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AGRANA Beteiligungs-AG

Quarterly Report Oct 8, 2015

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Quarterly Report

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Bericht über das erste Halbjahr 2015|16

Überblick über das erste Halbjahr 2015|161

  • EBIT-Rückgang im Vergleich zum Vorjahr durch niedrige Preise im Segment Zucker
  • Segmente Stärke und Frucht stützen das Ergebnis der Gruppe
  • Umsatz: 1.263,5 (Vorjahr: 1.285,2) Mio. €
  • Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT): 68,7 (Vorjahr: 87,0) Mio. €
  • EBIT-Marge: 5,4 % (Vorjahr: 6,8 %)
  • Konzernergebnis: 43,9 (Vorjahr: 60,2) Mio. €
  • Eigenkapitalquote: 52,9 % (28. Februar 2015: 49,6 %)
  • Gearing2 : 31,8 % (28. Februar 2015: 27,7 %)
  • Mitarbeiter (FTEs)3 : 8.098 (Vorjahr: 7.934)

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben finden sich auf Seite 18. 2 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)

3 Im August beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)

Inhalt

13 Konzernzwischenabschluss

22 Erklärung des Vorstandes

23 Weitere Informationen

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Damen und Herren, Geschätzte Aktionäre,

wir haben insbesondere für Zucker und Bioethanol ein herausforderndes Geschäftsjahr 2015|16 prognostiziert und waren deshalb verhalten in unserem Ausblick.

Tatsächlich ist die Preissituation bei Zucker auch zum Halbjahr unverändert schwierig, die volatilen und zurzeit unerwartet hohen Bioethanolpreise stützen jedoch den Stärkebereich. Das Segment Frucht liegt auf Vorjahresniveau.

Nach einer guten Weizenernte ist die Rohstoffsituation bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer herausfordernd. Bei Stärkekartoffeln sind die Auswirkungen auf die Erntemengen massiv, bei Rübe und Mais sind ebenfalls niedrigere Erträge zu erwarten. Die im europäischen Vergleich geringere Reduktion der Rübenanbauflächen der AGRANA-Kontraktbauern nach der Vorjahres-Rekordmenge bewährt sich in dieser Situation und in der Bioethanolproduktion wird dem Weizen (bei Preisäquivalenz mit dem Mais) als Rohstoff der Vorzug gegeben.

Im Segment Zucker wurde die vergrößerte Melasseentzuckerungsanlage (Chromatographie) in Tulln| Österreich zur Verbesserung der Ausbeute und zur Gewinnung des wertvollen Betains erfolgreich in Betrieb genommen. Eine neue Eindampfanlage in Leopoldsdorf|Österreich sorgt für weitere Energieeinsparungen. Unser neuer Zucker-Logistik-Hub in Kaposvár|Ungarn ist nach dem Siloneubau mit der Fertigstellung der Hochregallager und der Kleinverpackungsstation nun vollständig. Am ungarischen Zucker-Standort wird auch ganzjährig Biomethan aus Biogas zur Einleitung in das lokale Erdgasnetz hergestellt.

Angesichts der herausfordernden Zuckerpreissituation und des Endes der Zuckerquoten ab Oktober 2017 haben wir bereits im letzten Geschäftsjahr begonnen, zahlreiche Kostensenkungsmaßnahmen umzusetzen. Der Wegfall des Quotensystems mit seinen nationalen Restriktionen erleichtert "Werkbankkonzepte" mit zentraler Steuerung.

Die Absatzmengen im Segment Frucht haben sich wie erwartet sehr gut entwickelt. Im Stärkebereich mit seiner produktionsmäßigen Vielfalt sowie seinem komplexen Produktmix wurde ein Projekt zur Optimierung der betrieblichen Prozesse mit dem Ziel angestoßen, Verarbeitung und Output zu erhöhen. Einkaufssynergien über alle drei Segmente bei gleichzeitigem Komplexitätsabbau sparen Kosten.

Wie angekündigt, wird AGRANA durch ein herausforderndes Geschäftsjahr 2015|16 gehen. Aufgrund der verbesserten Rahmenbedingungen für Bioethanol rechnet der Konzern allerdings mit einem Ergebnis der Betriebstätigkeit, das nur noch "moderat" und nicht "deutlich" unter dem Vorjahr liegt.

Ihr

Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

KonzernLagebericht

Entwicklung im

ersten Halbjahr 2015|161

Umsatz und Ertragslage

Finanzkennzahlen
AGRANA-Konzern
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
H1
2015 16
H1
2014 15
Umsatzerlöse 1.263,5 1.285,2
EBITDA2 93,1 113,2
Operatives Ergebnis 58,0 78,2
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter
nehmen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden
12,0 12,9
Ergebnis aus Sondereinflüssen -1,3 -4,1
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 68,7 87,0
EBIT-Marge 5,4 % 6,8 %
Finanzergebnis -11,2 -8,1
Ertragsteuern -13,6 -18,7
Konzernergebnis 43,9 60,2
Ergebnis je Aktie 3,08 € 4,03 €

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe gingen im H1 2015|16 (1. März bis 31. August 2015) geringfügig um 1,7 % auf 1.263,5 Mio. € zurück. Der Umsatz im Segment Frucht lag leicht über, jener im Segment Stärke auf Vorjahresniveau. Die niedrigeren Erlöse im Segment Zucker waren auf das gesunkene Verkaufspreisniveau zurückzuführen.

Finanzkennzahlen
AGRANA-Konzern
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q2
2015 16
Q2
2014 15
Umsatzerlöse 650,8 638,0
EBITDA2 49,9 49,7
Operatives Ergebnis 32,0 31,7
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter
nehmen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden
6,3 6,5
Ergebnis aus Sondereinflüssen -1,1 -4,1
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 37,2 34,1
EBIT-Marge 5,7 % 5,3 %
Finanzergebnis -9,5 -5,4
Ertragsteuern -5,3 -7,7
Konzernergebnis 22,4 21,0
Ergebnis je Aktie 1,63 € 1,37 €

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) lag wie erwartet mit 68,7 Mio. € um 21,0 % deutlich unter dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2014|15. Während im Segment Stärke das EBIT deutlich verbessert werden konnte, führten im Segment Zucker die niedrigeren Erlöse zu einem markant schwächeren Ergebnis. Im Segment Frucht ging das EBIT aufgrund einer deutlich

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben finden sich auf Seite 18.

2 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen schwächeren Ertragsentwicklung bei Fruchtsaftkonzentraten moderat zurück. Das Finanzergebnis betrug im H1 2015|16 -11,2 (Vorjahr: -8,1) Mio. €, wobei die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr v.a. auf ein negatives Währungsergebnis zurückzuführen war. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 13,6 Mio. €, der einer Steuerquote wie im Vorjahr von rund 23,7 % entspricht, erreichte das Konzernergebnis 43,9 (Vorjahr: 60,2) Mio. €. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie lag bei 3,08 (Vorjahr: 4,03) €.

