Earnings Release • Oct 15, 2008
Earnings Release
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Das erste Halbjahr 2008|09 war von in unserer Branche bisher nicht gekannten Volatilitäten auf der Rohstoff- und Energieseite geprägt, die zu erheblichen Verwerfungen in unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten geführt haben. Die Bandbreite der Ursachen reicht von extrem ungünstigen Ernten im Jahr 2007 über erhebliche spekulative Einflüsse verbunden mit der Tatsache, dass auch landwirtschaftliche Produkte mehr und mehr einer Globalisierung der Märkte unterliegen. Dieses Zusammentreffen zahlreicher ungünstiger Faktoren führte zu einem negativen Halbjahresergebnis unserer Unternehmensgruppe.
Die Gründe dafür sind in folgenden Entwicklungen zu suchen:
Wir haben als Gegensteuerung zur Ergebnisverbesserung folgende Maßnahmen ergriffen:
In diesem Aktionärsbrief finden Sie detaillierte Erläuterungen zu den Marktentwicklungen in den einzelnen Segmenten sowie den von uns gesetzten Maßnahmen. Mit deren Umsetzung und mit einer weitgehenden Normalisierung des Ein- und Verkaufsmarktes für unsere Rohstoffe und Produkte erwarten wir bereits im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2008|09 eine Bewältigung der aktuell unerfreulichen Situation und ein deutlich positives Ergebnis. Wir sind zuversichtlich, im Geschäftsjahr 2009|10 wieder an die Ertragskraft der letzten Jahre anschließen zu können.
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.
Die Unsicherheit über die künftige weltwirtschaftliche Entwicklung und hohe Volatilitäten bei Rohstoffpreisen prägten im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008|09 das ökonomische Umfeld. So stieg der Rohölpreis zwischen Februar 2008 von rund 90 \$ je Barrel bis Anfang Juli 2008 auf knapp unter 150 \$ je Barrel, gab allerdings bis Ende August wieder auf 110 \$ je Barrel nach. Die europäischen Weizenpreise sanken dagegen von rund 284 € je Tonne Weizen zu Beginn des Geschäftsjahres auf rund 186 € je Tonne Ende August 2008. Bei europäischem Apfelsaftkonzentrat wurden Ende Februar Preise von nahezu 2.000 € je Tonne kontrahiert, während Ende August die Preise auf rund 1.000 € je Tonne zurückgingen.
Gegen Mitte des Kalenderjahres 2008 zeichnete sich eine weitgehende Entspannung auf der Rohstoffseite ab. Ursachen dafür waren vor allem sehr gute europäische Ernteaussichten bei Getreide nach Aufhebung der EU-Flächenstilllegungsverpflichtung sowie bei vielen anderen agrarischen Rohstoffen auf der nördlichen Halbkugel. Zudem gab es erste Anzeichen eines Rückzugs von Spekulationskapital aus den agrarischen Rohstoffmärkten.
Die Befürchtungen einer weiteren Abkühlung der Weltkonjunktur im Zuge der Finanzmarktkrise sowie Inflationsängste führten allerdings bei unseren Kunden in der Lebensmittelindustrie zu einer Verunsicherung über das künftige Konsumentenverhalten. Die Folge war ein deutlich vorsichtigeres Einkaufsverhalten der großen Lebensmittelkonzerne und erhöhter Preisdruck auf die Lieferanten.
| Finanzkennzahlen | H1 2008 09 | H1 2007 08 |
|---|---|---|
| AGRANA-Konzern | in m€ | in m€ |
| Umsatzerlöse | 1.045,5 | 933,3 |
| Operatives Ergebnis | –7,8 | 54,4 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –2,3 | –1,6 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | –10,1 | 52,8 |
| Investitionen in Sachanlagen und | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 32,6 | 107,9 |
| Mitarbeiter | 8.617 | 8.950 |
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008|09 (1. März 2008 bis 31. August 2008) stiegen die konsolidierten Umsatzerlöse der AGRANA um 12,0 % auf 1.045,5 (Vorjahr: 933,3) m€. Das Segment Frucht lieferte mit 39,1% (Vorjahr: 46,6 %) nach wie vor den größten Umsatzbeitrag, auch wenn im Wesentlichen aufgrund eines deutlich schwächeren Marktumfeldes im Apfelsaftkonzentratbereich ein Segmentumsatzrückgang um 6,2 % auf 408,3 (Vorjahr: 435,1) m€ verzeichnet wurde. Die Umsatzsteigerung im Segment Zucker um 4,5 % auf 383,6 (Vorjahr: 367,2) m€ war auf einen höheren Quotenzuckerabsatz zurückzuführen. Der Anteil von Zucker am Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr bei 36,7 % (Vorjahr: 39,3 %). Das Wachstum des AGRANA-Konzernumsatzes war vor allem durch das Segment Stärke (neue Bioethanolkapazitäten in Österreich und Ungarn, zusätzliche Handelsumsätze aus Futtermitteln) getragen. Der Anteil von Stärke am Konzernumsatz stieg mit 253,6 (Vorjahr: 131,0) m€ auf 24,3 % (Vorjahr: 14,0 %) an.
Vor allem in den Segmenten Stärke und Frucht wurden als Folge der schwierigen Rohstoff- und Energiepreisentwicklung ungünstigere Margen als im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet.
Im Segment Stärke schlugen sich die hohen Rohstoffpreise aus der Ernte 2007 noch belastend auf die Ergebnisse nieder. Teure Altlager bei Weizen und Mais wurden im ersten Halbjahr zwar abgearbeitet, die hohen Rohstoffkosten konnten im aktuellen Marktumfeld allerdings nicht im notwendigen Ausmaß an die Kunden weitergegeben werden.
Der dramatische Rückgang der Preise für Apfelsaftkonzentrat machte eine Abwertung der kontrahierten und vorrätigen Apfelsaftkonzentratmengen auf das aktuelle Marktpreisniveau notwendig. Diese einmaligen Aufwendungen betrugen 32,4 m€.
