Quarterly Report • Oct 13, 2022
Quarterly Report
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BERICHT ÜBER DAS ERSTE HALBJAHR 2022|23
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
2 Durschnittlich in der Periode beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
| 3 | Vorwort des Vorstandes |
|---|---|
| 4 | Konzernlagebericht |
| 4 | Konzernentwicklung im ersten Halbjahr 2022 23 |
| 8 | AGRANA auf dem Kapitalmarkt |
| 9 | Segment Frucht |
| 11 | Segment Stärke |
| 13 | Segment Zucker |
| 15 | Chancen- und Risikobericht |
| 15 | Mitarbeitende |
| 15 | Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen |
| 15 | Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode |
| 16 | Ausblick |
| 17 | Konzernzwischenabschluss |
| 17 | Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung |
| 18 | Konzern-Gesamtergebnisrechnung |
| 18 | Konzern-Geldflussrechnung |
| 19 | Konzern-Bilanz |
| 20 | Konzern-Eigenkapital-Entwicklung |
| 21 | Anhang zum Konzernzwischenabschluss |
| 28 | Erklärung des Vorstandes |
| 29 | Weitere Informationen |
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre,
mit 86,5 Mio. € haben wir das erste Halbjahr 2022|23 operativ besser abgeschlossen als erwartet (Vorjahr: 41,0 Mio. €). Allerdings führte ein notwendiger Impairmenttest per 31. August 2022 zu einer Wertminderung von Assets und Goodwill in unserer Cash Generating Unit Frucht. Diese außerordentliche Abschreibung in Höhe von 91,2 Mio. €, die neben dem Ukraine-Krieg v.a. auf rasant steigende Kapitalkosten zurückzuführen war, ist nicht zahlungswirksam, aber leider ein weiterer Beleg dafür, welch volatile und unsichere Zeiten wir gerade durchleben.
Der mittlerweile knapp acht Monate andauernde Krieg in der Ukraine hat für ein neues Ausmaß an Unberechenbarkeit an den Märkten gesorgt. Man kann durchaus sagen, der Energiemarkt spielt verrückt und Rohstoffbörsen entkoppeln sich zunehmend vom physischen Markt. Auch wenn wir bei AGRANA die zahlreichen Herausforderungen von Monat zu Monat stärker verspüren, soll zunächst betont werden, dass in unserem Unternehmen im ersten Halbjahr vieles richtig gemacht wurde, was sich auch in der starken operativen Performance widerspiegelt. Es gab in allen Segmenten eine Verbesserung des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr, wobei jene in den Segmenten Stärke und Zucker besonders hervorsticht. Im Segment Frucht sind wir froh, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine weiterhin von den Kriegshandlungen unversehrt geblieben sind. Es ist auch bewundernswert, dass die Auslastung in den letzten drei Monaten in den ukrainischen Werken weiterhin auf einem guten Niveau von ca. 50 % gehalten werden konnte. Das zweite Halbjahr ist bei AGRANA stets durch die Kampagnen-Produktion (Rübe, Kartoffel, Nassmais, Apfel) gekennzeichnet. Im Segment Frucht soll eine wie im Vorjahr mengenmäßig gute Apfelkampagne 2022 auch im zweiten Halbjahr 2022|23 zu starken Ergebnissen im Fruchtsaftkonzentratgeschäft führen. Die Rübenverarbeitung im Segment Zucker ist seit Anfang Oktober in allen Werken angelaufen. Die Auslastung wird aufgrund geringerer Rübenmengen niedriger als im Vorjahr erwartet, steigende Zuckerpreise sollen aber für eine weitere Stabilisierung der Zucker-Ergebnisse im positiven Bereich sorgen.
Die hohen Energiepreise sind für AGRANA als industrieller Nahrungsmittelveredler zunehmend ein Belastungsfaktor. Versorgungssicherheit für unsere Kunden hat oberste Priorität, deshalb haben wir schon im März 2022 mit den Planungen begonnen, wie wir aufgrund der hohen Abhängigkeit von russischem Gas die Energieversorgung v.a. während der energieintensiven Kampagnen aufrechterhalten und so Verarbeitungssicherheit gewährleisten können. Die Verwendung von Heizöl Extra Leicht (HEL) neben Erdgas und die dafür erforderliche Umrüstung der relevanten Zucker- und Stärkefabriken war der Lösungsansatz. Seit Oktober kann in den beiden österreichischen Zuckerwerken neben Erdgas auch HEL eingesetzt werden, in den österreichischen Stärkefabriken Aschach und Gmünd soll die Umrüstung noch bis zum Winter erfolgen.
Uns ist bewusst, dass diese Maßnahmen zur Absicherung der Produktionskontinuität aktuell unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen konterkarieren. Dennoch hält AGRANA an ihren ambitionierten Plänen zum Klimaschutz fest, denn mittel- bis langfristig ist der Umstieg auf erneuerbare Energieträger unumgänglich. Das Ziel bleibt die Dekarbonisierung unserer Produktion (Scope 1 und 2 Emissionen) bis 2040. Im ersten Halbjahr 2022|23 haben wir intensiv an der Weiterentwicklung unserer Klimastrategie gearbeitet, die wir im Rahmen unserer Mitgliedschaft bei der Science Based Targets Initiative im Herbst 2022 zur Verifizierung einreichen werden. In unseren Werken werden laufend Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen, um noch mehr Grünstrom zu produzieren.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, in unserer Prognose für 2022|23 erwarten wir trotz aller Herausforderungen für den Konzern ein operatives Ergebnis, das deutlich über dem Wert des Geschäftsjahres 2021|22 liegen soll1 . Flexibilität, Ausschöpfung aller Produktivitätspotenziale und erfolgreiche Preisverhandlungen im Ein- und Verkauf werden weiterhin ein Schlüssel zum Erfolg und zu dieser Zielerreichung sein. Zusammenhalt ist in diesen turbulenten Zeiten gefragt, denn die Inflation ist ein Thema, welches alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette betrifft. AGRANAs Interesse ist es weiterhin, ein verlässlicher Partner für unsere Stakeholder zu sein.
Ihr Vorstands-Team der AGRANA Beteiligungs-AG
Markus Mühleisen, CEO Ingrid-Helen Arnold Stephan Büttner Norbert Harringer
| Konzern-Gewinn- und Verlust | H1 | H1 |
|---|---|---|
| rechnung (verkürzt) | 2022 23 | 2021 22 |
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | ||
| Umsatzerlöse | 1.792,3 | 1.424,4 |
| EBITDA1 | 141,2 | 94,0 |
| Operatives Ergebnis | 86,5 | 41,0 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||
| unternehmen, die nach der | ||
| Equity-Methode bilanziert werden | 13,5 | 6,1 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –88,9 | –2,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 11,1 | 44,8 |
| EBIT-Marge | 0,6 % | 3,1 % |
| Finanzergebnis | –10,2 | –7,1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 0,8 | 37,7 |
| Ertragsteuern | –17,8 | –10,6 |
| Konzernergebnis | –17,0 | 27,1 |
| davon Aktionäre der | ||
| AGRANA Beteiligungs-AG | –21,5 | 28,0 |
| Ergebnis je Aktie (€) | –0,34 | 0,45 |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im ersten Halbjahr 2022|23 (1. März bis 31. August 2022) mit 1.792,3 Mio. € deutlich über dem Vorjahr, wobei der Anstieg v.a. auf angepasste Preise in allen Segmenten, aber auch höhere Absätze im Segment Zucker zurückzuführen war.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) im ersten Halbjahr 2022|23 betrug 11,1 Mio. € und lag damit sehr deutlich unter dem Vorjahreswert von 44,8 Mio. €. Der Rückgang ist auf ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –88,9 Mio. € (Vorjahr: –2,3 Mio. €), bedingt durch Wertminderungen auf Assets und Goodwill im Segment Frucht, zurückzuführen. Nähere Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind im Segmentbericht Frucht (Seite 9) sowie im Anhang des Zwischenabschlusses (Seite 22f) zu finden. Im Segment Frucht führte die angesprochene Wertminderung zu

einem negativen EBIT von –60,0 Mio. € (Vorjahr: 25,8 Mio. €). Die operative Performance des Segmentes war moderat positiv. Ein nach wie vor sehr gut laufendes Ethanolgeschäft führte zu einem sehr deutlichen EBIT-Anstieg auf 56,7 Mio. € (Vorjahr: 29,0 Mio. €) im Segment Stärke. Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr höhere Margen und Verkaufsmengen zu einem EBIT von 14,4 Mio. € und somit zu einer Rückkehr in die Gewinnzone (Vorjahr: –10,0 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf –10,2 Mio. € nach –7,1 Mio. € im Vorjahr, wobei die negative Veränderung v.a. aus einem schwächeren Währungsergebnis resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 17,8 Mio. €, einer Steuerquote von >100 % (Vorjahr: 28,1 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis –17,0 Mio. € (Vorjahr: 27,1 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie sank auf –0,34 € (Vorjahr: 0,45 €).


