Quarterly Report • Jul 12, 2018
Quarterly Report
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ZWISCHENMIT TEILUNG ÜBER DAS ERSTE QUARTAL 2018|19
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital) 2 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
3 Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
das Ergebnis der Betriebstätigkeit im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018|19 lag insgesamt zwar auf Plan, jedoch deutlich unter dem sehr guten Vorjahr. Im Wesentlichen ist das auf die tiefen Zucker- und Isoglukosepreise nach dem Quotenende und die im Vorjahresvergleich deutlich niedrigeren Bioethanolpreise zurückzuführen. Die Entwicklung des Segmentes Frucht verlief entsprechend unserer Planung zufriedenstellend und lag ergebnismäßig leicht über dem Vorjahr.
Neben der Preisproblematik in den Geschäftsbereichen Zucker und Stärke beschäftigte uns im Konzern im ersten Quartal auch ein Schädlingsbefall, der Teile unserer Rübenbauern massiv getroffen hat. In Österreich fiel ein Viertel der Rübenanbaufläche einem starken Auftreten des Rübenderbrüsslers zum Opfer, sodass AGRANA in der Rübenzuckerkampagne 2018|19 statt der geplanten 95.000 Hektar nur rund 85.000 Hektar an kontrahierten Flächen zur Verfügung stehen werden.
Wir werden auch 2018|19 im Konzern wieder deutlich über dem Abschreibungsniveau investieren und in den nächsten Monaten werden neben dem zweiten Fruchtzubereitungswerk in China auch die Ausweitung der Kartoffelverarbeitungskapazität sowie die Kartoffelfasertrocknung in Gmünd|Österreich in Betrieb gehen. Durch diese Projekte, für die rund 40 Mio. € aufgewendet wurden, werden in China rund 30.000 Tonnen an neuer Fruchtzubereitungskapazität geschaffen, um das dortige Marktwachstum bedienen zu können, und im Kartoffelstärkebereich wird die Verarbeitungskapazität in Gmünd um 25 % auf 300.000 Tonnen Stärkekartoffeln pro Jahr erhöht.
Ein Projekt im Sinne einer möglichst 100%igen Rohstoffverwertung ist die schonende Trocknung von Kartoffelfasern (bisher als Futtermittel genutzt) zu einem Lebensmittel, das ein Vielfaches seines Gewichtes an Wasser binden kann und damit einen wichtigen Beitrag im Sinne einer ballaststoffreichen, kalorienarmen Ernährung leistet. Die aktuellen Zuckerreduktionskampagnen halten wir im Übrigen für irreführend, da die angepriesene Zuckerreduktion meist nicht annähernd weniger Kaloriengehalt bedeutet.
Das 100 Mio. €-Großprojekt der Weizenstärkeerweiterung in Pischelsdorf|Österreich wird plangemäß vorangetrieben, sodass einer Fertigstellung bis zum Herbst 2019 nichts im Wege steht. Diese Anlage wird dem Standort nicht nur eine Fixkostendegression bei einer Getreideverarbeitung von 1,1 Mio. Tonnen pro Jahr bringen, sondern neben der Weizen-A-Stärkeproduktion für die Verpackungspapiererzeugung auch ein wichtiger Baustein unserer Eiweißstrategie sein. Dies bedeutet Eiweißanreicherung bei der Getreideverarbeitung zu Stärke und Ethanol und GVOfreier Ersatz von importierten Sojaeiweißfuttermitteln.
Unsere Prognose für das volle Geschäftsjahr 2018|19 mit einem deutlichen Rückgang beim Konzern-EBIT wird bestätigt. Neben den Herausforderungen im Segment Zucker wird im Segment Stärke aufgrund der niedrigen Verkaufspreise bei Bioethanol und stärkebasierten Verzuckerungsprodukten nunmehr mit einem deutlichen statt moderaten Ergebnisrückgang gerechnet.
Ihr
Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender
Konzernentwicklung im ersten Quartal 2018|19
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2018 19 | Q1 2017 18 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 630,3 | 684,2 | -7,9 % |
| EBITDA1 | 53,5 | 77,6 | -31,1 % |
| Operatives Ergebnis | 33,8 | 59,7 | -43,4 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
3,3 | 10,1 | -67,3 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,1 | 0,0 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 37,0 | 69,8 | -47,0 % |
| EBIT-Marge | 5,9% | 10,2% | -4,3 pp |
| Finanzergebnis | -4,3 | -4,8 | 10,4 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 32,7 | 65,0 | -49,7 % |
| Ertragsteuern | -7,4 | -14,1 | 47,5 % |
| Konzernergebnis | 25,3 | 50,9 | -50,3 % |
| Ergebnis je Aktie (€) | 1,50 | 3,16 | -52,5 % |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Q1 2018|19 (1. März bis 31. Mai 2018) mit 630,3 Mio. € um 7,9 % unter dem Vorjahr, wobei der Umsatzrückgang v.a. auf die Erlösentwicklung im Segment Zucker, aber auch bei Bioethanol im Segment Stärke zurückzuführen war.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im ersten Quartal 2018|19 37,0 Mio. € und lag damit deutlich (-47,0 %) unter dem Vorjahr. Im Segment Zucker führten wie erwartet v.a. im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Verkaufspreise zu einer deutlichen Verschlechterung des Ergebnisses
auf 1,6 Mio. € (Vorjahr: 18,1 Mio. €). Im Segment Stärke ging das EBIT v.a. aufgrund einer negativen Entwicklung im Ethanol- und Verzuckerungsproduktgeschäft deutlich (-62,8 %) auf 9,9 Mio. € zurück. Das EBIT im Segment Frucht konnte leicht (+1,6 %) auf 25,5 Mio. € gesteigert werden. Das Finanzergebnis verbesserte sich von -4,8 Mio. € im Vorjahr auf -4,3 Mio. €. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 7,4 Mio. €, einer Steuerquote von rund 22,6 % (Vorjahr: 21,7 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 25,3 Mio. € (Vorjahr: 50,9 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie sank auf 1,50 € (Vorjahr: 3,16 €).