Investitionen1

Im H1 2015|16 investierte AGRANA in Summe 40,8 Mio. €, das waren um 2,2 Mio. € mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

in Mio. € H1
2015 16
H1
2014 15
Zucker 22,0 13,4
Stärke 6,6 4,4
Frucht 12,2 20,8
Konzern 40,8 38,6

Anbei eine Kurzübersicht über die wichtigsten Projekte in der AGRANA-Gruppe:

Segment Zucker

  • Erweiterte Verdampfstation in Leopoldsdorf| Österreich wurde mit Beginn der Rübenkampagne erfolgreich in Betrieb genommen
  • Umgebaute und vergrößerte Melasseentzuckerungsanlage in Tulln|Österreich nahm im Mai 2015 erfolgreich den Betrieb auf
  • Schrittweise Inbetriebnahme der Abpackungsanlagen des neuen Verpackungszentrums in Kaposvár|Ungarn läuft plangemäß

Segment Stärke:

Projekt zur Kapazitätserhöhung und Energieeinsparung in Pischelsdorf|Österreich gestartet; Inbetriebnahme des neuen Wärmetauschers im Oktober geplant

  • Projekt Trockenmischanlage Säuglingsmilchnahrung in Gmünd|Österreich: Bauarbeiten im Gange
  • Projekt Werksausbau in Aschach|Österreich: Behördenverhandlungen abgeschlossen, Detailplanung läuft

Segment Frucht:

  • Installation eines zweiten IQF2 -Tunnels in Mexiko
  • Fertigstellung der neuen Containerreinigungsanlage bei AGRANA Fruit in Australien
  • SAP-Roll-Out bei AGRANA Fruit in Brasilien
  • Diverse Ersatzinvestitionen im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate

Zusätzlich wurden im H1 2015|16 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe) Investitionen im Ausmaß von 8,4 Mio. € (100%; Vorjahr: 5,5 Mio. €) getätigt.

Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis betrug im H1 2015|16 73,3 (Vorjahr: 92,6) Mio. € und sank primär durch das niedrigere Konzernergebnis. Nach einem Aufbau des Working Capital um 11,3 Mio. € (Vorjahr: Abbau um 128,1 Mio. €), u.a. durch eine niedrigere Reduktion der Vorräte und einen höheren Forderungsaufbau, betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im H1 2015|16 62,3 (Vorjahr: 220,2) Mio. €. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit stieg aufgrund erhöhter Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf -42,7 (Vorjahr: -38,3) Mio. €. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von -103,2 (Vorjahr: -94,4) Mio. € spiegelt sich neben der Dividendenzahlung der im Vergleich zum Vorjahr stärkere Abbau von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wider.

Vermögens- und Finanzlage

Bei einer gegenüber dem 28. Februar 2015 moderat gesunkenen Bilanzsumme in Höhe von 2,22 Mrd. € (Bilanzstichtag 2014|15: 2,41 Mrd. €) legte die Eigenkapitalquote von 49,6 % auf 52,9 % zu.

Vor allem die Veränderung bei den nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen führte zu einem Rückgang der langfristigen Vermögenswerte. Während die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerte markant stiegen, sanken die Vorräte und auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gingen zurück. Dies führte in Summe zu einer Reduktion der kurzfristigen Vermögenswerte. Auf der Passivseite blieben die langfristigen Schulden beinahe unverändert. Die kurzfristigen Schulden sanken, da u.a. die erfolgten Rübengeldzahlungen zu einem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen führten und auch die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten reduziert wurden.

Die Nettofinanzschulden zum 31. August 2015 lagen mit 373,0 Mio. € um 42,7 Mio. € deutlich über dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2014|15. Das Gearing zum Halbjahresstichtag stieg folglich auf 31,8 % (28. Februar 2015: 27,7 %).

AGRANA auf dem Kapitalmarkt

Kennzahlen zur Aktie H1
2015 16
Höchstkurs (11. Juni 2015) 84,52 €
Tiefstkurs (28. August 2015) 73,00 €
Ultimokurs (31. August 2015) 74,00 €
Buchwert je Aktie zum Ultimo 78,46 €
Marktkapitalisierung zum Ultimo 1.051,0 Mio €

Die AGRANA-Aktie startete mit einem Kurs von 80,51 € in das Geschäftsjahr 2015|16 und schloss zum Ultimo August 2015 mit 74,00 €, was einem Minus von 8,09 % bei durchschnittlich knapp über 1.100 gehandelten Stücken pro Tag (Doppelzählung, wie von der Wiener Börse veröffentlicht) entspricht. Der österreichische Leitindex (ATX) verlor im selben Zeitraum 6,82 %.

Die Entwicklung des AGRANA-Aktienkurses finden Sie auf der Website www.agrana.com -> Investoren -> Aktie -> Aktienkurs. Die Marktkapitalisierung betrug per Ultimo August 2015 1.051,0 Mio. € bei einer unveränderten Aktienanzahl von 14.202.040 Stück.

Bei der am 3. Juli 2015 abgehaltenen 28. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-AG wurde für das Geschäftsjahr 2014|15 die Zahlung einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 3,60 € beschlossen; die Auszahlung erfolgte im Juli 2015.

H1 2015|16 Segment Zucker

Umsatzanteil

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen
Segment Zucker
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
H1
2015 16
H1
2014 15
Umsatzerlöse 345,0 378,1
EBITDA1 12,1 34,5
Operatives Ergebnis 6,0 28,6
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter
nehmen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden
0,4 -1,0
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0,0 0,5
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 6,4 28,1
EBIT-Marge 1,9 % 7,4 %
Finanzkennzahlen
Segment Zucker
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q2
2015 16
Q2
2014 15
Umsatzerlöse 197,2 193,0
EBITDA1 11,2 14,2
Operatives Ergebnis 7,9 11,1
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter
nehmen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden
0,5 -0,5
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0,0 0,5
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 8,4 11,1
EBIT-Marge 4,3 % 5,8 %

Im Segment Zucker gingen die Umsatzerlöse im H1 2015|16 im Vorjahresvergleich moderat um 8,8 % auf 345,0 Mio. € zurück. Vor allem deutlich geringere Verkaufspreise im Bereich Handel und Industrie waren dafür verantwortlich. Die Absatzmengen von Quotenzucker, v.a. an die Industrie, stiegen, die Verkäufe von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie lagen weitgehend auf dem Vorjahresniveau. Exporte in Drittländer fielen im Vorjahresvergleich geringer aus. Die Umsätze bei Nebenprodukten waren leicht rückläufig.