Im ersten Halbjahr 2022|23 investierte AGRANA mit 35,7 Mio. € um 5,4 Mio. € mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen1 in Mio. € |
H1 2022 23 |
H1 2021 22 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 10,9 | 12,2 | –10,7 % |
| Segment Stärke | 7,7 | 7,4 | 4,1 % |
| Segment Zucker | 17,1 | 10,7 | 59,8 % |
| Konzern | 35,7 | 30,3 | 17,8 % |
Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität und Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:
Zusätzlich wurden im H1 2022|23 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 8,2 Mio. € (100%; Vorjahr: 6,5 Mio. €) getätigt.
Im ersten Halbjahr 2022|23 sind die Preise für den Hauptenergieträger von AGRANA, Erdgas, trotz des bereits hohen Preisniveaus weiter gestiegen und haben sich für den Kampagnenzeitraum (Verarbeitung von saisonalen Rohstoffen; September 2022 bis Jänner 2023) mehr als verdoppelt, zwischenzeitlich sogar verdreifacht. Die Preisfindung basiert nicht mehr auf Angebot und Nachfrage, sondern ist geprägt von den Reaktionen der Marktteilnehmer auf Krisenszenarien und von politischer Einflussnahme. AGRANA hat bei den Energieversorgern die benötigten Erdgasmengen für die Kampagnen 2022 kontrahiert. Die Unsicherheit hinsichtlich einer garantierten Erdgasversorgung in Europa, sowohl mengen- als auch preisseitig, bleibt aber bestehen. Aus diesem Grunde wurde von AGRANA bereits zu Beginn des Geschäftsjahres die Entscheidung getroffen, eine alternative Versorgung mit Heizöl Extra Leicht (HEL) vorzubereiten. An allen österreichischen Standorten in den Segmenten Zucker und Stärke wurden in Summe rund 10 Mio. € in Heizöl-Brenner investiert. Neben der Sicherung der benötigten Heizölmengen liegt nunmehr eine besondere Herausforderung in der Liefer- und Lagerlogistik. Es ist vorgesehen, dass der Großteil der Produktionskapazität in den Monaten Oktober 2022 bis März 2023 auf die Versorgung mit HEL umgestellt werden kann.
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
2 "Braune Geschmacksrichtungen" wie Schokolade, Karamell, Toffee und Nougat
| Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) in Mio. € |
H1 2022 23 | H1 2021 22 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 135,3 | 90,9 | 48,8 % |
| Veränderungen des Working Capital | –166,9 | –34,7 | –381,0 % |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | –11,9 | –16,9 | 29,6 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | –43,5 | 39,3 | –210,7 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –29,3 | –23,0 | –27,4 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 93,0 | 5,3 | 1.654,7 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 20,2 | 21,6 | –6,5 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassungen auf den Finanzmittelbestand |
4,4 | –0,4 | 1.200,0 % |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von | |||
| Tochterunternehmen | 0,0 | 0,8 | –100,0 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 103,6 | 111,0 | –6,7 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 128,2 | 133,0 | –3,6 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg im ersten Halbjahr 2022|23 v.a. aufgrund der besseren operativen Performance bei hohen unbaren Wertminderungen auf 135,3 Mio. € (Vorjahr: 90,9 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode wesentlich stärkeren Aufbau des Working Capital um 166,9 Mio. € (Vorjahr: Aufbau um 34,7 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im H1 2022|23 von –43,5 Mio. € (Vorjahr: 39,3 Mio. €) ausgewiesen. Der Cashabfluss aus Investitionstätigkeit war primär aufgrund geringerer Einzahlungen aus Anlagenabgängen und höherer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 29,3 Mio. € höher als im Vorjahr (Abfluss von 23,0 Mio. €). Bei einer moderat niedrigeren Dividendenauszahlung führte der gegenüber dem Vorjahr deutliche Aufbau von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zu einem Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 93,0 Mio. € (Vorjahr: Cashzufluss von 5,3 Mio. €).
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | 31.08.2022 | 28.02.2022 | |
| AKTIVA | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.048,6 | 1.134,9 | –7,6 % |
| davon immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 116,0 | 204,6 | –43,3 % |
| davon Sachanlagen | 824,4 | 828,2 | –0,5 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.607,1 | 1.508,7 | 6,5 % |
| davon Vorräte | 829,6 | 864,1 | –4,0 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 514,7 | 398,5 | 29,2 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 128,2 | 103,6 | 23,7 % |
| Summe Aktiva | 2.655,7 | 2.643,6 | 0,5 % |
| Eigenkapital | 1.257,8 | 1.281,5 | –1,8 % |
| PASSIVA | |||
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.199,1 | 1.224,5 | –2,1 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 58,7 | 57,0 | 3,0 % |
| Langfristige Schulden | 466,6 | 477,5 | –2,3 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 378,6 | 377,7 | 0,2 % |
| Kurzfristige Schulden | 931,3 | 884,6 | 5,3 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 424,7 | 276,6 | 53,5 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 324,2 | 440,1 | –26,3 % |
| Summe Passiva | 2.655,7 | 2.643,6 | 0,5 % |
| Nettofinanzschulden | 657,4 | 532,0 | 23,6 % |
| Gearing1 | 52,3 % | 41,5 % | 10,8 pp |
| Eigenkapitalquote | 47,4 % | 48,5 % | –1,1 pp |
Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2021|22 stabilen Bilanzsumme zum 31. August 2022 von 2,66 Mrd. € lag die Eigenkapitalquote bei 47,4 % (28. Februar 2022: 48,5 %). Der Wert der langfristigen Vermögenswerte reduzierte sich bedingt durch Wertminderungen auf Assets und Goodwill im Segment Frucht moderat auf 1.048,6 Mio. €. Die kurzfristigen Vermögenswerte (1.607,1 Mio. €) stiegen moderat. Einer Verringerung der Vorratsposition stand dabei ein deutlicher Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Auf der Passivseite reduzierten sich die langfristigen Schulden (466,6 Mio. €) geringfügig. Die kurzfristigen Schulden (931,3 Mio. €) gingen in Summe moderat zurück, wobei den erhöhten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstand. Die Nettofinanzschulden zum 31. August 2022 lagen mit 657,4 Mio. € um 125,4 Mio. € über dem Wert per 28. Februar 2022. Das Gearing zum Quartalsstichtag betrug 52,3 % (28. Februar 2022: 41,5 %).
| Kennzahlen zur Aktie | H1 2022 23 | |
|---|---|---|
| Höchstkurs (22. April 2022) | € | 17,40 |
| Tiefstkurs (7. März 2022) | € | 15,30 |
| Ultimokurs (31. August 2022) | € | 16,10 |
| Buchwert je Aktie zum Ultimo | € | 19,19 |
| Marktkapitalisierung zum Ultimo | Mio. € | 1.006,1 |
Die AGRANA-Aktie startete mit einem Kurs von 16,54 € in das Geschäftsjahr 2022|23 und schloss zum Ultimo August 2022 mit 16,10 €, was einem leichten Minus von 2,7 % entspricht. Der österreichische Leitindex (ATX) fiel im selben Zeitraum um 14,5 %.
Die Zahl der durchschnittlich gehandelten Aktien pro Tag betrug in der Periode März bis August 2022 rund 17.500 Stück1 (Vorjahr: rund 19.000 Stück1 ).
Die Entwicklung des AGRANA-Aktienkurses finden Sie auf der Website www.agrana.com -> Investoren -> Aktie -> Aktienkurs, Kennzahlen und Analysen. Die Marktkapitalisierung betrug per Ultimo August 2022 1.006,1 Mio. €.
Bei der am 8. Juli 2022 abgehaltenen 35. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-AG wurde für das Geschäftsjahr 2021|22 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,75 € je Aktie (2020|21: 0,85 € je Aktie) beschlossen; die Auszahlung erfolgte im Juli 2022.

| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2022 23 |
H1 2021 22 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 727,5 | 633,4 |
| EBITDA1 | 50,0 | 47,1 |
| Operatives Ergebnis | 29,8 | 28,1 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –89,8 | –2,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | –60,0 | 25,8 |
| EBIT-Marge | –8,2 % | 4,1 % |
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q2 2022 23 |
Q2 2021 22 |
| Umsatzerlöse EBITDA1 |
366,8 20,2 |
312,7 22,0 |
| Operatives Ergebnis | 10,0 | 12,2 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –89,9 | –2,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | –79,9 | 9,9 |
| EBIT-Marge | –21,8 % | 3,2 % |
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im H1 2022|23 mit 727,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau. Bei Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze preisbedingt, bei Fruchtsaftkonzentraten war der Anstieg auch mengengetrieben.
Das EBIT war negativ und lag aufgrund außerordentlicher Abschreibungen mit –60,0 Mio. € sehr deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Neben dem weiter andauernden Krieg in der Ukraine und den Verwerfungen an den Energie- und Rohstoffmärkten lösten vor allem rasant steigende Kapitalkosten eine Werthaltigkeitsprüfung für die Cash Generating Unit Frucht zum Halbjahresstichtag (31. August 2022) aus. Dabei wurden zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Assets und Goodwill in Höhe von 91,2 Mio. € ermittelt und im Ergebnis aus Sondereinflüssen verbucht. Operativ lag das Ergebnis bei Fruchtzubereitungen deutlich unter dem Vorjahreswert. Die Verschlechterung war v.a. auf eine durchwachsene Geschäftsentwicklung in den Regionen Europa (inklusive Ukraine) und Asien-Pazifik zurückzuführen. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate gab es eine sehr deutliche Ergebnissteigerung, die auf verbesserte Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2021 zurückzuführen war. Darüber hinaus trugen verbesserte Deckungsbeiträge aus Buntsaftkonzentraten und FTNF2-Aromen zur positiven EBIT-Entwicklung bei. Bei Fruchsaftkonzentraten wurde außerdem ein positives Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 1,4 Mio. € verbucht, da ein großer Teil der zum 28. Februar 2022 gebildeten Wertberichtigungen für Forderungen und Vorräte aufgrund des Krieges in der Ukraine bereits aufgelöst werden konnte.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Gesundheit, Genuss, Convenience und Nachhaltigkeit. Aufgrund der wirtschaftlich herausfordernden Zeit, mit hoher Inflation und kontinuierlich steigenden Energiekosten in weiten Teilen der Welt, rücken für Konsumenten auch die Themen Leistbarkeit und Einschränkung auf essentielle Produkte mehr und mehr in den Fokus. Diese Entwicklung ist regional unterschiedlich und hat direkte Auswirkungen auf jene Absatzmärkte von AGRANA Fruit, in denen Lebensmittel angeboten werden, die eben als nicht "essentiell" gesehen werden. In China zeigt der Joghurtmarkt zum Beispiel nach vielen Jahren des teilweise zweistelligen Wachstums zum ersten Mal einen rückläufigen Trend. Joghurt ist dort ein trendiger Snack, der hauptsächlich "on-the-go" konsumiert und teilweise auch durch andere Produkte ersetzt wird. In Europa oder Nordamerika ist Joghurt hingegen als Grundnahrungsmittel in der Ernährung verankert und die Nachfrage ist somit nicht so starken Schwankungen in Krisenzeiten ausgesetzt.
Die Marktentwicklung für den Hauptabsatzmarkt Joghurt wird durch die global angespannte wirtschaftliche Situation negativ beeinflusst. Aktuelle Prognosen von Euromonitor zeigen im Kalenderjahr 2022 weltweit für Joghurt (Mengenentwicklung) einen Rückgang von 1,2 %.
2 From the named fruit (natürliche Aromen)
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Bei der letzten Schätzung im Februar 2022 wurde noch eine Wachstumsrate von 3,0 % prognostiziert. Vor allem der Markt für aromatisiertes löffelbares Joghurt ist 2022 laut aktuellen Berechnungen mit –2,0 % rückläufig.
Bei Fruchtsaftkonzentraten konnten hohe Kundenabrufe von Apfelsaftkonzentrat im H1 2022|23 verzeichnet werden. Für die überwiegenden Mengen an Buntsaftkonzentraten aus der Ernte 2022 wurden bereits Verträge mit Kunden zu sehr guten Verkaufspreisen abgeschlossen.
Die Ernte der Hauptfrucht Erdbeere konnte im Juli in allen relevanten Beschaffungsmärkten für den Fruchtzubereitungsbereich abgeschlossen werden. Die geplante Bedarfsmenge wurde in Anbaugebieten in mediterranen Klimazonen wie Ägypten, Marokko und Spanien sowie in Mexiko und China vollständig kontrahiert. Die durchschnittlichen Einkaufspreise lagen über dem Vorjahresniveau, was hauptsächlich auf höhere Produktionskosten auf Lieferantenseite zurückzuführen war.
Die Pfirsichernte in den europäischen Hauptanbaugebieten Spanien und Griechenland brachte hitzebedingt niedrigere Erträge ein. Die Einkaufspreise für AGRANA stiegen moderat bis deutlich.
Bei wilder Heidelbeere aus den europäischen Anbaugebieten lagen die Ernteerträge trotz kriegsbedingt herausfordernder Logistik in der Ukraine über den Erwartungen. Die Einkaufspreise sanken hier gegenüber dem Vorjahr.
Die Himbeerernte in Polen und der Ukraine lag mengenmäßig über dem letzten schwachen Ertragsjahr. Die Himbeerpreise gingen folglich moderat bis deutlich zurück. Trotz der Kriegshandlungen in der Ukraine konnten die Planeinkaufsmengen kontrahiert werden.
Hohe Frachtkosten aus Asien haben weiterhin einen negativen Einfluss auf die Einkaufspreise von Mango und Ananas.
Im ersten Halbjahr 2022|23 wurden für den Fruchtzubereitungsbereich rund 185.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft, davon 35.000 Tonnen Erdbeeren. Die Energiekosten im Fruchtzubereitungsgeschäft lagen im H1 2022|23 sehr deutlich über dem Vorjahr. Teurer wurde primär die Gas- und Stromversorgung der europäischen Produktionsstandorte.
Bei Fruchtsaftkonzentraten konnten aufgrund der guten Rohstoffverfügbarkeit bei roten Beeren ähnlich hohe Mengen wie im Vorjahr verarbeitet werden.
Bei der Hauptfrucht Apfel wird in der Kampagne 2022 mit einer guten Rohstoffverfügbarkeit in den Hauptanbauregionen gerechnet.

| Finanzkennzahlen | H1 | H1 |
|---|---|---|
| Segment Stärke | 2022 23 | 2021 22 |
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | ||
| Umsatzerlöse | 655,3 | 476,8 |
| EBITDA1 | 74,2 | 46,0 |
| Operatives Ergebnis | 49,6 | 22,1 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||
| unternehmen, die nach der | ||
| Equity-Methode bilanziert werden | 7,1 | 6,9 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 56,7 | 29,0 |
| EBIT-Marge | 8,7 % | 6,1 % |
| Finanzkennzahlen | Q2 | Q2 |
| Segment Stärke | 2022 23 | 2021 22 |
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | ||
| Umsatzerlöse | 336,2 | 242,2 |
| EBITDA1 | 36,9 | 25,3 |
| Operatives Ergebnis | 24,6 | 13,3 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||
| unternehmen, die nach der | ||
| Equity-Methode bilanziert werden | 2,8 | 4,2 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 27,4 | 17,5 |
Die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2022|23 in Höhe von 655,3 Mio. € lagen sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Der Krieg in der Ukraine verstärkte die Verwerfungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten. Vorrangiges Ziel der AGRANA blieb weiterhin, Lieferketten und Produktion durchgängig aufrechtzuerhalten und die Versorgung der
Kunden sicherzustellen. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten erforderten die Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten. Der wesentlichste Treiber für den Umsatzanstieg im H1 2022|23 waren die gegenüber der Vergleichsperiode extrem gestiegenen Ethanolpreise, die sich an den Platts-Notierungen orientieren.
Das EBIT im Segment Stärke lag mit 56,7 Mio. € sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Die Hauptbegründung dafür war der margenstarke Geschäftsbereich Ethanol. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe stieg von 6,9 Mio. € auf 7,1 Mio. €. Die für Ungarn ungewöhnlich hohen Rohstoffpreise konnten durch höhere Verkaufspreise für Ethanol ausgeglichen werden.
Im ersten Halbjahr 2022|23 ist die COVID-19-Pandemie, die das Welt- und Wirtschaftsgeschehen die letzten beiden Jahre dominiert hat, in den Hintergrund gerückt. Verdrängt wurde sie durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine Ende Februar 2022, der die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dramatisch und nachhaltig verändert hat.
