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Ahlers AG

Annual Report (ESEF) Mar 3, 2023

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AHLERS AG Jahresabschluss 2021/22 1. Dezember 2021 bis 30. November 2022

Hinweis zum zusammengefassten Lagebericht

Der Lagebericht der Ahlers AG und der Konzernlagebericht sind nach § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2021/22 veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Ahlers AG für das Geschäftsjahr 2021/22 werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss der Ahlers AG sowie der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2021/22 stehen auch im Internet unter www.ahlers-ag.com zur Verfügung.

Bilanz der Ahlers AG

Aktiva EUR 30.11.2022 30.11.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 245.008,00 39.724,00
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 78.313,80
245.008,00 118.037,80
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 62.244.476,47 61.244.476,47
2. Beteiligungen 210.650,00 210.650,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 23.041,40
4. Sonstige Finanzanlagen 3.817.853,80 4.336.371,73
66.272.980,27 65.814.539,60
66.517.988,27 65.932.577,40
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.737.120,47 3.597.904,41
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 26.804.141,72 19.581.085,43
33.541.262,19 23.178.989,84
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.014.857,37 4.477.701,41
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.602.991,48 1.176.658,06
3. Sonstige Vermögensgegenstände 744.711,06 3.270.962,48
7.362.559,91 8.925.321,95
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 144.187,46 2.770.710,51
41.048.009,56 34.875.022,30
C. Rechnungsabgrenzungsposten 836.481,77 1.094.726,89
Summe Aktiva 108.402.479,60 101.902.326,59
Passiva EUR 30.11.2022 30.11.2021
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
Stammaktien 43.200.000,00 43.200.000,00
II. Kapitalrücklage 15.575.841,00 15.575.841,00
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 25.281.526,96 25.281.526,96
IV Bilanzverlust / Bilanzgewinn -41.028.659,04 -27.020.909,32
43.028.708,92 57.036.458,64
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 148.630,00 173.707,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.938.711,50 1.759.674,20
2.087.341,50 1.933.381,20
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38.812.998,79 24.675.669,59
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.599.476,92 1.695.054,81
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 17.550.977,80 14.928.070,87
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.322.975,67 1.633.691,48
63.286.429,18 42.932.486,75
Summe Passiva 108.402.479,60 101.902.326,59

Gewinn- und Verlustrechnung

EUR 2021/22 2020/21
1. Umsatzerlöse 65.741.765,08 53.980.937,95
2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen 120.573,09 -36.060,69
3. Sonstige betriebliche Erträge 3.979.518,64 12.438.660,80
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -35.881.678,05 -33.142.506,18
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -8.241.543,00 -4.253.314,21
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -775.561,56 -882.687,38
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -22.885,62 -35.519,01
6. Abschreibungen
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -39.339,85 -15.027,00
b) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 -2.029.000,00
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -33.745.027,81 -29.938.897,42
8. Erträge aus Beteiligungen 263.657,49 3.827.371,64
9. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- und Teilgewinnabführungsverträgen 2.444.758,51 2.020.637,52
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 60,07 11.301,78
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 198.886,16 401.217,65
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens -1.123,00 -844.562,21
13. Aufwendungen aus Verlustübernahmen -5.782.354,82 -10.231.427,71
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.265.393,83 -1.944.290,90
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -14.005.688,50 -10.673.165,37
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -92,39 -22.236,33
17. Sonstige Steuern -1.968,83 -1.975,83
18. Jahresfehlbetrag / -überschuss -14.007.749,72 -10.697.377,53
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr -27.020.909,32 -16.323.531,79
20. Bilanzgewinn -41.028.659,04 -27.020.909,32

I. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die Ahlers AG - im Folgenden auch ,,Ahlers‘‘ genannt - mit Sitz in Herford ist im Handelsregister beim Amtsgericht Bad Oeynhausen unter der Nr. HRB 6541 eingetragen.

II. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der Ahlers AG wird gemäß den Vorschriften der §§ 238 ff. HGB und den besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften der §§ 264 ff. HGB sowie den Vorschriften der §§ 150 ff. AktG aufgestellt. Im Interesse der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzugebenden Vermerke ebenso wie solche, die wahlweise in Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzugeben sind, im Anhang aufgeführt. Die Gewinn- und Verlustrechnung stellen wir nach dem Gesamtkostenverfahren auf.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Allgemein

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert. Die Bewertung erfolgt nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften. Der Abschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Ermittlung der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden erfolgte dementsprechend auf Basis von Fortführungswerten.

Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung besteht aufgrund der angespannten Liquiditätslage und der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung insbesondere der Bekleidungsbranche eine erhebliche Unsicherheit über die Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die angespannte Liquiditätslage ist Folge des Aufbaus der Vorräte soweit er in den weltweiten Lieferkettenproblemen begründet liegt sowie der noch nicht zufriedenstellenden Ergebnissituation. Letztere wurde auch durch die inflationsgetriebene stark gesunkene Konsumneigung beeinflusst. Hieraus ergibt sich für die Gesellschaft insgesamt eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit und ein damit verbundenes bestandsgefährdendes Risiko. Weitere Details hierzu können dem Abschnitt „Risiko- und Chancenbericht“ im zusammengefassten Lagebericht entnommen werden.

In Folge der vorgenannten Ereignisse, die zum Ende des Geschäftsjahres zur angespannten Liquiditätslage führten, wurde ein Antrag auf Anpassung eines ursprünglich vereinbarten Covenant sowie der Aussetzung von Tilgungsleistungen der Ahlers AG von den kreditgebenden Banken genehmigt. Nach dem Bilanzstichtag kam es dennoch zu einer Nichteinhaltung des neu vereinbarten Covenant. Kraft eines weiteren vom Bankenkonsortium genehmigten Antrags seitens der Ahlers AG wurde der Covenant daraufhin temporär ausgesetzt. Im Februar 2023 wurde der Konsortialkreditvertrag strukturell angepasst.

Anhang zum Jahresabschluss der Ahlers AG für das Geschäftsjahr 2021/22

2. Währungsumrechnung

Die laufend entstehenden liquiden Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr ist das Imparitäts- und Realisationsprinzip des § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und des § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB anzuwenden.

3. Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten zzgl. Anschaffungsnebenkosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen. Für Zugänge bei den Sachanlagen werden die Abschreibungen im Zugangsjahr pro rata temporis ermittelt. Die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden über 3 bis 15 Jahre abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Für im Geschäftsjahr angeschaffte abnutzbare, bewegliche, selbstständig nutzbare Anlagegüter, deren Anschaffungskosten zwischen 250,00 EUR und 1.000,00 EUR liegen, wird ein Sammelposten gebildet und über 5 Jahre linear abgeschrieben.

4. Finanzanlagen

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die niedrigeren beizulegenden Werte ermitteln wir grundsätzlich mit Hilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens. Zuschreibungen bis maximal zu den Anschaffungskosten werden ebenfalls nach diesem Verfahren ermittelt. Kunstgegenstände wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und werden regelmäßig auf Wertminderungen überprüft. Bei dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauernde Wertminderung nicht mehr bestehen.

5. Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten gemäß § 253 Absatz 4 HGB bewertet.# Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und angemes- sene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist. Zinsen für Fremdkapital werden nicht angesetzt. Das Niederstwertprinzip wird beachtet.

6. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu ihren Nominalwerten oder den niedrigeren beizu- legenden Werten gemäß § 253 Absatz 4 HGB angesetzt. Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berück- sichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht eine pauschal ermittelte Wertberichtigung in Höhe von 2,5 Prozent auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen. Unein- bringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Außerbilanzielles Geschäft

Ahlers hat per 30. November 2018 eine Factoring-Vereinbarung mit einem Forderungskäufer abgeschlossen. Gemäß dieser Vereinbarung ist der Forderungskäufer verpflichtet, kurzfristig fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen anzukaufen. Der Ankauf erfolgt monatlich revolvierend mit wöchentlichen Abstimmungen und deckt ein vertrag- lich festgelegtes Volumen zwischen 9 und 28 Mio. EUR ab. Ahlers hat das Recht, die Ausnutzung dieses Volumens zu bestimmen. Es werden im Wesentlichen alle Chancen und Risiken übertragen. Die relevanten Risiken sind dabei das Kreditrisiko und das Risiko verspäteter Zahlungseingänge. Dem Kreditrisiko wird über eine zusätzliche Warenkredit- versicherung zur Spitzenabdeckung begegnet. Das Volumen der verkauften Forderungen betrug am Bilanzstichtag 3,0 Mio. EUR. Das verbleibende bei Ahlers liegende Restrisiko für Zahlungsausfälle beträgt 3,16%.

7. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks bestehen im Wesentlichen in Euro und sind zu den Nomi- nalwerten aktiviert worden.

8. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten wurden lt. § 250 Abs. 1 HGB auf der Aktivseite nur Ausgaben vor dem Abschluss- stichtag bilanziert, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

9. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

10. Rückstellungen

Bei den Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen angemessen berücksichtigt. Die Rückstellungen wurden auf der Grundlage des § 253 HGB ermittelt. Dabei wurden die Rückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die sonstigen Rückstellun- gen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB).

11. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

12. Latente Steuern

Latente Steuern werden auf die Unterschiede zwischen den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Nach der formalen Betrachtungsweise ist alleinige Steuerschuldnerin die Gesellschaft als Organträgerin, d.h. auch tatsächliche Steuern der Organgesellschaften sind vollständig in dem Jahresabschluss der Organträgerin auszuweisen, da sie alleine die Besteuerungsfolgen treffen. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 30,88 Prozent zugrunde (15,83 Prozent für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 15,05 Prozent für die Gewerbesteuer), der sich vor- aussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 430 Prozent.

IV. Angaben zu Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Entwicklung der kumulierten Anschaffungskosten und der kumulierten Abschreibungen je Anlageposten im Geschäftsjahr 2021/22 ist im Anlagenspiegel der Ahlers AG in einer Anlage zum Anhang dargestellt. Als Anschaf- fungskosten sind bei immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen und Finanzanlagen grundsätzlich die historischen Werte angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen - wie im Vorjahr - den Lieferungs- und Leistungsverkehr mit sowie kurzfristige Ausleihungen an in- und ausländische Konzerngesellschaften. Unter den Forderungen gegen ver- bundene Unternehmen werden in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR) Forderungen ausgewiesen, die aus dem Lieferungs- und Leistungsbereich resultieren sowie sonstige Forderungen in Höhe von 1,3 Mio. EUR (Vorjahr 1,1 Mio. EUR). Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Rechnungsabgrenzungsposten

Die Rechnungsabgrenzungen enthalten eine einmalige Verwaltungsgebühr von 0,8 Mio. EUR (Vorjahr 1,1 Mio. EUR), resultierend aus den in den Geschäftsjahren 2018/2019 bis 2020/2021 gewährten sowie geänderten Konsortialkre- diten, die über die Laufzeit der Verträge bis Ende 2025 aufgelöst wird.

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt weiterhin Euro 43.200.000,00 und ist eingeteilt in einheitlich 13.681.520 auf den Namen lautende Stammstückaktien. Jede Stückaktie ist am Grundkapital der Gesellschaft mit demselben Anteil beteiligt und verkörpert 1 Stimmrecht. Frau Dr. Stella A. Ahlers hat am 29. Juni 2018 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Ahlers AG, Herford, am 29. Juni 2018 die Schwellen von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30% und 50% überschritten hat und zu diesem Tag 52,54% (entsprechend 7.188.512 Stimmen) beträgt. Davon sind Frau Dr. Stella A. Ahlers 52,34 % (entsprechend 7.233.112 Stimmen) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von Frau Dr. Stella A. Ahlers kontrollierte Unterneh- men, deren Stimmrechtsanteil an der Ahlers AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
* Adolf Ahlers Familienstiftung, Schweiz
* Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG
* WTW-Beteiligungsgesellschaft mbH.

Zum Bilanzstichtag besaßen außer Frau Dr. Ahlers keine anderen Organmitglieder Aktien der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. April 2022 wurde die Satzung wie folgt geändert: Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 27. April 2027 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, jedoch insgesamt höchstens um 21.600 TEUR zu erhöhen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Bedingungen auszuschließen.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage betrug unverändert 15,6 Mio. EUR; davon entfielen 12,8 Mio. EUR auf das Agio aus der Kapitaler- höhung gegen Bareinlage anlässlich des Gangs an die Börse und 1,6 Mio. EUR aus der Begebung von Vorzugsaktien.

Gewinnrücklagen

Im Geschäftsjahr wurden keine Gewinnrücklagen entnommen und in den Bilanzgewinn übertragen. Am 30. November 2022 werden damit unverändert 25,3 Mio. EUR ausgewiesen.

Bilanzgewinn/ -verlust

Im Bilanzgewinn/ -verlust enthalten ist ein Verlustvortrag in Höhe von 27.020.909,32 EUR.

Rückstellungen für Pensionen

Die Pensionsrückstellungen werden versicherungsmathematisch nach der projected unit credit method berechnet. Dabei wird der Zinssatz gemäß der Tabelle der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt. Die Pensionsrückstellungen entsprechen den Barwerten der erdienten Ansprüche, die unter Anwendung des 10-Jahres-Durchschnittszinses von 1,78 Prozent sowie eines Rententrends von 2,25 Prozent auf der Grundlage der Richttafeln Heubeck 2018 G passiviert werden. Ein Gehaltstrend wurde nicht angesetzt, da es sich um Zusagen mit festen Beträgen handelt. Bei der Anwendung des 7-Jahres-Durchschnittszinses von 1,44 Prozent hätte sich zum 30. November 2022 eine höhere Pensionsrückstellung ergeben. Der einer Ausschüttungssperre unterliegende Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum 30. November 2022 36.691,00 EUR (Vorjahr: 66.705,00 EUR).

Sonstige Rückstellungen

Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Beträge setzen sich im Wesentlichen zusammen aus 0,4 Mio. EUR für Boni, 0,5 Mio. EUR für Warenrücksendungen und Preisnachlässe sowie 0,6 Mio. EUR für ausstehende Rechnungen. Darüber hinaus wurden ausreichende Rückstellungen für Prüfungskosten, Aufsichtsratsvergütung, Archivierungskos- ten und alle anderen erkennbaren Risiken und Verpflichtungen gebildet.

Alle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch die Verpfändung von Grundbesitz, Kunstgegenständen, Vorräten und nicht übertragenen Forderungen besichert.

Unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden in Höhe von 5,9 Mio. EUR (Vor- jahr 3,5 Mio. EUR) Verbindlichkeiten ausgewiesen, die aus dem Lieferungs- und Leistungsbereich resultieren sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 10,7 Mio. EUR (Vorjahr 10,4 Mio. EUR) und ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr 1,0 Mio. EUR).

Verbindlichkeitenspiegel (in Mio. EUR) Restlaufzeiten Mio.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Aus dem Bilanzgewinn einschließlich der Gewinnrücklagen in Höhe von zusammen -15.747 TEUR darf der im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen nach § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde Betrag in Höhe von 37 TEUR nicht ausgeschüttet werden.

Haftungsverhältnisse

Die Haftungsverhältnisse beziehen sich im Wesentlichen auf Bürgschaften für Bankverbindlichkeiten diverser Tochtergesellschaften. Es ist nicht davon auszugehen, aus diesen Bürgschaften in Anspruch genommen zu werden, da die Tochtergesellschaften den Verpflichtungen aus der laufenden operativen Tätigkeit nachkommen können.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In diesem Posten sind Zinsen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr 0,4 Mio. EUR) ausgewiesen.

Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

In diesem Posten sind Abschreibungen auf die Wertpapiere des Anlagevermögens und planmäßige Abschreibungen auf Kunstgegenstände mit zusammen 1 TEUR enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Aufwendungen enthalten 199 TEUR (Vorjahr 376 TEUR) Zinsen an verbundene Unternehmen. Auf Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung entfallen 3 TEUR (Vorjahr 4 TEUR).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In diesem Posten werden die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag, die Gewerbesteuer, ausländische Steuern vom Einkommen sowie latente Steuern erfasst. Bei dem ausgewiesenen Aufwand handelt es sich um laufende Gewerbesteuern.

TEUR TEUR
30.11.2022 30.11.2021
aus Wechselobligo 0 0
aus Bürgschaften 0 54 0
Summe 0 54 0

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultieren aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen und setzen sich wie folgt zusammen:

Fälligkeit (TEUR) 30.11.2022 30.11.2021
im Folgejahr 368 167
davon gegenüber verbundenen Unternehmen (153) (163)
im 2. bis 4. Jahr 641 0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen (0) (0)
ab 5. Jahr 0 0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen (0) (0)
Gesamt 1.009 167
davon gegenüber verbundenen Unternehmen (153) (163)

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente setzen wir in Form von Devisentermingeschäften zur Sicherung von Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft ein. Das Kontraktvolumen der Devisentermingeschäfte beläuft sich am Bilanzstichtag auf 12,7 Mio. EUR (Vorjahr 5,6 Mio. EUR). Zur Absicherung von Währungsrisiken setzt die Gesellschaft Devisentermingeschäfte ein. Auf der Basis von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Einkäufen bzw. Verkäufen in Fremdwährung werden Devisentermingeschäfte für einen Anteil der sich jeweils ergebenden offenen Positionen in Fremdwährung abgeschlossen. Gemäß § 254 HGB liegt eine Bewertungseinheit in Form eines antizipativen Hedges vor, da offene Posten aus antizipativen Grundgeschäften in Fremdwährung fristenkongruent mit Devisentermingeschäften gesichert werden. Die Devisentermingeschäfte sichern einen Wechselkurs, um mögliche Wechselkursänderungsrisiken, die sich aus den operativen Transaktionen der Gesellschaft ergeben, abzusichern. Die erwarteten Transaktionen betreffen Einkäufe sowie Verkäufe in Fremdwährung innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die Effektivität wird durch einen Critical Term Match sichergestellt. Der Marktwert der Devisentermingeschäfte zum Stichtag belief sich auf -156 TEUR. Über die gesamte Laufzeit der Devisentermingeschäfte ergibt sich kein Währungsrisiko; die Geschäfte waren in Bewertungsportfolios zusammengefasst und wurden bilanziell nicht erfasst.

Kontraktvolumen (in Tausend Währungseinheiten) Marktwert TEUR beizulegender positiver Zeitwert beizulegender negativer Zeitwert
Käufe USD 13.000 12.666 - -156
Verkäufe CHF - - - -
Gesamt 12.666 - -156

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

Die Ahlers AG beschäftigte im Geschäftsjahr 2021/22 im Jahresdurchschnitt wie schon im Vorjahr keine Mitarbeiter.

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

  • Alexander Gedat Vorsitzender, Betriebswirt (Rosenheim)
  • Armin Fichtel Stellvertretender Vorsitzender, Kaufmann (Mönchengladbach)
  • Heidrun Baumgart (bis 30. Juni 2022) Arbeitnehmervertreterin, Industriekauffrau (Bielefeld)
  • Frank Stender (seit 01. Juli 2022) Arbeitnehmervertreter, Leiter Gebäude- und Fuhrparkverwaltung, (Bielefeld)

Vorstand

  • Dr. Stella A. Ahlers Vorstandsvorsitzende (Herford)
  • Simon Tabler (bis 15. Dezember 2022) Vorstand Finanzen, IT, Personal, Revision/Compliance und Auslandsbetriebe (Herford)

Weitere Angaben zu den Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern

Die Aufsichtsräte/Vorstände unserer Gesellschaft sind zum 30. November 2022 gleichzeitig Mitglieder eines Organs folgender Gesellschaften:

  • Alexander Gedat

    • Aufsichtsratsvorsitzender bei der Gerry Weber International AG, Halle (Westf.)
    • Beirat bei der Fynch – Hatton GmbH, Mönchengladbach
    • Beirat bei der Sportalm GmbH, Kitzbühel, Österreich
    • Aufsichtsrat bei der CA Controller Akademie AG, Wörthsee
    • Aufsichtsrat bei der Gruppe Nymphenburg AG, München
    • Beirat bei der Yoona Ventures GmbH, Berlin
  • Armin Fichtel

    • Beiratsvorsitzender bei der Mustang Jeans GmbH, Künzelsau
    • Beirat bei der Sanna Lindström GmbH, Mönchengladbach
    • Beirat bei der Fynch – Hatton GmbH, Mönchengladbach
  • Dr. Stella A. Ahlers

    • Präsidentin des Verwaltungsrats der Adolf Ahlers AG, Zug, Schweiz

Nicht genannte Aufsichtsrats-/Vorstandsmitglieder haben keine Mandate bei anderen Gesellschaften.

Aktienbesitz

Die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, besitzt eine mehrheitliche Beteiligung am stimmberechtigten Aktienkapital der Ahlers AG, die sie zum Großteil über ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft WTW Beteiligungsgesellschaft mbH, Herford, hält. Der Jahresabschluss der Ahlers AG wird in den Konzernabschluss der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, als größten Kreis von Unternehmen, und in den Konzernabschluss der Ahlers AG, Herford, als kleinsten Kreis von Unternehmen gemäß § 285 Nr. 14 HGB, einbezogen. Die Konzernabschlüsse der Ahlers AG sowie der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG werden im Bundesanzeiger offengelegt.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen gelten die Mitglieder des Vorstandes und die Mitglieder des Aufsichtsrats. Außer den Vergütungen für die Vorstände und den Aufsichtsrat bestehen folgende Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen: Frau Dr. Ahlers hat der Ahlers AG zwei Bürgschaften in Höhe von insgesamt 2,0 Mio. EUR zur Absicherung der Konsortialkreditverträge gewährt. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft weiterhin Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen, darunter auch verbundenen Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten. Dies betrifft die Bereiche Verkauf von Bekleidungsartikeln und Bezug von Dienstleistungen sowie Finanzierungen. Die Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.# Anhang

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen

Für alle Geschäfte, die mit und zwischen mittel- oder unmittelbar in hundertprozentigem Anteilsbesitz stehenden, in den Konzernabschluss der Ahlers AG, Herford, einbezogenen Unternehmen getätigt werden, entfällt gemäß § 285 Nr. 21 HGB eine weitere Angabe. Im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgten folgende Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen:

  • Lieferungen an die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR),
  • Leistungen von der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, und ihr nahe stehende Unternehmen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR) und
  • Zinsaufwendungen für Darlehen von der WTW Beteiligungsgesellschaft mbH in Höhe von 40 TEUR (Vorjahr 40 TEUR) sowie Zinsaufwendungen für ein Darlehen der Vorstandsvorsitzenden in Höhe von 24 TEUR (Vorjahr 15 TEUR).

Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Aufsichtsratstätigkeit anfallen, sowie die auf die Bezüge anfallende Umsatzsteuer werden den Aufsichtsratsmitgliedern ersetzt. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021/22 betrugen 90 TEUR (Vorjahr 90 TEUR), davon erfolgsunabhängig 90 TEUR (Vorjahr 90 TEUR).

Die Gesamtbezüge des Vorstands der Ahlers AG im Berichtsjahr betrugen 773 TEUR (Vorjahr 856 TEUR), davon erfolgsunabhängig 743 TEUR (Vorjahr 729 TEUR) und erfolgsabhängig 30 TEUR (Vorjahr 127 TEUR).

Ehemalige Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Adolf Ahlers GmbH und deren Hinterbliebene erhielten 13 TEUR (Vorjahr 14 TEUR). Für diese Personengruppe bestanden am 30. November 2022 Rückstellungen für laufende Pensionen von 68 TEUR (Vorjahr 72 TEUR).

Anteilsbesitzliste gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Eine Auflistung der Unternehmen, an den die Ahlers AG zum 30. November 2022 mindestens 20 % der Anteile sowie zusätzlich 5 % an großen Kapitalgesellschaften hält, sind in einer Anlage zum Anhang dargestellt.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Ahlers AG hat für das Jahr 2022 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären auf den Internet-Seiten der Ahlers AG (www.ahlers-ag.com) dauerhaft zugänglich gemacht.

Honorar des Abschlussprüfers

Die Angabe des Abschlussprüferhonorars erfolgt im Konzernabschluss.

Nachtragsbericht

Besondere Sachverhalte nach dem Bilanzstichtag mit wesentlicher Wirkung auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Konzerns zum 30. November 2022 haben sich nicht ergeben. Im Februar 2023 wurde der bestehende Kreditvertrag mit dem Bankenkonsortium angepasst. Hierzu verweisen wir auf die Ausführungen im 2. Abschnitt „Grundlagen der Bilanzierung‘‘.

Konzernabschluss

Die Ahlers AG ist als Mutterunternehmen von der Aufstellung eines Konzernabschlusses nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches befreit, da das Unternehmen alternativ einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufstellt (§ 315 e HGB). Es wurden alle zum 30. November 2022 gültigen Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) berücksichtigt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Zum Konsolidierungskreis gehören alle mittelbar und unmittelbar verbundenen Unternehmen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Herford, den 27. Februar 2023
Ahlers AG
Der Vorstand
Dr. Stella A. Ahlers

Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 2021/22

TEUR 1.12.2021 Zugänge Abgänge 30.11.2022 1.12.2021 Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge 30.11.2022 30.11.2022 30.11.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 752 0 0 752 752 0 0 0 752 0 0
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 107 0 0 107 107 0 0 0 107 0 0
Technische Anlagen und Maschinen 28 0 0 28 28 0 0 0 28 0 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.213 244 0 1.457 1.173 39 0 0 1.212 245 40
Geleistete Anzahl. u. Anl. im Bau 78 5 0 83 0 0 0 0 0 0 78
1.426 249 0 1.592 1.308 39 0 0 1.347 245 118
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 103.735 0 0 103.735 42.490 0 1.000 0 41.490 62.245 61.245
Beteiligungen 211 0 0 211 0 0 0 0 0 211 211
Wertpapiere des Anlagevermögens 34 0 0 34 0 11 0 0 11 0 23
Sonstige Finanzanlagen 4.906 0 649 4.257 570 1 0 131 440 3.817 4.336
108.886 0 683 108.203 43.071 1 1.000 142 41.930 66.273 65.815
111.064 249 766 110.547 45.131 40 1.000 142 44.029 66.518 65.933

Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 2021/22

TEUR 1.12.2021 Zugänge Abgänge 30.11.2022 1.12.2021 Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge 30.11.2022 30.11.2022 30.11.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 752 0 0 752 752 0 0 0 752 0 0
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 107 0 0 107 107 0 0 0 107 0 0
Technische Anlagen und Maschinen 28 0 0 28 28 0 0 0 28 0 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.213 244 0 1.457 1.173 39 0 0 1.212 245 40
Geleistete Anzahl. u. Anl. im Bau 78 5 0 83 0 0 0 0 0 0 78
1.426 249 0 1.592 1.308 39 0 0 1.347 245 118
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 103.735 0 0 103.735 42.490 0 1.000 0 41.490 62.245 61.245
Beteiligungen 211 0 0 211 0 0 0 0 0 211 211
Wertpapiere des Anlagevermögens 34 0 0 34 0 11 0 0 11 0 23
Sonstige Finanzanlagen 4.906 0 649 4.257 570 1 0 131 440 3.817 4.336
108.886 0 683 108.203 43.071 1 1.000 142 41.930 66.273 65.815
111.064 249 766 110.547 45.131 40 1.000 142 44.029 66.518 65.933

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Ich versichere nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Herford, den 27. Februar 2023
Dr. Stella A. Ahlers

Anteilsbesitz der Ahlers AG (unmittelbar bzw. mittelbar gehalten)

Firma Anteil am Kapital (in %) davon mittelbar Eigenkapital 1) TEUR Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 2) TEUR 2021/22 %
1. Ahlers P.C. GmbH, Herford 100,00 21.036 3)
2. Ahlers Textilhandel GmbH & Co. KG, Herford 80,00 5.443 324
3. Ahlers Vertrieb GmbH, Herford 100,00 28 3)
4. Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford 100,00 5.361 3)
5. Baldessarini GmbH, Herford 100,00 2.725 3)
6. Ahlers Retail GmbH, Herford 100,00 58 3)
7. Otto Kern GmbH, Herford 100,00 7.987 3)
8. PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH, Herford 100,00 101 3)
9. Pionier Berufskleidung GmbH, Herford 100,00 45 3)
10. Adolf Ahlers AG, CH-Zug 100,00 4.922 201
11. Ahlers Austria GmbH, A-Mariasdorf 100,00 1.608 164
12. Ahlers Herford (España) S.L., E-Madrid 100,00 275 56
13. Ahlers Herford (Italia) S.R.L. i.L., I-Torino 100,00 266 -17
14. Ahlers Premium France S.A.S., F-Horbourg-Wihr 100,00 1.266 37
15. "Ahlers-Poland" Spolka z o.o., PL-Opole 100,00 9.127 -702
16. OOO Ahlers RUS, RUS-Moskwa 90,00 3.270 1.629
17. SIA Ahlers LV, LV-Riga 100,00 21. 89 69
18. Dial Textile Industries Ltd., CL-Katunayake 100,00 2.640 1.055
19. Ahlers Danmark A/S, DK-Haderslev 100,00 291 47
20. "LUBINEX"-Spolka z o.o. i. L., PL-Lubin 62,85 62,85 15. 399 -282
21. UAB Ahlers LT, LT-Vilnius 100,00 1. -149 30
22. TEXART Bratislava s r.o. i.L., SK-Bratislava 100,00 11. 40 -35
23. TEXART Magyarorszag Kft., H-Budapest 100,00 11. 108 -19
24. TEXART spol. s r.o. i.L., CZ-Prag 100,00 11. 1 -2

1) Fremdwährungsbeträge sind mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.
2) Fremdwährungsbeträge Jahresüberschuss/-fehlbetrag sind mit dem Geschäftsjahresdurchschnittskurs umgerechnet.
3) Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag

3. Zusammengefasster Lagebericht für die Ahlers AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2021/22

Grundlageninformationen zum Konzern

Geschäftsmodell

Konzernstruktur und -organisation

Die Ahlers AG mit Sitz in Herford fungiert als Muttergesellschaft des Ahlers Konzerns. Darunter bestehen aktuell 24 (Vorjahr 29) eigenständige Gesellschaften. Jede Marke ist in einer selbstständigen Gesellschaft organisiert. Des Weiteren gibt es in den wichtigsten 10 Auslandsmärkten eigene aktive Vertriebsgesellschaften, die mit Ausnahme der OOO Ahlers RUS zu 100 Prozent zum Konzern gehören. An der OOO Ahlers RUS hält Ahlers 90 Prozent der Anteile, die übrigen 10 Prozent gehören einem langjährigen russischen Partner.

Im Geschäftsjahr wurden im Inland die Jupiter Bekleidung GmbH, Herford, auf die Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford, und die Pionier Jeans & Casuals Deutschland GmbH, Herford, auf die PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH, Herford, fusioniert. Zudem wurden die Otto Kern Austria GmbH, A-Mariasdorf, und die Texart d.o.o., HR-Strmec Samoborski, auf die Ahlers Austria GmbH, A-Mariasdorf, fusioniert. Die Texart d.o.o., SLO-Ljubljana, wurde liquidiert.

Neben der „LUBINEX“-Spolka z o.o. befinden sich seit diesem Geschäftsjahr auch die Texart Bratislava s r.o., SK-Bratislava, die Texart spol. s r.o., CZ-Prag, sowie die Ahlers Herford (Italia) S.R.L., I-Torino, in Liquidation. Seit der Schließung des Produktionswerks „LUBINEX“-Spolka z o.o. im Jahr 2020 betreibt Ahlers nur noch eine eigene Fertigungsstätte in Sri Lanka. An der 2010 aus dem Konzern ausgegliederten Jupiter Shirt GmbH besitzt die Ahlers AG 49 Prozent. Die Jupiter Shirt GmbH entwickelt und vertreibt Hemden unter der Marke Jupiter in ganz Europa. Eine Übersicht über die Tochtergesellschaften des Ahlers Konzern findet sich auf der Seite 20 „Anteilsbesitz“.# Alle Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge (EAV) der Ahlers AG mit ihren Tochtergesellschaften blieben für die aktiven Gesellschaften unverändert (vgl. Tabelle Anteilsbesitz, Seite 20). Ahlers ist in Form einer Funktionsmatrix organisiert. Die Geschäftsführer jeder Marken-Vertriebsgesellschaft sind eigenständig für Produktentwicklung und Vertrieb der Marke verantwortlich. Zentrale Aufgaben wie IT, Rech- nungswesen, Produktion, Logistik, Marketing und Controlling/Recht sind in der Ahlers Zentralverwaltung GmbH und weiteren Konzerngesellschaften angesiedelt. Die Zentralabteilungen unterstützen die einzelnen Gesellschaften mit ihrem übergreifenden Know-how und realisieren Synergien im Konzern durch Bündelung gleichartiger Aufgaben und gemeinsames Sourcing. Das Retail- und Outlet-Management und alle inländischen Einzelhandelsgeschäfte des Ahlers Konzerns sind in einer eigenständigen Gesellschaft, der Ahlers Retail GmbH, zusammengefasst. Von der Ahlers Vertrieb GmbH aus wird das eCommerce-Geschäft zentral für die Marken des Unternehmens gesteuert. Wir informieren Sie ausführlich über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Diesen können Sie auf unserer Internetseite unter www.ahlers-ag.com/unternehmen/unternehmensprofil/nach- haltigkeit/ abrufen.

Konzern-Profil

Der Ahlers Konzern bietet mit seinen vier Menswear Marken und einer Marke für Workwear maßgeschneiderte Kollek- tionen für unterschiedliche Zielgruppen und Preissegmente an. Entsprechend ihrer modischen Aussage und preisli- chen Positionierung sind die Marken in die beiden Segmente „Premium Brands“ und „Jeans & Workwear“ gegliedert.

Ziele und Strategie

Die Ahlers AG ist eine der führenden Hersteller für modische Menswear in Deutschland und Europa. Ahlers entwickelt und vertreibt Menswear unter vier klar voneinander abgegrenzten Marken im mittleren und gehobenen Preissegment, die modern, funktional, hochwertig und nachhaltig ist. Neben dem Wholesale Geschäft mit Einzelhandelskunden steht der Ausbau des eCommerce im Mittelpunkt der Vertriebsaktivitäten. Daneben wird unter PIONIER WORKWEAR Profi- berufskleidung angeboten. Alle Marken sollen in Zukunft noch klarer positioniert, effizient und profitabel geführt werden. Solides und nachhaltiges Wachstum ist das Ziel der mittelfristigen Unternehmensentwicklung. Dies soll mit den folgen- den strategischen Maßnahmen erreicht werden:

Strategie

– die Geschäftsfelder
– Marken
– preislich gestaffelte, attraktive Menswear Marken im mittleren und gehobenen Bekleidungsmarkt
– BALDESSARINI
– PIERRE CARDIN
– PIONEER AUTHENTIC JEANS
– OTTO KERN (im Wesentlichen Lizenzgeschäft)
– sowie qualitativ hochwertige Berufskleidung unter der Marke PIONIER WORKWEAR
– Absatzkanäle
– Wholesale mit dem stationären Einzelhandel, Filialisten und Warenhäusern
– eCommerce mit eigenen Online Shops, Mehrmarkenplattformen und Online Shops von Wholesale-Partnern
– Monomarken-Stores in ausgewählten Märkten, besonders in Osteuropa
– Outlets
– Märkte
– DACH
– Europa
– ausgewählte außereuropäische Märkte wie z.B. Kanada
– Produkt
– Innovative, modische und qualitativ hochwertige Menswear und Berufskleidung

Die Wachstumsstrategie
Menswear mit PIERRE CARDIN, BALDESSARINI, OTTO KERN und PIONEER AUTHENTIC JEANS – hochwertige Berufskleidung mit PIONIER WORKWEAR
Ahlers fokussiert sich auf Menswear mit den Marken PIERRE CARDIN, BALDESSARINI, OTTO KERN und PIONEER AUTHENTIC JEANS und auf Berufskleidung unter der Marke PIONIER WORKWEAR. Über zwei Drittel der Umsätze werden im attraktiven Premium-Segment erzielt. Mit allen Marken wollen wir national und international profitabel und nachhaltig wachsen.

Der PIERRE CARDIN-Markenauftritt wird von der einzigartigen Brand-Heritage dieser französischen Designer- marke geprägt und beeinflusst sein. Modern, angezogen und fortschrittlich soll PIERRE CARDIN im kommerziellen Premium-Segment als Designer Brand wahrgenommen werden. Der PIERRE CARDIN Wholesale-Vertrieb intensiviert in Deutschland und Europa bestehende Kundenbeziehungen und akquiriert neue Kunden. Der eCommerce soll auf die ost- und westeuropäischen Märkten ausgeweitet werden.

BALDESSARINI verortet sich neu im Hollywood des Jah- res 1969. Die Marke ist erfüllt von Lebensfreude, der Lust den Moment zu leben und dem Drang nach Freiheit. Ihrem altersunabhängigen Kunden bietet BALDESSARINI einzigartige Produkte mit hohem Selbstbewusstsein und Anspruch an Design, Zeitgeist und Preis-Leistung. BALDESSARINI strebt die Marktführerschaft im Luxus-Design auf internationa- ler Ebene im Upper Premium Markt an. Mit einem neuen Ladenbaukonzept und einer fokussierten Kollektion sollen in Europa Shop-in-Shops mit Total Looks genauso gestärkt werden wie das Category Management. Ein weiterer Fokus liegt auf der Digitalisierung und den Social Media Interaktionen, um die Verkäufe und die Brand Awareness D2C (Direct to Consumer) voranzutreiben. Auch weitere neue Märkte in Europa, Asien und Amerika sollen zukünftig erschlossen werden. Lizenzprodukte runden die Sortimentsaussage ab und werden sukzessive ausgebaut.

Für OTTO KERN steht die Gewinnung weiterer Lizenznehmer im Fokus.

Im Jeans- & Workwear-Segment tritt PIONEER AUTHENTIC JEANS mit dem Marken-Claim PIONEERS OF TOMORROW an und baut damit seine Marken- und Konsumentenkommunikation als führender Jeans- und Hosen- spezialist in attraktiven Preislagen stringent aus. Durch das zusätzliche Angebot von Oberteilen wird die Marke zu einer ganzheitlichen Lifestyle-Brand weiterentwickelt. Dazu tragen auch Kollektionen bei, die den modernen, urba- nen Pionier mit innovativen Casual-Looks ausstattet. National und international wollen wir im Wholesale wachsen und zusätzliche Shop-in-Shop-Flächen dazugewinnen. Der Online-Vertrieb soll vor allem auf Marktplätzen und Multi- marken-Formaten ausgebaut werden.

Bei PIONIER WORKWEAR wollen wir uns mit einer optimierten Marken- und Angebotskommunikation auf unsere Stärken im Bereich Corporate Wear konzentrieren und im technischen Handel als innovativer Anbieter von Berufsbekleidung wieder stärker positionieren.

Wachstum im Wholesale

Für Menswear wird der stationäre Facheinzelhandel trotz rückläufiger Marktentwicklung nach wie vor ein wichtiger Absatzkanal bleiben. Mehr Sichtbarkeit für unsere Marken und Umsatzzuwächse wollen wir durch die Vermarktung unserer Produkte auf „gebrandeten“ Flächen, in Pop-Ups und Shop-in-Shops generieren. Zudem soll die Flächenpro- duktivität verbessert werden. Dazu entwickeln wir die Prozesse der Warenversorgung für die Markenflächen konse- quent weiter. Partnerschaftsprogramme, Kooperationskonzepte und Service-Qualität werden fortlaufend analysiert und optimiert. Neben dem stationären Facheinzelhandel haben wir auch den Online-Handel unserer Wholesale- Kunden im Fokus.

Wachstum im eCommerce

Der eCommerce hat als stark wachsender Absatzkanal strategisch sehr hohe Priorität. Wir investieren viel personelle Kapazität und Finanzmittel in dieses stetig wachsende Geschäftsfeld. Sehr wichtig sind dabei die Vertriebsaktivitä- ten im Online-Wholesale-Geschäft sowie die Anbindung an Online-Multibrand-Plattformen. Darüber hinaus steht die Gewinnung von zusätzlichen Onlinehändlern in Europa und die weitere Internationalisierung des Marktplatzgeschäfts im Mittelpunkt. Zusätzlich betreibt Ahlers zwei eigene Online-Shops mit den Marken PIERRE CARDIN und BALDESSARINI. Auch hier soll die Internationalisierung forciert werden. Die eigenen Online-Shops sind gleichzeitig Schaufenster der Marken und wichtiger Verkaufskanal. Sowohl im eCommerce Wholesale-Vertrieb, dem Marktplatzgeschäft und den eigenen Online-Shops wollen wir weiter stark wachsen. Die differenzierte Sortimentssteuerung, die prominente Markenplatzierung, die Optimierung der Value Proposition und effiziente IT-Strukturen und -Tools sollen diesen Ausbau unterstützen.

Wachstum im eigenen Retail

Wir werden die bestehenden Store-Konzepte weiterentwickeln und punktuell Partner-Stores eröffnen. Ahlers setzt dabei strategisch auf Monomarken-Stores der Premiummarken PIERRE CARDIN und BALDESSARINI, die wir bevorzugt mit Partnern vornehmlich in Osteuropa betreiben.

Steigerung des internationalen Geschäfts

Ahlers ist mit einem internationalen Anteil von 45 Prozent am Gesamtumsatz ein erfolgreicher „European Player“. Ziel für die Zukunft ist es, durch systematischen Ausbau der lokalen Vertriebsorganisationen die Umsätze in Europa weiter zu entwickeln. Dabei soll das Geschäft vor allem mit Wholesale-Partnern, aber auch punktuell mit eigenen Stores und Partnerstores wachsen. Außerhalb Europas wollen wir mittelfristig mit unserer Marke BALDESSARINI expandieren.

eCommerce Wholesale

Kostenführerschaft in der Beschaffung und in den logistischen Prozessen

Die Optimierung von Beschaffung und Logistik ist eine dauerhafte Herausforderung in der Bekleidungsindustrie. Ahlers arbeitet fortwährend an der Lieferantenauswahl und den Logistikprozessen mit dem Ziel, Qualität, Verläss- lichkeit, Schnelligkeit und Beschaffungskosten zu optimieren. Ständig prüfen wir bestehende Lieferanten und Liefer- länder, um eine verlässliche und kostengünstige Produktion zu sichern, die unseren Qualitäts- und Sozialstandards genügt. Sukzessive hat Ahlers die Jeansbeschaffung auf Vollgeschäft umgestellt und wird künftig auch die Anzugbe- schaffung darauf umstellen. In den letzten Jahren haben wir unsere Beschaffung im günstig gelegenen, südlichen Mittelmeerraum intensiviert und kombinieren sie mit der Beschaffung im ferneren Asien. Die gesamte Rohwarenlo- gistik und überwiegende Anteile der Fertigwarenlogistik des Konzerns erfolgen von Polen aus. Die Einhaltung von Sozialstandards ist immer wesentliche Grundbedingung für die Auswahl von Lieferanten und Dienstleistungspartnern.

Laufende Digitalisierungsprojekte zur Unterstützung des B2B-Geschäfts

Ahlers nutzt die technologischen Fortschritte und die damit einhergehenden digitalen Trends.# Kundenbedürfnisse zu analysieren und daraus bedarfsorientierte Produkte und Services zu entwickeln, ist eine große Chance.

Zur zukunftsorientierten Geschäftsentwicklung hat Ahlers verschiedene Digitalisierungsprojekte aufgesetzt. Unter anderem erweitern wir kontinuierlich die automatische Generierung von Nachverkaufsangeboten für Einzelhandelskunden, deren Bestände wir elektronisch einsehen können (EDI) und schaffen virtuelle Regalverlängerungen für den Einzelhandel.

