Quarterly Report • Jan 14, 2020
Quarterly Report
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Zwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2019|20
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
2 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
3 Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
Nach neun Monaten im laufenden Geschäftsjahr 2019|20 haben wir mit einem Ergebnis der Betriebstätigkeit von 69,8 Mio. € das 12-Monatsergebnis des Vorjahres übertroffen, sodass wir unsere Prognose einer deutlichen EBIT-Verbesserung für das Gesamtjahr bekräftigen.
Herausforderungen bestehen nach wie vor in den Segmenten Zucker und Frucht. Im Fruchtzubereitungsgeschäft liegen wir trotz höherer Absätze unter den ursprünglichen Erwartungen. Die Zuckerpreissituation, insbesondere auf den Spotmärkten in Osteuropa, hat sich zwar deutlich verbessert, allerdings belasten uns auch in der Kampagne 2019 wieder erhebliche Leerkosten, da die Trockenheit im Spätsommer und Frühherbst zu geringeren Rübenernten und folglich weniger verfügbaren Zuckerrüben geführt hat. Diese Wetterbedingungen brachten auch schwächere Apfelernten mit sich, sodass unsere Fruchtsaftkonzentratstandorte in Polen und Ungarn ebenfalls mit einer Auslastungsproblematik konfrontiert sind. Knappere Ernten in ganz Europa bedeuten andererseits aber auch festere Apfelsaftkonzentratpreise. Dem Problem der Auslastung im Zuckerbereich haben wir ein 3-Jahres-Rübenpreis-Offert entgegengesetzt, das die Attraktivität dieser Kultur für die Rübenbauern, zusammen mit den anderen Maßnahmen wie Unterstützung beim Pflanzenschutz, festigen soll.
Das Segment Stärke profitierte in den letzten Monaten vom hohen Preisniveau bei Bioethanol und sorgte mit seiner EBIT-Steigerung für die in Summe positive Ergebnisentwicklung in der Gruppe gegenüber dem Vorjahr.
Auf der Investitionsseite geht der Bau der Betain-Kristallisationsanlage in Tulln|Österreich zügig voran und wird ab dem zweiten Quartal 2020|21 für mehr Wertschöpfung im Segment Zucker sorgen. Das 100-Mio. €-Projekt Weizenstärkeanlage II in Pischelsdorf|Österreich wurde gemäß Zeitplan abgeschlossen, die Anlage ging Ende November 2019 erfolgreich in Betrieb und wird bereits im vierten Quartal 2019|20 signifikante Produktmengen zu den Stärke-Absätzen beisteuern.
Damit erlaubt es unser diversifiziertes Geschäftsmodell, den Ausblick eines im Vorjahresvergleich deutlich besseren EBITs für das Gesamtjahr 2019|20 zu bestätigen.
Ihr
Johann Marihart Vorstandsvorsitzender
| Konzern-Gewinn- und Verlust rechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1-3 2019 20 |
Q1-3 2018 19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.879,4 | 1.863,5 |
| EBITDA1 | 139,5 | 124,1 |
| Operatives Ergebnis | 58,3 | 54,6 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
11,9 | 10,5 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,4 | -1,6 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 69,8 | 63,5 |
| EBIT-Marge | 3,7 % | 3,4 % |
| Finanzergebnis | -11,6 | -11,9 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 58,2 | 51,6 |
| Ertragsteuern | -15,1 | -14,6 |
| Konzernergebnis | 43,1 | 37,0 |
| davon Aktionäre der AGRANA Bet.-AG | 40,1 | 33,1 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,64 | 0,53 |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen in den ersten drei Quartalen 2019|20 (1. März bis 30. November 2019) mit 1.879,4 Mio. € auf Vorjahresniveau. Bei einem stabilen Frucht-Umsatz stand einem Umsatzrückgang im Segment Zucker (-5,8 %) ein Anstieg im Stärkebereich (+7,2 %) gegenüber.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug in den ersten drei Quartalen 2019|20 69,8 Mio. € und lag damit um 9,9 % über dem Vorjahr.
| Konzern-Gewinn- und Verlust rechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q3 2019 20 |
Q3 2018 19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 629,4 | 601,9 |
| EBITDA1 | 48,7 | 27,8 |
| Operatives Ergebnis | 14,3 | -1,9 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
4,2 | 3,9 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,4 | -0,8 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 18,1 | 1,2 |
| EBIT-Marge | 2,9 % | 0,2 % |
| Finanzergebnis | -3,7 | -1,5 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 14,4 | -0,3 |
| Ertragsteuern | -0,2 | -2,4 |
| Konzernergebnis | 14,2 | -2,7 |
| davon Aktionäre der AGRANA Bet.-AG | 13,1 | -3,5 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,21 | -0,06 |
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
Im Segment Frucht ging das EBIT v.a. aufgrund einer rückläufigen Entwicklung im Fruchtzubereitungsgeschäft um 26,0 % auf 45,9 Mio. € zurück. Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr höhere Zuckerverkaufspreise zu einer moderaten Ergebnisverbesserung, wenngleich das EBIT mit -33,4 Mio. € noch immer stark negativ ist. Das EBIT im Segment Stärke konnte um 55,3 % auf 57,3 Mio. € deutlich gesteigert werden. Das Finanzergebnis belief sich auf -11,6 Mio. € nach -11,9 Mio. € im Vorjahr, wobei die insgesamt leicht positive Veränderung aus einer

Verbesserung des Währungsergebnisses resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 15,1 Mio. €, einer Steuerquote von 25,9 % (Vorjahr: 28,3 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 43,1 Mio. € (Vorjahr: 37,0 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie stieg auf 0,64 € (Vorjahr: 0,53 €).