Planbarkeit ist im aktuellen Marktumfeld äußerst schwierig. Die Rahmenbedingungen im Hinblick auf Rohstoffverfügbarkeit, Energiekosten und Energieversorgungssicherheit sowie sinkende Abnahmemengen von Seiten der Kunden sorgen für umfassende Herausforderungen über alle Produktsegmente hinweg. Für alle Marktteilnehmer im Stärkegeschäft steht derzeit im Fokus, Marktanteile zu halten.
Die Verkäufe von nativen und modifizierten Stärken an die Lebensmittelindustrie lagen weitgehend auf stabilem Niveau. Kürzere Kontraktlaufzeiten sowie die Ambition vieler Kunden, sich möglichst frühzeitig für das kommende Jahr einzudecken sind in diesem Marktsegment bestimmend.
Betreffend Absatz von technischen Stärken ist im Papiersegment eine Eintrübung des Marktes feststellbar. Sowohl ein rückläufige Papierbedarf als auch der Umstand, dass viele Hersteller nicht mehr kostendeckend produzieren können, sind dafür maßgebend.
Im Geschäftsbereich Säuglingsmilchnahrung konnten die höheren Preise gut in den Markt weitergegeben werden. Wachstum konnte am US-Markt erzielt werden, auf den sich aktuell einige Hersteller konzentrieren.
Die Volatilität am Alkoholmarkt für Treibstoffe war auch im ersten Halbjahr 2022|23 auf konstant hohem Niveau.
Nach starken Notierungen, v.a. im Q1 2022|23, lagen die Ethanolpreise auch im H1 2022|23 im Periodenvergleich deutlich höher. Das Alkoholgeschäft trug damit trotz gestiegener Rohstoffkosten wiederum positiv zum Gesamtergebnis des Segmentes Stärke bei. In den letzten Wochen entwickelten sich die Preise rückläufig. Unter anderem sorgte ein Mobilitätsrückgang aufgrund von allgemeiner Unsicherheit für einen verringerten Bedarf. Die im Zuge des Krieges aufgekeimte Teller-Trog-Tank-Diskussion ist wieder abgeflaut, da zum jetzigen Zeitpunkt in Europa eine Energiekrise wahrscheinlicher erscheint als eine Lebensmittelkrise.
Der internationale Getreiderat (IGC1 ) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2022|23 per 18. August 2022 auf 2,25 Mrd. Tonnen, die damit um rund 43 Mio. Tonnen unter dem Vorjahr und mit rund 26 Mio. Tonnen unter dem erwarteten Verbrauch liegen wird. Bei Weizen wird eine Produktion von 778 Mio. Tonnen (Vorjahr: 781 Mio. Tonnen; Verbrauch 2022|23: 783 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.179 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.219 Mio. Tonnen; Verbrauch 2022|23: 1.197 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände sollen auf 577 Mio. Tonnen (Vorjahr: 603 Mio. Tonnen) fallen.
Die Getreideproduktion der EU-27 wird von Stratégie Grains auf rund 265 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 290 Mio. Tonnen). Dazu soll die Weichweizenernte rund 123 Mio. Tonnen beitragen und damit niedriger als die Ernte 2021 (130 Mio. Tonnen) ausfallen. Die Maisernte 2022 in der EU wird mit 55 Mio. Tonnen ebenfalls deutlich geringer geschätzt (Vorjahr: 70 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Euronext Paris stiegen seit Anfang März 2022 bei Mais und Weizen markant. Die geopolitische Situation in Europa einerseits und die globalen Wetterextreme mit starker Trockenheit sowie Überschwemmungen, und der dadurch schwächeren Ernten in wichtigen Produktionsgebieten, andererseits führten zu diesen Kursanstiegen bei erhöhten Volatilitäten. Am Berichtsstichtag lagen die Notierungen bei rund 320 € pro Tonne Mais und 330 € pro Tonne Weizen (Vorjahr: 220 € bzw. 249 € pro Tonne).
Am 29. August 2022 wurde in der Kartoffelstärkefabrik Gmünd|Österreich mit der Verarbeitung von Stärkekartoffeln der Ernte 2022 begonnen (Kontrakte über rund 220.000 Tonnen). Aufgrund der ungünstigen Witterung während der Vegetationsphase wird eine Liefererfüllung von ca. 90 % der kontrahierten Stärkekartoffeln erwartet. Der durchschnittliche Stärkegehalt wird mit rund 19,5 % über dem Vorjahresniveau (18,5 %) liegen.
Die Nassmaisübernahme in der Maisstärkefabrik Aschach|Österreich begann mit Ende August 2022. Es wird mit einer gegenüber dem Vorjahr vergleichbaren Übernahmemenge von rund 120.000 bis 130.000 Tonnen und einer Verarbeitung bis Mitte Dezember 2022 gerechnet. Anschließend wird die Verarbeitung mit Trockenmais fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2022|23 wurden in Aschach knapp 230.000 Tonnen (Vorjahr: knapp 250.000 Tonnen) Mais verarbeitet.
Als Rohstoffe für die integrierte Bioraffinerie2 in Pischelsdorf|Österreich wurden im ersten Halbjahr 2022|23 Getreide (Weizen, Bio-Weizen und Tritikale) und Mais im Verhältnis von etwa 3 zu 1 eingesetzt. Die Gesamtverarbeitung lag in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres bei rund 500.000 Tonnen (Vorjahr: rund 550.000 Tonnen). Ende August 2022 begann die Verarbeitung von Nassmais. Es wird mit 85.000 Tonnen von einer etwas niedrigeren Übernahmemenge als im Vorjahr und einer Verarbeitungsdauer bis Mitte Dezember 2022 ausgegangen.
Der Rohstoffeinkauf für die Fabriken in Aschach und Pischelsdorf aus der Ernte 2021 ist abgeschlossen. Inklusive der fixierten Mengen aus der Ernte 2022 ist die Rohstoffeindeckung im Geschäftsjahr 2022|23 zum größten Teil erfolgt.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) begann die Nassmaiskampagne Mitte August 2022. Es wird aufgrund der lokal sehr trockenen Witterungsbedingungen mit 90.000 Tonnen eine deutlich geringere Nassmaisverarbeitungsmenge (100 %) als im Vorjahr (216.000 Tonnen) erwartet. Im H1 2022|23 betrug die Maisverarbeitung (100 %) rund 540.000 Tonnen (Vorjahr: 560.000 Tonnen).

| Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2022 23 |
H1 2021 22 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 409,5 | 314,2 |
| EBITDA1 | 17,0 | 0,8 |
| Operatives Ergebnis | 7,1 | –9,2 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | 6,4 | –0,8 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,9 | 0,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 14,4 | –10,0 |
| EBIT-Marge | 3,5 % | –3,2 % |
| Finanzkennzahlen | Q2 | Q2 |
| Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
2022 23 | 2021 22 |
| Umsatzerlöse | 203,0 | 163,7 |
| EBITDA1 Operatives Ergebnis |
12,0 7,0 |
1,8 –3,2 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | 4,1 | –0,3 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,9 | 0,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 12,0 | –3,5 |
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im H1 2022|23 mit 409,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl höhere Absätze, als auch deutlich gestiegene Zuckerverkaufspreise. Vor allem
im Retailgeschäft waren die Preisanstiege signifikant, aber auch im Industriebereich war die Verkaufspreisentwicklung sehr positiv.
Das EBIT im H1 2022|23 betrug 14,4 Mio. € und war damit markant besser als im Vorjahr, als noch ein zweistelliges negatives Ergebnis ausgewiesen wurde. Deutlich gestiegene Margen im Spot-Geschäft aufgrund eines verbesserten Verkaufspreisumfeldes führten zu dieser positiven Entwicklung. Für das Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe wird für das Geschäftsjahr 2022|23 ein historisch hohes Ergebnis erwartet. Zahlreich ergriffene Reorganisationsmaßnahmen der Vergangenheit und richtige Marktentscheidungen im aktuell volatilen Marktumfeld spiegeln sich bereits im guten H1 2022|23-Ergebnis des Joint Ventures wider. Das positive Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 0,9 Mio. € betrifft Rückflüsse aus laufenden Steuerverfahren in Rumänien.
Auch am Zuckermarkt herrscht wie an allen anderen Rohstoffmärkten ein noch nie dagewesenes Maß an Unsicherheit und Volatilität.
In seiner Weltzuckerbilanz vom 17. August 2022 prognostiziert das Analysehaus IHS Markit (vormals: F.O. Licht) nach drei Defizitjahren für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2022|23 bei einer erwarteten höheren Produktion von 189,5 Mio. Tonnen zwar einen leichten Zuckerüberschuss (1,7 Mio. Tonnen). Diesem soll aber bereits im ZWJ 2023|24 wieder ein erhebliches Defizit von 4,8 Mio. Tonnen folgen.