Das EBIT im H1 2015|16 (6,4 Mio. €) ist auf die gegenüber dem Vorjahr deutlich gefallenen Zuckerverkaufspreise zurückzuführen; in den ersten sechs Monaten des Vorjahres wurden noch höhere Preise aus der Kampagne 2013|14 erlöst. Gesunkene Rohstoffkosten (v.a. bei Rohzucker) konnten den Erlösrückgang nicht kompensieren.

Marktumfeld

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnet in der vierten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 30. Juli 2015 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2014|15 (Oktober 2014 bis September 2015) weiterhin mit einer stabilen bis leicht steigenden weltweiten Zuckerproduktion und einem weiteren Wachstum beim Verbrauch. In dieser Schätzung wird von einer Erhöhung der weltweiten Lagerbestände um 2 Mio. Tonnen bis zum Ende des aktuellen Zuckerwirtschaftsjahres (30. September 2015) ausgegangen.

Der Abwärtstrend an den Weltzuckermärkten, der seit Juni 2014 zu beobachten ist, brachte bei Weiß- und Rohzucker Tiefststände, die seit 2009 nicht mehr gesehen wurden. Der Weltmarktpreis für Weißzucker notierte am Ende des Berichtszeitraums bei rund 341 \$ (304 €), jener für Rohzucker bei rund 236 \$ (210 €). Die weltweit hohen Lagerstände, die rasante Abwertung des brasilianischen Real (12-Jahres-Tief ) sowie die weiterhin niedrigen Erdölpreise können als Hauptursachen für die tiefen Notierungen ausgemacht werden.

EU-Zuckermarkt

Die europäische Zuckerrübenkampagne 2014|15 brachte durch Rekorderträge neben der Erfüllung der EU-Zuckerquote eine produzierte Nicht-Quotenzuckermenge in Höhe von 6,4 Mio. Tonnen. Infolge drastisch gesunkener Zuckerpreise in der EU blieben die Präferenzimportmengen im ZWJ 2014|15 deutlich unter dem Vorjahr. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Quotenzuckerbestände zum Ende des ZWJ 2014|15.

Für das ZWJ 2015|16 geht man derzeit von einer deutlich niedrigeren Produktionsmenge aus. Die Anbauflächen in wichtigen Produktionsländern wurden markant zurückgenommen. Des Weiteren führte die Witterung in Zentral- und Osteuropa (Dürreperiode) zu deutlich geringeren Ertragserwartungen. Aufgrund der Übertragung von Nicht-Quotenzuckermengen vom alten auf das neue ZWJ wird aber von einer Erfüllung der Quote und einer ausreichenden Nicht-Quotenzuckermenge ausgegangen. Zum Ende des ZWJ 2015|16 wird nochmals ein Rückgang der Quotenzuckerbestände erwartet. Dennoch ist der europäische Zuckermarkt durch das EU-Rübenzuckerangebot ausreichend versorgt.

Industrie und Groß- und Einzelhandel (Retail)

In den Bereichen Industrie- und Retailkunden setzt AGRANA weiterhin auf eine erfolgreiche Marktpositionierung bzw. den Ausbau vorhandener Marktanteile. Ziel ist es, in Zukunft der präferierte Partner für unsere langjährigen Kunden zu bleiben.

In Rumänien führte die Umsatzsteuersenkung für Zucker von 24 auf 9 % im Monat Juni zu Rekordabsätzen. Auch in Ungarn können Erfolge in der Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs und damit eine Beruhigung der Marktsituation berichtet werden.

Die Absatzmengen im Industriebereich verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg; speziell führte die heiße Witterung in den Sommermonaten zu einem höheren Verbrauch im Bereich der alkoholfreien Getränke.

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenfläche der AGRANA-Kontraktbauern wurde für das ZWJ 2015|16 aufgrund des aktuell schwierigen Marktumfeldes um rund 3.100 Hektar (-3,3 %) reduziert. In Österreich sind rund 840 Hektar für den biologischen Anbau von Zuckerrüben vorgesehen.

In allen Anbauregionen mit Ausnahme von Rumänien hat die Aussaat infolge des gemäßigten Winters früh begonnen. Durch die vergleichsweise sehr gute Niederschlagsversorgung in den Monaten April und Mai konnten sich die Rübenbestände bis zum Juni gut entwickeln. Aufgrund der äußerst ungünstigen Witterungsund Vegetationsbedingungen in den Monaten Juli bis

August sind v.a. in den Anbauländern Österreich, Tschechien und Rumänien unterdurchschnittliche Rübenerträge zu erwarten. In der Slowakei und in Ungarn erfolgten zumindest teilweise die notwendigen Niederschläge, sodass von einer durchschnittlichen Ernte ausgegangen werden kann. Die ersten Zuckerfabriken haben rund um den 10. September 2015 die Verarbeitung aufgenommen.

H1 2015|16

Segment Stärke

Umsatzanteil

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen
Segment Stärke
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
H1
2015 16
H1
2014 15
Umsatzerlöse 352,7 351,2
EBITDA1 31,0 22,6
Operatives Ergebnis 19,5 11,3
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter
nehmen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden
11,6 13,9
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 31,1 25,2
EBIT-Marge 8,8 % 7,2 %
Finanzkennzahlen
Segment Stärke
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q2
2015 16
q2
2014 15
Umsatzerlöse 178,6 173,9
EBITDA1 16,4 9,3
Operatives Ergebnis 10,6 3,7
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter
nehmen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden
5,8 7,0
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 16,4 10,7
EBIT-Marge 9,2 % 6,2 %

Die Umsatzerlöse im H1 2015|16 in Höhe von 352,7 Mio. € lagen etwas über dem Niveau des Vorjahres. Umsatzzuwächse konnten u.a. im Geschäftsbereich Bioethanol aufgrund gestiegener Verkaufspreise erzielt werden. Erlösrückgänge bei den Verzuckerungsprodukten spiegeln das anhaltend niedrige Preisniveau des europäischen Zuckermarktes wider. Die Umsätze bei Nebenprodukten lagen preisbedingt leicht unter dem Vorjahreswert.

Das EBIT in Höhe von 31,1 Mio. € übertraf den Vorjahreswert deutlich um 23,4 %. Damit stieg die Profitabilität (EBIT-Marge) von 7,2 % auf 8,8 %. Die Ergebnissteigerung ist vorrangig auf die verbesserten Verkaufspreise bei Ethanol zurückzuführen; gleichzeitig sind die Rohstoffkosten im Segment im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt leicht gesunken. Der Ergebnisrückgang des nach der Equity-Methode einbezogenen Tochterunternehmens HUNGRANA spiegelt die gesunkenen Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte wider.

Marktumfeld

Der Lebensmittelbereich entwickelt sich absatzseitig stabil. Die enttäuschenden Ernteaussichten (v.a. in Süddeutschland, Österreich und Osteuropa) bei Kartoffelstärke führen zu moderat ansteigenden Marktpreisen.

