Quarterly Report • Jul 7, 2022
Quarterly Report
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ZWISCHENMITTEILUNG ÜBER DAS ERSTE QUARTAL 2022|23
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital) 2
Durschnittlich in der Periode beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
| 3 | Vorwort des Vorstandes |
|---|---|
14 Weitere Informationen
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre,
mit einem EBIT von 51,6 Mio. € im Q1 2022|23 (Vorjahr: 20,9 Mio. €) sind wir wie erwartet gut in das neue Geschäftsjahr gestartet und unsere Guidance, das Vorjahresquartal sehr deutlich zu übertreffen, konnten wir somit klar erfüllen.
Viele Herausforderungen des Geschäftsjahres 2022|23 liegen aber erst vor uns und wir rechnen keinesfalls mit mehr "Ruhe" als im Vorjahr. Vielmehr hat der Krieg in der Ukraine die Volatilität auf den Märkten nochmals verstärkt und steigende Rohstoffkosten und Energiepreise werden uns auch in den nächsten Monaten massiv fordern.
Bislang haben wir die Herausforderungen gut gemeistert, denn ein flexibler Einkauf und erfolgreiche Preisverhandlungen sind u.a. ein Grund dafür, warum unser Konzern im ersten Quartal eine sehr gute Performance gezeigt hat. So sehr uns die gestiegenen Energiepreise in der Produktion aller Segmente belasten und von uns mehr Flexibilität einfordern, so sehr half uns diese Entwicklung im Geschäftsbereich Ethanol, der zu einem starken EBIT-Anstieg im Segment Stärke beitrug. Erfreulich ist auch, dass nach langer Zeit wieder ein positives Quartals-EBIT im Segment Zucker erwirtschaftet wurde. Im Segment Frucht sind wir primär froh, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine bislang von den Kriegshandlungen unversehrt geblieben sind. Es ist auch bewundernswert, dass die Auslastung in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2022|23 in den ukrainischen Werken wieder auf ein Niveau von ca. 50 % gebracht werden konnte.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, in unserer Prognose für 2022|23 erwarten wir bekanntermaßen ein Konzern-EBIT, das sehr deutlich über dem Wert des Geschäftsjahres 2021|22 liegen soll1 . In unserer Finanzkommunikation haben wir zuletzt zusätzlich betont, dass auf operativer Ebene ein stabiles Resultat möglich sein sollte.
Um diese Zielsetzungen erreichen zu können, wird von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den nächsten Quartalen aber noch viel Einsatz abverlangt werden und es wird auch Verständnis seitens unserer Partner notwendig sein, wenn es z.B. bei Verkaufspreisverhandlungen mehr Diskussionspunkte als in der Vergangenheit geben wird. AGRANAs Interesse ist es, in turbulenten Zeiten auch ein verlässlicher Rohstoffabnehmer und Lieferant zu sein. Die Inflation ist ein Thema, welches alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette betrifft und ehe wir unsere Verkaufspreise anpassen, versuchen wir selbstverständlich alle Effizienzen in unseren Handlungsbereichen bestmöglich auszuschöpfen.
Mitte Juni wurde AGRANA im Rahmen der Verleihung des Wiener Börse Preises 2022 zum zweiten Mal in Folge mit dem VÖNIX-Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Als Veredler agrarischer Rohstoffe ist Nachhaltigkeit für uns integraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit. Im Geschäftsjahr 2021|22 haben wir konzernweit erstmals auch die Emissionen in der vor- und nachgelagerten Liefer- bzw. Wertschöpfungskette erfasst. Im ersten Quartal 2022|23 arbeiteten wir v.a. an Emissionsreduktionsmaßnahmen für die vorgelagerte Lieferkette gemeinsam mit unseren Partnern weiter, um unsere 2019|20 gestartete Klimastrategie in Einklang mit den Anforderungen an die wissenschaftsbasierte Klimaziele im Rahmen der Science Based Targets Initiative zu bringen. Es freut uns, wenn diese Anstrengungen auch am Kapitalmarkt wahrgenommen und ausgezeichnet werden.