Asien wird weiterhin an der Spitze der globalen Zuckerproduzenten stehen, gefolgt von Südamerika und Europa. Vor allem die Produktionsmengen sowie Exportkapazitäten Indiens und Brasiliens sind wichtige Faktoren, die die weltweite Angebotssituation bestimmen.
Derzeit herrscht am Markt die Erwartungshaltung, dass die Zuckerpreise im ZWJ 2022|23 auf einem hohen Niveau gut gestützt bleiben, v.a. bedingt durch die Inflation und die hohen Energiekosten im Speziellen.
Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 550,8 US\$ pro Tonne und Rohzucker bei 393,5 US\$ pro Tonne (Vorjahr: 483,3 US\$ bzw. 437,4 US\$).
Im letzten Bericht der EU-Kommission vom Juli 2022 wurde die EU-27-Zuckererzeugung für das ZWJ 2021|22 bei einer nochmals leicht verringerten Anbaufläche auf 16,6 Mio. Tonnen geschätzt. Auf dieser Basis geht die EU-Kommission davon aus, dass die EU Nettoimporteur bleiben wird.
Für das neue ZWJ 2022|23 wird von einer weiteren Verringerung der Anbaufläche um rund 4 % ausgegangen. Die EU bliebe weiterhin Nettoimporteur.
Laut EU-Preisreporting erreichten die durchschnittlichen Weißzuckerpreise in der EU im Juni 2022 453 € pro Tonne, um 56 € pro Tonne mehr als im Juni 2021, mit einem sehr deutlichen Aufschlag von 108 € pro Tonne in der "EU-Zucker-Region 3" (Bulgarien, Spanien, Griechenland, Kroatien, Italien, Portugal, Rumänien).
Die meisten Analysehäuser rechnen damit, dass die EU-Marktpreise in den nächsten Wochen und Monaten weiter stark steigen werden, da angepasste Verkaufspreise neben dem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in der EU auch die gestiegenen Produktionskosten der Zuckerproduzenten (Energie, Rübe) abbilden müssen.
Im Sommer 2022 war die Nachfrage nach Zucker in Europa größer als das Angebot. So konnte AGRANA v.a. in Defizitregionen Spotverkäufe tätigen.
Die höheren Preise für diese Zusatzverkäufe stellten auch die Basis für die Verhandlungen der neuen Kontrakte für das ZWJ 2022|23 dar. Der größte Teil der neuen Kontrakte wurde für das neue ZWJ bereits abgeschlossen.
Bedingt durch eine deutlich geringere Produktionserwartung in Europa und eine gestiegene Nachfrage in vielen EU-Regionen, die auch durch die Flüchtlingswelle aus der Ukraine befeuert wurde, ist die Kundennachfrage im Industrie- und Retailbereich sehr hoch. Vor allem in Osteuropa können Verträge zu deutlich höheren Preisen als im letzten ZWJ abgeschlossen werden, auch weil dort wieder das Risiko von Versorgungsengpässen im nächsten Sommer gesehen wird.
Die von AGRANA mit den Rübenbauern kontrahierte Zuckerrübenfläche betrug im Anbaujahr 2022 rund 74.000 Hektar (Anbaujahr 2021: rund 86.000 Hektar). Davon wurden für den Konzern rund 1.600 Hektar Zuckerrüben auf Grundlage biologischer Landwirtschaft unter Vertrag genommen.
In Österreich reduzierte sich die kontrahierte Rübenfläche im Vergleich zum Vorjahr um 5 % auf knapp 34.000 Hektar.
Der Anbau startete in Österreich Mitte März und wurde Mitte April 2022 abgeschlossen. Aufgrund kühler Witterungsbedingungen im April verzögerte sich der Feldaufgang bzw. mussten Flächen aufgrund von Frost und Verkrustung umgebrochen werden. Nach einem trockenen und warmen Mai folgte ein niederschlagsreicher Juni wodurch es zu einem frühen Reihenschluss und einem Vegetationsvorsprung gegenüber dem Vorjahr von rund ein bis zwei Wochen kam. Im Juli und August breitete sich v.a. in den östlichen Einzugsgebieten heiße und trockene Witterung mit nachteiligen Effekten auf die Rübenentwicklung aus. Trotz einsetzender Niederschläge gegen Ende August wird daher in diesen Gebieten von unterdurchschnittlichen Rübenerträgen ausgegangen. Konzernweit liegt die durchschnittliche Ertragserwartung bei 61 Tonnen je Hektar (Vorjahr: rund 66 Tonnen).
Die Rübenkampagne 2022 startete mit den ersten Fabriken Mitte September, im Werk Tulln|Österreich wird darüber hinaus seit dem 15. September 2022 eine Dicksaftkampagne gefahren. Aufgrund der aktuell geschätzten Rübenmenge wird die Auslastung gegenüber der Vorjahreskampagne um 16 % niedriger erwartet. In den Werken Roman|Rumänien und Kaposvár|Ungarn werden während der Rübenkampagne auch rund 40.000 Tonnen Rohzucker verarbeitet.
Seit Anfang April wurden in der AGRANA-Rohzuckerraffinerie in Buzau|Rumänien rund 150.000 Tonnen Rohzucker raffiniert. Auch im Werk in Bosnien und Herzegowina wurde von Mai bis August eine Rohzuckerkampagne gefahren und es wurden rund 50.000 Tonnen Weißzucker erzeugt.
Am Standort Tulln|Österreich musste die Betainkristallisationsanlage Anfang April 2022 aufgrund von Rohstoffmangel abgeschaltet werden.
Das Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH, Wien, wird gegenwärtig (vertragswidrig) vom Joint Venture-Partner nicht mit Rohstoffen beliefert und befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten. Die Gesellschaft muss restrukturiert werden.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.
Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens, u.a. auch zum Thema Krieg in der Ukraine, verweist AGRANA auf die Seiten 84 bis 92 des Geschäftsberichtes 2021|22 sowie auf Seite 22f des Anhangs im Konzernzwischenabschluss.
| Mitarbeitende FTEs1 |
H1 2022 23 |
H1 2021 22 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 6.033 | 5.932 | 1,7 % |
| Segment Stärke | 1.141 | 1.140 | 0,1 % |
| Segment Zucker | 1.763 | 1.746 | 1,0 % |
| Konzern | 8.937 | 8.818 | 1,3 % |
Im H1 2022|23 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.937 Mitarbeitende/FTEs1 (Vorjahr: 8.818 Mitarbeitende/FTEs1 ) beschäftigt. Der leichte Personalanstieg war v.a. auf eine erhöhte Kundennachfrage und dadurch gestiegene Verarbeitungsaktivitäten in Marokko und Mexiko im Segment Frucht zurückzuführen.
Bezüglich der Angaben zu den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf den Anhang des Konzernzwischenabschlusses verwiesen.
Nach dem Quartalsstichtag am 31. August 2022 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.901,5 | |
| EBIT | 24,7 | |
| Operatives Ergebnis | 86,5 | |
| Investitionen1 | 82,4 | 107 |
| | Deutlicher Anstieg 2 |
|---|---|
| Sehr deutlicher Anstieg 2 |
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2022|23 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim operativen Ergebnis sowie beim Konzernumsatz wird von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.
Das EBIT des dritten Quartals des laufenden Geschäftsjahres wird deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres (31,2 Mio. €) erwartet.
| Segment Frucht in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.251,1 | |
| EBIT | –15,8 | |
| Operatives Ergebnis | 51,9 | |
| Investitionen1 | 37,4 | 43 |
Deutlicher Anstieg 2
Deutlicher Rückgang 2
Sehr deutliche Verschlechterung 2
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2022|23 einen Anstieg beim Umsatz und einen deutlichen Rückgang beim operativen Ergebnis. Das EBIT wird sich aufgrund der Wertminderung im zweiten Quartal sehr deutlich verschlechtern. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wird mit einer positiven Umsatzentwicklung, aber einem rückläufigen operativen Ergebnis gerechnet. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird 2022|23 von einem deutlichen Umsatzanstieg bei einer sich weiter verbessernden Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen.
| Segment Stärke in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.010,4 | |
| EBIT | 71,6 | |
| Operatives Ergebnis | 57,9 | |
| Investitionen1 | 24,3 | 32 |
Deutlicher Anstieg 2
Moderater Rückgang 2
Stabile Entwicklung 2
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2022|23 einen deutlichen Umsatzanstieg, primär bedingt durch höhere Verkaufspreise. Da höhere Rohstoff- und Energiepreise die Profitabilität belasten, wird trotz der guten Performance im ersten Halbjahr für das Gesamtjahr mit einem moderaten EBIT-Rückgang gerechnet.
| Segment Zucker in Mio. € |
2021 22 IST |
2022 23 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 640,0 | |
| EBIT | –31,1 | |
| Operatives Ergebnis | –23,3 | |
| Investitionen1 | 20,7 | 32 |
Deutlicher Anstieg 2
Sehr deutliche Verbesserung 2
Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2022|23 mit v.a. preisbedingt höheren Umsatzerlösen. Trotz höherer Energiekosten und Rübenpreise wird aufgrund der deutlich steigenden EU-Marktpreise und eines konsequenten Kostenmanagements ein klar positives und damit sehr deutlich verbessertes Ergebnis erwartet.
Der Prognose liegen die Annahmen zugrunde, dass der Krieg in der Ukraine regional begrenzt bleibt, die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet ist und die insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich deutlich gestiegenen Preise in angepassten Kundenkontrakten weitergeben werden können.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 107 Mio. € zwar über dem Wert von 2021|22, jedoch unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen.
In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
1
der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2022 (ungeprüft)
| 1. Halbjahr | 2. Quartal | |||
|---|---|---|---|---|
| 1. März – 31. August | 1. Juni – 31. August | |||
| t€ | H1 2022 23 | H1 2021 22 | Q2 2022 23 | Q2 2021 22 |
| Umsatzerlöse | 1.792.342 | 1.424.390 | 906.043 | 718.579 |
| Bestandsveränderungen | –136.534 | –146.675 | –35.096 | –64.678 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 384 | 414 | 212 | 253 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 30.836 | 17.797 | 15.783 | 10.378 |
| Materialaufwand | –1.177.457 | –889.760 | –630.604 | –459.623 |
| Personalaufwand | –177.176 | –169.428 | –90.691 | –84.157 |
| Abschreibungen | –145.910 | –53.007 | –118.745 | –26.821 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –188.923 | –145.032 | –94.308 | –73.881 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | ||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 13.517 | 6.072 | 6.904 | 3.873 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 11.079 | 44.771 | –40.502 | 23.923 |
| Finanzerträge | 35.628 | 11.494 | 14.990 | 1.095 |
| Finanzaufwendungen | –45.854 | –18.594 | –19.407 | –4.424 |
| Finanzergebnis | –10.226 | –7.100 | –4.417 | –3.329 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 853 | 37.671 | –44.919 | 20.594 |
| Ertragsteuern | –17.803 | –10.595 | –8.103 | –5.632 |
| Konzernergebnis | –16.950 | 27.076 | –53.022 | 14.962 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | –21.456 | 27.968 | –55.513 | 15.269 |
| davon nicht beherrschende Anteile | 4.506 | –892 | 2.491 | –307 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | –0,34 € | 0,45 € | –0,89 € | 0,24 € |
| 1. Halbjahr | 2. Quartal | |||
|---|---|---|---|---|
| 1. März – 31. August | 1. Juni – 31. August | |||
| t€ | H1 2022 23 | H1 2021 22 | Q2 2022 23 | Q2 2021 22 |
| Konzernergebnis | –16.950 | 27.076 | –53.022 | 14.962 |
| Sonstiges Ergebnis aus | ||||
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung | 36.787 | 14.722 | 10.714 | 7.329 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) nach latenten Steuern |
–44 | 2.166 | –6.325 | 2.622 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | ||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –4.823 | 1.537 | –1.144 | –523 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 31.920 | 18.425 | 3.245 | 9.428 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | ||||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und | ||||
| ähnlicher Verpflichtungen nach latenten Steuern | 9.519 | –481 | 3.755 | –1.829 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | ||||
| nach latenten Steuern | –183 | –111 | –183 | –93 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 9.336 | –592 | 3.572 | –1.922 |
| Sonstiges Ergebnis | 41.256 | 17.833 | 6.817 | 7.506 |
| Gesamtergebnis | 24.306 | 44.909 | –46.205 | 22.468 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 21.424 | 45.064 | –47.788 | 22.896 |
| davon nicht beherrschende Anteile | 2.882 | –155 | 1.583 | –428 |
| für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) t€ |
H1 2022 23 | H1 2021 22 |
|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 135.255 | 90.908 |
| Veränderungen des Working Capital | –166.899 | –34.697 |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | –11.921 | –16.928 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | –43.565 | 39.283 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –29.302 | –22.998 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 93.024 | 5.327 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 20.157 | 21.612 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassungen auf den Finanzmittelbestand |
4.424 | –365 |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von Tochterunternehmen | 0 | 753 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 103.593 | 110.971 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 128.174 | 132.971 |
| t€ | Stand am 31.08.2022 |
Stand am 28.02.2022 |
Stand am 31.08.2021 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| A. Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 115.955 | 204.554 | 258.415 |
| Sachanlagen | 824.438 | 828.168 | 845.405 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 74.646 | 65.952 | 79.727 |
| Wertpapiere | 17.735 | 18.772 | 19.521 |
| Beteiligungen | 280 | 280 | 410 |
| Sonstige Vermögenswerte | 3.678 | 3.500 | 7.907 |
| Aktive latente Steuern | 11.885 | 13.734 | 17.709 |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | 1.048.617 | 1.134.960 | 1.229.094 |
| Vorräte | 829.631 | 864.067 | 556.362 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 514.744 | 398.509 | 422.823 |
| Sonstige Vermögenswerte | 129.552 | 132.757 | 106.199 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 5.026 | 9.744 | 11.006 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 128.174 | 103.593 | 132.971 |
| 1.607.127 | 1.508.670 | 1.229.361 | |
| Summe Aktiva | 2.655.744 | 2.643.630 | 2.458.455 |
| PASSIVA | |||
| A. Eigenkapital | |||
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 | 113.531 |
| Kapitalrücklagen | 540.760 | 540.760 | 540.760 |
| Gewinnrücklagen | 544.826 | 570.269 | 610.693 |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.199.117 | 1.224.560 | 1.264.984 |
| Nicht beherrschende Anteile | 58.674 | 56.982 | 57.067 |
| 1.257.791 | 1.281.542 | 1.322.051 | |
| B. Langfristige Schulden | |||
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 45.249 | 58.848 | 65.923 |
| Übrige Rückstellungen | 29.290 | 29.364 | 29.324 |
| Finanzverbindlichkeiten | 378.601 | 377.744 | 481.867 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4.343 | 5.363 | 4.848 |
| Passive latente Steuern | 9.108 | 6.218 | 7.094 |
| C. Kurzfristige Schulden | 466.591 | 477.537 | 589.056 |
| Übrige Rückstellungen | 13.243 | 19.028 | 13.968 |
| Finanzverbindlichkeiten | 424.714 | 276.627 | 156.450 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 324.210 | 440.130 | 236.148 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 160.751 | 143.780 | 135.762 |
| Steuerschulden | 8.444 | 4.986 | 5.020 |
| 931.362 | 884.551 | 547.348 | |
| Summe Passiva | 2.655.744 | 2.643.630 | 2.458.455 |
| Eigenkapital | Nicht | ||
|---|---|---|---|
| für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) t€ |
der AGRANA Aktionäre |
beherrschende Anteile |
Summe |
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||
| Stand am 1. März 2022 | 1.224.560 | 56.982 | 1.281.542 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | –238 | 0 | –238 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | |||
| (Cashflow-Hedges) | –54 | –334 | –388 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | |||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | 12.738 | –1 | 12.737 |
| Steuereffekte | –3.175 | 79 | –3.096 |
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | 33.609 | –1.368 | 32.241 |
| Sonstiges Ergebnis | 42.880 | –1.624 | 41.256 |
| Konzernergebnis | –21.456 | 4.506 | –16.950 |
| Gesamtergebnis | 21.424 | 2.882 | 24.306 |
| Dividendenausschüttung | –46.867 | –1.190 | –48.057 |
| Stand am 31. August 2022 | 1.199.117 | 58.674 | 1.257.791 |
| Eigenkapital | Nicht | ||
|---|---|---|---|
| für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) t€ |
der AGRANA Aktionäre |
beherrschende Anteile |
Summe |
| Geschäftsjahr 2021 22 Stand am 1. März 2021 |
1.273.784 | 55.313 | 1.329.097 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | –117 | 0 | –117 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | |||
| (Cashflow-Hedges) | 2.289 | –175 | 2.114 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | |||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | –608 | –2 | –610 |
| Steuereffekte | –382 | 44 | –338 |
