faktoren für die Attraktivität unserer Unternehmen für neue Mitarbeiter. Eine Bearbeitung von komplexen und herausfordernden Projekten und das damit verbundene größere Know-how bilden für neue Mitarbeiter einen steigenden Anreiz, für Allgeier zu arbeiten. Die Aussicht, die künftige Wertsteigerung und den künftigen Erfolg aktiv mit gestalten zu können, zieht insbesondere Führungskräfte an, die unsere Teams entscheidend bereichern und die Gruppe stärken. Dies gilt auch für die durch Akquisitionen hinzugewonnenen Kollegen. Wesentlich wird in diesem Zusammenhang auch sein, die richtigen Incentive-Systeme in der Gruppe zu etablieren bzw. weiter zu entwickeln.

4.8.3 Technologien und Märkte

Eine weitere Chance stellt die mit der fortschreitenden Gruppenentwicklung größer werdenden Möglichkeiten des Eintritts oder der Vertiefung von technologischem Know-how insbesondere für Trendtechnologien dar. Die IT-Branche ist erheblichen Wandlungen unterworfen, die neben den beschriebenen Risiken auch enorme Zukunftschancen bedeuten. Es werden vollkommen neue Geschäftsfelder mit großen Wachstumsmöglichkeiten und Chancen zur Differenzierung im Wettbewerb entstehen. Auch hier können Akquisitionen neben der organischen Entwicklung eine entscheidende Rolle zur dynamischen Weiterentwicklung spielen. Gleiches gilt auch für den Eintritt in neue Marktsegmente und deren Erschließung - regional wie auch in Bezug auf Branchen. Auch hierfür schaffen Wachstum und Akquisitionen neue Möglichkeiten.

Wir erwarten bei unseren Kunden eine weitere Verstärkung des Trends zur Digitalisierung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen und damit verbunden eine erhöhte Nachfrage nach IT-Expertise und Software Durch unsere Positionierung können wir von dieser Entwicklung gegebenenfalls auch profitieren.

4.8.4 Prozesse und Systeme

Schließlich sehen wir auch in der stetigen Verbesserung unserer internen Organisation und Zusammenarbeit durch die Verbesserung der verwendeten Systeme und definierten Prozesse gute Chancen für unsere künftige Entwicklung. Kommend aus einem sehr stark mittelständisch geprägten Umfeld werden Investitionen in einheitliche Systeme erst mit zunehmender Größe sinnvoll und rentabel. Dadurch kann das Nutzen von Synergien und gemeinsamem Potential unterstützt oder erst sinnvoll ermöglicht werden. Eng damit verbunden ist die stetige Verbesserung von internen Unternehmensprozessen. Dies gilt sowohl für die interne Zusammenarbeit in der Gruppe, zum Beispiel im Teilen von Know-how oder verfügbaren Ressourcen oder im Verhältnis zum Kunden, als auch für die effizientere Durchführung von Kundenprojekten und die Qualität unserer Arbeit.

4.9 Erläuterung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess gem. § 289 Abs. 5 HGB

Die Allgeier SE stellt bei allen Konzerngesellschaften durch die nachfolgenden Merkmale ihres internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sicher, dass im Rechnungslegungsprozess relevante Sachverhalte bilanziell vollständig und richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt werden und die Rechnungslegung den gesetzlichen Anforderungen genügt. Ferner wird damit gewährleistet, dass durch das Rechnungswesen jederzeit die zum Zwecke des Controllings und zur Erfüllung der internen und externen Berichtspflichten benötigten Informationen zeitnah und verlässlich zur Verfügung gestellt werden können und die vorhandenen Vermögenswerte nicht zweckentfremdet genutzt werden.

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bei Allgeier sind:

Wesentliche rechnungslegungsrelevante Prozesse unterliegen regelmäßigen analytischen Prüfungen.
Es besteht eine klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstruktur.
Es existiert eine eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben im Bereich des Rechnungslegungsprozesses.
Die im Rechnungswesen verwendeten EDV-Systeme sind gegen unberechtigte Zugriffe geschützt.
Es werden im Bereich der rechnungslegungsrelevanten EDV-Systeme überwiegend Standardsoftwareprodukte eingesetzt.
Alle am Rechnungslegungsprozess beteiligten Personen entsprechen hohen qualitativen Anforderungen.
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Rechnungswesensdaten werden regelmäßig anhand von Stichproben und Plausibilitätschecks durch manuelle Kontrollen überprüft.
Bei besonderen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.
Die relevanten Risiken werden erfasst.
Der Aufsichtsrat befasst sich u. a. mit den wesentlichen Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements.
Durch das im Konzern verwendete Planungs-, Reporting-, Controlling- sowie Frühwarnsystem erfolgt eine systematische Analyse und Steuerung von Risikofaktoren und bestandsgefährdender Risiken.
Eine hinreichende Dokumentation wird gewährleistet.
Die konzerninternen Salden sowie gegebenenfalls vorhandene Zwischengewinne in Vermögenswerten werden eliminiert. Eine vollständige Erfassung dieser Positionen ist durch die Kontenstruktur der Gesellschaften und zusätzlich durch ein Meldeverfahren gewährleistet.

5. Grundzüge des Vergütungssystems

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands orientiert sich an der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Konzerns unter Berücksichtigung der Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Es bietet Anreize für eine erfolgreiche, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensführung. Das Vergütungssystem für den Vorstand wird vom Aufsichtsrat beschlossen und in regelmäßigen Abständen überprüft. Änderungen des Vergütungssystems werden unseren Aktionären im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung berichtet.

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands setzen sich im Geschäftsjahr 2020 aus den folgenden Bestandteilen zusammen: (i) einem festen Jahresgehalt und (ii) einem variablen Vergütungsbestandteil in Form einer vom Konzernergebnis abhängigen Tantieme. Der zwölfte Teil des festen Jahresgehalts wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Für alle Mitglieder des Vorstands sind Höchstgrenzen (Cap) für die variablen Vergütungsbestandteile vereinbart.

Darüber hinaus erhält der Vorstand übliche Nebenleistungen wie beispielsweise die Bereitstellung eines Dienstwagens und Zuschüsse zu Kranken- oder Rentenversicherung im gesetzlichen Rahmen.

Die Vergütung des Vorstands beträgt für das Jahr 2020 insgesamt 5.196 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.975 Tsd. Euro). Die Gesamtvergütung ohne Aktienoptionen teilt sich auf in (i) feste Jahresgehälter von insgesamt 1.361 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.399 Tsd. Euro) und (ii) variable Vergütungsbestandteile von insgesamt 3.835 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.576 Tsd. Euro). Die vom Ergebnis des Konzerns abhängige variable Vergütung wurde als Rückstellung bilanziert und kommt nach Billigung des Konzernabschlusses der Allgeier SE im Jahr 2020 zur Auszahlung.

An drei Mitglieder des Vorstands wurden in Summe 520.000 Aktienoptionen ausgegeben, davon im Jahr 2012 380.000 und im Jahr 2017 140.000. Im Jahr 2019 wurden keine Aktienoptionen ausgegeben. Die erste Ausübung ist jeweils frühestens vier Jahre nach Ausgabe möglich. Die Ausübung ist nach Neuberechnung des Ausübungspreises in Folge der Abspaltung der Nagarro für die in 2010 ausgegebenen Aktienoptionen ab einem Aktienkurs von 1,85 Euro für die Allgeier SE und ab einem Aktienkurs von 7,61 Euro für die Nagarro SE und für die in 2014 ausgegebenen Aktienoptionen ab einem Aktienkurs von 4,72 Euro für die Allgeier SE und ab einem Aktienkurs von 19,65 Euro für die Nagarro SE Euro möglich. Im Jahr 2020 haben drei Mitglieder des Vorstands insgesamt 69.000 Aktienoptionen zu einem Kurs von 9,46 Euro ausgeübt.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 24. September 2020 unterbleibt für den Berichtszeitrum die Angabe individueller Vorstandsbezüge.

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist von der Hauptversammlung am 21. Juni 2011 festgelegt worden und in Ziffer 13 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an den Aufgaben und der Verantwortung des Aufsichtsrats sowie der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Unternehmens. Die Aufsichtsratsvergütung setzt sich zusammen aus (i) festen Vergütungsbestandteilen (feste jährliche Vergütung und Sitzungsgeld) sowie (ii) einem vom Konzernergebnis abhängigen variablen Vergütungsbestandteil, der durch einen Cap begrenzt ist. Die vom Ergebnis des Konzerns abhängige variable Vergütung wurde als Rückstellung bilanziert und kommt nach Billigung des Konzernabschlusses der Allgeier SE im Jahr 2020 zur Auszahlung. Der Vorsitz im Aufsichtsrat wird bei der Höhe der festen Vergütungsbestandteile berücksichtigt.

Die Vergütung des Aufsichtsrats beträgt für das Jahr 2020 insgesamt 724 Tsd. Euro (Vorjahr: 717 Tsd. Euro). Die Gesamtvergütung teilt sich auf in (i) feste Vergütungsbestandteile einschließlich Sitzungsgeldern von insgesamt 124 Tsd. Euro (Vorjahr: 117 Tsd. Euro) und (ii) variable Vergütungsbestandteile von insgesamt 600 Tsd. Euro (Vorjahr: 600 Tsd. Euro). Die in der Vergütung enthaltene Rückstellung für eine variable Vergütung kommt im Geschäftsjahr 2021 zur Auszahlung.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 23. Juni 2015 unterbleibt für die Berichtszeiträume bis zum 31. Dezember 2020 die Angabe individueller Aufsichtsratsbezüge.

Im Geschäftsjahr 2020 haben Mitglieder des Aufsichtsrats Beraterleistungen in Höhe von 0 Euro (Vorjahr 3 Tsd. Euro) erbracht.

5.1 Erklärung zur Unternehmensführung nach §289f HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB ist Bestandteil des Lageberichts; die darin gemachten Angaben sind jedoch gemäß § 317 Abs. 2 Satz 3 HGB nicht in die Prüfung mit einzubeziehen.

5.1.1 Erklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der Allgeier SE erklären gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, dass seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im April 2020 den vom Bundesministerium der Justiz veröffentlichten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 16. Dezember 2019 mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird:

Entsprechenserklärung für den Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019

Kodex Ziffer B 5 und Ziffer C2

"Für Vorstandsmitglieder soll eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden." und Kodex Ziffer C2 "Für Aufsichtsratsmitglieder soll eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden. "

Bei der Entscheidung über die Besetzung von Vorstandspositionen und Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern kommt es entscheidend auf die Beurteilung der persönlichen und fachlichen Eignung eines Kandidaten für das Unternehmen an. Diese Beurteilung ist jeweils im Einzelfall nach umfassender Prüfung der Angemessenheit und unter Einbeziehung aller in Betracht kommender Personen vorzunehmen. Anlass zur Festlegung einer generellen Altersgrenze, die nur ein herausgegriffenes Kriterium darstellt, besteht dabei nicht. Vielmehr könnte eine starre Altersgrenze ein nicht gewolltes Ausschlusskriterium für qualifizierte Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder sein.

Kodex Ziffer C 5

"Wer dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen und keinen Aufsichtsratsvorsitz in einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft wahrnehmen."

Der Vorsitzende des Vorstands, Herr Carl Georg Dürschmidt ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Nagarro SE, München, die nach der Abspaltung aus dem Allgeier Konzern seit dem 16. Dezember 2020 eine eigenständige Börsennotierung hat. Der Aufsichtsrat geht davon aus, dass Herr Dürschmidt seine volle Arbeitskraft seiner Tätigkeit bei der Allgeier SE widmet und sich sein Aufsichtsratsmandat bei der Nagarro SE nicht negativ auf die Erfüllung seiner Verpflichtungen gegen über der Gesellschaft auswirkt.

Kodex Ziffer F 2

"Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht sollen binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein."

Für die Gesellschaft steht die Richtigkeit und Vollständigkeit der jeweiligen Abschlüsse und Berichte im Vordergrund. Es ist das Bestreben der Gesellschaft, die jeweiligen Abschlüsse und Berichte so früh wie möglich den Aktionären bekannt zu geben. Gleichwohl behält sich die Gesellschaft vor, die gesetzlichen Fristen für die Veröffentlichung jeweils in Anspruch zu nehmen, falls dies zur ordnungsgemäßen Fertigstellung und Prüfung der Abschlüsse und Berichte erforderlich ist.

Kodex Ziffern G 1 - G 14

Die laufenden Vorstandsverträge wurden vor Wirksamkeit der in 2020 in Kraft getretenen Regelungen vereinbart. Die aktuelle Vergütung entspricht allerdings in weiten den Teilen den Anforderungen des Kodex. Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung 2021 ein neues Vergütungssystem für künftige Vorstandsverträge vorlegen. Die darin getroffenen Regelungen entsprechen im Wesentlichen den Vorgaben des Kodex. Nicht vollständig entsprochen wird Ziffer G 3 des Kodex im Hinblick auf die Offenlegung der Peer-Group:

G 3 "Zur Beurteilung der Üblichkeit der konkreten Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder im Vergleich zu anderen Unternehmen soll der Aufsichtsrat eine geeignete Vergleichsgruppe anderer Unternehmen heranziehen, deren Zusammensetzung er offenlegt. Der Peer Group-Vergleich ist mit Bedacht zu nutzen, damit es nicht zu einer automatischen Aufwärtsentwicklung kommt."

Das neue Vergütungssystem sieht zur Beurteilung der Üblichkeit der Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder unter anderem einen Peer-Group-Vergleich vor. Dabei verzichtet das neue Vergütungssystem auf Offenlegung der Zusammensetzung der Peer-Group, da die Gesellschaft nicht in einem Index gelistet ist. Aufgrund des dynamischen Geschäftsmodels der Unternehmensentwicklung im Sinne einer Buy-and-Build-Strategie ist der Vergleich mit anderen in- und ausländischen börsennotierten Unternehmen im Sinne einer statisch festgelegten Peer-Group nicht zielführend.

5.2 Angaben zur Unternehmensführung und zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Unternehmensführung der Allgeier SE richtet sich nach den Vorschriften des Aktiengesetzes, den Vorgaben der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat sowie den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Führung und Leitung des Unternehmens obliegt danach dem Vorstand. Dem Aufsichtsrat kommt die Funktion als Überwachung- und Beratungsorgan zu. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Unternehmensinteresse eng zusammen. Die gemeinsame Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat ist an dem Interesse des Unternehmens und der Aktionäre ausgerichtet, sowohl das bestehende Geschäft der Allgeier Gruppe erfolgreich weiterzuentwickeln als auch den Wert der Gruppe durch weitere Akquisitionen nachhaltig zu steigern.

Eine weitere Ebene der Unternehmensführung innerhalb der Allgeier Gruppe bilden die Vorstände und Geschäftsführungen sowie die Aufsichtsorgane in den einzelnen Gruppengesellschaften. Der Vorstand der Allgeier SE übt im Rahmen der Gesellschafterstellung oder in der Funktion von Aufsichtsgremien bei den Gruppengesellschaften eine Steuerungs-, Koordinierungs- und Kontrollfunktion aus.

Der Vorstand der Allgeier SE besteht am Jahresende aus drei Mitgliedern. Er leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. In seiner Funktion als Leitungsorgan der Allgeier Gruppe gibt er insbesondere die Strategie für die weitere Entwicklung der Gruppe vor und arbeitet an dem Ziel der nachhaltigen Wertschöpfung und Wertsteigerung der Gruppe. Es gilt dabei der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d.h. die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Unternehmensführung. Auf Grund der Konzernstruktur der Allgeier Gruppe und der spezifischen Stellung der Allgeier SE als Holdinggesellschaft und den damit verbundenen Aufgaben, besteht im Vorstand keine strenge Ressortverteilung, wie sie bei Unternehmen mit einer klassischen Führungsstruktur üblich ist. Gleichwohl sind die Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Vorstands nach entsprechenden Arbeitsschwerpunkten und fachlichen Qualifikationen verteilt. Die wesentlichen Entscheidungen, zum Beispiel über Akquisitionsvorhaben, werden vom Gesamtvorstand getroffen. Einzelheiten zur Zusammenarbeit im Vorstand und zur Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat sind in der Geschäftsordnung für den Vorstand festgelegt. Die Geschäftsordnung für den Vorstand enthält auch einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf.

Der Aufsichtsrat der Allgeier SE besteht aus drei Mitgliedern. Er berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. Ausschüsse des Aufsichtsrats sind nicht gebildet. Neben den gesetzlich festgelegten Aufgaben, wie die Bestellung der Vorstandsmitglieder und die Festlegung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder, und der Kontrolle der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft einschließlich der Planung für die folgenden Geschäftsjahre, des Risikomanagements und der Prüfung des Jahresabschlusses, beschäftigt sich der Aufsichtsrat wesentlich mit den Themen, die gemäß der Geschäftsordnung für den Vorstand seiner Zustimmung bedürfen.

Einen Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats bilden dabei die Beratungen und Entscheidungen über Akquisitionsvorhaben. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat in alle Entscheidungen eingebunden, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung sind. Hierzu besteht ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern des Aufsichtsrats, insbesondere dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Einzelheiten der Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder sind in einer Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat festgelegt.

Der Aufsichtsrat lässt sich bei den Vorschlägen für seine Zusammensetzung von folgenden Zielen und Grundsätzen leiten: Oberstes Ziel ist sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat seinen gesetzlichen Aufgaben in der vorgeschlagenen Zusammensetzung umfassend gerecht wird und die Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben optimal und verantwortlich erfüllen zu können. Für die Allgeier SE, deren Satzung die Besetzung des Aufsichtsrats mit drei Mitgliedern vorsieht, bedeutet dies konkret, dass insbesondere folgende Qualifikationen nach Möglichkeit im Aufsichtsrat vorhanden sein sollen: die im Gesetz ausdrücklich geforderte Qualifikation als unabhängiger Finanzexperte, die Fähigkeit zur Beurteilung von Unternehmen im Dienstleistungssektor (nicht nur beschränkt auf das IT Geschäft), die Fähigkeit zur Beurteilung von Akquisitionsmöglichkeiten im In- und Ausland und entsprechende Transaktionserfahrung sowie die Erfahrung mit der Organisation und Arbeitsweise einer stark wachsenden Gruppe in einer Holdingstruktur. Die Besetzung des Gremiums muss ferner ermöglichen, dass das Gremium effizient arbeitsfähig ist und seine Mitglieder ausreichend Kapazität für diese verantwortliche Tätigkeit mitbringen. Generelle Merkmale wie das Alter, das Geschlecht oder die Nationalität einer Person sollen bei der Besetzung dagegen nicht im Vordergrund stehen. Der Aufsichtsrat bekennt sich aber ausdrücklich dazu, dass bei der künftigen Besetzung im Vergleich mehrerer, fachlich ähnlich geeigneter Kandidaten im Sinne der angestrebten Diversity Kandidaten bevorzugt werden sollen, die im Hinblick auf ihr Geschlecht, Alter oder Nationalität die Besetzung entsprechend bereichern. Starre Quoten oder Altersgrenzen sieht der Aufsichtsrat dabei nicht als angemessenes Mittel an. Der Aufsichtsrat setzt sich heute aus drei Herren im Alter zwischen 51 und 72 Jahren zusammen, davon zwei deutsche und ein schweizerischer Staatsbürger, die verschiedenen Berufsgruppen angehören und die genannten fachlichen Anforderungen abdecken.

5.2.1 Angaben und Erläuterung gem. § 289 Abs. 4 HGB

Gemäß § 289 Abs. 4 HGB hat ein Mutterunternehmen, das einen organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes durch von ihm ausgegebene stimmberechtigte Aktien in Anspruch nimmt, ergänzende Angaben zu machen.

Das Grundkapital der Allgeier SE beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2020 11.382.513,00 EUR (Vorjahr: 11.382.513,00 Euro) und ist eingeteilt in 11.382.513 Stück auf den Namen lautenden Stückaktien. Auf jede Aktie entfällt anteilig ein rechnerischer Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR. Sämtliche Stückaktien der Gesellschaft gehören der gleichen Aktiengattung an. Die Aktien sind voll eingezahlt. Es besteht nur eine Aktiengattung. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden, insbesondere gewährt jede Aktie eine Stimme in der Hauptversammlung. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. Die Aktien der Gesellschaft sind im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) notiert (ISIN DE000A2GS633; WKN A2GS63). Die mit den Aktien der Gesellschaft verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus der Satzung der Gesellschaft und ergänzend aus der SE-VO und dem SE-Ausführungsgesetz sowie dem Aktiengesetz.

Im Geschäftsjahr 2020 erhöhte sich das gezeichnete Kapital der Allgeier SE durch Zuteilung von 93.513 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien).

Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt.

Folgende Personen halten direkte oder indirekte Beteiligungen, die 10 Prozent der Stimmrechte der Allgeier SE - gemessen an der Gesamtstimmrechtszahl von 11.382.513 - überschreiten:

Der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Detlef Dinsel hält direkt und indirekt eine Beteiligung in Höhe von 12,50 Prozent am Grundkapital der Allgeier SE. Der Vorstandsvorsitzende Herr Carl Georg Dürschmidt hält eine indirekte Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent am Grundkapital der Allgeier SE.

Lantano Beteiligungen GmbH, München, hält direkt eine Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent. Frau Dr. Christa Kleine-Dürschmidt, Deutschland, hält direkt und indirekt eine Beteiligung in Höhe von 27,11 Prozent. Frau Laura Dürschmidt, Deutschland, hält indirekt eine Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent. Frau Linda Dürschmidt, Deutschland, hält direkt und indirekt eine Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent.

Sonstige direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft nicht bekannt.

Es bestehen keine Aktien der Gesellschaft, die ihren Inhabern im Vergleich zu den übrigen Aktionären Sonderrechte, insbesondere Kontrollbefugnisse über die Gesellschaft verleihen.

Dem Vorstand sind keine Beteiligungen von Arbeitnehmern am Kapital der Gesellschaft bekannt, bei denen Arbeitnehmer die Kontrollrechte aus ihrer Beteiligung nicht unmittelbar, sondern mittelbar über einen von ihnen benannten Vertreter ausüben.

Die Voraussetzungen für die Ernennung und Abberufung des Vorstands sowie die Änderung der Satzung richten sich nach den Regelungen der Satzung, der SE-VO und des SE-Ausführungsgesetzes sowie des Aktiengesetzes. Gemäß Ziffer 6.1 unserer Satzung und Art. 39 SE-VO besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen, die Zahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann gemäß Ziffer 6.1 der Satzung und § 84 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands bestellen. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat das Gericht gemäß § 85 AktG in dringenden Fällen auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen. Gemäß Art. 39 SE-VO und § 84 AktG kann der Aufsichtsrat die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Gemäß Art. 46 SE-VO und Ziffer 6.2 unserer Satzung werden die Mitglieder des Vorstands für höchstens sechs Jahre bestellt. Wiederbestellungen sind gemäß Art. 46 SE-VO und Ziffer 6.1 unserer Satzung zulässig. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands durch Beschluss mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Änderungen der Satzung bedürfen eines Beschlusses der Hauptversammlung. Gemäß Art. 59 SE-VO, § 51 SEAG und Ziffer 18.2 der Satzung bedarf ein satzungsändernder Beschluss, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bzw. der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist. Damit macht die Satzung vom Wahlrecht des § 51 SE-Ausführungsgesetz Gebrauch. Eine höhere Mehrheit ist beispielsweise für die Änderung des Unternehmensgegenstands oder für eine Sitzverlegung in einen anderen Mitgliedsstaat in § 51 SE-Ausführungsgesetz vorgeschrieben. Der Aufsichtsrat ist gemäß Ziffer 14.2 unserer Satzung und § 179 AktG befugt, Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen, zu beschließen.

5.2.2 Genehmigte Kapitalia

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 24. September 2020 ermächtigt, das Grundkapital der Allgeier SE mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 23. September 2025 gegen Bar- oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 5.644.500,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 5.644.500 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre für folgende Fälle auszuschließen:

Bei einer Bezugsrechtsemission für aufgrund des Bezugsverhältnisses entstehende Spitzenbeträge.
Für eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, von Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen mit einem solchen Erwerb im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Vermögensgegenständen, wenn der Erwerb im Interesse der Gesellschaft liegt.
Für eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Anteil am genehmigten Kapital in Höhe von bis zu 10 Prozent des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder, sofern niedriger, im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals, sofern der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese 10 Prozent-Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung in direkter oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden sowie auch Aktien, die aufgrund einer während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG begebenen Wandel- beziehungsweise Optionsschuldverschreibung auszugeben oder zu gewähren sind.
Für die Gewährung von Bezugsrechten an Inhaber von Wandel- oder Optionsrechten bezogen auf Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

5.2.3 Bedingte Kapitalia

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Juni 2010, abgeändert durch Beschlüsse der Hauptversammlung vom 17. Juni 2014 und 28. Juni 2017 sowie die Ausgabe von insgesamt 406.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien) zum 31. Dezember 2020 um bis zum 54.000,00 Euro bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010). Das Bedingte Kapital 2010 dient der Bedienung von den noch offenen 54.000 Optionsrechten zur Ausgabe von bis zu 54.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Juni 2014, abgeändert durch Beschlüsse der Hauptversammlung vom 28. Juni 2017 und 29. Juni 2018, um bis zum 140.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 140.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2014). Das Bedingte Kapital 2014 dient der Bedienung von 140.000 Optionsrechten gemäß dem Aktienoptionsplan 2014, die von der Gesellschaft bis zum 16. Juni 2019 ausgegeben werden können. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 140.000 Optionsrechte ausgegeben.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juni 2017 um bis zum 3.500.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 3.500.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Das Bedingte Kapital 2017 dient der Bedienung von Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten, die von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, bis zum 27. Juni 2022 ausgegeben werden können. Der Konzern hat bislang keine entsprechenden Wandlungs- oder Optionsrechte ausgegeben.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2018 um bis zum 340.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 340.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018). Das Bedingte Kapital 2018 dient der Bedienung von 340.000 Optionsrechten gemäß dem Aktienoptionsplan 2018, die von der Gesellschaft bis zum 28. Juni 2023 ausgegeben werden können. Die Gesellschaft hat bislang keine entsprechenden Optionsrechte ausgegeben.

5.2.4 Erwerb eigener Aktien

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Allgeier SE alle eigenen Aktien veräußert. Die Allgeier SE hielt zum Stichtag 31. Dezember 2020 keine eigenen Aktien. Mithin entfallen 0 Prozent (Vorjahr: 0,93 Prozent) des Grundkapitals auf eigene Aktien.

Die am 24. September 2020 abgehaltene Hauptversammlung der Allgeier SE hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 23. September 2025 eigene Aktien der Gesellschaft in einem Umfang 10 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals mit der Maßgabe zu erwerben, dass auf diese zusammen mit anderen eigenen Aktien, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt, nicht mehr als 10 Prozent des Grundkapitals entfallen.

Darüber hinaus hat die Hauptversammlung vom 24. September 2020 den Vorstand ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund der vorstehenden oder früher erteilten Ermächtigungen erworben werden bzw. wurden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu folgenden:

Weiterveräußerung an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre;
Verwendung als Gegenleistung für eine direkte oder indirekte Sacheinlage Dritter in die Gesellschaft, insbesondere beim Zusammenschluss mit Unternehmen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder anderen Wirtschaftsgütern;
Verwendung zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten, welche die Gesellschaft oder ihr nachgeordnete Konzernunternehmen ausgeben, gegenüber den Inhabern dieser Rechte;
Verwendung zur Ausgabe als Mitarbeiteraktien an Arbeitnehmer oder Organmitglieder der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen.

Erfolgt die Veräußerung in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre, insbesondere in den vorstehend genannten vier Fällen, darf der Veräußerungspreis den Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung um nicht mehr als 5 Prozent unterschreiten. Maßgeblicher Börsenkurs im Sinne dieser Regelung ist der rechnerische Mittelwert der Schlusskurse der Aktien der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten drei Börsentage vor der Veräußerung der Aktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird insoweit ausgeschlossen. Diese Ermächtigung beschränkt sich auf höchstens 10 Prozent des bei Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft. Auf den Fall der Veräußerung eigener Aktien an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre werden Aktien angerechnet, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts bis zu diesem Zeitpunkt ausgegeben oder veräußert werden, oder auf die Umtausch- bzw. Bezugsrechte von Options- oder Wandelschuldverschreibungen entfallen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die aufgrund der Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien sowie zu ihrer Verwendung kann ganz oder auch in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, durch die Gesellschaft oder durch ihre Konzerngesellschaften ausgeübt werden.

5.2.5 Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Es gibt in einzelnen Kreditvereinbarungen übliche Regelungen, die Rechtsfolgen an eine mehrheitliche Übernahme oder Beherrschung größer 50 Prozent oder eine Veräußerung der wesentlichen Vermögensgegenstände der Gesellschaft knüpfen.

5.2.6 Entschädigungsvereinbarung der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind

Für den Fall eines Kontrollwechsels, d. h. wenn ein Dritter die Kontrolle im Sinne von § 29 Abs. 2, § 30 WpÜG über die Gesellschaft erlangt, hat ein Mitglied des Vorstands das Recht zur Kündigung des Anstellungsvertrages. Bei Ausübung des Rechts entsteht ein Abfindungsanspruch, der auf eine Jahresvergütung begrenzt ist. Darüber hinaus hat die Allgeier SE keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen.

5.2.7 Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Einzelabschluss der Allgeier SE wird nach dem Handelsgesetzbuch aufgestellt, der Konzernabschluss der Allgeier SE nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Einzelabschluss und der Konzernabschluss wurden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft LOHR + COMPANY GmbH, Düsseldorf, geprüft.

6. Prognoseberichterstattung

Gesamtwirtschaftliche Erwartung

Das organische Wachstum der Konzerngesellschaften ist maßgeblich abhängig von dem konjunkturellen Umfeld und insbesondere von der Entwicklung des Software- und IT-Services-Marktes in Deutschland sowie in den weiteren relevanten Märkten. Durch die Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen geriet die deutsche Wirtschaft in eine der schwersten Rezessionen seit Jahrzehnten. Im Jahr 2020 ging das deutsche Bruttoinlandsprodukt laut Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung im Zuge der Coronakrise um 5,0 Prozent zurück, nachdem es zuvor zehn Jahre lang einen Anstieg verzeichnet hatte. Die OECD geht sogar von einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent aus.

Nach dem Ende des harten Lockdowns im April 2020 war das konjunkturelle Tal aber bereits im Mai durchschritten und die deutsche Wirtschaft arbeitete sich nach der ersten schnellen Erholung allmählich aus der Krise. Die Bundesregierung geht in ihrem aktuellen Jahreswirtschaftsbericht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung vor der Krise erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden dürfte. Die erwartete Erholung der globalen Wirtschaft, die Unterauslastung der Produktionskapazitäten, aber auch die Frühindikatoren sprechen laut Jahreswirtschaftsbericht für eine Fortsetzung des Aufholprozesses. Für das laufende Jahr 2021 rechnet die Bundesregierung dementsprechend mit einem Wachstum von 3,0 Prozent. Dabei wird die weitere wirtschaftliche Entwicklung weiterhin maßgeblich vom Verlauf der Pandemie und von den Maßnahmen zu deren Eindämmung beeinflusst.

Durch die Ausbreitung des sog. Coronavirus und die daraufhin vollzogenen Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens kam es im zweiten Quartal 2020 zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und der übrigen Welt. Die globalen Lieferketten und Handelsströme wurden stark beeinträchtigt, die Börsen brachen ein, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nahmen zu und zahlreiche Staaten baten um internationale Kredithilfe. Durch massive politische Maßnahmen und die Unterstützung der Zentralbanken erholt sich die globale Wirtschaft in vielen Sektoren aber rasch. Allerdings verläuft die Erholung in den einzelnen Ländern und Branchen unterschiedlich schnell. Vor allem Dienstleistungen und Handel, die von Lockdowns und den Regeln zum "Social Distancing" besonders betroffen sind, leiden weiterhin. Tourismus, Luftfahrt, Hotel und Gastgewerbe und die mit diesen Branchen verbundenen Sektoren sehen sich weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert. Hinzu kommt in vielen Ländern die Unsicherheit durch weitere Pandemiewellen -auch im Zuge der Ausbreitung gefährlicher Virusmutanten. Hoffnung auf ein Ende der wiederholten pandemiebedingten Einschränkungen und eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft knüpfen sich an das weltweit ausgerollte Impfprogramm, das erste vielversprechende Erfolge aufweist.

So blickt die OECD in ihrem aktuellen Interim Economic Outlook aus dem März 2021 hoffnungsvoll in die Zukunft. Die wirtschaftliche Erholung werde sich schrittweise fortsetzen. Auch ist die OECD optimistischer als noch in ihrem vorherigen Bericht aus dem Dezember 2020 und rechnet nun mit einer schnelleren Erholung vieler Volkswirtschaften. Die OECD konstatiert, dass sich die weltweiten Konjunkturaussichten in den zurückliegenden Monaten deutlich verbessert hätten. Dazu beigetragen haben die schrittweise Einführung wirksamer Impfstoffe, die Ankündigung zusätzlicher fiskalischer Unterstützung in einigen Ländern und Anzeichen dafür, dass die Volkswirtschaften besser mit den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zurechtkommen. Der wirtschaftliche Aufschwung und die Rückkehr von Vertrauen verbinden sich aber auch weiterhin wesentlich mit der raschen Bereitstellung und Verteilung von Impfstoffen und einer bessere Zusammenarbeit bei deren Verteilung. Denn noch verblieben beträchtliche Risiken: Schnellere Fortschritte bei der Einführung von Impfstoffen in allen Ländern würden laut OECD eine schnellere Aufhebung der Beschränkungen ermöglichen und das Vertrauen und die Ausgaben erhöhen. Langsame Fortschritte bei der Impfstoffeinführung und das Auftreten neuer Virusmutationen, die gegen bestehende Impfstoffe resistent sind, würden zu einer schwächeren Erholung, größeren Arbeitsplatzverlusten und mehr Unternehmenspleiten führen. Entsprechend müsse es die oberste politische Priorität sein, sicherzustellen, dass alle erforderlichen Ressourcen eingesetzt werden, um Impfungen so schnell wie möglich zu produzieren und in vollem Umfang in der ganzen Welt einzusetzen, um Leben zu retten, Einkommen zu erhalten und die negativen Auswirkungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf das Wohlbefinden der Menschen zu begrenzen. Die OECD weist darauf hin, dass die für die Bereitstellung von Impfstoffen in Ländern mit niedrigerem Einkommen erforderlichen Ressourcen gering seien im Vergleich zu den möglichen Gewinnen, die eine stärkere und schnellere globale wirtschaftliche Erholung verspreche.

Die OECD erwartet, dass durch die Impfkampagnen, eine konzertierte Gesundheitspolitik und die finanzielle Unterstützung durch die Regierungen das globale BIP im Jahr 2021 um 5,6 Prozent und um weitere 4 Prozent im Folgejahr 2022 steigen wird, nachdem es im Krisenjahr 2020 um 3,4 Prozent gesunken war. In der Eurozone war der Rückgang im Jahr 2020 mit 6,8 Prozent stärker, und die Erholung wird mit einem erwarteten Wachstum von 3,9 Prozent im Jahr 2021 langsamer erfolgen. Die Weltwirtschaft werde in den kommenden zwei Jahren an Schwung gewinnen und die globale Aktivität bis Ende 2021 das Niveau vor der Pandemie erreichen. Die OECD erwartet, dass der Aufschwung in den asiatischen Ländern, die das Virus unter Kontrolle gebracht haben, am stärksten sein wird, dennoch werden laut OECD bis zum Ende des Jahres 2021 viele Volkswirtschaften das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht haben. Für Deutschland geht die OECD von einem Wachstum von 3,0 Prozent für das Jahr 2021 und einer Ausweitung auf 3,7 Prozent im Folgejahr 2022 aus.

Bei einer schnellen Einführung der Impfstoffe und einem Rückgang der Unsicherheit könnte sich die Erholung der Weltwirtschaft beschleunigen. Sollte es indes umgekehrt zu Verzögerungen bei der Einführung von Impfstoffen, Schwierigkeiten bei der Kontrolle neuer Virusausbrüche und zu Versäumnissen dabei kommen, die richtigen Lehren aus der ersten Welle zu ziehen, könnte die Erholung jedoch stocken und das Vorkrisenniveau würde erst Ende 2022 wieder erreicht werden. So bleiben sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken bestehen, was einen vorsichtig optimistischen, aber unsicheren Ausblick zur Folge hat. Trotz der umfassenden politischen Hilfen werden die Schäden durch die Pandemie für das sozioökonomische Gefüge in den einzelnen Staaten noch lange fortbestehen.

Erwartungen für die IT-Branche

Der deutsche ITK-Markt soll laut aktuellen Marktzahlen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) nach der krisenbedingten Delle im Vorjahr im laufenden Jahr 2021 auf den Wachstumspfad zurückkehren. Dabei soll der ITK-Gesamtmarkt um 2,7 Prozent auf 174,4 Mrd. Euro wachsen (Vorjahr: Rückgang um 0,6 Prozent auf 169,8 Mrd. Euro). Der für Allgeier relevante Teilmarkt für Informationstechnik wird demnach mit voraussichtlich 4,2 Prozent (Vorjahr: -0,7 Prozent) ein überdurchschnittliches Wachstum auf 98,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 94,6 Mrd. Euro) verzeichnen. Damit würde sich die IT-Branche von den Krisenfolgen rascher als die Gesamtwirtschaft erholen. Getragen wird diese Entwicklung in erster Linie von der Dynamik in den Märkten für Hard- und Software, die mit prognostizierten 8,6 bzw. 4,1 Prozent (Vorjahr: 3,2 bzw. -1,0 Prozent) wachsen sollen. Verhaltener entwickelt sich der Markt für IT-Services, für den der Branchenverband im laufenden Jahr ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet (Vorjahr: -3,2 Prozent). Trotz insgesamt etwas schwächerer Dynamik im IT-Services-Umfeld wachsen wichtige Trend- und Zukunftsfelder deutlich schneller. Wesentlicher Treiber des Wachstums ist dabei auch weiterhin - wie für den IT-Markt insgesamt -die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft sowie des öffentlichen Sektors, die grundlegende Veränderungen der Marktbedingungen sowie der Wirtschafts- und Arbeitswelt nach sich zieht. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in vielen Bereichen deutlich beschleunigt. Der überwiegende Teil der Unternehmen sieht in neuen Technologien das wesentliche Werkzeug zur Bewältigung der Krise. In den Organisationen wurden innerhalb kurzer Zeit die Mitarbeiter im Homeoffice vernetzt, neue digitale Kanäle - etwa für Vertrieb, Marketing oder Service und Support - geschaffen und zahlreiche Systeme und Daten in die Cloud verlagert. Obwohl viele Unternehmen schnell, agil und pragmatisch auf die Herausforderungen der Krise reagiert haben, bleibt der Transformationsdruck für die meisten Organisationen hoch: Unternehmensprozesse und -strukturen müssen an veränderte Anforderungen angepasst werden - vielfach stehen noch immer interne Silostrukturen und die mit ihnen verknüpfte Altsysteme notwendigen Innovationsprozessen im Weg. In einer im Frühsommer 2020 inmitten der Corona-Krise durchgeführten Befragung des Research-Unternehmens Forrester unter IT-Entscheidern in Deutschland, nannten diese die Themen Innovation, Geschwindigkeit und die Entwicklung neuer Fähigkeiten als wichtigste Prioritäten für die darauffolgenden zwölf Monate.

Die aktuelle Studie "IT-Trends 2021" des Beratungsunternehmens Capgemini für die DACH-Region hebt die außerordentliche Bedeutung der IT für das Geschäft der Unternehmen gerade in Zeiten der Pandemie und weitreichender Kontaktbeschränkungen hervor und unterstreicht gewachsenen Bedarf und höhere Dringlichkeit bei den Digitalisierungsschritten. Unternehmen und Behörden hätten im Corona-Jahr schnell und gezielt auf die vielfältigen Herausforderungen reagiert und die Arbeit reorganisiert, Verkaufs- und Service-Prozesse umgestellt und IT-Budgets neu verteilt. Technologie und kreative Ideen hätten dafür gesorgt, dass die Wirtschaft weiterlief. Der weitere Ausbau der Digitalisierung sei so auch für das laufende Jahr das Gebot der Stunde, was aber weit über die Arbeit im Homeoffice und virtuelle Treffen hinausgehe. Im Mittelpunkt stünden digitales Bestellwesen, automatisierter Service, intelligente Fabriken, intensiver Datenaustausch und die Steuerung von Lieferketten. All das sei mit höheren Anforderungen an die IT-Sicherheit und Compliance verbunden. 87 Prozent der befragten IT-Entscheider aus Unternehmen und Behörden nähmen die Pandemie zum Anlass, die Digitalisierung auszubauen. IT solle dabei vermehrt an den Bedürfnissen der Endkunden ausgerichtet werden. Zudem gewinnen Themen wie Datensicherheit, bessere Informationsauswertung und -nutzung, kürzere Release-Zyklen und der Aufbau von Partnernetzwerken an Bedeutung. Sowohl der Trend zur Verlagerung von Softwarelösungen in die Cloud als auch zu Big Data und Datenanalyse ist ungebrochen und hat sich nochmals beschleunigt: Die Verbreitung von Datenplattformen und die Nutzung und der Austausch von Daten entlang der eigenen Zulieferketten nimmt stark zu. Datenschutz und Datensouveränität - insbesondere bei der Nutzung von KI-Anwendungen -sprechen für die Nutzung europäischer Cloud-Anbieter.

Zunehmend stärker wird der Fachkräftemangel zu einem Problem: Zwar ist der Mangel an IT-Fachkräfte während des ersten Corona-Jahres im deutschsprachigen Raum nur moderat gestiegen, allerdings rechnen die Studienteilnehmenden damit, dass er in diesem und im nächsten Jahr stetig zunimmt. Kurzfristig spielt dabei eine Rolle, dass während der Krise verschobene oder gestoppte Projekte nun wieder anlaufen. Mittel- und langfristig dürfte sich aber noch stärker auswirken, dass in den kommenden zehn Jahren fast 21 Prozent der Fachkräfte aus IT und Business in den Ruhestand gehen.

Bei den Technologietrends messen die befragten Teilnehmern den Themen Production Safety und Security, Predictive Analytics, Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte, DevOps (um Releasezyklen zu verkürzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten) sowie Robotic Process Automation (RPA) ohne KI-Unterstützung die aktuell größte Bedeutung bei. Im Fokus der Arbeit steht in diesem Jahr vor allem die Optimierung und Weiterentwicklung der Anwendungslandschaften und die Vereinfachung des Datenaustausches. Treiber dafür sind einerseits neue Anforderungen der Kunden, zum anderen wollen die Organisationen die Vorteile der zunehmenden Digitalisierung stärker nutzen: Einerseits durch die engere Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und andererseits, indem das Potenzial von Daten ausgeschöpft wird. Damit verknüpft sind auch die Migration auf neue ERP-Systeme und der zunehmende Einsatz von intelligenten Systemen in der Industrie. Durch die stärkere Vernetzung von Maschinen, automatische Produktionsprozesse und die Verarbeitung geschäftskritischer Daten vor Ort oder in der Cloud und die steigende Anzahl von Cyberangriffen auf Industrieunternehmen sind das Bewusstsein für Risiken sowie für die Bedeutung von IT-Sicherheit deutlich gestiegen. Den aktuellen Handlungsbedarf der Cyber-Absicherung von Wirtschaft und öffentlicher Hand zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Software- und Beratungsunternehmen für Informationssicherheit infodas aus dem Jahr 2020 auf. Laut Branchenverband BITKOM seien Cyber-Angriffe in Deutschland nicht nur häufiger, sondern auch wirtschaftlich schädlicher sind als noch vor zwei Jahren. Zudem wird durch die vermehrte Remote-Arbeit aus dem Homeoffice die Absicherung der Systeme noch bedeutsamer.

Die Allgeier Gruppenunternehmen nehmen in vielen der vorgenannten Trend- und Wachstumsthemen bereits seit Längerem eine starke Marktposition ein. Neben IT-Security kann insbesondere der Trend zur Verlagerung von Lösungen für Enterprise Resource Planning (ERP) in die Cloud als zusätzlicher Wachstumstreiber fungieren. ERP etwa optimiert als zentrales Softwaresystem Geschäftsprozesse, indem es einzelne Glieder der Produktionskette miteinander verknüpft. Die Megatrends der Branche kurbeln auch die ERP-Umsätze an, da ERP-Softwarelösungen die Steuerungs- und Planungsprozesse in Unternehmen maßgeblich vereinfachen. Laut Synergy Research Group sind Cloud-Dienste im ERP-Bereich, der eines der größten Segmente im Enterprise-Software-Markt darstellt, aktuell weiterhin noch eher unterrepräsentiert.

Zusammengefasst profitiert Allgeier von den wesentlichen Hightech-Trends und deren überproportionalem Wachstum ebenso wie vom übergreifenden Megatrend der Digitalisierung. Allgeier besetzt mit seinen IT- und Software-Services erfolgreich wichtige Wachstumsfelder und Zukunftstechnologien und baut sie entsprechend der steigenden Marktnachfrage zielgerichtet weiter aus. Zugleich hat die Corona-Pandemie den Digitalisierungsbedarf und -druck sowohl in den Unternehmen als auch im Öffentlichen Sektor nochmals gesteigert. Insbesondere in der öffentlichen Verwaltung, in der Allgeier seine Marktposition seit vielen Jahren ausbaut, ist mit einem weiteren Nachfrageschub zu rechnen: Das Onlinezugangsgesetz (OZG) schreibt vor, dass Bund, Länder und Kommunen bis Ende Dezember 2022 rund 575 Dienstleistungen digital zugänglich machen. Die Bundesregierung gibt zudem an, dass der Bund bis 2025 die Beschaffung seiner Verwaltungs-IT bündeln und die Informationstechnik konsolidieren möchte, um Sicherheit und Effizienz zu erhöhen und den Anforderungen einer digitalen Verwaltung gewachsen zu sein.

Der Konzernvorstand erwartet, dass die IT-Abhängigkeit in einer stetig stärker globalisierten Welt auch in Zukunft weiter zunehmen wird. So fällt das prognostizierte Wachstum in den ausgewiesenen Zukunftsbereichen deutlich stärker aus als im Branchenschnitt. Dabei ist auch die IT selbst einem raschen Wandel unterworfen, woraus ein laufender Innovations- und Investitionsbedarf resultiert - Bereiche, die bis heute noch aktuell waren, werden von anderen Themen überholt und abgelöst. Aufgrund der guten Positionierung der Gruppe in wesentlichen, wachstumsstarken Innovations- und Zukunftsfeldern einerseits und der breiten, branchenübergreifenden Kundenbasis aus vielen Hundert Großunternehmen sowie mittelständischen Markt- und Branchenführern und Auftraggebern des Öffentlichen Sektors andererseits, ist Allgeier von den strukturellen Wachstumsmöglichkeiten im IT- und SoftwareServices-Sektor überzeugt.

Erwartungen der Allgeier Gruppe

Insgesamt wird die Entwicklung der Allgeier Gruppe von den genannten Einschätzungen für das gesamtwirtschaftliche Umfeld und den IT-Markt sowohl in Deutschland als auch in den weiteren relevanten Märkten, insbesondere in der Schweiz und in der EU geprägt. Trotz des Einbruchs der Wirtschaft in Deutschland und weltweit im vergangenen Geschäftsjahr und die verbleibende Unsicherheit angesichts der weltweiten Corona-Pandemie und ihrer Folgen sehen wir uns für eine Fortsetzung unseres organischen Wachstums mittel- und langfristig sehr gut aufgestellt. Zwar kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass es bei der Bewältigung der Pandemie zu weiteren Rückschlägen oder neuerlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen wird - etwa durch die Ausbreitung von Virusvarianten oder Verzögerungen bei der Impfkampagne. Dies könnte negative Folgen für die Gesamtwirtschaft und weltweite Handelsströme oder aber auf einzelne Branchen oder Unternehmen nach sich ziehen, was sich auch auf unsere kurz- und mittelfristige Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr und das weitere Wachstum unserer Gruppe in diesem Jahr auswirken könnte.

Davon unabhängig ist jedoch die anhaltend hohe, fundamentale Bedeutung von hochwertigen und belastbaren IT-Lösungen für nahezu alle Wirtschaftsunternehmen und für die Institutionen der öffentlichen Hand ein entscheidender Faktor für deren künftige Wettbewerbsfähigkeit und effizientes Wirtschaften. Absehbar werden bei der Digitalisierung neue Dimensionen erreicht, und es eröffnen sich neue Geschäftsfelder im Bereich der Informationstechnologie, ob dies die Entwicklung von Open-Source-Softwarelösungen und leistungsstarken Portalen, IT-Sicherheit, das Nutzen und Auswerten großer Datenmengen oder die als Industrie 4.0 bezeichnete Digitalisierung der Industriewelt betrifft. Dies wird gemeinsam mit wichtigen Zukunftsfeldern wie Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Machine Learning oder Blockchain nach Einschätzung der Allgeier SE weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung der entsprechenden Teile der Branche unterstützen. So erwarten wir für breit aufgestellte Dienstleister als Treiber der technologischen Entwicklung trotz Corona-Krise und ihrer Kunden viele Wachstumsimpulse und -chancen. Hinzu kommen die Knappheit an hochqualifizierten IT-Fachkräften in den wirtschaftlich starken Märkten und Preisdruck durch global agierende Akteure auf die lokale Wirtschaft. Das erfordert für uns und unsere Kunden bei der weiteren Digitalisierung ein Zusammenspiel von breitem Know-how und umfassenden Kapazitäten mit lokaler Präsenz nahe am Kunden. Allgeier wird trotz des schwierigen Umfelds seine Kräfte dafür einsetzen, den eingeschlagenen Weg der weiteren Fokussierung der Geschäftsmodelle, des profitablen Wachstums unseres Geschäfts und der Optimierung unseres Portfolios und der internen Organisation auch im Geschäftsjahr 2021 fortzusetzen.

Für die einzelnen Leistungsindikatoren geben wir basierend auf der bisherigen Planung des Konzerns die nachfolgende Prognose für das fortgeführte Geschäft:

Die derzeitige Planung für das Geschäftsjahr 2021 zeigt eine Entwicklung, die den positiven Trend des zurückliegenden Geschäftsjahres 2020 fortsetzt. So planen wir für das Geschäftsjahr 2021 einen Konzernumsatz in der Größenordnung von 360 bis 400 Mio. Euro. Zu dem geplanten Umsatzwachstum sollen beide Konzernsegmente beitragen.

Das Konzern-EBITDA soll gemäß der Planung überproportional wachsen und zwischen 31 und 35 Mio. Euro liegen. Alle Planzahlen beziehen sich dabei ausschließlich auf die organische Entwicklung der aktuell bestehenden Gruppe ohne weitere Veränderungen des Portfolios. Zukünftige Akquisitionen in den einzelnen Segmenten können einen zusätzlichen Beitrag zum Wachstum leisten.

Für die einzelnen Segmente planen wir die folgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung:

Das Segment Enterprise IT plant eine Umsatzentwicklung auf 270 bis 305 Mio. Euro bei einem EBITDA von 24 bis 28 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll bei 8,5 bis 9,5 Prozent liegen.
Das Segment mgm technology partners plant eine weitere Umsatzsteigerung auf 90 bis 95 Mio. Euro bei einem EBITDA von 16 bis 18 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll bei 18 bis 19 Prozent liegen.

Aufgrund der dargelegten Erwartungen an die Entwicklung des fortgeführten Geschäfts des Konzerns wird auch auf Einzelabschlussebene eine leichte Umsatzsteigerung sowie eine deutliche Erhöhung des Ergebnisses aus Ergebnisabführungsverträgen erwartet.

Der Allgeier Konzern verzeichnete zum Jahresende 2020 keine Nettofinanzschulden und beabsichtigt im Geschäftsjahr 2021 - ohne Berücksichtigung möglicher Akquisitionen - keine Nettofinanzverbindlichkeiten aufzubauen.

Etablierung als einer der besten IT- und Software-Services-Player in der DACH Region durch intelligente Integration und Fokussierung auf Wachstumsmärkte

Für 2021 gilt auch weiterhin: Unser oberstes Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung unserer Gruppe, unserer Geschäftsbereiche und des Unternehmenswertes. Dabei soll die Gruppe für Mitarbeiter und Kunden attraktiver und leistungsfähiger werden. Als großer mittelständischer Spieler sehen wir uns als etablierter und verlässlicher Partner mit großer Nähe zum Kunden, aber mit dem Potential, diese Qualitäten ebenso in großen und langlaufenden Projekten als auch auf internationaler Ebene anbieten zu können. Breite, auch internationale Leistungsfähigkeit und technologische Augenhöhe werden vorausgesetzt, lokale Nähe wird gewünscht.

Für 2021 sind unsere Ziele konkret, die Fokussierung innerhalb der Segmente fortzuführen und die organisatorische Weiterentwicklung in den operativen Segmenten- fortsetzen.

Damit wollen wir uns als einer der besten deutschen IT-Services- und Software-Player etablieren - mit der vollen Kraft, Lösungsstärke und Exzellenz, die wir als Team quer über die Geschäftsbereiche vereinen: mit breitem Human Capital, Skalierbarkeit und regionaler Abdeckung sowie umfassenden IT-Know-how und hoher Digitalisierungs-Kompetenz.

Für die Segmente verfolgen wir derzeit die folgenden strategischen Ziele:

Im Segment Enterprise IT bieten wir den Kunden ein vollumfängliches IT-Services- und Projektportfolio für große Softwareprojekte und langfristige Managed-Services- und Wartungsverträge. Das Segment verfügt über eine tiefgreifende Expertise im deutschsprachigen Raum und eine ausgeprägte Branchenkompetenz und -expertise im Bereich Public/Öffentliche Auftraggeber. Allgeier Enterprise IT möchte seine Entwicklung hin zu einem Komplettanbieter von IT-Lösungen und -Services fortsetzen, der den Kunden als End-to-End-Service Provider ein ganzheitliches Leistungs- und Produktspektrum zur Digitalisierung geschäftskritischer Prozesse anbietet: Die Angebote reichen von Beratung und Managed Services, Business-Efficiency-Solutions, Business-Process-Management, Enterprise Content Management, über Cloud, mobile Anwendungen bis hin zu IT-Security und Open-Source-Softwarelösungen, insbesondere im wichtigen Wachstumsmarkt für die öffentliche Verwaltung, wo das Segment als Innovationsführer positioniert ist. Auf diese Weise unterstützt das Segment Enterprise IT private und öffentliche Kunden bei der digitalen Transformation und der Optimierung ihrer digitalen Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Segment greift auf einen großen Ressourcenpool von hochqualifizierten IT- und Engineering-Experten zu und stellt so ein hohes Maß an Skalierbarkeit und Flexibilität bei der Projektimplementierung und -betreuung sicher. Mit seinem Full-Service-Leistungs- und Lösungsportfolio will Allgeier Enterprise IT weiter über dem Branchendurchschnitt wachsen und die Marktposition in der DACH-Region weiter ausbauen. Dabei will das Segment seinen umfangreichen, langjährigen Kundenstamm von rund 500 Großunternehmen, leistungsstarken mittelständischen Unternehmen sowie öffentlichen Auftraggebern des Öffentlichen Sektors nutzen und vom durchgängig hohen Digitalisierungsbedarf in unseren Kundenbranchen - und dabei insbesondere im Öffentlichen Sektor - profitieren.

Das Segment mgm technology partners ist ein Beratungs- und Lösungsanbieter für Digitalisierungsprojekte und einer der führenden Dienstleister für E-Government in Deutschland. Im Segment mgm technology partners entwickeln wir für unsere Kunden geschäftskritische Software- und IT-Lösungen und unterstützen sie damit beim Wandel ihrer Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung. Von uns geschaffene Softwarelösungen betreuen wir zum Teil über viele Jahre, was insbesondere die Weiterentwicklung und weitere Anpassung an neue Kundenerfordernisse umfasst. Innovation in Bezug auf die eingesetzten IT- und Softwarelösungen ist für die Kunden ein entscheidender Wettbewerbsfaktor geworden. Im Zuge der massiv voranschreitenden Digitalisierung vieler Wirtschaftszweige werden wir damit für viele Kunden vom IT-Partner zum strategischen Partner, der unmittelbar an der Innovation im Kerngeschäft des Kunden mitarbeitet. Das Segment ist auf Handel/E-Commerce, Versicherungen und den Öffentlichen Sektor spezialisiert und bedient damit insbesondere Branchen, die besonders krisenstabil bzw. krisenunanfällig sind. mgm technology partners will vom hohen Digitalisierungsbedarf dieser Branchen auch weiterhin profitieren - so etwa mit Lösungen für den boomenden Online-Handel ebenso wie mit großen, leistungsstarken Portalen zur Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung.

Im Jahr 2021 gehören auch gezielte weitere Akquisitionen ausdrücklich zu den Bestandteilen der Wachstumsstrategie. Wir nutzen dabei die durch Technologieentwicklung und steigende Intensität der Zusammenarbeit mit den Kunden getriebene, fortschreitende Konsolidierung des Marktes.

7. Nachtragsbericht

Der Nachtragsbericht findet sich im Anhang (A. VII. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und vor Feststellung der Bilanz).

München, 31. März 2021

Allgeier SE

Carl Georg Dürschmidt Dr. Marcus Goedsche Hubert Rohrer
Vorstand Vorstand Vorstand

Versicherung des Vorstands

Der Vorstand der Allgeier SE versichert nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

München, 31. März 2021

Carl Georg Dürschmidt Dr. Marcus Goedsche Hubert Rohrer
Vorstand Vorstand Vorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Allgeier SE, München:

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Allgeier SE, München, - bestehend aus der Bilanz zum

31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Allgeier SE, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die unter dem Abschnitt "Sonstige Informationen" des Bestätigungsvermerkes genannten Bestandteile des Lageberichtes haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter dem Abschnitt "Sonstige Informationen" des Bestätigungsvermerkes genannten Bestandteile des Lageberichtes.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

Werthaltigkeit des Buchwerts der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Im Jahresabschluss der Allgeier SE, München, zum 31. Dezember 2020 werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 58,0 Mio. und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 60,6 Mio. unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Der Anteil der beiden Bilanzpostens an der Bilanzsumme beläuft sich auf zusammen 44,5% und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Allgeier SE, München. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Das wesentliche Risiko für den Jahresabschluss liegt bei der Bewertung der Finanzanlagen in der Vollständigkeit und der Richtigkeit der Ermittlung von Wertansätzen. Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile und der Ausleihungen an verbundenen Unternehmen besteht aufgrund deren Wesentlichkeit sowie der Ermessensabhängigkeit der Beurteilung, ob objektive Hinweise auf einen niedrigeren beizulegenden Wert hindeuten, aus unserer Sicht ein erhöhtes Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung. Zudem sind die Bewertungen in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse sowie dem verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig. Die Werthaltigkeit der Anteile und der Ausleihungen an verbundenen Unternehmen war daher im Rahmen unserer Prüfung ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Auf Basis von Erläuterungen des Managements sowie durch die Würdigung relevanter Dokumentation haben wir ein Verständnis über den bei der Allgeier SE, München, implementierten Prozess zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Buchwerte von Anteilen an verbundenen Unternehmen erlangt. Dies beinhaltete eine Würdigung der von der Allgeier SE, München, gewählten Herangehensweise zur Ermittlung von Wertminderungen der Anteile und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen sowie, basierend auf im Rahmen der Prüfung gewonnenen Informationen, eine Einschätzung darüber, ob Anhaltspunkte für Abschreibungsbedarfe vorliegen, die von der Allgeier SE, München, nicht identifiziert wurden.

Hinsichtlich der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten beizulegenden Werte sowie deren Einschätzung der Wertminderung als voraussichtlich dauerhaft haben wir uns mit den zugrunde liegenden Prozessen und Kontrollen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizulegenden Werte befasst und die im Rahmen des Prozesses zur Budgetierung künftiger Zahlungsströme implementierten Kontrollen auf ihre Wirksamkeit beurteilt. Die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wurden sowohl methodisch als auch arithmetisch nachvollzogen. Ferner haben wir untersucht, ob die Budgetplanungen allgemeine und branchenspezifische Markterwartungen widerspiegeln. Zur Beurteilung der Planungstreue erfolgte stichprobenweise ein Soll-Ist-Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen. Die im Rahmen der Schätzung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsparameter wie beispielsweise die geschätzten Wachstumsraten sowie die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze wurden mit öffentlich verfügbaren Marktdaten abgeglichen und hinsichtlich der Veränderung bedeutender Annahmen einschließlich künftiger Marktbedingungen beurteilt.

Hierzu konnten wir auch die Erkenntnisse aus den Jahresabschlussprüfungen und den prüferischen Durchsichten der Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften und aus den durchgeführten Konzernprüfungshandlungen nutzen.

Unsere Schlussfolgerungen

Das der Identifikation und Erfassung von Wertminderungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den maßgeblichen Bewertungsgrundsätzen. Die Allgeier SE, München, hat ausgewogene Annahmen verwendet. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile und der Ausleihungen an verbundenen Unternehmen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang unter Gliederungspunkt 2.1.3 "Finanzanlagen" und den als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagespiegel.

Vollständige Erfassung und zutreffende Bewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Im Jahresabschluss der Allgeier SE, München, zum 31. Dezember 2020 werden Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 131,8 Mio. und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 96,1 Mio. ausgewiesen. Der Anteil der beiden Positionen an der Bilanzsumme beläuft sich auf ca. 49,5% bzw. 36,1% und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage der Allgeier SE, München.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlicher Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Das wesentliche Risiko für den Jahresabschluss liegt bei der Bewertung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen in der Vollständigkeit und der Richtigkeit der Ermittlung von Wertminderungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Das wesentliche Risiko für den Jahresabschluss liegt in der vollständigen Erfassung und der zutreffenden Bewertung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Auf Basis von Erläuterungen des Managements sowie durch die Würdigung der relevanten Dokumentation haben wir ein Verständnis über den bei der Allgeier SE, München, implementierten Prozess zur Beurteilung der vollständigen Erfassung und zutreffenden Bewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen erlangt. Dies beinhaltete eine Würdigung der von der Allgeier SE, München, gewählten Herangehensweise zur Ermittlung von Wertminderungen sowie, basierend auf im Rahmen der Prüfung gewonnenen Informationen, eine Einschätzung darüber, ob Anhaltspunkte für eine unvollständige Erfassung einzelner Forderungen bzw. Verbindlichkeiten bzw. Abschreibungsbedarfe hinsichtlich einzelner Forderungen vorliegen, die von der Allgeier SE, München, nicht identifiziert wurden.

Die Allgeier SE, München, setzt im Rahmen des laufenden Controllings der einzelnen Konzerngesellschaften und im Rahmen der Konzernabschlusserstellung eine Softwarelösung ein. Hierbei werden die Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einzelnen Gesellschaften auch unterjährig regelmäßig abgestimmt und deren Fortentwicklung gewürdigt. Die einzelnen Konten der Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind in der Konzernrechnungslegung programmtechnisch so zugeordnet, sodass Abweichungen der sich wechselseitig gegenüberstehenden Werte regelmäßig identifiziert und durch das Konzern-Controlling geklärt werden können.

Zusätzlich haben wir im Rahmen der Prüfung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen unsere Erkenntnisse aus den Jahresabschlussprüfungen und den prüferischen Durchsichten der Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften verwertet. Dies betrifft sowohl die Abstimmung der Verbundbeziehungen mit der Allgeier SE, München, als auch die Untersuchung, ob Hinweise auf eine fehlende Werthaltigkeit einzelner Forderungen der Allgeier SE, München, z.B. aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse beim jeweiligen Konzernunternehmen, vorliegen. Zudem konnten wir die Erkenntnisse aus Prüfungshandlungen im Rahmen der Konzernabschlussprüfung, z.B. hinsichtlich der Vollständigkeit und Werthaltigkeit, verwenden.

Unsere Schlussfolgerungen

Das zur vollständigen Erfassung und der zutreffenden Bewertung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen und der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den maßgeblichen Bewertungsgrundsätzen. Die Allgeier SE, München, hat ausgewogene Annahmen verwendet. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den im Rahmen der Bilanzierung von Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf Gliederungspunkt 2.2 "Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände", Gliederungspunkt 2.7 "Verbindlichkeiten", Gliederungspunkt 3.2.1 "Forderungen gegen verbundene Unternehmen" und Gliederungspunkt 3.5 "Verbindlichkeiten" im Anhang.

Vollständige Erfassung und zutreffende Bewertung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Im Jahresabschluss der Allgeier SE, München, zum 31. Dezember 2020 werden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 25,0 Mio. ausgewiesen. Der Anteil der Position an der Bilanzsumme beläuft sich auf 9,4% und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Allgeier SE, München.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Das wesentliche Risiko für den Jahresabschluss liegt in der vollständigen Erfassung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie deren zutreffender Bewertung.

Neben der wertmäßigen Höhe der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist insbesondere deren Fälligkeit für die Liquiditätslage der Allgeier SE, München, von Bedeutung. Daher umfasst die Prüfung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auch die Beurteilung der Einhaltung von Finanzkennzahlen (Covenants), die für die Fälligkeit der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten relevant sind. Hieraus können sich wiederum Auswirkungen auf die Liquiditäts- und Ertragslage der Gesellschaft ergeben.

In 2020 wurde die bisher bestehende Konsortialkreditvereinbarung mit den Konsortialbanken vorzeitig beendet und eine neue Vereinbarung geschlossen.

Aufgrund der wertmäßigen Relevanz der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten für den Jahresabschluss insgesamt und insbesondere für die Liquiditätslage haben wir die Bilanzposition als wichtigen Prüfungssachverhalt ausgewählt.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Im Rahmen unserer Prüfung der bilanziellen Abbildung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben wir uns mit den von der Allgeier SE, München, eingerichteten Prozessen und internen Kontrollen zur vollständigen Erfassung und zutreffenden Bewertung dieser Finanzverbindlichkeiten befasst. Des Weiteren erfolgte die Einholung schriftlicher Informationen und Unterlagen zur Bewertung der bilanzierten Verbindlichkeiten anhand von Bankbestätigungen zum 31. Dezember 2020 und Kontoauszügen zum 31. Dezember 2020.

Hinsichtlich der Finanzverbindlichkeiten, für deren langfristige Fälligkeit die Einhaltung von Finanzkennzahlen erforderlich ist, haben wir insbesondere die Berechnungen der (unterjährigen) Einhaltung der Finanzkennzahlen zur bisherigen und zur neuen Konsortialkreditvereinbarung nachvollzogen und die voraussichtliche Ertragsentwicklung unter Würdigung der Geschäftsentwicklung des Konzerns plausibilisiert. Schließlich haben wir beurteilt, ob sich aus den vorliegenden Berechnungen der Finanzkennzahlen ein Verstoß gegen die Vertragsklauseln ergibt, die zu einer Änderung der Fälligkeit der Finanzverbindlichkeiten führen würden. Die durchgeführten Prüfungshandlungen ergaben, dass sämtliche Finanzkennzahlen im Geschäftsjahr 2020 unter Berücksichtigung außerordentlicher Ergebniseffekte, deren Berücksichtigung vertraglich jedoch nicht näher definiert ist, eingehalten wurden.

Unsere Schlussfolgerungen

Das bei der vollständigen Erfassung und zutreffenden Bewertung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den maßgeblichen Bewertungsgrundsätzen. Die Allgeier SE, München, hat die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten vollständig und der Höhe nach zutreffend erfasst. Die nach den Kreditverträgen vorgegebenen Finanzkennzahlen wurden im Geschäftsjahr 2020, unter der Berücksichtigung außerordentlicher Ergebniseffekte, vollumfänglich eingehalten. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den im Rahmen der Bilanzierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang unter Gliederungspunkt 2.7 "Verbindlichkeiten" und hinsichtlich der Erläuterungen der Fälligkeit auf Gliederungspunkt 3.5 "Verbindlichkeiten".

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen, die im Lagebericht, im Geschäftsbericht und auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlich sind, umfassen insbesondere:

die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB,
die nach §§ 289b, 315b HGB gesonderte Nicht-Finanzielle Berichterstattung,
die Erklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate-Governance-Kodex,
die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Lagebericht.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnisse aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsachen zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei "AllgeierSEJA31.12.2020.xhtml" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Abschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Jahresabschluss und geprüften Lagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. September 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 23. Februar 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2001 als Abschlussprüfer der Allgeier SE, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Uwe Höschler.

Düsseldorf, 27. April 2021

LOHR + COMPANY GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Walter Fabisch ppa. Uwe Höschler
- Wirtschaftsprüfer - - Wirtschaftsprüfer -

Bericht des Aufsichtsrats der Allgeier SE für das Geschäftsjahr 2020

Über seine Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 erstattet der Aufsichtsrat folgenden Bericht:

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben umfassend wahrgenommen und die Geschäftsführung durch den Vorstand regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Dabei standen im Jahr 2020 aus Sicht des Aufsichtsrats neben den kontinuierlich behandelten Themen wie aktueller Geschäftsverlauf, Finanz- und Liquiditätslage, Akquisitionspipeline, Risikomanagement und Compliance vor allem folgende Aktivitäten im Vordergrund:

Abspaltung der Nagarro Gruppe auf eine eigenständige börsennotierte Gesellschaft;
Neugestaltung der Gruppenfinanzierung durch den Abschluss von langfristigen Kreditfazilitäten in Höhe von 140 Mio. Euro für die Allgeier SE und 200 Mio. Euro für die Nagarro SE sowie die Beendigung der bisherigen Finanzierungen;
Neusegmentierung der Allgeier Gruppe in die Segmente Enterprise IT und mgm technology partners sowie Abstimmung der strategischen Ausrichtung der Allgeier Gruppe für die Zeit nach der Abspaltung der Nagarro Gruppe;
Enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand im Zusammenhang mit getroffenen Controlling- und Vorsorgemaßnahmen als Reaktion auf die Corona-Pandemie.

Im Geschäftsjahr 2020 ist der Aufsichtsrat zu acht Sitzungen zusammengekommen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie, fanden die Sitzungen mit Ausnahme der Sitzung im Februar 2020 als virtuelle Sitzung per Videokonferenz statt. Dabei waren stets sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats anwesend. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat mehrere weitere Besprechungen und Abstimmungen im Wege von Telefonkonferenzen vorgenommen. In allen Sitzungen des Aufsichtsrats waren Mitglieder des Vorstands anwesend. Bei der Besprechung und Beschlussfassung über einzelne Themen, insbesondere den Vorstand und seine Vergütung betreffende Themen, hat der Aufsichtsrat ohne den Vorstand getagt und beschlossen. Zwischen den Sitzungen hat der Vorstand den Aufsichtsrat oder seinen Vorsitzenden regelmäßig in Telefonaten über wesentliche Entwicklungen informiert und Entscheidungen vorab mit dem Aufsichtsrat, insbesondere dem Vorsitzenden, abgestimmt.

Aus Sicht des Aufsichtsrats hat der Vorstand damit seine Berichts- und Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr umfassend erfüllt und den Aufsichtsrat sowohl in den Aufsichtsratssitzungen als auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen laufend und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Lage der Gesellschaft und der Konzerngesellschaften und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Ausschüsse hat der Aufsichtsrat aufgrund seiner Größe nicht gebildet.

Wesentliche Themen, mit denen sich der Aufsichtsrat bei seiner Arbeit innerhalb und außerhalb der Sitzungen im Zusammenspiel mit dem Vorstand beschäftigt hat, waren insbesondere:

der laufende aktuelle Geschäftsverlauf der einzelnen Divisionen und die Performance der Gruppe jeweils im Vergleich zu der genehmigten Konzernplanung,
die laufende Finanz- und Liquiditätslage,
die vom Vorstand vorgeschlagenen und ergriffenen Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie (insbesondere engeres Controlling und Forecasting der Geschäfts- und Liquiditätsentwicklung, weitgehende Umstellung auf Home-Office-Tätigkeit im gesamten Konzern, punktuelle Nutzung von staatlichen Programmen wir Kurzarbeit, Sicherung und Bereitstellung der maximalen Liquidität),
die Finanzierung und Kapitalstruktur des Konzerns (insbesondere auch mit Blick auf die Abspaltung der Nagarro Gruppe und die dadurch erforderlichen Änderungen),
die Genehmigung der Konzernplanung,
die Vorbereitung und Durchführung der Abspaltung der Nagarro Gruppe (insbesondere Fragen der Bilanzierung, Steuern, Umstrukturierung zur Formierung der Nagarro Gruppe, Erwerb von Minderheitsbeteiligungen und damit verbundenen Bewertungen, Anpassung und Neuabschlüsse der Konzernfinanzierungen, Rückerwerb der eigenen Aktien der Allgeier SE, Prozess der Börsenzulassung der Aktien der Nagarro SE, Management der verschiedenen Berater und der Kosten der Abspaltung),
einzelne Akquisitionsvorhaben,
Fragen der strategischen Ausrichtung des Konzerns,
die Corporate Governance und Integration innerhalb der Gruppe,
das Risikomanagement und Compliance,
Themen im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung und den Nicht-Prüfungsleistungen sowie
Vorstandsthemen.

Der Aufsichtsrat konnte sich im Geschäftsjahr 2020 bei den Beratungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und aufgrund der laufenden Information durch den Vorstand von der Rechtmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit sowie der Sinnhaftigkeit der Geschäftsführung durch den Vorstand überzeugen. Neben dominierenden Arbeitsthemen wie insbesondere der Umgang mit der Corona-Pandemie und der Abspaltung der Nagarro Gruppe hat der Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahr auch die Organisation der Allgeier Gruppe weiterentwickelt. Der Aufsichtsrat hat das in der Gesellschaft eingesetzte Risikomanagementsystem mit dem Vorstand und den Wirtschaftsprüfern erörtert und für ordnungsgemäß befunden. Soweit für einzelne Maßnahmen der Geschäftsführung die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, wurden diese nach jeweils rechtzeitiger Information und Vorlage durch den Vorstand vom Aufsichtsrat geprüft und die erforderliche Zustimmung erteilt. Der Aufsichtsrat kann damit feststellen, dass der Vorstand ihn umfassend in die Lage versetzt hat, die Arbeit des Vorstands laufend zu verfolgen. Dabei ist der Aufsichtsrat zu der Überzeugung gelangt, dass die Geschäftsführung durch den Vorstand in jeder Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und keinen Anlass zu Beanstandungen durch den Aufsichtsrat gibt.

Daneben hat der Aufsichtsrat wie jedes Jahr auch die Effizienz seiner eigenen Arbeit evaluiert. Im Aufsichtsrat gab es im Berichtsjahr keine Veränderungen.

Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Allgeier SE und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 sowie die Lageberichte für die Allgeier SE und den Konzern hat die LOHR + COMPANY GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Unterlagen und die Prüfungsberichte der LOHR + COMPANY GmbH lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Aufsichtsrat hat die vorgenannten Unterlagen und den Bericht der Abschlussprüfer in Vorbereitung auf die Sitzung vom 27. April 2021 durchgesehen und geprüft. Den Nachhaltigkeitsbericht hat der Aufsichtsrat eingesehen. In der Sitzung am 27. April 2021 wurden der Jahres- und der Konzernabschluss sowie die Prüfungsberichte in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich erörtert. Der Abschlussprüfer hat in der Sitzung über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet sowie festgestellt, dass keine wesentlichen Schwächen des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems vorlägen. Der Aufsichtsrat kommt danach zu dem Ergebnis, dass der Jahresabschluss und der Konzernabschluss sowie die entsprechenden Lageberichte ordnungsgemäß entsprechend der für den jeweiligen Abschluss geltenden Regeln aufgestellt wurden und ein zutreffendes Bild der Finanz- und Ertragslage der Allgeier SE und des Konzerns darstellen. Auch die Durchsicht der Prüfungsberichte und die Erörterung mit den Abschlussprüfern führten zu keinen Beanstandungen oder Einwendungen des Aufsichtsrats. Nach eingehender Behandlung stimmt der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 27. April 2021 dem Ergebnis der Abschlussprüfer nach eingehender Behandlung zu und billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020. Der Jahresabschluss ist damit zugleich festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat ferner den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns der Allgeier SE für das Geschäftsjahr 2020 geprüft. Dieser sieht den Vorschlag an die Hauptversammlung vor, vom Bilanzgewinn der Allgeier SE per 31. Dezember 2020 in Höhe von 104.924.345,04 Euro eine Dividende von 0,50 Euro je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionäre der Allgeier SE auszuschütten. Das Geschäftsjahr 2020 war für die Allgeier Gruppe sehr erfolgreich, so dass der Vorstand im Sinne einer Kontinuität der Dividendenzahlungen den Vorschlag einer Dividende in der Höhe wie im letzten Jahr für möglich und vertretbar erachtet.

Der Aufsichtsrat stimmt nach eingehender Abwägung der Interessen, insbesondere der Interessen der Gesellschaft zur Finanzierung ihres Geschäftsbetriebs und des künftigen Wachstums sowie Sicherung der Liquidität einerseits und der Interessen der Aktionäre an einer Dividendenauszahlung andererseits, dem Beschlussvorschlag zu und schließt sich diesem an.

Der Aufsichtsrat dankt der Unternehmensleitung und allen Mitarbeitern der Allgeier Gruppe für die erbrachten Leistungen im Geschäftsjahr 2020, das in mehrfacher Hinsicht als für die Allgeier Gruppe außerordentlich und herausragend einzustufen ist.

München, 27. April 2021

Der Aufsichtsrat der Allgeier SE

Detlef Dinsel
Vorsitzender des Aufsichtsrats

A. Konzernlagebericht

1. Grundlagen des Konzerns

Allgemeine Hinweise

Fortgeführtes Geschäft

Allgeier hat mit Eintragung im Handelsregister am 15. Dezember 2020 die Nagarro SE wirksam abgespaltet. Die Nagarro SE ist seit dem 16. Dezember 2020 eigenständig an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und wurde aus diesem Grund im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 der Allgeier SE im aufgegebenen Geschäft ausgewiesen. Die Einheiten Oxygen Consultancy, Allgeier Education und Talentry (At-Equity-Beteiligung) werden ebenfalls im aufgegebenen Geschäft gezeigt. Durch diese Veränderungen sind die Geschäftszahlen des fortgeführten Geschäfts der Allgeier SE nicht mit den im Geschäftsbericht 2019 angegebenen Geschäftszahlen, Leistungsindikatoren und Prognosezahlen vergleichbar. Alle Vorjahreswerte wurden in diesem Bericht an das fortgeführte Geschäft angepasst.

