Earnings Release • Jul 10, 2008
Earnings Release
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Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008|09 (1. März bis 31. Mai 2008) konnte AGRANA den Konzernumsatz um 10,3 % bzw. 46,1 m€ auf 495,1 m€ steigern. Den größten Umsatzbeitrag lieferte das Fruchtsegment mit 209,7 m€ bzw. einem Anteil von 42,4 % gemessen am Konzernumsatz. Im Segment Stärke wuchs der Umsatzanteil auf 23,2 % (nach 14,6 % im Vergleichsquartal des Vorjahres), wobei sich das gegenüber dem Vorjahr erhöhte Preisniveau sowie die erweiterte Kapazität im ungarischen Werk positiv niederschlugen. Zusätzlich trug die Bündelung des Nebenproduktvertriebes, der früher dem Segment Zucker zugeordnet war, mit rund 17 m€ zum Segmentwachstum bei. Der ursprünglich erwartete Umsatzrückgang im Segment Zucker wurde im ersten Quartal 2008|09 durch Währungsaufwertungen in den CEE-Staaten vorerst kompensiert, woraus sich ein Umsatzanteil von 34,5 % am Konzernumsatz ergab.
Das Operative Konzernergebnis reduzierte sich auf 18,0 (Vorjahr: 28,2) m€. Ausschlaggebend waren der Energiepreisanstieg und die erhöhten Maispreise verbunden mit starkem Margendruck in den Segmenten Zucker und Stärke. Im Segment Frucht konnte das Ergebnis konstant gehalten werden. Das Sonderergebnis in Höhe von –2,3 (Vorjahr: –0,5) m€ betraf die erwarteten Anlaufverluste im österreichischen Bioethanolwerk Pischelsdorf. Das Finanzergebnis des ersten Quartals betrug –4,1 (Vorjahr: –3,2) m€, wofür die investitions- und EU-Abgabenzahlungsbedingte höhere Nettofinanzverschuldung ursächlich war. Folglich ergab sich ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 11,6 (Vorjahr: 24,4) m€ und ein Konzernperiodenüberschuss von 7,4 (Vorjahr: 18,2) m€. Das Ergebnis je Aktie lag bei unveränderter Aktienzahl bei 0,56 € gegenüber 1,26 € im Vorjahr.
Nach dem Investitionspeak im Geschäftsjahr 2007|08 wird im laufenden Geschäftsjahr ein Investitionsprogramm unter Abschreibungsniveau realisiert. Die Investitionen lagen im ersten Quartal bei 14,4 (Vorjahr: 45,1) m€. Im Segment Zucker wurden 3,2 (Vorjahr: 6,3) m€ investiert. Nach Abschluss der Kapazitätserweiterung bei HUNGRANA und dem Bau der Bioethanolanlage in Pischelsdorf lag das Investitionsvolumen im Segment Stärke bei 6,9 (Vorjahr: 32,0) m€. Im Segment Frucht wurden 4,3 (Vorjahr: 6,7) m€ für Kapazitätserweiterungen und Qualitätsverbesserungsmaßnahmen aufgewendet.
Der anhaltend hohe Abfluss aus Working Capital von –152,7 (Vorjahr: –78,1) m€ aufgrund der Zahlung der Zucker-Restrukturierungsabgaben an die Europäische Union sowie der Zahlungen an die Rübenlieferanten hatte im ersten Quartal 2008|09 einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von –129,0 (Vorjahr: –46,3) m€ zur Folge. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich im ersten Quartal auf –9,4 (Vorjahr: –27,5) m€ und spiegelt das aktuelle Investitionsprogramm wider. Beim Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von 110,6 (Vorjahr: 29,2) m€ kam es zu einem Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.
Die hohen Rohstoffpreise und hohen Lagerwerte für Fertigware, aber auch große Lagermengen an Getreide führten zwar zu einem zum Bilanzstichtag reduzierten aber noch immer sehr hohen Vorratswert von 591,5 (Stichtag 29. Februar 2008: 680,3) m€. Die erhöhten ausstehenden Forderungen beinhalten erwartete Rückflüsse aus dem Restrukturierungsfonds sowie höhere Kundenforderungen infolge des Umsatzanstiegs. Die im Vergleich zum Bilanzstichtag um 140,7 m€ auf 708,4 m€ gestiegene Nettoverschuldung ist auf die gezahlten Restrukturierungszahlungen im Rahmen der Zuckermarktordnung, die Zahlungen an die Rübenbauern sowie den Abschluss des Investitionsprogramms bei HUNGRANA und für die Bioethanolanlage in Österreich zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote zum 31. Mai 2008 präsentierte sich mit 44,3 % (Stichtag 29. Februar 2008: 41,8 %) auf weiterhin hohem Niveau.
Die AGRANA-Aktie schloss am 31. Mai 2008 mit 68,65 €, die Marktkapitalisierung betrug 975,0 m€. Im Juni 2008 nahm die Erste Bank die Analyse der AGRANA auf. Somit wird AGRANA regelmäßig von den Investmenthäusern Raiffeisen Centrobank, Erste Bank, Goldman Sachs, Berenberg Bank und Sal. Oppenheim gecovert. Bei UniCredit Markets & Investment Banking wurde das Rating aufgrund von internen Umorganisationen für AGRANA bis auf weiteres ausgesetzt.
