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AGRANA Beteiligungs-AG

Earnings Release Jan 14, 2010

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Earnings Release

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2009|10 BERICHT ÜBER DIE ERSTEN DREI QUARTALE

HIGHLIGHTS DER ERSTEN DREI QUARTALE 2009|10

  • █ Leichter Umsatzrückgang trotz gestiegener Mengen wegen gesunkener Verkaufspreise
  • █ Operatives Ergebnis nach den ersten drei Quartalen deutlich besser insbesondere durch Ergebnissteigerungen in den Segmenten Stärke und Frucht
  • █ Anstieg der operativen Marge auf 5,1 %
  • █ Reduktion der Nettoverschuldung um 16,8 % bzw. 79,0 m€ auf 391,1 (28. Februar 2009: 470,1) m€
  • █ Ausblick für Gesamtjahr 2009|10 bestätigt trotz eines erwarteten schwächeren vierten Quartals 2009|10

INHALTSVERZEICHNIS

  • 03 Konzernlagebericht über die ersten drei Quartale 2009|10
  • 03 Entwicklung in den ersten drei Quartalen 2009|10
  • 04 Segment Zucker
  • 06 Segment Stärke
  • 07 Segment Frucht
  • 08 Chancen- und Risikobericht
  • 08 Nachtragsbericht
  • 08 Ausblick
  • 09 Konzern-Zwischenabschluss zum 30. November 2009 (ungeprüft)
  • 09 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 09 Konzern-Geldfl ussrechnung
  • 10 Konzernbilanz
  • 11 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • 12 Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss inklusive Segmentbericht
  • 14 Kapitalmarktkalender

KONZERNLAGEBERICHT DER AGRANA-GRUPPE ZUM 30. NOVEMBER 2009

ENTWICKLUNG IN DEN ERSTEN DREI QUARTALEN 2009|10

Die positive Geschäftsentwicklung des AGRANA-Konzerns im laufenden Geschäftsjahr 2009|10 konnte auch im dritten Quartal fortgesetzt werden. Auch wenn die Umsätze aufgrund insgesamt niedrigerer Rohstoff - und Verkaufspreise einen leichten Rückgang aufwiesen, wurde die Ertragslage in allen drei Segmenten gegenüber dem Vorjahresvergleichszeit raum verbessert. Gleich zeitig wurde die Nettoverschuldung reduziert und die Eigen kapital quote erhöht.

Umsatz- und Ertragslage

Finanzkennzahlen Q1–Q3 Q1–Q3
AGRANA-Konzern 2009 10 2008 09
Umsatzerlöse 1.535,8 m€ 1.595,5 m€
Operatives Ergebnis 78,9 m€ 19,7 m€
Operative Marge 5,1 % 1,2 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0,0 m€ –2,3 m€
Ergebnis der Betriebstätigkeit 78,9 m€ 17,4 m€
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1 25,5 m€ 48,9 m€
Mitarbeiter 8.117 8.592

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe betrug in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2009|10 (1. März bis 30. November 2009) 1.535,8 (Vorjahr: 1.595,5) m€, dies entspricht einem Rückgang um 59,7 m€ bzw. 3,7 %. In allen drei Segmenten waren Umsatzrückgänge infolge geringerer Verkaufserlöse zu verzeichnen. Die Mengensteigerungen konnten den negativen Preiseff ekt nicht zur Gänze kompensieren. Im Segment Zucker sanken die Umsätze für Quotenzucker plangemäß infolge reduzierter Quotenzuckerabsätze aufgrund der Quotenrückgaben und der niedrigeren Quoten-

zucker preise. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker (Industriezucker) konnte mit der Erschließung neuer Märkte dagegen deutlich gesteigert werden. Positiv entwickelte sich der Bioethanolabsatz in Österreich und Ungarn. Die Verkaufspreise bei Stärkeprodukten zeigten eine rückläufi ge Tendenz infolge der Anpassung der Verkaufs kontrakte an die gesunkenen Rohstoff kosten. Im Segment Frucht lag der Frucht zubereitungs umsatz (rund 80 % des Segment umsatzes) bei stabilen Absatzmengen knapp unter Vorjahresniveau. Im Fruchtsaftkonzentrat bereich konnten die im Vorjahresvergleich deutlich niedrigeren Preise durch Absatzsteigerungen kompensiert werden.

Das operative Konzernergebnis der ersten drei Quartale 2009|10 konnte von 19,7 m€ auf 78,9 m€ gesteigert werden. Zu der Verbesserung der operativen Marge von 1,2 % auf 5,1 % trugen günstigere Rohstoff - und Energiekosten bei. Im Segment Zucker gab es Entlastungen aus dem Wegfall der EU-Restrukturierungsabgabe. Das Segment Stärke profi tierte auch im dritten Quartal 2009|10 von der Normalisie rung der Rohstoff - und Energiemärkte. Im Segment Frucht zeigte sich eine anhaltende Ergebnisverbesserung, nachdem das Vorjahresergebnis durch Apfelsaftkonzentrat-Lager abwertungen belastet war.

Das Finanzergebnis konnte in den ersten drei Quartalen 2009|10 um 23,9 m€ von –28,8 m€ auf –4,9 m€ verbessert werden. Dies war insbesondere auf Währungsgewinne (vor allem in Ungarn, Polen, Brasilien und Rumä nien), aber auch auf rückläufi ge Zinsaufwendungen infolge der niedrigeren Nettoverschuldung und Gewinne aus Betei li gungs verkäufen zurückzuführen. Nach einem Steuer auf wand von 16,2 m€ (entspricht einer Steuerquote von 21,9 %) beläuft sich das Konzernperiodenergebnis auf 57,8 (Vorjahr: –16,1) m€. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Ergebnis je Aktie stieg von –0,96 € auf 4,04 €.

