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AGRANA Beteiligungs-AG

Interim / Quarterly Report Oct 11, 2007

733_ir_2007-10-11_2b40a6be-cf84-4253-a021-33d8e9cf4cc9.pdf

Interim / Quarterly Report

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BERICHT ÜBER DAS ERSTE HALBJAHR

Q1–Q2 2007|08

AGRANA BETEILIGUNGS-AG

INHALTSVERZEICHNIS

03 Konzernlagebericht über das erste Halbjahr 2007|08

  • 04 Segment Zucker
  • 06 Segment Stärke
  • 07 Segment Frucht
  • 08 Investitionen
  • 08 Wesentliche Risiken im zweiten Halbjahr 2007|08
  • 08 Wesentliche Ereignisse nach dem 31. August 2007
  • 09 Ausblick
  • 10 Konzernzwischenabschluss und Konzernanhang (ungeprüft) zum 31. August 2007
  • 10 Konzerngewinn- und Verlustrechnung
  • 10 Konzerngeldflussrechnung
  • 11 Konzernbilanz
  • 12 Konzerneigenkapital-Entwicklung
  • 13 Anhang zum Konzernzwischenabschluss inklusive Segmentbericht

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Entwicklung des ersten Halbjahres 2007|08 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Der AGRANA-Konzernumsatz wuchs im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2007|08 (1. März bis 31. August 2007) im Vergleich zum Vorjahr von 923,2 m€ auf 933,3 m€. Während die Geschäftsfelder Stärke (+30 %) und Frucht (+14 %) den Umsatz deutlich steigern konnten, verzeichnete das Segment Zucker einen Umsatzrückgang um rund 16 %, was auf den Wegfall der Sondereffekte aus der Vorjahresvergleichsperiode zurückzuführen ist. Wie berichtet, musste im ersten Halbjahr 2006|07 aufgrund von WTO-Entscheidungen der gesamte C-Zucker abverkauft werden. Die Exportmöglichkeiten sind nahezu vollständig weggefallen.

Trotz erheblich erschwerten Rahmenbedingungen bei Zucker und einer generell schwierigen Rohstoffpreisentwicklung im Stärke- und Fruchtsegment konnte der Rückgang beim Operativen Konzernergebnis im ersten Halbjahr auf 54,4 (Vorjahr 59,3) m€ eingegrenzt werden, was einem Minus von 8 % entspricht. Das zweite Quartal für sich genommen, liegt jedoch 2,1 m€ über dem Vorjahr. Das Segment Stärke konnte einen Ergebniszuwachs auf 21,2 (Vorjahr 13,4) m€ erreichen, Frucht auf 18,7 (Vorjahr 17,2) m€. Das im Segment Zucker auf 14,6 (Vorjahr 28,6) m€ verminderte Operative Ergebnis ist einerseits auf geringere Absatzmengen, andererseits insbesondere auf die hohen Abgaben an den EU-Restrukturierungsfonds im Rahmen der neuen EU-Zuckermarktordnung zurückzuführen. Die positive Entwicklung bei Stärke und Frucht unterstreicht die Richtigkeit der strategischen Ausrichtung der AGRANA auf drei Standbeine.

Erträge aus der Optimierung der Wertpapierbestände und Wechselkursgewinne ermöglichten eine Verbesserung des Finanzergebnisses im ersten Halbjahr 2007|08 auf –2,8 m€ nach –10,4 m€ in den ersten sechs Monaten 2006|07. Das Halbjahresergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich dementsprechend von 48,9 m€ im ersten Halbjahr 2006|07 auf 50,0 m€. Der Konzernperiodenüberschuss konnte aufgrund einer von 32 % auf 27 % verminderten Steuerquote auf 36,6 (Vorjahr 33,4) m€ gesteigert werden. Aufgrund des verbesserten Konzernperiodenüberschusses und geringerer Minderheitenanteile stieg das Ergebnis je Aktie im ersten Halbjahr 2007|08 auf 2,55 € nach 2,23 € in der Vorjahresvergleichsperiode.

Die Investitionen insbesondere im Stärke- und Bioethanolbereich im ersten Halbjahr 2007|08 stiegen auf 107,9 (Vorjahr 50,5) m€, was einer Erhöhung von 114 % im Vergleich zur Vorjahresvergleichsperiode entspricht. Die Mitarbeiteranzahl im Konzern stieg um 12 % von 7.972 im ersten Halbjahr 2006|07 auf 8.950.

Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis lag mit 69,7 m€ um 1,1 m€ über dem Vorjahr. Aus der laufenden Geschäftsentwicklung konnten jedoch nur 34,3 m€ im ersten Halbjahr 2007|08 realisiert werden (Vorjahr 125,4 m€), was primär auf die Entwicklung der Vorräte zurückzuführen ist. Im Vorjahr wurden die Lagerbestände durch hohe Exporte abgebaut, während heuer im Segment Frucht höhere Eigenlager angeschafft wurden, wodurch im Einkauf bessere Preise erreicht werden konnten. Darüber hinaus wurden erstmalig Rohstoffvorräte für das Bioethanolwerk Pischelsdorf eingekauft.

Vermögens- und Finanzlage

Das Eigenkapital stieg im ersten Halbjahr 2007|08 auf 898,3 m€ nach 895,5 m€ zum Geschäftsjahresende 2006|07. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von aktuell 47,2 % im Vergleich zu 46,4 % des Geschäftsjahres 2006|07. Das Gearing betrug in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2007|08 47,8 % (28. Februar 2007: 37,9 %).

Entwicklung des zweiten Quartals 2007|08

Der Geschäftsverlauf im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007|08 (1. Juni bis 31. August) war nach einem etwas schwächeren ersten Quartal von verbesserten Umsätzen gekennzeichnet. Der Konzernumsatz stieg um 7 % auf 484,4 m€ nach 451,1 m€. Das Operative Ergebnis des zweiten Quartals konnte ebenfalls auf 26,3 m€ nach 24,2 m€ im Vorjahr gesteigert werden. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 25,6 m€ im zweiten Quartal 2007|08 um 30 % über dem Vorjahreswert von 19,7 m€. Der Konzernperiodenüberschuss verbesserte sich um 44 % auf 18,4 (Vorjahr 12,8) m€.