Neue Segmentstruktur

In Vorbereitung der Abspaltung der Nagarro hat Allgeier die Konzernsegmente im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 neu gegliedert und die drei Segmente Enterprise IT, mgm technology partners und Nagarro geschaffen (Geschäftsjahr 2019: vier Segmente Enterprise Services, Experts, Technology, Neue Geschäftsfelder). Das neue Segment Enterprise IT besteht gegenüber der Segmentgliederung im letztjährigen Geschäftsbericht 2019 aus dem damaligen Segment Enterprise Services (ohne das an die Nagarro im Zuge des Spin-offs abgespaltene SAP-Geschäft der Allgeier Gruppe), dem Segment Experts sowie dem Segment Neue Geschäftsfelder. Das neue Segment mgm technology partners umfasst das Geschäft der operativen Einheit mgm technology partners, das im Geschäftsjahr 2019 noch Teil des Segments Technology war. Das ebenfalls im ersten Halbjahr 2020 neu geschaffene Segment Nagarro umfasste das Geschäft der abgespaltenen Nagarro Gruppe, das im Geschäftsjahr 2019 dem Segment Technology angehört hatte. Zum Segment Nagarro gehörten ebenfalls die operativen Einheiten Objectiva und iQuest, die im Geschäftsjahr 2019 ebenfalls zum damaligen Segment Technology gehört hatten. Ebenfalls Teil des Segments Nagarro war das SAP-Geschäft der Allgeier Gruppe, das im Geschäftsjahr 2019 noch dem damaligen Segment Enterprise Services angehört hatte. Das Segment Nagarro ist mit der erfolgten Abspaltung aus dem Konzern abgegangen, so dass im Allgeier Konzern die Segmente Enterprise IT und mgm technology partners verbleiben. Durch die Neugliederung der Segmente und die Abspaltung der Nagarro sind die Geschäftszahlen der Segmente nicht mit den im Geschäftsbericht 2019 für die damaligen Segmente angegebenen Geschäfts- und Prognosezahlen vergleichbar. Alle Vorjahreswerte der neuen Segmente Enterprise IT und mgm technology partners wurden in diesem Bericht an die neue Segmentstruktur angepasst.

Angaben für das Geschäftsjahr 2021

Sämtliche Angaben für das Geschäftsjahr 2021 stellen auf Annahmen und Schätzungen beruhende Erwartungen des Vorstands dar. Auch wenn der Vorstand der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftigen tatsächlichen Entwicklungen und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen. Die Allgeier SE übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftigen Entwicklungen und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Bericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Für das Eintreten der Annahmen und Schätzungen spielen insbesondere die weiteren Folgen der sog. Coronakrise im Zuge der COVID-19-Pandemie und die Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Erholung eine wesentliche Rolle: Die Ausbreitung des sog. Coronavirus (SARS-CoV-2) und neuer Mutanten des Virus sowie die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wirken sich weiterhin teils signifikant auf die Weltwirtschaft, einzelne Märkte, Branchen und Unternehmen aus. Auch wenn sich das Geschäft der Allgeier Gruppe bisher als weitgehend resilient gegenüber den Folgen der Krise gezeigt hat, ist nicht auszuschließen, dass krisenbedingte Entwicklungen in einzelnen Märkten, Branchen oder Unternehmen, die sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts vom Vorstand noch nicht genau vorhersagen ließen, Einfluss auf die Umsätze und die finanzielle Performance der Allgeier SE haben könnten.

Alternative Leistungskennzahlen

Dieses Dokument enthält - in einschlägigen Rechnungslegungsrahmen nicht genau bestimmte - ergänzende Finanzkennzahlen, die sogenannte alternative Leistungskennzahlen sind oder sein können. Diese ergänzenden Finanzkennzahlen können als Analyseinstrument nur eingeschränkt tauglich sein und sollten für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Allgeier SE nicht isoliert oder als Alternative zu den im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit einschlägigen Rechnungslegungsrahmen ermittelten Finanzkennzahlen herangezogen werden. Andere Unternehmen, die alternative Leistungskennzahlen mit einer ähnlichen Bezeichnung darstellen oder berichten, können diese anders berechnen, so dass sie deshalb möglicherweise nicht vergleichbar sind.

1.1 Geschäftsmodell der Allgeier Gruppe

Das nachstehende Organigramm gibt einen Überblick über die beiden Segmente des fortgeführten Geschäfts.

Organigramm Allgeier SE

Enterprise IT mgm technology partners

1.1.1 Geschäft und Struktur der Allgeier Gruppe

Der Allgeier Konzern umfasst zum Ende des Berichtzeitraums 36 vollkonsolidierte Gesellschaften und 2 At-Equity konsolidierte Gesellschaften (Vorjahr inkl. des abgespaltenen Geschäft der Nagarro: 82 vollkonsolidierte Gesellschaften und 1 At-Equity konsolidierte Gesellschaft). Davon werden 2 vollkonsolidierte Gesellschaften und 1 At-Equity konsolidierte Gesellschaften als aufgegebenes Geschäft gezeigt (Vorjahr: keine Gesellschaft im aufgegebenen Geschäftsbereich).

Das operative Geschäft des fortgeführten Geschäfts des Konzerns ist in die beiden operativen Segmente "Enterprise IT" und "mgm technology partners" mit jeweils eigenem operativen Geschäft strukturiert. Die Konzernsegmente wurden im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 neu gegliedert. Das neue Segment Enterprise IT besteht gegenüber der Segmentgliederung im letztjährigen Geschäftsbericht 2019 aus den damaligen Segmenten Enterprise Services (ohne das an die Nagarro im Zuge des Spin-offs abgespaltene SAP-Geschäft der Allgeier Gruppe), Experts sowie Neue Geschäftsfelder. Das neue Segment mgm technology partners umfasst das Geschäft der mgm technology partners, die im Geschäftsjahr 2019 noch Teil des Segments Technology war.

1.1.2 Aufgaben der Allgeier SE

Der Allgeier SE obliegt die Führung und Strategieentwicklung der Segmente des Konzerns:

Strategische Ausrichtung und laufende Überprüfung der Strategie des Konzerns und der operativen Segmente unter der Maßgabe einer wertorientierten und nachhaltigen Unternehmensentwicklung,
Koordination und organisatorische Strukturierung der Gruppe,
Organisation der Finanzen und Finanzierung der weiteren Konzernentwicklung,
Identifikation, Ansprache und Prüfung von potenziell geeigneten weiteren Beteiligungen im In- und Ausland basierend auf der Konzernstrategie,
Verhandlung und Durchführung der Erwerbe sowie Veräußerungen von Unternehmen und Beteiligungen,
Controlling, Risikomanagement und Compliance,
Aufstellung von Bewertungs- und Bilanzierungsrichtlinien sowie Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS,
Konzernplanung,
Führung und Unterstützung des Managements der operativen Segmente und einzelnen Gruppengesellschaften,
Integration der einzelnen Beteiligungen in den Konzernverbund,
Organisation und Koordination gruppenübergreifender Gremien und Prozesse,
Koordination von gruppenübergreifenden Projekt- und Vertriebsaktivitäten,
Steuerung der gruppenübergreifenden Kommunikation (Public Relations, Investor Relations, Interne Kommunikation) und übergeordnete Teile des Marketings.

1.1.3 Geschäft der Segmente

Lösungs- und Leistungsportfolio

Enterprise IT

BDP - Business Digitalization Platform und Business Efficiency-Lösungen

Dokumentenmanagement (DMS)/ Enterprise-Content Management (ECM)

IT-Security und Compliance

SAP

Business-Process-Management (BPM)

Cloud-Lösungen

Mobile

Open-Source-Softwareentwicklung

Full Service-Personal- und Projektdienstleistungen

mgm technology partners

Geschäftsportale Antragsmanagement-Lösungen Enterprise Low Code Plattform mgm A12

Public-Sector-Lösungen E-Commerce-Lösungen Industrieversicherungs-Plattform mgm Cosmo

Software-Architektur

Softwareentwicklung

Web Security

Design & Usability

Data Science

Big Data-Analyse und -Aufbereitung

Datenmigration/Massendatenverarbeitung

Managementberatung Digitalisierungsberatung

Segment Enterprise IT

Das Segment Enterprise IT ist ein Komplettanbieter von IT-Lösungen und -Services für geschäftskritische Prozesse mit einer tiefgreifenden Expertise im deutschsprachigen Raum. Das Segment bietet den Kunden ein vollumfängliches IT-Services- und Projektportfolio für große Softwareprojekte und langfristige Managed-Services- und Wartungsverträge. Dabei entwerfen, realisieren und betreiben die Gesellschaften des Segments komplette IT-Lösungen für die Umsetzung und Unterstützung von unternehmenskritischen Geschäftsprozessen der Kunden auf der Basis von Business-Software-Produkten. Dazu verwenden die Unternehmen des Segments eigene IP-basierte Softwarearchitektur- und -lösungen sowie marktführende Softwareprodukte und Plattformen für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen in Zusammenarbeit mit Anbietern wie Microsoft, SAP, IBM und Oracle. Das Segment kann auf einen großen Ressourcenpool von hochqualifizierten IT- und Engineering-Experten zugreifen und somit ein hohes Maß an Skalierbarkeit und Flexibilität bei der Projektimplementierung und -betreuung gewährleisten. Die Mitarbeiter vereinen sowohl tiefgreifendes technisches Fachwissen als auch umfassendes Prozess- und Branchen-Know-how und Beratungsexpertise in den Bereichen Business Efficiency Solutions, IT-Sicherheit, Business-Process-Management, Enterprise-Content Management, Cloud und Mobile Anwendungen sowie Open-Source-Softwareentwicklung. Auf diese Weise unterstützt das Segment Enterprise IT globale Konzerne, mittelständische Unternehmen sowie Auftraggeber des öffentlichen Sektors bei der digitalen Transformation und der Optimierung ihrer digitalen Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Unternehmen des Segments schaffen mit ihren Beratungs-, Entwicklungs-, Projektierungs-, Implementierungs- und Betreuungsleistungen IT-Lösungen in den wesentlichen Kernbereichen für Business-Software wie:

BDP - Business Digitalization Platform: In diesem Bereich liegen die ursprünglichen Wurzeln des Allgeier Konzerns. Mit der Eigenentwicklung syntona logic®, sowie führenden Software-Lösungen internationaler Hersteller wie Microsoft und SAP und branchenspezifischen Ergänzungen aus der itrade-Serie, werden Business Efficiency-Lösungen zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse für Mittelstands- und Enterprise-Kunden umgesetzt.
Dokumentenmanagement (DMS)/Enterprise-Content Management (ECM): Mit dem eigenen digitalen Informationsmanagement mit integrierten DMS- und ECM-Funktionen metasonic® Doc Suite werden für Kunden dokumentenintensive Geschäftsprozesse unterstützt und hocheffizient abgewickelt. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette der Bearbeitungsprozesse vom Erkennen, Herauslesen und Bearbeiten von Inhalten in professionellen Workflow-Abläufen bis zur revisionssicheren Archivierung unterstützt. Die Lösungen werden auf Kundenwunsch in die IT-Infrastruktur des Kunden integriert oder als vollständige Cloud-Lösungen mit Hosting in eigenen, deutschen Rechenzentren angeboten. Die Vorteile für Unternehmen, die eine ECM-Lösung wie die metasonic® Doc Suite nutzen, liegen auf der Hand: Sie können durch effizientere Prozesse jede Menge Geld und Zeit sparen. Die oftmals noch ausgeprägte analoge Büroarbeit wird auf diese Weise in hohem Maße automatisiert und die Mitarbeiter werden entlastet.
Security: Das Thema Datensicherheit wird immer entscheidender. Das Segment vereint erfahrene Experten aus den Bereichen IT Security und IT-Forensik und deckt mit einem umfassenden Portfolio aus IT Security Consulting, Operations sowie (Incident) Response & Emergency die steigenden Ansprüche des IT-Security-Marktes vollumfänglich ab. Das Segment bietet zudem eigene Softwarelösungen, zum Beispiel für die Verschlüsselung von SharePoint-Plattformen oder die Verschlüsselung des E-Mail-Verkehrs an. Die eigene IT-Security Softwarelösung julia mailoffice kommt bereits bei zahlreichen Ministerien, Behörden und Großunternehmen zum Einsatz. EMILY und EMILY SP (SharePoint) sorgen für eine sichere Kollaboration.
SAP: Das Segment Enterprise IT bietet seinen Kunden Full-Stack-SAP Services, die von der Projektberatung bis zu Managed Services für den gehobenen Mittelstand reicht.
Business-Process-Management (BPM): In sämtlichen Business-Software-Solutions geht es im Kern um die IT-unterstützte Durchführung und Optimierung von Geschäftsprozessen. Im Zusammenspiel mit einer Vielzahl von Softwareprodukten und bei immer schneller werdenden Änderungszyklen für Software und Geschäftsabläufe müssen Prozess-Tools besonders flexibel sein. Mit der Software metasonic® Process Suite, einer BPM-Software modernster Generation und Plattform für dynamische Prozess-Applikationen, kann Allgeier Kunden dabei unterstützen, in erheblich kürzeren Zyklen maßgeschneiderte Softwarelösungen herzustellen. An interaktiven Touchscreens können Teams spielerisch ihre Geschaftsabläufe zusammenstellen und im Handumdrehen funktionsfähige-Applikationen bauen - ganz ohne Programmieraufwand.
Cloud-Lösungen: Das Segment Enterprise IT baut und betreibt für seine Kunden eine Vielzahl von Cloud-Lösungen in den oben genannten Bereichen. Die Softwarelösungen können sowohl in privaten Cloud-Umgebungen (Unternehmens-Cloud) als auch in Allgeier Rechenzentren oder öffentlichen Cloud-Umgebungen (Public Cloud) betrieben werden. An erster Stelle stehen höchste Daten- und Ausfallsicherheit wie auch Zuverlässigkeit und Belastbarkeit bei hohem Datenaufkommen. Die Angebote des Segments nutzen neben vielen mittelständischen Unternehmen auch große international tätige Konzerne und die öffentliche Hand.
Open-Source-Softwareentwicklung, insbesondere im Umfeld öffentlicher Auftraggeber: Durch politische Themen wie die Digitale Souveränität, den europäischen Datenschutz oder die Initiative "Public Money, Public Code" gewinnen Open-Source-Lösungen besonders im Umfeld öffentlicher Auftraggeber stetig an Relevanz. Beginnend mit der Beratung rund um dieses Thema, über die Open-Source-konforme Softwareentwicklung und die Entwicklung von Branchenlösungen als Open-Source-Software bis hin zur langfristigen Betreuung entsprechender Lösungen aber auch ganzer Communities entsteht gerade ein vollkommen neuer Markt in Deutschland und Europa.

Die Allgeier Enterprise IT positioniert sich im Wachstumsmarkt der Open-Source-Softwareentwicklung als Innovationsführer für die öffentliche Verwaltung.
Mobile: Für den Zugang zu den verarbeiteten Daten werden Benutzeroberflächen für verschiedenste mobile Endgeräte (Mobile Devices) zum Standard moderner Business-Software. Das Segment Enterprise IT setzt für viele Anwendungen individuelle Lösungen im Bereich Mobile Applications um.

Allgeier Experts gehört ebenfalls zum Segment Enterprise IT. Allgeier Experts ist einer der führenden Anbieter flexibler Personaldienstleistungen in Deutschland in den Bereichen IT & Engineering. Dabei ist Allgeier Experts als spezialisierter IT-Personaldienstleister sowohl im Staffing für High-Level-Endkundenprojekte als auch im Rahmen Allgeier-eigener Projekte im Werkdienstleistungssegment tätig. Gemäß aktueller Lünendonk®-Marktsegmentstudie 2020 "Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland" zählt Allgeier Experts in diesem Segment zu den Top 4 IT-Personaldienstleistern in Deutschland.

Die Unternehmen des Segments Enterprise IT waren im vergangenen Geschäftsjahr für mehr als 1.500 Kunden in Deutschland und international tätig. Dazu zählen Großunternehmen (z. B. acht der 30 DAX-Unternehmen) ebenso wie öffentliche Auftraggeber und eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen unterschiedlicher Größe. Die Kunden verteilen sich breit auf eine Reihe unterschiedlicher Branchen. Besonderes Branchen-Know-how weisen die Unternehmen des Segments im Bereich Public/Öffentliche Auftraggeber sowie Versicherungen, Chemie/Pharma und Industrie auf.

Die Gesellschaften im Segment Enterprise IT verfügen über 41 Standorte, davon 37 in Deutschland und vier in der Schweiz.

Segment mgm technology partners

Das Segment mgm technology partners (mgm) besteht ausschließlich aus der operativen Einheit mgm technology partners, die im Vorjahr noch dem Segment Technology angehört hat.

mgm technology partners ist ein Beratungs- und Lösungsanbieter für Digitalisierungsprojekte und einer der führenden Dienstleister für E-Government in Deutschland. mgm steht für Plattform-Lösungen und digitale Souveränität: für die IT, das Business und die Organisation. mgm technology partners bietet den Kunden partnerschaftliche Zusammenarbeit und Verantwortungsübernahme: von integrierter Beratung bis zur Enterprise Plattform Lösung.

Als High End-Software- und Technologieunternehmen definiert mgm technology partners den eigenen Erfolg am Beitrag, den die in Produktion gebrachten Systeme zum Geschäftserfolg der Kunden leisten. Auf Basis aktuellster Technologien und eigener Plattformlösungen entwickelt mgm Enterprise Applikationen für die Branchen Commerce, Insurance und Public Sector. Zusammen mit den spezialisierten Tochterunternehmen mgm consulting partners (Managementberatung für Digitalisierung, Experten für CIO Advisory, Organisationsentwicklung und Change-Management) und mgm security partners (Web Application Security) deckt mgm die volle Bandbreite der aktuellen und zukünftigen Digitalisierungsthemen ab.

mgm folgt dem Ansatz der Digitalen Souveränität, nach der Organisationen die Hoheit und das Wissen über die eigenen IT-Systeme behalten. Als langjähriger Partner öffentlicher Verwaltungen teilt mgm die Werte seiner Auftraggeber für einen selbstbestimmten Umgang mit Software. Kunden und Partner aus der Privatwirtschaft unterstützt mgm dabei, ihre strategischen Ziele zu erreichen - die im Kontext der aufstrebenden Plattformökonomie immer häufiger mit digitaler Souveränität zusammenhängen. Als Spezialist im Bereich modellbasierter Entwicklung entwickelt mgm Softwarelösungen, die Fachexperten dazu befähigen, selbst hochkomplexe, integrierte Anwendungen eigenständig anzupassen. Die mgm-eigene Produktentwicklung rund um die "A12" Plattform kommt dafür in allen Branchen als Basis zum Einsatz. Diese modellbasierte Low Code-Plattform ist die zukunftssichere Grundlage, um Komplexität im digitalen Geschäft dauerhaft zu beherrschen und das Geschäft der Kunden nachhaltig effizient zu gestalten. Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt bleiben weiterhin Individualentwicklungen für die Integration in geschäftskritische IT-Landschaften der Unternehmen.

mgm ist auf die Branchen Commerce, Insurance und Public Sector spezialisiert, die besonders krisenstabil bzw. krisenunanfällig sind. Die Corona-Pandemie führte zu einem Boom im Online-Handel, zugleich wurde der hohe Digitalisierungsbedarf in der öffentlichen Verwaltung deutlich.

Public Sector

mgm steht als Technologiepartner und Entwickler hinter der elektronischen Steuererklärung in Deutschland. Heute übermitteln mehr als 23 Millionen Bürger und mehr als fünf Millionen Unternehmen Daten über von mgm entwickelte Software. Sämtliche kommerzielle Steuersparprogramme verwenden die ELSTER-Authentifizierung. Die vollständige Datenvalidierung, Datenverschlüsselung und Übermittlung erfolgen mittels ERIC (ELSTER Rich Client).
Die A12-Plattform ist im Public Sector eine erprobte Lösung für die gesetzlich verankerte OZG-Umsetzung bis Ende 2022 und weitere Digitalisierungsprojekte auf Bundes- und Länderebene in Behörden und Verwaltungen. Modulare Teile aus dem ELSTER-Ökosystem spielen beispielsweise auch eine große Rolle bei weiteren E-Government-Lösungen wie dem Aufbau einer Infrastruktur für ein einheitliches Unternehmenskonto in Deutschland. Die strukturelle Digitalisierung und volldigitale Erreichbarkeit durch Bürger und Unternehmen der Register aller Art in Deutschland ist zudem ein attraktives Feld für künftige Geschäftstätigkeit.

Commerce

mgm versteht Commerce als individuelles High Speed-Geschäft. Das Unternehmen ist hier sowohl im B2B als auch im B2C tätig. Zwei Produkte stehen dabei im Mittelpunkt: SAP Customer Experience (ehemals SAP Hybris) und mgm Commerce ERP. mgm ist seit 2009 Gold Partner für die SAP Hybris Omnichannel Suite. Das mgm Commerce ERP kombiniert bewährte Bausteine aus mehr als 20 Jahren Erfahrung im Versandhandel und der Entwicklung hochskalierbarer, transaktionaler Online-Anwendungen. Grundlage des Backends ist die Multichannel-Lösung Choice 6. Sie wurde ursprünglich von der von mgm im Jahr 2015 akquirierten MOS-TANGRAM entwickelt und ist bei über 100 Versandhändlern in Europa erprobt.

Insurance

Seit 2006 liegt der Fokus der mgm auf der Digitalisierung im Industrieversicherungsgeschäft. Die Eigenentwicklung "mgm Cosmo" bietet als digitale Plattform im hochkomplexen und individuellen Industrieversicherungsgeschäft integrierte Produktkonfiguration, Underwriting, digitale Kollaboration, Deckungs-, Schadens- und Prozessmodellierung.
Dabei fungiert mgm nicht immer nur als reiner Dienstleister, der ein beauftragtes Projekt nach einem vereinbarten Zeitpunkt abschließt und final übergibt. Teil der Plattform-Strategie ist der Aufbau langfristiger Partnerschaften mit Versicherern und Maklern, durch die mgm unmittelbar am Erfolg von Digitalisierungsinitiativen partizipieren will.
Im Consulting für die Versicherungsbranche liegt der Fokus auf Business Intelligence- und Data Warehouse-Projekten.
Mit der Beteiligung am Joint-Venture northport will mgm den Versicherungsschwerpunkt künftig weiter stärken. Gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner plant mgm den Aufbau eines digitalen Produktportfolios für Versicherer, Versicherungsmakler und Endkunden.

Einen weiteren Branchenschwerpunkt bilden bei der Managementberatung die Energieversorgungsunternehmen, hier insbesondere mit den Leistungen CIO Advisory und Sourcing.

Das Segment mgm technology partners arbeitete im vergangenen Geschäftsjahr 2020 für rund 180 Kunden, davon zwei der 30 DAX-Unternehmen sowie zahlreiche öffentliche Auftraggeber und Institutionen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Die Gesellschaften des Segments verfügen über 24 Standorte, davon 18 in Deutschland, jeweils einen Standort in Frankreich, Österreich, der Schweiz und den USA sowie Entwicklungszentren in Vietnam und in der Tschechischen Republik.

1.2 Steuerungssystem

Das Geschäft der Allgeier Gruppe wird in einer abgestuften Organisation gesteuert. Dabei existieren die folgenden Ebenen, auf denen jeweils die Unternehmenssteuerung erfolgt:

Group Level: Steuerung durch den Vorstand der Allgeier SE
Segment Level: Steuerung durch die Führungen der operativen Segmente
Company Level: Steuerung durch die Geschäftsleitungen der Einzelgesellschaften

Auf jeder Ebene findet die Steuerung des operativen Geschäfts anhand von Kennzahlen wie Deckungsbeitrag, Profitabilität und Bilanzrelationen statt, die für jedes Geschäftsjahr in einer Unternehmensplanung festgelegt werden. Diese Unternehmensplanung wird im Laufe des Jahres in der Regel quartalsweise durch weitere Forecasts ergänzt. Die Unternehmensplanung ist Maßstab für die Steuerung der Geschäftsaktivitäten auf Ebene der Einzelgesellschaften sowie für das monatliche Reporting zwischen Einzelgesellschaft und Segment sowie Allgeier SE. Das Reporting sieht einen monatlichen Plan/Ist-Vergleich vor. Quartalsweise finden zwischen dem Vorstand der Allgeier SE und den Führungen der einzelnen Segmente Quarterly Business Review Meetings statt, in denen der Geschäftsverlauf, die Entwicklung des Geschäftsumfelds und des Marktes, die Strategie und eventuell erforderliche Maßnahmen besprochen werden. Im Fall von Abweichungen werden in den Quarterly Business Review Meetings - sowie bei Bedarf zusätzlich in Meetings und Telefonaten in höherer Frequenz - auf den verschiedenen Ebenen entsprechende Maßnahmen zur Rückkoppelung auf das operative Geschäft beschlossen und ergriffen. Das Reporting des Vorstands an den Aufsichtsrat basiert ausgehend von der Unternehmensplanung auf den vorgenannten finanziellen und qualitativen Parametern.

1.3 Forschung und Entwicklung

Der Allgeier Konzern betreibt laufend die Fortentwicklung der bestehenden eigenen Produkte, auch in Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Segmenten. Für die meisten der eigenen Softwareprodukte des Segments Enterprise IT erfolgt die Weiterentwicklung in enger Kooperation mit den ehemaligen Kollegen der Nagarro SE an deren Standorten in Asien und Osteuropa. Zugleich hat das Segment eine enge Entwicklungskooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie zu IT-Security im IoT-Umfeld aufgebaut. Im Rahmen der Zusammenarbeit entwickeln die Projektpartner u. a. auch eine Software, die produzierende Unternehmen bei der gesicherten Vernetzung ihrer Datensysteme entscheidend unterstützen kann. Die Erkenntnisse und Entwicklungen aus der Forschungszusammenarbeit fließen auch in die eigenen Softwarelösungen des Segments Enterprise IT ein.

Insgesamt sind im fortgeführten Geschäft während des Berichtszeitraums im Aufwand erfasste Kosten für Weiterentwicklung von Produkten und Produktpflege von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) angefallen. Leistungen für die Entwicklung von Produkten wurden in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro) aktiviert. Die Abschreibungen für die aktivierten Entwicklungen betrugen 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro). Die Abschreibungsquote als der Quotient zwischen Abschreibungen und Aktivierungen lag im Geschäftsjahr 2020 entsprechend bei 157 Prozent (Vorjahr: 68 Prozent).

Darüber hinaus ist der Allgeier Konzern insbesondere im Segment mgm technology partners in zahlreichen Kundenprojekten an Forschungs- und Entwicklungsleistungen beteiligt. Daraus resultiert unter anderem der Aufbau der Plattform A12 durch mgm technology partners. Bei A12 handelt es sich um eine hochinnovative erweiterbare Entwicklungsplattform für Web-basierte Geschäftsanwendungen mit zugehörigen Tools. Die Plattform bietet Entwicklern ein umfangreiches Set robuster, sicherer, und skalierbarer Komponenten sowie eine Client/Server-Anwendungsinfrastruktur. Durch diese Aufgaben erlangen wir ein fachliches und branchenspezifisches Know-how, das in den Zahlenangaben für Forschung und Entwicklung nicht dezidiert ausgewiesen ist. Die als solche ausgewiesenen Forschungs- und Entwicklungsleistungen werden im Wesentlichen im Segment Enterprise IT erbracht.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen: Deutsche Wirtschaft schwer von Corona-Krise getroffen

Durch die Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen geriet die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr in eine der schwersten Rezessionen seit Jahrzehnten. So ging das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 laut vorläufiger Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 5,0 Prozent zurück. Allerdings fiel der konjunkturelle Einbruch insgesamt weniger stark aus als in Folge der Finanzkrise: Im Jahr 2009 war die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent zurückgegangen. In den Folgenjahren von 2010 bis 2019 war das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland dann aber jährlich gestiegen - im Durschnitt um 1,9 Prozent.

Im Jahr 2020 hinterließ die Pandemie laut Statistischem Bundesamt deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. So wurde die Produktion in den Dienstleistungsbereichen wie im Produzierenden Gewerbe zum Teil massiv eingeschränkt. Das Produzierende Gewerbe - ohne den Bausektor, dessen Bruttowertschöpfung preisbereinigt sogar zunahm - verzeichnete einen Rückgang der preisbereinigten Wirtschaftsleistung um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2019. Im verarbeitenden Gewerbe sank die Wirtschaftsleistung sogar um 10,4 Prozent. Dabei wirkten sich insbesondere im ersten Halbjahr die zeitweise gestörten Lieferketten negativ auf die Industrieproduktion aus. Einige Teile des Dienstleistungssektors verzeichneten so starke Rückgänge wie niemals zuvor. Die Wirtschaftsleistung des zusammengefassten Wirtschaftsbereichs Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank preisbereinigt um 6,3 Prozent. Innerhalb des Sektors gab es gegenläufige Entwicklungen: Während der Onlinehandel deutlich zunahm, verzeichneten stationärer Handel und Gastgewerbe historische Rückgänge.

Die in- und ausländische Nachfrage gingen so stark wie nie zuvor zurück (preisbereinigt um 6,0 Prozent), demgegenüber wirkten die Konsumausgaben des Staates (plus 3,4 Prozent) stabilisierend. Auch der Außenhandel brach ein: Die Importe von Waren und Dienstleistungen gingen 2020 preisbereinigt um 8,6 Prozent zurück, die Exporte um 9,9 Prozent.

Auch der über 14 Jahre anhaltende Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt, der sogar während der Wirtschafts- und Finanzkrise Bestand gehabt hatte, ging bedingt durch die Coronakrise zu Ende. Die Zahl der Erwerbstätigen sank um 1,1 Prozent, wobei insbesondere geringfügig Beschäftigte und Selbstständige von den Krisenfolgen betroffen waren. Die massive Ausweitung der Regelungen zur Kurzarbeit dürften indes dafür gesorgt haben, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vorerst stabil blieb.

Das Finanzierungsdefizit der staatlichen Haushalte liegt nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2020 bei 158,2 Mrd. Euro (entsprechend einer Defizitquote von 4,8 Prozent), gleichbedeutend mit dem ersten Defizit seit 2011 und zugleich dem zweithöchsten Defizit seit der Wiedervereinigung. Damit wurde sowohl der europäische Referenzwert des Stabilitäts- und Wachstumspakts als auch die Zielgröße für die nationale Schuldenbremse verfehlt - die Anwendung beider Zielgrößen wurde für die Jahre 2020 und 2021 ausgesetzt.

Auch weltweit kam es durch die Ausbreitung des sog. Coronavirus und die daraufhin vollzogenen Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Die globalen Lieferketten und Handelsströme wurden stark beeinträchtigt, die Börsen brachen ein, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nahmen zu und zahlreiche Staaten baten um internationale Kredithilfe. So hatten auch die internationale Märkten, in denen die Allgeier Gruppe tätig ist, 2020 stark unter den Folgen der Corona-Pandemie zu leiden. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht in ihrem aktuellen Interim Economic Outlook aus dem März 2021 von einem Rückgang des weltweiten BIP um 3,4 Prozent aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nimmt in seinem World Economic Outlook aus dem Januar 2021 für das Jahr 2020 einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent an. Ein ursprünglich erwarteter noch deutlicherer Rückgang konnte durch das stärkere Wachstumsmoment im zweiten Halbjahr 2020 vermieden werden. Vor allem die sog. Advanced Economies wurden hart von der Krise getroffen. Laut IWF ging deren Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent zurück, besonders hart traf es das Vereinigte Königreich (-10,0 Prozent) sowie die Euro-Zone (-7,2 Prozent) mit Spanien (-11,1 Prozent) und Italien (-9,2 Prozent). Die USA (-3,4 Prozent), die weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle beklagen, und China (Wachstum um 2,3 Prozent), das als Ursprungsland der Pandemie gilt, kamen vergleichsweise glimpflich durch die Krise.

Nach der Abspaltung des in der Nagarro gebündelten internationalen Softwaregeschäfts war Deutschland für das fortgeführte Geschäft der Allgeier Gruppe mit 94,6 Prozent des Umsatzes der mit Abstand bedeutendste Markt (Vorjahr: 95,4 Prozent), gefolgt vom ausländischen Markt der Schweiz mit einem Anteil von 3,6 Prozent der Gesamtumsätze und einigen weiteren ausländischen Märkten, die gemeinsam für 1,8 Prozent des Umsatzes der Gruppe stehen. Allgeier erwirtschaftete im Jahr 2020 96,1 Prozent der Gruppenumsätze innerhalb der EU.

Die Schweiz ist für Allgeier mit einem Umsatzanteil von 3,6 Prozent der wichtigste ausländische Markt (Vorjahr: 3,0 Prozent). Die Gruppenunternehmen konnten ihre Umsätze im Schweizer Markt im Geschäftsjahr 2020 um 15,4 Prozent steigern. Auch die Schweiz wurde von den Folgen der Corona-Pandemie hart getroffen. Die OECD rechnet in ihrem Economic Outlook aus dem Dezember 2020 damit, dass die Schweizer Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 4,7 Prozent geschrumpft ist. Private Investitionen und der Konsum werden durch geringes Vertrauen und eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit gebremst. Die Exportwirtschaft leidet unter dem gedämpften Wachstum in den Abnehmerländern. Die Wirtschaft hatte sich Ende April 2020 nach dem Ende eines sechswöchigen Lockdowns erholt, der die Schließung von Schulen und vielen wirtschaftlichen Aktivitäten beinhaltete. Im Herbst begann sich die Situation wieder zu verschlechtern, mit einem starken Anstieg der Fallzahlen im Oktober, die zu einer erhöhten Unsicherheit führte. Die erwartete breite Einführung wirksamer Impfstoffe in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 sollte aber zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation führen. Die politischen Unterstützungsmaßnahmen in der Schweiz waren erheblich, und die Geldpolitik bleibt akkommodierend. Weitere fiskalische Unterstützung könnte nach Meinung der OECD aber auch künftig notwendig sein, da die Inanspruchnahme der Kurzarbeiterregelung zurückgeht und zahlreiche Arbeitnehmer möglicherweise weitergebildet oder umgeschult werden müssen, um mittelfristig die Nachfrage nach Arbeitskräften zu decken. Die OECD geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft erst im Jahr 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreichen wird. Aktuell gehen die Prognosen von einer Steigerung der Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent im Jahr 2021 und einer Beschleunigung des Wachstums auf 3,4 Prozent im Jahr 2022 aus.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Kernmärkte der Allgeier Gruppe weiterhin stark von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie getroffen sind. Das Vorkrisenniveau dürfte in Deutschland, in der Schweiz und vielen weiteren entwickelten Ökonomien inner- und außerhalb Europas erst 2022 wieder erreicht werden. Es zeichnet sich ab, dass die durch die Pandemie entstandenen Schäden für das sozioökonomische Gefüge in den einzelnen Staaten noch länger fortbestehen werden. Und obwohl die jüngsten Impfstoffzulassungen die Hoffnung auf eine Trendwende bei der Pandemiebekämpfung noch im laufenden Jahr geweckt haben, geben erneute Ausbruchswellen und Virusvarianten Anlass zur Sorge. Inmitten dieser außergewöhnlichen Unsicherheit prognostiziert die OECD in ihrem Interim Economic Outlook aus dem März 2021 für die Weltwirtschaft ein Wachstum von 5,6 Prozent im Jahr 2021 sowie von 4,0 Prozent für das Jahr 2022. Die Prognosen für das laufende Jahr wurden in den vergangenen Monate nach oben revidiert, was die Erwartung einer durch die Impfung ausgelösten Belebung der Wirtschaftstätigkeit im späteren Verlauf des aktuellen Jahres und weitere politische Unterstützungsmaßnahmen in einigen großen Volkswirtschaften widerspiegelt.

Als mit Abstand größter Einzelmarkt ist die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland für Allgeier von besonderer Bedeutung. Sollte die Erholung der deutschen Wirtschaft langsamer vonstattengehen, kann sich dies auch auf unseren Konzern auswirken. Die derzeit positive wirtschaftliche Entwicklung mit einer spürbaren Erholung in vielen für Allgeier relevanten Märkten geben uns aktuell - trotz fortbestehender großer Unsicherheiten - weiterhin Anlass für verhaltenen Optimismus. Auch hat sich das Geschäft der Allgeier Gruppe während des ersten Pandemiejahres als weitgehend resilient gegenüber den Auswirkungen der Wirtschaftskrise erwiesen. Dennoch könnten sich ein neuerlicher Nachfrageeinbruch in vielen Branchen und Kernmärkten - etwa durch neue Viruswellen oder die Ausbreitung gefährlicher Virusmutanten -oder Verzögerungen beim Ausrollen der Impfkampagnen und damit verbundene Einschränkungen oder neuerliche Unsicherheiten negativ auf das Wachstum und die weitere Entwicklung der Allgeier Gruppe auswirken.

Wachstum im deutschen Informationstechnikmarkt

Marktvolumen

(in Mrd. Euro)*

Marktsegmente

2020 (in Mrd. Euro)**

Quelle: BITKOM, EITO; Januar 2021

* Steigerungsraten gegenüber Vorjahr (in Prozent)

** Wachstum in Prozent

2.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen: Erholung nach Krisenjahr

Auch an der deutschen ITK-Gesamtbranche (Informationstechnik, Telekommunikation und Consumer Electronics) ging die pandemiebedingte Krise nicht spurlos vorüber. Der Branchenverband BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) geht in einer aktuellen Erhebung aus dem Januar 2021 nach jahrelangem Wachstum für das Krisenjahr 2020 von einem leichten Rückgang der Umsätze mit Produkten und Diensten der Gesamtbranche um -0,6 Prozent auf 169,8 Mrd. Euro aus. Verglichen mit der Gesamtwirtschaft verzeichnete die Branche damit allerdings nur moderate Einbußen. Die Umsätze mit IT-Hardware verzeichneten dabei sogar ein stabiles Wachstum, was vor allem auf die Bedürfnisse von Unternehmen und Privatpersonen bei der technischen Ausstattung von mobilen Arbeitsplätzen zurückzuführen sein dürfte. Bereits für das laufende Jahr 2021 rechnet der Branchenverband mit einer deutlichen Erholung der Branchenkonjunktur und einem Wachstum des Marktes um 2,7 Prozent auf insgesamt 174,4 Mrd. Euro. Dafür verantwortlich ist insbesondere das überproportionale Wachstum im Markt für Informationstechnik um 4,2 Prozent (Vorjahr: -0,7 Prozent) auf erwartete 98,6 Mrd. Euro. Der deutsche IT-Markt war laut BITKOM im Jahr 2020 ebenfalls geschrumpft auf 94,6 Mrd. Euro (2019: 95,3 Mrd. Euro). Dabei wurden die Auswirkungen der Krise in den für Allgeier relevanten Sektoren Software (Rückgang im Jahr 2020 um 1,0 Prozent auf 25,9 Mrd. Euro) sowie IT-Services (Rückgang um 3,2 Prozent auf 39,6 Mrd. Euro) ebenfalls deutlich. Allerdings hat sich bereits in den Schlussmonaten des vergangenen Jahres das Geschäftsklima überwiegend positiv entwickelt. So kletterte der Bitkom-ifo-Digitalindex im Dezember auf den höchsten Stand seit Februar 2020. Laut BITKOM hat die Corona-Krise zudem dazu beigetragen, die Digitalisierung in vielen Bereichen zu beschleunigen. Wirtschaft, Staat und Verbraucher investierten in digitale Technologien und auch zwischenzeitlich aufgeschobene Investitionen würden nachgeholt. Entsprechend gut sei die Branche durch die Krise gekommen. Für 2021 stünden die Zeichen wieder auf Wachstum.

Im laufenden Jahr sollen laut BITKOM-Vorhersage die Umsätze mit Hardware besonders stark wachsen (+8,6 Prozent). Aber auch die für Allgeier besonders relevanten Märkte für Software (+4,1 Prozent) und IT-Services (+1,1 Prozent) erwarten eine Rückkehr auf ihren Wachstumskurs. Die Investitionen von Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern in die Transformation ihrer Organisationsprozesse und Geschäftsmodelle dürften sich dabei weiter steigern. Sie zeigten sich bereits in den zurückliegenden Jahren weitestgehend losgelöst von Schwankungen in der Konjunktur der Gesamtwirtschaft. Wesentlich für diesen Prozess sind Markttrends und Technologien wie Cyber/ Information Security, Cloud Solutions, Big Data Analytics, IoT (Internet der Dinge) sowie digitale Plattformen und mobile Applikationen, aber auch neuere Themen wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz, Blockchain und Augmented/Virtual Reality. Allgeier besetzt seit vielen Jahren diese Technologien und High Tech-Trends und baut das Portfolio und Know-how stetig weiter aus.

2.2 Geschäftsverlauf 2020

Hinter uns liegt das wohl außergewöhnlichste Jahr in der Historie unseres Unternehmens. In das Jahr 2020 waren wir mit einer Rekordplanung gestartet. Alle Unternehmen der Gruppe waren hervorragend aufgestellt. Wir sehen diesen Umstand rückblickend als großes Glück an: So konnten wir mit einer sehr starken Basis in die für uns alle überraschend hereinbrechende Zeit der Corona-Krise hineinlaufen und diese schwierige Phase im Großen und Ganzen als Unternehmen unbeschadet überstehen. Wir können mit Stolz sagen, dass sich im vergangenen Jahr unsere Gruppe, unser Miteinander und auch unser Geschäft als widerstandsfähig gegenüber der Krise und ihren Folgen gezeigt haben. Unsere Mitarbeiter haben - mehrheitlich aus dem Homeoffice - eine außerordentliche Leistung vollbracht, so dass wir für unsere Kunden nahezu ohne Einschränkung bei deren Projekten und Herausforderungen zur Seite stehen konnte.

Das Jahr 2020 brachte für die Allgeier Gruppe wegweisende Veränderungen. Bereits im Jahr 2019 hatten wir entschieden und angekündigt, dass wir für 2020 ein eigenständiges Börsenlisting für die Nagarro anstreben. Die Nagarro Gruppe war in den vergangenen Jahren durch ihr nachhaltiges organisches Wachstum und verschiedene Akquisitionen als eigenständiger weltweiter Tech Services-Player aus der Allgeier Gruppe herausgewachsen. Am 16. Dezember 2020 hat die Nagarro SE schließlich ihre eigenständige Notierung an der Frankfurter Börse aufgenommen. Damit ist die Nagarro Gruppe von der Allgeier Gruppe abgespalten und unabhängig. Wir haben damit einen Prozess, an dem viele Kollegen über viele Monate intensiv und sehr hart gearbeitet haben, erfolgreich abgeschlossen. Zudem ist es uns mit der Abspaltung gelungen, unseren Aktienkurs und damit unsere Marktkapitalisierung im Laufe des Jahres deutlich zu steigern. Auf diese Weise haben wir für unsere Aktionäre im vergangenen Jahr viel Wert geschaffen.

Geschäftsverlauf des Gesamt-Konzerns (inklusive aufgegebene Geschäftsbereiche) Hinweis: Bei den nachstehenden Angaben zum Gesamt-Konzern handelt es sich um eine gesetzliche Pflichtangabe. Aus den Angaben zum Geschäftsverlauf 2020 des Gesamt-Konzerns können keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung des Allgeier Konzerns gezogen werden, da die Angaben zum Gesamt-Konzern das aufgegebene Geschäft (inklusive der abgespaltenen Nagarro) enthalten und für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Allgeier Konzerns ausschließlich die Zahlen des fortgeführten Geschäfts des Konzerns von Bedeutung sind. Wir beziehen uns daher in den weiteren Berichtsteilen nur auf das fortgeführte Geschäft.

Inklusive des aufgegebenen Geschäfts erzielte der Allgeier Gesamt-Konzern im Geschäftsjahr 2020 eine Gesamtleistung von 765,1 Mio. Euro (Vorjahr: 786,8 Mio. Euro). Die Wertschöpfung (definiert als Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) des Gesamt-Konzerns (fortgeführtes und aufgegebenes Geschäft) lag bei 236,1 Mio. Euro (Vorjahr: 230,0 Mio. Euro). Das entspricht einer Wertschöpfungsmarge von 30,9 Prozent (Vorjahr: 29,2 Prozent). Das bereinigte EBITDA (EBITDA vor Effekten, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden) des Gesamt-Konzerns betrug 102,9 Mio. Euro (Vorjahr: 73,4 Mio. Euro), entsprechend einer Marge von 13,5 Prozent (Vorjahr: 9,3 Prozent). Neben den unten angeführten Bereinigungspositionen im fortgeführten Geschäft umfasste ein wesentlicher Teil der Bereinigungen im aufgegebenen Geschäftsbereich Aufwendungen für den Spin-off und das Börsenlisting der Nagarro. Das EBITDA des Gesamt-Konzerns betrug 77,8 Mio. Euro (Vorjahr: 70,1 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge erhöhte sich entsprechend auf 10,2 Prozent (Vorjahr: 8,9 Prozent). Das EBIT belief sich auf 40,6 Mio. Euro (Vorjahr: 37,6 Mio. Euro). Das EBT lag bei 31,9 Mio. Euro (Vorjahr: 29,8 Mio. Euro). Nach Steuern belief sich das Ergebnis der Periode vor Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen auf 12,5 Mio. Euro (Vorjahr: 18,4 Mio. Euro). Aus dem abgespaltenen und veräußertem Geschäft vor Steuern resultierte im Gesamt-Konzern ein Ergebnis von -6,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro). Nach Steuern resultierte für den Gesamt-Konzern ein Ergebnis der Periode nach Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen von 6,3 Mio. Euro (Vorjahr: 18,7 Mio. Euro). Dies entsprach für den Gesamt-Konzern einem Ergebnis der Periode je Aktie von -0,03 Euro (Vorjahr: 1,44 Euro).

Geschäftsverlauf des fortgeführten Geschäfts des Allgeier Konzerns

Mit dem fortgeführten Geschäft der Allgeier Gruppe fokussieren wir uns auf unsere starke Marktstellung und unsere Kraft, die wir in den beiden Segmenten Enterprise IT und mgm technology partners konzentrieren. Dabei sehen wir große Entwicklungsmöglichkeiten für uns als Gruppe in dem attraktiven und nachhaltig wachsenden IT-Dienstleistungs- und Softwaremarkt in der DACH-Region. Wir verfügen über einen großen und vielfältigen Kundenstamm und eine stabile finanzielle Basis. Die Gruppe weist zum Jahresende 2020 keine Nettofinanzverbindlichkeiten mehr auf und hat durch die Ertragskraft des Geschäfts und den Neuabschluss einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 140 Mio. Euro ausreichend finanziellen Spielraum, das organische Wachstum durch wertschaffende Akquisitionen zu beschleunigen.

Wir verfügen mit Allgeier und mgm technology partners über zwei starke und etablierte Marken, erfahrene Management-Teams und eine breite Basis hervorragend qualifizierter Software- und IT-Spezialisten. Unsere große Chance nach der Abspaltung der Nagarro Gruppe liegt darin, dass wir unsere Möglichkeiten mit vollem Fokus künftig noch intensiver nutzen und unser enormes gemeinsames Potenzial ausschöpfen, indem wir den stetigen Wandel der Unternehmensentwicklung erfolgreich weiter vorantreiben und unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie fortsetzen.

Der Allgeier Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2020 (01. Januar 2020 - 31. Dezember 2020) im fortgeführten Geschäft eine Gesamtleistung von 352,6 Mio. Euro (Vorjahr: 380,2 Mio. Euro). Die Wertschöpfung des fortgeführten Geschäfts (definiert als Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) konnte auf 101,9 Mio. Euro gesteigert werden (Vorjahr: 99,2 Mio. Euro). Das entspricht einer Wertschöpfungsmarge von 28,9 Prozent (Vorjahr: 26,1 Prozent). Das bereinigte EBITDA (EBITDA vor Effekten, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden) betrug 30,3 Mio. Euro (Vorjahr: 18,2 Mio. Euro), entsprechend einer Steigerung um 66 Prozent und einer Marge von 8,6 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent). Bereinigt wurden hierbei insbesondere Personalkosten, Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Ablösung von Darlehen, Aufwendungen im Rahmen der Akquisitionstätigkeit sowie früheren Perioden zuzurechnende Aufwendungen. Das EBITDA betrug 23,4 Mio. Euro (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro), entsprechend einer Steigerung um 159 Prozent. Die EBITDA-Marge erhöhte sich somit auf 6,6 Prozent (Vorjahr: 2,4 Prozent). Das EBIT belief sich auf 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro).

Der Allgeier Konzern hatte sich für das Jahr 2020 für die einzelnen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens auf Gruppenebene (Umsatzwachstum, Profitabilität, Nettoverschuldung, vgl. dazu unten 2.4 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren) spezifische Ziele gesetzt. Da sich das fortgeführte Geschäft - insbesondere in Folge der Abspaltung der Nagarro - deutlich verändert hat, können die im Geschäftsjahr 2020 erreichten Geschäftszahlen für das fortgeführte Geschäft nicht mit den im Geschäftsbericht des Vorjahres für die einzelnen Leistungsindikatoren angegebenen Zielgrößen verglichen werden.

Auch haben wir im vergangenen Jahr unsere Kapitalmarktaktivitäten weiter deutlich ausgebaut. Im September haben wir unseren ersten Capital Markets Day veranstaltet und uns zahlreichen nationalen und internationalen Investoren und Analysten präsentiert. Wir haben an einer Reihe virtueller Kapitalmarktkonferenzen teilgenommen sowie eine Vielzahl bilateraler Investorengespräche geführt. So konnten wir im vergangene Jahr zahlreiche neue institutionelle Anleger für unsere Aktie interessieren und gewinnen. Wir haben im zurückliegenden Jahr in unserer Aktie historische Kurse erreicht und unsere Marktkapitalisierung enorm gesteigert - bis auf über 1 Mrd. Euro kurz vor der Abspaltung der Nagarro.

Wir verfügen über eine stabile und breite Kundenbasis: Unsere Konzerngesellschaften erzielen bei 58 nationalen und internationalen Kunden einen Jahresumsatz von jeweils über 1 Mio. Euro. Mit 16 Kunden erzielten die Konzerngesellschaften insgesamt mehr als jeweils 3 Mio. Euro Umsatz, mit acht Kunden mehr als jeweils 5 Mio. Euro Umsatz. Die Kunden umfassen große Konzerne, viele Markt- und Branchenführer sowie leistungsstarke mittelständische Unternehmen aus nahezu allen Branchen und öffentliche Auftraggeber auf Bundes-, Länder- sowie regionaler und kommunaler Ebene gleichermaßen.

Besonders freuen wir uns, dass auch im Laufe dieses besonderen Jahres wieder viele neue Kolleginnen und Kollegen zu uns gestoßen sind und dass wir in Zeiten großer Verunsicherung unseren Mitarbeitern gute und sichere Arbeitsplätze bieten können. Viele unserer Einheiten haben neue Stellen geschaffen und beschäftigen zum Jahresende 2020 in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Tschechien, Vietnam und den USA über 3.000 Kolleginnen und Kollegen. So hat etwa das Segment mgm technology partners die Zahl der hochqualifizierten Softwareentwickler und Consultants weiter ausgebaut. In einem Markt, der insbesondere in unseren Kernmärkten über einen anhaltenden gravierenden Mangel an hervorragenden Fachkräften klagt, ist der Zugewinn spezialisierter IT-Fachkräfte ein echter Erfolg. Viele Kollegen arbeiten das ganze Jahr über intensiv daran, die besten Köpfe zu identifizieren und für unsere Gruppe zu gewinnen. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir in einem umkämpften Umfeld und in herausfordernden Zeiten für unsere Mitarbeiter attraktive Arbeitsmöglichkeiten, spannende Kundenprojekte und hervorragende individuelle Perspektiven bieten können.

Wir haben im zurückliegenden Jahr wiederum eine Reihe von Auszeichnungen erringen können; so zählen wir laut Lünendonk® auch in diesem Jahr wieder zu den führenden "IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen" in Deutschland. Außerdem nimmt Allgeier Experts nach Lünendonk®-Marktsegmentstudie 2020 "Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland" eine Top-Platzierung unter den deutschen IT-Personaldienstleistern in Deutschland ein. mgm technology partners gehört gemäß Internetagentur-Ranking auch im Jahr 2020 zu den zehn nach Umsatz erfolgreichsten Full-Service-Digitalagenturen Deutschlands. Für das von mgm technology partners entwickelte ELSTER-Unternehmenskonto erhielt das Bayerische Landesamt für Steuern (BayLfSt) beim eGo-vernment-Wettbewerb 2020 die Silber-Auszeichnung in der Kategorie "Bestes Projekt zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes" gewonnen. Und auch beim Publikumspreis, bei dem Internetnutzer von Anfang Juni bis Mitte August nach allen eingereichten Projektpräsentationen ihre Favoriten wählen konnten, überzeugte das ELSTER-Unternehmenskonto: Das Projekt schaffte es ebenfalls auf den sehr guten zweiten Platz.

In den beiden Geschäftsbereichen haben wir in diesem Jahr intensiv an einer Vielzahl unterschiedlicher Themen gearbeitet und mit großem Einsatz bedeutsame Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen:

Das Segment Enterprise IT hat seine internen Strukturen und Prozesse weiter optimiert und dank seines integrierten Angebotsportfolios die Ertragskraft deutlich gesteigert. Durch die Integration und enge Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der ehemaligen Segmente Experts und Neue Geschäftsfelder konnten wertvolle Synergien gehoben werden. Gemeinsam verfügt das Segment um eine umfassende IT-Services-Kompetenz, die in die Projekt- und Managed Services-Dienstleistungen in den Kundenprojekten einfließen. Die Skalierbarkeit für große IT-Projekte wurde durch den großen internen Fachkräfte-Pool deutlich gesteigert. Im Cyber Security-Umfeld bietet das Segment den Kunden Consulting, Operations sowie Response und Emergency ein ganzheitliches Leistungs- und Produktportfolio für Informationssicherheit und entwickelt innovative Lösungen, um Unternehmen umfassend gegen digitale Gefahren abzusichern. Mit dem Zugewinn der publicplan wurde einerseits die Kompetenz in Open-Source-basierten Softwarelösungen weiter gestärkt, zugleich baut das Segment so das Leistungsangebot für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Bereich E-Government weiter aus. Mit der Akquisition der AURELO gewinnt das Segment Enterprise IT eine führende ERP-Branchenlösung für den Sektor Erneuerbare Energien und baut zudem seine Marktstellung und Fachexpertise in diesem wichtigen Wachstumsmarkt weiter aus.
Im Segment mgm technology partners hat auch im Jahr 2020 wieder ein starkes organisches Wachstum bei einer deutlichen Steigerung der Ergebnismarge erreicht. Durch weitere Investitionen in unsere Spezialisierung sowie in Zukunftstechnologien hat das Segment die Voraussetzungen für technologische Vorreiterschaft und weiteres Wachstum innerhalb der Peer Group leistungsstarker Digitalisierungsunternehmen geschaffen. Die mgm hat sich im Wettbewerb als High-End-Spezialist für Digitalisierung und disruptive Technology und Consulting Services positioniert. Auf Basis aktuellster Technologien und eigener Plattform-Lösungen entwickelt mgm Enterprise Applikationen für die Branchen Commerce, Insurance und den öffentlichen Sektor. Als Beratungs- und Lösungsanbieter für Digitalisierungsprojekte ist sie einer der führenden E-Government-Dienstleister in Deutschland. Gemeinsam mit den spezialisierten Tochterunternehmen mgm consulting partners (Managementberatung für Digitalisierung, Experten für CIO Advisory, Organisationsentwicklung und Change-Management) und mgm security partners (Web Application Security) decken die 800 Softwareentwickler und Consultants des Segments mgm technology partners die volle Bandbreite der aktuellen und zukünftigen Digitalisierungsthemen ab und begleiten aktiv die digitale Transformation in den Branchen Handel, Versicherungen und öffentlicher Sektor. Einerseits gelten diese Branchen als besonders krisenstabil, bzw. wenig anfällig, andererseits weisen diese Marktsektoren in den kommenden Jahren weiteres überdurchschnittliches Wachstumspotenzial auf: Mit der Corona-Pandemie erlebte insbesondere der Handel einen Boom, wobei digitale Lösungen und E-Commerce stark an Bedeutung zunahmen. Zugleich wurde der enorme Digitalisierungsbedarf in der öffentlichen Verwaltung deutlich.

In Summe blicken wir auf ein außergewöhnliches wie erfolgreiches Jahr als Gruppe zurück. Aufgrund unserer starken Basis und dem außerordentlichen Einsatz unserer Mitarbeiter konnten wir die schwierige Phase der Corona-Pandemie im Großen und Ganzen als Unternehmen unbeschadet überstehen. Unsere Gruppe, unser Miteinander und auch unser Geschäft haben sich als resilient gegenüber der Krise und ihren Folgen gezeigt, und wir konnten trotz der herausfordernden Umstände unseren Kunden bei deren Projekten uneingeschränkt zur Seite stehen. Mit dem eigenständigen Börsenlisting der Nagarro haben wir einen Prozess, an dem viele Kolleginnen und Kollegen über viele Monate intensiv und sehr hart gearbeitet haben, erfolgreich abgeschlossen und die gemeinsame Marktkapitalisierung enorm gesteigert. Das fortgeführte Geschäft der Allgeier Gruppe ist mit über 350 Mio. Euro Umsatz und einem Team aus 3.000 hochqualifizierten festen und freien IT-Experten einer der wenigen großen IT- und Software-Services-Anbieter in der deutschsprachigen Region, der den Kunden ein Full-Service-Portfolio zur Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse anbietet. Gemeinsam haben wir in einem für alle herausfordernden Pandemie-Jahr Außerordentliches für unsere Kunden geleistet und eine operative EBITDA-Marge von knapp 9 Prozent und einen operativen Cashflow von rund 34 Mio. Euro erreicht.

Die erfolgreiche Geschäftsentwicklung in den beiden Konzernsegmenten legt die Basis für eine positive Planung für 2020 mit organischem Wachstum und einer weiteren Ausweitung unserer Profitabilität. Die Allgeier SE steht als IT-Holding für eine seit mehr als 15 Jahren erfolgreiche Buy-and-Build-Strategie, die nachhaltig Werte entwickelt und schafft. Mit unseren Konzernsegmenten wollen wir uns als einer der leistungsfähigsten deutschen IT- und Software-Services-Player etablieren - mit der vollen Kraft, Lösungsstärke und Exzellenz, die wir als Team vereinen: Im Segment Enterprise IT mit der breiten Manpower und regionalen Abdeckung sowie dem umfassenden IT-Services- und Projekt-Know-how bis hin zur Digitalisierungs-Kompetenz des Segments mgm technology partners. Wir sind überzeugt, dass die beiden Unternehmen in ihren Märkten als starke und anerkannte Player eine besondere Rolle spielen werden. Gemeinsam bieten wir den Kunden als fokussierter Partner für die DACH-Region ein vollumfassendes IT und Software Services-Portfolio von High-End-Softwareentwicklung bis zu Business-Efficiency-Lösungen für Digitalisierung und Business Transformation. Wir verfügen über einen stabilen und langjährigen Kundenstamm aus Konzernen und leistungsstarken Mittelständlern sowie aus öffentlichen Auftraggebern. Durch unsere breit verteilte Präsenz über viele krisensichere Branchen hinweg weist die Kundenstruktur nur geringe Klumpenrisiken auf. Und durch die Positionierung in Zukunfts- und Wachstumsfeldern und eine Vielzahl spannender Projekte bei attraktiven Kunden bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch weiterhin interessante Entwicklungschancen und hervorragende individuelle Perspektiven.

Wir gehen ohne Nettoverschuldung ins Geschäftsjahr 2021, verfügen über ein attraktives Angebotsportfolio in einem wachstumsstarken Marktumfeld und eine breite und solide Kundenbasis. Auf dieser starken Grundlage wollen wir sowohl organisch als auch durch wertschaffende Akquisitionen weiter wachsen und unsere Ertragskraft weiter steigern. Mit unseren Lösungen und Dienstleistungen wollen wir auch in Zukunft unseren Beitrag zur positiven Veränderung der Welt leisten und unseren Kunden dabei helfen, sich erfolgreich für die Zukunft zu rüsten.

Geschäftszahlen

Der Umsatz im fortgeführten Geschäft des Allgeier Konzerns nach IFRS lag im Geschäftsjahr 2020 bei 351,7 Mio. Euro (Vorjahr: 378,5 Mio. Euro). Die Wertschöpfung (definiert als Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) wurde operativ gesteigert. Diese erhöhte sich um 3 Prozent auf 101,9 Mio. Euro (Vorjahr: 99,2 Mio. Euro), was zu einer signifikanten Ausweitung der Rohmarge (definiert als Wertschöpfungsmarge) auf 28,9 Prozent führte (Vorjahr: 26,1 Prozent). Der Konzern steigerte das bereinigte EBITDA des fortgeführten Geschäfts im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 66,0 Prozent auf 30,3 Mio. Euro (Vorjahr: 18,2 Mio. Euro). Unternehmensintern wird das bereinigte EBITDA als EBITDA vor Effekten definiert, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden. Dabei werden solche Einflüsse auf das Ergebnis als außerordentlich oder periodenfremd definiert, die in dem betreffenden Geschäftsjahr als Sondereffekt aufgetreten sind oder bei tatsächlicher Betrachtung nicht dem operativen Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres zuzuordnen sind. Im Geschäftsjahr 2020 wurden insgesamt Aufwendungen von 7,0 Mio. Euro (Vorjahr: 9,2 Mio. Euro) und Erträge von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) und somit im Saldo ein Überschuss an als außerordentlich oder periodenfremd klassifizierten Aufwendungen von 6,9 Mio. Euro (Vorjahr: 9,2 Mio. Euro) bereinigt.

Das EBITDA des fortgeführten Geschäfts des Konzerns (Ergebnis vor Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, Zinsen und Steuern) lag im Berichtsjahr bei 23,4 Mio. Euro und damit um 159 Prozent über dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro). Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) der Periode betrug 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro). Der Konzern erzielte ein EBT (Ergebnis vor Steuern) in Höhe von 8,2 Mio. Euro (Vorjahr: -5,4 Mio. Euro) -entsprechend einer absoluten Steigerung um 13,6 Mio. Euro. Das Ergebnis der Periode stieg auf 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: -10,1 Mio. Euro). Das fortgeführte Geschäft des Konzerns erzielte in der Berichtsperiode ein Ergebnis je Aktie von 0,00 Euro (Vorjahr: -0,83 Euro). Das um die Abschreibungen aus Akquisitionstätigkeit bereinigte und mit einer normalisierten Steuerquote von 30 Prozent gerechnete Ergebnis je Aktie des fortgeführten Geschäfts beträgt für das Berichtsjahr 2020 0,94 Euro (Vorjahr: 0,48 Euro).

Leistungsindikatoren

Der Allgeier Konzern hatte sich für das Jahr 2020 für die einzelnen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens auf Gruppenebene (Umsatzwachstum, Profitabilität, Nettoverschuldung, vgl. dazu unten 2.4 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren) spezifische Ziele gesetzt. Aufgrund der Veränderung des fortgeführten Geschäfts, insbesondere in Folge der Abspaltung der Nagarro, sowie der Neuordnung der Konzernsegmente sind die Geschäftszahlen für den Gesamtkonzern wie für die Segmente nicht mit dem Vorjahr vergleichbar und können nicht mit den im Geschäftsbericht des Vorjahres angegebenen Zielgrößen in Abgleich gebracht werden.

Kapitalmarkt und Finanzierung

An die Aktionäre der Allgeier SE wurde im September 2020 eine Dividende in Höhe von insgesamt 5,6 Mio. Euro (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro) ausgezahlt (in beiden Jahren entspricht dies 0,50 Euro je dividendenberechtigter Aktie). An nicht kontrollierende Gesellschafter bei Tochtergesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2020 Gewinne in Höhe von 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) ausgeschüttet.

Im Zuge der Abspaltung der Nagarro Gruppe wurde eine Ablösung der Ende 2019 abgeschlossenen Kreditfazilität notwendig. Die Ablösung der im Jahr 2019 abgeschlossenen Kreditfazilität wurde im Dezember 2020 durch den Abschluss der neuen zentralen Kreditfazilität der Allgeier SE vollzogen. Durch den Neuabschluss wurde die Allgeier SE aus einer etwaigen Nachhaftung aus der Kreditfazilität aus 2019 entlassen. Darüber hinaus wurde die langfristige Finanzierung der Allgeier Gruppe für weitere Jahre auf eine stabile Basis gestellt und zugleich der Freiraum für künftige Akquisitionen und Investitionen an die Finanzkraft der Allgeier SE angepasst. Die revolvierende Kreditlinie weist eine Höhe von bis zu 140 Mio. Euro auf. Sie verfügt über eine initiale Laufzeit von fünf Jahren. Die Laufzeit kann einmalig um ein Jahr und weiteres Mal um ein bzw. zwei Jahre verlängert werden. Mit der neuen flexibel nutzbaren Kreditlinie verfügt Allgeier über ein hinreichendes Volumen von bedarfsgenau nutzbaren Finanzierungsmitteln zu attraktiven Konditionen, das in Korrelation mit dem künftigen Wachstum der Gruppe abgerufen werden kann. Finanzierungspartner sind die Kreditinstitute Commerzbank, ING Bank, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen sowie Norddeutsche Landesbank.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Allgeier SE alle eigenen Aktien veräußert. Entsprechend entfielen zum Stichtag 31. Dezember 2020 0 % (Vorjahr: 0,93 %) des Grundkapitals auf eigene Aktien.

Akquisitionen

Allgeier hat im zurückliegenden Geschäftsjahr im Rahmen der Akquisitionstätigkeit die folgenden Transaktion durchgeführt:

Mit Kaufverträgen vom 19. Februar 2020 erwarb die Allgeier SE zur Vorbereitung der Abspaltung der Nagarro Gruppe die Blitz 20-361 SE, München (zeitweise Allgeier Project SE, München) und die Blitz 19-682 GmbH, München (zeitweise Allgeier Project Humboldt GmbH, München). Beide Gesellschaften hatten zum Erwerbszeitpunkt keinen Geschäftsbetrieb.

Der Kaufpreis für beide Gesellschaften betrug 164 Tsd. Euro. Dagegen stand ein Finanzmittelfonds von 145 Tsd. Euro, den die Gesellschaften mitbrachten. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von 19 Tsd. Euro wurde ausgebucht.
Mit Kaufverträgen vom 04. Juni 2020 erwarb die Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen ("Allgeier IT Solutions"), von der IFASEC GmbH, Dortmund, und der sich in der Insolvenz befindlichen SCUDOS SYSTEMS GmbH, Dortmund, ("SCUDOS") sämtliche Rechte an der Software SCUDOS, sowie weitere Vertragsbeziehungen und Arbeitsverhältnisse. Die Software SCUDOS ist eine Lösung zur Analyse und Gestaltung sicherer Netzwerkinfrastrukturen. Die Software ermöglicht es Organisationen, ihre Sicherheit zu erhöhen und den Betrieb innerhalb ihres Kernnetzwerks zu vereinfachen. Dadurch wird der Zugriff unautorisierter Geräte auf sensible Netzwerksegmente verhindert und potenzielle böswillige Eindringlinge werden blockiert. Als Kaufpreis für die übernommene Software und die übernommenen Vermögensgegenstände wurden 2,0 Mio. Euro vereinbart, von denen im Juni 2020 1,8 Mio. Euro bezahlt wurden und weitere 0,2 Mio. Euro im Dezember 2022 fällig werden. Darüber hinaus wurde ein variabler Kaufpreis von maximal 550 Tsd. Euro vereinbart, der fällig wird, wenn bestimmte Kundenbeziehungen über ein weiteres Jahr fortbestehen bzw. bestimmte Lizenzerlöse im Zeitraum bis Ende 2022 erzielt werden. Die Allgeier IT Solutions geht davon aus, dass die Bedingungen für den variablen Kaufpreis erfüllt werden. Die Erstkonsolidierung der SCUDOS wurde auf den 04. Juni 2020 vorgenommen. Der Kaufpreis wurde auf Kundenbeziehungen, Produkte, Domains und Markenrechte gebucht.
Im ersten Halbjahr 2020 hat die Allgeier Project Solutions GmbH, München, die verbliebenen von Minderheitengesellschaftern gehaltenen Anteile an der iQuest Holding GmbH, Karlsruhe und der iQuest SPP GmbH, München, erworben. Der Kaufpreis für die im ersten und zweiten Quartal erworbenen Minderheitenanteile betrug insgesamt 12,3 Mio. Euro. Im Zuge der Abspaltung der Nagarro im vierten Quartal 2020 gingen die Gesellschaften aus dem Konzern ab.
Im Juni 2020 haben die Allgeier Project Solutions GmbH, München und die Allgeier Enterprise Services AG, Bremen, sämtliche von Minderheitengesellschaftern gehaltenen Anteile an den SAP-Einheiten der Allgeier Gruppe ("SAP-Gruppe") erworben. Der Kaufpreis betrug 4,0 Mio. Euro. Die SAP-Gruppe ging mit Abspaltung der Nagarro im vierten Quartal 2020 ebenfalls aus dem Konzern ab.
Am 30. Juli 2020 hat die mgm technology partners GmbH, München, ("mgm") sämtliche Anteile des IT-Entwicklungsunternehmen eForce21 GmbH, München, ("eForce21") von deren Gründer und Geschäftsführer Klaus Schlumpberger übernommen, der auch weiterhin für das rund 40-köpfige Team verantwortlich bleibt. Mit dem Zusammenschluss bündelt die mgm IT-Expertise für innovative Enterprise-Lösungen, KI-gestützte Bilderkennung und Sprachverarbeitung/Chatbots. Der Leistungsschwerpunkt der eForce21 liegt auf Individual-Softwareentwicklung und IT-Consulting. Wichtige Eigenentwicklung im eForce21-Portfolio ist die SaaS-Lösung (Software as a Service) DATAGYM.AI, die es durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ermöglicht, Bilder bis zu 10-mal schneller zu annotieren und als Trainingsdaten für neuronale Netze in der Bildverarbeitung vorzubereiten. Für die Anteile der eForce21 wurden ein fester Kaufpreis in Höhe von 3.000 Tsd. Euro sowie variable Kaufpreise in der Höhe von bis zu maximal 2.000 Tsd. Euro vereinbart. Von dem variablen Kaufpreis stehen jeweils bis zu 500 Tsd. Euro in Abhängigkeit von der Erreichung bestimmter Umsätze in den Jahren 2020 bis 2023. Sollten die Kriterien zur Erfüllung der Umsatzziele nicht vollständig erreicht werden, so reduzieren sich die Earn-outs entsprechend bzw. entfallen vollständig. Für das Jahr 2020 wurde die geplanten Umsatzziele erreicht und der erste Earn-out in Höhe von 500 Tsd. Euro entsprechend erfüllt. Für die weiteren Earn-out-Jahre geht der Allgeier Konzern davon aus, dass Umsatzziele ebenfalls vollständig erreicht werden und die Earn-outs zu bezahlen sind. Die Bezahlung des festen Kaufpreises erfolgte im Juli 2020. Neben dem Kaufpreis fielen in Höhe von 42 Tsd. Euro zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb an, die innerhalb des sonstigen betrieblichen Aufwands verbucht wurden. Mit dem Erwerb der eForce21 gingen dem Allgeier Konzern zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung am 31. Juli 2020 Vermögenswerte in Höhe von 3.672 Tsd. Euro und Schulden von 2.225 Tsd. Euro zu. Aus der Differenz des aktivierten Kaufpreises in Höhe von 4.977 Tsd. Euro (einschließlich Abzinsung der langfristig zu bezahlenden Teile des Kaufpreises) und dem übernommenen Nettovermögen von 1.447 Tsd. Euro resultiert ein Unterschiedsbetrag von 3.530 Tsd. Euro, der als Geschäfts- oder Firmenwert verbucht wurde.
Mit Kaufvertrag vom 18. September 2020 erwarb die Nagarro Allgeier ES GmbH, Kronberg im Taunus ("Nagarro Allgeier ES"), die Produkte der maihiro GmbH, Ismaning ("maihiro"), aus der Insolvenz. Die Nagarro Allgeier ES GmbH übernahm zudem alle Mitarbeiter von maihiro.

Als Kaufpreis für die übernommenen Vermögenswerte und Kundenverträge wurde ein Betrag von 100 Tsd. Euro vereinbart. maihiro wurde zum 01. Oktober 2020 erstmalig in die Konsolidierung der Nagarro einbezogen und ging gemeinsam mit der Nagarro Allgeier ES im Zuge der Abspaltung der Nagarro aus dem Allgeier Konzern ab.
Die Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen ("Allgeier IT Solutions"), hat mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01. November 2020 die AURELO GmbH, Kiel ("AURELO"), übernommen. AURELO hat in den vergangenen Jahren mit dem AURELO Energiepark Manager eine führende Branchenlösung für Planer, Projektierer und Betriebsführer im Bereich der Erneuerbaren Energien auf Basis der Unternehmenslösung Microsoft Dynamics 365 Business Central geschaffen und erfolgreich in den Markt eingeführt. Mit der Einbindung in den Bereich ERP Lösungen der Allgeier IT Solutions wird das AURELO-Portfolio durch weitere Produkte der Allgeier Gruppe erheblich erweitert. Gleichzeitig erhält AURELO damit Zugang zu deutlich erhöhten Kapazitäten im Bereich Consulting und Programmierung. Bereits seit vielen Jahren ist Allgeier IT Solutions mit der ebenfalls auf Microsoft Dynamics 365 Business Central basierenden Software-Lösung Allgeier itrade erfolgreich in den Branchen Großhandel, Vermietung, Leasing, Rohstoffhandel sowie Fertigung und Produktion vertreten. Mit der Berufung des Branchenkenners Veit-Gunnar Schüttrumpf in die Geschäftsführung der Allgeier IT Solutions wurde im Spätsommer des vergangenen Geschäftsjahres der Branchenfokus um das Feld Erneuerbare Energien erweitert. Als Kaufpreis für die Anteile der AURELO wurde ein fester Kaufpreis in Höhe von 575 Tsd. Euro und variable Kaufpreise von bis zu maximal 550 Tsd. Euro vereinbart. Der variable Kaufpreis steht in Abhängigkeit von der Erreichung bestimmter EBIT-Ziele in den Jahren 2021 und 2022. Aus heutiger Sicht geht der Allgeier Konzern davon aus, dass die EBIT-Ziele vollständig erreicht werden. Die Bezahlung des festen Kaufpreises erfolgte im November 2020. Mit dem Erwerb der AURELO gingen dem Allgeier Konzern zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung am 01. November 2020 Vermögenswerte in Höhe von 1.382 Tsd. Euro und Schulden von 658 Tsd. Euro zu.

Aus der Differenz des Kaufpreises in Höhe von 1.120 Tsd. Euro (einschließlich Abzinsung der langfristig zu bezahlenden Teile des Kaufpreises) und dem übernommenen Nettovermögen von 724 Tsd. Euro resultiert ein Unterschiedsbetrag von 396 Tsd. Euro, der dem Geschäfts- oder Firmenwert der Allgeier Enterprise IT zugeschlagen wurde.

Kunden

Die Allgeier Gruppengesellschaften haben auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Kundenbasis weiter ausgebaut und bestehende Kundenbeziehungen gefestigt. Allgeier ist sowohl für eine Vielzahl global agierender Konzerne - z. B. für acht der derzeitigen 30 DAX-Unternehmen - wie auch für eine Vielzahl an Markt- und Branchenführern, viele leistungsstarke mittelständische Unternehmen sowie für Auftraggeber aus dem öffentlichen Sektor tätig. Allgeier verfügt über 58 Einzelkunden mit einem Jahresumsatz von jeweils über 1 Mio. Euro. Mit 16 Kunden erzielten die Konzerngesellschaften im Geschäftsjahr 2020 jeweils mehr als 3 Mio. Euro Umsatz, mit acht Kunden jeweils mehr als 5 Mio. Euro Umsatz. Beim größten Einzelkunden erwirtschafteten die Gruppenunternehmen 2020 einen Umsatz von 40,1 Mio. Euro (Vorjahr: 33,8 Mio. Euro), entsprechend 11 Prozent des Gesamtumsatzes des fortgeführten Geschäft des Konzerns. Das durchschnittliche Umsatzvolumen der Konzerngesellschaften mit den zehn größten Kunden der Gruppe betrug im Geschäftsjahr 2020 16,2 Mio. Euro. Aus diesen zehn Kunden resultierte ein Umsatz von gemeinsam 162,2 Mio. Euro im Jahr 2020, entsprechend 45 Prozent der Gesamtumsätze des fortgeführten Geschäfts der Gruppe.

