Annual Report (ESEF) • Mar 14, 2022
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Download Source FileDer Lagebericht der Ahlers AG und der Konzernlagebericht sind nach § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2020/21 veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Ahlers AG für das Geschäftsjahr 2020/21 werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss der Ahlers AG sowie der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2020/21 stehen auch im Internet unter www.ahlers-ag.com zur Verfügung.
| Aktiva | EUR | 30.11.2021 | 30.11.2020 |
|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögenswerte | |||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 0,00 | 325,00 | |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 39.724,00 | 48.292,00 | |
| 2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 78.313,80 | 0,00 | |
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 61.244.476,47 | 61.510.478,92 | |
| 2. Beteiligungen | 210.650,00 | 210.650,00 | |
| 3. Wertpapiere des Anlagevermögens | 23.041,40 | 23.241,10 | |
| 4. Sonstige Finanzanlagen | 4.336.371,73 | 9.378.416,86 | |
| 65.814.539,60 | 71.122.786,88 | ||
| 65.932.577,40 | 71.171.403,88 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Vorräte | |||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 3.597.904,41 | 3.273.703,89 | |
| 2. Fertige Erzeugnisse und Waren | 19.581.085,43 | 27.269.868,26 | |
| 23.178.989,84 | 30.543.572,15 | ||
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.477.701,41 | 2.797.049,16 | |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 1.176.658,06 | 11.747.993,65 | |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 3.270.962,48 | 789.098,47 | |
| 8.925.321,95 | 15.334.141,28 | ||
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 2.770.710,51 | 237.437,41 | |
| 34.875.022,30 | 46.115.150,84 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 1.094.726,89 | 957.888,09 | |
| Summe Aktiva | 101.902.326,59 | 118.244.442,81 |
| EUR | 30.11.2021 | 30.11.2020 |
|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | ||
| 1. Stammaktien | 43.200.000,00 | 43.200.000,00 |
| II. Kapitalrücklage | 15.575.841,00 | 15.575.841,00 |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| 1. Andere Gewinnrücklagen | 25.281.526,96 | 25.281.526,96 |
| IV Bilanzverlust / Bilanzgewinn | -27.020.909,32 | -16.323.531,79 |
| 57.036.458,64 | 67.733.836,17 | |
| B. Rückstellungen | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 173.707,00 | 187.168,00 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 1.759.674,20 | 1.611.020,00 |
| 1.933.381,20 | 1.798.188,00 | |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 24.675.669,59 | 36.744.674,89 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.695.054,81 | 1.583.103,80 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.928.070,87 | 9.976.798,76 |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 1.633.691,48 | 407.841,19 |
| 42.932.486,75 | 48.712.418,64 | |
| Summe Passiva | 101.902.326,59 | 118.244.442,81 |
| EUR | 2020/21 | 2019/20 |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 53.980.937,95 | 57.909.142,66 |
| 2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen | -36.060,69 | 2.762.658,76 |
| 3. Sonstige betriebliche Erträge | 12.438.660,80 | 1.106.090,05 |
| 4. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | -33.142.506,18 | -32.646.517,83 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | -4.253.314,21 | -9.487.102,24 |
| 5. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | -882.687,38 | -1.031.084,21 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | -35.519,01 | -25.175,96 |
| 6. Abschreibungen | ||
| a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -15.027,00 | -42.265,71 |
| b) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten | -2.029.000,00 | 0,00 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -29.938.897,42 | -29.574.201,16 |
| 8. Erträge aus Beteiligungen | 3.827.371,64 | 2.147.324,14 |
| 9. Erträge aus | ||
| Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- und Teilgewinnabführungsverträgen | 2.020.637,52 | 2.058.574,67 |
| 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 11.301,78 | 15.039,48 |
| 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 401.217,65 | 524.462,95 |
| 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens | -844.562,21 | -2.637.005,05 |
| 13. Aufwendungen aus Verlustübernahmen | -10.231.427,71 | -5.140.514,86 |
| 14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -1.944.290,90 | -1.501.054,88 |
| 15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -10.673.165,37 | -15.561.629,19 |
| 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -22.236,33 | -1.627.907,79 |
| 17. Sonstige Steuern | -1.975,83 | -1.798,89 |
| 18. Jahresergebnis | -10.697.377,53 | -17.191.335,87 |
| 19. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr | -16.323.531,79 | 867.804,08 |
| 20. Bilanzergebnis | -27.020.909,32 | -16.323.531,79 |
Die Ahlers AG - im Folgenden auch ,,Ahlers‘‘ genannt - mit Sitz in Herford ist im Handelsregister beim Amtsgericht Bad Oeynhausen unter der Nr. HRB 6541 eingetragen.
Der Jahresabschluss der Ahlers AG wird gemäß den Vorschriften der §§ 238 ff. HGB und den besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften der §§ 264 ff. HGB sowie den Vorschriften der §§ 150 ff. AktG aufgestellt. Im Interesse der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzugebenden Vermerke ebenso wie solche, die wahlweise in Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzugeben sind, im Anhang aufgeführt. Die Gewinn- und Verlustrechnung stellen wir nach dem Gesamtkostenverfahren auf.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert. Die Bewertung erfolgt nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften. Der Abschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Ermittlung der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden erfolgte dementsprechend auf Basis von Fortführungswerten. Zum Zeitpunkt der Abschluss-erstellung besteht aufgrund der unklaren weiteren Entwicklung der Corona Pandemie und der Maßnahmen zu deren Eindämmung sowie der daraus resultierenden angespannten Liquiditätslage weiterhin Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Weitere Details hierzu können dem Abschnitt „Risiko- und Chancenbericht“ im zusammengefassten Lagebericht ent-nommen werden.
Die laufend entstehenden liquiden Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlauf-zeit von bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlusstichtag umgerechnet. Bei Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr ist das Imparitäts- und Realisa-tionsprinzip des § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und des § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB anzuwenden.
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten zzgl. Anschaffungs-nebenkosten aktiviert und linear über 3 bis 15 Jahre abgeschrieben.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten zzgl. Anschaffungsnebenkosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen. Die Nutzungsdauern werden dabei unter Zuhilfenahme der amtlichen AfA-Tabellen ermittelt. Die Abschreibungen auf den Bestand zum Geschäftsjahresbeginn werden nach den in den Vorjahren ange-wandten Grundsätzen und Methoden planmäßig weitergeführt. Für Zugänge bei den Sachanlagen werden die Abschreibungen im Zugangsjahr pro rata temporis ermittelt. Für im Geschäftsjahr angeschaffte abnutzbare, bewegliche, selbstständig nutzbare Anlagegüter, deren Anschaff-kosten zwischen 250,00 EUR und 1.000,00 EUR liegen, wird ein Sammelposten gebildet und über 5 Jahre linear abgeschrieben.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten oder den niedrigeren beizulegen-den Werten angesetzt. Die niedrigeren beizulegenden Werte ermitteln wir grundsätzlich mit Hilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens. Zuschreibungen bis maximal zu den Anschaffungskosten werden ebenfalls nach diesem Ver-fahren ermittelt. Kunstgegenstände wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und werden regelmäßig auf Wertminderungen überprüft. Bei dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten gemäß § 253 Absatz 4 HGB bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und angemes-sene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist. Zinsen für Fremdkapital werden nicht angesetzt. Das Niederstwertprinzip wird beachtet.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu ihren Nominalwerten oder den niedrigeren beizu- legenden Werten gemäß § 253 Absatz 4 HGB angesetzt. Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berück-sichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht eine pauschal ermittelte Wertberichtigung. Ahlers hat per 30. November 2018 eine Factoring-Vereinbarung mit einem Forderungskäufer abgeschlossen. Gemäß dieser Vereinbarung ist der Forderungskäufer verpflichtet, kurzfristig fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anzukaufen. Der Ankauf erfolgt monatlich revolvierend mit wöchentlichen Abstimmungen und deckt ein vertraglich festgelegtes Volumen zwischen 9 und 28 Mio. EUR ab. Ahlers hat das Recht, die Ausnutzung dieses Volumens zu bestimmen. Es werden im Wesentlichen alle Chancen und Risiken übertragen. Die relevanten Risiken sind dabei das Kreditrisiko und das Risiko verspäteter Zahlungseingänge.# Dem Kreditrisiko wird über eine zusätzliche Warenkreditversicherung zur Spitzenabdeckung begegnet. Das Volumen der verkauen Forderungen betrug am Bilanzstichtag 2,1 Mio. EUR. Das verbleibende bei Ahlers liegende Restrisiko für Zahlungsausfälle beträgt 3,14%.
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks bestehen im Wesentlichen in Euro und sind zu den Nominalwerten aktiviert worden.
Als Rechnungsabgrenzungsposten wurden lt. § 250 Abs. 1 HGB auf der Aktivseite nur Ausgaben vor dem Abschlussstichtag bilanziert, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Bei der Berechnung der latenten Steuern wurden auf die körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge Prozentsätze von 15,8 Prozent bzw. 15,0 Prozent angewandt. Die Ermittlung der latenten Steuern auf Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz erfolgt mit einem durchschnittlichen Steuersatz von 30,8 Prozent.
Bei den Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen angemessen berücksichtigt. Die Rückstellungen wurden auf der Grundlage des § 253 HGB ermittelt. Dabei wurden die Rückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB).
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.
Die Entwicklung der kumulierten Anschaffungskosten und der kumulierten Abschreibungen je Anlageposten im Geschäftsjahr 2020/21 ist im Anlagenspiegel der Ahlers AG in einer Anlage zum Anhang dargestellt. Als Anschaffungskosten sind bei immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen und Finanzanlagen grundsätzlich die historischen Werte angesetzt.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreen - wie im Vorjahr - den Lieferungs- und Leistungsverkehr mit sowie kurzfristige Ausleihungen an in- und ausländische Konzerngesellschaften. Unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr 4,3 Mio. EUR) Forderungen ausgewiesen, die aus dem Lieferungs- und Leistungsbereich resultieren sowie sonstige Forderungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr 7,4 Mio. EUR). In den sonstigen Vermögensgegenständen sind beantragte Überbrückungshilfen in Höhe von 2,9 Mio. EUR ausgewiesen, die bis zur Bilanzaufstellung bewilligt und ausgezahlt wurden. Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die Rechnungsabgrenzungen enthalten eine einmalige Verwaltungsgebühr von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,9 Mio. EUR), resultierend aus den in den Geschäftsjahren 2018/2019 bis 2020/2021 gewährten sowie geänderten Konsortialkrediten, die über die Laufzeit der Verträge bis Ende 2025 aufgelöst wird.
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt weiterhin Euro 43.200.000,00 und ist eingeteilt in einheitlich 13.681.520 auf den Namen lautende Stammstückaktien. Jede Stückaktie ist am Grundkapital der Gesellschaft mit demselben Anteil beteiligt und verkörpert 1 Stimmrecht. Frau Dr. Stella A. Ahlers hat am 29. Juni 2018 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Ahlers AG, Herford, am 29. Juni 2018 die Schwellen von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30% und 50% überschritten hat und zu diesem Tag 52,54% (entsprechend 7.188.512 Stimmen) beträgt. Davon sind Frau Dr. Stella A. Ahlers 52,34 % (entsprechend 7.233.112 Stimmen) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von Frau Dr. Stella A. Ahlers kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Ahlers AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
* Adolf Ahlers Familienstiftung, Schweiz
* Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG
* WTW-Beteiligungsgesellschaft mbH.
Zum Bilanzstichtag besaßen außer Frau Dr. Ahlers keine anderen Organmitglieder Aktien der Gesellschaft.
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 3. Mai 2017 in Verbindung mit dem Hauptversammlungsbeschluss vom 24. April 2018 über die Umwandlung der bisherigen Inhaberaktien in Namensaktien unter gleichzeitiger Aufhebung der Vorzugsaktien sowie der Vinkulierung der bisherigen Namensaktien und deren Entsendungsrecht wurde die Satzung wie folgt geändert: Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 2. Mai 2022 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, jedoch insgesamt höchstens um 21.600 TEUR zu erhöhen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Bedingungen auszuschließen.
Die Kapitalrücklage betrug unverändert 15,6 Mio. EUR; davon entfielen 12,8 Mio. EUR auf das Agio aus der Kapitalerhöhung gegen Bareinlage anlässlich des Gangs an die Börse und 1,6 Mio. EUR aus der Begebung von Vorzugsaktien.
Im Geschäftsjahr wurden keine Gewinnrücklagen entnommen und in den Bilanzgewinn übertragen. Am 30. November 2021 werden damit unverändert 25,3 Mio. EUR ausgewiesen.
Im Bilanzgewinn/ -verlust enthalten ist ein Verlustvortrag in Höhe von 16.323.531,79 EUR.
Die Pensionsrückstellungen werden versicherungsmathematisch nach der projected unit credit method berechnet. Dabei wird der Zinssatz gemäß der Tabelle der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt. Die Pensionsrückstellungen entsprechen den Barwerten der erdienten Ansprüche, die unter Anwendung des 10-Jahres-Durchschnittszinses von 1,90 Prozent sowie eines Rententrends von 2 Prozent auf der Grundlage der Richt-tafeln Heubeck 2018 G passiviert werden. Ein Gehaltstrend wurde nicht angesetzt, da es sich um Zusagen mit festen Beträgen handelt. Bei der Anwendung des 7-Jahres-Durchschnittszinses von 1,36 Prozent hätte sich zum 30. November 2021 eine höhere Pensionsrückstellung ergeben. Der einer Ausschüttungssperre unterliegende Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum 30. November 2021 66.705,00 EUR (Vorjahr: 94.486,00 EUR)
Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Beträge setzen sich im Wesentlichen zusammen aus 0,2 Mio. EUR für Boni, 0,1 Mio. EUR für Tantiemen, 0,6 Mio. EUR für Warenrücksendungen und Preisnachlässe sowie 0,4 Mio. EUR für ausstehende Rechnungen. Darüber hinaus wurden ausreichende Rückstellungen für Prüfungskosten, Aufsichtsrats-vergütung, Archivierungskosten und alle anderen erkennbaren Risiken und Verpflichtungen gebildet.
| Restlaufzeiten | Mio. EUR | bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 30.11.2021 | 1,9 | 13,1 | 9,7 | 24,7 |
| 30.11.2020 | 4,5 | 21,0 | 11,2 | 36,7 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 30.11.2021 | 1,7 | - | - | 1,7 |
| 30.11.2020 | 1,6 | - | - | 1,6 | |
| Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen | 30.11.2021 | 10,8 | 1,3 | 2,8 | 14,9 |
| 30.11.2020 | 5,8 | 0,3 | 3,9 | 10,0 | |
| Sonstige Finanzver-bindlichkeiten | 30.11.2021 | 1,0 | 0,6 | - | 1,6 |
| 30.11.2020 | 0,4 | - | - | 0,4 | |
| - davon aus Steuern | 30.11.2021 | 0,5 | - | - | 0,5 |
| 30.11.2020 | 0,1 | - | - | 0,1 | |
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 30.11.2021 | - | - | - | - |
| 30.11.2020 | - | - | - | - | |
| Summe | 30.11.2021 | 15,4 | 15,0 | 12,5 | 42,9 |
| 30.11.2020 | 12,3 | 21,3 | 15,1 | 48,7 |
Die Umsatzerlöse wurden fast ausschließlich durch den Vertrieb von Bekleidung erzielt. Die Auslandsumsätze wurden im Wesentlichen in Europa erzielt.
Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 146 TEUR (Vorjahr 316 TEUR) periodenfremd. Dies sind u.a. Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen sowie Erstattungen frühere Jahre betreffend. Zudem sind in dieser Position 11.281 TEUR staatliche Überbrückungshilfen enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 76 TEUR (Vorjahr 131 TEUR).
Im Personalaufwand des Berichtsjahres sind für Altersversorgung der ehemaligen Belegschaft 10 TEUR (Vorjahr 3 TEUR) enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 176 TEUR (Vorjahr 337 TEUR), 0 TEUR (Vorjahr 1 TEUR) der Aufwendungen sind periodenfremd.
Die Beteiligungserträge beinhalten ausschließlich Ausschüttungen von verbundenen Unternehmen. Die Beteiligungser-träge betreen die Ahlers Textilhandel GmbH & Co. KG, Herford, mit 3,8 Mio. EUR und die Texart UK Ltd. mit 0,1 Mio. EUR.
Alle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch die Verpfändung von Grundbesitz, Kunstgegenständen, Vorräten und nicht übertragenen Forderungen besichert. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden in Höhe von 3,5 Mio. EUR (Vorjahr 3,1 Mio. EUR) Verbindlichkeiten ausgewiesen, die aus dem Lieferungs- und Leistungsbereich resultieren sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 10,4 Mio. EUR (Vorjahr 5,9 Mio. EUR) und ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr 1,0 Mio. EUR).
Bei einer Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung ist zu beachten, dass Produktion, Einkauf, Vertrieb sowie Verwaltungs- und Dienstleistungsarbeiten aufgrund von Geschäftsbesorgungsverträgen von Tochtergesellschaften wahrgenommen werden.# V. Sonstige Angaben
Aus dem Bilanzgewinn einschließlich der Gewinnrücklagen in Höhe von zusammen -1.739 TEUR darf der im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen nach § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde Betrag in Höhe von 67 TEUR nicht ausgeschüttet werden.
Die Haftungsverhältnisse beziehen sich im Wesentlichen auf Bürgschaften für Bankverbindlichkeiten diverser Tochtergesellschaften. Es ist nicht davon auszugehen, aus diesen Bürgschaften in Anspruch genommen zu werden, da die Tochtergesellschaften den Verpflichtungen aus der laufenden operativen Tätigkeit nachkommen können.
| TEUR | 30.11.2021 | 30.11.2020 | |
|---|---|---|---|
| aus Wechselobligo | 0 | 0 | |
| aus Bürgschaften | 54 | 55 | |
| Gesamt | 54 | 55 |
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultieren aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen und setzen sich wie folgt zusammen:
Derivative Finanzinstrumente setzen wir in Form von Devisentermingeschäften zur Sicherung von Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft ein. Das Kontraktvolumen der Devisentermingeschäften beläuft sich am Bilanzstichtag auf 5,6 Mio. EUR (Vorjahr 9,6 Mio. EUR).
Zur Absicherung von Währungsrisiken setzt die Gesellschaft Devisentermingeschäfte ein. Auf der Basis von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Einkäufen bzw. Verkäufen in Fremdwährung werden Devisentermingeschäfte für einen Anteil der sich jeweils ergebenden offenen Positionen in Fremdwährung abgeschlossen. Gemäß § 254 HGB liegt eine Bewertungseinheit in Form eines antizipativen Hedges vor, da offene Posten aus antizipativen Grundgeschäften in Fremdwährung fristenkongruent mit Devisentermingeschäften gesichert werden. Die Devisentermingeschäfte sichern einen Wechselkurs, um mögliche Wechselkursänderungsrisiken, die sich aus den operativen Transaktionen der Gesellschaft ergeben, abzusichern. Die erwarteten Transaktionen betreffen Einkäufe sowie Verkäufe in Fremdwährung innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die Effektivität wird durch einen Critical Term Match sichergestellt.
Der Marktwert der Devisentermingeschäfte zum Stichtag belief sich auf 300 TEUR. Über die gesamte Laufzeit der Devisentermingeschäfte ergibt sich kein Währungsrisiko; die Geschäfte waren in Bewertungsportfolios zusammengefasst und wurden bilanziell nicht erfasst.
| Kontraktvolumen | Währung in Tausend Währungseinheiten | TEUR beizulegender positiver Zeitwert | TEUR beizulegender negativer Zeitwert |
|---|---|---|---|
| Käufe USD | 6.700 | 5.612 | 300 |
| Verkäufe CHF | - | - | - |
| Gesamt | 5.612 | 300 | - |
| Fälligkeit (TEUR) | 30.11.2021 | 30.11.2020 |
|---|---|---|
| im Folgejahr | 167 | 167 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | (163) | (163) |
| im 2. bis 4. Jahr | 0 | 0 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | (0) | (0) |
| ab 5. Jahr | 0 | 0 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | (0) | (0) |
| Gesamt | 167 | 167 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | (163) | (163) |
Die Ahlers AG beschäftigte im Geschäftsjahr 2020/21 im Jahresdurchschnitt wie schon im Vorjahr keine Mitarbeiter.
Die Aufsichtsräte/Vorstände unserer Gesellschaft sind zum 30. November 2021 gleichzeitig Mitglieder eines Organs folgender Gesellschaften:
Nicht genannte Aufsichtsrats-/Vorstandsmitglieder haben keine Mandate bei anderen Gesellschaften.
Die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, besitzt eine mehrheitliche Beteiligung am stimmberechtigten Aktienkapital der Ahlers AG, die sie zum Großteil über ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft WTW Beteiligungsgesellschaft mbH, Herford, hält. Der Jahresabschluss der Ahlers AG wird in den Konzernabschluss der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG, Herford, als größten Kreis von Unternehmen, und in den Konzernabschluss der Ahlers AG, Herford, als kleinsten Kreis von Unternehmen gemäß § 285 Nr. 14 HGB, einbezogen. Die Konzernabschlüsse der Ahlers AG sowie der Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG werden im Bundesanzeiger offen gelegt.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstandes sind im Vergütungsbericht aufgeführt. Sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Aufsichtsratstätigkeit anfallen, sowie die auf die Bezüge anfallende Umsatzsteuer werden den Aufsichtsratsmitgliedern ersetzt.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020/21 betrugen 90 TEUR (Vorjahr 90 TEUR), davon erfolgsunabhängig 90 TEUR (Vorjahr 90 TEUR). Die Gesamtbezüge des Vorstands der Ahlers AG im Berichtsjahr betrugen 856 TEUR (Vorjahr 982 TEUR), davon erfolgsunabhängig 729 TEUR (Vorjahr 855 TEUR) und erfolgsabhängig 127 TEUR (Vorjahr 127 TEUR). Ehemalige Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung der Adolf Ahlers GmbH und deren Hinterbliebene erhielten 14 TEUR (Vorjahr 16 TEUR). Für diese Personengruppe bestanden am 30. November 2021 Rückstellungen für laufende Pensionen von 72 TEUR (Vorjahr 96 TEUR).