Die letzte Schätzung der Weltzuckerbilanz von F.O. Licht vom März 2008 für das Kampagnejahr 2007|08 geht bei einer Erzeugung von 168,9 Mio Tonnen und einem Verbrauch von 154,6 Mio Tonnen von einem Aufbau der Weltzuckervorräte um 10,2 Mio Tonnen auf 86,2 Mio Tonnen bzw. 56 % des Verbrauchs aus. Aufgrund neuester Erzeugungsschätzungen kann ein geringerer Bestandsaufbau erwartet werden.
Die Rohzuckernotierung (New York) unterlag nach dem Preishöhepunkt Anfang März mit 331 USD pro Tonne einem Abwärtstrend und notierte Anfang Juni bei 210 USD pro Tonne. Mittlerweile ist der Rohzuckerpreis zum 30. Juni 2008 wieder auf 265 USD pro Tonne angestiegen. Die Weißzuckernotierung an der Londoner Börse lag zum 30. Juni 2008 mit 384 USD pro Tonne leicht über dem Zwischenhoch von Mitte April (379 USD pro Tonne) und lediglich rund 13 USD unter dem bisherigen Höchstwert von 397 USD pro Tonne Anfang März 2008.
Im Rahmen der Reform der EU-Zuckermarktordnung ist – bei stabilem Inlandsverbrauch durch weggefallene Exportmöglichkeiten und von der EU eingegangene Importverpflichtungen – eine Reduktion der EU-Quotenzuckererzeugung um rund 6 Mio Tonnen erforderlich. Der Agrarministerrat hatte auf Vorschlag der EU-Kommission am 26. September 2007 den Anreiz für Rübenanbauer und Zuckerproduzenten, Quoten im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2008|09 (1. Oktober 2008 bis 30. September 2009) in den Restrukturierungsfonds zu geben, deutlich erhöht. Daraufhin wurden bis zum 31. März 2008 insgesamt 5,6 Mio Tonnen Quote bereits mit Wirkung ab dem ZWJ 2008|09 (0,1 Mio Tonnen ab ZWJ 2009|10) an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben. Zur Erreichung des Kommissionszieles von 6 Mio Tonnen fehlen somit nur noch 0,4 Mio Tonnen.
Mit der Beteiligung im Ausmaß von rund 117.000 Tonnen am Quotenrückgabeprogramm hat AGRANA ebenfalls einen Schritt gesetzt, um eine entschädigungslose, finale Quotenkürzung im Zuckerwirtschaftsjahr 2010|11 weitestgehend zu vermeiden. Nunmehr wurden bereits 5,64 Mio Tonnen EU-weit vom Markt genommen.
Die EU-Kommission hat dem Verwaltungsausschuss Zucker in einem Verordnungsentwurf für die chemische Industrie die Eröffnung einer zollfreien Import-Quote in der Höhe von 400.000 Tonnen Zucker vorgeschlagen. Im vergangenen Zuckerwirtschaftsjahr machte die chemische Industrie von einem Weißzucker-Kontingent in der Höhe von 200.000 Tonnen kaum Gebrauch – dieses Jahr schlägt die Kommission allerdings vor, auch den Import von Rohzucker zu ermöglichen.
Im Rahmen der WTO-Verhandlungen plädiert die Zuckerindustrie für den vollen Beibehalt der besonderen Schutzklausel. Für Juli wurde eine weitere WTO-Ministerkonferenz anberaumt.
Der Umsatz im Segment Zucker lag im ersten Quartal 2008|09 mit 180,0 m€ um 5,3 % über dem Vorjahreswert von 171,0 m€. Der Quotenzuckerabsatz konnte sowohl im Handel als auch im Nahrungsmittelindustriegeschäft um rund 55.000 Tonnen auf 227.000 Tonnen gesteigert werden. In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2008|09 ist es auch gelungen, neue Märkte zu bearbeiten sowie die Marktposition bei internationalen Abnehmern zu stärken. Die Preise liegen in Tschechien, der Slowakei sowie in Ungarn in nationaler Währung etwas unter dem Vorjahr, was auf die starken Wechselkurse dieser Länder zurückzuführen ist. Dementsprechend erhöhten sich die Preise und Umsätze in Euro.
In Österreich konnten Steigerungen vor allem durch einen Mehrabsatz an die Getränkeindustrie infolge der Vorbereitungen zur Fussballeuropameisterschaft erzielt werden. Die Preise liegen unter Vorjahr. In Ungarn, Tschechien und der Slowakei stiegen die Verkaufsmengen, die jedoch nur teilweise die rückläufigen Preise in nationaler Währung kompensieren konnten. In Rumänien konnte der Absatz an internationale Industriekunden erhöht werden. Die positive Entwicklung in Bulgarien bestätigt die Marktposition von AGRANA. Aus Bosnien werden in den kommenden Monaten erste Umsätze durch die Inbetriebnahme der Rohzuckerraffinerie erwartet.
