Quarterly Report • Jul 9, 2020
Quarterly Report
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Zwischenmitteilung über das erste Quartal 2020|21
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital) 2 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
wir haben in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2020|21 Krisenmanagement betrieben. Es galt, weltweit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und dennoch die Produktion vollumfänglich aufrecht zu erhalten, um unsere Kunden trotz der COVID-19-Pandemie verlässlich zu beliefern.
Das ist uns hervorragend gelungen - dank eines gut funktionierenden Krisenstabes, einer Top-IT-Infrastruktur und der hohen Flexibilität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Home-Office in der Verwaltung und Sonderschichten in der Produktion. Aufgrund unserer weltweit hohen Hygiene-Standards gab es in der AGRANA-Gruppe global auch nur sehr wenige COVID-19-Erkrankungen in der Belegschaft.
Trotz der Coronavirus-Krise können wir über ein leicht über Vorjahr liegendes Ergebnis der Betriebstätigkeit im Q1 2020|21 berichten.
Ausschlaggebend für das solide Konzern-EBIT war die Entwicklung im Segment Zucker, wo die Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Vorjahresquartal sehr deutlich war. Der Zucker-Verkaufsboom im März 2020 hat dazu wesentlich beigetragen.
Das EBIT im Segment Stärke lag moderat unter dem Vorjahr, wobei der Rückgang im Wesentlichen mit einem Preis-Einbruch bei Bioethanol auf kurzfristig unter 400 € pro m3 zu Beginn der COVID-19-Pandemie zusammenhing. Mittlerweile ist eine Preis-Stabilisierung bei über 500 € pro m3 eingetreten. Mengenmäßig blieb der Ethanolverkauf trotz Lockdowns weitgehend stabil, dank des festen Marktes für Bioethanol mit hoher CO2 -Einsparung und 10 Millionen Liter Absatz in den Desinfektionsmittelbereich.
Im Segment Frucht lagen wir ergebnismäßig deutlich unter dem Vorjahr. Einerseits war die Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft erntebedingt schwächer, andererseits gab es COVID-19-bedingte Rückgänge im Fruchtzubereitungsgeschäft.
Herausfordernd waren im ersten Quartal nicht nur die Rahmenbedingungen durch die COVID-19-Pandemie, sondern auch die extrem trockenen Anbaubedingungen für unsere agrarischen Rohstofflieferanten. Die Rübenflächen, insbesondere in Österreich, haben darunter sehr gelitten. Positiv für das Segment Stärke ist, dass für Mais die Niederschläge zeitgerecht erfolgt sind.
Die Investitionen haben wir nach Abschluss der Großprojekte der vergangenen Jahre deutlich zurückgefahren. Das Betainkristallisationsprojekt in Tulln|Österreich verzögert sich durch COVID-19 etwas und soll nun im August 2020 in Betrieb genommen werden.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, noch sind Dauer und Ausmaß der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung nicht seriös einschätzbar. Es ist zu hoffen, dass nach der Aufhebung der meisten Beschränkungen intensives Monitoring hilft, ein allfälliges Neuaufflammen des Virus sofort eingrenzen und damit einen erneuten Lockdown vermeiden zu können.
Bleiben Sie gesund!
Ihr
Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2020 21 | Q1 2019 20 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 652,6 | 638,4 | 2,2 % |
| EBITDA1 | 54,7 | 51,5 | 6,2 % |
| Operatives Ergebnis | 28,1 | 27,5 | 2,2 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
3,9 | 3,4 | 14,7 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 32,0 | 30,9 | 3,6 % |
| EBIT-Marge | 4,9 % | 4,8 % | +0,1 pp |
| Finanzergebnis | -6,1 | -3,8 | -60,5 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 25,9 | 27,1 | -4,4 % |
| Ertragsteuern | -6,7 | -8,8 | 23,9 % |
| Konzernergebnis | 19,2 | 18,3 | 4,9 % |
| Ergebnis je Aktie | 0,30 € | 0,27 € | 11,1 % |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im ersten Quartal 2020|21 (1. März bis 31. Mai 2020) mit 652,6 Mio. € leicht über dem Vorjahr, wobei der Umsatzanstieg auf die positive Erlösentwicklung im Segment Zucker zurückzuführen war.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im ersten Quartal 2020|21 32,0 Mio. € und lag damit leicht über dem Vorjahr. Im Segment Frucht ging das EBIT v.a. aufgrund einer schwächeren Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft um 26,6 % auf 16,0 Mio. € zurück. Niedrigere Ethanolpreise führten zu einem moderaten
EBIT-Rückgang auf 17,0 Mio. € im Segment Stärke. Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr festere Preise und höhere Verkaufsmengen zu einer sehr deutlichen Verbesserung des Ergebnisses auf -1,0 Mio. € (Vorjahr: -9,3 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf -6,1 Mio. € nach -3,8 Mio. € im Vorjahr, wobei die negative Veränderung u.a. aus einer Verschlechterung des Währungsergebnisses resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 6,7 Mio. €, einer Steuerquote von 25,9 % (Vorjahr: 32,5 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 19,2 Mio. € (Vorjahr: 18,3 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie stieg auf 0,30 € (Vorjahr: 0,27 €).