Allgeier zählt einen breiten Stamm an Unternehmen und Einrichtungen aus einer Reihe unterschiedlicher Branchen zu seinen Kunden. Die Branchen, in denen die Gesellschaften der Allgeier Gruppe im Jahr 2020 im fortgeführten Geschäft die höchsten Umsätze erzielt haben, sind:

Öffentlicher Sektor: Für öffentliche Unternehmen und Körperschaften ist die Allgeier Gruppe auf allen Ebenen in Deutschland und der Schweiz tätig und konnte ihre Marktposition im zurückliegenden Jahr weiter ausbauen. Allgeier profitiert dabei gleichermaßen von der guten Positionierung als langjähriger Digitalisierungspartner für die öffentliche Hand einerseits, die auf einem breiten Erfahrungs- und Know-how-Schatz und hervorragenden Referenzen beruht, sowie andererseits von dem hohen Bedarf einer weiteren und rascheren Digitalisierung des öffentlichen Sektors und dessen Angeboten für Bürger und Unternehmen. 25 Prozent der Konzernumsätze resultieren aus Leistungen für öffentliche Auftraggeber (Vorjahr: 18 Prozent), wodurch der öffentliche Sektor nun das größte Branchensegment innerhalb der Allgeier Gruppe darstellt. Allgeier konnte die Umsätze mit dem öffentlichen Sektor in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich steigern. In der Berichtsperiode erhöhte der Konzern die Umsätze in diesem Branchensegment um rund 24 Prozent.
Banken und Versicherungen: Die Unternehmen der Finanz- und Versicherungswirtschaft bilden mit 21 Prozent der Umsatzerlöse das zweitgrößte Umsatzsegment im fortgeführten Geschäft des Konzerns (Vorjahr: 22 Prozent). Auch diese Branche weist seit Jahren einen konstant hohen Digitalisierungsbedarf auf. Mit unseren Softwarelösungen sowie unseren IT- und Consulting-Services zur Digitalisierung wesentlicher Geschäftsprozesse helfen wir dabei, die digitale Transformation der Branche und ihrer Angebote und Leistungen voranzutreiben. Die Konzernumsätze mit Banken und Versicherungsgesellschaften sanken im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15 Prozent. Dieser Rückgang resultiert in erster Linie aus der Allgeier Experts, die planmäßig ihre niedrigmargigen Umsätze in der Vermittlung von Freelancern abbaute. In der Branchengruppe Banken und Versicherungen zählt Allgeier eine Reihe der größten deutschen Versicherungskonzerne sowie bedeutende nationale und internationale Banken und Finanzdienstleister zu seinen Kunden.
Industrie: Unternehmen aus der Industrie bilden mit rund 18 Prozent (Vorjahr: 16 Prozent) das nach Umsatz drittgrößte Branchensegment des Konzerns. Obwohl insbesondere Industrieunternehmen von Beeinträchtigungen in den weltweiten Lieferketten betroffen waren, konnte Allgeier die Umsätze mit Industrieunternehmen im zurückliegenden Geschäftsjahr weiter steigern. Der Bedarf für Lösungen zur Digitalisierung geschäftskritischer Prozesse wie beispielsweise Business-Efficiency-Lösungen, aber auch für leistungsstarke, sichere Portale ist vielen Industrieunternehmen hoch. Die Allgeier Gesellschaften verzeichneten 2020 einen Umsatzanstieg um rund 6 Prozent mit Unternehmen der Branche. Zu den wichtigen Kunden der Gruppe zählen führende Unternehmen aus unterschiedlichen Industriezweigen wie Chemie und Pharma, Metall und Elektro, Luft- und Raumfahrt, Automotive, Bau, Holz und Konsumgüter. Ebenfalls zu den langjährigen Industriekunden zählen Unternehmen der Energieversorgungsbranche, darunter international agierende Energieproduzenten wie auch eine Reihe regionaler Versorger.
Handel: Handelsunternehmen als viertgrößte Kundengruppe des Konzerns kommt ebenfalls eine wichtige Bedeutung innerhalb des Geschäfts der Gruppe zu. Allgeier realisiert für Handelsunternehmen u. a. Business Efficiency-Lösungen und bietet Digitalisierungs-Lösungen für E-Commerce und das Internet der Dinge an. Mit der Handelsbranche erwirtschaftet der Konzern 12 Prozent des Konzernumsatzes (Vorjahr: 12 Prozent). Dies entspricht in absoluten Zahlen einer Verringerung der Umsätze um 8 Prozent, die wiederum maßgeblich auf dem Abbau von Leistungen zur Freelancervermittlung zurückgeht.
Informationstechnologie: Die IT-Branche bildet mit einem Umsatzanteil von rund 10 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent) das fünftgrößte Branchensegment innerhalb der Allgeier Gruppe. Die Tätigkeit der Gruppe für große internationale IT-Unternehmen ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 13 Prozent gesunken, wobei der absolute Rückgang auf geringere Umsätze in der Allgeier Experts zurückzuführen ist.
Telekommunikation: Diese Branche stellt das gemessen am Umsatz im Geschäftsjahr 2020 sechstgrößte Branchensegment dar. Hier erwirtschaftet der Konzern 4 Prozent des Umsatzes (Vorjahr: 5 Prozent). In absoluten Zahlen sanken die Umsätze mit Telekommunikationsunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 29 Prozent. Der Rückgang resultiert aus dem Segment Enterprise IT und hier vor allem aus dem Abbau von Umsätzen mit der Vermittlung von Freelancern.
Sonstige Branchen: Innerhalb der sonstigen Branchen sind wesentliche Branchen wie u. a. Dienstleistungen, Gesundheit, Logistik sowie Medien und Unterhaltung zusammengefasst. In diesen Branchen erzielte Allgeier einen Anteil von rund 11 Prozent des Konzernumsatzes (Vorjahr: 16 Prozent). In absoluten Zahlen verringerte der Allgeier Konzern die Umsätze mit den übrigen Branchen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 35 Prozent Der Rückgang resultiert vor allem aus dem planmäßigen Abbau von Umsätzen in der Allgeier Experts.

Umsatzerlöse

2.3 Lage

Alle Zahlenangaben beziehen sich auf das fortgeführte Geschäft der Gruppe. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst und sind daher nicht mit den Angaben im letztjährigen Geschäftsbericht 2019 vergleichbar.

2.3.1 Ertragslage

Der Allgeier Konzern erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 (01. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020) im fortgeführten Geschäft einen Umsatz von 351,7 Mio. Euro (Vorjahr: 378,5 Mio. Euro). Der Rückgang ist auf die planmäßige Reduzierung des Umsatzes im niedrigmargigen Bereich in der Allgeier Experts um 16 Prozent auf 220,4 Mio. Euro zurückzuführen (Vorjahr: 261,3 Mio. Euro). Entsprechend sank der Umsatz des Segments Enterprise IT um 11 Prozent auf 278,1 Mio. Euro (Vorjahr: 313,0 Mio. Euro). Demgegenüber steigerte das Segment mgm technology partners seinen Umsatz um 8 Prozent auf 83,3 Mio. Euro (Vorjahr: 76,9 Mio. Euro).

Die Wertschöpfung erhöhte sich auf 101,9 Mio. Euro (Vorjahr: 99,2 Mio. Euro), was zu einer signifikanten Ausweitung der Rohmarge auf 28,9 Prozent führte (Vorjahr: 26,1 Prozent). Der Konzern steigerte das bereinigte EBITDA des fortgeführten Geschäfts (EBITDA vor Effekten, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden) im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 66,2 Prozent auf 30,3 Mio. Euro (Vorjahr: 18,2 Mio. Euro).

Das EBITDA des fortgeführten Geschäfts des Konzerns lag im Berichtsjahr bei 23,4 Mio. Euro und damit um 158,7 Prozent über dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro). Dabei verzeichnete das Segment Enterprise IT eine Steigerung des EBITDA um 10,7 Mio. Euro und das Segment mgm technology partners eine Steigerung des EBITDA um 4,8 Mio. Euro. Aus dem übrigen Geschäft (Allgeier SE und Konsolidierung) ergab sich ein Rückgang des EBITDA um 1,2 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis des Konzerns war durch Einmaleffekte und aus früheren Perioden herrührende Einflüsse in einer Höhe von insgesamt -6,9 Mio. Euro (Vorjahr: -9,2 Mio. Euro) beeinflusst. Als wesentliche Sondereffekte sind Posten zur Freistellung von Mitarbeitern, Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Ablösung von Darlehen, Aufwendungen im Rahmen der Akquisitionstätigkeit sowie früheren Perioden zuzurechnende Aufwendungen zu nennen.

Die Abschreibungen stiegen von 13,1 Mio. Euro im Vorjahr auf 16,3 Mio. Euro im Berichtsjahr an. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einem Anstieg der planmäßigen Abschreibungen von 12,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 14,3 Mio. Euro im Berichtsjahr sowie einem Anstieg der Wertminderungen auf Nutzwerte und immaterielle Vermögenswerte auf insgesamt 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro). Ein großer Teil der Abschreibungen in Höhe von 7,6 Mio. Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro) betrifft die Abschreibung der Nutzwerte aus aktivierten Miet- und Leasingverträgen. Weitere Abschreibungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) umfassen die planmäßige Abschreibung von Kundenbeziehungen und Produkten, die im Rahmen der Akquisition von Tochtergesellschaften aktiviert wurden. Die Abschreibungen auf Sachanlagen belaufen sich auf 2,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,1 Mio. Euro). Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögensgegenstände wurden in Höhe von 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) vorgenommen. Damit erzielte der Konzern ein EBIT von 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro).

Saldiert erzielte der Konzern einen Finanzertrag von 1,1 Mio. Euro. Im Vorjahr war das Finanzergebnis mit -1,4 Mio. Euro negativ. Entsprechend erzielte der Konzern ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 8,2 Mio. Euro (Vorjahr: -5,4 Mio. Euro) - entsprechend einer absoluten Steigerung um 13,6 Mio. Euro.

Der Ertragsteueraufwand des fortgeführten Geschäfts betrug im Berichtszeitraum 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 4,7 Mio. Euro). Der Ertragsteueraufwand im Verhältnis zum Ergebnis lag entsprechend bei 87 Prozent. Der Steueraufwand resultiert neben den laufenden Steuern im Wesentlichen aus Belastungen des Steueraufwands aus den konzerninternen Transaktionen zur Vorbereitung der Abspaltung der Nagarro, aus nicht abzugsfähigen Aufwendungen sowie Verlustvorträgen in Konzerngesellschaften, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden. Nach Steuern erzielte der Konzern ein Ergebnis der Periode des fortgeführten Geschäfts in Höhe von 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: -10,1 Mio. Euro).

Aus dem Gesamtergebnis der Periode entfielen 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: -8,8 Mio. Euro) auf die Gesellschafter der Allgeier SE sowie 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: -1,3 Mio. Euro) auf nicht kontrollierende Gesellschafter bei Tochtergesellschaften. Daraus ergibt sich im Berichtsjahr ein Ergebnis je Aktie des fortgeführten Geschäfts des Allgeier Konzerns von 0,00 Euro (Vorjahr: -0,83 Euro). Das um die Abschreibungen aus Akquisitionstätigkeit bereinigte und mit einer normalisierten Steuerquote von 30 Prozent gerechnete Ergebnis je Aktie betrug im Geschäftsjahr 2020 0,94 Euro (Vorjahr: 0,48 Euro).

Im gesamten Konzernlagebericht und in den Grafiken sind Neuerwerbe gemäß IFRS ab dem Zeitpunkt ihres Erwerbs konsolidiert. Alle Angaben beziehen sich auf das fortgeführte Geschäft des Konzerns. Alle Vorjahreswerte wurden entsprechend an das fortgeführte Geschäft angepasst und sind somit nicht mit den Angaben im Geschäftsbericht 2019 vergleichbar.

Umsatz Konzern (fortgeführtes Geschäft in Mio. Euro)

EBITDA Konzern (fortgeführtes Geschäft in Mio. Euro)

EBIT Konzern (fortgeführtes Geschäft in Mio. Euro)

* historische Werte ohne Berücksichtigung des IFRS 16

2.3.2 Finanzlage

Der Allgeier Konzern kann unverändert eine solide und ausgewogene finanzielle Lage vorweisen, wobei sich wesentliche Bilanzrelationen im vergangenen Geschäftsjahr verbessert haben. So weist Allgeier zum Ende des Geschäftsjahres 2020 keine Netto-Verschuldung mehr auf. Aus der im Vorjahr neu abgeschlossenen Finanzierung stehen zudem erhebliche Mittel zur Finanzierung der Allgeier Gruppe und zur Fortsetzung des Wachstums zur Verfügung. In den vergangenen Jahren konnten konstant Finanzmittel für die Ausschüttung von Dividenden an die Aktionäre erwirtschaftet werden.

Die verzinslichen Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen) sind zum 31. Dezember 2020 auf 28,6 Mio. Euro (Vorjahr: 164,9 Mio. Euro) gesunken. Zugleich lagen zum Bilanzstichtag die liquiden Mittel bei 60,8 Mio. Euro (Vorjahr: 97,4 Mio. Euro). In der Entwicklung der liquiden Mittel spiegeln sich im Saldo die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft, aus der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit einschließlich der Zahlungen aus Kapitalerhöhungen und Dividenden. Neben den liquiden Mitteln stehen dem Allgeier Konzern Ende 2020 aus dem neu abgeschlossenen Finanzierungsrahmen und weiteren bestehenden Kreditlinien freie Finanzmittel von 129,6 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 95,4 Mio. Euro). Darüber hinaus besteht ein Rahmen zum Factoring von Kundenforderungen in Höhe von 30,0 Mio. Euro (Vorjahr: 60,0 Mio. Euro). Das Factoring war zum 31. Dezember 2020 mit 24,2 Mio. Euro in Anspruch genommen (31. Dezember 2019: 32,3 Mio. Euro).

Zur Darstellung des bereinigten Ergebnisses je Aktie korrigiert der Allgeier Konzern das berichtete Konzernergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) des fortgeführten Geschäfts um die Abschreibungen auf die im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben aktivierten immateriellen Vermögenswerte (Effekte aus Kaufpreisallokationen), Erträge und Aufwendungen aus ergebniswirksamen Anpassungen von Kaufpreisen sowie um sonstige einmalige und periodenfremde Effekte. Unter Berücksichtigung der Bereinigungen und Annahme eines einheitlichen Steuersatzes von 30 Prozent erreichte der Konzern ein Ergebnis je Aktie von 0,94 Euro im Geschäftsjahr 2020 (Vorjahr: 0,48 Euro).

(fortgeführtes Geschäft in Mio. Euro) 2020 2019
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT wie berichtet) 7,1 -4,0
Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben 1,5 1,5
Sonstige einmalige und periodenfremde Effekte 6,9 9,2
Finanzergebnis 1,1 -1,4
Bereinigtes Ergebnis vor Steuern 16,6 5,3
Steuersatz 30 % 30 %
Steuern -5,0 -1,6
Bereinigtes Periodenergebnis 11,6 3,7
Anteile nicht kontrollierender Gesellschafter -1,1 1,3
Ergebnis zur Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie 10,5 5,0
Anzahl ausstehender Aktien in Stück 11.229.719 10.529.961
Bereinigtes Ergebnis je Aktie in Euro (unverwässert) 0,94 0,48

Die sonstigen einmaligen und periodenfremden Effekte und die ergebniswirksamen Kaufpreisanpassungen beinhalten folgende Positionen:

(in Mio. Euro) 2020 2019
Lohnfortzahlung und Abfindungen für ausgeschiedene Mitarbeiter -2,3 -3,7
Sonstige Aufwendungen für Restrukturierung und Sanierung -0,2 -1,5
Als Personalaufwand zu verbuchende Kaufpreisteile aus Unternehmenserwerben -0,4 -1,5
Aufwendungen aus der Anpassung von Kaufpreisen aus Unternehmenserwerben 0,0 -0,1
Erträge aus der Anpassung von Kaufpreisen aus Unternehmenserwerben 0,1 0,0
"Sunk Costs" und nicht aktivierte Nebenkosten aus Unternehmenserwerben -0,1 -0,1
Finanzierungskosten -2,0 -1,1
Aufwand aus ausgegebenen Aktienoptionsrechten -0,5 -0,2
Verluste aus Wertberichtigungen auf Forderungen und Forderungsausfällen -0,7 -0,5
Sonstige außerordentliche und periodenfremde Aufwendungen (netto) -0,9 -0,3
-6,9 -9,2

Bilanzsumme 31.12.* (in Mio. Euro)

* Aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 ab dem Geschäftsjahr 2018 sind die Bilanzsummen der Jahre 2016 und 2017 nur eingeschränkt mit den Bilanzsummen der Jahre 2018 bis 2020 vergleichbar. Aufgrund der aktivierten Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen verlängerte sich die Bilanz in 2018 um 56,5 Mio. Euro.

Eigenkapital 31.12.** (in Mio. Euro)

** Als-Ob ohne abgespaltene Nagarro | Aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 ab dem Geschäftsjahr 2018 ist das Eigenkapital der Jahre 2016 und 2017 nur eingeschränkt mit dem Eigenkapital der Jahre 2018 bis 2020 vergleichbar.

Unter Anwendung des IFRS 16 reduzierte sich das Eigenkapital 2018 um 4,5 Mio. Euro.

Der Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit und vor Veränderung des Working Capitals im fortgeführten Geschäft Mittelzuflüsse in Höhe von 22,2 Mio. Euro (Vorjahr: 8,0 Mio. Euro). Aus Working Capital-Veränderungen erzielte Allgeier zum Bilanzstichtag einen positiven Cashflow in Höhe von 11,6 Mio. Euro (Vorjahr: 19,3 Mio. Euro). Die Veränderung resultiert wesentlich aus dem Umsatzrückgang sowie weiteren Optimierungen im Forderungsmanagement. Einschließlich der Cashflows aus Working Capital-Veränderungen resultierte daraus ein Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit des fortgeführten Geschäfts von 33,8 Mio. Euro (Vorjahr: 27,3 Mio. Euro).

Der Allgeier Konzern gab im Geschäftsjahr 2020 im fortgeführten Geschäft im Rahmen der Investitionstätigkeit 34,4 Mio. Euro (Vorjahr: 15,0 Mio. Euro) aus. In diesem Betrag enthalten sind Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen in Höhe von 4,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,5 Mio. Euro), Auszahlungen aus Unternehmenserwerben in Höhe von 17,9 Mio. Euro (Vorjahr: 5,8 Mio. Euro) sowie Auszahlungen von Darlehen an At-Equity-Beteiligungen in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Darüber hinaus flossen im Berichtsjahr Auszahlungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von 9,2 Mio. Euro ab (Vorjahr: 6,7 Mio. Euro). Aus der Abspaltung der Nagarro flossen Kosten von netto 4,8 Mio. Euro ab (Vorjahr: Zufluss aus Verkauf von Tochterunternehmen in Höhe von netto 3,3 Mio. Euro). Gegenläufig flossen aus Einzahlungen aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) zu.

Für Finanzierungszwecke und Ausschüttungen gingen dem fortgeführten Geschäft des Allgeier Konzerns im Geschäftsjahr 2020 in Summe Zahlungsmittel in Höhe von 12,9 Mio. Euro zu (Vorjahr: Abgang von 5,6 Mio. Euro). Aus konzerninterner Finanzierung gingen der Allgeier SE 155,7 Mio. Euro zu (Vorjahr: 4,0 Mio. Euro), vorwiegend im Rahmen der Abspaltung der Nagarro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Darlehen in Höhe von netto 127,5 Mio. Euro getilgt (Vorjahr: netto 13,5 Mio. Euro). Aus der Kapitalerhöhung gingen dem Konzern netto 6,0 Mio. Euro zu (Vorjahr: netto 25,4 Mio. Euro). An die Aktionäre der Allgeier SE wurden Dividenden in Höhe von insgesamt 5,6 Mio. Euro ausgeschüttet (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro). Der Allgeier Konzern hat im Geschäftsjahr 2020 Zinsen in Höhe von netto 3,0 Mio. Euro bezahlt (Vorjahr: netto 3,8 Mio. Euro). Der Zahlungsabfluss an nicht kontrollierende Gesellschafter betrug saldiert 15,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro).

Als Saldo aus den Cash-Flows aus der betrieblichen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit sowie der Finanzierungstätigkeit und dem Posten zur Korrektur der Währungsdifferenzen im Finanzmittelfonds ergab sich im fortgeführten Geschäft des Konzern im Geschäftsjahr 2020 ein Überschuss an Zahlungseingängen von insgesamt 12,2 Mio. Euro (Vorjahr: 6,7 Mio. Euro). Aufgrund der Kapitalzuflüsse erhöhte sich der Finanzmittelfonds von 42,9 Mio. Euro am 31. Dezember 2019 auf 55,2 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2020.

Die Liquidität 1. Grades (Zahlungsmittel/kurzfristige Schulden) stieg zum 31. Dezember 2020 aufgrund des Rückgangs der Zahlungsmittel bei einem gleichzeitigen überproportionalen Rückgang der kurzfristigen Schulden auf 73 Prozent (Vorjahr: 58 Prozent). Die Liquiditätskennziffer 2. Grades (Zahlungsmittel und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/kurzfristige Schulden) fiel zum Stichtag leicht auf 131 Prozent (Vorjahr: 137 Prozent).

2.3.3 Vermögenslage

Die Entwicklung der Vermögenslage des Allgeier Konzerns ist grundsätzlich geprägt von der Akquisitionstätigkeit und dem damit einhergehenden Zugang neuer Gruppengesellschaften, von der Veräußerung von Tochtergesellschaften sowie von getroffenen Maßnahmen hinsichtlich der Finanzierung des Allgeier Konzerns. Darüber hinaus wirken sich die operative Geschäftstätigkeit und das Zahlungsverhalten der Kunden sowie die Zahlungen an Lieferanten auf die Vermögenslage aus.

Dem Allgeier Konzern gingen im zurückliegenden Geschäftsjahr aus Unternehmenserwerben Vermögenswerte in Höhe von 18,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) und Schulden in Höhe von 5,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro) zu. Im Gegenzug flossen für den Erwerb dieser Gesellschaften und Geschäftseinheiten 8,6 Mio. Euro ab (Vorjahr: 3,2 Mio. Euro). Darüber hinaus gab der Allgeier Konzern im Zusammenhang mit in früheren Jahren erworbenen Gesellschaften für nachträgliche Kaufpreiszahlungen 17,1 Mio. Euro aus (Vorjahr: 5,8 Mio. Euro). Die Finanzierung der Akquisitionen erfolgte aus der im Allgeier Konzern frei verfügbaren Liquidität.

In Folge der Abspaltung der Nagarro haben sich die meisten Bilanzpositionen zum Bilanzstichtag 2020 maßgeblich verändert. Insgesamt gingen mit der Abspaltung der Nagarro zum 15. Dezember 2020 Vermögenswerte in Höhe von 371,1 Mio. Euro und Schulden in Höhe von 326,3 Mio. Euro ab. Die Bilanzsumme betrug zum Jahresende 2020 243,9 Mio. Euro (Vorjahr: 587,0 Mio. Euro). Auf der Aktivseite sanken die langfristigen Vermögenswerte auf 126,5 Mio. Euro an (Vorjahr: 316,7 Mio. Euro). Innerhalb des langfristigen Vermögens fielen insbesondere die Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen deutlich auf 27,6 Mio. Euro (Vorjahr: 90,2 Mio. Euro) sowie die immateriellen Vermögenswerte auf 85,1 Mio. Euro (Vorjahr: 190,3 Mio. Euro). Das Sachanlagevermögen verringerte sich auf 6,0 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro). Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte sanken auf 4,9 Mio. Euro (Vorjahr: 5,9 Mio. Euro). Die aktiven latenten Steuern verringerten sich auf 2,5 Mio. Euro am Jahresende 2020 gegenüber 11,2 Mio. Euro am Bilanzstichtag des Vorjahres. Innerhalb der immateriellen Vermögenswerte verringerten sich die Geschäfts- oder Firmenwerte auf 72,6 Mio. Euro zum Jahresende 2020 (Vorjahr: 171,0 Mio. Euro). Die übrigen immateriellen Vermögenswerte verringerten sich um 6,8 Mio. Euro auf 12,5 Mio. Euro (Vorjahr: 19,3 Mio. Euro). Darin enthalten sind Zugänge aus selbst erstellten Entwicklungen in Höhe von 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro).

Die Anlagenquote als Quotient aus den langfristigen Vermögenswerten und der Bilanzsumme beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 51,9 Prozent und liegt damit leicht unter dem Niveau des vorangegangenen Geschäftsjahres (Vorjahr: 53,9 Prozent).

Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich auf 117,4 Mio. Euro zum Bilanzstichtag 2020 (Vorjahr: 270,3 Mio. Euro). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken dabei auf 48,0 Mio. Euro (Vorjahr: 134,1 Mio. Euro). Die liquiden Mittel standen zum 31. Dezember 2020 bei 60,8 Mio. Euro (Vorjahr: 97,4 Mio. Euro).

Auf der Passivseite belief sich das Konzerneigenkapital auf 105,5 Mio. Euro (Vorjahr: 165,9 Mio. Euro). Die Schulden fielen um 282,6 Mio. Euro auf 138,4 Mio. Euro (Vorjahr: 421,0 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote stieg im selben Zeitraum aufgrund der Verringerung der Bilanzsumme bei einer gleichzeitigen unterproportionalen Verringerung des Konzerneigenkapitals deutlich auf 43,3 Prozent am Bilanzstichtag 2020 (Vorjahr: 28,3 Prozent).

Die langfristigen Schulden fielen um 201,4 Mio. Euro auf 50,4 Mio. Euro zum Jahresende 2020 (Vorjahr: 251,8 Mio. Euro). Innerhalb der langfristigen Finanzschulden verringerten sich die langfristigen Finanzschulen auf 17,5 Mio. Euro (Vorjahr: 149,8 Mio. Euro) sowie der langfristigen Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen auf 24,4 Mio. Euro (Vorjahr: 78,2 Mio. Euro) jeweils deutlich. Der im Jahr 2020 neu abgeschlossene Kreditrahmen von 140 Mio. Euro war Ende 2020 mit 17,5 Mio. Euro beansprucht. Die verbliebene Summe aus dem im Vorjahr noch unter den langfristigen Finanzschulden ausgewiesenen Schuldscheindarlehen ist im Geschäftsjahr 2021 fällig und daher in die kurzfristigen Schulden gegliedert. Die übrigen langfristigen Schulden haben sich im Geschäftsjahr 2020 um 15,4 Mio. Euro auf 8,4 Mio. Euro (Vorjahr: 23,8 Mio. Euro) verringert. Innerhalb dieser Posten fielen insbesondere die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten deutlich um 10,3 Mio. Euro auf 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 12,9 Mio. Euro).

Die kurzfristigen Schulden fielen auf 88,0 Mio. Euro (Vorjahr: 169,3 Mio. Euro). Innerhalb der kurzfristigen Schulden sanken die Finanzschulden zum Jahresende 2020 um 4,1 Mio. Euro auf 11,1 Mio. Euro (Vorjahr: 15,2 Mio. Euro) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen um 12,1 Mio. Euro auf 6,6 Mio. Euro (Vorjahr: 18,7 Mio. Euro). Innerhalb der kurzfristigen Finanzschulden beläuft sich die Summe der bis Ende 2021 offenen Schuldscheindarlehen auf 5,5 Mio. Euro. Die übrigen kurzfristigen Schulden fielen um 70,2 Mio. Euro auf 65,2 Mio. Euro (Vorjahr: 135,4 Mio. Euro). Aufgrund des überproportionalen Rückgangs der Schulden im Verhältnis zum Rückgang der Bilanzsumme fiel der Verschuldungsgrad des Konzerns als Quotient aus Verbindlichkeiten und Bilanzsumme zum Ende des Geschäftsjahres 2020 auf 56,7 Prozent (Vorjahr: 71,7 Prozent).

2.3.4 Segmente

Allgeier hat im vergangenen Jahr die Konzernsegmente neu gegliedert. Das neue Segment Enterprise IT besteht gegenüber der Segmentgliederung im letztjährigen Geschäftsbericht 2019 aus dem damaligen Segment Enterprise Services (ohne das im Zuge des Spin-offs mit der Nagarro abgespaltene SAP-Geschäft der Allgeier Gruppe) sowie dem damaligen Segment Experts und dem damaligen Segment Neue Geschäftsfelder. Das neue Segment mgm technology partners umfasst das Geschäft der operativen Einheit mgm technology partners, die im Geschäftsjahr 2019 gemeinsam mit den drei abgespaltenen Einheiten Nagarro, Objectiva Software und iQuest noch Teil des damaligen Segments Technology war.

In den nachfolgenden Darstellungen und Erläuterungen sind Umsatz- und Ergebnisanteile aus Geschäften, die die Segmente untereinander abschließen, enthalten.

2.3.4.1 Segment Enterprise IT

Das Segment Enterprise IT trug im Berichtszeitraum gemessen an den externen Umsatzerlösen mit 77 Prozent (Vorjahr: 80 Prozent) zum Umsatz des fortgeführten Geschäfts des Allgeier Konzerns bei.

Das Segment Enterprise IT verzeichnete 2020 einen Umsatzrückgang um 11 Prozent auf 278,1 Mio. Euro (Vorjahr: 313,0 Mio. Euro). Der Rückgang ist auf die insbesondere im Geschäftsjahr 2020 fortgesetzte planmäßige Reduzierung des Geschäfts mit niedrigen Margen in der Allgeier Experts zurückzuführen: Der Umsatz der Allgeier Experts verringerte sich um 16 Prozent auf 220,4 Mio. Euro (Vorjahr: 261,3 Mio. Euro). Die Wertschöpfung des Segments Enterprise IT (Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) sank dabei unterproportional um 4 Prozent auf 70,4 Mio. Euro (Vorjahr: 73,3 Mio. Euro), wodurch sich die Rohmarge auf 25,3 Prozent erhöhte (Vorjahr: 23,3 Prozent).

Das bereinigte EBITDA (EBITDA vor Effekten, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden) stieg gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent auf 23,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,8 Mio. Euro). Das EBITDA des Segments Enterprise IT betrug im Berichtsjahr 18,3 Mio. Euro (Vorjahr: 7,6 Mio. Euro), entsprechend einer Steigerung um 141 Prozent. Die bereinigten Effekte, die im Wesentlichen Kosten für Personalmaßnahmen und Wertberichtigungen auf Forderungen umfassen, betrugen im Geschäftsjahr 2020 im Saldo -5,0 Mio. Euro (Vorjahr: saldiert -8,1 Mio. Euro). Die Abschreibungen des Segments beliefen sich im Berichtsjahr auf 9,7 Mio. Euro und lagen damit aufgrund von Wertberichtigungen in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) leicht über dem Vorjahresniveau von 8,7 Mio. Euro. Das EBIT des Segments stieg deutlich von -1,0 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 8,6 Mio. Euro im Berichtsjahr. Das Periodenergebnis des Segments Enterprise IT betrug vor Steuern 6,6 Mio. Euro (Vorjahr: -4,6 Mio. Euro).

2.3.4.2 Segment mgm technology partners

Das Segment mgm technology partners erzielte im Berichtsjahr ein stabiles Umsatzwachstum bei einer deutlichen Steigerung der Ergebnismarge. Das Segment wies im Geschäftsjahr 2020 einen Anteil von 22 Prozent an den externen Umsatzerlösen des fortgeführten Geschäfts des Allgeier Konzerns auf (Vorjahr: 18 Prozent).

Das Segment mgm technology partners verzeichnete im Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzwachstum von 8 Prozent auf 83,3 Mio. Euro (Vorjahr: 76,9 Mio. Euro). Die Wertschöpfung des Segments erhöhte sich um 14 Prozent auf 32,3 Mio. Euro (Vorjahr: 28,3 Mio. Euro). Damit steigerte das Segment seine Rohmarge auf 38,8 Prozent (Vorjahr: 36,8 Prozent).

Das bereinigte EBITDA (EBITDA vor Effekten, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden) lag im Berichtsjahr bei 17,9 Mio. Euro (Vorjahr: 13,0 Mio. Euro), was einer Steigerung von 38 Prozent entspricht.

Das Segment mgm technology partners verzeichnete im Geschäftsjahr 2020 ein positives außerordentliches und periodenfremdes Ergebnis in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro). Das EBITDA des Segments stieg um 36 Prozent auf 18,0 Mio. Euro im Berichtsjahr (Vorjahr: 13,2 Mio. Euro). Die Abschreibungen erhöhten sich im Berichtsjahr auf 4,1 Mio. Euro (Vorjahr: 3,7 Mio. Euro). Damit erreichte das Segment ein EBIT von 13,9 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro). Dies entspricht einer Steigerung von 46 Prozent. Das Periodenergebnis des Segments vor Ertragsteuern stieg um 48 Prozent auf 13,9 Mio. Euro (Vorjahr: 9,4 Mio. Euro).

Umsatz Segment Enterprise IT (in Mio. Euro)

EBIT Segment Enterprise IT (in Mio. Euro)

Umsatz mgm technology partners (in Mio. Euro)

EBIT mgm technology partners (in Mio. Euro)

* historische Werte ohne Berücksichtigung des IFRS 16

2.4 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Auf Gruppenebene stehen die folgenden finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens im Vordergrund:

Umsatzwachstum

Allgeier ist im wachsenden Markt der Informationstechnologie tätig. Dieser Markt wächst weltweit insgesamt seit Jahren stärker als die Gesamtwirtschaft und in einigen Bereichen sogar signifikant überdurchschnittlich. Zwar gingen 2020 bedingt durch die weltweite Coronakrise auch die Umsätze in der IT-Branche zurück, allerdings war die Branche weit weniger von den Auswirkungen der Krise getroffen als andere Industrien. Zudem wird erwartet, dass insbesondere Unternehmen der Informationstechnologie vom anhaltenden Trend zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen profitieren werden. Die Digitalisierungsbedarfe in der Privatwirtschaft wie im öffentlichen Sektor sind durch die Krise und ihre Folgen vielfach nochmals verstärkt worden.

Generell befindet sich der Markt für Informationstechnologie seit Jahren in einem Konsolidierungsprozess, der von Innovation und Kundenanforderungen getrieben wird. Daher halten wir es für entscheidend, mit einem überdurchschnittlichen Wachstum mit dem Markt Schritt zu halten und diesen zumindest in Teilbereichen auch zu übertreffen sowie die richtigen Schritte zur Beschleunigung für die künftigen Jahre zu setzen. Wachstum ist somit für den Allgeier Konzern ein zentrales Thema.

Das Umsatzwachstum des fortgeführten Geschäfts der Gruppe stellt sich über die vergangenen Jahre wie folgt dar:

Umsatz Konzern (fortgeführtes Geschäft in Mio. Euro)

Profitabilität

Das Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern, setzt neben Wachstum Profitabilität voraus. Die zu erzielenden EBITDA-Margen spielen bei der Planung auf allen Ebenen der Gruppe eine entscheidende Rolle.

Die Entwicklung des EBITDA und der EBITDA-Marge für die Gruppe sowie die einzelnen Segmente ist wie folgt: (siehe Seite 41)

Nettoverschuldung

Die Nettoverschuldung ist von hoher Relevanz für die Bewertung der Allgeier SE am Kapitalmarkt und die weitere Finanzierungsfähigkeit unserer Gruppe. Einzelne Finanzierungsverträge sehen die Einhaltung bestimmter Schwellen der Nettoverschuldung vor. Daher spielt die Planung und Steuerung der Nettoverschuldung im Gesamtgefüge der Unternehmensplanung und bei Finanzierungsentscheidungen eine herausgehobene Rolle. Die Nettoverschuldung setzt sich zusammen aus Finanzschulden und den Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen abzüglich der Zahlungsmittel. Allgeier hat im Geschäftsjahr 2020 seine Nettoverschuldung vollständig abgebaut und verfügt nun über Net Cash in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: Net Debt in Höhe von 164,5 Mio. Euro). Einerseits beliefen sich die Zahlungsmittel zum Bilanzstichtag 2020 auf 60,8 Mio. Euro (Vorjahr: 97,4 Mio. Euro), anderseits sanken die Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen auf 31,0 Mio. Euro (Vorjahr: 97,0 Mio. Euro) und die Finanzschulden auf 28,6 Mio. Euro (Vorjahr: 164,9 Mio. Euro). Da zum Stichtag 31. Dezember 2020 keine Nettoverschuldung mehr besteht, beträgt der Verschuldungsgrad des Allgeier Konzerns, gemessen aus Nettoverschuldung des Konzerns im Verhältnis zu dem relevanten bereinigten EBITDA, 0,0. Zum Jahresende 2019 hatte der Verschuldungsgrad des Konzerns im Verhältnis zum relevanten bereinigten EBITDA noch bei einem Wert von 2,2 gelegen.

EBITDA (in Mio. Euro) / EBITDA-Marge

Konzern

Segment Enterprise IT

(fortgeführtes Geschäft)

Segment mgm technology partners

(fortgeführtes Geschäft)

* historische Werte ohne Berücksichtigung des IFRS 16

Akquisitorisches Wachstum

Ein weiterer Indikator unserer Konzernentwicklung ist die Fähigkeit, die Konsolidierung des Marktes durch Akquisitionen zu nutzen. Dies beschleunigt einerseits das Wachstum und andererseits die mögliche Ausrichtung oder Fokussierung der Geschäftstätigkeit. Allgeier verfügt mittlerweile über mehr als 15 Jahre fundierte Erfahrung in der Umsetzung von Akquisitionsvorhaben. Wir sind im Markt als potenzieller Erwerber von mittelständischen Unternehmen im In- und Ausland bekannt, der unter Beweis gestellt hat, Unternehmen in einem nachhaltigen Prozess erfolgreich zu integrieren und zu mehr Wachstum zu entwickeln. Den Prozess von der Erfassung aller an uns herangetragenen oder aktiv identifizierten Akquisitionskandidaten über die Auswahl bis hin zur konkreten Umsetzung der einzelnen Transaktionen haben wir über die Jahre stetig verbessert. Dieser Prozess ist durch Softwaretools unterstützt und mittlerweile nicht nur Aufgabe der Allgeier SE allein, sondern erfolgt unter Einbindung der operativen Segmente der Gruppe.

Es ist unser Ziel, auch in Zukunft aktiv durch Akquisitionen zu wachsen. Die Transaktionen des Allgeier Konzerns innerhalb der vergangenen Jahre umfassten im Einzelnen:

In der nachfolgenden Übersicht sind auch die Erwerbe aufgeführt, die mit der Abspaltung der Nagarro im Dezember 2020 aus dem Konzern abgegangen sind:

Transaktionen (Erwerbe)

2016 Conduct AS, Oslo, Norwegen*
Mokriya Inc., Cupertino, USA*
Betarun, Buckow (Asset Deal)
GDE-Gruppe, München
2017 Ciber AG, Heidelberg (Asset Deal)*
Ciber Managed Services GmbH, Heidelberg (Asset Deal)*
Ciber Frankreich, Entzheim, Frankreich*
Ciber Dänemark, Kopenhagen, Dänemark (Asset Deal)*
2018 ANECON Software Design und Beratung GmbH, Wien, Österreich*
iQuest-Gruppe, Bad Homburg vor der Höhe*
Objectiva Software Solutions, Inc., San Diego, USA*
consectra GmbH, Offenburg
secion GmbH, Hamburg
GRC Partner GmbH, Kiel
2019 Farabi Technology Middle East LLC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate*
SOLUTIONS4MOBILITY L.L.C, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate*
2020 Geschäftsbereich GES Public Sector der GES Systemhaus GmbH Co. KG, Wiesbaden (Asset Deal)*
Software SCUDOS von der IFASEC GmbH, Dortmund und der SCUDOS SYSTEMS GmbH, Dortmund (Asset Deal)
eForce21 GmbH, München
maihiro GmbH, Ismaning (Asset Deal)*
AURELO GmbH, Kiel

* im Rahmen der Abspaltung der Nagarro im Dezember 2020 aus dem Konzern abgegangen

2.4.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiterzufriedenheit

Unsere Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital unserer Gruppe. Mit ihrem Know-how, ihrer Motivation, aber auch ihrem großen Zusammenhalt und ihrem Engagement treiben sie unser Geschäft jeden Tag voran. Die Beschäftigten in den verschiedenen Einheiten unserer Gruppe sind diejenigen, die das Vertrauen unserer Kunden genießen und für diese Innovationen entwickeln und umsetzen. Im Wettbewerb um qualifizierte, neue Mitarbeiter gilt es heute mehr denn je, für die besten Kandidaten ein attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber zu sein. Um unterschiedliche individuelle Bedürfnisse, Ausbildungsniveaus und Erwartungen zu vereinen, ist ein zunehmendes Maß an intelligenter und flexibler Organisation und Diversifikation erforderlich. Dabei spielen auch die verschiedenen Modelle der Einbindung der Mitarbeiter in die Kundenprojekte eine wichtige Rolle: Hierzu zählen Dienst- und Werkverträge, Arbeitnehmerüberlassung, Projekt-Outsourcing, Onshore-, Nearshore-, Offshore-Modelle u. v. m. Die fortwährende Entwicklung der bestehenden Mitarbeiter und der Gewinn neuer hochqualifizierter Kollegen sind wesentliche Faktoren für die Entwicklung der gesamten Gruppe. Entsprechend stellt die Zufriedenheit der Mitarbeiter innerhalb unseres Konzerns einen wesentlichen Leistungsindikator dar.

2.5 Human Resources

Allgeier setzt auf engagierte und loyale Mitarbeiter Hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Entwicklung unserer Gruppe. Jedes Unternehmen der Allgeier Gruppe lebt entscheidend vom Fachwissen, den Kompetenzen sowie dem loyalen Engagement seiner Beschäftigten. Unsere Mitarbeiter stehen im laufenden Kontakt mit den Kunden, erbringen die vereinbarten Beratungs- und Dienstleistungen und entwickeln innovative Lösungen für komplexe Herausforderungen. Die Strategie unserer Gruppe lebt auch in Zukunft von der hohen Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter einerseits sowie unserer Fähigkeit andererseits, im Wettbewerb der Märkte neue leistungsstarke Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig an die Gruppe zu binden.

Die Leistungsbereitschaft und die Fähigkeiten unserer Beschäftigten kontinuierlich zu fördern und weiterzuentwickeln, ist daher ein zentrales Ziel unserer Personalpolitik. Gute Fortschritte erzielte Allgeier im Berichtsjahr durch die weitere Harmonisierung von Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung und -bindung innerhalb der operativen Segmente. In den zurückliegenden Jahren haben wir unsere Präsenz stetig weiter ausgebaut und uns den Zugang zu rund 1.800 hervorragend ausgebildeten Softwareentwicklern erschlossen, insbesondere in Deutschland, aber auch an unseren Entwicklungsstandorten in der Tschechischen Republik und in Vietnam. In unserem Kernmarkt DACH erkennen wir an den zentralen Standorten zunehmend Engpässe im Hinblick auf gut qualifizierte Experten. Auch aus diesem Grund investieren wir beständig in unsere Mitarbeiter, um das nachhaltige Wachstum unserer Gruppe zu sichern und wertvolles Wissen im Unternehmen zu halten. Damit verbunden sind in der Zukunft weiter steigende Investitionen in die laufende Schulung und Weiterqualifizierung von Mitarbeitern.

Die Attraktivität eines Unternehmens - sowohl für die bestehende Belegschaft als auch für gute Bewerber - ist ein immer wichtigerer Wettbewerbsfaktor. Angesichts der hohen Dynamik der IT-Branche ist die kontinuierliche fachliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter. Fachlich immer am Ball zu bleiben, ist zugleich die entscheidende Voraussetzung, um den steigenden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden und wichtige Innovationsschritte innerhalb der Branche mitgestalten zu können. Umgekehrt profitieren die Mitarbeiter der einzelnen Gruppenunternehmen vom stetigen Ausbau unseres Portfolios sowie von kontinuierlichem Wachstum, Größe und Stabilität der Gruppe. Die bestehenden Arbeitsplätze in der Gruppe werden damit sicherer und zugleich werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Neue herausfordernde Aufträge bei interessanten Kunden schaffen spannende fachliche Perspektiven und gute individuelle Entwicklungsmöglichkeiten.

Mitarbeiter-Zahlen: Allgeier verfügt über einen breiten Stamm hochqualifizierter IT-Experten Insgesamt beschäftigte die Allgeier Gruppe zum Ende des Geschäftsjahres 2020 im fortgeführten Geschäft in Summe 3.197 angestellte Mitarbeiter und freiberuflich tätige Experten (Vorjahr: 3.370) - darunter befanden sich 2.366 angestellte Mitarbeiter und 831 freiberufliche Experten (Vorjahr: 2.484 angestellte Mitarbeiter und 886 freiberufliche Experten). Im Inland beschäftigte Allgeier zum Ende des Geschäftsjahres 2.924 angestellte Mitarbeiter und freiberuflich tätige Experten (Vorjahr: 3.130), im Ausland waren es zum Ende des Jahres 273 angestellte Mitarbeiter und freiberuflich tätige Experten (Vorjahr: 240). Infolge der Abspaltung des in der Nagarro gebündelten internationalen Softwareentwicklungsgeschäfts sind die Beschäftigten an den deutschen Standorten unserer Gruppe nun wieder in der Mehrzahl.

Innerhalb Deutschlands waren zum Ende des Geschäftsjahres 2020 88,5 Prozent aller angestellten Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 90,7 Prozent). Insgesamt hat sich die Gesamtzahl der Mitarbeiter und freiberuflichen Experten im Vergleich zum Vorjahr um netto 173 Beschäftigte verringert (Vorjahr: Verringerung um netto 371 Beschäftigte). Die Zahl der angestellten Mitarbeiter sank um netto 118 Beschäftigte (Vorjahr: Verringerung um 436 Beschäftigte). Der Rückgang resultiert vor allem aus einen Abbau an Beschäftigten und freiberuflich tätigen Experten in der Allgeier Experts, während andere Einheiten des Segments Enterprise IT sowie das Segment mgm technology partners die Zahl ihrer Mitarbeiter steigerten. Aus den im Geschäftsjahr 2020 getätigten Akquisitionen konnten 43 Beschäftigte für die Gruppe gewonnen werden (Vorjahr: 0 Beschäftigte).

Erfreulicherweise erhöhte sich auch im Jahr 2020 der Anteil weiblicher Beschäftigter: Der Anteil weiblicher Mitarbeiter stieg bis zum Jahresende auf 26,6 Prozent (Vorjahr: 25,7 Prozent). Eurostat bzw. der Bundesverband BITKOM gehen - je nach Erhebung - im Durchschnitt über alle Unternehmen von lediglich 15 bis 17 Prozent weiblicher Beschäftigter innerhalb der deutschen IT-Branche aus. Ebenso verfügen wir auch weiterhin über einen hohen Anteil von Mitarbeitern mit Hochschulabschluss, der im vergangenen Geschäftsjahr gesteigert werden konnte: Der Akademiker-Anteil betrug zum Stichtag 59,2 Prozent (Vorjahr: 56,6 Prozent). Insgesamt verfügen 92,9 Prozent unserer Mitarbeiter über Studium/Promotion, Techniker-/Meister-Abschluss oder eine andere qualifizierte Berufsausbildung (Vorjahr: 90,7 Prozent). Es ist unser Anspruch, unseren Mitarbeitern neben permanenten Fort- und Weiterbildungsangeboten durch eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf langfristige Perspektiven und attraktive individuelle Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Gruppe zu eröffnen. Der hohe Anteil weiblicher Beschäftigter sowie von Mitarbeitern mit hoher Qualifikation bestärken uns in diesem Bestreben.

Die Mitarbeiterzahl des Allgeier Konzerns entwickelte sich in den zurückliegenden fünf Jahren wie folgt:

3. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das Jahr 2020 war für unsere Gruppe das wohl außergewöhnlichste Jahr in der Geschichte unseres Unternehmens. Wir blicken auf dieses besondere Geschäftsjahr mit Stolz, aber auch mit viel Demut zurück. In das Jahr waren wir mit einer Rekordplanung gestartet. Die Gruppenunternehmen waren hervorragend aufgestellt, was wir rückblickend als großes Glück ansehen. Diese starke Basis half uns die schwierige Phase der Corona-Krise im Großen und Ganzen als Unternehmen unbeschadet zu überstehen.

Der Welt um uns herum, unseren Kunden und Partnern, vor allem aber unseren Mitarbeitern und ihren Familien hat die Covid-19-Pandemie und die ihr folgende Krise eine Menge abverlangt. Mit der weltweiten Pandemie und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft, vor allem aber auch auf unser Privatleben und die Gesundheit mussten wir uns alle dieses Jahr einer Herausforderung stellen, die niemand vorhersehen konnte. Einige waren mit Krankheit, Sorgen und privaten Schwierigkeiten konfrontiert, manche haben geliebte Menschen verloren. In diesen schweren Zeiten haben wir als Gruppe zusammengehalten und uns gegenseitig unterstützt. Wir waren sowohl füreinander als auch für unsere Kunden aus dem Homeoffice immer da und haben die kleinen und großen Herausforderungen gemeinsam gemeistert.

Wir können mit Stolz sagen, dass sich unsere Gruppe, unser Miteinander und auch unser Geschäft als widerstandsfähig gegenüber der Krise und ihren Folgen gezeigt haben. Dies ist gerade in unsicheren Zeiten sehr viel wert. Unsere Mitarbeiter haben dafür, mehrheitlich aus dem Homeoffice, Außerordentliches geleistet - im Privaten wie im Beruflichen, wo wir unseren Kunden nahezu ohne Einschränkung bei deren Projekten und Herausforderungen zur Seite stehen konnten. Für die großen Anstrengungen, das Durchhaltevermögen, die Disziplin und das besondere Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen sind wir als Gruppe sehr dankbar.

Für uns als Gruppe brachte das zurückliegende Geschäftsjahr wesentliche Veränderungen. Am 15. Dezember haben wir unser in der Nagarro Gruppe gebündeltes globales Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäfts wirksam abgespalten. Die Nagarro SE ist seither unabhängig und hat am darauffolgenden Tag eine eigenständige Notierung an der Frankfurter Börse aufgenommen. Damit konnten wir einen Prozess, an dem viele Kolleginnen und Kollegen in unserer Gruppe über viele Monate intensiv und sehr hart gearbeitet haben, erfolgreich abschließen. Unsere Aktie hat sich im Zuge des Abspaltungsprozess sehr positiv entwickelt, wir konnten neue Investoren gewinnen und die Marktkapitalisierung deutlich steigern (kurz vor der Abspaltung der Nagarro auf über eine 1 Mrd. Euro) und haben für unsere Aktionäre im vergangenen Jahr viel Wert geschaffen. Unsere Kapitalmarktaktivitäten haben wir weiter intensiviert, u. a. mit dem ersten Capital Markets Day und der Teilnahme an zahlreichen virtuellen Investorenkonferenzen und -terminen.

Mitarbeiter am 31.12. (nach Köpfen)* 2016 2017 2018 2019 2020
Anzahl angestellte Mitarbeiter 2.662 2.778 2.920 2.484 2.366
Anzahl freiberufliche Mitarbeiter 1.249 1.196 821 886 831
Gesamtzahl Mitarbeiter 3.911 3.974 3.741 3.370 3.197

* fortgeführtes Geschäft der Allgeier Gruppe (Vorjahreswerte angepasst)

Unsere wirtschaftlichen Ziele haben wir im Geschäftsjahr 2020 ebenfalls erreicht: So erzielten wir im fortgeführten Geschäft eine Gesamtleistung von 352,6 Mio. Euro (Vorjahr: 380,2 Mio. Euro). Die Wertschöpfung des fortgeführten Geschäfts (definiert als Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) konnten wir auf 101,9 Mio. Euro steigern (Vorjahr: 99,2 Mio. Euro). Unsere Wertschöpfungsmarge wuchs dementsprechend auf 28,9 Prozent (Vorjahr: 26,1 Prozent). Das bereinigte EBITDA (EBITDA vor Effekten, die betriebswirtschaftlich als außerordentlich oder periodenfremd qualifiziert werden) steigerte sich um 66 Prozent auf 30,3 Mio. Euro (Vorjahr: 18,2 Mio. Euro) und auf eine Marge von 8,6 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent). Das EBITDA wuchs noch deutlicher auf 23,4 Mio. Euro (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro), entsprechend einer Steigerung um 159 Prozent. Damit erzielten wir ein EBIT von 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro) und ein EBT von 8,2 Mio. Euro (Vorjahr: -5,4 Mio. Euro).

Auch nach der erfolgreichen Abspaltung der Nagarro verfügen wir über eine stabile und breite Kundenbasis, die von Konzernen über Markt- und Branchenführern aus dem Mittelstand bis zu zahlreichen öffentlichen Auftraggebern auf allen politischen Ebenen reicht. Alle Wirtschaftssektoren und Kunden eint der hohe gemeinsame Bedarf an digitalen Technologien, Lösungen und Leistungen zur Digitalisierung der kritischen Organisationsprozesse. Diese Software- und IT-Services sind sehr gefragt und versprechen überdurchschnittliches Wachstum, von dem unsere Konzerngesellschaften profitieren. Unsere operativen Einheiten erzielten im Geschäftsjahr 2020 bei 58 nationalen und internationalen Kunden einen Jahresumsatz von jeweils über 1 Mio. Euro. Darunter befanden sich 16 Kunden mit einem Jahresumsatz von jeweils mehr als 3 Mio. Euro Umsatz sowie acht Kunden mit jeweils mehr als 5 Mio. Euro Umsatz.

Im Laufe dieses besonderen Jahres sind wieder neue Kolleginnen und Kollegen zu uns gestoßen, denen wir in unserem hochkompetitiven Marktumfeld attraktive und sichere Arbeitsplätze mit guten individuellen Entwicklungsperspektiven bieten können. In vielen Einheiten konnten wir unsere Mitarbeiterzahl in einem hochkompetitiven Umfeld weiter steigern, u. a. gewann das Segment mgm technology partners viele neue Softwareentwickler und Consultants hinzu. An den mehreren Dutzend Standorten des fortgeführten Geschäfts unserer Gruppe in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Tschechien, Vietnam sowie in den USA sind rund 3.200 hochqualifizierte IT-Experten für unsere Kunden tätig, darunter fast 1.800 Softwareentwickler. Sowohl unseren im Branchenvergleich überdurchschnittlich hohen Anteil weiblicher Beschäftigter als auch den hohen Anteil von Mitarbeitern mit Hochschulabschluss konnten wir im vergangenen Jahr weiter steigern. Im konstanten Aufbau hochqualifizierter Mitarbeiter und in der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Personals drückt sich auch eine Investition in die Zukunft aus, die auch im Jahr 2020 mit entsprechenden Kosten verbunden war. Auf der Grundlage der tiefgreifenden fachlichen Expertise unserer Mitarbeiter und unseres hohen Branchen- und Projekt-Know-hows können wir mit disruptiven Technologien die Kunden bei der Lösung der komplexen strategischen Herausforderungen im Zuge der digitalen Transformation auch künftig erfolgreich unterstützen.

Dafür gilt es, die Zusammenarbeit in der Gruppe weiter zu intensivieren und den Fokus auf wachstumsstarke Felder mit überdurchschnittlichem Entwicklungspotential zu legen. Dabei werden wir auch zukünftig die in den zurückliegenden 15 Jahren kontinuierlich weiterentwickelte Fähigkeit einsetzen, die Konsolidierung des Marktes durch wertschaffende Akquisitionen zum gezielten Ausbau sowie zur Beschleunigung der Entwicklung unserer beiden Konzernsegmente zu nutzen. Beide Segmente sind in ihren Märkten gut aufgestellt und attraktiv positioniert:

Unser Segment Enterprise IT ist ein Komplettanbieter von IT-Lösungen und -Services für geschäftskritische Prozesse mit einer tiefgreifenden Expertise im deutschsprachigen Raum. Das Segment bietet den Kunden ein vollumfängliches IT-Services- und Projektportfolio für große Softwareprojekte und langfristige Managed-Services- und Wartungsverträge. Die Mitarbeiter vereinen sowohl tiefgreifendes technisches Fachwissen als auch umfassendes Prozess- und Branchen-Know-how und Beratungsexpertise in den Bereichen Business Efficiency Solutions, IT-Sicherheit, Business-Process-Management, Enterprise Content Management, Cloud und mobile Applikationen sowie Open-Source-Softwareentwicklung. Auf diese Weise unterstützt das Segment Enterprise IT globale Konzerne, mittelständische Unternehmen sowie Auftraggeber des öffentlichen Sektors bei der digitalen Transformation und der Optimierung ihrer digitalen Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch einen großen Ressourcenpool hochqualifizierter IT- und Engineering-Experten gewährleistet das Segment ein hohes Maß an Skalierbarkeit und Flexibilität bei der Projektimplementierung und -betreuung. Im vergangenen Jahr hat das Segment seine internen Strukturen und Prozesse weiter optimiert und dank seines integrierten Angebotsportfolios die Ertragskraft deutlich gesteigert. Durch die Integration und enge Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der ehemaligen Segmente Experts und Neue Geschäftsfelder konnten wertvolle Synergien gehoben werden und die Skalierbarkeit für große IT-Projekte deutlich gesteigert werden. Gemeinsam verfügt das Segment nun über eine umfassende Software- und IT-Services-Kompetenz, die in die Projekt- und Managed Services-Dienstleistungen in den Kundenprojekten einfließen. Durch den Zugewinn neuer Gruppengesellschaften wurden die Marktstellung und Fachexpertise in wichtigen Wachstumsmärkten und -feldern ausgebaut: So hat das Segment einerseits seine Kompetenz in Open-Source-basierten Softwarelösungen weiter gestärkt und zugleich das Leistungsangebot für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Bereich E-Government erweitert. Andererseits hat das Segment die Softwareexpertise im ERP-Umfeld weiter vertieft und sich zudem das wichtige Wachstumsfeld Erneuerbare Energien erschlossen.

Unser Segment mgm technology partners hat sich im Wettbewerb als High-End-Spezialist für Digitalisierung und disruptive Technology und Consulting Services positioniert. Als Beratungs- und Lösungsanbieter für Digitalisierungsprojekte ist mgm technology partners einer der führenden E-Government-Dienstleister in Deutschland. Gemeinsam mit den spezialisierten Tochterunternehmen mgm consulting partners (Managementberatung für Digitalisierung, Experten für CIO Advisory, Organisationsentwicklung und Change-Management) und mgm security partners (Web Application Security) decken die 800 Softwareentwickler und Consultants des Segments die volle Bandbreite der aktuellen und zukünftigen Digitalisierungsthemen ab, die im Kontext der aufstrebenden Plattformökonomie immer stärker mit dem Ansatz digitaler Souveränität zusammenhängen. Auf Basis neuester Technologien und eigener Plattform-Lösungen entwickelt das Segment Enterprise Applikationen für die Branchen Commerce, Insurance sowie den öffentlichen Sektor und begleitet aktiv die digitale Transformation der Kunden. Einerseits gelten diese Branchen als besonders krisenstabil, bzw. -unanfällig, andererseits weisen sie in den kommenden Jahren ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial auf: Insbesondere der Handel erlebt einen Boom, wobei die Corona-Pandemie die Entwicklung des Handels hin zum E-Commerce deutlich beschleunigt hat. Zugleich zeigte sich deutlich der enorme Digitalisierungsbedarf in der öffentlichen Verwaltung. Das Segment mgm technology partners blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurück und hat in einem hochkompetitiven Marktumfeld sein stabiles organisches Wachstum fortgesetzt. Zugleich konnten die Kollegen ihre Ergebnismarge deutlich steigern. Neben der hervorragenden Positionierung im Markt und bei den Kunden war die hohe Arbeitgeberattraktivität ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg. Auch im Corona-Jahr gelang es der mgm technology partners das Team aus hochqualifizierten Fachkräften eng ans Unternehmen zu binden, wodurch die Fluktuation sehr niedrig war. Durch weitere Investitionen in die Spezialisierung sowie in Zukunftstechnologien hat mgm technology partners die Voraussetzungen für weiteres Wachstum bei einer hohen operativen Ertragskraft sowie technologischen Vorreiterschaft innerhalb der Peer Group leistungsstarker Digitalisierungsunternehmen geschaffen.

Die erfolgreiche Geschäftsentwicklung in den beiden Konzernsegmenten legt die Basis für eine positive Planung für 2021 mit organischem Wachstum und einer weiteren Ausweitung unserer Profitabilität. Die Allgeier SE steht als IT-Holding für eine seit mehr als 15 Jahren erfolgreiche Buy-and-Build-Strategie, die nachhaltig Werte entwickelt und schafft. Mit unseren Konzernsegmenten wollen wir uns als einer der leistungsfähigsten deutschen IT- und Software-Services-Player etablieren - mit der vollen Kraft, Lösungsstärke und Exzellenz, die wir als Team vereinen: Gemeinsam bieten wir den Kunden als fokussierter Partner für die DACH-Region ein vollumfassendes IT und Software Services-Portfolio von High-End-Softwareentwicklung bis zu Business-Efficiency-Lösungen für Digitalisierung und Business Transformation. Unsere große Chance liegt darin, dass wir unsere Möglichkeiten mit vollem Fokus künftig noch intensiver nutzen und unser enormes gemeinsames Potenzial ausschöpfen, indem wir den stetigen Wandel der Unternehmensentwicklung erfolgreich weiter vorantreiben und unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie fortsetzen. Wir fokussieren uns auf unsere starke Marktstellung und unsere Kraft, die wir in den beiden Segmenten Enterprise IT und mgm technology partners konzentrieren. Dabei sehen wir große Entwicklungsmöglichkeiten für uns als Gruppe in dem wachstumsstarken IT-Dienstleistungs- und Softwaremarkt in der DACH-Region. Wir verfügen über ein umfassendes, attraktives Angebotsportfolio, zwei starke und etablierte Marken, erfahrene Management-Teams und eine breite Basis hervorragend qualifizierter Software- und IT-Spezialisten. Für unseren großen und vielfältigen Kundenstamm, der sich über zahlreiche krisensichere Branchen und den öffentlichen Sektor erstreckt, sind wir ein seit vielen Jahren geschätzter und verlässlicher Partner. Von dem hohen Digitalisierungsbedarf unserer Kundenbranchen und unserer guten Positionierung in wesentlichen Wachstums- und Zukunftsfeldern profitieren wir. Im fortgeführten Geschäft gehen wir ohne Nettoverschuldung ins Jahr 2021. Die operative Ertragskraft des Geschäfts und der Neuabschluss einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 140 Mio. Euro verleihen uns umfassenden finanziellen Spielraum. Auf dieser starken Basis wollen wir sowohl organisch als auch durch wertschaffende Akquisitionen weiter wachsen und durch kluge Innovationen und zielgerichtete Investitionen unsere Ertragskraft weiter steigern.

4. Nachtragsbericht

Der Nachtragsbericht findet sich im Konzernanhang (F. XI. Nachtragsbericht).

5. Prognosen-, Chancen- und Risikobericht

5.1 Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Erwartung

Das organische Wachstum der Konzerngesellschaften ist maßgeblich abhängig von dem konjunkturellen Umfeld und insbesondere von der Entwicklung des Software- und IT-Services-Marktes insbesondere in Deutschland sowie in einigen weiteren relevanten Märkten. Durch die Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen geriet die deutsche Wirtschaft in eine der schwersten Rezessionen seit Jahrzehnten. Im Jahr 2020 ging das deutsche Bruttoinlandsprodukt laut Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung im Zuge der Coronakrise um 5,0 Prozent zurück, nachdem es zuvor zehn Jahre lang einen Anstieg verzeichnet hatte. Die OECD geht sogar von einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent aus.

Nach dem Ende des harten Lockdowns im April 2020 war das konjunkturelle Tal aber bereits im Mai durchschritten und die deutsche Wirtschaft arbeitete sich nach der ersten schnellen Erholung allmählich aus der Krise. Die Bundesregierung geht in ihrem aktuellen Jahreswirtschaftsbericht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung vor der Krise erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden dürfte. Die erwartete Erholung der globalen Wirtschaft, die Unterauslastung der Produktionskapazitäten, aber auch die Frühindikatoren sprechen laut Jahreswirtschaftsbericht für eine Fortsetzung des Aufholprozesses. Für das laufende Jahr 2021 rechnet die Bundesregierung dementsprechend mit einem Wachstum von 3,0 Prozent. Dabei wird die weitere wirtschaftliche Entwicklung weiterhin maßgeblich vom Verlauf der Pandemie und von den Maßnahmen zu deren Eindämmung beeinflusst.

Durch die Ausbreitung des sog. Coronavirus und die daraufhin vollzogenen Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens kam es im zweiten Quartal 2020 zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und der übrigen Welt. Die globalen Lieferketten und Handelsströme wurden stark beeinträchtigt, die Börsen brachen ein, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nahmen zu und zahlreiche Staaten baten um internationale Kredithilfe. Durch massive politische Maßnahmen und die Unterstützung der Zentralbanken erholt sich die globale Wirtschaft in vielen Sektoren aber rasch. Allerdings verläuft die Erholung in den einzelnen Ländern und Branchen unterschiedlich schnell. Vor allem Dienstleistungen und Handel, die von Lockdowns und den Regeln zum "Social Distancing" besonders betroffen sind, leiden weiterhin. Tourismus, Luftfahrt, Hotel und Gastgewerbe und die mit diesen Branchen verbundenen Sektoren sehen sich weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert. Hinzu kommt in vielen Ländern die Unsicherheit durch weitere Pandemiewellen - auch im Zuge der Ausbreitung gefährlicher Virusmutanten. Hoffnung auf ein Ende der wiederholten pandemiebedingten Einschränkungen und eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft knüpfen sich an das weltweit ausgerollte Impfprogramm, das erste vielversprechende Erfolge aufweist.

So blickt die OECD in ihrem aktuellen Interim Economic Outlook aus dem März 2021 hoffnungsvoll in die Zukunft. Die wirtschaftliche Erholung werde sich schrittweise fortsetzen. Auch ist die OECD optimistischer als noch in ihrem vorherigen Bericht aus dem Dezember 2020 und rechnet nun mit einer schnelleren Erholung vieler Volkswirtschaften. Die OECD konstatiert, dass sich die weltweiten Konjunkturaussichten in den zurückliegenden Monaten deutlich verbessert hätten. Dazu beigetragen haben die schrittweise Einführung wirksamer Impfstoffe, die Ankündigung zusätzlicher fiskalischer Unterstützung in einigen Ländern und Anzeichen dafür, dass die Volkswirtschaften besser mit den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zurechtkommen. Der wirtschaftliche Aufschwung und die Rückkehr von Vertrauen verbinden sich aber auch weiterhin wesentlich mit der raschen Bereitstellung und Verteilung von Impfstoffen und einer bessere Zusammenarbeit bei deren Verteilung. Denn noch verblieben beträchtliche Risiken: Schnellere Fortschritte bei der Einführung von Impfstoffen in allen Ländern würden laut OECD eine schnellere Aufhebung der Beschränkungen ermöglichen und das Vertrauen und die Ausgaben erhöhen. Langsame Fortschritte bei der Impfstoffeinführung und das Auftreten neuer Virusmutationen, die gegen bestehende Impfstoffe resistent sind, würden zu einer schwächeren Erholung, größeren Arbeitsplatzverlusten und mehr Unternehmenspleiten führen. Entsprechend müsse es die oberste politische Priorität sein, sicherzustellen, dass alle erforderlichen Ressourcen eingesetzt werden, um Impfungen so schnell wie möglich zu produzieren und in vollem Umfang in der ganzen Welt einzusetzen, um Leben zu retten, Einkommen zu erhalten und die negativen Auswirkungen von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf das Wohlbefinden der Menschen zu begrenzen. Die OECD weist darauf hin, dass die für die Bereitstellung von Impfstoffen in Ländern mit niedrigerem Einkommen erforderlichen Ressourcen gering seien im Vergleich zu den möglichen Gewinnen, die eine stärkere und schnellere globale wirtschaftliche Erholung verspreche.

Die OECD erwartet, dass durch die Impfkampagnen, eine konzertierte Gesundheitspolitik und die finanzielle Unterstützung durch die Regierungen das globale BIP im Jahr 2021 um 5,6 Prozent und um weitere 4 Prozent im Folgejahr 2022 steigen wird, nachdem es im Krisenjahr 2020 um 3,4 Prozent gesunken war. In der Eurozone war der Rückgang im Jahr 2020 mit 6,8 Prozent stärker, und die Erholung wird mit einem erwarteten Wachstum von 3,9 Prozent im Jahr 2021 langsamer erfolgen. Die Weltwirtschaft werde in den kommenden zwei Jahren an Schwung gewinnen und die globale Aktivität bis Ende 2021 das Niveau vor der Pandemie erreichen. Die OECD erwartet, dass der Aufschwung in den asiatischen Ländern, die das Virus unter Kontrolle gebracht haben, am stärksten sein wird, dennoch werden laut OECD bis zum Ende des Jahres 2021 viele Volkswirtschaften das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht haben. Für Deutschland geht die OECD von einem Wachstum von 3,0 Prozent für das Jahr 2021 und einer Ausweitung auf 3,7 Prozent im Folgejahr 2022 aus.

Bei einer schnellen Einführung der Impfstoffe und einem Rückgang der Unsicherheit könnte sich die Erholung der Weltwirtschaft beschleunigen. Sollte es indes umgekehrt zu Verzögerungen bei der Einführung von Impfstoffen, Schwierigkeiten bei der Kontrolle neuer Virusausbrüche und zu Versäumnissen dabei kommen, die richtigen Lehren aus der ersten Welle zu ziehen, könnte die Erholung jedoch stocken und das Vorkrisenniveau würde erst Ende 2022 wieder erreicht werden. So bleiben sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken bestehen, was einen vorsichtig optimistischen, aber unsicheren Ausblick zur Folge hat. Trotz der umfassenden politischen Hilfen werden die Schäden durch die Pandemie für das sozioökonomische Gefüge in den einzelnen Staaten noch lange fortbestehen.

Erwartungen für die IT-Branche

Der deutsche ITK-Markt soll laut aktuellen Marktzahlen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) nach der krisenbedingten Delle im Vorjahr im laufenden Jahr 2021 auf den Wachstumspfad zurückkehren. Dabei soll der ITK-Gesamtmarkt um 2,7 Prozent auf 174,4 Mrd. Euro wachsen (Vorjahr: Rückgang um 0,6 Prozent auf 169,8 Mrd. Euro). Der für Allgeier relevante Teilmarkt für Informationstechnik wird demnach mit voraussichtlich 4,2 Prozent (Vorjahr: -0,7 Prozent) ein überdurchschnittliches Wachstum auf 98,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 94,6 Mrd. Euro) verzeichnen. Damit würde sich die IT-Branche von den Krisenfolgen rascher als die Gesamtwirtschaft erholen. Getragen wird diese Entwicklung in erster Linie von der Dynamik in den Märkten für Hard- und Software, die mit prognostizierten 8,6 bzw. 4,1 Prozent (Vorjahr: 3,2 bzw. -1,0 Prozent) wachsen sollen. Verhaltener entwickelt sich der Markt für IT-Services, für den der Branchenverband im laufenden Jahr ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet (Vorjahr: -3,2 Prozent). Trotz insgesamt etwas schwächerer Dynamik im IT-Services-Umfeld wachsen wichtige Trend- und Zukunftsfelder deutlich schneller. Wesentlicher Treiber des Wachstums ist dabei auch weiterhin - wie für den IT-Markt insgesamt -die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft sowie des öffentlichen Sektors, die grundlegende Veränderungen der Marktbedingungen sowie der Wirtschafts- und Arbeitswelt nach sich zieht. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in vielen Bereichen deutlich beschleunigt. Der überwiegende Teil der Unternehmen sieht in neuen Technologien das wesentliche Werkzeug zur Bewältigung der Krise. In den Organisationen wurden innerhalb kurzer Zeit die Mitarbeiter im Homeoffice vernetzt, neue digitale Kanäle -etwa für Vertrieb, Marketing oder Service und Support - geschaffen und zahlreiche Systeme und Daten in die Cloud verlagert. Obwohl viele Unternehmen schnell, agil und pragmatisch auf die Herausforderungen der Krise reagiert haben, bleibt der Transformationsdruck für die meisten Organisationen hoch: Unternehmensprozesse und -strukturen müssen an veränderte Anforderungen angepasst werden - vielfach stehen noch immer interne Silostrukturen und die mit ihnen verknüpften Altsysteme notwendigen Innovationsprozessen im Weg. In einer im Frühsommer 2020 inmitten der Corona-Krise durchgeführten Befragung des Research-Unternehmens Forrester unter IT-Entscheidern in Deutschland, nannten diese die Themen Innovation, Geschwindigkeit und die Entwicklung neuer Fähigkeiten als wichtigste Prioritäten für die darauffolgenden zwölf Monate.

Die aktuelle Studie "IT-Trends 2021" des Beratungsunternehmens Capgemini für die DACH-Region hebt die außerordentliche Bedeutung der IT für das Geschäft der Unternehmen gerade in Zeiten der Pandemie und weitreichender Kontaktbeschränkungen hervor und unterstreicht gewachsenen Bedarf und höhere Dringlichkeit bei den Digitalisierungsschritten. Unternehmen und Behörden hätten im Corona-Jahr schnell und gezielt auf die vielfältigen Herausforderungen reagiert und die Arbeit reorganisiert, Verkaufs- und Service-Prozesse umgestellt und IT-Budgets neu verteilt. Technologie und kreative Ideen hätten dafür gesorgt, dass die Wirtschaft weiterlief. Der weitere Ausbau der Digitalisierung sei so auch für das laufende Jahr das Gebot der Stunde, was aber weit über die Arbeit im Homeoffice und virtuelle Treffen hinausgehe. Im Mittelpunkt stünden digitales Bestellwesen, automatisierter Service, intelligente Fabriken, intensiver Datenaustausch und die Steuerung von Lieferketten. All das sei mit höheren Anforderungen an die IT-Sicherheit und Compliance verbunden. 87 Prozent der befragten IT-Entscheider aus Unternehmen und Behörden nähmen die Pandemie zum Anlass, die Digitalisierung auszubauen. IT solle dabei vermehrt an den Bedürfnissen der Endkunden ausgerichtet werden. Zudem gewinnen Themen wie Datensicherheit, bessere Informationsauswertung und -nutzung, kürzere Release-Zyklen und der Aufbau von Partnernetzwerken an Bedeutung. Sowohl der Trend zur Verlagerung von Softwarelösungen in die Cloud als auch zu Big Data und Datenanalyse ist ungebrochen und hat sich nochmals beschleunigt: Die Verbreitung von Datenplattformen und die Nutzung und der Austausch von Daten entlang der eigenen Zulieferketten nimmt stark zu. Datenschutz und Datensouveränität - insbesondere bei der Nutzung von KI-Anwendungen - sprechen für die Nutzung europäischer Cloud-Anbieter.

Zunehmend stärker wird der Fachkräftemangel zu einem Problem: Zwar ist der Mangel an IT-Fachkräfte während des ersten Corona-Jahres im deutschsprachigen Raum nur moderat gestiegen, allerdings rechnen die Studienteilnehmenden damit, dass er in diesem und im nächsten Jahr stetig zunimmt. Kurzfristig spielt dabei eine Rolle, dass während der Krise verschobene oder gestoppte Projekte nun wieder anlaufen. Mittel- und langfristig dürfte sich aber noch stärker auswirken, dass in den kommenden zehn Jahren fast 21 Prozent der Fachkräfte aus IT und Business in den Ruhestand gehen.

Bei den Technologietrends messen die befragten Teilnehmer den Themen Production Safety und Security, Predictive Analytics, Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte, DevOps (um Releasezyklen zu verkürzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten) sowie Robotic Process Automation (RPA) ohne KI-Unterstützung die aktuell größte Bedeutung bei. Im Fokus der Arbeit steht in diesem Jahr vor allem die Optimierung und Weiterentwicklung der Anwendungslandschaften und die Vereinfachung des Datenaustausches. Treiber dafür sind zum einen neue Anforderungen der Kunden, zum anderen wollen die Organisationen die Vorteile der zunehmenden Digitalisierung stärker nutzen: Einerseits durch die engere Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und andererseits, indem das Potenzial von Daten ausgeschöpft wird. Damit verknüpft sind auch die Migration auf neue ERP-Systeme und der zunehmende Einsatz von intelligenten Systemen in der Industrie. Durch die stärkere Vernetzung von Maschinen, automatische Produktionsprozesse und die Verarbeitung geschäftskritischer Daten vor Ort oder in der Cloud und die steigende Anzahl von Cyberangriffen auf Industrieunternehmen sind das Bewusstsein für Risiken sowie für die Bedeutung von IT-Sicherheit deutlich gestiegen. Den aktuellen Handlungsbedarf der Cyber-Absicherung von Wirtschaft und öffentlicher Hand zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Software- und Beratungsunternehmen für Informationssicherheit infodas aus dem Jahr 2020 auf. Laut Branchenverband BITKOM seien Cyber-Angriffe in Deutschland nicht nur häufiger, sondern auch wirtschaftlich schädlicher als noch vor zwei Jahren. Zudem wird durch die vermehrte Remote-Arbeit aus dem Homeoffice die Absicherung der Systeme noch bedeutsamer.

Die Allgeier Gruppenunternehmen nehmen in vielen der vorgenannten Trend- und Wachstumsthemen bereits seit Längerem eine starke Marktposition ein. Neben IT-Security kann insbesondere der Trend zur Verlagerung von Lösungen für Enterprise Resource Planning (ERP) in die Cloud als zusätzlicher Wachstumstreiber fungieren. ERP etwa optimiert als zentrales Softwaresystem Geschäftsprozesse, indem es einzelne Glieder der Produktionskette miteinander verknüpft. Die Megatrends der Branche kurbeln auch die ERP-Umsätze an, da ERP-Softwarelösungen die Steuerungs- und Planungsprozesse in Unternehmen maßgeblich vereinfachen. Laut Synergy Research Group sind Cloud-Dienste im ERP-Bereich, der eines der größten Segmente im Enterprise-Software-Markt darstellt, aktuell weiterhin noch eher unterrepräsentiert.

Zusammengefasst profitiert Allgeier von den wesentlichen Hightech-Trends und deren überproportionalem Wachstum ebenso wie vom übergreifenden Megatrend der Digitalisierung. Allgeier besetzt mit seinen IT- und Software-Services erfolgreich wichtige Wachstumsfelder und Zukunftstechnologien und baut sie entsprechend der steigenden Marktnachfrage zielgerichtet weiter aus. Zugleich hat die Corona-Pandemie den Digitalisierungsbedarf und -druck sowohl in den Unternehmen als auch im öffentlichen Sektor nochmals gesteigert. Insbesondere in der öffentlichen Verwaltung, in der Allgeier seine Marktposition seit vielen Jahren ausbaut, ist mit einem weiteren Nachfrageschub zu rechnen: Das Onlinezugangsgesetz (OZG) schreibt vor, dass Bund, Länder und Kommunen bis Ende Dezember 2022 rund 575 Dienstleistungen digital zugänglich machen. Die Bundesregierung gibt zudem an, dass der Bund bis 2025 die Beschaffung seiner Verwaltungs-IT bündeln und die Informationstechnik konsolidieren möchte, um Sicherheit und Effizienz zu erhöhen und den Anforderungen einer digitalen Verwaltung gewachsen zu sein.

