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AGRANA Beteiligungs-AG

Quarterly Report Jul 6, 2023

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Quarterly Report

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ZWISCHENMITTEILUNG ÜBER DAS ERSTE QUARTAL 2023|24

Überblick über das erste Quartal 2023|24

  • Umsatz: 966,1 Mio. € (+9,0 %; Vorjahr: 886,3 Mio. €)
  • EBIT: 63,5 Mio. € (+23,1 %; Vorjahr: 51,6 Mio. €)
  • EBIT-Marge: 6,6 % (Vorjahr: 5,8 %)
  • Konzernergebnis: 38,0 Mio. € (+5,3 %; Vorjahr: 36,1 Mio. €)
  • Eigenkapitalquote: 42,3 % (28. Februar 2023: 41,8 %)
  • Gearing1 : 62,1 % (28. Februar 2023: 54,5 %)
  • Mitarbeiter (FTEs)2: 8.797 (Vorjahr: 8.759)

1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)

2 Durschnittlich in der Periode beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Inhaltsverzeichnis

3 Vorwort des Vorstandes
4 Konzernbericht
4 Konzernentwicklung im ersten Quartal 2023 24
  • 7 Geschäftsentwicklung in den Segmenten
  • 9 Chancen und Risiken
  • 9 Mitarbeitende
  • 9 Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode
  • 9 Ausblick
  • 11 Weitere Informationen

Vorwort des Vorstandes

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre,

wir sind erfolgreich in das neue Geschäftsjahr 2023|24 gestartet und weisen nach drei Monaten ein EBIT von 63,5 Mio. € aus. Unsere Guidance, das Vorjahresquartal (Q1 2022|23: 51,6 Mio. €) deutlich zu übertreffen, konnten wir somit erfüllen.

Betreffend der mittelfristigen Zielsetzung im Fruchtzubereitungsgeschäft, die Profitabilität deutlich zu steigern, sind wir auf dem richtigen Weg. Die strukturellen Maßnahmen zeigen bereits Wirkung und so ist die Performance im Segment Frucht im Q1 2023|24 insgesamt sehr zufriedenstellend. Erfreulich ist auch, dass die Ergebnisentwicklung im Segment Zucker anhaltend gut ist. Hier konnte eine weitere EBIT-Verbesserung erzielt werden. Im Segment Stärke hat sich die Erwartung eines herausfordernden Geschäftsjahres in den ersten drei Monaten bestätigt. Vor allem eine verkaufspreisbedingt schwächere Performance im Geschäftsbereich Ethanol führte zu einem deutlichen EBIT-Rückgang im Geschäftssegment. Positive Nachfrageimpulse durch die E10-Einführung in Österreich konnten die negativen Preiseffekte nicht ausgleichen. Eine langjährige Debatte hat nunmehr aber ihren positiven Ausgang gefunden – mehr heimisches Ethanol wird die Treibhausgasbilanz in Österreich verbessern. Die anderen Hauptgeschäftsbereiche bei Stärke zeigten im Q1 2023|24 eine positive Ergebnisentwicklung, wenngleich gesamthaft Tendenzen eines Nachfragerückgangs erkennbar sind.

Viele (finanzielle) Risiken für das Geschäftsjahr 2023|24 sind nach wie vor schwer kalkulierbar. Beispielhaft möchten wir an dieser Stelle die Aufhebung der Notfallzulassung für Neonicotinoide und die damit verbundenen Unsicherheiten in Bezug auf die Rübenversorgung oder die Inflationsentwicklung nennen. Wir bestätigen trotz aller Herausforderungen und Volatilitäten unsere Prognose für 2023|24, wonach wir ein Konzern-EBIT, das sehr deutlich über dem Wert des Geschäftsjahres 2022|23 liegen wird, erwarten1 . Durch die gestiegenen Kapitalkosten wird auch weiterhin das Working Capital Management im Fokus des Konzerns stehen. AGRANA sieht sich sowohl auf der Eigenkapitalseite, als auch in Sachen Gesamtfinanzierung solide und flexibel aufgestellt.

