Quarterly Report • Oct 12, 2023
Quarterly Report
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BERICHT ÜBER DAS ERSTE HALBJAHR 2023|24
Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital) Durschnittlich in der Periode beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-Time Equivalents)
| 3 | Vorwort des Vorstandes |
|---|---|
| 4 | Konzernlagebericht |
| 4 | Konzernentwicklung im ersten Halbjahr 2023 24 |
| 8 | AGRANA auf dem Kapitalmarkt |
| 9 | Segment Frucht |
| 11 | Segment Stärke |
| 13 | Segment Zucker |
| 15 | Chancen- und Risikobericht |
| 15 | Mitarbeitende |
| 15 | Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen |
| 15 | Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode |
| 16 | Ausblick |
Weitere Informationen
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre,
AGRANA ist auch nach Ablauf der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2023|24 auf Kurs. In einem weiterhin volatilen Geschäftsumfeld konnte im H1 2023|24 ein EBIT von 110,9 Mio. € (H1 2022|23: 11,1 Mio. €1 ) erzielt werden.
AGRANA hat sich auf die neuen Marktdynamiken, v.a. bei Rohstoff- und Energiepreisen, gut eingestellt, was sich u.a. auch in einer guten Halbjahresperformance in den Segmenten Frucht und Zucker widerspiegelt. Im Segment Frucht sind wir mit dem Fruchtzubereitungsgeschäft seit Beginn des Geschäftsjahres wieder in der Spur, hervorzuheben ist hier auch eine gute Geschäftsentwicklung im Food Service-Bereich. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist die Ergebnissituation weiterhin sehr zufriedenstellend, erfreulich ist auch das deutliche Umsatzplus im Added Value-Geschäft. Im Segment Zucker konnte ebenfalls eine EBIT-Verbesserung erzielt werden. Das Geschäft im Sommer verlief sehr gut, es gab eine starke Nachfrage aus der Getränkeindustrie mit positiven Auswirkungen auf unser Lager- und Vorratsmanagement. Absatzseitig werden zollfreie Zuckerimporte aus der Ukraine (die zwischenzeitlich in den Sommermonaten verboten waren) bis auf Weiteres eine Herausforderung für AGRANA bleiben, der sich unser Zuckerverkauf mit neuen Vertriebsansätzen stellen wird. Aktuell befinden wir uns in der Endphase der Verhandlungen mit unseren Kunden für das neue Zuckerwirtschaftsjahr 2023|24 – wir gehen davon aus, dass sich die Zuckerpreise auf dem derzeitigen Niveau festigen werden. Im Segment Stärke ist AGRANA mit einer schwächelnden Konjunktur und Lagerbestandsabbbau auf Kundenseite in Europa konfrontiert. Mit Flexibilität und Anpassungen in der eigenen Produktion konnte die Marge bei Stärkeprodukten dennoch gehalten werden. Allerdings war die Performance im Ethanolbereich aufgrund deutlich gesunkener Platts-Notierungen wesentlich schwächer als im Vergleichszeitraum (mit überdurchschnittlich hohen Ethanolgewinnen) und führte in Summe im Segment zu einem EBIT-Rückgang im H1 2023|24.
Was das obligate Rohstoff-Update zum Halbjahr bzw. Kampagnenstart (Apfel, Kartoffel, Rübe) betrifft, möchten wir Ihnen mitteilen, dass im Segment Stärke eine gute Nassmaiskampagne erwartet wird. Bei Kartoffeln rechnen wir jedoch mit einer Minderernte. Die Rübenverarbeitung im Segment Zucker ist seit Anfang Oktober in allen Werken angelaufen. Die Produktionsauslastung wird aufgrund von mehr kontrahierten Flächen höher als im Vorjahr erwartet. Im Segment Frucht konnte die Ernte der Hauptfrucht Erdbeere im Juli in allen relevanten Beschaffungsmärkten für den Fruchtzubereitungsbereich positiv abgeschlossen werden. Die Apfelkampagne 2023 ist erfolgreich angelaufen.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, es freut uns auch, einen weiteren Erfolg im Bereich Nachhaltigkeit bekannt geben zu dürfen: Die global anerkannte Nichtregierungsorganisation Science Based Targets Initiative (SBTi) hat die Prüfung der ehrgeizigen Klimaziele der AGRANA-Gruppe abgeschlossen und offiziell bestätigt, dass sie in Einklang mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens stehen. Wir sind damit das erste Nahrungsmittelunternehmen in Österreich mit validierten Emissionsreduktionszielen.
In unserer Prognose für 2023|24 erwarten wir für den Konzern ein EBIT, das sehr deutlich über dem Wert des Geschäftsjahres 2022|23 liegen soll2 . Auf dem Weg zu dieser Zielerreichung werden wir weiterhin die Themen Inflation, Konjunkturschwäche in Europa und steigende Zinskosten im Fokus behalten. Ein konsequentes Working Capital Management wird auch langfristig ein Schlüssel zum (finanziellen) Erfolg sein. Wir möchten nunmehr vom COVID-19- und kriegsbedingten "Krisenmodus" wieder voll in den "Umsetzungsund Wachstumsmodus" kommen. Das wurde auch bei unserer Hauptversammlung am 7. Juli 2023 kommuniziert, bei der wir die Eckpunkte der AGRANA-Wachstumsstrategie "Sustainable Value Growth" präsentiert haben. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den Umbrüchen in der gesamten Wertschöpfungskette der Nahrungsmittelproduktion – von der Landwirtschaft bis hin zum Endkunden – setzen wir in den kommenden Jahren auf folgende Schwerpunkte: 1) Stärkung des Kerngeschäfts durch größeren Fokus auf Innovation, umfassende Kundenorientierung und neue Absatzkanäle 2) Entwicklung neuer Wachstumsmärkte und Lösungen auf Basis natürlicher, nachwachsender Rohstoffe 3) Weiterentwicklung der Organisation und Unternehmenskultur 4) Netto-Null-Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) bis spätestens 2050. Mit der "Sustainable Value Growth" Strategie hat die AGRANA-Gruppe einen spannenden, zukunftsgerichteten und wegweisenden Prozess für weiteres profitables Wachstum und nachhaltigen Erfolg gestartet.
Ihr Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Markus Mühleisen, CEO Ingrid-Helen Arnold Stephan Büttner Norbert Harringer
| Konzern-Gewinn- und Verlust | H1 | H1 |
|---|---|---|
| rechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
2023 24 | 2022 23 |
| Umsatzerlöse | 1.959,5 | 1.792,3 |
| EBITDA1 | 163,7 | 141,2 |
| Operatives Ergebnis | 112,7 | 86,5 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | –2,2 | 13,5 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,4 | –88,9 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 110,9 | 11,1 |
| EBIT-Marge | 5,7 % | 0,6 % |
| Finanzergebnis | –24,3 | –10,2 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 86,6 | 0,8 |
| Ertragsteuern | –22,3 | –17,8 |
| Konzernergebnis | 64,3 | –17,0 |
| davon Aktionäre der | ||
| AGRANA Beteiligungs-AG | 60,6 | –21,5 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,97 | –0,34 |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im ersten Halbjahr 2023|24 (1. März bis 31. August 2023) mit 1.959,5 Mio. € moderat über dem Vorjahr, wobei der Anstieg auf angepasste Preise in allen Segmenten zurückzuführen war.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im ersten Halbjahr 2023|24 110,9 Mio. € und lag damit sehr deutlich über dem Vorjahreswert von 11,1 Mio. €. Der Anstieg ist zu einem Großteil auf das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –88,9 Mio. € im Vorjahr, v.a. bedingt durch Wertminderungen auf Assets und Goodwill im Segment Frucht, zurückzuführen. Im Segment Frucht stieg das EBIT sowohl aufgrund des Wegfalls der angesprochenen vorjährigen Wertminderung als auch dank einer besseren operativen Performance sowohl im Fruchtsaftkonzentratgeschäft als auch im Fruchtzubereitungsgeschäft auf
| Konzern-Gewinn- und Verlust rechnung (verkürzt) |
Q2 2023 24 |
Q2 2022 23 |
|---|---|---|
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | ||
| Umsatzerlöse | 993,4 | 906,0 |
| EBITDA1 | 73,1 | 69,1 |
| Operatives Ergebnis | 47,8 | 41,6 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | –0,4 | 6,9 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,0 | –89,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 47,4 | –40,5 |
| EBIT-Marge | 4,8 % | –4,5 % |
| Finanzergebnis | –11,0 | –4,4 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 36,4 | –45,0 |
| Ertragsteuern | –10,1 | –8,1 |
| Konzernergebnis | 26,3 | –53,1 |
| davon Aktionäre der | ||
| AGRANA Beteiligungs-AG | 24,5 | –55,6 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,39 | –0,89 |
43,7 Mio. € (H1 2022|23: –60,0 Mio. €). Ein gegenüber der Vergleichsperiode markant schwächeres Ethanolgeschäft führte im Segment Stärke zu einem deutlichen EBIT-Rückgang auf 36,2 Mio. € (H1 2022|23: 56,7 Mio. €). Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr höhere Margen zu einer Verbesserung des Ergebnisses auf 31,0 Mio. € (H1 2022|23: 14,4 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf –24,3 Mio. € nach -10,2 Mio. € im Vorjahr, wobei die negative Veränderung v.a. aus einem schlechteren Zinsergebnis, aber auch aus einem schwächeren Währungsergebnis resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 22,3 Mio. €, einer Steuerquote von 25,8 % (H1 2022|23: >100 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 64,3 Mio. € (H1 2022|23: –17,0 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis/Aktie erhöhte sich auf 0,97 € (H1 2022|23: –0,34 €).