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
In Q1-3 2019|20 investierte AGRANA mit 98,6 Mio. € um 19,5 Mio. € weniger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen | Q1-3 2019 20 |
Q1-3 2018 19 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € | |||
| Segment Frucht | 31,9 | 33,3 | -4,2 % |
| Segment Stärke | 53,4 | 62,8 | -15,0 % |
| Segment Zucker | 13,3 | 22,0 | -39,5 % |
| Konzern | 98,6 | 118,1 | -16,5 % |
| Q1-3 2019 20 | Q1-3 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in Mio. € | |||
| Cashflow aus dem Ergebnis | 132,5 | 141,5 | -6,4 % |
| Veränderungen des Working Capital | -85,6 | 1,9 | > -100 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | -15,8 | -24,0 | 34,2 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 31,1 | 119,4 | -74,0 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -100,8 | -118,7 | 15,1 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 55,8 | -36,2 | > 100 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | -13,9 | -35,5 | 60,8 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassung auf den Finanzmittelbestand |
0,1 | -1,5 | > 100 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 82,6 | 121,0 | -31,7 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 68,8 | 84,0 | -18,1 % |
Zusätzlich wurden in Q1-3 2019|20 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 28,5 Mio. € (100%; Vorjahr: 12,7 Mio. €) getätigt.
Der Cashflow aus dem Ergebnis betrug in den ersten drei Quartalen 2019|20 132,5 Mio. € und war trotz eines verbesserten Konzernergebnisses etwas niedriger als in der Vergleichsperiode (siehe auch Tabelle auf Seite 5). Nach einem Aufbau des Working Capital um 85,6 Mio. € (Vorjahr: Abbau um 1,9 Mio. €) ging der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Q1-3 2019|20 auf 31,1 Mio. € (Vorjahr: 119,4 Mio. €) zurück. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug bei niedrigeren Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -100,8 Mio. € (Vorjahr: -118,7 Mio. €). Nach einem Aufbau von Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig und langfristig saldiert) und einer niedrigeren Dividendenauszahlung gab es in den ersten drei Quartalen 2019|20 einen Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 55,8 Mio. € (Vorjahr: Cashabfluss von 36,2 Mio. €).
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Aktiva | 30.11.2019 | 28.02.2019 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.314,5 | 1.252,1 | 5,0 % |
| davon Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 273,9 | 276,7 | -1,0 % |
| davon Sachanlagen | 908,0 | 864,2 | 5,1 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.271,6 | 1.137,3 | 11,8 % |
| davon Vorräte | 740,1 | 619,1 | 19,5 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte |
458,2 | 429,5 | 6,7 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 68,8 | 82,6 | -16,7 % |
| Summe Aktiva | 2.586,1 | 2.389,4 | 8,2 % |
| Eigenkapital | 1.381,1 | 1.409,9 | -2,0 % |
|---|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.317,4 | 1.348,7 | -2,3 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 63,7 | 61,2 | 4,1 % |
| Langfristige Schulden | 561,5 | 393,1 | 42,8 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 450,1 | 279,0 | 61,3 % |
| Kurzfristige Schulden | 643,5 | 586,4 | 9,7 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 122,4 | 144,6 | -15,4 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten |
487,1 | 403,6 | 20,7 % |
| Summe Passiva | 2.586,1 | 2.389,4 | 8,2 % |
| Nettofinanzschulden | 484,6 | 322,2 | 50,4 % |
|---|---|---|---|
| Gearing1 | 35,1 % | 22,9 % | 12,2 pp |
| Eigenkapitalquote | 53,4 % | 59,0 % | -5,6 pp |
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2018|19 moderat höheren Bilanzsumme zum 30. November 2019 von 2,59 Mrd. € (28. Februar 2019: 2,39 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 53,4 % (28. Februar 2019: 59,0 %).
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte erhöhte sich v.a. bedingt durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 - Leasing, aber auch aufgrund von Investitionen über dem Abschreibungsniveau. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen aufgrund des Aufbaus von Vorräten und höherer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Vermögenswerte. Auf der Passivseite erhöhten sich die langfristigen Schulden v.a. aufgrund des Aufbaus von Finanzverbindlichkeiten deutlich. Die kurzfristigen Schulden stiegen v.a. aufgrund eines Aufbaus der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten.