Eine Auflistung der Unternehmen, an den die Ahlers AG zum 30. November 2021 mindestens 20 % der Anteile sowie zusätzlich 5 % an großen Kapitalgesellschaften hält, sind in einer Anlage zum Anhang dargestellt.
Die Ahlers AG hat für das Jahr 2021 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären auf den Internet-Seiten der Ahlers AG (www.ahlers-ag.com) dauerhaft zugänglich gemacht.
Die Angabe des Abschlussprüferhonorars erfolgt im Konzernabschluss.
Die Europäische Kommission hat am 31 Januar 2022 der Ahlers-Gruppe die Eröffnung eines kartellrechtlichen Ermittlungsverfahrens mitgeteilt. Die Kommission untersucht, ob es in Zusammenhang mit Markenlizenzvereinbarungen, die das französische Modehaus Pierre Cardin mit der Ahlers-Gruppe geschlossen hat, zu möglichen wettbewerblichen Verstößen gekommen ist. Die Ahlers-Gruppe arbeitet mit der Kommission zusammen, um eine zügige Aufklärung des Sachverhalts zu ermöglichen. Die Einleitung eines förmlichen Verfahrens sagt nichts über dessen Ergebnis aus.
Weitere besondere Sachverhalte nach dem Bilanzstichtag mit wesentlicher Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zum 30. November 2021 haben sich nicht ergeben.
Die Ahlers AG ist als Mutterunternehmen von der Aufstellung eines Konzernabschlusses nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches befreit, da das Unternehmen alternativ einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufstellt (§ 315 e HGB). Es wurden alle zum 30. November 2021 gültigen Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) berücksichtigt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Zum Konsolidierungskreis gehören alle mittelbar und unmittelbar verbundenen Unternehmen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.
Herford, den 15.Februar 2022
Ahlers AG
Der Vorstand
Dr. Stella A. Ahlers
Simon Tabler
| TEUR | 1.12.2020 | Zugänge | Abgänge | 30.11.2021 | 1.12.2020 | Abschreibungen | Zuschreibungen | Abgänge | 30.11.2021 | 30.11.2021 | 30.11.2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||||||
| Kumulierte Abschreibungen | |||||||||||
| Buchwerte | |||||||||||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 752 | 0 | 0 | 752 | 751 | 1 | 0 | 0 | 752 | 0 | 1 |
| Sachanlagen | |||||||||||
| Grundstücke und Bauten | 107 | 0 | 0 | 107 | 107 | 0 | 0 | 0 | 107 | 0 | 0 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 28 | 0 | 0 | 28 | 28 | 0 | 0 | 0 | 28 | 0 | 0 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.294 | 8 | 89 | 1.213 | 1.246 | 14 | 0 | 87 | 1.173 | 40 | 48 |
| Geleistete Anzahl. u. Anl. im Bau | 0 | 78 | 0 | 78 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 78 | 0 |
| 1.429 | 86 | 89 | 1.426 | 1.381 | 14 | 0 | 87 | 1.308 | 118 | 48 | |
| Finanzanlagen | |||||||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 103.459 | 310 | 34 | 103.735 | 41.949 | 541 | 0 | 0 | 42.490 | 61.245 | 61.510 |
| Beteiligungen | 211 | 0 | 0 | 211 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 211 | 211 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 34 | 0 | 0 | 34 | 11 | 0 | 0 | 0 | 11 | 23 | 23 |
| Sonstige Finanzanlagen | 10.545 | 0 | 5.639 | 4.906 | 1.167 | 303 | 0 | 900 | 570 | 4.336 | 9.378 |
| 114.249 | 310 | 5.673 | 108.886 | 43.127 | 844 | 0 | 900 | 43.071 | 65.815 | 71.122 | |
| Gesamt | 116.430 | 396 | 5.762 | 111.064 | 45.259 | 859 | 0 | 987 | 45.131 | 65.933 | 71.171 |
Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 2020/21
| TEUR | 1.12.2020 | Zugänge | Abgänge | 30.11.2021 | 1.12.2020 | Abschreibungen | Zuschreibungen | Abgänge | 30.11.2021 | 30.11.2021 | 30.11.2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||||||
| Kumulierte Abschreibungen | |||||||||||
| Buchwerte | |||||||||||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 752 | 0 | 0 | 752 | 751 | 1 | 0 | 0 | 752 | 0 | 1 |
| Sachanlagen | |||||||||||
| Grundstücke und Bauten | 107 | 0 | 0 | 107 | 107 | 0 | 0 | 0 | 107 | 0 | 0 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 28 | 0 | 0 | 28 | 28 | 0 | 0 | 0 | 28 | 0 | 0 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.294 | 8 | 89 | 1.213 | 1.246 | 14 | 0 | 87 | 1.173 | 40 | 48 |
| Geleistete Anzahl. u. Anl. im Bau | 0 | 78 | 0 | 78 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 78 | 0 |
| 1.429 | 86 | 89 | 1.426 | 1.381 | 14 | 0 | 87 | 1.308 | 118 | 48 | |
| Finanzanlagen | |||||||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 103.459 | 310 | 34 | 103.735 | 41.949 | 541 | 0 | 0 | 42.490 | 61.245 | 61.510 |
| Beteiligungen | 211 | 0 | 0 | 211 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 211 | 211 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 34 | 0 | 0 | 34 | 11 | 0 | 0 | 0 | 11 | 23 | 23 |
| Sonstige Finanzanlagen | 10.545 | 0 | 5.639 | 4.906 | 1.167 | 303 | 0 | 900 | 570 | 4.336 | 9.378 |
| 114.249 | 310 | 5.673 | 108.886 | 43.127 | 844 | 0 | 900 | 43.071 | 65.815 | 71.122 | |
| Gesamt | 116.430 | 396 | 5.762 | 111.064 | 45.259 | 859 | 0 | 987 | 45.131 | 65.933 | 71.171 |
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Herford, den 15. Februar 2022
Dr. Stella A. Ahlers
Simon Tabler
| Firma | Anteil am Kapital (in %) | davon mittelbar | Eigenkapital 1) TEUR | Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 2) 2020/21 TEUR | % |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Ahlers P.C. GmbH, Herford | 100,00 | 21.021 | 3) | ||
| 2. Ahlers Textilhandel GmbH & Co. KG, Herford | 80,00 | 5.449 | 4.094 | ||
| 3. Ahlers Vertrieb GmbH, Herford | 100,00 | 27 | 3) | ||
| 4. Ahlers Zentralverwaltung GmbH, Herford | 100,00 | 4.837 | 3) | ||
| 5. Baldessarini GmbH, Herford | 100,00 | 2.461 | 3) | ||
| 6. Ahlers Retail GmbH, Herford | 100,00 | 58 | 3) | ||
| 7. Jupiter Bekleidung GmbH, Herford | 100,00 | 141 | 3) | ||
| 8. Otto Kern GmbH, Herford | 100,00 | 7.987 | 3) | ||
| 9. PIONEER Jeans-Bekleidung GmbH, Herford | 100,00 | 57 | 3) | ||
| 10. Pionier Berufskleidung GmbH, Herford | 100,00 | 30 | 3) | ||
| 11. Pionier Jeans & Casuals Deutschland GmbH, Herford | 100,00 | 28 | 3) | ||
| 12. Adolf Ahlers AG, CH-Zug | 100,00 | 4.366 | -241 | ||
| 13. Ahlers Austria GmbH, A-Mariasdorf | 100,00 | 820 | -38 | ||
| 14. Ahlers Herford (España) S.L., E-Madrid | 100,00 | 219 | 10 | ||
| 15. Ahlers Herford (Italia) S.R.L., I-Torino | 100,00 | 283 | -114 | ||
| 16. Ahlers Premium France S.A.S., F-Horbourg-Wihr | 100,00 | 1.229 | -270 | ||
| 17. "Ahlers-Poland" Spolka z o.o., PL-Opole | 100,00 | 9.809 | -15 | ||
| 18. OOO Ahlers RUS, RUS-Moskwa | 90,00 | 1.019 | 589 | ||
| 19. SIA Ahlers LV, LV-Riga | 100,00 | 100,00 | 24. | 20 | |
| 20. Dial Textile Industries Ltd., CL-Katunayake | 100,00 | 2.948 | 449 | ||
| 21. Ahlers Danmark A/S, DK-Haderslev | 100,00 | 244 | 10 | ||
| 22. "LUBINEX"-Spolka z o.o. i. L., PL-Lubin | 62,85 | 62,85 | 17. | -219 | |
| 23. Otto Kern Austria GmbH, A-Mariasdorf | 100,00 | 534 | 93 | ||
| 24. UAB Ahlers LT, LT-Vilnius | 100,00 | 100,00 | 1. | -179 | |
| 25. TEXART Bratislava, s r.o., SK-Bratislava | 100,00 | 100,00 | 13. | -15 | |
| 26. TEXART d.o.o., HR-Strmec Samoborski | 100,00 | 100,00 | 13. | 46 | |
| 27. TEXART d.o.o., SLO-Ljubljana | 100,00 | 100,00 | 13. | 44 | |
| 28. TEXART Magyarorszag Kft., H-Budapest | 100,00 | 100,00 | 13. | 82 | |
| 29. TEXART spol. s r.o., CZ-Prag | 100,00 | 100,00 | 13. | 99 |
1) Fremdwährungsbeträge sind mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.
2) Fremdwährungsbeträge Jahresüberschuss/-fehlbetrag sind mit dem Geschäftsjahresdurchschnittskurs umgerechnet.
3) Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag
Konzernstruktur und -organisation
Die Ahlers AG mit Sitz in Herford fungiert als Muttergesellschaft des Ahlers Konzerns. Darunter bestehen aktuell 29 (Vorjahr 31) eigenständige Gesellschaften. Jede Marke ist in einer selbstständigen Gesellschaft organisiert. Des Weiteren gibt es in den wichtigsten 15 Auslandsmärkten eigene Vertriebsgesellschaften, die mit Ausnahme der OOO Ahlers RUS zu 100 Prozent zum Konzern gehören. An der OOO Ahlers RUS hält Ahlers 90 Prozent der Anteile, die übrigen 10 Prozent gehören einem langjährigen russischen Partner. Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde die HEMINA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Herford KG im Rahmen einer Anwachsung auf die Ahlers Textilhandel GmbH & Co. KG fusioniert. Zudem wurde die Texart UK Ltd. liquidiert. Durch Kauf wurden die restlichen 0,67 Prozent Minderheitenanteile an der UAB Ahlers LT erworben. Das Jeans-Produktionswerk „LUBINEX“-Spolka z o.o. i. L. befindet sich weiterhin in Liquidation. Seit der Schließung dieses Produktionswerkes 2020 betreibt Ahlers nur noch eine eigene Fertigungsstätte in Sri Lanka. An der 2010 aus dem Konzern ausgegliederten Jupiter Shirt GmbH besitzt die Ahlers AG 49,0 Prozent. Die Jupiter Shirt GmbH entwickelt und vertreibt Hemden unter der Marke Jupiter in ganz Europa. Eine Übersicht über die Tochtergesellschaften des Ahlers Konzern findet sich auf der Seite 19 „Anteilsbesitz“. Alle Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge (EAV) der Ahlers AG mit ihren Tochtergesellschaften blieben unverändert (vgl. Tabelle Anteilsbesitz, Seite 19).
Ahlers ist in Form einer Funktionsmatrix organisiert. Die Geschäftsführer jeder Marken-Vertriebsgesellschaft sind eigenständig für Produktentwicklung und Vertrieb der Marke verantwortlich. Zentrale Aufgaben wie IT, Rechnungswesen, Produktion, Logistik, Marketing und Controlling/Recht sind in der Ahlers Zentralverwaltung GmbH und weiteren Konzerngesellschaften angesiedelt. Die Zentralabteilungen unterstützen die einzelnen Gesellschaften mit ihrem übergreifenden Know-how und realisieren Synergien im Konzern durch Bündelung gleichartiger Aufgaben und gemeinsames Sourcing. Das Retail- und Outlet-Management einschließlich der im Inland verbliebenen zwei Stores in Hamburg und auf Norderney sind in einer eigenständigen Gesellschaft, der Ahlers Retail GmbH, zusammengefasst. Von der Ahlers Vertrieb GmbH wird das eCommerce Geschäft zentral für die Marken des Unternehmens gesteuert.
Der Ahlers Konzern bietet mit seinen vier Menswear Marken und einer Marke für Workwear maßgeschneiderte Kollektionen für unterschiedliche Zielgruppen und Preissegmente an. Entsprechend ihrer modischen Aussage und preislichen Positionierung sind die Marken in die beiden Segmente „Premium Brands“ und „Jeans & Workwear“ gegliedert.
Die Ahlers AG ist einer der führenden Hersteller für modische Menswear in Deutschland und Europa sowie Russland. Ahlers entwickelt und vertreibt Menswear unter vier klar voneinander abgegrenzten Marken im mittleren und gehobenen Preissegment, die modern, funktional, hochwertig und nachhaltig ist. Neben dem Wholesale Geschäft mit Einzelhandelskunden steht der Ausbau des eCommerce im Mittelpunkt der Vertriebsaktivitäten. Daneben wird unter Pionier Workwear Profi-Berufsbekleidung angeboten. Alle Marken sollen in Zukunft noch klarer positioniert, effizient und profitabel geführt werden. Solides und nachhaltiges Wachstum ist das Ziel der mittelfristigen Unternehmensentwicklung. Dies soll mit den folgenden strategischen Maßnahmen erreicht werden:
Strategie
* die Geschäftsfelder
* Marken
* preislich gestaffelte, attraktive Menswear Marken im mittleren und gehobenen Bekleidungsmarkt
* Baldessarini
* Pierre Cardin
* Otto Kern
* Pioneer Jeans
* sowie qualitativ hochwertige Berufskleidung unter der Marke Pionier Workwear
* Absatzkanäle
* Wholesale mit dem stationären Einzelhandel, Filialisten und Warenhäusern
* eCommerce mit eigenen Online Shops, Mehrmarkenplattformen und Online Shops von Wholesale-Partnern
* Monomarken-Stores in ausgewählten Märkten, besonders in Osteuropa
* Outlets
* Märkte
* DACH
* Europa und Russland
* ausgewählte außereuropäische Märkte wie z.B. Kanada
* Produkt
* Innovative, modische und qualitativ hochwertige Menswear und Berufsbekleidung
* Die Wachstumsstrategie „New Tomorrow“ – das größte Performance-Programm der Unternehmensgeschichte
Die Modeindustrie ist seit einigen Jahren in einem ständigen Transformationsprozess. Das Tempo dieser Veränderungen hat sich durch die Corona Pandemie noch einmal beschleunigt.# Um das Unternehmen präzise auf die neuen Herausforderungen einzustellen und die Strukturen auf die Markterfordernisse von heute und morgen auszurichten, hat Ahlers im Januar 2021 das umfangreichste strategische Performance-Programm seiner Unternehmensgeschichte aufgelegt. Unter dem Titel „New Tomorrow“ wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die strategische Ausrichtung unserer fünf Marken intensiv überarbeitet. Ein wesentlicher Baustein der zukünftigen Strategie ist der professionelle Ausbau des eCommerce und eine aus der jeweiligen Marke heraus gesteuerte innovative und eigenständige Markenbotschaft. Die Begehrlichkeit unserer Marken und Produkte soll gesteigert und der Endverbraucher in den Mittelpunkt der Markenkommunikation gestellt werden. Für die Service-Bereiche des Unternehmens wird neben einer allgemeinen Kostensenkung vor allem eine kostengünstigere Beschaffung angestrebt, selbstverständlich unter Einhaltung unserer strengen Corporate Social Responsibility-Grundsätze. Zur Steigerung der internen und externen Transparenz werden effiziente IT-Tools implementiert.
Menswear mit Pierre Cardin, Baldessarini, Otto Kern und Pioneer – hochwertige Berufskleidung mit Pionier Workwear Ahlers fokussiert sich auf Menswear mit den Marken Pierre Cardin, Baldessarini, Otto Kern und Pioneer und auf Berufsbekleidung unter der Marke Pionier Workwear. Über zwei Drittel der Umsätze werden im attraktiven Premium-Segment erzielt. Mit allen Marken wollen wir national und international profitabel und nachhaltig wachsen.
Der Pierre Cardin-Markenauftritt wird in Zukunft wieder stärker von der einzigartigen Brand-Heritage dieser französischen Designermarke geprägt und beeinflusst sein. Modern, angezogen und fortschrittlich soll Pierre Cardin im kommerziellen Premium-Segment als Designer Brand wahrgenommen werden. Der Pierre Cardin Wholesale-Vertrieb intensiviert in Deutschland und Europa sowie in Russland bestehende Kundenbeziehungen und akquiriert neue Kunden. Auch der eCommerce soll auf die ost- und westeuropäischen Märkten ausgeweitet werden.
Baldessarini verortet sich neu im Hollywood des Jahres 1969. Die Marke ist erfüllt von Lebensfreude, der Lust den Moment zu leben und dem Drang nach Freiheit. Ihrem altersunabhängigen Kunden bietet Baldessarini einzigartige Produkte mit hohem Selbstbewusstsein und Anspruch an Design, Zeitgeist und Preis-Leistung. Baldessarini strebt die Marktführerschaft im Luxus-Design auf internationaler Ebene im Upper Premium Markt an. Mit einem neuen Ladenbaukonzept und einer fokussierten Kollektion sollen in Europa und Russland Shop-in-Shops mit Total Looks genauso gestärkt werden wie das Category Management. Ein weiterer Fokus liegt auf der Digitalisierung und den Social Media Interaktionen, um die Verkäufe und die Brand Awareness D2C voranzutreiben. Auch weitere neue Märkte in Europa und China sollen zukünftig erschlossen werden. Lizenzprodukte runden die Sortimentsaussage ab und werden sukzessive ausgebaut.
Auch für Otto Kern steht die Gewinnung weiterer Lizenznehmer im Fokus. Das Jeans- und Hosengeschäft soll insbesondere mit Großkunden forciert werden.
Im Jeans- & Workwear-Segment tritt Pioneer Authentic Jeans zukünftig mit dem Marken-Claim PIONEERS OF TOMORROW an und baut damit seine Marken- und Konsumentenkommunikation als führender Jeans- und Hosenspezialist in konsumigen Preislagen stringent aus. Durch das zusätzliche Angebot von Oberteilen wird die Marke zu einer ganzheitlichen Lifestyle-Brand weiterentwickelt. Dazu werden auch Kapselkollektionen beitragen, die den modernen, urbanen Pionier mit innovativen Casual-Looks ausstattet. National und international wollen wir im Wholesale wachsen und zusätzliche Shop-in-Shop-Flächen dazugewinnen. Der Online-Vertrieb soll vor allem auf Marktplätzen und Multimarken-Formaten ausgebaut werden.
Bei Pionier Workwear wollen wir uns mit einer optimierten Marken- und Angebotskommunikation auf unsere Stärken im Bereich Corporate Wear und Leasing konzentrieren und im technischen Handel als innovativer Anbieter von Berufsbekleidung wieder stärker positionieren.
Für Menswear wird der stationäre Facheinzelhandel trotz rückläufiger Marktentwicklung nach wie vor ein wichtiger Absatzkanal bleiben. Mehr Sichtbarkeit für unsere Marken und Umsatzzuwächse wollen wir durch die Vermarktung unserer Produkte auf „gebrandeten“ Flächen, in Pop-Ups und Shop-in-Shops generieren. Zudem soll die Flächenproduktivität verbessert werden. Dazu entwickeln wir die Prozesse der Warenversorgung für die Markenflächen konsequent weiter. Partnerschaftsprogramme, Kooperationskonzepte und Service-Qualität werden fortlaufend analysiert und optimiert.
Neben dem stationären Facheinzelhandel haben wir auch den Online-Handel unserer Wholesale-Kunden im Fokus.
Der eCommerce hat als stark wachsender Absatzkanal strategisch sehr hohe Priorität. Wir investieren viel personelle Kapazität und Finanzmittel in dieses stetig wachsende Geschäftsfeld. Sehr wichtig sind dabei die Vertriebsaktivitäten im Online-Wholesale-Geschäft sowie die Anbindung an Online-Multibrand-Plattformen. Darüber hinaus steht die Gewinnung von zusätzlichen Onlinehändlern in Europa und die weitere Internationalisierung des Marktplatzgeschäfts im Mittelpunkt. Zusätzlich betreibt Ahlers drei eigene Online Shops mit den Marken Pierre Cardin, Baldessarini und Pionier Workwear. Auch hier soll die Internationalisierung forciert werden. Die eigenen Online Shops sind gleichzeitig Schaufenster der Marken und wichtiger Verkaufskanal. Sowohl im eCommerce Wholesale-Vertrieb, dem Marktplatz- geschäft und den eigenen Online Shops wollen wir weiter stark wachsen. Die differenzierte Sortimentssteuerung, die prominente Markenplatzierung, die Optimierung der Value Proposition und effiziente IT-Strukturen und -Tools sollen diesen Ausbau unterstützen.
Wir werden die bestehenden Store-Konzepte im eigenen Einzelhandel weiterentwickeln und weitere Partner-Stores punktuell eröffnen. Ahlers setzt dabei strategisch auf Monomarken-Stores der Premiummarken Pierre Cardin und Baldessarini, die wir bevorzugt mit Partnern vornehmlich in Osteuropa betreiben.
Ahlers ist mit einem internationalen Anteil von 46 Prozent am Gesamtumsatz ein erfolgreicher „European Player“. Ziel für die Zukunft ist es, durch systematischen Ausbau der lokalen Vertriebsorganisationen die Umsätze in Europa weiter zu entwickeln. Dabei soll das Geschäft vor allem mit Wholesale-Partnern, aber auch punktuell mit eigenen Stores und Partnerstores wachsen. Außerhalb Europas wollen wir mittelfristig mit unserer Marke Baldessarini expandieren.