AGRANA-Aktie

Der Aktienkurs betrug zum 31. August 2007 74,78 € und blieb damit im ersten Halbjahr 2007|08 auf annähernd gleichem Niveau (Notierung 1. März 2007: 74,85 €). Im gleichen Zeitraum wies der ATX eine Performance von +6,4 % aus.

Im Juli 2007 nahm Goldman Sachs die Analyse der AGRANA auf. Im September 2007 folgte die Berenberg Bank mit einem Erstcoverage. Des Weiteren wird AGRANA regelmäßig von den Investmenthäusern Morgan Stanley, Raiffeisen Centrobank, Sal. Oppenheim und UniCredit Markets & Investment Banking (CA IB) gecovert.

SEGMENT ZUCKER

Rahmenbedingungen Zuckermarktordnung

Mit 1. Juli 2006 trat die neue EU-Zuckermarktordnung in Kraft. Ziel ist, durch eine Reduktion der Zuckerquoten – aufgrund der nur mehr eingeschränkten Exportmöglichkeiten und zusätzlicher präferenzieller Importe – ein Nachfrage-Angebot-Gleichgewicht am europäischen Zuckermarkt zu erreichen. Dafür sollen von der Zuckerindustrie finanzierte Umstrukturierungsbeihilfen für Landwirte und Zuckerfabriken dienen, die zur Aufgabe oder Reduktion ihrer Produktion bereit sind.

Dieses Ziel konnte in den ersten beiden Wirtschaftsjahren nach der Reform nur ungenügend erreicht werden. Daher stimmte der Agrarministerrat am 26. September 2007 einer Novellierung der neuen Marktordnung zu. Sie soll die Attraktivität des Restrukturierungsfonds stärken und in weiterer Folge den Rückkauf von rund 6 Mio Tonnen Quote ermöglichen. Die bisherigen Quotenrückgaben von 2,2 Mio Tonnen müssen jetzt durch Quotenrückgaben auch aus wettbewerbsfähigen Regionen ergänzt werden.

Die Hauptpunkte der Verordnung, die nach der politischen Einigung im Agrarministerrat formal bei einem der nächsten Räte im Oktober verabschiedet werden muss, sind:

  • Der bisher variable Anteil der Restrukturierungsprämie für die Landwirte wird auf 10 % fixiert (bisher mindestens 10 %).
  • Die von einer Quotenstilllegung betroffenen Landwirte erhalten als zusätzlichen Anreiz eine "Top-Up-Prämie" in der Höhe von 237,5 € je Tonne. Diese Prämie wird für Quotenrückgaben im Wirtschaftsjahr 2008|09 gewährt.
  • Ein Initiativrecht für Rübenbauern gibt diesen die Möglichkeit, dem Restrukturierungsfonds individuell Quote anzudienen. Dies ist auf 10 % der Quote begrenzt. Falls Zuckerunternehmen diese Quotenrückgabe

mengenmäßig übertreffen, verfallen die individuellen Anträge der Rübenbauern.

  • Zuckerunternehmen, die im Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 Quoten in Höhe der präventiven Marktrücknahme1 für das Wirtschaftsjahr 2007|08 zurückgeben, werden von der Zahlung der Restrukturierungsabgabe für diese Menge befreit.
  • In einem zweiten Schritt haben Unternehmen die Möglichkeit – nach Ablauf der Frist am 31. Jänner 2008 – bis 31. März 2008 weitere Quotenrückgaben im Wirtschaftsjahr 2008|09 durchzuführen unter der Voraussetzung, dass sie zuvor Quoten in Höhe der präventiven Marktrücknahme zurückgegeben haben. Unternehmen können damit auf die Bilanz der bisher getätigten Rückgaben reagieren, da eine etwaige Quotenkürzung am Ende der Restrukturierungsperiode ohne Entschädigungszahlungen erfolgen wird.
  • Mitgliedsstaaten, die ihre Quote reduziert haben, wird diese Quotenrückgabe bei einer etwaigen endgültigen Kürzung ab dem Wirtschaftsjahr 2010|11 teilweise angerechnet. Staaten, deren Zuckerquote zumindest um 60 % zurückgenommen wurde, werden von diesem "Final Cut" ausgenommen.

In den letzten Wochen haben Zuckerunternehmen in ganz Europa ihre Bereitschaft signalisiert, dem Restrukturierungsfonds Quoten zumindest in der Höhe ihrer präventiven Marktrücknahme für das Wirtschaftsjahr 2007|08 bis 31. Jänner 2008 anzudienen.

Der unabhängige Marktbeobachter F.O. Licht schätzt in einer ersten Prognose die EU-Zuckerproduktion 2007|08 auf voraussichtlich insgesamt 17,4 Mio Tonnen ein, was trotz der 6 %-Reduzierung des EU-Zuckerrübenanbaus ein wesentlich höheres Ergebnis als erwartet bedeutet. Im Jahr 2006|07 war der EU-Zuckerrüben-Output von F.O. Licht ebenfalls auf insgesamt 17,4 Mio Tonnen taxiert worden.

Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 wird eine weitere temporäre Marktrücknahmenotwendigkeit erwartet, diese hat durch die Europäische Kommission spätestens Ende Oktober zu erfolgen.