UMSATZ NACH SEGMENTEN

Investitionen

Die Investitionen lagen in den ersten drei Quartalen 2009|10 bei 25,5 (Vorjahr: 48,9) m€. Im Segment Zucker gingen 6,8 (Vorjahr: 13,6) m€ schwerpunktmäßig in Ersatzinvesti tio nen. Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Berichtszeitraum 5,9 (Vorjahr: 17,2) m€. Damit wurden Pro zessoptimierungen sowie Steigerungen der Energie effi zienz (wie z. B. in Form von Wärmerück gewinnungsan lagen in den österreichischen Stärkefabriken und die Um stellung auf Erdgas als Primärenergieträger in Rumänien) erreicht. Die Investitionen im Segment Frucht in Höhe von 12,8 (Vor jahr: 18,1) m€ betrafen neben Erhaltungsmaß nah men eine Einrichtung zur Verwendung von Flüssigzucker am russischen Fruchtzubereitungsstandort sowie eine Pro duk tions linie für Backwarenfruchtzubereitungen in den USA.

Cashfl ow

Der Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg von 0,4 m€ auf 121,6 m€ aufgrund des niedrigeren Working Capital-Bedarfs, der vor allem auf gesunkene Vorräte und die Auszahlung der EU-Restrukturierungsbeihilfe zurück zuführen war. Die endgültig letzte Einzahlung in den EU-Restruk turierungsfonds für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2008|09 erfolgte im Oktober 2009. Der Cashfl ow aus Investitions tätigkeit lag mit –23,5 (Vorjahr: –47,9) m€ deutlich unter dem Vorjahreswert. Der Abbau externer, kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten führte zu einem Cashabfl uss von –106,5 m€ (nach einem Zugang von 15,8 m€ im Vorjahr).

Vermögens- und Finanzlage

Seit Geschäftsjahresbeginn erfolgte bei den kurzfristigen Vermögenswerten ein Abbau der Vorräte um 64,2 m€ auf 497,9 m€. Der Vorratsabbau war auf den Verkauf von Zucker und Apfelsaftkonzentrat aus der Vorjahreskampagne und den Wegfall der EU-Restrukturierungsabgabe ab dem ZWJ 2009|10 zurückzuführen. AGRANA hat im Berichts zeitraum die Kapitalstruktur weiter verbessert. Bei einer gegenüber 28. Februar 2009 um 2,9 % reduzierten Bilanzsumme konnte die Eigenkapitalquote auf 45,0 % (nach 41,4 %) angehoben werden. Umschuldungen auf langfristige Kreditlinien sowie die Absicherung des aktuell niedrigen Zinsniveaus führten zu einem Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Dem gegenüber stand der Abbau der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten infolge des gesunkenen Investitionsvolumens sowie der geringeren Working Capital-Finan zierung dank des Wegfalls der Finanzierungs erfordernisse für die EU-Restrukturierungsabgabe und geringerer Vorräte. Die Nettofi nanzschulden zum 30. November 2009 lagen mit 391,1 m€ um 79,0 m€ unter dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2008|09.

AGRANA-Aktie

Kennzahlen zur Aktie Q1–Q3
2009 10
Höchstkurs 71,50 €
Tiefstkurs 40,52 €
Ultimokurs 64,68 €
Buchwert je Aktie 61,36 €
Marktkapitalisierung 919 m€

Die AGRANA-Aktie konnte in den ersten drei Quartalen 2009|10 von 44,10 € auf 64,68 € deutlich zulegen und verzeichnete einen Wertanstieg von 47 %. Der ATX stieg im gleichen Zeitraum um 79 %. Die Marktkapitalisierung betrug per 30. November 2009 919 m€ bei einer unveränderten Aktienzahl von 14,2 Mio. Stück. Die Entwicklung des Aktienkurses fi nden Sie im Internet unter: www.agrana.com > Investor Relations > Die Aktie > Aktienkurs.

SEGMENT ZUCKER

Wirtschaftliches Umfeld Zuckerweltmarkt

Im Rahmen der ersten Schätzung der Weltzuckerbilanz für das Kampagnejahr 2009|10 von F. O. Licht von November 2009 wird für das zurückliegende Kampagnejahr 2008|09 ein nochmals stärkerer Rückgang der Weltzuckererzeugung auf nun 153,3 (Vorjahr: 166,7) Mio. Tonnen bei einem leicht steigenden Weltzuckerverbrauch von 161,2 (Vorjahr: 158,6) Mio. Tonnen vorausgesagt. Für das Kampagnejahr 2009|10 wird eine Erzeugung von 159,7 Mio. Tonnen und ein Verbrauch von 165,4 Mio. Tonnen erwartet. Dadurch ergäbe sich ein Abbau der Weltzuckerbestände auf 57,0 (Vorjahr: 63,1) Mio. Tonnen bzw. 34,5 % (Vorjahr: 39,1 %) eines Jahresverbrauches.

Nach einer vorübergehenden Abschwächung der Welt marktpreisnotierung im Verlauf des dritten Quartals setzte sich zum Quartalsende der seit Jahresbeginn anhaltende Anstieg der Weltmarktpreise insbesondere für Weißzucker weiter fort. Ende November 2009 lag der Weltmarktpreis für Rohzucker bei 487 USD je Tonne bzw. 324 € je Tonne. Der Weltmarkt preis für Weißzucker lag bei 610 USD bzw. 406 € je Tonne. Aktuell haben die Weltmarktpreise für Weißzucker mit über 700 USD bzw. 490 € je Tonne den höchsten Stand seit mehr als zwanzig Jahren erreicht.