Im November 2022 reichte AGRANA ihre wissenschaftsbasierten Klimaziele bei der Science Based Targets Initiative ein. Die Validierung startete Ende Mai 2023. Im Rahmen der Zielsetzungen wird AGRANA bis 2030|31 die Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2) um 50 % sowie jene aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) um rund 34 % reduzieren. Aus der Analyse des Corporate Carbon Footprints ist bekannt, dass ein Großteil der Emissionen durch den Anbau der verarbeiteten agrarischen Rohstoffe entsteht, wobei für diese Agrarrohstoffe bisher nur Emissionsfaktoren aus internationalen Datenbanken bzw. Literaturwerte verwendet werden konnten. Um einen genaueren Überblick der emissionsintensivsten bzw. -ärmsten Agrarpraktiken und Einflussfaktoren auf die Agraremissionen zu bekommen, wurde im Geschäftsjahr 2022|23 ein Projekt zur Primärdatenerhebung bei Lieferanten der wesentlichsten Rohstoffe gestartet, um AGRANA-spezifische Emissionsfaktoren zu berechnen und dadurch Hebel zur Emissionsreduktion effektiver zu identifizieren. Regulatorische Entwicklungen sowie Anfragen von Kunden bestätigen die Bedeutung von Primärdaten in der Landwirtschaft und damit unseren eingeschlagenen Weg.

Ihr Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Markus Mühleisen CEO

Ingrid-Helen Arnold Stephan Büttner Norbert Harringer

Konzernbericht

Konzernentwicklung im ersten Quartal 2023|24

Umsatz- und Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt)
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q1 2023 24 Q1 2022 23 Veränderung
Umsatzerlöse 966,1 886,3 9,0 %
EBITDA1 90,6 72,1 25,7 %
Operatives Ergebnis 64,9 44,9 44,5 %
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden –1,8 6,6 –127,3 %
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0,4 0,1 300,0 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 63,5 51,6 23,1 %
EBIT-Marge 6,6 % 5,8 % 0,8 pp
Finanzergebnis –13,3 –5,8 –129,3 %
Ergebnis vor Ertragsteuern 50,2 45,8 9,6 %
Ertragsteuern –12,2 –9,7 –25,8 %
Konzernergebnis 38,0 36,1 5,3 %
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 36,1 34,1 5,9 %
Ergebnis je Aktie (€) 0,58 0,55 5,5 %

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im ersten Quartal 2023|24 (1. März bis 31. Mai 2023) mit 966,1 Mio. € moderat über dem Vorjahr, wobei der Anstieg auf angepasste Preise in allen Segmenten zurückzuführen war.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im ersten Quartal 2023|24 63,5 Mio. € und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 51,6 Mio. €. Im Segment Frucht stieg das EBIT aufgrund einer besseren Performance sowohl im Fruchtsaftkonzentratgeschäft als auch im Fruchtzubereitungsgeschäft auf 24,4 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €). Ein gegenüber der Vergleichsperiode schwächeres Ethanolgeschäft führte im Segment Stärke zu einem deutlichen EBIT-Rückgang auf 22,1 Mio. € (Vorjahr: 29,3 Mio. €). Im Segment Zucker führten im

Vergleich zum Vorjahr höhere Margen zu einer Verbesserung des Ergebnisses auf 17,0 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf –13,3 Mio. € nach –5,8 Mio. € im Vorjahr, wobei die negative Veränderung v.a. aus einem schlechteren Zinsergebnis, aber auch aus einem schwächeren Währungsergebnis resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 12,2 Mio. €, einer Steuerquote von 24,3 % (Vorjahr: 21,2 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 38,0 Mio. € (Vorjahr: 36,1 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 0,58 € (Vorjahr: 0,55 €).

