Annual Report (ESEF) • Mar 3, 2023
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Download Source FileDie Ahlers AG
* wurde 1919 von Adolf Ahlers gegründet und ist seit 1987 eine börsennotierte Aktiengesellschaft
* ist familiengeführt in der dritten Generation durch Dr. Stella A. Ahlers
* ist eine der großen börsennotierten europäischen Menswear Hersteller
* stellt unter fünf Marken Mens- und Workwear für verschiedene Zielgruppen her
* erwirtschaftet rd. 70 Prozent der Umsätze mit Premium Brands
* produziert über 5 Millionen Modeartikel im Jahr
* bezieht rund ein Drittel des Produktionsvolumens aus dem eigenen Betrieb in Sri Lanka
* beschäftigt rd. 1.700 Mitarbeiter
* erwirtschaftet ihre Umsätze im Geschäft mit dem stationären Facheinzelhandel, im eCommerce und mit eigenen Retailaktivitäten
Innovative, modische und qualitativ hochwertige Mens- und Workwear
| 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 * | 2020/21 * | 2021/22 * | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzernabschluss | ||||||
| Umsatz Mio. EUR | 223,1 | 207,0 | 151,6 | 142,5 | 170,9 | 19,9% |
| Auslandsanteil % | 45,6 | 45,8 | 42,5 | 45,9 | 45,2 | -0,7 PP |
| Rohertrag Mio. EUR | 109,2 | 99,7 | 71,7 | 62,3 | 78,5 | 26,0% |
| vom Umsatz % | 48,9 | 48,2 | 47,3 | 43,7 | 45,9 | 2,2 PP |
| EBITDA Mio. EUR | 1,3 | 2,9 | -5,4 | 1,5 | 0,7 | -53,3% |
| EBIT Mio. EUR | -6,4 | -2,4 | -15,3 | -7,2 | -6,3 | 12,5% |
| Konzernjahresergebnis Mio. EUR | -7,0 | -3,7 | -18,5 | -8,9 | -9,2 | -3,4% |
| Abschreibungen Mio. EUR | 7,7 | 5,2 | 9,9 | 8,6 | 7,0 | -18,6% |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 9,6 | 10,7 | -14,8 | 6,3 | -11,0 | n.a. |
| Mio. EUR | ||||||
| Bilanzsumme Mio. EUR | 175,4 | 153,6 | 150,3 | 126,1 | 145,5 | 15,4% |
| Langfristige Vermögenswerte Mio. EUR | 62,5 | 51,9 | 54,9 | 40,4 | 42,8 | 5,9% |
| Eigenkapital Mio. EUR | 93,1 | 88,3 | 68,3 | 58,8 | 48,9 | -16,8% |
| Eigenkapitalquote % | 53,1 | 57,4 | 45,5 | 46,6 | 33,6 | -13,0 PP |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | 2.122 | 1.985 | 1.812 | 1.612 | 1.759 | 9,1% |
| Aktie | ||||||
| Marktkapitalisierung Mio. EUR | 46,5 | 38,3 | 21,3 | 19,3 | 10,3 | -46,6% |
| Ergebnis je Aktie (Konzern) EUR | -0,51 | -0,28 | -1,36 | -0,68 | -0,68 | 0,0% |
* inkl. IFRS 16
Self-aware – Independent – Epicurean | www.baldessarini.com
Liberté et Facilité | www.pierre-cardin.de
Pioneers of Tomorrow | www.pioneer-jeans.com
Machen. Worauf man Stolz ist. | www.pionier-workwear.com
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Umschlag vorne
Umschlag vorne
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Wir informieren Sie ausführlich über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Diesen können Sie auf unserer Internetseite unter www.ahlers-ag.com/unternehmen/unternehmensprofil/nachhaltigkeit/ abrufen.
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Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren.
Inzwischen liegen drei Krisenjahre hinter uns. Bevor wir auf die Zukunft zu sprechen kommen, möchte ich mit Ihnen kurz auf diese vergangenen Jahre zurückblicken. Jahr eins der Krise begann mit den ersten Corona Infizierten im Februar des Jahres 2020. Dem folgten kurz danach umfangreiche Lockdowns verbunden mit Schließungen des Bekleidungseinzelhandels. Wechselweise gab es danach bedingte Öffnungen mit Maskenpflicht für die Kunden und erneute Schließungen in den Jahren 2020 und 2021. In 2021, das zweite Krisenjahr, tauchten dann heftige Störungen der Lieferketten als Folge regionaler Lockdowns rund um den Globus und mit ihnen ebenso kräftige Preisschübe vieler Produkte und Leistungen auf. Die unmittelbaren Einflüsse von Corona auf den Einzelhandel milderten sich in Europa bereits ab. Im Jahr 2022, das dritte Krisenjahr, erschütterte der Russland-Ukraine-Krieg den Glauben an den Frieden Europas und gleichzeitig die Stabilität der Energiemärkte. Das Stocken der Lieferketten blieben durch die unterschiedlichen Corona-Maßnahmen besonders in den asiatischen Ländern bestehen. Für die Bekleidungshersteller haben die drei Krisenjahre trotz staatlicher Unterstützung einen enormen Substanzverlust bedeutet.
Was wird uns in diesem Jahr erwarten? Ein weiteres viertes Jahr der Krise oder das erste, weit-gehend ‚normale‘ Jahr? Die Prognosen der volkswirtschaftlichen Institute und Umfragen waren kurz vor Weihnachten noch recht pessimistisch. Wir beobachten aber aktuell eine Beruhigung und Stabilisierung der Lieferketten, die Fertigungsstätten füllen sich wieder langsam mit Arbeitskräften, Frachtschiffe fahren pünktlicher, die Frachtraten sinken wieder, die Energiekosten gehen etwas zurück und das Leben normalisiert sich rund um den Globus nach Corona wieder. Was bleibt ist die große Unsicherheit aus dem Russland-Ukraine-Krieg, der uns alle beunruhigt. Dennoch sind die Voraussetzungen für ein ‚normales‘ oder zumindest ‚normaleres‘ Jahr 2023 nicht schlecht. Nachdem das letzte Weihnachtsgeschäft wegen der Inflationssorgen der Konsumenten eher ent-täuschend verlief, berichtet der Einzelhandel, unser eigener eingeschlossen, über einen guten Anlauf des neuen Jahres. Wir haben sehr früh geordert und können wieder gut ausliefern. Zudem haben wir einen Auftragsbestand für Frühjahr/Sommer 2023, der um einen zweistelligen Prozentsatz über der Vorjahres-Saison liegt. Gestärkt und geschärft durch das New Tomorrow Projekt sind unsere Marken gut im Markt positioniert. BALDESSARINI setzt mit seinen Kollektionen neue Trends, die bei den Kunden ankommen. PIERRE CARDIN wird wieder stärker als französische Designermarke wahrgenommen und PIONEER AUTHENTIC JEANS baut seine Position als Jeans- und Hosenspezialist im Einzelhandel weiter aus.
1.# An unsere Aktionäre
Wir erwarten deshalb ein Jahr 2023 mit Umsätzen, die sich dem Vor-Corona-Niveau annähern und zweistellig wachsen sollten sowie eine deutlich verbesserte Ergebnissituation. 2024 soll dann wieder ein Jahr mit einem positiven Ergebnis werden.
In den letzten drei Krisenjahren sind die Akteure der Industrie, die Fertigungsbetriebe, die Markenunternehmen und die Bekleidungseinzelhändler enger zusammengerückt. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und die Probleme gemeinsam gelöst. Dafür möchte ich von dieser Stelle allen Lieferanten und unseren Kunden danken.
Danken möchte ich auch unseren Hausbanken, mit denen wir kurz vor Fertigstellung des Jahresabschlusses einen angepassten Finanzierungsvertrag abgeschlossen haben, der bis zum Geschäftsjahresende 2025 läuft. Durch die unzuverlässigen Warenverfügbarkeiten hatten wir Spitzen, in denen unsere Liquidität stark belastet war, zuletzt durch eine sehr frühe Anlieferung der Frühjahr-/Sommerware 2023.
Trotz aller Widrigkeiten sind wir den Weg unserer Nachhaltigkeits-Roadmap weiter gegangen. Zum ersten Mal wird der Geschäftsbericht den Nachhaltigkeitsbericht nicht enthalten sondern gesondert veröffentlicht. Bitte schauen Sie sich diesen Bericht an, denn er ist es wert, gelesen zu werden. Wir berichten von großen Schritten, die wir in Richtung Nachhaltigkeit gehen. Westfälisch kompakt und faktenbasiert.
Für Ihr großes Engagement im abgelaufenen Geschäftsjahr bedanke ich mich bei Ihnen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die letzten Jahre haben uns allen viel abverlangt und Sie haben in den letzten Jahren viel geleistet und Flexibilität gezeigt. Auch die Zukunft wird stetigen Wandel bringen. Bitte geben Sie auch weiterhin alles, um unser Unternehmen zum Erfolg zu führen.
Bei Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, bedanke ich mich für das Vertrauen und die Treue, die Sie uns in diesen schwierigen Zeiten erwiesen haben und hoffe, dass Sie uns auch in Zukunft gewogen bleiben.
Ihre
Dr. Stella A. Ahlers
Vorsitzende des Vorstands
Sehr geehrte Damen und Herren.
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22 war nach dem langsamen Abklingen der Auswirkungen der Corona-Pandemie in Europa maßgeblich von den Corona-Auswirkungen in Fernost auf die weltweiten Lieferketten sowie durch den Russland-Ukraine-Krieg beeinflusst. Die Bekleidungsindustrie und der Bekleidungseinzelhandel haben durch die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in den letzten drei Jahren und trotz staatlicher Hilfen massiv gelitten. Zudem war die Branche in einer schwierigen Transformationsphase mit den Trends zur Digitalisierung und starken Veränderungen im Konsumverhalten wie unter anderem der zunehmenden Casualisierung sowie der Green- & Social Awareness. Durch den Kriegsausbruch in der Ukraine und die damit einhergehenden Preiserhöhungen für Energie, steigende Inflation sowie Abflauen der Konsumstimmung der Verbraucher hat sich die Situation für beide Seiten – Bekleidungsindustrie und Bekleidungseinzelhandel – noch zusätzlich verschärft.
Infolge der damit verbundenen Herausforderungen war uns die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat besonders wichtig. Wir haben deshalb unsere Aufsichtsratsarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals deutlich intensiviert. Wir setzten uns mit dem Vorstand weiterhin eng zur wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Unternehmens sowie seiner strategischen Ausrichtung auseinander. Dabei hat der Aufsichtsrat sein Mandat und den damit verbundenen Aufgaben, die ihm nach Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung und guter Corporate Governance obliegen, mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand kontinuierlich beraten und die Umsetzung der kurz- und mittelfristigen Reorganisationsmaßnahmen eng begleitet. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und dabei auf die Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit seiner Arbeit geachtet.
Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich über die Lage des Konzerns unterrichtet. Ausführlich berichtete der Vorstand über die Unternehmensstrategie und -planung, die aktuelle Geschäftsentwicklung, die Ertrags- und Finanzlage, die Personalsituation, die Risikolage, die Risikoentwicklung und Fragen der Compliance. Die Berichte enthielten auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung frühzeitig und unmittelbar eingebunden. Soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war, hat der Aufsichtsrat zu einzelnen Geschäftsvorgängen seine Zustimmung erteilt. Der Aufsichtsrat machte sich seinerseits eigenständig ein Bild über die Lage des Unternehmens und stand dazu auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigem Kontakt mit beiden Mitgliedern des Vorstands sowie den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften.
Der Aufsichtsrat ist im Verlauf des Geschäftsjahres 2021/22 zu sechs Sitzungen zusammengekommen und das stets vollzählig. Eine Sitzung davon wurde als Videokonferenz durchgeführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 standen anfangs noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit verbundene angespannte Geschäftsentwicklung im Vordergrund. An diese negativen Einflüsse schlossen sich die Folgen des Russland-Ukraine-Krieges sowie die anhaltend gestörten Lieferketten nahtlos an. Durch diese Einflüsse fielen Umsätze aus und die Bestände stiegen, wodurch auch das Liquiditätsmanagement erneut stark in den Fokus rückte. Auch die aktuelle Risikolage des Konzerns stand wieder im Vordergrund.
In der Aufsichtsratssitzung am 07. Dezember 2021 präsentierte der Vertriebsgeschäftsführer der Premiummarke BALDESSARINI persönlich das Markenkonzept. Darüber hinaus wurde der Stand der IT-Strategie sowie der Stand des Performance Projekts „New Tomorrow“ diskutiert. Zudem verabschiedete der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und nahm den Bericht des Compliance-Beauftragten entgegen. In einem zweiten Teil der Sitzung berieten sich die Aufsichtsratsmitglieder ohne Beisein des Vorstands unter anderem zu Themen, die die Vorstandsmitglieder selbst und die Arbeit des Aufsichtsrats betrafen.
Am 07. Februar 2022 kam der Aufsichtsrat zu einer Videokonferenz zusammen, um die Bilanzsitzung vorzubereiten. In dieser Videokonferenz präsentierte der Vorstand den Jahres- und Konzernabschluss sowie die Berichte zur Lage von Konzern und Gesellschaft.
In der Sitzung vom 15. Februar 2022 beschäftigte sich der Aufsichtsrat erneut ausführlich mit dem Jahresabschluss 2020/21. Der Abschlussprüfer berichtete über die Prüfung des Konzernabschlusses und der Einzelabschlüsse und deren Ergebnisse und stand dem Aufsichtsrat für weitere Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Im Anschluss daran stellte der Aufsichtsrat den Konzernabschluss der Ahlers AG 2020/21 sowie den Jahresabschluss der Ahlers AG und den zusammengefassten Lagebericht fest. Ebenfalls billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgeschlagenen Ergebnisverwendungsbeschluss. Die Einladung zur Hauptversammlung wurde besprochen und genehmigt. Die Sitzungsteilnehmer diskutierten die im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unveränderte Risikosituation des vierten Quartals 2020/21, woraufhin der Aufsichtsrat den Risikobericht zum 30. November 2021 verabschiedete.
In seiner Sitzung am 29. März 2022 diskutierte der Aufsichtsrat die vom Vorstand präsentierte aktuelle Geschäftslage, den Forecast für das Geschäftsjahr 2021/22 im Zeichen der Corona-Pandemie und der möglichen direkten und indirekten Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges sowie die Auftragslage für Herbst/Winter 2022. Der Vorstand erläuterte die Prüfungsschwerpunkte der internen Revision für das laufende Geschäftsjahr 2021/22. Des Weiteren erörterten die Sitzungsteilnehmer den Stand der Untersuchung der Europäischen Kommission.
Am 29. Juni 2022 befasste sich der Aufsichtsrat neben der aktuellen Geschäftsentwicklung mit dem Stand des Performance Projektes „New Tomorrow“ sowie dem ersten Planungsentwurf des Geschäftsjahres 2022/23 sowie der Mittelfristplanung des Konzerns. Viel Zeit nahmen sich die Sitzungsteilnehmer für die Besprechung des Budgets für das Geschäftsjahr 2022/23. Detaillierte Planungen für die Marken, das Personal des Konzerns, die Investitionen, das Marketing und den Cashflow wurden seitens des Vorstands erörtert und anschließend durch den Aufsichtsrat genehmigt. Des Weiteren präsentierte der Vertriebsgeschäftsführer der Marke PIONIER WORKWEAR persönlich das Markenkonzept.
Am 08. September 2022 präsentierte der Vorstand erneut die aktuelle Geschäftslage, die Vorausschau für das laufende Geschäftsjahr und die Auftragslage der Frühjahr-/Sommersaison 2023. Erneut wurde der Stand des Performance Projektes „New Tomorrow“ von den Sitzungsteilnehmern diskutiert. Darüber hinaus wurde in dieser Sitzung der Amtsniederlegung von Herrn Tabler zugestimmt und die Nachfolgerin mit Wirkung zum 01. April 2023 in den Vorstand bestellt.
Im Aufsichtsrat gab es im Berichtsjahr eine personelle Veränderung. Frau Heidrun Baumgart wechselte zum 01. Juli 2022 in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Herr Frank Stender ist als Ersatzmitglied gewählt und gehört seit diesem Tag bis zum Ende der ursprünglichen Wahlperiode von Frau Baumgart im Frühjahr 2023 als Arbeitnehmervertreter dem Aufsichtsrat an.
Die Zusammensetzung des Vorstands hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht geändert.
Die Vorstands- vorsitzende Dr. Stella A.# Ahlers leitet die Ressorts Strategie, Marken, Vertrieb, Retail/eCommerce sowie Beschaffung und Logistik.
Neben seiner Funktion als Finanzvorstand (CFO) hat Simon Tabler im Vorstand die Aufgabenbereiche IT, Personal, Revision, Compliance und die kaufmännische Betreuung der Auslandsbetriebe inne. Zum 15. Dezember 2022 ist Herr Simon Tabler aus dem Vorstand der Ahlers AG ausgeschieden. Seine Funktionen werden interimistisch von der Vorstandsvorsitzenden Frau Dr. Stella A. Ahlers übernommen. Insbesondere im Bereich Finanzen wird sie in dieser Zeit von Herrn Dr. Karsten Kölsch, dem früheren Finanzvorstand der Ahlers AG, vorübergehend beratend unterstützt. Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2022 eine Nachfolgerin in die Position des Finanzvorstands / CFO bestellt. Diese wird ihre Arbeit am 01. April 2023 aufnehmen und von Herrn Dr. Kölsch eingearbeitet.
Der Aufsichtsrat befasste sich im vergangenen Geschäftsjahr wiederum mit der Anwendung und Weiterentwicklung der Corporate Governance Regelungen im Unternehmen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten 20 ff. Die Unternehmenspraxis vor dem Hintergrund des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner neuen Fassung vom 28. April 2022 hat der Aufsichtsrat besprochen. In der Sitzung am 08. Dezember 2022 wurde die Entsprechenserklärung erörtert und verabschiedet. Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder gab es nicht.
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker Tilly GmbH & Co. KG mit Sitz in Düsseldorf wurde von der Hauptversammlung 2022 zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/22 bestellt. Der Abschlussprüfer hat schriftlich erklärt, dass keine Beziehungen oder Umstände vorliegen, die Zweifel an seiner Unabhängigkeit begründen könnten. Die Erklärung gab keinen Anlass zu Beanstandungen.
Der Aufsichtsrat hat mit dem Abschlussprüfer vereinbart, dass ihn dieser unverzüglich über alle für seine Aufgaben wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse unterrichtet, die bei der Durchführung der Abschlussprüfung zu seiner Kenntnis gelangen. Darüber hinaus soll ihn dieser informieren und im Prüfungsbericht vermerken, wenn er bei Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ergeben. Dies war nicht der Fall.
Der Aufsichtsratsvorsitzende hat sich regelmäßig ein eigenes Bild von der Qualität der Abschlussprüfung gemacht. Der Abschlussprüfer versah den Jahres- und den Konzernjahresabschluss einschließlich des zusammengefassten Lageberichts nach der Prüfung mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellte Jahresabschluss der Ahlers AG und der auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernjahresabschluss sowie die Prüfungsberichte von Baker Tilly lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig im Vorfeld der Aufsichts-Bilanzsitzung am 27. Februar 2023 vor. Der Prüfungsbericht und die Prüfungsschwerpunkte sowie der Prüfungsbericht zum Abhängigkeitsbericht sowie erstmals der Prüfungsbericht zum Vergütungsbericht wurden von den Abschlussprüfern eingehend erläutert. Der Aufsichtsrat nahm das Prüfungsergebnis der Baker Tilly GmbH & Co. KG nach ausführlicher Diskussion zustimmend zur Kenntnis und schloss sich diesem nach eigener detaillierter Prüfung des Jahresabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses an. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und der Konzernabschluss wurden vom Aufsichtsrat gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.
Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag des Vorstands an, das Bilanzergebnis vollständig auf künftige Perioden vorzutragen. Der Aufsichtsrat hat auch den für das Geschäftsjahr 2021/22 aufgestellten nichtfinanziellen Bericht der Ahlers AG und den nichtfinanziellen Konzernbericht (als Bestandteil des Nachhaltigkeitsberichts) geprüft und keine Beanstandungen erhoben. Ebenso hat der Abschlussprüfer den vom Vorstand aufgestellten Abhängigkeitsbericht geprüft. Hierzu wurde vom Abschlussprüfer folgender Bestätigungsvermerk erteilt:
„Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“
Erstmalig unterlag auch der neu nach § 162 AktG zu erstellende Vergütungsbericht der Prüfung durch den Abschlussprüfer. Auch hierbei ergaben sich keine Beanstandungen.
Der Aufsichtsrat schloss sich dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers nach eigener Überprüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit an. Einwände gegen die Erklärung des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen waren nicht zu erheben.
Der Aufsichtsrat bedankt sich beim Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und das hohe persönliche Engagement im vergangenen Geschäftsjahr.
Herford, den 27. Februar 2023
Der Aufsichtsrat
Alexander Gedat
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Da beschließende Ausschüsse mit mindestens drei Mitgliedern zu besetzen sind, wurde seit der Hauptversammlung am 17. April 2019 aufgrund der Reduzierung des Aufsichtsrats von sechs auf drei Mitglieder auf die Bildung permanenter Ausschüsse verzichtet.
Die Entwicklung der Börsen war im Jahresverlauf 2022 von großer Unsicherheit geprägt. Auslöser hierfür war der Russland-Ukraine-Krieg. Anfang Januar 2022 erzielte der DAX mit 16.252 Punkten in Erwartung des Pandemie- endes in Europa zwar noch einen neuen Höchststand. Jedoch sorgten der Russland-Ukraine-Krieg und in der Folge die drohende Energieknappheit, die sehr hohe Inflation, stark steigende Zinsen sowie schwache Konjunkturaussichten für Verunsicherung an den Märkten. Auch die Folgen der Corona-Maßnahmen im logistisch zentralen China sorgten für weltweite Lieferkettenprobleme und verstärkten damit die Verunsicherung der Marktteilnehmer. Diese Faktoren sowie die straffe Geldpolitik der Notenbanken, um der Inflation entgegenzuwirken, sorgten bei den Kursen der drei bedeutenden deutschen Aktienindizes DAX, MDAX und SDAX zu einem Abwärtstrend. Anfang März 2022 fiel der DAX auf 12.832 Punkte, kletterte im Sommer allerdings kurzzeitig wieder auf ein höheres Niveau von 14.654 Punkten. Die wachsende Sorge vor einer Gasknappheit im bevorstehenden Winter aufgrund des Lieferstopps durch Russland und der weiterhin gestörten Lieferketten ließen die Börsenentwicklung hingegen wieder sinken. Am Ende des Kalenderjahres lag der DAX bei 13.924 Punkten. Auf Jahressicht gesehen ist das ein Minus von 15 Prozent.
Der Beginn des Jahres 2022 stimmte die Märkte zunächst positiv. Die Omikron-Welle flaute ab und die Coronabeschränkungen fielen weg. Im Frühjahr endete zudem die Maskenpflicht im Einzelhandel. Die Verbraucher holten Reisen und Events nach, was die Modekauflust beflügelte. Insbesondere der formellere Modebereich konnte mit Bekleidung für Hochzeiten und Firmenfeiern Umsatzzuwächse erzielen. Das Modekaufverhalten schien sich zu normalisieren. Jedoch dämpfte der Kriegsausbruch in der Ukraine die Konsumstimmung. Steigende Preise für Energie und Lebensmittel führten bei den Verbrauchern zu Kaufzurückhaltung unter anderem bei Bekleidung. Im weiteren Jahresverlauf wuchsen die Sorgen einer bevorstehenden Rezession und die anhaltende Lieferkettenproblematik wirkte sich ebenfalls negativ auf den Konsum aus. Seit dem Herbst 2022 nahm die Inflation zusätzlich weiter an Fahrt auf, so dass eine nachhaltige Erholung der Bekleidungsbranche weiterhin ausblieb.
Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen musste das Management der Ahlers AG die Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22 am 07. September 2022 anpassen. Bis zu dem Zeitpunkt verlief die Entwicklung der Ahlers Aktie ähnlich der Entwicklung des DAX, verlor dann aber und beendete das Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Kurs von 0,75 EUR. Zwischen den Bilanzstichtagen 2021 und 2022 ist der Wert der Ahlers Aktie damit um 46,8 Prozent zurückgegangen. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens verringerte sich im Berichtszeitraum von 19,3 Mio. EUR auf 10,3 Mio. EUR.
| Datum | DAX | Ahlers AG |
|---|---|---|
| 30.11.20 | 140 | 120 |
| 31.05.21 | 100 | 80 |
| 30.11.21 | 60 | 40 |
| 31.05.22 | 20 | 0 |
| 30.11.22 | ||
| 31.01.23 |
Die Ahlers AG stellt allen Aktionären und am Unternehmen und am Ahlers Konzern Interessierten ausführliche und aktuelle Informationen bedarfsgerecht zur Verfügung. Auf unserer Homepage www.ahlers-ag.com halten wir Berichte zum Unternehmen, zu Produktlinien, zur Ertrags- und Finanzlage und zu kapitalmarktbezogenen Themen rund um die Aktie bereit. Hier werden jeweils zeitnah der Geschäftsbericht und der Halbjahresbericht, die gesetzlich vorgeschriebenen Ad-hoc-Nachrichten und Meldungen zu Directors‘ Dealings, Mitteilungen zur Hauptversammlung sowie aktuelle Presseberichte und gegebenenfalls Unternehmenspräsentationen veröffentlicht.Quartalsmitteilungen wurden seit dem Wechsel vom Prime Standard in den General Standard letztmalig am 28. Februar 2021 veröentlicht. Aufgrund der unklaren Aussichten, wie sich die zu Beginn des Jahres 2022 noch angespannten Corona-Lage bis zum Frühjahr 2022 entwickeln würde, haben wir unsere Hauptversammlung am 28. April 2022 als virtuelle Veran- staltung geplant und durchgeführt. Die gesamte Hauptversammlung wurde für Aktionäre und/ oder ihre Bevollmäch- tigten live im Internet übertragen. Das Angebot zur Teilnahme ohne physische Präsenz haben zahlreiche Aktionäre wahrgenommen. Mit Investoren und Analysten führen wir regelmäßig und bei Bedarf vertiefende Gespräche zur Erläu- terung der aktuellen Geschäslage, zu Erwartungen, Strategien und Neuigkeiten.
| 2021/22 | 2020/21 | |
|---|---|---|
| Aktienkurs in EUR (30.11.) | 0,75 | 1,41 |
| Eigenkapital je Aktie in EUR (30.11.) | 3,51 | 4,24 |
| Aktienkurs in EUR | ||
| Höchstkurs | 1,48 | 1,75 |
| Tiefstkurs | 0,69 | 1,25 |
| Marktkapitalisierung in Mio. EUR (30.11.) | 10,3 | 19,3 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | -0,68 | -0,68 |
| Kurs/Buchwert-Verhältnis (30.11.) | 0,21 | 0,33 |
18
Das Grundkapital der Ahlers AG in Höhe von 43,2 Mio. EUR teilte sich am 30.11.2022 auf in 13.681.520 nennwertlose Namens-Stammaktien und ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Im Laufe des Berichtsjahres hat sich die Aktionärsstruktur nicht verändert. Darüber hinaus handelte während des letzten Geschäsjahres kein Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglied mit Aktien der Ahlers AG. Der Anteil der WTW- Beteiligungsgesellscha mbH an den Aktien der Ahlers AG belief sich am Bilanzstichtag auf 52,8 Prozent (Vorjahr 52,8 Prozent). Frau Dr. Ahlers und die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiung & Co. KG hielten unverändert zusam- men direkt 0,2 Prozent der Aktien (Vorjahr 0,2 Prozent). Die Adolf Ahlers Familienstiung in Speicher (CH) ist Komple- mentärin der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiung & Co. KG. Vertretungsberechtigtes Organ der Adolf Ahlers Familienstiung ist Frau Dr. Stella A. Ahlers. Zum Bilanzstichtag besaßen außer Frau Dr. Ahlers keine anderen Organ- mitglieder Aktien der Gesellscha. Zum 30. November 2022 hielt die Ahlers AG keine eigenen Aktien. Der Streubesitz machte 47,0 Prozent aus (Vorjahr 47,0 Prozent). Davon werden 7,1 Prozent von zwei Aktionären oberhalb der gesetzlichen Meldeschwelle gehalten.
52,8% WTW-Beteiligungsgesellscha mbH
39,9% Streubesitz unterhalb der gesetzlichen Meldeschwelle
7,1% Streubesitz oberhalb der gesetzlichen Meldeschwelle
0,2% Dr. Stella A. Ahlers und Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiung & Co. KG
Aktionärsstruktur (Stand 30. November 2022)
| Namens-Stammaktien zum 30.11.2022 | Namens-Stammaktien zum 30.11.2021 | |
|---|---|---|
| 13.681.520 | 13.681.520 | |
| Wertpapierkennnummer (WKN) | 500974 | |
| International Securities Identification Number (ISIN) | DE0005009740 |
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Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt wesentliche gesetzliche Vorschrien zur Leitung und Über- wachung deutscher börsennotierter Gesellschaen auf und enthält national und international anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Auch Vorstand und Aufsichtsrat der Ahlers AG legen ihre Arbeit diese Grundsätze zugrunde, um durch transparente und nachvollziehbare Aktivitäten sowie eine ordnungsge- mäße Rechnungslegung das Vertrauen der Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden in eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens aufzubauen und zu erhalten. Der Vorstand gibt nachfolgend – zugleich für den Aufsichtsrat – als Bestandteil des Lageberichts die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 298f, 315d HGB über die Corporate Governance bei der Ahlers AG ab.
Die Ahlers AG entspricht den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex” in der Fassung vom 28. April 2022 weitestgehend. Aufgrund von unternehmensspezifischen Gegebenheiten hat die Ahlers AG die Empfehlungen in einigen Punkten nicht umgesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben die Ent- sprechenserklärung gemäß § 161 Abs. 1 S. 1 AktG am 08. Dezember 2022 gemeinsam abgegeben. Diese ist durch Veröentlichung auf der Homepage www.ahlers-ag.com dauerha allen Interessierten zugänglich gemacht worden.
Die Entsprechenserklärung lautet wie folgt:
„Die Ahlers AG hat den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex („DCGK“) in der Fassung vom 16. Dezember 2019 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 07. Dezember 2021 mit den dort genannten Abwei- chungen entsprochen. In Zukun wird die Ahlers AG den Empfehlungen des DCGK in der oben genannten Fassung vom 28. April 2022 mit Ausnahme der nachstehenden Empfehlungen entsprechen:
Abschnitt A.I - Empfehlung A.5
Nach der neu eingefügten Empfehlung A.5 sollen im Lagebericht die wesentlichen Merkmale des gesamten internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems beschrieben und zur Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme Stellung genommen werden. Die Gesellscha berichtet zu den genannten Systemen gemäß den bestehen- den gesetzlichen Anforderungen. Soweit die Empfehlung A.5 über diese Anforderungen hinausgeht, kann ihr für das Geschäsjahr 2021/2022 aufgrund der Kürze der Zeit für ihre Umsetzung noch nicht entsprochen werden.
Abschnitt D.II.2 – Ausschüsse des Aufsichtsrats (Empfehlungen D.2 - D.5)
Der Aufsichtsrat der Gesellscha besteht satzungsgemäß nur aus drei Mitgliedern. In Abweichung von den Empfehlun- gen D.2 und D.4 werden Ausschüsse, insbesondere ein Nominierungsausschuss, daher nicht gebildet. Eine Ausschuss- bildung ist angesichts der geringen Größe des Aufsichtsrats nicht sinnvoll. Dementsprechend erfolgt in Abweichung von Empfehlung D.2 Satz 2 und D.3 auch keine Nennung der Ausschussmitglieder und keine nähere Angabe zur Finanzexpertise von Mitgliedern des Prüfungsausschusses in der Erklärung zur Unternehmensführung. Zudem gibt es in Abweichung von Empfehlung D.3 keinen Prüfungsausschussvorsitzenden, so dass insoweit auch die Empfehlung C.10 Satz 1 keine Anwendung finden kann.
Ahlers AG
Herford, den 8. Dezember 2022
Der Vorstand
Der Aufsichtsrat“
1 Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für Frauen / Männer / Divers.
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Corporate Governance hat in der Ahlers AG einen sehr hohen Stellenwert und ist wesentlicher Bestandteil der Unter- nehmensführung. Wichtige Grundlagen sind dabei die Regelungen des Aktiengesetzes und der Deutsche Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat und der Vorstand leiten und kontrollieren das Unternehmen verantwortungsbe- wusst. Sie stellen dabei auf eine nachhaltige Wertschöpfung ab. Hierzu gehören das Risikomanagement und der weit- sichtige Umgang mit Risiken (vgl. dazu die Ausführungen zum Risikomanagement innerhalb des Konzernlageberichts). Der Vorstand und Aufsichtsrat haben sich zur Einhaltung der rechtlichen Vorgaben und der Beachtung der Empfehlun- gen des Deutschen Corporate Governance Kodex nach Maßgabe der jährlichen Entsprechenserklärung verpflichtet. Unternehmensinterne Kontroll-, Berichts- und Compliance-Strukturen werden kontinuierlich überprü, weiterentwi- ckelt und veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Über die für alle Unternehmensangehörigen verbindliche Grundwerteerklärung sind die Compliance- und Corporate Governance Grundsätze unternehmensweit verankert. Die Grundwerteerklärung ist im Internet unter www.ahlers-ag.com für alle Interessierten öentlich verfügbar.
Als börsennotiertes Unternehmen, das dem deutschen Aktienrecht unterliegt, verfügt die Ahlers AG über eine duale Führungsstruktur, bestehend aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Der Vorstand ist für die Leitung der Gesellscha und des Konzerns zuständig. Dem Aufsichtsrat obliegt die Überwachung und Beratung des Vorstands.
Der Vorstand der Ahlers AG leitet die Gesellscha in eigener Verantwortung und kontrolliert die Konzerngesell- schaen. Die Leitungsaufgabe, bestehend insbesondere aus der Festlegung der Unternehmensziele, der strategischen Ausrichtung des Konzerns und dessen Steuerung und Überwachung sowie Unternehmensplanung und Konzernfinan- zierung, wird dabei vom Vorstand als Kollegialorgan wahrgenommen. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäsführung. Ungeachtet dieser Gesamtverantwortung führen die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen durch die Geschäsordnung des Vorstands zugewiesenen Ressorts in eigener Ver- antwortung. Die Zusammenarbeit innerhalb des Vorstands wird ebenfalls durch die Geschäsordnung des Vorstands bestimmt.
Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und legt die Informations- und Berichtspflichten fest. Bei definierten Maßnahmen von grundlegender Bedeutung in der Gesellscha oder im Konzern, wie beispielsweise wesentlichen Investitionen und Rechtsgeschäen, ist die Zustimmung des Aufsichtsrats notwendig. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäsordnung gegeben, die allen Interessierten auf der Homepage www.ahlers-ag.com dauerha zugänglich ist. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Eine Zusammenfassung der Art und des Umfangs der Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäsjahr 2021/22 enthält der Bericht des Aufsichtsrats.
Der Aufsichtsrat überprü im Rahmen einer Selbstbeurteilung einmal jährlich die Eizienz seiner Tätigkeit. Die Aufsichtsratsmitglieder füllen hierzu Fragebögen aus, die an die aktuellen Anforderungen der Gesetze und des DCGK angepasst sind und Fragen zu allen Aspekten der Aufsichtsratstätigkeit enthalten. Die Eizienzprüfung wurde zuletzt am 08. Dezember 2022 durchgeführt und im Gremium besprochen.# Etwaige Erkenntnisse sind integraler Bestandteil der Arbeit des Aufsichtsrats. Bei Bedarf werden Verbesserungsmaßnahmen festgelegt.
Das wesentliche Instrument zur Ausübung von Aktionärsrechten ist die Hauptversammlung. Über die Hauptversamm- lung sind die Aktionäre an wichtigen Unternehmensentscheidungen wie Satzungsänderungen, der Verwendung des Bilanzgewinns und wesentlichen Strukturveränderungen, die die Grundlagen des Unternehmens berühren, beteiligt. So wählen die Aktionäre über dieses Organ die Aufsichtsratsmitglieder, soweit diese nicht von den Arbeitnehmern gewählt werden, und beschließen über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Vergütung des Auf- sichtsrats. Jeder Aktionär ist berechtigt, an der Hauptversammlung teilzunehmen und Fragen an den Vorstand und den Aufsichtsrat zu stellen. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Regelmäßige Informationen über das Unternehmen können alle Aktionäre über die Homepage www.ahlers-ag.com erhalten, um sich ein aktuelles Bild über das Unternehmen zu machen. Vor der Hauptversammlung werden den Aktionären die Tagesordnung und 22 weitere notwendige Unterlagen frühzeitig übersandt und/ oder auf der Internetseite des Unternehmens bekannt gemacht. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht auf der Hauptversammlung auch über einen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben lassen. Um den Aktionären die Stimmabgabe zu erleichtern, stellt die Ahlers AG Stimmrechtsvertre- ter zur Verfügung, die weisungsgebunden während der Hauptversammlung die übertragenen Stimmrechte ausüben. Außerdem wird die Briefwahl ermöglicht. Nach der Hauptversammlung können sich die Aktionäre auf der Unterneh- menshomepage über die Abstimmungsergebnisse auf der Hauptversammlung sowie die Rede der Vorstandsvorsit- zenden informieren.
Im Berichtsjahr arbeiteten Vorstand und Aufsichtsrat der Ahlers AG erneut sehr eng zusammen. Der Vorstand infor- mierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Abweichungen des Geschäsverlaufes von den aufgestellten Plänen werden vom Vorstand erläutert. Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die strategische Ausrichtung des Unternehmens ab. Für Geschäe von grundlegender Bedeutung muss der Vorstand die Zustimmung des Aufsichtsrats einholen. Neben den turnusgemäßen Informationen zu den Aufsichtsratssitzungen erfolgt ein ständiger Informationsaustausch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat über die Lage des Unternehmens. Die Zusammenarbeit ist durch ein oenes und vertrauensvolles Verhältnis geprägt. Der Aufsichtsrat begleitet die Unter- nehmensführung auf einer optimalen Informationsgrundlage mit Empfehlungen und Ratschlägen. Im Geschäsjahr 2021/22 fanden sechs Aufsichtsratssitzungen im Beisein des Vorstands statt, davon eine im Wege einer Videokonfe- renz. Eine Teilsitzung führte das Kontrollgremium ohne den Vorstand durch. Grundsätzlich finden Aufsichtsratssit- zungen ohne Beteiligung des Vorstands statt, soweit sie Veränderungen der Vorstandsverträge, die Bemessung von Tantiemen oder die Berufung bzw. Abberufung eines Vorstands betrafen.
Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern strebt der Aufsichtsrat eine für die Gesellscha bestmögliche, vielfälti- ge und sich gegenseitig ergänzende Zusammensetzung an. Gemeinsam mit dem Vorstand sorgt der Aufsichtsrat für eine langfristige Nachfolgeplanung. Zu diesem Zweck befasst sich der Aufsichtsrat frühzeitig vor regulärem Ablauf bestehender Vorstandsverträge mit hochqualifizierten potenziellen Kandidaten, die für Vorstandspositionen in Betracht kommen. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 12. Dezember 2018 für die Zusammensetzung des Vor- stands folgendes Diversitätskonzept (§ 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB) festgelegt: Bei der Zusammensetzung des Vorstands als Gesamtgremium berücksichtigt der Aufsichtsrat sowohl unter- nehmensspezifische Anforderungen, die persönliche und fachliche Eignung der Kandidaten als auch den Aspekt der Vielfalt (Diversity). Darunter versteht der Aufsichtsrat insbesondere unterschiedliche, sich ergänzende fachliche Profile, Berufs- und Lebenserfahrungen und eine angemessene Vertretung beider Geschlechter. Der Aufsichtsrat beachtet dabei auch folgende Gesichtspunkte:
Zudem sollte eine hinreichende Altersmischung vorhanden sein. In seiner Sitzung am 17. Dezember 2019 hat der Aufsichtsrat zudem Altersgrenzen für die Mitglieder des Vorstands festgelegt. Danach sollen Mitglieder des Vorstands mit Ablauf des Monats, in dem sie das 65. Lebensjahr erreichen, aus dem Amt ausscheiden.
Der Vorstand der Ahlers AG setzte sich im Berichtsjahr aus zwei Mitgliedern zusammen. Dr. Stella A. Ahlers (Vor- sitzende des Vorstands) ist für Strategie, Marken, Vertrieb, Retail/eCommerce sowie Beschaung und Logistik zustän- dig. Simon Tabler (CFO) leitete die Bereiche Finanzen, IT, Personal, Revision, Compliance sowie die kaufmännische 23 Betreuung der Auslandsbetriebe. Zum 15. Dezember 2022 ist Herr Simon Tabler aus dem Vorstand der Ahlers AG ausgeschieden. Seine Funktionen werden interimistisch von der Vorstandsvorsitzenden Frau Dr. Stella A. Ahlers übernommen. Insbesondere im Bereich Finanzen wird sie in dieser Zeit von Herrn Dr. Karsten Kölsch, dem frühe- ren Finanzvorstand der Ahlers AG, vorübergehend beratend unterstützt, bis die bereits in die Position des CFO bestellte Nachfolgerin zum April 2023 ihre Arbeit aufnimmt und eingearbeitet ist.
Die Vorstandsmitglieder führen das Unternehmen in eigener Verantwortung und sind ausschließlich dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Eventuelle Interessenskonflikte eines Vorstandsmitglieds müssen unverzüglich dem Aufsichtsrat gegenüber oengelegt werden. Dies war im abgelaufenen Geschäsjahr nicht notwendig. Etwaigen Nebentätigkeiten, wie der Übernahme eines Auf- sichtsratsmandats durch ein Vorstandsmitglied, soll der Aufsichtsrat zustimmen.
Dem Aufsichtsrat der Ahlers AG gehören gemäß Satzung drei Mitglieder an, von denen zwei Mitglieder durch die Haupt- versammlung gewählt werden und ein Mitglied durch die Arbeitnehmer. Im Berichtsjahr gab es im Aufsichtsrat eine personelle Veränderung. Frau Heidrun Baumgart wechselte zum 01. Juli 2022 in die Freistellungsphase der Altersteil- zeit. Herr Frank Stender ist als Ersatzmitglied gewählt und gehört seit diesem Tage an als Arbeitnehmervertreter bis zum Ende der ursprünglichen Wahlperiode von Frau Baumgart im Frühjahr 2023 dem Aufsichtsrat an. Somit sind alle drei amtierenden Aufsräte für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäsjahr 2021/22 beschließt, gewählt.
Der Aufsichtsrat kann aus seiner Mitte einen oder mehrere Ausschüsse mit vorbereitenden oder ausführenden Aufgaben bestellen. Angesichts der Größe des Aufsichtsrats wurde auf die Bildung permanenter Ausschüsse verzichtet. Als unabhängiger Finanzexperte im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG fungiert Herr Alexander Gedat, der zugleich den Vorsitz des Aufsichtsrats innehat. Darüber hinaus ist Herr Armin Fichtel unabhängig im Sinne von Abschnitt C.II.C6 (2) und C7 (1) Satz 2 DCGK.
Der Aufsichtsrat hat gemäß Abschnitt C.I.C1 der Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 seine Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats benannt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium verabschiedet:
| Alexander Gedat | Armin Fichtel | Frank Stender | |
|---|---|---|---|
| Unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung | X | X | X |
| Unternehmensführung und -kontrolle | X | X | X |
| Ausreichendes inhaltliches Engagement | X | X | X |
| Personalmanagement und -führung | X | X | X |
| Internationale Erfahrung | X | X | X |
| Finanzexperte gem. § 100 Abs. 5 AktG | X | ||
| - Rechnungslegung | X | ||
| - Abschlussprüfung | X | ||
| Nachhaltigkeitsthemen | X | X | X |
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Die Besetzungsziele und das Kompetenzprofil wurden zuletzt im Dezember 2022 angepasst und beschreiben zugleich das Konzept, mit dem eine Diversität entsprechend § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB angestrebt wird. Wir geben die seitdem geltenden Ziele nachstehend mit vollem Wortlaut wieder:
„Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Ahlers AG
Vor dem Hintergrund
y seiner eigenen Größe (drei Mitglieder, davon zwei Vertreter der Anteilseigner und ein Vertreter der Arbeitnehmer),
y des Geschäsfeldes, in dem die Gesellscha tätig ist,
y der Größe und des Zuschnitts der Gesellscha,
y des Umfangs der internationalen Tätigkeit der Gesellscha sowie
y der Börsennotierung der Gesellscha und
y ihrer gegenwärtigen Aktionärsstruktur
hat der Aufsichtsrat der Ahlers AG am 08. Dezember 2022 beschlossen, für seine Zusammensetzung folgende konkrete Ziele anzustreben:
(1) Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Auf- gaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Zu den als wesentlich erachteten Kompetenzen für das Gesamtgremium gehören
y unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung
y die Fähigkeit, die Ordnungsmäßigkeit, Wirtschalichkeit, Zweckmäßigkeit und Rechtmäßigkeit der zu bewertenden Geschäsentscheidungen beurteilen zu können
y die Fähigkeit, die Jahresabschlussunterlagen gegebenenfalls mit Hilfe des Abschlussprüfers bewerten zu können
y die Bereitscha und Fähigkeit zu ausreichendem inhaltlichen Engagement sowie
y die Fähigkeit Führungspersonal auszuwählen und anzuleiten.# Aufsichtsrat
Die individuellen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats sollen sich unter- einander so ergänzen, dass für die Aufsichtsratsarbeit als solche und jeden wesentlichen Unternehmensbereich zu jeder Zeit hinreichend spezielle fachliche Expertise vorhanden ist, um die professionelle und eiziente Überwachung und beratende Begleitung des Vorstands dauerha zu gewährleisten.
(2) Dem Aufsichtsrat sollen mindestens ein Mitglied angehören, das im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG über Sach- verstand auf den Gebieten Rechnungslegung sowie ein weiteres Mitglied angehören, das im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG über Sachverstand auf den Gebieten der Abschlussprüfung verfügt.
(3) Dem Aufsichtsrat soll mindestens ein weiteres Mitglied angehören, das im Sinne von Abschnitt C.II.C6 (2) und C7 (1) Satz 2 DCGK unabhängig ist, d.h. in keiner persönlichen oder geschälichen Beziehung zu der Gesell- scha, ihren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenskonflikt begründen kann.
(4) Dem Aufsichtsrat soll kein Mitglied angehören, das eine Organfunktion oder Beratungsfunktion bei wesentli- chen Wettbewerbern der Gesellscha oder des Konzerns ausübt.
(5) Dem Aufsichtsrat soll nicht mehr als ein ehemaliges Mitglied des Vorstands angehören.
(6) Dem Aufsichtsrat soll in der Regel mindestens ein Mitglied angehören, das im Hinblick auf die internationa- len Aktivitäten der Gesellscha in besonderem Maße qualifiziert ist.
(7) Dem Aufsichtsrat soll in der Regel mindestens ein weibliches Mitglied angehören.
(8) Zur Wahl in das Aufsichtsratsamt sollen in der Regel nur Kandidaten vorgeschlagen werden, die jünger als 70 Jahre sind.
(9) Der Wahlvorschlag für die Bestellung von Mitgliedern des Aufsichtsrats soll eine Regelgrenze für die Zugehö- rigkeitsdauer zum Aufsichtsrat von drei vollen Amtszeiten (bzw. max. 12 Jahren) berücksichtigen.
(10) Bei der Vorbereitung und Verabschiedung von Kandidatenvorschlägen an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat jeweils vom besten Unternehmensinteresse leiten lassen. Die Ziele zu Ziern (6) bis (9) stehen daher unter dem Vorbehalt, dass die Ziele zu Ziern (1) bis (5) stets gewährleistet sein müssen und entsprechend qualifizierte Kandidaten für das Aufsichtsratsamt im Bedarfszeitpunkt zur Verfügung stehen.
(11) Der Aufsichtsrat überprü diese Ziele regelmäßig. Er veröentlicht seine Zielsetzung und den Stand ihrer Umsetzung jährlich in der Erklärung zur Unternehmensführung.“
Die in den Ziern (1) bis (6), (8) und (9) formulierten Ziele sieht der Aufsichtsrat derzeit als erfüllt an. Die Zier (7) ist durch den Wechsel der bisherigen Arbeitnehmervertreterin in den Ruhestand aktuell nicht erfüllt und auch nicht beein- flussbar. Die Ziern (10) und (11) werden anlassbezogen berücksichtigt. Wesentliche Interessenskonflikte eines Aufsichtsratsmitglieds, über die der Hauptversammlung zu berichten gewesen wäre, traten im vergangenen Geschäsjahr nicht auf. Wir verweisen auf Details im Aufsichtsrats- und Vergü- tungsbericht.
Nach § 76 Abs. 4 S. 1 AktG legt der Vorstand von Gesellschaen, die börsennotiert sind oder der Mitbestimmung unterliegen, für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands Zielgrößen fest. Der Vor- stand hatte erstmals am 18. September 2015 als Zielgröße für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent festgelegt. Am 3. Mai 2017 hat der Vorstand die fristgerechte Zieler- reichung zum 30. Juni 2017 festgestellt und beschlossen, die Zielgrößen in den genannten Führungsebenen bei jeweils 30 Prozent zu belassen. Zum Berichtsstichtag 2021/22 waren auf den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands konzernweit 118 Mitarbeiter tätig (Vorjahr 109 Mitarbeiter). Der Frauenanteil betrug 47 Prozent gegenüber 40 Prozent am Vorjahresstichtag.
Nach § 111 Abs. 5 S. 1 und 5 AktG legt der Aufsichtsrat von Gesellschaen, die börsennotiert sind oder der Mitbestimmung unterliegen, für den Frauenanteil im Vorstand und im Aufsichtsrat Zielgrößen fest. In der Aufsichtsrats- sitzung vom 18. September 2015 wurden erstmals Zielgrößen von jeweils 30 Prozent festgelegt. Die Zielgrößen waren am Tag ihrer Festlegung mit einem Frauenanteil von jeweils 50 Prozent überschritten. In seiner Sitzung am 3. Mai 2017 hat der Aufsichtsrat die fristgerechte Zielerreichung zum 30. Juni 2017 festgestellt und beschlossen, die Zielgrößen in den beiden Gremien bei jeweils 30 Prozent zu belassen. Zum 30. November 2022 betrug der Frauenanteil im Vorstand 50 Prozent (Vorjahr 50 Prozent) und im Aufsichtsrat 0 Prozent (Vorjahr 33 Prozent).
Gemäß Art. 19 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des europäischen Parlamentes und des Rates vom 16. April 2014 (Marktmissbrauchsverordnung - MAR) haben Führungskräe des Unternehmens oder die mit ihnen in enger Bezie- hung stehenden Personen den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Ahlers AG oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente oen zu legen, wenn sie den Betrag von 20.000 EUR im Kalenderjahr mindestens erreichen. Diese im vergangenen Geschäsjahr durchgeführten Directors‘ Dealings sowie die Entwicklung des Aktienbesitzes von Frau Dr. Stella A. Ahlers sind auf Seite 16 im Kapitel „Die Aktie“ im Einzelnen dargestellt. Der gesetzlichen Veröentli- chungspflicht der Directors‘ Dealings ist die Ahlers AG nachgekommen und hat die entsprechenden Informationen auch auf der Unternehmens-Homepage veröentlicht. Einzelheiten zu den Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG fin- den Sie auf Seite 128.
Die Ahlers AG verfolgt das Ziel einer zeitnahen und gleichberechtigten Informationsversorgung aller interessierten Aktionäre und Anleger. Auf der Unternehmenshomepage www.ahlers-ag.com sind alle wesentlichen Veröentlichun- gen zu Geschäs- und Quartalsberichten bzw. -mitteilungen, Ad-hoc- und Pressemitteilungen sowie Unternehmens- präsentationen zu finden. Der dort ebenfalls einsehbare Finanzkalender informiert frühzeitig über die regelmäßigen Veröentlichungstermine sowie über anstehende Kapitalmarktevents. Auch über den Erwerb bzw. Verkauf von Ahlers Aktien durch Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder (Directors‘ Dealings), die nach Art. 19 MAR zeitnah bekannt gege- ben werden müssen, wird auf der Internetseite berichtet.
Dem Konzernabschluss und den Zwischenberichten der Ahlers AG liegen die internationalen Rechnungslegungs- grundsätze IFRS zugrunde. Der Jahresabschluss der Ahlers AG wird nach den Vorschrien des deutschen Handels- gesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Abschluss des Gesamtjahres wird vom Vorstand aufgestellt und vom Aufsichtsrat geprü, ebenso wie der Halbjahresfinanzbericht. Der Aufsichtsrat schlägt den Abschlussprüfer vor, der von der Hauptversammlung gewählt wird. Zum Abschlussprüfer für das Geschäsjahr 2021/22 wurde die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschasprüfungsgesell- scha mit Sitz in Düsseldorf von der Hauptversammlung gewählt. Zuvor erklärte der Abschlussprüfer gegenüber dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit. Die Baker Tilly GmbH & Co. KG prü den Abschluss der Gesellscha zum vierten Mal. Der Aufsichtsrat erteilte den Prüfungsaurag und legte die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest.
Der nachfolgende von Vorstand und Aufsichtsrat im Einklang mit den Anforderungen nach § 162 Aktiengesetz (AktG) erstellte Vergütungsbericht stellt die Grundlagen der Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Ahlers AG (im Folgenden auch „Ahlers“ oder die „Gesellschaft“) sowie die Höhe individueller Vergütungen im Geschäsjahr 2021/22 (Zeitraum vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2022; nachfolgend auch Berichtsjahr) dar. Die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) werden ebenfalls berücksichtigt.
Die Hauptversammlung vom 21. April 2021 hat das ihr vom Aufsichtsrat vorgelegte neue Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder mit einer Zustimmung von 98,00 Prozent gebilligt. Darüber hinaus hat die ordentliche Hauptver- sammlung 2021 auch die Vergütung für die Aufsichtsratsmitglieder und das ihr zugrundeliegende Vergütungssystem (§§ 113 Abs. 3, 87a Abs. 1 Satz 2 AktG) mit derselben Zustimmungsquote bestätigt. Das neue Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder findet Anwendung auf alle Dienstverträge mit Vor- standsmitgliedern, die zwei Monate nach Billigung des Vergütungssystems durch die Hauptversammlung neu abge- schlossen, geändert oder verlängert werden. Der derzeit geltende Dienstvertrag mit Frau Dr. Stella A. Ahlers ist vor Inkratreten des neuen Vergütungssystems geschlossen worden, der mit Herrn Simon Tabler geschlossene Dienstver- trag unterlag bereits dem neuen Vergütungssystem.
Das neue Vergütungssystem für den Vorstand entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes und ent- hält insbesondere die gemäß § 87a AktG vorgesehenen Festlegungen. Die im neuen Vergütungssystem vorgesehene Gesamtvergütung umfasst einerseits feste Vergütungselemente (Jahresgehalt und Nebenleistungen, optional auch Versorgungsleistungen). Daneben werden sowohl ein Jahresbonus als kurzfristiges variables Vergütungselement (Short-Term Incentive (STI)) als auch eine langfristig orientierte variable Vergütung (Long-Term Incentive (LTI)) in Form virtueller Aktienoptionen (Phantom Stock) gewährt. Das neue Vergütungssystem ermöglicht einen hohen Anteil variabler, leistungsorientierter Vergütung und trägt durch den aktienbasierten LTI verstärkt zur Angleichung der Interessen von Vorstandsmitgliedern und Aktionären bei. Das Vergütungssystem ist auf der Internetseite der Gesellscha zugänglich.# Übersicht neues Vergütungssystem (Vorstand)
| Vergütungselement | Ausgestaltung # Relative Performance
| Performance-Faktor | Auszahlung |
|---|---|
| < -25%-Punkte | 0% |
| 0%-Punkte | 50% |
| 15%-Punkte | 100% |
| >30%-Punkte | 150% |
32 Frau Dr. Ahlers erhält nach dem derzeit für sie gültigen Vertrag eine auf die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens ausgerichtete, langfristig orientierte Tantieme. Deren Höhe orientiert sich an der Entwicklung des Konzern- Umsatzes, des Konzernergebnisses, des Net Working Capitals und des Aktienkurses über mehrere Dreijahreszeiträume. Der aktuelle Dreijahreszeitraum läuft von Dezember 2019 bis November 2022 mit Auszahlung im April 2023. Die aktienkursbasierten Bestandteile der abgelaufenen Dreijahres-Tranche hatten zum Zeitpunkt ihrer Ausgabe einen inneren Wert von insgesamt 69 TEUR. Über die Zielerreichung wird der Aufsichtsrat erst nach der Offenlegung des Geschäftsberichts für das abgelaufene Geschäftsjahr beschließen. Da die anschließende Auszahlung nicht mehr in das Berichtsjahr fällt, ist der für die Tätigkeit im Berichtsjahr zugesagte LTI erst im Geschäftsjahr 2022/2023 als gewährt und geschuldet i.S.v. § 162 Abs. 1 Satz 1 AktG anzusehen. Einzelheiten sind dementsprechend Gegenstand des nächsten Vergütungsberichts für das Geschäftsjahr 2022/23 (vorstehende Erläuterungen der zugesagten LTI-Vergütung erfolgen freiwillig).
Entsprechend der gesetzlichen Vorgabe in § 87a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG hat der Aufsichtsrat im Vergütungssystem eine Maximalvergütung für die Vorstandsmitglieder festgesetzt, welche die für ein Geschäftsjahr zu gewährende Gesamtvergütung (Summe aller von der Gesellschaft im Geschäftsjahr insgesamt aufgewendeten Vergütungsbeträge einschließlich festem Jahresgehalt, variablen Vergütungsbestandteilen (einschließlich einer etwaigen Sondervergütung) sowie Neben- und etwaigen Vorsorgeleistungen) begrenzt, unabhängig davon, in welchem Geschäftsjahr das entsprechende Vergütungselement ausbezahlt wird. Dementsprechend werden auch die gewährten Phantom Stocks (LTI) berücksichtigt. Die Maximalvergütung beträgt nach dem neuen Vergütungssystem für die Vorstandsvorsitzende 750 TEUR und für das weitere ordentliche Vorstandsmitglied 405 TEUR. Diese Grenzen sind mit einer insgesamt gewährten bzw. geschuldete Vergütung in Höhe von 294.710,49 EUR inkl. der Vorsorgeleistungen an Herrn Tabler eingehalten.
Der im Geschäftsjahr 2021/22 bestehende Dienstvertrag mit Frau Dr. Ahlers ist vor Inkrafttreten des neuen Vergütungssystems geschlossen worden. Dementsprechend findet das Vergütungssystem einschließlich der darin geregelten Maximalvergütung keine Anwendung auf den für Frau Dr. Ahlers aktuell bis zum 31. Mai 2023 geltenden Dienstvertrag.
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keinem Vorstandsmitglied Leistungen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied zugesagt oder gewährt.
Nach den Vorstandsdienstverträgen der Gesellschaft gilt: Verstirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, so haben dessen Hinterbliebenen (Witwer und unterhaltsberechtigte Kinder) Anspruch auf unverminderte Fortzahlung des festen Jahresgehalts für den Rest des Sterbemonats und die darauffolgenden drei Monate. Variable Vergütungselemente stehen den Hinterbliebenen bis zum Ablauf des Todesmonats zu. Im Falle des aktuellen Vertrags von Frau Dr. Ahlers besteht eine solche Regelung nicht. Allerdings bleiben die aus der langfristigen Zusatztantieme bestehenden Ansprüche bestehen.
Im Falle einer wirksamen fristlosen außerordentlichen Kündigung des Vorstandsdienstvertrages durch die Gesellschaft aus wichtigem Grund (§ 626 BGB) oder auf eigenen Wunsch des Vorstandsmitglieds, ohne dass hierfür ein wichtiger Grund vorliegt, entfällt für beide Vorstandsmitglieder der Anspruch auf den STI und den LTI ersatzlos.
Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit dürfen etwaige Zahlungen an das Vorstandsmitglied einschließlich Nebenleistungen den Wert von einer Jahresvergütung (Festgehalt und variable Vergütung) und den Wert der Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags nicht überschreiten („Abfindungs-Cap“).
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Für die dem neuen Vergütungssystem unterliegenden Dienstverträge bestehen Regelungen zur Herabsetzung bzw. Rückforderung bereits ausgezahlter variabler Vergütungsbestandteile im Falle schwerwiegender Pflichtverletzungen der Vorstandsmitglieder. Hiervon ist im Berichtsjahr kein Gebrauch gemacht worden. In dem aktuellen Vertrag von Frau Dr. Ahlers ist eine Möglichkeit zur Minderung oder Rückforderung variabler Vergütungsbestandteile nicht vorgesehen und dementsprechend ist im Berichtsjahr auch nicht erfolgt.
Die folgenden Tabellen stellen die den im abgelaufenen Geschäftsjahr (2021/22) tätigen Vorstandsmitgliedern geschuldete und gewährte feste und variable Vergütung einschließlich des jeweiligen relativen Anteils nach § 162 AktG dar. Dementsprechend enthalten die Tabellen alle Beträge, die den einzelnen Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr (2021/22) zum einen tatsächlich zugeflossen sind („gewährte Vergütung“) und zum anderen alle rechtlich fälligen, aber bislang nicht zugeflossenen Vergütungen („geschuldete Vergütung“). Die jeweiligen relativen Anteile der einzelnen Vergütungselemente (in Prozent) sind in Bezug auf die jeweils ausgewiesene Gesamtvergütung dargestellt. Soweit für das jeweilige Vorstandsmitglied anwendbar, ist als Vergleichswert für das Vorjahr zudem jeweils die im Geschäftsjahr 2020/21 gewährte bzw. geschuldete Vergütung aufgenommen.
Dr. Stella A. Ahlers
Vorstandsvorsitzende
Eintritt 06/2005
| TEUR | 2021/22 rel. Ant. | Min. | Max. | 2020/21 |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 480 82% | 480 | 480 | 472 |
| Nebenleistungen o. Vorsorgeaufwand | 19 3% | 19 | 19 | 19 |
| Summe | 499 85% | 499 | 499 | 491 |
| Einjährige variable Vergütung für GJ 2020/21 | 75 13% | 0 | 1.350 | - |
| Einjährige variable Vergütung für GJ 2019/20 | - | - | - | 30 |
| Mehrjährige variable Vergütung | - | 0 | 300 | - |
| Summe | 574 98% | 499 | 2.149 | 521 |
| Versorgungsaufwand | 13 2% | - | - | 13 |
| Gesamtvergütung | 587 100% | 499 | 2.149 | 534 |
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Für Organtätigkeiten, die Vorstandsmitglieder in Geschäftsführungs- und/oder Aufsichtsfunktionen bei Tochterunter-nehmen bzw. verbundenen Unternehmen der Ahlers AG ausüben, wurden keine weiteren Vergütungen an die Vor-standsmitglieder gewährt oder geschuldet.
Kurz nach Ablauf des Berichtsjahres ist Herr Tabler zum Ablauf des 15. Dezember 2022 als Vorstandsmitglied aus-geschieden. Im Zusammenhang mit der Beendigung wurden ihm keine Leistungen zugesagt. Es verbleibt bei den bestehenden Regelungen der jeweiligen Dienstverträge. Hiernach sind insbesondere etwaige variable Vergütungen vorbehaltlich der Erfüllung der geltenden Leistungskriterien zum dort vorgesehenen Zeitpunkt auszuzahlen.
Neben den dargestellten Leistungen für das ausgeschiedene Vorstandsmitglied Simon Tabler erhielten ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. Geschäftsführer der Adolf Ahlers GmbH und deren Hinterbliebene im Geschäftsjahr 2021/22 Bezüge von insgesamt 13 TEUR (Vorjahr 14 TEUR).
Der Aufsichtsrat der Ahlers AG besteht nach § 11 Abs. 1 der Satzung der Gesellschaft aus drei Mitgliedern, von denen zwei Mitglieder von der Hauptversammlung und ein Mitglied von den Arbeitnehmern nach den Vorschriften des Drittelbeteiligungsgesetzes gewählt werden. Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats beruht auf § 18 der Satzung der Ahlers AG. Die Satzungsrege-lung regelt sowohl die konkrete Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats als auch das zugrundeliegende Vergü-tungssystem (§§ 113 Abs. 3 Satz 3, 87a Abs. 1 Satz 2 AktG). Danach erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats zum einen eine feste, nach dem Tag der ordentlichen Hauptversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr zahlbare Vergü-tung in Höhe von 15.000 EUR. Abhängig von dem Durchschnitts-Konzernjahresüberschuss der Ahlers AG der jeweils
Simon Tabler
Finanzvorstand
Eintritt 12/2020
| TEUR | 2021/22 rel. Ant. | Min. | Max. | 2020/21 |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 228 77% | 228 | 228 | 224 |
| Nebenleistungen o. Vorsorgeaufwand | 16 6% | 14 | 30 | 14 |
| Summe | 244 83% | 242 | 258 | 238 |
| Einjährige variable Vergütung für GJ 2021 | 38 13% | 0 | 57 | - |
| Einjährige variable Vergütung für GJ 2020 | - | - | - | 97 |
| Mehrjährige variable Vergütung | - | 0 | 90 | - |
| Summe | 282 96% | 242 | 405 | 238 |
| Versorgungsaufwand | 13 4% | - | - | 13 |
| Gesamtvergütung | 295 100% | 242 | 405 | 251 |
Dr. Karsten Kölsch
Finanzvorstand
08/2007 bis 11/2020
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Festvergütung | - | - |
| Nebenleistungen o. Vorsorgeaufwand | - | - |
| Summe | 0 | 0 |
| Einjährige variable Vergütung für GJ 2021 | - | - |
| Einjährige variable Vergütung für GJ 2020 | - | 97 |
| Mehrjährige variable Vergütung | - | - |
| Summe | 0 | 97 |
| Versorgungsaufwand | - | - |
| Gesamtvergütung | 0 | 97 |
35
letzten drei Jahre erhält jedes Aufsichtsratsmitglied daneben eine variable Vergütungskomponente. Diese beträgt pro Geschäftsjahr 1/1.000 des Durchschnitts-Konzernjahresüberschusses. Die variable Vergütung ist auf einen Betrag in Höhe von 20.000 EUR begrenzt (Cap). Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Dreifache, der stellvertretende Aufsichts-ratsvorsitzende das Zweifache der festen und der variablen Vergütung. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält neben der Vergütung den Ersatz seiner Auslagen sowie eine auf die Vergütung zu zahlende Umsatzsteuer, soweit sie die Gesellschaft zum Vorsteuerabzug berechtigt. Die Vergütung für den Aufsichtsrat trägt durch die funktionsbezogene Festvergütung einerseits der Überwachungsaufgabe des Aufsichtsrats Rechnung. Die variable Vergütung, die sich am Konzernergebnis orientiert, leistet darüber hinaus einen zusätzlichen Beitrag zur Förderung des Geschäftserfolgs und zur langfristigen Unternehmens-entwicklung. Im Geschäftsjahr 2021/22 ist die den Aufsichtsratsmitgliedern gewährte und geschuldete Vergütung vollum-fänglich nach Maßgabe des unveränderten Vergütungssystems und § 18 der Satzung erfolgt.# Angabe der geschuldeten und gewährten Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder
Die nachstehende Tabelle stellt die den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr (2021/22) gewährte und geschuldete feste und variable Vergütung einschließlich des jeweiligen relativen Anteils nach § 162 AktG dar. Die Auszahlung der Aufsichtsratsvergütung erfolgt jeweils nach Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres. Es handelt sich somit um die im Berichtsjahr (2021/22) ausgezahlte Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020/21. Eine variable Vergütung ist im Geschäftsjahr 2021/22 im Hinblick auf den durchschnittlichen erwirtschafteten Konzernjahresfehlbetrag über die letzten drei Jahre nicht gewährt oder geschuldet worden.
Aufsichtsratsvorsitzender seit 04/2019
stellv. Aufsichtsratsvorsitzender seit 04/2019
| TEUR 2021/22 | rel. Ant. | Min. | Max. | 2020/21 | TEUR 2021/22 | rel. Ant. | Min. | Max. | 2020/21 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 45 | 100% | 45 | 45 | 45 | 30 | 100% | 30 | 30 | 30 |
| Variable Vergütung | 0 | 0% | 0 | 60 | 0 | 0 | 0% | 0 | 40 | 0 |
| Gesamtvergütung | 45 | 100% | 45 | 105 | 45 | 30 | 100% | 30 | 70 | 30 |
Arbeitnehmervertreterin seit 06/1993 bis 06/2022
Arbeitnehmervertreter seit 07/2022
| TEUR 2021/22 | rel. Ant. | Min. | Max. | 2020/21 | TEUR 2021/22 | rel. Ant. | Min. | Max. | 2020/21 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 15 | 100% | 15 | 15 | 15 | 0 | n.a. | 0 | 0 | 0 |
| Variable Vergütung | 0 | 0% | 0 | 20 | 0 | 0 | n.a. | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 15 | 100% | 15 | 35 | 15 | 0 | n.a. | 0 | 0 | 0 |
Gemäß § 162 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 AktG ist die jährliche Veränderung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Ertragsentwicklung der Gesellschaft sowie die jährliche Veränderung der durchschnittlichen Vergütung der Arbeitnehmer auf Vollzeitäquivalenzbasis über die letzten fünf Geschäftsjahre darzustellen (sog. Vertikalvergleich).
Die Ahlers AG wird den Vertikalvergleich unter Berücksichtigung der Übergangsregelung gemäß § 26j Abs. 2 EGAktG sukzessive aufbauen und stellt vorliegend die Entwicklungen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22 nur mit dem vorangegangenen Geschäftsjahr 2020/21 gegenüber. Für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wird die im jeweiligen Geschäftsjahr geschuldete Vergütung berücksichtigt. Die Ertragsentwicklung ist anhand des Jahresergebnisses (§ 275 Abs. 2 Nr. 17 HGB) sowie freiwillig ergänzend anhand des Konzern-EBITDA vor Sondereffekten dargestellt. Die ausgewiesene durchschnittliche Jahresvergütung der Arbeitnehmer auf Vollzeitäquivalenzbasis beruht auf dem Personalaufwand für Löhne und Gehälter inklusive der Lohnsteuer, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Nebenleistungen und variablen Vergütungsbestandteilen für die im Inland beschäftigte Gesamtbelegschaft der Ahlers AG nebst deutschen Konzerntöchtern. Dabei wurde das Vergleichsjahr 2020/21 um Effekte aus der Kurzarbeit korrigiert.
An die Ahlers AG, Herford
Wir haben den Vergütungsbericht der Ahlers AG, Herford, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2021 bis zum 30. November 2022 daraufhin formell geprüft, ob die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG im Vergütungsbericht gemacht wurden. In Einklang mit § 162 Abs. 3 AktG haben wir den Vergütungsbericht nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung sind im beigefügten Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf den Inhalt des Vergütungsberichts.
Wir haben unsere Prüfung des Vergütungsberichts in Übereinstimmung mit § 162 Abs. 3 AktG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Die Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktG (IDW PS 870) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach dieser Vorschrift und diesem Standard ist im Abschnitt „Verantwortung des Wirtschaftsprüfers“ unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir haben als Wirtschaftsprüferpraxis die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die Berufspflichten gemäß der Wirtschaftsprüferordnung und der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer / vereidigte Buchprüfer einschließlich der Anforderungen an die Unabhängigkeit haben wir eingehalten.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, der den Anforderungen des § 162 AktG entspricht. Ferner sind sie verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob im Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden sind, und hierüber ein Prüfungsurteil in einem Vermerk abzugeben. Wir haben unsere Prüfung so geplant und durchgeführt, dass wir durch einen Vergleich der im Vergütungsbericht gemachten Angaben mit den in § 162 Abs. 1 und 2 AktG geforderten Angaben die formelle Vollständigkeit des Vergütungsberichts feststellen können. In Einklang mit § 162 Abs. 3 AktG haben wir die inhaltliche Richtigkeit der Angaben, die inhaltliche Vollständigkeit der einzelnen Angaben oder die angemessene Darstellung des Vergütungsberichts nicht geprüft.
Für die Durchführung des Auftrags und unsere Verantwortlichkeit und Haftung gelten, auch im Verhältnis zu Dritten, die diesem Prüfungsvermerk beigefügten „Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften“ in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2017.
Düsseldorf, den 27. Februar 2023
Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Düsseldorf)
Patrick Helsper Thomas Gloth
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Die Ahlers AG mit Sitz in Herford fungiert als Muttergesellschaft des Ahlers Konzerns. Darunter bestehen aktuell 24 (Vorjahr 29) eigenständige Gesellschaften. Jede Marke ist in einer selbstständigen Gesellschaft organisiert. Des Weiteren gibt es in den wichtigsten 10 Auslandsmärkten eigene aktive Vertriebsgesellschaften, die mit Ausnahme der OOO Ahlers RUS zu 100 Prozent zum Konzern gehören. An der OOO Ahlers RUS hält Ahlers 90 Prozent der Anteile, die übrigen 10 Prozent gehören einem langjährigen russischen Partner.
Im Geschäftsjahr wurden im Inland die Jupiter Bekleidung GmbH, Herford, auf die Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford, und die Pionier Jeans & Casuals Deutschland GmbH, Herford, auf die PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH, Herford, fusioniert. Zudem wurden die Otto Kern Austria GmbH, A-Mariasdorf, und die Texart d.o.o., HR-Strmec Samoborski, auf die Ahlers Austria GmbH, A-Mariasdorf, fusioniert. Die Texart d.o.o., SLO-Ljubljana, wurde liquidiert. Neben der „LUBINEX“-Spolka z o.o. befinden sich seit diesem Geschäftsjahr auch die Texart Bratislava s r.o., SK-Bratislava, die Texart spol. s r.o., CZ-Prag, sowie die Ahlers Herford (Italia) S.R.L., I-Torino, in Liquidation. Seit der Schließung des Produktionswerks „LUBINEX“-Spolka z o.o. im Jahr 2020 betreibt Ahlers nur noch eine eigene Fertigungsstätte in Sri Lanka. An der 2010 aus dem Konzern ausgegliederten Jupiter Shirt GmbH besitzt die Ahlers AG 49 Prozent. Die Jupiter Shirt GmbH entwickelt und vertreibt Hemden unter der Marke Jupiter in ganz Europa.
Eine Übersicht über die Tochtergesellschaften des Ahlers Konzern findet sich auf der Seite 100 „Anteilsbesitz“. Alle Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge (EAV) der Ahlers AG mit ihren Tochtergesellschaften blieben für die aktiven Gesellschaften unverändert (vgl. Tabelle Anteilsbesitz, Seite 100).
Ahlers ist in Form einer Funktionsmatrix organisiert. Die Geschäftsführer jeder Marken-Vertriebsgesellschaft sind eigenständig für Produktentwicklung und Vertrieb der Marke verantwortlich. Zentrale Aufgaben wie IT, Rechnungswesen, Produktion, Logistik, Marketing und Controlling/Recht sind in der Ahlers Zentralverwaltung GmbH und weiteren Konzerngesellschaften angesiedelt. Die Zentralabteilungen unterstützen die einzelnen Gesellschaften mit ihrem übergreifenden Know-how und realisieren Synergien im Konzern durch Bündelung gleichartiger Aufgaben und gemeinsames Sourcing. Das Retail- und Outlet-Management und alle inländischen Einzelhandelsgeschäfte des Ahlers Konzerns sind in einer eigenständigen Gesellschaft, der Ahlers Retail GmbH, zusammengefasst. Von der Ahlers Vertrieb GmbH aus wird das eCommerce-Geschäft zentral für die Marken des Unternehmens gesteuert.
Wir informieren Sie ausführlich über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Diesen können Sie auf unserer Internetseite unter www.ahlers-ag.com/unternehmen/unternehmensprofil/nachhaltigkeit/ abrufen.
Der Ahlers Konzern bietet mit seinen vier Menswear Marken und einer Marke für Workwear maßgeschneiderte Kollektionen für unterschiedliche Zielgruppen und Preissegmente an. Entsprechend ihrer modischen Aussage und preislichen Positionierung sind die Marken in die beiden Segmente „Premium Brands“ und „Jeans & Workwear“ gegliedert.# Ziele und Strategie
Die Ahlers AG ist eine der führenden Hersteller für modische Menswear in Deutschland und Europa. Ahlers entwickelt und vertreibt Menswear unter vier klar voneinander abgegrenzten Marken im mittleren und gehobenen Preissegment, die modern, funktional, hochwertig und nachhaltig ist. Neben dem Wholesale Geschäft mit Einzelhandelskunden steht der Ausbau des eCommerce im Mittelpunkt der Vertriebsaktivitäten. Daneben wird unter PIONIER WORKWEAR Profi- berufskleidung angeboten. Alle Marken sollen in Zukunft noch klarer positioniert, effizient und profitabel geführt werden. Solides und nachhaltiges Wachstum ist das Ziel der mittelfristigen Unternehmensentwicklung. Dies soll mit den folgenden strategischen Maßnahmen erreicht werden:
Menswear mit PIERRE CARDIN, BALDESSARINI, OTTO KERN und PIONEER AUTHENTIC JEANS – hochwertige Berufskleidung mit PIONIER WORKWEAR
Ahlers fokussiert sich auf Menswear mit den Marken PIERRE CARDIN, BALDESSARINI, OTTO KERN und PIONEER AUTHENTIC JEANS und auf Berufskleidung unter der Marke PIONIER WORKWEAR. Über zwei Drittel der Umsätze werden im attraktiven Premium-Segment erzielt. Mit allen Marken wollen wir national und international profitabel und nachhaltig wachsen.