Die Marken PIERRE CARDIN, PIONEER AUTHENTIC JEANS und BALDESSARINI sind mit einer cloudbasierten B2B-Order Area eines in der Branche renommierten Dienstleisters präsent. Über dieses Portal können unsere Händler digital Nachbestellungen tätigen. Auch PIONIER WORKWEAR stellt seinen Kunden einen B2B-Shop zur Verfügung, der ständig weiterentwickelt werden wird. PIERRE CARDIN, BALDESSARINI und PIONEER AUTHENTIC JEANS stellen ihren Kunden zudem Produktdaten und Bildmaterial cloudbasiert zur Verfügung.

Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsstellen der Mode sind die Produktmanagement- und Modellabteilungen sowie die Musternähereien. Jede Saison entwickeln diese Abteilungen neue Kollektionen, die auf ihre Zielkunden ausgerichtet sind. Das Design steht dabei im Mittelpunkt und die Funktionalität der Bekleidung ist wichtige Nebenbedingung. Zusätzlich rücken die Nachhaltigkeit, die Ressourcenschonende Produktion und die Verwendung von recycelten oder biologisch erzeugten Materialien in den Fokus der Produktentwicklung. Die einzelnen Produktgruppen jeder Marke haben in der Regel eigene Produktmanagement-Teams. Die Modellabteilungen und die Musternähereien sind meist übergreifend nach Warengruppen organisiert und arbeiten für mehrere Marken, haben aber benannte Spezialisten innerhalb der Organisation für ihre jeweilige Marke.

Regionale Produktionsanteile (Vorjahr):

40                                                     35
30                                                     25
20                                                     15
10                                                     5
0

Sri Lanka Polen Andere EU/ Naher Osten Afrika China/HKG Andere Fernost
2021/22 2020/21
Sri Lanka 32,6% (35,6%)
Polen 0,3% (0,6%)
Andere EU/ Naher Osten 25,7% (24,3%)
Afrika 13,7% (12,0%)
China/ HKG 4,5% (3,4%)
Andere Fernost 23,2% (24,1%)

Digitalisierung

Die Produktmanagement- und Modellabteilungen sowie die Musternähereien hatten zum 30. November 2022 52 Mitarbeiter (Vorjahr 51). Durch die Effizienzmaßnahmen der Vorjahre und die weitere Umstellung auf Vollkauf blieben die Anzahl der Mitarbeiter und die Kosten in diesen Abteilungen trotz des Umsatzanstiegs im Geschäftsjahr 2021/22 stabil zum Vorjahr. Die Aufwendungen vor Sondereffekten lagen bei 3.452 TEUR (Vorjahr 3.447 TEUR). Durch ergänzende Effizienzmaßnahmen bedingt fielen Sondereffekte in Höhe von 148 TEUR an (Vorjahr -88 TEUR). Der Großteil der Aufwendungen sind Personalkosten. Der Sachaufwand besteht vor allem aus Beratungskosten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten machten 2,0 Prozent vom Umsatz (Vorjahr 2,4 Prozent) aus. Grundsätzlich erfolgt keine Aktivierung von Entwicklungskosten, weil die Ansatzvoraussetzungen nach handelsrechtlichen Vorschriften bzw. nach IAS 38 nicht vollumfänglich erfüllt sind.

Steuerungssystem

Der Vorstand der Ahlers AG steuert die Vertriebs- und Service-Gesellschaften des Konzerns. Der Vorstand gibt die strategische Entwicklung vor, trifft wichtige Entscheidungen mit den Geschäftsführungen und überwacht die Zielerreichung der Tochtergesellschaften. Im Konzern wird eine Mittelfristplanung über drei Geschäftsjahre erstellt, die jährlich rollierend fortgeschrieben wird. Die jährliche Einzelplanung erfolgt bottom-up durch die von den einzelnen Geschäftsführern mit dem Vorstand erarbeiteten Planungen je Konzerngesellschaft. Für die einzelnen Vertriebs- und Servicegesellschaften werden dabei Detailziele hinsichtlich vordefinierter Steuerungsgrößen und Kennzahlen formuliert. In diese Einzelplanungen finden bereits die Einschätzungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Planungsjahr Eingang. Mitte des Geschäftsjahres wird mit dem Aufsichtsrat eine detaillierte Konzern-Jahresplanung („Budget“) einschließlich Strukturplanung für das neue Geschäftsjahr besprochen. Im Rahmen des zentralen monatlichen Reportings erfolgt die laufende Erfolgskontrolle der Budgetgrößen. Die Geschäftsführer der Tochterunternehmen berichten monatlich direkt an die Konzernleitung in einem vorstrukturierten Finanzbericht über quantitative und qualitative Entwicklungen im Berichtsmonat. In regelmäßigen Treffen informiert sich der Vorstand über die Marktsituation und nimmt mit den Geschäftsführern Weichenstellungen vor. Zentrale Reporting-Datenbanken erleichtern die Soll-/Ist-Kontrolle und die Erstellung täglicher, wöchentlicher und monatlicher EDV-Berichte. Zweimal im Jahr wird eine umfassende Überarbeitung der Jahresplanung vorgenommen.

Steuerungsgrößen und Kennzahlen

2021/22 2020/21
Umsatzerlöse Mio. EUR 170,9 142,5
Rohertragsmarge * in % 47,1 47,6
EBITDA * Mio. EUR -0,6 -5,7
EBITDA-Marge * in % -0,3 -4,0
EBIT * Mio. EUR -7,6 -13,8
EBIT-Marge * in % -4,5 -9,7
Sondereffekte Mio. EUR 1,3 6,6
Konzernergebnis Mio. EUR -9,2 -8,9
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Mio. EUR -11,0 6,3
Brutto-Investitionen Mio. EUR 3,3 1,9
Umsatzrendite vor Steuer in % -5,1 -6,4
Umsatzrendite nach Steuer in % -5,4 -6,2
Ergebnis je Aktie EUR -0,68 -0,68
Net Working Capital ** Mio. EUR 72,2 59,4
Return On Investment *** in % -6,7 -6,4
  • vor Sondereffekten
    ** Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
    *** Konzernregebnis / durchschnittliche Bilanzsumme

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Ahlers Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2021/22 durchschnittlich 1.759 Mitarbeiter und damit 147 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Am 30. November 2022 beschäftigte der Ahlers Konzern 112 Mitarbeiter mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg liegt nahezu ausschließlich in der Aufstockung der Kapazitäten des eigenen Produktionsstandortes in Sri Lanka begründet. Hier stieg die Anzahl der Mitarbeiter zum Stichtag um 140 gegenüber dem Vorjahresstichtag. Durch weiteren Beschäftigungsabbau im Zuge kurzfristig eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen hatte Ahlers in Deutschland am Stichtag 397 Mitarbeiter und damit 12 Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr. Store-Schließungen in Polen reduzierten die Anzahl der Mitarbeiter dort um 8 im Bereich Retail. Durch Stilllegung von Vertriebsfirmen in Osteuropa im Rahmen einer Umstrukturierung im Vertrieb reduzierte sich die Zahl der Mitarbeiter um 7 Mitarbeiter.

Wesentliche Steuerungsgrößen im Ahlers Konzern sind der Umsatz, das EBIT vor Sondereffekten, das Konzernergebnis, der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und die Brutto-Investitionen. Darüber hinaus werden das Net Working Capital, die zu erzielende Kalkulations- und Ist-Marge, das Umsatzwachstum, die Kostenquoten, die EBIT-Marge sowie der durchschnittliche Forderungsbestand in Tagen als Kennzahlen ermittelt. Bei den Produktionsentscheidungen des Vertriebsmanagements nimmt die Lagerreichweite einen besonderen Stellenwert ein, die maßgeblich die Höhe des Net Working Capital beeinflusst. Alle Segmente werden nach den gleichen Kennzahlen gesteuert. Die Steuerung der Einheiten hat sich im Berichtsjahr nicht wesentlich verändert. Die Geschäftsführer berichten an den Vorstand und die Kennzahlen wurden gleich berechnet. In der Ahlers AG sind die wesentlichen Steuerungsgrößen der Umsatz und das EBIT vor Sondereffekten.

  • Das EBIT vor Sondereffekten entspricht dem Ergebnis vor Ertragsteuern zuzüglich der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen, abzüglich der Zinsen und ähnlichen Erträgen sowie zuzüglich der Sondereffekte, die auf Seite 34 des Geschäftsberichts dargestellt werden.

Mitarbeiterstruktur im Konzern zum Stichtag (Vorjahr)

2000                                         1500
1000                                         500
0

Deutschland Polen Sri Lanka Osteuropa/ Sonstige Österreich Gesamt

Steuerungsgrößen und Kennzahlen

2021/22 2020/21
Umsatzerlöse Mio. EUR 170,9 142,5
Rohertragsmarge * in % 47,1 47,6
EBITDA * Mio. EUR -0,6 -5,7
EBITDA-Marge * in % -0,3 -4,0
EBIT * Mio. EUR -7,6 -13,8
EBIT-Marge * in % -4,5 -9,7
Sondereffekte Mio. EUR 1,3 6,6
Konzernergebnis Mio. EUR -9,2 -8,9
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Mio. EUR -11,0 6,3
Brutto-Investitionen Mio. EUR 3,3 1,9
Umsatzrendite vor Steuer in % -5,1 -6,4
Umsatzrendite nach Steuer in % -5,4 -6,2
Ergebnis je Aktie EUR -0,68 -0,68
Net Working Capital ** Mio. EUR 72,2 59,4
Return On Investment *** in % -6,7 -6,4
  • vor Sondereffekten
    ** Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
    *** Konzernregebnis / durchschnittliche Bilanzsumme
Stichtag (Vorjahr) 30. Nov. 2022 30. Nov. 2021
Deutschland 397 (409)
Polen 145 (153)
Sri Lanka 970 (830)
Osteuropa/ Sonstige 188 (195)
Österreich 27 (28)
Gesamt 1.727 (1.615)

Personalkennzahlen

2021/22 2020/21 Veränderung
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter 1.759 1.612 9,1%
Personalaufwand bereinigt * Mio. EUR 35,8 34,1 5,0%
Personalaufwand je Mitarbeiter bereinigt * TEUR 20,4 21,2 -3,8%
Zahl Auszubildender 18 18 0,0%
Frauenanteil im Führungskreis in % 47 37 10 PP
  • um Sondereffekte

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Lage

Weltwirtschaft leidet unter hoher Inflationsrate

Zu Beginn des Jahres 2022 gingen die meisten volkswirtschaftlichen Institute davon aus, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft wegen Verknappungen, gestiegenen Preisen und gestörten Lieferketten auf 4,5 Prozent 2 abschwächt und damit moderat unter dem Niveau des Vorjahres liegen würde (2021: 6,0 Prozent). Entgegen der Erwartungen ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Weltwirtschaft im Jahr 2022 lediglich um 3,6 Prozent gewachsen. Gründe für diese weitere Abschwächung war der unerwartete Russland-Ukraine-Krieg, der die ohnehin hohe Inflation durch steigende Energiekosten verschärfte. Hinzu kamen die nach wie vor strengen Corona-Schutzmaßnahmen in Fernost, die die weltweiten Lieferketten weiter störten und erst gegen Ende des Jahres 2022 etwas gelockert wurden.# Macroeconomic Environment

The negative influencing factors overshadowed the positive reception of the termination of pandemic control measures at the beginning of the year. In Germany, the economic output decreased comparatively moderately at 1.8 percent (2021: 2.6 percent), as the German government has put in place various relief packages to support market participants. To combat high inflation, central banks massively increased key interest rates from the middle of the second half of the year and tightened monetary policy, thereby dampening economic growth. Significant macroeconomic indicators for the Ahlers Group, in addition to GDP development, include private consumption, which is influenced by the labor market situation, the outlook for the overall economy, the development of private incomes, and the cost of living. Generally, there is a high level of employment in Europe, and skilled workers are sought after across Europe. Therefore, the unemployment rate in the euro area continued to fall despite rather adverse conditions (2022: 6.7 percent; 2021: 7.7 percent). Due to the very high inflation rates of recent months and the many uncertainty factors mentioned above, consumer sentiment recorded significant losses and the GfK consumer climate index fell to a value of -40.2 points in December 2022 (previous year -1.6 points). The purchasing power of the population in the euro area was enormously weakened by the increase in consumer prices (inflation rate 2022: 8.5 percent, previous year 2.6 percent). Overall, however, private consumption in Germany in 2022 proved to be more resilient than expected and rose significantly by 4.4 percent. In view of the extraordinarily high energy prices and the increasing cost of food, private household spending in the eurozone remained at the previous year's level with +3.7 percent.

2 Source: Commerzbank Research January 2022, all other values in this chapter Commerzbank Research December 2022.
3 Source: GfK Consumer Climate: Consumer climate continues to stabilize, November 25, 2022.

Industry-Specific Development

The economic development in the apparel industry recorded a very differentiated development in the past fiscal year. Stationary retail initially benefited from the lifting of pandemic restrictions and was able to achieve strong sales growth. The sales increases particularly affected the premium market segment. Both womenswear and menswear were purchased more. The catch-up effect of the stationary shopping experience that was missed during the time of the corona restrictions was clearly noticeable. The online business, on the other hand, normalized again after the enormous sales increases of the last two years, and sales in this area decreased. Especially at the beginning of the year, fashion spending was above the pre-corona level of 2019. However, the effects of the Russia-Ukraine war were increasingly felt by fashion retailers and manufacturers, especially from late summer onwards. Rising inflation dampened consumer sentiment and disposable income, leading to fewer fashion purchases. Costs for necessary living expenses left consumers with less room for fashion spending, especially for spontaneous and impulse purchases. Similarly, there was a shift in consumption from specialist retail towards fashion discounters. However, looking at the entire year, sales increased due to the sales that were missed in the previous year as a result of lockdowns and despite low consumer confidence. Thus, fashion retail companies achieved sales growth of 9 percent in 2022 compared to the previous year. Nevertheless, these are still 2 percent below the pre-corona level of 2019.

Business Performance

Development of the 2021/22 Fiscal Year

  • 20 percent sales increase against a market growth of 9 percent
  • Quarters I and II in particular, with +59 percent and +21 percent, were significantly better than in the previous year. The second half of the year was characterized by purchasing restraint and supply chain problems, but remained above the previous year's values with +11 percent (Q III) and +7 percent (Q IV).
  • Operating expenses increased essentially due to sales by EUR 6.4 million or 7.9 percent.
  • EBITDA before special items improved significantly by 90 percent to EUR -0.6 million.
  • Consolidated profit before income taxes increased by EUR 0.4 million to EUR -8.7 million.
  • Due to the build-up of inventories, total assets increased by EUR 19.4 million.
  • Negative cash flow from operating activities (EUR -11.0 million) due to increased inventories.
  • 33.6 percent equity ratio

4 Source: https://www.textilwirtschaft.de/business/news/tw-testclub-das-jahr-2022-238660, accessed on 05.01.2023.
5 Source: https://www.textilwirtschaft.de/business/news/umfragen-von-hde-und-bevh-stationaerer-handel-laeuft---online-schrumpft- 238411?crefresh=1; accessed on 05.01.2023.

Sales by Segment

Mio. EUR 2021/22 2020/21 Change in %
Premium Brands* 124.8 101.7 22.7
Jeans & Workwear 46.1 40.8 13.0
Sum 170.9 142.5 19.9

* incl. Other EUR 0.5 million (previous year EUR 0.3 million)

Sales by Region

Mio. EUR 2021/22 2020/21 Change in %
Germany 93.6 77.2 21.2
Western Europe 40.4 37.4 8.0
Central/Eastern Europe/Other 36.9 27.9 32.3
Sum 170.9 142.5 19.9

Sales by Quarter

Mio. EUR 2021/22 2020/21 Change in %
1st Quarter 35.5 22.4 58.5
2nd Quarter 44.8 36.9 21.4
3rd Quarter 42.8 38.6 10.9
4th Quarter 47.8 44.6 7.2
Sum 170.9 142.5 19.9

Earnings, Financial, and Asset Position

Earnings Position

Fiscal Year 2021/22 with a Good Start and Strong Sales Increase

As there were no lockdowns restricting stationary retail as in the previous year, Group sales in the 2021/22 fiscal year increased by EUR 28.4 million or 19.9 percent to EUR 170.9 million. Purchasing restraint as a result of sharply increased inflation and global supply chain problems led to decreasing sales increases compared to the respective periods of the previous year from the third quarter onwards. In Germany, sales developed more dynamically than the market (+9 percent) with +21 percent. In international markets, the Ahlers Group's sales increase was also above industry development, particularly in Eastern Europe with 32 percent. In the first half of 2022, sales worldwide increased by +13 percent and weakened by the end of the year due to the challenging economic conditions. Ahlers achieved rather smaller increases of +8 percent in Western European countries.

BALDESSARINI with 50 percent Sales Increase, PIERRE CARDIN and PIONEER AUTHENTIC JEANS with around 20 percent Growth

The brands developed differently. BALDESSARINI, in particular, benefited from the brand relaunch in the previous year with high sales increases. PIERRE CARDIN and PIONEER AUTHENTIC JEANS developed in line with the Ahlers trend (+20 percent), while Workwear remained at the previous year's level. OTTO KERN cut further unprofitable sales, achieving an excellent EBIT margin but declining sales. The business with suits and blazers ran surprisingly well, as after the lifting of corona protection measures, there were more occasions for wearing formal clothing and the demand for business clothing increased again. In contrast, business with jackets, knitwear, and shirts only saw weak growth.

Sales Development by Quarter

The sales development in the first quarter (December 2021 – February 2022) was characterized by the lifted corona restrictions. Due to the easing of measures, a sales increase of EUR 13.1 million or 58.5 percent compared to the previous year's quarter was achieved. Already the second quarter (March 2022 – May 2022) was influenced by the outbreak of the war in Ukraine. As a result, the massive increase in energy prices and general purchasing restraint led to a subdued sales increase. Furthermore, the ongoing supply chain problems made the delivery of goods difficult, causing the goods to reach customers' shelves late and the subsequent business to a large extent to be missed. Overall, sales in the second quarter remained behind expectations with an increase of EUR 7.9 million or 21.4 percent. The second half of the year was even more strongly influenced than the second quarter by the effects of the Russia-Ukraine war in the form of high inflation, scarcity of some goods and associated purchasing restraint, as well as continuing supply chain problems. The sales lost due to supply chain issues could not be recovered due to the seasonality of the goods, even though supply difficulties normalized towards the end of the fiscal year. Contrary to expectations, the sales increases in the third quarter with +EUR 4.2 million (10.9 percent) and in the fourth quarter with +EUR 3.2 million (7.2 percent) were rather weak. Even a strong month of November with an increase of EUR 4.0 million (33 percent) could not compensate for this. Deviating from this general description of the annual development, there were some regional particularities. Last year's lockdowns were particularly noticeable in Germany. Thus, in the first half of the year, an increase of EUR 13.6 million or 44 percent was still achieved, while in the second half of the year, there was only an increase of EUR 2.8 million or 6 percent. Overall, however, the sales development in Germany reflects the Group trend. Furthermore, sales in Eastern Europe, particularly in the Poland/Baltic region, increased by a third. In Austria, there was a decline in sales as a result of the conversion of OTTO KERN to a licensing business. The remaining Western European countries/regions important for the Ahlers Group developed in some cases even more positively than the Ahlers trend.So konnten Frankreich/Spanien und die Schweiz 20 Prozent zulegen, Niederlande/Belgien sogar 34 Prozent. 6 Quelle: TW-Testclub: Modehandel profitiert von Normalisierung der Corona-Lage: Das waren die Umsätze im Modehandel im Jahr 2022 (textilwirtschaft.de); abgerufen am 05.01.2023. 7 Quelle: https://www.mckinsey.de/news/presse/state-of-fashion-2023-report; abgerufen am 19. Januar 2023. 8 Quelle: TW-Testclub: Modehandel profitiert von Normalisierung der Corona-Lage: Das waren die Umsätze im Modehandel im Jahr 2022 (textilwirtschaft.de); abgerufen am 05.01.2023.

eCommerce-Geschäft gibt Umsätze an Einzelhandel ab

Das eCommerce-Geschäft hatte nach dem Höhenflug der letzten beiden Jahre und der Wiederbelebung des stationä- ren Einzelhandels im Berichtsjahr generell und auch bei Ahlers Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Unabhängig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die die Digitalisierung weiter beschleunigt und den Online-Handel noch forciert haben, hatte Ahlers im Rahmen seines Performance Projektes „New Tomorrow“ das eCommerce-Geschäft mit diver- sen Maßnahmen auf ein neues Level gehoben. Dennoch konnte sich Ahlers dem Markttrend nicht entziehen und blieb im Umsatz 12 Prozent unter dem Vorjahr, aber über der Entwicklung der Branche (-16,9 Prozent 8 ). Von dieser Entwick- lung waren weniger unserer eigenen, neu gestalteten Online-Shops sondern mehr die Umsätze auf den Marktplätzen betroffen. Dabei ist der Umsatzrückgang allein im ersten Halbjahr entstanden, im zweiten Halbjahr konnten ein Pari zum Vorjahreszeitraum erzielt werden.

Eigener Einzelhandel mit einem Drittel Umsatzplus

Ahlers führte zum Bilanzstichtag 23 Stores in Eigenregie davon zwei im Inland und 21 im Ausland. Die eigenen Stores befinden sich überwiegend in Osteuropa. Im Laufe des Jahres 2022 hat Ahlers einen Store in Deutschland geschlossen. Die eigenen Stores konnten von der Wiederbelebung des Shopping-Erlebnisses nach der langen Zeit unter Corona- Beschränkungen stark profitieren und Umsatzzuwächse von über 50 Prozent erzielen. Ahlers betreibt zudem 27 Outlets (Vorjahr 27). Drei Outlet-Standorte in Deutschland wurden aufgegeben und drei neue in Deutschland und Österreich eröffnet. Die Outlets liegen meist an Autobahnen und oft in Grenznähe. Diese Standortfaktoren zeigten sich nun, entgegen den Vorjahren unter Corona-Bedingungen, als vorteilhaft, weil die Mobili- tät wieder stark zunahm. Auch das Geschäft unserer Outlets im europäischen Ausland profitierte von dem allgemeinen Wiedererlangen der Kauflust und den aufgehobenen Corona-Beschränkungen. So stieg der Umsatz des eigenen Retail zusammengenommen nach zwei rückläufigen Jahren um 31 Prozent und flächenbereinigt sogar um 40 Prozent. Der Umsatzanteil des eigenen Retail am Gesamtumsatz stieg inklusive des eCommerce-Geschäfts von 15,9 Prozent auf 16,4 Prozent.