Für Stärkeverzuckerungsprodukte im Allgemeinen und Isoglukose im Speziellen hat der Druck auf den Zuckermärkten direkte Auswirkungen und spiegelt sich im aktuellen, angespannten Marktumfeld wider.

Der Papier- und Wellpappebereich zeigt eine über den Erwartungen liegende Nachfrage in der EU. Treiber dieser positiven Entwicklung sind die gesteigerten Exportvolumina von Papier und Verpackungsmaterialien, die vom schwachen Euro profitieren.

Für Bioethanol hellte sich das Marktumfeld in der EU nach einer schwierigen Phase zu Beginn des Kalenderjahres wieder auf. Die Ethanolpreise in Europa konnten sich den negativen internationalen Vorgaben weitestgehend entziehen und stiegen Ende August auf 583 € je m3 FOB Rotterdam. Diese Entwicklung ist u.a. auf einen saisonalen Nachfrageanstieg zurückzuführen, der auf eine knappe Versorgungslage insbesondere am europäischen Haupthandelsplatz für Bioethanol in Rotterdam traf.

Bei den Protein-Nebenprodukten herrscht eine feste Nachfrage nach hochproteinhaltigen Produkten

1

(z.B. Kartoffeleiweiß und Maiskleber) und eine anhaltend hohe Nachfrage nach vitalem Weizengluten.

Rohstoff und Produktion

Der Internationale Getreiderat (IGC1 ) sieht die weltweite Getreideerzeugung im Getreidewirtschaftsjahr 2015|162 bei 1,99 (Vorjahr: 2,02) Mrd. Tonnen und damit in etwa auf Höhe des erwarteten Verbrauchs. Die weltweite Weizenproduktion wird wie im Vorjahr auf 720 Mio. Tonnen (erwarteter Verbrauch: 716 Mio. Tonnen) geschätzt, die globale Maiserzeugung auf 968 (Vorjahr: 1.003) Mio. Tonnen (erwarteter Verbrauch: 972 Mio. Tonnen). Es würde daher bei Weizen zu einem geringfügigen Aufbau und bei Mais zu einem geringfügigen Abbau der globalen Lagerbestände kommen. Generell liegen diese mit jeweils rund 200 Mio. Tonnen auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Angesichts der hohen Lagerbestände und einer zufriedenstellenden Erntesituation sind die Rohstoff-Notierungen für Weizen und Mais in den letzten Monaten gesunken. Die Futures an der Pariser Warenterminbörse notierten Ende August 2015 bei Weizen auf Termin Dezember 2015 bei 173 € je Tonne und bei Mais auf Termin November 2015 bei 169 € je Tonne.

Die Getreideproduktion in Österreich exklusive Körnermais wird laut AMA (Agrarmarkt Austria) bei rund 3,3 Mio. Tonnen liegen und damit um rund 2 % geringer als im Vorjahr sein. Bei Körnermais wird eine Verringerung der Erzeugung um knapp 23 % auf 1,8 Mio. Tonnen erwartet.

Kartoffel

Am 2. September wurde in der Kartoffelstärkefabrik Gmünd|Österreich mit der Verarbeitung von Stärkekartoffeln der Ernte 2015 begonnen. Bedingt durch die Hitze und eine außergewöhnliche Trockenheit in den Sommermonaten wird eine Liefererfüllung von nur rund 65 % der kontrahierten Stärkekartoffeln erwartet. Der durchschnittliche Stärkegehalt wird bei rund 18,5 % und damit höher als im Vorjahr (17,3 %) liegen.

Mais und Weizen

Die Nassmaisübernahme in der Maisstärkefabrik Aschach|Österreich hat am 26. August begonnen. Es wird mit einer gegenüber dem Vorjahr etwas geringeren Nassmaismenge von rund 90.000 bis 100.000 Tonnen und einer Verarbeitung bis Ende November gerechnet. Anschließend wird die Verarbeitung mit Trockenmais fortgesetzt. Im H1 2015|16 betrug die Maisverarbeitung rund 197.000 Tonnen und lag damit auf Vorjahresniveau.

Als Rohstoffe für die Bioethanol- und Weizenstärkeerzeugung in Pischelsdorf|Österreich wurden im H1 2015|16 rund zwei Drittel Getreide (Weizen, Tritikale, Roggen) und ein Drittel Mais eingesetzt. Die Gesamtverarbeitung lag für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres bei rund 370.000 (Vorjahr: 368.000) Tonnen. Anfang September begann die Verarbeitung von Nassmais, wobei hier die Verarbeitungsmenge mit 75.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr witterungsbedingt um rund 25 % niedriger geschätzt wird.

In Rumänien wurden im H1 2015|16 rund 27.000 (Vorjahr: 24.000) Tonnen Mais verarbeitet, wobei seit Anfang September Nassmais eingesetzt wird.

Das nach der Equity-Methode einbezogene Werk in Ungarn (HUNGRANA) begann die Nassmaiskampagne Mitte August. Gegenüber dem Vorjahr wird eine geringere Nassmaisverarbeitung von rund 200.000 bis 250.000 (Vorjahr: 250.000) Tonnen erwartet. Im H1 2015|16 betrug die Maisverarbeitung rund 578.000 Tonnen (davon 50 % AGRANA-Anteil) und lag damit über dem Vorjahresniveau.

H1 2015|16 Segment Frucht

Umsatzanteil

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen
Segment Frucht
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
H1
2015 16
H1
2014 15
Umsatzerlöse 565,8 555,9
EBITDA1 50,0 56,1
Operatives Ergebnis 32,5 38,3
Ergebnis aus Sondereinflüssen -1,3 -4,6
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 31,2 33,7
EBIT-Marge 5,5 % 6,1 %
Finanzkennzahlen
Segment Frucht
in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt)
Q2
2015 16
Q2
2014 15
Umsatzerlöse 275,0 271,1
EBITDA1 22,3 26,2
Operatives Ergebnis 13,5 16,9
Ergebnis aus Sondereinflüssen -1,1 -4,6
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 12,4 12,3
EBIT-Marge 4,5 % 4,5 %

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht stiegen im H1 2015|16 um 1,8 % geringfügig auf 565,8 Mio. €. Bei Fruchtzubereitungen lag der Absatz leicht über dem Vorjahresniveau und auch gestiegene Verkaufspreise verstärkt durch vorteilhafte Fremdwährungseffekte führten zu einem Umsatzanstieg um rund 10 %. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate ging der Umsatz aufgrund stark gesunkener Verkaufspreise bei Apfelsaftkonzentrat hingegen um rund 20 % zurück.