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Im ersten Quartal 2020|21 investierte AGRANA mit 11,1 Mio. € um 22,5 Mio. € weniger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| INVESTITIONEN1 in Mio. € |
Q1 2020 21 |
Q1 2019 20 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Frucht | 5,0 | 10,1 | -50,5 % |
| Stärke | 5,0 | 20,8 | -76,0 % |
| Zucker | 1,1 | 2,7 | -59,3 % |
| Konzern | 11,1 | 33,6 | -67,0 % |
Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität und Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:
Umrüstung der Energieversorgung des Standorts Sered'|Slowakei auf Gas
Zusätzlich wurden im Q1 2020|21 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 9,4 Mio. € (100%; Vorjahr: 5,6 Mio. €) getätigt.
Die Hauptinvestition für das laufende Geschäftsjahr 2020|21 stellt das Projekt Betainkristallisation der Beta Pura GmbH dar. Gemeinsam mit The Amalgamated Sugar Company LLC, Boise|USA, werden am Standort Tulln|Österreich rund 37 Mio. € (100 %) in die Veredelung von Nebenprodukten aus der Zuckerproduktion investiert. Der Inbetriebnahme erfolgt aufgrund der COVID-19-Pandemie erst im August 2020.
| Q1 2020 21 | Q1 2019 20 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in Mio. € | |||
| Cashflow aus dem Ergebnis | 56,0 | 47,9 | 16,9 % |
| Veränderungen des Working Capital | -48,9 | -71,3 | 31,4 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | -4,5 | -7,3 | 38,4 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 2,6 | -30,7 | 108,5 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -21,1 | -34,6 | 39,0 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 17,8 | 71,8 | -75,2 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | -0,7 | 6,5 | -110,8 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassung auf den Finanzmittelbestand |
-3,4 | 0,0 | - |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 93,4 | 82,6 | 13,1 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 89,3 | 89,1 | 0,2 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg im ersten Quartal 2020|21 u.a. aufgrund des verbesserten Konzernergebnisses auf 56,0 Mio. € (Vorjahr: 47,9 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode deutlich niedrigeren Aufbau des Working Capital um 48,9 Mio. € (Vorjahr: 71,3 Mio. €) verbesserte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Q1 2020|21 auf 2,6 Mio. € (Vorjahr: -30,7 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug bei deutlich reduzierten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -21,1 Mio. € (Vorjahr: -34,6 Mio. €). Darin enthalten ist die Kaufpreiszahlung für den Erwerb des in Santa Cruz|USA angesiedelten Unternehmens Marroquin Organic International, Inc. durch die AGRANA Stärke GmbH. Der gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierte Aufbau von Finanzverbindlichkeiten führte zu einem Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 17,8 Mio. € (Vorjahr: 71,8 Mio. €).
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 31.05.2020 | 29.02.2020 | ||
| Aktiva | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.314,6 | 1.331,9 | -1,3 % |
| davon Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 273,9 | 275,1 | -0,4 % |
| davon Sachanlagen | 904,4 | 932,8 | -3,0 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.208,5 | 1.217,5 | -0,7 % |
| davon Vorräte | 660,7 | 710,5 | -7,0 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 372,2 | 319,5 | 16,5 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 89,3 | 93,4 | -4,4 % |
| Summe Aktiva | 2.523,1 | 2.549,4 | -1,0 % |
| Eigenkapital | 1.386,4 | 1.387,1 | -0,1 % |
|---|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.324,3 | 1.323,7 | 0,0 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 62,1 | 63,4 | -2,1 % |
| Langfristige Schulden | 559,8 | 565,3 | -1,0 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 446,4 | 450,2 | -0,8 % |
| Kurzfristige Schulden | 576,9 | 597,0 | -3,4 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 147,9 | 126,8 | 16,6 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 267,7 | 311,8 | -14,1 % |
| Summe Passiva | 2.523,1 | 2.549,4 | -1,0 % |
| Nettofinanzschulden | 485,8 | 464,0 | 4,7% |
|---|---|---|---|
| Gearing1 | 35,0 % | 33,5 % | +1,5 pp |
| Eigenkapitalquote | 54,9 % | 54,4 % | +0,5 pp |
Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2019|20 marginal geringeren Bilanzsumme zum 31. Mai 2020 von 2,52 Mrd. € (29. Februar 2020: 2,55 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 54,9 % (29. Februar 2020: 54,4 %).