Die Nettofinanzschulden zum 30. November 2019 lagen mit 484,6 Mio. € um 162,4 Mio. € über dem Wert per 28. Februar 2019. Das Gearing zum Quartalsstichtag erhöhte sich folglich auf 35,1 % (28. Februar 2019: 22,9 %).

| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1-3 2019 20 |
Q1-3 2018 19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 889,3 | 890,2 |
| EBITDA1 | 77,5 | 89,7 |
| Operatives Ergebnis | 45,9 | 62,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 45,9 | 62,0 |
| EBIT-Marge | 5,2 % | 7,0 % |
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q3 2019 20 |
Q3 2018 19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 293,7 | 278,0 |
| EBITDA1 | 22,2 | 27,0 |
| Operatives Ergebnis | 9,8 | 15,9 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 9,8 | 15,9 |
| EBIT-Marge | 3,3 % | 5,7 % |
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen in Q1-3 2019|20 mit 889,3 Mio. € auf dem Vorjahresniveau. Bei Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze marginal, bei einer leicht positiven Absatzentwicklung. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die Umsatzerlöse rohstoffpreisbedingt unter dem Vorjahr, die Absätze konnten deutlich gesteigert werden.
Das EBIT im Segment erreichte nach neun Monaten 45,9 Mio. € und lag damit um 26,0 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Verschlechterung stammt überwiegend aus dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen. Hier waren einerseits Einmaleffekte im Rohstoffbereich in Mexiko (Erdbeere, Mango), niedrige Vermark-
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
tungspreise für Äpfel in der Ukraine, geringere Margen in Europa sowie außerplanmäßige Personalkosteneffekte für den Rückgang beim operativen Ergebnis ausschlaggebend. Andererseits lag in den ersten neun Monaten das Absatzwachstum unter den Erwartungen und allgemeine Kostensteigerungen konnten daher nicht in vollem Ausmaß über höhere Verkaufsvolumina kompensiert werden. Das EBIT im Fruchtsaftkonzentratgeschäft konnte aufgrund der hohen Ausliefermengen aus der Ernte 2018 bei guten Deckungsbeiträgen auf einem soliden Niveau gehalten werden, allerdings ging es gegenüber dem Vorjahr zurück, weil aufgrund einer geringeren Apfelernte 2019 Leerkosten zu verbuchen waren.
Für den globalen Markt für Joghurt wird für 2020 (Vergleichsbasis 2019) eine voraussichtliche Absatzentwicklung von über +4 % erwartet, wobei dieses Wachstum aber von den Kategorien Trinkjoghurt und Naturjoghurt getrieben wird. Der eigentliche Hauptabsatzmarkt des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen löffelbares Fruchtjoghurt wächst im selben Zeitraum global nur leicht. Die für AGRANA Fruit größten Märkte in Westeuropa und Nordamerika sind im Bereich löffelbares Fruchtjoghurt rückläufig. Das geplante Wachstum in Gebieten wie z.B. Südamerika, Mittlerer Osten, Europa und Nordamerika ist derzeit durch konjunkturbedingte Rückgänge bzw. aufgrund politischer Entwicklungen negativ beeinflusst.
Neben der kontinuierlichen Steigerung der Absatzmengen im Molkereibereich durch innovative Produkte konzentriert sich AGRANA Fruit weiterhin auf alternative Absatzsegmente wie z.B. Eiscremes und Milchalternativen sowie auf den Bereich Food Services. Der Bereich Eiscreme weist 2020 global ein moderates Wachstum auf. In einigen Regionen zeigt sich auch ein hohes Wachstum. In diesem Segment sollen Kooperationen mit den globalen Marktführern und der Bereich Food Services ausgebaut werden. Der Absatzmarkt für Milchalternativen im Joghurt- und Eiscremebereich ist noch eine Nische im Gesamtmarkt, die jedoch ein dynamisches Wachstum zeigt. Vor allem in Westeuropa und Nordamerika wächst dieser Markt deutlich mehr als der Markt für "klassische" Milchprodukte. In einem Teilbereich dieses Marktes werden Fruchtzubereitungen der gleichen Art wie in Molkereiprodukten verarbeitet.
Die wichtigsten Konsumtrends, welche die Entwicklung der Absatzmärkte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen (Molkereiprodukte, Eiscremes, Backwaren und Food Services) beeinflussen, sind weiterhin Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss sowie Convenience. Bei Produkteinführungen sind neue überraschende Geschmacksrichtungen oder Texturen gefragt, um dem experimentierfreudigen Konsumenten von heute ein neues sensorisches Erlebnis beim Produktverzehr zu
bieten. Die Trends nach Nachhaltigkeit und Gesundheit manifestieren sich am Markt vermehrt durch Einführungen von pflanzlich basierten Produkten als Alternative zu milchbasierten Joghurts.