WTO-Verhandlungen

Die Verhandlungen im Agrarausschuss der WTO-Doha-Runde wurden im September erneut aufgenommen. Grundlage der Diskussionen ist ein vom Ausschussvorsitzenden

Crawford Falconer vor der Sommerpause vorgelegter Entwurf zu den Handelsmodalitäten bei Agrargütern. Dieser geht in der Frage des Zollabbaus bei Agrargütern über den von der EU angebotenen Zollabbau hinaus. Auch die Anzahl sensibler Produkte – mit geringeren Zollkürzungen – soll darin deutlich limitiert werden. Die WTO fordert einen EU-Zollabbau zwischen 66 % und 73 %. Anstatt der von der EU angebotenen Ausnahme für sensible Produkte mit 8 %, geht dieser Vorschlag von nur 4 % bis 6 % aus.

Weltmarkt

Für 2007|08 wird von einem globalen Zuckerüberschuss von über 14 Mio Tonnen Weißzucker im Vergleich zu einem Überhang von 12 Mio Tonnen im Wirtschaftsjahr 2006|07 ausgegangen. Die Zuckerproduktion 2007|08 dürfte sich auf 160 Mio Tonnen belaufen. Dem steht ein prognostizierter weltweiter Verbrauch von 146 Mio Tonnen gegenüber. Die größten Produktionssteigerungen erzielt Asien getrieben von den hohen Zuckerpreisen im letzten Jahr sowie einer starken Nachfrage. Die günstigen Witterungsbedingungen in den Zuckerrohr-Anbaugebieten verstärkten diesen Trend. China, Indien, Pakistan und Thailand werden ihre Produktion voraussichtlich insgesamt um bis zu 10 % steigern können.

Geschäftsentwicklung

Im Segment Zucker belief sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2007|08 auf 376,2 m€ und lag damit um 16 % unter dem Wert der Vorjahresvergleichsperiode von 449,0 m€. Dieser Rückgang beruht im Wesentlichen auf im Vergleich zum Vorjahr mengenmäßig niedrigeren Zuckerverkäufen. In der Vorjahresvergleichsperiode musste der C-Zucker aufgrund der WT0 Entscheidung bis zum Sommer abverkauft werden und führte zusammen mit der guten Ernte zu großen Absatzmengen. Aufgrund der hohen Weltmarktpreise konnten im Vorjahr auch gute Ergebnisse erzielt werden. Infolge der negativen WTO-Panelentscheidung ist die Exportmöglichkeit nun nahezu vollständig weggefallen.

Der Zuckerabsatz verzeichnete im ersten Halbjahr 2007|08 einen Rückgang auf 458.000 (Vorjahr 660.000) Tonnen. Diese Entwicklung war einerseits bedingt durch die im Vorjahr getätigte Lieferung großer Mengen (rund 70.000 Tonnen) in die Intervention, andererseits durch den Wegfall der im Vorjahr letztmalig möglichen C-Zuckerexporte. Darüber hinaus wurden aufgrund der schlechteren Obsternte geringere Zuckermengen an den Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Dem gegenüber konnte verstärkt Zucker an die Getränkeindustrie abgesetzt und so Marktanteile zurück gewonnen werden.

Das Operative Ergebnis sank unter diesen Rahmenbedingungen von 28,6 m€ im ersten Halbjahr 2006|07 auf aktuell 14,6 m€. Darin wurde die Restrukturierungsabgabe auf Basis einer für das Gesamtjahr erwarteten Marktrücknahme für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 aufwandswirksam abgegrenzt. Das stark forcierte Nicht-Quoten-Zuckergeschäft mit der Fermentationsindustrie konnte den Wegfall der im Vorjahr getätigten hohen C-Zucker-Exporte nicht vollständig kompensieren.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Die Witterungsbedingungen in Österreich, wie auch in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Rumänien, waren im ersten Halbjahr ähnlich. Die auf den Anbau folgenden Monate waren durch eine äußerst hohe Trockenheit gekennzeichnet. Vereinzelte Niederschläge in den Monaten Juni und Juli entspannten die Situation nur geringfügig. Bestände und Pflanzendichte sind im Vergleich zu den letzten Jahren unterdurchschnittlich. An extrem trockenen Standorten – vor allem in Rumänien und Ungarn – kam es bei Temperaturen von 35°C zu irreversiblen Trockenschäden. Ausgiebige Niederschläge Anfang September haben insbesondere in den Rübenanbaugebieten Österreichs, Tschechiens und der Slowakei die Erwartungen deutlich verbessert.

In den AGRANA-Zuckerfabriken in Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Rumänien werden folgende Rüben- und Zuckermengen in der Kampagne 2007 erwartet:

AGRANA-Gruppe 87.900 4.793.000 737.000 655.103
Rumänien 6.800 170.000 21.000 20.9682
Slowakei 7.800 403.000 56.000 56.837
Tschechien 13.300 665.000 106.000 83.582
Ungarn 17.600 805.000 119.000 142.689
Österreich 42.400 2.750.000 435.000 351.027
in ha in t in t in t
Fläche Rübenernte gewinnung 2007 081
Zucker- quote
Rübenzucker

Aus der Kampagne 2006|07 wurden 33.475 Tonnen Zucker in das neue Zuckerwirtschaftsjahr übertragen.

2 Rohzuckerquote in Rumänien: 130.668 Tonnen

SEGMENT STÄRKE

Rahmenbedingungen

Der seit dem Frühjahr 2007 festzustellende Preisanstieg für landwirtschaftliche Rohstoffe, insbesondere bei Getreide und Mais, hält weiter an. Die Weizenpreise sind in den vergangenen Wochen extrem gestiegen und liegen derzeit bei 260 € je Tonne. Im Vergleich dazu betrugen die durchschnittlichen Weizenpreise im Geschäftsjahr 2006|07 noch rund 133 €. Auch Mais notiert in Europa – je nach Region – mit 240 € bis 275 € je Tonne auf Rekordniveau. Hier betrug der Preissprung 2007 gegenüber 2006 rund 70 %. Die Ursachen sind in trockenheitsbedingten Ertragsausfällen, vor allem in Osteuropa, und spekulativen Elementen zu suchen.