Im Segment Zucker waren nach den Preisrückgängen im Verlauf des Vorjahres geringere Verkaufspreise und niedrigere Margen zu verzeichnen.
Insgesamt reduzierte sich somit das Operative Konzernergebnis insbesondere infolge dieser externen Einflüsse auf –7,8 (Vorjahr: 54,4) m€. Nach Berücksichtigung des im Vergleich zum ersten Quartal unveränderten Sonderergebnisses für die Anlaufkosten im österreichischen Bioethanolwerk Pischelsdorf in Höhe von –2,3 (Vorjahr: –1,6) m€ betrug das Ergebnis der Betriebstätigkeit –10,1 (Vorjahr: 52,8) m€.
Das Finanzergebnis des ersten Halbjahres betrug –8,0 (nach –2,8) m€. Ursächlich dafür war einerseits das investitionsund EU-abgabenbedingt höhere Finanzierungsvolumen sowie andererseits der aufgrund der allgemeinen Lage auf den Finanzmärkten von rund 4,3 % auf 4,8 % gestiegene durchschnittliche Verschuldungszinssatz. Folglich lag auch das Ergebnis vor Ertragsteuern mit –18,1 m€ deutlich unter dem Vorjahreswert von 50,0 m€. Der theoretische Ertragsteueraufwand reduzierte sich aufgrund einer geringeren steuerlichen Bemessungsgrundlage. Aus einem Konzernperiodenergebnis von –21,4 (Vorjahr: 36,6) m€ resultiert ein negatives Ergebnis je Aktie von –1,39 (Vorjahr: 2,55) €.
Nach Abschluss des massiven Investitionsprogramms der vergangenen Geschäftsjahre wurde im laufenden Geschäftsjahr das Investitionsvolumen deutlich reduziert. So betrugen die Investitionen im ersten Halbjahr 2008|09 32,6 (Vorjahr: 107,9) m€. Im Segment Zucker lag der Schwerpunkt mit 8,3 (Vorjahr: 20,1) m€ auf der Sicherung der Anlagenverfügbarkeit und der Verbesserung der Energieeffizienz. Im Segment Stärke wurden nach Abschluss der Erweiterungsinvestitionen des Vorjahres 12,9 (Vorjahr: 71,1) m€ investiert. Neben Optimierungsarbeiten an den Produktionsanlagen sowie hinsichtlich Energieeinsparungen lag das Investitionsvolumen im Segment Frucht bei 11,4 (Vorjahr: 16,7) m€.
Im ersten Halbjahr 2008|09 wurde ein Cashflow aus dem Ergebnis von 54,1 (nach 69,6) m€ erwirtschaftet. Höhere Lagerbestände sowie gesunkene Verbindlichkeiten führten zu einem höheren Finanzierungsbedarf für das Working Capital und zu einem geringeren Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 6,9 m€ (nach 34,3 m€ im Vergleichszeitraum des Vorjahres). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug –30,8 (Vorjahr: –68,7) m€. Unverändert zum Vorjahr wurden im Juli 2008 28,3 m€ an die Aktionäre als Dividende ausgeschüttet.
Die Eigenkapitalquote per 31. August 2008 lag mit 44,1% über dem Wert zu Geschäftsjahresende (41,8 %). Das Konzerneigenkapital sank aufgrund des geringeren Konzernperiodenergebnisses sowie der Dividendenzahlung im zweiten Quartal um 4,8 % auf 878,1 (29. Februar 2008: 922,1) m€.
| Kennzahlen zur Aktie | H1 2008 09 |
|---|---|
| Höchstkurs | 73,50 € |
| Tiefstkurs | 50,50 € |
| Ultimokurs | 53,77 € |
| Buchwert je Aktie | 61,83 € |
| Marktkapitalisierung | 763,64 m€ |
Die AGRANA-Aktie notierte per Ende August 2008 mit einem Kurs von 53,77 €, was einem Rückgang seit Geschäftsjahresbeginn von 25,4 % und einer Marktkapitalisierung von 763,6 m€ entspricht. Am 14. Juli 2008 hat Prudential plc, London, mit einigen ihrer Tochtergesellschaften den Besitz von mehr als 10 % der AGRANA-Aktien gemeldet.
Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 (1. Oktober 2007 bis 30. September 2008) geht die letzte Schätzung von F.O. Licht bei einer Erzeugung von 170,4 Mio Tonnen und einem Verbrauch von 156,9 Mio Tonnen von einem Aufbau der Weltzuckervorräte um 13,5 Mio Tonnen auf 84,2 Mio Tonnen bzw. 53,6 % des Verbrauchs aus. Erste Prognosen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 rechnen mit einem Rückgang der Erzeugung, während der Verbrauch seit Jahren mit steigenden Zuwachsraten ansteigt. Die Rohzuckernotierungen (New York) erholten sich im Verlauf des zweiten Quartals auf das Niveau zu Beginn des Geschäftsjahres. Ende August notierte Rohzucker bei 281 \$ bzw.191 € je Tonne. Die Weißzuckernotierungen an der Londoner Warenterminbörse LIFFE wiesen einen ähnlichen Verlauf auf und lagen Ende August bei 398 \$ bzw. 270 € je Tonne.
Der Verwaltungsausschuss Zucker legte im August für die chemische Industrie eine zollfreie Importquote in der Höhe von 400.000 Tonnen Zucker (Weiß- und Rohzucker) für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 fest. Zur Kompensation des Importkontingents besteht zukünftig die Möglichkeit, Nichtquotenzucker (sogenannter "Out of Quota"-Zucker) im Ausmaß von 650.000 Tonnen Zucker sowie 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt zu exportieren. Damit kam die EU-Kommission den Forderungen von Industriezuckerverwendern in schwachen Zuckerrübenanbauregionen entgegen. Andererseits eröffnet sie die Möglichkeit zusätzlicher Exporte ohne Erstattung.