Im ersten Halbjahr 2023|24 investierte AGRANA mit 41,9 Mio. € um 6,2 Mio. € mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen1 in Mio. € |
H1 2023 24 |
H1 2022 23 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 15,7 | 10,9 | 44,0 % |
| Segment Stärke | 14,3 | 7,7 | 85,7 % |
| Segment Zucker | 11,9 | 17,1 | –30,4 % |
| Konzern | 41,9 | 35,7 | 17,4 % |
Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität sowie zur Steigerung der Energieeffizienz und neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:
Zusätzlich wurden im H1 2023|24 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 13,5 Mio. € (100%; H1 2022|23: 8,2 Mio. €) getätigt.
Die Preise für Erdgas und Strom sind im ersten Halbjahr 2023|24 gegenüber dem Vorjahr signifikant gesunken und haben sich dann stabilisiert, sind allerdings immer noch höher als vor Ausbruch des Ukraine-Krieges. Die Märkte sind nach wie vor nervös, schlechte Nachrichten sorgen insbesondere in Europa für heftige Reaktionen. AGRANA folgt einer Deckungsstrategie, die darauf ausgerichtet ist, für die mittelfristigen Bedarfe Budgetsicherheit zu gewährleisten. Für das kürzere Ende werden die wesentlichen Zielgrößen erreicht und die Strategie erfolgreich umgesetzt. Für die späteren Frontjahre ist die Liquidität gering, was dazu führt, dass die Zielgrößen mit einer gewissen Verzögerung erreicht werden. Die staatlichen Vorgaben hinsichtlich Bevorratung von Erdgas werden seitens der Speicherbetreiber erfüllt, sodass versorgungsseitig die Lage derzeit unter Kontrolle zu sein scheint. Da ein Restrisiko verbleibt, hat AGRANA bereits zu Beginn des Jahres entschieden, Heizöl Extra Leicht (HEL) auch für die anstehende Kampagne im Segment Zucker zur alternativen Energieversorgung an den Standorten in Österreich und der Slowakei einzusetzen, da diese mit entsprechenden Brennern ausgestattet sind. Für jene Standorte des Segmentes Stärke, für die die Lieferlogistik flexibler gestaltet werden kann, soll HEL als Backup-Option verfügbar sein.
| Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) in Mio. € |
H1 2023 24 | H1 2022 23 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 180,1 | 135,3 | 33,1 % |
| Veränderungen des Working Capital | –142,7 | –166,9 | 14,5 % |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | –25,7 | –11,9 | –116,0 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 11,7 | –43,5 | 126,9 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –40,5 | –29,3 | –38,2 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 34,5 | 93,0 | –62,9 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 5,7 | 20,2 | –71,8 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassungen | |||
| auf den Finanzmittelbestand | –9,2 | 4,4 | –309,1 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 118,3 | 103,6 | 14,2 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 114,8 | 128,2 | –10,5 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg im ersten Halbjahr 2023|24 v.a. aufgrund des sehr deutlich besseren Konzernergebnisses auf 180,1 Mio. € (H1 2022|23: 135,3 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode wesentlich niedrigeren Aufbau des Working Capital um 142,7 Mio. € (H1 2022|23: 166,9 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im H1 2023|24 von 11,7 Mio. € (H1 2022|23: –43,5 Mio. €) ausgewiesen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit erhöhte sich aufgrund gestiegener Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf –40,5 Mio. € (H1 2022|23: –29,3 Mio. €). Bei einer höheren Dividendenauszahlung führte der gegenüber dem Vorjahr niedrigere Aufbau von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zu einem gesunkenem Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 34,5 Mio. € (H1 2022|23: 93,0 Mio. €).
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | 31.08.2023 | 28.02.2023 | |
| AKTIVA | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.025,7 | 1.041,0 | –1,5 % |
| davon immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 113,1 | 115,1 | –1,7 % |
| davon Sachanlagen | 802,5 | 819,4 | –2,1 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.782,9 | 1.962,1 | –9,1 % |
| davon Vorräte | 957,5 | 1.210,0 | –20,9 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 563,5 | 471,5 | 19,5 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 114,8 | 118,3 | –3,0 % |
| Summe Aktiva | 2.808,6 | 3.003,1 | –6,5 % |
| PASSIVA | |||
| Eigenkapital | 1.248,3 | 1.256,6 | –0,7 % |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.182,3 | 1.193,6 | –0,9 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 66,0 | 63,0 | 4,8 % |
| Langfristige Schulden | 570,1 | 658,3 | –13,4 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 476,5 | 562,9 | –15,3 % |
| Kurzfristige Schulden | 990,2 | 1.088,2 | –9,0 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 435,8 | 257,7 | 69,1 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 302,7 | 587,0 | –48,4 % |
| Summe Passiva | 2.808,6 | 3.003,1 | –6,5 % |
| Nettofinanzschulden | 779,6 | 684,9 | 13,8 % |
| Gearing1 | 62,5 % | 54,5 % | 8,0 pp |
| Eigenkapitalquote | 44,4 % | 41,8 % | 2,6 pp |
Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2022|23 moderat niedrigeren Bilanzsumme zum 31. August 2023 von 2.808,6 Mio. € lag die Eigenkapitalquote bei 44,4 % (28. Februar 2023: 41,8 %). Der Wert der langfristigen Vermögenswerte war mit 1.025,7 Mio. € leicht rückläufig. Die kurzfristigen Vermögenswerte (1.782,9 Mio. €) gingen moderat zurück. Einer deutlichen Verringerung der Vorratsposition stand dabei ein deutlicher Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Auf der Passivseite gingen die langfristigen Schulden (570,1 Mio. €) deutlich zurück. Die kurzfristigen Schulden (990,2 Mio. €) sanken moderat, wobei den erhöhten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein deutlicher Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstand. Die Nettofinanzschulden zum 31. August 2023 lagen mit 779,6 Mio. € um 94,7 Mio. € über dem Wert per 28. Februar 2023. Das Gearing zum Quartalsstichtag betrug 62,5 % (28. Februar 2023: 54,5 %).
| Kennzahlen zur Aktie | H1 2023 24 | |
|---|---|---|
| Höchstkurs (5. Juni 2023) | € | 18,10 |
| Tiefstkurs (24. März 2023) | € | 15,45 |
| Ultimokurs (31. August 2023) | € | 15,60 |
| Buchwert je Aktie zum Ultimo | € | 18,92 |
| Marktkapitalisierung zum Ultimo | Mio. € | 974,8 |
Die AGRANA-Aktie startete mit einem Kurs von 17,00 € in das Geschäftsjahr 2023|24 und schloss zum Ultimo August 2023 mit 15,60 €, was einem Minus von 8,2 % entspricht.