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate wird von einer weiter guten Nachfrage nach Apfelsaftkonzentrat im Frühjahr 2020 ausgegangen, was zu einer stabilen Preiserwartung führt. Die verfügbaren Apfelsaftkonzentratmengen aus der Ernte 2019 sind bereits überwiegend verkontrahiert.
Die Buntsaftkonzentrate aus der Ernte 2018 sind vollständig kontrahiert.
In den ersten drei Quartalen 2019|20 wurden für den Fruchtzubereitungsbereich rund 307.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft.
Der Rohstoffeinkauf von Beeren- und Steinfrüchten wurde mit Ende des dritten Quartals 2019|20 größtenteils abgeschlossen.
Bei Erdbeere als mengenmäßig wichtigster Frucht konnten die geplanten Mengen aus der Ernte 2019 auf den Hauptbeschaffungsmärkten Marokko, Ägypten, Spanien und Mexiko kontrahiert werden. Moderate Preisanstiege (rund 5%) gab es in den mediterranen Regionen, deutlich stärker stiegen die Preise in Mexiko (bis zu +30%) aufgrund unterdurchschnittlicher Ernteerträge. Sorten aus Polen, der Ukraine und China werden bedingt durch ein generell höheres Preisniveau in erster Linie für regionale Produkte sowie im Bio-Bereich eingesetzt.
Aufgrund einer anhaltend starken Nachfrage nach tiefgefrorenen Früchten, v.a. aus Europa und den USA, wird mit einer leichten Ausweitung der Anbauflächen und auch einer Erholung der Rohstoffpreise in Ägypten sowie Marokko gerechnet.
Unterdurchschnittliche Ernteerträge bei Himbeere und Kirsche aufgrund von ungünstigen Witterungsbedingungen in den europäischen Hauptanbaugebieten führten bei diesen Früchten zu deutlichen Preissteigerungen von bis zu 60 % gegenüber dem Vorjahr.
Die Buntsaftkonzentratproduktion 2019 war von geringerer Verfügbarkeit bei den Hauptfrüchten geprägt und damit auch von deutlich über dem Vorjahr liegenden Buntsaftkonzentratpreisen.
Bei der Hauptfrucht des Fruchtsaftkonzentratgeschäftes Apfel lag die Verfügbarkeit in den wesentlichen Ernteregionen witterungsbedingt deutlich unter dem Vorjahr. In China und Österreich konnte eine zufriedenstellende Versorgung verzeichnet werden.
Umsatzanteil
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20

| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1-3 2019 20 |
Q1-3 2018 19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 606,9 | 566,4 |
| EBITDA1 | 72,0 | 46,5 |
| Operatives Ergebnis | 46,1 | 23,5 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
11,2 | 13,4 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 57,3 | 36,9 |
| EBIT-Marge | 9,4 % | 6,5 % |
| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q3 2019 20 |
Q3 2018 19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 199,1 | 194,4 |
| EBITDA1 | 27,7 | 19,9 |
| Operatives Ergebnis | 19,0 | 12,3 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
4,0 | 4,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 23,0 | 16,6 |
| EBIT-Marge | 11,6 % | 8,5 % |
Die Umsatzerlöse in den ersten drei Quartalen 2019|20 in Höhe von 606,9 Mio. € lagen um 7,2 % über dem Vorjahreswert. Der Hauptgrund dafür waren deutlich höhere Ethanolumsätze aufgrund markant gestiegener Platts-Notierungen. Bei Verzuckerungsprodukten konnte der Umsatz bei rückläufigen Preisen durch Mehrmengen leicht gesteigert werden. Native und modifizierte Stärken erzielten v.a. durch gestiegene Mengen Umsatzzuwächse. Die Umsatzerlöse im Futtermittelbereich blieben stabil.
Mit einem EBIT in Höhe von 57,3 Mio. € übertraf das Segment Stärke das Vorjahresergebnis um 55,3 %. Der sehr deutliche Ergebniszuwachs ist vorrangig dem markant gestiegenen Marktpreis für Ethanol und Mengenzuwächsen in allen übrigen Produktsegmenten geschuldet. Kostenseitig wirkte sich die gute Getreideernte 2019 positiv auf das Ergebnis aus, v.a. durch den Einsatz überdurchschnittlich hoher Nassmaismengen. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA sank von 13,4 Mio. € auf 11,2 Mio. €, da der ungarische Standort als größter europäischer Hersteller von Isoglukose von den Preisrückgängen bei Verzuckerungsprodukten im Vergleich zur Vorjahresperiode besonders betroffen ist und bessere Margen bei Bioethanol den Isoglukose-Ergebnisrückgang nicht kompensieren konnten. Insgesamt stieg die Profitabilität (EBIT-Marge) des Segmentes in Q1-3 2019|20 auf 9,4 % nach 6,5 % im Vorjahr.