Der PIERRE CARDIN-Markenauftritt wird von der einzigartigen Brand-Heritage dieser französischen Designermarke geprägt und beeinflusst sein. Modern, angezogen und fortschrittlich soll PIERRE CARDIN im kommerziellen Premium-Segment als Designer Brand wahrgenommen werden. Der PIERRE CARDIN Wholesale-Vertrieb intensiviert in Deutschland und Europa bestehende Kundenbeziehungen und akquiriert neue Kunden. Der eCommerce soll auf die ost- und westeuropäischen Märkten ausgeweitet werden.
BALDESSARINI verortet sich neu im Hollywood des Jahres 1969. Die Marke ist erfüllt von Lebensfreude, der Lust den Moment zu leben und dem Drang nach Freiheit. Ihrem altersunabhängigen Kunden bietet BALDESSARINI einzigartige Produkte mit hohem Selbstbewusstsein und Anspruch an Design, Zeitgeist und Preis-Leistung. BALDESSARINI strebt die Marktführerschaft im Luxus-Design auf internationaler Ebene im Upper Premium Markt an. Mit einem neuen Ladenbaukonzept und einer fokussierten Kollektion sollen in Europa Shop-in-Shops mit Total Looks genauso gestärkt werden wie das Category Management. Ein weiterer Fokus liegt auf der Digitalisierung und den Social Media Interaktionen, um die Verkäufe und die Brand Awareness D2C (Direct to Consumer) voranzutreiben. Auch weitere neue Märkte in Europa, Asien und Amerika sollen zukünftig erschlossen werden. Lizenzprodukte runden die Sortimentsaussage ab und werden sukzessive ausgebaut.
Für OTTO KERN steht die Gewinnung weiterer Lizenznehmer im Fokus. Im Jeans- & Workwear-Segment tritt PIONEER AUTHENTIC JEANS mit dem Marken-Claim PIONEERS OF TOMORROW an und baut damit seine Marken- und Konsumentenkommunikation als führender Jeans- und Hosenspezialist in attraktiven Preislagen stringent aus. Durch das zusätzliche Angebot von Oberteilen wird die Marke zu einer ganzheitlichen Lifestyle-Brand weiterentwickelt. Dazu tragen auch Kollektionen bei, die den modernen, urbanen Pionier mit innovativen Casual-Looks ausstattet. National und international wollen wir im Wholesale wachsen und zusätzliche Shop-in-Shop-Flächen dazugewinnen. Der Online-Vertrieb soll vor allem auf Marktplätzen und Multi-marken-Formaten ausgebaut werden.
Bei PIONIER WORKWEAR wollen wir uns mit einer optimierten Marken- und Angebotskommunikation auf unsere Stärken im Bereich Corporate Wear konzentrieren und im technischen Handel als innovativer Anbieter von Berufsbekleidung wieder stärker positionieren.
Für Menswear wird der stationäre Facheinzelhandel trotz rückläufiger Marktentwicklung nach wie vor ein wichtiger Absatzkanal bleiben. Mehr Sichtbarkeit für unsere Marken und Umsatzzuwächse wollen wir durch die Vermarktung unserer Produkte auf „gebrandeten“ Flächen, in Pop-Ups und Shop-in-Shops generieren. Zudem soll die Flächenproduktivität verbessert werden. Dazu entwickeln wir die Prozesse der Warenversorgung für die Markenflächen konsequent weiter. Partnerschaftsprogramme, Kooperationskonzepte und Service-Qualität werden fortlaufend analysiert und optimiert. Neben dem stationären Facheinzelhandel haben wir auch den Online-Handel unserer Wholesale-Kunden im Fokus.
Der eCommerce hat als stark wachsender Absatzkanal strategisch sehr hohe Priorität. Wir investieren viel personelle Kapazität und Finanzmittel in dieses stetig wachsende Geschäftsfeld. Sehr wichtig sind dabei die Vertriebsaktivitäten im Online-Wholesale-Geschäft sowie die Anbindung an Online-Multibrand-Plattformen. Darüber hinaus steht die Gewinnung von zusätzlichen Onlinehändlern in Europa und die weitere Internationalisierung des Marktplatzgeschäfts im Mittelpunkt. Zusätzlich betreibt Ahlers zwei eigene Online-Shops mit den Marken PIERRE CARDIN und BALDESSARINI. Auch hier soll die Internationalisierung forciert werden. Die eigenen Online-Shops sind gleichzeitig Schaufenster der Marken und wichtiger Verkaufskanal. Sowohl im eCommerce Wholesale-Vertrieb, dem Marktplatzgeschäft und den eigenen Online-Shops wollen wir weiter stark wachsen. Die differenzierte Sortimentssteuerung, die prominente Markenplatzierung, die Optimierung der Value Proposition und effiziente IT-Strukturen und -Tools sollen diesen Ausbau unterstützen.
Wir werden die bestehenden Store-Konzepte weiterentwickeln und punktuell Partner-Stores eröffnen. Ahlers setzt dabei strategisch auf Monomarken-Stores der Premiummarken PIERRE CARDIN und BALDESSARINI, die wir bevorzugt mit Partnern vornehmlich in Osteuropa betreiben.
Ahlers ist mit einem internationalen Anteil von 45 Prozent am Gesamtumsatz ein erfolgreicher „European Player“. Ziel für die Zukunft ist es, durch systematischen Ausbau der lokalen Vertriebsorganisationen die Umsätze in Europa weiter zu entwickeln. Dabei soll das Geschäft vor allem mit Wholesale-Partnern, aber auch punktuell mit eigenen Stores und Partnerstores wachsen. Außerhalb Europas wollen wir mittelfristig mit unserer Marke BALDESSARINI expandieren.
Die Optimierung von Beschaffung und Logistik ist eine dauerhafte Herausforderung in der Bekleidungsindustrie. Ahlers arbeitet fortwährend an der Lieferantenauswahl und den Logistikprozessen mit dem Ziel, Qualität, Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Beschaffungskosten zu optimieren. Ständig prüfen wir bestehende Lieferanten und Lieferländer, um eine verlässliche und kostengünstige Produktion zu sichern, die unseren Qualitäts- und Sozialstandards genügt. Sukzessive hat Ahlers die Jeansbeschaffung auf Vollgeschäft umgestellt und wird künftig auch die Anzugbeschaffung darauf umstellen. In den letzten Jahren haben wir unsere Beschaffung im günstig gelegenen, südlichen Mittelmeerraum intensiviert und kombinieren sie mit der Beschaffung im ferneren Asien. Die gesamte Rohwarenlogistik und überwiegende Anteile der Fertigwarenlogistik des Konzerns erfolgen von Polen aus. Die Einhaltung von Sozialstandards ist immer wesentliche Grundbedingung für die Auswahl von Lieferanten und Dienstleistungspartnern.
Ahlers nutzt die technologischen Fortschritte und die damit einhergehenden digitalen Trends. Kundenbedürfnisse zu analysieren und daraus bedarfsorientierte Produkte und Services zu entwickeln, ist eine große Chance. Zur zukunftsorientierten Geschäftsentwicklung hat Ahlers verschiedene Digitalisierungsprojekte aufgesetzt. Unter anderem erweitern wir kontinuierlich die automatische Generierung von Nachverkaufsangeboten für Einzelhandelskunden, deren Bestände wir elektronisch einsehen können (EDI) und schaffen virtuelle Regalverlängerungen für den Einzelhandel. Die Marken PIERRE CARDIN, PIONEER AUTHENTIC JEANS und BALDESSARINI sind mit einer cloudbasierten B2B-Order Area eines in der Branche renommierten Dienstleisters präsent. Über dieses Portal können unsere Händler digital Nachbestellungen tätigen. Auch PIONIER WORKWEAR stellt seinen Kunden einen B2B-Shop zur Verfügung, der ständig weiterentwickelt werden wird. PIERRE CARDIN, BALDESSARINI und PIONEER JEANS stellen ihren Kunden zudem Produktdaten und Bildmaterial cloudbasiert zur Verfügung.
Forschungs- und Entwicklungsstellen der Mode sind die Produktmanagement- und Modellabteilungen sowie die Musternähereien. Jede Saison entwickeln diese Abteilungen neue Kollektionen, die auf ihre Zielkunden ausgerichtet sind. Das Design steht dabei im Mittelpunkt und die Funktionalität der Bekleidung ist wichtige Nebenbedingung. Zusätzlich rücken die Nachhaltigkeit, die Ressourcen schonende Produktion und die Verwendung von recycelten oder biologisch erzeugten Materialien in den Fokus der Produktentwicklung. Die einzelnen Produktgruppen jeder Marke haben in der Regel eigene Produktmanagement-Teams.# Die Modellabteilungen und die Musternähereien sind meist übergreifend nach Warengruppen organisiert und arbeiten für mehrere Marken, haben aber benannte Spezialisten innerhalb der Organisation für ihre jeweilige Marke.
Regionale Produktionsanteile (Vorjahr):
| 2021/22 | 2020/21 | |
|---|---|---|
| Sri Lanka | 32,6% | (35,6%) |
| Polen | 0,3% | (0,6%) |
| Andere EU/ Naher Osten | 25,7% | (24,3%) |
| Afrika | 13,7% | (12,0%) |
| China/ HKG | 4,5% | (3,4%) |
| Andere Fernost | 23,2% | (24,1%) |
52
Die Produktmanagement- und Modellabteilungen sowie die Musternähereien hatten zum 30. November 2022 52 Mitarbeiter (Vorjahr 51). Durch die Effizienzmaßnahmen der Vorjahre und die weitere Umstellung auf Vollkauf blieben die Anzahl der Mitarbeiter und die Kosten in diesen Abteilungen trotz des Umsatzanstiegs im Geschäftsjahr 2021/22 stabil zum Vorjahr. Die Aufwendungen vor Sondereffekten lagen bei 3.452 TEUR (Vorjahr 3.447 TEUR). Durch ergänzende Effizienzmaßnahmen bedingt fielen Sondereffekte in Höhe von 148 TEUR an (Vorjahr -88 TEUR). Der Großteil der Aufwendungen sind Personalkosten. Der Sachaufwand besteht vor allem aus Beratungskosten.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten machten 2,0 Prozent vom Umsatz (Vorjahr 2,4 Prozent) aus. Grundsätzlich erfolgt keine Aktivierung von Entwicklungskosten, weil die Ansatzvoraussetzungen nach handelsrechtlichen Vorschriften bzw. nach IAS 38 nicht vollumfänglich erfüllt sind.
Der Vorstand der Ahlers AG steuert die Vertriebs- und Service-Gesellschaften des Konzerns. Der Vorstand gibt die strategische Entwicklung vor, trifft wichtige Entscheidungen mit den Geschäftsführungen und überwacht die Zielerreichung der Tochtergesellschaften. Im Konzern wird eine Mittelfristplanung über drei Geschäftsjahre erstellt, die jährlich rollierend fortgeschrieben wird. Die jährliche Einzelplanung erfolgt bottom-up durch die von den einzelnen Geschäftsführern mit dem Vorstand erarbeiteten Planungen je Konzerngesellschaft. Für die einzelnen Vertriebs- und Servicegesellschaften werden dabei Detailziele hinsichtlich vordefinierter Steuerungsgrößen und Kennzahlen formuliert. In diese Einzelplanungen finden bereits die Einschätzungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Planungsjahr Eingang. Mitte des Geschäftsjahres wird mit dem Aufsichtsrat eine detaillierte Konzern-Jahresplanung („Budget“) einschließlich Strukturplanung für das neue Geschäftsjahr besprochen. Im Rahmen des zentralen monatlichen Reportings erfolgt die laufende Erfolgskontrolle der Budgetgrößen. Die Geschäftsführer der Tochterunternehmen berichten monatlich direkt an die Konzernleitung in einem vorstrukturierten Finanzbericht über quantitative und qualitative Entwicklungen im Berichtsmonat. In regelmäßigen Treffen informiert sich der Vorstand über die Marktsituation und nimmt mit den Geschäftsführern Weichenstellungen vor. Zentrale Reporting-Datenbanken erleichtern die Soll-/Ist-Kontrolle und die Erstellung täglicher, wöchentlicher und monatlicher EDV-Berichte. Zweimal im Jahr wird eine umfassende Überarbeitung der Jahresplanung vorgenommen.
| 2021/22 | 2020/21 | |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse Mio. EUR | 170,9 | 142,5 |
| Rohertragsmarge * in % | 47,1 | 47,6 |
| EBITDA * Mio. EUR | -0,6 | -5,7 |
| EBITDA-Marge * in % | -0,3 | -4,0 |
| EBIT * Mio. EUR | -7,6 | -13,8 |
| EBIT-Marge * in % | -4,5 | -9,7 |
| Sondereffekte Mio. EUR | 1,3 | 6,6 |
| Konzernergebnis Mio. EUR | -9,2 | -8,9 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Mio. EUR | -11,0 | 6,3 |
| Brutto-Investitionen Mio. EUR | 3,3 | 1,9 |
| Umsatzrendite vor Steuer in % | -5,1 | -6,4 |
| Umsatzrendite nach Steuer in % | -5,4 | -6,2 |
| Ergebnis je Aktie EUR | -0,68 | -0,68 |
| Net Working Capital ** Mio. EUR | 72,2 | 59,4 |
| Return On Investment *** in % | -6,7 | -6,4 |
53
Der Ahlers Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2021/22 durchschnittlich 1.759 Mitarbeiter und damit 147 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Am 30. November 2022 beschäftigte der Ahlers Konzern 112 Mitarbeiter mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg liegt nahezu ausschließlich in der Aufstockung der Kapazitäten des eigenen Produktionsstandortes in Sri Lanka begründet. Hier stieg die Anzahl der Mitarbeiter zum Stichtag um 140 gegenüber dem Vorjahresstichtag. Durch weiteren Beschäftigungsabbau im Zuge kurzfristig eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen hatte Ahlers in Deutschland am Stichtag 397 Mitarbeiter und damit 12 Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr. Store-Schließungen in Polen reduzierten die Anzahl der Mitarbeiter dort um 8 im Bereich Retail. Durch Stilllegung von Vertriebsfirmen in Osteuropa im Rahmen einer Umstrukturierung im Vertrieb reduzierte sich die Zahl der Mitarbeiter um 7 Mitarbeiter.
Wesentliche Steuerungsgrößen im Ahlers Konzern sind der Umsatz, das EBIT vor Sondereffekten, das Konzernergebnis, der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und die Brutto-Investitionen. Darüber hinaus werden das Net Working Capital, die zu erzielende Kalkulations- und Ist-Marge, das Umsatzwachstum, die Kostenquoten, die EBIT-Marge sowie der durchschnittliche Forderungsbestand in Tagen als Kennzahlen ermittelt. Bei den Produktionsentscheidungen des Vertriebsmanagements nimmt die Lagerreichweite einen besonderen Stellenwert ein, die maßgeblich die Höhe des Net Working Capital beeinflusst. Alle Segmente werden nach den gleichen Kennzahlen gesteuert. Die Steuerung der Einheiten hat sich im Berichtsjahr nicht wesentlich verändert. Die Geschäftsführer berichten an den Vorstand und die Kennzahlen wurden gleich berechnet. In der Ahlers AG sind die wesentlichen Steuerungsgrößen der Umsatz und das EBIT vor Sondereffekten.
Mitarbeiterstruktur im Konzern zum Stichtag (Vorjahr)
| 30. Nov. 2022 | 30. Nov. 2021 | |
|---|---|---|
| Deutschland | 397 (409) | |
| Polen | 145 (153) | |
| Sri Lanka | 970 (830) | |
| Osteuropa/ Sonstige | 188 (195) | |
| Österreich | 27 (28) | |
| Gesamt | 1.727 (1.615) |
| 2021/22 | 2020/21 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter | 1.759 | 1.612 | 9,1% |
| Personalaufwand bereinigt * Mio. EUR | 35,8 | 34,1 | 5,0% |
| Personalaufwand je Mitarbeiter bereinigt * TEUR | 20,4 | 21,2 | -3,8% |
| Zahl Auszubildender | 18 | 18 | 0,0% |
| Frauenanteil im Führungskreis in % | 47 | 37 | 10 PP |
55
Zu Beginn des Jahres 2022 gingen die meisten volkswirtschaftlichen Institute davon aus, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft wegen Verknappungen, gestiegenen Preisen und gestörten Lieferketten auf 4,5 Prozent abschwächt und damit moderat unter dem Niveau des Vorjahres liegen würde (2021: 6,0 Prozent). Entgegen der Erwartungen ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Weltwirtschaft im Jahr 2022 lediglich um 3,6 Prozent gewachsen. Gründe für diese weitere Abschwächung war der unerwartete Russland-Ukraine-Krieg, der die ohnehin hohe Inflation durch steigende Energiekosten verschärfte. Hinzu kamen die nach wie vor strengen Corona-Schutzmaßnahmen in Fernost, die die weltweiten Lieferketten weiter störten und erst gegen Ende des Jahres 2022 etwas gelockert wurden. Diese negativen Einflussfaktoren überlagerten die zu Beginn des Jahres positiv aufgenommene Beendigung der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung.
In Deutschland verringerte sich die Wirtschaftsleistung mit 1,8 Prozent vergleichsweise moderat (2021: 2,6 Prozent), da die Bundesregierung diverse Entlastungspakete geschnürt hat, um die Marktteilnehmer zu unterstützen. Um die hohe Inflation zu bekämpfen, haben die Notenbanken die Leitzinsen ab Mitte der zweiten Jahreshälfte massiv angehoben und die Geldpolitik gestrafft und damit das Wirtschaftswachstum gedrosselt.
Bedeutsame gesamtwirtschaftliche Indikatoren für den Ahlers Konzern sind neben der Entwicklung des BIP auch die des privaten Konsums, der durch die Arbeitsmarktlage, die Aussichten für die Gesamtwirtschaft, die Entwicklung der privaten Einkommen und die Kosten der Lebenshaltung beeinflusst wird. Generell herrscht in Europa ein hohes Beschäftigungsniveau und qualifizierte Arbeitskräfte sind europaweit gesucht. Deshalb sank die Arbeitslosenquote im Euroraum trotz eher widrigen Bedingungen weiter (2022: 6,7 Prozent; 2021: 7,7 Prozent). Aufgrund der sehr hohen Inflationsraten der vergangenen Monate und den vielen oben genannten Unsicherheitsfaktoren verzeichnete das Konsumklima deutliche Einbußen und fiel im Dezember 2022 der GfK-Konsumklimaindex auf einen Wert von -40,2 Punkten 3 (Vorjahr -1,6 Punkte). Die Kaufkraft der Bevölkerung im Euroraum wurde durch den Anstieg der Verbraucherpreise enorm geschwächt (Inflationsrate 2022: 8,5 Prozent, Vorjahr 2,6 Prozent). Insgesamt zeigte sich der private Verbrauch im Jahr 2022 in Deutschland jedoch widerstandsfähiger als erwartet und stieg deutlich um 4,4 Prozent.# Angesichts der außerordentlichen hohen Energiepreise und der Teuerung bei Nahrungsmitteln verbleiben die Konsumausgaben privater Haushalte in der Eurozone mit +3,7 Prozent auf Vorjahresniveau. 2
Quelle: Commerzbank Research Januar 2022, alle weiteren Werte dieses Kapitels Commerzbank Research Dezember 2022.
3 Quelle: GfK Konsumklima: Konsumklima stabilisiert sich weiter, 25. November 2022.
Der wirtschaftliche Verlauf in der Bekleidungsbranche verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr eine sehr differenzierte Entwicklung. Der stationäre Handel profitierte zunächst von dem Wegfall der Pandemiebeschränkungen und konnte starke Umsatzzuwächse erzielen. Die Umsatzsteigerungen betrafen insbesondere das gehobene Marktsegment. Sowohl Womenswear als auch Menswear wurden mehr gekauft. Der Nachholeffekt des während der Zeit der Corona-Beschränkungen ausgebliebenen stationären Shopping-Erlebnisses war deutlich spürbar. Das Onlinegeschäft hingegen normalisierte sich wieder nach den enormen Umsatzsteigerungen der letzten zwei Jahren und die Umsätze gingen in diesem Bereich zurück. Gerade zu Jahresbeginn lagen die Modeausgaben über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Doch die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges waren zunehmend und insbesondere ab Spätsommer für die Modehändler und -hersteller deutlich zu spüren. Die steigende Inflation belastete die Konsumstimmung und das verfügbare Einkommen, wodurch weniger Modekäufe getätigt wurden. Kosten für notwendige Lebenshaltungskosten ließen den Verbrauchern weniger Spielraum für Modeausgaben, insbesondere für Spontan- und Impulskäufe. Ebenso entstand eine Konsumverschiebung vom Facheinzelhandel hin in Richtung Fashion-Discounter. Über das gesamte Jahr betrachtet legten die Umsätze jedoch aufgrund der im Vorjahr in Folge der Lockdowns ausgebliebenen Umsätze und trotz der geringen Konsumlaune zu. So konnten die Modehandelsunternehmen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzzuwachs von 9 Prozent 4 erzielen. Dennoch liegen diese immer noch 2 Prozent 5 unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019.
4 Quelle: https://www.textilwirtschaft.de/business/news/tw-testclub-das-jahr-2022-238660, abgerufen am 05.01.2023.
5 Quelle: https://www.textilwirtschaft.de/business/news/umfragen-von-hde-und-bevh-stationaerer-handel-laeu---online-schrump- 238411?crefresh=1; abgerufen am 05.01.2023.
| Mio. EUR | 2021/22 | 2020/21 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Premium Brands * | 124,8 | 101,7 | 22,7 |
| Jeans & Workwear | 46,1 | 40,8 | 13,0 |
| Summe | 170,9 | 142,5 | 19,9 |
* inkl. Sonstige 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR)
| Mio. EUR | 2021/22 | 2020/21 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 93,6 | 77,2 | 21,2 |
| Westeuropa | 40,4 | 37,4 | 8,0 |
| Mittel-/ Osteuropa/ Sonstiges | 36,9 | 27,9 | 32,3 |
| Summe | 170,9 | 142,5 | 19,9 |
| Mio. EUR | 2021/22 | 2020/21 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| 1. Quartal | 35,5 | 22,4 | 58,5 |
| 2. Quartal | 44,8 | 36,9 | 21,4 |
| 3. Quartal | 42,8 | 38,6 | 10,9 |
| 4. Quartal | 47,8 | 44,6 | 7,2 |
| Summe | 170,9 | 142,5 | 19,9 |
Geschäsjahr 2021/22 mit gutem Start und kräftigem Umsatzplus.
Dadurch, dass keine Lockdowns wie im Vorjahr den stationären Einzelhandel mehr einschränkten, stieg der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2021/22 um 28,4 Mio. EUR bzw. 19,9 Prozent auf 170,9 Mio. EUR. Die Kaufzurückhaltung in Folge der stark gestiegenen Inflation sowie die weltweiten Lieferkettenprobleme führten ab dem dritten Quartal zu abnehmenden Umsatzsteigerungen gegenüber den jeweiligen Vorjahreszeiträumen. In Deutschland entwickelte sich der Umsatz mit +21 Prozent dynamischer als der Markt (+9 Prozent 6 ). In den internationalen Märkten lag das Umsatzplus des Ahlers Konzerns insbesondere in Osteuropa mit 32 Prozent ebenfalls über der Branchenentwicklung. Im ersten Halbjahr 2022 stiegen die Umsätze weltweit um +13 Prozent 7 und schwächte sich bis zum Jahresende aufgrund der wirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen ab. Eher geringere Steigerungen erzielte Ahlers mit +8 Prozent im westeuropäischen Ausland.
Dabei entwickelten sich die Marken unterschiedlich. Allen voran profitierte BALDESSARINI vom Marken-Relaunch im Vorjahr mit hohen Umsatzsteigerungen. PIERRE CARDIN und PIONEER AUTHENTIC JEANS entwickelten sich gemäß dem Ahlers-Trend (+20 Prozent), während Workwear auf dem Niveau des Vorjahres blieb. OTTO KERN schnitt weitere unprofitable Umsätze ab und erzielte damit eine hervorragende EBIT-Marge aber rückläufigen Umsätzen. Überraschend erfreulich lief das Geschäft mit Anzügen und Sakkos, da nach dem Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen wieder vermehrt Anlässe für das Tragen formeller Kleidung stattfanden und die Nachfrage nach Business-Bekleidung dadurch wieder anstieg. Dagegen konnten die Geschäfte mit Jacken, Knitwear und Shirts nur schwache Zuwächse verzeichnen.
Die Umsatzentwicklung im ersten Quartal (Dezember 2021 – Februar 2022) war geprägt von den aufgehobenen Corona-Beschränkungen. Durch die Lockerung der Maßnahmen konnte ein Umsatzplus von 13,1 Mio. EUR bzw. 58,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erzielt werden. Bereits das zweite Quartal (März 2022 – Mai 2022) stand unter dem Einfluss des Kriegsausbruchs in der Ukraine. In der Folge führten die massive Verteuerung von Energie sowie eine allgemeine Kaufzurückhaltung zu einem gedämpften Umsatzzuwachs. Darüber hinaus erschwerte die anhaltende Lieferkettenproblematik die Anlieferung von Waren, wodurch die Waren erst spät in die Regale der Kunden kam und das Nachgeschäft größtenteils ausfiel. Insgesamt blieb der Umsatz im zweiten Quartal mit einem Plus von 7,9 Mio. EUR bzw. 21,4 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Das zweite Halbjahr war noch stärker als das zweite Quartal von den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges in Form von starker Inflation, Verknappung einiger Güter und damit einhergehender Kaufzurückhaltung sowie weiter anhaltender Lieferkettenprobleme beeinflusst. Die durch die Lieferkettenthematik verlorenen Umsätze konnten aufgrund der Saisonalität der Waren nicht nachgeholt werden, auch wenn sich die Lieferschwierigkeiten gegen Ende des Geschäftsjahres normalisierten. Entgegen den Erwartungen fielen die Umsatzzuwächse im dritten Quartal mit +4,2 Mio. EUR (10,9 Prozent) und im vierten Quartal mit +3,2 Mio. EUR (7,2 Prozent) eher schwach aus. Selbst ein starker Einzelmonat November mit einem Plus von 4,0 Mio. EUR (33 Prozent) konnte das nicht ausgleichen. Abweichend von dieser allgemeinen Schilderung des Jahresverlaufs gab es regional einige Besonderheiten. Die letztjährigen Lockdowns machten sich vor allem in Deutschland bemerkbar. So konnte hier im ersten Halbjahr noch ein Plus von 13,6 Mio. EUR bzw. 44 Prozent erzielt werden, während es im zweiten Halbjahr nur noch ein Plus von 2,8 Mio. EUR bzw. 6 Prozent gab. Insgesamt spiegelt aber die Umsatzentwicklung in Deutschland den Konzerntrend wieder. Des Weiteren konnten die Umsätze in Osteuropa insbesondere im Gebiet Polen/Baltikum um ein Drittel gesteigert werden. In Österreich kam es in Folge der Umstellung von OTTO KERN auf Lizenzgeschäft zu einem Umsatzrückgang. Die übrigen für den Ahlers Konzern wichtigen westeuropäischen Länder/Regionen entwickelten sich zum Teil noch positiver als der Ahlers Trend. So konnten Frankreich/Spanien und die Schweiz 20 Prozent zulegen, Niederlande/Belgien sogar 34 Prozent.
6 Quelle: TW-Testclub: Modehandel profitiert von Normalisierung der Corona-Lage: Das waren die Umsätze im Modehandel im Jahr 2022 (textilwirtschaft.de); abgerufen am 05.01.2023.
7 Quelle: https://www.mckinsey.de/news/presse/state-of-fashion-2023-report; abgerufen am 19. Januar 2023.
8 Quelle: TW-Testclub: Modehandel profitiert von Normalisierung der Corona-Lage: Das waren die Umsätze im Modehandel im Jahr 2022 (textilwirtschaft.de); abgerufen am 05.01.2023.
Das eCommerce-Geschäft hatte nach dem Höhenflug der letzten beiden Jahre und der Wiederbelebung des stationären Einzelhandels im Berichtsjahr generell und auch bei Ahlers Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Unabhängig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die die Digitalisierung weiter beschleunigt und den Online-Handel noch forciert haben, hatte Ahlers im Rahmen seines Performance Projektes „New Tomorrow“ das eCommerce-Geschäft mit diversen Maßnahmen auf ein neues Level gehoben. Dennoch konnte sich Ahlers dem Markttrend nicht entziehen und blieb im Umsatz 12 Prozent unter dem Vorjahr, aber über der Entwicklung der Branche (-16,9 Prozent 8 ). Von dieser Entwicklung waren weniger unserer eigenen, neu gestalteten Online-Shops sondern mehr die Umsätze auf den Marktplätzen betroffen. Dabei ist der Umsatzrückgang allein im ersten Halbjahr entstanden, im zweiten Halbjahr konnten ein Pari zum Vorjahreszeitraum erzielt werden.
Ahlers führte zum Bilanzstichtag 23 Stores in Eigenregie davon zwei im Inland und 21 im Ausland.# Ertragslage 2021/22
| 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR | Veränderung absolut Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 170,9 | 142,5 | 28,4 | 19,9 |
| Rohertrag * | 80,4 | 67,8 | 12,6 | 18,6 |
| in % vom Umsatz | 47,1 | 47,6 | ||
| Personalaufwand * | -35,8 | -34,1 | -1,7 | -5,0 |
| Saldo Sonstiger Aufwand/Ertrag * | -45,2 | -39,4 | -5,8 | -14,7 |
| EBITDA * | -0,6 | -5,7 | 5,1 | 89,5 |
| Abschreibungen | -7,0 | -8,1 | 1,1 | 13,6 |
| EBIT * | -7,6 | -13,8 | 6,2 | 44,9 |
| Sondereffekte | 1,3 | 6,6 | -5,3 | -80,3 |
| Finanzergebnis | -2,4 | -1,9 | -0,5 | -26,3 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -8,7 | -9,1 | 0,4 | 4,4 |
| Ertragsteuern | -0,5 | 0,2 | -0,7 | <-100,0 |
| Konzernergebnis | -9,2 | -8,9 | -0,3 | -3,4 |
| * vor Sondereffekten |
Weitgehend gleichgerichtet mit dem Umsatzplus von 19,9 Prozent entwickelte sich auch der Rohertrag (+18,6 Prozent). Dieser wuchs um 12,6 Mio. EUR auf 80,4 Mio. EUR (Vorjahr 67,8 Mio. EUR). Die Rohertragsmarge verringerte sich im Geschäftsjahr 2021/22 leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 47,1 Prozent (Vorjahr 47,6 Prozent), weil der schwächere EUR/USD- Wechselkurs Waren aus Fernost spürbar verteuerte.
Bedingt durch die Umsatzentwicklung gestiegene umsatzabhängige Kosten für Frachten, Kommissionierung und Provisionen sowie höhere Marketingausgaben führten im Saldo ‚Sonstiger Aufwand und Ertrag‘ zu einem Anstieg um 14,7 Prozent von 39,4 Mio. EUR auf 45,2 Mio. EUR. Auch der Personalaufwand nahm von 34,1 Mio. EUR um 5,0 Prozent auf 35,8 Mio. EUR zu, weil aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwands Kurzarbeit nicht mehr genutzt wurde.
Gegenläufig reduzierten sich die Abschreibungen um 1,1 Mio. EUR auf 7,0 Mio. EUR, da in den beiden vorangegangenen Jahren Neu-Investitionen auf das Nötigste beschränkt wurden und auch im Berichtsjahr nur ein leichter Aufhol- Effekt erfolgte. Zusammengenommen stiegen die betrieblichen Aufwendungen bestehend aus Personalaufwand, dem Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen sowie Abschreibungen damit um 7,8 Prozent bzw. 6,4 Mio. EUR von 81,6 Mio. EUR auf 88,0 Mio. EUR.
Insgesamt lag damit das EBITDA vor Sondereffekten des Berichtsjahres mit -0,6 Mio. EUR nahe am Break Even Punkt (Vorjahr -5,7 Mio. EUR). Der Verlust auf Ebene des EBIT vor Sondereffekten halbierte sich nahezu und ging von -13,8 Mio. EUR auf -7,6 Mio. EUR zurück. Der Ahlers Konzern hat damit in einem Jahr mit sehr widrigen Bedingungen ein verbessertes Ergebnis erzielt.
Während im Vorjahr hohe Sondererträge durch staatliche Überbrückungshilfen und Fixkosten-Zuschüsse im Rahmen der staatlichen Corona-Hilfen die Sondereffekte positiv beeinflussten und in der Summe zu einem Wert von +6,6 Mio. EUR führten, gab es im Geschäftsjahr 2021/22 mehrere gegenläufige Effekte, die sich zu einem leicht positiven Wert von +1,3 Mio. EUR saldierten. Ertragsseitig beinhaltet dieser Wert des Jahres 2021/22 die staatliche Überbrückungshilfe IV (2,4 Mio. EUR), Erträge aus gebotenen Wertaufholungen von Abschreibungen auf Markenrechte aus Vorjahren (2,6 Mio. EUR) sowie Erträge aus der Veräußerung von Kunstgegenständen (0,2 Mio. EUR), insgesamt 5,3 Mio. EUR (Vorjahr 14,7 Mio. EUR, primär aus staatlichen Überbrückungshilfen). Als Gegeneffekt wurden die Rohertragseffekte aus letztendlich auch der Corona-Pandemie geschuldeten, deutlich über dem Normalmaß liegenden Luftfrachtkosten in die Sondereffekte umgegliedert (-1,9 Mio. EUR). Diese zusätzlichen Kosten waren notwendig, um vor dem Hintergrund der weltweiten Lieferkettenprobleme Kunden- Liefertermine annähernd einhalten zu können. Darüber hinaus umfassen die Sondereffekte Abfindungen an Personal und Handelsvertreter, Beratungskosten im Rahmen der Restrukturierung sowie eine Einzelwertberichtigung auf die Forderungen eines polnischen Großkunden.
Das Finanzergebnis ist gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mio. EUR auf -2,4 Mio. EUR gestiegen. Hierin enthalten sind Auflösungen von aktiven Abgrenzungen aus Vorjahren in Höhe von -0,4 Mio. EUR. Der restliche leichte Anstieg liegt in dem starken Anstieg des Zinsniveaus gegen Ende des Berichtsjahres begründet.
Ertragsteuern fielen im Geschäftsjahr 2021/22 in Höhe von 0,5 Mio. EUR für Gewinne bei ausländischen Tochtergesellschaften an. Im Vorjahr gab es hingegen 0,2 Mio. EUR Erträge aus latenten Steuern auf zu versteuernde temporäre Differenzen. Aktive latente Steuern auf Verluste im Geschäftsjahr wurden weder im Inland noch im Ausland gebildet.
Auf Ebene des EBIT vor Sondereffekten hat sich das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021/22 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert, war aber noch negativ. Die niedrigeren Sondereffekte und der höhere Finanzaufwand führten dazu, dass das Ergebnis vor Ertragsteuern mit -8,7 Mio. EUR nur leicht über dem Vorjahreswert von -9,1 Mio. EUR lag. Das Konzernergebnis nach Steuern liegt dagegen wegen der höheren Ertragsteuern mit -9,2 Mio. EUR geringfügig unter dem Vorjahr (-8,9 Mio. EUR).
| Sondereffekte | 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR |
|---|---|---|
| Rohertrag | -1,9 | -5,5 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 5,3 | 14,7 |
| Personalaufwendungen | -1,2 | -0,5 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -0,9 | -1,4 |
| Abschreibungen | 0,0 | -0,6 |
| Summe | 1,3 | 6,6 |
| Aktiva | 30.11.2022 Mio. EUR | 30.11.2022 in % | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % |
|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 37,2 | 25,6 | 34,5 | 27,3 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 5,0 | 3,4 | 5,3 | 4,2 |
| Latente Steueransprüche | 0,6 | 0,4 | 0,6 | 0,5 |
| Langfristige Vermögenswerte | 42,8 | 29,4 | 40,4 | 32,0 |
| Vorräte | 74,6 | 51,2 | 51,3 | 40,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 17,7 | 12,2 | 17,5 | 13,9 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 6,8 | 4,7 | 10,9 | 8,6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3,6 | 2,5 | 6,0 | 4,8 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 102,7 | 70,6 | 85,7 | 68,0 |
| Summe Aktiva | 145,5 | 100,0 | 126,1 | 100,0 |
| Passiva | 30.11.2022 Mio. EUR | 30.11.2022 in % | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 48,9 | 33,6 | 58,8 | 46,6 |
| Pensionsrückstellungen | 2,1 | 1,4 | 2,8 | 2,2 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 33,2 | 22,8 | 33,3 | 26,4 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 0,3 | 0,2 | 0,7 | 0,6 |
| Langfristige Schulden | 35,6 | 24,4 | 36,8 | 29,2 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 0,9 | 0,6 | 0,8 | 0,6 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 60,1 | 41,4 | 29,7 | 23,6 |
| Kurzfristige Schulden | 61,0 | 42,0 | 30,5 | 24,2 |
| Schulden | 96,6 | 66,4 | 67,3 | 53,4 |
| Summe Passiva | 145,5 | 100,0 | 126,1 | 100,0 |
Am 30. November 2022 lag die Bilanzsumme mit 145,5 Mio. EUR um 19,4 Mio. EUR über dem Wert am Vorjahrestag (126,1 Mio. EUR). Die langfristigen Vermögenswerte lagen mit 42,8 Mio. EUR um 2,4 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 40,4 Mio. EUR. Maßgeblich für den Anstieg der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte sind die Wertaufholungen der Marke BALDESSARINI (1,4 Mio. EUR) und der Marke OTTO KERN (1,2 Mio. EUR). Die Wertaufholungen waren geboten, da sich die Ertragsaussichten aus heutiger Sicht deutlich besser darstellen als zur Zeit der durchgeführten Abschreibungen. Begründet ist dies mit Umsatzzuwächsen bei BALDESSARINI und einem geänderten, deutlich profitableren Vertriebsmodell bei OTTO KERN. Darüber hinaus lagen die Abschreibungen wie bereits in den Vorjahren unter den Investitionen und Leasing-Neuverträgen. Der Verkauf von Kunst mit einem Buchwert von 0,5 Mio. EUR führte zum Rückgang der sonstigen langfristigen Vermögenswerte um 0,3 Mio. EUR auf 5,0 Mio. EUR. Die aktiven latenten Steuer-ansprüche blieben mit 0,6 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (Vorjahr 0,6 Mio. EUR).
Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen von 85,7 Mio. EUR um 17,0 Mio. EUR auf 102,7 Mio. EUR. Dies resultierte maßgeblich aus dem Aufbau der Vorräte um 23,3 Mio. EUR. Dieser Bestandsaufbau lag zum einen in dem sehr niedrigen Bestand am Vorjahrestag begründet. Zum anderen wurden aktuelle Saisonwaren zu deutlich früheren Terminen geordert als im Vorjahr, um eventuellen weiteren Lieferengpässen vorzubeugen. Auch wurde der Bestand an NOS-Waren wieder hochgefahren, damit eine umfassende Nachversorgung der Handelspartner gewährleistet ist. Durch den Abbau der Altwaren im Vorjahr und dem Aufbau an aktueller Ware im Berichtsjahr ist die Altersstruktur der Bestände verjüngt mit der Folge geringerer Wertberichtigungen auf Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistung lagen mit 17,7 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Unter Einrechnung des gestiegenen Factoring-Volumens waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,9 Mio.# Finanzlage
Der Aufbau des Net Working Capital hat den maßgeblichen Einfluss auf die um 20,0 Mio. EUR höhere Nettofinanzverschuldung, die im Berichtsjahr von 29,6 Mio. EUR auf 49,6 Mio. EUR anstieg. Die Entwicklung resultierte aus höheren kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (19,8 Mio. EUR, Vorjahr 2,6 Mio. EUR), zusätzlichen Leasing-Verbindlichkeiten (9,4 Mio. EUR, Vorjahr 8,1 Mio. EUR) und auf 3,6 Mio. EUR reduzierten Zahlungsmitteln (Vorjahr 6,0 Mio. EUR) bei durch Rückzahlungen um 0,9 Mio. EUR reduzierten langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (24,0 Mio. EUR, Vorjahr 24,9 Mio. EUR). Ab der zweiten Jahreshälfte stieg der Liquiditätsbedarf stark an, da die Notwendigkeit bestand, die Vorräte wie oben beschrieben gezielt früher zu beschaffen und die Lieferfähigkeit bei NOS-Artikeln nachhaltig zu stärken. Die Finanzierung des damit einhergehenden Bestandsaufbaus erfolgte über Lieferantenkredite und die Ausnutzung von Kontokorrentlinien.
Durch das negative Konzernergebnis reduzierte sich das Eigenkapital um 9,9 Mio. EUR auf 48,9 Mio. EUR (Vorjahr 58,8 Mio. EUR). Der Erhöhung der Bilanzsumme verzerrt den Ergebniseffekt auf die Eigenkapitalquote, die sich zwischen den beiden Bilanzstichtagen von 46,6 Prozent am 30. November 2021 auf 33,6 Prozent zum 30. November 2022 reduzierte. Ohne den Bestandsaufbau läge sie bei 39 Prozent.
| Aktiva | 30.11.2022 Mio. EUR | 30.11.2022 in % | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % |
|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 37,2 | 25,6 | 34,5 | 27,3 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 5,0 | 3,4 | 5,3 | 4,2 |
| Latente Steueransprüche | 0,6 | 0,4 | 0,6 | 0,5 |
| Langfristige Vermögenswerte | 42,8 | 29,4 | 40,4 | 32,0 |
| Vorräte | 74,6 | 51,2 | 51,3 | 40,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 17,7 | 12,2 | 17,5 | 13,9 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 6,8 | 4,7 | 10,9 | 8,6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3,6 | 2,5 | 6,0 | 4,8 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 102,7 | 70,6 | 85,7 | 68,0 |
| Summe Aktiva | 145,5 | 100,0 | 126,1 | 100,0 |
| Passiva | 30.11.2022 Mio. EUR | 30.11.2022 in % | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 48,9 | 33,6 | 58,8 | 46,6 |
| Pensionsrückstellungen | 2,1 | 1,4 | 2,8 | 2,2 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 33,2 | 22,8 | 33,3 | 26,4 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 0,3 | 0,2 | 0,7 | 0,6 |
| Langfristige Schulden | 35,6 | 24,4 | 36,8 | 29,2 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 0,9 | 0,6 | 0,8 | 0,6 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 60,1 | 41,4 | 29,7 | 23,6 |
| Kurzfristige Schulden | 61,0 | 42,0 | 30,5 | 24,2 |
| Schulden | 96,6 | 66,4 | 67,3 | 53,4 |
| Summe Passiva | 145,5 | 100,0 | 126,1 | 100,0 |
64
Der Free Cashflow war im Geschäftsjahr 2021/22 maßgeblich durch den Aufbau der Vorräte und damit des Net Working Capital beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr heben sich zwei weitere Effekte gegenseitig nahezu auf. Die im Vorjahr nicht zahlungswirksamen sonstigen Veränderungen, die unter anderem die damals noch nicht ausbezahlten staatlichen Überbrückungshilfen abbildeten, führten mit deren Einzahlung sowie einem Anstieg der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten im Berichtsjahr zu einem positiven Cashflow-Effekt von 7,3 Mio. EUR (Vorjahr -6,9 Mio. EUR). Dagegen erhöhten größere Verkäufe im Anlagevermögen im Vorjahr den Cashflow um 10,6 Mio. EUR, während im Berichtsjahr Auszahlungen für Investitionen zu einem Mittelabfluss in Höhe von 2,5 Mio. EUR führten. Insgesamt betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -11,0 Mio. EUR (Vorjahr 6,3 Mio. EUR). Der Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit lag bei -13,6 Mio. EUR (Vorjahr 16,5 Mio. EUR). Damit spiegelt sich die Entwicklung im Net Working Capital nahezu vollständig im Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit wider. Planmäßige Tilgungen von langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie Zahlungen von Leasingverbindlichkeiten und Zinsen führen zu einem Stand an flüssigen Mitteln zum Bilanzstichtag in Höhe von -14,9 Mio. EUR (Vorjahr 5,4 Mio. EUR). Zur Finanzierung des hohen negativen Free Cashflows mussten gegen Ende des Geschäftsjahres zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden, um die Liquiditätsengpässe im vierten Quartal zu beheben. So wurden neben einer hohen Inanspruchnahme von Kontokorrentlinien und Ausnutzung von Lieferantenkrediten planmäßige Tilgungen aus den bestehenden Kreditverträgen gestundet und ein Covenant angepasst. Dies wurde in enger Abstimmung mit den Banken realisiert, indem die erforderlichen Anträge zu diesen Anpassungen fristgerecht gestellt und noch im November 2022 durch das Bankenkonsortium genehmigt wurden. In der Folge wurde auch der bestehende Kreditvertrag mit dem Bankenkonsortium vor diesem Hintergrund in seiner Tilgungsstruktur und einzelnen Vertragsbedingungen angepasst. Am Volumen und der Laufzeit bis November 2025 gab es keine Änderungen.
| 2021/22 | 2020/21 | |
|---|---|---|
| Eigenkapital Mio. EUR | 48,9 | 58,8 |
| Nettofinanzverschuldung Mio. EUR | 49,6 | 29,6 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. EUR | 3,3 | 1,9 |
| Bilanzsumme Mio. EUR | 145,5 | 126,1 |
| Eigenkapitalquote in % | 33,6 | 46,6 |
| Verschuldungsgrad * in % | 196,8 | 113,3 |
| Eigenkapitalrentabilität in % | -18,7 | -15,1 |
65
Nachdem das Jahr 2022 mit der Aufhebung wesentlicher Corona-Schutzmaßnahmen erwartungsvoll begonnen hatte, kündigten sich bereits Ende Februar 2022 mit dem Beginn des Russland-Ukraine-Krieges neue unerwartete Marktstörungen an, deren Tragweite zunächst nicht absehbar war. Es zeigte sich erneut, dass der konsumabhängige Bekleidungssektor sehr sensibel auf solche Einflüsse reagiert. Durch den Russland-Ukraine-Krieg weiter gesteigerte Inflation, Verknappung von Energie und aus Fernost importierte Lieferkettenprobleme ließen den anfänglichen verhaltenen Optimismus auf ein gutes Jahr schnell vergehen. Die Planungsprämissen für das Geschäftsjahr 2021/22 waren deshalb zu optimistisch: Ein Plus im Umsatz im zweistelligen Bereich, eine deutliche Verbesserung im EBIT vor Sondereffekten sowie eine Verbesserung des Konzernergebnisses jeweils auf einen niedrigen einstelligen negativen Millionenbetrag und ein positiver Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit waren ursprünglich geplant worden. Niedrigere, aber immer noch mit einem zweistelligen Prozentsatz gewachsene Umsätze und unerwartete Kostenanstiege in Folge der Lieferkettenproblematik führten zu Ergebnissen unterhalb des ursprünglich geplanten Niveaus. Das Ergebnis und darüber hinaus der bereits erläuterte, notwendige Bestandsaufbau hatten zur Folge, dass der Plan-Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit nicht erreicht wurde und negativ war. In dieser Situation verknappte sich die Liquidität trotz guter Eigenkapitalquote und guter Bilanzstruktur. Mit den Hausbanken wurden Tilgungspläne und sonstige strukturelle Vertragsklauseln angepasst. Für die nächsten Monate muss es das Ziel sein, mit den eigentlich ausreichenden Kreditlinien durch Bestandsreduzierung wieder hinreichende Spielräume zu erzeugen.
| 2020/21 Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | -8,9 | -3,4 |
| Saldo aus Abschreibungen und Zuschreibungen | 8,6 | -48,8 |
| Veränderungen Net Working Capital | 14,4 | <-100,0 |
| Veränderungen der kurzfristigen Rückstellungen | -0,9 | -11,1 |
| Sonstige Veränderungen * | -6,9 | >100,0 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 6,3 | <-100,0 |
| Netto-Deinvestitionen | 10,6 | <-100,0 |
| Auswirkung durch Veränderung der Wechselkurse | -0,4 | 75,0 |
| Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit und nach Dividende | 16,5 | <-100,0 |
| Zugang (+), Tilgung (-) langfristiger Verbindlichkeiten | -12,1 | 46,6 |
| Free Cashflow | 4,4 | <-100,0 |
| Flüssige Mittel 30. November ** | 5,4 | <-100,0 |
* Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 2,4 Mio. EUR (Vorjahr 1,2 Mio. EUR). Veränderung der langfristigen Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten 1,7 Mio. EUR (Vorjahr -2,0 Mio. EUR).
** Zahlungsmittel abzgl. Kontokorrentkredite
66
Die zukünftige Umsatz- und Ergebnisentwicklung sollte mit Normalisierung der die Konsumlaune beeinflussenden Faktoren im Jahr 2023 wieder positiv sein. Das gerade begonnene Geschäftsjahr 2022/23 ist planmäßig gestartet. Es dürfte noch ein Jahr mit einem operativen Verlust, aber mit positivem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und einer gesunkenen Nettoverschuldung werden. Für die nächsten Geschäftsjahre ist der Vorstand vorsichtig optimistisch. Diese Aussagen stehen unter dem Vorbehalt des Eintretens der Planungsprämissen, nämlich weitgehend störungsfreien Geschäftsbetrieb in allen relevanten Beschaffungs- und Absatzmärkten.# Segmentbericht
| Ist 2021/22 | Ist 2021/22 | Prognose 2021/22 | Ist 2020/21 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzentwicklung | ++ 170,9 | ++ 142,5 | ||
| Ergebnis EBIT vor Sondereffekten | ++ -7,6 | ++ -13,8 | ||
| EBIT nach Sondereffekten | ++ -6,3 | ++ -7,2 | ||
| Konzernergebnis | - -9,2 | ++ -8,9 | ||
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | -- -11,0 | + 6,3 | ||
| Brutto-Investitionen | ++ 3,3 | ++ 1,9 |
Legende:
+ positive Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
++ positive Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz (oder Vorzeichenwechsel)
- negative Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
-- negative Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz
-/+ stabile Prognose
| 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Premium Brands * | 124,8 | 101,7 | 22,7 |
| Jeans & Workwear | 46,1 | 40,8 | 13,0 |
| Gesamt | 170,9 | 142,5 | 19,9 |
| 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Premium Brands | -5,9 | -11,2 | 47,3 |
| Jeans & Workwear | -1,8 | -2,8 | 35,7 |
| Gesamt vor IFRS 16 | -7,7 | -14,0 | 45,0 |
| Überleitung IFRS | 0,1 | 0,2 | |
| EBIT gem. Ertragslage inkl. IFRS 16 | -7,6 | -13,8 | 44,9 |
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Wir verweisen hinsichtlich besonderer Ereignisse nach dem Bilanzstichtag auf die diesbezügliche Berichterstattung im Anhang bzw. im Konzernanhang.
Die Umsatzentwicklung der zwei Premiummarken BALDESSARINI und PIERRE CARDIN verlief trotz der in Folge der hohen Inflation und unsicheren Erwartungen eingetrübten Kauflaune sehr positiv. Während BALDESSARINI vom vorangegangenen Marken-Relaunch profitierte und seinen Umsatz um über 50 Prozent ausbaute, verzeichnete PIERRE CARDIN ein Umsatzplus leicht über dem gesamten Ahlers-Trend. Nach den drei vergangenen Corona-Jahren mit Beschränkungen konnten im Jahr 2022 Anlässe wie Hochzeiten und Feste wieder stattfinden bzw. wurden nachgeholt und es bestand ein hoher Bedarf an anlassgebundener Bekleidung. Dies führte bei BALDESSARINI und PIERRE CARDIN zu einem überdurchschnittlichen Aufwärtstrend bei Anzügen und Sakkos. Die Casual-Knitwear und Sportswear hingegen bewegt sich nur leicht über Vorjahresniveau. OTTO KERN schnitt unrentable Umsätze ab und verlor in der Folge etwa ein Drittel seines Umsatzes. Zusammengenommen stieg der Segmentumsatz im Geschäftsjahr 2021/22 dennoch um 23,1 Mio. EUR bzw. 22,7 Prozent auf 124,8 Mio. EUR (Vorjahr 101,7 Mio. EUR). Der Anteil des Premiumsegments am Gesamtumsatz stieg leicht auf 73 Prozent (Vorjahr 71 Prozent). Vor allem der hohe Umsatzzuwachs und der daraus resultierende Rohertragsanstieg sorgten im Berichtsjahr bei leicht nachgebender Rohertragsmarge (48,0 Prozent, Vorjahr 48,8 Prozent) für eine Verbesserung des EBIT vor Sondereffekten. Die betrieblichen Aufwendungen der drei Premiummarken einschließlich der vertriebsvariablen Kosten stiegen dabei um 5,7 Mio. EUR, wovon ein Großteil auf umsatzabhängige Kosten entfiel. Der Effekteffekt auf den Rohertrag abzüglich der prozentual geringeren Kostensteigerungen führten zu einer Verbesserung im EBIT vor Sondereffekten um 5,2 Mio. EUR auf -6,0 Mio. EUR (Vorjahr -11,2 Mio. EUR).
Die Umsätze der im Jeans & Workwear Segment enthaltenen Marken PIONEER AUTHENTIC JEANS und PIONIER WORKWEAR stiegen im Geschäftsjahr 2021/22 um 5,3 Mio. EUR bzw. 13,0 Prozent auf 46,1 Mio. EUR (Vorjahr 40,8 Mio. EUR). Dieses Umsatzplus betraf fast ausschließlich PIONEER AUTHENTIC JEANS. Der Anteil des Jeans & Workwear Segments am Gesamtumsatz ging im Berichtsjahr leicht auf 27 Prozent zurück (Vorjahr 29 Prozent). Die Rohertragsmarge der im Segment enthaltenen Marken blieb mit 43,8 Prozent etwa stabil (Vorjahr 44,3 Prozent). Der gestiegene Umsatz führte im Geschäftsjahr 2021/22 so zu einem Rohertragszuwachs von 2,1 Mio. EUR. Die Kosten des Jeans & Workwear-Segments stiegen nur moderat, da vorangegangene Umstrukturierungs- und Einsparmaßnahmen nochmals Wirkung zeigten. So schlug der Anstieg im Rohertrag zum Großteil auf das Ergebnis durch, das sich so im Berichtszeitraum um 1,0 Mio. EUR auf -1,8 Mio. EUR (Vorjahr -2,8 Mio. EUR) verbesserte.
| Ist 2021/22 | Ist 2021/22 | Prognose 2021/22 | Ist 2020/21 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzentwicklung | ++ 170,9 | ++ 142,5 | ||
| Ergebnis EBIT vor Sondereffekten | ++ -7,6 | ++ -13,8 | ||
| EBIT nach Sondereffekten | ++ -6,3 | ++ -7,2 | ||
| Konzernergebnis | - -9,2 | ++ -8,9 | ||
| Investitionen | ++ 3,3 | ++ 1,9 |
Legende:
+ positive Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
++ positive Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz (oder Vorzeichenwechsel)
- negative Abweichungen mit einstelligem Prozentsatz
-- negative Abweichungen mit zweistelligem Prozentsatz
-/+ stabile Prognose
| 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Premium Brands * | 124,8 | 101,7 | 22,7 |
| Jeans & Workwear | 46,1 | 40,8 | 13,0 |
| Gesamt | 170,9 | 142,5 | 19,9 |
| 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Premium Brands | -5,9 | -11,2 | 47,3 |
| Jeans & Workwear | -1,8 | -2,8 | 35,7 |
| Gesamt vor IFRS 16 | -7,7 | -14,0 | 45,0 |
| Überleitung IFRS | 0,1 | 0,2 | |
| EBIT gem. Ertragslage inkl. IFRS 16 | -7,6 | -13,8 | 44,9 |
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Die hohe Inflation, die sich in vielen Ländern seit Mitte letzten Jahres entwickelte und die von den Notenbanken EZB und FED mit einer gestrafften Geldpolitik bekämpft wird, dürfte die weltweite Wirtschaftsentwicklung auch im Jahr 2023 bremsen. Aufgrund der hohen Energiepreise und der Lohn-Preis-Spirale wird die Inflation vermutlich zunächst auf dem hohen Niveau verbleiben und erst voraussichtlich ab Sommer 2023 sinken. Das von der Europäischen Zentralbank anvisierte Ziel einer Inflationsrate in Höhe von 2 Prozent dürfte erst für das Jahr 2024 wieder erreicht werden. Die fortschreitende Straffung der Geldpolitik dürfte sich bremsend auf die Wirtschaftsaktivitäten auswirken. Die größeren Volkswirtschaften müssen sich voraussichtlich auf eine schwache Konjunktur einstellen, obwohl in vielen Ländern beachtliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet wurden. Deshalb dürfte sich das wirtschaftliche Wachstum verlangsamen. Einige Länder, wie z. B. Deutschland, könnten auch in eine Rezession fallen. Die großen Schwellenländer im asiatischen Bereich dürften rund 75 Prozent des globalen Wachstums ausmachen. Weitere Risiken für das Weltwirtschaftswachstum könnten neue Wellen der Corona-Pandemie sein, wodurch sich der private Konsum verringern und sich sogar die Lieferkettenproblematik wieder verschärfen könnte. Derzeit ist jedoch eher von einer Entspannung der Lieferketten auszugehen, da die Materialknappheit zurückgeht und die Schiffstaus vor den Häfen abnehmen. Eine erneute geopolitische Verschärfung, infolgedessen sich die Energiepreise wieder stark erhöhen könnten, ist ebenfalls nicht auszuschließen.
Die OECD rechnet damit, dass sich die weltweite Wirtschaftsleistung 2023 um 2,2 Prozent erhöht, deutlich weniger als im Vorjahr mit 4,5 Prozent. Im Euroraum hingegen wird eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwartet (Prognose 0,0 Prozent) 9 . In Deutschland wird ein Rückgang des BIPs in Höhe von -0,5 Prozent prognostiziert. Ähnlich verhält es sich in anderen für Ahlers wichtigen Volkswirtschaften wie Frankreich (0,0 Prozent) und Österreich (-0,4 Prozent). Lediglich in Spanien (+0,6 Prozent) und in der Schweiz (+0,5 Prozent) wird ein leichtes Wachstum erwartet.
Der Arbeitsmarkt dürfte sich weiterhin robust im Hinblick auf die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln. Grund hierfür ist unter anderem der bestehende Fachkräftemangel. So dürfte sich die Arbeitslosenquote im Euroraum auf dem Vorjahresniveau bewegen oder weiter reduzieren (6,9 Prozent). In Deutschland wird die Arbeitslosenquote ebenfalls auf dem Niveau von 2022 mit fallender Tendenz erwartet (6,1 Prozent).
Zu Beginn des gerade begonnenen Geschäftsjahres ist die Kaufkraft durch die sinkenden Reallöhne reduziert und die zu erwartenden Kostensteigerungen für Energie belasten die Konsumstimmung. Diese wird sich voraussichtlich erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte aufhellen, wenn die Inflation sinkt und die Reallöhne durch die neuerlichen Tarifabschlüsse wieder zu steigen beginnen. Im Euroraum beträgt die erwartete Veränderung des privaten Konsums zum Vorjahr -0,3 Prozent. Der private Verbrauch in Deutschland dürfte hingegen lediglich um 0,1 Prozent zurückgehen. Die beachtlichen Kaufkraftverluste können somit zur europäischen und deutschen konjunkturellen Entwicklung nur einen geringen positiven Beitrag leisten.
9 Quelle: Commerzbank Research Bericht Dezember 2022.
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10 Quelle: Hoffnungsvoller Start des Konsumklimas in das Jahr 2023 (gfk.com), abgerufen am 01.02.2023.
11 Quelle: HDE-Jahresprognose für 2023: Preissteigerungen werden Einzelhandel weiteres Minusjahr bescheren (textilwirtschaft.de), abgerufen am 01.02.2023.
12 Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/bekleidung/weltweit; abgerufen am 03.01.2023.
13 Quelle: https://www.bte.de/modebranche-weltweiter-abschwung-f%C3%BCr-2023-erwartet; abgerufen am 19.12.2022.
14 Quelle: https://de.statista.com/outlook/dmo/ecommerce/mode/weltweit, abgerufen am 03.01.2023.
15 Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/bekleidung/deutschland, abgerufen am 03.01.2023.
Für das Jahr 2023 wird für die Modebranche ein abermals schwieriges Marktumfeld prognostiziert. Dennoch scheinen die Verbraucher in den ersten Wochen des Jahres 2023 wieder etwas optimistischer in die Zukunft zu blicken, nachdem die Stimmung kurz vor Jahresende 2022 noch eher trüb war. Die Entlastungspakete der Bundesregierung sowie die Entwicklung der Energiepreise wirken sich positiv auf die Konsumstimmung aus 10 . Dieses Bild bestätigen auch die Erwartungen der Modehändler. Fast die Hälfte geht davon aus, dass die Umsätze dem Vorjahresniveau entsprechen werden oder sogar knapp darüber liegen könnten.## Ausblick für den Ahlers Konzern 2022/23
Das würde einer Umsatzsteigerung von 2 Prozent entsprechen 11. Weltweit wird ebenfalls ein jährliches Umsatzwachstum von 2 Prozent erwartet 12. Im Gegensatz dazu dürfte das weltweite Wachstumspotenzial im Luxussegment dynamische 5 bis 10 Prozent betragen. Auf dem europäischen Markt wird mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 8 Prozent gerechnet 13. Hintergrund für das Wachstum dürfte sein, dass Haushalte mit höherem Einkommen krisenresistenter sind und sich weiterhin Luxusgüter leisten. Ein weiterer Faktor der deutlichen Wachstumsdynamik dürfte auch die positive Konsumstimmung der jüngeren Generation sein. Weiterhin verlangsamen dürfte sich das Wachstum im Onlinehandel. So beträgt das erwartete weltweite jährliche Umsatzwachstum im Onlinehandel ca. 8 Prozent 14. Für das Jahr 2023 wird der Umsatzanteil des Onlinehandels am Gesamtmarkt für Bekleidung auf knapp 42 Prozent geschätzt 15. Des Weiteren dürfte der Onlinehandel mit dem stationären Handel durch Optionen wie Click & Collect weiter verschmelzen. Darüber hinaus dürfte dem Metaverse eine wachsende Bedeutung zukommen. So steht knapp die Hälfte der Konsumenten in Deutschland der Nutzung des Metaverse positiv gegenüber. In Anbetracht der konjunkturellen Unsicherheiten und der sich schnell ändernden Verbraucherstimmung sind zuverlässige Prognosen zur Entwicklung der Modebranche und des Unternehmens schwierig und nur mit größeren Bandbreiten möglich. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichtes und der für diese Prognose relevanten Konzernplanung schwächt sich die Inflationsrate bereits etwas ab und die sich aufhellende Konsumstimmung gibt Hoffnung auf eine sich entspannende wirtschaftliche Lage. Nach dem Jahreswechsel waren die ersten Wochen die Geschäfte des Bekleidungseinzelhandels positiv und wachsend. Auch die Lieferketten gewinnen spürbar an Stabilität. Dennoch sind neue politische Spannungen, Ausbreitung neuer Corona-Varianten, neue Lieferkettenproblematiken und andere Unwägbarkeiten möglich. Der Vorstand der Ahlers AG ist dennoch zuversichtlich, dass das globale Einzelhandelsumfeld im Laufe des Geschäftsjahres 2022/23 seinen Erholungstrend fortsetzen wird. Aktuell erwarten wir, dass sich die Umsätze des Bekleidungseinzelhandels im Jahr 2023 sowohl in Deutschland als auch in den für uns relevanten europäischen Auslandsmärkten an das Referenzjahr 2018/19 vor Corona weiter annähern werden, diese aber noch nicht wieder erreichen dürfte. Dabei verweisen wir auf die hohe Unsicherheit dieser Prognose, sowohl in positiver als auch negativer Richtung.
Entsprechend der Prognose für die Gesamtbranche wird für den Ahlers Konzern das gerade begonnene Geschäftsjahr 2022/23 insbesondere im ersten Halbjahr noch stark von Kaufzurückhaltung in Folge der exogenen Faktoren geprägt sein. Für das gesamte Geschäftsjahr 2022/23 geht der Vorstand dennoch von einer Steigerung des Konzernumsatzes im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus (Geschäftsjahr 2021/22: 170,9 Mio. EUR). Die Umsatzentwicklung der ersten zwei Monate des Geschäftsjahres 2022/23 bestätigt bisher unsere positive Grundeinstellung zum weiteren Geschäftsverlauf. Dennoch ist es wichtig, dass es in den kommenden Wochen nicht zu einer Verschlechterung des Marktumfelds kommt, damit die Belieferung der Kunden termingerecht und die Abverkäufe an die Endkunden wie geplant erfolgen können. Insgesamt sollte die Entwicklung im zweiten Halbjahr dynamischer als im ersten Halbjahr verlaufen, da die Vorlage aus dem Berichtsjahr in Folge der oben genannte Einflussfaktoren eher geringer war. Dieser Umsatzprognose liegt allerdings die Annahme zugrunde, dass die Lieferketten wieder funktionieren, die Inflation nachlässt und keine neuen Maßnahmen zur Pandemieeindämmung getroffen werden müssen. Insgesamt wird das Umsatzniveau vor der Corona-Pandemie aber noch nicht erreicht werden (Umsatz Geschäftsjahr 2018/19: 207,0 Mio. EUR). Das Premiumsegment mit den Marken BALDESSARINI, PIERRE CARDIN und OTTO KERN dürfte dabei etwas stärker wachsen als das Jeans & Casual Segment mit den Marken PIONEER AUTHENTIC JEANS und PIONIER WORKWEAR. Der Onlinehandel, bestehend aus eigenen Online-Shops, dem Marktplatzgeschäft sowie den Online-Shops unserer Wholesale-Kunden, sollte wieder wachsen. Wir rechnen im laufenden Geschäftsjahr mit Umsatzsteigerungen im einstelligen Prozentbereich. Für das Gesamtjahr 2022/23 erwarten wir aufgrund des deutlichen Anstiegs des Umsatzes – unter der Annahmen eines weitgehend stabilen Markumfelds – eine erhebliche Verbesserung des operativen Ergebnisses vor Sondereffekten (EBIT vor Sondereffekten). Aus heutiger Sicht sollten wir uns der Null-Linie nähern. Ein leicht positiver Betrag wäre bei einem störungsfreien Jahresverlauf möglich (2021/22: -7,6 Mio. EUR). Sonderaufwendungen im Wesentlichen für Abfindungen sowie ein etwa stabiles Finanzergebnis dürften dazu führen, dass das Konzernergebnis zwar erneut negativ sein sollte, sich aber gegenüber dem Vorjahreswert stark verbessern würde. Der Vorstand geht von einem verbesserten Konzernergebnis im mittleren einstelligen, negativen Millionenbereich aus (Geschäftsjahr 2021/22: -9,2 Mio. EUR). Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sollte im Geschäftsjahr 2022/23 im Wesentlichen durch ein deutlich verbessertes Konzernergebnis sowie ein spürbar reduziertes Net Working Capital beeinflusst werden und damit einen positiven Wert erreichen (Geschäftsjahr 2021/22: -11,0 Mio. EUR). Das Net Working Capital lag zum 30. November 2022 in Folge des bereits erläuterten starken Aufbaus der Warenbestände vor allem aufgrund früherer Anlieferungen der Sommerware deutlich über den Erwartungen. Ausgehend von dieser hohen Basis sollte das Net Working Capital im laufenden Geschäftsjahr wieder um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag sinken. Dieser Effekt sollte im Wesentlichen aus einem Bestandsabbau resultieren. Gegenläufig sollten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umsatzbedingt leicht steigen und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sich unter der Annahme funktionierender Lieferketten wieder etwas reduzieren. Darüber hinaus dürften im Geschäftsjahr 2022/23 die Brutto-Investitionen gegenüber dem Vorjahreswert (2021/22: 3,3 Mio. EUR) etwas ansteigen, jedoch weiterhin unter den Abschreibungen liegen. Unter anderem sind höhere Ausgaben für die Einrichtungen von temporären Pop-Up-Flächen und Shop-in-Shop-Systemen bei unseren Kunden geplant, als auch Investitionen in immaterielle Vermögenswerte durch neue Software-Lösungen in den Bereichen eCommerce, Systemsoftware und IT-Sicherheit. Wir investieren zudem fortwährend in die technischen Anlagen unserer Produktionsstätte in Sri Lanka.
| Trend 2022/23 | Ist 2021/22 |
|---|---|
| Umsatzentwicklung | |
| Premium Brands | ++ |
| Jeans, Casual & Workwear | + |
| Gesamt | ++ |
| Ergebnis | |
| EBIT vor Sondereffekten | ++ |
| EBIT nach Sondereffekten | ++ |
| Konzernergebnis | ++ |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | ++ |
| Brutto-Investitionen | + |
Hinsichtlich unserer Rohertragsmarge und unserer Kostenstruktur sollte das im Januar 2021 eingeleitete Performance Programm „New Tomorrow“ mit gleichzeitiger Normalisierung der Marktbedingungen weitere positive Ergebniseffekte liefern, während sich steigende Rohstoff-, Energie- und Transportkosten gegenläufig auf die Rohertragsmarge auswirken werden. Die zum Stichtag 30. November 2022 hohe Netto-Verschuldung – ermittelt aus der Summe der finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel – sollte bis Geschäftsjahresende 2022/23 wieder etwas zurückgehen. Der Wert am Bilanzstichtag 2021 wird aber noch nicht erreicht werden. Die Gesamtzahl der Konzernmitarbeiter dürfte im Geschäftsjahr 2022/23 in Summe stabil bleiben. In Deutschland wird es leichte Verschiebungen von Verwaltung hin zu Vertrieb geben. Insgesamt dürfte die Beschäftigtenzahl in Deutschland aber ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres bleiben (30. November 2022: 397 Mitarbeiter). Im eigenen Retail sollte die Zahl der Mitarbeiter leicht steigen. Diese vorgenannten Aussagen sind jedoch einer Reihe von Unsicherheiten unterworfen und können daher von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Die Unsicherheit in unseren Märkten lässt eine genauere Prognose zum Zeitpunkt der Berichterstellung nicht zu.
Gute Unternehmensführung bedeutet einerseits, die Unternehmenszukunft durch systematische und konsequente Realisierung von Chancen im Markt abzusichern. Andererseits muss ein aktives Risikomanagement das Unternehmen gegen auftretende Gefahren aller Art schützen. Risiken sollen dabei frühzeitig identifiziert und möglichst quantifiziert werden, so dass ihre Dimensionen erkannt werden können. Sobald Risiken erkannt wurden, sollten durch angemessene Maßnahmen Schäden vermieden oder zumindest reduziert werden. Der Vorstand hat ein Risikomanagementsystem installiert, das den Anforderungen eines Mehrmarkenunternehmens mit einer dezentralen, regional verteilten Organisation entspricht. Das revolvierende, überwiegend monatliche Berichtsmanagement liefert sowohl Daten für die operative Führung als auch für die Risikoquantifizierung. Die Angemessenheit, die Wirksamkeit und die Inhalte der laufenden Risiko-Berichterstattung werden regelmäßig vom Vorstand und vom Risikomanager geprüft. Die Konzernrevision ist in das Risikomanagement durch die fortlaufende Überwachung der Konzernvorschriften und Prozesse eingebunden.
Der Aufsichtsrat erhält zur Unterstützung der eigenen Arbeit einen vierteljährlich erstellten Risikobericht.# Risikomanagementbericht
Alle Risiken werden darin in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in klein, mittel oder groß eingestuft. Anschließend wird anhand von Kennzahlen die Veränderungsrichtung und die Größe der Gefahr ermittelt. Bei der Ahlers AG und im Konzern werden die Risiken in solche unterteilt, die zentral überwacht und gesteuert werden, und solche, die in den operativen Einheiten erfasst und in die Zentrale gemeldet werden.
| Vorstand und Aufsichtsrat | Gesamtverantwortung, Vorgaben zur Risikopolitik und -akzeptanz |
|---|---|
| Risikomanager / Fachabteilung | Reporting und Beratung |
| Interne Revision | Überwachung |
| Identifizierung | Überwachung |
| Analyse und Bewertung | Steuerung und Behandlung |
| Schadenshöhe (Ergebnisrisiko gemessen an Nettoumsatzerlösen) | sehr hoch | hoch | mittel | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| mittel | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | |
| hoch | mittel | mittel | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | |
| moderat | klein | mittel | mittel | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | |
| klein | klein | klein | mittel | mittel | groß | groß | groß | groß | groß | groß | groß | |
| gering | klein | klein | klein | klein | mittel | mittel | mittel | mittel | mittel | mittel | mittel | |
| unbedeutend | klein | klein | klein | klein | klein | klein | klein | klein | klein | klein | klein | |
| sehr | unwahrsch. | unwahrsch. | möglich | wahrsch. | sehr | |||||||
| wahrsch. | ||||||||||||
| Eintrittswahrscheinlichkeit |
| Eintrittswahr- scheinlichkeit | Schadens- höhe | Risiko- einstufung | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| sehr wahrscheinlich | sehr hoch | groß | |
| unwahrscheinlich | moderat | mittel | |
| möglich | gering | mittel | |
| wahrscheinlich | hoch | groß | |
| unwahrscheinlich | gering | klein | |
| möglich | hoch | groß |
| Finanzrisiken | sehr wahrscheinlich | sehr hoch | groß |
|---|---|---|---|
| Währung | möglich | unbedeutend | klein |
| Wertentwicklung Kunst | möglich | unbedeutend | klein |
| Forderungsausfall | wahrscheinlich | moderat | groß |
| Kollektion | wahrscheinlich | hoch | groß |
|---|---|---|---|
| Lagerbestände | wahrscheinlich | sehr hoch | groß |
| Kundenabhängigkeit | wahrscheinlich | moderat | groß |
* Risiko ist: gestiegen gesunken gleichbleibend
Die wirtschalichen und politischen Rahmenbedingungen haben sich erheblich verändert. Zum einen führt der unerwartete Russland-Ukraine-Krieg zu weltwirtschalichen Verwerfungen, unter anderem durch steigende Inflationsraten ausgelöst durch Verknappung und Kostenerhöhungen bei Energie, Rohstoen und Transporten. Dies führt wiederum zu einer verringerten Konsumneigung. Zum anderen wirkt sich die Corona-Pandemie aus Fernost heraus nach wie vor negativ auf die Lieferketten aus. Mit den damit verbundenen Auswirkungen auf die Branche und die Unternehmung sind analog des Vorjahres viele Risikoarten unmittelbar oder mittelbar betroen. So konnte aufgrund des Wegfalls der Maß- nahmen zur Eindämmung der Pandemie der Umsatz unserer Gesellscha zwar gesteigert werden, aber die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung, nicht zuletzt durch die steigende Inflation, dämpe die Konsumstimmung, so dass die Umsatzsteigerungen nicht wie erwartet ausfielen und immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019 liegen. Trotz Kostensenkungsmaßnahmen hat das erneut zu hohen Verlusten geführt. Mittelbar wurden auch die Mehrzahl der Marktteilnehmer auf allen Wertschöpfungsstufen in der Modebranche ähnlich finanziell geschwächt. Das betri besonders unsere Kunden, den Einzelhandel, so dass die Gefahr von weiteren Umsatz- und Forderungsaus- fällen nach wie vor besteht. Dies gilt auch für unsere Lieferanten, die Bekleidungsbetriebe weltweit, die dadurch unsere Lieferfähigkeit gefährden könnten. Durch die insgesamt geschwächte Leistungskette sind Finanzakteure wie Banken, Kreditversicherer und Geldanleger der Bekleidungsindustrie gegenüber deutlich kritischer eingestellt als noch vor der Pandemie. Aufgrund staatlicher Subventionierungen, insbesondere der Überbrückungshilfe IV, konnten die hohen Verluste unserer Gesellscha zwar teilweise abgemildert werden. Aber das Jahresergebnis sowie die Erhö- hung der Bilanzsumme als Folge der notwendigen Aufstockung der Vorräte ließen die Eigenkapitalquote nochmals schmelzen und den Verschuldungsgrad gegenüber dem Vorjahr ansteigen. Zur Absicherung der mittelfristigen Finanzierung hatte das Unternehmen im Januar 2021 ein renommiertes Wirtschasprüfungsunternehmen mit der Erstellung eines Sanierungsgutachtens gemäß IDW S6 des Instituts der Wirt- schasprüfer beauragt. Die Wirtschasprüfer bestätigten darin, dass das Geschäsmodell der Ahlers AG zukuns- fähig ist und bescheinigten dem Unternehmen eine positive Fortführungsprognose. Auf Basis des Abschlussberichts hatte die Ahlers AG mit seinen Finanzierungspartnern – Banken und Hauptaktionärin – die mittelfristige Finanzierung zum Teil neu aufgestellt und in die bereits bestehenden Finanzierungsverträge eingebunden. Im Rahmen dieses Sanierungsgutachtens wurde die mittelfristige Konzernplanung in einem Stress Case-Szenario mit weiteren Abschlä- gen versehen und pessimistischen Annahmen für die Entwicklung der Rahmenbedingungen unterworfen. Dieses pro- gnostizierte Stress Case-Szenario sollte eine zeitlich verzögerte Entwicklung auf Normalniveau simulieren. Auch unter diesen Stress Case-Annahmen wurde der Ahlers AG und dem Ahlers Konzern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Sanierungsfähigkeit und die Rückkehr zur Profitabilität unterstellt. Sowohl umsatz-, ergebnis- als auch liquiditäts- seitig wurde dieser Stress Case im Geschäsjahr 2020/21 übertroen. Für das Geschäsjahr 2021/22 sah das Gutachten eine Rückkehr zur Normalität ohne Einflüsse aus Corona- Maßnahmen vor. An die Stelle von Corona trat dann aber der unerwartete Russland-Ukraine-Krieg mit seinen oben beschriebenen negativen Auswirkungen auf unser Geschäsumfeld. Obwohl der Umsatz unter den Stress Case- Annahmen im Berichtsjahr nicht erreicht werden konnte, lagen die Ergebnisse nach Sondereekten zum Teil klar über den Planungen unter Stress-Annahmen. Die zudem erforderlich gewordenen nicht geplante Aufstockung der Vorräte, führte dazu dass die liquiditätsseitige Zielvorgabe nicht eingehalten wurde. Dennoch befindet sich Ahlers zum Bilanz- stichtag auf dem Sanierungspfad. Die aktuelle Konzernplanung für das angelaufene Geschäsjahr 2022/23 sowie für die Folgejahre liegt klar über dem Stress Case-Szenario. Die aktuelle Konzernplanung geht davon aus, dass sich das Konzernergebnis nach Steuern deutlich gegenüber dem Stress Case-Planwert verbessert. Folglich würden sich auch unter diesen Stress Case- Annahmen die Ahlers AG und der Ahlers Konzern auf dem Sanierungspfad befinden. Da die Auswirkungen des Russland- Ukraine-Krieges auf das Konsumverhalten und der Corona-Pandemie auf die Lieferketten im gerade begonnenen Geschäsjahr nur schwer vorhersehbar sind und die Erholung der Märkte auf ein „Vor-Corona-Niveau“ auch im aktu- ellen Geschäsjahr nicht gesichert ist, ergibt sich für den Ahlers Konzern ein bestandsgefährdendes Risiko. Denn für die nachhaltige Überwindung der bestehenden engen Liquidität waren die Tilgungsstundungen und die strukturelle Anpassung der Kreditverträge mit dem Bankenkonsortium zwar eine notwendige Voraussetzung. Darüber hinaus müssen aber die Umsätze wie geplant ausgebaut und die Vorräte wieder auf ein normales Maß abgebaut werden.