Unsere Partner betrieben am 30. November 2022 wie im Vorjahr insgesamt 92 Stores. In Polen lag die Zahl der Partnerstores bei 38 (Vorjahr 37). Im Ländervergleich hat Polen damit die größte Anzahl Stores in einem Land. Die übri- gen Stores befinden sich in Osteuropa. Außerdem führte ein Partner einen PIERRE CARDIN-Store in den Niederlanden.

Ertragslage 2021/22

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR Veränderung absolut Mio. EUR Veränderung in %
Umsatzerlöse 170,9 142,5 28,4 19,9
Rohertrag * 80,4 67,8 12,6 18,6
in % vom Umsatz 47,1 47,6
Personalaufwand * -35,8 -34,1 -1,7 -5,0
Saldo Sonstiger Aufwand/Ertrag * -45,2 -39,4 -5,8 -14,7
EBITDA * -0,6 -5,7 5,1 89,5
Abschreibungen -7,0 -8,1 1,1 13,6
EBIT * -7,6 -13,8 6,2 44,9
Sondereffekte 1,3 6,6 -5,3 -80,3
Finanzergebnis -2,4 -1,9 -0,5 -26,3
Ergebnis vor Ertragsteuern -8,7 -9,1 0,4 4,4
Ertragsteuern -0,5 0,2 -0,7 <-100,0
Konzernergebnis -9,2 -8,9 -0,3 -3,4
* vor Sondereffekten

Gestiegener Rohertrag durch Umsatzplus, betriebliche Aufwendungen steigen unterproportional

Weitgehend gleichgerichtet mit dem Umsatzplus von 19,9 Prozent entwickelte sich auch der Rohertrag (+18,6 Prozent). Dieser wuchs um 12,6 Mio. EUR auf 80,4 Mio. EUR (Vorjahr 67,8 Mio. EUR). Die Rohertragsmarge verrin- gerte sich im Geschäftsjahr 2021/22 leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 47,1 Prozent (Vorjahr 47,6 Prozent), weil der schwächere EUR/USD- Wechselkurs Waren aus Fernost spürbar verteuerte. Bedingt durch die Umsatzentwicklung gestiegene umsatzabhängige Kosten für Frachten, Kommissionierung und Provisionen sowie höhere Marketingausgaben führten im Saldo ‚Sonstiger Aufwand und Ertrag‘ zu einem Anstieg um 14,7 Prozent von 39,4 Mio. EUR auf 45,2 Mio. EUR. Auch der Personalaufwand nahm von 34,1 Mio. EUR um 5,0 Prozent auf 35,8 Mio. EUR zu, weil aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwands Kurzarbeit nicht mehr genutzt wurde. Gegenläufig reduzierten sich die Abschreibungen um 1,1 Mio. EUR auf 7,0 Mio. EUR, da in den beiden vorangegan- genen Jahren Neu-Investitionen auf das Nötigste beschränkt wurden und auch im Berichtsjahr nur ein leichter Aufhol- effekt erfolgte. Zusammengenommen stiegen die betrieblichen Aufwendungen bestehend aus Personalaufwand, dem Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen sowie Abschreibungen damit um 7,8 Prozent bzw. 6,4 Mio. EUR von 81,6 Mio. EUR auf 88,0 Mio. EUR.

Umsatzeffekt führt zu Ergebnisverbesserung vor Sondereffekten

Insgesamt lag damit das EBITDA vor Sondereffekten des Berichtsjahres mit -0,6 Mio. EUR nahe am Break Even Punkt (Vorjahr -5,7 Mio. EUR). Der Verlust auf Ebene des EBIT vor Sondereffekten halbierte sich nahezu und ging von -13,8 Mio. EUR auf -7,6 Mio. EUR zurück. Der Ahlers Konzern hat damit in einem Jahr mit sehr widrigen Bedingungen ein verbessertes Ergebnis erzielt.

Geringere Sondererträge wegen gesunkenen Staatshilfen

Während im Vorjahr hohe Sondererträge durch staatliche Überbrückungshilfen und Fixkosten-Zuschüsse im Rahmen der staatlichen Corona-Hilfen die Sondereffekte positiv beeinflussten und in der Summe zu einem Wert von +6,6 Mio. EUR führten, gab es im Geschäftsjahr 2021/22 mehrere gegenläufige Effekte, die sich zu einem leicht positiven Wert von +1,3 Mio. EUR saldierten. Ertragsseitig beinhaltet dieser Wert des Jahres 2021/22 die staatliche Überbrückungshilfe IV (2,4 Mio. EUR), Erträge aus gebotenen Wertaufholungen von Abschreibungen auf Markenrechte aus Vorjahren (2,6 Mio. EUR) sowie Erträge aus der Veräußerung von Kunstgegenständen (0,2 Mio. EUR), insgesamt 5,3 Mio. EUR (Vorjahr 14,7 Mio. EUR, primär aus staatlichen Überbrückungshilfen). Als Gegeneffekt wurden die Rohertragseffekte aus letztendlich auch der Corona-Pandemie geschuldeten, deutlich über dem Normalmaß liegenden Luftfrachtkosten in die Sondereffekte umgegliedert (-1,9 Mio. EUR). Diese zusätzlichen Kosten waren notwendig, um vor dem Hintergrund der weltweiten Lieferkettenprobleme Kunden- Liefertermine annähernd einhalten zu können. Darüber hinaus umfassen die Sondereffekte Abfindungen an Personal und Handelsvertreter, Beratungskosten im Rahmen der Restrukturierung sowie eine Einzelwertberichtigung auf die Forderungen eines polnischen Großkunden.

Das Finanzergebnis ist gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mio. EUR auf -2,4 Mio. EUR gestiegen. Hierin enthalten sind Auflösungen von aktiven Abgrenzungen aus Vorjahren in Höhe von -0,4 Mio. EUR. Der restliche leichte Anstieg liegt in dem starken Anstieg des Zinsniveaus gegen Ende des Berichtsjahres begründet.

Ertragsteuern fielen im Geschäftsjahr 2021/22 in Höhe von 0,5 Mio. EUR für Gewinne bei ausländischen Tochtergesellschaften an. Im Vorjahr gab es hinge- gen 0,2 Mio. EUR Erträge aus latenten Steuern auf zu versteuernde temporäre Differenzen. Aktive latente Steuern auf Verluste im Geschäftsjahr wurden weder im Inland noch im Ausland gebildet.

Weitgehend unveränderte Ergebnisse vor und nach Ertragsteuern

Auf Ebene des EBIT vor Sondereffekten hat sich das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021/22 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert, war aber noch negativ. Die niedrigeren Sondereffekte und der höhere Finanzaufwand führten dazu, dass das Ergebnis vor Ertragsteuern mit -8,7 Mio. EUR nur leicht über dem Vorjahreswert von -9,1 Mio. EUR lag. Das Konzernergebnis nach Steuern liegt dagegen wegen der höheren Ertragsteuern mit -9,2 Mio. EUR geringfügig unter dem Vorjahr (-8,9 Mio. EUR).

Sondereffekte 2021/22

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR
Rohertrag -1,9 -5,5
Sonstige betriebliche Erträge 5,3 14,7
Personalaufwendungen -1,2 -0,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen -0,9 -1,4
Abschreibungen 0,0 -0,6
Summe 1,3 6,6

Vermögenslage

Bilanzstruktur

30.11.2022 Mio. EUR 30.11.2022 in % 30.11.2021 Mio. EUR 30.11.2021 in %
Aktiva
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 37,2 25,6 34,5 27,3
Sonstige langfristige Vermögenswerte 5,0 3,4 5,3 4,2
Latente Steueransprüche 0,6 0,4 0,6 0,5
Langfristige Vermögenswerte 42,8 29,4 40,4 32,0
Vorräte 74,6 51,2 51,3 40,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17,7 12,2 17,5 13,9
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 6,8 4,7 10,9 8,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3,6 2,5 6,0 4,8
Kurzfristige Vermögenswerte 102,7 70,6 85,7 68,0
Summe Aktiva 145,5 100,0 126,1 100,0
Passiva 30.11.2022 Mio. EUR 30.11.2022 in % 30.11.2021 Mio. EUR 30.11.2021 in %
Eigenkapital 48,9 33,6 58,8 46,6
Pensionsrückstellungen 2,1 1,4 2,8 2,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 33,2 22,8 33,3 26,4
Latente Steuerverbindlichkeiten 0,3 0,2 0,7 0,6
Langfristige Schulden 35,6 24,4 36,8 29,2
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,9 0,6 0,8 0,6
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 60,1 41,4 29,7 23,6
Kurzfristige Schulden 61,0 42,0 30,5 24,2
Schulden 96,6 66,4 67,3 53,4
Summe Passiva 145,5 100,0 126,1 100,0

Bilanzverlängerung durch Aufbau von Net Working Capital

Am 30. November 2022 lag die Bilanzsumme mit 145,5 Mio. EUR um 19,4 Mio. EUR über dem Wert am Vorjahresstichtag (126,1 Mio. EUR). Die langfristigen Vermögenswerte lagen mit 42,8 Mio. EUR um 2,4 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 40,4 Mio. EUR. Maßgeblich für den Anstieg der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte sind die Wertaufholun- gen der Marke BALDESSARINI (1,4 Mio. EUR) und der Marke OTTO KERN (1,2 Mio. EUR).# Die Wertaufholungen waren geboten, da sich die Ertragsaussichten aus heutiger Sicht deutlich besser darstellen als zur Zeit der durchgeführten Abschreibungen. Begründet ist dies mit Umsatzzuwächsen bei BALDESSARINI und einem geänderten, deutlich profi-
tableren Vertriebsmodell bei OTTO KERN. Darüber hinaus lagen die Abschreibungen wie bereits in den Vorjahren unter den Investitionen und Leasing-Neuverträgen. Der Verkauf von Kunst mit einem Buchwert von 0,5 Mio. EUR führte zum Rückgang der sonstigen langfristigen Vermögenswerte um 0,3 Mio. EUR auf 5,0 Mio. EUR. Die aktiven latenten Steuer-
ansprüche blieben mit 0,6 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (Vorjahr 0,6 Mio. EUR). Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen von 85,7 Mio. EUR um 17,0 Mio. EUR auf 102,7 Mio. EUR. Dies resul-
tierte maßgeblich aus dem Aufbau der Vorräte um 23,3 Mio. EUR. Dieser Bestandsaufbau lag zum einen in dem sehr niedrigen Bestand am Vorjahresstichtag begründet. Zum anderen wurden aktuelle Saisonwaren zu deutlich früheren Terminen geordert als im Vorjahr, um eventuellen weiteren Lieferengpässen vorzubeugen. Auch wurde der Bestand an NOS-Waren wieder hochgefahren, damit eine umfassende Nachversorgung der Handelspartner gewährleistet ist. Durch den Abbau der Altwaren im Vorjahr und dem Aufbau an aktueller Ware im Berichtsjahr ist die Altersstruktur der Bestände verjüngt mit der Folge geringerer Wertberichtigungen auf Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistung lagen mit 17,7 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Unter Einrechnung des gestiegenen Factoring-Volumens waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,9 Mio. EUR höher als am letzten Bilanzstichtag, was auch mit dem Umsatzplus im Einzelmonat November einhergeht. Gegenläufig gingen die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 4,1 Mio. EUR zurück. Hauptgrund war die Auszahlung der zum letzten Bilanzstichtag aktivierten Erstattungsan-
sprüche nach Überbrückungshilfe III und III Plus, dem zur Folge die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte temporär erhöht waren. Der Zahlungsmittelbestand lag mit 3,6 Mio. EUR stichtagsbezogen unter dem Niveau des Vorjahres (-2,4 Mio. EUR gegenüber Vorjahr). Zusammen mit den gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+10,8 Mio. EUR) erhöhte sich das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferun-
gen und Leistungen) damit um 12,8 Mio. EUR bzw. 21,5 Prozent von 59,4 Mio. EUR auf 72,2 Mio. EUR.

Eigenkapitalquote sinkt wegen Ergebnis und höherer Vorräte auf 34 Prozent

Der Aufbau des Net Working Capital hat den maßgeblichen Einfluss auf die um 20,0 Mio. EUR höhere Nettofinanzver-
schuldung, die im Berichtsjahr von 29,6 Mio. EUR auf 49,6 Mio. EUR anstieg. Die Entwicklung resultierte aus höheren kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (19,8 Mio. EUR, Vorjahr 2,6 Mio. EUR), zusätzlichen Leasing-Verbindlichkeiten (9,4 Mio. EUR, Vorjahr 8,1 Mio. EUR) und auf 3,6 Mio. EUR reduzierten Zahlungsmitteln (Vorjahr 6,0 Mio. EUR) bei durch Rückzahlungen um 0,9 Mio. EUR reduzierten langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (24,0 Mio. EUR, Vorjahr 24,9 Mio. EUR). Ab der zweiten Jahreshälfte stieg der Liquiditätsbedarf stark an, da die Notwendigkeit bestand, die Vorräte wie oben beschrieben gezielt früher zu beschaffen und die Lieferfähigkeit bei NOS-Artikeln nachhaltig zu stärken. Die Finanzierung des damit einhergehenden Bestandsaufbaus erfolgte über Lieferantenkredite und die Ausnutzung von Kontokorrentlinien. Durch das negative Konzernergebnis reduziere-
te sich das Eigenkapital um 9,9 Mio. EUR auf 48,9 Mio. EUR (Vor-
jahr 58,8 Mio. EUR). Der Erhöhung der Bilanzsumme verzerrt den Ergebniseffekt auf die Eigenkapitalquote, die sich zwischen den beiden Bilanzstichtagen von 46,6 Prozent am 30. November 2021 auf 33,6 Prozent zum 30. November 2022 reduzierte. Ohne den Bestandsaufbau läge sie bei 39 Prozent.

Bilanzstruktur

Aktiva Mio. EUR in % Mio. EUR in %
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 37,2 25,6 34,5 27,3
Sonstige langfristige Vermögenswerte 5,0 3,4 5,3 4,2
Latente Steueransprüche 0,6 0,4 0,6 0,5
Langfristige Vermögenswerte 42,8 29,4 40,4 32,0
Vorräte 74,6 51,2 51,3 40,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17,7 12,2 17,5 13,9
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 6,8 4,7 10,9 8,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3,6 2,5 6,0 4,8
Kurzfristige Vermögenswerte 102,7 70,6 85,7 68,0
Summe Aktiva 145,5 100,0 126,1 100,0
Passiva Mio. EUR in % Mio. EUR in %
Eigenkapital 48,9 33,6 58,8 46,6
Pensionsrückstellungen 2,1 1,4 2,8 2,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 33,2 22,8 33,3 26,4
Latente Steuerverbindlichkeiten 0,3 0,2 0,7 0,6
Langfristige Schulden 35,6 24,4 36,8 29,2
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,9 0,6 0,8 0,6
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 60,1 41,4 29,7 23,6
Kurzfristige Schulden 61,0 42,0 30,5 24,2
Schulden 96,6 66,4 67,3 53,4
Summe Passiva 145,5 100,0 126,1 100,0

Finanzlage

Erhöhtes Net Working Capital führt zu negativem Free Cashflow

Der Free Cashflow war im Geschäftsjahr 2021/22 maßgeblich durch den Aufbau der Vorräte und damit des Net Working Capital beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr heben sich zwei weitere Effekte gegenseitig nahezu auf. Die im Vorjahr nicht zahlungswirksamen sonstigen Veränderungen, die unter anderem die damals noch nicht ausbezahlten staat-
lichen Überbrückungshilfen abbildeten, führten mit deren Einzahlung sowie einem Anstieg der sonstigen kurzfristigen Verbindlichketen im Berichtsjahr zu einem positiven Cashflow-Effekt von 7,3 Mio. EUR (Vorjahr -6,9 Mio. EUR). Dagegen erhöhten größere Verkäufe im Anlagevermögen im Vorjahr den Cashflow um 10,6 Mio. EUR, während im Berichtsjahr Auszahlungen für Investitionen zu einem Mittelabfluss in Höhe von 2,5 Mio. EUR führten. Insgesamt betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -11,0 Mio. EUR (Vorjahr 6,3 Mio. EUR). Der Free Cash-
flow vor Finanzierungstätigkeit lag bei -13,6 Mio. EUR (Vorjahr 16,5 Mio. EUR). Damit spiegelt sich die Entwicklung im Net Working Capital nahezu vollständig im Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit wider. Planmäßige Tilgungen von langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie Zahlungen von Leasingverbindlichkeiten und Zinsen führen zu einem Stand an flüssigen Mitteln zum Bilanzstichtag in Höhe von -14,9 Mio. EUR (Vorjahr 5,4 Mio. EUR). Zur Finanzierung des hohen negativen Free Cashflows mussten gegen Ende des Geschäftsjahres zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden, um die Liquiditätsengpässe im vierten Quartal zu beheben. So wurden neben einer hohen Inanspruchnahme von Kontokorrentlinien und Ausnutzung von Lieferantenkrediten planmäßige Tilgungen aus den bestehenden Kreditver-
trägen gestundet und ein Covenant angepasst. Dies wurde in enger Abstimmung mit den Banken realisiert, indem die erforderlichen Anträge zu diesen Anpassungen fristgerecht gestellt und noch im November 2022 durch das Banken-
konsortium genehmigt wurden. In der Folge wurde auch der bestehende Kreditvertrag mit dem Bankenkonsortium vor diesem Hintergrund in seiner Tilgungsstruktur und einzelnen Vertragsbedingungen angepasst. Am Volumen und der Laufzeit bis November 2025 gab es keine Änderungen.

Finanzkennzahlen

2021/22 2020/21
Eigenkapital Mio. EUR 48,9 58,8
Nettofinanzverschuldung Mio. EUR 49,6 29,6
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. EUR 3,3 1,9
Bilanzsumme Mio. EUR 145,5 126,1
Eigenkapitalquote in % 33,6 46,6
Verschuldungsgrad * in % 196,8 113,3
Eigenkapitalrentabilität in % -18,7 -15,1

* ohne latente Steuern

Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Nachdem das Jahr 2022 mit der Aufhebung wesentlicher Corona-Schutzmaßnahmen erwartungsvoll begonnen hatte, kündigten sich bereits Ende Februar 2022 mit dem Beginn des Russland-Ukraine-Krieges neue unerwartete Marktstö-
rungen an, deren Tragweite zunächst nicht absehbar war. Es zeigte sich erneut, dass der konsumabhängige Beklei-
dungssektor sehr sensibel auf solche Einflüsse reagiert. Durch den Russland-Ukraine-Krieg weiter gesteigerte Inflation, Verknappung von Energie und aus Fernost importierte Lieferkettenprobleme ließen den anfänglichen verhaltenen Optimismus auf ein gutes Jahr schnell vergehen. Die Planungsprämissen für das Geschäftsjahr 2021/22 waren deshalb zu optimistisch: Ein Plus im Umsatz im zweistelligen Bereich, eine deutliche Verbesserung im EBIT vor Sondereffekten sowie eine Verbesserung des Konzern-
ergebnisses jeweils auf einen niedrigen einstelligen negativen Millionenbetrag und ein positiver Cashflow aus betrieb-
licher Tätigkeit waren ursprünglich geplant worden. Niedrigere, aber immer noch mit einem zweistelligen Prozentsatz gewachsene Umsätze und unerwartete Kostenanstiege in Folge der Lieferkettenproblematik führten zu Ergebnissen unterhalb des ursprünglich geplanten Niveaus. Das Ergebnis und darüber hinaus der bereits erläuterte, notwendige Bestandsaufbau hatten zur Folge, dass der Plan-Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit nicht erreicht wurde und negativ war. In dieser Situation verknappte sich die Liquidität trotz guter Eigenkapitalquote und guter Bilanzstruktur. Mit den Hausbanken wurden Tilgungspläne und sonstige strukturelle Vertragsklauseln angepasst. Für die nächsten Monate muss es das Ziel sein, mit den eigentlich ausreichenden Kreditlinien durch Bestandsreduzierung wieder hinreichende Spielräume zu erzeugen.

Free Cashflow 2021/22

Mio. EUR 2020/21
Mio. EUR
--- --- ---
Saldo aus Abschreibungen und Zuschreibungen 4,4 8,6
Veränderungen Net Working Capital -12,7 14,4
Veränderungen der kurzfristigen Rückstellungen -0,8 -0,9
Sonstige Veränderungen * 7,3 -6,9
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -11,0 6,3
Netto-Deinvestitionen -2,5 10,6
Auswirkung durch Veränderung der Wechselkurse -0,1 -0,4
Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit und nach Dividende -13,6 16,5
Zugang (+), Tilgung (-) langfristiger Verbindlichkeiten -6,7 -12,1
Free Cashflow -20,3 4,4
Flüssige Mittel 30. November ** -14,9 5,4

* Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 2,4 Mio. EUR (Vorjahr 1,2 Mio. EUR). Veränderung der langfristigen Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten 1,7 Mio. EUR (Vorjahr -2,0 Mio. EUR).