Der Konzernvorstand erwartet, dass die IT-Abhängigkeit in einer stetig stärker globalisierten Welt auch in Zukunft weiter zunehmen wird. So fällt das prognostizierte Wachstum in den ausgewiesenen Zukunftsbereichen deutlich stärker aus als im Branchenschnitt. Dabei ist auch die IT selbst einem raschen Wandel unterworfen, woraus ein laufender Innovations- und Investitionsbedarf resultiert - Bereiche, die bis heute noch aktuell waren, werden von anderen Themen überholt und abgelöst. Aufgrund der guten Positionierung der Gruppe in wesentlichen, wachstumsstarken Innovations- und Zukunftsfeldern einerseits und der breiten, branchenübergreifenden Kundenbasis aus vielen Hundert Großunternehmen sowie mittelständischen Markt- und Branchenführern und Auftraggebern des öffentlichen Sektors andererseits, ist Allgeier von den strukturellen Wachstumsmöglichkeiten im IT- und Software-Services-Sektor überzeugt.

Erwartungen der Allgeier Gruppe

Insgesamt wird die Entwicklung der Allgeier Gruppe von den genannten Einschätzungen für das gesamtwirtschaftliche Umfeld und den IT-Markt sowohl in Deutschland als auch in den weiteren relevanten Märkten, insbesondere in der Schweiz und in der EU geprägt. Trotz des Einbruchs der Wirtschaft in Deutschland und weltweit im vergangenen Geschäftsjahr und die verbleibende Unsicherheit angesichts der weltweiten Corona-Pandemie und ihrer Folgen sehen wir uns für eine Fortsetzung unseres organischen Wachstums mittel- und langfristig sehr gut aufgestellt. Zwar kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass es bei der Bewältigung der Pandemie zu weiteren Rückschlägen oder neuerlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen wird - etwa durch die Ausbreitung von Virusvarianten oder Verzögerungen bei der Impfkampagne. Dies könnte negative Folgen für die Gesamtwirtschaft und weltweite Handelsströme oder aber auf einzelne Branchen oder Unternehmen nach sich ziehen, was sich auch auf unsere kurz- und mittelfristige Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr und das weitere Wachstum unserer Gruppe in diesem Jahr auswirken könnte.

Davon unabhängig ist jedoch die anhaltend hohe, fundamentale Bedeutung von hochwertigen und belastbaren IT-Lösungen für nahezu alle Wirtschaftsunternehmen und für die Institutionen der öffentlichen Hand ein entscheidender Faktor für deren künftige Wettbewerbsfähigkeit und effizientes Wirtschaften. Absehbar werden bei der Digitalisierung neue Dimensionen erreicht, und es eröffnen sich neue Geschäftsfelder im Bereich der Informationstechnologie, ob dies die Entwicklung von Open-Source-Softwarelösungen und leistungsstarken Portalen, IT-Sicherheit, das Nutzen und Auswerten großer Datenmengen oder die als Industrie 4.0 bezeichnete Digitalisierung der Industriewelt betrifft. Dies wird gemeinsam mit wichtigen Zukunftsfeldern wie Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Machine Learning oder Blockchain nach Einschätzung der Allgeier SE weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung der entsprechenden Teile der Branche unterstützen. So erwarten wir für breit aufgestellte Dienstleister als Treiber der technologischen Entwicklung trotz Corona-Krise und ihrer Kunden viele Wachstumsimpulse und -chancen. Hinzu kommen die Knappheit an hochqualifizierten IT-Fachkräften in den wirtschaftlich starken Märkten und Preisdruck durch global agierende Akteure auf die lokale Wirtschaft. Das erfordert für uns und unsere Kunden bei der weiteren Digitalisierung ein Zusammenspiel von breitem Know-how und umfassenden Kapazitäten mit lokaler Präsenz nahe am Kunden. Allgeier wird trotz des schwierigen Umfelds seine Kräfte dafür einsetzen, den eingeschlagenen Weg der weiteren Fokussierung der Geschäftsmodelle, des profitablen Wachstums unseres Geschäfts und der Optimierung unseres Portfolios und der internen Organisation auch im Geschäftsjahr 2021 fortzusetzen.

Für die einzelnen Leistungsindikatoren geben wir basierend auf der bisherigen Planung des Konzerns die nachfolgende Prognose für das fortgeführte Geschäft:

Die derzeitige Planung für das Geschäftsjahr 2021 zeigt eine Entwicklung, die den positiven Trend des zurückliegenden Geschäftsjahres 2020 fortsetzt. So planen wir für das Geschäftsjahr 2021 einen Konzernumsatz in der Größenordnung von 360 bis 400 Mio. Euro. Zu dem geplanten Umsatzwachstum sollen beide Konzernsegmente beitragen.

Das Konzern-EBITDA soll gemäß der Planung überproportional wachsen und zwischen 31 und 35 Mio. Euro liegen. Alle Planzahlen beziehen sich dabei ausschließlich auf die organische Entwicklung der aktuell bestehenden Gruppe ohne weitere Veränderungen des Portfolios. Zukünftige Akquisitionen in den einzelnen Segmenten können einen zusätzlichen Beitrag zum Wachstum leisten.

Für die einzelnen Segmente planen wir die folgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung:

Das Segment Enterprise IT plant eine Umsatzentwicklung auf 270 bis 305 Mio. Euro bei einem EBITDA von 24 bis 28 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll bei 8,5 bis 9,5 Prozent liegen.
Das Segment mgm technology partners plant eine weitere Umsatzsteigerung auf 90 bis 95 Mio. Euro bei einem EBITDA von 16 bis 18 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll bei 18 bis 19 Prozent liegen.

Der Allgeier Konzern verzeichnete zum Jahresende 2020 keine Nettofinanzschulden und beabsichtigt im Geschäftsjahr 2021 - ohne Berücksichtigung möglicher Akquisitionen - keine Nettofinanzverbindlichkeiten aufzubauen.

Etablierung als einer der besten IT- und Software-Services-Player in der DACH-Region durch intelligente Integration und Fokussierung auf Wachstumsmärkte

Für 2021 gilt auch weiterhin: Unser oberstes Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung unserer Gruppe, unserer Geschäftsbereiche und des Unternehmenswertes. Dabei soll die Gruppe für Mitarbeiter und Kunden attraktiver und leistungsfähiger werden. Als großer mittelständischer Spieler sehen wir uns als etablierter und verlässlicher Partner mit großer Nähe zum Kunden, aber mit dem Potential, diese Qualitäten ebenso in großen und langlaufenden Projekten als auch auf internationaler Ebene anbieten zu können. Breite, auch internationale Leistungsfähigkeit und technologische Augenhöhe werden vorausgesetzt, lokale Nähe wird gewünscht.

Für 2021 sind unsere Ziele konkret, die Fokussierung innerhalb der Segmente fortzuführen und die organisatorische Weiterentwicklung in den operativen Segmenten fortsetzen.

Damit wollen wir uns als einer der besten deutschen IT-Services- und Software-Player etablieren - mit der vollen Kraft, Lösungsstärke und Exzellenz, die wir als Team quer über die Geschäftsbereiche vereinen: mit breitem Human Capital, Skalierbarkeit und regionaler Abdeckung sowie umfassenden IT-Know-how und hoher Digitalisierungs-Kompetenz.

Für die Segmente verfolgen wir derzeit die folgenden strategischen Ziele:

Im Segment Enterprise IT bieten wir den Kunden ein vollumfängliches IT-Services- und Projektportfolio für große Softwareprojekte und langfristige Managed-Services- und Wartungsverträge. Das Segment verfügt über eine tiefgreifende Expertise im deutschsprachigen Raum und eine ausgeprägte Branchenkompetenz und -expertise im Bereich Public/Öffentliche Auftraggeber. Allgeier Enterprise IT möchte seine Entwicklung hin zu einem Komplettanbieter von IT-Lösungen und -Services fortsetzen, der den Kunden als End-to-End-Service Provider ein ganzheitliches Leistungs- und Produktspektrum zur Digitalisierung geschäftskritischer Prozesse anbietet: Die Angebote reichen von Beratung und Managed Services, Business-Efficiency-Solutions, Business-Process-Management, Enterprise Content Management, über Cloud, mobile Anwendungen bis hin zu IT-Security und Open-Source-Softwarelösungen, insbesondere im wichtigen Wachstumsmarkt für die öffentliche Verwaltung, wo das Segment als Innovationsführer positioniert ist. Auf diese Weise unterstützt das Segment Enterprise IT private und öffentliche Kunden bei der digitalen Transformation und der Optimierung ihrer digitalen Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Segment greift auf einen großen Ressourcenpool von hochqualifizierten IT- und Engineering-Experten zu und stellt so ein hohes Maß an Skalierbarkeit und Flexibilität bei der Projektimplementierung und -betreuung sicher. Mit seinem Full-Service-Leistungs- und Lösungsportfolio will Allgeier Enterprise IT weiter über dem Branchendurchschnitt wachsen und die Marktposition in der DACH-Region weiter ausbauen. Dabei will das Segment seinen umfangreichen, langjährigen Kundenstamm von rund 500 Großunternehmen, leistungsstarken mittelständischen Unternehmen sowie öffentlichen Auftraggebern des öffentlichen Sektors nutzen und vom durchgängig hohen Digitalisierungsbedarf in unseren Kundenbranchen - und dabei insbesondere im öffentlichen Sektor - profitieren.

Das Segment mgm technology partners ist ein Beratungs- und Lösungsanbieter für Digitalisierungsprojekte und einer der führenden Dienstleister für E-Government in Deutschland. Im Segment mgm technology partners entwickeln wir für unsere Kunden geschäftskritische Software- und IT-Lösungen und unterstützen sie damit beim Wandel ihrer Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung. Von uns geschaffene Softwarelösungen betreuen wir zum Teil über viele Jahre, was insbesondere die Weiterentwicklung und weitere Anpassung an neue Kundenerfordernisse umfasst. Innovation in Bezug auf die eingesetzten IT- und Softwarelösungen ist für die Kunden ein entscheidender Wettbewerbsfaktor geworden. Im Zuge der massiv voranschreitenden Digitalisierung vieler Wirtschaftszweige werden wir damit für viele Kunden vom IT-Partner zum strategischen Partner, der unmittelbar an der Innovation im Kerngeschäft des Kunden mitarbeitet. Das Segment ist auf Handel/E-Commerce, Versicherungen und den öffentlichen Sektor spezialisiert und bedient damit insbesondere Branchen, die besonders krisenstabil bzw. krisenunanfällig sind. mgm technology partners will vom hohen Digitalisierungsbedarf dieser Branchen auch weiterhin profitieren - so etwa mit Lösungen für den boomenden Online-Handel ebenso wie mit großen, leistungsstarken Portalen zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung.

Im Jahr 2021 gehören auch gezielte weitere Akquisitionen ausdrücklich zu den Bestandteilen der Wachstumsstrategie. Wir nutzen dabei die durch Technologieentwicklung und steigende Intensität der Zusammenarbeit mit den Kunden getriebene, fortschreitende Konsolidierung des Marktes.

5.2 Risikomanagement

5.2.1 Risikomanagementsystem

Die Allgeier Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Wir definieren Risiken im weitesten Sinne als die Gefahr, unsere finanziellen, operativen oder strategischen Ziele nicht wie geplant erreichen zu können. Für die Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs ist es unerlässlich, die Risiken zu identifizieren und diesen durch geeignete Steuerungsmaßnahmen zu entgegnen. Dazu haben wir die Elemente eines Top-Down- und Bottom-Up-Ansatzes kombiniert und bedienen uns abgestufter Risikomanagement- und Kontrollsysteme auf Ebene des Vorstands und des Konzerncontrollings der Allgeier SE sowie auf Ebene der operativen Segmente und einzelnen Gruppenunternehmen, die uns dabei unterstützen, Risiken und Entwicklungen, die den Fortbestand unseres Unternehmens gefährden, frühzeitig zu erkennen. Unsere Risikomanagement- und Kontrollsysteme entwickeln wir laufend weiter und passen sie an die geänderten Anforderungen der Gruppe und deren Umfeld an. Darüber hinaus überprüft der Aufsichtsrat der Allgeier SE die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems mindestens jährlich.

Auf Ebene der Gruppenunternehmen agieren jeweils die unternehmerisch eigenständig handelnden, organrechtlichen Geschäftsleitungsmitglieder auf der Basis ihres spezifischen Geschäfts. In den einzelnen Gesellschaften haben wir Controlling-Systeme eingesetzt und eine Führungsorganisation etabliert, die in den Unternehmen eine hohe Transparenz gewährleistet, so dass wir sehr zeitnah Informationen über die Entwicklung der Unternehmen erhalten. Die Führungen der operativen Segmente und die Konzernleitung begleiten und kontrollieren die Arbeit der einzelnen Vorstände und Geschäftsführer zusätzlich über die entsprechenden Kontrollgremien wie Aufsichtsräte und Gesellschafterversammlungen. In den Geschäftsordnungen für die Geschäftsführungen von Gruppenunternehmen sind dezidierte Informationspflichten und Zustimmungserfordernisse geregelt. Darüber hinaus besteht ein intensiver und regelmäßiger Austausch zwischen den Geschäftsführungen der einzelnen Gruppenunternehmen untereinander sowie mit den Segment-Führungen und der Konzernleitung. Neben dem monatlichen Reporting und Controlling finden vierteljährliche "Quarterly Business Review"-Meetings zwischen dem Vorstand der Allgeier SE und den einzelnen Segment-Führungen statt, in denen die Geschäftsentwicklung einschließlich festgelegter Key Performance Indicators (KPI), die Marktentwicklung und aktuelle Chancen und Risiken sowie die Strategie und Maßnahmen zur Planeinhaltung intensiv besprochen werden. Konzernweite, regelmäßig zusammentretende Gremien wie das Management Committee und ein jährliches Finanzmeeting ergänzen den regelmäßigen Informationsaustausch.

Auf Ebene der Allgeier SE existiert ein Konzerncontrolling und Risikomanagement, dessen Funktion und Effizienz wir regelmäßig überprüfen und an veränderte Gegebenheiten anpassen. Systemisch basiert dies auf integrierten Planungs-, Controlling- und Reporting-Instrumenten, die die laufende betriebswirtschaftliche Analyse der operativen Segmente und der Einzelgesellschaften bis hin zum Konzern sicherstellen. In das System fließen auf Holdingebene u. a. monatlich sämtliche Konzernzahlen ein. Wir erfassen und kontrollieren die Konzernliquidität und die Liquiditätsplanung aller Gruppenunternehmen wöchentlich. Zudem fragen wir leistungswirtschaftliche Daten sowie deren Entwicklung wie u. a. Umsatz, Auftragsbestand, Auftragseingang oder Mitarbeiterzahlen teilweise bis auf Projektebene aufgeschlüsselt bei den Einzelgesellschaften im Rahmen festgelegter Routinen ab und erfassen diese in einem Business Intelligence-System, mit dessen Hilfe wir die Daten auswerten.

Die jährliche Geschäftsplanung im Sinne eines vom Aufsichtsrat der Allgeier SE zu genehmigenden Budgets für das folgende Geschäftsjahr - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Planbilanz sowie Finanzplan - nehmen wir auf der Grundlage einer Bottom-Up-Planung der operativen Segmente und Einzelgesellschaften vor, die für jedes Segment in Planungsgesprächen mit der Konzernleitung vorgestellt und umfassend diskutiert wird. Das geplante Budget des Folgejahres wird durch eine Zweijahresplanung für die nachfolgenden Jahre zu einer Dreijahresplanung ergänzt. Wir führen monatlich eine Soll-Ist-Analyse sowie einen Vergleich mit der jeweiligen Vorjahresperiode durch, was es uns ermöglicht, die operativen Segmente und Einzelgesellschaften als auch den Konzern adäquat zu steuern. Die Ergebnisse der Analysen werden in den vierteljährlichen Sitzungen mit dem Management der einzelnen Segmente diskutiert, mögliche Abweichungen erörtert und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen beschlossen. Für wesentliche Abweichungen von der Planung haben wir einen Eskalationsprozess definiert, der verschiedene Maßnahmen wie die sofortige, tiefergehende Prüfung bis hin zur Einleitung von Sanierungsschritten vorsieht. Nach Ablauf eines jeden Quartals des folgenden Planungsjahres überprüfen wir die Planung insgesamt und ermitteln eventuellen Anpassungsbedarf im Sinne eines Forecasts.

Eine Risikobewertung erfolgt anhand einer softwarebasierten, konzernweiten Risikomatrix. Für die Erstellung dieser Matrix fragen wir unter Verwendung eines professionellen Software-Tools von den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführern der Konzerngesellschaften in regelmäßigen Zeitabständen Einzelrisikomeldungen auf der Grundlage eines standardisierten Katalogs von Risiken sowie individueller Risiken nach den verschiedenen Risikobereichen einschließlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe ab. Dabei werden Methoden eingesetzt, die unternehmensweit einheitlich gestaltet sind und damit eine Vergleichbarkeit der Risikobewertung über alle Segmente hinweg ermöglichen.

Der Vorstand der Allgeier SE wertet mit Unterstützung des Konzerncontrollings regelmäßig die vorhandenen Informationen aus allen eingesetzten Risikomanagementinstrumenten aus und leitet bei Bedarf frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung ein. Der Vorstand berichtet ferner regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Gruppe sowie über einzelne Ereignisse und Entscheidungen an den Aufsichtsrat der Allgeier SE und bindet diesen, wie in der Geschäftsordnung für den Vorstand festgelegt, in alle Entscheidungen von besonderer Bedeutung für die Gruppe ein.

Mit dem Thema Risikomanagement eng verbunden ist das Thema Compliance. Unternehmen sind heute mit immer komplexeren gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Entsprechend der hohen Bedeutung dieses Themas sowohl in Deutschland, als auch international, steht die Compliance in der Allgeier Gruppe im Fokus des Vorstands und Aufsichtsrats. Das Compliance-Management-System der Allgeier Gruppe folgt dem 5-Säulen-Modell. Dieses hat auf abstrakter Ebene die Grundelemente von Compliance-Anforderungen in fünf Säulen zusammengefasst:

Leadership

Die Führungskräfte, allen voran die Geschäftsleitung, sind für eine regelkonforme, gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Leadership) verantwortlich. Vorstand und Aufsichtsrat leben daher unsere Werte täglich vor und fordern das auch von den weiteren Führungskräften der Gruppe.

Risk Assessment

Die Identifizierung, Bewertung und Dokumentation von Compliance-Risiken des Unternehmens ist das Kernelement unseres Compliance-Management-Systems. Die unternehmensspezifischen Compliance-Risiken beeinflussen zum einen die unternehmensabhängige Ausrichtung des Compliance Management Systems und zum anderen den effektiven Einsatz der Unternehmensressourcen. Alle Gruppenunternehmen ermitteln und bewerten ihre jeweiligen Compliance-Risiken halbjährlich und berichten diese an die jeweilige Segment-Führung und an die Konzernleitung.

Standards & Controls

Diese Säule enthält die sich aus dem Risk Assessment abgeleiteten Bausteine zur Einrichtung der Compliance-Organisation, für ein sich in die Managementlandschaft einfügendes Compliance Management System und die dazu gehörende schriftlich fixierte Ordnung. Für die gesamte Allgeier Gruppe gilt ein umfassender Verhaltenskodex (Code of Conduct für Angestellte), die Allgeier Compliance-Guideline, welche in allen Tochtergesellschaften in ihren Mindeststandards implementiert ist. Diese Guideline setzt Mindeststandards, von denen die einzelnen Segmente und Gruppengesellschaften nur nach oben im Sinne einer strengeren individuellen Regelung und Ausgestaltung abweichen dürfen. Die Umsetzung der Compliance-Guideline und ihre Beachtung werden insbesondere durch eine halbjährliche Berichtspflicht und Überprüfung durch den benannten Compliance-Ansprechpartner der Allgeier SE sichergestellt.

Training & Communication

Ein primäres Ziel einer effektiven Compliance-Schulung und Compliance-Kommunikation ist es, die Mitarbeiter für bestehende Risiken zu sensibilisieren. Dies führt in einem zweiten Schritt im Optimalfall zu einer Minimierung eben dieser Risiken, da Gefahren erkannt und so vermieden werden können. So erleichtert die Kommunikation auch das erforderliche Risiko-Monitoring, da die Compliance-Präsenz im Unternehmen die Wahrscheinlichkeit steigert, dass der Compliance-Funktion relevante Vorfälle bekannt gemacht werden. Die Sensibilisierung der Mitarbeiter erfolgt in Präsenz- und E-Schulungen.

Die geschulten Themen sind dabei in der Regel von den Aufgaben des jeweiligen Mitarbeiters abhängig. Darüber hinaus werden die Führungskräfte und Mitarbeiter zu aktuellen Compliance-Themen und -entwicklungen durch einen regelmäßigen Legal & Compliance-Newsletter sowie bei Sonderthemen durch einen Sonder-Newsletter informiert.

Monitoring, Auditing & Response

Diese Säule richtet den Fokus auf die relevanten Themen zur Überwachung, Prüfung und Beurteilung des Compliance Management Systems sowie auf die Berichterstattung über das Compliance Management System selbst. Festgelegte anlassabhängige und anlassunabhängige Spot Checks sowie Audits in der Gruppe helfen, mögliche Compliance-Verstöße schon frühzeitig zu erkennen. Im Falle der Aufdeckung eines Compliance-Verstoßes werden entsprechende Maßnahmen ergriffen, die gegebenenfalls arbeitsrechtliche Maßnahme miteinschließen können. Das Compliance-Management-System wird zudem auf eine mögliche Verbesserungswürdigkeit hin geprüft. Im Konzern gibt es eine zentrale Meldestelle zur Anzeige von Compliance-Verstößen oder von entsprechenden Verdachtsmomenten, die allen Mitarbeitern bekannt gemacht ist. Solche Mitteilungen können auch anonym abgegeben werden.

Teil einer funktionierenden Compliance ist die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften. Dies gilt besonders seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung. Daher hat sich Allgeier dazu entschieden, ein effizienteres Datenschutzmanagement zu etablieren und auf Ebene der Allgeier SE zur übergreifenden Koordination einen Datenschutzkoordinator ernannt. Alle Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung wurden in einer gruppenübergreifenden verpflichtenden Policy umgesetzt. Allgeier harmonisiert und verbessert zudem den Datenschutz gruppenweit stetig. Dazu wurde ein gruppenweites Datenschutzmanagement eingeführt, in dem Allgeier besonderen Wert auf folgende Punkte legt:

die Reduktion von Compliance-Risiken durch die Sicherstellung von gruppenweiter Konformität mit den jeweils geltenden datenschutzrechtlichen Standards
die Fähigkeit, Nachweise über die Einhaltung datenschutzrechtlicher Standards zu erbringen
die Möglichkeit zur Identifizierung von Vorteilen, die aus einem gruppenweiten Datenschutzmanagement resultieren - besonders in Bezug auf die strategische Ausrichtung der Allgeier Gruppe
die Definition und Umsetzung eines gruppenweiten datenschutzrechtlichen Mindeststandards und dadurch die Ermöglichung der richtigen Verteilung der Verantwortlichkeiten auf Gruppenebene bzw. auf Ebene der Gruppengesellschaften

Darüber hinaus gehört die Berücksichtigung von Anforderungen der Informationssicherheit zu einer umfassenden Compliance. Zur übergreifenden Koordination der Informationssicherheit wurde auf der Ebene der Holding für die gesamte Gruppe ein Chief Information Security Officer (CISO) ernannt. Eine neu definierte Allgeier Security-Guideline befindet sich in der Einführung. Sie stellt einen gruppenweiten Mindeststandard für Informationssicherheit dar. Ziel ist die Sicherstellung eines adäquaten Sicherheitsniveaus bei größtmöglicher Eigenständigkeit der einzelnen Einheiten. Grundsätzlich wird auf bestehende Regelungen aus Compliance und Datenschutz aufgesetzt, um keine unnötigen zusätzlichen Strukturen und Regelungen zu schaffen. Kern der an der ISO27001 angelehnten Security Guideline ist ein einfach zu handhabender Managementprozess mit den Bestandteilen des PDCA-Zyklus. Ein Risikomanagement identifiziert und behandelt Informationssicherheitsrisiken und aggregiert diese für den Vorstand der Allgeier SE. Zur schnellen Reaktion auf potenzielle Vorfälle wird ein gruppenweiter Vorfall-Managementprozess eingeführt. Er gewährleistet insbesondere eine nachhaltige Behandlung potenzieller Sicherheitsvorfälle. Zur Umsetzung der Allgeier Information Security Guideline haben die Unternehmen der Allgeier Gruppe jeweils einen Information Security Officer (ISO) ernannt.

5.2.2 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Die Allgeier SE stellt bei allen Konzerngesellschaften durch die nachfolgenden Merkmale ihres internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sicher, dass im Rechnungslegungsprozess relevante Sachverhalte bilanziell vollständig und richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt werden und die Rechnungslegung den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Ferner wird damit gewährleistet, dass durch das Rechnungswesen jederzeit die zum Zwecke des Controllings und zur Erfüllung der internen und externen Berichtspflichten benötigten Informationen zeitnah und verlässlich zur Verfügung gestellt werden können und die vorhandenen Vermögenswerte nicht zweckentfremdet genutzt werden.

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bei uns sind:

Wesentliche rechnungslegungsrelevante Prozesse unterliegen regelmäßigen analytischen Prüfungen
Es besteht eine klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstruktur
Es existiert eine eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben im Bereich des Rechnungslegungsprozesses
Die im Rechnungswesen verwendeten EDV-Systeme sind gegen unberechtigte Zugriffe geschützt
Es werden im Bereich der rechnungslegungsrelevanten EDV-Systeme überwiegend Standardsoftwareprodukte eingesetzt
Alle am Rechnungslegungsprozess beteiligten Personen entsprechen hohen qualitativen Anforderungen und werden jährlich geschult
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Rechnungswesensdaten werden regelmäßig anhand von Stichproben und Plausibilitätschecks durch manuelle Kontrollen überprüft
Bei besonderen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet
Die relevanten Risiken werden erfasst
Der Aufsichtsrat befasst sich u. a. mit den wesentlichen Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements
Durch das im Konzern verwendete Planungs-, Reporting-, Controlling- sowie Frühwarnsystem erfolgt eine systematische Analyse und Steuerung von Risikofaktoren und bestandsgefährdenden Risiken
Eine hinreichende Dokumentation wird gewährleistet
Die konzerninternen Salden sowie gegebenenfalls vorhandene Zwischengewinne in Vermögenswerten werden eliminiert. Eine vollständige Erfassung dieser Positionen ist durch die Kontenstruktur der Gesellschaften und zusätzlich durch ein Meldeverfahren gewährleistet

5.3 Risiken

Im Folgenden werden wesentliche Risiken genannt, die eine erhebliche, nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe und damit auch auf den Aktienkurs haben können. Die Aufzählung der Risiken ist nicht abschließend. Neben den genannten kann es weitere Risiken geben, denen unsere Gruppe ausgesetzt sein kann und die das Geschäft unserer Gruppenunternehmen beeinträchtigen können. Daneben existieren potenzielle weitere Risiken, die wir im Folgenden nicht ausdrücklich einbeziehen, da wir sie als nicht gleichermaßen wesentlich identifiziert haben.

5.3.1 Marktrisiken und strategische Risiken

5.3.1.1 Wirtschaftliches Umfeld

Unser Marktumfeld wird stark von den globalen und lokalen makroökonomischen Faktoren sowie der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in unseren Kernmärkten in Deutschland und Mitteleuropa beeinflusst. Insbesondere beeinflusst die wirtschaftliche Situation unserer Kunden, die größtenteils ebenfalls von der Wirtschaftsentwicklung in den für sie relevanten Märkten abhängig sind, deren Ausgabeverhalten in Hinblick auf IT-Ausgaben und damit indirekt unser Geschäft. Gleiches gilt auch für die öffentlichen Haushalte, die zudem von Themen wie Staatsverschuldung und Verschuldung der öffentlichen Haushalte beeinflusst sind. Unser Geschäft, das im Wesentlichen in der Erbringung von Dienstleistungen für Industrie- und Handelsunternehmen, aber auch für öffentliche Auftraggeber besteht, wird damit direkt und indirekt durch die allgemeine, konjunkturelle Entwicklung beeinflusst, der unsere Kunden ausgesetzt sind und die auf unsere Kunden unterschiedliche Auswirkungen hat. Eine zurückhaltende, volatile oder gar rezessive Entwicklung der Märkte kann dazu führen, dass einzelne Kunden keine Aufträge mehr erteilen oder über geringere Budgets für IT-Dienstleistungen verfügen. Dies kann einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. In diesem Zusammenhang kann ein negativer Einfluss durch die COVID-19-Pandemie weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Nach dem gravierenden Einbruch der Wirtschaftsleistung in den für Allgeier relevanten Märkten der DACH-Region in der ersten Jahreshälfte 2020 kam es zwar zu einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Mit dem im Herbst 2020 eingeleiteten neuerlichen Lockdown im Zuge der zweiten Infektionswelle erscheint es jedoch wahrscheinlicher, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Wirtschaft langfristiger sein werden und das Vorkrisenniveau in näherer Zeit nicht erreicht wird. Auch die Gefahren einer Rezession, eines weiteren Anstiegs der Arbeitslosigkeit und einer Insolvenzwelle zahlreicher Unternehmen waren im Frühjahr 2021 nicht gebannt. Inwieweit einige Wirtschaftszweige durch die Krise nachhaltigen Schaden genommen haben, ließ sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht absehen. Die kurz- und mindestens mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft wird nach unserer Erwartung sowohl global als auch auf nationaler Ebene weiterhin wesentlich davon abhängen, wie schnell und umfassend es gelingt, die Pandemie vollständig in den Griff zu bekommen und ob sich die erhoffte nachhaltige wirtschaftliche Erholung materialisiert. Sollten für Allgeier relevante Märkte indes von einer Rezession betroffen sein, bestimmte Wirtschaftszeige einen starken Nachfrageeinbruch verzeichnen oder etwa wichtige Einzelkunden in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, so wird dies wahrscheinlich Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die weitere Entwicklung des Allgeier Konzerns haben.

5.3.1.2 Marktentwicklung im Branchenumfeld

In der IT-Branche gibt es darüber hinaus weitere Faktoren, die erheblichen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung haben, wie die dynamische Entwicklung von Technologietrends, hoher Wettbewerbs- und Preisdruck sowie Personalknappheit. Der Technologiewandel ist im IT-Sektor sehr groß und schreitet rasch voran, was Chance und Risiko zugleich bedeutet. Wer nicht mithalten kann, oder zu lange auf Technologien und Marktsegmente setzt, deren Zukunft durch neue Trends überholt wird, kann dadurch erhebliche, zum Teil sogar existenzielle, Nachteile erleiden. Der weltweite, wie auch der deutsche IT-Markt befinden sich in stetiger Veränderung und sind einer damit einhergehenden Konsolidierung unterworfen. Insbesondere große Kunden mit hohen Anforderungen und großen Auftragsvolumina streben danach, ihre Lieferanten zu konsolidieren, um einerseits die Leistungsfähigkeit und Qualität zu verbessern, aber andererseits auch Kosten zu senken. Dies erhöht den Wettbewerb in der Branche und stellt uns vor die Herausforderung, dem Kostendruck und Wettbewerb standzuhalten und gegebenenfalls sogar davon zu profitieren. Einige unserer Wettbewerber sind deutlich größer und umsatzstärker als wir und verfügen über umfangreichere Ressourcen. Kleinere Wettbewerber sind zum Teil spezialisierter als wir. Es ist möglich, dass Wettbewerber im Einzelfall effektiver und schneller auf neue Marktchancen reagieren könnten. Die vorgenannten Szenarien können für uns sinkende Umsätze, sinkende Margen oder einen negativen Einfluss auf unsere Marktanteile zur Folge haben. Der Eintritt der genannten Risiken kann dementsprechend einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

5.3.2 Operative Risiken

5.3.2.1 Personal

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere Unternehmen sind die engagierten und unternehmerisch handelnden Mitarbeiter. Dies betrifft sowohl die Mitglieder der Geschäftsleitungen sowie weitere Führungspersonen als auch sämtliche Mitarbeiter und Know-how-Träger der Gruppengesellschaften. Im Managementbereich sind wir mit der Herausforderung konfrontiert, für das weitere Wachstum eigenen Führungsnachwuchs zu fördern oder im Einzelfall von außen Verstärkung zu rekrutieren. Bei Generationswechseln sind rechtzeitig Nachfolgelösungen zu entwickeln. Im Mitarbeiterbereich allgemein gilt es andauernd, IT-Fachkräfte und Mitarbeiter mit sonstigen Ausrichtungen wie z. B. Vertrieb in ausreichender Zahl und hoher Qualifikation zu finden. Dies ist insbesondere in den Boom-Regionen, in denen wir aktiv sind, eine wichtige Thematik. Daher entgegnen wir diesem Risiko mit entsprechenden Recruitment-Aktivitäten und bieten attraktive Arbeitsbedingungen, denn für uns ist es ebenso wesentlich, unsere Mitarbeiter langfristig an uns zu binden. Fehlende Management- und IT-Fachkräfte können unsere Geschäftsentwicklung und damit auch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigen. Um auf die Dynamik heutiger Märkte flexibel reagieren zu können, bietet Allgeier die Vermittlung von Fachpersonal zur Umsetzung von IT-Projekten an und bezieht teilweise selbst solche Leistungen. Hierbei entsteht ein rechtliches und finanzielles Risiko, falls die Vertragsgestaltung, die Auftragsdurchführung oder das Einsatzmanagement des Fachpersonals Rückschlüsse auf eine verdeckte oder unerlaubte Arbeitnehmerüberlassung zulässt. Diesem Risiko begegnen wir mit etablierten Prozessen und Kontrollen, die sich über den gesamten Projektzyklus erstrecken. Dennoch kann durch dieses Risiko die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigt werden.

5.3.2.2 Kunden

Ein weiterer, entscheidender Erfolgsfaktor für Allgeier ist die Pflege der Beziehungen zu unseren Kunden durch exzellente Arbeit und eine kontinuierlich gute und kompetente Betreuung sowie die Gewinnung von neuen Kundenaufträgen. Als Gruppe haben wir die Möglichkeit, neben der Kompetenz und langjährigen Verlässlichkeit der einzelnen Unternehmen, unseren Kunden eine größtmögliche fachliche und regionale Abdeckung durch die Zusammenarbeit mehrerer Gruppenunternehmen zu bieten. Gleichwohl besteht das Risiko, dass wir wesentliche Kunden zum Beispiel aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten auf Kundenseite, personeller Änderungen insbesondere in der Führungsebene des Kunden sowie damit verbundener Veränderungen in den Geschäftsstrategien, oder aufgrund von Konkurrenzangeboten verlieren oder Projekte nur in einem geringeren Umfang weitergeführt werden können. Wir arbeiten für viele Mittelstandskunden sowie für internationale Konzerne und öffentliche Auftraggeber in großen Projekten. Bei 58 Kunden verzeichneten wir 2020 einen Jahresumsatz von jeweils über 1 Mio. Euro). Mit den zehn größten Kunden der Gruppe erwirtschafteten die Konzerngesellschaften im Geschäftsjahr 2020 gemeinsam einen Umsatz von 162,2 Mio. Euro, entsprechend 45 Prozent des Gesamtumsatzes des fortgeführten Geschäfts der Allgeier Gruppe. Mit dem größten Einzelkunden haben wir 11 Prozent des Umsatzes im fortgeführten Geschäft erzielt. Bereits in den Vorjahren hat sich gezeigt, dass der Wegfall von Teilen solcher Großprojekte erhebliche Auswirkungen auf die jeweils betroffene Gruppengesellschaft haben kann. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Gruppe als Ganzes mit einem solchen Szenario umgehen und den Wegfall zeitnah durch neues Geschäft kompensieren kann. Sollte uns dies nicht oder nicht rasch genug gelingen, kann das negative Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

5.3.2.3 Produkte, Technologie und Know-how

Weiterhin stellen IT-Trends und technologischer Vorsprung sowohl Chance als auch Risiko dar. Das rechtzeitige Erkennen und Anwenden dieser Trends sind von immenser Bedeutung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Technologischer Wandel und sich ändernde Anforderungen, z. B. an IT-Sicherheit und Datenschutz, erfordern stetige Innovation in der entsprechenden Schnelligkeit. Dies gilt auch für die Weiterentwicklung der eigenen Softwareprodukte. Für diese kommt das Risiko hinzu, dass bei nicht ordnungs- oder vertragsgemäßer Funktion Haftungs- und Gewährleistungsrisiken bestehen können. Allgeier setzt hier auf das Know-how seiner Mitarbeiter und wendet viel Sorgfalt für die Produkt- und Lösungsentwicklung auf. An einigen Stellen müssen sich die Unternehmen auf Partnerunternehmen oder Subunternehmer verlassen. Falls wir die sich wandelnden Anforderungen nicht ausreichend erfüllen können, kann unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigt werden.

5.3.2.4 Verträge und Projekte

Die Allgeier Gruppenunternehmen übernehmen im Rahmen des operativen Geschäfts in den Verträgen mit ihren Kunden zum Teil vertragliche Haftungen und Gewährleistungen, z. B. im Rahmen von Festpreiskalkulationen für Projektaufträge oder zur Einhaltung von bestimmten Service Levels. Entscheidend ist diesbezüglich eine gute Unternehmensorganisation und Projektsteuerung einschließlich eines effizienten Risikomanagements. Konkrete rechtliche Risiken können teilweise durch Versicherungen oder Ansprüche gegen Dritte abgedeckt werden. Eine Steuerung und Begrenzung von Risiken durch den Abschluss von Versicherungen erfolgt dann, wenn wir dies im Hinblick auf den wirtschaftlichen Nutzen als erforderlich und sinnvoll erachten. In der Allgeier Gruppe bestehen für die wesentlichen Geschäftsrisiken Versicherungsverträge, wie insbesondere eine gruppenweite Betriebshaftpflicht- und D&O-Versicherung. Trotz der ergriffenen Maßnahmen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass im Einzelfall Nacharbeiten oder erhöhte Aufwendungen erforderlich werden, die das finanzielle Ergebnis aus dem betreffenden Auftrag negativ beeinflussen oder Verlustbeiträge bedeuten können. Auch Haftungsrisiken aus Projekten können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Sollten sich aus vertraglichen Haftungen konkrete Risiken ergeben, werden bei den betreffenden Gesellschaften entsprechende Rückstellungen gebildet. Der Eintritt solcher Vertrags- und Projektrisiken kann sich auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ auswirken.

5.3.2.5 Unternehmenstransaktionen

Unsere Strategie beinhaltet neben der organischen Weiterentwicklung der Gruppengesellschaften auch die Verstärkung der Gruppe durch weitere Akquisitionen. Viele Transaktionen sind mit meist erheblichen Investitionen und Kosten verbunden und bergen das Risiko, dass sich das erworbene Unternehmen nicht wie geplant entwickelt oder trotz aller Sorgfalt negative Folgen aus der Vergangenheit mit übernommen werden. Es besteht das Risiko, dass in so einem Fall aufgrund der Transaktion zu bilanzierende Vermögenswerte, einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerte, aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen abgeschrieben werden müssen, was die Jahresergebnisse erheblich belasten kann. Daneben besteht das Risiko, dass die neu erworbene Gesellschaft Verluste zum Konzernergebnis beisteuert und eine in solch einem Fall erforderlich werdende Restrukturierung Ressourcen und Mittel bindet, die dann nicht für die Weiterentwicklung der Gruppe eingesetzt werden können. Ferner bestehen Finanzierungsrisiken, wenn eine Transaktion teilweise mit Fremdmitteln finanziert wird. Dies kann unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigen. Entsprechendes gilt auch für die Entscheidung zur Veräußerung von Teilen des Geschäfts. In der Regel werden diese Entscheidungen getroffen, um für die Gruppe eine geänderte strategische Richtung einzuschlagen oder Geschäft abzugeben, das zur künftigen Entwicklung der Gruppe nicht ausreichend beiträgt. Auch aus solchen Transaktionen können vertragliche Risiken entstehen. Daneben ist auch die Entscheidung, ein Unternehmen oder einen Teil davon zu veräußern, mit strategischen Risiken belegt - die Entscheidung kann z. B. zu spät getroffen werden oder die Wahrnehmung der Gruppe im Markt und bei Kunden negativ beeinflussen. Schließlich bergen auch unternehmensinterne Strukturmaßnahmen wie Zusammenschlüsse und Integrationsprojekte Risiken, die sich auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ auswirken können, insbesondere wenn der geplante Erfolg nicht oder nicht in der erwarteten Weise eintritt oder dadurch das Wachstum verlangsamt wird oder Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Bei der Prüfung und Durchführung von Unternehmenserwerben oder anderen Transaktionen agiert der Vorstand der Allgeier SE unter Beachtung der hohen Sorgfaltsanforderungen für Entscheidungen mit besonderer Tragweite für die Allgeier Gruppe. Dabei greift der Vorstand regelmäßig auch auf die Expertise und Erfahrung interner Berater, wie der Mitglieder des Aufsichtsrats oder ausgewählter Personen aus der Gruppe, sowie externer Berater wie Banken, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte zurück. Vor der Durchführung von Transaktionen nehmen wir im angemessenen Umfang Due-Diligence-Prüfungen vor. Zur Absicherung gegen spezielle auftretende Risiken treffen wir im Vorfeld der Transaktion entsprechende vertragliche Regelungen.

5.3.3 Finanzrisiken

5.3.3.1 Liquiditäts- und Kreditrisiken

Die Allgeier Gruppe verfügt auf der einen Seite nach wie vor über ein hohes Maß an liquiden Mitteln in Höhe von 60,8 Mio. Euro am 31. Dezember 2020 (Vorjahr: 97,4 Mio. Euro). Auf der anderen Seite bestehen zum Bilanzstichtag verzinsliche Bankverbindlichkeiten in Höhe von 28,6 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 164,9 Mio. Euro), die im Wesentlichen aus der neu abgeschlossenen, revolvierenden Kreditlinie und zu einem geringen Teil aus den aufgenommenen Schuldscheindarlehen sowie aus den Verbindlichkeiten aus dem Factoring von Kundenforderungen bestehen. Tilgungen auf diese Darlehen sind zur Fälligkeit entweder aus einer noch abzuschließenden Refinanzierung oder aus Gesellschaftsmitteln zu leisten. Es besteht das Risiko, dass bei Fälligkeit eine Tilgung aus eigenen Mitteln nicht vollumfänglich möglich ist und eine Refinanzierung nicht im ausreichenden Maß und fristgemäß gelingt.

Aus den bestehenden Miet- und Leasingverträgen der Gruppenunternehmen resultieren Verbindlichkeiten, deren Tilgung kurzfristige Liquiditätsengpässe verursachen könnte. Diesem Risiko wird durch die laufende monatliche Liquiditätsplanung sowie das ausreichende Maß an liquiden Mitteln sowie Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung begegnet. Nach der Berücksichtigung der vorgenannten Aspekte resultiert aus den Leasingverbindlichkeiten kein erhebliches Netto-Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Aus den Finanzschulden resultieren ferner Zinsrisiken und vertragliche Risiken aus möglichen vorzeitigen Rückzahlungsverpflichtungen. Weiter bestehen Risiken aus der Einhaltung von Bilanz- und GuV-Kennzahlen und Relationen sowie weiteren Auflagen, die im Falle von Nichteinhalten zur Kündigung von Darlehen und zur sofortigen Fälligkeit der Kredite führen können. Auch die Verschlechterung des Ratings der Gruppe aufgrund negativer Geschäftsentwicklungen kann die Finanzierungsfähigkeit der Gruppe und die erzielbaren Konditionen erheblich beeinflussen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die näher im Anhang des Konzernabschlusses dargestellten Liquiditätsrisiken. Der Konzern überwacht mit seinem Berichtswesen Ertrags-, Vermögens-, und Finanzlage aller Tochterunternehmen auf monatlicher Basis steuert seine Finanzrisiken mit Hilfe von Bilanzkennzahlen und laufenden Ergebnis- und Bilanz-Forecasts, die den Fokus insbesondere auf die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Liquidität setzen. Geplante Akquisitionen von Konzerngesellschaften werden nur durchgeführt, wenn die Finanzierung dieser Gesellschaften zu keinen nennenswert erhöhten Liquiditäts- und Kreditrisiken führt. Die Auswirkungen geplanter Akquisitionen auf die Liquiditäts- und Kreditsituation werden in integrierten Finanzplanungen simuliert und die Machbarkeit getestet, um die Liquiditäts- und Kreditrisiken neuer Akquisitionen besser abschätzen zu können. Gleichwohl kann eine nicht vorhergesehene schlechtere Entwicklung einer akquirierten Gesellschaft problematisch im Hinblick auf die Finanzierungen und Einhaltung vertraglicher Finanzkennzahlen sein.

Wir führen fortlaufend Gespräche und Verhandlungen zur Evaluierung und Prüfung der Finanzierungen für das Gruppenwachstum und Akquisitionen. Sofern für unser künftiges Wachstum neues Eigen- oder Fremdkapital benötigt wird, sind wir abhängig von der Entwicklung der Finanz- und Kapitalmärkte und der Möglichkeit des Zugangs zu neuem Fremd- oder Eigenkapital.

Die künftigen Cashflows und die Liquiditätssituation der Gruppe können auch durch ein geändertes Zahlungsverhalten der Kunden, z. B. längere Zahlungsziele oder Zahlungsausfälle, negativ beeinflusst werden. Dieses Risiko ist entsprechend mit der COVID-19-Pandemie und den daraus resultierenden Folgen für die Wirtschaft bedeutender geworden. Bei einzelnen Tochtergesellschaften werden Forderungsausfallrisiken durch Versicherungen abgedeckt. Der Eintritt eines oder mehrerer der genannten Risiken können die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich negativ beeinflussen.

5.3.3.2 Sicherungspolitik und Finanzinstrumente

Die Allgeier Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Preis- und Zins- und Währungsschwankungen ausgesetzt. Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit des Konzerns können sich Wechselkursrisiken und -chancen aus dem operativen Geschäft sowie den Finanztransaktionen ergeben. Der Allgeier Konzern steuert und überwacht Marktpreisrisiken und -chancen vorwiegend im Rahmen seiner operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten und setzt bei Bedarf derivative Finanzinstrumente ein. Diese Risiken beobachten und bewerten wir laufend. In Einzelfällen haben wir sie durch Sicherungsmaßnahmen begrenzt oder vermieden, wenngleich die Sicherungsbeziehungen die Voraussetzungen nach IAS 39 für ein Hedge Accounting nicht erfüllen.

Durch eine implementierte Liquiditätsplanung und -steuerung sowie Cash-Management-Systeme werden mögliche Liquiditätsengpässe rechtzeitig transparent gemacht und angemessene Schritte ausgelöst. Zur Finanzierung des Working Capital-Bedarfs der operativen Gesellschaften stehen zum Stichtag 31. Dezember 2020 liquide Mittel und Betriebsmittelfinanzierungen in Form von Kontokorrentlinien in Höhe von 16,8 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 19,8 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus steht verschiedenen Allgeier Gesellschaften ein Volumen zum Factoring von Kundenforderungen in Höhe von bis zu 30 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr inkl. Nagarro: 60 Mio. Euro). Am Stichtag 31. Dezember 2020 war das Factoring in Höhe von 24,2 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 32,3 Mio. Euro) genutzt. Mögliche entstehende Verluste aus abgeschlossenen Sicherungsinstrumenten könnten negative Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

5.3.4 Rechtliche und regulatorische Risiken

5.3.4.1 Rechtliche Risiken

Im Rahmen des operativen Geschäfts bestehen rechtliche Risiken in den Verträgen mit Kunden. Dies können sowohl Haftungs- und Gewährleistungsrisiken als auch Risiken der Kostenüberschreitung in einzelnen Projekten sein (siehe oben Ziffer 5.3.2.4). Je nach Art des Projekts können sich Risiken aus Themen wie Datenschutzverletzungen oder Datenverlusten sowie Betriebsausfallschäden auf Kundenseite ergeben. Bei Verletzung von vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Unternehmen oder aus Unternehmenstransaktionen können sich am Ende Rechtsstreitigkeiten ergeben. Abhängig von dem Rechtsraum, in dem Streitigkeiten entstehen, kann das Risiko durch die lokalen Bedingungen erhöht sein. Themen der Vertragsgestaltung, z. B. für Outsourcing oder Werkverträge, können im Einzelfall unabhängig von den dahinterstehenden regulatorischen Fragen rechtliche Risiken auslösen, wenn die Anforderungen an solche Verträge nicht ausreichend berücksichtigt und umgesetzt werden. Sollten wir den rechtlichen Risiken nicht in angemessener Form begegnen können, kann sich das auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ auswirken.

5.3.4.2 Regulatorische und Compliance-Risiken

Änderungen der Gesetzgebung oder der Auslegung von Gesetzen können die Umsätze und Profitabilität der Unternehmen der Gruppe beeinträchtigen. Sollten sich die gesetzlichen Voraussetzungen in Deutschland, z. B. im Bereich der Steuern und Sozialabgaben, des Arbeitsrechts, des Dienst- oder Werkvertragsrechts, ändern, so kann dies zu einem höheren Aufwand oder zu höheren Haftungsrisiken der Unternehmen führen. Die zeitliche Beschränkung der Überlassung von Arbeitnehmern ist im Hinblick auf IT-Projekte kritisch zu beurteilen, da diese Projekte in vielen Fällen langfristig angesetzt werden. Im Einzelfall werden hierzu mit Kunden individuelle Lösungen abgestimmt. Mittelfristige Auswirkungen auf die gesamte Branche sind heute noch nicht ausreichend absehbar. Auch die regulatorischen Voraussetzungen für die Beschäftigung von selbstständigen IT-Experten als Subunternehmer unterliegen Diskussionen und Wandlungen, die im Einzelfall schwer abzusehen sind. An dieser Stelle besteht aufgrund von neueren gesetzlichen Regelungen, zu denen es noch keine hinreichend gesicherte Rechtsprechung gibt, zum Teil keine ausreichende Rechtssicherheit. Die betreffenden Gruppengesellschaften prüfen die jeweiligen Anforderungen zwar sehr sorgfältig, verfolgen jede angekündigte Änderung und berücksichtigen neue gesetzliche Anforderungen, aber es können auch durch sehr weitgehende Maßnahmen und Vorkehrungen nicht alle sich daraus ergebenden regulatorischen und Compliance-Risiken vollständig und sicher ausgeschlossen werden.

Durch den kontinuierlichen Ausbau unserer Geschäftstätigkeit werden auch regulatorische Risiken in anderen Staaten stärker relevant und finden entsprechend erhöhte Beachtung in der künftigen Geschäftstätigkeit. In konkreten Fällen ergeben sich steuerliche Fragen im Zusammenhang mit dem Leistungsaustausch von Gütern und Dienstleistungen und der Verrechnung dieser Leistungen im Rahmen des "Transfer-Pricing". Zu nennen sind darüber hinaus Risiken aus der Finanzierung von Gruppengesellschaften und damit in Verbindung stehenden Regelungen zur Deklaration der Darlehen und Abzugsfähigkeit von Zinsen auf solche Finanzierungsinstrumente. Falls wir diese Anforderungen nicht ausreichend erfüllen, können die Folgen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinträchtigen.

5.3.5 Gesamtbild der Risikolage des Konzerns

Die für den Allgeier Konzern relevantesten Risiken wurden in den vier vorgenannten Kapiteln "5.3.1 Marktrisiken und strategische Risiken", "5.3.2 Operative Risiken", "5.3.3 Finanzrisiken" sowie "5.3.4 Rechtliche und regulatorische Risiken" dargestellt. Im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts und ihrer möglichen Auswirkung schätzen wir die Risiken, die aus dem wirtschaftlichen Umfeld und der Entwicklung des Marktes resultieren, derzeit als am wesentlichsten ein. Durch den erfolgten Spin-off der Nagarro Gruppe haben sich die Risiken der Allgeier Gruppe insbesondere in den Bereichen der Wechselkursrisiken sowie der regulatorischen und Compliance-Risiken aufgrund der weniger starken internationalen Aufstellung der Gruppe verringert.

Die COVID-19-Pandemie und die von der Politik in den einzelnen Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus ergriffenen Maßnahmen führten zu einem Einbruch der weltweiten Konjunktur und wirkten sich wesentlich auf die einzelnen für Allgeier relevanten Märkte sowie Branchen und Kundenunternehmen aus. Mit den von uns im vergangenen Geschäftsjahr ergriffenen Maßnahmen konnten wir den Service für unsere Kunden und die Arbeit in den Projekten in sicherer und produktiver Weise ohne größere Einschränkungen fortsetzen. Auf Seite der Kunden bestehen aufgrund der hohen Diversifikation des Kundenspektrums unserer Gruppe in Bezug auf Größe, Region, Branchen und Geschäftsmodelle keine relevanten Klumpenrisiken. So erwies sich unser Geschäft im Geschäftsjahr 2020 als weitgehend resilient gegenüber den Folgen der COVID-19-Pandemie. Stärkere temporäre Einbrüche unseres Geschäfts blieben bislang aus. Aufgrund der anhaltenden weltweiten Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus und der durch die Eindämmung der Pandemie verursachten wirtschaftlichen Folgen herrscht allerdings nach wie vor erhebliche Unsicherheit über das Ausmaß der Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die nachhaltige Stabilisierung der internationalen Kapital- und Finanzmärkte. Auch wenn wir nicht mit einem fundamentalen Rückgang der Ausgaben für Digitalisierung und IT rechnen, können die negativen Auswirkungen auf einzelne Kunden oder Branchen auch unser Geschäft punktuell negativ beeinflussen. Daher überwacht der Vorstand weiterhin jene Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit sich aufgrund der COVID-19-Pandemie und bestehender sowie ggf. zukünftig auftretender Virusvarianten erhöht hat, und diejenigen Risiken, die sich auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Allgeier Gruppe auswirken.

Dazu dienen unseren Risiko- und Kontrollsysteme, die laufend überprüft und angepasst werden, und mit denen wir der Risikolage des Konzerns aus unserer Sicht angemessen Rechnung tragen. Durch die vorgenannten Risiken hat sich die Risikolandschaft für Allgeier im Laufe des vergangenen Jahres wesentlich verändert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir dennoch keine Risiken identifiziert, die einzeln oder bei gesammeltem Auftreten den Fortbestand unseres Konzerns gefährden könnten. Daher ist der Vorstand der Überzeugung, dass Allgeier die aus den vorgenannten Risiken resultierenden Herausforderungen auch in Zukunft erfolgreich meistern kann.

5.4 Chancen

Neben den vorstehend beschriebenen Risiken gibt es für die Allgeier Gruppe über die bereits in den konkreten Planungen erfasste Geschäftsentwicklung hinaus auch weitere Chancen zur Verbesserung des Leistungsangebots und der Stellung im Wettbewerb. Diese sieht der Vorstand vor allem in folgenden Aspekten:

5.4.1 Akquisitionen

Über die im Jahr 2020 getätigten Akquisitionen hinaus sind in der Unternehmensplanung für das laufende Geschäftsjahr 2021 keine konkreten bzw. angebahnten Akquisitionsvorhaben enthalten, da diese im Einzelfall in der Regel vorab nicht planbar sind. Gleichwohl sollen Akquisitionen ein integraler Bestandteil der weiteren Unternehmensentwicklung sein. Korrespondierend zu den beschriebenen Risiken aus Akquisitionen stellen diese aber auch eine erhebliche Chance zur Beschleunigung des Wachstums und für den weiteren gezielten und strategischen Ausbau der Gruppe dar. Ebenso korrespondierend können auch andere Portfolioumschichtungen, wie die Veräußerung einzelner Geschäftsteile, Chancen für eine Neuausrichtung der Gruppe bedeuten.

5.4.2 Mitarbeiter

Im Zuge des Wachstums der Gruppe erhöhen sich auch die Faktoren für die Attraktivität unserer Unternehmen für neue Mitarbeiter. Eine Bearbeitung von komplexen und herausfordernden Projekten und das damit verbundene größere Know-how bilden für neue Mitarbeiter einen steigenden Anreiz, für Allgeier zu arbeiten. Die Aussicht, die künftige Wertsteigerung und den künftigen Erfolg aktiv mitgestalten zu können, zieht insbesondere Führungskräfte an, die unsere Teams entscheidend bereichern und die Gruppe stärken. Dies gilt auch für die durch Akquisitionen hinzugewonnenen Kollegen. Wesentlich wird in diesem Zusammenhang auch sein, die richtigen Incentive-Systeme in der Gruppe zu etablieren bzw. weiter zu entwickeln.

5.4.3 Technologien und Märkte

Eine weitere Chance stellen die mit der fortschreitenden Gruppenentwicklung größer werdenden Möglichkeiten des Eintritts oder der Vertiefung von technologischem Know-how insbesondere für Trendtechnologien dar. Die IT-Branche ist erheblichen Wandlungen unterworfen, die neben den beschriebenen Risiken auch enorme Zukunftschancen bedeuten. Es werden vollkommen neue Geschäftsfelder mit großen Wachstumsmöglichkeiten und Chancen zur Differenzierung im Wettbewerb entstehen. Auch hier können Akquisitionen neben der organischen Entwicklung eine entscheidende Rolle zur dynamischen Weiterentwicklung spielen. Gleiches gilt auch für den Eintritt in neue Marktsegmente und deren Erschließung -regional wie auch in Bezug auf Branchen. Auch hierfür schaffen Wachstum und Akquisitionen neue Möglichkeiten.

Wir erwarten bei unseren Kunden eine weitere Verstärkung des Trends zur Digitalisierung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen und damit verbunden eine erhöhte Nachfrage nach IT-Expertise und Software. Durch unsere Positionierung können wir von dieser Entwicklung gegebenenfalls auch profitieren.

5.4.4 Prozesse und Systeme

Schließlich sehen wir auch in der stetigen Verbesserung unserer internen Organisation und Zusammenarbeit durch die Verbesserung der verwendeten Systeme und definierten Prozesse gute Chancen für unsere künftige Entwicklung. Kommend aus einem sehr stark mittelständisch geprägten Umfeld werden Investitionen in einheitliche Systeme erst mit zunehmender Größe sinnvoll und rentabel. Dadurch kann das Nutzen von Synergien und gemeinsamem Potential unterstützt oder erst sinnvoll ermöglicht werden. Eng damit verbunden ist die stetige Verbesserung von internen Unternehmensprozessen. Dies gilt sowohl für die interne Zusammenarbeit in der Gruppe, zum Beispiel im Teilen von Know-how oder verfügbaren Ressourcen oder im Verhältnis zum Kunden, als auch für die effizientere Durchführung von Kundenprojekten und die Qualität unserer Arbeit.

6. Vergütungsbericht

6.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands orientiert sich an der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Konzerns unter Berücksichtigung der Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Es bietet Anreize für eine erfolgreiche, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensführung. Das Vergütungssystem für den Vorstand wird vom Aufsichtsrat beschlossen und in regelmäßigen Abständen überprüft. Änderungen des Vergütungssystems werden unseren Aktionären im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung berichtet.

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands setzen sich im Geschäftsjahr 2020 aus den folgenden Bestandteilen zusammen: (i) einem festen Jahresgehalt und (ii) einem variablen Vergütungsbestandteil in Form einer vom Konzernergebnis abhängigen Tantieme. Der zwölfte Teil des festen Jahresgehalts wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Für alle Mitglieder des Vorstands sind Höchstgrenzen (Cap) für die variablen Vergütungsbestandteile vereinbart.

Darüber hinaus erhält der Vorstand übliche Nebenleistungen wie beispielsweise die Bereitstellung eines Dienstwagens und Zuschüsse zu Kranken- oder Rentenversicherung im gesetzlichen Rahmen.

Die Vergütung des Vorstands beträgt für das Jahr 2020 insgesamt 5.196 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.975 Tsd. Euro). Die Gesamtvergütung ohne Aktienoptionen teilt sich auf in (i) feste Jahresgehälter von insgesamt 1.361 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.399 Tsd. Euro) und (ii) variable Vergütungsbestandteile von insgesamt 3.835 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.576 Tsd. Euro). Die vom Ergebnis des Konzerns abhängige, variable Vergütung wurde als Rückstellung bilanziert und kommt nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat der Allgeier SE im Jahr 2021 zur Auszahlung.

An drei Mitglieder des Vorstands wurden in den Vorjahren in Summe 520.000 Aktienoptionen ausgegeben, davon im Jahr 2010 380.000 und im Jahr 2014 140.000. Im Jahr 2020 wurden keine Aktienoptionen ausgegeben. Die erste Ausübung ist jeweils frühestens vier Jahre nach Ausgabe möglich. Die Ausübung ist nach Neuberechnung des Ausübungspreises in Folge der Abspaltung der Nagarro für die in 2010 ausgegebenen Aktienoptionen ab einem Aktienkurs von 1,85 Euro für die Allgeier SE und ab einem Aktienkurs von 7,61 Euro für die Nagarro SE und für die in 2014 ausgegebenen Aktienoptionen ab einem Aktienkurs von 4,72 Euro für die Allgeier SE und ab einem Aktienkurs von 19,65 Euro für die Nagarro SE Euro möglich. Im Jahr 2020 haben drei Mitglieder des Vorstands insgesamt 69.000 Aktienoptionen zu einem Kurs von 9,46 Euro ausgeübt.

Aus Anpassungen der Bewertung der Aktienoptionen resultierte im Geschäftsjahr 2020 ein Personalaufwand einschließlich des im Abgangsergebnis gebuchten Betrags von 1.899 Tsd. Euro (Vorjahr: 222 Tsd. Euro).

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 24. September 2020 unterbleibt für den Berichtszeitraum die Angabe individueller Vorstandsbezüge.

6.2 Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist von der Hauptversammlung am 21. Juni 2011 festgelegt worden und in Ziffer 13 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an den Aufgaben und der Verantwortung des Aufsichtsrats sowie der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Unternehmens. Die Aufsichtsratsvergütung setzt sich zusammen aus (i) festen Vergütungsbestandteilen (feste jährliche Vergütung und Sitzungsgeld) sowie (ii) einem vom Konzernergebnis abhängigen variablen Vergütungsbestandteil, der durch einen Cap begrenzt ist. Die vom Ergebnis des Konzerns abhängige variable Vergütung wurde als Rückstellung bilanziert und kommt nach Billigung des Konzernabschlusses der Allgeier SE im Geschäftsjahr 2021 zur Auszahlung. Der Vorsitz im Aufsichtsrat wird bei der Höhe der festen Vergütungsbestandteile berücksichtigt.

Die Vergütung des Aufsichtsrats beträgt für das Jahr 2020 insgesamt 724 Tsd. Euro (Vorjahr: 717 Tsd. Euro). Die Gesamtvergütung teilt sich auf in (i) feste Vergütungsbestandteile einschließlich Sitzungsgeldern von insgesamt 124 Tsd. Euro (Vorjahr: 117 Tsd. Euro) und (ii) variable Vergütungsbestandteile von insgesamt 600 Tsd. Euro (Vorjahr: 600 Tsd. Euro).

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 24. September 2020 unterbleibt für den Berichtszeitraum die Angabe individueller Aufsichtsratsbezüge.

Im Geschäftsjahr 2020 haben Mitglieder des Aufsichtsrats Beraterleistungen in Höhe von 0 Tsd. Euro erbracht (Vorjahr: 3 Tsd. Euro).

7. Übernahmerelevante Angaben (nach § 289a und § 315a HGB) und erläuternder Bericht

(Bestandteil des Konzernlageberichts)

7.1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der Allgeier SE belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 auf 11.382.513,00 Euro (Vorjahr: 11.289.000,00 Euro) und war eingeteilt in 11.382.513 auf den Namen lautende Stückaktien. Auf jede Stückaktie entfällt anteilig ein rechnerischer Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro. Sämtliche Stückaktien der Gesellschaft gehören der gleichen Aktiengattung an. Die Aktien sind voll eingezahlt.

Im Geschäftsjahr 2020 erhöhte sich das gezeichnete Kapital der Allgeier SE durch Zuteilung von 93.513 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien).

Die Aktie der Allgeier SE wurde am 30. Dezember 2020 mit einem Schlusskurs im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse von 18,65 Euro bewertet. Im Vorjahr notierte die Aktie am 30. Dezember 2019 mit einem Schlusskurs von 33,90 Euro.

Es besteht nur eine Aktiengattung. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden, insbesondere gewährt jede Aktie eine Stimme in der Hauptversammlung. Hiervon ausgenommen sind eigene Aktien, die keine Rechte vermitteln. Die Aktien der Gesellschaft sind im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) notiert (ISIN DE000A2GS633; WKN A2GS63). Die mit den Aktien der Gesellschaft verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus der Satzung der Gesellschaft und ergänzend aus der SE-VO und dem SE-Ausführungsgesetz sowie dem Aktiengesetz.

7.2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt.

7.3 Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten

Folgende Personen haben uns mitgeteilt (Stand: 31. Dezember 2020), dass ihre direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital 10 Prozent der Stimmrechte der Allgeier SE - gemessen an der Gesamtstimmrechtszahl von 11.382.513 - überschreiten:

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Detlef Dinsel, Deutschland, hält direkt und indirekt eine Beteiligung in Höhe von 12,50 Prozent.
Der Vorstandsvorsitzende, Herr Carl Georg Dürschmidt, Deutschland, hält indirekt eine Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent.
Die Lantano Beteiligungen GmbH, München, Deutschland, hält direkt eine Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent.
Frau Dr. Christa Kleine-Dürschmidt, Deutschland, hält direkt und indirekt eine Beteiligung in Höhe von 27,11 Prozent.
Frau Laura Dürschmidt, Deutschland, hält indirekt eine Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent.
Frau Linda Dürschmidt, Deutschland, hält direkt und indirekt eine Beteiligung in Höhe von 25,15 Prozent.

Sonstige direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft nicht gemeldet worden und auch sonst nicht bekannt.

7.4 Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Es bestehen keine Aktien der Gesellschaft, die ihren Inhabern im Vergleich zu den übrigen Aktionären Sonderrechte, insbesondere Kontrollbefugnisse über die Gesellschaft verleihen.

7.5 Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Dem Vorstand sind keine Beteiligungen von Arbeitnehmern am Kapital der Gesellschaft bekannt, bei denen Arbeitnehmer die Kontrollrechte aus ihrer Beteiligung nicht unmittelbar ausüben.

7.6 Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung

Die Voraussetzungen für die Ernennung und Abberufung des Vorstands sowie die Änderung der Satzung richten sich nach den Regelungen der Satzung, der SE-VO und des SE-Ausführungsgesetzes sowie des Aktiengesetzes. Gemäß Ziffer 6.1 unserer Satzung und Art. 39 SE-VO besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen; die Zahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat kann gemäß Ziffer 6.1 der Satzung und § 84 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands bestellen. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat das Gericht gemäß § 85 AktG in dringenden Fällen auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen. Gemäß Art. 39 SE-VO und § 84 AktG kann der Aufsichtsrat die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Gemäß Art. 46 SE-VO und Ziffer 6.2 unserer Satzung werden die Mitglieder des Vorstands für höchstens sechs Jahre bestellt. Wiederbestellungen sind gemäß Art. 46 SE-VO und Ziffer 6.1 unserer Satzung zulässig. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands durch Beschluss mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Änderungen der Satzung bedürfen eines Beschlusses der Hauptversammlung. Gemäß Art. 59 SE-VO, § 51 SE-Ausführungsgesetz und Ziffer 18.2 der Satzung bedarf ein satzungsändernder Beschluss, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bzw. der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist. Damit macht die Satzung vom Wahlrecht des § 51 SE-Ausführungsgesetz Gebrauch. Eine höhere Mehrheit ist beispielsweise für die Änderung des Unternehmensgegenstands oder für eine Sitzverlegung in einen anderen Mitgliedsstaat in § 51 SE-Ausführungsgesetz vorgeschrieben. Der Aufsichtsrat ist gemäß Ziffer 14.2 unserer Satzung und § 179 AktG befugt, Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen, zu beschließen.

7.7 Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

7.7.1 Genehmigte Kapitalia

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 24. September 2020 ermächtigt, das Grundkapital der Allgeier SE mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 23. September 2025 gegen Bar- oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 5.644.500,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 5.644.500 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre für folgende Fälle auszuschließen:

Bei einer Bezugsrechtsemission für aufgrund des Bezugsverhältnisses entstehende Spitzenbeträge.
Für eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, von Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen mit einem solchen Erwerb im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Vermögensgegenständen, wenn der Erwerb im Interesse der Gesellschaft liegt.
Für eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Anteil am genehmigten Kapital in Höhe von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder, sofern niedriger, im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals, sofern der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese 10 %-Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung in direkter oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden sowie auch Aktien, die aufgrund einer während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG begebenen Wandel- beziehungsweise Optionsschuldverschreibung auszugeben oder zu gewähren sind.
Für die Gewährung von Bezugsrechten an Inhaber von Wandel- oder Optionsrechten bezogen auf Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

7.7.2 Bedingte Kapitalia

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Juni 2010, abgeändert durch Beschlüsse der Hauptversammlung vom 17. Juni 2014 und 28. Juni 2017 sowie die Ausgabe von insgesamt 406.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien) zum 31. Dezember 2020 um bis zu 54.000,00 Euro bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010). Das Bedingte Kapital 2010 dient der Bedienung von den noch offenen 54.000 Optionsrechten zur Ausgabe von bis zu 54.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Juni 2014, abgeändert durch Beschlüsse der Hauptversammlung vom 28. Juni 2017 und 29. Juni 2018, um bis zu 140.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 140.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2014). Das Bedingte Kapital 2014 dient der Bedienung von 140.000 Optionsrechten gemäß dem Aktienoptionsplan 2014, die von der Gesellschaft bis zum 16. Juni 2019 ausgegeben werden können. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 140.000 Optionsrechte ausgegeben.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juni 2017 um bis zu 3.500.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 3.500.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Das Bedingte Kapital 2017 dient der Bedienung von Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten, die von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, bis zum 27. Juni 2022 ausgegeben werden können. Der Konzern hat bislang keine entsprechenden Wandlungs- oder Optionsrechte ausgegeben.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2018 um bis zu 340.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 340.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018). Das Bedingte Kapital 2018 dient der Bedienung von 340.000 Optionsrechten gemäß dem Aktienoptionsplan 2018, die von der Gesellschaft bis zum 28. Juni 2023 ausgegeben werden können. Die Gesellschaft hat bislang keine entsprechenden Optionsrechte ausgegeben.

7.7.3 Erwerb eigener Aktien

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Allgeier SE alle eigenen Aktien veräußert. Die Allgeier SE hielt zum Stichtag 31. Dezember 2020 keine eigenen Aktien. Mithin entfallen 0 Prozent (Vorjahr: 0,93 Prozent) des Grundkapitals auf eigene Aktien.

Die am 24. September 2020 abgehaltene Hauptversammlung der Allgeier SE hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 23. September 2025 eigene Aktien der Gesellschaft in einem Umfang 10 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals mit der Maßgabe zu erwerben, dass auf diese zusammen mit anderen eigenen Aktien, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt, nicht mehr als 10 Prozent des Grundkapitals entfallen.

Darüber hinaus hat die Hauptversammlung vom 24. September 2020 den Vorstand ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund der vorstehenden oder früher erteilten Ermächtigungen erworben werden bzw. wurden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu folgenden:

Weiterveräußerung an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre;
Verwendung als Gegenleistung für eine direkte oder indirekte Sacheinlage Dritter in die Gesellschaft, insbesondere beim Zusammenschluss mit Unternehmen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder anderen Wirtschaftsgütern;
Verwendung zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten, welche die Gesellschaft oder ihr nachgeordnete Konzernunternehmen ausgeben, gegenüber den Inhabern dieser Rechte;
Verwendung zur Ausgabe als Mitarbeiteraktien an Arbeitnehmer oder Organmitglieder der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen.

Erfolgt die Veräußerung in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre, insbesondere in den vorstehend genannten vier Fällen, darf der Veräußerungspreis den Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung um nicht mehr als 5 Prozent unterschreiten. Maßgeblicher Börsenkurs im Sinne dieser Regelung ist der rechnerische Mittelwert der Schlusskurse der Aktien der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten drei Börsentage vor der Veräußerung der Aktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird insoweit ausgeschlossen. Diese Ermächtigung beschränkt sich auf höchstens 10 Prozent des bei Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft. Auf den Fall der Veräußerung eigener Aktien an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre werden Aktien angerechnet, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts bis zu diesem Zeitpunkt ausgegeben oder veräußert werden, oder auf die Umtausch- bzw. Bezugsrechte von Options- oder Wandelschuldverschreibungen entfallen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die aufgrund der Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien sowie zu ihrer Verwendung kann ganz oder auch in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, durch die Gesellschaft oder durch ihre Konzerngesellschaften ausgeübt werden.

7.8 Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Es gibt in einzelnen Kreditvereinbarungen übliche Regelungen, die Rechtsfolgen an eine mehrheitliche Übernahme oder Beherrschung größer 50 Prozent oder eine Veräußerung der wesentlichen Vermögensgegenstände der Gesellschaft knüpfen.

7.9 Entschädigungsvereinbarung der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind

Für den Fall eines Kontrollwechsels, d. h. wenn ein Dritter die Kontrolle im Sinne von § 29 Abs. 2, § 30 WpÜG über die Gesellschaft erlangt, hat ein Mitglied des Vorstands das Recht zur Kündigung des Anstellungsvertrages. Bei Ausübung des Rechts entsteht ein Abfindungsanspruch, der auf eine Jahresvergütung begrenzt ist. Darüber hinaus hat die Allgeier SE keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen.

8. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB ist Bestandteil des Lageberichts; die darin gemachten Angaben sind jedoch gemäß § 317 Abs. 2 Satz 3 HGB nicht in die Prüfung mit einzubeziehen. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB findet sich unten im Corporate-Governance-Bericht (Ziffer B.1.9)

B. Corporate Governance

1. Corporate-Governance-Bericht

Nachfolgend berichten wir über die Corporate Governance und die wesentlichen Grundzüge der Unternehmensführung der Allgeier Gruppe einschließlich der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, des Vergütungsberichts und weiterer Angaben nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Für einen nachhaltigen unternehmerischen Erfolg ist eine gute Corporate Governance unerlässlich. Vorstand und Aufsichtsrat handeln daher im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Belegschaft und der sonstigen mit dem Unternehmen verbundenen Gruppen (Stakeholder), um für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen (Unternehmensinteresse). Diese Prinzipien verlangen nicht nur Legalität, sondern auch ethisch fundiertes, eigenverantwortliches Verhalten (Leitbild des ehrbaren Kaufmanns). Die wesentlichen Maßstäbe für die Unternehmensführung der Allgeier SE sind die Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 2157/2001 des Rates vom 08. Oktober 2001 über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE) (SE-Verordnung oder SE-VO), das SE-Ausführungsgesetz und das SE-Beteiligungsgesetz, das Aktiengesetz, die Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit wir dessen Empfehlungen folgen.

1.1 Unternehmensverfassung der Societas Europaea (SE)

Allgeier ist eine Europäische Gesellschaft, die Societas Europaea (SE). Als Europäische Gesellschaft unterliegt die Allgeier SE neben den Vorschriften des deutschen Aktienrechts den speziellen europäischen und deutschen Regelungen zur Europäischen Gesellschaft. Die wesentlichen Grundzüge einer deutschen Aktiengesellschaft, insbesondere das dualistische Führungssystem, bestehend aus einem Vorstand und einem Aufsichtsrat, wurden beibehalten. Die gemeinsame Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat ist an dem Interesse des Unternehmens und der Aktionäre ausgerichtet, sowohl das bestehende Geschäft der Allgeier Gruppe erfolgreich weiterzuentwickeln als auch den Wert der Gruppe durch weitere Akquisitionen nachhaltig zu steigern. Dabei unterliegt auch die strategische Ausrichtung der Gruppe regelmäßiger Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Unternehmensinteresse eng zusammen.

1.2 Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Allgeier SE besteht aus drei Mitgliedern. Der aktuelle Aufsichtsrat wurde in der Hauptversammlung am 29. Juni 2018 gewählt. Die Amtsperiode der Mitglieder des Aufsichtsrats der Allgeier SE endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2022 beschließt.

Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht dessen Tätigkeit. Ausschüsse des Aufsichtsrats wurden aufgrund der Mitgliederanzahl nicht gebildet. Neben den gesetzlich festgelegten Aufgaben, wie der Bestellung der Vorstandsmitglieder und der Festlegung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder, der Kontrolle der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft einschließlich der Planung für die folgenden Geschäftsjahre, der Prüfung des Risikomanagements und des internen Kontrollsystems sowie der Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses und des Vorschlags für die Verwendung des Bilanzgewinns, beschäftigt sich der Aufsichtsrat wesentlich mit den Themen, die gemäß der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung für den Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Einen Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats bilden dabei die Beratungen und Entscheidungen über Akquisitionsvorhaben. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat in alle Entscheidungen eingebunden, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung sind, wie zum Beispiel die strategische Weiterentwicklung oder bedeutende Einzelfragen. Hierzu besteht ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern des Aufsichtsrats, insbesondere dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Einzelheiten der Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder sind in einer Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat festgelegt. Der Aufsichtsrat hat sich verschiedene Ziele gegeben: Oberstes Ziel ist sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat seinen gesetzlichen Beratungs- und Überwachungspflichten in der vorgeschlagenen Zusammensetzung umfassend gerecht wird und die Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben optimal und verantwortlich erfüllen zu können. Für die Allgeier SE, deren Satzung die Besetzung des Aufsichtsrats mit drei Mitgliedern vorsieht, bedeutet dies konkret, dass nach Möglichkeit insbesondere folgende Qualifikationen im Aufsichtsrat vorhanden sein sollen (Kompetenzprofil): die im Gesetz ausdrücklich geforderte Qualifikation als unabhängiger Finanzexperte, die Fähigkeit zur Beurteilung von Unternehmen im Dienstleistungssektor (nicht nur beschränkt auf das IT-Geschäft), die Fähigkeit zur Beurteilung von Akquisitionsmöglichkeiten im In- und Ausland und entsprechende Transaktionserfahrung sowie die Erfahrung mit der Organisation und Arbeitsweise einer stark wachsenden Gruppe in einer Holdingstruktur. Die Besetzung des Aufsichtsrats muss ferner ermöglichen, dass der Aufsichtsrat effizient arbeitet und seine Mitglieder ausreichend Kapazität für diese verantwortliche Tätigkeit mitbringen.