Ihr Vorstands-Team der AGRANA Beteiligungs-AG
Markus Mühleisen CEO
Ingrid-Helen Arnold Stephan Büttner Norbert Harringer
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2022 23 | Q1 2021 22 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 886,3 | 705,8 | 25,6 % |
| EBITDA1 | 72,1 | 44,8 | 60,9 % |
| Operatives Ergebnis | 44,9 | 18,7 | 140,1 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
|||
| Equity-Methode bilanziert werden | 6,6 | 2,2 | 200,0 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,1 | 0,0 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 51,6 | 20,9 | 146,9 % |
| EBIT-Marge | 5,8 % | 3,0 % | 2,8 pp |
| Finanzergebnis | –5,8 | –3,8 | –52,6 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 45,8 | 17,1 | 167,8 % |
| Ertragsteuern | –9,7 | –5,0 | –94,0 % |
| Konzernergebnis | 36,1 | 12,1 | 198,3 % |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 34,1 | 12,7 | 168,5 % |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,55 | 0,20 | 175,0 % |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im ersten Quartal 2022|23 (1. März bis 31. Mai 2022) mit 886,3 Mio. € deutlich über dem Vorjahr, wobei der Anstieg v.a. auf angepasste Preise in allen Segmenten, aber auch höhere Absätze im Segment Zucker zurückzuführen war.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im ersten Quartal 2022|23 51,6 Mio. € und lag damit sehr deutlich über dem Vorjahreswert von 20,9 Mio. €. Im Segment Frucht stieg das EBIT aufgrund einer besseren Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft auf 19,9 Mio. € (Vorjahr: 15,9 Mio. €). Ein nach wie vor sehr gut laufendes Ethanolgeschäft führte zu einem massiven EBIT-Anstieg auf 29,3 Mio. € (Vorjahr: 11,5 Mio. €) im
Segment Stärke. Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr höhere Margen und Verkaufsmengen zu einer Verbesserung des Ergebnisses auf 2,3 Mio. € (Vorjahr: –6,5 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf –5,8 Mio. € nach –3,8 Mio. € im Vorjahr, wobei die negative Veränderung v.a. aus einem schwächeren Währungsergebnis resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 9,7 Mio. €, einer Steuerquote von 21,2 % (Vorjahr: 29,2 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 36,1 Mio. € (Vorjahr: 12,1 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 0,55 € (Vorjahr: 0,20 €).

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Im ersten Quartal 2022|23 investierte AGRANA mit 11,3 Mio. € um 3,0 Mio. € weniger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen1 in Mio. € |
Q1 2022 23 |
Q1 2021 22 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 4,8 | 5,0 | –4,0 % |
| Segment Stärke | 3,4 | 4,4 | –22,7 % |
| Segment Zucker | 3,1 | 4,9 | –36,7 % |
| Konzern | 11,3 | 14,3 | –21,0 % |
Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität und Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:
Vorbereitende Investitionen im Zusammenhang mit dem Neubau des US-Headquarters in Brecksville|USA
Zusätzlich wurden im Q1 2022|23 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 4,2 Mio. € (100%; Vorjahr: 3,1 Mio. €) getätigt.
| Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) in Mio. € |
Q1 2022 23 | Q1 2021 22 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 68,9 | 44,5 | 54,8 % |
| Veränderungen des Working Capital | –84,7 | –97,9 | 13,5 % |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | –6,4 | –7,1 | 9,9 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | –22,2 | –60,5 | 63,3 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –9,8 | –16,7 | 41,3 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 14,5 | 54,0 | –73,1 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –17,5 | –23,2 | 24,6 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und IAS 29 | |||
| auf den Finanzmittelbestand | 4,0 | –0,2 | 2.100,0 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 103,6 | 111,0 | –6,7 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 90,1 | 87,6 | 2,9 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg im ersten Quartal 2022|23 v.a. aufgrund des sehr deutlich besseren Konzernergebnisses auf 68,9 Mio. € (Vorjahr: 44,5 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode niedrigeren Aufbau des Working Capital um 84,7 Mio. € (Vorjahr: 97,9 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Q1 2022|23 von –22,2 Mio. € (Vorjahr: –60,5 Mio. €) ausgewiesen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ging auch aufgrund gesunkener Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie in das Finanzanlagevermögen auf –9,8 Mio. € (Vorjahr: –16,7 Mio. €) zurück. Der gegenüber dem Vorjahr niedrigere Aufbau von
Finanzverbindlichkeiten führte zu einem rückläufigen Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 14,5 Mio. € (Vorjahr: 54,0 Mio. €).