Um diesen Marktverhältnissen entgegenzuwirken, hat die Europäische Kommission die verpflichtende Flächenstilllegung im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik von aktuell 10 % für das Jahr 2008 auf Null abgesenkt.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz des Segments Stärke lag im ersten Halbjahr 2007|08 mit 154,7 m€ um 30 % über dem Vorjahreswert von 119,3 m€. Der Absatz konnte um 17 % auf 372.000 Tonnen gesteigert werden.

Das Wachstum wurde größtenteils durch gestiegene Verkäufe von Verzuckerungsprodukten sowie Ethanol aus Ungarn erzielt. Insbesondere verstärkte Exporte von Stärkesirup, Flüssigdextrose sowie Isoglukose und eine erhöhte Inlandsnachfrage ermöglichten diese positive Absatzentwicklung. Der Umsatz stieg aufgrund höherer Verkaufspreise bei gestiegenen Rohstoffkosten überproportional zum Mengenabsatz.

Das Operative Ergebnis erhöhte sich auf 21,2 (Vorjahr 13,4) m€. Wesentliche Gründe waren das Mengenwachstum sowie ein verbesserter Produktmix mit höher veredelten Stärkeprodukten und Bioprodukten. Weiters beeinflusste die Entwicklung des ungarischen Forint und des rumänischen Leu zum Euro das Ergebnis positiv. Die nicht aktivierbaren Aufwendungen für die Errichtung des österreichischen Bioethanolwerkes betrugen 1,6 m€ und werden als Ergebnis aus Sondereinflüssen ausgewiesen.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Am 27. August 2007 wurde im Werk Gmünd, Österreich, mit der Verarbeitung von Stärkekartoffeln der Ernte 2007 begonnen. Aufgrund der Hitzeperiode im Juni und Juli wird eine

etwas geringere Erntemenge von rund 185.000 (Vorjahr 187.000) Tonnen erwartet. Bei einem unter dem Vorjahr liegenden Stärkegehalt wird mit einer Kartoffelstärkemenge von rund 40.000 (Vorjahr 41.123) Tonnen gerechnet.

Die Nassmaisverarbeitung im Werk Aschach|Österreich wurde am 4. September aufgenommen. Durch die witterungsbedingte geringere Ertragserwartung und die fortgeschrittene Abreife der Maispflanzen wird eine geringere erntefrische Maismenge von rund 65.000 bis 70.000 (Vorjahr 84.000) Tonnen erwartet. Anschließend wird die Verarbeitung mit getrocknetem Mais fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2007|08 wurde die Maisverarbeitung um 7 % auf 184.000 Tonnen gesteigert. Für das Geschäftsjahr 2007|08 wird in Österreich mit einer Verarbeitungsmenge von etwa 365.000 Tonnen Mais gerechnet.

In Ungarn begann die Nassmaiskampagne am 1. September 2007. Hungrana erwartet eine Nassmaismenge von rund 35.000 bis 40.000 Tonnen. Die gesamte Maisverarbeitung im Kalenderjahr 2007 wird mit rund 518.000 Tonnen über der Vorjahresmenge liegen. Die Isoglukosequote der Hungrana beträgt im Wirtschaftsjahr 2007|08 rund 179.000 Tonnen.

Im ersten Halbjahr 2007|08 wurden in der rumänischen Maisstärkefabrik AGFD Tandarei rund 11.800 Tonnen Mais verarbeitet.

Im neu errichteten Bioethanolwerk in Pischelsdorf|Österreich wurde per Ende August 2007 mit der ersten Rohstoffübernahme und der Einlagerung von Trockenmais für den vorgesehenen mehrwöchigen Probebetrieb der Bioethanolanlage begonnen.

Bioethanol

AGRANA wird die Investitionsphase der neuen Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich wie vorgesehen Ende September abschließen. Danach wird die Anlage einem mehrwöchigen Test im Rahmen eines Probebetriebes unterzogen. In der Folge wird die Anlage abgestellt. Eine Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2008 geplant. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf die jüngste Preishausse bei Weizen und Mais auf den internationalen Rohstoffmärkten. Ungeachtet dessen wird AGRANA alle Alkohol-Lieferverpflichtungen voll erfüllen. Die entsprechenden Mengen, insbesondere für die 4,3 %-Bioethanolbeimischung zum Fahrbenzin in Österreich ab 1. Oktober 2007, werden zur Überbrückung von anderen Konzernunternehmen beigestellt.

Der Ausbau der Maisstärkefabrik in Ungarn mit einer geplanten Verdoppelung der Maisverarbeitungskapazität auf 3.000 Tonnen pro Tag wird mit Ende des Geschäftsjahres weitgehend abgeschlossen sein.

SEGMENT FRUCHT

Geschäftsentwicklung

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres (1. März bis 31. August 2007) erzielte das Segment Frucht einen Umsatz von 435,1 (Vorjahr 381,7) m€ sowie ein Operatives Ergebnis von 18,7 (Vorjahr 17,2) m€. Grund für das Umsatzwachstum liegt in einem anhaltend hohen Mengenzuwachs. Das neu errichtete brasilianische Fruchtzubereitungswerk ist erstmals im Konsolidierungskreis enthalten. Seit Produktionsstart konnten die Anforderungen der Kunden in Bezug auf Qualität und Service in vollem Maße erfüllt werden. In Zusammenarbeit mit der lokalen Molkereiindustrie wurden Produktneuentwicklungen für den wachsenden brasilianischen Joghurtmarkt erfolgreich umgesetzt.

Der Umsatz im Geschäftsfeld AGRANA Juice konnte im Vergleich zur Vorjahresperiode aufgrund höherer Verkäufe von Fruchtpürees und Fruchtsaftkonzentraten aus roten Früchten gesteigert werden. Der Absatz von Apfelsaftkonzentrat lag über dem Vorjahr, wobei es bei Neukontrakten zu deutlichen Preissteigerungen kam.