Dem wichtigen operativen Risiko der nachlassenden Profitabilität der Geschäsbereiche begegnet Ahlers mit der permanenten Überwachung aller relevanten Kennzahlen der Marken und Geschäsbereiche, wie z. B. die Erreichung der geplanten Umsatzziele, der erzielten Rohertragsmarge sowie der Einhaltung der Kostenbudgets. Sobald erste Anzeichen für eine Planabweichung und eine damit einhergehende sinkende Profitabilität bestehen, werden vom Management unter Einbeziehung der Bereichsmitarbeiter die Ursachen gesucht, die Probleme analysiert und ein Maßnahmenplan entwickelt. Die Auswirkungen der aktuellen Krisen haben auch im dritten Geschäsjahr in Folge zu erheblichen Belastungen der Profitabilität geführt und stellen grundsätzlich eine Gefährdung für den Fortbestand des Unternehmens dar. Das Risiko ist deshalb weiterhin unverändert groß.
Strategische Risiken bestehen in der Beendigung der Lizenzverträge oder der Übertragung von Markenrechten an Drit- te. Ahlers wirkt diesen Risiken mit Vertragsverlängerungen mit langen Laufzeiten entgegen und überwacht permanent die nationale und internationale Registrierung ihrer Marken und die Einhaltung von Lizenzverträgen mit Dritten. Insge- samt düren die Risiken aus Lizenzen gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben sein.
Ein umfassender Versicherungsschutz sichert unter anderem die Risiken durch Betriebsunterbrechung, Verlust von Waren sowie Schadensersatzansprüche ab. Jährlich wird die Versicherungssituation bezüglich wesentlicher Gefahren gemeinsam mit dem betreuenden unabhängigen Versicherungsmakler geprü und die Policen gegebenenfalls ange- passt. Dabei werden einerseits Verbesserungsmöglichkeiten im Versicherungsschutz und andererseits Prämienredu- zierungen geprü und realisiert. Die Risikoeinstufung ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Beschaungsrisiken sind aufgrund der qualitativen und quantitativen Anforderungen für Modeunternehmen eine ständige Herausforderung. Das Modeunternehmen befindet sich dabei in einem Spannungsfeld von Kosten und Zuverlässigkeit, wobei sowohl Stillstand als auch zu schnelles Verlagern von Beschaffungsorten die Gesellschaft gefährden können. Der Ahlers Konzern verringert diese Risiken durch eine sorgfältige und frühzeitige Auswahl quali- fizierter Lieferanten und gründliche Qualitätskontrollen. Die Auswahl der Fertigungsbetriebe geschieht sowohl unter Risiko- als auch Chancenaspekten. Letztere können in günstigeren regionalen Produktionskosten oder Währungs- änderungen liegen.# Ahlers AG Geschäftsbericht 2021/2022
Allerdings erhöht sich unter anderem wegen des Russland-Ukraine-Krieges die Wettbewerbssituation um vorhandene Produktionskapazitäten. Coronabedingt haben sich seit dem Geschäftsjahr 2019/20 sowohl die Risiken von Lieferverzögerungen als auch der Ausfall bedeutsamer Lieferanten im Bereich der Beschaffung erhöht. Dies führte im Geschäftsjahr 2021/22 zu deutlich gestiegenen Luftfrachtkosten, um noch überfällige Kundenliefertermine bedienen zu können. Zu den gestiegenen Transport- und Energiekosten kam noch der starke USD-Kurs hinzu, der zusätzlich die Einkaufspreise erhöht hat und die Produktkalkulation weiter belastet. Außerdem steigt die Komplexität, die notwendigen Rohwaren und Fertigerzeugnisse fristgerecht entlang der gesamten Lieferkette zu koordinieren. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie führten bis Ende des Geschäftsjahres 2021/22 zu Störungen in den Lieferketten des Ahlers Konzerns und erhöhten die Unsicherheit in Bezug auf internationale Versorgungswege, Lagerhaltung und Auslieferung. Durch Kapazitätsengpässe verursachte Verzögerungen ein- und ausgehender Lieferungen kam es zu erhöhten Kosten, Umsatzverlusten und geringerer Kundenzufriedenheit. Auch wenn diesen Beschaffungsrisiken durch moderne Softwareunterstützung zwischen Lieferanten und Kunden entgegen gewirkt wird, ist das Risiko verglichen zum Vorjahr unverändert hoch. Aktuell entspannt sich die Lage allerdings etwas. Das Risiko von erneuten Störungen der weltweiten Lieferketten aufgrund neuer Wellen der Pandemie insbesondere in Fernost sowie die Finanzlage unserer Lieferanten beeinflussen weiterhin die Beschaffung von Ware, so dass auch im Jahr 2023 hinsichtlich der fristgerechten Lieferung von Sortimentstiefe und Sortimentsbreite Risiken bestehen.
Die Geschäftstätigkeit von Ahlers als Bekleidungsunternehmen bringt relevante Risiken für Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange sowie für die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption ausschließlich im Bereich der Beschaffung mit sich. Dies betrifft die Nicht-Einhaltung von ökologischen, sozialen und Corporate Governance Standards innerhalb der Lieferkette. Um diese nichtfinanziellen Risiken zu vermeiden, verfolgt der Ahlers Konzern einen präventiven Ansatz und beugt ihnen mit konzernweit verankerten, klaren Vereinbarungen und Maßnahmen vor (s. dazu die nichtfinanzielle Konzernerklärung ab Seite 69).
Alle wesentlichen Rechtsfälle werden gemäß Anweisungen in die Konzernzentrale gemeldet und dort von den zuständigen Rechtsexperten, beratenden Rechtsanwälten und dem Vorstand betreut. Für laufende Rechtsverfahren sind im Jahresabschluss angemessene Rückstellungen gebildet worden. Soweit möglich und sinnvoll, werden Versicherungen gegen Haftungsrisiken abgeschlossen. Rechtsstreitigkeiten, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten, bestehen derzeit nicht. Die Risikoeinstufung gegenüber dem Vorjahr bleibt daher unverändert.
IT-Risiken entstehen durch die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit ihrer ständigen Verfügbarkeit. Rechnersysteme und Netzwerke können ausfallen, was zu einer massiven Störung des Betriebsablaufs führen könnte. Darüber hinaus sind unberechtigter Datenzugriff bzw. -missbrauch eine wachsende Bedrohung. Durch Computerviren oder erpresserische Hackerangriffe könnte die Funktionsfähigkeit der IT-Systeme sehr deutlich beeinträchtigt oder lahmgelegt werden. Diesen Risiken wird mit dem Einsatz moderner Hard- und Software auf aktuellem Sicherheitsstandard begegnet. Außerdem wird nach Möglichkeit vermieden, Softwareprodukte einzusetzen, die als bevorzugte Ziele von Computerkriminalität bekannt sind. Qualifizierte interne und externe Experten sorgen permanent für den Schutz und die Optimierung der Ahlers IT-Systeme. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, Virenscanner, Firewallsysteme sowie Zugangs- und Zugriffskontrollen. Die IT-Infrastruktur der Ahlers AG wurde als Zeichen für ihre Sicherheit mit dem TÜV-Prüfzeichen „Trusted Site Infrastructure“ ausgezeichnet. Zudem wurde zur Absicherung möglicher Schadensfälle im August 2020 zusätzlich eine Cyber-Risk-Versicherung abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde ein spezialisiertes IT-Beratungsunternehmen damit beauftragt, ein Cyber-Security-Assessment durchzuführen. Dabei lokalisierte mögliche Schwachstellen wurden analysiert und sofern notwendig behoben. Aktuell stehen weitere Projekte im Rahmen der Cyber-Sicherheit an. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen an einer neuen IT-Strategie, auf deren Basis die Prozesse und Organisationsstrukturen weiter digitalisiert werden sollen. Hierbei wurden sicherheitsrelevante und betriebswirtschaftliche Aspekte erneut durch das IT-Beratungsunternehmen überprüft. Im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung kooperieren die IT-Verantwortlichen und der Datenschutzbeauftragte eng miteinander. Zur Unterstützung des Datenschutzmanagements und der Erfüllung der damit verbundenen Dokumentationspflichten verwendet der Ahlers Konzern eine Spezialsoftware. Zusammenfassend betrachtet bleibt die Risikoeinstufung gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Finanzrisiken können aus der Kapitalstruktur, der mangelnden Liquidität wegen ungeplantem Mittelbedarf und durch Veränderungen der Marktzinsen entstehen. Der Ahlers Konzern verfügt über eine solide Eigenkapitalquote, die ihm im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 zu Gute kam. Extern beeinflusste oder schwer kalkulierbare Bilanzpositionen haben eher einen kleinen, sinkenden Anteil an der Bilanzsumme. Aus der Kapitalstruktur bestehen daher keine erwähnenswerten Risiken. Das Liquiditätsrisiko und das Risiko von Zahlungsstromschwankungen werden kontinuierlich überwacht. Als Folge der coronabedingten Belastungen hat Ahlers zusammen mit den Hausbanken einen zusätzlichen Kredit, unterlegt mit einer Bürgschaft des Landes NRW, aufgenommen und diesen zusammen mit den bestehenden Finanzlinien in den zum Ende des Geschäftsjahres noch weitere drei Jahre laufenden Konsortialkreditvertrag eingebunden. Die Liquidität ist daher vorbehaltlich außerplanmäßiger Entwicklungen durch ausreichend hohe Kreditlinien, die auch saisonale Spitzen abdecken, sichergestellt. Zur Entlastung der Kreditlinien hat die Ahlers AG im November 2018 eine Factoring-Vereinbarung über den revolvierenden Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Hierdurch können die saisonalen Schwankungen des Liquiditätszuflusses teilweise abgefangen werden. Zum Berichtsstichtag hat Ahlers die zur Verfügung stehenden Finanzlinien zu 92 Prozent ausgenutzt (Vorjahr 56 Prozent). Die Entwicklung des Net Working Capital, insbesondere vor den beiden Hauptauslieferungen der Frühjahr-/ Sommer- und Herbst-/Winter-Kollektionen, beeinflusst neben den laufenden Fixkosten den Cashflow. Zur Reduzierung der Verschuldung hat das Unternehmen in den letzten beiden Jahren nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Gebäude sowie Kunstgegenstände verkauft. Der Verkauf weiterer nicht betriebsnotwendiger Anlagegegenstände ist auch für 2023 geplant, um die Verschuldung zu reduzieren. Zinsrisiken entstehen im Falle der Fremdfinanzierung durch Veränderungen der Marktzinsen. Das Risiko steigender Fremdkapitalbeschaffungskosten tritt bei variabel verzinslichen Darlehen sowie bei notwendig werdenden Anschlussfinanzierungen ein. Ahlers überwacht die Entwicklung der Marktzinsen. Es können bei wesentlichen Fremdfinanzierungen zusätzlich Absicherungen gegen das Zinsänderungsrisiko durch den Abschluss von Zinsswaps vorgenommen werden, soweit das die Markterwartungen geboten erscheinen lassen. Aktuell sind keine Zinsswaps abgeschlossen. Zusammengenommen stuft Ahlers die Bedeutung von Finanzrisiken als groß ein. Aufgrund des nochmaligen negativen Ergebnisses sowie der Notwendigkeit zur Aufstockung der Vorräte ab der zweiten Jahreshälfte war ein ungeplant hoher Liquiditätsbedarf entstanden, wodurch das Finanzrisiko gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Daher bleibt die regelmäßige Überprüfung des Liquiditätsrisikos zentraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.
Währungsrisiken sind für international tätige Unternehmen sehr bedeutsam, gerade wenn der Beschaffungsmarkt, wie bei Modeunternehmen üblich, überwiegend in einer Währung abgewickelt wird, der Verkauf jedoch in einer anderen. Deshalb erfolgt die Sicherung des US-Dollars für die Warenbeschaffung aus Asien jede Saison auf der Basis einer mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Hedging-Regelung. In dieser sind die für den Saisonzyklus notwendigen Fremdwährungsbeträge mit Mindest- und Höchstquoten festgeschrieben. Die sich hieraus ergebende notwendige Absicherung von einzelnen Saisons wird regelmäßig und zeitnah überwacht und mit den vorhandenen Finanzinstrumenten abgeglichen. Der Ahlers Konzern ist dem Risiko einer langfristig auftretenden Euroschwäche, die Importe aus Asien über den Absicherungszeitraum hinaus verteuert, ausgesetzt. Um bei einem schwächeren Euro dem Rückgang der Rohertragsmarge entgegen zu wirken, könnten moderate Preiserhöhungen und die Rückverlagerung von Produktionsaufträgen nach Osteuropa in Betracht gezogen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 hat der US-Dollar gegenüber dem Euro weiterhin zunehmend an Stärke gewonnen und damit Einkäufe in Asien teurer gemacht. Aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine entwickelte sich der Rubelkurs zeitweise turbulent mit anfänglich erheblichen Währungsverlusten. In der Folge hat sich der Kurs jedoch nach dem Eingreifen der russischen Zentralbank wieder stabilisiert und sogar gestärkt. Ebenfalls unterliegt die Sri Lanka Rupie massiven Kursverlusten ausgelöst durch den Staatsbankrott Sri Lankas Mitte des Jahres 2022. Gegenwärtig entspannt sich die Entwicklung des US-Dollars wieder etwas, so dass wir hier positive Effekte erwarten.# Risiken und Chancen
Auch werden die Auswirkungen aus den Schwankungen der Sri Lanka Rupie künig dem Ahlers Konzern nicht mehr in vollem Maße treen, da die Berichtswährung der Landesgesellscha auf US-Dollar umgestellt wurde. Deshalb wird die Risikobeurteilung wie im Vorjahr als klein eingestu.
Chancen und Risiken im Kunstvermögen der Ahlers AG ergeben sich aus langfristigen Wertentwicklungen im Kunstmarkt. Das Management des Unternehmens prü regelmäßig, ob die zugrunde gelegten Buchwerte der Kunstwerke angemes- sen sind. Dauerhae Rückgänge des Marktwerts würden zu Abschreibungen führen. Im Jahresabschlussprozess wurde der Wert ausgewählter Kunstwerke anhand von Auktionsergebnissen und Marktrecherchen geprü. In der Vergangen- heit hat das Unternehmen keine wesentlichen Abschreibungen auf Kunstwerke vornehmen müssen. Im Geschäsjahr 2021/22 wurden Kunstgegenstände im Wert von 0,6 Mio. EUR mit einem Buchgewinn in Höhe von 0,1 Mio. EUR verkau. Auch für die Folgejahre sind weitere Kunstverkäufe geplant, um die Liquidität zu verbessern und die Finanzverbindlich- keiten weiter zu senken. Das Risiko einer sinkenden Wertentwicklung im Kunstmarkt wird aufgrund des in den letzten Jahren deutlich reduzierten Kunstvermögens als unbedeutend und damit ähnlich gering wie im Vorjahr eingeschätzt.
Eine strenge Bonitätsprüfung und eine Versicherung gegen Zahlungsausfälle reduzieren die grundsätzlich wichtigen Forderungsrisiken der Ahlers AG. Eine Auslieferung ohne Deckung der Kreditversicherung erfolgt nur nach kritischer Überprüfung und soweit vorhanden der Analyse der bisherigen Kundenbeziehung. Forderungsrisiken, die nicht ver- sicherbar sind, müssen vom Vorstand freigegeben werden. Der Vorstand überprü diese Entscheidungen regelmäßig alle sechs Monate. Zum Geschäsjahresende lagen die unversicherten Forderungen erwartungsgemäß moderat über denen des Vorjahres. Aufgrund der schwierigeren Rahmenbedingungen in Folge der abgeschwächten Konsumlaune schätzt der Vorstand die Risikoposition weiterhin als groß aber unverändert zum Vorjahr ein.
Das Kollektionsrisiko besteht in der Modebranche jede Saison darin, dass die Kollektionen vom Markt nicht ausrei- chend angenommen werden und dadurch Umsatzeinbußen entstehen. Sie sind für das Unternehmen deshalb sehr bedeutsam. Die Kollektionen werden anhand von Rahmenplänen erstellt, die den Umfang und die Preissituation vor- weg festlegen. Zeitnahe Berichte über Vorverkäufe und monatliche Reports der Geschäsbereiche über die Marktlage informieren den Vorstand über die Marktstärke unserer Produkte. Die Integration von Abverkaufsinformationen aus dem Handel und den eigenen Geschäen fördern die Gestaltung verkaufsstarker Produkte, auf die mit kurzfristigen Produktionsausweitungen reagiert werden kann. Wie im Vorjahr wird das Risiko als groß eingeschätzt.
Die Beherrschung des Lagerrisikos stellt eine wichtige Aufgabe in der Modeindustrie dar. Für eine langfristig erfolgrei- che Zusammenarbeit mit dem Handel ist die fristgerechte Lieferfähigkeit von großer Bedeutung. Gleichzeitig muss jedoch der Lagerbestand am Ende der Saison größtenteils verkau sein, um die Liquidität des Unternehmens zu ent- lasten. Aus einer erhöhten Lagerdauer und der damit potenziell verminderten Verwertbarkeit der Vorräte können sich sonst Bestandsrisiken ergeben. Der Ahlers Konzern minimiert das Risiko, indem die Lagerbestände mittels systemati- scher Dispositions- und Verkaufsprinzipien und durch regelmäßige Bestandskontrollen überwacht und auf dem rich- tigen Niveau gehalten werden. Zum Ende des Geschäsjahres 2021/22 sind höhere NOS-Bestände zu verzeichnen, die grundsätzlich nur ein geringes Abwertungsrisiko haben, aber auch höhere Saisonwarenbestände. Gleichzeitig wurden die Altware-Bestände abgebaut. Weil die gesamten Vorräte aber deutlich über den Vorjahren liegen, sind die Risiken aus Lagerbeständen insgesamt gegenüber dem Vorjahr etwas gestiegen.
Das Risiko der Kundenabhängigkeit verstärkt sich durch die Entwicklung, dass zunehmend große Filialisten den klassischen Facheinzelhandel verdrängen, wodurch der Umsatzanteil von Großkunden steigt. Größere Anbieter, die den Handel mit qualitativ hochwertiger Ware professionell bedienen, profitieren von dieser Entwicklung. Ahlers tritt mit Kunden auf allen Ebenen in den Dialog, um die Marktbedürfnisse und Probleme frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören auch zunehmend eCommerce-Kunden, da das Internet als Absatzkanal für Bekleidung immer wichtiger wird. Der eCommerce-Handel wird von relativ wenigen Anbietern dominiert. Insgesamt steigen durch diese Einflüsse die Kundenabhängigkeit und die Risiken aus der Kundenstruktur. Diese Entwicklung hat sich im Geschäsjahr 2021/22 einerseits durch einen geringeren Umsatzanteil des eCommerce-Handels entspannt aber andererseits erhöht aufgrund der Eröffnung des Schutzschirmverfahrens des Großkunden Galeria Karstadt Kaufhof. Das Risiko wird daher insgesamt als groß eingestu. Die Gesellscha hat ein Berichtssystem implementiert, welches eine ständige und zeitnahe Überwachung von Auslieferungsquoten, termingerechten Auslieferungen, Auftragsbeständen und Umsätzen sicherstellt, um alle Kunden gut zu bedienen und die Kundenbeziehungen zu festigen. Die Mehrmarkenstra- tegie des Ahlers Konzerns mindert das Risiko der Kundenabhängigkeit dadurch, dass die unterschiedlich positionierten Marken jeweils andere Kunden und Einzelhandelsformate bedienen.
Als international agierendes Unternehmen im Konsumgüterbereich ist Ahlers Risiken unterworfen, die sich sowohl aus der weltwirtschalichen Entwicklung als auch den konjunkturellen Veränderungen in einzelnen Ländern ergeben. Wirtschaliche, politische und soziokulturelle Rahmenbedingungen beeinflussen das Kaufverhalten der Verbraucher und damit den Umsatz und die Ertragslage des Unternehmens. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie aktuell die der hohen Inflation haben diese Tatsache sehr deutlich gemacht. Die bereits länger stattfindende Marktverschie- bung zum eCommerce und der intensive Wettbewerb um Marktanteile, Markenpräsenz und Personal im internatio- nalen Modemarkt sind weiterhin stark präsent. Der stationäre Handel als auch der eCommerce-Handel sind einem stetigen Wandel ausgesetzt. Diese externen Entwicklungen und die damit verbundenen Risiken werden vom Vorstand überwacht und fortlaufend mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Ahlers begegnet den externen Risiken auch mit der Stra- tegie der Internationalisierung und der Schärfung seiner Markenprofile, um neue Märkte und Nachfragepotenziale zu erschließen. Besonders in das Wachstumsfeld eCommerce investiert Ahlers viel personelle Kapazität und Finanz- mittel. Priorität haben dabei die Vertriebsaktivitäten im Online-Wholesale-Geschä sowie die Anbindung an Online- Multibrand-Plattformen.
Die Identifikation und Nutzung unternehmerischer Chancen ist ein wichtiges Element zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Chancen werden bei Ahlers als mögliche positive Abweichungen von geplanten Zielgrößen beziehungsweise von getroenen Annahmen bei der Unternehmensplanung definiert. So werden insbesondere aus der laufenden Überwachung der Profitabilität der Geschäsbereiche auch Chancen zur Erkennung neuer Entwick- lungen abgeleitet. Besonders aus den Berichten über Bereichsrisiken werden wichtige Erkenntnisse über mögliche positive Geschäsentwicklungen am Markt gewonnen. Wenn z. B. Nachfrageänderungen von Kunden in bestimmten Märkten beschrieben werden, kann die frühzeitige Reaktion darauf Chancen hervorbringen. Ähnlich stellt sich das auf der Beschaungsseite dar. Hier garantiert die parallele Beobachtung der wichtigsten Märkte eine rechtzeitige Verlage- rung in Länder mit konkurrenzfähigen Preisen und zuverlässiger Qualität. Aufgrund des im Vorjahr eingeleiteten Pro- jektes „New Tomorrow“ ist das Management zudem davon überzeugt, dass die weitere Steigerung der Begehrlichkeit seiner Marken BALDESSARINI, PIERRE CARDIN, OTTO KERN, PIONEER AUTHENTIC JEANS und PIONIER WORKWEAR den wichtigsten Faktor für den langfristigen Erfolg des Unternehmens darstellt. Sämtliche strategischen Initiativen sind daher darauf ausgerichtet, die Markenbegehrlichkeit nachhaltig zu steigern. Chancen werden auch in der kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Online-Stores gesehen. Damit können die Marken den Ansprüchen der Endkunden an ein hochwertiges digitales Markenerlebnis bestmöglich gerecht werden.
Wie im Vorjahr deckt sich der Wirkungsbereich des Risikoberichts mit dem Konsolidierungskreis. Wesentliche Ände- rungen des Risikomanagementsystems gegenüber dem Vorjahr ergaben sich nicht. Das Gesamtrisiko der Ahlers AG und des Konzerns hat sich insgesamt erhöht, die Ursachen haben sich da- bei verlagert. Während die direkten Auswirkungen der Corona-Maßnahmen nachließen, hatten die Folgen des un- erwarteten Russland-Ukraine-Krieges in der Ukraine massive Auswirkungen auf alle Marktteilnehmer. Hinzu kamen die indirekten Folgen der Corona-Maßnahmen in Fernost in Form von massiven Störungen der Lieferketten. In der Folge nehmen Risiken aus der Beschaung und der Kundenbonität zu. In diesem Umfeld kommt unserem Unternehmen seine stabile Finanzposition zu Gute. Aufgrund der schwierig einzuschätzenden Weiterentwicklung der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges und der Inflation sowie der Lieferketten ist die Risikosituation zum Zeitpunkt der Berichtsveröentlichung insgesamt als hoch einzustufen. Abgesehen von Einflüssen auf die ohnehin schon ange- spannte Liquidität in Folge von Umsatzausfällen durch Lieferverzögerungen und unzureichendem Bestandsabbau lassen sich vom heutigen Standpunkt aus keine Risiken erkennen, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken, den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.# Risikobericht über die Verwendung von Finanzinstrumenten
Ahlers beschafft seine Waren weiterhin zu einem nicht unwesentlichen Teil auf US-Dollar-Basis in Asien. Um nicht durch kurzfristige Währungsschwankungen Verluste zu erleiden, werden die notwendigen Devisen saisonweise auf Basis eines quantitativen Beschaffungsplans mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten abgesichert. Die Absicherung erfolgt durch Devisentermingeschäfte. Vertriebsaktivitäten in Fremdwährung wie z. B. dem Schweizer Franken werden kaum abgesichert.
Die Unternehmensfinanzierung erfolgt seit Ende des Geschäftsjahres 2018/19 über einen Konsortialkreditvertrag, den Ahlers mit vier Banken zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren bis November 2022 geschlossen hatte. Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte Ahlers eine zusätzliche Kredittranche bei den Konsortialbanken, unterlegt mit einer Bürgschaft des Landes NRW, aufgenommen und zusammen mit den bestehenden Finanzlinien die Laufzeit des Konsortialkreditvertrages bis November 2025 verlängert. Aufgrund der seinerzeit anhaltenden Corona-Pandemie und den damit verbundenen Umsatzrückgängen, hat das Unternehmen zur Schließung der Liquiditätslücke den bestehenden Konsortialkreditvertrag im April 2021 um eine weitere Tranche, unterlegt mit einer zweiten Bürgschaft des Landes NRW, erweitert. Vertragskonform wurde die Erweiterung des Kredites um zu erwartende staatliche Unterstützungszahlungen für Fixkosten (Überbrückungshilfe III) reduziert, so dass die zusätzliche Kreditaufnahme bei Finanzinstituten zum Bilanzstichtag 2021 nur noch 1,5 Mio. EUR betrug. Darüber hinaus wurde ein weiteres Gesellschafterdarlehen gewährt und die Rückzahlung des bestehenden bilateralen Tilgungsdarlehens bis zum 30. November 2025 gestreckt.
Der Finanzierungsrahmen des Konsortialkreditvertrags beinhaltet flexibel ausnutzbare Kreditlinien, die über den gesamten Zeitraum bestehen, und Darlehenslinien, die bis zum Laufzeitende in 2025 teilweise getilgt werden. Der Konsortialkreditvertrag und das Tilgungsdarlehen sind mit Sicherheiten unterlegt. Die Zinshöhe richtet sich nach quartalsweise ermittelten Finanzkennzahlen. Die Aufwendungen für den Abschluss des Vertrags wurden in zulässigem Umfang aktiviert und werden über dessen Laufzeit abgeschrieben.
Im Berichtsjahr führten das nochmalige negative Ergebnis sowie die Notwendigkeit zur Aufstockung der Vorräte ab der zweiten Jahreshälfte zu einem ungeplant hohen Liquiditätsbedarf und damit dazu, dass die Tilgungsstruktur der laufenden Kredittranchen überdacht werden musste. Der bestehende Kreditvertrag mit dem Bankenkonsortium wird vor diesem Hintergrund in seiner Tilgungsstruktur angepasst werden. Am Volumen und der Laufzeit wird es keine Änderungen geben.
Zwei wesentliche Komponenten sichern die Vermeidung oder Reduzierung von Risiken im Unternehmen ab: Ein System von Anweisungen und Geschäftsordnungen auf der einen Seite und ein der Kontrolle und Information dienendes Reporting auf der anderen Seite. Geschäftsordnungen regeln für den Aufsichtsrat, den Vorstand und die Geschäftsführer aller Konzerngesellschaften Handlungsspielräume und die Einbeziehung verschiedener Hierarchieebenen im Entscheidungsprozess. Einzelanweisungen, die für alle Mitarbeiter gelten, sind im Intranet des Ahlers Konzerns abrufbar. Dort findet sich insbesondere auch die Grundwerteerklärung des Konzerns. Die Grundwerteerklärung wurde im Jahr 2015 an alle Mitarbeiter ausgehändigt. Neuen Mitarbeitern wird die Erklärung stets bei Einstellung gegeben.
Kontrollierende Berichte zur Risikosituation werden allen Verantwortlichen in verschiedenen Detaillierungsgraden in festgelegten angemessenen Frequenzen, meist monatlich, zugeleitet. Der Aufsichtsrat erhält monatlich einen umfassenden Finanzbericht und wird quartalsweise mit einem Risikobericht über die Zentralrisiken und die Bereichsrisiken informiert.
Zielsetzung des internen Kontrollsystems des Rechnungslegungs- und Konsolidierungsprozesses ist es, Fehlerquellen zu minimieren und Fehler schnell zu erkennen. Hierzu sind die Buchhaltungsabteilungen des Konzerns pro Land zentral, in einigen Fällen länderübergreifend, organisiert. Die Mitwirkung externer Dienstleister am Abschlussprozess beschränkt sich normalerweise auf punktuelle Dienstleistungen, wie z. B. die Ermittlung der Pensionsrückstellungen. In kleineren Ausnahmefällen werden Abschlüsse auch extern erstellt.
Systemtechnisches Rückgrat der Buchhaltung ist das SAP-System, auf das regional aktiv und zentral kontrollierend zugegriffen werden kann. Die SAP-Stammdatenpflege und -Systembetreuung erfolgt zentral. Das Konzernrechnungslegungshandbuch sorgt für die bilanzielle Gleichbehandlung aller wiederkehrenden Sachverhalte. Neue Sachverhalte werden mit der Konzernzentrale abgestimmt. Änderungen in der Konzernrechnungslegung werden unmittelbar an alle beteiligten Mitarbeiter und betroffenen externen Dienstleister kommuniziert.
Das Reporting der Tochtergesellschaften erfolgt mittels einheitlicher Formulare, die zu jedem Monats-, Quartals- und Jahresabschluss von den jeweiligen Buchhaltungsabteilungen bereitgestellt werden. Hierzu gehören unter anderem der landesrechtliche und der IFRS-Abschluss sowie eine Abstimmung der Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften. Alle Angaben fließen in der zentralen Konsolidierungsabteilung zusammen. Dort erfolgen sämtliche konzerninternen Abstimmungen, Konsolidierungen, Überwachungen von Berichtsfristen und Qualitätskontrollen der Berichtsdaten. Hier werden auch alle Einzelabschlüsse zum Konzernabschluss unter Anwendung einer Konsolidierungssoftware zentral verarbeitet.
Im Bereich der Konsolidierung sind unterschiedliche Kontrollen entlang des Konsolidierungsprozesses implementiert. Abstimmungsdifferenzen in der Konsolidierung werden an die beteiligten Tochtergesellschaften kommuniziert und korrigiert. Generell gilt im Konzern bzw. bei der Erstellung der Jahres- und Konzernabschlüsse das Vier-Augen-Prinzip. Wichtige Abschlussentscheidungen, wie Vorrats- und Forderungsbewertungen, werden vom Vorstand freigegeben. Flache Hierarchien, direkte Berichtswege und monatliche Zwischenabschlüsse ermöglichen die Erkennung von Risiken und die frühzeitige Aufdeckung von Fehlern.
Die Interne Revision ist regelmäßig auf abschlussrelevante Themen angesetzt und im Jahresabschlussprozess kontrollierend tätig. Ein Schwerpunkt ist dabei stets die Bestandsführung und -bewertung, die in der Bekleidungsbranche besonders anspruchsvoll und wichtig für das Ergebnis ist. Auch die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in den rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird regelmäßig durch die Konzernrevision überprüft. Mit den eingerichteten Prozessen, Systemen und Kontrollen ist hinreichend gewährleistet, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS), dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen erfolgt und somit zulässig ist.
Das Grundkapital der Ahlers AG beträgt zum 30. November 2022 43.200.000,00 EUR. Es ist eingeteilt in 13.681.520 Stück Namensaktien. Auf jede Namensaktie entfällt ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von jeweils rund 3,16 EUR. Gemäß § 22 der Satzung gewährt jede Aktie der Gesellschaft eine Stimme auf der Hauptversammlung. Es existieren keine Stimmrechtskontrollen für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der Ahlers AG beteiligt sind.
Die Vorstandsvorsitzende Dr. Stella A. Ahlers war am 30. November 2022 direkt und indirekt über die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG sowie die WTW-Beteiligungsgesellschaft mbH insgesamt mit einem Anteil von 53,0 Prozent am Grundkapital der Ahlers AG beteiligt.
Der Vorstand der Ahlers AG besteht gemäß § 8 der Satzung aus mindestens einem Mitglied. Der Aufsichtsrat bestimmt die Anzahl der Vorstandsmitglieder und kann einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden oder stellvertretenden Sprecher des Vorstands ernennen. Es können auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden.
Satzungsänderungen können, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen werden. Der Aufsichtsrat ist befugt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, selbst vorzunehmen (§ 27 der Satzung).
Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 27. April 2027 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 21.600.000 Euro zu erhöhen (genehmigtes Kapital, § 4 Abs. 2 der Satzung).# Er kann dabei das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:
(i) um Spitzenbeträge auszugleichen;
(ii) wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und/oder zum Zwecke des Erwerbs von sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen, ausgegeben werden;
(iii) wenn die neuen Aktien der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden und der Ausgabepreis je Aktie den Börsenpreis der im Wesentlichen gleich ausgestatteten, bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien nicht wesentlich unterschreitet. Der Bezugsrechtsausschluss kann in diesem Fall jedoch nur vorgenommen werden, wenn die Anzahl der in dieser Weise ausgegebenen Aktien zusammen mit der Anzahl eigener Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden, und der Anzahl der Aktien, die durch Ausübung von Options- und/oder Wandlungsrechten oder Erfüllung von Wandlungspflichten aus Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und/oder Genussrechten entstehen können, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden, insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieser Wert geringer ist – zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung nicht übersteigt;
(iv) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder nach der Erfüllung der Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
(v) wenn die neuen Aktien zur Ausgabe von Mitarbeiteraktien an Personen verwendet werden, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, sowie an Organmitglieder von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen; das Bezugsrecht der Aktionäre aufgrund dieser Ermächtigung darf nur auf Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von bis zu 3 Prozent des Grundkapitals (also in Höhe von bis zu insgesamt 1.296.000 Euro) ausgeschlossen werden; und nur, soweit die während der Laufzeit dieser Ermächtigung auf der Grundlage dieser Ermächtigung oder eines anderen genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bar- und/oder Sacheinlage ausgegebenen Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.
Auf die vorstehend genannte 10 Prozent-Grenze werden angerechnet
* eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert werden, sowie
* neue Aktien, die aufgrund von während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts begebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen und/oder Genussrechten auszugeben sind.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2022 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. April 2027 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft in Höhe von 43.200.000,00 EUR gleich in welcher Form zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft oder von ihr abhängige oder in Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder durch auf deren Rechnung oder auf Rechnung der Gesellschaft handelnde Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann entweder über die Börse oder über eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Der Kaufpreis darf den aktuellen Börsenpreis um nicht mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. Das öffentliche Kaufangebot bzw. die öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten kann nach Maßgabe des Beschlusses der Hauptversammlung weitere Bedingungen vorsehen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die aufgrund dieser Ermächtigung oder einer oder mehrerer früher erteilter Ermächtigungen erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:
Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die aufgrund dieser Ermächtigung oder einer oder mehrerer früher erteilter Ermächtigungen erworbenen eigenen Aktien wird ausgeschlossen, soweit sie gemäß den vorstehenden Ermächtigungen unter (2), (3), (4), (5) und (6) in anderer Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre verwendet werden. Darüber hinaus kann im Fall der Veräußerung der eigenen Aktien über ein Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden.
Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft für den Fall eines Kontrollwechsels. Ebenso existieren keine Entschädigungsvereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern oder anderen Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots.
Die nach § 289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung befindet sich auf den Seiten 20 ff. dieses Geschäftsberichts. Sie steht auch im Internet unter www.ahlers-ag.com zur Verfügung.# Zukunftsbezogene Aussagen
Wir weisen darauf hin, dass bei zukunftsbezogenen Aussagen die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.
Der Vorstand erklärt gemäß § 312 Absatz 3 AktG wie folgt: „Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Es sind keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens getroffen oder unterlassen worden.“
Die Ahlers AG mit Sitz in Herford ist das Mutterunternehmen des Ahlers Konzerns. Deren zentrale Funktion ist die operative und strategische Steuerung des Konzerns durch den Vorstand. Die Ahlers AG ist aber keine reine Holding, sondern hat mit einigen Tochtergesellschaften Geschäftsbesorgungsverträge abgeschlossen. Aufgrund dieser Verträge übernehmen die Vertragspartner (die Kommissionäre) die Beschaffung aller benötigten Oberstoffe, Zutaten und Zubehör sowie Handelsware, lassen diese Materialien im Auftrag der Ahlers AG verarbeiten und übernehmen anschließend im eigenen Namen, aber für Rechnung der Ahlers AG den Vertrieb sowie darüber hinaus Verwaltungs- und Dienstleistungsarbeiten.