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte ging abschreibungsbedingt leicht zurück. Die kurzfristigen Vermögenswerte blieben stabil; einer Verringerung der Vorratsposition stand dabei ein Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Auf der Passivseite blieben die langfristigen Schulden nahezu unverändert. Die kurzfristigen Schulden sanken leicht, wobei den erhöhten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstand.
Die Nettofinanzschulden zum 31. Mai 2020 lagen mit 485,8 Mio. € um 21,8 Mio. € über dem Wert per 29. Februar 2020 (31. Mai 2019: 415,4 Mio. €). Das Gearing zum Quartalsstichtag stieg folglich auf 35,0 % (29. Februar 2020: 33,5 %; 31. Mai 2019: 29,2 %).
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2020 21 | Q1 2019 20 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 303,7 | 311,5 | -2,5 % |
| EBITDA1 | 26,1 | 31,5 | -17,1 % |
| Operatives Ergebnis | 16,0 | 21,8 | -26,6 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 16,0 | 21,8 | -26,6 % |
| EBIT-Marge | 5,3 % | 7,0 % | -1,7 pp |
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im Q1 2020|21 mit 303,7 Mio. € leicht unter dem Vorjahresniveau. Bei Fruchtzubereitungen gingen die Umsätze aufgrund niedrigerer Absätze leicht zurück. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die Umsatzerlöse ebenfalls mengenbedingt moderat unter dem Vorjahr.
Das EBIT im Segment erreichte nach drei Monaten 16,0 Mio. € und lag damit um 26,6 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Grund für die Verschlechterung lag v.a. im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate. Geringere Ausliefermengen in Kombination mit geringeren Deckungsbeiträgen bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2019 waren hierfür maßgeblich. Bei Fruchtzubereitungen lag das Ergebnis moderat unter dem Vorjahreswert. Einer Verbesserung des EBITs in Mexiko und Einsparungen in der Verwaltung standen Ergebnisrückgänge in den Regionen Südamerika und China, resultierend aus geringeren Verkaufsvolumina v.a. aufgrund der Coronavirus-Krise, gegenüber.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme, Backwaren und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss und Convenience. Die globale COVID-19-Pandemie hat einen großen Einfluss auf viele dieser Konsumtrends. So steigt z.B. die Nachfrage nach "Comfort Food", also nach Lebensmitteln, die das Gefühl von Genuss, Sicherheit und Nostalgie vermitteln. Außerdem fokussieren sich Konsumenten auf das Thema Gesundheit. Produkte, die auf die Förderung des Immunsystems abzielen, haben kurz- und mittelfristig großes Potenzial am Markt. Obgleich dieser Möglichkeiten führt die global drohende Rezession zu einer Tendenz zu günstigeren und simpleren Produkten. Premium-Produkte müssen sehr gut positioniert werden, um nicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Marktanteile an günstigere Eigenmarken zu verlieren.
Die Marktentwicklung für den Hauptabsatzmarkt Fruchtjoghurt wird durch die globale COVID-19-Pandemie leicht negativ beeinflusst. Aktuelle Prognosen von Euromonitor zeigen eine globale Wachstumsrate für Joghurt im Kalenderjahr 2020 von 1,8 %. Dies liegt 0,5 Prozentpunkte unter der prognostizierten Wachstumsrate vor dem Ausbruch der Coronavirus-Krise.
Die Nachfrage nach Apfelsaftkonzentrat war im Frühjahr weiterhin solide und konnte aus der Ernte 2019 bedient werden.
Für Buntsaftkonzentrate aus der Ernte 2019 wurden zur Gänze mit Kunden Verträge abgeschlossen. Bei der bevorstehenden Beerenkampagne ist von einer stabilen Nachfrage auf dem Niveau des Vorjahres auszugehen.
Die Ernte der Hauptfrucht Erdbeere wurde Ende Mai 2020 in Ländern mit mediterranen Klimazonen wie Marokko, Ägypten, Spanien und Mexiko im Wesentlichen abgeschlossen. Aufgrund geringerer Verarbeitungskapazitäten in Zusammenhang mit der COVID-19-Krise wurden in Ägypten und Marokko weniger Erdbeeren als ursprünglich geplant kontrahiert, gleichzeitig lagen die Einkaufspreise durchschnittlich um knapp 5 % über dem Vorjahr. Für das ausstehende Beschaffungsvolumen werden alternative Märkte wie China und Südamerika in Betracht gezogen.