Der österreichische Leitindex (ATX) fiel im selben Zeitraum um 11,8 %.
Die Zahl der durchschnittlich gehandelten Aktien pro Tag betrug in der Periode März bis August 2023 knapp 14.000 Stück1 (H1 2022|23: rund 17.500 Stück1 ).
Die Entwicklung des AGRANA-Aktienkurses finden Sie auf der Website www.agrana.com -> Investoren -> Aktie -> Aktienkurs, Kennzahlen und Analysen. Die Marktkapitalisierung betrug per Ultimo August 2023 974,8 Mio. €.
Bei der am 7. Juli 2023 abgehaltenen 36. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-AG wurde für das Geschäftsjahr 2022|23 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,90 € je Aktie (2021|22: 0,75 € je Aktie) beschlossen; die Auszahlung erfolgte im Juli 2023.
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2023 24 |
H1 2022 23 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 791,1 | 727,5 |
| EBITDA1 | 62,8 | 50,0 |
| Operatives Ergebnis | 43,7 | 29,8 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,0 | –89,8 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 43,7 | –60,0 |
| EBIT-Marge | 5,5 % | –8,2 % |
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q2 2023 24 |
Q2 2022 23 |
| Umsatzerlöse EBITDA1 |
390,0 28,8 |
366,8 20,2 |
| Operatives Ergebnis | 19,3 | 10,0 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,0 | |
| –89,9 | ||
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 19,3 | –79,9 |
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im H1 2023|24 mit 791,1 Mio. € um 8,7 % über dem Vorjahreswert. Sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch bei Fruchtsaftkonzentraten stiegen die Umsätze preisbedingt.
Das EBIT im Segment betrug im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 43,7 Mio. € (H1 2022|23: –60,0 Mio. €). Im Vorjahr wurden nach einer Werthaltigkeitsprüfung zum 31. August 2022 als Teil des EBITs zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Assets und Goodwill im Ergebnis aus Sondereinflüssen verbucht. Bei Fruchtzubereitungen
lag das operative Ergebnis sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Die Verbesserung war v.a. auf eine positive Geschäftsentwicklung in der Regionen Europa (inklusive Ukraine) und Nordamerika zurückzuführen. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnte eine deutliche Ergebnissteigerung gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahreshalbjahr verzeichnet werden. Dies war v.a. auf die verbesserten Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2022 zurückzuführen.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Gesundheit, Genuss, Convenience und Nachhaltigkeit. Aufgrund der wirtschaftlich herausfordernden Zeit mit hoher Inflation sind für Konsumenten auch die Themen Leistbarkeit und Einschränkung auf essenzielle Produkte stärker in den Fokus gerückt. Die unsichere und volatile Marktsituation wirkt sich vor allem negativ auf das mittlere Preissegment aus, da die Konsumenten einerseits zu günstigen Produkten greifen (Eigenmarken der Händler) oder zu Premiumprodukten mit klarem Vorteil.
Laut aktuellen Daten per August 2023 von Euromonitor war der globale Markt für löffelbares Fruchtjoghurt (Hauptabsatzmarkt für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen) von 2022 auf 2023 mit –0,6% in Mengenentwicklung leicht rückläufig. Für die nächsten Jahre bis 2028 ist ein jährliches Mengenwachstum von 1,8 % prognostiziert. Die Region Westeuropa ist dabei leicht rückläufig (-1,1 %), der asiatische Raum mit China als dem größten Markt in Asien stagniert (+0,1 %), für Nordamerika wird ein leicht positives Wachstum (+1,3 %) vorhergesagt. Neben Joghurt sind für die Diversifizierung des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen v.a. die Absatzmärkte Eiscreme und Food Service relevant. Für den Eiscreme-Markt wird ab 2023 eine globale Wachstumsrate von 2,0 % p.a. bis 2028 prognostiziert. Im Bereich Food Service sind v.a. Quick Service Restaurants (QSR) und Coffee & Tea Shops Absatzmärkte für AGRANA. Laut aktuellen Prognosen von GlobalData ist die zukünftige Entwicklung dieser Bereiche bis 2027 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5,5 % bei QSR und von 7,1 % bei Coffee & Tea Shops sehr positiv.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die Kundenabrufe im ersten Halbjahr 2023|24 bei Apfelsaftkonzentrat auf einem guten Niveau. Bei Buntsaftkonzentraten sanken die Abrufe aufgrund vorgezogener Abnahmen im vorangegangenen Geschäftsjahr.
Die Verträge betreffend Apfelsaftkonzentratmengen und Buntsaftkonzentratmengen aus der Ernte 2022 konnten bei sehr guter Marktnachfrage sowohl zu signifikant über dem Vorjahr liegenden als auch zu historisch hohen Deckungsbeiträgen abgeschlossen werden.
Die Ernte der Hauptfrucht Erdbeere konnte im Juli in allen relevanten Beschaffungsmärkten für den Fruchtzubereitungsbereich abgeschlossen werden. Die geplante Bedarfsmenge wurde in den Anbaugebieten der mediterranen Klimazone wie Ägypten, Marokko und Spanien sowie in Mexiko und China vollständig kontrahiert. Die durchschnittlichen Einkaufspreise lagen unter dem Vorjahresniveau, was hauptsächlich auf geringere Produktionskosten auf Lieferantenseite und eine ausreichende Rohstoffverfügbarkeit zurückzuführen war.
Die Pfirsichernte in den Hauptanbaugebieten Spanien, Griechenland und China brachte durchschnittliche Erträge ein. Die Einkaufspreise lagen auf dem Vorjahresniveau.
Die Ernte bei wilden und kultivierten Heidelbeeren in den wichtigsten europäischen und nordamerikanischen Anbaugebieten verlief aufgrund guter Vegetationsbedingungen günstig. Die Einkaufspreise sanken gegenüber dem Vorjahr deutlich.
Eine positive Entwicklung gab es auch bei Himbeere. Gute Ernteerträge in den europäischen Anbaugebieten sowie hohe Lagerbestände bei Tiefkühlware aus dem Vorjahr resultierten in deutlichen Preisrückgängen.
Die Einkaufspreise bei Mango und Ananas sanken aufgrund rückläufiger Frachtkosten aus Asien.
Im ersten Halbjahr 2023|24 wurden für den Fruchtzubereitungsbereich rund 176.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft, davon 29.000 Tonnen Erdbeeren.
In der Anfang September beendeten Buntsaftverarbeitungssaison 2023 im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate gab es eine durchschnittliche Rohstoffverfügbarkeit. Bei der Hauptfrucht Apfel wird insgesamt in der EU mit einer schwächeren Ernte, u.a. in Polen, gerechnet. Damit sind in der angelaufenen Apfelkampagne 2023 auch steigende Rohstoffkosten zu erwarten.
| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2023 24 |
H1 2022 23 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 614,8 | 655,3 |
| EBITDA1 | 61,6 | 74,2 |
| Operatives Ergebnis | 39,3 | 49,6 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | –3,1 | 7,1 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 36,2 | 56,7 |
| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q2 2023 24 |
Q2 2022 23 |
| Umsatzerlöse | 297,7 | 336,2 |
| EBITDA1 | 27,0 | 36,9 |
| Operatives Ergebnis | 15,9 | 24,6 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) |
–1,8 14,1 |
2,8 27,4 |
Die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2023|24 betrugen 614,8 Mio. €. Sie lagen damit moderat unter dem Wert des Vergleichszeitraumes, in dem der Krieg in der Ukraine zu massiven Preissteigerungen auf den Märkten führte. In den letzten Monaten war aufgrund sinkender Energie- und Rohstoffpreise eine Normalisierung der Marktpreise zu beobachten, mit Auswirkungen auf die
Verkaufspreise des gesamten Stärkeproduktportfolios. Die Verkaufspreise für Ethanol gingen aufgrund im Jahresvergleich massiv gefallener Platts-Notierungen (rund -30 %) deutlich zurück.