Das EBIT betrug im H1 2015|16 31,2 Mio. € und lag damit um 7,4 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Während der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen eine deutliche EBIT-Verbesserung auswies, wirkten sich die niedrigeren Apfelpreise der Kampagne 2014 und die damit verbundenen deutlich gesunkenen Konzentratpreise negativ auf die Margen im Fruchtsaftkonzentratgeschäft aus. Bei Fruchtzubereitungen gab es v.a. in den Regionen Europa, Nord- und Lateinamerika, sowie in Korea und China einen positiven operativen Geschäftsverlauf und gegenüber dem Euro stärker gewordene Währungen wie v.a. der US-Dollar unterstützten den EBIT-Anstieg ebenfalls. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen von -1,3 Mio. € ist auf das Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad|Belgien, zurückzuführen, wobei der Großteil der damit zusammenhängenden Einmalkosten bereits im Konzernjahresabschluss 2014|15 bilanziert wurde.

Marktumfeld

Bei Fruchtzubereitungen steht einem weiterhin geringfügigen Nachfragerückgang in der EU ein leichtes Wachstum in den außereuropäischen Märkten gegenüber. Makroökonomische und politische Probleme verlangsamen jedoch die Marktentwicklung in den Wachstumsregionen Osteuropa (Russland, Ukraine, Weißrussland), Nordafrika (Ägypten, Algerien), Naher Osten und Argentinien. Märkte wie Brasilien, China oder die Türkei zeigen weiterhin einen positiven Trend. Die Absatzsituation in Mexiko hat sich seit Juni aufgrund einer guten Nachfrage nach Fruchtzubereitungen für die Backwarenindustrie positiv entwickelt.

Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate führten niedrige Apfelpreise aufgrund hoher Erntemengen und der Importsanktionen Russlands für Frischobst aus der EU zu deutlich gesunkenen Apfelsaftkonzentratpreisen in der Kampagne 2014. In den letzten Wochen - die Apfelkampagne 2015 lief Mitte September an - sind die Verkaufspreise in Europa aufgrund geringer Rohstoffmengen wieder gestiegen. Die Wettbewerbssituation für chinesisches Apfelsaftkonzentrat ist weiterhin herausfordernd. Es wird hier abzuwarten sein, wie sich die lokale Verarbeitungssaison entwickeln wird. Die russischen Importbeschränkungen für Waren aus der Ukraine machen einen Import der lokal produzierten Mengen in die EU weiterhin notwendig, um sie dann zentral weiter zu vermarkten.

Rohstoff und Produktion

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen sind die Frühjahres- und Sommerernten im Wesentlichen abgeschlossen. Die Ernteerträge zu Beginn des Sommers waren größtenteils gut, in der Folge führte die Trockenheit in Europa aber zu Ertragseinbußen und steigenden Fruchtpreisen (z.B. bei Pfirsich und Marille). Die Situation verschärfte sich noch bei den späten Fruchternten (z.B. Himbeere und Brombeere) in Zentral- und Osteuropa, wo die Erträge nur noch unter 50 % eines normalen Jahres lagen.

Bei tropischen Früchten führte die nachteilige Währungsentwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar neben regionalen Missernten bei Mango und Ananas zu empfindlichen Preiserhöhungen. In den USA stiegen aufgrund einer belebten Nachfrage und einer nicht ausreichenden Inlandsversorgung die Preise bei Erdbeeren.

Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate führte die Dürre der Sommermonate zu qualitativen und quantitativen Einbußen bei Beerenfrüchten in Europa. Bei Äpfeln ist ein eingeschränktes Größenwachstum zu erkennen, was auch ein geringeres Gewicht der Früchte zur Folge hat. In der Apfelkampagne 2015, die Mitte September angelaufen ist, wird somit mit einer unter dem Vorjahr liegenden Ernte- und Verarbeitungsmenge und folglich auch höheren Rohstoffpreisen gerechnet.

AGRANA

Chancen- und Risikobericht

AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.

Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.

Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweist AGRANA auf die im Geschäftsbericht 2014|15 auf den Seiten 86 bis 89 umfassend dargestellten Risiken.

AGRANA

Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode

Nach dem Quartalsstichtag am 31. August 2015 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanzund Vermögenslage der AGRANA hatten.

AGRANA

Ausblick

AGRANA-Gruppe
in Mio. €
2014 15
ist
2015 16
Prognose
Umsatzerlöse 2.493,5
EBIT 121,7
Investitionen1 91,2 ~93

Stabile Entwicklung

Moderater Rückgang

AGRANA geht für das Geschäftsjahr 2015|16 weiterhin von einer stabilen Entwicklung beim Konzernumsatz aus. Beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) erwartet der Konzern nunmehr eine moderate statt deutliche Abschwächung.

2014|15 ist

Umsatzerlöse 731,1 EBIT 9,0 Investitionen1 34,5 ~32

2015|16 Prognose

Segment Stärke
in Mio. €
2014 15
ist
2015 16
Prognose
Umsatzerlöse 700,1
EBIT 54,1
Investitionen1 13,7 ~28

Stabile Entwicklung

Im Segment Stärke erwartet AGRANA für das Geschäftsjahr 2015|16 bei konstanten Absatzmengen nunmehr eine stabile Umsatzentwicklung. Der anhaltende Wettbewerbsdruck bei Verzuckerungsprodukten wird das Ergebnis der HUNGRANA belasten. Aufgrund der verbesserten Margenerwartung im Ethanolgeschäft wird für das Segment Stärke aber ein EBIT zumindest auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

Segment Frucht
in Mio. €
2014 15
ist
2015 16
Prognose
Umsatzerlöse 1.062,3
EBIT 58,6 
Investitionen1 43,0 ~33

Deutlicher Rückgang

Segment Zucker

in Mio. €

Im Segment Zucker rechnet AGRANA aufgrund des aktuellen Marktumfeldes mit einer deutlich rückläufigen Umsatzentwicklung. Reduzierte Rübenkosten und auch ein bereits im Geschäftsjahr 2014|15 eingeleitetes Kostensenkungsprogramm für alle Länder werden die sinkenden Verkaufspreise nicht kompensieren können, sodass 2015|16 mit einem negativen EBIT zu rechnen ist. Moderater Anstieg

Deutlicher Anstieg

AGRANA erwartet im Segment Frucht für das Geschäftsjahr 2015|16 eine moderate Umsatzsteigerung und einen deutlichen Anstieg beim EBIT. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet aufgrund steigender Absatzmengen mit einer positiven Umsatzentwicklung, speziell in den Regionen Europa und Nordamerika. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft wird aufgrund niedrigerer Preise ein Umsatz auf Vorjahresniveau erwartet.

Im Geschäftsjahr 2015|16 wird das Investitionsvolumen des Konzerns mit in Summe rund 93 Mio. € geringfügig über Abschreibungsniveau liegen.