Die Ernte einer anderen bedeutenden Frucht, Mango, startete im Hauptanbaugebiet Indien im Mai 2020 mit einer guten Verfügbarkeit von Industrieware, allerdings fehlen dort mittlerweile aufgrund des nationalen Lockdowns sowohl Arbeitskräfte als auch Transportkapazitäten. Die Marktpreise für indische Mangos werden um mindestens 10 % über dem Vorjahreswert erwartet und daher wird vermehrt in anderen Beschaffungsregionen wie Vietnam und Mexiko Rohstoff eingekauft.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Die Auswirkungen der Spätfröste in Teilen Europas auf die Obsternten im Sommer können zum Berichtszeitpunkt noch nicht eindeutig vorhergesagt werden. Es wird jedoch z.B. mit Ernteeinbußen bei Marillen von bis zu einem Drittel gegenüber dem Vorjahr ausgegangen.
Im ersten Quartal 2020|21 wurden für den Fruchtzubereitungsbereich rund 118.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft.
Für die gerade angelaufene Buntsaftverarbeitungssaison 2020 im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate ist von einer normalen Rohstoffverfügbarkeit auszugehen.
Bei der Hauptfrucht des Fruchtsaftkonzentratgeschäftes Apfel wird mit einer guten Verfügbarkeit in der Hauptanbauregion Polen gerechnet. Aufgrund des Frühjahrsfrostes in Ungarn liegen die Ernteerwartungen dort auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres; eine genauere Einschätzung wird erst Mitte Juli 2020 vorgenommen werden können.
| Finanzkennzahlen Segment Stärke |
Q1 2020 21 | Q1 2019 20 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | |||
| Umsatzerlöse | 204,4 | 207,7 | -1,6 % |
| EBITDA1 | 24,6 | 23,6 | 4,2 % |
| Operatives Ergebnis | 13,3 | 15,2 | -12,5 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
3,7 | 3,2 | 15,6 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 17,0 | 18,4 | -7,6 % |
| EBIT-Marge | 8,3 % | 8,9 % | -0,6 pp |
Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2020|21 in Höhe von 204,4 Mio. € lagen leicht unter dem Vorjahreswert. Durch den Vollbetrieb der neuen, zweiten Weizenstärkeanlage stiegen die Absätze und Umsätze der eigengefertigten Produkte insgesamt gegenüber dem Vorjahr deutlich. Gleichzeitig gingen die Handelswarenumsätze markant zurück, da der Vertrieb von Zucker-Nebenprodukten nunmehr auf Provisionsbasis abgerechnet wird und der entsprechende Umsatz nicht mehr im Segmentumsatz enthalten ist. Die Platts-Ethanolnotierungen brachen im März 2020 im Zuge des COVID-19-Lockdowns und der deutlich gesunkenen Benzinnachfrage massiv ein, erholten sich aber wieder im Laufe des restlichen Geschäftsjahresquartals entsprechend des wieder gestiegenen Individualverkehrsaufkommens. Die Absätze bei Verzuckerungsprodukten wurden durch die COVID-19-Krise negativ beeinflusst.
Das EBIT im Segment Stärke lag mit 17,0 Mio. € moderat unter dem Vorjahreswert. Im Berichtszeitraum wirkte sich die schwächere Marktnachfrage preisdämpfend aus und belastete die Margen. Kostenseitig konnten Einsparungen bei Energie- und Sachkosten in Zusammenhang mit den COVID-19-Maßnahmen das Ergebnis stützen, jedoch führte die Inbetriebnahme der neuen Weizenstärkeanlage zu einem deutlich höheren Abschreibungsniveau. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe stieg von 3,2 Mio. € auf 3,7 Mio. €. Schwächere Ergebnisse aufgrund von gesunkenen Verkaufsmengen und Margen bei Isoglukose und anderen Verzuckerungsprodukten konnten durch bessere Ergebnisse aufgrund eines gestiegenen Alkoholverkaufes, auch in Pharmaqualität, z.B. als Grundlage für Desinfektionsmittel, überkompensiert werden.
Die globale COVID-19-Pandemie hatte auch Auswirkungen auf Produktmärkte des Segmentes Stärke. Nach einem starken Verkaufsmonat März 2020 wurden in den beiden Folgemonaten bei einigen Produktgruppen wie Verzuckerungsprodukten (z.B. Glukose und Isoglukose) Absatzrückgänge verzeichnet. Der komplette Stillstand des Hotel- und Gastronomiebereiches sowie veränderte Verkaufsflächen - mehr Regalfläche für Grundnahrungsmittel anstelle von Süßigkeiten - waren hierfür verantwortlich.