Die Optimierung von Beschaffung und Logistik ist eine dauerhafte Herausforderung in der Bekleidungsindustrie. Ahlers arbeitet fortwährend an der Lieferantenauswahl und den Logistikprozessen mit dem Ziel Qualität, Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Beschaffungskosten zu optimieren. Ständig prüfen wir bestehende Lieferanten und Lieferländer, um eine verlässliche und kostengünstige Produktion zu sichern, die unseren Qualitäts- und Sozialstandards genügt.
Sukzessive hat Ahlers die Jeansbeschaffung auf Vollgeschäft umgestellt und wird künftig auch die Anzugbeschaffung darauf umstellen. Wie schon in den Vorjahren haben wir unsere Beschaffung im günstig gelegenen, südlichen Mittelmeerraum intensiviert. Die gesamte Rohwarenlogistik und zunehmende Anteile der Fertigwarenlogistik des Konzerns erfolgen seit 2019 von Polen aus. Die Einhaltung von Sozialstandards ist immer wesentliche Grundbedingung für die Auswahl von Lieferanten und Dienstleistungspartnern.
Ahlers nutzt die technologischen Fortschritte und die damit einhergehenden digitalen Trends. Kundenbedürfnisse zu analysieren und daraus bedarfsorientierte Produkte und Services zu entwickeln, ist eine große Chance. Zur zukunftsorientierten Geschäftsentwicklung hat Ahlers verschiedene Digitalisierungsprojekte aufgesetzt. Unter anderem erweitern wir kontinuierlich die automatische Generierung von Nachverkaufsangeboten für Einzelhandelskunden, deren Bestände wir elektronisch einsehen können (EDI) und schaffen virtuelle Regalverlängerungen für den Einzelhandel.
Seit August 2020 sind wir mit den Marken Pierre Cardin und Pioneer mit einer cloudbasierten B2B-Order Area eines in der Branche renommierten Dienstleisters präsent. Über dieses Portal können unsere Händler digital Nachbestelungen tätigen. Auch Pionier Workwear stellt seinen Kunden einen B2B-Shop zur Verfügung, der im kommenden Jahr weiterentwickelt werden wird. Pierre Cardin, Baldessarini und Pioneer stellen ihren Kunden zudem Produktdaten und Bildmaterial cloudbasiert zur Verfügung.
Forschungs- und Entwicklungsstellen der Mode sind die Produktmanagement- und Modellabteilungen sowie die Musternähereien. Jede Saison entwickeln diese Abteilungen neue Kollektionen, die auf ihre Zielkunden ausgerichtet sind. Das Design steht dabei im Mittelpunkt und die Funktionalität der Bekleidung ist wichtige Nebenbedingung. Zusätzlich rücken die Nachhaltigkeit, die Ressourcen schonende Produktion und die Verwendung von recycelten oder biologisch erzeugten Materialien in den Fokus der Produktentwicklung.
Die einzelnen Produktgruppen jeder Marke haben in der Regel eigene Produktmanagement-Teams. Die Modellabteilungen und die Musternähereien sind meist übergreifend nach Warengruppen organisiert und arbeiten für mehrere Marken, haben aber benannte Spezialisten innerhalb der Organisation für ihre jeweilige Marke.# Ahlers AG Geschäftsbericht 2020/21
Region 2020/21 2019/20
Sri Lanka 35,7% 31,4%
Polen 0,6% 5,6%
Andere EU/ Naher Osten 41,3% 41,3%
China/HKG 3,4% 7,0%
Andere Fernost 19,0% 14,7%
Die Produktmanagement- und Modellabteilungen sowie die Musternähereien hatten zum 30. November 2021 51 Mitarbeiter (Vorjahr 58). Durch die geringere Anzahl von Mitarbeitern entstanden für diese Abteilungen im Geschäftsjahr 2020/21 deutlich niedrigere Aufwendungen vor Sondereffekten in Höhe von 3.447 TEUR (Vorjahr 4.252 TEUR). Vor allem die Effizienzmaßnahmen des Vorjahres und die weitere Umstellung auf Vollkauf führten zu dem Rückgang von Mitarbeitern und Aufwendungen. Durch Effizienzmaßnahmen bedingt fielen Sondereffekte in Höhe von -88 TEUR an (Vorjahr -384 TEUR). Der Großteil der Aufwendungen sind Personalkosten. Der Sachaufwand besteht vor allem aus Beratungskosten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten machten 2,4 Prozent vom Umsatz (Vorjahr 2,8 Prozent) aus. Grundsätzlich erfolgt keine Aktivierung von Entwicklungskosten, weil die Ansatzvoraussetzungen nach handelsrechtlichen Vorschriften bzw. nach IAS 38 nicht vollumfänglich erfüllt sind.
Der Vorstand der Ahlers AG steuert die Vertriebs- und Service-Gesellschaften des Konzerns. Der Vorstand gibt die strategische Entwicklung vor, trifft wichtige Entscheidungen mit den Geschäftsführungen und überwacht die Zielerreichung der Tochtergesellschaften. Im Konzern wird eine Mittelfristplanung über drei Geschäftsjahre erstellt, die jährlich rollierend fortgeschrieben wird. Die jährliche Einzelplanung erfolgt bottom-up durch die von den einzelnen Geschäftsführern mit dem Vorstand erarbeiteten Planungen je Konzerngesellschaft. Für die einzelnen Vertriebs- und Servicegesellschaften werden dabei Detailziele hinsichtlich vordefinierter Steuerungsgrößen und Kennzahlen formuliert. In diese Einzelplanungen finden bereits die Einschätzungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Planungsjahr Eingang. Unter Normalbedingungen ohne Corona-Einfluss wird bereits Mitte des Geschäftsjahres mit dem Aufsichtsrat eine detaillierte Konzern-Jahresplanung („Budget“) einschließlich Strukturplanung für das neue Geschäftsjahr besprochen. Im Rahmen des zentralen monatlichen Reportings erfolgt die laufende Erfolgskontrolle der Budgetgrößen. Die Geschäftsführer der Tochterunternehmen berichten monatlich direkt an die Konzernleitung in einem vorstrukturierten Finanzbericht über quantitative und qualitative Entwicklungen im Berichtsmonat. In regelmäßigen Treffen informiert sich der Vorstand über die Marktsituation und nimmt mit den Geschäftsführern Weichenstellungen vor. Zentrale Reporting-Datenbanken erleichtern die Soll-/Ist-Kontrolle und die Erstellung täglicher, wöchentlicher und monatlicher EDV-Berichte. Zweimal im Jahr wird eine umfassende Überarbeitung der Jahresplanung vorgenommen.
| 2020/21 | 2019/20 | |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse Mio. EUR | 142,5 | 151,6 |
| Rohertragsmarge * in % | 47,6 | 47,3 |
| EBITDA * Mio. EUR | -5,7 | -3,1 |
| EBITDA-Marge * in % | -4,0 | -2,0 |
| EBIT * Mio. EUR | -13,8 | -12,4 |
| EBIT-Marge * in % | -9,7 | -8,2 |
| Sondereffekte Mio. EUR | 6,6 | -2,9 |
| Konzernergebnis Mio. EUR | -8,9 | -18,5 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Mio. EUR | 6,3 | -14,8 |
| Brutto-Investitionen Mio. EUR | 1,9 | 1,6 |
| Umsatzrendite vor Steuer in % | -6,4 | -11,4 |
| Umsatzrendite nach Steuer in % | -6,2 | -12,2 |
| Ergebnis je Aktie EUR | -0,68 | -1,36 |
| Net Working Capital ** Mio. EUR | 59,4 | 73,8 |
| Return On Investment *** in % | -6,4 | -12,2 |
* vor Sondereffekten
** Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
*** Konzernereignis / durchschnittliche Bilanzsumme
Ahlers beschäftigte im Geschäftsjahr 2021/21 durchschnittlich 1.612 Mitarbeiter und damit 200 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. Am 30. November 2021 hatte Ahlers 109 Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr. Durch den Beschäftigungsabbau im Zuge der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen hatte Ahlers in Deutschland am Stichtag 409 Mitarbeiter und damit 74 Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr. Durch Beendigung der eigenen Produktion in Polen reduzierte sich die Anzahl der Mitarbeiter um 36. Im eigenen Retail beschäftigte Ahlers im Ausland 32 Mitarbeiter weniger als am Vorjahresstichtag. Die Kapazitäten des eigenen Produktionsstandorts in Sri Lanka wurde aufgestockt, so dass die Anzahl der Mitarbeiter dort um 37 stieg. Wesentliche Steuerungsgrößen im Ahlers Konzern sind der Umsatz, das EBIT vor Sondereffekten, das Konzernergebnis, der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, das Net Working Capital und die Brutto-Investitionen. Darüber hinaus werden die zu erzielende Kalkulations- und Ist-Marge, das Umsatzwachstum, die Kostenquoten, die EBIT-Marge sowie der durchschnittliche Forderungsbestand in Tagen als Kennzahlen ermittelt. Bei den Produktionsentscheidungen des Vertriebsmanagements nimmt die Lagerreichweite einen besonderen Stellenwert ein, die maßgeblich die Höhe des Net Working Capitals beeinflusst. Alle Segmente werden nach den gleichen Kennzahlen gesteuert. Die Steuerung der Einheiten hat sich im Berichtsjahr nicht wesentlich verändert. Die Geschäftsführer berichten an den Vorstand und die Kennzahlen wurden gleich berechnet. In der Ahlers AG sind die wesentlichen Steuerungsgrößen der Umsatz und das EBIT vor Sondereffekten.
* Das EBIT vor Sondereffekten entspricht dem Ergebnis vor Ertragsteuern zuzüglich der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen, abzüglich der Zinsen und ähnlichen Erträgen sowie zuzüglich der Sondereffekte, die auf Seite 42 des Geschäftsberichts dargestellt werden.
30. Nov. 2021 30. Nov. 2020
Deutschland 409 (483) -
Polen 153 (189) -
Sri Lanka 830 (793) -
Osteuropa/ Sonstige 195 (221) -
Österreich 28 (38) -
Gesamt 1.615 (1.724) -
| 2020/21 | 2019/20 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter | 1.612 | 1.812 | -11,0% |
| Personalaufwand bereinigt * Mio. EUR | 34,1 | 38,4 | -11,2% |
| Personalaufwand je Mitarbeiter bereinigt * TEUR | 21,2 | 21,2 | 0,0% |
| Zahl Auszubildender | 18 | 20 | -10,0% |
| Frauenanteil im Führungskreis in % | 37 | 43 | -6 PP |
* um Sondereffekte
Zu Beginn des Jahres 2021 gingen die meisten volkswirtschaftlichen Institute davon aus, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft mit 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres fortsetzen würde (2020: -3,5 Prozent 2 ). Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung führten weiterhin zu deutlichen Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaftslage. Dennoch ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Weltwirtschaft im Jahr 2021 um 6,0 Prozent gewachsen. Das BIP der Eurozone wurde durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst. Hier stieg die Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 um 5,0 Prozent und erhöhte sich damit um 11,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (-6,4 Prozent). In Deutschland erhöhte sich die Wirtschaftsleistung mit 2,6 Prozent vergleichsweise moderat (2020: -4,6 Prozent). Um die Wirtschaft zu stützen, haben die Industriestaaten kreditfinanzierte Hilfsprogramme sowie Maßnahmenpakete fortgeführt. In Reaktion auf die deutlich steigenden öffentlichen Schulden und zur Unterstützung der Wirtschaft setzten die Notenbanken ihre expansive Geldpolitik fort und hielten damit das Zinsniveau niedrig. Wesentliche Einflussfaktoren im Jahr 2021 auf die weltweite Wirtschaftsentwicklung waren der vollzogene Ausstieg Großbritanniens aus der europäischen Union, das im Suez-Kanal havarierte Containerschi „Ever Given“, Kapazitätsschwierigkeiten im Logistiksystem vor allem im Seeverkehr und daraus resultierende Lieferengpässe. Bedeutsamer gesamtwirtschaftlicher Indikator für den Ahlers Konzern ist neben der Wirtschaftskraft und der Konjunkturerwartung der private Konsum, der durch die Arbeitsmarktlage und die Einkommensentwicklung beeinflusst wird. Instrumente wie staatliche Kredite und Kurzarbeit dämpften den Anstieg der Arbeitslosigkeit wirkungsvoll, so dass sich die Arbeitslosenquote im Euroraum auf dem Vorjahresniveau bewegt (2021: 7,8 Prozent; 2020: 7,9 Prozent). Im Zuge der neuerlich gestiegenen Infektionszahlen sowie der Ausbreitung neuer Virus-Varianten und damit erneut einhergehender Eindämmungsmaßnahmen im Herbst/Winter 2021 verzeichnet das Konsumklima deutliche Einbußen. Im Dezember 2021 stieg der GfK-Konsumklimaindex dann wieder auf einen Wert von -1,6 Punkten 3 (Vorjahr -6,7 Punkte). Indes wurde die Kaufkraft der Bevölkerung im Euroraum durch den moderaten Anstieg der Verbraucherpreise geschwächt (Inflationsrate 2021: 2,5 Prozent, Vorjahr 0,3 Prozent). Insgesamt stieg der private Verbrauch im Jahr 2021 in Deutschland um 0,4 Prozent. Angesichts sich erholender Konjunkturwerte sowie größtenteils deutlich gemäßigterer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie waren die Umsatzrückgänge im europäischen Ausland geringer und die Konsumausgaben privater Haushalte erhöhten sich in der Eurozone um 2,9 Prozent, so dass sich die Gesamtwirtschaftsleistung der EU wieder dem Vorkrisenniveau annähert.# Branchenspezifische Entwicklung
Aufgrund der Corona-Pandemie wurden mit Anfang des Ahlers-Geschäftsjahres im Dezember 2020 abermals europaweit Einzelhandelsschließungen für Bekleidung verfügt. Der bis dahin leicht rückläufige Umsatztrend des stationären Modehandels verschlechterte sich dadurch erneut. Wenngleich der stationäre Einzelhandel an Attraktivität verloren hat, konnte sich nach Öffnung des stationären Einzelhandels im Frühsommer das Kaufverhalten stabilisieren. In vielen Ländern führten stark steigende Fallzahlen – bedingt durch die vierte Welle der Pandemie – im November 2021 wiederholt zu weitreichenden Beschränkungen, wie die 2G-Regel für den Einzelhandel, und erneuten Lockdowns, die vor allem im vierten Kalenderquartal 2021 den stationären Modeeinzelhandel wieder deutlich beeinträchtigten. So konnte die Textilbranche kaum von dem Aufschwung im Einzelhandel profitieren. Für das Kalenderjahr 2021 lag das Umsatzminus bei den vom Lockdown betroffenen Bereichen des stationären Einzelhandels um bis zu 30 Prozent unter Vorkrisenniveau. Im stationären Modehandel verringerte sich der Umsatz um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Quelle: Commerzbank Research Januar 2021, alle weiteren Werte dieses Kapitels Commerzbank Research Dezember 2021.
Quelle: GfK Konsumklima: Vierte Welle und Inflation setzen Konsumklima zu, 25. November 2021.
Auch wenn die Corona-Krise das weiterhin wachsende Online-Geschäft mit Mode zusätzlich forciert, werden die Umsatzrückgänge des stationären Handels dadurch nur abgemildert. Das Online-Geschäft stellte jedoch die Verfügbarkeit von Mode auch während der Lockdowns grundsätzlich sicher und verzeichnete im Fashionbereich zudem erhebliche Zuwächse um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
| Mio. EUR | 2020/21 | 2019/20 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Premium Brands * | 101,7 | 106,6 | -4,6 |
| Jeans & Workwear | 40,8 | 45,0 | -9,3 |
| Summe | 142,5 | 151,6 | -6,0 |
| inkl. Sonstige 0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR) |
| Mio. EUR | 2020/21 | 2019/20 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 77,2 | 87,1 | -11,4 |
| Westeuropa | 37,4 | 39,2 | -4,6 |
| Mittel-/ Osteuropa/ Sonstiges | 27,9 | 25,3 | 10,3 |
| Summe | 142,5 | 151,6 | -6,0 |
| Mio. EUR | 2020/21 | 2019/20 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| 1. Quartal | 22,4 | 51,2 | -56,3 |
| 2. Quartal | 36,9 | 19,5 | 89,2 |
| 3. Quartal | 38,6 | 38,2 | 1,0 |
| 4. Quartal | 44,6 | 42,7 | 4,4 |
| Summe | 142,5 | 151,6 | -6,0 |
Positive Kehrtwende nach coronabedingt schwachem Start
Der Konzernumsatz sank im Geschäftsjahr 2020/21 coronabedingt um 9,1 Mio. EUR bzw. 6,0 Prozent auf 142,5 Mio. EUR. Hauptursache waren dabei die europaweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die im ersten Quartal durch europaweite Lockdowns mit Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahresquartal von 28,8 Mio. EUR bzw. 56,3 Prozent, den größten Einfluss hatten. In den Folgequartalen wurde ein Großteil dieser Umsatzeinbußen wieder aufgeholt, ohne jedoch jedoch komplett die Umsatzeinbußen des ersten Quartals zu kompensieren.
In Deutschland lag die Umsatzentwicklung damit im Rahmen des Markttrends (-12 Prozent)4. In den internationalen Märkten lag das Umsatzminus des Ahlers Konzerns eher leicht unter der Branchenentwicklung aufgrund meist noch höherer Rückgänge im europäischen Ausland5.
Dabei entwickelten sich die Marken sehr unterschiedlich. Während Baldessarini und Otto Kern nicht zuletzt durch den Marken-Relaunch Umsatzsteigerungen verzeichnen konnten, büßten Workwear und Jeans Umsätze ein. Vor allem das Jackengeschäft lief sehr schwach. Anzüge und Sakkos stagnierten auf niedrigem Niveau, da weiterhin die Kaufanlässe für formelle Kleidung fehlten und die Arbeit im Home-Office die Nachfrage nach Business-Bekleidung reduzierte. In den letzten Monaten des Geschäftsjahres ist hier aber eine Trendwende zu erkennen.
Die Auswirkungen der Pandemie trafen Ahlers als Wholesale-Unternehmen und Bekleidungsproduzent im zeitlichen Verlauf anders als den Bekleidungseinzelhandel, in der Summe und im Ausmaß aber ähnlich. Insgesamt waren rund acht Monate in Geschäftsjahr 2020/21 von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beeinflusst, während es im Vorjahr nur fünf waren. Hinzu kamen, nicht nur für die Modehäuser, massive Störungen in der Lieferkette, die zu stockender Auslieferungen der Saisonwaren und Abschmelzen der NOS-Bestände mit Engpässen in der Nachversorgung der Kunden führten. Dies war insbesondere im dritten Quartal 2020/21 zu spüren.
Im März 2021 gab es nach kurzzeitigem Aufheben der Beschränkungen einen starken Nachholeffekt, der allerdings nicht den kompletten Umsatzrückgang des ersten Quartals kompensieren konnte, weil das Geschäft aus Nachbestellungen fast völlig ausblieb. Da im Vergleichszeitraum des Vorjahres ein kompletter Lockdown verhängt wurde, stiegen die Umsätze im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 89,2 Prozent. Etwas Entspannung trat dann nach Öffnung des Bekleidungseinzelhandels, wie bereits im Vorjahr, im dritten Quartal 2021 (Juni bis August) ein, wobei aber durch gestörte Lieferketten die Herbst/Winter-Waren verspätet ausgeliefert wurden. Der Umsatz erhöhte sich daher im dritten Quartal 2020/21 auf niedriger Basis nur um 1,0 Prozent. Durch das Aufholen der verzögerten Auslieferungen wurde das vierte Quartal des „zweiten Corona-Jahres“ 2020/21 (September bis November) das umsatzstärkste (mit 44,6 Mio. EUR Umsatzerlösen bzw. einer Umsatzsteigerung zum Vorjahresquartal um 4,4 Prozent), allerdings auch basierend auf schwachen Vorjahreszahlen, da der November 2020 von massiven Umsatzeinbrüchen geprägt war.
Abweichend von dieser allgemeinen Schilderung des Jahresverlaufs gab es regional einige Besonderheiten. Russland hat eher weniger Einzelhandelsschließungen verfügt. Der zweite Lockdown kam in einigen Ländern wie z.B. Österreich, Frankreich, Tschechien früher als in Deutschland und endete dementsprechend auch eher. Die Umsatzentwicklung nach Regionen stützt diese Einschätzung, denn in Deutschland waren die Umsatzrückgänge mit 11,4 Prozent am höchsten. Das westeuropäische Ausland lag mit -4,6 Prozent im Konzerntrend. Am wenigsten waren die Umsätze in Osteuropa tangiert, die von niedriger Basis aus immerhin um 10,3 Prozent stiegen.
Das eCommerce Geschäft hat bei Ahlers eine hohe strategische Priorität. Unabhängig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die die Digitalisierung weiter beschleunigt und den Online-Handel noch forciert haben, hat Ahlers im Rahmen seines Performance Projektes „New Tomorrow“ das eCommerce-Geschäft mit diversen Maßnahmen auf ein neues Level gehoben. Obwohl im Geschäftsjahr 2020/21 noch nicht alle Maßnahmen vollumfänglich umgesetzt waren, erzielte der eCommerce ein starkes Umsatzplus von 34,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit deutlich über der Entwicklung der Branche (+20,7 Prozent)6. Zu dieser Entwicklung trugen sowohl die Umsatzzuwächse auf den Marktplätzen als auch unserer eigenen, neu gestalteten Online-Shops bei.
Quelle: www.textilwirtschaft.de/../tw-testclub-die-umssetze-im-jahr-2021-weiter-abgeschmolzen; abgerufen am 05.01.2022.
Quelle: Erwartung Umsätze 2021 non-luxery fashion Europa -15 bis -10 Prozent, weltweit -4 bis +1 Prozent; McKinsey & Company, The State of Fashion 2022, Seite 15.
Quelle: IFH Köln, Branchenreport „Onlinehandel“, Jahrgang 2021, Seite 68.