Zudem gehört dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl an unabhängigen Mitgliedern an. Der Aufsichtsrat stuft ein Mitglied als nicht unabhängig ein, wenn es beispielsweise in einer persönlichen oder einen geschäftlichen Beziehung zur Allgeier SE steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Außerdem sollen dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Aufsichtsratsmitglieder sollen schließlich keine Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerben des Unternehmens ausüben.

Ein weiteres Ziel des Aufsichtsrats ist es, dass bei der künftigen Besetzung im Vergleich mehrerer, fachlich ähnlich geeigneter Kandidaten im Sinne der angestrebten Diversität Kandidaten bevorzugt werden sollen, die im Hinblick auf ihr Geschlecht, ihre Nationalität oder anderer Eigenschaften die Besetzung entsprechend bereichern. Starre Quoten sieht der Aufsichtsrat dabei aber grundsätzlich nicht als angemessenes Mittel an. Hinsichtlich der Vorgabe einer Altersgrenze weicht die Gesellschaft von der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex ab, da eine fixe Altersgrenze ein ungewolltes Ausschlusskriterium darstellen kann.

Der Aufsichtsrat hat die selbstgesetzten Ziele, wie nachfolgend dargelegt, umgesetzt: Bei seinem Beschluss über die Wahlvorschläge hat der Aufsichtsrat neben den gesetzlichen Anforderungen sowie den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats insbesondere seine beschlossenen Ziele berücksichtigt. Der Aufsichtsrat setzt sich aus Herrn Detlef Dinsel, Herrn Thies Eggers und Herrn Christian Eggenberger zusammen. Die Herren Dinsel und Eggers sind deutsche und Herr Eggenberger ist schweizerischer Staatsbürger. Sie gehören verschiedenen Berufsgruppen an und sind seit vielen Jahren international, insbesondere im Dienstleistungssektor und im M & A-Geschäft tätig.

Beachtet wurde außerdem die Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex, dass dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören sollen; im Aufsichtsrat ist derzeit nur ein ehemaliges Vorstandsmitglied. Alle drei Aufsichtsratsmitglieder sind nach der Einschätzung des Aufsichtsrats unabhängig im obigen Sinn.

Weitere Einzelheiten zur Besetzung des Aufsichtsrats finden Sie im Konzernanhang unter G. Sonstige Angaben IV. Organe der Muttergesellschaft. Informationen zur konkreten Tätigkeit sind dem Bericht des Aufsichtsrats zu entnehmen.

1.3 Vorstand

Die Führung und Leitung des Unternehmens obliegt dem Vorstand. Er leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Bis zum 24. September 2020 bestand der Vorstand der Allgeier SE im aus vier Mitgliedern, Herrn Carl Georg Dürschmidt (Vorstandsvorsitzender), Herrn Manas Fuloria, Herrn Dr. Marcus Goedsche und Herrn Hubert Rohrer. Herrn Manas Fuloria gehörte für den übrigen Teil des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht mehr dem Vorstand der Allgeier SE an, um sich voll auf seine Aufgabe als Vorsitzender des Vorstands der abgespaltenen Nagarro SE zu konzentrieren.

Herr Carl Georg Dürschmidt und Herr Dr. Marcus Goedsche sind einzeln zeichnungsberechtigt, Herr Hubert Rohrer ist gemeinschaftlich zeichnungsberechtigt. In seiner Funktion als Leitungsorgan der Allgeier Gruppe gibt der Vorstand insbesondere die Strategie für die weitere Entwicklung der Gruppe vor und arbeitet an dem Ziel der nachhaltigen Wertschöpfung und Wertsteigerung der Gruppe. Es gilt dabei der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d.h. die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Unternehmensführung. Aufgrund der Konzernstruktur der Allgeier Gruppe und der spezifischen Stellung der Allgeier SE als Holdinggesellschaft und den damit verbundenen Aufgaben, bestand im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vorstand keine strenge Ressortverteilung, wie sie bei Unternehmen mit einer klassischen Führungsstruktur üblich ist. Gleichwohl sind die Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Vorstands nach entsprechenden Arbeitsschwerpunkten und fachlichen Qualifikationen verteilt. Ausschüsse hat der Vorstand aufgrund seiner Größe nicht gebildet.

Die wesentlichen Entscheidungen, zum Beispiel über Akquisitionsvorhaben, werden vom Gesamtvorstand unter Einbeziehung des Aufsichtsrats getroffen.

Einzelheiten zur Zusammenarbeit im Vorstand und zur Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat sind in der Geschäftsordnung für den Vorstand festgelegt. Neben Ziffer 9 der Satzung der Allgeier SE enthält auch die Geschäftsordnung für den Vorstand einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf. Der Vorstand der Allgeier SE übt im Rahmen der Gesellschafterstellung oder in der Funktion von Aufsichtsgremien bei den Gruppengesellschaften eine Steuerungs-, Koordinierungs- und Kontrollfunktion aus, soweit dies gesetzlich zulässig ist. Weitere Einzelheiten zur Besetzung des Vorstands finden Sie im Konzernanhang unter G. Sonstige Angaben IV. Organe der Muttergesellschaft.

1.4 Hauptversammlung

Unsere Aktionäre üben in der Hauptversammlung ihre Rechte aus. Die jährliche ordentliche Hauptversammlung, in der Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr ablegen, findet innerhalb der ersten sechs Monate des folgenden Geschäftsjahres statt. In seiner Sitzung vom 03. Juni 2020 hat der Vorstand der Allgeier SE entschieden, die Hauptversammlung nicht wie geplant für den 30. Juni 2020 einzuberufen, sondern von dem Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19 Pandemie Gebrauch zu machen und die Hauptversammlung in die zweite Jahreshälfte zu verschieben. In seiner Sitzung vom 14. August 2020 hat der Vorstand beschlossen, die Hauptversammlung am 24. September 2020 als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten stattfinden zu lassen. Dabei wurde den Erfordernissen von Art. 2 § 1 Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht entsprochen. Bei der Beschlussfassung in der Hauptversammlung gewährt jede Aktie eine Stimme. Wir unterstützen unsere Aktionäre bei der Stimmabgabe durch den Einsatz eines Stimmrechtsvertreters, der das Stimmrecht ausschließlich nach den vom Aktionär erteilten Weisungen ausübt.

Die Hauptversammlung wählt die Mitglieder des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat der Allgeier SE besteht aus drei Mitgliedern. Der aktuelle Aufsichtsrat wurde in der Hauptversammlung am 29. Juni 2018 gewählt. Die Amtsperiode der Mitglieder des Aufsichtsrats der Allgeier SE endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2022 beschließt. Sie beschließt über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Bestellung des Abschlussprüfers. Die Hauptversammlung ist ferner für die Beschlussfassung über Satzungsänderungen, Kapitalmaßnahmen, Unternehmensverträge und die Vergütung des Aufsichtsrats zuständig.

1.5 Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Vorstands hielten am 31. Dezember 2020 insgesamt unmittelbar und mittelbar 3.089.155 (Vorjahr: 3.138.686) Aktien der Allgeier SE. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hielten am 31. Dezember 2020 insgesamt unmittelbar und mittelbar 1.728.298 (Vorjahr: 1.637.646) Aktien der Allgeier SE.

1.6 Directors' Dealings

Nach Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung meldepflichtige Transaktionen von Aktien oder damit verbundenen Finanzinstrumenten der Allgeier SE durch ein Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglied sowie dem Mitglied eng verbundene Personen haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ordnungsgemäß veröffentlicht.

1.7 Umfassende und transparente Kommunikation

Wir informieren Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens. Wir behandeln die verschiedenen Personengruppen dabei gleich. Mit dem Geschäftsbericht, dem Halbjahresfinanzbericht und zwei freiwilligen Zwischenmitteilungen haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere unseren Aktionären vier Mal im Jahr über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage berichtet. Darüber hinaus nutzen wir zur Information unserer Aktionäre und aller anderen, dem Unternehmen nahestehenden Personen unsere Internetseite umfassend, auf der wir beispielsweise neben unseren Finanzberichten einen Finanzkalender, Ad-hoc-Mitteilungen, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen veröffentlichen.

1.8 Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Einzelabschluss der Allgeier SE wird nach dem Handelsgesetzbuch aufgestellt, der Konzernabschluss der Allgeier SE nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Einzelabschluss und der Konzernabschluss wurden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft LOHR + COMPANY GmbH, Düsseldorf, geprüft.

1.9 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB (Bestandteil des Konzernlageberichts)

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB ist Bestandteil des Lageberichts; die darin gemachten Angaben sind jedoch gemäß § 317 Abs. 2 Satz 3 HGB nicht in die Prüfung mit einzubeziehen.

1.9.1 Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der Allgeier SE erklären gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, dass den vom Bundesministerium der Justiz veröffentlichten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 16. Dezember 2019 mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird:

Entsprechenserklärung für den Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019

Kodex Ziffer B 5 und Ziffer C2

"Für Vorstandsmitglieder soll eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden." und Kodex Ziffer C2 "Für Aufsichtsratsmitglieder soll eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden."

Bei der Entscheidung über die Besetzung von Vorstandspositionen und Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern kommt es entscheidend auf die Beurteilung der persönlichen und fachlichen Eignung eines Kandidaten für das Unternehmen an. Diese Beurteilung ist jeweils im Einzelfall nach umfassender Prüfung der Angemessenheit und unter Einbeziehung aller in Betracht kommender Personen vorzunehmen. Anlass zur Festlegung einer generellen Altersgrenze, die nur ein herausgegriffenes Kriterium darstellt, besteht dabei nicht. Vielmehr könnte eine starre Altersgrenze ein nicht gewolltes Ausschlusskriterium für qualifizierte Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder sein.

Kodex Ziffer C 5

"Wer dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen und keinen Aufsichtsratsvorsitz in einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft wahrnehmen."

Der Vorsitzende des Vorstands, Herr Carl Georg Dürschmidt ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Nagarro SE, München, die nach der Abspaltung aus dem Allgeier Konzern seit dem 16. Dezember 2020 eine eigenständige Börsennotierung hat. Der Aufsichtsrat geht davon aus, dass Herr Dürschmidt seine volle Arbeitskraft seiner Tätigkeit bei der Allgeier SE widmet und sich sein Aufsichtsratsmandat bei der Nagarro SE nicht negativ auf die Erfüllung seiner Verpflichtungen gegen über der Gesellschaft auswirkt.

Kodex Ziffer F 2

"Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht sollen binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein."

Für die Gesellschaft steht die Richtigkeit und Vollständigkeit der jeweiligen Abschlüsse und Berichte im Vordergrund. Es ist das Bestreben der Gesellschaft, die jeweiligen Abschlüsse und Berichte so früh wie möglich den Aktionären bekannt zu geben. Gleichwohl behält sich die Gesellschaft vor, die gesetzlichen Fristen für die Veröffentlichung jeweils in Anspruch zu nehmen, falls dies zur ordnungsgemäßen Fertigstellung und Prüfung der Abschlüsse und Berichte erforderlich ist.

Kodex Ziffern G 1 - G 14

Die laufenden Vorstandsverträge wurden vor Wirksamkeit der in 2020 in Kraft getretenen Regelungen vereinbart. Die aktuelle Vergütung entspricht allerdings in weiten den Teilen den Anforderungen des Kodex. Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung 2021 ein neues Vergütungssystem für künftige Vorstandsverträge vorlegen. Die darin getroffenen Regelungen entsprechen im Wesentlichen den Vorgaben des Kodex. Nicht vollständig entsprochen wird Ziffer G 3 des Kodex im Hinblick auf die Offenlegung der Peer-Group:

G 3 "Zur Beurteilung der Üblichkeit der konkreten Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder im Vergleich zu anderen Unternehmen soll der Aufsichtsrat eine geeignete Vergleichsgruppe anderer Unternehmen heranziehen, deren Zusammensetzung er offenlegt. Der Peer Group-Vergleich ist mit Bedacht zu nutzen, damit es nicht zu einer automatischen Aufwärtsentwicklung kommt."

Das neue Vergütungssystem sieht zur Beurteilung der Üblichkeit der Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder unter anderem einen Peer-Group-Vergleich vor. Dabei verzichtet das neue Vergütungssystem auf Offenlegung der Zusammensetzung der Peer-Group, da die Gesellschaft nicht in einem Index gelistet ist. Aufgrund des dynamischen Geschäftsmodels der Unternehmensentwicklung im Sinne einer Buy-and-Build-Strategie ist der Vergleich mit anderen in- und ausländischen börsennotierten Unternehmen im Sinne einer statisch festgelegten Peer-Group nicht zielführend.

2. Vergütungsbericht

(Bestandteil des Konzernlageberichts)

Die Angaben zum Vergütungsbericht finden sich im Konzernlagebericht (Ziffer A.6).

3. Übernahmerelevante Angaben (nach § 289a und § 315a HGB) und erläuternder Bericht (Bestandteil des Konzernlageberichts)

Die übernahmerelevanten Angaben (nach § 289a und § 315a HGB) und der erläuternde Bericht finden sich im Konzernlagebericht (Ziffer A.7).

Konzernabschluss der Allgeier SE

nach IFRS für das Geschäftsjahr 2020

Konzernbilanz der Allgeier SE, München, zum 31. Dezember 2020

Konzernbilanz (in Tsd. Euro)

Aktiva

Anhang 31. Dezember 2020 31. Dezember 2019
Immaterielle Vermögenswerte 1. 85.106 190.334
Sachanlagen 2. 6.024 15.504
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 3. 27.611 90.185
At-Equity-Beteiligungen 4. 15 2.667
Langfristige Vertragskosten 9. 0 332
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 5. 4.902 5.909
Andere langfristige Vermögenswerte 6. 421 485
Aktive latente Steuern 7. 2.452 11.241
Langfristiges Vermögen 126.531 316.658
Vorräte 8. 695 228
Kurzfristige Vertragskosten 0 278
Vertragliche Vermögenswerte 9. 1.828 14.030
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10. 48.029 134.078
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 5. 1.184 3.689
Andere kurzfristige Vermögenswerte 6. 3.464 12.788
Ertragsteuerforderungen 1.275 7.846
Zahlungsmittel 11. 60.803 97.387
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 95 0
Kurzfristiges Vermögen 117.372 270.324
Aktiva 243.903 586.982

Passiva

Anhang 31. Dezember 2020 31. Dezember 2019
Gezeichnetes Kapital 12. 11.383 11.289
Kapitalrücklagen 13. 65.074 58.006
Gewinnrücklagen 14. 102 102
Eigene Anteile 15. 0 -786
Gewinnvortrag 16. 25.936 51.597
Periodenergebnis -356 15.133
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen 17. -78 7.705
Eigenkapitalanteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens 102.060 143.046
Eigenkapitalanteil nicht kontrollierender Gesellschafter 18. 3.461 22.888
Eigenkapital 105.521 165.934
Langfristige Finanzschulden 19. 17.500 149.764
Langfristige Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 20. 24.376 78.229
Langfristige Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 21. 1.000 4.698
Andere langfristige Rückstellungen 23. 308 571
Langfristige vertragliche Verbindlichkeiten 9. 127 412
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 22. 2.627 12.857
Passive latente Steuern 7. 4.413 5.231
Langfristige Schulden 50.352 251.762
Kurzfristige Finanzschulden 19. 11.104 15.169
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 20. 6.638 18.737
Kurzfristige Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 21. 18 598
Andere kurzfristige Rückstellungen 23. 14.669 22.300
Kurzfristige vertragliche Verbindlichkeiten 9. 4.098 11.084
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.066 35.557
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 22. 15.474 46.043
Andere kurzfristige Verbindlichkeiten 24. 6.419 5.654
Ertragsteuerverbindlichkeiten 7.451 14.144
Zur Veräußerung gehaltene Schulden 95 0
Kurzfristige Schulden 88.031 169.286
Passiva 243.903 586.982

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Allgeier SE, München, für die Zeit vom 01. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020

Konzern-Gesamtergebnisrechnung (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
Gewinn- und Verlustrechnung Anhang 01. Januar 2020 -31. Dezember 2020 01. Januar 2019 -31. Dezember 2019 01. Januar 2020 -31. Dezember 2020 01. Januar 2019 -31. Dezember 2019 01. Januar 2020 -31. Dezember 2020
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Umsatzerlöse 26. 763.847 784.209 412.159 405.718 351.688
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.260 2.574 323 906 937
Sonstige betriebliche Erträge 27. 15.053 15.201 11.541 12.834 3.511
Materialaufwand 28. 194.614 220.297 47.613 49.256 147.001
Personalaufwand 29. 420.785 429.822 261.508 257.620 159.277
Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten 3.568 2.753 2.021 986 1.547
Sonstige betriebliche Aufwendungen 30. 83.355 79.041 58.401 50.553 24.955
Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern 77.837 70.072 54.480 61.043 23.357
Abschreibungen und Wertminderungen 31. 37.244 32.456 20.947 19.391 16.297
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 40.593 37.615 33.533 41.653 7.060
Finanzerträge 32. 1.046 820 478 212 568
Finanzaufwendungen 33. 6.651 7.483 7.196 5.518 -545
Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen 34. -3.106 -1.110 -3.106 -1.110 0
Ergebnis vor Steuern 31.882 29.842 23.709 35.237 8.173
Ertragsteuerergebnis 35. -19.347 -11.458 -12.227 -6.749 -7.119
Ergebnis der Periode vor Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen 12.535 18.384 11.482 28.487 1.053
Abgespaltenes und veräußertes Geschäft:
Ergebnis aus abgespaltenem und veräußertem Geschäft vor Steuern -6.205 327 -6.205 327 0
Ergebnis aus abgespaltenem und veräußertem Geschäft -6.205 327 -6.205 327 0
Gesamtes Geschäft:
Ergebnis vor Steuern 25.676 30.169 17.504 35.564 8.173
Ertragsteuerergebnis -19.347 -11.458 -12.227 -6.749 -7.119
Ergebnis der Periode nach Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen 6.330 18.711 5.276 28.815 1.053
Zurechnung des Ergebnisses der Periode nach Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen
an Gesellschafter des Mutterunternehmens -356 15.133 -349 23.900 -7
an nicht kontrollierende Gesellschafter 6.686 3.578 5.626 4.915 1.060
Unverwässertes Ergebnis je Aktie:
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien nach zeitanteiliger Gewichtung 11.229.719 10.529.961 11.229.719 10.529.961 11.229.719
Ergebnis der Periode je Aktie in Euro 36. -0,03 1,44 -0,03 2,27 0,00
Verwässertes Ergebnis je Aktie:
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien nach zeitanteiliger Gewichtung 11.331.927 10.729.658 11.331.927 10.729.658 11.331.927
Ergebnis der Periode je Aktie in Euro -0,03 1,41 -0,03 2,23 0,00
Fortgeführtes Geschäft
Gewinn- und Verlustrechnung 01. Januar 2019 -31. Dezember 2019
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Umsatzerlöse 378.491
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.669
Sonstige betriebliche Erträge 2.367
Materialaufwand 171.041
Personalaufwand 172.202
Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten 1.767
Sonstige betriebliche Aufwendungen 28.488
Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern 9.029
Abschreibungen und Wertminderungen 13.066
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -4.037
Finanzerträge 608
Finanzaufwendungen 1.966
Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen 0
Ergebnis vor Steuern -5.395
Ertragsteuerergebnis -4.709
Ergebnis der Periode vor Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen -10.104
Abgespaltenes und veräußertes Geschäft:
Ergebnis aus abgespaltenem und veräußertem Geschäft vor Steuern 0
Ergebnis aus abgespaltenem und veräußertem Geschäft 0
Gesamtes Geschäft:
Ergebnis vor Steuern -5.395
Ertragsteuerergebnis -4.709
Ergebnis der Periode nach Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen -10.104
Zurechnung des Ergebnisses der Periode nach Ergebnis aus Abspaltung und Veräußerungen
an Gesellschafter des Mutterunternehmens -8.767
an nicht kontrollierende Gesellschafter -1.337
Unverwässertes Ergebnis je Aktie:
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien nach zeitanteiliger Gewichtung 10.529.961
Ergebnis der Periode je Aktie in Euro -0,83
Verwässertes Ergebnis je Aktie:
Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien nach zeitanteiliger Gewichtung 10.729.658
Ergebnis der Periode je Aktie in Euro -0,82
Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
Sonstiges Ergebnis Anhang 01. Januar 2020 -31. Dezember 2020 01. Januar 2019 -31. Dezember 2019 01. Januar 2020 -31. Dezember 2020 01. Januar 2019 -31. Dezember 2019 01. Januar 2020 -31. Dezember 2020
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Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 1.001 565 1.099 -485 -98
Umklassifizierte versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) -1.603 0 -1.603 0
Steuereffekte -246 -168 -276 30
Umklassifizierte Steuereffekte 379 0 379 0 0
-470 397 -402 -417 -67
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können:
Währungsdifferenzen -7.386 1.434 -7.263 1.172 -123
Umklassifizierte Währungsdifferenzen -5.636 -1 -5.636 0 0|
-13.022 1.433 -12.899 1.172 -123
Sonstiges Ergebnis der Periode -13.492 1.830 -13.301 755 -190
Gesamtergebnis der Periode -7.162 20.540 -8.025 29.570 863
Zurechnung des Gesamtergebnisses der Periode:
an Gesellschafter des Mutterunternehmens -14.999 16.955 -12.594 1 -2.406
an nicht kontrollierende Gesellschafter 7.837 3.585 4.569 5.801 3.269
Fortgeführtes Geschäft
Sonstiges Ergebnis 01. Januar 2019 -31. Dezember 2019
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Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 1.049
Umklassifizierte versicherungsmathematische Gewinne (Verluste)
Steuereffekte
Umklassifizierte Steuereffekte 0
814
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können:
Währungsdifferenzen 262
Umklassifizierte Währungsdifferenzen -1
261
Sonstiges Ergebnis der Periode 1.074
Gesamtergebnis der Periode -9.030
Zurechnung des Gesamtergebnisses der Periode:
an Gesellschafter des Mutterunternehmens -6.814
an nicht kontrollierende Gesellschafter -2.216

Konzern-Eigenkapitalüberleitungsrechnung der Allgeier SE, München, zum 31. Dezember 2020

Konzern-Eigenkapitalüberleitungsrechnung (in Tsd. Euro)

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen Eigene Anteile Gewinnvortrag Periodenergebnis
Stand am 01. Januar 2019 10.089 33.592 102 -1.379 52.427 5.857
Übertragung des Periodenergebnisses des Vorjahres in den Gewinnvortrag 0 0 0 0 5.857 -5.857
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 0 6 0 0 0 0
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2014 0 216 0 0 0 0
Kapitalerhöhung 998 22.479 0 0 0 0
Ausübung der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 202 1.713 0 0 0 0
Abgabe von eigenen Aktien im Rahmen des Erwerbs der Nagarro Inc. 0 0 0 593 0 0
Einzahlungen in das Minderheitenkapital der AES SPP GmbH 0 0 0 0 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 0 0 0 0 0 0
Veränderung der Anteile nicht kontrollierender Gesellschafter der Nagarro-Gruppe im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms 0 0 0 0 -403 0
Erwerb von Minderheitenanteilen der iQuest Holding GmbH 0 0 0 0 -1.290 0
Dividenden 0 0 0 0 -4.994 0
Ergebnis der Periode 0 0 0 0 0 15.133
Währungsdifferenzen 0 0 0 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2019 11.289 58.006 102 -786 51.597 15.133
Übertragung des Periodenergebnisses des Vorjahres in den Gewinnvortrag 0 0 0 0 15.133 -15.133
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 0 102 0 0 0 0
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2014 0 1.797 0 0 0 0
Ausübung der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 94 791 0 0 0 0
Veräußerung von eigenen Anteilen 0 4.378 0 786 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 0 0 0 0 0 0
Erwerb von Minderheitenanteilen der iQuest-Gruppe 0 0 0 0 -7.299 0
Erwerb von Minderheitenanteilen der SAP-Gruppe 0 0 0 0 -3.639 0
Abspaltung der Nagarro 0 0 0 0 -36.325 0
Vorgelagerte Effekte aus Transaktionen mit Nagarro 0 0 0 0 12.071 0
Dividenden 0 0 0 0 -5.603 0
Ergebnis der Periode 0 0 0 0 0 -356
Währungsdifferenzen 0 0 0 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2020 11.383 65.074 102 0 25.936 -356
Ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderungen Eigenkapitalanteil der Gesellschafter des Mutterunternehmens Eigenkapitalanteil nicht kontrollierender Gesellschafter Eigenkapital
Stand am 01. Januar 2019 6.697 107.385 21.315 128.701
Übertragung des Periodenergebnisses des Vorjahres in den Gewinnvortrag 0 0 0 0
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 0 6 0 6
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2014 0 216 0 216
Kapitalerhöhung 0 23.477 0 23.477
Ausübung der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 0 1.916 0 1.916
Abgabe von eigenen Aktien im Rahmen des Erwerbs der Nagarro Inc. 0 593 0 593
Einzahlungen in das Minderheitenkapital der AES SPP GmbH 0 0 250 250
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) -425 -425 -82 -508
Veränderung der Anteile nicht kontrollierender Gesellschafter der Nagarro-Gruppe im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms 0 -403 342 -61
Erwerb von Minderheitenanteilen der iQuest Holding GmbH 0 -1.290 -1.142 -2.432
Dividenden 0 -4.994 -1.463 -6.456
Ergebnis der Periode 0 15.133 3.578 18.711
Währungsdifferenzen 1.433 1.433 90 1.523
Stand am 31. Dezember 2019 7.705 143.046 22.888 165.934
Übertragung des Periodenergebnisses des Vorjahres in den Gewinnvortrag 0 0 0 0
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 0 102 0 102
Anpassung des Ausübungspreises der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2014 0 1.797 0 1.797
Ausübung der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 0 885 0 885
Veräußerung von eigenen Anteilen 0 5.164 0 5.164
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 636 636 118 755
Erwerb von Minderheitenanteilen der iQuest-Gruppe 0 -7.299 -5.041 -12.340
Erwerb von Minderheitenanteilen der SAP-Gruppe 0 -3.639 -374 -4.013
Abspaltung der Nagarro 0 -36.325 -8.451 -44.776
Vorgelagerte Effekte aus Transaktionen mit Nagarro 0 12.071 -12.071 0
Dividenden 0 -5.603 -1.327 -6.930
Ergebnis der Periode 0 -356 6.686 6.330
Währungsdifferenzen -8.419 -8.419 1.033 -7.386
Stand am 31. Dezember 2020 -78 102.060 3.461 105.521

Konzern-Kapitalflussrechnung der Allgeier SE, München, für die Zeit vom 01. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020

Konzern-Kapitalflussrechnung (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
01. Januar 2020 -31. Dezember 2020 01. Januar 2019 -31. Dezember 2019 01. Januar 2020 - 31. Dezember 2020 01. Januar 2019 - 31. Dezember 2019 01. Januar 2020 - 31. Dezember 2020 01. Januar 2019 - 31. Dezember 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 40.593 37.615 33.533 41.653 7.060 -4.037
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 37.244 32.456 20.947 19.391 16.297 13.066
Aufwendungen aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 228 552 48 550 180 2
Veränderung langfristige Rückstellungen 2.424 705 2.414 428 10 277
Nicht zahlungswirksame Auflösungen von Rückstellungen -952 -551 -125 -279 -827 -272
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 204 -5.368 -340 -6.118 543 749
Gezahlte Ertragsteuern -13.812 -10.885 -12.765 -9.091 -1.047 -1.795
Cash Flows aus der betrieblichen Tätigkeit vor Working Capital Veränderungen 65.929 54.524 43.712 46.533 22.217 7.991
Cash Flows aus Working Capital Veränderungen 29.778 13.096 18.201 -6.185 11.577 19.281
Cash Flows aus der betrieblichen Tätigkeit 95.707 67.621 61.913 40.348 33.794 27.272
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -6.382 -8.845 -2.035 -3.332 -4.347 -5.513
Auszahlungen aus Finance Lease -26.850 -21.793 -17.689 -15.071 -9.161 -6.722
Einzahlungen aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 144 486 105 443 39 43
Einzahlung aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen 2.357 0 0 0 2.357 0
Zahlungen aus dem Erwerb von Tochterunternehmen -3.182 -2.863 -127 -2.863 -3.055 0
Auszahlungen aus von Kaufpreisanteilen nicht im Geschäftsjahr erworbener Gesellschaften -17.075 -5.795 -3.987 0 -13.088 -5.795
Auszahlungen aus dem Erwerb von Vermögensgegenständen und Rechten -5.380 0 -3.580 0 -1.800 0
Auszahlungen von Darlehen an At-Equity-Beteiligungen -415 0 0 0 -415 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 0 3.341 0 0 0 3.341
Auszahlung von direkten Kosten aus der Abspaltung der Nagarro -4.769 0 0 0 -4.769 0
Abgehender Finanzmittelfonds aus der Abspaltung der Nagarro -103.604 0 -103.604 0 0 0
Abgehender Finanzmittelfonds aus dem Verkauf von Tochterunternehmen mit Kontrollverlust 0 -91 0 -91 0 0
Auszahlungen in langfristige finanzielle Vermögenswerte -200 -400 0 0 -200 -400
Cash Flows aus der Investitionstätigkeit -165.355 -35.960 -130.916 -20.913 -34.439 -15.046
Einzahlung aus Kapitalerhöhung 6.048 25.392 0 39 6.048 25.354
Tilgung von Schuldscheindarlehen 0 -13.500 0 0 0 -13.500
Aufnahme von Bankdarlehen 197.245 435 179.745 435 17.500 0
Tilgung von Bankdarlehen -145.272 -557 -272 -557 -145.000 0
Cash Flows aus konzerninterner Finanzierung 0 0 -155.700 -3.981 155.700 3.981
Cash Flow aus Factoring 5.669 -8.465 2.920 255 2.749 -8.720
Erhaltene Zinsen 462 172 384 153 77 19
Gezahlte Zinsen -3.302 -4.083 -254 -245 -3.049 -3.839
Ausschüttungen -5.603 -4.994 0 0 -5.603 -4.994
Zahlungssaldo mit nicht kontrollierenden Gesellschaftern -15.551 -3.875 0 0 -15.551 -3.875
Cash Flows aus der Finanzierungstätigkeit 39.695 -9.474 26.824 -3.902 12.871 -5.572
Summe der Cash Flows -29.953 22.187 -42.180 15.533 12.226 6.654
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 2.992 520 2.922 307 70 213
Veränderungen des Finanzmittelfonds gesamt -26.962 22.707 -39.258 15.840 12.296 6.867
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 82.150 59.442 39.258 23.418 42.892 36.025
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 55.188 82.150 0 39.258 55.188 42.892

Konzernanhang der Allgeier SE

nach IFRS für das Geschäftsjahr 2020

A. ALLGEMEINE ANGABEN

I. Informationen zum Konzern und zur Allgeier SE

Der Allgeier Konzern ist eine Unternehmensgruppe mit einem umfassenden IT- und Software-Services-Portfolio, das von High-End-Softwareentwicklung bis zu Business-Efficiency-Lösungen zur Digitalisierung und Transformation von geschäftskritischen Prozessen reicht. Das Mutterunternehmen des Konzerns ist die Allgeier SE. Sie hat ihren Sitz in der Einsteinstraße 172, 81677 München, Deutschland, und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 198543 eingetragen. Die Allgeier SE erwirbt, hält und veräußert Unternehmen im Umfeld der Informationstechnologie und des Dienstleistungsbereichs sowie verwandter Bereiche. Darüber hinaus berät die Allgeier SE Unternehmen und nimmt sonstige betriebswirtschaftliche Aufgaben für Unternehmen wahr.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzernabschluss der Allgeier SE wurde in Übereinstimmung mit den in der Europäischen Union anzuwendenden Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) und den nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Dieser nach den Grundsätzen des IFRS aufgestellte Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen zur Befreiung der Aufstellung eines Konzernabschlusses nach § 290 HGB. Er besteht aus Konzernbilanz, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalüberleitungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Anhang. Der Konzernabschluss der Allgeier SE unterstellt grundsätzlich, dass der Konzern fortgeführt wird.

Am 24. September 2020 beschloss die Hauptversammlung der Allgeier SE, die Nagarro SE und das darunter gebündelte Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäft abzuspalten. Die Abspaltung der Nagarro SE und damit der Abgang der Vermögenswerte und Schulden der Nagarro aus dem Allgeier Konzern wurde am 15. Dezember 2020 wirksam. Aufgrund der Abspaltung wird die Gewinn- und Verlustrechnung der Nagarro für den Zeitraum 01. Januar 2020 bis 15. Dezember 2020 im aufgegebenen Geschäft gezeigt. Aus Vergleichbarkeitsgründen wurde das Vorjahr entsprechend angepasst. Sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden der Nagarro wurden zum 15. Dezember 2020 ausgebucht.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Allgeier SE beschlossen, mit der Oxygen, der Allgeier Education und der Talentry weitere Geschäftseinheiten aufzugeben. Entsprechend werden auch diese Einheiten im Geschäftsjahr 2020 und im Vergleichsjahr 2019 im aufgegebenen Geschäft dargestellt. In der Bilanz zum 31. Dezember 2020 wurden die Vermögenswerte und Schulden dieser Einheiten in jeweils einer Zeile zusammengefasst.

Die Bewertung der Nettovermögenswerte der Oxygen, der Allgeier Education und der Talentry erfolgte mit beizulegenden Zeitwerten. Die in den finanziellen Vermögenswerten und Schulden bilanzierten Anteile an einer Venture Capital-Gesellschaft und die Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben wurden ebenfalls mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Die Bewertung aller anderen Vermögenswerte und Schulden erfolgte mit fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten.

Alle Betragsangaben im Konzernabschluss wurden, soweit nicht anders angegeben, in Tsd. Euro dargestellt. In den Tabellen kann es aufgrund von Rundungen zu Abweichungen von +/- 1 Tsd. Euro kommen. Den im Konzernabschluss angegebenen Zahlen für das Geschäftsjahr wurden die Vergleichszahlen des Vorjahres gegenübergestellt.

Im vorliegenden Konzernabschluss wurden im Ausweis der Vorjahreszahlen kleinere Anpassungen vorgenommen. Auf diese Anpassungen wird in den jeweiligen Berichtsabschnitten oder in Fußnoten hingewiesen. Alle übrigen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

III. Erstmals im laufenden Geschäftsjahr anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2020 waren folgende durch das IASB überarbeitete bzw. neu herausgegebene Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:

Standard/Interpretation Titel des Standards/der Interpretation bzw. des Amendments
IFRS Framework Changes in References to the Conceptual Framework in IFRS Standards / Verweis auf das Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung in den IFRS Standards
Amendments to IAS 1 and IAS 8 Definition of "material" / Definition von "wesentlich"
Amendments to IFRS 3 Definition of a Business / Definition eines Geschäftsbetriebs
Amendments to IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform (Phase 1) / Reform der Referenzzinssätze (Phase 1)

Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung der geänderten Standards bzw. Interpretationen für den Allgeier Konzern werden nachfolgend erläutert:

IFRS Framework

Zusammen mit dem überarbeiteten Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung wurden auch Änderungen zu Verweisen auf das Rahmenkonzept in verschiedenen einzelnen IFRS-Standards veröffentlicht. Erstmals werden die Ziele des Rahmenkonzepts klar herausgestellt und drei Hauptaspekte erläutert. In erster Linie dient das Rahmenkonzept als einheitliche konzeptionelle Basis für die Entwicklung von Standards und Interpretationen durch das IASB und das IFRS Interpretations Committee. Gleichzeitig hat es den Zweck, Abschlusserstellern behilflich zu sein, Bilanzierungsmethoden für Transaktionen zu entwickeln, sofern keine entsprechenden Vorgaben in Standards und Interpretationen des IFRS-Regelwerks bestehen. Des Weiteren erleichtert es allen beteiligten Parteien das Verständnis und die Interpretation der Standards. Bei den Änderungen handelt es sich im Wesentlichen um kleinere Aktualisierungen, die keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss hatten.

Amendments to IAS 1 and IAS 8

Zur Vermeidung einer Dopplung der Definition von Wesentlichkeit in IAS 1 und IAS 8, ist eine solche zukünftig nur noch in IAS 1.7 enthalten. In IAS 8 wird lediglich darauf verwiesen, dass "wesentlich" in IAS 1 definiert ist und in IAS 8 mit der gleichen Bedeutung anzuwenden ist. Die Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und IAS 8 "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler" dienen der Verfeinerung der Definition von Wesentlichkeit durch Vereinheitlichung des Wortlauts der in verschiedenen Standards und Verlautbarungen des IASB enthaltenen Wesentlichkeitsdefinition und der Schärfung von mit der Definition in Zusammenhang stehenden Begrifflichkeiten. Dabei wird der Begriff Verschleierung eingeführt und durch Beispiele erläutert. Die überarbeitete Information legt den Fokus auf die Wesentlichkeit von Informationen. Danach sind Informationen wesentlich, wenn vernünftigerweise damit zu rechnen ist, dass das Auslassen, das fehlerhafte Darstellen und / oder das Verschleiern die Entscheidungen der primären Abschlussadressaten beeinflussen könnten, die diese auf Basis dieser Annahmen treffen. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Allgeier Konzernabschluss.

Amendments to IFRS 3

Die Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" dienen der Klarstellung der Definition eines Geschäftsbetriebs. Der Geschäftsbetrieb ist unverändert durch die drei Elemente Inputfaktoren, Prozesse und Output definiert. Die Inputfaktoren und darauf angewendete Prozesse sollen dabei derart zum Einsatz kommen, dass sie zur Erzeugung von Output beitragen können. Die geänderte Definition von Output legt den Fokus auf die Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen an den Kunden, umfasst daneben aber auch Investitionserträge wie Dividenden, Zinsen und sonstige Erträge. Dagegen dienen Kostenreduktionen nicht mehr dem Merkmal von Output.

Die Änderungen stellen klar, dass für das Vorliegen eines Geschäftsbetriebs ein Erwerb mindestens einen Inputfaktor und einen substanziellen Prozess umfassen muss, die zusammen zur Fähigkeit beitragen, Output erzeugen zu können. Das Vorliegen von Prozessen ist demnach letztlich der Unterschied zwischen dem Erwerb eines Geschäftsbetriebs und dem Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten. Die Prüfung ist abhängig davon, ob mit der erworbenen Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten bereits Output erzeugt wird oder nicht.

Zusätzlich wurde ein Konzentrationstest als transaktionsbezogenes Wahlrecht eingeführt, der eine vereinfachte Beurteilung ermöglicht, ob ein erworbenes Bündel von Aktivitäten und Vermögenswerten keinen Geschäftsbetrieb darstellt. Dies ist dann der Fall, wenn sich der beizulegende Zeitwert des erworbenen Bruttovermögens ganz überwiegend ("substantially all") auf einen einzelnen identifizierbaren Vermögenswert (bzw. eine Gruppe von vergleichbaren identifizierbaren Vermögenswerten) konzentriert.

Die Änderungen wurden erstmals auf solche Transaktionen angewendet, deren Erwerbzeitpunkt im Geschäftsjahr 2020 liegt. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf die im Konzernabschluss 2020 durchgeführten Erwerbe, könnten sich jedoch in zukünftigen Perioden auswirken, falls der Konzern entsprechende Unternehmenszusammenschlüsse durchführt.

Amendments to IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7

Durch die Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 sollen Auswirkungen, die sich durch die Reform von Referenzzinssätzen (sog. IBOR-Reform) auf die Finanzberichterstattung ergeben, abgemildert werden. Die Änderungen zielen darauf ab, dass bilanzielle Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) trotz der mit der erwarteten Ablösung verschiedener Referenzzinssätze verbundenen Unsicherheiten fortbestehen bzw. weiterhin designiert werden können. Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss.

IV. Noch nicht vorzeitig angewandte Standards und Interpretationen

Das IASB und das IFRIC haben nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung gemäß den Bestimmungen der EU für das Geschäftsjahr 2020 noch nicht verpflichtend war:

Standard/Interpretation Titel des Standards/der Interpretation bzw. des Amendments Erstmalige Anwendung
EU Endorsement ist bereits erfolgt
Amendments to IFRS 16 Covid-19-Related Rent Concessions / COVID-19 bezogene Mieterleichterungen 01.06.2020
Amendments to IFRS 4 Insurance Contracts - Deferral of IFRS 9 / Versicherungsverträge - Vorübergehende Befreiung von der Anwendung des IFRS 9
Amendments to IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform (Phase 2) / Reform der Referenzzinssätze (Phase 2) 01.01.2021
EU Endorsement ist noch ausstehend
Annual Improvements to IFRS Standards (2018-2020 Cycle) Amendments to IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 and IAS 41 / Änderung von IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 and IAS 41 01.01.2022
Amendments to IFRS 3 Reference to the Conceptual Framework / Verweis auf das Rahmenkonzept 01.01.2022
Amendments to IAS 16 Property, Plant and Equipment - Proceeds before Intended Use / Sachanlagen -Erträge vor der geplanten Nutzung 01.01.2022
Amendments to IAS 37 Onerous Contracts - Cost of Fulfilling a Contract / Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung 01.01.2022
IFRS 17 Insurance Contracts / Versicherungsverträge 01.01.2023
Amendments to IAS 1 Classification of Liabilities as Current or Non-current / Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz- bzw. langfristig 01.01.2023
Amendments to IFRS 10 und IAS 28 Sales or Contributions of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture / Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen unbestimmt

Der Allgeier Konzern hat keine Standards, Interpretationen oder Änderungen, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind, vorzeitig angewandt. Soweit die Änderungen für den Allgeier Konzern zukünftig von Bedeutung sein können, werden die Änderungen nachfolgend erläutert:

Amendment to IFRS 16 (COVID-19)

Die Änderungen von IFRS 16 im Zusammenhang mit COVID-19 gewähren Leasingnehmern Erleichterungen bei der Bilanzierung von Änderungen des Leasingvertrags (lease modifications) aufgrund von Mietzugeständnissen infolge der Corona-Pandemie. Als praktischen Behelf kann sich ein Leasingnehmer dafür entscheiden, die Beurteilung, ob ein pandemiebedingtes Mietzugeständnis eines Leasinggebers eine Änderung des Leasingvertrags darstellt, auszusetzen. Ein Leasingnehmer, der diese Wahl trifft, bilanziert jede qualifizierte Änderung der Leasingzahlungen, die sich aus dem Mietzugeständnis im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ergibt, auf dieselbe Weise, wie er die Änderung nach IFRS 16 bilanzieren würde, wenn sie keine lease modification wäre.

Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juni 2020 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist jedoch zulässig. Diese Änderungen haben zukünftig voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Amendments to IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 and IFRS 16

Die Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 sollen die Auswirkungen abmildern, die sich im Zeitpunkt der Ablösung eines bestehenden Referenzzinssatzes durch einen alternativen Zinssatz auf die Finanzberichterstattung ergeben. Insbesondere räumen die Änderungen eine praktische Erleichterung in Bezug auf Modifikationen ein, die durch die IBOR-Reform erforderlich sind. Daneben sollen bilanzielle Sicherungsbeziehungen trotz einer Ablösung des Referenzzinssatzes unter einer angepassten Dokumentation fortbestehen können.

Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2021 beginnen. Die Allgeier rechnet mit keinen oder unwesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Annual Improvements to IFRS Standards (2018-2020 Cycle)

Die für den Allgeier Konzern ggf. relevanten Änderungen stellen sich wie folgt dar:

Standard/Interpretation Titel des Standards/der Interpretation bzw. des Amendments
IFRS 9 Die Änderung stellt klar, welche Gebühren ein Unternehmen einbezieht, wenn es den 10 %-Test von IFRS 9 B3.3.6 bei der Beurteilung, ob eine finanzielle Verbindlichkeit ausgebucht werden soll, anwendet. Ein Unternehmen berücksichtigt nur Gebühren, die zwischen dem Unternehmen als Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden.
IFRS 16 Mit der Änderung des erläuternden Beispiels 13 zu IFRS 16 wird die Darstellung der Erstattung von Mietereinbauten durch den Leasinggeber aus dem Beispiel entfernt, um jede potenzielle Verwirrung in Bezug auf die Behandlung von Leasinganreizen zu beseitigen, die sich aus der Darstellung in diesem Beispiel ergeben könnte.

Die Änderungen sind wirksam für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2022 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht davon aus, dass die Änderungen keine signifikanten Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

Amendments to IFRS 3

Es wurde eine Ausnahmeregelung in Bezug auf die Grundsätze für den Ansatz in IFRS 3 eingeführt, um zu vermeiden, dass bei separat erfassten Schulden und Eventualschulden im Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 (Abgaben) sog. Day-2-Gewinne oder Verluste entstehen. Gleichzeitig wurde der Standard um eine klarstellende Aussage ergänzt, dass die bestehenden Regelungen für Eventualforderungen in IFRS 3 durch den Ersatz des Verweises auf das Rahmenkonzept für die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen nicht berührt werden.

Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2022 beginnen und sind prospektiv anzuwenden. Wesentliche Auswirkungen für den Allgeier Konzernabschluss werden nicht erwartet.

Amendments to IAS 16 (Proceeds before Intended Use)

Nach den Änderungen an IAS 16 "Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögenswert in seinem betriebsbereiten Zustand befindet" wird es Unternehmen künftig nicht mehr gestattet sein, Erlöse aus dem Verkauf von Gütern, die produziert werden, während eine Sachanlage zu dem Standort und in den vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand gebracht wird, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieser Sachanlage abzuziehen. Stattdessen sind diese Erlöse zusammen mit den Herstellungskosten der Sachanlagen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2022 beginnen, und sind rückwirkend auf Sachanlagen anzuwenden, die am oder nach dem Beginn der frühesten in dem Abschluss, in dem die Änderungen erstmals angewendet werden, dargestellten Berichtsperiode in einen betriebsbereiten Zustand gebracht wurden. Der Konzern geht davon aus, dass die Änderungen keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

Amendments to IAS 37

Die Änderung von IAS 37 "Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags" konkretisiert, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend oder verlustbringend ist, zu berücksichtigen hat. Die Änderung stellt auf Kosten ab, die sich direkt auf den Vertrag beziehen (directly related cost approach). Die Kosten im Zusammenhang mit der Erfüllung von Verträgen über die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen umfassen sowohl die direkt zurechenbaren (inkrementellen) Kosten der Vertragserfüllung als auch Gemeinkosten, die sich unmittelbar auf Tätigkeiten zur Vertragserfüllung beziehen. Allgemeine Verwaltungskosten stehen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Vertrag und fallen somit nicht unter die Vertragserfüllungskosten, außer eine Weiterbelastung an den Kunden ist im Vertrag ausdrücklich vorgesehen.

Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2022 beginnen. Der Konzern wird diese Änderungen auf Verträge anwenden, bei denen zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 noch nicht alle Verpflichtungen erfüllt sind. Es werden jedoch keine wesentlichen Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung erwartet.

Amendments to IAS 1

Die Änderungen des IAS 1 zur Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig stellen Folgendes klar:

Es wird das Recht, die Erfüllung einer Schuld zu verschieben, erläutert
Das Recht auf Verschiebung der Erfüllung einer Schuld muss zum Abschlussstichtag bestehen
Für die Klassifizierung ist es unerheblich, ob das Unternehmen erwartet, dass es dieses Recht auch tatsächlich ausüben wird
Nur wenn es sich bei einem Derivat, das in ein wandelbares Schuldinstrument eingebettet ist, um ein separat zu bilanzierendes Eigenkapitalinstrument handelt, müssen die Bedingungen des Schuldinstruments bei dessen Klassifizierung nicht berücksichtigt werden

Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2023 beginnen, und sind rückwirkend anzuwenden. Der Allgeier Konzern geht nicht davon aus, dass die Änderungen wesentliche Auswirkungen auf die aktuelle Bilanzierungspraxis haben werden. Es wird jedoch geprüft, ob bestehende Kreditvereinbarungen gegebenenfalls angepasst werden müssen.

Amendments to IFRS 10 und IAS 28

Die Änderungen adressieren einen Konflikt zwischen IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures" und IFRS 10 "Konzernabschlüsse". Es wird dabei klargestellt, dass bei Transaktionen mit einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture das Ausmaß der Erfolgserfassung davon abhängt, ob die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb nach IFRS 3 darstellen. Der Erstanwendungszeitpunkt wurde vom IASB auf unbestimmte Zeit verschoben.

V. Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss der Allgeier SE werden die Allgeier SE und alle Gesellschaften, die von der Allgeier SE unmittelbar oder mittelbar kontrolliert werden oder an denen die Allgeier SE direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält, einbezogen und voll konsolidiert. Bei allen voll konsolidierten Gesellschaften kann die Allgeier SE die Finanz- und Geschäftspolitik bestimmen und den wirtschaftlichen Nutzen aus den Tochtergesellschaften ziehen. Assoziierte Gesellschaften, auf die die Allgeier SE lediglich maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanziert.

Alle Unternehmen des Allgeier Konzerns erstellen ihre Einzelabschlüsse auf den 31. Dezember.

Der Allgeier Konzern konsolidiert die neu erworbenen Gesellschaften nach der Erwerbsmethode. Zu den Erwerbszeitpunkten werden die Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden der erworbenen Unternehmen identifiziert und unter Aufdeckung von stillen Reserven und Lasten mit ihren beizulegenden Zeitwerten und darauf anzusetzenden erforderlichen latenten Steuern im Konzern bilanziert. Anteile von nicht kontrollierenden Gesellschaftern werden in Höhe ihres Anteils an den beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte und Schulden angesetzt. Ein gegebenenfalls verbleibender Überschuss zwischen den Anschaffungskosten der erworbenen Unternehmen und den Zeitwerten der Vermögenswerte, Schulden und Anteilen nicht kontrollierender Gesellschafter wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Anschaffungsnebenkosten für Rechts- und Beratungsleistungen und Vermittlerprovisionen werden ergebniswirksam als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Die Konsolidierung der vom Konzern neu erworbenen Gesellschaften erfolgt ab dem Monat der Kontrollausübung. Ab diesem Zeitpunkt fließen die Aufwendungen und Erträge der erworbenen Gesellschaften in den Konzernabschluss ein.

Forderungen und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen zwischen den Konzerngesellschaften werden herausgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus konzerninternen Veräußerungen von Vermögenswerten stammen, werden ebenfalls eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern gebildet.

Die Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften erfolgt, sobald die Mutter-Tochter-Beziehung erlischt und die Kontrolle über die Gesellschaften nicht mehr gegeben ist. Die Vermögenswerte und Schulden der Tochterunternehmen werden zum Stichtag der Entkonsolidierung ausgebucht. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung und in der Konzern-Kapitalflussrechnung werden die veräußerten Gesellschaften und Geschäftsbereiche im aufgegebenen Geschäft dargestellt. Bei den Transaktionen zwischen den fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen wird unterstellt, dass sich die Beziehung nicht mehr in dem bisherigen Maße fortsetzen wird und diese somit im aufgegebenen Geschäftsbereich eliminiert.

VI. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis der Allgeier SE besteht zum 31. Dezember 2020 aus 36 (Vorjahr: 82) voll konsolidierten Gesellschaften und zwei nach der At-Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften (Vorjahr: 1 Gesellschaft).

Im Einzelnen hat sich die Anzahl der von der Allgeier SE konsolidierten Gesellschaften im Geschäftsjahr 2020 wie folgt entwickelt:

Vollkonsolidiert At-Equity konsolidiert Gesamt
Anzahl am 31. Dezember 2018 88 1 89
Erwerbe:
AURELO GmbH, Kiel 1 0 1
Allgeier Project Humboldt GmbH, München (ab 27.01.2021: Allgeier publicplan Holding GmbH) 1 0 1
eForce21 GmbH, München 1 0 1
Nagarro SE, München (bis 17.07.2020: Allgeier Project SE) 1 0 1
IPP northport InsurancePartner Platform GmbH, Hamburg 0 1 1
Gründungen:
MGM Consulting Partners GmbH, Salzburg, Österreich 1 0 1
Verschmelzungen:
Allgeier Project Solutions GmbH, München -1 0 -1
Allgeier Neo GmbH, Düsseldorf -1 0 -1
eForce21 GmbH, München -1 0 -1
Nagarro Software SAS, Paris, Frankreich -1 0 -1
Allgeier Consulting Services GmbH, Kronberg im Taunus -1 0 -1
AES SPP GmbH, München -1 0 -1
iQuest SPP GmbH, München -1 0 -1
Abspaltung der Nagarro:
Nagarro SE, München (bis 17.07.2020: Allgeier Project SE) -1 0 -1
Nagarro Connect AG, München (bis 20.11.2020: Allgeier Connect AG) -1 0 -1
Nagarro Holding GmbH, München (bis 06.08.2020: Allgeier Nagarro Holding GmbH) -1 0 -1
Nagarro Inc., San Jose, USA -1 0 -1
Nagarro Software Pvt. Ltd., Gurgaon, Indien -1 0 -1
Nagarro Software GmbH, Frankfurt -1 0 -1
Nagarro Software S.A., Monterrey, Mexiko -1 0 -1
Mokriya, Inc., Cupertino, USA -1 0 -1
Objectiva Software Solutions, Inc., San Diego, USA -1 0 -1
Objectiva Software Solutions (Beijing) Co. Ltd., Peking, China -1 0 -1
Objectiva Software Solutions (Xi'an) Co. Ltd., Xi'an, China -1 0 -1
Allgeier Global Services Asia Pte. Ltd., Singapore -1 0 -1
Nagarro Enterprise Services Pvt. Ltd., Jaipur, Indien -1 0 -1
Nagarro K.K., Tokio, Japan -1 0 -1
NAGARRO SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia -1 0 -1
Nagarro Software AB, Stockholm, Schweden -1 0 -1
Nagarro GmbH, Wien, Österreich -1 0 -1
Nagarro GmbH, München -1 0 -1
Nagarro Software srl, Timisoara, Rumänien -1 0 -1
Nagarro Software A/S, Kopenhagen, Dänemark -1 0 -1
Nagarro Software Ltd., London, Großbritannien -1 0 -1
Nagarro AS, Oslo, Norwegen -1 0 -1
Nagarro Pty. Ltd., Sydney, Australien -1 0 -1
Nagarro Oy, Espoo, Finnland -1 0 -1
Nagarro Ltd. (Malta), Valetta, Malta -1 0 -1
Nagarro (Pty.) Ltd., Pretoria, Südafrika -1 0 -1
Nagarro Inc., Toronto, Kanada -1 0 -1
Nagarro Company Limited, Bangkok, Thailand -1 0 -1
Nagarro Ltd., Port Louis, Mauritius -1 0 -1
Nagarro Mena LLC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (bis 09.09.2020: Farabi Technology Middle East LLC) -1 0 -1
Nagarro Allgeier ES GmbH, Kronberg im Taunus (bis 13.03.2020: Allgeier Midmarket Services GmbH, Bremen) -1 0 -1
Nagarro ES France SAS, Entzheim, Frankreich (bis 16.03.2020: Allgeier ES France SAS; bis 01.12.2020: Nagarro Allgeier ES France SAS ) -1 0 -1
Nagarro ES Denmark A/S, Bröndby, Dänemark (bis 26.11.2020: Allgeier Enterprise Services Denmark A/S) -1 0 -1
Solutions 4 Mobility LLC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate -1 0 -1
Nagarro iQuest Holding GmbH, Karlsruhe (bis: 01.10.2020: iQuest Holding GmbH) -1 0 -1
Nagarro iQuest GmbH & Co. KG, Bad Homburg (bis 02.10.2020: iQuest GmbH & Co. KG) -1 0 -1
Nagarro iQuest Verwaltungs GmbH, Bad Homburg (bis 02.10.2020: iQuest Verwaltungs GmbH) -1 0 -1
iQuest Technologies SRL, Cluj-Napoca, Rumänien -1 0 -1
Nagarro iQuest Schweiz AG, Zürich, Schweiz (bis 06.10.2020: iQuest Schweiz AG) -1 0 -1
iQuest SPZOO (Poland), Warschau, Polen -1 0 -1
Nagarro Beteiligungs GmbH, München (bis 28.08.2020: Allgeier Nagarro Beteiligungs GmbH) -1 0 -1
SPP Co-Investor Verwaltungs GmbH, München -1 0 -1
SPP Co-Investor GmbH & Co. KG, München -1 0 -1
Nagarro SPP GmbH, München -1 0 -1
Anzahl am 31. Dezember 2020 36 2 38

Von den zum 31. Dezember 2020 im Konzern voll konsolidierten Gesellschaften werden die Oxygen Consultancy, Istanbul, Türkei, ("Oxygen") und die Allgeier Education GmbH, Düsseldorf, ("Allgeier Education") im aufgegebenen Bereich gezeigt. Von den beiden At-Equity konsolidierten Gesellschaften wird die Talentry GmbH, München, ("Talentry") als aufgegeben klassifiziert.

Die Veränderungen im Konsolidierungskreis haben wesentlichen Einfluss auf die Aussagekraft der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Allgeier Konzerns. Bei Vergleichen und Analysen des Geschäftsjahres 2020 mit dem Vorjahr sind diese Veränderungen entsprechend zu berücksichtigen.

Erwerb der Nagarro SE und der Allgeier Project Humboldt GmbH

Mit Kaufverträgen vom 19. Februar 2020 erwarb die Allgeier SE die Blitz 20-361 SE, München, und die Blitz 19-682 GmbH, München. Beide Gesellschaften hatten zum Erwerbszeitpunkt keinen Geschäftsbetrieb. Der Kaufpreis für beide Gesellschaften betrug 164 Tsd. Euro. Damit verbunden war der Erwerb eines Finanzmittelfonds von 145 Tsd. Euro. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von 19 Tsd. Euro wurde ausgebucht.

Die Blitz 20-361 SE wurde am 12. März 2020 in Allgeier Project SE umbenannt. Die Allgeier Project SE wiederum wurde am 17. Juli 2020 in Nagarro SE umbenannt. Unter der Nagarro SE wurde im Juli 2020 das Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäft gebündelt, mit dem Ziel diesen Geschäftsbereich abzuspalten. Die Abspaltung wurde am 15. Dezember 2020 wirksam, und mit der Abspaltung ging die Nagarro SE einschließlich ihrer Tochtergesellschaften ("Nagarro") im Wege eines Spin-off aus dem Allgeier Konzern ab.

Die Blitz 19-682 GmbH wurde am 25. Februar 2020 in Allgeier Project Humboldt GmbH umbenannt. Die Allgeier Project Humboldt wiederum wurde am 27. Januar 2021 in Allgeier publicplan Holding GmbH umbenannt. Mit dieser Gesellschaft erwarb der Allgeier Konzern die publicplan GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Die Erstkonsolidierung der publicplan GmbH wird auf den 01. Januar 2021 vorgenommen.

Erwerb der eForce 21 GmbH

Am 30. Juli 2020 hat die mgm technology partners GmbH, München, sämtliche Anteile des IT-Entwicklungsunternehmen eForce21 GmbH, München, ("eForce21") übernommen. Mit dem Zusammenschluss bündelt die mgm IT-Expertise für innovative Enterprise-Lösungen, KI-gestützte Bilderkennung und Sprachverarbeitung/Chatbots. Als Kaufpreis für die Anteile der eForce21 wurden ein fester Kaufpreis in Höhe von 3.000 Tsd. Euro und variable Kaufpreise von bis zu maximal 2.000 Tsd. Euro vereinbart. Von dem variablen Kaufpreis stehen jeweils bis zu 500 Tsd. Euro in Abhängigkeit von der Erreichung bestimmter Umsätze in den Jahren 2020 bis 2023. Sollten die Kriterien zur Erfüllung der Umsatzziele nicht vollständig erreicht werden, so reduzieren sich die Earn-Outs entsprechend bzw. entfallen vollständig. Für das Jahr 2020 wurde die geplanten Umsatzziele erreicht und der erste Earn-Out in Höhe von 500 Tsd. Euro entsprechend erfüllt. Für die weiteren Earn-Out-Jahre geht der Allgeier Konzern davon aus, dass die Umsatzziele ebenfalls vollständig erreicht werden und die Earn-Outs zu bezahlen sind. Die Bezahlung des festen Kaufpreises erfolgte im Juli 2020. Die Auszahlung des Earn-Outs für das Jahr 2020 wurde im Januar 2021 vorgenommen. Zusätzlich zum Kaufpreis fielen Erwerbsnebenkosten in Höhe von 42 Tsd. Euro an, die innerhalb des sonstigen betrieblichen Aufwands verbucht wurden.

Mit dem Erwerb der eForce21 gingen dem Allgeier Konzern zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung am 31. Juli 2020 Vermögenswerte in Höhe von 3.672 Tsd. Euro und Schulden von 2.225 Tsd. Euro zu. Aus der Differenz des aktivierten Kaufpreises in Höhe von 4.977 Tsd. Euro (einschließlich Abzinsung der langfristig zu bezahlenden Teile des Kaufpreises) und dem übernommenen Nettovermögen von 1.447 Tsd. Euro resultiert ein Unterschiedsbetrag von 3.530 Tsd. Euro, der als Geschäfts- oder Firmenwert verbucht wurde. Der Geschäfts- oder Firmenwert begründet sich mit den Potentialen, die sich aus dem Zusammenschluss der beiden Gesellschaften ergeben.

Die Buch- und Zeitwerte des Nettovermögens der eForce21 waren am 31. Juli 2020 im Einzelnen:

(in Tsd. Euro)

Buchwerte Allokation Zeitwerte
Immaterielle Vermögenswerte 4 1.010 1.014
Sachanlagen 91 0 91
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 528 0 528
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 641 0 641
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 43 0 43
Sonstige Vermögenswerte 19 0 19
Ertragsteuerforderungen 11 0 11
Zahlungsmittel 1.325 0 1.325
Erworbene Vermögenswerte 2.662 1.010 3.672
Finanzschulden 817 0 817
Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 528 0 528
Rückstellungen 185 0 185
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 72 0 72
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 141 0 141
Sonstige Verbindlichkeiten 27 0 27
Ertragsteuerverbindlichkeiten 142 0 142
Passive latente Steuern 0 313 313
Erworbene Schulden 1.912 313 2.225
Nettovermögen 750 697 1.447

Die erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im Geschäftsjahr 2020 vollständig bezahlt.

Die eForce21 erzielte im Zeitraum August bis Dezember 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 1.536 Tsd. Euro und ein Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern von 317 Tsd. Euro. Die eForce21 wurde im Geschäftsjahr 2020 auf die mgm technology partners GmbH, München, verschmolzen.

Erwerb der AURELO GmbH

Am 13. November 2020 hat die Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen, sämtliche Anteile der AURELO GmbH, Kiel "AURELO", übernommen. AURELO ist Softwarepartner für Windkraft-Projektentwickler und - Betriebsführer. AURELO vertreibt mit dem AURELO Energiepark Manager eine führende Branchenlösung im Bereich der erneuerbaren Energien. Als Kaufpreis für die Anteile der AURELO wurden ein fester Kaufpreis in Höhe von 575 Tsd. Euro und variable Kaufpreise von bis zu maximal 550 Tsd. Euro vereinbart. Der variable Kaufpreis steht in Abhängigkeit von der Erreichung bestimmter EBIT-Ziele in den Jahren 2021 und 2022. Sollten die Kriterien zur Erfüllung der Umsatzziele nicht vollständig erreicht werden, so reduzieren sich die Earn-Outs bzw. entfallen vollständig. Aus heutiger Sicht geht der Allgeier Konzern davon aus, dass die EBIT-Ziele vollständig erreicht werden. Die Bezahlung des festen Kaufpreises erfolgte im November 2020. Zusätzlich zum Kaufpreis fielen Erwerbsnebenkosten in Höhe von 5 Tsd. Euro an, die innerhalb des sonstigen betrieblichen Aufwands verbucht wurden.

Mit dem Erwerb der AURELO gingen dem Allgeier Konzern zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung am 01. November 2020 Vermögenswerte in Höhe von 1.382 Tsd. Euro und Schulden von 658 Tsd. Euro zu. Aus der Differenz des Kaufpreises in Höhe von 1.120 Tsd. Euro (einschließlich Abzinsung der langfristig zu bezahlenden Teile des Kaufpreises) und dem übernommenen Nettovermögen von 724 Tsd. Euro resultiert ein Unterschiedsbetrag von 396 Tsd. Euro, der als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen wurde. Der Geschäfts- oder Firmenwert entspricht den Potentialen, die sich aus dem Zusammenschluss der beiden Gesellschaften ergeben.

Die Buch- und Zeitwerte des Nettovermögens der AURELO waren am 01. November 2020 im Einzelnen:

(in Tsd. Euro)

Buchwerte Allokation Zeitwerte
Immaterielle Vermögenswerte 2 1.004 1.006
Sachanlagen 9 0 9
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 88 0 88
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 82 0 82
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6 0 6
Sonstige Vermögenswerte 37 0 37
Ertragsteuerforderungen 2 0 2
Zahlungsmittel 152 0 152
Erworbene Vermögenswerte 378 1.004 1.382
Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 88 0 88
Rückstellungen 17 0 17
Vertragliche Verbindlichkeiten 168 0 168
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23 0 23
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 34 0 34
Ertragsteuerverbindlichkeiten 17 0 17
Passive latente Steuern 0 311 311
Erworbene Schulden 347 311 658
Nettovermögen 31 693 724

Die erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden per Ende Februar 2021 mit Ausnahme eines noch offenen Betrags von 3 Tsd. Euro vollständig bezahlt. Die AURELO erzielte im Zeitraum November und bis Dezember 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 149 Tsd. Euro und ein Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern von 14 Tsd. Euro.

Erwerb der GES (Asset Deal)

Mit Kaufvertrag vom 17. Dezember 2019 erwarb die Nagarro Allgeier ES GmbH, Kronberg im Taunus (bis 13. März 2020 firmierend als Allgeier Midmarket Services GmbH mit Sitz in Bremen) von der GES Systemhaus GmbH Co. KG, Wiesbaden, den Geschäftsbereich GES Public Sector Beratungs- und Entwicklungsleistungen im Bereich SAP für öffentliche Verwaltungen ("GES"). Weiter übernahm die Nagarro Allgeier ES GmbH bestimmte Mitarbeiter der GES. Die GES stellt Softwarelösungen auf Basis einer eigenen Softwaresuite für kommunale Anwendungen zur Verfügung. Als Kaufpreis für die übernommenen Vermögensgegenstände und übernommenen Kundenverträge wurden 3.480 Tsd. Euro vereinbart, die im ersten Quartal 2020 bezahlt wurden. Die Erstkonsolidierung der GES wurde auf den 01. Januar 2020 vorgenommen. Der Kaufpreis wurde in Höhe von 3.152 Tsd. Euro auf das erworbene Softwareprodukt "Public Sector", in Höhe von 550 Tsd. Euro auf erworbene Kundenverträge, in Höhe von 48 Tsd. Euro auf Sachanlagen, in Höhe von 122 Tsd. Euro auf Rückstellungen und in Höhe von 148 Tsd. Euro auf sonstige finanzielle Verbindlichkeiten gebucht. Die übernommenen Passivposten standen in Verbindung mit den übernommenen Mitarbeitern der GES. Im Zuge der Akquisition fielen weitere Kosten in Höhe von 22 Tsd. Euro an, die als sonstiger betrieblicher Aufwand verbucht wurden.

Erwerb der SCUDOS (Asset Deal)

Mit Kaufverträgen vom 04. Juni 2020 erwarb die Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen, von der IFASEC GmbH, Dortmund, und der sich in der Insolvenz befindlichen SCUDOS SYSTEMS GmbH, Dortmund, ("SCUDOS") sämtliche Rechte an der Software SCUDOS, sowie weitere Vertragsbeziehungen und Arbeitsverhältnisse. Die Software SCUDOS ist eine Lösung zur Analyse und Gestaltung sicherer Netzwerkinfrastrukturen. Die Software ermöglicht es Organisationen, ihre Sicherheit zu erhöhen und den Betrieb innerhalb ihres Kernnetzwerks zu vereinfachen. Dadurch wird der Zugriff unautorisierter Geräte auf sensible Netzwerksegmente verhindert und potenzielle böswillige Eindringlinge werden blockiert. Als fester Kaufpreis für die übernommene Software und die übernommenen Vermögensgegenstände wurden 2.000 Tsd. Euro vereinbart, von denen im Juni 2020 1.800 Tsd. Euro bezahlt wurden und weitere 200 Tsd. Euro im Dezember 2022 fällig werden. Darüber hinaus wurde ein variabler Kaufpreis von maximal 550 Tsd. Euro vereinbart, der fällig wird, wenn bestimmte Kundenbeziehungen über ein weiteres Jahr fortbestehen bzw. bestimmte Lizenzerlöse im Zeitraum bis Ende 2022 erzielt werden. Die Allgeier IT Solutions geht davon aus, dass die Bedingungen für den variablen Kaufpreis erfüllt werden. Die Erstkonsolidierung der SCUDOS wurde auf den 04. Juni 2020 vorgenommen. Vom Kaufpreis der SCUDOS in Höhe von 2.545 Tsd. Euro (einschließlich Abzinsung der langfristig zu bezahlenden Teile des Kaufpreises) wurden 1.125 Tsd. Euro auf die Software SCUDOS, 1.289 Tsd. Euro auf erworbene Kundenbeziehungen, 375 Tsd. Euro auf Markenrechte und Domains sowie 244 Tsd. Euro auf Passive latente Steuern gebucht. Im Zuge der Akquisition fielen weitere Kosten in Höhe von 12 Tsd. Euro an, die als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst wurden.

Erwerb der maihiro (Asset Deal)

Mit Kaufvertrag vom 18. September 2020 erwarb die Nagarro Allgeier ES GmbH den Geschäftsbetrieb der maihiro products GmbH, Ismaning, ("maihiro"). Die Nagarro erhielt mit dem Geschäftsbetrieb die von maihiro selbst geschaffenen Softwareprodukte maiConnect, maiTour, maiLingua und maiCatch, bestehende Kundenverträge, Sachanlagevermögen sowie die dem Geschäftsbetrieb der der maihiro zugehörigen Arbeitnehmer. Die Softwarelösungen der maihiro werden im Bereich End-to-End Prozessoptimierung auf der Basis von SAP Cloud Plattformen eingesetzt. Der beizulegende Zeitwert für die Softwareprodukte betrug 1.988 Tsd. Euro, für die Kundenverträge 382 Tsd. Euro und für das Sachanlagevermögen 21 Tsd. Euro. Der Zeitwert der Softwareprodukte und des Sachanlagevermögens entspricht dem Buchwert der Vermögensgegenstände im Einzelabschluss der maihiro. Die Bewertung wurde darüber hinaus durch zukünftige Umsatzerwartungen bestätigt. Die Kundenverträge wurden mit dem voraussichtlichen Gewinn aus den bestehenden Auftragsbeständen bewertet. Als Kaufpreis für den Geschäftsbetrieb wurden insgesamt 100 Tsd. Euro vereinbart. Der sich aus dem Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert des Vermögens unter Berücksichtigung von latenten Steuern in Höhe von 710 Tsd. Euro ergebende negative Unterschiedsbetrag von 1.581 Tsd. Euro wurde als Badwill innerhalb des sonstigen betrieblichen Ertrags verbucht. Im Zuge der Akquisition fielen weitere Kosten in Höhe von 12 Tsd. Euro an, die als sonstiger betrieblicher Aufwand verbucht wurden.

Erwerb der IPP northport InsurancePartner Platform GmbH, Hamburg (Joint Venture)

Am 03. Dezember 2020 hat die mgm technology partners GmbH, München, ("mgm tp") 50 % der Anteile der IPP northport InsurancePartner Platform GmbH, Hamburg, ("northport") erworben. Die mgm tp ist eine 80 %-ige Tochtergesellschaft der Allgeier SE. Die Allgeier SE erwarb durchgerechnet entsprechend 40 % der Anteile der northport. Mit dem Joint-Venture northport plant die mgm tp zusammen mit dem Joint-Venture-Partner, der ebenfalls 50 % der Anteile der northport hält, den Aufbau eines digitalen Produktportfolios für Versicherer, Versicherungsmakler und Endkunden. Die northport wurde Ende 2019 gegründet und hat derzeit neben Geschäftsanlaufkosten noch keinen operativen Geschäftsbetrieb. Als Kaufpreis für die Anteile der northport wurden 15 Tsd. Euro vereinbart. Die Anteile an der northport erfüllen die Kriterien zur Bilanzierung der Gesellschaft nach der At-Equity-Methode. Der Kaufpreis wurde als At-Equity-Beteiligung bilanziert. Dem Kaufpreis von 15 Tsd. Euros steht ein anteiliger nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von 1 Tsd. Euro gegenüber. Der Differenzbetrag in Höhe von 16 Tsd. Euro wurde in der Nebenrechnung zur At-Equity-Beteiligung als Geschäfts- oder Firmenwert festgehalten.

Abspaltung der Nagarro

Mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. September 2020 hat Allgeier SE im Dezember 2020 die Abspaltung des unter der Nagarro SE gebündelten globalen Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäfts erfolgreich umgesetzt. Der Vorstand der Allgeier SE hatte mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 05. November 2019 entschieden, die entsprechenden Geschäftsaktivitäten des Konzerns rechtlich zu verselbstständigen und zu diesem Zweck eine Abspaltung nach dem Umwandlungsgesetz auf eine eigenständige börsennotierte Gesellschaft vorzunehmen. Mit Wirksamkeit der Abspaltung am 15. Dezember 2020 erhielten die Allgeier-Aktionäre gemäß den Bestimmungen des Abspaltungsvertrags für je eine Aktie der Allgeier SE eine Aktie der Nagarro SE und hielten 100 Prozent an deren Grundkapital. Am 16. Dezember 2020 haben die Aktien der Nagarro SE mit der ISIN DE000A3H2200 und der WKN A3H220 den Handel am Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen. Allgeier ist nicht mehr an Nagarro beteiligt.

Mit dem Spin-off wurden zwei führende Unternehmen mit klarer Fokussierung und differenzierter Strategie geschaffen, die vom globalen, branchenunabhängigen Trend der Digitalisierung profitieren. Beide Unternehmen positionieren sich eigenständig am Kapitalmarkt und können mit ihren individuellen Equity Stories mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit erlangen, was nach Meinung des Vorstands attraktivere Kapitalmarktbewertungen ermöglicht. Allgeier wird sich als IT-Holding künftig weiterhin auf die seit vielen Jahren bewährte Buy & Build-Strategie konzentrieren. Das vorhandene IT Services- und Software-Portfolio soll dabei weiter über dem Marktdurchschnitt wachsen - sowohl durch wertschaffende Akquisitionen als auch durch die starke Positionierung der Marken Allgeier und mgm technology partners im deutschsprachigen Raum. Allgeier kann dabei auf eine breite und stabile Kundenbasis zurückgreifen - von international agierenden Konzernen über den leistungsstarken Mittelstand bis hin zu Auftraggebern des öffentlichen Sektors.

Nagarro ist in den vergangenen Jahren durch nachhaltiges organisches Wachstum und verschiedene Akquisitionen als eigenständiger weltweiter Tech Services-Player aus Allgeier herausgewachsen. Bezogen auf den Zeitraum bis zur Abspaltung am 15. Dezember 2020 erwirtschaftete die Nagarro Umsatzerlöse von 411,7 Mio. Euro und ein EBITDA von 48,2 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2020 betrug der Umsatz der Nagarro 430,4 Mio. Euro und das EBITDA 66,2 Mio. Euro. Mit der Abspaltung kann sich Nagarro als global agierender Digital Engineering Leader auf das hohe Wachstumspotenzial des Unternehmens konzentrieren und einen erhöhten Managementfokus auf das Kerngeschäft legen. Für Nagarro schafft die separate Börsennotierung die Grundlage für die Positionierung als starke weltweite Marke mit eigener Identität, eigenem differenziertem Organisationsdesign und einzigartiger Organisationskultur, die sich durch flache Hierarchien, hohe Autonomie, Begeisterung für Technologie, interkulturelle Offenheit und ein ausgeprägtes gesellschaftliches Bewusstsein auszeichnet.

Mit der Abspaltung der Nagarro gingen aus dem Allgeier Konzern ein Nettovermögen von 44,8 Mio. Euro ab. Das abgespaltene Nettovermögen wurde ergebnisneutral direkt in das Eigenkapital gebucht. Auf das abgespaltene Nettovermögen entfallen 36,3 Mio. Euro auf die Gesellschafter der Allgeier SE und 8,5 Mio. Euro auf nicht kontrollierende Gesellschafter. Unmittelbar im Zusammenhang mit der Abspaltung fielen Kosten in Höhe von 6,2 Mio. Euro an, die in der Gesamtergebnisrechnung innerhalb des abgespaltenen und veräußerten Geschäfts erfasst wurden. Diese Kosten setzen sich zusammen aus Rechts- und Beratungskosten und Kosten für das Listing der Nagarro SE von insgesamt 3,6 Mio. Euro, vom Allgeier Konzern im Jahr 2020 getragene Aufwendungen aus dem variablen Kaufpreis aus dem Erwerb der Objectiva Inc., San Diego, USA, sowie Aufwendungen aus der Währungsumrechnung im Zuge der Transaktion der Objectiva Inc. von insgesamt 1,2 Mio. Euro sowie Aufwendungen aus der Modifikation des der Nagarro zuzurechnenden Teils der bestehenden Aktienoptionsprogramme in Höhe von insgesamt 1,4 Mio. Euro. Neben den Kosten für die Abspaltung, die von der Allgeier SE zu tragen waren, fielen in Höhe von 10,3 Mio. Euro von der Nagarro SE zu tragenden Kosten für die Abspaltung an. Die Nagarro SE hat diese Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst.

Aufgrund der Abspaltung der Nagarro mit Wirkung zum 15. Dezember 2020 ist in der Gewinn- und Verlustrechnung des Allgeier Konzerns die Nagarro entsprechend nur bis zum 15. Dezember 2020 enthalten. Als weitere Besonderheit mussten aufgrund der Abspaltung Eigenkapitalbestandteile in Höhe von 7,2 Mio. Euro, die bis dahin erfolgsneutral über das sonstige Ergebnis erfasst waren, in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht werden. Das Jahresergebnis 2020 der Nagarro lässt sich mit dem Ergebnis der Nagarro, wie es im aufgegebenen Geschäft des Allgeier Konzerns enthalten ist, wie folgt überleiten:

Umsatz und Ergebnisse (in Mio. Euro)

Umsatzerlöse Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern
2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Umsatz und EBITDA 2020 der Nagarro 430,4 402,4 66,2 61,6
In die GuV umgebuchtes kumuliertes sonstiges Ergebnis - - -7,2 -
Umsatz und EBITDA der Nagarro im Zeitraum 16.12. bis 31.12.2020 -18,7 - -10,7 -
Im aufgegebenen Geschäft des Allgeier Konzerns enthaltener Umsatz und EBITDA der Nagarro 411,7 402,4 48,2 61,6

Das EBITDA der Nagarro des Geschäftsjahres 2020 in Höhe von 66,2 Mio. Euro ist mit einmaligen Kosten der Abspaltung in Höhe von insgesamt 10,3 Mio. Euro belastet. Bereinigt um diese Kosten erreicht die Nagarro dann im Gesamtjahr 2020 ein Ergebnis von 76,5 Mio. Euro (Vorjahr: 61,6 Mio. Euro).