Segment Frucht 40,7 % (360,7 Mio. €) Segment Zucker 23,3 % (206,5 Mio. €) Segment Stärke 36,0 % (319,1 Mio. €) Q1 2022|23 Umsatz nach Segmenten

Investitionen1

Im ersten Quartal 2023|24 investierte AGRANA mit 15,5 Mio. € um 4,2 Mio. € mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

Investitionen1
in Mio. €
Q1
2023 24
Q1
2022 23
Veränderung
Segment Frucht 6,4 4,8 33,3 %
Segment Stärke 4,4 3,4 29,4 %
Segment Zucker 4,7 3,1 51,6 %
Konzern 15,5 11,3 37,2 %

Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität sowie zur Steigerung der Energieeffizienz und neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:

Segment Frucht

  • Austausch der zentralen Kühleinrichtung in Centerville|TN|USA
  • Anschaffung neuer Edelstahlcontainer als Ersatzinvestition und Kapazitätserweiterung in Mitry-Mory|Frankreich

Cashflow

Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) Q1 2023|24 Q1 2022|23 Veränderung in Mio. € Cashflow aus dem Ergebnis 98,5 68,9 43,0 % Veränderungen des Working Capital –182,6 –84,7 –115,6 % Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern –7,0 –6,4 –9,4 % Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit –91,1 –22,2 –310,4 % Cashflow aus Investitionstätigkeit –15,2 –9,8 –55,1 % Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 121,8 14,5 740,0 % Veränderungen des Finanzmittelbestandes 15,5 –17,5 188,6 % Einfluss von Wechselkursänderungen und IAS 29 auf den Finanzmittelbestand –8,4 4,0 –310,0 % Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 118,3 103,6 14,2 % Finanzmittelbestand am Ende der Periode 125,4 90,1 39,2 %

Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg im ersten Quartal 2023|24 u.a. aufgrund des deutlich besseren Konzernergebnisses auf 98,5 Mio. € (Vorjahr: 68,9 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode deutlich höheren Aufbau des Working Capital um 182,6 Mio. € (Vorjahr: 84,7 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Q1 2023|24 von –91,1 Mio. € (Vorjahr: –22,2 Mio. €) ausgewiesen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit erhöhte sich primär aufgrund gestiegener Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf –15,2 Mio. € (Vorjahr:

Erweiterung des Rohmateriallagers in Jacona|Mexiko

Segment Stärke

  • Maßnahmen zur Erhöhung der Spezialmaisverarbeitung in Aschach|Österreich
  • Erweiterung der betrieblichen Abwasserreinigungsanlagen in Aschach und Gmünd|Österreich
  • Erhöhung der Kühlleistung in Pischelsdorf|Österreich

Segment Zucker

  • Modernisierung des Prozessleitsystems in Leopoldsdorf|Österreich
  • Optimierung des Produktionsprozesses durch Austausch der Filterpressen in Sereď|Slowakei
  • Optimierung der Verdampfstation in Kaposvár|Ungarn

Zusätzlich wurden im Q1 2023|24 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 5,4 Mio. € (100%; Vorjahr: 4,2 Mio. €) getätigt.

–9,8 Mio. €). Der gegenüber dem Vorjahr stärkere Aufbau von Finanzverbindlichkeiten führte zu einem höheren Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 121,8 Mio. € (Vorjahr: 14,5 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage

Konzern-Bilanz (verkürzt) Stand am Stand am Veränderung
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) 31.05.2023 28.02.2023
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte 1.040,6 1.041,0 –0,0 %
davon immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte 114,7 115,1 –0,3 %
davon Sachanlagen 809,3 819,4 –1,2 %
Kurzfristige Vermögenswerte 2.001,2 1.962,1 2,0 %
davon Vorräte 1.181,2 1.210,0 –2,4 %
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 558,5 471,5 18,5 %
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 125,4 118,3 6,0 %
Summe Aktiva 3.041,8 3.003,1 1,3 %