Die Auswirkungen der gestiegenen Weltmarktpreise auf den EU-Zuckermarkt sind noch nicht klar absehbar. Vor allem für die LDCs (Least Developed Countries) und AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifi k) erschließen sich infolge der steigen-

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den Weltmarktpreise zusätzliche attraktive Absatzmärkte außerhalb der EU. Für die Rohzuckerimporte aus den LDCs und AKP-Staaten in die EU ist einerseits ein Mindestpreis festgelegt, andererseits übersteigt zurzeit die EU-Nachfrage das Angebot. Das führt zu deutlich über dem Weltmarktund über dem Mindestpreis liegenden Importpreisen. Bei der Roh zuckerbeschaff ung am Weltmarkt fallen Zölle an. Dadurch ist allerdings erst bei einer entsprechenden Normalisierung der Weltmarktzuckerpreise eine Wirtschaftlich keit der Roh zuckerverarbeitung in Rumänien gegeben. Neben den herausfordernden Bedingungen auf der Einkaufsseite für Rohzucker hat der höhere Weltmarktpreis für AGRANA allerdings ebenso positive Auswirkungen auf den Export von Nicht-Quotenzucker.

Den Rohzuckerbedarf für die Raffi nerie in Brčko|Bosnien-Herzegowina kann AGRANA ohne Einschränkungen am Weltmarkt zu aktuellen Preisen decken. Die lokalen Verkaufspreise am Westbalkan orientieren sich ebenfalls an den internationalen Zucker notierungen. Die Zoll befreiung für importierten und in Bosnien-Herzogowina raffi nierten Rohzucker bedeutet für die Produktion in Brčko einen zusätzlichen Standortvorteil.

Zuckermarktordnung

Die EU-Kommission hat angekündigt, im Februar 2010 die Lage des europäischen Zuckermarktes erneut zu überprüfen, um festzustellen, ob zum Ende der Reformumsetzung noch eine fi nale Quotenkürzung für die Zuckerwirtschafts jahre ab 2010|11 erforderlich ist. Bisher wurden 5,8 Mio. Tonnen Zuckerquote an den Restrukturierungsfonds zurück gegeben, das sind 0,2 Mio. Tonnen weniger als von der EU-Kommission ursprünglich als Ziel formuliert. AGRANA hält aktuell eine Quote von 618.000 Tonnen für die Rüben zucker pro duktion.

Ab 1. Oktober 2009 hat die EU ihren Zuckermarkt für Einfuhren aus den LDCs und den AKP-Staaten geöff net. Zölle und Mengenbegrenzungen für Importe aus diesen Ländern wurden vollständig aufgehoben. Gleichzeitig trat eine spezifi sche Schutzklausel in Kraft, die bei Überschreiten einer bestimmten Importmenge die Wiedereinführung von Schutzzöllen erlaubt.

Aufgrund der außergewöhnlich günstigen klimatischen Bedingungen schätzt die EU-Kommission die Erzeugung von Nicht-Quotenzucker im ZWJ 2009|10 auf bis zu 4 Mio. Tonnen. Deshalb hat die EU-Kommission am 14. Oktober 2009 die Exportlizenzen für Nicht-Quoten zucker für das ZWJ 2009|10 von vormals 650.000 Tonnen auf 1.350.000 Tonnen aufgestockt. AGRANA verfügt über ausreichende Export lizenzen für ihre Nicht-Quotenzuckerproduktion.

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen
Segment Zucker
Q1–Q3
2009 10
Q1–Q3
2008 09
Umsatzerlöse 547,7 m€ 577,6 m€
Operatives Ergebnis 19,2 m€ 17,3 m€
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1 6,8 m€ 13,6 m€
Mitarbeiter 2.372 2.494

Der Umsatz im Segment Zucker sank in den ersten drei Quartalen 2009|10 um 5,2 % auf 547,7 m€. Grund dafür war vor allem der mengenmäßige Rückgang im Quotenzucker absatz bei sinkenden Preisen. Trotz schwankender Abnahme mengen der Industriekunden infolge krisenbedingt reduzierter Export aktivitäten konnte AGRANA die Zuckerverkäufe an die Lebensmittelindustrie konstant halten.

Vor allem in den osteuropäischen Ländern ist das Kaufverhalten der Endkonsumenten zurückhaltend. Am Westbalkan war das Marktgeschehen zusätzlich vom gestiegenen Weltmarktpreis beeinfl usst. Gesunkene Erlöse für Quoten zucker in Kombination mit dem aktuell hohen Weltmarkt preis für Rohzucker führten zu einem verstärkten Margen druck auf Raffi nationszucker aus Bosnien-Herzegowina. Die Verkaufspreise für Nebenprodukte (Melasse und Trocken schnitzel) sanken entsprechend dem Verlauf der Getreide preise. Bei Nicht-Quoten zucker konnten die Drittlandexporte durch Erschlie ßung neuer Märkte deutlich gesteigert werden.

Das operative Segmentergebnis erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2009|10 um 11,0 % auf 19,2 m€. Ursachen für diese positive Entwicklung waren der Wegfall der Restrukturierungsabgabe ab dem ZWJ 2009|10 sowie Kosteneinsparungen. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 3,5 % (Vorjahr: 3,0 %).

Rohstoff , Ernte und Produktion

In allen rübenverarbeitenden Ländern wurden neben der zur Quotenerfüllung notwendigen Rübenmenge zusätzlich Nicht-Quotenrüben kontrahiert. In Österreich wurden trotz wechselhafter Vegetationsbedingungen hohe Rübenerträge erzielt. In Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien lagen die Erträge infolge von zeitweiser Trockenheit auf durchschnittlichem Niveau. Die Rübenverarbeitung begann in den AGRANA-Werken im Laufe des Septembers 2009. Die beiden Fabriken in Österreich werden die Zucker kam pagne aufgrund der großen Rübenmenge voraussichtlich erst Ende Jänner 2010 beenden.