Die Mengen aus den neuen Ernten waren bei allen Früchten knapp, was die Rohstoffkosten dramatisch erhöhte. Die Konzentratpreise konnten entsprechend angepasst werden.

AGRANA Fruit entwickelte sich bei anhaltend hohem organischen Wachstum planmäßig. Die erntebedingt gestiegenen Rohstoffkosten des ersten Halbjahres 2007|08 konnten in der abgelaufenen Berichtsperiode jedoch noch nicht vollständig weitergegeben werden. Verhandlungen mit Kunden sind derzeit im Laufen.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Die erwarteten Apfelernten in den Hauptanbauländern Polen und Ungarn liegen aufgrund der Spätfröste bei weniger als der Hälfte des Vorjahres. Demgegenüber sind die Ernteprognosen für Österreich, Deutschland und Italien gut, diese Länder können aber mengenmäßig die Ernteausfälle in Osteuropa bei weitem nicht kompensieren. Diese sich

abzeichnende Verknappung an Rohware hat zu erheblichen Preissteigerungen geführt. In China wird generell mit einer guten, aber unter dem Rekordvorjahr liegenden Ernte gerechnet.

Aufgrund dieser Rohstoffknappheit kauft AGRANA neben den Hauptapfelanbauregionen Europas heuer auch in anderen Ländern wie Italien, Litauen und Bulgarien Rohware zu. Diese zusätzlichen Mengen erlauben die vorhandenen Verarbeitungskapazitäten besser auszulasten.

Bei roten Beeren, die hauptsächlich in Polen und Dänemark, aber auch in Ungarn und der Ukraine gekauft wurden, verlief der Rohstoffeinkauf bis dato zufriedenstellend. Die frostbedingte geringere Rohstoffverfügbarkeit in Polen wurde mit guten Ernten in Dänemark und der Ukraine teilweise ausgeglichen. Die Rohstoffpreise lagen sowohl bei Erdbeeren, schwarzen Johannisbeeren als auch Sauerkirschen weit über dem Niveau des Vorjahres. Auf der Verkaufsseite wurden die gestiegenen Rohstoffkosten mit höheren Verkaufspreisen für Beerensaftkonzentrat kompensiert.

AGRANA konnte dank der nun voll implementierten globalen Sourcing-Strategie ihren Bedarf an Früchten für die Herstellung von Fruchtzubereitungen trotz des schwierigen Rohstoffmarktes voll abdecken. Aufgrund der in Europa ungünstigen Wetterbedingungen waren die Beschaffungsmärkte für Erdbeeren, Himbeeren sowie Aprikosen von hoher Nachfrage und geringem Angebot geprägt. Der starke Frischmarkt sowie der steigende Bedarf an Verarbeitungsfrüchten in Zentral- und Osteuropa sowie in Asien sind für das aktuell hohe Preisniveau verantwortlich.

Die Ernte in Polen, dem wichtigsten Hersteller von Erdbeeren für die Verarbeitungsindustrie, wurde durch Frost im Frühjahr geschmälert. Dem gegenüber steht die gute und lange Erdbeerernte in Marokko. Serbien, das wichtigste Erntegebiet für Himbeeren in Europa, konnte aufgrund von Trockenheit nur eine verminderte Ernte verzeichnen. In den Vereinigten Staaten wurde eine qualitativ gute Erdbeerund Pfirsichernte eingefahren.

INVESTITIONEN

Die im ersten Halbjahr 2007|08 getätigten Investitionen betrugen 107,9 (Vorjahr 50,5) m€, ein Anstieg um 114 %.

Segment Zucker

Auf das Segment Zucker entfielen davon im ersten Halbjahr 2007|08 20,1 (Vorjahr 7,2) m€. Hauptprojekt ist die Errichtung der neuen Rohzuckerraffinerie in Brcko. Im Dezember 2007 werden erste Anlagentests durchgeführt und die Anlage schrittweise in Betrieb genommen. Die Arbeiten an der Biogasanlage in Kaposvár|Ungarn verlaufen ebenfalls erwartungsgemäß. Die Befüllung der Anlage ist für Mitte Oktober 2007 terminisiert. Sie soll den halben Energiebedarf des Werkes decken. In Roman|Rumänien konnte nach der Modernisierung der Kristallisation und Implementierung diverser energiesparender Maßnahmen eine wesentliche Verbesserung des spezifischen Energieverbrauchs erzielt werden.

Segment Stärke

Das Investitionsvolumen im ersten Halbjahr 2007|08 im Segment Stärke betrug 71,1 (Vorjahr 28,6) m€. Hauptprojekte sind die Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich sowie der Ausbau der Maisstärkefabrik in Szabadegyhaza| Ungarn. In der Kartoffelstärkefabrik Gmünd werden weitere Investitionen in Stärkeveredelungsanlagen (für Papier-, Bau- und Textilbereich) getätigt, eine neue Extrusionsanlage wird Ende des dritten Quartals in Betrieb gehen.

Segment Frucht

Mit Ende des ersten Halbjahres wurden im Segment Frucht 16,6 (Vorjahr 14,7) m€ für laufende Investitionsprojekte aufgewendet. Ein Großteil der getätigten Investitionen bei AGRANA Juice betrifft Ersatzinvestitionen und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Für den Geschäftsbereich AGRANA Fruit wurde am Standort Gleisdorf|Österreich ein Produktivitätssteigerungsprojekt umgesetzt. Investitionen in Mexiko dienen der Optimierung der Arbeitssicherheit, der Lagerbedingungen und der Standortlogistik. In Frankreich wurden dem Mengenwachstum entsprechend Stahltransportcontainer angeschafft. Ebenso wurde eine Kläranlage aufgerüstet, um allen behördlichen Auflagen zu entsprechen. In Australien konnte die Modernisierung eines Rohwarenlagers erfolgreich abgeschlossen werden.