Das EBIT im Segment Stärke lag mit 36,2 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Ein Hauptgrund dafür war der margenschwache Geschäftsbereich Ethanol aufgrund deutlich gesunkener Platts-Notierungen. Der Zweite war der sehr deutlich niedrigere und zugleich negative Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe (–3,1 Mio €; H1 2022|23: 7,1 Mio. €). Einerseits erfolgte im ungarischen Joint Venture eine hochpreisige Eindeckung mit Roh-stoffen und Energie und diese deutlich höheren Kosten konnten nicht ausreichend in angepassten Verkaufs-preisen an die Kunden weitergegeben werden. Andererseits gab es einen signifikanten Rückgang bei den Absatzmengen und folglich eine Minderauslastung der Kapazitäten.
Seit dem zweiten Halbjahr 2022|23 ist ein Trend rückläufiger Marktnachfrage zu beobachten, der sich im ersten Halbjahr 2023|24 in allen Produktsegmenten fortsetzte und sogar verstärkte. Die zuvor knappe Marktversorgung hat sich nun in eine Überversorgung verwandelt, begleitet von einem Anstieg ungenutzter Verarbeitungskapazitäten. Dies führt zu einem starken Druck auf die Preise und somit zu einem Käufermarkt.
Kunden in der Lebensmittelindustrie und im technischen Markt reagieren auf die neuen Marktbedingungen (u.a. Absatz- und Konsumschwäche, Zinsanstieg) im Einkauf verhaltener und reduzieren ihre Lagerbestände. Die Baubranche verzeichnete einen deutlichen Geschäftseinbruch, welcher sich in einer deutlich reduzierten Nachfrage nach modifizierten Stärken für Trockenmörtel und Fliesenkleber äußert. Auch zeigen sinkende Nachfrage und Preise im gesamten konventionellen Kunststoff- und Biokunststoffmarkt ihre Auswirkungen. Bei technischen Stärken für Papier und Verpackungen scheint mittlerweile die Talsohle erreicht zu sein. Die Lagerbestände an Halb- und Fertigprodukten in der Papierindustrie wurden weitestgehend abgebaut und die Anlagen werden wieder verbrauchsorientiert betrieben.
Die Preise für Treibstoffethanol sind im ersten Halbjahr 2023|24 im Vergleich zum Vorjahr aufgrund hoher Importe aus den USA und Brasilien deutlich gesunken. Dies geschah, obwohl die Nachfrage nach Kraftstoffen in Europa gut war, insbesondere in Österreich, wo die Einführung von E10 einen zusätzlichen Schub gab. Die europäische Produktion steht vor erheblichem Wettbewerbsdruck.
Der internationale Getreiderat (IGC1 ) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2023|24 per 17. August 2023 auf 2,29 Mrd. Tonnen, die damit um rund 31 Mio. Tonnen höher als im Vorjahr und mit rund 13 Mio. Tonnen unter dem erwarteten Verbrauch liegen wird. Bei Weizen wird eine Produktion von 784 Mio. Tonnen (Vorjahr: 803 Mio. Tonnen; Verbrauch 2023|24: 805 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.221 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.160 Mio. Tonnen; Verbrauch 2023|24: 1.207 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände sollen auf 584 Mio. Tonnen (Vorjahr: 597 Mio. Tonnen) fallen.
Die Getreideproduktion der EU-27 wird von Stratégie Grains auf rund 265 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 265 Mio. Tonnen). Dazu soll die Weichweizenernte rund 125 Mio. Tonnen beitragen und damit auf gleichem Niveau wie im letzten Jahr (Vorjahr: 125 Mio. Tonnen) zu liegen kommen. Die Maisernte 2023 in der EU wird mit rund 59 Mio. Tonnen über dem Niveau des letzten Jahres geschätzt (Vorjahr: 52 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Euronext Paris fielen seit Anfang März 2023 bei Mais und Weizen markant. Zu diesen Preisrückgängen führten u.a. die quantitativ gute Wintergetreideernte in der EU, durchschnttliche bis gute Aussichten für die Maisernte 2023, solide Lagerbestände und die konjunkturell bedingt geringere Nachfrage nach Rohstoffen. Am Berichtsstichtag lagen die Notierungen bei rund 213 € pro Tonne für Mais und bei 221 € pro Tonne bei Weizen (31. August 2022: 320 € bzw. 330 € pro Tonne).
Anfang September 2023 wurde in der Kartoffelstärkefabrik Gmünd|Österreich mit der Übernahme von Stärkekartoffeln der Ernte 2023 begonnen (Kontrakte über rund 215.000 Tonnen). Aufgrund der ungünstigen Witterung während der Vegetationsphase wird eine Liefererfüllung von ca. 85 % der kontrahierten Stärkekartoffeln erwartet.
Der durchschnittliche Stärkegehalt soll bei rund 18,5 % liegen (Vorjahr: 18,9 %).
Die Nassmaisübernahme in der Maisstärkefabrik Aschach|Österreich begann Anfang September 2023. Es wird mit einer gegenüber dem Vorjahr geringeren Übernahmemenge von rund 115.000 bis 120.000 Tonnen und einer Verarbeitung bis voraussichtlich Ende Dezember 2023 gerechnet. Anschließend wird die Verarbeitung mit Trockenmais fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2023|24 wurden in Aschach rund 190.000 Tonnen (H1 2022|23: knapp 230.000 Tonnen) Mais verarbeitet.
Als Rohstoffe für die integrierte Bioraffinerie2 in Pischelsdorf|Österreich wurden im ersten Halbjahr 2023|24 Getreide (Weizen, Bio-Weizen und Tritikale) und Mais im Verhältnis von etwa 9 zu 1 eingesetzt. Die Gesamtverarbeitung lag in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres bei rund 450.000 Tonnen (H1 2022|23: rund 500.000 Tonnen). Anfang September begann die Verarbeitung von Nassmais. Es wird mit rund 80.000 Tonnen von einer etwas niedrigeren Übernahmemenge als im Vorjahr und einer Verarbeitungsdauer bis voraussichtlich Ende Dezember 2023 ausgegangen.
Der Rohstoffeinkauf für die Fabriken in Aschach und Pischelsdorf aus der Ernte 2022 ist abgeschlossen. Inklusive der fixierten Mengen aus der Ernte 2023 ist die Rohstoffeindeckung im Geschäftsjahr 2023|24 zum größten Teil erfolgt.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) begann die Nassmaiskampagne Ende August 2023. Es wird aufgrund der guten Witterungsbedingungen mit rund 140.000 bis 145.000 Tonnen eine deutlich höhere Nassmaisverarbeitungsmenge (100 %) als im Vorjahr (124.000 Tonnen) erwartet. Im ersten Halbjahr 2023|24 betrug die Maisverarbeitung (100 %) rund 280.000 Tonnen (H1 2022|23: 540.000 Tonnen).
| Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2023 24 |
H1 2022 23 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 553,6 | 409,5 |
| EBITDA1 | 39,3 | 17,0 |
| Operatives Ergebnis | 29,7 | 7,1 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | 0,9 | 6,4 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,4 | 0,9 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 31,0 | 14,4 |
| EBIT-Marge | 5,6 % | 3,5 % |
| Finanzkennzahlen | Q2 | Q2 |
| Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
2023 24 | 2022 23 |
| Umsatzerlöse | 305,7 | 203,0 |
| EBITDA1 | 17,3 | 12,0 |
| Operatives Ergebnis Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
12,6 | 7,0 |
| Equity-Methode bilanziert werden | 1,4 | 4,1 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,0 | 0,9 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 14,0 | 12,0 |
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im H1 2023|24 mit 553,6 Mio. € deutlich über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten – trotz geringer Absätze – sehr deutlich gestiegene Zuckerverkaufspreise. Die
Preisentwicklung war sowohl im Retailgeschäft als auch im Industriebereich sehr positiv.