Die Rohertragsmarge erhöhte sich im Geschäftsjahr 2020/21 leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 47,6 Prozent (Vorjahr 47,3 Prozent). Maßgeblich für den Rohertragsrückgang um 3,9 Mio. EUR auf 67,8 Mio. EUR (Vorjahr 71,7 Mio. EUR) waren daher die niedrigeren Umsatzerlöse. Sowohl die ersten Auswirkungen des Projektes „New Tomorrow“, weitere kurzfristig eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung als auch die coronabedingt niedrigeren Wholesale-Umsätze führten im Berichtsjahr zu geringeren betrieblichen Aufwendungen bestehend aus Personalaufwand, dem Saldo ‚Sonstiger Aufwand und Ertrag‘ und den
Ahlers führte zum Bilanzstichtag 23 Stores in Eigenregie davon drei im Inland und 20 im Ausland. Die eigenen Stores befinden sich überwiegend im Baltikum und in Polen, Ahlers RUS führt acht Stores und zwei Outlets in Russland. Im Laufe des Jahres 2021 hat Ahlers einen Store in Deutschland geschlossen. Die eigenen Stores, die sich überwiegend in Osteuropa befinden, litten zum Teil erneut sehr unter den Folgen und Einflüssen der Corona-Pandemie. Das lag vor allem an langen Lockdown Phasen im Baltikum.
Ahlers betreibt zudem 27 Outlets (Vorjahr 31). Vier Outlet-Standorte in Deutschland, Österreich und Tschechien wurden aufgegeben. Die Outlet-Stores liegen meist an Autobahnen und oft in Grenznähe. Diese Standortfaktoren zeigten sich, wie schon im Vorjahr, unter Corona-Bedingungen als nicht vorteilhaft, weil die Mobilität stark zurückging. Auch das Geschäft unserer Outlets im europäischen Ausland war einmal mehr von lokalen Lockdown-Maßnahmen massiv betroffen. So ging der Umsatz des eigenen Retail zusammengenommen nach 30,4 Prozent im Vorjahr nochmals um 5,5 Prozent zurück. Flächenbereinigt sanken die Umsätze um ein Prozent.Der Umsatzanteil des eigenen Retails am Gesamtumsatz stieg inklusive des eCommerce-Geschäfts von 14,6 Prozent auf 15,9 Prozent. Unsere Partner betrieben am 30. November 2021 insgesamt 92 Stores und damit einen weniger als im Vorjahr. In Polen lag die Zahl der Partnerstores wie im Vorjahr bei 37. Im Ländervergleich hat Polen damit die größte Anzahl Stores in einem Land. In Russland und der Ukraine lag die Anzahl der Partnerstores zusammengenommen unverändert bei 41 (Vorjahr 41). Die übrigen Stores befinden sich in weiteren Ländern Osteuropas, wie z. B. in Tschechien und im Baltikum. Außerdem führte ein Partner einen Pierre Cardin-Store in den Niederlanden.
| 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung absolut Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 142,5 | 151,6 | -9,1 | -6,0 |
| Rohertrag * | 67,8 | 71,7 | -3,9 | -5,4 |
| in % vom Umsatz | 47,6 | 47,3 | ||
| Personalaufwand * | -34,1 | -38,4 | 4,3 | 11,2 |
| Saldo Sonstiger Aufwand/Ertrag * | -39,4 | -36,4 | -3,0 | -8,2 |
| EBITDA * | -5,7 | -3,1 | -2,6 | -83,9 |
| Abschreibungen * | -8,1 | -9,3 | 1,2 | 12,9 |
| EBIT * | -13,8 | -12,4 | -1,4 | -11,3 |
| Sondereffekte * | 6,6 | -2,9 | 9,5 | |
| Finanzergebnis | -1,9 | -1,9 | 0,0 | 0,0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -9,1 | -17,2 | 8,1 | 47,1 |
| Ertragsteuern | 0,2 | -1,3 | 1,5 | |
| Konzernergebnis | -8,9 | -18,5 | 9,6 | 51,9 |
* vor Sondereffekten
Abschreibungen. So fiel der Personalaufwand von 38,4 Mio. EUR um 11,2 Prozent auf 34,1 Mio. EUR vor allem durch die im Vorjahr eingeleitete Beendigung von Aktivitäten, die Inanspruchnahme von Kurzarbeit sowie die Schließung unseres polnischen Produktionswerks. Gegenläufig stieg der Saldo ‚Sonstiger Aufwand und Ertrag‘ um 8,2 Prozent von 36,4 Mio. EUR auf 39,4 Mio. EUR. Maßgebliche Gründe dafür waren die höheren Kosten im eCommerce als Folge des starken Umsatzanstiegs in diesem Bereich, Kostensteigerungen für Frachten und Kommissionierung und höhere Marketingausgaben. Die Abschreibungen reduzierten sich um 1,2 Mio. EUR auf 8,1 Mio. EUR, da in den beiden letzten Jahren Neu-Investitionen auf das Nötigste beschränkt wurden. Zusammengenommen sanken die betrieblichen Aufwendungen damit um 3,0 Prozent bzw. 2,5 Mio. EUR von 84,1 Mio. EUR auf 81,6 Mio. EUR.
Während im Vorjahr hohe Sonderaufwendungen durch Mitarbeiterabfindungen maßgeblich die Sondereffekte beeinflussten, waren es in diesem Jahr hohe Sondererträge durch staatliche Überbrückungshilfen und Fixkostenzuschüsse im Rahmen der staatlichen Corona-Hilfen. Im Geschäftsjahr 2020/21 gab es insgesamt Sondereffekte in Höhe von +6,6 Mio. EUR. Ertragsseitig beinhaltet dieser Wert die bereits genannten staatlichen Überbrückungshilfen III und III Plus, den Ertrag aus dem Verkauf einer nicht betriebsnotwendigen Immobilie sowie Erträge aus der Veräußerung von Kunstgegenständen in Höhe von insgesamt 14,7 Mio. EUR (Vorjahr 1,3 Mio. EUR). Als Gegeneffekt zu den erhaltenen Überbrückungshilfen wurden die Rohertrageffekte aus den ebenfalls durch die Corona-Pandemie ausgelösten überproportionalen Preisnachlässen und damit verbundenen Wertberichtigungen auf Vorräte ebenfalls in die Sondereffekte umgegliedert (-5,5 Mio. EUR). Darüber hinaus umfassen die Sondereffekte noch einige Abfindungen an Personal und Handelsvertreter, Beratungskosten im Rahmen der Restrukturierung sowie einen Impairment auf den Firmenwert der Stesa-Gruppe und Abwertungen auf einzelne Kunstwerke, die in Folge der regelmäßigen Impairment-Tests vorgenommen wurden.
Das Finanzergebnis ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Ertragsteuern weisen Erträge von 0,2 Mio. EUR aus (Vorjahr 1,3 Mio. EUR Aufwand). Im Berichtsjahr egalisieren die Ertragsteuer-Aufwendungen aus dem Sonderertrag des Immobilienverkaufs und für Gewinne von Tochtergesellschaften im Ausland den Ertrag aus der Auflösung der passiven latenten Steuer nahezu. Aktive latente Steuern auf Verluste im Geschäftsjahr wurden im Inland nicht gebildet.
| 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | |
|---|---|---|
| Rohertrag | -5,5 | 0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 14,7 | 1,3 |
| Personalaufwendungen | -0,5 | -2,6 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -1,4 | -1,0 |
| Abschreibungen | -0,6 | -0,6 |
| Summe | 6,6 | -2,9 |
Die Einsparungen bei den Personalkosten konnten die Auswirkungen des Umsatzrückgangs auf das EBITDA vor Sondereffekten nicht ausgleichen. Auch die geringeren Abschreibungen führen nur zur Abschwächung des Rückgangs im EBIT vor Sondereffekten von -12,4 Mio. EUR auf -13,8 Mio. EUR. Die hohen Sondererträge im Geschäftsjahr 2020/21 im Unterschied zu den hohen Sonderaufwendungen im Vorjahr führen jedoch zu einer starken Ergebnisverbesserung vor Steuern um 47 Prozent auf -9,1 Mio. EUR (Vorjahr -17,2 Mio. EUR). Bei stabilem Finanzergebnis und positiven Effekten in den Ertragsteuern ist das Konzernergebnis nach Steuern weiterhin negativ, aber liegt mit -8,9 Mio. EUR um 9,6 Mio. EUR über dem Vorjahr (Vorjahr -18,5 Mio. EUR).
| 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % | 30.11.2020 Mio. EUR | 30.11.2020 in % | |
|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 34,5 | 27,3 | 44,0 | 29,3 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 5,3 | 4,2 | 10,4 | 6,9 |
| Latente SteueransprücheLatente Steueransprüche | 0,6 | 0,5 | 0,5 | 0,3 |
| Langfristige Vermögenswerte | 40,4 | 32,0 | 54,9 | 36,5 |
| Vorräte | 51,3 | 40,7 | 71,8 | 47,8 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 17,5 | 13,9 | 12,3 | 8,2 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 10,9 | 8,6 | 6,7 | 4,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6,0 | 4,8 | 4,6 | 3,1 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 85,7 | 68,0 | 95,4 | 63,5 |
| Summe Aktiva | 126,1 | 100,0 | 150,3 | 100,0 |
| 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % | 30.11.2020 Mio. EUR | 30.11.2020 in % | |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 58,8 | 46,6 | 68,4 | 45,5 |
| Pensionsrückstellungen | 2,8 | 2,2 | 3,2 | 2,1 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 33,3 | 26,4 | 41,2 | 27,5 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 0,7 | 0,6 | 1,5 | 1,0 |
| Langfristige Schulden | 36,8 | 29,2 | 45,9 | 30,6 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 0,8 | 0,6 | 0,5 | 0,3 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 29,7 | 23,6 | 35,5 | 23,6 |
| Kurzfristige Schulden | 30,5 | 24,2 | 36,0 | 23,9 |
| Schulden | 67,3 | 53,4 | 81,9 | 54,5 |
| Summe Passiva | 126,1 | 100,0 | 150,3 | 100,0 |
Am 30. November 2021 lag die Bilanzsumme mit 126,1 Mio. EUR um 24,2 Mio. EUR unter dem Wert am Vorjahresstichtag (150,3 Mio. EUR). Die langfristigen Vermögenswerte lagen mit 40,4 Mio. EUR um 14,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 54,9 Mio. EUR. Maßgeblich für den Rückgang der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte von 9,5 Mio. EUR war der Verkauf eines nicht mehr betriebsnotwendigen Betriebsgebäudes in unmittelbarer Nähe zum Firmensitz der Ahlers AG. Darüber hinaus lagen die Abschreibungen wie bereits im Vorjahr merklich unter den Investitionen und Leasing-Neuverträgen. Der Verkauf von Kunst mit einem Buchwert von 4,7 Mio. EUR sowie einzelne Wertkorrekturen im Kunstbestand führten zum Rückgang der sonstigen langfristigen Vermögenswerte um 5,1 Mio. EUR auf 5,3 Mio. EUR. Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen von 95,4 Mio. EUR um 9,7 Mio. EUR auf 85,7 Mio. EUR zurück. Dies resultiert aus dem starken Abbau der Vorräte um 20,5 Mio. EUR, was wiederrum das Ergebnis coronabedingten Bestandsmanagements war. Gegenläufig stiegen die Forderungen in Folge der hohen Umsätze im letzten Monat des Geschäftsjahres 2020/21 sowie durch ein geringeres Factoring-Volumen um 5,2 Mio. EUR gegenüber dem Wert am letzten Bilanzstichtag. Zudem wurden Erstattungsansprüche nach Überbrückungshilfe III und III Plus aktiviert, dem zur Folge die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte temporär erhöht sind. Auch der Zahlungsmittelbestand lag mit 6,0 Mio. EUR stichtagsbezogen über dem Niveau des Vorjahres (+1,4 Mio. EUR gegenüber Vorjahr). Zusammen mit den durch das geringere Einkaufsvolumen niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-0,9 Mio. EUR) reduzierte sich das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) damit um 14,4 Mio. EUR bzw. 19,5 Prozent von 73,8 Mio. EUR auf 59,4 Mio. EUR.
Die Verkäufe aus den langfristigen Vermögenswerten, der Abbau des Net Working Capital sowie die Einzahlungen aus den staatlichen Überbrückungshilfen führten trotz der coronabedingten Verluste zu einer um 13,1 Mio. EUR niedrigeren Nettofinanzverschuldung von 29,6 Mio. EUR (Vorjahr 42,7 Mio. EUR). Die Entwicklung resultierte aus der Rückzahlung der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten auf 24,9 Mio. EUR (Vorjahr 32,5 Mio. EUR), aus reduzierten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 2,6 Mio. EUR (Vorjahr 5,4 Mio. EUR), den geringeren Leasing-Verbindlichkeiten (8,1 Mio. EUR, Vorjahr 9,4 Mio. EUR) und den gestiegenen Zahlungsmitteln auf 6,0 Mio. EUR (Vorjahr 4,6 Mio. EUR). Zu Geschäftsjahresbeginn stieg der Liquiditätsbedarf coronabedingt nochmals an. Um den Liquiditätsbedarf zu decken und den finanziellen Handlungsspielraum zu erhalten, hat das Unternehmen bei seinen Hausbanken einen zusätzlichen Kredit aufgelegt. Der Kreditrahmen in Höhe von 8,4 Mio. EUR wurde mit einer weiteren Bürgschaft des Landes NRW sowie mit einer zusätzlichen Bürgschaft in Höhe von 1,0 Mio. EUR der Mehrheitsaktionärin Frau Dr. Stella Ahlers unterlegt. Letztendlich wurden zum Stichtag von der Kreditsumme nur 1,5 Mio. EUR in Anspruch genommen. Darüber hinaus gewährte die Mehrheitsaktionärin Frau Dr. Stella Ahlers ein persönliches Darlehen in Höhe von 0,6 Mio. EUR. Beide Kredite wurden zusammen in den bestehenden Finanzierungsvertrag mit einer Laufzeit bis 2025 eingebunden. Durch das negative Konzernergebnis ergab sich eine Verminderung des Eigenkapitals um 9,6 Mio. EUR auf 58,8 Mio. EUR (Vorjahr 68,4 Mio. EUR). Der Rückgang der Bilanzsumme, in Folge der Reduzierung der Vermögenswerte, führte dennoch dazu, dass die Eigenkapitalquote leicht anstieg. Am 30. November 2021 lag die Eigenkapitalquote deshalb weiterhin bei soliden 46,6 Prozent (Vorjahr 45,5 Prozent).# Finanzlage
Positiver Free Cashflow durch reduziertes Net Working Capital Der Free Cashflow war im Geschäftsjahr 2020/21 durch zwei Effekte maßgeblich beeinflusst. Einerseits wurde er durch den coronabedingten Verlust belastet. Andererseits war im Net Working Capital deutlich weniger Kapital gebunden als im Vorjahr, was gesamthaft zu einem positiven Free Cashflow führte. Die deutlich erhöhten Netto-Deinvestitionen von 10,6 Mio. EUR (Vorjahr 0,8 Mio. EUR), bedingt durch die Verkäufe aus den langfristigen Vermögenswerten, wurden in nahezu gleicher Höhe zur Tilgung der Darlehen eingesetzt. Nicht zahlungswirksam sind die sonstigen Veränderungen von -6,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,1 Mio. EUR), die größtenteils die noch nicht ausbezahlten staatlichen Überbrückungshilfen abbilden. Zusammengenommen betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 6,3 Mio. EUR (Vorjahr -14,8 Mio. EUR). Der Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit lag bei 16,6 Mio. EUR. Damit wurde der Mittelabfluss des Vorjahres (-14,8 Mio. EUR Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit) mehr als ausgeglichen. Als Folge kann ein nahezu gleicher Stand an flüssigen Mitteln am Geschäftsjahresende 2021 wie im Vor-Corona-Jahr 2019 (8,6 Mio. EUR) erreicht werden.
| Finanzkennzahlen | 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 58,8 | 68,4 |
| Nettofinanzverschuldung | 29,6 | 42,7 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 1,9 | 1,6 |
| Bilanzsumme | 126,1 | 150,3 |
| Eigenkapitalquote in % | 46,6 | 45,5 |
| Verschuldungsgrad * in % | 113,3 | 117,6 |
| Eigenkapitalrentabilität in % | -15,1 | -27,0 |
| 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | -8,9 | -18,5 | 51,9 |
| Saldo aus Abschreibungen und Zuschreibungen | 8,6 | 10,3 | -16,5 |
| Veränderungen Net Working Capital | 14,4 | -9,1 | n.a. |
| Veränderungen der kurzfristigen Rückstellungen | -0,9 | -0,6 | -50,0 |
| Sonstige Veränderungen * | -6,9 | 3,1 | n.a. |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 6,3 | -14,8 | n.a. |
| Netto-Deinvestitionen | 10,6 | 0,8 | >100 |
| Auswirkung durch Veränderung der Wechselkurse | -0,4 | -0,8 | 50,0 |
| Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit und nach Dividende | 16,5 | -14,8 | n.a. |
| Zugang (+), Tilgung (-) langfristiger Verbindlichkeiten | -12,1 | 7,2 | n.a. |
| Free Cashflow | 4,4 | -7,6 | n.a. |
| Flüssige Mittel 30. November ** | 5,4 | 1,0 | >100 |
Die Corona-Pandemie führte im Jahr 2021 erneut zu außerordentlichen Belastungen für den europäischen Bekleidungsmarkt. In den ersten Monaten des Jahres 2021 trafen die langen Schließungen des Bekleidungseinzelhandels die Markteilnehmer noch härter als im Jahr zuvor. Die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung haben die Geschäfte der Bekleidungsbranche spürbar beeinträchtigt. Die Planungsprämissen für das Geschäftsjahr 2020/21 waren entsprechend verhalten: ein Umsatzrückgang im einstelligen Bereich, ein EBIT vor Sondereffekten ungefähr auf Vorjahresniveau, ein moderat verbessertes Ergebnis vor und nach Steuern sowie ein positiver Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit waren anvisiert. Ahlers musste jedoch im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmals Umsatzeinbußen verkraften, die aber noch im Plan lagen, aber das Ergebnis belastet haben. Das Management hat über die Effizienzmaßnahmen der Vorjahre hinaus umfangreiche liquiditätssichernde Maßnahmen ergriffen. Letztendlich konnte durch staatliche Überbrückungshilfen das sehr negative Plan-Konzernergebnis deutlich verbessert und der Plan-Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit deutlich überboten werden. Dieser Überschuss des Free Cashflow wurde zur Entschuldung eingesetzt. In dieser schwierigen Situation ist dem Unternehmen seine solide Bilanzstruktur mit hoher Eigenkapitalquote zu Gute gekommen. Zudem hat der Abbau von Net Working Capital den Cashflow gestützt. Das konsequente Umsetzen des Maßnahmenkatalogs zur Begegnung der Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigte seine Wirkung auch in der Vermögens- und Finanzlage mit einer rückläufigen Netto-Finanzverschuldung und leicht gestärkter Eigenkapitalquote. Das operative Ergebnisziel vor Sondereffekte (EBIT vor Sondereffekte) konnte coronabedingt nicht erreicht werden. Die zukünftige Ergebnisentwicklung sollte aber mit Abklingen der Corona-Pandemie ab dem Jahr 2023 wieder positiv sein. Das gerade begonnene Geschäftsjahr 2021/22 dürfte noch ein coronabedingtes Transformationsjahr mit einem operativen Verlust aber erneut positivem Cashflow und weiter gesunkener Nettoverschuldung werden. Für die nächsten Geschäftsjahre ist der Vorstand vorsichtig optimistisch. Diese Annahmen stehen unter dem Vorbehalt der auf Grund des noch immer dynamischen Pandemie-Geschehens in unseren Märkten wenig stabilen Planungsprämissen.
| Prognose 2020/21 | Ist 2020/21 | Ist 2019/20 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzentwicklung | - | -142,5 | -151,6 |
| Ergebnis EBIT vor Sondereffekten | -- | -13,8 | -/+ -12,4 |
| EBIT nach Sondereffekten | ++ | -7,2 | ++ -15,3 |
| Konzernergebnis | ++ | -8,9 | ++ -18,5 |
| Investitionen | ++ | 1,9 | ++ 1,6 |
Die Umsatzentwicklung der zwei Premiummarken Baldessarini und Otto Kern verlief trotz der Eindämmungsmaß- nahmen gegen die Corona-Pandemie positiv. Dies war nicht zuletzt dem vorangegangenen Marken-Relaunch von Baldessarini und der umgesetzten Neuausrichtung hin zu Distanzhandelskunden bei Otto Kern zu verdanken. Noch in der ersten Jahreshälfte fehlende Anlässe wie Hochzeiten und Feste und die Arbeit im Home-Office führten vor allem bei Pierre Cardin dazu, dass der Aufwärtstrend bei Anzügen und Sakkos sowie Shirts noch auf sich warten ließ. Die Casual-Knitwear konnte dagegen ein leichtes Umsatzplus verzeichnen. Generell war das international geprägte Geschäft hauptsächlich in der ersten Jahreshälfte durch die Schließung des stationären Einzelhandels sowie den Auflagen zum Gesundheitsschutz und den Reisebeschränkungen insgesamt beeinträchtigt. Zusammengenommen ging der Segmentumsatz aber im Geschäftsjahr 2020/21 um 4,9 Mio. EUR bzw. -4,6 Prozent auf 101,7 Mio. EUR zurück (Vorjahr 106,6 Mio. EUR). Der Anteil des Premiumsegments am Gesamtumsatz stieg leicht auf 71 Prozent (Vorjahr 70 Prozent). Vor allem die Umsatzeffekte und der daraus resultierende Rohertragsrückgang sorgten im Berichtsjahr bei leicht verbesserter Rohertragsmarge (48,8 Prozent, Vorjahr 48,2 Prozent) für eine Reduzierung des EBIT vor Sondereffekten. Die betrieblichen Aufwendungen der drei Premiummarken einschließlich der vertriebsvariablen Kosten gingen lediglich um 0,1 Mio. EUR zurück, was allerdings im Ausbau des eCommerce-Bereichs begründet liegt. Der Umatz effekt auf den Rohertrag schlug damit voll auf das EBIT vor Sondereffekten durch, das so um -1,1 Mio. EUR auf -11,2 Mio. EUR sank (Vorjahr -10,1 Mio. EUR).
