Earnings Release • Jan 13, 2022
Earnings Release
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Z W I S C H E N M I T T E I L U N G Ü B E R D I E ERSTEN DREI QUARTALE 2021|22
1 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
2 Durschnittlich in der Periode beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre,
wir haben seit Beginn des Geschäftsjahres nach einem schwächeren H1 2021|22 für das zweite Halbjahr bessere Ergebnisse als im Vorjahr prognostiziert. Diesen Ausblick konnten wir im dritten Quartal mit einem EBIT von 31,2 Mio € bestätigen (Q3 2020|21: 28,5 Mio. €). Nach neun Monaten weisen wir im Geschäftsjahr 2021|22 damit ein EBIT von 76,0 Mio. € aus (Q1–3 2020|21: 84,3 Mio. €).
Auch im vierten Quartal rechnen wir im Jahresvergleich mit einer sehr deutlichen EBIT-Verbesserung. Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass wir unser Ziel für das Geschäftsjahr 2021|22, das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Vorjahres (2020|21: 78,7 Mio. €) deutlich - also zumindest um 10 % - zu übertreffen, erreichen werden.
Der Weg dorthin ist in den letzten Monaten in einem hochvolatilen Geschäftsumfeld aber deutlich schwieriger geworden. Seit dem Sommer haben die Rohstoffmärkte einen massiven Aufschwung erfahren und auch bei Agrar-Commodities zu eklatanten Preisanstiegen gegenüber dem Vorjahr geführt. Zudem belasten zeitgleich extrem gestiegene Energiekosten die Ergebnisse in allen Segmenten. Wir haben unterjährig immer wieder betont, dass die COVID-19-Pandemie noch lange nicht vorbei ist. Das spüren auch wir bei AGRANA durch die vierte Welle, die sich zügig ausbreitende Omikron-Variante und neuerliche Lockdowns gepaart mit wirtschaftlichen Einschränkungen in vielen Ländern der Welt.
Volatile Märkte, sowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Verkaufsseite, werden uns im letzten Quartal wie auch im nächsten Geschäftsjahr weiter beschäftigen und fordern. Wir werden weiter hart daran arbeiten, den Preiserhöhungen bei der Beschaffung mit geeigneten und verbesserten Maßnahmen zu begegnen und die gestiegenen Herstellungskosten auch in angepassten Verkaufspreisen abzubilden.
Das dritte Quartal (September bis November) ist bei AGRANA von der Kampagnen-Produktion bestimmt. Bei den Rohstoffen Rübe (Segment Zucker), Kartoffel (Segment Stärke) und Apfel (Segment Frucht) verlief die Verarbeitung bislang sehr zufriedenstellend. Im Segment Zucker gab es durch eine erhöhte Rübenmenge eine verbesserte Auslastung der Fabriken. Weiters werden u.a. gestiegene Zuckerpreise seit dem neuen Zuckerwirtschaftsjahr (Oktober 2021) für eine Ergebnisverbesserung im H2 2021|22 sorgen. Im Segment Frucht wird eine gute Apfelverarbeitungskampagne 2021 zu einer Erholung des Fruchtsaftkonzentratgeschäftes im zweiten Halbjahr führen.
Historisch hohe Ethanolnotierungen waren der Hauptgrund für eine zuletzt sehr starke EBIT-Entwicklung im Segment Stärke. Die Ethanolpreisentwicklung in den nächsten Wochen wird auch ein bestimmender Faktor für die Geschäftsentwicklung des Konzerns insgesamt im verbleibenden Geschäftsjahr sein.
Mit dem neuen erdgasbetriebenen Dampfkessel in Sered'|Slowakei wurde die vorletzte bislang kohlebefeuerte Zuckerfabrik auf Erdgas, mit der Möglichkeit auch Biogas zu verwerten, umgestellt. Dies stellt einen maßgeblichen weiteren Schritt auf unserem Pfad des Ausstieges aus fossilen Energieträgern dar. Derzeit werden alle Emissionen aus der vorgelagerten Lieferkette und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3-Emissionen) analysiert. Der Corporate Carbon Footprint stellt die Basis für die Erstellung umfassender wissenschaftsbasierter Klimaschutzziele im Rahmen der Science Based Targets Initiative bis Ende 2022 dar.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, zu Beginn dieses neuen Kalenderjahres möchten wir Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit für 2022 wünschen und Ihnen versichern, dass wir als Team AGRANA weiterhin mit voller Kraft für den Erfolg unseres Unternehmens arbeiten werden.
