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AGRANA Beteiligungs-AG

Quarterly Report Jul 8, 2021

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Quarterly Report

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Z W I S C H E N M I T T E I L U N G Ü B E R D A S ERSTE QUARTAL 2021|2022

Überblick über das erste Quartal 2021|22

  • Umsatz: 705,8 Mio. € (Vorjahr: 652,6 Mio. €)
  • EBIT: 20,9 Mio. € (Vorjahr: 32,0 Mio. €)
  • EBIT-Marge: 3,0 % (Vorjahr: 4,9 %)
  • Konzernergebnis: 12,1 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €)
  • Eigenkapitalquote: 54,5 % (28. Februar 2021: 53,8 %)
  • Gearing1 : 38,8 % (28. Februar 2021: 33,4 %)
  • Mitarbeiter (FTEs)2 : 8.562 (Vorjahr: 9.136)

1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital) 2 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Vorstandes

Sehr geehrte Damen und Herren, Geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre,

mit einem EBIT von 20,9 Mio. € im Q1 2021|22 sind wir zwar schwächer als im Vorjahr in das neue Geschäftsjahr gestartet, was aber nichts daran ändert, dass wir an unserer positiven EBIT-Guidance für das volle Geschäftsjahr festhalten das Ergebnis der Betriebstätigkeit soll deutlich über dem Vorjahreswert von 78,7 Mio. € liegen.

2021|22 wird erneut von hoher Volatilität geprägt sein und die COVID-19-Pandemie ist noch nicht ausgestanden. Volatile Märkte sehen wir aktuell sowohl auf der Absatzseite (z.B. Ethanolpreise), als auch auf der Rohstoffseite (z.B. Weizenpreise). Sie sind mit ein Grund dafür, warum unsere Ergebnisse in den Segmenten Stärke und Zucker im ersten Quartal rückläufig waren. Eine heterogene Geschäftsentwicklung seit dem Ausbruch der Pandemie führte zu Verwerfungen innerhalb der Quartale im Vorjahr, die nun im angelaufenen Geschäftsjahr teilweise zu gegenläufigen Effekten führen können, weshalb wir auch im Q2 mit schwächeren, im Q3 und Q4 aber mit stärkeren Ergebnissen rechnen.

Die Themen steigende bzw. schwankende Rohstoffkosten, Absatzmengenschwankungen und Verkaufspreisverhandlungen – wenngleich alles in sich wieder erholenden Märkten - werden uns auch in den nächsten Monaten beschäftigen. Wir sind aber zuversichtlich, diese Herausforderungen gut zu meistern. Das aktuell stabile Segment Frucht soll durch eine Erholung des Fruchtsaftkonzentratgeschäftes mit Beginn der neuen Apfelkampagne 2021 das EBIT weiter verbessern. Die Performancesteigerung im Segment Stärke soll u.a. durch eine verbesserte Marktnachfrage erzielt werden. Für das Segment Zucker wird v.a. durch eine erhöhte kontrahierte Rübenfläche für die Kampagne 2021 mit einer verbesserten Auslastung der Fabriken kalkuliert. Auch nachfragebedingt steigende Zuckerpreise sollen für eine Ergebnisverbesserung sorgen.

AGRANA wurde im Juni im Rahmen der Verleihung des Wiener Börse Preises 2021 mit dem VÖNIX-Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Für AGRANA, als Veredler agrarischer Rohstoffe, ist Nachhaltigkeit integraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit. Zuletzt haben wir unsere Anstrengungen intensiviert und eine Klimastrategie mit einem konkreten Etappenplan erarbeitet, um bis 2040 unsere Produktion CO2-neutral stellen zu können. Es freut uns sehr, wenn diese Anstrengungen auch am Kapitalmarkt wahrgenommen und ausgezeichnet werden.

Sehr geehrte AktionärInnen und Aktionäre, wie Sie wissen, ist das Vorstands-Team seit dem 1. Juni 2021 neu aufgestellt. Wir versichern Ihnen, dass wir motiviert und voller Tatendrang die vor uns liegenden Aufgaben angehen und weiterhin für den Erfolg unseres Unternehmens arbeiten werden.

AGRANA ist ein starkes, innovatives und gut positioniertes Unternehmens mit großem Potenzial. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Stakeholdern möchten wir nun das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Unternehmens aufschlagen und die sich bietenden Chancen bestmöglich nutzen.