Die Umsätze der im Jeans & Workwear Segment enthaltenen Marken Pioneer Authentic Jeans und Pionier Workwear verringerten sich im Geschäftsjahr 2020/21 um 4,2 Mio. EUR bzw. -9,3 Prozent auf 40,8 Mio. EUR (Vorjahr 45,0 Mio. EUR). Dieses Umsatzminus war wesentlich durch die Corona-Einflüsse verursacht. Der Anteil des Jeans & Workwear Segments am Gesamtumsatz ging im Berichtsjahr leicht auf 29 Prozent zurück (Vorjahr 30 Prozent).
| Segmente | 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Premium Brands * | 101,7 | 106,6 | -4,6 |
| Jeans & Workwear | 40,8 | 45,0 | -9,3 |
| Gesamt | 142,5 | 151,6 | -6,0 |
| Segmente | 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Premium Brands | -11,2 | -10,1 | -10,9 |
| Jeans & Workwear | -2,8 | -2,5 | -12,0 |
| Gesamt vor IFRS 16 | -14,0 | -12,6 | -11,1 |
| Überleitung IFRS | 0,2 | 0,2 | |
| EBIT gem. Ertragslage inkl. IFRS 16 | -13,8 | -12,4 | -11,3 |
Erläuterungen auf Basis HGB (Handelsgesetzbuch) Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Die Ahlers AG mit Sitz in Herford ist das Mutterunternehmen des Ahlers Konzerns. Deren zentrale Funktion ist die operative und strategische Steuerung des Konzerns durch den Vorstand. Die Ahlers AG ist aber keine reine Holding, sondern hat mit einigen TochtergesellschaftenGeschäftsbesorgungsverträge abgeschlossen. Aufgrund dieser Verträge übernehmen die Vertragspartner (die Kommissionäre) die Beschaffung aller benötigten Oberstoffe, Zutaten und Zubehör sowie Handelsware, lassen diese Materialien im Auftrag der Ahlers AG verarbeiten und übernehmen anschließend im eigenen Namen, aber für Rechnung der Ahlers AG den Vertrieb sowie darüber hinaus Verwaltungs- und Dienstleistungsarbeiten. Verträge dieser Art sind mit folgenden Gesellschaften abgeschlossen: Baldessarini GmbH, Pionier Berufskleidung GmbH, Jupiter Bekleidung GmbH, Pioneer Jeans-Bekleidung GmbH, Pionier Jeans & Casuals Deutschland GmbH und der Otto Kern GmbH. Für die oben aufgeführten Tätigkeiten erhalten diese Gesellschaften einen kompletten Aufwandsersatz, eine Kapitalverzinsung sowie eine angemessene Vergütung. Mit allen vorgenannten Gesellschaften bestanden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge. Darüber hinaus werden in- und ausländische Beteiligungserträge sowie Erträge und Aufwendungen aus mit anderen inländischen Konzerngesellschaften bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen in der Ahlers AG vereinnahmt. Die Rohertragsmarge der im Segment enthaltenen Marken blieb mit 44,3 Prozent etwa stabil (Vorjahr 44,7 Prozent).Der spürbar niedrigere Umsatz führte im Geschäftsjahr 2020/21 so zu einem Rohertragsrückgang von 2,1 Mio. EUR. Die Kostenstruktur des Jeans & Workwear-Segments wurde durch Umstrukturierungs- und Einsparmaß- nahmen nochmals deutlich um 10,2 Prozent verbessert. Dennoch konnte der Rohertragsrückgang nicht ausgeglichen wer- den. Das Ergebnis des Jeans & Workwear Segments fiel daher im Berichtszeitraum um -0,3 Mio. EUR auf -2,8 Mio. EUR (Vorjahr -2,5 Mio. EUR).
| Segmente | 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Premium Brands * | 101,7 | 106,6 | -4,6 |
| Jeans & Workwear | 40,8 | 45,0 | -9,3 |
| Gesamt | 142,5 | 151,6 | -6,0 |
* inkl. Sonstige 0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR)
| Segmente | 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Premium Brands | -11,2 | -10,1 | -10,9 |
| Jeans & Workwear | -2,8 | -2,5 | -12,0 |
| Gesamt vor IFRS 16 | -14,0 | -12,6 | -11,1 |
| Überleitung IFRS | 0,2 | 0,2 | |
| EBIT gem. Ertragslage inkl. IFRS 16 | -13,8 | -12,4 | -11,3 |
| 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung absolut Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 54,0 | 57,9 | -3,9 | -6,7 |
| Rohertrag * | 18,4 | 18,5 | -0,1 | -0,5 |
| in % vom Umsatz | 34,1 | 32,0 | ||
| Personalaufwand * | -0,9 | -1,1 | 0,2 | 18,2 |
| Saldo Sonstiger Aufwand/Ertrag * | -28,9 | -28,3 | -0,6 | -2,1 |
| Abschreibungen * | 0,0 | 0,0 | 0,0 | n.a. |
| Beteiligungsergebnis * | -0,9 | 1,6 | -2,5 | n.a. |
| EBIT * | -12,3 | -9,3 | -3,0 | -32,3 |
| Sondereffekte | 3,1 | -5,3 | 8,4 | n.a. |
| Finanzergebnis * | -1,5 | -1,0 | -0,5 | -50,0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -10,7 | -15,6 | 4,9 | 31,4 |
| Ertragsteuern | 0,0 | -1,6 | 1,6 | n.a. |
| Nettoergebnis | -10,7 | -17,2 | 6,5 | 37,8 |
* vor Sondereffekten
Mit 3,1 Mio. EUR lagen die Sondereffekte im Geschäftsjahr 2020/21 deutlich über dem Vorjahreswert von -5,3 Mio. EUR. Während im Vorjahr hohe Sonderaufwendungen durch Mitarbeiterabfindungen und eine außerplanmäßige Abschreibung auf Beteiligungen maßgeblich die Sondereffekte beeinflussten, waren es in diesem Jahr hohe Sondererträge durch staatliche Überbrückungshilfen im Rahmen der Corona-Hilfen.
Ertragsseitig beinhaltet dieser Wert die bereits genannten staatlichen Überbrückungshilfen sowie Verkaufserträge aus der Veräußerung von Kunstgegenständen in Höhe von insgesamt 11,9 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR). Als Gegenpart zu den erhaltenen Überbrückungshilfen wurden die Aufwandseffekte aus den ebenfalls durch die Corona-Pandemie bewirkten Off-Price-Verkäufen und Wertbe- richtigungen auf Vorräte in die Sondereffekte umgegliedert (zusammen -3,9 Mio. EUR, davon 1,9 Mio. EUR aus dem Rohertrag und 2,0 Mio. EUR aus den Abschreibungen). Darüber hinaus umfassen die Sondereffekte noch einige
Der Umsatzentwicklung der Ahlers AG wurde im Geschäftsjahr 2020/21 wie im Konzern erneut durch die europaweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie stark beeinträchtigt. Der im Wesentlichen coronabedingte Umsatzrückgang betrug 6,7 Prozent bzw. 3,9 Mio. EUR von 57,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 54,0 Mio. EUR. Der Exportanteil der Umsätze lag mit 26,2 Prozent oberhalb des Vorjahreswerts (23,4 Prozent).
Aufgrund geringerer operativer Wertberichtigungen auf Vorräte verbesserte sich die Rohertragsmarge im Berichtsjahr um 2,1 Prozentpunkte auf 34,1 Prozent. Damit blieb der Rohertrag mit 18,4 Mio. EUR trotz des Umsatzrückgangs stabil (Vorjahr 18,5 Mio. EUR). Der Personalaufwand lag mit 0,9 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau (1,1 Mio. EUR, siehe dazu Vergütungsbericht auf Seite 65). Der Saldo aus sonstigem Aufwand und Ertrag stieg dagegen leicht um 0,6 Mio. EUR bzw. 2,1 Prozent auf 28,9 Mio. EUR. Neben den Effizienzprogrammen der Vorjahre führten auch die kurzfristig eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung sowie die coronabedingt niedrigeren Umsätze im Geschäftsjahr 2020/21 zu niedrigeren betrieblichen Aufwendungen bei den Kommissionärs-Unternehmen. Über diese Einspareffekte hinaus stiegen dagegen die Kosten im Zusammenhang mit der Ausweitung des eCommerce-Geschäfts sowie die Beratungskosten.
Im Geschäftsjahr 2020/21 erhöhten sich die Erträge aus Beteiligungen an den Inlands- und Auslandsgesellscha- ften von 2,1 Mio. EUR auf 3,8 Mio. EUR. Der Saldo aus Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahmen der deutschen Kommissionäre ging dagegen vor Sondereffekten um 4,2 Mio. EUR auf -4,7 Mio. EUR zurück. Maßgeblicher Grund dafür waren die umsatzbedingt niedrigeren Ergebnisse vor Sondereffekten der inlän- dischen Tochterunternehmen mit Ergebnisabführungsvertrag im mittlerweile zweiten Corona-Jahr 2021. Zusammen- genommen fiel das Beteiligungsergebnis vor Sondereffekten daher von 1,6 Mio. EUR um 2,5 Mio. EUR auf -0,9 Mio. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten reduzierte sich deshalb im Berichtsjahr nochmals von -9,3 Mio. EUR auf -12,3 Mio. EUR.
| 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | |
|---|---|---|
| Rohertrag | -1,9 | 0,0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 11,9 | 0,1 |
| Personalaufwendungen | 0,0 | -2,6 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -0,6 | -0,2 |
| Abschreibungen | -2,8 | -2,6 |
| Beteiligungsergebnis | -3,5 | 0,0 |
| Finanzergebnis | 0,0 | 0,0 |
| Summe | 3,1 | -5,3 |
Vermögenslage Abfindungen an Handelsvertreter, Beratungskosten im Rahmen der Restrukturierung, durch die Corona-Pandemie bewirkte Wertberichtigungen auf Vorräte, Abwertungen auf einzelne Kunstwerke, die in Folge der regelmäßigen Impairment Tests vorgenommen wurden, eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Beteiligung an der Ahlers Herford (Espana) S.L sowie im Beteiligungsergebnis Abschreibungen auf Forderungen und der Beteiligung an den Tochtergesellscha- ften im Baltikum sowie Sondereffekte bei den inländischen Unternehmen mit denen ein Ergebnis- abführungsvertrag besteht.
Das Finanzergebnis sank in Folge der höheren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von -1,0 Mio. EUR auf -1,5 Mio. EUR.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg im Geschäftsjahr 2020/21 um 4,9 Mio. EUR auf -10,7 Mio. EUR. Trotz einer im Ver- gleich zum Vorjahr längeren durch Corona beeinflussten Phase konnte eine Ergebnisverbesserung nach Sondereffek- ten in Folge der staatlichen Überbrückungshilfen erzielt werden. Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wur- den im Vorjahr in dem Maße wertberichtigt, indem eine Nutzung nicht mehr als hoch wahrscheinlich bewertet wurde. Das Jahresergebnis der Ahlers AG lag mit -10,7 Mio. EUR daher deutlich über dem Vorjahreswert (-17,2 Mio. EUR).
| Aktiva | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % | 30.11.2020 Mio. EUR | 30.11.2020 in % |
|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 65,8 | 64,6 | 71,1 | 60,2 |
| Anlagevermögen | 65,9 | 64,7 | 71,1 | 60,2 |
| Vorräte | 23,2 | 22,8 | 30,5 | 25,8 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4,5 | 4,4 | 2,8 | 2,4 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 4,4 | 4,3 | 12,6 | 10,6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2,8 | 2,7 | 0,2 | 0,2 |
| Umlaufvermögen | 34,9 | 34,2 | 46,1 | 39,0 |
| Rechungsabgrenzungsposten und latente Steuern | 1,1 | 1,1 | 1,0 | 0,8 |
| Summe Aktiva | 101,9 | 100,0 | 118,2 | 100,0 |
| Passiva | 30.11.2021 Mio. EUR | 30.11.2021 in % | 30.11.2020 Mio. EUR | 30.11.2020 in % |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 57,0 | 56,0 | 67,7 | 57,3 |
| Pensionsrückstellungen | 0,2 | 0,2 | 0,2 | 0,2 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 27,5 | 27,0 | 36,4 | 30,8 |
| Übrige Rückstellungen | 1,8 | 1,7 | 1,6 | 1,3 |
| Übrige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten | 15,4 | 15,1 | 12,3 | 10,4 |
| Fremdkapital | 44,9 | 44,0 | 50,5 | 42,7 |
| Summe Passiva | 101,9 | 100,0 | 118,2 | 100,0 |
Die Bilanzsumme der Ahlers AG lag am 30. November 2021 mit 101,9 Mio. EUR deutlich unter der Bilanzsumme am Vorjahresstichtag (118,2 Mio. EUR). Drei Einflüsse veränderten im Wesentlichen die Aktivseite der Bilanz. Im Anlage- vermögen führten Kunstverkäufe und Wertberichtigungen auf Beteiligungen zu einem Rückgang um 5,3 Mio. EUR auf 65,9 Mio. EUR. Durch ein geringeres Einkaufsvolumen, verkürzte Beschaffungswege und Verbesserungen in der Steue- rung der Lieferketten konnten die Vorräte um 7,3 Mio. EUR oder 24 Prozent abgebaut werden. Darüber hinaus gingen die sonstigen kurzfristen Vermögenswerte im Wesentlichen bedingt durch niedrigere Forderungen an verbundene Unternehmen im Konzernverbund um 8,2 Mio. EUR zurück. Gegenläufig stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch höhere Umsätze im November 2021 und ein geringeres Factoring-Volumen um 1,7 Mio. EUR an.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen blieben mit 1,7 Mio. EUR etwa auf dem Vorjahresniveau (1,6 Mio. EUR). Das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) reduzierte sich somit im Berichtsjahr um 5,8 Mio. EUR bzw. 18,2 Prozent von 31,8 Mio. EUR auf 26,0 Mio. EUR. Zusammengenommen sank das Umlaufvermögen um 11,2 Mio. EUR auf 34,9 Mio. EUR. Die Verkäufe aus den langfristigen Vermögenswerten, der Abbau des Net Working Capital sowie die Einzahlun- gen aus den staatlichen Überbrückungshilfen führten trotz der coronabedingten Verluste zu einer um 14,6 Mio. EUR niedrigeren Nettofinanzverschuldung von 21,9 Mio. EUR (Vorjahr 36,5 Mio. EUR). Aufgrund der höheren Verbindlich- keiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Konzernverbund stiegen die übrigen Verbindlichkeiten um 3,1 Mio. EUR auf 15,4 Mio. EUR (Vorjahr 12,3 Mio. EUR). Durch den Jahresfehlbetrag verringerte sich das Eigenkapital und lag am 30. November 2021 mit 57,0 Mio. EUR um 10,7 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahresstichtags (67,7 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote ging somit zurück, blieb aber aufgrund der ebenfalls geringeren Bilanzsumme auf weiterhin sehr soliden 55,9 Prozent (Vorjahr 57,3 Prozent).
| 2020/21 Mio. EUR | 2019/20 Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Nettoergebnis | -10,7 | -17,2 | 37,8 |
| Saldo aus Abschreibungen und Zuschreibungen | 0,9 | 2,7 | -66,7 |
| Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Gegenständen das Anlagevermögens | 0,0 | -0,1 | n.a. |
| Veränderungen Net Working Capital | 5,8 | -8,8 | n.a. |
| Veränderungen der kurzfristigen Rückstellungen | 0,1 | -0,8 | n.a. |
| Cashflow aus laufender Geschästätigkeit | 9,1 | -21,5 | n.a. |
| Einzahlungen/Auszahlungen zu immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzanlage | 5,5 | 0,4 | > 100,0 |
| Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit | 14,6 | -21,1 | n.a. |
| Zugang (+), Tilgung (-) langfristiger Verbindlichkeiten | -9,1 | 13,1 | n.a. |
| Free Cashflow | 5,5 | -8,0 | n.a. |
| Flüssige Mittel 30. November * | 2,7 | -2,8 | n.a. |
Positiver Free Cashflow durch Vorratsabbau im Berichtsjahr
Die Einzahlungen aus Kunstverkäufen (enthalten in den Einzahlungen zu immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzanlagen in Höhe von 5,5 Mio. EUR) und aus den staatlichen Überbrückungshilfen wurden zum Großteil zur Tilgung der langfristigen Darlehen (-9,1 Mio. EUR) eingesetzt. Zudem wurde der Einfluss des Jahresfehlbetrags (-10,7 Mio. EUR) auf den Free Cashflow durch die sonstigen Veränderungen (+13,0 Mio. EUR) egalisiert, welche im Wesentlichen durch den Rückgang der Forderungen an verbundene Unternehmen entstanden sind, überkompensiert. Der Abbau des Net Working Capital von 5,8 Mio. EUR führte hingegen im Geschäsjahr 2020/21 zu einem Free Cashflow von +5,5 Mio. EUR. Im Vorjahr hatte der starke Aufbau des Net Working Capital (-8,8 Mio. EUR) zusammen mit dem Jahresfehlbetrag und unter Hinzurechnung der Darlehensaufnahmen zu einem Free Cashflow von -8,0 Mio. EUR geführt.
Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und Ertragslage
Die Corona-Pandemie führte im Jahr 2021 erneut zu außerordentlichen Belastungen für den europäischen Beklei- dungsmarkt. In den ersten Monaten des Jahres 2021 trafen die langen Schließungen des Bekleidungseinzelhandels die Markteilnehmer noch härter als im Jahr zuvor. Die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung haben die Geschäe der Bekleidungsbranche spürbar beeinträchtigt. Die Planungsprämissen für das Geschäsjahr 2020/21 waren entsprechend verhalten: ein Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau, ein EBIT vor Sondereekten ungefähr auf Vorjahresniveau und eine Ergebnisverbesserung vor und nach Steuern waren anvisiert. Das abgelaufene Geschäsjahr war einmal mehr vorrangig von Einflüssen in Folge der Corona-Pandemie beeinflusst. Die Ergebnisauswirkungen durch die – wie geplant - nochmals leicht rückläufigen Umsätze wurden durch Eizienzmaßnahmen der Vorjahre, umfangreiche liquiditätssichernde Maßnahmen sowie letztendlich die staatlichen Überbrückungshilfen deutlich überkompensiert. Dadurch fiel die Ergebnisverbesserung vor und nach Steuern besser aus als geplant. Darüber hinaus führte auch der starke Abbau an Vorräten zu einem positiven Free Cashflow.
Abschluss und Anhang der Ahlers AG im Internet
Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Anhang der Ahlers AG finden interessierte Leser im Internet auf der Homepage www.ahlers-ag.com in der Rubrik Investor Relations.
Risiko- und Chancenbericht der Ahlers AG
Im Ahlers Konzern wird ein durchgängiges Risikomanagement für alle Konzerneinheiten angewendet. Dieses Risiko- management-System gilt auch für die Muttergesellscha, die Ahlers AG. Wir verweisen deshalb auf den Risiko- und Chancenbericht des Konzerns ab Seite 56. Die darin gemachten Aussagen gelten in den meisten Risiken direkt für die Ahlers AG, da diese selbst operatives Geschä betreibt. Es betri sie aber auch indirekt, wenn nämlich Risiken zu Schäden bei Tochtergesellschaen führen und diese Ausschüttungen mindern, Nachfinanzierungen erfordern oder Ähnliches.
Prognose 2021/22 für die Ahlers AG
Die Ertragsprognose für die Ahlers AG hängt maßgeblich von der Entwicklung der Tochtergesellschaen und damit der Konzernentwicklung ab. Aufgrund der Verflechtungen der Ahlers AG mit den Konzerngesellschaen und ihres Gewichtes im Konzern, wird auf die für den Konzern getroenen Aussagen hinsichtlich Markt-, Umsatz- und Ergebnis- entwicklung im Konzernprognosebericht verwiesen. Die dort genannten Aussagen spiegeln auch die Erwartungen für die Muttergesellscha wider. Der Vorstand der Ahlers AG erwartet damit analog der Konzernentwicklung einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse der Ahlers AG und auch einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT).
7 Quelle: Commerzbank Research Bericht Dezember 2021, alle weiteren Werte dieses Kapitels Commerzbank Research Dezember 2021.
Nachtragsbericht
Wir verweisen hinsichtlich besonderer Ereignisse nach dem Bilanzstichtag auf die diesbezügliche Berichterstattung im Anhang bzw. im Konzernanhang.
Prognosebericht
Gesamtwirtschalicher Ausblick
Die Corona-Pandemie düre erneut im laufenden Jahr 2022 das vorherrschende Thema sein und die weltweite Wirt- schasentwicklung weiterhin bestimmen. So breitet sich seit Ende letzten Jahres die Omikron-Variante global rapide aus und es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere, evtl. sogar impfstoresistente, Corona-Varianten entstehen und somit die Pandemie weiter befeuern. Ein weiteres Risiko für das Weltwirtschaswachstum sind die Auswirkungen der Lieferengpässe, welche noch weit ins Jahr 2022 hineinreichen werden. Die Situation wird sich vermutlich erst 2023 entspannen, wenn die Umstellungen von Lieferketten greifen bzw. neue Kapazitäten für den Seetransport verfügbar sind. Ferner befindet sich die Inflation im Euroraum sowie in den USA auf einem Mehrjahreshoch, welche laut Ansicht der EZB von vorübergehenden Faktoren, wie z. B. den Engpässen in den Lieferketten und höheren Energiepreisen, geprägt ist und sich erst verringert, wenn sich das weltweite Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wieder hergestellt hat. Eine Verlangsamung der chinesischen Konjunktur könnte sich zudem auch auf die Finanzmärkte aus- wirken. Darüber hinaus stellen Spannungen zwischen den USA und Russland einen Einflussfaktor auf die weltweite wirtschaliche Entwicklung dar. So könnte eine Energiekrise bevorstehen und die Energiepreise weiter in die Höhe getrieben werden. Ebenso sind die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine besorgniserregend. Dennoch rechnet die OECD damit, dass sich die weltweite Wirtschasleistung in 2022 um 4,5 Prozent erhöht. Im Euroraum hingegen wird ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,5 Prozent erwartet 7 . In Deutschland wird ein leicht geringeres BIP-Plus in Höhe von 3,0 Prozent prognostiziert. Ähnlich verhält es sich in anderen für Ahlers wichtigen Volkswirtschaen wie Frankreich (+3,5 Prozent), Spanien (+4,0 Prozent), Österreich (+2,6 Prozent) und der Schweiz (+2,8 Prozent). Die sich allmählich erholende Konjunktur wird sich vermutlich noch nicht wesentlich auf den Arbeitsmarkt aus- wirken. So düre die Arbeitslosenquote im Euroraum um 0,3 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent leicht fallen. In Deutschland wird die Arbeitslosenquote auf dem Niveau von 2021 erwartet (5,9 Prozent) mit fallender Tendenz. Erst in 2023 düre das Vorkrisenniveau erreicht werden. Dagegen düren die Verbraucher aufgrund der vorangegangenen Lockdowns ihr Kauf- verhalten weiterhin lockern und ihre gebildeten Zusatzersparnisse – bedingt durch die Corona-Pandemie – ausgeben. Somit sollte sich ab Frühjahr 2022 das Konsumverhalten überwiegend normalisieren, da entsprechende Eindämmungs- maßnahmen der Corona-Pandemie größtenteils entfallen düren. Im Euroraum beträgt die erwartete Veränderung des privaten Konsums zum Vorjahr 5,3 Prozent. Der private Verbrauch in Deutschland düre hingegen sogar um 8,1 Prozent steigen und sollte einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Konjunkturentwicklung leisten, auch wenn aufgrund der zu erwartenden steigenden Inflation (3,0 Prozent) Kaufkra eingebüßt werden düre.