Das Operative Ergebnis konnte im ersten Quartal 2008|09 mit 5,6 m€ trotz Absatzsteigerungen nicht auf dem Vorjahresniveau von 7,8 m€ gehalten werden. Das Operative Ergebnis beinhaltet zusätzliche Restrukturierungserlöse von 1,9 m€ aufgrund der weiteren Quotenrückgabe von 9.621 Tonnen in der Slowakei bis Ende März 2008.
Der österreichische Zuckerrübenanbau wird im Jahr 2008 auf einer Fläche von rund 43.000 Hektar erfolgen. Aufgrund der Konkurrenzsituation mit Getreide- und Ölsaaten rechnet man in Ungarn mit einer Zuckerrübenanbaufläche von nur rund 7.000 Hektar bzw. von rund 4.000 Hektar in der Slowakei. In Tschechien beziffert sich die Rübenanbaufläche für das kommende Zuckerwirtschaftsjahr auf rund 13.000 Hektar und in Rumänien auf rund 7.000 Hektar.
Aussichten auf eine weltweit gute Getreideernte 2008|09 speziell auf der Nordhalbkugel führten in den letzten Monaten zu einem deutlichen Rückgang der Getreidepreise. Das US-
vom 10. Juni 2008 einen Anstieg der Weltgetreideproduktion (ohne Reis) auf 1.731 Mio Tonnen (+2,6 %). Demnach könnte die Weltgetreideproduktion erstmals seit vier Getreidewirtschaftsjahren den weltweiten Getreidekonsum wieder übersteigen und somit einen moderaten Aufbau der Lagerbestände ermöglichen. In diesen Zahlen sind jedoch die Auswirkungen der Überschwemmungen in den USA noch nicht berücksichtigt. In der EU wurde die Anbaufläche für Getreide um 4 % bis 5 % von 55 Mio Hektar auf knapp 58 Mio Hektar ausgeweitet. Nach Schätzungen der EU-Kommission könnte die Getreideernte 2008|09 in der EU mit rund 294 Mio Tonnen deutlich über der Vorjahresmenge von 256 Mio Tonnen liegen. In Anbetracht der sich abzeichnenden verbesserten Versorgungslage wurde am 24. April 2008 an der europäischen Warenterminbörse MATIF die Marke von 200 € je Tonne Weizen für den Termin Mai 2008 unterschritten. Bis Ende Mai 2008 sanken die Notierungen für den 1-Monats-Future für Weizen auf rund 180 € je Tonne. Trotz einer leichten Erholung der Lagerbestände ist von weiteren spekulativen Engagements auf den Weltterminmärkten und einer damit einhergehenden relativ hohen Volatilität der Getreidepreise auszugehen.
Landwirtschaftsministerium erwartet in seiner Schätzung
Aufgrund der zu erwartenden Ernte sind die Rohstoffpreise bis Mitte Juni gesunken, jedoch durch die amerikanische Überschwemmungssituation zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die MATIF-Notierung für Mais bewegte sich zwischen Ende März und Ende Mai in einem Preisband zwischen 190 € und 200 € pro Tonne. Berichte über Ernteausfälle in den USA führten zu einem erneuten Anstieg auf über 200 € pro Tonne.
Infolge des weltweit steigenden Fleischkonsums besteht weiterhin eine rege Nachfrage nach Futtermitteln. Aufgrund relativ hoher Maispreise in den USA gewinnen proteinreiche Alternativen wie z.B. Sojaschrot und DDGS (Distillers' Dried Grains with Solubles) an Bedeutung. Auf den Futtermittelmärkten konnten daher im Vergleich zu den Getreidemärkten geringere Preisabschläge beobachtet werden.
Der Umsatz im Segment Stärke lag im ersten Quartal 2008|09 mit 123,4 m€ um 59,2 % über dem Vorjahreswert von 77,5 m€. Diese Steigerung war großteils auf den steigenden Bioethanolumsatz in Österreich und Ungarn sowie die Einbeziehung der Futtermittelumsätze (vormals im Segment Zucker eingegliedert) zurückzuführen. Das Umsatzwachstum in Ungarn basierte – neben dem Ausbau der Ethanolkapazität – auf gestiegenen Isoglukoseumsätzen sowie einem Anstieg der Nebenprodukterlöse und -mengen. Stark gestiegene Verkaufspreise führten zu einem leichten Absatzrückgang bei nativer und modifizierter Stärke.
Geringere Absatzmengen bei deckungsbeitragsstarken Produkten, höhere Handelsvolumina mit einer entsprechenden Handelsmarge sowie insbesondere deutlich höhere Rohstoffkosten (in Ungarn +85 % im Vorjahresvergleich) hatten einen Rückgang des Operativen Ergebnisses auf 4,2 (Vorjahr: 12,2) m€ zur Folge. Vor allem bei Isoglukose wurde der Vorjahresdeckungsbeitrag deutlich unterschritten. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen aus dem Stillstand des Bioethanolwerks in Pischelsdorf|Österreich belastete im ersten Quartal das Ergebnis der Betriebstätigkeit mit –2,3 (Vorjahr: –0,5) m€.