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Im ersten Quartal investierte AGRANA mit 32,3 Mio. € um 10,8 Mio. € mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| in Mio. € | Q1 2018 19 | Q1 2017 18 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Frucht | 7,1 | 4,1 | 73,2 % |
| Stärke | 22,0 | 13,7 | 60,6 % |
| Zucker | 3,2 | 3,7 | -13,5 % |
| Konzern | 32,3 | 21,5 | 50,2 % |
Diverse Projekte über alle 43 Produktionsstandorte hinweg; Hauptprojekte: Bau des neuen, zweiten Fruchtzubereitungswerkes in China und neue Karottensaftkonzentratproduktionslinie in Ungarn
Erweiterung der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich
Zusätzlich wurden im Q1 2018|19 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe) Investitionen von 2,9 Mio. € (100%; Vorjahr: 2,1 Mio. €) getätigt.
| Für das erste Quartal (1. März - 31. Mai) | Q1 2018 19 | Q1 2017 18 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € | |||
| Cashflow aus dem Ergebnis | 49,6 | 82,9 | -40,2 % |
| Veränderungen des Working Capital | -18,1 | -61,0 | 70,3 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | -10,6 | -14,5 | 26,9 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 20,9 | 7,4 | 182,4 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -31,1 | -21,1 | -47,4 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -18,0 | -48,6 | 63,0 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | -28,2 | -62,3 | 54,7 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | -0,3 | -2,3 | 87,0 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 121,0 | 198,4 | -39,0 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 92,5 | 133,8 | -30,9 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis ging im Q1 2018|19 v.a. aufgrund des deutlich schwächeren Konzernergebnisses auf 49,6 Mio. € (Vorjahr: 82,9 Mio. €) zurück. Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode niedrigeren Aufbau des Working Capital um 18,1 Mio. € (Vorjahr: 61,0 Mio. €) und nach geringeren Abflüssen aus Steuern und Zinsen stieg der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Q1 2018|19 auf 20,9 Mio. € (Vorjahr: 7,4 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug aufgrund höherer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -31,1 Mio. € (Vorjahr: -21,1 Mio. €). Der in Summe niedrigere Abbau von Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig und langfristig saldiert) im ersten Quartal 2018|19 führte zu einem reduzierten Cashabfluss aus Finanzierungstätigkeit von 18,0 Mio. € (Vorjahr: 48,6 Mio. €).
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Aktiva | 31.05.2018 | 28.02.2018 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.170,5 | 1.161,0 | 0,8 % |
| davon Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 274,3 | 276,8 | -0,9 % |
| davon Sachanlagen | 779,1 | 768,9 | 1,3 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.140,6 | 1.195,4 | -4,6 % |
| davon Vorräte | 570,1 | 654,5 | -12,9 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte |
473,3 | 415,6 | 13,9 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 92,5 | 121,0 | -23,6 % |
| Summe Aktiva | 2.311,1 | 2.356,4 | -1,9 % |
| Eigenkapital | 1.474,4 | 1.454,0 | 1,4 % |
|---|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.416,6 | 1.397,0 | 1,4 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 57,8 | 57,0 | 1,4 % |
| Langfristige Schulden | 373,1 | 419,4 | -11,0 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 263,5 | 310,6 | -15,2 % |
| Kurzfristige Schulden | 463,6 | 483,0 | -4,0 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten |
333,4 | 378,2 | -11,8 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 91,1 | 61,6 | 47,9 % |
| Summe Passiva | 2.311,1 | 2.356,4 | -1,9 % |
| Nettofinanzschulden | 242,8 | 232,5 | 4,4 % |
|---|---|---|---|
| Gearing1 | 16,5 % | 16,0 % | +0,5 pp |
| Eigenkapitalquote | 63,8 % | 61,7 % | +2,1 pp |
Bei einer gegenüber dem Bilanzstichtag 2017|18 leicht gesunkenen Bilanzsumme zum 31. Mai 2018 von 2,31 Mrd. € (28. Februar 2018: 2,36 Mrd. €) stieg die Eigenkapitalquote um 2,1 Prozentpunkte auf 63,8 % (28. Februar 2018: 61,7 %).
Die langfristigen Vermögenswerte blieben nahezu konstant, während sich die kurzfristigen Vermögenswerte um 4,6 % reduzierten. Dabei verringerte sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am deutlichsten. Auf der Passivseite gingen die langfristigen Schulden v.a. aufgrund des Abbaus von Finanzverbindlichkeiten zurück. Die kurzfristigen Schulden sanken leicht, wobei einem Aufbau von Finanzverbindlichkeiten eine deutliche Reduktion von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüberstand.