Branchenausblick
In der Modebranche wird ein jährliches Umsatzwachstum von ca. 3 Prozent erwartet 8 . Das jährliche Umsatzwachs- tum in Deutschland wird voraussichtlich bei ca. 1 Prozent liegen 9 . Auf dem europäischen Markt wird erst im Jahr 2024 mit der Rückkehr auf das Vorkrisenniveau gerechnet. Auch wenn sich nach Einschätzung der Modebranche der Umsatz positiv entwickeln düre, so stehen demgegenüber allerdings eine höhere Kostenentwicklung sowie schwie- rige politische Rahmenbedingungen. Weiterhin düre die Branche auch im laufenden Jahr unter den Störungen in den Lieferketten leiden. Auch wenn das Marktvolumen mittelfristig wieder Vorkrisenniveau erreicht, so werden sich die Anteile weiter in Richtung Onlinehandel verschieben. Dieser Trend verstärkt sich auch deshalb, da die Innen- städte zunehmend an Attraktivität verlieren und hohe Leerstände aufweisen düren. Ursächlich hierfür bleiben im Geschäsjahr 2021/22 vor allem die anhaltend hohe Unsicherheit über den Verlauf der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Risiken für den Modeeinzelhandel. Zu Beginn des gerade begonnenen Geschäsjahres gibt es in vielen Teilen Europas Einschränkungen, so dass sich der Vorstand der Ahlers AG zum aktuellen Zeitpunkt nur begrenzt in der Lage sieht, eine zuverlässige Aussage zur Erholung der Modebranche abzugeben. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäsberichtes und der für diese Prognose relevanten Konzernplanung ist die Modebrancheweiterhin stark von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie betroen. Die Zahl der Corona-Fälle, insbesondere in der für uns wichtigen DACH-Region, steigt aktuell an, während mehrere Regierungen dennoch derzeit ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Inzidenzzahlen lockern. Aber es ist nicht auszuschließen, dass erneute Restriktionen ergrien werden 10 . Das für die Modebranche wichtige Erlebnisshopping wird besonders in unserem ersten Quartal (Dezember bis Februar) nur sehr eingeschränkt realisierbar sein. Insbesondere für den Einzelhandel bestehen hohe Unsicher- heiten, ab wann in den Innenstädten wieder mit einer „Nach-Corona“-Normalität zu rechnen ist. Tendenziell düre sich Normalität einstellen, wenn die Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie längerfristig gelockert und aufgehoben werden. So zeigte die Vergangenheit, dass das Modeinteresse bei der Bevölkerung besteht, sofern die Rahmenbedingungen zum Einkaufen stimmen.Die hingegen zu erwartenden zunehmenden Umsätze im Onlinehandel mildern die Rückgänge im stationären Einzelhandel zwar ab, gleichen sie in unseren Marktsegmenten aber bei weitem nicht aus. Denn im Bereich des Onlinehandels ist zwar davon auszugehen, dass bis zum Jahr 2025 der Anteil am Einzelhandel um 20 Prozent steigt, für die Fashionbranche wird jedoch eine Erhöhung des Anteils am Onlinehandel um knapp 10 Prozent auf 55 Prozent erwartet 11. Darüber hinaus werden nach der Beendigung der Corona-Pandemie Umsatzanteile des Onlinehandels in den stationären Einzelhandel zurückfließen. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie hoch diese Anteile ausfallen werden 12. Dessen ungeachtet ist davon auszugehen, dass sich der Onlinehandel zukünig weiter etablieren wird. Der Vorstand der Ahlers AG ist dennoch zuversichtlich, dass sich das globale Einzelhandelsumfeld im Laufe des Geschäsjahres 2021/22, speziell in der zweiten Jahreshäle, wieder deutlich erholen wird. Aktuell erwarten wir, dass sich die Umsätze des Bekleidungseinzelhandels im Jahr 2022 sowohl in Deutschland als auch in den für uns relevanten europäischen Auslandsmärkten an das Referenzjahr 2018/19 vor Corona annähern werden, diese aber noch nicht wieder erreichen düre. Dabei verweisen wir auf die hohe Unsicherheit dieser Prognose, sowohl in positiver als auch negativer Richtung.
8 Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/bekleidung/weltweit; abgerufen am 17.01.2022.
9 Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/bekleidung/deutschland; abgerufen am 17.01.2022.
10 Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/international/omikron-welle-lockerungen-trotz-tausender-inzidenzen-europa-sucht-einen-neuen-umgang-mit-covid-/27972736.html?ticket=ST-15464-gv5JshWXiuvBkB4YvsEd-ap1; abgerufen am 17.01.2022.
11 Quelle: IFH Köln, Branchenreport „Onlinehandel“, Jahrgang 2021, Seite 52f.
12 Quelle: https://www.ifhkoeln.de/fashion-accessoires-der-groesste-verlierer-der-coronapandemie/; abgerufen am 17.01.2022.
Entsprechend der Prognose für die Gesamtbranche wird für den Ahlers Konzern das gerade begonnene Geschäsjahr 2021/22 insbesondere im ersten Halbjahr noch stark von den Corona-Einflüssen geprägt sein. Für das gesamte Geschäsjahr 2021/22 geht der Vorstand dennoch von einem Konzernumsatz zwischen 180 Mio. EUR und 195 Mio. EUR aus (Geschäsjahr 2020/21: 142,5 Mio. EUR). Die Umsatzeinbußen der ersten zwei Monate des Geschäsjahres 2021/22 sollten im weiteren Geschäsverlauf annähernd ausgeglichen werden. Dennoch ist es zwingend notwendig, dass es in den kommenden Wochen zu einer Normalisierung des Marktgeschehens ohne größere Pandemie-Einflüsse – speziell der aktuell dominanten Omikron-Corona-Variante – kommt und die sich in der Auslieferung befindende Vororder an den Endkunden abverkau wird. Insgesamt düre daher das zweite Halbjahr das umsatzstärkere darstellen. Dieser Umsatzprognose liegt aller- dings die Annahme zugrunde, dass keine längeren, flächendeckenden Lockdowns angeordnet werden und die Liefer- und Produktionsketten weitgehend störungsfrei aufrechterhalten werden können. Insgesamt wird das Umsatzniveau vor der Corona-Pandemie abermals nicht erreicht werden (Umsatz Geschäsjahr 2018/19: 207,0 Mio. EUR). Das Premiumsegment mit den Marken Baldessarini, Pierre Cardin und Otto Kern düre gegenüber dem Jeans & Casual Segment mit den Marken Pioneer Authentic Jeans und Pionier Workwear etwas mehr zur Umsatz- steigerung gegenüber dem Vorjahr beitragen. Der Onlinehandel, bestehend aus eigenen Online-Shops, dem Marktplatzgeschä sowie den Online-Shops unserer Wholesale-Kunden, sollte weiter wachsen. Wir rechnen im laufenden Geschäsjahr mit hohen zweistelligen Umsatzsteigerungen. Dennoch werden die Wholesale-Umsätze auch im Geschäsjahr 2021/22 rund dreiviertel des Gesamtumsatzes beitragen.
Für das Gesamtjahr 2021/22 erwarten wir aufgrund des deutlichen Anstiegs des Umsatzes – vorbehaltlich keiner länger anhaltenden Störungen der Lieferketten und keinen längeren, flächendeckenden angeordneten Lock- downs – eine erhebliche Verbesserung des operativen Ergebnisses vor Sondereekten (EBIT vor Sondereekten) hin zu einem niedrigen, einstelligen, negativen Millionenbetrag (2020/21: -13,8 Mio. EUR). Sonderaufwendungen und Sondererträge düren sich weitgehend ausgleichen, so dass im dritten Corona-Jahr das Konzernergebnis zwar erneut negativ sein düre, sich aber gegenüber dem Vorjahreswert deutlich verbessern würde. Der Vorstand geht daher von einem Konzernergebnis zwischen -2,0 Mio. EUR und -5,0 Mio. EUR aus (Geschäs- jahr 2020/21: -8,9 Mio. EUR).
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sollte im Geschäsjahr 2021/22 im Wesentlichen durch ein deutlich verbessertes, aber nach wie vor negatives Konzernergebnis positiv beeinflusst werden und somit ohne zusätzliche Sondereekte den Vorjahreswert spürbar übersteigen (Geschäsjahr 2020/21: 6,3 Mio. EUR). Das Net Working Capital lag zum 30. November 2021 in Folge der bereits erläuterten sehr niedrigen Waren- bestände deutlich unter den Erwartungen. Damit wurde ein Teil des ursprünglich für 2022 geplanten Abbaus schon im abgelaufenen Geschäsjahr realisiert. Ausgehend von dieser niedrigen Basis sollte das Net Working Capital wieder um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag steigen. Dieser Eekt sollte im Wesentlichen aus einem Bestandsaufbau resultieren, die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sollten weitestgehend stabil zu den Werten am letzten Bilanzstichtag bleiben. Darüber hinaus düren sich im Geschäsjahr 2021/22 die Brutto-Investitionen gegenüber dem Vorjahres- wert (2020/21: 1,9 Mio. EUR) etwa verdoppeln, jedoch weiterhin unter den Abschreibungen liegen. Unter anderem sind höhere Ausgaben für die Einrichtungen von temporären Pop-Up-Flächen und Shop-in-Shop-Systemen bei unseren Kunden geplant, als auch Investitionen in immaterielle Vermögenswerte durch neue Soware-Lösungen in den Bereichen eCommerce, Systemsoware und IT-Sicherheit. Wir investieren zudem in die technischen Anlagen unserer Produktionsstätte in Sri Lanka. Die Entwicklung unserer Rohertragsmarge und unserer Kostenstruktur wird jedoch weiterhin stark vom Aus- maß und der Dauer der Corona-Pandemie auf unsere Umsatzentwicklung abhängen. Dabei sollte uns das im Januar 2021 eingeleitete Performance Programm „New Tomorrow“ mit gleichzeitiger Normalisierung der Marktbedingungen erste positive Ergebniseekte liefern, während sich steigende Rohsto-, Energie- und Transportkosten gegenläufig auf die Rohertragsmarge auswirken werden. Zudem wird mit einer erneuten moderaten Reduzierung der Netto-Verschuldung – ermittelt aus der Summe der finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel – bis Geschäsjahresende 2021/22 gerechnet.
Die Gesamtzahl der Konzernmitarbeiter düre im Geschäsjahr 2021/22 in Summe leicht sinken. In Deutsch- land soll die eCommerce-Abteilung weiter gestärkt werden, wohingegen in den allgemeinen Zentralbereichen mit einer geringen Reduzierung gerechnet wird. Insgesamt düre die Beschäigtenzahl in Deutschland leicht zurückgehen (30. November 2021: 409 Mitarbeiter). Im eigenen Retail sollte die Zahl der Mitarbeiter ebenfalls leicht sinken.
Diese vorgenannten Aussagen sind jedoch einer Reihe von Unsicherheiten unterworfen und können daher von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Das noch immer dynamische Pandemiegeschehen und die damit ver- bundene Unsicherheit in unseren Märkten lässt eine genauere Prognose zum Zeitpunkt der Berichterstellung nicht zu.
| Trend 2021/22 | Ist 2020/21 | Beschreibung |
|---|---|---|
| Umsatzentwicklung Premium Brands | ++ | 101,7 |
| Jeans, Casual & Workwear | ++ | 40,8 |
| Gesamt | ++ | 142,5 |
| Ergebnis EBIT vor Sondereekten | ++ | -13,8 |
| EBIT nach Sondereekten | ++ | -7,2 |
| Konzernergebnis | ++ | -8,9 |
| Investitionen | ++ | 1,9 |
Risiko- und Chancenbericht
Gute Unternehmensführung bedeutet einerseits, die Unternehmenszukun durch systematische und konsequente Realisierung von Chancen im Markt abzusichern. Andererseits muss ein aktives Risiko-Management das Unternehmen gegen auretende Gefahren aller Art schützen. Risiken sollen dabei frühzeitig identifiziert und möglichst quantifiziert werden, so dass ihre Dimensionen erkannt werden können. Sobald Risiken erkannt wurden, sollten durch angemes-sene Maßnahmen Schäden vermieden oder zumindest reduziert werden. Der Vorstand hat ein Risikomanagementsystem installiert, das den Anforderungen eines Mehrmarkenunter- nehmens mit einer dezentralen, regional verteilten Organisation entspricht. Das revolvierende, überwiegend monat- liche Berichtsmanagement liefert sowohl Daten für die operative Führung als auch für die Risikoquantifizierung. Die Angemessenheit, die Wirksamkeit und die Inhalte der laufenden Risiko-Berichterstattung werden regelmäßig vom Vorstand und vom Risikomanager geprü. Die Konzernrevision ist in das Risikomanagement durch die fortlaufende Überwachung der Konzernvorschrien und Prozesse eingebunden.
Der Aufsichtsrat erhält zur Unterstützung der eigenen Arbeit einen vierteljährlich erstellten Risikobericht. Alle Risiken werden darin in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in klein, mittel oder groß eingestu. Anschließend wird anhand von Kennzahlen die Veränderungsrichtung und die Größe der Gefahr ermittelt. Bei der Ahlers AG und im Konzern werden die Risiken in solche unterteilt, die zentral überwacht und gesteuert werden, und solche, die in den operativen Einheiten erfasst und in die Zentrale gemeldet werden.# Risikomanagementsystem
Vorstand und Aufsichtsrat Gesamtverantwortung, Vorgaben zur Risikopolitik und -akzeptanz
Risikomanager / Fachabteilung Reporting und Beratung
Interne Revision Überwachung
Identifizierung
Überwachung
Analyse und Bewertung
Steuerung und Behandlung
Bewertungskriterien und Risikoeinstufung
| Schadenshöhe (Ergebnisrisiko gemessen an Nettoumsatzerlösen) | Eintrittswahrscheinlichkeit | Risikoprofil im Überblick | |
|---|---|---|---|
| sehr hoch | mittel | sehr unwahrscheinlich | Zentral überwachte operative / strategische Risiken |
| groß | unwahrscheinlich | Profitabilität der Geschäsbereiche | |
| groß | möglich | Betriebsunterbrechung und Haung | |
| groß | wahrscheinlich | Beschaung | |
| groß | sehr wahrscheinlich | ||
| hoch | mittel | möglich | Zentral überwachte finanzielle Risiken |
| mittel | unwahrscheinlich | Währung | |
| groß | möglich | Wertentwicklung Kunst | |
| groß | wahrscheinlich | Forderungsausfall | |
| moderat | klein | unbedeutend | In den Geschäsbereichen überwachte operative / strategische Risiken |
| mittel | klein | Kollektion | |
| groß | klein | Lagerbestände | |
| groß | mittel | Kundenabhängigkeit | |
| gering | klein | klein | |
| klein | mittel | ||
| unbedeutend | klein | mittel | |
| klein | mittel |
Risiko ist: gestiegen, gesunken, gleichbleibend
| Eintrittswahr- scheinlichkeit | Schadens- höhe | Risiko- einstufung | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| sehr wahrscheinlich | sehr hoch | groß | |
| unwahrscheinlich | moderat | mittel | |
| möglich | gering | mittel | |
| wahrscheinlich | hoch | groß | |
| sehr unwahrscheinlich | unbedeutend | klein |
| Finanzrisiken | Eintrittswahr- scheinlichkeit | Schadens- höhe | Risiko- einstufung | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|
| möglich | sehr hoch | groß | ||
| unwahrscheinlich | gering | klein | ||
| möglich | unbedeutend | klein | ||
| wahrscheinlich | moderat | groß |
| Eintrittswahr- scheinlichkeit | Schadens- höhe | Risiko- einstufung | Veränderung zum Vorjahr | |
|---|---|---|---|---|
| Kollektion | wahrscheinlich | hoch | groß | |
| Lagerbestände | möglich | sehr hoch | groß | |
| Kundenabhängigkeit | wahrscheinlich | moderat | groß |
Von der anhaltenden Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Branche und die Unter- nehmung sind analog des Vorjahres viele Risikoarten unmittelbar oder mittelbar betroen. So haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie Lockdown, Maskenpflicht, diverse Einlassbeschränkungen im Einzelhandel und damit fehlendes Shopping-Erlebnis sowie die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung die Umsätze unserer Gesellscha unmittelbar deutlich reduziert. Trotz Kostensenkungsmaßnahmen hat das zu hohen Verlusten geführt. Mittelbar wurden auch die Mehrzahl der Marktteilnehmer auf allen Wertschöpfungsstufen in der Modebranche ähnlich finanziell geschwächt. Das betri besonders unsere Kunden, den Einzelhandel, so dass die Gefahr von weiteren Umsatz- und Forderungsausfällen nach wie vor besteht. Dies gilt auch für unsere Lieferanten, die Bekleidungs- betriebe weltweit, die dadurch unsere Lieferfähigkeit gefährden könnten. Durch die insgesamt geschwächte Leistungs- kette sind Finanzakteure wie Banken, Kreditversicherer und Geldanleger der Bekleidungsindustrie gegenüber deutlich kritischer eingestellt als noch vor der Pandemie. Aufgrund staatlicher Subventionierungen (im Wesentlichen Überbrü- ckungshilfe III und III Plus) konnten die hohen Verluste unserer Gesellscha deutlich abgemildert werden, so dass die Eigenkapitalquote und der Verschuldungsgrad gegenüber dem Vorjahr verbessert werden konnten. Zur Absicherung der mittelfristigen Finanzierung hat das Unternehmen im Januar 2021 ein renommiertes Wirt- schasprüfungsunternehmen mit der Erstellung eines Sanierungsgutachtens gemäß IDW S6 des Instituts der Wirtschas- prüfer beauragt. Die Wirtschasprüfer bestätigen darin, dass das Geschäsmodell der Ahlers AG zukunsfähig ist und bescheinigen dem Unternehmen eine positive Fortführungsprognose. So heißt es im Gutachten, dass die Ahlers AG mit erfolgreicher Umsetzung des vom Vorstand entwickelten und bereits eingeleiteten umfassenden Performance- programms „New Tomorrow“ ihre Wettbewerbs- und Renditefähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder vollständig herstellen wird. Auf Basis des Abschlussberichts hat die Ahlers AG mit seinen Finanzierungspartnern –Banken und Hauptaktionärin – die mittelfristige Finanzierung zum Teil neu aufgestellt und in die bereits bestehenden Finanzierungsverträge eingebunden. Die kurz- bis mittelfristige Liquidität des Unternehmens ist sichergestellt, sofern die Maßnahmen im Profitabilitätsprojekt „New Tomorrow“ – welches auf die Stärkung der Marktpositionierung und die Optimierung der betriebswirtschalichen Leistungsprozesse abzielt – umgesetzt werden sowie der Kreditrahmen und das damit verbundene Finanzierungskonzept eingehalten werden. Im Rahmen dieses Sanierungsgutachtens wurde die mittelfristige Konzernplanung in einem Stress Case Szenario mit weiteren Abschlägen versehen und pessi- mistischen Annahmen für die Entwicklung der Rahmenbedingungen unterworfen. Dieses prognostizierte „Stress Case“- Szenario soll eine zeitlich verzögerte Entwicklung auf Normalniveau durch exogene, nicht beeinflussbare Faktoren, wie bspw. die aktuell gegebene Corona-Pandemie, simulieren. Auch unter diesen Stress-Case-Annahmen wurde der Ahlers AG und dem Ahlers Konzern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Sanierungsfähigkeit und die Rückkehr zur Profitabilität unterstellt. So wurde für diesen Stress Case ein Szenario des abgelaufenen Geschäsjahr 2020/21 pro- gnostiziert, welches ein bis in den April hinein verlängerten Lockdown inklusive der Schließung des stationären Beklei- dungseinzelhandels einschließt. Tatsächlich gab es in Deutschland einen flächendeckenden Lockdown bis weit in den Mai 2021 hinein. Sowohl umsatz-, ergebnis- als auch liquiditätsseitig wurde dieser Stress-Case dennoch übertroen. Die aktuelle Konzernplanung für das angelaufene Geschäsjahr 2021/22 sowie für die Folgejahre liegt deut- lich über diesem Stress-Case-Szenario. Ergebnisseitig wären in diesem Stress Case-Szenario sogar Ergebnisse vor und nach Steuern auf Höhe des abgelaufenen Geschäsjahres hinnehmbar, ohne die Sanierungsfähigkeit zu gefährden (Ergebnis vor Steuern 2020/21: -9,1 Mio. EUR). Die aktuelle Konzernplanung geht hingegen davon aus, dass sich das Konzernergebnis nach Steuern deutlich gegenüber dem Stress Case-Planwert verbessert. Folglich würden sich auch unter diesen Stress Case-Annahmen die Ahlers AG und der Ahlers Konzern auf dem Sanierungspfad befinden. Da sich die Corona-Pandemie im gerade begonnenen Geschäsjahr insbesondere durch die Omikron-Virusvariante weiter- hin schwer vorhersehbar fortsetzt und die Erholung der Märkte auf ein „Vor-Corona-Niveau“ im aktuellen Geschäs-jahr nicht gesichert ist, ergibt sich zusammen mit den einzuleitenden Maßnahmen des Programms „New Tomorrow“ für den Ahlers Konzern dennoch ein beachtliches Risiko für die Geschäsentwicklung. Insbesondere dann, wenn es bei anhaltenden Pandemie-Zuständen zu weiteren Eindämmungsmaßnahmen wie Lockdowns käme und es keine weiteren staatlichen Subventionen zur Aufrechterhaltung der Liquidität geben sollte.