Ihr Vorstands-Team der AGRANA Beteiligungs-AG

Vorstandsvorsitzender

Markus Mühleisen Ingrid-Helen Arnold Stephan Büttner Norbert Harringer

Konzernbericht Konzernentwicklung im ersten Quartal 2021|22

Umsatz- und Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt)
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q1 2021 22 Q1 2020 21 Veränderung
Umsatzerlöse 705,8 652,6 8,2 %
EBITDA1 44,8 54,7 -18,1 %
Operatives Ergebnis 18,7 28,1 -33,5 %
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach
der Equity-Methode bilanziert werden
2,2 3,9 -43,6 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 20,9 32,0 -34,7 %
EBIT-Marge 3,0 % 4,9 % -1,9 pp
Finanzergebnis -3,8 -6,1 37,7 %
Ergebnis vor Ertragsteuern 17,1 25,9 -34,0 %
Ertragsteuern -5,0 -6,7 25,4 %
Konzernergebnis 12,1 19,2 -37,0 %
davon Aktionäre der AGRANA-Beteiligungs-AG 12,7 18,8 -32,4 %
Ergebnis je Aktie 0,20 € 0,30 € -33,3 %

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im ersten Quartal 2021|22 (1. März bis 31. Mai 2021) mit 705,8 Mio. € moderat über dem Vorjahr, wobei der Anstieg v.a. auf höhere Absätze im Segment Stärke und im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen zurückzuführen war.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im ersten Quartal 2021|22 20,9 Mio. € und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 32,0 Mio. €. Im Segment Frucht blieb das EBIT mit 15,9 Mio. € (Vorjahr: 16,0 Mio. €) trotz einer schwächeren Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft stabil. Deutlich gestiegene Rohstoffkosten führten zu einem signifikanten EBIT-Rückgang auf

11,5 Mio. € (Vorjahr: 17,0 Mio. €) im Segment Stärke. Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr v.a. niedrigere Verkaufsmengen zu einer Verschlechterung des Ergebnisses auf -6,5 Mio. € (Vorjahr: -1,0 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf -3,8 Mio. € nach -6,1 Mio. € im Vorjahr, wobei die positive Veränderung v.a. aus einem verbesserten Währungsergebnis resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 5,0 Mio. €, einer Steuerquote von 29,2 % (Vorjahr: 25,9 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 12,1 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie ging auf 0,20 € (Vorjahr: 0,30 €) zurück.

Investitionen1

Im ersten Quartal 2021|22 investierte AGRANA mit 14,3 Mio. € um 3,2 Mio. € mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

INVESTITIONEN1
in Mio. €
Q1
2021 22
Q1
2020 21
Veränderung
Frucht 5,0 5,0 0,0 %
Stärke 4,4 5,0 -12,0 %
Zucker 4,9 1,1 > 100 %
Konzern 14,3 11,1 28,8 %

Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität und Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:

Segment Frucht

  • Neue Abfüllanlage in Mitry-Mory|Frankreich
  • Neubau eines Applikationslabors in Dachang|China

Cashflow

Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt)

Segment Stärke

  • Maßnahmen zur Erhöhung der Spezialmaisverarbeitung in Aschach|Österreich
  • Effizienzmaßnahmen an den Sprühtrocknungsanlagen in Gmünd|Österreich
  • Erneuerung der Walzentrocknungsanlage zur Produktion von Kartoffelflocken in Gmünd|Österreich
  • Erweiterung der betrieblichen Abwasserreinigungsanlage in Gmünd|Österreich

Segment Zucker

Umrüstung der Kesselanlage am Standort Sered'|Slowakei

Zusätzlich wurden im Q1 2021|22 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 3,1 Mio. € (100%; Vorjahr: 9,4 Mio. €) getätigt.

Q1 2021 22 Q1 2020 21 Veränderung
in Mio. €
Cashflow aus dem Ergebnis 44,5 56,0 -20,5 %
Veränderungen des Working Capital -97,9 -48,9 > -100 %
Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern -7,1 -4,5 -58,2 %
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -60,5 2,6 > -100 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit -16,7 -21,1 20,9 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 54,0 17,8 > 100 %
Veränderungen des Finanzmittelbestandes -23,2 -0,7 > -100 %
Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassung auf
den Finanzmittelbestand
-0,2 -3,4 94,1 %
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 111,0 93,4 18,8 %
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 87,6 89,3 -1,9 %

Der Cashflow aus dem Ergebnis ging im ersten Quartal 2021|22 v.a. aufgrund des schwächeren Konzernergebnisses auf 44,5 Mio. € zurück (Vorjahr: 56,0 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode deutlich höheren Aufbau des Working Capital um 97,9 Mio. € (Vorjahr: 48,9 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Q1 2021|22 von -60,5 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €) ausgewiesen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ging trotz höherer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf -16,7 Mio. € (Vorjahr: -21,1 Mio. €) zurück, weil der Vorjahresbetrag die Kaufpreiszahlung für den Erwerb des in Santa Cruz|USA angesiedelten Unternehmens Marroquin Organic International, Inc. durch die AGRANA Stärke GmbH enthielt. Der gegenüber dem Vorjahr deutliche Aufbau von Finanzverbindlichkeiten führte zu einem Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 54,0 Mio. € (Vorjahr: 17,8 Mio. €).

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Vermögens- und Finanzlage

Konzern-Bilanz (verkürzt)

in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) Stand am Stand am Veränderung
31.05.2021 28.02.2021
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 1.235,4 1.232,0 0,3 %
davon Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte 254,2 254,6 -0,2 %
davon Sachanlagen 851,9 859,7 -0,9 %
Kurzfristige Vermögenswerte 1.245,6 1.240,7 0,4 %
davon Vorräte 629,9 700,6 -10,1 %
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 412,8 323,1 27,8 %
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87,6 111,0 -21,1 %
Summe Aktiva 2.481,0 2.472,7 0,3 %

Passiva

Eigenkapital 1.353,3 1.329,1 1,8 %
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.295,6 1.273,8 1,7 %
Nicht beherrschende Anteile 57,7 55,3 4,3 %
Langfristige Schulden 586,6 597,4 -1,8 %
davon Finanzverbindlichkeiten 482,5 493,6 -2,2 %
Kurzfristige Schulden 541,1 546,2 -0,9 %
davon Finanzverbindlichkeiten 150,1 80,3 86,9 %
davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 244,5 311,5 -21,5 %
Summe Passiva 2.481,0 2.472,7 0,3 %
Nettofinanzschulden 525,6 443,5 18,5 %
Gearing1 38,8 % 33,4 % 5,4 pp
Eigenkapitalquote 54,5 % 53,8 % 0,7 pp

Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2020|21 stabilen Bilanzsumme zum 31. Mai 2021 von 2,48 Mrd. € (28. Februar 2021: 2,47 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 54,5 % (28. Februar 2021: 53,8 %).

Der Wert der langfristigen Vermögenswerte lag beinahe unverändert bei 1.235,4 Mio. €. Ebenso blieben die kurzfristigen Vermögenswerte (1.245,6 Mio. €) insgesamt stabil. Einer Verringerung der Vorratsposition stand dabei ein Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Auf der Passivseite reduzierten sich die langfristigen Schulden (586,6 Mio. €) geringfügig. Die kurzfristigen Schulden blieben in Summe beinahe unverändert, wobei den erhöhten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstand.

Die Nettofinanzschulden zum 31. Mai 2021 lagen mit 525,6 Mio. € um 82,1 Mio. € über dem Wert per 28. Februar 2021 (28. Februar 2021: 443,5 Mio. €). Das Gearing zum Quartalsstichtag stieg folglich auf 38,8 % (28. Februar 2021: 33,4 %).

Segment Frucht

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen
Segment Frucht
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q1 2021 22 Q1 2020 21 Veränderung
Umsatzerlöse 320,7 303,7 5,6 %
EBITDA1 25,1 26,1 -3,8 %
Operatives Ergebnis 15,9 16,0 -0,6 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 15,9 16,0 -0,6 %
EBIT-Marge 5,0 % 5,3 % -0,3 pp

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im Q1 2021|22 mit 320,7 Mio. € moderat über dem Vorjahresniveau. Bei Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze v.a. aufgrund höherer Absätze. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate gingen die Umsatzerlöse preisbedingt leicht zurück.

Das EBIT im Segment erreichte nach drei Monaten 15,9 Mio. € und blieb damit gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres stabil. Bei Fruchtzubereitungen lag das Ergebnis deutlich über dem Vorjahreswert. Die Verbesserung des EBITs war v.a. auf die positive Geschäftsentwicklung in den Regionen Europa und Russland sowie beim Dirafrost-Geschäft ("Frozen Fruit Solutions") zurückzuführen. Die Ergebnisverschlechterung im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate war auf geringere Ausliefermengen in Kombination mit niedrigeren Deckungsbeiträgen bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2020 zurückzuführen.

Marktumfeld

Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme, Food Service sowie Backwaren bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Gesundheit, Genuss, Convenience und Nachhaltigkeit. Die COVID-19-Pandemie hat einen großen Einfluss auf viele dieser Konsumtrends. So steigt z.B. die Nachfrage nach "Comfort Food", also nach Lebensmitteln, die das Gefühl von Genuss, Sicherheit und Nostalgie vermitteln. Außerdem fokussieren sich Konsumenten auf das Thema Gesundheit. Produkte, die auf die Förderung des Immunsystems abzielen, haben kurz- und mittelfristig großes Potenzial am Markt. Trotz dieser Möglichkeiten führen die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise zu einer Tendenz zu günstigeren und simpleren Produkten. Premium-Produkte müssen sehr gut positioniert werden, um nicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Marktanteile an günstigere Eigenmarken zu verlieren.

Die Marktentwicklung für den Hauptabsatzmarkt Fruchtjoghurt wird durch die COVID-19-Pandemie leicht negativ beeinflusst. Aktuelle Prognosen von Euromonitor zeigen weltweit einen Rückgang des Marktes für löffelbares aromatisiertes Joghurt im Kalenderjahr 2021 von 0,8 %.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen für die Kampagne 2020 deutlich unter den Erwartungen und dadurch höhere Rohstoffpreise konnten nur teilweise an den Markt weitergegeben werden.

Die Kundenabrufe von Apfelsaftkonzentrat waren im Frühjahr 2021 aber wieder deutlich höher als im Q4 2020|21 (Dezember 2020 bis Februar 2021).

Über die gesamte Menge an Buntsaftkonzentraten aus der Ernte 2020 wurden bereits Verträge mit Kunden abgeschlossen.

Rohstoff und Produktion

Die Ernte der Hauptfrucht Erdbeere verlief in den Ländern mit mediterranen Klimazonen (Marokko, Ägypten, Spanien und Mexiko) nach Plan und die Mengen lagen insgesamt auf dem Vorjahresniveau. Der durchschnittliche Einkaufspreis lag in Ägypten deutlich, in Marokko und Spanien leicht unter dem Vorjahreswert. In Mexiko als bedeutendstem Sourcing-Land wurden die Vorjahresmengen leicht übertroffen. Für die laufende Erdbeerernte in China zeichnet sich eine geringere Rohwarenverfügbarkeit bedingt durch reduzierte Anbauflächen und ungünstige Wetterbedingungen ab, damit werden in China Preiserhöhungen erwartet.

Die Ernte einer anderen bedeutenden Frucht, Mango, startete im Hauptanbaugebiet Indien im Mai 2021. Aufgrund der dortigen kritischen COVID-19-Situation wird mit einer eingeschränkten Produktion gerechnet.

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

Auch aufgrund erhöhter Frachtraten (von Asien nach Europa) wird von Preisen leicht über dem Vorjahresniveau ausgegangen. Um den AGRANA-Bedarf an Mangos zu sichern, wird dieser Rohstoff zum Teil in anderen Beschaffungsregionen wie Vietnam und Mexiko eingekauft.

Fröste in den europäischen Anbaugebieten für Pfirsich und Aprikose lassen eine verringerte Rohstoffverfügbarkeit in den Anbaugebieten Italien, Griechenland und Spanien erwarten. Aufgrund der aktuellen Vegetationsentwicklung kann von durchschnittlichen Beerenernten in Serbien, Polen und der Ukraine ausgegangen werden.

Im ersten Quartal 2021|22 wurden für den Fruchtzubereitungsbereich rund 100.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft.

Für die gerade angelaufene Buntsaftverarbeitungssaison 2021 im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate ist von einer guten Rohstoffverfügbarkeit auszugehen.

Bei der Hauptfrucht des Fruchtsaftkonzentratgeschäftes Apfel wird mit einer guten Verfügbarkeit in allen relevanten Hauptanbauregionen gerechnet.

Segment Stärke

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen Q1 2021 22 Q1 2020 21 Veränderung
Segment Stärke
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Umsatzerlöse 234,6 204,4 14,8 %
EBITDA1 20,7 24,6 -15,9 %
Operatives Ergebnis 8,8 13,3 -33,8 %
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden
2,7 3,7 -27,0 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 11,5 17,0 -32,4 %
EBIT-Marge 4,9 % 8,3 % -3,4 pp

Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2021|22 in Höhe von 234,6 Mio. € lagen deutlich über dem Vorjahreswert. Ein Jahr nach dem Beginn der COVID-19-Pandemie waren auf den Stärke-Märkten Erholungstendenzen erkennbar, es wurden mehr Haupt- und Nebenproduktmengen nachgefragt als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Gleichzeitig verharrten die Verkaufspreise der meisten Hauptprodukte noch auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Einzig bei Ethanol zeigten sich die Platts-Notierungen aufgrund einer gestiegenen Benzinnachfrage erholt und lagen im Q1 2021|22 mit einem Durchschnitt von 587 € pro m3 um 95 € höher als im Vorjahresquartal.

Das EBIT im Segment Stärke lag mit 11,5 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Die Hauptursache dafür waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Getreidepreise der Ernte 2020. Die höheren Rohstoffkosten konnten nur zu einem geringen Teil über angepasste Nebenproduktpreise ausgeglichen werden. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe sank von 3,7 Mio. € auf 2,7 Mio. €. Trotz gestiegener Absatzmengen und höherer Ethanolpreise am ungarischen Standort konnten die erhöhten Rohstoffkosten nicht über höhere Preise für Verzuckerungs- und Stärkeprodukte ausgeglichen werden.

Marktumfeld

Die COVID-19-Pandemie war weiterhin ein beeinflussender Faktor für nahezu alle Absatzmärkte bei Stärkeprodukten.

Im Bereich Verzuckerungsprodukte wird das Marktgefüge weiterhin von einem hohen Preisdruck bestimmt. Eine Erholung im Hotel- und Gastronomiebereich ist aber erkennbar, da sich der Sektor auf bereits erfolgte bzw. bevorstehende Öffnungen einstellt und Bestände aufbaut.

Bei nativen und modifizierten Stärken sorgt eine wieder steigende Nachfrage für eine Belebung des Geschäftes.

Die Verpackungspapierindustrie vermeldete zuletzt wieder volle Auftragsbücher, was wiederum die Nachfrage nach nativer Mais- und Weizenstärke antreibt. Auch die Geschäfte bei den grafischen Papiererzeugern erholen sich wieder. Die Sicherstellung der Versorgung hat in diesem Industriezweig einen hohen Stellenwert und etwaige Kostensteigerungen auf Seiten der Lieferanten können daher im Markt weitergegeben werden.

Obwohl die Planungssicherheit am Alkoholmarkt für Treibstoffe im ersten Quartal 2021|22 infolge der Mobilitätseinschränkungen sehr niedrig war, notierten die Preise auf einem stabilen Niveau. Der Ausblick für die kommenden Monate ist durchwegs positiv, wenngleich sich das in den Verarbeitungsmargen der Produzenten als Folge der deutlich gestiegenen Rohstoffkosten kaum zeigt. Für Herbst ist die Einführung von E10 in Großbritannien und Schweden geplant, die zusätzliche Nachfrageimpulse für den europäischen Ethanolmarkt erwarten lässt.

Rohstoff und Produktion

Der internationale Getreiderat (IGC1 ) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2021|22 per 27. Mai 2021 auf 2,29 Mrd. Tonnen, die damit um rund 72 Mio. Tonnen über dem Vorjahr, jedoch rund 5 Mio. Tonnen unter dem erwarteten Verbrauch liegt. Bei Weizen wird eine Produktion von 790 Mio. Tonnen (Vorjahr: 774 Mio. Tonnen; Verbrauch 2021|22: 787 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.194 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.134 Mio. Tonnen; Verbrauch 2021|22: 1.200 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände sollen um rund 5 Mio. Tonnen auf 595 Mio. Tonnen sinken.

Die Getreideproduktion der EU-27 wird von Stratégie Grains auf rund 288 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 278 Mio. Tonnen). Dazu soll die Weichweizenernte rund 130 Mio. Tonnen beitragen und damit deutlich höher als die Ernte 2020 (119 Mio. Tonnen) ausfallen. Die Maisernte 2021 in der EU wird bei 65 Mio. Tonnen erwartet (Vorjahr: 63 Mio. Tonnen).

Die Notierungen an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) stiegen seit Anfang März 2021 bei Mais aufgrund einer Trockenheit in Brasilien und aufgrund hoher Importe durch China stark. Auch bei Weizen war das Preisniveau bei verstärkter Volatilität im Jahresvergleich höher. Am Berichtsstichtag lagen die Notierungen bei rund 269 € pro Tonne Mais und 214 € pro Tonne Weizen (Vorjahr: 167 € bzw. 188 € pro Tonne).

Kartoffel

Für das Anbaujahr 2021 wurden im Kartoffelstärkebereich mit rund 1.300 Landwirten Kontrakte über 252.000 Tonnen (Vorjahr: 281.000 Tonnen) Stärke- und Biostärkeindustriekartoffeln abgeschlossen. Die Kontrakte für Speiseindustriekartoffeln erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr auf 17.600 Tonnen (Vorjahr: 17.000) bedingt durch eine höhere Kontraktmenge bei Bio-Kartoffeln.

Mais und Weizen

Der Rohstoffeinkauf für die Stärkefabriken in Aschach| Österreich (Mais) und Pischelsdorf|Österreich (Weizen) aus der Ernte 2020 ist bis auf Restmengen abgeschlossen. Die Rohstoffpreise lagen im ersten Quartal 2021|22 aufgrund der massiv gestiegenen internationalen Marktpreise deutlich über dem geplanten Niveau.

Im Bereich Bioethanol wurde der Getreide- und Maiseinkauf für das Werk in Pischelsdorf bis zur neuen Ernte zum Großteil fixiert. Die Rohstoffversorgung im Geschäftsjahr 2021|22 ist inklusive der Ethanolgetreide-Anbauverträge mit rund 62 % gegeben.

Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) wird die gesamte Maisverarbeitung 2021|22 (100 %) voraussichtlich 1,02 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1,04 Mio. Tonnen) betragen.

Segment Zucker

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen
Segment Zucker
Q1 2021 22 Q1 2020 21 Veränderung
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Umsatzerlöse 150,5 144,5 4,2 %
EBITDA1 -1,0 4,0 > -100 %
Operatives Ergebnis -6,0 -1,2 > -100 %
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden
-0,5 0,2 > -100 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) -6,5 -1,0 > -100 %
EBIT-Marge -4,3 % -0,7 % -3,6 pp

Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im Q1 2021|22 mit 150,5 Mio. € leicht über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten höhere Absätze von Rübensaatgut und sonstigen Agrarprodukten.

Das EBIT im Q1 2021|22 fiel mit -6,5 Mio. € deutlich schwächer als im Vorjahr aus. Dies war auf deutlich niedrigere Zuckerverkaufsmengen zurückzuführen – im Q1 2020|21 gab es COVID-19 bedingt überdurchschnittlich hohe Vorratseinkäufe im Retailbereich. In der letzten Zuckerkampagne 2020 wurde schädlingsbedingt, v.a. in Österreich, wieder eine unterdurchschnittliche Eigenproduktion verzeichnet. Die daraus resultierende geringere Marge aus notwendigem Handels- und Raffinationszucker ist ein weiterer wesentlicher Treiber für die schwächere Zucker-EBIT-Performance im Q1 2021|22.

Marktumfeld

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen IHS Markit (vormals F. O. Licht) rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 25. März 2021 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2020|21 mit einem Produktionsdefizit. Danach käme es bei einer erwarteten Produktion von 179,4 Mio. Tonnen (ZWJ 2019|20: 180,4 Mio. Tonnen) und einem wachsenden Verbrauch von 182,1 Mio. Tonnen (ZWJ 2019|20: 181,0 Mio. Tonnen) zu einem Abbau der Bestände auf 70,1 Mio. Tonnen (ZWJ 2019|20: 73,2 Mio. Tonnen) und einem Defizit in Höhe von 4,3 Mio. Tonnen.

Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie und einem Absturz der Weltmarktzuckernotierungen im März/ April 2020 (damals neuer 12-Jahrestiefststand für Rohzucker mit 203,1 US\$ pro Tonne) sind die Zuckerpreise auch aufgrund der Weltzuckerbilanz-Erwartungen kontinuierlich angestiegen.

Im Berichtszeitraum erfuhren die Preise durch Ereignisse wie auf den Märkten verspätet verfügbare indische Rohzuckerexporte, einer knappen Zwischenernte in Brasilien und einem sich aufhellenden Makroumfeld (Impfprogramme, steigende Agrarrohstoffe) weitere Unterstützung.

Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 459,6 US\$ pro Tonne und Rohzucker bei 382,7 US\$ pro Tonne (Vorjahr: 362,2 US\$ bzw. 240,5 US\$).

EU-Zuckermarkt

Im ZWJ 2020|21 lag die Zuckerproduktion in der EU mit rund 14,5 Mio. Tonnen deutlich unter dem Wert des Vorjahres (17,5 Mio. Tonnen, inklusive Großbritannien). Die Europäische Kommission erwartet laut der letzten Schätzung vom Mai 2021 auch für das ZWJ 2021|22 eine ähnlich niedrige Produktionsmenge (14,4 Mio. Tonnen).

Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittpreise laut EU-Preisreporting deutlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. In den Kalenderjahren 2019 und 2020 erholte sich der Zuckerpreis in der EU kontinuierlich, im April 2021 wurde ein Preis von 395 € pro Tonne gemeldet.

Industrie und Groß- und Einzelhandel (Retail)

Im ersten Quartal 2021|22 konnten die verkauften Mengen aus dem Vorjahr (Vorziehkäufe im Zuge der COVID-19-Krise) nicht wieder erreicht werden. Bei den internationalen und lokalen Industriegroßkunden scheint mittlerweile eine Anpassung an die neue Pandemie-Situation stattgefunden zu haben und die Abnahmen sind stabil, teilweise sind auch schon höhere Bedarfe als geplant feststellbar. Die Zuckerverkaufspreise waren höher als im Vergleichszeitraum.

Rohstoff und Produktion

Die mit den Rübenbauern in der AGRANA-Gruppe kontrahierte Zuckerrübenfläche beträgt im Anbaujahr 2021 knapp 87.000 Hektar (Vorjahr: rund 86.000 Hektar). Davon wurden für den Konzern rund 2.200 Hektar Zuckerrüben auf Grundlage biologischer Landwirtschaft unter Vertrag genommen.

Mit Ausnahme von Tschechien und Ungarn wurde in allen Ländern eine Flächensteigerung erzielt. Vor allem in Österreich konnte die kontrahierte und auch gesäte Rübenfläche im Vergleich zum Vorjahr um rund 4.500 Hektar (+13 %) auf knapp 39.000 Hektar gesteigert werden.