Ihr Vorstands-Team der AGRANA Beteiligungs-AG
Markus Mühleisen Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold Stephan Büttner Norbert Harringer
| Konzern-Gewinn- und Verlust | Q1–3 | Q1–3 |
|---|---|---|
| rechnung (verkürzt) | 2021 22 | 2020 21 |
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | ||
| Umsatzerlöse | 2.169,6 | 1.965,3 |
| EBITDA1 | 156,7 | 159,4 |
| Operatives Ergebnis | 68,7 | 69,9 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||
| unternehmen, die nach der | ||
| Equity-Methode bilanziert werden | 9,6 | 15,2 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –2,3 | –0,8 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 76,0 | 84,3 |
| EBIT-Marge | 3,5 % | 4,3 % |
| Finanzergebnis | –11,2 | –13,4 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 64,8 | 70,9 |
| Ertragsteuern | –20,0 | –17,1 |
| Konzernergebnis | 44,8 | 53,8 |
| davon Aktionäre der | ||
| AGRANA Beteiligungs-AG | 44,3 | 54,0 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,71 | 0,86 |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen in den ersten drei Quartalen 2021|22 (1. März bis 30. November 2021) mit 2.169,6 Mio. € deutlich über dem Vorjahr, wobei der Anstieg zum größten Teil auf höhere Absätze und Verkaufspreise im Segment Stärke zurückzuführen war. Die Umsatzentwicklung in den Segmenten Frucht und Zucker war ebenfalls positiv.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) in den ersten drei Quartalen 2021|22 betrug 76,0 Mio. € und lag damit moderat unter dem Vorjahreswert von 84,3 Mio. €. Im Segment Frucht ging das EBIT mit 36,2 Mio. € (Q1–3 2020|21: 41,3 Mio. €) primär aufgrund einer markant schwächeren Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft im ersten Halbjahr 2021|22 zurück. Vor allem deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiekosten führten zu

| Konzern-Gewinn- und Verlust rechnung (verkürzt) in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q3 2021 22 |
Q3 2020 21 |
|
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 745,2 | 656,0 | |
| EBITDA1 | 62,7 | 58,3 | |
| Operatives Ergebnis | 27,7 | 22,5 | |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
|||
| Equity-Methode bilanziert werden | 3,5 | 6,3 | |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,0 | –0,3 | |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 31,2 | 28,5 | |
| EBIT-Marge | 4,2 % | 4,3 % | |
| Finanzergebnis | –4,1 | –4,3 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 27,1 | 24,2 | |
| Ertragsteuern | –9,4 | –4,8 | |
| Konzernergebnis | 17,7 | 19,4 | |
| davon Aktionäre der | |||
| AGRANA Beteiligungs-AG | 16,4 | 20,1 | |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,26 | 0,32 |
einem EBIT-Rückgang auf 53,5 Mio. € (Q1–3 2020|21: 58,5 Mio. €) im Segment Stärke. Im Segment Zucker waren im Vergleich zum Vorjahr die höhere Kapazitätsauslastung und gestiegene Verkaufspreise seit dem neuen Zuckerwirtschaftsjahr 2021|22 (Oktober 2021) der Grund für die Verbesserung des Ergebnisses auf –13,7 Mio. € (Q1–3 2020|21: –15,5 Mio. €). Das Finanzergebnis belief sich auf –11,2 Mio. € nach –13,4 Mio. € im Vorjahr, wobei die positive Veränderung v.a. aus einem verbesserten Währungsergebnis resultierte. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 20,0 Mio. €, einer Steuerquote von 30,9 % (Q1–3 2020|21: 24,1 %) entsprechend, erreichte das Konzernergebnis 44,8 Mio. € (Q1–3 2020|21: 53,8 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie ging auf 0,71 € (Q1–3 2020|21: 0,86 €) zurück.

In den ersten drei Quartalen 2021|22 investierte AGRANA mit 50,1 Mio. € um 2,7 Mio. € mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen1 in Mio. € |
Q1–3 2021 22 |
Q1–3 2020 21 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 19,2 | 23,9 | –19,7 % |
| Segment Stärke | 14,0 | 13,7 | 2,2 % |
| Segment Zucker | 16,9 | 9,8 | 72,4 % |
| Konzern | 50,1 | 47,4 | 5,7 % |
Neben den regelmäßigen Projekten zur Verbesserung der Produktqualität und Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen über alle Produktionsstandorte hinweg sind folgende Einzelinvestitionen hervorzuheben:
Neubau eines Applikationslabors in Dachang|China
Zusätzlich wurden in Q1–3 2021|22 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (HUNGRANA- und STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH) Investitionen von 12,6 Mio. € (100%; Q1–3 2020|21: 24,5 Mio. €) getätigt.
| Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) in Mio. € |
Q1–3 2021 22 | Q1–3 2020 21 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 150,0 | 169,7 | –11,6 % |
| Veränderungen des Working Capital | –67,1 | –33,5 | –100,3 % |
| Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | –22,4 | –18,0 | –24,4 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 60,5 | 118,2 | –48,8 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –41,1 | –45,0 | 8,7 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –19,7 | –61,1 | 67,8 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –0,3 | 12,1 | –102,5 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen und Hochinflationsanpassungen | |||
| auf den Finanzmittelbestand | –2,2 | –5,5 | 60,0 % |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von | |||
| Tochterunternehmen | 0,9 | 0,0 | - |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 111,0 | 93,4 | 18,8 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 109,4 | 100,0 | 9,4 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis ging in den ersten drei Quartalen 2021|22 v.a. aufgrund des schwächeren Konzernergebnisses auf 150,0 Mio. € zurück (Q1–3 2020|21: 169,7 Mio. €). Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode v.a. vorratsbedingt höheren Aufbau des Working Capital um 67,1 Mio. € (Q1–3 2020|21: Aufbau um 33,5 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Q1–3 2021|22 von 60,5 Mio. € (Q1–3 2020|21: 118,2 Mio. €) ausgewiesen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ging trotz höherer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bedingt durch geringere Auszahlungen für den Erwerb von Tochtergesellschaften auf –41,1 Mio. € (Q1–3 2020|21: –45,0 Mio. €) zurück. Bei einer moderat höheren Dividendenauszahlung führte der gegenüber dem Vorjahr deutliche Aufbau von Finanzverbindlichkeiten zu einem geringeren Cashabfluss aus Finanzierungstätigkeit von 19,7 Mio. € (Q1–3 2020|21: Cashabfluss von 61,1 Mio. €).