In den sieben AGRANA-Zuckerfabriken werden im ZWJ 2009|10 voraussichtlich insgesamt rund 5,1 (Vorjahr: 4,7) Mio. Tonnen Rüben verarbeitet. Die Zuckerproduktion aus Rüben wird mit rund 742.000 (Vorjahr: 720.000) Tonnen Zucker erneut deutlich über der AGRANA-Zuckerquote für das ZWJ 2009|10 von 618.000 Tonnen erwartet. Die Über mengen können einerseits als Nicht-Quoten zucker außerhalb des Nahrungsmittel sektors an die chemische Industrie vermarktet und andererseits auf den Weltmarkt exportiert werden. Nach dem erfolgreichen Start der Biozuckerproduktion im Geschäftsjahr 2008|09 konnte die Verarbeitungsmenge für Rüben aus österreichischem, kontrolliert biologischem Anbau im laufenden Jahr auf rund 24.000 (Vorjahr: 14.300) Tonnen ausgedehnt werden, woraus rund 2.900 (Vorjahr: 1.800) Tonnen Bio zucker pro duziert wurde.

SEGMENT STÄRKE

Wirtschaftliches Umfeld

Der internationale Getreiderat (IGC) und das US-Landwirtschafts ministerium (USDA) erwarten für die Welt getreide produktion 2009|10 im Vergleich zum Vorjahr einen moderaten Rück gang um 34 Mio. Tonnen auf 1,76 Mrd. Ton nen, die jedoch über dem globalen Verbrauch liegt. Für Weizen wird mit einer Produktion von 668 (Vorjahr: 687) Mio. Tonnen und für Mais von 787 (Vorjahr: 791) Mio. Tonnen gerechnet.

Die Schätzungen für die gesamte Getreideproduktion der Europäischen Union für die Ernte 2009 liegen bei rund 290 (Vorjahr: 312) Mio. Tonnen. Die Weichweizenernte wird mit rund 129 Mio. Tonnen um rund 8 % geringer erwartet als im Vorjahr. Die EU-Maisernte 2009 wird mit 56 Mio. Tonnen (–10 % im Vergleich zum Vorjahr) prognostiziert. Entspre chend der guten Versorgungslage notierten die Futures an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE (vormals MATIF) Ende November zwischen 130 und 135 € je Tonne Mais und Weizen.

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen Q1–Q3 Q1–Q3
Segment Stärke 2009 10 2008 09
Umsatzerlöse 380,4 m€ 397,3 m€
Operatives Ergebnis 34,3 m€ 15,3 m€
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1 5,9 m€ 17,2 m€
Mitarbeiter 881 852

In den ersten drei Quartalen 2009|10 sank der Umsatz im Segment Stärke im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,2 % auf 380,4 m€. Die niedrigeren Verkaufspreise bei Stärkeprodukten waren durch die Anpassung der Ver kaufskontrakte an die gesunkenen Rohstoff kosten bedingt. Der Vollbetrieb der Bioethanolanlagen in Österreich und Ungarn sowie höhere Verkäufe von nativer Stärke und Verzuckerungs produkten ermöglichten eine Steigerung der Absatzmengen.

Das operative Ergebnis des Segments Stärke zeigte mit 34,3 (Vorjahr: 15,3) m€ und einer EBIT-Marge von 9,0 % (Vorjahr: 3,9 %) eine sehr positive Ent wick lung. Geringere Rohstoff kosten konnten bis dato noch die gesunkenen Verkaufspreise überkompensieren. Auch die höheren Nassmaisverarbei tungsmengen wirkten sich ebenso wie die Energiekosten positiv auf die Produktionskosten aus.

Rohstoff , Ernte und Produktion

Bei einer Anbaufl äche von rund 5.600 (Vorjahr: 5.500) Hek tar betrug die Stärkekartoff elernte in Österreich im Geschäftsjahr 2009|10 rund 187.000 (Vorjahr: 199.000) Tonnen. Folglich wird die erwartete Stärke pro duk tion aus Kartoff eln bei rund 40.200 (Vorjahr: 42.400) Tonnen liegen.

Die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais in Aschach| Österreich betrug rund 101.000 (Vorjahr: 107.000) Tonnen. Bei einer Kampagnedauer von 86 (Vorjahr: 89) Tagen wurden neben 95.000 Tonnen Gelbmais auch 6.000 Tonnen Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais) eingesetzt. Mittlerweile wurde die Verarbeitung wieder auf Trockenmais umgestellt. Für das gesamte Geschäftsjahr wird eine Verarbeitungs menge von rund 360.000 (Vorjahr: 335.000) Tonnen Mais erwartet.

In Ungarn wird die gesamte Maisverarbeitung im Geschäftsjahr 2009|10 voraussichtlich 920.000 (Vorjahr: 840.000) Tonnen betragen. Davon wurden bis Anfang Dezember 196.000 (Vorjahr: 186.000) Tonnen Nassmais verarbeitet.

Die rumänische Maisverarbeitung lag bis Ende November mit rund 19.000 Tonnen über der Vorjahresmenge von 11.000 Tonnen. Die Verarbeitung von rund 9.500 Tonnen Nassmais wurde Mitte Dezember abgeschlossen.

Bioethanol

Von Mitte September bis Ende Oktober wurde in der österreichischen Bioethanolanlage in Pischelsdorf erstmals auch Nassmais eingesetzt. Hauptsächlich waren Weizen, Trockenmais und Triticale Teile des eingesetzten Rohstoff mixes für die Bioethanolherstellung. Aufgrund der günstigeren Preise wurde der Weizenanteil erhöht. Die Rohstoff e kamen zum Großteil aus österreichischen Anbaugebieten. Für das Geschäftsjahr 2009|10 rechnet AGRANA mit einer Gesamt getreideverarbeitung von rund 469.000 (Vorjahr: 309.000) Tonnen.