Für das Anbaujahr 2008 wurden im österreichischen Kartoffelstärkebereich mit rund 1.500 Landwirten Kontrakte über 204.000 Tonnen Stärkeindustriekartoffeln abgeschlossen. Die bisherigen Vegetationsbedingungen waren erfreulich. Die Kontrakte für Speiseindustrie-Kartoffeln liegen mit 12.800 Tonnen auf Vorjahresniveau, die Kontraktmenge von Bio-Kartoffeln beträgt rund 10.700 Tonnen und wurde gegenüber dem Vorjahr nachfragebedingt um 2.000 Tonnen ausgedehnt.
Der Maiseinkauf für die Stärkefabrik in Aschach ist bis zur neuen Ernte abgeschlossen. Für den Anbau 2008 wurden im Spezialmais-Bereich (Biomais, Wachsmais, garantiert gentechnikfreier Mais und Biowachsmais) Kontrakte über rund 50.000 Tonnen bzw. rund 8.000 Hektar abgeschlossen. Weiters wurden für die kommende Nassmais-Kampagne mengenbezogene Vorkontrakte in Höhe von rund 4.000 Hektar vertraglich fixiert.
In Ungarn wird bei günstigen Witterungsbedingungen von einer Maisernte von 7,5 (Vojahr: 4,0) Mio Tonnen ausgegangen. HUNGRANA ist ausgehend von der voraussichtlichen Gesamt-Verarbeitungsmenge von 843.000 Tonnen pro Jahr zu rund zwei Drittel mit Rohstoff gedeckt. Die verbleibende Menge wird sich zum Großteil aus erntefrischem Nassmais der Monate September, Oktober und November zusammensetzen.
Die Maisanbaufläche wird in Rumänien auf rund 2,3 bis 2,7 Mio Hektar geschätzt und ist damit im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen. Die Maispreise weisen derzeit sinkende Tendenz auf. Dies ist zum einen auf die anstehende günstige Weizen- und Gerstenernte sowie auf die bisher guten Aufwuchsbedingungen für Mais zurückzuführen.
In der ungarischen Stärkefabrik wurden die neu errichteten Anlagen während des ersten Quartals kontinuierlich hochgefahren, sodass im Mai eine durchschnittliche Verarbeitungsleistung von etwa 85 % der Nennkapazität von 3.000 Tagestonnen erreicht wurde. Das beinhaltet auch eine Bioethanolproduktionskapazität von 160.000 m3 pro Jahr.
Derzeit wird im Europäischen Parlament die Richtlinie "zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen" diskutiert. Insbesondere das Ziel von 10 % Biokraftstoffanteil bis zum Jahr 2020 unter Nachhaltigkeitskriterien steht im Mittelpunkt der Debatte. Die Finalisierung der Richtlinie ist für Anfang 2009 geplant. Eine Lebenszyklusanalyse der Joanneum Research Forschungsgesellschaft in Graz hat bestätigt, dass die Anlage in Pischelsdorf mit zirka 50 % Treibhausgaseinsparung weit über der diskutierten Mindestanforderung von 35 % liegt.
Die österreichische Bioethanolanlage in Pischelsdorf wurde Ende Mai nach sechsmonatigem Stillstand wieder angefahren. Seit 1. Juni 2008 werden spezifikationsgerechtes Bioethanol und Actiprot-Eiweißfutter (DDGS) aus einem Gemisch von Weizen und Mais produziert. Im ersten Quartal 2008|09 wurde im Geschäftsbereich Bioethanol ein Umsatz in Höhe von 17,3 m€ generiert, der sich vor allem aus dem Verkauf von Bioethanol (rund 29.000 m3 ) zusammensetzte.
Die in Österreich am 1. Oktober 2007 in Kraft getretene Beimischungsverpflichtung von 4,3 % (energetisch) sichert eine intakte Nachfrage. Das 10 %-Substitutionsziel in Österreich ab 2010 generiert ein signifikantes Marktpotenzial.
Das Marktwachstum für Fruchtzubereitungen ist in Lateinamerika sowie Russland nach wie vor gut, in den USA, Zentral- und Westeuropa ist ein verlangsamtes Wachstum erkennbar, was auf Konsumentenreaktionen aufgrund stark erhöhter Preise für Milchprodukte zurückzuführen ist.
Der Weltmarkt für Fruchtsaftkonzentrate wächst ebenfalls. Unser chinesisches Joint Venture Xianyang Andre Juice hat von 1.200 auf 1.800 Tonnen Apfeltagesverarbeitung erhöht, um an diesem Wachstum mit zu partizipieren.