Die WTO-Verhandlungen wurden Ende Juli 2008 ergebnislos abgebrochen. USA, China und Indien konnten sich nicht über den Importschutz für Agrarprodukte aus Entwicklungs- und Schwellenländern verständigen. Weitere offene wesentliche Themen sind der Marktzugang von Industrieprodukten zu den Schwellenländern sowie die Förderungen für Baumwolle in den USA.
| Finanzkennzahlen | H1 2008 09 | H1 2007 08 |
|---|---|---|
| Segment Zucker | in m€ | in m€ |
| Umsatzerlöse | 402,1 | 376,2 |
| Operatives Ergebnis | 13,0 | 14,6 |
| Investitionen in Sachanlagen und | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 8,3 | 20,1 |
| Mitarbeiter | 2.292 | 2.482 |
AGRANA erzielte im Segment Zucker im Berichtszeitraum einen Umsatz von 402,1 m€, der um 25,9 m€ bzw. 6,9 % über dem Vorjahreswert von 376,2 m€ lag. Durch eine Steigerung der Quotenzuckerabsätze in der EU, aber auch im Export, konnte ein erhöhter Zuckerabsatz von 544.000 (Vorjahr: 458.000) Tonnen realisiert werden. Durch die Forcierung der Zusammenarbeit mit internationalen Key Accounts wurden – insbesondere in den Ländern Rumänien und Bulgarien – erste Erfolge erzielt. Im Haushaltsbereich führte die konsequente Markenpolitik, bestätigt durch eine hohe Akzeptanz der Konsumenten, zu höheren Absätzen. Die Preissituation war vor allem durch einen intensiven Wettbewerb aus den Ländern Kroatien, Serbien und Polen geprägt. Mit Beginn der Kampagne 2008 wird mit einer Entspannung gerechnet, da die europaweiten Quotenrückgaben im Rahmen der Zuckermarktordnung eine Normalisierung der Märkte erwarten lassen.
Der Operative Ergebnisbeitrag aus dem Segment Zucker belief sich auf 13,0 m€ und lag damit erwartungsgemäß leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der Anstieg der Wechselkurse gegenüber dem Euro in Tschechien, der Slowakei und Ungarn wirkte sich negativ auf die Verkaufspreise in nationaler Währung aus. Margenrückgänge mussten hingenommen werden, da die Kosten (Rohstoffe, Personal, Energie etc.) nicht von diesem Wechselkurseffekt beeinflusst waren. Die Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien läuft derzeit im Hochfahrbetrieb, was entsprechende Anlaufkosten verursacht.
In allen rübenverarbeitenden Ländern herrschten im Anbaujahr 2008 gute bis sehr gute Wachstumsbedingungen. Die Ernte begann in den meisten Ländern um den 20. September 2008, die Verarbeitung wurde zwei bis drei Tage nach Erntebeginn aufgenommen. Auf einer Fläche von insgesamt rund 72.500 Hektar wird eine Gesamtrübenmenge von rund 4,53 (Vorjahr: 4,62) Mio Tonnen erwartet. In den sieben AGRANA-Zuckerrübenfabriken werden daraus rund 675.000 (Vorjahr: 711.080) Tonnen Zucker produziert werden. Erstmals wird AGRANA in der Kampagne 2008|09 auch Biozucker aus österreichischen Biorüben erzeugen.
Die AGRANA zugeteilte Zuckerquote für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 beträgt 618.502 Tonnen.
Das US-Landwirtschaftministerium rechnet in seiner neuesten Schätzung vom 12. September 2008 mit einem Anstieg der Weltgetreideproduktion (ohne Reis) um 4,5 % auf rund 1.763 Mio Tonnen. Im Gegensatz zu den Schätzungen Anfang des Jahres wird dabei nicht nur eine Steigerung der Produktion von Weizen, sondern auch von Grobgetreide (insbesondere Mais und Roggen) erwartet. Demnach würde die Weltgetreideproduktion erstmals seit vier Getreidewirtschaftsjahren den weltweiten Getreidekonsum von rund 1.745 Mio Tonnen (+3,7 %) wieder übersteigen und somit einen moderaten Aufbau der Lagerbestände auf rund 277 Mio Tonnen (+2,8 %) ermöglichen.
Die Schätzung der Getreideproduktion der Europäischen Union wurde für 2008|09 aufgrund der guten Witterung und der zusätzlichen Anbauflächen (Aufhebung der 10 %-Flächenstilllegung durch die Europäische Kommission) auf rund 300 (Vorjahr: 256) Mio Tonnen nach oben revidiert. Die Wintergetreideernte hat in Europa sehr gute Erträge eingebracht und zu einer wesentlichen Entlastung der Getreidepreise beigetragen. Vor allem in Osteuropa haben die klimatischen Bedingungen die Ernteschätzungen nach oben steigen lassen. Die Erwartungen für die gesamte europäische Weichweizenernte für 2008 liegen bei 133,9 (Vorjahr: 111,8) Mio Tonnen. Trockenheitsbedingte Produktionsrückgänge im Norden Europas werden durch höhere Ernten in Rumänien, Bulgarien, Spanien und Frankreich bei weitem kompensiert. Gute Ernteaussichten führten seit Anfang Juli zu einem deutlichen Rückgang der euronext LIFFE (vormals MATIF)-Notierungen für Mais und Weizen an der Pariser Warenterminbörse. Ende August 2008 lag die europäische Weizennotierung bei 186 € je Tonne nach 284 € je Tonne zu Beginn des Geschäftsjahres; Mais notierte in Europa mit 154 € je Tonne.
| Finanzkennzahlen | H1 2008 09 | H1 2007 08 |
|---|---|---|
| Segment Stärke | in m€ | in m€ |
| Umsatzerlöse | 270,7 | 154,7 |
| Operatives Ergebnis | 0,4 | 21,2 |
| Investitionen in Sachanlagen und | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 12,9 | 71,1 |
| Mitarbeiter | 850 | 826 |
Der Umsatz im Segment Stärke lag im ersten Halbjahr 2008|09 mit 270,7 m€ um 75,0 % über dem Vorjahreswert von 154,7 m€. Dies war großteils auf den steigenden Bioethanolumsatz in Österreich und Ungarn sowie die Einbezie06 hung der Futtermittelumsätze (im Vorjahr noch dem Segment Zucker zugeordnet) zurückzuführen. Bei nativer und modifizierter Stärke konnte der Umsatz aufgrund der notwendigen Anpassung der Verkaufspreise gesteigert werden, jedoch waren die Mengen leicht rückläufig. Das Umsatzwachstum bei Verzuckerungsprodukten beruhte auf einem Mengenwachstum, vor allem bei Isoglukoseexporten aus Ungarn.