Dem wichtigen operativen Risiko der nachlassenden Profitabilität der Geschäsbereiche begegnet Ahlers mit der permanenten Überwachung aller relevanten Kennzahlen der Marken und Geschäsbereiche, wie z.B. die Erreichung der geplanten Umsatzziele, der erzielten Rohertragsmarge sowie der Einhaltung der Kostenbudgets. Sobald erste Anzeichen für eine Planabweichung und eine damit einhergehende sinkende Profitabilität bestehen, werden vom Management unter Einbeziehung der Bereichsmitarbeiter die Ursachen gesucht, die Probleme analysiert und ein Maßnahmenplan entwickelt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch im zweiten Geschäsjahr in Folge zu erheblichen Belastungen der Profitabilität geführt und stellen grundsätzlich eine Gefährdung für den Fortbestand des Unternehmens dar. Das Risiko ist deshalb weiterhin unverändert groß.
Strategische Risiken bestehen in der Beendigung der Lizenzverträge oder der Übertragung von Markenrechten an Drit- te. Ahlers wirkt diesen Risiken mit Vertragsverlängerungen mit langen Laufzeiten entgegen und überwacht permanent die nationale und internationale Registrierung ihrer Marken und die Einhaltung von Lizenzverträgen mit Dritten. Insge- samt düren die Risiken aus Lizenzen gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben sein.
Ein umfassender Versicherungsschutz sichert unter anderem die Risiken durch Betriebsunterbrechung, Verlust von Waren sowie Schadensersatzansprüche ab. Jährlich wird die Versicherungssituation bezüglich wesentlicher Gefahren gemeinsam mit dem betreuenden unabhängigen Versicherungsmakler geprü und die Policen gegebenenfalls ange- passt. Dabei werden einerseits Verbesserungsmöglichkeiten im Versicherungsschutz und andererseits Prämienredu- zierungen geprü und realisiert. Die Risikoeinstufung ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Beschaungsrisiken sind aufgrund der qualitativen und quantitativen Anforderungen für Modeunternehmen eine stän- dige Herausforderung. Das Modeunternehmen befindet sich dabei in einem Spannungsfeld von Kosten und Zuverlässig- keit, wobei sowohl Stillstand als auch zu schnelles Verlagern von Beschaungsorten die Gesellscha gefährden können. Ahlers verringert diese Risiken durch eine sorgfältige und frühzeitige Auswahl qualifizierter Lieferanten und gründliche Qualitätskontrollen. Die Auswahl der Fertigungsbetriebe geschieht sowohl unter Risiko- als auch Chancenaspekten. Letz- tere können in günstigeren regionalen Produktionskosten oder Währungsänderungen liegen. Coronabedingt haben sich seit dem Geschäsjahr 2019/20 sowohl die Risiken von Terminverzögerungen als auch der Ausfall bedeutsamer Lieferan- ten im Bereich der Beschaung erhöht. Zudem sind in den letzten Monaten die Transport- und Energiekosten sowie die Rohstopreise (z.B. Bio-Baumwolle) stark angestiegen, was die Produktkalkulation weiter belastet. Außerdem steigt die Komplexität die notwendigen Rohwaren und Fertigerzeugnisse fristgerecht entlang der gesamten Lieferkette zu koordinieren.# Die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt aktuell die gesamten Lieferketten und die Logistik von Ahlers und erhöht die Unsicherheit sowohl in Bezug auf internationale Versorgungswege, Lagerhaltung und Auslieferung. Durch Kapazitätsengpässe verursachte Verzögerungen ein- und ausgehender Lieferungen sowie hohe Infektionsraten, insbesondere durch die sich schnell verbreitende Omikron-Virusvariante und die damit verbundenen Personalausfälle, kann es zu erhöhten Kosten, Umsatzverlusten und geringerer Kundenzufriedenheit kommen. Auch wenn diesen Beschaffungsrisiken durch moderne Softwareunterstützung zwischen Lieferanten und Kunden entgegengewirkt wird, ist die Risikobeurteilung gegenüber dem Vorjahr weiter gewachsen. Unsicherheiten über mögliche Lockdowns in den Produktionsländern, das Risiko von Unterbrechungen der weltweiten Modelieferkette sowie die Finanzlage unserer Lieferanten, von denen einige stark von den Einschränkungen betroffen sind, beeinflussen folglich weiterhin die Beschaffung, so dass auch im Jahr 2022 hinsichtlich der fristgerechten Lieferung von Sortimentstiefe und Sortimentsbreite Risiken bestehen.
Die Geschäftstätigkeit von Ahlers als Bekleidungsunternehmen bringt relevante Risiken für Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange sowie für die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption ausschließlich im Bereich der Beschaffung mit sich. Dies betrifft die Nicht-Einhaltung von ökologischen, sozialen und Corporate Governance-Standards innerhalb der Lieferkette. Um diese nichtfinanziellen Risiken zu vermeiden, verfolgt Ahlers einen präventiven Ansatz und beugt ihnen mit konzernweit verankerten, klaren Vereinbarungen und Maßnahmen vor (s. dazu die nichtfinanzielle Konzernerklärung ab Seite 27).
Alle wesentlichen Rechtsfälle werden gemäß Anweisungen in die Konzernzentrale gemeldet und dort von den zuständigen Rechtsexperten, beratenden Rechtsanwälten und dem Vorstand betreut. Für laufende Rechtsverfahren sind im Jahresabschluss angemessene Rückstellungen gebildet worden. Soweit möglich und sinnvoll werden Versicherungen gegen Haftungsrisiken abgeschlossen. Rechtsstreitigkeiten, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten, bestehen derzeit nicht. Die Risikoeinstufung bleibt daher gegenüber dem Vorjahr unverändert.
IT-Risiken entstehen durch die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit ihrer ständigen Verfügbarkeit. Rechnersysteme und Netzwerke können ausfallen, was zu einer massiven Störung des Betriebsablaufs führen könnte. Darüber hinaus sind unberechtigter Datenzugriff bzw. -missbrauch eine wachsende Bedrohung. Durch Computerviren oder erpresserische Hackerangriffe könnte die Funktionsfähigkeit der IT-Systeme sehr deutlich beeinträchtigt oder lahmgelegt werden. Diesen Risiken wird mit dem Einsatz moderner Hard- und Software auf aktuellem Sicherheitsstandard begegnet. Außerdem wird nach Möglichkeit vermieden, Softwareprodukte einzusetzen, die als bevorzugte Ziele von Computerkriminalität bekannt sind.
Qualifizierte interne und externe Experten sorgen permanent für den Schutz und die Optimierung der Ahlers IT-Systeme. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, Virenscanner, Firewallsysteme sowie Zugangs- und Zugriffskontrollen. Die IT-Infrastruktur der Ahlers AG wurde als Zeichen für ihre Sicherheit mit dem TÜV-Prüfzeichen „Trusted Site Infrastructure“ ausgezeichnet. Zudem wurde zur Absicherung möglicher Schadensfälle im August 2020 zusätzlich eine Cyber-Risk-Versicherung abgeschlossen. Zudem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 ein spezialisiertes IT-Beratungsunternehmen damit beauftragt, ein Cyber-Security-Assessment durchzuführen. Mögliche Schwachstellen wurden dabei analysiert und entlang eines Umsetzungsplans kategorisiert und sofern notwendig bereits behoben. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen an einer neuen IT-Strategie, auf deren Basis die Prozesse und Organisationsstrukturen weiter digitalisiert werden sollen. Hierbei wurden sicherheitsrelevante und betriebswirtschaftliche Aspekte erneut durch das IT-Beratungsunternehmen überprüft.
Im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung kooperieren die IT-Verantwortlichen und der Datenschutzbeauftragte eng miteinander. Zur Unterstützung des Datenschutzmanagements und der Erfüllung der damit verbundenen Dokumentationspflichten verwendet Ahlers eine Spezialsoftware. Zusammenfassend betrachtet bleibt die Risikoeinstufung gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Finanzrisiken können aus der Kapitalstruktur, der mangelnden Liquidität wegen ungeplantem Mittelbedarf und durch Veränderungen der Marktzinsen entstehen. Der Ahlers Konzern verfügt über eine solide Eigenkapitalquote, die ihm im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 zu Gute kam. Extern beeinflusste oder schwer kalkulierbare Bilanzpositionen haben eher einen kleinen, sinkenden Anteil an der Bilanzsumme. Aus der Kapitalstruktur bestehen daher keine erwähnenswerten Risiken.
Das Liquiditätsrisiko und das Risiko von Zahlungsstromschwankungen werden kontinuierlich überwacht. Als Folge der coronabedingten Belastungen hat Ahlers zusammen mit den Hausbanken einen zusätzlichen Kredit, unterlegt mit einer Bürgschaft des Landes NRW, aufgenommen und diesen zusammen mit den bestehenden Finanzlinien in den zum Ende des Geschäftsjahres noch weitere vier Jahre laufenden Konsortialkreditvertrag eingebunden. Die Liquidität ist daher vorbehaltlich außerplanmäßiger Entwicklungen durch ausreichend hohe Kreditlinien, die auch saisonale Spitzen abdecken, sichergestellt. Zur Entlastung der Kreditlinien hat die Ahlers AG im November 2018 eine Factoring-Vereinbarung über den revolvierenden Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Hierdurch können die saisonalen Schwankungen des Liquiditätszuflusses teilweise abgefangen werden. Zum Berichtsstichtag hat Ahlers die zur Verfügung stehenden Finanzlinien zu 56 Prozent ausgenutzt (Vorjahr 67 Prozent). Die Entwicklung des Net Working Capital, insbesondere vor den beiden Hauptauslieferungen der Frühjahr-/Sommer- und Herbst-/Winter-Kollektionen beeinflusst neben den laufenden Fixkosten den Cashflow. Zur Reduzierung der Verschuldung hat das Unternehmen in den letzten beiden Jahren nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Gebäude sowie Kunstgegenstände verkauft. Der Verkauf weiterer nicht betriebsnotwendiger Anlagegegenstände ist auch für 2022 und 2023 geplant, um die Verschuldung zu reduzieren.
Zinsrisiken entstehen im Falle der Fremdfinanzierung durch Veränderungen der Marktzinsen. Das Risiko steigender Fremdkapitalbeschaffungskosten tritt bei variabel verzinslichen Darlehen sowie bei notwendig werdenden Anschlussfinanzierungen ein. Ahlers überwacht die Entwicklung der Marktzinsen. Es können bei wesentlichen Fremdfinanzierungen zusätzlich Absicherungen gegen das Zinsänderungsrisiko durch den Abschluss von Zinsswaps vorgenommen werden, soweit das die Markterwartungen geboten erscheinen lassen. Aktuell sind keine Zinsswaps abgeschlossen.
Zusammengenommen stuft Ahlers die Bedeutung von Finanzrisiken als groß ein. Aufgrund der Anfang 2021 erweiterten Finanzierung, der im abgelaufenen Geschäftsjahr erhaltenen staatlichen Subventionen und des Verkaufs nicht betriebsnotwendigen Anlagevermögens ist das Finanzrisiko gegenüber dem Vorjahr aber gesunken. Solange die Corona-Pandemie allerdings nicht komplett unter Kontrolle gebracht wurde, bleibt die regelmäßige Überprüfung des Liquiditätsrisikos zentraler Bestandteil des Risikomanagementsystems.
Währungsrisiken sind für international tätige Unternehmen sehr bedeutsam, gerade wenn der Beschaffungsmarkt, wie bei Modeunternehmen üblich, überwiegend in einer Währung abgewickelt wird, der Verkauf jedoch in einer anderen. Deshalb erfolgt die Sicherung des US-Dollars für die Warenbeschaffung aus Asien jede Saison auf der Basis einer mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Hedging-Regelung. In dieser sind die für den Saisonzyklus notwendigen Fremdwährungsbeträge mit Mindest- und Höchstquoten festgeschrieben. Die sich hieraus ergebende notwendige Absicherung von einzelnen Saisons wird regelmäßig und zeitnah überwacht und mit den vorhandenen Finanzinstrumenten abgeglichen.
Ahlers ist dem Risiko einer langfristig auftretenden Euroschwäche, die Importe aus Asien über den Absicherungszeitraum hinaus verteuert, ausgesetzt. Um bei einem schwächeren Euro dem Rückgang der Rohertragsmarge entgegen zu wirken, könnten moderate Preiserhöhungen und die Rückverlagerung von Produktionsaufträgen nach Osteuropa in Betracht gezogen werden. Im Jahr 2021 hat der US-Dollar gegenüber dem Euro zunehmend an Stärke gewonnen und damit Einkäufe in Asien teurer gemacht. Aus diesem Grund wird Ahlers den Anteil der Beschaffung in Euro weiter ausbauen, und damit die Abhängigkeit vom US-Dollar reduzieren. Aufgrund des damit verbundenen niedrigeren US-Dollar-Bedarfes ist die Risikoeinstufung klein und die mögliche Schadenshöhe gering, weshalb die Risikobeurteilung gegenüber dem Vorjahr unverändert eingestuft wird.
Chancen und Risiken im Kunstvermögen der Ahlers AG ergeben sich aus langfristigen Wertentwicklungen im Kunstmarkt. Das Management des Unternehmens prüft regelmäßig, ob die zugrunde gelegten Buchwerte der Kunstwerke angemessen sind. Dauerhafte Rückgänge des Marktwerts würden zu Abschreibungen führen. Im Jahresabschluss- prozess wurde der Wert ausgewählter Kunstwerke anhand von Auktionsergebnissen und Marktrecherchen geprüft. Daraufhin wurde im Berichtsjahr der Kunstbestand um 0,3 Mio. EUR abgewertet. In der Vergangenheit hat das Unternehmen keine wesentlichen Abschreibungen auf Kunstwerke vornehmen müssen. Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden Kunstgegenstände im Wert von 5,4 Mio. EUR mit einem Buchgewinn in Höhe von 0,7 Mio. EUR verkauft.# Risikobericht
Auch für die Folgejahre sind weitere Kunstverkäufe geplant, um die Liquidität zu verbessern und die Finanzverbindlichkeiten weiter zu senken. Die Risikoeinstufung ist im Berichtsjahr aufgrund des deutlich reduzierten Kunstvermögens gesunken.
Eine strenge Bonitätsprüfung und eine Versicherung gegen Zahlungsausfälle reduzieren die grundsätzlich wichtigen Forderungsrisiken der Ahlers AG. Eine Auslieferung ohne Deckung der Kreditversicherung erfolgt nur nach kritischer Überprüfung und soweit vorhanden der Analyse der bisherigen Kundenbeziehung. Forderungsrisiken, die nicht versicherbar sind, müssen vom Vorstand freigegeben werden. Der Vorstand überprüft diese Entscheidungen regelmäßig alle sechs Monate. Zum Geschäftsjahresende lagen die unversicherten Forderungen erwartungsgemäß moderat über denen des Vorjahres. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen schätzt der Vorstand die Risikoposition weiterhin als groß und unverändert zum Vorjahr ein.
Das Kollektionsrisiko besteht in der Modebranche jede Saison darin, dass die Kollektionen vom Markt nicht ausreichend angenommen werden und dadurch Umsatzeinbußen entstehen. Sie sind für das Unternehmen deshalb sehr bedeutsam. Die Kollektionen werden anhand von Rahmenplänen erstellt, die den Umfang und die Preissituation vorweg festlegen. Zeitnahe Berichte über Vorverkäufe und monatliche Reports der Geschäftsbereiche über die Marktlage informieren den Vorstand über die Marktstärke unserer Produkte. Die Integration von Abverkaufsinformationen aus dem Handel und den eigenen Geschäften fördern die Gestaltung verkaufsstarker Produkte, auf die mit kurzfristigen Produktionsausweitungen reagiert werden kann. Wie im Vorjahr wird das Risiko als groß eingeschätzt.
Die Beherrschung des Lagerrisikos stellt eine wichtige Aufgabe in der Modeindustrie dar. Für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Handel ist die fristgerechte Lieferfähigkeit von großer Bedeutung. Gleichzeitig muss jedoch der Lagerbestand am Ende der Saison größtenteils verkauft sein, um die Liquidität des Unternehmens zu entlasten. Aus einer erhöhten Lagerdauer und der damit potenziell verminderten Verwertbarkeit der Vorräte können sich sonst Bestandsrisiken ergeben. Ahlers minimiert das Risiko, indem die Lagerbestände mittels systematischer Dispositions- und Verkaufsprinzipien und durch regelmäßige Bestandskontrollen überwacht und auf dem richtigen Niveau gehalten werden. Durch die Umstellung auf Vollkauf sind die Rohwarenbestände im Berichtszeitraum weiter zurückgegangen. Auch die Fertigwarenbestände konnten im Berichtsjahr trotz der Corona-Pandemie um etwa ein Drittel abgebaut werden. Insgesamt sind die Risiken aus Lagerbeständen deshalb gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Das Risiko der Kundenabhängigkeit verstärkt sich durch die Entwicklung, dass zunehmend große Filialisten den klassischen Facheinzelhandel verdrängen, wodurch der Umsatzanteil von Großkunden steigt. Größere Anbieter, die den Handel mit qualitativ hochwertiger Ware professionell bedienen, profitieren von dieser Entwicklung. Ahlers tritt mit Kunden auf allen Ebenen in den Dialog, um die Marktbedürfnisse und Probleme frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören auch zunehmend eCommerce-Kunden, da das Internet als Absatzkanal für Bekleidung immer wichtiger wird. Durch die Corona-Pandemie hat sich diese Entwicklung verschärft und der stationäre Einzelhandel hat Marktanteile an den Online-Handel verloren. Der eCommerce-Handel wird von relativ wenigen Anbietern dominiert. Insgesamt steigen durch diese Einflüsse die Kundenabhängigkeit und die Risiken aus der Kundenstruktur. Diese Entwicklung hat sich auch im Geschäftsjahr 2020/21 fortgesetzt, weshalb das Risiko gegenüber dem Vorjahr unverändert als groß eingestuft wird. Die Gesellschaft hat ein Berichtssystem implementiert, welches eine ständige und zeitnahe Überwachung von Auslieferungsquoten, termingerechten Auslieferungen, Auftragsbeständen und Umsätzen sicherstellt, um alle Kunden gut zu bedienen und die Kundenbeziehungen zu festigen. Die Mehrmarkenstrategie des Ahlers Konzerns mindert das Risiko der Kundenabhängigkeit dadurch, dass die unterschiedlich positionierten Marken jeweils andere Kunden und Einzelhandelsformate bedienen.
Als international agierendes Unternehmen im Konsumgüterbereich ist Ahlers Risiken unterworfen, die sich sowohl aus der weltwirtschaftlichen Entwicklung als auch den konjunkturellen Veränderungen in einzelnen Ländern ergeben. Wirtschaftliche, politische und soziokulturelle Rahmenbedingungen beeinflussen das Kaufverhalten der Verbraucher und damit den Umsatz und die Ertragslage des Unternehmens. Die Corona-Pandemie und die Folgen der Eindämmungsmaßnahmen machen diese Tatsache sehr deutlich. Die bereits länger stattfindende Marktverschiebung zum eCommerce und der intensive Wettbewerb um Marktanteile, Markenpräsenz und Personal im internationalen Modemarkt wurden durch die Auswirkungen der Pandemie nochmals beschleunigt. Der stationäre Handel als auch der eCommerce-Handel sind einem stetigen Wandel ausgesetzt. Diese externen Entwicklungen und die damit verbundenen Risiken werden vom Vorstand überwacht und fortlaufend mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Ahlers begegnet den externen Risiken auch mit der Strategie der Internationalisierung und der Schärfung seiner Markenprofile, um neue Märkte und Nachfragepotenziale zu erschließen. Besonders in das Wachstumsfeld eCommerce investiert Ahlers viel personelle Kapazität und Finanzmittel. Priorität haben dabei die Vertriebsaktivitäten im Online-Wholesale-Geschäft sowie die Anbindung an Online-Multibrand-Plattformen.
Die Identifikation und Nutzung unternehmerischer Chancen ist ein wichtiges Element zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Chancen werden bei Ahlers als mögliche positive Abweichungen von geplanten Zielgrößen beziehungsweise von getroffenen Annahmen bei der Unternehmensplanung definiert. So werden insbesondere aus der laufenden Überwachung der Profitabilität der Geschäftsbereiche auch Chancen zur Erkennung neuer Entwicklungen abgeleitet. Besonders aus den Berichten über Bereichsrisiken werden wichtige Erkenntnisse über mögliche positive Geschäftsentwicklungen am Markt gewonnen. Wenn z.B. Nachfrageänderungen von Kunden in bestimmten Märkten beschrieben werden, kann die frühzeitige Reaktion darauf Chancen hervorbringen. Ähnlich stellt sich das auf der Beschaffungsseite dar. Hier garantiert die parallele Beobachtung der wichtigsten Märkte eine rechtzeitige Verlagerung in Länder mit konkurrenzfähigen Preisen und zuverlässiger Qualität. Aufgrund des eingeleiteten Projektes „New Tomorrow“ ist das Management zudem davon überzeugt, dass die weitere Steigerung der Begehrlichkeit seiner Marken Baldessarini, Pierre Cardin, Otto Kern, Pioneer Jeans und Pionier Workwear den wichtigsten Faktor für den langfristigen Erfolg des Unternehmens darstellt. Sämtliche strategischen Initiativen sind daher darauf ausgerichtet, die Markenbegehrlichkeit nachhaltig zu steigern. Chancen werden auch in dem weiteren Ausbau und der kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Online-Stores gesehen. Damit können die Marken den Ansprüchen der Endkunden an ein hochwertiges digitales Markenerlebnis bestmöglich gerecht werden.
