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AGRANA Beteiligungs-AG

Quarterly Report May 21, 2007

733_10-k_2007-05-21_460c1c41-f2b3-48b7-9a90-c2dd3a9e95c7.pdf

Quarterly Report

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JAHRESBERICHT 2006|07

AGRANA BETEILIGUNGS-

AG

06 07 ZUCKER STÄRKE FRUCHT

INHALTSVERZEICHNIS

Das Geschäftsjahr 2006|07

  • Unternehmensleitbild
  • Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
  • AGRANA-Strategie
  • Produktionsstandorte
  • Konzernstruktur der AGRANA-Gruppe
  • AGRANA-Aktie und Corporate Governance

21 Konzernlagebericht 2006|07

  • Finanz- und Ertragslage
  • Segment Zucker
  • Segment Stärke
  • Segment Frucht
  • Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Forschung und Entwicklung
  • Personal- und Sozialbericht
  • Risikomanagement
  • Ausblick 2007|08

67 Konzernabschluss 2006|07

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Geldflussrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • Konzernanhang
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Organe der Gesellschaft
  • Bericht des Abschlussprüfers und
  • uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Kennzahlen

129 Jahresabschluss 2006|07

  • Bilanz
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Vorschlag für die Gewinnverteilung
  • Bericht des Aufsichtsrates
  • Kontakt

02|03 03|04 04|05 05|06 06|07 120 100 80 60 OPERATIVES ERGEBNIS in m€

KAPITALMARKTKALENDER 2007|08

21. Mai 2007
Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2006 07
5. Juli 2007
Hauptversammlung
10. Juli 2007
Dividenden-Ex-Tag und Dividendenzahltag
12. Juli 2007
Ergebnis für das erste Quartal 2007 08
11. Oktober 2007
Ergebnis für das erste Halbjahr 2007 08
15. Jänner 2008
Ergebnis der ersten drei Quartale 2007 08

nach IFRS

2006 07 2005 06 2004 05 2003 04 2002 03
UNTERNEHMENS
KENNZAHLEN
Umsatz m€ 1.915,8 1.499,6 981,0 866,4 875,7
EBITDA m€ 187,5 164,6 138,6 116,8 120,4
EBITDA-Marge % 9,8 11,0 14,1 13,5 13,7
Operatives Ergebnis m€ 107,0 99,5 90,8 76,8 80,5
Operative Marge % 5,6 6,6 9,3 8,9 9,2
Ergebnis der Betriebstätigkeit1 m€ 105,8 75,0 90,8 76,8 75,1
Ergebnis vor Ertragsteuern m€ 93,5 71,7 93,2 70,7 87,2
Konzernjahresüberschuss m€ 71,1 64,7 84,3 57,5 67,3
davon Aktionäre der
AGRANA Beteiligungs-AG m€ 68,9 62,7 79,9 56,5 65,4
davon Minderheitenanteile m€ 2,2 2,0 4,4 1,0 1,9
Cashflow aus dem Ergebnis m€ 150,5 145,3 116,5 101,2 106,5
Investitionen in Sachanlagen2 m€ 157,4 91,2 52,1 28,5 34,0
Investitionen in Finanzanlagen m€ 5,6 7,5 100,9 61,3 13,0
Mitarbeiter 8.223 8.130 4.958 3.841 3.916
ROS % 4,9 4,8 9,5 8,2 10,0
ROCE % 8,6 8,6 10,7 14,7 16,3
Gearing % 37,9 31,8 11,5 0,3 –10,0
BÖRSEKENNZAHLEN
ZUM 28.2.2007
Schlusskurs 76,00 78,00 79,85 61,50 39,60
Gewinn pro Aktie 4,85 4,42 7,18/5,623 5,08 5,93
Dividende pro Aktie 1,954 1,95 1,95 1,80 1,80
Dividendenrendite % 2,6 2,5 2,4 2,9 4,6
Ausschüttungsquote % 40,2 44,1 27,2/34,7 35,4 30,4
KGV 15,7 17,6 11,1 12,1 6,7
Börsekapitalisierung m€ 1.079,4 1.107,8 1.134,0 678,2 436,7
BILANZ
KENNZAHLEN
Bilanzsumme m€ 1.931,7 1.850,5 1.500,4 935,2 897,1
Grundkapital m€ 103,21 103,21 103,21 80,1 80,1
Anlagevermögen m€ 933,3 900,4 642,3 415,5 346,3
Eigenkapital m€ 895,5 885,8 835,9 515,8 475,0
Eigenkapitalquote % 46,4 47,9 55,7 55,2 52,9
Nettofinanzschulden m€ 339,4 281,9 96,4 1,7 –47,7

1 Nach Restrukturierung bzw. Sondereinflüssen

2 Einschließlich Immaterieller Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts- und Firmenwerte

3 Gewinn pro Aktie bezogen auf die Aktienanzahl am 28. Februar 2005

4 Vorschlag an die Hauptversammlung

JAHRESBERICHT 2006|07

für das Geschäftsjahr vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007 der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

ZUCKER. STÄRKE. FRUCHT. ADDING VALUE TO NATURE'S GIFTS.

DAS GESCHÄFTSJAHR 2006|07

MAR APR MAI JUN JUL AUG S

19. MAI 2006

Entscheidung zur Erweiterung der Verarbeitungskapazität der Maisstärkeund Isoglukosefabrik Hungrana in Ungarn von 1.500 auf 3.000 Tonnen Mais pro Tag bis 2008. Im Rahmen des Ausbaus wird die Bioethanol-Kapazität auf rund 160.000 m3 p.a. verdreifacht.

31. MAI 2006

AGRANA geht ein Joint Venture zur Errichtung einer Rohzuckerraffination in Brcko/Bosnien-Herzegowina ein.

12. JUNI 2006

AGRANA steigt mit dem Erwerb von 50 % des Produktionsunternehmens Xianyang Andre Juice Co., Ltd. in die chinesische Apfelsaftkonzentratherstellung ein.

1. JULI 2006

Abschluss der Neustrukturierung des Segments Frucht mit Gründung der Holdinggesellschaften AGRANA Fruit S.A. für Fruchtzubereitungen und der AGRANA Juice GmbH für Fruchtsaftkonzentrate.

G SEP OKT NOV DEZ JAN FEB

13. JULI 2006

Die AGRANA-Hauptversammlung beschließt die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,95 € je Aktie.

7. SEPTEMBER 2006

Grundsteinlegung für das AGRANA Bioethanol-Werk in Pischelsdorf/Österreich mit einer Kapazität von bis zu 240.000 m3 p.a.

22. FEBRUAR 2007

EU-Kommission gibt vorzeitige temporäre Quotenkürzung in Höhe von 13,5 % für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 bekannt.

1. SEPTEMBER 2006

Baubeginn eines Fruchtzubereitungswerkes in Cabreúva/Brasilien.

22. NOVEMBER 2006

AGRANA weitet mit der Gründung einer Handelsgesellschaft in Sofia die Vertriebsaktivitäten im Zucker- und Stärkebereich nach Bulgarien aus.

UNTERNEHMENSLEITBILD 04

AGRANA ist ein internationales Unternehmen mit Sitz in Österreich. AGRANA ist in den Segmenten Zucker und Stärke in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig. In diesen Märkten wollen wir eine führende Position in der industriellen Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoffe einnehmen.

Strategie

Mit Wachstum und Effizienz sorgen wir für die nachhaltige Wertsteigerung des Unternehmens. In unserem Kerngeschäft Zucker, Stärke und der Verarbeitung von Früchten wollen wir für unsere Kunden die besten und verlässlichsten Partner sein.

Marktleistung

Wir veredeln Naturprodukte zu hochwertigen Nahrungsmitteln sowie zu technischen Produkten zur industriellen Nutzung. Unsere Leistungen reichen von der Herstellung industrieller Vorprodukte bis zu Beratungsdienstleistungen. Wir beliefern Industrie und Handel.

Kundenorientierung

Wir bieten unseren Kunden Produkte und Dienstleistungen, die sich an ihren Bedürfnissen orientieren. Von unseren Mitbewerbern wollen wir uns durch hohe Qualität und besonderen Service differenzieren. Wir sind kreativ, flexibel und engagiert. Durch unsere Innovationskraft, Forschung und Entwicklung setzen wir Markttrends.

Organisation

Unsere Organisation ist dezentral und marktnahe. Sie wird getragen von ergebnisverantwortlichen, operativen Gesellschaften in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht und von einem starken Netzwerk für permanenten Informations- und Wissensaustausch.

Finanzen

Gewinn ist die Grundlage für die wirtschaftliche Nachhaltigkeit unserer Unternehmensaktivitäten. Die Wertsteigerung und Dividendenfähigkeit der AGRANA sichern wir durch Wachstum und Produktivitätssteigerung im Wege optimaler Wertschöpfungsströme. Wir suchen den Risikoausgleich durch ausgewogene globale Portfolios.

Management und Mitarbeiter

Wir verstehen uns als internationale Unternehmensgruppe. Integrität, Leistungsbereitschaft und soziales Bewusstsein verbinden uns. Wir fördern bei unseren Mitarbeitern die Bereitschaft und die Fähigkeit, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Unser Arbeits- und Führungsstil ist von Kooperation und Vertrauen getragen. Unsere Führungskräfte werden erfolgsabhängig entlohnt. Wir fördern Information und Kommunikation, Ausbildung und Mitarbeiterentwicklung. Flexibilität und Teamorientierung prägen unsere internen Umgangsformen und Strukturen.

Umwelt

Unser Handeln ist geprägt vom Respekt vor Natur und Umwelt. Unsere Produkte sind natürlichen Ursprungs, nach modernen ökologischen Erkenntnissen entwickelt, biologisch abbaubar und umweltfreundlich. Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter sind uns ein besonderes Anliegen.

Produktsicherheit

Hohe Anforderungen in zertifizierte Produktionsstandards garantieren die Sicherheit unserer Produkte. Auf die stetige Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von uns hergestellten Lebensmittel legen wir besonderen Wert. Es ist für uns eine Verpflichtung, unseren Kunden die Rückverfolgbarkeit unserer Produkte bis hin zu ihrem natürlichen Ursprung sicherzustellen.

Öffentlichkeit und Informationen

Über unsere Ziele, Aktivitäten und Ergebnisse informieren wir Aktionäre, Mitarbeiter, Medien, Marktpartner und Öffentlichkeit regelmäßig. Wir bemühen uns um hohe Transparenz bei allen wesentlichen Neuerungen und Entwicklungen.

DER VORSTAND

DKFM. THOMAS KÖLBL Mitglied des Vorstandes seit 2005.

Jahrgang 1962. Verheiratet, eine Tochter, ein Sohn.

Zuständig für den Bereich Interne Revision.

DIPL.-ING. JOHANN MARIHART Vorsitzender des Vorstandes seit 1992.

Jahrgang 1950. Verheiratet, eine Tochter.

Zuständig für die Bereiche Wirtschaftspolitik, Rohstoff, Produktion, Personal, Kommunikation, F&E.

MAG. WALTER GRAUSAM Mitglied des Vorstandes seit 1995.

Jahrgang 1954. Verheiratet, ein Sohn.

Zuständig für die Bereiche Finanzen und Controlling, Marketing und Verkauf, Datenverarbeitung/Organisation, Beteiligungen.

VORWORT DES VORSTANDSVORSITZENDEN 08

im Geschäftsjahr 2006|07 machte unser Unternehmen in der Umsetzung unserer strategischen Ziele in allen drei Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht einen erheblichen Entwicklungsschub. Wir haben unternehmerische Entscheidungen getroffen, die für die kommenden Jahre unserer Unternehmensgruppe erhebliche Umsatz- und Ergebnispotenziale bringen werden. Beispielhaft seien hier genannt: Gründung eines Joint Ventures für Fruchtsaftkonzentrate in China, Bau der neuen Rohzuckerraffinerie in Brcko/Bosnien-Herzegowina, Bau des Bioethanol-Werkes in Pischelsdorf/Österreich und der neuen Fruchtzubereitungsproduktion in Brasilien.

Die strategische Ausrichtung der AGRANA von einem auf Zentral- und Osteuropa fokussierten Zucker- und Stärkeunternehmen zu einem weltweit agierenden, wachstumsorientierten Konzern mit den drei Standbeinen Zucker, Stärke und Frucht ist eine Erfolgsgeschichte. Erstmals in der Unternehmensgeschichte ist das Segment Frucht der größte Umsatz- und Ergebnisträger. Zudem konnte die Internationalisierung der AGRANA weiter vorangetrieben werden. Auch wenn der Großteil des Konzernumsatzes noch in Europa erwirtschaftet wird, weisen die Umsatz- und Ertragszahlen in Asien und Amerika deutlich nach oben.

Die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthandels in den letzten drei Jahren zeigt, dass AGRANA die Diversifikation in das neue Geschäftsfeld Frucht sowie den damit verbundenen Internationalisierungsschub rechtzeitig in die Wege geleitet hat. Unser globaler Wachstumskurs wird durch den sichtbar steigenden Wohlstand in den Schwellenländern unterstützt. Bewusstsein für eine gesunde Ernährung – Wachstumstreiber für das Segment Frucht – ist heute nicht mehr nur in den hoch entwickelten Industrieländern Westeuropas und Nordamerikas ein Thema mit wachsender Bedeutung, sondern ein globaler Trend. Wir werden daher in den kommenden Jahren unsere weltweite Präsenz im Segment Frucht noch ausweiten. Im Einklang mit unseren global agierenden Kunden aus der Lebensmittelindustrie erschließen wir neue Wachstumsregionen und bieten weltweit Produkte mit gleich bleibend höchster Qualität und exzellentem Service.

UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG

Das dynamische Wachstum der AGRANA spiegelt sich in einem kräftigen Umsatzzuwachs um 28 % von rund 1,50 Mrd € auf 1,92 Mrd € wider. Auch wenn ein Teil dieses Wachstums auf die Anpassung der Geschäftsjahre der Fruchtunternehmen an das Geschäftsjahr der

AGRANA zurückzuführen ist, sind wir damit im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre eines der wachstumsstärksten Industrieunternehmen unserer Branche. Das Operative Ergebnis konnte mit 107,0 m€ um 8 % gegenüber dem Vorjahreswert von 99,5 m€ verbessert werden. Angesichts der schwierigen Entwicklung des europäischen Zuckermarktes sowie gestiegener Energie- und Rohstoffpreise ist dies ein sehr gutes Ergebnis.

SEGMENT ZUCKER – ZUFRIEDENSTELLEND TROTZ SCHWIERIGER RAHMENBEDINGUNGEN

Das Geschäftsjahr 2006|07 war das "Jahr eins" der EU-Zuckermarktreform. Im Lichte der Erfahrungen gibt es Nachbesserungsbedarf beim Ausstiegsanreiz und bei der politischen Einflussnahmemöglichkeit. Politische Kompromisse haben dazu geführt, dass auch die effizienteren Unternehmen einen Marktentlastungsbeitrag bringen müssen. Einige Länder, in denen AGRANA tätig ist, werden sich aufgrund des Ausstiegs der italienischen Produzenten und von "Eastern Sugar" in Tschechien, Ungarn und der Slowakei zu Defizitmärkten entwickeln. Auch die Quotenausstattung in Rumänien führt zu einer Unterversorgung.

Mit dem 2006 begonnenen Bau unserer neuen Rohzuckerraffinerie in Brcko/Bosnien-Herzegowina werden wir unsere Marktposition in der Balkanregion erheblich stärken. Zudem haben wir 2006 erste wichtige Schritte für den Markteintritt in Bulgarien gesetzt.

Wir haben unverzüglich Maßnahmen getroffen, die auch unter den neuen Rahmenbedingungen eine profitable Zuckerproduktion in Mittel- und Zentraleuropa, unseren Kernmärkten, ermöglichen. Im Retail-Geschäft haben wir mit unserem erfolgreichen regionalen Markenkonzept eine führende Position erreicht.

SEGMENT STÄRKE – MIT BIOETHANOL AUF RICHTIGEM KURS

Das Segment Stärke hat sich in den letzten Jahren durch die Spezialisierung auf hochveredelte kundenspezifische Produkte zu unserem höchstmargigen Segment entwickelt.

Die intensive öffentliche Diskussion um die Klimaveränderung durch Treibhausgas-Emissionen und das Erfüllen der Kyoto-Ziele haben unseren Beschluss bestätigt, mit Bioethanol in das Wachstumssegment "Erneuerbare Energien" einzusteigen. Bioethanol als Treibstoffkomponente bietet gegenüber fossilen Energieträgern erhebliche Vorteile beim CO2-Ausstoß. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006|07 schritt der Bau unseres Bioethanol-Werkes in Pischelsdorf/ Österreich zügig voran. Ab Herbst 2007 werden wir mit der Produktion sowohl den österreichischen Bioethanol-Bedarf als auch Exportmärkte abdecken können. Mittelfristig sollte die Kapazität der Anlage auch zur Erfüllung des 10%igen Substitutionszieles der österreichischen Bundesregierung ausreichen. Auch in Ungarn verläuft die erhebliche Bioethanol-Kapazitätserweiterung planmäßig. Ab dem Geschäftsjahr 2008|09 erwarten wir einen Bioethanol-Anteil am Konzernumsatz von rund 8 %.

Wir blicken auf das erfolgreichste Jahr seit Gründung der AGRANA zurück. Hinter dieser Entwicklung steht eine nachhaltige Wachstumsstrategie, aufbauend auf einer konsequenten Marktpositionierung." "

SEGMENT FRUCHT – WACHSTUM AUF GLOBALER BASIS

Durch die im Geschäftsjahr 2006|07 erfolgte Bündelung der Aktivitäten im Segment Frucht in zwei operativen Einheiten, AGRANA Juice und AGRANA Fruit, haben wir eine marktnahe Struktur geschaffen, die eine Zusammenführung und Optimierung der Ein- und Verkaufsaktivitäten sowie der jeweiligen Marketingmaßnahmen ermöglicht. Die Effekte dieser Neuordnung lassen sich anhand des erreichten Mengenwachstums und der gesteigerten Ergebnisbeiträge erkennen. AGRANA ist auch im Fruchtsegment als global agierender Lieferant erstklassiger Qualitätsprodukte für die Lebensmittelindustrie positioniert.

Die Zeichen im Segment Frucht stehen weiterhin auf Wachstum. Wir gehen auch in den kommenden Jahren von einer erfreulichen Bedarfsentwicklung sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch bei Fruchtsaftkonzentraten aus. Diese Marktentwicklung wollen wir entsprechend nutzen und unsere Marktanteile weiter festigen und ausbauen.

AUSBLICK

AGRANA wird mit ihrer klaren strategischen Ausrichtung in den kommenden Jahren ihren Wachstumskurs fortsetzen und gleichzeitig durch Konsolidierungs- und Optimierungsmaßnahmen die Ertragskraft in allen Segmenten steigern. Unser Fokus liegt klar auf wertsteigerndem Wachstum. Dies beinhaltet eine Fortsetzung des organischen Wachstums durch den Ausbau bestehender Standorte, ebenso wie weitere Unternehmens-Akquisitionen und Green-Field-Investitionen. Eine starke Cashflow-Entwicklung verbunden mit unserer soliden Eigenkapitalquote bilden die wirtschaftliche Basis für die Umsetzung unserer Pläne.

Unsicherheiten bestehen bezüglich der weiteren Entwicklung des Zuckermarktes in Europa. Die Auswirkungen der Anpassung der EU-Zuckermarktordnung, die von der EU-Kommission für dieses Zuckerwirtschaftsjahr angekündigt wurde, sollten zu einer verkürzten Restrukturierungsphase führen, werden aber erst nach Beschlussfassung bewertet werden können.

Ein weiterhin hohes organisches Wachstum in den Segmenten Stärke und Frucht wird im angelaufenen Geschäftsjahr 2007|08 die zwei zusätzlichen Fruchtmonate aus 2006|07 nahezu kompensieren. Im Zuckersegment werden jedoch geringere Mengen als im Vorjahr zur Vermarktung zur Verfügung stehen, weshalb wir beim Umsatz einen leichten Rückgang erwarten. Im folgenden Geschäftsjahr 2008|09 werden wir dann die Zwei-Milliarden-Euro-Umsatzschwelle überspringen.

Abschließend möchte ich im Namen des Vorstandes und im Namen aller Mitarbeiter unseren Geschäftspartnern für die gute Zusammenarbeit danken. Mein besonderer Dank gilt darüber hinaus unseren über achttausend Mitarbeitern, die letztendlich mit ihrem Engagement die Erfolge von AGRANA ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Johann Marihart Vorsitzender des Vorstandes

AGRANA-STRATEGIE

Kernkompetenz der AGRANA liegt in der Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoffe zu Produkten für die weiterverarbeitende Industrie.

Die Kernkompetenz der AGRANA liegt in der Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoffe zu Produkten für die weiterverarbeitende Industrie. In den drei Kerngeschäftsfeldern Zucker, Stärke und Frucht baut AGRANA ihre Marktposition kontinuierlich aus. Dieser Wachstumskurs ist Grundlage für die nachhaltige Steigerung der Ertragskraft. Die Umsetzung der Unternehmensstrategie erfolgt durch Konzentration auf Wachstum und Effizienz, Wert schaffende Investitionen und Akquisitionen, konsequentes Kostenmanagement sowie eine nachhaltige Unternehmensführung.

AGRANA hat sich in den drei Kerngeschäftsfeldern strategisch positioniert:

  • ❚ AGRANA ist einer der größten Anbieter von Zucker und Isoglukose in Zentral-, Ost- und Südosteuropa.
  • ❚ AGRANA ist bei Stärke ein führender Anbieter von Spezialprodukten in Europa und baut ihre Bioethanol-Kapazitäten aus.
  • ❚ AGRANA ist mit dem Segment Frucht Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen und der führende Produzent von Fruchtsaftkonzentraten in Europa.

STRATEGIE SEGMENT ZUCKER: KONTINUIERLICHER AUSBAU DER FÜHRENDEN POSITION IN ZENTRAL-, OST- UND SÜDOSTEUROPA

Bei Zucker und Isoglukose hat sich AGRANA seit 1990 zum führenden Anbieter in Zentral-, Ost- und Südosteuropa entwickelt. Markt-, Kosten- und Technologieführerschaft bei der Verarbeitung von Zuckerrüben und Rohzucker sind die Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg in diesem Segment. Unter Beachtung dieser Grundsätze ist AGRANA überzeugt, auch unter den substanziell veränderten Rahmenbedingungen der neuen EU-Zuckermarktordnung das Geschäftsvolumen dank neuer, zusätzlicher Märkte stabil halten zu können. Zur Absicherung der EU-Quotenposition ist eine gesicherte Rohstoffbasis wichtig, was aufgrund der klimatisch begünstigten Anbaugebiete, in denen die AGRANA-Zuckerfabriken liegen, gegeben ist.

Zucker ist das einzige Geschäftsfeld, in dem AGRANA neben dem kundenspezifisch ausgerichteten Industriegeschäft auch am Endkonsumenten-Markt tätig ist. Dies geschieht durch die erfolgreiche Forcierung regionaler Zuckermarken.

AGRANA ist führender Zuckerproduzent in CEE.

12

STRATEGIE SEGMENT STÄRKE: WACHSTUM IM SPEZIALITÄTENBEREICH UND MIT BIOETHANOL

Im Stärkebereich setzt AGRANA seit Jahren mit Erfolg auf eine wachstumsorientierte Nischenstrategie. Durch den Ausbau der Produktion von Spezialstärken mit höherer Veredelungstiefe differenziert sich AGRANA von den europäischen Mitbewerbern. Die Konzentration auf innovative, kundenorientierte Produkte mit entsprechender Anwendungsberatung, laufenden Produktentwicklungen sowie Kostenoptimierungen sind Basis für das Umsatz- und Ergebniswachstum im Stärkebereich.

AGRANA hat sich in Europa sowohl als führender Anbieter von Bio-Stärken und GVO1 -freien Stärken in der Lebensmittelindustrie als auch als Produzent von Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik- und Pharmaindustrie etabliert. Durch spezifische Produktentwicklungen ist AGRANA auch ein wichtiger Lieferant für die Bauindustrie geworden.

Die AGRANA-Kernkompetenz – die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Rohstoffen zu industriellen Produkten – bildet die Basis für den Aufbau des Bioethanol-Geschäftes. Bei diesem umweltfreundlichen Treibstoff strebt AGRANA in Zentraleuropa mittelfristig ebenso eine führende Rolle an wie in den anderen Geschäftsfeldern. Mit der Inbetriebnahme des Bioethanol-Werkes Pischelsdorf/Österreich im Herbst 2007 und dem Ausbau der Kapazität in Ungarn wird Bioethanol ab dem Geschäftsjahr 2008|09 erstmals einen relevanten Anteil zum Umsatz und Ergebnis des AGRANA-Konzerns beitragen.

STRATEGIE SEGMENT FRUCHT: DYNAMISCHES WACHSTUM AUF GLOBALER EBENE

Im Segment Frucht konzentriert sich AGRANA auf die Bereiche:

  • ❚ "Fruit" mit dem Schwerpunkt Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Eiscreme- und Backwarenindustrie: Auf diesem globalen Markt mit kundennahen Produktionseinheiten ist AGRANA Weltmarktführer. Das Geschäftsfeld weist infolge des steigenden Ernährungsbewusstseins weltweit attraktive Wachstumsraten auf.
  • ❚ "Juice" mit dem Schwerpunkt Fruchtsaftkonzentrate aus Äpfeln, roten Früchten und Beeren: ein wachsender Markt mit lokalen Produktionsstätten nahe den Rohstoffanbaugebieten und globalem Absatz der Saftkonzentrate.

Bei Stärke setzt AGRANA auf eine wachstumsorientierte Nischenstrategie.

Beiden Bereichen gemeinsam ist die Anwendung des Know-hows unserer Experten – der Aufbringung, Kontrahierung und landwirtschaftlichen Beratung – auf den Frucht-Rohstoffmärkten, um unseren Kunden sowohl quantitative, aber vor allem qualitative Versorgungssicherheit zu garantieren.

AGRANA strebt im Segment Frucht ein überdurchschnittliches Wachstum an. Dies erfolgt sowohl durch Akquisitions- und Beteiligungsprojekte auf globaler Ebene und eine geografische Expansion in Gebiete mit attraktivem Rohstoff- und Marktpotenzial als auch durch eine Stärkung der Marktposition in Ländern mit etablierten Geschäftsaktivitäten.

AGRANA ist Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen und der führende Produzent von Fruchtsaftkonzentraten in Europa.

Ziel von AGRANA ist es, den global agierenden Kunden bei Fruchtzubereitungen, insbesondere den multinationalen Lebensmittelkonzernen, unter der Marke "AGRANA" weltweit ausgezeichnete Produktqualität, optimales Service und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.

Strategisches Ziel von AGRANA bei Fruchtsaftkonzentraten ist es, durch die Erschließung neuer Rohstoffmärkte und mittels weiterer Akquisitionen die Marktposition über Europa hinaus zu verbreitern und im Industriegeschäft die Marke "AGRANA" als führenden Qualitätsanbieter von Fruchtsäften und -konzentraten zu positionieren.

KAPITALMARKTSTRATEGIE: AKTIONÄRE ALS PARTNER

Eine solide Eigenkapitalausstattung ist für AGRANA als wachstumsorientiertes und anlagenintensives Produktionsunternehmen eine wichtige Grundlage. AGRANA sieht ihre Aktionäre als Partner in der Realisierung der Unternehmensziele und bietet ihren Aktionären eine langfristig attraktive Anlagerendite bei ausgewogener Risikolage. Mit einer offenen und transparenten Informationspolitik verfolgt AGRANA das Ziel, das Vertrauen der Aktionäre in das Unternehmen weiter zu steigern und die geschäftliche Entwicklung sowie die Entscheidungen einschätzbar und nachvollziehbar zu machen.

AGRANA-PRODUKTIONSSTANDORTE

Zucker Österreich, Rumänien,

Slowakei, Tschechien, Ungarn

  • 1 Zuckerfabrik in Bau in Bosnien-Herzegowina
  • Stärke Österreich, Rumänien, Ungarn
  • 1 Bioethanol-Werk in Bau in Österreich

Frucht

Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Fiji, Frankreich, Korea, Marokko, Mexiko, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Südafrika, Tschechien, Türkei, Ungarn, Ukraine, USA

16

AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT UMSATZ: 1.915,8 m€

SEGMENT ZUCKER

UMSATZ: 784,7 m€

AGRANA ZUCKER GMBH (A)

MORAVSKOSLEZSKÉ CUKROVARY A.S. (CZ)

MAGYAR CUKOR ZRT. (H)

SLOVENSKÉ CUKROVARY S.R.O. (SK)

S.C. AGRANA ROMANIA S.A. (RO)

AGRANA MARKETING-UND VERTRIEBSSERVICE GMBH (A)

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

ZUCKERFORSCHUNG TULLN GMBH (A)

SEGMENT STÄRKE UMSATZ: 216,5 m€

AGRANA STÄRKE GMBH (A)

AGRANA BIOETHANOL GMBH (A)

SEGMENT FRUCHT

UMSATZ: 914,6 m€

AGRANA JUICE & FRUIT HOLDING GMBH (A)

AGRANA FRUIT S.A. (F)

AGRANA JUICE GMBH (A)

S.C. A.G.F.D. TANDAREI S.R.L. (RO) HUNGRANA KFT. (H)

17 AGRANA-AKTIE UND CORPORATE GOVERNANCE

Kapitalmarktkalender

21.5.2007 Bilanzpressekonferenz

5.7.2007 Hauptversammlung

10.7.2007 Dividenden-Ex-Tag und Dividendenzahltag

12.7.2007 Ergebnis erstes Quartal

11.10.2007 Ergebnis erstes Halbjahr

15.1.2008 Ergebnis erste drei Quartale

Die AGRANA-Aktie notierte zum Beginn des Geschäftsjahres 2006|07 mit einem Kurs von 78,00 €. Der Höchstkurs wurde mit 87,00 € am 6. April 2006 verzeichnet, der Tiefstkurs am 10. Jänner 2007 mit 72,00 €. Zum Geschäftsjahresende am 28. Februar 2007 notierte die Aktie bei 76,00 €, die Börsekapitalisierung belief sich auf 1.079,4 m€. Seit Beginn des Kalenderjahres 2007 stieg der Aktienkurs um 4,3 % von 74,30 € auf 77,51 € per 30. April 2007. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der AGRANA-Aktie im Geschäftsjahr 2006|07 betrug rund 13.500 Stück (Einfachzählung), womit die Liquidität der AGRANA-Aktie gegenüber dem Vorjahr auf annähernd gleichem Niveau lag. Die Volatilität der AGRANA-Aktie 2006 war im Wesentlichen Folge der Diskussionen rund um die EU-Zuckermarktordnung. Der Kurs der AGRANA-Aktie hat sich seit 2003 ungefähr verdoppelt. Diese Steigerung wurde durch die Wachstumsstrategie und die Diversifizierung in den Fruchtbereich gestützt. Weiters hat die Internationalisierung der AGRANA sowie der Einstieg in das Geschäftsfeld "Erneuerbare Energien" positiven Widerhall bei privaten und institutionellen Anlegern gefunden.

Die AGRANA-Aktie (ISIN-Code AT0000603709) notiert neben dem Prime Market der Wiener Börse auch im Präsenzhandel der Frankfurter Börse sowie an den Börsen Stuttgart und Berlin-Bremen.

UMFANGREICHE KOMMUNIKATION

Die Kommunikation mit institutionellen und privaten Investoren hat bei AGRANA einen hohen Stellenwert. Dementsprechend wurden die Aktivitäten in den Bereichen Investor Relations und Public Relations weiter intensiviert.