Das Operative Ergebnis fiel auf 0,4 (Vorjahr: 21,2) m€. Der Ergebnisrückgang liegt darin begründet, dass im ersten Halbjahr 2008|09 die hochpreisige Vorjahresernte verarbeitet werden musste. Im traditionellen Stärkegeschäft (native und modifizierte Stärken) konnten diese hohen Rohstoff- und Energiekosten großteils durch Verkaufspreisanpassungen abgefedert werden. Bei Verzuckerungsprodukten – insbesondere bei Isoglukose aus Ungarn – sowie Bioethanol konnten die Verkaufspreise nicht angehoben werden. Zudem waren höhere Fixkosten als Folge der Kapazitätserweiterungen bei HUNGRANA sowie Anlaufkosten des Bioethanolwerkes Pischelsdorf seit Betriebsaufnahme am 1. Juni 2008 zu verkraften. Die bis zur Betriebsaufnahme angelaufenen Verluste für Pischelsdorf sind im Ergebnis aus Sondereinflüssen abgebildet.
Am 26. August 2008 wurde in der österreichischen Kartoffelstärkefabrik in Gmünd mit der Verarbeitung von Stärkekartoffeln der Ernte 2008 begonnen. Durch die günstige Witterung wird eine Erntemenge von rund 210.000 (Vorjahr: 195.000) Tonnen und damit das Erreichen der kontrahierten Menge erwartet. Ein im Vergleich zum Vorjahr höherer durchschnittlicher Stärkegehalt von rund 18 % lässt eine Kartoffelstärkeproduktion von rund 45.000 (Vorjahr: 40.000) Tonnen erwarten. Die gegenüber dem Vorjahr unveränderte österreichische Kartoffelstärkequote von 47.691 Tonnen würde damit zu 94 % erfüllt werden.
Die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais in der Stärkefabrik Aschach|Österreich hat am 8. September 2008 begonnen. Es wird mit einer Nassmaismenge von rund 100.000 (Vorjahr: 103.000) Tonnen bis Mitte Dezember gerechnet. Anschließend wird die Produktion mit Trockenmais fortgesetzt werden. Im ersten Halbjahr 2008|09 betrug die Maisverarbeitung rund 167.000 (Vorjahr: 184.000) Tonnen und blieb damit rund 10 % unter Vorjahresniveau.
In Ungarn begann die Verarbeitung von Mais aus neuer Ernte am 5. September 2008. HUNGRANA erwartet eine Nassmaismenge von rund 160.000 (Vorjahr: 21.100) Tonnen. Die gesamte Maisverarbeitung im Kalenderjahr 2008 wird mit rund 860.000 Tonnen um mehr als 300.000 Tonnen über der Vorjahresmenge liegen.
In der rumänischen Maisstärkefabrik AGFD Tandarei wurden im ersten Halbjahr 2008|09 5.500 (Vorjahr: 11.800) Tonnen Mais verarbeitet.
Der Regelbetrieb der österreichischen Bioethanolanlage in Pischelsdorf wurde am 1. Juni 2008 aufgenommen. Als Rohstoffe werden Weizen, Tritikale und Mais verarbeitet. Im ersten Halbjahr wurde Bioethanol ausschließlich mit hochpreisiger Ware aus der Ernte 2007 produziert. Die künftige Rohstoffversorgung wurde über Anbauverträge sowie am Markt zugekaufte Mengen bis in das erste Kalenderquartal 2009 zu wesentlich günstigeren Konditionen sichergestellt.
Das in Pischelsdorf produzierte Bioethanol wird hauptsächlich in Österreich abgesetzt, wo seit 1. Oktober 2007 eine Substitutionsverpflichtung von 4,3 % (energetisch) biogene Kraftstoffe besteht. Beginnend mit 1. Oktober 2008 wird dieser Substitutionsanteil auf 5,75 % erhöht. Das bei der Produktion anfallende, hochwertige Eiweißfuttermittel "ActiProt" wird in Österreich und den Nachbarländern vermarktet. Die Absatzpreise für "ActiProt" entwickelten sich zufriedenstellend.
Die gestiegenen Lebensmittelpreise führten zu einer erhöhten Preissensibilität der Konsumenten. Infolge der ebenfalls stark verteuerten Milchproduktpreise kam es zu einer weltweiten Verlangsamung des Zuwachses beim Absatz von Fruchtjoghurts und gekühlten Frischedesserts.
Bei Fruchtsäften – insbesondere bei Apfelsaft – führten die erhöhten Handels- und Konsumentenpreise zu einem geänderten Markt-, Kunden- und Konsumentenverhalten. Anstelle von Jahreskontrakten wurden seitens der großen Handelsunternehmen Kontrakte mit kürzerer Laufzeit geschlossen. Die Konsumenten fragten anstelle von reinen Fruchtsäften mehr Fruchtmischgetränke nach. Bei Premiumprodukten wie Smoothies konnten jedoch erhebliche Nachfragezuwächse verzeichnet werden.
| Finanzkennzahlen | H1 2008 09 | H1 2007 08 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | in m€ | in m€ |
| Umsatzerlöse | 408,3 | 435,1 |
| Operatives Ergebnis | –21,2 | 18,7 |
| Investitionen in Sachanlagen und | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 11,4 | 16,7 |
| Mitarbeiter | 5.475 | 5.642 |
Das Segment Frucht musste im ersten Halbjahr 2008|09 07 einen Umsatzrückgang um 6,2 % auf 408,3 m€ hinnehmen. Während in Russland, Lateinamerika, Afrika und Asien noch Zuwächse beim Fruchtzubereitungsabsatz verzeichnet wurden, gab es in Westeuropa und Nordamerika leichte Rückgänge. Dafür ausschlaggebend waren neben den höheren Preisen für Milchprodukte zum Teil auch aufgetretene Einzelereignisse wie Milchlieferboykotte seitens der Landwirte.