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | Stand am | Stand am | Veränderung |
|---|---|---|---|
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | 30.11.2021 | 28.02.2021 | |
| AKTIVA | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.216,0 | 1.232,0 | –1,3 % |
| davon immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 258,7 | 254,6 | 1,6 % |
| davon Sachanlagen | 831,3 | 859,7 | –3,3 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.458,9 | 1.240,7 | 17,6 % |
| davon Vorräte | 785,9 | 700,6 | 12,2 % |
| davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 424,0 | 323,1 | 31,2 % |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 109,4 | 111,0 | –1,4 % |
| Summe Aktiva | 2.674,9 | 2.472,7 | 8,2 % |
| Eigenkapital | 1.338,1 | 1.329,1 | 0,7 % |
|---|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.280,8 | 1.273,8 | 0,5 % |
| Nicht beherrschende Anteile | 57,3 | 55,3 | 3,6 % |
| Langfristige Schulden | 587,1 | 597,4 | –1,7 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 478,4 | 493,6 | –3,1 % |
| Kurzfristige Schulden | 749,7 | 546,2 | 37,3 % |
| davon Finanzverbindlichkeiten | 136,4 | 80,3 | 69,9 % |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 446,1 | 311,5 | 43,2 % |
| Summe Passiva | 2.674,9 | 2.472,7 | 8,2 % |
| Nettofinanzschulden | 486,2 | 443,5 | 9,6 % |
|---|---|---|---|
| Gearing1 | 36,3 % | 33,4 % | 2,9 pp |
| Eigenkapitalquote | 50,0 % | 53,8 % | –3,8 pp |
Bei einer im Vergleich zum Bilanzstichtag 2020|21 moderat gestiegenen Bilanzsumme zum 30. November 2021 von 2,67 Mrd. € (28. Februar 2021: 2,47 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 50,0 % (28. Februar 2021: 53,8 %).
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte ging v.a. abschreibungsbedingt leicht zurück. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen deutlich; sowohl Vorräte (saisonal bedingt) als auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden aufgebaut. Auf der Passivseite reduzierten sich die langfristigen Schulden geringfügig. Die kurzfristigen Schulden stiegen aufgrund gestiegener kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und höherer Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen deutlich.
Die Nettofinanzschulden zum 30. November 2021 lagen mit 486,2 Mio. € um 42,7 Mio. € über dem Wert per 28. Februar 2021 (443,5 Mio. €). Das Gearing zum Quartalsstichtag stieg folglich auf 36,3 % (28. Februar 2021: 33,4 %).

| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1–3 2021 22 |
Q1–3 2020 21 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 939,1 | 891,7 |
| EBITDA1 | 69,5 | 73,4 |
| Operatives Ergebnis | 38,5 | 42,1 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –2,3 | –0,8 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 36,2 | 41,3 |
| EBIT-Marge | 3,9 % | 4,6 % |
| Finanzkennzahlen Segment Frucht in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q3 2021 22 |
Q3 2020 21 |
| Umsatzerlöse | 305,7 | 289,9 |
| EBITDA1 | 22,4 | 23,1 |
| Operatives Ergebnis | 10,4 | 11,5 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0,0 | –0,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 10,4 | 11,2 |
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen in Q1–3 2021|22 mit 939,1 Mio. € moderat (+5,3 %) über dem Vorjahresniveau. Im Geschäftsbereich Fruchtzu-bereitungen stiegen die Umsätze v.a. aufgrund höherer Verkaufspreise. Bei Fruchtsaftkonzentraten gingen die Umsatzerlöse mengenbedingt leicht zurück.
Das EBIT im Segment erreichte nach neun Monaten 36,2 Mio. € und lag damit um 12,3 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Grund für die Verschlechterung lag v.a. im Verkauf von Fruchtsaftkonzentraten aus der Ernte
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme, Food Service sowie Backwaren bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Gesundheit, Genuss, Convenience und Nachhaltigkeit. Die COVID-19-Pandemie hat einen großen Einfluss auf viele dieser Konsumtrends. Während in Europa und Nordamerika die Konsumenten verstärkt natürliche, nachhaltige und gesunde Produkte nachfragen, steht in Südamerika, Asien oder Afrika v.a. die Leistbarkeit von Lebensmitteln im Fokus. Für Fruchtzubereitungen bedeutet dies auf der einen Seite immer höhere Anforderungen an das Produkt, auf der anderen Seite jedoch eine Reduktion des Fruchtanteiles im finalen Produkt bzw. einen Ersatz durch Aromen.
Die Marktentwicklung für den Hauptabsatzmarkt Joghurt wird durch die COVID-19-Pandemie negativ beeinflusst. Aktuelle Prognosen von Euromonitor zeigen im Kalenderjahr 2021 eine globale Wachstumsrate für Joghurt (Mengenentwicklung) von 2,3 %. Diese liegt 2,3 Prozentpunkte unter der prognostizierten Wachstumsrate vor der Coronavirus-Krise. Vor allem der Markt für aromatisiertes löffelbares Joghurt stagniert laut aktuellen Berechnungen.