AGRANA-KURSVERLAUF (1.3.2003 – 30. 4.2007)

In zahlreichen Einzelgesprächen mit Investoren, in Conference Calls sowie bei europaweiten Roadshows hat der AGRANA-Vorstand das Unternehmen, die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Geschäftsstrategie präsentiert. Zusätzlich nahm AGRANA an mehreren internationalen Investorenkonferenzen teil, in deren Rahmen institutionelle Investoren Gelegenheit zum intensiven Dialog mit der Unternehmensführung hatten. Ergänzt wurden diese Aktivitäten durch einen für nationale und internationale Investoren veranstalteten "Investors Day" mit Besichtigung des AGRANA-Werkes für Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate sowie des Innovations- und Kompetenzzentrums in Gleisdorf/Österreich. Im Vordergrund standen dabei die strategische Ausrichtung des Fruchtbereiches sowie Informationen über Märkte, Produkte und weitere Entwicklungen.

Einen wesentlichen Bestandteil der laufenden Unternehmenskommunikation und Investor-Relations-Arbeit der AGRANA stellen weiters regelmäßig publizierte Finanzberichte, Ad-hoc-Meldungen sowie Presseinformationen dar. Diese sind auf den Internetseiten der AGRANA (www.agrana.com) allgemein verfügbar, wodurch eine maximale Transparenz für die interessierte Öffentlichkeit geschaffen wird. Ebenso können der aktuelle Finanzkalender sowie die jeweils neuesten Unternehmenspräsentationen abgerufen werden.

ISIN Code: AT0000603709
Börsesegment: Prime Market
Art der Aktien: Stammaktien
Anzahl der Aktien: 14.202.040
Grundkapital: 103,2 m€
Marktkapitalisierung
(28. 2. 2007): 1.079,4 m€
Reuters-Code: AGRV.VI
Bloomberg-Code: AGR AV
Börsekürzel: AGR

Mit Analysten wurden regelmäßige Conference Calls und zahlreiche Einzelgespräche zu aktuellen Themen durchgeführt. AGRANA wird derzeit von drei Investmenthäusern – der Raiffeisen Centrobank, UniCredit Markets & Investment Banking (CA IB) und Morgan Stanley – gecovert, welche regelmäßig Analysen zur AGRANA-Aktie publizieren.

Darüber hinaus hat AGRANA im Rahmen von Pressekonferenzen und laufenden Kontakten mit Journalisten über die Geschäftsentwicklung der AGRANA-Gruppe und aktuelle Ereignisse (Akquisitionen, Werksneubau etc.) informiert. Ein Journalisten- und Analysten-Hintergrundgespräch zum Thema Bioethanol und dem Bau des AGRANA-Bioethanol-Werkes in Pischelsdorf/Österreich im September 2006 ergänzte die umfangreichen Informationsaktivitäten.

DIVIDENDE

In der Hauptversammlung am 5. Juli 2007 werden Vorstand und Aufsichtsrat die Auszahlung einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 1,95 € pro Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungssumme, ausgezahlt auf 14,2 Mio Aktien, wird damit rund 27,7 m€ betragen. Mit der Dividende partizipieren die Aktionäre an dem nachhaltig profitablen Wachstum des Unternehmens. AGRANA verfolgt eine auf Kontinuität und Nachhaltigkeit ausgerichtete Dividendenpolitik. Dementsprechend wird sich die Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2006|07 auf 40 % (Vorjahr 44 %) belaufen, wobei der Vorjahreswert von 44 % durch das Halten der Dividende trotz des Restrukturierungsaufwandes bedingt war. Bezogen auf den Schlusskurs am 28. Februar 2007 von 76,00 € entspricht dies einer Dividendenrendite von 2,6 %.

AKTIONÄRSSTRUKTUR

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält derzeit 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. 24,5 % der Aktien befinden sich im Streubesitz. Die Z &S ist eine 100%ige Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker), Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG sind die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H., die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, beteiligt. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrags bestehen unter anderem bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA.

Im Jänner 2007 hat Prudential plc, London, mit einigen ihrer Tochtergesellschaften den Besitz von mehr als 5 % der AGRANA-Aktien gemeldet.

AKTIONÄRSSTRUKTUR Streubesitz 24,5 % Z &S Zucker und Stärke Holding AG 75,5 %1

CORPORATE GOVERNANCE

Strenge Grundsätze guter Unternehmensführung und Transparenz gewährleisten eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle und fördern so das Vertrauen der Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre in die nachhaltige Wertschöpfungskraft eines Unternehmens. Die Einhaltung dieser Grundsätze prägt die Unternehmenskultur der AGRANA und wird vom Unternehmen nicht bloß als Verpflichtung, sondern als Selbstverständlichkeit gesehen.

Der Österreichische Corporate Governance Kodex, der auf dem Prinzip einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen basiert, wurde im Jänner 2006 an aktuelle Empfehlungen der EU und das österreichische Gesellschaftsrechtsänderungsgesetz 2005 angepasst (Download unter www.corporate-governance.at). Mit dieser Adaptierung wurden erstmals Regelungen über die Unabhängigkeit des Aufsichtsrates eingeführt und die Bedeutung der Ausschüsse für die Arbeit des Aufsichtsrates an internationale Standards herangeführt.

Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat in seiner Sitzung vom 24. Februar 2005 der Verpflichtung des Unternehmens zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex zugestimmt und dieses Bekenntnis in seiner Sitzung vom 20. Februar 2006 hinsichtlich des adaptierten Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2006 erneuert.

Die Unternehmenskultur in der AGRANA-Gruppe fußt seit jeher auf der konstruktiven Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat, die gemeinsam auch dafür Sorge tragen,

dass die Vorgaben des Kodex erfüllt werden. Vorstand und Aufsichtsrat, insbesondere deren Vorsitzende, stehen in laufender, über die Aufsichtsratssitzungen weit hinausgehender Diskussion zur Entwicklung und strategischen Ausrichtung des Unternehmens.

Die Einhaltung sämtlicher im Kodex als "Legal Requirement" bezeichneter Regeln (L-Regeln), die kurzgefasst die rechtlichen Anforderungen wiedergeben, ist für AGRANA selbstverständlich. Die in den Regeln "Comply or Explain" enthaltenen Empfehlungen werden weitestgehend erfüllt.

Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat beschlossen, die Leitlinien für die Definition der Unabhängigkeit von Mitgliedern des Aufsichtsrates in der Form des Anhangs 1 zum Österreichischen Corporate Governance Kodex zur Anwendung zu bringen.

Offenheit und Transparenz in der Kommunikation mit Aktionären und der interessierten Öffentlichkeit ist AGRANA ein besonderes Anliegen. Informationen, die Investoren in Conference Calls und Roadshows gegeben werden, werden daher zeitgleich auch allen übrigen Aktionären durch die Veröffentlichung auf der Website www.agrana.com zur Verfügung gestellt.

In einigen wenigen Punkten weicht AGRANA von den Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex ab. Diese Punkte sowie die Begründung ihrer Nicht-Einhaltung sind auf der Website offengelegt und sind nachfolgend angeführt.

Regel 38 und 57

Die in Regel 38 bzw. 57 geforderte Altersgrenze für die Nominierung von Vorstandsmitgliedern bzw. für die Wahl zum Aufsichtsratsmitglied ist in der Satzung der AGRANA derzeit nicht vorgesehen. Eine gesonderte Altersgrenze für Mitglieder des Vorstandes oder Aufsichtsrates statutarisch vorzusehen wird von AGRANA als nicht notwendig bzw. als nicht sinnvoll und zweckmäßig angesehen.

Regel 49

Gemäß § 95 Abs. 5 Z12 AktG bedürfen Verträge mit Mitgliedern des Aufsichtsrates, durch die sich diese außerhalb ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat gegenüber der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen zu einer Leistung gegen ein nicht geringfügiges Entgelt verpflichten, der Zustimmung des Aufsichtsrates. Dies gilt auch für Verträge mit Unternehmen, an denen ein Mitglied des Aufsichtsrates ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat. Gegenstand und Bedingungen solcher Verträge werden aus geschäftspolitischen Gründen und aus Wettbewerbsgründen nicht im Geschäftsbericht veröffentlicht, wie in Regel 49 gefordert.

Regel 54

Die AGRANA Beteiligungs-AG weist einen Streubesitz von mehr als 20 % auf. Regel 54 des Österreichischen Corporate Governance Kodex verlangt ab dieser Grenze die Bestellung eines unabhängigen Mitgliedes des Aufsichtsrates, das nicht Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % ist oder dessen Interessen vertritt. Ein solcher Streubesitzvertreter gehört dem Aufsichtsrat der AGRANA nicht an.

Alle übrigen C-Regeln des Corporate Governance Kodex werden eingehalten.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2006|07 eine freiwillige Evaluierung der Einhaltung der Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch die Univ.-Prof. DDr. Waldemar Jud Unternehmensforschung GmbH vornehmen lassen. Diese Evaluierung erfolgte unter Anwendung des Fragebogens zur Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance.

KONZERNLAGEBERICHT 2006|07 21

  • Finanz- und Ertragslage
  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz und Ergebnis
  • Investitionen
  • Bilanz
  • Cashflow
  • Geschäftsentwicklung im Segment Zucker
  • Geschäftsentwicklung im Segment Stärke
  • Geschäftsentwicklung im Segment Frucht
  • Wichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Segment Zucker
  • Rahmenbedingungen
  • Zucker Österreich
  • Zucker Ungarn
  • Zucker Tschechien
  • Zucker Slowakei
  • Zucker Rumänien
  • Zucker Bosnien-Herzegowina
  • Zucker Bulgarien
  • Segment Stärke
  • Rahmenbedingungen
  • Stärke Österreich
  • Stärke Ungarn
  • Stärke Rumänien
  • Bioethanol
  • Segment Frucht
  • Rahmenbedingungen
  • Rohstoff, Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)
  • AGRANA Juice (Fruchtsaftkonzentrate)
  • Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Forschung und Entwicklung
  • Personal- und Sozialbericht
  • Risikomanagement
  • Ausblick 2007|08

FINANZ- UND ERTRAGSLAGE IM GESCHÄFTSJAHR 2006|07

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM KONZERN 2006 07 2005 06
in t€ in t€
Umsatzerlöse 1.915.819 1.499.602
EBITDA 187.493 164.624
Operatives Ergebnis 106.988 99.547
Operatives Sonderergebnis –1.207 –24.534
Ergebnis der Betriebstätigkeit 105.781 75.013
ROCE 8,6 % 8,6 %
Investitionen in Sachanlagen1 157.357 91.195
Investitionen in Finanzanlagen 5.555 7.531
Mitarbeiter 8.223 8.130

AGRANA steigert Umsatz und operatives Ergebnis.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2006|07 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2006|07 erweiterte AGRANA ihre Segmentberichterstattung und trägt damit der wachsenden Bedeutung des Geschäftsfeldes Frucht Rechnung. AGRANA berichtet nunmehr über die drei Segmente Zucker, Stärke und Frucht. Mit dieser neuen Segmentierung verfolgt AGRANA folgende Ziele:

  • ❚ Informationen zur schlüssigen Interpretation der Geschäftsentwicklung der drei Kerngeschäftsfelder Zucker, Stärke und Frucht.
  • ❚ Verbesserte Transparenz.
  • ❚ Einheitliche Darstellung der steuerungsrelevanten Kennzahlen und Erfolgsbeiträge.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2006|07 wurde die frühere DSF GmbH erstmals auch mit ihrer Ergebnisrechnung einbezogen. Im Konzernabschluss 2005|06 war DSF nur mit den Bilanzwerten vollkonsolidiert. Es ist weiters zu berücksichtigen, dass in der Vergleichsperiode 2005|06 die Ergebnisse der Gesellschaften der ehemaligen Atys-Gruppe aufgrund des Zeitpunktes der erstmaligen Einbeziehung nur mit neun Monaten im Konzernergebnis 2005|06 enthalten waren.

Ab September 2006 wurde das 50:50 Joint Venture von AGRANA mit Xianyang Andre Juice Co., Ltd. in China in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Im Gegensatz zur AGRANA-Gruppe (1. März 2006 bis 28. Februar 2007) erstreckte sich bei sämtlichen Fruchtgesellschaften das Berichtsjahr ausnahmsweise über 14 Monate – von 1. Jänner 2006 bis 28. Februar 2007. Das Segment Frucht ist im Geschäftsjahr 2006|07 somit mit zwei zusätzlichen Monaten enthalten, wodurch für die Zukunft eine Angleichung an das AGRANA-Geschäftsjahr erfolgt ist.

UMSATZ UND ERGEBNIS

Der Umsatz stieg im Berichtsjahr 2006|07 um 28 % von 1.499,6 m€ auf 1.915,8 m€. Ausschlaggebend dafür waren das organische Wachstum bei Stärke und Frucht sowie die Geschäftsjahresanpassung der Fruchtgesellschaften mit der Einbeziehung von zwei zusätzlichen Monaten. Hinzu kamen die Effekte aus der Vollkonsolidierung der ehemaligen Atys-Gruppe, welche im Vorjahr nur mit neun Monaten enthalten war, und die erstmalige Einbeziehung des deutschen Fruchtzubereitungsgeschäftes, der früheren DSF. Alle drei Geschäftsbereiche der AGRANA – Zucker, Stärke und Frucht – konnten deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen. Das Segment Frucht wurde erstmals zum stärksten Umsatzträger.

Das Operative Ergebnis erhöhte sich trotz der Belastungen aus der Zuckermarktordnungsreform und der gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten um 8 % auf 107,0 (Vorjahr 99,5) m€. Aus der Errichtung der AGRANA Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf/Österreich resultierte ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von minus 1,2 m€, das zu einem Ergebnis der Betriebstätigkeit von 105,8 (Vorjahr 75,0) m€ führte. Das Segment Frucht, welches zum Operativen Ergebnis den größten Beitrag leistete, konnte die unter Vorjahr liegenden Zucker- und Stärkeergebnisse überkompensieren.

Infolge von höheren Zinsaufwendungen im Ausmaß von 7,0 m€ vor allem aus den Akquisitionen im Fruchtbereich und des Entfalls des At-equity-Ergebnisses der ehemaligen

OPERATIVES ERGEBNIS NACH SEGMENTEN 2005|06

99,5 m€

Zucker 39 % Stärke 34 % Frucht 27 %

Atys-Gruppe verringerte sich das Finanzergebnis um 9,0 m€ auf minus 12,3 (Vorjahr minus 3,3) m€. Die frühere Atys-Gruppe war im ersten Quartal 2005|06 als assoziiertes Unternehmen noch at-equity einbezogen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich um 30 % auf 93,5 (Vorjahr 71,7) m€. Nach Ertragsteuern in Höhe von 23,9 % (Vorjahr 9,8 %) erreichte der Konzernjahresüberschuss vor Minderheiten 71,1 m€ und lag damit um 10 % über dem Vorjahr von 64,7 m€. Der den AGRANA-Aktionären zurechenbare Konzernjahresüberschuss beträgt 68,9 m€ nach 62,7 m€ im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um fast 10 % auf 4,85 (Vorjahr 4,42) €.

INVESTITIONEN

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2006|07 konzernweit 157,4 (Vorjahr 91,2) m€ in Sachanlagen investiert. Die getätigten Investitionen untermauern mit einer Steigerung um 66,2 m€ (plus 73 %) den Wachstumskurs der AGRANA. Alleine im Segment Stärke wurden die Investitionen in Sachanlagen von 34,9 m€ auf 79,2 m€ mehr als verdoppelt. Sie betrafen vor allem die Errichtung des österreichischen Bioethanol-Werkes in Pischelsdorf und den Kapazitätsausbau der ungarischen Beteiligung Hungrana auf 3.000 Tagestonnen Maisverarbeitung.

Auf das Segment Zucker entfielen 30,3 (Vorjahr 13,4) m€, wovon rund die Hälfte dem Zukauf von Zuckerquoten zu-

zurechnen ist. Weitere Investitionsschwerpunkte waren Anlagenoptimierungen, Ersatzinvestitionen und Energiesparmaßnahmen. Sämtliche Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen und rechtzeitig vor der Kampagne 2006 in Betrieb genommen.

Die Investitionen in Sachanlagen im Segment Frucht in Höhe von 47,8 (Vorjahr 42,9) m€ betrafen unter anderem den Neubau des Fruchtzubereitungswerkes in Brasilien, welches Anfang Mai 2007 in Betrieb geht, und die Erweiterung der Produktionslinie in Moskau.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen lagen mit 80,5 m€ infolge der vollständigen Einbeziehung der ehemaligen Atys-Gruppe und der DSF sowie der zwei zusätzlichen Monate im Fruchtbereich über dem Vorjahreswert mit 65,1 m€.

BILANZ

Das Sachanlagevermögen erhöhte sich von 499,3 m€ im Jahr 2005|06 auf 545,0 m€ im abgelaufenen Geschäftsjahr. Insgesamt wurden 2006|07 konzernweit 157,4 (Vorjahr 91,2) m€ in Sachanlagen investiert. Diese Investitionen untermauern den Wachstumskurs der AGRANA.

Das Eigenkapital stieg von 885,8 m€ im Jahr 2005|06 auf 895,5 m€ im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006|07 leicht an. Der Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 331,7 (Vorjahr 253,7) m€ und der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 194,4 (Vorjahr 166,9) m€ ist auf die umfangreichen Investitionen im Geschäftsjahr 2006|07 zurückzuführen.

CASHFLOW

Der Cashflow aus dem Ergebnis betrug im Geschäftsjahr 2006|07 150,5 (Vorjahr 145,3) m€, das entspricht 8 % (Vorjahr 10 %) des Umsatzes. Nach Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital stand ein Cashflow

aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 136,9 (Vorjahr 179,2) m€ zur Verfügung. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen des Vorjahres betreffen im Wesentlichen die im Zuge der Restrukturierung gebildeten Rückstellungen (Sozialpläne und Schließungskosten).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit stieg auf minus 167,0 m€ im Geschäftsjahr 2006|07 an, nach minus 148,2 m€ im Vorjahr, und ist auf die rege Investitionstätigkeit im Jahr 2006|07 zurückzuführen.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM SEGMENT ZUCKER

2006 07
in t€
2005 06
in t€
Umsatzerlöse 804.574 770.418
Umsätze zwischen den Segmenten –19.908 –16.625
Außenumsatz 784.666 753.793
Operatives Ergebnis 32.915 38.707
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Restrukturierung) 32.915 14.173
Investitionen in Sachanlagen1 30.337 13.356
Investitionen in Finanzanlagen 2.784 7.373
Mitarbeiter 2.723 2.881

Der Umsatz im Segment Zucker erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 770,4 um 4 % auf 804,6 m€. Diese Steigerung resultiert vor allem aus höheren Absatzmengen in den osteuropäischen Märkten. Der Umsatzanteil von Zucker am Konzernumsatz sank auf rund 42 %. Das Operative Ergebnis erreichte 32,9 m€, nach 38,7 m€ im Geschäftsjahr 2005|06 (vor Restrukturierungen). Wesentliche Einflussfaktoren auf das unter Vorjahr liegende Ergebnis waren die temporäre Quotenkürzung, die ab Herbst 2006 deutlich restriktivere Exportpolitik der EU-Kommission, gestiegene Energiekosten für die Kampagne und die erstmalige Einhebung der Restrukturierungsabgabe. Dem gegenüber standen niedrigere Rübenankaufspreise und Kosteneinsparungen durch die im Vorjahr gesetzten Rationalisierungsmaßnahmen verbunden mit der Schließung von zwei Zuckerfabriken.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM SEGMENT STÄRKE

2006 07
in t€
2005 06
in t€
Umsatzerlöse 253.429 232.558
Umsätze zwischen den Segmenten –36.891 –27.907
Außenumsatz 216.538 204.651
Operatives Ergebnis 28.511 33.594
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinflüssen) 27.304 33.594
Investitionen in Sachanlagen1 79.232 34.941
Investitionen in Finanzanlagen 142
Mitarbeiter 776 762

Im Geschäftsjahr 2006|07 erzielte das Segment Stärke eine Umsatzsteigerung um 9 % auf 253,4 (Vorjahr 232,6) m€. Höhere Absatzmengen bei Spezialstärken infolge der abgeschlossenen Kapazitätserweiterung auf 1.000 Tagestonnen Maisverarbeitung in der Stärkefabrik Aschach/Österreich und ein anhaltend gutes organisches Wachstum standen niedrigeren Isoglukosepreisen aufgrund der geänderten Zuckermarktordnung gegenüber. Das Operative Segmentergebnis lag mit 28,5 m€ aufgrund deutlich höherer Maispreise aus der Ernte 2006 und gestiegener Energiekosten unter dem Vorjahr (33,6 m€). Infolge der Sonderaufwendungen für die Inbetriebnahme des Bioethanol-Werkes betrug das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2006|07 27,3 m€.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM SEGMENT FRUCHT

2006 07
in t€
2005 06
in t€
Umsatzerlöse 914.619 541.158
Umsätze zwischen den Segmenten –4
Außenumsatz 914.615 541.158
Operatives Ergebnis 45.562 27.246
Ergebnis der Betriebstätigkeit 45.562 27.246
Investitionen in Sachanlagen1 47.788 42.898
Investitionen in Finanzanlagen 2.629 158
Mitarbeiter 4.724 4.487

Das Segment Frucht wurde mit einem Anteil von rund 48 % am Gesamtumsatz erstmals zum stärksten Umsatzträger. Insgesamt konnten die Umsatzerlöse um 69 % von 541,2 m€ im Vorjahr auf 914,6 m€ im Geschäftsjahr 2006|07 gesteigert werden. Diese Entwicklung war vor allem durch die vollständige Konsolidierung der früheren DSF und der vormaligen Atys-Gruppe sowie durch die Geschäftsjahresanpassung der Fruchtgesellschaften geprägt. Zudem wirkten sich ein weiterhin hohes organisches Wachstum und die ab dem dritten Quartal 2006|07 wirksam gewordenen Preiserhöhungen positiv aus.

Das Operative Ergebnis des Segments Frucht erhöhte sich ebenso deutlich um 68 % auf 45,6 m€, nach 27,2 m€ im Vorjahr.

WICHTIGE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Im April 2007 wurde nach Erlangen der kartellrechtlichen Genehmigungen gemeinsam mit dem bulgarischen Zuckerunternehmen Zaharni Zavodi AD das Verpackungs- und Vertriebs-Joint-Venture AGRANA Bulgaria AD gegründet, an welchem AGRANA 51% der Anteile hält.

Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.

GENIESSEN SIE DIE ZUCKERSEITEN DES LEBENS.

GESCHÄFTSFELD ZUCKER: AGRANA ist der führende Zuckerproduzent in Zentral- und Osteuropa (CEE). Unser Erfolgsgeheimnis dabei: die Entwicklung und Pflege hochwertiger Markenartikel, kompromisslose Qualitätsorientierung und kosteneffiziente Strukturen. Diese Strategie hat sich auch 2006|07 bewährt.

SEGMENT ZUCKER

SEGMENT-KENNZAHLEN 2006 07 2005 06
Umsatzerlöse (m€) 804,6 770,4
Operatives Ergebnis (m€) 32,9 38,7
Investitionen in Sachanlagen1 (m€) 30,3 13,4
Mitarbeiter 2.723 2.881

Die AGRANA Zucker GmbH verantwortet das österreichische Zuckergeschäft und fungiert als Dachgesellschaft für die in Ungarn, Slowakei, Tschechien, Bulgarien, Bosnien-Herzegowina und Rumänien angesiedelten Tochtergesellschaften des Segments Zucker und ist auch für deren Koordination sowie Führung zuständig. Die bisher gehaltenen Beteiligungen im Segment Frucht wurden im Juli 2006 in die AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH abgespalten.

Darüber hinaus umfasst das Segment Zucker den verwandten Geschäftszweig der Instantprodukte, welcher durch die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. (Österreich) und deren ungarische Tochtergesellschaft operativ abgedeckt wird. Weiters ist auch die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. dem Segment Zucker zugeordnet.

Die ebenfalls dem Segment Zucker zugeordnete AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. (AMV) wickelt sowohl den Vertrieb von Zucker und Food-Stärkeprodukten als auch ein umfangreiches Futtermittelgeschäft (Nebenprodukte aus der Zucker- und Stärkegewinnung inklusive Handelsaktivitäten mit Futtermitteln) ab. Darüber hinaus ist die AMV für die Markenführung aller Produkte der AGRANA Zucker GmbH in Österreich und für das Marketing und den Vertrieb der Mehlmarken der Erste Wiener Walzmühle Vonwiller Ges.m.b.H., der Fritsch Mühlenbetriebsges.m.b.H. sowie der FARINA Mühlen Ges.m.b.H. verantwortlich. Der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Ges.m.b.H. erfolgt ebenfalls durch die AMV.

RAHMENBEDINGUNGEN

Zuckerweltmarkt

Laut F.O. Licht beträgt die globale Zuckerproduktion (Oktober 2006 bis September 2007) rund 161,8 (Vorjahr rund 152,8) Mio Tonnen. Dieses Wachstum resultierte vor allem aus der Erhöhung der Zuckerproduktion in Südamerika und Asien. Dadurch erhöhten sich die Lagerbestände um 14 % auf 73,1 Mio Tonnen, so liegt das Verhältnis zwischen Reserven und Verbrauch im Zuckerwirtschaftsjahr 2006|07 bei rund 49 %.

Nach der Hochpreisphase zwischen dem letzten Quartal 2005 und dem zweiten Quartal des Jahres 2006 erfolgte in den Monaten Juli und August eine Marktkorrektur. Die Rohzuckernotierung (New York) ging von 370 USD pro Tonne am 28. Februar 2006 um rund 32 % auf 250 USD pro Tonne zum 28. Februar 2007 zurück. Im gleichen Zeitraum sank der Weißzuckerweltmarktpreis von 451 USD pro Tonne (Notierung London) um rund 26 % auf 333 USD pro Tonne.

EU-Zuckermarktordnung

Von besonderer Bedeutung für die AGRANA ist die neue EU-Zuckermarktordnung, die am 1. Juli 2006 in Kraft trat und die bis zum 30. September 2015 gilt. Wesentliche Elemente der Marktordnung sind die schrittweise drastische Senkung der EU-Zuckerpreise sowie die Reduzierung der EU-Zuckererzeugung um die verlorenen Weltmarkt-Exportmengen und die Präferenzimporte. Der Referenzpreis für Zucker wird von 632 € auf 404 € pro Tonne gesenkt. Der Mindestpreis für Rüben verringert sich von 43 € auf 26 € pro Tonne. Die EU-Zuckerquote soll um fast ein Drittel, nämlich um 5 bis 6 Mio Tonnen, auf 12 bis 13 Mio Tonnen abgebaut werden.

Mit der neuen Marktordnung wurden die Weltmarktexporte von EU-Quotenzucker bzw. Reexporte von AKP-Zucker1 erheblich eingeschränkt. Infolge des verlorenen WTO-Panels wurden Lizenzen für Exporte von die Quote übersteigendem C-Zucker auf den Weltmarkt nur noch bis zum 22. Mai 2006 ausgestellt.

Seit 1. Juli 2006 wurden die Zölle gegenüber den Least Developed Countries (LDC) erstmals um 20 % verringert. Die Einfuhren von Zucker aus den LDC-Ländern sind bisher noch nicht signifikant gestiegen. Die Zölle sollen bis 1. Juli 2009 vollständig abgebaut werden.

Die Reform der Zuckermarktordnung hat – insbesondere wegen der stark rückläufigen Exportmöglichkeiten – bereits in der Kampagne 2006 zu einer deutlichen Verringerung der gesamten EU-Rübenzuckererzeugung von 20,2 Mio Tonnen auf 17,6 Mio Tonnen geführt. Die Zuckererzeugung der AGRANA wurde von 895.000 Tonnen im Vorjahr um 16,3 % auf 749.000 Tonnen zurückgenommen.

Im Rahmen der Reform verfolgt die EU das Ziel, mit einer bis zum Zuckerwirtschaftsjahr 2009|10 befristeten Umstrukturierungsregelung weniger wettbewerbsfähige Erzeugungskapazitäten in der Gemeinschaft abzubauen und so die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Zuckerindustrie gegenüber dem Weltmarkt zu stärken. Hierzu sollen die Zuckerquoten durch das Angebot von

SEGMENT ZUCKER

INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN

in m€ 06|07

30,3

MITARBEITER

UMSATZERLÖSE

Umstrukturierungsbeihilfen für die Zuckerfabriken und die Rübenanbauer reduziert werden. Die Finanzierung erfolgt durch Erhebung von Restrukturierungsabgaben. Regionen, die die Zuckerproduktion weitgehend einstellen, werden für die stillzulegenden Zuckerfabriken und für die Aufgabe des Rübenanbaus durch ergänzende Regionalbeihilfen entschädigt. Zugleich wurden den Produzenten in den effizientesten Regionen zum Ausgleich für den Wegfall der C-Zucker-Erzeugung zusätzliche Quoten in Höhe von insgesamt 1,1 Mio Tonnen zum Preis von 730 € je Tonne Zucker angeboten; 0,9 Mio Tonnen wurden von den EU-Zuckerherstellern im Zuckerwirtschaftsjahr 2006|07 erworben. Auf AGRANA entfielen davon rund 30.000 Tonnen.

Insgesamt sollen die beschlossenen Maßnahmen das Marktgleichgewicht auf dem EU-Zuckermarkt herstellen. Sollte der Fonds keine hinreichenden Quoten erwerben und stilllegen können, birgt die Neuordnung der Zuckermarktordnung das Risiko einer linearen Quotenkürzung ab dem Zuckerwirtschaftsjahr 2010|11, die die verbleibenden Zuckererzeuger gleichermaßen treffen würde.

Der Restrukturierungsfonds startete im Zuckerwirtschaftsjahr 2006|07 mit einer Quotenrückgabe von 1,5 Mio Tonnen (inklusive der gesamten Inulinquote von rund 321.000 Tonnen) im Rahmen der Planungen. Die Rückgabe der Quoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 lag hingegen mit nur 0,7 Mio Tonnen weit unter den Erwartungen der EU-Kommission. Diese hatte eine Rückgabe von 3,5 Mio Tonnen Quote für dieses Zuckerwirtschaftsjahr veranschlagt. Die Kommission hat deshalb am 22. Februar 2007 angekündigt, das Angebot von Restrukturierungsbeihilfen attraktiver zu machen. Hierzu stehen der EU ausreichend Mittel aus der Erhebung der Restrukturierungsabgabe zur Verfügung. Unter anderem soll dies durch fest vorgegebene und verbesserte Beihilfebeträge für die Rübenanbauer erfolgen. Damit soll das Ausmaß einer linearen Quotenkürzung auch für die wettbewerbsstarken Anbauregionen reduziert werden.