Nicht nur das Preisniveau, auch die Verkaufszahlen von nativen und modifizierten Stärken im Lebensmittelbereich waren im ersten Quartal 2020|21 insgesamt weitgehend stabil, punktuell konnten durch Vorziehkäufe sogar Absatzsteigerungen erzielt werden. Die Nachfrage der europäischen Papier- und Wellpappenindustrie ist derzeit schwach. Viele grafische Papierhersteller haben ihre Kapazitäten während des COVID-19-Lockdowns deutlich reduziert.
Das Bioethanolgeschäft war im ersten Quartal von einem Einbruch bei den Platts-Notierungen bestimmt. Nach der weltweiten Ausbreitung der COVID-19-Pandemie sanken die Ethanolpreise auf ein All-time-Low (350 € pro m3 FOB Rotterdam). Mittlerweile haben sich die Notierungen auf einem Niveau von 550 bis 600 € pro m3 eingependelt. Der Treibstoffbedarf in Europa sank im April 2020 um rund 50 %. Die Mengenverluste im Raffineriegeschäft konnten durch intensives Verfolgen von Spot-Verkäufen und Absätze in den Desinfektionsbereich (Ausnahmegenehmigung der Biozid-Verordnung) abgefedert bzw. kompensiert werden.
Der internationale Getreiderat (IGC1 ) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2020|21 per 28. Mai 2020 auf 2,23 Mrd. Tonnen, die damit um rund 53 Mio. Tonnen über dem Vorjahr und rund 12 Mio. Tonnen über dem erwarteten Verbrauch liegt. Bei Weizen wird eine Produktion von 766 Mio. Tonnen (Vorjahr: 762 Mio. Tonnen; Verbrauch 2020|21: 750 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.169 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.118 Mio. Tonnen; Verbrauch 2020|21: 1.177 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände sollen um rund 13 Mio. Tonnen auf 627 Mio. Tonnen steigen.
Die Getreideproduktion der EU-27 wird von Stratégie Grains auf rund 300 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 311 Mio. Tonnen). Dazu soll die Weichweizenernte rund 133 Mio. Tonnen beitragen und damit deutlich niedriger als die Ernte 2019 (147 Mio. Tonnen) ausfallen. Die Maisernte 2020 in der EU wird bei 66 Mio. Tonnen erwartet (Vorjahr: 64 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) bewegten sich seit Anfang März 2020 bei Mais seitwärts. Bei Weizen führte die COVID-19-Pandemie zu einer höheren Volatilität und insgesamt höheren Preisen. Am Berichtsstichtag lagen die Notierungen bei rund 167 € pro Tonne Mais und 188 € pro Tonne Weizen (Vorjahr: 166 € bzw. 185 € pro Tonne).
Für das Anbaujahr 2020 wurden im Kartoffelstärkebereich mit rund 1.400 Landwirten Kontrakte über 281.000 Tonnen (Vorjahr: 322.000 Tonnen) Stärke- und Biostärkeindustriekartoffeln abgeschlossen. Die Kontrakte für Speise- und Bio-Speiseindustriekartoffeln blieben mit rund 17.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr annähernd konstant.
Der Rohstoffeinkauf für die Stärkefabriken in Aschach|Österreich (Mais) und Pischelsdorf|Österreich (Weizen) aus der Ernte 2019 ist bis auf Restmengen abgeschlossen. Die Rohstoffpreise lagen im ersten Quartal des Geschäftsjahres unter dem geplanten Niveau.
Im Bereich Bioethanol wurde der Getreide- und Maiseinkauf für das Werk in Pischelsdorf bis zur neuen Ernte zum Großteil fixiert. Die Rohstoffversorgung im Geschäftsjahr 2020|21 ist inklusive der Ethanolgetreide-Anbauverträge mit rund 82 % gegeben.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) wird die gesamte Maisverarbeitung 2020|21 (100 %) voraussichtlich 1,07 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1,02 Mio. Tonnen) betragen.
| Finanzkennzahlen | Q1 2020 21 | Q1 2019 20 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Zucker | |||
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | |||
| Umsatzerlöse | 144,5 | 119,2 | 21,2 % |
| EBITDA1 | 4,0 | -3,6 | 211,1 % |
| Operatives Ergebnis | -1,2 | -9,5 | 87,4 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
0,2 | 0,2 | 0,0 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -1,0 | -9,3 | 89,2 % |
| EBIT-Marge | -0,7 % | -7,8 % | +7,1 pp |
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im Q1 2020|21 mit 144,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl höhere Zuckerverkaufspreise als auch gestiegene Zuckerverkaufsmengen.