Bei Fruchtsaftkonzentraten stiegen die Kundenabrufe im dritten Quartal wieder auf ein erfreuliches Niveau. Die Verträge betreffend Apfelsaftkonzentratmengen aus der Ernte 2021 konnten bei guter Marktnachfrage mit deutlich über dem Vorjahr liegenden Deckungsbeiträgen abgeschlossen werden.
Für Buntsaftkonzentrate aus der Ernte 2021 wurden bereits für die überwiegenden Mengen Verträge mit Kunden abgeschlossen. Diese Verträge lassen verbesserte Deckungsbeiträge gegenüber dem Vorjahr erwarten.
Der Einkauf von Früchten aus der Ernte 2021 für die Verarbeitung im laufenden und nächsten Geschäftsjahr konnte mit dem dritten Quartal 2021|22 größtenteils abgeschlossen werden. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum rund 273.000 Tonnen an Rohstoffen für den Fruchtzubereitungsbereich beschafft.
Bei Erdbeere als der mengenmäßig wichtigsten Frucht konnte die globale Bedarfsmenge zu Preisen auf Vorjahresniveau kontrahiert werden. Ab August begann in den Regionen mit mediterranem Klima der Erdbeeranbau für die neue Ernte (November 2021 bis Jänner 2022). Es wird von einer leichten Ausweitung der Anbauflächen in Ägypten und Marokko ausgegangen. Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage aus Europa und den USA nach tiefgekühlten Früchten sowie aufgrund gestiegener Logistikkosten ist von moderat steigenden Preisen für das neue Erntejahr auszugehen.
Wiederholt unterdurchschnittliche Ernteerträge, leere Läger aus dem Vorjahr sowie eine hohe Nachfrage seitens des Frischmarktes führten zu einer reduzierten Industriewarenverfügbarkeit und signifikanten Preiserhöhungen gegenüber dem Vorjahr bei Himbeeren und Heidelbeeren.
Das volatile Marktumfeld im Rohstoffbereich insgesamt sowie die globale Frachtkostenentwicklung hatten eine durchschnittliche Steigerung der Rohstoffkosten bei Fruchtzubereitungen von rund 7 % gegenüber dem Vorjahr zur Folge. Um einerseits den Bedarf zu sichern und andererseits den Preiserhöhungen zu begegnen, wurde in den abgelaufenen Monaten ein Fokus auf die Flexibilisierung des Einkaufs gelegt, ebenso wurde die Zusammenarbeit mit strategischen Lieferanten verstärkt.
Im Bereich Energie führten Tariferhöhungen bei Strom und Gas seit dem dritten Quartal 2021|22, v.a. in Europa, zu im Jahresvergleich signifikant höheren Kosten.
Bei Fruchtsaftkonzentraten konnten aufgrund der guten Rohstoffverfügbarkeit sowohl bei der Hauptfrucht Apfel als auch bei roten Beeren höhere Mengen als im Vorjahr verarbeitet werden. Alle Fruchtsaftkonzentratwerke verzeichneten eine gute Auslastung.

| Finanzkennzahlen Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1–3 2021 22 |
Q1–3 2020 21 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 737,8 | 620,8 |
| EBITDA1 | 79,4 | 76,3 |
| Operatives Ergebnis | 43,5 | 41,6 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | 10,0 | 16,9 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 53,5 | 58,5 |
| EBIT-Marge | 7,3 % | 9,4 % |
| Finanzkennzahlen | Q3 | |
| Segment Stärke in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
2021 22 | Q3 2020 21 |
| Umsatzerlöse | 261,0 | 213,6 |
| EBITDA1 | 33,4 | 28,3 |
| Operatives Ergebnis | 21,4 | 16,5 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | 3,1 | 7,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 24,5 | 23,8 |
Die Umsatzerlöse in den ersten drei Quartalen 2021|22 in Höhe von 737,8 Mio. € lagen deutlich (+18,8 %) über dem Vorjahreswert. Es wurden mehr Haupt- und Nebenproduktmengen nachgefragt als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Im Ethanolgeschäft erreichten die Platts-Notierungen im dritten Quartal historische Höchststände und lagen in Q1–3 2021|22 im Durchschnitt um 24 % über
dem Wert der Vergleichsperiode. Die seit dem Herbst 2020 kontinuierlich gestiegenen Getreidepreise konnten zum Teil in angepassten Preisen bei Stärken und Nebenprodukten auf der Verkaufsseite weitergegeben werden. Es stiegen auch die Handelswarenumsätze mit Futtermitteln.
Das EBIT nach neun Monaten im Segment Stärke lag mit 53,5 Mio. € um 8,5 % unter dem Vorjahreswert. Die Hauptursache dafür waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Einkaufspreise für Weizen, Mais und Energie, die noch nicht in vollem Ausmaß über angepasste Produktpreise ausgeglichen werden konnten. Auch höhere Abschreibungen durch die Großinvestitionen der letzten Jahre wirkten sich ergebnisbelastend aus. Hohe Verkaufspreise für Ethanol sorgten v.a. im dritten Quartal für einen positiven Beitrag zur EBIT-Entwicklung. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe sank von 16,9 Mio. € auf 10,0 Mio. €. Trotz gestiegener Absatz-mengen und höherer Ethanolpreise konnten die historisch hohen Maiskosten in Ungarn noch nicht über höhere Preise für Verzuckerungsund Stärkeprodukte ausgeglichen werden.