Die Märkte für die diversen Stärkeprodukte zeigten im Berichtszeitraum ein gemischtes Bild.
Bei Verzuckerungsprodukten herrschte ein anhaltend hoher Preis- und Mengendruck. Vor allem in Zentral- und Osteuropa war das Angebot aufgrund neu installierter Kapazitäten deutlich höher als die Nachfrage.
Die Nachfragesituation bei nativen und modifizierten Stärken war insbesondere im Lebensmittelbereich stabil. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der wachsenden Papier- und Wellpappen-Industrie wurde im Zuge der Erweiterung der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich intensiviert.
Das Bioethanolgeschäft trug in den ersten drei Quartalen 2019|20 durch anhaltend hohe Platts-Notierungen sehr positiv zum Gesamtergebnis des Segmentes Stärke bei. Die Notierungen wurden durch ein knapperes Angebot sowie einen steigenden Bedarf, insbesondere in Nordund Zentraleuropa, gestützt. Durch die Erhöhung der Beimischverpflichtungen in einigen EU-Mitgliedsstaaten (z.B. in Ungarn, Estland, der Slowakei oder in den Niederlanden) sind im kommenden Geschäftsjahr weitere positive Nachfrageimpulse zu erwarten.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Bei Weizengluten muss aufgrund der aktuell am Markt verfügbaren und erwarteten Mengen von einem deutlichen Preisrückgang im Vergleich zu den aktuellen Kontraktpreisen ausgegangen werden. Die Preise für Mittelproteine werden in Abhängigkeit von den zukünftigen Getreide- und Sojanotierungen im Wesentlichen stabil eingeschätzt.
Der internationale Getreiderat (IGC1 ) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2019|20 (1. Juli 2019 bis 30. Juni 2020) per 21. November 2019 auf 2,16 Mrd. Tonnen, die damit um rund 19 Mio. Tonnen über dem Vorjahr und rund 26 Mio. Tonnen unter dem erwarteten Verbrauch liegt. Bei Weizen wird eine Produktion von 762 Mio. Tonnen (Vorjahr: 733 Mio. Tonnen; Verbrauch 2019|20: 756 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.103 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.131 Mio. Tonnen; Verbrauch 2019|20: 1.142 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände werden um rund 26 Mio. Tonnen auf 594 Mio. Tonnen sinken.
Die Getreideproduktion der EU-28 wird von Stratégie Grains per 14. November 2019 auf rund 309 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 280 Mio. Tonnen). Dazu trägt die Weichweizenernte rund 146 Mio. Tonnen bei, die damit deutlich höher als die Ernte 2018 (127 Mio. Tonnen) ist. Die Maisernte 2019 in der EU wird bei 64 Mio. Tonnen erwartet (Vorjahr: 62 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) entwickelten sich seit Anfang September 2019 bei Mais seitwärts und bei Weizen leicht steigend und lagen am 29. November 2019 bei rund 166 € je Tonne Mais (Vorjahr: 173 €) und 186 € je Tonne Weizen (Vorjahr: 201 €).
Am 23. August wurde in der Kartoffelstärkefabrik Gmünd|Österreich, mit der Verarbeitung von Stärkekartoffeln der Ernte 2019 begonnen. Bedingt durch eine ungünstige Witterung - Trockenheit im Juni und überdurchschnittliche Temperaturen im Juli und August - wird eine
Liefererfüllung von 85 % der kontrahierten Stärkekartoffeln erwartet. Der durchschnittliche Stärkegehalt wird etwas niedriger zum Vorjahr bei rund 18,0 % (Vorjahr: 18,5 %) eingeschätzt.
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
Die Nassmaisübernahme in der Maisstärkefabrik Aschach|Österreich begann Ende August 2019 und wurde mit einer Verarbeitungsmenge von rund 130.000 Tonnen (Vorjahr: 117.000 Tonnen) Anfang Dezember 2019 abgeschlossen. Für das gesamte Geschäftsjahr wird eine Verarbeitungsmenge von rund 471.000 Tonnen (Vorjahr: 468.000 Tonnen) erwartet.
Im Werk Pischelsdorf|Österreich wurden von Ende August bis Anfang Dezember 2019 rund 105.000 Tonnen (Vorjahr: 106.000 Tonnen) Nassmais verarbeitet. Insgesamt wird für das laufende Geschäftsjahr eine Gesamtgetreideverarbeitung (Weizen, Bio-Weizen, Mais, Tritikale) von rund 881.000 Tonnen (Vorjahr: 839.000 Tonnen) erwartet.