Das Segment Frucht erzielte im ersten Quartal 2008|09 einen Umsatz von 209,7 (Vorjahr: 216,8 m€) sowie ein Operatives Ergebnis von 8,3 (Vorjahr: 8,2) m€. Die Umsatzabweichung im Vergleich zum Vorjahr war auf saisonale Schwankungen im Fruchtzubereitungsbereich in Europa und Amerika sowie auf einen schwachen Apfelsaftkonzentratabsatz in Zentraleuropa zurückzuführen. Auf der Kostenseite wurden jedoch aufgrund von Reorganisationsmaßnahmen Verbesserungen erzielt. Aufgrund globaler Beschaffungsstrukturen der AGRANA konnten Preissprünge in einzelnen Ländern durch Verlagerungen in andere Beschaffungsmärkte
teilweise vermieden bzw. reduziert werden. Verkürzte Verkaufspreisbindungen sowie eine ernteorientierte Verkaufspreisfestsetzung (Crop-to-Crop Verträge) sollen eine zunehmend variable Preisgestaltung angesichts volatiler Kosten ermöglichen.
Die Obsternten für Fruchtzubereitungen (Individually Quick Frozen-Obst, Pürees) sind insbesondere in Marokko und Mexiko zufriedenstellend ausgefallen, nur in Chile war ein Frostjahr zu verzeichnen. In Kombination mit Flächenreduktionen in Serbien und einer Verdopplung der Nachfrage sind Preisanstiege bei Himbeeren von bis zu 50 % der Vorjahrespreise zu erwarten.
Für Äpfel werden in Europa und China maximal durchschnittliche Ernten erwartet. Lokale Fröste waren bis dato in Europa nicht zu verzeichnen, jedoch ist ein erhöhter Fruchtfall erkennbar. In Regionen nördlich der zwei chinesischen AGRANA-Joint Venture Konzentratwerke werden teilweise Frostschäden erwartet. Zusätzliche Verarbeitungskapazitäten in China und bestehende Kapazitäten in Europa werden zu anhaltend höheren Rohstoffpreisen führen. Aufgrund der unverändert hohen Preiserwartungen für Verarbeitungsobst seitens der Verbände und Bauern in Europa, insbesondere in Polen, wird für das Hauptprodukt Apfelsaftkonzentrat anhaltend hoher Kostendruck erwartet, während die Kunden von rückläufigen Preisen gegenüber dem Vorjahr ausgehen.
Bei roten Beeren wird mit einer durchschnittlichen Ernte gerechnet. Obwohl lokale Fröste während der Sauerkirschblüte vor allem in Dänemark zu Ernteausfällen führen werden, liegen die Ernteerwartungen bei Erdbeeren und Schwarzen Johannisbeeren auf dem Vorjahresniveau. Bei Holunder und Aronia-Beeren verlief das Vegetationsjahr bis jetzt zufriedenstellend.
AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweisen wir auf die im Geschäftsbericht 2007|08 umfassend angeführten Risiken auf Seite 65 bis 69.
Gegenüber dem Jahresabschluss 2007|08 ergibt sich für das laufende Geschäftsjahr 2008|09 folgende Situation: Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate und insbesondere bei Apfelsaftkonzentraten wurde seitens der Kunden ein verstärkter Preisdruck aufgebaut, der sowohl kontrahierte als auch
06 unkontrahierte Ware beeinflusst. Ursprünglich hohe Ernteerwartungen, die sich jedoch aus heutiger Sicht nicht so realisieren dürften, haben diese Tendenz noch verstärkt und zu Margenerosion geführt. Die weitere Entwicklung der Preise und damit der Margen in diesem Bereich ist aus heutiger Sicht noch nicht abschätzbar und wird letztlich von den tatsächlichen Mengenverfügbarkeiten und den sich daraus ergebenden Preisen der nächsten Ernte bestimmt.
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden hat sich AGRANA mit einem Joint Venture-Anteil von 50 % an den Zuckervertriebsaktivitäten der SCO Studen, Wien|Österreich, beteiligt. Diese vertreibt Weißzuckerprodukte in Slowenien, Mazedonien, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Studen ist langjähriger Exportpartner der AGRANA und setzt in den Ländern des Westbalkans außerhalb der EU rund 130.000 Tonnen Zucker pro Jahr ab.
Den Grundstein für den Marktausbau in den Westbalkanstaaten hat AGRANA mit der Fertigstellung der Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gelegt. Die im Rahmen eines Joint Ventures mit der SCO Studen betriebene Anlage verfügt über eine Produktionskapazität von 150.000 Tonnen Weißzucker pro Jahr.
Das Segment Frucht konnte am 30. Juni 2008 das Closing zum Joint Venture Yongji zum Ausbau der Apfelsaftkonzentratproduktion in China vermelden.
Entsprechend der soliden Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2008|09 wird für das Geschäftsjahr 2008|09 unverändert ein deutlicher Umsatzanstieg im Konzern auf über 2,1 Mrd € erwartet. Auf Basis der Entwicklungen auf den Absatzmärkten, der Volatilitäten bei den Rohstoffen und extrem steigender Energiepreise muss aus heutiger Sicht für das Gesamtjahr 2008|09 mit einem Operativen Ergebnis gerechnet werden, das voraussichtlich um 45 % bis 50 % unter Vorjahresniveau zu liegen kommen wird. Die hohen Volatilitäten im Rohstoffeinsatz, stark gestiegene Erdölpreise und in Folge die hohen Erdgaspreise werden die Produktionskosten aller Fabriken aber auch die Kosten für Transport weiter verteuern und einen entsprechenden Druck auf die Margen ausüben. Bereits eingeleitete Gegensteuerungsmaßnahmen werden die Kostenbelastungen im Geschäftsjahr 2008|09 jedoch nicht ausgleichen können.