** Zahlungsmittel abzgl. Kontokorrentkredite

Die zukünftige Umsatz- und Ergebnisentwicklung sollte mit Normalisierung der die Konsumlaune beeinflussenden Faktoren im Jahr 2023 wieder positiv sein. Das gerade begonnene Geschäftsjahr 2022/23 ist planmäßig gestartet. Es dürfte noch ein Jahr mit einem operativen Verlust, aber mit positivem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und einer gesunkenen Nettoverschuldung werden. Für die nächsten Geschäftsjahre ist der Vorstand vorsichtig optimistisch. Diese Aussagen stehen unter dem Vorbehalt des Eintretens der Planungsprämissen, nämlich weitgehend stö- rungsfreien Geschäftsbetrieb in allen relevanten Beschaffungs- und Absatzmärkten.

Segmentbericht

Beurteilung der Prognose für das Jahr 2021/22

Ist 2021/22 Ist 2021/22 Prognose 2021/22 Ist 2020/21
Umsatzentwicklung ++ 170,9 ++ 142,5
Ergebnis EBIT vor Sondereffekten ++ -7,6 ++ -13,8
EBIT nach Sondereffekten ++ -6,3 ++ -7,2
Konzernergebnis - -9,2 ++ -8,9
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -- -11,0 + 6,3
Brutto-Investitionen ++ 3,3 ++ 1,9

+ positive Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
++ positive Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz (oder Vorzeichenwechsel)
- negative Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
-- negative Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz
-/+ stabile Prognose

Umsatz nach Segmenten

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR Veränderung in %
Premium Brands * 124,8 101,7 22,7
Jeans & Workwear 46,1 40,8 13,0
Gesamt 170,9 142,5 19,9

* inkl. Sonstige 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR)

EBIT vor Sondereffekten nach Segmenten

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR Veränderung in %
Premium Brands -5,9 -11,2 47,3
Jeans & Workwear -1,8 -2,8 35,7
Gesamt vor IFRS 16 -7,7 -14,0 45,0
Überleitung IFRS 0,1 0,2
EBIT gem. Ertragslage inkl. IFRS 16 -7,6 -13,8 44,9

Nachtragsbericht

Wir verweisen hinsichtlich besonderer Ereignisse nach dem Bilanzstichtag auf die diesbezügliche Berichterstattung im Anhang bzw. im Konzernanhang.

Premium Brands: Umsätze von BALDESSARINI und PIERRE CARDIN sehr positiv, OTTO KERN rückläufig

Die Umsatzentwicklung der zwei Premiummarken BALDESSARINI und PIERRE CARDIN verlief trotz der in Folge der hohen Inflation und unsicheren Erwartungen eingetrübten Kauflaune sehr positiv. Während BALDESSARINI vom vorangegangenen Marken-Relaunch profitierte und seinen Umsatz um über 50 Prozent ausbaute, verzeichnete PIERRE CARDIN ein Umsatzplus leicht über dem gesamten Ahlers-Trend. Nach den drei vergangenen Corona-Jahren mit Beschränkungen konnten im Jahr 2022 Anlässe wie Hochzeiten und Feste wieder stattfinden bzw. wurden nachgeholt und es bestand ein hoher Bedarf an anlassgebundener Bekleidung. Dies führte bei BALDESSARINI und PIERRE CARDIN zu einem überdurchschnittlichen Aufwärtstrend bei Anzügen und Sakkos. Die Casual-Knitwear und Sportswear hinge- gen bewegt sich nur leicht über Vorjahresniveau. OTTO KERN schnitt unrentable Umsätze ab und verlor in der Folge etwa ein Drittel seines Umsatzes. Zusammengenommen stieg der Segmentumsatz im Geschäftsjahr 2021/22 dennoch um 23,1 Mio. EUR bzw. 22,7 Prozent auf 124,8 Mio. EUR (Vorjahr 101,7 Mio. EUR). Der Anteil des Premiumsegments am Gesamtumsatz stieg leicht auf 73 Prozent (Vorjahr 71 Prozent). Vor allem der hohe Umsatzzuwachs und der daraus resultierende Rohertragsanstieg sorgten im Berichtsjahr bei leicht nachgebender Rohertragsmarge (48,0 Prozent, Vorjahr 48,8 Prozent) für eine Verbesserung des EBIT vor Sondereffekten. Die betrieblichen Aufwendungen der drei Premiummarken einschließlich der vertriebsvariablen Kosten stiegen dabei um 5,7 Mio. EUR, wovon ein Großteil auf umsatzabhängige Kosten entfiel. Der Umsatzeffekt auf den Rohertrag abzüglich der prozentual geringeren Kostensteigerungen führten zu einer Verbesserung im EBIT vor Sondereffekten um 5,2 Mio. EUR auf -6,0 Mio. EUR (Vorjahr -11,2 Mio. EUR).

Jeans & Workwear: Plus bei PIONEER AUTHENTIC JEANS im Ahlers-Trend, Workwear stagniert

Die Umsätze der im Jeans & Workwear Segment enthaltenen Marken PIONEER AUTHENTIC JEANS und PIONIER WORKWEAR stiegen im Geschäftsjahr 2021/22 um 5,3 Mio. EUR bzw. 13,0 Prozent auf 46,1 Mio. EUR (Vorjahr 40,8 Mio. EUR). Dieses Umsatzplus betraf fast ausschließlich PIONEER AUTHENTIC JEANS. Der Anteil des Jeans & Workwear Segments am Gesamtumsatz ging im Berichtsjahr leicht auf 27 Prozent zurück (Vorjahr 29 Prozent). Die Rohertragsmarge der im Segment enthaltenen Marken blieb mit 43,8 Prozent etwa stabil (Vorjahr 44,3 Prozent). Der gestiegene Umsatz führte im Geschäftsjahr 2021/22 so zu einem Rohertragszuwachs von 2,1 Mio. EUR. Die Kosten des Jeans & Workwear-Segments stiegen nur moderat, da vorangegangene Umstrukturierungs- und Ein- sparmaßnahmen nochmals Wirkung zeigten. So schlug der Anstieg im Rohertrag zum Großteil auf das Ergebnis durch, das sich so im Berichtszeitraum um 1,0 Mio. EUR auf -1,8 Mio. EUR (Vorjahr -2,8 Mio. EUR) verbesserte.

Beurteilung der Prognose für das Jahr 2021/22

Ist 2021/22 Ist 2021/22 Prognose 2021/22 Ist 2020/21
Umsatzentwicklung ++ 170,9 ++ 142,5
Ergebnis EBIT vor Sondereffekten ++ -7,6 ++ -13,8
EBIT nach Sondereffekten ++ -6,3 ++ -7,2
Konzernergebnis - -9,2 ++ -8,9
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -- -11,0 + 6,3
Brutto-Investitionen ++ 3,3 ++ 1,9

+ positive Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
++ positive Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz (oder Vorzeichenwechsel)
- negative Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
-- negative Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz
-/+ stabile Prognose

Umsatz nach Segmenten

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR Veränderung in %
Premium Brands * 124,8 101,7 22,7
Jeans & Workwear 46,1 40,8 13,0
Gesamt 170,9 142,5 19,9

* inkl. Sonstige 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR)

EBIT vor Sondereffekten nach Segmenten

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR Veränderung in %
Premium Brands -5,9 -11,2 47,3
Jeans & Workwear -1,8 -2,8 35,7
Gesamt vor IFRS 16 -7,7 -14,0 45,0
Überleitung IFRS 0,1 0,2
EBIT gem. Ertragslage inkl. IFRS 16 -7,6 -13,8 44,9

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Die hohe Inflation, die sich in vielen Ländern seit Mitte letzten Jahres entwickelte und die von den Notenbanken EZB und FED mit einer gestrafften Geldpolitik bekämpft wird, dürfte die weltweite Wirtschaftsentwicklung auch im Jahr 2023 bremsen. Aufgrund der hohen Energiepreise und der Lohn-Preis-Spirale wird die Inflation vermutlich zunächst auf dem hohen Niveau verbleiben und erst voraussichtlich ab Sommer 2023 sinken. Das von der Europäischen Zentral- bank anvisierte Ziel einer Inflationsrate in Höhe von 2 Prozent dürfte erst für das Jahr 2024 wieder erreicht werden. Die fortschreitende Straffung der Geldpolitik dürfte sich bremsend auf die Wirtschaftsaktivitäten auswirken. Die größeren Volkswirtschaften müssen sich voraussichtlich auf eine schwache Konjunktur einstellen, obwohl in vielen Ländern beachtliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet wurden. Deshalb dürfte sich das wirtschaftli- che Wachstum verlangsamen. Einige Länder, wie z. B. Deutschland, könnten auch in eine Rezession fallen. Die gro- ßen Schwellenländer im asiatischen Bereich dürften rund 75 Prozent des globalen Wachstums ausmachen. Weitere Risiken für das Weltwirtschaftswachstum könnten neue Wellen der Corona-Pandemie sein, wodurch sich der private Konsum verringern und sich sogar die Lieferkettenproblematik wieder verschärfen könnte. Derzeit ist jedoch eher von einer Entspannung der Lieferketten auszugehen, da die Materialknappheit zurückgeht und die Schiffstaus vor den Häfen abnehmen. Eine erneute geopolitische Verschärfung, infolgedessen sich die Energiepreise wieder stark erhöhen könnten, ist ebenfalls nicht auszuschließen. Die OECD rechnet damit, dass sich die weltweite Wirtschaftsleistung 2023 um 2,2 Prozent erhöht, deutlich weniger als im Vorjahr mit 4,5 Prozent. Im Euroraum hingegen wird eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwartet (Prognose 0,0 Prozent) 9 . In Deutschland wird ein Rückgang des BIPs in Höhe von -0,5 Prozent prognostiziert. Ähnlich verhält es sich in anderen für Ahlers wichtigen Volkswirtschaften wie Frankreich (0,0 Prozent) und Österreich (-0,4 Prozent). Lediglich in Spanien (+0,6 Prozent) und in der Schweiz (+0,5 Prozent) wird ein leichtes Wachstum erwartet. Der Arbeitsmarkt dürfte sich weiterhin robust im Hinblick auf die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln. Grund hierfür ist unter anderem der bestehende Fachkräftemangel. So dürfte sich die Arbeitslosenquote im Euroraum auf dem Vorjahresniveau bewegen oder weiter reduzieren (6,9 Prozent). In Deutschland wird die Arbeits- losenquote ebenfalls auf dem Niveau von 2022 mit fallender Tendenz erwartet (6,1 Prozent). Zu Beginn des gerade begonnenen Geschäftsjahres ist die Kaufkraft durch die sinkenden Reallöhne reduziert und die zu erwartenden Kostensteigerungen für Energie belasten die Konsumstimmung. Diese wird sich voraussicht- lich erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte aufhellen, wenn die Inflation sinkt und die Reallöhne durch die neuerlichen Tarifabschlüsse wieder zu steigen beginnen. Im Euroraum beträgt die erwartete Veränderung des privaten Konsums zum Vorjahr -0,3 Prozent.Der private Verbrauch in Deutschland dürfte hingegen lediglich um 0,1 Prozent zurückgehen. Die beachtlichen Kaufkraftverluste können somit zur europäischen und deutschen konjunkturellen Entwicklung nur einen geringen positiven Beitrag leisten.

9 Quelle: Commerzbank Research Bericht Dezember 2022.
10 Quelle: Hoffnungsvoller Start des Konsumklimas in das Jahr 2023 (gfk.com), abgerufen am 01.02.2023.
11 Quelle: HDE-Jahresprognose für 2023: Preissteigerungen werden Einzelhandel weiteres Minusjahr bescheren (textilwirtschaft.de), abgerufen am 01.02.2023.
12 Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/bekleidung/weltweit; abgerufen am 03.01.2023.
13 Quelle: https://www.bte.de/modebranche-weltweiter-abschwung-f%C3%BCr-2023-erwartet; abgerufen am 19.12.2022.
14 Quelle: https ://de.statista.com/outlook/dmo/ecommerce/mode/weltweit, abgerufen am 03.01.2023.
15 Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/bekleidung/deutschland, abgerufen am 03.01.2023.

Branchenausblick

Für das Jahr 2023 wird für die Modebranche ein abermals schwieriges Marktumfeld prognostiziert. Dennoch scheinen die Verbraucher in den ersten Wochen des Jahres 2023 wieder etwas optimistischer in die Zukunft zu blicken, nachdem die Stimmung kurz vor Jahresende 2022 noch eher trüb war. Die Entlastungspakete der Bundesregierung sowie die Entwicklung der Energiepreise wirken sich positiv auf die Konsumstimmung aus 10. Dieses Bild bestätigen auch die Erwartungen der Modehändler. Fast die Hälfte geht davon aus, dass die Umsätze dem Vorjahresniveau entsprechen werden oder sogar knapp darüber liegen könnten. Das würde einer Umsatzsteigerung von 2 Prozent entsprechen 11. Weltweit wird ebenfalls ein jährliches Umsatzwachstum von 2 Prozent erwartet 12.

Im Gegensatz dazu dürfte das weltweite Wachstumspotenzial im Luxussegment dynamische 5 bis 10 Prozent betragen. Auf dem europäischen Markt wird mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 8 Prozent gerechnet 13. Hintergrund für das Wachstum dürfte sein, dass Haushalte mit höherem Einkommen krisenresistenter sind und sich weiterhin Luxusgüter leisten. Ein weiterer Faktor der deutlichen Wachstumsdynamik dürfte auch die positive Konsumstimmung der jüngeren Generation sein.

Weiterhin verlangsamen dürfte sich das Wachstum im Onlinehandel. So beträgt das erwartete weltweite jährliche Umsatzwachstum im Onlinehandel ca. 8 Prozent 14. Für das Jahr 2023 wird der Umsatzanteil des Onlinehandels am Gesamtmarkt für Bekleidung auf knapp 42 Prozent geschätzt 15. Des Weiteren dürfte der Onlinehandel mit dem stationären Handel durch Optionen wie Click & Collect weiter verschmelzen. Darüber hinaus dürfte dem Metaverse eine wachsende Bedeutung zukommen. So steht knapp die Hälfte der Konsumenten in Deutschland der Nutzung des Metaverse positiv gegenüber.

In Anbetracht der konjunkturellen Unsicherheiten und der sich schnell ändernden Verbraucherstimmung sind zuverlässige Prognosen zur Entwicklung der Modebranche und des Unternehmens schwierig und nur mit größeren Bandbreiten möglich. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichtes und der für diese Prognose relevanten Konzernplanung schwächt sich die Inflationsrate bereits etwas ab und die sich aufhellende Konsumstimmung gibt Hoffnung auf eine sich entspannende wirtschaftliche Lage. Nach dem Jahreswechsel waren die ersten Wochen die Geschäfte des Bekleidungseinzelhandels positiv und wachsend. Auch die Lieferketten gewinnen spürbar an Stabilität. Dennoch sind neue politische Spannungen, Ausbreitung neuer Corona-Varianten, neue Lieferkettenproblematiken und andere Unwägbarkeiten möglich.

Der Vorstand der Ahlers AG ist dennoch zuversichtlich, dass das globale Einzelhandelsumfeld im Laufe des Geschäftsjahres 2022/23 seinen Erholungstrend fortsetzen wird. Aktuell erwarten wir, dass sich die Umsätze des Bekleidungseinzelhandels im Jahr 2023 sowohl in Deutschland als auch in den für uns relevanten europäischen Auslandsmärkten an das Referenzjahr 2018/19 vor Corona weiter annähern werden, diese aber noch nicht wieder erreichen dürfte. Dabei verweisen wir auf die hohe Unsicherheit dieser Prognose, sowohl in positiver als auch negativer Richtung.

Ausblick für den Ahlers Konzern 2022/23

Entsprechend der Prognose für die Gesamtbranche wird für den Ahlers Konzern das gerade begonnene Geschäftsjahr 2022/23 insbesondere im ersten Halbjahr noch stark von Kaufzurückhaltung in Folge der exogenen Faktoren geprägt sein. Für das gesamte Geschäftsjahr 2022/23 geht der Vorstand dennoch von einer Steigerung des Konzernumsatzes im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus (Geschäftsjahr 2021/22: 170,9 Mio. EUR). Die Umsatzentwicklung der ersten zwei Monate des Geschäftsjahres 2022/23 bestätigt bisher unsere positive Grundeinstellung zum weiteren Geschäftsverlauf. Dennoch ist es wichtig, dass es in den kommenden Wochen nicht zu einer Verschlechterung des Marktumfelds kommt, damit die Belieferung der Kunden termingerecht und die Abverkäufe an die Endkunden wie geplant erfolgen können. Insgesamt sollte die Entwicklung im zweitem Halbjahr dynamischer als im ersten Halbjahr verlaufen, da die Vorlage aus dem Berichtsjahr in Folge der oben genannte Einflussfaktoren eher geringer war. Dieser Umsatzprognose liegt allerdings die Annahme zugrunde, dass die Lieferketten wieder funktionieren, die Inflation nachlässt und keine neuen Maßnahmen zur Pandemieeindämmung getroffen werden müssen. Insgesamt wird das Umsatzniveau vor der Corona-Pandemie aber noch nicht erreicht werden (Umsatz Geschäftsjahr 2018/19: 207,0 Mio. EUR).

Das Premiumsegment mit den Marken BALDESSARINI, PIERRE CARDIN und OTTO KERN dürfte dabei etwas stärker wachsen als das Jeans & Casual Segment mit den Marken PIONEER AUTHENTIC JEANS und PIONIER WORKWEAR.

Der Onlinehandel, bestehend aus eigenen Online-Shops, dem Marktplatzgeschäft sowie den Online-Shops unserer Wholesale-Kunden, sollte wieder wachsen. Wir rechnen im laufenden Geschäftsjahr mit Umsatzsteigerungen im einstelligen Prozentbereich.

Für das Gesamtjahr 2022/23 erwarten wir aufgrund des deutlichen Anstiegs des Umsatzes – unter der Annahmen eines weitgehend stabilen Markumfelds – eine erhebliche Verbesserung des operativen Ergebnisses vor Sondereffekten (EBIT vor Sondereffekten). Aus heutiger Sicht sollten wir uns der Null-Linie nähern. Ein leicht positiver Betrag wäre bei einem störungsfreien Jahresverlauf möglich (2021/22: -7,6 Mio. EUR).

Sonderaufwendungen im Wesentlichen für Abfindungen sowie ein etwa stabiles Finanzergebnis dürften dazu führen, dass das Konzernergebnis zwar erneut negativ sein sollte, sich aber gegenüber dem Vorjahreswert stark verbessern würde. Der Vorstand geht von einem verbesserten Konzernergebnis im mittleren einstelligen, negativen Millionenbereich aus (Geschäftsjahr 2021/22: -9,2 Mio. EUR).

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sollte im Geschäftsjahr 2022/23 im Wesentlichen durch ein deutlich verbessertes Konzernergebnis sowie ein spürbar reduziertes Net Working Capital beeinflusst werden und damit einen positiven Wert erreichen (Geschäftsjahr 2021/22: -11,0 Mio. EUR). Das Net Working Capital lag zum 30. November 2022 in Folge des bereits erläuterten starken Aufbaus der Warenbestände vor allem aufgrund früherer Anlieferungen der Sommerware deutlich über den Erwartungen. Ausgehend von dieser hohen Basis sollte das Net Working Capital im laufenden Geschäftsjahr wieder um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag sinken. Dieser Effekt sollte im Wesentlichen aus einem Bestandsabbau resultieren. Gegenläufig sollten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umsatzbedingt leicht steigen und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sich unter der Annahme funktionierender Lieferketten wieder etwas reduzieren.

Darüber hinaus dürften im Geschäftsjahr 2022/23 die Brutto-Investitionen gegenüber dem Vorjahreswert (2021/22: 3,3 Mio. EUR) etwas ansteigen, jedoch weiterhin unter den Abschreibungen liegen. Unter anderem sind höhere Ausgaben für die Einrichtungen von temporären Pop-Up-Flächen und Shop-in-Shop-Systemen bei unseren Kunden geplant, als auch Investitionen in immaterielle Vermögenswerte durch neue Software-Lösungen in den Bereichen eCommerce, Systemsoftware und IT-Sicherheit. Wir investieren zudem fortwährend in die technischen Anlagen unserer Produktionsstätte in Sri Lanka.

Prognose 2022/23 – Veränderungen zum Vorjahr

Trend 2022/23 Ist 2021/22
Umsatzentwicklung
Premium Brands ++ 124,8
Jeans, Casual & Workwear + 46,1
Gesamt ++ 170,9
Ergebnis
EBIT vor Sondereffekten ++ -7,6
EBIT nach Sondereffekten ++ -6,3
Konzernergebnis ++ -9,2
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ++ -11,0
Brutto-Investitionen + 3,3
  • positive Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
    • positive Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz (oder Vorzeichenwechsel)
  • negative Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
    • negative Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz
      -/+ stabile Prognose

Hinsichtlich unserer Rohertragsmarge und unserer Kostenstruktur sollte das im Januar 2021 eingeleitete Performance Programm „New Tomorrow“ mit gleichzeitiger Normalisierung der Marktbedingungen weitere positive Ergebniseffekte liefern, während sich steigende Rohstoff-, Energie- und Transportkosten gegenläufig auf die Rohertragsmarge auswirken werden.

Die zum Stichtag 30. November 2022 hohe Netto-Verschuldung – ermittelt aus der Summe der finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel – sollte bis Geschäftsjahresende 2022/23 wieder etwas zurückgehen. Der Wert am Bilanzstichtag 2021 wird aber noch nicht erreicht werden.