PASSIVA

Eigenkapital 1.286,7 1.256,6 2,4 %
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.221,0 1.193,6 2,3 %
Nicht beherrschende Anteile 65,7 63,0 4,3 %
Langfristige Schulden 683,5 658,3 3,8 %
davon Finanzverbindlichkeiten 588,9 562,9 4,6 %
Kurzfristige Schulden 1.071,6 1.088,2 –1,5 %
davon Finanzverbindlichkeiten 353,8 257,7 37,3 %
davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 426,3 587,0 –27,4 %
Summe Passiva 3.041,8 3.003,1 1,3 %
Nettofinanzschulden 799,4 684,9 16,7 %
Gearing1 62,1 % 54,5 % 7,6 pp
Eigenkapitalquote 42,3 % 41,8 % 0,5 pp

Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2022|23 leicht höheren Bilanzsumme zum 31. Mai 2023 von 3,04 Mrd. € lag die Eigenkapitalquote bei 42,3 % (28. Februar 2023: 41,8 %). Der Wert der langfristigen Vermögenswerte lag quasi unverändert bei 1.040,6 Mio. €. Die kurzfristigen Vermögenswerte (2.001,2 Mio. €) stiegen nur minimal. Einer Verringerung der Vorratsposition stand dabei ein Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Auf der Passivseite stiegen die langfristigen Schulden (683,5 Mio. €) geringfügig. Die kurzfristigen Schulden (1.071,6 Mio. €) gingen in Summe leicht zurück, wobei den erhöhten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstand. Die Nettofinanzschulden zum 31. Mai 2023 lagen mit 799,4 Mio. € um 114,5 Mio. € über dem Wert per 28. Februar 2023. Das Gearing zum Quartalsstichtag betrug 62,1 % (28. Februar 2023: 54,5 %).

Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen ergeben sich durch ein volatiles Marktumfeld bezüglich Rohstoff-, Energie-, Transport- und anderer Kosten. Darüber hinaus sind die makroökomischen Rahmenbedingungen durch ein hohes Zins- und Inflationsniveau mit unsicherer Entwicklung geprägt.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Segment Frucht

Finanzkennzahlen
Segment Frucht
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q1 2023 24 Q1 2022 23 Veränderung
Umsatzerlöse 401,1 360,7 11,2 %
EBITDA1 34,0 29,8 14,1 %
Operatives Ergebnis 24,4 19,8 23,2 %
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0,0 0,1 –100,0 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 24,4 19,9 22,6 %
EBIT-Marge 6,1 % 5,5 % 0,6 pp

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im Q1 2023|24 mit 401,1 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau. Sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch bei Fruchtsaftkonzentraten stiegen die Umsätze preisbedingt.

Das EBIT im Segment betrug in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 24,4 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €). Bei Fruchtzubereitungen lag das Ergebnis deutlich über dem Vorjahreswert. Die Verbesserung war v.a. auf eine positive Geschäftsentwicklung in der Region Europa (inklusive Ukraine) zurückzuführen. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnte ebenfalls eine Ergebnissteigerung gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahresquartal verzeichnet werden. Dies war v.a. auf die verbesserten Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2022 zurückzuführen.

Segment Stärke

Finanzkennzahlen
Segment Stärke
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q1 2023 24 Q1 2022 23 Veränderung
Umsatzerlöse 317,1 319,1 –0,6 %
EBITDA1 34,6 37,3 –7,2 %
Operatives Ergebnis 23,4 25,0 –6,4 %
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden –1,3 4,3 –130,2 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 22,1 29,3 –24,6 %
EBIT-Marge 7,0 % 9,2 % –2,2 pp

Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2023|24 in Höhe von 317,1 Mio. € waren stabil. Dabei standen gesunkenen Verkaufsmengen gestiegene Verkaufspreise gegenüber. Verkaufskontrakte, die im Herbst bzw. Winter 2022 noch vor dem Hintergrund angespannter Verfügbarkeiten und damit hohem Marktpreisniveau abgeschlossen wurden, werden nun von den Kunden über die meisten Kategorien hinweg nicht zur Gänze abgerufen. Native und modifizierte Lebensmittelstärken sowie auch Verzuckerungsprodukte werden selbst im sonst stabilen Food-Zielmarkt verhaltener nachgefragt. Viele Abnehmer sind mit schwächerem Konsum konfrontiert und reduzieren zunehmend ihre Läger.