Das EBIT im H1 2023|24 betrug 31,0 Mio. € und war damit markant besser als im Vorjahr. Die sehr deutlich gestiegenen Zuckerverkaufspreise spiegelten sich im starken Halbjahresergebnis wider. Das Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 2022|23 ein historisch hohes Ergebnis. Im laufenden Geschäftsjahr wurde zum Halbjahr ein positives, allerdings niedrigeres und mit den vorangegangenen Jahren vergleichbares Ergebnis erwirtschaftet. Das Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH befindet sich unverändert in Restrukturierung. Das positive Ergebnis aus Sondereinflüssen des Segmentes Zucker in Höhe von 0,4 Mio. € betraf weitere Rückflüsse aus laufenden Steuerverfahren in Rumänien (H1 2022|23: Rückflüsse von 0,9 Mio. €).
In seiner Weltzuckerbilanz vom 4. Juli 2023 geht das Marktforschungsunternehmen S&P Global Commodity Insights nach drei Defizitjahren in Folge für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2022|23 (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) von einer ausgeglichenen Zuckerbilanz aus. Dabei stehen einem Anstieg der Zuckererzeugung (getrieben durch Brasilien; Erzeugungsrückgänge in Mexiko, China, der EU, Indien und Pakistan) ein weiter steigender Verbrauch gegenüber.
Für das ZWJ 2023|24 geht S&P Global Commodity Insights in seiner ersten Schätzung bei einer weiter steigenden Erzeugung (insbesondere in Indien, Pakistan, China, der EU und Mexiko; Produktionsrückgang in Brasilien) und einem höheren Verbrauch von einem Überschuss von 1,5 Mio. Tonnen aus. Das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch bliebe damit unverändert bei niedrigen 35 %.
Die Weltmarktpreise für Weißzucker und Rohzucker stiegen bis Ende des Geschäftsjahres 2022|23 auf 562,4 US\$ bzw. 486,8 US\$. Diese Entwicklung setzte sich im ersten Halbjahr 2023|24 fort und die Notierungen erreichten bei hoher Volatilität Ende August 715,2 US\$ pro Tonne Weißzucker und 551,9 US\$ pro Tonne Rohzucker (31. August 2022: 550,8 US\$ bzw. 393,5 US\$).
Im ZWJ 2022|23 ergab sich bei einer nochmals leicht verringerten Anbaufläche sowie bei aufgrund der Trockenheit im Sommer 2022 unterdurchschnittlichen Erträgen ein Rückgang der Zuckererzeugung (EU-27 ohne Isoglukose) auf 14,6 Mio. Tonnen (ZWJ 2021|22: 16,6 Mio. Tonnen). Damit blieb die EU auch im ZWJ 2022|23 Nettoimporteur von Zucker.
Für das ZWJ 2023|24 geht die EU-Kommission von einer leicht steigenden Anbaufläche aus. Eine späte Aussaat sowie bislang nicht optimale Vegetationsbedingungen lassen eher eine durchschnittliche Ernte erwarten. Die Erzeugung soll auf 15,5 Mio. Tonnen ansteigen. Damit würde die EU weiterhin Nettoimporteur von Zucker bleiben.
Laut EU-Preisreporting erreichten die durchschnittlichen Weißzuckerpreise in der EU im Juli 2023 821 € pro Tonne, um 348 € pro Tonne mehr als im Juli des Vorjahres. Dabei gab es innerhalb der EU signifikante regionale Preisunterschiede zwischen den Defizit- und den Überschussregionen. Die Defizitmärkte standen unter dem Druck von Niedrigpreisimporten aus der Ukraine, weshalb die Preissteigerungsdynamik im Sommer für die rumänischen und bulgarischen Märkte abflachte.
Aufgrund der Kriegsereignisse in der Ukraine haben das EU-Parlament und die 27 EU-Mitgliedstaaten im Juni 2022 die vorrübergehende Aussetzung der Zollsätze und Einfuhrkontinente für Zucker – zunächst befristet bis Juni 2023 - gebilligt. Die zollfreien Zuckerimporte aus der Ukraine sind durch diese Sonderregelung bis Ende Juli 2023 auf rund 390.000 Tonnen gestiegen (im ursprünglichen Abkommen, das im Jahr 2014 abgeschlossen wurde, gab es einen zollfreien Zugang der Ukraine für den EU-Markt für rund 20.000 Tonnen).
Die EU-Regelung für zollfreie Zuckerimporte aus der Ukraine wurde seitens der EU inzwischen bis Anfang Juni 2024 verlängert. Die ukrainische Regierung hatte jedoch ihrerseits den Export von Zucker in die EU ab Anfang Juni 2023 bis zum Start der neuen Kampagne Mitte September 2023 untersagt, weil sie inzwischen die Versorgung der heimischen Bevölkerung mit Zucker als gefährdet ansah. Für das neue Anbaujahr 2023|24 haben die ukrainischen Rübenanbauer ihre Anbaufläche deutlich ausgeweitet, sodass aktuell mit einer Wiederaufnahme und einer Ausweitung der Exporte aus der Ukraine in die EU ab September 2023 gerechnet werden muss.
Die von AGRANA mit den Rübenbauern kontrahierte Zuckerrübenfläche betrug im Anbaujahr 2023 rund 87.000 Hektar (Anbaujahr 2022: rund 74.000 Hektar). Davon wurden für den Konzern rund 800 Hektar Zuckerrüben auf Grundlage biologischer Landwirtschaft unter Vertrag genommen. In Österreich erhöhte sich die kontrahierte Rübenfläche im Vergleich zum Vorjahr um 6 % auf rund 36.200 Hektar.
Der Anbau startete in Österreich Ende März 2023 und wurde aufgrund häufiger Niederschläge und kühler Temperaturen erst Anfang Mai abgeschlossen. Nach einem feuchten-kühlen Mai folgte ab Mitte Juni eine mehrwöchige trockene und heiße Wetterphase, welche nur gebietsweise von gewittrigen Niederschlägen unterbrochen wurde. Eine kühle Witterungsperiode ab Anfang August brachte die dringend benötigten, flächendeckenden Niederschläge im gesamten Einzugsgebiet. Die Rübenbestände waren Ende August aufgrund des hohen Anteils blattgesunder Sorten frei von Krankheiten oder Schäden und somit können gute Zuckerertragszuwächse in der verbleibenden Vegetationszeit erwartet werden. Aufgrund des teils verspäteten Anbaus und der zwischenzeitlichen Trockenphasen wird österreichweit von einem durchschnittlichen Rübenertrag von rund 72 bis 75 Tonnen je Hektar ausgegangen (Vorjahr: 80 Tonnen).
Die Rübenkampagne 2023 startete mit den ersten Fabriken Mitte September in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien. Im Werk Tulln|Österreich wurde gegen Ende September 2023 eine Dicksaftkampagne gestartet. Aufgrund der aktuell geschätzten Rübenmenge wird gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung der Auslastung um mehr als zehn Prozentpunkte auf 95 % erwartet.
Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden in der AGRANA-Rohzuckerraffinerie in Buzau|Rumänien bis zum Halbjahresstichtag 205.000 Tonnen Rohzucker raffiniert. Auch im Werk in Bosnien und Herzegowina wurde von Juni bis August 2023 eine Rohzuckerkampagne gefahren und es wurden dort rund 45.000 Tonnen Weißzucker erzeugt.
Im ersten Halbjahr 2023|24 wurden am Standort Tulln|Österreich in der Betainkristallisationsanlage (Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH, Wien) etwas über 1.100 Tonnen kristallines Betain erzeugt. Der Rohstoff für die Produktion stammte ausschließlich aus der Melasseentzuckerung der Zuckerfabrik Tulln, es gab keinen Zukauf von externem Material.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.
Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweist AGRANA auf die Seiten 108 bis 118 des Geschäftsberichtes 2022|23.
| Mitarbeitende FTEs1 |
H1 2023 24 |
H1 2022 23 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 6.015 | 6.033 | –0,3 % |
| Segment Stärke | 1.167 | 1.141 | 2,3 % |
| Segment Zucker | 1.821 | 1.763 | 3,3 % |
| Konzern | 9.003 | 8.937 | 0,7 % |
Im H1 2023|24 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.003 Mitarbeitende/FTEs1 (H1 2022|23: 8.937 Mitarbeitende/FTEs1 ) beschäftigt, wobei der leichte Personalanstieg in den Segmenten Stärke und Zucker auf die Besetzung vakanter Stellen sowie die geschäftsbedingte Erhöhung des Personalstandes zurückzuführen war.