Die Hauptursache für den Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2008|09 waren jedoch die geringeren Verkäufe im Apfelsaftkonzentratbereich. Nicht nur Mengenrückgänge, sondern auch ein im zweiten Quartal einsetzender, dramatischer Preisverfall bei Apfelsaftkonzentrat waren dafür ausschlaggebend. Bedingt durch das nach der knappen Vorjahresernte hohe Preisniveau änderte sich das Kontrahierungsverhalten der Kunden hin zu vermehrten Spotkäufen. Dies führte zu hohen Lagerständen von Apfelsaftkonzentrat aus der Vorjahreskampagne. Auf Basis einer normalisierten Ernteerwartung für die neue Kampagne kam es nun zu einem drastischen Verfall der aktuellen Konzentratspreise.
Die Korrektur der Bestandswerte der kontrahierten und vorrätigen Apfelsaftkonzentratmengen in Höhe von 32,4 m€ auf das erwartete Preisniveau der neuen Saison führte zu einer deutlichen Verschlechterung des Operativen Ergebnisses von 18,7 m€ im Vorjahreshalbjahr auf –21,2 m€ im laufenden Geschäftsjahr.
Es wurden bereits zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Ertragssituation im Konzentratsbereich zu stabilisieren und um im zweiten Halbjahr positive Ergebnisse zu erzielen. So gab es eine Reorganisation im Vertriebsbereich mit einer Ausweitung der Absatzmärkte und Kundensegmente. Mit einer Begrenzung der Risikopositionen zwischen Rohstoffpreisen und Produktabsätzen sowie der bereits im Frühjahr eingeleiteten Reorganisation in den Produktionsländern soll eine Reduktion der Produktionskosten und eine höhere Flexibilität bei der Anpassung an Marktschwankungen forciert werden.
Auch im Fruchtzubereitungsbereich wurde durch die plangemäße Einstellung der Produktion in Kaplice|Tschechien im August 2008 ein wichtiger Reorganisationsschritt gesetzt. Die Verlagerung des Produktionsvolumens in bestehende größere Fabriken in Österreich und Deutschland soll dort zu entsprechenden Skalenerträgen führen.
Die Obsternten für Fruchtzubereitungen (Individually Quick Frozen Früchte, Pürees) sind insbesondere in Marokko und Mexiko zufriedenstellend ausgefallen. Frost in Chile hat gegenüber dem Vorjahr bei Himbeeren zu einem deutlichen Anstieg der Einkaufspreise in Süd- und Nordamerika geführt. Die Deckung des Himbeerbedarfs konnte im europäischen Beschaffungsmarkt sichergestellt werden. Das hohe Preisniveau für Erdbeeren aus China hielt an, die europäischen Erdbeeren entwickelten sich preislich vorteilhaft. Bei den tropischen Früchten gab es eine niedrige Mangoernte in Indien, die durch Kälteperioden in der ersten Blütephase und durch intensive Regenfälle in der Spätblütephase verursacht wurde. Dies führte zu einem außergewöhnlichen Preisanstieg für Mangopürees, der jedoch teilweise durch Zukäufe aus Südamerika gemindert werden konnte.
Die europäische Apfelerntemenge wird rund 15 % über dem Vorjahr erwartet. In den für AGRANA wichtigen Anbauregionen in Polen und in Ungarn, in denen im Vorjahr schwere Frostschäden entstanden, werden nun Normalernten prognostiziert. Der Vegetationsverlauf für Äpfel war von guten Blühbedingungen (d.h. nicht zu warmen Temperaturen und einer ausgeglichenen Niederschlagsverteilung) während der Sommermonate gekennzeichnet. Auch in den für AGRANA wichtigen Apfelanbauregionen in China war ein günstiger Vegetationsverlauf zu verzeichnen. Aufgrund von Blockaden der größeren Fabriken durch Apfelbauern in Polen und Ungarn wegen der deutlich unter Vorjahr liegenden Apfelpreise konnte die Verarbeitungskampagne erst verspätet begonnen werden. In der diesjährigen Kampagne ist eine Apfelverarbeitungsmenge von 890.000 (Vorjahr: 513.000) Tonnen in den AGRANA-Saftkonzentratswerken geplant.
Bei roten Beeren für Fruchtsaftkonzentrate verlief der Rohstoffeinkauf insgesamt zufriedenstellend. Daher wurden die Vorjahresmengen bei guten Einkaufskonditionen leicht übertroffen. Aufgrund günstiger Vegetationsbedingungen waren die Qualitäten überdurchschnittlich gut. Einzig die Sauerkirschenernte in Dänemark fiel bedingt durch heftige Stürme unterdurchschnittlich aus.
AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Für eine ausführliche Darstellung der Geschäftsrisiken des Unternehmens verweisen wir auf die im Geschäftsbericht 2007|08 umfassend angeführten Risiken auf Seite 65 bis 69.
Entsprechend dem Umsatzverlauf im ersten Halbjahr 2008|09 wird an der AGRANA-Konzernumsatzprognose für das Geschäftsjahr 2008|09 unverändert festgehalten. Der Vorstand geht davon aus, dass der Konzernumsatz der AGRANA auf über 2,1 Mrd € gesteigert wird. Durch die Abwertung der Lagerbestände bei Apfelsaftkonzentrat wird allerdings die Erwartung für das Operative Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2008|09 auf rund 30 m€ zurückgenommen.