Die COVID-19-Pandemie beinflusst nach wie vor das Marktgeschehen, auch bei nahezu allen Stärkeprodukten. Nach der Rezession 2020 kam 2021 die Erholung mit all ihren Folgewirkungen. Die Marktteilnehmer agieren nunmehr an einem Markt, der von Knappheit, steigenden Inputkosten sowie dem kurzfristigem Füllen von Versorgungslücken über alle Produktkategorien hinweg geprägt ist.
Der deutliche Anstieg bei Rohstoff- und Energiekosten bedeutet für AGRANA, dass diese Kostensteigerungen zum Teil auch durch angepasste Verkaufspreise abzufedern sind.
Speziell im Wellpapiersektor und bei grafischen Papieren ist die Auftragslage sehr gut und die Nachfrage nach Getreidestärken hoch. Gleiches trifft auch für den Lebensmittelbereich zu. Native und modifizierte Stärken werden stark nachgefragt und auch bei flüssigen Verzuckerungsprodukten ist das Angebots-Nachfrage-Verhältnis ausgewogen.
Durch Restriktionen in der Belieferung des asiatischen Marktes sahen sich europäische Produzenten von Säuglingsmilchnahrung zuletzt mit deutlichen Überkapazitäten in der Produktion konfrontiert. Trotzdem konnten einige Projekte, v.a. im Premiumbereich, umgesetzt werden. Der Fokus wird zukünftig auf Trends wie pflanzenbasierte Ernährung sowie auf der Weiterentwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen liegen, um die neuen Kundenanforderungen bestmöglich zu erfüllen.
Bei stärkebasierten Futtermitteln profitieren Hoch- und Mittelproteine von einer gestiegenen Nachfrage und auch von den hohen Getreidenotierungen.
Der Ethanol- und Treibstoffmarkt ist von einer hohen Dynamik geprägt. Politische Rahmenbedingungen wie die Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II1 und das Maßnahmenpaket "Fit for 55" der Europäischen Kommission sowie wachsende Beimischungsmandate innerhalb und außerhalb der EU (Einführung von E10 in Großbritannien und Schweden) sorgen für positive Markt- bzw. Nachfrageimpulse. Nach einer von Planungsunsicherheit geprägten Zeit bewegten sich die Notierungen zuletzt auf einem Allzeit-Hoch-Niveau.
Der internationale Getreiderat (IGC2) schätzt die weltweite Getreideproduktion 2021|22 per 18. November 2021 auf 2,29 Mrd. Tonnen (rund 3,4 % höher als im Vergleich zum Vorjahr) und damit um 3 Mio. Tonnen unter dem zu erwartenden Verbrauch. Bei Weizen wird eine Produktion von 777 Mio. Tonnen (Vorjahr: 773 Mio. Tonnen; Verbrauch 2021|22: 782 Mio. Tonnen) und bei Mais von 1.212 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.126 Mio. Tonnen; Verbrauch 2021|22: 1.203 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreideendbestände sollen um rund 2 Mio. Tonnen auf 600 Mio. Tonnen sinken.
Die Getreideproduktion der EU-27 wird von Stratégie Grains auf rund 288 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr: 278 Mio. Tonnen). Dazu soll die Weichweizenernte rund 129 Mio. Tonnen beitragen und sie wird damit moderat höher als die Ernte 2020 (119 Mio. Tonnen) ausfallen. Die Maisernte 2021 in der EU wird bei knapp 68 Mio. Tonnen erwartet (Vorjahr: 65 Mio. Tonnen).
Die Notierungen an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) stiegen seit Anfang März 2021 bei Mais und Weizen deutlich. Die starke Nachfrage nach Mais und Getreide einerseits sowie schwächere Ernten aufgrund von Wetterextremen in wichtigen Produktionsgebieten andererseits führten zu diesen Kursanstiegen bei erhöhter Volatilität. Am Quartalsstichtag lagen die Notierungen bei rund 237 € je Tonne Mais (Vorjahr: 194 €) und rund 280 € je Tonne Weizen (Vorjahr: 210 €).
1 Renewable Energies Directive II
2 International Grains Council
Am 2. September 2021 wurde in der Kartoffelstärkefabrik Gmünd|Österreich mit der Verarbeitung von Stärkekartoffeln der Ernte 2021 begonnen. Aufgrund der günstigen Witterung während der Vegetationsphase wird eine Liefererfüllung von rund 106 % der kontrahierten Stärkekartoffeln erwartet. Der durchschnittliche Stärkegehalt wird mit 19,2 % deutlich höher als im Vorjahr (18,1 %) liegen.
Während der Nassmaiskampagne in der Maisstärkefabrik Aschach|Österreich von Mitte September bis Mitte Dezember 2021 wurden rund 130.000 Tonnen (Vorjahr: 152.000 Tonnen) Rohstoff verarbeitet. Für das gesamte Geschäftsjahr wird eine Maisverarbeitungsmenge von rund 466.000 Tonnen (Vorjahr: 470.000 Tonnen) erwartet.