Die EU-Kommission hat wegen des ungenügenden Fondszuspruchs zur Beseitigung des sich abzeichnenden Quotenüberhangs für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 eine – in Abhängigkeit von der bisherigen Quotenrückgabe – diffe-

Österreich Ungarn Tschechische Slowakische Rumänien1 Gesamt Vorjahr
Republik Republik
Anzahl Rübenbauern 8.940 198 144 130 105 9.517 9.950
Erntefläche (ha) 39.000 19.340 12.708 7.034 10.003 88.085 93.880
Kampagnedauer (Tage) 99 70 77 111 74 892 852
Tagesverarbeitung (t) 25.228 14.184 8.396 2.926 3.990 54.7243 71.3354
Gesamtrüben
verarbeitung (t) 2.493.097 991.476 636.459 324.782 295.275 4.741.089 5.894.294
Rübenertrag (t/ha) 63,93 51,27 49,11 47,84 29,49 53,692 62,792
Zuckergehalt 17,85 % 16,65 % 18,40 % 16,30 % 15,52 % 17,42 %2 17,15 %2
Rüben
Zuckergewinnung (t) 407.590 150.229 107.320 46.311 38.040 749.490 895.362
Quote (t) 348.565 138.321 81.891 52.789 621.566 619.392

KAMPAGNEERGEBNISSE DER AGRANA-GRUPPE 2006

1 Rübenzuckerkampagne

2 gewichtete Durchschnittswerte

3 8 Werke

4 10 Werke

renzierte temporäre Kürzung der Quotenzuckererzeugung (Marktrücknahme) beschlossen. Danach beläuft sich die Marktrücknahme für Mitgliedsstaaten, die bisher keine Quoten an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben haben, auf 13,5 %. Die durchschnittliche Kürzung für AGRANA liegt bei 10,5 %. Sollte die erforderliche Marktstabilisierung bis Oktober 2007 nicht erkennbar sein, hat die EU-Kommission weitere Mengenreduzierungen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 angekündigt. Gleichzeitig werden jedoch Restrukturierungsabgaben auf die Quotenkürzungsmenge erhoben, was seitens AGRANA rechtlich beeinsprucht wurde.

Neue Marktchancen bietet die Erzeugung von Industriezucker, wobei der Absatz an Bioethanol-Hersteller und an die chemische, pharmazeutische und Fermentationsindustrie außerhalb der Quoten erfolgt. Dieser Markt, der nicht Zuckerreferenzpreisen und Rübenmindestpreisen unterliegt, wird nur von den besonders wettbewerbsfähigen Erzeugern genutzt. AGRANA hat in der Kampagne 2006|07 rund 95.000 Tonnen Industriezucker produziert.

Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen wurden bisher nicht abgeschlossen. Es wurde lediglich eine Ministererklärung im Dezember 2005 in Hongkong verabschiedet. Die darin angesprochenen Maßnahmen – wie zum Beispiel der parallele Abbau aller Exportsubventionen bis 2013 – gelten jedoch erst, wenn die Mitglieder sich über alle Aspekte der WTO-II-Verhandlungen einig geworden sind. Das von der EU am 28. Oktober 2005 vorgelegte Angebot zur Außenschutzabsenkung steht im Einklang mit den im Rahmen der EU-Zuckermarktreform beschlossenen Preissenkungen. Eine WTO-Einigung ist derzeit nicht absehbar.

Branchenvereinbarung

Aufgrund der auslaufenden Branchenvereinbarung wurden für das Geschäftsjahr 2007|08 bzw. für den Zuckerrübenanbau 2007 neue Vereinbarungen erforderlich. AGRANA hat mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den Interessengemeinschaften in den Beteiligungsländern neue Vereinbarungen getroffen, die die geänderten Rahmenbedingungen der neuen Zuckermarktordnung berücksichtigen.

ZUCKER ÖSTERREICH

Rahmenbedingungen

Die österreichische Zuckerquote von 387.326 Tonnen wurde für das Anbaujahr 2006|07 aufgrund der von der EU verordneten einjährigen Quotenkürzung auf 330.079 Tonnen reduziert, was einer Verminderung von 14,78 % entspricht. Durch den Zukauf von 18.486 Tonnen C-Quote konnte die Quote für den Anbau 2006 auf 348.565 Tonnen erhöht werden.

Für das Geschäftsjahr 2007|08 steht AGRANA in Österreich nach der präventiven Quotenkürzung vom Februar 2007 (minus 13,5 %) eine Zuckerquote von 351.027 Tonnen zur Verfügung.

Geschäftsentwicklung

Der Absatzmarkt in Österreich war im Berichtsjahr, wie bereits im Jahr zuvor, von einem erheblichen Importdruck im Industriebereich geprägt. Vor allem Importe aus den Balkanstaaten und den osteuropäischen Ländern zeichneten dafür verantwortlich. Trotz des intensiven Wettbewerbs ist es AGRANA gelungen, die Marktposition durch stetige Qualitätsoptimierung zu festigen. Dies ist nicht zuletzt die Folge der konsequenten Markenpolitik. Die Kommunikationslinie "Nur Wiener Zucker ist Zucker aus Österreich", die bereits im letzten Jahr erfolgreich war, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgeführt.

Die AGRANA Zucker GmbH erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr in Österreich einen Umsatz von 306,5 m€ (Vorjahr 316 m€), was einem Rückgang von 3 % entspricht. Dieses Ergebnis resultierte aus den geringeren Produktions- und somit zur Verfügung stehenden Absatzmengen

von Quotenzucker infolge der Deklassierung in den Jahren 2005 und 2006. Im Gegensatz dazu konnte der Absatz in Österreich (inklusive "Out of Quota"-Sugar) von 277.000 Tonnen auf 335.000 Tonnen gesteigert werden. Das Überangebot von Quotenzucker am europäischen Zuckermarkt aus der Kampagne 2005 führte zu Beginn des Geschäftsjahres zu Preisrückgängen. Vor Beginn der Kampagne 2006 konnten Preissteigerungen jedoch wieder erfolgreich umgesetzt werden. Auch beim Export von Quoten- und C-Zucker in die EU- und Drittländer wurden höhere Preise erzielt.

Aufgrund der deutlich verkürzten Angebotsmengen bei den Nebenprodukten (Melasse, Schnitzel), infolge der geringeren Zuckerproduktion und der gestiegenen Futtergetreidepreise, kam es im Berichtsjahr zu Preissteigerungen. Dieser Trend wurde, insbesondere bei Trockenschnitzeln durch die globale Entwicklung der Getreide-Futtermittelpreise verstärkt.

Der neuerliche Energiepreisanstieg von 22,3 % im Vergleich zum Vorjahr führte auch in diesem Geschäftsjahr zu deutlich höheren Kosten bei der Zuckergewinnung. Durch die gesetzten Strukturmaßnahmen (Schließung des Werkes Hohenau) konnten die Fixkosten jedoch signifikant reduziert und die Auslastung erheblich gesteigert werden, was sich positiv auf die Gesamtkosten auswirkte.

Produktion, Investitionen

Durch die Erweiterung der Extraktionsanlage im Werk Tulln konnte der Energieverbrauch für die Schnitzeltrocknung, bezogen auf verarbeitete Rübe, um 6,9 % im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Aufgrund der längeren Kampagnedauer sowie der sich gegen Ende der Kampagne vermindernden Rübenqualität stieg der Gesamtenergieverbrauch in den beiden österreichischen Werken im Vergleich zum Vorjahr um 2,1%.

Die Investitionen in Sachanlagen des Jahres 2006|07 in Höhe von 9,9 m€ betrafen den Zukauf von Zuckerquoten sowie Optimierungen der Anlagen in Tulln und Leopoldsdorf.

ZUCKER UNGARN

Rahmenbedingungen

Die ungarische Marktsituation war durch den Importdruck aus den Westbalkanländern unverändert belastet. Trotz dieses schwierigen Marktumfeldes ist es AGRANA gelungen, den Absatz zu stabilisieren, sodass die Zuckerpreise energiekostenbedingt leicht erhöht werden konnten.

Von der gesamten ungarischen Zuckerquote in Höhe von 401.684 Tonnen entfielen 147.137 Tonnen bzw. 36,6 % auf unsere Tochtergesellschaft Magyar Cukor Zrt. Nach der von der EU durchgeführten einjährigen Quotenkürzung sowie dem getätigten C-Quoten-Zukauf von 5.000 Tonnen ergab sich für die Magyar Cukor Zrt. für das Jahr 2006 eine Produktionsquote von 138.321 Tonnen.

Die einmalig durchgeführte Quotenkürzung (Februar 2007) für 2007 betrifft die Magyar Cukor Zrt. mit einer Kürzung von 9.448 Tonnen. Somit steht für das Anbaujahr 2007 derzeit eine Produktionsquote von 142.689 Tonnen zur Verfügung.

Geschäftsentwicklung

Die Magyar Cukor Zrt. erzielte im Geschäftsjahr 2006|07 einen Umsatz von 135,4 (Vorjahr 123,2) m€. Die Inlandsverkäufe lagen bei 95.000 Tonnen und konnten im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 4 % gesteigert werden. Dadurch konnte auch der Marktanteil geringfügig erhöht werden. Besonders hervorzuheben ist die erfreuliche Entwicklung im Industriebereich. Hier konnten Mengenzuwächse von 7.000 Tonnen erzielt werden.

Investitionen

Der Gesamtenergieverbrauch, bezogen auf den produzierten Zucker, konnte um 5,3 % im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Die wiederum hohen Energiepreise sowie die eingeschränkte wirtschaftliche Verwertbarkeit der ausgelaugten Rübenschnitzel haben AGRANA veranlasst, in die Errichtung einer Anlage zur Biogaserzeugung in der Zuckerfabrik Kaposvár zu investieren. Bereits in der Kampagne 2007 soll ein erheblicher Teil des Energiebedarfs durch diese Biogasproduktion abgedeckt werden. Dies ist die erste großtechnische Biogasanlage in der europäischen Zuckerindustrie.

ZUCKER TSCHECHIEN

Rahmenbedingungen

Die Überschusssituation am tschechischen Zuckermarkt konnte während des abgelaufenen Geschäftsjahres nach und nach abgebaut werden, was sich letztendlich auch positiv auf die Zuckerpreisentwicklung auswirkte. Bedingt durch die starke Aufwertung der Tschechischen Krone gegen Ende des Geschäftsjahres 2006|07 kam es vermehrt zu Importen aus angrenzenden Ländern.

Die tschechische Zuckerquote für 2006 betrug 454.862 Tonnen. Nach der durchgeführten temporären Quotenkürzung reduzierte sich die Quote der Moravskoslezské Cukrovary a.s. auf 78.081 Tonnen. Durch einen C-Quoten-Zukauf von 3.810 Tonnen konnte die Moravskoslezské Cukrovary a.s. letztendlich 81.891 Tonnen Quotenzucker erzeugen.

Die Produktionsquote für das Anbaujahr 2007 wird aufgrund der vorläufigen Kürzung durch die EU maximal 83.582 Tonnen betragen, was einer Reduktion gegenüber der Höchstquote von 7,29 % entspricht.

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2006|07 erzielte die Moravskoslezské Cukrovary a.s. einen Umsatz von 79,8 (Vorjahr 75,0) m€.

Der Inlandszuckerabsatz war im Geschäftsjahr 2006|07 mit 62.500 (Vorjahr 71.500) Tonnen insgesamt leicht rückläufig. Der Rückgang zeichnete sich insbesondere im Industriebereich ab, während im Haushaltsbereich aufgrund der konsequenten Marken- und Sortimentspolitik eine leichte Absatzsteigerung erkennbar war.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 4,2 m€ betrafen vorwiegend Energieeinsparungs- und Qualitätsverbesserungsmaßnahmen sowie den Zukauf von Zuckerquoten. Der Energieverbrauch, bezogen auf verarbeitete Rübe, verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 9 %.

ZUCKER SLOWAKEI

Rahmenbedingungen

Der slowakische Zuckermarkt war durch Produktionsüberschüsse gekennzeichnet, die vor allem in den angrenzenden Ländern abgesetzt wurden. Damit ist es auch in der Slowakei, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, gelungen, eine positive Preis- und Marktentwicklung zu erreichen.

Die slowakische Zuckerquote für 2006 betrug 207.423 Tonnen. Davon wurden der Slovenské Cukrovary s.r.o. 56.671 Tonnen zugeteilt. Durch die von der EU festgesetzte temporäre Quotenkürzung verringerte sich diese im Zuckerwirtschaftsjahr 2006 auf 50.057 Tonnen, was einer Kürzung von 11,67 % entspricht. Zusätzlich hat die Slovenské Cukrovary s.r.o. die Möglichkeit des C-Quoten-Ankaufs von 2.732 Tonnen genutzt, sodass letztendlich die Quote für das Anbaujahr 2006 52.789 Tonnen ergab.

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Die Produktionsquote für das Anbaujahr 2007 wird aufgrund einer neuerlichen bereits bekanntgegebenen temporären Quotenkürzung von 4,32 % maximal 56.837 Tonnen betragen.

Geschäftsentwicklung

Die Slovenské Cukrovary s.r.o. erzielte im Geschäftsjahr 2006|07 einen Umsatz von 52,1 (Vorjahr 53,2) m€, wobei der Inlandszuckerabsatz von 45.000 Tonnen im Vorjahr auf 47.000 Tonnen gesteigert werden konnte. Insbesondere im Lebensmittelhandel konnte eine erfolgreiche Entwicklung ausgewiesen werden. Hier ist es unter anderem mit Hilfe einer konsequenten Markenpolitik gelungen, sich deutlich vom Mitbewerb abzuheben.

Investitionen

Die Investitionssumme von 1,7 m€ wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem infolge der Schließung des Standortes Rimavska Sobota, für die Erweiterung der Verarbeitungskapazität im Werk Sered und für den Erwerb von Zuckerquoten verwendet.

ZUCKER RUMÄNIEN

Rahmenbedingungen

Der rumänische Zuckermarkt war bis zum Ende des Kalenderjahres 2006 geprägt vom Rohzuckerweltmarktpreis. Bedingt durch das Hoch zu Jahresbeginn konnten auch am rumänischen Markt hohe Preise erzielt werden, die sich allerdings gegen Ende des Jahres wieder reduzierten. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union am 1. Jänner 2007 gelten die Bestimmungen der europäischen Zuckermarktordnung.

Rumänien wurde bereits im Vorfeld des EU-Beitritts eine Zuckerproduktionsquote in Höhe von 329.636 Tonnen Rohzucker und 109.164 Tonnen Rübenzucker zugesprochen. Mit dem EU-Beitritt wurde der AGRANA Romania S.A. eine Rübenzuckerquote von 24.240 Tonnen und eine Rohzuckerraffinationsquote von 130.668 Tonnen zugeteilt.

Geschäftsentwicklung

Mit einem Umsatzzuwachs auf 176,0 (Vorjahr 117,8) m€ verlief das Geschäftsjahr 2006|07 der AGRANA Romania S.A. sehr zufriedenstellend. Vor allem im Lebensmittelhandel konnte eine deutliche Steigerung des Absatzes um 22.000 Tonnen erzielt werden. Die auch in Rumänien konsequent verfolgte Markenpolitik führte zu einem Ausbau des Marktanteils auf über 50 %. Darüber hinaus ist es gelungen, sowohl im Industrie- als auch im Lebensmittelbereich den Abstand zum EU-Preisniveau zu verkürzen.

Produktion, Investitionen

Zusätzlich zu den in der Rübenkampagne 2006 erzeugten Weißzuckermengen von 38.041 Tonnen wurden im Geschäftsjahr 2006|07 rund 179.163 Tonnen Weißzucker aus Rohzucker raffiniert. Die für das Geschäftsjahr 2006|07 geplante Menge von 220.000 Tonnen konnte aufgrund der von der Europäischen Union limitierten Jahreslagerstände an Weißzucker nicht umgesetzt werden. So mussten im Jänner und Februar 2007 das Lager abgebaut und die geplanten Produktionsmengen auf März 2007 verlegt werden.

Die Investitionssumme in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2006|07 betrug 6,1 m€ und wurde für Ersatzinvestitionen sowie den Bau eines Distributionslagers in Bukarest verwendet.

ZUCKER BOSNIEN-HERZEGOWINA

STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brcko

Durch die WTO-Panel-bedingte Einstellung der C-Zucker-Exporte und die Reform der EU-Zuckermarktordnung sind Zuckerexporte aus der EU nur mehr eingeschränkt möglich. Um die West-Balkan-Region weiter beliefern zu können, hat AGRANA gemeinsam mit dem bosnisch-österreichischen Unternehmen SCO Studen & Co Holding/Wien als 50 %-Partner den Bau einer Raffinationsanlage für Rohzucker in Bosnien gestartet. Die Kapazität der Anlage wird bei rund 150.000 Tonnen Zucker pro Jahr liegen. Mit dem Bau wurde im Herbst 2006 begonnen, der Baufortschritt verläuft planmäßig, der Produktionsbeginn ist für Ende 2007 vorgesehen.

ZUCKER BULGARIEN

Mit dem erfolgten EU-Beitritt Bulgariens eröffnet sich für AGRANA ein neuer Absatzmarkt. Das Marktpotenzial für Zucker in Bulgarien beträgt rund 260.000 Tonnen pro Jahr und wird durch Rohzuckerraffination sowie durch Weißzuckerimporte abgedeckt. Um den bulgarischen Markt bedienen zu können, gründete AGRANA im November 2006 die Handelsgesellschaft AGRANA Trading EOOD mit Sitz in Sofia. Weiters wurde im April 2007 gemeinsam mit dem bulgarischen Zuckerunternehmen Zaharni Zavodi AD das Verpackungs- und Vertriebs-Joint-Venture AGRANA BULGARIA AD gegründet.

AGRANA-STÄRKE LÄSST SIE GUT AUSSEHEN.

GESCHÄFTSFELD STÄRKE: Durch hohe Innovationskraft ist AGRANA heute ein führender Stärkespezialist in Europa. Aus dem Standardrohstoff Stärke entwickeln wir unter anderem hochwertige Komponenten für die kosmetische Industrie, wie sie etwa bei Lippenstiften im Einsatz sind. Mit Entwicklungen wie diesen haben wir auch 2006|07 unseren Ruf als führender Stärkespezialist weiter gefestigt – die Zukunft sieht gut aus.

SEGMENT STÄRKE

SEGMENT-KENNZAHLEN 2006 07 2005 06
Umsatzerlöse (m€) 253,4 232,6
Operatives Ergebnis (m€) 28,5 33,6
Investitionen in Sachanlagen1 (m€) 79,2 34,9
Mitarbeiter 776 762

Die AGRANA Stärke GmbH verantwortet das österreichische Stärkegeschäft, koordiniert und führt die Beteiligungen des Segments Stärke. Dazu zählen die ungarische Maisstärke- und Isoglukosefabrik Hungrana (50:50 Joint Venture mit Tate & Lyle und ADM), die rumänische Maisstärkefabrik S.C. A.G.F.D. Tandarei und in Österreich die Kartoffelstärkefabrik in Gmünd, die AGRANA-Maisstärkefabrik in Aschach sowie das AGRANA-Bioethanol-Werk in Pischelsdorf.

Im Sommer 2006 hat AGRANA mit dem Bau von Österreichs erster großindustrieller Produktionsanlage für Bioethanol begonnen und wird damit die Diversifizierung in erneuerbare Energien erheblich ausweiten. Der Produktionsbeginn ist für Herbst 2007 geplant. In der ungarischen Hungrana erzeugt AGRANA bereits seit einigen Jahren erfolgreich Alkohol für die Getränke- und chemische Industrie sowie Bioethanol zur Kraftstoffbeimischung. Auch dort wird die Kapazität erhöht.

RAHMENBEDINGUNGEN

Die weltweite Getreideproduktion wird auf rund 1,56 Mrd Tonnen (minus 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr) geschätzt. Mais ist mit 688 Mio Tonnen bzw. nahezu 44 % des weltweit produzierten Getreides die global wichtigste Getreideart, dahinter folgt Weizen mit 587 Mio Tonnen bzw. 38 % der Getreideproduktion.

Die Maisernte in den EU-27 betrug im Wirtschaftsjahr 2006|07 rund 53 Mio Tonnen gegenüber rund 61 Mio Tonnen im Vorjahr.

In Österreich wurden im Jahr 2006 rund 4,1 Mio Tonnen Getreide produziert. Dies bedeutet einen 10%igen Rückgang der Produktionsleistung gegenüber dem Jahr 2005. Die Maisanbaufläche ging von rund 166.000 Hektar im Jahr 2005 auf 158.000 Hektar im Jahr 2006 zurück. Die produzierte Maismenge betrug 2006 rund 1,5 Mio Tonnen.

Nach zwei zufriedenstellenden Ernten in den Jahren 2004 und 2005 folgte im Jahr 2006 eine unterdurchschnittliche Stärkekartoffel-Ernte in der EU. Die gemäß Stärkemarktordung festgelegte Kartoffelstärkequote konnte EU-weit nur zu rund 80 % bis 85 % erfüllt werden. Bei AGRANA lag die Quotenerreichung in Österreich dank des Quotenübertrages aus dem Vorjahr bei rund 91%.

STÄRKE ÖSTERREICH

Rahmenbedingungen

Das EU-Quotensystem für Kartoffelstärke wurde zuletzt im Mai 2005 für die Jahre 2005|06 und 2006|07 verlängert. Im Dezember 2006 schlug die EU-Kommission wiederum eine zweijährige Fortführung des gegenwärtigen Quotensystems mit gleich bleibender Quotenhöhe für alle Mitgliedsländer vor. Dies betrifft die Wirtschaftsjahre 2007|08 und 2008|09. Die gesamte EU-Kartoffelstärkequote soll damit unverändert 1,9 Mio Tonnen, die österreichische Quote 47.691 Tonnen betragen. Eine endgültige Entscheidung wird für Mai 2007 erwartet.

Geschäftsentwicklung

Die positive Umsatzentwicklung der letzten Jahre hat sich auch im Geschäftsjahr 2006|07 fortgesetzt. Der Umsatz stieg um rund 12 % auf 185,2 (Vorjahr 165,8) m€. Die Optimierung des Produktmixes wurde vor allem durch den Ausbau des Geschäftes mit Spezialstärken mit höherer Wertschöpfung weiter forciert. Eine konsequente Kundenorientierung, Produktinnovationen und hohe Flexibilität stellen die wesentlichen Erfolgsfaktoren dar.

Insgesamt lag der Stärkeabsatz (Kartoffel- und Maisstärke) 2006|07 mit 441.000 Tonnen um rund 12 % über dem Vorjahresniveau von 395.500 Tonnen. Die Kapazitätsausweitung in der Maisstärkefabrik Aschach auf 1.000 Tagestonnen Maisverarbeitung konnte bereits im Mai 2006 und damit früher als geplant abgeschlossen werden. Diese Erhöhung der Produktionsmenge sowie die Erschließung neuer Märkte und Marktnischen trugen wesentlich zur Absatzsteigerung bei. Die durchschnittliche Tagesverarbeitung in der Maisstärkefabrik Aschach erhöhte sich im Geschäftsjahr 2006|07 auf 1.017 (Vorjahr 854) Tonnen Mais.

Mit 41.123 Tonnen lag die Kartoffelstärkeproduktion aus der Ernte 2006 aufgrund der ungünstigen Witterung unter der EU-Quote von 47.691 Tonnen. Dadurch verringerte sich der Absatz an Kartoffelstärkeprodukten im Jahr 2006|07 auf 54.300 (Vorjahr 57.800) Tonnen.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Aufgrund der Quotenüberschreitung bei Kartoffelstärke im Jahr 2005 wurde für 2006 ein Vorgriff in Anspruch genommen, sodass die kontrahierte Menge um 5 % auf 205.000 Tonnen gekürzt werden musste. Die trockene und sehr heiße Witterung im Juli 2006 führte zu Einbußen bei den durchschnittlichen Stärke-

SEGMENT STÄRKE

INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN

MITARBEITER

kartoffel-Erträgen, wodurch die Erntemenge rund 9 % unter der Kontraktmenge blieb. Insgesamt wurden in der Kampagne 2006 in 116 (Vorjahr 141) Tagen 187.000 (Vorjahr 246.000) Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln zu 41.123 (Vorjahr 52.595) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Der Stärkegehalt lag mit 19,0 % über jenem des Vorjahres von 18,3 %. Auf einer Anbaufläche von rund 6.200 (Vorjahr rund 6.600) Hektar erzielten 1.882 Landwirte einen durchschnittlichen Hektarertrag von rund 30 (Vorjahr 37) Tonnen. Die Kartoffelstärkequote der AGRANA wurde damit nur zu rund 91% erfüllt. 2007 steht wieder eine uneingeschränkte Quotenhöhe zur Verfügung. Für das Anbaujahr 2007 wurden Kontrakte für rund 213.000 Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln abgeschlossen.

In der Kampagne 2006 wurden für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten weiters insgesamt 12.300 (Vorjahr 14.600) Tonnen Speise- und Bio-Speiseindustriekartoffeln übernommen.

In der Maisstärkefabrik Aschach wurden im Geschäftsjahr 2006|07 352.000 (Vorjahr 299.000) Tonnen Mais verarbeitet. Die höhere Verarbeitungsleistung ist auf den Abschluss der Ausbauarbeiten auf eine Verarbeitungskapazität von 1.000 Tonnen Mais pro Tag zurückzuführen. Die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais betrug 84.000 Tonnen und lag witterungsbedingt geringfügig unter jener des Vorjahres von 86.000 Tonnen.

Der Rohstoffpreis für Mais lag im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der gestiegenen Nachfrage und der EU-weit geringeren Erntemenge signifikant über dem Wert des Vorjahres.

Die Märkte

Der Absatz an Maisstärkeprodukten konnte gegenüber dem Vorjahr von 193.700 Tonnen um 19 % auf 231.000 Tonnen im Jahr 2006|07 erhöht werden. Die unter dem Durchschnitt liegende Kartoffelernte, bedingt durch die ungünstige Wetterlage im Sommer, führte zu einer reduzierten Verkaufsmenge. Gleichzeitig stieg das Preisniveau europaweit energieund rohstoffbedingt deutlich an.

Der Bereich NONFOOD (Technische Stärken) beträgt 23 % des österreichischen Stärkeabsatzes. Im Geschäftsjahr 2006|07 wurden 100.000 (Vorjahr 110.700) Tonnen Stärke in der Papier-, Wellpappe-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt.

Der Absatz im Exportbereich kam aufgrund von Mengenverlagerungen an den Bereich FOOD mit höherem Preisniveau unter dem Vorjahreswert zu liegen. Das zu Beginn des Jahres unter dem Maisstärkepreis liegende Niveau für Kartoffelstärke stieg ab September aufgrund der geringen europaweiten Kartoffelernte wieder an. Ab Jänner 2007 begann die Papierindustrie daher Tapioka- und Maisstärke aus Asien und Südamerika zu importieren.

Der Absatz im Bereich der Wellpappeindustrie sank aufgrund geringerer erntebedingter Verkaufsmengen auf 18.000 (Vorjahr 21.000) Tonnen. In Österreich konnten jedoch Zuwächse verzeichnet werden.

Die Textilindustrie litt beim Export in den asiatischen Raum unter dem starken Euro. Wie in der Papierindustrie stellten auch einzelne Textilproduzenten infolge der erhöhten Preise für Kartoffelstärke auf Tapiokastärke um.

Der Bausektor boomte dank der guten Wetterbedingungen im Winter 2006|07. Der Absatz von Stärke in dieser Branche konnte infolgedessen um 23 % gesteigert werden.

Im Bereich FOOD (Lebensmittelstärken) betrug der Absatz im Geschäftsjahr 2006|07 121.000 (Vorjahr 98.600) Tonnen. Bis Juni 2006 lagen die Preise auf sehr niedrigem Niveau. Schlechte Ernteprognosen bei Kartoffeln, Weizen und Mais erzeugten ab September in allen Stärkebereichen einen Preisschub. Fehlende Kartoffelstärkemengen und niedrige Lagerstände führten schließlich zu Kartoffelstärkepreisen die weit über jenen für Maisstärke lagen.

Seit mehr als zehn Jahren verarbeitet AGRANA in den Werken Gmünd und Aschach Kartoffeln und Mais aus biologischer Landwirtschaft zu Bio-Stärken, Bio-Verzuckerungsprodukten sowie Bio-Kartoffelprodukten (Kartoffelflocken und getrocknete Kartoffeln). Bei Bio-Stärkeprodukten und GVO1 -freien Stärkeprodukten gilt AGRANA als Pionier in Europa. Dabei wird die gesamte Rohstoffversorgungs- und Verarbeitungskette – vom Saatgut bis zur Ernte, von der Anlieferung über alle Produktionsschritte bis zum Versand – lückenlos dokumentiert, auditiert und zertifiziert. Der Absatz dieser Produkte erfolgt an die gesamte Lebensmittelindustrie, beispielsweise für Fruchtzubereitungen, Süßwaren, Kindernahrung, Backwaren und Feinkost. Mehr als 90 % dieser Produkte werden exportiert. Die wichtigsten Märkte sind die EU, die Schweiz, Nordamerika und Südostasien. Durch die Zulassung des Anbaus von gentechnisch verändertem Mais in der EU war eine erhöhte Nachfrage nach garantiert gentechnikfreien Stärkeprodukten festzustellen. Auch der US-Markt für gentechnikfreie Bioprodukte aus Europa wächst kontinuierlich. Mit einem Absatzplus von rund 23 % konnte AGRANA ihren Marktanteil 2006|07 weiter ausbauen.

Bei Kartoffeldauerprodukten wurde die Verkaufsmenge um 9 % erhöht.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2006|07 wurden in Österreich 11,5 (Vorjahr 22,6) m€ in Sachanlagen investiert. Die Investitionen betrafen vor allem die letzte Ausbaustufe der Maisstärkefabrik Aschach auf eine Verarbeitungskapazität von 1.000 Tagestonnen Mais, welche im Mai 2006 mit der Inbetriebnahme einer neuen Stärkeverzuckerungsanlage und der Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage abgeschlossen werden konnte. In der Kartoffelstärkefabrik Gmünd wurde die Werksinfrastruktur verbessert und die Errichtung einer weitgehend automatischen Abpackanlage für Kindernährmittel fertig gestellt und in Betrieb genommen. AGRANA trägt damit der erhöhten Nachfrage nach Stärkespezialprodukten Rechnung.

STÄRKE UNGARN

Rahmenbedingungen

Die ungarische Isoglukosequote betrug im Wirtschaftsjahr 2006|07 abzüglich einer Deklassierung in Höhe von 9,4 % sowie zuzüglich einer Anhebung infolge der Zuckermarktordnungsreform – die Quote wird in drei aufeinanderfolgenden Jahren um jeweils 27.109 Tonnen erhöht – rund 177.000 Tonnen, im Vergleich zu 137.627 Tonnen im Vorjahr. Darin enthalten sind auch 34.000 Tonnen Isoglukosequote, die sich einmalig durch die Verlängerung des Zuckerwirtschaftsjahres um drei Monate ergaben. Die ungarische Isoglukosequote ist zur Gänze der AGRANA-Beteiligung Hungrana (Anteil 50 %) zuzurechnen.

Für das Wirtschaftsjahr 2007|08 wird die Quote voraussichtlich rund 180.000 Tonnen betragen. Dies ist bedingt durch eine zweimalige Aufstockung der Quote aufgrund der neuen Zuckermarktordnung von ursprünglich 137.627 Tonnen sowie eine vorzeitige temporäre Quotenkürzung in Höhe von 6,21%.

Geschäftsentwicklung

Die Anteile an der Maisstärke- und Isoglukosefabrik Hungrana werden je zur Hälfte von der AGRANA Stärke GmbH und der Szabadegyházai Szolgáltató es Vagyonkezelö Kft, einem Tochterunternehmen von Tate & Lyle und ADM, gehalten.

Der 50 %-Anteil der AGRANA am Umsatz von Hungrana betrug im Geschäftsjahr 2006|07 66,9 (Vorjahr 67,4) m€. Der niedrigere Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ist einerseits auf den schwachen Forint im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2006|07 und andererseits auf das gesunkene Preisniveau bei Isoglukose infolge der Zuckermarktordnungsreform zurückzuführen.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Hungrana verarbeitete im Geschäftsjahr 2006|07 rund 451.000 Tonnen Mais. Das Rohstoffpreisniveau lag über dem Vorjahr. Die unter dem Vorjahr liegenden Maiserträge führten zu einer kürzeren Nassmais-Kampagne und zu einer im Vergleich zum Vorjahr verringerten Nassmaismenge in Höhe von rund 72.000 Tonnen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2006|07 wurde die Erweiterung der Verarbeitungskapazität auf 1.500 Tagestonnen Mais und die Kapazität der Bioethanol-Produktion auf 150 m3 pro Tag erfolgreich abgeschlossen. Um der aufgrund der neuen EU-Zuckermarktordnung erhöhten Isoglukosequote in Höhe von insgesamt 218.927 Tonnen ab 2008|09 Rechnung zu tragen sowie die Alkoholkapazität auf 450 m3 pro Tag zu erhöhen, wurden Investitionen für einen weiteren Kapazitätsausbau auf 3.000 Tagestonnen Maisverarbeitung gestartet. Das Gesamtvolumen der Investitionen in Sachanlagen betrug 21,3 m€ (50 % AGRANA-Anteil).

STÄRKE RUMÄNIEN

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz der rumänischen Maisstärkefabrik S.C. A.G.F.D. Tandarei stieg im Geschäftsjahr 2006|07 um 32 % auf 6,6 (Vorjahr 5,0) m€. Die Absatzmenge an Maisstärkeprodukten konnte auf rund 16.000 (Vorjahr 11.800) Tonnen erhöht und der Marktanteil sowohl bei Stärke als auch bei Glukose auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Im Rumänien wurden im Geschäftsjahr 2006|07 verstärkt Direktkontrakte mit Landwirten im Ausmaß von rund 16.000 Tonnen Mais geschlossen. Die Maisverarbeitung in der Maisstärkefabrik Tandarei betrug rund 20.000 Tonnen und lag somit auf Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Verarbeitungskapazität belief sich auf 100 Tonnen Mais pro Tag.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2006|07 wurde die Investition in eine 20.000-Tonnen-Maissilobatterie finalisiert, die die Ausnutzung der günstigeren Rohstoffpreise während der Erntezeit und damit die Absicherung des Rohstoffbedarfs der Produktion bis zur neuen Ernte ermöglicht. Die Investition in die thermische Verwertung von Nebenprodukten wurde im vierten Quartal 2006|07 abgeschlossen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass infolge der Investition die Energiekosten deutlich reduziert und die Kostenstruktur wesentlich verbessert werden. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2006|07 1,3 m€ investiert.

BIOETHANOL

Die EU will aus Gründen des Umweltschutzes, zur Erreichung der Kyoto-Ziele und zur Verringerung der Abhängigkeit von Erdöl den Anteil der Biokraftstoffe im Kfz-Treibstoff von 2 Energieprozent im Jahr 2005 auf 5,75 Energieprozent im Jahr 2010 mehr als verdoppeln. Bis zum Jahr 2010 werden daher auf Basis einer 5,75%igen Beimischung rund 10 Mio m3 Bioethanol benötigt werden, im Vergleich zu rund 3,1 Mio m3 im Jahr 2006 (Quelle: F.O. Licht). Anfang März 2007 haben die EU-Staats- und Regierungschefs die EU-Richtlinie erweitert und eine verpflichtende 10%ige Substitution von fossilen Treibstoffen durch biogene Treibstoffe bis 2020 beschlossen.

Österreich

In Österreich wurde die EU-Biokraftstoffrichtlinie mit einer Beimischungsverpflichtung für biogene Treibstoffe ab 1. Oktober 2005 von 2,5 Energieprozent, ab 1. Oktober 2007 von 4,3 Energieprozent und ab 1. Oktober 2008 von 5,75 Energieprozent umgesetzt. Diese ist verbunden mit einer Steuerbegünstigung ab 1. Oktober 2005 für Diesel mit einem Anteil von mindestens 4,4 Volumsprozent biogenem Treibstoff und ab 1. Oktober 2007 für Benzin

mit einem Anteil von mindestens 4,4 Volumsprozent biogenem Treibstoff. Daneben tritt auch per 1. Oktober 2007 die Bioethanol-Gemischverordnung in Kraft, welche auch hohe Bioethanol-Anteile (85 %) im Benzingemisch steuerlich begünstigt.

Die österreichische Bundesregierung kündigte zudem im März 2007 das ambitionierte Ziel an, den EU-Richtwert einer 10%igen Substitution bereits bis zum Jahr 2010 und nicht erst bis 2020 erreichen zu wollen.

Unter diesen Rahmenbedingungen errichtet AGRANA derzeit in Pischelsdorf für insgesamt rund 125 m€ die erste großindustrielle Bioethanol-Produktion in Österreich mit einer Kapazität von bis zu 240.000 m3 pro Jahr.

Die AGRANA Bioethanol GmbH ist zu 74,9 % eine Beteiligung der AGRANA Stärke GmbH. 25,1 % der Anteile werden durch die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH gehalten.

Das milde Winterwetter wirkte sich positiv auf den Baufortschritt aus. Die Bioethanol-Anlage wird somit ab Herbst 2007, wenn mit 1. Oktober die Steuerbegünstigung für die Beimischung von Bioethanol zum Fahrbenzin in Kraft tritt, den gesamten Bedarf Österreichs abdecken können.

Das Produktionsverfahren des Bioethanol-Werkes wurde so gewählt, dass zur Ethanol-Gewinnung unterschiedliche agrarische Rohstoffe, wie Weizen, Mais oder Zuckerrüben-Dicksaft, verarbeitet werden können. Für die Produktion von 1 Liter Ethanol sind beispielsweise 2,59 Kilogramm Weizen notwendig. Um die geplante Menge an Bioethanol in Pischelsdorf zu erzeugen, werden neben Zuckerrüben-Dicksaft somit jährlich rund 450.000 Tonnen Weizen benötigt.

Bei der Bioethanol-Produktion aus Getreide wird zusätzlich bis zu 170.000 Tonnen proteinreiches Tierfuttermittel, genannt "DDGS" (Distillers Dried Grains with Solubles), hergestellt, welches Futtermittelimporte auf Sojabasis aus Übersee teilweise ersetzen kann.

Im ersten Quartal 2006|07 hat AGRANA einen mittelfristigen Abnahmevertrag über rund ein Drittel der Gesamtkapazität mit der OMV AG abgeschlossen. Die den Inlandsabsatz übersteigende Menge wird im Rahmen einer Vertriebskooperation mit der CropEnergies AG vermarktet werden.

Im Geschäftsjahr 2006|07 wurden 45,0 m€ in den Bau der Bioethanol-Anlage investiert.

Ungarn

In Ungarn wird ab 1. Juli 2007 eine verpflichtende Biotreibstoff-Beimischung von 4,4 % zu fossilen Treibstoffen gelten. Bei Unterschreiten dieses Niveaus wird eine zusätzliche Steuer in Höhe von 8 % eingehoben. Derzeit wird rund 1% Bioethanol in Form von ETBE1 dem Treibstoff beigemischt. Da die ETBE-Kapazitäten jedoch beschränkt sind, wird auch eine direkte Beimischung von Ethanol in Treibstoff erforderlich, um die vorgesehene Beimischungshöhe zu erreichen.

Um die europaweit steigende Nachfrage nach Ethanol decken zu können, wurden die Ethanol-Kapazitäten der Hungrana-Produktionsanlage mit April 2006 von 60 m3 auf 150 m3 pro Tag erhöht. Damit wird derzeit eine Menge von rund 55.000 m3 Bioethanol pro Jahr erzeugt. Im Rahmen der weiteren Steigerung der Maisverarbeitungskapazitäten auf 3.000 Tagestonnen ist auch eine Erhöhung der Produktionskapazitäten für Ethanol auf rund 160.000 m3 pro Jahr vorgesehen. Diese Erweiterung verläuft planmäßig, sodass mit einer Realisierung bis April 2008 gerechnet werden kann.

Hungrana steigerte im Geschäftsjahr 2006|07 den Ethanol-Absatz um 26,7 % auf rund 25.000 m3 . Infolge der Ölpreisentwicklung wurden Preise erzielt, die deutlich über denen des Vorjahres lagen.

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GESCHÄFTSFELD FRUCHT: AGRANA ist weltweit führender Premiumanbieter für Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. Der Trend zu gesunder Ernährung, die Qualität unserer Produkte sowie eine effiziente Organisation und nachhaltige Internationalisierungsstrategie sorgen dafür, dass AGRANA-Frucht in aller Munde ist – 2006|07 und in Zukunft.

SEGMENT FRUCHT

SEGMENT-KENNZAHLEN 2006 07 2005 06
Umsatzerlöse (m€) 914,6 541,2
Operatives Ergebnis (m€) 45,6 27,2
Investitionen in Sachanlagen1 (m€) 47,8 42,9
Mitarbeiter 4.724 4.487

Die AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH hält mittelbar sämtliche Beteiligungen des Segments Frucht. Die Koordination und operative Führung erfolgt durch die beiden Branchen-Holdings AGRANA Fruit S.A. mit Sitz in Paris/Frankreich für den Bereich Fruchtzubereitungen und AGRANA Juice GmbH mit Sitz in Gleisdorf/Österreich für den Bereich Fruchtsaftkonzentrate.

Die Neustrukturierung des Segments Frucht und deren seit 2003 akquirierten Frucht-Unternehmen Atys, DSF, Steirerobst, Vallø Saft und Wink wurde Mitte 2006 abgeschlossen. Durch diese Neuorganisation können nun alle Unternehmungen des Segments Frucht am globalen Markt einheitlich unter der gemeinsamen Marke AGRANA auftreten und die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden noch besser erfüllen. Darüber hinaus können durch den Zusammenschluss Potenziale und Synergieeffekte im Rohstoffeinkauf, in der Administration, in der Forschung und Entwicklung, im Produktverkauf sowie in der internen Kommunikation besser genutzt und die Internationalisierung des AGRANA-Konzerns weiter forciert werden.

Im Geschäftsjahr 2006|07 hat AGRANA die dynamische Wachstumsstrategie der letzten Jahre sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch bei Fruchtsaftkonzentraten konsequent fortgesetzt.

Im Juni 2006 erwarb AGRANA 50 % an der Xianyang Andre Juice Co., Ltd., eine Tochtergesellschaft der an der Börse in Hongkong notierten Yantai North Andre Juice Company Ltd. Am chinesischen Joint-Venture-Standort wird gemeinsam mit dem Partner Apfelsaftkonzentrat – primär für den Weltmarkt – erzeugt.

Im September 2006 wurde mit den Bauarbeiten für ein neues Fruchtzubereitungswerk im brasilianischen Cabreúva (Bundesstaat Sao Paulo) begonnen. Bereits ab Frühjahr 2007 sollen an diesem Standort hochwertige Fruchtzubereitungsprodukte für die brasilianische Molkereiindustrie erzeugt werden.

RAHMENBEDINGUNGEN

AGRANA produziert an ihren europäischen Apfelsaftproduktionsstandorten Österreich, Polen, Rumänien, Ungarn und Ukraine vorwiegend saures Apfelsaftkonzentrat, das heißt mit hohem Säuregrad. Das süße Apfelsaftkonzentrat – mit niedrigerem Säuregrad – wird hingegen gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner Yantai North Andre Juice Co. Ltd. in China hergestellt. Im Laufe des Geschäftsjahres kam es zu einer Preisannäherung zwischen süßem und saurem Apfelsaftkonzentrat. Neben dem amerikanischen Markt fragt vor allem der schnell wachsende russische Markt stark süßes Apfelsaftkonzentrat nach, wodurch sich in diesem Bereich neue Absatzmöglichkeiten für AGRANA eröffnen.

Die erhöhte Nachfrage nach Apfelsaftkonzentraten durch die weltweite Fruchtsaftindustrie begründet sich in der schlechten Orangenernte und einer zurückgegangenen Anbaufläche von Orangenplantagen in Brasilien. Damit einher gingen Produktionsengpässe und Preissteigerungen für Orangensaftkonzentrat.

Im Herbst 2006 wurde auf Betreiben der polnischen Erdbeeranbauer von der EU-Kommission ein provisorischer Anti-Dumping-Zoll in der Höhe von 34,2 % auf gefrorene Erdbeeren aus China beschlossen. Nach Ende der sechsmonatigen Laufzeit wurde im April 2007 der Anti-Dumping-Zollsatz außer Kraft gesetzt und ein Minimumeinfuhrpreis für chinesische gefrorene Erdbeeren (ohne Zuckerzusatz) von 598 € pro Tonne (exklusive 14,4 % Importzoll) eingeführt.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

AGRANA konnte im Geschäftsjahr 2006|07 ihren weltweiten Bedarf an hochqualitativen Früchten zur Herstellung von Fruchtzubereitungen trotz teilweise schwacher Ernten decken. Insbesondere im Bereich der Beerenfrüchte (Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren) machten sich Verknappungstendenzen bemerkbar.

Durch trockene Sommer-Wetterverhältnisse und Flächenreduktionen gegenüber dem Vorjahr war der polnische Markt von einem geringen Erdbeerangebot charakterisiert, was wiederum zu einem Anstieg beim Preis ab Feld führte. Bei kalifornischen Erdbeeren verursachte die weiterhin hohe Nachfrage des Weltmarktes ebenfalls höhere Preise. In Südamerika war die Ernte durch eine nur

SEGMENT FRUCHT

INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN

in m€

MITARBEITER

kurze Ernteperiode und vegetationsbedingt weniger Rohware gekennzeichnet. China, ein relativ neuer Produzent für gefrorene Erdbeeren, konnte aufgrund geringerer Anbauflächen als im Vorjahr die weltweit knappe Verfügbarkeit von Erdbeeren nicht vollständig kompensieren. Der Anti-Dumping-Zollsatz auf gefrorene chinesische Rohware führte zu zusätzlichen Preisanstiegen am Markt und zu einem fast vollständigen Ausverkauf der europäischen Lager.

Der relativ trockene Sommer führte bei "wilden" Heidelbeeren in Polen und Russland zu geringeren Mengen, bei einer Nachfrage, die um bis zu 50 % gegenüber dem Vorjahr stieg. In Nordamerika erreichte die gezüchtete Kulturheidelbeere aufgrund der deutlich höheren Nachfrage sogar ein um 80 % höheres Preisniveau als in der Erntesaison zuvor. Die Trockenheit schmälerte auch die polnische Himbeerernte. Die daraus resultierenden reduzierten Angebotsmengen bei gefrorenen Himbeeren konnten durch die gute serbische und nordamerikanische Ernte kompensiert werden.

Die Steinobsternte (Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen) konnte trotz teilweise regional schwieriger Vegetationsbedingungen auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Tropische Früchte wie Mango, Ananas und Bananen entwickeln sich zunehmend zu Modefrüchten und werden neben dem volumensstarken Frischmarkt auch vermehrt für "Smoothies" (püreeartige Fruchtgetränke mit einem hohen Fruchtgehalt) verwendet. Dieser Trend spiegelt sich in der knappen Versorgungslage bei diesen Früchten wider, wodurch wie bereits im Vorjahr auch für 2007|08 hohe Preise erwartet werden.

Diesem generellen Preisanstiegstrend begegnet AGRANA mit einem verbesserten globalen Beschaffungssystem, das es ermöglicht, die Abhängigkeit von einzelnen Beschaffungsregionen zu reduzieren.

Die zehn europäischen Produktionsstätten der AGRANA für Fruchtsaftkonzentrate liegen inmitten der mittel- und osteuropäischen Anbaugebiete für Äpfel und Beeren. In den Ländern Polen, Ungarn, Rumänien, Ukraine, Dänemark und Österreich werden neben Äpfeln unter dem Begriff "rote Beeren" Erdbeeren, Himbeeren, Schwarze und Rote Johannisbeeren, Sauerkirschen, Aronia und Holunder gekauft und lokal verarbeitet. Neben der Herstellung von Fruchtsaftkonzentraten werden auch Direktsäfte und Pürees erzeugt.

Die Apfelsaftkonzentratverarbeitung aus der Ernte 2006 wurde im August begonnen. In Polen, wo etwa 20 % der europäischen Apfelmengen geerntet werden, fiel die Apfelernte bedingt durch eine gute Streuobstverfügbarkeit besser aus als im Vorjahr. Trotz einer zweimonatigen Trockenheit von Juni bis Juli und damit verbundenen geringeren Fruchtgrößen und Fruchtgewichten konnten die Einkaufsmengen in Polen um mehr als 15 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In allen drei polnischen Produktionsstätten wurde dadurch eine hohe Kapazitätsauslastung erzielt.

In Ungarn blieben die Erntemengen hinter den Erwartungen zurück. Aufgrund mäßiger Vegetationsbedingungen während der Blütephase wurde die schlechte Vorjahresernte nur geringfügig übertroffen. Trotz dieses Umstandes konnte AGRANA die eingekauften Verarbeitungsmengen in den drei Werken in Ostungarn aufgrund von Verbesserungen des Aufbringungssystems um etwa 20 % gegenüber dem Vorjahr erhöhen.

In der Ukraine und Rumänien wurden die Apfelplantagen aufgrund starker Fröste im Winter 2005|06 in Mitleidenschaft gezogen. Damit war bereits im Frühjahr 2006 erkennbar, dass die hohen Vorjahresmengen nicht erzielt werden können. Im Sommer und Herbst führte dies zu stark steigenden Rohwarenpreisen. Im Zuge der Standortoptimierung wurde mit der EU-Erweiterung das westrumänische Werk

in Carei geschlossen. Die drei ostungarischen Fruchtsaftkonzentratfabriken in unmittelbarer Nähe zu Carei werden die Rohstoffverarbeitung aus dem westrumänischen Einzugsgebiet übernehmen.

In Österreich konnte durch eine Ausweitung des Rohstoffeinzugsgebietes die Rohstoffaufbringung für Apfelsaftkonzentrat im Vergleich zu den letzten Jahren optimiert und damit im Werk Gleisdorf eine bessere Kapazitätsauslastung erzielt werden.

Trotz dieser insgesamt erschwerten Ausgangssituation wurde die eingekaufte Apfelmenge im Vergleich zum Geschäftsjahr 2005|06 um 10 % übertroffen. Die Einkaufspreise für Äpfel stiegen während der gesamten Verarbeitungssaison, blieben jedoch knapp unter den hohen Preisen aus dem Jahr 2005.

Das chinesische Joint-Venture-Werk in Xianyang (Provinz Shaanxi) war seit Beginn der Apfelrekordernte im August 2006 voll ausgelastet und stellte süßes Apfelsaftkonzentrat für den Export her. Aufgrund der außerordentlich guten Apfelernte in China wurde die Verarbeitung von Winteräpfeln im chinesischen Joint-Venture-Werk auch noch nach dem Bilanzstichtag vom 28. Februar 2007 weitergeführt. Die gute chinesische Apfelernte hängt insbesondere mit der gestiegenen Zahl von Apfelanpflanzungen, die in den letzten Jahren staatlich unterstützt wurden, und den vorteilhaften klimatischen Bedingungen während der Wachstumsphase zusammen.

Die Rohstoffaufbringung für Beerensaftkonzentrat übertraf die Erwartungen. In den beiden für den Einkauf von roten Beeren wichtigsten Ländern der AGRANA – Polen und Dänemark – wurden die Einkaufsmengen bei Erdbeeren, Sauerkirschen und Schwarzen Johannisbeeren um mehr als 10 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Einzig bei Himbeeren

kam es, bedingt durch Trockenheit im Juni und Juli, zu einem Ernteausfall. Die Rohstoffversorgung der Produktionsstandorte war dennoch durchgehend gewährleistet, die Qualität der produzierten Fruchtsaftkonzentrate sehr gut. Zusätzlich zur Konzentratproduktion werden am Standort Vinnitsa/Ukraine hochwertige Fruchtpürees gemäß Spezialanforderung von AGRANA-Kunden erzeugt.

Trotz teilweise knapp verfügbarer Rohwaren und einer dynamisch fortschreitenden Globalisierung des Marktes konnte AGRANA ihren Rohwarenbedarf decken und ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Rohstoffbeschaffung verstärken. Dies gelang durch ein effizientes weltweites Sourcing, der ständigen Beobachtung und Analyse des Marktes für Fruchtzubereitungen sowie des engen Kontaktes mit Herstellern und Lieferanten.

Zur Qualitätsoptimierung der Produkte und zur Stärkung der Kundenzufriedenheit hat AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr das interne Qualitätsmanagement und die Lieferantenzertifizierung weiter verbessert. Hauptaugenmerk lag dabei auf der Rückverfolgbarkeit der Früchte direkt bis zum Anbauer.

INVESTITIONEN

Im Geschäftsjahr 2006|07 wurden im Segment Frucht insgesamt 47,8 m€ an Investitionen getätigt. Die Investitionsschwerpunkte im Bereich Fruchtzubereitungen lagen in der Errichtung des neuen Fruchtzubereitungswerkes in Cabreúva/Brasilien, die planmäßig im September 2006 begonnen und im Frühjahr 2007 finalisiert wurde. Die Montage der dritten Fruchtzubereitungsproduktionslinie in Serpuchov/Russland wurde 2006 erfolgreich abgeschlossen und befriedigt die hohe Nachfrage am russischen Markt.

In der Fruchtsaftkonzentratherstellung betrafen die Investitionsschwerpunkte die Erweiterung von Kühl- und Tiefkühlkapazitäten. In Ungarn wurde in eine energieeffiziente Verdampfungsanlage investiert. Weiters wurden Ersatzund Optimierungsinvestitionen zur Ausbeutesteigerung, Qualitätsverbesserung und -kontrolle sowie Prozesssicherheit in den AGRANA-Standorten getätigt.

AGRANA FRUIT (FRUCHTZUBEREITUNGEN)

Geschäftsentwicklung

AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Back- sowie Eiscremeindustrie. Durch das hohe organische Wachstum konnte die Führungsposition am Weltmarkt gefestigt werden.

Bis 2008 werden jährliche Absatzsteigerungen für Joghurtprodukte von rund 5 % weltweit erwartet, wobei vor allem für Osteuropa (+10 %) und Asien (+14 %) zweistellige jährliche Zuwachsraten prognostiziert werden (Quelle: Global Food Markets, Leatherhead Food International, Juni 2005). Als Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen ist AGRANA mit Fruchtzubereitungswerken in beiden Zukunftsmärkten vertreten. Insgesamt verfügt AGRANA weltweit über 26 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen.

Südamerika stellt einen interessanten Wachstumsmarkt dar, der seit 1994 aus einem Fruchtzubereitungswerk in Argentinien beliefert wird. Im September 2006 wurde im brasilianischen Cabreúva (Bundesstaat Sao Paulo) am Standort der Firma Ricaeli, eines lokalen Tiefkühlunternehmens, mit dem Bau eines neuen Fruchtzubereitungswerkes begonnen. Durch die neue Fabrik soll der steigende Bedarf der brasilianischen Molkereiindustrie an Fruchtzubereitungen gedeckt werden. Ricaeli, Produzent von Tiefkühlfrüchten

und Tiefkühlpürees für den Einzelhandel und industrielle Abnehmer, wird einen Minderheitsanteil von bis zu 25 % am Werk halten. AGRANA nutzt das lokale Know-how von Ricaeli – insbesondere im Rohwareneinkauf – sowie in der Bereitstellung der nötigen Infrastruktur. Der Produktionsbeginn erfolgte im Frühjahr 2007. Ab 2008 ist im Rahmen einer weiteren Ausbaustufe eine Erhöhung der Produktionskapazität vorgesehen.

Neben den strategisch wichtigen Wachstumsmärkten in Zentral- und Osteuropa, Asien und Südamerika ist AGRANA weiterhin erfolgreich in den hoch entwickelten und volumensstarken Molkereimärkten in Westeuropa und Nordamerika sowie in Afrika und Australien/Ozeanien in wegweisender Position vertreten. Diese Märkte verlangen stetige Innovations- und Technologieführerschaft.

Um der weltweit steigenden Nachfrage nach Fruchtzubereitungen verlässlich entsprechen zu können, wurde der Rohwareneinkauf neu organisiert und die unterschiedlichen Beschaffungssysteme vereinheitlicht. Aufgrund neu geschaffener globaler Verantwortlichkeiten und der Bündelung des Einkaufs in funktionelle Einheiten (Category-Buying, Logistik, Finanz, Food-Safety) werden zusätzliche Beschaffungssynergien realisiert. Folglich kann das erhöhte Einkaufsvolumen aufgrund des organischen Wachstums und der abgeschlossenen Eingliederung aller Unternehmen effizienter organisiert werden, wobei Versorgungssicherheit und Qualität der Rohware entscheidende Faktoren sind.

Im Zuge der Studien zur Kapazitätsauslastung der europäischen Fruchtzubereitungsfabriken werden derzeit Optimierungsszenarien erarbeitet. Ziel ist es, Kapazitätsengpässe zu vermeiden und die Produktionsanlagen an den europäischen Standorten möglichst optimal auszunutzen. Zusätzlich sollen die Transportwege zu den Kunden möglichst kurz gehalten werden, um die Umwelt und Transportkosten zu entlasten.

AGRANA JUICE (FRUCHTSAFTKONZENTRATE)

Geschäftsentwicklung

AGRANA ist Europas führender Apfelsaftkonzentrathersteller und ein bedeutender europäischer Produzent von Fruchtsaftkonzentraten.

Bis zum Jahr 2008 werden weltweit rund 7 % an jährlichen Zuwachsraten für Fruchtsäfte erwartet, wobei vor allem Osteuropa (+12 %) und Asien (+31%) wichtige Wachstumsmärkte darstellen (Quelle: Global Food Markets, Leatherhead Food International, Juni 2005). AGRANA ist in beiden Märkten präsent.

AGRANA betreibt zehn Fruchtsaftkonzentratwerke in Zentral- und Osteuropa und beliefert mit den erzeugten Produkten nicht nur die hoch spezialisierte westeuropäische Fruchtsaftindustrie, sondern bedient auch die wachsende Nachfrage nach Apfel- und Beerensaftkonzentraten in den CEE-Märkten.

In China wurde in der vergangenen Apfelkampagne eine Rekordernte von rund 24,5 (Vorjahr 20,4) Mio Tonnen Äpfeln erzielt (Quelle: USDA). Dies entspricht einem durchschnittlichen Anteil an der weltweiten Apfelproduktion von rund einem Drittel. Aufgrund der guten Ernte ist das Werk in Xianyang länger ausgelastet als Fruchtsaftkonzentratanlagen in Europa und produziert süßes Apfelsaftkonzentrat für den weltweiten Export. Dieses wird größtenteils in die volumensstarken nordamerikanischen als auch in die nachfragestarken russischen sowie europäischen Märkte exportiert. Dem zunehmenden Absatz an Fruchtsäften in Asien trägt das Joint Venture ebenfalls Rechnung. AGRANA hat als erster europäischer Fruchtsaftkonzentrathersteller den Schritt in den weltweit größten Rohstoffmarkt für Verarbeitungsäpfel gesetzt.

Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Preis für saures Apfelsaftkonzentrat relativ stabil, während süßes Apfelsaftkonzentrat eine Preissteigerung verzeichnete. Diese Entwicklung hängt vor allem mit der vermehrten Nachfrage der fruchtsaftverarbeitenden Industrie zusammen. Diese nutzt neue Rezepturen und Mischungen vor allem am nordamerikanischen und asiatischen Markt, die stark zum billigeren süßen Konzentrat tendieren und Defizite an Orangensaftkonzentrat ausgleichen.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT 52

AGRANA ist langfristig auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtet.

AGRANA ist ein international tätiges Unternehmen, das pflanzliche Rohstoffe zu qualitativ hochwertigen Produkten veredelt. Ein nachhaltiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist AGRANA seit Jahrzehnten ein besonderes Anliegen. Dies lässt sich anhand der eingesetzten Rohstoffe und Produktionsverfahren, die hinsichtlich eines effizienten, umweltschonenden Energieeinsatzes sowie der Reduktion von Emissionen optimiert wurden, nachweisen. Nahrungsmittelsicherheit, Qualitätssteuerung, Rückverfolgbarkeit aller industriellen Prozesse bis auf das Feld – Behandlung der Rohstoffe von der Aussaat bis zur Ernte – sowie Zertifizierungen1 tragen zur Nachhaltigkeit der AGRANA-Produkte und zur nachhaltigen Umweltorientierung bei.

AGRANA investiert kontinuierlich in die Verbesserung der Energieeffizienz sowie in die Aufwandsminimierung in den Bereichen Transport, Produktion und Verpackung. Darüber hinaus wird bei Umweltstandards ein kontinuierlicher Optimierungsprozess konsequent forciert.

BIOETHANOL – DER TREIBSTOFF FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Ab Herbst 2007 will AGRANA saubere Energie aus Österreich liefern. Mit der Errichtung der ersten großindustriellen Bioethanol-Anlage in Österreich wird AGRANA einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz liefern. Bei der Verbrennung entsteht nämlich nur so viel CO2, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Atmosphäre gebunden haben. Der Einsatz von Bioethanol als Treibstoff trägt somit aktiv zur Verlangsamung des Treibhauseffektes bei. Bioethanol verbrennt zudem ohne Ruß, ist schwefelfrei und enthält keine giftigen und gefährlichen Substanzen.

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau der AGRANA-Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf/Österreich wurde besonderes Augenmerk auf das Bewahren des bestehenden Ökosystems gelegt. So wurde etwa ein Amphibienzaun errichtet, um das Fortbestehen des natürlichen Umweltgleichgewichts rund um das Werk sicherzustellen.

ENERGIEVERBRAUCH UND EMISSIONEN

AGRANA hat bereits vor Jahren in Energieoptimierungen und umweltrelevante Emissionsreduktionen an ihren Standorten investiert.

Die Zuckergewinnung ist ein energieintensiver Prozess. Die bei der Verarbeitung der Zuckerrüben zur Verdampfung des 75%igen Wasseranteils benötigte Prozesswärme- und Elektroenergie wird in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Dampf- und Gasturbinen) mit maximalem Wirkungsgrad gewonnen. Dies ermöglicht eine hohe Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie, einen geringen Verbrauch von fossilen Energieträgern, geringere spezifische Emissionen und schont die Umwelt.

Bioethanol trägt zur Verbesserung der CO2- Bilanz bei.

Seit 1990 konnte während der Rübenkampagne in Österreich durch Investitionen in verbesserte Anlagentechnologie und Leittechnik eine Reduktion des auf verarbeitete Rübe bezogenen Verbrauchs fossiler Energie für die Zuckerproduktion und Schnitzeltrocknung um fast 31% erreicht werden. Die österreichischen Werke zählen in puncto Energieeffizienz bereits zu den besten in Europa. Dies wird durch ein internationales Benchmarking im Konzern regelmäßig überprüft. Die spezifischen CO2-Emissionen konnten im gleichen Zeitraum um 32 % vermindert und damit ein bedeutender Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung geleistet werden.

Österreichs Zuckerindustrie hat mit dieser überproportional hohen Reduktion auch das Kyoto-Ziel einer 13%igen Verringerung des CO2-Ausstoßes in Österreich bis 2010 im Vergleich zu 1990 bereits erfüllt.

Beispielsweise wurden im Geschäftsjahr 2006|07 durch die zusätzliche Installation eines Extraktionsturmes und die Errichtung einer Krautpresse in der Zuckerfabrik Tulln/Österreich weitere Voraussetzungen für einen geringeren Energieverbrauch – und damit geringere Emissionen – geschaffen. Auch in den Werken der neuen EU-Mitgliedsländer wurde der Energieverbrauch drastisch reduziert. Darüber hinaus wird laufend an Verbesserungen der Produktionstechnologien gearbeitet.

Neben den bereits erfolgten Investitionen in Energiesparmaßnahmen sind weiterführende Investitionen auch für die Zukunft geplant. Für 2007|08 ist in der Zuckerfabrik Kaposvár/Ungarn die Errichtung einer Biogasanlage vorgesehen. AGRANA geht damit alternative Wege in der Energieversorgung. Die Anlage wird aus den bei der Zuckerrübenverarbeitung anfallenden Rübenschnitzeln Biogas erzeugen und mehr als die Hälfte des fossilen Energieeinsatzes substituieren. Dabei wird auch CO2 aus der Verbrennung fossiler Energie eingespart werden. Diese großtechnische Biogasanlage wird die erste ihrer Art in der europäischen Zuckerindustrie sein.

In den Stärkefabriken beschäftigt sich AGRANA derzeit ebenso mit der energetischen Nutzung von Nebenprodukten der Kartoffel- bzw. Maisstärkeproduktion. Der Einsatz des

Primärenergieträgers Erdgas konnte durch die Nutzung von Biogas bzw. Biomasse teilweise ersetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der gegenwärtig laufenden Programme zur Steigerung der Energieeffizienz bilden Energierückgewinnungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die optimale Abwärmenutzung der Feuerungsanlagen.

AGRANA untermauert damit ihre Bemühungen um eine nachhaltige Energieversorgung.

ROHSTOFFE UND TRANSPORT

AGRANA hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre wichtigsten Rohstofflieferanten, die Landwirte, umfassend zu beraten, sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht.

Im Zucker- und Stärkebereich erfolgt daher seit Jahren eine intensive Beratung der Landwirte, die zu einer deutlichen Verringerung des Pestizid- und Düngemitteleinsatzes geführt hat. Weiters wurden Methoden zur Optimierung der Bewässerung durch Messung der Bodenfeuchte im Wurzelraum entwickelt.

Im Bereich Frucht wird eine ähnliche Beratung durch intensiven Kontakt der AGRANA "Category Buyers", die für den globalen Fruchteinkauf verantwortlich zeichnen, und das sie unterstützende Qualitätssicherungs- und landwirtschaftliche Beratungsteam mit den Fruchtlieferanten erreicht. Dabei wird den Landwirten teilweise vorgegeben, ob, wann, wie viel und welche Pflanzenschutzmittel und Düngemittel verwendet werden sollen. Zur Absicherung von hohen Qualitätsstandards und der Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung arbeitet AGRANA mit zertifizierten Rohstofflieferanten zusammen.

Der Rübentransport in die österreichischen Zuckerfabriken Leopoldsdorf und Tulln erfolgt schwerpunktmäßig auf der Schiene, wobei der Bahnanteil im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 54 % weiter erhöht werden konnte. Kartoffeln werden zu rund einem Drittel mit der Bahn in die Stärkefabrik Gmünd/Österreich transportiert.

UMWELTFREUNDLICHE PRODUKTIONS-VERFAHREN

Die Produktionsverfahren in den AGRANA-Werken zeichnen sich vor allem durch möglichst geschlossene Kreisläufe aus. Darunter ist neben einer weitgehend vollständigen Nutzung aller Rohstoffbestandteile und Nebenprodukte auch die Wiederaufbereitung und -verwendung von Wasser zu verstehen. Beispielsweise konnte durch die Installation von geschlossenen Kühlkreisläufen, anstelle von Durchlaufkühlsystemen, der Frischwasserverbrauch stark reduziert werden, da im Wesentlichen nur mehr die in den Kühltürmen verdampfte Menge an Wasser ersetzt werden muss. Für eine umweltfreundliche Produktion ist es auch bedeutend, dass im Produktionsprozess anfallende Abwässer entsprechend gereinigt werden. Modernste Anlagen zur Abwasserbehandlung helfen dabei Emissionen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. In den AGRANA-Werken besteht daher seit Jahren ein Investitionsschwerpunkt, um die Systeme zur Abwasserreinigung kontinuierlich zu verbessern. In den Fruchtsaftkonzentrat-Werken Bialobrzegi/Polen und Vaslui/ Rumänien wurden bestehende Abwasserreinigungsanlagen erweitert und verbessert.

Durch die Inbetriebnahme einer neuen Verdampfungsanlage in Ungarn konnte der Energieeinsatz um 30 % reduziert werden. Durch den hohen Integrationsgrad und durch Ausschöpfung weiterer Verwertungspotenziale sind nur geringe Mengen an organischen Abfällen zu kompostieren.

In der Kartoffelstärkefabrik Gmünd/Österreich wird das anfallende Kartoffelrestfruchtwasser, das wertvolle Mineralstoffe der Kartoffel enthält, konzentriert und dem Boden wieder zugeführt. Ebenso wird in der Maisstärkefabrik Aschach/Österreich das Quellwasser eingedampft und als wertvoller proteinhältiger Bestandteil dem Futtermittel

beigemengt. Im Zuge der letzten Ausbaustufe für eine Maisverarbeitung von 1.000 Tagestonnen in Aschach wurden in enger Zusammenarbeit mit Experten, Behörden und Anrainern umfangreiche Maßnahmen zur Verminderung von Staub-, Geruchs- und Lärmemissionen gesetzt. Eine moderne Biofilteranlage für organische Geruchsträger reinigt die Abluftströme der Nebenproduktlinien.

INNOVATION UND NACHHALTIGKEIT

Eine ständige Verbesserung der Produktionsanlagen hinsichtlich Sicherheit, ökologischer Verträglichkeit und im Speziellen Ressourcenschonung ist AGRANA ein wichtiges Anliegen. Wesentliche Beiträge kommen hier aus den Forschungsstellen des Konzerns, der österreichischen Zuckerforschung Tulln und dem "Innovation and Competence Center" in Gleisdorf/Österreich.

Mit dem Ziel, den Kalksteineinsatz im Zuckerbereich zu reduzieren, wurde das Computerprogramm "LIMOS" (Lime Optimization System) entwickelt. Es ermittelt den optimalen Bedarf an Kalkmilch in der Saftreinigung und ermöglicht damit die Einsparung von Kalkstein und Koks. Einsparungen im Bereich der Alkalisierungsmittel konnten wiederum durch die Entwicklung bzw. den Einsatz der automatischen Härtebestimmung LISA (Lime Salts Analyzer) erzielt werden.

Betreffend Schaumbekämpfung wurden sowohl im Kartoffelstärke- als auch im Zuckerbereich einerseits bauliche Maßnahmen zur Schaumvermeidung und mechanischen Schaumzerstörung durchgeführt. Andererseits wurden Schaumsonden mit integrierter Freispüleinrichtung entwickelt, die einen optimierten Einsatz von Schaumdämpfungsmitteln ermöglichen.

55 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Der globale Wettbewerb wird in Zukunft auch wesentlich über die Innovationskraft, Innovationsgeschwindigkeit und Flexibilität entschieden werden. AGRANA verfolgt mit ihren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) das Ziel, Innovationen in allen Bereichen im Sinne einer konsequenten Kundenorientierung voranzutreiben. Damit sollen neue Märkte erschlossen und weniger austauschbare Güter produziert werden. Eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen des Marktes und eine intensive Zusammenarbeit mit Kunden sind weitere Grundlagen für eine erfolgreiche Umsetzung von Produktinnovationen. Mit der Entwicklung von innovativen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen liefert AGRANA zudem einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit unserer Lebensgrundlagen.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die gesamte AGRANA-Gruppe sind schwerpunktmäßig bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT)/ Österreich gebündelt. Diese reichen von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanol-Technologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Geschäftsjahr 2006|07 wurde im Bereich Frucht die Integration der einzelnen Innovationsteams vorangetrieben und eine neue Organisationsstruktur implementiert. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Mitry Mory/Frankreich wurden in das Innovations- und Kompetenzzentrum in Gleisdorf/Österreich verlagert, wo den Kunden- und Markterfordernissen entsprechend an Neuproduktentwicklungen gearbeitet wird. Zusätzlich wurden Experten eingestellt, um Produktkonzepte für neue Märke zu entwickeln. Die F&E-Schwerpunkte in Gleisdorf umfassen weiters Prozessentwicklungen, Verfahrensoptimierung sowie Produkt- und Qualitätssicherheit für den Fruchtbereich.

Insgesamt beschäftigt die AGRANA für Forschung und Entwicklung 188 Mitarbeiter.

Im Geschäftsjahr 2006|07 betrugen die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung rund 12,2 m€.

ZUCKER

Die Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung im Bereich Zucker lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder im Bereich der Kostenoptimierung durch Einsparung von Hilfsstoffen sowie beim Einsatz von natürlichen Biostabilisatoren. Im Werk Tulln konnten wertvolle Erkenntnisse zu den "Grenzen des Kalksparens"

AUFWENDUNGEN FÜR F&E (INTERN UND EXTERN)

in m€

06 07 12,2
05 06 10,0
04 05 4,5

erarbeitet werden. Unterstützt von LIMOS, dem Programm zur optimalen Dosierung von Kalkmilch in der Saftreinigung, konnte im ersten Drittel der Kampagne mit einem unter dem Durchschnitt liegenden Kalkverbrauch das Auslangen gefunden werden. Neben dem Einsatz im Werk Tulln konnte LIMOS in weiteren Werken innerhalb und außerhalb des Konzerns erfolgreich eingeführt werden, was wiederum mit Lizenzeinnahmen verbunden war.

Erste Früchte tragen auch die Bestrebungen, ZFT-Geräte zur Einsparung von Hilfsstoffen außerhalb Europas zu verbreiten. Aufgrund von Vorträgen und Posterpräsentationen kam es bereits zu ersten konkreten Anfragen, die hauptsächlich die automatisierte Härtebestimmung LISA betreffen. Auf dem Gebiet der natürlichen Biostabilisatoren – Produkte auf Basis Hopfen- und Harzsäuren bzw. Myristinsäure – wurden Erfolge beim Einsatz in Kühlwassersystemen erzielt. Im Werk Tulln war es erstmals möglich, gänzlich auf chlorhaltige Produkte zu verzichten. Durch sorgfältige Abstimmung von Dosierung und Wasserführung kam es zu keiner Beeinträchtigung der Kläranlage.

Obwohl der Einsatz der Produkte im Extraktionsbereich bereits als Stand der Technik betrachtet werden kann, ermöglichte der im Werk Tulln zusätzlich installierte kleine Extraktionsturm (3.000 Tonnen/Tag) erstmals Versuche zur praktisch vollständigen Unterdrückung mikrobiologischer Aktivitäten. Dies war bisher in Österreich aufgrund der Anforderungen an die Abpressbarkeit der Extraktionsrückstände nicht möglich. So konnte erstmals eine Dosierungssteuerung im Turmsaft getestet werden. Weitere Aktivitäten bezüglich neuer Einsatzgebiete betrafen die Bereiche Silage (Unterdrückung Fehlgärungen) und Maisstärkegewinnung. Die großtechnischen Tests im Zusammenhang mit der Verarbeitung von alterierten Rüben konnten allerdings aufgrund des milden Winters nicht durchgeführt werden.

Immer größere Bedeutung kommt auch der konzernweiten Zusammenarbeit innerhalb des Centers of Competence "Zuckertechnologie" zu. So kam es während der vergangenen Kampagne zu einem verstärkten Erfahrungsaustausch bei regelmäßigen Videokonferenzen. Ebenso wurde die Mitarbeit an Gemeinschaftsprojekten wie "Betrieb und Instandhaltung von Kalköfen" bzw. "Alternative Flockungshilfsmittel" forciert.

Die Untersuchung der verschiedenen Ausgangs- und Zwischenprodukte auf spezielle qualitätsbestimmende Parameter stellt ebenfalls ein wichtiges Instrumentarium dar, um den hohen Standard der Endprodukte zu halten.

STÄRKE

Durch eine Intensivierung der Aktivitäten im Food-Bereich und die Ausnützung von Synergien innerhalb der Gruppe konnten neue spezielle Stärkederivate – insbesondere für den Einsatz als "Verdicker" in Fruchtzubereitungen – entwickelt werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Entwicklung von Biostärken für spezielle Anwendungen. Diese neuartige Stärke mit Bioqualität zeichnet sich durch besondere Verdickungs- und Geliereigenschaften, die bislang nur durch chemische Modifizierungsverfahren zugänglich waren, aus.

Die Forschungsschwerpunkte im Nonfood-Bereich betreffen beispielsweise "Verdicker" in Farbsystemen, Anwendungen im Baubereich, Hilfsmittel bei der Appretur für Glasfasertapeten, Klebstoffe in der Packmittelindustrie sowie Additive für die Kosmetikindustrie. Unterstützt durch den starken Anstieg der Rohölpreise steigt das Interesse an Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen deutlich an. Durch den kombinierten Einsatz von hochviskosen Stärkederivaten und Celluloseethern als "Verdicker" in Farbsystemen, insbesondere in Dispersionsfarben, konnte ein neues Anwendungsgebiet für Stärkeprodukte erschlossen werden. Auf Basis von intensiven anwendungstechnischen Untersuchungen in einem eigens hierfür aufgebauten Dispersionsfarbenlabor werden diese neu entwickelten Produkte auf dem Markt eingeführt. Zur Absicherung der Nutzungsrechte wurden Patente angemeldet.

Einen wesentlichen Anwendungsbereich für Stärkederivate stellt seit Jahren auch der Baubereich dar. Spezielle Stärkeether werden dabei als Verarbeitungshilfsmittel in zementären Systemen (z.B. Mörtel) und in verschiedensten Putzsystemen (z.B. Zement, Gips, Kunstharz), als Stellmittel in Fliesenkleber sowie als Additiv in der Verarbeitung von Beton eingesetzt.

Aus ökonomischen Gründen sucht die Verpackungsindustrie nach Alternativen zu Kasein, um Etiketten auf Glasverpackungen aufzukleben. AGRANA entwickelte dazu ein neuartiges Stärkeprodukt mit Hilfe der Extrusionstechnologie, das ein deutlich verbessertes Eigenschaftsspektrum (Klebkraft, Rheologie, Stabilität usw.) als die derzeit am Markt befindlichen Produkte aufweist. Dieses neue Produkt wurde erfolgreich auf dem Markt eingeführt.

Durch Produktinnovationen und anwendungstechnische Unterstützung der Kunden ist es AGRANA gelungen, neue Marktsegmente für Stärkeprodukte zu öffnen sowie bestehende Prozesse ökonomischer zu gestalten.

Für die Bioethanol-Erzeugung werden insbesondere stärkereiche Weizensorten entwickelt, im Gegensatz zu Brotgetreide, wo hohe Proteingehalte und hohe Kornhärte erwünscht sind. Diese Weizensorten wurden jedoch aufgrund von mangelnder Nachfrage in der vergangenen Zeit weniger angebaut. Mit der Forcierung erneuerbarer Energien in Europa werden diese Sorten zukünftig wieder attraktiv. Um dieser Entwicklung Rechung zu tragen, ist AGRANA an einem mehrjährigen Forschungsprojekt beteiligt, welches die Entwicklung von Getreidesorten mit besonderer Eignung als Rohstoff für die Erzeugung von Bioethanol zum Ziel hat. Diese Getreidesorten müssen über normale Anforderungen hinaus hohe Stärkegehalte, Stärkeerträge und Ethanolausbeuten sowie rasche Vergärbarkeit aufweisen. Besonders gut geeignete Genotypen werden für amtliche Sortenprüfungen ausgewählt, in Zuchtprogrammen weitergeführt und dienen als "Eltern" für den Aufbau verbesserter "Populationen". Aus systematischen Feldversuchen werden Muster gezogen und davon Stärkegehalte sowie Ethanolausbeuten

bestimmt. Praxisnahe Ethanolausbeuten und kulturartspezifische Produktionskosten (Feldversuche als Datengrundlage) dienen als Basis für den monetären Vergleich von Weizen und Triticale als Rohstoff. Weiters wird überprüft, ob eine gezielte Sortenentwicklung bei Triticale generell sinnvoll ist.

Parallel dazu wird in einem weiteren Forschungsprojekt das Potenzial für Bioethanol als alternativer Kraftstoff ausgelotet. Die Auswirkungen höherer Ethanolbeimischungen und verbesserter Motoren, Wirkungsgrade und Emissionen sind ein Ziel. Daneben wird anhand eines Flottentests die Frage der Alltagstauglichkeit dieser Fahrzeuge und der notwendigen Änderungen bestehender Infrastruktur unter dem Aspekt eines problemlosen Breiteneinsatzes bei hohen Bioethanol-Anteilen im Treibstoff diskutiert.

FRUCHT

Aufgrund der kurzen Innovationszyklen bei Fruchtjoghurt müssen Fruchtzubereiter sehr rasch auf sich ändernde Konsumentenwünsche reagieren, Trends erkennen oder vorwegnehmen. Daher wurde 2005 am Standort Gleisdorf ein neues, hochmodernes Innovations- und Kompetenzzentrum für Produkt- und Prozessentwicklungen, Verfahrensoptimierung sowie Produkt- und Qualitätssicherheit für den gesamten AGRANA-Fruchtbereich eingerichtet.

Die Entwicklungsschwerpunkte im Bereicht Fruchtsaftkonzentrate lagen in der Erhöhung der Saft- und Farbausbeute aus den verarbeiteten Rohwaren und in der Qualitätsverbesserung sowie in der Ausbeutesteigerung der im Verarbeitungsprozess anfallenden Fruchtaromen. Aktivitäten wurden auch in Bezug auf Technologieanpassungen zur Energieoptimierung gesetzt.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2006|07 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.223 (Vorjahr 8.130) Mitarbeiter, rund 1% mehr als im Vorjahr. Auf die einzelnen Segmente verteilten sich die Mitarbeiter folgendermaßen:

  • ❚ im Segment Zucker 2.723 (Vorjahr 2.881) Mitarbeiter,
  • ❚ im Segment Stärke 776 (Vorjahr 762) Mitarbeiter und
  • ❚ im Segment Frucht 4.724 (Vorjahr 4.487) Mitarbeiter.

Der Mitarbeiterstand im Fruchtbereich erhöhte sich um 237 Mitarbeiter vor allem durch die Einbeziehung des AGRANA Joint Ventures in China sowie der vormaligen DSF/Deutschland in den Konzern-Personalstand.

Im Segment Zucker verringerte sich die Mitarbeiteranzahl im Geschäftsjahr 2006|07 durch die getroffenen Strukturmaßnahmen im Rahmen der beiden Werksschließungen in Österreich und der Slowakei um 158 Mitarbeiter. Mit den betroffenen Mitarbeitern wurden in Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung umfassende Sozialpläne im Berichtsjahr umgesetzt. Einem Teil der Mitarbeiter wurden Ersatzarbeitsplätze an anderen AGRANA-Standorten – unter anderem in der im Bau befindlichen Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf – angeboten. Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr 2006|07 im Bereich Zucker 2.723 (Vorjahr 2.881) Mitarbeiter beschäftigt.

Der Aufbau des Geschäftsfeldes Frucht brachte für AGRANA einen verstärkten Internationalisierungsschub und leitete weit reichende Veränderungen der Unternehmenskultur ein. In nur wenigen Jahren entwickelte sich AGRANA von einem regional tätigen Unternehmen zu einem internationalen Konzern mit globaler Ausrichtung. So waren im Geschäftsjahr 2006|07 in Österreich 1.650 (Vorjahr 1.746) Mitarbeiter und in den internationalen Beteiligungen im Zucker-, Stärke- und Fruchtbereich 6.573 (Vorjahr 6.384) Beschäftigte tätig. Ein Großteil der Mitarbeiter – rund 80 % – arbeitet somit außerhalb Österreichs. Entsprechend international ausgerichtet ist auch das AGRANA-Managementteam.

Dieser Wandel wird außerdem aktiv durch ein im Geschäftsjahr 2004|05 gestartetes AGRANA-Unternehmenskulturprojekt begleitet, in dessen Rahmen Prinzipien der Zusammenarbeit als Eckpfeiler der AGRANA-Kultur festgelegt wurden. Diese Grundsätze des Miteinanders verbinden die Mitarbeiter über sämtliche Geschäftsfelder und alle Länder hinweg und schaffen so ein gemeinsames Verständnis für die Erreichung der Unternehmensziele und die Umsetzung der Unternehmensstrategie. Diese Kriterien bilden auch die Basis für das jährlich durchgeführte Mitarbeitergespräch, bei dem neben der persönlichen Zielfestlegung und -evaluierung der Austausch zum Thema "Leistungserwartung und Leistungsbeurteilung" sowie die Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Zentrum der Gespräche stehen. Die Einführung von regelmäßigen Mitarbeitergesprächen stellt für AGRANA eine wichtige strategische Initiative zur Unterstützung der Feedback-Kultur, des leistungs- und ergebnisorientieren Managements und der gezielten Personalentwicklung dar.

Internationalisierung brachte weit reichende Veränderungen der Unternehmenskultur.

Im laufenden Geschäftsjahr 2007|08 wird das Unternehmenskulturprojekt mit den Themen Service- und Informationspolitik weitergeführt, um die interne Kommunikation zu verbessern und ein optimales Informationsmanagement zu gewährleisten.

Aufgrund der in den letzten Jahren getätigten Akquisitionen lag im Berichtsjahr 2006|07 ein besonderer Schwerpunkt auf der Harmonisierung der erfolgsorientierten Entlohnungssysteme. In einem internationalen Integrationsprojekt wurde ein einheitliches neues Erfolgsbeteiligungssystem konzipiert, das derzeit weltweit umgesetzt wird. Ebenso wurde ein einheitliches Stellenbewertungssystem AGRANA-weit eingeführt.

WEITERENTWICKLUNG ALS ERFOLGSFAKTOR

Neben individueller Fortbildung bietet AGRANA jährlich interne Programme zur persönlichen Weiterentwicklung an, beispielsweise im Rahmen internationaler Workshops bzw. Strategiemeetings für junge Nachwuchsführungskräfte, wo die Teilnehmer Gelegenheit haben, die Strategien der Gruppe direkt mit dem Vorstand sowie mit den Geschäftsführern der operativen Gesellschaften zu diskutieren.

Weiters wurden bereichsübergreifende Seminare, wie etwa ein interkulturelles Training, durchgeführt, welche den Fokus auf die Förderung von Soft-Skills legen. Dem hohen Stellenwert der Ausbildung unserer Mitarbeiter wurde auch durch eine intensive Lehrlingsausbildung in Österreich und durch die Einführung ähnlicher Systeme im Ausland Rechnung getragen. Den Schwerpunkt bilden dabei vor allem die Lehrberufe Maschinenbautechniker, Elektrobetriebstechniker, Prozessleittechniker, Dreher und Chemielabortechniker.

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEIT

Das bereits 2003 begonnene Programm zur Verringerung der Unfallhäufigkeit wurde 2006|07 erfolgreich weitergeführt. Die Verletzungszahl konnte dadurch abermals gesenkt werden. Der Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Standorten betreffend Sicherheitsmaßnahmen wurde weiter intensiviert. Zur Förderung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Mitarbeiter wurde beispielsweise in Österreich unter dem Titel "AGRANA-Fit" ein Programm zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit sowie zur Erhöhung des Gesundheitsbewusstseins angeboten. Modifizierte Modelle gibt es bereits in zahlreichen AGRANA-Gesellschaften weltweit, von Nichtraucher-Programmen in den USA bis zum gemeinschaftlichen Fitnesstraining in China.

ANZAHL DER MITARBEITER

davon SEGMENT ZUCKER

2.723 06 07
2.881 05 06
2.819 04 05

SEGMENT STÄRKE

SEGMENT FRUCHT

RISIKOMANAGEMENT

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollsysteme. AGRANA versteht einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen und wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integraler Bestandteil der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Der Konzern und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf einem Risikocontrolling auf operativer Ebene und einem strategischen Beteiligungscontrolling, welche durch Berichts- und Kontrollsysteme unterstützt werden, sowie auf der Konzernrevision, die durch systematische, regelmäßige Überprüfung die Geschäftsprozesse, -abläufe und -systeme durchleuchtet. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für den Geschäftsverlauf negative Auswirkungen haben könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Strategisches Beteiligungscontrolling und Risikocontrolling auf operativer Ebene

Schwerpunkt des strategischen Beteiligungscontrollings ist die strategische Planung in den Segmenten und Geschäftsbereichen. Wesentliche geschäftsbeeinflussende Entwicklungen werden erfasst und bewertet. Auf Basis von Markt- und Wettbewerbsanalysen werden Chancen und Risiken berücksichtigt, welche Grundlagen für Managemententscheidungen sind. Das Beteiligungscontrolling überwacht die Erreichung der Geschäftsziele und steuert die Gruppengesellschaften durch einheitliche Kennzahlen. Es bewertet die Beteiligungsportfolios mit dem Ziel einer Optimierung der Beteiligungsstruktur und begleitet Akquisitionen/Desinvestitionen. Das operative Risikocontrolling wird laufend durch das operative Controlling wahrgenommen. Der Vorstand wird durch ein umfangreiches Berichtswesen kontinuierlich sowie gegebenenfalls ad hoc informiert.

Internes Überwachungssystem/Interne Revision

Die interne Konzernrevision versieht ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft und den Beteiligungen und ist dem Vorstand direkt zugeordnet. Sie prüft und bewertet die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsabläufe sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme.

Risikomanagement ist integraler Bestandteil der gesamten Planungs-, Steuerungsund Berichterstattungsprozesse.

RISIKEN IN ZUSAMMENHANG MIT DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA operativen Einzelrisiken ausgesetzt, die ihre Ursachen in der spezifischen Geschäftstätigkeit der AGRANA haben und die Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinträchtigen können.

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanagements bewertet.

Von besonderer Bedeutung für die AGRANA ist diesbezüglich die neue EU-Zuckermarktordnung, die am 1. Juli 2006 in Kraft trat und bis zum 30. September 2015 gilt. Über die neue Zuckermarktordnung und ihre Auswirkungen wird ab Seite 29 im Segment Zucker im Detail berichtet.

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse Beschaffungsrisiken ausgesetzt, die ihre Ursache in Witterungseinflüssen haben können. Hierdurch können landwirtschaftliche Rohstoffe unter Umständen in zu geringer Menge verfügbar sein. Zum anderen können diese Rohstoffe Preisschwankungen – insbesondere bei Getreide – unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können. Diese Risiken betreffen hauptsächlich die Segmente Stärke und Frucht, während Beschaffungsrisiken im Zuckersegment infolge der Zuckermarktordnung eine geringere Bedeutung zukommt, weil die Planung der Rübenbauern darauf ausgerichtet ist, die Lieferrechte möglichst zu erfüllen. AGRANA begrenzt Beschaffungsrisiken, indem Lieferantenverträge mit einer Vielzahl von Zulieferern bzw. im Fruchtbereich auch weltweit abgeschlossen werden.

Durch die Neustrukturierung des Fruchtbereichs und das dadurch mögliche globale Einkaufswesen konnten diese Beschaffungsrisiken deutlich reduziert werden. Um die Abhängigkeit von lokalen Märkten bzw. Regionen zu vermindern, wird – soweit es ökologisch und ökonomisch sinnvoll erscheint – im Segment Frucht weltweit beschafft, um den Kunden eine gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung bieten zu können. Aus diesem Grund schließt AGRANA mit seinen Lieferanten und Kunden auch langfristige Verträge ab, um durch gemeinsames Engagement das Beste für beide Seiten zu erreichen. Diese enge Bindung stellt sicher, dass nur die besten Rohprodukte geliefert werden und diese nur nach strengen, anerkannten Richtlinien produziert bzw. weiterverarbeitet werden.

Energiepreisrisiken wirkt AGRANA durch sorgsame Marktbeobachtung und Sicherungsgeschäfte beim Energieeinkauf sowie durch eine laufende Evaluierung von Energieeinsparungsmaßnahmen und deren zügige Umsetzung entgegen.

Wettbewerbsrisiken

Die Absatzmärkte zeichnen sich durch eine vergleichsweise stabile Nachfrage nach den von der AGRANA-Gruppe erzeugten Produkten aus. Hinweise auf mögliche Änderungen des Konsumentenverhaltens werden im Risikomanagement der AGRANA frühzeitig erfasst. Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und finden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifikationen der Unternehmensstrategie. Schwankungen der Absatzpreise, die sich – insbesondere in den Segmenten Stärke und Frucht – im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet AGRANA durch fortlaufende Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft.

Für das Segment Frucht bedeuten das anhaltend starke Wachstum und die Erfordernisse der neuen Märkte in den CEE-Ländern, Russland und Asien mit der sich dort rasch entwickelnden Fruchtsaft- und Molkereiindustrie stetige Marktbeobachtung. Nur durch genaue und vor allem kontinuierliche Marktanalysen bzw. -bearbeitung kann das oft durch zweistellige Zuwachsraten gekennzeichnete Potenzial dieser Märkte für das weitere Wachstum der AGRANA-Gruppe genutzt werden.

Produktqualität

Höchste Qualität unserer Produkte im Interesse unserer Kunden und Konsumenten gehört zu den Ansprüchen der AGRANA an sich selbst. Die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards ist für AGRANA daher eine Selbstverständlichkeit. Risiken durch Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoffe oder Verarbeitungsfehlern, tritt AGRANA durch strengste interne, zertifizierte Qualitätsstandards entgegen, deren Einhaltung konzernweit regelmäßig kontrolliert wird.

Weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie durch den Einsatz von Informationstechnologie (IT) entstehen, kommen im Vergleich dazu geringe Bedeutung zu. AGRANA begegnet diesen Risiken durch ständige Überwachung, klare Dokumentation sowie kontinuierliche Verbesserung der Prozessabläufe.

Rechtliche Risiken

Klageverfahren gegen die AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns besitzen könnten, bestehen nicht.

AGRANA ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht ausgesetzt. AGRANA erfasst derartige Risiken bereits in der Frühphase, evaluiert ihren Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe und leitet daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen ab.

Risiken aus derivativen Finanzinstrumenten

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt und setzt zur Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftsund Finanzierungstätigkeit in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein.

Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • ❚ Zinsänderungsrisiken: Bei festverzinslichen Anlagen oder Aufnahmen besteht ein Risiko darin, dass eine Veränderung des Marktzinssatzes zu einer Kurswertänderung führt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah nach Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko).
  • ❚ Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen entstehen.
  • ❚ Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Weltmarkt sowie aus volatilen Energieund Rohstoffmärkten.

Zur Sicherung der genannten Risiken werden marktübliche Instrumente wie Zinsswaps, Zinsbegrenzungsgeschäfte, Zinsfutures sowie Devisensicherungs- und Warentermingeschäfte verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limite festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken ausschließen, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Gesamtrisiko

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr – bedingt vor allem durch die unzureichende freiwillige Quotenrückgabe der nicht wettbewerbsfähigen Zuckerproduzenten – erhöht.

CHANCEN DER WEITEREN UNTERNEHMENSENTWICKLUNG

Durch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie bietet sich der AGRANA zugleich eine Vielzahl von Chancen.

Die Neuregelung der Zuckermarktordnung bringt – neben den oben beschriebenen Risiken – auch Möglichkeiten zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsposition im Geschäftsfeld Zucker. Die durch die Preissenkungen verursachten strukturellen Veränderungen der europäischen Zuckerwirtschaft werden zum Ausscheiden von Wettbewerbern – insbesondere in klimatisch weniger günstigen Regionen Europas – führen. AGRANA verfügt über eine hervorragende Wettbewerbsposition und strebt den weiteren Ausbau ihrer Marktposition an, nicht zuletzt aufgrund logistischer Vorteile aus der Nähe zu großen Industriezuckerkunden.

Besondere Bedeutung kommt auch der Möglichkeit zu, Alkohol als Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, wodurch einerseits die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, andererseits die Emissionen von Kohlendioxid reduziert werden können. Diese Möglichkeiten werden in einigen Ländern wie etwa Brasilien bereits heute flächendeckend genutzt. Auch die EU hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls, des Aktionsplans Biomasse und der EU-Strategie für Biokraftstoffe zu einer Nutzung regenerativer Energiequellen verpflichtet. An der Konkretisierung und Implementierung der Verpflichtungen wird derzeit gearbeitet. Die österreichische Bundesregierung hat eine Verpflichtung zur Substitution fossiler durch biogene Kraftstoffe beschlossen. Durch den Ausbau der ungarischen Alkoholkapazität und den Werksneubau in Österreich hat AGRANA bereits heute die Grundlage gelegt, um auch künftig eine signifikante Rolle als Anbieter auf dem dynamisch wachsenden Markt für biogene Treibstoffe einzunehmen.

Das in den vergangenen Geschäftsjahren durch Akquisitionen neu geformte Segment Frucht verzeichnet hohes Wachstum. Dies bedeutet einen Risikoausgleich zu den Veränderungen am EU-Zuckermarkt. Die AGRANA-Gruppe ist schon heute Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie. Im Segment Frucht wird eine Geschäftsausweitung sowohl in gesättigten als auch in Zukunftsmärkten gesehen, die vor allem von der weltweit hohen Nachfrage nach Molkereiprodukten sowie vom gestiegenen Konsum an Fruchtsäften getrieben wird.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG für das angelaufene Geschäftsjahr 2007|08 keine bestandsgefährdenden Risiken.

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AUSBLICK 2007|08

AGRANA wird im laufenden Geschäftsjahr 2007|08 den Fokus weiterhin auf wertsteigerndes Wachstum legen.

Im Fruchtbereich ist das Ziel die Fortführung der globalen Expansion und der Ausbau bestehender Standorte, um weiterhin stärker als der Markt zu wachsen. Im Segment Stärke wird AGRANA den Wachstumskurs insbesondere mit Spezial- und Nischenprodukten auch 2007|08 fortsetzen. Zusätzlich erfolgt im Stärkebereich der Auf- und Ausbau der Bioethanol-Kapazitäten, wo AGRANA eine führende Position in Zentraleuropa als Anbieter dieses umweltfreundlichen alternativen Kraftstoffes erreichen will.

AGRANA plant zudem, ihre Marktposition im Zuckerbereich weiter zu festigen und ihre starke Position in Osteuropa sowie in der Balkanregion weiter auszubauen.

Die solide Vermögenslage, die guten Bilanzkennzahlen und ein starker Cashflow bilden die wirtschaftliche Basis für die Realisierung dieser strategischen Ziele.

AGRANA legt Fokus auf wertsteigerndes Wachstum.

Insgesamt wird für 2007|08 mit einem Umsatz von knapp unter 1,9 Mrd € gerechnet. Damit sollte er geringfügig unter dem des Jahres 2006|07 liegen, da der Fruchtbereich zwei Monate weniger (12 Monate an Stelle von 14 Monaten) beinhalten wird und der Zuckerbereich geringere Mengen zur Vermarktung zur Verfügung hat. Das hohe organische Wachstum wird diese Effekte nicht zur Gänze kompensieren können.

Das Ertragsniveau sollte sich im Stärke- und Fruchtbereich gegenüber dem Vorjahr positiv entwickeln. Der Zuckerbereich wird von den Anpassungen der Zuckermarktordnungsreform der Europäischen Kommission beeinflusst, die voraussichtlich im Oktober 2007 beschlossen werden und erst dann eine seriöse Beurteilung zulassen werden.

RÜBEN- Anbaufläche
Anzahl der
Kontrahierte
KONTRAHIERUNG Produzenten Rübenmenge
2007 2006 2007 2006 2007 2006
(ha) (ha) (1.000 t) (1.000 t)
Österreich 43.000 39.562 8.574 8.944 3.170 2.680
Tschechische Republik 14.000 12.703 160 144 740 675
Ungarn 19.000 19.913 190 198 1.020 941
Slowakei 8.000 6.973 101 139 408 294
Rumänien 7.500 8.248 93 243 205 250
Summe 91.500 87.399 9.118 9.668 5.543 4.840

SEGMENT ZUCKER

Aufgrund der temporären Quotenreduzierung im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie der bereits beschlossenen Marktrücknahme für 2007|08 und von im Vergleich zum Vorjahr geringeren Exporten erwartet AGRANA im laufenden Geschäftsjahr niedrigere Zuckerumsätze, die auch durch die anlaufende Produktion der Zuckerraffinerie in Bosnien und die Handelsaktivitäten in Bulgarien nicht vollständig egalisiert werden können.

Die Restrukturierungsabgabe der EU liegt im Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 mit 173,80 € pro Tonne um knapp 40 % höher als im abgelaufenen Jahr. Falls die EU-Kommission auch weiterhin für nicht erzeugte Quote Restrukturierungsabgabe einhebt, wird dadurch die Ergebnissituation im Zuckerbereich wesentlich beeinträchtigt. Das gegen diese Abgabe des Jahres 2006|07 laufende Berufungsverfahren der AGRANA wird kaum im Jahr 2007|08 entschieden werden. Um diese externen Einflussfaktoren zu kompensieren, setzt AGRANA weiterhin auf Effizienzsteigerungsmaßnahmen in der Produktion und Vermarktung. Weitere Schritte zur Stabilisierung sind der Ausbau der Marktposition, vor allem in Mittel- und Südosteuropa, Kosteneinsparungen und der serviceorientierte Zugang zu den Kunden.

Rohstoff

Aufgrund der Quotenrückgabe der Eastern Sugar und der damit verbundenen Schließung der fünf Zuckerfabriken dieser Gruppe in den Ländern Tschechien, Slowakei und Ungarn werden diese Märkte deutlich entlastet. Auch die Schließung des einzigen Zuckerunternehmens in Slowenien erhöht die Absatzmöglichkeiten für AGRANA.

Eine Ausweitung der Rübenanbauflächen für das Jahr 2007 wurde durchgeführt. Grund dafür ist der Bedarf der chemischen Industrie an Zucker, der außerhalb der Quoten für die Belieferung der pharmazeutischen und Fermentations-Industrie vorgesehen ist.

Investitionen

In den beiden österreichischen Werken werden im Geschäftsjahr 2007|08 voraussichtlich 4,5 m€ investiert. In den Zuckerfabriken in Ungarn, Tschechien, Slowakei und Rumänien sind Ersatz- und Energieeinsparungsinvestitionen von rund 15,0 m€ vorgesehen.

Die zur Absicherung des Marktes in der Balkanregion geplanten Investitionen in Höhe von 16,2 m€ fließen großteils in die Fertigstellung der Rohzuckerraffinerie in Brcko/Bosnien-Herzegowina sowie in den Ausbau des Distributionszentrums in Sofia/Bulgarien.

SEGMENT STÄRKE

Die witterungsbedingt niedrige Stärkekartoffelernte im Jahr 2006 führte zu relativ geringen Lagerbeständen und zu einem deutlichen Anstieg der Kartoffelstärkepreise. 2007 steht nach Aufbrauch des Übertrages wieder eine uneingeschränkte Kartoffelstärkequote in Höhe von 47.691 Tonnen zur Verfügung. Für das Anbaujahr 2007 wurden somit Kontrakte für rund 213.000 Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln abgeschlossen. AGRANA erwartet – eine gute Witterung vorausgesetzt – eine Kartoffelstärkeerzeugung in Höhe der Quotenmenge.

In Ungarn ist für das Geschäftsjahr 2007|08 aufgrund der Kapazitätsausweitung eine Steigerung der Maisverarbeitung auf rund 525.000 Tonnen geplant. Auch in Rumänien wird mit einer erhöhten Verarbeitungsmenge von 22.000 Tonnen gerechnet. In der Maisstärkefabrik Aschach/Österreich ist eine Zunahme der Maisverarbeitung auf rund 360.000 Tonnen vorgesehen.

Von der Ernte 2007 ist auch die weitere Entwicklung des Preisniveaus abhängig, welches derzeit für Commodity-Stärken – rohstoffgetrieben – auf einem hohen Niveau liegt. Für Spezialstärkeprodukte ist mit steigenden Mengen bei stabilen Preisen zu rechnen.

Im Geschäftsjahr 2007|08 wird ein deutlicher Umsatzanstieg als Folge der Inbetriebnahme der Bioethanol-Produktion in Pischelsdorf und der Erhöhung der Maisverarbeitungskapazität in der ungarischen Maisstärke- und Isoglukosefabrik Hungrana erwartet. Die positive Ergebnisentwicklung wird etwas belastet durch die Anlaufkosten der im Oktober 2007 in Betrieb gehenden Bioethanol-Produktion in Österreich und die Zahlungen an den Restrukturierungsfonds für die Isoglukosequote.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2007|08 sind im Bereich Stärke Investitionen in Sachanlagen in Höhe von rund 112,9 m€ geplant.

Auf Österreich entfallen davon 73,0 m€, wovon rund 57,7 m€ die Errichtung des Bioethanol-Werkes in Pischelsdorf/Österreich betreffen. In den österreichischen Stärkefabriken werden rund 15,3 m€ investiert werden. In Ungarn werden rund 39,0 m€ (50 %-Anteil) vor allem in die Kapazitätserweiterung der Hungrana auf 3.000 Tagestonnen Maisverarbeitung investiert werden. Die Investitionen in Rumänien von rund 0,7 m€ beziehen sich auf diverse Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen.

SEGMENT FRUCHT

Sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch bei Fruchtsaftkonzentraten geht AGRANA von einem dynamischen organischen Wachstum und einer deutlichen Ergebnissteigerung aus.

AGRANA wird konsequent die weitere Marktdurchdringung bestehender sowie die Erschließung neuer Märkte forcieren. Bei Fruchtzubereitungen wird in den volumensstarken europäischen sowie in den nord- und mittelamerikanischen Ländern der Ausbau der Marktführerschaft angestrebt. In den rasch wachsenden CEE-Ländern, in Asien und Südamerika verfolgt AGRANA das Ziel, schneller als der Markt zu wachsen.

Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate soll durch das Joint Venture in China die Weltmarktstellung durch vermehrte Exporte von süßem Apfelsaftkonzentrat nach Europa, USA und Russland ausgebaut werden. In Europa plant AGRANA durch gezielte Marktbearbeitung und die eingehende Analyse von Rahmenbedingungen neue Geschäftsbereiche und Märkte zu identifizieren. Der Trend zu Wellnessgetränken mit höherem Fruchtgehalt (wie z.B. Smoothies) wird gezielt genutzt, um gemeinsam mit Kunden neue Produktkonzepte zu erarbeiten.

Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2007|08 sind im Segment Frucht 41,9 m€ an Investitionen vorgesehen.

Bei Fruchtzubereitungen wird ein Großteil der Investitionen zum Aufbau zusätzlicher Kapazitäten sowie der damit verbundenen Infrastruktur verwendet werden. So ist beispielsweise im russischen Fruchtzubereitungswerk Serpuchov aufgrund der gestiegenen Nachfrage eine neue Produktionslinie geplant. Weiters wurden Investitionen zur Fertigstellung des neuen Fruchtzubereitungswerkes und zum Start der Produktion in Brasilien vorgesehen.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate werden die laufenden Projekte zur Optimierung der Ausbeute fortgesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den Ausbau und die Erneuerung bestehender Abwasseranlagen gelegt werden. Gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner in China ist die Erweiterung der Kapazität für Apfelsaftkonzentrat an der Xianyang Andre Juice Co., Ltd. vorgesehen. Damit soll sichergestellt werden, dass das große Angebot an Äpfeln in der Region genützt werden kann und der strategischen Bedeutung dieses Rohstoffgebietes entsprochen wird.

67 KONZERNABSCHLUSS 2006|07

der AGRANA-Gruppe nach IFRS

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Geldflussrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • Konzernanhang
  • Segmentberichterstattung
  • Allgemeine Grundlagen
  • Konsolidierungsgrundsätze
  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Geldflussrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten und Derivaten
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Organe der Gesellschaft
  • Bericht des Abschlussprüfers und uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Kennzahlen

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2006|07

vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007

Ohne Restruk- Restruk
2006 07 turierung turierung Vorjahr
in t€ in t€ in t€ in t€
(1) Umsatzerlöse 1.915.819 1.499.602 1.499.602
(2) Bestandsveränderungen –29.851 1.245 1.245
(2) Andere aktivierte Eigenleistungen 4.301 2.164 2.164
(3) Sonstige betriebliche Erträge 31.620 28.169 28.169
(4) Materialaufwand –1.181.424 –984.094 –204 –984.298
(5) Personalaufwand –213.979 –173.924 –8.881 –182.805
(6) Abschreibungen –80.600 –65.077 –13.449 –78.526
(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen –340.105 –208.538 –2.000 –210.538
(8) Ergebnis der Betriebstätigkeit 105.781 99.547 –24.534 75.013
(9) Finanzerträge 15.227 16.433 16.433
(10) Finanzaufwendungen –27.600 –21.356 –21.356
(11) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 51 1.608 1.608
Finanzergebnis –12.322 –3.315 –3.315
Ergebnis vor Ertragsteuern 93.459 96.232 –24.534 71.698
(12) Ertragsteuern –22.362 –12.741 5.749 –6.992
Konzernjahresüberschuss 71.097 83.491 –18.785 64.706
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 68.865 62.745
davon Minderheitenanteile 2.232 1.961
(13) Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) 4,85 € 4,42 €

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2006|07

vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007

(14)

(15)

(16)

2006 07 Vorjahr
in t€ in t€
Konzernjahresüberschuss 71.097 64.706
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 81.338 79.355
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –477 –6
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –1.279 –8.044
Ergebnis aus der Einbeziehung assoziierter Unternehmen –51 –1.608
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge –104 10.944
Cashflow aus dem Ergebnis 150.524 145.347
Gewinne aus Anlagenabgängen –1.850 –783
Veränderungen Vorräte 20.621 –43.075
Veränderungen der Forderungen, Aktiven latenten
Steuern und kurzfristigen Vermögenswerte –1.811 46.253
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen –16.741 –11.648
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) –15.472 45.975
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen 1.656 –2.837
Veränderung des Working Capital –11.747 34.668
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 136.927 179.232
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 7.744 8.805
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte –145.882 –91.195
Einzahlungen aus dem Verkauf von
Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens 5.262 74.803
Auszahlungen für Investitionen
in das Finanzanlagevermögen –5.181 –7.531
Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten –28.965 –133.091
Cashflow aus Investitionstätigkeit –167.022 –148.209
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft
durch Minderheiten 10.040 0
Veränderungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten 78.028 49.585
Veränderungen kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 25.327 –43.869
Gezahlte Dividenden –30.166 –30.153
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 83.229 –24.437
Veränderungen des Finanzmittelbestandes 53.134 6.586
Einfluss von Wechselkursänderungen
auf den Finanzmittelbestand –1.728 961
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 80.812 73.265
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 132.218 80.812

KONZERNBILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2007

Stand am
28.2.2007 Vorjahr
in t€ in t€
AKTIVA A. Langfristige Vermögenswerte
(17) Immaterielle Vermögenswerte 254.516 230.852
(18) Sachanlagen 545.005 499.283
(19) Anteile an assoziierten Unternehmen 576 526
(20) Wertpapiere 27.434 25.507
(20) Beteiligungen und Ausleihungen 105.802 144.243
(21) Forderungen und sonstige Vermögenswerte 5.705 4.150
(22) Aktive latente Steuern 9.230 14.490
948.268 919.051
B. Kurzfristige Vermögenswerte
(23) Vorräte 510.037 528.018
(21) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 305.488 283.240
Laufende Ertragsteuerforderungen 8.615 7.070
(24) Wertpapiere 27.060 32.322
Flüssige Mittel 132.218 80.812
983.418 931.462
Summe Aktiva 1.931.686 1.850.513
PASSIVA (25) A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 356.582 357.622
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 871.154 872.194
Minderheitenanteile am Kapital 24.345 13.611
895.499 885.805
B. Langfristige Schulden
(26a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 49.011 51.925
(26b) Übrige Rückstellungen 28.294 26.577
(27) Finanzverbindlichkeiten 331.700 253.673
(28) Sonstige Verbindlichkeiten 2.078 2.976
(29) Passive latente Steuern 40.226
451.309
50.273
385.424
C. Kurzfristige Schulden
(26b) Übrige Rückstellungen 38.233 54.973
(27) Finanzverbindlichkeiten 194.447 166.892
(28) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 348.122 346.600
(28) Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 4.076 10.819
584.878 579.284
Summe Passiva 1.931.686 1.850.513

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2006|07

Gewinnrücklagen
Unter
schieds
Grund- Kapital- Neube- Sonstige betrag Jahres- Minder- Summe
kapital rücklagen wertungs- Gewinn- Währungs- über- heiten
rücklage rücklagen umrechng. schuss anteile
2006 07 in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Stand 1.3.2006
Verlust aus zur Ver
äußerung verfügbaren
103.210 411.362 46.727 249.481 –1.331 62.745 13.611 885.805
Finanzinstrumenten 0 0 –30.221 0 0 0 0 –30.221
Cashflow-Hedge
Verlust aus
0 0 –753 0 0 0 0 –753
Währungsumrechnung 0 0 0 0 –8.386 0 –94 –8.480
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –30.974 0 –8.386 0 –94 –39.454
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 0 0 68.865 2.232 71.097
Summe berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –30.974 0 –8.386 68.865 2.138 31.643
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –29.695 –471 –30.166
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 33.050 0 –33.050 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 –850 0 0 9.067 8.217
Stand 28.2.2007 103.210 411.362 15.753 281.681 –9.717 68.865 24.345 895.499
356.582
Vorjahr
Stand 1.3.2005
Gewinn aus zur Ver
äußerung verfügbaren
103.210 411.362 14.318 199.084 –8.482 79.872 36.487 835.851
Finanzinstrumenten 0 0 31.656 916 0 0 0 32.572
Cashflow-Hedge
Gewinn aus
0 0 753 0 0 0 0 753
Währungsumrechnung 0 0 0 0 7.151 0 1.368 8.519
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 32.409 916 7.151 0 1.368 41.844
Konzernjahresüberschuss
Summe berücksichtigte
0 0 0 0 0 62.745 1.961 64.706
Gewinne/Verluste 0 0 32.409 916 7.151 62.745 3.329 106.550
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –29.190 –963 –30.153
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 50.682 0 –50.682 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 –1.201 0 0 –25.242 –26.443
Stand 28.2.2006 103.210 411.362 46.727 249.481 –1.331 62.745 13.611 885.805

357.622

71

KONZERNANHANG DER AGRANA-GRUPPE 72

SEGMENTBERICHT-ERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung entsprechend IAS 14 folgt mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe. Das Segment Zucker umfasst die Zuckergewinnung in Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Rumänien sowie zuckernahe Bereiche. Dem Segment Stärke sind Produktionsstätten in Österreich, Ungarn und Rumänien zugehörig. Das Segment Frucht umfasst die Bereiche "Juice" (Konzentratherstellung in Österreich, Dänemark, Polen, Rumänien, Ungarn) und "Fruit" (weltweite Fruchtzubereitungen).

Segmentierung nach Geschäftsbereichen

Konsoli- Summe
Zucker Stärke Frucht dierung Segmente
Geschäftsjahr 2006 07 in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse 804.574 253.429 914.619 –56.803 1.915.819
Umsätze zwischen
den Segmenten –19.908 –36.891 –4 56.803 0
Außenumsatzerlöse 784.666 216.538 914.615 0 1.915.819
EBITDA 57.658 41.336 88.499 0 187.493
Abschreibungen
auf Sachanlagen1 24.743 12.825 42.937 0 80.505
Operatives Ergebnis 32.915 28.511 45.562 0 106.988
Ergebnis aus
Sondereinflüssen 0 –1.207 0 0 –1.207
Ergebnis der
Betriebstätigkeit 32.915 27.304 45.562 0 105.781
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 51 0 0 0 51
Buchwert von
assoziierten Unternehmen 576 0 0 0 576
Segmentvermögen 559.124 250.609 796.522 0 1.606.255
Segmentschulden 305.205 48.851 111.681 0 465.737
Investitionen
in Sachanlagen1 30.337 79.232 47.788 0 157.357
in Finanzanlagen 2.784 142 2.629 0 5.555
Investitionen gesamt 33.121 79.374 50.417 0 162.912
Mitarbeiter 2.723 776 4.724 0 8.223
73
-- ---- --
Konsoli- Summe
Zucker Stärke Frucht dierung Segmente
Vorjahr in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse 770.418 232.558 541.158 –44.532 1.499.602
Umsätze zwischen
den Segmenten –16.625 –27.907 0 44.532 0
Außenumsatzerlöse 753.793 204.651 541.158 0 1.499.602
EBITDA 61.878 45.358 57.388 0 164.624
Abschreibungen
auf Sachanlagen1 23.171 11.764 30.142 0 65.077
Operatives Ergebnis 38.707 33.594 27.246 0 99.547
Restrukturierungs
ergebnis –24.534 0 0 0 –24.534
Ergebnis der
Betriebstätigkeit 14.173 33.594 27.246 0 75.013
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 43 0 1.565 0 1.608
Buchwert von
assoziierten Unternehmen 526 0 0 0 526
Segmentvermögen 596.005 174.378 761.375 0 1.531.758
Segmentschulden 336.730 32.630 113.691 0 483.051
Investitionen
in Sachanlagen1 13.356 34.941 42.898 0 91.195
in Finanzanlagen 7.373 0 158 0 7.531
Investitionen gesamt 20.729 34.941 43.056 0 98.726
Mitarbeiter 2.881 762 4.487 0 8.130

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Investitionen umfassen Zugänge bei den Immateriellen Vermögenswerten (ohne Geschäfts-/Firmenwerte) und Sachanlagen. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen resultiert aus den Kosten der Errichtungsphase in der AGRANA Bioethanol GmbH.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden werden aus dem Gesamtvermögen bzw. den Gesamtschulden abgeleitet ohne Berücksichtigung der Finanzforderungen bzw. -schulden. Des Weiteren werden in den Segmenten nicht zuordenbare Anteile an assoziierten Unternehmen, sonstigen Beteiligungen, Wertpapieren und Ausleihungen sowie laufende und latente Steuerforderungen/-schulden bereinigt.

28.2.2007 28.2.2006
in t€ in t€
Bilanzsumme Aktiva 1.931.686 1.850.513
abzüglich Finanzanlagen –133.812 –170.276
abzüglich Wertpapiere und flüssige Mittel –159.278 –113.134
abzüglich Steuerforderungen und sonstige Aktiva –32.341 –35.345
Segmentvermögen 1.606.255 1.531.758
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.036.187 964.708
abzüglich Finanzschulden –526.148 –420.565
abzüglich passive latente Steuern
und Schulden aus Ertragsteuern –44.302 –61.092
Segmentschulden 465.737 483.051

Segmentierung nach Regionen

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

2006 07 2005 06
in t€ in t€
Umsatz
Österreich 642.475 643.459
Restliche EU 890.408 645.120
EU-27 1.532.883 1.288.579
Sonstiges Europa (Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 85.208 43.383
Übriges Ausland 297.728 167.640
Summe 1.915.819 1.499.602
Segmentvermögen
Österreich 725.186 674.226
Restliche EU 649.260 647.971
EU-27 1.374.446 1.322.197
Sonstiges Europa (Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 86.132 87.979
Übriges Ausland 145.677 121.582
Summe 1.606.255 1.531.758
75
2006 07 2005 06
in t€ in t€
Investitionen in Sachanlagen und
Immaterielle Vermögenswerte
Österreich 70.000 36.504
Restliche EU 63.044 26.767
EU-27 133.044 63.271
Sonstiges Europa (Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 4.561 14.289
Übriges Ausland 19.752 13.635
Summe 157.357 91.195

ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Die AGRANA Beteiligungs-AG mit Sitz Donau-City-Straße 9, 1220 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.

Der Konzernabschluss 2006|07 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Vom IASB verabschiedete neue Standards werden ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet.

Die seit diesem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendenden Regelungen des überarbeiteten IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), IFRS 6 (Exploration und Evaluierung von mineralischen Ressourcen), IAS 21 (Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse: Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb), IFRIC 4 (Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält), IFRIC 6 (Rückstellungspflichten aus der Teilnahme an bestimmten Märkten), IFRIC 7 (Anwendung des Restatement-Ansatzes nach IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern) sowie Änderungen von IAS 39 (Finanzinstrumente) haben keine oder unwesentliche Auswirkung auf die Bilanzierung. IAS 1 (Darstellung des Abschlusses: Angaben zum Eigenkapital) führte zu Ergänzungen.

Bis zum Bilanzstichtag bereits herausgegebene, aber noch nicht in Kraft getretene neue Standards und Interpretationen werden nicht freiwillig vorzeitig angewendet. Dies sind insbesondere IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben), der IAS 32 (Finanzinstrumente: Angaben und

Darstellung) hinsichtlich der Angaben ab dem Geschäftsjahr 2007|08 ersetzt, IFRS 8 (Operative Segmente), der ab dem Geschäftsjahr 2009|10 verpflichtend anzuwenden ist, IFRIC 8 (Anwendungsbereich von IFRS 2) und IFRIC 9 (Neubeurteilung eingebetteter Derivate), die ab dem Geschäftsjahr 2007|08 verbindlich zu beachten sind. Mit Ausnahme von IFRS 7, der ausschließlich zusätzliche Angabeverpflichtungen vorsieht, werden sich aus den angeführten Änderungen voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns ergeben.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

KONSOLIDIERUNGS-GRUNDSÄTZE

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Unternehmen, auf die die AGRANA Beteiligungs-AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 63 (Vorjahr 66) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 4 (Vorjahr 2) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der vollkonsolidierten, quotenkonsolidierten, at-equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich auf Seite 120.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2006|07 wie folgt verändert:

Voll- Quoten- Equity
konsolidierung konsolidierung Bewertung
Stand 1.3.2006 66 2 1
Erstmalige Einbeziehung 4 2 0
Umgründungen –6 0 0
Abgang –1 0 0
Stand 28.2.2007 63 4 1

Erstmalige Einbeziehung

  • ❚ AGRANA BiH Holding GmbH, Wien/Österreich Tätigkeit: Holding | Gründungszeitpunkt: Juli 2006 | Anteil: 75 %
  • ❚ AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien/Österreich Tätigkeit: Holding | Gründungszeitpunkt: Juli 2006 | Anteil: 50 %
  • ❚ Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City/China Tätigkeit: Produktion Apfelsaftkonzentrat | Erwerbszeitpunkt: September 2006 | Anteil: 50 %
  • ❚ AGRANA Trading EOOD, Sofia/Bulgarien Tätigkeit: Handel mit Zucker | Gründungszeitpunkt: Oktober 2006 | Anteil: 100 %
  • ❚ AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., Sao Paulo/Brasilien Tätigkeit: Holding | Gründungszeitpunkt: Juni 2006 | Anteil: 99,99 %
  • ❚ AGRANA Fruit Brasil Indústria Comércio Importacao e Exportacao Ltda., Sao Paulo/Brasilien Tätigkeit: Fruchtzubereitung | Gründungszeitpunkt: September 2006 | Anteil: 99,22 %

Im Geschäftsjahr 2006|07 hat AGRANA mit dem Einstieg in China einen Standort im weltweit größten Rohstoffgebiet für süßes Apfelsaftkonzentrat erschlossen.

Umgründungen

Das Berichtsjahr war gekennzeichnet durch die gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung im Segment Frucht, die von einer Änderung der Firmenwortlaute begleitet wurde. Die im dritten Quartal durchgeführte Fusion der ungarischen Juice-Gesellschaften zur AGRANA Juice Magyarország Kft. und die im vierten Quartal durchgeführte Fusion der österreichischen Fruchtzubereitungsgesellschaften zur AGRANA Fruit Austria GmbH reduzierte die Anzahl der vollkonsolidierten Gesellschaften.

Abgang

Der Abgang betrifft die Liquidation der Vallø Saft Holding A/S, Køge/Dänemark. Die Auswirkungen der Endkonsolidierung waren unwesentlich.

Neben den angeführten Veränderungen des Konsolidierungskreises wurden im Geschäftsjahr 2006|07 bei einigen Tochtergesellschaften für Fruchtzubereitungen Anteile von Minderheitsgesellschaftern erworben.

Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises

Die Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises und des Erwerbs von Minderheitsanteilen auf den Konzernabschluss stellen sich (vor Konsolidierungsmaßnahmen) wie folgt dar:

2006 07
in t€
Langfristiges Vermögen 4.548
Vorräte 2.640
Forderungen und andere Vermögenswerte 287
Flüssige Mittel und Wertpapiere 604
Kurzfristiges Vermögen 3.531
Langfristige Schulden –2
Kurzfristige Schulden –3.114
Reinvermögen 4.963
Minderheitenanteile 1.813
Geschäfts-/Firmenwert 13.991
Mittelabfluss aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten 20.767
Zahlungsmittel erworbener Unternehmen –604
Netto-Mittelabfluss aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten 20.163
2006 07 2005 06
in t€ in t€

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen die gemeinschaftlich geführte HUNGRANA Kft. sowie deren Tochtergesellschaft Hungranatrans Kft., Szabadegyhaza/Ungarn, an der die AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit 50 % beteiligt ist, und seit diesem Geschäftsjahr auch die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, und die Xianyang Andre Juice Co., Ltd., China.

Umsatzerlöse 6.843 334.057 Jahresüberschuss 873 17.098

28.2.2007 28.2.2006
in t€ in t€
Langfristiges Vermögen 47.414 21.501
Vorräte 17.498 6.056
Forderungen und andere Vermögenswerte 16.586 8.175
Flüssige Mittel und Wertpapiere 867 1.774
Kurzfristiges Vermögen 34.951 16.005
Summe Aktiva 82.365 37.506
Eigenkapital 42.346 22.602
Langfristige Schulden 1.005 807
Kurzfristige Schulden 39.014 14.097
Summe Passiva 82.365 37.506
2006 07 2005 06
in t€ in t€
Umsatzerlöse 72.823 67.381
Jahresüberschuss 16.290 18.394

Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

In den Konzernabschluss zum 28. Februar 2006 waren die Tochtergesellschaften des Segments Frucht mit ihren Abschlüssen zum 31. Dezember 2005 einbezogen. Im Geschäftsjahr 2006|07 wurde der Stichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Jahres- bzw. Zwischenabschlüsse des Segments Frucht von Ultimo Dezember auf den Konzernbilanzstichtag Ultimo Februar umgestellt. Dies hat zur Folge, dass die Jahresergebnisse des Segments Frucht für eine Periode von 14 Monaten – das heißt inklusive Jänner und Februar 2007 – in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung des laufenden Geschäftsjahres enthalten sind. Dieser Umstand ist beim Vergleich des vorliegenden IFRS-Konzernabschlusses 2006|07 mit den Vorjahreswerten zu berücksichtigen.

Aus der Vereinheitlichung des Bilanzstichtages ergeben sich folgende Auswirkungen auf den Umsatz und das Ergebnis nach Steuern:

12 Monate 14 Monate Differenz
in t€ in t€ in t€
Umsatz 780.615 914.619 134.004
Ergebnis nach Steuern 14.621 13.483 –1.138

Neben diesen Auswirkungen ist zu berücksichtigen, dass in der Vergleichsperiode 2005|06 die Ergebnisse der Gesellschaften der ehemaligen Atys-Gruppe aufgrund des Ersteinbeziehungszeitpunktes nur für neun Monate im Konzernergebnis enthalten sind.

Konsolidierungsmethoden

❚ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaffungskosten zu den identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbs. Übersteigen die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den Immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs ertragswirksam erfasst.

❚ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

❚ Anteile an assoziierten Unternehmen werden at-equity (Buchwertmethode) bewertet, wobei als Basis die jeweils letzt verfügbaren Jahresabschlüsse dienen. Gemäß IFRS 3 wird der die Anschaffungskosten übersteigende Betrag des anteiligen Eigenkapitals im Jahr des Erwerbs im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen erfasst. Ein sich aus der erstmaligen Bewertung ergebender Geschäfts-/Firmenwert wird im Buchwert der Anteile erfasst und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

❚ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

❚ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um die Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Währungsumrechung

❚ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und die Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

❚ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

❚ Für die Umrechnung der Abschlüsse jener Gesellschaften, die auch im Vorjahr mit Bilanzstichtag 28. Februar in den Konzernabschluss einbezogen waren, wurden folgende Kurse verwendet:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungs- 1.3.2006 – 1.3.2005 –
Land einheit 28.2.2007 28.2.2006 28.2.2007 28.2.2006
in € in € in € in €
Rumänien RON 3,40 3,50 3,49 3,60
Slowakei SKK 34,44 37,08 36,74 38,44
Tschechien CZK 28,30 28,26 28,25 29,50
Ungarn HUF 254,70 252,83 264,55 249,08

❚ Die Abschlüsse der Gesellschaften des Segments Frucht, die den Bilanzstichtag von Ende Dezember auf Ende Februar umgestellt haben, wurden zu folgenden Kursen umgerechnet:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungs- 1.1.2006 – 1.1.2005 –
Land einheit 28.2.2007 31.12.2005 28.2.2007 31.12.2005
in € in € in € in €
Argentinien ARS 4,10 3,59 3,89 3,61
Australien AUD 1,68 1,61 1,67 1,63
Brasilien BRL 2,81 2,73
Bulgarien BGN 1,96 1,96
China CNY 10,23 9,55 10,03 10,21
Dänemark DKK 7,45 7,46 7,46 7,45
Fiji FJD 2,21 2,07 2,18 2,10
Südkorea KRW 1.244,15 1.190,99 1.201,49 1.274,39
Marokko MAD 11,15 10,88 11,05 11,02
Mexiko MXN 14,75 12,61 13,78 13,58
Polen PLN 3,92 3,87 3,90 4,03
Rumänien RON 3,40 3,68 3,50 3,62
Russland RUB 34,53 33,97 34,15 35,16
Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungs- 1.1.2006 – 1.1.2005 –
Land einheit 28.2.2007 31.12.2005 28.2.2007 31.12.2005
in € in € in € in €
Serbien CSD 80,00 85,65 83,50 83,13
Südafrika ZAR 9,58 7,49 8,64 7,92
Tschechien CZK 28,30 28,99 28,29 29,77
Türkei TRL 1,87 1,59 1,81 1,67
USA USD 1,32 1,18 1,26 1,25
Ukraine UAH 6,67 5,99 6,37 6,37
Ungarn HUF 254,70 252,66 262,64 248,06

BILANZIERUNGS-UND BEWERTUNGS-GRUNDSÄTZE

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

❚ Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben.

❚ Geschäfts-/Firmenwerte und Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

❚ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Definition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

❚ Die unter den Immateriellen Vermögenswerten ausgewiesenen Zusatzquoten für die Zuckerproduktion werden über neun Jahre bis zum Ende der Zuckermarktordnung 2014|15 linear abgeschrieben.

❚ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

❚ Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, verringert um lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen; sie umfassen keine Finanzierungskosten. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsguts führen.

❚ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungs-Leasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

❚ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 30 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

❚ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

Zuschüsse der öffentlichen Hand

❚ Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

❚ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

Anteile an assoziierten Unternehmen

❚ Die Anteile an assoziierten Unternehmen, soweit nicht von untergeordneter Bedeutung, werden nach der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital ausgewiesen.

Finanzielle Vermögenswerte

❚ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

❚ Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet, zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen wurden mit dem Barwert angesetzt.

❚ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaffungskosten und Tilgungsbetrag nach der Effektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt (held to maturity). Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden (available for sale).

❚ Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

❚ Wenn substantielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

❚ Flüssige Mittel werden mit dem Nominalwert angesetzt.

Vorräte

❚ Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

Forderungen

❚ Die Forderungen werden zum Nennwert bilanziert, wobei für erkennbare Risiken Wertberichtigungen gebildet werden. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert bilanziert. Fremdwährungsforderungen werden zum jeweiligen Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

85

Emissionszertifikate

❚ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschriften IAS 38 (Intangible Assets), IAS 20 (Accounting for Government Grants and Disclosure of Government Assistance) und IAS 37 (Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifikate sind Immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifikate ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung von CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung orientiert sich am Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

Wertminderung

❚ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/ Firmenwerten und Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt kurz vor jedem Bilanzstichtag.

❚ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzwert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

❚ Der Nutzwert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashflow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzwertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashflow ermittelt werden kann (cash generating unit).

❚ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroffenen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

❚ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzwert.

Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

❚ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

❚ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

❚ Ein Unterschied zwischen dem auf Basis der zugrunde gelegten Annahmen im Voraus ermittelten Rückstellungsbetrag und dem tatsächlich eingetretenen Wert (aktuarischer Gewinn/Verlust) wird so lange nicht als Teil der Rückstellung erfasst, als dieser innerhalb von 10 % des tatsächlichen Wertes liegt. Bei Übersteigen der 10 %-Grenze erfolgt die Erfassung des diese Grenze übersteigenden Betrages verteilt über die durchschnittliche Restdienstzeit aller Mitarbeiter (Korridormethode).

❚ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 4,50 % (Vorjahr 4,50 %) zugrunde.

❚ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

Sonstige Rückstellungen

❚ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

❚ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

❚ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

87

Steuerabgrenzungen

❚ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktivische latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren möglich ist.

❚ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden.

❚ Für die Abgrenzung werden die bei der Auflösung der Unterschiede erwarteten künftigen Steuersätze angewendet. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

❚ Aktivische Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passivische Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Verbindlichkeiten

❚ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der effektiven Zinsenmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).

❚ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

❚ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

❚ Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashflow Hedge Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

❚ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angabe von Banken oder mit Hilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Gewinnrealisierung

❚ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

❚ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

❚ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Finanzierungs-Leasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

❚ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

❚ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen

❚ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

❚ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

❚ Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte erfolgt auf Basis einer Prognoserechnung für die Cashflows der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an die Branche und das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.

❚ Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.

❚ Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern liegt die Annahme zu Grunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende Verlustvorträge zu verwerten.

Änderung von Bilanzierungsmethoden

❚ Im Vergleich zu den Vorjahren wurde die Bilanzierung von öffentlichen Investitionszuschüssen geändert. Zur besseren Klarheit und Übersichtlichkeit in der Bilanz wurden die öffentlichen Zuschüsse nicht mehr wie bisher passiviert, sondern von den Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen abgesetzt. Die Änderung wurde gemäß IAS 8 rückwirkend zum 1. März 2005 vorgenommen. Die betragliche Auswirkung der Änderung ist aus der Entwicklung der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ersichtlich. Die Vergleichszahlen des Vorjahres für Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie die übrigen Verbindlichkeiten wurden um jeweils 4.572 t€ gekürzt.

❚ In der Segmentberichterstattung wurde das Segment Frucht aufgrund zunehmender Bedeutung gesondert dargestellt. Die Vorjahreswerte wurden in den entsprechenden Positionen angepasst.

❚ Weiters wurden Wertpapiere und Anteile, die unter den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen sind, aus dem Finanzmittelbestand der Geldflussrechnung ausgeschieden, sodass dieser nunmehr ausschließlich flüssige Mittel (Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten) enthält. Die Anpassung erfolgte ebenfalls retrospektiv zum 1. März 2005. Dadurch reduzierte sich der Finanzmittelbestand zum 28. Februar 2006 um 32.322 t€ und der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Vorjahres erhöhte sich um 74.803 t€.

❚ Die Gewinne und Verluste aus Währungsumrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten wurden aufgrund der Wesentlichkeit sowohl im Ergebnis der Betriebstätigkeit als auch im Finanzergebnis saldiert ausgewiesen.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(1) Umsatzerlöse

Summe 1.915.819 1.499.602
Leistungserlöse 9.373 9.079
Handelswarenerlöse 136.897 121.748
Eigenerzeugnisse 1.769.549 1.368.775
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
in t€ in t€
2006 07 2005 06

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Segmentberichterstattung (siehe Seite 74) ausgewiesen.

(2) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

2006 07 2005 06
in t€ in t€
Veränderungen des Bestandes
an fertigen und unfertigen Erzeugnissen –29.851 1.245
Andere aktivierte Eigenleistungen 4.301 2.164

Die Bestandsreduktion an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 29.851 t€ resultierte vor allem aus dem Segment Zucker und ist auf die hohen Umsätzen in Rumänien und Österreich zurückzuführen.

(3) Sonstige betriebliche Erträge

2006 07 2005 06
Erträge aus in t€ in t€
dem Abgang von Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 2.961 1.562
der Auflösung von Rückstellungen 0 4.489
Konzernumlagen (nicht konsolidierte Unternehmen) 2.954 399
Leistungen an Dritte 2.127 1.205
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 1.427 5.506
Miet- und Pachtverträgen 1.752 1.558
Währungsdifferenzen 0 130
Auflösung Forderungswertberichtigungen 551 445
Marketingleistungen 2.840 2.668
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 623 1.033
Summe 31.620 28.169
Übrige 11.009 7.574
Weiterverrechnung von Aufwendungen an Dritte 3.156 0
Rohstoffbeschaffung 1.255 1.214
Lagerkostenvergütung 965 386
Erträge aus in t€ in t€
2006 07 2005 06

(4) Materialaufwand

Summe 1.181.424 984.298
bezogene Leistungen 43.450 35.423
Hilfs- und Betriebsstoffe 148.594 120.345
Handelswaren 229.344 152.002
Rohstoffe 760.036 676.528
Aufwendungen für in t€ in t€
2006 07 2005 06

(5) Personalaufwand

Summe 213.979 182.805
Aufwendungen für Abfertigungen 4.738 2.935
Aufwendungen für Altersversorgung 2.864 1.317
Soziale Abgaben 41.630 34.632
Löhne und Gehälter 164.747 143.921
in t€ in t€
2006 07 2005 06

Die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder sind im Personalaufwand ohne Zinsanteil ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 3.190 (Vorjahr 2.946) t€ im Finanzergebnis enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2006 07 2005 06
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 6.137 6.134
Angestellte 2.013 1.924
Lehrlinge 73 72
Summe 8.223 8.130
2006 07 2005 06
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 1.650 1.746
Restliche EU 3.539 3.435
EU-27 5.189 5.181
Sonstiges Europa (Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 889 1.068
Übriges Ausland 2.145 1.881
Summe 8.223 8.130

(6) Abschreibungen

Summe 80.863 77.644 3.219 78.721 65.001 13.720
Abschreibungen im Finanzergebnis 263 0 263 195 0 195
Finanzanlagen 263 0 263 195 0 195
der Betriebstätigkeit 80.600 77.644 2.956 78.526 65.001 13.525
Abschreibungen im Ergebnis
Restrukturierung 0 0 0 13.449 0 13.449
Sondereinfluss 95 95 0 0 0 0
Abschreibungen im
Operativen Ergebnis
80.505 77.549 2.956 65.077 65.001 76
Operativen Ergebnis –476 0 –476 0 0 0
Zuschreibungen im
Sachanlagen 73.280 69.848 3.432 61.006 60.931 75
Immaterielle Vermögenswerte 7.701 7.701 0 4.071 4.070 1
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Gesamt schreibungen minderungen Gesamt schreibungen minderungen
Ab- Wert- Ab- Wert
2006 07 2005 06

Die Wertminderungen resultieren aus dem Segment Zucker und betreffen vor allem die geschlossene Fabrik in Hohenau.

93

(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Summe 340.105 210.538
Übrige 26.866 20.399
Miete und Pachtaufwand 5.791 4.655
Kursverluste 2.910 0
Sicherungsgeschäfte 6.865 174
Fremdleistungen für Betrieb 3.684 7.536
Forschung und Entwicklung 4.361 4.205
des Anlagevermögens 1.118 778
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen
Sonstige Steuern 7.831 6.505
Produktions- und Ergänzungsabgabe 2.175 7.081
Restrukturierungsabgabe 88.453 0
Werbeaufwendungen 10.971 10.985
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 88.962 75.787
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 90.118 72.433
in t€ in t€
2006 07 2005 06

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich insgesamt auf 12.158 (Vorjahr 9.961) t€.

(8) Ergebnis der Betriebstätigkeit

Summe 105.781 75.013
Restrukturierungsergebnis 0 –24.534
Ergebnis aus Sondereinflüssen –1.207 0
Operatives Ergebnis 106.988 99.547
in t€ in t€
2006 07 2005 06

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen betrifft die Aufwendungen für die Neuerrichtung der Fabrik in Pischelsdorf zur Erzeugung von Bioethanol. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2007 vorgesehen.

(9) Finanzerträge

Summe 15.227 16.433
davon Auflösung passivischer Unterschiedsbetrag (104) (203)
davon aus verbundenen Unternehmen (1.699) (1.951)
davon aus sonstigen Beteiligungen (3.374) (3.183)
davon Währungsgewinne (1.266) (2.115)
Sonstige Finanzerträge 7.054 8.030
Zinserträge 8.173 8.403
in t€ in t€
2006 07 2005 06

(10) Finanzaufwendungen

Summe 27.600 21.356
gehaltener Wertpapiere (286) (1.394)
davon Wertminderung kurzfristig
Sonstige Finanzaufwendungen 1.263 2.065
Zinsaufwendungen 26.337 19.291
in t€ in t€
2006 07 2005 06

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder von 3.190 (Vorjahr 2.946) t€.

(11) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

2006 07 2005 06
in t€ in t€
Anteil am Gewinn 51 1.608

Der Anteil am Gewinn im Vorjahr kommt vor allem aus der ehemaligen Atys-Gruppe, die im ersten Quartal 2005|06 als assoziiertes Unternehmen at-equity einbezogen war.

(12) Ertragsteuern

Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

2006 07 2005 06
in t€ in t€
Effektive Steuern 17.896 18.803
davon Inland (3.474) (606)
davon Ausland (14.422) (18.197)
Latente Steuern 4.466 –11.811
davon Inland (–113) (–5.306)
davon Ausland (4.579) (–6.505)
Summe 22.362 6.992
davon Inland (3.361) (–4.700)
davon Ausland (19.001) (11.692)

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

2006 07 2005 06
in t€ in t€
Verminderung (–)/Erhöhung (+) aktiver latenter Steuern
gemäß Konzernbilanz –5.260 11.570
davon Zugang Konsolidierungskreis, erfolgsneutral (–176) (1.622)
davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen (–716) (–105)
davon erfolgswirksame Veränderungen (–4.368) (10.053)
Verminderung (+)/Erhöhung (–) passiver latenter Steuern
gemäß Konzernbilanz 10.047 –25.101
davon Zugang Konsolidierungskreis, erfolgsneutral (0) (–15.003)
davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen (10.145) (–11.855)
davon erfolgswirksame Veränderungen (–98) (1.757)

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern

auf den Ertragsteueraufwand

Theoretischer Steueraufwand 23.365 17.925
Österreichischer Steuersatz 25 % 25 %
Ergebnis vor Ertragsteuern 93.459 71.698
in t€ in t€
2006 07 2005 06

Veränderung des theoretischen Steueraufwandes

aufgrund

Effektive Steuerquote 23,9 % 9,8 %
Ertragsteuern 22.362 6.992
aus Konsolidierungsmaßnahmen 0 –3.842
nicht temporäre Differenzen
aperiodische Steueraufwendungen 2.029 –252
Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen 4.447 3.323
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge –4.159 –7.810
abweichenden Steuersatzes –3.320 –2.352

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25 %.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Bioethanol GmbH, Agrofrucht GmbH, AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice GmbH und Brüder Hernfeld GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Im Geschäftsjahr erfolgt zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger eine Steuerumlage mit dem halben Steuersatz.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht.

(13) Ergebnis je Aktie

2006 07 2005 06
Konzernjahresüberschuss,
der den Aktionären der AGRANA
Beteiligungs-AG zuzurechnen ist in t€ 68.865 62.745
Aktienanzahl, die durchschnittlich
im Umlauf war in Stück 14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS
unverwässert und verwässert in € 4,85 4,42
Dividende je Aktie in € 1,951 1,95
1 Vorschlag

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2006|07 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 27.694 (Vorjahr 27.694) t€ ausgeschüttet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSS-RECHNUNG

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds. Die Auswirkungen von Akquisitionen sind eliminiert und werden in der Position "Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten" dargestellt. Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

(14) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 150.524 (Vorjahr 145.347) t€, das entspricht 7,9 % (Vorjahr 9,7 %) des Umsatzes. Nach Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital stand ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 136.927 (Vorjahr 179.232) t€ zur Verfügung. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen des Vorjahres betreffen im Wesentlichen die im Zuge der Restrukturierung gebildeten Rückstellungen (Sozialpläne, Schließungskosten).

Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen enthalten:

2006 07 2005 06
in t€ in t€
Zinseinzahlungen 8.154 8.252
Zinsauszahlungen 17.040 16.378
Steuerauszahlungen 25.903 14.617
Dividendeneinzahlungen 5.073 5.135

(15) Cashflow aus Investitionstätigkeit

  • ❚ Im Geschäftsjahr wurde der Finanzmittelbestand mit den liquiden Mitteln festgelegt. Dadurch kam es zur Anpassung der Vorjahreswerte.
  • ❚ Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 167.022 (Vorjahr 148.209) t€ benötigt.
  • ❚ Die Investitionen für Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte stiegen auf 145.882 (Vorjahr 91.195) t€.
  • ❚ Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 7.744 (Vorjahr 8.805) t€.
  • ❚ Investitionen in Finanzanlagen wurden mit 5.181 (Vorjahr 7.531) t€ zahlungswirksam.
  • ❚ Die Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten über 28.965 (Vorjahr 133.091) t€ betrifft die Akquisition und die sukzessiven Erwerbe im Segment Frucht als auch die Gründung der bosnischen Zuckergesellschaft STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. Den Auszahlungen von 29.569 t€ stehen Zahlungsmittelzuflüsse von 604 t€ entgegen. In den Auszahlungen ist eine Akquisition des Vorjahres enthalten, die erst im Geschäftsjahr zahlungswirksam wurde.

(16) Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2006|07 erhöhten sich die Finanzverbindlichkeiten um 103.355 (Vorjahr 5.716) t€. Die Abgabe von Gesellschaftsanteilen an der AGRANA Bioethanol GmbH mit gleichzeitiger Kapitalerhöhung führte zu einem Zahlungsmitteleingang von 10.040 t€. Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(17) Immaterielle Vermögenswerte Konzessionen,
Lizenzen
Geschäfts-/ Produktions- und ähnliche
Firmenwerte rechte Rechte Summe
Geschäftsjahr 2006 07 in t€ in t€ in t€ in t€
Anschaffungskosten
Stand 1.3.2006 199.505 0 61.799 261.304
Währungsdifferenzen 0 0 –664 –664
Konsolidierungs
kreisänderungen 5.673 0 0 5.673
Zugänge 8.317 14.527 2.503 25.347
Umbuchungen 0 0 425 425
Abgänge 0 0 –389 –389
Stand 28.2.2007 213.495 14.527 63.674 291.696
Abschreibungen
Stand 1.3.2006 0 0 30.452 30.452
Währungsdifferenzen 0 0 –337 –337
Konsolidierungs
kreisänderungen 0 0 0 0
Zugänge 0 1.847 5.854 7.701
Umbuchungen 0 0 –247 –247
Abgänge 0 0 –389 –389
Zuschreibung 0 0 0 0
Stand 28.2.2007 0 1.847 35.333 37.180
Buchwert 28.2.2007 213.495 12.680 28.341 254.516
Vorjahr
Anschaffungskosten
Stand 1.3.2005 42.968 22.963 65.931
Anpassung 1.3.2005 0 –76 –76
Währungsdifferenzen 0 400 400
Konsolidierungs
kreisänderungen 156.537 34.573 191.110
Zugänge 0 3.988 3.988
Umbuchungen 0 56 56
Abgänge 0 –105 –105
Stand 28.2.2006 199.505 61.799 261.304
230.852
0 30.452 30.452
0 0 0
0 –49 –49
0 0 0
0 4.071 4.071
0 6.396 6.396
0 260 260
0 –64 –64
0 19.838 19.838
in t€ in t€ in t€ in t€
Firmenwerte rechte Rechte Summe
Geschäfts-/ Produktions- und ähnliche
Konzessionen,
199.505 Lizenzen
31.347

❚ Die Immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen der ehemaligen Atys-Gruppe, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Anzahlungen ausgewiesen. Im Jahr 2006|07 wurden Zusatzquoten mit einem Nettowert von 12.680 t€ erworben, die von der EU den ehemaligen C-Zuckererzeugern zum Erwerb angeboten wurden. Diese werden bis zum Ende der laufenden Zuckermarktordung (September 2015) linear über neun Jahre abgeschrieben.

❚ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 19.501 (Vorjahr 19.501) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 191.904 (Vorjahr 177.914) t€. Die Erhöhung resultiert aus dem Erwerb der Xianyang Andre Juice Co., Ltd. und diversen sukzessiven Erwerben im Segment Frucht.

❚ Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash generating units) entsprechend der internen Berichterstattung

festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht definiert.

❚ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und Immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Wert des erwarteten Mittelzuflusses aus dem Vermögenswert ermittelt.

❚ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (discounted-cash-flow) auf den erwarteten Mittelzufluss der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen validierte und von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Die Planungsrechnung für das Segment Zucker wurde im vierten Quartal 2006|07 überarbeitet, da weitere Ergebnisbelastungen aus der Zuckermarktreform erwartet werden. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf die Werthaltigkeit des Geschäfts-/Firmenwertes des Segments Zucker. Wir verweisen hierzu auf die Erläuterungen im Kapitel Risikobericht des Lageberichts. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleich bleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 1,0 % p.a. (Vorjahr 1,0 % p.a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt zwischen 7,8 % und 9,1% (Vorjahr 7,0 %) vor Steuern.

❚ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

❚ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen. Wertminderungen waren im Geschäftsjahr 2006|07 nicht erforderlich.

❚ Am Bilanzstichtag waren keine anderen Immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

Buchwert 28.2.2007 212.954 215.652 38.883 77.516 545.005
Stand 28.2.2007 223.664 624.549 118.397 472 967.082
Zuschreibung –146 –303 –27 0 –476
Abgänge –3.140 –27.222 –7.677 87 –37.952
Umbuchungen 249 1.815 –1.829 12 247
Zugänge 17.241 44.128 12.017 –12 73.374
kreisänderungen 49 211 24 0 284
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen –45 –3.589 –1.179 9 –4.804
Stand 1.3.2006 209.456 609.509 117.068 376 936.409
Abschreibungen
Stand 28.2.2007 436.618 840.201 157.280 77.988 1.512.087
Zuschüsse –962 –1.579 –50 –9.900 –12.491
Abgänge –3.723 –30.103 –8.266 –642 –42.734
Umbuchungen 6.996 17.165 –1.592 –22.994 –425
Zugänge 11.689 38.129 12.031 78.477 140.326
kreisänderungen 1.219 2.742 147 725 4.833
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen –2.344 –8.517 –1.803 –450 –13.114
Stand 1.3.2006 423.743 822.364 156.813 32.772 1.435.692
Herstellungskosten
Anschaffungs- und
Geschäftsjahr 2006 07 in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
und Bauten Maschinen ausstattung im Bau Summe
gleiche Rechte und Geschäfts- Anlagen
grundstücks- Anlagen und
Grundstücke, Technische Betriebs
Anlagen,
(18) Sachanlagen Andere
Segment Zucker
Segment Stärke
30.337
79.232
13.356
34.941
in t€ in t€
und Sachanlagen: 2006 07 2005 06

Zugänge von Immateriellen Vermögenswerten
Buchwert 28.2.2006 214.287 212.855 39.745 32.396 499.283
Stand 28.2.2006 209.456 609.509 117.068 376 936.409
Zuschreibung 0 0 0 0 0
Abgänge –3.454 –7.277 –3.481 0 –14.212
Umbuchungen 5 –537 532 0 0
Zugänge 16.639 47.487 10.278 52 74.456
kreisänderungen 26.521 84.393 43.343 87 154.344
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen 1.517 4.921 1.067 2 7.507
Anpassung 1.3.2005 –555 –825 –560 0 –1.940
Stand 1.3.2005 168.783 481.347 65.889 235 716.254
Abschreibungen
Stand 28.2.2006 423.743 822.364 156.813 32.772 1.435.692
Zuschüsse –227 –443 –292 0 –962
Abgänge –4.437 –8.355 –4.002 –3.984 –20.778
Umbuchungen 9.134 2.286 2.419 –13.896 –57
Zugänge 18.679 28.411 14.520 25.597 87.207
kreisänderungen 67.911 134.233 53.338 5.797 261.279
Konsolidierungs
Anpassung 1.3.2005
Währungsdifferenzen
–2.698
4.701
–2.638
10.222
–835
1.539
0
965
–6.171
17.427
Stand 1.3.2005 330.680 658.648 90.126 18.293 1.097.747
Herstellungskosten
Anschaffungs- und
Vorjahr in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
und Bauten Maschinen ausstattung im Bau Summe
gleiche Rechte und Geschäfts- Anlagen
grundstücks- Anlagen und
Grundstücke, Technische Betriebs
Anlagen,
Andere

Segment Frucht 47.788 42.898 Summe 157.357 91.195 ❚ Der Anstieg im Segment Zucker ist auf den Erwerb der zusätzlichen Zuckerproduktionsquoten im Rahmen der Zuckermarktordnung zurückzuführen. Der Anstieg im Segment Stärke betrifft im Wesentlichen den Neubau der Bioethanol-Fabrik in Pischelsdorf.

❚ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

❚ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

Buchwert 4.844 5.626
Abschreibungen (kumuliert) 3.170 2.307
Anschaffungskosten 8.014 7.933
in t€ in t€
2006 07 2005 06

❚ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2006 07 2005 06
in t€ in t€
Im folgenden Jahr 1.170 1.369
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 3.188 3.724
Über 5 Jahre 3.586 4.546

❚ Aufwendungen aus operativen Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen betrugen 2.253 (Vorjahr 1.492) t€.

(19) Anteile an assoziierten Unternehmen

Stand 28.2. 576 526
Konsolidierungskreisänderungen 0 –97.890
Anteil am Gewinn 51 1.608
Zugänge 0 28
Stand 1.3. 526 96.780
in t€ in t€
2007 2006

105

(20) Wertpapiere, Beteiligungen und Ausleihungen
Beteiligungen Wertpapiere
und (langfristige
Ausleihungen Vermögenswerte) Summe
Geschäftsjahr 2006 07 in t€ in t€ in t€
Anschaffungskosten
Stand 1.3.2006 144.749 27.439 172.188
Währungsdifferenz –29 –12 –41
Konsolidierungs
kreisänderungen 0 6 6
Zugänge 3.635 1.920 5.555
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge –90 –1.289 –1.379
Neubewertung (IAS) –42.000 1.344 –40.656
Stand 28.2.2007 106.265 29.408 135.673
Abschreibungen
Stand 1.3.2006 506 1.932 2.438
Währungsdifferenz 0 0 0
Konsolidierungs
kreisänderungen 0 6 6
Zugänge 1 262 263
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge –44 –224 –268
Zuschreibung 0 –2 –2
Stand 28.2.2007 463 1.974 2.437
Buchwert 28.2.2007 105.802 27.434 133.236
Vorjahr
Anschaffungskosten
Stand 1.3.2005 94.610 25.579 120.189
Währungsdifferenz 343 41 384
Konsolidierungs
kreisänderungen 1.068 358 1.426
Zugänge 7.461 42 7.503
Stand 28.2.2006 144.749 27.439 172.188
Neubewertung (IAS) 42.100 1.997 44.097
Abgänge –839 –572 –1.411
Umbuchungen 6 –6 0
Zugänge 7.461 42 7.503
kreisänderungen 1.068 358 1.426
Konsolidierungs
Währungsdifferenz 343 41 384
Buchwert 28.2.2006 144.243 25.507 169.750
Stand 28.2.2006 506 1.932 2.438
Zuschreibung 0 –6 –6
Abgänge 0 –12 –12
Umbuchungen 0 0 0
Zugänge 143 53 196
kreisänderungen 0 –1 –1
Konsolidierungs
Währungsdifferenz 14 0 14
Stand 1.3.2005 349 1.898 2.247
Abschreibungen
in t€ in t€ in t€
Ausleihungen Vermögenswerte) Summe
und (langfristige
Beteiligungen Wertpapiere

(21) Forderungen und sonstige Vermögenswerte

28.2.2007 28.2.2006
in t€ in t€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 211.555 187.637
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (71) (807)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 8.114 8.198
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (0) (18)
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 1.205 1.013
Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.785 1.047
Forderungen aus Umsatzsteuern
und sonstigen Steuern 37.728 52.779
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 6.463 10.492
Forderung gegenüber Rübenbauern für Quotenerwerb 7.835 0
Forderung aus Zuschüssen 10.450 0
Rechnungsabgrenzungsposten 3.392 3.527
Sonstige Vermögenswerte 22.666 22.697
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (5.634) (3.325)
Summe 311.193 287.390
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (5.705) (4.150)

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

(22) Aktive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

28.2.2007 28.2.2006
Aktive latente Steuern in t€ in t€
Rückstellungen für Pensionen,
Abfertigungen und Jubiläumsgelder 2.552 2.027
Vorräte und Forderungen 210 5.204
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 3.364 3.742
Verlustvorträge 8.152 10.495
Summe Aktive latente Steuern 14.278 21.468
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –5.048 –6.978
Saldierte Aktive Steuerabgrenzung 9.230 14.490

Die passiven latenten Steuern ergeben eine saldierte passive Steuerabgrenzung in Höhe von 40.226 (Vorjahr 50.273) t€ und sind unter Punkt (29) erläutert.

(23) Vorräte 28.2.2007 28.2.2006
in t€ in t€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 107.881 115.180
Unfertige Erzeugnisse 20.588 21.017
Fertige Erzeugnisse und Waren 379.464 390.229
Geleistete Anzahlungen 2.104 1.592
Summe 510.037 528.018

Bei den Vorräten wurden Wertaufholungen in Höhe von 249 (Vorjahr –603) t€ vorgenommen.

(24) Wertpapiere

Die sonstigen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 27.060 (Vorjahr 32.322) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquiditätsreserve dienen.

(25) Eigenkapital

  • ❚ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 103.210.246 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt.
  • ❚ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 71 dargestellt.
(26) Rückstellungen 28.2.2007 28.2.2006
in t€ in t€
Rückstellungen für
Pensionen 32.746 36.394
Abfertigungen 16.265 15.531
Jubiläumsgelder 4.889 4.184
Sonstige 61.638 77.366
Summe 115.538 133.475

a) Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.