Die Nettofinanzschulden zum 31. Mai 2018 lagen mit 242,8 Mio. € um 10,3 Mio. € über dem Wert des Bilanzstichtages 2017|18. Das Gearing zum Quartalsstichtag stieg folglich geringfügig auf 16,5 % (28. Februar 2018: 16,0 %).
| Finanzkennzahlen | Q1 2018 19 | Q1 2017 18 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | |||
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | |||
| Umsatzerlöse | 311,8 | 311,0 | 0,3 % |
| EBITDA1 | 33,7 | 33,7 | 0,0 % |
| Operatives Ergebnis | 25,5 | 25,1 | 1,6 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 25,5 | 25,1 | 1,6 % |
| EBIT-Marge | 8,2 % | 8,1 % | +0,1 pp |
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im Q1 2018|19 mit 311,8 Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau. Bei Fruchtzubereitungen blieben die Umsätze trotz gestiegener Absätze konstant; der Grund dafür waren negative Auswirkungen durch die Währungsumrechnung. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate stiegen die Umsatzerlöse aufgrund der niedrigen Apfelernte 2017 und damit einhergehend auch höherer Konzentratpreise.
Das EBIT erreichte nach drei Monaten 25,5 Mio. € und lag damit leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres. Während der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen währungsbedingt eine moderate Ergebnisverschlechterung verzeichnete (bis auf drei Lokalwährungen haben alle anderen Lokalwährungen im Vergleich zum Euro stark an Wert verloren), stieg das EBIT im Fruchtsaftkonzentratgeschäft deutlich. Dies war besseren Deckungsbeiträgen bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2017 geschuldet, aber auch der weiterhin erfreulichen Entwicklung im Grundstoffgeschäft.
Laut Euromonitor wird der globale Markt für Joghurts von 2018 auf 2019 um 5,4 % wachsen. Der Großteil dieses Wachstums kommt aus den Bereichen Trinkjoghurt und Naturjoghurt. Bei Trinkjoghurts werden v.a. im asiatischpazifischen Raum sehr hohe Wachstumsraten mit 11,6 % prognostiziert. Außerdem soll der Markt im Mittleren Osten und Afrika um 5,8 % wachsen. Der Konsum löffelbarer Fruchtjoghurts soll im selben Zeitraum nur um 0,5 % steigen. In Bezug auf Backwaren wird das Marktwachstum für Fruchtsnacks von 2018 auf 2019 global mit 2,2 % prognostiziert. Hierzu zählen getrocknete Früchte, aber auch verarbeitete Fruchtsnacks. Bei Müsliriegel zeigt sich v.a. im Bereich von Frucht-Nuss-Riegeln enormes Potenzial, mit einem prognostizierten Wachstum von 7,6 % (2018 bis 2019). Das Volumen von Eiscremen und gefrorenen Desserts soll von geschätzten 17,7 Mio. Tonnen im Jahr 2018 auf 19,3 Mio. Tonnen bis zum Jahr 2022 ansteigen (inklusive die über den Food Service-Kanal gehandelten Volumina).
Der Trend der Konsumentenwünsche nach gesunden und nachhaltigen Produkten sowie nach Transparenz in Sachen Rezepturen setzt sich fort. Bemerkbar wird dies u.a. bei Markteinführungen im Joghurtbereich wie Fruchtjoghurts mit speziellen Herkunfts- oder Sortenbezeichnungen (z.B. Alphonso Mango oder Monterey Erdbeere). Neben dem Interesse für regionale Produkte, hat aber auch der Kundenwunsch nach internationalen Geschmacksrichtungen eine große Bedeutung. Dies manifestiert sich am Markt v.a. durch die Einführung unterschiedlicher fermentierter Milchprodukte neben dem klassischen Joghurt, die entweder pur oder in Kombination mit Frucht auf den Markt gebracht werden. Beispiele hierfür sind Kefir, Lassi, Skyr, Laban oder Ayran. Ein weiterer Trend, der v.a. Eiscremen, Desserts und Backwaren betrifft, ist das anhaltende Wachstum von Snacking (Verzehr von Snacks außer Haus). Vor allem Frucht als Inhaltsstoff spielt für viele dieser Snacks eine wichtige Rolle, da es als natürlicher und gesünder wahrgenommen wird als andere Inhaltsstoffe wie z.B. Schokolade.
Bei Apfelsaftkonzentrat ließen die geringen Erntemengen in den Hauptanbaugebieten Polen, Ungarn, Deutschland und Italien die Konzentratpreise aus der mittlerweile abgeschlossenen Apfelkampagne 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen. Die Erwartung für die Apfelsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2018 in Europa liegt unter dem Preisniveau des Vorjahres.
Apfelsaftkonzentrat aus China zeigte gegenüber dem Vor-
EBIT-Anteil
jahr nur eine leicht steigende Preistendenz, dies führte in Europa zu einer gestiegenen Nachfrage nach chinesischem Apfelsaftkonzentrat.
Die Vermarktung von Buntsaftkonzentraten und Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2017 ist im Wesentlichen abgeschlossen; es bestehen aktuell keine Preis- und Vermarktungsrisiken.