Verträge dieser Art sind mit folgenden Gesellschaften abgeschlossen: Baldessarini GmbH, Pionier Berufskleidung GmbH, PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH und der Otto Kern GmbH. Für die oben aufgeführten Tätigkeiten erhalten diese Gesellschaften einen kompletten Aufwandsersatz, eine Kapitalverzinsung sowie eine angemessene Vergütung. Mit allen vorgenannten Gesellschaften bestanden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge. Darüber hinaus werden in- und ausländische Beteiligungserträge sowie Erträge und Aufwendungen aus mit anderen inländischen Konzerngesellschaften bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen in der Ahlers AG vereinnahmt.
Die Umsatzentwicklung der Ahlers AG profitierte im Geschäftsjahr 2021/22 wie im Konzern im Wesentlichen von der Aufhebung bzw. Lockerungen der Corona-Maßnahmen, die noch im Vorjahr das Geschäft massiv behindert hatten, und führten hauptsächlich zu der positiven Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr. Die Kaufzurückhaltung in Folge der stark gestiegenen Inflation sowie die weltweiten Lieferkettenprobleme führten ab dem dritten Quartal zu abnehmenden Umsatzsteigerungen. Insgesamt konnte aber ein Umsatzanstieg von 21,7 Prozent bzw. 11,7 Mio. EUR von 54,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 65,7 Mio. EUR erzielt werden. Der Exportanteil der Umsätze lag mit 26,5 Prozent geringfügig oberhalb des Vorjahreswerts (26,2 Prozent).
| 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR | Veränderung absolut Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 65,7 | 54,0 | 11,7 | 21,7 |
| Rohertrag * | 22,1 | 18,4 | 3,7 | 20,1 |
| in % vom Umsatz | 33,6 | 34,1 | ||
| Personalaufwand * | -0,8 | -0,9 | 0,1 | 11,1 |
| Saldo Sonstiger Aufwand/Ertrag * | -31,8 | -28,9 | -2,9 | -10,0 |
| Abschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | n.a. |
| Beteiligungsergebnis * | 0,4 | -0,9 | 1,3 | >100,0 |
| EBIT * | -10,1 | -12,3 | 2,2 | 17,9 |
| Sondereffekte | -1,8 | 3,1 | -4,9 | <-100,0 |
| Finanzergebnis * | -2,1 | -1,5 | -0,6 | -40,0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -14,0 | -10,7 | -3,3 | -30,8 |
| Ertragsteuern | 0,0 | 0,0 | 0,0 | n.a. |
| Nettoergebnis | -14,0 | -10,7 | -3,3 | -30,8 |
* vor Sondereffekten
Die Rohertragsmarge blieb im Berichtsjahr mit 33,6 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr 34,1 Prozent). Damit konnte der Rohertrag um 3,7 Mio. EUR oder 20,1 Prozent auf 22,1 Mio. EUR (Vorjahr 18,4 Mio. EUR) verbessert werden. Der Personalaufwand lag mit 0,8 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau (0,9 Mio. EUR). Der Saldo aus sonstigem Aufwand und Ertrag stieg dagegen unterproportional zum Umsatz um 2,9 Mio. EUR bzw. 10,0 Prozent auf 31,8 Mio. EUR. Kostensteigernd wirkten hier hauptsächlich die umsatzabhängigen Kosten wie Provisionen, Kommissionierung und Frachten sowie Marketingaufwendungen bei ansonsten stabilen Kosten bei den Kommissionärs-Unternehmen.
Im Geschäftsjahr 2021/22 gingen die Erträge aus Beteiligungen an den Inlands- und Auslandsgesellschaften zwar von 3,8 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR zurück. Dagegen konnte aber der letztjährige negative Saldo aus Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahmen der deutschen Kommissionäre vor Sondereffekten von -4,7 Mio. EUR auf +0,1 Mio. EUR vollständig abgebaut werden. Maßgeblicher Grund dafür waren die umsatzbedingt besseren Ergebnisse vor Sondereffekten der inländischen Tochterunternehmen mit Ergebnisabführungsvertrag. Zusammengenommen stieg das Beteiligungsergebnis vor Sondereffekten von -0,9 Mio. EUR um 1,3 Mio. EUR auf +0,4 Mio. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten verbesserte sich somit um 2,2 Mio. EUR oder 17,9 Prozent auf -10,1 Mio. EUR (Vorjahr -12,3 Mio. EUR).
Mit -1,8 Mio. EUR lagen die Sondereffekte im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich unter dem Vorjahreswert von +3,1 Mio. EUR. Während im Vorjahr hohe Sondererträge durch staatliche Überbrückungshilfen im Rahmen der Corona-Hilfen maßgeblich die Sondereffekte beeinflussten, waren es in diesem Jahr Luftfrachtkosten zur Abmilderung der Lieferkettenprobleme sowie diverse Abfindungen bei nur geringeren Sondererträgen durch staatliche Überbrückungshilfen im Rahmen der Corona-Hilfen. Ertragsseitig beinhaltet dieser Wert die bereits genannten staatlichen Überbrückungshilfen, eine Wertaufholung der Beteiligung an der Otto Kern GmbH sowie Verkaufserträge aus der Veräußerung von Kunstgegenständen in Höhe von insgesamt 3,5 Mio. EUR (Vorjahr 11,9 Mio. EUR). Auf der Aufwandsseite umfassen die Sondereffekte neben den oben erwähnten Luftfrachtkosten noch Beratungskosten im Rahmen der Restrukturierung sowie im Beteiligungsergebnis Abfindungen an Handelsvertreter und Mitarbeiter, Abschreibungen auf Forderungen an den Tochtergesellschaften im Baltikum sowie Sondereffekte bei den inländischen Unternehmen mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Das Finanzergebnis sank in Folge der höheren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen von -1,5 Mio. EUR auf -2,1 Mio. EUR.
| 2021/22 Mio. EUR | 2020/21 Mio. EUR | |
|---|---|---|
| Rohertrag | -0,4 | -1,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 3,5 | 11,9 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 0,0 | 0,0 |
| Abschreibungen | -1,6 | -0,6 |
| Beteiligungsergebnis | 0,0 | -2,8 |
| Finanzergebnis | -3,4 | -3,5 |
| Summe | -1,8 | 3,1 |
Das Ergebnis vor und nach Ertragsteuern ging im Geschäftsjahr 2021/22 um 3,3 Mio. EUR auf -14,0 Mio. EUR zurück. Der umsatzbedingte Anstieg des Rohertrags konnte die reduzierten Sonderaufwendungen nicht kompensieren. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr gebucht. Das Jahresergebnis der Ahlers AG lag mit -14,0 Mio. EUR daher unter dem Vorjahreswert von -10,7 Mio. EUR.
| Aktiva | 30.11.2022 Mio. EUR | 30.11.2022 in % | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % |
|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 0,2 | 0,2 | 0,1 | 0,1 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 66,3 | 61,2 | 65,8 | 64,6 |
| Anlagevermögen | 66,5 | 61,4 | 65,9 | 64,7 |
| Vorräte | 33,6 | 31,0 | 23,2 | 22,8 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5,0 | 4,6 | 4,5 | 4,4 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 2,4 | 2,2 | 4,4 | 4,3 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0,1 | 0,1 | 2,8 | 2,7 |
| Umlaufvermögen | 41,1 | 37,9 | 34,9 | 34,2 |
| Rechnungsabgrenzungsposten und latente Steuern | 0,8 | 0,7 | 1,1 | 1,1 |
| Summe Aktiva | 108,4 | 100,0 | 101,9 | 100,0 |
| Passiva | 30.11.2022 Mio. EUR | 30.11.2022 in % | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 43,0 | 39,7 | 57,0 | 56,0 |
| Pensionsrückstellungen | 0,1 | 0,1 | 0,2 | 0,2 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 26,6 | 24,6 | 27,5 | 27,0 |
| Übrige Rückstellungen | 1,9 | 1,8 | 1,8 | 1,7 |
| Übrige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten | 36,8 | 33,8 | 15,4 | 15,1 |
| Fremdkapital | 65,4 | 60,3 | 44,9 | 44,0 |
| Summe Passiva | 108,4 | 100,0 | 101,9 | 100,0 |
Die Bilanzsumme der Ahlers AG lag am 30. November 2022 mit 108,4 Mio. EUR über der Bilanzsumme am Vorjahresstichtag (101,9 Mio. EUR). Die auffälligste Veränderung auf der Aktivseite der Bilanz ist dabei der Aufbau der Vorräte um 10,4 Mio. EUR auf 33,6 Mio. EUR (Vorjahr 23,2 Mio. EUR). Wie im Konzernabschluss liegt dies zum einen in dem durch Sonderverkäufe sehr niedrigen Bestand am Vorjahresstichtag begründet. Zum anderen wurden auch bei der Ahlers AG aktuelle Saisonwaren zu deutlich früheren Terminen geordert als im Vorjahr, um eventuellen weiteren Lieferengpässen vorzubeugen und der Bestand an NOS-Waren wieder hochzufahren, damit eine kurzfristige Nachversorgung der Handelspartner gewährleistet ist. Gegenläufig reduzierten sich die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 2,0 Mio. EUR im Wesentlichen bedingt durch die Einzahlung der Forderungen aus der staatlichen Überbrückungshilfe IV sowie die Bankguthaben um 2,7 Mio. EUR. Im Anlagevermögen stiegen die sonstigen langfristigen Vermögenswerte durch die Wertaufholung an der Beteiligung der Otto Kern GmbH. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen umsatzbedingt leicht zu. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen dagegen klar um 2,9 Mio. EUR auf 4,6 Mio. EUR. Das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) verzeichnete damit insgesamt im Berichtsjahr eine Zunahme um 8,0 Mio. EUR bzw. 31 Prozent von 26,0 Mio. EUR auf 34,0 Mio. EUR. Zusammengenommen stieg das Umlaufvermögen um 6,2 Mio. EUR auf 41,1 Mio. EUR.# Konzernabschluss
| Aktiva | Anhang | 30.11.2022 | 30.11.2021 |
|---|---|---|---|
| A. Langfristige Vermögenswerte | |||
| I. Sachanlagen (11) | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 5.083 | 5.372 | |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 1.033 | 1.459 | |
| 3. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.758 | 3.383 | |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 215 | 97 | |
| 10.089 | 10.311 | ||
| II. Immaterielle Vermögenswerte (12) | |||
| 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 17.893 | 16.222 | |
| 2. Geleistete Anzahlungen | 13 | 10 | |
| 17.906 | 16.232 | ||
| III. Nutzungsrechte an Leasingobjekten (13) | 9.226 | 7.936 | |
| IV. At-Equity-Beteiligungen (14) | 261 | 211 | |
| V. Sonstige langfristige Vermögenswerte (15) | |||
| 1. Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 863 | 695 | |
| 2. Sonstige Vermögenswerte | 3.823 | 4.347 | |
| 4.686 | 5.042 | ||
| VI. Latente Steueransprüche (8) | 595 | 642 | |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 42.763 | 40.374 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| I. Vorräte (16) | |||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 12.167 | 8.288 | |
| 2. Unfertige Erzeugnisse | 1.038 | 857 | |
| 3. Fertige Erzeugnisse und Waren | 60.145 | 42.114 | |
| 4. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte | 1.270 | - | |
| 74.620 | 51.259 | ||
| II. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (17) | 17.690 | 17.534 | |
| III. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (18) | |||
| 1. Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 0 | 300 | |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 0 | 55 | |
| 3. Laufende Ertragsteueransprüche | 176 | 433 | |
| 4. Sonstige Vermögenswerte | 6.625 | 10.148 | |
| 6.801 | 10.936 | ||
| IV. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (19) | 3.607 | 5.991 | |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 102.718 | 85.720 | |
| Summe Aktiva | 145.481 | 126.094 |
| Passiva | Anhang | 30.11.2022 | 30.11.2021 |
|---|---|---|---|
| A. Eigenkapital (20) | |||
| I. Gezeichnetes Kapital (21) | 43.200 | 43.200 | |
| II. Kapitalrücklage (24) | 15.024 | 15.024 | |
| III. Gewinnrücklagen (25) | -6.235 | 2.781 | |
| IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung (26) | -3.933 | -2.978 | |
| Summe Konzernanteile | 48.056 | 58.027 | |
| V. Nicht beherrschende Anteile | 860 | 770 | |
| Summe Eigenkapital | 48.916 | 58.797 | |
| B. Langfristige Schulden | |||
| I. Rückstellungen für Pensionen (27) | 2.099 | 2.830 | |
| II. Sonstige Rückstellungen (28) | 698 | 729 | |
| III. Finanzielle Verbindlichkeiten (29) | |||
| 1. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 23.981 | 24.915 | |
| 2. Nicht beherrschende Anteile an Personengesellschaften | 1.089 | 1.090 | |
| 25.070 | 26.005 | ||
| IV. Leasingverbindlichkeiten, langfristig (13) | 5.821 | 4.975 | |
| V. Sonstige Verbindlichkeiten, langfristig | |||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (29) | 1.600 | 1.600 | |
| 2. Sonstige Verbindlichkeiten | 15 | 16 | |
| 1.615 | 1.616 | ||
| VI. Latente Steuerverbindlichkeiten (8) | 299 | 675 | |
| Summe langfristige Schulden | 35.602 | 36.830 | |
| C. Kurzfristige Schulden | |||
| I. Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 923 | 821 | |
| II. Sonstige Rückstellungen (30) | 5.081 | 5.906 | |
| III. Finanzielle Verbindlichkeiten (29) | 19.790 | 2.576 | |
| IV. Leasingverbindlichkeiten, kurzfristig (13) | 3.624 | 3.112 | |
| V. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 20.151 | 9.381 | |
| VI. Sonstige Verbindlichkeiten, kurzfristig (31) | |||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.169 | 1.563 | |
| 2. Sonstige Verbindlichkeiten | 9.225 | 7.108 | |
| 11.394 | 8.671 | ||
| Summe kurzfristige Schulden | 60.963 | 30.467 | |
| Summe Schulden | 96.565 | 67.297 | |
| Summe Passiva | 145.481 | 126.094 |
| Anhang | 2021/22 | 2020/21 | |
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse (1) | 170.890 | 142.462 | |
| 2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 943 | -1.543 | |
| 3. Sonstige betriebliche Erträge (2) | 8.216 | 17.331 | |
| 4. | |||
| --- | --- | --- | |
| Materialaufwand (3) | -93.312 | -78.589 | |
| Personalaufwand (4) | -36.940 | -34.585 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) | -49.087 | -43.621 | |
| Abschreibungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und sonstige langfristige Vermögenswerte (6) | -7.024 | -8.648 | |
| Gewinne von At-Equity-Beteiligungen (7) | 0 | 0 | |
| Zinsen und ähnliche Erträge (7) | 99 | 71 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen (7) | -2.466 | -1.933 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -8.681 | -9.055 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (8) | -472 | 193 | |
| Konzernergebnis | -9.153 | -8.862 | |
| davon entfallen auf: | |||
| - Anteilseigner der Ahlers AG | -9.300 | -9.289 | |
| - Nicht beherrschende Anteile (9) | 148 | 427 | |
| Ergebnis je Aktie (EUR) unverwässert / verwässert (10) | -0,68 | -0,68 |
TEUR
| | Anhang | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|---|
| 13. Konzernergebnis | | -9.153 | -8.862 |
| Nicht in die GuV umzuklassifizieren | | | |
| 15. Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen (24) | | 301 | 161 |
| In die GuV umzuklassifizieren | | | |
| 16. Netto-Ergebnis aus Cashflow Hedges (25) | | -315 | 294 |
| 17. Währungsumrechnungsdifferenzen | | -640 | -581 |
| 18. Umgliederungen in Verbindlichkeiten | | -57 | -425 |
| 19. Sonstiges Ergebnis nach Steuern | | -711 | -551 |
| 20. Gesamtergebnis | | -9.864 | -9.413 |
| 21. davon entfallen auf: | | | |
| - Anteilseigner der Ahlers AG | | -9.954 | -9.414 |
| - Nicht beherrschende Anteile | | 90 | 195 |
TEUR
| | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | -9.153 | -8.862 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 472 | -192 |
| Zinserträge / Zinsaufwendungen | 2.368 | 1.861 |
| Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen (Saldo) | 4.424 | 8.648 |
| Verluste / Gewinne aus Anlageabgängen (Saldo) | -137 | -2.344 |
| Abnahme / Zunahme der Vorräte und sonstiger lang- und kurzfristiger Vermögenswerte | -20.107 | 11.429 |
| Veränderung langfristiger Rückstellungen | -338 | -44 |
| Veränderung der nicht beherrschenden Anteile (Personengesellschaften) und sonstiger langfristiger Verbindlichkeiten | -2 | -760 |
| Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen | -825 | -928 |
| Veränderung der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten | 12.776 | -2.073 |
| gezahlte Ertragsteuern | -533 | -487 |
| erhaltene Ertragsteuern | 90 | 56 |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | -10.965 | 6.304 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 116 | 7.061 |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten | 18 | 0 |
| Einzahlungen aus Abgängen von sonstigen langfristigen Vermögenswerten | 577 | 5.432 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -2.541 | -951 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | -745 | -946 |
| Auszahlungen für den Erwerb von sonstigen langfristigen Vermögenswerten | 0 | 0 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Minderheitenanteilen | 0 | 0 |
| erhaltene Zinsen | 61 | 50 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -2.514 | 10.646 |
| Dividendenauszahlungen | - | - |
| Tilgung / Aufnahme von langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten | -1.684 | -6.597 |
| Tilgung von kurz- und langfristigen Leasingverbindlichkeiten | -3.294 | -3.795 |
| gezahlte Zinsen | -1.767 | -1.685 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -6.745 | -12.077 |
| Veränderung des Finanzmittelbestands | -20.225 | 4.873 |
| Auswirkungen durch Veränderung der Wechselkurse | -115 | -458 |
| Finanzmittelbestand am 1.12. | 5.412 | 997 |
| Finanzmittelbestand am 30.11. | -14.927 | 5.412 |
Zur Zusammensetzung des Finanzmittelbestands verweisen wir auf unsere Ausführungen im Konzernanhang, TZ (19)
| Auf Anteilseigner der Ahlers AG entfallendes Eigenkapital | Nicht beherrschende Anteile | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklagen | Gewinnrücklagen | Eigenkapitaldifferenz aus d. Währungsumrechnung | Summe Konzernanteile | Minderheitenkapital | Kumuliertes übriges Konzernergebnis | Summe Minderheitenanteile | Summe Eigenkapital | |||||
| Stamm- aktien | Vorzugs- aktien | ||||||||||||
| Anhang (21) (21) (24) (25) (26) (9) | |||||||||||||
| Stand am 30.11.2020 / 01.12.2020 | 43.200 | 0 | 15.024 | 11.909 | -2.692 | 67.441 | 523 | 385 | 908 | 68.349 | |||
| gesamtes Periodenergebnis | -9.128 | -286 | -9.414 | 1 | 1 | -9.413 | |||||||
| gezahlte Dividenden | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
| Sonstiges | 0 | -139 | -139 | -139 | |||||||||
| Erwerb von Minderheiten | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
| Stand am 30.11.2021 / 01.12.2021 | 43.200 | 0 | 15.024 | 2.781 | -2.978 | 58.027 | 523 | 247 | 770 | 58.797 | |||
| gesamtes Periodenergebnis | -8.999 | -955 | -9.954 | 90 | 90 | -9.864 | |||||||
| gezahlte Dividenden | 0 | 0 | |||||||||||
| Sonstiges | -17 | -17 | -17 | ||||||||||
| Erwerb von Minderheiten | 0 | 0 | |||||||||||
| Stand am 30.11.2022 | 43.200 | 0 | 15.024 | -6.235 | -3.933 | 48.056 | 523 | 337 | 860 | 48.916 | 97 |
Die Ahlers AG ist einer der großen börsennotierten Mode-Hersteller mit Schwerpunkt Männermode in Europa. Sie geht zurück auf eine im Jahre 1919 von Adolf Ahlers im friesischen Jever gegründete Tuchgroßhandlung. Im Jahre 1932 wurde der Sitz der Gesellschaft von Oldenburg nach Herford verlegt, der Börsengang erfolgte im Jahre 1987. Die Ahlers AG hat ihren Firmensitz in der Elverdisser Straße 313 in Herford, Deutschland, und ist beim Handelsregister des Amtsgerichts Bad Oeynhausen (HRB 6541) eingetragen. Die Aktien der Ahlers AG werden im amtlichen Handel an der Börse Frankfurt am Main und Düsseldorf sowie im Freiverkehr an anderen deutschen Börsen und Tradegate gehandelt. Das Geschäftsjahr beginnt am 1. Dezember und endet am 30. November des Folgejahres. Der Konzernabschluss wird nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, die Angaben erfolgen weitestgehend in Tausend Euro (TEUR). Durch die Darstellung des Konzernabschlusses in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen, da die Berechnung der Einzelposten auf Zahlen in Euro basieren. Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten werden im Konzernanhang detaillierter ausgewiesen und erläutert. Der Konzernabschluss wurde am 27. Februar 2023 vom Vorstand der Ahlers AG aufgestellt und dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt. Dieser hat die Möglichkeit, den Konzernabschluss nach Freigabe durch den Vorstand zu ändern. Der Konzernabschluss gilt mit der Billigung des Aufsichtsrats als festgestellt, wenn sich nicht der Vorstand und der Aufsichtsrat für die Feststellung durch die Hauptversammlung entscheiden.
Der Konzernabschluss der Ahlers AG wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) einschließlich der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee zu den IFRS (IFRIC) und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Es wurden alle IFRS und IFRIC beachtet, die zum 30. November 2022 von der EU-Kommission übernommen wurden und verpflichtend anzuwenden sind. Herausgegebene, noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen werden nicht vorzeitig angewandt. Der Abschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Ermittlung der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden erfolgte dementsprechend auf Basis von Fortführungswerten. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung besteht aufgrund der angespannten Liquiditätslage eine erhebliche Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Diese angespannte Liquiditätslage ist insbesondere Folge des Aufbaus der Vorräte soweit er in den weltweiten Lieferkettenproblemen begründet liegt sowie der damit einhergehenden Erzeugnissituation. Letztere wurde auch durch die inflationsgetriebene stark gesunkene Konsumneigung beeinflusst. Weitere Details hierzu können dem Abschnitt ,,Risiko- und Chancenbericht‘‘ im zusammengefassten Lagebericht entnommen werden. In Folge der vorgenannten Ereignisse, die zum Ende des Geschäftsjahres zur angespannten Liquiditätslage führten, wurde ein Antrag auf Anpassung eines ursprünglich vereinbarten Covenant sowie der Aussetzung von Tilgungsleistungen der Ahlers AG von den kreditgebenden Banken genehmigt. Nach dem Bilanzstichtag kam es dennoch zu einer Nichteinhaltung des neu vereinbarten Covenant. Kraft eines weiteren vom Bankenkonsortium genehmigten Antrags seitens der Ahlers AG wurde der Covenant daraufhin temporär ausgesetzt. Im Februar 2023 wurde der Konsortialkreditvertrag strukturell angepasst.
Anhang zum Konzernabschluss der Ahlers AG für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2021 bis zum 30. November 2022
Der Konzernabschluss wurde grundsätzlich auf Grundlage historischer Anschaffungskosten aufgestellt. Eine Ausnahme hiervon ergibt sich lediglich bei derivativen Finanzinstrumenten, die zu Marktwerten bewertet wurden, sofern die Marktwerte zuverlässig bestimmt werden konnten. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Zu allen Posten des Jahresabschlusses werden Vergleichszahlen des Vorjahres angegeben.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der Verlautbarungen des IASB erfordert bei einigen Positionen, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf die Höhe und den Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Annahmen und Schätzungen beziehen sich insbesondere auf die Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Bestimmung der Nettoveräußerungswerte im Rahmen der Vorratsbewertung, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die Festlegung von Cashflows, Wachstumsraten und Diskontierungsfaktoren im Zusammenhang mit Wertminderungsprüfungen und der Bewertung von Marken. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis ergebniswirksam berücksichtigt.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Darüber hinaus hat der Konzern die folgenden neuen bzw.### 3. Konsolidierung
In den Konzernabschluss 2021/22 sind neben der Ahlers AG als Mutterunternehmen alle 9 inländischen und 15 ausländischen Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Als Tochterunternehmen werden dabei Gesellschaften definiert, die direkt oder indirekt von der Ahlers AG beherrscht werden. Die Beherrschung einer Gesellschaft liegt eindeutig immer dann vor, wenn ein Investor über die Entscheidungsmacht über die beherrschte Gesellschaft verfügt, er variablen Rückflüssen (in Form von z. B. Dividenden) ausgesetzt ist oder ihm solche Rechte zustehen und er infolge der Entscheidungsmacht in der Lage ist, die Höhe der variablen Rückflüsse zu beeinflussen. Bei der Beurteilung, ob ein Unternehmen beherrscht wird, werden die Existenz und die Auswirkungen von substanziellen potenziellen Stimmrechten einschließlich der von anderen Konzernunternehmen gehaltenen potenziellen Stimmrechte, berücksichtigt.
Im Geschäftsjahr wurden im Inland die Jupiter Bekleidung GmbH, Herford, auf die Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford, und die Pionier Jeans & Casuals Deutschland GmbH, Herford, auf die PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH, Herford, fusioniert. Zudem wurden die Otto Kern Austria GmbH, A-Mariasdorf, und die Texart d.o.o., HR-Strmec Samoborski, auf die Ahlers Austria GmbH, A-Mariasdorf, fusioniert. Die Texart d.o.o., SLO-Ljubljana wurde liquidiert. Neben der „LUBINEX“-Spolka z o.o. befinden sich seit diesem Geschäftsjahr auch die Texart Bratislava s r.o., SK-Bratislava, die Texart spol. s r.o., CZ-Prag, sowie die Ahlers Herford (Italia) S.R.L., I-Torino, in Liquidation. Eine Übersicht zu den Tochtergesellschaften und Beteiligungen befindet sich auf der Seite 100.
Alle konsolidierten Abschlüsse im Ahlers Konzern werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Einbeziehung in den Konzern beginnt mit der Erlangung der Mehrheit der Stimmrechte. Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens bemessen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.
Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen, Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden in voller Höhe eliminiert. At-Equity-Beteiligungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, da keine Beherrschung in Form von Stimmrechtsmehrheit besteht. Der Konzernabschluss der Ahlers AG wird in den Konzernabschluss der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, die auch das oberste beherrschende Mutterunternehmen darstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss der Westfälischen Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
100
Der Bilanzstichtag der einbezogenen Gesellschaften entspricht dem der Muttergesellschaft, außer bei der OOO Ahlers RUS, RUS-Moskau. Diese Gesellschaft hat als Bilanzstichtag den 31. Dezember und deshalb zum 30. November 2022 einen Zwischenabschluss erstellt.
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen und der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus monetären Anteilsbesitz der Ahlers AG (unmittelbar bzw. mittelbar gehalten)
| Firma | Anteil am Kapital (in %) | davon mittelbar | Eigenkapital 1) TEUR | Jahresüberschuss/-fehlbetrag 2) 2021/22 TEUR | % |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Ahlers P.C. GmbH, Herford | 100,00 | 21.036 | 3) | ||
| 2. Ahlers Textilhandel GmbH & Co. KG, Herford | 80,00 | 5.443 | 324 | ||
| 3. Ahlers Vertrieb GmbH, Herford | 100,00 | 28 | 3) | ||
| 4. Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford | 100,00 | 5.361 | 3) | ||
| 5. Baldessarini GmbH, Herford | 100,00 | 2.725 | 3) | ||
| 6. Ahlers Retail GmbH, Herford | 100,00 | 58 | 3) | ||
| 7. Otto Kern GmbH, Herford | 100,00 | 7.987 | 3) | ||
| 8. PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH, Herford | 100,00 | 101 | 3) | ||
| 9. Pionier Berufskleidung GmbH, Herford | 100,00 | 45 | 3) | ||
| 10. Adolf Ahlers AG, CH-Zug | 100,00 | 4.922 | 201 | ||
| 11. Ahlers Austria GmbH, A-Mariasdorf | 100,00 | 1.608 | 164 | ||
| 12. Ahlers Herford (España) S.L., E-Madrid | 100,00 | 275 | 56 | ||
| 13. Ahlers Herford (Italia) S.R.L. i.L., I-Torino | 100,00 | 266 | -17 | ||
| 14. Ahlers Premium France S.A.S., F-Horbourg-Wihr | 100,00 | 1.266 | 37 | ||
| 15. "Ahlers-Poland" Spolka z o.o., PL-Opole | 100,00 | 9.127 | -702 | ||
| 16. OOO Ahlers RUS, RUS-Moskwa | 90,00 | 3.270 | 1.629 | ||
| 17. SIA Ahlers LV, LV-Riga | 100,00 | 89 | 69 | ||
| 18. Dial Textile Industries Ltd., CL-Katunayake | 100,00 | 2.640 | 1.055 | ||
| 19. Ahlers Danmark A/S, DK-Haderslev | 100,00 | 291 | 47 | ||
| 20. "LUBINEX"-Spolka z o.o. i. L., PL-Lubin | 62,85 | 62,85 | 15 | -282 | |
| 21. UAB Ahlers LT, LT-Vilnius | 100,00 | 1 | -149 | ||
| 22. TEXART Bratislava s r.o. i.L., SK-Bratislava | 100,00 | 11 | -35 | ||
| 23. TEXART Magyarorszag Kft., H-Budapest | 100,00 | 11 | 108 | ||
| 24. TEXART spol. s r.o. i.L., CZ-Prag | 100,00 | 11 | -2 |
1) Fremdwährungsbeträge sind mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.
2) Fremdwährungsbeträge Jahresüberschuss/-fehlbetrag sind mit dem Geschäftsjahresdurchschnittskurs umgerechnet.
3) Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag
101
Posten als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Alle übrigen Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Durchschnittskurs. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Der im Eigenkapital für einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen Geschäftsbetriebs erfolgswirksam. Bei der Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens und der Rückstellungen werden der Stand zu Beginn des Geschäftsjahres und der Stand am Ende des Geschäftsjahres zu den jeweiligen Stichtagskursen, die Bewegungen innerhalb des Geschäftsjahres zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die hierdurch entstehenden Umrechnungsdifferenzen sind als Währungsdifferenzen in einer gesonderten Spalte ausgewiesen. Die Wechselkurse wichtiger Währungen entwickelten sich wie folgt:
4.# Zusammenfassung wesentlicher Bilanierungs- und Bewertungsmethoden
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter fallweiser Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern im Konzern. Den planmäßigen linearen Abschreibungen für wesentliche Anlagegüter liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zu Grunde:
Die Nutzungsdauern, die Restbuchwerte und die Abschreibungsmethoden für Sachanlagen werden periodisch überprüft, um zu gewährleisten, dass die Abschreibungsmethoden und die Abschreibungszeiträume mit den jeweiligen erwarteten wirtschaftlichen Nutzenverläufen aus den Gegenständen des Sachanlagevermögens im Einklang stehen.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter oder unbestimmter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden planmäßig über drei bis acht Jahre linear abgeschrieben. Erworbene immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern sie werden jährlich und zusätzlich immer dann, wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen, auf ihre Werthaltigkeit untersucht und, sofern notwendig, auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer wird in jeder Berichtsperiode überprüft, ob für diese Vermögenswerte weiterhin die Ereignisse und Umstände die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer rechtfertigen. Soweit die Gründe für zuvor erfasste Wertminderungen entfallen sind, wird eine Wertaufholung auf diese Vermögenswerte vorgenommen. Die Nutzungsdauern, die Restwerte und die Abschreibungsmethoden werden mindestens an jedem Geschäftsjahresende überprüft. Wenn die Erwartungen von den bisherigen Schätzungen abweichen, werden die entsprechenden Änderungen als Änderungen von Schätzungen bilanziert.
Der Bilanzausweis von Goodwills erfolgt unter den immateriellen Vermögenswerten.
| Währung | Durchschnittskurs | Stichtagskurs | Land | 2021/22 | 2020/21 | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Polen | PLN | 4,68 | 4,55 | 4,66 | 4,67 | ||
| Schweiz | CHF | 1,01 | 1,08 | 0,98 | 1,04 | ||
| USA | USD | 1,06 | 1,19 | 1,04 | 1,13 |
Soweit der Ahlers Konzern vertraglich dazu berechtigt ist, die Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren, werden am Bereitstellungsdatum ein Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine zugehörige Verbindlichkeit erfasst. Der erstmalige Ansatz des Nutzungsrechts erfolgt zu Anschaffungskosten, welche den Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, alle anfänglichen direkten Kosten, die geschätzten Kosten aus Demontage und Rückbau sowie abzüglich aller erhaltenen Leasinganreize umfassen. Die erstmalige Bewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt zum Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen. Als Abzinsungssatz wird der Grenzfremdkapitalzinssatz von Ahlers herangezogen, sofern sich nicht explizit ein Zinssatz aus dem Leasingverhältnis bestimmen lässt. Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt nach dem Anschaffungskostenmodell. Die Leasingverbindlichkeiten werden in der Folge gemindert um geleistete Leasingzahlungen und erhöht um den Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeiten.
Vom Wahlrecht, kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von unter einem Jahr und solche mit einem geringen zugrundeliegenden Vermögenswert von unter 5 TEUR nicht in der Bilanz anzusetzen, wird Gebrauch gemacht. Diesbezügliche Mietaufwendungen werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zudem bleiben Servicekomponenten bei der Aktivierung der Nutzungsrechte unberücksichtigt.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Folgebewertung erfolgt - beginnend nach Abschluss des ersten vollständigen Geschäftsjahres - in Höhe der anteiligen Veränderung des Eigenkapitals durch den Jahresüberschuss/-fehlbetrag und Kapitalerhöhung/-herabsetzung gemindert um vereinnahmte Dividenden. Bei vom Ahlers Konzern abweichendem Wirtschaftsjahr wird für die Bewertung der Beteiligung ein Zwischenabschluss auf den 30. November erstellt.
Kunstgegenstände werden gemäß IAS 16, Sachanlagen, bewertet. Die Bilanzierung erfolgt danach zu fortgeführten Anschaffungskosten. Kunstgegenstände mit einem Anschaffungswert über 1.500 EUR wurden nicht abgeschrieben. Für diese Kunstgegenstände wird von Wertbeständigkeit ausgegangen und keine planmäßige Abschreibung vorgenommen. Das heißt, dass der Wert den Anschaffungskosten entspricht. Sollten Anzeichen für eine Wertminderung einzelner Kunstgegenstände vorliegen, wird dieser auf seine Werthaltigkeit untersucht und, sofern notwendig, auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Entfallen die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderungen, wird eine Wertaufholung auf diesen Kunstgegenstand vorgenommen. Kunstgegenstände mit einem Anschaffungswert von unter 1.500 EUR werden planmäßig abgeschrieben.
Nach IFRS existiert kein Standard, der ausdrücklich auf Kunstgegenstände zutrifft, da diese weder Vorräte, noch Sachanlagen, noch immaterielle Vermögenswerte, noch finanzielle Vermögenswerte darstellen. IAS 8 schreibt in diesen Fällen vor, dass Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden anzuwenden sind, die für die Bedürfnisse der wirtschaftlichen Entscheidungsfindung der Adressaten von Bedeutung sind und zuverlässige Informationen ergeben. Dafür sind Anforderungen und Anwendungsleitlinien in Standards und Interpretationen anzuwenden, die ähnliche und verwandte Fragen behandeln. In diesem Fall ist der IAS 16, Sachanlagen, die angemessene Grundlage.
Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 und IFRS 9 bilanziert. Dementsprechend werden finanzielle Vermögenswerte, soweit für den Ahlers Konzern zutreffend, nach diesen Folgebewertungs-Kategorien klassifiziert:
Die Klassifizierung „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ erfolgt, wenn der finanzielle Vermögenswert einem Geschäftsmodell dient mit dem Ziel, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung von vertraglichen Zahlungsströmen zu halten und dies auch zu festgelegten Zeitpunkten zu Zins- und Tilgungszahlungen führt. Wird eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, erfolgt die Bilanzierung zum beizulegendem Zeitwert. Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung nach der Methode der Bilanzierung zum Handelstag. Die erstmalige Erfassung eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt an dem Tag, an dem der Ahlers Konzern Vertragspartner geworden ist. Finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert ihrer Gegenleistung bewertet, Transaktionskosten werden bei Forderungen und Krediten mit einbezogen. Die Bewertung zum beizulegendem Zeitwert orientiert sich an der Nähe der relevanten Bewertungsfaktoren zu einem aktiven Markt. Hierbei findet ein Drei-Stufen-Modell Anwendung: direkt von aktiven Märkten übernommene Preisfeststellungen (Marktpreise), Inputdaten ohne direkt am Markt notierte Preise mit einer Berechnung des beizulegenden Zeitwerts unter Anwendung anerkannte Modelle sowie Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam ausgewiesen. Bei Forderungen und Krediten erfolgt die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen. In Folge des Vertrags zum revolvierenden Verkauf von Forderungen ergab sich keine abweichende Klassifizierung. Der Effekt aus dem Einbezug zukunftsgerichteter Marktinformationen ist von untergeordneter Bedeutung, da die Festlegung des Default-Ereignisses unverändert bleibt. Ein Rating pro nicht einzelwertberichtigten Kunden erfolgt aus Kosten-Nutzen-Abwägungen nicht. Ein daraus entstehendes Risiko wird durch pauschalierte Einzelwertberichtigungen abgedeckt.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn deren Veräußerung vertraglich vereinbart wird, Kredite und Forderungen bei Bezahlung.
Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum Zeitwert. Derivative Finanzinstrumente werden in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Bilanzierung von Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente hängt davon ab, ob diese Instrumente als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden und die Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 erfüllen. Sind diese Voraussetzungen trotz Vorliegens eines wirtschaftlichen Sicherungszusammenhangs nicht gegeben, werden die Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente unmittelbar erfolgswirksam erfasst, anderenfalls erfolgt eine erfolgsneutrale Verbuchung direkt über das Eigenkapital.
Der Ahlers Konzern verwendet ausschließlich Devisenterminkontrakte als derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von gegenwärtigen und zukünftigen Währungsrisiken. Darüber hinaus können fallweise Zinsswaps zur Zins- sicherung abgeschlossen werden.# Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.
Die Nutzungsdauern, die Restwerte und die Abschreibungsmethoden für Sachanlagen, Kunstgegenstände und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich überprüft, um zu gewährleisten, dass die Abschreibungsmethoden, die Nutzungsdauern und die Restwerte mit den jeweiligen tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzenverläufen übereinstimmen.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit geprüft. Die Bewertung der immateriellen Vermögenswerte erfolgt dabei auf Basis einzelner Vermögenswerte, denen Cashflows direkt zugeordnet werden können. Diese einzelnen Vermögenswerte sind wiederrum 104 maßgeblich für den Wert der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Im Ahlers Konzern handelt es sich bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten um einzelne Unternehmensbereiche bzw. Marken.
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor oder ist eine jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit eines Vermögenswertes erforderlich, nimmt der Ahlers Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrages des jeweiligen Vermögenswertes vor. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert.