1

Konzernzwischenabschluss

der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2015 (ungeprüft)

Konzern 2. Quartal
Gewinn- und Verlustrechung 1. Halbjahr
1. März–31. August
1. Juni–31. August
H1 2015 16
in t€
H1 2014 151
in t€
q2 2015 16
in t€
Q2 2014 151
in t€
Umsatzerlöse 1.263.460 1.285.206 650.805 637.983
Bestandsveränderungen -173.910 -228.120 -73.332 -115.285
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.287 1.376 529 446
Sonstige betriebliche Erträge 17.558 14.475 10.950 6.688
Materialaufwand -739.887 -689.342 -399.110 -344.227
Personalaufwand -139.029 -137.043 -70.375 -69.416
Abschreibungen -35.879 -35.023 -18.695 -18.048
Sonstige betriebliche Aufwendungen -136.918 -137.420 -69.853 -70.535
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden
12.030 12.857 6.268 6.475
Ergebnis der Betriebstätigkeit 68.712 86.966 37.187 34.081
Finanzerträge 26.553 5.659 23.127 1.011
Finanzaufwendungen -37.733 -13.701 -32.563 -6.383
Finanzergebnis -11.180 -8.042 -9.436 -5.372
Ergebnis vor Ertragsteuern 57.532 78.924 27.751 28.709
Ertragsteuern -13.592 -18.703 -5.342 -7.725
Konzernergebnis 43.940 60.221 22.409 20.984
ƒ
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG
43.720 57.208 23.127 19.470
ƒ
davon nicht beherrschende Anteile
220 3.013 -718 1.514
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 3,08 € 4,03 € 1,63 € 1,37 €

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Halbjahr 1. März–31. August

2. Quartal 1. Juni–31. August

H1 2015 16
in t€
H1 2014 151
in t€
q2 2015 16
in t€
Q2 2014 151
in t€
Konzernergebnis 43.940 60.221 22.409 20.984
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
ƒ
Währungsdifferenzen
-7.751 -2.453 -18.112 -5.312
ƒ
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten (IAS 39)
nach latenten Steuern
-218 72 -196 149
ƒ
Cashflow-Hedges (IAS 39) nach latenten Steuern
-1.233 -1.740 -285 -507
ƒ
Anteilen aus Gemeinschaftsunternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden
-2.842 -1.072 -1.130 -2.423
Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu
erfassende Erträge und Aufwendungen
-12.044 -5.193 -19.723 -8.093
Veränderung versicherungsmathematischer
Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen (IAS 19) nach latenten Steuern
3.418 -31 3.442 -13
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste
Erträge und Aufwendungen
-8.626 -5.224 -16.281 -8.106
Gesamtergebnis 35.314 54.997 6.128 12.878
ƒ
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG
36.173 52.775 8.444 12.461
ƒ
davon nicht beherrschende Anteile
-859 2.222 -2.316 417

Konzern-Geldflussrechnung

Für das erste Halbjahr
1. März–31. August
H1 2015 16
in t€
H1 2014 151
in t€
Cashflow aus dem Ergebnis 73.257 92.564
Verluste/Gewinne aus Anlagenabgängen 397 -419
Veränderung des Working Capital -11.331 128.091
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 62.323 220.236
Cashflow aus Investitionstätigkeit -42.682 -38.254
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -103.161 -94.438
Veränderungen des Finanzmittelbestandes -83.520 87.544
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 536 -1.220
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 193.818 135.856
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 110.834 222.180

Konzern-Bilanz

Aktiva Stand am 31.08.2015
in t€
Stand am 28.02.2015
in t€
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte 238.719 241.475
Sachanlagen 664.669 661.537
Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen 67.672 84.384
Wertpapiere 104.857 104.879
Beteiligungen 1.124 1.114
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 11.387 21.070
Aktive latente Steuern 22.119 22.184
1.110.547 1.136.643
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 455.660 625.313
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 531.548 439.793
Laufende Ertragsteuerforderungen 13.083 11.274
Wertpapiere 46 46
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 110.834 193.818
1.111.171 1.270.244
Summe Aktiva 2.221.718 2.406.887

Passiva

A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 599.735 614.687
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.114.307 1.129.259
Nicht beherrschende Anteile 60.473 65.161
1.174.780 1.194.420
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 65.782 71.885
Übrige Rückstellungen 14.625 14.879
Finanzverbindlichkeiten 323.890 319.672
Sonstige Verbindlichkeiten 1.107 1.204
Passive latente Steuern 12.144 10.424
417.548 418.064
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 39.472 41.757
Finanzverbindlichkeiten 264.822 309.354
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 308.146 411.193
Steuerschulden 16.950 32.099
629.390 794.403
Summe Passiva 2.221.718 2.406.887

Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

Für das erste Halbjahr
1. März–31. August
Eigenkapital der
AGRANA
-Aktionäre
in t€
Nicht beherrschende
Anteile
in t€
Summe
in t€
Geschäftsjahr 2015 16
Stand am 1. März 2015 1.129.259 65.161 1.194.420
Bewertungseffekte IAS 39 -1.451 0 -1.451
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungs
orientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen
3.419 -1 3.418
Verlust aus Währungsumrechnung -9.515 -1.078 -10.593
Sonstige Ergebnisse -7.547 -1.079 -8.626
Konzernergebnis 43.720 220 43.940
Gesamtergebnis 36.173 -859 35.314
Dividendenausschüttung -51.127 -3.833 -54.960
Sonstige Veränderungen 2 4 6
Stand am 31. August 2015 1.114.307 60.473 1.174.780

Geschäftsjahr 2014|151

Stand am 1. März 2014 1.124.733 66.255 1.190.988
Bewertungseffekte IAS 39 -1.668 0 -1.668
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientieter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen
-27 2 -25
Verlust aus Währungsumrechnung -2.738 -793 -3.531
Sonstige Ergebnisse -4.433 -791 -5.224
Konzernergebnis (inkl. IAS 8-Anpassung) 57.208 3.013 60.221
Gesamtergebnis 52.775 2.222 54.997
Dividendenausschüttung -51.128 -3.906 -55.034
Sonstige Veränderungen -89 72 -17
Stand am 31. August 2014 1.126.291 64.643 1.190.934

Anhang zum Konzernzwischenabschluss

der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2015 (ungeprüft)

SegmentBericht

Für das erste Halbjahr
1. März–31. August
H1
2015 16
in t€
H1
2014 15
in t€
Umsatzerlöse (brutto)
Zucker 375.241 419.301
Stärke 356.437 355.562
Frucht 565.933 556.081
Konzern 1.297.611 1.330.944
H1 H1
2015 16
in t€
2014 15
in t€