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | 31.05.2022 | 28.02.2022 | |
| AKTIVA | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.130,6 | 1.134,9 | –0,4 % |
| davon immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 204,2 | 204,6 | –0,2 % |
| davon Sachanlagen | 823,5 | 828,2 | –0,6 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.522,0 | 1.508,7 | 0,9 % |
| davon Vorräte | 807,6 | 864,1 | –6,5 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 486,2 | 398,5 | 22,0 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 90,1 | 103,6 | –13,0 % |
| Summe Aktiva | 2.652,6 | 2.643,6 | 0,3 % |
| PASSIVA | |||
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 1.352,1 | 1.281,5 | 5,5 % |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.293,8 | 1.224,5 | 5,7 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 58,3 | 57,0 | 2,3 % |
| Langfristige Schulden | 466,6 | 477,5 | –2,3 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 374,0 | 377,7 | –1,0 % |
| Kurzfristige Schulden | 833,9 | 884,6 | –5,7 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 296,3 | 276,6 | 7,1 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 379,5 | 440,1 | –13,8 % |
| Summe Passiva | 2.652,6 | 2.643,6 | 0,3 % |
| Nettofinanzschulden | 561,9 | 532,0 | 5,6 % |
|---|---|---|---|
| Gearing1 | 41,6 % | 41,5 % | 0,1 pp |
| Eigenkapitalquote | 51,0 % | 48,5 % | 2,5 pp |
Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2021|22 stabilen Bilanzsumme zum 31. Mai 2022 von 2,65 Mrd. € lag die Eigenkapitalquote bei 51,0 % (28. Februar 2022: 48,5 %). Der Wert der langfristigen Vermögenswerte lag beinahe unverändert bei 1.130,6 Mio. €. Ebenso blieben die kurzfristigen Vermögenswerte (1.522,0 Mio. €) insgesamt stabil. Einer Verringerung der Vorratsposition stand dabei ein Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Auf der Passivseite reduzierten sich die langfristigen Schulden (466,6 Mio. €) geringfügig. Die kurzfristigen Schulden (833,9 Mio. €) gingen in Summe moderat zurück, wobei den erhöhten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstand. Die Nettofinanzschulden zum 31. Mai 2022 lagen mit 561,9 Mio. € um 29,9 Mio. € über dem Wert per 28. Februar 2022. Das Gearing zum Quartalsstichtag betrug 41,6 % (28. Februar 2022: 41,5 %).
Zum 28. Februar 2022 wurden aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Unsicherheiten der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung Plananpassungen im Segment Frucht vorgenommen, die zur Erfassung einer Wertminderung des Geschäfts- /Firmenwertes der CGU Frucht in Höhe von 55 Mio. € im Konzernjahresabschluss 2021|22 geführt hat. Seit dem 28. Februar 2022 sind steigende Zinsen und Inflationsraten zu beobachten. AGRANA operiert in einem zunehmend volatilen Marktumfeld bei steigenden Rohstoff-, Energie-, Transport- und anderen Kosten. Dies bedingt für die CGU Frucht vorübergehend eine fortlaufende Überprüfung der Budget- und Mittelfristplanzahlen. Daraus resultierte keine weitere Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes der CGU Frucht zum 31. Mai 2022.
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2022 23 | Q1 2021 22 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 360,7 | 320,7 | 12,5 % |
| EBITDA1 | 29,8 | 25,1 | 18,7 % |
| Operatives Ergebnis | 19,8 | 15,9 | 24,5 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,1 | 0,0 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 19,9 | 15,9 | 25,2 % |
| EBIT-Marge | 5,5 % | 5,0 % | 0,5 pp |

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im Q1 2022|23 mit 360,7 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau. Sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch bei Fruchtsaftkonzentraten stiegen die Umsätze preisbedingt.
Das EBIT im Segment betrug in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 19,9 Mio. € (Vorjahr: 15,9 Mio. €). Bei Fruchtzubereitungen lag das Ergebnis moderat unter dem Vorjahreswert. Die Verschlechterung war v.a. eine durchwachsene Geschäftsentwicklung in den Regionen Europa (inklusive Ukraine) und Asien-Pazifik zurückzuführen. Die sehr deutliche Ergebnissteigerung im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate war auf die verbesserten Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat und Buntsaftkonzentrat aus der Ernte 2021 zurückzuführen. Darüber hinaus trugen verbesserte Deckungsbeiträge aus FTNF2 -Aromen zur positiven EBIT-Entwicklung bei.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten v.a. für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss und Convenience.
Die politisch und wirtschaftlich global angespannte Lage führt vielerorts zu Unsicherheit bei den Konsumentinnen und Konsumenten und hat somit einen Einfluss auf viele dieser Konsumtrends. Die Nachfrage nach gesunden, natürlichen und nachhaltigen Produkten steigt zwar weiterhin, gleichzeitig führt die hohe Inflation zu einer Tendenz zu günstigeren und simpleren Produkten. Premium-Produkte müssen sehr gut positioniert werden, um nicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Marktanteile an günstigere Eigenmarken zu verlieren.