Der Nettoveräußerungswert entspricht dem Betrag, der aus einem Verkauf eines Vermögenswertes zu marktüblichen Bedingungen erzielbar ist, abzüglich seiner Veräußerungskosten.
Der Nutzungswert wird grundsätzlich auf Basis der geschätzten künftigen Cashflows aus der Nutzung und dem Abgang eines Vermögenswerts mit Hilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Die Cashflows werden aus vom Management genehmigten Finanzplänen mit einem Planungshorizont von fünf Jahren abgeleitet, aktuelle Entwicklungen werden berücksichtigt. Wesentliche Annahmen, die den Cashflow-Prognosen zugrunde liegen, sind die vermögensspezifischen Lizenzeinnahmen und die damit einhergehenden Kostenentwicklungen. Neuere Erkenntnisse werden bei der Erstellung der Prognosen rollierend eingearbeitet und können zu Korrekturen der bestehenden Pläne führen.
Die Cashflows werden unter Anwendung risikoäquivalenter Kapitalisierungszinssätze auf den Zeitpunkt der Überprüfung der Werthaltigkeit abgezinst.
Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Ergibt die Überprüfung, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat, nimmt der Ahlers Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrages vor. Soweit die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen sind, wird der Buchwert des Vermögenswertes auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung wird sofort im Periodenergebnis erfasst.
Einmal erfasste Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht wieder aufgeholt.
Finanzielle Vermögenswerte werden zu jedem Bilanzstichtag auf Werthaltigkeit geprüft. Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes geringer als sein Buchwert, wird der Buchwert auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Diese Abschreibung stellt einen Wertminderungsaufwand dar. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird ertragswirksam korrigiert, soweit neu aufgetretene Sachverhalte dies erfordern, jedoch maximal bis zum Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten.
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Kosten, die angefallen sind, um Vorräte an ihren derzeitigen Ort zu bringen und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen, werden wie folgt bilanziert:
Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem ursprünglichen Rechnungsbetrag abzüglich gegebenenfalls notwendiger Wertberichtigungen angesetzt. Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn ein objektiver substantieller Hinweis vorliegt, dass die Gesellschaft nicht in der Lage sein wird, die Forderungen einzuziehen. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind oder verkauft wurden.
Für den überwiegenden Teil der Forderungen besteht eine Warenkreditversicherung. Der mit der Warenkreditversicherung vereinbarte Selbstbehalt beträgt 10 Prozent. Forderungen, die mittels einer Warenkreditversicherung abgesichert sind, werden, sofern notwendig, nur in Höhe des vertraglich vereinbarten Selbstbehalts wertberichtigt.
Zahlungsmittel in der Bilanz umfassen den Kassenbestand und Bankguthaben. Für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente die oben definierten Zahlungsmittel sowie liquide Anlagen, wie sonstige Wertpapiere, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Ferner werden für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung Kontokorrentkredite als integraler Bestandteil des Cash-Managements in Abzug gebracht.
Bei der erstmaligen Erfassung von Darlehen werden diese mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung werden die verzinslichen Darlehen anschließend unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen und des Versorgungsaufwands bei leistungsorientierten Plänen erfolgt mit Hilfe des Anwartschaftsbarwertverfahrens. Die Bewertung richtet sich nach den landesspezifischen Bedingungen. Es handelt sich im Ahlers Konzern ausschließlich um geschlossene Pensionspläne, bei denen nur bereits bestehende Rentner und unverfallbare Anwartschaften bewertet werden müssen. Es werden jährlich versicherungsmathematische Untersuchungen durchgeführt. Dabei werden sowohl die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Rentensteigerungen berücksichtigt.
Die Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld, hier im Wesentlichen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Anpassungen und Änderungen von versicherungsmathematischen Annahmen, werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis erfasst. Der als Schuld aus den Pensionsplänen erfasste Betrag entspricht somit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung.
Altersteilzeitvereinbarungen basieren auf dem so genannten Blockmodell. In diesem Zusammenhang entstehen zwei Arten von Verpflichtungen, nämlich Erfüllungsbetrag und Aufstockungsbetrag, die jeweils in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Grundsätzen mit ihrem Barwert bilanziert werden.
Den Mitgliedern des Vorstands wurden als ein Bestandteil der langfristig orientierten Tantieme Wertsteigerungsrechte gewährt, die nur in bar ausgeglichen werden können. Erhält das Unternehmen im Gegenzug Dienstleistungen, die einzeln oder insgesamt nicht identifiziert werden können, so werden diese nicht identifizierbaren Dienstleistungen mit dem Differenzbetrag aus dem beizulegenden Zeitwert der aktienbasierten Vergütung und dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen identifizierbaren Dienstleistungen zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet. Dieser wird dann entsprechend aktiviert oder als Aufwand verbucht.
Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Schuld verteilt. Die Schuld wird zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Zur Ausgestaltung der anteilsbasierten Vergütungsvereinbarungen verweisen wir auf den Abschnitt ‚Vergütung des Vorstands‘ im Kapitel 2 Corporate Governance.
Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der virtuellen Aktien wurde auf Basis historischer Renditen und Volatilitäten eine Simulation der relevanten Renditen und der daraus resultierenden vertraglich vereinbarten Auszahlung durchgeführt. Der Mittelwert der sich aus der Simulation ergebenden Verteilung wurde angesetzt. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst.
Rückstellungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige gesetzliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses gegenüber Dritten besteht, die wahrscheinlich zu einem Vermögensabfluss führt und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
Für Restrukturierungsmaßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan besteht und bei den Betroffenen eine gerechtfertigte Erwartung geweckt wurde, dass die Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Ist die Wirkung des 106 Zinseffekts wesentlich, werden Rückstellungen mit dem Barwert bewertet. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst.# Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaliger Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Nach dem erstmaligen Ansatz werden die finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zum Nennwert oder zum Rückzahlungsbetrag angesetzt.
Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen an die Gesellschaft fließen wird und deren Höhe verlässlich bestimmt werden kann. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet. Der Ausweis erfolgt unter Abzug von Skonti, Rabatten, erwarteter Warenrücksendungen sowie Umsatzsteuer oder anderen Abgaben. Darüber hinaus müssen zur Realisation der Erträge die folgenden Ansatzkriterien erfüllt sein:
Ahlers hat Zuwendungen der öffentlichen Hand in Form von staatlichen Corona-Überbrückungshilfen erhalten. Diese Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Der Ausweis erfolgt unter den sonstigen betrieblichen Erträgen.
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für das laufende Geschäftsjahr und für frühere Geschäftsjahre sind mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden oder eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Aktive und passive latente Steuern werden auf alle zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften und den Wertansätzen im Konzernabschluss nach IFRS sowie auf bestimmte Konsolidierungsvorgänge gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind. Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden im Eigenkapital und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aktive und passive latente Steuern werden in der Konzernbilanz saldiert ausgewiesen, sofern ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde beziehen.
107
Im Geschäftsjahr 2021/22 entstanden im operativen Bereich sonstige betriebliche Erträge im Wesentlichen durch Umrechnungskursgewinne. Zudem erfolgten Zuschreibungen auf Markenrechte und dem Ahlers Konzern wurden weitere staatliche Überbrückungshilfen und Fixkostenzuschüsse im Rahmen der Corona-Hilfen zugesprochen und ausgezahlt. Im Vorjahr waren Erträge aus staatliche Überbrückungshilfen und Fixkostenzuschüssen im Rahmen der Corona-Hilfen sowie Erträge aus Veräußerungen eines nicht betriebsnotwendigen Firmengebäudes und sonstiger langfristiger Vermögenswerte die größten Einzelpositionen. Zu Detailangaben hinsichtlich der Zuschreibung auf Markenrechte siehe (12) immaterielle Vermögenswerte.
Die Umsatzerlöse wurden fast ausschließlich durch den Verkauf von Bekleidung erzielt; darüber hinaus sind Lizenzerträge der Otto Kern GmbH, Herford, in Höhe von 1.187 TEUR (Vorjahr 1.082 TEUR), der Pioneer Jeans-Bekleidung GmbH, Herford, in Höhe von 204 TEUR (Vorjahr 91 TEUR), der Baldessarini GmbH, Herford, in Höhe von 167 TEUR (Vorjahr 193 TEUR) und der Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford, in Höhe von 100 TEUR (Vorjahr - TEUR) enthalten. Die Auslandsumsätze werden im Wesentlichen in Europa erzielt.
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Erträge aus Zuschreibungen | 2.600 | - |
| Staatliche Überbrückungshilfen/ Fixkostenzuschüsse | 2.473 | 11.896 |
| Kursgewinne | 1.148 | 897 |
| Erträge private Kfz-Nutzung | 422 | 390 |
| Mieterträge | 294 | 193 |
| Erträge Anlagenabgang | 238 | 2.441 |
| Erträge Auflösung Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 195 | 314 |
| Erträge Auflösung Rückstellungen / übrige Verbindlichkeiten | 193 | 590 |
| Erträge Weiterberechnungen und Umlagen | 167 | 138 |
| Erträge Schadensfälle | 88 | 69 |
| Periodenfremde Erträge | 47 | 16 |
| Erträge Versicherungen | - | 59 |
| Übrige | 351 | 328 |
| Gesamt | 8.216 | 17.331 |
| TEUR | 2021/22 | % | 2020/21 | % |
|---|---|---|---|---|
| Inland | 93.627 | 54,8 | 77.129 | 54,1 |
| Ausland | 77.263 | 45,2 | 65.333 | 45,9 |
| Gesamt | 170.890 | 100,0 | 142.462 | 100,0 |
108
Die sozialen Abgaben beinhalten Arbeitgeberanteile aus beitragsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von 2.303 TEUR (Vorjahr 2.465 TEUR). Darüber hinaus sind hier Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr 453 TEUR) enthalten. Die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Personalaufwendungen sind Folge der nicht mehr in Anspruch genommen Kurzarbeit. Im Vorjahr wurden durch die Inanspruchnahme der coronabedingt notwendigen Kurzarbeit Personalkosten eingespart. Der Materialaufwand zuzüglich der Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen in Höhe von -943 TEUR (Vorjahr 1.543 TEUR) entwickelte sich aufgrund geringerer Abschriften auf Vorräte unterproportional zum Umsatz.
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 31.281 | 29.130 |
| Soziale Abgaben | 5.577 | 5.347 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 81 | 109 |
| Gesamt | 36.939 | 34.586 |
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Vertriebsaufwand | 24.405 | 21.706 |
| Verwaltungsaufwand | 8.790 | 7.796 |
| Werbeaufwand | 5.343 | 4.106 |
| Instandhaltung | 2.580 | 2.313 |
| Versicherungsaufwand | 982 | 965 |
| Kosten Geldverkehr | 827 | 783 |
| Wertberichtigungen | 503 | 552 |
| Kursdifferenzen | 422 | 404 |
| Sonstige Steuern | 236 | 332 |
| Gebühren | 176 | 223 |
| Forderungsausfall | 88 | 113 |
| Übrige | 4.735 | 4.328 |
| Gesamt | 49.087 | 43.621 |
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 76.051 | 71.553 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 17.261 | 7.036 |
| Gesamt | 93.312 | 78.589 |
109
Der Vertriebsaufwand setzt sich im Wesentlichen aus umsatzvariablen Kosten (Provisionen, Reisekosten, Lizenzen, Frachten und Auslagerungen) zusammen. Der Verwaltungsaufwand enthält Rechts- und Beratungskosten, EDV- Kosten sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung. Kosten für Messen, Marketing inkl. Handelsmarketing bilden den Werbeaufwand. Die langfristigen Verbindlichkeiten mit unbestimmter Laufzeit gegenüber der Adolf Ahlers AG, CH-Zug, stellen monetäre Posten als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb nach IAS 21.15 dar. Dadurch werden die hieraus entstehenden Umrechnungsdifferenzen nach IAS 21.32f. zunächst nicht in den betrieblichen Aufwendungen gezeigt, sondern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Sie werden erst bei Realisierung erfolgswirksam. Die Zinsaufwendungen enthalten Zinsen auf Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -192 TEUR (Vorjahr -208 TEUR, vgl. hierzu Abschnitt (5) Sonstige betriebliche Aufwendungen.
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Zuschreibung At-Equity-Beteiligung | 50 | - |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 49 | 71 |
| Zinsaufwendungen | -2.466 | -1.932 |
| Gesamt | -2.367 | -1.861 |
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke und Bauten | 242 | 301 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 260 | 321 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.597 | 1.943 |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Gewerbliche Schutzrechte u.ä. Rechte | 1.648 | 1.623 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | - | 328 |
| Nutzungsrechte an Leasingobjekten | 3.276 | 3.834 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | ||
| Sonstige Vermögenswerte | 1 | 298 |
| Gesamt | 7.024 | 8.648 |
| davon Wertminderungsaufwendungen | ||
| Firmenwerte | - | 328 |
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 76.051 | 71.553 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 17.261 | 7.036 |
| Gesamt | 93.312 | 78.589 |
110
Von den latenten Steuern entfallen auf das Entstehen bzw. die Auflösung temporärer Differenzen 170 TEUR Ertrag (Vorjahr 1.045 TEUR Ertrag). Für die Ahlers AG ermittelt sich ein inländischer Ertragsteuersatz für latente Steuern von 30,88 Prozent (Vorjahr 30,88 Prozent). Dieser errechnet sich aus der Körperschaftsteuer mit einem Steuersatz von 15,00 Prozent und dem Solidaritätszuschlag, der in Höhe von 5,50 Prozent auf die Körperschaftsteuer erhoben wird, sowie der Gewerbeertragsteuer von 15,05 Prozent bei einem Durchschnittshebesatz von 430 Prozent. Die Steuersätze im Ausland liegen zwischen 15,00 Prozent und 30,00 Prozent (Vorjahr zwischen 10,00 Prozent und 28,00 Prozent). Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom erwarteten Ertragsteueraufwand, der sich theoretisch bei Anwendung eines Ertragsteuersatzes von 30,88 Prozent (Vorjahr 30,88 Prozent) auf Konzernebene ergeben würde, zum tatsächlich ausgewiesenen Ertragsteueraufwand im Konzern.# (8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | -8.681 | -9.055 |
| Erwarteter Steueraufwand bei einem Steuersatz von 30,88% (2020/21: 30,88%) | -2.681 | -2.796 |
| Steuersatzdifferenzen zum lokalen Steuersatz | -318 | -21 |
| Steuersatzänderungseffekte | 62 | -4 |
| Nicht abziehbare Betriebsausgaben | 376 | 787 |
| Steuern für Vorjahre | -12 | 27 |
| Ansatzkorrekturen latenter Steuern und sonstige permanente Differenzen | 3.166 | 1.917 |
| Steuerfreie Erträge | -165 | -108 |
| Sonstige Abweichungen | 43 | 6 |
| Summe der Anpassungen | 3.152 | 2.604 |
| Ausgewiesener Ertragsteueraufwand | 471 | -192 |
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Tatsächlicher Steueraufwand | ||
| Deutschland | 0 | 530 |
| Ausland | 597 | 344 |
| 597 | 874 | |
| Latente Steuern | ||
| Deutschland | -173 | -925 |
| Ausland | 48 | -141 |
| -125 | -1.066 | |
| 472 | -192 |
Zum 30. November 2022 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 39.267 TEUR (Vorjahr 39.267 TEUR) keine latenten Steuern angesetzt, da der Vorstand deren Nutzung in den nächsten fünf Jahren nicht als hinreichend wahrscheinlich genug einstuft. Hiervon verfallen 298 TEUR sukzessive innerhalb der nächsten 8 Jahre. Zudem wurden aktive latente Steuern in Höhe von 409 TEUR (Vorjahr 453 TEUR) bilanziert, deren Realisierung von künftigen steuerpflichtigen Ergebnissen abhängt, die die Ergebniseffekte aus der Auflösung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen übersteigen. Deren Realisierung ist gewährleistet, da künftige zu versteuernde Gewinne in ausreichender Höhe erwartet werden. Diese Erwartungen basieren auf den Unternehmensplanungen der betroffenen Konzernunternehmen. Kernstück der Konzernstrategie, die den Ansatz rechtfertigen, sind die geplanten Umsatzsteigerungen, Kosteneinsparungen sowie die weitere Durchdringung des Marktes. Die Steuerabgrenzungen sind folgenden Bilanzposten zuzuordnen: Zum Bilanzstichtag bestehen steuerpflichtige temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 289 TEUR (Vorjahr 172 TEUR), für welche keine latenten Steuern passiviert wurden, da weder Veräußerungen noch Gewinnausschüttungen geplant sind. Neben den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Steueraufwendungen wurden latente Steuern aus der erfolgsneutralen Bewertung der Devisentermingeschäfte, der Umrechnungsdifferenzen nach IAS 21.32f sowie der Behandlung der Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 92 TEUR (Vorjahr -121 TEUR) direkt im Eigenkapital erfasst.
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | -8.681 | -9.055 |
| Erwarteter Steueraufwand bei einem Steuersatz von 30,88% (2020/21: 30,88%) | -2.681 | -2.796 |
| Steuersatzdifferenzen zum lokalen Steuersatz | -318 | -21 |
| Steuersatzänderungseffekte | 62 | -4 |
| Nicht abziehbare Betriebsausgaben | 376 | 787 |
| Steuern für Vorjahre | -12 | 27 |
| Ansatzkorrekturen latenter Steuern und sonstige permanente Differenzen | 3.166 | 1.917 |
| Steuerfreie Erträge | -165 | -108 |
| Sonstige Abweichungen | 43 | 6 |
| Summe der Anpassungen | 3.152 | 2.604 |
| Ausgewiesener Ertragsteueraufwand | 471 | -192 |
| TEUR | 30.11.2022 | 30.11.2021 |
|---|---|---|
| aktive latente Steuern | passive latente Steuern | |
| SachAnlagen | 75 | 323 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 105 | 2.873 |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 23 | 56 |
| Vorräte | 802 | - |
| Forderungen und sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 139 | 47 |
| Pensionsrückstellungen | 232 | - |
| Übrige Rückstellungen | 213 | 44 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 48 | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 277 | - |
| 1.914 | 3.343 | |
| Verlustvorträge | 1.725 | - |
| 3.639 | 3.343 | |
| Saldierung | -3.044 | -3.044 |
| 595 | 299 |
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Tatsächlicher Steueraufwand | ||
| Deutschland | 0 | 530 |
| Ausland | 597 | 344 |
| 597 | 874 | |
| Latente Steuern | ||
| Deutschland | -173 | -925 |
| Ausland | 48 | -141 |
| -125 | -1.066 | |
| 472 | -192 |
In den Konzernabschluss wurden Gesellschaften einbezogen, an denen die Ahlers AG zu weniger als 100 Prozent beteiligt ist. Die entsprechenden Minderheitenanteile werden in der Konzernbilanz innerhalb des Eigenkapitals getrennt vom auf die Aktionäre der Ahlers AG entfallenden Eigenkapital ausgewiesen. Ebenso werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung nicht beherrschende Anteile am Konzern-Ergebnis bzw. Gesamtergebnis gesondert ausgewiesen.
Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem auf die Anteilseigner der Ahlers AG entfallenden Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Im Geschäftsjahr befanden sich durchschnittlich 13.681.520 nennwertlose Stückaktien im Umlauf (Vorjahr 13.681.520). Weder zum 30. November 2022 noch zum 30. November 2021 gab es Aktien, die den Gewinn pro Aktie verwässern könnten. Das auf die Anteilseigner der Ahlers AG entfallende Konzernergebnis beträgt -9.300 TEUR (Vorjahr -9.289 TEUR). Dieser Betrag wird zu gleichen Teilen auf alle Aktien verteilt. Im Geschäftsjahr 2021/22 ergibt sich so ein Ergebnis je Aktie von -0,68 EUR (Vorjahr -0,68 EUR).
Die Veränderungen der einzelnen Posten der langfristigen Vermögenswerte in den Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 sind in der Entwicklung des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte in den Anlagen zum Konzernanhang dargestellt.
Das Investitionsvolumen in Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte lag im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich über den Vorjahren aber noch leicht unter den planmäßigen Abschreibungen. Grund war eine vorsichtige Aufholung der in den Vorjahren als eine Gegenmaßnahme zur Eindämmung der Folgen der Corona-Pandemie ausgebliebenen Investitionen. Die Zugänge bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 1.901 TEUR beinhalten im Wesentlichen Shopsysteme sowie Ersatzinvestitionen.
Die Steuereffekte in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sind im Einzelnen:
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| vor Steuern | latente Steuern | |
| Nicht in die GuV umzuklassifizieren | ||
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 424 | -123 |
| In die GuV umzuklassifizieren | ||
| Netto-Ergebnis aus Cashflow Hedges | -456 | 141 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen nach IAS 21.32f | -240 | 74 |
| Sonstige Währungsumrechnungsdifferenzen im Eigenkapital | -474 | - |
| Umgliederungen in Verbindlichkeiten | -57 | - |
| -803 | 92 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -711 | -550 |
Die alleinige Nutzung der dem Unternehmen gehörenden Marken BALDESSARINI und OTTO KERN ist durch langfristige und verlängerbare Schutzrechte gewährleistet, so dass jeweils eine unbestimmte Nutzungsdauer vorliegt. Der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer setzt sich zusammen aus den Buchwerten der Markenrechte OTTO KERN in Höhe von 6.800 TEUR (Vorjahr 5.600 TEUR) und BALDESSARINI in Höhe von 5.670 TEUR (Vorjahr 4.270 TEUR). Der Buchwertanstieg resultiert aus den im Geschäftsjahr erfolgten Wertaufholungen bei den Markenrechten. Beide Bereiche bilden je eine zahlungsmittelgenerierende Einheit. Entwicklungskosten werden nicht aktiviert, da die Ansatzvoraussetzungen nach IAS 38 nicht vollumfänglich erfüllt sind. Im Geschäftsjahr wurden Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von 3.452 TEUR (Vorjahr 3.535 TEUR) als Aufwand erfasst.
Überprüfung auf Wertminderungsbedarf nach IAS 36
Zum Bilanzstichtag nahm der Konzern eine Überprüfung der erzielbaren Beträge bzw. der Werthaltigkeit der Sachanlagegegenstände sowie der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter und unbestimmter Nutzungsdauer vor. Die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten den Geschäftsbereichen OTTO KERN bzw. BALDESSARINI und damit dem Premium Segment zugeordnet. Die erzielbaren Beträge der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde liegenden Vermögenswerten wurden jeweils anhand der Nutzungswerte auf Basis der Barwerte der geplanten künftigen Cashflow-Prognosen ermittelt. Diesen Cashflow-Prognosen liegen Finanzplanungen über einen Zeitraum von fünf Jahren zugrunde. Die Umsatz-Wachstumsraten für die Planungsperioden liegen zwischen einem niedrigen einstelligen und einem niedrigen zweistelligen Bereich und spiegeln damit die langfristigen Erwartungen des Unternehmens für die jeweilige Marke wieder. Des Weiteren wird eine verbesserte Rohertragsmarge und damit eine verbesserte EBIT-Marge erwartet. Für Investitionen wird ein moderater Anstieg unterstellt, Steuerzahlungen wurden als nicht wesentlich eingestuft. Über den Planungshorizont von fünf Jahren hinaus wurde wie in den Vorjahren der letzte Wert eingefroren und übersteigen damit mit Sicherheit nicht die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten der entsprechenden Geschäftsfelder. Der Abzinsungssatz spiegelt den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz unter Heranziehung einer gewichteten Fünfjahresdurchschnitts-Kapitalstruktur wieder und basiert auf den Finanzierungskosten, jeweils unter Einbeziehung der wichtigsten Wettbewerber in den für Ahlers relevanten Märkten. Der verwendete Abzinsungssatz der Cashflow-Prognosen beträgt für jeden den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde liegenden Vermögenswert im Mittel 8,63 Prozent. Im Geschäftsjahr ergaben sich Wertaufholungen auf die Markenrechte BALDESSARINI in Höhe von 1.400 TEUR und auf die Markenrechte OTTO KERN in Höhe von 1.200 TEUR (Vorjahr 0 TEUR). Das Management ist der Auffassung, dass die getroffenen Annahmen und Schätzungen für die Vermögenswerte und zahlungsmittelgenerierenden Einheiten angemessen sind. Dennoch können sich künftige Änderungen von Rahmenbedingungen auf die Parameter der Bestimmung des erzielbaren Betrags auswirken. Diese können dazu führen, dass in Zukunft der erzielbare Betrag vom zugehörigen Buchwert abweicht.# (13) Leasingverhältnisse
Gemäß dem Leasing-Standards IFRS 16 werden Nutzungsrechte an Leasingobjekten in Form von Retailflächen, Büros und Fuhrpark aktiviert und über die Nutzungsdauern der Objekte abgeschrieben. Die Restlaufzeiten dieser Verträge betragen zwischen einem und sechs Jahren. Verträge zu Retailflächen und Büros enthalten größtenteils Verlängerungsoptionen und Preisanpassungsklauseln. Verträge mit einer Gesamtlaufzeit von unter einem Jahr werden nicht bilanziert und der Aufwand wird entsprechend sofort erfasst.
In der Bilanz wurde das ausgelaufene Finanzierungsleasing Hardware unter Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen. Dem stehen folgende Barwerte der Leasingverbindlichkeiten gegenüber:
Im Vorjahr wurde die restliche Verbindlichkeit aus dem auslaufenden Finanzierungsleasing in Höhe von 147 TEUR in der Bilanz unter den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Ertragswirksam wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Die gesamten Leasingzahlungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf 7.353 TEUR (Vorjahr 6.859 TEUR). Diese Zahlungen beinhalten bedingte Mietzahlungen in Höhe von 497 TEUR (Vorjahr 301 TEUR), die im Mietaufwand erfasst sind. Bei den bedingten Mietzahlungen handelt es sich um umsatzabhängige Mieten.
Im Geschäftsjahr 2021/22 gingen Nutzungsrechte an Leasingobjekten in Höhe von 4.820 TEUR zu. Ausgehend vom Buchwert per 30. November 2021 in Höhe von 7.937 TEUR und unter Abzug der Abschreibungen auf Nutzungsrechte in Höhe von 3.276 TEUR und der Abgänge in Höhe von 255 TEUR ergibt sich so per 30. November 2022 der ausgewiesene Buchwert von 9.226 TEUR.
Die Buchwerte der Nutzungsrechte setzen sich zusammen aus:
| TEUR | |
|---|---|
| 2021/22 | |
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte | -3.276 |
| kurzfristige Leasingverhältnisse | -3.870 |
| Zinsaufwand | -192 |
| -7.338 |
| TEUR | |
|---|---|
| 2020/21 | |
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte | -3.834 |
| kurzfristige Leasingverhältnisse | -2.761 |
| Zinsaufwand | -214 |
| -6.809 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Leasingverbindlichkeiten, langfristig | 5.821 |
| Leasingverbindlichkeiten, kurzfristig | 3.624 |
| 9.445 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Leasingverbindlichkeiten, langfristig | 4.975 |
| Leasingverbindlichkeiten, kurzfristig | 3.259 |
| 8.234 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Grund und Boden | 556 |
| Retailflächen / Büros | 8.221 |
| Fuhrpark | 449 |
| Finanzierungsleasing Hardware | - |
| 9.226 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Grund und Boden | 517 |
| Retailflächen / Büros | 7.064 |
| Fuhrpark | 356 |
| Finanzierungsleasing Hardware | 143 |
| 8.080 |
Es besteht eine 49-prozentige Beteiligung der Ahlers AG an der 2010 gegründeten Jupiter Shirt GmbH, Tirschenreuth. Der Abschlussstichtag der Gesellschaft ist der 31. Dezember. Deshalb wurde ein Zwischenabschluss auf den 30. November 2022 erstellt. Da das Unternehmen sich im Geschäftsjahr 2021/22 trotz der Folgen der Corona-Pandemie positiv entwickelte und keine Kapitalerhöhung oder -minderung erfolgte, wurde der Beteiligungsansatz im Rahmen der Fortschreibung des Equity-Wertes gegenüber dem Vorjahr um 50 TEUR erhöht. Der Ertrag ist unter den Gewinnanteilen von At-Equity-Beteiligungen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr hat die Jupiter Shirt GmbH keine Dividende ausgeschüttet. Im Geschäftsjahr 2021 erzielte das At-Equity bilanzierte Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 3.858 TEUR sowie ein Ergebnis von -36 TEUR. Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2021 4.441 TEUR.
In den sonstigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 863 TEUR (Vorjahr 695 TEUR) sind sonstige langfristige verzinsliche und unverzinsliche Ausleihungen sowie hinterlegte Mietkautionen enthalten. Unter den sonstigen Vermögenswerten werden insbesondere Kunstgegenstände ausgewiesen. Es handelt sich überwiegend um Werke von bekannten Künstlern zeitgenössischer Kunst und der Klassischen Moderne. Im Geschäftsjahr haben sich die Buchwerte durch Verkäufe und geringfügige, planmäßige Abschreibungen um 524 TEUR verringert. Die Verkäufe erzielten Erlöse in Höhe von 576 TEUR mit einem Netto-Gewinn in Höhe von 59 TEUR. Gewinne wie auch Verluste aus der Veräußerung von einzelnen Kunstgegenständen sind kein Indikator für ähnliche Wertentwicklungen bei anderen Kunstgegenständen. Zur Wertfeststellung sind keine öffentlich verfügbaren Preise vorhanden. Wie im Vorjahr wurden im Geschäftsjahr 2021/22 keine Kunstwerke gekauft.
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Zur Klassischen Moderne zählt die Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, während die zeitgenössische Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist. Die Kunstsammlung der Ahlers AG umfasst im Bereich der Klassischen Moderne u.a. Werke von Max Beckmann, Emil Nolde und Kurt Schwitters sowie bei der zeitgenössischen Kunst u. a. Werke von Joseph Beuys und Andy Warhol.
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Zeitgenössische Kunst | 3.151 |
| Klassische Moderne | 213 |
| Sonstige Kunstgegenstände | 459 |
| 3.823 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Zeitgenössische Kunst | 3.432 |
| Klassische Moderne | 260 |
| Sonstige Kunstgegenstände | 655 |
| 4.347 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 12.167 |
| Unfertige Erzeugnisse | 1.038 |
| Fertigerzeugnisse und Waren | 60.145 |
| geleistete Anzahlungen auf Vorräte | 1.270 |
| 74.620 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 8.288 |
| Unfertige Erzeugnisse | 857 |
| Fertigerzeugnisse und Waren | 42.114 |
| geleistete Anzahlungen auf Vorräte | - |
| 51.259 |
Der Betrag der in der Vorratsbewertung berücksichtigten Wertminderungen beläuft sich auf 9.009 TEUR (Vorjahr 11.875 TEUR). Der Buchwert der Vorräte, die zum Nettoveräußerungswert angesetzt sind, beträgt 20.900 TEUR (Vorjahr 19.354 TEUR). Bedingt durch ein deutlich gestiegenes Auftragsvolumen wurden die Produktionskapazitäten gesteigert. Damit ging eine höhere Bevorratung an Rohwaren einher. Zudem wurden Anliefertermine der Fertigwaren früher eingeplant, um potentiellen Lieferkettenproblematiken entgegen zu wirken. Darüber hinaus wurden die NOS-Bestände den Umsatzsteigerungen angepasst, um jederzeit schnell lieferfähig zu sein. Gegenläufig wurden durch Abverkäufe von Altwaren in diesem Bereich nochmals merklich Bestände reduziert, so dass sich insgesamt die Struktur der Vorräte deutlich verjüngt hat.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel nicht verzinslich und haben eine durchschnittliche Laufzeit von 48 Tagen (Vorjahr 50 Tagen). Die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen erforderlichen Wertminderungen entwickelten sich wie folgt: Sämtliche Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträgen verbucht.
Nachfolgende Tabelle zeigt die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 30. November 2022:
Hierin enthalten sind Forderungen an einen ausländischen Großkunden in Höhe von 534 TEUR (Vorjahr 775 TEUR). Von diesen Forderungen sind 534 TEUR (Vorjahr 700 TEUR) durch eine Bürgschaft abgesichert.
| TEUR | |
|---|---|
| 2021/22 | |
| Stand am 1.12. | 1.865 |
| Inanspruchnahme | -335 |
| Auflösung | -195 |
| Zuführungen | 455 |
| Umrechnungsdifferenzen | 8 |
| Stand am 30.11. | 1.798 |
| TEUR | |
|---|---|
| 2020/21 | |
| Stand am 1.12. | 1.725 |
| Inanspruchnahme | -119 |
| Auflösung | -168 |
| Zuführungen | 444 |
| Umrechnungsdifferenzen | -17 |
| Stand am 30.11. | 1.865 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Buchwert am 30. November | 17.690 |
| davon weder überfällig noch wertgemindert | 13.578 |
| davon überfällig, aber nicht wertgemindert | 1.998 |
| < 90 Tage | 1.413 |
| > 90 Tage bis 180 Tage | 18 |
| > 180 Tage bis 270 Tage | 347 |
| > 270 Tage bis 360 Tage | 7 |
| > 360 Tage | 213 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Buchwert am 30. November | 17.534 |
| davon weder überfällig noch wertgemindert | 13.114 |
| davon überfällig, aber nicht wertgemindert | 2.480 |
| < 90 Tage | 2.122 |
| > 90 Tage bis 180 Tage | 28 |
| > 180 Tage bis 270 Tage | 46 |
| > 270 Tage bis 360 Tage | 1 |
| > 360 Tage | 283 |
Bei den überfälligen, aber nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen keine Indikatoren vor, die darauf hinweisen, dass die Schuldner ihren Verbindlichkeiten nicht nachkommen. Darüber hinaus sind diese Posten über Bürgschaften, eine kundenseitige Warenkreditversicherung oder Möglichkeiten der Verrechnung abgesichert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen etwa auf Vorjahresniveau. Unter Hinzurechnung des höheren Factoring-Volumens liegen sie deutlich über dem Vorjahreswert. Grund hierfür ist der hohe Umsatz insbesondere im letzten Monat des Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahresmonat. Die per 30. November 2018 abgeschlossene Factoring-Vereinbarung führte zum Bilanzstichtag zu einer Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5.775 TEUR (Vorjahr 4.040 TEUR). Weitere Ausführungen zum Factoring befinden sich im Abschnitt (34) Finanzrisikomanagement.
Unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden im Wesentlichen die positiven Werte aus der Bewertung der Devisentermingeschäfte zum Zeitwert ausgewiesen. Positive Werte aus der Bewertung der Devisentermingeschäfte lagen zum Bilanzstichtag nicht vor (Vorjahr 300 TEUR). Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrafen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 55 TEUR) den Lieferungs- und Leistungsverkehr mit diesen Unternehmen. Die sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 6.625 TEUR (Vorjahr 10.148 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Vermögenswerte aus erwarteten Retouren in Höhe der Bilanzwerte der Produkte bei Auslieferung unter Abzug der Kosten der Rücknahme. Darüber hinaus finden sich hier Umsatzsteuern, abgegrenzte Lizenzentgelte, Bonusansprüche, Forderungen an Lieferanten und Versicherungsgesellschaften. Die Auszahlung der im Vorjahr aktivierten Erstattungsansprüche von Überbrückungshilfen der Bundesregierung führte hauptsächlich zu dem deutlichen Abbau der sonstigen Vermögenswerte. Guthaben bei Kreditinstituten umfassen kurzfristig disponierbare Zahlungsmittel sowie angelegte Tagesgelder. Sie werden marktüblich verzinst. Der beizulegende Zeitwert der Zahlungsmittel beträgt 3.607 TEUR (Vorjahr 5.991 TEUR).
Für Zwecke der Kapitalflussrechnung setzt sich der Finanzmittelbestand wie folgt zusammen:
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Kasse | 156 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 3.451 |
| 3.607 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Kasse | 168 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 5.823 |
| 5.991 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Kasse | 156 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 3.451 |
| Kontokorrentkredite | -18.534 |
| -14.927 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Kasse | 168 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 5.823 |
| Kontokorrentkredite | -579 |
| 5.412 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2022 | |
| Buchwert am 30. November | 17.690 |
| davon weder überfällig noch wertgemindert | 13.578 |
| davon überfällig, aber nicht wertgemindert | 1.998 |
| < 90 Tage | 1.413 |
| > 90 Tage bis 180 Tage | 18 |
| > 180 Tage bis 270 Tage | 347 |
| > 270 Tage bis 360 Tage | 7 |
| > 360 Tage | 213 |
| TEUR | |
|---|---|
| 30.11.2021 | |
| Buchwert am 30. November | 17.534 |
| davon weder überfällig noch wertgemindert | 13.114 |
| davon überfällig, aber nicht wertgemindert | 2.480 |
| < 90 Tage | 2.122 |
| > 90 Tage bis 180 Tage | 28 |
| > 180 Tage bis 270 Tage | 46 |
| > 270 Tage bis 360 Tage | 1 |
| > 360 Tage | 283 |
Das Eigenkapital und seine einzelnen Komponenten werden in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung gesondert dargestellt.# (21) Gezeichnetes Kapital
Das gezeichnete Kapital besteht aus insgesamt 13.681.520 nennwertlosen Stückaktien. Es handelt sich wie im Vorjahr um auf den Namen lautende Stammaktien. Zum 30. November 2022 befanden sich unverändert zum Vorjahr insgesamt 13.681.520 Aktien im Umlauf.
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. April 2022 wurde die Satzung wie folgt geändert: Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 27. April 2027 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, jedoch insgesamt höchstens um 21.600 TEUR zu erhöhen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Bedingungen auszuschließen (vgl. Kapitel 3 Zusammengefasster Lagebericht, Sonstige Angaben, Übernahmerechtliche Angaben und erläuternder Bericht, Seite 82 oder www.ahlers-ag.com, Rubrik ‚Investor Relations‘).
Zum 30. November 2022 hielt die Gesellschaft keine eigenen Aktien.
Die Kapitalrücklage beträgt 15.024 TEUR, davon entfallen 12.782 TEUR auf das Agio aus der Kapitalerhöhung gegen Bareinlage anlässlich des Börsengangs und 1.610 TEUR aus der Begebung von Vorzugsaktien. Die Kapitalrücklage im IFRS-Konzernabschluss wurde um Eigenkapitalbeschaffungskosten, die im Rahmen des Börsengangs der Gesellschaft angefallen sind, vermindert.
Die Gewinnrücklagen in Höhe von -6.235 TEUR setzen sich zusammen aus den Verlustvorträgen (-602 TEUR), dem auf die Anteilseigner der Ahlers AG entfallenden Jahresfehlbetrag (-9.300 TEUR), den Gewinnrücklagen aus der IFRS-Erst- anwendung (7.293 TEUR) und übrigen Gewinnrücklagen (-3.626 TEUR). Letztere enthalten die direkt im Eigenkapital verbuchten Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld der Pensionsverpflichtungen in Höhe von -360 TEUR vor Steuern und -262 TEUR nach Steuern. Aus dem handelsrechtlichen Bilanzgewinn einschließlich der handelsrechtlichen Gewinnrücklagen der Ahlers AG in Höhe von zusammen -15.747 TEUR darf der Unterschiedsbetrag aus der Berechnung der Pensionsrückstellungen zu den unterschiedlichen Abzinsungssätzen gemäß § 253 Abs. 6 HGB in Höhe von 37 TEUR nicht ausgeschüttet werden.