07

SEGMENT FRUCHT

Wirtschaftliches Umfeld

In der Molkereiindustrie ist wieder vermehrt Interesse an Neuentwicklungen und Innovationen spürbar, was als Indikator für die allgemeine wirtschaftliche Erholung gewertet wird. Kontinuierliche Marketingaktivitäten der großen Markenartikelanbieter festigten die Nachfrage nach Fruchtjoghurts in Europa. Lediglich in Westeuropa zeigte sich im dritten Quartal ein marginal rückläufi ger Pro-Kopf-Verbrauch an Fruchtjoghurts. In den USA profi tierte AGRANA von der Belebung der Nachfrage.

In den großen westeuropäischen Märkten für Fruchtsaftkonzentrate, Deutschland und England, sind Marktverschiebungen von 100%igem Fruchtsaft zu Fruchtsaftnektar, Fruchtsaftgetränken und aromatisiertem Wasser mit geringerem Fruchtsaftgehalt erkennbar. Bei reinen Fruchtsäften zeichnete sich im letzten Kalenderquartal eine Stabilisierung ab. In den Absatzmärkten Russland und Ukraine sank die Nach frage nach Fruchtsaftkonzentraten im Jahresvergleich um zirka 20 %. Nach den Turbulenzen des Vorjahres und zu Beginn des laufenden Jahres haben sich die Marktpreise für Fruchtsaftkonzentrate ab Herbstbeginn leicht erholt. In West europa besteht jedoch nach wie vor ein Angebots über hang. Aufgrund des tiefen europäischen Apfel saft kon zen tratpreises reduziert sich der Import aus China deutlich. Darüber hinaus war trotz einer guten Apfelernte in China die Verfügbarkeit von Press obst limitiert und die chinesischen Pressäpfelpreise lagen im Saisonschnitt sogar um 10 % über dem allerdings tiefen europäischen Preisniveau. Infolge der höheren Rohstoff kosten und des Einfuhrzolls in die EU ist chinesisches Apfel saftkonzentrat am europäischen Markt derzeit kaum konkurrenzfähig.

Geschäftsentwicklung

Finanzkennzahlen Q1–Q3 Q1–Q3
Segment Frucht 2009 10 2008 09
Umsatzerlöse 607,7 m€ 620,7 m€
Operatives Ergebnis 25,4 m€ –12,8 m€
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1 12,8 m€ 18,1 m€
Mitarbeiter 4.864 5.246

Der Umsatz im Segment Frucht reduzierte sich in den ersten drei Quartalen 2009|10 um 12,9 m€ auf 607,7 m€. Gestiegene Absatzvolumina bei Fruchtsaftkonzentraten und stabile Absatzmengen im Bereich Fruchtzube rei tungen konnten die niedrigeren Ver kaufs preise nicht ausgleichen. Die Preise für Apfelsaft konzen trat lagen im Durchschnitt ein Drittel unter

dem Vor jahres niveau, wobei gegen Ende des dritten Quartals eine preisliche Stabili sierung erfolgte. Im dritten Quartal 2009|10 stieg der Absatz von Apfeldirektsaft.

Der Fruchtzubereitungsumsatz (80 %-Anteil am Segmentumsatz) lag knapp unter Vorjahresniveau, wobei in den einzelnen Regionen sehr unterschiedliche Entwicklungen festzustellen waren. Die intensive Werbetätigkeit der Molkereiunternehmen wirkte sich positiv auf die Absatzsituation in den USA aus; in Asien und Australien konnte AGRANA weiter Marktanteile gewinnen. Einer stabilen Absatzentwicklung in Zentraleuropa standen Abschwächungen in Osteuropa in Anbetracht der wirtschaft lichen Probleme in diesen Ländern gegenüber.

Das operative Segmentergebnis stieg auf 25,4 m€ gegenüber dem von der Abwertung der Apfelsaftkonzentrat lagermengen geprägten Vorjahr mit –12,8 m€. Gesunkene Erlöse konnten durch höhere Absatzmengen und geringere Rohstoff kosten kompensiert werden. Durch die im dritten Quartal mit großen Fruchtsaftabfüllern abgeschlossenen Jahreskontrakte für Apfelsaftkonzentrat ist die Abnahme eines Großteils der Kampagneproduktion bereits fi xiert. Mit einer weiteren Straff ung der Produktionskosten in sämtlichen Konzentratfabriken soll künftig die Wettbewerbsfähigkeit weiter ge steigert werden.

Rohstoff , Ernte und Produktion

Während der Herbsternten war die Entwicklung bei Früchten durch eine anhaltend schwache Nachfrage geprägt, die zu niedrigeren Preisen führte.

Mit rund 11 Mio. Tonnen fi el die europäische Apfelernte heuer um rund 5 % geringer aus als im Rekordjahr 2008. AGRANA steigerte jedoch ihre Gesamt einkaufsvolumina. Der milde Herbst sorgte für eine überdurchschnittliche Qualität der Äpfel. In China lagen die Erträge der diesjährigen Apfel ernte über dem Vorjahr. Schät zun gen zufolge konnten insgesamt 32 Mio. Tonnen Äpfel geerntet werden, dies entspricht einer Steigerung von zirka 10 % gegenüber dem Vorjahr. Durch einen höheren Anteil für den Frischmarkt verringerte sich das Apfel angebot für die industrielle Verarbeitung, was zu höheren Rohwaren preisen im Vergleich zum Vorjahr führte.