Die COVID-19-Pandemie beeinflusst die Marktentwicklung für den Hauptabsatzmarkt Fruchtjoghurt nunmehr seit über zwei Jahren leicht negativ. Laut aktuellen Daten von Euromonitor (Mai 2022) wird der Absatzmarkt für Fruchtjoghurt in den Kalenderjahren 2022 und 2023 global stagnieren.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate erhöhten sich die Kundenabrufe seit dem dritten Quartal 2021|22 kontinuierlich; im Q1 2022|23 konnte wiederum eine Steigerung gegenüber dem Vorquartal (Q4 2021|22) erzielt werden. Die Verträge betreffend Apfelsaftkonzentratmengen aus der Ernte 2021 konnten bei guter Marktnachfrage mit deutlich über dem Vorjahr liegenden Deckungsbeiträgen abgeschlossen werden. Auch für Buntsaftkonzentrate aus der Ernte 2021 konnten Verträge mit verbesserten Deckungsbeiträgen gegenüber dem Vorjahr ausverhandelt werden.
Die Ernte der Hauptfrucht Erdbeere wurde im Juni 2022 in den Ländern mit mediterranen Klimazonen (Ägypten, Marokko, Spanien und Mexiko) beendet. Niedrige Erntevolumina in Ägypten sowie allgemein höhere Produktions- und Logistikkosten führten zu einer Einkaufspreissteigerung gegenüber dem Vorjahr. Die
geplanten Erdbeerbedarfsmengen konnten vollständig kontrahiert werden. Für die beginnende Erdbeerernte in China zeichnet sich eine durchschnittliche Rohwarenverfügbarkeit bei stabilen Preisen ab.
Bei Pfirsich und Marille in den Hauptanbaugebieten Griechenland, Spanien und China wird mit durchschnittlichen Ernteerträgen und stabilen Preisen gerechnet. Bei Beerenfrüchten wie Heidelbeere und Himbeere wird von Preissteigerungen ausgegangen, da geringere Erntemengen in der Ukraine zu einer Angebotsverknappung führen werden.
Die Mango-Ernte im Hauptanbaugebiet Indien wurde im Mai 2022 gestartet. Es wird mit einem durchschnittlichen Rohstoffaufkommen gerechnet, aufgrund der anhaltend
hohen Frachtraten für Transporte von Asien nach Europa wird mit steigenden Preisen gerechnet.
Im ersten Quartal 2022|23 wurden für den Fruchtzubereitungsbereich 99.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft.
Für die gerade angelaufene Buntsaftverarbeitungssaison 2022 im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate ist von einer guten Rohstoffverfügbarkeit auszugehen.
Bei der Hauptfrucht des Fruchtsaftkonzentratgeschäftes Apfel wird für die Kampagne 2022 mit einer guten Verfügbarkeit in allen relevanten Hauptanbauregionen gerechnet.
| Finanzkennzahlen Segment Särke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2022 23 | Q1 2021 22 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 319,1 | 234,6 | 36,0 % |
| EBITDA1 | 37,3 | 20,7 | 80,2 % |
| Operatives Ergebnis | 25,0 | 8,8 | 184,1 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
|||
| Equity-Methode bilanziert werden | 4,3 | 2,7 | 59,3 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 29,3 | 11,5 | 154,8 % |
| EBIT-Marge | 9,2 % | 4,9 % | 4,3 pp |

Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2022|23 in Höhe von 319,1 Mio. € lagen sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Der Krieg in der Ukraine verstärkte die Verwerfungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten. Vorrangiges Ziel der AGRANA blieb weiterhin, Lieferketten und Produktion durchgängig aufrechtzuerhalten und die Versorgung der Kunden sicherzustellen. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten erforderten die Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten. Der wesentlichste Treiber für den Umsatzanstieg im Q1 2022|23 waren die gegenüber
der Vergleichsperiode extrem gestiegenen Ethanolpreise, die sich an den Platts-Notierungen orientieren.
Das EBIT im Segment Stärke lag mit 29,3 Mio. € sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Die Hauptbegründungen dafür waren der margenstarke Geschäftsbereich Ethanol sowie allgemein noch preisgesicherte Rohstoffe (inklusive Energie). Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe stieg von 2,7 Mio. € auf 4,3 Mio. €. Die für Ungarn ungewöhnlich hohen Rohstoffpreise konnten durch höhere Verkaufspreise für Ethanol mehr als ausgeglichen werden.
Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine Ende Februar 2022 hat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach zwei Jahren Pandemie nochmals nachhaltig und
dramatisch verändert und für zusätzliche Verwerfungen auf den Märkten gesorgt.
Die bereits im letzten Jahr massiv gestiegenen Rohstoffund Energiekosten haben im Q1 2022|23 neue historische Hochs erreicht, was dazu führte, bestehende Jahreskontrakte mit den Kunden neu zu evaluieren und zu verhandeln. Nach Ausschöpfung aller Effizienzen bei AGRANA gilt es, die massiven Kostensteigerungen auch in angepassten Verkaufspreisen abzubilden.
Native und modifizierte Lebensmittelstärken werden auf stabil hohem Niveau nachgefragt. Viele Abnehmer möchten ihre Bedarfsmengen längerfristig absichern, da die Preise kontinuierlich steigen.
Die Verpackungspapierindustrie verzeichnet anhaltend gut gefüllte Auftragsbücher. Investitionen in weitere Kapazitäten bei Wellpappenrohpapieren in Europa verstärken die hohen Stärkenachfrage. Punktuell sorgt die nach wie vor angespannte Logistiksituation für Schwierigkeiten bei den Kundenbelieferungen.
Knappe Kapazitäten am europäischen Markt bestimmen auch das Geschäft bei flüssigen Verzuckerungsprodukten.
Die Volatilität am Alkoholmarkt für Treibstoffe ist anhaltend hoch. Nach starken Notierungen im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen die Ethanolpreise auch im Q1 2022|23 im Periodenvergleich deutlich höher. Das Alkoholgeschäft trug damit trotz gestiegener Rohstoffkosten wiederum positiv zum Gesamtergebnis des Segmentes Stärke bei. Eine aufkeimende Teller-Trog-Tank-Diskussion im Zuge der Preisrally bei Getreide sorgt zunehmend für Unsicherheit am europäischen Ethanolmarkt. Unabhängig davon hat ein bedeutender Player in Großbritannien nach längerem Produktionsstillstand seine Alkoholerzeugung wieder aufgenommen.
Der internationale Getreiderat (IGC1 ) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2022|23 per 19. Mai 2022 auf 2,25 Mrd. Tonnen, die damit um rund 40 Mio. Tonnen unter dem Vorjahr und rund 28 Mio. Tonnen unter dem erwarteten Verbrauch liegt. Bei Weizen wird eine Produktion von 769 Mio. Tonnen (Vorjahr: 781 Mio. Tonnen; Verbrauch 2022|23: 780 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.184 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.214 Mio. Tonnen; Verbrauch 2022|23: 1.200 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände sollen um rund 27 Mio. Tonnen auf 580 Mio. Tonnen sinken.
Die Getreideproduktion der EU-27 wird von Stratégie Grains auf rund 279 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 291 Mio. Tonnen). Dazu soll die Weichweizenernte rund 124 Mio. Tonnen beitragen und damit geringer als die Ernte 2021 (131 Mio. Tonnen) ausfallen. Die Maisernte 2022 in der EU wird bei 67 Mio. Tonnen erwartet (Vorjahr: 69,5 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Euronext Paris bewegen sich seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine auf einem noch höheren Niveau als im Geschäftsjahr 2021|22. Für Volatilität nach unten sorgten Ende Mai/Anfang Juni 2022 etwaige Exportmöglichkeiten aus der Ukraine. Unterstützung fanden die hohen Getreidepreise in nicht optimalen Wetter- und Vegetationsbedingungen in Teilen wichtiger Getreide- und Maisproduktionsgebiete (Europa, USA, Indien und Südamerika). Am Berichtsstichtag lagen die Notierungen bei rund 340 € pro Tonne Mais und 392 € pro Tonne Weizen (Vorjahr: 269 € bzw. 214 € pro Tonne).
Für das Anbaujahr 2022 wurden im Kartoffelstärkebereich Kontrakte über rund 222.000 Tonnen (Vorjahr: 252.000 Tonnen) Stärke- und Biostärkeindustriekartoffeln abgeschlossen. Die Kontrakte für Speiseindustriekartoffeln erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr auf 18.000 Tonnen (Vorjahr: 17.600 Tonnen) bedingt durch mehr Nachfrage und eine verbesserte Verarbeitungsleistung.