Das EBIT im Q1 2020|21 war mit -1,0 Mio. € zwar noch immer negativ, konnte aber aufgrund eines freundlicheren Verkaufspreisumfeldes gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich verbessert werden.
Der Beginn des Geschäftsjahres 2020|21 war von der COVID-19-Krise geprägt. Der Rohzuckerpreis fiel im April 2020 auf ein 13-Jahres-Tief (203,05 US\$ pro Tonne). Aufgrund einer höheren Weißzuckerpämie lag das 10-Jahres-Tief bei Weißzucker weiterhin im Juli 2019 (294,0 US\$ pro Tonne).
Aufgrund der aktuell großen Verunsicherung durch COVID-19, dem historischen Ölpreisverfall und einem allgemein sehr unsicheren Konsumausblick kam es global zu einem Zuckerpreisverfall. In diesem Kontext wird erwartet, dass Brasilien seine Zuckerproduktionskapazitäten verstärkt ausnutzen wird, da seine Ethanolproduktion bei niedrigen Ölpreisen kaum wettbewerbsfähig ist. Die Schwäche des brasilianischen Reals hatte ebenfalls negative Auswirkungen auf die Preisentwicklung.
Gegen Ende des Berichtszeitraumes erholten sich die Notierungen wieder etwas von den Tiefständen. Eine positive Entwicklung am Ölmarkt, ein geändertes Verhalten von institutionellen Investoren sowie eine Erholung des brasilianischen Reals sind Faktoren, die sich positiv auf den Preis auswirken könnten.
Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 362,2 \$ pro Tonne und Rohzucker bei 240,52 \$ pro Tonne.
Im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2019|20 lag die Zuckerproduktion in der EU bei rund 17,4 Mio. Tonnen. Die Europäische Kommission erwartet laut der letzten Schätzung vom Mai 2020 auch für das ZWJ 2020|21 eine ähnliche Produktionsmenge.
Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittpreise laut EU-Preisreporting deutlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. Im Kalenderjahr 2019 erholte sich der Zuckerpreis in der EU kontinuierlich, im April 2020 wurde ein Preis von 379 € pro Tonne gemeldet.
Im ersten Quartal 2020|21 konnten im Vorjahresvergleich Verkaufseinbußen in der Industriesparte durch Vorziehkäufe im Zuge der COVID-19-Krise im Retailbereich überkompensiert werden. Der preisliche Anstieg von über 10 % ist größtenteils auf höhere Abschlüsse für die Zuckerwirtschaftsjahreskontrakte 2019|20 zurückzuführen.
Für die kommenden Monate werden durch die verbleibenden COVID-19-Restriktionen und die angespannte wirtschaftliche Situation geringere Verkaufsmengen erwartet. Die weitere Preisentwicklung für das Zuckerwirtschaftsjahr 2020|21 wird von der Witterung und der damit verbundenen Ertragserwartung für die europäische Zuckerrübenproduktion abhängen.
Die von AGRANA mit den Rübenbauern kontrahierte Zuckerrübenfläche beträgt im Anbaujahr 2020 rund 86.000 Hektar, das sind rund 4.000 Hektar mehr als im Vorjahr abgeschlossen wurden. Auf Grundlage biologischer Landwirtschaft wurden für den Konzern rund 2.100 Hektar Zuckerrüben unter Vertrag genommen.
Insgesamt konnte der Anbau frühzeitig erfolgen. Die Jugendentwicklung verlief in den Monaten April und Mai 2020 in allen Anbauregionen sehr zögerlich, da die Niederschläge ausblieben. Vor allem im Weinviertel in Österreich und auch in Teilen der Slowakei verursachte die extreme Trockenheit Totalausfälle im Rübenanbau. Ebenso wurden trockenheitsbedingt Flächen in Rumänien umgebrochen, die jedoch wieder nachgesät werden konnten. Zudem mussten rund 1.000 Hektar in Österreich, Tschechien und der Slowakei aufgrund von Frostschäden nachgebaut werden. Schwere Schäden wurden abermals ab Mitte April 2020 in den österreichischen Kerngebieten des Rübenanbaus durch das Auftreten tierischer Schädlinge wie Rübenderbrüssler und Erdfloh hervorgerufen. Zur Bekämpfung und einer Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Rübenderbrüsslers wurden vielfältige Maßnahmen wie der Betrieb von Fallrillenpflügen, Eingraben von mehr als 180.000 Pheromonfallen und der insektizide Pflanzenschutz gesetzt. Der Schaden konnte nicht verhindert werden, jedoch wurde in Bezug auf den Aufbau einer neuen Population an Rüsselkäfern in Hinblick auf den Anbau 2021 eine sehr wertvolle Vorleistung erzielt. Auch in Zentralungarn gingen Flächen aufgrund des wiederkehrenden Rübenderbrüsslers verloren. Insgesamt wurden daher rund 14.500 Hektar Rübenfläche infolge von widrigem Wetter und tierischen Schädlingen umgebrochen, lediglich ein geringer Anteil davon wurde wieder nachgebaut. Ab dem 22. Mai 2020 konnten flächendeckend in allen Anbaugebieten ausreichend Niederschläge verzeichnet werden. Damit entspannte sich die Situation im Hinblick auf das Rübenwachstum. Die bisherigen Witterungs- und Vegetationsbedingungen lassen auf den zum Berichtszeitpunkt verbliebenen rund 77.000 Hektar Rübenfläche maximal durchschnittliche Rübenerträge erwarten.