Im Werk Pischelsdorf|Österreich wurden von Mitte September bis Mitte Dezember 2021 rund 99.000 Tonnen (Vorjahr: 95.000 Tonnen) Nassmais verarbeitet. Insgesamt sollen in der integrierten Bioraffinerie1 2021|22 1,05 Mio. Tonnen Getreide (Weizen, Bio-Weizen, Tritikale) und Mais (Vorjahr: 1,0 Mio. Tonnen) eingesetzt werden.
Die Rohstoffeindeckung für die österreichischen Stärkefabriken sowie für die Bioethanolanlage ist im Geschäftsjahr 2021|22 bis auf Restmengen gegeben. Die Rohstoffpreise lagen in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres aufgrund des deutlichen Anstiegs der globalen und regionalen Mais- und Weizenpreise über dem geplanten Niveau.
Bei dem nach der Equity-Methode einbezogenen Werk in Ungarn (HUNGRANA) wurde von Ende August bis Anfang Dezember 2021 eine Nassmaismenge von 215.000 Tonnen verarbeitet (100 %; Vorjahr: 273.000 Tonnen). Die Maisverarbeitung (100 %) im gesamten Geschäftsjahr wird bei 1,05 Mio. Tonnen (Vorjahr 1,03 Mio. Tonnen) erwartet.

| Finanzkennzahlen Segment Zucker in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) |
Q1–3 2021 22 |
Q1–3 2020 21 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 492,7 | 452,8 |
| EBITDA2 | 7,7 | 9,7 |
| Operatives Ergebnis | –13,3 | –13,8 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||
| Equity-Methode bilanziert werden | –0,4 | –1,7 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | –13,7 | –15,5 |
| EBIT-Marge | –2,8 % | –3,4 % |
| Finanzkennzahlen Segment Zucker |
Q3 2021 22 |
Q3 |
| in Mio. € (wenn nicht explizit anders erwähnt) | 2020 21 | |
| Umsatzerlöse | 178,5 | 152,5 |
| EBITDA2 | 6,9 | 6,9 |
| Operatives Ergebnis | –4,1 | –5,5 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||
| unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
0,4 | –1,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | –3,7 | –6,5 |
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse in Q1–3 2021|22 mit 492,7 Mio. € moderat (+8,8 %) über dem Vorjahr. Neben erneut hohen Absätzen im Retailbereich, gab es auch eine Erholung in der Industriesparte, in der mehr Zucker als in der Vorjahresperiode verkauft wurde. Positiv zeigte sich weiterhin die Zuckerverkaufspreisentwicklung. Sowohl im Retail- als auch im Industriebereich stiegen
die Preise gegenüber dem Vorjahr, verstärkt seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2021|22 (1. Oktober 2021) mit den neu verhandelten Kundenkontrakten. Es ist aufgrund der allgemeinen Zuckermarktentwicklungen mit weiteren Preisanstiegen zu rechnen. Höhere Umsätze wurden auch mit Rübensaatgut und sonstigen Agrarprodukten erwirtschaftet.
Das EBIT in Q1–3 2021|22 fiel mit –13,7 Mio. € zwar besser als im Vorjahr aus, war aber auch nach neun Monaten negativ. In der Zuckerkampagne 2020 wurde schädlingsbedingt, v.a. in Österreich, nur eine unterdurchschnittliche Eigenproduktion verzeichnet. Die daraus resultierende geringere Marge aus notwendigem Handels- und Raffinationszucker war ein wesentlicher Treiber für die schwächere Zucker-EBIT-Performance im ersten Halbjahr 2021|22. Die Erweiterung der Rübenanbauflächen, insbesondere in Österreich, und günstige Wetterbedingungen führten im laufenden Geschäftsjahr zu einer besseren Ausgangslage für die Zuckerkampagne 2021.
Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie und einem Absturz der Weltmarktzuckernotierungen im März/April 2020 (damals neuer 12-Jahrestiefststand für Rohzucker mit 203,1 US\$ pro Tonne) sind die Zuckerpreise auch aufgrund der Weltmarktzuckerbilanz-Erwartungen kontinuierlich angestiegen.
Im Berichtszeitraum erfuhren die Preise durch Ereignisse wie auf den Märkten verspätet verfügbare indische Rohzuckerexporte, eine knappe Zwischenernte in Brasilien und ein sich aufhellendes Makroumfeld (Impfprogramme, steigende Agrarrohstoffpreise) weitere Unterstützung.
Neue 4½-Jahres-Hochs bei der Rohzuckernotierung in New York wurden im Q3 2021|22 dann auch aufgrund der Erwartung eines erheblichen Rückgangs der Zuckerproduktion in der südlichen Hemisphäre, insbesondere in Brasilien, dem Hauptproduzenten der Welt, ausgelöst.
Das Analyseunternehmen IHS Markit (vormals F. O. Licht) rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom Dezember 2021 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2021|22 mit einem Produktionsdefizit. Danach käme es bei einer erwarteten Produktion von 182,5 Mio. Tonnen (ZWJ 2020|21: 179,1 Mio. Tonnen) und einem wachsenden Verbrauch von 184,4 Mio. Tonnen (ZWJ 2020|21: 181,0 Mio. Tonnen) unter Berücksichtigung eines Import-Export-Saldos von –1,5 Mio. Tonnen zu einem Abbau der Bestände auf 68,0 Mio. Tonnen (ZWJ 2020|21: 71,4 Mio. Tonnen) und einem Defizit in Höhe von rund 3,4 Mio. Tonnen. Durch
das dritte Defizitjahr in Folge reduziert sich das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch von 42,0 % im ZWJ 2018|19 auf nur noch 36,8 %, dem niedrigsten Wert seit mehr als 10 Jahren.
Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 484,2 US\$ pro Tonne und Rohzucker bei 410,0 US\$ pro Tonne (Vorjahr: 398,8 US\$ bzw. 319,9 US\$).
Im ZWJ 2020|21 lag die Zuckerproduktion in der EU-27 mit rund 14,7 Mio. Tonnen deutlich unter dem Wert des Vorjahres und es wurde bezüglich des Lagerendbestandes (Ende September 2021) ein historisch niedriger Wert erreicht. Die EU blieb im ZWJ 2020|21 im dritten ZWJ in Folge Nettoimporteur von Zucker.
Für das neue ZWJ 2021|22 wird aufgrund einer Normalisierung der Rübenerträge in der EU-27 eine höhere Zuckerproduktion von rund 15,7 Mio. Tonnen prognostiziert. Auf dieser Basis wird auch im laufenden ZWJ die EU Nettoimporteur von Zucker bleiben.
Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittpreise laut EU-Preisreporting deutlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. In den Kalenderjahren 2019 und 2020 erholte sich der Zuckerpreis in der EU kontinuierlich, im Oktober 2021 wurde ein Wert von 417 € pro Tonne erreicht.
Die von AGRANA mit den Rübenbauern kontrahierte Zuckerrübenfläche betrug im Anbaujahr 2021 knapp 86.000 Hektar.
Die Vegetationsbedingungen für Zuckerrüben im Jahr 2021 können rückblickend als günstig beschrieben werden. Nach einem trockenen und warmen Juni folgten Sommermonate mit gemäßigten Temperaturen und häufigen Niederschlägen. Ein milder September sowie ein sehr trockener Oktober sorgten bei gleichzeitig kühleren Nachttemperaturen für einen deutlichen Anstieg der Zuckergehalte. Vor allem im September war eine Erhöhung der Zuckergehalte um rund zwei Prozentpunkte zu beobachten. Dafür waren neben der Witterung auch die gesunden Rübenbestände ausschlaggebend.
Generell zeigten sich die Rübenflächen bis zur Ernte in einem sehr erfreulichen Zustand. Unter anderem trat der Rübenderbrüssler (Rüsselkäfer) in deutlich geringerem Ausmaß auf.
Die Rübenerntemenge wird insgesamt bei rund 5,7 Mio. Tonnen liegen, darin inkludiert sind rund 100.000 Tonnen Bio-Rüben österreichischer Herkunft. Die Rübenerträge liegen in Österreich als wichtigstem Anbauland bei 80 Tonnen pro Hektar.
Der Rübenkampagne startete in allen Fabriken zwischen Mitte September und Anfang Oktober 2021. Per Anfang Dezember wurden bereits 60 % der geplanten Rübenmenge verarbeitet. Mit 2,9 Mio. Tonnen wird die größte Teilmenge an den beiden österreichischen Standorten Tulln und Leopoldsdorf verarbeitet. Im Laufe der diesjährigen Kampagne werden in Tulln neben konventioneller Rübe etwa 100.000 Tonnen Bio-Rüben zu etwa 13.500 Tonnen Bio-Zucker verarbeitet werden.
In den Rohzuckerraffinerien in Bosnien und Herzegowina sowie in Rumänien wurden bislang im Geschäftsjahr 2021|22 rund 183.000 Tonnen Weißzucker aus Rohrrohzucker erzeugt.
Im Werk in Tulln wird ganzjährig die Melasseentzuckerungsanlage betrieben und Betain kristallisiert.
Bei den noch laufenden Kontrahierungen für den Rübenanbau 2022 wurden per 30. Dezember 20211 in Österreich bislang Verträge für eine Fläche von rund 35.000 Hektar abgeschlossen.
AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht bzw. sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.
Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens, u.a. auch zum Thema Coronavirus (COVID-19), verweist AGRANA auf die Seiten 88 bis 94 des Geschäftsberichtes 2020|21.
| Mitarbeiter FTEs2 |
Q1–3 2021 22 |
Q1–3 2020 21 |
Veränderung |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 5.812 | 5.900 | –1,5 % |
| Segment Stärke | 1.139 | 1.150 | –1,0 % |
| Segment Zucker | 1.864 | 2.008 | –7,2 % |
| Konzern | 8.815 | 9.058 | –2,7 % |
In Q1–3 2021|22 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.815 Mitarbeiter/FTEs2 (Q1–3 2020|21: 9.058 Mitarbeiter/FTEs2) beschäftigt. Der Personalrückgang war v.a. auf einen reduzierten Bedarf an Saisonarbeitskräften im Fruchtzubereitungsgeschäft und auf Kostenreduktionsmaßnahmen im Segment Zucker zurückzuführen.