Die Eigenkapitaldifferenz aus der Fremdwährungsumrechnung beinhaltet alle Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften in Euro, Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb nach Steuern entsprechend IAS 21.32f sowie der erfolgsneutralen Bewertung der nach IAS 39 gesicherten Devisentermingeschäfte nach Steuern. Der Anteil der erfolgsneutral verrechneten latenten Steuern hieraus beträgt insgesamt 595 TEUR (Vorjahr 380 TEUR).
Die Pensionsverpflichtungen innerhalb des Ahlers Konzerns werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen unter Einrechnung dynamischer Entwicklungen nach versicherungsmathematischen Verfahren berechnet. Der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen zu Grunde gelegt:
Die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste erfolgt dabei gemäß IAS 19.120ff. im sonstigen Ergebnis. Die Pensionsaufwendungen beinhalten neben dem Personalaufwand auch den Zinsaufwand. Auf die Berücksichtigung der Gehaltstrends wurde verzichtet, da sich die Pensionsrückstellungen fast ausschließlich auf bereits ausgeschiedene Mitarbeiter beziehen und zukünftig keine neuen Pensionsverpflichtungen abgeschlossen werden. In der Bilanz werden die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen angesetzt.
| TEUR | 1.12.2021 | Inanspruchnahme | Auflösung | Zuführung | Aufzinsung | Umrechnungsdifferenz | 30.11.2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| langfristige Rückstellungen | |||||||
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 2.830 | 244 | 450 | 0 | 75 | -112 | 2.099 |
| sonstige Jubiläen | 280 | 14 | 21 | 4 | 0 | 0 | 249 |
| Altersteilzeit | 449 | 36 | 18 | 54 | 0 | - | 449 |
| Zwischensumme | 729 | 50 | 39 | 58 | 0 | 0 | 698 |
| kurzfristige Rückstellungen | |||||||
| Retouren/Preisnachlässe | 4.577 | 1.453 | 0 | 288 | - | 3 | 3.415 |
| Abfindungen | 896 | 212 | 91 | 609 | - | -1 | 1.201 |
| Sonstige | 433 | 207 | 0 | 341 | - | -102 | 465 |
| Zwischensumme | 5.906 | 1.872 | 91 | 1.238 | - | -100 | 5.081 |
| Gesamt | 9.465 | 2.166 | 580 | 1.296 | 75 | -212 | 7.878 |
| 2021/22 | 2020/21 | |
|---|---|---|
| Rechnungszins | 3,71% | 0,60% |
| Rententrend | 2,25% | 2,00% |
Die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen betrugen zum 30. November 2020 2.749 TEUR, zum 30. November 2019 2.879 TEUR und zum 30. November 2018 2.935 TEUR. Zu Angaben der in der Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Ergebnis erfassten Beträgen wird auf die Abschnitte (4) Personalaufwand und (8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verwiesen. Die Pensionsrückstellungen betreffen weitestgehend Ansprüche von ehemaligen Arbeitnehmern in Deutschland. Weiterhin umfasst die Rückstellung Ansprüche von im Ausland beschäftigten Mitarbeitern aus den gesetzlich vorgeschriebenen Abfertigungen (Leistungen nach Ausscheiden) in Höhe von 405 TEUR (Vorjahr 450 TEUR). Aufgrund der sehr geringen und weiter rückläufigen Anzahl aktiver Anwärter bergen die leistungsorientierten Versorgungspläne kein Risiko für künftige Zahlungsströme.
Den in den sonstigen langfristigen Rückstellungen ausgewiesenen Jubiläumsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zu Grunde, bei deren Berechnung die am Bilanzstichtag gültigen, aktuellen Annahmen und Trends herangezogen wurden. Darüber hinaus sind Altersteilzeitrückstellungen in Höhe von 449 TEUR (Vorjahr 472 TEUR) bilanziert. Diesen Altersteilzeitrückstellungen stehen zur Insolvenzsicherung verpfändete Bareinlagen gegenüber. Die im Vorjahr ausgewiesenen, zum gleichen Zweck gehaltenen Wertpapiere wurden im Geschäftsjahr vollständig veräußert (Zeitwert Vorjahr 23 TEUR). Die Wertpapiere wurden mit den Rückstellungen für Altersteilzeit saldiert, da die Wertpapiere als Planvermögen zu qualifizieren waren. Die Erträge aus den Wertpapieren in Höhe von 0,1 TEUR (Vorjahr 0,1 TEUR) sind ergebniswirksam erfasst worden.
Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten werden verzinst und haben in der Regel eine mittelfristige Laufzeit. In den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist die „associated liability“ aus der Factoring-Vereinbarung in Höhe von 309 TEUR (Vorjahr 212 TEUR) enthalten. Zu weiteren Ausführungen zum Factoring wird auf Abschnitt (34) Finanzrisikomanagement verwiesen. Bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich neben den Verbindlichkeiten aus Leasingver-trägen gemäß IFRS 16 um negative Marktwerte aus der Bewertung der Devisentermingeschäfte in Höhe von 156 TEUR (Vorjahr - TEUR). Aufgrund der variablen Verzinsung der finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der beizulegende Zeitwert dem entsprechenden Buchwert.
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am 1. Dezember | 2.380 | 2.749 |
| + Laufender Dienstzeitaufwand der Periode | 83 | 89 |
| + Zinsaufwand (Diskontierungseffekt) | 33 | 37 |
| - Gezahlte Leistungen | -262 | -286 |
| -/+ Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | -423 | -194 |
| - Plankürzungen/Abgeltungen | -5 | -4 |
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am 30. November | 1.806 | 2.391 |
| Kurseffekt | -112 | -11 |
| Gesamt | 1.694 | 2.380 |
Bei den finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um ein Gesellschafterdarlehen der WTW-Beteiligungsgesellschaft mbH, Herford, mit Endfälligkeit am 31. März 2026 sowie ein Darlehen der Vorstandsvorsitzenden mit Endfälligkeit spätestens am 30. November 2025. Sämtliche übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind innerhalb eines Jahres fällig. Diese beinhaltet auch Verbindlichkeiten, die den Lieferungs- und Leistungsbereich betreffen.
In den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Retouren und Preisnachlässe enthalten. Ausgewiesen werden hier die erwarteten Erstattungsbeträge. Diese werden aus den Vorjahreswerten unter Einbezug der aktuellen Umsatzentwicklung ermittelt. Zudem beinhaltet dieser Posten Rückstellungen für Abfindungen an Mitarbeiter und Vertreter. Die Zuführung im Geschäftsjahr erfolgte im Wesentlichen im Rahmen der Aufgabe von Dienstleistungsbereichen im Inland.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Restlaufzeiten und die durchschnittlichen Zinssätze der finanziellen Verbindlichkeiten zum jeweiligen Bilanzstichtag:
| TEUR | Jahr bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Summe langfristig | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||||
| 2022 Buchwert | 19.634 | 17.640 | 6.342 | 23.982 | 43.616 |
| Zinssatz | 3,26% | 3,43% | 3,63% | ||
| 2021 Buchwert | 2.428 | 15.227 | 9.688 | 24.915 | 27.343 |
| Zinssatz | 3,31% | 3,28% | 3,38% | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||||
| 2022 Buchwert | 20.151 | - | - | - | 20.151 |
| Zinssatz | - | - | - | ||
| 2021 Buchwert | 9.381 | - | - | - | 9.381 |
| Zinssatz | - | - | - | ||
| Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen | |||||
| 2022 Buchwert | - | 600 | 1.000 | 1.600 | 1.600 |
| Zinssatz | - | 4,00% | 4,00% | ||
| 2021 Buchwert | - | 600 | 1.000 | 1.600 | 1.600 |
| Zinssatz | - | 4,00% | 4,00% | ||
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | |||||
| 2022 Buchwert | 3.780 | 5.821 | - | 5.821 | 9.601 |
| Zinssatz | 2,64% | 2,64% | - | ||
| 2021 Buchwert | 3.259 | 4.975 | - | 4.975 | 8.234 |
| Zinssatz | 2,64% | 2,64% | - | ||
| Summe | |||||
| 2022 Buchwerte | 43.565 | 24.061 | 7.342 | 31.403 | 74.962 |
| 2021 Buchwerte | 15.068 | 20.802 | 10.688 | 31.490 | 46.558 |
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am 1. Dezember |
| TEUR | 30.11.2022 | 30.11.2021 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.169 | 1.563 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 9.225 | 7.108 |
| davon: aus Lohn und Gehalt | 2.082 | 2.349 |
| aus Steuern | 1.052 | 1.649 |
| im Rahmen der sozialen Sicherheit | 542 | 409 |
| Übrige | 5.549 | 2.701 |
| Gesamt | 11.394 | 8.671 |
In den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen Verbindlichkeiten für Boni und Zoll sowie kreditorische Debitoren enthalten.
Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben zum Bilanzstichtag folgende Buch- und Zeitwerte:
| TEUR | Bewertungs- Kategorie nach IFRS 9 | Buchwert | beizulegender Zeitwert | Buchwert | beizulegender Zeitwert |
|---|---|---|---|---|---|
| 30.11.2022 | 30.11.2022 | 30.11.2021 | 30.11.2021 | ||
| Aktiva | |||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | AC | 3.607 | 3.607 | 5.991 | 5.991 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | AC | 17.690 | 17.690 | 17.534 | 17.534 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 863 | 863 | 995 | 995 | |
| davon: | |||||
| - Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | AC | 863 | 863 | 695 | 695 |
| - Derivate mit Hedge-Beziehungen | n.a. | - | - | 300 | 300 |
| - Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | FVtPL | - | - | - | - |
| Passiva | |||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | AC | 43.616 | 43.616 | 27.343 | 27.343 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 20.151 | 20.151 | 9.381 | 9.381 |
| Verbindlichkeiten ggü. Verbundenen Unternehmen (Gesellschaerdarlehen) | AC | 1.600 | 1.600 | 1.600 | 1.600 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 9.602 | 9.602 | 8.234 | 8.234 | |
| davon: | |||||
| - Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen | n.a. | 9.446 | 9.446 | 8.234 | 8.234 |
| - Derivate mit Hedge-Beziehungen | n.a. | 156 | 156 | - | - |
Der beizulegende Zeitwert gibt den Betrag an, zu dem ein jeder der obigen Posten zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwischen Vertragspartnern ausgetauscht werden könnte. Folgende Annahmen liegen den angegebenen Werten zugrunde: Bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen aufgrund der kurzen Laufzeit keine Abweichungen zwischen fortgeführten Anschaffungskosten und den jeweiligen Fair Values vor. Die langfristigen Finanzinstrumente und die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden variabel verzinst, so dass die abgezinsten künftigen Cashflows den Buchwerten entsprechen. Derivaten mit Hedge-Beziehung liegen Devisentermingeschäfte zugrunde, deren Bewertung auf Devisenterminkursen basieren. Alle relevanten Bewertungsparameter sind am Markt beobachtbar (Level 2 der Bewertungskategorien nach IFRS 7).
Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.31 betreffen auch Financial Covenants (als schriftlich fixierte Nebenbedingungen zu Finanzinstrumenten, insbesondere zu Kreditverträgen mit entsprechenden Rechtsfolgeklauseln bei Nichterfüllung von vorher festgesetzten Finanzkennzahlen). Die Ahlers Gruppe hat mit ihren Kreditinstituten die Einhaltung von Financial Covenants im Rahmen des Abschlusses von Kreditvereinbarungen festgelegt. Diese betreffen die verfügbare Liquidität und den Verschuldungsgrad des Ahlers Konzerns. Letzterer wurde in Folge der Auswirkungen aus den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Ahlers Konzerns ausgesetzt. Die Financial Covenants werden im Rahmen des Risikomanagementsystems dennoch ständig überwacht. Die Berichterstattung an die Banken erfolgt regelmäßig. Hinsichtlich der im Berichtsjahr erfolgten Änderung der Covenants und der bestandsgefährdenden Risiken verweisen wir auf den 2. Abschnitt ,,Grundlagen der Bilanzierung‘‘. Die Veränderung der Verbindlichkeiten durch Finanzierungsaktivitäten sind in voller Höhe zahlungswirksam. Die Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar: Sämtliche Zinsen werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Die Gewinne und Verluste aus der Bewertung der Devisenterminkontrakte ohne Hedge-Beziehungen werden im Materialaufwand verbucht. Die Effekte aus der Folgebewertung und aus dem Abgang der übrigen Posten werden im sonstigen betrieblichen Aufwand bzw. Ertrag ausgewiesen.
| 30.11.2022 | 30.11.2021 | |
|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand der Periode | 83 | 89 |
| Zinsaufwand (Diskontierungseffekt) | 33 | 37 |
| Gezahlte Leistungen | -262 | -286 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | -423 | -194 |
| Plankürzungen/Abgeltungen | -5 | -4 |
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am 30. November | 1.806 | 2.391 |
| Kurseffekt | -112 | -11 |
| Summe | 1.694 | 2.380 |
Eventualverbindlichkeiten bestehen in Form von Bürgschaften zum Bilanzstichtag in Höhe von 873 TEUR (Vorjahr 694 TEUR). Für verbundene Unternehmen wurden keine Bürgschaften übernommen.
Im Rahmen der Neustrukturierung der Finanzierung des Ahlers Konzerns im Geschäftsjahr 2018/19 wurden alle Verbindlichkeiten der Ahlers AG gegenüber Kreditinstituten durch die Verpfändung von Grundbesitz in Deutschland, Kunstgegenständen, Vorräten und nicht übertragenen Forderungen besichert. Die Verträge und damit die Besicherung haben eine mittelfristige Laufzeit. Zum Stichtag beliefen sich die besicherten Vermögenswerte auf einen Buchwert von 86,8 Mio. EUR, davon 18,4 Mio. EUR Anlagevermögen, 57,3 Mio. EUR Vorräte und 11,1 Mio. EUR Forderungen. Zum 30. November 2022 gibt es keine vertraglichen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen (Vorjahr - TEUR).
Der Ahlers Konzern bedient sich zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit im Wesentlichen finanzieller Verbindlichkeiten in Form von verzinslichen Darlehen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten. Demgegenüber stehen Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Darüber hinaus schließt der Ahlers Konzern derivative Finanzgeschäfte ab. Der Ahlers Konzern ist auf internationaler Ebene tätig, wodurch der Konzern grundsätzlich verschiedenen Risiken wie Währungs-, Ausfall- und Zinsänderungsrisiken ausgesetzt ist.
Der Ahlers Konzern schließt zur Absicherung des Risikos aus Währungskursänderungen Devisentermingeschäfte ab. Die Transaktionen werden ausschließlich mit marktgängigen Instrumenten durchgeführt. Abgesichert werden hiermit zukünftige Währungskursschwankungen des US-Dollar und des Schweizer Franken jeweils gegen- über dem Euro. Währungskursschwankungen des US-Dollar betreffen den Ahlers Konzern bei der Beschaffung von Rohstoffen, Fertigprodukten und Fertigungsleistungen auf internationalen Märkten, während die Währungskursschwankungen des Schweizer Franken den Ahlers Konzern auf Seite des Verkaufs von Waren in der Schweiz betreffen (Cashflow-Hedge).
Die folgende Tabelle zeigt die Volumina und Marktwerte der Devisentermingeschäfte zum jeweiligen Bilanzstichtag:
| Art | Währung | Nominalwert (in Tausend Währungseinheiten) | Marktwert TEUR | Nominalwert (in Tausend Währungseinheiten) | Marktwert TEUR |
|---|---|---|---|---|---|
| 30.11.2022 | 30.11.2022 | 30.11.2021 | 30.11.2021 | ||
| Käufe | USD | 13.000 | 12.666 | -156 | 6.700 |
| Verkäufe | CHF | - | - | - | - |
Zum 30. November 2022 bestanden somit Devisentermingeschäfte mit einem positiven Marktwert von - TEUR (Vorjahr 300 TEUR) und Devisentermingeschäfte mit einem negativen Marktwert von 156 TEUR (Vorjahr - TEUR). Erstere werden unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen, Devisentermingeschäfte mit einem negativen Marktwert werden unter den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Alle operativen Devisentermingeschäfte im Ahlers Konzern haben eine Restlaufzeit von einem Tag bis sieben Monaten und werden in Chargen zwischen 0,4 Mio. EUR und 0,8 Mio. EUR mit saisonalen Schwerpunkten über diesen Zeitraum verteilt realisiert. Bei allen hier angeführten Devisentermingeschäften sind sämtliche Vertragsparameter fix. Es existieren somit keine Bandbreitenvereinbarungen und die Verträge sind nicht vorzeitig ablösbar. Die vertraglich fixierten USD-Kurse zum Euro liegen zwischen 0,9825 und 1,0563. Sicherheiten wurden nicht geleistet.
Die Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows der erwarteten künftigen Käufe und Verkäufe wurden auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie als hoch wirksam eingestuft. Daher sind die Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 erfüllt, so dass zum Bilanzstichtag nach Abzug latenter Steuern 108 TEUR an negativen Effekten (Vorjahr 207 TEUR positive Effekte) aus der Bewertung der Devisentermingeschäfte zu Marktwerten ergebnisneutral in das Eigenkapital eingestellt wurden.
Um eine Risikokonzentration zu minimieren und finanzielle Verluste durch den Ausfall eines Geschäftspartners so gering wie möglich zu halten, werden Kreditrahmen festgelegt. Das maximale Ausfallrisiko ist durch den in der Bilanz angesetzten Buchwert jedes finanziellen Vermögenswertes ersichtlich. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind diese Risiken zum Teil durch entsprechende Versicherungen abgedeckt (vgl. Abschnitt (17) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Das maximale Ausfallrisiko in diesem Bereich setzt sich demnach aus den nicht versicherten Forderungen und dem Selbstbehalt aus der Warenkreditversicherung zusammen und lag zum Bilanzstichtag bei 5,8 Mio. EUR (Vorjahr 4,9 Mio. EUR).
| TEUR | |
|---|---|
| 2021/22 | |
| Folgebewertung aus Zinsen zum Fair Value | 41 |
| Währungsumrechnung | -264 |
| Wertberichtigung aus Abgang | -240 |
| Summe | -463 |
| Bewertungskategorie | Zinsen | Währungs- umrech- nung | Wert- berich- tigung | aus Abgang | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Financial Assets Measured at Amortised Cost | AC | - | - | - | - | - |
| Derivates FVtPL | - | 0 | - | - | 0 | |
| Financial Liabilities Measured at Amortised Cost | AC | -1.409 | - | -107 | - | - |
Das Zinsänderungsrisiko auf die abgezinsten Barwerte der Pensionsrückstellungen sowie der Leasingverbindlichkeiten wird als sehr gering eingestuft. Das Zinsniveau des Abzinsungssatzes der Pensionsverpflichtungen ist bereits sehr gering und eine Erhöhung wird nicht erwartet. Hinsichtlich der Leasingverbindlichkeiten ist die Volatilität des hier zur Anwendung kommenden Grenzfremdkapitalzinssatzes des Ahlers Konzerns stabil.
Die folgende Tabelle stellt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern (aufgrund der Änderung realisierter Kursdifferenzen) und des Eigenkapitals (aufgrund der Änderung des beizulegenden Zeitwertes der Devisentermingeschäfte sowie der Nachsteuer-Ergebnisse des oben genannten Vorsteuer-Effektes) gegenüber möglicher und realistischer Wechselkursänderungen des US-Dollar, des Schweizer Franken und des Polnischen Zloty vor Schuldenkonsolidierung dar:
| Kursentwicklung | Auswirkung auf das Vorsteuer-Ergebnis (TEUR) | Auswirkung auf das Eigenkapital (TEUR) |
|---|---|---|
| 2022 | 2021 | |
| USD +4% | 80 | 84 |
| USD -2% | -40 | -56 |
| CHF +2% | -157 | -32 |
| CHF -1% | 78 | 64 |
| PLN +1% | 31 | 24 |
| PLN -2% | -62 | -48 |
| Erhöhung / Verringerung in Basispunkten | Auswirkungen auf das Vorsteuer-Ergebnis (TEUR) | Auswirkungen auf das Eigenkapital (TEUR) |
|---|---|---|
| 2022 | 2021 | |
| +50 | -117 | -37 |
| +20 | -30 | -20 |
| 48 | 26 |
| 30.11.2022 | 30.11.2021 |
|---|---|
| Nominalwert Marktwert | Nominalwert Marktwert |
| Art | Währung |
| Käufe | USD |
| Verkäufe | CHF |
Die Ahlers AG hat per 30. November 2018 eine Factoring-Vereinbarung mit einem Forderungskäufer abgeschlossen. Gemäß dieser Vereinbarung ist der Forderungskäufer verpflichtet, kurzfristig fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anzukaufen. Der Ankauf erfolgt monatlich revolvierend mit wöchentlichen Abstimmungen und deckt ein vertraglich festgelegtes Volumen bis 28 Mio. EUR ab. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. November 2025. Die Ahlers AG hat das Recht, die Ausnutzung dieses Volumens zu bestimmen. Es werden im Wesentlichen alle Chancen und Risiken übertragen. Die relevanten Risiken sind dabei das Kreditrisiko und das Risiko verspäteter Zahlungseingänge. Dem Kreditrisiko wird über eine zusätzliche Warenkreditversicherung zur Spitzenabdeckung begegnet. Das verbleibende bei Ahlers liegende Restrisiko für Zahlungsausfälle beträgt 3,16 Prozent (Vorjahr 3,14 Prozent). Der hieraus erwartete Verlust wurde aufwandswirksam erfasst und ist in den finanziellen Verbindlichkeiten enthalten. Dieser erwartete Verlust repräsentiert das „continuing involvement“ und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 0,3 Mio. EUR. Das Volumen der verkauften Forderungen lag im Geschäftsjahr zwischen 2,7 Mio. EUR und 7,0 Mio. EUR (Vorjahr zwischen 3,5 Mio. EUR und 8,1 Mio. EUR). Das Risiko verspäteter Zahlungen, sobald sie die vertragliche Definition als Ausfall erfüllen, trägt die Ahlers AG. Zum Bilanzstichtag beträgt der Nominalbetrag der im Rahmen des Factoring verkauften und noch nicht bezahlten Forderungen 6,1 Mio. EUR (Vorjahr 4,3 Mio. EUR). Die Ahlers AG führt für die verkauften Forderungen unverändert das Forderungsmanagement durch (Servicing), behält also die Verfügungsmacht über die verkauften Forderungen. Allerdings darf die Ahlers AG nur im Rahmen der Servicefunktion über die verkauften Forderungen verfügen. Letztere werden in Höhe des „continuing involvement“ bilanziert, also in Höhe des Maximalbetrags der Haftung für das die verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffende Risiko für Zahlungsausfälle. Korrespondierend wird eine Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten eingebucht. Bei Reduzierung dieses Risikos durch Zahlungseingang – und damit des „continuing involvement“ – werden diese Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechend ausgebucht. Die Ahlers AG erfasst die vom Forderungskäufer erhaltenen Kaufpreiszahlungen im operativen Cashflow.
Im Bereich der Liquiditätssicherung ist das Ziel des Ahlers Konzerns, seine Flexibilität durch Nutzung von Kontokorrentkrediten, langfristigen Bankkrediten, Übertragung von finanziellen Vermögenswerten und Leasing-Verträgen zu wahren. Im Rahmen des Budgetierungsprozesses wird eine Cashflow-Planung verbunden mit einer saisonalen Spitzenberechnung durchgeführt und gegen die bestehende Finanzausstattung einschließlich der bestehenden Kreditlinien verprobt. Darüber hinaus erfolgt eine rollierende, kurzfristige Liquiditätsplanung. Damit wird das Risiko eines Liquiditätsengpasses regelmäßig überwacht.
Das Kapitalmanagement des Ahlers Konzerns ist vorrangig darauf ausgerichtet, die Geschäftstätigkeit zu unterstützen, eine gute Eigenkapitalquote beizubehalten sowie finanzielle Sicherheit und Flexibilität zu schaffen. Bei der Steuerung der Kapitalstruktur findet insbesondere der Wandel der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Berücksichtigung. Die Steuerung kann über Anpassung der Dividendenzahlungen, Ausgabe neuer Aktien oder den Rückkauf bzw. die Einziehung eigener Anteile erfolgen. In diesem Zusammenhang gefasste Depot-Beschlüsse sind im Kapitel ‚Übernahmerechtliche Angaben‘ im zusammengefassten Lagebericht dargelegt. Zum 30. November 2022 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien oder Verfahren vorgenommen. Die Geschäftstätigkeit des Ahlers Konzerns schlägt sich vorrangig im kurzfristigen Bereich nieder, so dass die adäquate Größe zur Überwachung des Kapitals das Net Working Capital darstellt. Das Net Working Capital setzt sich zusammen aus den Vorräten, den kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
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Der Ahlers Konzern richtet seine berichtspflichtigen Segmente nach der Art der Produkte aus. Dies spiegelt insbesondere das unternehmensinterne Berichtswesen sowie die unternehmensinternen Entscheidungsprozesse wider. Die berichtspflichtigen Segmente gliedern sich in Premium Brands und Jeans & Workwear. Aufwendungen für zentrale Funktionen werden über verursachungsgerechte und fremdübliche Umlagen den Segmenten belastet. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der Segmente kommt es zu keinen Intersegmentumsatzerlösen. Vermögenswerte und Schulden werden, soweit eine eindeutige Zuordnung zu einem Segment nicht möglich ist, über sachgerechte Schlüssel verteilt. Das Segmentergebnis stellt das Ergebnis vor Ertragsteuern dar, da die Ertragsteuern aufgrund der zentralen Steuerung nicht der Segmentierung unterliegen. Aus dem gleichen Grund enthalten die Vermögenswerte und Schulden auch keine Aktiv- und Passivposten der latenten und laufenden Steuern. Somit ergeben sich die gesamten Vermögenswerte laut Bilanz (145.481 TEUR) aus den Vermögenswerten laut Segmentinformationen (135.484 TEUR) zuzüglich der latenten Steueransprüche und der laufenden Ertragsteueransprüche (771 TEUR) sowie der Nutzungsrechte an Leasingobjekten (9.226 TEUR). Entsprechend ergeben sich die Schulden laut Bilanz (96.565 TEUR) aus den Schulden laut Segmentinformationen (85.898 TEUR) zuzüglich der latenten Steuerverbindlichkeiten und der laufenden Ertragsteuerverbindlichkeiten (1.222 TEUR) sowie der Leasingverbindlichkeiten (9.445 TEUR).
Die Konzern-Segmentinformationen nach geografischen Regionen orientieren sich an den Absatzmärkten, auf denen die Tätigkeitsschwerpunkte des Ahlers Konzerns liegen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Konzern-Segmentinformationen entsprechen denen des Konzernabschlusses.
Folgende Unternehmensbereiche bilden die berichtspflichtigen Segmente:
Dieses Geschäftsfeld beinhaltet die Produktion und den Vertrieb der hochwertigen Markenbekleidung des Ahlers Konzerns. Hierzu gehören die Marken PIERRE CARDIN, OTTO KERN und BALDESSARINI.
Dieses Geschäftsfeld beinhaltet die Produktion und den Vertrieb von Jeans, Freizeitbekleidung sowie Berufskleidung, soweit es sich nicht um Premium Brands handelt. In diesem Segment sind die Marken PIONIER WORKWEAR und PIONEER AUTHENTIC JEANS vertreten.
Da in Einzelfällen eine Verteilung auf die einzelnen Geschäftsfelder nicht angebracht war, erfolgte der Ausweis an dieser Stelle. Insbesondere werden hierunter die Kunstgegenstände ausgewiesen.
| TEUR | 30.11.2022 | 30.11.2021 |
|---|---|---|
| Vorräte | 74.620 | 51.259 |
| kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 17.690 | 17.534 |
| kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -20.151 | -9.381 |
| Net Working Capital | 72.159 | 59.412 |
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„Westeuropa“ umfasst folgende Länder: Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz und Spanien. „Mittel-/Osteuropa/Sonstiges“ umfasst alle übrigen Länder.
Die Beträge der Konzern-Segmentinformationen werden nach Konsolidierung ermittelt, da die Verknüpfungen zwischen den Segmenten von untergeordneter Bedeutung sind. Als „Segmentergebnis“ ist das Ergebnis vor Ertragsteuern definiert. Unter „Vermögenswerte“ wird die Summe der Aktiva abzüglich der aktiven latenten und der laufenden Steueransprüche sowie der Nutzungsrechte an Leasingobjekten verstanden. Unter „Schulden“ wird die Summe der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten abzüglich der latenten Steuerverbindlichkeiten, der laufenden Ertragsteuerverbindlichkeiten sowie der Leasingverbindlichkeiten verstanden.# 8. Sonstige Angaben
Die Gesamtbezüge des Vorstands inkl. Vorsorgeleistungen betragen im Berichtsjahr auf der Aufwandsebene 799 TEUR (Vorjahr 882 TEUR). Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich im Berichtsjahr wie im Vorjahr auf der Aufwandsebene auf 90 TEUR.
Die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, besitzt eine mehrheitliche Beteiligung am stimmberechtigten Aktienkapital der Ahlers AG, die sie zum Großteil über ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft WTW- Beteiligungsgesellschaft mbH, Herford, hält. Der Jahresabschluss der Ahlers AG wird in den Konzernabschluss der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, einbezogen.
Frau Dr. Stella A. Ahlers hat am 29. Juni 2018 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Ahlers AG, Herford, am 29. Juni 2018 die Schwellen von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30% und 50% überschritten hat und zu diesem Tag 52,54% (entsprechend 7.188.512 Stimmen) beträgt. Davon sind Frau Dr. Stella A. Ahlers 52,34 % (entsprechend 7.161.244 Stimmen) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von Frau Dr. Stella A. Ahlers kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Ahlers AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
Zum Bilanzstichtag besaßen außer Frau Dr. Ahlers keine anderen Organmitglieder Aktien der Gesellschaft.
Gemäß IAS 24 berichtet der Ahlers Konzern auch über Geschäftsvorfälle zwischen Ahlers und ihr nahestehenden Unternehmen und Personen bzw. deren Familienangehörige. Als nahestehende Unternehmen und Personen wurden alle mit dem herrschenden Unternehmen Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, sowie der Stiftungsrätin des persönlich haftenden Gesellschafters des herrschenden Unternehmens, der Ahlers Familienstiftung in Speicher (Schweiz), Frau Dr. Stella A. Ahlers verbundenen Unternehmen definiert. Der Kreis des Schlüsselmanagements ist auf den Vorstand und den Aufsichtsrat begrenzt. Die Mitglieder dieser Organe erhalten lediglich Bezüge im Rahmen ihrer Funktion als Personen in Schlüsselpositionen (siehe Vergütungsbericht Seite 28).
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Die zum Geschäftsjahresende offenen Posten sind – bis auf die Warenlieferungen, die branchenüblich unter Eigentumsvorbehalt geliefert werden – nicht besichert und werden durch Barzahlung oder Verrechnung beglichen. Für Forderungen oder Schulden gegen nahestehende Unternehmen und Personen bestehen keinerlei Garantien. Für das Berichtsjahr hat der Ahlers Konzern wie im Vorjahr keine Wertberichtigungen auf Forderungen gegen nahestehende Unternehmen oder Personen gebildet. Die Notwendigkeit des Ansatzes einer Wertberichtigung wird jährlich überprüft, indem die Finanzlage des nahestehenden Unternehmens oder der nahestehenden Person überprüft werden.
Im Nachfolgenden werden die wesentlichen Geschäftsbeziehungen erläutert:
Im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgten:
Aus den Geschäftsbeziehungen zwischen der Ahlers AG und deren Tochtergesellschaften mit nahestehenden Unternehmen und Personen resultieren zum 30. November 2022 im Saldo Verbindlichkeiten in Höhe von 3,8 Mio. EUR (Vorjahr 3,1 Mio. EUR).
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 1.148 | 959 |
| Angestellte | 611 | 653 |
| Gesamt | 1.759 | 1.612 |
Bei den anderen Bestätigungsleistungen handelt es sich um Untersuchungshandlungen zu den verkauften Forderungen auf Veranlassung der Factoring-Gesellschaft sowie um Bestätigungen von Umsätzen im Zusammenhang mit Mietverhältnissen. In den Angaben für die Abschlussprüfungsleistungen in 2021/22 sind 34 TEUR für das Vorjahr enthalten.
Im Geschäftsjahr 2021/22 zahlte die Ahlers AG keine Dividende für das Geschäftsjahr 2020/21.
Vorstand und Aufsichtsrat der Ahlers AG haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex für das Jahr 2022 nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf den Internetseiten der Ahlers AG (www.ahlers-ag.com) dauerhaft zugänglich gemacht.
Die nachstehend bezeichneten Tochterunternehmen werden von der Befreiungsmöglichkeit des § 264 Absatz 3 HGB/ § 264b HGB für den Jahresabschluss zum 30. November 2022 Gebrauch machen: Baldessarini GmbH, Herford, Otto Kern GmbH, Herford, Ahlers Retail GmbH, Herford, Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford, Ahlers Vertrieb GmbH, Herford, Pionier Berufskleidung GmbH, Herford, Pioneer Jeans-Bekleidung GmbH, Herford, und Ahlers P.C. GmbH, Herford, sowie Ahlers Textilhandel GmbH & Co. KG, Herford.
Besondere Sachverhalte nach dem Bilanzstichtag mit wesentlicher Wirkung auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Konzerns zum 30. November 2022 haben sich nicht ergeben. Im Februar 2023 wurde der bestehende Kreditvertrag mit dem Bankenkonsortium angepasst. Hierzu verweisen wir auf die Ausführungen im 2. Abschnitt „Grundlagen der Bilanzierung‘‘.
Das im Geschäftsjahr 2021/22 und dem Vorjahr als Aufwand erfasste Honorar unseres Abschlussprüfers umfasste folgende Leistungen:
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 187 | 189 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 23 | 28 |
| Steuerberatungsleistungen | - | - |
| Sonstige Leistungen | - | - |
| Gesamt | 210 | 217 |
Die Aufsichtsräte/Vorstände unserer Gesellschaft sind zum 30. November 2022 gleichzeitig Mitglieder eines Organs folgender Gesellschaften:
Nicht genannte Aufsichtsrats-/Vorstandsmitglieder haben keine Mandate bei anderen Gesellschaften.
| TEUR | Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte |
|---|---|---|---|
| 1.12.2021 | Zugänge | Abgänge | |
| Sachanlagen | |||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 22.199 | 17 | 6 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 8.307 | 377 | 232 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 43.233 | 1.901 | 2.579 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 97 | 252 | 0 |
| Gesamt Sachanlagen | 73.836 | 2.547 | 2.817 |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 39.291 | 745 | 803 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 420 | 328 | 92 |
| Geleistete Anzahlungen | 10 | 3 | 13 |
| Gesamt Immaterielle Vermögenswerte | 39.721 | 745 | 1.131 |
| Gesamt | 113.557 | 3.292 | 3.948 |
| Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | |
|---|---|---|
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | ||
| Technische Anlagen und Maschinen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | ||
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | ||
| Geschäfts- oder Firmenwerte | ||
| Geleistete Anzahlungen |
| Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte |
|---|---|---|
| TEUR | 1.12.2020 | Zugänge |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 30.419 | 8 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 8.780 | 307 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 44.642 | 539 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 51 | 97 |
| Summe Sachanlagen | 83.892 | 951 |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 38.295 | 946 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 424 | -4 |
| Geleistete Anzahlungen | 78 | -65 |
| Summe Immaterielle Vermögenswerte | 38.797 | 946 |
| Gesamt | 122.689 | 1.897 |
| Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte |
|---|---|---|
| TEUR | 1.12.2021 | Zugänge |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 22.199 | 17 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 8.307 | 377 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 43.233 | 1.901 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 97 | 252 |
| Summe Sachanlagen | 73.836 | 2.547 |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 39.291 | 745 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 420 | 328 |
| Geleistete Anzahlungen | 10 | 3 |
| Summe Immaterielle Vermögenswerte | 39.721 | 745 |
| Gesamt | 113.557 | 3.292 |
| Premium Brands | Jeans & Workwear | Sonstiges | Gesamt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 |
| Umsatzerlöse | 124.342 | 101.348 | 46.090 | 40.776 | 458 | 338 | 170.890 |
| Intersegmenterlöse | - | - | - | - | - | - | - |
| Segmentergebnis | -6.416 | -8.968 | -2.400 | -430 | 204 | 389 | -8.612 |
| darin enthalten: Abschreibungen | 2.780 | 3.270 | 953 | 1.231 | 14 | 313 | 3.747 |
| Wertminderungen nach IAS 36 | - | - | - | - | - | - | - |
| andere nicht zahlungswirksame Posten | 502 | 1.381 | 179 | 495 | 0 | 0 | 681 |
| Zinsertrag | 74 | 57 | 25 | 14 | 0 | 0 | 99 |
| Zinsaufwand | 1.651 | 1.231 | 623 | 494 | 0 | 0 | 2.274 |
| Vermögenswerte | 108.331 | 89.467 | 22.908 | 22.836 | 4.245 | 4.779 | 135.484 |
| Investitionen in langfristiges Vermögen | 2.560 | 1.543 | 727 | 354 | 0 | 0 | 3.287 |
| Schulden | 65.844 | 41.823 | 20.054 | 15.744 | 0 | 0 | 85.898 |
| Premium Brands | Jeans & Workwear | Sonstiges | Gesamt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 |
| Deutschland | |||||||
| Umsatzerlöse | 57.665 | 46.132 | 35.504 | 30.658 | 458 | 338 | 93.627 |
| Vermögenswerte | 79.844 | 60.321 | 16.483 | 15.834 | 4.245 | 4.779 | 100.572 |
| Westeuropa | |||||||
| Umsatzerlöse | 33.698 | 29.962 | 6.744 | 7.434 | - | - | 40.442 |
| Vermögenswerte | 8.698 | 8.676 | 2.176 | 2.006 | - | - | 10.874 |
| Mittel-/ Osteuropa/ Sonstiges | |||||||
| Umsatzerlöse | 32.979 | 25.254 | 3.843 | 2.684 | - | - | 36.822 |
| Vermögenswerte | 19.790 | 20.470 | 4.248 | 4.996 | - | - | 24.038 |
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzverlust des Geschäftjahres 2021/22 in Höhe von 41.028.659,04 Euro auf künftige Perioden vorzutragen.
Herford, den 27. Februar 2023
Dr. Stella A. Ahlers
Ich versichere nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzern- abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Kon- zerns vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellscha und des Konzerns der Geschäftverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Herford, den 27. Februar 2023
Dr. Stella A. Ahlers
Herausgeber
Ahlers AG
Herford
Gestaltung
Texart Gesellschaft für Werbung und Public Relations mbH
Herford
AHLERS AG Investor Relations
Elverdisser Str. 313
32052 Herford
[email protected]
www.ahlers-ag.com
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