Auf Basis der vorgegebenen Rahmenbedingungen der europäischen Zuckermarktordnung (geringere Quotenzuckerproduktion, Absenkung der Fabriksspanne) ist ein Rückgang des Operativen Ergebnisses bei Zucker zu erwarten. Weiters werden sich Preissteigerungen bei Energie und Hilfsstoffen sowie wechselkursbedingte Margenverschlechterungen in den CEE-Ländern auswirken. Die Rohzuckerraffinationsanlage in Brcko|Bosnien wird auch im zweiten Halbjahr noch Anlaufkosten verursachen. Als Gegensteuerungsmaßnahmen sind höhere Absätze sowie zusätzliche Maßnahmen zur Energieeinsparung vorgesehen. Darüber hinaus ist im Verlauf des Zuckerwirtschaftjahres 2008|09 mit einer Normalisierung der Zuckermärkte zu rechnen.
Im Segment Stärke rechnet AGRANA aufgrund der günstigen Getreideernte in Österreich und in Europa mit Getreidepreisen, die deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen werden. Dies wird sich positiv auf die Produktionskosten des zweiten Halbjahres auswirken. Die neu in Produktion genommenen Bioethanolkapazitäten in Österreich und in Ungarn befinden sich jedoch noch in der technischen Optimierungsphase, was bis zur Vollauslastung noch Ergebnisbelastungen nach sich ziehen wird. Das Operative Ergebnis für das Segment Stärke für das Geschäftsjahr 2008|09 wird, bedingt durch das schwache erste Halbjahr 2008|09, unter dem Vorjahreswert des Geschäftsjahres 2007|08 zu liegen kommen, aber im zweiten Halbjahr den entsprechenden Vorjahreswert übertreffen.
Im Segment Frucht wird als Folge des deutlichen Preisrückganges am Konzentratmarkt und der deswegen notwendig gewordenen Korrektur der Lagerwerte sowie notwendiger Reorganisationen in diesem Bereich ein deutlicher Operativer Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet. Aufgrund der besseren Entwicklung im zweiten Halbjahr und der stabilen Entwicklung im Bereich Fruchtzubereitungen wird das Segment Frucht in der zweiten Jahrehälfte an das Operative Ergebnis des vorjährigen zweiten Halbjahres anschließen.
Neben der Änderung der Vertriebsstrukturen und einer Erweiterung der zu betreuenden Märkte sollte eine Reorganisation der europäischen Produktionsstandorte sowohl die Kostenstrukturen verbessern, als auch die Gesamtorganisation rascher und flexibler machen, um mit einem sehr volatilen Marktumfeld effizienter umgehen zu können.
Die aktuell hohen Milchpreise und einzelne Sonderereignisse (Milchstreiks in Europa, Milchskandal in China) dämpfen derzeit im Bereich Fruchtzubereitungen das Mengenwachstum. Durch ihre weltweite Präsenz wird AGRANA diese Entwicklungen jedoch im verbleibenden Geschäftsjahr teilweise kompensieren können. So wird gegen Ende des Jahres durch Installation einer zweiten Produktionslinie in Brasilien die Kapazität verdoppelt, um das vorhandene Marktpotenzial besser ausschöpfen zu können.
Entsprechend dieser Maßnahmen soll im Segment Frucht für das Gesamtjahr 2008|09 ein leicht positives Operatives Ergebnis erreicht werden. Im Hinblick auf das Operative Ergebnis des Fruchtsegments für das Geschäftsjahr 2009|10 sind die vorerwähnten eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen und das Einpendeln der Rohstoffpreise auf tieferem Niveau – insbesondere bei Äpfeln – die Basis für ein Übertreffen des Ergebnisniveaus des vorangegangenen Geschäftsjahres 2007|08.
Für die gesamte AGRANA-Gruppe wird 2008|09 ein Operatives Ergebnis von rund 30 m€ erwartet. Die Neuinvestitionen werden unter der Abschreibungsquote zu liegen kommen. Das Working Capital wird bis Geschäftsjahresende reduziert.
Für das Geschäftsjahr 2009|10 geht AGRANA davon aus, wieder an das Ergebnisniveau des Geschäftsjahres 2007|08 anzuschließen.
| 2. QUARTAL (1. Juni – 31. August) |
1. HALBJAHR (1. März – 31. August) |
|||
|---|---|---|---|---|
| KONZERN-GEWINN- UND | 2008 09 | 2007 08 | 2008 09 | 2007 08 |
| VERLUSTRECHNUNG | in t€ | in t€ | in t€ | in t€ |
| Umsatzerlöse | 550.436 | 484.360 | 1.045.547 | 933.334 |
| Bestandsveränderungen | –162.395 | –83.532 | –257.101 | –162.373 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 454 | 744 | 1.070 | 1.322 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 8.823 | 6.688 | 17.764 | 11.779 |
| Materialaufwand | –302.784 | –261.148 | –579.178 | –492.015 |
| Personalaufwand | –49.229 | –49.511 | –97.336 | –98.517 |
| Abschreibungen | –18.853 | –15.441 | –35.970 | –30.142 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –52.313 | –56.996 | –104.912 | –110.602 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | –25.861 | 25.164 | –10.116 | 52.786 |
| Finanzerträge | 9.083 | 8.012 | 15.957 | 12.252 |
| Finanzaufwendungen | –12.986 | –7.595 | –23.975 | –15.047 |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Finanzergebnis | –3.903 | 417 | –8.018 | –2.795 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | –29.764 | 25.581 | –18.134 | 49.991 |
| Ertragsteuern | 972 | –7.178 | –3.230 | –13.406 |
| Konzernperiodenergebnis | –28.792 | 18.403 | –21.364 | 36.585 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | –27.709 | 18.306 | –19.693 | 36.207 |
| davon Minderheitenanteile | –1.083 | 97 | –1.671 | 378 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS | –1,95 € | 1,29 € | –1,39 € | 2,55 € |
| KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG | 2008 09 | 2007 08 |
|---|---|---|
| für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) | in t€ | in t€ |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 54.145 | 69.670 |
| Gewinne aus Anlagenabgängen | –5.646 | –2.132 |