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | 15.914 | 870 | 16.784 |
| Sonstiges Ergebnis | 17.096 | 737 | 17.833 |
| Konzernergebnis | 27.968 | –892 | 27.076 |
| Gesamtergebnis | 45.064 | –155 | 44.909 |
| Dividendenausschüttung | –53.116 | –242 | –53.358 |
| Zuzahlungen anderer Gesellschafter | 0 | 1.800 | 1.800 |
| Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen | –747 | 350 | –397 |
| Sonstige Veränderungen | –1 | 1 | 0 |
| Stand am 31. August 2021 | 1.264.984 | 57.067 | 1.322.051 |
der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2022 (ungeprüft)
| für das erste Halbjahr | H1 | H1 |
|---|---|---|
| (1. März – 31. August) | 2022 23 | 2021 22 |
| t€ |
| Konzern | 1.809.270 | 1.443.925 |
|---|---|---|
| Zucker | 420.309 | 328.441 |
| Stärke | 661.040 | 481.641 |
| Frucht | 727.921 | 633.843 |
| den Segmenten | ||
|---|---|---|
| Frucht | –441 | –422 |
| Stärke | –5.749 | –4.861 |
| Zucker | –10.738 | –14.252 |
| Konzern | –16.928 | –19.535 |
| Konzern | 1.792.342 | 1.424.390 |
|---|---|---|
| Zucker | 409.571 | 314.189 |
| Stärke | 655.291 | 476.780 |
| Frucht | 727.480 | 633.421 |
| Konzern | 86.480 | 40.955 |
|---|---|---|
| Zucker | 7.135 | –9.226 |
| Stärke | 49.540 | 22.117 |
| Frucht | 29.805 | 28.064 |
| Konzern | –88.918 | –2.256 |
|---|---|---|
| Zucker | 899 | 0 |
| Stärke | 0 | 0 |
| Frucht | –89.817 | –2.256 |
| Gemeinschaftsunternehmen1 | ||
|---|---|---|
| Frucht | 0 | 0 |
| Stärke | 7.167 | 6.912 |
| Zucker | 6.350 | –840 |
| Konzern | 13.517 | 6.072 |
für das erste Halbjahr H1 H1
| Konzern | 11.079 | 44.771 |
|---|---|---|
| Zucker | 14.384 | –10.066 |
| Stärke | 56.707 | 29.029 |
| Frucht | –60.012 | 25.808 |
| Frucht | 10.939 | 12.174 |
|---|---|---|
| Stärke | 7.669 | 7.434 |
| Zucker | 17.120 | 10.737 |
| Konzern | 35.728 | 30.345 |
| Zucker Konzern |
8.937 | 8.818 |
|---|---|---|
| 1.763 | 1.746 | |
| Stärke | 1.141 | 1.140 |
| Frucht | 6.033 | 5.932 |
3 Durchschnittliche Vollzeitäquivalente
Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 31. August 2022 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstim-mung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das IFRS Interpretations Committee erstellt. In Einklang mit IAS 34 erfolgt die Darstellung des Konzern-abschlusses der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) zum 31. August 2022 in verkürzter Form. Der Konzern-zwischenabschluss zum 31. August 2022 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diesen Zwischenabschluss am 29. September 2022 aufgestellt.
Der Geschäftsbericht 2021|22 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com/ir/publikationen zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.
Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses waren – wie im Anhang des Geschäftsberichtes 2021|22 unter "2. Allgemeine Grundlagen" auf den Seiten 109 bis 111 dargestellt – erstmalig neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen anzuwenden.
Die regelmäßige Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts-/Firmenwerte zum 31. August war wesentlich beeinflusst vom weiter andauernden Krieg in der Ukraine und stark gestiegenen Kapitalkosten (WACC1 ). Der WACC vor Steuern als gewichteter Durchschnitt der Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten der CGU (Cash Generating Unit) Frucht zum 31. August 2022 lag bei 8,68 % (28. Februar 2022: 7,25 %) und stieg im Wesentlichen aufgrund höherer Zinsen und Länderrisiken.
Bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) wird auf den Nutzungswert der CGU abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der CGU lagen die aktuellsten vom Aufsichtsrat genehmigten Planungsrechnungen vom Juli 2022 mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 1,5 % p.a. (28. Februar 2022: 1,5 % p.a.) angenommen. Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- und einem Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 7,42 % (28. Februar 2022: 8,0 %) und einem Beta-Faktor, der sich aus einer segmentspezifischen Peer-Group ableitet, die jeweils acht Unternehmen (28. Februar 2022: acht Unternehmen) umfasst. Sowohl das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,02 (28. Februar 2022: 1,16) unterworfen. Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonitätszuschlag (Credit Spread) angesetzt.
Den Prognoseunsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine und der Volatilität der Märkte wurde durch Berücksichtigung alternativer Planungsszenarien begegnet. Derzeit geht AGRANA nicht von der Beendigung des Krieges bis zum Geschäftsjahresende aus. Die Planungsszenarien unterscheiden sich im Wesentlichen in den Annahmen zum Umsatzwachstum und zur Entwicklung der EBIT-Marge bis zur Rentenphase. Der Prognose liegen die Annahmen zugrunde, dass der Krieg in der Ukraine regional begrenzt bleibt, die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet ist und die insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich deutlich gestiegenen Preise in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können. Die Einschätzungen zu den künftigen Geschäftsentwicklungen der Standorte in der Ukraine und Russland sind in den nachfolgenden Szenarien berücksichtigt. Die Planungsrechnungen im Base Case und Downside Case gemäßigt gehen von einem Fortbestand (Going Concern) der Gesellschaften in der Ukraine und Russland aus, mit jeweils unterschiedlich stark ausgeprägten Effekten der Kriegshandlungen auf das operative Geschäft. Der Downside Case progressiv geht zusätzlich von einer Schließung der Standorte in der Ukraine aufgrund der Kriegshandlungen aus.
Die Szenarien stellen sich wie folgt dar und führten zu einem Wertminderungsbedarf des Geschäfts-/Firmenwertes der CGU Frucht in Höhe von 88,3 Mio. €. Der Buchwert des Geschäfts-/Firmentwertes der CGU Frucht reduzierte sich somit auf 97,1 Mio. € (28. Februar 2022: 185,4 Mio. ).
| CAGR Umsatz p.a. | EBIT-Marge | |||
|---|---|---|---|---|
| CGU Frucht zum 31.08.2022 | Gewichtung | (Basis 2022 23) | in 2026 27 | |
| Base Case | 60 % | 6,2 % | 5,0 % | |
| Downside Case gemäßigt | 30 % | 6,1 % | 4,4 % | |
| Downside Case progressiv | 10 % | 5,5 % | 4,1 % |
Die Szenarien inklusive den Effekten der Ukraine-Krise stellten sich zum 28. Februar 2022 wie folgt dar.
| CAGR Umsatz p.a. | EBIT-Marge | |||
|---|---|---|---|---|
| CGU Frucht zum 28.02.2022 | Gewichtung | (Basis 2021 22) | in 2026 27 | |
| Base Case | 60 % | 6,2 % | 4,7 % | |
| Downside Case gemäßigt | 25 % | 5,8 % | 4,1 % | |
| Downside Case progressiv | 15 % | 5,4 % | 3,8 % |
Die verbesserte EBIT-Marge reflektiert aktualisierte Annahmen in den Krisenregionen Ukraine und Russland, vorwiegend aus der Stabilisierung von Lieferketten, optimistischere Marktentwicklungen als zum 28. Februar 2022 angenommen sowie Profitabilitätssteigerungen bedingt durch zahlreiche strategische Maßnmahmen des Managements.
Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Annahmen in der CGU Frucht einen zusätzlichen Wertminderungsbedarf von 61,4 Mio. € zur Folge haben.
Weiters wurde aufgrund der gestiegenen Kapitalkosten ein Wertminderungstest der Sachanlagen durchgeführt und eine Wertminderung in Höhe von 2,9 Mio. € im Segment Frucht identifiziert.
Im Übrigen wurden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2022 angewandt.
Die Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichtes 2021|22 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden auf Basis landesspezifischer Ertragsteuersätze unter Berücksichtigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäftsjahr ermittelt.
Im abgelaufenen H1 2022|23 gab es keine Änderungen im Konsolidierungskreis.
Insgesamt wurden zum Quartalsstichtag neben der Muttergesellschaft 57 Unternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung (28. Februar 2022: 57 Unternehmen) und 13 Unternehmen (28. Februar 2022: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Jänner. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnengenutzter Anlagen hauptsächlich im Q3 des Geschäftsjahres an. Die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen zur Produktionsvorbereitung wurden bereits unterjährig innerhalb der betroffenen Aufwandsart erfasst und innerhalb der Vorräte als unfertige Erzeugnisse über die Bestandsveränderungen aktiviert.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im H1 2022|23 11,1 Mio. € (Vorjahr: 44,8 Mio. €).