Der Rohstoffeinkauf für die Stärkefabriken in Aschach|Österreich (Mais) und Pischelsdorf|Österreich (Weizen) aus der Ernte 2021 wurde bis auf Restmengen abgeschlossen. Die Rohstoffpreise lagen im ersten Quartal 2022|23 aufgrund der massiv gestiegenen internationalen Marktpreise deutlich über dem Vorjahr.
Im Bereich Bioethanol wurde der Getreide- und Maiseinkauf für das Werk in Pischelsdorf bis zur neuen Ernte zum Großteil fixiert. Die Rohstoffversorgung im Geschäftsjahr 2022|23 ist mit rund 71 % gegeben.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) wird die gesamte Maisverarbeitung 2022|23 (100 %) voraussichtlich rund 1,05 Mio. Tonnen betragen.
| Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2022 23 | Q1 2021 22 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 206,5 | 150,5 | 37,2 % |
| EBITDA1 | 5,0 | –1,0 | 600,0 % |
| Operatives Ergebnis | 0,1 | –6,0 | 101,7 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | |||
| unternehmen, die nach der | |||
| Equity-Methode bilanziert werden | 2,3 | –0,5 | 560,0 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 2,4 | –6,5 | 136,9 % |
| EBIT-Marge | 1,2 % | –4,3 % | 5,5 pp |

Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im Q1 2022|23 mit 206,5 Mio. € sehr deutlich über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl markant höhere Absätze, als auch deutlich gestiegene Zuckerverkaufspreise. Vor allem im Retailgeschäft waren die Umsatzzuwächse signifikant (zusätzlicher Konsum durch die Flüchtlinge aus der Ukraine), aber auch im Industriebereich war die Entwicklung gut.
Das EBIT im Q1 2022|23 betrug 2,4 Mio. € und war damit markant besser als im Vorjahr, als noch ein negatives Ergebnis ausgewiesen wurde. Deutlich gestiegene Margen (v.a. im Spot-Geschäft) aufgrund eines verbesserten Verkaufspreisumfeldes führten zu dieser positiven Entwicklung. Für das Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe wird für das Geschäftsjahr 2022|23 ein historisch hohes Ergebnis erwartet. Zahlreich ergriffene Reorganisationsmaßnahmen der Vergangenheit und richtige Marktentscheidungen im aktuell volatilen Marktumfeld spiegeln sich bereits im außerordentlich guten Q1 2022|23-Ergebnis wider.
Die Internationale Zucker-Organisation (International Sugar Organisation, ISO) hat in ihrer Prognose vom Mai 2022 das ursprünglich erwartete globale Defizit von 1,93 Mio. Tonnen für das laufende Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) auf einen Überschuss von 0,24 Mio. Tonnen korrigiert. Es wird im ZWJ 2021|22 mit einer Produktion von 174,03 Mio. Tonnen und einem Verbrauch von 173,79 Mio. Tonnen gerechnet.
Die ISO-Prognose für das ZWJ 2022|23 geht von einer Gesamterzeugung von 177,37 Mio. Tonnen aus, während der weltweite Verbrauch 174,60 Millionen Tonnen erreichen soll. Der Überschuss soll dabei durch eine rekordverdächtige Produktion in Indien und Produktionssteigerungen in Thailand erzielt werden, da die Zuckererzeugung in Brasilien (beeinflusst durch die Ethanolparität) schwächer als erwartet ausfallen könnte.
Die derzeit instabile geopolitische Lage beeinflusst auch die weltweiten Rahmenbedingungen für den Zuckermarkt und birgt erhöhte Risiken in Bezug auf mögliche Handelshemmnisse, Ausfuhrverbote für Grundnahrungsmittel, steigende Anzahl von Flüchtlingen in der EU und das geringe Angebot an Getreide.
Derzeit herrscht am Markt die Erwartungshaltung, dass die Zuckerpreise im ZWJ 2022|23 auf einem hohen Niveau gut gestützt bleiben, v.a. bedingt durch die Inflation und die hohen Energiekosten im Speziellen.
Am Ende des Berichtszeitraums wurde Weißzucker mit 572,3 US\$ pro Tonne und Rohzucker mit 427,7 US\$ pro Tonne gehandelt (Vorjahr: 459,6 US\$ bzw. 387,7 US\$).
Die Zuckerproduktion der EU-27 wird für das ZWJ 2021|22 auf 16,6 bis 16,8 Mio. Tonnen geschätzt, während der Verbrauch auf 14,7 Mio. Tonnen steigen dürfte (ZWJ 2020|21 14,1 Mio. Tonnen).