| Veränderung des Working Capital | –41.614 | –33.282 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 6.885 | 34.256 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –30.797 | –68.710 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –788 | 3.783 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –24.700 | –30.671 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf Finanzmittelbestand | 2.049 | 866 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 86.760 | 132.218 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 64.109 | 102.413 |
| KONZERNBILANZ | Stand zum | Stand zum | |
|---|---|---|---|
| 31.8.2008 | 29.2.2008 | ||
| AKTIVA | in t€ | in t€ | |
| A. | Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 258.142 | 252.939 | |
| Sachanlagen | 674.270 | 653.316 | |
| Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 600 | 600 | |
| Wertpapiere | 18.774 | 18.657 | |
| Beteiligungen und Ausleihungen | 72.147 | 92.852 | |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 30.675 | 42.101 | |
| Aktive latente Steuern | 28.097 | 16.710 | |
| 1.082.705 | 1.077.175 | ||
| B. | Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 425.291 | 680.271 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |||
| und sonstige Vermögenswerte | 409.439 | 346.050 | |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 7.482 | 9.370 | |
| Wertpapiere | 919 | 4.314 | |
| Flüssige Mittel | 64.109 | 86.760 | |
| 907.240 | 1.126.765 | ||
| Summe Aktiva | 1.989.945 | 2.203.940 | |
| PASSIVA | |||
| A. | Eigenkapital | ||
| Grundkapital | 103.210 | 103.210 | |
| Kapitalrücklagen | 411.362 | 411.362 | |
| Gewinnrücklagen | 335.584 | 379.187 | |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 850.156 | 893.759 | |
| Minderheitenanteile am Kapital | 27.934 | 28.306 | |
| 878.090 | 922.065 | ||
| B. | Langfristige Schulden | ||
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 45.760 | 46.233 | |
| Übrige Rückstellungen | 19.844 | 18.784 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 335.454 | 307.286 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2.070 | 2.033 | |
| Passive latente Steuern | 39.933 | 38.549 | |
| 443.061 | 412.885 | ||
| C. | Kurzfristige Schulden | ||
| Übrige Rückstellungen | 29.145 | 42.097 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 369.449 | 370.116 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| und sonstige Verbindlichkeiten | 260.926 | 452.616 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 9.274 | 4.161 | |
| 668.794 | 868.990 | ||
| Summe Passiva | 1.989.945 | 2.203.940 |
| KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG für das erste Halbjahr (1. März – 31. August) |
Eigenkapital- Anteil der Aktionäre |
Minderheiten- anteil am Eigenkapital |
Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| in t€ | in t€ | in t€ | |
| Stand zum 1. März 2008 | 893.759 | 28.306 | 922.065 |
| Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) Veränderung des Eigenkapitals aufgrund |
–17.726 | 0 | –17.726 |
| von Währungsumrechnungsdifferenzen | 21.770 | 1.267 | 23.037 |
| Nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | |||
| berücksichtigte Gewinne/Verluste | 4.044 | 1.267 | 5.311 |
| Ergebnis der Berichtsperiode | –19.693 | –1.671 | –21.364 |
| Summe berücksichtigte Gewinne/Verluste | –19.693 | –1.671 | –21.364 |
| Dividendenausschüttung | –27.694 | –595 | –28.289 |
| Sonstige Veränderungen | –260 | 627 | 367 |
| Eigenkapital zum 31. August 2008 | 850.156 | 27.934 | 878.090 |
| Stand zum 1. März 2007 | 871.154 | 24.345 | 895.499 |
|---|---|---|---|
| Veränderung der Neubewertungsrücklage (IAS 39) | –11.952 | 0 | –11.952 |
| Veränderung des Eigenkapitals aufgrund | |||
| von Währungsumrechnungsdifferenzen | 1.409 | 113 | 1.522 |
| Nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | |||
| berücksichtigte Gewinne/Verluste | –10.543 | 113 | –10.430 |
| Ergebnis der Berichtsperiode | 36.207 | 378 | 36.585 |
| Summe berücksichtigte Gewinne/Verluste | 36.207 | 378 | 36.585 |
| Dividendenausschüttung | –27.694 | –976 | –28.670 |
| Sonstige Veränderungen | –94 | 5.435 | 5.341 |
| Eigenkapital zum 31. August 2007 | 869.030 | 29.295 | 898.325 |
11
inklusive Segmentbericht
für das erste Halbjahr (1. März – 31. August)
| 2008 09 | 2007 08 | 2008 09 | 2007 08 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| in t€ | in t€ | in t€ | in t€ | ||
| Umsatzerlöse | Operatives Ergebnis | ||||
| Zucker | 402.074 | 376.179 | Zucker | 12.966 | 14.563 |
| Stärke | 270.712 | 154.732 | Stärke | 357 | 21.176 |
| Frucht | 408.358 | 435.149 | Frucht | –21.162 | 18.695 |
| Konzern | 1.081.144 | 966.060 | Konzern | –7.839 | 54.434 |
| Sondereffekt Bioethanol | –2.277 | –1.648 | |||
| Ergebnis der | |||||
| Betriebstätigkeit | –10.116 | 52.786 | |||
| Umsätze zwischen | |||||
| den Segmenten | Investitionen | ||||
| Zucker | –18.457 | –9.024 | Zucker | 8.270 | 20.066 |
| Stärke | –17.117 | –23.702 | Stärke | 12.951 | 71.149 |
| Frucht | –23 | 0 | Frucht | 11.364 | 16.645 |
| Konzern | –35.597 | –32.726 | Konzern | 32.585 | 107.860 |
| Außenumsatzerlöse | Mitarbeiter | ||||
| Zucker | 383.617 | 367.155 | Zucker | 2.292 | 2.482 |
| Stärke Frucht |
253.595 408.335 |
131.030 435.149 |
Stärke Frucht |
850 5.475 |
826 5.642 |
| 2008 09 | 2007 08 | 2008 09 | 2007 08 | |
|---|---|---|---|---|
| in t€ | in t€ | in t€ | in t€ | |
| Sondereffekt Bioethanol | –2.277 | –1.648 | ||
| Ergebnis der | ||||
| Betriebstätigkeit | –10.116 | 52.786 | ||
Der Zwischenbericht des AGRANA-Konzerns zum 31. August 2008 wurde entsprechend den Regeln zur Zwischenberichterstattung nach IAS 34 in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretation durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 31. August 2008 unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.