Im Segment Zucker wird für den Rückgang des Operativen Ergebnisses im Geschäftsjahr 2008|09 das Ausmaß der Energiepreissteigerungen ein entscheidender Faktor sein, der mit Kosteneinsparungen und der Absenkung der Rübenpreise im Rahmen der Zuckermarktordnung in Grenzen gehalten werden muss. Dem steht durch die hohen freiwilligen Quotenrückgaben für das ZWJ 2008|09 die Normalisierung der Marktverhältnisse im europäischen Zuckermarkt gegenüber. Dabei wird AGRANA zukünftig Marktchancen in Defizitmärkten (Ausnahme Österreich) inner- und außerhalb der EU ergreifen und Marktanteile ausbauen.
Im Segment Stärke ist infolge von rohstoffbedingten Preissteigerungen sowie des steigenden Bioethanolabsatzes mit einem überproportionalen Umsatzanstieg und einem deutlichen sinkenden Operativen Ergebnis zu rechnen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit wird im Geschäftsjahr 2008|09 zusätzlich durch die Bioethanol-Anlaufkosten in Österreich mit einem Verlust von rund 6 bis 7 m€ belastet sein. Hinzu kommt die unbefriedigende Ergebnissituation in Ungarn, höhere Kosten für Mais und den Start der verdoppelten Kapazität.
Im Segment Frucht wird weiterhin ein organisches Mengenwachstum erwartet. Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate wird das Engagement in China weiter ausgebaut, um die dortigen Rohstoff-, Energie- und Gesamtkostenvorteile zu lukrieren. Der Bereich Fruchtzubereitungen wird sich weiterhin erfreulich entwickeln, sodass AGRANA für das Segment mit einem Umsatz über dem Vorjahr rechnet. Beim Operativen Ergebnis werden im laufenden Geschäftsjahr 2008|09 die hohen Rohstoffkosten bei Apfelsaftkonzentraten bei stabiler Entwicklung im Bereich Fruchtzubereitungen zu einem Ergebnisrückgang führen. Mittelfristig sollte die erwartete Normalernte in Europa im Herbst 2008 zur Stabilisierung des europäischen Apfelsaftkonzentratmarktes beitragen. Durch die Umstellung der Vertragslaufzeiten soll im Fruchtzubereitungsbereich eine raschere Anpassung der Vertriebspreise an die Rohstoffsituation ermöglicht werden.
Insgesamt wird AGRANA die eingeschlagene Strategie der Absicherung der Marktposition bei Zucker sowie des Ausbaus der Segmente Stärke und Frucht konsequent weiterführen. Die Diversifikation auf drei Standbeine hat sich gerade in den vergangenen, schwierigen Monaten als richtig erwiesen. Eine Normalisierung der Marktsituation mit Einstellung auf neue Gleichgewichte gegen Ende des Geschäftsjahres sollte für das Geschäftsjahr 2009|10 eine Rückkehr der AGRANA auf das Ergebnisniveau des Geschäftsjahres 2007|08 erwarten lassen.
| KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG | 2008 09 | 2007 08 |
|---|---|---|
| für das erste Quartal (1. März – 31. Mai) | in t€ | in t€ |
| Umsatzerlöse | 495.111 | 448.974 |
| Bestandsveränderungen | –94.706 | –78.841 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 616 | 578 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 8.941 | 5.091 |
| Materialaufwand | –276.394 | –230.867 |
| Personalaufwand | –48.107 | –49.006 |
| Abschreibungen | –17.117 | –14.701 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –52.599 | –53.606 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 15.745 | 27.622 |
| Finanzerträge | 6.874 | 4.240 |
| Finanzaufwendungen | –10.989 | –7.452 |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | 0 | 0 |
| Finanzergebnis | –4.115 | –3.212 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 11.630 | 24.410 |
| Ertragsteuern | –4.202 | –6.228 |
| Konzernperiodenüberschuss | 7.428 | 18.182 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 8.016 | 17.902 |
| davon Minderheitenanteile | –588 | 280 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS | 0,56 € | 1,26 € |
| KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG | 2008 09 | 2007 08 |
|---|---|---|
| für das erste Quartal (1. März – 31. Mai) | in t€ | in t€ |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 24.870 | 33.136 |
| Gewinne aus Anlagenabgängen | –1.244 | –1.285 |
| Veränderung des Working Capital | –152.653 | –78.143 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | –129.027 | –46.292 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –9.399 | –27.541 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 110.597 | 29.158 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –27.829 | –44.675 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 86.760 | 132.218 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 58.931 | 87.543 |
| 31.5.2008 | 29.2.2008 | ||
|---|---|---|---|
| AKTIVA | in t€ | in t€ | |
| A. | Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 252.216 | 252.939 | |
| Sachanlagen | 665.313 | 653.316 | |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 600 | 600 | |
| Wertpapiere | 18.442 | 18.657 | |