Die Produktion von Apfelsaftkonzentrat wurde in der Ukraine Ende Juli, in Polen Anfang August und in Ungarn, Österreich und China Ende August gestartet. Die Verarbeitungskampagnen wurden im Dezember 2009 abgeschlossen. Erstmalig wurde in Ungarn Bio-Apfelsaftkonzentrat erzeugt. Durch die ab Juli 2010 gültige Kennzeichnungspfl icht im Rahmen der EU-Bio-Verordnung ist entsprechender Bedarf zu erwarten.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

AGRANA verwendet ein integriertes System zur Früh erkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken. Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweist AGRANA auf die im Geschäftsbericht 2008|09 umfassend dargestellten Risiken auf Seite 52 bis 56.

NACHTRAGSBERICHT

Nach Ende des Bilanzstichtages am 30. November 2009 sind keine wesentlichen berichtspfl ichtigen Ereignisse für die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage eingetreten.

AUSBLICK

Angesichts der positiven Entwicklungen in den vorangegangenen Quartalen hält AGRANA an der erwarteten Prognose der deutlichen Verbesserung des operativen Konzernergebnisses fest. Der Konzernumsatz wird aufgrund der niedrigeren Preise geringfügig unter 2,0 Mrd. € erwartet. AGRANA wird auch in den kommenden Monaten ihr Augenmerk auf Schuldenabbau, Effi zienz steigerungen und Risikomanagement auf der Rohstoff - und Energieseite, den beiden größten Kosten blöcken des Unternehmens, legen. Eine verbesserte Einkaufs politik sowie die Bemühungen um ein konsequentes Kosten manage ment in allen Bereichen der AGRANA-Gruppe komplettieren diese Maßnahmen.

Im Geschäftsjahr 2009|10 endet der Umstrukturierungsprozess in der EU-Zuckermarktordnung, dadurch entfallen die Belastungen aus der Restrukturie rungs abgabe. Bereits

eingeleitete Kosteneinsparungs maßnahmen sollen fehlende Deckungsbeiträge aus der geringeren Quotenproduktion ausgleichen. Die Anteile am Vertriebs- und Verpackungs-Joint Venture in Bulgarien sollen in den kommenden Monaten zu 100 % an AGRANA über tragen werden.

Im Segment Stärke wird trotz Vollauslastung der Bioethanolkapazitäten in Österreich und Ungarn und der Absatzsteigerung bei Stärkeprodukten mit einem Umsatzrückgang gerechnet. Ursache sind geringere Verkaufspreise, die verstärkt in den nächsten Monaten mit den neuen Kontraktabschlüssen realisiert werden.

Im Segment Frucht wird mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau gerechnet. Während bei Fruchtzubereitungen insgesamt stabile Absatzmengen erwartet werden, zeichnen sich im Ver gleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse im Frucht saftkonzentratgeschäft ab. Die Diversifi zierung der Fruchtzuberei tungen für die Backwaren- bzw. Eiscremeindustrie wird weiter verfolgt. Bei Apfelsaftkonzentraten zeichnet sich eine Stabilisierung auf einem etwas höheren Preisniveau ab.

Die Investitionen werden im bis Ende Februar 2010 laufenden Geschäftsjahr 2009|10 weiter deutlich unter Abschreibungs niveau liegen und mit rund 50 m€ veranschlagt. Gemein sam mit gesunkenen Rohstoff kosten sowie einem konsequenten Working Capital-Management wird dies die Netto fi nanzschulden und damit das Zinsergebnis deutlich reduzieren.

Insgesamt erwartet AGRANA für 2009|10 ein Anknüpfen an die guten operativen Ergebnisse der Geschäftsjahre vor 2008|09, wenngleich das vierte Quartal insbesondere im Segment Stärke ertragsmäßig nicht an die ersten drei Quartale anschließen können wird.

KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS DER AGRANA-GRUPPE ZUM 30. NOVEMBER 2009 (UNGEPRÜFT)

3. Quartal 1.–3. Quartal
(1. September – 30. November) (1. März – 30. November)
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2009 10 2008 09 2009 10 2008 09
in t¤ in t¤ in t¤ in t¤
Umsatzerlöse 501.588 549.963 1.535.801 1.595.510
Bestandsveränderungen 113.143 160.967 –92.584 –96.134
Andere aktivierte Eigenleistungen 994 1.451 2.032 2.521
Sonstige betriebliche Erträge 14.950 10.625 22.787 28.389
Materialaufwand –421.245 –477.822 –970.747 –1.057.000
Personalaufwand –62.596 –64.081 –159.336 –161.417
Abschreibungen –26.563 –26.666 –59.827 –62.636
Sonstige betriebliche Aufwendungen –85.292 –126.912 –199.220 –231.824
Ergebnis der Betriebstätigkeit 34.979 27.525 78.906 17.409
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0 0 0 0
Finanzerträge 788 –7.733 20.602 8.224
Finanzaufwendungen –8.151 –13.037 –25.526 –37.012
Finanzergebnis –7.363 –20.770 –4.924 –28.788
Ergebnis vor Ertragsteuern 27.616 6.755 73.982 –11.379
Ertragsteuern –4.622 –1.506 –16.183 –4.736
Konzernperiodenergebnis 22.994 5.249 57.799 –16.115
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 22.464 6.102 57.363 –13.591
davon Minderheitenanteile 530 –853 436 –2.524
Ergebnis je Aktie nach IFRS 1,58 € 0,43 € 4,04 € –0,96 €
GESAMTERGEBNISRECHNUNG
Konzernperiodenergebnis 22.994 5.249 57.799 –16.115
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
– Währungsdiff erenzen –5.424 –19.390 9.252 3.647
– zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten –114 11.597 475 –3.850
– Cashfl ow-Hedges 9 –2.250 5.664 –4.529
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse –5.529 –10.043 15.391 –4.732
Gesamtperiodenergebnis 17.465 –4.794 73.190 –20.847
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 17.044 –2.815 71.839 –18.464
davon Minderheitenanteile 421 –1.979 1.351 –2.383
KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG 2009 10 2008 09
für die ersten drei Quartale (1. März – 30. November) in t¤ in t¤
Cashfl ow aus dem Ergebnis 107.111 82.661
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen 315 –5.845
Veränderung des Working Capital 14.132 –76.457
Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit 121.558 359
Cashfl ow aus Investitionstätigkeit –23.509 –47.921
Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit –106.476 15.845
Veränderungen des Finanzmittelbestandes –8.427 –31.717
Einfl uss von Wechselkursänderungen auf Finanzmittelbestand 1.334 422
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 75.458 86.760
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 68.365 55.465