Für die inländischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohn- und Gehalts- sowie Rentensteigerungen zugrunde gelegt:

2007 2006
in % in %
Lohn-/Gehaltstrend 2,50 2,50
Rententrend 2,00 2,00
Zinssatz 4,50 4,50
Erwarteter Ertrag des Planvermögens 4,5 – 8,5 4,5 – 8,5

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten modifiziert.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpflichtung (DBO) der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

28.2.2007 28.2.2006 28.2.2005 29.2.2004 28.2.2003
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Pensionen 44.378 47.491 41.004 38.201 37.757
Abfertigungen 18.906 17.403 18.777 15.005 15.626
Jubiläumsgelder 4.908 4.184 4.750 4.886 4.734

Historische Information zur Pensionsverpflichtung

28.2.2007 28.2.2006 28.2.2005 29.2.2004 28.2.2003
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Barwert der
Verpflichtung 44.378 47.491 41.004 38.201 37.757
Planvermögen 7.156 6.327 1.946 1.578 1.294
Nicht durch Plan
vermögen gedeckte
Verpflichtungen 37.222 41.164 39.058 36.623 36.463

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

Pensionen Abfertigungen Jubiläumsgelder
Geschäftsjahr 2006 07 in t€ in t€ in t€
Bilanzierte Rückstellung
zum 1.3.2006 36.394 15.531 4.184
Dienstzeitaufwand 740 966 199
Zinsaufwand 2.210 799 181
Erwartete Erträge Planvermögen –477 0 0
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste 828 189 201
Gesamter im Periodenergebnis
ausgewiesener Betrag 3.301 1.954 581
Konsolidierungskreisänderungen 0 –33 –52
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.683 –1.756 –564
Dotierung Planvermögen –851 0 0
Währungsdifferenz –97 0 0
Umgliederungen –1.323 587 736
Sonstige Veränderungen –995 –18 4
Bilanzierte Rückstellung
zum 28.2.2007 32.746 16.265 4.889
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn/Verlust 4.476 2.641 19
Marktwert Planvermögen 7.156 0 0
Barwert der Verpflichtung
zum 28.2.2007 44.378 18.906 4.908
Pensionen Abfertigungen Jubiläumsgelder
Vorjahr in t€ in t€ in t€
Bilanzierte Rückstellung
zum 1.3.2005 34.716 17.236 4.750
Dienstzeitaufwand 325 941 215
Zinsaufwand 1.869 860 217
Erwartete Erträge Planvermögen –104 0 0
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste 255 –2.427 –812
Gesamter im Periodenergebnis
ausgewiesener Betrag 2.345 –626 –380
Konsolidierungskreisänderungen 3.427 178 30
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.729 –1.257 –216
Dotierung Planvermögen –365 0 0
Bilanzierte Rückstellung
zum 28.2.2006 36.394 15.531 4.184
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn/Verlust 4.770 1.872 0
Marktwert Planvermögen 6.327 0 0
Barwert der Verpflichtung
zum 28.2.2006 47.491 17.403 4.184

Aufwendungen und Erträge aus Veränderungen von Versorgungszusagen und Versorgungsleistungen oder aus der Anpassung von Annahmen sind nicht angefallen.

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Die Rückstellung für direkte Versorgungsverpflichtungen lässt die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste innerhalb der von IAS 19 bestimmten Grenzen (±10 % des Anwartschaftsbarwerts) unberücksichtigt.

Ähnliche Verpflichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

b) Sonstige Rückstellungen

Stand 28.2.2007 560 12.125 20.252 28.701 61.638
Zuführung 0 164 6.982 28.796 35.942
Verbrauch –5.122 –344 –10.163 –28.090 –43.719
Auflösung –1.477 –4.991 –761 –1.587 –8.816
kreisänderungen 0 0 0 717 717
Konsolidierungs
Währungsänderungen –2 –17 –23 190 148
Stand 1.3.2006 7.161 17.313 24.217 28.675 77.366
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
ordnung vierung dungen keiten Summe
markt- Rekulti- aufwen- Verbindlich
EU-Zucker- Personal- Ungewisse

Die Sonstigen Rückstellungen sind mit 23.406 (Vorjahr 22.393) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 38.232 (Vorjahr 54.973) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpflichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung.

(27) Finanzverbindlichkeiten

Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28.2.2007 bis 1 bis über 28.2.2006 bis 1 bis über
1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Anleihen 20.000 0 20.000 0 20.000 0 20.000 0
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 505.235 193.796 306.583 4.856 398.627 165.904 224.030 8.693
Leasingverbindlichkeiten 912 651 261 0 1.938 988 950 0
Finanzverbindlichkeiten 526.147 194.447 326.844 4.856 420.565 166.892 244.980 8.693
Wertpapiere (langfristige
Vermögenswerte) –27.434 0 0 0 –25.507 0 0 0
Wertpapiere (kurzfristige
Vermögenswerte) –27.060 0 0 0 –32.322 0 0 0
Flüssige Mittel –132.218 0 0 0 –80.812 0 0 0
Nettofinanzschulden 339.435 0 0 0 281.924 0 0 0

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthält das Kapitel Finanzinstrumente/Derivate.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

Summe 24.097 18.209
Sonstige Pfandrechte 10.184 1.338
Grundpfandrechte 13.913 16.871
in t€ in t€
28.2.2007 28.2.2006

(28) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28.2.2007 bis 1 bis über 28.2.2006 bis 1 bis über
1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 191.875 191.873 2 0 229.117 229.117 0 0
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen 6.250 6.250 0 0 56.505 56.186 319 0
Rechnungs
abgrenzungsposten 6.825 6.825 0 0 6.814 6.814 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 149.326 147.250 1.424 652 67.959 65.302 1.847 810
davon aus
Restrukturierungs
abgabe (89.248) (89.248) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
Erwerb der Zusatzquote (17.268) (17.268) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
Ertragsteuern (4.076) (4.076) (0) (0) (10.819) (10.819) (0) (0)
sonstigen Steuern (5.339) (5.326) (13) (0) (7.335) (7.335) (0) (0)
im Rahmen der
sozialen Sicherheit (4.844) (4.844) (0) (0) (5.847) (5.847) (0) (0)
Summe 354.276 352.198 1.426 652 360.395 357.419 2.166 810

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 75.581 (Vorjahr 103.321) t€ ausgewiesen.

113

Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten weiters Steuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Versorgungseinrichtungen sowie aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.

(29) Passive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

28.2.2007 28.2.2006
Passive latente Steuern in t€ in t€
Anlagevermögen 22.477 31.501
Vorräte und Forderungen 15.055 14.311
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 7.656 8.171
Sonstige Schulden und Rückstellungen 86 3.268
Summe Passive latente Steuern 45.274 57.251
Saldierung von aktiven und passiven Steuer
abgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde –5.048 –6.978
Saldierte Passive Steuerabgrenzung 40.226 50.273

Die aktiven latenten Steuern ergeben eine saldierte aktive Steuerabgrenzung in Höhe von 9.230 (Vorjahr 14.490) t€ und sind unter Punkt (22) erläutert.

(30) Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

28.2.2007 28.2.2006
in t€ in t€
Bürgschaften 6.059 2.023
Gewährleistungsverpflichtungen,
Genossenschaftliche Haftungen 2.139 2.088
Patronatserklärungen 460 316
Eventualschulden 8.658 4.427
Barwert der innerhalb von 5 Jahren
fälligen Leasingraten 5.030 6.274
Bestellobligo für Investitionen
in Sachanlagen 73.275 23.030
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 78.305 29.304
Summe 86.963 33.731

ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZ-INSTRUMENTEN UND DERIVATEN

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Finanzinstrumente unterliegen typischerweise Zinsänderungs-, Währungs- und Kreditrisiken.

Zinsänderungsrisiko

Bei Finanzinstrumenten mit für die Laufzeit fest vereinbarten Zinsen besteht das Risiko darin, dass sich bei schwankendem Marktzinssatz der Kurswert des Finanzinstruments verändert (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah nach Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Veranlagungen in Dividendenpapiere und kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten sind keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt.

Währungsrisiko

Unter Währungsrisiko wird das Risiko von wechselkursindizierten Wertänderungen von Bilanzpositionen verstanden.

Kreditrisiko

Kreditrisiken aus Anlagen, Wertpapieren und Forderungen aus derivativen Sicherungsgeschäften werden minimiert, indem Geschäfte nur mit Partnern erstklassiger Bonität abgeschlossen werden.

Von den wesentlichen originären Anlage- und Finanzierungsinstrumenten zum 28. Februar 2007 entfallen, nach Bilanzpositionen gegliedert, auf:

Beteiligungen und Wertpapiere Vertrags- Anschaffungs
des langfristigen Vermögens währung Marktwert wert
in t€ in t€
Available for sale
Aktien, Ges.m.b.H.-Anteile, EUR 102.264 86.336
Genossenschaftsanteile, CZK 275 156
sonstige Beteiligungen HKD 1.261 1.261
Investment-Fonds EUR 19.790 15.712
Sonstige Wertpapiere EUR 8 8
USD 292 292
Anleihen EUR 4.865 4.307
Summe 128.755 108.072
Vorjahr (168.121) (108.581)
Wertpapiere des Vertrags- Anschaffungs
kurzfristigen Vermögens währung Marktwert wert
in t€ in t€
Available for sale
Investment- und EUR 19.483 19.179
Money Market Fonds MXN 6.511 6.511
TRL 968 968
Sonstige Wertpapiere EUR 98 98
Summe 27.060 26.756

Die nicht realisierte Differenz zwischen dem in der Bilanz angesetzten Marktwert und dem Anschaffungswert wurde erfolgsneutral in die Neubewertungsrücklage eingestellt.

Vorjahr (32.322) (32.326)

Verbindlichkeiten Kreditinstitute

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, so dass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit
Effektivzinssatz 28.2.2007 bis 1 bis über
2006 07 2005 06 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 2,49 2,78 228.950 7.941 216.443 4.566
PLN 4,00 4,00 169 85 84 0
SKK 0 3,30 0 0 0 0
2,49 2,81 229.119 8.026 216.527 4.566
Variabler Zinssatz
EUR 4,32 2,93 172.563 110.692 61.581 290
CHF 0 1,17 0 0 0 0
DKK 4,29 2,84 4.161 0 4.161 0
GBP 7,49 7,32 313 313 0 0
HUF 8,11 6,08 17.002 17.002 0 0
KRW 0 6,05 0 0 0 0
MAD 12,00 12,00 3 3 0 0
PLN 3,71 4,07 34.412 34.412 0 0
RON 9,40 7,54 435 435 0 0
SKK 4,96 0 2.353 2.353 0 0
USD 5,88 5,02 44.859 20.556 24.303 0
ZAR 10,00 10,00 15 4 11 0
4,75 3,75 276.116 185.770 90.056 290
Summe 3,72 3,46 505.235 193.796 306.583 4.856

Derivative Finanzinstrumente und Risikomanagement

Die AGRANA-Gruppe setzt zur teilweisen Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limite zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren, das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle überprüft.

117

53.501 8 53.493 0
0 0 0 0
584 584 0 0
24.807 24.807 0 0
6 6 0 0
420 420 0 0
26.602 26.602 0 0
252 252 0 0
8.035 3.881 4.154 0
1.887 1.887 0 0
159.432 91.596 67.490 346
123.075 15.835 98.893 8.347
6.607 6.607 0 0
254 85 169 0
116.214 9.143 98.724 8.347
in t€ in t€ in t€ in t€
1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
28.2.2006 bis 1 bis über
Stand davon Restlaufzeit

398.627 165.904 224.030 8.693

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
28.2.2007 28.2.2006 28.2.2007 28.2.2006
in t€ in t€ in t€ in t€
Währungsderivate 38.073 38.110 –296 601
Zinsderivate 31.000 47.000 –353 –120
Warenderivate 0 7.310 0 259
Summe 69.073 92.420 –649 740

Alle angeführten Derivativgeschäfte dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertänderungen der Geschäfte, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Referenzwert

Als Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente bezeichnet man die den Sicherungsgeschäften zugrunde liegenden Referenzwerte. Sicherungsgegenstand und Risiko sind nicht der Nominalwert, sondern die Preisänderungen, bezogen auf diesen Referenzwert.

Marktwerte

Die Ermittlung der Marktwerte erfolgt auf Basis quotierter Marktpreise zum Bilanzstichtag ohne Verrechnung mit etwaigen gegenläufigen Wertentwicklungen aus zugrunde liegenden Grundgeschäften.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe bei vorzeitiger Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen.

ANGABEN ÜBER GESCHÄFTS-BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG hält 100 % der Stammaktien der Z & S Zucker & Stärke Holding AG, die 75,5 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsges.m.b.H, Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen.

Weiters zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg.Gen.m.b.H., Wien, und deren Tochtergesellschaften zu den nahe stehenden Unternehmen.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber den oben angeführten nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 48.361 (Vorjahr 53.016) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Aus Warenlieferungen bestanden kurzfristige Forderungen von 3.671 (Vorjahr 5.917) t€. Gegenüber Joint-Venture-Partnern bestehen sonstige Schulden von 1.543 (Vorjahr 3.231) t€ und Finanzforderungen in Höhe von 2.512 (Vorjahr 0) t€.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betragen 1.472 (Vorjahr 1.596) t€ und bestehen aus einem fixen Anteil von 975 (Vorjahr 957) t€ sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 497 (Vorjahr 639) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der ausgeschütteten Dividende geknüpft.

Die Hauptversammlung hat am 14. Juli 2006 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 165 (Vorjahr 165) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Der die Ansparung übersteigende Betrag von 1.322 (im Vorjahr 1.246) t€ wird in den Rückstellungen ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart.

Wien, am 3. Mai 2007

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 28. FEBRUAR 2007

(mindestens 20 % Kapitalanteilsbesitz)

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft Sitz Land unmittelbar mittelbar
in % in %
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA Bioethanol GmbH Wien 74,90 %
AGRANA Internationale Verwaltungs
und Asset-Management GmbH Wien 100,00 %
AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH Wien 98,91% 1,09 %
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice
Gesellschaft m.b.H. Wien 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien 98,91% 1,09 %
AGRANA Stärke GmbH Wien 98,91% 1,09 %
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen
Produkten Gesellschaft m.b.H. Wien 100,00 %
Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H. Wien 100,00 %
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs
und Produktions Gesellschaft m.b.H. Wien 66,67 %
AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 87,36 %
Elsö Hazai Cukorgyártó és Forgalmazó Kft. Budapest Ungarn 99,19 %
INSTANTINA Hungária Élelmiszergyartó
és Kereskedelmi Kft. Petöháza Ungarn 66,67 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,32 %
Moravskoslezské Cukrovary a.s. Hrusovany Tschechien 97,66 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sered Slowakei 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Tandarei Rumänien 99,99 %
S.C. AGRANA Romania S.A. Buzau Rumänien 91,33 %
S.C. Romana Prod s.r.l. Roman Rumänien 91,33 %
AGRANA BiH Holding GmbH Wien 75,00 %
AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien 100,00 %
AGRANA Juice GmbH Gleisdorf 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark 100,00 %
AGRANA Juice Magyarorzág Kft. Vásásarosnamény Ungarn 100,00 %
AGRANA Juice Poland Sp z.o.o. Bialobrzegi Polen 100,00 %
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Romania Carei S.R.L Carei Rumänien 100,00 %
Financière Atys S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %

Anteil am Kapital

in % in %
AGRANA Fruit S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf 100,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,97 %
AGRANA Fruit Australia Pty Limited Central Mangrove Australien 100,00 %
AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. Kaplice Tschechien 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. Sao Paulo Brasilien 99,99 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio,
Importacao e Exportacao Ltda. Sao Paulo Brasilien 99,22 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd Dachang China 100,00 %
AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd Sigatoka Fiji 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida San Ve Tic A.S. Zincirlikuyu Türkei 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co., Ltd Seoul Südkorea 100,00 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacan Mexico 100,00 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 %
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V Michoacan Mexico 99,99 %
AGRANA Fruit Luka TOF Winniza Ukraine 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostroleka Polen 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOF Winniza Ukraine 100,00 %
AGRANA Fruit US, Inc Brecksville USA 100,00 %
Flavors from Florida, Inc Bartow USA 100,00 %
AGRANA Fruit Services Inc. Tampa USA 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Investments
South Africa (Proprietary) Ltd Kapstadt Südafrika 100,00 %
Fruimark (Proprietary) Ltd Kapstadt Südafrika 100,00 %
Dirafrost FFI Herk-de-Stad Belgien 100,00 %
Frefrost Sarl Laouamra Marokko 100,00 %
Diramar Sarl Laouamra Marokko 100,00 %
Dirafrost France S.A. St. Genis Laval Frankreich 100,00 %
Yube d.o.o. Grdovici Serbien 100,00 %

Dirafrost Deutschland GmbH Hof Deutschland – 100,00 %

Name der Gesellschaft Sitz Land unmittelbar mittelbar

121

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft Sitz Land unmittelbar mittelbar
in % in %
Unternehmen, die nach der Equity-Methode
bewertet wurden
Österreichische Rübensamenzucht
Gesellschaft m.b.H. Wien 86,00 %
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. Wien 100,00 %
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H. Garmisch-Partenkirchen Deutschland 100,00 %
Hottlet Sugar Trading N.V. Berchem Belgien 25,10 %
Schoko-Schwind Kft. Kecskemet Ungarn 100,00 %
AGRANA Skrob s.r.o. Hrusovany Tschechien 100,00 %
Caragrimex S.A. Carei Rumänien 99,26 %
PFD-Processed Fruit Distribution Ltd. Nicosia Zypern 100,00 %
Diragri Sarl Laouamra Marokko 100,00 %
Egybe Sarl Kairo Ägypten 100,00 %
DIVA2 GmbH Hamburg Deutschland 100,00 %

II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Unternehmen, die nach der Quoten-Methode

bewertet wurden
HUNGRANA Keményitö- és
Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. Szabadegyhaza Ungarn 50,00 %
Hungranatrans Kft. Szabadegyhaza Ungarn 50,00 %
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien 37,50 %
Xianyang Andre Juice Co., Ltd. Xianyang City China 50,00 %

Nicht einbezogene gemeinschaftlich

geführte Unternehmen
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. Brcko Bosnien- 37,50 %
Herzegowina

123

ORGANE DER GESELLSCHAFT

AUFSICHTSRAT

Vorsitzender

Präsident Generalanwalt Ökonomierat Dr. Christian Konrad, Wien, unabhängig bestellt seit 19.12.1990 bis zur 20. o.HV (2007)

  • ❚ Vorsitzender des Aufsichtsrats der UNIQA Versicherungen AG, Wien
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrats der DO & CO Restaurants & Catering AG, Wien
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrats der BAYWA AG, München
  • ❚ Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim

1. Vorsitzender-Stellvertreter

Dr. Rudolf Müller, Ochsenfurt, unabhängig bestellt seit 30.3.1995 bis zur 20. o.HV (2007)

2. Vorsitzender-Stellvertreter

Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder Mühldorf

bestellt seit 23.3.1994 bis zur 20. o.HV (2007)

  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Wien AG, Wien
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrats der VK Mühlen AG, Hamburg
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrats der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim

Mitglieder

Ludwig Eidmann, Groß-Umstadt, unabhängig bestellt seit 2.7.2004 bis zur 20. o.HV (2007)

❚ Mitglied des Aufsichtsrats der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim

Dr. Hans-Jörg Gebhard, Eppingen, unabhängig bestellt seit 9.7.1997 bis zur 20. o.HV (2007)

❚ Vorsitzender des Aufsichtsrats der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim

Dr. Christoph Kirsch

Weinheim/Bergstrasse, unabhängig bestellt seit 23.3.1994 bis 14.7.2006

❚ Mitglied des Aufsichtsrats der Vossloh AG, Werdohl

Dr. Theo Spettmann, Ludwigshafen, unabhängig bestellt seit 14.7.2006 bis zur 20. o.HV (2007)

❚ Mitglied des Aufsichtsrats der Mannheimer AG Holding, Mannheim

Nationalrat Ing. Hermann Schultes Zwerndorf, unabhängig bestellt seit 12.7.2002 bis 14.7.2006

Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger

Baumgarten/March, unabhängig bestellt seit 14.7.2006 bis zur 20. o.HV (2007)

Mag. Christian Teufl, Wien

bestellt seit 10.7.2003 bis zur 20. o.HV (2007)

❚ Mitglied des Aufsichtsrats der VK Mühlen AG, Hamburg

Vom Betriebsrat delegiert

Thomas Buder Tulln (ab 1.8.2006)

Dipl.-Ing. Franz Ennser Wien

Harald Toth Leopoldsdorf (bis 31.7.2006)

Ing. Peter Vymyslicky Leopoldsdorf

Erich Weissenböck Gmünd

Ausschüsse und ihre Mitglieder

Personalausschuss

(Nominierungs- und Vergütungsausschuss)

Dr. Christian Konrad Dr. Rudolf Müller Mag. Erwin Hameseder

Präsidialausschuss (Strategieausschuss)

Dr. Christian Konrad Dr. Rudolf Müller Mag. Erwin Hameseder Dr. Hans-Jörg Gebhard

Prüfungsausschuss

Mag. Erwin Hameseder Dr. Theo Spettmann Dipl.-Ing. Franz Ennser

VORSTAND

Vorsitzender

Dipl.-Ing. Johann Marihart Limberg

Mitglieder

Mag. Walter Grausam Wien

Dkfm. Thomas Kölbl Mannheim

BERICHT DES ABSCHLUSSPRÜFERS UND UNEINGESCHRÄNKTER BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 28. Februar 2007, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 28. Februar 2007 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler, ist; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers, unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzungen berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2007 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. März 2006 bis zum 28. Februar 2007 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Wien, am 3. Mai 2007

KPMG Austria GmbH LOGOS Wirtschaftsprüfungs- und Wirtschaftsprüfungs- und

Mag. Rainer Hassler ppa Dkfm. Reiner Kaps Mag. Michael Rab Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Steuerberatungsgesellschaft Steuerberatungsges.m.b.H.

KENNZAHLEN

Abkürzung Kennzahlen
Definitionen
2006 07 Vorjahr
BFS Brutto-Finanzschulden
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
+ Verbindlichkeiten aus Anleihen
+ Leasingverbindlichkeiten
in t€
526.147
in t€
420.565
CE Capital employed
(SAV + IAV) + WC
1.246.087 1.151.735
Dividendenrendite Dividende pro Aktie / Schlusskurs 2,6 % 2,5 %
EBITDA Earnings before Interest, Tax, Depreciation
and Amortization (GuV: Z8 + Z6)
Operatives Ergebnis + AFA
187.493 164.624
EBITDA-Marge EBITDA x 100 / Umsatz 9,8 % 11,0 %
EKQ Eigenkapital-Quote
Eigenkapital / Gesamtkapital
46,4 % 47,9 %
EPS Earnings per share
Konzernjahresüberschuss / Aktienanzahl
4,85 € 4,42 €
EVS Equity value per share
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital / Aktienanzahl
61,3 € 61,4 €
FCF Free Cashflow
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit
–30.095 31.023
Gearing NFS / Eigenkapital inkl. Minderheitenanteil x 100 37,9 % 31,8 %
IAV Immaterielles Vermögen mit Geschäfts-/Firmenwert 254.516 230.852
KGV (Ultimo) Kurs-Gewinn-Verhältnis
Schlusskurs / EPS
15,7 17,6
NFS Nettofinanzschulden
BFS – (Kassa + Scheck + Sonstige Bankguthaben
+ kurzfristige Wertpapiere + langfristige Wertpapiere)
339.435 281.924
Operatives Ergebnis Earnings before Interest and Tax 106.988 99.547
Operative Marge Operatives Ergebnis x 100 / Umsatz 5,6 % 6,6 %
ROCE Return on Capital employed
Operatives Ergebnis / CE
8,6 % 8,6 %
ROS Return on Sales
Ergebnis vor Steuern x 100 / Umsatz
4,9 % 4,8 %
SAV Sachanlagevermögen 545.005 499.283
WC Working Capital
Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
+ Sonstige Vermögenswerte – kurzfristige Rückstellungen
– kurzfristig erhaltene Anzahlungen – Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen – Sonstige Verbindlichkeiten
446.566 417.027

128

129 JAHRESABSCHLUSS 2006|07

der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB

  • Bilanz
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Vorschlag für die Gewinnverteilung

BILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2007

Stand am
28.2.2007 Vorjahr
in t€ in t€
AKTIVA A. Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
929 38
II. Sachanlagen 1.229 975
III. Finanzanlagen 434.002 313.874
436.160 314.887
B. Umlaufvermögen
I.
Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände 125.641 295.703
II. Wertpapiere 10.156 10.456
III. Kassenbestand,
Guthaben bei Kreditinstituten 3 5
135.800 306.164
Summe Aktiva 571.960 621.051
PASSIVA A. Eigenkapital
I.
Grundkapital
103.210 103.210
II. Kapitalrücklagen 418.990 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 27.765 27.734
davon Gewinnvortrag 40 (Vorjahr 2) t€
563.893 563.862
B. Unversteuerte Rücklagen 0 0
C. Rückstellungen
I.
Rückstellung für Pensionen,
Abfertigungen und Jubiläumsgelder 1.607 1.486
II. Rückstellung für Steuern und Sonstige 2.529 3.023
4.136 4.509
D. Verbindlichkeiten
I.
Finanzverbindlichkeiten
0 0
II. Übrige Verbindlichkeiten 3.931 52.680
3.931 52.680
Summe Passiva 571.960 621.051
Haftungsverhältnisse 391.868 277.530

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2006|07

vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007

2006 07 Vorjahr
in t€ in t€
1. Umsatzerlöse 191 147
2. Sonstige betriebliche Erträge 20.723 17.102
3. Aufwendungen für Material und
sonstige bezogene Leistungen –21 0
4. Personalaufwand –11.382 –9.989
5. Abschreibungen auf Immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –736 –484
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen –12.246 –9.618
7. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 6) –3.471 –2.842
8. Erträge aus Beteiligungen 26.610 28.941
davon aus verbundenen Unternehmen
23.236 (Vorjahr 25.755) t€
9. Erträge aus anderen Wertpapieren
des Finanzanlagevermögens 192 131
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.300 7.097
davon aus verbundenen Unternehmen
5.172 (Vorjahr 2.497) t€
11. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 0 0
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und
aus Wertpapieren des Umlaufvermögens –157 –1.519
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –83 –267
14. Finanzerfolg (Z 8 bis 13) 32.862 34.383
15. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 29.391 31.541
(Z 1 bis 13)
16. Steuern vom Einkommen –1.666 –109
17. Jahresüberschuss 27.725 31.432
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 0 0
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0 –3.700
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 40 2
21. Bilanzgewinn 27.765 27.734

131

UNEINGESCHRÄNKTER BESTÄTIGUNGSVERMERK

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Die Buchführung, die Aufstellung und der Inhalt dieses Jahresabschlusses sowie des Lageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung und einer Aussage, ob der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss steht.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass ein hinreichend sicheres Urteil darüber abgegeben werden kann, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, und eine Aussage getroffen werden kann, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Unternehmens sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Nachweise für Beträge und sonstige Angaben in der Buchführung und im Jahresabschluss überwiegend auf Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Wien, am 30. April 2007

KPMG Austria GmbH LOGOS Wirtschaftsprüfungs- und Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Steuerberatungsges.m.b.H.

Mag. Rainer Hassler ppa Dkfm. Reiner Kaps Mag. Michael Rab Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERTEILUNG

2006 07
in €
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007
schließt mit einem Bilanzgewinn von 27.764.784
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 1,95 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 27.693.978
Vortrag auf neue Rechnung 70.806
27.764.784

BERICHT DES AUFSICHTSRATES 134

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres 2006|07 in insgesamt fünf Sitzungen sowie anhand regelmäßiger Berichte des Vorstandes und ausführlicher schriftlicher Unterlagen über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens, über den Geschäftsgang und die Geschäftsentwicklung, über die Finanzlage, die Investitionsvorhaben und besondere Geschäftsvorfälle sowie über die Unternehmenspolitik unterrichtet und hierüber mit dem Vorstand beraten. Im Mittelpunkt der intensiven Beratungen in den Sitzungen des Aufsichtsrates und des Strategieausschusses standen insbesondere die Unternehmensstrategien, zukünftige Wachstumsmöglichkeiten und die Beteiligungsaktivitäten und -finanzierung. Der Personalausschuss beriet die dienstrechtlichen Angelegenheiten der Vorstandsmitglieder.

Mit Ablauf der Hauptversammlung am 14. Juli 2006 sind Herr Dr. Christoph Kirsch und Herr Ing. Hermann Schultes aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Herr Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger und Herr Dr. Theo Spettmann wurden an ihrer Stelle von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt. Seitens des Konzernbetriebsrates wurde ab 1. August 2006 Herr Thomas Buder an Stelle von Herrn Harald Toth in den Aufsichtsrat entsendet. Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern für ihre langjährige und konstruktive Mitarbeit in diesem Gremium.

Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der Lagebericht/ Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2006|07 sind unter Einbeziehung der Buchführung von den durch die Hauptversammlung bestellten Abschlussprüfern, der KPMG Austria GmbH, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, und der LOGOS Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsges.m.b.H., Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis dieser Prüfung zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsratsausschuss zur Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses hat den Jahresabschluss geprüft und dem Aufsichtsrat im Beisein der Abschlussprüfer berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den Lagebericht/Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2006|07 sowie den Vorschlag des Vorstandes für die Gewinnverteilung geprüft.

Alle diese Prüfungen haben nach ihrem abschließenden Ergebnis keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2006|07 gebilligt. Diese sind damit gemäß § 125 Abs. 2 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat nimmt den Lagebericht und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2006|07 zustimmend zur Kenntnis und schließt sich dem Vorschlag für die Gewinnverteilung an.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und allen Mitarbeitern des Unternehmens und der AGRANA-Gruppe für die geleistete Arbeit Anerkennung und Dank aus.

Wien, im Mai 2007

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates

Dr. Christian Konrad

KONTAKT 136

AGRANA BETEILIGUNGS-AG

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 Telefon: +43-1-211 37-0, Fax: -12998 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation/

Investor Relations Mag. Doris Schober Telefon: +43-1-211 37-12084, Fax: -12045 E-Mail: [email protected] www.agrana.com

TOCHTERGESELLSCHAFTEN

AGRANA Zucker GmbH

Sitz: A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 Telefon: +43-1-211 37-0, Fax: -12998 Verwaltung: A-3430 Tulln, Josef-Reither-Straße 21–23 Telefon: +43-2272-602-0, Fax: -11225 E-Mail: [email protected]

AGRANA Stärke GmbH

Sitz: A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 Telefon: +43-1-211 37-0, Fax: -12998 Verwaltung: A-3950 Gmünd, Conrathstraße 7 Telefon: +43-2852-503-0, Fax: -19420 E-Mail: [email protected]

AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 Telefon: +43-1-211 37-0, Fax: -12853 E-Mail: [email protected]

AGRANA Bioethanol GmbH

Sitz: A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 Telefon: +43-1-211 37-0, Fax: -12998 E-Mail: [email protected] Verwaltung: A-3435 Pischelsdorf, Industriegelände Telefon: +43-2277-90303-0, Fax: -13133 E-Mail: [email protected]

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 Telefon: +43-1-211 77-0, Fax: -12021 E-Mail: [email protected]

Impressum

Eigentümer, Herausgeber und Verleger: AGRANA Beteiligungs-AG A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 Konzernkommunikation/Investor Relations Mag. Doris Schober Telefon: +43-1-211 37-12084, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]

Design: Kreativstudio Marchesani Fotokonzept: Martrix Fotos: Bernhard Angerer, Peter Rigaud (Vorstand)

Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

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