| Beteiligungen und Ausleihungen | 93.160 | 92.852 | |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 47.921 | 42.101 | |
| Aktive latente Steuern | 16.764 | 16.710 | |
| 1.094.416 | 1.077.175 | ||
| B. | Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 591.489 | 680.271 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |||
| und sonstige Vermögenswerte | 367.421 | 346.050 | |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 8.901 | 9.370 | |
| Wertpapiere | 1.301 | 4.314 | |
| Flüssige Mittel | 58.931 | 86.760 | |
| 1.028.043 | 1.126.765 | ||
| Summa Aktiva | 2.122.459 | 2.203.940 | |
| PASSIVA | |||
| A. | Eigenkapital | ||
| Grundkapital | 103.210 | 103.210 | |
| Kapitalrücklagen | 411.362 | 411.362 | |
| Gewinnrücklagen Anteil der Aktionäre am Eigenkapital |
395.965 910.537 |
379.187 893.759 |
|
| Minderheitenanteile am Kapital | 28.753 | 28.306 | |
| 939.290 | 922.065 | ||
| B. | Langfristige Schulden | ||
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 45.769 | 46.233 | |
| Übrige Rückstellungen | 19.574 | 18.784 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 306.564 | 307.286 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2.355 | 2.033 | |
| Passive latente Steuern | 37.768 | 38.549 | |
| 412.030 | 412.885 | ||
| C. | Kurzfristige Schulden | ||
| Übrige Rückstellungen | 37.140 | 42.097 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 480.558 | 370.116 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| und sonstige Verbindlichkeiten | 247.599 | 452.616 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 5.842 | 4.161 | |
| 771.139 | 868.990 | ||
| Summe Passiva | 2.122.459 | 2.203.940 |
| KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG für das erste Quartal (1. März – 31. Mai) |
Eigenkapital- Anteil der Aktionäre |
Minderheiten- anteil am Eigenkapital |
Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| in t€ | in t€ | in t€ | |
| Stand zum 1. März 2008 | 893.759 | 28.306 | 922.065 |
| Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) | –2.012 | 0 | –2.012 |
| Veränderung des Eigenkapitals aufgrund | |||
| von Währungsumrechnungsdifferenzen | 10.796 | 1.038 | 11.834 |
| Nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | |||
| berücksichtigte Gewinne/Verluste | 8.784 | 1.038 | 9.822 |
| Konzernperiodenüberschuss | 8.016 | –588 | 7.428 |
| Summe berücksichtigte Gewinne/Verluste | 8.016 | –588 | 7.428 |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Veränderungen | –22 | –3 | –25 |
| Eigenkapital zum 31. Mai 2008 | 910.537 | 28.753 | 939.290 |
| Stand zum 1. März 2007 | 871.154 | 24.345 | 895.499 |
|---|---|---|---|
| Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) | 1.364 | 0 | 1.364 |
| Veränderung des Eigenkapitals aufgrund | |||
| von Währungsumrechnungsdifferenzen | 4.953 | 237 | 5.190 |
| Nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | |||
| berücksichtigte Gewinne/Verluste | 6.317 | 237 | 6.554 |
| Konzernperiodenüberschuss | 17.902 | 280 | 18.182 |
| Summe berücksichtigte Gewinne/Verluste | 17.902 | 280 | 18.182 |
| Dividendenausschüttung | –287 | 0 | –287 |
| Sonstige Veränderungen | –147 | 3.848 | 3.701 |
| Eigenkapital zum 31. Mai 2007 | 894.939 | 28.710 | 923.649 |
inklusive Segmentbericht
für das erste Quartal (1. März – 31. Mai)
| 2008 09 | 2007 08 | 2008 09 | 2007 08 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| in t€ | in t€ | in t€ | in t€ | ||
| Umsatzerlöse | Operatives Ergebnis | ||||
| Zucker | 180.049 | 171.025 | Zucker | 5.552 | 7.755 |
| Stärke | 123.436 | 77.465 | Stärke | 4.177 | 12.202 |
| Frucht | 209.749 | 216.829 | Frucht | 8.293 | 8.210 |
| Konzern | 513.234 | 465.319 | Konzern | 18.022 | 28.167 |
| Sondereffekt Bioethanol | –2.277 | –545 | |||
| Ergebnis der | |||||
| Betriebstätigkeit | 15.745 | 27.622 | |||
| Umsätze zwischen | |||||
| den Segmenten | Investitionen | ||||
| Zucker | –9.425 | –4.595 | Zucker | 3.223 | 6.339 |
| Stärke | –8.687 | –11.750 | Stärke | 6.919 | 32.005 |
| Frucht | –11 | 0 | Frucht | 4.289 | 6.706 |
| Konzern | –18.123 | –16.345 | Konzern | 14.431 | 45.050 |
| Außenumsatzerlöse | Mitarbeiter | ||||
| Zucker | 170.624 | 166.430 | Zucker | 2.331 | 2.469 |
| Stärke | 114.749 | 65.715 | Stärke | 843 | 806 |
| Frucht | 209.738 | 216.829 | Frucht | 5.232 | 5.321 |
| Konzern | 495.111 | 448.974 | Konzern | 8.406 | 8.596 |
| 2008 09 | 2007 08 | 2008 09 | 2007 08 | |
|---|---|---|---|---|
| in t€ | in t€ | in t€ | in t€ | |
| Sondereffekt Bioethanol | –2.277 | –545 | ||
| Ergebnis der | ||||
| Betriebstätigkeit | 15.745 | 27.622 | ||
Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 31. Mai 2008 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 31. Mai 2008 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.