Die Umsatzerlöse stiegen deutlich auf 1.792,3 Mio. € (Vorjahr: 1.424,4 Mio. €) in allen drei Segmenten. Die Segmente Stärke und Zucker verzeichneten einen sehr deutlichen EBIT-Anstieg, begründet durch signifikant höhere Ergebnisse aus Ethanolverkäufen aufgrund der Ethanolpreisentwicklung sowie höherer Absätze und Verkaufspreise für Zucker im Vergleich zum Vorjahr. Trotz einer Steigerung des operativen Ergebnisses wurde das EBIT im Segment Frucht sehr negativ durch Sondereinflüsse von –89,8 Mio. € beeinflusst. Volatile Finanzmärkte und gestiegene Länderrisiken durch den Krieg in der Ukraine führten zu höheren Kapitalkosten (WACC) bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten sowie von Sachanlage-vermögen, was einen Wertminderungsbedarf in Höhe von 91,2 Mio. € im Segment Frucht zur Folge hatte. Gegenläufige Sondereinflüsse betrafen Auflösungen von im Vorjahr gebildeten Wertberichtigungen von Forderungen und Vorräten in Verbindung mit der Ukraine-Krise von 1,4 Mio. € im Segment Frucht und Steuerrückzahlungen in Rumänien von 0,9 Mio. € im Segment Zucker.
Das Finanzergebnis belief sich auf –10,2 Mio. € (Vorjahr: –7,1 Mio. €). Die negative Veränderung resultierte v.a. aus einem schlechteren Währungsergebnis.
Das Konzernergebnis betrug –17,0 Mio. € (Vorjahr: 27,1 Mio. €).
Von Anfang März bis Ende August 2022 stieg der Finanzmittelbestand um 24,6 Mio. € auf 128,2 Mio. €.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war mit –43,6 Mio. € (Vorjahr: 39,3 Mio. €) um –82,9 Mio. € deutlich geringer als im Vergleichszeitraum des Vor-jahres. Trotz verbessertem Konzernergebnis – bereinigt um den nicht zahlungswirksamen Einmaleffekt aus der Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes und des Sachanlagevermögens im Segment Frucht – führte v.a. der signifikant höhere Aufbau an Vorräten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu einem negativen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag mit –29,3 Mio. € (Vorjahr: –23,0 Mio. €) um 6,3 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Der höhere Cashabfluss war primär bedingt durch geringere Einzahlungen aus Anlagenabgängen sowie höhere Investitionen.
Der Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 93,0 Mio. € (Vorjahr Cashzufluss: 5,3 Mio. €) ist hauptsächlich bedingt durch die Aufnahme von syndizierten Krediten von 140,0 Mio. € (Vorjahr: Aufnahme von 35,0 Mio. €) zur Working Capital-Finanzierung sowie gegenläufig von Rückführungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen von 56,6 Mio. €. Die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG in 2022 entfallene Dividendenauszahlung reduzierte sich von 53,1 Mio. € im Vorjahr auf 46,9 Mio. €.
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 28. Februar 2022 um 12,1 Mio. € auf 2.655,7 Mio. €.
Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten und des Anlagevermögens, ein geringerer Vorratsbestand sowie gegenläufig höhere Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-äquivalente und deutlich höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen führten zu einer geringfügig höheren aktivseitigen Bilanzsumme.
Zum Anstieg der Bilanzsumme führte passivseitig ein erheblicher Anstieg bei den Finanzverbindlichkeiten und gegenläufig signifikant geringere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die aufgrund der Wertminderungen geringere Gewinnrücklage im Vergleich zum Vorjahr.
Mit einem Eigenkapital von 1.257,8 Mio. € (28. Februar 2022: 1.281,5 Mio. €) betrug die Eigenkapitalquote per Ende August 47,4 % (28. Februar 2022: 48,5 %).
Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang marktübliche derivative Finanzinstrumente ein. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Erfüllt die Sicherungsbeziehung die Anforderungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.
In nachstehender Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungslevel (Fair-Value-Hierarchie) gegliedert, die im Einzelnen gemäß IFRS 7 wie folgt definiert sind:
In der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den jeweiligen Bewertungslevel vorgenommen.
| 31. August 2022 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| t€ | ||||
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 10.940 | 0 | 6.795 | 17.735 |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | 0 | 0 | 280 | 280 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 731 | 1.453 | 0 | 2.184 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 67 | 4.649 | 0 | 4.716 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 11.738 | 6.102 | 7.075 | 24.915 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 365 | 897 | 0 | 1.262 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 0 | 16.127 | 0 | 16.127 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 365 | 17.024 | 0 | 17.389 |
| 31. August 2021 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| t€ | ||||
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 12.488 | 0 | 7.033 | 19.521 |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | 0 | 0 | 410 | 410 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 5.249 | 22 | 0 | 5.271 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden | ||||
| Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 0 | 985 | 0 | 985 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 17.737 | 1.007 | 7.443 | 26.187 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) | 2.048 | 619 | 0 | 2.667 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung | 61 | 3.921 | 0 | 3.982 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 2.109 | 4.540 | 0 | 6.649 |
Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Wertpapiere, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ist der Buchwert als realistische Schätzung des beizulegenden Zeitwertes anzunehmen.
Nachstehende Tabelle enthält die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen ermittelt:
| 31. August 2022 | Buchwert | Beizulegender Zeitwert |
|---|---|---|
| t€ | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten | 770.850 | 752.025 |
| Leasingverbindlichkeiten | 32.465 | – |
| Finanzverbindlichkeiten | 803.315 | 752.025 |
| Beizulegender | ||
| 31. August 2021 | Buchwert | Zeitwert |
| t€ | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten | 609.894 | 611.040 |
| Leasingverbindlichkeiten | 28.423 | – |
| Finanzverbindlichkeiten | 638.317 | 611.040 |
Weitere Details zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der einzelnen Finanzinstrumente sowie deren Zuordnung zu Bewertungsleveln finden sich im Konzernanhang des Geschäftsberichtes 2021|22 unter "11.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" auf den Seiten 164 bis 168.
Im H1 2022|23 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.937 Mitarbeiter (Vorjahr: 8.818 Mitarbeiter) beschäftigt. Die Anstieg des Personalstandes war v.a. auf den höheren Bedarf an Saisonarbeitskräften im Segment Frucht (v.a. Mexiko und Marokko) zurückzuführen.
Bezüglich der Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen gab es seit dem 28. Februar 2022 bzw. dem Vergleichszeitraum des Vorjahres keine wesentlichen Veränderungen. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Für weitere Informationen zu den einzelnen Geschäftsbeziehungen wird auf den AGRANA-Geschäftsbericht 2021|22 verwiesen (Seite 175f ).
Nach dem Quartalsstichtag am 31. August 2022 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne des Börsegesetzes vermittelt und dass der Lagebericht des Konzerns für das erste Halbjahr ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne des Börsegesetzes bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.
Wien, am 29. September 2022
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender Verkauf, Wirtschaftspolitik, Kommunikation, Qualitätsmanagement, Personal Segmentverantwortung Zucker
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied Interne Revision
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied Finanzen, Controlling, Treasury, Investor Relations, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions, Recht, Compliance, Einkauf & Logistik Segmentverantwortung Frucht
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied Produktionskoordination/Investitionen, Rohstoff, Forschung und Entwicklung Segmentverantwortung Stärke
Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2021|22, Seite 204, verwiesen.
AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in diesem Zwischenbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Zwischenbericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Dieser Zwischenbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.
| 12. Jänner 2023 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2022 23 |
|---|---|
| 17. Mai 2023 | Ergebnisse des Geschäftsjahres 2022 23 (Bilanzpressekonferenz) |
| 27. Juni 2023 | Nachweisstichtag Hauptversammlung |
| 6. Juli 2023 | Ergebnisse des ersten Quartals 2023 24 |
| 7. Juli 2023 | Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2022 23 |
| 12. Juli 2023 | Ex-Dividenden-Tag |
| 13. Juli 2023 | Nachweisstichtag Dividende |
| 14. Juli 2023 | Dividenden-Zahltag |
| 12. Oktober 2023 | Ergebnisse des ersten Halbjahres 2023 24 |
| 11. Jänner 2024 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2023 24 |
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Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Mag. (FH) Markus Simak Telefon: +43-1-211 37-12084 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Veröffentlicht am 13. Oktober 2022 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
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