Bezüglich der Angaben zu den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf den Anhang des Konzernzwischenabschlusses verwiesen.
Nach dem Quartalsstichtag am 31. August 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.637,4 | |
| EBIT | 88,3 | |
| Investitionen1 | 102,9 | 140 |
Moderater Anstieg 2
Sehr deutlicher Anstieg 2
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2023|24 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird aufgrund der Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr von einem moderaten Anstieg ausgegangen.
Das EBIT des dritten Quartals des laufenden Geschäftsjahres wird unter dem Vergleichswert des Vorjahres (Q3 2022|23: 39,1 Mio. €) erwartet.
| Segment Frucht in Mio. € |
2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.481,9 | |
| EBIT | –38,5 | |
| Investitionen1 | 37,7 | 52 |
Leichter Anstieg 2
Sehr deutliche Verbesserung 2
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2023|24 eine Verbesserung bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung, welche v.a. von Preisanpassungen getragen sein wird. Das EBIT soll sehr deutlich verbessert werden, weil es 2022|23 die Goodwill-Wertminderung gab und es für 2023|24 auch die Zielsetzung gibt, die operativen Margen zu steigern. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das angelaufene Geschäftsjahr ein Umsatz auf Vorjahresniveau prognostiziert. Aufgrund der bisher abgeschlossenen Buntsaftkontrakte aus der Ernte 2023 wird die Ertragslage im Geschäftsjahr 2023|24 weiterhin auf einem guten Niveau erwartet.
| Segment Stärke in Mio. € |
2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.293,8 | |
| EBIT | 80,2 | |
| Investitionen1 | 31,0 | 48 |
Moderater Rückgang 2
Deutlicher Rückgang 2
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2023|24 nunmehr einen moderaten Umsatzrückgang. Die sinkenden Energie- und Rohstoffpreise haben ein niedrigeres Verkaufspreisniveau zur Folge. Im Vergleich zum Vorjahr längerfristige Eindeckungen lassen die Herstellungskosten nicht gleich schnell sinken und wirken belastend auf die Margen. Das Ethanolgeschäft wird außerdem weiterhin sehr volatil und dessen Ergebnis unter dem Vorjahr erwartet. Daher wird mit einem deutlich unter dem Vorjahr liegenden Stärke-EBIT gerechnet.
| Segment Zucker in Mio. € |
2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 861,7 | |
| EBIT | 46,6 | |
| Investitionen1 | 34,2 | 40 |
Deutlicher Anstieg 2
Stabile Entwicklung 2
Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2023|24 trotz geringerer Zuckerverkaufsmengen mit preisbedingt höheren Umsatzerlösen. Aufgrund des volatilen EU-Zuckermarktumfeldes, auch im Hinblick auf die erwarteten hohen ukrainischen Importe in AGRANA-Kernabsatzmärkte, wird nunmehr ein EBIT auf Vorjahresniveau erwartet.
Wesentliche Unsicherheitsfaktoren für die Prognose bleiben der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen. Wegen der unvorhersehbaren Entwicklungen des Krieges können u.a. außergewöhnliche Kostensteigerungen und Nachfragerückgänge nicht ausgeschlossen werden. Die Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten haben sich seit dem Ausbruch des Krieges nochmals verstärkt. Den AGRANA-Planungen liegen, sofern nicht anders angegeben, die Annahmen zugrunde, dass die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet bleibt und dass gestiegene Preise, insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich, auch in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können.
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 140 Mio. € sowohl deutlich über dem Wert von 2022|23 als auch über den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen. Etwa 14 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.
der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2023 (ungeprüft)
| 1. Halbjahr | 2. Quartal | |||
|---|---|---|---|---|
| 1. März – 31. August | 1. Juni – 31. August | |||
| t€ | H1 2023 24 | H1 2022 23 | Q2 2023 24 | Q2 2022 23 |
| Umsatzerlöse | 1.959.495 | 1.792.342 | 993.413 | 906.043 |
| Bestandsveränderungen | –226.939 | –136.534 | –160.576 | –35.096 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 318 | 384 | 155 | 212 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 18.367 | 30.836 | 7.399 | 15.783 |
| Materialaufwand | –1.184.903 | –1.177.457 | –561.848 | –630.604 |
| Personalaufwand | –197.638 | –177.176 | –99.712 | –90.691 |
| Abschreibungen | –51.022 | –145.910 | –25.333 | –118.745 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –204.601 | –188.923 | –105.753 | –94.308 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | ||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –2.152 | 13.517 | –347 | 6.904 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 110.925 | 11.079 | 47.398 | –40.502 |
| Finanzerträge | 29.160 | 35.628 | 2.720 | 14.990 |
| Finanzaufwendungen | –53.421 | –45.854 | –13.718 | –19.407 |
| Finanzergebnis | –24.261 | –10.226 | –10.998 | –4.417 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 86.664 | 853 | 36.400 | –44.919 |
| Ertragsteuern | –22.349 | –17.803 | –10.118 | –8.103 |
| Konzernergebnis | 64.315 | –16.950 | 26.282 | –53.022 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 60.593 | –21.456 | 24.525 | –55.513 |
| davon nicht beherrschende Anteile | 3.722 | 4.506 | 1.757 | 2.491 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | 0,97 € | –0,34 € | 0,39 € | –0,89 € |
| 1. Halbjahr | 2. Quartal | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. März – 31. August | 1. Juni – 31. August | ||||
| t€ | H1 2023 24 | H1 2022 23 | Q2 2023 24 | Q2 2022 23 | |
| Konzernergebnis | 64.315 | –16.950 | 26.282 | –53.022 | |
| Sonstiges Ergebnis aus | |||||
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung | –16.999 | 36.787 | –16.662 | 10.714 | |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | |||||
| (Cashflow-Hedges) nach latenten Steuern | –998 | –44 | 9.313 | –6.325 | |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 3.998 | –4.823 | 114 | –1.144 | |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung | |||||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –13.999 | 31.920 | –7.235 | 3.245 | |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | |||||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und | |||||
| ähnlicher Verpflichtungen nach latenten Steuern | –1.689 | 9.519 | –220 | 3.755 | |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | |||||
| nach latenten Steuern | 316 | –183 | 0 | –183 | |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | |||||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –1.373 | 9.336 | –220 | 3.572 | |
| Sonstiges Ergebnis | –15.372 | 41.256 | –7.455 | 6.817 | |
| Gesamtergebnis | 48.943 | 24.306 | 18.827 | –46.205 | |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 44.907 | 21.424 | 17.519 | –47.788 | |
| davon nicht beherrschende Anteile | 4.036 | 2.882 | 1.308 | 1.583 |
| für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) | H1 2023 24 | H1 2022 23 |
|---|---|---|
| t€ | ||
| Cashflow aus dem Ergebnis | 180.148 | 135.255 |
| Veränderungen des Working Capital | –142.665 | –166.899 |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | –25.751 | –11.921 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 11.732 | –43.565 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –40.508 | –29.302 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 34.489 | 93.024 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 5.713 | 20.157 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassungen | –9.214 | 4.424 |
| auf den Finanzmittelbestand | ||
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 118.343 | 103.593 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 114.842 | 128.174 |
| t€ | Stand am 31.08.2023 |
Stand am 28.02.2023 |