Die bei der Erstellung des Konzernjahresabschlusses zum 29. Februar 2008 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert beibehalten. Die Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichts 2007|08 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden
auf Basis landesspezifischer Ertragsteuersätze unter Berücksichtigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäftsjahr ermittelt.
Der Geschäftsbericht 2007|08 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.
Im ersten Quartal 2008|09 kam es zu keinen Veränderungen des Konsolidierungskreises, da für die bereits angekündigten Akquisitionen (zweites 50 %-Joint Venture in Yongji|China sowie 50 %-Akquisition der Studen-Vertriebsaktivitäten) die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden noch ausständig ist.
Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten Oktober bis Dezember. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnegenutzter Anlagen hauptsächlich im dritten Quartal an. Die davor angefallenen Instandhaltungskosten für die kommende Kampagne 2008 werden unterjährig abgegrenzt und sind unter den sonstigen Vermögenswerten erfasst.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im ersten Quartal 2008|09 in Höhe von 15,7 (Vorjahr: 27,6) m€ setzt sich aus einem Operativen Ergebnis von 18,0 (Vorjahr: 28,2) m€ und einem Ergebnis aus Sondereinflüssen von –2,3 (Vorjahr: –0,5) m€ zusammen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen betrifft Aufwendungen, die für den Produktionsbeginn der Bioethanolanlage in Pischelsdorf anfielen.
Das Finanzergebnis verschlechterte sich um 0,9 m€ auf –4,1 m€. Den höheren Zinsaufwendungen infolge der höheren Nettoverschuldung standen vor allem Währungskursgewinne aus der Aufwertung der ungarischen Währung gegenüber.
Der Konzernperiodenüberschuss beträgt 7,4 (Vorjahr: 18,2) m€.
Bis Ende Mai 2008 sank der Finanzmittelbestand um 27,8 m€ auf 58,9 m€. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat ein geringerer Abbau des Vorratsvermögens stattgefunden. Hingegen führte eine starke Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten zu einem um 74,5 m€ höheren Abfluss aus Working Capital. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug zum Quartalsende –129,0 (Vorjahr: –46,3) m€.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von –9,4 (Vorjahr: –27,5) m€ spiegelt das für dieses Geschäftsjahr deutlich geringe Investitionsverhalten wider.
Die Aufnahme von vor allem kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten führte zu einem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 110,6 m€.
11
Die Reduktion der Bilanzsumme gegenüber dem 29. Februar 2008 um 81,5 m€ auf 2.122,5 m€ ist vor allem auf den Abbau der Vorräte zurückzuführen. Dem Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 110,4 m€ auf 480,6 m€ steht die Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten (Zahlungen an Rübenbauern und Restrukturierungsfonds) um 205,0 m€ entgegen. Mit einem Eigenkapital von 939,3 m€ beträgt die Eigenkapitalquote per Ende Mai 44,3 %.
Zum 31. Mai 2008 beschäftigte AGRANA durchschnittlich 8.406 (Vorjahr: 8.596) Mitarbeiter. Der Personalabbau im Segment Zucker ist vor allem auf die Werksschließung des ungarischen Zuckerwerkes in Petöháza zurückzuführen. Im Segment Stärke kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einem Personalaufbau in Pischelsdorf (Inbetriebnahme Bioethanolwerk) und in Ungarn (Kapazitätserweiterung HUNGRANA). Die Reduktion des Personalstandes im Segment Frucht ist auf den schrittweisen Personalabbau in Kaplice|Tschechien infolge der Werksschließung sowie auf den verringerten Einsatz von Saisonarbeitskräften in Östereich und der Ukraine zurückzuführen.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze für die Zwischenberichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzern im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben wird.
Wien, am 10. Juli 2008
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.
Der Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, Marktordnungsveränderungen, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
| 15. Oktober 2008 | Ergebnis für das erste Halbjahr 2008 09 |
|---|---|
| 14. Jänner 2009 | Ergebnis für die ersten drei Quartale 2008 09 |
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 www.agrana.com
Konzernkommunikation/Investor Relations: Mag. Maria FALLY Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]
Konzernkommunikation/Public Relations: Mag. Ulrike PICHLER Telefon: +43-1-211 37-12084, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]
Die englische Fassung dieses Zwischenberichtes finden Sie im Internet unter www.agrana.com
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