Der Anbau startete ab Anfang März witterungsbedingt verspätet und wurde mit Ausnahme von Rumänien bis Mitte April abgeschlossen. Die Nachtfröste Anfang April mit Temperaturen von bis zu -10°C verursachten Frostschäden und führten folglich zu Rübenumbrüchen (rund 6.000 Hektar), vorwiegend in der Slowakei, in Ungarn und in Österreich. Die umgebrochenen Rübenbestände wurden fast zur Gänze wieder mit Rüben bestellt. Neben den Frostschäden wurden weitere rund 500 Hektar wegen tierischer Schädlinge umgebrochen, davon rund 50 % in Österreich. Die andauernd kühle und regnerische Witterung, der durchgeführte Einsatz von 14 Fallrillenpflügen und 144.000 Pheromonfallen und die Wirkung der neonicotinoiden Saatgutbeize schränkte die Aktivität des Rübenderbrüsslers sehr stark ein. Somit mussten 2021 nur 160 Hektar Rübenflächen wegen des Rüsselkäferbefalls umgebrochen werden.

Die aktuelle Rübenfläche in der AGRANA-Gruppe beträgt nunmehr rund 85.800 Hektar, davon rund 38.000 Hektar in Österreich.

Die Niederschlagsversorgung ist in allen Ländern gut. Aktuell zeigen die Bestände einen Vegetationsrückstand im Vergleich zum 10-jährigen Durchschnitt von rund sieben bis zehn Tagen. Dieser Rückstand ist bei optimaler Witterung mit weiterhin ausreichender Niederschlagsversorgung bei moderater Sommerhitze aufzuholen.

Während in den Rübenzuckerfabriken Instandhaltungsarbeiten und Investitionsprojekte umgesetzt werden, wird in der Rohzuckerraffinerie Buzau|Rumänien seit Mitte März Rohzucker raffiniert und auch in der Raffinerie in Bosnien und Herzegowina wird seit Mitte Juni eine Rohzuckerkampagne gefahren. Im Werk in Tulln|Österreich wird ganzjährig die Melasseentzuckerungsanlage betrieben und Betain kristallisiert.

Chancen und Risiken

AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.

Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.

Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens, u.a. auch zum Thema Coronavirus (COVID-19), verweist AGRANA auf die Seiten 88 bis 94 des Geschäftsberichtes 2020|21.

Mitarbeiter

FTEs1 Q1 2021 22 Q1 2020 21 Veränderung
Segment Frucht 5.686 6.129 -7,2 %
Segment Stärke 1.131 1.111 1,8 %
Segment Zucker 1.745 1.896 -8,0 %
Konzern 8.562 9.136 -6,3 %

Im Q1 2021|22 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.562 Mitarbeiter/FTEs1 (Vorjahr: 9.136 Mitarbeiter/ FTEs1 ) beschäftigt. Der Personalrückgang war u.a. auf einen reduzierten Bedarf an Saisonarbeitskräften im Fruchtzubereitungsgeschäft zurückzuführen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode

Nach dem Quartalsstichtag am 31. Mai 2021 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

1 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)

Corporate Governance (Neuordnung der Vorstandsagenden)

CEO Dipl.-Ing. Johann Marihart trat mit 31. Mai 2021 in den Ruhestand. Ebenso schieden Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer und Dkfm. Thomas Kölbl im Zuge einer Neuaufstellung und Verjüngung des AGRANA-Vorstandes per Ende Mai aus dem AGRANA-Vorstand aus.

Dipl.-Ing Johann Marihart folgte mit 1. Juni 2021 Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, als CEO der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Funktion von Dkfm. Thomas Kölbl übernahm Anfang Juni das bei der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, seit 1. Mai 2021 tätige Vorstandsmitglied Frau Ingrid-Helen Arnold, MBA.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG setzt sich seit 1. Juni 2021 damit aus folgenden vier Mitgliedern zusammen:

  • CEO Dkfm. Markus Mühleisen, MBA
  • Ingrid-Helen Arnold, MBA
  • CFO Mag. Stephan Büttner
  • CTO Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer

Dkfm. Markus Mühleisen, MBA ist neben den CEO-Agenden bei AGRANA u.a. neu für Verkauf zuständig und übernahm mit 1. Juni 2021 auch die Segmentverantwortung Zucker. Mag. Stephan Büttner wird neben den CFO-Agenden neu auch für Einkauf zuständig sein sowie zukünftig die Segmentverantwortung Frucht innehaben. Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer wird neben den CTO-Agenden nunmehr auch für Rohstoff sowie Forschung & Entwicklung zuständig sein sowie die Segmentverantwortung Stärke übernehmen.

Mit Wirkung per 1. Juni 2021 wurde Herr Dkfm. Markus Mühleisen auch in den Vorstand der Südzucker AG bestellt.

Ausblick

AGRANA-Gruppe
in Mio. €
2020 21
ist
2021 22
Prognose
Umsatzerlöse 2.547,0
EBIT 78,7 
Investitionen1 72,3 90

Moderater Anstieg 2

Deutlicher Anstieg 2

Trotz der weiterhin großen Herausforderungen aufgrund der COVID-19-Pandemie wird für das Geschäftsjahr 2021|22 mit einem deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem moderaten Anstieg ausgegangen.