Mit der Abspaltung der Nagarro gingen zum 15. Dezember 2020 die folgenden Vermögenswerte und Schulden ab:

(in Tsd. Euro)

Immaterielle Vermögenswerte 107.056
Sachanlagen 6.438
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 52.346
Langfristige Vertragskosten 438
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 2.999
Andere langfristige Vermögenswerte 102
Aktive latente Steuern 7.932
Erworbene Vermögenswerte 177.310
Vorräte 127
Kurzfristige Vertragskosten 252
Vertragliche Vermögenswerte 10.230
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 58.255
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1.887
Andere kurzfristige Vermögenswerte 8.023
Ertragsteuerforderungen 6.906
Zahlungsmittel 108.104
Kurzfristiges Vermögen 193.785
Gesamtes Vermögen 371.095
Langfristige Finanzschulden 168.158
Langfristige Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 43.191
Langfristige Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 5.262
Andere langfristige Rückstellungen 243
Langfristige vertragliche Verbindlichkeiten 125
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.672
Langfristige Verbindlichkeiten aus Akquisitionen 2.662
Passive latente Steuern 2.599
Langfristige Schulden 223.911
Kurzfristige Finanzschulden 16.639
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 11.844
Kurzfristige Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 728
Andere kurzfristige Rückstellungen 14.229
Kurzfristige vertragliche Verbindlichkeiten 9.396
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.761
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 19.461
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Akquisitionen 4.291
Andere kurzfristige Verbindlichkeiten 3.363
Ertragsteuerverbindlichkeiten 11.697
Kurzfristige Schulden 102.408
Gesamte Schulden 326.319
Nettovermögen 44.776

Aufgabe von Geschäftsbereichen

Der Allgeier Konzern hat die Entscheidung getroffen, weitere Geschäftsaktivitäten, die strategisch nicht mehr im Portfolio des Allgeier Konzerns weiterentwickelt werden sollen, aufzugeben. Davon betroffen sind die Oyxgen, die Allgeier Education und die At-Equity konsolidierte Talentry. Die drei Gesellschaften konnten in den letzten beiden Jahren ihre Ziele nicht erreichen und schlossen mit Verlusten ab. Im Einzelnen erwirtschafteten die Gesellschaften die folgenden Umsatzerlöse und Ergebnisse:

Umsatz und Ergebnisse (in Mio. Euro)

Umsatzerlöse Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern
2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Oxygen 280 562 -430 41
Allgeier Education 180 216 -527 -489
Talentry 2.287 2.181 -1.004 -3.158
Kurzfristige Schulden 2.747 2.959 -1.961 -3.606

Aufgrund des Beschlusses, diese Geschäftsbereiche zu veräußern oder zu schließen, weist der Allgeier Konzern diese Unternehmen im aufgegebenen Geschäft aus. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. In der Bilanz zum 31. Dezember 2020 wurden die Vermögenswerte und Schulden in jeweils einer Zeile zusammengefasst und unter den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und zur Veräußerung gehaltenen Schulden ausgewiesen. Da voraussichtlich aus den Gesellschaften keine Veräußerungserlöse zu erwarten sind, wurde der Wert für das Nettovermögen der Gesellschaften auf null wertgemindert. Der Wertminderungsaufwand auf das Nettovermögen der Oxygen von 512 Tsd. Euro und der Allgeier Education von 95 Tsd. Euro wurde in den Gewinn- und Verlustrechnungen der beiden Gesellschaften in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gebucht. Der Wertminderungsaufwand auf die Buchwerte der Talentry in Höhe von 2.710 Tsd. Euro wurde innerhalb des aufgegebenen Geschäfts im Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen erfasst. Die im Allgeier Konzern für die aufgegebenen Unternehmen enthaltenen Vermögenswerte und Schulden stellen sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt dar:

(in Tsd. Euro)

Allgeier Education Oxygen Talentry Gesamt
Immaterielle Vermögenswerte 84 2 0 86
Sachanlagen 0 10 0 10
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 3 0 0 3
At-equity-Beteiligungen 0 0 2.271 2.271
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 14 439 453
Aktive latente Steuern 0 6 0 6
Langfristiges Vermögen 87 32 2.710 2.828
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 52 0 61
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1 23 0 25
Andere kurzfristige Vermögenswerte 5 7 0 13
Zahlungsmittel 23 408 0 431
Erworbene Vermögenswerte 39 490 0 529
Gesamtes Vermögen 0 5 0 5
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 0 5 0 5
Andere kurzfristige Rückstellungen 3 0 0 3
Kurzfristige vertragliche Verbindlichkeiten 5 0 0 5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4 0 0 4
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3 31 0 34
Ertragsteuerverbindlichkeiten 15 0 0 16
Kurzfristige Schulden 0 28 0 28
Gesamte Schulden 31 64 0 95
Nettovermögen 95 458 2.710 3.263
Wertminderungsaufwand 95 458 2.710 3.263
Beizulegender Zeitwert 0 0 0 0

Im sonstigen Ergebnis sind kumulative Aufwendungen von 1.154 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.043 Tsd. Euro) enthalten, die die aufgegebenen Geschäftsbereiche betreffen.

Pro Forma Ergebnis der zusammengeschlossenen Unternehmen

Wenn die im Geschäftsjahr 2020 erworbenen Unternehmen bereits am 01. Januar 2020 und die im Geschäftsjahr 2019 erworbenen Unternehmen bereits am 01. Januar 2019 im Allgeier Konzern konsolidierte Gesellschaften gewesen wären, wären die Umsatzerlöse und Ergebnisse des Allgeier Konzerns wie folgt gewesen:

Umsatz und Ergebnisse (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 766.652 785.846 412.159 407.355 354.493 378.491
Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern 78.190 70.319 54.480 61.290 23.710 9.029
Ergebnis vor Steuern 32.011 30.064 23.709 35.459 8.302 -5.395

Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Finanzzahlen der Tochtergesellschaften des Allgeier Konzerns, an denen die Allgeier SE nicht sämtliche Anteile hält.

Finanzzahlen der Tochtergesellschaften (in Tsd. Euro)

mgm technology partners-Gruppe mgm sp München mgm cp Hamburg-Gruppe
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Prozentsatz nicht beherrschender Anteile (durchgerechnet) 20,00 % 20,00 % 44,00 % 44,00 % 44,00 % 44,00 %
Langfristiges Vermögen 19.339 15.077 14 27 117 50
Kurzfristiges Vermögen 38.509 3.324 1.622 1.677 3.521 3.185
Langfristige Schulden 7.518 23 0 5 46 20
Kurzfristige Schulden 21.299 2.401 1.228 1.349 2.394 2.296
Nettovermögen 29.031 946 409 349 1.197 919
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 4.513 180 351 333 255 171
Umsatzerlöse 83.273 11.893 4.032 4.040 11.973 12.653
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 13.920 1.402 583 280 1.456 1.347
Ergebnis vor Steuern 5.309 1.369 569 275 1.442 1.321
Ergebnis der Periode 4.287 922 383 182 949 894
Sonstiges Ergebnis -90 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 4.197 922 383 182 949 894
Cash Flows aus der betrieblichen Tätigkeit 21.821 1.714 307 733 1.514 1.079
Cash Flows aus der Investitionstätigkeit -6.280 -18 -6 -19 -67 -34
Cash Flows aus der Finanzierungstätigkeit -9.233 -1.890 -337 -498 -684 -946
davon aus Dividenden an nicht beherrschende Anteile -298 -557 -97 -148 -201 -277
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 64 0 0 0 0 0
Nettoerhöhung (Nettoabnahme) des Finanzmittelfonds 6.372 -195 -36 216 764 98
Allgeier Experts Select Oxygen
2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Prozentsatz nicht beherrschender Anteile (durchgerechnet) 20,00 % 20,00 % 10,00 % 10,00 %
Langfristiges Vermögen 533 136 32 119
Kurzfristiges Vermögen 429 427 32 583
Langfristige Schulden 290 7 5 8
Kurzfristige Schulden 3.770 3.319 59 84
Nettovermögen -3.097 -2.763 0 611
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile -1.051 -984 0 61
Umsatzerlöse 11 246 280 562
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -237 -1.302 -491 -53
Ergebnis vor Steuern -331 -1.368 -492 -49
Ergebnis der Periode -335 -1.305 -500 -41
Sonstiges Ergebnis 0 0 -111 -67
Gesamtergebnis -335 -1.305 -611 -108
Cash Flows aus der betrieblichen Tätigkeit -189 -357 131 50
Cash Flows aus der Investitionstätigkeit -184 -189 -48 -82
Cash Flows aus der Finanzierungstätigkeit 315 438 0 6
davon aus Dividenden an nicht beherrschende Anteile -645 -645 0 0
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 0 0 -131 -50
Nettoerhöhung (Nettoabnahme) des Finanzmittelfonds -57 -109 -48 -75

Die Allgeier SE hält 80 % der Anteile der mgm tp München-Gruppe. Die mgm tp München wiederum hält jeweils 70 % der Anteile der mgm sp München und der der mgm cp Hamburg-Gruppe. Durchgerechnet hält die Allgeier SE somit 56 % der Anteile der mgm sp München und der mgm cp Hamburg. Das in der Tabelle gezeigte Ergebnis der Periode der mgm technology partners-Gruppe ist reduziert um die Ergebnisabführung an die Allgeier SE aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags der mgm tp München mit der Allgeier SE.

VII. Währungsumrechnung

Die funktionale Währung der Allgeier SE und der im Euro-Raum ansässigen Tochtergesellschaften ist der Euro. Die funktionale Währung aller anderen Tochtergesellschaften ist deren jeweilige Landeswährung. Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, die in einer fremden Währung erstellt wurden, in Euro umgerechnet. Dabei kamen für die Umrechnung der Vermögensgegenstände und Schulden die Stichtagskurse zum 31. Dezember 2020 und für die Erträge und Aufwendungen die Jahresdurchschnittskurse aus den Mittelwerten der Schlusskurse der Monate Januar 2020 bis Dezember 2020 zur Anwendung.

Aus der Umrechnung entstandene Differenzen aus den Stichtagskursen des Berichtsjahres und des Vorjahres sowie aus den mit historischen Kursen im Eigenkapital enthaltenen Bestandteilen, wurden in die ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen eingestellt.

Bei der Umrechnung der in fremder Währung erstellten Jahresabschlüsse galten die folgenden Wechselkurse:

Wechselkurse

Durchschnittskurse je 1 Euro Stichtagskurse je 1 Euro
2020 2019 31.12.2020 31.12.2019
--- --- --- --- --- ---
Australischer Dollar AUD 1,655 1,607 1,591 1,601
Britisches Pfund GBP 0,890 0,876 0,899 0,854
Chinesischer Yuan Renminbi CNY 7,903 7,714 8,012 7,823
Dänische Krone DKK 7,452 7,465 7,441 7,469
Indische Rupie INR 84,651 78,605 89,559 79,823
Japanischer Yen JPY 121,717 122,081 126,535 122,160
Kanadischer Dollar CAD 1,537 1,480 1,563 1,463
Malaysischer Ringgit MYR 4,814 4,627 4,942 4,600
Mauritius Rupie MUR 44,063 38,560 48,569 39,499
Mexikanischer Peso MXN 24,717 21,545 24,393 21,115
Norwegische Krone NOK 10,792 9,843 10,485 9,858
Polnischer Zloty PLN 4,468 4,301 4,571 4,258
Rumänischer Leu RON 4,837 4,749 4,868 4,781
Schwedische Krone SEK 10,471 10,585 10,056 10,445
Schweizer Franken CHF 1,070 1,111 1,082 1,087
Singapur-Dollar SGD 1,578 1,524 1,621 1,511
Südafrikanischer Rand ZAR 18,881 16,104 17,981 15,733
Thailändischer Baht THB 35,857 34,528 36,752 33,574
Tschechische Krone CZK 26,487 25,663 26,239 25,431
Türkische Lira TRY 8,140 6,361 9,095 6,657
US Dollar USD 1,146 1,118 1,226 1,120
VAE Dirham AED 4,211 4,105 4,505 4,113
Vietnamesischer Dong VND 26.586,121 25.881,330 28.307,350 25.901,400

Im Konzern-Anlagevermögen werden die Anschaffungskosten und die kumulierten Abschreibungen und Wertberichtigungen mit historischen Wechselkursen umgerechnet. Differenzen aus der Umrechnung der historischen Kurse auf die Stichtagskurse am 31. Dezember 2020 werden in separaten Spalten dargestellt. Im Rückstellungsspiegel sind die Umrechnungsdifferenzen, die sich aus den abweichenden Stichtagskursen zwischen dem 31. Dezember 2020 und dem 31. Dezember des Vorjahres ergeben, ebenfalls in einer eigenen Spalte sichtbar.

Die im laufenden Geschäft in fremder Währung anfallenden Transaktionen werden mit dem Tageskurs verbucht. Falls aus diesen Buchungen aufgrund von Zahlungen oder Bewertungen zu späteren Zeitpunkten Kursgewinne oder Kursverluste entstehen, werden diese in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam behandelt. Währungsdifferenzen aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung werden ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

VIII. Bilanz

Immaterielle Vermögenswerte

Auftragsbestände, Kundenlisten, Websites, Markenrechte und Produkte, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, aktiviert der Allgeier Konzern mit den beizulegenden Werten. Die Abschreibung der Auftragsbestände erfolgt zeitgleich mit der Umsatzrealisierung der Aufträge. Die erworbenen Produkte werden linear über 4 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibung der Kundenlisten erfolgt über eine Laufzeit von 5 Jahren.

Selbst geschaffene Entwicklungen werden als immaterielle Vermögenswerte bilanziert, sofern die Entwicklungskosten verlässlich bewertet werden können und aus einem in der Zukunft erwartendem Verkauf der Leistungen ein wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Die aktivierten Kosten für die selbst geschaffenen Entwicklungen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die selbst geschaffenen Entwicklungen werden erstmalig ab dem Monat der Fertigstellung mit einer Laufzeit von 4 Jahren linear abgeschrieben. Sofern erforderlich, werden außerordentliche Wertminderungen auf die selbst geschaffenen Entwicklungen vorgenommen.

Erworbene Software, Lizenzen und Rechte werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet. Marken und Domains werden über eine Laufzeit von 15 Jahren linear abgeschrieben. Ansonsten werden Software, Lizenzen und Rechte planmäßig über 3 bis 6 Jahre linear abgeschrieben. Software, Lizenzen und Rechte werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte zutreffend bewertet werden können.

An jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern, ob auf die Vermögenswerte außerplanmäßige Wertminderungen vorzunehmen sind. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstanden sind, werden als nicht abnutzbare immaterielle Vermögenswerte bilanziert. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlichen Werthaltigkeitstests unterzogen. Falls die Werthaltigkeit nicht mehr gegeben ist, werden auf die Geschäfts- oder Firmenwerte außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Außerdem werden anlassbezogen Werthaltigkeitstests durchgeführt, sofern bestimmte Erkenntnisse auf notwendige Wertberichtigungen hinweisen sollten.

Sachanlagen

Das Anlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. In die Herstellungskosten der selbst geschaffenen Anlagen werden direkt zurechenbare Kosten, anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen einbezogen. Bei Bauten werden auch die Zinsen für Fremdkapital in die Herstellungskosten eingerechnet. Reparatur- und Instandhaltungskosten werden sofort als Aufwand verbucht. Die Abschreibungen werden linear auf die voraussichtliche geschätzte Nutzungsdauer der Vermögenswerte vorgenommen. Die Buchwerte des Sachanlagevermögens werden auf außerordentliche Wertminderungen geprüft, sobald Indikatoren hierfür vorliegen. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken werden nach dem Anschaffungskostenmodell bewertet. Die lineare Abschreibung bei Gebäuden erfolgt über eine maximale Nutzungsdauer von 50 Jahren. Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung werden linear über einen Zeitraum von 3 bis 15 Jahren abgeschrieben.

Leasingverhältnisse als Leasingnehmer

Der Konzern als Leasingnehmer beurteilt jeden einzelnen Miet- oder Leasingvertrag, inwieweit dieser Vertrag ein Leasingverhältnis nach IFRS 16 darstellt.

Am Tag des Leasingbeginns erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das Nutzungsrecht an diesem Vertrag sowie eine Leasingverbindlichkeit über den Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen. Der Nutzungswert entspricht am Beginn der Leasinglaufzeit dem Barwert, angepasst um vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich in Verbindung mit dem Leasingobjekt stehender direkter Kosten und Kosten zur Wiederherstellung des Vermögenswertes. Das Nutzungsrecht wird über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes linear abgeschrieben und bei Bedarf um weitere notwendige Wertminderungen berichtigt. Die Nutzungsdauer des Nutzungsrechts wird bestimmt von der voraussichtlichen Nutzung des einzelnen Vermögenswerts unter Berücksichtigung der Laufzeit der Miet- und Leasingverträge. Falls in den Verträgen Verlängerungsoptionen vereinbart wurden, die einseitig vom Allgeier Konzern ausgeübt werden können, wird die Option bei der Berechnung des Nutzungsrechts berücksichtigt, sofern die Ausübung der Option wahrscheinlich ist.

Die Leasingverbindlichkeit wird auf den Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen abgezinst. Als Zinssatz wird der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Zinssatz, oder falls dieser nicht vorliegt, der Grenzkapitalzinssatz des Konzerns verwendet. Der Grenzkapitalzinssatz berücksichtigt den Zinssatz auf Basis der Fremdfinanzierungskosten des Konzerns.

Die Leasingverbindlichkeit wird neu bewertet, wenn sich die zukünftigen Leasingzahlungen ändern oder der Allgeier Konzern seine Einschätzung zu den Restlaufzeiten oder der Ausübung von Verlängerungsoptionen ändert. Bei solchen Neubewertungen werden die Leasingverbindlichkeiten und der Buchwert des Nutzungsrechts angepasst.

Für Leasingverträge mit einer Nutzungsdauer von unter 12 Monaten und Leasingverträge, deren Anschaffungskosten jeweils 5 Tsd. Euro nicht übersteigen, wird kein Vermögenswert ermittelt. Die Aufwendungen für diese Verträge werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Leasingverhältnisse als Leasinggeber

Der Konzern als Leasinggeber stuft jedes Leasingverhältnis entweder als Finanzierungleasing oder Operating-Leasing ein. Sofern bei einem Leasingverhältnis alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übergehen, bilanziert der Konzern das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing und im anderen Fall als Operating-Leasingverhältnis. Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden vom Konzern in den Umsatzerlösen erfasst. Erträge aus Untermietverhältnissen werden als sonstige betriebliche Erträge verbucht.

At-Equity-Beteiligungen

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der At-Equity-Methode bilanziert. Nach der At-Equity-Methode führt das anteilige Jahresergebnis zu einer entsprechenden Erhöhung bzw. entsprechender Verringerung des Beteiligungsbuchwerts im Konzernabschluss. Anteilige Verluste werden mit dem Buchwert der Beteiligung und darüber hinaus gehende Beträge mit den an die At-Equity-Beteiligung gewährten Darlehen verrechnet. Mit den assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern sind Teil der Buchwerte der At-Equity-Beteiligungen.

Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Unterschiede zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist.

Die latenten Steuern werden mit Steuersätzen ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den betroffenen Ländern zum erwarteten Realisierungszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Auf die aktiven und passiven Unterschiedsbeträge von temporären Differenzen zwischen den IFRS-Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen sowie die gemäß Planung realisierbaren Verlustvorträge werden latente Steuern mit landesspezifischen Steuersätzen ggf. unter Berücksichtigung von unternehmensindividuellen Besonderheiten (z. B. gemeindeabhängige Gewerbesteuersätze in Deutschland, steuerermäßigte Start-Up Phasen) berechnet. Die landesspezifischen Steuersätze stellen sich wie folgt dar:

Land Steuersatz
2020 2019
--- --- ---
Deutschland 31,00 % 31,00 %
Österreich 25,00 % 25,00 %
Schweden 21,40 % 21,40 %
Norwegen 22,00 % 22,00 %
Dänemark 22,00 % 22,00 %
Rumänien 16,00 % 16,00 %
Türkei 22,00 % 22,00 %
Indien 25,17 % 25,17 %
Australien 30,00 % 30,00 %
Malaysia 24,00 % 24,00 %
USA 27,00 % 27,00 %
Thailand 20,00 % -
Japan 34,70 % -

Die Tabelle beinhaltet die Steuersätze sowohl für Gesellschaften des fortgeführten als auch des aufgegebenen Geschäfts. Bei den indischen Gesellschaften erfolgte mit Wirkung zum 01. April 2019 die Reduzierung des Steuersatzes von 34,00 % auf 25,17 %.

Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde verrechenbar sind. Der Ausweis der latenten Steueransprüche und -schulden erfolgt innerhalb des langfristigen Vermögens und der langfristigen Schulden.

Vertragskosten

Aktivierte Vertragskosten betreffen im Allgeier Konzern Kosten der Erfüllung eines Kundenvertrages. Liegen die Kosten der Vertragserfüllung nicht im Anwendungsbereich eines anderen Standards (z. B. Vorräte, immaterielle Vermögenswerte oder Sachanlagen), sind sie gesondert in der Bilanz zu aktivieren, falls sie Ressourcen im Zusammenhang mit einem Kundenvertrag schaffen und es erwartet wird, dass die Kosten durch zukünftige Erlöse gedeckt sind. Die Bewertung erfolgt zu Einzelkosten zuzüglich anteiliger Fertigungsgemeinkosten. Die aktivierten Kosten werden in Übereinstimmung mit der Umsatzrealisierung, auf die sich der Vermögenswert bezieht, planmäßig als Aufwand erfasst. Die Abschreibungsdauer hat auch zukünftig wahrscheinliche Vertragsverlängerungen mit einzubeziehen. Soweit die zu erwarteten Erlöse abzüglich der noch anfallenden Aufwendungen unter den zu aktivierenden Vertragskosten liegen, wird eine Abwertung vorgenommen.

Vorräte

Die Vorräte bestehen im Wesentlichen aus fremdbezogener Hardware und aus Software, die zum Weiterverkauf an Kunden bestimmt sind. Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt nach dem gewichteten Durchschnitt. Bei gesunkenen Anschaffungskosten oder Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag werden Abwertungen vorgenommen.

Vertragliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Hat eine der Vertragsparteien zwischen Allgeier und einem Kunden ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, so wird - abhängig vom Verhältnis zwischen der Leistungserbringung von Allgeier und der Zahlung des Kunden - ein vertraglicher Vermögenswert oder eine vertragliche Verbindlichkeit in der Bilanz gezeigt. Vertragliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden im Wesentlichen als kurzfristig ausgewiesen, da sie im Regelfall innerhalb des gewöhnlichen Geschäftszyklus von unter einem Jahr anfallen.

Vertragliche Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten beinhalten kundenspezifische Fertigungsaufträge, die gemäß IFRS 15 nach der Percentage-of-Completion Methode (PoC) bilanziert werden. Dabei werden die Umsatzerlöse entsprechend dem Fertigstellungsgrad am Bilanzstichtag realisiert. Der Fertigstellungsgrad entspricht dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen auftragsbezogenen Kosten zu den insgesamt kalkulierten Kosten des Auftrags. Der Bilanzausweis erfolgt nach Abzug der erhaltenen Teilzahlungen bei positivem Vertragssaldo unter den vertraglichen Vermögenswerten und Leistungen und bei negativen Vertragssalden unter vertraglichen Verbindlichkeiten. Fremdkapitalkosten wurden in den kundenspezifischen Aufträgen nicht aktiviert.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ausgewiesen, wenn der Anspruch auf den Erhalt der Gegenleistung keiner Bedingung mehr unterliegt. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Ermittlung dieser Anschaffungskosten erfolgt mittels der Effektivzinsmethode. Der Buchwert entspricht den Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Rahmen eines vereinfachten Ansatzes die erwarteten Kreditverluste auf Basis kalkulierter Verlustraten ermittelt, die aus historischen Daten abgeleitet sind sowie dem jeweiligen Kunden und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung tragen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ausgebucht, wenn mit Zahlungen nicht mehr zu rechnen ist.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind mit ihren Nennbeträgen abzüglich Wertberichtigungen angesetzt. Für sonstige finanzielle Forderungen erfolgt die Bestimmung der erwarteten Kreditverluste in Abhängigkeit von Ausfallrisiken entweder auf Basis der Ausfälle, die in den nächsten zwölf Monaten oder in der verbleibenden Restlaufzeit erwartet werden. Signifikante Veränderungen der Ausfallrisiken werden dabei berücksichtigt. Forderungen werden im Rahmen des Factorings ausgebucht, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken übertragen werden.

Andere Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen

Die anderen Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen werden mit ihren Nennbeträgen bilanziert.

Zahlungsmittel

Zahlungsmittel umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten. Die Bewertung erfolgt mit Nennwerten.

Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Rückstellungen für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen werden für Verpflichtungen aus Leistungszusagen zur betrieblichen Altersversorgung von aktiven oder ehemaligen Mitarbeitern des Konzerns gebildet. Die Bewertung der Zusagen erfolgt durch einen anerkannten Versicherungsmathematiker nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Berücksichtigung von zukünftigen Lohn-, Gehalts- und Rententrends. Bei der Berechnung nach versicherungsmathematischen Grundsätzen werden die "Richttafeln 2018 G" nach Heubeck, die individuellen Versorgungszusagen und in der Regel die folgenden allgemeinen Parameter zugrunde gelegt:

31.12.2020 31.12.2019
Rechnungszinsfuß Anwärter 0,80 % 1,20 %
Rechnungszinsfuß Rentner 0,65 % 0,95 %
Anhebung der laufenden Renten 1,50 % 1,50 %
Fluktuation 0,00 % 0,00 %

Zur Abdeckung der Pensionsverpflichtungen wurden zum Teil Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Der Zeitwert der Versicherungen wird, soweit die Rückdeckungsversicherung an den Versorgungsempfänger verpfändet ist, innerhalb der Pensionsrückstellungen verrechnet.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden der Dienstzeitaufwand (laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, Gewinne bzw. Verluste aus Planänderung oder -kürzung) und der Zinsaufwand bzw. der Zinsertrag auf die Nettoverpflichtung (Pensionsverpflichtung abzüglich Zeitwertes des Planvermögens) erfasst. Für die Ermittlung der Zinserträge des Planvermögens - unabhängig davon, ob eine spätere Saldierung mit dem Zinsaufwand aus der Pensionsverpflichtung oder der Ausweis offen bei den Zinserträgen erfolgt - ist nur noch eine typisierende Verzinsung des Planvermögens mit dem Diskontierungssatz des Anwartschaftsbarwertes zu Jahresbeginn zulässig.

Neubewertungen aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie Erträge aus dem Planvermögen (ohne Zinsen auf die Nettoverpflichtung) werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis direkt im Eigenkapital erfasst und werden später nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste enthalten die Unterschiede zwischen dem planmäßigen und tatsächlichen Anwartschaftsbarwert am Jahresende sowie die Effekte aus der Änderung der Bewertungsparameter.

Verpflichtungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden unmittelbar dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die entsprechende Arbeitsleistung erbracht haben.

Rückstellungen für Gratuities

Bei den im Rahmen der Abspaltung im Dezember 2020 abgegangenen Tochtergesellschaften in Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) bestanden Verpflichtungen für zukünftige Abfindungszahlungen an Mitarbeiter (Gratuity Verpflichtungen), die bei Ausscheiden unabhängig von einer Kündigung durch Arbeitgeber bzw. Arbeitnehmer fällig werden. Diese Abfindungszahlungen stellen einen leistungsorientierten Versorgungsplan nach IAS 19 dar und werden durch ein versicherungsmathematisches Gutachten bewertet. Bei der Berechnung des Anwartschaftsbarwertes werden die landesspezifischen Sterbetafeln und die folgenden allgemeinen Parameter zugrunde gelegt:

Indien

31.12.2020* 31.12.2019
Rechnungszinsfuß 5,37 % 6,45 %
Gehaltssteigerung p.a. 10,00 % 10,00 %
Fluktuation p.a. 20,00 % 20,00 %
Mittlere erwartete Betriebszugehörigkeit 5,0 Jahre 5,0 Jahre

Vereinigte Arabische Emirate

31.12.2020* 31.12.2019
Rechnungszinsfuß 2,40 % -
Gehaltssteigerung p.a. 3,50 % -
Fluktuation p.a. 5,00 % -

* Bilanzwerte zum 31. Dezember 2020 nicht mehr enthalten, jedoch haben die Parameter Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung bis zum Abgang der Nagarro Gruppe im Dezember 2020

Andere Rückstellungen

Andere Rückstellungen werden gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende gesetzliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten besteht, die künftig mit Wahrscheinlichkeit zu einem Vermögensabfluss führt und sich diese Vermögensbelastung zuverlässig schätzen lässt. Die Rückstellungen werden für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Die Rückstellungen werden nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet. Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche werden unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. geschätzten zukünftigen Schadensverlaufs gebildet. Der Aufwand zur Bildung von Rückstellungen wird in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Abzug von erwarteten Erstattungen ausgewiesen. Die langfristigen Anteile der Rückstellungen werden abgezinst.

Finanzschulden

Die verzinslichen Darlehen werden im Zugangszeitpunkt mit dem vereinnahmten Betrag angesetzt. Transaktionskosten, die in Abhängigkeit von der Laufzeit der Darlehen stehen und bei vorzeitiger Rückzahlung erstattet werden, werden bei den Finanzschulden abgesetzt. In der Folge werden die Finanzschulden mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei Transaktionskosten nach der Effektivzinsmethode auf die Laufzeit verteilt werden. Fremdkapitalkosten werden direkt in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten bedingte Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, die zum Zeitpunkt der Erstverbuchung und in der Folgebewertung mit dem Fair Value bewertet werden. Die langfristigen Anteile der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden mit dem Barwert ihrer voraussichtlichen zukünftigen Auszahlungen angesetzt. Als Zinssätze kommen laufzeitabhängige Marktzinsen zum Tragen.

Andere Verbindlichkeiten

Die anderen Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit den Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte beinhalten Finanzinvestitionen, Kredite und Forderungen, Barmittel sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte. Die finanziellen Vermögenswerte werden aufgrund ihrer Beschaffenheit und dem Zweck, für den sie erworben wurden, in die Kategorien "zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" und "nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" eingeordnet.

Finanzielle Vermögenswerte werden für die Folgebewertung gemäß IFRS 9 in die Kategorien "zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)" bewertet, "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI)" bewertet und "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL)" bewertet eingeteilt. Die Einordnung eines Finanzinstruments in eine dieser Kategorien hängt vom Geschäftsmodell des Unternehmens unter Berücksichtigung der Risiken der finanziellen Vermögenswerte und von den Konditionen des jeweiligen Instruments ab. Die Untersuchung der Konditionen umfasst die Einschätzung, ob vertraglich vereinbarte Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den Kapitalbetrag sind.

Eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgt, sofern ein finanzieller Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme ist und die Vertragsbedingungen ausschließlich zu festgelegten Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag führen. Wertänderungen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Kategorie FVOCI enthält finanzielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung sowohl die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch der Verkauf dieser Vermögenswerte ist, sofern die Vertragsbedingungen ausschließlich zu festgelegten Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag führen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Wertänderungen werden erfolgsneutral über das sonstige Ergebnis (OCI) erfasst.

Eigenkapitalinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente werden der Kategorie FVTPL zugeordnet und dabei Nettogewinne oder -verluste sowie Dividenden ergebniswirksam erfasst.

Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" sowie auf Vertragsvermögenswerte werden in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, sofern das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist. Dazu wird für Forderungen und Vertragsvermögenswerte zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob eine Beeinträchtigung der Bonität vorliegt und damit das Ausfallrisiko signifikant gestiegen ist. Sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen wie die Dauer der Überfälligkeit, die Art und Dauer finanzieller Schwierigkeiten oder die geografische Lage werden berücksichtigt und auf Basis der Erfahrungen in der Vergangenheit werden zukunftsgerichtete Einschätzungen vorgenommen. Eine Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen wird als objektiver Hinweis betrachtet, dass ein Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist. Ist ein Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oder ausgefallen, dann werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts als Wertberichtigung erfasst. Sofern das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist, aber keine Beeinträchtigung der Bonität oder ein Ausfall vorliegt, werden die möglichen Zahlungsausfälle über die gesamte Laufzeit als Wertberichtigung berücksichtigt. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bei Vertragsvermögenswerten erfolgt die Bewertung der erwarteten Kreditverluste mit historischen Ausfallwahrscheinlichkeiten auf Basis einer Wertminderungsmatrix nach Fälligkeitsklassen. Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten werden Wertberichtigungen in Höhe des Anteils der erwarteten Kreditverluste ermittelt, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag möglich sind oder in der verbleibenden Restlaufzeit erwartet werden. Das Wertberichtigungsmodell des IFRS 9 erfordert Ermessensentscheidungen bei der Prognose der Entwicklung der zukünftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die dabei getroffenen Annahmen sind jedoch mit Unsicherheiten verbunden.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten werden aufgrund ihrer Beschaffenheit in die Kategorien "zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden" und "nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden" unterteilt.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten sind nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit festen oder bestimmbaren Zahlungen. Ihre erstmalige Erfassung und die Folgebewertung erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Im Falle einer Ausbuchung von Verbindlichkeiten werden die resultierenden Gewinne daraus als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Die Folgebewertung dieser finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt entsprechend der Zuordnung in dieser Kategorie. Effekte aus der Neubewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten werden erfolgswirksam erfasst.

IX. Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Umsatzerlöse mit Produkten werden realisiert, sobald die Verfügungsmacht an den verkauften Produkten mit den verbundenen Chancen und Risiken auf den Käufer übergeht. Dies tritt in der Regel mit Lieferung des Produkts ein. Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden in Abhängigkeit von den vertraglichen Vereinbarungen und unter Berücksichtigung der erbrachten Leistungen erfasst. Dies geschieht in der Regel auf Basis der geleisteten Tage und Stunden. Bei Fixpreisverträgen werden Umsatzerlöse aus Dienstleistungen nach Maßgabe des Auftragsfortschritts und unter Berücksichtigung realisierter Teilleistungen erfasst. Ferner werden Umsatzerlöse aus Nutzungsentgelten auf der Basis des zugrunde liegenden Vertrages periodengerecht erfasst. Umfasst ein Vertrag mehrere abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen, wird der Transaktionspreis auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise auf die Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Für jede Leistungsverpflichtung werden Umsatzerlöse entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum realisiert.

Der Allgeier Konzern gewährt Führungskräften als Gegenleistung für die erbrachten Dienste anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (Aktienoptionen). Die Aufwendungen aus der Arbeitsleistung der Mitarbeiter, denen im Austausch die Optionen zum Bezug von Aktien der Allgeier SE zugesagt wurden, werden mit dem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der Optionen am Tag der Gewährung einschließlich marktbezogenen Leistungsbedingungen ermittelt. Übrige leistungs- und marktneutrale Ausübungsbedingungen und Konditionen, die zur Nichtausübung führen, werden bei der Berechnung des Fair Value nicht mit einbezogen. Mit Ausnahme von späteren Anpassungen des Ausübungspreises werden marktneutrale Ausübungsbedingungen in der Annahme der zu erwarteten Anzahl der ausübbaren Optionen berücksichtigt. Der errechnete Gesamtwert einer jeweils ausgegebenen Optionstranche wird ergebniswirksam entsprechend der vereinbarten Erdienung über einen festgelegten Wartezeitraum ratierlich zugeführt bzw. bei Unverfallbarkeit des Anspruchs sofort als Personalaufwand erfasst. Die Gegenbuchung erfolgt direkt im Eigenkapital (Kapitalrücklage). Am Ende jeder Berichtsperiode ist die erwartete Anzahl von Optionen, die aufgrund marktneutraler Ausübungsbedingungen ausübbar sind, zu überprüfen. Spätere Abweichungen von der erstmaligen Bewertung werden angepasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung und im Eigenkapital erfasst.

Wenn sich durch eine Modifikation der Aktienoptionsprogramme im Zusammenhang mit Kapitalmaßnahmen unmittelbar vor und nach dem Tag dieser Änderung der ermittelte beizulegende Zeitwert der gewährten Optionsrechte erhöht (z. B. durch Änderung des Ausübungspreises oder anderer Optionsparameter), so ist ein zusätzlicher Personalaufwand zu erfassen.

Bei Ausübung der Optionen werden neue Aktien emittiert. Die erhaltenen Barmittel werden im gezeichneten Kapital (Nominalbetrag) und der Kapitalrücklage abzüglich direkt zuordenbarer Transaktionskosten erfasst.

Betriebliche Aufwendungen werden im Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Leistung erfasst.

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.

Ertragsteuern werden gemäß den steuerrechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen die jeweilige Konzerngesellschaft tätig ist, ermittelt.

X. Schätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis der Erträge und Aufwendungen haben. Obwohl diese Schätzungen und Annahmen nach bestem Wissen getroffen wurden, können die sich tatsächlich ergebenden Werte davon abweichen. Die Schätzungen und die Annahmen werden laufend auf ihre Aktualität überprüft. Notwendige Anpassungen werden prospektiv erfasst. Die Schätzungen und Annahmen betreffen im Wesentlichen:

die Bewertung der von Bedingungen abhängigen Kaufpreisanteile für Unternehmenserwerbe
die Dotierung der Wertberichtigungen auf die kurzfristigen Vermögenswerte
die Berechnung der Ertragsteuerverbindlichkeiten
die Bewertung der Rückstellungen
die Bestimmung der Laufzeit von Leasingverträgen und inwieweit ausübbare Verlängerungsoptionen in der Zukunft voraussichtlich in Anspruch genommen werden
die Annahmen zur Ermittlung von Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte und der selbst geschaffenen Entwicklungen
die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der zur Veräußerung vorgesehenen Geschäftsbereiche

Sofern die Schätzungen und Annahmen bedeutend sind und im Geschäftsjahr 2021 eine wesentliche Anpassung erforderlich sein könnte, wird darauf in den erläuternden Angaben zur Bilanz eingegangen. Aus heutiger Sicht ist nicht von einer wesentlichen Anpassung der in der Konzernbilanz ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden im folgenden Geschäftsjahr auszugehen.

B. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

1. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Immaterielle Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

Auftragsbestände Kundenlisten Produkte Website Software, Lizenzen und Rechte Selbst geschaffene Entwicklungen
Buchwert 01. Januar 2019 450 9.820 1.422 27 2.489 6.713
Veränderungen 2019:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 97 5.930 1.162 0 247 102
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 0 0 0 0 1.292 2.093
Abgänge zu Buchwerten -6 0 0 -10 -101 0
Währungsdifferenzen 0 99 29 0 -16 3
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts -304 -3.217 -274 -9 -1.976 -1.135
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts -237 0 0 0 -7 0
Wertminderungen des fortgeführten Geschäfts 0 0 0 0 -14 0
Wertminderungen des aufgegebenen Geschäfts 0
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 -235 0 0 0 0
Buchwert 31. Dezember 2019 0 7.247 1.035 24 3.287 7.695
Veränderungen 2019:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 210 3.550 6.512 75 456 0
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 0 11 68 0 1.576 1.355
Abgänge zu Buchwerten 0 0 0 0 -27 -2
Währungsdifferenzen -4 -159 -22 0 -59 3
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts -206 -783 -329 -7 -686 -1.762
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts 0 -2.422 -916 0 -881 -388
Wertminderungen 0 0 0 0 0 -667
Abgänge in aufgegebenes Geschäft 0 0 0 0 -86 0
Abgänge Abspaltung Nagarro 0 -4.231 -4.780 0 -678 -1.490
Buchwert 31. Dezember 2020 0 3.213 1.568 92 2.902 4.744
Geschäfts- oder Firmenwerte Gesamt
Buchwert 01. Januar 2019 166.046 186.967
Veränderungen 2019:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 63.803 72.110
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 0 3.385
Abgänge zu Buchwerten 0 -111
Währungsdifferenzen 2.368 2.483
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts 0 -7.137
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts 0 -7
Wertminderungen des fortgeführten Geschäfts 0 -14
Wertminderungen des aufgegebenen Geschäfts
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis -9 -244
Buchwert 31. Dezember 2019 171.046 190.334
Veränderungen 2019:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 3.944 14.747
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 0 3.010
Abgänge zu Buchwerten 0 -29
Währungsdifferenzen -6.506 -6.747
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts 0 -3.773
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts 0 -4.607
Wertminderungen -19 -686
Abgänge in aufgegebenes Geschäft 0 -86
Abgänge Abspaltung Nagarro -95.878 -107.057
Buchwert 31. Dezember 2020 72.587 85.106

Die in fremder Währung in den Konsolidierungskreis zugegangenen immateriellen Vermögenswerte wurden mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Mit Ausnahme der "Selbst geschaffenen Entwicklungen" wurden sämtliche immateriellen Vermögenswerte käuflich erworben.

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten die für den operativen Geschäftsbetrieb benötigte Software, Lizenzen und Rechte sowie die bei den erworbenen Gesellschaften identifizierten Auftragsbestände, Kundenlisten, Produkte, Websites und Geschäfts- oder Firmenwerte.

Im Geschäftsjahr 2020 gingen im Rahmen von Unternehmenserwerben Auftragsbestände von 210 Tsd. Euro (Vorjahr: 97 Tsd. Euro) zu. Die Auftragsbestände wurden mit ihrem voraussichtlichen Ergebnis, ermittelt aus dem Auftragswert der Aufträge abzüglich der Vollkosten, bewertet. Die Abschreibung der Auftragsbestände erfolgt bei Realisierung und Fakturierung der zugrundeliegenden Aufträge.

Im Geschäftsjahr 2020 gingen im Rahmen von Unternehmenserwerben Kundenlisten von 3.550 Tsd. Euro (Vorjahr: 862 Tsd. Euro) zu. Zur Bewertung der Kundenlisten wurden die historischen Umsätze nach Stammkunden und anderen Kunden untersucht und analysiert, welcher Umsatz mit Stammkunden voraussichtlich auch in den nächsten fünf Jahren erzielt werden kann. Diese Umsätze wurden mit ihren voraussichtlichen Ergebnissen auf Vollkostenbasis und abzüglich Abschläge für mögliche Ergebnisrückgänge, Risiken aufgrund Zeitablaufs und Kundenabhängigkeiten sowie abzüglich bereits als Auftragsbestände enthaltener Teile als Kundenlisten bilanziert. Die Kundenlisten werden linear über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Die Bewertung der erworbenen Produkte erfolgt auf der Basis von Absatzplanungen und aus den Produkten zu erwartenden Ergebnissen unter Berücksichtigung von Risikoabschlägen für Alterung und technischer Überholung. Für die Bewertung der Produkte wird ein Planungszeitraum von fünf Jahren zugrunde gelegt. Die Produkte werden über eine Laufzeit von vier Jahren abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2020 gingen mit den neu erworbenen Tochtergesellschaften und Asset Deals Produkte in Höhe von insgesamt 6.512 Tsd. Euro (VJ: 0 Tsd. Euro) zu.

Die Bewertung der erworbenen Produkte erfolgte auf Basis von Absatzplanungen und dem aus den Produkten zu erwartendem Ergebnis abzüglich Risikoabschlägen aufgrund von Alterung und technischer Überholung. Für die Bewertung wurde ein Planungszeitraum von fünf Jahren zugrunde gelegt. Die Produkte werden über eine Laufzeit von vier Jahren linear abgeschrieben.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte entstanden im Rahmen von Unternehmenserwerben aus dem Unterschied zwischen den Anschaffungskosten aus den Anteilen der erworbenen Gesellschaften und den mit ihren jeweiligen Fair Values am Erwerbsstichtag übernommenen Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden. Mit dem Erwerb der eForce21 und der AURELO gingen im Geschäftsjahr 2020 Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 3.925 Tsd. Euro zu. Die mit dem Erwerb der Allgeier Project SE und der Allgeier Project Humboldt GmbH erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt 19 Tsd. Euro wurden im Geschäftsjahr 2020 wertberichtigt. Aus der Umrechnung der nicht in Euro erworbenen Gesellschaften verminderten sich die Geschäfts- oder Firmenwerte um insgesamt 6.506 Tsd. Euro (Vorjahr: Erhöhung von 1.580 Tsd. Euro). Die Währungsdifferenzen wurden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfasst. Mit der Abspaltung der Nagarro sind Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 95.878 Tsd. Euro abgegangen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte der Solutions IP, der Allgeier CORE-Gruppe und der Experts wurden aufgrund der Integration der Cash Generation Units in den Geschäfts- oder Firmenwert der Enterprise IT zusammengefasst. Im Einzelnen haben sich die Geschäfts- oder Firmenwerte wie folgt entwickelt:

Geschäfts- oder Firmenwerte (in Tsd. Euro)

Konzern 31.12.2020 Wertberichtigung Abspaltung Nagarro Umbuchung Zugänge Währungsdifferenzen
Enterprise IT 64.990 0 0 64.990 0 0
Solutions IP 0 0 0 -4.610 395 11
Allgeier CORE-Gruppe 0 0 0 -7.592 0 0
Experts 0 0 0 -52.788 0 0
mgm technology partners 7.597 0 0 0 3.530 0
Nagarro 0 0 -46.885 0 0 -3.529
Objectiva 0 0 -31.391 0 0 -2.988
iQuest 0 0 -17.602 0 0 0
Sonstige 0 -19 0 0 19 0
72.587 -19 -95.878 0 3.944 -6.506
Konzern 31.12.2019
Enterprise IT 0
Solutions IP 4.204
Allgeier CORE-Gruppe 7.592
Experts 52.788
mgm technology partners 4.067
Nagarro 50.414
Objectiva 34.379
iQuest 17.602
Sonstige 0
171.046

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden regelmäßigen jährlichen Werthaltigkeitstests und bei Indikationen für eine Wertminderung auch fallbezogenen Überprüfungen unterzogen. Bei der Bewertung der Werthaltigkeit wendet der Allgeier Konzern das Value-in-Use-Verfahren auf Basis der Planungsrechnungen an. Sollten in Einzelfällen Marktpreise vorliegen, werden diese zur Bewertung herangezogen. Bei der Bewertung der Nutzungswerte greift das Value-in-Use-Verfahren auf die Dreijahresplanung der Cash Generating Unit ("CGU") zu. Für die nachfolgenden Jahre schreibt das Verfahren die Cash-Flows des dritten Detailplanungsjahres für alle in der weiteren Zukunft liegenden Jahre fort. Die Abzinsung der Zahlungsströme erfolgte in dem unendlichen Zeitraum mit den nachfolgenden Parametern und Kapitalisierungszinssätzen. In der Planungsphase nach dem dritten Planungsjahr werden die Zinssätze jeweils um einen Wachstumsabschlag von 1 %-Punkt reduziert. Der Zinssatz berücksichtigt Fremd- und Eigenkapitalquoten, die sich aus einer Gruppe von Vergleichsunternehmen ableiten.

Zur Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze ("WACC") für die Cash Generating Units werden vergleichbare Unternehmen herangezogen und diese zu Vergleichsgruppen zusammengestellt. Aufgrund des Abgangs der Nagarro und der geänderten Segmentierung wurde die Zusammensetzung der Vergleichsgruppen modifiziert. Aus den Vergleichsgruppen ermitteln sich die Eigen- und Fremdkapitalquoten sowie der in die Berechnung des WACC eingeflossene 5-Jahres Betafaktor. Als Zinssatz für Fremdkapital wird der Zinssatz der aktuellen Konditionen für die Fremdfinanzierung der Allgeier Gruppe herangezogen. Die Risikoprämie für Eigenkapital wurde gegenüber dem Vorjahr unverändert mit 7,5 % angenommen. Die Länderrisikoprämie berücksichtigt länderspezifische Risiken und basiert auf der Grundlage von Länderratings durch Ratingagenturen und am Markt beobachtbarer Kreditausfallrisiken. Der WACC errechnet sich für die beiden Cash Generating Units wie folgt:

mgm technology partners Enterprise IT
2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Zinssatz für 10-jährige Pfandbriefe -0,13 % 0,30 % -0,13 % 0,30 %
Eigenkapitalquote Vergleichsgruppe 74,88 % 83,00 % 83,99 % 61,55 %
Fremdkapitalquote Vergleichsgruppe 25,12 % 17,00 % 16,01 % 38,45 %
5-Jahres Betafaktor 1,1931 0,7955 0,8864 0,8000
Länderrisikoprämie 0,71 % - 0,00 % -
Steuersatz 29,72 % 30,00 % 29,72 % 30,00 %
Zinssatz für Fremdkapital 2,00 % 1,70 % 2,00 % 1,70 %
Risikoprämie für Eigenkapital 7,50 % 7,50 % 7,50 % 7,50 %
WACC vor Steuern 7,63 % 5,49 % 5,80 % 4,53 %
WACC nach Steuern 7,49 % 5,41 % 5,70 % 4,34 %

Sämtliche Geschäfts- oder Firmenwerte erwiesen sich sowohl auf der Basis der neuen Segmentierung als auch auf der Basis der zuvor geltenden Cash Generating Units als werthaltig.

Die Nutzungswerte der Cash Generating Units sind im Einzelnen wie folgt:

mgm technology Partners Enterprise IT Solutions IP Allgeier CORE Gruppe Experts
Wachstumsraten und Nutzungswert 2019
Durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum 10,9 % - 8,8 % 26,9 % -0,8 %
Durchschnittliches jährliches Wachstum des zugrunde gelegten Cash-Flow 7,0 % - -14,1 % 78,9 % 163,0 %
Nutzungswert in Mio. Euro 207 - 75 43 357
Wachstumsraten und Nutzungswert 2020
Durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum 10,2 % 5,6 % 10,4 % 9,6 % 2,3 %
Durchschnittliches jährliches Wachstum des zugrunde gelegten Cash-Flow -8,3 % 31,7 % -26,0 % 350,5 % 116,5 %
Nutzungswert in Mio. Euro 112 239 51 19 181

Die Zusammenführung der bisherigen Geschäfts- oder Firmenwerte der Solutions IP, der Allgeier CORE-Gruppe und der Experts erfolgte zum 31. Dezember 2020. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Nutzungswert für diese letztmalig ermittelt. Eine Wertminderung dieser Geschäft- oder Firmenwerte war nicht erforderlich.

2. Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

Sachanlagen (in Tsd. Euro)

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen Gesamt
Buchwert 01. Januar 2019 2.973 11.592 14.565
Veränderungen 2019:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 42 221 263
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 0 6.885 6.885
Abgänge zu Buchwerten 0 -521 -521
Währungsdifferenzen -7 -49 -56
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts -42 -3.099 -3.141
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts -149 -2.169 -2.318
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis 0 -173 -173
Buchwert 31. Dezember 2019 2.817 12.687 15.504
Veränderungen 2020:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 169 169
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 3 2.272 2.275
Abgänge zu Buchwerten -11 -186 -197
Währungsdifferenzen -247 -168 -415
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts -41 -2.860 -2.901
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts -84 -1.880 -1.964
Abgänge in aufgegebenes Geschäft 0 -10 -10
Abgänge Abspaltung Nagarro -1.989 -4.448 -6.437
Buchwert 31. Dezember 2020 448 5.576 6.024

Die in fremder Währung in den Konsolidierungskreis zugegangenen Sachanlagen wurden mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.

3. Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen

Mit Ausnahme eines Grundstückes in Bremen mietet der Allgeier Konzern die im Konzern genutzten Immobilien. Weiter finanziert der Allgeier Konzern einen Teil seiner Fahrzeuge und einen Teil seiner IT-Ausstattung über Operating- und Finanzierungs-Leasingverträge. Die Laufzeit der Mietverträge für Immobilien beträgt bis zu 10 Jahren. Bei den Fahrzeugen und der IT-Ausstattung beträgt die Laufzeit der Leasingverträge typischerweise 3 bis 5 Jahre. Für sämtliche Leasingverträge, die nicht über einen kurzfristigen Zeitraum von bis zu einem Jahr abgeschlossen wurden oder von geringem Wert sind, bilanziert der Konzern das Nutzungsrecht aus diesen Verträgen als Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen zum jeweiligen Barwert. Diese Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen haben sich wie folgt entwickelt:

Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen (in Tsd. Euro)

Immobilien Fahrzeuge BGA/IT-Ausstattung Gesamt
Buchwert 01. Januar 2019 50.141 4.836 8.397 63.374
Veränderungen 2019:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 105 0 0 105
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 36.416 1.791 8.619 46.826
Abgänge zu Buchwerten 0 0 -7 -7
Währungsdifferenzen -251 -1 -31 -283
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts -4.195 -1.653 -111 -5.959
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts -8.286 -1.428 -3.769 -13.483
Wertminderungen -388 0 0 -388
Buchwert 31. Dezember 2019 73.542 3.545 13.098 90.185
Veränderungen 2019:
Zugänge zum Konsolidierungskreis 582 19 15 616
Laufende Zugänge im Geschäftsjahr 10.238 3.040 11.081 24.359
Abgänge zu Buchwerten 0 0 -1 -1
Vertragsmodifikationen -8.812 -64 -805 -9.681
Währungsdifferenzen -1.768 -1 -435 -2.204
Planmäßige Abschreibungen des fortgeführten Geschäfts -5.778 -1.330 -501 -7.609
Planmäßige Abschreibungen des aufgegebenen Geschäfts -8.213 -1.410 -4.753 -14.376
Wertminderungen -1.329 0 0 -1.329
Abgänge in aufgegebenes Geschäft 0 -1 -2 -3
Abgänge Abspaltung Nagarro -34.077 -2.435 -15.834 -52.346
Buchwert 31. Dezember 2020 24.385 1.363 1.863 27.611

Aufgrund von geänderten Einschätzungen der voraussichtlichen Nutzung von Verlängerungsoptionen mussten die Nutzwerte und entsprechend die Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen um 9.681 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro) angepasst werden. Darüber hinaus hat der Allgeier Konzern auf den Nutzwert einer Immobilie eine Wertminderung von 1.329 Tsd. Euro (Vorjahr: 388 Tsd. Euro) vorgenommen. Der Allgeier Konzern sieht derzeit keine Möglichkeit, diese Immobilie unterzuvermieten oder den Mietvertrag vorzeitig beenden zu können.

Der Aufwand für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert und kurzfristige Leasingverhältnisse war im Geschäftsjahr 2020 wie folgt:

Aufwand für Leasingverhältnisse (in Tsd. Euro)

Fortgeführtes Geschäft Aufgegebenes Geschäft Gesamt
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert 51 101 47 92 4 9
Kurzfristige Leasingverhältnisse 593 726 303 442 290 284

Aus Operating-Unterleasingverhältnissen erzielte der Allgeier Konzern im fortgeführten Geschäft einen Ertrag von 1 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro) und im aufgegebenen Geschäft einen Ertrag von 67 Tsd. Euro (Vorjahr: 129 Tsd. Euro). Aus den Operating-Unterleasingverhältnissen rechnet der Konzern im fortgeführten Geschäft im Geschäftsjahr 2021 mit Erträgen von 12 Tsd. Euro.

Zur Finanzierung eines Rechenzentrums und einer neuen IT-Umgebung im Geschäftssegment Enterprise IT hat der Allgeier Konzern zwei Sale-and-Lease-Back Verträge im Umfang von 2.357 Tsd. Euro (Vorjahr: 0) abgeschlossen. Aus den Sale-and-Lease-Back Transaktionen wurden weder Gewinne noch Verluste generiert.

4. At-Equity-Beteiligungen

Im Dezember 2020 erwarb der Allgeier Konzern 40 % der Anteile der northport. Die Beteiligung an der northport erfüllt die Kriterien zur Bilanzierung der Gesellschaft als At-Equity-Beteiligung.

Weiter hält der Allgeier Konzern 33,34 % der Geschäftsanteile der Talentry. Die Talentry entwickelt und vertreibt eine cloud-basierte Unternehmenssoftware für das Recruiting von Mitarbeitern unter Nutzung der Kontakte und sozialen Netzwerke der bestehenden und teilnehmenden Mitarbeiter (Mitarbeiter werben Mitarbeiter). Aufgrund des Beschlusses, diese Beteiligung aufzugeben, weist der Allgeier Konzern die Talentry im aufgegebenen Geschäft aus. Den zum 31. Dezember 2020 verbliebenen Bruttovermögenswert der Talentry von 2.271 Tsd. Euro stuft der Allgeier Konzern als nicht mehr werthaltig ein. Entsprechend erfolgte eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Darüber hinaus wurde ein an die Talentry gewährtes Darlehen in Höhe von 439 Tsd. Euro ausgebucht. In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte die Buchung der beiden Wertminderungen innerhalb des Ergebnisses aus At-Equity-Beteiligungen.

Der in einer Nebenrechnung festgehaltene At-Equity-Buchwert der Beteiligungen setzt sich wie folgt zusammen:

Beteiligungen (in Tsd. Euro)

northport Talentry
31.12.2020 31.12.2020 31.12.2019
--- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte 22 43 101
Kurzfristige Vermögenswerte ohne Zahlungsmittel 8 528 561
Zahlungsmittel 9 741 252
Sonstige Kurzfristige Schulden -42 -3.525 -1.938
Nettovermögen -3 -2.213 -1.024
Anteil des Konzerns am Nettovermögen in % 50,00 % 33,34 % 33,34 %
Anteil des Konzerns am Nettovermögen -2 -738 -342
Geschäfts- oder Firmenwert 16 738 3.009
At-Equity-Buchwert 15 0 2.667

Das Ergebnis der Talentry ist wie folgt zuzuordnen:

Talentry GmbH (in Tsd. Euro)

2020 2019
Umsatzerlöse 2.287 2.095
Planmäßige Abschreibungen -55 -85
Ergebnis der Periode -1.188 -3.330
Gesamtergebnis der Periode -1.188 -3.330
Anteil des Allgeier Konzerns am Periodenergebnis in % 33,34 % 33,34 %
Anteil des Allgeier Konzerns am Periodenergebnis 396 -1.110

5. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:

Sonstige finanzielle Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Anteile an "Speedinvest" 3.241 3.241 0 2.495 2.495 0
Kautionen 1.621 1.461 160 3.320 2.885 435
Forderungen gegen Mitarbeiter 435 0 435 851 0 851
Forderungen aus Darlehen 231 0 231 303 0 303
Sicherheitsleistungen 61 60 1 817 60 757
Debitorische Kreditoren 14 0 14 201 0 201
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 455 0 455
Darlehen an Gesellschafter der mgm cp Hamburg (variabel verzinst) 0 0 0 80 80 0
Darlehen aus dem Verkauf von ehemaligen Konzerngesellschaften 0 0 0 17 0 17
Sonstige 483 140 343 1.059 389 670
6.086 4.902 1.184 9.598 5.909 3.689

Die Anteile an "Speedinvest" bestehen aus einer Beteiligung an der nicht börsennotierten Venture Capital Gesellschaft Speedinvest II EuVECA GmbH & Co. KG, Wien, Österreich. Die Allgeier SE hat sich gegenüber der Speedinvest zu einer Kapitalzusage von insgesamt 2.000 Tsd. Euro verpflichtet. Diese Zusage wurde bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 vollständig erbracht (Vorjahr: 1.800 Tsd. Euro). Der beizulegende Zeitwert des auf der Basis des zum 31. Dezember 2020 von der Venture Capital Gesellschaft errechneten "Total value to paid-in capital" belief sich Ende 2020 auf 3.241 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.495 Tsd. Euro). Aus dieser Bewertung errechnete sich für das Geschäftsjahr 2020 ein Ertrag von 546 Tsd. Euro (Vorjahr: 621 Tsd. Euro), der in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Finanzerträge verbucht wurde.

Die sonstigen Forderungen aus Darlehen sind verzinslich. Im Wesentlichen wurden für diese Darlehen feste Zinssätze zwischen 3 % und 5 % p.a. vereinbart.

6. Andere Vermögenswerte

Die anderen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:

Andere Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Rechnungsabgrenzungsposten 3.002 421 2.581 7.751 485 7.266
Umsatzsteuerforderungen 883 0 883 5.522 0 5.522
3.885 421 3.464 13.273 485 12.788

7. Latente Steuern

Die aus temporären Unterschieden zwischen den steuerlichen und bilanziellen Wertansätzen, aus ergebniswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen und aus steuerlichen Verlustvorträgen gebildeten aktiven und passiven latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen und den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt zuzuordnen:

Latente Steuern (in Tsd. Euro)

31.12.2020 01.01.2019
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern GuV Aktive latente Steuern Passive latente Steuern GuV
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 884 4.200 727 1.434 5.879 -262
Sachanlagen 574 0 458 306 130 -71
Vertragskosten 0 0 75 0 186 81
Vertragliche Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten 0 313 62 202 487 -5
Übrige finanzielle Vermögenswerte 14 13 43 339 46 353
"Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung von Arbeitsverhältnissen" 97 0 1.229 840 0 -440
Sonstige Rückstellungen 702 640 -69 1.871 427 452
Finanzschulden 0 0 -532 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 -77 61 0 -212
Temporäre Unterschiede einschließlich ergebniswirksame Konsolidierungen 2.271 5.166 1.916 5.053 7.155 -104
Verlustvorträge 934 0 -2.344 8.112 0 1.920
Saldierungen -753 -753 0 -1.924 -1.924 0
2.452 4.413 -428 11.241 5.231 1.816

Im Allgeier Konzern bestanden am 31. Dezember 2020 körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von 14.459 Tsd. Euro (Vorjahr: 60.547 Tsd. Euro) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von 13.513 Tsd. Euro (Vorjahr: 37.691 Tsd. Euro). Der Konzern hat daraus latente Steueransprüche in Höhe von insgesamt 4.330 Tsd. Euro (Vorjahr: 16.532 Tsd. Euro). Von den latenten Steueransprüchen wurden 934 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.112 Tsd. Euro) als aktive latente Steuern bilanziert und 3.396 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.420 Tsd. Euro) aufgrund ungewisser Nutzungsmöglichkeit nicht als Vermögenswert angesetzt. Der Ansatz der latenten Steueransprüche aus Verlustvorträgen resultiert aus erwarteten zukünftigen Ergebniszuweisungen aufgrund Reorganisation von steuerlichen Organkreisen sowie aus der späteren steuerlichen Nutzung von Anlaufverlusten neu erworbener oder gegründeter Tochtergesellschaften.

Von den aktiven latenten Steuern sind 2.214 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.095 Tsd. Euro) und von den passiven latenten Steuern sind 2.074 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.359 Tsd. Euro) kurzfristig. Die kurzfristigen latenten Steuern werden innerhalb des langfristigen Vermögens bzw. innerhalb der langfristigen Schulden ausgewiesen.

8. Vorräte

Die Vorräte gliedern sich wie folgt:

Vorräte (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 41 69
Handelswaren 627 147
Übrige 27 12
695 228

Auf die Vorräte wurden keine Wertminderungen gebildet. Im Geschäftsjahr 2020 betrug der Materialaufwand auf bezogene Vorräte 12.695 Tsd. Euro (Allgeier Konzern des Vorjahres: 5.877 Tsd. Euro).

9. Vertragliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die vertraglichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten setzen sich an den Bilanzstichtagen wie folgt zusammen:

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Nach der Percentage-of-Completion Methode bewertete Kundenprojekte 1.828 0 1.828 14.030 0 14.030
Vertragliche Vermögenswerte 1.828 0 1.828 14.030 0 14.030
Nach der Percentage-of-Completion Methode bewertete Kundenprojekte 567 0 567 5.589 0 5.589
Passive Rechnungsabgrenzung 3.658 127 3.531 5.583 129 5.454
Übrige zeitliche Abweichungen zwischen Umsatzerfassung und Kundenfaktura 0 0 0 324 283 41
Vertragliche Verbindlichkeiten 4.225 127 4.098 11.496 412 11.084

Die vertraglichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (in Tsd. Euro)

Vertragliche Vermögenswerte Vertragliche Verbindlichkeiten
Stand am 01. Januar 2019 6.902 7.691
Währungseffekt 16 22
Zugang durch Unternehmenserwerbe 15 81
Erfassung von Umsatzerlösen 14.022 -7.347
Umgliederung zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -6.925 0
Erhaltene Anzahlungen von Kunden 0 11.049
Stand am 31. Dezember 2019 14.030 11.496
Währungseffekt -1.108 -255
Zugang durch Unternehmenserwerbe 0 168
Erfassung von Umsatzerlösen 13.305 -10.995
Umgliederung zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -13.476 0
Erhaltene Anzahlungen von Kunden 0 13.331
Abgang durch Unternehmensverkäufe -10.923 -9.520
Stand am 31. Dezember 2020 1.828 4.225

Die Umsatzerlöse enthalten 11.084 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.336 Tsd. Euro), die zu Geschäftsjahresbeginn in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen waren.

Auf aktivierte Vertragskosten im Zusammenhang mit Kundenprojekten wurden im aufgegebenen Geschäft planmäßige Abschreibungen von 243 Tsd. Euro (Vorjahr: 155 Tsd. Euro) erfasst. Wertminderungen auf aktivierte Vertragskosten wurden nicht vorgenommen.

10. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich wie folgt:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Forderungen an Kunden 69.227 159.066
Factoring -18.586 -20.423
Wertminderung auf Forderungen an Kunden -2.612 -4.565
48.029 134.078

Dem Allgeier Konzern steht zur Finanzierung von Kundenforderungen ein Factoring-Volumen in Höhe von insgesamt 30 Mio. Euro (Vorjahr: 60 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Factoring bilanziert der Allgeier Konzern "off-balance", nachdem das gesamte Ausfallrisiko der verkauften Forderungen auf den Warenkreditversicherer, bei dem die Forderungen mit Ausnahme der Forderungen an öffentliche Auftraggeber versichert sind, übergeht.

Am 31. Dezember 2020 waren von dem Factoring-Volumen 24.198 Tsd. Euro (Vorjahr: 32.339 Tsd. Euro) in Anspruch genommen. Davon wurden 18.586 Tsd. Euro (Vorjahr einschließlich Nagarro: 20.423 Tsd. Euro) mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen saldiert und 5.612 Tsd. Euro (Vorjahr: 11.916 Tsd. Euro) innerhalb der Finanzschulden ausgewiesen. Da die Bezahlung der gefactorten Rechnungen durch die Kunden nicht zeitgleich mit den Factor abgerechnet wird, entstehen kurzfristige Verpflichtungen gegenüber dem Factor, die entsprechend in die Finanzschulden gebucht werden.

11. Zahlungsmittel

Die Zahlungsmittel gliedern sich wie folgt:

Zahlungsmittel (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Bankguthaben 60.789 97.360
Kassenbestände 14 27
60.803 97.387

Die Bankguthaben bei Kreditinstituten beinhalten Festgelder und laufende Kontokorrentguthaben. Sie sind äußerst liquide und stehen kurzfristig als Zahlungsmittel zur Verfügung. Die Sichtguthaben unterliegen keinen oder nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken. Die Zahlungsmittel sind Teil des Finanzmittelfonds des Allgeier Konzerns.

12. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Allgeier SE belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2020 auf 11.382.513,00 Euro (Vorjahr: 11.289.000,00 Euro) und war eingeteilt in 11.382.513 Stück auf den Namen lautende Stückaktien. Auf jede Stückaktie entfällt anteilig ein rechnerischer Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro. Sämtliche Stückaktien der Gesellschaft gehören der gleichen Aktiengattung an. Die Aktien sind voll eingezahlt.

Im Geschäftsjahr 2020 erhöhte sich das gezeichnete Kapital der Allgeier SE durch Zuteilung von 93.513 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien).

Die Aktie der Allgeier SE wurde am 30. Dezember 2020 mit einem Schlusskurs im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse von 18,65 Euro bewertet. Im Vorjahr notierte die Aktie am 30. Dezember 2019 mit einem Schlusskurs von 33,90 Euro. Der Kurs zum 31. Dezember 2019 enthielt noch die Nagarro SE, die zum 31. Dezember 2020 eigenständig gelistet und bewertet wurde.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 24. September 2020 ermächtigt, das Grundkapital der Allgeier SE mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 23. September 2025 gegen Bar- oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 5.664.500,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 5.664.500 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre für folgende Fälle auszuschließen:

Bei einer Bezugsrechtsemission für aufgrund des Bezugsverhältnisses entstehende Spitzenbeträge.
Für eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage zum (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, von Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen, wenn der Erwerb im Interesse der Gesellschaft liegt.
Für eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Anteil am genehmigten Kapital in Höhe von bis zu insgesamt 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder, sofern niedriger, im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals, sofern der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese 10 %-Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung in direkter oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden sowie auch Aktien, die aufgrund einer während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG begebenen Wandel- beziehungsweise Optionsschuldverschreibung auszugeben oder zu gewähren sind.
Für die Gewährung von Bezugsrechten an Inhaber von Wandel- oder Optionsrechten bezogen auf Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Juni 2010, abgeändert durch Beschlüsse der Hauptversammlung vom 17. Juni 2014 und 28. Juni 2017, nach Ausgabe von insgesamt 406.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2010 (Bezugsaktien) zum 31. Dezember 2020 um bis zu 54.000,00 Euro bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010). Das Bedingte Kapital 2010 dient der Bedienung von den noch offenen 54.000 Optionsrechten zur Ausgabe von bis zu 54.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juni 2017 um bis zu 3.500.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 3.500.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2014). Das Bedingte Kapital 2017 dient der Bedienung von Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten, die von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, bis zum 27. Juni 2022 ausgegeben werden können. Der Konzern hat bislang keine entsprechenden Wandlungs- oder Optionsrechte ausgegeben.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2018 um bis zu 340.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 340.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018). Das Bedingte Kapital 2018 dient der Bedienung von 340.000 Optionsrechten gemäß dem Aktienoptionsplan 2018, die von der Gesellschaft bis zum 28. Juni 2023 ausgegeben werden können. Die Gesellschaft hat bislang keine entsprechenden Optionsrechte ausgegeben.

13. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklage des Konzerns hat sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Kapitalrücklagen (in Tsd. Euro)
2020 2019
--- --- ---
Kapitalrücklage am 01. Januar 58.006 33.592
Kapitalerhöhung 0 22.951
Kosten der Kapitalerhöhung 0 -472
Ausübung von Aktienoptionen 791 1.713
Veräußerung von eigenen Aktien 4.378 0
Bewertungsanpassung Aktienoptionen 1.899 222
Kapitalrücklage am 31. Dezember 65.074 58.006

14. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen sind unverändert zum Vorjahr. Sie beinhalten die gesetzliche Rücklage der Allgeier SE.

15. Eigene Anteile

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Allgeier SE alle eigenen Aktien veräußert. Die Allgeier SE hält zum Stichtag 31.12.2020 keine eigenen Aktien. Mithin entfallen 0 % (Vorjahr: 0,93 %) des Grundkapitals auf eigene Aktien.

Die am 24. September 2020 abgehaltene Hauptversammlung der Allgeier SE hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 23. September 2025 eigene Aktien der Gesellschaft in einem Umfang von 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals mit der Maßgabe zu erwerben, dass auf diese zusammen mit anderen eigenen Aktien, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt, nicht mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen.

Darüber hinaus hat die Hauptversammlung vom 24. September 2020 den Vorstand ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund der vorstehenden oder früher erteilten Ermächtigungen erworben werden bzw. wurden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu folgenden:

Weiterveräußerung an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre;
Verwendung als Gegenleistung für eine direkte oder indirekte Sacheinlage Dritter in die Gesellschaft, insbesondere beim Zusammenschluss mit Unternehmen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder anderen Wirtschaftsgütern;
Verwendung zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten, welche die Gesellschaft oder ihr nachgeordnete Konzernunternehmen ausgeben, gegenüber den Inhabern dieser Rechte;
Verwendung zur Ausgabe als Mitarbeiteraktien an Arbeitnehmer oder Organmitglieder der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen.

Erfolgt die Veräußerung in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre, insbesondere in den vorstehend genannten vier Fällen, darf der Veräußerungspreis den Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung um nicht mehr als 5 % unterschreiten. Maßgeblicher Börsenkurs im Sinne dieser Regelung ist der rechnerische Mittelwert der Schlusskurse der Aktien der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten drei Börsentage vor der Veräußerung der Aktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird insoweit ausgeschlossen. Diese Ermächtigung beschränkt sich auf höchstens 10 % des bei Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft. Auf den Fall der Veräußerung eigener Aktien an Dritte gegen Barzahlung auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre werden Aktien angerechnet, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts bis zu diesem Zeitpunkt ausgegeben oder veräußert werden, oder auf die Umtausch- bzw. Bezugsrechte von Options- oder Wandelschuldverschreibungen entfallen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die aufgrund der Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien sowie zu ihrer Verwendung kann ganz oder auch in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, durch die Gesellschaft oder durch ihre Konzerngesellschaften ausgeübt werden.

Die Allgeier SE hat im Geschäftsjahr 2020 sämtliche zum 31. Dezember 2019 gehalten eigenen Aktien veräußert. Aus der Veräußerung der 105.351 Stück eigener Aktien mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2019 von 786 Tsd. Euro flossen der Allgeier SE 5.164 Tsd. Euro zu.

16. Gewinnvortrag

Der Gewinnvortrag des Konzerns hat sich wie folgt entwickelt:

Gewinnvortrag (in Tsd. Euro)

2020 2019
Gewinnvortrag am 01. Januar 51.597 52.427
Periodenergebnis des Vorjahres 15.133 5.857
Veränderung der Anteilen nicht kontrollierender Gesellschafter der Nagarro im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms 0 -403
Erwerb von Minderheitenanteilen der iQuest-Gruppe -7.299 -1.290
Erwerb von Minderheitenanteilen der SAP-Gruppe -3.639 0
Umbuchung von Anteilen nicht kontrollierender Gesellschafter aufgrund internen Transaktionen mit Nagarro 16.967 0
Ausschüttung an Aktionäre der Allgeier SE -5.603 -4.994
Vorgelagerte Effekte aus Transaktionen mit Nagarro 12.071 0
Abspaltung der Nagarro -36.325 0
Gewinnvortrag am 31. Dezember 25.936 51.597

Das auf die Anteilseigner der Allgeier SE entfallende Periodenergebnis des Vorjahres in Höhe von 15.133 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.857 Tsd. Euro) wurde entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 24. September 2020 in den Gewinnvortrag übertragen.

Im Geschäftsjahr 2020 erwarb die Allgeier Project Solutions GmbH sämtliche bis dahin noch von nicht kontrollierenden Gesellschaftern gehaltene Geschäftsanteile der iQuest SPP GmbH, München, und der iQuest Holding GmbH, Karlsruhe. Für diese Anteile vereinbarten die Parteien einen Kaufpreis von 12.340 Tsd. Euro. Mit dem Erwerb gingen Eigenkapitalanteile nicht kontrollierender Gesellschafter in Höhe von 5.041 Tsd. Euro ab. Der Differenzbetrag von 7.299 Tsd. Euro wurde in die erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen umgebucht.

Im Geschäftsjahr 2020 erwarb die Allgeier Enterprise Services AG sämtliche noch gehaltene Geschäftsanteile von bis dahin nicht kontrollierenden Gesellschaftern der Nagarro Allgeier ES GmbH und der Nagarro ES Denmark A/S. Für diese Anteile vereinbarten die Parteien einen Kaufpreis von 4.013 Tsd. Euro. Mit dem Erwerb gingen Eigenkapitalanteile nicht kontrollierender Gesellschafter in Höhe von 374 Tsd. Euro ab. Der Differenzbetrag von 3.639 Tsd. Euro wurde in die erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen umgebucht.

Die Hauptversammlung der Allgeier SE hat am 24. September 2020 eine Gewinnausschüttung von 0,50 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,50 Euro je Aktie) beschlossen. Die Ausschüttung betrug insgesamt 5.603 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.994 Tsd. Euro). Es waren 11.206.392 Stück Aktien (Vorjahr: 9.979.771 Stück Aktien) dividendenberechtigt.

Aus der Abspaltung der Nagarro ging ein auf die Gesellschafter der Allgeier SE entfallendes Nettoreinvermögen von 36.325 Tsd. Euro ab. Der Abspaltung der Nagarro vorgelagerte Transaktionen bewirkten eine Erhöhung des den Gesellschaftern der Allgeier SE zuzurechnenden Gewinnvortrags um 12.071 Tsd. Euro. Der Eigenkapitalanteil der nicht kontrollierenden Gesellschafter hat sich entsprechend reduziert.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden die bislang innerhalb der ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen, aber nicht dem "OCI" zuzurechnenden Posten in den Gewinnvortrag übertragen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Aufgrund der Zusammenfassung der beiden Positionen hat sich der Wert zum 31. Dezember 2019 von 66.357 Tsd. Euro auf 51.597 Tsd. Euro verändert. Die Eigenkapitalüberleitungsrechnung wurde entsprechend angepasst.

17. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen

Die erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen gliedern sich wie folgt:

Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Versicherungsmathematische Gewinne am 01. Januar -1.007 -582
Veränderung -391 -425
Umklassifizierung aufgrund Abspaltung Nagarro 1.027 0
Versicherungsmathematische Gewinne am 31. Dezember -371 -1.007
Wechselkursänderungen am 01. Januar 8.712 7.279
Veränderung -3.696 1.433
Umklassifizierung aufgrund Abspaltung Nagarro -4.723 0
Wechselkursänderungen am 31. Dezember 293 8.712
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen am 01. Januar 7.705 6.697
Veränderung -4.087 1.008
Umklassifizierung aufgrund Abspaltung Nagarro -3.696 0
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen am 31. Dezember -78 7.705

18. Eigenkapitalanteil nicht kontrollierender Gesellschafter

Der Eigenkapitalanteil nicht kontrollierender Gesellschafter zeigt die auf andere Gesellschafter entfallenden Anteile am Eigenkapital von Tochtergesellschaften. Er hat sich wie folgt entwickelt:

Eigenkapitalanteil nicht kontrollierbarer Gesellschafter (in Tsd. Euro)

2020 2019
Stand am 01. Januar 22.888 21.315
Einzahlungen in das Mnderheitenkapital der AES SPP GmbH 0 250
Erwerb von Anteilen nicht kontrollierender Gesellschafter der iQuest Gruppe -5.041 -1.142
Erwerb von Anteilen nicht kontrollierender Gesellschafter der SAP Gruppe -374 0
Veränderung der Anteile ausgeschiedener nicht kontrollierender Gesellschafter der Nagarro Holding GmbH 0 342
Auf nicht kontrollierende Gesellschafter entfallendes Periodenergebnis 6.686 3.578
Anteil an erfolgsneutralen Wechselkursveränderungen 1.033 90
Anteil an erfolgsneutralen versicherungsmathematischen Gewinnen 118 -82
Ausschüttungen an nicht kontrollierende Gesellschafter -1.327 -1.463
Vorgelagerte Effekte aus Transaktionen mit Nagarro -12.071 0
Abspaltung der Nagarro -8.451 0
Stand am 31. Dezember 3.461 22.888

Im Geschäftsjahr 2020 wurden aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 Ausschüttungen an nicht kontrollierende Gesellschafter der mgm cp Hamburg und der mgm sp München in Höhe von 298 Tsd. Euro (Vorjahr: 425 Tsd. Euro) vorgenommen. Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags zwischen der mgm tp München und der Allgeier SE wurde das auf die nicht kontrollierenden Gesellschafter der mgm tp München zuzurechnende Ergebnis in Höhe von 1.029 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.038 Tsd. Euro) als Dividende erfasst.

19. Finanzschulden

Die Finanzschulden gliedern sich wie folgt:

Finanzschulden (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Beanspruchter Betrag aus dem im Dezember 2020 neu geschlossenem Konsortialkreditvertrag 17.500 17.500 0 0 0 0
Schuldscheindarlehen 5.500 0 5.500 5.500 5.500 0
auf das Schuldscheindarlehen abgegrenzte Einmalkosten -10 0 -10 -21 -10 -11
Verbindlichkeiten aus dem Factoring von Kundenforderungen 5.612 0 5.612 11.916 0 11.916
im Dezember 2020 aufgelöster Konsortialkreditvertrag 0 0 0 145.000 145.000 0
auf den im Dezember 2020 aufgelösten Konsortialkredit abgegrenzte Einmalkosten 0 0 0 -1.306 -970 -336
Kontokorrentkredit der Nagarro Software Pvt. Ltd. und der Nagarro Enterprise Services Pvt. Ltd. 0 0 0 3.310 0 3.310
Bankdarlehen der Nagarro Software SRL 0 0 0 245 198 47
Bankdarlehen der iQuest Technologies SRL 0 0 0 232 0 232
Sonstige 2 0 2 57 46 11
28.604 17.500 11.104 164.933 149.764 15.169

Die Allgeier SE hat im Dezember 2020 einen neuen Konsortialrahmenvertrag abgeschlossen und mit dem neuen Vertrag der bisherige Konsortialkreditrahmenvertrag abgelöst. Der Kreditrahmen des neuen Vertrags beläuft sich auf 140 Mio. Euro. Er wurde über eine Laufzeit von fünf Jahren mit einer Verlängerungsmöglichkeit von bis zu zwei weiteren Jahren abgeschlossen. Am 31. Dezember 2020 waren aus dem Kreditrahmen 17,5 Mio. Euro in Anspruch genommen. Die Verzinsung erfolgt auf Basis des Euribor (Floor bei 0,0 %) zuzüglich einer Marge, die von Finanzkennzahlen abhängig ist. Der Ende 2020 zur Anwendung gekommene Zinssatz betrug 2,0 % p.a. Bei Ausgabe des Konsortialkredits fielen Einmalkosten in Höhe von 808 Tsd. Euro an, die als sonstiger betrieblicher Aufwand verbucht wurden. Im Zusammenhang mit der Ablösung des bisherigen Konsortialvertrags wurden für die Buchwerte der für diesen Vertrag abgegrenzten Einmalkosten -970 Tsd. Euro als sonstiger betrieblicher Aufwand ausgebucht.

Aus einem der Allgeier SE gewährten Schuldscheindarlehen besteht zum 31. Dezember 2020 noch eine Restschuld von 5,5 Mio. Euro. Diese Tranche ist im Dezember 2021 zur Rückzahlung fällig. Sie verzinst sich mit einem Festzinssatz von 2,33 % p.a. Bei Ausgabe des Schuldscheindarlehens fielen Einmalkosten an, die über die Laufzeit des Darlehens abgegrenzt werden.

Im Rahmen des Factorings von Kundenforderungen begleicht der Factor an zwei Monatsstichtagen die eingereichten Forderungslisten. Die erhaltenen Zahlungseingänge werden mit den Einzelforderungen aus Lieferungen und Leistungen verrechnet. In den Fällen, in denen im Zeitraum zwischen Zahlung durch den Factor und dem Monatsende die Einzelforderungen von den Kunden bezahlt werden, werden die vom Faktor erhaltenen Beträge in die Finanzschulden gebucht. Am 31. Dezember 2020 betrugen diese Verbindlichkeiten 5.612 Tsd. Euro (Vorjahr: 11.916 Tsd. Euro). Die Verbindlichkeiten sind variabel verzinslich und wurden Ende 2020 mit 1,25 % p.a. (Vorjahr: 0,87 % p.a.) verzinst.

Zahlungsstörungen während des Berichtszeitraums sowie nach Ende des Geschäftsjahres sind nicht aufgetreten. Sämtliche Finanzkennzahlen, zu denen sich die die Allgeier SE oder Gesellschaften des Allgeier Konzerns im Rahmen der Darlehen und Kreditverträge verpflichtet haben, wurden eingehalten.

20. Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen

Die Mindestleasingzahlungen und die passivierten Barwerte aus den Miet- und Leasingverträgen sind wie folgt:

Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Mindestleasingzahlungen: Immobilien Kraftfahrzeuge Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt Immobilien Kraftfahrzeuge
--- --- --- --- --- --- ---
innerhalb von einem Jahr fällig 6.187 817 390 7.394 20.345 2.411
zwischen einem und fünf Jahren fällig 16.039 587 1.654 18.280 47.513 1.456
später als in fünf Jahren fällig 8.406 0 0 8.406 30.090 0
30.632 1.404 2.044 34.080 97.948 3.867
Abzinsung auf den Barwert:
innerhalb von einem Jahr fällig -719 -17 -20 -756 -7.056 -125
zwischen einem und fünf Jahren fällig -1.751 -10 -44 -1.805 -7.582 -62
später als in fünf Jahren fällig -505 0 0 -505 -3.574 0
-2.975 -27 -64 -3.066 -18.212 -187
Barwert der Mindestleasingzahlungen:
innerhalb von einem Jahr fällig 5.468 800 370 6.638 13.289 2.286
zwischen einem und fünf Jahren fällig 14.288 577 1.610 16.475 39.931 1.394
später als in fünf Jahren fällig 7.901 0 0 7.901 26.516 0
27.657 1.377 1.980 31.014 79.736 3.680
31.12.2019
Mindestleasingzahlungen: Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
--- --- ---
innerhalb von einem Jahr fällig 3.272 26.028
zwischen einem und fünf Jahren fällig 10.557 59.526
später als in fünf Jahren fällig 192 30.282
14.021 115.836
Abzinsung auf den Barwert:
innerhalb von einem Jahr fällig -110 -7.291
zwischen einem und fünf Jahren fällig -352 -7.996
später als in fünf Jahren fällig -9 -3.583
-471 -18.870
Barwert der Mindestleasingzahlungen:
innerhalb von einem Jahr fällig 3.162 18.737
zwischen einem und fünf Jahren fällig 10.205 51.530
später als in fünf Jahren fällig 183 26.699
13.550 96.966

Aus den Miet- und Leasingverträgen wurden im Geschäftsjahr 2020 Zahlungen in Höhe von 26.850 Tsd. Euro (Vorjahr: 21.793 Tsd. Euro) getätigt. Von den Zahlungen entfielen 9.161 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.722 Tsd. Euro) auf das fortgeführte Geschäft und 17.689 Tsd. Euro (Vorjahr: 15.071 Tsd. Euro) auf das aufgegebene Geschäft.

Sofern die noch nicht in den Nutzungsrechten berücksichtigten Verlängerungsoptionen ausgeübt werden, entstehen daraus weitere künftige potenzielle Zahlungsmittelabflüsse von 14.386 Tsd. Euro (Vorjahr des fortgeführten Geschäfts: 6.102 Tsd. Euro). Der Allgeier Konzern geht zum heutigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass die Verlängerungsoptionen ausgeübt werden.

21. Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Zur Abdeckung der Leistungsverpflichtungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses hat der Allgeier Konzern zum 31. Dezember 2020 Rückstellungen in Höhe von 1.019 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.296 Tsd. Euro) gebildet. Die Beträge lassen sich wie folgt überleiten:

Rückstellungen für Pensionen (in Tsd. Euro)

2020 2019
Deutschland Indien/UEA Summe Deutschland Indien Summe
--- --- --- --- --- --- ---
Überleitung Anwartschaftsbarwert:
Anwartschaftsbarwert am 01. Januar 1.203 4.394 5.597 1.046 3.171 4.217
Umgliederung von sonst. finanz. Verb. 0 316 316 0 0 0
Dienstzeitaufwand 36 1.190 1.226 31 803 834
Zinsaufwand 14 271 285 19 219 238
Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste 100 505 605 131 485 616
Gezahlte Versorgungsleistungen -24 -231 -255 -24 -287 -311
Währung 0 -454 -454 0 3 3
Aufgegebenes Geschäft 0 -5.991 -5.991 0 0 0
Anwartschaftsbarwert am 31. Dezember 1.329 0 1.329 1.203 4.394 5.597
Überleitung Planvermögen:
Planvermögen zum Zeitwert am 01. Januar 301 0 301 293 0 293
Erträge des Fondsvermögens 3 0 3 5 0 5
Beiträge durch Arbeitgeber 10 0 10 9 0 9
Gezahlte Versorgungsleistungen -6 0 -6 -6 0 -6
Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste 3 0 3 0 0 0
Aufgegebenes Geschäft 0 0 0 0 0 0
Planvermögen zum Zeitwert am 31. Dezember 311 0 311 301 0 301
Nettoverpflichtung zum 31. Dezember 1.018 0 1.018 902 4.394 5.296
davon langfristig 1.000 0 1.000 883 3.815 4.698
davon kurzfristig 18 0 18 19 579 598

Die Erträge und Aufwendungen aus der Veränderung der Nettoleistungsverpflichtung (Leistungsverpflichtungen abzüglich Rückdeckungsversicherungen) flossen in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung wie folgt ein:

Erträge und Aufwendungen aus der Veränderung der Nettopensionsverpflichtung (in Tsd. Euro)

2020 2019
Personalaufwand Deutschland Indien/UAE Summe Deutschland Indien Summe
--- --- --- --- --- --- ---
Laufender Dienstzeitaufwand 36 1.190 1.226 31 803 834
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 36 1.190 1.226 31 803 834
Finanzerträge
Erträge des Planvermögens (nicht saldierbar) 0 0 0 0 0 0
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 0 0 0 0 0
Finanzaufwendungen
Zinsaufwand 14 271 285 19 219 238
Erträge des Planvermögens (saldierbar) -3 0 -3 -5 0 -5
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11 271 282 14 219 233
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst 47 1.461 1.508 45 1.022 1.067
Gewinn/Verlust aus Neubewertung der Pensionsverpflichtung
aufgrund Änderung demographischer Annahmen 0 0 0 0 0 0
aufgrund Änderung finanzieller Annahmen 38 258 296 71 192 263
aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen 62 247 309 60 293 353
Ertrag/Aufwand aus Planvermögen ohne Zinserträge -2 0 -2 0 0 0
Im sonstigen Ergebnis erfasst 98 505 603 131 485 616

Verpflichtungen in Deutschland sind voll dem fortgeführten Geschäft und solche in Indien/UAE voll dem aufgegebenen Geschäft zuzuordnen.

Pensionsverpflichtungen (Deutschland)

Zum 31. Dezember 2020 bestanden im Allgeier Konzern für drei Personen Leistungszusagen zur betrieblichen Altersversorgung in Form von unmittelbaren Direktzusagen. Von den berechtigten Personen ist ein Mitarbeiter aktiv im Allgeier Konzern tätig und zwei Personen sind Rentner. Die Zusagen sehen in zwei Fällen die Zahlung von fest vereinbarten monatlichen bzw. einmaligen Beträgen vor. In einem Fall wurde eine volldynamische Rente mit einem jährlichen Steigerungsbetrag von 2 % vereinbart. Die Rentenzahlungen werden ab dem zugesagten Rentenalter bzw. bei Invalidität geleistet. Bei einem Versorgungsberechtigten ist eine Witwenrente vereinbart. Sämtliche Zusagen sind unverfallbar. Die Anzahl und Zusammensetzung der Versorgungsempfänger hat sich gegenüber dem Vorjahresstichtag nicht verändert.

Bei größeren Einzelverpflichtungen wurden die Risiken aus Langlebigkeit der Versorgungsberechtigten vollständig bzw. teilweise über Rückdeckungsversicherungen abgedeckt. Das Planvermögen besteht ausschließlich aus Barwerten von Rückdeckungsversicherungen.

Die Einzahlungen in den leistungsorientierten Versorgungsplan werden 2021 voraussichtlich 9 Tsd. Euro (Vorjahr: 9 Tsd. Euro) betragen.

Die gewichtete, durchschnittlich erwartete Laufzeit der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2020 wie folgt:

Anzahl der Versorgungsempfänger

aktive Mitarbeiter Rentner Gesamt
Stand am 31. Dezember 2019 8,4 9,4 8,7
Stand am 31. Dezember 2020 7,5 9,2 7,9

Gratuity Verpflichtungen (Indien und Vereinigte Arabische Emirate)

Bei den abgegangenen Tochtergesellschaften in Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) bestanden Verpflichtungen für zukünftige Abfindungszahlungen an Mitarbeiter (Gratuity Verpflichtungen), die bei Ausscheiden unabhängig von einer Kündigung durch Arbeitgeber bzw. Arbeitnehmer fällig werden. Diese Abfindungszahlungen stellen einen leistungsorientierten Versorgungsplan nach IAS 19 dar. Aufgrund der Abspaltung der Nagarro Gruppe sind die Gratuity Verpflichtungen und die damit verbunden Risiken zum 31. Dezember 2020 entfallen.

Sensitivitätsanalyse

Durch die bestehenden Leistungszusagen ist der Konzern folgenden versicherungsmathematischen Risiken ausgesetzt:

Langlebigkeitsrisiko Die höhere Lebenserwartung ist höher als die bestmögliche Schätzung durch Sterbetafeln. Dadurch erhöht sich eine spätere tatsächliche Pensionsverpflichtung
Investitionsrisiko Der Rechnungszinsfuß zur Ermittlung des Barwerts der Leistungsverpflichtung wird aus Renditen erstrangiger festverzinslicher Unternehmensanleihen abgeleitet. Liegen die Erträge des Planvermögens unter diesem Zinssatz, führt dies zu einer Unterdeckung des Versorgungsplans
Zinsänderungsrisiko Ein Rückgang der Zinsen von Unternehmensanleihen führt zu einer Erhöhung der Leistungsverpflichtung, was jedoch teilweise durch ein höheres Planvermögen ausgeglichen werden kann
Gehaltsrisiko Spätere unerwartete Gehaltserhöhungen führen zu einer Erhöhung der von den Bezügen abhängigen Versorgungsleistungen

Die versicherungsmathematischen Parameter, die zur Berechnung des Anwartschaftsbarwertes verwendet wurden und für die Änderungsrisiken bestehen, sind der Rechnungszinsfuß sowie für die Pensionszusagen die jährliche Anhebung der laufenden Renten (Rentendynamik). Unter der Annahme, dass die übrigen Parameter konstant gehalten werden, verändert sich der Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen zum 31. Dezember 2020 gemäß nachfolgender Sensitivitätsanalyse:

Veränderung des Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen zum 31.12.2020 (in Tsd. Euro)

Deutschland Indien Gesamt
Erhöhung Minderung Erhöhung Minderung Erhöhung Minderung
--- --- --- --- --- --- ---
Rechnungszinsfuß (1,00 % Veränderung) -99 100 - - -99 100
Rentendynamik (0,25 % Veränderung) 2 -1 - - 2 -1

Die vorstehenden Sensitivitätsanalysen wurden mittels eines Verfahrens durchgeführt, das die Auswirkung realistischer Änderungen der wichtigsten Annahmen zum Ende des Berichtszeitraums auf die leistungsorientierte Verpflichtung extrapoliert.

Beitragsorientierte Pläne

Beiträge für Rückdeckungsversicherungen von Leistungszusagen für Altersversorgung, die auf die Höhe der Rückdeckungsversicherungen begrenzt sind, betragen im Geschäftsjahr 21 Tsd. Euro (Vorjahr: 21 Tsd. Euro). Darüber hinaus wurden Arbeitgeberbeiträge für weitere beitragsorientierte Versorgungszusagen im Geschäftsjahr in Höhe von 1.490 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.344 Tsd. Euro) geleistet. Der Gesamtbetrag von 1.511 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.365 Tsd. Euro) betrifft mit 237 Tsd. Euro (Vorjahr: 212 Tsd. Euro) das fortgeführte und mit 1.274 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.153 Tsd. Euro) das aufgegebene Geschäft.

Für die im Rahmen eines Asset Deals zum 01. Januar 2020 erworbenen Mitarbeiter der GES besteht für sieben Bezugsberechtigte eine betriebliche Altersversorgung der Höchster Pensionskasse VVaG. Die Pensionskasse sagt diesen Mitarbeitern eine garantierte Mindestverzinsung zu, für die letztlich die Erwerberin Nagarro ES GmbH, Kronberg, gemäß Betriebsrentengesetz haftet. Da es sich bei der Höchster Pensionskasse VVaG um einen gemeinschaftlichen leistungsorientierten Plan mehrerer Unternehmen handelt und Allgeier kein Recht hat, die für die Bilanzierung als leistungsorientierten Plan notwendigen Informationen zu erhalten, wird dieser Plan als beitragsorientierter Plan bilanziert. Im Geschäftsjahr 2020 sind keine Aufwendungen aus der Nachschusspflicht enthalten, da die übernommenen Mitarbeiter bisher noch nicht in den Ruhestand eingetreten sind.

Sämtliche beitragsorientierten Pläne betreffen Mitarbeiter der abgespaltenen Nagarro.

22. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Urlaubsverpflichtungen 3.492 0 3.492 9.180 1.011 8.169
Ursprünglich variable Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, deren tatsächliche Höhe inzwischen feststeht 3.185 0 3.185 13.988 0 13.988
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 3.152 0 3.152 11.119 0 11.119
Ausstehende Eingangsrechnungen 2.873 0 2.873 5.301 0 5.301
Variable Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, deren tatsächliche Höhe noch nicht feststeht 2.577 2.427 150 10.732 10.732 0
Ergebnisabführung von Gewinnanteilen der nicht kontrollierenden Gesellschafter der mgm tp München 1.029 0 1.029 1.038 0 1.038
Arbeitszeitkonten 862 0 862 1.147 0 1.147
Festkaufpreis der im Juni 2020 erworbenen SCUDOS 200 200 0 0 0 0
Kreditorische Debitoren 170 0 170 256 0 256
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 123 0 123 4.043 0 4.043
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 404 0 404
Übrige 438 0 438 1.692 1.114 578
18.101 2.627 15.474 58.900 12.857 46.043

Die Verpflichtungen aus am Bilanzstichtag noch nicht verbrauchten und für das Geschäftsjahr den Mitarbeitern der Allgeier Gesellschaften gewährten Urlaubstagen werden als Urlaubsverpflichtungen passiviert. Die Aufwendungen pro Urlaubstag werden aus dem individuellen Durchschnittsgehalt (ohne Einmalzahlungen) der Mitarbeiter des Geschäftsjahres einschließlich Sozialkosten errechnet. Ansprüche aus vorweg genommenen Urlaubstagen des Folgejahres werden weder aktiviert noch in den Rückstellungen saldiert.

Die variablen Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, bei denen die tatsächliche Höhe noch nicht feststeht, sind von der Erreichung von Bedingungen in der Zukunft abhängig. Die Bewertung dieser Verbindlichkeiten erfolgte auf Basis der voraussichtlichen zukünftigen Zahlungen und den Planungsrechnungen der Gesellschaften sowie den zwischen den Parteien geschlossenen Vereinbarungen. Sollte sich in der Zukunft herausstellen, dass die bedingten Kaufpreisanteile höher oder niedriger ausfallen oder vollständig entfallen, werden die aus den Anpassungen der Kaufpreisverbindlichkeiten resultierenden Unterschiede als Aufwendungen oder Erträge in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung verbucht. Die langfristigen Kaufpreisverbindlichkeiten wurden mit dem Barwert ihrer voraussichtlichen zukünftigen Auszahlungen angesetzt. Als Zinssätze wurden von der Bundesbank veröffentlichte Marktzinssätze verwendet. Für die Bewertung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2020 wurde in Abhängigkeit der Laufzeiten mit Zinssätzen zwischen 0,44 % (Vorjahr: 0,58 %) und 0,55 % (Vorjahr: 0,72 %) gerechnet. Den langfristigen Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von 2.427 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.732 Tsd. Euro) liegt ein nominaler Wert von insgesamt 2.650 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.824 Tsd. Euro) zugrunde. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben Laufzeiten von zwischen einem und bis zu fünf Jahren.

In den ausstehenden Eingangsrechnungen sind die bis Buchungsschluss noch nicht eingegangenen Rechnungen für im Geschäftsjahr empfangene Lieferungen und Leistungen passiviert.

Die Arbeitszeitkonten zeigen die Verpflichtungen aus Zeitsalden der Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter der Konzerngesellschaften. Die Bewertung der Zeitkonten erfolgt mit den individuellen Durchschnittsgehältern der Mitarbeiter einschließlich Sozialkosten ohne Berücksichtigung von Urlaubs-, Krankheitszeiten und Feiertagen sowie Einmalzahlungen.

23. Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Andere Rückstellungen (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Gesamt davon langfristig davon kurzfristig Gesamt davon langfristig davon kurzfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Tantiemen und Gratifikationen 9.341 0 9.341 16.948 0 16.948
Jahresabschlusserstellung und -prüfung 936 0 936 1.596 0 1.596
Restrukturierung, Abfindungen 695 0 695 824 0 824
Berufsgenossenschaft 608 0 608 814 0 814
Aufbewahrung 370 308 62 401 334 67
Gewährleistungen 261 0 261 221 0 221
Schwerbehindertenabgabe 136 0 136 235 0 235
Sonstige 2.630 0 2.630 1.832 236 1.595
14.977 308 14.669 22.871 571 22.300

Die anderen Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2020 wie folgt entwickelt:

Andere Rückstellungen (in Tsd. Euro)

Stand 31.12.2019 Zugang zum Konsolidierungskreis Verbrauch Auflösung Zuführung Aufzinsung
Tantiemen und Gratifikationen 16.948 231 -15.312 -627 19.868 0
Jahresabschlusserstellung und -prüfung 1.596 21 -1.341 -156 1.678 0
Restrukturierung, Abfindungen 824 0 -462 -61 444 0
Berufsgenossenschaft 814 9 -829 -3 765 0
Aufbewahrung 401 4 -2 -18 16 0
Gewährleistungen 221 59 -69 0 50 0
Schwerbehindertenabgabe 235 0 -222 -8 206 0
Sonstige 1.832 0 -1.124 -79 3.926 0
22.871 324 -19.361 -952 26.953 0
Währungseffekte Abgang aus Konsolidierungskreis Stand 31.12.2020
Tantiemen und Gratifikationen -287 -11.480 9.341
Jahresabschlusserstellung und -prüfung -13 -849 936
Restrukturierung, Abfindungen 0 -50 695
Berufsgenossenschaft 0 -148 608
Aufbewahrung 0 -31 370
Gewährleistungen 0 0 261
Schwerbehindertenabgabe 0 -75 136
Sonstige -82 -1.843 2.630
-382 -14.476 14.977

Die Rückstellungen für Tantiemen und Gratifikationen werden für vereinbarte leistungsabhängige Vergütungsbestandteile an das Management und an Mitarbeiter der Allgeier Gesellschaften gebildet.

Die Rückstellungen für Jahresabschlusskosten beinhalten die erwarteten externen und internen Kosten, die im Rahmen der Erstellung und Prüfung der Jahresabschlüsse und des Konzernabschlusses sowie der Anfertigung von Steuererklärungen anfallen. Die internen Aufwendungen umfassen die direkten Kosten für das eigene Personal zuzüglich der Sozialkosten. Darüber hinaus beinhaltet diese Rückstellung zeitanteilige Rechts- und Beratungskosten, die im Rahmen von zukünftigen Betriebsprüfungen voraussichtlich anfallen.

Die Rückstellung für Aufbewahrung deckt die Kosten für die gesetzliche Aufbewahrungsverpflichtung ab. Die Berechnung orientiert sich an einer Lagermiete für eine 10-jährige Aufbewahrungszeit mit einer Abzinsung auf Basis eines durchschnittlichen Marktzinssatzes der letzten sieben Jahre.

In der Rückstellung für Abfindungen werden Abfindungen und Gehaltsfortzahlungen für ausgeschiedene Mitarbeitern passiviert.

In den Gewährleistungen sind Rückstellungen für einzeln erfasste Gewährleistungsansprüche erfasst.

Die in fremder Währung in den Konsolidierungskreis zugegangenen Rückstellungen wurden im Rückstellungsspiegel mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.

24. Andere Verbindlichkeiten

Die anderen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

31.12.2020 31.12.2019
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer 6.419 5.632
Sonstige 0 22
6.419 5.654

25. Finanzinstrumente

Beizulegende Zeitwerte

Die Buch- und Marktwerte der Finanzinstrumente gliedern sich nach Bilanzpositionen, Bewertungskategorien, Klassen und Hierarchiestufen wie folgt:

Buch- und Marktwerte der Finanzinstrumente (in Tsd. Euro)

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
31. Dezember 2020 Sicherungsinstrumente Zum beizulegenden Zeitwert bestimmt Kredite und

Forderungen
Sonstige finanzielle Schulden Gesamt Stufe 1
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 3.241 0 0 3.241 0
0 3.241 0 0 3.241 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 48.029 0 48.029
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 2.845 0 2.845
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 0 60.803 0 60.803
0 0 111.677 0 111.677
Finanzielle Vermögenswerte 0 3.241 111.677 0 114.918
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden:
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten 0 5.762 0 0 5.762 0
0 5.762 0 0 5.762 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden:
Finanzschulden 0 0 0 28.604 28.604
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 22.066 22.066
Leasingverhältnisse 0 0 0 31.014 31.014
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 12.339 12.339
0 0 0 94.023 94.023
Finanzielle Schulden 0 5.762 0 94.023 99.785
Beizulegende Zeitwerte
31. Dezember 2020 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
--- --- --- ---
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.241 0 3.241
3.241 0 3.241
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 48.029
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.845
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 60.803
111.677
Finanzielle Vermögenswerte 114.918
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden:
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten 0 5.762 5.762
0 5.762 5.762
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden:
Finanzschulden 28.604
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.066
Leasingverhältnisse 31.014
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 12.339
94.023
Finanzielle Schulden 99.785

Buch- und Marktwerte der Finanzinstrumente (in Tsd. Euro)

Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
31. Dezember 2019 Sicherungsinstrumente Zum beizulegenden Zeitwert bestimmt Kredite und

Forderungen
Sonstige finanzielle Schulden Gesamt Stufe 1
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Devisentermingeschäfte 455 0 0 0 455 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 2.495 0 0 2.495 0
455 2.495 0 0 2.950 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 134.078 0 134.078
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 6.648 0 6.648
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 0 97.387 0 97.387
0 0 238.113 0 238.113
Finanzielle Vermögenswerte 455 2.495 238.113 0 241.063
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden:
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten 0 24.721 0 0 24.721 0
Devisentermingeschäfte 404 0 0 0 404 0
404 24.721 0 0 25.125 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden:
Finanzschulden 0 0 0 164.933 164.933
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 35.557 35.557
Leasingverhältnisse 0 0 0 96.966 96.966
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 33.775 33.775
0 0 0 331.231 331.231
Finanzielle Schulden 404 24.721 0 331.231 356.356
Beizulegende Zeitwerte
31. Dezember 2019 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
--- --- --- ---
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Devisentermingeschäfte 455 0 455
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.495 0 2.495
2.950 0 2.950
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 134.078
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.648
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 97.387
238.113
Finanzielle Vermögenswerte 241.063
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden:
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten 0 24.721 24.721
Devisentermingeschäfte 404 0 404
404 24.721 25.125
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden:
Finanzschulden 164.933
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 35.557
Leasingverhältnisse 96.966
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 33.775
331.231
Finanzielle Schulden 356.356

Bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden verwendet der Allgeier Konzern nach Möglichkeit am Markt beobachtbare Preise. In Abhängigkeit von den Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen der Bewertungshierarchie eingeordnet:

Stufe 1: Es werden Preise für identische Vermögenswerte und Schulden verwendet, die auf aktiven Märkten verfügbar sind.

Stufe 2: Es werden andere Bewertungsfaktoren herangezogen, die für die Vermögenswerte oder Schulden direkt oder indirekt beobachtbar sind oder sich aus Preisen auf einem Markt ableiten lassen.

Stufe 3: Es werden Bewertungsfaktoren verwendet, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Es wurden im Vergleich zum Vorjahr keine Umgruppierungen zwischen den Bewertungskategorien und den Hierarchiestufen vorgenommen.

Die in Stufe 3 kategorisierten Finanzinstrumente leiten sich wie folgt über:

Entwicklung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (in Tsd. Euro)

Stand am 01. Januar 2019 28.642
Zugänge 2.446
Erfolgswirksam als Aufwand erfasste Fair Value-Änderungen 1.839
Erfolgswirksam als Ertrag erfasste Fair Value-Änderungen -7.143
Abgänge durch Zahlung -2.045
Zinseffekt 502
Wechselkursänderungen 480
Stand am 31. Dezember 2019 24.721
Zugänge 7.079
Erfolgswirksam als Aufwand erfasste Kaufpreisanpassungen aus dem Erwerb der Objectiva 458
Erfolgswirksam als Ertrag erfasste Kaufpreisanpassungen aus dem Erwerb der secion -67
Erfolgswirksam als Aufwand erfasste Earn-Outs, deren Erfüllung von Human Resources-Kriterien abhing 554
Abgänge durch Zahlung -18.992
Zinseffekt 64
Wechselkursänderungen, erfolgswirksam -978
Wechselkursänderungen, erfolgsneutral -124
Abgänge durch Abspaltung der Nagarro -6.953
Stand am 31. Dezember 2020 5.762

Die Bewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten erfolgt auf der Grundlage der Planungen der Gesellschaften. Die in den Kaufverträgen vereinbarten Kriterien zur Erreichung der bedingten Kaufpreise werden den Planungen gegenübergestellt und daraus der Fair Value der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten bestimmt. Der Allgeier Konzern geht davon aus, dass die Planungen erreicht oder übertroffen werden, und hat deshalb die jeweils maximal erreichbaren Kaufpreise angesetzt.

Für die beizulegenden Zeitwerte der bedingten Gegenleistungen hat eine Änderung der Inputfaktoren, unter Beibehaltung der anderen Inputfaktoren, die nachstehenden Auswirkungen:

Auswirkungen einer Änderung der Inputfaktoren auf beizulegende Zeitwerte (in Tsd. Euro)

Gewinn oder Verlust
Erhöhung Minderung
--- --- ---
Änderung des mit den Verkäufern der eForce vereinbarten Earn-Outs bei Nichterreichen der Zielumsätze um 10 % 0 1.250
Unterschreitung des Umsatzes mit den beiden umsatzstärksten Kunden der SCUDOS um 10 % gegenüber dem Vorjahresquartal 0 50
Unterschreitung des Umsatzes der mit der Software SCUDOS erzielten Umsätze um 10 % gegenüber den Zielumsätzen 0 50
Unterschreitung des EBIT der Jahre 2021 und 2022 der AURELO um 10 % gegenüber den Zielumsätzen 0 110
Änderung des Abzinsungssatzes um 1 % 50 -26

Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten

Die Nettogewinne und -verluste aus den Finanzinstrumenten setzen sich wie folgt zusammen:

Nettogewinne und -Verluste aus Finanzinstrumenten (in Tsd. Euro)

2020 2019
Sonstige betriebliche Erträge Sonstige betriebliche Aufwendungen* Finanzerträge Finanzaufwendungen Gesamt Sonstige betriebliche Erträge
--- --- --- --- --- --- ---
Gesamt
Barmittel 0 0 262 0 262 0
Kredite und Forderungen 1.570 -3.568 0 0 -1.998 1.385
davon aus Wertminderungen 0 -1.094 0 0 -1.094 0
Sonstige finanzielle Vermögenwerte 0 0 546 0 546 0
Factoring 0 0 0 -200 -200 0
Derivative Finanzinstrumente 0 -312 0 0 -312 0
Wertpapiere 0 0 0 0 0 0
Leasingverhältnisse 0 0 0 -3.052 -3.052 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert 67 -458 0 -64 -455 7.143
Sonstige Verbindlichkeiten 0 -1.979 0 -2.956 -4.935 0
Summe Nettogewinn-/verlust aus Finanzinstrumenten 1.637 -6.317 808 -6.272 -10.144 8.528
Aufgegebenes Geschäft
Barmittel 0 0 246 0 246 0
Kredite und Forderungen 853 -2.021 0 0 -1.168 201
davon aus Wertminderungen 0 -38 0 0 -38 0
Sonstige finanzielle Vermögenwerte 0 0 0 0 0 0
Factoring 0 0 0 -118 -118 0
Derivative Finanzinstrumente 0 -312 0 0 -312 0
Wertpapiere 0 0 0 0 0 0
Leasingverhältnisse 0 0 0 -2.121 -2.121 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert 0 -383 0 21 -362 7.143
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 0 -113 -113 0
Summe Nettogewinn-/verlust aus Finanzinstrumenten 853 -2.716 246 -2.331 -3.948 7.344
Fortgeführtes Geschäft
Barmittel 0 0 16 0 16 0
Kredite und Forderungen 717 -1.547 0 0 -830 1.184
davon aus Wertminderungen 0 -1.056 0 0 -1.056 0
Sonstige finanzielle Vermögenwerte 0 0 546 0 546 0
Factoring 0 0 0 -82 -82 0
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 0 0 0
Wertpapiere 0 0 0 0 0 0
Leasingverhältnisse 0 0 0 -931 -931 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert 67 -75 0 -85 -93 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 -1.979 0 -2.843 -4.822 0
Summe Nettogewinn-/verlust aus Finanzinstrumenten 784 -3.601 562 -3.941 -6.196 1.184
2019
Sonstige betriebliche Aufwendungen* Finanzerträge Finanzaufwendungen Gesamt
--- --- --- --- ---
Gesamt
Barmittel 0 119 0 119
Kredite und Forderungen -2.753 27 0 -1.341
davon aus Wertminderungen -1.649 0 0 -1.649
Sonstige finanzielle Vermögenwerte 0 621 0 621
Factoring 0 0 -206 -206
Derivative Finanzinstrumente -656 0 0 -656
Wertpapiere 0 0 0 0
Leasingverhältnisse 0 0 -3.335 -3.335
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert -1.840 0 -502 4.801
Sonstige Verbindlichkeiten -1.114 0 -3.370 -4.484
Summe Nettogewinn-/verlust aus Finanzinstrumenten -6.363 767 -7.413 -4.481
Aufgegebenes Geschäft
Barmittel 0 107 0 107
Kredite und Forderungen -986 0 0 -785
davon aus Wertminderungen -984 0 0 -984
Sonstige finanzielle Vermögenwerte 0 0 0 0
Factoring 0 0 -60 -60
Derivative Finanzinstrumente -656 0 0 -656
Wertpapiere 0 0 0 0
Leasingverhältnisse 0 0 -2.702 -2.702
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert -223 0 -490 6.430
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 -132 -132
Summe Nettogewinn-/verlust aus Finanzinstrumenten -1.865 107 -3.384 2.202
Fortgeführtes Geschäft
Barmittel 0 12 0 12
Kredite und Forderungen -1.767 27 0 -556
davon aus Wertminderungen -665 0 0 -665
Sonstige finanzielle Vermögenwerte 0 621 0 621
Factoring 0 0 -146 -146
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 0
Wertpapiere 0 0 0 0
Leasingverhältnisse 0 0 -633 -633
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert -1.617 0 -12 -1.629
Sonstige Verbindlichkeiten -1.114 0 -3.238 -4.352
Summe Nettogewinn-/verlust aus Finanzinstrumenten -4.498 660 -4.029 -6.683

* einschließlich Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sind die Ergebnisse der neu erworbenen Tochtergesellschaften zeitanteilig ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung enthalten.

26. Umsatzerlöse

Für Kundenverträge, deren ursprüngliche Gesamtlaufzeit mindestens ein Jahr beträgt, werden bzw. wurden Umsatzerlöse aus noch zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen gemäß nachfolgender Tabelle erwartet:

Erwartete Umsätze aus offenen Leistungsverpflichtungen mit einer usprünglichen Vertragslaufzeit > 1 Jahr (in Tsd. Euro)

zum Gesamt 2020 2021 2022 2023
31. Dezember 2020 12.472 - 7.982 3.360 1.130
31. Dezember 2019 46.462 18.630 10.764 9.376 7.692

Die Umsätze betreffen zeitraumbezogene Dienstleistungen, deren jährlich festgelegte Höhe sich eindeutig aus den vertraglichen Vereinbarungen ableiten lässt, sowie planmäßig im Folgejahr fertigzustellende kundenspezifische Aufträge (Werkverträge), deren Höhe sich aus den noch offenen, fest vereinbarten Auftragswerten gemäß aktualisierter Auftragsplanung ergibt.

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

Umsatzerlöse (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse mit Dritten 763.780 784.080 406.476 399.305 357.304 384.775
Konsolidierung der IC-Umsatzerlöse 0 0 5.684 6.413 -5.684 -6.413
Erlöse aus Operating-Leaseverträgen 67 129 0 0 67 129
763.847 784.209 412.159 405.718 351.688 378.491

27. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:

Sonstige betriebliche Erträge (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2019 2018 2019 2018 2019 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Erträge aus Währungsumrechnung 6.371 3.708 5.935 3.619 436 89
Badwill 1.581 0 1.581 0 0 0
Wertberichtigungen auf Forderungen 1.387 1.255 707 111 680 1.144
Auflösung von Rückstellungen 952 570 135 298 817 272
Eingang ausgebuchter Forderungen 183 130 7 0 176 130
Auflösung von Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben 67 7.144 0 7.144 67 0
Sonstige 4.512 2.394 3.176 1.662 1.335 732
15.053 15.201 11.541 12.834 3.511 2.367

28. Materialaufwand

Der Materialaufwand gliedert sich wie folgt:

Materialaufwand (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 22.106 19.443 9.175 7.977 12.931 11.466
Konsolidierung der IC-Materialaufwendungen 0 0 1.321 2.743 -1.321 -2.743
Bezogene Leistungen 172.508 200.854 37.117 38.536 135.391 162.318
194.614 220.297 47.613 49.256 147.001 171.041

Die bezogenen Leistungen umfassen externe Mitarbeiter und Subunternehmer, welche projektbezogen engagiert werden.

29. Personalaufwand

Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:

Personalaufwand (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Löhne und Gehälter 350.226 356.185 225.188 222.386 125.038 133.799
Sozialaufwendungen 44.788 47.579 21.794 22.598 22.994 24.981
Tantiemen und Gratifikationen 29.042 29.518 16.085 14.064 12.957 15.454
Versteuerung Sachbezüge Mitarbeiter -3.271 -3.460 -1.559 -1.428 -1.712 -2.032
420.785 429.822 261.508 257.620 159.277 172.202

Die Anzahl der im Allgeier Konzern beschäftigten Mitarbeiter nach Tätigkeitsbereichen ist wie folgt:

Anzahl der im Allgeier Konzern beschäftigten Mitarbeiter (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Durchschnitt:
Tätig für Kundenaufträge 9.475 8.609 7.681 6.627 1.794 1.982
Tätig in anderen Bereichen 1.467 1.515 857 809 610 706
10.942 10.124 8.538 7.436 2.404 2.688
Stichtag:
Tätig für Kundenaufträge 9.536 9.150 7.759 7.294 1.777 1.856
Tätig in anderen Bereichen 1.450 1.439 861 811 589 628
10.986 10.589 8.620 8.105 2.366 2.484

Die Ermittlung der Durchschnittswerte erfolgte auf Basis der Mitarbeiterzahlen am 31. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember. In der Anzahl der angestellten Mitarbeiter sind Vorstände, Geschäftsführer und Auszubildende enthalten.

Aktienbasiertes Vergütungsprogramm

Die Aktienoptionsprogramme des Allgeier Konzerns sollen Führungskräfte zusätzlich mit langfristig wirkenden Vergütungsbestandteilen motivieren. Als Unterlegung für die Ermächtigung zur Ausgabe von Optionsrechten an Führungskräfte zum Bezug von jeweils einer Stückaktie der Allgeier SE wurde das Grundkapital um 1,00 Euro je Optionsrecht bedingt erhöht.

Die ursprünglich ausgegebenen Aktienoptionen bzw. die dem Vorstand und Aufsichtsrat erteilten Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar:

Aktienoptionspläne

Bedingtes Kapital bei Ausgabe Ausgegebene Optionen Ausgabetag
Aktienoptionsplan 2010 460.000 Tsd. Euro 460.000 19. November 2012
Aktienoptionsplan 2014 140.000 Tsd. Euro 140.000 29. November 2017
Aktienoptionsplan 2018 340.000 Tsd. Euro 0 bis 28. Juni 2023 möglich

Der Ausübungspreis der bisher ausgegebenen Optionen entspricht gemäß den Bedingungen der beiden Aktienoptionspläne einem Aufschlag von 10 % auf den durchschnittlichen Aktienkurs der letzten fünf Tage vor dem Tag der Gewährung. Die erste Ausübung der gewährten Optionen ist frühestens vier Jahre nach Ausgabe möglich (Ausübungssperre). Danach ist die Ausübung der Optionen im Regelfall beschränkt auf einen Zeitraum von jeweils zwei Wochen nach der ordentlichen Hauptversammlung sowie nach Veröffentlichung von Jahres-, Halbjahres- und Quartalszahlen. Zudem beinhalten die Optionsbedingungen zum Zeitpunkt der Erklärung des Bezugs von Aktien eine Ausübungsbegrenzung (Cap), der je Bezugsberechtigten die maximale Anzahl der ausgeübten Optionen auf einen Ausübungsgewinn (durchschnittlicher Aktienkurs der letzten fünf Handelstage abzüglich Ausübungspreis) von 1,0 Mio. Euro pro Kalenderjahr beschränkt. Darüber hinaus bestehen zur Vermeidung von Verwässerungseffekten Anpassungen des Ausübungspreises bei Kapitalveränderungen und bei Ausschüttungen, die das Ergebnis je Aktie (ohne Berücksichtigung der Veräußerung von Gesellschaften) übersteigen. Die Optionsrechte verfallen zehn Jahre nach der Ausgabe bzw. Gewährung. Der Aktienoptionsplan 2014 enthält als zusätzliches Erfolgsziel für die Ausübung einen Mindestaktienkurs.

Die Bewertung einer gewährten Optionstranche wurde mit Hilfe eines Optionspreismodells gemäß den Regelungen des IFRS 2 durchgeführt. Die Ermittlung des Aufwands über den gesamten Erdienungszeitraum erfolgte jeweils durch ein mehrstufiges Binomialmodell (Cox-Ross-Rubinstein Modell). Die erwartete Volatilität entspricht der annualisierten historischen Standardabweichung der fortlaufend verzinsten Aktienrenditen. Die Schätzung der Volatilität basiert auf einer statistischen Analyse der Aktienkurse einschließlich Berücksichtigung von Dividendenzahlungen über einen mittleren erwarteten Zeitraum der Optionsausübung von sieben Jahren. Zukünftig zu erwartende Dividendenzahlungen sind ebenfalls in das Bewertungsmodell eingeflossen.

Mit Wirksamkeit der Abspaltung der Nagarro Gruppe zum 16. Dezember 2020 wurden die ausgegebenen Aktienoptionsprogramme 2010 und 2014 gemäß Vereinbarung im Spaltungsvertrag anteilig auf die Allgeier SE und Nagarro SE übertragen (Modifikation der Aktienoptionsbedingungen). Für die bereits ausgegebenen Programme der Allgeier SE ergab sich bei unveränderter Optionsanzahl als Änderung eine Reduzierung der Optionsparameter Ausübungspreis, Cap und - soweit Optionsprogramm 2014 betreffend - des Mindestaktienkurses in dem Verhältnis, das dem 30-Tage-Durchschnitt der Aktienkurse der Allgeier SE zur Summe der 30-Tage-Durchschnittskurse von Allgeier SE und Nagarro SE entspricht. Ferner besteht bei der Nagarro SE gemäß Spaltungsvertrag eine Verpflichtung zur Ausgabe der gleichen Anzahl von Optionen zugunsten derselben Optionsberechtigten (SOP I /2020) frühestens ab Mai 2021 mit einem Ausübungspreis, das dem Verhältnis des 30-Tage-Durchschnitts der Aktienkurse der Nagarro SE zur Summe der 30-Tage-Durchschnittskurse von Allgeier SE und Nagarro SE entspricht. Ein Vergleich der Bewertung der beiden bestehenden Optionsprogramme 2010 bzw. 2014 zum 16. Dezember 2020 über die verbleibende Restlaufzeit, jeweils die alten Allgeier SE-Programme unmittelbar vor der Abspaltung bzw. der neuen Optionsprogramme der Allgeier und Nagarro unmittelbar nach der Abspaltung führte zu einer Erhöhung der Bewertung, der als Personalaufwand bei Aktienoptionsplan 2010 sofort am 16. Dezember 2020 und bei Aktienoptionsplan 2014 über den verbleibenden Erdienungszeitraum bis 29. November 2027 zuzuführen war.

Für die zum 19. November 2012 ausgegebenen Aktienoptionen (Aktienoptionsplan 2010) wurden neben einem Aktienkurs von 9,78 Euro am Tag der Optionsgewährung die folgenden Bewertungsparameter zugrunde gelegt:

Parameter des Binominalmodells

31.12.2020 31.12.2019 Ausgabetag
Ausübungskurs je Aktie 9,46 Euro 9,51 Euro 10,89 Euro
Erwartete Volatilität der Aktie 41,16 % 41,16 % 41,16 %
Risikofreier Zins 1,30 % 1,30 % 1,30 %

Die auf den ordentlichen Hauptversammlungen beschlossenen Ausschüttungen in den Geschäftsjahren 2013 bis 2019 führten jeweils zu Anpassungen des Ausübungspreises. Die aktualisierten Bewertungen der ausgegebenen Optionsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2010 erfolgten jeweils mit dem neuen Ausübungspreis, im Übrigen jedoch mit den bisher zum Ausgabetag verwendeten Parametern. Aus der Ausschüttung im Geschäftsjahr 2020 ergab sich keine Anpassung des Ausübungspreises. Daraus ergab sich im Geschäftsjahr 2020 ein Personalaufwand von 0 Tsd. Euro (Vorjahr: 6 Tsd. Euro). Die Modifikation der Aktienoptionsbedingungen 2010 zum 16. Dezember 2020 aufgrund der Abspaltung der Nagarro Gruppe führte zu einer Erhöhung der Gesamtbewertung des Programms um 102 Tsd. Euro (davon im fortgeführten Geschäft 20 Tsd. Euro), die ebenfalls über analoge Binomialmodelle, die an die neuen Bedingungen (z. B. Restlaufzeit) angepasst wurden, ermittelt wurde. Nach Wirksamkeit der Abspaltung, die zu einer deutlichen Verkleinerung des Allgeier Konzerns führte, reduzierte sich der rechtlich relevante, d.h. der später vom Optionsberechtigten zu zahlende Ausübungspreis für den Allgeier Aktienoptionsplan 2010 auf 1,85 Euro je Aktienoption (der zu dem bisherigem Ausübungspreis von 9,46 Euro verbleibende Anteil von 7,61 Euro wird als Ausübungspreis für das entsprechende Optionsprogramm der Nagarro SE übertragen).

Für die zum 29. November 2017 ausgegebenen Aktienoptionen (Aktienoptionsplan 2014) wurden neben einem Aktienkurs von 22,58 Euro am Tag der Optionsgewährung die folgenden Bewertungsparameter verwendet:

Parameter des Binominalmodells

31.12.2020 31.12.2019 Ausgabetag
Ausübungskurs je Aktie 24,17 Euro 24,17 Euro 24,42 Euro
Erwartete Volatilität der Aktie 29,12 % 29,12 % 29,12 %
Risikofreier Zins 0,49 % 0,49 % 0,49 %

Die auf der ordentlichen Hauptversammlung beschlossenen Ausschüttungen im Geschäftsjahr 2018 und 2019 führten zu einer Anpassung des Ausübungspreises. Die aktualisierte Bewertung erfolgte mit dem neuen Ausübungspreis, im Übrigen jedoch mit den bisher zum Ausgabetag verwendeten Parametern. Aus der Ausschüttung im Geschäftsjahr 2020 ergab sich keine Anpassung des Ausübungspreises. Der Gesamtaufwand aus den ausgegebenen Aktienoptionsrechten des Aktienoptionsplanes 2014 beträgt zum Zeitpunkt unmittelbar vor der Abspaltung 824 Tsd. Euro (Vorjahr: 824 Tsd. Euro). Die Modifikation der Aktienoptionsbedingungen 2014 zum 16. Dezember 2020 aufgrund der Abspaltung der Nagarro Gruppe führte zu einer Erhöhung der Gesamtbewertung des Programms um 1.683 Tsd. Euro (davon im fortgeführten Geschäft 348 Tsd. Euro), die über bisher verwendete und an die neuen Bedingungen (z. B. Restlaufzeit) angepassten Binomialmodelle ermittelt wurden. Einschließlich der nichtlinearen Verteilung des ursprünglichen Gesamtaufwands über den vierjährigen Erdienungszeitraum ergibt sich ein Personalaufwand im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 1.899 Tsd. Euro (Vorjahr: 216 Tsd. Euro). Nach Wirksamkeit der Abspaltung reduzierte sich der rechtlich relevante Ausübungspreis für den Allgeier Aktienoptionsplan 2014 auf 4,72 Euro je Aktienoption (anteiliger Übertrag des Ausübungspreises auf das entsprechende Aktienoptionsprogramm der Nagarro SE).

Die Entwicklung der noch ausstehenden Aktienoptionsrechte und bedingten Kapitalia stellt sich wie folgt dar:

Anzahl Aktienoptionen

Aktienoptionsplan 2010 Aktienoptionsplan 2014
2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Stand am 01. Januar 147.513 350.000 140.000 140.000
Gewährte Optionen 0 0 0 0
Ausgeübte Optionen -93.513 -202.487 0 0
Verfallene Optionen 0 0 0 0
Stand am 31. Dezember 54.000 147.513 140.000 140.000

Der gewichtete Durchschnittsaktienkurs am Tag der Ausübung betrug für die im Geschäftsjahr 2020 ausgeübten Aktienoptionen 55,76 Euro (Vorjahr: 25,63 Euro).

Die zum 31. Dezember 2020 noch ausstehenden Aktienoptionsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2010 verfallen am 19. November 2022 und die Aktienoptionsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2014 am 29. November 2027. Aus dem Aktienoptionsplan 2018 über bis zu 340.000 Optionsrechte wurden noch keine Aktienoptionsrechte ausgegeben.

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

Sonstige betriebliche Aufwendungen (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Kosten der Abspaltung 10.288 0 10.288 0 0 0
IT Kosten 6.962 6.125 5.032 4.102 1.930 2.023
Reisekosten 6.183 16.882 4.820 12.677 1.363 4.205
Kursverluste aus dem Umbuchen von ergebnisneutral erfassten Eigenkapitalbestandteilen 5.636 0 5.636 0 0 0
Grundstück- und Gebäudekosten 5.147 6.089 2.279 3.463 2.868 2.626
Kursverluste aus Zahlungsverkehr und Stichtagsumrechnung 4.606 1.645 4.332 1.463 274 182
Sonstige Personalkosten 4.461 5.737 2.717 3.109 1.744 2.628
Fahrzeugkosten 4.170 7.491 2.577 5.074 1.593 2.417
Kommunikationskosten 3.385 3.444 1.909 1.811 1.476 1.633
Rechts- und Beratungskosten 3.247 3.242 1.228 1.144 2.019 2.098
Dienstleistungen 3.015 3.584 1.798 2.235 1.217 1.349
Versicherungen, Beiträge 2.657 2.571 1.532 1.406 1.125 1.165
Instandhaltung 2.638 1.968 2.409 1.678 229 290
Werbekosten 2.203 4.497 1.128 2.720 1.075 1.777
Finanzierungskosten 1.979 1.114 0 0 1.979 1.114
Jahresabschlusskosten 1.586 1.574 818 652 768 922
Vertriebseinzelkosten 1.152 1.147 502 471 650 676
Bürobedarf 864 1.171 601 726 263 445
Aufsichtsratsvergütung 777 736 44 0 733 736
Bewirtungskosten 496 1.262 358 892 138 370
Aufwendungen aus Devisentermingeschäften 312 656 312 656 0 0
Kosten aus Akquisetätigkeiten 200 308 117 173 83 135
Konsolidierung der IC-Dienstleistungen 0 0 1.219 1.809 -1.219 -1.809
Sonstige 11.391 7.798 6.745 4.292 4.647 3.506
83.355 79.041 58.401 50.553 24.955 28.488

Die von der Allgeier SE im fortgeführten Geschäft übernommenen Kosten der Abspaltung wurden in das Ergebnis aus dem abgespaltenen Geschäft gebucht und sind entsprechend nicht in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen des fortgeführten Geschäfts enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Honorare für den Abschlussprüfer des vorliegenden Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 wie folgt:

Honorare für den Abschlussprüfer (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Abschlussprüfungen 567 596 287 107 280 489
Steuerberatungsleistungen 181 88 27 2 154 86
Sonstige Leistungen 97 112 10 0 87 112
Sonstige Bestätigungs- oder Bewertungsleistungen 414 17 407 0 7 17
1.259 813 731 109 528 704

31. Abschreibungen und Wertminderungen

Die Abschreibungen und Wertminderungen gliedern sich wie folgt:

Abschreibungen und Wertminderungen (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Abschreibungen:
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 21.985 19.441 14.376 13.483 7.609 5.958
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.740 5.268 1.880 2.169 2.860 3.099
Erworbene Stammkundenbeziehungen und Kundenlisten 3.205 3.556 2.422 2.535 783 1.021
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 2.150 1.577 388 370 1.762 1.207
Erworbene Software, Lizenzen, Rechte 1.567 1.034 881 170 686 864
Erworbene vermarktungsfähige Produkte 1.245 400 916 247 329 153
Erworbene Auftragsbestände 206 541 0 237 206 304
Grundstücke und Gebäude 125 191 84 149 41 42
Erworbene Websites 7 3 0 0 7 3
35.230 32.011 20.947 19.361 14.283 12.651
Wertminderungen:
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 1.328 388 0 0 1.328 388
Selbst geschaffene Entwicklungen 667 0 0 0 667 0
Geschäfts- oder Firmenwert 19 0 0 0 19 0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 57 0 30 0 27
2.014 445 0 30 2.014 415
37.244 32.456 20.947 19.391 16.297 13.066

32. Finanzerträge

Die Finanzerträge gliedern sich wie folgt:

Finanzerträge (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Erträge aus den Speedinvest Anteilen 546 621 0 0 546 621
Zinserträge aus Bankguthaben 262 119 246 107 16 12
Zinserträge aus At-Equity-Beteiligungen 39 0 0 0 39 0
Zinserträge aus Vendor Darlehen 0 27 0 0 0 27
Konsolidierung der Zinserträge 0 0 94 60 -94 -60
Sonstige Finanzerträge 199 53 138 45 61 8
1.046 820 478 212 568 608

33. Finanzaufwendungen

Die Finanzaufwendungen gliedern sich wie folgt:

Finanzaufwendungen (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Zinsen für Bankdarlehen und Schuldscheindarlehen 2.957 3.370 129 132 2.828 3.238
Zinsen aus Factoring 200 206 126 60 74 146
Zinsen aus Finanzierungsleasingverträgen 3.052 3.335 2.242 2.702 810 633
Aufzinsung langfristige Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben 64 502 0 489 64 13
Zinsanteil aus Zuführung zu Pensionsrückstellungen 10 14 0 0 10 14
Konsolidierung der Zinsaufwendungen 0 0 4.460 2.082 -4.460 -2.082
Sonstige Zinsaufwendungen 368 56 239 53 129 3
6.651 7.483 7.196 5.518 -545 1.966

In der Tabelle wurden die Zinsen für Bankdarlehen und Schuldscheindarlehen zusammengefasst.

34. Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen

Das Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen gliedert sich wie folgt:

At-Equity-Beteiligungen (in Tsd. Euro)

Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Anteiliges Jahresergebnis der Talentry -396 -1.110 -396 -1.110 0 0
Wertberichtigung Geschäfts- oder Firmenwert aufgrund Wertminderung auf beizulegenden Zeitwert -2.710 0 -2.710 0 0 0
-3.106 -1.110 -3.106 -1.110 0 0

35. Ertragsteuerergebnis

Der Ertragsteueraufwand gliedert sich wie folgt:

Ertragssteueraufwand (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Laufendes Steuerergebnis 18.919 13.274 10.547 10.790 8.372 2.484
Latentes Steuerergebnis 428 -1.816 1.680 -4.041 -1.252 2.225
19.347 11.458 12.227 6.749 7.119 4.709

Der Berechnung der Ertragsteuern erfolgt auf Grundlage der geltenden oder erwarteten Steuersätze der Länder und Gemeinden, in denen die Konzerngesellschaften ansässig sind. In der nachfolgenden steuerlichen Überleitungsrechnung wird das erwartete Ertragsteuerergebnis auf das tatsächliche Steuerergebnis übergeleitet. Dem erwarteten Steuerergebnis liegt ein Konzernsteuersatz von 30 % zugrunde.

Steuerliche Überleitungsrechnung (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Ergebnis vor Ertragsteuern 31.882 29.842 23.709 35.237 8.173 -5.395
Konzernsteuersatz 30,00 % 30,00 % 30,00 % 30,00 % 30,00 % 30,00 %
Erwartetes Ertragsteuerergebnis -9.565 -8.953 -7.113 -10.571 -2.452 1.618
Auflösung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 1.594 3.055 1.594 3.055 0 0
Steuersatzbedingte Abweichungen 1.464 901 1.446 917 18 -16
Steuerfreie Tochtergesellschaften 997 790 997 790 0 0
Nutzung von Verlustvorträgen, auf die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden 892 297 885 258 7 39
Erträge aus der Auflösung Badwill 474 0 474 0 0 0
Übrige steuerfreie Erträge 319 66 79 4 240 62
Ergebniseffekt IFRS 16 164 -196 89 -239 75 43
Steuersatzänderungen 0 -542 0 -544 0 2
Nachträgliche Versteuerung Ausgliederungsgewinn 0 -800 0 0 0 -800
Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte -5 0 0 0 -5 0
Konzerninterne Ausschüttungen -13 -113 0 0 -13 -113
Anpassung Earn-Out Verbindlichkeiten -21 1.262 5 1.751 -26 -489
Steuerlich nicht abzugsfähige Akquisitionsnebenkosten -29 -55 -14 0 -15 -55
At-Equity-Bewertung -119 -333 -119 -333 0 0
Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung (Aktienoptionen) -139 -67 0 0 -139 -67
Periodenfremde Steuern -409 -347 -409 -337 0 -10
Ergebniseffekt IFRS 5 -995 0 -995 0 0 0
Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern -1.738 -1.980 -1.150 -44 -588 -1.936
Ergebniseffekte aus Abgangsbilanz Nagarro Gruppe (Umbuchung kumuliertes oCl und Währung in GuV) -1.793 0 -1.793 0 0 0
Steuereffekt der übrigen nicht abzugsfähigen Aufwendungen -1.843 -916 -774 -420 -1.069 -496
Nicht abziehbare Kosten aus der Abspaltung der Nagarro -2.193 0 -2.193 0 0 0
Konzerninterne Umstrukturierungen -2.724 -876 -19 0 -2.705 -876
Verluste, auf die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden -3.641 -2.654 -3.150 -1.053 -491 -1.601
Sonstige Abweichungen -24 3 -69 16 44 -14
Tatsächliches Ertragsteuerergebnis -19.347 -11.458 -12.227 -6.749 -7.119 -4.709
60,7 % 38,4 % 51,6 % 19,2 % 87,1 % -87,3 %

Auf das Ergebnis aus der Abspaltung der Nagarro und im Vorjahr der Veräußerung der Allgeier Engineering Czech s.r.o. entfallen keine Ertragsteuern.

36. Ergebnis je Aktie

Der Allgeier Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2020 im fortgeführten Geschäft ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von 0,00 Euro (Vorjahr: -0,83 Euro). Das Ergebnis der Aktie für den gesamten Konzern ist von den Aufwendungen aus der Abspaltung beeinflusst und beträgt -0,03 Euro (Vorjahr: 1,44 Euro). Die Bereinigung des Periodenergebnisses um die Effekte der Abspaltung zeigt für den Gesamtkonzern im Geschäftsjahr 2020 ein Ergebnis je Aktie von 1,95 Euro (Vorjahr: 1,44 Euro) und für den aufgegebenen Bereich ein Ergebnis je Aktie von 1,95 Euro (Vorjahr: 2,27 Euro)

Das Ergebnis je Aktie berechnet sich aus dem auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Periodenergebnis geteilt durch die Anzahl der durchschnittlich ausstehenden Aktien von 11.229.719 Stück (Vorjahr: 10.529.961 Stück).

Das Ergebnis je Aktie vor und nach Abspaltung lässt sich wie folgt herleiten:

Ergebnis je Aktie (in Tsd. Euro)

Gesamt Aufgegebenes Geschäft Fortgeführtes Geschäft
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Ausstehende Aktien der Allgeier SE (Jahresdurchschnitt) 11.229.719 10.529.961 11.229.719 10.529.961 11.229.719 10.529.961
Periodenergebnis der Gesellschafter der Allgeier SE:
Periodenergebnis nach Abspaltung -356 15.133 -349 23.900 -7 -8.767
Ergebnis aus der Abspaltung -6.205 0 -6.205 0 0 0
Aus dem OCI in die GuV-Rechnung umgebuchtes Ergebnis (nach Steuern) -6.861 0 -6.861 0 0 0
darauf entfallende Anteile nicht kontrollierender Gesellschafter 1.109 0 1.109 0 0 0
Direkte Kosten der Abspaltung der Nagarro SE 10.288 0 10.288 0 0 0
Periodenergebnis vor Abspaltung 21.889 15.133 21.896 23.900 -7 -8.767
Ergebnis je Aktie in Euro:
Tätig für Kundenaufträge -0,03 1,44 -0,03 2,27 0,00 -0,83
Tätig in anderen Bereichen 1,95 1,44 1,95 2,27 0,00 -0,83

Das verwässerte Ergebnis je Aktie beträgt für den Allgeier Konzern -0,03 Euro (Vorjahr: 1,41 Euro). Vom verwässerten Ergebnis je Aktie entfallen auf das aufgegebene Geschäft -0,03 Euro (Vorjahr: 2,23 Euro) und auf das fortgeführte Geschäft 0,00 Euro (Vorjahr: -0,82 Euro) Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird wird unter der Annahme ermittelt, dass sämtliche im Umlauf befindlichen Optionsrechte ausgeübt werden (maximales Verwässerungspotential). Neben der Ausübung der Optionen wird auch der Empfang der bei fingierter Ausübung einzubezahlenden Ausübungspreise angenommen. Der bei Ausübung der Option zu bezahlende Geldbetrag wird mit dem Wert der dafür gewährten Aktien zum Jahresdurchschnittskurs von 42,43 Euro (Vorjahr: 25,04 Euro) verglichen. Eine Verwässerung liegt vor, wenn der Wert der noch nicht ausgeübten 54.000 Aktien aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 den Wert der Gegenleistung (Ausübungspreis) von 9,46 Euro und der Wert der im Geschäftsjahr 2017 gewährten 140.000 Aktien aus dem Aktienoptionsprogramm 2014 den Wert der Gegenleistung (Ausübungspreis) von 24,17 Euro je Aktie übersteigt. Dazu wird rechnerisch die Ausgabe von Gratisaktien im Umfang von 102.208 Stück (Vorjahr: 199.697 Stück) unterstellt.

Die Anzahl der Aktien gliedert sich wie folgt:

Anzahl Aktien

31.12.2020 31.12.2019
Aktien in Umlauf 11.382.513 11.183.649
Eigene Aktien 0 105.351
11.382.513 11.289.000

Aufsichtsrat und Vorstand der Allgeier SE sehen die Kontinuität der Dividendenzahlungen als wesentliches Ziel an. Die Dividende betrug in den Jahren von 2009 bis 2020 in der Regel 0,50 Euro. Für die Zukunft soll an der Zahlung einer Dividende nach Möglichkeit festgehalten werden. Dabei muss die Dividende im Kontext aller Ziele des Unternehmens gesehen werden und insbesondere auch eine nachhaltige Unternehmensentwicklung angemessen berücksichtigen. Rechtlich ist die Ausschüttung an ein ausreichendes handelsrechtliches Ergebnis der Allgeier SE gebunden. Aufsichtsrat und Vorstand werden prüfen, inwieweit sich die Abspaltung der Nagarro auf die Dividendenpolitik für die künftigen Geschäftsjahre auswirken wird. Schließlich bedürfen sämtliche Gewinnverwendungsvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats der Zustimmung der Hauptversammlung.

D. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Der Allgeier Konzern hat im Geschäftsjahr 2020 die Segmentberichterstattung auf die geänderte Berichtsstruktur umgestellt und berichtet nunmehr in den Segmenten "Enterprise IT" und "mgm technology partners". Beide Segmente entsprechen nach der Abspaltung der Nagarro im Dezember 2020 den zwei neuen operativen Unternehmenseinheiten des Allgeier Konzerns. Das Segment Enterprise IT besteht gegenüber der Segmentgliederung im Geschäftsbericht 2019 aus den damaligen Segmenten Enterprise Services (ohne das mit der Abspaltung der Nagarro aus dem Konzern abgegangene SAP-Geschäft), Experts sowie Neue Geschäftsfelder. Das Segment mgm technology partners war im Vorjahr zusammen mit der abgespaltenen Nagarro Teil des Segments Technology. Die Berichterstattung an die Entscheidungsträger des Allgeier Konzerns erfolgte im Geschäftsjahr 2020 auf monatlicher Basis in der neuen Segmentstruktur. Die Segmente selbst unterscheiden sich in der Art der Produkte und Dienstleistungen und in ihrer Wertschöpfung, werden getrennt voneinander verwaltet und sind gesellschaftsrechtlich unabhängig. In den Segmenten gelten die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns.

Das Segment Enterprise IT entwirft, realisiert und betreibt komplette IT-Lösungen für die Umsetzung und Unterstützung von unternehmenskritischen Geschäftsprozessen der Kunden auf der Basis von Standard-Business-Software-Produkten. Dazu verwenden die Unternehmen des Segments eigene Softwareprodukte sowie Softwareprodukte und Plattformen namhafter Hersteller wie Microsoft, SAP, IBM oder Oracle. Die Mitarbeiter vereinen sowohl tiefes technisches Fachwissen als auch spezielles Branchen-Know-how, um die Geschäftsprozesse der Kunden für die Umsetzung einer IT-Lösung zu analysieren und zu optimieren. So unterstützt das Segment Enterprise IT globale Konzerne und mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation und der Optimierung ihrer digitalen Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Unternehmen des Segments schaffen mit ihren Beratungs-, Entwicklungs-, Projektierungs-, Implementierungs- und Betreuungsleistungen IT-Lösungen in den wesentlichen Kernbereichen für Business-Software wie Business Digitalization Platform (BDP), Dokumentenmanagement (DMS)/Enterprise-Content Management (ECM), Security, SAP, Business-Process-Management (BPM), Cloud-Lösungen und Mobile.

Das Segment "mgm technology partners" (mgm) ist ein Beratungs- und Lösungsanbieter für Digitalisierungsprojekte und einer der führenden Dienstleister für E-Government in Deutschland. mgm folgt dem Ansatz der Digitalen Souveränität, nach der Organisationen die Hoheit und das Wissen über die eigenen IT-Systeme behalten, und bietet den Kunden partnerschaftliche Zusammenarbeit und Verantwortungsübernahme: von integrierter Beratung bis zur Enterprise Plattform-Lösung. Als High End-Software- und Technologieunternehmen definiert mgm den eigenen Erfolg am Beitrag, den die in Produktion gebrachten Systeme zum Geschäftserfolg der Kunden leisten. Auf Basis aktuellster Technologien und eigenen Plattformlösungen entwickelt mgm Enterprise-Applikationen für die Branchen Commerce, Insurance und Public Sector, die besonders krisenstabil bzw. krisenunanfällig sind. Zusammen mit den spezialisierten Tochterunternehmen mgm consulting partners (Managementberatung für Digitalisierung, Experten für CIO Advisory, Organisationsentwicklung und Change-Management) und mgm security partners (Web Application Security) deckt mgm die komplette Bandbreite der aktuellen und zukünftigen Digitalisierungsthemen ab.

Die nicht an die Segmente weiterbelasteten Aufwendungen der Holding- und Dienstleistungsgesellschaften Allgeier SE und Allgeier Management AG sowie die Konsolidierungseffekte zwischen diesen Gesellschaften und den Segmenten bilden das Segment "Übrige". Die zwischen den einzelnen Segmenten bestehenden Transaktionen wurden zu marktüblichen Preisen verrechnet. Bei Unterlieferantengeschäften zwischen den Segmenten verbleiben die Ergebnisse im Wesentlichen in den Segmenten, in denen die Leistung erbracht wird.

Segmente (in Tsd. Euro)

Segment Enterprise IT Segment mgm technology partners Übrige
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Externe Umsatzerlöse 275.903 309.548 77.670 70.259 3.798 5.097
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 2.155 3.435 5.603 6.677 -13.442 -16.525
Materialaufwand 145.899 169.472 9.300 10.061 -8.199 -8.492
Personalaufwand 99.917 119.106 50.857 46.693 8.503 6.402
Planmäßige Abschreibungen 8.935 8.648 4.100 3.673 1.248 329
Außerplanmäßige Abschreibungen 740 27 0 0 1.274 388
Segmentergebnis der betrieblichen Tätigkeit 8.641 -1.061 13.920 9.557 -15.501 -12.534
Finanzerträge 2.387 258 210 96 -2.029 254
Finanzaufwendungen 4.363 3.828 247 248 -5.155 -2.110
Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen 0 0 0 0 0 0
Segmentergebnis vor Ertragsteuern 6.665 -4.630 13.883 9.405 -12.375 -10.170
Ertragsteuerergebnis 13 -934 -1.022 -982 -6.110 -2.793
Segmentergebnis vor Ergebnisabführung 6.677 -5.564 12.861 8.423 -18.485 -12.963
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen(+)/ Erträge(-) -1.394 -2.446 -25 -264 5.409 5.929
Segmentvermögen 248.681 234.892 57.848 49.353 -62.626 -39.274
Segmentschulden 251.669 233.467 28.817 24.221 -142.103 -118.709
Zugänge Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 10.523 9.688 7.013 2.169 -52 20.746
Cash Flows aus der betrieblichen Tätigkeit 18.630 27.824 21.821 11.854 -6.657 -12.406
Cash Flows aus der Investitionstätigkeit -11.709 -10.082 -6.280 -3.502 -16.450 -1.463
Cash Flows aus der Finanzierungstätigkeit -3.524 -4.269 -9.233 -13.347 25.629 12.043
Fortgeführtes Geschäft Aufgegebenes Geschäft Konzern
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Externe Umsatzerlöse 357.371 384.904 406.476 399.305 763.847 784.209
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten -5.684 -6.413 5.684 6.413 0 0
Materialaufwand 147.001 171.041 47.613 49.256 194.614 220.297
Personalaufwand 159.277 172.202 261.508 257.620 420.785 429.822
Planmäßige Abschreibungen 14.283 12.651 20.947 19.361 35.230 32.011
Außerplanmäßige Abschreibungen 2.015 415 0 30 2.015 445
Segmentergebnis der betrieblichen Tätigkeit 7.060 -4.037 33.533 41.653 40.593 37.615
Finanzerträge 568 608 478 212 1.046 820
Finanzaufwendungen -545 1.966 7.196 5.518 6.651 7.483
Ergebnis aus At-Equity-Beteiligungen 0 0 -3.106 -1.110 -3.106 -1.110
Segmentergebnis vor Ertragsteuern 8.173 -5.395 23.709 35.237 31.882 29.842
Ertragsteuerergebnis -7.119 -4.709 -12.227 -6.749 -19.347 -11.458
Segmentergebnis vor Ergebnisabführung 1.053 -10.104 11.482 28.487 12.535 18.384
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen(+)/ Erträge(-) 3.991 3.218 -4.850 -10.632 -860 -7.413
Segmentvermögen 243.903 244.971 0 342.011 243.903 586.982
Segmentschulden 138.383 138.978 0 282.070 138.383 421.048
Zugänge Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 17.483 32.603 27.693 30.391 45.176 62.994
Cash Flows aus der betrieblichen Tätigkeit 33.794 27.272 61.913 40.348 95.707 67.621
Cash Flows aus der Investitionstätigkeit -34.439 -15.046 -27.313 -20.913 -61.752 -35.960
Cash Flows aus der Finanzierungstätigkeit 12.871 -5.572 26.824 -3.902 39.695 -9.474

Die Außenumsätze der Segmente nach Ländern und Produkten sowie die Auftragsbestände der Segmente sind wie folgt:

Außenumsatz der Segmente (in Tsd. Euro)

Segment Enterprise IT Segment mgm technology partners Übrige
2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatz nach Ländern:
Deutschland 259.221 295.357 75.150 66.594 3.798 5.097
Schweiz 12.622 10.828 96 195 0 0
Spanien 317 170 1.598 1.849 0 0
Frankreich 1.202 32 61 8 0 0
Niederlande 770 1.382 158 160 0 0
USA 348 0 438 673 0 0
Österreich 679 290 91 666 0 0
UK 153 381 25 2 0 0
Sonstige 593 1.107 53 112 0 0
Ausland Gesamt 16.683 14.191 2.520 3.665 0 0
Gesamt 275.903 309.548 77.670 70.259 3.798 5.097
Umsatz nach Produkten:
Dienstleistungen 255.413 284.860 76.750 69.409 3.798 5.097
Produkte 5.559 5.442 0 0 0 0
Lizenzen 14.931 19.246 920 850 0 0
Gesamt 275.903 309.548 77.670 70.259 3.798 5.097
Auftragsbestand 158.168 168.082 23.543 27.276 0 0
Fortgeführtes Geschäft
2020 2019
--- --- ---
Umsatz nach Ländern:
Deutschland 338.168 367.048
Schweiz 12.717 11.023
Spanien 1.915 2.019
Frankreich 1.263 40
Niederlande 928 1.542
USA 786 673
Österreich 770 956
UK 178 383
Sonstige 645 1.219
Ausland Gesamt 19.203 17.856
Gesamt 357.371 384.904
Umsatz nach Produkten:
Dienstleistungen 335.961 359.366
Produkte 5.559 5.442
Lizenzen 15.851 20.096
Gesamt 357.371 384.904
Auftragsbestand 181.711 195.358

Die Zuordnung der Außenumsätze erfolgt nach dem Sitz des empfangenden Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der Allgeier Konzern mit dem größten Einzelkunden des fortgeführten Geschäfts Umsatzerlöse von 40,1 Mio. Euro (Vorjahr: 33,7 Mio. Euro). Der Umsatzanteil des größten Kunden beträgt somit 11,2 % des Gesamtumsatzes des fortgeführten Geschäfts (Vorjahr: 8,7 %). Der größte Kunde ist ausschließlich Kunde des Segments Enterprise IT. Der Auftragsbestand des Allgeier Konzerns zum 31. Dezember 2020 beträgt 181,7 Mio. Euro (fortgeführtes Geschäft des Vorjahres: 195,4 Mio. Euro). Die Erfüllung des Auftragsbestands wird voraussichtlich in den nächsten 12 Monaten erfolgen. Auf Basis der Umsätze des fortgeführten Geschäfts des Jahres 2020 hat der Auftragsbestand rechnerisch eine Reichweite von 6,1 Monaten (Vorjahr: 6,1 Monate).

Das langfristige Vermögen der Segmente gliedert sich nach Inland und Ausland wie folgt:

Langfristiges Vermögen der Segmente (in Tsd. Euro)

Segment Enterprise IT Segment mgm technology partners Übrige
31.12.2020 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2019
--- --- --- --- --- --- ---
89.844 94.883 16.597 11.756 16.538 21.029
--- --- --- --- --- --- ---
Vietnam 0 0 1.003 1.274 0 0
Schweiz 810 696 1 6 0 0
Frankreich 0 0 642 720 0 0
Tschechien 0 0 583 796 0 0
USA 0 0 420 525 0 0
Österreich 0 0 94 0 0 0
Türkei 0 119 0 0 0 0
Ausland Gesamt 810 816 2.742 3.321 0 0
90.655 95.699 19.339 15.077 16.538 21.029
Fortgeführtes Geschäft
31.12.2020 31.12.2019
--- --- ---
122.979 127.668
--- --- ---
Vietnam 1.003 1.274
Schweiz 811 703
Frankreich 642 720
Tschechien 583 796
USA 420 525
Österreich 94 0
Türkei 0 119
Ausland Gesamt 3.552 4.137
126.531 131.805

Im dargestellten langfristigen Vermögen der Segmente sind aktive latente Steuern enthalten.

E. KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der Allgeier Konzern berichtet in der Konzern-Kapitalflussrechnung die Cash-Flows aus der betrieblichen Tätigkeit nach der indirekten Methode und alle übrigen Zahlungsströme nach der direkten Methode. Erhaltene und gezahlte Zinsen werden innerhalb des Cash-Flows aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Abweichend zur Cash Flow-Rechnung des Vorjahres wird der Cash Flow aus dem Factoring von Kundenforderungen innerhalb des Cash-Flows aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die aus Sale-and-Lease-Back Verträgen erhaltenen Zahlungseingänge sind in der Cash Flow-Rechnung separat ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2020 erwarb der Allgeier Konzern die Anteile an der Allgeier Project SE, der Allgeier Project Humboldt, der eForce21 und der AURELO. Für den Erwerb dieser Gesellschaften flossen im Geschäftsjahr 2020 Zahlungsmittel in Höhe von 3.739 Tsd. Euro ab. Des Weiteren leistete die Nagarro eine Anzahlung in Höhe von 247 Tsd. Euro im Zusammenhang mit einer beabsichtigten Neuakquisition. Mit den im Geschäftsjahr 2020 erworbenen Gesellschaften erhielt der Allgeier Konzern einen Finanzmittelfonds in Höhe von 805 Tsd. Euro.

Die Kaufpreise und die Zahlungsströme aus den Unternehmenserwerben sind wie folgt:

(in Tsd. Euro)

Allgeier Project SE Allgeier Project Humboldt eForce21 AURELO Anzahlung Gesamt
Anschaffungskosten 135 29 4.977 1.120 0 6.261
In 2020 nicht zahlungswirksamer Anteil 0 0 -1.977 -545 0 -2.522
In 2020 bezahlter Kaufpreis 135 29 3.000 575 0 3.739
In 2020 geleistete Anzahlung 0 0 0 0 247 247
Erworbener Finanzmittelfonds -120 -25 -508 -152 0 -805
Abfluss von Zahlungsmitteln 15 4 2.492 423 247 3.181

Im Rahmen von Asset Deals erwarb der Allgeier Konzern die Geschäftsbetriebe der GES, der SCUDOS und der maihiro. Die Kaufpreise und die Zahlungsströme für diese Unternehmenszusammenschlüsse sind wie folgt:

(in Tsd. Euro)

GES SCUDOS maihiro Gesamt
Anschaffungskosten 3.480 2.545 100 6.125
In 2020 nicht zahlungswirksamer Anteil 0 -745 0 -745
In 2020 bezahlter Kaufpreis 3.480 1.800 100 5.380
Erworbener Finanzmittelfonds 0 0 0 0
Abfluss von Zahlungsmitteln 3.480 1.800 100 5.380

Mit den Unternehmenszusammenschlüssen gingen dem Allgeier Konzern die folgenden Vermögenswerte und Schulden zu:

(in Tsd. Euro)

Allgeier Project SE Allgeier Project Humboldt eForce21 AURELO GES SCUDOS
Immaterielle Vermögenswerte (iohne Geschäfts- oder Firmenwert) 0 0 1.014 1.006 3.702 2.789
Geschäfts- oder Firmenwert 15 4 3.530 396 0 0
Sachanlagen 0 0 91 9 48 0
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 0 0 528 88 0 0
Vertragliche Vermögenswerte 0 0 0 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 641 82 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 43 6 0 0
Sonstige Vermögenswerte 0 0 19 37 0 0
Ertragsteuerforderungen 0 0 11 2 0 0
Zahlungsmittel 120 25 1.325 152 0 0
Erworbene Vermögenswerte 135 29 7.202 1.778 3.750 2.789
Badwill 0 0 0 0 0 0
Finanzschulden 0 0 817 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Miet- und Lesingverträgen 0 0 528 88 0 0
Rückstellungen 0 0 185 17 122 0
Vertragliche Verbindlichkeiten 0 0 0 168 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 72 23 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 141 34 148 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 27 0 0 0
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0 0 142 17 0 0
Passive latente Steuern 0 0 313 311 0 244
Erworbene Schulden 0 0 2.225 658 270 244
Anschaffungskosten 135 29 4.977 1.120 3.480 2.545
maihiro Gesamt
Immaterielle Vermögenswerte (iohne Geschäfts- oder Firmenwert) 2.370 10.881
Geschäfts- oder Firmenwert 0 3.945
Sachanlagen 21 169
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 0 616
Vertragliche Vermögenswerte 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 723
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 49
Sonstige Vermögenswerte 0 56
Ertragsteuerforderungen 0 13
Zahlungsmittel 0 1.622
Erworbene Vermögenswerte 2.391 18.074
Badwill 1.581 1.581
Finanzschulden 0 817
Verbindlichkeiten aus Miet- und Lesingverträgen 0 616
Rückstellungen 0 324
Vertragliche Verbindlichkeiten 0 168
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 95
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 323
Sonstige Verbindlichkeiten 0 27
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0 159
Passive latente Steuern 710 1.578
Erworbene Schulden 2.291 5.688
Anschaffungskosten 100 12.386

Die Finanzschulden und die Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverhältnissen haben sich wie folgt entwickelt:

Finanzschulden und Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverhältnissen (in Tsd. Euro)

nicht zahlungswirksam
Stand 01.01.2020 zahlungswirksam 2020 Zugänge aus Unternehmens-erwerben 2020 Zugänge

2020
Abgänge/Neu-bewertungen 2020 Währungs-differenz 2020
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Finanzschulden 149.764 41.580 0 0 0 -3
Kurzfristige Finanzschulden -68 5.728 0 0 0 -4
Kurzfristige Finanzschulden, Zahlungsmittelfonds 15.237 -1.205 817 0 0 -256
164.933 46.102 817 0 0 -263
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 96.966 -26.786 617 24.359 -9.683 -2.471
261.899 19.316 1.434 24.359 -9.683 -2.734
nicht zahlungswirksam
Fair Value Bewertungen 2020 Zinsaufwand 2020 Umbuchungen 2020 Umbuchung in aufgegebenes Geschäft 2020 Abspaltung Nagarro 2020 Stand 31.12.2020
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Finanzschulden -135 0 -5.548 0 -168.158 17.500
Kurzfristige Finanzschulden -265 0 5.548 0 -5.449 5.490
Kurzfristige Finanzschulden, Zahlungsmittelfonds 0 0 0 0 -8.979 5.615
-400 0 0 0 -182.586 28.604
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 0 3.051 0 -3 -55.035 31.014
-400 3.051 0 -3 -237.621 59.618

Finanzschulden und Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverhältnissen (in Tsd. Euro)

Stand 01.01.2019 zahlungswirksam 2019 Zugänge aus Unternehmens-

erwerben 2019
Abgänge aus Unternehmens-veräußerungen 2019 Zugänge 2019 Währungs-differenz 2019
Langfristige Finanzschulden 150.298 18 0 -50 0 -6
Kurzfristige Finanzschulden 13.826 -13.719 0 -12 0 -8
Kurzfristige Finanzschulden, Zahlungsmittelfonds 17.553 -2.316 0 0 0 0
181.677 -16.017 0 -62 0 -14
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 68.803 -21.793 105 0 46.825 -309
250.480 -37.810 105 -62 46.825 -323
Fair Value Bewertungen 2019 Zinsaufwand 2019 Stand 31.12.2019
Langfristige Finanzschulden -496 0 149.764
Kurzfristige Finanzschulden -155 0 -68
Kurzfristige Finanzschulden, Zahlungsmittelfonds 0 0 15.237
-651 0 164.933
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 0 3.335 96.966
-651 3.335 261.899

Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:

Finanzmittelfonds (in Tsd. Euro)

31.12.2020 31.12.2019
Liquide Mittel 60.803 97.387
Zahlungsüberhang aus Factoring -5.612 -11.916
Nutzung von Kontokorrentlinien -3 -3.321
55.188 82.150

Die Zahlungsmittel beinhalten zugunsten Dritter gesperrte Guthaben in Höhe von 25 Tsd. Euro (Vorjahr: 977 Tsd. Euro).

Mit der Abspaltung der Nagarro ist ein Finanzmittelfonds in Höhe von 103.604 Tsd. Euro abgegangen.

F. SONSTIGE ANGABEN

I. Sonstige Haftungsverhältnisse

Die Allgeier SE haftet unverändert gegenüber dem Vorjahr in Höhe von bis zu maximal 1,4 Mio. Euro für Darlehen, die von einer Bank an die Teilnehmer des Ausbildungsprogramm der Allgeier Experts Medical GmbH ausgegeben wurden. Falls die Bank die Garantien geltend macht oder eine Inanspruchnahme mit einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit erkennbar ist werden Rückstellungen in Höhe der erwarteten Inanspruchnahme gebildet. Die Allgeier SE rechnet damit, dass es in Höhe von bis zu 117 Tsd. Euro zu einer Inanspruchnahme der Haftungserklärung kommen kann. Der Allgeier Konzern hat in dieser Höhe eine Rückstellung gebildet.

II. Kapitalmanagement

Die Allgeier SE achtet darauf, dass im Allgeier Konzern jederzeit eine ausreichende Liquidität vorhanden ist und sich die Kapitalstruktur in ausgewogenen Verhältnissen bewegt. Diese Ziele erreichen die Allgeier SE und die Konzerngesellschaften mit der Fokussierung auf ein solides operatives Geschäft, einer vorausschauenden Dividendenpolitik und gegebenenfalls Eigenkapitalmaßnahmen zur Erhöhung des Eigenkapitals. Entscheidungen über Akquisitionen und Veräußerungen von Tochtergesellschaften erfolgen unter Berücksichtigung der Einflüsse auf die Kapitalstruktur und der Auswirkungen der Transaktionen auf zukünftige Jahre. Zur Finanzierung von Akquisitionen nutzt der Konzern auch die Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung. Die Finanzierungskonditionen sind in der Regel variabel ausgestaltet und unter anderem auch abhängig von der Eigenkapitalstruktur und weiteren Kennzahlen. Das Kapitalmanagement des Allgeier Konzerns hat als weiteres Ziel die Kapitalkosten niedrig zu halten und bestehende Schulden planmäßig zu reduzieren. Dazu gehört auch, die von Banken erhobenen Verwahrgebühren für Guthaben möglichst zu vermeiden bzw. niedrig zu halten. Das Kapitalmanagement ist Aufgabe der Allgeier SE. Die Ziele, Prozesse und Methoden des Kapitalmanagements wurden gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Zur Steuerung im Kapitalmanagements werden die Kennzahlen Nettoverschuldung und Verschuldungsgrad genutzt. Aufgrund der Abspaltung der Nagarro im Dezember 2020 wurde die Nettoverschuldung im Allgeier Konzern vollständig abgebaut. Weiter konnte die Eigenkapitalquote auf 43,3 % (Vorjahr: 28,3 %) gesteigert werden. Die Kennzahlen haben sich im Geschäftsjahr 2020 wie folgt entwickelt:

Kennzahlen Netto-Verschuldung (in Tsd. Euro)

2020 2019
Liquide Mittel 60.803 97.387
Finanzschulden ohne Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 28.604 164.933
Finanzschulden aus Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen 31.014 96.966
Nettoverschuldung -1.185 164.512
Bereinigtes EBITDA 30.289 73.400
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung ./. bereinigtes EBITDA) 0,0 2,2
Bilanzsumme 243.903 586.982
Eigenkapital 105.521 165.934
Eigenkapital in % der Bilanzsumme 43,3 % 28,3 %

III. Risiken aus Finanzinstrumenten

Die Finanzinstrumente des Allgeier Konzerns unterliegen verschiedenen Risiken wie Liquiditätsrisiken, Ausfallrisiken und Marktrisiken aus der Änderung von Marktpreisen und Wechselkursen. Zur Identifizierung, Bewertung und Begrenzung der Risiken setzt Allgeier abgestufte Risikomanagement- und Kontrollsysteme bei den Tochtergesellschaften und im Konzern ein und trifft Vorkehrungen und Sicherungsmaßnahmen zur Vermeidung, frühzeitiger Erkennung und Minimierung von Risiken aus Finanzinstrumenten. Bei der Bewertung der Anteile an dem Venture Capital Fonds "Speedinvest" wurde die Bewertung der Kapitaleinzahlung von 2,0 Mio. Euro auf der Basis des Reportings des Fonds-Managements übernommen. Der Fonds bestand Ende 2020 aus rund 150 Einzelinvestments, von denen aber nur einige wenige maßgeblich zur Bewertung des Finanzinstruments beitragen. Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung dieser Gesellschaften abschwächen oder sich das Wachstum verstärken, ist mit größeren Schwankungen des zum 31. Dezember 2020 mit 3,2 Mio. Euro im Allgeier Konzern bewerteten Finanzinstruments zu rechnen.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der Allgeier Konzern möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß zu erfüllen. Um sicherzustellen, dass zu jeder Zeit ausreichend Liquidität zur Verfügung steht, setzt der Konzern Instrumentarien zur Steuerung der Zahlungsströme ein und nutzt Fremd- und Eigenkapitalinstrumente zur Finanzierung des operativen Geschäfts und seiner Investitionstätigkeit. Am 31. Dezember 2020 beliefen sich die finanziellen Schulden des Allgeier Konzerns auf 99,8 Mio. Euro (Vorjahr: 356,4 Mio. Euro), wovon 55,3 Mio. Euro (Vorjahr: 115,5 Mio. Euro) innerhalb eines Jahres fällig sind. Sämtliche kurzfristige finanzielle Schulden waren durch kurzfristige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 110,0 Mio. Euro (Vorjahr: 235,2 Mio. Euro) gedeckt.

Die Allgeier SE hat im Dezember 2020 mit Konsortialbanken einen neuen Kreditvertrag über einen Kreditrahmen in Höhe von 140 Mio. Euro abgeschlossen. Dieser Kreditrahmen war zum Stichtag 31. Dezember 2020 mit 17,5 Mio. Euro in Anspruch genommen. Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit einer Verlängerungsoption um bis zu weitere zwei Jahre. Zeitgleich mit dem Abschluss des neuen Kreditvertrags wurde der bis zur Abspaltung der Nagarro bestandene Kreditvertrag abgelöst. Der abgelöste Vertrag hatte eine Kreditlinie in Höhe von 228 Mio. Euro, die am 31. Dezember 2019 mit 145 Mio. Euro in Anspruch genommen war. Neben dem Konsortialkredit stehen dem Allgeier Konzern weitere Kreditlinien in Höhe von bis zu 10,3 Mio. Euro (Vorjahr: 19,8 Mio. Euro) zur Verfügung, die am 31. Dezember 2020 in Höhe von 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 7,4 Mio. Euro) beansprucht waren. Aus allen nicht genutzten Kreditlinien steht dem Allgeier Konzern ein Liquiditätsspielraum in Höhe von 129,6 Mio. Euro (Vorjahr: 95,4 Mio. Euro) zur Verfügung.

Im Kreditvertrag mit den Konsortialbanken und im Schuldscheindarlehensvertrag hat sich der Allgeier Konzern verpflichtet, bestimmte Auflagen einzuhalten. Ein Verstoß gegen die Auflagen birgt die Gefahr, dass die Darlehen möglicherweise vorzeitig zurückbezahlt werden müssen. Insbesondere hat sich der Allgeier Konzern verpflichtet, ein Mindesteigenkapital in Höhe von 80 Mio. Euro zu gewährleisten und einen Schuldendeckungsgrad von 3,5 nicht zu überschreiten. Der Schuldendeckungsgrad berechnet sich aus den Finanzschulden einschließlich Verbindlichkeiten aus bilanzierten Miet- und Leasingverträgen und abzüglich der Zahlungsmittel geteilt durch ein um außerordentliche Aufwendungen und Erträge bereinigtes EBITDA. Der Schuldendeckungsgrad, der nicht überschritten werden darf, reduziert sich auf 3,0, sofern die genannte EBITDA-Marge auf unter 9 % fällt. Sollten die Kredite aufgrund eines Verletzens der Auflagen außerplanmäßig zurückbezahlt werden müssen, besteht das Risiko, dass möglicherweise nicht genügend freie liquide Mittel zur Rückzahlung der Darlehen zur Verfügung stehen. Der Konsortialkredit und das Schuldscheindarlehen fordern darüber hinaus ein Mindestergebnis und einen Mindestumsatz eines Kreises bestimmter Konzerngesellschaften. Sollte dieser Haftungskreis die Umsatz- und Ergebniskriterien nicht erfüllen, ist die Allgeier SE verpflichtet, die Zahl der in diesem Kreis mithaftenden Gesellschaften so zu erhöhen, dass die Kriterien wieder eingehalten werden. Bei einem Verstoß der Verpflichtung steht den Darlehensgebern ebenfalls ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Im Geschäftsjahr 2020 wurden in allen Darlehensverträgen die geforderten Kennzahlen eingehalten.

Zum Factoring von Kundenforderungen steht dem Allgeier Konzern ein Rahmen von bis zu 30 Mio. Euro (Vorjahr einschließlich Nagarro: 60 Mio. Euro zur Verfügung. Der Factoringrahmen war am 31. Dezember 2020 mit 24,2 Mio. Euro (Vorjahr: 32,3 Mio. Euro) beansprucht.

In den finanziellen Verbindlichkeiten sind verzinsliche Finanzschulden in Höhe von insgesamt 28,6 Mio. Euro (Vorjahr: 164,9 Mio. Euro) enthalten. Davon sind 11,1 Mio. Euro (Vorjahr: 15,2 Mio. Euro) im Geschäftsjahr 2021 und 17,5 Mio. Euro (Vorjahr: 149,8 Mio. Euro) in den darauffolgenden Jahren zu tilgen. Die mit den verzinslichen Finanzschulden verbundenen zukünftigen Zahlungsströme sind wie folgt:

Cash Flows (in Tsd. Euro)

31.12.2020 Cash-Flows 2021 Cash-Flows 2022 Cash-Flows 2023
Buchwert Tilgung Zins Tilgung Zins Tilgung
--- --- --- --- --- --- ---
Beanspruchter Betrag aus dem im Dezember 2020 neu geschlossenem Konsortialkreditvertrag 17.500 0 525 0 525 0
Schuldscheindarlehen 5.500 5.500 128 0 0 0
Verbindlichkeiten aus dem Factoring von Kundenforderungen 5.612 5.612 0 0 0 0
Sonstige 3 3 0 0 0 0
28.615 11.115 653 0 0 0
Cash-Flows 2023 Cash-Flows >2024
Zins Tilgung Zins
--- --- --- ---
Beanspruchter Betrag aus dem im Dezember 2020 neu geschlossenem Konsortialkreditvertrag 525 17.500 1.050
Schuldscheindarlehen 0 0 0
Verbindlichkeiten aus dem Factoring von Kundenforderungen 0 0 0
Sonstige 0 0 0
525 17.500 1.050

Ausfallrisiken

Bei den finanziellen Vermögenswerten besteht generell das Risiko, dass Kunden oder Vertragsparteien ihren Verpflichtungen nicht nachkommen und Kredite und Forderungen ausfallen. Ausfallrisiken ergeben sich im Allgeier Konzern aus dem operativen Geschäft sowie aus bestimmten Finanzierungsaktivitäten. Das Management der Kredite und Forderungen sowie die Verfolgung der Zahlungseingänge erfolgt dezentral in den Tochtergesellschaften.

Das theoretisch maximale Ausfallrisiko entspricht der Höhe des Buchwerts der Kredite und Forderungen von insgesamt 111,7 Mio. Euro (Vorjahr: 238,1 Mio. Euro). Auf den Bruttobetrag der gesamten Kredite und Forderungen wurden zum 31. Dezember 2020 Wertberichtigungen in Höhe von 2.822 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.964 Tsd. Euro) gebildet. Die Wertberichtigungsquote auf den Bruttobetrag der Kredite und Forderungen betrug 2,5 % (Vorjahr: 2,1 %).

Im Einzelnen stellen sich die Ausfallrisiken wie folgt dar:

Vertragliche Vermögenswerte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Der Allgeier Konzern hat eine breite Kundenstruktur, wodurch größere Einzelrisiken minimiert werden. Mit dem größten Einzelkunden wurden im Geschäftsjahr 2020 rund 11 % der Umsatzerlöse des Allgeier Konzerns getätigt (Vorjahr: 4,3 %). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben in der Regel Fälligkeiten zwischen 30 bis 90 Tagen. Bei Kunden, mit denen der Allgeier Konzern in laufender Geschäftsbeziehung steht, erfolgen regelmäßig Bonitätsprüfungen. Die Kreditwürdigkeit der Neukunden wird vor dem Abschluss von Aufträgen überprüft und in Einzelfällen werden Auskünfte eingeholt. Sofern Kunden mit Zahlungen in Verzug geraten, werden zeitnah notwendige Schritte zur Einbringung der Kredite und Forderungen eingeleitet. Einzelne Tochtergesellschaften haben für den Fall von unerwarteten Forderungsausfällen Kreditversicherungen abgeschlossen. Wo möglich, stehen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter Eigentumsvorbehalt, der erst bei Zahlung der jeweiligen Forderungen erlischt. Der Allgeier Konzern hat derzeit keine Anhaltspunkte, dass finanzielle Vermögenswerte über den bereits wertberichtigten Buchwert hinaus ausfallen könnten.

Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Rahmen des vereinfachten Ansatzes nach IFRS 9 erwartete Kreditverluste auf Basis kalkulierter Verlustraten (Expected Credit Loss) ermittelt. Die Kreditverluste werden aus historischen und prognostizierten Daten abgeleitet und tragen dem jeweiligen Kunden und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung.

Forderungen, die durch eine Ausfallversicherung abgedeckt sind, werden maximal mit dem Eigenanteil wertberichtigt. Die Ausbuchung der wertberichtigten Forderung und der darauf gebildeten Wertberichtigung erfolgen, wenn keine Aussicht mehr auf einen Zahlungseingang besteht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich.

Die Verzugsstruktur der vertraglichen Vermögenswerte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist wie folgt:

Verzugsstruktur der vertraglichen Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

Stand 31.12.2020 nicht überfällig überfällig in Tagen
<30 30-60 61-90 91-180
--- --- --- --- --- --- ---
Vertragliche Vermögenswerte 1.828 1.828 0 0 0 0
Nicht wertgeminderte Kundenforderungen 49.706 36.966 8.373 473 262 603
Bruttobetrag der wertgeminderten Kundenforderungen 935 147 0 0 0 0
Wertminderungen -2.612 -301 0 0 -2 0
Buchwert 49.857 38.640 8.373 473 260 603
Erwartete Kreditausfallwahrscheinlichkeit -0,81 % 0,00 % 0,00 % -0,67 % 0,00 %
überfällig in Tagen
181-360 >360
--- --- ---
Vertragliche Vermögenswerte 0 0
Nicht wertgeminderte Kundenforderungen 829 2.200
Bruttobetrag der wertgeminderten Kundenforderungen 144 644
Wertminderungen -169 -2.141
Buchwert 805 703
Erwartete Kreditausfallwahrscheinlichkeit -17,36 % -75,28 %

Verzugsstruktur der vertraglichen Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

Stand 31.12.2019 nicht überfällig überfällig in Tagen
<30 30-60 61-90 91-180
--- --- --- --- --- --- ---
Vertragliche Vermögenswerte 14.030 14.030 0 0 0 0
Nicht wertgeminderte Kundenforderungen 132.603 89.522 24.034 6.741 5.544 3.241
Bruttobetrag der wertgeminderten Kundenforderungen 6.040 325 0 0 121 1.273
Wertminderungen -4.565 -303 0 0 -28 -585
Buchwert 148.108 103.574 24.034 6.741 5.637 3.929
Erwartete Kreditausfallwahrscheinlichkeit -0,34 % 0,00 % 0,00 % -0,50 % -12,96 %
überfällig in Tagen
181-360 >360
--- --- ---
Vertragliche Vermögenswerte 0 0
Nicht wertgeminderte Kundenforderungen 1.745 1.776
Bruttobetrag der wertgeminderten Kundenforderungen 886 3.436
Wertminderungen -433 -3.216
Buchwert 2.198 1.996
Erwartete Kreditausfallwahrscheinlichkeit -16,44 % -61,71 %

Die Wertminderung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich wie folgt entwickelt:

Wertminderung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (in Tsd. Euro)

2020 2019
Stand am 01. Januar 4.565 4.625
Zugänge zum Konsolidierungskreis 1 0
Aufwandswirksame Zuführungen 1.056 1.196
Verbrauch und Auflösung -820 -1.255
Wechselkursänderungen 0 -1
Abgänge aus Konsolidierungskreis -2.190 0
Stand am 31. Dezember 2.612 4.565

Das theoretisch maximale Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem bilanzierten Wert der Forderungen an Kunden nach Factoring von 48,0 Mio. Euro (Vorjahr: 134.1 Mio. Euro). Das Risiko reduziert sich durch Sicherheiten, Kreditversicherungen und andere Bonitätsverbesserungen. Über die Kreditversicherung sind 17 % (Vorjahr: 20 %) der Bruttoforderungen an Kunden abgedeckt.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Bruttobuchwerte vor Wertberichtigungen und Nettobuchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellen sich gemäß nachfolgenden Tabellen dar:

Bruttobuchwerte vor Wertberichtigungen und Nettobuchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

Zu fortgeführten Anschaffungskosten
31.12.2020 FVTPL Erwarteter 12-Monats-Kreditverlust Über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust -keine beinträchtigte Bonität Über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust -beinträchtigte Bonität Summe
--- --- --- --- --- ---
Bruttowert vor Wertberichtigungen 2.845 0 210 3.055
Wertberichtigungen 0 0 210 210
Restbuchwert 3.241 2.845 0 0 2.845

Bruttobuchwerte vor Wertberichtigungen und Nettobuchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

Zu fortgeführten Anschaffungskosten
31.12.2019 FVTPL Erwarteter 12-Monats-Kreditverlust Über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust -keine beinträchtigte Bonität Über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust -beinträchtigte Bonität Summe
--- --- --- --- --- ---
Bruttowert vor Wertberichtigungen 6.591 456 0 7.047
Wertberichtigungen 0 -399 0 -399
Restbuchwert 2.950 6.591 57 0 6.648

Die Wertberichtigungen der sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten lassen sich wie folgt überleiten:

Wertberichtigungen der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (in Tsd. Euro)

Erwarteter 12-Monats-Kreditverlust Über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust - keine beinträchtigte Bonität Über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust - beinträchtigte Bonität Summe
Stand am 01. Januar 2019 0 -379 -59 -438
Nettoneubewertung der Wertberichtigungen 0 -20 59 39
Umgliederung in über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust - keine beinträchtigte Bonität 0 0 0 0
Umgliederung in über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust - beinträchtigte Bonität 0 0 0 0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2019 0 -399 0 -399
Nettoneubewertung der Wertberichtigungen 0 0 -210 -210
Ausbuchung wertberichtigte Forderung 0 379 0 379
Umgliederung in über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust - keine beinträchtigte Bonität 0 0 0 0
Umgliederung in über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust - beinträchtigte Bonität 0 0 0 0
Abgang aus dem Konsolidierungskreis 0 20 0 20
Stand am 31. Dezember 2020 0 0 -210 -210

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2020 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 60,1 Mio. Euro (Vorjahr: 97,4 Mio. Euro). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden bei Banken und Finanzinstituten hinterlegt, die ein erstklassiges Rating aufweisen. Zur Diversifizierung des Risikos bestehen zu verschiedenen Kreditinstituten Geschäftsbeziehungen. Der Konzern nimmt an, dass seine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ein sehr geringes Ausfallrisiko aufweisen.

Zinsrisiken

Die finanziellen Schulden und die finanziellen Vermögenswerte sind zum Teil variabel verzinslich und unterliegen dem Risiko, dass sich Zinssätze ändern können und dadurch die Ergebnisse des Allgeier Konzerns beeinflusst werden.

Die variabel verzinslichen finanziellen Schulden des Allgeier Konzerns betrugen am 31. Dezember 2020 insgesamt 23,1 Mio. Euro (Vorjahr: 157,4 Mio. Euro). Auf der Basis der Verschuldung zum 31. Dezember 2020 hätte eine Veränderung der Zinssätze um 100 Basispunkte p.a. eine Erhöhung bzw. Reduzierung des Finanzergebnisses um 175 Tsd. Euro p.a. (Vorjahr: 1.453 Tsd. Euro p.a.) zur Folge. Das Eigenkapital hätte sich in diesem Fall und bei Anwendung eines Steuersatzes von 30 % um 123 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.017 Tsd. Euro) reduziert bzw. erhöht. Zu berücksichtigen ist hier jedoch, dass in der Kreditfazilität eine Mindestverzinsung ("Floor") vereinbart wurde, so dass sich eine Zinsveränderung um 100 Basispunkte nicht in voller Höhe auswirken würde.

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und der sich leicht abschwächenden Konjunktur sowie der noch immer sehr moderaten Inflationsraten gehen wir für 2021 von keinen nennenswerten Zinserhöhungen aus. Unser zentraler Finanzbereich verfolgt die Entwicklung an den Zins- und Kapitalmärkten sehr genau und wird dem Vorstand der Allgeier SE bei Bedarf rechtzeitig Vorschläge zur Zinsabsicherung unterbreiten.

Währungsrisiken

Nach der Abspaltung der Nagarro im Dezember 2020 ist der Allgeier Konzern im Wesentlichen nur noch im Euro-Raum tätig und keinen größeren Währungsrisiken mehr ausgesetzt. Bei den nur noch wenigen Tochtergesellschaften des Allgeier Konzerns, die nicht den Euro als funktionale Währung haben, bestehen noch in geringem Umfang Risiken aus der Schwankung von Währungen. Bei diesen Gesellschaften unterliegen das Vermögen, die Schulden und die Erträge aufgrund der Umrechnung der Jahresabschlüsse in Euro den Risiken aus Währungsschwankungen. Sofern im Jahr 2020 der Euro gegenüber den Währungen dieser Tochtergesellschaften um 10 Prozent höher gewesen wäre, wären die Umsatzlöse um 1.845 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.334 Tsd. Euro), der Jahresüberschuss um 73 Tsd. Euro (Vorjahr: 77 Tsd. Euro) und das Eigenkapital um 415 Tsd. Euro (Vorjahr: 344 Tsd. Euro) niedriger gewesen.

Steuerrisiken

Die Allgeier SE und die Tochtergesellschaften des Allgeier Konzerns sind zur Entrichtung von Steuern verpflichtet. Zur Ermittlung der Steuerverpflichtung müssen Annahmen getroffen werden, nachdem in vielen Fällen die endgültige Besteuerung nicht abschließend ermittelt werden kann. Sich später herausstellende Abweichungen zwischen den angenommenen voraussichtlichen Steuerverpflichtungen und der endgültigen Besteuerung haben in der Periode Auswirkungen auf den Steueraufwand, in der die Besteuerung abschließend festgestellt wird. Sollten die endgültigen Ertragsteuern um 10 % zu Lasten der in der Gewinn- und Verlustrechnung berechneten Werte abweichen, müsste der Allgeier Konzern die Steuerverbindlichkeit für laufende Ertragsteuern um 677 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.327 Tsd. Euro) und einschließlich der latenten Steuern um 712 Tsd. Euro (Vorjahr angepasst: 1.146 Tsd. Euro) erhöhen. Das Eigenkapital des Allgeier Konzerns würde sich in diesem Fall in der gleichen Höhe reduzieren.

IV. Organe der Allgeier SE

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der Allgeier SE gehörten im Jahr 2020 an:

Aufsichtsrat der Allgeier SE

Name Ausgeübter Beruf Wohnort Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Mitgliedschaft in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien in Wirtschaftsunternehmen
Herr Dipl.-Ing. Detlef Dinsel MBA (Vorsitzender) Managing Partner der IK Investment Partners GmbH und IK Investment Partners Ltd. Hamburg • Nagarro SE, München (stellvertretender Vorsitzender) • Alanta Health Group, Hamburg (Vorsitzender)

• Klingel Medical Group, Pforzheim

• Schock GmbH, Regen (stellvertretender Vorsitzender)

• Winkelmann Group, Ahlen (stellvertretender Vorsitzender)

• 1 K Investment Partners Ltd., London, UK

• 1 K Investment Partners S.A.R.L., Luxemburg, Luxemburg
Herr Thies Eggers (stellvertretender Vorsitzender) Selbständiger Wirtschaftsprüfer Pullach im Isartal • Bayerische Gewerbebau AG, München (Vorsitzender)

• Plenum AG, Frankfurt am Main

• SBF AG, Leipzig
Herr Dipl.-Kfm. Christian Eggenberger Geschäftsführender Gesellschafter der CHE Consulting GmbH Binningen, Schweiz • Doc.coach AG, Basel, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

• Focus Discount AG, Basel, Verwaltungsratspräsident

• Truvis AG, Basel, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

• Arvis Solution AG, Ried b. Kerzers, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

• wininvest AG, Gurmels, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 724 Tsd. Euro (Vorjahr: 717 Tsd. Euro). In den Bezügen ist eine Rückstellung für eine variable Vergütung in Höhe von 600 Tsd. Euro (Vorjahr: 600 Tsd. Euro) enthalten, die im Geschäftsjahr 2021 zur Auszahlung kommen wird. Die weiteren Einzelheiten der Vergütung sind dem Vergütungsbericht im Konzernlagebericht unter Ziff. 6. zu entnehmen.

Vorstand

Dem Vorstand der Allgeier SE gehörten im Jahr 2020 an:

Herr Carl Georg Dürschmidt (Vorsitzender)

Herr Dr. Marcus Goedsche

Herr Hubert Rohrer

Herr Manas Fuloria (PhD) (bis 24. September 2020)

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 5.196 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.975 Tsd. Euro). Die Bezüge beinhalten eine vom Ergebnis des Allgeier Konzerns abhängige variable Vergütung, die als Rückstellung bilanziert wurde und nach Billigung des Konzernabschlusses der Allgeier SE im Jahr 2021 zur Auszahlung kommt. Drei Mitglieder des Vorstands sind am Aktienoptionsprogramm der Allgeier SE beteiligt. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 28. Juni 2019 unterbleibt bis zum 31. Dezember 2023 die Angabe individueller Vorstandsbezüge. Die weiteren Einzelheiten der Vergütung sind dem Vergütungsbericht im Konzernlagebericht unter Ziff. 6. zu entnehmen.

V. Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen

Als nahestehende Personen werden Personen oder Unternehmen definiert, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst werden können bzw. die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können. Geschäftsbeziehungen zwischen allen in den Konzernabschluss im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogenen Unternehmen wurden im Konzernabschluss vollständig eliminiert.

Im Januar 2020 hat die Allgeier Beteiligungen GmbH, München, der Talentry GmbH, München, ein Wandeldarlehen in Höhe von 400 Tsd. Euro gewährt. Das Darlehen hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist mit einem Zinssatz von 10 % p.a. verzinst. Im Geschäftsjahr 2020 wurde das Darlehen in voller Höhe wertgemindert.

Die mgm tp, München, hat im Dezember 2020 eine Vereinbarung mit der northport über die Gewährung eines Darlehens in Höhe von 450 Tsd. geschlossen. Ein Teil des Darlehens in Höhe von 250 Tsd. Euro wurde im Januar 2021 ausbezahlt. Die Zahlung der verbleibenden Tranchen erfolgt auf Abruf. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2031 und wird mit einem Festzinssatz von 3 % p.a. verzinst. Die Zinsen sind endfällig.

Die Leistungsbeziehungen des Allgeier Konzerns mit Konzerngesellschaften der abgespaltenen Nagarro stellen sich im Geschäftsjahr 2020 zusammengefasst wie folgt dar:

(in Tsd. Euro)

2020
Umsatzerlöse 2.562
sonstige betriebliche Erträge 2.861
Materialaufwand 5.170
sonstige betriebliche Aufwendungen 367
Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern -114
Finanzerträge 4.511
Finanzaufwendungen 94
Ergebnis vor Steuern 4.303

Die Erträge und Aufwendungen im Zeitraum der Konzernzugehörigkeit der Nagarro vom 01. Januar 2020 bis zum 15. Dezember 2020 wurden vollständig im Rahmen der Konsolidierung eliminiert, lediglich der Zeitraum vom 16. Dezember 2020 bis zum 31. Dezember 2020 ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Im Einzelnen werden die in der Tabelle dargestellten Erträge und Aufwendungen (vor Konsolidierung) mit der Nagarro nachfolgend erläutert:

Konzerngesellschaften des Allgeier Konzerns haben Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften der Nagarro in Höhe von 2.562 Tsd. Euro erzielt. Dies betrifft IT-Dienstleistungen für Kundenaufträge in Höhe von 1.589 Tsd. Euro, im Übrigen die Weiterbelastung von Managementgehältern und die Übernahme von Verwaltungsaufgaben.

Darüber hinaus hat der Allgeier Konzern sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 2.861 Tsd. Euro mit der Nagarro erzielt. Die Allgeier SE hat gemäß Abspaltungs- und Übernahmevertrag anteilige Beratungskosten im Zusammenhang mit der Abspaltung und Finanzierungskosten für die Aufteilung des bisher bestehenden Konsortialkredits in zwei gesonderte Verträge sowie für die Vorbereitung des Börsengangs von insgesamt 1.813 Tsd. Euro an die Nagarro SE weiterbelastet. Der Allgeier Konzern hat des Weiteren Mieterträge aus der Untervermietung von Büroräumen in Höhe von 583 Tsd. Euro und aus der Weiterbelastung von Leasingverträgen in Höhe von 462 Tsd. Euro sowie übrige Erträge von 3 Tsd. Euro mit der Nagarro erzielt.

Ferner haben Konzerngesellschaften der Allgeier Konzern Materialaufwendungen (Waren und Dienstleistungen) im Wert von 5.170 Tsd. Euro von der Nagarro bezogen. Die Aufwendungen betreffen IT-Dienstleistungen bzw. Warenbezug für verschiedene Kundenprojekte in Höhe von 4.985 Tsd. Euro sowie für ein internes Softwareentwicklungsprojekt der Allgeier Experts mit 185 Tsd. Euro.

Die sonstigen betriebliche Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Weiterbelastungen aus Büromieten und Beratungsleistungen 367 Tsd. Euro, die die Nagarro an die Allgeier Konzern in Rechnung gestellt hat.

Die Finanzerträge betreffen mit 1.744 Tsd. Euro konzerninterne Darlehen sowie mit 2.767 Tsd. Euro verzinsliche Stundungen aus Kaufpreisen im Zusammenhang mit der konzerninternen Reorganisation (Umhängen von Beteiligungen unterhalb die Nagarro SE). Die Allgeier Konzern hat Finanzaufwendungen aus Darlehen, die aufgrund konzernintern weitergereichten Liquiditätsüberhängen von einzelnen Nagarro Gesellschaften ausgegeben wurden, in Höhe von 94 Tsd. Euro geleistet. Alle wechselseitig bestehenden Darlehensverträge und die verzinslichen Stundungen der Kaufpreisforderungen aus den zur Nagarro übertragenen Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2020 mit Zinssatz von 3 % verzinst. Sämtliche Darlehen und die gestundeten Kaufpreisforderungen wurden vom Allgeier Konzern bzw. der Nagarro im Zuge der Abspaltung am 22. Dezember 2020 zurückbezahlt.

Sämtliche Vereinbarungen zwischen dem Allgeier Konzern und Nagarro entsprechen marktüblichen Transaktionen mit fremden Dritten.

Zum 31. Dezember 2020 bestehen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr Forderungen in Höhe von 2.576 Tsd. Euro und Verbindlichkeiten in Höhe von 2.100 Tsd. Euro an die Nagarro.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Nagarro SE, Herr Carl Georg Dürschmidt und Herr Detlef Dinsel, gehören dem Vorstand bzw. dem Aufsichtsrat der Allgeier SE an. Das ehemalige Mitglied des Aufsichtsrats der Nagarro SE, Herr Dr. Marcus Goedsche, gehört ebenfalls dem Vorstand der Allgeier SE an. In ihrer Funktion als Aufsichtsräte der Nagarro SE erhielten Herr Carl Georg Dürschmidt eine Vergütung in Höhe von 17 Tsd. Euro und Herr Detlef Dinsel eine Vergütung von 14 Tsd. Euro. Herr Dr. Marcus Goedsche übte seine Tätigkeit bei der Nagarro SE unentgeltlich aus. Die Vorstände der Nagarro SE, Herr Manas Fuloria und Frau Annette Mainka, waren bis zu ihrem Ausscheiden Schlüsselpersonen im Allgeier Konzern. Als Vorstand der Nagarro SE sowie von Tochterunternehmen der Nagarro SE erhielt Herr Manas Fuloria eine Vergütung von insgesamt 142 Tsd. Euro. Fr. Annette Mainka erhielt als Vorstandsmitglied der Nagarro SE eine Vergütung von 55 Tsd. Euro.

VI. Veröffentlichung

Die Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat und die Freigabe zur Veröffentlichung sind am 27. April 2021 vorgesehen.

Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses erfolgt im Bundesanzeiger und auf der Website der Allgeier SE. Nachfolgende in den Konzernabschluss der Allgeier SE einbezogene Gesellschaften machen gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Befreiung teilweise oder vollständig Gebrauch:

Allgeier Enterprise Services AG, München

Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen

BSH IT Solutions GmbH, Bremen

Allgeier Experts SE, Wiesbaden

Allgeier Experts Go, Wiesbaden

Allgeier Experts Pro GmbH, München

Allgeier Experts Services GmbH, Unterföhring

U.N. P.-Software GmbH, Düsseldorf

U.N.P.-HRSolutions GmbH, Düsseldorf

Allgeier Fünfte Beteiligungs GmbH, München

Allgeier Engineering GmbH, München

Allgeier Project MBO GmbH, München

VII. Corporate Governance Kodex

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und den Aktionären auf der Homepage der Allgeier SE zugänglich gemacht.

VIII. Nachtragsbericht

Mit Geschäftsanteilskaufvertrag vom 01. Dezember 2020 hat die Allgeier Project Humboldt GmbH sämtliche Anteile der publicplan GmbH, Düsseldorf "publicplan", übernommen. publicplan erwirtschaftet mit rund 80 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von knapp zehn Mio. Euro und bedient insbesondere die öffentliche Verwaltung mit E-Government-Lösungen. Der Fokus liegt dabei auf Open-Source-basierte Softwarelösungen, von IT-Beratung über Entwicklung bis hin zur Pflege und Wartung von verschiedenen Softwarelösungen. Als Kaufpreis für die Anteile der publicplan wurde ein Kaufpreis in Höhe von 12,5 Mio. Euro zuzüglich eines Betrages von bis zu 1,4 Mio. Euro zum Ausgleich von Barmitteln, sofern diese ein definiertes Nettoumlaufvermögen überschreiten, vereinbart. Die Bezahlung des Kaufpreises erfolgte im Januar 2021. Die Allgeier Project Humboldt GmbH wurde am 27. Januar 2021 in Allgeier publicplan Holding umbenannt.

Die Anteile der publicplan gingen mit Vollzug des Geschäftsanteilskaufvertrags zum 02. Januar 2021 über. Die Erstkonsolidierung der Gesellschaft im Allgeier Konzern wird entsprechend auf diesen Stichtag vorgenommen. Die publicplan hatte nach dem vorgelegten handelsrechtlichen Abschluss zum 31. Dezember 2020 Vermögenswerte von 3.235 Tsd. Euro und Schulden von 1.752 Tsd. Euro. Darüber hinaus wurden immaterielle Vermögenswerte in Form von Kundenbeziehungen identifiziert, deren Höhe bis zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses der Allgeier SE noch nicht vorlag. Aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem übernommenen Nettovermögen einschließlich der bewerteten Kundenbeziehungen wird sich voraussichtlich ein Unterschiedsbetrag ergeben, der als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert wird. Die publicplan erzielte im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse von 8,7 Mio. Euro und ein Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern von 1,1 Mio. Euro.

Die seit dem Frühjahr 2020 global auftretende Corona-Pandemie (Sars-CoV-2) und die Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung der Infektion in zahlreichen Ländern stellen weiterhin einen signifikanten Risikofaktor für die künftige Entwicklung der globalen Märkte, wichtiger Einzelmärkte, Branchen und Unternehmen dar. Im Zuge der Coronakrise kam und kommt es zu weitgehenden Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens bis hin zu angeordneten Massenquarantänen (sog. Lockdowns) mit Schließungen von Betrieben sowie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Zudem sind insbesondere der internationale Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehr stark negativ beeinflusst und sowohl die Produktion als auch die Inlandsnachfrage in wichtigen Volkswirtschaften immer wieder teilweise wesentlich eingeschränkt. Hinzu kommt fortwährendes beträchtliches menschliches Leid. Mit hohen Investitionen in Wirtschaft sowie Sozial- und Gesundheitssysteme versuchen Regierungen die Schäden zu begrenzen und die Krisenfolgen abzumildern. Im vergangenen Geschäftsjahr hat sich gezeigt, dass die weltweite Ausbreitung des Coronavirus (Sars-CoV-2) und die Lockdowns starke negative Auswirkungen auf eine Vielzahl von Volkswirtschaften zur Folge hatten, insbesondere auch auf die Kernmärkte der Allgeier Gruppe. Nach dem gravierenden Einbruch in der ersten Jahreshälfte 2020 schien die deutsche Wirtschaft die Pandemie-Folgen besser als ursprünglich erwartet zu verkraften. Im Zuge der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen kam es im zweiten Quartal 2020 zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung sowohl global als auch in Deutschland, die Börsen brachen ein, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nahmen zu und zahlreiche Staaten baten um internationale Kredithilfe. Im Ergebnis ging das deutsche Bruttoinlandsprodukt laut Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent zurück. Zwar kam es in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu einer raschen Erholung der deutschen Wirtschaftsleistung. Mit dem im Herbst 2020 eingeleiteten neuerlichen Lockdown im Zuge der zweiten Infektionswelle erscheint es jedoch wahrscheinlicher, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Wirtschaft doch erheblicher sein werden und das Vorkrisenniveau in absehbarer Zeit nicht erreicht werden kann. Auch die Gefahren einer Rezession, eines weiteren Anstiegs der Arbeitslosigkeit und einer Insolvenzwelle zahlreicher Unternehmen waren im Frühjahr 2021 nicht gebannt. Inwieweit einige Wirtschaftszweige durch die Krise nachhaltigen Schaden genommen haben, ließ sich noch nicht absehen. Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2021 davon aus, dass die Wirtschaftsleistung vor der Krise erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden dürfte und dass die wirtschaftliche Entwicklung auch weiterhin maßgeblich vom Pandemieverlauf und von den ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen beeinflusst wird. Hoffnung auf eine baldige Überwindung der Coronakrise verbindet sich mit der weltweit angelaufenen Impfkampagne, zugleich sorgt die Ausbreitung von potenziell gefährlicheren Virusmutanten für neue Unsicherheit. So wird die kurz- und mindestens mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft sowohl global als auch auf nationaler Ebene weiterhin wesentlich davon abhängen, wie schnell und umfassend es gelingt, die Pandemie vollständig in den Griff zu bekommen und ob sich die erhoffte wirtschaftliche Erholung materialisiert. Sollten für Allgeier relevante Märkte indes von einer Rezession betroffen sein, bestimmte Wirtschaftszeige einen massiven Nachfrageeinbruch verzeichnen oder etwa wichtige Einzelkunden in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, so wird dies sehr wahrscheinlich Auswirkungen auf die kurz- und mittelfristige Entwicklung und das weitere Wachstum des Allgeier Konzerns haben.

München, 06. April 2021 Allgeier SE

Carl Georg Dürschmidt Dr. Marcus Goedsche Hubert Rohrer
Vorstand Vorstand Vorstand

Angabepflichten nach deutscher Rechnungslegung (HGB)

In Übereinstimmung mit § 315e HGB muss die Allgeier SE, die zur Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards verpflichtet ist, ihren Konzernabschluss um die folgenden Anhangsangaben erweitern:

§ 313 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 HGB:

Name und Sitz der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Der Anteil am Kapital der Tochterunternehmen, der dem Mutterunternehmen und den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen gehört. Siehe hierzu Aufstellung der Konzerngesellschaften im Anhang.

§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB:

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen während des Geschäftsjahres sowie der im Geschäftsjahr verursachte Personalaufwand. Siehe hierzu die Ausführungen zu Punkt 29. Personalaufwand im Abschnitt C. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

§ 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB i.V.m. Abs. 2 S. 2 HGB:

Für die Mitglieder des Geschäftsführungsorgans, eines Aufsichtsrats, eines Beirats oder einer ähnlichen Einrichtung des Mutterunternehmens, jeweils für jede Personengruppe, die für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge. Außer den Bezügen für das Geschäftsjahr sind die weiteren Bezüge anzugeben, die im Geschäftsjahr gewährt, bisher aber in keinem Konzernabschluss angegeben worden sind. Siehe hierzu die Angaben zu VII. Organe der Allgeier SE im Abschnitt F. Sonstige Angaben.

§ 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB:

Für jedes in den Konzernabschluss einbezogene börsennotierte Unternehmen, dass die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären zugänglich gemacht worden ist. Siehe hierzu die Angaben zu X. Corporate Governance Kodex im Abschnitt F. Sonstige Angaben.

§ 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB:

Das von dem Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2020 berechnete Gesamthonorar, aufgeschlüsselt in die Honorare für

a. die Abschlussprüfungen,

b. sonstige Bestätigungsleistungen,

c. Steuerberatungsleistungen,

d. sonstige Leistungen,

ist anzugeben. Die geforderten Angaben sind unter Punkt 30. Sonstige betriebliche Aufwendungen im Abschnitt C. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens der Allgeier SE, München, für die Zeit vom 01. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020

Konzern-Anlagevermögen (in Tsd. Euro)

Anschaffungs- und Herstellungskosten Anschaffungs- und Herstellungskosten
Anhang 01.01.2020 Währungsdifferenzen Zugänge zum Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 1
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 45.808 -851 10.803 3.010 126
Immaterielle Vermögenswerte, erworben 34.447 -855 10.803 1.654 224
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen 11.361 4 0 1.355 -98
Geschäfts- oder Firmenwerte 179.252 -6.506 3.944 0 -19
Immaterielle Vermögenswerte 225.060 -7.357 14.747 3.010 108
Sachanlagen 2
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 5.095 -334 0 3 -42
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 32.192 -719 169 2.272 -2.190
Sachanlagen 37.287 -1.053 169 2.275 -2.231
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 3
Nutzwerte Immobilien 93.182 -2.781 582 10.238 -4.475
Nutzwerte Kraftfahrzeuge 7.965 -2 19 3.040 -3.315
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.215 -781 15 11.081 -1.881
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 119.362 -3.563 617 24.359 -9.670
Summe 381.709 -11.974 15.533 29.644 -11.794
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Neubewertung Nutzwerte Abgänge in aufgegebenes Geschäft Abgänge Abspaltung Nagarro 31.12.2020
--- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 -278 -26.015 32.603
Immaterielle Vermögenswerte, erworben 0 -278 -23.272 22.723
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen 0 0 -2.742 9.880
Geschäfts- oder Firmenwerte 0 0 -95.878 80.793
Immaterielle Vermögenswerte 0 -278 -121.893 113.396
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 -2.731 1.991
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 -74 -10.636 21.014
Sachanlagen 0 -74 -13.367 23.005
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen
Nutzwerte Immobilien -8.812 0 -51.072 36.864
Nutzwerte Kraftfahrzeuge -64 -9 -4.303 3.332
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung -805 -13 -23.431 2.400
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen -9.681 -22 -78.806 42.595
Summe -9.681 -374 -214.066 178.997

Konzern-Anlagevermögen (in Tsd. Euro)

Abschreibungen und Wertberichtigungen
Anhang 01.01.2020 Währungsdifferenzen Abschreibungen fortgeführtes Geschäft Abschreibungen aufgegebenes Geschäft Wertberichtigungen fortgeführtes Geschäft
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 1
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -26.520 610 -3.773 -4.607 -667
Immaterielle Vermögenswerte, erworben -22.855 611 -2.011 -4.219 0
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen -3.665 -1 -1.762 -388 -667
Geschäfts- oder Firmenwerte -8.206 0 0 0 -19
Immaterielle Vermögenswerte -34.725 610 -3.773 -4.607 -686
Sachanlagen 2
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken -2.278 87 -41 -84 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -19.505 552 -2.860 -1.879 0
Sachanlagen -21.783 639 -2.901 -1.963 0
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 3
Nutzwerte Immobilien -19.640 1.013 -5.778 -8.213 -1.329
Nutzwerte Kraftfahrzeuge -4.420 1 -1.330 -1.410 0
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung -5.117 346 -501 -4.753 0
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen -29.177 1.360 -7.609 -14.376 -1.329
Summe -85.686 2.609 -14.283 -20.947 -2.015
Abschreibungen und Wertberichtigungen Buchwerte
Abgänge Abgänge in aufgegebenes Geschäft Abgänge Abspaltung Nagarro 31.12.2020 31.12.2020 01.01.2020
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -156 192 14.837 -20.085 12.519 19.288
Immaterielle Vermögenswerte, erworben -252 192 13.584 -14.948 7.775 11.592
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen 95 0 1.253 -5.136 4.744 7.696
Geschäfts- oder Firmenwerte 19 0 0 -8.206 72.587 171.046
Immaterielle Vermögenswerte -138 192 14.837 -28.290 85.106 190.334
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 31 0 742 -1.543 448 2.817
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.004 64 6.187 -15.438 5.576 12.687
Sachanlagen 2.034 64 6.929 -16.981 6.024 15.504
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen
Nutzwerte Immobilien 4.475 0 16.995 -12.478 24.386 73.542
Nutzwerte Kraftfahrzeuge 3.315 7 1.868 -1.968 1.363 3.545
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.879 11 7.598 -537 1.862 13.098
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 9.669 19 26.460 -14.984 27.611 90.185
Summe 11.565 274 48.226 -60.255 118.742 296.023

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens der Allgeier SE, München, für die Zeit vom 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

Konzern-Anlagevermögen (in Tsd. Euro)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Anhang 01.01.2019 Währungsdifferenzen Zugänge zum Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 1
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 47.245 77 959 4.537 -6.984
Immaterielle Vermögenswerte, erworben 38.547 67 959 1.979 -7.078
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen 8.698 10 0 2.558 94
Geschäfts- oder Firmenwerte 174.252 1.580 3.420 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 221.497 1.657 4.379 4.537 -6.984
Sachanlagen 2
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 5.065 -13 42 0 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 28.651 -101 221 6.885 -3.235
Sachanlagen 33.716 -114 263 6.885 -3.235
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 3
Nutzwerte Immobilien 58.748 -332 105 36.416 -1.755
Nutzwerte Kraftfahrzeuge 7.532 -2 0 1.791 -1.356
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.202 -50 0 8.618 -1.556
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 77.482 -383 105 46.825 -4.666
Summe 332.695 1.160 4.747 58.247 -14.885
Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen und Wertberichtigungen
Abgänge aus Konsolidierungskreis 31.12.2019 01.01.2019 Währungsdifferenzen Abschreibungen fortgeführtes Geschäft Abschreibungen aufgegebenes Geschäft
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -26 45.808 -26.324 1 -3.553 -3.559
Immaterielle Vermögenswerte, erworben -26 34.447 -24.338 9 -2.346 -3.189
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen 0 11.361 -1.986 -8 -1.207 -370
Geschäfts- oder Firmenwerte 0 179.252 -8.206 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte -26 225.060 -34.530 1 -3.553 -3.559
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 0 5.095 -2.092 5 -41 -150
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -228 32.192 -17.059 52 -3.099 -2.169
Sachanlagen -228 37.287 -19.151 56 -3.140 -2.318
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen
Nutzwerte Immobilien 0 93.182 -8.608 81 -4.195 -8.286
Nutzwerte Kraftfahrzeuge 0 7.965 -2.696 1 -1.652 -1.429
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 18.215 -2.805 19 -111 -3.769
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 0 119.362 -14.108 101 -5.958 -13.483
Summe -254 381.709 -67.789 158 -12.651 -19.361
Abschreibungen und Wertberichtigungen Buchwerte
Wertberichtigungen fortgeführtes Geschäft Wertberichtigungen aufgegebenes Geschäft Abgänge Abgänge aus Konsolidierungskreis 31.12.2019 31.12.2019
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -27 -30 6.960 13 -26.520 19.288
Immaterielle Vermögenswerte, erworben -27 -30 7.054 13 -22.855 11.592
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen 0 0 -94 0 -3.665 7.696
Geschäfts- oder Firmenwerte 0 0 0 0 -8.206 171.046
Immaterielle Vermögenswerte -27 -30 6.960 13 -34.725 190.334
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 0 0 -2.278 2.817
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 0 2.714 56 -19.505 12.687
Sachanlagen 0 0 2.714 56 -21.783 15.504
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen
Nutzwerte Immobilien -388 0 1.755 0 -19.640 73.542
Nutzwerte Kraftfahrzeuge 0 0 1.356 0 -4.420 3.545
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 0 1.549 0 -5.117 13.098
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen -388 0 4.659 0 -29.177 90.185
Summe -415 -30 14.333 68 -85.686 296.023
Buchwerte
01.01.2019
--- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 20.921
Immaterielle Vermögenswerte, erworben 14.209
Immaterielle Vermögenswerte, selbst geschaffen 6.713
Geschäfts- oder Firmenwerte 166.046
Immaterielle Vermögenswerte 186.967
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 2.973
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.592
Sachanlagen 14.565
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen
Nutzwerte Immobilien 50.140
Nutzwerte Kraftfahrzeuge 4.836
Nutzwerte Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.398
Nutzwerte aus Miet- und Leasingverträgen 63.374
Summe 264.906

Aufstellung der Konzerngesellschaften

Aufstellung der Konzerngesellschaften

IFRS-Anteil am Kapital 31.12.2020 Eigenkapital 31.12.2020 Jahresergebnis 01.1
Nr. Gesellschaft Landeswährung Euro Landeswährung
--- --- --- --- --- --- ---
1. Allgeier SE, München 123.305.229 123.305.229 168.560.320
Unmittelbare Beteiligungen der Allgeier SE:
2. Allgeier Enterprise Services AG, Bremen 100,00 % 11.145.441 11.145.441 0
3. Allgeier Experts SE, Wiesbaden 100,00 % 35.898.079 35.898.079 0
4. Allgeier CORE Group GmbH, München 100,00 % -1.905.993 -1.905.993 -765.844
5. Allgeier Beteiligungen GmbH, München 100,00 % -5.685.489 -5.685.489 -5.471.223
6. mgm technology partners GmbH, München 80,00 % 17.979.208 17.979.208 0
7. Allgeier Management AG, München 100,00 % 4.440.112 4.440.112 -9.346
8. Allgeier Project MBO GmbH, München 100,00 % 23.348 23.348 0
9. Allgeier Experts Medical GmbH, Düsseldorf 100,00 % -12.192.223 -12.192.223 -543.779
10. Allgeier Middle East Ltd., Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100,00 % 10.000 AED 2.220 0
Mittelbare Beteiligungen über abhängige Tochtergesellschaften:
11. Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen 100,00 % 6.122.591 6.122.591 855.684
12. BSH IT Solutions GmbH, Bremen 100,00 % 121.590 121.590 0
13. Allgeier (Schweiz) AG, Thalwil, Schweiz 100,00 % 3.671.331 CHF 3.392.063 577.572
14. AURELO GmbH, Kiel 100,00 % 116.671 116.671 -61.746
15. Allgeier CORE GmbH, Kronberg im Taunus 100,00 % 193.686 193.686 165.698
16. secion GmbH, Hamburg 100,00 % 253.367 253.367 -28.210
17. Allgeier Dritte Beteiligungs GmbH, München 100,00 % -275.978 -275.978 -108.968
18. Oxygen Consultancy, Istanbul, Türkei 90,00 % 4.197.994 TRY 461.595 240.507
19. Allgeier Education GmbH, Düsseldorf 100,00 % -1.961.680 -1.961.680 -561.934
20. Allgeier Project Humboldt GmbH, München (ab 27.01.2021: Allgeier publicplan Holding GmbH) 100,00 % 1.377.853 1.377.853 -3.397
21. Allgeier Experts Go GmbH, Wiesbaden 100,00 % 13.701.398 13.701.398 0
22. Allgeier Experts Pro GmbH, München 100,00 % 11.764.009 11.764.009 0
23. Allgeier Experts Services GmbH, Wiesbaden 100,00 % 5.272.589 5.272.589 0
24. Allgeier Engineering GmbH, München 100,00 % 3.303.901 3.303.901 0
25. Allgeier Experts Select GmbH, Düsseldorf 80,00 % -3.088.993 -3.088.993 -326.702
26. U.N.P.-Software GmbH, Düsseldorf 100,00 % 3.056.391 3.056.391 0
27. U.N.P.-HRSolutions GmbH, Düsseldorf 100,00 % 25.000 25.000 0
28. Allgeier Fünfte Beteiligungs GmbH, München 100,00 % 25.000 25.000 0
29. mgm technology partners eurl, Grenoble, Frankreich 80,00 % 2.464.543 2.464.543 261.693
30. mgm technology partners s.r.o., Prag, Tschechien 80,00 % 29.724.305 CZK 1.132.838 12.265.086
31. mgm technology partners Vietnam Co. Ltd., Da Nang, Vietnam 80,00 % 12.348.904.033 VND 436.244 409.545.965
32. mgm technology partners schweiz AG, Zug, Schweiz 80,00 % 805.320 805.320 193.248
33. mgm technology partners USA Corp., Arlington, USA 80,00 % -223.705 USD -182.397 -144.623
34. mgm security partners GmbH, München 56,00 % 408.797 408.797 383.231
35. MGM Consulting Partners GmbH, Hamburg 55,997 % 1.271.183 1.271.183 1.022.633
36. MGM Consulting Partners GmbH, Salzburg, Österreich 55,997 % -24.403 -24.403 -74.403
Nach der At-Equity-Methode konsolidierte Unternehmen:
37. Talentry GmbH, München 33,34 % -2.125.794 -2.125.794 -1.188.151
38. IPP northport InsurancePartner Platform GmbH, Hamburg 40,00 % -2.735 -2.735 -31.323
IFRS-Anteil am Kapital 31.12.2020 Jahresergebnis 01.1 01.2020 - 31.12.2020 Ergebnisabführungsvertrag mit Segment Offenlegung
Nr. Landeswährung Euro
--- --- --- --- --- --- ---
1. 168.560.320 Übrige Jahresabschluss und Konzernabschluss im Bundesanzeiger
2. 0 (1) 1. Enterprise IT
3. 0 (1) 1. Enterprise IT
4. -765.844 Enterprise IT Bundesanzeiger
5. -5.471.223 Enterprise IT Bundesanzeiger
6. 0 (1) 1. mgm technology partners
7. -9.346 Übrige Bundesanzeiger
8. 0 (1) 1. Enterprise IT
9. -543.779 Enterprise IT Bundesanzeiger
10. AED 0 Übrige
11. 855.684 Enterprise IT
12. 0 (1) 11. Enterprise IT
13. CHF 539.570 Enterprise IT
14. -61.746 Enterprise IT Bundesanzeiger
15. 165.698 Enterprise IT Bundesanzeiger
16. -28.210 Enterprise IT Bundesanzeiger
17. -108.968 Enterprise IT Bundesanzeiger
18. TRY 29.547 Enterprise IT
19. -561.934 Enterprise IT Bundesanzeiger
20. -3.397 Enterprise IT Bundesanzeiger
21. 0 (1) 3. Enterprise IT
22. 0 (1) 3. Enterprise IT
23. 0 (1) 3. Enterprise IT
24. 0 (1) 3. Enterprise IT
25. -326.702 Enterprise IT Bundesanzeiger
26. 0 (1) 3. Enterprise IT
27. 0 (1) 26. Enterprise IT
28. 0 (1) 3. Enterprise IT
29. 261.693 mgm technology partners
30. CZK 463.055 mgm technology partners
31. VND 15.405 mgm technology partners
32. 193.248 mgm technology partners
33. USD -126.143 mgm technology partners
34. 383.231 mgm technology partners Bundesanzeiger
35. 1.022.633 mgm technology partners Bundesanzeiger
36. -74.403 mgm technology partners
37. -1.188.151 Enterprise IT Bundesanzeiger
38. -31.323 mgm technology partners Bundesanzeiger

(1) Nach Gewinnabführung bzw. Verlustübernahme

Glossar

AURELO AURELO GmbH, Kiel
Allgeier Experts Select Allgeier Experts Select GmbH, Düsseldorf
Allgeier Education Allgeier Education GmbH, Düsseldorf
eForce21 eforce21 GmbH, München
GES Geschäftsbereich GES Public Sector der GES Systemhaus GmbH Co. KG, Wiesbaden (Beratungs- und Entwicklungsleistungen im Bereich SAP für öffentliche Verwaltungen)
iQuest iQuest Holding GmbH, Karlsruhe, einschl. aller ihrer Tochtergesellschaften
maihiro Geschäftsbetrieb der maihiro products GmbH, Ismaning
mgm cp Hamburg mgm consulting partners GmbH, Hamburg
mgm cp Hamburg-Gruppe mgm consulting partners GmbH, Hamburg, einschl. ihrer Tochtergesellschaft
mgm sp München mgm security partners GmbH, München
mgm tp München mgm technology partners GmbH, München
mgm technology partners-Gruppe mgm technology partners GmbH, München, einschl. aller ihrer Tochtergesellschaften
Nagarro Nagarro SE, München, einschl. aller ihrer Tochtergesellschaften
northport IPP northport InsurancePartner Platform GmbH, Hamburg
Oxygen Oksijen insan Kaynaklari Segme ve Degerlendirme Hizmetleri Anonim §irketi, Istanbul, Türkei (kurz: Oxygen Consultancy, Istanbul, Türkei)
publicplan publicplan GmbH, Düsseldorf
SAP-Gruppe Nagarro ES GmbH, Kronberg im Taunus, einschl. aller ihrer Tochtergesellschaften
SCUDOS von der IFASEC GmbH, Dortmund, und der sich in der Insolvenz befindlichen SCUDOS SYSTEMS GmbH, Dortmund, erworbener Geschäftsbetrieb
Speedinvest Speedinvest II EuVECA GmbH & Co. KG, Wien, Österreich
Talentry Talentry GmbH, München

Versicherung des Vorstands der Allgeier SE

Der Vorstand der Allgeier SE versichert nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

München, 06. April 2021

Carl Georg Dürschmidt Dr. Marcus Goedsche Hubert Rohrer
Vorstand Vorstand Vorstand

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Allgeier SE, München:

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Allgeier SE, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalüberleitungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Allgeier SE, München, für das Geschäftsjahr 2020 geprüft. Die unter dem Abschnitt "Sonstige Informationen" des Bestätigungsvermerkes genannten Bestandteile des Konzernlageberichtes haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter dem Abschnitt "Sonstige Informationen" des Bestätigungsvermerkes genannten Bestandteile des Konzernlageberichtes.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) vorgenommen. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handels- und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

Umsatzrealisierung

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Allgeier erzielt überwiegend Umsatzerlöse aus der Erbringung von IT Dienstleistungen, aus IT-Projektverträgen, aus dem Verkauf von Softwareprodukten und der Einräumung von Lizenzen an Softwareprodukten. Umsatzerlöse mit Produkten werden realisiert, sobald die mit dem Eigentum an den verkauften Produkten verbundenen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Dies tritt in der Regel mit Lieferung des Produkts ein. Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden in Abhängigkeit von den vertraglichen Vereinbarungen und unter Berücksichtigung der erbrachten Leistungen erfasst. Dies geschieht in der Regel auf Basis der geleisteten Tage und Stunden. Bei Fixpreisverträgen werden Umsatzerlöse aus Dienstleistungen nach Maßgabe des Auftragsfortschritts und unter Berücksichtigung realisierter Teilleistungen erfasst. Ferner werden Umsatzerlöse aus der Überlassung von Lizenzen in Einklang mit den vertraglichen Regelungen periodengerecht erfasst.

Bei der Umsatzrealisierung besteht ein Risiko des Vorliegens von Unrichtigkeiten und Verstößen im Zusammenhang mit der Erreichung von Leistungszielen und Prognosen, was als Anreiz dienen könnte, dass einerseits Umsätze realisiert werden, bevor die jeweiligen Chancen und Risiken auf den Käufer übergehen, sowie andererseits, dass fiktive Umsätze erfasst werden. Bei der Allgeier SE werden mit Kunden zum Teil umfangreiche Vereinbarungen abgeschlossen. Die bilanzielle Abbildung und erfolgswirksame Erfassung dieser Vereinbarungen und der hierauf entfallenden Transaktionen erfordert z. B. bei Festpreisprojekten die Schätzung der Gesamtkosten des Auftrags und eine Einschätzung, ob und wann die wesentlichen Chancen und Risiken auf den Käufer übertragen wurden.

Aufgrund der hohen Verkaufsvolumina und der Wesentlichkeit der Umsatzerlöse für den Konzernabschluss sowie im Zusammenhang mit der Tatsache, dass Umsatzerlöse für die Allgeier SE, München, einen Leistungsindikator für die Unternehmenssteuerung und Prognose darstellen, haben wir die Umsatzrealisierung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit den unternehmensintern festgelegten Methoden, Verfahren und Kontrollmechanismen in der Angebots- und Abwicklungsphase des Verkaufsprozesses auseinandergesetzt. Dabei haben wir die Ausgestaltung und Wirksamkeit der rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollen durch Nachvollziehen von Geschäftsvorfällen von deren Entstehung bis zur Abbildung im Konzernabschluss sowie durch Testen von Kontrollen beurteilt. In Bezug auf die Bemessung der Umsatzerlöse einschließlich der Umsatzkürzungen und der korrekten Periodenabgrenzung haben wir uns zum einen im Rahmen der Prüfung auf den kontrollbasierten Prüfungsansatz gestützt und mit den zugrundeliegenden Unternehmensprozessen und Kontrollen befasst. Unsere Prüfungshandlungen haben wir darüber hinaus auf die Durchsicht zugrundeliegender Geschäftsunterlagen, z. B. Ausgangsrechnungen, Liefer- und Lagerscheine, Leistungsnachweise, wesentliche Verträge, Kundenbestätigungen in Form von Abnahmeprotokollen und die Durchsicht der nach dem Bilanzstichtag eingetretenen Fortentwicklungen (z.B. Zahlungseingänge, erteilte Gutschriften, Reklamationen) erstreckt. Darüber hinaus haben wir Datenanalysen der unterjährigen Transaktionen auf ggf. bestehende Auffälligkeiten vorgenommen. Nichtstandardisierte Transaktionen und Umsatzkürzungen haben wir in Stichproben mit den zugrundeliegenden Verträgen und Geschäftsunterlagen abgestimmt.

Hinsichtlich der Anwendung von IFRS 15 haben wir uns mit den von der Allgeier eingerichteten Prozessen zu diesem Standard befasst. Dabei haben wir insbesondere die sachgerechte Identifikation der Schätzung der Gesamtkosten des Auftrags und den Übergang der wesentlichen Chancen und Risiken auf den Käufer geprüft.

Darüber hinaus haben wir die von der Allgeier vorgenommenen Angaben zu der Umsatzrealisation im Konzernanhang gewürdigt.

Unsere Schlussfolgerungen

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Umsatzrealisierung keine Einwendungen ergeben. Die Allgeier hat angemessene Regelungen für die Realisierung von Umsatzerlösen implementiert und bei der Erstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt. Von der Angemessenheit der konzernweit eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Umsatzerlösrealisation konnten wir uns überzeugen.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Gesellschaft zu den Grundsätzen der Umsatzrealisierung sind im Abschnitt A.VIII. "Bilanz" insbesondere unter den Angaben zu vertraglichen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie den Angaben zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, im Abschnitt A.IX. "Gewinn- und Verlustrechnung" und in den Angaben zu den Umsatzerlösen im Abschnitt C.26 des Konzernanhangs enthalten.

Abspaltung des Nagarro-Geschäfts inklusive IFRS 5 Angaben

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Abspaltung und Börsennotierung der Nagarro SE und des darunter gebündelten Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäfts wurde Mitte Dezember 2020 vollzogen. Mit Wirksamkeit der Abspaltung am 15. Dezember 2020 erhielten die Allgeier-Aktionäre gemäß den Bestimmungen des Abspaltungsvertrags für je eine Aktie der Allgeier SE eine Aktie der Nagarro SE und hielten damit 100 Prozent an dem Grundkapital der Nagarro SE. Die Allgeier SE ist seitdem nicht mehr an der Nagarro SE beteiligt.

Die Bilanzierung der Abspaltung des Nagarro-Geschäfts stellte aufgrund der Komplexität der Transaktion und des damit verbundenen bedeutsamen Risikos wesentlich falscher Darstellungen, der Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräume bei den vorgenommenen Bewertungen sowie der insgesamt wesentlichen betragsmäßigen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns einen der bedeutsamsten Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung dar.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Im Rahmen unserer Konzernabschlussprüfung haben wir zunächst die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Erfüllung der in IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" genannten Kriterien einer Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten und als nicht fortgeführte Aktivitäten zum 15. Dezember 2020 beurteilt. Zu diesem Zweck haben wir ein Verständnis über die vertraglichen Vereinbarungen erlangt und uns mit den Gremienentscheidungen zur Kapitalausstattung der Abspaltungsgruppe befasst. Zudem haben wir die rechtliche Durchführung der Abspaltung dahingehend gewürdigt, ob die gesellschafts- und aktienrechtlichen Voraussetzungen zum Verlust der Kontrolle und somit zur Entkonsolidierung des Nagarro-Geschäfts mit Wirksamwerden der Abspaltung gemäß IFRS 10 "Konzernabschlüsse" erfüllt wurden.

Ferner haben wir die Abgrenzung der unter den Anwendungsbereich des IFRS 5 fallenden Geschäftsaktivitäten anhand vertraglicher Grundlagen gewürdigt und die Umsetzung der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten und als nicht fortgeführte Aktivitäten im Konsolidierungssystem einschließlich der Anpassung der Konsolidierungsbuchungen sowie der Vorjahreswerte in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Segmentberichterstattung und der Konzern-Kapitalflussrechnung nachvollzogen.

Letztlich haben wir uns mit der Bilanzierung des Abgangs der als zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten befasst. Unsere Prüfungshandlungen bezogen sich insbesondere auf die Würdigung der Ermittlung des Abgangsergebnisses.

Zudem haben wir die IT-technische Umsetzung der Entkonsolidierung im Konsolidierungssystem sowie das methodische, rechnerische und buchhalterische Vorgehen bei der Entkonsolidierungsrechnung entsprechend IFRS 10 nachvollzogen.

Unsere Schlussfolgerungen

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Abspaltung des Nagarro-Geschäfts keine Einwendungen ergeben. Die im Abschluss erfolgte Bilanzierung ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen der IFRS. Die wesentlichen Annahmen und Aussagen hierzu sind angemessen, die Darstellung in Konzernanhang und Konzernlagebericht ist sachgerecht.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den im Rahmen der Abspaltung des Nagarro-Geschäfts angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang im Abschnitt A.II. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze".

Eine Erläuterung der Transaktion sowie Angaben zur Entkonsolidierung und zum Abspaltungsergebnis sind in Abschnitt A.VI "Konsolidierungskreis" des Anhangs zum Konzernabschluss dargestellt.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Abspaltung der Connect AG, der Nagarro SE und deren Tochterunternehmen mit dem gebündelten Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäft Mitte Dezember 2020 wurde durch zahlreiche Transaktionen, die mit teilweise sehr hohen Beträgen verbunden waren, durchgeführt. Während bis zum 15. Dezember solche Transaktionen im Rahmen der Konsolidierungsvorgänge eliminiert wurden, erfolgte an diesem Tag die Abspaltung der Nagarro SE von der Allgeier SE. Seitdem sind die Nagarro SE und deren Tochtergesellschaften im Verhältnis zur Allgeier SE keine nahestehenden Unternehmen mehr. Die verbleibenden Salden sind nicht unerheblich, die Angaben in Anhang und Lagebericht können, besonders im Zusammenhang mit der vorgenannten Abspaltung, als potentiell entscheidungsrelevant angesehen werden.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit der vom Konzern eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung der Beziehungen zu und der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen gewürdigt. Dies gilt auch für die Umsetzung in den IT-Systemen zur Verarbeitung und Abbildung dieser Transaktionen. Hinsichtlich der im Jahr 2020 besonderen Geschäftsvorfälle zwischen Allgeier SE und Nagarro SE haben wir die Begleitung der Gesellschaft durch deren Berater und die von diesen vorgenommenen Beratungen und Gutachten sowie die durch Einsichtnahme in die Protokolle der beiden Gremien und Gesprächen mit Vorstand und Aufsichtsrat erlangten Informationen gewürdigt.

Unsere Schlussfolgerungen

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen zur Erfassung der Beziehungen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen und der erfolgten Transaktionen angemessen sind. Ferner konnten wir nachvollziehen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und, nicht zuletzt durch eingeholte Gutachten, begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung und die Vornahme der Angaben in Konzernanhang und Konzernlagebericht zu nahestehenden Unternehmen und Personen zu ermöglichen. Dies gibt auch für die angemessene Verteilung der Kosten der Transaktion auf die Allgeier SE und die Abgangsgruppe der Nagarro SE. Die Darstellungen der Transaktionen und Salden mit der abgespaltenen Nagarro-Gruppe sind nicht zu beanstanden.

Verweis auf zugehörige Angaben

Angaben der Gesellschaft zu den Beziehungen zu nahestehenden Personen, auch über die Nagarro SE hinaus, sind im Konzernanhang in den Erläuterungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Abschnitt "A.II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" enthalten. Weitere Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen werden in den Abschnitten "F.IV. Organe der Allgeier SE" und "F.V. Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen" gemacht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB (Hinweis im Konzernlagebericht auf die im Corporate-Governance-Bericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung),
den Corporate Governance Bericht nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex,
die nach §§ 289b, 315b HGB gesonderte Nicht-Finanzielle Berichterstattung,
die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise und externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen. Dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsachen zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben der gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches, unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anordnungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei "allgeier-2020-12-31.zip" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften Konzernlagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. September 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 23. Februar 2021 vom Aufsichtsrat mit der Konzernabschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2001 als Konzernabschlussprüfer der Allgeier SE, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Uwe Höschler.

Düsseldorf, den 27. April 2021

LOHR + COMPANY GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Walter Fabisch ppa. Uwe Höschler
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer