Interim / Quarterly Report • Oct 8, 2020
Interim / Quarterly Report
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Bericht über das erste Halbjahr 2020|21
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
2 Durchschnittlich beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
Die COVID-19-Pandemie war auch im zweiten Geschäftsjahresquartal (Juni bis August 2020) für AGRANA ein bestimmendes Thema. Nach dem Lockdown folgten zwar Lockerungsmaßnahmen, einer raschen Normalisierung im Individualverkehr und damit dem Bioethanolabsatz standen aber Umsatzeinbrüche im "out-of-home"-Konsum gegenüber. Hatten unsere Lebensmittelkunden im ersten Quartal noch Vorräte aufgebaut, so fand zuletzt eher wieder ein Abbau dieser Bestände statt.
Das AGRANA-Krisenmanagement weltweit hat sich bewährt, wir hatten keine Produktionsstillstände und nur wenige COVID-19-Fälle in der Belegschaft mit individuell mildem Verlauf zu verzeichnen.
Trotz der Pandemie lag unser Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) nach sechs Monaten bei 55,8 Mio. € und damit um knapp 8 % über dem Vorjahr. Die Umsatzerlöse stiegen bei stabilen Absatzmengen im H1 2020|21 um rund 5 %.
Die Stabilität unserer Geschäftsentwicklung ist zu einem Gutteil unserer Diversifikation zu danken. Im AGRANA-Konzern gibt es vielfältige Ausgleichsmöglichkeiten, regional und divisional: Eine schwächere Performance eines Segmentes kann meist durch eine positive Entwicklung in einem anderen Geschäftsbereich abgefedert werden.
Das zeigte sich im ersten Halbjahr 2020|21 u.a. im Segment Stärke, wo trotz deutlich schwächerer Stärke-Absätze im Papierbereich das Vorjahresergebnis gehalten werden konnte. Der Hauptgrund dafür war eine v.a. im zweiten Quartal sehr gute Geschäftsentwicklung bei Bioethanol. Gab es im Q1 2020|21 eine Kompensation des Einbruchs im Treibstoffsektor durch den positiven Mengeneffekt der Desinfektionsmittel-Hausse, so war es in den letzten vier Monaten die Normalisierung des Individualverkehrs gepaart mit einer sehr positiven Entwicklung der Ethanolpreisnotierungen.
Mitverantwortlich für das solide Konzern-EBIT im H1 2020|21 war die Entwicklung im Segment Zucker, die auch im zweiten Quartal eine Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Vorjahr brachte. Vor allem höhere Zuckererlöse haben dazu beigetragen. Dennoch blieb das Zucker-EBIT negativ.
Im Segment Frucht hielten wir im Fruchtzubereitungsgeschäft ergebnismäßig das Vorjahresniveau. Die Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war aufgrund einer geringeren Mengenverfügbarkeit aus der vorjährigen Apfelernte deutlich schwächer.
Zum Halbjahr möchte ich auch kurz auf die aktuelle Rohstoffsituation, speziell im Segment Zucker, eingehen: Wir erwarten aufgrund der ausgiebigen Sommerniederschläge sehr gute Erträge bei Mais, Kartoffeln und auch bei Zuckerrüben. Durch den Schädlingsdruck und die trockene Frühjahrswitterung werden in Österreich allerdings nur rund 26.000 Hektar Zuckerrüben zur Ernte kommen.
Da nun bei der Rübenernte Rekorderträge je Hektar von 20 % über dem langjährigen Durchschnitt zu erwarten sind, werden beide österreichischen Zuckerfabriken eine Kampagne 2020 fahren. Sollten jedoch bis Mitte November 2020 keine 38.000 Hektar Rüben in Österreich für das nächste Zuckerwirtschaftsjahr 2021|22 kontrahiert werden können, wird die Zuckerfabrik Leopoldsdorf nach der diesjährigen Kampagne geschlossen. Insgesamt erwarten wir heuer, dass im Segment Zucker über 5 Mio. Tonnen Rüben von knapp 80.000 Hektar Anbaufläche zur Verarbeitung gelangen.
Unsere Betain-Anlage wurde im August 2020 erfolgreich in Betrieb genommen und die Markteinführung des kristallinen Produktes hat begonnen.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, in Coronavirus-Zeiten ist ein erstes Halbjahr mit einem EBIT über Vorjahresniveau nicht selbstverständlich. Wir sind zuversichtlich, auch auf Gesamtjahressicht das Konzern-EBIT 2019|20 übertreffen zu können – dies wird allerdings auch vom weiteren COVID-19-Pandemieverlauf abhängen.
Für die nächsten Monate wünsche ich Ihnen weiterhin Gesundheit und alles Gute!
Ihr
Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender
| Konzern-Gewinn- und Verlust rechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2020 21 |
H1 2019 20 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.309,3 | 1.250,0 |
| EBITDA1 | 101,1 | 90,8 |
| Operatives Ergebnis | 47,4 | 44,0 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
8,9 | 7,7 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,5 | 0,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 55,8 | 51,7 |
| EBIT-Marge | 4,3 % | 4,1 % |
| Finanzergebnis | -9,1 | -7,9 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 46,7 | 43,8 |
| Ertragsteuern | -12,3 | -14,9 |
| Konzernergebnis | 34,4 | 28,9 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,54 | 0,43 |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im ersten Halbjahr 2020|21 (1. März bis 31. August 2020) mit 1.309,3 Mio. € leicht über dem Vorjahr, wobei der Umsatzanstieg auf die positive Erlösentwicklung im Segment Zucker zurückzuführen war.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im ersten Halbjahr 2020|21 55,8 Mio. € und lag damit moderat über dem Vorjahr. Im Segment Frucht ging das EBIT aufgrund einer schwächeren Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft um 16,6 % auf 30,1 Mio. € zurück. Die seit dem zweiten Quartal hohen Ethanolpreise führten zu einem konstanten EBIT von 34,7 Mio. € im Segment
| Konzern-Gewinn- und Verlust | Q2 | Q2 |
|---|---|---|
| rechnung (verkürzt) | 2020 21 | 2019 20 |
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | ||
| Umsatzerlöse | 656,7 | 611,6 |
| EBITDA1 | 46,4 | 39,3 |
| Operatives Ergebnis | 19,3 | 16,5 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter | ||
| nehmen, die nach der Equity-Methode | 5,0 | 4,3 |
| bilanziert werden | ||
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,5 | 0,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 23,8 | 20,8 |
| EBIT-Marge | 3,6 % | 3,4 % |
| Finanzergebnis | -3,0 | -4,1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 20,8 | 16,7 |
| Ertragsteuern | -5,6 | -6,1 |
| Konzernergebnis | 15,2 | 10,6 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,24 | 0,16 |
Stärke. Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr festere Preise und höhere Verkaufsmengen zu einer Halbierung des Verlustes auf -9,0 Mio. € (Vorjahr: -18,7 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf -9,1 Mio. € nach -7,9 Mio. € im Vorjahr, wobei die negative Veränderung v.a. aus einer Verschlechterung des Sonstigen Finanzergebnisses (primär höhere Gebühren) resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 12,3 Mio. €, einer Steuerquote von 26,3 % (Vorjahr: 34,0 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 34,4 Mio. € (Vorjahr: 28,9 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie stieg auf 0,54 € (Vorjahr: 0,43 €).
Im ersten Halbjahr 2020|21 investierte AGRANA mit 27,8 Mio. € um 40,3 Mio. € weniger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen wurden nach Abschluss der Großprojekte der vergangenen Jahre deutlich zurückgefahren und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen | H1 2020 21 |
H1 2019 20 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € | |||
| Segment Frucht | 13,4 | 22,3 | -39,9 % |
| Segment Stärke | 9,4 | 37,5 | -74,9 % |
| Segment Zucker | 5,0 | 8,3 | -39,8 % |
| Konzern | 27,8 | 68,1 | -59,2 % |
Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität und Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:
Umrüstung der Energieversorgung des Standorts Sered'|Slowakei auf Erdgas
Zusätzlich wurden im H1 2020|21 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 21,1 Mio. € (100%; Vorjahr: 14,9 Mio. €) getätigt.
Die Hauptinvestition für das laufende Geschäftsjahr 2020|21 stellt das Projekt Betainkristallisation der Beta Pura GmbH dar. Gemeinsam mit The Amalgamated Sugar Company LLC, Boise|USA, werden am Standort Tulln|Österreich rund 37 Mio. € (100 %) in die Veredelung von Nebenprodukten aus der Zuckerproduktion investiert. Aufgrund der COVID-19-Pandemie startete die Produktion mit geringfügiger Verzögerung im August 2020. Aktuell wird die Anlage hochgefahren und es werden Optimierungsmaßnahmen umgesetzt.
| H1 2020 21 | H1 2019 20 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in Mio. € | |||
| Cashflow aus dem Ergebnis | 112,8 | 81,8 | 37,9 % |
| Veränderungen des Working Capital | -28,1 | -9,3 | > -100 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | -13,2 | -12,8 | -3,1 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 71,5 | 59,7 | 19,8 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -32,3 | -69,0 | 53,2 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -29,0 | 36,4 | > -100 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 10,2 | 27,1 | -62,4 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassung auf den Finanzmittelbestand |
-5,3 | -0,5 | > -100 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 93,4 | 82,6 | 13,1 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 98,3 | 109,2 | -10,0 % |
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg im ersten Halbjahr 2020|21 u.a. aufgrund des verbesserten Konzernergebnisses auf 112,8 Mio. € (Vorjahr: 81,8 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode deutlich höheren Aufbau des Working Capital um 28,1 Mio. € (Vorjahr: 9,3 Mio. €) verbesserte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im H1 2020|21 auf 71,5 Mio. € (Vorjahr: 59,7 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug bei deutlich reduzierten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -32,3 Mio. € (Vorjahr: -69,0 Mio. €). Darin enthalten ist die Kaufpreiszahlung für den Erwerb des in Santa Cruz|USA angesiedelten Unternehmens Marroquin Organic International, Inc. durch die AGRANA Stärke GmbH (siehe auch Anhang des Konzernzwischenabschlusses, Seite 21). Vor allem die Dividendenauszahlung führte zu einem Cashabfluss aus Finanzierungstätigkeit von rund 29,0 Mio. € (Vorjahr: Cashzufluss von 36,4 Mio. €; primär bestimmt durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens).
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 31.08.2020 | 29.02.2020 | ||
| Aktiva | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.289,5 | 1.331,9 | -3,2 % |
| davon Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 275,5 | 275,1 | 0,1 % |
| davon Sachanlagen | 884,1 | 932,8 | -5,2 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.121,1 | 1.217,5 | -7,9 % |
| davon Vorräte | 556,1 | 710,5 | -21,7 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 381,8 | 319,5 | 19,5 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 98,3 | 93,4 | 5,2 % |
| Summe Aktiva | 2.410,6 | 2.549,4 | -5,4 % |
| Eigenkapital | 1.329,9 | 1.387,1 | -4,1 % |
|---|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.268,8 | 1.323,7 | -4,1 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 61,1 | 63,4 | -3,6 % |
| Langfristige Schulden | 561,4 | 565,3 | -0,7 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 445,2 | 450,2 | -1,1 % |
| Kurzfristige Schulden | 519,3 | 597,0 | -13,0 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 152,1 | 126,8 | 20,0 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 207,7 | 311,8 | -33,4 % |
| Summe Passiva | 2.410,6 | 2.549,4 | -5,4 % |
| Nettofinanzschulden | 479,6 | 464,0 | 3,4 % |
|---|---|---|---|
| Gearing1 | 36,1 % | 33,5 % | 2,6 pp |
| Eigenkapitalquote | 55,2 % | 54,4 % | 0,8 pp |
Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2019|20 moderat gesunkenen Bilanzsumme zum 31. August 2020 von 2,41 Mrd. € (29. Februar 2020: 2,55 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 55,2 % (29. Februar 2020: 54,4 %).
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte ging v.a. abschreibungsbedingt leicht zurück. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken moderat; einer deutlichen Verringerung der Vorratsposition stand dabei ein Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Auf der Passivseite blieben die langfristigen Schulden nahezu unverändert. Die kurzfristigen Schulden sanken, wobei den erhöhten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein deutlicher Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüberstand.
Die Nettofinanzschulden zum 31. August 2020 lagen mit 479,6 Mio. € um 15,6 Mio. € über dem Wert per 29. Februar 2020 (31. August 2019: 423,6 Mio. €). Das Gearing zum Quartalsstichtag stieg folglich auf 36,1 % (29. Februar 2020: 33,5 %; 31. August 2019: 31,2 %).
| Kennzahlen zur Aktie | H1 2020 21 |
|---|---|
| Höchstkurs (6. Juli 2020) | 18,90 € |
| Tiefstkurs (16. März 2020) | 13,02 € |
| Ultimokurs (31. August 2020) | 17,78 € |
| Buchwert je Aktie zum Ultimo | 20,30 € |
| Marktkapitalisierung zum Ultimo | 1.111,1 Mio. € |
Die AGRANA-Aktie startete mit einem Kurs von 17,56 € in das Geschäftsjahr 2020|21 und schloss zum Ultimo August 2020 mit 17,78 €, was einem leichten Plus von 1,3 % entspricht. Der österreichische Leitindex (ATX) ging im selben Zeitraum um 20,5 % deutlich zurück.
Die Zahl der durchschnittlich gehandelten Aktien1 pro Tag betrug in der Periode März bis August 2020 etwas über 27.000 Stück (Vorjahr: rund 32.000 Stück).
Die Entwicklung des AGRANA-Aktienkurses finden Sie auf der Website www.agrana.com -> Investoren -> Aktie -> Aktienkurs. Die Marktkapitalisierung betrug per Ultimo August 2020 1.111,1 Mio. €.
Bei der am 3. Juli 2020 abgehaltenen 33. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-AG wurde für das Geschäftsjahr 2019|20 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,77 € je Aktie (2018|19: 1,00 € je Aktie) beschlossen; die Auszahlung erfolgte im Juli 2020.
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2020 21 |
H1 2019 20 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 601,8 | 595,6 |
| EBITDA2 | 50,3 | 55,3 |
| Operatives Ergebnis | 30,6 | 36,1 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,5 | 0,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 30,1 | 36,1 |
| EBIT-Marge | 5,0 % | 6,1 % |
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q2 2020 21 |
Q2 2019 20 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 298,1 | 284,1 |
| EBITDA2 | 24,2 | 23,8 |
| Operatives Ergebnis | 14,6 | 14,3 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -0,5 | 0,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 14,1 | 14,3 |
| EBIT-Marge | 4,7 % | 5,0 % |
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen im H1 2020|21 mit 601,8 Mio. € leicht über dem Vorjahresniveau. Bei Fruchtzubereitungen blieben die Umsätze trotz etwas niedrigerer Absätze stabil. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die Umsatzerlöse über dem Vorjahr. Dies resultierte im Wesentlichen aus höheren Preisen für Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2019.
1 Doppelzählung, wie von der Wiener Börse veröffentlicht
2 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Das EBIT im Segment erreichte nach sechs Monaten 30,1 Mio. € und lag damit um 16,6 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Grund für die Verschlechterung lag im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate. Geringere Ausliefermengen in Kombination mit geringeren Deckungsbeiträgen bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2019 waren hierfür maßgeblich. Bei Fruchtzubereitungen erreichte das EBIT beinahe den Vorjahreswert. Einer Verbesserung des EBITs in Mexiko sowie Nordamerika und Einsparungen in der Verwaltung standen Ergebnisrückgänge in den Regionen Südamerika und Europa, resultierend aus geringeren Verkaufsvolumina v.a. aufgrund der Coronavirus-Krise, gegenüber.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme, Backwaren und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss und Convenience. Die globale COVID-19-Pandemie hat einen großen Einfluss auf viele dieser Konsumtrends. So steigt z.B. die Nachfrage nach "Comfort Food", also nach Lebensmitteln, die das Gefühl von Genuss, Sicherheit und Nostalgie vermitteln. Außerdem fokussieren sich Konsumenten auf das Thema Gesundheit. Produkte, die auf die Förderung des Immunsystems abzielen, haben kurz- und mittelfristig großes Potenzial am Markt. Ungeachtet dieser Möglichkeiten führt die globale Rezession zu einer Tendenz zu günstigeren und simpleren Produkten. Premium-Produkte müssen sehr gut positioniert werden, um nicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Marktanteile an günstigere Eigenmarken zu verlieren.
Die Marktentwicklung für den Hauptabsatzmarkt Fruchtjoghurt wird durch die globale COVID-19-Pandemie leicht negativ beeinflusst. Aktuelle Prognosen von Euromonitor zeigen eine globale Wachstumsrate für Joghurt im Kalenderjahr 2020 von 1,8 %. Dies liegt 0,5 Prozentpunkte unter der prognostizierten Wachstumsrate vor dem Ausbruch der Coronavirus-Krise.
Die Nachfrage nach Apfelsaftkonzentrat war im Frühjahr weiterhin solide und konnte aus der Ernte 2019 bedient werden.
Für Buntsaftkonzentrate aus der Ernte 2020 wurden bereits für die überwiegende Mengen Verträge mit Kunden abgeschlossen. Besonders bei Kirsche und Himbeere war das Marktumfeld äußerst herausfordernd, was zu unter dem Vorjahr liegenden Margen führte. Auch war bei den Eindeckungen ein sehr defensives und zögerliches Vorgehen der Kunden zu beobachten.
Die Erdbeerernte konnte im Juli in allen relevanten Beschaffungsmärkten abgeschlossen werden. Die geplante Bedarfsmenge wurde zu leicht höheren Preisen als im Vorjahr vollständig kontrahiert. In Ländern mit mediterranen Klimazonen wie Marokko, Ägypten und Spanien stand aufgrund eingeschränkter Verarbeitungskapazitäten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie eine geringere Rohstoffmenge zur Verfügung. Bei den kontinentalen Sorten aus Polen und der Ukraine lag die Erntemenge unter den Erwartungen, wofür in erster Linie ungünstige Witterungsverhältnisse während der Blüte und Erntephase verantwortlich waren. Des Weiteren wurden auch wieder vermehrt chinesische Erdbeeren für die Werke in Übersee eingekauft.
In Mexiko wurde betreffend Mangoverarbeitung die Planmenge trotz COVID-19-Restriktionen erreicht, allerdings, wie in Indien, zu höheren Rohstoffkosten als im Vorjahr.
Die Sauerkirschenernte in Serbien und Polen verlief sehr gut mit signifikanten Preisreduktionen von bis zu 35 % gegenüber der Vergleichsperiode.
Die Sommerernten bei Himbeere in Serbien, Polen und Ukraine brachten leicht unterdurchschnittliche Erträge mit Preisen auf Vorjahresniveau. Es besteht eine anhaltend hohe Nachfrage vom Frischmarktsektor.
Im ersten Halbjahr 2020|21 wurden für den Fruchtzubereitungsbereich rund 218.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft.
In der überwiegend abgeschlossenen Buntsaftverarbeitungssaison 2020 im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate waren v.a. bei roten Beeren und auch insgesamt Rohstoffpreise, die deutlich über dem Vorjahr liegen, zu verzeichnen.
Bei der Hauptfrucht des Fruchtsaftkonzentratgeschäftes, Apfel, wird mit einer guten Rohstoffverfügbarkeit in der Hauptanbauregion Polen gerechnet. Aufgrund des Frühjahrsfrostes in Ungarn liegen die Ernteerwartungen dort auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. In China begann die Apfelübernahme bereits Anfang August, es wird hier von einer sehr guten Rohstoffversorgung ausgegangen.
Umsatzanteil
| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2020 21 |
H1 2019 20 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 407,2 | 407,8 |
| EBITDA1 | 48,0 | 44,3 |
| Operatives Ergebnis | 25,1 | 27,1 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
9,6 | 7,2 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 34,7 | 34,3 |
| EBIT-Marge | 8,5 % | 8,4 % |
| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q2 2020 21 |
Q2 2019 20 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 202,8 | 200,1 |
| EBITDA1 | 23,4 | 20,7 |
| Operatives Ergebnis | 11,8 | 11,9 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
5,9 | 4,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 17,7 | 15,9 |
| EBIT-Marge | 8,7 % | 7,9 % |
Die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2020|21 lagen mit 407,2 Mio. € auf dem Vorjahresniveau. Durch den Vollbetrieb der neuen, zweiten Weizenstärkeanlage stiegen die Absätze und Umsätze der eigengefertigten Produkte insgesamt.
Gleichzeitig gingen die Handelswarenumsätze markant zurück, da der Vertrieb von Zucker-Nebenprodukten nunmehr auf Provisionsbasis abgerechnet wird und der entsprechende Umsatz nicht mehr im Segmentumsatz enthalten ist. Nachdem die Platts-Ethanolpreisnotierungen im März 2020 im Zuge des COVID-19-Lockdowns und der deutlich gesunkenen Benzinnachfrage massiv einbrachen, erholten sich diese v.a. im Laufe des zweiten Geschäftsjahresquartals aufgrund des wieder gestiegenen Individualverkehrsaufkommens sukzessive und erreichten im August sogar ein neues Allzeit-Hoch. Die Absätze bei Verzuckerungsprodukten wurden durch die COVID-19-Krise negativ beeinflusst.
Das EBIT im Segment Stärke lag mit 34,7 Mio. € leicht über dem Vorjahreswert. Ergebnisbestimmend waren die hohen Verkaufspreise für Ethanol, womit die schwächere Marktnachfrage ausgeglichen werden konnte. Einsparungen bei Energie- und Sachkosten wirkten sich positiv auf das EBIT aus, ergebnisbelastend war das deutlich höhere Abschreibungsniveau. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe stieg von 7,2 Mio. € auf 9,6 Mio. €. Wesentlicher Ergebnistreiber im ungarischen Joint Venture waren die hohen Ethanolpreise bei einem stabilen sonstigen Geschäftsverlauf.
Per Ende August 2020 wurde die im März 2020 erworbene Marroquin Organic International Inc., Santa Cruz|USA, eine auf Bio-Produkte spezialisierte Handelsfirma, im Konzern erstmalig vollkonsolidiert.
Die globale COVID-19-Pandemie hatte auch Auswirkungen auf die Produktmärkte des Segmentes Stärke. Auswirkungen des Lockdowns und die damit einhergehenden, globalen Veränderungen im Konsumverhalten waren in nahezu allen Absatzmärkten erkennbar.
Der Stillstand im Hotel- und Gastronomiebereich, ein schwaches Ostergeschäft sowie der Zusammenbruch des Sommertourismus in Süd- und Südosteuropa hatten im Food-Sektor deutliche Nachfragerückgänge, insbesondere im Stärkeverzuckerungsgeschäft, zur Folge.
Bei den technischen Stärken führten einerseits Produktionsdrosselungen der grafischen Papierindustrie und andererseits Rückgänge im Verpackungspapierbereich (z.B. Automotive und Unterhaltungselektronik) zu reduzierten Stärkeabsätzen.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Wettbewerbs- und Marktdruck werden in allen Bereichen bestimmend sein, insbesondere im Kartoffelstärkebereich, wo europaweit eine sehr gute Ernte erwartet wird.
Am europäischen Treibstoffalkoholmarkt kam es während des Lockdowns zu Verbrauchsrückgängen von über 40 %. In der Folge gerieten die Notierungen für Ethanol stark unter Druck und ein All-time-Low von 350 € pro m3 (FOB Rotterdam) war die Folge. Trotz zahlreicher Stornierungen und Verschiebungen von Ethanolbezügen durch bestehende Kunden konnten im ersten Quartal Mengenverluste im Segment Stärke durch das frühzeitige Forcieren von Verkäufen in den Desinfektionsbereich kompensiert werden. Nach den COVID-19-Lockerungsmaßnahmen und der Wiederbelebung des Individualverkehrs stieg auch der Ethanolbedarf wieder deutlich. Die Kombination aus erhöhten Beimischverpflichtungen in der EU im Zuge der Erneuerbare-Energie-Richtlinie und verzögerten Ethanolimporten verstärkte die Knappheit in Europa und führte zu einem historischen Höchststand der Notierungen von über 800 € pro m³ im August.
Der internationale Getreiderat (IGC1 ) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2020|21 per 27. August 2020 auf 2,23 Mrd. Tonnen, die damit um rund 49 Mio. Tonnen über dem Vorjahr und rund 8 Mio. Tonnen über dem erwarteten Verbrauch liegt. Bei Weizen wird eine Produktion von 763 Mio. Tonnen (Vorjahr: 762 Mio. Tonnen; Verbrauch 2020|21: 749 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.167 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.121 Mio. Tonnen; Verbrauch 2020|21: 1.178 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände sollen um rund 8 Mio. Tonnen auf 630 Mio. Tonnen steigen.
Die Getreideproduktion der EU-27 und des Vereinigten Königreiches wird von Stratégie Grains auf rund 300 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 312 Mio. Tonnen). Dazu soll die Weichweizenernte rund 128 Mio. Tonnen beitragen und damit deutlich niedriger als die Ernte 2019 (147 Mio. Tonnen) ausfallen. Die Maisernte 2020 in der EU wird bei 67 Mio. Tonnen erwartet (Vorjahr: 64 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) bewegten sich seit Anfang März 2020 bei Mais seitwärts. Bei Weizen führte die COVID-19-Pandemie zu einer höheren Volatilität und insgesamt leicht steigenden Preisen. Am Berichtsstichtag lagen die Notierungen bei rund 167 € pro Tonne Mais und 188 € pro Tonne Weizen (Vorjahr: 163 € bzw. 164 € pro Tonne).
Am 20. August wurde in der Kartoffelstärkefabrik Gmünd|Österreich mit der Verarbeitung von Stärkekartoffeln der Ernte 2020 begonnen. Aufgrund der günstigen Witterung während der Vegetationsphase wird eine Liefererfüllung von 100 bis 105 % der kontrahierten Stärkekartoffeln erwartet. Der durchschnittliche Stärkegehalt wird ähnlich wie im Vorjahr bei rund 18,5 % liegen.
Die Nassmaisübernahme in der Maisstärkefabrik Aschach|Österreich begann Anfang September. Es wird mit einer gegenüber dem Vorjahr vergleichbaren Menge von rund 120.000 bis 130.000 Tonnen und einer Verarbeitung bis Mitte Dezember gerechnet. Anschließend wird die Verarbeitung mit Trockenmais fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2020|21 wurden in Aschach rund 233.700 Tonnen (Vorjahr 238.800 Tonnen) Mais verarbeitet.
Als Rohstoffe für die integrierte Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich2 wurden im ersten Halbjahr 2020|21 Getreide (Weizen, Bioweizen und Tritikale) und Mais im Verhältnis von etwa 80 zu 20 eingesetzt. Die Gesamtverarbeitung lag in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres bei rund 466.000 Tonnen (Vorjahr: 412.000 Tonnen). Anfang September begann die Verarbeitung von Nassmais, wobei im Vergleich zum Vorjahr mit 85.000 Tonnen um rund 20.000 Tonnen weniger als im Vorjahr verarbeitet werden sollen.
Der Rohstoffeinkauf für die Fabriken in Aschach und Pischelsdorf aus der Ernte 2019 ist abgeschlossen. Inklusive der fixierten Mengen aus der Ernte 2020 beträgt die Rohstoffeindeckung im Geschäftsjahr 2020|21 rund 80 %.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) begann die Nassmaiskampagne Ende August. Es wird eine ähnliche Nassmaisverarbeitungsmenge (100 %) wie im Vorjahr (250.000 Tonnen) erwartet. Im ersten Halbjahr 2020|21 betrug die Maisverarbeitung (100 %) rund 521.000 Tonnen (Vorjahr: 530.000 Tonnen).
1 International Grains Council
2 Weizenstärkeerzeugung und Bioethanolproduktion aus Mais, Weizen und B- und C-Stärken der Weizenstärkeanlage
Umsatzanteil
| Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
H1 2020 21 |
H1 2019 20 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 300,3 | 246,6 |
| EBITDA1 | 2,8 | -8,8 |
| Operatives Ergebnis | -8,3 | -19,2 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
-0,7 | 0,5 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -9,0 | -18,7 |
| EBIT-Marge | -3,0 % | -7,6 % |
| Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q2 2020 21 |
Q2 2019 20 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 155,8 | 127,4 |
| EBITDA1 | -1,2 | -5,2 |
| Operatives Ergebnis | -7,1 | -9,7 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunter nehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
-0,9 | 0,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -8,0 | -9,4 |
| EBIT-Marge | -5,1 % | -7,4 % |
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse im H1 2020|21 mit 300,3 Mio. € deutlich über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl höhere Zuckerverkaufspreise als auch gestiegene Zuckerverkaufsmengen, insbesondere im Bereich Retail.
Das EBIT im H1 2020|21 war mit -9,0 Mio. € zwar noch immer negativ, konnte aber aufgrund eines freundlicheren Verkaufspreisumfeldes gegenüber der Vorjahresperiode deutlich verbessert werden.
Aufgrund der Verunsicherung durch die COVID-19-Pandemie (unsicherer Konsumausblick) und nach dem historischen Ölpreisverfall haben sich die Weltmarktzuckernotierungen parallel zu den Ölpreisen entwickelt und bewegten sich im Berichtszeitraum auf niedrigem Niveau. Brasilien hat seine Zuckerproduktion verstärkt, da die Ethanolproduktion aus Zuckerrohr bei niedrigen Ölpreisen kaum wettbewerbsfähig ist. Zudem wirkte die Abwertung des brasilianischen Reals belastend auf die Weltmarktpreise.
Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 359,7 US\$ pro Tonne und Rohzucker bei 279,10 US\$ pro Tonne.
Die EU-Zuckerproduktion im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2020|21 soll nach Einschätzung der Europäischen Kommission mit rund 16 Mio. Tonnen voraussichtlich das Vorjahresniveau erreichen. Aufgrund der COVID-19-Beschränkungen wird ein Verbrauchsrückgang sowohl im Bereich der menschlichen Ernährung als auch in der industriellen Verwertung erwartet.
Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittpreise laut EU-Preisreporting deutlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. Im Kalenderjahr 2019 erholte sich der Zuckerpreis in der EU kontinuierlich, im Juli 2020 wurde ein Preis von 378 € pro Tonne gemeldet.
Im ersten Quartal 2020|21 konnten im Vorjahresvergleich Verkaufseinbußen in der Industriesparte durch Vorziehkäufe im Zuge der COVID-19-Krise im Retailbereich überkompensiert werden. Der preisliche Anstieg von über 10 % ist größtenteils auf höhere Abschlüsse für die Zuckerwirtschaftsjahreskontrakte 2019|20 zurückzuführen.
In den Sommermonaten hielten die Zuckerabsätze auf einem hohen Niveau an. Insbesondere die Verkäufe in Rumänien und Bulgarien, speziell im Retail-Bereich, waren sehr erfreulich.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Die von AGRANA mit den Rübenbauern kontrahierte Zuckerrübenfläche betrug im Anbaujahr 2020 rund 86.000 Hektar, das sind rund 4.000 Hektar mehr als im Vorjahr abgeschlossen wurden. Auf Grundlage biologischer Landwirtschaft wurden für den Konzern rund 2.100 Hektar Zuckerrüben unter Vertrag genommen.
Insgesamt konnte der Anbau frühzeitig erfolgen. Die Jugendentwicklung verlief in den Monaten April und Mai 2020 in allen Anbauregionen sehr zögerlich, da die Niederschläge ausblieben. Schwere Schäden wurden ab Mitte April 2020 in den österreichischen Kerngebieten des Rübenanbaus durch das Auftreten tierischer Schädlinge wie Rübenderbrüssler und Erdfloh hervorgerufen. Zur Bekämpfung und einer Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Rübenderbrüsslers wurden vielfältige Maßnahmen wie der Betrieb von Fallrillenpflügen, Eingraben von mehr als 180.000 Pheromonfallen und Insektizidausbringung gesetzt. Der Schaden konnte nicht verhindert werden, jedoch wurde in Bezug auf den Aufbau einer neuen Population an Rüsselkäfern in Hinblick auf den Anbau 2021 eine sehr wertvolle Vorleistung erzielt. Insgesamt mussten rund 14.500 Hektar Rübenfläche infolge von widrigem Wetter und tierischen Schädlingen umgebrochen werden, lediglich ein geringer Anteil davon wurde wieder nachgebaut. Ab Ende Mai 2020 konnten flächendeckend in allen Anbaugebieten ausreichend Niederschläge verzeichnet werden. Damit entspannte sich die Situation im Hinblick auf das Rübenwachstum. Die bisherigen Witterungs- und Vegetationsbedingungen lassen auf den zum Berichtszeitpunkt verbliebenen rund 76.500 Hektar Rübenfläche überdurchschnittliche Rübenerträge erwarten.
In den Rohzuckerraffinerien in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien wurden aus rund 97.000 Tonnen Rohrrohzucker rund 96.500 Tonnen Weißzucker erzeugt.
Die Melasseentzuckerungsanlage in Tulln|Österreich produzierte im Berichtszeitraum planmäßig flüssiges Betain, welches seit August 2020 in der Betainkristallisationsanlage als Rohstoff eine zusätzliche Verwendung findet.
Der Rübenkampagnenstart ist für alle Fabriken zwischen 11. September und 8. Oktober 2020 geplant, im Werk Tulln startete darüber hinaus am 8. September 2020 eine Dicksaftkampagne.
Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat am 25. August 2020 einer Schließung der Zuckerfabrik am Standort Leopoldsdorf|Österreich nach der diesjährigen Rübenkampagne im Dezember 2020 zugestimmt, sollte bis Mitte November 2020 keine Zusicherung einer Anbaufläche in Österreich von zumindest 38.000 Hektar für die Kampagne 2021 gegeben sein.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.
Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens, u.a. auch zum Thema COVID-19, verweist AGRANA auf die Seiten 91 bis 97 des Geschäftsberichtes 2019|20.
| Mitarbeiter FTEs1 |
H1 2020 21 |
H1 2019 20 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 6.112 | 6.679 | -8,5 % |
| Segment Stärke | 1.142 | 1.065 | 7,2 % |
| Segment Zucker | 1.896 | 1.924 | -1,5 % |
| Konzern | 9.150 | 9.668 | -5,4 % |
Im H1 2020|21 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.150 Mitarbeiter/FTEs1 (Vorjahr: 9.668 Mitarbeiter/ FTEs1 ) beschäftigt. Der Personalrückgang war v.a. auf einen reduzierten Bedarf an Saisonarbeitskräften im Fruchtzubereitungsgeschäft zurückzuführen.
Bezüglich der Angaben zu den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf den Anhang des Konzernzwischenabschlusses (Seite 24) verwiesen.
Nach dem Quartalsstichtag am 31. August 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2019 20 ist |
2020 21 Prognose inklusive covid-19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.480,7 | ä |
| EBIT | 87,1 | g |
| Investitionen1 | 149,7 | 73 |
ä Leichter Anstieg 2
g Stabile Entwicklung 2
Aufgrund einer angepassten internen Planung, in der mögliche wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bestmöglich abgebildet wurden, rechnet AGRANA für das Gesamtjahr 2020|21 mit einem Gruppen-EBIT zumindest auf Vorjahresniveau. Beim Konzernumsatz wird ein leichter bis moderater Anstieg erwartet.
Das EBIT des dritten Quartals des laufenden Geschäftsjahres 2020|21 wird nur geringfügig vom Wert des dritten Quartals 2019|20 (18,1 Mio. €) abweichen.
Aufgrund der andauernden COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen hohen Volatilität in allen Segmenten ist die Prognose sowohl für das Gesamtjahr als auch für das dritte Quartal weiterhin von sehr hoher Unsicherheit geprägt.
Dieser Ausblick INKLUSIVE COVID-19 wird auf Seite 14 um eine COVID-19-Einschätzung von Risikofaktoren, welche die Gruppen-Prognose beeinflussen könnten, ergänzt.
Die Prognose beinhaltet noch keine finanziellen Auswirkungen einer möglichen Schließung der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf|Österreich nach der Kampagne 2020.
| Segment Frucht in Mio. € |
2019 20 ist |
2020 21 Prognose inklusive covid-19 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.185,4 | ä |
| EBIT | 55,9 | g |
| Investitionen1 | 56,5 | 33 |
ä Leicherter Anstieg 2
g Stabile Entwicklung 2
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2020|21 inklusive COVID-19-Effekte einen leichten Anstieg beim Umsatz und ein EBIT zumindest auf Vorjahresniveau. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer stabilen Umsatzentwicklung, die durch die Auslastung der geschaffenen Kapazitäten trotz negativer COVID-19-Effekte erreicht werden soll. Durch höhere Margen und geringere Kostensteigerungen als 2019|20 ist eine Verbesserung des EBITs geplant. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das volle Geschäftsjahr zwar von einem deutlichen Umsatzanstieg ausgegangen, allerdings wird sich die Ertragssituation aufgrund niedrigerer Apfelsaftkonzentratmargen deutlich verschlechtern.
| Segment Stärke | 2019 20 | 2020 21 |
|---|---|---|
| in Mio. € | ist | Prognose |
| inklusive | ||
| covid-19 | ||
| Umsatzerlöse | 807,0 | ä |
| EBIT | 75,2 | |
| Investitionen1 | 73,6 | 21 |
ä Leicherter Anstieg 2
Moderater Rückgang 2
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2020|21 inklusive COVID-19-Effekte einen leichten Umsatzanstieg. Bei nativen Stärken und Weizengluten wird aufgrund erhöhter Angebotsmengen am europäischen Markt eine Reduktion der Verkaufspreise erwartet. Für stärkebasierte Verzuckerungsprodukte kann aufgrund des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes nicht mit einer wesentlichen Preiserholung gerechnet werden. Gleichbleibend positive Wachstumsimpulse werden bei Bio- oder GMO-freien Produkten erwartet. Beim EBIT wird aufgrund absehbarer Margenverluste durch geringere Erlöse von einem moderaten Rückgang ausgegangen. Die Geschäftsentwicklung insgesamt wird auch von der weiteren Ethanolpreisentwicklung abhängen.
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
2 Die diesen quantitativen Begriffen im Kapitel Ausblick entsprechenden prozentuellen Veränderungsspannen sind auf Seite 26 definiert
| Segment Zucker | 2019 20 | 2020 21 |
|---|---|---|
| in Mio. € | ist | Prognose |
| inklusive | ||
| covid-19 | ||
| Umsatzerlöse | 488,3 | |
| EBIT | -44,0 | |
| Investitionen1 | 19,6 | 19 |
Deutlicher Anstieg 2
Deutliche Verbesserung 2
Im Segment Zucker rechnet AGRANA inklusive COVID-19-Effekte mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen am EU-Zuckermarkt. Vertriebsseitig wird mit steigenden Zuckerpreisen in der EU und einer Verschiebung des Konsums von Industrie- auf Retailnachfrage gerechnet. Dieses sich positiv entwickelnde EU-Zuckermarktumfeld in Kombination mit konsequentem Kostenmanagement lassen ein deutlich verbessertes Ergebnis, das aber noch immer negativ sein wird, erwarten.
Die sich weiterhin dynamisch verändernden Auswirkungen aus der COVID-19-Pandemie führen zu hoher Unsicherheit im Ausblick.
Speziell im Segment Frucht, das über eine globale Produktion (41 Standorte in 21 Ländern) verfügt, ist die Prognose mit hohen Unsicherheiten, u.a. was die kurzund mittelfristige Nachfragesituation in vielen Regionen der Welt betrifft, behaftet.
Bioethanol ist ein wesentliches Hauptprodukt im Segment Stärke. Betriebs- und Mobilitätseinschränkungen können die Preisentwicklung auf den europäischen Ethanolmärkten wieder negativ beeinflussen.
Die Absatz- und Umsatzentwicklung im Segment Zucker war im ersten Halbjahr erfreulich, aber auch den Zucker-Vorziehkäufen vieler Konsumenten zu Beginn der COVID-19-Pandemie geschuldet. Offen ist, wie sich die Nachfragesituation v.a. im Industriebereich in den nächsten Monaten entwickeln wird. Die niedrigen Weltmarktzuckernotierung können einen negativen Einfluss auf das EU-Preisniveau im neuen Zuckerwirtschaftsjahr 2020|21 haben.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 73 Mio. € nicht nur deutlich unter dem Wert von 2019|20 (rund 150 Mio. €), sondern auch deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von knapp 120 Mio. € liegen.
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2020 (ungeprüft)
| 1. Halbjahr 1. März–31. August |
2. Quartal 1. Juni–31. August |
|||
|---|---|---|---|---|
| t€ | H1 2020 21 | H1 2019 20 | Q2 2020 21 | Q2 2019 20 |
| Umsatzerlöse | 1.309.323 | 1.249.951 | 656.709 | 611.530 |
| Bestandsveränderungen | -166.241 | -107.579 | -69.189 | -48.042 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 375 | 539 | 159 | 317 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 18.865 | 13.739 | 9.734 | 5.660 |
| Materialaufwand | -750.830 | -764.175 | -394.230 | -381.871 |
| Personalaufwand | -168.331 | -165.045 | -85.308 | -82.956 |
| Abschreibungen | -53.664 | -46.826 | -27.042 | -22.758 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -142.577 | -136.598 | -72.007 | -65.350 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
8.883 | 7.646 | 4.957 | 4.211 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 55.803 | 51.652 | 23.783 | 20.741 |
| Finanzerträge | 16.913 | 14.020 | 7.984 | 6.791 |
| Finanzaufwendungen | -26.029 | -21.898 | -11.025 | -10.878 |
| Finanzergebnis | -9.116 | -7.878 | -3.041 | -4.087 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 46.687 | 43.774 | 20.742 | 16.654 |
| Ertragsteuern | -12.245 | -14.844 | -5.504 | -6.015 |
| Konzernergebnis | 34.442 | 28.930 | 15.238 | 10.639 |
| ƒ davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG |
33.939 | 26.989 | 15.093 | 10.328 |
| ƒ davon nicht beherrschende Anteile |
503 | 1.941 | 145 | 311 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | 0,54 € | 0,43 € | 0,24 € | 0,16 € |
| 1. Halbjahr 1. März–31. August |
2. Quartal 1. Juni–31. August |
|||
|---|---|---|---|---|
| t€ | H1 2020 21 | H1 2019 20 | Q2 2020 21 | Q2 2019 20 |
| Konzernergebnis | 34.442 | 28.930 | 15.238 | 10.639 |
| Sonstiges Ergebnis aus | ||||
| ƒ Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung |
-41.374 | -9.131 | -18.933 | -6.973 |
| ƒ Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) nach latenten Steuern |
130 | -657 | -1.161 | -722 |
| ƒ Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
-3.086 | -3.067 | -1.165 | -1.440 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen |
-44.330 | -12.855 | -21.259 | -9.135 |
| ƒ Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungs orientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen nach latenten Steuern |
331 | -7.249 | -2.259 | -5.074 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen |
331 | -7.249 | -2.259 | -5.074 |
| Sonstiges Ergebnis | -43.999 | -20.104 | -23.518 | -14.209 |
| Gesamtergebnis | -9.557 | 8.826 | -8.280 | -3.570 |
| ƒ davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG |
-7.275 | 7.685 | -7.595 | -3.199 |
| ƒ davon nicht beherrschende Anteile |
-2.282 | 1.141 | -685 | -371 |
| Für das erste Halbjahr (1. März - 31. August) t€ |
H1 2020 21 | H1 2019 20 |
|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 112.751 | 81.761 |
| Veränderung des Working Capital | -28.050 | -9.264 |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | -13.161 | -12.770 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 71.540 | 59.727 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -32.262 | -68.989 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -29.068 | 36.444 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 10.210 | 27.182 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassung auf den Finanzmittelbestand |
-5.321 | -531 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 93.415 | 82.582 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 98.304 | 109.233 |
| t€ | Stand am | Stand am | Stand am |
|---|---|---|---|
| Aktiva | 31.08.2020 | 29.02.2020 | 31.08.2019 |
| A. Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 275.455 | 275.108 | 274.105 |
| Sachanlagen | 884.116 | 932.795 | 911.844 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 82.717 | 76.919 | 78.523 |
| Wertpapiere | 19.426 | 19.599 | 19.312 |
| Beteiligungen | 1.004 | 919 | 526 |
| Sonstige Vermögenswerte | 11.450 | 12.410 | 9.914 |
| Aktive latente Steuern | 15.293 | 14.175 | 15.483 |
| 1.289.461 | 1.331.925 | 1.309.707 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorräte | 556.081 | 710.500 | 536.351 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 381.847 | 319.457 | 365.357 |
| Sonstige Vermögenswerte | 80.546 | 89.334 | 80.431 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 4.327 | 4.813 | 6.159 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 98.304 | 93.415 | 109.233 |
| 1.121.105 | 1.217.519 | 1.097.531 | |
| Summe Aktiva | 2.410.566 | 2.549.444 | 2.407.238 |
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 | 113.531 |
|---|---|---|---|
| Kapitalrücklagen | 540.760 | 540.760 | 540.760 |
| Gewinnrücklagen | 614.494 | 669.406 | 639.475 |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.268.785 | 1.323.697 | 1.293.766 |
| Nicht beherrschende Anteile | 61.139 | 63.435 | 62.095 |
| 1.329.924 | 1.387.132 | 1.355.861 | |
| B. Langfristige Schulden | |||
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 72.102 | 73.401 | 78.691 |
| Übrige Rückstellungen | 29.537 | 29.756 | 27.492 |
| Finanzverbindlichkeiten | 445.191 | 450.212 | 413.864 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 5.451 | 6.418 | 6.760 |
| Passive latente Steuern | 9.096 | 5.504 | 6.684 |
| 561.377 | 565.291 | 533.491 | |
| C. Kurzfristige Schulden | |||
| Übrige Rückstellungen | 19.802 | 20.789 | 22.576 |
| Finanzverbindlichkeiten | 152.139 | 126.814 | 138.304 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 207.695 | 311.771 | 216.547 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 132.431 | 131.553 | 129.218 |
| Steuerschulden | 7.198 | 6.094 | 11.241 |
| 519.265 | 597.021 | 517.886 | |
| Summe Passiva | 2.410.566 | 2.549.444 | 2.407.238 |
| Für das erste Halbjahr (1. März - 31. August) t€ |
Eigenkapital der AGRANA-Aktionäre |
Nicht beherrschende Anteile |
Summe |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2020 21 | |||
| Stand am 1. März 2020 | 1.323.697 | 63.435 | 1.387.132 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) |
-10 | -47 | -57 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen |
332 | -1 | 331 |
| Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | -41.536 | -2.737 | -44.273 |
| Sonstige Ergebnisse | -41.214 | -2.785 | -43.999 |
| Konzernergebnis | 33.939 | 503 | 34.442 |
| Gesamtergebnis | -7.275 | -2.282 | -9.557 |
| Dividendenausschüttung | -48.116 | -720 | -48.836 |
| Sonstige Veränderungen | 479 | 706 | 1.185 |
| Stand am 31. August 2020 | 1.268.785 | 61.139 | 1.329.924 |
| Stand am 1. März 2019 | 1.348.742 | 61.186 | 1.409.928 |
|---|---|---|---|
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | |||
| (Cashflow-Hedges) | -779 | -40 | -819 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | |||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | -7.246 | -3 | -7.249 |
| Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | -11.279 | -757 | -12.036 |
| Sonstige Ergebnisse | -19.304 | -800 | -20.104 |
| Konzernergebnis | 26.989 | 1.941 | 28.930 |
| Gesamtergebnis | 7.685 | 1.141 | 8.826 |
| Dividendenausschüttung | -62.489 | -547 | -63.036 |
| Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen | -106 | -8 | -114 |
| Sonstige Veränderungen | -66 | 323 | 257 |
| Stand am 31. August 2019 | 1.293.766 | 62.095 | 1.355.861 |
der AGRANA-Gruppe zum 31. August 2020 (ungeprüft)
| Für das erste Halbjahr | H1 | H1 |
|---|---|---|
| (1. März - 31. August) | 2020 21 | 2019 20 |
| t€ |
| Zucker | 318.440 | 273.186 |
|---|---|---|
| Stärke | 412.494 | 412.531 |
| Frucht | 602.501 | 596.061 |
| Für das erste Halbjahr | H1 | H1 |
|---|---|---|
| (1. März - 31. August) | 2020 21 | 2019 20 |
| t€ |
| Frucht | 0 | 0 |
|---|---|---|
| Stärke | 9.572 | 7.196 |
| Zucker | -689 | 450 |
| Konzern | 8.883 | 7.646 |
| Konzern | -24.112 | -31.827 |
|---|---|---|
| Zucker | -18.179 | -26.655 |
| Stärke | -5.266 | -4.707 |
| Frucht | -667 | -465 |
| Konzern | 55.803 | 51.652 |
|---|---|---|
| Zucker | -9.003 | -18.750 |
| Stärke | 34.698 | 34.346 |
| Frucht | 30.108 | 36.056 |
| Konzern | 1.309.323 | 1.249.951 |
|---|---|---|
| Zucker | 300.261 | 246.531 |
| Stärke | 407.228 | 407.824 |
| Frucht | 601.834 | 595.596 |
| Konzern | 47.435 | 44.006 |
|---|---|---|
| Zucker | -8.314 | -19.200 |
| Stärke | 25.126 | 27.150 |
| Frucht | 30.623 | 36.056 |
| Konzern | -515 | 0 |
|---|---|---|
| Zucker | 0 | 0 |
| Stärke | 0 | 0 |
| Frucht | -515 | 0 |
| Frucht | 13.409 | 22.336 |
|---|---|---|
| Stärke | 9.397 | 37.452 |
| Zucker | 4.965 | 8.350 |
| Konzern | 27.771 | 68.138 |
| Konzern | 9.150 | 9.668 |
|---|---|---|
| Zucker | 1.896 | 1.924 |
| Stärke | 1.142 | 1.065 |
| Frucht | 6.112 | 6.679 |
1 Nach der Equity-Methode bilanziert
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittliche Vollzeitäquivalente
Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 31. August 2020 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das IFRS Interpretations Committee erstellt. In Einklang mit IAS 34 erfolgt die Darstellung des Konzernabschlusses der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) zum 31. August 2020 in verkürzter Form. Der Konzernzwischenabschluss zum 31. August 2020 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diesen Zwischenabschluss am 28. September 2020 aufgestellt.
Der Geschäftsbericht 2019|20 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com/ir zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.
Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses waren – wie im Anhang des Geschäftsberichtes 2019|20 unter "2. Allgemeine Grundlagen" auf den Seiten 115 bis 117 dargestellt – erstmalig neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen anzuwenden.
█ Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses zum 29. Februar 2020 ging AGRANA von keinen wesentlichen langfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Geschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe aus. Die Auswirkungen wurden zum 31. August 2020 neu evaluiert und ergaben weiterhin keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie die Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten.
█ Das Kreditrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde einer Evaluierung unterzogen und ergab keine wesentlichen Veränderungen der erfassten Loss Rates und der darauf gebildeten Wertberichtigungen.
█ Wertpapiere der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" enthalten Investmentfondsanteile. Bedingt durch die Coronavirus-Krise kam es zunächst zu deutlichen Kursverlusten. Durch eine Erholung an den Wertpapierbörsen konnten die Verluste nahezu wieder aufgeholt werden.
█ AGRANA hat am 25. August 2020 den Aufsichtsratsbeschluss zur Schließung des Zucker-Standortes Leopoldsdorf|Österreich nach der Kampagne 2020 veröffentlicht. Sollte allerdings bis Ende November 2020 eine Zuckerrüben-Anbaufläche von zumindest 38.000 Hektar zugesichert sein, wird AGRANA evaluieren, ob eine Rübenverarbeitung am Standort Leopoldsdorf im Herbst 2021 ökonomisch gerechtfertigt werden kann. In den Verhandlungen mit den Rübenbauern sowie der österreichischen Bundesregierung wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, dass es ein gemeinsames Ziel ist, den Standort zu erhalten. Da die Weiterführung des Werkes nicht ausgeschlossen ist, wurden im Konzernzwischenabschluss zum 31. August 2020 keine Restrukturierungsaufwendungen erfasst. Das Rückstellungserfordernis wird neu beurteilt, sobald die Ergebnisse der Verhandlungen vorliegen.
Im Übrigen wurden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 29. Februar 2020 angewandt.
Die Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichtes 2019|20 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden auf Basis landesspezifischer Ertragsteuersätze unter Berücksichtigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäftsjahr ermittelt.
Im Q1 2020|21 wurden die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA TANDAREI S.r.l., Ţăndărei|Rumänien, und AGRANA d.o.o., Brčko|Bosnien und Herzegowina, liquidiert. Der Abgang des Nettovermögens der beiden Gesellschaften hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Konzern-Bilanz und auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.
Am 1. März 2020 wurden 100 % der Anteile von Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|USA, von AGRANA Stärke GmbH, Wien, erworben und im zweiten Quartal 2020|21 mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Das US-amerikanische Unternehmen vertreibt Bio- und gentechnikfreie Lebensmittelzutaten und passt ideal zur Umsetzung der Spezialitätenstrategie von AGRANA im Segment Stärke.
Die erstmalige Einbeziehung hatte folgende Auswirkungen auf den AGRANA-Konzern:
| t€ | Buchwerte zum Erwerbs zeitpunkt |
|---|---|
| Langfristiges Vermögen | 3.527 |
| Vorräte | 4.403 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 2.279 |
| Flüssige Mittel und Wertpapiere | 2.170 |
| Summe Vermögen | 12.379 |
| abzüglich langfristige Schulden | -10 |
| abzüglich kurzfristige Schulden | -948 |
| Nettovermögen (Eigenkapital) | 11.421 |
| passiver Unterschiedsbetrag | -140 |
| Anschaffungskosten zahlungswirksam | 11.281 |
Der passive Unterschiedsbetrag von 140 t€ wurde in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Ebenfalls im Q2 2020|21 wurde die AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH, Wien, in die AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien, sowie die AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen|Deutschland, in die AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen|Deutschland, verschmolzen. AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH als aufnehmende Gesellschaft wurde in AUSTRIA JUICE Germany GmbH umbenannt.
Insgesamt wurden zum Quartalsstichtag neben der Muttergesellschaft 58 Unternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung (29. Februar 2020: 61 Unternehmen) und 13 Unternehmen (29. Februar 2020: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Jänner. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnengenutzter Anlagen hauptsächlich im Q3 des Geschäftsjahres an. Die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen zur Produktionsvorbereitung wurden bereits unterjährig innerhalb der betroffenen Aufwandsart erfasst und innerhalb der Vorräte als unfertige Erzeugnisse über die Bestandsveränderungen aktiviert.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug im H1 2020|21 55,8 Mio. € (Vorjahr: 51,7 Mio. €). Der Anstieg war auf deutlich verbesserte Ergebnisse im Segment Zucker zurückzuführen. Das EBIT im Segment Stärke blieb stabil, das Ergebnis im Segment Frucht war rückläufig.
Das Finanzergebnis verschlechterte sich geringfügig im Vergleich zum Vorjahr (-7,9 Mio. €) auf -9,1 Mio. €, was zum einen auf einen geringen Verlust aus der Bewertung von Wertpapieren (Vorjahr: Gewinn) sowie auf ein leicht schlechteres Zinsergebnis zurückzuführen war.
Das Konzernergebnis betrug 34,4 Mio. € (Vorjahr: 28,9 Mio. €).
Von Anfang März bis Ende August 2020 stieg der Finanzmittelbestand um 4,9 Mio. € auf 98,3 Mio. €.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war mit 71,5 Mio. € um +11,8 Mio. € höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Veränderung resultierte v.a. aus einem gestiegenen Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowie gegenläufig aus einem Cashabfluss aus der Working Capital-Veränderung durch einen höheren Abbau von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und einem höheren Aufbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag mit -32,3 Mio. € (Vorjahr: -69,0 Mio. €) unter dem Vorjahresniveau und ist im Wesentlichen bedingt durch deutlich geringere Investitionen.
Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von -29,1 Mio. € (Vorjahr: +36,4 Mio. €) ist hauptsächlich bedingt durch die Aufnahme von Working Capital-Finanzierungen von 85,0 Mio. €, welchen Rückführungen von 61,0 Mio. € (davon syndizierten Kreditlinien von 50,0 Mio. €) im H1 2020|21 gegenüberstanden. Im Vorjahreszeitraum überkompensierte im Wesentlichen die Aufnahme des Schuldscheindarlehens von 200,0 Mio. € die Rückführung von Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Südzucker-Gruppe von 85,0 Mio. €. Die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG in 2020 entfallene Dividendenauszahlung reduzierte sich von 62,5 Mio. € im Vorjahr auf 48,1 Mio. €.
Die Bilanzsumme ging gegenüber dem 29. Februar 2020 um -138,8 Mio. € auf 2.410,6 Mio. € zurück. Der Rückgang auf der Aktivseite war v.a. bedingt durch einen Rückgang an Buchwerten in Sachanlagen (im Wesentlichen: Währungsumrechnungsdifferenzen und laufende Abschreibungen überkompensierten Investitionen), sowie einen deutlichen Rückgang an Vorräten bei gegenläufig gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Bilanzverkürzung auf der Passivseite war v.a. auf die deutliche Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen.
Mit einem Eigenkapital von 1.329,9 Mio. € (29. Februar 2020: 1.387,1 Mio. €) betrug die Eigenkapitalquote per Ende August 55,2 % (29. Februar 2020: 54,4 %).
Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang marktübliche derivative Finanzinstrumente ein. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Erfüllt die Sicherungsbeziehung die Anforderungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.
In nachstehender Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungslevel (Fair-Value-Hierarchie) gegliedert, die im Einzelnen gemäß IFRS 7 wie folgt definiert sind:
| 31. August 2020 t€ |
Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 12.276 | 0 | 7.150 | 19.426 |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | 0 | 0 | 1.004 | 1.004 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) |
985 | 67 | 0 | 1.052 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung |
18 | 6.810 | 0 | 6.828 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 13.279 | 6.877 | 8.154 | 28.310 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) |
606 | 885 | 0 | 1.491 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung |
0 | 3.316 | 0 | 3.316 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 606 | 4.201 | 0 | 4.807 |
In der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den jeweiligen Bewertungslevel vorgenommen.
| 31. August 2019 t€ |
Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 12.650 | 0 | 6.662 | 19.312 |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | 0 | 0 | 526 | 526 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) |
339 | 29 | 0 | 368 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung |
85 | 3.365 | 0 | 3.450 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 13.074 | 3.394 | 7.188 | 23.656 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente) |
137 | 1.491 | 0 | 1.628 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung |
0 | 5.746 | 0 | 5.746 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 137 | 7.237 | 0 | 7.374 |
Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Wertpapiere, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ist der Buchwert als realistische Schätzung des beizulegenden Zeitwertes anzunehmen.
Nachstehende Tabelle enthält die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen ermittelt:
| 31. August 2020 t€ |
Buchwert | Beizulegender Zeitwert |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten | 572.062 | 573.992 |
| Leasingverbindlichkeiten | 25.268 | - |
| Finanzverbindlichkeiten | 597.330 | 573.992 |
| 31. August 2019 | Buchwert | Beizulegender |
| t€ | Zeitwert | |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten | 525.520 | 528.334 |
| Leasingverbindlichkeiten | 26.648 | - |
| Finanzverbindlichkeiten | 552.168 | 528.334 |
Weitere Details zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der einzelnen Finanzinstrumente sowie deren Zuordnung zu Bewertungsleveln finden sich im Konzernanhang des Geschäftsberichtes 2019|20 unter "11.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" auf den Seiten 162 bis 166.
Im H1 2020|21 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.150 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.668 Mitarbeiter) beschäftigt. Die Reduktion des Personalstandes war v.a. auf den geringeren Bedarf an Saisonarbeitskräften im Segment Frucht (v.a. Ukraine, Mexiko und Marokko) zurückzuführen.
Bezüglich der Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen gab es seit dem 29. Februar 2020 bzw. dem Vergleichszeitraum des Vorjahres keine
wesentlichen Veränderungen. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Für weitere Informationen zu den einzelnen Geschäftsbeziehungen wird auf den AGRANA-Geschäftsbericht 2019|20 verwiesen (Seite 173f ).
Nach dem Quartalsstichtag am 31. August 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanzund Vermögenslage der AGRANA hatten.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne des Börsegesetzes vermittelt und dass der Lagebericht des Konzerns für das erste Halbjahr ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Sinne des Börsegesetzes bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.
Wien, 28. September 2020
Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender Wirtschaftspolitik, Qualitätsmanagement, Personal, Kommunikation (inkl. Investor Relations) sowie Forschung & Entwicklung
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied Finanzen, Controlling, Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions, Recht sowie Compliance
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsmitglied Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf & Logistik
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied Produktionskoordination, Investitionen
Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Interne Revision
Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmässige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis -1 % |
| Leicht | ä oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als -1 % bis -5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als -5 % bis -10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als -10 % bis -50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als -50 % |
Dieser Zwischenbericht unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2019|20, Seite 204, verwiesen.
Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Zwischenbericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Dieser Zwischenbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.
| 14. Jänner 2021 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2020 21 | |
|---|---|---|
| 11. Mai 2021 | Ergebnisse des Geschäftsjahres 2020 21 (Bilanzpressekonferenz) |
|
| 19. Juni 2021 | Nachweisstichtag "Hauptversammlung" | |
| 29. Juni 2021 | Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2020 21 | |
| 2. Juli 2021 | Ex-Dividenden-Tag | |
| 5. Juli 2021 | Nachweisstichtag "Dividenden" | |
| 6. Juli 2021 | Dividenden-Zahltag | |
| 8. Juli 2021 | Ergebnisse des ersten Quartals 2021 22 | |
| 14. Oktober 2021 | Ergebnisse des ersten Halbjahres 2021 22 | |
| 13. Jänner 2022 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2021 22 |
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Mag. (FH) Hannes HAIDER Telefon: +43-1-211 37-12905 Fax: +43-1-211 37-12926 E-Mail: [email protected]
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Veröffentlicht am 08. Oktober 2020 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
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