09

KONZERNBILANZ Stand am Stand am
30. 11. 2009 28. 2. 2009
in t¤ in t¤
A. AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 256.195 260.498
Sachanlagen 587.963 609.866
Anteile an assoziierten Unternehmen 606 605
Wertpapiere 105.117 104.492
Beteiligungen und Ausleihungen 6.370 2.499
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 5.089 5.525
Aktive latente Steuern 37.752 35.711
999.092 1.019.196
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 497.944 562.113
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 367.450 326.629
Laufende Ertragsteuerforderungen 5.343 6.980
Wertpapiere 411 5.830
Flüssige Mittel 68.365 75.458
939.513 977.010
Summe Aktiva 1.938.605 1.996.206
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 331.627 289.583
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 846.199 804.155
Minderheitenanteile am Kapital 25.214 21.758
B. Langfristige Schulden 871.413 825.913
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 45.485 45.241
Übrige Rückstellungen 18.277 17.575
Finanzverbindlichkeiten 278.634 250.177
Sonstige Verbindlichkeiten 2.438 1.958
Passive latente Steuern 31.800 31.259
376.634 346.210
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 24.068 23.513
Finanzverbindlichkeiten 286.379 405.718
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 368.074 390.863
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 12.037 3.989
690.558 824.083
Summe Passiva 1.938.605 1.996.206
KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG Eigenkapital- Minderheiten- Eigenkapital
für die ersten drei Quartale (1. März – 30. November) Anteil der anteil am
Aktionäre Eigenkapital
in t¤ in t¤ in t¤
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Stand am 1. März 2009 804.155 21.758 825.913
Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) 6.145 –6 6.139
Veränderung des Eigenkapitals
aufgrund von Währungsumrechnungsdiff erenzen 8.331 921 9.252
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse 14.476 915 15.391
Konzernperiodenergebnis 57.363 436 57.799
Gesamtperiodenergebnis 71.839 1.351 73.190
Dividendenausschüttung –27.694 –1.401 –29.095
Sonstige Veränderungen –2.101 3.506 1.405
Stand am 30. November 2009 846.199 25.214 871.413
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Stand am 1. März 2008
893.759 28.306 922.065
Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) –8.374 –5 –8.379
Veränderung des Eigenkapitals
aufgrund von Währungsumrechnungsdiff erenzen 3.501 146 3.647
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse –4.873 141 –4.732
Konzernperiodenergebnis –13.591 –2.524 –16.115
Gesamtperiodenergebnis –18.464 –2.383 –20.847
Dividendenausschüttung –27.694 –590 –28.284
Sonstige Veränderungen 211 184 395

Stand am 30. November 2008 847.812 25.517 873.329

11

ANHANG ZUM KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS

DER AGRANA-GRUPPE ZUM 30. NOVEMBER 2009 (UNGEPRÜFT)

SEGMENTBERICHT 2009 10 2008 09 2009 10 2008 09
für die ersten drei Quartale in t¤ in t¤ in t¤ in t¤
(1. März – 30. November)
Umsatzerlöse (brutto) Operatives Ergebnis
Zucker 587.496 614.942 Zucker 19.166 17.266
Stärke 406.265 423.120 Stärke 34.307 15.262
Frucht 607.739 620.730 Frucht 25.433 –12.842
Konzern 1.601.500 1.658.792 Konzern 78.906 19.686
Sondereff ekt Bioethanol 0 –2.277
Ergebnis der Betriebstätigkeit 78.906 17.409
Umsätze zwischen
den Segmenten Investitionen
Zucker –39.823 –37.355 Zucker 6.788 13.648
Stärke –25.847 –25.851 Stärke 5.938 17.179
Frucht –29 –76 Frucht 12.747 18.086
Konzern –65.699 –63.282 Konzern 25.473 48.913
Umsatzerlöse Mitarbeiter
Zucker 547.673 577.587 Zucker 2.372 2.494
Stärke 380.418 397.269 Stärke 881 852
Frucht 607.710 620.654 Frucht 4.864 5.246
Konzern 1.535.801 1.595.510 Konzern 8.117 8.592
2009 10 2008 09
in t€ in t€
Operatives Ergebnis
Zucker 19.166 17.266
Stärke 34.307 15.262
Frucht 25.433 $-12.842$
Konzern 78.906 19.686
Sondereffekt Bioethanol 0 $-2.277$
Ergebnis der Betriebstätigkeit 78.906 17.409
Investitionen
Zucker 6.788 13.648
Stärke 5.938 17.179
Frucht 12.747 18.086
Konzern 25.473 48.913
Mitarbeiter
Zucker 2.372 2.494
Stärke 881 852
Frucht 4.864 5.246

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 30. November 2009 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 30. November 2009 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.

Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses wurden die erstmalig im Geschäftsjahr 2009|10 gültigen Standards und Interpretationen angewendet. Die neue Fassung des IAS 1 (Darstellung des Abschlusses) sieht unter anderem eine Gesamtergebnisrechnung unter Einschluss der bisher erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen vor. Die Änderung des Standards hat Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses, aber nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Darüber hinaus wird IFRS 8 (Operative Segmente) angewendet, wonach die Segmentberichterstattung auf der Basis der regelmäßigen internen Berichterstattung erfolgt. Im Übrigen wurden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie bei der Erstellung des Konzernjahresabschlusses zum 28. Feb ruar 2009 angewandt. Deren Erläuterung im Anhang des Geschäfts berichtes 2008|09 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden auf Basis landesspezifi scher Ertragsteuersätze unter Berücksich tigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäfts jahr ermittelt.