Die Gesamtzahl der Konzernmitarbeiter dürfte im Geschäftsjahr 2022/23 in Summe stabil bleiben. In Deutschland wird es leichte Verschiebungen von Verwaltung hin zu Vertrieb geben. Insgesamt dürfte die Beschäftigtenzahl in Deutschland aber ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres bleiben (30. November 2022: 397 Mitarbeiter). Im eigenen Retail sollte die Zahl der Mitarbeiter leicht steigen.# Risiko- und Chancenbericht einschließlich Finanzinstrumenten

Risiko- und Chancenbericht

Gute Unternehmensführung bedeutet einerseits, die Unternehmenszukunft durch systematische und konsequente Realisierung von Chancen im Markt abzusichern. Andererseits muss ein aktives Risiko-Management das Unternehmen gegen auftretende Gefahren aller Art schützen. Risiken sollen dabei frühzeitig identifiziert und möglichst quantifiziert werden, so dass ihre Dimensionen erkannt werden können. Sobald Risiken erkannt wurden, sollten durch angemessene Maßnahmen Schäden vermieden oder zumindest reduziert werden. Der Vorstand hat ein Risikomanagementsystem installiert, das den Anforderungen eines Mehrmarkenunternehmens mit einer dezentralen, regional verteilten Organisation entspricht. Das revolvierende, überwiegend monatliche Berichtsmanagement liefert sowohl Daten für die operative Führung als auch für die Risikoquantifizierung. Die Angemessenheit, die Wirksamkeit und die Inhalte der laufenden Risiko-Berichterstattung werden regelmäßig vom Vorstand und vom Risikomanager geprüft. Die Konzernrevision ist in das Risikomanagement durch die fortlaufende Überwachung der Konzernvorschriften und Prozesse eingebunden.

Risikobewertung

Der Aufsichtsrat erhält zur Unterstützung der eigenen Arbeit einen vierteljährlich erstellten Risikobericht. Alle Risiken werden darin in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in klein, mittel oder groß eingestuft. Anschließend wird anhand von Kennzahlen die Veränderungsrichtung und die Größe der Gefahr ermittelt. Bei der Ahlers AG und im Konzern werden die Risiken in solche unterteilt, die zentral überwacht und gesteuert werden, und solche, die in den operativen Einheiten erfasst und in die Zentrale gemeldet werden.

Grundzüge des Risikomanagementsystems

  • Vorstand und Aufsichtsrat: Gesamtverantwortung, Vorgaben zur Risikopolitik und -akzeptanz
  • Risikomanager / Fachabteilung: Reporting und Beratung
  • Interne Revision: Überwachung
  • Identifizierung, Überwachung, Analyse und Bewertung, Steuerung und Behandlung: durch die genannten Instanzen

Bewertungskriterien und Risikoeinstufung

Schadenshöhe (Ergebnisrisiko gemessen an Nettoumsatzerlösen) sehr hoch hoch mittel groß groß groß
moderat klein mittel groß groß groß
gering klein klein mittel groß groß
--- --- --- --- --- --- ---
Eintrittswahrscheinlichkeit
sehr unwahrscheinlich
unwahrscheinlich
möglich
wahrscheinlich
sehr wahrscheinlich

Risikoprofil im Überblick

Zentral überwachte operative / strategische Risiken

Risiko Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenshöhe Risiko-einstufung Veränderung zum Vorjahr
Profitabilität der Geschäftsbereiche sehr wahrscheinlich sehr hoch groß
Lizenzen unwahrscheinlich moderat mittel
Betriebsunterbrechung und Haftung möglich gering mittel
Beschaffung wahrscheinlich hoch groß
Recht unwahrscheinlich gering klein
IT möglich hoch groß

Zentral überwachte finanzielle Risiken

Risiko Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenshöhe Risiko-einstufung Veränderung zum Vorjahr
Finanzrisiken sehr wahrscheinlich sehr hoch groß
Währung möglich unbedeutend klein
Wertentwicklung Kunst möglich unbedeutend klein
Forderungsausfall wahrscheinlich moderat groß

In den Geschäftsbereichen überwachte operative / strategische Risiken

Risiko Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenshöhe Risiko-einstufung Veränderung zum Vorjahr
Kollektion wahrscheinlich hoch groß
Lagerbestände sehr wahrscheinlich sehr hoch groß
Kundenabhängigkeit wahrscheinlich moderat groß
  • Risiko ist: gestiegen, gesunken, gleichbleibend

Bestandsgefährdendes Risiko

Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen haben sich erheblich verändert. Zum einen führt der unerwartete Russland-Ukraine-Krieg zu weltwirtschaftlichen Verwerfungen, unter anderem durch steigende Inflationsraten ausgelöst durch Verknappung und Kostenerhöhungen bei Energie, Rohstoffen und Transporten. Dies führt wiederum zu einer verringerten Konsumneigung. Zum anderen wirkt sich die Corona-Pandemie aus Fernost heraus nach wie vor negativ auf die Lieferketten aus. Mit den damit verbundenen Auswirkungen auf die Branche und die Unternehmung sind analog des Vorjahres viele Risikoarten unmittelbar oder mittelbar betroffen. So konnte aufgrund des Wegfalls der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie der Umsatz unserer Gesellschaft zwar gesteigert werden, aber die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung, nicht zuletzt durch die steigende Inflation, dämpfte die Konsumstimmung, so dass die Umsatzsteigerungen nicht wie erwartet ausfielen und immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019 liegen. Trotz Kostensenkungsmaßnahmen hat das erneut zu hohen Verlusten geführt. Mittelbar wurden auch die Mehrzahl der Marktteilnehmer auf allen Wertschöpfungsstufen in der Modebranche ähnlich finanziell geschwächt. Das betrifft besonders unsere Kunden, den Einzelhandel, so dass die Gefahr von weiteren Umsatz- und Forderungsausfällen nach wie vor besteht. Dies gilt auch für unsere Lieferanten, die Bekleidungsbetriebe weltweit, die dadurch unsere Lieferfähigkeit gefährden könnten. Durch die insgesamt geschwächte Leistungskette sind Finanzakteure wie Banken, Kreditversicherer und Geldanleger der Bekleidungsindustrie gegenüber deutlich kritischer eingestellt als noch vor der Pandemie.

Aufgrund staatlicher Subventionierungen, insbesondere der Überbrückungshilfe IV, konnten die hohen Verluste unserer Gesellschaft zwar teilweise abgemildert werden. Aber das Jahresergebnis sowie die Erhöhung der Bilanzsumme als Folge der notwendigen Aufstockung der Vorräte ließen die Eigenkapitalquote nochmals schmelzen und den Verschuldungsgrad gegenüber dem Vorjahr ansteigen. Zur Absicherung der mittelfristigen Finanzierung hatte das Unternehmen im Januar 2021 ein renommiertes Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit der Erstellung eines Sanierungsgutachtens gemäß IDW S6 des Instituts der Wirtschaftsprüfer beauftragt. Die Wirtschaftsprüfer bestätigten darin, dass das Geschäftsmodell der Ahlers AG zukunftsfähig ist und bescheinigten dem Unternehmen eine positive Fortführungsprognose. Auf Basis des Abschlussberichts hatte die Ahlers AG mit seinen Finanzierungspartnern – Banken und Hauptaktionärin – die mittelfristige Finanzierung zum Teil neu aufgestellt und in die bereits bestehenden Finanzierungsverträge eingebunden. Im Rahmen dieses Sanierungsgutachtens wurde die mittelfristige Konzernplanung in einem Stress Case-Szenario mit weiteren Abschlägen versehen und pessimistischen Annahmen für die Entwicklung der Rahmenbedingungen unterworfen. Dieses prognostizierte Stress Case-Szenario sollte eine zeitlich verzögerte Entwicklung auf Normalniveau simulieren. Auch unter diesen Stress Case-Annahmen wurde der Ahlers AG und dem Ahlers Konzern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Sanierungsfähigkeit und die Rückkehr zur Profitabilität unterstellt.

Sowohl umsatz-, ergebnis- als auch liquiditätsseitig wurde dieser Stress Case im Geschäftsjahr 2020/21 übertroffen. Für das Geschäftsjahr 2021/22 sah das Gutachten eine Rückkehr zur Normalität ohne Einflüsse aus Corona-Maßnahmen vor. An die Stelle von Corona trat dann aber der unerwartete Russland-Ukraine-Krieg mit seinen oben beschriebenen negativen Auswirkungen auf unser Geschäftsumfeld. Obwohl der Umsatz unter den Stress Case-Annahmen im Berichtsjahr nicht erreicht werden konnte, lagen die Ergebnisse nach Sondereffekten zum Teil klar über den Planungen unter Stress-Annahmen. Die zudem erforderlich gewordenen nicht geplante Aufstockung der Vorräte, führte dazu dass die liquiditätsseitige Zielvorgabe nicht eingehalten wurde. Dennoch befindet sich Ahlers zum Bilanzstichtag auf dem Sanierungspfad. Die aktuelle Konzernplanung für das angelaufene Geschäftsjahr 2022/23 sowie für die Folgejahre liegt klar über dem Stress Case-Szenario. Die aktuelle Konzernplanung geht davon aus, dass sich das Konzernergebnis nach Steuern deutlich gegenüber dem Stress Case-Planwert verbessert. Folglich würden sich auch unter diesen Stress Case-Annahmen die Ahlers AG und der Ahlers Konzern auf dem Sanierungspfad befinden. Da die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf das Konsumverhalten und der Corona-Pandemie auf die Lieferketten im gerade begonnenen Geschäftsjahr nur schwer vorhersehbar sind und die Erholung der Märkte auf ein „Vor-Corona-Niveau“ auch im aktuellen Geschäftsjahr nicht gesichert ist, ergibt sich für den Ahlers Konzern ein bestandsgefährdendes Risiko. Denn für die nachhaltige Überwindung der bestehenden engen Liquidität waren die Tilgungsstundungen und die strukturelle Anpassung der Kreditverträge mit dem Bankenkonsortium zwar eine notwendige Voraussetzung. Darüber hinaus müssen aber die Umsätze wie geplant ausgebaut und die Vorräte wieder auf ein normales Maß abgebaut werden.

Profitabilität der Geschäftsbereiche

Dem wichtigen operativen Risiko der nachlassenden Profitabilität der Geschäftsbereiche begegnet Ahlers mit der permanenten Überwachung aller relevanten Kennzahlen der Marken und Geschäftsbereiche, wie z. B. die Erreichung der geplanten Umsatzziele, der erzielten Rohertragsmarge sowie der Einhaltung der Kostenbudgets. Sobald erste Anzeichen für eine Planabweichung und eine damit einhergehende sinkende Profitabilität bestehen, werden vom Management unter Einbeziehung der Bereichsmitarbeiter die Ursachen gesucht, die Probleme analysiert und ein Maßnahmenplan entwickelt. Die Auswirkungen der aktuellen Krisen haben auch im dritten Geschäftsjahr in Folge zu erheblichen Belastungen der Profitabilität geführt und stellen grundsätzlich eine Gefährdung für den Fortbestand des Unternehmens dar. Das Risiko ist deshalb weiterhin unverändert groß.

Lizenzen

Strategische Risiken bestehen in der Beendigung der Lizenzverträge oder der Übertragung von Markenrechten an Dritte.# Risikomanagementbericht

Ahlers begegnet diesen Risiken durch Vertragsverlängerungen mit langen Laufzeiten und überwacht permanent die nationale und internationale Registrierung ihrer Marken sowie die Einhaltung von Lizenzverträgen mit Dritten. Insgesamt dürften die Risiken aus Lizenzen gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben sein.

Betriebsunterbrechung und Haftung

Ein umfassender Versicherungsschutz sichert unter anderem die Risiken durch Betriebsunterbrechung, Verlust von Waren sowie Schadensersatzansprüche ab. Jährlich wird die Versicherungssituation bezüglich wesentlicher Gefahren gemeinsam mit dem betreuenden unabhängigen Versicherungsmakler geprüft und die Policen gegebenenfalls angepasst. Dabei werden einerseits Verbesserungsmöglichkeiten im Versicherungsschutz und andererseits Prämienreduzierungen geprüft und realisiert. Die Risikoeinstufung ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Beschaffung

Beschaffungsrisiken sind aufgrund der qualitativen und quantitativen Anforderungen für Modeunternehmen eine ständige Herausforderung. Das Modeunternehmen befindet sich dabei in einem Spannungsfeld von Kosten und Zuverlässigkeit, wobei sowohl Stillstand als auch zu schnelles Verlagern von Beschaffungsorten die Gesellschaft gefährden können. Der Ahlers Konzern verringert diese Risiken durch eine sorgfältige und frühzeitige Auswahl qualifizierter Lieferanten und gründliche Qualitätskontrollen. Die Auswahl der Fertigungsbetriebe geschieht sowohl unter Risiko- als auch Chancenaspekten. Letztere können in günstigeren regionalen Produktionskosten oder Währungsänderungen liegen. Allerdings erhöht sich unter anderem wegen des Russland-Ukraine-Krieges die Wettbewerbssituation um vorhandene Produktionskapazitäten. Coronabedingt haben sich seit dem Geschäftsjahr 2019/20 sowohl die Risiken von Lieferverzögerungen als auch der Ausfall bedeutsamer Lieferanten im Bereich der Beschaffung erhöht. Dies führte im Geschäftsjahr 2021/22 zu deutlich gestiegenen Luftfrachtkosten, um noch überfällige Kundenliefertermine bedienen zu können. Zu den gestiegenen Transport- und Energiekosten kam noch der starke USD-Kurs hinzu, der zusätzlich die Einkaufspreise erhöht hat und die Produktkalkulation weiter belastet. Außerdem steigt die Komplexität, die notwendigen Rohwaren und Fertigerzeugnisse fristgerecht entlang der gesamten Lieferkette zu koordinieren. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie führten bis Ende des Geschäftsjahres 2021/22 zu Störungen in den Lieferketten des Ahlers Konzerns und erhöhten die Unsicherheit in Bezug auf internationale Versorgungswege, Lagerhaltung und Auslieferung. Durch Kapazitätsengpässe verursachte Verzögerungen ein- und ausgehender Lieferungen kam es zu erhöhten Kosten, Umsatzverlusten und geringerer Kundenzufriedenheit. Auch wenn diesen Beschaffungsrisiken durch moderne Softwareunterstützung zwischen Lieferanten und Kunden
entgegengewirkt wird, ist das Risiko verglichen zum Vorjahr unverändert hoch. Aktuell entspannt sich die Lage allerdings etwas. Das Risiko von erneuten Störungen der weltweiten Lieferketten aufgrund neuer Wellen der Pandemie insbesondere in Fernost sowie die Finanzlage unserer Lieferanten beeinflussen weiterhin die Beschaffung von Ware, so dass auch im Jahr 2023 hinsichtlich der fristgerechten Lieferung von Sortimentstiefe und Sortimentsbreite Risiken bestehen.

Die Geschäftstätigkeit von Ahlers als Bekleidungsunternehmen bringt relevante Risiken für Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange sowie für die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption ausschließlich im Bereich der Beschaffung mit sich. Dies betrifft die Nichteinhaltung von ökologischen, sozialen und Corporate Governance Standards innerhalb der Lieferkette. Um diese nichtfinanziellen Risiken zu vermeiden, verfolgt der Ahlers Konzern einen präventiven Ansatz und beugt ihnen mit konzernweit verankerten, klaren Vereinbarungen und Maßnahmen vor (s. dazu die nichtfinanzielle Konzernerklärung ab Seite 69).

Recht

Alle wesentlichen Rechtsfälle werden gemäß Anweisungen in die Konzernzentrale gemeldet und dort von den zuständigen Rechtsexperten, beratenden Rechtsanwälten und dem Vorstand betreut. Für laufende Rechtsverfahren sind im Jahresabschluss angemessene Rückstellungen gebildet worden. Soweit möglich und sinnvoll, werden Versicherungen gegen Haftungsrisiken abgeschlossen. Rechtsstreitigkeiten, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten, bestehen derzeit nicht. Die Risikoeinstufung gegenüber dem Vorjahr bleibt daher unverändert.

IT: Verfügbarkeit und Datenschutz

IT-Risiken entstehen durch die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit ihrer ständigen Verfügbarkeit. Rechnersysteme und Netzwerke können ausfallen, was zu einer massiven Störung des Betriebsablaufs führen könnte. Darüber hinaus sind unberechtigter Datenzugriff bzw. -missbrauch eine wachsende Bedrohung. Durch Computerviren oder erpresserische Hackerangriffe könnte die Funktionsfähigkeit der IT-Systeme sehr deutlich beeinträchtigt oder lahmgelegt werden. Diesen Risiken wird mit dem Einsatz moderner Hard- und Software auf aktuellem Sicherheitsstandard begegnet. Außerdem wird nach Möglichkeit vermieden, Softwareprodukte einzusetzen, die als bevorzugte Ziele von Computerkriminalität bekannt sind. Qualifizierte interne und externe Experten sorgen permanent für den Schutz und die Optimierung der Ahlers IT-Systeme. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, Virenscanner, Firewallsysteme sowie Zugangs- und Zugriffskontrollen. Die IT-Infrastruktur der Ahlers AG wurde als Zeichen für ihre Sicherheit mit dem TÜV-Prüfzeichen „Trusted Site Infrastructure“ ausgezeichnet. Zudem wurde zur Absicherung möglicher Schadensfälle im August 2020 zusätzlich eine Cyber-Risk-Versicherung abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde ein spezialisiertes IT-Beratungsunternehmen damit beauftragt, ein Cyber-Security-Assessment durchzuführen. Dabei lokalisierte mögliche Schwachstellen wurden analysiert und sofern notwendig behoben. Aktuell stehen weitere Projekte im Rahmen der Cyber-Sicherheit an. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen an einer neuen IT-Strategie, auf deren Basis die Prozesse und Organisationsstrukturen weiter digitalisiert werden sollen. Hierbei wurden sicherheitsrelevante und betriebswirtschaftliche Aspekte erneut durch das IT-Beratungsunternehmen überprüft. Im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung kooperieren die IT-Verantwortlichen und der Datenschutzbeauftragte eng miteinander. Zur Unterstützung des Datenschutzmanagements und der Erfüllung der damit verbundenen Dokumentationspflichten verwendet der Ahlers Konzern eine Spezialsoftware. Zusammenfassend betrachtet bleibt die Risikoeinstufung gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Zentral überwachte finanzielle Risiken

Finanzrisiken

Finanzrisiken können aus der Kapitalstruktur, der mangelnden Liquidität wegen ungeplantem Mittelbedarf und durch Veränderungen der Marktzinsen entstehen. Der Ahlers Konzern verfügt über eine solide Eigenkapitalquote, die ihm im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 zu Gute kam. Extern beeinflusste oder schwer kalkulierbare Bilanzpositionen haben eher einen kleinen, sinkenden Anteil an der Bilanzsumme. Aus der Kapitalstruktur bestehen daher keine erwähnenswerten Risiken. Das Liquiditätsrisiko und das Risiko von Zahlungsstromschwankungen werden kontinuierlich überwacht. Als Folge der coronabedingten Belastungen hat Ahlers zusammen mit den Hausbanken einen zusätzlichen Kredit, unterlegt mit einer Bürgschaft des Landes NRW, aufgenommen und diesen zusammen mit den bestehenden Finanzlinien in den zum Ende des Geschäftsjahres noch weitere drei Jahre laufenden Konsortialkreditvertrag eingebunden. Die Liquidität ist daher vorbehaltlich außerplanmäßiger Entwicklungen durch ausreichend hohe Kreditlinien, die auch saisonale Spitzen abdecken, sichergestellt. Zur Entlastung der Kreditlinien hat die Ahlers AG im November 2018 eine Factoring-Vereinbarung über den revolvierenden Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Hierdurch können die saisonalen Schwankungen des Liquiditätszuflusses teilweise abgefangen werden. Zum Berichtsstichtag hat Ahlers die zur Verfügung stehenden Finanzlinien zu 92 Prozent ausgenutzt (Vorjahr 56 Prozent). Die Entwicklung des Net Working Capital, insbesondere vor den beiden Hauptauslieferungen der Frühjahr-/ Sommer- und Herbst-/Winter-Kollektionen, beeinflusst neben den laufenden Fixkosten den Cashflow. Zur Reduzierung der Verschuldung hat das Unternehmen in den letzten beiden Jahren nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Gebäude sowie Kunstgegenstände verkauft. Der Verkauf weiterer nicht betriebsnotwendiger Anlagegegenstände ist auch für 2023 geplant, um die Verschuldung zu reduzieren.

Zinsrisiken entstehen im Falle der Fremdfinanzierung durch Veränderungen der Marktzinsen. Das Risiko steigender Fremdkapitalbeschaffungskosten tritt bei variabel verzinslichen Darlehen sowie bei notwendig werdenden Anschlussfinanzierungen ein. Ahlers überwacht die Entwicklung der Marktzinsen. Es können bei wesentlichen Fremdfinanzierungen zusätzlich Absicherungen gegen das Zinsänderungsrisiko durch den Abschluss von Zinsswaps vorgenommen werden, soweit das die Markterwartungen geboten erscheinen lassen. Aktuell sind keine Zinsswaps abgeschlossen.

Zusammengenommen stuft Ahlers die Bedeutung von Finanzrisiken als groß ein. Aufgrund des nochmaligen negativen Ergebnisses sowie der Notwendigkeit zur Aufstockung der Vorräte ab der zweiten Jahreshälfte war ein ungeplant hoher Liquiditätsbedarf entstanden, wodurch das Finanzrisiko gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Daher bleibt die regelmäßige Überprüfung des Liquiditätsrisikos zentraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.# Währung

Währungsrisiken sind für international tätige Unternehmen sehr bedeutsam, gerade wenn der Beschaffungsmarkt, wie bei Modeunternehmen üblich, überwiegend in einer Währung abgewickelt wird, der Verkauf jedoch in einer anderen. Deshalb erfolgt die Sicherung des US-Dollars für die Warenbeschaffung aus Asien jede Saison auf der Basis einer mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Hedging-Regelung. In dieser sind die für den Saisonzyklus notwendigen Fremdwährungsbeträge mit Mindest- und Höchstquoten festgeschrieben. Die sich hieraus ergebende notwendige Absicherung von einzelnen Saisons wird regelmäßig und zeitnah überwacht und mit den vorhandenen Finanzinstrumenten abgeglichen.