Die Rohstoffeindeckung für die österreichischen Fabriken ist im Geschäftsjahr 2019|20 bis auf Restmengen gegeben. Die Rohstoffpreise lagen in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres auf bzw. leicht unter dem erwarteten Niveau.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) lief die Nassmaiskampagne von Ende August bis Anfang Dezember 2019. Gegenüber dem Vorjahr lag die Nassmaisverarbeitung (100 %) bei rund 240.000 Tonnen (Vorjahr: 227.000 Tonnen). Die Maisverarbeitung im gesamten Geschäftsjahr wird bei 1,04 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1,03 Mio. Tonnen) erwartet.
Umsatzanteil
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20

| Finanzkennzahlen Segment Zucker |
Q1-3 2019 20 |
Q1-3 2018 19 |
|---|---|---|
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | ||
| Umsatzerlöse | 383,2 | 406,9 |
| EBITDA1 | -10,0 | -12,1 |
| Operatives Ergebnis | -33,7 | -30,9 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
0,7 | -2,9 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,4 | -1,6 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -33,4 | -35,4 |
| EBIT-Marge | -8,7 % | -8,7 % |
| Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q3 2019 20 |
Q3 2018 19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 136,6 | 129,5 |
| EBITDA1 | -1,2 | -19,1 |
| Operatives Ergebnis | -14,5 | -30,2 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
0,2 | -0,3 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,4 | -0,8 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -14,7 | -31,3 |
| EBIT-Marge | -10,8 % | -24,2 % |
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse in Q1-3 2019|20 mit 383,2 Mio. € um 5,8 % unter dem Vorjahr. Niedrigere Zuckerverkaufsmengen führten trotz moderat höherer Zuckerverkaufspreise zu dieser negativen Entwicklung.
Das EBIT in Q1-3 2019|20 betrug -33,4 Mio. €, womit es gegenüber der Vergleichsperiode zu einer moderaten Verbesserung kam. Obwohl wie im Vorjahr auch in der Kampagne 2019 wieder erntebedingt Leerkosten verbucht werden müssen, wirkten sich gegenüber dem Vorjahr höhere Zuckerverkaufspreise positiv auf das Ergebnis der Betriebstätigkeit aus.
Der Zuckerweltmarkpreis fluktuiert seit Beginn des Geschäftsjahres auf niedrigem Niveau. Im Berichtszeitraum wurde sogar ein neues 10-Jahres-Tief bei Weißzucker im Juli 2019 (294,0 \$ pro Tonne) erreicht. Aufgrund der niedrigeren Weißzuckerprämie wurde das 10-Jahres-Tief bei Rohzucker von September 2018 (218,3 \$ pro Tonne) nicht unterschritten.
Trotz eines schwachen Defizits im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2018|19 (Oktober 2018 bis September 2019) führten beachtliche Bestände, v.a. in Indien, zu niedrigen Preisen. In diesem Kontext wird auch das im ZWJ 2019|20 erwartete deutliche Defizit als nur moderat unterstützend für die Preisentwicklung gesehen. Speziell die Möglichkeit Brasiliens bei einer aktuell hohen Ethanolerzeugung, vermehrt zwischen Ethanol- und Zuckerproduktion zu wechseln, relativiert das zu erwartende Defizit. Die Bestandsproblematik in Indien ist auch für das ZWJ 2019|20 bisher nicht gelöst. Die aktuelle Marktlage wird darüber hinaus auch durch das Verhalten institutioneller Investoren beeinflusst, welche im Berichtszeitraum regelmäßig große Verkaufspositionen akkumuliert haben und somit auf ein weiterhin niedriges Preisniveau setzten.
Aktuelle politische Spannungen führen zu einem volatilen Ölpreis, welcher wiederum die Zuckerpreisentwicklung beeinflusst. Weitere Unsicherheit wurde durch die Dynamiken am Währungsmarkt verursacht.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 18. Oktober 2019 für das ZWJ 2019|20 mit einem deutlichen Produktionsdefizit. Danach käme es bei einer erwarteten Produktion von 180,7 Mio. Tonnen (ZWJ 2018|19: 184,4 Mio. Tonnen) und einem wachsenden Verbrauch von 186,1 Mio. Tonnen (ZWJ 2018|19: 184,2 Mio. Tonnen) zu einem Abbau der Bestände auf 71,7 Mio. Tonnen (ZWJ 2018|19: 78,2 Mio. Tonnen) und es ergäbe sich ein Defizit in Höhe von 6,5 Mio. Tonnen.
Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 344,9 \$ (314,1 €) pro Tonne und Rohzucker bei 285,3 \$ (259,8 €) pro Tonne.
Im ZWJ 2018|19 lag die Zuckerproduktion in der EU bei rund 17,6 Mio. Tonnen, was im Vergleich zum Jahr davor (21,3 Mio. Tonnen) ein Minus von rund 17 % bedeutete. Aufgrund der wiederholt sehr trockenen Witterungsbedingungen im Sommer 2019 geht die Europäische Kommission (EK) auch für das ZWJ 2019|20 laut August 2019-Prognose von einer Produktion von lediglich 17,5 Mio. Tonnen Zucker aus.
Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittpreise laut EU-Preisreporting deutlich und kontinuierlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Durchschnittspreis wieder leicht an, für Oktober 2019 wurde ein Durchschnittspreis von 332 € pro Tonne gemeldet und es wird für die nächsten Monate von einem weiteren Anstieg ausgegangen – auch weil die europäische Rübenernte 2019 nur auf dem Niveau des Trockenjahres 2018 erwartet wird.
Aufgrund der gesunkenen Produktionsmengen im ZWJ 2018|19 wurden geringere Exportmengen und höhere Importmengen verzeichnet. Die ersten Monate des neuen ZWJ 2019|20 bestätigen, dass sich dieser Trend vorerst fortsetzt. Der europäische Zuckermarkt wird damit auch im ZWJ 2019|20 ein Nettoimportmarkt bleiben.
Seit 1. Oktober 2019 sind alle Sales- und Marketingaktivitäten in einer neuen Vertriebsgesellschaft, der AGRANA Sales & Marketing GmbH zusammengefasst. Durch diese Zentralisierung aller Verkaufs- und Verwaltungstätigkeiten soll den Herausforderungen im Zuckermarkt besser begegnet werden können.
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
Die von AGRANA mit den Rübenbauern kontrahierte Zuckerrübenfläche betrug im Anbaujahr 2019 rund 82.100 Hektar, das waren um rund 1.000 Hektar weniger als im Vorjahr.
Ab Ende April bis Ende Mai 2019 konnten flächendeckend in allen Anbaugebieten ausreichend Niederschläge verzeichnet werden. Damit entspannte sich die bis dahin trockene Wettersituation und eine rasche Jugendentwicklung führte zu einem in Bezug auf den Zeitpunkt frühen bis durchschnittlichen Reihenschluss bei den meisten Rübenbeständen. Die Monate Juni bis August 2019 verliefen in den Rübenanbauregionen sehr unterschiedlich. In Österreich wurde einer der heißesten Sommer der Messgeschichte verbucht, wenngleich regional sehr unterschiedlich anfallende Gewitter und der damit einhergehende Regen in vielen Anbauregionen zumindest teilweise Abhilfe schaffte. Auch in Tschechien war es v.a. in der Anbauregion des nördlichen Werkes in Opava eine Zeit lang sehr trocken. Für die Länder Slowakei, Ungarn und Rumänien kann von einer ausreichenden Niederschlagsversorgung bis Mitte August 2019 berichtet werden. Der September und nahezu der gesamte Oktober 2019 blieben wiederum vergleichsweise trocken, sodass das prognostizierte Rübenwachstum ab Anfang September nahezu ausgeblieben ist.
Die Ernte begann in der Slowakei und in Rumänien bereits früh (Anfang September 2019). In Tschechien und Ungarn wurde in der letzten September-Woche gestartet. Aufgrund der durch den Rübenderbrüssler ("Rüsselkäfer") reduzierten Erntefläche (-10 % im Vergleich zur Planung) wurde die Rodung in Österreich erst Anfang Oktober gestartet. Die insgesamt eher widrigen Witterungs- und Vegetationsbedingungen führen auf aktuell 76.200 Hektar Rübenfläche (davon rund 1.900 Hektar auf Grundlage biologischer Landwirtschaft) zu unterdurchschnittlichen (Tschechien, Slowakei und Ungarn) bis durchschnittlichen (Österreich und Rumänien) Rübenerträgen. Aufgrund der durch die Trockenheit beeinträchtigten Rüben und des starken Auftretens von Cercospora (Blattfleckenkrankheit) im Frühherbst werden lediglich unterdurchschnittliche Zuckergehalte erzielt. Die gesamte Rübenerntemenge beträgt rund 4,7 Mio. Tonnen (davon rund 90.000 Tonnen Bio-Rüben).
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
In den drei Rohzuckerraffinerien in Kaposvár|Ungarn, Buzău|Rumänien und Brčko|Bosnien und Herzegowina wurden in Q1-3 2019|20 aus rund 208.000 Tonnen Rohrrohzucker ca. 207.500 Tonnen Weißzucker erzeugt.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.
Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweist AGRANA auf die Seiten 88 bis 93 des Geschäftsberichtes 2018|19.
| Mitarbeiter FTEs1 |
Q1-3 2019 20 |
Q1-3 2018 19 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 6.406 | 6.397 | 0,1 % |
| Segment Stärke | 1.082 | 1.022 | 5,9 % |
| Segment Zucker | 2.055 | 2.052 | 0,1 % |
| Konzern | 9.543 | 9.471 | 0,8 % |
In Q1-3 2019|20 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.543 Mitarbeiter1 (Vorjahr: 9.471 Mitarbeiter1 ) beschäftigt. Die Erhöhung des Personalstandes war v.a. auf den Ausbau des Stärke-Produktionsstandortes Pischelsdorf|Österreich zurückzuführen.