Laut EU-Preisreporting erreichten die durchschnittlichen Weißzuckerpreise in der EU im April 2022 446 EUR pro Tonne, um 51 € pro Tonne mehr als im April 2021, mit einem deutlichen Aufschlag von 80 € pro Tonne in der "EU-Zucker-Region 3" (Bulgarien, Spanien, Griechenland, Kroatien, Italien, Portugal, Rumänien).
Es ist damit zu rechnen, dass die EU-Marktpreise in den nächsten Wochen und Monaten weiter stark steigen werden, speziell in den Defizitregionen, wo die Versorgung mit Zucker sehr schwierig, bis nicht ausreichend, erscheint.
Mit diesen Erwartungen ist im nächsten ZWJ von deutlich höheren Marktpreisen auszugehen, was sich auch in entsprechend höheren Rübenpreisen widerspiegeln wird.
Die mit den Rübenbauern in der AGRANA-Gruppe kontrahierte Zuckerrübenfläche beträgt im Anbaujahr 2022 rund 74.000 Hektar (Anbaujahr 2021: rund 86.000 Hektar). Davon wurden für den Konzern rund 1.600 Hektar Zuckerrüben auf Grundlage biologischer Landwirtschaft unter Vertrag genommen.
Die Zuckerrübenfläche ist damit konzernweit um rund 14 % gesunken, wobei in Österreich, dem bedeutendsten Anbauland, die Rübenfläche um ca. 6 % reduziert wurde. Die prozentuell größten Rübenflächenrückgänge gab es in Rumänien (–34 %) und in Ungarn (–18 %). Hauptgründe für die rückläufigen Rübenflächen sind v.a. attraktive Verkaufspreise bei Konkurrenzkulturen (z.B. Mais, Sojabohnen, Weizen) sowie gestiegene Düngerpreise.
Der Anbau startete in Österreich Mitte März und wurde Mitte April 2022 abgeschlossen. Aufgrund kühler Witterungsbedingungen im April verzögerte sich der Feldaufgang bzw. mussten Flächen aufgrund von Frost und Verkrustung umgebrochen werden. In Österreich sowie vereinzelt auch in Ungarn trat der Derbrüssler (Rüsselkäfer) aufgrund der trockenen und warmen Witterung im Mai 2022 wieder verstärkt auf. Der Einsatz von rund 70.000 Pheromonfallen und die Wirkung der neonicotinoiden Saatgutbeize schränkte die Aktivität des Schädlings ein, wodurch größere Flächenverluste verhindert werden konnten. Insgesamt mussten aufgrund der angeführten Umstände Rübenumbrüche auf rund 2.600 Hektar (zu zwei Drittel in Österreich) durchgeführt werden, wobei auf rund 1.400 Hektar wieder ein Rübennachanbau stattfand. Die aktuelle Rübenfläche in der AGRANA-Gruppe beträgt nunmehr knapp 73.000 Hektar, davon rund 34.500 Hektar in Österreich.
Die Wasserversorgung war in allen Anbauländern aufgrund ausreichender Niederschläge Anfang Juni 2022 gut. Mitte Juni zeigten die Bestände im Vergleich zum Vorjahr einen Vegetationsvorsprung von rund zehn Tagen. Die weitere Witterung in den Sommermonaten wird zeigen, ob dieser Vorsprung auch bis zur Ernte gehalten werden kann.
Während in den Rübenzuckerfabriken in der kampagnenfreien Zeit Instandhaltungsarbeiten und Investitionsprojekte umgesetzt wurden, raffinierten die Rohzuckerwerke in Buzău|Rumänien und in Brčko|Bosnien und Herzegowina seit Anfang April 2022 bzw. seit Ende Mai 2022 Rohrrohzucker zu Weißzucker.
Am Standort Tulln|Österreich wurde der Betrieb der Melasseentzuckerungsanlage aus Kostengründen zwischen Mitte März und Anfang Juni 2022 ausgesetzt. Anfang April musste aufgrund von Rohstoffmangel ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine - die Betainkristallisationsanlage heruntergefahren werden.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.
Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens, u.a. auch zum Thema Krieg in der Ukraine, verweist AGRANA auf die Seiten 84 bis 92 des Geschäftsberichtes 2021|22.
| Mitarbeiter FTEs1 |
Q1 2022 23 |
Q1 2021 22 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 5.883 | 5.686 | 3,5 % |
| Segment Stärke | 1.128 | 1.131 | –0,3 % |
| Segment Zucker | 1.748 | 1.745 | 0,2 % |
| Konzern | 8.759 | 8.562 | 2,3 % |
Im Q1 2022|23 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.759 Mitarbeiter/FTEs1 (Vorjahr: 8.562 Mitarbeiter/FTEs1 ) beschäftigt. Der Personalanstieg war v.a. auf eine erhöhte Kundennachfrage und dadurch gestiegene Verarbeitungsaktivitäten im Segment Frucht in Marokko und Mexiko zurückzuführen.