Die Erdbeerernte in den mediterranen Klimazonen ist im Wesentlichen beendet, die Kontrakte sind zum größten Teil abgeschlossen. Ein verspäteter Erntebeginn in Nordafrika
und Spanien, ein steigendes Frischmarktvolumen im europäischen Retailbereich sowie die letztjährige schlechte Ernte in Polen haben den Nachfragedruck erhöht und resultieren in diesen Beschaffungsmärkten in einem moderaten Preisanstieg. Günstige Abschlüsse bei anderen Früchten wie z.B. bei der tropischen Frucht Mango werden die höheren Erdbeerpreise aber mehr als kompensieren. Im ersten Quartal 2018|19 wurden für Fruchtzubereitungen knapp 100.000 Tonnen an Rohstoffen verarbeitet.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate ist für das Erntejahr 2018 bedingt durch die bis dato gute Vegetation von einer Normalisierung der Rohstoffverfügbarkeit auszugehen. In China wird auf Grund von Frühjahrsfrost mit deutlich geringeren Apfelmengen gerechnet.
| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1 2018 19 | Q1 2017 18 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 181,4 | 194,8 | -6,9 % |
| EBITDA1 | 12,8 | 21,8 | -41,3 % |
| Operatives Ergebnis | 5,2 | 16,1 | -67,7 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
4,7 | 10,5 | -55,2 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 9,9 | 26,6 | -62,8 % |
| EBIT-Marge | 5,5 % | 13,7 % | -8,2 pp |
EBIT-Anteil
Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2018|19 in Höhe von 181,4 Mio. € lagen um 6,9 % unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang war zum größten Teil auf die preisbedingt geringeren Umsätze bei Bioethanol zurückzuführen, da die Platts-Notierungen im ersten Quartal 2018|19 um rund 20 % niedriger lagen als im Vorjahr. Bei nativen und modifizierten Stärken zeigte sich das Verkaufspreisniveau bei einer anhaltend guten Marktnachfrage stabil. Die Umsätze im Futtermittelhandel waren auf hohem Niveau leicht rückläufig.
Mit einem EBIT in Höhe von 9,9 Mio. € wurde das Vorjahresergebnis um 62,8 % deutlich unterschritten. Mehr als zwei Drittel der Ergebnisverschlechterung waren auf die Marktpreise für Bioethanol und rund ein Drittel auf die geringeren Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte zurückzuführen. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA halbierte sich auf 4,7 Mio. €, da der ungarische Standort von den negativen Marktpreisentwicklungen bei Bioethanol und als größter europäischer Hersteller von Isoglukose bei Verzuckerungsprodukten besonders betroffen ist. Entsprechend sank die Profitabilität (EBIT-Marge) des Segmentes im Q1 2018|19 auf 5,5 % nach 13,7 % im Vergleichszeitraum.
Das äußerst schwierige Marktumfeld bei Zucker machte auch vor Stärkeverzuckerungsprodukten nicht Halt. Tiefe Zuckerpreise übten direkten Preisdruck auf Isoglukose aus und die Bereitschaft der Kunden, zusätzliche Mengen an Stärkeverzuckerungsprodukten einzusetzen, war kaum gegeben. Zusätzlich drängen neue Mitbewerber in den Markt.
Die Absätze von nativen und modifizierten Stärken an die Lebensmittelindustrie waren stabil. Die Spotpreise für Getreidestärken bewegten sich zuletzt durch die Impulse aus dem technischen Bereich ebenfalls nach oben.
Positiv wirkte sich im technischen Bereich v.a. die anhaltend hohe Nachfrage aus der Papier- und Wellpappenindustrie aus. Zahlreiche Kapazitätserweiterungsprojekte seitens der Papierindustrie sind derzeit in Umsetzung oder zuletzt in Produktion gegangen.
Die Aussichten für das Bioethanolgeschäft nach dem ersten Quartal sind ausgesprochen verhalten. Ein deutlich gestiegenes Angebot aufgrund einer durchgehend hohen Auslastung der europäischen Bioethanolanlagen trifft auf eine nur moderat gestiegene Nachfrage. Vor dem Hintergrund tiefer Zuckerpreise ist auch während der Kampagne 2018 von einem verstärkten Einsatz von Zuckerrübendicksaft in der Ethanolfermentation auszugehen.
Bei den Nebenprodukten weisen Hochproteine eine anhaltend feste Preistendenz auf. Insbesondere vitaler Weizengluten zeigte eine unverändert positive Preisentwicklung. Hier sind es neben der Backwarenindustrie v.a. die Bereiche Fischfutter und Heimtiernahrung, die für Marktimpulse sorgen. Mittelproteine (Actiprot® oder Maiskleberfutter) orientieren sich an den Soja bzw. Getreidemärkten und zeigen ebenfalls leicht steigende Preise. Maiskeime sind infolge der niedrigen Pflanzenölpreise unter Druck.
Der internationale Getreiderat (IGC1) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2018|19 per 24. Mai 2018 auf 2,09 Mrd. Tonnen, die damit um rund 2 Mio. Tonnen unter dem Vorjahr und rund 47 Mio. Tonnen unter dem erwarteten Verbrauch liegt. Bei Weizen wird eine Produktion von 742 Mio. Tonnen (Vorjahr: 758 Mio. Tonnen; Verbrauch 2018|19: 746 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.055 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.044 Mio. Tonnen; Verbrauch 2018|19: 1.098 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände werden um rund 46 Mio. Tonnen auf 556 Mio. Tonnen sinken.