Nach dem Quartalsstichtag am 30. November 2019 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanzund Vermögenslage der AGRANA hatten.
1 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2018 19 ist |
2019 20 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.443,0 | ä |
| EBIT | 66,6 | |
| Investitionen1 | 183,8 | 140 |
ä Leichter Anstieg 2
Deutlicher Anstieg2
Trotz der aktuellen Herausforderungen in den Segmenten Zucker und Frucht ist für das Geschäftsjahr 2019|20 mit einem deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) zu rechnen. Beim Konzernumsatz wird von einem leichten Anstieg ausgegangen.
| Segment Frucht in Mio. € |
2018 19 ist |
2019 20 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.179,1 | |
| EBIT | 77,3 | |
| Investitionen1 | 56,2 | 50 |
Stabile Entwicklung2
Deutlicher Rückgang2
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2019|20 bei einer stabilen Umsatzentwicklung einen deutlichen Ergebnisrückgang. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet aufgrund stagnierender Absatzmengen in allen Geschäftsfeldern mit einer dementsprechenden Umsatzentwicklung, beim EBIT wird aufgrund der verhaltenen Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr auch im Gesamtjahr ein deutlicher Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das Geschäftsjahr 2019|20 von einer stabilen Umsatz-Entwicklung ausgegangen, wobei das EBIT in Folge der geringeren Auslastung aufgrund der niedrigeren Rohstoffverfügbarkeit deutlich unter dem Vorjahr liegen wird.
| Segment Stärke in Mio. € |
2018 19 ist |
2019 20 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 762,7 | |
| EBIT | 51,2 | |
| Investitionen1 | 97,0 | 70 |
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
Moderater Anstieg 2
Deutlicher Anstieg2
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2019|20 einen moderaten Umsatzanstieg. Die Märkte für Stärken werden stabil erwartet, stärkebasierte Verzuckerungsprodukte bleiben von der Entwicklung des europäischen Zuckerpreisniveaus beeinflusst. Die gute Getreideernte 2019 lässt eine Reduktion der Rohstoffpreise im Vergleich zum Trockenjahr 2018 erwarten. Insgesamt wird im Segment Stärke v.a. aufgrund im Vorjahresvergleich höherer Ethanolpreise mit einem deutlich über Vorjahr liegenden EBIT gerechnet.
| Segment Zucker in Mio. € |
2018 19 ist |
2019 20 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 501,2 | ä |
| EBIT | -61,9 | |
| Investitionen1 | 30,6 | 20 |
ä Leichter Anstieg 2
Deutliche Verbesserung2
Im Segment Zucker rechnet AGRANA in Erwartung eines weiterhin herausfordernden Zuckermarktumfeldes mit einem konstant niedrigen Umsatzniveau. Die laufenden Kostensenkungsprogramme werden die Margenreduktion nur bedingt abfedern können, sodass im Geschäftsjahr 2019|20 ein negatives EBIT erwartet wird. Jedoch ist aus relativer Sicht im Geschäftsjahr aufgrund höherer Verkaufspreise im Zuckerwirtschaftsjahr 2019|20 eine deutliche EBIT-Verbesserung zu erwarten.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 140 Mio. € deutlich über den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 110 Mio. € liegen.
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1-3 2019|20
| 07. Mai 2020 | Ergebnisse des Geschäftsjahres 2019 20 (Bilanzpressekonferenz) |
|
|---|---|---|
| 23. Juni 2020 | Nachweisstichtag "Hauptversammlung" | |
| 03. Juli 2020 | Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2019 20 | |
| 08. Juli 2020 | Ex-Dividenden-Tag | |
| 09. Juli 2020 | Ergebnisse des ersten Quartals 2020 21 | |
| 09. Juli 2020 | Nachweisstichtag "Dividenden" | |
| 10. Juli 2020 | Dividenden-Zahltag | |
| 08. Oktober 2020 Ergebnisse des ersten Halbjahres 2020 21 | ||
Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 1020 Wien, Österreich www.agrana.com
Konzernkommunikation/Investor Relations Mag. (FH) Hannes HAIDER Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
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E-Mail: [email protected]
Veröffentlicht am 14. Jänner 2020 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
AGRANA 2019|20 Online: https://reports.agrana.com
Die Zwischenmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRA-NA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Zwischenmitteilung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmässige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0% bis +1% oder 0% bis -1% |
| Leicht | ä oder | Mehr als +1% bis +5% oder mehr als -1% bis -5% |
| Moderat | oder | Mehr als +5% bis +10% oder mehr als -5% bis -10% |
| Deutlich | oder | Mehr als +10% oder mehr als -10% |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50% oder mehr als -50% |
Diese Zwischenmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diese Zwischenmitteilung am 27. Dezember 2019 aufgestellt
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2018|19, Seite 196, verwiesen.
Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Diese Zwischenmitteilung ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

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