Im ersten Quartal 2020|21 wurden in der Rohzuckerraffinerie in Bosnien und Herzegowina aus 43.000 Tonnen Rohrrohzucker rund 41.300 Tonnen Weißzucker erzeugt. Für das laufende Geschäftsjahr ist insgesamt eine Verarbeitung von rund 140.000 Tonnen Rohzucker an den beiden Standorten in Bosnien und Herzegowina und Rumänien geplant.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.
Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens, u.a. auch zum Thema Coronavirus (COVID-19), verweist AGRANA auf die Seiten 91 bis 97 des Geschäftsberichtes 2019|20.
| FTEs1 | Q1 2020 21 | Q1 2019 20 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 6.129 | 6.549 | -6,4 % |
| Segment Stärke | 1.111 | 1.041 | 6,7 % |
| Segment Zucker | 1.896 | 1.916 | -1,0 % |
| Konzern | 9.136 | 9.506 | -3,9 % |
Im Q1 2020|21 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.136 Mitarbeiter/FTEs1 (Vorjahr: 9.506 Mitarbeiter/ FTEs1 ) beschäftigt. Der Personalrückgang war v.a. auf einen reduzierten Bedarf an Saisonarbeitskräften im Fruchtzubereitungsgeschäft zurückzuführen.
Nach dem Quartalsstichtag am 31. Mai 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
1 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2019 20 ist |
2020 21 Prognose vor covid-19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.480,7 | |
| EBIT | 87,1 | |
| Investitionen1 | 149,7 | 73 |
Deutlicher Anstieg2
Deutlicher Anstieg 2
Auf Basis der vor dem Auftreten von COVID-19 erfolgten Planungen rechnete AGRANA für das Gesamtjahr 2020|21 mit einem deutlichen Anstieg beim Konzernumsatz und Gruppen-EBIT. Diese Prognose steht nach wie vor unter dem Vorbehalt der aktuell nicht quantifizierbaren wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie des weiteren Verlaufes der COVID-19-Pandemie.
Der Ausblick VOR COVID-19 auf Basis des ursprünglich geplanten Budgets für 2020|21 wird am Ende um eine COVID-19-Einschätzung von Risikofaktoren, welche die Gruppen-Prognose beeinflussen könnte, ergänzt.
| Segment Frucht in Mio. € |
2019 20 ist |
2020 21 Prognose vor covid-19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.185,4 | |
| EBIT | 55,9 | |
| Investitionen1 | 56,5 | 33 |
Moderater Anstieg2
Deutlicher Anstieg 2
Im Segment Frucht prognostizierte AGRANA für das Geschäftsjahr 2020|21 ohne COVID-19-Effekt einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnete mit einer positiven Umsatzentwicklung, die durch die Auslastung der geschaffenen Kapazitäten und durch das Vorantreiben der Diversifikation im Non-Dairy-Geschäft3 erreicht werden sollte. Durch höhere Margen und geringere Kostensteigerungen als 2019|20 war eine deutliche Steigerung des EBITs geplant. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wurde für das neue Geschäftsjahr von einem deutlichen Umsatzanstieg bei einer soliden Ertragslage ausgegangen.
| Segment Stärke in Mio. € |
2019 20 ist |
2020 21 Prognose vor covid-19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 807,0 | ä |
| EBIT | 75,2 | |
| Investitionen1 | 73,6 | 21 |
ä Leichter Anstieg2
Deutlicher Rückgang
Das Segment Stärke prognostizierte für das Geschäftsjahr 2020|21 ohne COVID-19-Effekt einen leichten Umsatzanstieg. Bei nativen Stärken und Weizengluten wurde aufgrund erhöhter Angebotsmengen eine Reduktion der Verkaufspreise erwartet. Für stärkebasierte Verzuckerungsprodukte konnte aufgrund des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes nicht mit einer wesentlichen Preiserholung gerechnet werden. Die Umsatzentwicklung insgesamt wird auch 2020|21 von der Ethanolpreisvolatilität geprägt sein. Gleichbleibend positive Wachstumsimpulse wurden bei Bio- oder GMO-freien Produkten erwartet. Beim EBIT wurde aufgrund absehbarer Margenverluste durch geringere Erlöse von einem deutlichen Rückgang ausgegangen.