Die Getreideproduktion der EU-28 wird von Strategié Grains per 10. Mai 2018 auf rund 304 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 299 Mio. Tonnen). Dazu trägt die Weichweizenernte rund 141 Mio. Tonnen bei und ist damit etwas geringer als die Ernte 2017 (142 Mio. Tonnen). Die Maisernte 2018 in der EU wird bei 61 Mio. Tonnen erwartet (Vorjahr: 59 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) stiegen seit Anfang März 2018 leicht und lagen am 30. Mai 2018 bei rund 170 € je Tonne Mais und 180 € je Tonne Weizen (Vorjahr: 162 € bzw. 167 € je Tonne).
Für das Anbaujahr 2018 wurden im Kartoffelstärkebereich mit rund 1.400 Landwirten Kontrakte über 308.000 Tonnen (Vorjahr: 288.000 Tonnen) Stärkeund Biostärkeindustriekartoffeln abgeschlossen. Die Kontrakte für Speiseindustriekartoffeln blieben mit 10.600 Tonnen gegenüber dem Vorjahr konstant, während jene für Bio-Speiseindustriekartoffeln auf 6.900 Tonnen (Vorjahr: 6.600 Tonnen) erhöht wurden.
Der Rohstoffeinkauf für die Stärkefabriken in Aschach (Mais) und Pischelsdorf (Weizen), beide Österreich, aus der Ernte 2017 ist bis auf Restmengen abgeschlossen. Für den Anbau 2018 wurden im Spezialmais-Bereich (Bio-Mais, Wachsmais, zertifiziert gentechnikfreier Mais und Bio-Wachsmais) Kontrakte über rund 152.000 Tonnen (Vorjahr: 90.000) Tonnen fixiert. Die Rohstoffpreise lagen im ersten Quartal 2018|19 auf Planniveau.
Im Bereich Bioethanol wurde der Getreide- und Maiseinkauf für das Werk in Pischelsdorf bis zur neuen Ernte zum Großteil fixiert. Die Rohstoffversorgung im Geschäftsjahr 2018|19 ist inklusive der Ethanolgetreide-Anbauverträge mit rund 62 % gegeben.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) wird die gesamte Maisverarbeitung 2018|19 (100 %) voraussichtlich rund 1,2 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1,1 Mio. Tonnen) betragen. HUNGRANA ist ausgehend von der voraussichtlichen Gesamt-Verarbeitungsmenge zu rund 60 % mit Rohstoff gedeckt. Die verbleibende Menge wird sich zum Großteil aus Nassmais sowie Trockenmais aus der neuen Ernte zusammensetzen.
In Rumänien ist der Rohstoff-Einkauf bis zum Beginn der neuen Ernte im September abgeschlossen.
Geschäftsentwicklung
EBIT-Anteil
Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) Q1 2018|19 Q1 2017|18 Veränderung Umsatzerlöse 137,1 178,4 -23,2 % EBITDA1 7,0 22,1 -68,3 % Operatives Ergebnis 3,2 18,5 -82,7 % Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -1,4 -0,4 -250,0 % Ergebnis aus Sondereinflüssen -0,1 0,0 - Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 1,6 18,1 -91,2 %
EBIT-Marge 1,2% 10,2% -9,0 pp
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im Q1 2018|19 mit 137,1 Mio. € um 23,2 % unter dem Vorjahr. Im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich gesunkene Zuckerverkaufspreise aber auch niedrigere Zuckerverkaufsmengen führten zu dieser negativen Entwicklung.
Das EBIT im Q1 2018|19 ging von 18,1 Mio. € markant auf 1,6 Mio. € zurück. Hier wirkte sich v.a. das gegenüber dem Vorjahr schlechtere Verkaufspreisumfeld negativ auf das Ergebnis aus.
4,3 %
Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom Juni 2018 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2017|18 (Oktober 2017 bis September 2018) nach zwei Defizitjahren mit einem Produktionsüberschuss. Danach käme es bei einem erwarteten Produktionsanstieg auf 193,1 Mio. Tonnen (ZWJ 2016|17: 179,6 Mio. Tonnen) trotz eines weiter wachsenden Verbrauchs von 183,7 Mio. Tonnen (ZWJ 2016|17: 180,6 Mio. Tonnen) zu einem Aufbau der Bestände auf 76,0 Mio. Tonnen (ZWJ 2016|17: 68,7 Mio. Tonnen). Die Schätzungen von F.O. Licht gehen für das ZWJ 2018|19 ebenfalls von einem Produktionsüberschuss aus.
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2018|19 sind die Weltmarktpreise fortwährend auf einem niedrigen Niveau, was primär durch die weiterhin bestehende deutliche Überschusserwartung für die Weltzuckerbilanz zu erklären ist.