Das EBIT im Segment Stärke lag mit 22,1 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Ein Hauptgrund dafür war der margenschwache Geschäftsbereich Ethanol aufgrund deutlich gesunkener Platts-Notierungen. Ein zweiter der deutlich niedrigere und zugleich negative Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe (–1,3 Mio €; Vorjahr: 4,3 Mio. €). Im ungarischen Joint Venture erfolgte eine hochpreisige Eindeckung mit Rohstoffen und

Energie. Die deutlich höheren Kosten konnten nicht ausreichend in angepassten Verkaufspreisen an die Kunden weitergegeben werden.

Segment Zucker

Finanzkennzahlen
Segment Zucker
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q1 2023 24 Q1 2022 23 Veränderung
Umsatzerlöse 247,9 206,5 20,0 %
EBITDA1 22,0 5,0 340,0 %
Operatives Ergebnis 17,1 0,1 17.000,0 %
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden –0,5 2,3 –121,7 %
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0,4 0,0 -
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 17,0 2,4 608,3 %
EBIT-Marge 6,9 % 1,2 % 5,7 pp

Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im Q1 2023|24 mit 247,9 Mio. € deutlich über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten sehr deutlich gestiegene Zuckerverkaufspreise.

Das EBIT im Q1 2023|24 betrug 17,0 Mio. € und war damit markant besser als im Vorjahr. Vor allem die sehr deutlich gestiegenen Zuckerverkaufspreise, aber auch zahlreich ergriffene Reorganisationsmaßnahmen der Vergangenheit spiegelten sich im sehr guten Quartalsergebnis wider.

Chancen und Risiken

AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.

Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.

Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweist AGRANA auf die Seiten 108 bis 118 des Geschäftsberichtes 2022|23.

Mitarbeitende

Mitarbeitende
FTEs1
Q1
2023 24
Q1
2022 23
Veränderung
Segment Frucht 5.844 5.883 –0,7 %
Segment Stärke 1.154 1.128 2,3 %
Segment Zucker 1.799 1.748 2,9 %
Konzern 8.797 8.759 0,4 %

Im Q1 2023|24 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.797 Mitarbeitende/FTEs1 (Vorjahr: 8.759) beschäftigt.

Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode

Nach dem Quartalsstichtag am 31. Mai 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

Ausblick

AGRANA-Gruppe
in Mio. €
2022 23
IST
2023 24
Prognose
Umsatzerlöse 3.637,4 
EBIT 88,3 
Investitionen2 102,9 150

Deutlicher Anstieg 3

Sehr deutlicher Anstieg 3

Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2023|24 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.

Das EBIT des zweiten Quartals des laufenden Geschäftsjahres wird moderat bis deutlich unter dem um Sondereinflüsse bereinigten EBIT des Q2 2022|23 (48,4 Mio. €) erwartet.

Segment Frucht
in Mio. €
2022 23
IST
2023 24
Prognose
Umsatzerlöse 1.481,9
EBIT –38,5 
Investitionen2 37,7 58

Leichter Anstieg 3

Sehr deutliche Verbesserung 3

Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2023|24 eine Verbesserung bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung, welche v.a. von Preisanpassungen getragen sein wird. Das EBIT soll sehr deutlich verbessert werden, weil es 2022|23 die Goodwill-Wertminderung gab und es für 2023|24 auch die Zielsetzung gibt, die operativen Margen zu steigern. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das angelaufene Geschäftsjahr ein Umsatz auf Vorjahresniveau prognostiziert. Aufgrund der bisher abgeschlossenen Kontrakte aus der Ernte 2022 wird die Ertragslage im Geschäftsjahr 2023|24 weiterhin auf einem guten Niveau erwartet.