Das EBIT des zweiten Quartals des laufenden Geschäftsjahres 2021|22 wird auf dem Niveau des ersten Quartals 2021|22 (20,9 Mio. €) erwartet.

Segment Frucht
in Mio. €
2020 21
ist
2021 22
Prognose
Umsatzerlöse 1.166,6
EBIT 41,2 
Investitionen1 34,2 46

Moderater Anstieg 2

Deutlicher Anstieg 2

Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2021|22 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung. Durch die Auslastung der geschaffenen Kapazitäten und das Vorantreiben der Diversifikation im Non-Dairy-Geschäft3 soll auch das EBIT weiter gesteigert werden. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird 2021|22 von einem höheren Umsatz bei einer deutlich verbesserten Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen.

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

2 Wertmäßige Veränderung in Zahlen siehe Seite 14

3

Segment Stärke
in Mio. €
2020 21
ist
2021 22
Prognose
Umsatzerlöse 821,9 ä
EBIT 64,8 
Investitionen1 22,2 24

ä Leichter Anstieg 2

Deutlicher Rückgang 2

Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2021|22 eine leicht steigende Umsatzentwicklung und ein EBIT deutlich unter dem Vorjahreswert. Kostenseitig wird mit deutlich höheren Getreidepreisen aus der Ernte 2020 und steigenden Energiepreisen gerechnet. Infolge der sich abzeichnenden positiven Entwicklung bei der Überwindung der COVID-19-Krise wird erwartet, dass die Marktnachfrage sich erholt und Preiserhöhungen durchsetzbar werden, die die höheren Beschaffungskosten, insbesondere die Steigerungen bei Getreide, Energie und Einsatzstoffen, reflektieren.

Segment Zucker
in Mio. €
2020 21
ist
2021 22
Prognose
Umsatzerlöse 558,5 
EBIT -27,3 
Investitionen1 15,9 20

Deutlicher Anstieg 2

Sehr deutliche Verbesserung 2

Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2021|22 mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen am EU-Zuckermarkt. AGRANA geht davon aus, dass die Auslastung speziell der beiden österreichischen Zuckerrübenfabriken wieder deutlich erhöht werden kann, weil sie verschiedene Maßnahmen initiiert hat, um eine deutlich höhere Rübenversorgung sicherstellen zu können. Vertriebsseitig wird mit steigenden Zuckerverkaufsmengen und stabilen bzw. steigenden Zuckerpreisen in der EU gerechnet. Dieses sich positiv entwickelnde EU-Zuckermarktumfeld in Kombination mit einem konsequenten Kostenmanagement lässt ein sehr deutlich verbessertes Ergebnis erwarten.

Aufgrund der andauernden COVID-19-Krise und der damit verbundenen hohen Volatilität in allen Segmenten ist die Prognose für das Gesamtjahr von sehr hoher Unsicherheit geprägt.

Investitionen

Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 90 Mio. € zwar über dem Wert von 2020|21, jedoch deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 121 Mio. € liegen.

2 Wertmäßige Veränderung in Zahlen siehe Seite 14

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Weitere Informationen

Kapitalmarktkalender

    1. Oktober 2021 Ergebnisse des ersten Halbjahres 2021|22
    1. Jänner 2022 Ergebnisse der ersten drei Quartale 2021|22

Kontakt

AGRANA Beteiligungs-AG

A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 www.agrana.com

Investor Relations

Mag. (FH) Hannes HAIDER Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation/Public Relations

Mag. (FH) Markus SIMAK Telefon: +43-1-211 37-12084 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]

Zwischenmitteilung über das erste Quartal 2021|22:

Veröffentlicht am 8. Juli 2021 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1

AGRANA 2020|21 Online: https://reports.agrana.com

ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN/PROGNOSEN

Die Zwischenmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Zwischenmitteilung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

BETREFFEND DER AUSSAGEN IM PROGNOSEBERICHT GELTEN FOLGENDE SCHRIFTLICHE UND BILDLICHE WERTAUSSAGEN:

Wertaussage Visualisierung Wertmässige Veränderung in Zahlen
Stabil 0% bis +1% oder 0% bis -1%
Leicht ä oder  Mehr als +1% bis +5% oder mehr als -1% bis -5%
Moderat  oder  Mehr als +5% bis +10% oder mehr als -5% bis -10%
Deutlich  oder  Mehr als +10% bis +50% oder mehr als -10% bis -50%
Sehr deutlich  oder  Mehr als +50% oder mehr als -50%

Diese Zwischenmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diese Zwischenmitteilung am 28. Juni 2021 aufgestellt.

Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2020|21, Seite 204, verwiesen.

Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.

Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Diese Zwischenmitteilung ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

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