Die bei der Erstellung des Konzernjahresabschlusses zum 29. Februar 2008 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert beibehalten. Die Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichts 2007|08 gelten daher entsprechend. Die Ertragsteuern wurden auf Basis landesspezifischer Ertragsteuersätze unter Berücksichtigung der Ertragsteuerplanung für das gesamte Geschäftsjahr ermittelt.
Der Geschäftsbericht 2007|08 des AGRANA-Konzerns steht im Internet unter www.agrana.com zur Einsicht und zum Download zur Verfügung.
Zu Beginn des zweiten Quartals 2008|09 erfolgte die Erstkonsolidierung des chinesischen Fruchtsaftherstellers Yongji Andre Juice Co, Ltd.|China. Es handelt sich dabei um ein 50 %-Joint Venture, welches mittels Quotenkonsolidierung einbezogen wird.
Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten Oktober bis Dezember. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnegenutzter Anlagen hauptsächlich im dritten Quartal an. Die davor angefallenen Instandhaltungskosten für die kommende Kampagne 2008 werden unterjährig abgegrenzt und sind unter den sonstigen Vermögenswerten erfasst.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im ersten Halbjahr 2008|09 in Höhe von –10,1 (Vorjahr: 52,8) m€ setzt sich aus einem Operativen Ergebnis von –7,8 (Vorjahr: 54,4) m€ und einem Ergebnis aus Sondereinflüssen von –2,3 (Vorjahr: –1,6) m€ zusammen.
Die Entwicklung des Operativen Ergebnisses ist vor allem durch das negative Ergebnis im Segment Frucht als auch durch den Ergebnisrückgang im Segment Stärke erklärbar. Im Segment Frucht haben sich im zweiten Quartal 2008|09 die Erwartungen an die Apfelernte in Europa, die Ende August begonnen hat, dahingehend konkretisiert, dass die Erntemengen deutlich höher als im Vorjahr ausfallen werden. Die Marktpreise für Apfelsaftkonzentrat aus der neuen Ernte liegen somit erheblich unter Vorjahresniveau. Entsprechend war auf die Apfelsaftkonzentratbestände aus der vorjährigen Ernte eine Abwertung von 32,4 m€ auf den Nettoverkaufserlös vorzunehmen. Im Segment Stärke resultierte aus den Rohstoffpreisen der Ernte 2007 als auch durch die Anfangsphase der Bioethanolproduktion ein nur ausgeglichenes Ergebnis.
Das Ergebnis aus Sondereinflüssen betrifft Aufwendungen, die vor dem Produktionsbeginn der Bioethanolanlage in Pischelsdorf anfielen.
Das Finanzergebnis reduzierte sich von –2,8 m€ im Vorjahreshalbjahr auf –8,0 m€. Den höheren Zinsaufwendungen infolge der höheren Nettoverschuldung standen Währungskursgewinne aus der Aufwertung der vor allem ungarischen Währung gegenüber.
Das Konzernperiodenergebnis beträgt –21,4 (Vorjahr: 36,6) m€.
Bis Ende August 2008 sank der Finanzmittelbestand um 22,7 m€ auf 64,1 m€. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat ein um 15,5 m€ geringerer Cashflow aus dem Ergebnis in Höhe von 54,1 (Vorjahr: 69,6) m€ als auch ein stärkerer Abgang aus dem Working Capital zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 6,9 (Vorjahr: 34,3) m€ geführt.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von –30,8 (Vorjahr: –68,7) m€ spiegelt das für dieses Geschäftsjahr deutlich geringere Investitionsverhalten wider.
Die Aufnahme von vor allem kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und der Abfluss durch die Dividendenzahlungen über 28,3 m€ führten zu einem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von –0,8 m€.
Die Reduktion der Bilanzsumme gegenüber 29. Februar 2008 um 214,0 m€ auf 1.989,9 m€ ist vor allem auf den Abbau der Vorräte zurückzuführen. In den Immateriellen Vermögenswerten ist ein Goodwill aus der Erstkonsolidierung von Yongji Andre Juice Co, Ltd. in Höhe von 6,3 m€ enthalten. Der Veränderung der erfolgsneutralen Neubewertung der sonstigen Beteiligung um –20,6 m€ steht ein Anstieg der langfristigen Vermögenswerte gegenüber.
Dem Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 28,2 m€ auf 335,5 m€ steht die Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten (Zahlungen an Rübenbauern und Restrukturierungsfonds) um 191,7 m€ gegenüber. Mit einem Eigenkapital von 878,1 m€ beträgt die Eigenkapitalquote per Ende August 44,1%.
Zum 31. August 2008 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 8.617 (Vorjahr: 8.950) Mitarbeiter beschäftigt. Der Rückgang im Segment Zucker um 190 Mitarbeiter ist auf die Schließung eines ungarischen Zuckerwerkes zurückzuführen. Die Reduktion des Personalstands im Segment Frucht ist auf den schrittweisen Personalabbau in Kaplice infolge der Werksschließung sowie auf den verringerten Einsatz von Saisonarbeitskräften in Österreich und der Ukraine zurückzuführen.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze für die Zwischenberichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben werden.
Wien, am 15. Oktober 2008
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.
Der Halbjahresfinanzbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, Marktordnungsveränderungen, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik.
Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Halbjahresfinanzbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9 www.agrana.com
Konzernkommunikation/Investor Relations: Mag. Maria FALLY Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]
Konzernkommunikation/Public Relations: Mag. Ulrike PICHLER Telefon: +43-1-211 37-12084, Fax: -12045 E-Mail: [email protected]
Die englische Fassung dieses Zwischenberichtes finden Sie im Internet unter www.agrana.com
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