Nach dem Quartalsstichtag am 30. November 2021 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanzund Vermögenslage der AGRANA hatten.
| AGRANA-Gruppe in Mio. € |
2020 21 IST |
2021 22 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.547,0 | |
| EBIT | 78,7 | |
| Investitionen1 | 72,3 | 92 |
Moderater Anstieg 2
Deutlicher Anstieg 2
Die Guidance für das volle Geschäftsjahr 2021|22 mit einem deutlichen Anstieg beim Konzern-EBIT bleibt unverändert; das Ergebnis der Betriebstätigkeit soll um zumindest 10 % gesteigert werden. Beim Konzernumsatz wird von einem moderaten Anstieg ausgegangen.
Aufgrund der extremen Volatilitäten bei Rohstoff- und Energiepreisen und einer wieder verschärften COVID-19- Situation - vierte Welle in Kombination mit Auftreten der neuen Omikron-Variante - ist die Prognose für das Gesamtjahr aber von sehr hoher Unsicherheit geprägt.
| Segment Frucht in Mio. € |
2020 21 IST |
2021 22 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.166,6 | |
| EBIT | 41,2 | |
| Investitionen1 | 34,2 | 45 |
Moderater Anstieg 2
Deutlicher Anstieg 2
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2021|22 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen liegt der Fokus u.a. auf der Auslastung der geschaffenen Kapazitäten und das Vorantreiben der Diversifikation im Non-Dairy-Geschäft3. Bei Fruchtsaftkonzentraten wird aufgrund verbesserter Rahmenbedingungen seit dem dritten Quartal von einem deutlich höheren Ergebnisbeitrag im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen.
| Segment Stärke in Mio. € |
2020 21 IST |
2021 22 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 821,9 | |
| EBIT | 64,8 | |
| Investitionen1 | 22,2 | 24 |
Deutlicher Anstieg 2
Stabile Entwicklung 2
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2021|22 einen deutlichen Umsatzanstieg, primär bedingt
durch signifikant höhere Ethanolpreise. Gleichzeitig belasten höhere Rohstoff- und Energiepreise die Geschäftstätigkeit. Ob die Marktnachfrage sich weiter erholt und Preiserhöhungen durchsetzbar werden, die die höheren Beschaffungskosten (Getreide, Energie und sonstige Einsatzstoffe) reflektieren, wird auch von der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie abhängen. Aus aktueller Sicht wird mit einem Stärke-EBIT auf dem Vorjahresniveau gerechnet, das v.a. von einer positiven Ethanolpreisentwicklung getragen wird.
| Segment Zucker in Mio. € |
2020 21 IST |
2021 22 Prognose |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 558,5 | |
| EBIT | –27,3 | |
| Investitionen1 | 15,9 | 23 |
Deutlicher Anstieg 2
Leichte Verbesserung 2
Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2021|22 mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen am EU-Zuckermarkt. Die Auslastung in der Kampagne 2021, v.a. an den beiden österreichischen Zuckerstandorten, konnte wieder deutlich erhöht werden, weil AGRANA verschiedene Maßnahmen initiiert hat, um eine höhere Rübenversorgung sicherzustellen. Vertriebsseitig wird mit weiter steigenden Zuckerverkaufspreisen und mengen in der EU gerechnet. Dieses sich positiv entwickelnde EU-Zuckermarktumfeld in Kombination mit einem konsequenten Kostenmanagement lässt mittelfristig ein deutlich verbessertes Ergebnis erwarten. Im laufenden Geschäftsjahr werden extrem gestiegene Energiekosten im zweiten Halbjahr 2021|22 noch dazu führen, dass das EBIT nur leicht verbessert werden kann.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 92 Mio. € zwar über dem Wert von 2020|21, jedoch deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen.
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
2 Die diesen quantitativen Begriffen im Kapitel Ausblick entsprechenden prozentuellen Veränderungsspannen sind auf Seite 15 definiert
3 Eiscreme- und Backwarengeschäft, Food Service
| 13. Mai 2022 | Ergebnisse des Geschäftsjahres 2021 22 (Bilanzpressekonferenz) |
|---|---|
| 28. Juni 2022 | Nachweisstichtag Hauptversammlung |
| 7. Juli 2022 | Ergebnisse des ersten Quartals 2022 23 |
| 8. Juli 2022 | Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2021 22 |
| 13. Juli 2022 | Ex-Dividenden-Tag |
| 14. Juli 2022 | Nachweisstichtag Dividende |
| 15. Juli 2022 | Dividenden-Zahltag |
| 13. Oktober 2022 | Ergebnisse des ersten Halbjahres 2022 23 |
| 12. Jänner 2023 | Ergebnisse der ersten drei Quartale 2022 23 |
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Veröffentlicht am 13. Jänner 2022 Herausgeber: AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
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Die Zwischenmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Zwischenmitteilung geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
| BETREFFEND DER AUSSAGEN IM PROGNOSEBERICHT GELTEN FOLGENDE SCHRIFTLICHE UND BILDLICHE WERTAUSSAGEN: | ||
|---|---|---|
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Diese Zwischenmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht. Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat diese Zwischen- mitteilung am 30. Dezember 2021 aufgestellt.
Bezüglich Definitionen zu (Finanz-)Kennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2020|21, Seite 204, verwiesen.
Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in dieser Zwischenmitteilung kann es zu geringfügigen Rechendif- ferenzen kommen.
Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Diese Zwischenmitteilung ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

AGRANA Beteiligungs-AG | Q1 2021|22
AGRANA Beteiligungs-AG | Q1 2021|22
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