Ergebnisanteil von

Gemeinschaftsunternehmen1

Konzern 12.030 12.857
Frucht 0 0
Stärke 11.634 13.873
Zucker 396 -1.016

Umsätze zwischen

den Segmenten
Zucker -30.279 -41.218
Stärke -3.755 -4.375
Frucht -117 -145
Konzern -34.151 -45.738

Ergebnis der Betriebstätigkeit

Konzern 68.712 86.966
Frucht 31.196 33.720
Stärke 31.125 25.168
Zucker 6.391 28.078

Umsatzerlöse

Konzern 1.263.460 1.285.206
Frucht 565.816 555.936
Stärke 352.682 351.187
Zucker 344.962 378.083

Operatives Ergebnis

Konzern 57.985 78.199
Frucht 32.499 38.270
Stärke 19.491 11.295
Zucker 5.995 28.634

Ergebnis aus Sondereinflüssen

Konzern -1.303 -4.090
Frucht -1.303 -4.550
Stärke 0 0
Zucker 0 460

Investitionen2

Konzern 40.782 38.605
Frucht 12.244 20.840
Stärke 6.586 4.364
Zucker 21.952 13.401

Mitarbeiter3 [im Monat August]

Zucker 2.032 2.040
Stärke 900 867
Frucht 5.166 5.027
Konzern 8.098 7.934

2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

3 Umgerechnet in Vollzeitäquivalente

Allgemeine Grundlagen der Berichterstattung

Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 31. August 2015 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das IFRS Interpretations Committee erstellt. In Einklang mit IAS 34 erfolgt die Darstellung des Konzernabschlusses der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) zum 31. August 2015 in verkürzter Form. Der Konzernzwischenabschluss zum 31. August 2015 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diesen Zwischenabschluss am 28. September 2015 aufgestellt.

Der Geschäftsbericht 2014|15 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com/ir zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses waren – wie im Anhang des Geschäftsberichtes 2014|15 unter "2. Allgemeine Grundlagen" auf den Seiten 105 bis 111 dargestellt – erstmalig neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen anzuwenden.

Im Übrigen wurden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2015 angewandt.

Die Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichtes 2014|15 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden auf Basis landesspezifischer Ertragsteuersätze unter Berücksichtigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäftsjahr ermittelt.

IFRS-Ausweisänderungen

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2015|16 wurde die Darstellung der Gesamtergebnisrechnung im Bereich der Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen um die Zeile "Anteile aus Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden" ergänzt. Darin enthalten sind jene Beträge zusammengefasst, die aus erfolgsneutralen IAS 39-Bewertungseffekten und Währungsdifferenzen bei nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen resultieren. Diese waren zuvor den bisherigen Zeilen zu IAS 39-Bewertungseffekten und Währungsdifferenzen zugeordnet.

Hinsichtlich der zum 28. Februar 2014 und zum 1. März 2013 vorgenommenen Anpassungen gemäß IAS 8 sowie deren Auswirkungen auf diesen Zwischenabschluss wird auf die angegebenen Beträge und Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichtes 2014|15 unter "2. Allgemeine Grundlagen – Anpassungen gemäß IAS 8" auf den Seiten 110 bis 115 verwiesen.

Konsolidierungskreis

Im Q1 2015|16 fand die Verschmelzung der AGRANA Juice Poland Sp.z.o.o., Bialobrzegi|Polen, auf die AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o. (vormals: Ybbstaler Fruit Polska Sp.z.o.o.), Chelm|Polen, sowie der AGRANA Trading EOOD, Sofia|Bulgarien, auf die AGRANA Bulgaria AD, Sofia|Bulgarien, statt. Zusätzlich wurde die AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville|USA, auf die AGRANA Fruit US, Inc., Brecksville|USA, verschmolzen. Im Q2 erfolgte die erstmalige Einbeziehung der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die bis dahin ein nicht einbezogenes Tochterunternehmen war. Im Zuge der erstmaligen Einbeziehung ist ein Unterschiedsbetrag von 3,6 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Weiters wurde die AGRANA J&F Holding GmbH, Wien, auf die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, verschmolzen. Insgesamt wurden 60 Unternehmen in der Vollkonsolidierung (28. Februar 2015: 63 Unternehmen) und 11 Unternehmen (28. Februar 2015: 11 Unternehmen) mit der Equity-Methode einbezogen.

Saisonalität des Geschäftes

Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Jänner. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnengenutzter Anlagen hauptsächlich im Q3 des Geschäftsjahres an. Die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen zur Produktionsvorbereitung wurden bereits unterjährig innerhalb der betroffenen Aufwandsart erfasst und innerhalb der Vorräte als unfertige Erzeugnisse über die Bestandsveränderungen aktiviert.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im H1 2015|16 68,7 (Vorjahr: 87,0) Mio. €. Im Wesentlichen ist dieser Rückgang auf verringerte Ergebnisse im Segment Zucker zurückzuführen. Ein Sonderergebnis von -1,3 Mio. € aufgrund der Schließung des Produktionsstandortes in Belgien ist im EBIT des Segmentes Frucht enthalten.

Das im Vergleich zum Vorjahr schlechtere Finanzergebnis belief sich auf -11,2 (Vorjahr: -8,0) Mio. € und resultierte einerseits aus einem um 3,6 Mio. € besseren Zinsergebnis bzw. einem um 2,2 Mio. € besseren sonstigen Finanzergebnis (v.a. Ergebnis aus Derivaten) und andererseits aus einem um 9,0 Mio. € schlechteren Währungsergebnis.

Das Konzernergebnis betrug 43,9 (Vorjahr: 60,2) Mio. €.

Erläuterungen zur Konzern-Geldflussrechnung

Von Anfang März bis Ende August 2015 sank der Finanzmittelbestand um 83,0 Mio. € auf 110,8 Mio. €.

Der Cashflow aus dem Ergebnis war mit 73,3 (Vorjahr: 92,6) Mio. € um 19,3 Mio. € geringer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Rückgang ist im Wesentlichen durch ein geringeres Konzernergebnis begründet. Im Cashflow aus dem Ergebnis sind 20,3 Mio. € an Dividenden und Anzahlungen auf Dividenden von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, enthalten. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im H1 2015|16 62,3 (Vorjahr: 220,2) Mio. €. Die Verschlechterung ist v.a. durch einen höheren Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie eine niedrigere Reduktion der Vorräte bedingt.

Höhere Investitionen in den Segmenten Zucker (v.a. in Österreich und Ungarn) und Stärke (Österreich) sowie geringere Investitionen im Segment Frucht führten zu einem um 4,4 Mio. € gestiegenen Cashflow aus Investitionstätigkeit.

Der Cashoutflow aus Finanzierungstätigkeit lag mit 103,2 (Vorjahr: 94,4) Mio. € etwas über dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend dafür war eine höhere Reduktion der Finanzverbindlichkeiten im Vergleich zum

Vorjahr. Im H1 2014|15 erfolgte im Übrigen die Auszahlung für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an der AGRANA Bioethanol GmbH durch die AGRANA Stärke GmbH von 29,8 Mio. €.