Durchschnittlich in der Periode beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

1

3 Die diesen quantitativen Begriffen im Kapitel Ausblick entsprechenden prozentuellen Veränderungsspannen sind auf Seite 12 definiert.

Segment Stärke
in Mio. €
2022 23
IST
2023 24
Prognose
Umsatzerlöse 1.293,8
EBIT 80,2 
Investitionen1 31,0 60

Moderater Anstieg 2

Deutlicher Rückgang 2

Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2023|24 einen moderaten Umsatzanstieg, primär bedingt durch höhere Verkaufspreise. Es wird angenommen, dass die gestiegenen Herstellungskosten nicht in voller Höhe in die Märkte weitergegeben werden können. Das Ethanolgeschäft wird außerdem weiterhin sehr volatil und dessen Ergebnis unter dem Vorjahr erwartet. Daher wird mit einem deutlich unter dem Vorjahr liegenden Stärke-EBIT gerechnet.

Segment Zucker
in Mio. €
2022 23
IST
2023 24
Prognose
Umsatzerlöse 861,7 
EBIT 46,6 
Investitionen1 34,2 32

Deutlicher Anstieg 2

Deutlicher Anstieg 2

Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2023|24 mit v.a. preisbedingt höheren Umsatzerlösen. Im Falle eines stabilen EU-Zuckermarktumfeldes wird eine weiter verbesserte operative Performance erwartet. Durch das Verbot der Neonicotinoide in Österreich besteht ein erhöhtes Risiko von geringeren Flächenerträgen und Produktionsmengen für die beiden österreichischen Standorte.

Prognoseunsicherheit und Annahmen

Wesentliche Unsicherheitsfaktoren für die Prognose bleiben der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen. Wegen der unvorhersehbaren Entwicklungen des Krieges können u.a. außergewöhnliche Kostensteigerungen und Nachfragerückgänge nicht ausgeschlossen werden. Die Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten haben sich seit dem Ausbruch des Krieges nochmals verstärkt. Den AGRANA-Planungen liegen, sofern nicht anders angegeben, die Annahmen zugrunde, dass die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet bleibt und dass gestiegene Preise, insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich, auch in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können.

Investitionen

Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 150 Mio. € sowohl deutlich über dem Wert von 2022|23 als auch über den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen. Etwa 16 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.

1

Weitere Informationen

Kapitalmarktkalender

7. Juli 2023 Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2022 23
12. Juli 2023 Ex-Dividenden-Tag
13. Juli 2023 Nachweisstichtag Dividende
14. Juli 2023 Dividenden-Zahltag
12. Oktober 2023 Ergebnisse des ersten Halbjahres 2023 24
11. Jänner 2024 Ergebnisse der ersten drei Quartale 2023 24

Kontakt

AGRANA Beteiligungs-AG

A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 www.agrana.com

Investor Relations

Mag. (FH) Hannes HAIDER Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation/Public Relations

Mag. (FH) Markus SIMAK Telefon: +43-1-211 37-12084 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]

Zwischenmitteilung über das erste Quartal 2023|24:

Veröffentlicht am 6. Juli 2023 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 ## Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Die Zwischenmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Zwischenmitteilung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

BETREFFEND DER AUSSAGEN IM PROGNOSEBERICHT GELTEN FOLGENDE SCHRIFTLICHE UND BILDLICHE WERTAUSSAGEN:

Wertaussage Visualisierung Wertmäßige Veränderung in Zahlen
Stabil 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 %
Leicht  oder  Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 %
Moderat  oder  Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 %
Deutlich  oder  Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 %
Sehr deutlich  oder  Mehr als +50 % oder mehr als –50 %

Diese Zwischenmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diese Zwischenmitteilung am 26. Juni 2023 aufgestellt.

Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2022|23 auf Seite 228 verwiesen.

AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in dieser Zwischenmitteilung. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise.

Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in dieser Zwischenmitteilung kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Diese Zwischenmitteilung ist in deutscher und englischer Version erhältlich..

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