Trotz der Einschätzung, dass in Brasilien verstärkt Zuckerrohr für die Ethanolherstellung verarbeitet wird, rechnen die Analysten 2018 aufgrund sehr guter Ernteerwartungen speziell in Indien und Thailand sowie einer weiterhin hohen Rübenzuckerproduktion in Europa mit deutlichen Zuwächsen in der globalen Weltzuckerproduktion. Darüber hinaus wird der Markt nach wie vor sehr stark durch das Verhalten von institutionellen Investmentfonds beeinflusst, was zu einer aktuell hohen Volatilität auf niedrigem Preisniveau führt.
Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 354,60 \$ pro Tonne und Rohzucker bei 281,97 \$ pro Tonne.
Laut der aktuellen Zuckerproduktionsprognose der Europäischen Kommission vom Mai 2018 wird für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2017|18 eine Zuckerproduktion in Europa von 21,1 Mio. Tonnen erwartet. Das wäre ein deutliches Plus von 26 % im Vergleich zum letzten Zuckerwirtschaftsjahr 2016|17, welches noch der Quotenregelung unterlag. Den deutlichsten Anstieg betreffend Zuckerproduktion in der Europäischen Union (EU) soll es in den Niederlanden (+52 %), dem Vereinigten Königreich (+ 49 %) und in Deutschland (+45 %) geben.
F.O. Licht geht davon aus, dass auch im ZWJ 2018|19 um die 20. Mio. Tonnen Zucker in der EU produziert werden und die Produktion im Vergleich zum ZWJ 2017/18 lediglich um 1,1 Mio. Tonnen zurückgehen wird.2
Die Abteilung "Monitoring Agricultural Resources" (MARS) der EU-Kommission prognostiziert derzeit einen Hektarertrag von 76,1 Tonnen für das ZWJ 2018|19, welcher somit nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 76,3 Tonnen liegen würde.3
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 2 F.O. Licht Vol. 150, No. 13 / 8. Mai 2018 3 F.O. Licht Vol. 150, No. 15 / 28. Mai 2018
Seit der Liberalisierung des EU-Zuckermarktes (1. Oktober 2017) sind die Zuckerverkaufspreise stark gefallen, was im EU-Preismeldesystem ("EU Sugar Price Reporting") deutlich ablesbar ist; im September 2017 lag der EU-Durchschnittspreis noch bei 490 € pro Tonne, im März 2018 belief sich der Preis nur noch auf 376 € pro Tonne.
Die Brexit-Verhandlungen sind derzeit noch offen, auch was die Zollkontingente der EU (CXL) und die bilateralen Kontingente, insbesondere für Mittelamerika und Südafrika, betrifft.1 In Diskussion ist eine Aufteilung nach historischen Daten.
Die warme Witterung mit zum Teil sommerlichen Temperaturen hat dazu geführt, dass die Zuckerabnahmen insbesondere jene, die in der Verarbeitung von Obst, Eis und Getränken Verwendung finden – im Vergleich zum Vorjahr auf einem höheren Niveau lagen.
Insgesamt waren die Absätze der ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2018|19 aber rückläufig. Geliefert wurde zum Großteil im Rahmen bestehender Vereinbarungen. Hier ist es gelungen, auch nach dem Auslaufen der Zuckerquoten und trotz des schwierigen Marktumfelds, Kundenbeziehungen erfolgreich weiterzuführen.
Die von AGRANA mit den Rübenbauern kontrahierte Zuckerrübenfläche beträgt im Anbaujahr 2018 rund 94.400 Hektar, das sind rund 1.800 Hektar weniger als im Vorjahr. Auf Grundlage biologischer Landwirtschaft wurden für den Konzern Zuckerrüben auf rund 1.700 Hektar in Österreich und rund 900 Hektar in Rumänien angebaut.
Durch den langandauernden Winter und v.a. die tiefen Temperaturen in der zweiten Februar-Hälfte verzögerte sich der Anbaubeginn um rund ein bis zwei Wochen (im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt). Der Erstanbau konnte bis Mitte April zum Großteil abgeschlossen werden. Schwere Schäden wurden ab der ersten April-Woche in den österreichischen Kerngebieten des Rübenanbaus durch ein Insekt, den Rübenderbrüssler, hervorgerufen. Insgesamt mussten rund 12.000 Hektar umgebrochen werden, wovon nur mehr rund 30 % der Flächen wieder mit Rüben nachgebaut wurden. In den anderen Rübenanbauregionen außerhalb Österreichs gingen weitere Flächen durch Verschlammung, Verkrustung, Hagel und tierische Schädlinge verloren. Die vergleichsweise sehr warmen Monate April und Mai führten zu einer raschen
Jugendentwicklung der verbleibenden Rübenbestände. Flächendeckende Niederschläge, v.a. in der zweiten Mai-Hälfte haben sich ebenfalls sehr positiv auf das Rübenwachstum ausgewirkt. Lediglich in Rumänien blieben die Niederschläge unterdurchschnittlich, sodass sich die Rübenbestände inhomogen und in der Entwicklung verzögert zeigten. Die bisherigen Witterungs- und Vegetationsbedingungen lassen auf den zum Berichtszeitpunkt geschätzten rund 85.000 Hektar Rübenflächen (davon rund 900 Hektar auf Grundlage biologischer Landwirtschaft) in allen Ländern durchschnittliche Rübenerträge erwarten.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar. Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweist AGRANA auf die Seiten 86 bis 90 des Geschäftsberichtes 2017|18.
| FTEs2 | Q1 2018 19 | Q1 2017 18 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 6.232 | 5.861 | 6,3 % |
| Segment Stärke | 986 | 920 | 7,2 % |
| Segment Zucker | 1.905 | 1.911 | -0,3 % |
| Konzern | 9.123 | 8.692 | 5,0 % |
Im Q1 2018|19 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.123 Mitarbeiter (Vorjahr: 8.692 Mitarbeiter) beschäftigt. Die Erhöhung des Personalstandes war v.a. auf einen höheren Bedarf an Saisonarbeitskräften im Segment Frucht sowie auf den Ausbau des Stärke-Produktionsstandortes Aschach|Österreich zurückzuführen.