Erläuterungen zur Konzern-bilanz

Die Bilanzsumme ist um 185,2 Mio. € gegenüber dem 28. Februar 2015 € auf 2.221,7 Mio. € gesunken. Der Rückgang auf der Aktivseite war im Wesentlichen bedingt durch geringere Vorratsbestände, gesunkene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie einen geringeren Beteiligungsansatz von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, bei gegenläufig gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerten. Auf der Passivseite trugen v.a. deutlich geringere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowie gesunkene Finanzverbindlichkeiten zur Reduktion der Bilanzsumme bei. Ein weiterer Grund für den passivseitigen Rückgang der Bilanzsumme waren die gesunkenen Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen aufgrund der Anpassung des Abzinsungssatzes auf 1,9 % (28. Februar 2015: 1,4 %).

Mit einem Eigenkapital von 1.174,8 (28. Februar 2015: 1.194,4) Mio. € betrug die Eigenkapitalquote per Ende August 52,9 % (28. Februar 2015: 49,6 %).

Finanzinstrumente

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang marktübliche derivative Finanzinstrumente ein. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashflow-Hedge-Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

In nachstehender Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungslevel (Fair-Value-Hierarchie) gegliedert, die im Einzelnen gemäß IFRS 7 wie folgt definiert sind:

  • In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.
  • In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.
  • In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden ermittelt wird, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden.

In der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den jeweiligen Bewertungslevel vorgenommen.

31. August 2015 Level 1
in t€
Level 2
in t€
Level 3
in t€
Gesamt
in t€
Wertpapiere (langfristig gehalten) 20.147 0 0 20.147
Beteiligungen (langfristig gehalten) 0 0 277 277
Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewertet (Hedge-Accounting)
74 25 0 99
Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet (zu Handelszwecken gehalten)
0 1.117 0 1.117
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) 46 0 0 46
Finanzielle Vermögenswerte 20.267 1.142 277 21.686
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet (Hedge-Accounting)
1.084 0 0 1.084
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet (zu Handelszwecken gehalten)
141 6.777 0 6.918
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.225 6.777 0 8.002
31. August 20141 Level 1
in t€
Level 2
in t€
Level 3
in t€
Gesamt
in t€
Wertpapiere (langfristig gehalten) 19.550 0 0 19.550
Beteiligungen (langfristig gehalten) 0 0 276 276
Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewertet (Hedge-Accounting)
210 0 0 210
Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet (zu Handelszwecken gehalten)
2.233 742 0 2.975
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) 48 0 0 48
Finanzielle Vermögenswerte 22.041 742 276 23.059
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet (Hedge-Accounting)
2.213 0 0 2.213
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet (zu Handelszwecken gehalten)
0 6.899 0 6.899
Finanzielle Verbindlichkeiten 2.213 6.899 0 9.112

Nachstehende Tabelle enthält die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Darlehen gegenüber Dritten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Verbindlichkeiten aus

Finanzierungsleasing werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen ermittelt: beizulegenden Zeitwertes anzunehmen. 31. August 2015 Buchwert in t€ Beizulegender Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten 338.674 341.606 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe 250.000 255.592

Finanzverbindlichkeiten 588.712 597.238

Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ist der Buchwert als realistische Schätzung des

31. August 2014 Buchwert Beizulegender
in t€ Zeitwert
in t€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten 364.048 367.534
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe 250.000 256.361
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 82 90
Finanzverbindlichkeiten 614.130 623.985

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 38 40

Weitere Details zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der einzelnen Finanzinstrumente sowie deren Zuordnung zu Bewertungsleveln finden sich im Konzernanhang des Geschäftsberichtes 2014|15 unter "10.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" auf den Seiten 157 bis 162.

Mitarbeiter

Im August 2015 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.098 (Vorjahr: 7.934) Vollzeitäquivalente beschäftigt. Die Erhöhung des Personalstandes war v.a. auf den erhöhten Bedarf an Saisonarbeitskräften in Mexiko, der Ukraine, Polen und Argentinien im Segment Frucht zurückzuführen. Der durchschnittliche Personalstand im H1 2015|16 nach Köpfen betrug 9.143 (Vorjahr: 8.985) Mitarbeiter.

Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen gab es seit dem 28. Februar 2015 keine wesentlichen Veränderungen. Geschäfte mit solchen (juristischen) Personen im Sinne von IAS 24 erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Für weitere Informationen zu den einzelnen Geschäftsbeziehungen wird auf den AGRANA-Geschäftsbericht 2014|15 verwiesen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode

Nach dem Halbjahresstichtag am 31. August 2015 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanzund Vermögenslage der AGRANA hatten.

Zeitwert in t€

Erklärung des Vorstandes

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne des Börsegesetzes vermittelt und dass der Lagebericht des Konzerns für das erste Halbjahr ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des

Konzerns im Sinne des Börsegesetzes bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, 28. September 2015

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender Wirtschaftspolitik, Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Kommunikation (inkl. Investor Relations) sowie Forschung & Entwicklung; Segmentverantwortung Stärke

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsmitglied Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf & Logistik Segmentverantwortung Zucker

Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied Finanzen, Controlling, Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions, Recht sowie Compliance; Segmentverantwortung Frucht

Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Interne Revision

Weitere Informationen

Kapitalmarktkalender

13. Jänner 2016 Ergebnisse der AGRANA
Beteiligungs-AG
ersten drei Quartale 2015 16 Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
1020 Wien, Österreich
17. Mai 2016 Ergebnisse des www.agrana.com
Geschäftsjahres 2015 16
(Bilanzpressekonferenz) Konzernkommunikation/Investor Relations
Mag. (FH) Hannes HAIDER
1. Juli 2016 Hauptversammlung zum Telefon: +43-1-211 37-12905
Geschäftsjahr 2015 16 Fax: +43-1-211 37-12926
E-Mail: [email protected]
6. Juli 2016 Ex-Dividenden-Tag
Konzernkommunikation/Public Relations
7. Juli 2016 Ergebnisse des Mag. (FH) Markus SIMAK
ersten Quartales 2016 17 Telefon: +43-1-211 37-12084
Fax: +43-1-211 37-12926
7. Juli 2016 Nachweisstichtag "Dividenden" E-Mail: [email protected]
8. Juli 2016 Dividenden-Zahltag AGRANA 2014 15 Online:
http://reports.agrana.com
13. Oktober 2016 Ergebnisse des
ersten Halbjahres 2016 17 Die englische Fassung dieses Zwischenberichtes
finden Sie im Internet unter www.agrana.com
12. Jänner 2017 Ergebnisse der

Kontakt

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

ersten drei Quartale 2016|17

Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.

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