Nach dem Quartalsstichtag am 31. Mai 2022 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.901,5 | |
| EBIT | 24,7 | |
| Investitionen2 | 82,4 | 115 |
Deutlicher Anstieg 3
Sehr deutlicher Anstieg 3
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2022|23 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.
Das EBIT des zweiten Quartals des laufenden Geschäftsjahres wird deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres (23,9 Mio. €) erwartet.
| Segment Frucht in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.251,1 | |
| EBIT | –15,8 | |
| Investitionen2 | 37,4 | 54 |
Moderater Anstieg 3
Sehr deutliche Verbesserung 3
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2022|23 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung. Das EBIT soll sehr deutlich verbessert werden, weil es 2021|22 die außerordentlichen Belastungen durch den Ukraine-Krieg (v.a. Goodwill-Wertminderung) gab. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird 2022|23 von einem moderaten Umsatzanstieg bei einer sich weiter verbessernden Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen.
| Segment Stärke in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.010,4 | |
| EBIT | 71,6 | |
| Investitionen2 | 24,3 | 32 |
Deutlicher Anstieg 3
Moderater Rückgang 3
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2022|23 einen deutlichen Umsatzanstieg, primär bedingt durch höhere Verkaufspreise. Gleichzeitig werden höhere Rohstoff- und Energiepreise die Profitabilität belasten.
Durchschnittlich in der Periode beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents) 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte. 3
Die diesen quantitativen Begriffen im Kapitel Ausblick entsprechenden prozentuellen Veränderungsspannen sind auf Seite 15 definiert.
1
Aus aktueller Sicht wird mit einem moderat unter dem Vorjahr liegenden Stärke-EBIT gerechnet.
| Segment Zucker in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 640,0 | |
| EBIT | –31,1 | |
| Investitionen1 | 20,7 | 29 |
Deutlicher Anstieg 2
1
Deutliche Verbesserung 2
Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2022|23 mit v.a. preisbedingt höheren Umsatzerlösen. AGRANA geht davon aus, dass die Auslastung speziell der beiden österreichischen Zuckerfabriken auf erforderlichem Niveau stabilisiert werden kann. Trotz höherer Energiekosten und Rübenpreise wird aufgrund der deutlich steigenden EU-Marktpreise und eines konsequenten Kostenmanagements ein deutlich verbessertes Ergebnis erwartet.
Der seit Ende Februar 2022 andauernde Krieg in der Ukraine führte zu einer nochmaligen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und weiteren Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten. Die sich hieraus ergebenden wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie die Dauer dieser zusätzlichen temporären Ausnahmesituation sind nur schwer abschätzbar. Daneben bestehen auch weiterhin Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.
Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass der Krieg in der Ukraine temporär und regional begrenzt bleibt, die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet ist und sich innerhalb des Geschäftsjahres 2022|23 die Absatz- und Beschaffungsmärkte wieder teilweise normalisieren können. AGRANA erwartet auch, die insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich deutlich gestiegenen Preise in neuen Kundenkontrakten weitergeben zu können.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 115 Mio. € zwar über dem Wert von 2021|22, jedoch unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen.

In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte. 2 Die diesen quantitativen Begriffen im Kapitel Ausblick entsprechenden prozentuellen Veränderungsspannen sind auf Seite 15 definiert.
| 8. Juli 2022 | Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2021 22 |
|---|---|
| 13. Juli 2022 | Ex-Dividenden-Tag |
| 14. Juli 2022 | Nachweisstichtag Dividende |
| 15. Juli 2022 | Dividenden-Zahltag |
| 13. Oktober 2022 | Ergebnisse des ersten Halbjahres 2022 23 |
| 12. Jänner 2023 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2022 23 |
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Investor Relations Mag. (FH) Hannes HAIDER Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
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Veröffentlicht am 7. Juli 2022 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
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Die Zwischenmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Zwischenmitteilung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Diese Zwischenmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diese Zwischenmitteilung am 27. Juni 2022 aufgestellt.
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2021|22 auf Seite 204 verwiesen.
AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in dieser Zwischenmitteilung. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise.
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Diese Zwischenmitteilung ist in deutscher und englischer Version erhältlich..
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