Der Ahlers Konzern ist dem Risiko einer langfristig auftretenden Euroschwäche, die Importe aus Asien über den Absicherungszeitraum hinaus verteuert, ausgesetzt. Um bei einem schwächeren Euro dem Rückgang der Rohertragsmarge entgegen zu wirken, könnten moderate Preiserhöhungen und die Rückverlagerung von Produktionsaufträgen nach Osteuropa in Betracht gezogen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 hat der US-Dollar gegenüber dem Euro weiterhin zunehmend an Stärke gewonnen und damit Einkäufe in Asien teurer gemacht. Aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine entwickelte sich der Rubelkurs zeitweise turbulent mit anfänglich erheblichen Währungsverlusten. In der Folge hat sich der Kurs jedoch nach dem Eingreifen der russischen Zentralbank wieder stabilisiert und sogar gestärkt. Ebenfalls unterliegt die Sri Lanka Rupie massiven Kursverlusten ausgelöst durch den Staatsbankrott Sri Lankas Mitte des Jahres 2022. Gegenwärtig entspannt sich die Entwicklung des US-Dollars wieder etwas, so dass wir hier positive Effekte erwarten. Auch werden die Auswirkungen aus den Schwankungen der Sri Lanka Rupie künftig dem Ahlers Konzern nicht mehr in vollem Maße treffen, da die Berichtswährung der Landesgesellschaft auf US-Dollar umgestellt wurde. Deshalb wird die Risikobeurteilung wie im Vorjahr als klein eingestuft.

Risiken und Chancen im Kunstvermögen

Chancen und Risiken im Kunstvermögen der Ahlers AG ergeben sich aus langfristigen Wertentwicklungen im Kunstmarkt. Das Management des Unternehmens prüft regelmäßig, ob die zugrunde gelegten Buchwerte der Kunstwerke angemessen sind. Dauerhafte Rückgänge des Marktwerts würden zu Abschreibungen führen. Im Jahresabschlussprozess wurde der Wert ausgewählter Kunstwerke anhand von Auktionsergebnissen und Marktrecherchen geprüft. In der Vergangenheit hat das Unternehmen keine wesentlichen Abschreibungen auf Kunstwerke vornehmen müssen. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Kunstgegenstände im Wert von 0,6 Mio. EUR mit einem Buchgewinn in Höhe von 0,1 Mio. EUR verkauft. Auch für die Folgejahre sind weitere Kunstverkäufe geplant, um die Liquidität zu verbessern und die Finanzverbindlichkeiten weiter zu senken. Das Risiko einer sinkenden Wertentwicklung im Kunstmarkt wird aufgrund des in den letzten Jahren deutlich reduzierten Kunstvermögens als unbedeutend und damit ähnlich gering wie im Vorjahr eingeschätzt.

Forderungsausfall

Eine strenge Bonitätsprüfung und eine Versicherung gegen Zahlungsausfälle reduzieren die grundsätzlich wichtigen Forderungsrisiken der Ahlers AG. Eine Auslieferung ohne Deckung der Kreditversicherung erfolgt nur nach kritischer Überprüfung und soweit vorhanden der Analyse der bisherigen Kundenbeziehung. Forderungsrisiken, die nicht versicherbar sind, müssen vom Vorstand freigegeben werden. Der Vorstand überprüft diese Entscheidungen regelmäßig alle sechs Monate. Zum Geschäftsjahresende lagen die unversicherten Forderungen erwartungsgemäß moderat über denen des Vorjahres. Aufgrund der schwierigeren Rahmenbedingungen in Folge der abgeschwächten Konsumlaune schätzt der Vorstand die Risikoposition weiterhin als groß aber unverändert zum Vorjahr ein.

In den Geschäftsbereichen

Operative / strategische Risiken

Kollektion

Das Kollektionsrisiko besteht in der Modebranche jede Saison darin, dass die Kollektionen vom Markt nicht ausreichend angenommen werden und dadurch Umsatzeinbußen entstehen. Sie sind für das Unternehmen deshalb sehr bedeutsam. Die Kollektionen werden anhand von Rahmenplänen erstellt, die den Umfang und die Preissituation vorweg festlegen. Zeitnahe Berichte über Vorverkäufe und monatliche Reports der Geschäftsbereiche über die Marktlage informieren den Vorstand über die Marktstärke unserer Produkte. Die Integration von Abverkaufsinformationen aus dem Handel und den eigenen Geschäften fördern die Gestaltung verkaufsstarker Produkte, auf die mit kurzfristigen Produktionsausweitungen reagiert werden kann. Wie im Vorjahr wird das Risiko als groß eingeschätzt.

Lagerbestände

Die Beherrschung des Lagerrisikos stellt eine wichtige Aufgabe in der Modeindustrie dar. Für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Handel ist die fristgerechte Lieferfähigkeit von großer Bedeutung. Gleichzeitig muss jedoch der Lagerbestand am Ende der Saison größtenteils verkauft sein, um die Liquidität des Unternehmens zu entlasten. Aus einer erhöhten Lagerdauer und der damit potenziell verminderten Verwertbarkeit der Vorräte können sich sonst Bestandsrisiken ergeben. Der Ahlers Konzern minimiert das Risiko, indem die Lagerbestände mittels systematischer Dispositions- und Verkaufsprinzipien und durch regelmäßige Bestandskontrollen überwacht und auf dem richtigen Niveau gehalten werden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 sind höhere NOS-Bestände zu verzeichnen, die grundsätzlich nur ein geringes Abwertungsrisiko haben, aber auch höhere Saisonwarenbestände. Gleichzeitig wurden die Altwarenbestände abgebaut. Weil die gesamten Vorräte aber deutlich über den Vorjahren liegen, sind die Risiken aus Lagerbeständen insgesamt gegenüber dem Vorjahr etwas gestiegen.

Kundenabhängigkeit

Das Risiko der Kundenabhängigkeit verstärkt sich durch die Entwicklung, dass zunehmend große Filialisten den klassischen Facheinzelhandel verdrängen, wodurch der Umsatzanteil von Großkunden steigt. Größere Anbieter, die den Handel mit qualitativ hochwertiger Ware professionell bedienen, profitieren von dieser Entwicklung. Ahlers tritt mit Kunden auf allen Ebenen in den Dialog, um die Marktbedürfnisse und Probleme frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören auch zunehmend eCommerce-Kunden, da das Internet als Absatzkanal für Bekleidung immer wichtiger wird. Der eCommerce-Handel wird von relativ wenigen Anbietern dominiert. Insgesamt steigen durch diese Einflüsse die Kundenabhängigkeit und die Risiken aus der Kundenstruktur. Diese Entwicklung hat sich im Geschäftsjahr 2021/22 einerseits durch einen geringeren Umsatzanteil des eCommerce-Handels entspannt aber andererseits erhöht aufgrund der Eröffnung des Schutzschirmverfahrens des Großkunden Galeria Karstadt Kaufhof. Das Risiko wird daher insgesamt als groß eingestuft. Die Gesellschaft hat ein Berichtssystem implementiert, welches eine ständige und zeitnahe Überwachung von Auslieferungsquoten, termingerechten Auslieferungen, Auftragsbeständen und Umsätzen sicherstellt, um alle Kunden gut zu bedienen und die Kundenbeziehungen zu festigen. Die Mehrmarkenstrategie des Ahlers Konzerns mindert das Risiko der Kundenabhängigkeit dadurch, dass die unterschiedlich positionierten Marken jeweils andere Kunden und Einzelhandelsformate bedienen.

Externe Risiken

Als international agierendes Unternehmen im Konsumgüterbereich ist Ahlers Risiken unterworfen, die sich sowohl aus der weltwirtschaftlichen Entwicklung als auch den konjunkturellen Veränderungen in einzelnen Ländern ergeben. Wirtschaftliche, politische und soziokulturelle Rahmenbedingungen beeinflussen das Kaufverhalten der Verbraucher und damit den Umsatz und die Ertragslage des Unternehmens. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie aktuell die der hohen Inflation haben diese Tatsache sehr deutlich gemacht. Die bereits länger stattfindende Marktverschiebung zum eCommerce und der intensive Wettbewerb um Marktanteile, Markenpräsenz und Personal im internationalen Modemarkt sind weiterhin stark präsent. Der stationäre Handel als auch der eCommerce-Handel sind einem stetigen Wandel ausgesetzt. Diese externen Entwicklungen und die damit verbundenen Risiken werden vom Vorstand überwacht und fortlaufend mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Ahlers begegnet den externen Risiken auch mit der Strategie der Internationalisierung und der Schärfung seiner Markenprofile, um neue Märkte und Nachfragepotenziale zu erschließen. Besonders in das Wachstumsfeld eCommerce investiert Ahlers viel personelle Kapazität und Finanzmittel. Priorität haben dabei die Vertriebsaktivitäten im Online-Wholesale-Geschäft sowie die Anbindung an Online-Multibrand-Plattformen.

Chancen

Die Identifikation und Nutzung unternehmerischer Chancen ist ein wichtiges Element zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Chancen werden bei Ahlers als mögliche positive Abweichungen von geplanten Zielgrößen beziehungsweise von getroffenen Annahmen bei der Unternehmensplanung definiert. So werden insbesondere aus der laufenden Überwachung der Profitabilität der Geschäftsbereiche auch Chancen zur Erkennung neuer Entwicklungen abgeleitet. Besonders aus den Berichten über Bereichsrisiken werden wichtige Erkenntnisse über mögliche positive Geschäftsentwicklungen am Markt gewonnen. Wenn z. B. Nachfrageänderungen von Kunden in bestimmten Märkten beschrieben werden, kann die frühzeitige Reaktion darauf Chancen hervorbringen. Ähnlich stellt sich das auf der Beschaffungsseite dar. Hier garantiert die parallele Beobachtung der wichtigsten Märkte eine rechtzeitige Verlagerung in Länder mit konkurrenzfähigen Preisen und zuverlässiger Qualität.# Risikobericht

Aufgrund des im Vorjahr eingeleiteten Projektes „New Tomorrow“ ist das Management zudem davon überzeugt, dass die weitere Steigerung der Begehrlichkeit seiner Marken BALDESSARINI, PIERRE CARDIN, OTTO KERN, PIONEER AUTHENTIC JEANS und PIONIER WORKWEAR den wichtigsten Faktor für den langfristigen Erfolg des Unternehmens darstellt. Sämtliche strategischen Initiativen sind daher darauf ausgerichtet, die Markenbegehrlichkeit nachhaltig zu steigern. Chancen werden auch in der kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Online-Stores gesehen. Damit können die Marken den Ansprüchen der Endkunden an ein hochwertiges digitales Markenerlebnis bestmöglich gerecht werden.

Gesamtaussage zum Risikobericht

Wie im Vorjahr deckt sich der Wirkungsbereich des Risikoberichts mit dem Konsolidierungskreis. Wesentliche Änderungen des Risikomanagementsystems gegenüber dem Vorjahr ergaben sich nicht. Das Gesamtrisiko der Ahlers AG und des Konzerns hat sich insgesamt erhöht, die Ursachen haben sich dabei verlagert. Während die direkten Auswirkungen der Corona-Maßnahmen nachließen, hatten die Folgen des unerwarteten Russland-Ukraine-Krieges in der Ukraine massive Auswirkungen auf alle Marktteilnehmer. Hinzu kamen die indirekten Folgen der Corona-Maßnahmen in Fernost in Form von massiven Störungen der Lieferketten. In der Folge nehmen Risiken aus der Beschaffung und der Kundenbonität zu. In diesem Umfeld kommt unserem Unternehmen seine stabile Finanzposition zu Gute. Aufgrund der schwierig einzuschätzenden Weiterentwicklung der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges und der Inflation sowie der Lieferketten ist die Risikosituation zum Zeitpunkt der Berichtsveröffentlichung insgesamt als hoch einzustufen. Abgesehen von Einflüssen auf die ohnehin schon angespannte Liquidität in Folge von Umsatzausfällen durch Lieferverzögerungen und unzureichendem Bestandsabbau lassen sich vom heutigen Standpunkt aus keine Risiken erkennen, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken, den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. In Folge der vorgenannten Ereignisse, die zum Ende des Geschäftsjahres zur angespannten Liquiditätslage führten, wurde ein Antrag auf Anpassung eines ursprünglich vereinbarten Covenant sowie der Aussetzung von Tilgungsleistungen der Ahlers AG von den kreditgebenden Banken genehmigt. Nach dem Bilanzstichtag kam es dennoch zu einer Nichteinhaltung des neu vereinbarten Covenant. Kraft eines weiteren vom Bankenkonsortium genehmigten Antrags seitens der Ahlers AG wurde der Covenant daraufhin temporär ausgesetzt. Im Februar 2023 wurde der Konsortialkreditvertrag strukturell angepasst.

Risikobericht über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Ahlers beschafft seine Waren weiterhin zu einem nicht unwesentlichen Teil auf US-Dollar-Basis in Asien. Um nicht durch kurzfristige Währungsschwankungen Verluste zu erleiden, werden die notwendigen Devisen saisonweise auf Basis eines quantitativen Beschaffungsplans mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten abgesichert. Die Absicherung erfolgt durch Devisentermingeschäfte. Vertriebsaktivitäten in Fremdwährung wie z. B. dem Schweizer Franken werden kaum abgesichert.

Die Unternehmensfinanzierung erfolgt seit Ende des Geschäftsjahres 2018/19 über einen Konsortialkreditvertrag, den Ahlers mit vier Banken zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren bis November 2022 geschlossen hatte. Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte Ahlers eine zusätzliche Kredittranche bei den Konsortialbanken, unterlegt mit einer Bürgschaft des Landes NRW, aufgenommen und zusammen mit den bestehenden Finanzlinien die Laufzeit des Konsortialkreditvertrages bis November 2025 verlängert. Aufgrund der seinerzeit anhaltenden Corona-Pandemie und den damit verbundenen Umsatzrückgängen, hat das Unternehmen zur Schließung der Liquiditätslücke den bestehenden Konsortialkreditvertrag im April 2021 um eine weitere Tranche, unterlegt mit einer zweiten Bürgschaft des Landes NRW, erweitert. Vertragskonform wurde die Erweiterung des Kredites um zu erwartende staatliche Unterstützungszahlungen für Fixkosten (Überbrückungshilfe III) reduziert, so dass die zusätzliche Kreditaufnahme bei Finanzinstituten zum Bilanzstichtag 2021 nur noch 1,5 Mio. EUR betrug. Darüber hinaus wurde ein weiteres Gesellschafterdarlehen gewährt und die Rückzahlung des bestehenden bilateralen Tilgungsdarlehens bis zum 30. November 2025 gestreckt.

Der Finanzierungsrahmen des Konsortialkreditvertrags beinhaltet flexibel ausnutzbare Kreditlinien, die über den gesamten Zeitraum bestehen, und Darlehenslinien, die bis zum Laufzeitende in 2025 teilweise getilgt werden. Der Konsortialkreditvertrag und das Tilgungsdarlehen sind mit Sicherheiten unterlegt. Die Zinshöhe richtet sich nach quartalsweise ermittelten Finanzkennzahlen. Die Aufwendungen für den Abschluss des Vertrags wurden in zulässigem Umfang aktiviert und werden über dessen Laufzeit abgeschrieben.

Im Berichtsjahr führten das nochmalige negative Ergebnis sowie die Notwendigkeit zur Aufstockung der Vorräte ab der zweiten Jahreshälfte zu einem ungeplant hohen Liquiditätsbedarf und damit dazu, dass die Tilgungsstruktur der laufenden Kredittranchen überdacht werden musste. Der bestehende Kreditvertrag mit dem Bankenkonsortium wird vor diesem Hintergrund in seiner Tilgungsstruktur angepasst werden. Am Volumen und der Laufzeit wird es keine Änderungen geben.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Zwei wesentliche Komponenten sichern die Vermeidung oder Reduzierung von Risiken im Unternehmen ab: Ein System von Anweisungen und Geschäftsordnungen auf der einen Seite und ein der Kontrolle und Information dienendes Reporting auf der anderen Seite. Geschäftsordnungen regeln für den Aufsichtsrat, den Vorstand und die Geschäftsführer aller Konzerngesellschaften Handlungsspielräume und die Einbeziehung verschiedener Hierarchieebenen im Entscheidungsprozess. Einzelanweisungen, die für alle Mitarbeiter gelten, sind im Intranet des Ahlers Konzerns abrufbar. Dort findet sich insbesondere auch die Grundwerteerklärung des Konzerns. Die Grundwerteerklärung wurde im Jahr 2015 an alle Mitarbeiter ausgehändigt. Neuen Mitarbeitern wird die Erklärung stets bei Einstellung gegeben. Kontrollierende Berichte zur Risikosituation werden allen Verantwortlichen in verschiedenen Detaillierungsgraden in festgelegten angemessenen Frequenzen, meist monatlich, zugeleitet. Der Aufsichtsrat erhält monatlich einen umfassenden Finanzbericht und wird quartalsweise mit einem Risikobericht über die Zentralrisiken und die Bereichsrisiken informiert.

Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungs- und Konsolidierungsprozess

Zielsetzung des internen Kontrollsystems des Rechnungslegungs- und Konsolidierungsprozesses ist es, Fehlerquellen zu minimieren und Fehler schnell zu erkennen. Hierzu sind die Buchhaltungsabteilungen des Konzerns pro Land zentral, in einigen Fällen länderübergreifend, organisiert. Die Mitwirkung externer Dienstleister am Abschlussprozess beschränkt sich normalerweise auf punktuelle Dienstleistungen, wie z. B. die Ermittlung der Pensionsrückstellungen. In kleineren Ausnahmefällen werden Abschlüsse auch extern erstellt.

Systemtechnisches Rückgrat der Buchhaltung ist das SAP-System, auf das regional aktiv und zentral kontrollierend zugegriffen werden kann. Die SAP-Stammdatenpflege und -Systembetreuung erfolgt zentral. Das Konzernrechnungslegungshandbuch sorgt für die bilanzielle Gleichbehandlung aller wiederkehrenden Sachverhalte. Neue Sachverhalte werden mit der Konzernzentrale abgestimmt. Änderungen in der Konzernrechnungslegung werden unmittelbar an alle beteiligten Mitarbeiter und betroffenen externen Dienstleister kommuniziert. Das Reporting der Tochtergesellschaften erfolgt mittels einheitlicher Formulare, die zu jedem Monats-, Quartals- und Jahresabschluss von den jeweiligen Buchhaltungsabteilungen bereitgestellt werden. Hierzu gehören unter anderem der landesrechtliche und der IFRS-Abschluss sowie eine Abstimmung der Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften.

Alle Angaben fließen in der zentralen Konsolidierungsabteilung zusammen. Dort erfolgen sämtliche konzerninternen Abstimmungen, Konsolidierungen, Überwachungen von Berichtsfristen und Qualitätskontrollen der Berichtsdaten. Hier werden auch alle Einzelabschlüsse zum Konzernabschluss unter Anwendung einer Konsolidierungssoftware zentral verarbeitet. Im Bereich der Konsolidierung sind unterschiedliche Kontrollen entlang des Konsolidierungsprozesses implementiert. Abstimmungsdifferenzen in der Konsolidierung werden an die beteiligten Tochtergesellschaften kommuniziert und korrigiert. Generell gilt im Konzern bzw. bei der Erstellung der Jahres- und Konzernabschlüsse das Vier-Augen-Prinzip. Wichtige Abschlussentscheidungen, wie Vorrats- und Forderungsbewertungen, werden vom Vorstand freigegeben. Flache Hierarchien, direkte Berichtswege und monatliche Zwischenabschlüsse ermöglichen die Erkennung von Risiken und die frühzeitige Aufdeckung von Fehlern.

Die Interne Revision ist regelmäßig auf abschlussrelevante Themen angesetzt und im Jahresabschlussprozess kontrollierend tätig. Ein Schwerpunkt ist dabei stets die Bestandsführung und -bewertung, die in der Bekleidungsbranche besonders anspruchsvoll und wichtig für das Ergebnis ist. Auch die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in den rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird regelmäßig durch die Konzernrevision überprüft. Mit den eingerichteten Prozessen, Systemen und Kontrollen ist hinreichend gewährleistet, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS), dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen erfolgt und somit zulässig ist.

Sonstige Angaben

Übernahmerechtliche Angaben und erläuternder Bericht nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und gemäß § 176 Abs.# 1 Satz 1 AktG

Das Grundkapital der Ahlers AG beträgt zum 30. November 2022 43.200.000,00 EUR. Es ist eingeteilt in 13.681.520 Stück Namensaktien. Auf jede Namensaktie entfällt ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von jeweils rund 3,16 EUR. Gemäß § 22 der Satzung gewährt jede Aktie der Gesellschaft eine Stimme auf der Hauptversammlung. Es existieren keine Stimmrechtskontrollen für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der Ahlers AG beteiligt sind.

Die Vorstandsvorsitzende Dr. Stella A. Ahlers war am 30. November 2022 direkt und indirekt über die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG sowie die WTW-Beteiligungsgesellschaft mbH insgesamt mit einem Anteil von 53,0 Prozent am Grundkapital der Ahlers AG beteiligt.

Der Vorstand der Ahlers AG besteht gemäß § 8 der Satzung aus mindestens einem Mitglied. Der Aufsichtsrat bestimmt die Anzahl der Vorstandsmitglieder und kann einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden oder stellvertretenden Sprecher des Vorstands ernennen. Es können auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden.

Satzungsänderungen können, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen werden. Der Aufsichtsrat ist befugt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, selbst vorzunehmen (§ 27 der Satzung).

Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 27. April 2027 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 21.600.000 Euro zu erhöhen (genehmigtes Kapital, § 4 Abs. 2 der Satzung). Er kann dabei das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:

(i) um Spitzenbeträge auszugleichen;
(ii) wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und/oder zum Zwecke des Erwerbs von sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen, ausgegeben werden;
(iii) wenn die neuen Aktien der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden und der Ausgabepreis je Aktie den Börsenpreis der im Wesentlichen gleich ausgestatteten, bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien nicht wesentlich unterschreitet. Der Bezugsrechtsausschluss kann in diesem Fall jedoch nur vorgenommen werden, wenn die Anzahl der in dieser Weise ausgegebenen Aktien zusammen mit der Anzahl eigener Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden, und der Anzahl der Aktien, die durch Ausübung von Options- und/oder Wandlungsrechten oder Erfüllung von Wandlungspflichten aus Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und/oder Genussrechten entstehen können, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden, insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieser Wert geringer ist – zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung nicht übersteigt;
(iv) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder nach der Erfüllung der Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
(v) wenn die neuen Aktien zur Ausgabe von Mitarbeiteraktien an Personen verwendet werden, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, sowie an Organmitglieder von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen; das Bezugsrecht der Aktionäre aufgrund dieser Ermächtigung darf nur auf Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von bis zu 3 Prozent des Grundkapitals (also in Höhe von bis zu insgesamt 1.296.000 Euro) ausgeschlossen werden; und nur, soweit die während der Laufzeit dieser Ermächtigung auf der Grundlage dieser Ermächtigung oder eines anderen genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bar- und/oder Sacheinlage ausgegebenen Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.

Auf die vorstehend genannte 10 Prozent-Grenze werden angerechnet eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss veräußert werden, sowie neue Aktien, die aufgrund von während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss begebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen und/oder Genussrechten auszugeben sind.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2022 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. April 2027 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft in Höhe von 43.200.000,00 EUR gleich in welcher Form zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft oder von ihr abhängige oder in Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder durch auf deren Rechnung oder auf Rechnung der Gesellschaft handelnde Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann entweder über die Börse oder über eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Der Kaufpreis darf den aktuellen Börsenpreis um nicht mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. Das öffentliche Kaufangebot bzw. die öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten kann nach Maßgabe des Beschlusses der Hauptversammlung weitere Bedingungen vorsehen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die aufgrund dieser Ermächtigung oder einer oder mehrerer früher erteilter Ermächtigungen erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:

(1) Die Aktien können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.

(2) Die Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder aufgrund eines Angebots an alle Aktionäre veräußert werden, wenn der bar zu zahlende Kaufpreis den Börsenpreis der im Wesentlichen gleich ausgestatteten, bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet. Die Anzahl der in dieser Weise unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußerten Aktien darf 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf die Höchstgrenze von 10 Prozent des Grundkapitals sind andere Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in direkter oder entsprechender Anwendung des nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten aus Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und/oder Genussrechten auszugeben sind, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Maßgeblich ist das Grundkapital zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über die vorliegende Ermächtigung oder – falls dies geringer ist – das zum Zeitpunkt der Ausnutzung der vorliegenden Ermächtigung bestehende Grundkapital.

(3) Die Aktien können gegen Sachleistung veräußert werden, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und/oder zum Zwecke des Erwerbs von sonstigen Vermögensgegenständen oder von Ansprüchen auf den Erwerb von sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen.

(4) Die Aktien können zur Durchführung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend) verwendet werden, im Rahmen derer Aktien der Gesellschaft (auch teil- und wahlweise) zur Erfüllung von Dividendenansprüchen der Aktionäre eingesetzt werden.

(5) Die Aktien können auch verwendet werden, um Bezugs- und Umtauschrechte zu erfüllen, die aufgrund der Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder der Erfüllung von Wandlungspflichten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen entstehen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften, an denen die Ahlers AG unmittelbar oder mittelbar zu 100 Prozent beteiligt ist, ausgegeben werden.

(6) Die Aktien können Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, sowie Organmitgliedern von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen direkt oder indirekt zum Erwerb angeboten, zugesagt und übertragen werden. Dies umfasst auch die Ermächtigung, die erworbenen Aktien an ein Kreditinstitut oder ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen zu übertragen, das die Aktien mit der Verpflichtung übernimmt, sie ausschließlich diesem Personenkreis zum Erwerb anzubieten oder zuzusagen bzw.# Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung befindet sich auf den Seiten 20ff. dieses Geschäftsberichts. Sie steht auch im Internet unter www.ahlers-ag.com zur Verfügung.

Zukunftsbezogene Aussagen

Wir weisen darauf hin, dass bei zukunftsbezogenen Aussagen die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand erklärt gemäß § 312 Absatz 3 AktG wie folgt: „Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Es sind keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens getroffen oder unterlassen worden.“

Bericht der Ahlers AG

Erläuterungen auf Basis HGB (Handelsgesetzbuch)

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Funktionen der Ahlers AG

Die Ahlers AG mit Sitz in Herford ist das Mutterunternehmen des Ahlers Konzerns. Deren zentrale Funktion ist die operative und strategische Steuerung des Konzerns durch den Vorstand. Die Ahlers AG ist aber keine reine Holding, sondern hat mit einigen Tochtergesellschaften Geschäftsbesorgungsverträge abgeschlossen. Aufgrund dieser Verträge übernehmen die Vertragspartner (die Kommissionäre) die Beschaffung aller benötigten Oberstoffe, Zutaten und Zubehör sowie Handelsware, lassen diese Materialien im Auftrag der Ahlers AG verarbeiten und übernehmen anschließend im eigenen Namen, aber für Rechnung der Ahlers AG den Vertrieb sowie darüber hinaus Verwaltungs- und Dienstleistungsarbeiten.

Verträge dieser Art sind mit folgenden Gesellschaften abgeschlossen: Baldessarini GmbH, Pionier Berufskleidung GmbH, PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH und der Otto Kern GmbH. Für die oben aufgeführten Tätigkeiten erhalten diese Gesellschaften einen kompletten Aufwandsersatz, eine Kapitalverzinsung sowie eine angemessene Vergütung. Mit allen vorgenannten Gesellschaften bestanden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge. Darüber hinaus werden in- und ausländische Beteiligungserträge sowie Erträge und Aufwendungen aus mit anderen inländischen Konzerngesellschaften bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen in der Ahlers AG vereinnahmt.

Kräftiges Umsatzplus durch Lockerung der Corona-Maßnahmen

Die Umsatzentwicklung der Ahlers AG profitierte im Geschäftsjahr 2021/22 wie im Konzern im Wesentlichen von der Aufhebung bzw. Lockerungen der Corona-Maßnahmen, die noch im Vorjahr das Geschäft massiv behindert hatten, und führten hauptsächlich zu der positiven Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr. Die Kaufzurückhaltung in Folge der stark gestiegenen Inflation sowie die weltweiten Lieferkettenprobleme führten ab dem dritten Quartal zu abnehmenden Umsatzsteigerungen. Insgesamt konnte aber ein Umsatzanstieg von 21,7 Prozent bzw. 11,7 Mio. EUR von 54,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 65,7 Mio. EUR erzielt werden. Der Exportanteil der Umsätze lag mit 26,5 Prozent geringfügig oberhalb des Vorjahreswerts (26,2 Prozent).

Ertragslage 2021/22

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR Veränderung absolut Mio. EUR Veränderung in %
Umsatzerlöse 65,7 54,0 11,7 21,7
Rohertrag * 22,1 18,4 3,7 20,1
in % vom Umsatz 33,6 34,1
Personalaufwand * -0,8 -0,9 0,1 11,1
Saldo Sonstiger Aufwand/Ertrag * -31,8 -28,9 -2,9 -10,0
Abschreibungen 0,0 0,0 0,0 n.a.
Beteiligungsergebnis * 0,4 -0,9 1,3 >100,0
EBIT * -10,1 -12,3 2,2 17,9
Sondereffekte -1,8 3,1 -4,9 <-100,0
Finanzergebnis * -2,1 -1,5 -0,6 -40,0
Ergebnis vor Ertragsteuern -14,0 -10,7 -3,3 -30,8
Ertragsteuern 0,0 0,0 0,0 n.a.
Nettoergebnis -14,0 -10,7 -3,3 -30,8
* vor Sondereffekten

Betriebliche Aufwendungen steigen umsatzbedingt

Die Rohertragsmarge blieb im Berichtsjahr mit 33,6 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr 34,1 Prozent). Damit konnte der Rohertrag um 3,7 Mio. EUR oder 20,1 Prozent auf 22,1 Mio. EUR (Vorjahr 18,4 Mio. EUR) verbessert werden. Der Personalaufwand lag mit 0,8 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau (0,9 Mio. EUR). Der Saldo aus sonstigem Aufwand und Ertrag stieg dagegen unterproportional zum Umsatz um 2,9 Mio. EUR bzw. 10,0 Prozent auf 31,8 Mio. EUR. Kostensteigernd wirkten hier hauptsächlich die umsatzabhängigen Kosten wie Provisionen, Kommissionierung und Frachten sowie Marketingaufwendungen bei ansonsten stabilen Kosten bei den Kommissionärs-Unternehmen.

Deutlich verbessertes EBIT vor Sondereffekten

Im Geschäftsjahr 2021/22 gingen die Erträge aus Beteiligungen an den Inlands- und Auslandsgesellschaften zwar von 3,8 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR zurück. Dagegen konnte aber der letztjährige negative Saldo aus Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahmen der deutschen Kommissionäre vor Sondereffekten von -4,7 Mio. EUR auf +0,1 Mio. EUR vollständig abgebaut werden. Maßgeblicher Grund dafür waren die umsatzbedingt besseren Ergebnisse vor Sondereffekten der inländischen Tochterunternehmen mit Ergebnisabführungsvertrag. Zusammengenommen stieg das Beteiligungsergebnis vor Sondereffekten von -0,9 Mio. EUR um 1,3 Mio. EUR auf +0,4 Mio. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten verbesserte sich somit um 2,2 Mio. EUR oder 17,9 Prozent auf -10,1 Mio. EUR (Vorjahr -12,3 Mio. EUR).

Sonderaufwendungen nach Corona-Hilfen im Vorjahr

Mit -1,8 Mio. EUR lagen die Sondereffekte im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich unter dem Vorjahreswert von +3,1 Mio. EUR. Während im Vorjahr hohe Sondererträge durch staatliche Überbrückungshilfen im Rahmen der Corona-Hilfen maßgeblich die Sondereffekte beeinflussten, waren es in diesem Jahr Luftfrachtkosten zur Abmilderung der Lieferkettenprobleme sowie diverse Abfindungen bei nur geringeren Sondererträgen durch staatliche Überbrückungshilfen im Rahmen der Corona-Hilfen. Ertragsseitig beinhaltet dieser Wert die bereits genannten staatlichen Überbrückungshilfen, eine Wertaufholung der Beteiligung an der Otto Kern GmbH sowie Verkaufserträge aus der Veräußerung von Kunstgegenständen in Höhe von insgesamt 3,5 Mio. EUR (Vorjahr 11,9 Mio. EUR). Auf der Aufwandsseite umfassen die Sondereffekte neben den oben erwähnten Luftfrachtkosten noch Beratungskosten im Rahmen der Restrukturierung sowie im Beteiligungsergebnis Abfindungen an Handelsvertreter und Mitarbeiter, Abschreibungen auf Forderungen an den Tochtergesellschaften im Baltikum sowie Sondereffekte bei den inländischen Unternehmen mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht.

Das Finanzergebnis sank in Folge der höheren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen von -1,5 Mio. EUR auf -2,1 Mio. EUR.

Sondereffekte 2021/22

2021/22 Mio. EUR 2020/21 Mio. EUR
Rohertrag -0,4 -1,9
Sonstige betriebliche Erträge 3,5 11,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,0 0,0
Abschreibungen -1,6 -0,6
Beteiligungsergebnis 0,0 -2,8
Finanzergebnis -3,4 -3,5
Summe -1,8 3,1

Vermögenslage

Ergebnisrückgang durch Sonderaufwendungen

Das Ergebnis vor und nach Ertragsteuern ging im Geschäftsjahr 2021/22 um 3,3 Mio. EUR auf -14,0 Mio. EUR zurück. Der umsatzbedingte Anstieg des Rohertrags konnte die reduzierten Sonderaufwendungen nicht kompensieren. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr gebucht. Das Jahresergebnis der Ahlers AG lag mit -14,0 Mio. EUR daher unter dem Vorjahreswert von -10,7 Mio. EUR.

Bilanzstruktur

30.11.2022 Mio. EUR 30.11.2022 in % 30.11.2021 Mio. EUR 30.11.2021 in %
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 0,2 0,2 0,1 0,1
Sonstige langfristige Vermögenswerte 66,3 61,2 65,8 64,6
Anlagevermögen 66,5 61,4 65,9 64,7
Vorräte 33,6 31,0 23,2 22,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5,0 4,6 4,5 4,4
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2,4 2,2 4,4 4,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,1 0,1 2,8 2,7
Umlaufvermögen 41,1 37,9 34,9 34,2
Rechnungsabgrenzungsposten und latente Steuern 0,8 0,7 1,1 1,1
Summe Aktiva 108,4 100,0 101,9 100,0
30.11.2022 Mio. EUR 30.11.2021 Mio. EUR
Passiva
Eigenkapital 43,0 39,7
--------------------------------- ---- ----
Pensionsrückstellungen 0,1 0,1
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 26,6 24,6
Übrige Rückstellungen 1,9 1,8
Übrige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 36,8 33,8
Fremdkapital 65,4 60,3
Summe Passiva 108,4 100,0

Vorratsaufbau verlängert Bilanz, Eigenkapitalquote bei 40 Prozent

Die Bilanzsumme der Ahlers AG lag am 30. November 2022 mit 108,4 Mio. EUR über der Bilanzsumme am Vorjahresstichtag (101,9 Mio. EUR). Die auffälligste Veränderung auf der Aktivseite der Bilanz ist dabei der Aufbau der Vorräte um 10,4 Mio. EUR auf 33,6 Mio. EUR (Vorjahr 23,2 Mio. EUR). Wie im Konzernabschluss liegt dies zum einen in dem durch Sonderverkäufe sehr niedrigen Bestand am Vorjahresstichtag begründet. Zum anderen wurden auch bei der Ahlers AG aktuelle Saisonwaren zu deutlich früheren Terminen geordert als im Vorjahr, um eventuellen weiteren Lieferengpässen vorzubeugen und der Bestand an NOS-Waren wieder hochzufahren, damit eine kurzfristige Nachversorgung der Handelspartner gewährleistet ist. Gegenläufig reduzierten sich die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 2,0 Mio. EUR im Wesentlichen bedingt durch die Einzahlung der Forderungen aus der staatlichen Überbrückungshilfe IV sowie die Bankguthaben um 2,7 Mio. EUR. Im Anlagevermögen stiegen die sonstigen langfristigen Vermögenswerte durch die Wertaufholung an der Beteiligung der Otto Kern GmbH. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen umsatzbedingt leicht zu. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen dagegen klar um 2,9 Mio. EUR auf 4,6 Mio. EUR. Das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) verzeichnete damit insgesamt im Berichtsjahr eine Zunahme um 8,0 Mio. EUR bzw. 31 Prozent von 26,0 Mio. EUR auf 34,0 Mio. EUR. Zusammengenommen stieg das Umlaufvermögen um 6,2 Mio. EUR auf 41,1 Mio. EUR. Der Aufbau des Net Working Capital sowie die Verluste im Berichtsjahr führten abgemildert um die Einzahlungen aus den staatlichen Überbrückungshilfen zu einer um 16,8 Mio. EUR höheren Nettofinanzverschuldung von 38,7 Mio. EUR (Vorjahr 21,9 Mio. EUR). Der Anstieg der Kontokorrent-Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten war auch der maßgebliche Einflussfaktor der Zunahme der übrigen Verbindlichkeiten um 21,4 Mio. EUR auf 36,8 Mio. EUR (Vorjahr 15,4 Mio. EUR). Durch den Jahresfehlbetrag verringerte sich das Eigenkapital und lag am 30. November 2022 mit 43,0 Mio. EUR um 14,0 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahresstichtags (57,0 Mio. EUR). Durch die zudem höhere Bilanzsumme reduzierte sich die Eigenkapitalquote zusätzlich und liegt nun bei 40 Prozent (Vorjahr 56 Prozent).

Finanzlage

Free Cashflow 2021/22

Mio. EUR 2021/22 2020/21 Veränderung in %
Nettoergebnis -14,0 -10,7 -30,8
Saldo aus Abschreibungen und Zuschreibungen -1,0 0,9 <-100,0
Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0,0 0,0 n.a.
Veränderungen Net Working Capital -8,0 5,8 <-100,0
Veränderungen der kurzfristigen Rückstellungen 0,2 0,1 100,0
Sonstige Veränderungen 5,6 13,0 -56,9
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -17,2 9,1 <-100,0
Einzahlungen/Auszahlungen zu immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzanlagen 0,4 5,5 -92,7
Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit -16,8 14,6 <-100,0
Zugang (+), Tilgung (-) langfristiger Verbindlichkeiten -1,5 -9,1 83,5
Free Cashflow -18,3 5,5 <-100,0
Flüssige Mittel 30. November * -15,6 2,7 <-100,0
  • Zahlungsmittel abzgl. Kontokorrentkredite

Negativer Free Cashflow im Berichtsjahr

Die Einzahlungen aus Kunstverkäufen (enthalten in den Einzahlungen zu immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzanlagen in Höhe von 0,4 Mio. EUR) und aus den staatlichen Überbrückungshilfen wurden zum Großteil zur Tilgung der langfristigen Darlehen (-1,5 Mio. EUR) eingesetzt. Positiv auf den Cashflow wirkte die Zunahme der Netto-Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen in Höhe von 2,2 Mio. EUR. Dies konnte aber den Mittelabfluss aus dem Jahresergebnis (-14,0 Mio. EUR) und dem Aufbau des Net Working Capital (-8,0 Mio. EUR) kaum schmälern. Im Vorjahr hatte der Abbau des Net Working Capital (5,8 Mio. EUR) zusammen mit einem Rückgang der Forderungen an verbundene Unternehmen (enthalten in den sonstigen Veränderungen) den Jahresfehlbetrag mehr als kompensiert. Zur Finanzierung des hohen negativen Free Cashflows mussten gegen Ende des Geschäftsjahres zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden, um die Liquiditätsengpässe im vierten Quartal zu beheben. So wurden neben einer hohen Inanspruchnahme von Kontokorrentlinien planmäßige Tilgungen aus den bestehenden Kreditverträgen gestundet und ein Covenant angepasst. Beides wurde in enger Abstimmung mit den Banken realisiert, indem die erforderlichen Anträge zu diesen Anpassungen fristgerecht gestellt und noch im November 2022 durch das Bankenkonsortium genehmigt wurden. In der Folge wurde auch der bestehende Kreditvertrag mit dem Bankenkonsortium vor diesem Hintergrund in seiner Tilgungsstruktur und einzelnen Vertragsbedingungen angepasst. Am Volumen und der Laufzeit bis November 2025 gab es keine Änderungen.

Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Nachdem das Jahr 2022 mit der Aufhebung wesentlicher Corona-Schutzmaßnahmen erwartungsvoll begann, kündigten sich bereits Ende Februar 2022 mit dem Beginn des Russland-Ukraine-Krieges neue unerwartete Kriseneinflüsse an, deren Tragweite zunächst nicht absehbar war. Es zeigte sich erneut, dass der konsumabhängige Bekleidungssektor sehr sensibel auf Störungen reagiert. Inflation, Verknappung von Energie und aus Fernost importierte Lieferkettenprobleme ließen den anfänglichen verhaltenen Optimismus auf ein gutes Jahr schnell vergehen. Das zweite Halbjahr war daraufhin durch die Kaufzurückhaltung der Konsumenten beeinflusst. Die Planungsprämissen für das Geschäftsjahr 2021/22 waren entsprechend zu optimistisch: Ein Plus im Umsatz im zweistelligen Bereich, eine deutliche Verbesserung im EBIT vor Sondereffekten auf einen niedrigen einstelligen negativen Millionenbetrag und ein ähnliches Konzernergebnis sowie ein positiver Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit waren geplant. Im abgelaufenen Geschäftsjahr führten jedoch Umsatzeinbußen gegenüber der Planung und unerwartete Kosten in Folge der Lieferkettenproblematik zu unter der Planung liegenden Ergebnissen. Das Ergebnis und darüber hinaus der bereits erläuterte, notwendige Bestandsaufbau hatten zur Folge, dass der Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit negativ war. In dieser Situation verknappte sich die Liquidität trotz guter Eigenkapitalquote und guter Bilanzstruktur. Mit den Hausbanken wurden Tilgungspläne und sonstige strukturelle Vertragsklauseln angepasst. Für die nächsten Monate muss es das Ziel sein, mit den eigentlich ausreichenden Kreditlinien durch Bestandsreduzierung wieder hinreichende Spielräume zu erzeugen.

Abschluss und Anhang der Ahlers AG im Internet

Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Anhang der Ahlers AG finden interessierte Leser im Internet auf der Homepage www.ahlers-ag.com in der Rubrik Investor Relations.

Risiko- und Chancenbericht der Ahlers AG

Im Ahlers Konzern wird ein durchgängiges Risikomanagement für alle Konzerneinheiten angewendet. Dieses Risikomanagement-System gilt auch für die Muttergesellschaft, die Ahlers AG. Wir verweisen deshalb auf den Risiko- und Chancenbericht des Konzerns ab Seite 45. Die darin gemachten Aussagen gelten in den meisten Risiken direkt für die Ahlers AG, da diese selbst operatives Geschäft betreibt. Es betrifft sie aber auch indirekt, wenn Risiken zu Schäden bei Tochtergesellschaften führen und diese Ausschüttungen mindern, Nachfinanzierungen erfordern oder Ähnliches.

Prognose 2022/23 für die Ahlers AG

Die Ertragsprognose für die Ahlers AG hängt maßgeblich von der Entwicklung der Tochtergesellschaften und damit der Konzernentwicklung ab. Aufgrund der Verflechtungen der Ahlers AG mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichtes im Konzern, wird auf die für den Konzern getroffenen Aussagen hinsichtlich Markt-, Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzernprognosebericht verwiesen. Die dort genannten Aussagen spiegeln auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft wider. Der Vorstand der Ahlers AG erwartet damit analog der Konzernentwicklung einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse der Ahlers AG und auch eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT).

Ahlers AG
Herford, den 27. Februar 2023

Dr. Stella A. Ahlers

AHLERS AG
Investor Relations
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32052 Herford
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