Nach dem Quartalsstichtag am 31. Mai 2018 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatte.
2 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2017 18 ist |
2018 19 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.566,3 | |
| EBIT | 190,6 | |
| Investitionen1 | 140,9 | 169 |
Stabile Entwicklung2
Deutlicher Rückgang 2
Aufgrund der aktuellen Herausforderungen, v.a. im Segment Zucker, ist für das Geschäftsjahr 2018|19 mit einem deutlichen Rückgang beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) zu rechnen. Beim Konzernumsatz wird von einer Entwicklung auf Vorjahresniveau ausgegangen. Das EBIT des zweiten Quartals des laufenden Geschäftsjahres 2018|19 wird deutlich unter Vorjahresniveau erwartet.
| Segment Frucht in Mio. € |
2017 18 ist |
2018 19 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.161,4 | |
| EBIT | 75,6 | |
| Investitionen1 | 49,4 | 53 |
Moderater Anstieg 2
Deutlicher Anstieg 2
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2018|19 einen moderaten Anstieg beim Umsatz und eine deutliche Ergebnisverbesserung. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet aufgrund steigender Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen (v.a. auch Non-Dairy) mit einer positiven Umsatzentwicklung. Die Synergieeffekte in Argentinien, der Beginn der Fruchtzubereitungsproduktion in Indien sowie die geplante Eröffnung der neuen chinesischen Produktionsstätte in Jiangsu|China im November 2018 sollen zu einer leichten Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017|18 führen. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das neue Geschäftsjahr von einem deutlichen Umsatz- und EBIT-Anstieg ausgegangen.
| Segment Stärke in Mio. € |
2017 18 ist |
2018 19 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 752,3 | |
| EBIT | 80,2 | |
| Investitionen1 | 59,4 | 86 |
Moderater Anstieg 2
Deutlicher Rückgang 2
Das Segment Stärke prognostiziert im Geschäftsjahr 2018|19 eine moderate Steigerung der Umsatzerlöse. Die Absatzmengen sollen u.a. durch die Vollauslastung der zusätzlichen Maisvermahlungskapazitäten in Aschach|Österreich deutlich gesteigert werden. Die positiven Impulse für Spezialprodukte, u.a. in Bio-Qualität, sowie bei Stärken und Nebenprodukten sollen anhalten. Für Bioethanol und stärkebasierte Verzuckerungsprodukte ist jedoch aufgrund des herausfordernden Marktumfeldes von sinkenden Verkaufspreisen auszugehen, weshalb bei leicht steigenden Rohstoffpreisen in Summe mit einem deutlichen EBIT-Rückgang zu rechnen ist.
| Segment Zucker in Mio. € |
2017 18 ist |
2018 19 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 652,6 | |
| EBIT | 34,8 | |
| Investitionen1 | 32,1 | 30 |
Deutlicher Rückgang 2
Im Segment Zucker rechnet AGRANA in Erwartung rückläufiger Zuckerabsatzmengen und –preise mit einer deutlichen Umsatzreduktion. Die laufenden Kostensenkungsprogramme werden die Margenreduktion nur teilweise abfedern können, sodass im Geschäftsjahr 2018|19 ein deutlicher Rückgang des EBITs erwartet wird.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 170 Mio. € deutlich über den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 97 Mio. € liegen.