| Segment Zucker in Mio. € |
2019 20 ist |
2020 21 Prognose vor covid-19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 488,3 | |
| EBIT | -44,0 | |
| Investitionen1 | 19,6 | 19 |
Deutlicher Anstieg2
Deutliche Verbesserung2
Im Segment Zucker rechnete AGRANA ohne COVID-19-Effekt mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen am EU-Zuckermarkt. Vertriebsseitig wurde mit steigenden Zuckerpreisen in der EU gerechnet. Dieses sich positiv entwickelnde EU-Zuckermarktumfeld in Kombination mit konsequentem Kostenmanagement ließ ein deutlich verbessertes Ergebnis erwarten.
2 Wertmäßige Veränderung in Zahlen siehe Seite 14
Die Geschäftsentwicklung der AGRANA-Gruppe im ersten Quartal war durchwegs zufriedenstellend und lag auf Plan. Die sich weiterhin dynamisch verändernden Auswirkungen aus der COVID-19-Pandemie verhindern eine konkrete Festlegung von Parametern und damit letztendlich eine realistisch quantifizierbare Prognose NACH COVID-19 für das volle Geschäftsjahr 2020|21.
Speziell im Segment Frucht, das über eine globale Produktion (42 Standorte in 22 Ländern) verfügt, ist die Prognose VOR COVID-19 mit hohen Unsicherheiten, u.a. was die kurz- und mittelfristige Nachfragesituation in vielen Regionen der Welt betrifft, behaftet.
Bioethanol ist ein wesentliches Hauptprodukt im Segment Stärke. Betriebs- und Mobilitätseinschränkungen haben im ersten Quartal 2020|21 v.a. die Preisentwicklung auf den europäischen Ethanolmärkten negativ beeinflusst. Die Lockerungen bei den COVID-19-Einschränkungen sollten zu einem Anstieg der Kraftstoffnachfrage im Allgemeinen und der Nachfrage nach erneuerbaren, CO2 -armen Energien im Besonderen führen. Nichtsdestotrotz sind die nachhaltigen Auswirkungen auf die gesamte Ethanol-Wertschöpfungskette im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres schwer absehbar.
Die Absatz- und Umsatzentwicklung im Segment Zucker war im ersten Quartal erfreulich, war aber auch den Zucker-Vorziehkäufen vieler Konsumenten zu Beginn der COVID-19-Pandemie geschuldet. Offen ist, wie sich die Nachfragesituation v.a. im Industriebereich in den nächsten Monaten entwickeln wird. Aktuell ist auch der Einfluss der niedrigen Weltmarktzuckernotierung auf das EU-Preisniveau im neuen Zuckerwirtschaftsjahr 2020|21 nicht seriös einschätzbar.
Aufgrund der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkung auf alle Lebensbereiche wird die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2020|21 im Laufe des Geschäftsjahrs konkretisiert werden.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 73 Mio. € nicht nur deutlich unter dem Wert von 2019|20, sondern auch deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von knapp 120 Mio. € liegen.
A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 www.agrana.com
Mag. (FH) Hannes HAIDER Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Mag. (FH) Markus SIMAK Telefon: +43-1-211 37-12084 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Veröffentlicht am 09. Juli 2020 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
AGRANA 2019|20 Online: https://reports.agrana.com
Die Zwischenmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Zwischenmitteilung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
BETREFFEND DER AUSSAGEN IM PROGNOSEBERICHT GELTEN FOLGENDE SCHRIFTLICHE UND BILDLICHE WERTAUSSAGEN:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmässige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0% bis +1% oder 0% bis -1% |
| Leicht | ä oder | Mehr als +1% bis +5% oder mehr als -1% bis -5% |
| Moderat | oder | Mehr als +5% bis +10% oder mehr als -5% bis -10% |
| Deutlich | oder | Mehr als +10% bis +50% oder mehr als -10% bis -50% |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50% oder mehr als -50% |
Diese Zwischenmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diese Zwischenmitteilung am 29. Juni 2020 aufgestellt.
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2019|20, Seite 204, verwiesen.
Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Diese Zwischenmitteilung ist in deutscher und englischer Version erhältlich.
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