WESENTLICHE RISIKEN IM ZWEITEN HALBJAHR 2007|08

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweisen wir auf die im Geschäftsbericht 2006|07 umfassend angeführten Risiken auf den Seiten 60 bis 63. Gegenüber dem Jahresabschluss 2006|07 ergibt sich für das zweite Halbjahr 2007|08 folgende geänderte Situation:

  • Segment Frucht: Im zweiten Halbjahr 2007|08 stellen steigende Rohstoffpreise ein Risiko dar. AGRANA hofft, die erforderlichen Preisanpassungen auf Kundenseite durchsetzen zu können, wenngleich vertriebsseitig noch nicht alle nötigen Steigerungen ausverhandelt wurden. Die Vertriebsverträge müssen zudem in Einklang mit den Ernteperioden gebracht werden.
  • Segment Stärke: Aufgrund der aktuell hohen Rohstoffpreise wird die Inbetriebnahme der Bioethanolanlage Pischelsdorf|Österreich verschoben. AGRANA geht davon aus, dass die Rohstoffpreise ab Frühjahr 2008 aufgrund der Aufhebung der Flächenstilllegungsverpflichtung wieder auf ein realistisches Niveau zurückkommen. Eine durch Spekulation länger anhaltende Rohstoffhausse kann jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM 31. AUGUST 2007

Im Zuge einer Analyse der europäischen AGRANA-Fruchtzubereitungskapazitäten wurden Strategien zur Optimierung entwickelt und die Schließung des tschechischen Standortes AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. in Kaplice sowie der Transfer der dortigen Erzeugungsvolumina in andere Konzernstandorte im kommenden Jahr beschlossen.

Am tschechischen Standort werden mit rund 70 Mitarbeitern rund 11.000 Tonnen Fruchtzubereitungen pro Jahr für Kunden in Tschechien sowie für international tätige Molkereiunternehmen in Süd- und Osteuropa produziert. Verbunden mit der Schließung des Standortes wird den Mitarbeitern ein Sozialplan angeboten.

Am 26. September hat der Agrarministerrat den EU-Kommissionsvorschlag verabschiedet, der den Restrukturierungsprozess im Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 wieder forcieren soll. Die Anpassung der Reform der EU-Zuckermarktordnung setzt erhebliche Anreize für alle europäischen Zuckererzeuger, zusätzliche Quoten in den Restrukturierungsfonds zu geben. AGRANA wird Quoten in Höhe der präventiven Marktrücknahme des Zuckerwirtschaftsjahres 2007|08 an den Restrukturierungsfonds endgültig zurückgeben.

AUSBLICK

Auf Basis der Entwicklungen des ersten Halbjahres 2007|08 erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr einen Konzernumsatz nur knapp unter dem Wert des Vorjahres. Dafür sind folgende Faktoren maßgeblich:

  • Segment Frucht: Im Zuge der vorjährigen Angleichung der Berichtsperiode vom Kalenderjahr auf das AGRANA-Geschäftsjahr waren zwei zusätzliche Umsatzmonate (insgesamt 14 Monate) im Volumen von rund 134 m€ enthalten.
  • Segment Zucker: Temporäre Quotenkürzungen und der Wegfall der C-Zucker-Exporte werden trotz Ausweitung der Lieferungen an die Fermentationsindustrie einen geringeren Zuckerumsatz bewirken.
  • Die rohstoffbedingten Preiserhöhungen in den Segmenten Stärke und Frucht werden die Umsätze stärker als geplant wachsen lassen.

Im Segment Zucker wird den verabschiedeten Reformbeschlüssen vom 26. September 2007 insofern Rechnung getragen, dass AGRANA ebenfalls eine freiwillige Quotenrückgabe im Umfang der temporären Quotenkürzung vom Februar 2007 vornehmen wird. Außerordentliche Aufwendungen werden dabei durch die Umstrukturierungsbeihilfe und den anteiligen Wegfall der Restrukturierungsabgabe zumindest ausgeglichen. Darüber hinaus wird unverändert von einer weiteren rückwirkenden Marktrücknahme durch die Kommission Ende Oktober 2007 ausgegangen.

Im zweiten Halbjahr werden sich die hohen, über dem ersten Halbjahr 2007|08 liegenden Rohstoffpreise belastend auswirken. Während neue Verträge diese erhöhten Einstandspreise berücksichtigen, ist aus bestehenden Lieferverpflichtungen mit einer Ergebnisbelastung im zweiten Halbjahr zu rechnen.

Hingegen wird die Verschiebung des Regelbetriebes des Bioethanolwerkes in Pischelsdorf|Österreich auf das Operative Ergebnis des AGRANA-Konzerns im laufenden Geschäftsjahr 2007|08 keinen substanziellen Einfluss haben. Die Aufwendungen im laufenden Geschäftsjahr liegen mit rund 6 m€ im Rahmen der Planung und werden keinen zusätzlichen Vorsorgebedarf notwendig machen.

Bei Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtzubereitungen kann aufgrund der Vertriebspreisentwicklung von einem positiven Ergebnisverlauf im zweiten Halbjahr ausgegangen werden.

Aufgrund dieser Entwicklungen hält der AGRANA-Vorstand unverändert an der Zielsetzung fest, an die Vorjahresergebnisse anschließen zu können.