Wie im Vorjahr deckt sich der Wirkungsbereich des Risikoberichts mit dem Konsolidierungskreis. Wesentliche Änderungen des Risikomanagementsystems gegenüber dem Vorjahr ergaben sich nicht. Das Gesamtrisiko der Ahlers AG und des Konzerns hat sich vor allem aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie in den letzten beiden Jahren erhöht. Die Corona-Krise schwächt alle Marktpartner, die Lieferanten und den Einzelhandel stark. Risiken aus der Beschaffung und der Kundenbonität nehmen zu. In diesem Umfeld kommt unserem Unternehmen seine solide Finanzposition zu Gute. Aufgrund der schwierig einzuschätzenden Weiterentwicklung der Corona-Pandemie, möglicher weiterer Maßnahmen zu ihrer Eindämmung sowie ihrer Folgewirkungen in der Zukunft ist die Risikosituation zum Zeitpunkt der Berichtsveröffentlichung insgesamt als hoch einzustufen. Abgesehen von coronabedingten Einflüssen – und hier vor allem übergreifende Risikoaspekte sowie das Risiko Profitabilität der Geschäftsbereiche und Finanzrisiken - lassen sich vom heutigen Standpunkt aus keine Risiken erkennen, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken, den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
Ahlers beschafft seine Waren zu einem wesentlichen Teil in Asien. Die dort übliche Währung ist der US-Dollar. Um nicht durch kurzfristige Währungsschwankungen Verluste zu erleiden, werden die Beschaffungsvorgänge saisonweise auf Basis eines quantitativen Beschaffungsplans mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten abgesichert. Die Absicherung erfolgt durch Devisentermingeschäfte. In geringem Umfang könnten auch Optionen eingesetzt werden. In deutlich geringerem Maße werden auch Vertriebsaktivitäten in Fremdwährung wie z.B. dem Schweizer Franken abgesichert.
Die Unternehmensfinanzierung erfolgt seit Ende des Geschäftsjahres 2018/19 über einen Konsortialkreditvertrag, den Ahlers mit vier Banken zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren bis November 2022 geschlossen hatte. Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte Ahlers eine zusätzliche Kredittranche bei den Konsortialbanken, unterlegt mit einer Bürgschaft des Landes NRW, aufgenommen und zusammen mit den bestehenden Finanzlinien die Laufzeit des Konsortialkreditvertrages bis November 2025 verlängert. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und den damit verbundenen Umsatzrückgängen, hat das Unternehmen zur Schließung der Liquiditätslücke den bestehenden Konsortialkreditvertrag im April 2021 um eine weitere Tranche, unterlegt mit einer zweiten Bürgschaft des Landes NRW, erweitert.Vertragskonform wurde die Erweiterung des Kredites um zu erwartende staatliche Unterstützungszahlungen für Fixkosten (Überbrückungshilfe III) reduziert, so dass die zusätzliche Kreditaufnahme bei Finanzinstituten zum Bilanzstichtag nur noch 1,5 Mio. EUR beträgt. Darüber hinaus wurde ein weiteres Gesellschaerdarlehen gewährt und die Rückzahlung des bestehenden bilatera- len Tilgungsdarlehens bis zum 30. November 2024 gestreckt. Der Finanzierungsrahmen des Konsortialkreditvertrags beinhaltet flexibel ausnutzbare Kreditlinien, die über den gesamten Zeitraum bestehen, und Darlehenslinien, die bis zum Laufzeitende in 2025 teilweise getilgt werden. Der Konsortialkreditvertrag und das Tilgungsdarlehen sind mit Sicher- heiten unterlegt. Die Zinshöhe richtet sich nach quartalsweise ermittelten Finanzkennzahlen. Die Aufwendungen für den Abschluss des Vertrags wurden in zulässigem Umfang aktiviert und werden über dessen Laufzeit abgeschrieben.
Zwei wesentliche Komponenten sichern die Vermeidung oder Reduzierung von Risiken im Unternehmen ab: ein System von Anweisungen und Geschäsordnungen auf der einen Seite und ein der Kontrolle und Information dienen- des Reporting auf der anderen Seite. Geschäsordnungen regeln für den Aufsichtsrat, den Vorstand und die Geschäsführer aller Konzerngesell- schaen Handlungsspielräume und die Einbeziehung verschiedener Hierarchieebenen im Entscheidungsprozess. Einzelanweisungen, die für alle Mitarbeiter gelten, sind im Intranet des Ahlers Konzerns abrufbar. Dort findet sich insbesondere auch die Grundwerteerklärung des Konzerns. Die Grundwerteerklärung wurde im Jahr 2015 an alle Mitarbeiter ausgehändigt. Neuen Mitarbeitern wird die Erklärung stets bei Einstellung gegeben. Kontrollierende Berichte zur Risikosituation werden allen Verantwortlichen in verschiedenen Detaillierungs- graden in festgelegten angemessenen Frequenzen, meist monatlich, zugeleitet. Der Aufsichtsrat erhält monatlich einen umfassenden Finanzbericht und wird quartalsweise mit einem Risikobericht über die Zentralrisiken und die Bereichsrisiken informiert.
Zielsetzung des internen Kontrollsystems des Rechnungslegungs- und Konsolidierungsprozesses ist es, Fehlerquel- len zu minimieren und Fehler schnell zu erkennen. Hierzu sind die Buchhaltungsabteilungen des Konzerns pro Land zentral, in einigen Fällen länderübergreifend, organisiert. Die Mitwirkung externer Dienstleister am Abschlussprozess beschränkt sich normalerweise auf punktuelle Dienstleistungen, wie z.B. die Ermittlung der Pensionsrückstellungen. In kleineren Ausnahmefällen werden Abschlüsse auch extern erstellt. Systemtechnisches Rückgrat der Buchhaltung ist das SAP-System, auf das regional aktiv und zentral kontrol- lierend zugegrien werden kann. Die SAP-Stammdatenpflege und -Systembetreuung erfolgt zentral. Das Konzern-Rechnungslegungs-Handbuch sorgt für die bilanzielle Gleichbehandlung aller wiederkehren- den Sachverhalte. Neue Sachverhalte werden mit der Konzernzentrale abgestimmt. Änderungen in der Konzern- Rechnungslegung werden unmittelbar an alle beteiligten Mitarbeiter und betroenen externen Dienstleister kom- muniziert. Das Reporting der Tochtergesellschaen erfolgt mittels einheitlicher Formulare, die zu jedem Monats-, Quartals- und Jahresabschluss von den jeweiligen Buchhaltungsabteilungen ausgefüllt werden. Hierzu gehören u.a. der landesrechtliche und der IFRS-Abschluss sowie eine Abstimmung der Forderungen und Verbindlichkeiten zwi- schen den Konzerngesellschaen. Alle Angaben fließen in der zentralen Konsolidierungsabteilung zusammen. Dort erfolgen sämtliche konzerninternen Abstimmungen, Konsolidierungen, Überwachungen von Berichtsfristen und Qua- litätskontrollen der Berichtsdaten. Hier werden auch alle Einzelabschlüsse zum Konzernabschluss unter Anwendung einer Konsolidierungssoware zentral verarbeitet. Im Bereich der Konsolidierung sind unterschiedliche Kontrollen entlang des Konsolidierungsprozesses implementiert. Abstimmungsdierenzen in der Konsolidierung werden an die beteiligten Tochtergesellschaen kommuniziert und korrigiert. Generell gilt im Konzern bzw. bei der Erstellung der Jahres- und Konzernabschlüsse das Vier-Augen-Prinzip. Wichtige Abschlussentscheidungen wie Vorrats- und Forderungsbewertungen werden vom Vorstand freigegeben. Fla- che Hierarchien, direkte Berichtswege und monatliche Zwischenabschlüsse ermöglichen die Erkennung von Risiken und die frühzeitige Aufdeckung von Fehlern. Die Interne Revision ist regelmäßig auf abschlussrelevante Themen angesetzt und im Jahresabschlussprozess kontrollierend tätig. Ein Schwerpunkt ist dabei stets die Bestandsführung und -bewertung, die in der Bekleidungs- branche besonders anspruchsvoll und wichtig für das Ergebnis ist. Auch die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in den rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird regelmäßig durch die Konzernrevi- sion überprü. Mit den eingerichteten Prozessen, Systemen und Kontrollen ist hinreichend gewährleistet, dass der Konzern- rechnungslegungsprozess im Einklang mit den Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS), dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen erfolgt und somit zulässig ist.
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat beschlossen und regelmäßig überprü. Dabei wird die Größe, Tätigkeit sowie die wirtschaliche Situation der Ahlers AG auf der einen Seite berücksichtigt. Die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds und der persönliche Beitrag am Erfolg des Unternehmens auf der anderen Seite sind weitere wichtige Angemessenheitskriterien. Die Gesamtbezüge und ihre einzelnen Bestandteile stehen nach der Beurteilung des Aufsichtsrats in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vor- standmitglieds und zur wirtschalichen Lage der Ahlers AG. Die beiden Vorstandsmitglieder hatten zum 30. November 2021 strukturell nicht deckungsgleiche Anstel- lungsverträge. Mit dem Vorstandswechsel zum 1. Dezember 2020 hat Herr Tabler einen nach den neuen Vorgaben des ARUG II (Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie) aufgebauten Anstellungsvertrag erhalten, der im Vorgri bereits dem von der Hauptversammlung am 21. April 2021 gebilligten Vergütungssystem entspricht. Frau Dr. Ahlers hingegen wird ihren bestehenden, nach älteren Richtlinien erstellten Vertrag bis zum Laufzeitende am 31. Mai 2023 behalten. Für die Verträge beider Vorstandsmitglieder gilt: Die Vergütung ist grundsätzlich leistungsorientiert und setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
Die Gesamtbezüge des Vorstands setzen sich auf Aufwandsebene wie folgt zusammen:
| TEUR 2020/21 | TEUR 2019/20 | |
|---|---|---|
| Fixes Gehalt | 696 | 822 |
| Jahresbonus * | 127 | 127 |
| Sonstiges | 33 | 33 |
| Gesamt | 856 | 982 |
| * bestehend aus ergebnisabhängiger, zielorientierter und langfristig orientierter Tantieme. | ||
| Für die langfristig orientierte Tantieme sind 14 TEUR enthalten (Vorjahr 0 TEUR). |
Ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. Geschäsführer der Adolf Ahlers GmbH und deren Hinterbliebene erhielten im Geschäsjahr 2020/21 Bezüge von insgesamt 14 TEUR (Vorjahr 16 TEUR).
| TEUR 2020/21 Min. | TEUR 2020/21 Max. | TEUR 2019/20 Min. | TEUR 2019/20 Max. | |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Stella A. Ahlers Vorstandsvorsitzende Eintritt 06/2005 | ||||
| Simon Tabler Finanzvorstand Eintritt 12/2020 |
Das Grundkapital der Ahlers AG beträgt zum 30. November 2021 43.200.000,00 EUR. Es ist eingeteilt in 13.681.520 Stück Namensaktien. Auf jede Namensaktie entfällt ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von jeweils rund 3,16 EUR. Gemäß § 22 der Satzung gewährt jede Aktie der Gesellschaft eine Stimme auf der Hauptversammlung. Es existieren keine Stimmrechtskontrollen für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der Ahlers AG beteiligt sind.
Die Vorstandsvorsitzende Dr. Stella A. Ahlers war am 30. November 2021 direkt und indirekt über die Westfälisches Textilwerk Adolf Ahlers Stiftung & Co. KG sowie die WTW-Beteiligungsgesellschaft mbH insgesamt mit einem Anteil von 53,0 Prozent am Grundkapital der Ahlers AG beteiligt.
Der Vorstand der Ahlers AG besteht gemäß § 8 der Satzung aus mindestens einem Mitglied. Der Aufsichtsrat bestimmt die Anzahl der Vorstandsmitglieder und kann einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden oder stellvertretenden Sprecher des Vorstands ernennen. Es können auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden.
Satzungsänderungen können, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen werden. Der Aufsichtsrat ist befugt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, selbst vorzunehmen (§ 27 der Satzung).
Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 2. Mai 2022 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 21.600.000 Euro zu erhöhen (genehmigtes Kapital, § 4 Abs. 2 der Satzung). Er kann dabei das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:
(i) um Spitzenbeträge auszugleichen;
(ii) wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und/oder zum Zwecke des Erwerbs von sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen, ausgegeben werden; das Bezugsrecht aufgrund dieser Ermächtigung darf nur auf Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von bis zu 20 Prozent des Grundkapitals (also in Höhe von bis zu insgesamt 8.640.000,- Euro) ausgeschlossen werden;
(iii) wenn die neuen Aktien der Gesellschaft gegen Bareinlage ausgegeben werden und der Ausgabepreis je Aktie den Börsenpreis der im Wesentlichen gleich ausgestatteten, bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien nicht wesentlich unterschreitet. Der Bezugsrechtsausschluss kann in diesem Fall jedoch nur vorgenommen werden, wenn die Anzahl der in dieser Weise ausgegebenen Aktien zusammen mit der Anzahl eigener Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden, und der Anzahl der Aktien, die durch Ausübung von Options- und/oder Wandlungsrechten oder Erfüllung von Wandlungspflichten aus Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und/oder Genussrechten entstehen können, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden, insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieser Wert geringer ist – zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung nicht übersteigt;
(iv) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder nach der Erfüllung der Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
(v) wenn die neuen Aktien zur Ausgabe von Mitarbeiteraktien an Personen verwendet werden, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, sowie an Organmitglieder von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen; das Bezugsrecht der Aktionäre aufgrund dieser Ermächtigung darf nur auf Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von bis zu 3 Prozent des Grundkapitals (also in Höhe von bis zu insgesamt 1.296.000 Euro) ausgeschlossen werden; und nur, soweit die während der Laufzeit dieser Ermächtigung auf der Grundlage dieser Ermächtigung oder eines anderen genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bar- und/oder Sacheinlage ausgegebenen Aktien insgesamt 20 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.
Auf die vorstehend genannte 20 Prozent-Grenze werden angerechnet
* eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert werden, sowie
* neue Aktien, die aufgrund von während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts begebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen und/oder Genussrechten auszugeben sind.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2017 in Verbindung mit dem Hauptversammlungsbeschluss am 24. April 2018 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Mai 2022 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft in Höhe von 43.200.000,00 EUR gleich in welcher Form zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft oder von ihr abhängige oder in Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder durch auf deren Rechnung oder auf Rechnung der Gesellschaft handelnde Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann entweder über die Börse oder über eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Der Kaufpreis darf den aktuellen Börsenpreis um nicht mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. Das öffentliche Kaufangebot bzw. die öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten kann nach Maßgabe des Beschlusses der Hauptversammlung weitere Bedingungen vorsehen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die aufgrund dieser Ermächtigung oder einer oder mehrerer früher erteilten Ermächtigungen erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:
(1) Die Aktien können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.
Die Angaben zur Vergütung des Vorstands beziehen sich auf die gesetzlich geforderten Angaben im Anhang.
Die Vergütung des Vorstands gliedert sich in variable und fixe Bestandteile. Die variable Vergütung ist an die Erreichung von Zielen geknüpft, die sich aus der strategischen Ausrichtung der Ahlers AG ergeben. Hierzu zählen insbesondere die Umsatzentwicklung, die Ergebnisverbesserung und die Steigerung des Unternehmenswertes. Die Höhe der variablen Vergütung orientiert sich am Erfolg des Konzerns und des einzelnen Vorstandsmitglieds.
Ein Teil der variablen Vergütung ist mit einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage verbunden. Die Auszahlung erfolgt jedoch grundsätzlich im unmittelbaren Anschluss an das jeweilige Geschäftsjahr.
Die feste Vergütung wird jährlich gezahlt und dient als Grundvergütung.
Darüber hinaus erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen, die in der Regel Sachbezüge wie z. B. die Nutzung eines Dienstwagens oder die Übernahme von Beiträgen zu einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung umfassen. Der Versorgungsaufwand ergibt sich aus laufenden Beitragszahlungen für Pensionsverpflichtungen.
Zufluss im Berichtsjahr (Zahlungsebene)
| Person | Funktion | Eintritt | TEUR | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 | 2020/21 | 2019/20 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Stella A. Ahlers | Vorstandsvorsitzende | 06/2005 | 472 | 470 | 224 | - | - | 352 | |
| Simon Tabler | Finanzvorstand | 12/2020 | 19 | 19 | 14 | - | - | 14 | |
| Dr. Karsten Kölsch | Finanzvorstand | 08/2007 | 491 | 489 | 238 | 0 | 0 | 366 | |
| 30 | 100 | - | - | 97 | 100 | ||||
| - | - | - | - | - | - | ||||
| 521 | 589 | 238 | 0 | 97 | 466 | ||||
| - | - | - | - | - | - | ||||
| 521 | 589 | 238 | 0 | 97 | 466 |
Wert der gewährten Zuwendungen für das Berichtsjahr
| TEUR | 2020/21 | 2019/20 | |
|---|---|---|---|
| Feste Vergütung | 90 | 90 | |
| Variable Vergütung | 0 | 0 | |
| Gesamt | 90 | 90 |
Die Aufsichtsratsvergütung ist in § 18 der Satzung geregelt. Analog zur Vorstandsvergütung richtet sich auch die Entlohnung der Aufsichtsratsmitglieder sowohl nach der Größe und wirtschaftlichen Situation der Ahlers AG als auch nach den Aufgaben des jeweiligen Aufsichtsratsmitglieds. Die Vergütung setzt sich aus einer fixen und einer variablen Komponente zusammen.
Die variable Komponente orientiert sich an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Sie errechnet sich aus einem festen Promillesatz vom Durchschnitts-Konzern-Jahresüberschuss der letzten drei Jahre und ist nach oben beschränkt. Der Aufsichtsratsvorsitz wird dreifach und die Stellvertretung doppelt vergütet.
Sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Aufsichtsratstätigkeit anfallen, sowie die auf die Bezüge anfallende Umsatzsteuer werden den Aufsichtsratsmitgliedern ersetzt. Auch die Aufsichtsratsmitglieder erhalten keine Kredite.
Im Berichtszeitraum bestanden keine vom Aufsichtsrat gemäß § 114 AktG zu genehmigende Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern.
Individueller Wert der gewährten Zuwendungen für das Berichtsjahr (Aufwandsebene)
| Person | Funktion | Eintritt | TEUR | 2020/21 | Min. | Max. | 2019/20 | 2020/21 | Min. | Max. | 2019/20 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Alexander Gedat | Aufsichtsratsvorsitzender | 04/2019 | Festvergütung | 45 | 45 | 45 | 45 | 30 | 30 | 30 | 30 |
| Armin Fichtel | stellv. Aufsichtsratsvorsitzender | 04/2019 | Variable Vergütung | 0 | 0 | 60 | 0 | 0 | 0 | 40 | 0 |
| Heidrun Baumgart | Arbeitnehmervertreterin | 05/1993 | Gesamtvergütung | 45 | 45 | 105 | 45 | 30 | 30 | 70 | 30 |
| Festvergütung | 15 | 15 | 15 | 15 | 15 | 15 | 15 | 15 | |||
| Variable Vergütung | 0 | 0 | 20 | 0 | 0 | 0 | 20 | 0 | |||
| Gesamtvergütung | 15 | 15 | 35 | 15 | 15 | 15 | 35 | 15 | |||
| (3) Die Aktien können gegen Sachleistung veräußert werden, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, im Rahmen von Unterneh- menszusammenschlüssen und/oder zum Zwecke des Erwerbs von sonstigen Vermögensgegenständen oder von Ansprüchen auf den Erwerb von sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen. | |||||||||||
| (4) Die Aktien können zur Durchführung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend) verwendet werden, im Rahmen derer Aktien der Gesellscha (auch teil- und wahlweise) zur Erfüllung von Dividendenansprü- chen der Aktionäre eingesetzt werden. | |||||||||||
| (5) Die Aktien können auch verwendet werden, um Bezugs- und Umtauschrechte zu erfüllen, die aufgrund der Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder der Erfüllung von Wandlungspflichten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen entstehen, die von der Gesellscha oder einer ihrer Konzerngesellschaen, an denen die Ahlers AG unmittelbar oder mittelbar zu 100 Prozent beteiligt ist, ausgegeben werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die aufgrund dieser Ermächtigung oder einer oder mehrerer früher erteilter Er- mächtigungen erworbenen eigenen Aktien wird ausgeschlossen, soweit sie gemäß den vorstehenden Ermächtigun- gen unter (2), (3), (4) und (5) in anderer Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre verwendet werden. Darüber hinaus kann im Fall der Veräußerung der eigenen Aktien über ein Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden. Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellscha für den Fall eines Kontrollwechsels. Ebenso existieren keine Entschädigungsvereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern oder anderen Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots. |
Erklärung zur Unternehmensführung
Die nach § 289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung befindet sich auf den Seiten 20. dieses Geschäsberichts. Sie steht auch im Internet unter www.ahlers-ag.com zur Verfügung.
Zukunsbezogene Aussagen
Wir weisen darauf hin, dass bei zukunsbezogenen Aussagen die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwar- tungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können, wenn eine der genannten oder andere Unsicherhei- ten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreend erweisen.
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
Der Vorstand erklärt gemäß § 312 Absatz 3 AktG wie folgt: „Unsere Gesellscha hat bei den im Bericht über die Bezie- hungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäen nach den Umständen, die uns in dem Zeit- punkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschä vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschä eine angemessene Gegenleistung erhalten. Es sind keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens getroen oder unterlassen worden.“
Ahlers AG
Herford, den 15. Februar 2022
Dr. Stella A. Ahlers
Simon Tabler
AHLERS AG
Investor Relations
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32052 Herford
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