Stand am 31.08.2022 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| A. Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 113.132 | 115.098 | 115.955 |
| Sachanlagen | 802.502 | 819.418 | 824.438 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 66.698 | 66.460 | 74.646 |
| Wertpapiere | 17.928 | 17.378 | 17.735 |
| Beteiligungen | 280 | 280 | 280 |
| Sonstige Vermögenswerte | 4.160 | 2.559 | 3.678 |
| Aktive latente Steuern | 21.048 | 19.817 | 11.885 |
| 1.025.748 | 1.041.010 | 1.048.617 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorräte | 957.547 | 1.210.019 | 829.631 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 563.459 | 471.495 | 514.744 |
| Sonstige Vermögenswerte | 140.453 | 158.702 | 129.552 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 6.597 | 3.506 | 5.026 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 114.842 | 118.343 | 128.174 |
| 1.782.898 | 1.962.065 | 1.607.127 | |
| Summe Aktiva | 2.808.646 | 3.003.075 | 2.655.744 |
| PASSIVA A. Eigenkapital |
|||
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 | 113.531 |
| Kapitalrücklagen | 540.760 | 540.760 | 540.760 |
| Gewinnrücklagen | 527.947 | 539.284 | 544.826 |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.182.238 | 1.193.575 | 1.199.117 |
| Nicht beherrschende Anteile | 66.029 | 62.994 | 58.674 |
| 1.248.267 | 1.256.569 | 1.257.791 | |
| B. Langfristige Schulden | |||
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 51.747 | 53.535 | 45.249 |
| Übrige Rückstellungen | 28.174 | 28.388 | 29.290 |
| Finanzverbindlichkeiten | 476.536 | 562.868 | 378.601 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 5.447 | 6.670 | 4.343 |
| Passive latente Steuern | 8.257 | 6.841 | 9.108 |
| C. Kurzfristige Schulden | 570.161 | 658.302 | 466.591 |
| Übrige Rückstellungen | 25.993 | 19.516 | 13.243 |
| Finanzverbindlichkeiten | 435.828 | 257.748 | 424.714 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 302.731 | 586.991 | 324.210 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 190.378 | 199.479 | 160.751 |
| Steuerschulden | 35.288 | 24.470 | 8.444 |
| 990.218 | 1.088.204 | 931.362 | |
| Summe Passiva | 2.808.646 | 3.003.075 | 2.655.744 |
| Eigenkapital | Nicht | ||
|---|---|---|---|
| für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) | der AGRANA | beherrschende | |
| t€ | Aktionäre | Anteile | Summe |
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||
| Stand am 1. März 2023 | 1.193.575 | 62.994 | 1.256.569 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | 411 | 0 | 411 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | |||
| (Cashflow-Hedges) | 6.987 | –304 | 6.683 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | |||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | –2.168 | –1 | –2.169 |
| Steuereffekte | –2.802 | 40 | –2.762 |
| Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | –18.114 | 579 | –17.535 |
| Sonstiges Ergebnis | –15.686 | 314 | –15.372 |
| Konzernergebnis | 60.593 | 3.722 | 64.315 |
| Gesamtergebnis | 44.907 | 4.036 | 48.943 |
| Dividendenausschüttung | –56.240 | –1.001 | –57.241 |
| Sonstige Veränderungen | –4 | 0 | –4 |
| Stand am 31. August 2023 | 1.182.238 | 66.029 | 1.248.267 |
| Eigenkapital | Nicht | ||
|---|---|---|---|
| für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) | der AGRANA | beherrschende | |
| t€ | Aktionäre | Anteile | Summe |
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||
| Stand am 1. März 2022 | 1.224.560 | 56.982 | 1.281.542 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | –238 | 0 | –238 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | |||
| (Cashflow-Hedges) | –54 | –334 | –388 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | |||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | 12.738 | –1 | 12.737 |
| Steuereffekte | –3.175 | 79 | –3.096 |
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | 33.609 | –1.368 | 32.241 |
| Sonstiges Ergebnis | 42.880 | –1.624 | 41.256 |
| Konzernergebnis | –21.456 | 4.506 | –16.950 |
| Gesamtergebnis | 21.424 | 2.882 | 24.306 |
| Dividendenausschüttung | –46.867 | –1.190 | –48.057 |
| Stand am 31. August 2022 | 1.199.117 | 58.674 | 1.257.791 |
der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2023 (ungeprüft)
| für das erste Halbjahr | H1 | H1 |
|---|---|---|
| (1. März – 31. August) | 2023 24 | 2022 23 |
| t€ |
| Konzern | 1.985.597 | 1.809.270 |
|---|---|---|
| Zucker | 571.137 | 420.309 |
| Stärke | 622.820 | 661.040 |
| Frucht | 791.640 | 727.921 |
| den Segmenten | ||
|---|---|---|
| Frucht | –569 | –441 |
| Stärke | –7.992 | –5.749 |
| Zucker | –17.541 | –10.738 |
| Konzern | –26.102 | –16.928 |
| Konzern | 1.959.495 | 1.792.342 |
|---|---|---|
| Zucker | 553.596 | 409.571 |
| Stärke | 614.828 | 655.291 |
| Frucht | 791.071 | 727.480 |
| Konzern | 112.681 | 86.480 |
|---|---|---|
| Zucker | 29.694 | 7.135 |
| Stärke | 39.259 | 49.540 |
| Frucht | 43.728 | 29.805 |
| –88.918 | |
|---|---|
| 396 | 899 |
| 0 | 0 |
| 0 | –89.817 |
| 396 |
| Gemeinschaftsunternehmen1 | ||
|---|---|---|
| Frucht | 0 | 0 |
| Stärke | –3.100 | 7.167 |
| Zucker | 948 | 6.350 |
| Konzern | –2.152 | 13.517 |
| Konzern | 110.925 | 11.079 |
|---|---|---|
| Zucker | 31.038 | 14.384 |
| Stärke | 36.159 | 56.707 |
| Frucht | 43.728 | –60.012 |
| Konzern | 41.963 | 35.728 |
|---|---|---|
| Zucker | 11.929 | 17.120 |
| Stärke | 14.335 | 7.669 |
| Frucht | 15.699 | 10.939 |
| Stärke 1.167 1.141 |
Konzern | 9.003 | 8.937 |
|---|---|---|---|
| Zucker | 1.821 | 1.763 | |
| Frucht | 6.015 | 6.033 |
Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 31. August 2023 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das IFRS Interpretations Committee erstellt. In Einklang mit IAS 34 erfolgt die Darstellung des Konzernabschlusses der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) zum 31. August 2023 in verkürzter Form. Der Konzernzwischenabschluss zum 31. August 2023 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diesen Zwischenabschluss am 28. September 2023 aufgestellt.
Der Geschäftsbericht 2022|23 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com/ir/publikationen zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.
Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses waren – wie im Anhang des Geschäftsberichtes 2022|23 unter "2. Allgemeine Grundlagen" auf den Seiten 135 und 136 dargestellt – erstmalig neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen anzuwenden.
Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen ergeben sich durch ein volatiles Marktumfeld bezüglich Rohstoff-, Energie-, Transport- und anderer Kosten. Darüber hinaus sind die makroökomischen Rahmenbedingungen durch ein hohes Zins- und Inflationsniveau mit unsicherer Entwicklung geprägt.
Im Übrigen wurden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2023 angewandt.
Die Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichtes 2022|23 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden auf Basis landesspezifischer Ertragsteuersätze unter Berücksichtigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäftsjahr ermittelt.
Im Berichtszeitraum wurde die vollkonsolidierte Gesellschaft AGRANA AGRO S.r.l., Roman|Rumänien, liquidiert.
Insgesamt wurden zum Quartalsstichtag neben der Muttergesellschaft 54 Unternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung (28. Februar 2023: 55 Unternehmen) und 13 Unternehmen (28. Februar 2023: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Jänner. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnengenutzter Anlagen hauptsächlich im Q3 des Geschäftsjahres an. Die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen zur Produktionsvorbereitung wurden bereits unterjährig innerhalb der betroffenen Aufwandsart erfasst und innerhalb der Vorräte als unfertige Erzeugnisse über die Bestandsveränderungen aktiviert.