2. QUARTAL (1. Juni – 31. August)

1. HALBJAHR (1. März – 31. August)

KONZERNGEWINN- 2007 08 2006 07 2007 08 2006 07
UND VERLUSTRECHNUNG in t€ in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse 484.360 451.145 933.334 923.180
Bestandsveränderungen –83.532 –119.565 –162.373 –254.150
Andere aktivierte Eigenleistungen 744 2.094 1.322 2.287
Sonstige betriebliche Erträge 6.688 6.129 11.779 14.011
Materialaufwand –261.148 –199.012 –492.015 –390.690
Personalaufwand –49.511 –45.444 –98.517 –91.521
Abschreibungen –15.441 –14.197 –30.142 –28.982
Sonstige betriebliche Aufwendungen –56.996 –56.940 –110.602 –114.875
Ergebnis der Betriebstätigkeit 25.164 24.210 52.786 59.260
Finanzerträge 8.012 1.307 12.252 4.142
Finanzaufwendungen –7.595 –5.813 –15.047 –14.516
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0 0 0 0
Finanzergebnis 417 –4.506 –2.795 –10.374
Ergebnis vor Ertragsteuern 25.581 19.704 49.991 48.886
Ertragsteuer –7.178 –6.891 –13.406 –15.525
Konzernperiodenüberschuss 18.403 12.813 36.585 33.361
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 18.306 12.462 36.207 31.691
davon Minderheitenanteile 97 351 378 1.670
Ergebnis je Aktie nach IFRS 1,29 € 0,88 € 2,55 € 2,23 €
2007 08
2006 07
KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
FÜR DAS ERSTE HALBJAHR (1. März – 31. August) in t€ in t€
Cashflow aus dem Ergebnis
Gewinne aus Anlagenabgängen
69.670
–2.132
68.551
–807
Veränderung des Working Capital –33.282 57.638
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 34.256 125.382
Cashflow aus Investitionstätigkeit –68.710 –57.698
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 4.649 74.955
Veränderung des Finanzmittelbestandes –29.805 142.639
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 132.218 80.812
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 102.413 223.451
KONZERNBILANZ Stand zum Stand zum 11
31.8.2007 28.2.2007
AKTIVA in t€ in t€
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 252.243 254.516
Sachanlagen 625.384 545.005
Anteile an assoziierten Unternehmen 576 576
Wertpapiere 21.428 27.434
Beteiligungen und Ausleihungen 91.033 105.802
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 6.403 5.705
Aktive latente Steuern 11.545 9.230
1.008.612 948.268
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 402.347 510.037
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 373.582 305.488
Laufende Ertragsteuerforderungen 12.903 8.615
Wertpapiere 2.036 27.060
Flüssige Mittel 102.413 132.218
893.281 983.418
Summe Aktiva 1.901.893 1.931.686
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 354.458 356.582
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 869.030 871.154
Minderheitenanteile am Kapital 29.295 24.345
898.325 895.499
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 49.110 49.011
Übrige Rückstellungen 28.945 28.294
Finanzverbindlichkeiten 289.864 331.700
Sonstige Verbindlichkeiten 1.879 2.078
Passive latente Steuern 39.635 40.226
409.433 451.309
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 47.187 38.233
Finanzverbindlichkeiten 264.986 194.447
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 275.407 348.122
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 6.555 4.076
594.135 584.878
Summe Passiva 1.901.893 1.931.686
KONZERNEIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG Eigenkapital- Minderheiten- Eigenkapital
FÜR DAS ERSTE HALBJAHR (1. März – 31. August) Anteil der anteil am
Aktionäre Eigenkapital
in t€ in t€ in t€
Stand zum 1. März 2007 871.154 24.345 895.499
Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) –11.952 0 –11.952
Veränderung des Eigenkapitals
aufgrund von Währungsumrechnung 1.409 113 1.522
Nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung
berücksichtigte Gewinne/Verluste –10.543 113 –10.430
Ergebnis der Berichtsperiode 36.207 378 36.585
Summe berücksichtigte Gewinne/Verluste 36.207 378 36.585
Dividendenausschüttung –27.694 –976 –28.670
Sonstige Veränderungen –94 5.435 5.341
Eigenkapital zum 31. August 2007 869.030 29.295 898.325
Stand zum 1. März 2006 872.194 13.611 885.805
Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) –15.004 0 –15.004
Veränderung des Eigenkapitals
aufgrund von Währungsumrechnung –19.950 –802 –20.752
Nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung
berücksichtigte Gewinne/Verluste –34.954 –802 –35.756
Ergebnis der Berichtsperiode 31.691 1.670 33.361
Summe berücksichtigte Gewinne/Verluste 31.691 1.670 33.361
Dividendenausschüttung –29.694 –350 –30.044
Sonstige Veränderungen 328 20 348
Eigenkapital zum 31. August 2006 839.565 14.149 853.714

ANHANG ZUM KONZERNZWISCHENABSCHLUSS INKLUSIVE SEGMENTBERICHT

2007 08 2006 07 2007 08 2006 07
in t€ in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse Operatives Ergebnis
Zucker 376.179 448.995 Zucker 14.563 28.607
Stärke 154.732 119.264 Stärke 21.176 13.420
Frucht 435.149 381.6771 Frucht 18.695 17.2331
Konzern 966.060 949.936 Konzern 54.434 59.260
Sondereffekt
Bioethanol –1.648 0
Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit 52.786 59.260
Umsätze zwischen
den Segmenten Investitionen
Zucker –9.024 –10.479 Zucker 20.066 7.189
Stärke –23.702 –16.277 Stärke 71.149 28.580
Frucht 0 01 Frucht 16.645 14.7091
Konzern –32.726 –26.756 Konzern 107.860 50.478
Außenumsatzerlöse Mitarbeiter
Zucker 367.155 438.516 Zucker 2.482 2.547
Stärke 131.030 102.987 Stärke 826 769
Frucht 435.149 381.6771 Frucht 5.642 4.6561
Konzern 933.334 923.180 Konzern 8.950 7.972

für das erste Halbjahr (1. März – 31. August)

Segmentbericht

2007 08 2006 07 2007 08 2006 07
in t€ in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse Operatives Ergebnis
Zucker 376.179 448.995 Zucker 14.563 28.607
Stärke 154.732 119.264 Stärke 21.176 13.420
Frucht 435.149 381.6771 Frucht 18.695 17.2331
Konzern 966.060 949.936 Konzern 54.434 59.260
Sondereffekt
Bioethanol –1.648 0
Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit 52.786 59.260
Umsätze zwischen
den Segmenten Investitionen
Zucker –9.024 –10.479 Zucker 20.066 7.189
Stärke –23.702 –16.277 Stärke 71.149 28.580
Frucht 0 01 Frucht 16.645 14.7091
Konzern –32.726 –26.756 Konzern 107.860 50.478
Außenumsatzerlöse Mitarbeiter
Zucker 367.155 438.516 Zucker 2.482 2.547
Stärke 131.030 102.987 Stärke 826 769
Frucht 435.149 381.6771 Frucht 5.642 4.6561
Konzern 933.334 923.180 Konzern 8.950 7.972

1 Das Vorjahreshalbjahr 2006|07 im Segment Frucht beinhaltet die Monate Jänner bis Juni 2006.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 31. August 2007 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 31. August 2007 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.