Der Geschäftsbericht 2008|09 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

Mit Ende des dritten Quartals 2009|10 erfolgte die Erstkonsolidierung der österreichischen AGROGOLD Holding GmbH, die vor allem Vertriebsgesellschaften am Westbalkan bündelt. Es handelt sich um ein 50 %-Joint Venture, welches mittels Quotenkonsolidierung in den Konsolidierungskreis einbezogen wird.

SAISONALITÄT DES GESCHÄFTES

Die Rübenzuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten Oktober bis Dezember. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnegenutzter Anlagen hauptsächlich im dritten Quartal an.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit in den ersten drei Quartalen 2009|10 beträgt 78,9 (Vorjahr: 17,4) m€, im Vorjahr war darin ein Ergebnis aus Sondereinfl üssen von –2,3 m€ enthalten. Die Ergebnisverbesserung resultiert einerseits aus dem Segment Stärke und andererseits aus dem Segment Frucht, das im Vorjahr eine Abschreibung auf Apfel saftkonzentrat über 32,4 m€ beinhaltete.

Das Finanzergebnis beläuft sich auf –4,9 (Vorjahr: –28,8) m€. Die Verbesserung um 23,9 m€ ist vor allem auf erhöhte Wäh rungs kursgewinne (vor allem in Ungarn, Polen, Brasilien und Rumänien), aber auch auf rückläufi ge Zinsaufwen dungen infolge der niedrigeren Nettoverschuldung und Gewinne aus Beteiligungsverkäufen zurückzuführen.

Das Konzernperiodenergebnis beträgt 57,8 (Vorjahr: –16,1) m€.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG

Bis Ende November 2009 sank der Finanzmittelbestand um 7,1 m€ auf 68,4 m€.

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis war mit 107,1 (Vorjahr: 82,7) m€ um 24,5 m€ höher als im Vergleichszeitraum des Vor jahres.

Das Working Capital verbesserte sich um 90,6 m€ (–76,5 m€ Veränderung im Vorjahr) auf 14,1 m€ im laufenden Jahr, insbesondere durch die Reduktion der Vorräte und den Erhalt der EU-Restrukturierungsbeihilfe.

Der Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug zum Quartalsende 121,6 (Vorjahr: 0,4) m€. Der Cashfl ow aus Investitionstätigkeit in Höhe von –23,5 (Vorjahr: –47,9) m€ spiegelt das weiterhin geringe Investitionsvolumen wider.

Der Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 28,5 m€ stand die Reduktion der kurzfristigen externen Finanzverbindlichkeiten von 107,3 m€ gegenüber. Dies führte neben der Dividendenauszahlung der AGRANA Beteili gungs-AG zu einem Cash-Abfl uss aus Finanzierungstätigkeit von –106,5 m€ (Vorjahr: Zufl uss von 15,8 m€).

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

Die Reduktion der Bilanzsumme gegenüber dem 28. Februar 2009 um 57,6 m€ auf 1.938,6 m€ ist vor allem auf den kampagne- und preisbedingten Abbau der Vorräte zurück-

zuführen. Auf der Passivseite sind insbesondere die Verbindlich keiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten (Zahlungen an Rübenbauern und den Restruk turierungsfonds) als auch die Reduktion der Finanzierungen für die Bilanzsummenreduktion verantwortlich. Mit einem Eigenkapital von 871,4 (Vorjahr: 825,9) m€ beträgt die Eigenkapitalquote per Ende November 45,0 % (Vorjahr: 41,4 %).

MITARBEITER

Bis zum Ende des dritten Quartals waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.117 (Vorjahr: 8.592) Mitarbeiter beschäftigt. Der Rückgang im Segment Zucker um 122 Mitarbeiter ist auf die Schließung eines ungarischen Zuckerwerkes sowie auf Restrukturierungsmaßnahmen in Rumänien zurück zuführen. Die Reduktion des Personal standes im Segment Frucht um 382 ist neben dem schrittweisen Perso nalabbau in Kaplice|Tschechien infolge der Werksschließung insbeson dere auf den durch Reorganisa tionsmaßnahmen verringerten Einsatz von Saison arbeits kräften in der Ukraine zurückzuführen.

ERKLÄRUNG DES VORSTANDES

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze für die Zwischenberichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzernes so dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen ent spre chendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben werden.

Wien, am 14. Jänner 2010

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Dipl.-Ing. Johann Marihart e. h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e. h. Mag. Walter Grausam e. h. Dkfm. Thomas Kölbl e. h.

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreff end sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammen hang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Infl ation und Zinsen, Marktordnungsveränderungen, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse

mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

KAPITALMARKTKALENDER

12. Mai 2010 Bilanzpressekonferenz
zum Geschäftsjahr 2009 10
2. Juli 2010 Hauptversammlung
zum Geschäftsjahr 2009 10
7. Juli 2010 Ex-Dividenden-Tag,
Dividendenzahltag
14. Juli 2010 Ergebnis für das
erste Quartal 2010 11
14. Oktober 2010 Ergebnis für das
erste Halbjahr 2010 11
13. Jänner 2011 Ergebnis für die
ersten drei Quartale 2010 11

WEITERE INFORMATIONEN

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 www.agrana.com

Konzernkommunikation/Investor Relations: Mag. Maria FALLY Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation/Public Relations: Mag. Ulrike PICHLER Telefon: +43-1-211 37-12084, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]

Die englische Fassung dieses Zwischen berichtes fi nden Sie im Internet unter www.agrana.com

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