Die Umsatzerlöse stiegen moderat auf 1.959,5 Mio. € (Vorjahr: 1.792,3 Mio. €). Dies war primär auf einen Umsatzanstieg durch deutlich höhere Zuckerverkaufspreise im Segment Zucker aber auch auf preisbedingt höhere Umsatzerlöse im Segment Frucht zurückzuführen.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im H1 2023|24 110,9 Mio. € (Vorjahr: 11,1 Mio. €). Der Anstieg ist zu einem Großteil auf das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –88,9 Mio. € im Vorjahr, vorwiegend bedingt durch Wertminderungen auf Geschäfts-/Firmenwerte sowie Sachanlagevermögen im Segment Frucht, zurückzuführen. Im Segment Frucht stieg das EBIT – neben der positiven Veränderung aufgrund der angesprochenen Wertminderung – auch aufgrund einer besseren operativen Performance sowohl im Fruchtsaftkonzentratgeschäft als auch im Fruchtzubereitungsgeschäft. Das markant bessere EBIT im Segment Zucker war hauptsächlich auf deutlich höhere Zuckerverkaufspreise zurückzuführen. Deutlich gesunkene Platts-Notierungen und dadurch gesunkene Ergebnisse aus Ethanolverkäufen führten im Segment Stärke zu einem deutlichen EBIT-Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Das Finanzergebnis belief sich auf –24,3 Mio. € (Vorjahr: –10,2 Mio. €). Die negative Veränderung resultierte v.a. aus einem sehr deutlich schlechteren Zinsergebnis durch das steigende Zinsniveau sowie aus einem schlechteren Währungsergebnis.
Das Konzernergebnis betrug 64,3 Mio. € (Vorjahr: –17,0 Mio. €).
Von Anfang März bis Ende August 2023 sank der Finanzmittelbestand um 3,5 Mio. € auf 114,8 Mio. €.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war mit 11,7 Mio. € (Vorjahr: –43,6 Mio. €) um 55,3 Mio. € sehr deutlich höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies war hauptsächlich bedingt durch ein sehr deutlich besseres Konzernergebnis – auch aufgrund im Vorjahr vorgenommener zahlungsunwirksamer Einmaleffekte aus der Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes und des Sachanlagevermögens – und einem wesentlich geringeren Aufbau des Working Capital.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag mit –40,5 Mio. € (Vorjahr: –29,3 Mio. €) um –11,2 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Der höhere Cashabfluss war primär bedingt durch höhere Investitionen.
Der Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 34,5 Mio. € (Vorjahr Cashzufluss: 93,0 Mio. €) ist hauptsächlich bedingt durch die Rückführung von syndizierten Krediten von –35,0 Mio. € zur Working Capital-Finanzierung sowie gegenläufig von Aufnahmen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen von 132,4 Mio. €. Die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG in 2023 entfallene Dividendenauszahlung erhöhte sich von 46,9 Mio. € im Vorjahr auf 56,2 Mio. €.
Die Bilanzsumme reduzierte sich moderat gegenüber dem 28. Februar 2023 um 194,4 Mio. € auf 2.808,6 Mio. €.
Aktivseitig führten im Wesentlichen deutlich höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gegenläufig der deutlich niedrigere Vorratsbestand und ein geringerer Buchwert der Sachanlagen zur Reduktion der Bilanzsumme. Auf der Passivseite resultierte der Rückgang der Bilanzsumme aus einem signifikanten Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bei einem deutlichen Anstieg der Finanzverbindlichkeiten.
Mit einem Eigenkapital von 1.248,3 Mio. € (28. Februar 2023: 1.256,6 Mio. €) betrug die Eigenkapitalquote per Ende August 44,4 % (28. Februar 2023: 41,8 %).
Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang marktübliche derivative Finanzinstrumente ein. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Erfüllt die Sicherungsbeziehung die Anforderungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.
In nachstehender Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungslevel (Fair-Value-Hierarchie) gegliedert, die im Einzelnen gemäß IFRS 7 wie folgt definiert sind:
In der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den jeweiligen Bewertungslevel vorgenommen.
| 31. August 2023 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| t€ | ||||
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 10.722 | 7.206 | 0 | 17.928 |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | 0 | 0 | 280 | 280 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 0 | 3.600 | 0 | 3.600 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 133 | 3.066 | 0 | 3.199 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 10.855 | 13.872 | 280 | 25.007 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 6.238 | 17.327 | 0 | 23.565 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 0 | 6.729 | 0 | 6.729 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 6.238 | 24.056 | 0 | 30.294 |
| 31. August 2022 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| t€ | ||||
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 10.940 | 0 | 6.795 | 17.735 |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | 0 | 0 | 280 | 280 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 731 | 1.453 | 0 | 2.184 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 67 | 4.649 | 0 | 4.716 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 11.738 | 6.102 | 7.075 | 24.915 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 365 | 897 | 0 | 1.262 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 0 | 16.127 | 0 | 16.127 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 365 | 17.024 | 0 | 17.389 |
Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Wertpapiere, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ist der Buchwert als realistische Schätzung des beizulegenden Zeitwertes anzunehmen.
Nachstehende Tabelle enthält die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen ermittelt:
| 31. August 2023 | Buchwert | Beizulegender Zeitwert |
|---|---|---|
| t€ | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten | 881.007 | 863.103 |
| Leasingverbindlichkeiten | 31.357 | – |
| Finanzverbindlichkeiten | 912.364 | 863.103 |
| 31. August 2022 | Buchwert | Beizulegender Zeitwert |
| t€ | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten | 770.850 | 752.025 |
| Leasingverbindlichkeiten | 32.465 | – |
| Finanzverbindlichkeiten | 803.315 | 752.025 |
Weitere Details zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der einzelnen Finanzinstrumente sowie deren Zuordnung zu Bewertungsleveln finden sich im Konzernanhang des Geschäftsberichtes 2022|23 unter "11.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" auf den Seiten 190 bis 193.
Im H1 2023|24 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.003 Mitarbeiter (Vorjahr: 8.937 Mitarbeiter) beschäftigt. Der leichte Anstieg des Personalstandes war v.a. auf die Besetzung vakanter Stellen sowie die geschäftsbedingte Erhöhung des Personalstandes in den Segmenten Stärke und Zucker zurückzuführen.
Bezüglich der Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen gab es seit dem 28. Februar 2023 bzw. dem Vergleichszeitraum des Vorjahres keine wesentlichen Veränderungen. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Für weitere Informationen zu den einzelnen Geschäftsbeziehungen wird auf den AGRANA-Geschäftsbericht 2022|23 verwiesen (Seite 201f ).
Nach dem Quartalsstichtag am 31. August 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne des Börsegesetzes vermittelt und dass der Lagebericht des Konzerns für das erste Halbjahr ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne des Börsegesetzes bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.
Wien, am 28. September 2023
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender Strategie- und Wirtschaftspolitik, Verkaufskoordination, Öffentlichkeitsarbeit, Personal, Generalsekretariat (disziplinär) Segmentverantwortung Zucker
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied Interne Revision
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied Finanzwesen, Mergers & Acquisitions/Beteiligungen, Datenverarbeitung/Organisation, Recht, Compliance, Einkaufskoordination, Investor Relations Segmentverantwortung Frucht
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied Produktionskoordination/Investitionen, Rohstoff, Forschung und Entwicklung, Nachhaltigkeit, Qualitätsmanagement Segmentverantwortung Stärke
Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen | |
|---|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % | |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % | |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % | |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % | |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2022|23 auf Seite 228 verwiesen.
AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in diesem Zwischenbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Zwischenbericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Dieser Zwischenbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.
| 11. Jänner 2024 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2023 24 |
|---|---|
| 14. Mai 2024 | Ergebnisse des Geschäftsjahres 2023 24 (Bilanzpressekonferenz) |
| 25. Juni 2024 | Nachweisstichtag Hauptversammlung |
| 5. Juli 2024 | Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2023 24 |
| 10. Juli 2024 | Ex-Dividenden-Tag |
| 11. Juli 2024 | Ergebnisse des ersten Quartals 2024 25 |
| 11. Juli 2024 | Nachweisstichtag Dividende |
| 15. Juli 2024 | Dividenden-Zahltag |
| 10. Oktober 2024 | Ergebnisse des ersten Halbjahres 2024 25 |
| 14. Jänner 2025 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2024 25 |
A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 www.agrana.com
Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Mag. (FH) Markus Simak Telefon: +43-1-211 37-12084 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Veröffentlicht am 12. Oktober 2023 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
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