Die bei der Erstellung des Konzernjahresabschlusses zum 28. Februar 2007 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert beibehalten. Die Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichts 2006|07 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden auf

Basis landesspezifischer Ertragsteuersätze unter Berücksichtigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäftsjahr ermittelt.

Der Geschäftsbericht 2006|07 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.

Konsolidierungskreis

Seit dem Beginn des Geschäftsjahres wurde die Vertriebsgesellschaft AGRANA Bulgaria AD, Sofia|Bulgarien, erstmals vollkonsolidiert und die Studen-Agrana Rafinerija Secera d.o.o., Brcko|Bosnien-Herzegowina, erstmals quotenkonsolidiert. Bei der Studen-Agrana Rafinerija Secera d.o.o. handelt es sich um ein Joint Venture zur Errichtung einer Rohzuckerraffination in Bosnien-Herzegowina.

Vorjahresvergleich

Die Frucht-Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2006|07 aufgrund der Umstellung ihres Geschäftsjahres auf das Geschäftsjahr der AGRANA Beteiligungs-AG mit insgesamt 14 Monaten in den Konzernabschluss einbezogen. Die Berücksichtigung der beiden zusätzlichen Monate erfolgte im vierten Quartal 2006|07. Aus diesem Grund sind in den Vorjahreszahlen zum Halbjahr des Segments Frucht die Werte der Monate Januar bis Juni berücksichtigt, während in der aktuellen Berichtsperiode die Monate März bis August enthalten sind.

Saisonalität des Geschäftes

Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten Oktober bis Dezember. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnengenutzter Anlagen hauptsächlich im dritten Quartal an. Die im ersten Halbjahr angefallenen Instandhaltungskosten für die kommenden Kampagnen 2007 werden unterjährig abgegrenzt und sind unter den sonstigen Vermögenswerten erfasst. Des Weiteren wurde die Restrukturierungsabgabe auf Basis einer für das Gesamtjahr erwarteten Marktrücknahme für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 aufwandswirksam abgegrenzt.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im ersten Halbjahr 2007|08 in Höhe von 52.786 (Vorjahr 59.260) t€ setzt sich aus einem Operativen Ergebnis von 54.434 (Vorjahr 59.260) t€ und einem Ergebnis aus Sondereinflüssen von –1.648 (Vorjahr 0) t€ zusammen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen betrifft Aufwendungen, die für den Produktionsbeginn der Bioethanolanlage in Pischelsdorf anfielen.

Das Finanzergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 7.579 t€ auf –2.795 t€. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es im ersten Halbjahr zu Währungsgewinnen aus der Aufwertung osteuropäischer Währungen kam, die im Vorjahreszeitraum zu Wechselkursverlusten aus deren Abwertung geführt haben. Hinzu kamen realisierte Kursgewinne aus Wertpapierverkäufen.

Der Konzernperiodenüberschuss stieg um 3.224 t€ auf 36.585 t€ aufgrund des verbesserten Finanz- und Steuerergebnisses.

Erläuterungen zum Cashflow Statement

Im ersten Halbjahr sank der Finanzmittelbestand um 29.805 t€ infolge der Investitionstätigkeit. Im Vergleichszeitraum war der um 142.639 t€ gestiegene Finanzmittelbestand auf zusätzlich aufgenommene langfristige Fremdmittel und einen starken Abbau des Working Capital (vor allem im Vorratsbereich) zurückzuführen.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Der Rückgang der Bilanzsumme gegenüber dem 28. Februar 2007 um 29.793 t€ ist im Wesentlichen auf den Abverkauf der Zuckervorräte zurückzuführen, erhöhend wirken hingegen die Sachanlagenzugänge.

Das Eigenkapital zum 31. August erhöhte sich seit Geschäftsjahresende auf 898.325 t€ und entspricht einer Eigenkapitalquote von 47,2 %. Im zweiten Quartal erfolgte die Dividendenausschüttung der AGRANA Beteiligungs-AG in Höhe von 27.694 t€.

Mitarbeiter

Der Anstieg der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter von 7.972 auf 8.950 ist auf das Segment Frucht zurückzuführen. Die Ursache dafür ist ein früherer Erntebeginn in der Ukraine, ein Rekorderntejahr mit überdurchschnittlich langer Erntedauer in Marokko sowie eine eingeschränkte Vergleichbarkeit durch Geschäftsjahresumstellung.

Erklärung des Vorstandes

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze für die Zwischenberichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben wird.

Wien, am 11. Oktober 2007

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, Marktordnungsveränderungen, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik.

Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

KAPITALMARKTKALENDER

15. Jänner 2008 Ergebnis der ersten
drei Quartale 2007 08
21. Mai 2008 Bilanzpressekonferenz
zum Geschäftsjahr 2007 08
4. Juli 2008 Hauptversammlung
zum Geschäftsjahr 2007 08
10. Juli 2008 Ergebnis für das
erste Quartal 2008 09

WEITERE INFORMATIONEN

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 www.agrana.com

Konzernkommunikation/Investor Relations: Mag. Doris SCHOBER Telefon: +43-1-211 37-12084, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]

Die englische Fassung dieses Zwischenberichtes finden Sie im Internet unter www.agrana.com

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