der AGRANA-Gruppe zum 31. Mai 2018 (ungeprüft)
| Für das erste Quartal (1. März - 31. Mai) | Q1 2018 19 | Q1 2017 18 |
|---|---|---|
| t€ | ||
| Umsatzerlöse | 630.278 | 684.246 |
| Bestandsveränderungen | -106.061 | -112.382 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 442 | 535 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 6.602 | 12.176 |
| Materialaufwand | -333.892 | -360.862 |
| Personalaufwand | -76.309 | -72.453 |
| Abschreibungen | -19.638 | -17.883 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -67.756 | -73.668 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
3.330 | 10.053 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 36.996 | 69.762 |
| Finanzerträge | 11.725 | 16.558 |
| Finanzaufwendungen | -16.055 | -21.366 |
| Finanzergebnis | -4.330 | -4.808 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 32.666 | 64.954 |
| Ertragsteuern | -7.356 | -14.103 |
| Konzernergebnis | 25.310 | 50.851 |
| ƒ davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG |
23.417 | 49.369 |
| ƒ davon nicht beherrschende Anteile |
1.893 | 1.482 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | 1,50 € | 3,16 € |
| Für das erste Quartal (1. März - 31. Mai) t€ |
Q1 2018 19 | Q1 2017 18 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 25.310 | 50.851 |
| Sonstige Ergebnisse aus | ||
| ƒ Währungsdifferenzen |
-3.681 | -10.093 |
| ƒ zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten nach latenten Steuern |
0 | 69 |
| ƒ Cashflow-Hedges nach latenten Steuern |
901 | 3.516 |
| ƒ Anteilen aus Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
-983 | 314 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | -3.763 | -6.194 |
| ƒ Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen (IAS 19) nach latenten Steuern |
-259 | -182 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | -259 | -182 |
| Sonstiges Ergebnis | -4.022 | -6.376 |
| Gesamtergebnis | 21.288 | 44.475 |
| ƒ davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG |
19.876 | 43.042 |
| ƒ davon nicht beherrschende Anteile |
1.412 | 1.433 |
| Für das erste Quartal (1. März - 31. Mai) | Q1 2018 19 | Q1 2017 18 |
|---|---|---|
| t€ | ||
| Cashflow aus dem Ergebnis | 49.585 | 82.924 |
| Veränderung des Working Capital | -18.093 | -60.980 |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | -10.621 | -14.502 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 20.871 | 7.442 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -31.098 | -21.154 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -18.009 | -48.597 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | -28.236 | -62.309 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | -262 | -2.310 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 120.961 | 198.429 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 92.463 | 133.810 |
| t€ | Stand am | Stand am | Stand am |
|---|---|---|---|
| 31.05.2018 | 28.02.2018 | 31.05.2017 | |
| Aktiva | |||
| A. Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 274.349 | 276.815 | 280.276 |
| Sachanlagen | 779.105 | 768.881 | 736.454 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 75.575 | 73.228 | 83.112 |
| Wertpapiere | 19.252 | 18.703 | 18.842 |
| Beteiligungen | 19 | 894 | 894 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 9.312 | 8.816 | 6.486 |
| Aktive latente Steuern | 12.933 | 13.664 | 11.271 |
| 1.170.545 | 1.161.001 | 1.137.335 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorräte | 570.053 | 654.537 | 580.789 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte | 473.317 | 415.568 | 494.213 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 4.705 | 4.310 | 7.057 |
| Wertpapiere | 44 | 44 | 43 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 92.463 | 120.961 | 133.810 |
| 1.140.582 | 1.195.420 | 1.215.912 | |
| Summe Aktiva | 2.311.127 | 2.356.421 | 2.353.247 |
| Für das erste Quartal (1. März - 31. Mai) | Eigenkapital der | Nicht beherrschende | Summe |
|---|---|---|---|
| t€ | AGRANA-Aktionäre | Anteile | |
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||
| Stand am 1. März 2018 (veröffentlicht) | 1.397.043 | 56.954 | 1.453.997 |
| Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 9 | -148 | 0 | -148 |
| Stand am 1.3.2018 (angepasst) | 1.396.895 | 56.954 | 1.453.849 |
| Fair-Value-Änderungen von Eigenkapitalinstrumenten - | 901 | 0 | 901 |
| Fair Value Through Other Comprehensive Income | |||
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | |||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | -260 | 1 | -259 |
| Verlust aus Währungsumrechnung | -4.182 | -482 | -4.664 |
| Sonstige Ergebnisse | -3.541 | -481 | -4.022 |
| Konzernergebnis | 23.417 | 1.893 | 25.310 |
| Gesamtergebnis | 19.876 | 1.412 | 21.288 |
| Dividendenausschüttung | 0 | -182 | -182 |
| Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen | -187 | -361 | -548 |
| Stand am 31. Mai 2018 | 1.416.584 | 57.823 | 1.474.407 |
| Stand am 1. März 2017 | 1.349.666 | 62.222 | 1.411.888 |
|---|---|---|---|
| Bewertungseffekte IAS 39 | 3.585 | 0 | 3.585 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen |
-182 | 0 | -182 |
| Verlust aus Währungsumrechnung | -9.730 | -49 | -9.779 |
| Sonstige Ergebnisse | -6.327 | -49 | -6.376 |
| Konzernergebnis | 49.369 | 1.482 | 50.851 |
| Gesamtergebnis | 43.042 | 1.433 | 44.475 |
| Dividendenausschüttung | 0 | -140 | -140 |
| Stand am 31. Mai 2017 | 1.392.708 | 63.515 | 1.456.223 |
AGRANA Beteiligungs-AG Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 1020 Wien, Österreich www.agrana.com
Mag. (FH) Hannes HAIDER Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Mag. (FH) Markus SIMAK Telefon: +43-1-211 37-12084 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
Veröffentlicht am 12. Juli 2018 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
Die englische Fassung dieses Zwischenberichtes finden Sie im Internet unter www.agrana.com
Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Zwischenmitteilung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
BETREFFEND DER AUSSAGEN IM PROGNOSEBERICHT GELTEN FOLGENDE SCHRIFTLICHE UND BILDLICHE WERTAUSSAGEN:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmässige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0% bis +1% oder 0% bis -1% |
| Leicht | ä oder | Mehr als +1% bis +5% oder mehr als -1% bis -5% |
| Moderat | oder | Mehr als +5% bis +10% oder mehr als -5% bis -10% |
| Deutlich | oder | Mehr als +10% oder mehr als -10% |
Diese Zwischenmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diese Zwischenmitteilung am 2. Juli 2018 aufgestellt.
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2016|17, Seite 183, verwiesen.
Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.
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